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Full text of "Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit"

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ANZEIGER 



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FÜR KÜNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT 



Neue Folge. 



ORGAN DES GERMAMS(HE.\ MISEIIMS. 




N e II II II 11 (I / \\ a II / i gs te i* H and. 



Jaliruaiie ISS:^. 



Nürnberg, im A'erlag der literarisch -artistischen Anstalt des germanisrhen Museums. 



THE J. PAUL GETTY CENTER 
LIBRARY 



Redaktion des Anzeigers. 



August Essenwein, Dr. pliil., I. Direktor des germanisclien Museums. 
Georg Karl Frommann, Dr. pliil., II. Direktor und Vorstand der Bibliothek. 



Beiträge 

zu vorliegendem Bande haben geliefert : 



Bartsch, K., Dr., geh. Hofrath, Professor an der Universität zu 

Heidelberg. 
V. Bezold, Fr., Dr., Privatdozent, an der Universität zu Münclien. 
Bickell, L., Konservator, in Marburg. 
Blaas, C. M., Professor, in Stoekerau. 
Busch, Hans, Sekretär des germanischen Museums. 
Bessert, G., Pfarrer, in Bächlingen 

Distel, Theodor, Dr. jur., k. sachs. Staatsarchivar, in Dresden. 
Dolberg, L., Pastor a. D., in Grahl. 

Friedensburg, W., Assistent am k. Staatsarchiv, in Marburg. 
Gehert, C. F., Kumismatiker, in Nürnberg. 
Ilartfeldcr, K., Dr., Archivrath, in Karlsruhe. 
Hohenlolie- Waidenburg, Dr., Fürst Friedrich Karl, Durchl. , in 

Kupferzell. 
Kaiesse, F., Assistent am Museum schles. Alterthümor iu Breslau. 



Lange. Hans, in Fürstenfeld. 

Mager von Mayerfels, Karl Ritter, Dr., auf Schlol's Alt-Meersburg 

am Bodensee. 
Mörath, Ale.xlander, fürstl. Schwarzenberg'scher Archivsassessor, auf 

Schlol's Schwarzenberg. 
Reumont, A. v., Legationsrath a. D. u. k. Kammerherr, in Burtscheid. 
Schultz, Alwin, Dr., Professor, an der Universität zu Prag. 
Steche, R., Dr., Professor, in Dresden. 

Teige, Jos., in Prag. ,  

Thomas, ü. M., Dr., Professor, an der Universität zu München. 
Wattenbach, W., Dr., Professor an der Universität zu Berlin. 
Weech, Fr. v., Dr., grolsh. bad. Archivrath, in Karlsruhe.. 
Wernicke, Ewald, Dr., Waisenhauslehrer, in Bunzlau. 
Zingcrle, Oswald, Dr. philos., in Innsbruck. 
Zucker, Uuiversitäts-Bibliothekar, in Erlangen. 



Alphabetisches Register 



ii(tiiiiiiii(1zwaiixigst('ii Itaiide des Anzeigers für Kunde der deiitsclieii Vorzeit, 



I. .tiif>«ä(zc> und liOnzoii. 



Altaraufsatz vom Schlüsse des 1.5. Jahrb.: Entwurf dess, (mit einer 
Tafel). 3Ü2 f 

Aphorismen, sphragistische, (m. Abb.). l;i Vi. 

Ausgrabungen bei Dietersdorf. 162 ff. 

Bauführungen im Mittelalter, s. Bauleute. 

Baugeschichte des Schlosses zu Meifscn : Beitrag. 45 ff. 

Bauleute und Haufübrungen im -Mittelalter (m. Abb.) Iö9 ff. 

Behaim, Lucas Friedrich, s. (icding. 

Hciträge aus dem germanischen Museum zur Geschichte der Be- 
waffnung im Mittelalter. XIV— XX. (m. Abb.) 1 ff. 97 ff. 
117 ff. 149 ff 232 ff. 257 ff 

Beiträge, urkundliche, zum Profanbauwesen im Mittelalter. 1G9 ff 

Bibart, s. Wcisthum. 

Bilder aus cl(;m Jahre MGS zur Erzählung von der schönen Melu- 
sine (mit Abb.). 327 ff. 



Breslau, s. Glockcngiefscr. 

Briefe des Satans. 336. 

Buchdruckerkunst : zur Geschichte der Erfindung ders. 75 f. 

Bunzlau, s. Tuchmacherstrike. 

Celtis, Konrad : ein Beitrag zur Lebensgeschichte dcss. 202 f. 

Celtis, Konrad : aus dem Freundeskreise dess. 61 ff. 93 ff. 

Conczmann, Hans u. Claus, s. Wappenbrief. 

Dietersdorf, s. .Xusgrabungeu. 

Drcifaltigkcitsbild , Dürcr'scbes : zur Geschichte der Uebcriassung 

dcss. an Kaiser Rudolf H. 193 ff. 
„Dreikreuzmesser". 240. 
Dresden : k. liistor. Museum, s. Schwert. 
Droscndorf, s. Nachtwächterrufe. 
Dürer, s. Dreifaltigkcitsbild. 
Elfcnbcinkamm des 9. Jahrb. im germanischen Museum. 331 ff. 



Alphabetisches Register zum Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



Ei-angelienfragmente , lateinische, des germanischen Museum : wel- 
cher Zeit gehören dieselben an ? (m. Abb). 33 ff. 

Erfurt, s. Inventar. 

Findling. 304. 

Fleischergcteicht (1530—1537). 132. 

Fraishaube. 99 ff. 

Freidank als Familienname. 67 f. 

Gastmähler, zwei, bei Dr. Christoph Scheurl, 1525 u. 1528. 333 fl'. 

Geding und Unkosten eines im Auftrage Lucas Friedr. Behaim's 
im Jahre 1619 gefertigten Orgelwerkes. 6 ff. 

Gerichtshand (zu Nioderotteudorf). 69. 

Gerichtshände und Richterstilbe : Beiträge zu deus. (m. Abb.) 261 ff'. 

Gesellschaft' des Aynkurns : Briefe ders. 297 ff'. 

Gewichtsrevision zu Leijjzig 1518. 175 f. 

Glascrlcontralct, Löweuberger. 173 f. 

Glockengiefser, Breslauer : zur Geschichte ders. 9 ff. 

Gossembrot, Ulrich. 129 f. 

Haus Sorg. 200. 

Heilbronn, s. Eathhausbau. 

Heinrich v. Breslau, s. Minnelieder. 

Heraldik, s. Schildformen. 

Höhingen, Buig, s. Inventar. 

Inventar der Habe Erfui-tischer Geistlichen aus dem Jahre 1375. 
321 ft'. 

Inventar der Burg Hühingen im Jahre 1424. 166 fl". 

Inventar, s. Lindenast. 

Inventar, s. Wolkenstein. 

Isaac, Heinrich, 131 f. 

Jude, getaufter, s. Urfchdebrief. 

Karl IV., Kaiser, s. Schwert. 

Kessler, Johannes, der Maler. 104. 

Kunstgeschichtliches aus dem Testamente eines Geistlichen. 176. 

Leibeigensehaft, freiwillige. 238 f. 

Leipzig, s. Gewichtsrevision. 

Leipzig, s. Maleratelier. 

Lindenast, Sebastian, Inventar dess. 225 ff. 

Lötvenberg, s. Glaserkontrakt. 

Lucas, Hans, der Baumeister des herzoglichen Schlosses zu Oels. 8 f. 

Maleratelier in Leipzig, 1535. 130. 

Meifsen: Schleis, s. Baugeschichte. 



Mehisine, s. Bilder. 

Minnelieder Heinrichs von Breslau. 48. 

München, s. Notenschreiber. 

Museum, germanisches, s. Beiträge, s. Elfenbeinkamm, s. Evan- 
gelienfragmente. 

Mylius, Samuel, ein ärztlicher Charlatau des 16.— 17. Jahrhunderts. 
264 ff'. 

Nachtwächter rufe aus Drosendorf in Niederösterreich. 74. 

Notenschrei.ber, ein Miinchener, vom 16. Jahrh. 330. 

Notizen, kunst- u. literargeschichtliche. 272. 

Oels : herzogl. Schlofs, s. Lucas. 

Orgel, s. Renaissanceorgel. 

Orgelwerk v. 1619, s. Geding. 

Profanbauwesen im Mittelalter, s. Beiträge. 

Bathhausbau in Heilbronn 1579—82: Urkundliches von dems. 269 ff. 

Bautenkranz, sächsischer: zur Charakteristik dess. (m. Abi).). 73. 

Hegeln, weise, aus dem Stadtbuche zu Ribnitz. 71 fi". 

Eenaissanceorgel (zu Freudenstadt im Schwarzwald). 69 fl'. 

Bibnitz: Stadtbnch, s. Regeln. 

Bichterstäbc, s. Gerichtshände. 

Böse: zur Symbolik ders. 303 f. 

Budolf IL, Kaiser, s. Dreifaltigkeitsbild. 

Sachsoi, s. Rautenkranz. 

Seheurl, Christoph, s. Gastmähler, 

Schildformen, heraldisclie (m. Abb.). 48. 

Schmuttermayer, Hans. 43 f. 

Schreiberspruch. 130. 

Schreiblehrer, ein mittelalterlicher. 68 f. 

Schreibtische in Palastform (um 1560). 104. 

Schwert Kaiser Karl'S IV. im k. historischen Museum zu Dresden. 
128 f. 

Sphrayistik, s. Apliorismen. 

Tageioählerei. 201 f. 

Tuchmacherstrike in Bimzlau. 239 f. 

Urfehdebrief eines getauften Juden. 197 fl". 

Wappenbrief König Wenzels für die Brüder Hans u. Claus Concz- 
mann von Staffurt in der Markgrafsch. Baden, 1392. 164 f. 

Weisthmn, ein Bibarter, aus dem 15. Jalu-h. 331 f. 

Wenzel, König, s. Wappenbrief 

Wolhenstein, Veit v. (t 1442) : Inventar dess. 121 fl". 



11. E<it(>ratiiraiizoig;<'ii. 



Archives de TOrient Latin, publices sous le patronage de la Societe 

de l'Orient Latin. 111 f. 
Löfßer, E. V., Geschichte der Festung Ulm. 54 f. 
Klemm, Alfred, württembergische Baumeister und Bildhauer bis 

ums Jahr 1750. 311 f. 



Schwarz, Frz. Jos., Dr., die ehemalige Benediktiner- Abteikirche zum 

heil. Vitus in Ellwangen. 312 f. 
Strauch, Philipp, Margaretha Ebner und Heinrich von Nördlingen. 

28 ff. 



Nürnberg'. Das Abonnement des Blat- 
tes, welches alle IMonate erscheint, wird 
ganzj;ihrig angenommeu und beträgt nach 
der neuesten Postconvention bei allen Post- 
ämtern und Buchhandlungen Deutschlands 
inel. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im â– 24fl.-Fu3s 
oder 6 J/. "" 

?'ar Frankreick abonniert man in 
Paris bei der deutschen Buchhandlung von 
F. Klincksieck, Nr. U rue de Lille ; für 



iniZEIGER 



Flill U^'SE DER 



Neue Folge. 




England bei Williams & Norgate, 14 Hen- 
rietta- Street Covent - Garden in London; 
für Xord-Ainerika bei den Postämtern Bre- 
men und Hamburg. 

Alle für das german. Museum be- 
stimmten i^endungen auf dem Wege des 
Buchhandels werden durch den Commis- 
sionär der literar.-artist. Anstalt de3 Mu- 
seums, F. A. Brockhaus in Leipzig, be- 
fr.rdert. 




1 




A'eunundzwanzigster Jahrgang. 



ORfiAX DES r.ERMAiMSCIIEX Hl SEÜMS. 



1882. 



M 1. 



Januar. 



Wissenscliaftlk'lie Millliciluiii>;eii. 



Beitrüge ans deiu germaiiisclien Museum zur^ 
Geschichte der Bewaüunug im Mittelalter. 

XIV. 

"Wenn wir auf die Sohutzrüstung des Mannes im 
Kampfe während des Fortganges des In. .Fahrhunderts 
eingeiien wollen, ist es zweckniäfsig, 
auf das, was Avir über die Bewaff- 
nung im Beginne dieses Jahrhun- 
derts angeführt, einen Rüekbliek 
zu werfen. 

Die verschiedenen Formen der 
Helme, welche in unserem Troja- 
nerkrieg und AVilhelm von Orlens 
von 1441 neben einander vorkom- 
men, haben sich im Laufe des 
l.ö. Jahrhunderts n(!ben einander 
weiter entwii-kelt; die Küslung des 
übrigen Korpers war, nebensäch- 
liche Kh'inigkeilen abgerechnet, 
damals ziemlich gleich und ent- 
wickelte sich auch im i;;. Jahrh. 
ähnlich fort. Wii' verweisen vor 
allem auf Fig. 1, Sp. 27i) des Jahr- 
ganges 1880, welche Figur wir dort als eine Nornudfigur 
bezeichnet haben. Der lange, uns fünf Schienen gescho- 
bene Rock verkürz! sich im Laufe des IH. Jahrhunderts 
wesentlii'h. Es hängt dies ohne Zweifel iiiil diin Sallrl 



Fig. 1 




znsaimiien. lasbesondere bei iIimi Turnieren (Sp. 103—106 
des Jahrganges 1880) sehen wir den hohen Sattel, wie 
wir bei den Figuren d und e der Spalte 271 in den Bil- 
dern vom Schlüsse des 14. Jahrh. die Reiter förmlich im 
Steigbügel stehend erkennen. Mit dem Laufe des 15. 
wird dies seltener, und der Sitz unmittelbar auf dem 
Pfenle li'ilt mehr hervor. Dies be- 
dingt eine Verkürzung des Rockes. 
Solche verkürzte, mehr an den Leib 
sich anschliefseude Rücke erschei- 
nen schon in Fig. 6, 8 u. 13 der 
Spp. 277 und 278. Schon sehr ver- 
kih'zl nnden wir denselben auf dem 
Siegel des Pfalzgrafen Ludwig zu 
Zweibrücken und Veldenz (14o3 — 
85)). wo auch der untere Theil des 
Bruslbleches die bewegliche Ver- 
stärkung hat, die bei allen sogen, 
gothischen Rüstungen erscheint, 
und von der es die Bezeichnung 
Krebs ') erhalten hat , ebenso die 
an dem kurzen Rock angeschnall- 
ten Blällcr zur Deckung des Olnn-- 
schenkels. Auch die (mehrfach ge- 
schobeneni liandscliuln' mit ihrem (spitzen) Auslaufe, der 
den Vorderarm deckt, kcmnen wir erkennen, sowie die 

*) Die Dezcichnung Krcl)s für das Brusfblecli erscheint zuerst 
in den Rechnungen des Konrnd von Weinsliorg (1437 — 38). 



/" 



3 



Anzeiger 



für Kunde der deutschen Vorzeit. 



Ausbildung der Knie- und Ellbog-enkaeheln und endlieh 
den Haken auf der Brust zum Einlegen der Lanze. Wir 
können zur Zeit nicht feststellen, in wel- 
chem Jahre das Siegel gestochen ist, das 
wir hier nach unserem, nicht mehr an 
einer Urkunde befestigten Originale in 
rothem Wachs von 0,76 Durchmesser ab- 
bilden (Fig. 1). Jedenfalls dürfte eines 
der ältesten Vorkommen dieser gothischen 



Fig. 2. 



Rüstungen 



auf Siegeln in unserem Bilde 
gegeben sein. Das Vorkommen auf Grab- 
steinen läfst sich weniger als chronologi- 
sches Hilfsmittel verwerthen, da kaum je 
festzustellen ist, ob und wie lange vor 
oder nach dem Tode des Bestatteten sein 
Grabstein gefertigt wurde. Schon auf 
dem Grabstein des Ulrich von Hohen- 
Rechberg zu Donzdorf (-}â–  1439) findet sich 
eine solche Rüstung. Der Helm unseres 
Pfalzgrafen ist der beim Schwert- und 
Kolbenturniere gebrauchte. Die Schie- 
bung der Brustbleche ist oft der gröfse- 
ren Beweglichkeit wegen mehrfach , wie 
ein Krebs unserer Sammlung (Fig. i) 
zeigt. 

Wir schliefsen hier drei Helme an, 
die sich in den Sammlungen des Museums 
befinden. Der erste (Fig. 3), aus der 
Wolf sehen Sammlung in Altenburg an 
unser Museum gekommen, zeigt die runde, 
den Kopf bedeckende Haube mit einem 
schrägen, ringsum laufenden Rande , der 
auf der Rückseite nur ganz wenig länger 
ist, als vorne; ein Grat, der über den 
Kopf läuft, ist nur eben ganz leicht an- 
gedeutet; ringsum lautende Löcher am 
oberen Rande dienten wol zur Befesti- 
gung der Halsberge, etwa so wie beim 
Eisenhute Fig. 16 auf Sp. 276 oder Fig. 
7 auf Sp. 278 des Jahrganges 1880, und 
des Futters des Helmes selbst, die viel- 
leicht aus einem Stücke Leder gebildet 
waren. Der Helm entstammt jedenfalls 
noch dem Schlüsse des 14. oder Beginne 
des 13. Jahrh. Die hier in Fig. 4 abge- 
bildete Haube ist vor Jahren aus der 
Pickert'schen Sammlung zu uns gekom- 
men, ohne dafs wir über deren Herkuid't 
erfahren können. Hier ist bereits der 
laufende Grat schärfer ausgebildet, der 
Rand ist steiler und breiter, und ein 
dafs die Haube 




Fig. 3. 




sollte. In der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhun- 
derts zog sich nun die Spitze noch weiter in den Nacken 
hinab, wie an dem aus drei Theilen zu- 
sammengesetzten Stücke, Fig. 5, zu sehen 
ist, das jedoch nur Kopf und Stirn deckte, 
das Gesicht aber frei liefs. Derartige Stü- 
cke zeigen sich auf unserem im Anzeiger 
schon öfter erwähnten Bilde von 1302 
des Kampfes zwischen den Nürnbergern 
und dem Markgrafen von Brandenburg 
auf ilen Köpfen der nicht ganz gerüste- 
ten Knechte, welche zum Theile aufser 
jenen Hauben nur Brustbleche haben. 
Unser Exemplar stammt aus dem Zeug- 
hause zu Rhodus. 

Wo eine Deckung des Gesichtes be- 
zweckt wurde, wurde schon früher der 
untere Theil unter dem Sehschlitze be- 
weglich gemacht, so schon an dem Grab- 
steine des Ulrich von Hohen-Rechberg von 
1459 (vgl. Fig. 6), oder auch ein noch 
grüfseres bewegliches Visier angebracht, 
in welchem der Schlitz sich befand. 

Wir nennen heute die Helme wie den- 



jenigen 



Näheres hätten 

über den Kojif 

herabhängi'nde 

Sehschlitz zeigt, 

tief über die Nase herabgezogen werden 



unserer Fig. 6. Schallern oder 
Salade. Zu ihnen gehörte noch der am 
Brustbleche befestigte Schutz des Kinnes, 
der einen der charakteristischeren Theile 
der Rüstung des fünfzehnten Jahrliun- 
derts bildet, die den ganzen Körper, so- 
weit er überhaupt dem Feinde zugänglich 
war, mit starkem Bleche bedeckte, un- 
ter welchem das Kettenhemd jedoch als 
Schutz der Achselhöhlen, der Schenkel, 
der Gelenkre und aller jener Theile fort- 
getragen wurde, die um der Beweglich- 
keit willen nicht vom Bleche bedeckt sein 
konnten. 

Das germanische Museum besitzt zwei 
solche Rüstungen vom Schlüsse des 13. 
Jahrb., von denen wir die eine, wiedei*- 
holt in Waffenwerken besprochene, hier 
abbilden, die ehemals einen Theil der Wil- 
helmi'schen Sammlung in Berlin ausmach- 
te und durch die besonderen Verstärkungs- 
stücke der Schultern interessant ist. Frei- 
lich ist mehreres an der Rüstung restau- 
riert. Charakteristisch ist für diese ganze Art derselben, 
dafs aufser den wirklichen Schiebungen noch getriebene 
Streifen das System der Schiebung für das Auge fort- 
setzen. 

Diese Rüstungen erhielten sich bis zur Zeit Kaiser 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



Maximilians, wo sie anderen Platz machen. In dessen 
Freidal tragen die Kämpfer beim Schiftrennen, Schweif- 

Fig. 6. 




^^- 



-^^ 



rennen und Hundronncn stets die der Salade ähnliche 
Renahaubc, wenn auch im Uebrigen die Rüstungen be- 
reits andere Form und Konslruklion aufweisen. Auf 
Grabsteinen sind die gothischeu Rüstungen um 1480— 



1490 am schönsten dargestellt ; nach 1300 werden sie 
seltener; doch finden sich vereinzelte Exemplare noch 
später. Das späteste uns gerade erinnerliche Beispiel ist 
der Grabstein des Hans Rodenstein, f 1326 in Fränkisch- 
Krumbach. 

Nürnberg.  A. Essenwein. 



Geding und Unkosten eines im Auftrage liUcas 

Friedricli Betaaini's 'j im Jahre 1619 gefertigten 

Orgelwerlies. 

Der Kasten soll zuvörderst von gutem dürren föhrem 
Holtz vnd also gemacht werden, das man denselben wie 
ein beth von einander legen vnd füglich durch enge 
krumme gäng vnd stiegen hin vnd wider bringen kan. 
Er soll auch binden vnd vornen 2, vnten vnd oben 
vberall 1 vergittertes lufttloch haben; Die Zug an den 
Bälgen sollen auf der rechten Seiten vnd 2 pollirte tritt 
gerichtet werden. Es soll auch der Kasten vf beeden 
Seiten eiserne handheben haben, solchen desto füglicher 
hin vnd wider zurukhen. In die vierung soll er gebracht 
vnd darauf die eckhe des Instruments abgezaignet, die- 
selben hinten herumb mit einer geschmeidigen leisten 
eingefastt, auch 7 schuh lang 3 brait vnd also vmii so- 
uiel, alfä das Glavier aufträgt, braiter, dann das Instru- 
ment gemacht werden. Die Register sollen von ei|5eu 
gemacht sein. 

Das Glavier soll von schönem Indianischen flader*), 
vnd die schwartzen claves von Eben Holtz gefurniert 
werden ; Vnd sollen in diesen Kasten gebracht werden. 
Erstlich ein gut grob gedecktes ^3 von hartem Holtz 4 
schuh hoch, welches, wo müglich, nit gekrüpftt*), durch- 
au[3 in seiner rechten stärckhe fein lieblieh vnd gleich, 
vnd sonderlicii im Bass gern angehet vnd nit zu still ist. 

2. Ein gut rain vberschnittnes Principal von hartem 
Holtz auch 4 schuh hoch, daran, wie auch au all andern 
pfeiffen der vberschnitnen Register die labial von eben 
holtz sollen furnirt sein. 

3. Ein klein gedecktes so an der hoch mit dem prin- 
cipal ein ipqual*) vnd fein rein vnd scharpf angehet. 



1) Lucas Friedrich Beliaim, geb. 1587, t 1648, des älteren ge- 
heimen Raths und Kirchenpfleger. Biedermann, Patriziat, Tabl. X- 
Deutsche Biographie II, 274. 

2) Ahorn. Scbmeller-Fr. I, 787. 

3) grobgedackt oder grofsgedackt (^ gedeckt) heilst die gröfste 
gedeckte Flötenstimme im Manual einer Orgel. Schilling's musikal. 
Conversations-Ilandle.\ikon 1, 618. 570. 

4) pekrümint; Schineller-Fr. I, 1380. Gekröpfte Pfeifen sind 
solche, denen ein Thcil abgeschnitten und unten in einem rechten 
Winkel wieder angesetzt ist. Schilling I, 575. 

5) Bezeichnete ehemals eine für sich bestehende Orgelstimme 



Anzeiger für Kunde der de'utsehen Vorzeit. 



4. Ein grobe (grosse, starlie) Quint vber.sehnitteu auch 
von hartem holtz. 

D. Ein Octävlein vber das priucipal auch vber- 
schnitten. 

6. Ein gut zihnen Regal durchauß fein lieblieh vnd 
gleich, so im Bass fein grob (starJc) vnd Männisch, auch 
durehauß gern angehet, 

Dieses Orglwerckh hatt Steffan Cuntz '^) zwischen dato 
1. Jenner vnd 1. May Ao. 1619 zu verfertigen verspro- 
chen, auch dai-neben zugesagt nit allein vber iahr vnd 
tag die gewehi'schaftt an solchem werckh zulaisten, son- 
dern auch in zwischen ieder Zeit die vngleichen vnd 
vnreineu pfeiffen außzuwechslen vnd andere vnd bessere 
an die statt auf seinen Vncosten zu schafien. Er soll 
auch sowol den Schreiner für denKasten al(5 den Schlos- 
ser durchauji für sich bezahlen; hingegen halj ich Ihme 
für solch Pfeifenwerckh in allem fl. 130.—.—. zu zahlen, 
wie auch seiner Hausfrauen einen guten Leykauf vnd 
den gesellen ein gut trinkgelt zu geben versprochen, 
Jedoch mit dem beding, so ferr es an der schärpfe vnd 
gute Valentin Dretzels werckh gleich vnd etwas stärckher 
seye. Geschehen Nürnloerg den 29. Dezember Ao. 1618 
in beisein Steffan Cuntzen, Johan Staaden'^) vnd mein 
L. F. Behaims in meiner wohnung beim nachtessen. 
Adj. 3. Jenner, da ers maß vom Instrument 

name, gab ihme an 10 goldtgulden 

ä 124.\r fl.20. 40. — . 

Adj. 11. April, da ers Clauier abgemessen, 

an äO goldtgulden ä 124 xr. .... fl.41.20. — . 
Adj. 20. Apxil. dem Pauluß Wißmeher fürs 

Clauier bezalt fl. 1. — . — . 

ä ma femme 11. 4. 42. — . 

Adj. ö. Junj. bezalt ich M. Steffan Cuntzen 

vf die 62 fl. noch zu erfüllung der 130 fl. fl. 68. — . — . 

seinem Weib zum Leykauf einen dri- 

fachen Thaler fl. ö. — . — . 

Den zweyen gesellen ieden einen fl. 

gl. pro fl. 3. — . — . 

Der Maidt vnd seiner tochter ieder 

V4 Thaler tut — . 50. — . 

Dem drechßler für die Waltzen ... — .9. — . 

Dem Taschner für die deckhe zu macheu fl. 3. — . — . 

Dem Schreiner für den stul . . . . fl. 1. 9. — . 



21. Augustj Dem Mahler aut das geding 

geben fl. 10. — . — . 

Des Scheürls Knecht da ich mit dem 

Mahler herunib gefahren — .33. — . 

Dem Schlosser des Werckh zu be- 
schlagen fl. 1. 6. — . 

Adj. 12. December dem Mahler gar zu er- 
füllung der 36 fl. geben fl. 26. — . — . 

Seinem Weib 1 Thaler pro . . . . fl. 2. — . — . 
seinen beiden Kindern iedem Vj Thaler 

tul fl. 2. — . — . 

So hatt das Instrument gecostet . . fl. 32. 12. — . 

Dem Schlosser wegen des Instruments 

zu beschlagen — .24. — . 



Sa. . . . fl. 223. 3. — . 
Archiv des germanischen Museums. Rechnungen des 
Lucas Friedrich Behaim 1612—1648, Fasz. I. 

Nürnberg. Hans Bosch. 



von 8 Fufston, die also hier dieselbe Tongröfse haben soflte, wie 
das Principal. Schilling I, 27 f. 

6) Ein Orgelmacher, der nach 1635 starb- Doppelmayr, Histor. 
Nachricht von den Nürnb. Mathematicis und Künstlern, S. 298. 

7) Johann Staden, geb. 1581 zu Nürnberg , war Organist an 
der Kirche St. Lorenz, später zu St. Sebald daselbst und ein be- 
sonders in Kirchensachen gefeierter Componist, der 1634 starb. 
Scliilling II, 454 f. Will-Nopitsch, Nürnberger Gelehrten-Lexikon, 
III, 739 f. VIII, 277 f. 



Hans liUcas, der Banuieister des herzoglichen 
Schlosses zn Oels. 

Unter Karl IL von Müusterberg-Oels, dem Schwieger- 
sohne des baulustigen Georg IL, Herzogs von Brieg, 
wurde der Schlofsbau in Oels zu Ende geführt. Lübke 
beschreibt dies interessante Gebäude ausführlich (Gesch. 
d. deutschen Renaissance, S. 630 ff.); aber auch er kann 
den Meister nicht nennen, eben so wenig, wie mir dies 
früher (Schles. Kunstlebeu ini 13. — 18. Jahrhundert, p. 17) 
möglich gewesen war. Jetzt flnde ich auf der hiesigen 
Stailtbibliothek ein Flugblatt in Quart, vier Druckseiten 
enthaltend ; auf der ersten Seite steht der Titel , auf den 
anderen dreien ein sehr wenig poetisches Gedicht. Der 
Titel lautet : »Ehren Gedächtnus welches Herrn Johann 
Lucae gewesenen Bürger und Fürstl. Brieg. Bawmeister 
der den 20 Apr. Anno 1649 im 80 Jahr seines alters ver- 
schieden, Seinem lieben trewen Vater zu schuldiger danck- 
barkeit schreibet dessen hinterlassener betrübter Sohn M. 
Job. Lucas, Gymn.-Breg.- Professor & p. t. Prorector. — 
— Gedruckt zum Brieg. durch Christoph. Tschorn.« 

Das Gedicht berichtet nun, Johann Lucas sei ehelich 
von Liegnitzer Eltern geboren, also 1369, und habe dann 
das Maurerhandwerk gelernt, «auch recht künstlich ab- 
zureifsen Ein hoch und Fürstlich Haufs und Schlofs auf 
das Papier, In grund zulegen, aus zu bawen und mit 
Zier Auch endlich an zu thun.« Er hat also eine höhere, 
künstlerische Ausbildung erhalten. 

Er baute nun für Herzog Karl von Münsterberg-Oels 
das fürstliche Schlofs zu Oels ; und wir werden ihm 4vohl 
die Ausführung aller der Bautheile zuschreiben müssen, 
die im siebzehnten Jahrhundert erst hergestellt wurden. 



Anzeiger für Xuiide der deutschen Vorzeit. 



10 



also des besonders schönen Portales von 1603 (Lübke, 
a. a. 0. Fig. 191). In Folge dieser Leistung wurde Hans 
Lucas zum fürstlichen Baumeister in Brieg von dem Her- 
zoge Johann Christian ernannt und baute nun für den- 
selben die Odermühle bei Ohlau, ein Haus zu Liegnitz ; 
ferner ist er für den Herzog von Münsterberg -Oels, zu- 
mal den Herzog Heinrich Wenzel, in Bernstadt und 



Sternberg thätig. 



Alwin Schul t z. 



Znr Geschichte der Breslaner Glockengiesser. 

Das Zunftwesen, dessen Aufblühen dem deutschen 
Handwerk eine so feste Grundlage' geschaffen hatte und 
es so emporzuheben wufste, wh-d stets einen der wich- 
tigsten Theile der Kulturgeschichte bilden und besonders 
das Studium seiner Entwicklung eine gröfsere Beachtung 
erfordern. Nichtsdestoweniger möchte aber auch die 
Periode zu würdigen sein, in welcher das Sinken und 
der gänzliche Verfall der einst mächtigen Genossenschaf- 
ten eintrat. Wohl könnten die Akten in den Laden ge- 
nügend diesen Zeitpunkt erhellen, immerhin bliebe dann 
aber hier der Raum, welcher eigentlich nur die frühere 
Zeit zu berücksichtigen im Staude ist, zur Aufkiahme all 
dieses Materials zu beschränkt. Mögen aber doch noch 
nachfolgende ^littheilungen, insofern sie manches Charak- 
teristische für diese Epoche bieten dürften, hier einen 
kleinen Platz finden. 

Im Stadtarchiv zu Breslau befindet sich ein Faszikel, 
von Papieren, welche ehedem der nuiunehr aufgelüsten 
Glockengiefserinnung angehörten. Die Schriftstücke bie- 
ten nicht gerade grofse Ausbeute, sie reichen mit weni- 
gen Ausnahmen nur bis in's vorige Jahrhundert zurück, 
enthalten aber doch genug des Interessanten für die 
KUnstlergeschichle Schlesiens. 

Die Innung der Roth-, Glocken- und Stückgiefser, 
welche sich mit den Beckenschlägern (Bekkensloern) ver- 
einigt hatten, bestand seit 1440 '). Am i9. April 1575 
wurde eine neue Gesellenordnung in 12 Artikeln zusam- 
mengestellt und dieselbe eod. d. vom Rathe bestätigt*). 

Ich lasse jetzt folgen, was ich von Belang für die 
Biographie einiger Meister vorgefunden habe. 

Hans Ili)lsti' kommt 1{;49 nach Breslau und sucht 
beim Rathe die Genehmigung zu seiner Isiederlassung 
nach. Er bittet flehentlich um die Concossion, indem er 
vorstellt, dafs er sein Handwerk wohl verstehe, verhei- 
ratet sei und in nicht besonders guten Verhältnissen 
lebe. Er bittet ferner den Herrn (Sebastian) Götz, den 
Aeltesten der Innung, welcher ihm die Aufnahme in das 



1) Klose, Documentirte Gesch. von Breslau II, 2. p. 11.5. 

2) Beides im Original unter den Papieren. 



Mittel verweigere, weil er verheiratet sei, »doch dahin 
zu disponieren«, dafs er unter den Meistern Aufnahme 
finde. Dem Gesuch hatte er ein Attest des Rathes zu 
Mitau in Kurland beigelgt, datiert vom 15. Juni 1(548, 
aus welchem hervorgeht, dafs H. daselbst 3 Jahre als 
Geselle gearbeitet und die Kunst des Rothgielsens ehr- 
lich und ehrbar in der ReichsstadI Lübeck erlernt habe. 
Der Rath mufs sich darauf an die Innung gewandt ha- 
ben, denn es findet sich auf dem Holste'schen Gesuch der 
\ermerk: »Es sol Supplicant zu dem Meisterrecht zuge- 
lassen, oder warumb es nicht geschehn berichtet werden. 
ps. lo. Octob. 1649.« und dann ein Schreiben des oben 
erwähnten Seb. Götz, dessen auch kulturgeschichtlich 
wichtiger Inhalt folgender ist: ... »Warumb Han|i Holste 
Rottgießer zur Myttau in Churlandt alhier zum Meister- 
recht nicht zugela[Jen kan werden seint E. G. Hidurch 
gehnrsambliehen zuberichten, Erstlich da(J das hiesige Rott- 
giejier Privilegium dahin geht, tla(5 eiu ieder, der alhier 
Meister werden wiel , nicht verehlicht sein sol, auch ist 
der Holste albereit verehlicht, wie mag Er dann wieder 
gedachtes Privilegium zuhandeln begehren : 

\'nill ob zwar von Ihme hierwieder eingeworü'eu 
werden möchte, da(i vor diesem sichs zugetragen habe, 
(la|5 derogleicheu Persohu sey angenommen worden, so 
ist doch darauf zu respondieren, da(5 man den RottgiefJeru 
einen Gerichl liehen Reverß ertbeildt, (la(J solches exeni- 
plum. so darzumahln aus erheblichen ursac-hen beschehen 
in consequentiam nicht gezogen werden solle; Vors An- 
dere, so streitet auch wieder den Holste, da(5 Er gesellen- 
weise in Hungarn Stück vndt Glocken gego(ien, da|i Ihme 
gar nicht zugestanden hat, sondern ebeufals wieder an- 
gezogenes Privilegium laufit. Drittens Wirt Ihme am besten 
liekandt sein, warumb Er in Danzig zu einem Meister 
nicht ist angenommen worden, vieleicht umb dieser Vr- 
sach willen, da(i Er sich einmahln von dem Handtwerck 
gewendet vndt der Gastwirtschafft aldar gebrauchet hat, 
welches ich dann schon uf allen faall da es E. G. Mir 
zuerkennen sollen. Durch ankündigung erfahren, vndt 
E.G. gewies boybringon wiel. (»vors Vierdte.) Vndt 
wariunb Verblieht Er nicht der Holste in (Churlandt siezen, 
Hat Er sich doch etliche Jahr aldort gar wohl befunden, 
da Er nuhn als ein vagabundus, baldt in einem, baldt 
in einem andern ort sich f'ündet, giebt es gar ein wunder- 
liches nachdencken. Darnebens (vnd vors lünlfte) hat 
nnin niihl in schlechte consideratiou zu ziehen, da(i er 
ein Sachse ist,vndl in Sachsen gelerni hat. welche Sachsen 
alhier im Lande Schlesien, vndl im Reiche gar nicht dero- 
gestaldl befördert werden, daß Sie sich seßhairiig machen 
dörlfen. wie dann Ihr gesinde allenihalben ufgelrielten 
vnil niclil lange gednldi'l wirdl. au|J Vrsachen. da|5 zwi- 
schen den Sachsen, vndt denen zu Nürnberg vndl andern 
Reichs Städten ein Rcclil au|igeübet vnd Verf'ilhrl haben. 



11 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



12 



Vudt wann derogestaldt Er der Holste alhier thete an- 
genommen werden, würde Ich mit meinen Kindern vudt 
gesinde, sambt den andern künfftigen Meistern diefJ dar- 
von fragen. da(5 Sie ebenfals ufgetrieben vudt nicht be- 
iordert würden werden, das Vorhoffeudtlich E. G. mir 
vndt den meinigen nicht gönnen, sondern vielmehr, als 
Ihrem alten Bürger hieriuue wieder vergleichen entste- 
hendes Unheil sucurrireu werden.^ Vndt weil dann Vors 
Sechste alhier auch kein Mangel an der Rottgießer arbeit 
vndt waare, die ohne dieß ganz stocket, vndt mich dar- 
bey die izige draugsälige zeit mehrentheils Verterbt hat, 
erscheinet, so ist desto mehr auch der Holste von seinem 
petito abzumahnen, wannenhero Ich dann anlaß nehme 
E. G. hirdurch Hochfleißig vndt beweglich zubiten« etc. 

In Brieg gofs 164;8 ein Holste eine Glocke für Grol's- 
bteiu im Ki-eise Grofs-Strehlitz ^) ; sollte dieser identisch 
sein mit unserm Hans H. "? Vielleicht läfst sich noch 
etwas mit der Zeit ermitteln; bis jetzt ist alles Suchen 
vergeblich geweseu. 

Am 12. Juli 1731 unterzeichnen einen Besehlul's des 
-Mittels, welcher die Gesellenordnung betrifft, die Meister : 

Joh. Jacob Krumpfert (er gofs 1721 die grofse 
Domglocke »Cornelius« von 120 Ctr. Gewicht *) und ist 
noch 1733 thätig*), Sigismund Götz, Caspar Kör- 
ber und Gottfried Schnellradt. Caspar Körber 
starb zu Anfang des Jahres 1743, wie dies aus den Auf- 
zeichnungen Schnellradt's hervorgeht. Das Quartheit 
enthält folgende Notiz : 

»Breßlau Anno 1743 den 18. Maerz Hab ich Gottfried 
Schnellradt, Koenigl. Preuß. Hoff-Stückgüsser nach ab- 
sterben des Meisters Caspar Körbers weillen kein ander 
rothgüsser vorhanden, die Mittelslade '^j zu mir genom- 
men und ist dieser Zeit Beysitzer gewesen Herr Joh. 
Heinr. Morgenbesser, Kauff- u. Handelsmann alhier, und 
hatt sich in der Lade geld befunden ^ "^ 19 sgr.« 

Am 7. März 1745 wurde bei Seh. (aus seinen Auf- 
zeichnungen) das sog. »Quartal« gehalten. Es hatte sich 
Johann Sebast. Gerstner, aus Nürnberg gebürtig, 
zur Meisterschaft gemeldet. Er legte, wie es der Brauch 
erforderte, seine Papiere in die Lade uu«! wählte zu sei- 
nem Meisterstück, einen Wandarm und eine Gluthpfannc 
anzufertigen, wozu ihm 13 AVochen Arbeitszeit bewilligt 
wurden. Am 13. Juni wurde das 2. Quartal gehalten und 
Gerstner legte sein Meisterstück vor. Es seheint nicht 
zum besten gewesen zu sein. Seh. schreibt : »Wegen der 
P^ehler an seinem Meisterstücke ist ihm eine »leidliche 



3) Vergl. "Wernicke im Anzeiger 1878, Sp. 392. 

4) Gomolcky, Breslauische Merckwürdigk. (1735) I, p. 30. 

5) Vgl. Schles Vorzeit III, p. 66. 

6) ebenda. 

7) Befindet sich im Museum schles. Alterthümer in Breslau, 
Nr. 9080 ; sie ist mit Intarsien geziert und trägt die Jahreszahl 1686. 



Straffe« gewilliget worden mit 6 Rthlr. und zum recht- 
schaffenen Meister ernannt.« Gerstner kommt in den 
Papieren noch bis zum Jahre 1767 vor. Sein Sohn 
gleichen Namens, geboren 1754, folgte dem Berufe 
des Vaters. Joh. Ehrenfried Dietrich, Kgl. Pöbln, privil. 
u. geschworener Stück-, Roth- u. Glockengiefser in War- 
schau, bescheinigt ihm unterm 7. Juni 1789, dafs er 5 
Jahre und 17 Wochen in seiner Giefshütte in Arbeit 
gestanden. 

Am 20. Juni 1743 wurde ein »Extra-Mittel« gehalten, 
da Jeremias Mager, ebenfalls ein Nürnberger (geboren 
am 21. Septbr. 1708), Sohn des Joh. Jac. M., gewesenen 
Bürgers und Röhrenmeisters des Bauamts zu Nürnberg®), 
in die Innung aufgenommen zu werden begehrte. 

»Bisher hatte er in der Vorstadt gefuscht.« Mager er- 
bot sich, als Meisterstück einen Waudarra und eine Gluth- 
pfanne in der Zeit von 3 Monaten anzufertigen. Die bei- 
den Stücke waren jedoch, als er sie am 3. Oktober zur 
Prüfung vorlegte, technisch so mangelhaft, dafs man ihn 
nicht in die Innung aufnehmen konnte. Den folgenden 
Tag hielt er wiederum an und wird mit 10 Rthlr. Strafe 
als »ehrlicher« Meister anerkannt. Er leistete Abschlags- 
zahlung, doch scheint er nicht in bessere, Verhältnisse 
weiter gekommen zu sein; denn bei Schnellradt lindet 
sich die Notiz: »er hatt aber auch hernach Alles zugleich 
aufgehöret, und ist keine aufläge und nichts mehr abge- 
führet worden.« 

Ein Sohn d(;s Jeremias Mager ist jedenfalls Samuel 
Benjamin Mager, von dem sich ein Lehrbrief vorfindet 
d. d. Breslau 28. Okt. 1763. 

Breslau. E. Kaiesse. 



8) Das Geburtszeugnifs des Richters Chr. Fr. Oelhafen von 
Schöllenbach vom 13- Okt. 1739 befindet sich unter den Papieren. 



Spliragistische Aphorismen. 

Zum Schlüsse der unter dieser Aufschrift von mir 
im Anzeiger von 1866 bis 1876 abgebildeten und beschrie- 
benen 100 mittelalterlichen Siegel (N. I— C.) theile ich 
hier ein nach meinem sphragistischen Systeme abgetheiltes 
Verzeichnifs derselben mit. 

I. Schrift-Siegel. 

A. ohne Namen des Inhabers : Nr. XCVIII. 

B. mit Namen des Inhabers: Nr. XGIX'). 

IL Bild-SiegeL 

A. ohne Namen des Inhabers : Nr. XLIV, XGVI u. XCVII. 

B. mit Namen des Inhabers : Nr. X, XXXVIII, L, LIV, LX, 
LXI, LXV, LXVI, LXIX, LXX, XG, XCIV und XCV. 



1) Unter die Siegel I. B. gehören namentlich die ältesten päpst- 
lichen Blei-Bullen? 



13 



Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



14 



III. Porträt-Siegel. 
A. ohne Wappen: 

1) Kopf, Brustbild oder Kniestück : Xr. LXVll und C. 

2) ganze Figur: a. stehend: Nr. XXI und LXXVIII. 

b. sitzend: Nr. XXXIII ■»). 
» " e. knieend : s. unten Nr. C* und C''. 

3) zu Pferd: s. unten Nr. C" und C''. 

B. mit Wappen: 
i) Kopf, Brustbild oderKniestück : Nr. LXXIY^') undLXXV. 
i] ganze Figur: a. stehend: Nr. IL 111, XXXII, XXXIY, 
LH, LVIII, LXXIX und LXXX". 
« » b. sitzend : s. unten Nr. G ^ und C ^ . 

» » c. knieend : Nr. LI und LIII. 

3) zu Pferd: Nr. I, LXXYI und LXXYII. 

IV. Wappen-Siegel. 
A. nur mit Wappenbildern: 

1) im Siegelfelde: Nr. XIl, Xlll, XV— XVII, XXII, XXIll, 
XXXIX, XLII, XLIII. LV— LVII. LXXII. LXXX'». 
LXXXl »"■''• und XCl. 

i) in einem Schilde: Nr. IV, VI— IX. XIV. XVIll— XX, 
XXVII —XXXI , XXXV — XXXVII ». ", c. XL . XLI. 
XLVlll, XIJX, LIX, LXII, LXIV, LXVIIL LXXI, 
LXXXII, LXXXIII, LXXXVI und LXXXVIII. 
B. nur mit Wappenhelm oder Hrlmsehniuek â– *): 

1) im Sicgelfeldc: Nr. XLV, XLVl, LXXXIX und XCIII. 

2) in einem Schilde: Nr. LXXIII (2 Beispiele). 

C. mit vollständigen Wappen : 
Nr. V,XL XXIV— XXVI, XLVII,LXII1,LXXXIV.LXXXV, 
LXXXVII und XCII. 
Die noch fehlenden Repräsentanten der drei Siegel- 
gattungen III. A. 2. c, 111. A. 3. und III. B. 2. b, lasse 
ich hier unter Nr. O — C^ folgen. 

Ca. - C b. 





; \ > i[;l. auch das gleichartige Gerichtssiegcl Albert's von Rofs- 
wag V. ,J. 123G im Anzeiger v. 187G, Sp. 137. und die Berichtigung 
der Legende, .Sp. .368, sowie das .Siegel Gf. Egeno's des Bilrtigen 
von Urach v. .1. 1228 im fUrstenberg. Urkundenhucli I, Nr. 304. 

3) Wol ein seltenes Unicnm, mit dem Wappenhrlm allein. 

4) Sig. IV. B. 1 und 2 wurden im Mittelalter von Frauen nicht 
geführt. 



Zu 111. A. 2. c. 
Nr. C ^ . Dieses Siegel von rothem Wachs der Witwe 
des Grafen Egeno des jüngeren von Urach und seit 1220 
von Freiburg. Adelheid, geborneu von Neifen, mit der 
Legende »sigillum Adelheidis comitisse de Ura et friburc 
hängt an einer Urkunde v. J. 1239 im grofsherzos'l. 
Haus- und Staatsarchive zu Karlsruhe. Es zeigt die Sieg- 
lerin vor einer Kirche knieend und über ihr die segnende 
Hand Gottes &). Diese Darstellung findet sich nicht selten 
auf mittelalterliehen Siegeln : so z. B. auf dem gleich- 
artigen spitzovalen Siegel der Elisabeth »vidua de fran- 
kenfort« an einer Urkunde im fürstlich Solms'schen Haus- 
archive zu Lisch"). Dieser Gattung von Siegeln bedienten 
sich im Mittelalter häufig geistliche Personen und Witwen. 

Zu III. A. 3. 

Nr. C". Dieses Siegel der Witwe des Kaisers Otto TV.. 
Maria, Tochter Herzog Heinrichs des Frommen von Bra- 
bant. hängt an einer Urkunde v. J. 125S im k. k. Haus-, 
Hof- und Staatsarchive zu Wien. Das Wappen des Rück- 
siegels mit der ungewöhnlichen Legende ist in Bt'zug 
auf die rechte Hälfte, die 3 Leoparden, immer noch nicht 
erklärt. 

Auf dem Schwerte des hl. Mauritius in der kaiser- 
lichen Schatzkammer zu Wien befindet sieh bekanntlich 
dasselbe Wappen, nur umgekehrt: der Adler rechts, die 
3 Leopai-den links'). 

Nr. (',''. Dieses Siegel des Marschalls Anselm von Ju- 
stingen hängt an einer Urkunde v. J. 121G im grofsher- 
zogl. Staatsarchive zu Karlsruhe und dürfte wol eines der 
ältesti'u Porträt-Siegel eines Ministerialen sein. Anselm 
trägt auf demselben den Marschallsstab als das charak- 
teristische Zeichen seines Amtes. Derselbe führte auch 
noch 1223 ein anderes gleichartiges Siegel, auf welchem 
er nach links reiten^! abgi'bildet ist. 

Zu 111. B. 2. b. 

Nr. C = . Dieses schöne Siegel der Gemahlin Heinrichs 
von Hnhenlohe-Wernsberg, Elisabeth, gebornen Gräfin von 
Heunliurg, hängt an einer Urkunde v. J. 1304 im k. k. 
Haus-. Hol'- und Staatsarchive zu Wien*). Die Gräfin 



5) Die Abbildung und Beschreibung dieses Siegels im fürstenber- 
gischen Urkundenbuche I, Xr. 397 ist in dieser Beziehung unrichtig. 

6) Vergl. Nr. 49 m. mittelalt. Frauen-Siegel im Correspondenz- 
blatt des Gesamratvereins 1863, Beil. Nr. 3. Wenn ich aber dort 
s. Z. dieses Siegel als höchst seltene Ausnahme eines Portriit- 
Siegels beim niederen Adel bezeichnet habe, so ist dies dahin zu 
berichtigen , dafs derartige Siegel von Ministerialen schon seit dem 
Anfange des 13. .Jahrh. nicht so selten sind ; vergl- unten Nr. C ^. 

7) Vergl. m. Aufsatz ,.übcr das Doppelwappen auf dem Schwerte 
des hl. Maiiritins-' im Anzeiger. 187?). Sp 307 ff. 

8) Vergl. J. Albrecht, die llohenlohischen Siegel des Mittel- 
alters, Nr. 13.'>. 



lo 



Auzeig-er für Kunde der deutsuhen Vorzeit. 



10 



führte aiK-li uooli i. J. 1312 ein gleichartiges kleineres einer gehornen Trimberg, hängt an einer Urkunde v. J> 

Siegel, auf welchem sie mit einem Schleier sitzt, in der 1292 im k. Reichsarchive zu München. Das Bild ist wegen 

Rechten den Hoheulohe'schen Wappenhelm und in der der ungewöhnlichen Form des Kopfputzes — wol ein 

Linken den SchikP). Witwenschleier? — interessant; auch ist die Form des 





Cf. 





Nr. C. Dieses Siegel der Gräfin Adelheid voii Henne- A am Anfange der Legende für jene Zeit ungewöhnlich. 
berg, dem Wappen mit den 2 Pfählen nach zu schliefsen, Für die mittelalterliche Epigraphik sind die Siegel eine 
immer noch zu wenig benützte sichere Quelle. 

9) Veril T Albrecht, a. a. , Nr. 136. Kupferzeit, 1881. F.-K. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Essenwein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nümberg. 



Gedruckt bei U. E. Sobald in Nürnberg. 



Mit einer Beilage. 



BEILAGE ZOI ANZEIGER Fl R ia\DE DER DEUTSCHEX VORZEIT. 

1882. *^^ !• Januar. 



Cliroiük des germanischen Museums. 



Nürnberg, den 15- Januar 1882. 

Den erfreulichen Mittheilungen, mit welchen wir die letzte 
Nummer des vergangenen Jahres abschliefsen konnten, dürfen wir 
heute noch mehrere anreihen, durch welche die Weihnachtszeit und 
die Jahreswende zu wahren Festzeiten auch für unsere Anstalt ge- 
worden sind. 

Den Städten, welche sich au Errichtung des Städtesaales be- 
theiligen, haben sich noch angeschlossen : Altena i. Westf. , Fran- 
kenhausen, Göttingen, Langensalza, Oppeln, Selb und Wien. 

Einen Beitrag von 500 m. zum Baufond hat Herr August Frhr. 
V. d. Heydt in Elberfeld, einen solchen von 200 m. Herr Carl Frhr. 
von Rothschild, der Senior dos Gesammthauses Rothschild, gespendet. 

Nachdem unser Friedrich- Wilhelm-Bau so weit vorgeschritten ist, 
dal's die Ausschmückung eines Saales mit gemalten Fenstern au die 
Reihe zu kommen hat, so haben die Herren Gerngrols u. Frauen- 
feld GOOm., die Herren Kaufmann Heimeran, Kaufmann Joseph Hopf, 
Kommerzieiirath Kugler, Fabrikbesitzer Metzger, Gebr. Rosenfeld, 
Fabrikbesitzer Job. Zeltner jun. in Nürnberg je 300 zur Anfertigung 
derselben gespendet. 

Um die Möglichkeit zu gewähren, die seither als Depositum der 
Familie Plamer im Museum aufbewahrte Prachtbettstätte zu er- 
werben , was aus den Mitteln des Museums nicht bestritten wer- 
den konnte, haben die Herren Dr. Georg Hirth iu München 100 m,, 
Dr. Huttier in Augsburg 50 m , Gebr. Narr in Zirndorf 100 m. und 
aus Nürnberg die Herren Kaufmann L. Alexander 100 m., Fabrik- 
besitzer Georg Adam Beckh 300 m., Kommerzienratli von Gruudherr 
300 m., Kaufmann W. Heidenheimer 150 m., Fabrikbesitzer Gg. 
Hcimstädt 200 m., Privatier Fr. Heyne 200 m., Kaufmann St. Hopf 
100 m., Gerbereibesitzer Elias Kohn 200 m., Fabrikbesitzer Th Kratft 
300 m., Kommerzienrath Kugler 100 m., Kommerzienrath Mahla 
200 m., Dr. Meyer 50 m , Fabrikbesitzer Metzger 100 m , Advokat Dr. 
Obermeyer 150 m., Fabrikbesitzer G. Ott 200 m., Kommerzienrath W. 
V. Puscher 100 m., Kaufmann L Seckeudorf 100 m., Fabrikbesitzer 
E. u. F. Seitz 600 m., Bncbdruckereibesitzer W. Tümmel 150 m, 
Fabrikbesitzer Joh. Zöllner jun. 200 m. gespendet 

Dem Fonds für Gipsabgüsse hat Herr v. Biel auf Kalkborst 
500 m. zu Abformungen einzelner Theilo des Brüggeniann'scheu Al- 
tars im Dome zu Schleswig zur Verfügung gestellt 

Seit Veröffentlichung des Vorzeichnilses in der letzten Nunuuer 
\surden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet: 

Von JWrentlichcii Kunncii : Dinkelsbühl. Distrikts(;c'mcinde 
20 m. Geldern. MadtgcmeiMilc ;! m. Karlsbad. StadlgcMneiiulc (neuer- 
dings und zwar auf unbcstinnntc Ziit bewilligt) 20 m. Nienburg. 
Stadtgemelndc 5 m. Wassertrüdingen. Distriktsgemeinde 20 ni 

Von Privaten: Arnsberg Gruchot, Gymnasiallehrer, 3 m. ; 
Krell f Fabrikdircktiir, .', m ; von Müntz, I/andrichler, 3 m.; Plaz, 
Potsrath. 3 m.; von Rosen, Regier.-Präsident, 3 m.; Dr. Schcrer, 
GymnasialdireUlor, 2m.; Dr. Frcilierr von Sddeiuilz 3m; Zicmann, 
Postratb, 3 m Bremen. Herrn Woltjen, K.iufniaiin, 5 m. Büdingen. 
Frip<lrirh, (iymnusiallchrer, 2m.; I)r. Olswald, Gymnasiallcbrer, 



(statt früher 1 m.) 



Wittmann , Gymnasialdirektor , 2 m. Burk. 



Georg Klinger, k. Oberförster, 2 m. Chemnitz. Adolf Theod. Böhme, 
Chem. u. Fabrkt., 2 m ; Dr. Rieh. 0. Rob. Enzmann, Rechtsanw. 
u. Notar, 2 m.; Jobs. Theod. Hammer, Rechtsanwalt, 3m.; Ernst 

0. Irmer, Landger-Rath, Im 50 pf.; Georg Herm. Kaufmann, Rechts- 
anw. u. Notar, 4 m. ; Karl Friedr. Ed. Kertzscher, Kaufmann, 3 m. ; 
Gust. Ad. Münnich, Baumeister., 3 m. 50 pf. ; Ernst Friedr. Theod. 
Peters IL, Chem. u. Fabrkt. 3 m. ; Wilh. Ernst Gg. Seeling, Rechts- 
anw., 3 m.; Dr. Dan. Paul Schreber, Appell. -Rath u. Landger.-Di- 
rektor, 2 m.; Karl Gustav Sig. Schubarth-Eugelschall, Landger.- 
Assessor . 2 m.; Karl Oscar von Sommerblatt , Amtsger.-Refereud., 
Im. 50 pf. ; Karl Heiur. Winter, Buchhändler, 2 m.; Friedr. Paul 
Wittich, Landger -Assessor. Im- 50 pf. Dillenburg. Stahl, Hofge- 
richtsrath, 1 m.; Vogt, Lehrer, Im. Duisburg. Otto Ewieh, Buch- 
händler, 2m. Ebermannstadt. Albrechi Ebert, k. Pfarrer, in Hei- 
ligenstadt, 2 m.; Karl Hohenleitner , Bezirksthierarzt, 2 m.; Karl 
Reuter, k. Rentbeamter, 2m. FUrnheim. Christ. Brennhäuser, k. 
Pfarrer , 3m.; Mich. Schwarz , Bürgermeister , Im.; Leonh. Karl 
Weidriuger, Lehrer, 2m. • Fürstenfeld (Steiermark). Frl. Marie 
Hundegger 1 m. ; Frau Sophie Huudegger 2 m. Gefrees. Karl Stee- 
ger, Reserv.-Lieuteu. , 2 m. ; Gratz. Alfr. Frhrr. von Moscon, Guts- 
besitzer auf Pischätz, 8 m. Greiselbach. Friedr. Pörtner, Lehrer, 
Im. Grimma. Berndt, Gerichtsamtm. a. D., Im.; Böhme, Amts- 
richter, 3 m. ; Krippendorf, Oberzollinsp., 1 m. 50 pf. ; Dr. Neumann 
1 m. ; Dr. Osterloh, Oboramtsrichter, 3 m.; Poseru, Oberlehrer, Im. 
50 pf. Dr. Rülsler, Professor, (statt bisher 2 m) 3 m.; von Wilucki, 
Regier.-Asses., 2 m. Hannover. B. Casp.ir, Ban(iuipr, 3 m.; Th. Ger- 
sting 3 m.; J. Kreuser, 3 m. Hildburghausen. Kammerherr von 
Stocracier, Oberbürgermeister, 3m. Magdeburg. R. Denecke 10 m. 
Meersburg Dr. Ilaitz, Mediziualratb, 2 m. Metz. Herrmann, Lyzeal- 
direktnr, 3 m. Mönchsroth. Gg. Wctsch, Brauercibes. u. (iastwirth, 
3 m. Naila. (iciger, Gerichtssekretär, 2m. 6 pf : Landgraf, Ober- 
amtsrichter, 2 m. () pf. Neuburg a. D. Hertl, Tapezier, Im. Nörd- 
lingen. .lul. Aug. Heller, k. Reallelncr, 1 m. 72 pf. Ohrdruf. Strenge, 
Bürgermeister, (statt bisher Im.) 2m.; Dr. Thomas, Sanitätsrath, 
(statt bisher 1 m) 1 m. 50 pf. Potsdam. Schieck. Oberrechnungsrath, 
3 m. Prenzlau. Bruch, Landgerichtsrath, 3 m. Rostock. Dr. Scheven, 
Medizinairatb, o di. Rottweil. Prof. Dr. A. Ruckgaber, Stadtpfarrer, 
2m. Schwarzbach Richter, Pfarrer, Im Stuttgart. C. Barth, 
Kaufmann, 2 m Trochtelfingen. llarpprecht, Pfarrer, 2 m. Unter- 
michelbach Max Vogel, Lehrer, 1 m. Veitsweiler. Gottfr. Phil. Ei- 
senscbiuid, k. Pfarrer, 1 m. 50 pf Wassertrüdingen. Wilh Geiger, 
Schlossermeistor, 1 m. 50 pf. Welda Dr. Eydam, .\mtsphysikus. Im. 
Welltingen. Jakob Horton, prakt. Arzt, 2 m.; Kraft. Hilfslehrer, 1 m.; 
Petzoldjk, Forstgehilfe, 1 m. Wittelshofen. Moses Honnnel, Lehrer. 2m. 

lOinmalige Beiträge wurden folgende gesiiendot: 

Von I'rivalfii : Arnsberg. Fischer, Apotheker, 1 m. Chemnitz. 

Casparl , .Xmtsgericlitsreferendar , Im. 50 pf. ; Dr. Gasten. Rechts- 
anwalt, 3 m ; Netcko, Reclitsanwalt, 3 m. ; Peters I , Chemiker, 3 m. 

Unsern Sammlungen giongcn ferner folgende Geschenke zu : 

1. Für die kuiist- und kulturgeschiclitliclieu Samm- 

lungen, 

(Nr. 851(1-8533 1 
Berlin. Stadtmagistrat: tirolse photogra]diisclic Aufnahme 
des Congrersbildes von A v. Werner. — Bunzlau. Dr. E. Wer- 
nicke: .Mittelalterliches Thongefäfs (Lanipe'.'i - Köln. Vorstand- 
srhaft des D ombau verein s : Medaille auf die Vollendung des 
Dombaues. 1880. Kupfer. — Nürnberg. Arnold, Oboratifseher im 
gerrn .Museum: Messhigjeton vom 10 Jahrb. ,1. Beck, Fabrik- 



19 



Auzoiii'er i'üv Kunde der deutsclien Vorzeit. 



20 



besitzen 2 Messer mit Beingriffen u. Messiugbeschläg v. 16. Jahrh. 
nebst Futteral. M. Bloch, Banquier : Sonnenuhr mit Compafs in 
verziertem Messinggehause von Joh. Willebrand in Augsburg. 1648. 
Göschel, Schreinermeister: Handfeuerspritze von 1499. 2 alte 
Schlüssel. Bruchstück eines immerwährenden Kalenders. Göschel, 
Einjahrigfreiwilliger: Mehrere römische Getalsbruchstücke. Küchen- 
hoff, Lehrer der Handelsschule: 2 bronzene Armringe, bronzener 
Pferdeschmuck, Trümmer vou Gefafsen, ausgegraben bei Thalmelsing. 
Miifsel, Antiquar: Holzstock für Buntpapierdruck. 19. Jahrhdt. 
Sigm. Picken, k. Hofantiquar: Medaille aus dem geschmolzenen 
Erz der Frankfurter Domglocken. Cuno Rochholz, Telegra- 
phen-Mechaniker: Globus von Gerhard Mercator, 1541. Malsstab 
von Messing, 16. Jhrh. Münzgewichte 17. — 18 Jahrh. 2 messingene 
Schröpfköpfe. Rotermundt, Bildhauer: 3 Figuren, Gipsabgüsse. 
Thiels, Privatier: Eiserner Ständer mit Kohlenbecken. 17. Jahrh. 
P. Ziegler, Bildhauer: Löwenkopf in Kupfer getrieben und ver- 
goldet, Theil eines Beschlages. 13. Jahrh. Zimmermann, Anti- 
quar: Arbeitsbrief von Ofen, 18. Jahrh. — Stuttgart. Gust. Barth, 
Kaufmann : Katharina von Bora, Glasbild des 18. Jahrh. 2 Kannen 
und 1 Leuchter von Zinn. 18 —19. Jahrh. — Wien. A. C Engel- 
breit, Realitätenbesitzer: Bürgerbrief des Friedrich Oswald in 
Wien von 1763, nebst Miniaturporträt desselben. 6 Miniaturpor- 
träte vom Beginne des 19. Jahrh. 5 Lithographieen nach Joh. Nep. 
Geiger : Darstellungen aus der imgar. Geschichte. 

II. Für die Bibliothek. 

(Nr. 45,247—45,579.) 

Ansbach. Frau Hofrath Feuerbach: Feuerbach, ein Ver- 
mächtnifs. 18S2. 8. — Berlin. Direktorium der Staatsarchive: 
Die Romfahrt Kaiser Heinrichs VH. im Bildercyclus des Codex Bal- 
duini Trevirensis. 1881. 4. Grofser Generalstab der Armee, 
lAbtheilung für Kriegsgeschichte) : Der deutsch-französische Krieg 
1870-71. n. Tbl. Heft 20. (Schi.) 1881. 8. Theod. Hofmann, 
Verlagsbuchh. : Lippert, die Religionen der europäischen Cultur- 
völker in ihrem geschichtl. Ursprünge. 1881. 8. Hermann Weifs, 
Professor: Der», Kostümkunde; H. Aufl. 1. Bd. 1881. 8. — Biele- 
feld. Velhagen und Klasing, Verlagsh. : Stacke, deutsche Ge- 
schichte; V. u. VI. Abth. (Schlufs). 1881. 8. — Bremen. Dr. Herrn. 
Freih. v. Eelking, prakt. Arzt: Ders , beschreibendes Verzeich- 
nifs der Alterthümer der VI. kunstgewerbl. Weihnachts-Ausstellung 
in Bremen. 1881. 8. Ders., die Alterthümer der kunstgewerbl. Weih- 
nachts-Ausstellung (Br. Nachrichten etc 1881, Nr. 341, 343, 344, 
346, 347). 4. Grysanowski, das ärztliche C'oncil zu London. Aug. 
1861. 8. — Coblenz. Dr. Jul. Wegeier, geh. Medizinalrath : 
Ders., Richard von Greiffenclau zu Vollraths, Erzbisch, u. Kurfürst 
von Trier. 1881. 8. Derselbe, Lahneck u. Oberlahnstein. 1881. 8. — 
Dresden. Dr. K. von Weber, Geheimrath, Direktor des Haupt-Staats- 
archivs: Neues Archiv f. sächs. Geschichte u. Altertumskunde; IL Bd. 
1881. 8. — Gotha. Friedr. Andr. Perthes, Verlagsh.: Lohmeyer, 
Geschichte von Ost- u. Westpreufsen ; L Abth. 2. Aufl. 1881. 8. Aus 
dem politiseten Briefwechsel des deutschen Kaisers mit dem Prinz- 
Gemahl von England; 2. Aufl. 1881. 8. Brieger, d. angebliche 
Marburger Kirchenordnung von 1527 u. Luther's erster katechet. 
Unterricht vom Abendmahl. 1881. 8. Grünhagen, Geschichte des 
ersten schles. Krieges; Bd. L H. 1881. 8. Herbst, Göthe in Wetz- 
lar, 1772. 1881. 8. Arnold, deutsche Geschichte ; L II, 1. (3. Aufl.) 
1881. 8. Brieger, Constantin d. Gr. als Religionspolitiker. 1880. 8. 
Brosch, Geschichte des Kirchenstaates. I. Bd. : das XVI. u. XVII. 
Jahrhdt. 1880. 8. C'aro, das Bündnifs von Canterbury. 1880. 8. 
Riezler, Geschichte Baiei-ns ; I. II. Bd. 1878 u. 80. 8. Schirrmacher, 
Geschichte Castiliens im 12. u. 13. Jahrhdt. 1881. 8 Martin, das 
Leben des Prinzen Albert, Prinz-Gemahls der Könisin von Eng- 
land; Bd. I— V. 1870-81. 8. Leo, meine Jugendzeit. 1880. 8. 
Nielsen, Geschichte des Papstthums im 19. Jhdt. Tb. I. II. 2. Aufl. 
1880. 8. Siebeck, Geschichte der Psychologie ; 1,1. 1880. 8. Niel- 
sen, die Waldenser in Italien. 1880. 8. Wendt, Symbolik der röm - 
katholischen Kirche ; I. 1880. 8. Dalton, Johannes a Lasco. 1881. 
8. Hillebrand , Geschichte Frankreichs von der Thronbesteigung 
Louis Philipps bis zum Fall Napoleons III. I. II. Bd. 1877 u. 79. 
8. Nebst Ergänzungsheft. Jüngst, die evang. Kirche u. die Sepa- 



ratisten u. Sektierer der Gegenwart. 1881. 8- Zirngiebl, Johannes 
Huber. 1881. 8. Jäger, Supplement zu der Schrift: Die ältesten 
Banken. 1881. 8. — Leipzig. Giesecke u. Devrient, typograph. 
Institut: Posse, die Markgrafen von Meilgen und das Haus Wettin 
bis zu Konrad d. Gr. 1881. 8. B. G. Teubner, Verlagsh.: Bram- 
bach, das Tonsystem u. die Tonarten des christlichen Abendlandes 
im Mittelalter. 1881. 8. — Nürnberg- Sebald, Buchdruckereibe- 
sitzer: Ernesti, die wol- eingerichtete Buchdruckerey. 1733. qu. 2. 
— Speier. Hubert Freiherr von Gumppenberg: von Gump- 
penberg, Geschichte der Familie von Gumppenberg; 2. Aufl. 1881. 
8. — Stettin. Leon Saunier, Verlagsh.: Lemcke, die älteren 
Stettiner Strafsennamen. 1881. 8. — Stuttgart. Paul Neff, Ver- 
lagsh : Schlessing, deutscher Wortschatz, oder der passende Aus- 
druck. 1881. 8. — Wernigerode. Botho Graf zu Stolberg-Wer- 
nigerode (t, testamentarisch) : 508 Bände, zur Geschichte u. Topo- 
graphie deutscher und aulserdeutscher Burgen, Ruinen etc.; zur Ge- 
schichte der Trachten, des Ritterwesens und der Turniere. 

III. Für das Archiv. 

Nürnberg. S. Pickert, Hofantiquar: Zeugnifs für den .\pothe- 
kergesellen Konr. Büttner von Altdorf. 1778- Perg. Apotheker- 
Lehrbrief für J. J. Neidhart. 1786. Perg. Joh. Gg. Raum, Kauf- 
mann : Ilersbrucker Steuerbüchlein von 1657—1821. — Stuttgart. 
Gustav Barth, Kaufmann: Autograph des Herzogs Eberhard 
Ludwig v. Württemberg. 1716. Pap. 



Nachstehende Zeitungen und Zeitschriften sind uns im Jahre 
1881 aul'ser den bereits im Laufe des Jahres im Geschenkeverzeich- 
nisse und unter den ,.Schrjften der Akademieen, Museen u histor. 
Vereine" bestätigten theils als Geschenke, theils im Austausche ge- 
gen unseren Anzeiger zugekommen ; 

Anzeiger f. Bibliographie u. Bibliothekwisseusch. (v. Petzholdt)- 

,, Nürnberger. 
Ar Chief voor nederlandsche Kunstgeschiedenis. 
Archiv für kirchliche Kunst, (v. Prüfer). 

., für Literaturgeschichte (v. Schnorr v. Carolsfeld). 

„ für Geschichte der Mediciu (v. Rohlfs). 

,. für Stenographie (v. Rindermann). 
Ausstellungs-Correspondent, bayerischer (Nürnberg). 
Bär, der. Illustrirte Berliner Wochenschrift (v. Friedel u. Dominik). 
Bauzeitung, deutsche (v. Fritsch u. Büsing). 
B a z a r , der. 

Beilage, wissenschaftliche, der Leipziger Zeitung. 
Beobachter deutscher, franz. u. engl. Herrenmoden (v. Klemm). 
Berichte, stenographische, des bayerischen Landtags. 
Bibliographie, allgemeine, für Deutschland (Hinrichs). 
Bibliotheca historica (v. Ehrenfeuchter). 
Blätter für Kunstgewerbe (v. Storck). 

„ für literar. Unterhaltung (v. R. v. Gottschall). 
Centralblatt, literarisches (v. Zarncke). 

„ der Bauverwaltung (Berlin). 

Correspondenz, allgemeine literar. (v. Prölfs u. Riffert). 
Corresp ond enzblatt der deutschen Archive (v. Burkhardt). 
Daheim. Familienblatt mit Illustrationen. 
Familienblatt, deutsches, (v. Schorer); mit dem Beiblatte: Aus 

Sturm und Noth. 
Formenschatz (v. G. Hirth). 
Frauenzeitung, illustrirte. 
Gartenlaube. Illustr. Familienblatt. 
Gemeindezeitung, deutsche (v. Stolp). 
Gewerbehalle. 

Halleluja. Organ für ernste Hausmusik (v. Postler u. Zimmer). 
Handweiser, literarischer, (v. Hülskamp). 
Kirchenzeitung, neue evangelische, (v. Mefsner.) 
Korrespondent von und für Deutschland. 
Kunstblatt, christliches, (v. Merz u. Pfannschmidt). 
Kunstchronik, österreichische, (v. Käbdebo). 
Kurier, fränkischer. 
Land u. Meer, über. 
Leuchtkugeln, Karlsbader. 



21 



Anzeiger für Kunde der deutseheii Vorzeit. 



22 



Mittheilungen des Statist. Bureaus der Stadt Leipzig. 

„ und Xachrichten für die evang. Kirche in Rufsland. 

Modenzeitung, europäische, (von Klemmt. 
Monatäblatt, ostfriesisches, (v. Zwitzers) 
Monatshefte zur Statistik des deutschen Reiches- 
Monatsschrift, altpreufsische, Iv. Reicke und Wiehert). 
Monatsschrift für die Geschichte Westdeutschlands (v. Pick). 
Monatsschrift, conservative. 
Moniteur de la numismatique et sigillographie. 
Muster-Zeitung (v. Klemm) 
Natur, die, (v. Uhle). 
Postzeitung, Augsburger. 
Presse, Nürnberger. 
„ süddeutsche. 

Quartalschrift, theologische, (Tübingen). 
Reform. Zeitsrift des algem. fereins für deutse rechtsreibung. 
Reichs- Anzeiger, deutscher, u. k. preufs. Staats-Anzeiger. 
Reise- Journal, internationales. 
Revue bibliographique universelle- 

„ celtique. 
Rundschau, deutsche, (v. Rodenberg). 
„ literarische, (v. Köhler). 

Sprech-Saal. Organ der Porzellan-, Glas- und Thonwaaren- 
Industrie. 



Staats-Anzeiger für Württemberg.  _  

Stadtzeitung, Nürnberger. 

Statistik des deutschen Reiches. 

Statistik, preufsische. 

Viertelj ahr Schrift f Volkswirthsehaft , Politik u. Kulturgeschichte. 

,1 f. moderne Kinder-Garderobe (v. Klemm). 

Wäsche-Zeitung. 
Welt, die illustrirte. 

Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. 
Wochenschrift, gemeinnützige, (Würzburger). 
Zeit, unsere, (v. R. v. Gottschall). 

Zeitschrift für deutsches Alterthum u. deutsche Literatur (von 
Steinmeyer.) 
„ des Anwaltvereins für Bayern. 

„ für preufsische Geschichte u. Landeskunde. 

„ für bildende Kunst. Mit dem Beiblatte : Kunst-Chronik. 

„ für Museologie u. Antiquitätenkunde (v. Gräfse). 

„ neue, für Musik (v. Kahnt). 

„ für deutsche Philologie (v. Zacher). 

„ des k, preufs. Statist. Bureaus, 

des k. Sachs. Statist. Bureaus. 
Zeitung, fränkische. 

,. norddeutsche allgemeine. 

,. für die elegante Welt. 



Sclii'irten der Akadeiiiieen, Museen und liistdrisclien Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind : 



K. preufs. Akademie der Wissensch. zu Berlin: 

Monatsbericht etc. für Juli — November 1881. 8. Ueber das 
Kalenderwesen der Israeliten vor dem babylonischen Exil. Von Iiill- 
mann. 

Verein ,.Herold' in Berlin: 

Der deutsche Herold. Zeitschrift etc. XII. Jhrg., 1881. Nr. 
11 u. 12. Berlin. 4. Vereinsangelegenheiten. — Die Familie von 
Ferentz. (Franzius.) Von Dr. Herquet. — Das Wappen des Sig- 
mund Laher im Nebi Daud zu Jerusalem. Mitgeth. vom Frhrn. v. 
Münchhausen. (Mit 1 Tafel). — Das Stammbuch der Catharina 
von Canstein. Von F. Warneckc. (Mit 1 Tafel). — Ein aufgefun- 
dener Siegelstempcl des XIV. Jahrhdts. vom Grafen Christian IV. 
von Oldenburg u. Delmenhorst. Von dems- (Mit Abbild). — Bü- 
cherschau. — Miscellen. 

Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin: 

Monatshefte etc. XIII. Jhg 1881. Nr. llu. 12; u. XIV. Jlig. 
1882. Nr. 1. 8. Zwei veraltete Musikinstrumente. Eine Studie 
von J. F. W. Wcwerten. (Forts, u. Schi.) — Gaetano Gaspari. 
Von G. Becker. — Volksmusik im XVII. Jahrhdt. Von R. Eitner. 
(Mit Musikbeilage ) — Urthcile über Beethoven aus den Jahren 
180G u. f — Abraham Megerle — Ein noch unbekanntes Sam- 
melwerk- — Mittheihingcn. — Gesellschaftsangelegonhciten. 

Gesellscli. f. Authropol ogie, Etlinol. u. Urgesch zu 
Berlin: 

Zeitschrift etc. XIll Jhg. 1881. Heft V.> Ueber Reste alt- 
germanischer Wohnstätten in Bayern mit Rücksicht auf die Trichter- 
gruben u. Mardellen. Vorgetragen von Frz. Ser. Ilartmann. (Mit 
2 Taf.) Miaccllcn. 

Gesellschaft für Erdkunde zu lirrlin: 

Verhandlnniien etc. Band VIII, Nr fi n. 7 Gosollschnftsan- 
gelegenbeiten. -- Geograplijsrhe und Literatur-Notizen. 



Kunstgewerbe-Verein zu Magdeburg. 
Pallas. Zeitschrift etc. II. Jahrg. 1881. Nr. 12. 4. Vereins- 
angelegenheiten- — Miscellen- 

Verein f anhaltische Gesch. u. Alterthumskunde: 
Mittheilungen etc- Dritter Bd. 3. Heft. Dessau, 1881. 8. 
Der Münzfund zu Michendorf bei Potsdam. Von 0. Eckstein. 
(Mit 1 Tafel). — Wüste Dorfstätten in der Mosigkauer Haide. Von 
Dr. A- Lange- — Farbige Handzeichnungen aus dem XV. Jahrhun- 
dert. Von E- Blume. — Stammbuch des (ig. Dietrich von Brandt 
(15C3). Von Dr. Grüpler. — Drei Siegel von 1259 und 1268 Von 
Prof. Fr. Kindscher. — Friedr. Wilh. Rust und das Dessauer Mu- 
sikleben. Von Dr. W. Hosäus- — Vereinsnachrichten- 
Verein für hamburgische Geschichte: 
Mittheilungen etc- 4. Jahrg. 1881. Nr. 9—11. Vereins- 
nachrichten. — Zur Geschichte der Festungswerke. Von E. Wich- 
mann- — Häusernamen- Von K- Koppmann. — Eine Abbildung 
des Kaak. Von W. Nathansen. — F. L. Schröders Besitzung in 
Reilingen. Von F. A. Cropp. — Ernst Ferdinand Nolte. Von K. 
Ivop))mann. — llaniburgische Schieferdecker auf Gottorf. Von L. 
Obst. — Wachtstuben-Scherz. Mitgeth. von W. Nathansen. — Von 
Pranger und Halsoisen. Von J. F. Voigt. — Aus Schuback's Ab- 
handlungen vom richterlichen Amt. Von K. Koppmann. — Die 
Roggenkiste. Von dems. — Antoui Watcrloos Ansichten von Ham- 
burg und Umgegend. II- Von W- Nathansen. — Ansichten von 
Hamburg und Umgegend in der Kunsthalle Von dems. — Zum 
Sagenkreise Störtebekers. Von K. Kopi)mann. — Ein fürstl. Land- 
sitz in Billwärdcr a- d- Bille. .Von J. F. Voigt. — Zur Lektur- 
Bibliothek- Von K- Koppniann. — Zur Kirchengeschichte. Von 
W. Siileni. — Kaspelzeug. Von K. Koppniann. — Zum Volkshumor. 
Von 11. Ilnndelmaini — Die Foka-n der Franzosenzeit in der Land- 



23 



Anzeisj'er für Kumle der ileutsrhen VorziML 



24 



herrschaft Bill- u. Ochsenwärder. — Jo;in Tielke. Von Ad. Heck- 
scher. 

Verein für lübeckische Gesch. u. Alt erthumsk. ; 

Zeitschrift etc. Bd. 4. Hft. 2. 1871. S. Carl Wilhelm Pauli. 
Ein Lebensbild von G. Pol. — Ein Gastmahl des Rathes von Lübeck 
im Jahre 1502. Mitgetheilt von Anton Hagedorn. — Beiträge zur 
lübeckischen Geschichte. Von Dr. TV. Brehmer. — Die Gemälde 
im Hause der Schiffergesellschaft zu Lübeck. Von Dr. Th. Hach. 

— Ursprung der ausgestopften Löwen auf dem Ratbhause zu Lübeck. 
Von dems. 

Gesellschaft für alt. deutsche Geschichtskunde etc.: 
Neues Archiv etc. VIL Bd. 1. Heft. Hannover, 1881. 8.' 
Gesellschaftsangelegenheiten. — Bericht über schwäbische Todten- 
bücher. Von F. L. Baumann. — Studien zu Marino Sanuto dem 
Aelteren. Von H. Simonsfeld. — üeber Anselms Gesta episcopo- 
rum Leofliensium. Von G. Waitz. — Beiträge zu Jaffe's Regesten- 
sammlung. Von Jul. v. Pflugk - Harttung. — üeber die Herkunft 
des Albertino Mussato. Von Dietr. König. — Ueber eine unbe- 
nutzte Handschrift österreichischer Annalen. Von "VV. Wattenbach. 

— Papsturkunden in Paris. Ein Reisebericht nebst einem Anhang 
ungedruckter Reisebriefe. Von S. Löwenfeld. — Geschichtliche 
Handschriften der fürstl. Oettingen -Wallerstein'schen Bibliothek in 
Maihingen, verzeichnet von Phil. Jaffe. Mitgeth. von W. Watten- 
bach. — Miscellen. — Nachrichten. 

Münzforscher-Verein zu Hannover: 

Blätter etc. Herausgeg. von H. Grote. 17. Jhg. Nr. 96 u. 97. 
1. Octbr. u. 15. Novbr. 1881. 4. Vereinsangelegenheiten — Der 
Herforder Münzfund. Von Weingärtner. (Schi.) — Noch ein Brac- 
teat von Worms. Nachtr. Mit Abbild. — „Gnadenpfenning" des 
Abts Johann Christoph von Corvei. (Mit Abbild.) — Miscellen. 

Nunüsmatisch-sphragistischer Anzeiger .... 12. Jhg., Nr. 11 u. 12- 
Hrsg. von H. Walte und M. Bahrfeldt. Hannover, 30. November 
u. 30. Dezember 1881. 8. Stade u. Bremen als Münzstätten Hein- 
richs des Löwen. Von H. Buchenau. — Die Kupfermünzen der 
Stadt Osnabrück mit unvollständigen Jahreszahlen. Von Weingärtner. 

— Anfragen. — Ergänzungen und Berichtigungen ziun ..General- 
Index des Jos. Neumann'schen Werkes „Beschreibung der bekannt- 
sten Kupfermünzen." Bd. VL 

Architekten- und Ingenieur-Verein zu Hannover: 
Zeitschrift etc. Band XXVIL Heft 4. 1881. 2. Vereinsan- 
gelegenheiten. 

Historischer Verein für die Saargegend: 
Statuten u. Mitglieder-Verzeichnifs. Saarbrücken. 1881. 8. 
Antiquarische Gesellschaft in Zürich: 
Anzeiger, 1881. Nr. 4. 8. Nekrolog. — Gallische Geräthe 
mit Abbild.) — Römische Militärstrafsen an der schweizerischen 
Westgrenze und die Lage von Orincis. Von Modoux, fils. — Die 
Grabsteine in der Capitelstube zu Wettingen. Mit Abbild. — Ein 
wiedergefundenes Tafelgemälde aus dem XV. Jhdt. — Die Wand- 
gemälde in der Kirche zu Muttenz. — Fagadenmalerei in der 
Schweiz. Forts. Von S. Vögelin. — Zur Statistik schweizerischer 
Kunstdenkmäler. IV. Von J. R. Rahn. — Kleinere Nachrichten. 

— Literatur etc. 

Histor. Verein der fünf Orte Luzern, Uri etc. : 
Der Geschichtsfreund etc. XXXVI. Bd. Einsiedeln ... 1881 
8. Vereinsangelegenbeiten. — Hans Salat's Drama vom verlornen 
Sohn. Herausgeg. von Dr. Jak. Bächtold. — Urkundliche Geschichte 



der Pfarrei Dopleschwand. Von einem Vereinsmitglied. — Die 
Nikodemiten von Arth oder der Hummelhandel. Von Anton Denier. 

— Zur Geschichte des Todtentanzes. Von J. Kud. Rahn. — Die 
Landammänner von Uri bis 1450. Von Frz Jos. Schiffmann. — 
Aelteste Urbarien des Klosters Rathhausen. Mitgeth. von J. L. 
Brandstetter. — Kleinere Beiträge. — Verzeichniis von Urkunden. 

— Literatur. 

Historischer Verein des Kantons Bern: 
Archiv etc. X. Bd. 1. u. 2. Heft. 1881. 8. Vereinsangele- 
genheiten. — Kriminalprocefs des Teutsch-Sekelmeisters Hans Frisch- 
herz. Von M. V. Sturler. 

Societe Beige de geographie: 

Bulletin . . . Cinquieme annee. Bruxelles, 1881. Nr. 5. Sep- 
tembre — Octobre. 

Oudheidskundige Kring van het land van Waas. 
Annalen etc. VIII'« deel. 4. aflev. Januari 1882. Lint-Niko- 
laas. 8. De burcbt en heerlijkheid van Temsche. Geschiedkundige 
bijdrage door J. Geerts, . . . en A. Raemdonck. (Mit 1 Tafel.) 
Kongelinge Danske Videnskaberne Selskab: 
Oversigt over .... Forhandlinger og dets Medlemmers Arbej- 
der i Aaret 1881. Kjöbenhavn. 8. 

Kurland. Gesellschaft f. Literatur u. Kunst: 
Sitzungsberichte etc., nebst Veröffentlichungen des kurländ. Pro- 
vinzial-Museums aus dem Jahre 1880. Mitau, 1881. 8. Ueber 
die Herkunft der kurländischen Letten .... Vorgetragen von 
Jul. Döring. (Mit 2 Karten.) 

Estländiscbe literarische Gesellschaft: 
Archiv etc. Herausgegeben von C. Schirren. Neue Folge. 
Band VIII. Reval, 1881. 8. Quellen zur Geschichte des Unter- 
gangs livländischer Selbständigkeit. Aus dem schwedischen Reichs- 
archive zu Stockholm hrsg. von dem Obengenannten. 

Reg. Istituto Veneto di scienze, lettere ed arti : 
Memorie etc. Vol. XXI, parte II. Venezia, 1880. 4. 
Verein für siebenbürgische Landeskunde: 
Korrespondenzblatt etc. IV. Jahrg., 1881. Nr. 10—12. Her- 
mannstadt, 1881. 8. Wiederaufgefundene alte Denkmäler der evan- 
gelischen Pfarrkirche A. B. in Hermannstadt. Von L. R. (Schi.) — 
Rheinische Verwandte der siebenbürgisch-deutschen Ortsnamen. II. 
Von Dr. Fufs. — Fastnachtsbräuche in Urwegen. Von M. Seh. — 
Archäologische Funde. Von Gust. Arz. — „Die sächsische Provinz u. 
die Stadt Hermannstadt im 15. Jahrhundert. Von Fr. Teutsch. — 
Haus, Hof und Heim. I. Von I. Wolff. — Ein neuer Münzenfund. 
Von L. Reifsenberger. — Die terra Cwezfey. — Ein neues 'Werk 
von Hunderus. Von Dr. G. D. Teutsch. — Nachträge zur älteren 
siebenb. Glockenkunde. II. Von dems. — Instruktion des Hermann- 
städter Bettelvogts. Von Fr. Teutsch. — Kleine Mittheilungen. — 
Literatur. — 

Archiv dess. Vereines. N. F. 16. Bd. 3. Heft. 1881. 8. 
Denkrede auf Samuel Schiel. Von Dr. G. D. Teutsch. — Unter 
Oesterreichs Doppeladler .... Von Gustav Dietrich von Hermanns- 
thal. — Aus Briefen des M. G- Hauer. Von Heinr. Wittstock. — 
Die Wirthschaftsrechnungen der Stadt Ilermannstadt in dem Archiv 
der Stadt Hermannstadt u. der sächsischen Nation. Von Frz. Zim- 
mermann. — Michael Conrad von Heidendorf. Eine Selbstbiographie 
Forts.) Von Dr. Rud. Theil. 

Jahresbericht dess. Vereines f. d. Vereinsjahr 1880/81. 



Auzeis'er l'ür Kimile dor deutschen Vorzeit. 



26 



Jagellonische Universität in Krakau: 

Histor.-philosoph. Commission. Rozprawy etc. Tom. 13. 1881. 8. 

Archäologische Commission. Zabytki Przedhistoryczne Ziem 
Polskich etc. Seryja I. Pnisy Krölewskie badal i opisal Godefryd 
Ossowski" Zeszyt 2. Krakow. 1881. 4. 

Sprawozdania Komisyi do badania historyi sztuki w Polsce. 

Tom II. — Zeszyt 2. Kosciol sw Jakuba w Sandomierzu, 

opisal Wladisl. Luszckiewicz. . . Krakow . . 1881. 4. 

Benedictiner-Orden: 

Wissenschaftliche Studien u. Mittheilungen etc. III. Jhg. 1. Hft. 
1882. 8. Des Stiftes Muri (in der Schweiz) letzte Jahre und die 
üebersiedlung nach Gries (in Tirol). I. Von Dr. B. M- Lierheimer. 

— Ludwig am See (>fordamerika). Kurze Geschichte der Benedic- 
tiner-Abtei St. Ludwig am See in Minnesota. II. (Schi.) Von P. 
Simpl. Wimmer. — Regesten zur Geschichte der Benedictiner-Abtei 
Brevnow in Böhmen. I. Von Rom. Schramm. — Die Benedictiner- 
Universität Salzburg. Forts. Von P. Magnus Sattler. — Die Ur- 
stätten der Benedictiner im bayrischen Walde. Von Dr. Jos. Dip- 
pei. _ Confuderationsbrief des Klosters St. Emmeram in Regens- 
burg- Von P. Benedict Braunmüller. — Aas dem Sonettenkranze : 
,,S. Benedict und sein Orden." Von P. Frz. Sal. Tomanik. — Zum 
Canonisations-Processe Papst Urbans II. aus dem Benedictiner-Or- 
den. — Die Reihe der Aebte im Kloster Prüfening. Von P. Bened. 
Braunmüller. — Ein guter Soldat u. eifriger Mönch. Von dems. 

— Wertschätzung einer Abtei. Von P. S Adalbert — Literatur- 

— Miscellen. 

Verein für Geschichte der Deutschen in Böhmen: 

Bibliothek der mittelhochdeutschen Litteratur in Böhmen , be- 
gründet von Ernst Marjtin. Herausgegeben von dem Vereine - . . 
Band III. Das Leben des heiligen Hieronymus in der Uebersetzung 
des Bischofs Johannes VIII. von Olmütz, herausgeg. von Ant. Be- 
nedict. Prag, 1880 8. LXV u. 231 Seiten. 

K. K. Central-Commission z. Erforschung u. Erh. 
d. Kunst- u. hist. Denkmale . . : 

Mittheilungen etc . VII. Bd. III. u. IV. Hft . . Wien, 1881. 
4. Mit IV Tafeln u. 24. . . . Illustrationen. Das Mausoleum des 
Erzherzogs Karl II. von Steiermark in Sekkau. Von Joh. Wastler. 

— Ein Harnisch Erzherz. Ferdinands von Tyrol i. d. Ambraser 
Sammlung. Von W. Böheim. — Pluviale u. C'asula Kaiser Fried- 
richs III Von Dr. Fl Romer. (Mit Abbild.) — Der Grabstein des 
Robert von Sanseverino im Dom zu Trient. Besprochen von Joh. 
Newald. — Albert Camesina Ritter von Öan-Vittore. - Der Altar S. 
Johannis des Täufers in der St. Florians-Kirche zu Krakau. Von 
Dr. Th Zebrawski. — Altdeutsche Bilder aus der v. Vintler'schen 
Galerie in Brunneck Von G. Dahlke. — Reise-Notizen über Denk- 
male in Steiermark u. Kärnten. Von Dr. K. Lind. (Mit Abbild.) 

— Zur Geschichte der St. Barbara-Kirche in Kuttenberg . . . Von 
Joh. Rehiik. — Ueber das ständische Archiv in Laibach. Von P. 
Skobielski. — Zur Geschichte der Schatz-, Kunst- u. Rüstkammer 
in der k. k. Burg zu Grätz. Von Jos- Wastler. — Die Münzcn- 
fundc bei Lauterach. Von Dr. Sam. Jenny. — Grabsteine der 
christlichen Zeit zu Friesach in Kärnten. Von L. v. Rcckli-Wid- 
mannstctter. — Die Sammhing des Schlosses Liistthal bei Laibach. 
Von Dr. A. Luschin v. Ebengrcuth. — Studien über Steinmetz- 
Zeichen. Von Frz. R?,iha. (Mit 11 Tafeln ) — Die Pluvial-Agraffen 
des Toison-Mefsomatcs. Von Dr Ed. Fi-h. v. Sacken. (Mit Abbild.) 

— Die römische Taiicrnstrarse. Von E. Richter. — Ueber den 



Dom zu Parenzo. Von H. Frh v Ferstel. — Zur Erforschung der 
Schwazer Kreuzgang-Gemälde. Von Dr. A. Ilg. — Kleine archäolog. 
Erforschungen aus Xieder-Oesterreich. Von J. Newald. — Ueber 
Archive in Nieder-Oesterreich. Von Adalb. Dungel. — Notizen. 

Kais. Leopoldino-Carolinische deutsche Akademie 
der Naturforscher zu Halle a: S. 

Leopoldina etc. Heft XVII. — Nr. 21 u. 22. 1881. 4. Ge- 
sellschafts-Angelegenheiten. 

K. K. österr. Museum für Kunst u. Industrie: 

Mittheilungen etc. XVI. Jhg. 1881. Nr. 195 und 196. Wien, 
8. Die italienische Industrie-Ausstellung in Mailand im Jahre 1881. 

— Kunstindustrielle Reisestudien im Sommer 1861. Von J. v. Falke. 

— Die keramische Abtheilung im österr. Museum. Von J. Fol- 
nesics. (Forts-) — Literatur. — Kleine Mittheilungen. 

Heraldisch-genealogischer Verein „Adler" inWien: 
Jahrbuch etc. VIII. Jahrgang. Mit 5 Tafeln . . Wien, 1881 . 
1. Vereinsangelegenheiten. — Culturhistorische Bilder aus der 
Züricher Wappenrolle. Vom Fürsten zu Hohenlohe- Waidenburg. 
(Mit Abbild.) — Ueber die Calcndarien der Domstifter, II. Von 
Stanislaus Bormans. — Die Familienchronik der Grafen Barbo von 
Wachsenstein. Im Auszuge mitgeth. von Leopold von Beckh-Wid- 
manstetter. — Ein bosnisches Wappenbuch. Von Grf. St. von 
Mieroszowice-Mieroszowski. — Die Erhebung der Grafen von Buquoy 
aus dem Hause Longueval ... in den Fürstenstand unter dem 
Namen Fürsten von Longueval . . Von Frh. v. Weyhe-Eimke- — 
Zur Züricher Wappenrolle. Von Dr. Curt Oswalt von Querfurth. 

— Die Freiherren Schirndinger von Schirnding (böhm. Linie). Von 
Ed. Gaston Grf. von Petenegg. — Wappen des Königs Matthias 
Corvinus in Ungarn Von Dr. A- Luschin von Ebengreuth. — 
Genealogische Miscellen. (Inedita). Von Gust. A. Seyler. — Ueber 
den Adel im Kiinigreiche der Nied'-rlande. Von Frz. Ales- Alt- 
mann. — Standeserhöhungen und Gnadenacte unter der Regierung 
Sr. M- d. Kaisers Franz Josef I. Zusammengestellt . . . von Alb. 
Heilmaun. — Die heraldisch-genealogische Literatur. — Berichti- 
gungen u. Nachträge zur Linde. — Von Spiei'sen. 

Dombauverein zu Wien: 

Dombauvereinsblatt. 1- Jhg. 1881- Nr. 6. 8. Die älteste 
Beschreibung der Metropolitan-Kirche zu St- Stephan. Vereinsan- 
gelegenheiten — Abbildung des St. Stephans - Domes und seiner 
Kunstdenkmale. Zusammengestellt von Frz. Ritter. (Forts.) 
Christlicher Kunstverein der Diöcese See kau: 
Der Kirchen-Schmuck etc. XII. Jhg- 1S8I. Nr. 11 u. 12. 8. 
Die Pfarrkirche St. Georg zu Pürgg. (Mit Abbild.) — Figurales, 
herkömmlich un:l ziemlich an Tabernakeln. (Forts, u. Schi.) — 
Sancta Cäcilia — Raffaels Bild zu Bologna. — Einige interessante 
Beiwerke an älteren Marienbildern. Von C. Atz. — Oberbaus, 
die Filialkirche von Ilaus im Ennsthale. — Zur Baugeschichte 
der Kirche in Maria-Zeil- — Notizen etc. 

K. bay er. .\kademi c d. Wissens c haften zu ^lünchen : 
Ilistor. Commission bei ders. Forschungen zur deutschen Cic- 
schichte. XXII. Bd. 1. Heft Göttingen, 1882. 8. Der Plan der 
Vernichtung Preufsens nach Champagny's angeblicher Douksclirift 
vom IG- Novbr. 1810. Von Prof .V. Stern. — Ilessen-Daimstadts 
Stellung zum Fürstenbundc vom J. 1785. Von Dr. II- lloiden- 
heimer — Studien zur Geschichte des Bauernkrieges narli Urkun- 
den des Gcncrallandesarchives zu Karlsruhe. II- l'olierlingcn im 
Bauernkriege Von Lina Beger, Dr. — Die Wahl Ma.ximilians I. 



Auzeie'er fUi- Kuiule der deiitsrheu Vorzeit. 



28 



Von Prof H- ülmann- — Die Ordines der Kaiserkrouung. Kritisch 
untersucht u. geordnet von Jos- Schwarzer. — Kleinere Mittheilungen ^ 
Die Schlacht vom 15. October 1080 . . . Von G. Meyer von Kno- 
nau. — Die Grabstätte Gertruds von Braunschweig , der Tochter 
Kaiser Lothars, im Kloster Heiligenkreuz bei Wien. Von L- v. 
Ileinemann. — Ottos IV. erste Versprechungen au Innocenz III. Von 
W. Lindemann. • — Das angebliche Ceremonial bei der Ritterweihe 
des Königs Wilhelm, 1247. Von Roth von Schreckenstein. — Noch- 
mals\ die Bischöfe von Verden, Dietrich von Niem u. Konrad von 
Soltau. Von K. E. H. Krause. 

Kunst-Gewerbe- Verein zu München: 

Zeitschrift etc. Jhg. 1881. Heft 11 u. 12. 2. Das Paulus- 
Museum in Worms. Von J. v. Schmädel. — Die Schule der Rob- 
bia. Von E. Grünenwald. (Schi.) — Kunstgewerbliches von H. Frau- 
berger. — Vennischte Mittheilimgen. — Abbildungen : Innenansicht 
der St. Pauluskirche gegen Westen. — Ansicht derselben gegen 
Nordwesten. — Füllbretter von Kölner Truhen aus der Mitte des 
16. Jhdts. — Chorgestühl der Kathedrale zu Ypern. — 

Münchener Alterthumsverein : 

Die Wartburg etc. VIII. Jahrg. 1881. Nr. 10—12. 8. Von 
deutschen Gemälde -Gallerien. III. — Der Staat und die Kunst in 
Bayern. Von C Förster. — Nürnberger Künstler des 16- und 17. 
Jhdts. IX. Der Goldschmied Christoph Jamnitzer. X. Der Erz- 
giefser Hermann Vischer, der jüngere. (Mit Abbild ) Nachtrag zu 
III. Jacob Binck. XI. Mathes Zasinger oder Zatzinger. — Der 
Kupferstecher G. Eilers u. seine Werke. Von R. Bergau. — Ueber 
einen Gegenstand christlicher Plastik aus China. Von Hermann 
Schlagintweit-Sakünlünski. — Die landgräfliche Porzellan-Manufac- 
tur zu Cassel. Von A. Lenz. — Vereinsangelegenheiten. — Kleine 
Mittheilungen. — Literatur etc. 

Historischer Verein für Schwaben u. Neuburg: 

Zeitschrift etc. VIII. Jhg. Augsburg, 1881. 8. Die Reisen des 
Augsburgers Ph. Haiuhofer nach Eichstätt, München und Regensburg 
in den Jahren 1611, 1612 u. 1613. Zum erstenmale herausgegeben 
und erläutert von Dr. Chr. Häutle. — Hainhofers Reisen nach 
München u- Neuburg a. D. in den Jahren 1613, 1G14 u. 1636. 

Bayr. Gewerbemuseum zu Nürnberg: 

Kunst u. Gewerbe. Zeitschrift etc. Redigirt von Dr. 0. von 
Schom. XV. Jahrg. 1881. XII. Heft 8. Mit Nr. 22 u. 23 der 
„Mittheilungen" etc. und XVI. Jhg. 1882. 1. Heft, sammt Nr. 1. 
der MittlieUg. Die badische Kunst- u. Kunstgewerbe- Ausstellung 
zu Karlsruhe. Von H. Billung. — Jobst Amman. Von 0. von Schorn. 
(Mit AbbUd.) — Kleine Nachrichten. — Literatur. — Abbildungen: 
Marmorfüllung am Grabmale des Kurfürsten Moritz im Dome zu 
Freiburg. — Lederpressung vom 16. Jhhdt. — Randleiste nach ei- 
nem Gemälde. — Gläserner geschliffener venetianischer Spiegelrah- 
men. — Arabische Vase vom 14. Jhhdt, — Grotesken von Pocetti. 
Aus den Hallen der üffizien in Florenz. — Metallgefäfs vom 16, Jhdt. 
— Schmiedeisen-Gitter. — 5 Holzschnitte v. J. Amman. — Italie- 
nische Majolikaplatte (1520 — 1530) nach Marc Antonio. — Italieni- 
sche Buchdecken aus der Älitte des 16. Jhdts. — Marmorgitter von 
Rapb. Donner. 

Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg: 

Mittheilungen etc. III. Heft. 1881. 8. Die mathemalischen 
und Naturwissenschaften an der nürnbergischen Universität Altdorf. 
Von Dr. S. Günther. — Des Hieron}inus Krefs Kriegstagebuch von 
1571 bis 1576 Von Dr. W. Loose. (Mit Abbild) — Aus Paulus 



Behaims L Briefwechsel. Von J. Kamaun- — Dr. Christoph II. 
Scheurls Hox>hzeit mit Katharina J'üttererin am 29, Aug. 1519. 
Von E. Löffelholz von Kolberg. — Die Geschichte des Nürnberger 
Peuntbrunnens. A'on F. Wanderer. (Mit Abbild.) — Gründlach 
u. seine Besitzer. I. Von G. von Krefs. — Kleine Mittheilungen. 
Literatur. 



liiteratiir. 

Neu erschienene Werke: 
- 1) Margaretha Ebner und Heinrich von Nördlingen. 
Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Mystik von Phi- 
lipp Strauch. 8. CVI u. 414 Stn. 

Gehört Heinrich von Nördlingen auch nicht zu den ersten Grö- 
fsen in den Reiiien der deutschen Mystiker des 14. Jahrb., so ist, 
was er uns in seinen Briefen an die Nonne von Medingen hinter- 
lassen, doch von groTser Bedeutung. Aus diesem Vermächtnisse 
gewinnen wir Einsicht in den Verkehr der mystischen Kreise und 
Gottesfreunde unter einander, und die Mannigfaltigkeit seines Inhalts 
läfst uns interessante Blicke thun in die Zeit- und Kulturverhält- 
nisse jener Periode der Kirchengeschichte. 

Sowohl die Offenbarungen seiner geistlichen Freundin , als 
Heinrichs Correspondeuz liegen zum erstenmale vollständig vor uns 
nach der ältesten Handschrift und gründlich untersucht in dem 
oben angezeigten Werke, nachdem diesem bezüglich der Briefe be- 
reits eine verdienstvolle Arbeit Pregers (Zeitschrift f. bistor. Theol. 
1869. 79 ff,) auf Grund der von Heumann s. Z. getroffenen Aus- 
wahl (Opuscula, 1747) vorausgegangen war, ältere Schriften über 
Margaretha aber nur Zwecken der Erbauung haben dienen 
sollen. 

Der Verfasser hat die älteste Pergamenthandschrift, welche im 
Kloster zu Medingen aufbewahrt wird, seiner Ausgabe zu Grunde 
gelegt, die Handschrift des britischen Museums aus dem 16, Jabrh, 
benützt und alle andern noch erhaltenenen Ueberlieferungen in die 
Vergleichung gezogen. AVelch reichen Inhalt er bei klarer, gründ- 
licher und erschöpfender Behandlung des Materiales seinem Werke 
zu geben gewul'st hat , geht schon aus der Eintheilung desselben 
hervor. Nach allseitiger Würdigung der Quellen werden die mühe- 
voll errungenen Resultate der biographischen Forschung über Hein- 
rich und Margaretha klargestellt , woran sich ein Hinweis auf die 
Bedeutung der Briefe für die Geschichte der Mystik , auf ihren kul- 
turgeschichtlichen Inhalt, auf ihren Werth für die Keuntnils des 
Verhältnisses Heinrichs zu Margaretha und auf des ersteren Stellung 
zur Mystik schliefst. 

Margaretha, im Jahre 1312 von schwerer Krankheit befallen, 
welcher fortwährendes Siechthum folgte, war durch den Tod einer 
ihr innigst verbunden gewesenen Klosterschwester von tiefem See- 
lenleiden heimgesucht, erhielt erst Tröstung des kekümnierten Ge- 
müthes durch Heinrich von Nördlingen , den Gottesfreund , welcher 
im J. 1332 nach Medingen ins Kloster kam. Sie wurde seine See- 
lenfreundin und Beichttochter. In ihren Offenbarungen gibt sie 
Bericht über ihre Leidensgeschichte und den geistigen Verkehr 
mit H. Reich sind an naiven und überschwänglichen Schilderungen 
von ihrem Seelenverkehr mit Gott diese Offenbarungen, deren Ge- 
genstand vornehmlich die Lebens- und Leidensgeschichte Christi 
bildet ; wichtig sind deren Beziehungen zur Zeitgeschichte : der in- 
nige Antheil, den M. an den Bedrängnissen der Christenheit durch 



29 



Anzeiger für Kuinle der ilmitsehcn Vorzeit. 



30 



das Interdict nimmt, warme Theilnahme für Kaiser Ludwig, den 
sie im Traume unter dem Schutze Gottes wandeln sieht, dessen 
glückliche Rückkehr vom Römerzuge ihr vorausverkündet wird, 
und für dessen Seele sie nach seinem Tode, auf ihr Gebet, trotz 
grofser Schuld, Verheifsung des ewigen Lebens erhielt, weil Lud- 
wig Gott geliebt und im Herzen getragen habe. 

Diese Theilnahme ist die einzige Dissonanz mit Heinrichs Ge- 
fühlen bei sonst stets völliger Gleichheit in ihren und des Freundes 
Ansichten, der auf ihr geistiges Leben den nachhaltigsten Einflufs 
übte, \)'ie er hinwieder zu ihr wie zu einer Prophetin aufblickte. 

Heinrichs Lebensverhältnisse sind, bis er mit M. bekannt wurde, 
ganz in Dunkel gehüllt, und mit dem Tode der Seelenfreundin , im 
J. 1351, hören wieder alle Xachrichten von ihm auf 

Jsördlingen scheint seine Heimat und dort sein erster Wir- 
kungskreis, der eines Weltpriesters, gewesen zu sein. Häufig Gast 
bei den Dominikanerinnen zu Kloster Maria Medingen , denen er 
Messe las und das heil. Abendmahl rechte , erkannte er bald die 
Geistesverwandtschaft, welche zwischen ihm und Margaretha bestand, 
fesselte aber auch ihre !Mitschwestern dauernd an sich. Als er 
1335, veranlafst durch die Streitigkeiten zwischen Kaiser und Papst, 
nach Avignon gieng, ermahnte er M. eifrigst, für das mystische Le- 
ben zu Medingen zu wirken. Xach seiner Rückkehr sollte er eine 
Landpfarrei in der Nähe von Nördlingen antreten, als das kaiser- 
liche Gebot erfolgte, das Interdict unbeachtet zu lassen und den 
Gottesdienst wieder aufzunehmen. Als gehorsamer Sohn der Kirche 
verliefs er das Land, wendete sich nach Constanz, nach Königsfel- 
den , endlich nach Basel , wo das Interdict beobachtet wurde- Von 
Tauler hier eingeführt, entfaltete er eine reiche, wirksame Thätigkeit 
bis /.. J. 1845. Inzwischen war er einmal nach Medingen gereist, 
wo er seiner Freundin das Versprechen abnahm, ihre Ofl'enbarungen 
im Zusammenhange aufzuzeichnen. In Stralsburg lernte er Kulman 
Merswin u. a. kennen, dort erhielt er den ersten Theil von Marga- 
rethens Schrift. Gröfsere Reisen nach Köln und Aachen, auch 1347 
nach Bamberg wurden in Reliquien-Angelegenheiten unternommen ; 
auf der Rückreise Besuch zu Medingen. Wir finden ihn 1348, 1849 
zu Sulz im Elsafs, 1850 aber wieder in der Heimat, lb51 in En- 
gelthal, um Margarethens, wenn auch nicht bluts- doch geistesver- 
wandter Freundin Christine Ebner die letzten Lebenstage zu 
verschönern. 

Unstät war sein äufseres Leben, auch seiner Gemüthsart man- 
gelte Festigkeit. Bald überströmend, bald niedergeschlagen, fand 
er an der unerschütterlichen Gottergebenheit Margarethens , die er 
auch zu verherrlichen nicht müde wurde, seinen Halt. 

Auf den Text selbst (der Offenbarungen und der Briefe, deren 
56 von Heinrich, einer von Tauler, mehrere vom Abt Ulrich von 
Kaisheim und anderen, nebst Anhang, worin ein Brief Margarethens 
an H. u. a. m.) folgt eine lange Reihe von Anmerkungen, die sorg- 
fältigste Durcharbeitung der Texte und kritische Forschung beur- 
kunden, reichliches Material zum biographischen Theil und zum 
Verständnifs der Briefe enthalten und zugleich von der Gewissen- 
haftigkeit des Verfassers Zcugnifs ablegen. 



VoriiiiHvIite >'Hfhri<-lit4>ii. 

II Bei Mftrzdorf an der Lohe, im Kreise Breslau, stiofsen am 
24. Dezember einige beim Bau der Chiiussec Wirrwitz-Wangern be- 



schäftigte Arbeiter bei Herstellung eines Einschnittes in den nahe 
bei dem genannten Dorfe gelegenen Hügel auf eine altheidnische 
Begräbnifsstätte. In einer Tiefe von 3 Fufs fand sich eine Urne, 
deren Durchmesser etwa 1 Fufs und deren Höhe etwa l'/i Fufs 
betragen haben mag. Darunter, in einer Tiefe von 5'/i Fufs, wurden 
Gebeine von drei menschlichen Körpern, deren Armknochen von 
Bronze-Armbändern von sehr schöner und eigenartiger Ai-beit um- 
schlossen waren, aufgedeckt. Der bauleitende Techniker, Kreis- 
Wege-Baumeister Thilo aus Breslau, traf leider bei seiner Ankunft 
in Märzdorf die Fundstätte durch das Passieren von Wagen schon 
arg zerstört, die Urne war zerbrochen und Theile derselben bereits 
abhanden gekommen. Indessen konstatierte derselbe die näheren 
Umstände des Fundes und sammelte vor allen Dingen die Bronze- 
gegenstände, sowie die Knochen, welche keinerlei Feuerspuren zei- 
gen, und einen daselbst noch aufgefundenen steinernen Hammer, 
um den ganzen Fund, nach eingeholter Genehmigung der Kreis- 
Chausseebau-KommissiOD, dem Museum der schlesischen Alterthümer 
überweisen zu können. Der betreffende Beamte traf die erforder- 
lichen Anordnungen, um weitere Funde, die bei der Fortsetzung 
der dortigen bedeutenden Arbeiten vielleicht noch gemacht werden 
könnten, recht sorgsam konservieren zu lassen. 

(Xordd. Allg. Zeit., Nr. 5.) 

2) Liegnitz, 23. Dezember. Xach einer Mittheillung des 
j.Liegn. Stadtbl.'' hat man auf dem Dominium Xehrschütz bei 
Koben kürzlich einen reichen Fundan Urnen, Ohrringen, Finger- 
ringen. Messern u. s. w. beim Graben von Kortoffelmieten gemacht. 
Einen dabei gefundenen Edelstein hat der Besitzer Fischer einem 
Juwelier in Berlin übersandt, die übrigen Alterthümer will er dem 
schlesischen Provinzialmuseum überlassen. 

(Nordd. Allg. Zeit., Nr. 602.) 

3) Aus Pfeddersheim berichtet die Woi-mser Zeitung, dals kurz 
vor Jahresschluls daselbst ein neuer Fund von grofser Bedeutung 
gemacht worden ist. Schon früher waren an der Seite einer ehe- 
mals dort vorüberziehenden Hochstrafse Skelett-, sowie Brandgräber 
gefunden worden, denen sich jetzt ein neuer Fund anschliefst, der 
jedoch in einer Kiesschichte gemacht wurde , die imter der Lehm- 
schichte lag, in welcher die bisherigen Funde lagen In dieser Kies- 
schichte Stiels man plötzlich auf aschenhaltige, schwarze Erde, die 
dann auch zum gröfsten Theil in demselben Augenblick mit ihrem 
Inhalte herabstürzte. In dem stehen gebliebenen Theile sah man 
nun einen grol'sen, glänzend schwarzen, schön verzierten Krug von 
28 cm. Hcihe, neben ihm eine äufserst schön gefornrte, zierliche 
Schale, in der noch, inmitten der in sie eingedrungenen Erde, Kno- 
chen eines Huhnes nachweisbar waren. Daneben lagen die ver- 
brannten Gebeine eines Menschen, darauf eine zierliche Gewand- 
nadel, ein eigenartiger Gürtelhaken, beide von Bronze, und ein 
eisernes Messerchen, welches als Grifif ein Stierhaupt mit 2 Hörnern 
zeigte, das äufserst zierlich aus Bronze gefertigt ist In der her- 
abgestürzten Erde fanden sich dann noch die Reste zweier kleiner 
Gefäfse, eines Bechers und einer Trinkschale aus Thon. Alle Ge- 
fäfse sind in Folge des [Nachstürzens der Erdniasse leider in 
Trümmer gegangen, doch hofft man, sie, wenn auch mit Mühe, 
wieder zusammmensetzen zu können. Der Finder sieht in diesen 
Resten die Bestattung einer Mutter mit einem Knaben aus galli- 
schem Stamme, der noch unter den nachdriingenden (Ji'rnianen, be- 
vor sich die Römer au jener Stelle festgesetzt halten, zurückge- 
blieben war. 



31 



Auzeisyei" tt'n' Kunde der deutschen Vorzeit. 



32' 



i^ Der in Rottenburg Anfangs November ausgegrabene Vo- 
tivstein ist von dem k. Museum vaterländischer Kunst- und Alter- 
thumsdenkmale erworben worden und bis auf Weiteres bei den an- 
dern in Württemberg gefundenen römischen Steindenkmalen im k. 
Lapidarium (Kunstgebäude) aufgestellt- Die Inschrift des Steines 
ist folgende: 

INVICTO 

MITHRAE 

P. AEL. VOC 

CO. MIL. L. XXII. 

PPFV. S. L. L. 
M. 
Invicto Mithrae P(ublius) Ael(ius) "Vocco, mil(es) l(egionis) ' XXII_ 
pirimigeniae) piiae) f(idelis) v(otum) s(olvit) l(aetus) l(ibens) ra(erito). 

(Staatsanz. f. Württ., Nr. 300.) 

5) Mainz, 16. Dezember. Auf dem Wenzky'schen Grund- 
stück am Hauptweg in der Neustadt haben sich bei der Durch- 
forschung des daselbst in der Tiefe liegenden römischen Begräb- 
nifsplatzes in der letzten Zeit wiederholt beachtenswerthe Funde 
ergeben. Wir nennen zwei Spiegel von Weifsmetall , wovon der 
eine noch vollständig erhalten war ; ferner eine reiche Ausbeute an 
Thongefafsen mannigfacher und theilweise seltener Form ; endlich 
in den letzten Tagen vier sehr schöne Glasgefäfse. Dieselben sind 
glücklicherweise unversehrt aus einer Tiefe von 3'/i Meter zu Tag 
gefördert worden. Es sind Flaschen, Phiolen imd namentlich eine 
mit blauen Glaspasten verzierte Schale von äul'serst gefälliger Bil- 
dung. Ein Theil dieser Gegenstände, insbesondere die Gläser, sind 
in Besitz des Herrn Rentners Franz Heerdt dahier übergegangen. 
Dieselben bleiben somit wohl unserer Stadt erhalten. Bei der fort- 
dauernden Ergiebigkeit der Fundstätte wäre übrigens ein planniä- 
fsig geleitetes Vorgehen in Ausbeutung des Gräberfeldes entschieden 
angezeigt, sowie eine sorgfältige Verzeichnung und wissenschaftliche 
Verwerthung der gewonnenen Resultate höchst wüuschenswerth. 

(Darmst. Zeit., Nr. 350.) 

6) München. Von hier wird der „Frkf. Ztg." geschrieben : 
Die merkwürdigen Fundstücke aus dem Felsengrabe bei Wittis- 
Ungen sind durch Kauf an das bayrische Nationalmuseum überge- 
gangen und werden in Kurzem dort aufgestellt werden. Der Fund 
zeigte sich bei eigener Besichtigung viel reicher und werthvoUer, 
als wir ihn vor einiger Zeit nach den Mittheilungen von Augen- 
zeugen geschildert haben, und wir können jetzt aus Autopsie die 
fhihere Darstellung berichtigen und ergänzen. Die Hauptstücke 
sind eine 16 cm. lange silberne, mit Gold und Almandin (einer Gra- 
natart) reich und geschmackvoll verzierte Spange (fibula), auf deren 
Rückseite sich eine Inschrift befindet ; eine kreisrunde Zierscheibe, 
aus reinem Golde getrieben, von 8 cm. Durchmesser mit aufgelegten 
Ornamenten von FUigran, Almandin und Email, die Rückseite war 
durch eine zum Theil erhaltene, ebenfalls gravierte Bronzeplatte 
gebildet, an welcher die Nadel zur Befestigung safs ; weiter der eine 



Theil einer ursprünglich zwei- oder dreitheiligen Gürtelschnalle, 
8 cm. lang, aus Silber, zum Theil mit matter Vergoldung, Niello 
und Augen aus Almandin geschmückt von äufserst zarter, anmuthi- 
ger Farbenwirkung ; dann ein goldener Fingerring, auf dessen Platte 
ein stilisierter Kopf im Charakter der Merowingerzeit in getriebener 
Arbeit angebracht ist ; ferner eine goldene Kugel, aus zwei getriebenen 
Hälften hergestellt, innen mit einer Art Kitt ausgefüllt, mit einem 
Bronzedorn und einem Goldkettchen, wahrscheinlich als Haarschmuck 
benutzt; eine silberne Kapsel von 5 cm. Durchmesser, an Gestalt den 
alten Taschenuhren, den sogenannten Nürnberger Eiern, ähnlich ; 
drei Arme eines aus dünnem Goldblech hergestellten, mit ver- 
schlungenen Bändern verzierten Kreuzes, welches, nach den Löchern 
am Rande zu urthcilen , ehemals aufgenäht war, und ein Bronzege- 
fäfs von 21 cm. Durchmesser und 7'/i cm. Höhe mit einer Handhabe, 
wahrscheinlich römischen Ursprungs. — Bei diesen, meist schon 
durch Uir Material werthvollen Gegenständen fand sich auch noch 
eine ganze Menge von kleinen silbernen und bronzenen Beschläg- 
stücken, Schnallen, Gürtelverzierungeu, Kettengliedern aus Bronze- 
draht, sowie eine sehr hübsche, leider ganz zerbrochene bronzene 
Zierscheibe von 10 cm. Durchmesser und eine Anzahl ineist mit 
Silber tauschierter Eisenstücke. Die Inschrift auf der Rückseite der 
grofsen fibula ist lateinisch, aber bis jetzt nur zum Theil sicher ge- 
lesen, doch kann aus deren Anfangsworten ..Uffila vivat in deo" ge- 
schlossen werden, dal's wir ein christliches Begräbnils vor uns ha- 
ben, welches der Nationalität nach den in dortiger Gegend ansäfsi- 
gen Schwaben angehört, nach der künstlerischen Behandlung der 
einzelnen Stücke aber wohl in das 6. — 8. Jahrhundert zu setzen 
sein dürfte. (Nurnb. Presse, Nr. 10 ) 

7) In Tilchätel (Cöte d'Or) ist ein historisch wichtiger 
Münzfund gemacht worden, nämlich einige Tausend Siltierdenare 
der Herzoge von Burgund Budes III. {1193 — 1248) und Hugues IV. 
(1218 — 1278). Die wolderhaltenen Silbermttnzen, im Metallwerthe 
von beinahe 2000 Frcs. , befanden sich in einem thönernen Gefäl's 
welches bei dem Bau eines Hauses unter altem Gemäuer in der 
Erde gefunden wurde. Dieser Münzschatz war also über 600 Jaure 
im Schofse der Erde verborgen. (Nordd. Allg. Zeit., 592-) 

8) Im vergangenen Herbste ist nach Mittheilung der Nieder- 
schles- Ztg., beim Abräumen des Schuttes einer Brandstätte zu Ober- 
neundorf eine Menge alter Silbermünzen gefunden worden, welche 
,.der Zeit vor dem 30jährigeu Kriege'' entstammen sollen. 

9) In Kaufbeuern ist ein Lokalmuseum errichtet worden , das 
bereits manche interessante Stücke enthält, die gröfstentheils der 
jungen Anstalt zum Geschenke gemacht und der Stadt wie dem Lande 
erhalten worden sind. Wie jeder ähnlichen, so wünschen wir auch 
dieser Anstalt fröhliches Gedeihen, da sie bestimmt ist, den Sinn für 
die Schätze, die uns die Vorzeit hinterlassen hat, auch in der ehe- 
maligen freien Reichsstadt zu beleben, wie auch in immer weitere 
Kreise zu tragen. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Fromm ann. 

Verantwortlicher Redacteur : Dr. A- Essen wein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen JMuseums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. Sobald in Nürnberg. 



Ifärnberg'. Das Abonnement des Blat- 
tes, welches alle Monate erscheint, wird 
ganzjährig angenommen und beträgt nach 
der neuesten Post Convention bei allen Post- 
ämtern und Buchhandlungen Deutschlands 
incl. Oesterreicha 3 fl. 36 kr. im 24fl.-Fuss 
oder 6 M. 

Für Frankreich abonniert man in 
Paris bei der deutschen Buchhandlung von 
F. Klincksieck, Nr. 11 nie de Lille ; für 



m mm 

Neue Folge. 



ANZEIdER 



DER 




England bei Williams & Norgate, 14 Hen- 
rietta- Street Covent - Garden in London; 
für Xord- Amerika bei den Postämtern Bre- 
men und Hamburg. 

Alle für das german. Museum be- 
stimmten Sendungen auf dem Wege des 
Buchhandels werden durch den Commis- 
sionär der literar.-artist. Anstalt des Mu- 
seums, F. A. Brockhaus in Leipzig, be- 
fördert. 




\ 




Neunundzwanzigster Jahrgang. 



1882. 



ORGAN DES (iEKHANISCHEN fllüSEOIS. 

JW2. 



Februar. 



Wissenschaldk'lie Mi(llieiluiiü;cn. 



Welcher Zeit gehören die lateinischen Evange- 
lienfragmente des geruianischeu Museums au ? 

In den Fragmenten eines lateinischen Evangeliari- 
uiiis, die von den Nürnberg-er Familien von Krefs und 
A. Heerdegon in das germanische Museum gekommen 
sind, besitzt dasselbe die Reste einer der schönsten Hand- 
schriften, die .je geschrieben worden sind. Leider achtete 
man in früherer Zeit die werthvolle Handschrift so wenig, 
dafs sie dem Buchbinder zur Verwendung überlassen 
wurde. Die Zahl der von Einbanddeckeln wieder abge- 
lösten, aber tiuuidimal stark beschnittenen Blätter belauf! 
sich auf achtundzwanzig. Das Perganunit ist fein und 
glänzend. Die Höhe der meisten Blätter beträgt noch 
circa 31 Cent, und die Breite circa 19 Cent. Da die bei- 
den je 1,14 Cent, von einander entfernten Coluninen jeder 
Seite nicht ganz 6 Cent, breit sind, so schmücken dii' 
Handschrift schöne breite Ränder. 



Die Sorgfalt, mit der man bei Herstellung derselben 
zu Werke gieng, ist schon aus der Art und Weise zu er- 
sehen, mit der die für den Schreiber nöthigen Linien auf 
den (einen glänzenden Blättern gezogen [wurden. Um 
möglichste fileichmäfsigkeit der Schrift zu erzielen, wuide 
die Höhe jeder Zeile durch eine obere und eine untere 
Linie angegeben, eine Besonderheit, die unsere Blätter 
mit den in der Berliner königlichen Bibliothek und in 
der Vaticana vorhandenen Fragmenten einer Virgilhand- 
•^chrifl (?]xemida codicum latinorum edd. Zangemeistcr et 



Wattenbach, Text zu Tafel XIY, jetzt dem 4. Jahrhun- 
derte zugeschrieben) gemein hat, und zwar bemerkt Pertz 
«über die Berliner und die Vaticanischen Blätter der äl- 
testen Handschrift des Virgil« (in den Abhandlungen der 
Akademie der Wissenschaften zu Berlin, 1863. S. 100), dafs 
ihm diese Eigenthüralichkeit noch in keiner der Tausende 
von Handschriften, mit denen er sich beschäftigt habe, 
vorgekommen sei. Ferner fallt auf, dafs rechts und links 
von jeder Columne statt einer je zwei Linien herablaufen, 
zwischen denen die erwähnten, die Höhe der Buchstaben 
angehenden Ouerlinien so gezogen sind, dafs sie nach 
beiden Seiten hin nur bis an die inneren senkrechten 
Linien reichen, während doch an der rechten Seite jeder 
Columne die Schrift sich bis zu der äufseren senkrechten 
Linie fortsetzt. Dies ist durch folgende Rücksicht ver- 
anlafst. 

Die Handschrift sollte per cola geschrieben uiul der 
Anfang jedes dieser kleinen Abschnitte durch einen et- 
was gröifsereu, über die Columnen vorspringenden Buch- 
staben nuu'kierl werden. Um auch für diese herausge- 
rückten Buchstaben möglichste Gleichmäfsigkeit zu si- 
chern, mufsten an der linken Seite jeder Columne zwei 
Linien herablaufen; da nun aber sämmtliche Linien stets 
nur auf der einen Seite des Pergamentes mit einem har- 
ten Instrumente so gezogen wurden, dafs sie auf der an- 
dern Seite durchscheinen, so kamen natürli(^li, ila Rechts 
und Links für Recto und Verso der einzelnen Blätter 
wechselt, stets an beide Seiten der Columnen je zwei 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



36 



Linien zu stehen. Obwohl nun an der rechten Seite der 
Columnen selbstverständlich nur die iiufsere Linie zur 
Begrenzung der Schrift dienen sollte, so reichen doch 
die erwähnten Querlinieu immer nur bis au die innere 
der beiden Linien. Wären nämlich jene. Querlinien so 
gezogen worden . dal's sie für jede Seite nach rechts bis 
an das Ende der Columnen sich erstreckt hätten, so wä- 
ren dieselben bei der oben erwähnten Weise, die Linien 
zu ziehen, jedesmal auch über den schmalen Streifen hin- 
weggelaufen, der nur für die wenigen grofsereu, an der 
linken Seite über die Columnen vorspringenden Buch- 
staben bestimmt war und darum gröfstentheils unbe- 
schrieben blieb. Ueber diesen gröfstentheils leeren Strei- 
fen hinweglaufende Linien hätten aber das Aussehen des 



wähnten heraustretenden Buchstaben, welche die einzel- 
nen Cola markieren, dann gröfsere, schwarze Initialen, 
die neben beigeschriebenen schwarzen und rothen Zif- 
fern die Anfänge der Eusebianischeu Canonesabschnitte 
kennzeichnen, und drittens noch gröfsere farbige Initia- 



len. 



die neben beigeschriebenen rothen ZifTern die An- 



fänge der gröfseren Abschnitte hervorheben, in welche, 
unseren Kapiteln entsprechend, die biblischen Schriften 
schon früh abgetheilt worden sind. Die gröfseren und 
kleineren Buchstaben sind, wie man sieht, nicht etwa 
nur zum Schmucke der Handschrift angewendet, sondern 
hatten in erster Linie den praktischen Zweck, den Inhalt 
nach einem bestimmten Prinzip übersichtlich zu gliedern. 
Den Text der Handschrift hat Gymnasialprofessor 



soll 



iLLiANCoLas 
öecAeLo gont 

pORTAMS euoQ 
GTCACTUS GST 

iNAc;oNi;s. 

GTpROLlXJUS 



L.ccl5ocsv 



T 

tf) ccc 

cp C U.XXX1 



4)cL^ 



Neoo 

vÖbuGGO LO 

[UGK nre 
ecce TUR 
BA GTciar 

UOCAB^TUR 

laö^s UNUS 

ÖGÖUOÖeClOD 




feinen Pergamentes wesentlich beeinträchtigt; um dies, 
zu vermeiden, zog man die Querlinien in der angegebe- 
nen Weise. So untergeordnet auch dieser Umstand ist 
so verdient er doch hervorgehoben zu werden, da er die 
Soi'gfalt, mit der die Handschrift durchweg behandelt 
ist, in das rechte Licht setzt. 

Die Schrift ist, wie die gegebene Probe von Fol. 21 
verso zeigt, eine Unciale von seltener Schönheit. Die 
kräftig gerundete Form dieser Schriftgattung ist wol 
kaum mehr einer reineren Ausgestaltung lahig. Neben 
der Reinheit der Züge trägt zu dem so gefalligen An- 
sehen der Schrift wesentlich bei, dafs auch die schmale- 
ren Buchstaben ^vie c, d, e, o durchweg etwas breiter 
als hoch gehalten sind. Ferner ist für die Handschrift 
beachtenswerth, dafs gröfsere Buchstaben in dreifacher 
Abstufung vorkommen , nämlich erstens die schon er- 



Dombart in der Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie, 
hrsg. V. Hilgenfeld , XXIV, S. 4.öo— 481 vom bibelkriti- 
schen Standpunkt aus einer Besprechung unterzogen, die 
zu dem Resultate führte, dafs die Nürnberger Fragmente 
eine Mischung des hieronymianischen und vorhieronymia- 
nischeu Textes bieten , dabei aber dem ersteren näher 
stehen als dem letzteren. Dombart erklärt sich diese 
Mischung, indem er annimmt, unser Evangeliarium sei 
die Abschrift eines vorhieronymianischen, nach der Ueber- 
setzung des Hieronymus durchcorrigierten Textes, in wel- 
chem bei dieser Correctur aus Versehen Manches von 
dem älteren Texte stehen blieb. Da mich hier nur das 
muthmafsliche Alter der Handschrift beschäftigt, so be-. 
gnüge ich mich mit diesem Hinweis auf jene Abhandlung, 
welche im Anschlüsse an unsere Fragmente auch noch 
den Nachweis liefert, dafs eine unserer Kapiteleintheilung 



37 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



38 



verwandte Eintheilung des Bibeltextes in gröfsere Ab- 
schnitte in eine sehr frühe Zeit zurüclisj'eht. 

Die Blätter werden nach Libri"s Vorgang dem 6. 
Jahrh. zugeschrieben. Aufser den in Nürnberg vorhan- 
denen Fragmenten existieren nämlich noch mehrere an- 
dere, die sich einst in den Händen jenes berüchtigten Bi- 
bliothekars befanden. Der dermalige Besitzer derselben 
ist nicht bekannt. In den Libri'schen Monuments inedits 
ist pl. LVIII von einer Seite jener Blätter ein Facsimile 
gegeben und in der «Introduction» zu den Tafeln die Hand- 
schrift in der angegebenen Weise datiert. Wattenbach, ') 
der in dieser Zeitschrift, Jahrg. 1873, 8p. 301 zuerst auf 
die Nürnberger Fragmente aufmerksam gemacht hat, ver- 
weist dort auf Libri , ohne dessen Datierung zu wider- 
sprechen, und dem gleichen Jahrhundert sind die Blätter 
auch in dem Schaukasten des germanischen Museums 
zugeschrieben. 

Die Schrift an- und für sich köiiiito allerdings dem 
6. Jahrhundert angehören: würde aber jemand die Frage 
aulwerfen, ob dieselbe nicht eben so gul eine Nachahmung 
aus karolingischer Zeit sein könnte, so würde man diese 
Miiglichkeit offen lassen müssen : beweisen könnte man 
bei iler Schwierigkeit, welche die Datierung von Uncial- 
handschriften bietet, weder das eine noch (his andere; 
höchstens liefse sich geltenil marhcn. die aufserordent- 
liche Sorgfalt, mit der die einzelnen Buchs! aben geschrie- 
ben sind (sie nehmen sich mit ihren reinen, feinen Haar- 
strichen und der zierlichen, dreieckigen Beendung der- 
selben bei den C G T etc. wie in Metall graviert aus), 
sowie die Anwendung von dreierlei Arten von Buch- 
staben . um den Text übersichtlich zu gliedern . passe 
vielleicht besser für die karolingische Zeit als für das 
6. Jahrhundert. Hier kommen uns nun die wenigen noch 
erhaltenen fai'bigen Initialen zu Hülfe, und zwar weisen 
dieselben entschieden auf die karolingische Zeit hin, 
während sie für das 6. Jahrhundert isoliert stehen wür- 
den. Wären diese Buchstaben nicht durch das Abreiben 
der Farben ziemlich unscheinbar geworden, so würde 
ihre Eigenart gewil's schon bemerkt und für dir Datierung 
der Blätter verwerthet worden sein. 

Erhalten sinrl von den farbigen Initialen, die einst 
sicher in grofser Zahl die Handschrift schmüi'klen, leider 
nur noch fünf Es sind ilies zwei kleinere C auf Fol. 4 
und 10 (circa 2,2 Centimtr. hoch und breit), ein etwas 
gröfseres Fol. 17 (circa 3 GIm. hoch und breit), ein G 
Fol. 20' (circa 3 Ctm. hoch und breit) und ein A Fol. 21 
(3,7 Ctm. hoch und unten circa 3 Clin, breit). Es ist 
dies ein spärlicher Rest dessen, was die Handschrift einst 
hol : nameiiljii-h ist zu bedauern, daCs nicht das erste 

*) Ihm lag (las erst später erworbene charakteristische Blatt 
20 (â–  noch nicht vor. D. Red. 



Blatt eines Evangeliums vorhanden ist, da die Anfänge 
derselben ohne Zweifel durch gröfsere Initialen ausge- 
zeichnet waren, die uns viel charakteristischere Momente 
bieten würden. Immerhin aber geben die wenigen vor- 
handenen Buchstaben noch so viel Anhaltspunkte, dafs 
ein Schlufs auf die Entstehungszeit möglich ist. 

üeber die Farben ist Folgendes zu bemerken. Die 
umrisse der Buchstaben sind durchweg mit rothen Linien 
einer dickflüssigen Farbmasse gezogen: ebenso wurden 
sämmtliche Farbenpartien durch solche Linien sorgfaltig 
von einander geschieden. Von andern Farben kamen 
neben der vielfach ausgesparten Grundfarbe des Perga- 
ments zur Verwendung: Gold, Silber und Grün: ferner 
zeigen mehrere Stellen die Spuren einer violetten, aber 
überall abgesprungenen Farbe, die wol als Purpur zu 
bezeichnen ist ; ob auch noch Blau genannt werden darf, 
ist fraglich. Die für ilie letztere Farbe in Frage kom- 
menden Partien sind so verändert, dafs man die ursprüng- 
liche Farbe nicht mehr mit Sicherheit erkennen kann. 
Es wäre nicht unmöglich, dafs wir an jenen Stellen nur 
stark verändertes Silber vor uns haben, das im übrigen 
fast überall schwarz geworden ist. Zum Auftrag der 
beiden Metallfarben wurde Gold- und Silberstaub ver- 
wendet. 

Obige Farben sind in solcher Zusammenstellung für 
Initialen der vorkarolingischen Zeit wol kaum nachzu- 
weisen, in karolingischen Handschriften dagegen kommen 
dieselben vorzugsweise zur Verwendung (man vergleiche 
z. B. Tymnis-Wyalt, the art of Illumination, Taf 18 und 
19; Rahn, Psalterium aureum; Westwood. Palaeographia 
pictoria sacra, Taf. 26 und das I auf Taf. 22 ; Denkschriften 
der Akademie der Wissenschaften zu Wien. 1864, Bd. XIII 
die von Arneth gegelienen Proben aus dem Evangelia- 
riuni Karls des Grofseu in Wien), und in Uebereinstim- 
mung damit wird eine genauere Beschreibung der Ini- 
tialen darthun. dafs die Handschrift füglich keiner andern 
als jener spätem Zeit angehören kann. 

Die 3 G sind in der Weise verziert, dafs den breiten 
Hauptstrich je eine schematische. nach rechts hin sieh 
entwickelnde Palmette schmückt und die beiden Enden 
der Bogen sich in je zwei Blätter spalten, zwisehm de- 
nen eine goldene oder silberne Knospe sitzt. Jene bei- 
den Blätter sind i)ald grün, bald zeigen sie eine licht- 
gelbe Farbe, während die die Stengel dieser schemati- 
schen Knospen bildenden Bogenenden golden oder silbern 
sind. Der Ilaupikörper des Buchstabens zeigt folgende 
Farben: Fol. 4 besteht die von Grün und einem Streifen 
des Pergaments eingefafste Palmette aus 4 Blättern, wo- 
von das oberste golden und das dritte blau (?) ist: ilas 
zweite und vierte dagegen hat wiederum die Farbe des 
Pergamentes. Bei dem G auf Fol. 10 sehen wir links 
ein von Bogen iiegrenzles. hier goldenes. Dreieck, wie 



39 



Anzeierer für Kunde der deutschen Vorzeit. 



40 



sich solche öfter in karolingischeu Handschriften an der- 
artigen Stellen finden, woran sich nach rechts eine zwei- 
blätterige Palmette anschliefst, die diesmal in den offenen 
Raum des G frei vorspringt. Von den beiden Blättern 
ist das obere in der Fai-be des Pergaments gehalten und 
in Silber beendet, das darunter befindliche dagegen grün 
und in Gold beendet. 

Bei dem grofseren C auf Fol. 17 ist die Palmette 
von Silber und Grün eingefafst, die drei Blätter aber 
sämmtlich in der Farbe des Pergaments ausgespart; nur 
das mittlere, am weitesten nach rechts ausgreifende endet 
in Gold. 

Wichtiger noch als diese drei C sind das E und das 
A. Bei den ersteren erinnert zwar alles an die karo- 
lingische Zeit, aber es wäre ja nicht unmöglich, dafs die 
karolingiseheu Kalligraphen vereinzelte, nicht auf uns 
gekommene Vorbilder kannten; bei dem E und A da- 
gegen läfst die eigenthümliche Bildung derselben nicht 
wol an eine Entstehung schon im 6. Jahrh. denken. 

Für das Initial-E wählte der Kalligraph, abweichend 
von den übrigen Initialbuchstaben, stets die Uncialform, 
offenbar, weil er die schöne Rundung der Uuciale dem 
Eckigen der Kapitalform vorzog, verwendete aber in un- 
serem Falle zur Bildung des Bogens auffallender Weise 
zwei in der Mitte desselben mit den 
Köpfen einander berührende Fische, 
deren Schwänze in eine ornamen- 
tale Knospe, ganz wie bei den drei 
G, auslaufen (siehe die Abbildung). 
Den breit gehaltenen , ebenfalls in 
eine Knospe endenden E-Strich liefs 
der Miniator sehr äufserlich an die 
die Mitte des Bogens bildenden Fischköpfe anstofsen ; 
die Fische indes sind recht geschickt halb naturalistisch, 
halb ornamental gezeichnet, so dafs die Gesammtform 
des Buchstabens nicht darunter leidet. Coloriert sind 
dieselben folgeudermafsen. Der Kopf des oberen Fi- 
sches ist golden, während der im Anschlufs an die 
Form des Buchstabens rasch dünn werdende Leib ehe- 
mals eine violette Färbung aufwies ; bei dem unteren 
Fische dagegen ist der Kopf silbern und der Leib grün. 
Kopf und Leib trennt bei dem oberen Fische ein ziem- 
lich breiter, grüner Ring, an den sich drei schmale, spitze 
Flossen an.schliefsen, von welchen die beiden äufseren in 
Silber gehalten sind, die mittlere dagegen eine lichtgelbe 
Farbe zeigt; bei dem anderen Fische ist jener Ring 
violett und die mittlere Flosse golden, während die bei- 
den äufseren eine lichtgelbe Farbe zeigen. Die Knospen 
am Ende des Schwanzes sind beidemale silbern, und die 
Ringe, welche die zwei Blätter der Knospe zusammenfas- 
sen, beidemale golden; die Blätter selbst haben oben 
eine lichtgelbe Farbe unten sind sie grün. Der breite 




Mittelstrich, der in seinem Haupttheil eine lichtgelbe 
Farbe hat, schiebt sich zwischen die metallisch glän- 
zenden Fischköpfe mit einem violetten Dreieck hinein, wo- 
ran sich eine Partie in Grün anschliefst, die durch einen 
breiten, goldenen Ring begrenzt ist. Nach rechts fafst, 
im Gegensatz zu den Fischschwänzen oben und unten, 
ein silberner Ring die beiden Blätter der Knospe zu- 
sammen; diese selbst sind violett und haben zwischen 
sich eine goldene Knospe. Man sieht hier sehr klar, 
in welcher Weise die einzelnen Farben durch gegen- 
sätzliche Gegenüberstellung oder Einrahmung in ihrer 
Wirkung gehoben werden sollten. 

Was die Verwendung von Fischen zur Bildung dieses 
Buchstabens anlangt, so ist gewifs einleuchtend, dafs 
das Vorkommen derselben in einer solchen Handschrift 
etwas sehr Auffallendes hat, und es kann keinem Zweifel 
unterliegen, dafs hier eine Anlehnung an die Ornamen- 
tierungsweise von Handschriften germanischer Völker- 
schaften stattgefunden hat, in denen wir aufser anderen 
Thiereu oft mit Vorliebe Fische zur Bildung oder zur 
Verzierung von Initialen verwendet sehen. Vgl. Sehnaase, 
Geschichte der bildenden Künste, "2. Aufl., Bd. III, S. 603. 
Solche ichtyomorphischc Initialen begegnen uns nun 
vorzugsweise in Handschriften des 7. und 8. Jahrhun- 
derts; aber während bei unserem E die Fischkörper 
durch ihre halb naturalistische und halb ornamentale 
Bildung sich geschickt der beabsichtigten Form des 
Buchstabens anbequemen, ist in den erwähnten Hand- 
schriften der Formensinn, sowohl was die Gestalt der 
Buchstaben, als auch was die Bildung der Fische be- 
trifft, noch wenig entwickelt. Entweder bilden Fische 
von naturalistischer, aber primitiv roher Zeichnung die 
Züge der nicht eben regelmäfsig entworfenen Buchstaben, 
oder die Fischkörper müssen sich durch unnatürliche 
Streckung und andere willkürliche Umbildungen den be- 
absichtigten Buchstabenformen anpassen, so gut es eben 
gehen will; andererseits nehmen dieselben eine regel- 
mäfsige, aber ganz schematische Bildung in den mehr- 
fach vorkommenden Fällen an, in denen die Buchstaben 
mit dem Zirkel gezeichnet sind. Die Umrisse der Fisch- 
körper werden dann ausnahmslos durch die Sehnen zweier 
sich schneidender Kreise gebildet, wobei die vordere 
Hälfte des Körpers der hinteren völlig gleich ist. 

Sehr bezeichnende Beispiele für primitiv naturalistische 
Zeichnung finden wir in einer Handschrift des Isidorus 
Hispalensis (f 636) zu Laon, die noch dem 7. Jahrhun- 
dert zugewiesen wird, sowie in einer zweiten, ebenda- 
selbst befindlichen Handschrift des Orosius aus dem 8. 
Jahrhundert. Proben aus beiden gibt Fleury : Les manu- 
scrits ä miniatures de la bibliotheque de Laon, PI. I. et 
II. Ein weiteres, noch auf derselben niederen Entwick- 
lungsstufe stehendes Beispiel bietet das in merowingi- 



41 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



42 



scher Schrift geschriebene Evangeliarium von Autun vom 
Jahre 7ö4 (Exempla codicum latinorum , edd. Zange- 
meister et Wattenbach, Taf. 61), und nicht viel besser 
steht es nach einer Probe bei Hattemer, Denkmale I, 
Taf. 4 mit den Initialen des St. Ualler Codex der Lex 
Romana Visigothorum vom Jahre 794 (Nr. 731 des Sche- 
rer'schen Katalogs der St. (Jallener Handschriften). 

Höchst willkürlich umgebildet sind die Fische in den 
Initialen eines lateinischen Psaltcriuins der lUfent liehen 
Bibliothek in Stuttgart, das, wie es nach Bucher, Ge- 
schichte der technischen Künste, S. 194 scheint, der vor- 
karoiingisrhenZeit angehört (Proben gibt Bucher a. a. 0.), 
und ein verwandter Buchstabe, ein S, findet sich bei 
Tymms and Wyatt a. a. 0., PI. IX aus einer Handschrift 
des 8. Jahrhunderts abgebildet. 

Für Fischinitialen, bei welchen die Umrisse der 
Fischkörper durch die Sehnen zweier sich schneidender 
Kreise gebildet sind, ist vor allem der zwischen 643 und 
713 geschriebene St. (ialler Codex der longobardischen 
Gesetze (Nr. 730) charakteristisch. Ein instruktives far- 
biges Facsimile eines dort sich findenden S geben die 
Monumeiita Germaniae, Leg. iV, p. 23, womit man die 
photographischen Nachbildungen in den Exempla codi- 
cum latinorum, Taf 47 und 4S vergleiche. Andere Bei- 
sjjiele dieser Art bieten die Tafeln IX und X bei Tymms- 
Wyalt; die dortigen Proben sind einer in Paris befind- 
lichen Handschrift medizinischen Inhalls. die aus dem 
8. Jahrhundert stanuni , enlnoninien. Besser und freier 
gezeichnet uiul <lureh die ornamentale Bildung des 
Schwänzendes unseren Initialen nahe stehend sind da- 
gegen die Fische in tlen Initialen eines dem 8. Jahrh. 
augehörigen westgothischen Sacramentariums in Paris, 
aus dem sich bei Tymms-Wyatl, PI. VIII, ein Q, und 
E findet. In der ornameidalen Verwendung des Fisch- 
leibes, sowie in der Bildung der Buchstaben selbst, stehen 
indes auch jene Beispiele noch weit hinter unserem E 
zurück. Wer obige charakteristische Proben aus ver- 
schiedenen Codices des 7. und 8. Jalirh. ülierblickt, dem 
wird es gewifs bedenklich erscheinen, eine Initiale mit 
so geschickter Verwendung der Fischgeslalt, wie bei un- 
serem E, einer den genannten Beispielen vorausgehenden 
Zeit zuzuschreiben. In die karolingische Zeit vorsetzt, 
bietet <lagegen der Buchslabe ein dem damaligen Auf- 
schwung der BUcherormmu^nlik entsprechendes Beispiel 
für die geschickte Verwendung eines in der vorln'r- 
gehenden Epoche üblichen Motives, und während ich in 
der mii' zugiingliehen Literatur aus dem 7. und 8. Jahr- 
hundert kein Ueispiel für eine enisprechende hall) natura- 
listische, halb ornamentale Behandlung des Fisehkörpers 
linden konnte, zeigt ein fl, das Hahn, (ieschichle der bil- 
denden Künste in der Schw(MZ, S. 131, aus einer di'in 
Anfang des 9. .luhrli, zugewiesenen SL. Gnller Hand- 



schrift (Scherer, Verzeichnifs der Handschriften von St. 
Gallen, Nr. 20) mittheilt, eine völlig analoge Bildung, 
d. h. hier wie dort nimmt der von einem ziemlich natura- 
listisch gezeichneten Kopfstück ausgehende Leib , dem 
Zuge des Buchstabens sich fügend, rasch eine ornamen- 
tale gefallige Bildung an. 

Uebrig ist nun noch das A auf Fol. 21. das uns, 
ähnlich wie das E, zu dem Schlüsse führt, dafs die 
Handschrift füglich erst in karolingischer Zeit entstanden 
sein kann. Auffallend isl hier die Gesammtform des 
Buchstabens. Für alle andern Buchstaben der Hand- 
schrift sind die ebenmäfsigen Züge der antiken Schrift 
charakteristisch, die Bildung des A dagegen verdankt 
einer Gefühlsweise, die starke Gegensätze liebte, ihre 
Entstehung. Ein Zickzackband, das hier, in der Farbe 
des Pergamentes ausgespart, zwischen abwechselnd gol- 
denen und silbernen Zacken hinläuft, die ihrerseits aus 
einem grünen Rahmen vorspringen, findet sich zwar, 
w'enn auch mit ganz anderen Farben hergestellt, schon 
bei einem A der oben erwähnten Berliner Virgilfrag- 
mente, al)er im Gegensatz zu jenem A ist hier der rechte 
Schenkel unverhältnifsmäfsig breit gehalten und sehr 
stark nach liidcs geneigt, der Ijuke Schenkel dagegen 
sehr steil gestellt und nur von einer dünnen, rotheu 
Linie gebildet, die aus einem gcddverzierten schmaleu 
Dreieck aufsteigt und oben sich wieder in ein ebenso 
verziertes, nur kleineres Dreieck verliert, aus welchem 
nach links noch als besonderer Schnmck sich eine kleine 
goldene Volute entwickelt. Ein Ausgleich für diese 
gegensätzliche Bildung der lieiden Schenkel isl dann 
darin gesucht, dafs der gebrochene Verbindungsstrich 
diesmal in seiner linken, silbernen Hälfte möglichst breit 
genommen wurde, während er nach rechts nur aus einer 
reihen Linie besteht. AVelcher Zeit derartige Bildungen 
angehören, ersi'hen wir aus Buchstabenformeu, wie sie 
z. B. Tymms -Wyatt, PI. VII — IX als für das 8. Jahr- 
hundert charakteristisch gibt. Die Eigenthümlichkeilen 
unseres A linden wir d<irt in sehr bezeicluii'uder Weise 
wieder, nur sind jene Buehslaben durchaus noch unschön 
gi'liildet ; auf PI. XIV dagegen ist ein A aus einei- karo- 
lingischen Bibel mitgetheill. das nicht nur die wesent- 
lichen Merkmale mit dem unsrigen gemein hat. stuidi'rn 
demsi'lben auch darin ähnlich ist. dafs die in die Breite 
gehende, schwerfallige ältere Bildung einer geschnnick- 
volleren Verwendung des Motives durch eine mein' ixf- 
slreckte Anlage des Buchstabens Platz genuicht hat. Ich 
kann luin freilich nicht feststellen, wie früh solche Buch- 
staiienformen sich linden; aber es unti'rliegl keinem 
Zweifel . dal's dieselben erst nach dem f». Jahrhundert 
allgemeiner ülilich geworden sein können. Sollten siidi 
aber auch schon sehr früh einzidne solche Buchstaben 
linden, so düi'fen wir im Hinblick auf die oben genauu- 



43 



Auzeiger 



für Kimde der deutschen Vorzeit. 



44 



teil Beispiele doch unser A auf keinen Fall schon dem 
6. Jahrhundert zuschreiben, und dies um so weniger, da 
es sicii in einer Handschrift findet, deren Schreiber in so 
ausgesprochener Weise antike, reine IJuchstabenformen 
zu geben sich bemüht: im 6. Jahrhundert wäre der- 
selbe dabei noch einer ununterbrochenen Tradition ge- 
folgt , wobei die Einmischung derartiger fremder Ele- 
mente wenig wahrscheinlich erscheint, für die karolingi- 
sche Zeit hingegen hat es nicht das mindeste AutTallende, 
mitten unter den künstlich neubelebten klassischen For- 
men vereinzelt, und zwar wie oben bei dem E in ver- 
edelter Ausgestaltung, auch noch andere Motive zu 
treffen, die in der vorkaroliugischen Zeit beliebt waren. 

Die Handschrift wird also wohl Ijeiner andern als 
der karolingischen Zeit angehören. Für diese Epoche 
liietet ilieselbe überhaupt nichts, was nicht gut zu den 
Vorstellungen pafste, die uns andere sichere Denkmäler 
jener Periode vermitteln, während für das 6. Jahrhundert 
die farbigen Buchstaben, soweit ich sehen kann, durch- 
aus ohne parallele Erscheinungen dastehen würden. 

Eine nähere Datierung der Handschrift ist bei den 
geringen Fragmenten selbstverständlich unmöglich; man 
kann nur so viel sagen, dafs sie frübestens in den letzten 
Jahrzehnten des 8. Jahrhunderts geschrieben sein kann. 
Unter den Proben karolingischer Schrift, die ich ver- 
gleichen konnte, zeigen die oben schon genannten Fac- 
similes, welche Arneth von dem Wiener Evangeliarium 
gegeben hat, die nächste Verwandtschaft. 

Einen hohen Werth besitzen die Nürnberger Blätter 
vor allem deshalb, weil sie uns in einer bisher nicht ge- 
kannten Weise zeigen, bis zu welch mustergülliger Vol- 
lendung die karolingische Kalligraphie es gebracht hat. 



Erlauffen. 



Z u (• k e r. 



Hans Scbiuutteruiayer. 

In Nr. 3 des Jahrgangs 1881 des Anz. f. K. d. d. Vor- 
zeit wurde das interessante Fialenbüchlein Hans Schmut- 
termayers neu abgedruckt, ohne dafs Jedoch über die 
Persönlielikeit des Verfassers Sicheres hätte beigebracht 
werden können. Dies veranlafst mich, in Nachfolgendem 
mitzutheilen, was ich gelegenheitlich meiner numismati- 
schen Arbeiten über einen Schmuttermayer aus .jener 
Zeit fand. 

<.Im Jahre lölO wurde Haus Schmettermeyer oder 
Schmottermeyer als Münzmeister in Bamberg angestellt. 
Derselbe war Goldschmied, komml aber in den Kämmerei- 
rechnuugen nur von lölO — lö vor, und zog vermuthlich 
wieder weg. Es ist wahrscheinlich, dafs er mit Hans 
Sfhmuttermayer, 'welcher 1303 Münzwardein zu Schwa- 
bach wurde und die meisten Münzstempel schnitt, eine 
Person ist." 



So schreibt Heller in seiner Beschreibung der bam- 
bergischen Münzen, S. 19, und bezieht sich dabei auf Füfs- 
lis Lexikon II, 1519 und Kirschs Münzarchiv VIII, 31. 
Auch Fikentscher in seinen «Beiträgen zur Geschichte 
der markgräflich brandenburgischen Münzstätten zu Ans- 
bach, Schwabach und Jägerndorf ^ führt (Sep. -Abdr. 
Seite 17) als Münzwardein zu Schwabach an: »1303 Hans 
Schmuttermayr." 

Diese beiden Schmuttermayr (Schmettermeyer, Schmot- 
termeyer, Schmuttermayer, Schmuttermeyer) mit dem Vor- 
namen Hans sind sicher eine und dieselbe Person. Er 
tritt 1303 als Münzwardein in SchwaJjach auf, »wo er die 
meisten Stempel schnitt«, wurde 1310 Münzmeister in 
Bamberg, erscheint aber dort nur bis 1313, wo er viel- 
leicht starb. Nach Heller war Schmuttermayer auch Gold- 
schmied, also eine mehrseitig gebildete Persönlichkeit. 

Es tritt nun die Frage heran : Ist dieser Hans Schmut- 
termayer, der Goldschmied, Stempelschneider, Münzwar- 
dein und Münzmeister war, und der Hans Schmutter- 
mayer, welcher »nicht um eigener Ehre willen, sondern 
zum Preise. Ruhm und Lobe der alten Vorgeher, Setzer 
und Finder der hohen Kunst des Bauwerkes" sein Fialen- 
büchlein schrieb, eine und dieselbe Person? Ich möchte 
dies bejahen. 

Schon der Umstand, dafs er einen so selten auftau- 
chenden Namen führt, der noch dazu im Vornamen stimmt, 
spricht dafür. Das Büi.-hlein hat Abbildungen in Ku]ifer- 
stich, und die Kupferslecherkunst wurde ja im 13. Jahrh. 
ziemlich ausschliefslich von Goldschmieden geübt, die 
auch Fialen und Mafswerk bei ihren Metallarbeiten häu- 
fig genug verwendeten, also davon Kennlnifs haben mufs- 
ten. Auch möchte ich darauf hinweisen, dafs die ver- 
schiedenartige Beschäftigung, in der Schmuttermayer uns 
heute entgegentritt, nicht dagegen spricht, dafs er auch 
das Fialenbüchlein schreiben konnte. Einer der berühm- 
testen Deutschen, ein Landsmann und Zeitgenosse Schinut- 
termayers, liefert uns ja das Beispiel, dafs solche Viel- 
seitigkeit in damaliger Zeit öfter vorkam. Es ist Albrecht 
Dürer. Derselbe war ja auch Maler, Kupferstecher und 
Architekt, schrieb Werke über Mefskunst und über die 
Proportion des menschlichen Körpers und es sind ja auch 
Medaillen bekannt, welche seiner so geschickten Hand 
entstammen. 

Ob der in Scluvahach und Bamberg vorkouimoude 
Goldschmied Schmuttermayer ein Nürnberger war, isl al- 
lerdings noch nicht entschieden, dafs er aber mit Niun- 
berg in vielfachen Beziehungen stand, liegt auf der 
Hand, so dafs er sich wol im Fialenbüchlein »von Nürn- 
berg" nennen konnte. 

Nürnberg. C. F. Gebert. 



43 



Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



46 



Zur Baugesctaicbtc des Schlosses zu Geissen. 

Die kunstgeschichtliche Studie : Das Sciilofs zu Mei- 
fsen, welche der durch seine Publikation über das Schlofs 
zu Dresden bereits vortheilhaft bekannte Architekt Cor- 
nelius Gurlitt in Dresden vor Kurzem verüffentlich hat, 
verdient besonders um deswillen gröfsere Beachtung, 
weil durch sie der geniale Meister Arnold zum ersten 
Male fachmännische Beurtheilung erfahren hat. Da die 
Quellen über die zehn Jahre, weli'he wir deu Meister ver- 
folgen können, nur äufserst spärlich fliefsen, jeder kleine 
Beitrag aber der weiteren Forschung dienlich sein kann, 
so trage ich zu meinem im Archiv für die sächsische 
Geschichte, n. F. IV u. V gemachten Mittheilungen und 
von sonst auf die Baugeschichte des Schlosses bezüglichen 
Materialien kurz noch folgende nach: 

1446 (am Donnerstag nach Oeuli) sehreibt Kurfürst 
Frieih'ich der Sanftmütliige an den Rath zu Dresden (Ori- 
ginal im Rathsarchiv zu Dresden, CXVI, ö3 <=) : «Wir sind 
in meynunge, einen buw uff unserm slo.sse hie zcii Mis- 
sen zcufertigen la|oen, dorczu uns kalks und zcygels ge- 
brichel. als begern wir von uch mit besunderm lliße, 
ir wollet uns uwern obern kalckofen lihen, kalck und 
zcygel dorynn zcuburni'n (zu hrruiwii), uns aui-h die erde 
zcu dem czigel geben . . . .« 

Dem letzten Viertel des 1."). Jahrh. geh"irt der nach- 
stellende Bericht (Akten des Hauptstaatsarchivs zu Dres- 
den : Allerhand Regierungssachen Herzog Georgs etc. 
Loc. 10041. Bl. S»-) an: 

Uml) den Baue zu Meissenn der nawe kenipten') hatt 
vnnser g. her vnnd die Rethe oftmals besichtiget viind 
finden in irin bcduncken, da|i e|5 besser sein solde, da|i 
man das gemewer mit eytteln gcwelben nicht beschweret, 
Sundern das man III gewelbe machte, vnnd da|i andre 
mit decken (aufJ vrsachen zcu ersten das gewelbe melier 
steyner sewien dorffen [bedürfen, er/ordern) denn holczene 
decken, zcu andern das gewelbe vngesunder seyn sollen 
denn holczerne decken, zcu dritten wenn man in gewel- 
ben ret (redet) das sere schalt als vber giiad das verste- 
llen mag bequehiner vnd lustiger sein, ilann von eitteln 
gevvelben, ydoch das diT oiiirste boden vor fewer wol 
vei'waret uiirdi' dnrinne geschee ewer gnade wille. 

Vnib dap eul'ere gebewde der Nawenn Ryngk-Maw- 
ern versihel sich vnnser g. her, da(5 die hewer noch 
vnderrii'htunge der Wercklewtt hocjignuck werden sohle 
vnnd sein gnadi" wiu-e willens die Innere Mauwer mit 
satu|)t der koche (Kilchc) hewer audi anziilegenn \ nd 
wil dii; koche weil genug von d{'iii gro|i(ni iiewen ge- 
beudr dir ki'nipten rucken la.ssen ulT das das Innere 

1) (ItT neuen Kemenate; vgl. Schmollcr-Fr. . Iiayr. Wlicli. I, 
1244 f. 



slos rawms genug gewynn^n sulle. oder die gemache 
nicht weitter zu machen dann XIIII ader XV eilen weit, 
alzo da(i zu beider seit pferde mit guthem rawme stehen 
mugen vnnd da(J dieselben Inner mawrn als wol an das 
tor gehe alz die ewfere mit eynem ecktorrae vnd in ein 
dach bracht wurden , aißdann daß die Wercklewtt auch 
loben« etc. 

Zu der von mir a. a. 0. (IV. 33.i) ausgesprochenen 
Vermuthung. Arnold sei 1481 mit Tod abgegangen, habe 
ich noch zu bemerken, dafs in zwei Urkunden des Raths- 
an-hivs zu Freiberg vom 7. April 1483 der Witwe des 
Meisters Erwähnung geschieht und das (a. a. 0. 336) mit- 
getheilte Schreiben derselben jenen Urkunden voraufge- 
ffanffen ist. Denn die in dem genannten Gesuche an die 
Fürsten aufgeführte und noch bestrittene Forderung 
(äO rh. Gulden) des Dr. Lorenz (Meyfsner. zu Dresden) 
wird in einer jener Urkunden anerkannt, desgleichen 
werden durch sie die Schulden Arnolds an den Ober- 
marschall mit 100, an Kylian, den fürstlichen »haußkellerc 
zu Mcil'sen, mit 30, an »Meister Klaws. der kirehen 
zcu Meißen wergnieist er « mit äO und an Franz 
Peltcz. Bürger zu Freiberg, mit 20 rheinischen Gulden 
getilgt. 

Da Meister Arnold am 4. .Mai 1480 (a. a. 0. IV. 333) 
noch am Leben war. aber schon das Meii'sner Scliatzungs- 
regisler zur Türkensteuer von Plingslcn 1481 (im Raths- 
archiv zu Dresden. Hl. II tlg.) unter den Steinmetzen 
auf der «gnedigen hern liawwe« den Kleister uiciil er- 
wähnt, so läfst sich nunmehr die Zeit des Ablebens Ar- 
nolds mit gröfserer Bestimmtheil angeben. — 'SIW der 
Beendigung der Restauration und künstlerischi'n Aus- 
schmückung der Allirechlsburg hätte man den 400 jähri- 
gen Todestag ihres grofsen Baumeisters begehen sollen ! 

Ich unterlasse nicht, schliefslich noch die Namen der 
Steinmetzen, Maurer und Zimmerleute, welche 1481 am 
Schlofsbau beschäftigt waren, unter Hinzufügung ihres 
Steumlieitrags niitziitheilen '^) : 



Gonradt Swalie*) 
Kilian jiarlirer 
Ewald parlirer 
Titze Frani'ke 
Hanns Kranck 
Hernian Putzbach 
Hans Neydeck 
Hampilzsch 
Caspar Grawppen 
Heinrich von Budigen 
Brendel 



gr- 

IX Hans Arnolt 

Scliewgenicht 
« Jorge Jogel 
VlII Hai'iß Straßberg 

Jdst Freybcrger 

Pawl Sinit 

Meilen Frunt 
>' Caput 
» Jlichel 



VIII 



Beheim 
Hanß Swabe 



2) Man vergleiche zu tiicscm Vcrzeichnifs die Bauiecbnungen 
von 1477 in Cod. dipl. Sax. I?cc- II, 4 S. 94, in (iurlitts angezoge- 
ner Sclirifl, S. 19. 



47 



Anzeisrer für Kunde der deutschen Vorzeit. 



48 





gr. 


gr- 


Hans von Torgaw 


vni 


Hanns Koler VHI 


Hutteukneeht ; 


in i/n 


Mats Judenfmt * 


Mewerer. 




Joeoff Wonsidel » 


Mats KannegisjJer 


» 


Nickel Haynpusch » 


Nickel Prew|i 


M 


Valteu Mebi|5 » 


Steffau Belwin 


>i 


Steffan Haneman » 


Jorge Behem 


ö 


Steinbrech » 


l'rban Moller 


u 


Jorge Awerbach » 


Mats Zcac'hri|5 


» 


Jorge Lincke « 


Nickel Merbitz 


» 


Joeoff Wolff 


Helffirknechte alle 


nachgeschriben hat utzlicher (jeglicher) 




IV i/n gr. 


gegeben. 


Jorge Trenitz. 




Erhart Mertz. 


Hans Eoch. 




Nickel Schiferbart. 


Nickel Veit. 




Mats Kannegisßer. 


Caspar Kern. 




Jorge Geyseler. 


Pawi Gruntzsch. 




Hans Swacko. 


Caspar Koch. 




Jorge Lincke. 


Eytelhans. 




Haus Kern. 


Nickel Hoppe. 




Jorge Koch. 


Tomas Schultze. 




Donat Görn. 


Andris Pundeleff. 




Mats Wendt. 


Mats Wendichen. 




Hinrigk von Berlin. 


Jocoff Werner. 




"Werner Hesse. 


Anthonius Gregor. 




Loreutz Sneider. 


Andris Heide. 




Baltazar Prew(j. 


Mathey Schuster. 




Michel Schubert. 


Anthonius Steinhaws. 


Heintz Koch. 


Blasius Rote. 




Jorge Schuster. 


Merten Andris. 




Andris Strojiberg. 


Simon Muslakel. 




Jeronimus Kutz. 


Jorge Adeler. 




Michel Freyman. 


Andris Judas. 




Simon Faust. 


Kilian Ulman. 




Andris Nawstat. 


Haus Hawschilt. 




Hans Nawstat. 


JocoQ' Beyer. 




Hans vom Gadan. 


Bartisch Bornitz. 




Peter Sneider'. 


Michel Westenal. 






Hanns Krojiner. 




Dy zcymmerlewte. 


Thomas Blutichen. 




gr- 


Hans Mirisch. 




Melcher Werner VIII 


Simon Forster. 




Jorge Knuspel « 


Lucas Molberg. 




Jorge Voyt » 


Dresden. 




Theodor Distel. 



Heraldische Schildformen. 




Auf einer runden Gedächtnifstatel für eine von Lud- 
wig von Pienzenau zu Wildenholz im Jahre 1405 gestif- 
teten Messe befindet sich dessen vollständiges Wappen mit 
dem hier abgebildeten Schilde. Ihr jetziger Besitzer, Herr 
Rechuungsrath F. Warnecke in Berlin, hat diese Tafel 
in Nr. 10 des «deutschen Herold« v. J. 1881 abgebildet 
und beschrieben. 

Diese heraldische Schildform ") ist mir bis jetzt kaum 
vor dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts vorgekom- 
men, und ich möchte deshalb bezweifeln, dafs diese Tafel 
gleich bei Errichtung der erwähnten Stiftung ausgeführt 
worden ist. 

Sollten aber noch andere Beispiele dieser heraldischen 
Schildform aus so früher Zeit bekannt sein oder werden, 
so wäre ihre Veröffentlichung in diesen Blättern sicher 



allen Heraldikern sehr erwünscht. 



F.-K. 



*) Mit den Formen der wirklichen Schilde nicht zu ver- 
wechseln ! 



Die Minnelieder Heinriciis von Breslau. 

Die im Anzeiger. Dezbr. 1881, Sp. 332 mitgetheilte 
Notiz über eine Handschrift, welche Lledei- des Herzogs 
Heinrich von Breslau enthalte, bezieht sich ohne Zweifel 
auf die Pariser Liederhandschrift. Henricus Schobinger 
ist identisch mit Rarfliolomäus Schobinger (f 1604), der 
einen grolsen Theil der damals im Besitze des Freiherrn 
von Hohensax befindlichen Handschrift abschrieb. Vgl. 
R. von Raumer, Geschichte der germanischen Philologie, 
S. 52 ff. 

Heidelberg. K. Bartsch. 



3) wol .\rnolds Nachfolger als oberster Werkmeister. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Esaenwein- 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg. 



Mit einer Beilage. 



BEILAGE ZÜ3I AXZEIGER Fl R KÜNDE DER DEITSCHEX VORZEIT. 



1882. 



JNf 2. 



Februar. 



Chronik des gernianisclien Museums. 



Kürnberg, den 15. Februar 1882. 

Ihre Durchlauchten die Fürsten Hermann von Hatzfeldt- 
Trachenberg und Alfred von Hatzfeldt-Wildenburg ha- 
ben zum weiteren Ausbau der Karthause 500 m., Herr Freiherr von 
Mettingh in Nürnberg lOOm. gespendet. 

Den Städten, welche die Errichtung eines Städtesaales fördern, 
sind neuerdings beigetreten Coburg, Erlangen und Grabow. 

Den AdelsfamUien, welche gemalte Fenster im Kreuzgange ge- 
stiftet haben, hat sich Herr Ludwig Freiherr von Gumppenberg- 
Peurbach angescUossen und 450m. zur Verfügung gestellt. Den 
Betrag von 500m. haben die Herren Gebrüder Sachs, Kaufleute 
in Nürnberg, für ein Fenster gespendet, Herr Ignaz Laug da- 
hier einen solchen von 300 m. 

Herr Eduard von Eichel-Streiber in Eisenach hat auf 
die Rückzahlung einer Anlehensobligation von 857 m. verzichtet 
und sich vorbehalten, gelegentlich über die Verwendung dieses Be- 
trages zu Gunsten eines bestimmten Zweckes zu verfügen. 

Die freiherrlich von Lüffelholz'sche Gesammtfamilie hat ihr 
umfangreiches, wohlgeordnetes Familienarchiv dem germanischen 
Museum unter Vorbehalt des Eigenthumsrechtes überlassen. 

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der letzten Nummer 
wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet: 

Von öffentlichen Kassen: Münden (Hannover). Stadtma- 
gistrat 6 m. 

Von Privaten : Arnstadt, l^rofessor E Einert 2 m. Branden- 
burg. Gumpert, k. Kommerzienralh, 3 m. ^ Kopke, Lehrer an der 
Wredow. Zeichnenschule, 2 m Bremen. Everhard Carl Delius, Ren- 
tier, 10 m. Briinn. Gustav Ritter von Schöllcr, deutscher Konsul, 
20 m. Dachau. J. Bandorf. Notariatskonzipient, 2 m. ; Anton Mayer, 
Zimmermeister, 2 m.; Johann Mayer, k. Aufschläger, 2 m. ; Lud- 
wig von Neger, k. Amtsrichter, 2 m ; B. L Steinebach, Kaufmann, 

2 m.; M. Wiedenhofer, k.' Reg. -Rath und Bezirksamtmann, 2 m. 
Eger. Lippmann Abeles, Kaufmann, 2 m. . Anton Deschauer, Lehrer, 
2m ; Vinzenz Heidler, k. Notar, 2m.; Anton Schulde, Ilestaura- 
teur, 2 m.; Lorenz Taborsky, Brunneninspektor, 2 m ; Hans Wei- 
tzendörfer, Diurnist der k. k. Finanzbezirks-Direktion, 2 m. Fürth. 
Karl Bätziier, Kaufmann, 2m ; Kellner, Assistent der Chemie an 
der Realschule, 2ra ; J. P. Lotter, Kaufmann. 5m.; Dr. Morgen- 
stern, Fabrikbesitzer, 3 m.; J. D. Müller, k. Eisenbahn-Oftizial, 2 m. ; 
Obermeier, Kaufmann, 2 m. ; Adolf Präger, Kaufmann, 2 m. ; August 
Witschel, k. Amtsrichter, 2m.; K. Wollner, k. Landgerichtsrath, 
(statt bisher 2m) 3 m. Jena. Professor Dr. Fuchs, überlandesger.- 
Rath, 5 m. ; Professor Gädechens, Hofrath, (statt bisher 2 m.) 3 m. ; 
Hofrath Dr. Riclitir, Gymasialdirektor, 3m.; Dr. Ritter, Gymnasial- 
lehrer, 3 m. Nürnberg. J C. Buchner, Lehrer, 3 m.; Dengler, k. 
Reallehrer, 3 m.; Gebr. Ditlrich 10 m.; Karl Grcittherr, (iymnasial- 
assistent, 3 m.; K. Hartwig, k. Reallchrcr, 3 m.; Heinlein, Pfarrer, 

3 m.: Konrad Hefs, Kaufmann, 3 ra. ; Kuppler, k. Rcallehrer, 3m.; 
Rinccker, k. Reallehrer, 3 m. ; Stiefel, k. Reallehrer, 3 m. ; L. Uebel- 
acker, Spiclwarenfabrkt., 10 m. Pleinfeld. Ludwig .Stindt, k. Be- 
triel)sassistent und Ingen., 3 m. Wien Adolf Schluck, Beamter der 
I. iisterr. Sparkasse, (statt bisher 2 m.) 4 m. 

Einmalige Beitruge wurden folgende gespendet: 
Vun Privaten: Bärn Hans Lichtblau, Freigulsbcsitzer, 4m. 
Bremen Edu.ird Dubbcrs, Kaufmann, 20 m. Rotenburg a. F. von 



Altenbockum, Landrath. 2 m. ; Brinkmann, Katasterkontroleur, 1 m. ; 
Greymann , Baumeister , 1 m. 50 pf. ; Hitzeroth , Rentmeister, 1 m. ; 
Pfeifl'er, Amtsrichter, 2 m. ; Stamm, Apotheker, 1 m. ; Dr. med. ün- 
gewitter, 2 m. ; Walther, Oberförster, 1 m. 

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu : 

L Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Samm- 
lungen. 

(Nr. 8534-8540.) 
Leipzig. E. A. Seemanns Verlagshandlung: Kunsthistorische 
Bilderbogen. Zweites Supplement, 2. u. 3. Lieferung. — Neuss. 
Busch, Regierungsbaumeister: Ansicht der Quirinuskirche zu 
Neufs, Stahlstich von L Rausch. — Nürnberg, v. Huber- Lie- 
ben au, Landgerichtsrath: Ein älteres Kartenspiel. L. Meyer, 
Privatier : Denar v. Pipin d. Kl. Jak. Raab, Uhrmacher: Taschen- 
uhr, welche sich durch das Tragen selbst aufzieht, (Perpetuale) 
von Job. Weltz in Fürth: 18. Jhdt. Speckhardt, Uhrmacher: 
Standuhr v. 18 Jhhdt. in geschnitztem und vergoldetem hölzernen 
Gehäuse. Widmann, Kaufmann: Brieftasche mit Stickerei vom 
Beginne des 19. Jahrhdt. — Ravensburg. Roth, Pinselfabrikant: 
Attrappe in Gestalt einer Semmel, in deren Innerem 2 Wachsfiguren. 
18. Jahrb. 

IL Für die Bibliothek. - 

(Nr. 45,580—45,796.) 
Altenburg. Kunstgewerbe-Verein: Dcrs., Bericht etc. vom 
18. Oktbr. 1879-18. Oktbr. 1881 8. — Amorbach. C. Jos. Albert, 
fürstl. Revisor : Zeiller, regnorum Daniae et Xorwegiae ut et dura- 
tuum Slesvici et Holsatiae . . . descriptio. 1655. 12. — Bächlingen. 
(Württemb ) G. Bossert, Pfarrer: Dcrs., Beiträge zur Kunstge- 
schichte Frankens im IG. und 17. Jahrh. (Schwab. Kronik, 1882. 
Nr. 18 u. 24.) 2. — Berlin. Ernst u. Korn, Verlagsh. : Schäfer, 
die Glasmalerei des Mittelalters und der Renaissance. 1881. 8. 
Hennicke, Mittheiluugen über Markthallen in Deutschland, England, 
Frankreich, Belgien und Italien. 1881. 2. H. S. Hermann, Ver- 
lagsh.: Warnecke. Musterblätter für Künstler und Kunstgewerb- 
treibende etc.; 3. Lf. Bl. 41—60.2. Franz Lippcrhcide, Ver- 
lagshandlg. : Lipperheide, Musterbücher für weibliche Handarbeit. 
I. Samml. 1881. 4. Adolf Meyer: Ders., Zwittermünzen mit den 
Bildnissen des Kaisers Franz I. und seiner Gemahn Maria Theresia. 
1881. 8. Sonderabdr. Nebst Nachtrag. Osw. Sechagen, Ver- 
lagsh.: Hcidenheimer, Petrus Martyr Anglerius und sein Opus 
epistolarum. 1881. 8. Otto Spamer, Verlagsh.: Schmidt, illu- 
strirte Geschichte von Preufsen ; 36. Heft 8. Jul. Springer, 
Verlagsh.: v d. Linde, Quellenstudien zur Geschichte des Schach- 
spiels. 1881. 8. — Bonn. Dr. E. aus'm Weerth, Direktor des 
rhein. Provinzialmuseums: Gewerbe- und Kunst- Ausstellung Düssel- 
dorf 18)^0. 1881. 4. Universität: Apfelstedt, Laut- und Formen- 
lehre einer lotring. Psalterübersetzung des 14. Jahrh. 18S1. 8. 
Einnenkel, über die Verfasser einiger neuangelsächs. Schriften. 

1881. 8. Lorsch, Briefe von Karl Friedr. Eichhorn etc 1881. 8. 
Pirig, Untersuchungen über die sogen, jüngere Judith, mittelhochd. 
Gedicht. 1881. 8 und 47 weitere Schriften nicht historischen Inhal- 
tes. — Braunschwelg. Dr. Ed. Brinckmeier, Hofrath: Ders., 
prakt. Hanilbuch der Chronologie aller Zeiten und Völker ; 2. Aufl. 

1882. 8. G. C. I). Meyer sen., Buchh. : Oberhey, das braun- 
schweigische Gesangbuch nach seiner Entstehung und Gestaltung. 
1880. 8. — Brüssel. Rozez, Jibraire : Lart ancien k l'expositiou na- 
tionale Beige. 1882. 2. — Oarmstadt Ernst Wörner: Ders., von 



51 



Anzeia'er für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



52 



Darmstädter Künstlern und Darmstädter Kunst aus der Zeit des 
Rococo und des Zopfes. 18S1. S. Souderabdr. — Dresden. L. Ehler- 
mannn. Verlagsh. : Gödeke, Grundrifs zur Geschichte der deut- 
schen Diclming; III Bd. 6. Hft. 18S0, 8. H. Klemm's Verlag: 
Klemm, die Staats- luid Civil-üniformen aller Verwaltungsbranchen 
im deutschen Reiche. 8. Ders. , die Militär - Uniformen des deut- 
schen Reiches. 8. Ders., der TOrschriftmiilsige T;ilar im Kunigr. 
Preufsen. 8. Ders-, der vorschi-iftmälsige Talar im Königreich 
Bayern. 8. Ders., die geistlichen Gewänder kathol. und evangel. 
Coüfession. 8. Rath der k. Haupt- u. Residenzstadt: Ders, 
Verwaltiujgs-Bericht etc. f. d. J. 18S0. 1881. 4. Karl W. Freih. 
V. Tettau: Ders., Beiträge zu den Regesten der Grafen von Glei- 
chen. II. (1301—1631). 8. Karl Tittmann, Verlagsh.: Ders., 
Dresden vor hundert Jahren. 1881. 8. — Düsseldorf. Schaub'sche 
Buchh. : Fahne , Denkmale und Ahnentafeln im Rheinland und 
Westphalen : III. Bd. 1879. 8. Ders., neue Beiträge zum Limes 
imperii Romani Germaniae secundae. 8. Souderabdr. Ders. , das 
Geschlecht Mumm oder Momm ; III. Bd. 8. — Ellwangen. Ger- 
ber, Landgerichtsrath : Gmelin und Elsässer, neueste juristische 
Literatur. 1777. Bd. I. II. 8. — Erfurt. W. Freiherr von 
Tettau.- Beiträge zu den Regesten der Grafen von Gleichen, IL 
U301— IG31.) 8. — Erlangen. Dr. E. Steinmeyer, Universitäts- 
Professor: Ders. u. Sievers, die althochdeutschen Glossen; II. Bd. 
1882. 8. — Freiburg I. Br. Herder'sche Verlagsbnchh. : Real-En- 
cyklopädie der christlichen Alterthümer ; 6. Liefg. 1881. 8. J. C. 
B. Mohr, Verlagsbnchh.: Lindt, Beiträge zur Geschichte des deut- 
schen Kriegswesens in der staufischen Zeit. 1881. 8. Lufl't, der 
Feldzug am Mittelrhein von Mitte August bis Ende December 1793. 
1881. 8. Tacitus, de origine et situ Germanorum; ed. Holder, 1882. 
S. Einhardus, vita Karoli imperatoris ; ed. Holder. 1882. 8. Beowulf, 
herausg. von Holder; I. 2. Autl. 1882. 8. Otfrids Evangelienbuch, 
herausg. von Piper. 1862. 8. Universität: Die Universität Frei- 
burg seit dem Regierungsantritt S. k. H. des Groisherzogs Fried- 
rich von Baden. 1881. 4. Carpentier, Nikoläsdrapa Halls prests. 

1881. 8. Gummere, the anglo-saxon metaphor. 1881. 8. Withalm, 
über eine stilistische Eigenthümlichkeit in Lessings Dramen. 1880. 
3 u. 52 weitere akademische Gelegenheitsschriften. — Geldern. 
Fried r. Nettesheim: Ders., Geschichte der Schulen im alten 
Herzogthume Gelderil ; Lief. 7. u. 8 8. — Gotha. Justus Per- 
thes, Verlagsh.: Almanach de Gotha; 119. annee, 1882. 16. Go- 
thaischer genealog. Hofkalender; 119. Jhg. 1882. 16. Gothaisches 
genealog. Taschenbuch der gräflichen Häuser; 55. Jahrg. 1882. 16. 
Gothaisches genealog. Taschenbuch der freiherrl. Häuser; 32. Jahrg. 

1882. 16. Österley, histor. - geographisches Wörterbuch des deut- 
schen Mittelalters; Lief. 1—5. 1881. 8. — Hannover. Hahn'sche 
Buchh. : Monunienta Germaniae historica : scriptorum tom. XIII. 
1881. Imp. 2. Monumenta Germaniae historica; legum Sectio IL: 
capitularia regum Francorum, ed. Boretius, tomi I. pars prior. 1881. 
4. H. W. H. Mithoff, Oberbaurath a. D. : Ders., Mittheilungen 
über die Familie Mithoff, bürgerlicher und geadelter Linie. 1881. 
4. — Kaufbeuren. G. Mayr'sche Buchh.: Höynck, Geschichte des 
Frauenklosters in Kaufbeuren. 1881. 8. — Kiel. Universität: 
Schriften der Universität zu Kiel aus d. J. 1880/81. Band XXVII. 
1881. 4. Lorck, Hermann von Salza. Sein Itinerar. 1880. 8. Puls, 
Untersuchungen über die Lautlere der Lieder Muscatblüts. 1881. 
8. Schrader, das altenglische relativpronomen mit besonderer 



berücksichtigung der spräche Chaucers 1880. 8 und 27 weitere 
akademische Gelegenheitsschriften. — Köln. Otto Rothschild: 
Der deutsch -französische Krieg von 1870 — 71 in japanesischer 
Sprache. 8. — Kupferzell. F. K. Fürst Ho henlohe- Waiden- 
burg, Durchl. : Ders., Zwanziger des Fürsten Carl Albrecht I. 
zu Hohenlohe -Waidenburg etc. v. J. 1777. 1881. 8. — Leipzig. 
Friedr. Brandstetter, Verlagsh.: Richter, Bilder aus der deut- 
schen Kulturgeschichte: Bd. I, 2. 1881. 8. F. A. Brockhaus, 
Verlagsh.: Felsler, Geschichte von Ungarn; 23. Liefg. 1881. 8. 
Alexander Duncker, Verlagsbnchh.; ..Abgüsse'' alter Glasma- 
lereien. 1882. 8. Sonderabbr. — T. O. Weigel, Verlagsh.: Catalog 
einer Sammlung von alten Original -Handzeichnungen etc. v J. A. 
G. Weigel. 1869. 8. — Loroh a. Rhein. A. Keuchen: Barclaius. 
Argenis. (1763.) 8. — Mainz. Dr. K. G. Bockenheimer: Ders., 
Mainz zu Anfang des XIX- Jahrh. 1882. 8. Sonderabdr. — Merse- 
burg. Landesdirektion der Provinz Sachsen: v. Mülver- 
stedt, regesta archiepiscopatus Magdeburgensis ; II. Thl. 1192 — 
1269. 1881. 8. — München. K. Hof- u. Staatsbibliothek: Ca- 
talogus codicum latinorum bibliothecae regiae Monacensis ; t. II. 
p. IV. 1881. 8. Christn. Kaiser, Verlagsh.: Bugge, Studien 
über die Entstehung der nordischen Götter- und Heldensagen; 
I. Reihe. 1. Heft. 1881. 8. Ernst Stahl Verlagsh.: Mühlbauer, 
thesaurus resolutionum s. c. concilii etc. ; tom. IV. fasc. XI. 1882. 
4. — Naumburg. Paul Frohwein, Architekt: Ders., der Ausbau 
des Doms zu Naumburg a. S. (aus Rombergs Zeitschr. f. prakt. 
Baukunst, 1881. Xr. 21, 23, 25, 27 u. 29.1 4. — Nürnberg. Karl 
Evora, Architekt: Xiederländische Geschichten. 2. J. Kamaun, 
Realienlehrer: Ders., aus Paulus Behaims I. Briefwechsel, 1533 — 
35. 1881. 8. Sonderabdr. J. B. Külb, Fabriktheilhaber: Exempla- 
ria horologiorum Solarium. Pap. Hs. 16. Jahrh. 2. Paul Ziegler, 
Bildhauer: Parkyns, Entwürfe zu Anlagen und Verschönerungen 
der Landsitze und grolsen Gärten. 1796. qu 2. — Prag. Bruno 
Bischoff: Ders., die mittelalterlichen Kunstdenkmale in Prag. 
8. Dr Edm Schebek: Ders., die Löäung der Walleusteinfrage. 
1881.8. Pangerl, Schriftproben, IX -XVI. Jahrh. 1678.8. Deut- 
scher Verein zur Verbreitung gemeinnütziger Kennt- 
nisse: Ders-, Sammlung gemeinnütziger Vorträge: Nr. 4- 7. 13. 
19—21. 31. 33. 35. 39 40. 44. 50. 53. 56. 59-61. 64. 65. 70. 71. 
XII. Jahresbericht etc. Vereinsjahr 1880. 8. — Regensburg. Alfred 
Coppenrath, Verlagsh.: Daumer, Kaspar Hauser. lö7o. 8. Dau- 
mer, das Wunder. ,1874. 8. — Stuttgart. J. Engelhorn, Ver- 
lagsh-: v. Leixner, unser Jahrhundert : Lief. 35. 36- 8. — Tübingen. 
H. Laupp'sche Buchh : Steift', der erste Buchdruck iu Tübingen. 
1881. 8. Thudichum, Traube und Wein iu der Kulturgeschichte. 
1881. 8. — Waldsassen bei Eger. J A. Schanz: Ders, Karlsbader 
(Leipzig-Dresdner) Leuchtkugeln; Bd. I, 1—8. Heft. 1881. 8. — 
Wien. Dr. Jos. Karabacek, Univers.-Professor : Ders., über einige 
Benennungen mittelalterlicher Gewebe; I. 1882. 8. Job. Klein, 
k. k. Professor u. Historienmaler : Ders-, kirchliche Kunst ; II. Folge. 
1881. gr- 2- K. K. Oberstkämmereramt: v. Leitner, Freydal 
etc.; 17—20. Lfg. 1881. gr. 2- M. Thausing: Ders., Dürer's 
frühe Holzschnitte ohne Monogramm. 8. Sonderabdr- L. Zamarski, 
Hofbuchdrucker: Weller, die kaiserl. Burgen und Schlösser in Bild 
u. Wort- 1880. 8. — Würzburg. J. Hörnes, Bezirksamtsassessor: 
Ders., die deutsche Schule in Wirzburg nach dem 30jährigen 
Krieg bis zum Ausgange des 17. Jahrh. 1881. 8- Sonderabdr. 



Schriften der AKadeiiiieen, .Museen und liistoriselien Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind : 



Grofsherz. General-Landesarchiv zu Karlsruhe : von Schreckenstein. â– - Zwei Urkunden aus dem ehemals freiherrl. 

Zeitschrift etc. XXXIV. Bd., 3. u. 4. Heft 1881. 8. Einige von Baden'schen Familien- Archive. Von Poinsignon. — Zur Ge- 
Aktenstücke zur Geschichte des schmalkaldischen Krieges, zunächst schichte der Stadt Waldshut 1526—30. Von Baumann. — Das 
die CoDunende Mainau u. die Bailei Elsafs-Burgund betr. Von Roth grofse historische Sammelwerk in der Leopold -Sophien -Bibliothek 



33 



Anzeie-er für Kunde der deiitsc-hen Vorzeit. 



d4 



in üeberlmgen. (Schi.) Von Böll. — Urkundliche Beiträge zur 
Geschichte des Bauernkrieges im Breisgau. Von Hartfelder. — Zur 
Geschichte der Abtei Bronnbach a. d. Tauber. Von Kaufmann. 

Gesammtverein d. deutschen Gesch.- u. Alterthums- 
vereine zu Darmstadt: 

Correspondenzblatt etc. 29. Jahrg. 1881. Xr. 9-12. 4. Ver- 
einsangelegenheiten. — Das Mithrasheiligthum in Friedberg. Von 
S. — Zur Blasonierung der heraldischen Löwen u. Leoparden. Von 
F.-K. (Mit Abbild.) — Die Rheinbrücke zu Mainz ein Riimerbau. 
Vortrag. . von Fr. Schneider (Mit 3 Tafeln ) — Das Wappen der 
Grafen von Ziegenhain ist nur theihveise ein redendes. Von F.-K. 
(Mit Abbild.) — Fund einer römischen Inschrift im Odenwald. Von 
Zaugenmeister. — Ueber ein in Friedberg gefundenes PVagment 
eines grofsen Mithrasbilds. Von Dr. Gg. Wolff. (Mit Abbild.) — 
Erinnerungen aus Hohenzollern im Juni 1881. Von Cohausen. — 
Die Waliburg Rippenweiher im Odenwald. Von dems. iMit Abbild.) 
Der Pfahlgraben vom Main zur Wetter. Von dems. — Wirksam- 
keit der einzelnen Vereine. ^ Literatur. 

Verein f. Gesch. u. Alterthumsk zu Frankfurt a. M. : 

Archiv etc. Neue Folge. VII. Bd. 1881. 8. Sigmund Feyer- 
abend. Sein Leben u. seine geschäftlichen Verbindungen. Bearb. v. 
H. Ballmann. (Mit Abbild.) VIII u. 272 Stn 

Mittheilungen etc. VI. Bd. II. Heft. 1881. 8. Mit 8 Tafeln 
Abbildungen. — Zum 200 jähr. Jubiläum der St. Katharinenkirche. 
Von Dechent. — Die hülsenden Schwestern der heiligen Maria 
Magdalena in Deutschland. Von Grotefend. — Sechs Gedichte über 
die Frankfurter Messe- Von Kelchner. — Unedirte Heddernheimer 
Inschriften. Von Riese. — Untersuchungen über mittelalterliche 
Wandmalereien in Frankfurter Kirchen und Klöstern. Von v. Donner. 

— Heidnische Ansiedlungen und Fundplätze in der nächsten Um- 
gebung von Frankfurt a. M. Von Hammeran. — Der german. 
Begräbnilsplatz bei Niederursel. Von Scheidol. — Die Frankfurter 
Münzen. Von Joseph. 

Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte: 
Zeitschrift etc II. Bd. 3. Heft. Romanistische .Vbtheilung. 
II. Heft. Weimar. 1881. 8. 

Geschichts- u. Alterthums-Verein zu Leisnig: 
Mittheilungen etc VI. Heft hrsgeg. v. Dr. med. C. M. Müller. 
1881. 8. Die Cantorei zu Leisnig. Von Dr. Müller- — Graf 
Wiprecht von Groitzsch als Herr von Leisnig u. Golditz. Von Hingst. 

— i.'ber die Kastenordnung der Gemeinde zu Leisnig vom J. 1523. 
Von Anacker. — Die Burg Leisnig- Von Dr. Müller. — Leisnig 
im schmalkaldischen Kriege 1547. Von Hingst. — Vercinsangelegen- 
heiten. 

K. Sachs. Staatsregierung u. k. s. .VI t erth- Ver ei n : 
Neues .-Archiv etc. II. Bd. 1. — 4. Heft. Dresden. 1881. 8. 

Studien zur Geschichte der sächsisch. -böhmischen Beziehungen in 

den Jahren 1468 bis 1471- Von Dr. II. Ermisch. — Zur Gesch. 

dcr Juden in der Oberlausitz wahrend des Mittelalters. Von H. 

Knothe. — Zur Gesch. des Frauenhauses in Altenburg. Von M. 

J. .Meisner. — Ein fliegendes Blatt über den Antheil der Sachs. 

-Vrmec an der Schlacht am Kahlenbcrge bei dem Entsätze von Wien 

im J. 1683. Mitgeth- v. Dr. E. Joachim- — Herzog Wilhelm von 

Sachsen u. sein bcilimisches Söldnerheer auf dem Zuge vor Soest. 

Von Dr. .\. Bachmann. — Ilcinr. Friedr. Graf von Friesen, k. poln. 

u. kurf Sachs, geh. Kahinctsminister u. General der Infanterie. 

Von 0. von Schimpff. — Die Berka von der Duba auf Ilohnstein, 



Wildenstein . . u. ihre Beziehungen zu den meifsnischen Fürsten. 
Von Dr. H Knothe. — Napoleon in Dresden (8. Mai 1813). Von 
H. Frh. von Friesen. — Aus dem Schulwesen Sachsens, besonders 
in Mittweida u. Freiberg, zu Ende des 17. Jhdts. Von Ch- G- Ernst 
am Ende. — Zur Bevülkerungs- u. Vermögensstatistik Dresdens im 
XV. Jhdt- Von Dr. 0. Richter. — Nachträge zum Urkundenbuche 
der Stadt Chemnitz. Von Dr. H. Ermisch. — Die wirtbschaftlichen 
Einrichtungen, namentlich die Verpflegungsverhältnisse bei der 
kursächs. Kavallerie vom J. 1660 bis zum Anfange des laufenden 
Jahrhdts. Von Frhrn. A. von Minckwitz. — Literatur. 

Jahresbericht des ebengenannten Vereines über das Vereins- 
jahr 1880 — 1881. 

W^ estpr eu f sischer Geschichtsverein zu Danzig; 

Zeitschrift etc. Heft VI. 1682. 8. Geschichte dos Karthauser 
Kreises bis zum Aufhören der Ordensherrschaft. Von t Dr. Theodor 
Hirsch. — Ueber den Namen der Stadt Danzig. Von Dr. Karl 
Lohme)'er. — Graf Heinrich von Derb}- in Danzig. Von Dr. R. 
Pauli. 

Gesellsch- f. pommersche Gesch. u. Alterthumsk.: 

Baltische Studien etc. XXXII. Jhg. I. Heft. Stettin, 1882. 
8. Das älteste Schöfl'enbuch von Freienwalde in Pommern. Von 
H. Lemcke. — Die städtischen Archive der Provinz Pomuieru links 
der Oder. Von Dr. Prümers. — Kleine Mittheilungen. Von Dr. 
V. Bülow. 

Historischer Verein für Ermland: 

Zeitschrift etc. .Lahrg. 1881. VII. Bd. 3. Heft. Braunsberg, 
1881. S. Das Lobgedicht des heiligen Adalbert. III. Von Dr. A. 
Kolberg. — Treters Leben des heil. Benedict- Von Dr. F. Hipler. 
— Der Artushof und die St. Georgenbrüder in Braunsberg. Von 
dems — Vereinsangelegenheiten. 

Kunstgewerbe-Verein zu Magdeburg: 

Pallas. Zeitschrift etc. III. Jahrg. Nr. 1. 4. Andreas Schlü- 
ter als Baumeister und Bildhauer. Von Rust-Wernigerode. — Ver- 
einsangelegenheiten. — Miscellen- 

Vorein für nieklenhurg. Gesch. u. Alterthumsk.: 

Jahrbücher etc. sammt angehängten Quurtalberichteu u. Schlufs- 
bericht. 4G. Jahrg. Schwerin, 1881. 8- Die slavischen Ortsnamen 
in Meklenburg Von P. Kühnel. — Beiträge zur Geschichte der 
grofsherzogl. Justiz -Kanzlei zu Schwerin. III. (Schi.) Vom f A. 
J. C. zur Nedden. — Mirislawa, Fürstin von Wenden, im Stifts- 
kapitel zu Quedlinburg. Von Dr. von Mülverstedt — Prähistorische 
Alterthümer. — Mittelalterliches. — Ein Leinen -Laken mit dem 
meklenburgischen Wappen. Von Dr. Lisch. 



LilerHliir. 



Neu cischiciiciic Werke: 
3) Geschichte der Festung Ulm von Emil von Löff- 
ler, k- württembergischem Generalmajor a. D. Mit 29 Holz- 
schnitten und 3 lithographirten Plänen. Ulm, Verlag der 
Wohler'schen Buchhandlung (.Arnold Kuthe). 1861. VIII 
und 592 Seiten. 
Nicht der des Anziehenden soviel bietenden Geschichte der 
ehemaligen freien Reichsstadt Ulm und ihres beträchtlichen Ge- 
bietes überhaupt, sondern lediglich der Geschichte und der Bedeu- 
tung Ulms als fester Platz ist das uns vorliegende Werk gewidmet, 



Anzeiger für Kimde der deutscheu Vorzeit. 



06 



welches aber doch auch wieder eiueu nicht uninteressanten Beitrag 
zur allgemeinen Geschichte der alten Reichsstadt bildet, die unter 
den süddeutschen, für die Entwickelung der deutscheu Kultur höchst 
wichtigen Reichstädten einen so hervorragenden Platz einnahm. 
Der Verfasser beginnt seine Mittheilungen mit Nachrichten über 
Ulm zur Zeit der römischen Herrschaft und über die karolingische 
Pfalz daselbst, geht dann zu den mittelalterlichen Befestigungen 
der Stadt und den verschiedenen Systemen der Befestigungen Ulms 
bis auf die allerneueste Zeit über, so dals dem Leser des Werkes 
die ganze Entwickelung der deutschen Städtebefestigung und ein 
grofser Theil der Kriegsbaukunst überhaupt von der ältesten bis 
auf die neueste Zeit an einem thatsächlichen Beispiel im Zusam- 
menhange mit den allgemeinen kriegerischen Begebenheiten Deutsch- 
lands, resp. Süddeutschlands und besonders Schwabens, ausführlich 
vor Augen geführt wird. Die Nachrichten über die späteren Zeiten 
sind naturgemäfs viel umfangreicher und eingehender als diejenigen 
über die früheren ; doch bieten letztere manches interessante Ma- 
terial zur Geschichte des Kriegswesens der deutschen Reichsstädte. 
Von besonderem Interesse ist das auf Grund langjähriger archiva- 
lischer und anderer Forschungen gegebene genaue Bild der mittel- 
alterlichen Befestigung Ulm's, der Dimensionen derselben, der An- 
lage der einzelnen Thürme und Thore u. s. w. , das durch Zeich- 
nungen und Pläne noch instruktiver gemacht wird , wobei nur zu 
bedauern ist, dals die Quellen ungenannt bleiben, auf deren Grund 
der Verfasser seine Mittheilungeu aufgebaut hat. Das Buch wird 
den Freunden der Geschichte Ulms eben so willkommen sein, als 
denjenigen der Geschichte des deutschen Kriegswesens und der 
Kriegsbaukunst, namentlich wird es aber auch dankbar von den 
Offizieren der ülmer Besatzung aufgenommen werden, welchen es 
ein, sie von allen kriegerischen Ereignissen früherer Zeiten, soweit 
sie auf Ulm Bezug haben, eingehend und schnell imterrichtender 
Führer nach dem Wunsche des Verfassers sein soll und auch sein 
wird. 



Termischte Nachrichten. 

10) Aus Nassau, 21. Jan-, berichtet der „Schw. Merk.": In 
unserer Lahngegend sind schon vor Jahren in verschiedenen Höhlen, 
namentlich bei Steeden, eine Menge von Rennthierknochen mit 
Schlagmarken und sonstigen Spuren menschlicher Bearbeitung ge- 
funden und im Wiesbadener Alterthumsmuseum aufbewahrt worden. 
Im Dezember vor. Js. hat man nun beim Aufräumen eines Stein- 
bruches in einer den früher ausgeräumten Höhlen benachbarten 
Höhle, beim sogenannten „Wildhaus", fünf noch gut erhaltene mensch- 
liche Schädel und sonstige menschliche Knochen gefunden. Diese 
Höhle scheint zar Bestattung der Todten gedient zu haben. Den 
Todten waren Gefäfse mit Speisen beigegeben, von denen sich noch 
Bruchstücke und gespaltene Bärenknochen erhalten haben. Aus 
den Schädeln und Gebeinen hat man erkannt, dafs es wenigstens 
7 Leichen waren, die hier ruhten, Männer, Frauen und Kinder. 
Am Eingange der sich am Ende erweiterten Höhle fand man eine 
mächtige Ablageruugsstätte von den Überresten der Jagdbeute ; die 
Zähne und Knochen gehören den Thieren der tertiären Periode an ; 
sie sind so massenhaft vorhanden, dafs mehrere Generationen dazu 
gehört haben müssen, um diese Anhäufung zu bewerkstelligen. Wei- 
ter fanden sich Pferdeknochen, ein Koprolith, statt des Feuerstein- 



messers ein Leditspan und dicke schwarze Topfscherben. Den 
Fund wird der Konservator des Wiesbadener Museums, Oberst v. 
Cohauseu, im 16. Annalenbaud des nassauischen Vereins für Alter- 
thumskunde ausführlich boschreiben. 

(Korresp. v. u. f Deutschi., Nr. 44.) 

11) Der Bodensee fällt in einer Weise, dafs nach der Aus- 
sage alter Fischer der gegenwärtig niedere Wasserstand den- 
jenigen von 1858 noch übertreffen und demjenigen von 1805, dem 
bekanntlich niedersten Stande, nahezu gleichkommen soll. Ueberall 
ragen bis zum Strombette des Rheins Sandbänke hervor. In Folge 
des niederen Niveaus wurden bei dem Schweizer Hörnle Pfahl- 
bauten aufgefunden und in denselben verschiedene Gegenstände, 
z. B. Steinbeile, entdeckt. 

(Norddeutsche Allgemeine Zeitung, Nr. 63.) 

12) Bremerhaven, 17. Januar. Unsere Archäologen — es 
sind ihrer zwar nur einige — sind durch die Offenlegung eines Ur- 
nenfeldes, wie es hier und wohl auch in weitester Umgegend in solcher 
Grofsartigkeit noch nie entdeckt wurde, in freudige Aufregung ver- 
setzt. Ein Landmann, der nämlich Feldsteine zum Landstrassen- 
bau zu liefern hatte, grub darnach auf einem Haidefelde bei Weh- 
den, einem Dorfe ca. 1 Stunde von hier über Lehe hinaus entfernt, 
und Stiels dabei auf einige Töpfe, die er dem in Lehe wohnenden 
Alterthümersammler Scheeper brachte, welcher sofort alte Todteu- 
urnen darin erkannte und nun nicht müde wurde, selber weitere 
Nachforschungen auf jenem Areale anzustellen, die am Montag den 
2. Januar d. J. zu dem Resultate führten, dafs über hundert sol- 
cher Urnen dort ausgegraben wurden. — Unser Herr Stadtdirektor 
Gebhardt und ein Verwandter desselben, Herr Professor Gebhardt 
in Elberfeld, waren, durch Herrn Scheeper von dem seltenen Funde 
benachrichtigt, mit letzterem weiter in der Sache thätig und hatten 
die Freude, am Sonntag vor 8 Tagen weitere 41 der kostbarsten 
Urnen an das Tageslicht zu ziehen, deren Werth durch die aufser 
Knochenresten in ihnen vorgefundenen Gegenstände noch bedeutend 
erhöht wurde. — Diese Urneu zerfallen in zwei Theile, nämlich in 
gänzlich roh aus Lehm zusammengekuetete , welche auf ein Alter 
von ca. 3000 Jahren schlielsen lassen, und aus solchen, deren For- 
men und Ornamentierung von einer ziemlich hohen Stufe der Töpferei 
zeugen, und die nur auf ein Alter von ca. 1000 Jahren schliefsen 
lassen, da sie Geräthe, Scheren, Messer, Pincetten etc. aus Bronze 
und Eisen enthielten, sowie rothe korallenartige Perlen, künstlich 
aus Steinen gearbeitete Spinnwirtel, zusammengeschmolzene Glas- 
sachen, anscheinend Stücke aui dem Fufse eines Pokals, eine etwa 
wie eine grolse Erbse starke, schwere, goldene Kugel, welche an 
beiden Enden einen kleinen Knoten zeigt und eine Menge Bronze- 
und Eisenstücke, deren ursprüngliche Form und Bestimmung nicht 
mehr festzustellen sein wird. Diese Dinge , sowie die Urneu, 
in welchen sie gefunden wurden, sind zweifellos römischen Ur- 
sprungs und - durch den Handel auch in diese Gegend gelangt. 
Man vermuthet noch eine grolse Anzahl Urnen auf jenem Wehdener 
Areal und wird, da sich die Landleute dort sehr entgegenkommend 
zeigen, weitere Nachgrabungen austeilen. 

(Bremer Nachrichten, Nr. 18.) 

13) Das Museum für die nordischen Alterthümer in Kopen- 
hagen hat in diesen Tagen einen interessanten, in Wester Marie- 
Kirchspiel auf Bornholm gefundenen Runenstein zugesandt erhal- 
ten. Der Runenstein ist, wie der „Voss. Ztg." geshrieben wird, 

• 4V4 Zoll lang, 3',j Zoll breit und 1 Zoll stark, besteht aus Sand- 



37 



Anzeio-pi" für Kunde der (leutsc-hen Vorzeit. 



iiS 



stein und enthält auf der einen Seite, umgeben von einer eingeritz- 
ten Einfassung, vier Zeilen Runen ; diese bilden aber keine Inschrift, 
sondern das jüngere Runenalphabet in derselben Reihenfolge 
wie das jetzige Alphabet. Der Stein stammt jedenfalls aus dem 
Schlufs des Mittelalters, oder dem Beginn der Renaissance. Born- 
holm ist sehr reich an Runensteinen aus dem Mittelalter, was seinen 
Grund darin hat, dafs sich der Gebrauch der Runen auf dieser abseits 
belegenen Insel weit länger erhalten hat, als auf den meisten anderen 
Stellen Skandinaviens Im Gegensatz zu der Ordnung der Runen 
auf dem jetzt gefundenen Steine sind die Runenalphabete zu er- 
wähnen, welche auf einzelnen Goldhrakteaten vorkommen und die 
den J^amen „Futhork„ erhalten haben- Letztere Runenalphabete 
finden sich auch in den Kirchen zu Aastrup und Monsted in Nord- 
jütland und auf einem merkwürdigen Taufbecken in der Kirche zu 
Baarse auf Seeland. Mit der Anbringung dieser Runenalphabete, 
die aus dem li- u- 13. Jahrhundert herstammen, hat man jeden- 
falls beabsichtigt, die Kenntnifs der alten, von den Vorfahren ererb- 
ten Schriftzeichen auf den Stellen zu bewahren, wo sich die Ge- 
meinde häutig versammelte, um sie dieser in Erinnerung zu bringen. 
(Norddeutsche Allgemeine Zeitung, Nr. 39.) 
14) Cassebruch, 21. Januar. In unserem Nachbarorte 
Driftsetbe sind kürzlich recht interessante Funde an Alterthümern 
gemacht worden. Beim Graben in der Heide stiefs ein Einwohner 
auf ein Urnenfeld an einer Stelle, wo in früheren Jahren Scherben 
und auch ganze Krüge gefunden worden" waren. Die Stelle mit ihrer 
ganzen Umgebung ist mit kleinen Eichenstühbüschen bedeckt und 
wird vor Jahrtausenden ein Wald und ein Begräbnilsplatz unserer 
Vorfahren gewesen sein. Von den jetzt zu Tage geforderten Urnen 
sind mehrere recht wohl erhalten. Jeder Krug ist für sich in ein 
Steinhäuschen eingemauert gewesen, welches aus einer Bodenplatte 
und vier oder mehreren seitlich als Wände aufgerichteten Steinen 
besteht. Die Urnen haben die bekannte, oben und unten enge, in 
der Mitte bauchige Form und sind mit Erde gefüllt. Die grolsten 
sind etwa 12 Zoll hoch und in der Mitte von ca. 14 Zoll Durch- 
messer; andere sind nur von der halben Griifse. Sie haben eine 
bräunliche Färbung und aufsen eine Art Anflug von Glasur ; alle 
aber zeigen oben einen circa 4 Zoll hohen Rand, an welchem deut- 
lich erkennbar, dafs dort ursprünglich ein Deckel herüber geklappt 
gewesen ist, wie denn auch am Grunde dieses Randes ein heukel- 
artiger Vorsprung sich befindet. Die Deckel sind leider sämmtlich 
zerstört, nicht durch Unvorsichtigkeit des Gräbers, sondern wol 
schon früher durch Reiten und Fahren auf diesem Plane, unter 
dessen Oberfläche die Krüge nur circa 12 Zoll tief verborgen stecken. 
Der Inhalt der Urnen ist zum Theil untersucht, so weit die Zer- 
brechlichkeit des Materials eben solches erlaubt, und man hat unter 
der obersten Erdschichte etwas Asche und kleine Splitter gefunden, 
die wie Knochenthcilchen aussahen ; auch ist in oder bei der einen 
ein fischracheiiartiger, an der Vorderseite unten abgeschliffener 
Stein entdockt. Ob letzterer eine wirkliche Versteinerung oder nur 
ein Spiel der Natur ist, wagen- wir nicht zu entscheiden. — Die 
Umgegend von Ilagen, Cassebruch und Driftsetbe scheint überhaupt 
vor grauen Jahren ein grofses Todtenfeld gewesen zu sein. Unsere 
Ahnen kamen wol von ihren tiefer im Innern des Landes liegenden 
Wolinsitzen hierher und bestatteten die Überreste ihrer Lieben an 
dieser waldigen Stelle, wo sie eine freie .-Vussicht über das Gewässer 
hatten, welches damals noch die weite Gegend der jetzigen Ober- 
stader, Stedinger und Stadländcr Marsch bedeckte, wie auch die 



angrenzenden Moorländereien. Die grofsen Ringe von Hünengrä- 
bern, welche westlich von Hagen in der Cassebrucher Feldmark 
am Rande der Geest und nordostlich von Hagen ebenfalls auf Casse- 
brucher etc. Grund und Boden liegen, sowie die Steinhäuser bei 
Lehnstedt, deren eines noch sehr gut erhalten ist, sprechen ebenso 
dafür, wie die jetzigen und schon früher gemachten Alterthums- 
funde. Letztere müssen übrigens sehr verschiedenen Zeitaltern an- 
gehören ; denn neben Urnen, die nach ihrer Einfachheit wol aus vor- 
geschichtlicher Zeit stammen, sind vor einigen Jahren bei Hagen auch 
fein gearbeitete Sachen ausgegraben, Bronzenadeln, Lanzeuspitzen 
etc., welche vielleicht der Römerzeit angehörig sind. Letztere sind 
dem Museum des Vereins für Geschichte und Alterthümer der Her- 
zogthümer Bremen und Verden in Stade überwiesen worden 

(Bremer Nachrichten, Nr. 24.) 
151 Unterhalb Liestal, an der Grenze des Bannes von Frenken- 
dorf, stiefs ein Pflug auf einem Acker der Thalsohle auf einen l'/i 
Kubikmeter grofsen Block. Man grub denselben aus und fand bei 
der Gelegenheit eine grolse Anzahl gut erhaltener Menschenknochen 
und kleiner Scherbenstiicke, die auf keltischen Ursprung hinweisen. 
(Anz. f. Schweiz. Alterthumskunde, Nr. 1.) 

16) Friedberg, 27. Januar. Beim Ausgraben grofser Löcher 
zum Einsetzen von Bäumen an der nördlichen Seite des alten Spiel- 
saales zu Bad-Nauheim fanden sich Topfscherben ganz derselben 
Form, mit ganz gleicher Verzierung, aus gleichem Thon und ganz 
auf dieselbe Weise hergestellter Gefäfse, wie solche in grofser An- 
zahl auf dem chattischen Gräberfelde östlich des Bahnhofes bei 
Nauheim gefunden und dem Museum Frankfurt a. M. einverleibt 
wurden Bei diesen Bruchstücken fanden sich ein tulpenfcirmiger 
Thontrichter, wie eine Menge Bruchstücke von alten Salz'siedege- 
fäfsen, wie deren schon eine grofse Menge zu Tage gefördert wurde. 

Die grofse Dimension des Gräberfeldes, welches bis jetzt 660 
Schritte lang verfolgt ist, wie auch die Massen von Überresten, welche 
allenthalben in und bei Nauheim namentlich östlich und südlich der 
Stadt zu Tage treten, verrathen eine bedeutende Niederlassung der 
Chatten, und da dieselben in Verbindung mit einzelnen römischen 
Überresten zu Tage treten, eine bedeutende Chattenst.idt zur Zeit 
oder kurz nach der ersten Orcupation der Römer. 

Aus dem jetzigen Namen Naiibeim, läfst sich höchstens das 
Verschwinden der früheren Benennung dieser Stätte herleiten. 

(G. D. in N'r. 1. des Korrespondenzbl. des G. V. d. d. 
Gesch.- u. AlU-V.) 

17) Argau- Am 2. Dezbr, fand Ilr. F. X. Borsinger in Baden 
ein silbernes Näpfchen, eine eiserne Wagschale und eine 13 cm. hohe 
Hymenäus-Statue von Bronze. .Vlle drei Gegenstände stammen aus 
der römischen Zeit. Die Figur trägt in der einen Hand Früchte 
und schwingt mit der andern die Fackel Hymens An der Stelle, 
wo man sie ausgrub, wurden vor etlichen Jahren ähnliche Funde 
gemacht (Anz. f Schweiz. Alterthumskunde, Nr. 1.) 

18) Tessin In Lavorgo, im mittleren Livineiitbal, sind neuer- 
dings wieder römische Alterthümer gefunden worden. Am 21. Nov. 
wurden dort mehrere Gräber aufgedeckt, die auf ein ziemlich aus- 
gedehntes Todtenfeld in Form eines rechtwinkeligen Dreiecks schlie- 
fsen lassen. Die Gräber liegen sämmtlich in der Richtung von Nor- 
den nach Süden. Einen der gefundenen Schädel bat Dr. Stapff an 
Prof Virrhnw nach Berlin gesandt. 

(.Vnz f. Schweiz Alterthumskunde, Nr. 1.) 

19) Aus Andernach wird der „Fr. Z." vom 24. Jan. geschric- 



09 



Auzeiffer lur Kuiulo der deiilsL-hen Vorzeit. 



ÜO 



beu : Herr Jos. Graf hier, welcher bei dem imferu von hier gele- 
genen Dcrfe Kiirlich eine Begräbnifsstätte aus fränkischer 
Zeit aufgefunden und dieselbe im Laufe eines halben Jahres voll- 
ständig aufgedeckt hat, hat das Resultat seiner Ausgrabungen zu- 
sammeugestellt und gegenwärtig eine Ausstellung seiner Funde im 
Rheinischen Hofe bei Mathias Wiebel hierselbst veranstaltet. Da 
die in Kärlich aufgedeckten Gräber, ca. 600 an der Zahl, vor der 
Auffindung noch nicht durchsucht und ausgebeutet waren, wie dies 
bei den meisten romischen und fränkischen Grabstätten hiesiger 
Gegend der Fall ist, so bietet die hier arrangierte Ausstellung so- 
wohl für den Archäologen von Fach, wie für den Kunstliebhaber 
und Sammler, eine Fülle des Interessanten. Aufser Frauenschmuck 
von Gold , Silber und Bronze, als grofse nnd kleine Gewandspangen, 
Ohrringe etc., zeigen sich hier u A. eine Gürtelschnalle eines Krie- 
gers von Gold, sowie Schmuckgegenstäude kleinerer Art aus diesem 
Metall von so vollendeter Arbeit , wie sie hier am Mittelrhein selten 
aufgefunden worden sind. Unter einer zahlreichen Kollektion von 
Gläsern, etwa 60 Stück, zeichnen sich einige gehenkelte und solche 
mit blauen Glasfäden verzierte aus. Die in den Franken-Gräbern 
den Bestatteten regelmäfsig beigegebenen sonstigen Gegenstände, 
als zahlreiche Perlen von Thon, Glas und Bernstein, Münzen, sowie 
Thongefäfse, welche zu Speise und Trank gedient, finden sich hier 
ebenfalls. Schliefslich sei der in den Krieger-Gräbern gefundenen 
Waffen gedacht, als gut erhaltene Lang- und Kurzschwerter, Schild- 
buckel und viele Streitäxte. Besonders letztere sind von einer bei 
den Franken gewöhnlich gefundenen Form abweichend und daher 
den Waffenkundigen interessant. 

(Corrpdbl. d. G. V. d. d. Gesch.- u. Alterth.- V., Nr. 1.) 
20) Im Museum „Carnavalet" zu Paris befindet sich eine 
Bronze-Statuette Karls des Grofsen, die früher dem Metzer Dom- 
schatze angehört haben soll und ihrer ganzen Haltung, sowie ihrer 
Technik nach als Porträt-Figur angesehen werden mul's, die ent- 
weder noch, zu Lebzeiten oder doch unmittelbar nach dem Tode 
des grofsen Frankenkönigs angefertigt worden ist. Den Nachforschun- 
gen des Bezirks- und Dombaumeisters T o r n o w in Metz ist es ge- 
lungen, zu ermitteln, dafs der Domschatz i. J. 1682 in der That 
eine derartige Statuette enthielt, die alljährlich am 28. Januar,' dem 
Todestage des Kaisers , umgeben von vier 36 Stunden lang bren- 
nenden Kerzen auf dem Lettner ausgestellt wurde. Er hat ferner 
auf der Plattform des Treppenthürmchens an der Südseite des Chors 
•auch das aus einer weifsen Marmorplatte auf 4 Haustein-Fülsen 
bestehende Altar- Tischchen gefunden, auf welchem die Figur ehemals 
befestigt war, und welches ohne Zweifel beim Abbruche des Lettners 
i. J. 1764 auf jene Plattform versetzt worden ist. Aeltere Ein- 
wohner von Metz bestätigen aus der Erinnerung ihrer Eltern und 
Grofseltern, dafs die Statuette bis zur französichen Revolution auf 
jenem Thürmchen, das seitdem im Volksmunde ,.tour de Charle- 
magne" heifst , in Verbindung mit jenem Tischchen zu sehen war. 
Cm der Metzer Kathedrale die Erinnerung an jenes ehrwürdige 
Besitzthum — vielleicht ein Geschenk des Kaisers selbst — zu er- 
halten, soll eine Bronze -Kopie der Statuette, an deren Wiederer- 
angung natürlich nicht zu denken ist, angefertigt und, auf der al- 



ten Originalplutte befestigt, im Innern des Doms aufgestellt wer- 
den. (Deutsche Bauzeitung, Nr. 10) 

21) Rapperswyl, 30. Januar. Heute Morgens brannte die 
katholische Pfarrkirche, eines der ältesten und ehrwürdigsten Bau- 
denkmäler der Schweiz aus dem dreizehnten Jahrhundert ab. Der 
kleine Kirchthurm ist ebenfalls ausgebrannt und die in demselben 
befindlichen Glocken heruntergestürzt, dagegen blieb der grofse 
Thurm mit den beiden grofsen Glocken unversehrt. Viele werthvolle 
Kirchengegeustände . so die berühmten Altargemälde von Hunger 
und die erst vor einigen Jahren neu erstellte prachtvolle Orgel, 
sind ein Raub der Flammen geworden. 

(Augsburger Postzeitung, Nr. 29.) 

22) Kempten, 5. Dez. Beim Fällen einer Tanne in der Nähe 
von Leubas wurde, wie glaubwürdig berichtet wird, ein Fund von 
mehrern tausend Brakteaten gemacht, welche sich in einem beim 
Umfallen des Baumes zerbrochenen Topfe befunden haben sollen. 
Ein ziemlicher Theü hatte doppelte Prägung d. h. sie waren auf zwei 
Seiten so geprägt, dafs die vom ersten Stempel freigelassenen Stellen 
anf der andern Seite Figuren eingedrückt erhielten. Die Gröl'se 
der Brakteaten variiert zwischen dem Umfang eines Guldens (diese 
sind zugleich die ältesten) und der Gröfse einer Erbse. Die in Leubas 
gefundenen hatten sämmtlich mittlere Gröfse etwas zwischen einem 
Markstück und einem 50 Pfennigstück variierend. Man glaubt, dafs 
Kaiser Otto I. im 10. Jahrhundert zuerst solche Münzen habe prägen 
lassen und zwar nach dem Muster byzantinischer Goldmünzen. 
Beides ist fraglich. Die schöne Prägung der hier gefundenen Münzen 
läfst auf ein hohes Alter schliel'sen , da seit dem 13. Jahrhundert 
das Gepräge schlecht und undeutlich gemacht wurde. 

(Das Bayerische Blatt, Nr. 286.) 

23) In Aue i. V. wurden, nach dem Dr. Anzeiger, vor kurzem 
beim Grundgraben 26 Silbermünzen, aus der Zeit Johannes' von 
Böhmen (1310—1346) stammend, gefunden. 

(Zeitschr. f. Museologie u. Antiquitätenkunde, Nr. 1) 

24) In der Bernhard'schen Fabrik in Zittau, woselbst ge- 
legentlich des Aufsetzens eines neuen Kessels der Zug nach der 
alten Esse aufgegraben wurde , hat man vor kurzem einen irdenen 
Topf mit Gold- und Silbermünzen gefunden. Die Münzen scheinen 
noch aus uralter Zeit herzustammen, tragen aber anscheinend keine 
Jahrzahl. Leider scheint der reelle Werth der Münzen durch das 
Feuer, dem sie jahrelang ausgesetzt gewesen sind,- sehr verringert 
worden zu sein. (Zeitschr. f Museologie u. Antiquitätenk , Nr. 1.) 

25) Am 3. Dezember Nachmittags fand ein Arbeiter in Wit- 
tenberg in dem Garten des am Markte Nr. 8. gelegenen Haus- 
grundstücks beim Ausroden eines Obstbaumes mehrere Goldstücke. 
Bei weiterem Nachsuchen auf dem Fundorte und in dem bereits 
ausgegrabenen Erdboden wurden bis zum Anbruche des Abends 
im ganzen 14 Stück imd am 4. noch 6 aus dem dunklen Grabe, in 
welchem sie anscheinend 300 Jahre gelegen haben, ans Tageslicht be- 
fördert. Die sehr gut erhaltenen Münzen sind Dukaten aus dem 
16. Jahrhundert, aus feinstem Golde geprägt und etwas grpfser als 
ein Zwanzigmarkstück, aber dünner. 

(Zeitschr. f. Museologie u. ^Vntiquitätenkunde, Nr. 1.) 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essen wein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. S e b a 1 d in Nürnberg. 



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te», welches alle Monate erscheint, wird 
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Neue Folge. 




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men und Hamburg. 

Alle für das german. Museum be- 
stimmten Sendungen auf dem Wege des 
Buchhandels werden durch den Commis- 
sionär der literar.-artist. Anstalt des Mu- 
seums, F. A. Brockhaus in Leipzig, be- 
fördert. 




Neunundzwanzigster Jahrgang. 



1882. 



ORGAX DES (iERHAMSClIEN MISEIMS. 

J\? 3. 



März. 



Wissenscliafüiclie I\Iiltlieiluiiiicn. 



Ans dem Freundeskreise des Konrad Celtis. 

Aschbachs Geschichte der Wiener Humanisten (2. Band 
der Gesch. der Wiener Universität, 1877) und ein paar 
neuere Arbeiten von Härtfelder, der u. A. im vorigen 
•lahr die Epigramme des Celtis veröflfentlicht hat, sind in 
erster Linie dem unermüdlichen Wanderpoeten und sei- 
nen ausgebreiteten Beziehungen gewidmet. Die folgen- 
den Mittheilungen sollen ein paar Belege der von ihm 
angeregten literarischen Thätigkeit und aufsordem einige, 
vielleicht nicht unwillkommene Notizen für die Geschichte 
seiner eigenen Werke, vor allem seiner Oden liefern. 

Fra Cod. latin. Mouac. 14,554 (.Sainmelhand des 15. 
Jahrhunderts, aus si. Erameram in Regensburg, fast aus- 
schliefslich Humanistica enthaltend; vgl. Gatalogus codd. 
lat. bild. reg. Moiiac. II, 2, 192) findet sich auf f. 179=» eine 
fragmentarische Ode an Celtis, die von einem jungen 
polnischen Freund des Dichters herrührt. Celtis hat ihn 
in seinen Oden (I, 9) als Salemnius Delius. in den Epi- 
grammen (I, 4) als Salamius Delius gefeiert und seine poe- 
tische Begal)ung gepriesen; das Epigranun klagt darüber, 
dafs der Junge Mann, «puero mihi carior onuii" (in der 
Ode: »ini iam patrio sanguine charior"), seit einiger Zeit 
die Schwelle des Dichters meide. Die folgende Ode des 
Polen ist offenbar in seiner Heimat (wo Cidtis in den 
Jahren 1488—1490 sich aufliielt) entstaniien. 
»Nicolai Sniamini Delii Sarmate 
ad ConraduTn Gellen carmcn. 



Celtis in toto venerandus orbe, 
Hie ubi Phebus radiosus ortu 
Surgit ac undas ubi fluctuantes 

Lucidus intrat. 
Hie ubi vasto gelidoque flatu 
Horridus stridet Boreas sub axe, 
Unde vcl terras ruit in patentes 

Turbidus Auster. 
Phebus hunc fulvis radiaus capillis 
Duxit in celsas Heliconis oras, 
nie quam primum fuerat flueutem 

Natus in orbem. 
P^vit hunc sacro niveoque pastu 
Nata sublimi Jovis ex cerebro 
Pallas et Jlusae manibus ferebanf 

MoUia membra. 
Inde per Pindi iuga celsa montis 
Et sacras undas gelidum nemusque 
Hauserat doctas latices canoro 

Fönte cadentes. 
Areifer prima sibi fulsit hora.« 
Auf dieses immerhin eine ziemliche Gewandtheit ver- 
rathende Bruchstück folgen f. 180» — 188« eine Reihe 
von Oden nebst ein paar Epigrammen des Celtis, mit der 
Ueberschrift : »Fragmenta Conradi Celtis Protucii Germa- 
nici poetae laureati." Die von der Strafsburger Ausgabe 
der Oden von 1513 abweichenden Lesarten der Hand- 
.schrift sollen hier Pla(z finden. 



63 



Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



64 



Od. m, 9, Str. 3, Z. 1: ere cliaracteres; Z. 3: 
poterat nichil; Str. 3, Z. 3: creverat inclito. 

Od. II, 16: Ueberschrift : In vetulum poetastrum et 
antiquum. Z. 6: dolore; Z. 9: eulpe; Z. äi : iam bar- 
bara comprimantur. 

Od. II, 4. Ueberschrift : In eundein. Z. G : verba 
ad socios; Z. 12: vocari vateni; statt der letzten 
zwei Zeilen: Dignus rapofagum docere vulgum. 

Es folgen ein paar Epigramme, iu der von Hartfel- 
der veröfifentlichten Sammlung (II, 12 und II. 79) gleich- 
falls etwas anders gefafst. 

Ex libris epigrammatum suorum. De nummoso 
d'eoloyo (!). 

Z. 2: quemque iubes; Z. 4: pignore ni posito qui. 

De ilustela. 

Z. 1: gan-orpayov; Z. 2: fabula nota; Z. 5: eunetis 
faciat Germania terris; Z. 8: sepetuo. Zwischen Z. 
8 und 9 des Drucks finden sich hier noch die Verse: 
Sed mirum est, cuncte quod noscis pondera burse 

Deque meis nummis solus habes numerum, 
Vel tibi Mercurius vates vel dicit Apollo 

Vel tua que nescit garrula lingua modum. 

»Rübenfresser" nennt Geltis bekanntlich die Ingol- 
städter, die in seinen Gedichten überhaupt sehr schlecht 
wegkommen. Die .Epigramme liefern namentlich einige 
sehr drastische Belege seiner heftigen Abneigung gegen 
Ingolstadt und die «bai-barischen Bavaren« (II. 13: Qi; 
91 ff.) 

Od. II, 17. Ueberschrift: Ad Gumanum Athesinum 
iurisperitum. Str. 3, Z. 1: frangit (darüber: sciudit) 
Alpes; Z. 2: rigidis rotatus; Str. 7, Z. 3/4: tenen- 
tem pectore verum; Str. 13, Z. 1: nullo legeretur 
evo; Z. 3: opprimuntur; Str. 14, Z. 1: rapiamus; 
Str. 18, Z. 3/4: vultu tribuat superbo gaudia tautum. 
Die letzte Strophe fehlt. 

Od. III, 6. Am Rand: Cathalogus populorum Ger- 
manie. Str. 1, Z. 2: levabit humo ; Str. 2, Z. 4: etDacio 
feroci; Str. 3 fehlt.»} Str. 4, Z. 2: atque bis; Str. 3, 
Z. 3/4: qua reperta est insula in Oceano gelato; Str. 7, 
Z. 4: Catti;Str. Sfehlt. Str. 9, Z. 4: celeresque Rheti : 
Str. 10, Z. 2: Noricorum pascua pinguia ; Z. 3: Jasi- 
gesque fortes; Str. 11 fehlt. Str. 12. Z. 1: atque 
Elvecios: Str. 13, Z. 4: Oceano in aperto; Str. 14, Z. 
2: dum rigidus ; Z. 4: si cecinere; Str. 16: 
Magnis beatum diviciis reor 
Dignumque veris semper honoribus, 
Qui mortuus vivis honeste 
Condiderit monumenta vite. 

Od. II, 11. Ueberschrift: Ex libris riuminum su- 
orum ad Sixtum Tucher in laudes Normber^'e Conradi 



Vgl. Klüpfel, de vita Celtis II, 31 f. 



Geltis Carmen -TKOKHe. Str. 1, Z. 1: Sixti Germanis mo- 

dulande; Str. 3, Z. 13: 

Hac meum nuper nitida corona 
Verticem einxit Fridericus urbe 
Delphieo signo. 

Str. 3, Z. 3: tua culta; Str. 6, Z. 3: leguntur; 
Str. 7, Z. 2: te eaneut; Str. 9, Z. 3,4: 

Givici iuris Studium fatigans 
Pectora rixis. 
(Die Strophe, im Druck .sinnlos, wird erst hierdurch 
verständlich.) Str. 11, Z. 3: radiosi; Z. 4: mundi; 
Str. 12, Z. 1: sub erbe; Z. 3: corporum menbris 
animos ; Str. 13, Z. 3: rotis multis. 

Od. III, 8. Str. 1, Z. 2: furente torquens; Str. 2, 
Z. 2: dum multa; Str. 3, Z. 2: tectaque fulgida; 
Str. 3, Z. 4: scopulis acutis; Str. 6 fehlt. Str. 8 fehlt. 
Str. 9, Z. 2: ignara belli; Z. 4: pendiderat lateri 
minaci; Str. 10, Z. 2: armata; Z. 3: funesta; Z. 4: 
cornibus; Str. 13, Z. 4: insidias posuit colonis; 
Str. 14, Z. 4: mittit; Str. 13, Z, 2: qui miserum. 

Od. II, 14. Ueberschrift: Ad Andream Stiborium 
theosophum iu iucunditatem vite consiliaque dei ho- 
mini inquirenda non esse. Str. 2, Z. 2: placidos; 
Str. 3, Z. 2: placidos; Str. 4, Z. 2: aeris tractas 
et; Str. 3, Z. 3: furvum fehlt; Str. 6, Z. 1/2: 

Tu modo felix fueris sub orbe 

Estuans nullo pavidus timore ; 
Str. 8, Z. 1: fueris sub omni; Str. 9, Z. 3: quive sit; 
Str. 12, Z. 2: celeres vetusta; Str. 13, Z. 1: letam 
placido susurro; Z. 3: refovens; Z. 4: dans: Str. 16, 
Z. 2 : dura regione. 

 Od. II, 12. Str. 1, Z. 2: inundat; Str. 2, Z. 1: 
preter; Z. 2: vetusti saxa characteris; Z. 3: 
canipo patente; Z. 4: loca vasta silvae; Str. 3, 
Z. 4: frigida quos; Str. 6, Z. 1: igneo; Z. 2: movet 
viris; Z. 3: quae splendet; Str. 7. Z. 1 : nostra cer- 
nit; Z. 2: et regna; Str. 8, Z. 4: rapofago reboant; 
Str. 9, Z. 2: pectora sobria; Z. 3: st ans; Z. 4: vere- 
cunda potu; Str. 10, Z. 1: inter loquendum; Z. 2: 
fluminum; Str. 11, Z. 2: que sint; Z. 3: regresso; 
Str. 12, Z. 1/2: 

Quid Plato sensit pectore celico 

Et Stoicorum secta sevei'ior; 
Z. 3: narras et; Str. 13, Z. 2: intemperalu ni v anus 
inertium; Z. 3 : ludum virorum qui peresis ; Str. 14, 
Z. 2: dum petit; Str. 13, Z. 1; iam sua; Z. 2: fervi- 
dus ethere; Z. 4: pectore liberiore. 

Od. III, 14. Ueberschrift: Ad Battum Minuncium (!) 
in seculi luxum dehortatorie, detestatur mercaturam. 
Str. 1, Z. 1: generatus oris; Z. 2: scindunt; Z. 3: 
in de Germanos, alio prementes ; Str. 2 fehlt. Str. 3, 



65 



Anzeiger für Kuüde der deutschen Vorzeit. 



66 



Z. 2: populos negatis; Z. 3/4: 

Oribus miscens variisque ditans 
Mercibus urbem. 
Str. 6, Z. 1: cum duris; Z. 3/4: 

Que iiegaut fessis relevare blando 
Corpora somuo. 
Str. 7, Z. 2: fluxerat pestis; Str. 8, Z. 3: cum re- 
ducit; Str. 8, Z. 1/2: 

Unde cornuto füriens Hiacho 
Ceperat mentis furiosa labes. 
Str. 9, Z. 2: ocium suadet Veneris que flammas; 
Str. 11. Z. 3: dura fuerat; Str. 12. Z. 2: aut Cupido; 
Str. 13, Z. 1: cecum puerum relinquas; Z. 4: pre- 
mentem; Str. 14, Z. 1: cunctis dominum relin- 
quas; Z. 2: stultas stimulare mentes. 

Es folgt eine Notiz des Abschreibers: »Anno salutis 
1494 ipso die sancti Marcellic, die einen Anhaltspunkt für 
die Entstehungszeit der hier eingetragenen Gedichte bie- 
tet; hierauf ein Stück aus Amor. II, 4 (über die böhmi- 
sche Coramunion der Neugebornen) ; ferner Epigr. I, 67 
(über Hus) und ein Stück von Od. I, 5 (Str. 32-36; 
39; mit der einzigen Abweichung Str. 34, Z. 1: mun- 
dum trepidum); endlich ein mir sonst nicht bekanntes 
Epigramm : 

Quisquis adis nostram veniens peregrinus in edem 

Et petis in nostra candidus esse domo, 
Suscipe cum grato que dantur pectora dona 
Et tibi vel quicquid mensa benigna dabit, 
Seu caro vel liquido comprensus flumiue piscls 

Sive Ovum tellus vel quod arata tulil. 
Non hie delicias queras aut gaudiu Bachi. 
Set pete, quod corpus pascere rite queat. 
Zwischen fol. 181 und 188 ist nun ein loses Blatt 
quer eingeheftei , auf dessen einer Seite'*) sieh Gedichte 
von Ulsenius, dem mit Geltis sehr befreundeten friesischen 
Mediziner, und von Geltis selbst befinden. 
Theodericus Ulsenius. 
Psallere Phebcas Tholophus dum gestit ad aras 

Opiat et Aleidem sepe redire novura, 
Qui modo Pyerides studet illustrassc Gamenas 

Polliciius numen perpetuare tuum, 
Cur feriisse potes divinis oro sagittis 

Perspicuum valcm, mitis Apollo refer. 
Francii-ii ab innociin iiibcas fera lela revclli 
Pectore; ni facias, dcsinis esse pius. 
Quidditas morbi. 



Francica tela vocant infecto sanguine morbum. 
Quem corrupta seges bilis et atra facit. 
Tolophus ist der Regensburger Kanoniker Johannes 
Dolhopf, mit welchem Geltis (der wol unter dem neuen 
Herkules gemeint sein dürfte) eben in den Jahren 1493/4 
lebhaft correspondierte. ^) Ueber den morbus Francicus 
findet sich auch eine kleine Elegie in dem von Ulsenius 
herausgegebenen Schriftchen : »De insania Democriti faee- 
tum epistolium Hipocratis medici« (s. 1. et a.). 

Es folgt : »Epos in Ortulanum et uxorem suam , ex 
libro epodum.« in den Epodeu des Geltis als Nr. 11 und mit 
der üeberschrift : In Fontulauum iurisperitum u. s. w. 
gedruckt, hier fragmentarisch, aber mit manchen im Druck 
fehlenden Strophen. Z. 2: Ortulani*); zwischen Z. 2 u. 3: 
Juris peritus ille et Ordinarius, 

Loqueus Raymundum et Bartholum ; 
zwischen Z. 4 u. 5 : 

Amplexibus cuius potita adultera 

Facta est ducalis femina ; 
Hinc dicta uostre civitatis arbitra 
Scolas regens et menia. 
Z. 7: doctoris; Z. 8: eolat Jovis ceu delubra [!]; 
Z. 16: milites; zwischen Z. 18 und 19: 
Si quis velit privata stare casula 
Juris peritus. hanc roget. 
Z. 20: intras; Z. 21: quid; Z. 22: scolaribus; 
Z. 23: huic; mit der folgenden Z. endigt das Fragment. 
Der juristische Prof. »Ortulauus«, dessen Frau hier 
so übel charakterisiert ist, wird wol der Nürnberger 
Galniel Baumgartner, Vertreter des Givilrechts zu Ingol- 
stadt in den J. 1478—98, sein*). Die Mätressenwirthsehaft 
Herzog Georgs des Reichen hat Geltis wiederholt und 
scharf in seinen Epigrammen (II. 92— 94; III, 38) gegei- 
fselt. 

Ob die ii: unscr^'r Handschrift enthaltene Fassung der 
Oden mit dem von Klüpfel (II. 139 f.) bes[>rochenem Nürn- 
berger Codex ühereinslimmt. vermag ich nicht zu sagen; 
doch halte ich es nach den Angaben bei Klüpfel I, 173 u. 
II. 31 f (wo aber Klüpfel sich offenbar in den Strophen ver- 
zählt. 9 u. 12 statt 8 u. 11 angeführt hat) für sehr wahr- 
scheinlich. Die Vcrgleichuug der Lesarten mit dem Druck 
löfst vielfach deutlich erkennen, wie Geltis seine Gedichte 
nachmals noch durchgieng und von nmncher gar zu 
schlinunen Unebenheit reinigte; doch sind die Aende- 
rungen nicht immer Verbesserungen, und aut'serdem geben 



') Die andere Seite enthält ein fragmentarisches Schreiben an 
einen ,.ehrwürdigcn Vater" , dein der Sclireil>er vorwirft , dafs er 
sicli liei seinen liiiiifigen üesuclicn in Rcgpnsl)urg gar nicht seilen 
lasse, und zwei jnnge Leute empfichli. die in den Orden des Adres- 
saten eintreten wollen. 



') Vgl Klüpfel I, 146 f.; über ndhopfs Wirken an der Univ. 
Ingolstadt seit 1472 vgl. Prantl, Gesch. der Ludwig - Jla.ximilians- 
üniversität I, 35 ; 80 ; II, 483. 

♦) Vgl. Klüpfel I. 175 A. c. 

») Vgl. Prantl, I. 72 f. : II, 483. 



67 



Anzeiger für Kunde der deutschen. Vorzeit. 



68 



ein paar störende Druckfehler keinen hohen Begriff von 
der Sorgfalt der Editoren ; man beachte z. B. Od. II, 
11, Str. 9; IL 12, Str. 11, Z.3; III. 14, Str. 13. Velocianus 
war keineswegs berechtigt, in seiner Widmung der Oden 
alle Härten und Mängel auf Rechnung des zu früh ver- 
storbenen Dichters zu setzen. 

Von gleicher Hand wie die besprochenen Einträge 
sind die ersten Blätter der Handschrift ; sie enthalten auf 
Fol. 1.2 eine sapphische Ode (16 Strophen) von Ulsenius 
auf die Heiligen Kosmas und Damian i (Divis martiribus 
Gosme et Damiano fratribus medicis, saphicum Carmen 
adonicum, hymnus. üt ferat sacros Arabuni triumphos 
u. s. w. Unterschrift : Theoderici Ulsenii artium et me- 
dicine doctoris archiatri in patronos de se optime meritos 
clientis devotio), auf Fol. 2'' : Carmen pro quadam nova 
fundatione cantabile. 

Auf f. 4* —39* findet sich die Uebersetzung des Tris- 
megistus (ilereurii Trismegisti de potestate et sapientia 
Dei) von llarsilio Ficiuo, geschrieben von einem gewissen 
Erasmus Daum (Finit feliciter 1478 in profesto sancti 
Luce ewangeliste F. Erasmus Dawm Oesterreieher) , mit 
kritischen Randbemerkungen von anderer Hand, deren 
Verfasser in einem vor f. 7» eingehefteten Zettel (mit der 
Anrede : Venerande ac preamande pater, mi confrater c'o- 
lende) seine Stellung zu der kritisierten Schrift noch be- 
sonders rechtfertigt. 

München. v. Bezold. 

(Schlufs folgt.) 



Freidank als Faiuilieunauie. 

Bezzenherger führt in der Einleitung seiner Freidank- 
ausgabe, S. 10 als Beleg für das Vorkommen des Namens 
im 13. Jahrh. aus Sinnachers Be}i;rägen und Tinkhausers 
Beschreibung der Diöcese Brixen den a. 1277 und 1310 
urkundlich erscheinenden Gerold Fridank, Pfarrer in Tau- 
fers und Ghorherrn zu Innichen, an. Ich kann aus Ur- 
kunden des Brunecker Stadtarchivs weitere Zeugnisse 
liir die folgenden Jahrhunderte beibringen, die jeden 
Zweifel beseitigen, dafs wir es mit einer alten, im Pu- 
sterthal ansäfsigen Familie zu thun haben, als deren 
Glied auch jener Gerold zu betrachten ist. 

Die älteste dieser Urkunden datiert vom Jahre 1400 
und beginnt: 

»Ich fritz der Minler purger ze Prawnekg vergich 
(bekenne) mit disem offen brief für mich vnd für alle mein 
erben vnd für alle dye mein gut nach iun erben oder 
wesizzen wellen vnd tun kchunt allen den dye disen 
brief an sehend hörend oder lesen daz wir ewichleich alle 
iar iarichleichen an (oline) alles verziehen richtichleichen 
geben vnd raichen sullen ain halbe gelten als ye in der 
vasten auff vnser frawn chirchen ze Prawnekg voraus vor 



aller mauichleich aus meinem hawse vnd hofstat daz ge- 
legen ist ze praunek in der stat an der obern pilen ze 
nächst ob pawleins des gerers hawse vnd die ich abge- 
nomen han ab freydangs des mulners hofstat ze Ragen 
u. s. w. 

Eine andere ist im J. 1475 ausgestellt von Margret 
weiland niclasen freydangks säligen Burger zu 
Brawnegk Hausfrau. In einer dritten, aus dem J. 1478, 
erseheint ein Hanns frcidangk und endlich ist noch 
anzuführen : Gemainer Stat Braunegg, khuntschaft Libell 
von Martin Hueber vnd M eich er Freidannkh wider 
Pangratz Reichardt a. 1338. 

Damals notierte ich mir auch den Namen fr ey dang 
Gössel, dessen Träger Richter zu Sonnenhurg war und 
als solcher 1440 urkuudete. Er begegnete mir nochmals 
in einem in der Gemeindetruhe zu Pfalzen (bei Bruneck) 
befindlichen Schriftstücke vom J. 1472. 

Möge diese Notiz zu Nachforschungen über ander- 
weitiges Vorkommen dieses Namens im Mittelalter anregen! 



Innsbruck. 



Oswald Zingerle. 



Ein mittelalterlicher Schreiblebrer. 

In dem Berliner Cod. lat. ibl. 170 ist in einem Formel- 
buch des Stifts Brandenburg als Bl. 259 ein Notariats- 
Instrument auf Papier vom 18. Sept. 1409 aus Branden- 
burg eingeheftet, auf dessen Rückseite sich die beiden 
unten folgenden Aufforderungen befinden, geschrieben, 
ohne alle Interpunktion, in zwei verschiedenen Arten 
Notula, und es scheint, dafs in der zweiten ein Schüler 
zeigen sollte, was er in 10 Tagen gelernt hatte, sowie er 
auch bereit ist, den Erfolg eines monatlichen Unterrichts 
im Fechten zu zeigen, denn auch diesen ertheilte der- 
selbe Lehrer. Doch hat dieser Lehrer, Matthias Patek 
aus Polen, auch die zweite Einladung unterzeichnet. 
Solche grammatische Unbeholfenheit darf uns aber nicht 
stören, und wenn auch Korrekturen und Fehler die Ver- 
muthung nahe legen, dafs es nur ein Versuch oder eine 
Nachahmung ist, so möchte ich das doch nicht mit Zu- ' 
versieht behaupten. Ein ungeschickt geschriebenes Al- 
phabet von Majuskeln, welches den leer gelassenen Raum 
erfüllt, istaber sicherlich eine spätere Zuthat. Die Auf- 
forderungen lauten : 

Volentes informari in modo scribendi artificialiter et 
in breui tempore secundum stilum vsitatum omnium Cu- 
riarum et precipue curie sanctissimi romani pontificis ve- 
nient ad Mathiam Patek polonum in domo sue habitacionis ' 
[sue] apud forum piscium. 

Mathias patek palner. 

Volentes informari in modo scribendi artificialiter pro 
conpetenti precio, illumniandi, florisandi cum auro argento 



69 



Anzeisrer für Kunde der deutsf/hea Vorzeit. 



70 



uel quoniodolibet aliter, et eoiani diraicaudi cum gladiis 
trusilibus necnon hastis, currant ad mathiam patek 
polonuni. ab eo namque prius decendio haue notulam di- 
diei et eciam mensurnus arteni dimieandi, quam si quis 
videre anhelauerit, veniet prandio peracto ad domum lu- 
porum in lata platea situatam, vnicum secum denarium 
afTerens si lucH inscius habeatur. 

Mathias patek polonus. 

feerlin. W. Watten bach. 



Eine Gericlitsliand. 

Bezuernehmend auf den Artikel des k. Hauptstaats- 
archivars Herrn Dr. Distel in Dresden über die messingene 
Gteriehtshand zu Geising (vergl. Anzeiger, Jahrg. 1881, 
Nr. 8, Sp. 237) theile ich mit, dafs sich zu Xiederotten- 
dorf bei Neustadt (Kgr. Sachsen) im Gasthof, dem soge- 
nannten Erbgericht, eine Hand befindet, welche die Dorf- 
bewohner tradilionell mit gleichen gerichtlichen Functio- 
nen in Verbindung bringen, wie die Hand zu Geising. Die 
28 cm. lange, sehr kunstvoll in Eichenholz (?) geschnitzte, 
polj'chrom behandelte Hand hielt ein Stäbchen, von wel- 
chem der untere Theil noch erkennbar; sie wird jetzt in 
der Wirthsslube als Lichthalter benützt und ist zu diesem 
Zweck an der Wand befestigt. Die künstlerische Behand- 
lung der Hand entspricht dem Charakter vom Anfange des 
18. Jahrh. ; diese Annahme wird durch die Anlage der 
Holzdecke der Wirthsstube bestätigt, deren Hauptbalken 
die Jahreszahl 1703 zeigt. 

Sind an anderen Orten Deutschlands ähnliche Hände 
bekannt ? 

Dresden. Dr. R. SI eche. 



Eine ISenaissaneeorgel. 

Ueber die frühere (Jrgel iler Kirche zu Freudenstadt') 
(im Schwarzwald) scheint in weiteren Kreisen bis jetzt 
nichts bekannt geworden zu sein, wie ich wol daraus 
schlicfsen darf, dafs Lübkc in der neuen Auflage seiner 
Geschichte der Renaissance, an der Stelle, wo die ge- 
sammle Ausstattung der Freudenstadler Kirche bespro- 
chen wird, dieses interessante Werk nicht erwähnt. 

Dasselbe befindet sich allerdings nicht mehr an sei- 
nem ursiirünglichen Platz, sondern wurde bereits 1831 
beim Neubau einer Orgel dem Orgelbauer Wcigle in 
Stuttgart überlassen und kam dann unter völliger Er- 
neuerung des Innern in die Kirclic zu Hoheneck, wo es 
meines Wissens noch steht. Das ursprünglich nur (ür 
eine kleine Orgel disponierte Gehäuse war in Freuden- 
stadt im vorigen Jahrh. mil groCsen Seitenflügeln und 



1) Vgl. KluDzinger u. Lotz, Kunsttopographic- 



zopfigen Dekorationen erweitert und fast ganz verdeckt 
worden, so dafs es wohl unbeachtet bleuen konnte, trotz- 
dem es zu den zierlichsten Gebilden seiner Art gehört, 
die mir bei meinen Studien über die Geschichte der Or- 
gel vorgekommen sind. 

Das Gehäuse gehört dem eigenthümlichen Typus der 
Orgelprospekte an, welcher keine oder nur wenige reprä- 
sentative Pfeifen zeigt und im 16.— 17. Jahrhundert für 
Schlofskapellen, Säle etc. beliebt war. Vielleicht findet 
sich später einmal Gelegenheit, auf denselben näher zu- 
rückzukommen. 

Bei den gewöhnlichen Dimensionen vierfüfsiger Werke 
war die Schauseite des Gehäuses von rechteckiger Form 
(Höhe zur Breite 3:4) mit einem kräftigen Gesims abge- 
schlossen und in Vs der Höhe von einem solchen in zwei 
Abtheilungen geschieden. Die untere, mit drei von reich- 
gekehlten Rahmen eingefafsten Feldern gegliedert, ent- 
hielt die Mechanik, die obere, seitlich von feincannellier- 
ten korinthisierenden Säulen eingefafst, deren Schaft un- 
ten mit reichem Metallornament und Löweuköpfen ge- 
ziert ist, zeigt zwei schmale rechteckige und ein breites 
Mittelfeld, von denen erstere, mit üppigem Rankeiiwerk 
durchbrochen . als Schallöffnungen dienen , während in 
dem letzteren ein aus Birnl)aumholz vorzüglich geschnitz- 
tes Relief: die Heilung des Blindgeborenen, in einer Bogen- 
stellung Platz fand. Dieser für die Dekoration eines Or- 
gelwerkes auffallende Gegenstand war mit Beziehung 
auf die Person des Orgelbauers des berühmten Kou- 
rad Schott, gewählt, dessen auf Kupfer gemaltes Porträt, 
begleitet von folgenden Inschriften, über der Claviatur 
angebracht war. 

Haec ego Gonradus Schottius feei Organa caecus 
His mentemque sonis Offero cuncta deo. 
Diesz Orgelwerkh macht 

Conrad Schott 
Die Gnad hat er allein 

von Gott 
Der sein Lehrmaister 

Wardt allein 
Dann sonst hat er auff 

Erden kaiu 
Niemand hat im solchs 

Demonstriert 
Weil im schon ward sein 

Gsicht verfüret 
Im Sibuden Jar (seins) 

Alters gschwind 
Durch grosses Haubt 
wehe wurd er blind 
Nu halt Gott im die 

Gnad auch gebn 
Discipel hat er 



71 



Anzeiger für Kuude der deutschen Vorzeit. 



72 



Gelehrt darneben 
Da ward sein Aug-e sein 

Kunst sein Lehr 
Alles in allem Gott 

seim Herrn 
Dem sey allein Lob 
Preisz und Eher 
Anno Domiui 

1604 
Da zu mahl 
seines Alters 
43 Jahr 
Au die Stelle des Reliefes traten in Hoheneck kleine 
Pfeifen ; es blieb nebst der Kupfertafel im Besitz des Or- 
gelbauers Weig-le, wo ich es 1869 noch sah. Es wäre 
sehr zu wünschen, dafs (falls dies nicht etwa bereits ge- 
schehen) eine öffentliche Sammlung dieses merkwürdige 
Gehäuse erwürbe und wieder mit dem Relief ausstattete, 
da dem Datum und Stil nach der Entwurf desselben 
wol auf Schickhardt selbst zurückgeführt werden mufs 
und gute Orgelgehäuse der Renaissancezeit bereits sehr 
selten geworden sind. 

Jedenfalls finden sieh auf das Werk bezügliche Ar- 
chivalien, deren Mittheiluug mir s. Z. versprochen war. 
aber nicht geworden ist ; in Schickhardts Nachlafs erin- 
nere ich mich nicht etwas Bezügliches gefunden zu haben. 
Marburg a. L. L. Bickell. 



Weise Regeln aus dem i^tadtbucbe zu Kibiiitz. 

Im il. (S. 278) und im 39. Jahi'buche des Vereines 
für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 
(S. 101 ff.) hat Dr. G. C. F. Lisch zwölf weise Regeln für 
Stadtobrigkeiten aus dem Stadtbuche zu Ribnitz in nie- 
derdeutschen Reimen mitgetheilt. Dasselbe ward im 
Jahre 1456 nach dem verheerenden Bi-ande, der im vor- 
hergehenden die Stadt betroffen hatte, angelegt. Es ist 
ein in Leder gebundener Quartant, dessen 188 Perga- 
mentseiten nach einer Angabe auf dem hinteren Deckel 
«anno 17ö2 d. 27. Oct. uumerisseeundum paginas» bezeich- 
net sind. 

Wenn der gedachte Forscher an beiden Stellen nur 
des niederdeutschen Textes gedenkt und an der zweiten 
sagt, es sei von grofsem Interesse, dafs diese Regeln sieh 
auch auf einer Steintafel von 1491 im Eingange der oberen 
Rathhaushalle zu Bremen und desgleichen im Archive zu 
Grcifswald in einer Aufzeichnung über die Belagerung 
der Stadt (von 1412— 1415) in lateinischen Hexametern 
finden, so könnte das die Vermuthung erwecken, als ob 
die Regeln in dieser Sprache zu Ribnitz sich nicht fänden. 
Allein sie stehen im Stadtbuche eleich auf Seite 2 nach 



den lateinischen Versen über den grofsen Brand ver- 
zeichnet, welche Lisch schon im Jahrbuch Bd. 12, S. 517 
mitgetheilt hat. Nach der Uebersehrift : 
Sequuntur versus de regimiue 
lauten sie : 

'ürbis si fueris rector duodena notabis : 
ünum fac populum, communem respice fructum, 
Vim des expertis, seruetur redditus urbis, 
Grescat et in melius, tibi sit vicinus amicus, 
Equum protege jus et stet per dis et egenis, 
Atque statuta tene bona, quae sunt praua repeile 
Et terrae dominum cole, dicta tene sapientium, 
Urbs nam, si earet iis, raro fulget sine curis. 
Dann, erst auf der folgenden Seite, kommt der deut- 
sche Text. Beide, wie auch der über den Stadtbrand, 
sind in fast '/i Ctm. -Minuskeln saulier geschrieben, doch 
mit sehr nachgeblafster Tinte. Neben dem ersten Verse 
der lateinischen weisen Regeln ist in Gursivschrift von 
späterer Hand beigefügt : 

Si urbis Rector sis, coelestia verba notabis. 
und am Schlüsse unten : 

Cousilia atque tuas curas committe potenti, 
Nam te conservat consilii atque domum. 
I. N. Jesus Vivit Redemptor meus. 
Bei den deutscheu Versen ist als erste Regel dane- 
ben nachgetragen: 

Bete, Gades Wort see merklich an. 
und unten auf der Seite : 

Hie locus odit amat punit 

nequitiam pacem erimina 

conservet honorat 

jura probos 

Nach einer Anmerkung auf Seite 5 von der Hand 
des Claus Bur meister * gewetteverwandt 1581<f zu sehliefsen, 
in der Schriftzüge und Tinte_ ganz denen in den ange- 
deuteten Zusätzen entsprechen, dürften sie von diesem 
gemacht sein. 

Den lateinischen und dann den deutschen Text der 
weisen Regeln gibt auch ein mächtiger Foliant von mehr 
denn 800 Blättern, dessen Inhalt der Titel anzeigt : *Acta 
Curiae. des Rathes Buch, darein allerley beides geist und 
weltlicher Privilegia damit Kirchen und Schulen auch die 
ganze Stadt von Patriarchen, Bischoffen, Prälaten, Königen, 
Fürsten und Herrn liegnadet und begäbet, auch etliche 
Vortrage und andere mehr deukwirdige nachrichtung zu 
befinden aus latein uml teutschen Brieffen abcopiyret, 
verteutschet . und registrieret durch Caspar Warwegk, 
Notarium pul)l. et Secret. Ribnic. annis 1610. 1611. 1612. 
1613. Dieses wichtige Buch, das von späteren Stadt- 
schreibern bis gegen Ende des vorigen Jahrhunderts 
Zusätze erhalten hat, gibt auf Blatt 1 auch zuerst 
den lateinischen Text, den Worten »Sequuntur versus 



73 



Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



74 



de regimine« hinzufügend : Civitatis ex tabulis publicis 
descripti. Die gleiche Bemerkung erhalten die von ihm 
an allererster Stelle, gleichwie im Stadtbuche, mitge- 
theilten Versus de combustionis Civitatis. Diesen fügt er 
folgende Uebersetzung bei : 

Tausent uierhundert iunfftzig funff iahr 

ist Ribnitz ausgebrant gantz und gahr, 

der brandt vom Backoffen anflngk 

und durch die gantze Stadt fortgingk; 

doch ist uerschont die kirch allhie 

wie dan auch die Aduocaeie, 

auch das Kloster zu Sanet Clären 

wolte Gott darumb bewaren, 

weiln Sie leuchten uon tugent fern 

gleich wie die helle morgen steru. — 
Daraus, dafs im Stadtbuche, wie bei Warwegk, der 
lateinische dem deutschen Texte der weisen Regeln vor- 
ansteht, möchte man auch wohl folgern dürfen, dafs 
Lisch mit Recht jenen für den ursprünglichen hält. 

L. Do Ib er ff. 



Zar C'harakteri<«tik des sächsischen Rantcn- 
kranzcs. 




In dem Oldenburger Codex des Sachsenspiegels be- 
findet sich u. A. tlas gezeichnete ') sächsische Wappen, 
von welchem wir obiges Facsiiiiile mittheilen. 

Der Rautenkranz ist hier als ein schräg über den 
Schiiil gezogener, i'csp. gehängter Rosenkranz aufgefafst. 

Zur Charakteristik dieses Theiles des Wappens von 
Sachsen ist diese Auflassung in so früher Zeit sicher von 
nichl zu unterschätzender Bedeutung. 

Auch auf dem von mir frfilier schon niilgetheilten 
prächtigen Sig. III. 15. ■). Herzog Erich's von Sachsen- 
Laueiiburg aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts 
tlnden sii-h auf den Decken des Pferdes neben den Stämiu- 
<'hen mit klceblattühnlichen Blättern aucli solche mit 
vierblällrigen Rosen. F.-K. 



IVachtwüchterrnfe ans Drosendorf in Nieder- 
Österreich. 

In früheren Zeiten hat der Nachtwächter in Drosen- 
dorf im Sommer um 10 Uhr, im Winter um 9 Uhr ge- 
rufen : 

Alli meini Hearn, läfsts enk (euch) sägn : 

dear Hämmer, dear hat (.) gschlägn. 

Die finstre Xaeht die tritt herein'); 

Gott wird uns allen gnädig sein. 

Ist das Mädl grofs oder klein, 

schür sie das Feuer fein fleifsig ein, 

und schür es ein mit grofsem Fleifs. 

Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. 

Und rufet alle Heiligen an, 

den heiligen Sanet Florian, 

(dafs er uns beschütz vor der Feuersflamm). 

Älli meini Hearn, um was i enk bitt: 

vergehst die armen Seelen im Fegfeuer nit, 

und hälts meini Wort für keinen Spott. 

A glückselige Nacht, die gib euk Gott, — 

Schläfts ein in Gottes Namen. 

Hat (.) gschlägn. 

Gelobt sei Jesus Christus. 

Im Sommer rief er in den Stunden zwischen 10 bis 
2 Uhr (12 Uhr immer ausgenommen) : 

Alli meini Hearn, läfsts enk sägn : 
dear Hämmer, dear hat (.) gschlägn. 
So loben wir Gott und uiisre liabe Frau. 
Hat (.) gschlägn. 

Im Sommer hat er um 2 Uhr, im Winter um 3 Uhr 
gerufen : 

Alli meini Hearn, läfsts enk sägn : 
dear Hämmer, dear hat (.) gschlägn. 
Hausdiarn, ste auf, es is scho Zeit ; 
die Vöglein singen auf grüner Haid-^), 
die Fuarleut auf der Slrässn : 
Gott wiard uns (sie) nit verlässu^). 
Hat (.) gschlägn. 

Stoekerau in Xlederösterreich. C. .M. Bl.aas. 



1) Vergleichn : „trat de naclit an", Weisth. IH, 87; „die nacht 
betritt ihn-', III, 457. Grimm, iMythol. (4. Ausg.) III, 224. 

2) Vergleiche : „Die Vögel freuen sich über sein (des Tages) 
Kommen . . . daz kleine süeze vogcllin kan dingen iif den niorgen- 
schin und sich des tages friJuwen muoz." Grimm, a. a. 0. III, 224. 

3) Irre ich nicht, so tindct sich eine ahnliche Stelle in einem 
von L. Richter illustrierten Volksliede. 



1) Auch die übrigen 7 Wappen hei der Fahn-Lchne sind nicht 
koloriert. 



73 



Auzeiiyei" lur Kunde der deutschen Vorzeit. 



76 



Zur Üeschiehte der Erfindiiug der Biicta- 
driic'kerknust. 

Dem germauischeu .Museum waren jüngst von einem 
Regeusburg-er Händler u. a. zwei, dem Katharinenkloster 
zu Nürnberg entstammende, auf Pergament geschriebene, 
mächtige Lectiouarien zum Kaule angeboleu. deren innere 
Ausstattung — aufser der schönen Schrift — nichts Be- 
sonderes enthielt, da die wenigen Miniaturen , die sich in 
denselben vorfanden, handwerksmäfsig ausgeführt waren. 

Die schönen 38 cm. breiten und 53 cm. hohen alten 
Ledereinbäude der beiden Bücher zeigten rautenförmige 
Pressungen, in der Mitte der Rauten und an den Schnitt- 
punkten der die Rauten bildenden Linien Rosetten, und 
waren mit hüljschen Bronzebeschlägen versehen. Was 
denselben aber ein ganz besonderes Interesse verlieh, 
waren die zwischen den Eckbeschlägen am Rande jedes 
Deckels entlang laufenden Inschriften , welche über die 
Yerfertiger der Handschriften und ihrer Einbäude berich- 
teten und merkwüi'diger Weise durch an einander gereihte 
Einzelbuchstabenetempel hergestellt waren. Der erstere 
Band, welcher auf Blatt 1^ die (natürlich handschrift- 
liche) Inschrift trug : 

Presens über ptinet ad Monasteriü Soror.-» Ste Kathe- 
rine jn uureberga Ordinis pdicatorum. 

Nach xpi gepurt M^.cccc". jn de xlvj. iar hat disz hoch 
geschribe fraw anna grunpergerin burgerin czu nur. czu 
nutz dem closter czu sant Kathrein jn nur. pJigordens. 
pit got für sie. 

hatte auf dem vorderen Deckel des Einbandes, oben (heral- 
disch) rechts beginnend, die eingeprefste Inschrift: 

?tiina § tili § ]\Iccccxxxxxiii_§ iigat9 § cpt § i 
liticr § ifte § per § frco § ilonratiu § Jrorjlcr § öc 
§ onoiÖGpacl) § et § iDtjannc § ciiftctcr § v>Conucnt9 
§ nurcücr gcnfiö § orüis § prcöicatani § in § cra= 
ftino § 5 § .illarci § Etnagcliitc 

Auf dem hintern Deckel stand die Inschrift : 

2Cbc § birginu § gcma § itatljcrina § auc § |i ..^ipoufa 
§ rtgi6 § rcgu § gloriofa § auc §...§....*)§ 
HC ncrantiby § patracinia § iinpctrata § non § trc- 
ncgcQ § fuffragia § SCitciuia § aiia § aiia. 

Der einige Jahre ältere Band, auf dessen Blatt l*" ge- 
schrieben steht: 

Pars lectionarij Estiualis _de Tempore. A festo Cor- 
poris xpi vsqä ad aduetu dni. Et de Sanctis A festo 



*) Die Stelle des Einbandes ist so abgestofsen, dafs die beiden 
kurzen Worte nicht zu entziffern waren. 



Translaconis Sti domini vsq; ad festü Sti Andree apo- 
stoli. Pertiuens. ad Mouasteilü Soror~ Sanete katherine. 
In Nuremberga. Sub cura Ordinis predicator~ 

Nach xpi gepurt M^.cccc". jn dem lij hat difz hoch 
geschriben Swester. Margaretha karteuserin. Czu nutz 
ire closter. czu Sant katherina jn Nurenberg prediger- 
ordens. Pit pot für sie 

hat auf dem vorderen Deckel seines Einbandes, in gleicher 
Weise angebracht, die Inschrift: 

Ttnna § bni^ § Mcccclvi| § iiöcr § iftc § ligaty § 
II c)'t § ycr § frcG § Cnnratiu § i-orilcr § bc § onoib> 
fpadj § & § iDljancni § liiirfiug § Jl-antorcm § Can= 
ucntus § JDurcmücrgcnfis § orbini^ § prcbicatoruni 
§ fit § lau^ § bca § § § 

Auf dem hintern Deckel steht ; 

Kcccianariu^ § ifi:c § fcriptu^ § cft § per § | 
l'ororc § margarcta § Cartljcufcrin § & § iiuminatus 
§ per § öarba ram § gVairijtmarijcrin § monaftcrii 
§ fcc § itatljcrinc § in nurcmiicrga § bco § gracias §. 

Diese Inschriften, die durch gothische, 12 Millimeter 
hohe Buchstaben gebildet werden, welche, mit vertieften 
Stempeln geprefst, sich erhaben darstellen, sind, wie ganz 
deutlich, jeden Zweifel ausschliefsend, aus der Pressung 
zu ersehen ist, durch die Zusammenfügung einzelner be- 
weglicher Buchstabenstempel hergestellt worden. Es war 
also zu derselben Zeit, als Gutenberg zum ersten Male 
seine grofsartige Erfindung praktisch anwendete und das 
erste mit beweglichen Typen gedruckte Buch verfertigte, 
das Verfahren, aus einzelneu beweglichen Buchstaben 
Worte und Zeilen zusammenzusetzen — abgesehen von 
der verschiedenen Technik der Stempel — auch schon in 
Nürnberg, möglicherweise vielleicht auch au anderen 
Orten, bekannt und in üebung. 

Aus dem Texte der Inschriften ist zu entnehmen. 
dafs man sich im Predigerkloster zu Nürnberg auch noch 
zu der Zeit, als. die Buchbinderkunst bereits grofsentheils 
ein bürgerliclies Gewerbe geworden war. vortrefflich auf 
dieselbe verstand. Die beiden prächtigen Einbände sind 
ein beredtes, ehrenvolles Zeugnifs füi- die Tüchtigkeit, 
mit welcher die Brüder Konrad Forster von Onoldsbach, 
Johann Eystetter und der Kantor Johann Wirsing diese 
Kunst ausübten. — Leider war der für die Handschriften 
geforderte Preis ein so übertrieben hoher, dafs das ger- 
manische Museum gezwungen war, auf deren Erwerbung 
zu verzichten. 

Nürnberg. Hans Busch. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann- 

Yeranlwortlicher Redakteur: Dr. A. Essen weiu- 

Verlag der literarisch-artistiscbcn Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg. 



Mit einer Beilase. 



BEILAGE ZÜ3I AXZEIGER FÜR KUNDE DER DEITSCHEX VORZEIT. 



1882. 



.V 3. 



IMärz. 



Chronik des sernianischen >liiseiinis. 



Nürnberg, den 15. Murz 1882. 

Wiederholt war in unseren Berichten die Rede davon, dafs 
mit allergnädigster Genehmigung Sr. Majestät König Ludwigs II. von 
Bayern die bisher in der Morizkapelle dahier aufgestellte Gemälde- 
gallerie mit jener unseres Museums vereinigt werde, sobald die 
nöthigen Räume dazu bereit sein werden. Endlich sind wir nun- 
mehr soweit gekommen, und heute hat die Ueberführung der 160 
Gemälde stattgefunden, zu denen noch 8 Stück aus der kgl. Pina- 
kothek in München hinzugekommen sind, während 5 aus der Mo- 
rizkapelle in die Pinakothek gelangten. Es handelte sich theils um 
Ergänzung von Serien, die an beiden Orten unvollständig waren, 
theils, hauptsächlich bei uns, um entsprechende Vertretung einzelner 
Meister. 

Durch die Gnade Sr. Majestät ist dadurch unsere Anstalt in 
die Lage gekommen, in Verbindung mit den Gemäldebeständen des 
Museums selbst und vor allem der Gemäldesammlung der Stadt 
Nürnberg eine Sammlung von Bildern altober- und niederdeutscher 
Meister vereinigen zu können, die nicht nur an und für sich hoch- 
bedeutend ist, die auch an innerer Bedeutung alle übrigen Ab- 
theilungen des Museums überragt. Die Kölner Schule, die fland- 
rische, die schwäbische und vor allem die nürnbergische werden 
durch die besten Meister und theilweise deren hervorragendste Werke 
vertreten sein. 

Die Aufstellung der neuen, aus den vereinigten Beständen ge- 
bildeten Gallerie wird, sowie die Katalogisierung durch den kgl. 
Centralgemäldegalleriedirektor, Prof. v. Reber, unter Mitwirkung des 
Konservators Bayersdorfer, in den nächsten Tagen vor sich gehen, 
und wir werden wohl im nächsten Berichte die glücklich erfolgte 
Aufstellung und Eröffnung der Gallerie melden können, so dafs un- 
serem Museum eine neue Anziehungskraft für Künstler und Gelehrte 
wie für Laien geboten ist, für welche die Anstalt Sr. Majestät zu 
ehrfurchtsvollstem Danke stets verpflichtet bleiben wird 

Auch weitere Förderungen dürfen wir heute melden , indem 
Herr Fabrikbesitzer J. Fr. K. Pauschinger dahier 300 m. für ein 
glasgemaltes Fenster, Herr Fabrikbesitzer Max Fleischmann in Fürth 
dem Fonds für Gipsabgüsse 100 m. gespendet, und uns mit der Bitte, 
Namensnennung zu unterlassen, 300 m. zu Ankäufen übergeben wor- 
den sind. Das kürzlich hier verstorbene Fräulein Regina Barbara 
Büchner hat uns testamentarisch den Betrag von 25 fl. = m. 42,86 
hinterlassen. 

Die Räume für die Sammlung mittelalterlicher Gipsabgüsse 
sind nunmehr sämmtlich fertiggestellt und dem Publikum über- 
geben. Wenn nun noch die Gemäldcgallerie eingerichtet sein wird, 
so werden die für das Publikum bestimmten Sammlungon in insge- 
sammt 60 Lokalen, grofscn und kleinen, zur Besichtigung gestellt 
sein, so dafs nunmehr mit Recht unsere Anstalt, die gemeinsame 
Stiftung so vieler Tausender, sich bereits zu den grOfseren unter 
ihren Schwestern rechnen darf. Sicher ein grofses Resultat 
allgemeiner Opferwilligkeit. Wenn auch noch lange nicht am Ziele 



angekommen — das Bauprojekt, welches aus dem Plane der An- 
stalt entwickelt ist, nimmt über 100 Lokale in Aussicht — darf 
doch das jetzige Resultat der grofsartigen Förderungen, die wir er- 
halten haben, um so mehr hier festgestellt werden, als ja Monat für 
Monat an dieser Stelle nur so wenig berichtet werden kann, dals der 
Fernstehende wol kaum veranlalst wird, alle diese kleinen Mel- 
dungen zusammenzustellen und so kaum ahnt, was hier doch, 
wenn auch oft unter IMühen und Sorgen, entstanden ist. 

Seit Veröfl'entlichung des Verzeichnisses in der letzten Nummer 
wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet: 

Von Vereinen: Crailsheim. Museumsgesellschaft (bezahlte be- 
reits für 1881) 2 m. 

Von Privaten : Bremen. Christn. Wilh. Reck, Kaufmann, 5 m. ; 
Friedr. Aug. Gotth. Reck 5 m. Chemnitz. Karl Oscar Sommerlatt, 
Amtsgerichtsreferendar (nicht Sommerblatt, wie es irrthümlich in 
Nr. 1 heilst) Im. öOpf. Coblenz. J. W. Bergmann, Rentner, 3m. 
Crailsheim. Haag, Revferförster, 2 m.; Miller, Amtsrichter, (bezahlte 
bereits für 1881) 2m.; Riedel, Gerichtsnotar, (bezahlte bereits für 
1881) 2 m.; Röfsler, Oberamtsrichter, 2 m.; StumpfF, Cameral-Buch- 
halter, 2 m. Dresden. Cristofani , Bildhauer , 3 m.; Hammer , gepr. 
Baumeister, 3 m. ; Fr- Carl Am. Heisen, Rentier, 5 m. ; Heyn, Bau- 
rath u. Professor, Sm-; Carl Schuster, Kaufmann, 3m.; Dr. med. 
Spitzerer 5m ; Dr. Sülze, Pastor, 5m.; Hans Strunz, Kaufmann, 
5m.; Zenker, Zoll- und Steuerdirektor, 5m. Ettlingen. Gockel, 
Oberförster, 2 m.; Habingsreither, Professor, 2 m.; Lumpp, Ober- 
amtmann, 2m.: Dr. Oster, Gymnasialdirektor. 2m.; Peter, Fabri- 
kant, 2 m. ; Ribstein, Amtsrichter, 2 m. ; Schrickel, Oberförster, 2 m. ; 
Wackher, Fabrikant, 2 m. ; Weinbrenner, Kassier, 2 m. Fürth. Fried- 
rich Kallmann, Kaufmann, 2m. München. Franz Hammel, Archi- 
tekt, 2m. Nürnberg. Joseph Bach, Kaufmann und Fabrikbesitzer, 
5 m.; Christian Freiherr v. Haller, k. b. Major a. D-, 5 m.; J. B. 
Kamann, Lehrer an der k. Realschule (statt früher 3m.) 5m. 
Schwabach. Bogner, Zeichenlehrer, Im ; Büttner, Seminarlehrer, 
Im.; J. Friedel, Lehrer, 3m.; Ilensold, Präparandenlehrer, Im.; 
Hans Kleindl, Rontamtsoberschreiber, 3 m. ; Leidig, Bezirkshaupt- 
lehrer. Im.; Wilh. Müller, Präparandenlehrer, Im.; Schneid, kgl. 
Stadtpfarrer, 2 m. ; Leonh. Will, Seminarschullehrer, 1 m. ; Gg. Zach, 
Buchhalter, 3 m. 

l'nsern Sammhmgeu giengen ferner folgende Geschenke zu : 

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Samm- 
lungen. 

(\r. 8542-8557) 

Amorbach. C. Jos. Albert, fiirstl. Revisor: 2 Silber- u. 2 Ku- 
pfermünzen. 1 Schlüssel. — Budapest. Aus dem Nachlasse von 
Bela K:i m;inhdzy : Medaille auf den Erzbischof Ladisl. Job. Pyr- 
ker. Kpfr. — Graz. A. Ritter v. Franck, k. k. Major a. D. : 
Photographie eines Perlmutterrelicfs des 15. Jahrhdts. v Streinz, 
Professor : Photographie eines Elfenbeindj-ptichon. — Hamburg. 
Johannes Paul, Kaufmanu : Klavier vom 18. Jahrb. Englische 
Marine-Uniform, lieginn des 19 Jahrb. — Hersbruck. Konrad 
Lindner. Uhrmacher u. Kaufmann: Wallbüchsc. IG. Jahrb. — 
Nürnberg G. Arnold, Grofshändler : Statuette u. glasgemaltes Por- 
trät des L. Wurster. F. Gebert, Numisnuitiker : Medaille auf 
die Opfer des Ringtheaterbrandes in Wien, 1881. Klippe auf die 



79 



Aiizeiü-er iüv Kunde der deutsehen Vorzeit. 



8Ü 



Zusammenliunft liayeriseher Xumismatiker in Regensburg, ISSl. 
J. F. K. Pauschi'nger, Fabrikbesitzer; Porträt des Paul Pau- 
schinger, Oelgem;üJe von J. C. Ihle. 1768. Th. Frhr. v. Tu eher, 
Gutsbesitzer : Lichtputzscheere von Messing, 17.— 18. Jahrb. Walde, 
Kaufmann: 2 Flugblätter vom 17. u. 18. Jahrb. Modell einer Equi- 
page des 18. Jhdts. Zimmermann. Antiquar: Papierspiegel des 
18. Jahrhdts. — Ravensburg. J. G. Roth, Pinselfabrikaut : Schlitten 
vom 18- Jahrb. — Rostock. Fräul. Anna Diemer , Conventualin 
zum hl. Kreuz : Verschiedene Kupferstiche u. sonstige Kleinigkeiten. 

— Stockerau. C. M. Blaas, Professor: Zwei Model für Zucker- 
bäckereien. 

IL Für die Bibliothek. 

iXr. 45,797— 45,872 ) 

Basel. Gesellscb. z. Beförd. d. Gemeinnützigen und 
Guten: Dies., 56. öS. u. 59. Neujahrsblatt; 1878, 1880 u. 1881. 4. 

— Berlin. E. S. Mittler & Sohn, Yerlagshandlung : Jahresbe- 
richte der Geschichtswissenschaft, hrsg. von Abraham, Hermann u. 
Meyer; II. Jhg. 1879. 1881. 8. Dr. W. Wattenbach. Univer- 
sitätsprofessor : Flugblatt dem Deutschthum zu Schutz u. Trutz ; 
Nr. 1. 1882. 8. — BÜnzlau. Dr. E. Weruicke: Ders., Chronik der 
Stadt Bunzlau; 1. Lfg. 1882. 8. — Dresden. Heinr. Klemm, Re- 
dakteur : Ders., das Buch der Livreen ; 3. Aufl. 8. Ders. , die ge- 
sammten k. k. österr.-ungar. Militär- u. Marine-Uniformen. 8. — Frank- 
furt a. M. Heinrich Keller, Verlagsb. : Kanugiel'ser, Geschichte 
der Eroberung d. fr. Stadt Frankfurt durch Preuisen im J. 1866. 

— Gotha. Justus Perthes, Verlagsb.: Gotbaischer genealog. 
Hof-Kalender; Jhg. 1681. 12. Gothaisches genealog. Taschenbuch 
der gräfl. Häuser. 1881. 8. Gothaisches genealog. Taschenbuch der 
freiherrl. Häuser. 1881. 8. Oesterley, hist.-geograph. Wörterbuch des 
deutschen Mittelalters; 6. Lfg. 1882. 8. — Greifswald. Universi- 
tät: Index scholarum etc.; 1882. 4. Verzeichuils der Vorlesungen; 
1882. 4. — Görlitz. G. A. Starke, Verlags- Buch- u. Kunsthand- 
lung : Dielitz, die Wahl- u. Denksprüche, Feldschreie, Schlacht- u. 
Volksrufe, besond. des Mittelalters und der Neuzeit. 1. Lfg. 1882. 
gr. 4. —Heilbronn. Gebr. Henninger, Verlagsb.: Gleim, preuls. 
Kricgslieder. 1882. 8. — Hermannstadt. Evangel. Gymnasium: 
Reifsenberger, die siebenbüigischeu Münzen des freiherrl. v. Bru- 
ckenthal'ächen Museums. 1880. 4. — Innsbruck. Freih. Leopold 
V. Borch: Ders., das Domesticatus zur Zeit der Merowinger. 4. — 
Kassel. Th. Kay, kgl. Hof-Buch- u. Kunsthändler: Kleinscbmidt, 
Augsburg, Nürnberg u. ihre Handelsfürsten im 15. u. 16- Jhdt. 
1881. 8. — Kempten. Jos. Kösel'sche Buchhandlung: Baumanu, 
Geschichte des Allgäu's ; 1. Bd. 1. — 4. Heft. 1881. 8. - Leipzig. 
Friedr. Brandst etter, Verlagsbuchh. : Richter, Bilder aus der 
deutschen Kulturgeschichte; Bd. 1, 3. F. A. Brockhaus, Ver- 
lagshandlimg : Histor. Taschenbuch, hrsg. v. Maurenbrecher; VI. 
Folge 1. Jhg. 1682. 2. Moritz Ruhl , Verlagshandlung : Die Uni- 
formen der deutschen Armee; 7. Aufl. 18B2. 8. Die Orden, Wap- 
pen und Flaggen aller Regenten und Staaten. 4. E. A. Seemann, 
Verlagshandlung: Deutsche Renaissance; Lief. 3, 26 u. 121 — 138. 
4. Otto Spamer, Verlagsbuchhandlung: v. Leixner, illustr. Li- 
teraturgeschichte; III. Bd. 1882. 8. Corvin u. Held, illustr. Welt- 
geschichte ; V. Bd. 1882. 8. Schmidt, illustr. Geschichte von Preu- 
fsen ; 37. Heft. 8. Durch die B. G. Teubner'sche Buchhandlung: 
Bonstedt, Bericht über die Geschichte u. gegenwärtige Einrichtung 
der von Conradischen Stiftung. 1881. 8 Kropatschek, das Fächer- 
Album Elisa's von der Recke. 1881. 4. Sievert, Beiträge zur 
Geschichte des Stettiner Schulwesens 1881. 4. Sarg, Materialien zu 
einer Geschichte der Stadt Meseritz ; III. Beitrag. 1881. 4. Heinrich, 
das Stift der regiüierten Augustiner Chorherren zu Sagan. 1881. 4. 
Schmuhl, Beiträge zur Würdigung des Stiles Hartmanns v. Aue. 



1881. 4. Reichling, ausgewählte Gedichte von Job. Murmel- 
lius. 1881. 8. Ortmann, über Lessings Einfluls auf Schiller als 
Dramatiker. 1881. 4. Köster, Sachsen unter Herzog Magnus I. 
1881. 4. Beelte, Thangmar. Sein Leben und Beurtheilung seiner 
Vita Bernwardi. 1881. 4. Genthe, Duisburger Alterthümer. 1881. 
8. Feyerabend, in what manner did the French influence the 
formation of the English language. 1881. 4. Jundt, die drama- 
tischen Aufführungen im Gymnasium zu Strafsburg. 1881. 4. 
Zinfser, der Kampf Beowulfs mit Grendel. 1681. 4. Knod, das 
Papstthum und die deutsche Landeskirche zur Zeit der Ottone. 
1881. 8. Funck, die alte badnische Fürstenschule u. August Bockh. 
1881. 4. Heidemann, über Lessings Emilia Galotti. 1861. 4. De- 
■witz, Würdigung von Bruno's über de hello Saxonico im Vergleieh 
mit den Annalen Lamberts von Hersfeld. 1881. 4. Kielfer, Ekke- 
harti IV , Sangallensis, versus ad picturas domus domini Moguntine. 
1881 4. Schödler, Mainz vor 10 Jahren 1881. 4. Wolff, deutsche 
Ortsnamen in Siebenbürgen; III. 1881. 8. Berwerth und Fabini, 
fachwissenschaftl. Katalog der Bibliothek des Gymnasiums in Schäis- 
burg; IL Tbl. 1881. 4. u. 2 weitere Schriften nicht historischen, 
Inhalts. — Marburg. Universität: Mannkoptf, Festrede zur Ein- 
weihung des neuen Universitäts-Gebäudes. 1881. 4. Cäsar, catalogi 
Studiosorum scholae Marpurgens- part IX. 1681. 8. Rittau, Job. 
Reinh. Forsters Bemerkungen, auf seiner Reise um die Welt ge- 
sammelt; T. 1. 1881. 4. u. 5 weitere akadem. Schriften nicht histo- 
rischen Inhalts. — München. Literar. Institut von Dr. M. 
Huttier: Ders., Codex Teplensis etc.; II. Th. 1882. 4. — Nürn- 
berg. Georg Arnold, Grofshändler : Wolff, christl. Denk- und 
Ehren -Maal des wohlansehnl. Wursterischen Stamm-Hauses etc. 
1758- 2. Pap. Hs. Trauergedicht bei dem Tode des Jonas Paulus 
Wurster. 1725. 4. Trauer-Lieder bey der Beerdigung des Herrn 
Andreas Wursters. 1796. 2. Kamann, Realienlehrer : Remling, die 
Rheinpfalz in der Revolutionszeit von 1792—1798; Bd. I. II. 1665 
u. 66 8. — Rostock. Fräulein Anna Diemer, Conventualin: 
Taddelius, hertzliche . . . Klage-Predigt vber den . . . tödlichen Ab- 
gang des allerglorwürdigsten Gustavi Adolphi, der Schweden, Go- 
then etc. Königes, gehalten zu Rostock etc. 1632. 4. Faber, Ehr- 
u. Lehr-Predigt bey Begängnis des weil. Durchl., Hochgeb. Fürsten 
vud Herrn Christiani, des Namens des Andern. Hertzogen zu Sach- 
sen. 1611. 4. von Krakevitz, vollst, bist. Nachricht v. d. zweyten 
Jubel-Fest der evangel.-Iutherschen Kirchen in denen Meklenburg. 
Hertzogthümern etc. (1717) 4. Reuidirte vnd verbesserte Hochzeit 
vnd Kindelbiors Ordnung eines Erbarn Raths zu Rostock. 1583. 4. 
— Schaas. (Siebenb.) Jos. Hai tri ob, evang.-luth. Pfarrer: Ders., 
deutsche Volksmärchen aus dem Sachsenlande in Siebenbürgen ; 
3. Aufl. 1882. 8. — Stuttgart. J. Engelhorn, Verlagshandlung: 
V. Leixner, unser Jahrhundert; Liefg. 37. 38. 8. — Thorn. Societe 
scientifique Polonaise: Ossowski, carte archeologique de la 
Prusse occidentale avecun texte explicatif. 1881. 4. — Weimar. Her- 
mann Weifsbach: Der antiquarische Verkehr ; Nr. 1 — 6. 1882. 
8. — Wien. Rud. Lechners Verlagsbuchh.: Weifs, Geschichte der 
Stadt Wien; 2. Aufl. I. Bd. 1882. 8. — Wolfenbüttel. Dr. G. Milch- 
sack, Bibliotheksekretär: Ders., das Egerer Fronleichnamsspiel. 
1881. 8. 

III. Für das Archiv. 

(Nr. 4737—4788.) 
Nürnberg. Sig. Pickert, Hotautiquar : Urkunde des päpstlichen 
Vicars Leo (XII.) über die Verleihung der Würde eines Kanonikers 
nebst einer Pfründe am Dome zu Bamberg an den Priester Joh. 
Gg. Nülslein. 1823. Perg. Fräul. S. Weckerlin, Privatiere : 
Stadtgerichtl. Protokoll über den Verkauf der Behausung der hin- 
terlassenen drei Kinder des Vinc. Weifs, Barbierers u. Bürgers, zu 
Nürnberg an den Barchetweber Hanns Hertz. 1607. Pap -Abschr. 



Sthrilteii der Akadeuiieen, Museen und historischen Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind : 

Verein für hamburgische Geschichte: Sagen von der Meklenburger Küste. I. Von K. E. H. Krause. II. 

Mittheilungen etc. 4. Jahrg., 1881. Xr. 12. 8. Störtebeker- Von K. Koppmann. — Die Kleinodien der Schifferbrüderschaft 



81 



Auzeigvr für Kunde der deutschen Vurzeit. 



Von W. Xathansen. — Kaspelzeug. II- Von J. F. Voigt. — Joach. 
Nigels Bronze-Mörser von 1522- Von C W. Lüders. (Mit Abbild.) 
— Das Regiment der Glocken- und Gelbgiefser von 1636. Von 
dems. (Mit Abbild.) — Rothgiefser u. Gelbgiefser. Von K. Kopp- 
mann. 

Gesellsch. f ältere deutsche Geschieht skunde etc. : 

Neues Archiv etc. VII. Bd. 2. Heft. Hannover, 1882. 8. Die 
Chronicae des sogenannten Fredegar. Von Dr. B. Krusch. — Ver- 
lorene Handschriften der Briefe des heil. Bonifatius. Von A. Nürn- 
berger. — Miscellen. — Nachrichten. 

Historischer Verein für Niedersachseu : 

Zeitschrift etc. Jabrg. 1881 u. 43. Nachricht .... Hannover. 
1881. 8. Nachtrag« zu den Regesten der Edelherren von Homburg- 
Von Dr. H. Dürre. — Stammbaum der Edelherren von Homburg. 
Zusammengest. von dems. — Das Kloster Kemnade zur Zeit der 
Äbtissin Judith v. Bomeneburg. Ein Zeitbild aus der Mitte des 12. 
Jhdts. Von dems. — Besuch der Fürstenschule zu Tübingen durch 
drei Sohne des Herzogs Franz II. von Sachsen-Lauenburg i. Jahre 
1607. Von Mithoif. — Die im J. 1644 obgewalteten Streitigkeiten 
wegen Verrichtung der Predigt im Dom zu Ratzeburg beim Begräb- 
nisse der Herzogin Katharine zu Sachsen. Von dems. — Beiträge 
zur Geschichte der Stadt Lüneburg im 15. u. 16. Jhdt. Von Eduard 
Bodemann. — Testament des Rathmanus Job. Semmelbecker zu 
Lüneburg. 1502, Sept. 7. Mitgeth. von dems. — Ein bisher un- 
gedruckter Brief des Joh. Bugenhagen au Herzog Franz von Braun- 
schweig-Lüneburg, vom 20. Mai 1549. Mitgeth. von dems. — Leib- 
nizens Urtheil über die Sage von dem Auszuge der Hammelnschen 
Kinder. Mitgeth. von dems. — Wcisthümer aus dem Hildes- 
heimischeu. Von K. Janicke. — Leibuizeus Briefwechsel mit dem 
Minister von Bernstortf u. andere Leibniz betrett'ende Briefe u. Akten- 
stücke aus den Jahren 1705 — 1716 . . Hrsg. von Dr. Dübner. — 
Die Herren von Landesberg. Eine genealog. Skizze von J. Grafen 
von Oeynhausen. 

Münzforscher- Verein zu Hannover: 

Blätter etc. Herausgeg- von H- Grote. 18- Jahrg. Nr. 98. 
1. Jan. 1882. 4- Petershagen als bischütlich Minden'sche Münz- 
stätte nachgewiesen von J. u. A. Erbstein. (Mit Abbild.) — Anhol- 
tcr Münzen des Wild- und Rheingrafen Leopold Philipp Karl Für- 
sten zu Salm, 1637 — 1663. Von dens. (Mit Abbild.) — Die Scheide- 
Münzen (Marien-Groschen und Kiirtlinge) der Corveyer Aebte in 
Gemeinschaft mit der Stadt Höxter. Von Weiugärtner. — Ein sel- 
tener anhaltischer Thaler von 1747. Von V. v Röder. — Regens- 
burger Marken. Von 0. Fr. v. E. (Mit Abbild.) — Neue Äledaillen. 
— Literatur etc. 

Numismat.-üphragist- Anzeiger etc. Hrsg. von Walte und Bahr- 
feldt. XIII. Jhg. 1882. Nr- 1 u. 2. 8. Die Lüneburger Valuati- 
onstabelle, Nr. 2- Von K. Ubbelohde und Dr. C. Heintzeb — Münz- 
fund im Dorfe Mosel bei Zwickau in Sachsen. — Collection Fer- 
dinand Bompois. — Grofse Medaille auf die Eroberung Stade's 
durch die Dänen 1712. Von M. Bahrfeldt. — 

Architekten- und I ngcnie ur- Verein zu Hannover: 
Zeitschrift etc. Band XXVIII. Heft I. 1882. 2. Vcreinsange- 
legenheiten. 

K. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen: 
Gelehrte Anzeigen. 1881. I. und II. Bd- Nachrichten von ders. 
(icsellacbaft und der Georgs-Augusts-Universität Aus dem Jahre 
1881. Nr. 1—16. 1881. 8. 



Gesellsch. f. bild. Kunst u. vaterl. Altertb- z. Emden: 
Jahrbuch. Vierter Band. Zweites Heft. 1881. 8. Geschichte 
der holländ. Sprache in Ostfriesland. Von Bartels. — Die Expedition 
der Hansastädte gegen die ostfriesische Küste im Frühjahr 1400. 
Von Hobbiug. — Einige Nachrichten über Friedr. Arends u. seine 
Schriften. Von Bartels. — Die Mennoniten in Ostfrieslaud. Von Dr. 
Müller. — Gerardi Oldeborchs, Pastoris zu Bunda im Reiderland, 
kleine ostfriesische Chrouicke, betr. die Jahre 1558 — 1605. Mit- 
geth. von Dr. H. Deiter. — Das Mausoleum Enno"s IL, Grafen von 
Ostfriesland, in der Grofsen Kirche in Emden, (mit Abbildg.) Mit- 
geth. von Starcke. — Kleinere Mittheilungen. Gesellschaftsange- 
legenheiteu- 

Verein von Alterthumsfreuuden im Rheinlande: 
Jahrbücher- Heft LXX. u. LXXI. Bonn, 1881. 8. Römische 
Funde in Mainz. Von J. Keller. (Mit Abbild.) — Die Wasserbau- 
ten der Römer in den Zehentlanden. Von Näher. (Mit Abbild.) — 
Ein Münzfund von der Nahe. Von van Vleuten. — Römische 
Falscbmünzerformeu, gefunden in Trier. Von F. Hettner. — Zu 
dem Grabstein des Volcius Mercator. Von Seeger. — Gegenstände 
der Ausstellung kunstgewerblicher Alterthümer in Düsseldorf Von 
aus'm Weerth- A- Der Bilderschmuck des Cod- Egberti und des 
Cod- Epternaceusis- Von Lamprecht- (Mit Abbild.) — B. Meister 
Eisenhuth. Von Nordhoff. (Mit Abbild.) — Das mittelalterliche 
Strafsennetz in den Zeheutlanden , besonders in dem badischen 
Landestheil derselben. Von J. Naber (Mit Abbild.) — Classis ger- 
manica pia fidelis. Von Boue. — Ueber ein Barbotingefäfs der 
ehemaligen Sammlung Disch. Von Jonas Paid Meier. (Mit Abbild.) 
Einige weitere Gefälse mit Inschriften von E. aus'm Weiih. (Mit 
Abbild) — Kleinere Mittbeilungen aus dem Prov. Museum zu Bonn. 
Von dems- — Zur Erinnerung an die Disch'sche Sammlung römischer 
Gläser. Von dems. (Mit Abbild.) — Pontifical-Kelch aus dem Dome 
zu Osnabrück. Von dems. (Mit Abbild.) — Literatur. — Miscellen. 

Görres-Gesellsch. z. Pflege der Wissenschaften: 
Historisches Jahrbuch etc. IH. Bd. 1. Heft. Münster, 1882. 
8. Die Konstantinische Schenkung I. Von Grauert. — Deutsche 
Untersuchungen über Maria Stuart. I. Von Cardauns- — Beiträge 
zu Leben und Schriften des D. Eugelhus. Von Grube- — Wolfram 
von Eschenbach luid seine Gattin. Von Domanig. — Die alte 
Kaiserpfalz in Parma. Von v. Reumont. — Recensionen u. Refe- 
rate etc. 

Histor. Verein für den Niederrheiu etc.: 
Annalen etc. 86. Heft. 1881. 8. Ueher die Nachkommenschaft 
der ersten Ansiedler in der unteren Rheingegend. Von D. Mooren. 

— Die Zeitungspresse in der ReichssUidt Köln- Von Dr. L. Ennen. 

— Die Kämpfe am Rhein \or 1000 Jahren. Vortrag . . . von 
Dr. Flofs. — Eroberung des Schlosses Popiielsdorf, Sprengimg und 
Erstünnimg der Biu-g Godesberg imd Eiunahmc der kurfürstl. 
Residenzstadt Bonn ; November 1583 bis Februar 1584. Von dems. 

— Das Städtebuch von G. Braun und Frz. Ilogenberg und die 
darin enthaltene Abbildung und Beschreibung Werdens aus dem 
16. Jhrhdt. Vortrag . . . von H. Lempertz sen. — Verleihung der 
Hofpfalzgrafonwürde an den Kölner Bürger und Lizentiaten der 
Rechte Peter Engelbert Bcnnerscheid, Syndikus des Kapitels des 
freien weltlichen Damenstifts Sankt Ursula in Köln, durch Frz. 
Graf zu Konigsegg-Rothcnfels. Immenstadt, 25. Fcbr- 1751. Mit- 
getheilt von Dr. Winand Virnich. — Vereinsangelegenhciten. 



Anzi'i2:er für Kuiule tier deutschen Vorzeit. 



84 



Antiquarische Gesellschaft in Zürich: 
Anzeiger f. schweizerische Alterthumskuude. 18S2. Nr. 1. 8. 
Limmatfunde auläfslich des Brückenbaues in Zürich 1880/81. Von 
E. MüBch. — Das Baptisterium von Riva S. Vitale. Von J. R. 
Rahn. — Die Grabsteine in der Capitelstube zu Wettingen. Von 
H. Zeller- WerdmüUer. (Schi.) — Die Burgen Rappenstein und Fal- 
kenstein bei St. Gallen. Von G. Meyer von Knonau. — Der Ker- 
chel zu Schwyz. Von Dr. Th. v. Liebenau. — Zur Statistik 
schweizerischer Kunstdenkmäler. IV. Kanton Bern. Von J. Rahn. 

— Kleinere Nachrichten. Von C. Brun. — Literatur. 

Societe d'histoire Je la Suisse romande: 

Memoires et documents. Tome XXXVI. Melanges. Lausanne, 
1881. 8. Histoire monetaire de Lausanne 1273—1354. Fragment 
par A. Morel-Fatio. — Extrait des manuaus du conseil de Lausanne 
1512—1536, publies et anuotes par Ernest Chavannes. 

Societe archeologique de Tarn - et- Garonne : 

Bulletin etc. Tome IX. — Annee 1681 ; 3« trimestre. Mon- 
taiiban, 1881. 8. üne tapisserie du XV« siecle. Par Barbier de 
Montault. — Proces-verbaux. 

Societe Beige de geographie. 

Bulletin . . . Cinquieme annee. Bruxelles, 1881. Nr. 6. No- 
vembre — Decembre. 8. 

Maats chappij de-r nederland. letterkunde te Leiden: 

Handelingen en mededeeliugen over het jaar 1881. 8. Gesell- 
schaftsangelegenheiten. — De Staats-Courant voor 1814. Von W. 
P. Sautijn Kluit. — Lijst der bijdragen betreffende de geschiedenis 
der nederlandsche dagbladen. Von dems. — De portretten en het 
testament van Josephus Justus Scaliger. Von W. N. du Rieu. 

Levensberichten der afgestorvene medeleden etc. Bylage tot de 
handelingen van 1881. 

Alphabet, lijst der leden etc. November 1881. 

Societe hollandaise de sciences ä Harlem: 

Archives Neerlandaises etc. Tome XVI, l''<= — 5™« livraison. 
Harlem, 1881. 8. 

Friesch genootschap van geschied-, oudheid-en 
taalkunde: 

De vrije Vries. Mengelingen etc. . . . Vijftiende deel. Derde 
reeks. Derde deel. Aflev. een. Leeuwarden. 1881. 8. Epo van 
Douwma te Huizum. Eene bijdrage tot de geschiedenis der Her- 
vormiiig in Friesland, von G. H. van Borssum Walkes ... — Een 
en ander over Friesche eigennamen. Von Joh. Winkler. (Forts.) 

— Willehad, een apostel der Friezen. Von P. Feenstra. — Ver- 
spreide gedichten van Gijsbert Japiks. — Bijdrage tot de burgerlijke 
en kerkelijke indeeling von Friesland tusschen het Flie en de Lau- 
wers, van omstreeks de 8ste eeuw tot 1580. Von Mr. A. J. Andrea. 
(Mit 1 Karte.) — De Dorpgemeenten in Friesland. Von van Blora. 

Finska Vetenskaps-Societe t zu Helsingfors: 

Oefversicht etc. XXII. 1879—80. Helsingfors, 1880. 8. Bidrag 
til kännedom af Finlands natur och folk. . . . Trettiondetredje u. 
trettiondefjerde haftet. 1880. 8. Kiinteitä mninaisjUännoksia Ulvilan 
Kihla kunnassa. Suomen Tiedeseuran myontämillä matkarahoilla 
luetellut K. Killinen. 209 Seiten. Mit 2. Tafeln. Eric Laxman, 
Hans Lefnad, Resor, Forskningar och Brefvexling af Wilh. Lagus. 
IX. 830 u. 146 Seiten, ^^t 3 Tafeln. 

Regia deputazione di storia patria: 

Miscellanea etc Tomo XX. Quinto della seconda serie. To- 
rino, 1882. 8. Frammento di storia del papato nel secolo XV. 



Verein für siebenbürgis che Landeskunde: 
Korrespondenzblatt etc. V. Jahrg. 1882. Nr. 1. u. 2. Hermann- 
stadt. 8. Charakteristische Merk- u. Unterscheidungszeichen der 
Bewohner einzelner sächs. Kreise und Ortschaften. Von Jos. Halt- 
rich. — Ein unbekanntes Werk des Isaac Zabauius. Von A. Szilla- 
gyi. — Die siebenbürg, deutschen Ortsnamen der Hausthiere und 
was damit zusammenhängt. Von G. F. Marienberg. — Zwei urkund- 
liche Aktenstücke des XIV. Jahrhdt. für Sächs. Regen. Von Dr. 
J. Loserth. — Das Urzel-Laufen in Agnetheln. Von Fr. Fr. Fro- 
nius. — Kleine Mittheilungen. — Literatur. Miscellen. 
Siebenbürgisch er Museums- Verein: 
Erdelyi Muzeum. IX. evfoliam. 1882- 1. u. 2. zäm. Klausen- 
burg. 8. 

Kaiserl. Akademie d. Wissensch. i.n Wien: 
Anzeiger etc. Jhg. 1882. Nr. I— IIL Sitzungen der philos.- 
historischen Classe vom 4. 11. u. 18. Januar. 

Herald. -genealogischer Verein „Adler" in Wien: 
Monatsblatt etc. Nr. 13—15. 1882. Jan.— März. 8. Vereins- 
angelegeuheiten. — Zwei Linden- u. ein Lilien-Siegel. Von Graf 
Petenegg. — Ein heraldischer Fund. Von Grf. M. Nahuys. (Mit 
Abbild.) — Unedierte Quellen. Von M. M- von Weitenhiller. — 
Zur Geschichte des heraldischen Kunstgewerbes. Von Leop. v. 
Beckh-Widmannstetter. — Literatur. — Anfragen. 
Numismat. Gesellschaft in Wien: 
Zeitschrift etc. 13. Jahrg. 2. Halbjahr; 1881. 8. 
Der Bracteatenstempel von Lettowitz. Von Dr- A. Luschin v. 
Ebengreuth. — Der Wiener Münzverkehr im XVI, Jhdt. Von Dr. 
C. Schalk. — Ueber Plato Wild u. die regensburgische Münzkunde. 
K. k. (isterr. Museum f. Kunst- u. Industrie: 
Mittheilungen etc. XVII. Jhg. 1882. Nr. 197. Wien. 8. 
(Mit 1 Beilage.) — 

Gesellschaft für vervielfältigende Kunst: 
Die graphischen Künste etc. Jahrgang IV, Heft II. Wien, 
1882. 2. Peter von Cornelius. — „Das jüngste C4ericht", Frescoge- 
mälde in Millstadt. Von R. v. Eitelberger. (Mit 1 Tafel). — Re- 
censionen. — Gesellscbaftsangelegenheiten. 
Dombauverein zu Wien: 

Dombauvereinsblatt. 1. Jhg. 1881. Nr. 7—9. 8. Das Wie- 
ner Ileilthumbuch. Von Dr. Lind. — Mittheilungen aus der Dom- 
bauhütte. 1880 — 1881. — Restaurationsarbeiten im Stifte Lilien- 
feld. — -Abbildungen des St. Stephans-Domes und seiner Kunst- 
denkmale. Zusammengestellt von Frz. Ritter. — Die Patina der 
Innenwände von St. Stephan. Von Dr. W. A. Neumann. — Lite- 
ratur. 

Wissenschaftlicher Club in Wien: 

Monatsblätter etc. III. Jhg. Nr. 3 — 5. ; 15. December 1881 u. 

15. Jan. 1882. 8. Club-Angelegenheiten. — Franz Messerschmid. 

Eine Künstler- Leidensgeschichte. Von Dr. A. Ilg. — Literatur. 

Jahresbericht etc. 1881 — 1882. VI. Vereinsjahr. Wien, 1882. 8. 

Christlicher Kunstverein der Diocese Seckau: 

Der Kirchen-Schmuck etc. XIII. Jahrg. 1882. Nr. 1 u. 2. Graz. 

8. Vom Herz Jesu-Kirchenbau in Graz. (Mit Abbild.) — Kunst 

und Handwerk. — Die Stadtkirche zu Wolfsberg in Kärnten. (Mit 

Abbild.) — St. Jakob im Rosenthale (Kärnten.) — Alte Ciboriums- 

altäre in Unter-Italien. — Die Pfarrkirche dell'Assunzione di nostra 

Donna in Villa Lagarina. Von Frz. Ivanetic. — Das Lavabo und 

seine Kunstformen. — Das Cistercienser-Kloster u. die Kirche zu 



83 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



86 



Xeuberg. — Der EvaDgelist Lukas ein Maler. — Zur Färbelung 
der Kirchen. — Notiz. — Vereinsangelegenheiten. 

Geschicbtsver. u. naturbist Landesmus. in Kärnten: 

C'arintbia. Zeitschr. etc. LXXI. Jabrg 1881. Klagenfurt. 8. 
Ein philosopbiscbes Jubiläum (.Kant.) Von K. Hauser. — Wall- 
schanzen bei Guttenstein in Kärnten. Von J. Reiner. — Die er- 
lauchten Herren auf Nikolsburg. Eine gescbicbtl. Studie von Dr. 
il. AI. Feyfa.x. . . . Besprochen von Beda Schroll. — Aus dem Ar- 
chive. Von Karl Hauser. — Eine Reise nach Rom, unternommen 
im Jahre 1625 von Hieron. Marchstaller, Abt des Benedictiner-Stiftes 
St. Paul in Kärnten. Bearbeitet von P. Beda Schroll. — Vom 
Magdalenenberge. — In Kärnten aufgefundene Bruchstücke aus alt- 
deutschen Dichterwerken. Von Edm. Aelschker. — Eine neu- 
slowenische Handschrift des kärntnerischen Geschichtsvereins zu 
Klagenfurt. Von Dr. J. Sket. — Die Vergiftung Leopolds 1. von 
Oesterreich. Nach einem Vortrage des Direktors L. Schmued. 

Gesellschaft für Salzburger Landeskunde: 

Mittheilungen etc. XXI. Vereinsjahr. 1881. 8. Die Eisenbahn 
und die alten Verkehrswege. IV. Von Dr. Prinzinger. — Salzbur- 
gische Geschlechterstudien. III. Die Werfener Burggrafen . . . Von 
Dr. F. V. Zillner. — Befund über die Begebung des Radstatter 
Tauern, Pongauer Seite,' zur Erhebung des Zuges der Römer- 
strafse u. ihrer Denkzeichen. . . Von Dr. Prinzinger. - Verzeich- 
nifs der Fundstellen vorhistorischer und römischer Gegenstände im 
Herzogthume Salzburg. Von Prof. Ed. Richter. — Die romanischen 
Ortsnamen im Lande Salzburg. Mit Erklärungen von Dr. Ludwig 
Steub. — Kleine Beiträge zu den Nachrichten über Paul Hofbaymer. 
Von Fr. Pirckmayer. — Salzburgische Bibliographie. Von Nie- 
Huber. — Miscellcn. — Gesellschaftsangelegenbeiten. 

Histor. Verein für Niederbayern: 

XX. Bd. 3. u. 4. Heft u. XXI. Bd. 1. u. 2. Heft. Landsbut, 
1880 u. 1881. 8. Grabmal und Name des Baumeisters der St. 
Martinskirche zu Landshut. Mitgeth. von K. Stadlbaur. — (Mit 
Abbild.) — Kloster Seligenthai bei Landshut. Mitgeth. von dems. 
— Die Kapelle des alten Schlosses zu Landshut. Vortrag . . von 
dems. — Zur Geschichte über Gg. Plinganser. Mitgeth. v. Otto 
Schels. — Genealog. Abhandlungen über das altbairische Adelsge- 
schlecht der Ritter, Freiherren u. Grafen von Abam auf Hagenau, 
Wildenau u. Neuhaus. Von Konr. Meindl. — Beiträge zur Ge- 
schichte des österreichischen Erbfolgekrieges. Von Erasmus Graf 
von Deroy. — Die Witteisbacher Fürstenurkunden des Stadtar- 
chives Landshut bis zum Erlöschen der Landshuter Regentenlinie. 
Mitgeth. von A. Kalchcr. 

K. bayer. Akademie der Wissenschaften zu München: 

Sitzungsberichte der philos. - philologischen und historischen 
Classe. Bd. IL Heft II u. III. 1881. 8. Die Beziehungen des Kur- 
fürsten Max Emanuel von Bayern zu Polen 1694 bis 1697. Von 
Heigel. Uebcr die norwegisch-isländischen gagnföstur- Von Maurer. 

Sitzungsberichte der mathemat.-physikal. Classe. 1882. Heft I. 

Histor. Commission bei ders. Akademie: 

Allgemeine deutsche Biographie . . . XIV. Bd. (G6.— 70. Lfg) 
Jetzer— Kahler. Leipzig, 1881. 8. 

Die Chroniken der deutschen Städte vom 11. bis ins IC. Jhdt. 
XVH. Bd. Die Chroniken der mittelrheinischcn Städte: Mainz, 
I. Bd. Leipzig, 1881. 8. 

Münchner Alterthum sverein : 

Die Wartburg etc. IX. Jhg. 1882. Nr. 1 u. 2. 8. Vcreins- 



angelegenheit. — Das Consulardiptychon Kaiser Valentinians III. 
V. J. 430. Von C. Friedrich. — Wieder ein bezweifelter Holbein 
Von Dr. K. Förster. — Nürnberger Künstler des 16 u. 17. Jahr- 
hunderts. XII. Die Stückgiefser Mülich. Von R. Bergan. — 
Kleine Mittbeilungen. — Literatur. 

Bayr. Gewerbemuseum zu Nürnberg: 

Kunst u. Gewerbe. Zeitschrift etc. Redig. von Dr. Otto von 
Schorn. XVI. Jahrg. 1882. 2. Hft. mit Nr. 2 u. 3 der „Mittheilun- 
gen . . ." 8 üeber Technik u. Entwicklung der Spitzen. Von C. 
von Braunmühl. (Mit Abbildg.) — A Keims MLneralmalerei. Von 
C. A. Regnet. — Kleine Nachrichten. — Literatur, — Abbildungen : 
Italienische u. venetianische Spitze v. 17. Jhdt. — Point d'Argen- 
tan u. point d'Alen^on v. 18. Jhdt. u. point de gaze. — Geschnitzter 
italienischer Blasbalg v. 16. Jhdt. — Majolika-Platte um 1510. 

Phy sikaliscb-medicinische Societät zu Erlangen: 

Sitzungsberichte etc. 13. Hft. November 1880 bis August 1881. 
1881. 8. Gesellschaftsangeigenheiten. 

König], württemb. -Statist- top ogr. Bureau: 

N\'ürttemb. Jahrbücher für Statistik u. Landeskunde. Jahrg. 
1881. I. u. II. Bd. Stuttgart, 1881. 8. 

Vierteljabresbefte f Landesgeschichte. Hrsg. in Verbindung 
mit d. Verein f Kunst u. Alterthum in Ulm u. Oberschwaben, dem 
württemb. Alterth.-Verein in Stuttgart, dem histor. Verein f. d. 
württemb. Franken u. dem Sülchgauer Alterthumsverein. IV. Jhg. 
1881. 8. Chronik und Nekrolog des J. 1881- — Urkunden zur 
Geschichte der Ritterbündnisse des 14. Jahrbdts. Mitgeth. v. Dr. 
Stalin. — Analekten zur Geschichte der Literatur in Schwaben. 1. 
Von Dr. H. Fischer. — Amtliche Berichte aus dem 17. Jhdt. über 
verschiedene, damals in Württemberg beobachtete Erderschütterungen. 
Mitgeth. von Dr. v. Schlofsberger. — Aus den Lebenserinnerungen 
von Aug. Ludw. Reyscber. Mitgeth. von Dr. v. Riecke. — Die 
Reichsstadt Schwäbisch - Gmünd in den Jahren 1526 — 30. Von 
Emil Wagner. — Nachträge u. Berichtigungen zu dem Aufsatz in 
Jahrg. 1879 ders. Zeitschrift: Die Reichsstadt Schwäbisch - Gmünd 
1523 — 25. Von dems. — Die Kupferstecher Job. Gotthard Müller 
u. Friedr. Müller. Von Bertbold Pfeiffer. — Württemb. Geschichts- 
Literatur vom J. 1880. Von Prof. Dr. Hartmann. — Acltestes 
protestantisches Gesangbüchlein von Ulm. Von Ilafsler. — Heral- 
dische Forschungen 4 u. 5. Von Klemm. — Justizverfahren einer 
oberschwäbischen unmittelbaren Reichs- .Vbtei im 17. Jhdt. Mitgeth. 
vom t Dr. Frz. Sauter. — Eine Geschichte aus Ulm. Nach einem 
Manuscripte .aus dem 17. Jhdt. Mitgeth. von dems. — Zigeuner- 
Begebenheiten auf dem Gebiete des ehem. Klosters Schussenried 
zu Anfang des vorigen J.ihrhdts. Mitgeth. von dems- — Zum 
Namen Ulm. Von Dr. Bock. — Kunst- u. Alterthumsreste Von 
II. Detzel. — Kleinere Mittheilungen. Von Klemm u. A. Schilling. 

— Geschichte des Wilbelmiter-Klosters zu Mengen. Von A. Schil- 
ling. — Barthol. Zeitbloom. Vortrag von M. Bach. — Aktenstücke 
u. Berichte zur Geschichte des 30 jähr. Krieges aus der Gegend 
des Bussen von den Jahren 1628—1632. Mitgeth. v. Eugen Schnell. 

— Mittelalterliche Wandgemälde. . Von Klemm. — Zur Geschichte 
des Duriagaues. Von C. A. Kornbeck. — Aus dem Registrum 
Fundationis Trspergensis. Von Dr. F. L. Baumann. — Zum 600 
jähr. Jubiläum der Familie Degenfeld. Vortrag v. Klemm. — Briefe 
Martin Frechts, des Ulmer Reformators, an seine Gattin aus den 
Jahren 1548 u. 1549. Mitgeth- von Bessert u. Meyer. — Ueber 
die Hcimath des Chronisten Burcb.ard von Ursperg. Von Prof. 



8/ 



Aiizeiü'er (Tu- Kunde der deutsehen Vorzeit. 



88 



Haitmami. — Archäolog. Entdeckungen u- Untcrsuchimgeu im J;ihie 
1860. Von Dr. Paulus. — JNJiscellanea. XIII u. XIV. Von Klemm. 

— Ueber die Benennung Kaiser Konrads II. nach Waiblingen. Von 
Dr. Stalin. ^ Zur Tinktur einiger schwäbisch - württembergischen 
Wappen. Von dems. — Beiträge zum Schützeuwesen imter den 
württembergischen Herzogen. Von Dr. P. Weizsäcker. — üeber 
das Sammeln alter u. neuer Bilder imserer Städte, Schlosser, Gebäude 
etc. Vortrag von v. Alberti. — Aus der Correspondenz des Her- 
zogs Bernhard von Weimar mit Konr. Wiederhold, Kommandan- 
ten auf Hohentwiel, 1638. — Eingwälle am Filsthal. Von Dr. Pau- 
lus. — üeber das Siegel des Grafen Burchard von Hohenberg von 
J. 1521. Vom Fürsten F. K. von Hohenlohe-Waldenburg-Schillings- 
fürst. — Der erste Buchdruck in Tübingen. Von Steiif. — Lebens- 
bilder aus Franken. Von Bessert. — K. Huober, der hohenlohische 
Reformator, als Dichter und Komponist. Von Bessert u. Müller. 

— Joh. Herolts. Bericht über den Fürstenkrieg u. die Obley Stein- 
kirchen. Mitgeth. von Braun. — Die Briefe des Feuchtwanger 
Dekans Wigo, eine Quelle für die Geschichte des Württemberg. 
Franken . . . Von Bessert. — Conradus am Tympaneu der Kirche 
zu Weinsberg. Von Klemm. — Gültbuch vom J. 1479. Vom 
Fürsten F. K. von Hohenlohe- Waidenburg -Schillingsfürst. — Ab- 
gegangene Orte in Franken. Von Bessert. — Das Kloster Anhau- 
sen, 0. A. Crailsheim. Von dems. — Ein Epitaphium in Sülzbach. 
Von J. Caspart. — Zur Geschichte der Abtei Schönthal. Von Dr. 
von Heid u. Bessert. — Zur Geschichte der Töpferei in Franken. 
Von K. Schauffeie. — Ziun hohenlohischen Stamm- Wappen. Vom 
Fürsten F. K. von Hohenlohe - Waldeuburg - Schillingsfürst. — Der 
Burgfriede von Aschhausen aus dem J. 1393- Mitgeth. von v. Al- 
berti- — Rillen. — Belsenberg eine Balders-Kultstätte- Von Bazing. 

— Auch eine Erklärung des Xamens Weinsberg. Von A. Günther. 

— Erdwohnungen und Grabhügel. Vortrag von IL K. Freiherrn 
von Ow. — Hannikel-Bande in der Freiherrschaft 0\\ und das 
Richtschwert von 1511. . . Von dems. — Schwäbisch -alemannische 
Grenzen, Wanderungen, Schlachten bei Sülcheu (368, 496) und 
Lindwurmsagen. Von dems. 

Litterarischer Verein in Stuttgart: 

Bibliothek etc. Tübingen, 1881. 8. 151. Publication. Chronik 
des Bickenklosters zu Villingen 1238 — 1614. Hrsg, von Dr. Karl 
Jordan Glatz. 166 Stn. — 152. Publ. Tristrant u. Isalde. Prosa- 
roman des fünfzehnten Jahrh. Hrsg. von Fr. Pfaff.. 236 Stn. — 
153. Publ. Lutwins Adam u. Eva. . . . hrsg. von Konr. Hofmann u. 
Wilh. Meyer. 134. Stn. — 154. Publ. Die Basler Bearbeitung von 
Lambrechts Alexander. Hrsg. von Dr. Rieh. M. Werner. 230 Stn. 

— 155. Publ. Des Bamberger Fürstbischofs Joh. Gottfr. von Asch- 
hausen Gesandtschaftsreise nach Italien u. Rom 1612 u. 1613. Hrsg. 
von Dr. Chrstn. Häutle. 204 Stn. — 156. Publ. Egerer Fronleich- 
namsspiel. Hrsg. von Gust. MUchsack. 363 Stn. — 157. Publ. 
Briefe der Herzogin Elisabeths Chai-lotte von Orleans a. d. J. 1721 
u. 1722. Hrsg. von Dr. W. L. Heiland. 610 Stn. 

Bericht über Entstehung und Fortgang des Vereines von dem 
Präsidenten dess. Adelb. von Keller. 

Gesammtver. d. d. Gesch.- u. Alterth.-Vereine ; 

Correspondenzblatt etc. 30. Jhg. 1882. Nr. 1. Darmstadt. 4. 
Vereinsangelegenheifen. — Wirksamkeit der einzelnen Vereine. — 
Literatur — Notizen. 

Verein f thüring. Gesch. u. Alterthumsk. i Jena; 

Zeitschrift etc. N. F. II. (X) Bd. Heft. 4. 1882. 8. A. L. J. 



Michelsen u. seine Bedeutung f d. thüringische Geschichtsforschung. 
Ein Gedenkwort von Dr. Gustav Richter. — Eduard Fremmann. 
Ein Nachruf. Von G. E. — Literatur. — Miscellen — Vereinsan- 
gelegenheiten. 

Kais. Leopol dino-Caro li nische deutsche Akade- 
mie der Naturforscher zu Halle a. d. S. : 

Leopoldina etc. Heft XVIII. Nr. 1—2. 1882. 4. Gesell- 
schaftsangelegenheiten. — Literatur. 

Verein f. Gesch. u. Alterthumsk. zu Kahla u. Roda: 

MittheUungen etc. 2. Bdes. 3. Heft. 1882. 8. Die alten Stadt- 
rechte von Roda. Von J. Back. — Zur Geschichte von Alten- 
berge. Von Dr. Lobe. — Nachtrag zu der Abhandlung über den 
Harnisch der Stadt Orlamünde. Von V. Lommer. — Regesten u. 
Urkunden über die Kirche unsrer 1. Frau zu Orlamünde. Von E. 
Lobe. -^ Der Bau der Saalbrücke in Uhlstädt. Von L. Stötzner. 

Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften : 

Neues Lausitzisches Magazin etc. LVH. Bds. 2. Heft. Gör- 
litz, 1862. 8. Sprachproben aus der Landschaft um Sorau. Von 
Dr. Saalborn. — Resultate der prähistorischen Forschungen in und' 
am Kreise Sorau. Von dems. — Die Sorauer Lagerkarte vom J. 
1733. Von dems. — Geschichte der geistl. Bücherkasse in Sorau. 
Von dems. — Drei Bischöfe des Meifsner Hochstifts aus dem XV. 
Jahrhdt. Chronologische Lebensbilder von Ed. Machatscheck. — 
Die Ruine Falkenburg am Hochwalde. Von Dr. Moschkau. — Noch 
einmal Hans Fabian von Ponickau. Von Scheuffler. — Der letzte 
Vorritt am 3. April 1880. Von dems. — Eine Erinnerung an die 
erste Vereinigung mit Brandenburg unter den Askauiern aus einer 
Urkunde, des Klosters Dobrilugk, mit Karte. ' Von Schlobach. — 
Zwischen Elbe und Oder , eine Greuzschau. Von Schünwälder. — 
Nachrichten aus den Lausitzen. — Literatur. — Miscellen. — Ge- 
sellschaftsangelegenheiten. 

Westpreulsischer Geschichtsverein zu Danzig: 

Pommerellisches Urkundenbuch. Hrsgeg. von dems. Vereine. 
Bearbeitet von Dr. M. Perlbach. 11. Abtheilung. Danzig. 1882. 4. 

Alterthumsgesellschaft Prussia zu Königsberg i. Pr.: 

Sitzungsberichte im 37. Vereinsjahre 1880—1881. 8. Ueber 
germanischen Ackerbau. Von Frh. v. Bönigk. — Der prähistorische 
Mensch in Mittel-Europa. Von Dr. Sommer. — Die Nationalität in 
Ostpreulsen. Von Olck. — Zur Charakteristik der deutschen Ge- 
legenheitsgedichte u. Reden in Königsberg um die Mitte des acht- 
zehnten Jahrhdts. Von W. U- — Die Stätte der alten Stadt War- 
tenburg u. der Wallberge der Umgebung. Von Frh. von Bönigk. — 
Die Schlolsberge Kamsvicus , Tammow u. Walkow bei Insterburg. 
Von dems. — Die Gräberfelder von Popelken u. Biothen, Kr. Weh- 
lau. Von Lorek-Popelken. — Gesellschaftsaugelegenheiten. 

K. preufs. Akademie d. Wissensch. zu Berlin: 

Monatsbericht etc. für Dezember 1881. 8. Ueber die letzten 
Schicksale und den Tod des Reisenden Joh. M. Hildebrand. Von 
Virchow. 

Historische Gesellschaft zu Berlin: 

.Jahresberichte der Geschichtswissenschaft etc. II. Jhg. 1879. 
1881. 8. 

Verein „Herold" in Berlin: 

Der deutsche Herold. Zeitschrift etc. XIII. Jhg. 1882. Nr. 1. 
4. Vereinsangelegenheiten. — Nachricht von einem alten Wappen- 
buche. Von 0. Preufs. — Zur Kunstbeilage. (Mit 1 Tafel.) — 
Miscellen. — Zusätze zu dem Artikel über Epitaphien etc. im 



89 



Anzeiffor für Kunde der deufsc-hen Vorzeit. 



90 



Reg.-Bez. Potsdam im Jahrg. 18&1. des Herold. — Bücherschau. — 
Anfragen etc- 

Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie 
etc. 1881. IV. Heft. 8. Der alte Adel im Oberelsafs. Von J. Kind- 
ler von Knobloch. (Mit sieben Wappentafelnl. — Die Buff. Von 
H. K. Eggers. (Mit einer Wappentafel). Verzeichniis der Mitglie- 
der des Vereins .... am 1. Januar 18S2. 

Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin: 
Monatshefte etc. XIV. Jhg. 1882. Nr. 2. 8. Mit einer Mu- 
sikbeilage. Antonius Scandellus u. Heinr. Schütz, verglichen in der 
musikalischen Bearbeitung der Auferstehungsgeschichte. Von J. R. 

— Die Oper Ludwig der Fromme von Gg. Casp. Schürmann. Von 
Dr. H. Sommer. — Mittheilungen. 

Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin: 
Verhandlungen etc. Band VIII, Nr. 8—10 ; u. Bd. IX. Nr. 1. 
Gesellschaftsangclegenheiten. — Geographische u. Literatur-Notizen. 
Verein f. d. Gesch. u. Altertbumsk. von Erfurt: 
Mittheilungen etc. 8.— 10. Hft- 1877-^81. 8. Vereinsangele- 
genheiten. — Ueber die Glaubwürdigkeit der Reinhardsbrunner Ge- 
schichtsbücher. Von A. Werneburg. — Mittheilungen über die 
ersten evangelischen Geistlichen in Mühlburg. Von W. v. Tettau. 
Urkunden zur Geschichte des M. Amplonius de Fago. Von H. 
Weifsenborn. — Bemerkungen zu Hesse's Geschichte von Mühl- 
berg. Von V. Reltzenstein. — Ueber die drei Gleichen, besonders 
die Mühlburg. Von Werneburg. — Peterskloster zu Erfurt. Von 
Böckner. — Beiträge zur thüringischen Geschichte. Von Werne- 
burg. — Gleichensche Regesteu. Von v. Tettau. — 

Verein f. Gesch. u. Altertbumsk. d. Ilerzogthums u. 
Erzstiftes Magdeburg: 

Geschichts-Bliitter etc. 10. Jhg. 1881. 4. Heft. 8. Die neue 
Willkühr der Stadt Calbe a. d. S. vom J. 1600. Von Dr. G. 
Hertel. — Die Wahl der Raüimanner in Magdeburg. Von dems. 

— Beiträge zur Geschichte der Buchdruckerkunst In Magdeburg. 
Von F. Hülfse. (Forts.) — Verfassungsgeschichte der Stadt INIag- 
deburg bis zum Ausgange des 13. Jhdts. . .Von Dr. A. Hagedorn. — 
Eine Stimme aus dem alten JNIagdeburg. Inschriften eines verschüt- 
teten Kellers am P.reitenwege. Von K. Paulsick. — Vereinsange- 
legenheiten. 

Kunstgewerbe-Verein zu Magdeburg: 

Pallas. Zeitschr. etc. III. Jhrg. 1851. Nr. 2 u. 3. 4. Vereins- 

angelcgenheiten. — Andreas Schlüter als Baumeister u. Bildhauer. 

Von Rust-Wernigerode. (Schi.) — 



VcriiiiHclit« \»('liric-lileii. 

2C) Eine wichtige Entdec kung auf dem Gebiete der Boden- 
see-Pfahlbauten hat Herr Ludwig Leiner von Konstanz, ein uner- 
müdlicher Forscher, gemacht. Er weist darauf hin, dals gegen- 
wartig noch Pfahlbauten in Konstanz tief unter dem Wasser stehen, 
die wohl schon da waren, bevor der Rhein in das Bodensce-Becken 
sich ergors. Schüsseln und Schalen, Geweihstücke mit deutlichen 
Spuren der menschlichen Bearbeitung , Steinbeile und .\oxte sind 
die Beweise der Existenz dieser Pfahlbauten. ,, Diese Entdeckungen", 
so schreibt Herr Leiner in der „Konst. Ztg.'', ..legen die Annahme 
sehr nahe, dafs in grofsem Bogen in der Konstanzer Bucht Pfahl- 
baustätten existierten, und die Verbindungslinien dieser Pfahlbauten 



zu denen im Ueberlingersee und Untersee sich weiter ziehen. Es 
ist aber auch sehr naheliegend, anzunehmen , dals diese neuge- 
fundenen Stätten, da sie jetzt noch unter Wasser sind, wo andere 
längst trocken stehen und über dem Wasserspiegel liegen, andern 
Zeiten angehören, dals das Niveau des Sees zu verschiedenen Zeiten 
sehr variierte und Pfahlbauten in der Gegend schon waren, als der 
Rhein noch nicht durch unsere Thalung flofs.'' Diese Schlüsse 
machen es erklärlich, warum Jahr für Jahr die Grundwellen des 
Sees Artefakte aus den Pfahlbauten an denjenigen Stellen empor- 
bringen, wo keine Pfahlbauten zu sehen sind. — Auf der Pfahl- 
baute Robenhausen hat man inzwischen gleichfalls sehr werthvolle 
Funde gemacht, z. B. fa^onnierte und einfache Gewebe, Fransen, 
Geflechte, Schnüre, Aehren von Gerste und Weizen, Messer von 
Ebenholz u. s. w. Die Gewebe sollen erstaunlich gut gearbeitet 
sein, jedenfalls werfen sie ein sehr vortheilhaftes Licht auf die 
Intelligenz dieser Pfahlbauer. (Nordd Allg. Zeit-, Nr. 120.) 

27) Die neuesten Pfahlbauten-Forschungen im Bo- 
densee haben zu interessanten Ergebnissen geführt. Die Unter- 
suchungen fanden, wie der „Voss. Ztg.'' aus Bern geschrieben 
wird, bei dem ehemaligen Kloster Feldbach , oberhalb des Städt- 
chens Steckborn, statt. Die Station Feldbach gehiirt zu den weni- 
gen, welche nicht durch Feuer zerstört wurden, während diejenige 
oberhalb des Städtchens, wie in Robenhausen, sogar zweimal nieder- 
gebrannt ist. wie die zwei von einander getrennten Kohlenschichten 
beweisen. Man hat eine prachtvolle Sammlung von Stein- und 
Knochenwerkzeugen. Zierrathen, Harpunen, ganzen Töpfen, Keulen, 
Kurben aus Weidengeflecht, Bastgeflechte, Reste von Bison, Biber, 
Murmelthier, Wild- und Torfschwein, Torfkuh u. s. w. erzielt. Die 
Untersuchung auf den oberhalb des Städtchens gelegenen Pfahl- 
bauten förderte gleichfalls eine Menge Gegenstände zu Tage : eine 
Masse Gersten- und Weizenkörner, Feldhacken von Hirschhorn, 
Stein- und Knochenwerkzeuge, eine Harpune aus Hirschhorn von 
ausgezeichneter Schönheit, Zierrathen und eine Menge Thicrreste. 
Aus einem 4'/2 Liter enthaltenden Topf der Pfahlbauern trank die 
gelehrte Expedition am Schlüsse ihres Werkes den Abschiedstrank. 

(Nordd. Allg. Zeit. Nr. 120.) 

28) Lebe. Die Nachgrabungen auf dem W e h d e n e r Felde wer- 
den unter Leitung des Herrn Schcper noch immer fortgesetzt und 
werden noch fortwährend Urnen zu Tage gefördert. Es sind jetzt 
32 Stück, sämmtlicb von verschiedener Gröfse, für den Flecken 
Lebe zurückgestellt und zwar vorläufig im v. Rheden'schen Gast- 
hause. Bei den ferneren Nachgrabungen wird in vom Herrn Stu- 
dienrath Dr. Müller in Hannover dem Herrn Scheper hierselbst an- 
empfohlenes systematisches Verfabron beobachtet. 

(Brem. Nachricht., Nr. 31.) 
Bei Weh den wurde» neuerdings wieder 50 Urnen an das 
Tageslicht gefördert und unter einem mitten in dem Gehölz he- 
tindlicben, bisher unbeachteten Hügel ein groTsartiges Hünengrab 
entdeckt, welches von einer in Lehm gemauerten, 10 Fufs breiten 
Mauer umschlossen ist. Beim Blofslegen der letzteren fand man 
in der Lehmschicht einen sehr hübsch gearbeiteten circa 18 Centi- 
meter lanpn und l'/i Centimeter breiten Steindolch, welcher sich 
noch im Pesitze des Eigcnthümers des in Rede stehenden Areals 
befindet. Das Hünengrab befand sich circa G Fufs hoch mit Erde 
bedeckt. Leider haben diese Funde bei den Bewohnern Wehdens 
eine wahre Manie zu Nachgi-abungen hervorgerufen und sind da- 
durch bereits bedauernswertbe Zerstörungen an den Urnen, von 



91 



Auzeiü'er ttir Kunde der deutschen Vorzeit. 



92 



welchen der Boden noch eine Unzahl bergen mufs, angerichtet 
worden. Herr Professor Horstmann vom Landesdirektorium in 
Hannover hat es versucht, dem Unwesen dadurch Einhalt zu thun, 
dafs er mit dem Eigenthümer des betreffenden Terrains einen Con- 
trakt abgeschlossen , nach welchem dort nur noch systematische 
Nachgrabungen unter Aufsicht des Gemeindevorstehers von Weh- 
deu stattfinden dürfen. Die Urnen werden mit 1 m- pro Stück 
abwärts, je nachdem sie erhalten sind, bezahlt. In einer der neu- 
lich von Herrn Scheper ausgegrabenen Urnen wurde unter Ande- 
rem auch eine fingerlange silberne Nadel gefunden. 

(Brem. Nachricht., Nr. 37.) 
Lebe. Die Urnenfunde bei Wehde überraschen immer mehr, 
so wurde vor einigen Tagen auch eine ganz in Bronze hergestellte 
Urne ausgegraben. (Brem. Nachricht., Nr. 47 ) 

29) Vor einigen Tagen wurde in dem Dorfe Ragow eine Urne 
gefunden. Sie ist von edler, schöner, glatter Form und altgerma- 
uischen Stils. In ihr fand man zwei Messer, eine Pfrieme und 
einen Ring. Alle diese Sachen sind, wie man der ,.Frk. Od.-Ztg." 
schreibt, von Eisen. Es sind auf derselben Fundstelle schon wie- 
derholt ähnliche Urnen mit eisernen Werkzeugen gefimden worden, 
die an den Professor Virchow gesandt worden sind. Nach Pro- 
fessor Virchows Ausspruch stammen die hier gefundenen Urnen 
aus dem zweiten Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Da diese Ur- 
nen festgestelltermafsen nichtslawische sind, so müssen die Reste der 
früher hier sesshaft gewesenenen Vandalen enthalten. 

(Brem. Nachricht., Nr. 50.) 

30) In Nr- 22 des Feuilleton zum Pfälzischen Kurier berichtet 
Dr. Mehlis über die Aufdeckung eines Grabfeldes zu Albsheim, am 
rechten Hochufer der Eis, das sich in einer Länge von etwa 1500 m. 
von West nach Ost zieht, bei wechselnder Breite von 20 — 40 m. 
Die Skelette liegen in parallelen Gruben von Nord nach Süd, viel- 
fach in hockender Stellung. Die Beigaben bestehen in theils linear 
verzierten, theils mit Graphit geschwärzten Gefäfsen. Waffen fan- 
den sich nicht, dagegen Bruchstücke von Getreidequetschern aus 
verschlacktem Basalt und manche Schmucksachen, bronzene Hais- 
und Armringe u. Fibeln aus Bronze, sowie eine eiserne, ein Amu- 
let aus Chloromelanit , Perlen aus Bernstein und blauem Glas. 
Die Bevölkerung, deren Reste hier vorliegen/ wird als gallische be- 
zeichnet und gehörte wahrscheinlich dem Stamme der Mediomatriker 
an ; das Grabfeld stammte aus der Zeit vor der römischen Okku- 
pation. 

31) Ueber neuere Untersuchungen und Funde aus Eisenberg 
sendet uns Dr- Mehlis einige Zeitungsausschnitte aus denen hervor- 
geht dafs daselbst 3 verschiedene Friedhöfe sich befinden: ein Ur- 
nenfeld, das bis auf den Anfang unserer Zeitrechnung zurückgeht, 
ein römischer aus dem 3. Jahrh. nach Christus und ein fränkischer, 
dessen Leichen in Sarkophagen und Plattengräbern beerdigt waren. 
Auch Substruktionen römischer Bauten hat man jüngst gefunden. 
Nachdem schon in früherer Zeit römische Steindenkmäler, so schon 
im vorigen Jahrhundert ein Grabstein, später eine Ära, dann Statuen 
der Ceres und des Mars gefunden worden waren, hat man jüngst 



ein Hochrelief gefunden, einen Knaben mit einer Gans darstellend^ 
welche an einem Ei pickt, nebst einer Inschrift, nach welcher der 
Stein dem Mars und der Victoria geweiht ist. Einer der jüngsten 
Funde bestand in einer eisernen Fibula und den Resten einer Gold- 
wage die sich in einer Urne befanden. 

32) Bei Deidesheim wurden bei einer Römerstralse neben schon 
früher untersuchten fränkischen Sarkophagyräbern zwei mit um- 
fangreichen Platten zugedeckte Grabsetzungen gefunden; in dem 
einen dieser Plattengräber fand sich neben einem eisernen Gürtel- 
haken und dem bronzenen Beschläge eines Riemenwerkes ein zu 
einer Fibula umgestalteter Goldbrakteat, der einen mit mächtigem 
Helme versehenen Kopf mit starkem Schnurrbart darstellt. 

(Nach einer Mittheilung von Dr. Mehlis in Nr. 22 des 
„Feuilleton zum Pfälzischen Kurier.") 

33) Aus Znaim wird uns geschrieben: Vor einigen Wochen 
wurde in Znaim mit der Grundaushebung für einen Keller in der 
Nähe des sogenannten ,.IIeidentempels", der unter den mittelalter- 
lichen Baudeukmalen Mährens unstreitig den ersten Platz einnimmt, 
begonnen und bei dieser Gelegenheit eine grofse Menge urgeschicht- 
licher Gegenstände zu Tage gefördert. In einer Tiefe von circa 
zwei Metern stiefs man auf eine stellenweise muldenförmig vertiefte 
Aschenschichte von 70 bis 80 cm-, welche Holzkohle aufweist ; dann 
kommen wieder zwei Erdschichten in der Gesammtstärke von l'/i 
Metern und zu uuterst Granitfelsen. Namentlich in den mittleren 
Schichten wurde nun eine grofse Menge von Eisengeräthen , einige 
Bronzereifen, Topffragmente mit den verschiedensten Ornamenten 
und mit starkem Graphitgehalte, Spinnwirtel und Webstuhlgewichte 
aus gebraimtem Thon, Theile von Steinhämmern, einige Meifsel aus 
Stein, Ornamentierungs- Werkzeuge, eine Nadel , Pfriemen und ein 
Spielwürfel aus Bein, Schleifsteine, Thoukügelchen und eine grofse 
Anzahl von theils bearbeiteten Thierknochen u. A. mehr gefunden. 
Man vermuthet, dafs der Platz eine Opferstätte gewesen sei. In 
einem der folgenden Jahre soll der an die Fundstätte angrenzende 
Raum in der gleichen Ausdehnung ausgehoben werden, und dürfte 
sich auch daselbst eine reiche Ausbeute ergeben. Es wäre daher 
wünschenswerth , weim dann die Ausgrabungen von einem Fach- 
manne überwacht würden. (Neue Fr. Presse, Nr. 6312.) 

34) Friedrichshütte beiTarnowitz, 25. Februar. In 
dem benachbarten Dorfe Hanuset ist vorgestern ein bedeutender 
Münzeufund gemacht worden. Beim Anlegen eines Wasserabzugs- 
grabens hinter einer Scheune stiefs dort ein Bauer auf etwas Har- 
tes und legte darauf einen Topf blols, der mit Gold- und Silber- 
münzen gefüllt war. Dieselben sind sehr gut erhalten und öster- 
reichischen Gepräges aus dem siebzehnten Jahrhundert mit Jah- 
reszahlen von 1604 — 1645. Es fanden sich 105 Stück Goldmünzen 
im Gewichte von 250 Gramm und viele Silberstücke verschiedener 
Grofse im Gewichte von ca. 2'/2 Kilogramm vor. Der gesammte Me- 
tallwerth beträgt 1400—1500 M . Wahrscheinlich ist das Geld 
wol zur Kriegszeit dort vergraben worden. Die Münzen sind dem 
hiesigen Amtsvorsteher zu einstweiliger Asservation und weiterer 
Veranlassung übergeben worden. (Nordd. Allg. Zeit. Nr. 101.) 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essen wein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E Sebald in Nürnberg. 



HfirnbergT- ^^^ AboonemeDt dea Blat- 
tes, welches alle Monate erscheiBt, wird 
ganzjährig angenommen und betragt nach 
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ämtern und Buchhandlungen Deuuddaiids 
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oder 6 J/. 

Für Frankreich abonniert man in 
Paris bei der deutschen Buchhandlung von 
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ANZEIGER 



Füll mm DER 



Neue Folge. 




England bei "Williams 4 Norgate, 14 Hen- 
rietta - Street Covent -Garden in London ; 
für Xord-Amerika bei den Postämtern Bre- 
men und Hamburg. 

Alle für das german. Museum be- 
stimmten Sendungen auf dem Wege des 
Buchhandels werden durch den Commis- 
sion;ir der literar.-artist. Anstalt des Mu- 
seums, F. A. Brockhauein Leipzig, be- 
fördert. 




NeunimclzAvanzigster Jalirgang. 



1882. 



ORGAN DES GEKMAMSCHEIV MISEIMS. 
  JW 4. • 



April. 



Wissenst'liarniclie Mitllieiluiii»en. 



Aus dem Freundeskreise des Konrad Celtis. 

(Schlufs.) 

Die folgenden Aeufserungen aus dem Humauisten- 
kreis, den Celtis in Wien um sich sammelte, sind in einem 
Sammelband von Drucken durch den ursprünglichen Be- 
sitzer, den schreibseligen oder richtiger schreibwüthigen 
Hartmann Schedel, auf ein paar leere Blätter eingetragen. 
Der Sanimelband (Münchener Staatsbibliothek H. Eccl. 
760 4") enthält: 1) Johannes Stella, Vite 230 suramorum 
pontificum, Basel (Jakob von Pfortzheim) 1S07 ; 2) Wimphe- 
lings Epithoma reruni Gernianicarum (mil der Vita M. 
Catonis und andern kleineren Schriften), Slrafsburg (Jo- 
hannes Prüs) 150Ö; 3) Oratio Joannis Rebler... ad principem 
et senatum Yenelum, vom 21. Juni l.SO? (zwei Blätter); 
4) Passio domini nostri Jesu Christi (drei Predigten; an- 
gehängt der Traktat des hl. Bernhard de planctu B. Marie 
virg.); 5) Andreas BarbaciusSiculus, Consilium divo ordini 
fratrum niinoruni edltum; 6) Pfefferkorns Libollus de Ju- 
daica confe.ssione, Nürnb. (Joh. Wcyfsenburger) lö08; 

7) Des hellischon kunigs mandat vnd send brieff, l;i08; 

8) Ein newc aufziegung. Der seltzamen wunderczaichen 

vnd wunderpilrden von . . . herrn Josephe Gru'u- 

pecken beschehen; [9) Cosmographiae introductio mit Qua- 
tuor Americi Vesputii navigatioiies, ausgelöst zu beson- 
derer Aufslellung und dun-h leere Blätter ersetzt]; 10) 
Mortilogus F. Conrad! Reilterii Nordlingensis prioris mo- 
nasterii Cacsariensis, Augsb. (Ocgiin und Nadler) läOS. 



Nach dem letzten Stück, 



tanz des Kaisheimer Priors und uachmaligeu Abts 



dem humanistischen Todten- 

(mit 

zahlreichen poetischen Beigaben, und anderen Gedichten 
au Celtis, Locher, Peutiuger, Werner von Themar) fol- 
gen auf f. 279a — 282b die eigenhändigen Eintragungen 
Schedels. Der Verfasser des ersten^ und letzten Stücks, 
Benedikt Chelidonius, war Benediktinermünch bei St. Egi- 
dien in Nürnherg. von wo er 1515 als Abt des Schotten- 
klosters nach AVien kam. Von seiner feurigen Verehrung 
des Celtis gibt die an letzteren gerichtete Ode in den 
Melopoiae (Augsburg, 1507) Zeugnifs. Chelidonius hat 
Dih-ers Passion und Marienleben mit Versen versehen 
(1511), die von Stabius zur Ehrenpforte Kaiser Maximi- 
lians gedichteten Verse ins Lateinische übertragen, das 
beim Wiener Fürstenkongrefs 1515 aufgeführte Singspiel: 
Virtutis cum voluptate disceptatio verfafst und die sen- 
tentiae theologicae des Bandinus (Wien, 1519) herausge- 
geben. Gedichte des Chelidonius finden sich in den Aus- 
galien von des Strabus Fuldensis Hortulus um! von der 
Meteorologia Aristotelis (Cochlaeus), beide Nürnb. 1512, 
sowie von Plutarchs Schrift de bis qui tarde a numine 
corripiuntur, Nürnb. 1513; Peter Chalybs hat ihm seine 
Viteu heil. Jungfrauen (Katharina u. a.) Nürnb. 1515, ge- 
widmet. Der von Schedel abgeschriebene Nachruf an 
Celtis ist freilich nicht dazu angethan, den Dichterruhm 
des humanistischen Mönchs zu vermehren; um so auf- 
fälliger erscheint die Zuversicht, womit er sich dem Kaiser 
als «Nachfolger des hercynischeu Homer« vorstellt. 



95 



Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



96 



Elegia F. Benedicti Chelidonii Norici de fato Conradi 
Geltis Protrueii [!] poete laureati. 
Vivimus ingenio varii, per mille labores 

Hie trahitur fato, ducitur ille suo. 
Querit Arabs myrrham passim rutilosque lapillos 

Thesaurisque legit tura Sabea suis. 
Parthus equis gaudet Tyriisque pellucida Serum 

Lana eoloratur muriee purpureo. 
Pactolique Mydas olim lustrator aren§ 

Auri quesivit gurgite divicias. 
Quisque peregrino patriove lucro studet illi, 
Quod placidis animum vexat imaginibus, 
Sic et Alexander Pellaeo milite reges 

Aurore dominos vincere constituit, 
Glarus Hydaspeis opibus solium fascesque sategit [!] 

Ponere Achemeniis Gaucaseisque iugis. 
Sic et Protrucius [!], qui sub Jovis editus astro 

Geltis in aprifere saltibus Hereyne [!] 
Sylvano genitore, puer puerilia nymphis 

Incepit buxo carmina flare rudi. 
Post deditus Musis, Musarum raptus amore 
Deseruit Dryadas silvasque [!] desipuit. 
Mox urbes hominumque lares, que Sarmata veudit 

Vellera, Niliacis qualis aretur ager, 
Maluit et Rhodopen nee non et Nerea pouti, 
Quin et sydereus quae rötet astra pater, 
Discere et hec didicisse Sabe rebusque Cauopi 

Pretulit, eiusdem dives inopsque rei. 
Possessor cynicus, sed Gresus cognitor orbis 

Nosse cupit multum, passus habere nihil. 
Musiphilos demum titulis et codice dignos 

Vincere perpetuo fecit honore viros; 
Abbas ceu nuper Spanhemius') undique lectos 

Gonscripsit claros, clarus et ipse sophos. 
Nunc rapuit nobis soror implacabile nunien 

Atropos abrupto stamine Protueium. 
Phoebe parens rerum, Geltis miserere sepulti, 

Fac paeana tibi ludat in Elysio. 
Perpetua lauro, fragili quem Gesar in orbe 

Donavit, coelo laurea dona gerat. 
Pannonius quum dietator diadema rebelle 

Sumpserit augusti fortiter imperii, 
Alter Alexander forsan lugebit Homerum, 
Inclita qui caneret G§saris acta novi. 
Sed tulit hunc duri, tulit inclemencia fati 
Garmina legantem sola lyramque suis. 
Muneribus quibus Hercynii successor Homeri 

Ipse tibi Gesar maxime magna canam, 
Non ausu, sed honore tui, patrie sed amore, 
Principe qua sub te floreat usque rogo. 

1) Der berühmte Trithemius; {gemeint ist sein Katalog der be- 
rühmten Männer Deutschlands. 



Sic tu fredentes [!] coneordi milite Gallos, 

Sic Alpes Victor, Maximiliane, domes; 
Sic tibi Roma saeri gaudens insignia regni 

Conferat Augustum te celebretque suum. 
Tune mea Galliope eomitata soroi'ibus octo 

Heroo regem carmine diva canes 
Ferratamque manum, Boyos qua vieit et Hunos, 

Qualiter et Latio iura subinde dedit. 
Interea socii doceamus quisque futuro 

Barbyton Augusto dicere digna suum. 
Garmine sie nostro pariter cum Gesare vivet 

Geltis ovando bona posteritate sua. 
TeXoq. 

Der Sehlufs des Gedichts athmet ganz die kriegerische 
und hoffnungsvolle Stimmung, die nach dem Kostnitzer 
Reichstag von 1507 die deutschen Patrioten erfüllte, aber 
freilich bald genug durch den kläglichen Verlauf des 
italienischen Feldzugs von 1508 herabgedrückt wurde. 
Eine sonderbare Bezeichnung Maximilians ist Pannonius 
dietator. Auf f. 281 a hat Sehedel Aufzeichnungen eines 
sonst wenig bekannten Wiener Humanisten eingetragen. 
Jakob Ziegler, Bruder des 1301 verstorbenen Johannes 
(Lateranus) und, wie dieser, tüchtiger Mathematiker^), 
stand in Beziehungen zu den Nürnberger Gelehrten Jo- 
hann Werner und Sebald Schreyer. Seine Angabe vom 
Todestag des Geltis (3. Februar) stimmt mit jener Cu- 
spinians überein, während die Matrikel und die Grab- 
scbrift den 4. Februar geben. 3) 

Gonradus Geltis bene constitutis rebus plaenusque 
Christiane religionis III ° nonas Februarii de anno pre- 
senti, quem diem sibi fatalem fore multo ante predixerat, 
naturae concessit. Supellex eius litteraria gymnasio 
nostro destinatur. Ego pro meo in ipsum officio hoc sibi 
foeei epitaphium. 
Hie post fata manet Musarum Geltis amicus 

Ad Moenum genitus Francus et Herbipolim. 
Goetera quae vatis fuerint, quae fama per orbem, 
Dicere doeta Valent quae monimeuta dedit. 
Aliud 
Olim dum redeunt artes, studia optima mundo 

Dum redeunt, diris eruta pulveribus, 
Interpres coelo Geltis venit omne recludens 
Evolat atque iterum munere functus eo. 
Jacobus Ziegler alias Lateranus scripsit; anno domini 
1508 Vienne in Austria. 

Auf f. 282 a steht ein Gedicht des Ghelidonius auf 
das irrige Gerücht vom Ableben des Ahauser Abtes Georg 
Truchses (Gespräch zwischen Fama und Ghelidonius). 
München. F. v. Bezold. 



2) Vergl. Klüpfel II, 85 f. 3) Vergl. Aschbach p. 224 A 2 ; 3. 
Naumann, Archiv f. d. zeichn. Künste II, 145. 







1 ^^iMiN'u ,ü:n j' M  ^zucr.  yJ A:Vi - ^^ ' KV- 



(Jrfiliiiiiil (Irs (iriilni llirniiinii viiii llniiiclMTir und seiner (.'cniiililin FümiIicI 
\oii llnindciildirg. Krzgiiss \oii IVlcr \is(li(r lüirli |:»|;!. 



97 



Anzeis-er für Kunde der deutschen Vorzeit. 



98 



Beiträge aus dem germanischen Mnsenm zur Geschichte der Bewaffnung im Mittelalter. 

XV. 

(Mit 1 Tafel. 



In den letzten Jahren des 13. Jahrhunderts kam eine 
charakteristische Form der Rüstung auf, welche man 
heute nach dem Hauptkriegshel- • 
den jener Zeit als Jlaximilianisehe 
zu bezeichnen pflegt, während sie 
zur Zeit ihres Gebrauches nach der 
charakteristischen Verzierung als 
»gereifter Harnisch« bezeichnet 
wurde. Das Museum besitzt deren 
fünf Stück, von welchen wir in 
Fig. 1 eines abbilden. Charakteri- 
stisch ist, dafs die Schiebung des 
Brustbleches wegiallt. das nun aus 
stärkerem Stahl gebildet wurde, 
oben in einen Wulst endigt und 
durch getriebene Kanellierung ver- 
ziert ist. Diese Kanellierung wie- 
derholt sich bei fast allen Stücken 
der Rüstung, zunächst auf den 
Schulterstücken, den Armschienen, 
Ellbogenkachlen und Handschuhen. 
Die Ellbogen haben ihre Spitze ab- 
gelegt, die Handschuhe die Spitze 
der Endung; es sind auch nicht 
mehr einzelne Glieder, die jeden 
Finger decken, sondern eine Schie- 
bung deckt in ganzer Breite alle 
Finger zugleich. Am Brustbleche 
sind sodann, ebenfalls durch Ka- 
nellierung verziert, die gescho- 
benen Schienen zum Schutze des 
Bauches (Vorderreifen) befestigt, 
denen natürlich ähnliche, am Rü- 
ckenstück befestigte (Hinterreifen) 
entsprechen. Die beweglichen Ble- 
che, welche bei den gothischen 
Rüstungen den freien Raum zwi- 
schen dem Oberschenkclschutze 
und Bauchschutze deckten, sind 
durch geschobene hosenartige An- 
sätze (Schofse, Beinfaschcn) ersetzt, 
um die Seiten des Manne.s und den 
untern Theil des Bauches, soweit 
er nicht durch den Sattel gedeckt 
ist, zu schützen. Auch Überschen- 
kel und Kniekacheln sind kanel- 

liert; die Hüllen der Waden (Beinröhren) sind dagegen 
stets glatt, der Schuh wieder kauelliert; statt des spitzen 




Schnabels ist der breite kuhmaulartige Abschlufs mit 
einem schweren Wulst vorhanden, der sich auch in der 
bürgerlichen Tracht an den Le- 
derschuheu eingestellt hatte, wie 
früher der Schnabel der Rüstung 
den bürgerlichen Schnabelschuhen 
entsprochen hatte. Auch diese 
breiten Vorderwulsten verschwin- 
den mit der Mode, und schon die 
späteren Rüstungen dieser Art 
zeigen sie nicht mehr. 

Die eiserne Barthaube der go- 
thischen Rüstung kam bei der ge- 
reiften in Wegfall, vielmehr wurde 
eine geschobene Bekleidung des 
Halses, ein förmlicher Kragen, 
unter dem Brustbleche und Rücken 
getragen, der Schutz des Kinnes 
aber am Helme selbst befestigt. 

Die Achselstücke wurden in 
verschiedener Art gestaltet; theil- 
wcise haben sie hoch emporste- 
hende Oberränder, um den Hals 
noch mehr zu schützen. Stets aber 
ist Sorge getragen, dafs der Arm- 
ausschuitt des Brustbleches grofs 
genug werden konnte, um freie 
Bewegung des Armes zuzulassen, 
und dafs das Schvdterblech sodann 
durch angesetzte »Flüge« wie bei 
unserer Rüstung die freie Stelle 
deckte, oder, wo dies nicht der 
Fall ist, dafs durch übergehängte 
runde Scheibchen (Schwebscheibeu) 
die Achselhöhle gesichert wurde. 
Wo Avir auf Grabsteinen in Le- 



bensgröfse 



dargestellte Personen 



sehen, die solche Rüstungen tra- 
gen, ist stets der Helm mit reichem 
Federschmuck versehen. Das älte- 
y |i , ste Vorkommen einer solchen Rü- 

/ ^'^^L- stung auf einem Grabsteine, den 

* '/r^3Si^ii> wir als ungefähr gleichzeitig 

glauben ansehen zu dürfen, ist 
"*''"""• jenes auf dem Steine des 1498 ge- 
*■'»• '• storbenen WoKgang Langkofer in 

Tsen. Um 1.*)00— 1.120 tritt diese Rüstung auf Grabsteinen 
häuüg aul; dann wird sie seltener. Das letzte Vorkommen 



99 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



100 



dürfte wol das auf dem Grabmale des Grafen Wilhelm VI. 
von Henneberg zu Schleufsingeu (f 13S9) sein. 

Wir geben hier in Fig. 2 die auf die Hälfte ver- 
kleinerte Kopie einer Fe- 
derzeichnung (Nr. 59 
der Haudzeichuungs- 
sammlung unsers Muse- 
ums) wieder, die einen 
als «Herr Hans Krenn« 
bezeichneten Reiter dar- 
stellt, dessen Aehnlich- 
keit mit Kurfürst Job. 
Friedrich von Sachsen 
auffällt, und der in eine 
solche kanellierte Rü- 
stung gekleidet ist und 
auf dem Kopf ein Ba- 
rett mit Federschmuck 
statt des Helmes trägt. 
Interessant ist auch die 
Rüstung des Pferdes, 
die Rofsstirne mit Ba- 
cken, ein ganzer Rofs- 
hals , ein rockartiger 
Schutz des Vorderthei- 
les, ein «stählerner Vor- 
bug«, die »Flanken- 
theile« und die Decke 
des Hintertlieiles, das 
»Ki'euzgelieger« , mit 
dem «Schwanzohr«. Die 
Flammverzierung des 

Pferdeharnisches 
kommt auch an .noch 
bestehenden Exempla- 
ren in Wien und Graz 
vor. 



fehlt. So kann man die getriebenen Streifen auf dem 
Grabmale des Grafen Hermann 
hild nur noch als Erinnerung an 



von Henneberg zu Röm- 
die Kanellieruug be- 




Schon bald nach dem Jahre ISOO finden sich Rüstungen, 
bei denen die Kanellierung vereinfacht ist oder ganz 



Fig. 2. 

erscheint, ganz aufgegeben. 
Nürnberg. 



trachten. Das Grabmal, 
dessen Abbildung wir 
auf beiliegender Tafel 
geben, ist das bekannte 
Werk Peter Vischers 
und wol bald nach dem 
1509 erfolgten Tode 
der Gemahlin, zu Leb- 
zeiten des Gemahls, ge- 
fertigt, für dessen To- 
desjahr und Tag Raum 
gelassen war, der als die 
Daten später aus der 
Bronze ausgemeifselt 
wurden, nicht vollstän- 
dig in Anspruch genom- 
men werdenmufste. Man 
darf annehmen , dafs 
die Dürer'sche Hand- 
zichnuug in Florenz 
(vgl. Anzeiger 1869, 
Sp. 3S3 t.) in irgend einer 
Beziehung zu diesem 
Werke steht, und da 
sie die Jahreszahl 1313 
zeigt, auch annähernd 
die Entstehungszeit des 
Werkes mittheilt. Die 
Schuhe des Grafen auf 
diesem Denkmale haben 
bereits die charakteri- 
stische Form vom Be- 
ginn des 16. Jhdts., 
wie sie in Fig. 1 und 2 

A. Essen wein. 



Die Fra 

Ich hatte bereits vor mehreren Jahren von den in 
Niederöslerreich vorkommenden, meines Wissens ander- 
wärts gänzlich unbekannten sogenannten Fraishauben 
{Fraashoubn) gehört, und im Verlaufe dieser Zeit auch 
Gelegenheil, mehrere solcher Hauben zu sehen und über 
die Bedeutung und Anwendung derselben Erkundigungen 
einzuziehen. Die erste Fraishaube, von der ich Kenntnifs 
erhielt, befindet sich in der städtischen Antikensammlung 
zu Retz, und diese, daselbst als geweiht geltende und 



i s h a 11 b e. 

in der Aufschrift die Jahrzahl »1700« zeigende Haube 
ist aus buntem geblümten Silberbrokat gefertigt, mit 
woifser Leinwand gefüttert und hat ilie Form eines ge- 
wöhnlichen Kleiukinderhäubchens, aber keine Bindbänder. 
Sie wurde, wie mau mir in Retz mittheilte, ehedem den 
Kindern gegen die Fraisen') aufgesetzt und war einst 



1) Die Frais (Fraas), Fraisen (plur.), das Fraislich, Ge- 
fraisch, Convulsionen, Epilepsie; fallende Sucht. Schmeller- 



101 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



102 



im Besitze der (wie es heifst) ältesten Retzer Familie 
Schwacli, welche diese Haube zu dem erwähnten Zwecke 
zeitweilig an Verwandte, Pathen und Bekannte ausge- 
liehen haben soll. Die zweite von mir auslindig- gemachte 
Fraishaube wird in einer Familie in der Stadt Drosendorf 
sorgfältig aufbewahrt, und ich bin daselbst der Meinung 
begegnet, dafs sie hochgoweiht und heilig sei. Diese 
Haube besteht aus vier halbovalen, gleichgrofsen, licht- 
blauen Seidenstüekchen, und auf jedem von diesen sieht 
man eine goldene, nach meiner Ansicht durch ein Druck- 
verfahren hergestellte, von einem Strahlenkranz (Nimbus) 
umgebene Zeichnung, und zwar das Monogramm Jesu, 
das Monogramm Maria, die Muttergottes mit dem Jesus- 
kinde und ein Häuschen mit einem Thürmchen (Kapelle?), 
unter dem sich eine sehr undeutliche Zeichnung befindet, 
welche ich für das (iebäude tragende Engel halten möchte. 
Es wäre dies dann die Darstellung des hl. Hauses von 
Loretto, »das Engelhände nach Welschland getragen.« 
Diese Haube wird noch gegenwärtig den Kindern, sobald 
sie die Fraisen haben, aufgesetzt, oder unter ihr Kopf- 
kissen gelegt, und sie mag auf dem Kopfe eines Kindes 
ungefähr wie das Barett eines katholischen Geistlichen 
aussehen. Aufserdem gelang es mir noch, in meinem 
"Wohnorte drei Fraishauben sanimt einem zu einer solchmi 
Haube gehörigen Bande und »zwei Fraisbriefe« aufzu- 
treiben. Von diesen, einem sog. Blatll'^) ähnlichen und 
für den Kopf eines Erwachsenen jiassenden Fraishauben 
ist jede aus vier gleichen, oben spitzbogig zugeschnittenen 
weifsen Leinwandzwickeln verfertigt, deren Seiten bei 
zwei Haubon von dunkelrothen, durchbrochenen Seiden- 
bi'irtclien umsäuml sind, und sämmtliche Hauben, sowie 
das betreffende Band, zeigen auf den Stoß gedruckte 
schwarze Kupferstiche. Dieselben stammen alle aus dem 
Endo des 17. oder aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts 
und haben bei jener roth umsäumten Haube, zu der das 
erwähnte Band gehört, nach den dabei stehenden Auf- 
schriften die folgenden Bilder zur Darstellung: »Das 
(inadenbildt Mariae in dem Jungfrauen Gloster bey der 
ilimmelportlen in Wienn-''); das Ven. Caput S. Anastasij 
Marl. Ord. Gar.«' und unter demselben der in einem orna- 
mentierten Sarkophag ruhende hl. V al c n t i n •») (hl. Leib im 



Frommann I, 826. ürimm, Wbch. III, 119, 12U. 121. 
IV, I, 2152. 

2) Blattl wird in Tirol (meinem Ileimathlaiule) ein rundes Le- 
dcrkiippclien ohne Schild genannt. Vgl. die „r)l;ltschIis-Kapi)" 
bei Schmcller-Frommann I, 334. 

3) Ueber dies Gnadenbild und Kloster s. Kaltenbilk, die Marien- 
sagen in Oesterreich, S. 41, 137, und Gebliart, die beilige 
Sage in Oestcrrcicb, S. 7. 

4) Die Besitzerin der zweiten Slockerauer Fraishaube sagte, 
dafs der hl. Valentin gegen die fallende Sucht angerufen 



Reliquiarium). unter dem ein Mafsstab mit den Worten: 
»Das ist die Läng des H. Valentin zu 29. mahl geraessen« 
zu sehen ist: ferner die »Abbildung des Wunderthätig 
und sterbenden H. Francisci Xaverij S. J. zu oberburg in 
d e r S t e y e r m a r k " "} in zwei ganz gleichen Exemplaren, von 
denen sich je eines zwischen den genannten zwei Bildern 
befindet. Von diesen Bildern passen die zwei erstem 
der Form nach genau in die betreffenden Leinwandzwickel, 
während die beiden letztern bedeutend kleiner und von 
Rechtecken begrenzt sind. Auf dem zu dieser Fraishaube 
gehörigen 96 cm laugen, 3'ciCm breiten, aus weifser Seide 
bestehenden Bande, womit dem Kranken die Haube um- 
gebunden wird, finden sich in der Glitte, sowie an beiden 
Enden desselben, je drei kleine Kupferstiche, welche gleich- 
falls das erwähnte Marienbild, den ruhenden hl. Valentin 
und das Haupt des hl. Anastasius darstellen, und unter 
dem ersten Bilde stehen die AVorte: ;)Haus Mutter«®), 
unter dem zweiten: «Das ist die Läng des Heil. Valentin 
zu 34. mahl gemessen«, und unter dem dritten: »V. C. S. 
Anastasij Mar.« Auf der einen von den zwei übrigen 
Fraishauben sieht man aufser den drei erstem Bildern 
der zuletzt genannten Haube als viertes die opfernden 
hl. drei Könige, während die andere, ebenfalls mit einem 
rolhen Saume versehene Haube nur das betreffende Ma- 
rienliild und den hl. Valentin, sowie dazwischen je einen 
unbedruckten Leinwandzwickel zeigt. Von diesen drei 
Slockerauer Fraishauben wurde die erste noch vor einigen 
Jahren benützt, um damit einem an den Fraisen leidenden 
Kinde zu helfen, und die dritte wird in derselben Absieht 
noch gegenwärtig ausgeliehen. Die Eigenthünierin der 
zweiten Fraishaube aber sagte, sie leihe ihre Haube nicht 
mehr aus, weil sie dieselbe bei einem solchen Falle bald 
nii-ht mehr zurückerhalten hätte. Auch diese Hauben 
halten die Leute theils für hochgeweiht, theils für ge- 
weiht, und ii'h verweise dabei auf die von Birlinger in 
seiner Alemannia IX, 338 (aus dem Freymüthigen von 
1783. 111, 341) »als ein Specificum gegen Kopfweh« an- 
geführten und nach St. Fidelis von Sigmaringen benannten 
»Fideiishäubchen.« 

Schliefslich glaube ich hier noch den etwas altern 
von den zwei erwäiinten, im Anfang unsers Jahrhunderts 
gedruckten und fast wörtlich gleichlautenden «Frais- 
briefen« (Besegnungeu) mittheilen zu sollen. Derselbe 
bildet ein auf einer Seite bedrucktes Blatt in folio, dessen 
Mitte einen kleinen Holzschnitt mit der Darstellung des 
Jesuskindes mit dem Kreuze zeigt, und lautet: 



werde. Vgl. Zingerle, tirol. Sitten, 132: ,.13. Februar. Ist 
das Fest des hl. Valentin, der als Patron gegen Krankheiten, 
besonders gegen Fraisen (Vergicht) verehrt wird." 

5) Wol Oberburg bei Cilli. 

6) s. Kaltenbak, a. a. 0. S. 137. 



103 



Auzeiirer für Kunde der deutsehen Yorzei 



104 



»Fraisbrief. 

zum Gebrauch wenn ein Kind, oder erwachsener Mensch 

die Frais hat. 

Im Namen Gott des Vaters, des Sohnes, und des h. 
Geistes Amen. Das wolle Gott der Herr Jesus Christus 
heut auf diesem Tag, auf das ich alle 77 Fraifsen tödten 
möchte. Ich tödte es durch Gottes grofser Macht, ich tödte 
diu-eh den heil. Namen Jesu alle 77 Fraifse, die da sind ! 
die reifsende Fraifs , rothe Fraifs . abdörrende Fraifs . zit- 
ternde Fraifs, fallende und brennende Fraifs, stille und 
schreyende Fraifs, wüthende und stossende Fraifs, und 
dergleichen mehr. Ich wend dir es N. N. durch Gott dem 
Herrn Jesum Christum, und durch seine heil. 3 Wunden, 
ich wende dir es N. N. durch sein heil. Sakrament, ich 
wende dir es X. N. durch sein heil. Evangelium, ich 
wende dir es durch seine heil. Hände und Füsse, durch 
seine heil. Pforten des Himmels, durch seinen heil. Xa- 
meu wie auch durch alle Berg und Thal, und allen ilies- 
senden Wässern ab ; auf das der Leib ruhen und rasten 
mag bis auf den jtingsten Tag, da der Herr Jesus kom- 
men und aufwecken wird die fcbendigen und die Todten 
durch den Verdienst, da er sein heil. Haupt geneigt, und 
seinen Geist seinem himmlischen Vater aufgegeben hat, 
das hilf dir N. N. Gott der Vater, der dich erschaffen 
hat, Gott der Sohn, der dich erlöset hat, und Gott der 
heil. Geist der 'dich in der heil. Tauf geheiliget hat, Amen. 

Jesus, Maria, und Joseph mein, bitt lafst mich euer 
Pflegkind seyn, ewig ganz euer seyn will ich, ganz eigen 
euch befehl ich mich, Jesus, Maria, und Joseph. Ihr 
wifsl dafs ich ganz euer bin, ihr kommt nicht aus mei- 
nem Herzen und Sinn, bewahret wohl was euer ist, dafs 
nichts entführt des Teufels-List, Jesus, Maria und Joseph. 

Ihr seyd mein Trost, und Zuversicht, in allem was 
mir immer geschieht, darum ich euch demüthig bitt, 
im Leben und in Tod verlafst mich nicht, Jesus, Maria 
und Joseph. Ohne euch ich nichts vollbringen kann, 
steht mir bey in jedem Werk, mit euerer Güte und Weis- 
heit, stärket mich o Jesus, Maria, und Joseph. 

ihr liebste letzte Worte mein, schliefst mir auf die 
Himmelspforte, weil ich nun ganz euer bin, zu euch in 
Himmel nemmt mich hin, Jesus, Maria, Joseph. 

Verzeihung meiner Sünden erwerb, dafs ich in Got- 
tes Gnade sterb, in eure Hand befehl ich mich auch 
lob in ewiglich, Jesus, Maria und Joseph. 



Gelobt und gebenedeyt ihr meine drey Herzliebste 
seyd, der allerheiligsten Dreyfaltigkeit , sey Dank, Ehr 
Preifs in Ewigkeit, Jesus, Maria, und Joseph. 

Diesen Brief soll man den Kranken, der die Fraifs 
hat. dreymal lesen und nennt denselben bey seinen Na- 
men, wo die N. N. stehen, hernach soll man ihn diesen 
Brief auf die Brust legen, bis es sich ändert, zum Leben 
oder zum sterben, die umstehenden Leute sollen nieder- 
knien, und 7 Vaterunser, 7 Avemaria, und 1 Glauben 
betten, zu Ehren des bittern Leydeu und Sterben Jesu 
Christi, auf dafs ihm Gott von seiner Poyn erledigen 
möchte. 

Colin am Rhein" ''}. 

Stocker au in Niederösterreieh. 
C. M. Blaas. 

7) Der andere Fraisbrief hat die gleiche Grdfse und in der 
Mitte einen kleinen Holzschnitt mit dem Bilde „Maria Verkündi- 
gung". Er trägt das Impressum: „Gedruckt zu Strafsburg, bey 
Peter Auer." 



Der Slaler Johannes Kessler. 

So häufig im Eisackthale, Puster- und Etschthale 
alte Fresken, die sogar ins 12. Jahrh. hinaufreichen, sich 
finden, so selten sind Monogramme der Künstler. Ge- 
radezu eine bemerkenswerthe Erscheinung ist es, dafs in 
der Pfarrkirche zu Mais bei Meran der Maler sich nennt. 
Da findet man unter dem Seitenaltarbilde al fresco die 
Beisehrift: «illam picturam fecit Johannes Kefsler de . . . 
anno domini 1400." 

Innsbruck. Z i n g e r 1 e. 



Schreibtische in Palastrorui (um 1560). 

Zwei kostbare Schreibtische mit Schreibzeugen in 
Palastform, aus Ebenholz und Silber, mit neuen Dar- 
stellungen aus dem Leben Alexanders d. Gr., Cyrus d. alt. 
und des Publius Cornelius Scipio Aft-icanus, sowie mit 
elf dergleichen aus dem alten Testamente (Salomo, Esther 
u. a.) werden um die Mitte des sechzehnten Jahrhun- 
derts als in Arbeit befindlich erwähnt. 

Um Mittheilungen, insbesondere über den Verbleib 
dieser (wahrscheinlich in Augsburg entstandenen) Kunst- 



werke wird freundlichst gebeten. 
Dresden. 



Theodor Distel. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redakteur : Dr. A. Essenwein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg. 



Mit einer Beilage. 



BEILAGE ZOI AxXZEFGEll FÜR KODE DER DEITSCIIEV VORZEIT. 
1882. -^^4. April. 



Chronik des ffermaiüsclieu Museums. 



Xürnberg, den lö. April 1882. 
Der Uebertragung der Gemälde aus der Morizkapelle ist die 
Ordnung und Aufstellung unserer Gemäldegallerie durch die Herren 
Centralgemäldegalleriedirektor von Reber und Konservator Bayers- 
dorfer gefolgt, welche Herren zugleich die Güte hatten, sich der Be- 
arbeitung eines Kataloges zu unterziehen. 

Au die Bildergallerie anschlielsend, wurde eine eigene Ab- 
theilung aufgestellt, welche eine grofse Zahl merkwürdiger Por- 
trätgemälde enthält, die wir seit langer Zeit gesammelt hatten, von 
denen ein grofser Theil schon vor Jahren dem Depot in Schleifsheim 
entnommen wurde. In meist lebensgrofsen Figuren zeigt sich in ihnen 
vorzüglich die Entwicklung des Kostüms, sowohl in fürstlichen 
Kreisen, wie bei dem Bürgerstande- Wir sehen Männer, Frauen und 
Kinder, von etwa dem Jahre 1530—1800 in Bildern, wie sie für 
unseren Zweck nicht besser gewünscht werden könnten. 

Der Entwicklung, welche unsere nationale Anstalt stets nimmt, 
entspricht in erfreulicher Weise die aus allen Kreisen ihr gezollte 
Anerkennung. Aufser der Freude, welche uns durch die grofse 
Zahl neuer Beitragender, die wir in den jüngsten Monaten ver- 
zeichnen durften, gemacht wurde, ist uns auch jene zu Theil ge- 
worden, dafs seine Durchlaucht, der regierende Fürst Johann von 
und zu Liechtenstein in einem sehr anerkennenden Schreiben die 
Nachricht hat hierher gelangen lassen, dafs hochderselbe seinen seit 
langer Zeit gereichten Jahresbeitrag von 50 Gulden zu verdoppeln 
beschlossen habe. Mit der Bitte, Namensnennung zu unterlassen, 
sind uns zu Ankäufen 300 Mark übergeben worden. Herr von 
Eichel-Streiber in Eisenach hat über die in der letzten Nummer 
erwähnte Summe, unter Aufzahlung einer kleinen Dift'erenz. zu Gun- 
sten des Ankaufes zweier Elfenbeinreliefs verfügt. Der Errichtung 
eines Saales der landesfürstlichen Städte ist noch die Stadt Qued- 
linburg 'beigetreten. 

Seit Veriiifentlichung des Verzeichnisses in der letzten Num- 
mer wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet: 

Von Uirentlichen Ka!«sen : Wunsiedel. Distriktsrath (statt 
bisher 6 m.) 10 m. 

Von Vereinen : Lohn. Polytechnischer Verein 6 m. Schwa- 
bach. Turnverein (Turner-Feuerwehr) 5 m. 

Von Privaten: Apolda. Mardersteig, Rechtsanwalt, am. 
Bayreuth. M. Kolb, Direktor der ersten bayr. Basaltstein-Aktien- 
gesellschaft, 2m. Berlin. Seger, Rechtsanwalt, 10m. Bielefeld. 
Dr. Wassenheusch 3 m. Bremen. Friedr. Ludw. Bieriiiaiin, Ivauf- 
mann, 5m ; Diedrich Bredehorst, Baumeister, 3m. Delmenhorst. 
Hilgerloh, Fabrikant', Im.; Klcybc)ckcr, Inspektor, Im. Dresden. 
Dr. jur. Beschorner 3 m.; von Carlowitz, Oberlieutenant, 5ni.; Dr. 
Ilentschol, Oberlehrer, 5 m ; Dr. jur. Pützscli, Rechtsanwalt, .') m. ; 
von Schlieben, Regicrunpsassessor, 5 m: ; .\nton II. Vollsack. Kom- 
mcrzicnrath, 10m. Giessen. Ritsert, Postdirektor, 3m. Gross- 
beeren. Nithack, Pastor, Gm. Höohstadt a. A. Gemeiner, Bürger- 
meister, Im.; Lcipold, Pharmazeut, Im.; Popji, Distriktsbautech- 
niker, 1 m. ; Schmitt, Stadtschreiber, 1 m. Kissingen. Karl Besserer, 
kgl. Bcz.-Amtsassessor, 2m ; Willi. Blenk , Kaufmann, 2 m.: Dr. 
Dietz, prakt. Arzt und Badearzt, 2 m ; (lirisln. Fcichter, kgl. Reut- 
beamtcr, 2m.: Philipp llcilmann, Buclihändler, 3m.; Dr. Ignaz 
laing, prakt. Arzt und Badearzt. 2m ; Friedr. Schröder, Lehrer 



an der kgl. Realschule, 2 m.: Joseph Zehter, kgl. Post- und Tele- 
graphen - Offizial . 2 m. Kronach. Frau Hänel, Kaufmannswittwe, 

2 m.; Karl Pfretzschner, Kaufmaun, 3 m. Kronstadt. Hermann 
Geifrig, Kathedralorganist, Im.; Ernst Kühlbrandt, Zeichenlehrer, 
1 m. ; Theod. Kühlbrandt, Turnlehrer, 1 m. Meissen. Gilbert, Ober- 
lehrer, 2m.; Grünewald, Fabrikbesitzer, 3m.: Radestock, Buch- 
halter, 2 m.: Dr phil. Seeliger 3 m. München. Siegr. Drey, Kauf- 
mann, 3 m. Nürnberg. Heinr. Beckh, Lehramtsverweser, 5 m.; von 
Bihl, Kaufmann, 5 m. ; Bleicher, Kaufmaun, (statt bisher 3 m) 5m. ; 
Bodenheim, Advokat, 2 m.; Max Brust, Kaufmann, 2 m.; Ludwig 
Bürchner, Gymnasialassistent, 3 m. ; Gg. Darlapp, Kaufmann, 3 m. ; 
Friedr. Falkenstorfer, Kaufmann, 10m.; Richard Fenner, Redak- 
teur, 2 m. ; Georg Gagstetter, Kaufmann, 3 m. ; Heinr. Geck , Holz- 
und Bretterhändler, 2ni. ; J. Gerngrofs, Kaufmann, 3 m.; Otto 
Griesbach, Kaufmann, 2m.; Job. Grosch, Kaufmann, 5m-; Ignaz 
Honig, Kaufmann, 3m.; Chr. Huber, Kunstanstaltsbesitzer, 3m.; 
Lorenz Jordan, Kunstanstaltsbesitzer, 3m.; Gg. Kiderlen, Kauf- 
mann, 5 m. ; Aug. Kirchhübel, Kaufmann ,3m.; Gg. Laug . Proku- 
rist, 3 m. ; Heinr. Lindstadt, Zimmermeister, 3 m.; J- Luckmeyer, 
Kaufmann, 2 m. ; Hermann Putzel, Kaufmann, 2 m.; M. Rall, Kunst- 
anstaltsbesitzer, 3m.; Karl Rupprecht, Kaufmann,' 3m-; Hugo 
Schmitt, Gymnasiallehrer, 3m-; Freiherr von Seefried, k- b. Ritt- 
meister, (statt bisher 2 m.) 5 ra. ; Thomas Sixt, Kaufmann, 3 m.; 
Paul Spreng, Kaufmann, 3 m. ; Wilh. Uhl, Kaufmann, 3 m. ; Oskar 
VoUhardt, Rechtsanwalt, 10 m.; Dr. Leopold Walter, prakt. Arzt, 
5m.; Anton Warburg, Kaufmann, 5m.; Johann Wilhelm, Kaufm., 

3 m.: Ernst Wolf, Kaufmann, 3 m.; Dr. Zehler (statt früher 3 m. 
43pf'.) 5m. ; J. Zwanziger, Gastwirth, 3 m. Remlingen. E. Pohl- 
manu, Pfarrverweser, 2 m. Stadtsteinach. Beck, kgl. Amtsrichter, 
Im.: M. Richter, Gastwirth. in Rugendorf, Im.; Specht, kgl. Se- 
kretär. 1 m. Tauberbischofsheim. Breunin. Lehramtspraktikant, 2m.; 
J. H. Schmalz. Direktor, 2 m. Werneck. Anton Krapf, Rechnungs- 
gehilfe, Im : Heinr. Laug, Vikar, 2m. Wismar. Kracke, Oberlehrer, 

3 m. Worms. Fehr, Dompropst, 2 m. ; Freiherr von Gagern, Kreis- 
rath, 3 m.; von Grolraann, Kreisassessor, 3 m. Wunsiedel. Beer. 
Pfarrer, 2 m. Zeitz. Dr. Braasch, Gynmasiallehrer, 1 m. 

Einmalige Beiträge wurden folgende gespendet: 
Von Privaten: Meissen. Hopfe, Rittergutspächter, in Schie 
ritz, 3m. St. Petersburg. Dietz, Kaufmann, 10m. 40 pf.; Feld 
mann, Oberlehrer, 20m. SOpf; Herbst, Ingenieur, 10m. 40pf 
Kampmann, Lieutenant, 6 m. 24 pf. ; Klofs, Kaufmann, (5 m. 24 pf- 
Krell, Ingenieur, 20m. 80pf. ; Kroscb, Kaufni.ann, 10m. 40pf 
Schleicher, ivaufmann, 20 m. 80 pf. ; Schlenk, Kaufmann, 10 m. 40 pf. 
Spahu, Kaufmann, 10m. 40 pf. ; Dr. Stieren, Pastor, 6 m. 24 pf. 
Wcikmann junr., 6 m. 24 pf. ; Weilmiann, Professor, 10 m. 40 pf 
Winkler, Fabrikant, lom. 40 pf. Wien. Ferd. Kwisda, Apotheker, 

4 m. Wunsiedel. A. Beer, Buchdruckereibesitzer, 2 m. 70 pf. 

Unseru Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu : 

I. Für die kunst- und kulturgeschiclitliclien Saiiim- 

luiigeii. 

(Nr. 8558-8572.) 

Bari. Lührl, Kaufmann: 2 mittelalterliche Silbermünzen. — 
Berchtesgaden. Jakob K erscbliaum er : grofses Wachssiegel 
des Kaisers Leopold 1. — Königsberg i. Pr. Carl Schwenkner, 
Apotheker : Groschen des Herzogs Albert von Preufsen 1541. — 
München. L. Gcdou, Bildhauer: 8 Stück mittelalterlichen Zinn- 
schmucks, 14 u. 15. Jhrh. Rosenthal. k. Rechtsanwalt: Karri- 
katur auf Napoleon I. Kpfrst. — Nürnberg. G. Benda, Antiquar: 



107 



Auzeig-er für Kunde der deutsehen Yorzeit. 



108 



Bronzener Gabelgriff mit Thieikopf; 15. Jhrh. Geigel, k. Land- 
geriehtsrath : Studentencerevismütze. Max Meyer, Direktorder 
Yereinsbank : 5 Plakate von Kunstreitern, Seiltiiuzern u. s. w., 18. 
Jhrh. Müller, Kaufmann: Eine römische Silber- und eine byzan- 
tinische Bronzemünze. Nagel, Lehrer: 2 mittelalterliche Silber- 
münzen. H. Wassermann, Kaufmann: Drei mittelalterliche Sil- 
.bermünzen. Zimmermann, Anti.iuar : Glasierte Eckkachel eines 
gothischeu Ofens, 15. Jahrh. — Röthenbach. Eduard Meifsner, 
k. Oberförster : Wasserjagdliinte vom 18. Jahrh. — Schwabach. 
Lipps, Kaufmann: S. Benedikt u. S. Bartholomäus, Bilder in Fi- 
ligraneinfassung, Klosterarbeit, 18. Jahrh. — Wien. Wm. S chückl er , 
Puppenbettstätte mit Vorhängen etc. 18. Jahrli. 

IL Für die' Bibliothek. 

(Xr. 46,002—46,087.) 

Brüssel. Louis Alvin, membre de l'acad. : Ders., notice sur 
Louis Calamatta, graveur. 1862. 8. Henri Hymans: Ders., les 
commencements de la gravure aux Pays-bas. 1881. 8- Sonderabdr. 

— Budapest. Jos- Dankö: Ders., Albr. Dürers Schmerzensmann. 
1882- S. Sonderabdr. — Bunzlau. Dr. E. Wernicke, k. Waisen- 
hauslehrer: Ders., Chronik der Stadt Bunzlau; 2. Lief- 1882 8. — 
Dlllingen. Wilh. Weifs, Lehrer: Ders., Chronik der Stadt Dil- 
lingen. 1880. 8. — Dresden. Vitzthumsches Gymnasium: 
Polle, Briefe von Ernestine Vols an Rud. Abeken. 1882. 4 Dr. 
Richard Stech'e, Professor: Ders., das Hilligersche Epitaph in 
der Tbomaskirche zu Leipzig. 8. Sonderabdr. — Eger. Dr. jur. Ed. 
Reichl: Egerer Jahrbuch; VI. Jahrg. 1876. 8. — Frankfurt a. M. 
Real- und Volksschule der Israelit. Gemeinde : Jahres- 
bericht, 1862. 4. — Graz. Job. Graus, k. k. Conservator : Ders-, 
die zwei Reliquienschreine im Dome zu Graz. 1882. 8. Sonderabdr. 

— Griesbach (Xiederb.) J. Nep Seefried, k. Bez.^Amts-Assessor: 
Ders., Beiträge zur Genealogie der Grafen von Abenberg und Burg- 
grafen von Nürnberg des 12. und 13. Jahrh. 1881. 8. — Heilbronn. 
Gewejbe-Verein: Ders-, Jahresbericht etc. für das Vereinsjahr 
1881. 1882. 8 — Kassel. Stadt. Realschule L 0-: Siebert, über 
Walther von der Vogelweide- 1882- 4. — Leipzig. Friedr. Brand- 
stetter, Verlagsh. : Richter, Bilder aus der deutschen Kulturge- 



schichte. Bd. \. Lfg. 4. 8, — MUnchen. A. Bayersdorfer, Konser- 
vator : Ders- , der Holbein-Stvcit- 1872. 8. Ders. , Carl Rottmann. 
1873. 8. Dr. M. Huttier: Ders-, das Buch als Gegenstand des 
Kunstgewerbes. 1881. 8. — Offenbach. Grofsh. Realschule: Pro 
grammetc. 1882. 4. — Petersburg. Frhr- B. von Köhne, k. rufs 
Cieheimrath : Ders., monnaies des souverains de Suede. 1879- 8, 
monnaies Bj-zantines. 1881. 8- Sonderabdr. Ders, Lithuanie- 8, 
Ders., zum Jubiläum des Reichskanzlers. 1881. 8. Sonderabdr, 
Ders-, das Anitschkow-Palais. 1881. 8. Sonderabdr. Ders-, branden- 
burgische Geschenke an die Zaren Alexei Michailowitsch, Peter 
und Iwan etc- 1881. 8. Sonderabdr. Ders., die Gotzkowsche Ge- 
mäldesammlung in der kaiserlichen Eremitage. 1881. 8. Sonderabdr. 
— Plauen. Gymnasial- und Realschul-Anstalt: Dies-, Jahres- 
bericht 1881 — 82. 4. Serfling, die nordisch-german. Mythologie 
und der Mythus von Thor. 1882. 4. Johannes Müller, Seminar- 
oberlehrer: Ders, Quellenschriften und Geschichte des deutschsprach- 
lichen Unterrichts bis zur Mitte des 16. Jahrh. 1882 8. — Prag. 
Deutscher Verein zur Verbreitung gemeinnütziger 
Kenntnisse: Ders., Sammlung gemeinnütziger Vorträge; Nr- 74. 
8- — Rostock. Gymnasium und Realschule I 0.: Timm, 
Nath. Chytraei ludi literarii sciographia. 1882 4. — Salzburg- Heinr, 
Dieter, Hofbuchh- : Unsere Helden ; 6. Hft 1882. 8. — Stockecau. 
C. M. Blaas, CJmnasialprofessor : Ders., das „Prangerhansl" der 
Stadt Drosendorf. 4. Sonderabdr. — Stuttgart. J. Engelhorn, 
Verlagshandlung : v. Leixner , unser Jahrhundert ; Lfg- 39 und 40. 
8. — Ulm. E. v. Löffler, Generalmajor a. D. : Ders-, Ulmiscbe 
Renaissance. 1882. 8. — Wien. Alfr. Holder, k. k. Hof- u- Univer- 
sitäts-Buchh- : Kummer, Erlauer Spiele. 1882. 8. Deutsche Lese- 
balle an der techn. Hochschule: Dies-, Jahres-Bericht etc.; 
IX. Vereinsjahr. 1880—81. 1882. 8. 

IIL Für das Archiv. 

(Nr. 4789.) 
Oanzig. R. Frhr. v. Hanstein, k. Oberlandesgerichtsreferen- 
dar : Lehubrief des römischen Königs Friedrich IV. für Dyecz Re- 
ckemberger über ein Haus, Stadel, Garten u- s. w. zu Nürnberg in 
der Vorstadt, so vorher Lucas Kemnater inne gehabt hat. 1450. Perg. 



Schrilteii der Akadeiiiieen, Museen und liistorischen Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind : 



Münzforscher- Verein zu Hannover: 
Numismat.-sphragist- Anzeiger etc. Hrsg. von H. Walte und 
M. Bahrfeldt. 13. Jhg. 1882. Nr. 3. 8. Bremen- Verdensche 
Münze. Von M. Bahrfeldt. — Nachtrag zu Merzdorfs Oldenburg's 
Münzen u. Medaillen. Von C. Th. Tröbner. 

Blätter für Münzfreunde, etc. XVIII. Jhg. Nr. 99. 15. Febr. 
1882. 4. Die von der Stadt Luckau i. d. Niederlausitz im J. 1622 
ausgegangenen Münzen. Von J. u. A. Erbstein. — Anholter Stüber 
des Fürsten Leopold Philipp Karl zu Salm. Von dens. — Angeb- 
liche ,.Inedita''. Von V. Hohifeld. — Brakteatenfund bei Leubas. 
(Mit Abb.) — Neue Medaillen. 

Harz-Verein für Geschichte u. Alterthumskunde : 
Zeitschrift etc. XIV. Jhg. 1881. Wernigerode, 1882. 8. 
Beiträge zur Geschichte des Eisenhüttenwesens im Harz. Von Dr. 
H. Wedding. — Caspar Güttel. Ein Lebensbild aus Luthers Freun- 
deskreise. Von G. Kawerau. — Der Naturforscher Chrstn. Gottl. 
Kratzenstein (geb. . . 1723, t . • 1795.) Von Ed. Jacobs. — Ver- 
mischtes. — Vereinsangelegenheiten. 

Societe des etudes historiques . . . ä Paris: 
L'investigateur etc. 47. annee. Mai — Octobre 1881.8. Essai 



sur la peinture fran^aise au XVI. siecle. Par Raph. Pinset. — 
Le pouvoir royal en France. Par de la Brunetiere. — Artus III., 
comte de Richemond, duc de Bretagne et connetable de France. 
Par. Bougeault. — Extraits des proces - verbaux etc. . . Chronique. 
Koninklijke akademie van wetenschappen: 
Verslagen etc. Afdeel. Letterkunde. Tweede reeks. Tiende deel. 
Amsterdam, 1881. 8 Over Willem III. en de verhouding onzer 
Republiek tot Lodewijk XIV. in 1678—1688. Von W. J. Knoop. 

— De Brownisten te Amsterdam. Von J. G. de Hoop Scheffer. 

Societe royale des antiquaires du Nord: 

Memoires etc. Nouv. Serie. — 1880- Copenhague. 8. Des äges 

de pierre et de bronze dans l'ancien et le nouveau monde. Com- 

paraisons archeologico - ethnographiques. Par J. J. A. Worsaae. 

(Mit Abbild). 

Kongelige nordiske Oldskrift-Selskab: 

Aarböger etc. 1880, andet Hefte, u. 1881 forste— tredie Hefte. 

Kjöbenhavn. 8. Fra Norges aeldre Jernalder. Von J. Undset. 

— Om Esrom Klosters Forbindelser med Venden og de architekto- 
niske Spor deraf. Von J. Kornerup. — Et islandsk Stedsnavn. 
Von B. M. Olsen. — Om Dronning Margrete Spränghests Grav- 



109 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



110 



monument i Doberan. Von H. Petersen. — Taradrup Kirke. Von 
J. B. Löffler. — Jernalderens Gravskikke i Jylland. Von C. Engel- 
hardt. — Nogle Bemärkeninger angäende Ynglingatal. Von K. Gis- 
lason. — Bemärkning til en „Visuhelmingr" af Snorri Sturluson. 
Von dems. — Om den tidlige Middelalders Stenliuggerkunst i Dan- 
mark. Von 6. Kornerup. — Det aldste Köbenhavn. III. Von A. 
D. Jörgensen. 

Tilläg til Aarbijger etc. Aargang 1879 u. 1880. 

Gesellsch. f. Gesch. u. Alterthumsk. d. Ostseepro- 
yinzen Rufslands: 

Mittheilungen aus der livländis eben Gescbicbte. XIII. Bd. 1. 
Heft. Riga, 1881. 8. Urkunden des Riga'schen Capitel - Archives 
in der fürstl. Czartoryskischen Bibliothek zu Krakau. Von M. 
Perlbach. — Vermischte Bemerkungen zu der vorstehenden Mit- 
theUung Dr. Perlbachs. Von G. Berkholz. — Herzog Jakobs von 
Kurland Beziehungen zur päpstlichen Curie. Von Th. Schiemann 

— Einige Bemerkungen zu Sylv. Tegetmeiers Tagebuch. Von H. 
J. Bötführ. — Bischof Wescelus von Dorpat (1342—1344). Von C. 
Mettig. — Auszüge aus einem verlorenen rigischen Jlissivbuche von 
1347—1384. Von H. Hildebrand. — Zu Herrn Professor Schir- 
rens Aufsatz im vorigen Heft der Mittheilungen. Von dems. — Nach- 
trag zu Bd. XIII. Heft 1. der Mittheilungen. Von Schirren. 

Verein für siebenbürgische Landeskunde: 
Korrespondenzblatt etc. V. Jhrg. 1882, Nr. 3. Hermannstadt. 8. 
Zur Steuergeßchichte der Hermannstadter Provinz im 15. Jahrb. 

— Die siebenbürgisch - deutschen Namen der Hausthiere und was 
damit zusammenhängt. (Fortsetzung). Von G. F. Marienberg. — 
Kleine Mittheilungen. — Literatur etc. 

K. K. mähr.-schles. Gesellschaft z. Bef. des Acker- 
baues, der Natur- u. Landeskunde in Brunn: 

Mittheilungen etc. 1881. Gl. Jahrgang, und Notizenbl. der 
historisch-statistischen Sect. etc. Nr. 1 — 12. 4. Wladeslaus, der 
erste Herzog von Auschwitz. Von R. Temple. — Zu Carl Zierotins 
C'ampagne in Frankreich. Von V. Langbaus. — Zur mähr.-schles. 
Biographie : Franz Kruuipholz, Franz Kindermann, Anton Drechsler, 
Johann Spatzier. Von Joh. Gans. Friedrich Graf von Sylva-Tarouca. 
Von Math. Prohäzka. — Zur Geschichte der Kunst in Mähren u. 
österr. Schlesien mit Rücksicht auf die Nachbarländer- Von d'El- 
vert. — Geschichte der Communal- Volksschule in Teschen. Von 
A. Peter. — Landesfürstlicher Einflufs auf die Klöster. Von d'El- 
vert. — Geschichte der k. k. Lehrcrbildungs- Anstalt in Teschen. 
Von A. Peter. — Zur Geschichte des Postwesens in Schlesien und 
den angrenzenden Landschaften. Von d'Elvert. — Zur Militärge- 
schichte Mährens u österr. Schlesiens- Von dems. — Die Privat- 
Mäutc in Mähren. Von dems. — Zur Geschichte der Schiffbar- 
machung u. Regulirung der March. Von dems. — Zur Geschichte 
der Juden im Ilerzogthum Auschwitz. Von R. Temple. — Die 
Erbsteuer in Mähren u. österr. Schlesien. Von d'Elvert. 

Benedictiner- Orden: 

Die Benedictiuer-Colonie Neu-Engelberg in Conception im Staate 
Missouri, Nordamerika. Von P. Adalb. Vogel. — Drei Mauriner 
Studien zur Imitation. Von Dr. Coel- Wolfsgruber. — Des Stiftes 
Muri letzte Jalire und die Uebersiedlung nach Gries. (Forts.) Von 
Dr. Beruh. Licrheimer. — Oliverius Legipontius, 0. S. B. J. Von 
P. Maurus Kintcr. — Regesten z- Geschichte der Benedictiner-Abtei 
Bfevnov-Braunau in Ulihiiien- (Forts-) Von Rom. Schramm. — Zur 
Reformgeschichte der Klöster im 15. Jhdt. Von P. Benedict Braun- 



müller. — Aus dem Sonettenkranze ,8. Benedict u. sein Orden." 
Von P. Franz Sales Tomanik. — Wo befinden sich zur Stunde die 
heil, kostbaren Reliquien und Codices der 1795 supprimirten Bene- 
dictiner-Abtei Echternach? Von Reiners. — Heinricus Hagwalda- 
rius, Gluniacensis saec. XIII. Von P. Rafael Pavel. — Zusammen- 
stellung derj. Regidaren aus anderen Ordenshäusern, welche in Ad- 
mont selbst und auf Admonter Pfarren gewirkt haben. Von P. 
Florian Kinnast. — Mittheilungen aus S. Vincent in Amerika. Von 
P. Augiistin Schneider. — Das S. Rupert-Jubiläum in Salzburg. 
Von P. R. Mittermüller. — Das Fest aller heU. Reliquien, ent- 
standen in der Abtei Echternach. Von Ad. Reiners. — Literatur. 

Deutscher Verein z. Verbreit, gemeinnütz. Kennt- 
nisse in P rag: 

Sammlung etc. Nr. 71 — 73. 8. Das Weib im altgerman. Recht 
und Leben. Von Dr. Felix Dahn. — Die mittelalterlichen Kunst- 
denkmale in Prag. Von Bruno Bischoff. — Kaiser Josef II. der 
Reformator des Strafrechtes in Oesterreich. Von J. U. Dr. F. Rulf. 

K. k. Central-Commission z. Erforschg. u. Erhal- 
tung der Kunst- u. histor. Denkmale: 

Mittheilungen etc. VIII. Bd. I. Heft. N. F. Mit 2 Tafehi 
u. 61... Illustrationen ... Wien, 1882. 4. Zur Urgeschichte von 
Grätz u. Umgebung. Von Dr. F. Pichler. — Eine Küchenabfall- 
grube bei Bydzow. Von L. Schneider. — Mittelalterliche Grab- 
denkmäler in der Hercegovina. Von Dr. M. Hörnes. — Die Mitra 
von Arnoldstein. Von Dr. E. Frhr. v. Sacken. — Zur Frage der 
Restaurirung der Bronzefiguren in der Franciskaner-Kirche in Inns- 
bruck. Von R. v. Eitelberger. — Prähistorische Bauten im Horo- 
vicer Verwaltungs-Bezirke. Von M. Lüfsner. Die Mithras-Höhle 
in St. Urban ob Glaneck in Kärnten. Von Karl Ilauser. — Die 
Burgruine Hocheppan. Von K. Atz. — Zur Verwendung des 
Eisens in der Kunst-Industrie während des 15. bis 18. Jahrhdts. 
Von Dr. K. Lind. II. — Ueber Archive in Nieder-Oesterreich. Von 
P. Ad. Dimgel. - Reise-Notizen über Denkmale in Steiermark u. 
Kärnten. Von Dr. K. Lind. — Notizen-. 

Anthropologische Gesellschaft in Wien: 

Mittheilungen etc., XI. (n. F. I.) Bd., Heft 3 und 4. 1882. 4. 

Künstliche Höhlen in Niederösterreich. 2. Bericht. Von P. 
Lambert Karner. (Mit Abb.) — Beiträge zur Urgeschichte Mährens. 
Von Ant. Rzchak. (Mit Abb ) — Die diluvialen Faunen Mittelcu- 
ropa's u. eine heutige Sarcptaner Steppenfauna in Niederösterreich. 
Von Dr. J. N. WoldHch. — Kleinere Mittheilungen. — Literatur. — 
Vereinsnachrichten. 

Herald.-genealogischer Verein „Adler" in Wien: 

Monatsblatt etc. Nr. IC. 1882. April. 8. Vereinsangelegen- 
hciten. — Literatur. — Anfragen. 

Numismatische Gesellschaft iu Wien: 

Jahres-Bericht etc. über d. Jahr 1881. 1882. 8. 

K. k. österr. Museum f Kunst u. Industrie: 

Mittheilungen etc. XVII. Jhg. 1882. Nr. 198 u. 199. Wien. 
8. Mit 1 Beilage. Die slavische H.iusindustrie. Von Prof. Dr. F. 
Krsnjavo. — Museumsangelegeuheiten. — Literatur. — Klemere 
Mittheilungen. — Jahresbericht für 1881- 

Wissenschaft lieber Club in Wien: 

Monatsblätter etc. III. Jhg. Nr. 6. 15. Jlärz 1882. 8. Mit 
den aufserordentl. Beilagen Nr. III u. IV. — Clubangclegenheiten. — 
Literatur etc. 

Christlicher Kunstveroin der üiöcesc Seckau: 



111 



Anzeiger 



für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



112 



Der Kirchenschmuck etc. XIII. Jhg. 1882. Nr. 3. Graz. 8. 
Das Cistercienser-Kloster und die Kirche zu Neuherg. (Forts) — 
Das „Lavabo'' u. seine Kimstformen. (Schi.) — Vereinsangelegen- 
heiten. — Jahresbericht etc. 

Bezirks-Museums-Ver- z. Fiirstenfeld (Steiermark): 

Statuten etc. Graz, 1882. kl. 8. 

Kunst- Gewerbe- Verein zu München: 

Zeitschrift etc. Jhg. 1882. Heft 1 u. 2. Zur Geschichte des 
Bucheinbandes. Von Carl Friedrich. (Mit Abb.) — Auszug aus 
den Erläuterungen Dr. G. Hirth's zur Ausstellung von Bücherein- 
bänden. — Vereinschronik. — Vermischte Mittheilungen. — Abbil- 
dungen: In Elfenbein geschnittenes Diptychon. — Deutscher Leder- 
einband a. d. Mitte des 15. Jhdts. Franzus. Ledereinband aus d. 
Anfange des 16. Jhdt^s. Deutscher Kalbsledereinband mit Goldpres- 
sung von 1574. 

Münchener Alterthums verein: 

Die Wartburg etc. IX. Jahigang; 1882. Nr. 3 u. 4. 8. Das 
CoDSulardiptychon Kaiser Valentinians III. vom Jahre 430. Von 
C. Friedrich. (Forts, u. Schi.) — Das Münchener National-Museum 
in französischer Beleuchtung. Von Dr. C. Förster. — Die Restau- 
rierung der Erztigureu am Kaiser Maximiliaus-Denknial zu Inns- 
bruck. Von dems. — Vereinsangelegenheiten. — Nekrolog. — 
Kleine MittheUungen etc- 

Bayerisches Gewerbemuseum zu Nürnberg: 

Kunst u. Gewerbe. Zeitschrift etc. Redig. von Dr. 0. v. Schorn. 
XVI. Jhg. 1882. Nr. 3. Mit Nr. 4 u. 5 der „Mitthlgn." 8- 
Technik u. Entwickelung d- Spitzen. Von C. v. Braunmühl. (Schi.) 
(Mit Abb.) — Die Büi-geler Thonwaaren-Industrie. Von Gg. Bul's. — 
Kleine Nachrichten. — Literatur. — Abbildungen : Brüsseler Spitze 
V. 18. Jhdt. — Spitze von Mecheln, 18Ü0. — Pokal von Paul Flindt 
(1594). — Majolika-Flasche (Urbino, 1560—1570). — Französ. IIolz- 
schnitzarbeit (1577). — Lederpressung v. 16. Jhdt. — Marmorgitter 
von Raph. Domer. 

Münsterbau- Verein zu Constanz: ' 

Das alte Constanz etc. Jhg. 1881, Heft 3 u. 4. (Schlufs.) Un- 
serer lieben Frauen Münster in Constanz (Forts ). — Ueber den 
römischen ürspz'ung u. die erste Anlage der Stadt C. — Eingemau- 
erte Steine am Thorbogen des (1856) abgebrochenen Emmishofer 
Thurmes. (Mit Abbild.). — Das Emmishofer Thor. (Mit Abbild.). — 
Stand der Restaurationsarbeiten des Constanzer Münsters. 

Historischer Verein der Pfalz: 

Mittheilungen etc. X. Speier, 1882- 8. Versuch einer Speierer 
Münzgeschichte. Von Dr. W. Harster. IV u. 165 Stn. 



Liiteratur. 

Neu erschienene Werke: 
4) Archives de l'Orient Latin publices sous le patronage 
de la Societe de l'Orient Latin. Tom. I. Paris, Ernest 
Leroux. 1881. 

Es konnte nicht fehlen, dafs bei einem literarischen Unterneh- 
men von dem Umfang und dem Gewicht, wie es die Societe de 
l'Orient Latin für die Geschichte der Kreuzzüge und für Alles, was 
mit diesem bis heute nachwirkenden Zusammenstofs des Abend- 
und Morgenlandes innerlich zusammenhängt, in würdiger Erfassung 
geplant hat, und wie es in glücklicher Ausführung begriffen ist, — 



es konnte nicht fehlen, sage ich, dals sich dabei alsbald das Be- 
dürfnifs herausstellte, den grofsen Abtheilungen der verschiedenen 
Texte, deren kritische Angabe beabsichtigt ist, noch theils verschie- 
dene Erörterungen und Erläuterungen eben dieser, nach Herkunft, 
Beschaffenheit und Schreibweise genau zu prüfenden Quellen beizu- 
fügen, theils eine Menge bei der ausgedehnten Sammelarbeit zu- 
strömender, an sich gleichfalls schätzbarer Einzelnheiten besonders 
zu ordnen und vorzuführen, und gleichsam das Hauptheer mit schick- 
lichem und nützlichem Gepäck zu versehen. 

Dieses Bedürfuils und das Vorbild ähnlicher grolser Kollectiv- 
arbeiten bestimmten die Gesellschaft zur Herausgabe des oben ge- 
nannten bedeutsamen Werkes. Dasselbe nimmt sich namentlich un- 
ser Pertz'sches Archiv zum Muster, und man gesteht es gerne 
und aufrichtig zu, der vorliegende Band steht jenem, seit langem 
gegründeten und anerkannten deutschen Werke ebenbürtig zur 
Seite. Reichhaltigkeit des Stoffes, lichtvolle Anordnung, Genauig- 
keit in allen einzelnen Stücken, sowohl was die Dokumente und 
Akten, als die Kommentare, Notizen und Auszüge betrifft , sind die 
Eigenschaften, welche dem Kenner alsbald leuchtend entgegentreten. 

Die Redaktion dieses Archivs liegt in der Hand des Grafeu 
Riant; es wird wenige Forscher für jenes Zeitalter geben, welche 
sich diesem gleich unermüdlichen als freigebigen Literarhistoriker 
an Akribie und Prüfüngstalent, an Kenutnil's und Beherrschung 
des ganzen , so ausgedehnten Gebietes an die Seite stellen lassen : 
die Gesellschaft muls sich zu einem solchen Strategen wahrhaft 
Glück wünschen. Unter den Männern, welche zu diesem Bande 
Beiträge geliefert habeu, begegnen wir Maslatrie, de Vogüe, Desi- 
moni, Wattenbach, Hagenmeyer, Schlumberger und anderen Namen 
guten Klanges. 

Dieses Archiv erscheint als ein unentbehrliches Hilfs- und Hand- 
buch für alle Freunde mittelalterlicher Geschichte ; es berührt der 
Natur der Sache nach auch unsere vaterländische Vorzeit in gar 
vielen Stücken und in verschiedener Rücksicht. 

Die erheblichstsn Beiträge kommen von Herrn Grafen Riant 
selbst herein ; so gleich am Anfang ein „Inventaire critique des let- 
tres historiques de croisades"' psg. 1—224, eine musterhafte und 
wohl alles erschöpfende Arbeit. Ich -will dabei nur auf dasjenige 
hinweisen, was der Verfasser wegen Gregors VII. vermeintlicher 
Kreuzzugsideen auseinandergesetzt hat (p. 59 ff.), welche man aus 
einigen Briefen des Pontifes hat ableiten wollen. Er schliefst sich 
dabei, mit Recht, wie ich glaube, an Herrn von Sybel an und bringt 
die vielbesprochene Angelegenheit für Unbefangene zum klaren 
Abschlufs. 

Mögen denn die „Archives de TOrient Latin", welche, wie alle 
Publikationen der Gesellschaft, vorzüglich ausgestattet und mit ge- 
nauen Registern und einem bibliographischen Appendix der Jahre 
1878 — 1880 bereichert sind, als ein Erzeugnifs edlen Wetteifers 
der abendländischen Gelehrtenwelt dieser selbst und allen empfoh- 
len sein, welchen die Erforschung geschichtlicher Wahrheit am Her- 
zen liegt. 

München. G. M. Thomas. 



Yeriuisctate Nachrichten. 

35) In der Einhornshöhle am Südrande des Harzes hat 
jetzt abermals der Amtsrath Struckmann aus Hannover Nachgra- 
bungen veranstaltet und dabei Knochen von Höhlenlöwen und 



113 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



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Höhlenbären, auch menschliche Geräthe (Kochgeschirre) und Schmuck- 
gegenstände (Fingerringe, Bronzenadeln) gefunden, aufserdem aber 
auch menschliche Knochen , welche entzweigeschlagen waren , jeden- 
falls, um das Mark aus denselben saugen zu können. Die Höhle 
hat also in der Urzeit Menschen als Aufenthaltsort gedient, und 
diese waren noch Kannibalen. (Nordd. Allgem. Zeitg., Nr. 135.) 

36) Thalmässing, 5. -April. Da die in hiesiger Umgegend 
an verschiedenen Punkten angestellten archäologischen Unter- 
suchungen und Ausgrabungen von fünf altheidnischen Grab- 
hügeln erfolgreich waren, indem dadurch nicht blos die in vorge- 
schichtlicher Zeit durch die Etrusker und Römer von Süden her 
verbreitete Brouzekultur, sondern sogar, nach anderer Richtung hin, 
das noch viel ältere paläolithische Zeitalter nachgewiesen wurde, 
so sollen die darauf bezüglichen Forschungen später fortgesetzt 
werden, zumal da auch auf dem dortigen Höhenzuge, genannt Burg- 
leiten, Römerhügel und Römerschanzen, die zu militärischen Ope- 
rationen gedient haben, entdeckt wurden und die ganze dortige 
Gegend überhaupt noch Vieles birgt, was zur Aufklärung der Ge- 
schichte und Bestimmung der Wanderzüge verschiedener Völker 
dienen kann. (Frank. Kurier Nr. 178.) 

37) Vor Kurzem entdeckte ein Arbeiter, der auch sonst bei 
den Ausgrabungen auf dem Gräberfelde zu Watsch beschäftigt ist, 
unweit davon ein verhältnifsmäfsig sehr gut erhaltenes Traggefäfs 
aus feiner Bronze, und wurde dasselbe vor einigen Tagen an das 
krainische Landesmuseum in Laibach abgegeben. Der Fund ist 
einer der schönsten, die bisher in Krain gemacht worden sind. 
Das circa 30 Centimeter hohe, in der obern Lichtung 20 Centimeter 
weite Gefäfs zeigt in getriebeuer Arbeit die lebensvollsten Bilder 
assyrisch-phönizischer, griechischer und italischer Eigenart, wirkungs- 
voll in drei übereinander gestellten, bandartigen Reihen geordnet. 
Die primkvolle, fast überladene Ornamentik, die schon ziemliche 
F'reiheit verrathende Beweglichkeit der Figuren kennzeichnen in 
staunenerregender Weise aufs neue die reich entwickelte Kunst- 
fertigkeit und zugleich künstlerische Aufuahmsfähigkeit der etrus- 
kischen Bronzeindustrie, Dieser Fund, der die besondere Wür- 
digung nicht blos österreichischer Archäologen verdiente, ist zwar 
der einzige dieser kostbaren Art in Krain, dürfte aber nicht ver- 
einzelt bleiben. Schon hat, und zwar vor wenigen Wochen , der 
uuermüdlichc Kustos des Landesmuseums, C. Deschmann, eine 
neue, vielversprechende Gräberstätte an einer andern Stelle auf- 
zuschliefsen begonnen, und haben sich bereits unter den ersten 
Gegenständen , die hier zu Tage gefördert wurden, Bronzestücke 
(Fragmente ungewisser Zugehörigheit) gefunden, welche merkwür- 
digerweise ganz ähnliche Elemente figuraler Ornamentik in noch 
feinerer Zeichnung an sich tragen. (Deutsche Ztg., Nr. 3683.) 

88) Bei dem Forsthause Dranzig nördlich von Falkenburg 
wurden im letzten Juni Hügelgräber geöffnet Gefunden wurden 
u. A. Kohlen und gebrannte Erde, ein sogenannter Näpfchenstein, 
zwei Sporen, Stücke von wollenem Zeug (Köper), eine bronzene 
Nadel, S'/j cm lang und '/i cm breit, flach und an dem einen Ende 
schildähnlich breit, drei flache Stückchen Bronze, wie es scheint, 
von einem Gürtelschlosse herrührend, Holzstückchen, scheinbar von 
Sohlen, Scherben einer schwarzen Schale, etwa 20 cm im Durch- 
messer und 4 cm hoch, mit flach umgebogenen Rande, rund herum 
mit breiten, schrägen Vertikalstreifen geziert, und mit flachen, zum 
Aufhängen durchbohrten Henkeln. Die MetallstUcke sind r<imischc 
Arbeit. (Zdtschr. f. Museol. u. Antiquitätenkde. Nr. 6.) 



39) Berlin. Eine römische Münze aus der Zeit des Kaisers 
Marc Aurel ist beim Graben eines Brunnens auf dem Grundstücke 
Stallschreiberstrafse 49 gefunden worden. Dieselbe zeigt auf dem 
Avers das Bildnifs des Kaisers Aurel mit Lorbeerkranz, auf dem 
Revers Mars, in der Rechten die Lanze, die Linke auf den Schild 
gestützt. Dis Inschriften sind auf beiden Seiten bis auf wenige 
Buchstaben verwischt. Die Münze ist von dem Besitzer des Grund- 
stücks , Herrn Kaufmann Treptow , dem märkischen Provinzial-Mu- 
seum zum Geschenk gemacht worden. (Bremer Kurier 91.) 

40) Metz, 17. März. Die Umgegend von Metz birgt noch 
eine Menge Alterthümer aus der Römerzeit, und erst in den letzten 
Tagen sind in den ausgedehnten Kiesgruben von Sablon neue Fimde 
gemacht worden. Es befinden sich darunter ein kleiner heidnischer 
Altar, gegen 300 römische Münzen mit den Bildnissen verschiedener 
Kaiser von Julius Cäsar bis Konstantin den Grofsen, zwei Paar 
bronzierte und vergoldete Vasen mit trichterförmiger Oeffnung, eine 
Vase von Bronze, ein Thränenkrug, drei kleine eiserne Messer und 
eine gröfsere Anzahl Schalen, Krüge und Vasen in verschiedenen 
Gröfsen. Die Vasen aus gebrannter Erde sind theils roth, theils 
schwarz und vollkommen gut erhalten. Der Hauptfund besteht, in 
den Grundmauern eines Thurmes aus der Römerzeit, dessen Durch- 
messer 6 Meter beträgt. Das Mauerwerk ist ebenfalls trefflich er- 
halten. Die zu demselben verwandten Steine scheinen aus den 
Steinbrüchen von Jaumont, Ancy oder Norroy bei Pont-ä-Mousson 
herzurühren. (Bremer Kurier 80.) 

41) Mit den Ausgrabungen der römischen Thermen an der 
Südallee zu St. Barbara ist man nun auch auf der Sudseite bereits 
so weit vorgeschritten, dafs der Abschlufs dieses Riesenbaues auf 
dieser Seite gefunden zu sein scheint. Dort wurde jetzt auch 
der grofse Wasserabzugskanal aufgedeckt. Durch das ergiebige, 
herrliche Resultat dieser, in letzter Zeit unter der sachkundigen 
und energischen Leitung des Provinzialmuseumsdirektors Herrn Dr. 
Hettner ausgeführten Nachgrabungen wurde unsere Stadt wieder um 
ein Baudenkmal bereichert, welches den weltberühmten Römerbauten 
„Porta nigra, Basilika, Amphitheater, sogenannten Thermen" an 
Grofsartigkeit würdig zur Seite steht. 

(Süddeutsche Presse, Nr. 103.) 

42) Zu Berkach fand Herr Fr. Kofler eine Romerstrafse. 
Die Richtung derselben geht mitten zwischen Wallerstädten und 
Grofs-Gerau hindurch nach Tribur. 

(Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitätenkde. Nr. 6. u. 
Corr.-Bl. d. Westd. Ztschr. Nr. 3.) 

43) Zu Biebesheim bei Gernsheim stiefs man auf ein frän- 
kisch-alemannisches Todtenfeld von grofser Ausdehnung ; seine Un- 
tersuchung hat Herr Fr. Kofler in die Hand genommen. 

(Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitätenkde. Nr. 6. u. 
Corr.-Bl. d Westd. Ztschr. Nr. 3.) 

44) Bei Mentone sind in letzter Zeit Ueberreste aus der 
Steinzeit gefunden worden, nämlich Einfriedigungen, elliptisch und 
kreisförmig, umgeben von massiven Mauern ohne Mörtel. Ihr 
Durchmesser schwankt zwischen 12 und 100 m., die Mauern sind 
2 bis 4 m. dick und 2 bis 5 m. hoch, und die Steine sind bis 6 cbm. 
haltend. (Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitätenkde. Nr. 6) 

45) Deutz. Bei Anlegung einer Station der bergisch-märki- 
schen Eisenbahn ist ein beträchtlicher Theil der westlichen Ufer- 
mauer des römischen Kastells aufgedeckt worden, so dafs nach die- 
ser Seite die Rekonstruktion desselben gesichert ist Dabei ist 



Uj 



Anzeis'er lür Kunde der deutschen Vorzeit. 



116 



eine kleine Bronze von roher provinzialer Arbeit, Herakles im 
Kampfe mit Hippolyte, zum Vorschein gekommen. 

Das Deutzer Castrum läfst sich nunmehr sammt der Verbindungs- 
brücke nach Köln genau feststellen. Die Nr. 14 des Anzeigers der 
preuss. Bauverwaltung gibt einen Grundrifs und eine Rekonstruk- 
tion derselben. (Zeitschr. f. Museol., Nr. 7.) 

46) S eckmauern i. 0. Im Wörther Stadtwalde liegt ein 
Haufe römischer Trümmer. Pfarrer Seeger von Seckmauern hat 
nun voriges Jahr daselbst bei Nachgrabungen die Fundamentmauern 
eines römischen Gebäudes von 14,70 m. Länge und 7,40 m. Breite 
gefunden, welches, an der alten Rumerstrafse und am Ende der 
Eisenbacher Thalmulde gelegen, militärische Zwecke gehabt haben 
dürfte. Die Thoranlagen fand man wohlerhalten, das schön gear- 
beitete Thorkapitäl ein Stück in das Innere des Gebäudes geschleu- 
dert, aufserdem Bruchstücke von Lavasteinen mit schönen Riefen, 
üeberreste einer römischen Handmühle, ein römisches Messer, ein 
grofses Stück Glasflufs, viel Thonscherben, Terrasigillatastücke, 
Nägel etc. . (Zeitschr. f. Museol., Nr. 7.) 

47) Ein interessanter Fund wurde, wie dänische Blätter 
mittheiien, in einem Moor bei Ringkjöbing in Jütland gemacht. 
Man fand einen in seinen Hauptbestandtheilen wohlerhaltenen 
Wagen von .prächtiger Ausstattung und mit kunstvollem Brouze- 
beschlag in nicht römischem Stil. Sachkundige vermuthen, da man 
weifs, dafs in Dänemark bis in das 16. Jahrhundert Wagen uicht 
zur Beförderung von Personen gebraucht worden sind, es sei ein 
heidnisches Fahrzeug aus der Eisenzeit, das ein Götterbild ge- 
tragen Die hölzernen Felgen sind aus einem Stück gebogen, und 
der eiserne Radreif ist glühend umgelegt worden, ohne mit Nägeln 
befestigt zu werden. (Nordd. Allgem. Ztg. 183.) 

48) In der Nähe von Neu-Mexiko bei Stargard fand im vo- 
rigen September ein Knecht beim Äckern einen Metallreif, den 
er zuerst bei Seite warf, später aber mit in den Stall nahm. Eine 
Magd zerbrach ihn an einer dünnen Stelle, und ein Stückchen fiel 
dabei auf den Boden und verschwand. Später kaufte der Herr des 
Knechtes diesem die Stücke für 30 Pfennige ab, um sie an einen 
Goldschmied für 2160 Mark zu verkaufen, der darin 18—20 karä- 
tiges Gold erkannt hatte. Das Gewicht des Reifes ist im jetzigen 
Zustande noch 1422 Gramm, sein Metallwerth circa 3000 Mark, un- 
ten ist er glatt, oben dagegen mit bohnenfömiigen Stempelverzie- 
rungen, erhabenen Körnchen, Linear-Kreisverzierungen etc. versehen. 
Aehnliche Ringe sind in Norwegen und anderen Orten gefunden 
worden, dürften zu den byzantinischen Goldfunden zu zählen sein 
und aus der Zeit um 500 stammen. Die Gesellschaft für pommer- 
sche Geschichte konnte den Reif leider nicht erwerben, da ihre 
Mittel nicht ausreichten ; dagegen soll ihn das Berliner k. Museum 
für circa 4000 Mark gekauft haben. Beschreibung und photogra- 
phische Abbildung sind enthalten in Baltische Studien 32, 1. 

(Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitätenkde., Nr. 6.) 
49 1 Berg. Auf dem Breitel unweit Nideggen sind im vorigen 
Jahre zahlreiche fränkische Gräber, aus Sandsteinplatten zusammen- 
gestellt, gefunden worden. Sie enthielten theils nur Leichenreste, 
theils aber auch Beigaben, wie eine 0,5 m lange Spatha aus Eisen, 



die zur Scheide derselben gehörigen üeberbleibsel eines Metallbe- 
schlages, Stücke von einer eisernen imd messingenen Gürtelschnalle, 
Gefäfschen aus blauem, schwarz gedämpftem Thon, ein Scramasas, 
einen Ger etc. Die Deckplatte des einen Grabes scheint einem römi- 
schen Bauwerk entnommen zu sein, denn sie zeigt, soweit leser- 
lich, die Buchstaben : 

AZL nvs 

IMP r iPS '^ S.L 

(Zeitschr. f. Museol., Nr. 7.) 

50) Elsterberg im Voigtlande. Bei der vor Kurzem erfolg- 
ten Grundgrabung zum Bau einer Villa auf dem der Lobdaburg 
gegenüber gelegenen Hügel sind, wie der „L. Ztg." geschrieben 
wird, verschiedene eiserne Pfeil- und Lanzenspitzen, sowie eine 
eiserne Streitaxt mit zum Vorschein gekommen. Noch mehr Inte- 
resse aber erregte die neuerdings erfolgte Auffindung dreier heid- 
nischer Opferanlagen, welche alle drei gleichmälsig in auf dem 
Hügel befindliche Felsen eingehauen worden waren. Auf jenem 
Hügel soll auch vor Zeiten eine sogenannte Reichsburg gestanden 
haben, deren Insassen die Aufgabe hatten, die Passanten der durch 
Elsterberg gehenden Handelsstralse Nürnberg-Leipzig vor räuberi- 
schen Ueberfällen zu schützen. (Zeitschr. f. Museol., Nr. 7.) 

51) Meran, 12. April. Bekanntlich hat die Regierung be- 
schlossen, das in historischer Beziehung höchst interessante Schlofs 
Tirol bei Meran zu renovieren, um diesem ehrwürdigen Baue, 
an welchen sich so viele ruhmreiche und denkwürdige Momente 
knüpfen, ein würdiges Aussehen zu verleihen. Die Leitung der 
Restaurierung wurde dem kaiserlichen Rathe Dr. Schönherr in 
Innsbruck übertragen, der sich dieser Tage mit dem Architekten 
Nordio, welch letzterer gegenwärtig den Restaurierungsbau des 
Trientiner Domes leitet, nach Schlots Tirol begab, um eine Besich- 
tigung desselben vorzunehmen und die Baulichkeiten an Ort und 
Stelle zu studieren. Das Schlofs und die daran stofsende Kapelle 
sind im romanischen Stile erbaut, im Laufe der Zeiten aber viel- 
fach um- und verbaut worden; doch ist im Grofsen und Ganzen 
noch so viel von den Anfangsgründen vorhanden, um eine Wieder- 
herstellung des ursprünglichen Zustandes mit nicht zu grofsen 
Schwierigkeiten bewerkstelligen zu können. Eine grofse Menge von 
werthvollen Ornamenten etc. soll, wie angestellte Untersuchungen 
ergeben haben, seiner Zeit vermauert worden sein, und die Wieder- 
aufdeckung dieser, besonders an Fenstern beobachteten Kunstwerke 
dürfte schon an und für sich dem Schlosse zur gröfsten Zierde 

gereichen. 

(Deutsch. Reichsanz., Nr. 92 n. d. Boten f. Tirol 
u. Vorarlberg.) 
ö2) Aufser den Münzfuuden, die wir an dieser Stelle melden 
konnten, mögen noch manche andere hinzugekommen sein, die nicht 
bekannt wurden, mindestens nicht zu unserer Kenntnifs gelangten. 
So entnimmt die Zeitschr. f. Museol. den baltischen Studien die 
Nachricht von einem Dukatenfunde, der im Sept. vorigen Jahres 
gemacht wurde, und aus welchem die Gesellschaft für pommer'sche 
Geschichte 39 verschiedene Stücke erhielt, die aus den 50er u. 60er 
Jahren des 17. Jahrh. stammen. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redacteur: Dr. A. Essenwein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. B. Sebald in Nürnberg. 



NärnbergT' D*s Abonnement des Blat- 
tes, welches alle Monate erscheint, wird 
ganzjährig angenommen und beträgt nach 
der neuesten Postconvention bei allen Post- 
ämtern und Buchhandlungen Deutschlands 
incl. Oesterreichs 3 fi. ZQ kr. im 24fl.-Fua3 
oder 6 M. 

Für Frankreich abonniert man in 
Paria bei der deutschen Buchhandlung von 
F. Klincksieck, Nr. 11 rue de Lille für 



ARIZEIdER 



FÜR ÜUnE DER 



Neue Folge. 



1882. 




England bei "Williams & Norgate, 14 Hen- 
rietta- Street Covent- Garden in London; 
ixiT Nord- Amerika bei den Postämtern Bre- 
men und Hamburg. 

Alle für das german. Muäeum be- 
stimmten Sendungen auf dem "Wege des 
Buchhandels werden durch den Commis- 
sionär der literar.-artist. Anstalt des Mu- 
seums, F. A. Brockhaus in Leipzig, be- 
fördert. 





11 



|l Neunundzwanzigster Jahrgang. 



ORGAN DES GERMANISCHEN MrSEüMS. 



J\ 



?5. 



Ulai. 



Wissenscliaftliche Mitdieilungen. 

Beitrüge aus dem gerniauischen Sfusenm zur Geschichte der Bewaffnung im Mittelalter. 



XVI. 



Da wir, um un- 
sere Leser nicht zu 
ermüden, der Serie 
dieser Aufsätze eine 
gewisse bunte Fol- 
ge zu geben ver- 
sprochen haben, so 
greifen wir nun 
wieder etwas zu- 
rQcli, indem wir 
noch einige bild- 
liche Darstellungen 
wiedergeben, wel- 
che Einzelnes er- 
gänzen , was wir 
in früheren Aufsä- 
tzen angedeutet ha- 
ben. Wir stellen 
einige Reilerfigu- 
ren des 12. bis 
13. Jahrh. an die 
Spitze. 

Mit der gräflich 
Botho V. Stolberg'- 
schen Sammlung 
sind zwei Perga- 




Fig. 1. 



mentstreifen au das 
Museum gekom- 
men, welche Illu- 
strationen zu dem 
Gedichte des heil. 
Wilhelm von Wolf- 
ram von Eschen- 
bach enthalten. Sie 
sind olfenbar von 
Buchdeckeln abge- 
löst, und wenn uns 
auch über die Her- 
kunft nichts be- 
kannt ist, so ge- 
ll i'trton sie doch 
ohne Zweifel der- 
selben Handschrift 
an. der die Frag- 
meule der Heidel- 
berger Bibliothek 
entnommen sind, 
welche noch ihren 
Text tragen und 
mil je drei Illu- 
strationen auf je- 
dem Blatte zur Seite 



119 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



120 



des Textes geschmückt, eben- 
falls von Bucheinbänden abge- 
löst sind. Mone hat sie im 
sechsten Bande seines Anzeigers 
(1836), Sp. 177 ff. beschrieben, 
und auf Tafel III zwei Bilder 
wiedergegeben. An unseren 
Fragmenten ist der Text weg- 
geschnitten ; das eine zeigt je- 
derseits dreimal den heidnischen 
König Terramer, der seine Toch- 
ter Giburc, welche Christin ge- 
worden, in ihrer Burg belagert, 
um sie zum Abfalle zu zwingen 
und ihi'em heidnischen Gatten 
wieder zuzuführen, dabei mit 
ihr ein Religionsgespräch hält. 
So viele Sätze die Tochter Gi- 
burc ihrem Täter entgegenhält, 
um ihren Christenglauheu zu 
vertheidigen, so oft sind beide 
abgebildet, dabei sodann jedes- 
mal das Bild des Gegenstandes, 
den sie zum Beweise anzieht, 
so in Fig. 1 der Stern und der 
Flufs, in anderen Bildern der 
Hinweis auf Gott, die Dreifaltig- 
keit, Eva, die Hölle. Die Toch- 
ter, welche nicht nur mit Wor- 
ten ihren Glauben, sondern auch 
mit Waffen ihre Burg zu ver- 
theidigen bereit ist, sieht ge- 
waffnet aus derselben heraus. 
(In den von ilone wiedergege- 
benen Bildern aus den Heidel- 
berger Fragmenten ist sie ohne 
Rüstung am Fenster der Burg.) 
Die Figuren 2 und 3 zeigen 
gleichfalls den König und sind 
andern der sechs Bilder entnom- 
men, um Einzelheiten zu zeigen, 
die vom ersten Bilde abweichen. 
Mone schreibt die Handschrift 
dem Beginne des 13. Jahrhun- 
derts zu und glaubt, wenn nicht 
die Originalsehrift des Dichters, 
so doch die erste zur Verbrei- 
tung bestimmte Abschrift auf 
Grund des hohen Alters in ihr 
sehen zu dürfen. Wir würden 
glauben, unsere Bilder noch ei- 
nige Jahre älter halten und 




Fig. 




Fig. 3. 



noch in das zwölfte Jahrhun- 
dert verlegen zu müssen, wenn 
die Literaturforseher dies ge- 
statten würden, die den hl. Wil- 
helm als eines der jüngeren 
Werke Wolfram's ansehen. Zwar 
kommt ja, wie das Fürstenberg'- 
sehe Grabmal zeigt, die Ketten- 
rüstung mit dem darüber ge- 
zogenen langen Gewände ohne 
Aermel noch im 14. Jahrh. vor ; 
aber die Schiklform deutet doch 
fast noch mehr auf das zwölfte, 
als auf das dreizehnte Jahrh., 
ebenso der konische Helm, der 
von der Krone umgehen ist, 
und die Form dieser letzteren. 
Zu bemerken ist, dafs das Ge- 
wand des Königs stets grün, 
das der Tochter gelb ist, ebenso 
des Königs Schild. Eigenthüm- 
lich ist die Bildung der Hand- 
schuhe. Während nicht ersicht- 
lich ist, dafs andere Finger ge- 
trennt sind, während es viel- 
mehr erscheint, als stecken sie 
in einem gemeinsamen Fäust- 
ling, so ist doch nicht nur der 
Daumen, sondern auch der Zei- 
gefinger getrennt und von eige- 
nem Geflechte umgeben. 

Wir machen nunmehr auf 
ein Glasgemälde des dreizehn- 
ten Jahrh. aufmei'ksam, das einen 
Krieger darstellt. Dasselbe ist 
vor einer Reihe von Jahren schon 
von einem Antiquar in Mün- 
chen gekauft, dessen Mitthei- 
lungen es wahrscheinlich ma- 
chen, dafs die Scheibe aus Tirol 
stammt. Der Krieger ist der hl. 
Mauritius, und es sei, als für 
unsere gegenwärtigen Zwecke 
nebensächlich, auch nur neben- 
bei bemerkt, dafs er nicht als 
Mohr dargestellt ist. Fig. 4 gibt 
ihn in ' g der Originalgröfse 
wieder. Wir sehen jedoch da- 
rin schon ein vom Künstler 
hereingetragenes phantastisches 
Element, wie es uns bei Gemäl- 
den des 14. und lo. Jahrh. 



121 



Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



122 



schlungenen 



Es sind 
Ellbogen 



mitunter begegnet. Arme und 
Beine sind von Kettengeflechten 
bedeckt. Das Gewand über dem 
Kettengeflechte ist kürzer. Ueber 
demselben trägt die Figur ein 
anderes, dem späteren Lendner 
ähnliches Gewand, das, gelb von 
Farbe, mit einer wolkenartigen 
Zeichnung auf dem Leibe und 
Schuppen unter der Hüfte, schie- 
nenartigen Streifen auf dem 
Oberarme gezeichnet ist. Ein 
Mantel ist auf der Brust durch 
die knotenartig in einander ge- 
Enden befestigt, 
aber auch noch die 
sowie die Beine un- 
terhalb der Kniee mit Tüchern 
umwunden und ein solches quer 
über die Brust geschlungen, 
welches eben so wenig wie 
jene am Knie und Ellbogen mit 
dem Mantel zusammenzuhängen 
scheint. Welchen Zweck etwa 
diese Tücher gehabt haben, oder 
ob sie blos künstlerischer Phan- 
tasie entstammen, ist eine Frage, 
die wir nicht beantworten möch- 
ten, so dafs wir frtiher glaub- 
ten, diese Figur gar nicht in 
unsere Reihe aufnehmen zu 
sollen. Doch ist der Schild, 
dessen Fessel der 
den linken Arm 
hält, während er 
Hand gleichzeitig auf ihn stütz 
zu interessant, um die 
aufser Betracht zu lassen. Wir 
sehen, dafs er unten spitz, oben 
von beträchtlicher Breite ist, 
Nürnberg. 



Krieger um 

geschlungen 
sich mit der 



Figur 




dabei so stark gewölbt, dafs er 
fast die Figur umgeben könnte. 
Wir haben ihn aus Holz zu 
denken, sehen jedoch, wie der 
Metallbeschlag, der den Rand 
ringsum verstärkt, sieh als 
Kreuz (das Zeichen, das auch 
später stets die heiligen Ritter 
Georg, Mauritius u. A. auf dem 
Schilde zeigen) über den Schild 
zieht, dessen Mitte durch einen 
starken, runden Schildhuekel be- 
zeichnet ist. Handschuhe. Helm, 
Schwert und Dolch trägt der 
Krieger nicht ; derSpeer in seiner 
Rechten hat ein schönes, blatt- 
förmiges Eisen und überragt an 
Gröfse den ]\lann um ein Ge- 
ringes. 

Zu den Belegen, welche 
wir für das vierzehnte Jahr- 
hundert gegeben, sind wir in 
der Lage, noch einige weitere 
zu liefern. Bevor wir aber da- 
zu schreiten, sei auf einen klei- 
nen, bei der Eigenthümlichkeit 
des Gegenstandes aber vielleicht 
doch nicht unwichtigen Irrthum 
eines früheren Aufsatzes auf- 
merksam gemacht. Jeuer Alb- 
recht von Hohenlohe, dessen 
Grabstein wir auf Sp. 327 des 
Jahrganges 1880 abgebildet ha- 
ben, starb nicht 1318, sondern, 
wie uns freundlichst mitgelheilt 
wurde, 1338, so tlafs er also doch 

ünger 
au- 



iig. 4. 



nur einige Jahrzehnte 
ist, als wir dort glaubten, 
geben zu müssen. 



A. Essen wein. 



Nachdem wir iu Nr. 10 des 
Zeitschrift die «Ordnung und Gewalt« des Minnesängers 
Oswald von AVolkenstein zur Vornahme der Inventur 
des Nachlasses seiiu's Vett(!rs Veit v. Wolkenstein ver- 
öffentlicht haben, hissen wir das gleichfalls im Wolken- 
steiii'schen Archiv im germanischen Museum belindliche, 
kulturgeschli-htlich nicht uninteressante Inventar selbst 
folgen. Jlan erfiilirt daraus, was ein wohlhabender Tiro- 



Inveiitar «Ich Veit von M'olkeiiHtciii (-J- Hl'.!). 

vorigen Jahrganges dieser 1er Edelmann jener Zeil, der Blü 



ezeit Tirols, an Kleidungs- 
stücken, Waffen, Küchengerät hen, Schmucksachen und 
Kleinodien. Betten und AVäsciie besafs; Älöbeln sind in 
dem Invi'utar merkwürdiger Weise nicht aufgeführt. Aus 
den Aufzeichnungen geht hervor, dafs Veits Habe nicht 
als ärnilich bezeichnet werden darf und jedenfalls reicher 
war, als die vieler anderer deutscher Edelleute jener 
Epoche. 



123 



Anzeieer für Kunde der deutschen Vorzeit. 



124 



"Was her wolfang (!) von frewntfperg vnd kunrad von wol- 
kenstain als gerhaben') her feiten seligen kinder zwnewen- 
markt fuuden vnd peschawt haben von allen daz er 
da selbst hinder sein gelassen hatt in gagenwürtig- 
kait waldasser (Balffiasar) newenkireher jorg klanier 
hans fintler hainrieh kall, hanns kastner Richter hans 
noder domig (Dominicus) frenzelin hans scholl vnd ander 
pider lewtt geschehen am mantag eritag (Diensfa;/) mi- 
tich (Mittwoch) nach aller heiligen tag (29.— 31. Novem- 
ber) anno ete. xli.j ""'. 

Item am Ersten haben sy fwnden in einer kamer in 
einem kästen ein swarczen merderrein'*) Rock. Item ein 
prawnen samet mit einer merderrein kursen^). Item ein 
Roten Rock mit zoten, dy ermel vnd pusen mit perll 
(Perlen) geheflft. Item meiner frawen seligen perle Rock 
verpremt mit hermlein (Hermelin). Item ein mantell 
Roter samalott-*) mit einer perlein pinten. Item ein swar- 
czen Wappen Rock mit vergulden peschlagen erniell. 
Item zwen plab (blau) zendeln*) ermell. Item czwen 
Rot zendell ermell. Item zwen adlas ermell Rott. Item 
zway stuck haidenisch") tAvch prawn vnd plab awff newn 
praazen^). Item ein swartzen langen frawen mantll. Item 
ein plaben samet sarnir zoten*). Item ein prawn sameten 
mantell mit wuUen zoten. Item ein prawn Reit Rock 
mit einer perlein Reim^). Item ein plaben frawen Rock. 
Item ein Roten frawen Rock mit fech'") verpremtt. Item 
ein Roten frawen Rock mit feehen flwgeln") der stock- 
lin"). Item ein Rotten sameten frawen Rock mit kung- 
lenn vnd zogen'-') vnd mit fech verpremmt. Item ein 
plabe samet Joppen. Item ein Rot samet Joppen. Item 
ein plab wursatt'*) ioppen. Item ein Rot sammelloten Jop- 
pen mit ein gwlden goller'*). Item ein swarze worsate 
Joppen. 



1) Vormünder. Schm.-Fr. I, 930. 

2) mit Marderpelz verbrämt oder gefüttert. Schm.-Fr. I, 1568. 

3) Kleid von Rauh- oder Pelzwerk. Schm.-Fr. I, 1295. 

4) Schamelot, Schamlot, ein Kleiderstoff. Schm.-Fr. II, 418. 

5) hchd. Sendel, Zindel (eine Sorte Tafft). Schm.-Fr. II, 1133. 

6) morgenländisch. Grimm IV, II, ßll. 

7) auf (gegen) neun Ellen, (ital. braccio, span. braza). 

8) wol verschrieben : (mit) samit zoten (Troddeln). 

9) Riemen, Streifen, Gürtel. 

10) feines Pelzwerk (vom Eichhorn u. a. Thieren), Buntwerk. 
Schm.-Fr. I, 700. 

11) mit fliegenden Aermeln von Fehwammen. 

12) Personname; vgl. unten Sp. 127. 

13) mit Klunkern und Zotten (Quasten, Troddeln) ? 

14) Wursat, Wurschat, ein halbseidener Zeug. Schm.-Fr. IT, 
1003. 

15) Bekleidung des Halses und des oberen Theils des Rumpfes. 
Kragen. Schm.-Fr. I, 893. 



Inn der harnasch kamer oben in dem haws|3. 

Item zehen pern spiss (Bürenspiefse). Item drey 
schwrczly (Schürzlein, Panzer. schürz). Item ein gemalcz 
terezly«). Item dry targen'«). Item ein paffessen'''). 
Item sieben licht (irei.s.s. hell) eysenhut. Item ein schwar- 
zen eyseuhut. Item zwo hawben mit geheng. Item ein 
hwben an (ohne) geheng. Item fir schalem '«). Item 
ein halbe platen"). Item sieben prwst plech'^») klain vnd 
grofs. Item flr par haut schweb. Item fünf par mewsseP'), 
Item newn par armgezewg'^'). Item fir par pain gewant") 
gancz. Item sechx panczer. Item sechx kregell (Krü- 
gen). Item ein vmbgender schwrz (Schurz). Item zwen 
fwder (vordere) Schurz. Item zwo huncz kappein'^). 
Item drey zwgsayll. Item ein RensaylP*). Item zwew 
felass'^«). Item acht gwt haut puxen. Item acht klain 
span lang puxen. Item achtzehen hewtt klain vnd grofs. 
Item zwo lagein") mit pfeiln. Item werk (Werc/) in 
einer trwhen. Item ein hirs gehurn (Hirschgeiceih). 
Item awf drewhundert pretnagl. Item fir hecheln. 
Kuchengesehirr. 

Item sieben eren'^*) heffen grofs und klain. Item drey 
klain prochen (zerbrochene) er (eherne) helfen. Item 
zwen morser mit stosseln. Item alliff (eilf) kessel gross 
vnd klain. Item Rost zwen. Item flr heln.^^) Item ein 
dryfwss. Item newn pfanen. Item zwo pfeffer pfanen.^») 
Item drey Rybeissen. Item ain gaczen.*') Item flr eisen 
keln.^'^) Item drey vnd dresig hulczen schwselen. Item 
flr pratt spiess. 

Yben in des hern kamer bey dem klain stwblein hat man 

fwnden. 

16) Tärtschlein, Demin. v. Tartsche, Tarze, Targe (mittellat. 
targa), kleiner Schild. 

17) Pafesen, grofser Schild. Schm.-Fr. I, 383. 

18) eine Art Helm. Vgl. Anz. 1882, Nr. 1. Sp. 4 u. 5, Fig. 
4—6. 19) Brustharnisch. 20) Brustharnisch. 

21) Mäuslein, nihd, miuselin, müsenier, eiserne Bedeckung des 
Ellbogens. 

22) Armschienen. 23) Beinschienen. 

24) Hundskappe, eine Art Visierhaube. Schm.-Fr. I, 1129. 
Eine solche trägt der im Anzeiger 1860, Nr. 11 abgebildete Jorg 
Turaerstorfer, sowie der 1867, Nr. 7 abgebildete Graf Friedrich von 
Zollern. 

25) womit die Zelte an die Erde befestigt werden. Schmeller- 
Frommann II, 111. 

26) Felleisen. Schm.-Fr. I, 837. Grimm III, 1498. 

27) Fälschen, (lat. lagena). Schm.-Fr. I, 1453. 

28) ehern, eisern, (mhd. erin). Schm.-Fr. I, 129. 

29) Häl (mhd. hähel), Kette und Haken, um daran den Kessel 
über das Feuer zu hängen. Schm.-Fr. I, 1072. 

30) Pfannen, in welchen gewürzte Brühen (Pfeffer) gekocht 
werden. Schm.-Fr. I, 422. 

31) Geschirr zum Schöpfen oder Messen von Flüssigkeiten. 
Schm.-Fr. I, 967. 

32) Kelle, Schöpflöffel mit langem Stiel. Schm.-Fr. I, 1234. 



125 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



126 



Item zwew hundert Reinifch gwlden min^) seschzehen 
gwlden. Item ain swarcze frawen hawben mit puckln. 
Item aber (abermals) ein swarze hawben mit gwlden 
lewblein Rössel.^'') Item ein perlein peutell mit lirczigk 
stefften (Stiften) Item ein gwlden snur mit perlein knö- 
pfen. Item ein silberin gesellsehafft^^) des kungs (KöJiic/s) 
von Zippern. Item ein silberein heflein (Hef/lem, Spange) 
Item ein heftlein mit dem swert von zippern. Item ein 
gwlden Ring vmb den armm mit eim dwrken (Türkis). 
Item ein khiins hefftlein mit czwayen stain vnd fwnf perl- 
lein. Item ein miehelP^) gwlden hefftlein mit fir stain 
vnd mit ein weisen leben (Löwen) vermehelt (vermühlt, 
versjwochen) fraw ellenna (Helena) von frewntsperg. Item 
ein hefftlein mit einem prochen (zerbrochenen) Roten stain 
vnd sust (sonst) mit fir stainen abentewr.^') Item ein 
klains heftlein mit einem gesmelczten ( emaillier ien) pewm- 
lein. Item ein klains heftlein mit einem huntlen (Hünd- 
chen). Item ein gwlden Ring mit einem safflr. Item ein 
gwlden Ring mit einem amatisten und sind ped Ring 
fraw elena von frewntsperg vermehelt. Item ein Ring 
mit einem wasser safür auch frawen elena. Item ein gwten 
Ring mit einem polas.**) Item aber ein Ring mit einem 
poläs. Item ein klains Ringlein mit ein safür. Item ein 
klains Ringlein mit einem smareckclein (kleinen Snun-agd), 
Item ein klains Ringelcin mit einer pinten. Item aber 
ein klains Ringlein mit eim smarecklein. Item ein Ring 
mit einem Rwbin paliäss. Item ein Ringlein mit einem 
durcken Rwbin paläs. Item zwcn schlecht (einfache) 
gwlden Ring. Item ein Roren zw dreyen federn. Item 
zwo weis seiden pinden. Item firer {vier) hayralt prielf uiul 
geschefft prieff'-') von paiden frawen seligen. Item ein 
vbergwlten gwrtell mit hangenden glocken dy hat achl- 
zehen spangen vnd yde spang zwo glocken. Item ein 
korallen snur der frawen swester geben. Item ein maus 
gwrtell mit vbergwlten leben köpfen (Löwenköpfen). 
Item ein peschlagen vbergwlte ostereichisch gurtel mit 
einem langen messer vnd mit einer ganczcn silber schaid 
vbergwlt. Item ein vbergwlt frawen gwrtell mit weisen 
(silbernen) vnd vbergwlten spangen. Item ein frawen 



33) minder, weniger. Schm -Fr. I, 1G19. 

34) Blatter und Rüslein. 

35) Ordenszeichen. Schm. -Fr. II, 259. In Hormayr's Taschen- 
buch 1845, S. 154 wird erwiihnt, duls Veit und Leonhard von Wol- 
kenstein mit Herzog Friedrich d. j. 1436 nach Palästina zogen und 
am heil. Grabe zu Rittern geschlagen wurden. Auf dieser Fahrt 
wird er auch in den Orden des Königs von Zypern aufgenommen 
worden sein. 

36) grofs. Schm.-Fr. I, 1561 f. 

37) Kostbarkeit, Pretiose. Schm.-Fr. I, 11- 

38) lialas, Palas, Pallast, ein blasser oder auch ganz weifser 
Rubin. Schm.-Fr. I, 227. 

39) Vermuchtnifs, Testament. Schm -Fr. II, 381. 



gwrtell mit ein Rotten porten, vnd vber gwlten spangen. 
Item ein grwnen porten mit gwrt spangen peschlagen. Item 
ein Roten porten mit gwrt spangen peschlagen. Item 
ein plaben (blauen) gwrtel mit gwrt spangen. Item ein 
liderein (lederner) frawen gwrtell mit vber gwlten span- 
gen. Item ein gwlden pdrtlein vmb ein hwt. Item Ixv 
Joppen Ringlein klain vnd grofs vbergwlt. Item ein 
gwlden porten mit klein perlein. Item ein vbergwlten 
köpf ''") mit ein vberlid.*') Item ein vbergwlten pecher 
mit eim vberlid. Item zween silberrein pecher. Item 
czwainczigk dukaten. Item vj (ö'/a) mark silbergelt. Item 
xvj par leilach.-»^) Item zwew stwck Rot samalott.^) 
Item zwen stwrcz. ^^) Item ein Rader (rother) stawch.^"») 
Item ein prawner stawch. Item ein Redler (f). Item 
ein naterzung**) gefast mit silber. 

Niden in der kamer pey der stig. 

Item zwew stuck leinbat (Leinwand). Item ein stuck 
czwillich. Item ein stwck kolnifche ziehen.*^) Item ein 
stwckel ziehe. Item aliff (eilf) par leilach. Item acht 
haut twcher. Item brechen leder awff newczehen stwck. 
Item drew groffs deeklach (Decklaken). Item ein kinds 
decklach. Item acht armprwst. Item ein graben (grauen) 
loden twch."") Item zwo Hassen mit prieffen. Item ein 
pfabeuhut (Pfauenhul). Ilem ein kocher. Item zwen 
krappen.''*) Item ein plabenwadel (Pfauenwedel). Item 
ein pfaben püsch (Pfauenbusch). 

In der kamer da pey. 

Item seschczehen ku'ss (lüssen). Item siben pet. Item 
fir Rawh decken.*') Item drey koczen.^") Item zwew 
alte decklach. Item ein liderein (lederner) polster. Item 
zwo lerein (lederne) ziehen. Item ein sack mit federn. 
Ilem drey alt frawen Rock. Item ein prws>t pelcz. Item 
ein laugen frawen pelcz. Item ein vmb hanckg. Item 
ein truh (Truhe. Lade) mit garn. 
Nota was man an plunder*") awfs geben hatl vnd von gelt. 

Item am ersten der frawen in das kloster ist geben 



40) Becher, Pokal. Schm.-Fr. I, 1274. 

41) Lid, üeberlid, Deckel (der sich an einem Gelenke bewegt). 
Schm.-Fr. I, 1442. 

42) Leinlaken, Leintuch, Betttuch. Schm.-Fr. I, 1417. 

43) Trauerschleier. Schm.-Fr. II, 787. 

44) Kopf binde, Kopftuch oder Schleier für Frauen. Schmeller- 
Fi;'ommann II, 722. 

45) versteinerter Fischzahn, gefafst und als Schmuck getragen. 

46) Ueberzug von kölnischer Leinwand (Kölsch). Schm.-Fr. II, 
1079. Grimm V, 1622. 

47) grober Wollenzeug, grobes Tuch. Schm.-Fr. I, 1444. 
481 Haken, Hefteln. Schm.-Fr. I, 1377. Grimm V, 2063. 

49) Decken von Pelzwerk. Schm -Fr. II, 82. 

50) sehr grobes Tuch , zottige Decke von Wolle. Schmeller- 
F^rommann I, 1317. 

51) Habe, besonders Kleider und kleineres Geräthe. Schmeller- 
Frommann I, 458. 



u 



Anzeiffer für Kimde der deutsehen Vorzeit. 



128 



worden ein swarczer frawen mantell vnd zwen stawcheu**) 
vnd ain aiehorn kursen^) vnd ein liorallen pateruoster. 
Hein der stocklin ein Roten Rock mit fechen flwgelu") 
vnd ein par zendell ermell ein pelez ein stawehen, zwew 
pesclilagenew portlein vnd seschck (sechs) duekaten vnd 
czwelf ein plab (blau) twch vnd zehen leinwatt. 

Item der pelcherin zwelfif ein plab twch vnd ein pe- 
schlagen portlein ein schlayr vnd sesehx (sechs) duekaten 
vnd- hat man ir dar nach geben ein par attlas erbell 
(Aennel). Item ein Roten sameten Rock in dy NewenstifTt*^) 
vnd zw vnser lieben frawen awfi sehen"). [Item ain plabe 
sammele joppen her oswalcz Sun dem gothart vnd ein 
swarez pferd**).] Item ein Rott samet joppeu dem Jörgen 
der von aiehaeh Sun vnd ein pferd. Item den loden den 
armen frawen. Item dem herhager ein prawn Rock mit 
eim perlein Reim ') vnd ein plabe wursate Joppen , ain 
armprü.st vnd fwnfT duekaten. Item kunrade ein swar- 
czen mederein^) Rock vnd zehen duekaten. Item dem 
perehtold ein pferd. dem kunczen xj duekaten vnd ein 
plaben fwsehen**) Rock. Item dem koch x duekaten 
vnd ein Rote wursate**) Joppen. Item der engelein vj 
mark vnd ij Rock plab vnd swarez. Item ein prwst pelcz 
vnd vj ein leinen twch. Item dem heusei sneider ein Roten 
Rock vnd ij hossen vnd vj duekaten. Item der martein 
ein Rock dez linderers tochter. Item dem hensell paw- 
knecht vj 9> perner vnd v ein parchant. Item dem her- 
man pawkneeht xij % perner ij groschen ein armpriist. 
Item dem hainczen x % perner. Item dem vezen an der 
wag zw poczen ist abgerait (abgerechnet) aller saeh x 
v; (i6',2) mark vnd viij groschen soll der amptman zw po- 
czen awfs Richten vnd Item dem teffian zw poczen viij 
mark sol der amptman zu poczen awfs Richten. Item dem 
kein xviij ft perner von dem zinfs purckharcz hawfs von 
iij jarn. Item dy pehemisch silber gwrtel zw sampt dem 
messer vnd dem Roten samalot hat mein her von frewnt- 
I'preg (!) genomen dar an hat er geben vij duekaten. Item 
her kunradt von wolkenstain hat ein genomen x dueka- 
ten von den xx duekaten in dem gewelb dy andern x 
duekaten sind den knechten geben. 

(L. S.) 

Zw merken daz noch etlicher Hawffs Ratt von pet 
von polster vnd ander sachen in dem keller vnd sust 
nicht verschriben (verzeichnet) ist vnd {da) dy hern eil- 
lant {eilends) danen Ritten aber es ist zw gwter mafs 
her pegrifFen. 

Item xviiij Rawh decken '•8). Item vij koczen*"). 
Item xvj decklach. Item xviiij pett. Item vJ polster. 
Item xxij kus {Kissen). Item xxxvij parleilach. Item 



xxxij tischtwcher. Item xsj hanttucher. Item xiij fafs 
mit wein. Item ij klaine fesslein mit wein awff iiJ vr- 
nen**). Item ein klains feslein mit altem wein. 

Item mein her von frewntfperg hat ein genomen 
dy hundertt vnd IxxxiiiJ R. gwlden. So hat er daz silbe- 
rein messer mit sampt der Schaiden gauez awfs gericht 
vnd peczalt vnd peleibt den silber gwrtell noi'h sehwldig. 

Xota so ist dy gegenzetell dyser schrifft versiglt mit 
paider gerhaben vnd des uewnkirchers insigell dem Bur- 
germaister zw klawssen Johannes marolt an der glocken 
ein geanwortt in trew manns bannt also wenn sy bede 
oder ir paider potschafft dy eruorder so sol man in dy 
zetel wider auworten an geuerd. 

N ü r n b e r g. Haus Busch. 

56) Urn, Ürn, ein Flüssigkeitsmafs (55 Mafs). Schm. Fr. I, 147. 



52) Chorherren-Neustift bd Brixen. 53) Kloster Sebea. 

54) Das in Klammem Stehende ist durchstrichen. 

55) mit Fuchspelz besetzt. 



Schwert Kaiser Karl's IV. im ic. histori^^chen 
3Iu8eiiiu zu Dresdeu. 

Im k. s. historischen Jluseum wird ein altes Schwert 
gezeigt, an welches sieh die Sage knüpft, Kaiser Karl IV. 
habe es getragen. Durch zwei im k. säehs. Hauptstaats- 
archiv befindliche Briefe wird es wahrscheinlich gemacht, 
dafs dieses überaus einfache Watfenstück wirklich dem 
genannten Herrscher gehört habe. Anfangs März des 
Jahres 1387 nämlich war Lasla Popel Herr von Lobko- 
witz d. alt. bei dem Kurfürsten Christian I. von Sachsen 
zu Besuch und fand am Dresdener Hofe die freundlichste 
Aufnahme. Zum Danke dafür und seiner Zusage gemäfs 
schickte er alsbald nach seiner Rückkehr nach Brüx dem 
Kurfürston ;>die wehr khaiser Kharls des tiertten« , und 
heifst es in dem betreffenden eigenhändigen Schreiben des 
Scheukers vom 9. März weiter: «und ob sie gleich shlecht') 
gefast, so hoff ich doch gehoi'samist , wan ichs gleich in 
goldt vassen hett lassen, dz^} E. Kf. g. die selb lieber also 
in dem altvatterischen gevefs, und wie es der löbliche 
Khaiser gefiert, haben werden, als in neiem gold, dessen 
E. Kf g. von dem reichen segen gottes ohne dz^) eine 
grosse genige, und nicht allein für sich, sondern auch 
für ire treue diner und unterthanen haben.« Der Kur- 
fürst möge damit «alle feindt shlagen und überwinden.« 
Vom 2. März des folgenden Jahres datiert das Dank- 
schreiben Christians I. Dasselbe lautet: 

«Wir haben Euer schreiben sambt Kaiser Carls des 
Fierdten hochlöblicher gedeehtnus wehre, darauf ihr 
uns Jüngst alhier mundliche Vertröstung ge- 
than, von zaigernn, Eurem bothen, zu gsten. gefallen 
entpfangen, und ist uns dieselbe umb defs löblichen Kai- 
sers und ihres altters willen gantz angenehm, thuen 
uns d erha lben solcher uberschickten wehre kegen Euch 
gantz gst bedancken, wollen auch dieselbe von Euert- 

1) schlicht, einfach. 2) dafs. 3) das- 



129 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



130 



wegen zum gedechtnus behaltten, und solche Eure guth- 
willige ertzaigung zw jeder furfallenden gelegenheitt in 
gnaden hinwieder erkennen. Für die geringe tractation 
so Euch jungst alhier begegnet, darf es keines daneks, 
unnd betten gehrne gesehenn, do es Eure gelegenheitt 
gewesen^), das ihr damals alhier lenger verwarttet bet- 
tet .. . .« (Akten : Giraffen- und Herren-Schreiben etc. 
1379—91. Loc. 8340, Bl. 133 und Copial 331, Bi. 64''.) 

Im Anschlufs hieran sei noch bemerkt, dafs in dem ge- 
nannten Archiv auch das Sehreiben des Grafen Hans Jörg 
von Mansfeld aufgefunden worden ist. mit welchem dem 
Kurfürsten August ein ebenfalls merkwürdiges Schwert 
aus noch viel älterer Zeit überschickt wurde, nämlich 
das in demselben Museum als .Schwert Kourad Schenks 
von Wiuterstetten *) bekannte. Es heifst in dem Üeber- 
reichungsschreiben von des Grafen Hand (d. d. Eisleben 
d. 19. älärz 1368) u. A.. dafs es ein Schwert sei,« wie es 
die zeid gebreu[ch]lichen ist gewest zur where in der 
Schlacht vor dem Welphels holz bey regirung keyser 
Heinriches des fünften, do man gesehrieben halt 1113 ^)...« 
(Akten: Erstes Buch Grafen- und Herren -Sachen etc. 
1532—72, Loc. 8301, Bl. 33). 

Dresden. Theodor Distel. 



4) Lobkowitz war plötzlich vom Kaiser abberufen worden, auch 
■war seine Frau „tibi auf, und lag seine Töchtern, die fraw Tertzkin, 
gar am todt."' 

5) In dem auf dem Schwerte eingelassenen Spruche findet sich 
dieser Name. 

6) In dem Briefe steht 1515. 



L'lricii (iiossoiiii>rot. 

Die im Anzeiger, Jahrg. 26, Sp. 197 ff. gegebenen 
Kachrichten über Ulr. Gossembrot kann ich jet/.l noch 
ein wenig weiter führen, ^ach der Angabe im Neuen 
Archiv VI, 376 enthält die Hs. 3. 3. 19 der Golombina 
in Sevilla einen Brief von ihm, über welchen ich Hrn. 
Dr. Ewald um genauere Auskunft ersuchte. Durch andere 
Arbeiten in Anspruch genommen, war er nun freilich nicht 
im Stande, den Brief, welcher in kleiner und enger, sehr 
schwer lesbarer Schrift mehr als eine Folioseite lullt, ab- 
zuschreiben, aber aus den mitgetheilten Notizen ist doch 
zu ersehen, dafs der Sehri'iber sii-b aul den kürzli<-li zu 
Tuln am I. Septbr. gehaltenen Landtag und ilie beginnende 
Unzufriedenheit mit der Regierung des Herzogs Albert 
bezieht. Es ist Jnhannes Rot. Gaesaris secretarius. welcher 
dem Cardinal Franz von Siena Nachricht gibt. Der An- 
fang lautet: «Que e.\ cesaris sunt dignitate scio te jocundo 
unirao auditurum. Non ab re igitur putavi de Austrie ha- 
bitutline, quaini|uain diutissimeesalienatus, te facere certio- 
reni. Guni posl conventum Tuluensem. quem provineiales 
quam fiei|uentissirae Kai. Sept. nuper egerunt. ex guber- 



natione archiducis tedio affiei et« .... Am Schlufs aber 
heifst es : »Ex Nova civitate Id. Januarii raptissime per 
me üdalricum Gotsenprot« '). Ulrich war also damals 
im Dienste dieses kaiserlichen Sekretärs ; eine genauere 
Nachricht über den fraglichen Brief wird mit Leichtig- 
keit erkennen lassen, ob die darin erwähnten Verhand- 
lungen in Tuln die vom Sept. 1463 sind, obgleich diese 
erst am 22. Sept. begonnen haben. Für die österreichi- 
sche Geschichte seheint eine vollständige Abschrift des 
Briefes wünschensAverth : sie wird aber nicht leieht zu 
bekommen sein. 

Berlin. ' W. Wattenbach. 



1) so, oder Gotsemprot; denn über dem e ist ein Strich. 



Ein Maleratelier in L.eipzig 1535. 

Der insbesondere durch Gustav Wustmanns Beiträge 
zur Geschichte der Malerei in Leipzig vom 13. bis zum 
17. Jahrb. (Lücke, Beiträge zur Kunstgeschichte IL — Leip- 
zig, 1879 — S. 42 f.) nach Verdienst gewürdigte Fürsten- 
maler Hans Kr eil, welchem u. A. auch ein bisher lei- 
der unbeachtet gebliebenes Porträt im k. Schlosse zu 
Dresden : Kurfürst Moritz in der Feldrüslung (vgl. meine 
Mittheilungen in v. Webers Archiv für die sächs. Gesch. 
N. F. VI, 126, Anm. 44, sub 4) zuzuschreiben sein dürfte, 
besafs in Leipzig auf dem Neumarkte ein Haus. In dem- 
selben brach, wie uns die Stadtkassenrechnungen melden, 
am 13. Oktober 1334, Abends 7 ühr, Feuer aus. Um 
Mitte Juli des folgenden Jahres scheint der Wiederaufbau 
des KrelFschen Hauses im Wesentlichen beendet gewesen 
zu sein; denn wir sehen den Fürsteumaler (am Montage 
nach div. apost.) vor den «drey herren burgermeistern«, 
welche ihm »-uff sein bilt erleuben, eynen thorm, dene 
e r z u m a b e m a h 1 e n il e (5 g e w u 1 k e n s b r a u c h e n w il . 
uff sein hau|5 zesetzen «*) 

Dresden. Theodor Distel. 

*) Eintrag in das jetzt bei dem k. siichs. H. -St. -Archiv befind- 
liche Leipziger Rathshandclsbuch VI, 229''- 

Selireibersprui'h. 

Auf dem Deckel eines Leipziger Schüffenbuches von 
1568 (jetzt im k. s. Hauptslaatsarchiv aufbewahrt) linden 
sich folgende Distichen : 

Egregius scriba et tenuem perfectus ad unguem 

Esto bonus, prudens, impiger, assiduus. 
Arcani cuslos lidissimus. utilis urbi, 

Lucrum ingens nolit. parva lueella velit. 
Sit comis sermone, slylo gravis, arte politus. 
Vividus ingenio. vividus et calamo. 



Dresden. 



Theodor Distel. 



131 



Anzeiger für Kunde der deutscheu Vorzeit. 



132 



Heinrich Isaac. 

Die AUgemeiüe deutsche Biog-raphie hat kürzlich aus 
der Feder 0. Kade's einen ausführlichen und dankens- 
werthen Lebeusabrifs dieses deutsehen Tonkünstlers der 
zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebracht, welcher 
manche Jahre in Italien verlebte, wo auch nachmals so 
viele auswärtige Musiker Aufnahme fanden. In meinem 
zu Leipzig 1874 erschienenen Buche: Lorenzo de' Medici 
il Magnilico, ist Isaac's wiederholt gedacht und eine freie 
Uebersetzung der von ihm componierten eigenthümlichen 
Monodia in Laurentium Medicem (»Quis dabil capiti meo 
aquara«) Angelo Poliziano's gegeben worden. Aus diesem 
Buche oder aus dem von Roscoe oder irgendeinem an- 
dern über Lorenzo würde der Verfasser gedachten Ar- 
tikels entnommen haben, dafs dieser Medici kein »Ducat 
war und es sich nicht um Regierung und Hof und fürst- 
liehe Kinder handelte, wie hoch und gebietend immerhin 
die Stellung dieses Hauptes des florentinischen Freistaats 
gewesen sein mag. In dem längere Zeit vermifsten, seit 
mehreren Jahren aber dem Florentiner Staatsarchiv wie- 
der einverleibten Briefverzeichnifs Lorenzo's (Ricordi di 
lettere Scripte per Lorenzo de' Medici), das mit dem Jahre 
1477 beginnt und bis zu seinem Tode reicht, wird unser 
Künstler als »maestro Isac organista« aufgeführt, und 
man ersieht aus demselben, dafs er im Oktober 1489 nach 
Rom gieng, wohin der Medici ihm Empfehlungsbriefe an 
Papst Innocenz VIII., an seinen Schwiegersohn Frances- 
chetto Gybo und an den florentinischen Gesandten Gio- 
vanni Lanfredini mitgab. Die Monodia »intonata per 
Arrigum Isaac« (man nannte ihn gewöhnlich Arrigo Te- 
desco, nicht »Ari'higus Tedesco«, was nicht zusammen- 
pafst), steht in der neuesten, der ersten vollständigen 
und kritischen Sammlung von Poliziano's Prose volgari 
inedite e Poesie latine e greche raccolte da Isidoro del 
Lungo, Florenz 1867, S. 274. 

Das mediceische Haus war in Lorenzo's Tagen ein 
sehr musikalisches Haus, namentlich hat der Magnifico 
eine wahre Passion für das Orgelspiel gehabt. Er besafs 
nicht weniger als fünf Orgeln, eine grüfsere mit kunst- 
reich gearbeitetem Holzkasten, welche zu 200 Goldgulden 
geschätzt wurde, die übi'igen kleinern theils von Metall, 
theils mit Kasten von Pappe. Orgelbau und Orgelspiel 
waren keineswegs weit verbreitete Künste und Fertig- 
keiten. Die Schwierigkeiten und der Zeitverlust, womit 



in den Tagen von Lorenzo's Grofsvater Cosimo die Floren- 
tiner Dombauverwaltung aus Anlafs der Unzuverlässig- 
keit Matteo's von Prato zu kämpfen hatte, dem der Bau 
der neuen, durch Donatello und Luca della Robbia ge- 
schmückten Orgeln übertragen war, beweisen, dafs es 
nicht leicht war, gute Meister zu finden. [G. Guasti: 
Di un maestro d'organi del secolo XV., naio in Prato 
e vissuto in Firenze, in dessen: Belle Arti. Opus coli de- 
scrittivi e biografici, Florenz 1874, wo eine Menge urkund- 
licher Nachrichten.] 

Lorenzo's Interesse an diesem Kunstzweige ergibt 
sich auch aus der nicht geringen Zahl von Briefen in- 
betreff von Organisten, die er entweder toscanischen 
Städten empfahl, oder von einem zum andern Ort sandte. 
Einer seiner Günstlinge war Antonio Squarcialupi (An- 
tonio degli Orgaui), der trefflichste Orgelbauer seiner 
Zeit, der als Kantor von seines Vaters Pietro Tagen her 
zu den Familiären gehörte. Wüfstet ihr, erwiderte er 
einmal solchen, die den Mann wegen unregelmäfsigen 
Lebens tadelten, was es heifst, in irgendeinem Fache das 
Höchste leisten, ihr würdet milder und bescheidener über 
ihn urtheilen. Squarcialupi componierte manche Lieder 
seines Gönners, welcher, so heifst es, selbst die Inschrift 
seines Monuments im Dom, von Benedetto's da Majano 
Hand, verfafste. Polizian nennt ihn die Stimme dieses 
Doms — »diu terapli vox fuit ille tui.« lieber die Pflege, 
welche man in dem mediceischen Hause der Musik ange- 
deihen liefs, enthält das obenangeführte Leben Lorenzo's 
einige Nachrichten, In den Gompositionen der Garnevals- 
gesänge wechselten übrigens die Melodien Heinrich Isaac's 
mit volksthümlicheu Weisen. 

Burtscheid. A. v. Reumont. 



Fleischergewicht (1530 — 1537). 

Das Torgauer Pfund ist 6 und das Dresdener 4'/'i Loth 
schwerer als das Leipziger; (Zwickau, Annaberg und 
Glauchau gleichen Leipzig). In Freiberg ist das Pfund 
reichlich 4'/j Loth schwerer als in Leipzig. 
(Leipz. Rathshandelsb., jetzt im k. s. Hauptstaatsarchiv.) 

Dresden. Theodor Distel. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redakteur : Dr. A. Essenwein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg. 



Mit einer Beilage. 



BEILAGE ZÜ3I ANZEIGER FÜR KüxXDE DER DEUTSCHEM VORZEIT. 



1882. 






Mai. 



Chronik des gerniaiiisehen Museums. 



Nürnberg, den 15. Mai 1882- 
Vielfach war uns gerade von auswärtigen Freunden die Mali- 
nung zugegangen, auch über die Mauern unserer Anstalt hinaus den 
Denkmälern der Stadt Nürnberg selbst Aufmerksamkeit zu schen- 
ken und auf deren Erhaltung hinzuwirken, als ob sie der Anstalt 
gehörten, und insbesondere darauf zu sehen, dafs das, was, durch 
äufsere Umstände veranlal'st, seinen Platz wechseln mufs, minde- 
stens im Museum, also in möglichster Nähe der ursprünglichen 
Stätte, Unterkommen finde. Wir haben, soweit unsere Kräfte 
reichten, stets dies vor Augen gehabt , und mancher Erker, manche 
Figur, manche Säule u. A. ziert unsern Bau, dem es eingefügt 
wurde, oder unsere Sammlungen. Wir haben in umfassendster 
Weise, als das alte Augustinerkloster abgetragen werden mulste, 
dieser Thätigkeit Ausdruck gegeben, indem wir es selbst abbrachen 
und an das Museum wieder anbauten. Aber alle das kostet Geld, 
und in so vielen Fällen leider konnten wir nicht die' Mittel er- 
schwingen, um zu erhalten, was der Erhaltung in unserer ehrwür- 
digen Stadt werth gewesen, was aber durch modernes Bedürfnifs 
oder die Begierde, den idealen Werth in zinsbringende Summen 
umzusetzen, von seinem Platz weichen raufste. Um in dieser Rich- 
tung Imnftig das Mögliche thun zu können, haben wir zunächst die 
Freunde der Kunst und des Alterthums in Nürnberg selbst aufge- 
fordert, einen eigenen Fonds für solche Zwecke zu begründen, der, 
neben gröfseren Gaben, durch kleinere Jahresbeiträge gebildet, und 
stets gemehrt werden könnte. Unsere Aufforderung fand freudiges 
Echo, und es sind uns in wenigen Wochen etwa 500 Erklärungen 
des Anschlusses zugegangen, die sich täglich mehren und wol noch 
mehren werden, wenn die Anregung auch nach aul'sen hin bekannt 
wird, während schon jetzt gegen 2000 m. an fortgesetzten jährlichen 
Beiträgen zur Verfügung gestellt sind. Wir können die Namen 
nicht an dieser Stelle drucken — sie sollen in einem eigenen Ver- 
zeichnisse zusammengefafst werden — aber wir dürfen doch zur 
Charakterisierung der Thatsache, dais alle Schichten der Bevölke- 
rung Anthcil nehmen, erwähnen, dafs mancher kleine Mann neben 
dem Wohlhabenden sein Scherflcin dazu beiträgt. 

An sonstigen Förderungen haben wir zu erwähnen , dafs auch 
die Beiträgezeichnung für das Museum selbst guten Fortgang nimmt 
und dafs manche Hiesige die Gelegenheit ergriffen haben, neben der 
Zeichnung für den erw'ähnten Fonds auch für den allgemeinen Mu- 
scumsfonds Beiträge zu zeichnen. Ein Geschenk von 100 m. ist uns 
von Seite des Herrn Kommerzienratbes Uofl'bauer in Berlin zuge- 
gangen. 

Seit der Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden 
folgende neue Jahresbeiträge angemeldet: 

Von Privaten : Bremen. .Vdolf Dieckmann , Fondsmaklcr, 
3 m. ;â–  Signi. Meyer, Ofen- u. Herdfabrikant , :^ in. Burgfarrnb ach. 
Georg Hanweg, Fabrikant, 2m. Erlangen. Dr. Makowiczka, Pro- 
fessor, 3 m. Fürth. Dell, Landgcriilitsrath, 2m.; Dr. l)ubner, k. 
Staatsanwalt, 2 ni. ; Heller, k. Landgcrirlitsratli, 2 m.; Leo Türk- 
heim, Philolog, 2m.; Moritz Ulimann, Kaufmann, lim.; Dr. Wiener, 



prakt. Arzt, 2 m. Hersbruck. llulzinger, Lehrer, 1 m.; Karl, Pfarrer, 

1 m. ; Frau Susaniia Sihmidt 1 in. Lohr. Eduard Rexroth, Fabrik- 
besitzer, 4 m Mögeldorf. Herrn. Lotze, Fabrikbesitzer, 3 m. Nürn- 
berg. Wilh. Amnion, Gliickengielser, 3m.; Georg Barthell, Kauf- 
mann, 3 m.; G. Benda, Antiquar, 3 m.; W. Elsperger. k. Oberlan- 
desgerichtsrath, 5 m. ; AL Feldlieim, Kaufmann, 2 ni. ; Ernst Frech, 
Kaufmann, o m. ; Gg. Froschmann, Kaufmann, 3 m.; J. M. Herbst, 
Lohnkutschereibesitzer, 3 m. ; Max Kohn, Banquier, 10 m. ; Eberh. 
von Traun, k. Advokat und Stiftskonsulent, 5 m,; J. M Probst, De- 
likatessenhändler, 3 m.; Max Putzel, Kaufmann, 2 m.; Louis Rei- 
chardt, Kaufmann, 3 m,; Dr. A. v Scheurl, Professor, (statt früher 
2m. 57 pf) ym. ; Dr. Stich, prakt, Arzt, 4 m.; Simon Straufs, 
Kaufmann, 10m.: Otto Frhr. v. Stromer, 1. Bürgermeister, 5m.; 
C. Trump, Kaufmann u. Fabrikant, 2 m. ; Karl Waydelin, Privatier, 
(statt früher 4 m.) 5 m. Rastatt. Both, Professor, 2 m.; Ivremp, 
Professor, 2m.: Mayer, Professor, 2m.; Nürnberger, Professor, 

2 m. : Pflanz, Hauptlehrer, 2 m, : Rapp, Professor, 2 m. : Dr. Seide- 
uadel, Professor, 2 m.; Steiert, Professor, 2 m. Reichenschwand, 
Zippelius, Pfarrer, 1 m. Rossleben, Weber, Professor, 3 m. Schwa- 
bach. A. Grünebaum, Kaufmann, 3 m.; Julius Kern, Fabrikbesitzer, 
2m. Torgau. Ilertel, Gymnasiallehrer, 3m,; Gurt Jacob, Buch- 
händler, 2 m. ; Reinbeck, Apotheker, (statt früher 2 m.) 3 m. 

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu : 

I. Für die kunst- und kiüturgeschichtlicben Samm- 
lungen. 

(Nr. 8573—8582.) 

Auenhelm. Förster, Pfarrer: Steinerne Gufsform. — Nürn- 
berg. Dr. A. Bart heim eis, prakt, Arzt: Karte des Nürnberger 
Reichswaldes von Hans Wurm. 1559. Frl. Ferg, Arztstochter: 
Siegelstock. Ma.x F eurer, Lehrer: 2 Silbermüuzen; eine Anzahl 
Porträte des 18.— 19. .Tahrh. Haas : Verschiedene Münzen. Albr. 
Heerdegen, Grofshiindler : Unbekannter eiserner Apparat. Conr. 
Kühn, Kaufmann: Ofeiiniodell von 1690. 7 Bll. Kupferstiche imd 
Aquarelle. M. Mever, Direktor der Vereiusbank : Silberne Me- 
daille auf die Völkerschlacht bei Leipzig, Morill, Gitterstricker: 
Messer vom IG. Jahrh. Stör, Agent: Verschiedene ausgegrabene 
Gegenstände. 

 IL Für die Bibliothek. 

(Nr. 46,088—46,127) 

Berlin. Direktorium der k. pr. Staatsarchive: v. Sybel 
u. Sickel, Kaiserurkundon in Abbildungen. III. Liefg. 1882. qu- 
Imp. 2. — Bremen, Technische Anstalt für Gcwerbtrei- 
beude: Dies., Bericht etc. f d. J. 1881. 8. — Brunn. Dr. Gustav 
Trauten berger: Hers., Carl Frh. vom u. zum Stein in Brünu. 
8. — Dresden. Dr. C. F. W. von Gerber, k sächs. Staatsminister, 
Exe. : Codex diplomaticus Saxoniae regiac etc. ; I. Haupttbeil, 1. Bd. 
1882.4. - Gotha. J us tus Perth es, Verlagsbuchhandlung: Oestei- 
ley, histor.- geographisches Wörterbuch des deutschen Mittelalters; 
7,Licf 1882. 8 - Heilbronn, A. Sc heurlen'sche Buchhandlung: 
Roth, Geschichte der Stadt Neucnstadt, 1877. 8. Merk, Ge- 
schichte der Stadt Weinsberg. IbSO. 8. — Köln, K. katli. Gym- 
nasium an der Apostel kirche : Wildt, de Cloarcho, Lacedae- 
moniorum duce. 1S82 4. — Königsberg i. Pr. Universität: 
Friedrich, die iiolit Thätigkeit des Bischofs Otto I. von Bamberg, 
1881. 8. Gerigk, d Opus "epistolarum des Petrus Martyr. 1881.8. 
Komorowski, Sicard, Bischof von Crcmona. 1881, 8, u. 7 weitere 



135 



Anzeiger für Kiimle der deutschen Vorzeit. 



136 



akademische Gelegenheitsschriften — Kupferzeil. Dr. F. -K, Fürst 
zu Hohenlohe-Waldeuburg. Diirchl. : Ders. , Nach 25 Jah- 
ren. , hohenlohische Motto's u Devisen u. Verschiedenes über den 
Phönix. 1SS2. 4. — Leipzig. Friedr. Brandstctter, Verlags- 
handliing : Richter, Bilder aus der deutschen Kulturgeschichte. Bd. 
I, Lief. 5. 8- Alb. Ferd. Thieme, Verlagsbuchhandlung: Starke, 
Statist. Handbuch der Landwirthschatt u. geograph. Ortsle.\ikon des 
Königreichs Sachsen. 8. Ders., Statist. Handbuch der Landwirth- 
schaft etc. rom Herzogthum Anhalt. 8- Ders , Statist. Handbuch 
der Landwirthschaft etc. vom Regierungsbez. Erfurt. 8. I>ers., 
Statist. Universal-Haudhuch u geogr. Ortslexikon vom Herzogthum 
Sachsen - Altenburg ISSO. 8. Thieme, Statist. Universal-Handbuch, 
Ortslesikon u. Landeskunde für das Fürstenthum Scliwarzburg- 
Rudolstadt. 8. Starke , die landwirthschaftl. Institute im Kunigr. 
Sachsen. 8. — Loburg. C. Wer nicke: Ders, Grabdenkmaler aus 
dem Ja'irhundert der Reformation in evangel Kirchen Deutschlands. 
8. Sonderabdr, — Nürnberg. Dr. Reichard Barthelmels: 
Stammbuch des J. A. G. Lützelberger, 17SS-94 Pap. Hs qu. 8. 
Ignaz Bing, Grofshändler : Cuudisius, andächtiger u. christgläu- 
biger Seelen . , . Bet- Bufs- Beicht- u. Speisekämmerleiu. 1666. 8. 
Masimilians-Heilungs-.-i.nstalt: Dies., 68. Jahres- Bericht etc. 
V. J. 1881. 1SS2. 4. Hans Sebald, Buchdruckereibesitzer: Cesius, 
eine herrliche Anweisung u. wolgegründete Fürstellung von der Ana- 
tomie des gantzen menschl. Cörpers. 1708. 2. — Platten bei Karls- 
bad. Jos. Stockldw: Ders., Geschichte der Stadt Tachau; Bd. L 
n. 1878— SO. 8. Ders., Geschichte des Schlosses und Dorfes Pür- 
stein. 1876. 8. Sonderabdr. — Salzburg. Städtisches Museum 
Garolino-Augusteum : Dass., Jahresbericht etc. für 1867 — 1881. 
8. — Temeswar. K. Simultau-Progymnasium : Dass., 16. Jahres-Be- 
richt etc. 1682 4. Sarg, Materialien zu einer Gescliichte der Stadt 
Meseritz; III. 1882. 4. — Tremessen. K. Simultau-Progym- 
nasium: Ders , 16. Jahresbericht etc. 1882. 4. Sarg, Materialien 
zu einer Geschichte der Stadt Meseritz. 111. 1882. 4. — Wien. K. k. 
Oberstkämmeramt ; ,.Freydak' des Kaisers Maximilian Turniere 
etc.; Lief 22 —26. 1882. Imp. 2. — Wolfenbüttel. C. v. Schmidt- 
Phiseldeck ; Konsistorialrath : Ders., die Siegel des herzoglichen 
Hauses Braunschweig u. Lüneburg. 1882. 8- — Zittau. G. Kors- 
chelt, Oberlehrer: Friedrich, Nachrichten über die allgemeine Stadt- 
schule zu Zittau. 1882. 4. , . 

IIL Für das Archiv. 

iNr. 4790—4793.) 
Nürnberg. Fräulein Ferg, Arztstochter: Wappenbrief des 
kaiserl Pfalzgrafen Paulus Melissus für Wolf Frosch und seine 
Brüder; 1-592. Vidimierte Kopie von 1731. Perg. Fick, Bäcker- 
meister: Kaufbrief des Niclaus Pulcz, ,,Gesalczuer Vischer" und 
Bürger zu Nürnberg, für Ambrosius Henisle, Kürschner und Bürger 
das., über eine Beläausung in der äulsern Laufergasse. 1565. Perg. 



Kaufbrief über dies. Behausung von Ambrosius Hennseil für Mel- 
chior Loys, Bürger zu Nürnberg. 1565. Perg. Bestätigung einer 
Urkunde von 1585 über den Verkauf ders. Behausung von Katha- 
rina Wacker an Pleinr. Goldtschmidt, Bäcker und Bürger zu Nürn- 
berg. 1593. Perg. Kaufbrief über dies. Behausung von David und 
Leonhard den Becken und Heinr. Wolif, Kupferschmied, für Leon- 
hard Oettendürfer, Bürger und Bäcker zu Nürnberg. 1645. Perg. 
Desgl. des Job. Jak. Erhard, Bürgers und Bäckers zu Nürnberg, 
für seine Ehewirthin Barbara. 1716. Perg. Desgl. des Christoph 
Gescheid, Bürgers, Barbierers und Wundarztes zu Nürnberg, an 
Job. Gähn. 1725- Perg. 18 weitere Aktenstücke, die Besitzverhält- 
nisse dieses Hauses betr. 1629 — 1828. Pap. Keller, Kupferstecher: 
Autograph des stud. theol. Keller in Leipzig. 1790. Autograph des 
Prof J. G. Rosenraüller daselbst. 1791. Hanns Sebald, Buch- 
druckereibesitzer : Kaufbrief des Martin Swertfeg für Konrad Glü- 
pfanue über ein Haus, unter der Burg zu Nürnberg gelegen. 1396. 
Perg. Kaufbrief über das. Haus von Cuugz Rudolt für Linhart 
Hauslod. 1415. Perg. Desgl. von Elspet, Eberhart Newstetters sei. 
Wittwe, für Walther AVernher. 1439. Perg. Desgl. von Felitz, 
Haintzen von Leynecks sei. AVittwe, für Contz Rewtter, Färber. 
1480. Perg. Kaufbrief des Lienhart Schurstabe, Malers und Büi-- 
gers zu Nürnberg, für Lienhart von Piaben über 2 fl. rh. jährlichen 
Gatterziuses von dems. Hause. 1488. Perg. Kaufbrief von Marga- 
retha, Heinr. Waflers, und Ottilie, Gerh. Dursts Ehewirthiunen, für 
Frau Anna, Bernli. Holtzpocks sei. Wittwe, über die Eigenschaft 
und 8 fl. Eigenzins ihrer Behausung unter der Vesten gelegen. 1540. 
Perg. Kaufbrief über die Rückerwerbung vorstehender Eigenschaft 
imd Eigenzinses von Anna Ilolzpock für Heinrich Wati'ler, Schneider, 
1548. Perg. Kaufbrief des Haus Schüler, Kürschners und Bürgers 
zu Nürnberg, für Anna, Jörg Pauerns Ehewirthin, über ein Haus 
unter der Vesten. 1570. Perg. Kaufbrief des Haus Schüler für 
Hans Zeidler , Bürger und Genannten, über ein Haus unter der 
Vesten. 1570. Perg. Desgl. von Hans Zeidtler für Benedikt Amnion. 
1592. Perg. Desgleichen von letzterem für David Stechmesser, Bür- 
ger und Goldschmied zu Nürnberg. 1544. Perg. Kaufbrief der Lu- 
cretia, des Kaspar von Wurmb sei. Wittwe , für Hans Niclas Dorsch, 
Bürger zu Nürnberg, über ein Haus, unter der Vesten. 1617. Perg. 
Kaufbrief der Magdalena, David Stechmessers sei. Wittwe, für 
Hierou. Krabler, E. E. Raths-Ganzlei-Registrator, über ein Haus 
unter der Vesten. 1621. Perg. Kaufbrief des David Margeral, Bür- 
gers und Bortenmachers zu Nürnberg, für Peter Mayer, Bürsten- 
binder, über eine Behausung an der Vesten. 1687. Perg. Kaufljrief 
des Pet. Mayer, für Elisabetha, des Job. Jon. FelCseckers hinterlas- 
sene Wittwe, über dieselbe Behausung. 1696. Perg. Theilungsur- 
kunde der Gebrüder Karl und Paul Jonathan Fellsecker zu Nürn- 
berg über die bisher gemeinschaftlich im Besitz gehabte Buchhand- 
lung, Buchdruckerei nebst dazu gehöriger Behausung. 1763. Pap. 
Theilungsurkunde ders. über die bisher gleichfalls in gemeinschaft- 
lichem Besitze gehabten Zeitungen. 1766. Pap. 



Si'lirilten der Alvadciiiieeii, Museen iiiid liistorisclieii Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind : 



Gesammtver. d. d. Gesch.- u. Alterthumsvereine: 
Correspondenzblatt etc. 30. Jhg. 1882. Nr. 2 u. 3. Darmstadt. 
4. Die Ausgrabung des römischen Kastelles ,.AIte Burg" bei Wall- 
dürn. Von Conrady. — Die Rheinübergänge der Römer bei Mainz 
und das Castellum Trajani. I. II. Von K. Christ. — Der Mainzer 
Chronist Benedict Gebhart. Von E. Wörner. — Höhlenfund aus 
der Rennthierzeit bei Steeten an derLahn. i.M. Abb.) — Wirksam- 
keit der einzelnen Vereine. — Notizen. 

Verein für Erdkunde etc. zu Darmstadt: 

Notizblatt etc. IV. F. 1. Heft. Nr. 13 u. 14. 1881. 8. Nebst 



Mittheilungen aus der grofsherz. hessischen- Centralstelle für die 
Landesstatistik. 

Kais. Leopoldino-Carolini seh e deutsche Akademie 
der Naturforscher zu Halle a. S.: 

Leopoldina etc. Heft XVIII. Nr. 8-4. 1882. 4. Akademie- 
angelegenheiten. — Literatur. 

Alterthums verein zu Plauen i. V.: 

Mittheilungen etc. 2. Jahresschrift. Herausgeg. v. Joh. Müller. 
Plauen, 1862. 8. Urkunden u. ürkundenauszüge z. Geschichte 
Plauens u. des Vogtlandes v. 3. 1303 — 1328 Vom Herausgeber. — 



137 



Anzeiü-er für Kumle der deutschen Vorzeit. 



13S 



Magister Gg. Sara. Dörffel. Ein Beitrag zur Geschichte der Astro- 
nomie im 17. Jhdt. Von Curt Reinhardt. — Die älteste Gottes- 
dienstordniing für Plauen. Vom Herausgeber. - Vereinsangelegen- 
heiten. 

Museum für Völkerkunde in Leipzig; 

Neunter Bericht. 1881. 8. 

Verein für Geschichte der Stadt Meilsen: 

Mittheilungen etc. 1. Heft. 1882. 8. Zur Bevölkerungs- u. 
Vermiigensstatistik Meifsens i. J 1481. Von Dr. Richter. — Das 
Nonnenkloster zum heil. Kreuz bei Meifsen. Von Dr. Seeliger. — 
Der Ueberfall Meilsens durch die Schweden. 7. Juni 1637. Von 
Dr. Flathe. '— Meifsner Ansichten. Von Dr. Loose. — Miscellen. 

Verein f. d. Museum schles. AI terthümer i. Breslau: 

Schlesiens Vorzeit in Bild imd Schrift. 46. — 48. Berieht etc. 
1881. 8. Schlesische Landes- u Städtewappen. Ein Beitrag zur 
schlesischen Wappenkunde. (Mit 2 Tafeln.) Von Dr. H. Luchs. 
Der Waldauer Münzfimd Von Ad. Glatz. (Mit Abbildung.) — 
Einiges über Ottmuth (Kr. Gr. Slrelitz) und seine Alterthümer. 
Von Victor Lofs. — Die Siegel Herzog Bolkos IL von Schweidnitz, 
Pfandherren der Lausitz, mit besonderer Berücksichtigung des älte- 
sten Wappens der Lausitz, resp. der Xieder-Lausitz. Von Alfr. 
Bauch. — Zur Geschichte des Grabdenkmals Bischofs Wenzel von 
Breslau (f 1419) in Neifse. Von Dr. J. W. Schulte. — Der Er- 
bauer des schiefen Thurms in Frankenstein. Von Aug. Knötel. — 
Der Comprachczützer Müuzfund bei Oppeln. Von von Schmid. — 
Geschichte der katholischen Kirche zu Patschkau. Von Dr. Kopietz. 
— Brakteatenfund in Xeumarkt- Von Herrmann. 

Verein „Herold" in Berlin: 

Der deutsche Herold- Zeitschrift etc. IH. Jhg. IS82. Nr. 2 
Mit 1 Tafel. 4. Vereinsangelegenheiten. — Heraldische Ausstel- 
lung. — Zur Frage der sogenannten Mifsheirathen. — Das Ka- 
menzer Stadtsiegel. — Eine Ahnenprobe v. J. 1361. — Zur Kuust- 
beilage. — Literatur. — Miscellen. 

Gesellschaft für Musikf orschuug zu Berlin: 
 Monatshefte etc. XIV. Jhg. 1882- Nr. 3. 8. Mit 1 Musik- 
beilage: :,Das deutsche Lied.-' 2. Bd. S. 167-174. Die Oper 
Ludwig der Fromme v. Gg Casp. Schürmann. Vom Dr. H. Sommer. 
(Schi.) — Zur Biographie Theodore Riccio's. Von Ed. Krause. — 
Die Singweisen des Stadt-Lüneburgischen Gesangbuches. Mitgeth. 
von Bode. — Mittheilungen. 

Gesellsch. f. Anthropol.. Ethnol. u. Urgesch. z. Berlin: 

Zeitschrift etc. XIII. Jhg. 1881, Heft VI u. XIV. Jhg. 1882, 
Heft I. Hünenbetten der Altmark. Von Virchow. — Aitmärkische 
Alterthümer. Von Parisius. — Einige Nachrichten über Eisen- 
sclunelzstättcn im Herzogthum Oldenburg Von F. v. Alten. — 
Miscellen. — Bücherschau. 

Verein für Gesch. u. Alterthumsk. des Ilerzogthums 
u. Erzstifts Magdeburg: 

Geschichts-Blätter etc. 17. Jhg. 1882. 1. Heft. 8. Beiträge 
zur Geschichte der Buchdruckerkunst in Magdeburg. Von F. Hülfse. 
(Forts.) — Auszüge aus dem im Stadtarchiv zu Burg bctindlichen 
1495 angelegten Cnpialbuche. Mitgeth. von Wolter. — Miscellen. 
— Literatur. — Vereinsangolegenheiten. 

Verein f. anhält. Gesch. u. AI terthuroskuude : 

Mitthoilungen etc. HI. Bd. 4 Ilft. Dessau, 1882. 8. Fürst 
Rudolf der Tapfere im goldrischcn Kriege, 1507—1509. Von G. 
Stier. — Fürst Bernhards von Anhalt-Zorbst Thcilnahme am Tür- 



kenkriege u. sein Tod im Jahre 1596. Von Dr. Gg. Irmer. — Das 
von Brandt'sche Stammbuch. Von G. A. von Mülverstedt- — An- 
halter auf der Universität Padua, 1546 — 1624. Anhalter auf der 
ünivers. Tübingen 1477 — 1614. Von Dr. Th. Elze. — Eine fürst- 
liche Brockenreise im Jahre 1653. Von Dr. H. Suhle. — Vereins- 
nachrJchten. 

Verein für haraburgische Geschichte: 
Mittheilungen etc. 5. Jhg. 1832. Nr. 1 u. 2. Vereinsnach- 
richten. — Hamburgische Medaillen vom J. 1881. Von C. F. Gäde- 
chens. — Die Beziehungen des Landgrafen Moritz von Hessen- 
Cassel zu Hamburg. Von W. Sillen. — Vom Hammerbrook. Von 
H. W. C. Hübbe. — Anklage Hinrich Sorbeks wegen Münzfälschung. 
Von J. F. Voigt. — Schutzbrief für Bürgermeister Eberh. Moller 
von 1575- Von C. W. Lüders. — Nachträgliches vom Schauen- 
burgischen Hof Von J. Lieboldt. — Zur Geschichte der Leibes- 
strafen. Von R. Ferber. — Halseisen. Von R. Hoche. — Zum 
Sagenkreise Störtebekers. Von K. Koppmann. 
Müuzforscher-Verein zu Hannover: 
Blätter f. Münzfreunde etc. XVIII. Jhg. Nr. 100. 1. April 1S82. 4. 
Die von der kaiserl. Administration in Bayern während der Jahre 
1705 bis 1714 zu München u. Augsburg geschlagenen Münzen. 
Von J. u A. Erbstein. (Schi.). — Die von der Stadt Luckau i. J. 
Niederlausitz im J. 1622 ausgegangenen Münzen. Von dens. — 
Der Waldauer Münzfund. Von Ad. Glatz. — Zwei neuaufgefun- 
dene Münzen der Stadt Magdeburg. — Literatur. 

Gürres-Gesellsch. z. Pflege d. Wissenschaften: 
Historisches Jahrbuch etc. III. Bd. 2. Heft. Münster, 1882. 
8. Galileo Galilei. Von Schanz. — Die Papstwahl des Jahres 1700 
im Zusammenhange mit den damaligen kirchlichen und politischen 
Verhältnissen. I. Von Gallaud. — Die Regesta Archiepiscopatus 
Magdeburgensis , Bd. 2 , als Hülfsmittel der Diplomatik. Von von 
Buchwald. — Zur Passionspredigt des Mittelalters. I. Von Kepp- 
ler. — Ein Stuarfscher Prätendent im 17. Jhdt. — Recensiouen etc. 
Historische u. antiquarische Gesellschaft in Basel: 
Beiträge etc. N. F. l. Bd. Basel, 1882. 8. Die Gauver- 
hältnisse im alten Bisthuni Basel. Von Dr. Albert Burckliardt. — 
Ueber die Basler Todtentänze. Von Th. Burckhardt-Biedermann. — 
Die Eroberung des Steins zu Rheinfelden. Von A. Bernoulli. — 
Zur Geschichte der Vorstadtgesellschaften Basels (zu St. Johann u. 
St. Alban). Von Friedr. Iselin-Rütimever. — Die reformatorische 
Wirksamkeit des St. Galler Humanisten Badian. Von R. Stähelin. 

— Zwingli, als politischer Reformator. Von Jul. Werder. — Leonh. 
Thurneifser zum Thunn. Von C. Wieland. — Hans u. Peter Rots 
Pilgerreisen, 1440 u. 1453. Herausgeg. von A. Bernoulli. 

Kougelinge Danske Videnskaberne Selskab: • 

Oversigt over .... Forhandlinger og dets Medlemmers Arbejder 
i Aret 1882. Kjöbenhara. 8- 

Gelehrte estnische Gesellschaft zu Dorpat: 
Sitzungsberichte etc. 1881. 1882.8. Gesellschaftsangelegcnhoiten. 

— Der alt-estnische Kalender. Von F. Amelung. — Ueber das 
Conserviercn alter verrosteter Eisengeräthe. Von G. Dragendorff. — 
Ueber alte livländische Kirchenbücher u. deren Bedeutung für die 
Geschichte des Landes. Von R. Hausmann. — Ueber die von Kügcl- 
gen gemalten Göthe - Bilder. Von L Meyer. — 

Verein für si ebenbürgischc Landeskunde: 
Korrespondenzblatt etc. V. Jahrg. 1882. Nr. 4. Hermann- 



139 



Anzeio'«' für Kunde der deutschen Vorzeit. 



140 



Stadt. S. Zur Steuergeschichte der llermaunstädter Provinz im 15. 
Jhdt. II- — Siebenbürgische Rätlisel. II- — Literatur etc. 

Histor. -Statist. Sectiou der k. k. malir.-scliles. Ge- 
sellschaft etc. in Brunn: 

Schriften etc. XXV. Bd. Zur österreichischen Finanz -Ge- 
schichte mit besonderer Kiicksicht auf die bölimischeu Länder. Brunn, 
1881- 8. Xn u. 773 Stn- nebst einem chronolog. Verzeichniis von 
General -Mandaten (Patenten) in Kameral- u. a. Angelegenheiten 
i. d- ersten Hälfte des 16. Jhdts. 240 Stn. 

Ilerald.-genealogischer Verein „Adler" in Wien: 

Monatsblatt etc. Kr. 17. 1882. Mai 8. Vereinsangelegenheiten. 
Ein Elsasser Wappen-Codex des XVI 1. Jhrhdts. Von A. Grenser. 
(Mit 1 art. Beil.) — 

Dombauverein zu Wien: 

Dombauvereinsblatt. 1. Jhg. 18öl. Xr. 10. 8. Das Paesen- 
thor des Domes zu St. Stephan in Wien. Von Fr. Schmidt. — 
Alte Fafsmalerei der Statuen in St. Stephan. — Vereiiisangelegen- 
heiten. 

Christlicher Kunstverein der Diücese Seckau: 

Der Kirchenschmuck etc. XIII. Jhg- 1882. Xr. 4. Graz. 8. 
Das Cistercienser- Kloster und die Kirche zu Xeuburg. iForts.) — 
Die Marienbilder in den ersten Jahrhunderten. — Die kirchliche 
Bau-Tradition hinsichtlich der Centralbauten. — Xotizen. 

Münchener Alterthumsver'ein : 

Die Wartburg etc. IX. Jahrg., 1882. Nr 5 u. 6. 8. Das 
Münchener National- Museum noch einmal ! Von Dr. C. Förster. — 
Ein Schlufswort zur Restaurierung des Kaiser Maximilians-Denkmals 
in Innsbruck. Von dems. — Vom Unterricht in der Kunst. — Ver- 
einsangelegenheiten. — Literahir. — Kleine Mittheilungen etc. 

Historischer Filial verein zu Xeuburg a. d. D. : 

Collectaneen-Blatt f. d. Geschichte Bayerns, etc. 45. Jhg. 1881 
8. Witteisbacher Fürsten aus der Linie Pfalz-Neuburg als Errich- 
ter, beziehungsweise Inhaber, kaiserlicher Regimenter. Mitgeth. von 
J. Pfeffer. — Reminiscenzen an einige Benedictiner aus dem Kloster 
Andechs. Von P. Magnus Sattler. — Dr. Michael Raphael Schmuz, 
Hof- und Stadtmedicus zu Neuburg a. D. — Italobavarismen. Von 
Schnepff. — Ein auf die Geschichte von Pfalz-Xenburg bezüglicher 
Reimspruch vom J. 1529. - Festschiefsen zu Neuburg in den Jahren 
1578 u. 1664. — Eine merkwürdige Verordnung des Herzogs Phi- 
lipp Ludwig von Pfalz - Xeuburg. — Ein Steckbrief von 1536. — 
Ein Gedicht auf die Geburt des Erbprinzen Karl Friedrich August 
von Pfalz-Zweibrücken. — Festlichkeiten in Xeuburg während der 
Anwesenheit des Kurfürsten Maximilian IV. Joseph am 1. und 2. 
August 1801. ~ Xekrologe. 

Histor. Verein von Oberfranken in Bayreuth: 
. Archiv f Gesch. u Alterthskde. XV, Bd. 1. Heft. 1881. 8. 
Das deutsche Paradeifs in dem vortrefflichen Fichtelberg. Von M. 
I. Willen. — Darlegung einer vom verst. Pfarrer Hirsch unter dem 
Titel „Etymol. -historische Untersuchung über den Namen u. Ur- 
sprung der Stadt Bayreuth u. der Altenstadt" verfalsten Abhandlung. 
Von Eckmayer. — Kulmbach im Herbste 1806, nach einem gleich- 
zeitigen Manuscripte. Von A. Schenk. — Die Burggüter u. Frei- 
häuser in der Stadt Bayreuth. Von H. Fhr. v. Reitzenstein. — 
Beiträge zur Erklärung urkundlicher Ortsnamen. Von dems. — 
Historische Xotizen über Schlols und Park Fantaisie. Von Bilabel. 
— Vereinsangelegenheiten. 



Veriuisclite Xacliriebton. 

53) Eine halbe Stunde östl. von Gerusheim (Distr. Hassel- 
schlag) liegt eine Gruppe von 24 Hügelgräbern, ein aufsergewöhn- 
lich grofses in der Mitte- Ums J. 1854 öffnete der bist. Verein 
einige Hügel mittelst Durchschlags und fand in einem einen Bronze- 
armring und eine Aschenurne. Da aber der Durchschlag bei dem 
grölsten Hügel (H. 1,80, Umfang 160 m.) nicht gauz in der Mitte ge- 
führt war, so untersuchte ich denselben von neuem.  Rings um 
den Hügel ist die zu dem Aufbau desselben nöthige Erde ausge- 
hoben und dadurch ein ca. 5 m. br. und 0,40 m. tiefer Graben ent- 
standen. Ich liefs im Osten vom Rande aus nach dem Plateau des 
Hügels auf 16 m. L. u. 10 m. Br. bis zum gewachsenen Boden ein- 
graben. Die Sohle war bedeckt mit einer Schicht von Moos und 
Waldgras. 1,50 m. von der Mitte fanden sich zwei Oberbeiue eines 
gröfseren Vogels, ein besporntes Habnbein, einige Wirbel und das 
Gebils eines Hundes, ein Schweinekinnbacken, einige Rückenwirbel 
eines Hirsches in stark verwestem Zustande : etwas weiter nördlich 
Reste von menschlichen Gebeinen, eine gröfsere Masse von Kohlen, 
dicht dabei Ueberreste von Oberbeinen eines Menschen und ein 
0,065 m. langes, 0,02 m. breites und 0,015 m. dicker Steinkeil oder 
Meifsel aus Nephrit (?) mit schön zugeschliff'enen Breitseiten und 
messerscharfer Schneide, ein Stückchen blaugrauer, bolusartiger Erde, 
ein Backenknochen, sowie Bruchstückchen verschiedener Thonge- 
fäfse. 2,50m. südlich davon fanden sich Scherben, Kohlenstücke 
und Reste von schwammweichen Knochen. Im Boden zeigten sich 
allerwärts kleine Gefäfsbruchstücke. — Ein zweiter, in der Nähe des 
beschriebenen von mir geöffneter Hügel (von 16 m. Durchm. , 1,10 
m positiver H.) enthielt nur winzige Thongefäfsfragmente. 

(Bericht von Fr. Kofi er im Korrespondenzbl. d. Westd. Zeit- 
schrift f. Ciesch. u. Kunst, Nr- 5.) 

54) In Pfarrhofen bei Nastätten hat Oberst v. Cohausen 
aus Wiesbaden in diesen Tagen alte germanische Familiengräber 
freigelegt. In Form eines Vierecks umgibt ein noch gut erhaltener 
Wall 76 Grabhügel von je 3—15 m. Durchm. 

(Korrespondenzbl. d. Westdtsch. Ztschr. f Gesch. u. Kunst, Xr. 5.) 

55) Soest, 3. März. Auf einem Hügel in der Nähe der Bor- 
geler Linde Stiels man auf 12 Urnen, die theilweise mit Asche ge- 
füllt waren ; eine derselben hatte fast 3 Fufs im Durchm. und 5 
Fufs Höhe ; aufserdem fand sich ein Schwert und eine Lanzenspitze. 
— In der Nähe des Fundplatzes liegt ein Tumulus von 5 Meter 
Höhe und Durchmesser. 

(Korrespondenzbl. d. Westd. Ztschr. f. Gesch. u. Kunst., Nr. 4.) 

56) Mau schreibt der ,.Frkf Ztg." : An der Stelle, wo die 
mit der Grenzlinie des römischen Reiches gleichlaufende Strafse die 
Donau überschreitet, etwa eine Stunde oberhalb des Punktes, wo 
die Teufelsmauer beginnt, liegt an beiden Ufern des Stromes je ein 
römisches Lager zum Schutze des Uebergangs, das eine links, einige 
Minuten unterhalb des Pfarrdorfes Irnsing, das andere rechts 
ebensoweit oberhalb des Pfarrdorfes Eining. In der Nähe der letzt- 
genannten Befestigung waren schon früher entschiedene Zeugen 
römischer Anwesenheit, Inschriften, Gefafse und sonstige Kleinfunde 
zu Tage gekommen, auch erzählten die Grundbesitzer von Mauern 
und Gewölben in ihren Feldern und wollten schon Mancherlei ge- 
funden, aber wieder verworfen haben, weshalb auch in den Samm- 
lungen nur wenige Fundstücke aus Eining vorhanden sind. Erst im 
Laufe des letzten Jahres wurden diese Aussagen der Landleute 
in umfangreicher Weise bestätigt und das frühere Vorhandensein 



141 



Anzeiger für Kunde der deutsehen \'orzeiT. 



142 



einer römischen Niederlassung in der Xiilie des Lagers unzweifelhaft 
festgestellt. Herr PfaiTer Schreiner von Eining hat nämlich an 
solchen Stellen, wo Mauerreste im Boden gespürt wurden, nachgra- 
ben lassen und die Grundmauern einer Anzahl römischer Gebäude 
mit ihren Heizvorichtungen (Hypokausten) blofsgelegt , dabei auch 
eine beträchtliche Anzahl von römischen Ueberresten an Gefäfsen 
u. dgl. gefunden. Geschichtlich wichtig erscheint unter den bisher 
gemachten Funden besonders der Umstand, dals eine Anzahl 
der verwendeten Ziegel mit Stempeln römischer Militärabtheilungen 
versehen ist zum Zeichen , dafs diese Gebäude von einem dortigen 
Commando ausgeführt worden waren. Die ersten Nachrichten 
der Blätter nannten nun eine ganze Anzahl Gehörten, deren 
Namen man aus den Stempeln entziffert zu haben glaubte, näm- 
lich der ersten slavischen der Canathener und der Singularier, der 
dritten der Brakaraugustaner und der Britannier. Bei genauer Un- 
tersuchung der gesendeten Stempelabdrücke aber erwies sich mit 
Sicherheit, dafs bis jetzt nur die Stempel zweier Abtheilungen vor- 
lagen, nämlich der legio III. italica, welche seit etwa 170 im Lande 
stand, und der CIFC, dies ist: der Cohors I. fiavia Canathenorum, 
während die Anwesenheit der Cohors III. Britannorum durch einen 
schon vor 350 Jahren dort gefundenen Altar bewiesen war, den 
ein praefectus dieser Abtheilung verschiedenen Göttern gewidmet 
hat. Sind die Fundstücke auch an sich nicht von grofsem Werthe, 
so gewinnen sie dadurch an Bedeutung, dafs sie das Vorhandensein 
eines Standlagers zu Eining beurkunden und damit die Frage nach 
der Lage des Abusina des Itinerars und der notitia beseitigen, das 
mit der grölsten Wahrscheinlichkeit die Stelle des Eininger Lagers 
und seiner nächsten Umgebung eingenommen hat. Die für kommen- 
des Frühjahr in Aussicht genommene Fortsetzung der Ausgrabungen 
wird voraussichtlich noch manches Merkwürdige zu Tage fördern. 

(Augsb. Postzeitg., Nr. 95.) 

57) In Chieming (am Chiemsee) fanden sich beim Abbruch der 
Altäre in der alten Kirche zwei interessante römische Denk- 
steine, von denen einer aus weifsem Marmor eine gut leserliche 
Inschrift eutliält. Dieselben stammen aus der ersten Hälfte des 
dritten Jahrhunderts der christlichen Zeitrechnung. 

(Nürnbg. Pr., Nr. 114.) 

58) Eingehende Berichte im Correspondenzbl. des Gcs.-Ver. d. 
d. Gesch.- u. Altth.-Ver. Nr. 4 theilen mit, dals der Mannheimer 
Alterthumsverein wieder im Laufe des Februar bei Neckarau. an 
der Altrifs gegenüberlegenden Stelle des rechten Rheinufers, Nach- 
grabungen veranstaltet und dabei nicht nur Untersuchungen über 
den ehemaligen Zweck der auf dem rechten Rheinufer befindlichen 
Mauerreste angestellt, sondern auch zwei sehr schöne römische 
Skulptursteinc geborgen hat. 

59) Kreisrichter Conrady ip Miltenberg hatte im Oktober 
vorigen Jahres die Reste des rumischen Kastei les bei Walldürn un- 
tersucht. Ueber die Resultate dieser Untersuchung ist ein eingehen- 
der Bericht in Nr. 2 des Korrespondenzblattes der Westd. Zeit- 
schrift f. Gesch. u. Kunst enthalten. 

60) In Trier wurde vor kurzem (auf der Sudallee, am Kuh- 
wege) ein 0,27 m. hohes Fragment eines sehr erhaben gearbeiteten 
Reliefs aus weifsem Marmor gefunden, Dionysos auf einem Wa- 
gen sitzend darstellend, etwa wie Clarac 138, 155 (leider fehlen der 
Kopf und die Füfse). Hinter dem Wagen war noch eine Figur 
vorhanden, wie eine erhaltene Hand zeigt. 

(Korrcspondenzbl. d. Westd. Zeitschr. f. Gesch. u. K., Nr. 2.) 



61) In Mesenicli an der Sauer ist man auf die Reste einer 
römischen Villa gestofsen ; bis jetzt sind schon eine Anzahl schöner 
compositer Sandsteinkapitäle und Säulentrommeln gefunden ; ein 
Kapital und eine Trommel sind zusammen aus einem Stück gehauen. 

(Korrespondenzbl. d- Westd. Zeitschr. f. Gesch. u. K., Nr. 2.) 

62) Die Ausgrabungen an dem an der Sauer, gegenüber von 
Born gelegenen Grabdenkmal sind nunmehr beendet. Gefunden 
wurde ein schöner weiblicher Torso, sowie ein Leichengrab und 
Reste einer Opfermahlzeit mit 20 Münzen aus der Zeit von Gallien 
bis Maximian. 

(Korrespondenzbl. d. Westd. Zeitschr. f. Gesch. u. K., Nr. 2.) 
G3) Aachen. Der Burggraben bei Amel, eine vollkommen 
quadratische alte Befestigung von 1200 Dm. Flächeninhalt, in der 
man bis jetzt die Villa regia Amblava des fränkischen Königshofes 
fand, hat sich in Folge von Nachgrabungen als militärisches, wahr- 
scheinlich römisches Kastell herausgestellt. 

(Korrespondenzbl. d. Westd. Zeitschr. f. Gesch. u. K-, Nr. 2.) 

64) Auf dem s- g. Kirchenplatz bei Hin der hausen (bei 
Crombach) haben sich die Reste römischen Mauerwerkes nebst 
Ziegeln und Fensterscheiben gefunden. 

(Korrespondenzbl. d. Westd. Zeitschr. f. Gesch. u. K., Nr. 2.) 

65) In Rheinzabern kamen vor kurzem auf den sog. 24 
Morgen in einer Tiefe von 3 m. zwölf mit sichtlicher Sorgfalt zusam- 
mengestellte Metallgeräthe zum Vorschein : 1. ein eiserner Dreifufs, 
2. ein grofser kupferner Kessel, 3. ein kleiner gehenkelter, 4. ein 
bauchiges metallenes Becken, 5. ein Bronze-Eimer mit massivem 
Bogenhenkel, 6. drei ampelartige, aus Bronze getriebene Gefälse mit 
Halbdeekeln, die durch Stifte befestigt und mit punktierten Orna- 
menten geschmückt sind, 7. zwei schwermassive, ineinander passende 
Geschirre, das obere mit zum Durchseihen durchlöchertem Boden, 
8. ein eigenthümliches, aus einem einzigen Stück sehr dünn ausge- 
triebenes Geräth, ganz ähnlich unsern modernen Kuchenformen, mit 
an schweren Metallohren befestigten Henkeln , und endlich 9. als 
das Prunkstück des Fundes ein hoher gewölbter Krug mit herrlich 
ornamentiertem GrilV, der untere Theil eine Gruppe von drei halb 
erhabenen Figuren, Si len von thy rsussch wingenden Satyrn 
gestützt, darüber Masken, Blattverzierungen u. s. w. darstellend. 
Die Gegenstände wurden für das Speierer Museum erworben. 

(Korrespondenzbl. d d. Zeitschr. f. Gesch. u. Kunst. Nr. 4.) 

66) Aalen. Vor kurzem wurde in nächster Nähe der Stadt, 
nördl. vom Johanneskirchhof, unter Leitung des Landeskouservators 
und des Kustos der k. Staatssammlung, die Aufdeckung, eines Ge- 
bäudes von bedeutender Ausdehnung, wahrscheinlich einer römi- 
schen Reiterkaserne, in Angriff genommen. Bis' jetzt ist nur 
der nw. Theil aufgedeckt, aber num fand bereits die Grundreste 
eines runden Eckthurmcs, sowie zweier grofsen, unterirdisch einst 
heizbaren Säle ; der eine hatte eine L. von 18,50 m. bei gegen 1 1 m. Br. 
Auf manchen der Ziegelplatten ist der Stempel AL II FL (ala II Fia- 
via) eingedruckt Früher schon wurden südl. vom Johanniskirclihof 
auf den Mauerrücken Ziegel der Legio VIII Augusta gefunden. 
(Schwab. Merkur 26. März.) Hierzu schreibt Direktor Hang eben- 
da am 29. März : Der Stempel ist dadurch bedeutsam , dafs er die 
Zugehörigkeit Aalens zur Provinz Germania superior, nicht zu Raetia, 
bestätigt. Ob aber daraus sich ergibt, dafs die Grenze beider Pro- 
vinzen der Hier, anst<att dem .\lbtrauf oder der Oberdonau folgte, wie 
neuestens einige .VItertbumsforscher (Herzog und Ohlonschlagcr) ver- 
mutheu, das ist eine andere Frage Der Votivstein eines v(ir) p(er- 



143 



Anzeiger für Kunde der 



deutschen Vorzeit. 



144 



fectissimus p{raeses) p(rovinciae) R(aetiael, welcher aus der Nähe von 
Kloster Zwiefalten stammt, ferner der Umstand, dafs Taxgaetium 
am Ausflufs des Rheins aus dem Untersee tjetzt Eschenz) nach 
Ptolemiius zu Eätien gehörte, sprechen vielmehr in Ermanglung 
anderer Beweise immer noch für die obere Donau oder vielleicht 
den nordwestlichen Abhang der Alb als Provinzgrenze. Im letzte- 
ren Falle war Aalen Grenzstadt in Obergermanieu gegen Rätien 
hin, wie Passau (Castra Batava) in Rätien gegen Noricum hin. 
Wenn aber die Bodenplatten in den bei Aalen aufgegrabenen rö- 
mischen Gebäuden mit den Stempeln der S. Augiistischen Legion 
und der i. Flavischen Schwadron versehen sind, so beweist dies, 
dafs letztere und eine Abtheilung (Cohorte?) der 8. Legion sich 
dort Kastelle gebaut haben, und zwar wol schon gegen Ende des 
ersten christlichen Jahrhunderts. 

(Korrespondenzbl. d. Westd. Zeitschr. f. Gesch. u. K., Nr. 5 ) 

67) In Trier wurden vor kurzem bei einem Neubau in St. 
Barbara innerhalb römischen Mauerwerkes in einem Napfe 60 
Grofserze gefimden, von denen zu erkennen war : 1 Vespasian, 
6 Trajan, 4 Hadriau, 9 Antoninus Pius, 5 Faustina major, 2 Faus- 
tina minor, 9 M. Aui-el, 1 L. Verus, 1 Commodus, 1 Septimius, 
4 Gordian, 2 Postumus. 

(Korrespondenzbl. d. Westd. Zeitschr. f. Gesch. u. K-, Nr. 5.) 

68) Aar au. Am Gebistorfer Hörn stiefsen Erdarbeiter neben 
der Landstrafse auf einige vereinzelte Gräber ohne Mauerwerk oder 
Einfassung von Steinen. Die wenigen Beigaben und zahlreichen 
Thonscherben nebst Glasfläschchen und Resten einer Glasschaale 
sind römisch und waren mit Asche, Kohlen- und Knochentheilen 
vermengt. (Anz. f. Schweiz. Alterthumsk., Nr. 2.) 

69) Gutsbesitzer Theodor Me Ich ers hat vor kurzem auf seinem 
Gute Gnadenthal wieder einen interessanten Fund gemacht. Die 
Fundstelle befindet sich in südwestlicher Richtuug von der Eisen- 
bahnbrücke über die Erft, etwa 200 Schritte von der Brücke ent- 
fernt. Etwa 11 Zoll unter der Ackerkrume stiefs der Pflug auf 
einen 10 zu 12 Fuls grolsen rechteckigen Belag von Tuffsteinen, 
welcher zum Schutz über eine Leichenbrandstätto gebreitet war. 
In der Mitte des Rechtecks stand eine 0,30 m. h. römische Urne 
aus schwarzgrauem Tbon, in derselben eine kleinere, in welcher 
Knochenasche und eine Bronzemünze von Claudius lagen. Ferner 
fand sich ein kleines Bronzegefäfs von sehr gefälliger Form, dessen 
enger Hals sich oben bedeutend erweitert, sowie eine Sigillata- 
Schale mit Ornamenten, einige Thränenfläschchen, mehrere kleine 
Krüge aus schmutzig weifsem Thon und ein paar Teller aus Terra 
sigillata etc. Diese Gegenstände waren in Form einer Pyramide 
aufgestellt. Auf dem ganzen von dem Tuffstein bedeckten P.atz 
lag eine grofse Menge von Holzkohlen, welche mehrere Körbe 
füllten und zum Theil faustdick waren. Die Erde darunter war 
roth wie an Ziegelöfen und zeigte , dafs an der Stelle ein sehr 
starkes Feuer unterhalten worden war. 

(Korrespondenzbl. d. Westd. Zeitschr. f. Gesch. u. K., Nr. 5.) 

70) Auf dem fränkisch-alemannischen Todtenfeld zu Biebes- 
h e i m wurden im März die Ausgrabungen von mir fortgesetzt , je- 
doch bald wieder eingestellt, da beinahe sämmtliche Gräber durch 
die Kultur zerstört waren. Nur die s. Seite des Todtenfeldes 
scheint noch theilweise unberührt zu sein, war aber bereits besäet 
und kann erst nach der Ernte durchlorscht werden. — Es konnten 
in 5 Reihen nur 9 Gräber nachgewiesen werden. Die Reihen liefen 
von S.-O. nach N -W. und waren 3,50 m. von einander entfernt. 



Die Richtung der Gräber gieng beinahe von S.-W. nach N -0 , ihre 
Entfernung von einander variierte zwischen 1,96 und 2,50 m., die 
Tiefe derselben zwischen 0,25 und 0,55 m. Die Skelette lagen theils 
auf dem Rücken, theils auf der Seite. In 2 Gräbern wurde eine 
starke Kohlen- und Aschenschicht gefunden. Die Ausbeute an 
Fundstücken war sehr gering : einzelne Thierknochen (namentlich 
vom Schwein, Kinnbacken eines gewaltigen Ebers), viele Scherben 
zerschlagener Thongefäfse, ein zierliches Glasfläschchen von 0,12 m. 
H., ein schön verziertes Gürtelbeschläg aus Bronze, eine eiserne 
Riemenschnalle, einige Nägel und zwei stark abgenutzte Feuersteine. 
— Vor einigen Jahren wurden am n. Rande des Todtenfeldes ver- 
schiedene eiserne und thünerne Geräthschaften und ein Mörser von 
Basalt-Lava aus der Karolingerzeit gefunden, welch letzterer mir 
für die Vereinssanimlung gegeben wurde. (Bericht v. Fr. Kofier 
im Korrespondenzbl. d. Westdtsch. Ztscbr. f. Gesch. u. Kunst, Nr. 5.) 

71) Bei Grofs-Um Stadt im Odenwald, wo schon 1870 beim 
Bau des Stationshauses eine Anzahl Gräber aufgefunden wurden, 
ist man neuerdings auf eine fr änkisch-alemannisc he Gräber- 
stätte gestoisen, die einer verhältnilsmäfsig späten Periode angehört. 

(Korrespondenzbl. d Westd. Zeitschr. f Gesch. u. Kunst, Nr. 4.) 

72) In Ulm war eine Kommission hervorragender deutscher 
Architekten versammelt, um die Frage zu berathen, ob und unter 
welchen Umständen ein Ausbau des Münsterthurms mit Sicherheit 
durchgeführt werden könne. Sie entschied sich dahin, dafs unter 
Durchführung einiger Verstärkungsarbeiten dies ohne jede Gefahr 
möglich sei und billigte die Pläne des Münsterbaumeisters zu diesen 
Arbeiten vollständig. 

73) Ueber einen bei Seifersdorf unweit Glatz gemachten Mün- 
zenfund wird der „N- A. Ztg.-' Folgendes mitgetheilt: Der Sohn 
des jetzigen Besitzers eines Restes des früheren gräflichen W. von 
Magnis'schen Dominialgutes Seifersdorf, Franz Fleischhauer, stiefs 
am 21. April d. J. beim Pflügen auf einen Topf ohne Henkel. Der- 
selbe enthielt 970 Stück grofse und kleine Silbermünzen von ver- 
schiedenem Gepräge, zusammen im Gewicht von ca. 3 Pfund. Mit- 
ten darin befand sich, in einen leinenen Fleck eingewickelt, eine 
Rolle von 61 Goldmünzen, sämmtlich aus den Jahren 1588 bis 1635, 
alle noch sehr gut erhalten und von ganz scharfem Gepräge ; sie ha- 
ben je den Werth eines Dukatens. Der Besitzer ist nicht abgeneigt, 
einzelne Stücke, die für den Kenner besonderen Werth haben, zu 
verkaufen. Meist tragen sie das kaiserlich österreichische Wappen; 
es sind aber auch bischöfliche und von Städten ausgeprägte Mün- 
zen darunter. (Nordd. Allg. Ztg , Nr. 209.) 

74) Bei Wegräiimung einer aus Feldsteinen aufgesetzten Um- 
zäunung wurden bei Duvenstedt an der Alster (nahe bei Wohl- 
dorf) eine Anzahl Münzen aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhun- 
derts gefunden, welche in einen Beutel von Zeugstoff gelegt gewe- 
sen, dessen Ueberreste noch sichtbar waren. Ohne Zweifel sind die 
Münzen vergraben worden, als Tilly im Jahre 1627 mit den kaiser- 
lichen Heerschaaren Holstein durchzog. Der Fund besteht aus 
kleineren (stark oxydierten) Geldstücken schleswig-holsteinischen 
und hamburgischen Gepräges. F. Voigt. 

(Mittheil. d. Ver. f. Hamburg. Gesch., Nr. 3.) 

75) Im Namen der Rubenowstiftung hat die Universität zu 
Greifswald folgende Preisaufgabe ausgeschrieben: Geschichte 
Pommerns unter schwedischer Herrschaft während der 
Jahre 1637—1720, sowie die nichtgelöste Preisaufgabe von 
1877 wiederholt: Geschichte der Landstände in einem ge- 



143 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



146 



genwärtig der preufsischen Monarchie angehürigen 
Territorium. Termin 1. März 188G. Preis je 12U0 M. mit der 
Mafsgabe, dafs, wenn eine Aufgabe nicht genügend, die andere aber 
vorzüglich gelöst wird, der Preis für letztere noch erhöht werden 
kann. 

76) In den Tagen vom 4 — 6. April ist die jährliche Plcnarver- 
sammlung der Centraldirektion der Monumenta Germaniae hier ab- 
gehalten. An derselben betheiligten sich Prof Dümmler aus Halle, 
geh. Rath Prof. v. (iiesebrecht aus München, Prof. Hegel aus 
Erlangen, Hofrath Prof. Maafsen und Hofrath Prof. Sickel aus 
Wien, von hiesigen Mitgliedern geh. Oberregierungsrath Direktor 
der preufsischen Staatsarchive v. Sybel, Prof. Wattenbach und 
der Vorsitzende Geh. Regierungsrath Waitz. Durch Unwohlsein 
verhindert war Justizrath Dr. Euler in Frankfurt a. M., durch 
eine wissenschaftliche Reise nach Italien Prof. Mommsen. 

Die Centraldirektion hat in diesem Jahr den Tod ihres ^Mit- 
gliedes, des Prof- Stumpf-Breutano in Innsbruck schmerzlichst 
zu beklagen, der sich, wie an der neuen Organisation derselben, so 
an den jährlichen Versammlungen stets mit dem regsten Eifer be- 
theiligt hat, und dessen Andenken allen, die ihn kannten, ein beson- 
ders werthes bleiben wird. An seine Stelle hat die Akademie der 
Wissenschaften zu Wien, die er vertra,t, den oben genannten Hof- 
rath Prof. Maassen gewählt. Eine besondere Freude erregte es, 
Hofrath Sickel, den längeres Kranksein zwei Jahre lang von den 
Versammlungen ferngehalten hatte, diesmal wieder hier begrüfsen 
zu können. 

Veröffentlicht wurden in dem verflossenen Jahr 
von der Abtheilung Auetores antiquissimi : 

1) Tomi V, P. 1. lordanis Bomana et Getica- Recensuit 
Theodorus Mommsen; 

von der Abtheilung Scriptores : 

2) Tomus XIII ; 

3) Widukindi rerum gestarum Saxonicarum libri 3. Denuo 
recensuit Georg ius Waitz; 

von der Abtheilung Leyes : 

4) Sectio II. Capitularia regum Franeorum, denuo edidit A 1- 
fredus Boretius- Tomi I. pars prior; 

von der Abthedung Diplomata : 

5) Die Urkunden der deutschen Könige und Kaiser. Ersten 
Bandes zweites Heft. Die Urkunden des Königs Otto I. (be- 
arbeitet von Theodor Sickel); 

von der Abtheilung Antiquitates : 

6) Poetae Latini aevi Carolini. Recensuit Ernestus Dümm- 
ler. Tomi I. pars posterior; 

von dem Neuen Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche 
Geschiclitskunde : 

7) Band VII in 3 Heften. 

Die Zahl der so gelieferten Bände ist gröfser als in irgend 
einem der früheren Jahre, wie denn von den gleichzeitig in Angriff 
genommenen .Vrbeiten nun immer mehr sich dem Abschlufs nähern. 
Auch die folgende Uebersicht über die Thätigkeit in den einzelnen 
Abtheilungen gibt dafür weiteren Beleg. 

In der Abtheilung Antiquitates unter Leitung des Prof Momm- 
sen, dessen Ausgabe vom Jurdanis schon erwähnt ward, ist aufscr- 
dem der Druck des .\vitus, bearbeitet von Dr. Pciper in Breslau, 
bis auf die Indiccs und Vorrede vollendet, weit vorgeschritten der 
des Ausonius von Prof. Schenkel in Wien, des Symmachus von 



Prof. Seeck in Greifswald. Demnächst beginnt der der prosaischen 
Schriften des Fortunat von Dr. Jacobi und des Sidonius von Dr. 
Lütjohann. Für Ennodius hat Dr. Vogel die Handschriften in 
Brüssel und London benutzt, zugleich hier und in Cheltenham einige 
andere Arbeiten ausgeführt. Die Bearbeitung des Claudian hat Dr. 
B i r t in Marburg übernommen und angefangen, sich über das sehr 
reiche handschriftliche Material genauere Auskunft zu verschaffen. 
Die von dem Vorsitzenden der Centraldirektion geleitete Ab- 
theilung der Scriptores hat in dem vollendeten 13. Band nur einen 
Theil der Nachträge an Annaien und gröfseren Chroniken geben 
kennen, die für die karolingische, sächsische und fränkische Pe- 
riode vorlagen ; auch das CJironicon AUinate, dessen neue Ausgabe 
Dr. Simonsfeld in München besorgte, hat hier nicht mehr Platz 
gefunden und eröffnet jetzt den 14. Band, dessen Druck erheblich 
vorgeschritten ist. Noch weiter aber ist der 26. gelangt, der für , 
die Sammlung der Geschichtschreiber des 12. u. 13. Jahrhunderts 
alles das zusammenfafst, was bei französischen Autoren an Nach- 
richten für die Eeichsgeschichte sich findet- Die in Betracht kom- 
menden Stücke der Philipis von Wilhelmus Brito sind hier von 
Dr. Pannenborg in Göttingen bearbeitet, zahlreiche Collationen 
Von A- Molinier in Paris beigesteuert, die französischen und 
provenzalischen Texte, die Aufnahme forderten, von Prof. Tobler 
revidiert, der zugleich die sprachliche Bearbeitung der Reimchronik 
des Flandrer Philippes Mousket übernommen und die einzige vor- 
handene Handschrift in Paris verglichen hat- Aufscrdem ist Dr. 
Holder -Egger vorzugsweise hei diesem Bande thätig gewesen. 
Derselbe hat sich aufserdem mit der Bearbeitung des Sicardus und 
Salimbene für den späteren Band italienischer Autoren beschäftigt, 
während Dr. Simonsfeld in Faenza und Bologna das handschrift- 
liche ^Material für die Annales Faventini des Tholosauus ausbeu- 
tete und so glücklich war einen älteren, längere Zeit verschollenen 
Codex im Besitz des Grafen Fcrniani zu finden, der die Benutzung 
in liberaler Weise gestattete. Noch vorher aber werden die eng- 
lischen Autoren, mit denen sich fortwährend Prof Pauli in Göt- 
tingen und Dr. Liehermann eifrig beschäftigen, zum Druck ge- 
langen. Für die Vitae der staufischen Zeit ist Prof. Ranke in 
Marburg thätig gewesen, indem er die bekannten Handschriften der 
V. Engelberti und einige der wichtigsten von den Büchern über das 
Leben der h. Elisabeth verglich. — Da sowohl Prof Thaner in 
Innsbruck wie Dr. Be rnheim in (iöttingen durch andere Arbeiten 
an rascherer Förderung der von ihnen übernommenen Ausgabe der 
Streitschriften des 11. und 12. Jahrhunderts behindert sind, hat die 
Centraldirektion beschlossen, die seit längerer Zeit vollendete Be- 
arbeitung des gewöhnlich dem Waltram zugeschriebenen Buchs De 
unitate ccciesiae von Dr. Schwenkcnbccher in Glogau zunächst 
in einer Oktavausgahe besonders erscheinen zu lassen. — In der 
neuen (dritten) OkUivausgabe des Widukind konnten zwei, längere 
Zeit verlorene Blattter der Dresdener Handschrift benutzt werden; 
an zweifelhaften Stellen war der Codex in Monte Cassino neu ver- 
glichen. \'on den Scriptores rerum Meroringicarum hat der Druck 
des ersten Bandes mit der lange erwarteten Bearbeitung der Ili- 
storia Franeorum des Gregor von Tours von Prof. Arndt in Leip- 
zig begonnen. Daran wird sich die grofse Compilatlon des soge- 
nannten Fredegar mit ihren Fortsetzungen anschliefsen, über welche 
der Herausgeber Dr. Kruse h im 7. Bande des Neuen .\rchivs aus- 
führlich gehandelt hat. Da sich m.anche .Abweichungen zwischen 
den Collationen des vorzugsweise in Betracht kommenden Codex 



IVi 



Anzeiger für Kuude der deutschen Vorzeit. 



148 



Claromoiitmiiis in Paris und dem Abdruck , den M o n o d veran- 
staltet liat, fanden, hat der Direlctor der Pariser Nationalbibliotliek, 
Leopold Delisle, der bei jeder Gelegenlieit die Arbeiten der 
Monumeitta freundlich unterstützt, die grofse Gefälligkeit gehabt, 
über alle zweifelhafte Stellen die genaueste Auskunft zu geben. 
Auch die Bearbeitung der Gesta reijum Francorum ist so gut wie 
fertig, eine wichtige Handschrift iu Loudon von Dr. Vogel und 
Dr. Peters verglichen. Dr. Krusch wird demnächst die kleineren 
Schriften Gregors in Angriff nehmen. — Für die Sammlung der 
deutschen Chroniken hofft Dr. Schröder die Kaiserchronik im 
Lauf des nächsten Jahres zum Abschhils zu bringen; Dr. Lich- 
tenstein hat das handschriftliche Material für Ottokars steirische 
Reimchronik, zuletzt bei einem längeren Aufenthalt in Wien, voll- 
ständig gesammelt; Arcliivrath Wyfs iu Darmstadt die Bearbeitung 
der Limburger Chronik vollendet, so dafs dieselbe demnächst in den 
Druck gegeben werden kann. — Als Mitarbeiter tritt hei dieser 
Abtheilung Dr. Francke aus Kiel ein, der sich durch Beschäfti- 
gung mit der lateinischen Poesie des Mittelalters bekannt gemacht 
hat. 

Die Abtheilung Leges erfreut sich der Vollendung eines ersten 
Theils der neuen Bearbeitung der Capitularien von Prof. Boretius 
in Halle, der bis zum Ende der Regierung Karls d. Gr. geht. Der 
Druck der zweiten Hälfte des Bandes wird im Lauf des Jahres 
wieder aufgenommen werden. Auch die Formeln in der Bearbei- 
tung des Dr. Zeumer sind, soweit sie der merovingischen Periode 
und der Zeit Karls d. Gr. angehören, gedruckt ; mit den sogenannten 
Carpentierschen Formeln, die mit Hülfe des Direktors Schmitz in 
weseutlich verbesserter Gestalt erscheinen — derselbe veranstaltet 
gleichzeitig mit Unterstützung der hiesigen Akademie der Wissen- 
schaften eine phototypische Ausgabe des grofsentheils in tironischen 
Noten geschriebenen Codex — wird ein erster Theil abgeschlossen 
und demnächst zur Ausgabe gelangen. 

In der AbtheUung Diplomata unter Leitung des Hofraths Prof. 
Sickel erschienen die Urkunden Ottos L bis zur Kaiserkrönung. 
Hofrath Sickel selbst erlangte Zutritt zu dem lange verschlossenen 
vaticanischen Archiv und überzeugte sich hier auch seinerseits von 
der Echtheit der berühmten Urkunde Ottos I. für Papst Johann Xll., 
über die er in einer besonderen Abhandlung ausführlich handeln wird. 
Aufserdem beutete er die Chartulare von Farfa und Subiaco aus 
und gewann manche Ergänzung früherer Forschung. Später hat 
Prof. Kaltenbrunner, der sich für andere Zwecke in Rom auf- 
hielt, im Capitelarchiv von St. Peter mehrere bisher unbekannte 
Kaiserurkundeu gefunden. Von den bisherigen ständigen Mitarbei- 
tern scheidet jetzt Dr. v. Ottenthai aus; die Bearbeitung der 
Ottonischen Urkunden wird aber nach Kräften weiter gefördert 
werden. 

Die AbtheUung Epistolae unter Prof. Watten bachs Leitung 
beginnt soeben den Druck des Registrum Papst Gregors d. Gr., mit 
dem sich Dr. Ewald seit einer Reihe von Jahren beschäftigt hat, 
während er gleichzeitig für die neue Ausgabe von Jaffes Papstre- 



gesten die Urkunden und die Briefe dieses und der folgenden Päpste 
bearbeitete. Die Briefe Johanns VIII. im vaticanischen Archiv hat 
Dr. Mau verglichen. Dr. Rodenbergs Ausgabe der von Pertz 
gemachten Abschriften aus den Regesten späterer Päpste nähert 
sich dem Ende der Regierung Gregors IX. , womit der erste Band 
abgeschlossen wird. 

Prof. Dumm 1er hat in der von ihm geleiteten Abtheilung ^4»- 
tiquitates die Sammlung der Foetae Latini acvi Carolini mit der 
zweiten Hälfte des ersten Bandes bis zur Zeit Ludwigs des Frommen 
hinabgeführt. Es sind aufser kleineren und namenlos überlieferten 
Gedichten die Werke des Paulus und Petrus diacouus, des Paulinus 
von Aquileja, des Alcuin, Angilbert, Naso, Theodulf, Aedilvulf und 
Smaragdus, die hier vereinigt, aus zahlreichen Handschriften kri- 
tisch gereinigt und erläutert worden sind. Ein zweiter Band , der 
im Lauf des Jahres zum Druck gelangt, wird bis gegen 860 reichen, 
so dafs, wie sich jetzt herausstellt, noch ein dritter erforderlich ist, 
um das reiche Material, das grofsentheils bereits gesammelt ist, voll- 
ständig zu geben. — In derselben Abtheilung werden die Verbrü- 
derungsbücher von SangalleUj Pfävers und Reichenau, von Dr. Piper 
in Altena bearbeitet, demnächst zum Druck gelangen, während gleich- 
zeitig für die Nekrologien der alamannischen Bisthümer Dr. Bau- 
m a n n in Donaueschingen die begonnenen Arbeiten fortsetzt. 

Der 7. Band des Neuen Archivs, unter Prof Wattenbachs 
Redaktion, enthält theils vorbereitende Untersuchungen (iber einzelne 
Quellen, wie die schon erwähnten von Krusch über Fredegar, von 
Waitz über Anselms Gesta episcoiwrum Leodieiisium, von Wat- 
te nbach über österreichische Annalen ; aufserdem Abhandlungen 
von Nürnberger über verlorene Handschriften der Briefe des 
Bonifaz, von Manitius über karolingische Annalen, Mittheilungen 
über Papsturkunden von Löwenfeld und v. Pflugk- Härtung, 
kleinere Aufsätze verschiedenen Inhalts von Dümmler, Ewald, 
Francke, Holder-Egger, dem inzwischen verstorbenen D. Kö- 
nig, W. Meyer, Simonsfeld, Widmann, Will, Wyfs und 
ande reu. 

Gröl'sere Reisen sind in dern verflossenen Jahr aufser den schon 
erwähnten nicht erfoderlich gewesen. Einzelne Mittheilungen aus 
spanischen Handschriften konnte Dr. Ewald auf einer zunächst 
für andere Zwecke unternommenen Reise für mehrere Abtheilungen 
machen. In Rom gewährte jetzt wie früher Dr. Mau wiederholt 
eine sehr dankenswertho Beihülfe 

Handschriften auswärtiger Bibliotheken uud Archive konnten 
durch Gefälligkeit der Vorsteher und, wo es nöthig war, gewogent- 
liche Vermittelung des Auswärtigen Amts hier benutzt werden aus 
Breslau, Freiburg, Karlsruhe, Köln, Maihingen, München, Nürnberg 
Stuttgart, Wernigerode, Wolfenbüttel ; Wien ; Saugallen ; Deventer, 
Haag , Leiden ; Paris. Andere wurden den Mitarbeitern an ihrem 
Wohnort zugänglich gemacht und so das grofse nationale Werk in 
mannigfacher Weise von Einheimischen und Fremden gieichmäfsig 
gefördert. 



Herausgeber: Dr. A. Essen wein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essen wein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums iu Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. Sobald in Nürnberg. 



Nürnberg'. Das Abonnement des Blat- 
tes, welches alle Monate erscheint, wird 
ganzjährig angenommen und beträgt nach 
der neuesten Postconvention bei allen Post- 
ämtern und Buchhandlungen Deutschlands 
incl. Oesterreicha 3 fl. 36 kr. im 2-ifl.-Fas3 
oder 6 JI. 

Für Frankreich abonniert man in 
Paris bei der deutschen Buchhandlung von 
F. KJinckaieck, Nr. 11 rue de Lüle ; für 



AlZeiOER 



m ÜUHE DER 



Neue Folge. 




England bei 'Williams & Norgate, 14 Hen- 
rietta- Street Covent - Garden ia London ; 
für Xord-Amerika bei den Postämtern Bre- 
men und Hamburg. 

Alle für das german. Museum be- 
stimmten Sendungen auf dem Wege des 
Buchhandels werden durch den Commis- 
sionär der literar.-artist, Anstalt des Mu- 
seums, F. A. B r o c k h a u s in Leipzig, be- 
fördert. 



DEUTSCHEN VORZEIT. 



Nemmndz"\vanzigster Jahrgang. 



ORGAN DES GERHANISCMEN MUSEUMS. 



1882. 



JM u. 7. 



Jiiui n. Juli. 



WisseDSclmftliclie Mit(Iieiluii«:eii. 



Beiträge aus dem gerniauisclien Mnsenni zur Geschichte der Bewaffnung im Mittelalter. 



uninteressante Krlegerfig^ur 



Eine nicht 
einem der ältesten bekannton Holzschnitte 
heil. Georg aus 
demSchlusse des 
14. Jahrh., wel- 
cher seiner Zeit 
aus der Weigel'- 
schen Samm- 
lung in das ilu- 
seum gekommen 
ist und den die- 
ses unter die 
grüfsten Schätze 
seiner Kupfer- 
stichsaninilung 
rechnet. Eine auf 
die Hälfte ver- 
kleinerte Nach- 
bildung ist in 
Fig. 1 enthalten. 
Der Sattel, wel- 
cher die Beine 
deckt, erinnert 
anunsernPauls- 
dorfer (Anzeiger ' 
1H81, Sp. l.^-i und 



entgegen 



XVII. 

tritt uns in der Lendner, die wie ein Kragen aut demselben liegende 
ein Halsberge aus Kettengellecht erinnern an den Pienzenauer 

(irabstein (Anz. 
1880. Sp. 328). 
Der Heilige be- 
steht den Kampf 
ohne Helm. Der 
Schild hat die 
Dreiockform des 
14. Jahrh. Ein 
Ausschnitt ge- 
stattet das Ein- 
legen der Lanze. 
|i r Schild zeigt 
ilus Kreuz des 
christlichen Rit- 
ters, das sich 
aus dem Schild- 
beschläge, wie 
CS in der Fig. 4 
des vorigen Auf- 
satzes darge- 
slcllt ist, entwi- 
ckelt hat. Der 
Speer hat be- 




13()j. Das Schwert , die Handschuhe, trärhllicheSchafllünge. Das im übrigen ungerüstete Pferd 



131 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



1Ö2 



ist durch eine Rofsstirne von 
phantastischer Form ge- 
schützt. 

Dem Ritter jener Zeit 
stellen wir hier in Fig. 2 
noch zwei Knechte zur Seite, 
die einem gröfseren Gemälde 
der ältesten Nürnberger 
Schule aus der Zeit gegen 
das Jahr 1400 entnommen 
und hier in 'e der Origi- 
nalgröfse wiedergegeben sind. 
Das Bild stellt den Kinder- 
mord dar. Die Kriegsknechte 
stehen vor dem Throne des 
Herodes, und während der 
eine derselben noch die Be- 
fehle entgegennimmt, ist 
der andere schon am "Werk. 
Letzterer hat die Beine ganz 
mit Schienen bedeckt ; ein 
grünes, wol wollenes, bis 
an die Kniee reichendes Ge- 
wand, deckt die übrige Rü- 
stung. Eine wollene Hals- 
berge verbindet sich mit dem 
Eisenhute, dessen Rand phan- 
tastisch ausgeschnitten ist. 
Die Handschuhe sind die be- 
kannten. Er hat sich mit 
sehr langem Dolche ohne Pa- 
rierstange an sein Mordwerk 
begeben. Der Zweite hat die 
Beckenhaube mit Halsberge 
aus Kettengefleeht und einen 
rothen Waffenrock. Der wich- 
tigste Theil dieser Figur ist 
jedenfalls die Hellebarte, wel- 
che er in der Rechten trägt. 

Etwa derselben Zeit, wie 
das genannte Bild, entstammt 
ein Holzschnitt der Museums- 
sammlung, eine Aufersteh- 
ung, bei welcher zwei interes- 
sante Kriegsknechle am Grabe 
Christi gelagert sind. Der vor- 
dere, ohne Helm liegend, trägt 
nicht blos Schienen an Ar- 
men und Beinen, sondern 
auch ein Brustblech, während 
der zweite eine Beckenhaube 
auf dem Kopfe hat, die mit 




Fig. 3. 




einer Halsberge aus Wolle 
oder weichem Leder verbun- 
den ist. Er scheint aufser 
der Haube keine Eisentheile 
zu tragen. Ob das sichtbare 
rechte Bein mit weitem, oben 
umgeschlagenem Stiefel be- 
kleidet ist, oder ob mit wei- 
ter, schlotternder Hose, über- 
lassen wir Anderen zu ent- 
scheiden. Unsere Abbildung 
Fig. 3 ist genau in halber 
Gröfse des Originalholzschnit- 
tes ausgeführt. 

Eine Kreuzschleppuug, 
ein Holzschnitt , ebenfalls 
gegen 1400 entstanden, in 
Fig. 4 in halber Original- 
gröfse wiedergegeben, zeigt 
unter den Kriegsknechten 
wieder einen solchen mit je- 
nem phantastischen Aufputze 
der Achseln, auf welchen wir 
schon auf Sp. 279 des Jahr- 
ganges 1880 aufmerksam ge- 
macht haben , zugleich mit 
einer geschuppten Kopfbe- 
deckung. Einer der Knechte 
trägt die wollene Halsberge, 
ein anderer bereits den im 
Codex von 1441 allgemeinen 
Rock aus Eisenreifen den um- 
gehenden Schurz, wie er im 
Wolkenstein'schen Inventar 
genannt ist (siehe vorige Num- 
mer), und den Eisenhut. Auch 
einen Hammer sehen wir in 
der Hand eines der Knechte. 

Vollständigen Anschlufs 
in der Bewaffnung an jene 
Figuren von 1441 zeigt ein 
anderer, den hl. Georg dar- 
stellender Holzschnitt unserer 
Sammlung, der in Fig. 3 in 
halber Gröfse wiedergegeben 
ist. Nur der Federbusch auf 
der Spitze des Visierhelmes 
ist neu. In seiner vollen 
Ausbildung haben wir ihn 
im vorigen Aufsatze beim 
Grabmale zu Römhild um 
1320 gefunden. Die Schuhe 



153 



Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



134 



Fig. 4. 



ri?. 5. 




Fisr. 6. 



dieses heiligen Georg- 
sind von Leder. 

Als Beweis der phan- 
tastischen Auffassung, 
welcher die Maler um 
die Mitte des 13. Jahrh. 
huldigten, sei hier (Fi- 
gur 6) die Nachbildung 
eines grofsen Gemäldes 
der Kölner Schule ge- 
geben, welches jüngst 
mit der Sammlung der 
Moritzkapelle in das 
Museum gekommen ist. 
Ohne Zweifel den hl. 
Gereon mit seinen Ge- 
nossen darstellend, als 
welche der Katalog die 
dargestellten bezeich- 
net, vielleicht aber auch, 
da von heiligen Krie- 
gern meist nur St. Wen- 
zeslaus den Adler im 
Schilde führt, diesen 
letzteren, der ja auch 
den Herzogshut trägt, 
ist hier insbesondere auf 
den Schild aufmerksam 
zu nuichen, für wclcln'n 




schier keine Parallele 
aus jener Zeit aufzu- 
finden sein dürfte. 

Die Beine sämmtlieher 
Figuren sind uugerü- 
stet. Bei allen hat die 
Brünne bereits kurze 
Aermel, deckt aber noch 
den Hals ziemlich hoch 
hinauf Die Begleiter 
tragen einen geschlos- 
senen, jedoch ärmello- 
sen Rock; der Haupt- 
heilige aber blos einen 
Ueberwurf der au bei- 
den Seiten von unten 
bisobenoffeiiist.Sämmt- 
liche Gewänder sind mit 
Pelz verbrämt. Wenn 
die Hauptligur auch un- 
ter der Brünne eine 
Schienenrüslung der 
Arme, nebst Scheiben 
zur Sicherung der Ell- 
bogen (Mäuseln) und die 
bekannten Handschuhe 
trägt, deren Finger hier 
mit Schuppen bedeckt 
sind, so führtder Herzog 



133 



Anzeiger für Kunde der deutscheu Vorzeit. 



156 



Fis 



doch hier die Watfeu nicht, weil er etwa zum Kampfe 
gienge, sondern um seinen edeln Stand zu bezeichnen. 

Zu den phantasti- 
schen Schildformen sei 
hier (Fig. 7 und 8) noch 
die Zeichnung zweier 
Schildhalter aus der um 
1480 bei Quentel in Köln 
gedruckten niederdeut- 
schen Bibel wiederholt. 
Sie ist dem ersten Blatt 
der Genesis entnom- 
men, in dessen reicher 
Umrahmung sich un- 
ten die Anbetung der 
hl. 3 Könige zeigt, flan- 
kiert zu beiden Seiten 
von zwei schildhalten- 
den Bauern, deren einer 
das Wappen der Stadt 



Fig. 8. 




Köln trägt (Fig. 8), während der andere hier wiederge- 
gebeue (Fig. 7) einen phantastisch geformten leeren Schild 

hält. 

Allerdings sind diese 
beiden Schilde nicht 
Kampfscliilde, als wel- 
cher doch jeuer in Fig. 
6 anzusehen ist; aber 
im 15. Jahrhdt. dürf- 
te doch in den Dar- 
stellungen keine Un- 
terscheidung zwischen 
blos heraldischen und 
Kampfschilden gemacht 
worden sein und auch 
in der Heraldik kaum 
zu Fig. 8, sicher aber 
nicht zu Fig. 7 ein 
Gegenstück zu finden 




sein. 



XVIII. 



AVir haben aber noch einige interessante Darstel- 
lungen von Stangenwaffen einzelnen Bildern zu entneh- 
men. Auf einem altuürnbergischen Kreuzigungsbild, das 
wol um 1470 entstanden sein mag, stützt ein Krieger seine 
Hand auf ein an halblangem Stiel befestigtes Beil, welches 
nahezu die Höhe des Mannes selbst erreicht, also zwi- 
schen Handbeil und Hellebarte in der Mitte steht (Fig. 1). 
Von einem gemallen Tüchlein, einer Gefangennehmung 
Christi, mit dem Wappen der Harsdorfer sind Fig. 2 und 
3 entnommen, die Stangenwaffen wiedergeben, welche 
etwa so hoch, als sie hier gezeichnet sind, über die Köpfe 
der Figuren emporstehen. Fig. 4 gibt sieben Staugen- 
waffen einer grofsen Kreuzigung von M. Wohlgemuth. 
Die mit a bezeichnete Lanze ist jene, mit welcher die 
Seite des Herrn soeben durchstochen worden ist. Die 
Abbildungen der als die wahre betrachteten Lanze, die in 
Nürnberg mit den Reichsreliquien und Kleinodien bewahrt 
wurde, waren jedenfalls damals allbekannt, da die kleinen 
Ohren an der Seite sich fast bei allen Bildern der Kreu- 
zigung aus jener Zeit an der Lanze befinden. 

Wir schliefsen an diese Wiedergabe bildlicher Dar- 
stellungen noch einige Abbildungen roherer Stangen- 
waffen an, die sich im Original bei uns befinden, und welche 
man zunächst als Bauernwaffeu bezeichnen mufs, die aber, 
nach den Abbildungen in den Maximilianischeu Zeugbü- 
chern zu schliefsen, auch in den fürstlichen Waffennieder- 
lagen sich fanden. Fig. 5 ist ein Spitzhammer von Eisen, 
der mit vier Federn an die Stange befestigt ist. Er en- 
digt in eine Ahle zum Stechen; die Krone ist in vier 



Stacheln getheilt; eine Spitze geht nach vorn, ein Stachel 
nach jeder Seite. Die Gesammtlänge des Eisens beträgt 
0,91 niot., die Länge mit der Stange 2,31 met., das Ge- 
wicht 1,991 Kgr. Es ist eine Waffe, welche vollständig 
auf rohes Zuhauen und Stechen berechnet ist, nicht auf 
edeln Kampf Indessen erforderte doch selbst diese Waffe 
ein gewisses Verständnifs der Handhabung. 

Wenn aber der Krieg entbrannt, wenn der Feind im 
Lande war, so mufste sich auch aufserhalb der Städte je- 
der auf das äufserste gefafst machen und deshalb jeder 
Bauer irgend eine Waffe in die Hand nehmen, um die 
Feinde zu erschlagen. Da wurde der Dreschflegel , wel- 
chen der Bauer zu handhaben verstand, noch mit Stacheln 
beschlagen und der Drischel (Fig. 6) sauste zwischen die 
Köpfe der Feinde ; die Sense wurde zum Mähen derselben 
gerade gestreckt und an die Stange befestigt (Fig. 11), 
mit Stacheln besetzte Kugeln wurden drischelartig durch 
Ketten an Stangen befestigt (Fig. 10) ; Kolben der gröbsten 
Art wurden zum Zuhauen und Stechen eingerichtet. Es 
haben sich solche Waffen in ziemlicher Anzahl noch er- 
halten, ohne dafs es leicht würde, zu sagen, welcher Zeit 
sie gerade angehören. Man sehreibt sie gewöhnlich den 
Hussiten, sowie den aufrührerischen Bauern im Bauern- 
kriege vom Beginne des 16. Jahrh. zu. Sie mögen aber 
oft genug vor den Hussitenzeiten von den Bauern in die 
Hand genommen worden sein, jedenfalls auch noch lange 
nach dem Bauernkriege. Da und dort mögen Vorräthe 
ähnlicher Waffen gelegen haben, um ein Volksaufgebot 
bewaffnen zu können, so lange man sich vor Türken und 



157 



Fig. 1. 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 

Fis. 4. 



158 




Fig-. 





Franzoseu fürchtete; und als im Jahre 1849 das »Volli;«sich in Ba- 
den und der Pfalz erhob, fertigte es sich ähnliche Waffen, ohne frei- 
lich damit gegen ein wohlorgauisiertes, theilweise schon mit Zünd- 
nadelgewehren versehenes Heer Heldenthaten verrichten zu können. 
Aber auch reguläre Krieger bedienten sich in früherer Zeit solcher, 
gerade in ihren Händen furchtbarer Waffen, besonders zum Abschla- 
gen eines Sturmes auf Thore und enge Pässe; auch die Inven- 
tarien des Nürnberger Zeughauses führen Morgensterne oder Sturm- 
kolben, Drischel oder Flegel an. Der Drischel scheint sogar zur rit- 
terlichen Waffe geworden. Wir finden ihn nicht blos bei den Kriegs- 
knechten in Dürers grofser Holzschnittpassion, wir sehen ihn auch 
im Freydal Kaiser Maximilians als Kampfspielwaffe, üeber die ehe- 
maligen Bezeichnungen solcher Waffen gibt ein Flugblatt vom Jahr 
1627 Aufschlufs, das die Führer im Bauernaufstände in Oberüsler- 
rcich vom Jahre 1626, sowie die Waffen der Bauern abbildet (Kupfer- 
stichsamml. d. g. Museums: Histor. Blätter 9ä0). Der Drischel wird 
dort als »böhmischer Kornhammer«, ein Morgenstern, ähnlich wie Fig. 
10, jedoch mit kürzerem Stiele und kurzer Kette, als »Zischkaischer 
Streidt Kolben«, eine der Fig. 9 ähnliche, jedoch mit mehr Stacheln 
versehene Waffe als »Igelischer Ohrleffel» (Tglauer Ohrlöflfel) bezeichnet. 
Die Herkunft unserer Stücke ist nicht bekannt; schon Freiherr von 
Aufsefs hatte sie in seiner Sammlung. Fig. 7 kam aus Sigmaringen, 
wo eine grofse Anzahl solcher sich befindet, die den Namen »Fide- 
lis-Bengel« tragen, da der dortige Lokalheilige, der heil. Fidelis, 
mit solchen sein Martyrium erlitten haben soll. 

Auf dem oben genannten Flugblatte sind Waffen abgebildet, die 
noch phantastischer sind, und an deren ehemaliges Bestehen gar 
nicht zu glauben wäre, wenn sich nicht doch da und dort älmliche 
Uberphanfastisciie Stücke erhalten hätten. 

Wir schliefsen hier noch mit einer turchtbareu Nahwaffe un- 
sere Sammlung ab, einer Art Peitsche, deren mit einem Lederriemen 
zum Anhängen bestimmter Stiel kottenartig zwei längere, hölzerne 
Glieder trägt, an welche vorn eine aus Eisen gefertigte, wuchtige 
Keule gehängt ist, die, mit einigem Schwünge au den Kopf ge- 
schleudert, sicheren Tod brachte, wie überhaupt bei allen diesen 
AVaffen, mit Ausnahme von Fig. 11, die Wucht des vordersten Thei- 
ies verderbenbringend wirkte. 



Fig. 5. 

I 




159 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



160 



Allerdings erforderten ^Y äffen, wie gerade diese, auch stand, so dafs die Keule in der Kraft des Schwunges 
eine besondere Uebung, um nicht dem Träger oder dessen über ihm hinweg, wenn sie ihr Ziel verfehlt hatte, ihren 



Fi?. 11. 



Fi?- 6. 






Fipr. 10, 




Freunden gefährlicher zu werden, als dem Feinde, der kreisförmigen Lauf fortsetzen, also sich gegen den Trä- 
etwa geschickt auszuweichen, oder sich zu bücken ver- ger der Waffe zurückbewegen mufste. Ganz ähnlich 



161 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



162 



sit es mit Fig. 10. "Wenn auch der Bauer mit dem 
Dreschflegel zu hantieren verstand, so lag doch der 
Gegner nicht ruhig da wie sein Korn. Wir sehen 
daher auch allenthalben, wo wir auf älteren Bildern 
Bauern erkennen, die sich ihrer Haut wehren, oder 
die mit einander auf Tod und Leben raufen, dafs sie 
sich der Schwerter bedienen, und auch die Krieger 
zogen letztere im regelmäfsigen Kampfe vor. Xur 
die Häscher und Schergen sind mitunter mit sol- 
chen Waffen auf Gemälden ausgestattet, ob blos in 
Anlehnung an die Worte des Evangeliums bei der 
Gefangennehmung Christi, dafs sie kamen mit 
Schwertern und Stangen, oder ob auch im Mittel- 
alter die Häscher, und wer sieh ihnen anschlofs, 
eine etwas gemischte Bewaffnung in der That trug, 
sei dahin gestellt, doch ist letzteres wahrschein- 
lich, wenn wir daran denken, wie ja bis in unsere 
Zeit die Nachwächter und ähnliche Leute ihre 
Spiefse trugen. 

Aber es bedurfte nicht blos einer gewissen 
Kunst, solche Waffen zu führen ; in der Hand be- 
währter Knechte hatten sie sicher etwas furchtbares 
für den Ritter, der sie nicht kannte. Deshalb 
mufste auch er sie kennen lernen, um, wenn er auch 
im Kampfe sie nicht fülirte, doch denselben aus- 
weichen und sich gegen sie schützen zu können. 
Es kann daher nichts xVuffallendes haben, wenn wir 
im Freydal selbst den Kaiser mit dem Drischel sich 
tiben und Proben seiner Geschicklichkeit im Seherz- 
kampfe ablegen sehen. 

Ist doch von jeher nichts venlerhlicher ge- 
wesen, als Unkenntnifs der Waffen und der Kam- 
pfesweise der Gegner. 

Die Mafse und Gewichte der Waffen sind fol- 
gende : 

Bei Fig. 6 hat der Holzstiel 1,13 met. Länge, 
das Holz des Flegels 0,63ö met. Das Gewicht des 
letzteren ist 0,708 Kgr. , das Gesanimtgewicht 
1,738 Kgr. 

Ik'i dem Originale von Fig. 7 ist der untere 
Theil der Stange abgebrochen oder abgefault, so 
dafs die Gesammtlänge nur noch 1,54 met. beträgt 
mit einem Gewichte von l,oö7Kgr. 

Fig. 8: 2,06 met. Länge; Gewicht 1,977 Kgr. 

Fig. 9: 1,99 met. Länge. Das Gewicht beträgt, 
obwohl der Klotz nur von Holz ist, doch in Folge 
der Gröfse und Stärke der eisernen Stacheln 2.4."i;i Kgr. 

Fig. 10: Stangenlänge 2,11 met., Gesammtge- 
wicht 2,892 Kgr. davon auf die hölzerne Kugel mit ih- 
ren ciserm'n Stacheln oliin'Ki'tte 0,707 Kgr. eiilfalleu. 

Fig. 11: Gi'sainnitiäiigc 2,4iJMiet., Länge des 
Eisens 0,87, Gewicht 2,027 Kgr. 



f'?- 1- Fig. 12: Gesammtlänge (ohne den Handriemen) 

1,22 met; Gesammtgewicht 2,632 Kgr. , wovon 2,093 
auf die eiserne Keule entfallen. 



Nürnberg. 



A. Essen wein. 



Ansgrabangen bei Dietersdorf. 

Eine Wegstunde südöstlich von Fürsteufeld, 



unfern der ungarischen Grenze, 



liegt der Ort Die- 



tersdorf; etwa 10 Minuten von diesem Doi-fe, wieder 
südöstlich, trennt sich der Gemeindeweg nach Gil- 
lersdorf von jenem nach der Hartmühle an der 
Feistritz ab , und 300 Schritte östlich von dieser 
Gabelung befanden sich Tumuli, die schon seit ur- 
alter Zeit mit Wald bedeckt waren. 

Schon lange bestand bei Geschiehtskundigen die 
Absicht , das Innere dieser Hügel zu erforschen ; 
aber die bestehende Waldkultur machte das Unter- 
nehmen schwierig. Da devastierle heuer die Besitze- 
rin diesen Theil des Waldes, wodurch eine Eröffnung 
der Grabhügel erleichtert ward. 

Es existieren am bezeichneten Punkte 26 Tu- 
muli, gröfsere und kleinere, in ungeordneter Weise 
gelagert. Sie sind sämmtlich kreisrund und be- 
stehen aus Lehm, mit feinem Sande gemischt, so 
wie er in dieser Gegend allgemein vorkommt. 

Am 14. April d. J, wurde auf Anregung des 
Landes-Bürgerschullehrers in Fürstenfeld, Anton 
Kokalj und des Verfassers durch den Ausschufs des 
Bezirks -Museums -Vereins in Fürstenfeld zur Aus- 
grabung geschritten. Die Arbeit dauerte 10 Tage 
und fand stets unter der abwechselnden Aufsicht der 
genannten Lehrer statt. 

Bei jedem Tuniulus wurde ein Durchschnitt ge- 
macht, und man fand die Urnen meistens in der Mitte 
des Hügels und etwas höher gelagert, als die Basis 
des Grabes. -Am ersten Arbeitstage wurde in einem 
Hügel gefunden : 

a. Eine Aschenurne, gewöhnliche Topfform, 18 cm. 
hoch, 16cm. weit, von grauem Thone, stark 
mit grobem Sande vermischt und schlecht ge- 
brannt, mit Asche, Kuocheuüberresten vom 
Menschen und Kohle gefüllt. 

b. Eine Aschenurne, 13cm. hoch, 14cm. breit, 
vaseuähnlich. 

c. Eine Aschenurue, 9 cm. hoch, 7 cm. weit, kelch- 
Hirmig; beide Urnen bestehen aus fein ge- 
schlemmtem grauen Thon und sind sehr hübsch 
gearbeitet. 

d. Drei Schalen aus grauem Thone, schlecht ge- 
luniinl und von roher Arbeit, je 3,3 cm. hoch, 
und 12 cm. breit 



163 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



164 



e. Ein schaleniihnliclies Gefäfs mit einem Dreifufs aus 
gleichem Thone, 13 cm. hoch, 7 cm. breit, mit Erde 
gefüllt. 

f. Ein Thränenglas. 

g. Eine Kupfermünze; auf der Avers-Seite nur ein 
sehr undeutlicher Kopf und die Buchstaben YES . . , 
auf der Revers-Seite eine Siegesgöttin mit einem 
Theile der Umschrift Victoria ersichtlich. 

Ferner Thon- und Glasscherben; darunter der Boden 
eines kugelähnlichen Glasgefäfses , gefüllt mit Knocheu- 
resten, Asche und Kohlen. Der obere Randdurchmesser 
beträgt 10 cm. 

Im zweiten geöffneten Grabe wurde nichts gefunden. 

Am zweiten Arbeitstag wurden 3 Hügel geöffnet, 
doch war die Ausbeute sehr gering. Man fa"nd eine Fibel, 
pincetteähnlich, und die Nadel einer Fibel aus Bronze, 
stark mit Grünspan belegt; dann Knochensplitter, von 
einem Kinde stammend. 

Am dritten Arbeitstage öffnete man 5 Hügel, fand 
aber nichts als etwas Asche, hie und da ein Stück einer 
Urne. 

Am vierten Tage wurden 4 Hügel geöffnet. Man fand 
im ersten Hügel : 

a. Eine Aschenurne, krugähulich, 19 cm. hoch, 13 cm. 
weit, aus demselben Thone, wie die früher gefun- 
denen Urnen. 

b. An Metallgegenständen : eine Bronzefibel ohne Na- 
del , knopfähnliche Eisenstückchen , stark verrostet. 

Im zweiten Hügel wurden an zwei Stellen Urnen 
gefunden : 

a. Eine vasenähnliche Aschenurne, in der Mitte sehr 
stark ausgebaucht, 16cm. hoch, 17cm. breit; der 
Rand ganz schadhaft. 

b. Eine zerbrochene Aschenurne in Topfform ; beide 
aus schlecht gebranntem Thone. 

c. Ein Thränenfläschchen mit Henkel, verkehrt trich- 
terförmig, 12,3 cm. hoch. 

d. Ein sehr zierlich gearbeitetes Stück einer Fibel aus 
Bronze; dann Eisentheile, unkenntlich, welchem 
Zweck sie dienten. 

Im dritten Hügel : 

a. Eine Aschenurne mit einem Dreifufse, mit einem 
darauf liegenden Deckel, der leider zerdrückt ist. 

b. Eine Aschenurne mit Ein- und Ausbauchungen; 
beide Urnen sind aus grauem Thone, sohlecht ge- 
brannt und zerbrochen. 

Im vierten Hügel : 
Eine Aschenurne mit einem Henkel, aus Terra si- 
gillata, auch zerbrochen ; eine Fibel aus Bronze. 
In einem Hügel fand man einige Scherben von einem 
flachen Gefäfse aus grobem Thone ; in einem andern Hü- 
gel sonst nichts als einen auf der Kante stehenden, flachen, 



viereckigen Stein aus Quarz, vom Brande geschwärzt. 
Die Sucht der Schatzgräberei mag vor Zeiten einige 
dieser Hügel einer Operation unterzogen haben; denn 
etliche fand man bereits durchwühlt, so auch diesen. 

Ungefähr 300 Schritte östlich von erwähntem Fund- 
orte befindet sich ein einzelnstehender Tumulus, dessen 
Umgrabung die letzten drei Arbeitstage in Anspruch 
nahm. Es wurde im Durchschnitte von West nach Ost 
gegraben: bald stiefs mau auf Basaltsteine, wie sie der 
nahe Basaltbruch des Dorfes Stein liefert, dann auf Mauer- 
werk aus gleichem Gesteine, mit Mörtel verbunden. Letz- 
teres bildet ein Rechteck von über 3 m. Länge und 2,3 m. 
Breite. Die Dicke der Mauern beträgt 63 cm., die Höhe 
1.3 m. Das Innere dieses Mauerwerkes enthielt eine 
schmale Quermauer, wodurch der innere Raum in zwei 
Kammern getheilt war. Der Boden beider Kammern war 
mit Basalt gepflastert. In der kleineren Kammer be- 
fanden sich eine grofse Anzahl von Thierknochen, beson- 
ders von Nagern. In der gröfseren Kammer fand man 
wenige Thierknochenreste und etwas Asche ; dann zwei 
flache Steine aus Basalttuff, auf der Kante stehend, dar- 
über ein dritter flacher Stein gelegt, wodurch dieselbe 
eine Zelle bildeten; dieselbe war mit Erde gefüllt. Eine 
zweite solche Zelle war in einer Seitenmauer angebracht 
und leer. Gegen Osten verlief das Mauerwerk in zwei 
parallel gehende Mauern, gleichsam den Eingang bildend. 
In diesem Eingange fand man Stücke von zerdrückten 
Urnen. An der Aufsenseite dieser beiden Mauern wurde 
Asche, Kohle und ein Feuerstein gefunden. 

Auf jeden Fall war auch dieser Tumulus schon ein- 
mal geöß'net worden, da man gleich beim Beginn des 
Grabens eine rothe Urnenscherbe und Knochenüberreste 
fand. Die gefundenen Gegenstände wurden dem Bezirks- 
Museum zu Fürstenfeld einverleibt. 

Fürsteufeld. Hans Lange. 



Wappenbrief König Wenzels 

für die Brüder Hans und Claus Gonczmann von 

Staffurt») in der Markgrafschaft Baden. 1392, 

Februar 14. 

Zu den ältesten Wappenbriefen, die uns erhalten sind, 
dürfte derjenige gehören, welchen König Wenzel am 14. 
Februar 1392 den Brüdern Hans und Claus Gonczmann 
von Staffurt verlieh. Derselbe befindet sich mit andern 
diese, wenn ich nicht irre, schon im 13. Jahrhundert 
ausgestorbene Familie betrefl'enden in der Section »Lehen- 
und AdelsarchiV" des grofsh. General-Landesarchivs zu 
Karlsruhe. 



1) StafForth im bad. Bez.-Amt Karlsruhe. 



165 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



166 



Folgendes ist sein Wortlaut : 

Wir Wenczlaw von gotes gnaden romischer kouig 
zu allen zelten merer des reichs und kunig |l zu Beheiiu 
bekennen und tun kunt offenlich mit disem Itrive allen 
den, die in sehen oder hören lesen, das II für uns komen 
sint Hans Gonczman von Staffurt und Claus sein bruder 
unsre liben getrewen und || baten uns mit ileisse, das 
wir in | die nachgeschriben wappen: einen weissen 
Sparren in einem blawen feldeund in der 1 hohe 
desselben spar reu einen roten na gel, als diesel- 
ben Wappen hyrynne gemalt | sint, von römischer machte 
geruehten gnedicliehen zu verleyhen. Des haben wir | 
mit wolbedaehtem mute, rate unsir getrewen und von 
rechter wissen den | egenanten brudern und Iren erben 
die obgeuanteu wappen , als sie hyrynne gemalt sint | 
gnedicliehen verlihen und gegeben, verleyhen und geben 
in die von romisch | kuniglieher macht in craft dicz 
brives, also das sie und ir erben dieselben | wappen uff 
dem schilte und dem heim furbasmer ewiclichen füren 
und der | an allen steten zu stechen, zu turnyren und 
andern ritterlichen werken | beyde zu schimpf und zu 
ernste an aller mcrdclichs hinderuusse gebrauch | en sollen 
und mögen gleicherweis als die von rechtem erblichen 
stammen an | sie komen und geerbt weren. (ludi lun 
wir in dise besundere gnade von der | egenanten rcimi- 
schen kuniglieher machte, das sie und ire erben gleii-h 
andern | edeln ritterraessigen leulcn beyde, zu gerichte 
siezen, recht und urteil siirech [ en, leben versteen, be- 
dienen und behalten sollen und mögen, unschedlich doch 
hieran allermeniclichen an iren wappen. Mit urkuml dicz 
brives, versigelt mit unserer kuniglichen nuuestat insigel. 
Geben zun Betlern "^J nach Crists gehurt dreyczehonhun- 
dert jar und dornach in dem czweyundnewnczigisten jare 
an sand Valenieins tage unserer reiche des behemischen 
in dem newenundczweinczigisten und des romischen in 
dem sechczehendisten jaren. 

Ad mandatum ilonuni i'cgis jo. electus Caminensis 
cancellarius. 

Perg. -Or. mit dem etwas beschädigten Majestäls- 
siegel König Wenzels von Wachs, das an einem Perga- 
mentstreifen an der Urkunde häiiigt. Auf der Rtu-kseite: 
Bartholome de Nova civilate. 

Das in der Urkunde beschriiijene Wapiien ist in den 
Wappenbrief auf rothem Grund coloriert eingesetzt und 
zwar auf Zeile 3 bis IS zwischen di'u Text an den durch 
I markierten Stellen. Die Helmzierde bildet ein blauer 
Vogelpflug mit dem weifsen (resp. silbernen) Sparren und 
dem rothen Nagel. 

Karlsruhe. Dr. Fr. v. Weech. 



Inventar der Bnrg Höliingeu im Jahre 1434. 

Hühingen war eine Burg auf der Westseite des 
Kaiserstubles bei dem Dorfe Achkarren, unweit von Alt- 
breisach. Es gehörte bis zum Ende des 14. Jahrb. dem 
mächtigen Geschlechte der Ursenberger, welches zahl- 
reiche Besitzungen am Kaiserstuhl innehatte. Durch 
Anna von Urseuberg, welche den Ritter Werner von 
Hornberg heiratete, gieng dasselbe in den Besitz des letz- 
teren über, welcher sodann im Jahre 1392 das Schlofs 
mit Zubehör um SÜOO fl. an Markgraf Hesse von Hach- 
berg verkaufte. Von diesem gedieh dasselbe durch Erb- 
schaft an Otto von Hachberg und von diesem wieder im 
Jahre 1415 an den Markgrafen Bernhard von Baden. 
Derselbe setzte im Jahre 1424 Herzog Reinold von ür- 
seliugen zum Vogt des Schlosses ein, und diesem Um- 
stände verdanken wir es, dafs wir noch Nachricht vom 
damaligen Inventar der Burg besitzen; denn bei der 
Uebernahmc des Dienstes wurde vernudhlich f'ilr den 
neuen Vogt ein Verzeichnlfs alles dessen angefertigt, was 
die Burg in sich schlofs, und so entstand das unten zum 
Abdruck kommende Schriftstück. Es ist auf Papier ge- 
schrieben und jetzt der Pergamenturkunde beigelegt, 
welche die Ernennung des Herzogs Reinold enthält. Beide 
betlnden sich im General-Landesarchiv zu Karlsruhe (Vor. 
Breisg. Arcb., Konvoi. 245). 

Die Lektüre des Schriftstückes hinterläfst den Ein- 
druck, dafs Schlofs Höhingen — und ndt den meisten 
Burgen jener Zeit dürfte es ähnlich gewesen sein — sehr 
einlach, ja fast dürftig ausgcslaltet war. 

Von Höhingen stehen jelzl nur noch Ruinen, da die 
Bauern iniBaui'rnkrieg 1525 das Schlofs gebrochen haben '). 

1424. 

Iti'in niyncm herren dem herezogen von Vrsclingen*) 
isl Höhingen daz sloss ju worden •'') von vnscrm gnedi- 
gen herren dem marggrafen vf hüt samstag vor dem 
heiligen Grist tag (äS. Dezember) anno etc. XXIHIo vnd 
ist diss nachgeschriben kost, '') hussrot, gezUge^) vnd 
anders vf disen hutigen tag darinn, daz mins herren dez 
marggrafen ist : 

Zum ersten XXII soume*) nuws wins. 

llem LXXXVIII su'me alles wins wiss vnd ralcs 
(rollie.i). 



2) auch Petlern, nettlern, Zebracli, Mciidici zwisclicii l'iag und 
Pilsen. Vgl. Reg Karls IV., Nr. 3187. 



1) Vergl. Schau-ins-Land. Blätter f. Geschichte u. Sagenwelt 
etc. des Urcisgau's. Freiburg. VI (18~9), S. 9. 

2) Ueber das schwäbische Geschlecht der Herren von Ursliu- 
gen vergl. Stalin, wirt. Gesch. II, 687. 

3) inne werden, zum Besitz werden ; Schmoller-Fr. 1, 95. 

4) Lebensmittel ; Schnieller-Fr. I, 1308. 

5) der Zeug, das Gezeug, Kriegsgerätlie ; (vgl. Zeughaus, Zeug- 
meisteH. Schm.-Fr. 11, 1091. 

(i) Saum (v. lat. sagma) ; Schm.-Fr. II, 279. 



167 



Anzeiger für Kunde der deutsehen A^'orzeit. 



168 



Item LVIII viertel habern, ye seh? sester") für ein 
viertel habern gereehent. 

Item XVIII viertel mehves. ®) 
Der g-eziige. 

Item ein zentener swebels. 

Item zwey fesselin (FäJ'slein) mit bulfer. 

Item ein klein trügelin ') mit bulfer. 

Item ein leget ''') mit bulfer. 

Item ein zentener harczes. 

Paz dut alles zu samen füntT zentener. 

Item zwene zentener blyges. ") 

Item zu-o küpfferin steinbüssen '^J ein kleine vnd 
ein grosse. 

Item ein jsenin (eisern) steinbüsse. 

Item ein ysenin kloczbüsse.") 

Item aber zwo steinen büssen. 

Item Till hantbiissen. 

Item XYII armbrust, gut vnd böse (schlecht); der 
(deren) sint drü ybin '*) 

Item drü nuwe gürtet mit wellkropiTen. '^) 

Item III nuwe gurtein mit siechten (schlichten, ein- 
fachen) kropffen. 

Item IUI alte gürtete, da het der eine einen siechten 
kroptfen. 

Item ein krieg. '*) 

Item ein spannbancke. ") 

Item L fürpfile. 

Item dru tusent guter pfile. 

Item X böser hüben (Hernie, kriegerische Kopfhe- 
deckuny). 

Item ein böser helme. 

Item II böser ysin (eiserner) banczer. 

Item YI schiene ysens (Eisenschienen). 

Item IUI heb ysin (Hebeisen). 

Item XIIII bickel (Spitzhacke). 



7) ein bestimmtes Mafs ('/lo Malter) ; v. lat. sextarius. Schm.- 
Fr. II, 333. 

8) Genitiv v. mhd. mel ; Sclim.-Fr. I, 15S7. 

9) Kästchen; (vgl. Truhe, Trügelia); Schm.-Fr. I, 658. 

10) kleines Fafs, Behälter, (v. lat. lagena) ; Schm.-Fr. I, 1453. 

11) Blei; (Genit. v. mhd. bli). 

12) Steinbüchsen, Geschütze, aus denen Steine geschossen wurden. 

18) Geschütze, aus denen metallene Kugeln in der Weise ge- 
schossen wurden, dafs unmittelbar vor das Pulver ein hölzerner 
Pflock (Klotz) und auf diesen die Kugel gesetzt wurde. Schm.-Fr. 
I, 1342. 

14) Adj. von mhd. iwe, Eibe (taxus) ; Schm.-Fr. I, 16 u. Leser, 
mhd. Wörterb. I, 1464. 

^ 15) Winde zu einer Armbrust. Lexer III, 752, Grimm V, 
2399. Vergl. Zeitschr. f. d. Gesch. d. Oberrh. VI, 61. 

16) üebegeräth. Winde; Grimm, Wörterb. V, 2211. 

17) Bank zum Spannen der Armbrust. 



Item YI exe (Aexte). 

Item ein hantbihel (Handbeil). 

Item drü sesselin '*) vnd II karst (Haue, Hacke). 

Item V beslagen schuseln. 

Item ein wagen. 

Item in der smytten ein ambos. 

Item zwene hörn anboss. ") 

Item II beige (Blnsbälge). 

Item II nagelhamer. 

Item IUI raeissel. 

Item ein beslagezang. 

Item ein stempffel. 

Item YIII Zangen, da ist eine zerbrochen. 

Item II vorhemmer. 

Item ein vorslag. 

Item ein dessel. '^") 

Item II ysen sieget. 

Item ein bitte. ^') 

Item ein küffer bihel (Küferbeil). 

Item ein fuderig vass vol salczes und ein schibe 
salczes (Sahscheibe). 

Item in der grossen kämm er VI bett, klein vnd 
gross, da ist ab (von) dem einen ein böse zieche, ^^) der 
ist eins zilig. â– ") 

Item V pfulwen, '^*) da sint zwene nit gar gut. 

Item YIII küssen böse vnd gut. 
 Item XII lilachen ^^) böse vnd gut. 

Item ein scheifin^®) deklachen (Bettdecke). 

Item Y sergen,") zwo grüne, zwo blow (blau) un 
ein strüTelecht (streifticht, gestreift). 

Item ein langer trocke-^) vnd ein kiste. 

Item vf dem haben erker ein bett, zwey lilachen, 
ein serge, ein pfulwen, zwey kussin. 

Item in der herren kammer zwey bette, ein gross 



18) Deminutiv zu Sachs, mhd. sahs, langes Messer, Schwert. 

19) Ambosse mit Hörnern, Spitzen an den Seiten; Grimm, 
Wörterb. IV, II, 1820, 16 c. 

20) Dechsel, Queraxt, Zimmeraxt, mhd. dehsel (vgl. oben Ses- 
sel = sehsei). Schm.-Fr. I, 483. Grimm 11, 881. 

21) doppelschneidiges Müllerbeil. Schm.-Fr. I, 231. 

22) Bettüberzug; Schm.-Fr. II, 1079. 

23) Wol verschrieben für Zwilich, Zwilch, zweidrähtig ge- 
webtes Leinentuch. Schm.-Fr. II, 1170. 

24) Pfülben, Pfühl, Federkissen, (mhd. pfulwe, aus lat. pulvi- 
nar). Schm.-Fr. I, 435. 

25) Laken aus Leinwand, Leintuch, Betttuch; mhd. linlächen, 
lilächen. Schm.-Fr. I, 1417. 

26) vom Schafe herrührend, wollen. 

27) eine Decke aus einer bestimmten Art von Wollenstoff, 
Sarsche, Sersche (v. lat. sargium, sergium). 

28) Trog, Truhe, Lade ; vgl. oben, Anm, 9. 



169 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



170 



vnd ein kleins, zwene pfulwen, drü kussin. zwo sergen, 
ein golter^"-) yjj(] mi lilaelien. 

In der juncfrowen kammer ein bette, ein pfulwen, 
zwey kussin, der ist eins bloss. â– "') 

In der vinstern kamern ein bloss bettelin, II lilachen, 
ein serge vnd ein kussin. 

Item aber (nochmals) ein blosses bettelin, ein bloss 
pfulwelin vnd ein lilach. 

In der kuchin kammer III bette böse vnd gut, IUI 
lilachen, II sergen, zwen pfulwen vnd vier küssen. 

In der wachter erker ein bloss bettelin , ein bloss 
kusselin, ein bettelin mit einer ziechen, zwey lilachen, 
ein serge, ein kussin mit einr ziechen. 

Item vf dem andern ercker III böser bette, da hett 
eins ein ziech, zwey scheöin decklachen, zwey kussin vnd 
IUI lilachen. 

Item kuchenges chirre. 

Item zwene erin (eherne) hefen, vnd ein der ist zer- 
brochen. 

Item III grosse kessel vnd zwene kleyne. 

Item III pfannen, ein brantreit, *') ein schum loffel 
(Schaumlöffel), ein rost, III hecheln,*'*) II ysen spiss, 
ein fleischmesser, ein scliabe, II hackmesser. 

Item VI siten specks. 

Item zwey messgewant mit allem gezüge (Zuhehör) 
vnd ein messbüch, ein speczial ^). 

Item daby vnd mit ist gewesen Bernhart von Schau- 
wenberg, Johannes Holezecke xnA der keller ^^) zu 



Höhingen. 



Karlsruhe. 



K. Hart fei der. 



29) Bettdecke, besonders eine abgenähte, gesteppte, (v. lat. 
culcitra). Schm.-Fr. I, 908 f. Grimm V, 1623. 
SO) ohne Ueberzug. 

31) Brandeisen, Feuerbock. Grimm II, 300. 

32) mhd. hähel, ein Ilaken , um daran den Kessel über das 
Feuer zu hangen. Sclim. H, 1072. Grimm IV, II, 158. 

331 ?. — 341 mhd. kelhere (aus lat. cellarius), Verwalter der 
"Weinberge und des Weinkellers, dann überhaupt der Einkünfte. 
Grimm V, 515. 



rJrkiindliolu' R<'i<rik(;o zum ProfaiiltaiiwoNcn im 
Miilolallor. 

Mi'ini'iii im Anzeiger XXVIII, 140—141 veröffentlich- 
ten »Revers über das »Reihenrechtf aus dem Jahre 1388« 
lasse ich hier den Inhalt von drei aus dem 14. und 15. 
Jahrh. stammenden und auf das damalige Profanbau- 
wesen Bezug habenden Urkunden folgi>n. Die bcIrefTen- 
den P<.'rgaiiii'nlliandseliriflen bclinden sich im Sladlarfhive 
zu Korneuburg unter Nr. 54, 84 und 25S. Sie sind knl- 
lurgesi-hirlitlifh nicht ohne Bedeutung. 

I. (Nr. ö4). Ich cluinrat der Rat purger zu Newn- 



burch marchthalben') jch Katrey (Katharina) sein haus- 
vraw vnd vnser paider erben wi'r verjehen (bekennen) 
vnd tun chunt allen lawten (Leuten) offenleich mit dem 
prief vmb (über, in Betreff) die frydmawr'*) di der erber 
man chunrat Rarer vnd sein hausvraw Geysel (Gisela) 
gepawt habent auf jrn grünt czwischen vnser payder 
hawser vnd do wi'r an di selben mawr ain stallung an 
gepawt haben vnd daz selb paw vns derselb chunrat 
Rarer vnd sein hausvraw durich vnser fleizzigen pet 
(Bitte) willen erlawbt habent vnd dor vber so verhaiz- 
zen wi'r dem vorgenanten chunrat dem Rarer vnd seiner 
hausvrawn vnd ir paider erben daz wi'r selb oder wer 
vnser haws noch uns ynne hat vnd pesiczt An di vor- 
geuanten mawr vber (gegen) yrn willen nicht hoher pawn 
schulten (sollen) den di mawr hoch ist vnd schullen in 
auch in di maw'r nicht prechen noch trämen^) vnd schul- 
len auch anders an die mawr nicht pawn denn mit ainem 
rafen'*) vnd nicht höher machen denn alz vor verschri- 
ben stet vnd daz verhaizzen wi'r in mit vnsern trewn 
vnd dor vber so geben wi'r in den prief czu einem offen 
vrchund der sach versigelt mit der czwayr erbern man 
insigel vlreich von gärz^) die czeit statrichter do selhz 
zu newnbureh vnd chunrat des fhanhawser purger vnd 
di czeit ayner des Rates do selbz zu newnl>urch dew 
wi'r dor vmb fleizzichleich gepeten haben daz sev der 
sach geczewgen sein mit i'rn anhangenden insigeln in 
paiden an (ohne) schaden Der prief ist gehen noch 
Christi gepifrd drewczehen hundert iar vnd in dem vier 
vnd achczigisten jar des pliinczfagz^) vor sunt Stephans 
tag in dem snyt') (28. Juli.) 

II. (Nr. 84). ICH Gilig**) prugker purger ze Newn- 
burg Markthalben Vnd ich Agnes sein hausfraw Bekennen 
für vns all vnser erben vnd nachkomen offenleich mit dem 
brief Als die erbern Ott perner hanns leubser vnd vlreich 
pawr all drey purger daselbs vnd fraw kathrey Michels 
des frawnschuchl ^) eleiche hausfraw Purgerinn daselbs 
von Wasser wegen So sich in Irn hewsern nuinigueltic- 
leicli von vngewiter begeben hat merkleich grofs ge- 



1) Korneuburg, zum Unterschied von der gegenüber, jenseits 
der Donau, liegenden Stadt ,.Newnburch klosterhalben" (Klostcr- 
neuburg). 

2) Einfriedungsmauer; vgl. der Frid, das Gefride, der Zaun, 
die Einfriedung. Schmeller - Frommann, bayer. Wörterbuch 1, 81G. 

3) in die Mauer nicht einbrechen, noch sie zum Tragen von 
,.trämen" (Balken) verwenden. 

4) Dachsparren, Baumstamm. Sclimeller-Fr. II, 60.3. 

5) Gars, eine Ortscliaft im niedcriistcrrcichischcn Waldvicrtel. 

6) Donnerstag. Schmeller-Fr. I, 437. 

7) die (ietreideerntc. Schmeller-Fr. 11, 586. 

8) Aegidius, franz. Gilles. Schmeller-Fr. I, flO!. 

n) Vergl. den l'flanzonnamen Frauenschilhlein, Marienpantöffel- 
chcn (cypripedinm calceolusl. 



171 



Anzeiger für Kuude der deutscheu Vorzeit. 



172 



preehen vnd schetlen Sumer vud wintter g-euoracu liabeut 
waun dasselb wasser dhaiuen (irgend einen) ausflus uocli 
ausgaug von Irn hewsern nicht hat luugen gehabeu. Also 
haben wir durch trew gunst nach pawrschaft Irer dfnst '<•) 
vnd fleissiger pet willen vnd auch suuderleich nach Rat 
der erbern weisen. . des Richter und des Ratz der Stat 
daselbs ze Newaburg In erlaubt vnd gegünnet ain ge- 
niaurte moring ") aws Irn hewsern durch vnser haws vncz 
(bis) an die verstengt •'^) moring ze machen vns vnd vn- 
serm haws an (ohne) schaden dadurch dasselb wasser 
fliessen vnd ausriunen sol als der brief ausweist den wi'r 
von In darüber haben In solicher maynuug das Sy all ir 
erben vnd uachkomen vnd auch alle die die Ir hewser 
nach In Innhabent vnd besiczent nu hinfur den heutigen 
tag als der briet' geben ist Dieselb moring was lerleich 
daran ze pessern zemacheu notturft beschiecht ((jeHchicht) 
das Ir yeder alsuil (no viel) Im des zu seinem tail in 
seinem haws zugepurt ausrichten (vollführen , machen 
lassen) sol an (ohne) des andern tail schaden vncz (bis) 
an die moring in vnserm haws die mit eysen verstengt 
vnd gemacht ist mit Irm guet an (ohne) vnsern schaden 
angeuerd (ohne Anjlisl, Hinterhalt) Auch ob an der mo- 
ring die aws vnserm haws durch die Statmawr vncz in 
den Statgraben geht Icht (etwas) zemachen zepessern 
not gescheh das sullen wir mitsambt In ainhellicleich 
ausrichten getrewleich vnd angeuer vnd sullen Ir yeder 
von seinem haws darumb vns vorgenanten Giligen prukker 
Angnesen seiner hausfraw vnsern erben oder wer dasselb 
vnser haws nach viis Innhat vnd besiezet uu furbaser 
(fernerhin) Raichen vnd geben ain lebentige gauns die 
Sechezehen wienner phenning") werd sey Jerleichen an 
sand Merttentag '*) an widerred vnd an alles verczichen 
(Zögern) vnd sullen auch mit dem ersten dfnst anheben 



10) Abgabe, Leistung. Schmell.-Fr. a. a. 0. I, 514. Vgl. unten. 

11) Merung (Mering), der Auslauf einer Retirade. Sclimeller- 
Fr. II, 770. — In Niederösterreich kennt man dalier auch den Aus- 
druck „Meringrämcr'' für Kanalräumer, und Mering nennt man 
aufserdem daselbst nicht nur das Rinnsal, in welchem das sog. 
,.Küalibrot oder Mistbrot"' (die Jauche) aus den Stallungen in die 
„Miätgruabn" (Düngergrube) flielst, sondern auch jede stinkende 
„Läkn'' in Höfen, auf Gassen und Strafsen. — Zu Mistbrot vgl. 
Schmeller-Fr. I, 348. 

12) von Stangen umschlossen. Weiter unten kommt die Mering 
„mit eysen verstengt" vor, oder mit eisernen Stangen vei-wahrt. 

13) „Der ältere, von der spätem Kreuzer-Rechnung unabhängige 
silberne Pfenning, wovon man \i Stück unter dem Namen eines 
kurzen, 30 unter dem eines langen Schillings, 240 Stück aber unter 
dem eines Pfundes zusammenfafste , so dafs alle, auch die grölsten 
Summen Silbergeldes bei Pfenningen oder Schillingen und Pfunden 
von Pfenningen benannt werden.'' Schmell.-Fr. I, 428. 

14) Martinstag (11. Novbr.). „Um Martini" wandern die Knechte 
und Mägde ; da zahlt man Zinsen u. s. w. , wurden die Stadtrech- 
nunnge abgehalten. Birlinger, Aus Schwaben II, i:^2. Vgl. auch 



an Mertten tag nagstkunftig Teten sy aber des nicht so 
sullen Sy vns den darnach pessern {entschädigen) mit 
der Zwispil '^) ymnier vber virczehn tag als (wie) anders 
versezzens (versäumt) di'nst in dem lannde ze Oesterreich 
Recht ist vngeuerleich. Vnd ob beschech das Ir ainer 
oder meniger denselben di'nst ab seinem haws losen vnd 
ledigen wolt des hat Ir yeder ganczen gewalt vnd freie 
wal Wann Sy das getun mügen oder wellen mit sechs 
Schilling wienner phenuing vnd den nagsten di'nst damit 
der denn dauon gepdrt zegeben die sullen wi'r von In 
nemen vnd darumb mit aim besiglten Ablos brief ver- 
sorgen '*) Auch ist zeraerkchen ob Ir ainer oder meniger 
denselben di'nst also ablediget So ist er sein erben oder 
nachkomen die dasselb haws besiczent dennoch furbaser 
phlichtig vnd gepunden die Moring mitsambt In zemachen 
vnd zepessern als offt des notturft beschiecht als vor ge- 
schriben stet an alles geuerd Mit vrkund des briefs Be- 
siglt mit meinem obgenanteu Giligen des prugker an- 
hangundem Insigl Darunder ich mich egenante Angnes 
sein hawsfraw mit meinem trewn verpind alles das stet- 
zehalden das vor geschriben stet Geben an sand Kolmans 
tag {13. Oktober) Nach Kristi gepurd vierczehenhundert 
Jar darnach In dem acht vnd zwainozigstem Jare. 

III. (Nr. 203). ICH Niclas wenntlinger bürger ze 
Newnburg Marckthalben vnd Ich Anna sein hausfraw 
Bekennen für vns vnd all vnser erbn vnd tiin kund offen- 
leich mit dem brief allen lewten gegenwurtigen vnd 
künftigen Als der Erber Gilig prugker dieczeit des . . 
Rats der egenanten Slat, ain Maur zwischen vnsers haufs 
vnd seinem Stadel durichlengs {der Länge nach) ab ge- 
fürt vnd aufgepautt hat das vns derselb Gilig prugker 
Agnes sein hausfraw gegunnen geurlaubt {vergönnt und 
erlaubt) habent, an dieselb Ir Maur ze paweu trawm 
{Balken) darhi zelegen vinl darumb sulln wi'r das. wasser 
so von demselben dachwerich (Dachwerk, Dachstuhl) der 
egenanten Maur Rynnet vud tleusset in vnser haus an 
jrn schaden vnd müe auskitten vnd ausfiirn wi'r mugen 
auch vnd all vnser erben nachkomen jnnhaber vnd be- 
siczer des egenanten vnsers haufs an die Maur vnd auch 
auf die Maur so zwerichs {zwerch, quer) von vnserm haus 
an des egenanten Gilig prugker Mau'r geet die weilent 
StelTan Nechel seliger gopautt hat daran trawm vnd ain 



dessen Volksthüml. aus Schwaben II, 191 flf. 193 ff. und 173 ff. — 
Mit „Ifs gens Martini'' beginnt eine Priamel aus dem 15. Jahrh. 
(Pphs. des Stiftes Seitenstetten in Niederösterreich) ; siehe Wacker- 
nagel, Altdeut. Lesebuch 1206. — Ueber die „Martinsgans" s. Men- 
zel, Christi. Symb. II, 112, Friedreich, Symbolik und Myth. der Natur 
587 und Simrock, deutsch. Myth. IV. Aufl. 508. 

15) Verdoppelung. Schm.-Fr. II, 666. 1171. 

16) ihnen eine Urkunde besorgen, (ausstellen lassen), aus wel- 
cher zu ersehen ist, dafs sie von der Abgabe in Zukunft enthoben 
sind, — eine Entlastungsurkunde. 



173 



Anzeiger für Kunde der dcutsrheu Vorzeit. 



174 



daehwerich ob wi'r wellen darauf pawen an alle irrung 
{ohne alle Störung) vud was dann wassers von demselbn 
daehweric-h auf derbenant Maur zwericbsuber {querüber) an 
jr Maur in jr haus Ryunet vnd fleüsset das sulln Sy vnd 
alle die dasselb Ir haus noch .jn jnuhabent vnd besii-zent 
an vns vnser erben vnd nachkomen schaden vnd mue 
ausfurn auslaitten als das der brief so wir von dem ege- 
nanten Gilig prug-ker agnesen seiner hausfrawn haben 
aigentleich ausweiset {besonders, genau narhireisi) wie 
ain berednüfs '■') vud taiding {Verhandlung) zwischen In 
vnd Steffans Nechleni seligen des vnser haus gewesen ist 
geschehen. Dieselb berednufs vnd tayding gelobn wir 
also mit vnsern trewn angeuer stet zehalten vnd darüber 
so geben wir dem egenanten Gilig prugker Agnesen sei- 
ner hausfrawn alln jrn erben vnd auch den die dasselb 
In haus noch jnnhabent vnd besiczent den brief besigilten 
mit der Erbern Hannsen des pehem diezelt des Rats der 
egenanten Stat ze Newnburg vnd "Wolfharts des dorn 
burger daselbs baidenan anhanguuden Insigeln die wir 
des mit fleis gebeten haben In vnd i'ru erben an schadn 
der sach zu gezeugnufs Darunder wir vns verpinden stet 
zehaben alles das souor geschriben stet wann wir aigne 
jnsigil nicht enhaben {nicht haben; en —. mittethochd. 
Negalionsariikel). Geben an Eritag {Dienstag) na'h Inuo- 
cauit in der vassten {JJ. Mdrz] nach Crisli gepiird vier- 
czehonhundert Jar darnach in deüi Zway vud Dreyssigi- 
stem Jare. 

Stockerau. • C. il. Blaas. 



17) Darthuung des Rechtes; (bereden, sein Recht darthun. 
Schm.-Fr. II, 55). 



Liöfrenbcrger Cilaserkontriikt 1511. 

In .Sutorius" Geschichte von Löwenberg II, 73 wird 
angegeben, dafs die dortigen Kirchenväter l.'ill einem 
Glaser, den er unrichtig Schwertner nennt, die Yergiasung 
der Fenster in der Pfarrkirche verdingt hätten. Es ist 
mir gelungen, das Original des Kontrakts unter den im 
Kathsthurm aufbewahrten l'rkunden aufzufinden, welches 
ich seiner eingehenden Fassung wegen für mittlieiJnngs- 
werth halte. Ob der Glaser aus Görlitz stammte, oder 
ob blos über diese Stadt das Material bezogen wurde, 
ist aus dem Schlufspassus nicht zu erkennen. Das Kir- 
chengewölbe stürzte 1Ö12 ein, und erst 1333 konnte man 
eine neue Verglasung der Fenster in Angriff nehmen. 

Noch Christi etc. geborth im .\v vnnd .\i iare (tiill) 
sonnobindis noch Stanislai (10. Mai) hat sich eyn erbar 
rath diesir stat sampl irn kirclivätirn im namen der 
pharkircji i n alliie zu Lewinberg mit dem eriiindTligin 
meist er Haussen Seh Wanten ern glaszesetzirn vmme 
das verglasyn itczt gemeltir kirchin vortragiu noch vol- 
ginihr weise: Erstiicli das genantim Meister Haussen 



die kirciiinvätir gebin vom hundirt guttin venedischim 
glasze zuvorsetczin siebindeluilbin vierdungk hieschir 
(hiesiger) zcalunge itczigir wehre (Währung), selbige 
gut venedisch glasz mit allir zugehorunge, nämlich bleye, 
czien (Zinn) wie allis, szo zum verglaszen volkouielich 
vnnd unabebrachlich gehörig, das eysen alleyne awszge- 
schlossin. sal gen. m. Hanns schicken vnnd genuglich 
versorgin. selbigin alle toifeln och durch sich adir die 
seyn mit seyner darlage vorsetczin. mit diesim bescheide, 
das alle winckilglasz vnnd halbin scheybin gehin der kir- 
chen frey, widirvüibe abir die, szo näbil habin, sal ihm 
die kirche vor vol gäntczlich beczalin. — Item ioz ist 
beredt, das gen. m. Hans keyn gelt von der kirchenu 
hebin wil noch sal, szolange, bisz alle seyne arbeit stehet 
vnnd vorbrocht wirf, alzdenne irst seyn gelt, szo gäntcz- 
lich vorbrocht dovon fordirn vnnd hebin sal bisz vff eyn 
fenstir, nicht das grusle, och nicht das kleyneste sal 
vnbeczalet bleibin austehin eyn gantcz iar. Danoch, szo 
(er) lebendig bleybt, sal ehm wie die aniiern czalet 
vnde vorgnwget werdin; wo {er) abir todesz halbin, da 
got vor sey, iun lirr iiirfrist abeginge. hat sich bewilliget 
die kirche zu eynem zelegerethe ') vnnd gedechtnisz do- 
niile zu voreren. — Item isz ist och bedingt, wo czechchenn 
{Zeehen). sampnunge {Vereine) adir eynlitczige {einzelne) 
personell wurdin geneigt adir gesonen seyn, vil adir 
wenig inn der- kirchin lossin zu vorglasin . sal von irin 
gullin williii vnnd wolgefaliin stchin. wclime sie diesel- 
bige ire arbeit wullin vorgonnen. — Item esz bleybt och 
bei den bey den kiichviilirn vnnd irem wolgefailin, wie 
. . sy . . der kiichin alt ghisz wullin lossin vorsetczin 
adir an wendin. — Item vor szo gethone seyne arbeit, szo 
{er) voibrengt. hat gen. m. Hanns got globt. selbige zu 
gewehrin {liefern) vnwandilbar {fehlerfrei] vnd dovor 
zu sIehin czehn iar: was inn selbigin czehn iarn wandil- 
bar wurde adir hirabe wurde fallin. sal hcv widervnunbe 
setczin vnd vorsorgin mit seyner kost an {ohne) allis der 
kirchin entgeltnisz [Vergütung). — Zum letcztin ist icz 
beredt, das die kirchenvätir gen. m. Hansze fwre eynes 
Wagens von Gorlitcz mit irer darJoge vnd vorsorgniige 
hireyn suitin bestallin, freyenn vnd awszrichtin. -- 
Sulchin Vortrag vnd contract liabinn genante beide parlh 
gelibet vnd kegin enandir angennhmen vnde vnvorbroch- 
lich, trewlich vnd vngelerlich enandir zu haldin etc., der- 
halbin tczwue {2) zcediln awtz enandir lossin schneidin 
. . , welcher ider teyl eyne zu vnvorgesziichim gedeciü- 
nisz zu sich giMioluuen vnnd behaldin. (Liiwenb. Kir- 
ciieniirkunden, Nr. 129). 

Bunzlau. Wer nicke. 

1) Seclgeriithe, was von der Verlassenschnft eines Verstorbenen, 
zum Heil seiner Seele, einer Kirche , Kloster etc. für Seelenmessen 
Jabrtage u. dgl. vermacht ist. Schm.-Fr. II. 165. 



175 



Anzeiger für Kunde der deutsL-hea Vorzeit. 



176 



GewicbtreTision zu Leipzig 151$. 

Dem Rathshaiidelsbuch d>'r Stadt Leipzig (IV, 225) 
entnehmen wir folgenden beachtenswerthen Eintrag: 

»Anno dm. x\''= xviii"- under der regirung-e des bur- 
germeysters Beuedicti Beringershaiu seindt alle fleisch 
gewichte, beyde der eynwoner und auch der uff dem 
lande, die in die stadt geschlacht haben, auffgezcogen 
wurden, und seindt eines teils vil zu schwere, und eins 
teils vil zuleichte, und also gantz ungleich befunden 
wurden, und dieweill kein sunderlich fleischgewichte Wid- 
der in der wage noch uf deme rathau(i befunden, noch 
an den enden inn buchern nichts davon beschrieben fun- 
den, sondern allein das die alden wagkscheider zcwey 
loth kram gewicht« zu einem pfunde kramgewichts gelegt, 
und haben also ein pfundt und zcwey lot kramgewichts 
vor ein pfundt fleischgewichts gehalden. Aber die alden 
messene {me-fHingene) fleisch gewichte die die fleischer 
gehabt und mit des rats wappeu seindt vorzceichindt ge- 
west, haben damit nicht wollen ubereintreffen, sondern 
seindt etwas schwerer gewest darumb haben die rethe 
manicherley betrachtunge und rathschlege gehabt, wie 
schwer doch ein] pfundt fleisch gewicht sein muste, nach 
austeylunge des zcentners, und ist der Leyptzische zcent- 
ner der mit dem Xurembergischen zcentner gleich uber- 
ein triefft erstlich geteilt wurden in hundert und zcehin 
pfundt kramgewicht und ein igUch pfundt kramgewicht 
in XXXII lot geteilt und macht dreytausent funfliiindert 
zcwentzig lot, forder {ferner) haben sie aus X X X I V '/^ 
loten kram gewichts gemacht ei'n pfundt fleisch- 
gewichts, und seindt also aus hundert und zcehin pfuu- 
den kramgewichts, nicht mehr wurden, dann hundert 
und zcwey pfundt fleischgewichts, und ist nicht mehr, 
dann ein loth kramgewicht ungeteilt blieben, und ist also 
recht aufgeteilt, und die alden fleischgewichte, mit des 
rats zceichen gezceichnet, haben damit gleich uberein 
troffen, darauf abezunemen, das das das rechte fleischge- 
wichte sein mus, ^vie es die alden außgesatzt, demeuach 
haben die rethe alle fleischgewichte, die nicht rechtfertig 
gewest, vonn einwonern und landfleischern, zu sich ge- 
nomen und yne die uff des rats unkost rechtfertigen las- 
sen, und darzu ander mehr recht gewicht gegeben, da- 
mit sich hinforder yr keyner, wu {ico^^wenn) er mit un- 
rechtem gewichte befunden) zuentschuldigen habe. Da- 
raus erscheint clare daseinLeiptzischer zcent- 
ner mit deme Nurembergischem ubereintrieft, 
und das 1"= und x ft kramgewicht ein zcentner 
machen und 1<= unnd II ft fleischgewicht auch 
ein zcentner machen weniger eins lots." 



Von späterer Hand (1535) sind die Verhältnisse des 
Fleischgewichts zu Torgau und anderer Städte zum Kram- 
gewicht Leipzigs hinzugefügt. (Vgl. darüber Nr. 5, Sp. 132, 
woselbst .jedoch Zeile 4 v. u. für Leipzig »Dresden« zu le- 
sen und Z. 3 V. u. »';'j« zu streichen ist.) Das Hallesche 
Fleischgewicht wird nebenher als »1 Loth leichter« an- 
gegeben. 

Dresden. Theodor Dist el. 



Knnstgeschichtliches aus dem Testamente eines 
Geistlichen, 150$. 

Thomas Rademann, Pfarrer in öiersdorf (Kr. Löwen- 
berg) vermachte letztwillig u.Ä. Folgendes: «vnum flore- 
num vngaricalem pro fabrica ecclesie Wratislaviensis 
oathedralis aut eins valorem, duas casulas, vnam eyn 
gelekennin, alteram grunesampt cum N albis; vuum mis- 
sale Impressum, calicera deauratum. cum pacifi- 
cali argenteo; tres tabu las cum ymaginibus de 
passione domiui. .aliam scul p l a m cum imagine b. Marie, 
et cum N imaginüius, tercia tabula (!) de presentacione b. 
Virginis cum duabus alis, item apparicio Salvatoris, 
S. Gregorii, ymagines trium regum, facies (!) Salvatoris 
ad altare in capella b. Virginis sub valva ecclesie paro- 
chialis Bouslaviensis. Weiter bestimmt er: Omnes libri 
in asseribus ligati debent poui in conventum fratrum 
(sc. ord. Doiuinici) inBouslavia in cistam et ligari et 
chathenari in falangam (!) ferream cum duabus sei-is, ad 
quos libros superior in claustro vnam clavem et conventus 
vnam habeat. Tres viaticos assigno amico meo Martino 
Wittigk cum duabus tunicis. videlicet blanca et grisea.« 
Das von dem Kleriker der Breslauer Diöcese Andreas 
Johannis von Krossen ausgefertigte Notariatsinstrument 
liegt im Buuzlauer Rathsarchiv (X. Nr. 1). Ueber den 
Verbleib der geschenkten Sachen liefs sich ebensowenig 
etwas ermitteln, wie über das Schicksal des in Rede stehen- 
den Marienaltars, dessen Standort in einer Seitenkapelle 
im südlichen Schiff der hiesigen Pfarrkirche, nahe bei dem 
Haupteingauge (einmal porticus genannt) gewesen sein 
mufs. Bischof Johannes Thurzo von Breslau confirmierte 
am 9. Oktober 1509 die Stiftung eines jährlichen Zinses 
von 15 Mark zu diesem Altare, für den er den obenge- 
nannten .AI. Wittich. den Schwestersohu des Testators 
zum Mefspriester investierte. Am 5. Nov. 1517 stiftete 
Katharina, verw. Reinliold, (laut Schöppenbrief) 1 Mark 
jährlichen Zinses »für das neue Gestifte in unserer Pfarr- 
kirche in der Kapelle U. L. Fr. zu Lichtern.« 

B u n z 1 a u. W e r n i c k e. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G K. Frommann. 

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Essen wein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 

Gedruckt bei U. K. Sebald in Nürnberg. 



Mit einer Beilage. 



BEILAGE ZÜ3I ANZEIGER FIR lOJXDE DER DEUTSCHEN^ VORZEIT. 

1882. J^'s 6 11. 7. Juni n. Juli. 



Chronik des germanischen Museums. 



Nürnberg, den 25. Juni 1882. 

Die z. Z. hier stattfindende bayerische Landes-Industrie- und 
Kunstausstellung veranlafst einen bedeutenden Fremdenzuflufs in 
unsere Stadt. In Folge dessen sind auch unsere Sammlungen, ins- 
besondere an jenen Tagen, an denen auch Nichtangehürige kein 
Eintrittsgeld zahlen, lebhafter besucht als sonst, sodafs sich Aen- 
derungen in den Besuchsstunden und die Wiedereröfi'nung unserer 
längst geschlossenen, aber alten Freunden in gutem Gedächtnisse 
stehenden Herrentrinkstube während der Dauer der Besuchsstunden 
als dringende Kothwendigkeit herausgestellt haben. 

Während wir diesen Bedürfnissen entsprechen konnten, macht 
sich ein Mangel bei dem oft unsere Raumverhältnisse weit über- 
steigenden Besuche sehr fühlbar, ohne dafs wir sofort abhelfen 
können. Es ist dies der Umstand, dafs die für das Publikum be- 
stimmte Treppenanlage bis jetzt nur im Projekte besteht, aber, da 
der Bautheil, worin sie vorgesehen ist, bis jetzt noch nicht zur Aus- 
führung gelangen konnte, noch nicht ausgeführt ist, so dafs die an 
manchen Tagen einige tausend Köpfe starke Besuchermenge auf 
die blos für den inneren Dienst berechneten schmalen Verkehrs- 
treppen angewiesen ist, auf denen Stauungen unvermeidlich sind, 
so dafs wir beinahe an allen Tagen mit freiem Eintritte melirere 
sonst sehr gerne gesehene Abtheilungen zu unserem lebhaften Be- 
dauern gänzlich absperren müssen. 

Erfreulich ist uns ganz besonders das Interesse an unserer 
Sache , welches die Besucher mitbringen und in erhöhtem Mafse 
wieder mitnehmen. Erfreulich ist uns auch die grofse Zahl alter 
Freunde der Anstalt, die bei dieser Gelegenheit wiederkommt, be- 
sonders ehrend der Besuch durch manche hochgestellte Gönner, bei 
denen namentlich auch die neuen Räume und Einrichtungen Aner- 
kennung finden. 

Neben der Anerkennung fehlt es aber auch nicht au freundli- 
cher Unterstützung. So hat bei Gelegenheit eines Besuches Herr 
Graf V. d. Recke -Vollmerstein sich im Namen seines Geschlechtes 
bereit erklärt, irgend einen Bautheil, der sich um den Betrag von 
1000 — 2000 m. herstellen läfst, auf dessen Kosten ausführen zu las- 
sen, und hat sich dahin zielende Vorschläge von unserer Seite er- 
beten. Herr Fabrikbesitzer Mesthalcr in Nürnberg hat uns einen 
Beitrag von 200 m. zum Ankaufe eines Gipsabgussus des alten Gos- 
larer Kaiserthrones (jetzt im Besitze Sr. kgl. Hoheit des Prinzen 
Karl von Preufsen) übergeben. Die Zusage eines Gipsabgufses 
einer als gleichzeitig geltenden Reiterstatuettc Karls d. Gr. , die, 
aus Metz stammend, jetzt in Paris sich befindet, danken wir 
Sr. Excellenz dem Herrn Statthalter von Elsafs-Lothringen, Fcld- 
marschall von Manteuffel. 

Bei Gelegenheit eines Besuche^ in der Anstalt, die er schon 
bei der F.ntstehung gekannt und deren Entwicklung er durch wie- 
derholte Besuche fortgesetzt betrachtet hat , zeichnete der kaiserl. 
Ministorresident von Holleben in Huenos-Ayres den jährlichen Bei- 
trag von 75 m. 



Der Fonds zur Erwerbung nürnbergischer Kunstwerke, der in 
jüngster Nummer erwähnt ist , hat beträchtliche Fortschritte ge- 
macht. Unter den Geschenken, die wir in solch grofser Zahl dem 
deutschen Buchhandel zu danken haben, nimmt eine freundliche 
Sendung der Speemann'schen Verlagshandlung in Stuttgart, die heute 
im Geschenkeverzeichnisse bestätigt ist, eine hervorragende Stelle ein. 

So schön diese Thatsachen sind, so sehr sich die Freunde un- 
seres nationalen Museums der gedeihlichen Entwickelung der An- 
stalt erfreuen dürfen, ist doch auch denselben im Laufe der Zeit 
mancher Schmerz nicht erspart geblieben, wenn ein treuer Mit- 
arbeiter den andern in die Ewigkeit folgte. Wie wenige sind mehr 
am Platze , von denen, die mit frohem Muthe seiner Zeit mit Frei- 
herru v. Aufseis die Mühe auf sich genommen hatten, das grofse 
Weik zu errichten. Fast alle, die den ersten Verwaltungsausschufs 
gebildet, sind heimgegangen und Mancher ist schon gefolgt, welcher 
deren Nachfolger war. Auch das laufende Jahr hat dem Verwal- 
tungsausschusse wieder schwere Verluste bereitet. Schon im Beginne 
desselben wurde ihm in Prof Stumpf- Brentano in Innsbruck ein 
zwar nicht langjähriges, aber desto eifrigeres und treueres Mitglied 
durch den Tod entrissen, ein Mitglied, auf das noch so viele Hoff- 
nungen gesetzt waren. In den jüngsten Wochen aber hat der Tod 
zwei Opfer gefordert, den langjährigen und vielbewährten ]\Iit- 
arbeiter Prof. und Direktor H. Hettner in Dresden, der stets mit 
Eifer und Erfolg an den so wichtigen Berathungen gerade in der 
Entwickelungsperiode Theil genommen hatte, und Fabrikbesitzer 
Jobs. Zeltner in Nürnberg, einen der Veteranen des Ausschusses, 
der in schwieriger Zeit wiederholt den Finanzen des Museums re- 
gelnd unter die Arme gegrifl'en hatte. 

Wer weifs, welche Fülle von Mühewaltung und Geduld, welche 
Treue zur Sache von Seite jedes einzelnen Mitgliedes nOthig war, 
bevor der Verwaltungsausschufs sich des jetzigen Gedeihens der 
Anstalt erfreuen durfte, wird den Schmerz begreifen, den jedes 
offene Grab den Zurückbleibenden bereitet. 

Seit der Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden 
folgende neue Jahresbeiträge angemeldet: 

Von öirFiilIichen Knsseii : Hohenstein (Sachsen). Stadt- 
gemeinde 5 ni. 

Von l'riTateii : Bamberg, (i. Roth, Grofshändler, 3 m.; M. 
Wenglein, Grofshändler, 3 m. Berlin. Professor Dr. Aegidi, geh. 
Legatiousrath, 10 m.; Heinr. Busse. Direktor, 3 m.; Rud. Busse, Ober- 
inspektor, 3 m.; Dr. Ludwi'; Ii^niilsohn 3 m.; von Dittfurth, Reg.- 
Ratli, 10 m.; S. Elster, FabriUbe>:;zer, 15 m.; A. Frentzel, Kom- 
merziniratli, 5 m.; F. Gcselscliap. Historienmaler, 5 m.; II. Gladen- 
beck. llofl)ildgiel'ser, 3 m. ; Alb. Gr.ibo, Stadtverordneter. 3 m.: Frau 
llau])tniann llanning 3 m.; R. Hardt, Kaufmann, 5 ni. ; J. G. Halske, 
Stadir:Lth, l.'Ui. ; Kayser u. v. Grofsheim, Architekten, 10 m.; Parri- 
sius, Dircktoi- der Genossenschaftsbank, 3 m. ; Dr. pbil. Pätel, Ver- 
lagsbuchhändltr , 10 m.; von St. P.iul, llofmarschall a. D., 5 m.; 
Prof. Reulcaux, geh. Hi'g.-Iiiith, 10m.; H. Sagert, Kaufmann, 5 m. 
Schöne, Generadirektor der kgl. MuNi.n. 20 m. Bremen. Peter 
Heinrich Ulrichs, Privatmann , 10 m. Chemnitz. Friedr. Ludw. 
Bruno Froitzsch, Buchhulr., 3 m. ; Frau Uttilie Götze, Kommerzien- 



179 



Anzeie-er für Kunde der deutschen Vorzeit. 



180 



rathswittwe, 3 m. ; Ferd. Kob. Heusinger, Baumeister, 10 m. ; Karl 
Fricdr. Leuthold, Apotheker, 3 m. ; Dr. Volkmar Stadler, Rechts- 
anwalt. 2 m. ; Friedr. Paul Wittich, Landger.-Assessor (statt bisher 
1 m. 80 pf.), 2 m. Dresden, von dem Bussche-Streithorst, Premier- 
lieutenant, 10 m. : Otto Gröber, Kaufmann, 5 m. Fürth. Karl Mei- 
uel. 1;. Studienlehrer, 2 m. Gaildorf. Mettler, Pfarrer, 1 m. 70 pf. 
Gemünden a. M. Conrad, Expeditor, 1 m. ; .A.dalbert Hauck, Rechts- 
praktikant, Im.; R. Kai-tel , Rechtspraktikant , Im.; W. L. Net- 
schert. Holzhändler, 1 m. ; A. Reinhard, k. Notar, 3 ni. ; Fr. Ruder, 
k. Oberamtsrichter, 1 m. ; Ludw. Schupf, k. Post- u. Balinverwalter, 
3 ra. : Stangl, k. Rentbeamter, 1 m. Hildburghausen. Robert, Grols- 
hiindler, 3 m. : Heinr. Scheller, Grolshdir., 3 m. Hildesheim. Andre 
Albrecht, Ofeufabrikant, 3 m. ; Bruno Gersteuberg, Buchhändler u. 
Buehdruckereibesitzer, 3 m. ; V. Kaufmann, Landesökonomierath auf 
Domäne Steuerwald ,5m.; Gustav Liecke , Lederfabrikant ,3m.; 
Schwartz, Stadtbaumeister, 3 m. ; Weinhagen, Rechtsanwalt, 5 m. ; 
Fr. Wilkens, Architekt, 5 m. ; Daniel Züpfchen, Bildhauer, 3 m. 
Homburg v. d. H. Schultz-Leitershofen , Kurdirektor, 3 m. Kissin- 
gen. Dr. Beyerlein , k. Bez.-Arzt I. Klasse und Brunnenarzt, 2 m. ; 
Demuth , Inspektor des Aktien-Bades, 2 m. ; Hertel , k. b. Premier- 
lieutenaut und Adjut. des Landwehr-Bezirkscommandos, 2 m. ; Wald- 
maim, Professor a. d. Realschule, 2 m. ; Wirth, k. Aufschläger, 2 m. 
Nürnberg. Dr. Ma.x Emmerich, prakt. Arzt, 3 m. ; Berthold Main- 
zer, Cigarrenfabrikant, 2 m. ; Balth. Perge, Hausmeister, 2 ni. ; Jean 
Pohl, Privatier, 3 m. ; Sigmund Rosenfeld, Kaufmann, 6 ni. ; Aug. 
Schirmer, k. Landgerichtsrath (statt bisher 3 m.), 5 m. ; Wilhelm 
Tretzel, Lehrer an der k. Kreisrealschule, 3 m. ; Alfred Wagner, 
Stadt. Ingenieur, 3 m. Sonneberg. Hugo Dressel, Kaufmann, 2 m. ; 
Frank, Steueramtsassistent, 2 m. ; Kost, Amtsverwalter, 2 m. ; Völ- 
ker, Forstmeister, 2 m. 

Einmalige Beiträge wurden folgende gegeben: 
Von Privaten: Berlin. Richter, Banquier, 10m.; Rudolf 
Springer 5 m. Chemnitz. Buhmig, Justizrath, 3 m. : Mayer, Lehrer, 
1 m. 50 pf. ; Merbach, Ingenieur, 2 m. Hildburghausen." Ungenann- 
ter 1 m. 

Uusern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu : 

L Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Samm- 
lungen, 

(Nr. 8583—8592.) 

Altöttlng. Meyer, Bezirksamtmann: Armring aus Bronze, ge- 
funden bei Eichstätt. — Basel. Nötzlin- Werthemann : Sechs 
mittelalterliche Silbermiinzen , von einem Funde zu Basel. — Chem- 
nitz. Otto Arndt, Kaufmann: Werk einer Taschenuhr vom 16. 
bis 17. Jahrh. — Nürnberg. Bock, Zahnarzt: Eine Partie Kupfer- 
stiche, Lithographieen etc. des 17.— 19. Jahrh. Lippmann, Ober- 
inspektor: Schlüssel des 14. Jbrhdts. — Potsdam. J. Lange, Rent- 
ner : 7 mittelalterliche Silbermünzen aus dem Funde zu Götz. — 
Stockerau. C. M. Blaas, Professor: hölzerne Wachsziehersform 
(Backwerksform ?) für ein sogen. Dreikreuzmesser. — Stuttgart. 
K. württemb. Statist. -topograph. Bureau: Archäologische 
Karte von Württemberg, 4B1]. — Wallerstein. Dr. Frhr. v. Löf- 
felholz, Direktor der fürstl. Sammlungen: Eine Partie französi- 
sches und deutsches Buntpapier des 18. Jhrhdts. — Wunsiedel. Ad. 
Beer: Beinerne Schnupftabaksdose von 1811. 

IL Tür die Bibliothek. 

(Nr. 46,128—46,199.) 

Berlin. Kais, statistisches Amt: Dass. , Statist. Handbuch 
für das deutsche Reich; III. Jhg. 1882. 8. Otto Spamer, Ver- 
lagsh. : Schmidt, illustr. Geschichte von Preufsen ; 38. u. 39. Lfg. 8. 
— Bremen. Freih. Dr. v. Eelking: Die Sammlungen für Kunst 



und Wissenschaft, nachgelassen durch Freih. Carl Rolas du Rosey ; 

1. Abth. 1863. 8. — Dresden. H. Klemm, Direktor und Redak- 
teur: Boum der sypschafi't. Heidelberg, Knoblochzer (um 1485).'2. 
(Hiortus sanitatis etc. Argentorati, Job. Prüls (e. 1490.) 2. Jour- 
nal für Fabrik, Mauufactur, Handlung und Mode; Bd. 2 — 8. u. 10 
—33. 1797—1807. 8. — Friedberg (Hessen). Dr. Friedr. Möl- 
ler, Realschuldirektor: Schoner, gnomonice etc. libri tres. 1562. 

2. Lencker, Perspectiva etc. 1571. 2. Die Mappe, illustrirte 
Fachzeitschrift für dekorative Gewerbe etc. ; Bd. 1, 1 — 18 u. II, 1 

— 11. 1881 u. 82. 4. — Innsbruck. Freiherr Leopold von 
Bo:"h: Ders., das Schlois der Karolinger an der Ell)e. 1882. 8. 

— Leipzig. E. A. Seemann, Verlagsh. : Dohnie, Kunst und Künst- 
ler des 19. Jahrh. Lfg. 1. 1882. 8. Die deutsche Renaissance 
etc.; Liefg. 134—136. 2. - München. J. J. Lentner'sche Buchh. 
(E. Stahl): Mühlbauer, thesaurus resolutionum s. c. concilü etc.; 
tom IV. fasc. 12. 4. -- Nürnberg. C. F. Gebert, Numismatiker: 
Ders., Münzen von Löwenstein -AVertheim. 8. Sonderabdr. Ma- 
ximilians-H eilungs-Anstalt : Dies., 68. Jahres-Bericht etc. 
vom J. 1881. 1882. 4. Wagner, städt. Ingenieur: Graduale Ro- 
manum. 1652. 2. Antiphonarium Romauum chori Beroniensis. 1771. 
2. — Rostock. Dr. Reinb. Bechstein, Universitäts- Professor: 
Sommer, die Metrik des Hans Sachs. 1882. 8. - Stuttgart. 
J. Engelhorn, Verlagsh.: v. Leixner, unser Jahrhundert; 42. — 
45. Lfg. 8. W. Speniann, Verlagsh.: v. Falke, Hellas und Rom. 
2. Lübke, B. Neher's Fresken im Schiller- und Göthe- Zimmer 
des grofsherzogl. Residenzschlosses zu Weimar. Imp. 2. v. Falke, 
Costümgeschichte der Culturvölker. 8. Laistncr, Golias. Studenten- 
lieder des Mittelalters. 1879. 8. Repertorium für Kunstwissen- 
schaft ; Bd. I, 3. u. 4. Heft. 1876. 8. Geschichte der technischen 
Künste, hrsg. von Bücher; 9.-13. Lfg. 1882. 8. Platz, Geschichte 
des Verbrechens der Aussetzung. 1876. 8. von Binzer, drei Som- 
mer in Löbichau, 1819-21. 1877. 8. von der Linde, Guteuberg. 
CTeschichte und Erdichtung aus den Quellen nachgewiesen. 1878. 
8. Prokesch-Osten, mein Verhältnifs zum Herzog von Reichstadt. 
1878. 8. Janitschelf, die Gesellschaft der Renaissance in Italien und 
die Kunst. 1879. 8. Kultur-historische Stammbücher ; I— V. 8. — 
Trier. Fr. Lintz'sche Bnchhdl. : AVestdeutsche Zeitschrift für Ge- 
schichte und Kunst, hrsg. von Hettner & Lamprecht ; Jahrg. I, 2. 
1882. 8. — Tübingen. Universität: Tübinger Universitätsschrif- 
ten a. d. J. 1881. 4. 27. Zuwachs -Verzeichnil's der k. Universi- 
täts-Bibliothek, 1880—81. 4. Eiben, zur Lehre von der Waareu- 
fälschung. ISSl. 8. Haas, Versuch einer Darstellung der Geschichte 
des Krümmungsmaises. 1S81. 4 u. 32 weitere akadem. Schriften. 

— Wien. Dr. Ed. Freiherr von Sacken: Ders., über einige 
wenig bekannte Kunstdenkmale des späten Mittelalters und der 
Früh-Renaissance in Niederösterreich. 4. (Sonderabdr.) — Wiscon- 
sin. Naturbistorischer Verein: Ders., Jahres-Bericht etc. f. 
d. J. 1881—83. 1882. 8. — Wismar. Dr. Fr. Crull: Ders., Mi- 
chael Kopmanns Chronik St. Nicolai zu Wismar. 1882. 8. (Sonder- 
abdr.) Ders., die Decoration des Innern der Kirche St. Nicolai zu 
Wismar. 1882. (Sonderabdr.) 

III. Für das Archiv. 

(Nr. 4794—4796.) 

Jena. Dr. med. Fr. Ried: Bestätigung des adeligen Herkom- 
mens des Adrian von Barpen zu Efifeldt, Stiftsherrn zu S. Peter in 
Stral'sburg, durch den Bürgermeister, die Schöffen und den Rath 
zu Aachen. 1629. Pap.-Kopie von 1692. Brief des C. G. L. Rink 
in Altdorf an Dr. Job. Gottfr. Bauer zu Leipzig. 1735. Autograph. 

— Nürnberg. G. Arnold, Grofshändler: Testament des Gg. Gott- 
fried Fendler und seiner Frau. 1777. Perg. Eine Sammlung von 
(Juartierzetteln, Nürnberg, 1800—1816. Fritz Lippmann, Ober- 
inspektor : Kaufbrief des Klosters Ettal an das Kloster Varnpach 
über den Antheil an den Gütern, welche Sebastian Frhr. v. Wämp- 
pel hinterlassen hat. 1726. Perg. 



181 



Anzeierer für Kunde der deutscheu Vorzeit. 



182 



SchriCteii der Akademieen, Museen iiiid liistorisclien Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind : 



Historischer Verein für Mittelfranken : 
.Einundvierzigster Jaliresljericbt. Ansbach, 1881. 4. Vorbericht. 
Barbara von Hohenzollern, Jlarkgräfin von Mantua. Von Bernh. 
Hofmann. — Kleinere Mittbeilungen : Die Wüstung ,.Bremmuzelum" 
bei Ansbach. — Einhulung an den Dekan des Gumpertusstifts zu 
Onolzbach zur Fastnachtsfeier 1461. — Oberammergauer Schnitzerei 
schon 1520 berühmt. — Theobertus de Nuernberga 1420, Mag. Heiu- 
ricus Rieger de Pegnitz 1433, Fr. Georg Mair de Dinkelsbühel 1447. 

— Terenz- u. Horaz-Handschriften auf Schlofs Cadolzburg gefer- 
tigt. — Die „deutschen Lefsbücher" Kurfürst Friedrichs I. — Kur- 
fürstin Margaretha von der Pfalz, eine Meisterin edler Frauenarbeit. 

— Zu Kaspar Bruschius' Biographie. — Die Ankunft Ludwigs XIV. 
in Strafsburg am 15/25. Juni 1683, nach der Aufzeichnung des dor- 
tigen Studiosus Ernst Gg. Schulin aus Ansbach. — Ein Brief E. 
V. Bandeis. 

Aachener Geschichtsverein: 

Zeitschrift etc. IUI. Bd. 1. u. 2. Heft. Aachen, 1682. 8. Das 
Kreuzbrüder -Kloster Schwarzenbroich (Mathiasthal) und das Sijital 
zu Gleich. Von E. von Vorst-Gudenau. — Die Bockreiter im Lande 
von Herzogenrath und Umgegend. Von J. J. Michel. — Genovefa 
Ein Aachener Schuldrama. Von Ant. Birlinger. — P. P. A. Po- 
chollc. Eine Erinnerung an die napoleonische Aera. Von A. von 
Eeumont. — Ein Bruderschaftsbuch der ehemaligen Pfarrkirche St. 
Stephan zu Cornelimünster (1423 — 1553). Von Emil Pauls. — lie- 
ber das Verfahren des Burtscheider Schöffengerichts in schwierigen 
Criminalfallen u. bei Exekution zum Tode verurtheilter Verbrecher. 
Von P. St Käntzeler. — Kleinere Mittheilungen. — Literatur. 

Kais. Leopold ino-Curolinische deutsche Akademie 
der Naturforscher zu Halle a. S. : 

Leopoldina etc. lieft XVHI, Nr. 5-8. 1882. 4. Akademie- 
Angelegenheiten. — Johann von Lamont. Von C. v. Orff. — Bei- 
trage zur Geschichte der Phjsik. Von Dr. E. Gerland. ^ Literatur. 

Naturwissenschaft!. Gesellschaft Isis in Dresden: 

Sitzungsberichte etc. Jhg. 1881. 1882. 8. (Mit 3 Tafeln.) 

Verein „Herold" in Berlin: 

Der deutsche Herold. Zeitschrift etc. XIII. Jhg. 1882. Nr. 3 
u. 4. Mit 2 Tafeln. 4. VereinsangeJegenbeitcn. — Bericht über 
die Thiitigkeit des Vereins für geschichtliche Hilfswissenschaften 
„Roter Löwe" zu Leipzig im Wintersemester 1681/1862. — Ein 
bürgerliches Wappenbuch aus dtm Anfange des 18. Jahrhunderts. 
(Mit Abb.) — Borante von Borantenhagcn. Von Seyler. — Die Ur- 
sache der Seltenheit alter Petschafte. Von F. Hauplniann. — Kleine 
Beitrüge zur Genealogie derer von Stcdingk. Von L. Clericus. — 
Beitrag zu den württcmbergisclien Standcscrhebungcn. Von Tb. 
Schön. — Epitaphien in der St. Nicolaikirche zu Spandau. Von 
R. Beringuicr. — Die Rcidisfreiherren von Eelking. Von H. K. 
Eggers. (Mit 1 Tafel.) — Literatur. — Miscellen. 

Vierteljahrsschrift für Heraldik etc. Hrsg. von dems. Verein. 
1882. I. Heft. 8. Verzeichnifs gedruckter Familiengeschichten 
Deutschlands und der angrenzenden Länder und Landestheile. Zu- 
Bammengcstellt von Hans von Pritwitz und Gaffron. — Zur Ge- 
schichte des Besitzes des schlesischen Adels. Von Freih. Emmo 
Grote. (Schi.) 



Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin: 
Monatshefte etc. XIV. Jhg. 1882. Nr. 4 und 5. 8. Mit 3 
Musikbeilagen. 2. Bd. S. 167- 174. Die Singweisen des Stadt- 
Lüneburg. Gesangbuches. Mitgeth.' von Bode. — Zur Geschichte 
der Guitarre. Von Wilh. Tappert. — Tofenliste des Jahres 1881, 
die Musik betreffend. Von R. Eitner. — Anzeigen. — Mitteilungen. 
Kunstgewerbe- Verein zu Magdeburg: 
Pallas. Zeitschrift etc. 111. Jahrg. 1881. Nr. 4. und 5. 4. 
Vereinsangelegenheiteu. — Ein magdeburgischer Schatz. Von L 
C. — Literatur. 

Verein für hamburgische Geschichte: 

Mittheilungen etc. 5. Jhg. 1682. Nr. 3. Vereinsnachrichten. 

— Chronologische Kleinigkeiten zur deutsch-dänischen Geschichte. 
Von H. Koppniann. — Kasselzeug. Von dems. u. A. — Vom Ham- 
merbrook. Von Ilf W. C. Hübbe. — Münzfund in Duveustedt. 
Von F. Voigt. — Literatur. 

Verein f. Gesch. und Alterthümcr der Ilerzogthümer 
Bremen u. Verden u. des Landes IIa de In in Stade: 

Archiv etc. 9. 1682. 8. Vereinsangelegenheiten. — Ueber- 
sicht der im Vereinsgebiet gefundenen römischen Münzen. Von M. 
Bahrfeldt. — Verfassungskampfe in Buxtehude, . . 1605 u. 1606. 
Von Fick. — Ortsnamen in der Lauddrostei Stade. Von Schröder. 

— Kleinere numismatische Mittheilungen. Von M. Bahrfeldt. — 
Zu den Münzen der Stadt Stade. Von M. Schmidt u. H. Buchenau. 

— Verzeichnifs der Siegelstempcl, welche sich in der Vereinssanim- 
lung befinden. Von M. Bahrfeldt. — Kleinere archäologische Mit- 
theilungen. Von Schröder. — Des Oldcn Landes Ordeninge und 
Rechteböke . . . Aus den Handschriften hrsg. von Dr. Krause. 

Das älteste Stadcr Stadtbuch von 1266. Hrsg. von dems. Ver- 
eine. Heft 1. 1662. 8. (144 Stn.) 

Historischer Verein des Kantons Bern: 

Archiv etc. X. Bd. 3. Heft. 1662. 6. Die Glockeninschrif- 
ten im reformirten Theile des Kantons Bern. Gesammelt und er- 
läutert von Dr. A. Nüschcler-Usten. 

Societes savantes des dcpartenients ä Paris: 

Revue etc. VII. scrie, tonie I. 1881. 8. 

Deutscher Verein zur Verbreitung gemeinnütziger 
Kenntnisse in Prag: 

XIII. Jahresbericht; Vereinsjahr 1681. 8. 

AI terthums-Verein zu Wien: 

Eericlitc und Mittheilungen etc. Bd. XIX u. XX. Wien, 1880 
u. 81. 4. Vereinsangelegenheiteu. — Stimmen der Vorzeit aus 
der Aliteikirche zur li. Dreifaltigkeil zu Wiener Neustadt. Von 
Bened. Kluge. — Aus Ebenfurt. Von Karl Lind. — Vom ehrsamen 
Handwerk der Lederer. Von E. Hütter. — Favianis, eine Darstel- 
lung des Streites um diesen Ort ufid seine Lage. Von Dr. Fr. 
Kenner. — Die Dominikanerkirche zu Retz. Von Dr. K. Lind. — 
Niederösterreich in der Urgeschichte. Von Matth. Much. — Bei- 
träge zur Kunde mittelalterlicher Denkmale in Niederösterreich. 
Von Dr Lind. — Beitrag zur Geschichte des österr. Münzwesens 
im ersten Viertel des XVHI. Jahrb. Von Job Newald. — Der 
„Prangerhansl" der Stadt Drosendorf. Von (' .M. Blaas. — Ein 
Votivbild der Familie Pottendorf in Ebenfurt. Von Dr, K. Lind. 



183 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



184 



— Zur Geschichte des Erlaklosters in Niederösterreich. Von M. 
Heyret. — Ueber einige wenig bekannte Kunstdenkmale des späten 
Mittelalters und der Früh -Renaissance in Niederosterreich. Von 
Dr. E. Frhr. v. Sacken. — Die Jerusalemfahrten der alteren habs- 
burgischen Fürsten. Von Dr. W. A. Neumann. — Schlofshof. Von 
Dr. E. Frhr. von Sacken. 

K. k. österr. Museum f. Kunst u. Industrie; 

Mittbeüungen etc. XVII. Jhg. 1882. Nr. 200. Wien. 8- 
Mit 1 Beilage. Zur Frage der Erhaltung der öffentlichen Denk- 
mäler. Von Dr. A. Bauer. (I.) — Die internationale Kunstausstel- 
lung im Künstlerhause. Von R. v. E. (II) — Die Tiroler Glasma- 
lerei 1877—1881. Von Dr. A. Jele. (Forts.) — Literatur. — Kleine 
Mittheilungen. — Ferdinand Laufberger. Eine Gedächtnifsrede. 
geh. V. Bruno Bucher. 



Vermiscbte Nacliricbten. 

77) In Zürich tördern die Baggerarbeiten in der Limmat die 
verschiedenartigsten Sachen zu Tage. Direkt vor dem Dampfschiff- 
steg greift der Bagger in die noch vorhandenen Reste der „Kaltur- 
schichf der Pfahlbauten ; er biingt stets in dem dunkleren, torfhal- 
tigen Lehm als Vortrupp eine Menge von Haselnüssen und nachher 
in reicher Anzahl die Knochen und Knochenfragmente, die stets bei 
den Pfahlbaustellen des Züricher Sees sich finden, hie und da vom 
Feuer zum Theil verkohlt, von Thieren benagt oder die Spuren 
einer Bearbeitung durch Menschenhand tragend. Relativ häufig sind 
die Hirschgeweihe, leider durch den Baggerapparat meist arg be- 
schädigt. Eine Anzahl von Steinwerkzeugen, darunter namentlich 
ein prachtvoller Steinmeifsel, dann Steinbeile von Serpentin, kleine 
Sägen aus Hornstein, Kornquetscher aus Sernifit sind bis jetzt 
schon aus dem zähen Lehm gerettet worden. 

(Korrespbl. d. westd. Ztschr. f. Gesch. u. Kunst, Nr 6.) 

78) Kusel, 22. April. Auf einer Oedung zwischen Mühlbach 
und Rutsweiler am Fufs des Potzberges stiefs man heim Kiesgraben 
auf Urnen mit Asche und verschiedene Lanzen, ein zerbrochenes 
Schwert, Streitäxte und eine Münze. Die Gräber waren von Sand- 
steinen umschlossen, die Urnen selbst einfach und schmucklos. Die 
gefundenen Gegenstände werden einstweilen im Schulhaus zu Mühl- 
bach aufbewahrt. 

(Korrespbl. d. westd. Ztschr. f. Gesch. u. Kunst Nr. 6.) 

79) (Bydzow.) Im vorigen Jahre hat, nach seinen Angaben in 
den „Mittheilungen der k. k. Central-Kommission'' Band 8, Heft 1, 
der k. k. Konservator L. Schneider südlich von Neu -Bydzow eine 
vorhistorische Küchenabfallgrube auf ihren Inhalt untersucht und 
darin ungefähr 390 Stück Gefäfsscherben, 160 Stück Thierknochen, 
alle gespalten und zersplittert, einige mit Hieb- und Schnittspuren, 
aber nur eins bearbeitet, 20 Stück von gebranntem Lehm, mit Ab- 
drücken von Spreu und Stroh , 20 Stück geschlagene und bearbei- 
tete Steine, fast durchaus fremder Provenienz, endlich vier Plufs- 
muschelschalen gefunden. Unter den bearbeiteten Steinen waren 
Pfeilspitzen und Messerstucke, ein kleines Beil, eine dünne, beider- 
seits polierte Platte mit stumpf geschliffenen Rändern und ein Ge- 
treidereibstein mit zwei Quetschern hervorzuheben. Eine Pfeilspitze 
aus Hörn fand sich auch, prismatisch geformt und sehr schmal, 
58 mm. lang und die vier Seitenflächen je 4 mm. breit. Die Ge- 
fäfsscherben sind theils solche aus gesclilämmtem Thon, theüs solche 



aus Thon mit sehr viel scharfem Sand , theils solche aus Thon mit 
Steiubrocken und endlich solche von Gefäfsen mit Graphitanstrich. 
(Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitätenkde., Nr. 9.) 

80) (Volk in Tirol.) Hier hat der Arlbergbahnbau Spuren eines 
Leichenfekles vorröniischer Zeit mit Urnen und Bronzegegenständen 
zu Tage gefördert. Die Fundgegenstände wandern in das Museum 
Ferdinandeum, dessen Direktion die Ausgrabungen unter Professor 
Steinsen fortsetzen läfst. 

(Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitäteukde., Nr. 9.) 

81) (Flensburg.) Dieser Tage sind in der Nähe von Flensburg, 
auf dem sogenannten Frosleer Felde, in einem Hünengrabe ein 
Bronzeschwert und ein Goldschmuck gefunden worden. Die Klinge 
des Schwertes ist eine Elle, der Griff circa sechs Zoll lang, während 
das Gewicht Aes Goldschmuckes das eines Zwanzigmarkstückes be- 
trägt. In der Gegend von Früsler befinden sich noch an die 30 
solcher Hünengräber. 

(Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitätenkde., Nr. 9.) 

82) Emden. Unweit Canum , zwischen diesem und dem Klo- 
ster Sielmijnken, sind vor kurzem lieim Wühlen aus einem erhöhten 
Stücklande verschiedene Alterthümer zu Tage gefördert, die von 
Herrn Oekonom Heeren zu Canum der ostfries. Alterthümer-Samm- 
lung der Kunst geschenkt sind. Aufser einem Pferdeschädel, sowie 
verschiedenen Resten und Bruchstücken von anderen Thierschädeln, 
die noch näher bestimmt werden müssen. Hörnern, Zähnen etc. ent- 
hält der Fund höchst interessante irdene Gefäl'se und Reste der- 
selben. Hierher gehören an erster Stelle ,.drei Handgriffe flacher 
schalenförmiger Gefäfse" aus schwärzlich-grauem, gebranntem Thone 
mit blindendendem Kanäle, der zur Aufnahme eines hölzernen Stie- 
les gedient hat. Derartige Alterthümer gehören zu den seltensten 
Kabinetstücken öffentlicher Sammlungen. Der Fund enthält ferner 
eine aus freier Hand geformte Urne aus grauem, gebranntem Thone 
mit rundlichem Boden, zwei Netzbeschwerer aus Thon, sowie Reste 
verschiedener Holzarten, die mit den Alterthümern zusammen auf- 
gefunden sind. (Bremer Nachrichten, Nr. 123.) 

83) Beim Dorfe Lautenbach iKr. Ottweiler), Distr. Burkert, 
wurden im April beim Stral'senbau in einem Steinhaufen, der offenbar 
den Rest eines vorrömischen tumulus bildete, einige prächtige pati- 
nierte Bronzegegenstände gefunden. Dieselben, jetzt dem Trierer 
Museum einverleibt, bestehen in 1) zwei Armringen, die an jedem 
Ende in je eine Spiralscheibe auslaufen, wie Lindenschmit, Altert. I, 
V, 4, 1 (Inventar P. M. 6479 u. 6480), 2) einem Ilaarpfeil, an dessen 
Kopfende sich eine Radverzierung befindet, wie Lindenschmit I, IV, 
4, 3, (P. M. 6482); einer 0,18m langen Nadel mit Oesenloch (P.M. 
6481). (Korrespbl. d. westd. Ztschr. f. Gesch. u. Kunst, Nr. 6.) 

84) Saarbrücken. In Pachten bei Dillingen stiefs man 
neulich auf einen römischen Brunnen; in demselben wurden mehrere 
römische Kleinerze und ein Ballen von mehreren hundert kleinen 
Nägeln gefunden, die mit Ziegeln und Erde zusammengerostet waren. 
Der Brunnen hatte fast 1 m. Durchm. und mehrere m. Tiefe. Da- 
neben befand sich ein Estrich. 

(Korrespbl. d. westd. Ztschr. f. Gesch. u. Kunst, Nr. 6.) 

85) Dürkheim, 10. April. Bei Eisenberg wurde ein römi- 
scher Brunnen entdeckt, welcher 28' tief ist. Er spitzte sich nach 
unten kugelförmig zu und war mit im spitzen Winkel sich auf dem 
Boden schneidenden Hölzern ausgelegt. Auf dem Boden fanden 
sich zwei in einander passende Kasserole aus versilberter Bronze, 
von denen das innere ein feines Sieb enthält. Dieses zum Durch- 



18n 



Anzeiger für Kunde der deutschon Vorzeit. 



1S(5 



seihen des Weines dienende Gefäfs (trulla, Tgv3J.ioy) ist schon viel- 
fach in imsern Gegenden aufgefunden worden. 

(Korrespbl. d. westd. Ztschr. f. Gesch. u. Kunst, Nr. 6.) 

86) Bei Malmedy sind bei Ouren (Bürgermeisterei Reuland) 
Reste eines rOmischeu Gebäudes gefunden worden. Der Distrikt 
heifst Zerni ach ern, d. i. zur Machern = ad niaceriani. 

(.Korrespbl. d. westd. Ztschr. f. Gesch. u. Kunst, Nr. 6.) 

87) Bei Perscheid (b. Oberwesel) Stiels man auf eine rö- 
mische Villa; aufgefunden wurde aufser dem Mauerwerk bis 
jetzt ein mit Trauben ornamentierter Stein, sowie ein zweiter, welcher 
einen Vogel darstellt, der den Kopf unter die Flügel steckt ; aufser- 
dem eine grolse Anzahl constantinischer Münzen und ein kugelför- 
miger steinerner Krug. 

(Korrespbl. d. westd. Ztschr. f Gesch. u. Kunst, Nr. 6.) 

88) Eine Stunde so. von der als römische Niederlassung be- 
kannten Stadt Dieburg (ö. von Darmstadt) wurde im vorigen 
Jahre bei dem Dorfe Semd, etwa 100 Schritte von dessen nö. Aus- 
gange entfernt, ein römischer Steinsarg ausgegraben. Als wir die 
Stätte besuchten, stand derselbe in einer ca. 1,50 m. tiefen Grube. 
Er hat eine Länge von 2,34 m, eine Höhe von 0,71, eine obere 
Breite von 0,81, eine untere von 0,775. Es findet also eine kleine 
Verjüngung von oben nach unten statt. Die Wandstärke ist 0,15 m. 
Das Innere zeigt weder Eckleisten noch eine Aushöhlung für den 
Kopf, noch eine Oeffnung im Boden. Als wir den Sarg sahen, war 
die eine Längsseite herausgefallen; dieselbe war nach Aussage des 
Auffinders an jeder Seite durch eine mit Blei eingelassene Eisen- 
klammer (von denen wir noch eine sahen) mit dem Ganzen verbun- 
den gewesen. Der Deckel hatte Dachform und war mit Akroterien 
geziert. Seine Höhe ist in der Mitte auf ca. 0,20 m, an den Seiten 
auf 0,15 anzunehmen. Der Sarg besteht aus einem hellfarbigen 
Sandstein, wie er in der Nähe von Semd nicht vorkommt. Ueber 
dem Sarg befand sich nach Aussage des Besitzers ein Gewölbe von 
Sandsteinen., Es ist möglich, dafs bei weiteren Nachforschungen 
noch Genossen des Fundes zu Tage treten werden. Die ganze, zum 
Theil sehr fruchtbare Gegend war zu Kömerzeiten gut bewohnt. 
Etwa 2 Stunden nordöstlich läuft die Strafse, an welcher bei Klee- 
stadt die Strafsensäule Ma.\imins stand; südlich an die Semder grenzt 
die Habitzheimer Gemarkung, innerhalb welcher stets römische Al- 
tcrthümer gefunden werden. Sehen wir über Habitzheim weg, so 
erblicken wir die alte Veste Otzberg, und über derselben ragen die 
Berge auf, in denen noch die Reste des Römerkastells von Ilum- 
melrod Zeugnifs von römischer Kultur ablegen. 

(Korrespbl. d. westd. Ztschr. f Gesch. u. Kunst Nr. 6.) 

89) Luxemburg. Vor kurzem wurde bei Ilerborn ein 
Mosaikboden aufgedeckt, welcher , obschon zertrümmert, doch sehr 
schöne Muster geliefert hat, und zwar in 10 Farben; ferner bei 
Waldbredimus ein 2,10 m. langes fränkisches Skelet, ohne an- 
dere Beigaben als den Dorn einer Schnalle und ein Fragment eines 
Schwertbesclilages, beides ans Eisen mit Silberverzierung. 

(Korrespbl. d. westd. Zoitsclir. f. Gesch. u. Kunst, Nr. G.) 

90) Köln, 2C. April. Vor einigen Monaten fand man bei 
Nicderlegung der alten Stadtmauer ein über 1 m. langes rö- 
misches Architravstück , welches mit Pinienzapfen und am Endo 
mit einem Jupiterkopf in Hochrelief geziert ist und wahrscheinlich 
von einem Grabdenkmal herrührt. Die neuesten Funde sind nicht 
von Belang, nur fand sich beim Ausschachten des grofsen Kanals 
ein sehr feines intaktes Terra-Sigillata-Gefilfs (Form wie Bonn. 



Jahrb. 71, III, 2) mit der Aufschrift Misce; ferner ein kleines 
dickes Fragment c. 0,05 m. im Q , von einer grofsen Terra -Sigil- 
lata-Kumpe. welches aufser einem Eierstab und Blättcroniament 
eine sehr rohe Darstellung der AVölfin mit den beiden Säuglingen 
Romulus und Remus (die sich wahrschpinlich rings um die Schale 
wiederholt haben wird) zeigt; aufserdem fanden sich eine Anzahl 
der ganz gewöhnlichen Henkelkrüge, ein schönes Kapital. Ziegol- 
fragmente und ganz kleine L'ämpchen, ferner einige mittelalterliche 
Krüge. (Korrespbl. d. westd. Ztschr. f Gesch. u. Kunst, Nr. 6.) 

91) Trier. Im Laufe der Monate Januar bis April wurden 
auf dem römischen Begräbnifsplafze in Maar-Paulin bei Trier, in 
dem nach Maximin zu gelegenen Garten des Hauses Paulin- 
stral'se 9, wieder eine grofse Anzahl werthvoller Alterthümcr zu 
Tage gef()rdert. Sie bestehen aul'ser vielem, weniger Wichtigem in 
1) einem 0,07 m langen Grift' aus Gagat, auf welchem ein Liiwe, 
der sich auf einen Stier geworfen hat, dargestellt ist; 2) einem zwei- 
henkligen Bronzekrug (h. 0,201 von kugelförmigem Bauch ; 3) ein- 
fache Bronzelampe mit Henkel 1. 0,1G5; 4) rundes Büchschen aus 
Bronze (D. 0,021 mit beweglichem Deckel; 51 zwei Schalen aus 
Bronze. Schliisser und C'harniere von Kästchen; G) Fläschcben aus 
gelbem Glas 11. 0,08; 7) doppelhenklige Flasche aus hellgrünem, feinem 
Glas H.0,26; &) Schale aus smaragdgrünem, durchscheinendem Glas, 
D. 0,08; 9) Fingerring aus gelbem Glas; 10) weiCse Terracottabüste 
einer Frau mit hohem Kopfputz, H. 0.18; 11) sitzender Hund mit 
spitzen Ohren, weilser Thon; 12) Henkelgefäfs mit einem Eingufs- 
loch, in Form eines auf den Hinterbeinen kauernden Schweines, 
aus grauem Thon mit grünlicher Glasur, 1. 0,15; 13) eine Anzahl 
Lampen; 14) Schale aus Terra sigillata. mit eingeprefsten Ranken 
und Hasen, D. 0,24; 15) Fragmente einer im Feuer zersprungenen, 
mit eingtpre