THE J. PAUL GEH V MUSEUM LIBRARY
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ANZEIGER
FÜR KÜNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT
Neue Folge.
ORGA^ DES fiERMinSCHESi MUSEUMS.
D r e i s s i g s t e r Band.
-Tahrsaug 1883.
Nürnberg, im Verlag der literarisch -artistischen Anstalt des germanischen Museums.
tHE J. Paul amv rcurrco
Redaktion des Anzeigers.
August Essenwein, Dr. phil., I. Direktor des germanischen Mueeums.
Georg Karl Frommann, Dr. theol. et phil., II. Direktor und Vorstand der Bibliothek.
Beiträge
zu vorliegendem Bande haben geliefert:
Änemüller, B., Dr., geh. Archivar und Professor, in Rudolstadt.
Blaas, C. M., Gymnasialprofessor, in Stockerau.
Borch, Frhr. L. von, in Innsbruck.
Bosch, Hans, Sekretär des german. Museums.
Biirkhardt, Dr., Pfarrer, in Bliisien bei Merseburg.
Distel, Th., Archivrath, in Dresden.
Böbner, R., Dr., Archivar, in Hannover.
Dolberg, L., Pfarrer, in Grahl (Mecklenburg).
Eelking, Frhr. Hermann von, Dr., prakt. Arzt, in Bremen.
Ermisch, Hubert, Dr., Archivrath, in Dresden.
Ch'adl, Heinrich, Stadtarchivar, in Eger.
Heinemann, 0. von, Bibliothekar, in Wolfenbüttel.
Heyne, Moritz, Dr., Professor an der Universität in Güttingen.
Hohenlohe-Waldenburg, Dr., Fürst Friedrich Karl, Durchlaucht, in
Kupferzeil.
Kaiesse, Eugen, Assistent am Museum schlesischer Alterthümer in
Breslau.
Korth, L., Dr., Archivassistent, in Köln.
Mitzschke, Paul, Archivsekretär, in Weimar.
Mörath, A., fürstl. Archivassessor, in Schwarzenberg.
Bickenbach, P. Heinrich, Professor, in Monte Casino.
Schneider, Friedrich, Dompräbendat, in Mainz.
Schnell, J., Dr., Civilgerichtspräsident, in Bern.
Schultz, Alwin, Dr., Professor an der Universität in Prag.
Sommer, Gustav, k. Bauinspektor a. D., in Wernigerode.
Wächter, Dr., Archivaccessist, in Breslau.
Wackernell, J. E., Dr., Dozent a. d. Universität in Innsbruck.
Wattenbach, W., Dr., Professor an der Universität in Berlin.
Wernicke, Ewald, Dr., Waisenhauslehrer, in Bunzlau.
Will, Cornelius, Dr., fürstl. Taxls'scher wirkl. geheimer Rath, in
Regensburg. '
Zahn, Jos., Dr., Professor u. Dir. des Steiermark. Landesarchives
in Graz.
Zimmermann, P., Dr., Archivsekretär, in Wolfenbüttel.
Alphabetisches Register
dreissigsten Bande des Anzeigers für Kunde der deutschen Vorzeit.
I. Aufsätze luid IVotizeii.
„Acta Barb. Kesselerynn et Petri Kesseler de Legnicz." 224.
Archiv, Egerer : aus demselben. 9 ff.
Bajonnetmesser (m. Abbild.). 296.
Basel, s. Goldschmiedezeichen.
Bauten vom Jahre 1468 (mit Abbild.). 41 ff.
Belagerung einer Stadt (m. Abbild.). 167 f.
Bibart, s. Weisthum.
â– Boten, zwei, vom Jahre 1468 (m. Abbild.). 7 f.
Bremen, s. Geschützinschriften.
Breslau : Stadthaus das-, s. Fenstersohlbänke.
Brief des Gabriel Holzschuher aus Indien vom Januar 1580. 153 if.
185 ff.
Brief von Leibnitz. 199 f.
Brotverkauf- u. &cha.a- Ordnung für die Stadt Chur vom 13. Juni
1408. 219 ff.
Bücher- Anathema : Beitrag zu dems. 15.
Chur, s. Brotverkauf-Ordnung.
„Concert, ein schone, vom leyden Christi". 293 f.
Doberan : Cistercienser-Abtei das., s. Heiligen Bluts-Kapelle.
Doppeladler, kaiserlicher : Bedeutung dess. 128 ff. •
Drahtziehbank oder Drechselbank? 258 f. 296.
Eger, s. Archiv.!
Einhorn- Legende : Beitrag zu ders. 138 ff.
Femina perfida. 120 ff.
Fenstcrsohlbänke, die reliefierten, am Stadthause zu Breslau. 35 ff.
Findlinqe. 48.
Alphabetisches Register zum Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
Freiberg in Sachsen, s. Wettrennen.
Gerichtshände. 224.
Geschütze der Stadt Münden: Verzeichnifs ders. 1461, 84.
Geschützinschriften, alte, in der Stadt Bremen. 161 ff.
Glockeninschrift. 15 f.
Goldarbeiterrechnung für den Herzog Wilhelm IV. v. Jülich u.
Berg aus den Jahren 1480 u. 1481. 324 ff.
Goldschmiedeseichen, Basler : über dies. 209 ff. .
Grabstein, s. Thietniar.
Hacker, Balthasar, s. Nachrichten.
Handschrift, Wolfenbüttler : aus ders. 87 f.
Hausrath, mittelalterlicher, und das Leben im deutschen Hause.
(m. Abbild). 215 ff 249 ff. 286 ff. 318 ff.
Heiligen Bluts-Kapelle d. Cistercienser- Abtei Doberan 259 ff. 281 ff.
Heraldik, s. Notizen.
Hochzeitsopfer in Niederösterreich : Beitrag zu dems. 41 f.
Holzschuher, Gabriel, s. Brief.
Indien, s. Brief.
Inschriften. 47 f.
InstrumenteninKentariiim einer kleinen Hofkapelle. 323 f
Italien, s. Personennamen.
Jülich u. Berg : Herzog Wilhelm IV., s. Goldarbeiterrechnung.
Kesseler, Peter, s. Acta.
Kienkok, Johannes. 80.
Köln, Stadt, s. Schreiben.
Königskrönung, s. Vermählung.
Leben, das, im deutschen Hause, s. Hausrath.
Leibeigenschaft, freiwillige: Beitrag zu ders. 131 f
Leibnitz, s. Brief.
Leiehenbegängnifs, königliches (m. Abbild). 85 f.
Leyden Christi, s. Concert.
Löwenberg (in Schlesien), s. Malerurkuuden.
Mahler, Valentin, Contrafactor u. Eisenschneider zu Nürnberg. 296 f
Malerurkimden aus Löwenberg in Schlesien. 221 ff.
ilfmto-siMcÄ; des Nürnberger Uhrmachers Nie. Münch. 1640. 124 ff.
Merseburg: Dom, s. Thietmar.
Manch, Nicolaus, Uhrmacher, s. Meisterstück.
München, s. Notenschreiber.
Münden, s. Geschütze.
Nachrichten über Balthasar Hacker aus Nürnberg. 190 ff.
Niederösterreich, s. Hochzeitsopfer; s. Urlaubkreuze.
Notenschreiber, ein Münchener, vom 16. Jahrhdt. 14f.
Notizen, heraldische, (m. Abbild.). 126 ff.
Notizen, sphragistische. (m. Abbild.). 160 f.
Nürnberg, s. Mahler, s. Meisterstück, s. Nachrichten.
Palästinapilgerschrift des 15. Jahrb.: Fragment ders. 316 ff'.
Paritius, Ezechiel, Hofmaler der Herzoge v. Brieg, u. seine Kunst-
sammlung. 3 1 3 ff.
Pelzmuster, heraldische u. dekorative, s. Notizen.
Personennamen, deutsche, in Italien. 43 fl'.
Pfählen: zur Geschichte dess. {m. Abbild). 88.
Megiomontanus, Johannes, s. Schreiben.
Beichsfilrstenstand, neuerer : über die Entstehung dess. 289 ff.
Beichsge^etze, s. Unsicherheit.
'Sassendorf : Salzwerke das., s. Schiedsspruch.
Sassendorp, Florinus, Ritter von, s. Schiedsspruch.
Schädigung eines Vertriebenen. 195 ff.
Schiedsspruch zwischen Ritter Florinus von Sassendorp und der
Bürgerschaft von Soest über gemeinschaftliche Besitzrechte
an Salzwerken in Sassendorf, Kr. Soest. 1285, April 13. 192 ff.
Schiffe, s. Wagen.
Schlitten, s. Wagen.
Schreiben eines Johannes Regiomontanus an die Stadt Köln, d. d.
Erfurt 1563, Febr. 22. 263 f.
Schwertinschriften, deutsche. 16.
Schivurmesse : die Sage von ders. 85 ff.
Siegelkunde, weifische : Beitrag zu ders. 197 f
Soest: Bürgerschaft das., s. Schiedsspruch.
Sprache, bündnerisch-romauische : Herkunft ders. 223.
Stammbuchvers 336.
Stangenwaffen, einfache, des 17. Jahrh. im german. Museum (m.
Abbild.) 331 ff
Tegernsee, s. Verse.
Thietmar, Bischof: Grabstein dess. im Dome zu Merseburg (m
Abbild.). 80 ff
Trabantenwaffen des 16.— 18. Jahrhdts.
Turnier. Abbildung vom Jahre 1468.
Ulinger, s. Volkslied.
Universitätsstipendien : zur Geschichte ders. 37 ff.
Unsicherheit der Reichsgesetze. 323 ff.
Urkunde u. Chronik. 333 ff.
Urlaubkreuze, die sogenannten, in Niederösterreich.
Vermählung a. Königskrönung (m. Abbild.). 163 f.
Verse zum Lobe von Tegernsee. 33 ff.
Volkslied vom Ulinger. 335 f.
Wagen, eigenthümliche, Schiffe und Sehlitten vom 15.-
(m. Abbild.) 57 ff.
Weisthum, Bibarter, aus dem 15. Jahrhundert. 13 f.
Weifen, s. Siegelkunde.
Wettrennen zu Freiberg in Sachsen (1490.) 264.
Windcsurtel, das. 8;i.
Wolfenbüttel, s. Handschrift.
(m. Abbild.).
193 f.
Iff
223 f.
-18. Jahrhdt.
II. Iiitcraturaiizc'igcii.
Heyne, Moritz, Kunst im Hause. lÜ8f.
Jahrbuch der Königl. Preufsischen Kunstsammlungen 349 ft'.
Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des allerhöchsten Kai-
serhauses 349 ff.
Jahresberichte der Geschichtswissenschaft 351 f.
Kummer, Karl Ferd., Erlauer Spiele. 277 f.
Löffelholz von Kolberg, Oettingana. . . 278 f.
Mayer, Anton, Wien's Buchdruckergeschichte 1482—1882. . . 276 f.
Mothes, Oskar, die Baukunst des Mittelalters in Italien von der
ersten Kulwickluug bis zu ihrer höchsten Blüthe. 104.
Müller, Hermann Alexander, Lexicon der bildenden Künste. 3051.
Museum, herzogliches, (zu Braunsclnveig). Führer durch die Samm-
lungen. 174 f.
Walle, Peter, der Stiftungs- Altar des Grafen Rochus zu Lynar,
kurbrandenburg. Baumeisters, in der Nicolai-Kirche zu Span-
dau. 108.
BTÜmber^. D«b Abonnement dea Blat-
tes, welches alle Monate erscheint, wird
ganzjährig angenommen und betrügt nach
der neuesten Postconvention bei allen Post-
ämtern und Buchhandlungen Deutschlands
incl. Oesterreicha 3 fl. 3G kr. im 24fl..Fu88
oder 6 M.
Für Frankreich abonniert man in
Paris bei der deutscheu Buchhandlung von
F. Klincksieck, Nr. 11 rue da Lille ; für
ANZEIGER
FÜR mm DER
Neue Folge.
England bei Williame & Norgate, 14 Hen-
rietta- Street Covent -Garden in Jjondou ;
für Nord-Amerika bei den Postämtern Bre-
men und Hamburg.
Alle für das german. Museum be-
stimmten Sendungen auf dem Wege dos
Buchhandels werden durch den Commis-
sionär der literar.-artist. Anstalt des Mu-
seums, F. A. Brockhaus in Leipzig, be-
fördert.
Dreissigster Jahrgang.
1883.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
Januar.
Wissenschaftliche Mitlheiluiificn.
Trabantenwaffen des 16.— 18. Jahrhunderts.
Im Gegensatze zu den Kriegswaffen, welche die Erfechte
des Mittelalters auf Stangen führten, und bei denen die
Form nur aus der Verkörperung des Grebrauchszweckes ent-
standen ist, hatten die Stangenwaffen der die Fürsten be-
gleitenden Trabanten im 16. und 17. Jahrhundert nur
nebenbei die Aufgabe, auch einmal ernstem Zwecke zu
dienen, dagegen der Hauptsache nach die Bestimmung,
der Umgebung des Herrn jenen Glanz zu verleihen, der
nothwendig schien, wo er mit andern in Berührung kam.
Und was die hohen Herren thaten, ahmten die gestrengen
Herren in den Städten nach. So wurden die Stangen selbst
mit eingestochenen Verzierungen , mit Ueberzügen aus
Leder und Sammt versehen, die Eisen mit Aetzungen und
Tauschierungen geschmückt. Wir bilden in Fig. 1—6
sechs verschiedene solche Stücke aus unsern Sammlungen,
welche der Zeit vom 16.— 18. Jahrhdt. angehören, im
sechsten Theile der Originalgröfse ab.
Fig. 1 ist eine Partisane vom Beginne des 16. Jahr-
hunderts und hat eine leider stark beschädigte Stange,
die ehemals mit gekreuzten Lederriemchen benagelt war,
von denen nur Bruchstücke vorhanden sind. Eine grüne
Seidenquaste schliefst die Stange ab. Der Hals des Eisens
hat einen Knebel; das Eisen ist blattförmig, grofs und
breit, am untern Ende zu 2 leichten Ohren ausgetrieben.
Der untere Theil des Eisens ist dunkel, der obere blank.
In dem dunkeln Theile sind Verzierungen mit Gold und
Silber tauschiert, die allerdings theilweise schon ver-
schliffen sind. In Fig. 7 geben wir die Hälfte einer Seite
in Originalgröfse. Die Herkunft des Stückes ist uns un-
bekannt. Es befand sich schon in der frhrl. von Aufsefs'-
schen Sammlung. Der in Fig. 2 abgebildete Spiefs ist
in mehreren Exemplaren vorhanden, die sich in einem
Magazine des städt. Bauhofes, der Peunt, zu Nürnberg,
befanden. Auch hier ist das blattförmige Eisen, sowie
der eine lange Tülle bildende Hals reich mit Ornamenten
bedeckt. Fig. 8 zeigt eine Seite des Halses in Naturgröfse,
Fig. 9 in Naturgröfse die Aetzung des Blattes. Die In-
schrift »Göherdt auff die peüntff zeigt, dafs der Ort, wo wir
sie fanden, auch der ursprüngliche Bestimmungsort ist.
Es trugen also wol die Diener des obersten Baumeisters
diese Spiefse. Die geätzten Verzierungen mit ihrem, der
orientalischen Kunst entnommenen, aber ganz abendlän-
disch ausgebildeten Ornamente sind sehr schön. Sie erinnern
an jene, welche W. Jamitzer mit Vorliebe verwendete, und
die P. Flötner durch seine Veröffentlichungen populär ge-
macht hat, so dafs sie in alle Gebiete der dekorativen
Künste Eingang fanden. Fig. 3 gibt eine reich geätzte
Hellebarte wieder, die auf ihrem Beile das Wappen von
Kurköln mit bayerischem Herzschild, darunter die Buch-
staben E. G. und auf der rückwärtigen Hacke die Jahres-
zahl 1394 enthält. (Ernst, Herzog v. Baj-ern, war Kurfürst
V. Köln 1383—1612.) Das Beil hat vollständig ornamen-
tale Form angenommen. Die Stofsklinge dagegen zeigt sich
trotz ihrer zierlichen Ornamentik noch als furchtbare Waffe.
Das Wappen von Salzburg, und zwar des Erzbischofs Marc
Sittich von Hohenems (1612—1619), trägt die geätzte Kuse
Fig. 4, während die Partisane Fig. 3 das seines Nachfolgers,
des Grafen Paris v. Lodron (1619—1633), und die Jahreszahl
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
F;g. 1.
Fig. 2,
Fig. 6.
Fig. 3.
s
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
6
1620 zeigt. Fig. 3 und 4 sind aus dem Augsburger Zeug- iiat, obwohl ja im einzelnen die Wandelung der Zeit nicht
hause, Fig 5 und 6 als Dupletten des kgl. baver. Natio- zu verkennen ist, doch den Gesammtcharakter der vor-
nalmuseums in München in das Museum gekommen. Die hergehenden Stücke. Charakteristisch ist die Posamen-
r.FAÜ<ElSEN:sc.
Fig. 7.
Kg. 9. Fig. 8.
Partisane Fig. 6 trägt das Wappen des Herzogs von Fran- tierarbeit der grofsen Quaste, aus welcher das Eisen
ken und Fürstbischofs von Würzburg Christoph Franz herauswächst.
von Hütten (1724—1729) und die Jahreszahl 1726, und
Nürnberg.
A. Essen wein.
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
Znei Boten vom Jahre 1468.
Aus dem Melusinenmanuskripte des Museums gelten
wir in Fig. 1 und 2 zwei Szenen wieder, in welchen Bo-
ten auftreten. In Fig 1 sehen wir den Grafen Raimund
und seine Gemahlin Melusine auf erhöhtem Sitze in einem
Gemache ihres Schlosses Lusinien, wo ihnen ein Bote die
Kunde bringt, dafs ihre beiden Söhne à ¼riens und Gyot
zu Königen von Cypern und Armehien gekrönt seien. Der
Bote ist eine sehr interessante Figur. Die Stellung zeigt,
dafs er ermüdet ; es scheint sich aber auch der niedere
seinen Bruder, den König von Böhmen, in Prag belagern.
Der junge, blondlockige Bote ist, wie seine ganze Haltung
zeigt, ein junger Mann aus vornehmem Stande, der, wie
die Erzählung sagt, geritten kam, weshalb er mächtige
Rädersporen an den scliwarzen Lederschuhen trägt, deren
Umschlag rothes Futter erkennen läfst. Seine Beinkleider
sind roth, ebenso der Mantel, während der Rock grün,
der Mantelkragen blau ist. Der 'Hut ist schwarz. Der
Jüngling läfst sich zierlich vor dem Könige auf die Kniee
rig. 1
' Fig. 2.
Stand in der ganzen Haltung auszusprechen. Er trägt
schwarze Schuhe, grüne Beinkleider, rothen Rock und
Hut, grauen Mantel , aus welchem sich die grüne Gugel,
die das Haupt verhüllt und das Haupthaar deckt, heraus-
hebt. Der Mantel ist auf der rechten Seite des Trägers
offen. Auf der Brust ist ein kleiner Schild befestigt. Die
Fig. 2 zeigt einen Boten, der dem Könige von Sachsen
(in späterer Zeit wird er als König von Elsafs von dem
Volksbuch bezeichnet) die Kunde bringt, dafs die Türken
nieder. An der Figur des Königs interessiert uns der
turbanartige Kopfbund, aus welchem sich die Zacken der
Krone herausheben, und das ärmellose Uebergewand mit
den langen Schlitzen zum Durchstecken der Arme. Es
scheint mit hellem Pelz gefüttert und verbrämt zu sein.
Das Dolchgehänge scheint aus Stoffwulsten zu bestehen
die kugelartigen Wulste sind blau, die längeren grün.
Nürnberg. A. Essenwein.
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
10
Aus dem Egerer Archive.*)
6. Eine Judenordnung vom Jahre 1449.
Wir, Burgermeister, Rat vnd gemeyn der Stat zcu
Eger Bekennen offenlich an diesem brief vor allen den,
die in sehen oder hören lesen, das wir haben eingenomen
(aufiienommen) Mo|51ab Juden, den Hasen, Menczl Smohel,
Juda vnd zacharias, des kätschmans Sun vnd dy katsch-
manyn mit allen iren erben vnd enicklen (Enkeln), das
sie sullen , sein vuser Juden vnd mugen bey vns wonen
in vnser Stat vnd sullen Burgerrecht haben, vnd wir sul-
len sie verteidigen als ander vnser Burger, als nemlich
von walpurgis nehstkomend zehen gancze Jare nachein-
ander vor eym ydermeniglich , er wer awjJwendig oder
Innwendig, geistlich oder werntlich (weltlich), (vor) ge-
richten, sie weren heimlich oder offenwar. So sullen wir
sie alle beschuczen vnd beschirmen, sie, ire weih, ir er-
ben, ir tochter manne oder (die in) zukünfftigen dingen
ir tochter oder eniklein man mochten werden, die weil
(so lange) sie vngescheiden von irem brote sind, onge-
uerd, Vnd all ir gesinde, ir leip, ir gut vnd all ir habe
vor eym ydermeniglich, des besten (so gut) wir kunnen,
ongeuerd, also das sie vnser Juden sind. So mugen sie
leyhen ir geltvff gesuch') vnd allerley handlung, die from-
men erbaren Juden geworilich ist vnd getreiben mügen.
Auch sunderlich wollen wir sie verteidigen gen dem Hei-
ligen Romischen Reich vnd der Cron zu Beheime nach
aw(5weisung der freiheit, die wir haben von vnserm gne-
digen hn. dem keyser vnd kunigen von Beheime ; dobey
sullen wir sie genczlich behalden, des besten wir kirnnen
vnd mügen, on iren schaden, ongeuerd. auch sullen wir
sie bey allen Jüdischen rechten lassen vnd volkUmlich
dobej behalden mit ir schule, kirchofe vnd Selhaws ; vnd
mugen zu In nemen in denselben geschoji einen Judischen
meister, der dieselbe Schule vnd das Judisch recht regi-
ret, vnd (einen) sanckmeister vnd was zu Schulen vnd
Selhaws vnd kirchofe gehöret, als es von alter herkomen
ist, vnd sullen in allen sachen als gut recht haben, als
die vorbenanten wirtt.^) doruber sullen wir keinen andern
Juden zu In zyhen lassen, es sey dann, das vns die el-
desten zwen oder ir vorsteer awji den vorgenanten Juden
dorvmb bitten, vnd wer auch, das ir keiner*) der Juden
vnbescheiden wer oder würde, dona(c/0 irtumb entsteen
mocht, das sol die Judischeit brengen für vns, den Rat,
vnd wir, der Rat, süUen In vei'weisen von der Judischeit
wegen vnd die eldesten vns, den Rat, bitten, das wir In
1) Vgl. Nr. 1 und 2 im Anzeiger v. 1880, Sp. U3— 145, Nr.
3—5 im Anzeiger v. 1881, Sp. 173 — 176.
2) der Gesuch , Zins von geliehenem Geld ; Schmeller-From-
mann II, 216.
3) Familienhäupter, Hausherren; Schmeller-Fr. II, 1010, 1, b.
4) irgend einer ; Schmeller-Fr. I, 1254.
heyssen hinweck zihen in einem vierteil Jars, vnd sullen
In genczlich darczu bcholffeu sein, das es zugeet, vnd
sullen In volkumlich mit seiner habe vnbeschedigt lassen
weck zyhen. Auch haben wir In die macht geben vmb
die Schalans^) Juden, die da pflegen zuwandern durch
dy landt, die da vngewerlich") weren vns, der Stat, oder
In, das sie die mügen straffen oder verweisen aw(S der
Stat; bedurfften sie vnser darczu. So sullen wir In dar-
czu beholffen sein vnd, was dieselben Juden dawider secz-
ten oder redten, das soll In vnbehulfflich') sein vnd den
Juden ongeuerde, vnd Sol In von vns zu keinem schaden nit
komen. Auch, ab (ob, tcenn) sie solten gelt aufheben zu
geschoß oder andern, das sich vnter der gemein von redli-
chen schaden gehurt, wer dann, das sich ymand dawider
seczte, wenn vns dann die eldesten oder die vorsteer von den
gnanten Juden anrüffen, So sullen wir In vnsern knecht
leihen, das man die Juden dorumb pfend; wer es auch,
das sich die Juden da wider seczten oder redten, das sol
In alles vnbehulfflich sein vnd den Juden ongeuerde.
Wer auch, das ymand den Juden zuzusprechen^) hett,
vmb welcherley schult oder sach das wer, der sol die
Juden laden für vnsern Rat ; So sullen wir die sach sel-
ber verhören vnd sie entscheiden mit recht; auch, spricht
der Jude »neyn« vnd ist vngescholden an seinem, So sol
er mit seinem neyn douon komen vnd mit Irem Judischen
recht vnd iren ayd thun auf Moyses puch, als vor alters
herkomen ist, vnd die cleger sullen In doran lassen ge-
nügen ; wenn auch die Juden den clegern sulch recht
teten. So sullen sie der schult ledig vnd loz sein. Auch,
ab der Jude Stammelte an seinem ayd on arglist, das
sol den Juden nit zufare steen') gen dem Richter vnd
dem cleger vnd sol daran nit zuschaden komen. Auch,
wolt ymand dy Juden schuldigen mit gezewgen, der mag
sie über zewgen mit fromen Gristen vnd Juden, die won-
hafft In vnser Stat sind, vngescholden an irem' rechten.
Auch, ab sie zuschicken betten vor vnserm gerichte. So
sullen sie das halden nach vnser Stat gewonheit vnd
lewfften, vnd wir sullen den Juden helffen on aufzugk
(Aufschuh) vnd ongeuerde slewniglich (schleunig) gulde
oder recht von allen den, dy In vnser gericht gehören,
oder der wir mechtig sein, on aufzugk vnd ongeuerde,
vnd wir sullen In gehulfflich sein, zupfenden varend habe,
erb vnd gut zu Stat recht vnd gewonheit, wie das vor
alter herkomen vnd recht ist. Sunderlich wir sullen sie
bey allen freyheiten vnd gnaden, ab (ob, wenn) die nicht
berurt weren in disem brief, dy die ersten Juden, die
5) schalanzen, schalatzen, herumschlendern, umherziehen, vagari;
Schm.-Fr. II, 393.
6) ohne Gewähr, unsicher, gefährlich; Schm.-Fr. II, 979.
7) zur Ausflucht, Ausrede nicht dienlich ; Schm.-Fr. I, 1093.
8) anfordern, Ansprüche machen ; Schm.-Fr. II, 698.
9) zu Gefahr, zum Nachtheil gereichen; Schm.-Fr. I, 740.
11
Anzele-er für Kunde der deutschen Vorzeit.
12
vor (vordem) hye gewont sein, gehabt haben, lassen blei-
ben vnd wir wollen sie In pessern vnd nicht ergern (ver-
schlimmern). Auch so sullen vns dy Juden geben vnd
reychen hundert vnd dreyvnddreissig guidein Reynisch
zu zinß vf sand walpurgen tag, darnach alwege ye vf
sand walpurgen tag Jerlich zweyhundert guidein, die
vorberurten gesaozten Jar aws vnd aws. Sie sullen vns
auch Sunderlich zu erung geben zweyhundert guidein
vnd nas die beczalen mit dem obgenanten gesehoß von
walpurgis über ein Jar. Auch was vnser Burger vnd
lewtt, die vns zusteen, schuld vber funff guidein zu In
nemen, sullen si leihen funff guidein vmb ein groschen
zu iglicher wochen ; vnd das haben wir der Statt zu bi-
ten (bieteyi, leisten) vf Sechs guidein ein guten groschen
zu iglicher wochen ; doruber sullen wir die Juden nit
besweren, vnd sie sullen mit sulchem vorgenanten ge-
schos entbrochen (überhoben) sein allerley beswerung,
wie sich die verlawffen mochten vnd das menschlich art
erdencken mochte, vnd wir wollen In gnedig sein In
allen Sachen vnd wollen sie von der Stat wegen halden,
das sie von vns, der Stat, vnuerterbt bleiben sullen. Wer
auch, das die genanten Juden boten (bäten), ir kinder,
eydem, bruder, freundt oder frembde vber die genanten
wirtt") ein zuuemen, das sol steen an vns vnd der Ju-
discheit nach müglichen Sachen, was sie zu geschos ge-
ben, vnd sullen alle recht haben, als die vorgenanten
Juden. Auch haben wir , ab (ob) ein Jude oder mer in
den gesaczten Jaren wold von vns zyhen aws der Stat,
die mugen offenlich mit ir habe von vns zihen, dy sullen
wir lassen geleitten ye vir meil wegs von vns vnd In
ein gut gleit geben, Jar vnd tag dar zu ligen vnd ir
schuld einzumanen nach awjisag der Judischcit, die da
bleibt, doch also, wer da bleibt von der Judischeit, dy
sullen vns vnser zinji zweihundert guidein aw|irichten
vnuerrucklich vnd vns doran nichts abgeen. Ader wol-
den die Juden ander Juden zu In nemen, alsuil vnd der
(so viel deren) wegk gezogen weren, die In hulffen. den
seho|5 awjirichten nach dem, als vor geschriben stet, die
sullen wir einnemen in aller maß, als vor berurt ist.
Auch wenn die zeheu Jar, von walpurgis nehstkomend
nach einander zurechen, aws vnd vergangen sein, So sol
dise verschreibung vnd eynunge auch abe (abgeihan) sein
vnd fui'der kein krafft mer haben vnd dy Schule, freit-
hofe vnd Selhaws wider auf das Rathaws treten in maßen,
als vor ; dann vertragen oder eynen sie sich in der zeit
icht") verrer oder anders mit vns, des mugen si sich
aber (wieder) halden. Sulcher Sachen aller ist ein be-
teidiger'^) gewesen der Edel herre Mathes Sligk, dy zeit
vnser pfleger; vnd das nu das alles also gehalten werd,
als oben stet geschriben , So geben wir, Burgermeister,
10) Vgl. oben Anm. 3. 11) etwas, in etwas, irgend; Schm.-Fr. I, 30.
12) beteidigen, einen Vertrag aufrichten, scbliefsen; Scbm.-Fr. I, 585.
Rat vnd gemeyn, disen brief mit aller vnser willen vnd
wissen mit vnserm grossem anhangendem Insigil versi-
gilt, der geben ist nach X' (Christi) geburt virczehen-
hundert Jar vnd Im XL Villi Jare, am dinstag nach
Quasimodogeniti (22. April 1449).
7) Zur Frage der Unfallversicherung.
Wir, der Purgermaister vnd Rat der Stat czu Eger,
Bekennen offenlich an diesem briefe allen, die In sehen,
hören oder lesen : Wann sich bey vns hat verloffen , das
vnser Statschroter ') vnserm mitburger, dem Frantzen
Jöhel, czway vas Weins in seinen keller lassen schölten,
als sie vor offt betten getan, vnd als sie aber ayn vas
hinein betten gelassen vnd daz ander hynnach Hessen,
da brach der Stock vor dem keller in der erden ab, daz
In das vas vberhandt nam vnd mit gewalt in den keller
lief vnd der Schroter ayn (einen), Virich Payer genant,
tzu tode sties, dem got gnade. Vnd dorumb der Hanns
krynys, desselben Virich Payers seiligen prüder, vnd des-
selben Virich Payers eliche wittib daz recht anrufften
vnd darumb für vns in vnsern Rat kamen vnd begerten
pesserunge (Ersatz) von dem Franczen Jöhel des, das
(darum, dafs es) an seiner arbayt waz gescheen ; vnd
sie plieben des rechten darumb payderseyt bey vns. Also
haben wir daz nach allem herkomen vnd auch des
die Schroter vmb Iren Ion da gearbayt haben,
rechtlichen awsgesprochen vnd den Franczen Jöhel vnd
alle die seinen mit rechtem vrtayl slechtlichen (schlecht-
hin) ledig, los vnd frey von In getaylt, daz sie In, noch
Iren erben, noch nachkomen vmb die sache nichts pflich-
tig sein zuthun weder vil, noch wenyg, ongeuerde. Vnd
ich, Melchior Türler, die czeyt Richter czu Eger, Bekenne
auch offenlich an diesem briefe, daz ich dabey gegenwer-
tig gewesen pin vnd mir wissenlich ist, daz die obge-
schrieben sache in dem Rate hie czu Eger mit rechte
ist awsgesprochen worden, als Oben geschrieben stet,
vnd ich hab des von Gerichts wegen czu bekentnüsse
mein aygen Insigel an diesen brief gehangen vnd czu
merer sicherhait haben wir, der Rat, gehayssen den Ni-
clasen Gvracrawer, die czeyl purgermaister, vnd den Sig-
mund Ruduschen, auch vnsern Ratsgenossen, daz sie von
vnsers gehayss wegen des czu beweysunge In on schaden
Ire Insigel auch haben gehangen an diesen brief. Der
geben ist an sand Gilgen (Aegidius) des heyligen Aptes
abende. Als man czalt nach 'Cristi vnsers herren gepurte
vierczehenhundert Jar vnd darnach in dem drey vnd
czwenczigisten Jare (31. August 1423).
Hei nrich Gradl.
1) Schroter, Schröter, der Fasser vermittelst Leiterbäumen
(Schrotleitern) auf- oder abladet (schrotet) ; Schm.-Fr. II, G13.
13
Aqzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
14
Ein Bibarter Weistlium aas dem 15. Jahrhumkrt.
Unter den wenigen Handschriften, welche sich gegen-
wärtig noch im Archive des Marlites Bibart in Mittelfran-
ken erhalten haben, befinden sich auch mehrere Gerichts-
bücher. Das ältüste derselben wurde in der Mitte des IS.
Jahrhunderts angelegt, enthalt aber Vertragsabschriften
bis zum Jahre 1618. Zu den ältesten Aufzeichnungen in
diesem Gerichtsbuche gehört auch das Weisthum, das wir
weiter unten in diplomatisch getreuer Abschrift mittheilen,
und welches beiläufig im Jahre 1454 in dasselbe einge-
tragen worden sein mag. Der Markt Bibart,') welcher
seit dem Ende des 13. Jahrhunderts zum Hoehstifte AVürz-
burg gehörte, war bis in den Anfang unseres Jahrhun-
derts der Sitz eines würzburgischen Amtes und Gentge-
richtes.
Fol. 3» ff. Das sindt des marckts zu Bibart gewon-
liche recht vor alter herkomenn :
Item, es sullenn alle guter zu gericht geenn, es sein
guter hinter (un/er) vnserm gnedigenn hernn oder hin-
ter andern hernn vnd besunder die drew gericht zu wart-
tenn on furgebot. Auch vnnsers gnedigenn hernn lewt
habenn die recht, das sie annder herren lewt, die do ge-
sessenn sindt zu Bibart pfenden mügenn mit des richters
knecht, vmb schuld der sie nit laugenhafftig sein, auch
desselben gleyehenn habenn der hernn lewt zu denn ge-
sessenn lewtenn hinter vnnserm gnedigenn hernn zu Bi-
bart.
Item ob es wer das einer einen fleng, der solt inn
nit ledig lassenn ann (ohne) der richters lawb (Erlaub-
nifs).
Item ob ein gesessner burger einenn todt slüg, so
wer im ein amptmann nicht (sc. berechtigi) zu nemen
alle sein habe dann newer (nur) einen zwifachen freuäll
das sindt xzä vnnd sein kindt vnnd sein hausfrawenn
furba|J ledig lassenn.
Item ob ein burger ein schedlichenn mann begrieff,
so soll- er inn nicht lassen geen vnnd ob er inn nicht
het zu berichtenn (versehen) mit freundenn oder mit hab,
so teylt mann seinen nachpaurnn souill die vmb inn sein
gesessenn, das er ir genung hat zu dem rechtenn vnnd
was das kost, das soll der gantz markt tragenn; auch
muß er vber inn verburgenn einem vogt x % ye xxx ^
für ein pfuudt , die do geng vud-geb sindt in dem land
zu Franckenn.
Item ob ein amptraan wollt ein bütell setzenn, so
soll er keinenn setzenn onn der schöpffenn wortt (Zu-
stimmung), so sollenn die schöpffenn auch keinenn pütell
setzenn ann des amptmans wortt, sunder sie sullenn ein-
mutiglichen ein büttell setzen.
1) Ueber die Geschichte dieses Ortes siehe hauptsächlich Nr.
114 und Nr. 129 vom Jahrgange 1834 und Nr. 31 vom Jahrgange
1835 der ,. Bayerischen Annalen", Abtheilung: Vaterlandskunde.
Item es soll keiner kein acker wisenn oder hoffreit
(Hojraum, Hof) außwechsseln onn eins vogts vnnd der
schopfenn wortt au|i einem in das annder.
Item denn guU weytzs denn man schuldig ist dem
vogt denn ist man zu werenn (geioiihren, leisten) bey der
metzenn, die do gong vnd gemein ist zu Bibart.
Item es ist gewonlichen vnnd recht ob ein gesess-
ner burger wollt nit lenger sitzenn bey vnns, so sollt er
vrlaub forderrn ann denn amptle^vtten die zu denn zeit-
tenn do sindt, die annders hinter dem stiefft gesessenn
sindt, das soll man im gebenn vnnd seins eids ledig sein
au(5genommenn ob er schuldig wer seinenn mitburgernn,
die hinter dem stiefft gesessenn sein.
Item ob einer ein gefangen het vnnd legt inn zu
dem püttell, der büttell der darff sein nicht hütten, er
wolls dann gern thun vnnd der inn gefangenn hat, der
behüt in selbst oder laß es pleybenn.
Item ob einer für gericht keme vnd einem zusprech
(anfordern, anklugen) , der xxjar bej eernu wer gewe-
senn oder xxx vnnd vor venu im nichts nye keines rech-
tenn begert vnd pringt ers für gericht mit des gerichts
botenn, so soll er im anttwurttenn vmb hew ^) er im zu-
spricht.
Item ob einer für gericht keme vnnd einen beklagt
vmb gelt schuld vnnd gener (jener) in darfur rechten
wollt vnnd genn (jenen) deucht er thet im vnnrecht so
mag er inn nicht wider treybenn, er hab dann ein
schopffen oder zwenn, das er vor ein verleumetter man
sey, es sey dann vmb erb oder eygenn.
Schwarzenberg, im Oktober i88ä.
A. Mürath.
2) umb hew ^ umb wen , mhd. umbe wiu (Instrumentalis von
waj), um was, warum. Schmeller-Fr. II, 827.
Eiu ^luiichener iVotenschreiber vom 16. Jahrhdt.
In der Müuchener Handschrift Lat. 27008 saec. XVI.
sind Lamentationes mit Musiknoten geschrieben; auf der
ersten Seite nennt sich, wie schon im Catal. II, IV, 233
bemerkt ist, der Schreiber :
Gerhart Feinheintz Buchschreiber zu München An
der branderßerß gassen in deß gengerß stadel oben in.
Im Namen der Gasse scheinen einige Buchstaben aus
Versehen wiederholt zu sein ; es ist die Brandersgasse,
jetzt Prannergasse. Darunter stehen noch einige Sprüche,
welche aus der Vorlage mit überschrieben zu sein schei-
nen, und von denen der letzte einige Beachtung in An-
spruch nehmen mag. Sie lauten :
Nullus regere intendit qui arte canere nescit.
Non vox cantorem facit set artis documentum.
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
16
Bestia est cantor qui non canit arte set usu.
Non sufficit solum boare. set eciam alios musicam
informare.
Anglici jubilant. Frantzigene eantant. moderni
ullulant.
Berlin. W. Wattenbach.
Zum Bücher -Anatliema.
Bekanntlich finden sich schon im frühen Mittelalter
in Büchern Yervvünschungsformeln gegen etwaige Ent-
wend^r derselben. Ich erwähne hier nur das mit Gold
und Silber auf Purpurpergament verzeichnete Anathema
im Evangeliencodex des Bischofs Heinrich von Würzburg
(f 1018) in der dortigen Universitätsbibliothek und be-
merke dabei, dafs nach meiner Ansicht geschriebene
Sprüche in Büchern der neuern Zeit, wie:
»Dieses Buch, das ist mir lieb,
Wer mir's stiehlt, der ist ein Dieb,
Und wenn ich ihn ertappe.
So krieg ich ihn bei der Kappe,
Es mag sein Herr oder Knecht,
So ist ihm der Galgen gerecht« u. a. m.
auf diese Sitte zurückzuführen sind. Mit dem eben an-
geführten Verse sind übrigens zu vergleichen: Rochholz,
alemannisches Kinderlied, S. 53, Birlinger, »Nimm mich
mit!« S. 328, Simrock, das deutsche Kinderbuch, S. 98,
sowie aus älterer Zeit der niederdeutsche Reim:
»Dyt bock hört Metken vam holte
De dat vint de do dat wedder
Edder de duvel vorbrent em dat ledder,
holt dy.« (s. Pölchau, das Bücherwesen im
Mittelalter, S. 16.)
Stocker au in Niederösterreich. G. M. Blaas.
Glockeninsclirift.
Eine Glockenschrift, die im Anzeiger 1876, Sp. 359
mitgetheilt worden : ^L^ und zu welcher der Einsender
bemerkte: »Eine Bedeutung ist schwerlich darin zu su-
chen«, scheint mir eine Anrufung der heil. Anna zu ent-
halten und auf die feststehende Thatsache hinzuweisen,
dafs man die heil. Anna gegen Gewitter, Dämonen etc.
angerufen. Ich verweise dabei auf eine Gloekeninschrift
zu Steinerberg in der Schweiz (Kanton Schwyz) :
»Anna fugat Sathanam, quo nomine fulmina pello:
Solvitur in pluvias grandoque durus aquas.»
(Geschichte von Steinerberg von Fafsbind; un ge-
druckte Handschrift in Einsiedelu.) Eine Glocke zu Anna-
berg (Sachsen) vom Jahre 1516 trägt neben dem Bilde
der heil. Anna die Inschrift :
»Quae potes immensum Anna tu fleetere Jovem,
Pelle mala, et morbos contortaque fulmina pelle.
Anna, du kaust den höchsten Gott
Erwegen, hilff uns aus der Noth,
Vertreib Kranckheit und Unglück grofs.
Dazu die harten Donnerstöfs.«
(Henr. Götzius , de cultu Annae , aviae Christi , in
Misniam invecto, Lips. 170ä, p, 15, aus: Jenisius, historia
Annaebergensis, p. 37.)
Monte Gasino. P. Heinr. Rickenbach,
Professor.
Deutsche Schwertinschriften,
Ein in der Alterthüuiei-sammlung auf Schlofs Vöttau
in Mähren befindlicher sog. Zweihänder hat die Inschrift :
PEJ « GOT * VND SEJNER * GNAT «
WJL * JCH * PLEJBEN * FRJE * VND ■> SPAT «
und ein daselbst aufbewahrtes Richtschwert zeigt, auf
beide Seiten vertheilt, die Inschrift ;
Jesus Maria und . Joseph steh im bei. — Gott Sei . Im
Sinder genedig und barmherzig der und in ewikt (Eirig-
keit) a (Ameyi) — Tube Recht : und Fyrte (fürchfe) Nie-
man U : dan Betrate (betrachte) das ent. — AVilhelm Hauser
fi'iman und hennger. Gott genade der Seilen. — (.s^onsten
bin Jch Jeder Zeit Wieft Jch') Mit den Schwert breit (be-
reit). Schau Was Du Schauen kaust mit der Hand Ried (rühr)
dog Nies (nichts) an. S.-) Hingerichtet zum tot. F. —
C. — Zum Richter Bin ich Besteid. Verzeigen Wolle
miers Die ganze Weld. So ich . Füere den streüg (Streich).
Jesus Maria und Josech (Joseph) Steh Jhm Bei in dot.
ANNO. M VI III. (1603. - Vgl. Böhm, Ueber Schwert-
inschriften in der Zeitschr. f. deutsche Kulturgeschichte,
n. F. III, 470 ff.)
Stockerau i. Niederösterreich. G. M. Blaas.
1) wiftic, schnell; vergl. Schm. -Fr. , bayer. Wörterb. II, 464:
wif wiff, lebhaft.
2) S gehört hinauf zu (s)onsten.
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Essenwein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg.
Mit einer Beilage
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KTODE DER DEUTSCHEM VORZEIT.
1883.
M 1.
Januar.
Chronik des germanischen Miisenms.
Nürnberg, den 24. Dezember 1882.
Der Sclilufs des Jahres 1882 brachte unserer Anstalt noch
einige höchst dankenswerthe Förderungen, so dafs dieselbe ein freu-
diges Weihnachtsfest feiern kann. Besonders ermunternd ist es
uns, dals Se. Majestät König Karl von AVürttemberg aus Allerhöchst-
seiner Privatschatulle der Anstalt einen jährlichen Beitrag von
400 m. allergnädigst zugesagt hat ; eine greise Reihe von neu an-
gemekleten Jahresbeiträgen bringt das untenstehende Verzeichnil's.
Sie kommen meist nur von Freunden, welche unsere Pfleger ange-
worben haben, die in ihren Bemühungen nicht nachlassen, und
denen daher hier besonderer Dank dargebracht sei.
Durch ein Geschenk von 200 m. hat uns die Freiherrlich von
Gienanth'sche Familie erfreut ; Frau Anna Gräfin von Buttler, geb.
Gräfin von Stubenberg, in Graz hat uns zur Ausführung eines ge-
malten Fensters 600 m. zur Verfügung gestellt.
Für das Handelsmuseum haben neuerdings je einen Antheil-
schein gezeichnet : K. de Haen, chemische Fabrik in List vor Hannover,
und Kommerzienrath und Stadtrath Samuel Jafie in Posen.
Es ist bekannt, dafs unsere Anstalt noch aus den ersten Jahren
ihres Bestehens her Schulden hat, die nach und nach getilgt werden,
und unsere Rechnung läfst alljährlich beträchtliche Posten ersehen,
die zu diesem Zwecke, sowie inzwischen zur Verzinsung, aufgewendet
werden. Dagegen hat die Anstalt ein eigentliches rentables Stif-
tungsvermögen so gut wie gar nicht; denn der Betrag von 1471m.
43 pf., auf welchen sich dasselbe beläuft, ist kaum zu rechnen ; uud
doch würde ein solches für die spätere Entwicklung die einzige
Garantie bieten , falls einmal das jetzt so lebendige Interesse aller
Kreise der Kation nachlassen sollte. Ist dies auch zum minde-
sten unter der jetzigen Generation nicht zu befürchten, so ist es
doch sehr erfreulich, dafs auch des Stammvermögens gedacht
wird. Es ist dies von Seite der Freiherrl. v. Tucher'schen Ge-
sammtfamilie geschehen , welche einen Beitrag von 500 m. zum
unveräufserlidien Stammvermögen gespendet hat.
Unser Verwaltiingsausschnfs ,' welcher in den letzten Jahren
durch den Tod mehrerer Mitglieder beträchtliche Lücken erhalten
hatte, hat sich bei seiner letzten Sitzung durch Neuwahlen wieder
verstärkt, und es haben die auf sie gefallene Wahl angenommen die
Herren Oberstlieutenant Ising, Kommandeur des Zeughauses in
Berlin, Hofrath Dr. F. A. v. Lehner, Direktor der fürstl. Hohen-
zpUern'schen Sammlungen in Sigmaringen, und Dr. A. Steche, Pro-
fessor an der technischen Hochschule in Dresden, während leider
ein vierter Gewählter nicht in der Lage war, die Wahl anzunehmen.
Seit VeröffentUchung des Verzeichnisses in der letzten Nummer
wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet:
Von Vereinen: Briinn. Deutscher Club 10m.
Von Privaten: Aalen. Dr. Mezger, Helfer, 2m. Ansbach.
Dürig, Oberstlieutenant u. Kommandeur d. 2. Ulanenregiments, 2 m. ;
Hertter, Regierungsassessor, 3 m. ; Dr. Heuner, prakt. Arzt, 3 m. ;
von Hörmann, Reg.-Rath, 2m.; von Leistner, rechtsk. Magistrats-
rath, 3 m. ; Moser, Regierungsrath. 3 m. ; Dr. Pfeiffer, Regierungsdi-
rektor, 3 m. ; Rammelmeier, Kreiskassier, 3 m.; Torrent, Apotheker,
3 m. ; Zierer, Amtsrichter, 2 m. Arnsberg. Köhne, Oberpostdirektor,
3 m.; von Schenk, Fabrikbesitzer, 3 m. Augsburg. Ludwig Simrnet,
k. Professor, 3m. Barmen. E. Brüninghausen, Fabrikant, 5 m.
Berlin. Freiherr von Feilitzsch, Referendar, 6 m.; Dr. phil. Guille-
main 3 m. ; G. W. Gumprecht, Banquier, 3 m.; G. Lossius, Kaufmann,
3 m.; F. Meyer. Magistrats-Sekretär, 3 m. ; M. Repenning 3 m. ; E.
Spindler, Kommerzienrath, 50 m. ; Dr. Wilh. Stieda, kais. Regierungs-
rath, Mitglied d. stat. Amtes d. d. Reiches, 3 m. Bremen. Aug. Gg.
Laporte, Kaufmann, 3m. Büdingen. Dr. Brettel, Kreisarzt, am-;
Hauner, Kaufmann, 2 m. ; Kraufser jr., Apotheker, 2 m. ; Leo, Ober-
förster, Im.; Weil, Kaufmann, 2m.; Burgfarrnbach. Kleinleiu,
Brauereikassier, 3 m.; Münch, k. Post- uud Bahnexpeditor, 2 m.
Cadolzburg. Adolf Redenbacher, k. Pfarrer, 2m. Cannstatt. Dr.
Fischer 3 m. Crefeld. Krauth, Konservator, 3 m. .Czeriiowitz.
Frau Regina von Schuler-Libloy, Professorsgattin, 2 m. Dinkelsbühl.
Johann Bändel, Oekonom u. Bürgermeister, in Heinersdorf Im.;
Michael Büttner, Oekonom, in Kröttenbach (statt bisher 3 m.) 4 m.;
Wilhelm DüU, k. Pfarrer, in Illenschwang Im.; Friedr. Dümmler,
k. Pfarrer, in Sinbronn 2 m. ; Karl Eichbauer; Privatier, in Heiners-
dorf 1 m. ; Julius Imhof, k. Advokat, (statt bisher 1 m. 75 pf ) 2 m. ;
Dr. Heinrich Kockmann, prakt. Arzt, in Wittelshofen 3 m. ; Michael
Pflanz, Oekonom und Gastwirth, in Bernhardswend Im.; Ludw.
Sternecker, rechtskund. Bürgermeister, 4 m. ; Heinr. Stiefele, Pfarr-
vikar, in Wittelshofen 1 m. ; Heinr. Strebel, k. Amtsgerichtssekretär.
2 m. ; Dr. Thenn , ]>rakt. Arzt , in Wassertrüdingen (statt bisher
3 m.) 4 m. Dresden. Gebrüder Bernhardt, Möbelgeschäft, 5 m. : Dr.
med. G. Th Bischott' (statt bisher 3 m.) 5 m.; von Carlowitz, Majo-
ratsherr auf Schlofs Kukukstein, 10 m. ; Gg. v. Carlowitz, Premier-
lieutenant, 10 m. Conrad! H m. ; Dr. med. Engelbardt b m. ; Fisch-
bach, Architekt, 5 m. ; Fraustadt 3 m. ; F. J. Friederich, Eisenbahn-
beamter, Im,; F. A. Hartmann, Architekt, 5 m. ; L. H. W. Holding-
hausen, Prokurist, 5 m.; C. Marschner, Hotelier, 5 m.; H. Matthä-,
Kaufmann, 3 m. ; Schmeifser, Hofapotheker, (statt bisher 2 m ) 3 m. ;
Warnatz, Hotliuclihändler, 5 m. Eberswalde. Dr. med. Eugen Pono-
gen 2 m. Engerazhofen. Zodel, Maler u. Bildhauer, 2 m. Fischbach.
Zahn, Pfarrer, 2 m. Freiberg. Ed. Leonhardt, Rechtsanwalt, 3 m.
Fürth. J. A. Hufs, Maler, 3 m. Schw.-Gmünd. G. Bauer, Professor, .
2m. Gundelfingen. Mendle, Benetiziat, Im. 50pf. Güstrow. Dr.
Berghoher, Realschullehrer, 2m.; Ebert, Rathsbuchdrucker, Im.;
Krull, Rechtsanwalt, 3 m. Hamm. Vogel, Kaufmann, 3 ra. Heilbrönn.
Freiherr von Ellrichshausen in Assumstadt, 3 m ; Wilh. Rösch, Pro-
fessor, 2m ; Richard Schäuft'elen senior 5 m. ; Freiherr von Trott,
Fabrikant, 2 m. Kaiserslautern. Hans Schön, Wollkäufer, 3 m. ;
Karl Spatz, Direktor des pfilz. Gewerbemuseums, 3 m. Leitmeritz.
Jos. Heller, Oberrealschul-Professor, 2 m. ; Dr. Alois Kluge, Advo-
katurcoucipient, 2m.; Anton Köhler, Lehrer d. Taubstummenin-
stituts und Nebenlehrer am Gymnasium, 2 m.; Anton Meifsler, k.
k. Hauptmann i. P. und Reichstagsabgeordneter, 2 m.; Jos. Sieber,
AVeltpriester u. Gymnasialprofessor, 2 m. Leutkirch. Fritz Mohrlin,
Schriftsteller, Im. Lindau. Eduard Eibler, Grofshändler, 25 m. ;
Gloggengiefser, Kaufmann, 3m. ; Gombart, Notar, 3 m. Marktleuthen.
Beyer, Bahnstationsvorstand, Im.; Dobereiner, Fabrikant, Im,;
Diepold, Forstamtsassistent, 1 m. ; Dompart, Forstmeister, 1 m. ; Eck,
Privatier, 50 pf. ; Heym, Pfarrer, 1 m Metz, von Furtenbach, Lieu-
tenant, 3 m.; Dr. Scheufl'gen, Studiendirektor am bischöfl Seminar
in Montigny, 3 m.; Wächter, Postrath, 3 m. MUgeln. M. Weifsker.
Referendar, (statt bisher Im. 50 pf.) 3m. Nördlingen. Abele, Kauf-
mann, 1 m. 72 pf ; -Bär, Kaufmann, 2 ra. ; Fischer, Gasthofbesitzer,
1 m. 72 pf. ; Gofs, Bahninspektor, 2 m. ; Sigm. Hochstälter, Kaufmann,
19
Anzeiffer für Kunde der deutschen Vorzeit.
20
2in.; Kolin, Kaufmann, 2 m. ; Kubitsheck, Privatier, 2 m. ; Dr. Ma-
cher, pralit. Arzt, 2m.; Laz. Marx, Kaufmann, 2m.; Sam. Marx,
Kaufmann, 2 m. ; Dr. Mayer, in Lauchheim 1 m. 72 pf. ; Mehl, Buch-
händler, 2m.; Rud. Rehlen, Kaufmann, 2m.; Schönamsgruber,
Rechtsanwalt, 2 m. ; Weidenschlager, Ingenieur, 1 m. 72 pf. ; Weiler,
Lehrer, 2 m. ; Jakob Winter, Deckenfabrikant, 1 m. 72 pf ; Wörlen,
Magistratsrath, 2m. Nürnberg. Dr. Gottlieb Birkner, prakt Arzt,
Hrn.; Dr. Albrecht Köhler, kgl. Stndienlehrer, 3m. Qffenburg.
Bender, Gymnasialdirektor, (statt bisher 2m) 3m.; Max Wenk,
Kaufmann, 3m. Oschatz. Maier, Seminaroberlehrer, (statt bisher
2m.) 3m.; Thost, Handelsgärtner, 1 m. Passau. Böhm, Domkapi-
tular, 2 m. Prag. Joseph Ritter von Hüfler, k. k. Oberlandesge-
richtssekretär, 4 m. ; Karl Rummel , k. k. Hof-Juwelier, 4 m. Re-
gensburg. Hörburger, Realschulprofessor, 2 m.; Krafi't, Gymnasial-
professor, 1 m. ; Schöntag, Gymnasialprofessor, 1 m. Reichenbach i.
V. Hugo Beutler, Kaufmann, 3 ra. Salzburg. Aumüller , Pfarrer,
(statt bisher 2 m. 40 pf.) 3 m.; Dr. Guttinger (statt bisher 2 m. 40 pf)
3 m.; Dr. med. Joseph Hitschfeld (statt bisher 2 m. 40 pf) 3 m.; Dr.
Sedlitzky, k. k. Hofapotheker, (statt bisher 2 m. 40 pf ) 3 m. ; Camillo
Sitte, Architekt und k. k. Direktor an der Staatsgewerbeschule,
(statt bisher 2 m. 40 pf ) 3 m. Schässburg. Job. Bapt. Teutsch,
Kaufmann, 2m. Schorndorf. Arnold, Eisenmöbelfabrikant, 3m.;
Breuninger, Lederfabrikant, 3 m. ; Fritz, Stadtschultheifs, 2 m. Stutt-
gart. F. Dimler, Oberbaurath, 2m. Vaihingen. Dr. med. Buben-
hofer 2 m.; Geyer, Oberamtspfleger, 2 m.; Graner, Amtsrichter, 2 m.;
Hamm, Apotheker, 2 m. ; Kamerer, Amtmann, 2 m. ; Liebherr, Ober-
amtmann, 3m.; Rath, Amtsnotar, 2 m. Wangen. A. Ebbinghaus,
Papierfabrikant, 1 m. ; CI. Ebbinghaus, Papierfabrikant, 1 m. Weis-
senstadt. Erhardt, Pfarrer, Im.; Menzel, Pfarrer, Im. Wriezen.
Otto, Gerichtsrath, 3m.; Simon, Gerichtsassessor, 3m. Zwickau.
Barthold, Brandversicherungsoberinspektor, 3 m.; Deutschbein, Ober-
lehrer, 3m.; Dr. Erler, Professor u. Rektor, 3m.; Dr. Förster,
Gymnasialoherlehrer, 2 m.
Einmalige Beiträge wurden folgende gespendet:
Von Privaten: Bärn. Hans Lichtblau, Freigutsbesitzer, 4m.
Oschatz. Kopp, Banquier, Im.; Pfitzer, Fabrikant, Im. Pernam-
buco. Friedr. Wöllhaf , Kaufmann, 2 m. Schässburg. Von einigen
Obergymnasiasten 5 m. 44 pf Vaihingen a. E. Beck, Fabrikant,
2 m. ; i'üscher, Kollaborator, 1 m. ; Schmidt, Kameralamtsbuchhalter,
2 m. ; Dr. Werner, Oberamtsarzt, 2 m. ; Widenmeyer, Fabrikant, 2 m.
Zweibrücken. Georg Roth, Fabrikant, 4 m.
Uiisern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu :
I. Für die kunst- und kulturgescliiclitlichen Samm-
lungen,
(Nr. 8668-8685)
Dinkelsbühl. Stadtmagistrat: Strohzopf für gefallene Jung-
frauen. — Glashütte. Afsmann, Uhrenfabrikant: 3 Uhrwerke
aus der ersten Zeit des Fabrikbetriebes der ersten deutschen Ta-
schenuhren-Grofsindustrie in Glashütte. Um 1830. — Gratz. St ei-
ermärkisches Landesarchiv: Copie eines Modelles zur Her-
stellung von Siegelkapseln aus Wachs. — Leipzig. E. A. See-
mann, Verlagshandlung: Kunsthistorische Bilderbogen, 355 — 378.
— Nürnberg. Lambrecht, k. Bankbuchhalter: 2 Degen, 18. Jahr-
hundert. Nister, Fabrikbesitzer: Grofser verzierter Hornkamm
vom Beginne des 19. Jahrh. S. Pickert, Hofantiquar: Bruchstück
einer Bronzekanone, 17. Jahrh. M. Pickert, Antiquar: 2 hölzerne
Gliederpuppen 17.— 18. Jhrh. 2 Silbermedaillen auf Karl V. 16.
Jahrh. Rösch, Antiquar : Bruchstücke eines Trinkglases mit
schwarzer Malerei, 17.— 18. Jhrh. Speckhardt, Hofuhrmacher:
Kleine Schwarzwälder Uhr mit elfenbeinernem Räderwerk, 1720 —
1780. Damenspindeluhrwerk mit excentrischem Zeigerwerk, 1820 —
1840. Spindeluhrwerk, 1800—1820. K. Stüller, Flitterfabrikant:
3 Stückchen geschmolzenes Kupfer vom Lorenzer Thurmbrand. Th.
Frhr. v. Tucher, Gutsbesitzer : Ovales Perlmutterplättchen mit dem
Tucher'schen Wappen. 1603. — Oehringen. Reinhardt, Kaufmann:
Vorlegschlofs, 16. Jhrh. Messingne Ohrenspritze, 16. Jhrh. — Osna-
brück. Die Kuratel für den Organis ten Herrn Emil Weifs:
Pedalklavier mit 2 Manualen vom Jahre 1805. — Salzungen. E.
Lommler, Oberlehrer: Bucheinband von 1565. Kleiner Kegel,
Kinderspielzeug, 17.— 18. Jahrb. — Tegernsee. Frau Dr. Sämer-
Vogelmann: Steinkeil aus einem Pfahlbaue. Römische Bronze-
münze. — Theresienthal. Reichsrath v. Poschinger, Fabrik-
besitzer : 2 grofse geschliffene Kristallglaspokale, Imitation der Ar-
beiten des 17. — 18. Jahrhunderts, aus der Fabrik des Herrn Ge-
schenkgebers.
II. Tür die Bibliothek.
(Nr. 46,803—46,855.)
Bächlingen. Bessert, Pfarrer: Drei pia dcsideria für die
württembergische Geschichtsforschung. 1883. 8. — Berlin. Biblio-
thek -Commission des deutschen Reichstag es: Katalog der
Bibliothek des deutschen Reichstages. 1882. 8. Dr. Wilh. Stieda,
kais. Regierungsrath: Ders , zur Geschichte des Buchhandels in
Riga. 8. Sonderabdr. Zur Geschichte des Strafsburger Buchdruckes
u. Buchhandels. 8. Sonderabdr. — Breslau. G. Köhler, General-
major z.D.: Ders., die Schlachten von Nicopoli u. Warna. 1882. 8.^
Dorpat. Universität: Grevingk, Geologie u. Archäologie des Mer-
gellagers von Kunda in Estland. 1882. 8. — Freiberg. Ger-
lach 'sehe Buchdruckerei : Freiberger Stadt- , Land- u. Berg-
kalender auf d. Jahr 1883. 4. — Glessen. Universität: Böse, Ge-
schichte des Schienverbandes von dem Alterthume an bis zu unserem
Jahrhundert. 1882. 4. Laspeyres, über Alter u. Wechsel der Pro-
fessoren an den deutschen Universitäten. 1882. 4. u. 8 weitere akadem.
Schriften nicht historischen Inhalts. — Göhren bei Woldcgk: Ge-
sammtfamilie der Grafen v. Schwerin: Gollmert, Wilh. Graf
V. Schwerin u. Leonh. Graf v. Schwerin, Geschichte des Geschlechtes
von Schwerin; Th. I— III. 1878. gr. 8. — Halle. Dr. Richard
Lehmann, Oberlehrer: Ders., über systematische Förderung wis-
senschaftlicher Landeskunde von Deutschland. 1882. 8. Sonderabdr. —
Hannover. Hahn'sche Buchhandlung: Kiel, die Venus von Milo.
1882. 8. — Hildeshelm. Dr. J. M. Kratz: Ders., historische No-
tizen über die Domherrenweinschenke zu Hildesheim. 1882. 4. —
Innsbruck. Freih. L. von Borch: Ders., das Bündnifs mit Frank-
reich unter Philipp von Schwaben. 1883. 8. Ders., das Schlofs der
Karolinger an der Elbe. (Nachtrag.) 8. — Leipzig. Friedr. Brand-
stetter, Verlagsbuchhandlung: Richter, Bilder aus der deutschen
Kulturgeschichte; II. Bd. 5. Lfg. (Schlufs). 1882. 8. Lausitzer
Prediger-Gesellschaft: Dies., Jahresbericht etc.; 8. Mitteilung,
Bericht von 1881 — 82. 4. 0. Spamer, Verlagshandlung: Wagner,
die Nibelungen; 2. Aufl. 8. Friedel, die deutsche Kaiserstadt Berlin,
u. deren Umgebung. 1882. 8. — Mannhelm. Ileinr. Hain: Frank-
furter Mefs-Relation etc. 1762—63. 4. Verbesserter Almanach . . .
.auf d. J. 1785. 16. — München. Christian Kaiser, Verlagsbuch-
handlung: Turmair, gen. Aventinus, sämmtliche Werke; Bd. II, 2.
1882. 8. Edm. Freih. vonOefele, k. Kreisarchivsekretär : Ders.
des Kurfürsten Karl Albrecht von Bayern italienische Reise im
Jahr 1737. 1882. 8. Neu-Ruppln. Emil Mootz, Fabrikbesitzer:
Robertson, Geschichte der Regierung Kaiser Carls des Fünften,
übers, von Remer; 1.-5. Theil. 1819. 8. — Neustrelitz. A. M.
Ct und lach, Verlagsh. : Pritzbuer-Gamm, mecklenburgische Adels-
geschlechter. 1882. 8. — Olmütz. Jos. von Engel, Kaufmann und
Bürgermeister: Müller, Geschichte der k. Hauptstadt Olmütz. 1882. 8.
Saliger, über das Olmützer Stadtbuch des Wenzel von Iglau. 1882.
8. — Prag. Dr. Constantin vonHöfler, Universitäts-Professor:
Ders., Anna von Luxemburg, Kais. Karls IV. Tochter, König Ri-
chards II. Gemahlin, Königin von England. 1871. 4. Ders., Monu-
menta Hispanica; I: Correspondenz des Gobernadors von Castilien
etc. Adrian von Utrecht. 1881. 4. Ders., Abhandlungen aus dem
Gebiete der slavischen Geschichte; I— V. 1879-82. 8. — Quedlin-
burg. Magistrat der Stadt: Janicke, Urkundenbuch der Stadt
Quedlinburg; II. Abth. 1882. 8. — Riga. Redaktion der Mit-
theilungen u. Nachrichten über die evangel. Kirche
Rufslands: Bericht über die Wirksamkeit der Unterstützungs-
Cassa f. evang.-luth. Gemeinden in Rufsland i. J. 1881. 1882. 8. —
Salzburg. Heinr. Dieter, Ilofbuchhandlung: Unsere Helden; VII.
1882. 8. — Salzungen. Gustav Lomler, Oberlehrer: Erasmus
Roterod., enchiridion railitis christiani. 1522. 8. Lambertus, in can-
tica canticorum Salomonis libellus. 1525. 8. Rudimenta linguae la-
21
Anzeiger fiir Kunde der deutscheu Vorzeit
23
tinae. 17G4. 8. Lateinische Grammatik. Pap. Hs. 15. Jlidt. 8. —
Salzwedel. Gymnasium: Festschrift zu der am 2. Novbr. 1882
statttindcnden Feier der Einweihung des neuen Gymnasiums zu
Salzwedel. 4. — Wien. J. Klein, Professor: Ders., die acht Thurm-
hallenfenster des Colner Domes. 8. Glücksrad-Kalender etc. 1883. 4.
III. Für das Archiv.
(Nr. 4805.)
Nürnberg. Hassel, Buchdruckereifaktor: Autograph Alexanders
von Humboldt (Correcturbogen), Mai 1852.
Nachstehende Zeitungen und Zeitschriften sind uns im Jahre
1882 aufser den bereits im Laufe des Jahres im Geschenkever-
zeichnisse und unter den ,, Schriften der Akademieeu, Museen u.
histor. Vereine" bestätigten theils als Geschenke , theils im Aus-
- tausche gegen unseren Anzeiger zugekommen:
Anzeiger f. Bibliographie u. Bibliothekwissensch. (v. Petzholdt).
,, Nürnberger.
Ar Chief voor nederlandsche Kunstgeschiedenis.
A.rchiv für kirchliche Kunst (v. Prüfer).
„ für Literaturgeschichte (v. Schnorr v. Carolsfeld).
„ für Geschichte der Medizin (v. Rohlfs).
„ für Post u. Telegraphie.
„ für Stenographie (v. Schallopp).
Ausstellungs-Zeitung der bayer. Landes- Ausstellung.
Ausstellungs-Correspondent, bayerischer (Nürnberg).
Bar, der. Illustrirte Berliner Wochenschrift (v. Dominik).
Bauzeitung, deutsche (v. Fritsch u. Büsing).
Bazar, der.
Beilage, wissenschaftliche, der Leipziger Zeitung.
Beobachter deutscher, franz. u. engl. Herrenmoden (v. Klemm).
Berichte, stenographische, des bayerischen Landtags.
Bibliographie, allgemeine, für Deutschland (v. Hinrichs).
Bibliotheca historica (v. Ehrenfeuchter).
Blätter für Kunstgewerbe (v. Storck).
„ für literar. Unterhaltung (v. E. v. Gottschall).
Centralblatt, literarisches (v. Zarncke).
„ der Bauverwaltung (Berlin).
Daheim. Familienblatt mit Illustrationen.
Familienblatt, deutsches, (von Schorer); mit dem ßeiblatte: Aus
Sturm und Noth.
Formenschatz (v. G. Hirth).
Frauenzeitung, illustrirte.
Gartenlaube. Illustrirtes Familienblatt.
Gemeindezeitung, deutsche (v. Stolp).
Gew erbehalle.
H al 1 e 1 u j a. Organ für ernste Hausmusik (v. Becker u. Zimmer).
Hand weiser, literarischer, (v. Hülskamp). .
Kirchenzeitung, neue evangelische, (von Mefsner).
Korrespondent von und für Deutschland.
Kunstblatt, christliches, (v. Merz u. Pfannschmidt.)
Kunst Chronik, österreichische (v. Lauser).
Kurier, fränkischer.
Land u. Meer, über.
Mittheilungen des Statist. Bureaus der Stadt Leipzig.
„ und Nachrichten für die evang. Kirche in Rufsland.
Modenzeitung, europäische, (von Klemm).
Mouatsblatt, ostfriesisches, (v. Zwitzers).
Monatshefte zur Statistik des deutschen Reiches.
Monatsschrift, altpreufsische, (v. Reicke u. Wiehert).
Monatsschrift, conservative.
Moniteur de la numismatique et sigillographie.
Muster- Zeitung (v. Klemm).
Natur, die, (v. Uhle).
Postzeitung, Augsburger.
Presse, Nürnberger.
„ süddeutsche.
Quartalschrift, theologische, (Tübingen).
Reichs- Anze iger, deutscher, u. k. preufs. Staats-Anzeiger.
Revue celtique.
Rundschau, deutsche, (v. Rodenberg).
Sprech-Saal. Organ der Porzellan-, Glas- und Thonwaaren-
Industrie.
Staats-Anzeiger für Württemberg.
Stadtzeitung, Nürnberger.
Statistik des deutschen Reiches.
Statistik, preufsische.
Viertel jähr Schrift f. Volkswirthsch., Politik U.Kulturgeschichte.
„ f. moderne Kinder-Garderobe (v. Klemm).
Wäsche-Zeitung (v. Klemm).
Welt, die illustrirte.
Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg.
Wochenschrift, gemeinnützige, (Würzburger).
Zeit, unsere, (v. R. v. Gottschall)
Zeitschrift für deutsches Alterthum u. deutsche Literatur (von
Steinmeyer.)
„ des Anwaltvereins für Bayern.
„ -westdeutsche, f. Gesch. u. Kunst. Nebst Korrespon-
denzblatt.
„ für preufsische Geschichte u. Landeskunde.
„ für bildende Kunst. Mit dem Beiblatte: Kunst-Chronik.
„ für Museologie u. Antiquitätenkunde (v. Gräfse).
„ neue, für Musik (v. Kahnt).
„ für deutsche Philologie (v. Zacher).
„ des k. preufs. Statist. Bureaus.
„ des k. Sachs. Statist. Bureaus.
Zeitung, fränkische.
„ norddeutsche allgemeine.
„ für die elegante Welt.
Schriften der Akademieeu, Museen und liistorisclien Vereine,
welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind :
Verein für siebenbürgische Landeskunde:
Correspondenzblatt etc. V. Jhg. 1882. Nr. 10 u. 11. Hermann-
stadt. 8. Zur Steuergeschichte der Hermannstädter Provinz im
15. Jahrh. HL (Schi.) — Volkszählungen im Sachsenland. Von T.
— Aus dem Kleinscheuerner Kirchenbuch. Von W. — Gesimd-
heitsregeln. Mitgeth. von Fr. T. — Heimische Künstler. Von W.
S. — Zur Geschichte der Wiedertäufer in Ungarn u. Siebenbürgen.
Von P. Schuller. — Kleine Mittheilungen. — Literatur.
Deutscher Verein z. Verbreitung gemeinnütziger
Kenntnisse in Prag:
Sammlung etc. Nr. 80. üeher die Fremdwörter, besonders im
Deutschen. Von Dr. Günther Alexander Saalfeld.
Herald-genealogischer Verein „Adler" in Wien:
Monatsblatt etc. 1882. Nr. 24. 8. Vereinsmittheilungen. —
Graf Stillfried f. — Literatur.
K. k. Central-Commission z. Erforschung u. Erhal-
tung der Kunst- u. histor. Denkmale:
Mittheiluugeu etc. VIH. Bd. HI. Heft. N. F. . . Mit 2 Tafeln
u. 47 1. d. Text gedr. Illustrationen. Wien, 1882. 4. Gräber aus
der Stradonitzer Aera und die zugehörige Wohnstätte bei Neu-
23
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
24
Bydzov. Von L. Schneider. — Grabungen in Visazze. Von Dr. Fr.
Kenner. — Der sogen. Lutherische Keller in Ober-Lichtenwald.
Von A. von Luschin-Ebengreuth. — Bauliche Ueberreste von Bri-
gantium. Von Sam. Jenny. — Ein römisches Vorhängesehlofs in
Aquileja. Von Dr. F. Kenner. — Der Bronzefund in der Riesen-
quelle bei Dux in Böhmen. Bericht von Dr. St. Berger. — Das
Dietrichstein'sche Gruftdenkmal in der Garnisonskirche zu Brunn.
Von M. Trapp. — Ueber Archive in Nieder-Oesterreich. Von
Adalb. Dungel. — Der Erker im kgl. Palast auf dem Wawel zu
Krakau. Von Odrzywolski. — Ileidengräber bei Hoheubruck. Von
Hrase. — Der Bildhauer Sebastian Carlen. Von Jos. Wastler. —
Reise-Notizen über Denkmale in Steiermark u. Kärnten. Von Dr.
K. Lind.
K. K. österr. Museum f. Kunst u. ludustrie:
Mittheilungen etc. XVIL Jhg. 1882. Nr. 207. Wien. 8. Triest.
— Die Spielkarten in der Bibliothek des österr. Museums. Von
E. Chmelarz. — Museumsangele^enheiten. — Kleine Mittheilungen.
Dombau verein zu Wien:
Dombauvereins-Blatt. II. Jahrg. 1882, Nr. 14. 8. Die Restau-
rations-Projeote der Commission des monuments historiques. Von
R. V. E. — Thätigkeit auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst. —
Nachrichten vom Dome. — Vereinsangelegenheiten.
Wissenschaftlicher Club in Wien:
Monatsblätter etc. IV. Jahrg. Nr. 2. 12. Clubangelegenheiten. —
Nekrolog. —
Gesellschaft für vervielfältigende Kunst:
Die graphischen Künste etc. IV. Jahrgang, Heft III. u. IV.
u. V. Jhg. Heft I. Wien, 1882. 2. Ferdinand Laufberger. Nekro-
log. — Das Passionsbild im Dom zu Graz. — Recensiouen.
Christlicher Kunstverein der Diöcese Seckau:
Der Kirchenschmuck etc. XIII. Jhg. 1882. Nr. 11. Graz. 8.
Die kirchliche Bau-Tradition hinsichtlich der Centralbauten (Forts.).
— Das Parament in der kirchlichen Kunst. — Die Restauration in
der Franziskaner-Kirche zu Graz.
(Gesellschaft für Salzburger Landeskunde:
Mittheilungen etc. XXII. Vereinsjahr. 1882. 8. Die Ansiedlung
der Salzburger im Staate Georgien in Nordamerika. (Mit Abbild.).
Von A. Prinzinger d. j. — Das Wasser in salzburgischen Flur- und
Ortsnamen. Von Dr. F. V. Zillner. — Des Erzstiftes Salzburg
Münzrecht und Münzwesen. Von Gustav Zeller. — Salzburgische
Geschlechterstudien. IV. Die Tann. Von Dr. F. V. Zillner. — Die
baierisch-österreichische Volkssprache und die Salzburger Mundarten.
Vortrag von Dr. A. Prinzinger d. ä. — Zur Geschiclite der Salz-
burger Weilsgeschirr-Fabrikation. Vortrag von C. Sitte. (Mit Abb.).
— Gesellschaftsangelegenheiten.
K. bayer. Akademie der Wissen Schäften zu München:
Sitzungsberichte der philos. -philol. u. historischen Classe. 1882.
Bd. II. Hft. 1. 8. üeber die Aechtheit der dem Justus Lipsius
zugeschriebenen Reden. Eine literar. - histor. Untersuchung. Von
V. Halm. — Das Project einer wittelsbachischen Hausunion unter
schwedischem Protectorat 1667—1697. Von Heigel.
Sitzungsberichte der mathemat. - physikalischen Classe. 1882.
Heft IV. 8.
Histor. Commission bei ders. Akademie:
Briefe und Akten zur Geschichte des XVI. Jahrhdts. Mit be-
sonderer Rücksicht auf Bayerns Fürstenhaus. III. Bds. 2. Abthlg.
Beiträge zur Reichsgeschichte 1552. Bearbeitet von A. von DruiFel.
München, 1882. 8. S. 338-648. Deutsche Reichstagsakten, IV.
Bd. Deutsche Reichstagsakten unter König Ruprecht. 1. Abthlg.
1400—1401. Hrsgeg. von Jul. Weizsäcker. Gotha, 1682. 8. XXIII
u. 531 Stu.
Münchener Alterthumsvereiu :
Die Wartburg etc. IX. Jhg. 1882. Nr. 12. 8. Einige Worte
zur Frage der Rottmann'schen Fresken u. ilu'er Erhaltung. Von
Dr. C. Förster. — Vereinsangelegenheiten. — Kleine Mitthei-
lungen.
Bayrisches Gewerbemuseum zu Nürnberg:
Kunst und Gewerbe. Zeitschrift etc. XVI. Jahrg. 1882. X. und
XI. Heft. 8. Mit Nr. 18—22 der „Mittheilungen". Das Kunstge-
werbe in Spanien. Eine histor. Studie von F. Jännicke (Forts.). —
A. Keim's Mineralmalerei. Von Liudenschmitt, A. Müller und Gabr.
Max. — Die altdeutschen Gläser in der Mustersammlung des bayr.
Gewerbemuseums. Von C. Friedrich. — Kleine Nachrichten. —
Literatur etc. Abbildungen: Schrank aus dem XVII. Jhrhdt. —
Marmorfüllung am Grabmale des Kurfürsten Moritz im Dom zu
Freiberg. — Iiitarsiafüllungen aus der Certosa bei Florenz. —
Schmiedeiserne Lichthalter. — Schmiedeisernes Oberlichtgitter. —
Handzeichnungeu von Pierin del Vaga. — Glasfenster von Giov. da
Udine. — Schweizerische und deutsche Ofenkacheln. — Geschnitzter
Holzrahmen von FruUini in Florenz.
Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg:
Mitteilungen etc. IV. Heft. 1882. 8. Die Korrespondenz des
Nürnberger Rates mit seinen zum Augsburger Reichstag von 1530
abgeordneten Gesandten. Von Dr. W. Vogt. — Wilib. Pirkheimer
in seinem Verhältnis zum Humanismus und zur Reformation. Von
Dr. Rud. Hagen. — Kleinere Mittheilungen. — Literatur.
Historischer Verein zu Bamberg:
Vierundvierzigster Bericht etc. 1882. 8. Vereinsangelegenheiten.
— Geschichte der gelehrten Schulen im Hochstift Bamberg von
1007—1803. Von H. Weber. Beilagen.
Breisgau- Verein „Schau- ins - Land" zu Freiburg
im Breisgau:
Schau - ins - Land. 9. Jhg. 1882. 1. u. 2. Lfg. 1882. 4. Veit
Webers Lied auf den ersten Burgundischen Krieg. Von F. Geiges.
— Wie der Dr. Faust zu Staufen vom Teufel geholet ward. Von
C. Geres. — Eine deutsche Nadelarbeit aus dem 17. Jhdt. Mit-
getb. von F. Ziegler. — Das historische Wappen der Stadt Frei-
burg i. Br. (Mit Abbild.) — Fragmente einer Glasmalerei aus dem
Beginn d. XIV. Jhdts. (Mit Abbild.) — Der Schlofsberg Freiburg.
(Mit Abbild.)
Aachener Geschichtsverein:
Zeitschrift etc. IV. Bd 3. und 4. Heft. 1882. 8. Aus der
Geschichte Aachens im XV. Jhdt. Von A. v. Reumont. — Eine
römische Villa bei Stolberg. Von F. Berndt. — Fränkische Wan-
derungen und Ansiedelungen vornehmlich im Rheinland. Von K.
Lamprecht. — Memorienbuch des Klosters Wenau. Von E. v. Oidt-
mann. — Meister und Entstehungszeit der grofsen Glocke von
St. Peter zu Aachen. Von Hugo Lorsch. — Kleinere Mittheilungen.
— Literatur. — Vereinsangelegenheiten.
Historischer Verein fürd. Grofsherzogthum Hessen:
Archiv etc. XV. Bds. 2. Heft. Darmstadt. 1881. 8. Urkunden
des 14. u. 15. Jhdts. Aus Ingelheimer Urtheilsbüchern mitgetheilt
von Dr. H. Lorsch. — Die Klöster der Büfserinnen bei Weisenau
und der Tertiarierinnen zu Klein -Winternheim (Schi.). Von Dr.
Anzeiger für Kunde der deutsclit'ii Vorzeit
26
P. Bruder. — Ueber Joli. Gutenberg's Grabstätte und Namen. Von
Dr. G. Frhr. Schenk zu Schweinsberg. — Aus der Geschichte des
Dorfes Planig . • . (Schi.). Von Ernst Wörner. — Sittengeschicht-
liches und Sprachliches aus Hessen. Von Dr. Anton Birlinger. —
Aus der älteren Geschichte der hessischen Artillerie (Schi.). Von
C. Leydhecker. — Ueber das Amt Laubach in seinem früheren und
späteren Bestände. Von Friedrich Graf zu Solms- Laubach. (Mit
einer Karte). — Der Seesieg des Landgrafen Friedrich von Hessen
über die Barbaresken bei Goletta im Jahre 1640. Von Dr. Albert
Duncker. — Die Münzen der Stadt Mainz. Von Paul Joseph. —
Kleinere Mittheilungen.
Quartalblätter etc. 1882 N. 1 u. 2. Darmstadt, 1882. 8.
Vereinsangelegenheiten. — Die Detinitorialordnung Landgraf Georgs H.
Von Dr. Köhler. — Beitrag zur Geschichte des heimischen Wein-
baues, n. Von Dr. S. z. S. — Namen von Fluren, Gewannen u.
sonstigen Oertliehkeiten im südöstlichen Odenwalde. Von Decker.
— Densburg, der alte Name des Diensberges bei Giefsen. Von
Dr. S. z. S. — Die alte u. die neue Burg zu Giefsen. Von dems.
— Urkunde König Sigmunds über den Weinschank zu Mainz.
Mitgeth. von W. Velke. — „Bockende" Bäume und Kreuze. Von
Dr. S. z. S. — Erzbischof Adolf von Mainz ernennt seinen Pfeifer
u. Diener Bracht zum Könige der fahrenden Leute in seinem Erz-
bisthum und Land. Gernsheim. 1385. Dec. 9. Von dems.
Gesammtver. d. d. Gesch.- u. Alterthums vereine:
Correspondenzblatt etc. 30. Jahrg. 1882. Nr. 11. Darmstadt.
4. Vereinsangelegenheiteu. — Längsrillen und Rundniarken in
Nieder- u. Oberhessen. Von E. Wörner. — Zur Geschichte des
Klosters Clarenthal bei Wiesbaden. Von F. W. E. Roth. (Schi.)
Einladungsfchrift zu einem Schützenfest in Bingen 1618. Mitgeth.
von dems. — Wirksamkeit der einzelnen Vereine. — Literatur.
Verein für hessische Geschichte und Alterthums-
kunde :
Zeitschrift etc. N. F. IX. Bd. 3. u. 4. Heft. Kassel, 1882.
8. Der Lichtberger Bracteatenfund. Von W. Stern. (M. 1. Tafel).
— Eines hessischen Gelehrten Lebenseriunerungen aus der Zeit des
Königs Jeröme. Zwei Manuscripte des Oberhofraths Dr. Ludw. Völ-
kel. Herausgeg. u. erläutert von Dr. Alb. Duncker. 1) Die Berau-
bung des Museums und der Bibliothek zu Kassel durch die Franzosen
u. der Bau des westphäl. Ständesaales ; 2) die Einnahme Kassels
durch Czernitschef u. die letzten Tage des Königreichs Westphalen.
— Ueber die Canal-Projecte u. Anlagen des Landgrafen Karl von
Hessen. Von Dr. E. Gerland. — Ein Geinhäuser Kopialbuch des
16. Jhdts. mit der ersten Erwähnung der Familie Grimmeishausen.
Von Dr. Alb. Duncker. — Vereinsangelegenheiten.
Zeitschrift etc. N. F. VHL Supplement. Kassel, 1882. 4.
Das Römercastell und das Mithrasheiligthum von Grofs-Krotzen-
burg am Main, nebst Beiträgen zur Lösung der Frage über die
architektonische Bescbaffenheit der Mithrasheiligthümer. Von Dr.
G. Wolif. (Mit Abbild.) — Die römischen Münzen, Stempel, Inschrif-
ten u. Graffite von Grofs-Krotzenburg u. der Umgegend von Hanau.
Von Dr. R. Suchier.
Henneberg, altertumsforsch. Verein zu Meiningen:
Einladungsschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens des
Vereins. 1882. 8. Vereinsangelegenheiten. — L. Bechstein in seinen
wissenschaftlichen Werken. Von Dr. R. Bechstein. — Versuche
einer Zusammenstellung der Gräberfunde im Hennebergischen. Von
Dr. G. Jacob.
Verein f thüring. Gesch. u. Alterthumsk. i. Jena:
Zeitschrift etc. N. F. HL (XI.) Bd. Heft 1 u. 2. 1882. 8.
Freudcnspiele am Hofe Herzogs Ernst des Frommen von Sachsen-
Gotha u. Altenburg. Herausgegeben u. erläutert von Otto Devrient.
Savigny -Stiftung für Rechtsgeschichte:
Zeitschrift etc., HI. Bd. . . 2. u. 8. Hft. (German. Abtlieilung).
Sippe u. Wehrgeld nach niederdeutschen Rechten. Von Dr. H.
Brunner. — Anhang: Die Quellen des sogen. Rheingauer Landrechts.
— Aufklärung einiger bemerkenswerther Irrthümer bezüglich der
Interpretation einzelner Artikel des ältesten Lübischen Stadtrechts.
Von R. Freund. — Die Gerichtsbarkeit über Freie u. Unfreie nach
ältestem Recht. Von G. .Meyer. — Weisthum und Gerichts-
ordnung der Gemeinde Eilerstadt vom Jahre 1555. Von A. Koch.
— Literatur. — Zur Geschichte der Besitzklagen. Von H. W.
Münderloh.
Kais. Leopoldino-Carolinische deutsche Akademie
der Naturforscher zu Halle:
Leopoldina etc. Heft XVIII, Nr. 21 u. 22. 4. Akademie- An-
gelegenheiten. — Mittheilungen. — Literatur.
Geschichts- u. alterthumsforschende Gesellsch.
d. Osterlandes :
Mittheilungen etc. VlII. Bds. 4., u. IX. Bds. 1. Heft. Alten-
burg, 1882. 8. Gesellschaftsangelegenheiten. — Der Schauenforst.
Gechichtl. Nachrichten über denselben , gesammelt von Dr. Lobe.
— Schlofs Posterstein. Von dems. — Fernere Nachträge u. Berich-
tigungen zur Kirchengallerie. Von dems. — Die Hochzeitsordnung
der Stadt Altenburg vom J. 1577. Von dems. — Mittheilungen
aus der Reiserechnung einer Gesandtschaft, welche Herzog Johann
Philipp von S. -Altenburg wegen Belehnung mit den sächsischen
Reichs-, auch Gülich'schen u. Böhmischen Lehen und Regalien im
Jahre 1621 nach Wien schickte. Von v. Hopfgarten-Heidler. —
Dr. Melchior von Ossa u. die Gründung des Frauenfelses in Alten-
burg. Von Dr. J. Lobe. — Ein peinlicher Prozefs wegen Bündnisses
mit dem Teufel aus d. J. 1709. Von Dr. Hase. — Der flüchtige
König Christian II. von Dänemark in Deutschland. Von Dr. J.
Lobe. — Zwei Relationen über den Einfall Wallensteins im Coburgi-
schen u. Altenburgischen Lande u. seinen Zug zur Lützener Schlacht
im Herbst d. J. 1632. Von Dr. Hase. — Die Wüstungen des Amtes
Altenburg. Von Dr. J. Lobe. — Miscellen.
Gesch.- u. alterthumsforschender Ver. zu Schleiz:
Urkunden zur Geschichte der Stadt Schleiz im Mittelalter. Er-
läutert von Dr. Jul. Alberti. 1. Sammlung. Schleiz, 1882. 8. 82 Stn.
König!. Sachs. Gesell Schaft d. Wissens eh. zu Leipzig:
Berichte über die Verhandlungen etc. Philolog.-historische Classe.
1881. I. II. 1882. 8. Das dalmatinisch-serbische cyrillische Missale
romanum der Leipziger Stadtbibliothek. Von Leskien.
Abhandlungen, Bd. VIII. Nr. IV., Leipzig, 1882. 8.
Verein f. d. Museum schles. Alterthümer in Breslau:
Schlesiens Vorzeit in Bild u. Schrift. 51. Bericht etc. 1882.
8. Museums-Angelegenheiten. — Kleine Beiträge zur schlesischen
Künstlergeschichte. 2. Zur Künstlergeschichte von Lüwenberg.
Von Dr. E. Wernicke. — Eine Mordsühne von 1485. Von dems.
— Beitrag zu den histor. Notizen über Ottmuth. Von A. Welzel.
— Die Ronovation des Portals am Piastenschlofs in Brieg i. J. 1865.
Von Louis Rosenthal. — Notizen zur Geschichte der evang. Kirche
zu Ohlau. Von E. Flöter. — Mottos aus dem sogen, schlesischen
27
Anzeie;er l'ür Kunde der deutschen Vorzeit.
28
Wappenbucli aus der Zeit um 1575 anf der Breslauer Stadtbiblio-
thek. Von Dr. H. Luchs. — Zusätze und Berichtigungen.
Schles. Gesell, f. vaterl. Cultur z. Breslau:
Neunundfünfzigster Jahresbericht 1881. 1882. 8.
Westpreufsischer Geschichtsverein zu Danzig:
Zeitschrift etc. Heft IX. 1882. 8. Ueber eine Reformations-
schrift des fünfzehnten Jahrhunderts. Von J. Caro.
Historischer Verein für Ermland:
Monumenta historiae Warmieusis. Bd. VII. III. Abthlg. Bib-
liotheca Warmiensis , oder Literaturgeschichte des Bisthums Erm-
land. . . hrsg. von Frz. Hipler. Band III: Bogen 1 — 20. Briefe u.
Tagebücher des Fürstbischofs von Ermland Joseph von Hohenzollern
(1776-1836). Braunsberg, 1882. 8. 320 Stn.
Verein „Herold" in Berlin:
Der deutsche Herold. Zeitschrift etc. XIII. Jhg. 1882. Nr. 11.
4. Vereinsangelegenheiten. — Verzeichnifs derer, welche wegen der
tapfern Vertheidigung Prags i. J. 1648 in den Adelstand erhoben
wurden. Von Jos. Teige. (Schi.) — Kurze Notizen, betr. diejen.
Offiziere u. gefreiten Corporale des ehem. Inf. Regts. Sr. Hoclif.
Durchl. des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig u.
Lüneb., k. preufs. Generals, deren Namen Mitglieder des Herolds
tragen. Von Cordt von Brandis. — Bücherschau. — Der gekrönte
Helm in den Wappenbildern und Siegeln vor dem Jahre 1400. Von
Pastor Lieboldt. — Zur Genealogie der Familie von Falcke aut
Kemblitz. Von Aster. — Zur Kunstbeilage. — Miscellen. — An-
fragen etc.
Katalog der heraldischen Ausstellung zu Berlin 1682. Im Auf-
trage des ,, Herold-' bearbeitet von Ad. M. Hildebrandt. 2. Aufl.
Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin:
Monatshefte für Musikgeschichte; XIV. Jhg. 1882. Nr. 12. 8.
Die Opernhäuser Neapels. Von Dr. H. M. Schletterer. (Forts.) —
Mittheilungen.
Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin:
Verbandlungen etc. Bd. IX. Nr. 8. Gesellschaftsangelegenhei-
ten. — Geographische u. Literatur-Notizen.
Gesellsch. f. Anthropologie, Ethnol. u. Urgesch. z.
Berlin :
Zeitschrift etc. XIV. Jhg. 1882. Heft V. 8.
Verein für Gesch. u. Altertumskunde des Herzog-
thums u. Erzstifts Magdeburg:
Geschichts- Blätter etc. 17. Jhg. 1882. S.Heft. Magdeburg,
1882. 8. Beiträge zur Geschichte der Buchdruckerkunst in Mag-
deburg. Von Fr. Hülfse. (Forts.) — Die drei ältesten Willküren
der Stadt Burg. Mitgetheilt von Wolter. — Die Stadt- u. Pfarrkirche
zu St, Marien in Aken a. Elbe. Von W. Zahn. — Verfassungsge-
schichte der Stadt Magdeburg bis zum Ausgange des 13. Jhdts.
(Ein Beitr. z. Gesch. d. deutschen Städtewesens.) Von Dr. A. Hage-
dorn. (Forts.) — Die Grabgewölbe in der St. Marienkirche zu Aken.
Von W. Zahn. — Nekrolog des Professors Dr. Alb. Bormann in
Magdeburg. Von K. Paulsiek.
Kunstgewer he- Verein zu Magdeburg:
Pallas. Zeitschrift etc. IH. Jhg. 1882. N. 12. 1 Decbr. 1882.
4. Vereinsangelegenheiten. — Ein kaiserlicher Wappenbrief für
Magdeburg. Von L. Clericus. (Mit Abb.) Miscellen. — Literatur etc.
Verein für meklenb. Gesch. u. Alterthumskunde :
Jahrbücher u. Jahresbericht etc. 47. Jhg. Schwerin, 1882. 8.
Urkundliche MittheUungen über die Beghinen- u. Begharden-Häuser
zu Rostock. Von Dr. F. Wigger. — Der Erbstreit um das Gut
Pastow im J. 1386, ein Beitrag zur Kenntnifs des Schwerinschen
Rechts. Von dems. — Michael Kopmann's Chronik St. Nicolai zu
Wismar. Von Dr. F. Crull. — Die Dekoration des Innern der
Kirche St. Nicolai zu Wismar. Von dems. (M. 1 Taf ) — Dr. theol.
Hinrich Boger oder Hinricus Flexor, der Begleiter Herzogs Erich
nach Italien 1502—1204. Von Dr. K. E. H. Krause. — Der Leib-
arzt Dietrich Ulsenius. Von dems. — Das Bisthum Schwerin in
der evangelischen Zeit. Von Dr. Schildt. (Mit 2 Taf.) — Die Ge-
meinde Vellahn zu Anfang des 18. Jhdts. Von dems. — Ueber
das Treffen bei Walsmühlen am 5. 6. März 1719. Von Köhler. —
Die neuesten prähistorischen Funde in Meklenburg. Von Dr. Roh.
Beltz.
Verein für hamburgische Geschichte:
Mittheilungen etc. 5. Jhg., Nr. 8—10. 1882. 8. Zum Raths-
weinkeller. I. u. H. Von C. Walther. — Joachim Morsius. Von
K. Koppmann u. W. Gläser. — Melchior Lorich's Wappen . J. F.
Voigt. — Wo liefsen die Hamburger ihre Gobelins weben ? Von
Justus Brinckmann. — Die Taufe zu Sülfeld. Von K. Koppmann.
— Ein Gemälde von Gabriel Engel in der ehemaligen Johanniskirche.
Von C. Walther. — Gert van Wou. Von K. Koppmann. — Aus
Familienpapiereu. Von dems. — Aufzeichnungen im Kirchenbuch
zu Kirchwärder. Von H. W. Lüders. — Blaue Flagge. Von H.
Handelmann. — Die ehemalige Lustjacht Friedrichs I. von Preufsen
in Hambjirg. Von K. Koppmann. — Aus der Reformationszeit.
Bugenhagen, Montanus, Bounus. Von dems. — Anfrage.
Schlesw.-Holstein. Museum vaterld. Alterth. in Kiel:
37. Bericht etc. von H. Handelmaim. — Ein auf einer Küchen-
abfallschicht erbauter Grabhügel mit Steinkern, Morsumhaide, Sylt.
1882. 4.
Münzfots eher- Verein zu Hannover:
Numismat.-sphragistiseher Anzeiger etc. Hrsgeg. von Walte u.
Bahrfeldt. XIIl. Jhg. 1882. Nr. 10 u. 11. 8. Anfragen. —Der
Münzfund von Steinkirchen. — Medaille auf das 1300 jähr. Jubi-
läum der Gründung Salzburgs. 1882.
Historischer Verein für den Niederrhein etc:
Annalen etc. 37. u. 88. Heft. Köln, 1882. 8. Die römische
Staatsstrafse von Trier über Belgika bis Wesseling a. Rh., u. der
Römerkanal am Vorgebirge. Mitgeth. von Mafsen. (Mit Abbild.)
— Aktenstücke zur Geschichte des Kölner Erzbischofs Hermann
von Wied aus den Jahren 1543 — 45. Gesammelt von H. J. Flofs,
eingeleitet von Dr. L. Pastor. — Vier Urkunden über Grundbesitz
der Abtei Heisterbach zu Oherkassel. Mitgeth. von Dr. H. Flofs.
— Zur Geschichte der Herrschaft Löwenberg. Von Hugo Lorsch.
— Miscelle : Die Perücke im Dom zu Köln. Von G. A. Stein. —
Rheinische Urkunden des 13. Jhdts. Mitgeth. von Dr. II. Cardauns.
— Die Schlacht auf der St. Tönis-Haide (17. Jan. 1642), und die
Einnahme von Oedt, Neufs, Kempen u. Linn. Von E. v. Schaum-
burg. — Sitten, Sagen u. Aberglauben aus Honnef Mitgeth. von
K. Unkel. — Ein Bonner Schöffeubrief v. 10. Mai 1513. Mit-
geth. V. H. Keufsen. — Eine Stiftung Jakob Hellers aus Frankfurt
a. M. in die Marienkiche zum Kapitol zu Köln. Mitgeth. v. J. J.
Merlo. — Die Zeitrechnung der Chronika regia, Cent. IV. u. V.
(1220—1249). Von Dr. K. Lamprecht. — Zur Geschichte der Herr-
schaft Löwenberg. (Nachtrag z. Heft 37, S. 117—200.) Von H.
Lorsch. — Miscellen. — Literatur. — Vereinsangelegenheiten.
29
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
30
Architekten u. Ingenieur- Verein zu Hannover:
Zeitschrift etc. Band XXVIII. Heft 4. 1882. 2. Vereinsan-
gelegenheiten. — Bauwissenscliaftliche Mittheihingen etc.
Teriniscbte Nachrichten.
1) Zwischen Urmitz und Wei l's en thurm, an der Kapelle
zum guten Mann, wurden dicht am Rheinufer einige Gräber gefun-
den, welche als die ältesten des Neuwieder Beckens betrachtet wer-
den dürfen. Es bestanden dieselben aus Gruben, die in den losen
Rimsandstein - Schichten , eingeschnitten waren. Aul'ser einer An-
häufung von Steinen bargen dieselben rohe Gefäfse mit regelmäfsig
angeordneten Fingernagel-Eindrücken. Derselben Zeit angehorige
Bruchstücke von Gefäfsen, die jedoch vermittels der Fingersi^itze
verziert waren, fanden wir auf der Clugit-Lava-Hohe von Eich bei
Andernach. {Korrespondenzblatt d. Westdeutsch. Zeitschr.
f Gesch. u. Kunst., Nr. 12.)
2) See lig Stadt bei Bischofswerda. Im September wurden beim
Ausroden einer Eiche folgende Bronzegegenstände gefunden : Drei
Schmelzstücke von 730 und 280 gr. und ein kleineres , ein Meifsel
oder Kelt, 450 gr. schwer und c. 18 cm. lang, zwei Armringe von 120
bis 125 gr. Gewicht und 55 mm. Weite, zwei Sicheln, eine davon
zerbrochen, ein Bruchstück eines mit Querstreifen verzierten Arm-
bandes. Armringe von der hier liegenden Form finden sich nicht
bei Lindenscbmit „Alterthümer unserer heidnischen Vorzeit'', auch
nicht in Preusker's „Blicke in die vaterländische Vorzeit-', dagegen
besitzt das k. geologische Museum in Dresden ein Stück dieser
Art. Eine Armspange, ganz ähnlich dem hier vorliegenden Bruch-
stück einer solchen, findet sich bei Lindenscbmit, B. 3, H. 3, T. 1
abgebildet, und zwar gibt er an, dafs dasselbe von der Insel Sylt
stamme und hochalterthümlich sei.
(Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitätenk., Nr. 20,
nach dem Sachs. Erzähler, Nr. 79.)
3) Der Goldfund in der Mark. (Vgl. Nr. 202 d. Ver-
mischten Nachrichten v. 1882.) Bei einer genaueren Untersuchung
der mehrfach erwähnten Goldsachen, welche der Landrath Prinz
Schönaich-Carolath vor einiger Zeit in der Nähe von Guben aufge-
funden hat, ist, wie man dem „Kl. J.'' schreibt, eine ganz über-
raschende Entdeckung gemacht worden. Diese Gohlsachen sind
altgriechischen Ursprungs. Es läfst sich mit ziemlicher
Bestimmtheit behaupten, dafs diese Gegenstände von jonischen
Kolonisten, welche sich am schwarzen Meere angesiedelt hatten,
angefertigt worden sind, um den Barbaren zum Kauf angeboten zu
werden. Man wird also kaum fehlgehen, wenn man annimmt, dafs
sich eine Handelsstrafse durch die jetzige Niederlausitz zog, und
dafs die griechischen Goldsachen auf somit ganz leicht erklärliche
Weise zu uns gekommen sind. Diese Goldsachen, welche haupt-
sächlich aus Waffen- und sogenanntem Gräberschmuck bestehen,
letzterer theilweise zum Aufnähen auf Kleidungsstücke bestimmt,
sind mehrfach aus sehr starkem Golde angefertigt. Der gesammte
Fund soll demnächst dem Antiquarium des Berliner Museums ein-
verleibt werden. (Nordd. Allgem Ztg., Nr. 602.)
4) Wie an den meisten gröfseren Donauzuflüssen, so hatten auch
rechts und links des Lechs die Rijmer eine Stralse angelegt, deren
eine, die am linken Ufer herziehende, welche das blühende, fund-
reiche Epfach (Abodiacum) mit dem mächtigen Augsburg verband.
von Burggen bei Schongau bis fast nach Donauwörth bekannt und
und noch in Resten erhalten ist. Während von der rechtsseitigen
Strafse selbst bis jetzt noch keine Spuren aufgezeichnet sind, mehren
sich in letzter Zeit die Funde, welche wenigstens von Landsberg
lechabwärts das Vorhandensein einer solchen Strafse sicher voraus-
setzen lassen. Abgesehen von den Münzfunden zu Epfenhausen,
Unteregling, Steindorf, Merching u. s. w., welche den Zug der Strafse
ziemlich deutlich kennzeichnen, sind in der letzten Zeit in der Zeit
in der angedeuteten Richtung einige römische Reste zu Tage getre-
ten, welche jeden Zweifel ausschliefsen. So wurden, der ,,Frankf
Ztg." zufolge, zu Wolfertshausen, eine Stunde nördlich von Fried-
berg, die Grundmauern eines kleinen rumischen Gebäudes aufgedeckt,
das nach den Resten des bemalten Zimmerbewurfs und dem Beton
des Estrichs das Landhaus eines wohlhabenden Mannes gewesen
sein mag; eine gute halbe Stunde südlich von diesem Platze in
einer Sandgrube nördlich bei Friedberg liegt eine grolse Masse von
römischem Schutt, besonders Gefäfsstücke ; aber auch Gesims-Steine
und ein Handmühlstein fanden sich dort, doch so, dafs man deutlich
erkennt, dieselben seien nicht dort an der Stelle in Verwendung
gewesen, sondern anderwärts für unbrauchbar erkannt und dort als
Abfall niedergeworfen worden. Da sich im Bereiche der jetzigen
Stadt Friedberg aufser Münzen bis jetzt noch keine Spur römischer
Anwesenheit vorgefunden hat, so bleibt die Aufsuchung des Ur-
sprungs jener Trümmer, die sicher nicht stundenweit hergebracht sind,
Aufgabe der dortigen rührigen Lokalforscher. In allerneuester
Zeit ist dann bei Pestenacker , etwa 2^2 Stunden nördlich von
Landsberg in der Richtung nach Augsburg, neben Spuren von Grä-
bern eine überraschend grofse Anzahl ganzer und zertrümmerter rö-
mischer Gefäfse von verschiedener Form, Teller, Krüge, Flaschen,
Urnen, aus Glas, Thon, Topfstein und samischer Erde gefunden
worden, dabei ein Lüffelchen von Silber, eiserne Messer u. s. w.,
dafs auch hier eine gröfsere oder eine dauernde römische Nieder-
lassung angenommen werden mufs. Unter den Gefäfsen erregt na-
mentlich eines die Aufmerksamkeit, weil dasselbe, eine etwa 15 Ctm.
hohe, 9 Ctm. weite viereckige Flasche aus Glas, durch Blasen in
eine Form hergestellt ist, so dafs am Boden der Flasche ein sprin-
gender Eber und zwei Buchstaben in Relief erscheinen, der eine
der Buchstaben ist Q, der andere, halb ausgebrochen, kann nur
oder Q gewesen sein. Schliefslieh darf nicht unerwähnt bleiben,
dafs auch bei Haltenberg, nördlich von Landsberg, die Grund-
mauern eines unzweifelhaft römischen Gebäudes aufgefunden, aber
nicht völlig aufgedeckt worden sind. (Augsb. Postztg., Nr. 299.)
5) Köln, 11. Novbr. Bei Restauration der Ursulakirche hat
man vor einigen Tagen eine eingemauerte Statue der Isis aus hellem
Kalkstein gefunden. Dieselbe ist mit dem Sockel 2 römische Fufs
hoch; sie sitzt in reich verziertem Sessel auf gut gearbeitetem Sockel,
an dem sich die Inschrift Isidi invictae befindet. Kopf, Hände
und Atribute fehlen. Die Figur ist mit einem langen, bis auf die
Fufsspitze herabfallenden, faltenreichen Gewand bekleidet. Die Figur
ist offenbar bei Fundamentierung der Ursulakirche ausgegraben und
damals in die südliche Giebelmauer vermauert worden.
(Korresp.-Bl. d. Westdeutsch. Ztschr. i. Gesch. u. K., Nr. 12.)
' 6) Köln. Bei den Restaurationsarbeiten an St. Gereon trat
an der Südseite, zwischen der Taufkapelle und der Sakristei, bei der
Ausschachtung, etwa ein Meter tief, der Rest eines Mosaikbodens
zu Tage. Derselbe zeigt abwechselnd runde und über Eck gestellte
quadratische Ziegelplättchen, deren Zwischentheile, also das Viereck
31
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
ausgestaltende Zwickelstücke, durch Basaltwürfelchen ausgefüllt
sind, in gelblicher Mörtelbettung. Musterung wie Technick sind
sehr roh und weisen übereinstimmend auf die spätrömische Periode,
also auf die Entstehungszeit der Kirche hin. Der Boden ist stark
ausgeschlissen, natürlich am meisten in seineu um vieles weicheren,
namentlich aber grofseren Ziegelstücken; und die Verbindung von
weicherem und härterem Material in ungleicher Gröfse, beziehungs-
weise anderer als einer musivischen Behandlung, hat sich für den
Bodenbelag auch hier wieder als durchaus unpraktisch erwiesen.
Der neu endeckte Rest bezeichnet das Niveau der alten Kirche,
über dessen ursprüngliche Beplattung, die auch im Innern auf die
Dauer nicht zn umgehende Ausschachtung gewifs nähere Aufklärung
geben wird. Dafs die im Dekagon an einigen Stellen noch erhal-
tenen, resp. eingefügten Platten mit Steineinlagen nicht dem ersten
Belage angehört haben, dürfte kaum zweifelhaft sein.
(Korresp.-Bl. d. Westdeutsch. Zeitschr. f. Gesch. u. K., Nr. 12.)
7) Mainz, 24. Nov. Gestern wurde für das Museum durch
die Muuifizenz des Herrn Franz Heerdt und das sehr anerkenuens-
werthe Entgegenkommen des bisherigen Besitzers ein vor kurzem
hier aufgefundenes römisches Schwert von höchster Bedeutung
erworben. Die Scheide ist in den eigentlich konstruktiven Theilen,
d. h. den starken Rinnen, worin die Vorderseite und die rückwär-
tige Holzverkleidung ruhten, von Bronze. Die beiden Bänder,
woran Ringe zum Anhängen angebracht, nebst einem weiteren Quer-
hand und unterem Scheideschlufs sind ebenfalls aus demselben Me-
tall. Die vordere Verkleidung dagegen ist aus blankem, dünnem
Silberblech, das jetzt schwärzlich angelaufen ist. Die Eisenklinge
steckt noch lose in der Scheide, ist aber am unteren Drittel ge-
brochen ; rückwärts klebt noch die Holzfaser an. Vom Griff ist
nur der Eisenkern erhalten ; die Verkleidung fehlt. An den Bronze-
theilen lassen sich noch Spuren von Vergoldung wahrnehmen, so
dafs also die beabsichtigte Wirkung mit Gold und Silber rechnete-
Die Bronzebänder, bez. verkleidenden Stücke, sind mittelst Gufses
von höchster Feinheit hergestellt und auf die Seitenrinnen aufge-
löthet, theils sind an denselben Lappen stehen gelassen, die mnge-
bogen und vernietet sind.
Besonders merkwürdig sind die Ornamente , welche alle Quer-
bänder und das Schlufsstück bedecken, d. h. im Durchbruch darin
angebracht sind. Es sind theils spiralartige Motive, theils ein An-
klang an Lilienform und zwar in Verbindung mit linearer Verzie-
rungsweise. Römisch ist die Form der Waffe unzweifelhaft; es
ist die verhältnifsmäfsig kurze, breite Schwertform mit stark ver-
jüngter Spitze. In der Ausstattung jedoch weicht das Stück von der
sonst üblichen römischen Kunstweise völlig ab ; man rieth daher
theilweise auf merovingisehe Einflüsse.
Nun ist aber die Technik, namentlich die Behandlung der Glie-
der, Ringe etc. so merkwürdig durchgebildet und fein verstanden,
wie das bei Barbarenarbeit nie und nimmer der Fall ist. Auch
gilt dies hinsichtlich der herrlichen Durchbruch-Arbeit in erhöhtem
Mafse. Es ist weit mehr angezeigt, das Stück für ein Erzeugnifs
römisch-orientalischer Kunstweise zu halten, worin sich ein
hochentwickeltes Kunsthandwerk und ebenso sehr orentalische Ein-
flüsse in stilistischer Beziehung offenbaren.
(Korresp.-Bl. d. Westd. Zeitschr. f. Gesch. u. Kunst., Nr. 12.)
8) Görlitz, 9. Dezember. Die hiesige St. Peter- u. Pauls-
kirche, eine der gröfsten und schönsten spätgothischen Kirchen Nord-
deutschlands, ist in ihren Thüi-men unvollendet geblieben. Ein Legat
des verstorbenen Geh. Kommerzienraths Schmidt in Görlitz von
00,000 m. hat nun die Anregung gegeben, das schon seit 20 Jahren
ventilierte Projekt des Ausbaues dieser Thürme energischer zu be-
treiben. Oberbaurath Adler hat einen Entwurf zum Ausbau der Thürme
gemacht, und Baurath Kubale in Görlitz den Kostenanschlag ange-
fertigt, der eine Summe von 288,000 m. als erforderlich bezeichnet.
Bis jetzt sind erst 130000 m. vorhanden, das Komite hat aber be-
schlossen, zu vesuchen, ob sich nicht durch Zuschüsse der Stände
der Oberlausitz, Ertrag einer Ilauskollekte und event. eine Lotterie
die fehlende Summe von 160,000 m. beschaffen läfst.
(Nordd. Allg. Ztg., Nr 581.)
9) In, der nun bald eingelegten Kirchthurm- Ruine fand sich
ein gothischer Chor, welcher im spätgotliischen Stile, kunstgerecht,
reich mit Figuren, Ornamenten und Mafswerken ausgemalt ist. —
Die Malerei des Spitzbogengewölbes und dreier Mauerseiten unter-
halb der oftmaligen Tünche wäre noch blofszulegen. Die Glorien-
scheine der um die Nische bemalten Figuren sind vergoldet. Auch
zeigte sich eine romanische Fensteröfi'uuug, welche bisher vermauert
war, und eine Figurennische.
Roth. Ed. Feuer lein.
10) In der mittelalterlichen Abtheilung des alten Museums*) ist
gestern der vom verstorbenen Finanzier Mofsner durch Legat ver-
machte und etwa aus 80 Stücken bestehende Silber schätz aus-
gestellt worden. Derselbe besteht aus den verschiedenartigst geform-
ten Kelchen, Pokalen, Krügen, Urnen, Vasen, Leuchtern, Bechern
etc., welche die herlichste getriebene, gravierte und gebuckelte Ar-
beit zeigen. Unter den wundervollen Trinkgefäfsen des 15. und
16. Jahrhunderts, die zum Theil in Betreff ihrer grotesken, massiven
Formen ganz einzig dastehen , sind nach dem „D. T." vor allem
mehrere kolossale, in gediegenem Golde getriebene und mit den
originellsten Ornamenten geschmückte Römer hervorzuheben. Meh-
rere der riesigen Humpen, welche wunderliche Drachen und Greife
als Handhabe besitzen und mit wunderschön ziselierten, von falinen-
tragenden Landsknechten gekrönten Aufsätzen gedeckt sind, sind
mit einer Menge von eingelassenen sächsischen Münzen aus der
ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verziert. Aufserdem ist ein zier-
lich gebautes mittelalterliches Kauffarteischiif mit sehr kunstvoll
gearbeitetem hohen Ilintertheil und aufgeblähten Segeln bemerkens-
werth. Der Silber- und Goldwerth all dieser Gegenstände, die für
die Kunst von geradezu unschätzbarem Werthe sind, ist ein ganz
enormer. (Nordd. Allg. Ztg., Nr. 591.)
*) Anm. d. Roil. Wol Irrthum des Bericliterstattors. Soll wol heisaen im
Kunstgewerbemuseum, in \yelches ja vor wenigen Jahren alle ähnlichen Arbeiten
der kgl. Museen gebracht worden sind.
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essen wein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. B. Sobald in Nürnberg.
Neunundzwanzigster
Jahres-
Nürnberg.
Bericlit
Januar 1883.
j^-bermals ist ein für die Entwicltelung unserer
Anstalt wichtiges Jahr zu Ende gegangen, in
weU-liem dieselbe einen guten Schritt vorwärts
tliun durfte. Zunächst ist es die allgemeine li-
nanzieUe Lage der Anstalt, welche zu Betrach-
tungen Anlal's gibt. Die Zahl der neu gezeich-
neten Jahrcsbeitriigo steht kaum der irgend eines
früheren Jahres nach, so dal's der dritte Nach-
trag zu dem 1880 gedruckten Verzeichnisse der
Beitragenden aus Privatkreisen sich recht stattlich
ausnimmt. An der Spitze darf dasselbe die hohen
Namen Sr. Maj. des Königs Karl von Würt-
temberg tragen, Allerhöchstwelcher der Anstalt
einen Jahresbeitrag von 400 ni. zugesichert hat,
und Sr. Durchlaucht des Fürston von Liechten-
stein, Höchstweicher den seitherigen Beitrag von
SO fl. auf 100 fl. erhöht hat. Auch unter den
übrigen Beiträgen kommen erfreulicher Weise
manche gröfsere vor. So hat der kaiserl. Mi-
nisterresident V. II olleben 7S m., geh. Bath
Schöne in Berlin 20m., Kommerzienrath Spind-
ler zu Berlin 50m., Herr Elfsmann in Nürn-
berg 20m., Herr Grofshändler Ed. Eibler in
Lindau 25 ni. gezeichnet; der verstorbene Kom-
merzienrath G e h e in Dresden hat testamentarisch
bestinunt, dafs sein seither geleisteter jälirlichor
Beitrag von 30 m. auch für die Zukunft weiter
gezahlt werde. Ebenfalls in Folge testamentari-
schen Vermächtnisses sind uns aus dem Nach-
lasse der verstorbenen Frl. Buchner in Nürn-
berg 42 m. 86 pf. ausgezahlt worden.
Das freiherrl. v. Tucher'sche Gesammt-
geschlecht hat dem unveräufserlichen Sliftungs-
fond BOO m. zugewendet.
Auch sonst ist uns manche einmalige Gabe
zugeflossen, theils kleinere, den allgemeinen
Zwecken dienende, theils gröfsere, die zu be-
stimmten Zwecken Verwendung fanden, und von
denen daher bei Betrachtung der einzelnen An-
gelegenheiten, die dadurch gefördert werden
konnten, noch die Bede sein wu-d.
Von diesen steht die Baufrage an der Spitze.
Wir hatten schon im vorigen Jahresberichte er-
wähnt, dafs wir in der Lage sein würden, sechs
im Jahre 1881 neu hinzugekommene Bäume im
Frühjahre 1882 zu eröffnen. Bis dahin war noch
ein siebentes Lokal fortig geworden, und so
konnten die Sammlungen in wesentlich erweiter-
ten Bäumen untergebracht werden. Wir fanden
zur Ausführung der Bauten freundliche Unter-
stützung durch eine gemeinsame Gabe von 500 m.
von Seiten Ihrer Durchlauchten der Fürsten
Hermann v. Hatzfeld t-Trachenberg und
Alfred v. Ha tzfeldt-Wild enburg, sowie
eine solche von 100 ni. des Herrn Freiherrn
V. Mettingh in Nürnberg und 200m. von der
freiherrl. v. Gienanth'.schen Familie in Eisen-
berg und Hochstein. Zu einem noch auszufüh-
renden Baue hat die Familie der Grafen v. d.
Beck e-V ollm erst ein einen Betrag von 1000
— 2000 m., nach Bedarf auch noch mehr, zuge-
sagt, und wir hoffen, den fraglichen Bau im
jetzt beginnenden Jahre ausführen zu können.
Auch die Angelegenheit des schon in zwei frü-
heren Berichten erwähnten Saales der deutschen
landesfürstlichen Städte ist nunmehr soweit ge-
diehen, dafs die Ausführung vor sich gehen
kann, nachdem den stiftenden Städten im abge-
laufenen Jahre noch die Städte Coburg, Erlangen,
Grabow, Jena und Quedlinburg beigetreten sind.
Zur Fortsetzung des Fensterschinuckes, wel-
chen deutsche Adelige gestiftet haben, haben
Frau Anna Grälin von Buttler, geb. Gräfin
von Stubenberg, Sternkreuzordensdame in Graz,
600m., Herr Ludwig Graf von Gumppen-
bcrg-Peurbach 4SÖm. zur Verfügung ge-
stellt, während die Herren Fabrikbesitzer Ig-
naz Lang und J. Fr. K. Pauschinger in
Nürnberg je 300 m. zum Schmucke anderer noch
offener Fenster, die Kaufleute Gebrüder Sachs
in Nürnberg und Herr Fabrikbesitzer Merkel
in Efslingen je BOO m. zur Eröffnung einer neuen
Serie mit Darstellungen aus der deutschen Hel-
densage gespendet haben, und Herr Fabrikbesi-
tzer Glafey in Nürnberg BOOm. für ein die
seinerzeitige Begründung des deutschen Zoll-
vereins verlierrlichendes Fenster gegeben hat.
Zu dem schon im vorigen Berichte erwähnten
Berliner Fenster stiftete Herr Kommerzienrath
Hoffbauer in Berlin 100m.
So freudig wir alle diese Förderungen zu
begrül'scn hatten, so erfreulich die dadurch er-
möglichte Aussicht auf Erwerbung der Lokale
ist, so genügen diese letzteren aber doch dem
Bedürfnisse noch lange nicht, und die weitere
Entwickelung der Anstalt ist jetzt geradezu da-
von abhängig, dafs möglichst bald die gänzliche
Ausführung unseres gesammten Bauprojektes
stattfinde , von welchem wir schon so lange
Stück für Stück fertig stellen. Es liefse sich
jetzt voraussehen , dafs innerhalb zehn Jahren
eine absolute Stockung eintreten mülste, wenn
nicht mindestens noch eine Beilie von Lokalen
hergestellt würde, die das Bedürfnifs unabweis-
lich erfordert. Eine neue Bitte an die Begio-
rung des deutschen Beiches fand, nachdem die-
selbe eine gründliche Untersuchung aller Ver-
hältnisse unserer Anstalt hatte eintreten lassen,
bei derselben williges Gehör; sie hat dem Bun-
desrathe und ßeichstage mit dem Etat für 1883,84
eine Vorlage zugehen lassen, nach welcher sie
die sämmtlichen innerhalb der nächsten zehn
Jahre absolut nöthig werdenden Bäume auf
Beichskosten erbauen will. Die Zustimmung
des Bundesrathes ist bereits erfolgt, jene des
Beichstages wird hoffentlich bei der Etatsbera-
thung nicht ausbleiben. Da das Projekt über den
seitherigen Grundbesitz hinausgreift und die Be-
nützung städtischen Areals in Aussicht nimmt, so
wurden auch mit den städtischen Behörden Nürn-
bergs Verhandlungen eingeleitet, die das hoch-
erfreuliche Besultat hatten , dafs die Stadt die
unentgeltliche Benützung des nöthigen Grundes
zur Bauausführung genehmigte. Wenn diese
Bauten das nächste Bedürfnifs dann vollständig
befriedigen werden, so dürfen wir hoffen, dafs
bald auch die Ausfülirung der noch übrigen
TheUe des Projektes folgen kann und alsdann
der Erfüllung des Programms der Anstalt selbst
kein Hindernifs mehr im Wege steht.
Dann wird es sich vor allem darum han-
deln, der systematischen Abrundung der einzel-
nen Abtheilungen unserer Sammlungen das aus-
^ schliefsliche Augenmerk zuzuwenden. Es wird
dies noch eine schwierige Aufgabe sein; denn
noch ist viel zu thun , bevor jede Abtheilung
nicht ein Konglomerat mehr oder minder inte-
ressanter Sachen, sondern eine wissenschaftliche
Einheit darstellt. Es ist die höchste Zeit, dafs
wir unser Interesse auf dies Ziel konzentrieren,
denn Tag für Tag mindert und vertheuert sich
das brauchbare Material, so dafs es nicht zu viel
gesagt ist, wenn wir ruhig aussprechen, dafs nur
noch wenige Jahre uns gegeben sind, bis alles
unerreichbar oder unbezahlbar geworden ist, was
wir doch absolut uötliig haben, ohne das die
Sammlungen so lückenhaft bleiben würden, dafs
ilir wissenschaftlicher Werth immer zweifelhaft
bleiben raüfstc. Welche Preise werden jetzt ver-
langt gegenüber den vor einem Jahrzehnt ge-
forderten ! Welch vorzügliches Geschäft haben
wir mit den Sachen gemacht, die wir vor Jahr-
zehnten auf Borg gekauft haben, trotzdem wir
Zinsen zahlen mufsten und heute noch theilweise
unter der Schuldeulast seufzen, obwohl sie ja,
wie die Bechnungen ausweisen, sich von Jahr
zu Jahr mindert 1 Was müfsten wir heute da-
für zahlen ?
Doch von diesen Betrachtungen weg zu den
Sammlungen. Auch diese haben, und zwar alle
Abtheilungen, im Jahre 1882 wieder Zuwachs
erhalten und zeigen immer mehr, von welcher
Bedeutung sie einst sein werden , wenn sie die
beabsichtigte Abrundung erreicht haben werden.
Als das wichtigste Ereignifs haben wir die Ein-
richtung der GemäldegaUerie zu verzeichnen,
nachdem der seither in der Moritzkapelle zu
Nürnberg befindliche königliche Bildorsaal auf-
gehoben und die Bestände mit dem Museum
vereinigt worden sind, wo nunmehr 2S9 hervor-
ragende AVerke der altdeutschen Schulen des IB.
und 16. Jahrhunderts und 134 spätere die Ge-
mäldegalleric mit zusammen 393 Nummern bilden,
die durch Direktor v. Beber und Konservator
Bayersdorfer vorzüglich geordnet und aufgestellt
worden sind, und denen sich noch 408 Genaälde
anschliefsen, bei denen der kulturgeschichtliche,
in der Darstellung liegende Werth den Kunst-
werth überragt, und die deshalb theUs zu eige-
nen Sammlungen vereinigt sind, wie z. B. die
Serie der Kostümbilder, theils jenen Sammlungs-
abtheilungen sich anschliefsen, denen ihi- Inhalt
sie zuweist, wie den Denkmälern des kirchlichen
Lebens, den Waffen und sonstigen Denkmälern
des Kriegswesens, den Denkmälern des häus-
lichen Lebens u. A.
Abermals war in Folge der Aufstellung der
GemäldegaUerie eine beträchtliche Uraräumung
auch der übrigen Sammlungen nöthig. Besondere
Bereicherung erhielt die Waffensammlung durch
einige eingelegte Gewehre und Pistolen des 16.
und 17. Jahrhunderts, eine Armbrust, einige
gothische Rüstuugstheile, einen Helm, ein fi-üh-
mittelalterliches Schwert, einen mittelalterlichen
Dolch, zwei Schweizer Dolche des 16. Jahrh.
Die Sammlung der Hausgeräthe erhielt reichen
Zuwachs durch eine Anzahl schöner Möbelstücke,
einige Fayencen, eineu kleinen Silberpokal, Ge-
schenk des Herrn Oberbauraths Solger in Nürn-
berg. Die Sammlung kirchlicher Geräthe wurde
durch ein emailliertes Vortragekreuz des 12.
Jahrhunderts, ein Rauchfafs derselben Zeit, ein
Bruchstück einer Krone bereichert ; die Sanun-
lung der Skulpturen erhielt mehrere herrliche
Schnitzliguren des 14. und 15. Jahrb., die kleine
Plastik einige Elfenheinschnitzwerke des 14.
Jahrb., die Herr E. v. Eichel-Streiber in Eise-
nach für das Museum um 857 m. 40 pf. kaufte.
Von besonderem Interesse ist auch ein Elfen-
beinkamm des 9. Jahrh. Eine grofse Zahl von
Gipsabgüssen macht die Sammlung der Abgüsse
immer lehrreicher. Aus der im vorigen Be-
richte erwähnten Gabe des Freiherrn v. Biet auf
Kalkhorst wurden beträchtliche Theile des Schles-
wiger Altars abgeformt. Ein Abgufs des Gos-
larer Kaiserstuhles wurde mit Beihilfe einer Gabe
von 200 m. angekauft, die Herr Fabrikbesitzer
Mefsthaler dem Museum zuwandte ; Herr Bild-
hauer Habs in Magdeburg spendete drei treffliche
Abgüsse von Skulpturen des 12., 13. und 14.
Jahrh. im Dom zu Magdeburg , Herr Freih. v.
Gienantli in Eisenberg den Abgufs eines römi-
schen Votivsteines, Herr Dompräbendat Schnei-
der in Mainz einen solchen eines frühchristlichen
Steines im Dome zu Mainz ; von Sr. Excel-
lenz Herrn Kultusminister v. Gofsler erhielten
wir den Abgufs eines interessanten Grabsteins,
von Sr. Excellenz dem Herrn Statthalter von
Elsafs-Lothringen , Feldmarschall v. Manteuffel,
eine kleine Reiterstatuette Karl's d. Gr. ; Se. Kgl.
Hoheit der Grofsherzog von Oldenburg sagte
gnädigst einen Abgufs der gesammten kostbaren
Holztäfel-Decke im Schlosse zu Jever zu, Se. Ma-
jestät König Karl von Württemberg den Abgufs
des Grabsteines des Grafen Ulrich I. und seiner
Gemahlin in der Stiftskirche zu Stuttgart. Die
schon früher zugesagten Abgüsse romanischer
Skulpturen von der Johanniskirche zu Schwab. -
Gmünd sind in diesem Jahre eingetroffen und
aufgestellt worden. Einige interessante roma-
nische Skulpturen vom Odilienberge bei Roer-
monde sind geformt, auch einige Abgüsse von
hervorragend schönen Werken aus Lüttich ge-
kauft worden.
Unsere Bibliothek, für welche leider die
Räume immer enger werden, erhielt wieder von
Seite der Verfasser und Verleger reichen Zu-
wachs. Die Inkunabelnsammluug verdankt wieder
Herrn Direktor und Redakteur Klemm in Dres-
den, der sich unermüdlich zeigt, manchen schö-
nen Zuwachs. Der Tauschverkehr mit den Aka-
demieen und historischen Vereinen brachte deren
treffliche Publikationen. Die Kupfersticbsamm-
lung erhielt wieder reichen Zuwachs, insbeson-
dere für die Sammlung der Landkarten , Pro-
spekte und historischen Blätter, aber auch eine
nicht unbeträchtliche Reihe künstlerisch werth-
voller und wichtiger Blätter aus alten Zeiten.
Ebenso erhielt die Medaillensamnilung reichen
Zuwachs ; neben zwei silberneu Medaillen auf
Karl V., Geschenk des Herrn Antiquars M. Pi-
ckert in Nürnberg, sind es insbesondere neue
MedaUlen gewesen, welche die schaffenden Künst-
ler selbst dem Museum haben zugehen lassen,
durch welche diese Sammlung bereichert wurde.
Auch die Münzsammlung erhielt manche seltenen
Stücke.
Das Archiv erhielt durch Ankauf und Ge-
schenk manches Einzelstück. Das freiherrl. v.
Löffelholz'sche Archiv wurde von der Gesammt-
familie unter Eigenthumsvorbehalt übergeben.
Um für die bessere Aufbewahrung der Archi-
valien zu sorgen, wurden für alle Bestände neue,
allerdings einfache Schränke hergestellt.
Alle diese Erwerbungen der Sammlungen
wurden, soweit sie nicht freundliche Geschenke
sind, möglich, da der Zuwachs von Jahresbei-
trägen imd die freundlichen Unterstützungen der
Pfleger uns sowotil etatsmäfsige Mittel, als solche,
die für Sammlungseinkäufe insbesondere bestimmt
waren, brachten. So können wir für die Samm-
lungen u. A. nennen eine Gabe von 100 m. von
Seite des Niederösterr. Gewerbvereins in Wien,
eine solche von 300 m. aus dem Nachlasso des
verstorbenen Grafen Botho von Stolberg-Wer-
nigerode , ebensoviel von einem Ungenannten
und von dem Herrn G. A. Beckh, je 100 m. von
den Herren Fabrikhesitzer Merkel ia Efslingen,
Bicrbrauereibesitzeru Gebrüdern Grüner und Kom-
merzienrath Fleischmann in Fürth, Grofshändler
Müller in Nürnberg und andere kleinere Beiträge.
Während unser Museum sich bereichert,
mindern sich in bedauerlicher Weise die Kunst-
schätze, welche sich in Privathänden in Nürn-
berg befinden, und nur selten ist es möglich,
dafs das Museum die Mittel hat, werthvolle
Werke fremder Konkurrenz zu entziehen. Es
ist daher in Nürnberg eine Anzahl kunstfreund-
licher Männer zusammengetreten und hat eine
Stiftung begründet, die, durch Jahresbeiträge
fortwährend gestärkt, bedrohte Kunstwerke da-
durch für Nürnberg retten soll, dafs sie diesel-
ben für das germanische Museum ankauft. 1173
Personen haben im Ganzen 3437 m. Jahresbei-
träge gezeichnet. Aus dieser Stiftung wurde
1882 ein silberner Pokal, der von einem liolz-
geschnitzten Winzer getragen ist, nebst einigen
kleineren, aber schönen Schnitzwerken erworben.
Von unsern Publikationen ist diesmal neben
dem »Anzeiger«, dessen 29. Band erschien, zu-
nächst der Wegweiser durch die Sammlungen zu
nennen, von welchem in diesem Jahre vier Auf-
lagen mit insgesammt 10,200 Exemplaren ge-
druckt wurden, sowie der Katalog der Gemälde,
dessen I. Theil, die eigentliche Gemäldegallerie,
von Direktor v. Reber und Konservator Bayers-
dorfer verfafst wurde, und der gleichfalls drei
Auflagen erlebte.
Die über den Bedarf sonstiger Jahre so weit
hinausgehende Zahl der verkauften Exemplare
dieser Publikationen hängt mit dem grofsen Be-
suche zusammen, dessen sich das Museum im
Sommer 1882 in Folge der in Nürnberg abge-
haltenen Bayerischen Landes-Industrie-, Kunst-
und Gewerbe -Ausstellung zu erfreuen hatte,
welche dem Museum über 150,000 Besucher
brachte, deren etwa 27000 an nicht freien Tagen
theils ermäfsigtes , theils das volle Eintrittsgeld
von einer Mark zahlten, so dafs an Eintrittsgel-
dern im Jahre 1882 die Summe von 21,817 m.
60 pf. erhoben wurde, welcherSumme freilich auch
erhöhte Verwaltungskosten gegenüber standen.
Der Verwaltungsausschufs, welcher in den
letzten Jatiren mehrere Mitglieder verloren hatte,
hat sich durch Neuwahlen verstärkt und sind in
denselben die Herren Oberstlieutenant Ising,
Kommandeur des Zeughauses in Berlin, Hof-
rath Dr. F. A. v. Lohner, Vorstand der fürstl.
Hohenzollern'schen Sammlungen in Sigmaringen
und Dr. R. Steche, Professor an der technischen
Hochschule zu Dresden, eingetreten.
Summarischer Auszug
ans den Keclinnngen des gennanischen Nationalmnsenms über die wii-kliclien Einnahmen und Ausgaben
fnr die Zeit toiu 1. Januar bis 31. Dezember 1881.
Einnahme n>. Aasgaben.
m. pf.
1) Kassabestand 2766 41
2) Eückstande 632 48
3j Zinsen des Aktienfonds 9 36
4) Zinsen von Aktiviiapitalien 361 71
5j Jahresbeiträge 97791 21
61 Einraalifce Geldbeiträge und besondere Stiftungen 37955 Sä
71 Eintrittsgelder 6276 —
8) Ertrag der literarisch-artistischen Anstalt 3009 56
9) Zufällige Einnahmen (Kapitalbewcgung) 4876 46
Summa 15.3678 51
1)
Verwaltung, nämlich ; Besoldungen, andere persönliche Ausg.abon, m. pf.
Reisekosten, Pflegschaftsausg.aben , Materialien, Heizung, Eeinignng,
Beleuchtung, Porto, Garten, Taxen, Stempel, Coursverluste, öffentliche
Lasten, Feuerversicherung 45380 4
Baukosten 26175 70
Inventar »180 95
Sammlungen 29444 30
Verzinsung und Tilgung der Schulden 29999 24
Publikationen - 3499 40
Aufserordentliche Ausgaben _^ 63 2
Summa 138012 65
Abschlnss.
m. pf.
Einnatunen 153678 51
Ausgaben . . . 138042 65
Bestand . . . 15635 86
Der Bestand ergibt sich fast ausschliefslich aus solchen Geldern für spezielle
Stiftungszwecke — siehe Ziff. 6 der Einnahmen — deren Verrechnung im Jahre 1881
nicht möglich war und erst später erfolgen konnte.
U. E. Sebald, Buchdruckerei in Nürnberg.
Nürnberg;. Vau Abonnement des Blat-
ten, welchoB !iUe Monate eischeint, wird
ganzjiihrig angcuommon und betr.^gt nach
der neuesten Postconvention bei allen Post-
ämtern und Buclihandlungou Deutschlands
incl. Oeaterreiche 3 fl. 36 kr. im 24fl.-Fu38
oder C Af.
Fdr Frankreich abonniert man in
Paria bei der deutschen Buchhandlung von
F. Kiinckaieck, Nr. 11 rue de Lille; fUr
AAIZEIdiER
FiiR klDI KR
Neue Folge.
England hei Williams A Norgate, \i Hen-
rietta- Street Covent -Gardon in liondon ;
für Sord* Amerika bei den Poatümtern Bre-
men und Hamburg.
Alle für du3 germau. Muüoum be-
stimmten Sendungen auf dem "Wege des
Buchhandels werden durch den Commin-
sioniir der literar.-artiBt. Anstalt des Mu-
seums, F. A. Brockhaus in Leipzig, be-
fördert.
\
Dreissigster Jahrgang.
1883.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
M 2.
Februar.
Wisseiiseliafdielie Mit(lieilmiij;cn.
Verse zum lobe von Tcgernsee.
Im Cod. Lat. Monac. 18921 (Gatal. II, III, 220), f. 76,
und im Cod. Germ. 809, f. 9, in München finden sich
Verse zum Lobe von Tegernsee; in letzterem mit Ver-
wirrung der Zeilenfolge und anderen Fehlern aus jenem
abgeschrieben, oder vielleicht aus gemeinsamer Quelle,
da einzelne Lesarten hier besser sind als in 1. Obgleich
als KunstwerJv nicht sonderlich gelungen, und nicht immer
verständlich, verdient das Gedicht doch Beachtung, um
so mehr, da es von Peter von Rosenheim verfafst ist,
einem geborenen Baier, der in Subiaco Mönch geworden
war und nach der von dort ausgehenden Reform Prior
in Melk wurde; als solcher leitete er 1426 die Visitation
und Reform der Klöster im Freisinger Sprengel (Ann.
Mellic. a. 1426. Kaibiinger, Geschichte von Melk, I, 489
—491). Der hier gepriesene Georg war jedoch schon von
1418 bis 1423 Abt, und die Verse sind also früher ver-
fafst. Sie lauten:
1. Valles florent undique
moncium in Tegerense
roseis fulgorihus <
liliis fraglantibus.
Tellus erbifera
Genera plurima
produxit bladorum.
2. Walber ') fecundissimus
variis radicibus
5.
redolet pre ceteris
locis in etheris (sie).
Quibus tu medice
Vales expellere
vicia morborum.
Aer illic calidus
temperatus frugibus
feCundanter tribuit
qui ^) fortuna minuit.
Neo ventus squalide
Flores dirumpere ")
prevalet odorum,
I
Laeus dat hylariter
pisces laudabiliter
singulis temporibus
estibus frigoribus
Quos *) abbas nobilis
Large dans dominis
fratribus bonorum.
Turris fortitudinis
Geori vocaberis
facetus virtutibus
legifer in omnibus.
1) Berg bei Tegernsee, nach Schmeller , bayer. Wörterb. U\
894, wo diese Stelle angeführt ist.
2) So in 1 abgekürzt, in 2 ausgeschrieben.
3) dierumpere 1.
4) Quas 1.
35
Auzeia-er für Kunde der deutsehen Vorzeit.
36
Tu es lux splendida
Inibi seniper lucida â– ')
'corrigens pravorum.
6. Laudo te o Tegerense
absque omni scelere
et dei armigeros
priorem et monachos *)
Quos tarn monastice
Status milieie
recoramendet morum.
7. Adthesis ao Austi'ia
vina dant ') largiilua
et fruges Wavaria **)
dat tibi in copia
Quorum ^) rex omnium
Et sator pauperum
Quirinus multorum.
Hec ") magister Petrus de Rosenhain et primus visi-
tator uostri monasterii in Tegereusee. 1426.
5) semper prelucida 2. In 1 ist nämlich semper nachgetragen
und das auch hier vor lucida stehende p, wie es scheint, getilgt.
Auch macht es den Vers noch schlechter.
6) decanum et clericos 2, wo die 3 folgenden Zeilen fehlen.
7) dans 1. 2. In 1 ist ein t über das s gesetzt.
8) Bavaria 2.
9) Quarum 1.
10) Diese Unterschrift steht nur in 1, von etwas anderer Hand.
Die reiicficrten Feiistcrsohlbänkc am Stadthause
zu Breslau.
Am Stadthause zu Breslau, das im Jahre 1862 auf
dem Grunde des eingerissenen alten Leinvvandhauses er-
baut worden ist, finden sich Sandsteinskulpturen einge-
mauert, welche ehemals jenem alten Bau angehört haben.
Die interessantesten dieser Bildwerke sind zweifellos die
jetzt auf der Süd- und Westseite eingesetzten Fenster-
sohlsteine. Kaum können wir den derben Humor des
Mittelalters , der selbst in seinen anstölsigsten Spässen
aller Augen preisgegeben wurde, besser illustriert sehen,
denn hier. Auch der Umstand, dafs die schmalen Friese
Scenen aus dem täglichen Leben jener Tage vorführen,
macht sie schon aus kulturhistorischen Rücksichton mit-
theilenswerth. Ich glaube, dafs der Künstler nicht ohne
allen Grund bemüht war, die Sittenlosigkeit und die Laster
seiner Zeit an einem öfTentliclu'n Stadigebäude, einer
Kaufhalle, so an den Pranger zu stellen.
Kunsthistorisch betrachtet, verdienen die Skulpturen
grofse Aufmerksamkeit. Sie stammen vom Jahre ITi^l '),
aus der Zeit, in welcher hier die eindringende Renais-
sanceform in heftigem Kampfs mit dem gothischen Ele-
mente liegt, und in der die interessantesten Stilmischungen
ihre Entstehung gefunden haben. Die Reliefs sind zum
Theil mit Energie behandelt und sehr plastisch, ja inanch-
mal, wie bei dem reizenden Kindertanz -), etwas gewagt
ausgearbeitet.
Verwandt mit diesen Skulpturen sind die noch vor-
handenen, ganz ebenso gehaltenen Gesimse vom ehema-
ligen Malzahn'schen Hause auf der Altbüfserstrafse, deren
Haupttheil sich im Museum schles. Alterthümer (Licht-
hof) befindet.
Auf der Westseite des Stadthauses finden sich nun
folgende Darstellungen an den Fenstersohlsteinen :
Am ersten: eine Hasenjagd; zwei Jäger (natürlich
Brustbilder) mit Spiefsen — ein dritter hetzt einen Hund
— dringen auf einen Hasen ein, welcher kopfüber fällt.
Am zweiten: an der Ecke eine Mönchsmaske ; dann
folgt eine Jungfrau, einen phantastischen Bockskopf an
den Hörnern haltend ; daneben sitzt ein nacktes Weib
nebst einem Buhlen. Es folgt nun ein sonderbares In-
strument in auffallender Gröfse, das ich nicht zu erklären
weifs. Die Form erinnert an die mittelalterlichen Juden-
hüte. Hieran schliefst sich eine anstöfsige derb-burleske
Scene : ein Narr zeigt kauernd sein entblöfstes Gesäfs und
verrichtet seine Nothdurft in einen Topf, der von einer
starken, mit Teufelsmaske versehenen Sau gehalten wird.
Dürfte dies mit der im Mittelalter nicht seltenen Juden-
polemik in Verbindung zu bringen sein ?
Am dritten Fenster: ein Bauer pflügt mit Kühen
und Pferden, deren Köpfe aber zum Theil dem Schaf
entnommen sind. Dann sieht man drei Männer eifrig
damit beschäftigt, auf einen auf dem Rücken liegenden
phantastischen Vierfüfsler mit Bockskopf einzuhämmern ;
ein vierter steht daneben und hält ein Trinkgefäfs in
der Hand.
Am vierten Fenster : die Buhlerei. Ein Ritter sinkt
vom Pferde, das eine in weiten Mantel gehüllte Gestalt
(Geist?) am Kopfe fafst. Vor dieser Scene kniet eine
Gestalt in wallendem Mantel, mit einem Kreuze in der
Hand ; und hinter derselben umarmt ein junger Elegant
(Bruststück) ein Weibsbild ; — doch in diesem Augen-
blicke fällt dem Buhlen eine hundeartige Bestie in den
Rücken, und vor sein Gesicht hält der Tod (eine abge-
magerte Gestalt, in richtiger mittelalt. Darstellung) den
1) Das Datum findet sich an der gothischen Fensterbekrönung
auf der Westseite.
2) Erwähnt in Lübkes deutscher Renaissance, 2 Aufl. II, S. 160.
Anzeijjer für Kunde der deutschen Vorzeit.
38
Schädel und das Stundeng'las. Dahinter (an der Ecke
des Frieses) ist der Höllenrachen aufgethan.
Auf der Südseite finden sich in den Friesen fol-
gende Darstelluug-en :
Als fünfte: die Gerechtigkeit. Das Brustbild des
Kaisers mit Schwert und Reichsapfel ; dann eine von
einem Löwenkopf gehaltene Wage, an welcher ein Mann
mit Stierhürnern und Bart wiegt. In der Mitte des
Frieses steht das böhmische Oberhoheitswappen (Löwe),
das Wappen der Stadt Breslau (Johanneskopf) und end-
lich der schlesische Adlerschijd mit Holmdecken und
Schildhaltern. An der Ecke erblickt mau ein Weib, vom-
Henker gerichtet.
Humorvoll ist der sechste Fries. Er beginnt mit
zwei tanzenden Harlequins (der eine mit Glöckchen um
den Hals), dann folgt ein dicker Mönch, der mit einer
Matrone sehr liebenswürdig thut, hinter ihm ein Affe,
der bemüht ist, dem Herrn Frater einen Spiegel vorzu-
halten. Den Beschlufs der Gesellschaft bildet ein haariger
Zwerg mit der Fiedel und ein Kind, auf dem Topfe die
Flöte spielend.
Zu diesen Scenen scheint noch das siebente Relief
zu gehören : ein junger Elegant umarmt eine scheinbar
ältere Frauensperson und will sie küssen; ein zweiter
wird von einem affenartigen Ungeheuer zu Boden ge-
worfen. Zwei Brustfiguren sind augereiht als Schild-
halter des Breslauer Wappens (Johanneskopf). Zuletzt
folgt die kauernde, undeutliche Gestalt eines Bären oder
Fuchses, der zwei Belzebubs am Brettspiel zu belauern
scheint.
Als achtes Relief folgt nun der hochplastische Tanz
nackter Kindergestalten und als neuntes ein Fries mit
vegetabilischem Ornament, mit Masken und der Johannes-
schüssel aus dem Breslauer Wappen, ganz im Geiste der
bahnbrechenden Frührenaissance.
Vielleicht gelingt es, die interessanten Darstellungen
eingehender zu deuten; ich mufs mich augenblicklich
nur mit der Beschreibung begnügen.
Breslau. Eug. Kaiesse.
Zur Geschichte der riiivcrsitätsstipeiHlieii.
Das nachfolgend mitgetheilte Schulzeugnifs für Johann
Schwerin, den Sohn eines Barbiers zu Jägerndorf, behufs
Erlangung eines Stipendiums sowohl an und für sich,
wie auch die Beurtheilung desselben durch die dazu.-be-
stellten Examinatoren dürften vielen Lesern dieses Blat-
tes sicherlich einiges Interesse erwecken. Der Aussteller
des testimonium, de dato Brieg 1579 Febr. 17, ist M.
Jacob Paulonius, Rektor des evangelischen Gymnasiums
zu Brieg. Dieses Institut, durch den Herzog Georg II.
von Brieg auf der letzten Grenze deutscher Bildung im
Osten des Reiches 1369 gegründet, übte bald eine mäch-
tige Anziehung auf die in den benachbarten slavischen
Ländern zerstreuten Protestanten aus und erlangte da-
durch einen weit über die nächsten Grenzen bis ins Aus-
land hineingehenden Einflufs. Tüchtige Rektoren, wie
Job. Heidenreich, Johann Ferinarius und Sebastian Buch-
selius, mehrten den Ruf der Anstalt. Paulonius, geboren
zu Sangerhausen in Thüringen, war von Wittenberg als
Professor juris nach Brieg berufen und verwaltete das
Rektorat von 1576 bis 1579. Nach Niederlegung dessel-
ben setzte er seine Lehrthätigkeit in segensreichster Weise
fort, bis er, mit mehreren anderen Lehrern des Krypto-
calvinismus beschuldigt, am 23. Januar 1584 verabschie-
det wurde. Er kehrte in seine Vaterstadt zurück, wo-
selbst er dann nach einigen Jahren als Syndikus gestor-
ben ist. Ueber Schwerin haben sich weitere Nachrichten
nicht auffinden lassen.
Die Schriftstücke befinden sich, wie auch mehrere
andere verwandten Inhalts, im königlichen Staatsarchive
zu Breslau in Abschrift.
Brieg. 1579, Febr. 17.
Cum honestus vir Johannes Schwerin testimonium a
nobis de profectu, vita et moribus filii sui Johannis
Schwerin flagitaret, usurus forsan hoc ad petenda subsi-
dia et inopiae sublevationem, qua omnino opus est iis qui
in studiis et mercatura bonarum artium versantur et a
re familiari ita instructi uon sunt ut varios et multiplices
sumptus, quos omnis liberalis institutio et educatio in
eruditionis studio requirit, sustinere et perferre queant,
non debui nee potui parenti optimo eiusque filio in re
honesta pertinente uon ad ipsum privatim tantum sed
multo magis ad reipublicae et ecclesiae incrementum deesse
Non enim in hac scholastica militia et laboribus molestis-
simis privata quaeruntur compendia et aucupia, ut multi
putant, sed ante omnia et principaliter hoc agitur, ui
gloria divini nominis illustretur et propagetur et recta
justa legitima moderata tranquilla salutaris (quae omnia
a semidoctis et leviter saltem eruditione tinctis praestari
non possunt) ecclesiarum et rerum publicarum sit admi-
nistratio et gubernatio. Quod si recte perpenderent illi,
quos deus instruxit poteutia et opibus aut in aliqua collo-
cavit eminentia, ut liberatiores essent in juvandis ac fo-
vendis pauperum eorumquo qui ad discendas et percipien-
das necessarias artes idonei essent et impetus haberent
a natura escitatos studiis, minus forsan laboraretur domi
et foris minus rixarum turbarum praestigiarum et corru-
ptelarum, quae magna ex parte a semidoctis oriuntur fastu
et ambitione turgentibus, in ecclesiis et rebus publicis
esset sed magis florerent et rectius habitura essent omnia.
Ideo valde laudanda est quorundam in imperio principum
39
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
40
voluntas qui recte discentium studiis et toti posteritati
cousuluut dum liberalitate et munificontia sua haec pie
juvant, fovent et ornant. Tnter quos si non primas ob-
tinet illustrissimus princeps et dominus dominus Georgius
Friderieus marchio Brandenburgensis etc. dominus noster
clementissimus certe seeundae nulla in re ei adimi pos-
sunt*). Sed ne longius evagetur sermo noster, hoc quod
instituti est prosequemur quod est ut ad postulata honesti
viri, cuius in capite liarum mentionem feeimus, testari
nos ad omnes in quorum manus hae nosti-ae pervenerint
profiteamur, filium eins Johannem Schwerinum hoc triennio
quo in nostra sehola vixit magna ex parte mores suos
honeste rexisse et in discendo talom adhibuisse diligen-
tiam ut non mediocrem spem usus sui quem aliquando
ab eruditione eins perceptura sit respubliea in animis
docentiuni excitarit propter progressus in priniis com-
munium artium rudimentis non contemnendos factos, quos
si aliquo adliuc tempore praesente magistro et inspectore
continuaverit et robur in stylo fecerit paulo maius, ma-
gis ad publicam scholara et süblimiora quae ibi tractan-
tur studia iudicium eins maturesceret. Etsi enim inter-
dum exorbitavit sicut haec aetas ad errores et lapsus
prona est, tarnen monitus a praeceptoribus statim se
emendavit et non admonitiones tantum ferre potuit sed
et poenas, quae bonis et frugi etiam adolescentibus ne
vitiorum illecebris corrurapantur adhiberi interdum ne-
cesse est patienter sine deformitate et absque fremitu
sustinuit disciplinae et legi scholasticae per omnia se
subiiciens nee rebellis unquam fuit, quod ipsum etiam
bonae naturae et honesti viri ad virtutem excitati indi-
cium «st. Cum igitur ut ex praecedentibus satis intelli-
gitur Schwerino huic nee ingenium nee diseendi volun-
tatem deesse iudicemus et in virum doetum atque Orga-
num utile et salutare ecclesiae et reipublica evasurum
*) In dem auf eine Eingabe vom 12. August 1567, betr. Ver-
leihung eines Stipendiums, erfolgten Entscheide des genannten Mark-
grafen, de dato Onolzbach den 17. Juni 1567, heilst es: „das wir
hieraufsen zu landt bei dreien schuelen 72 knaben und dan bei der
universitet zu Wittenbergk 40 Stipendiaten underhalten und
solchs mit grossem uncosten." Dem Petenten wurden 40 ü. zu einem
Stipendium bewilligt und verordnet, „das der halbe theil ime wie auch
anderen unsern Stipendiaten uff negistkunfftigen Leypziger Oster-
marckt doselbst soll erlegt werden. Wir können euch aber gnedi-
ger maynung nicht verhalten, dafs wir aufs etlichen beweglichen
Ursachen erstlich die fursehung gethon haben, das der wirdige und
hochgelerte herr Paulus Eberus der heiligen schrifft doctor und
pfarrer zu Wittenberg zu den beeden Leipziger merckten als Ostern
und Michaelis alle Stipendien dort jedefsmals zum halben theil in
Leypczigk empfahet und einnimbt und dieselbe furter unsern Sti-
pendiaten zu ainer jeder gebuer uns gegen uberraichung irer qui-
tung aufstheilt, allso das ir keiner derhalben gein Leipczigk un-
costen uffwenden dartf.'' (Markgraf Georg Friedericli an den Ober-
hauptmann und Räthe zu Jägerndorf; de dato 1568, April 21.)
ipsum speramus, et rogamus omnes cuiuscumque status
et conditionis fuerint ad quos opem et sublevationem
inopiae auxilium et promotionem petens is confugerit
rogamus inquam submisse humiliter diligenter et officiose,
ut huno in praesentia commendatum favore amoro et
patrocinio suo complecti et honestos conatus ipsius pro-
futuros aliquando ecclesiae et reijiublica iuvare et pro-
vehere non graventur. Qua in re et gratum deo, cuius
gloria recte discentium studiis ornatnr praestabunt offi-
cium et nos erga unumquemque ea quae decet et par
est subjectione observantia studiis et offlciis promerituros
pollicemur. Ex sehola nostra 17. Februarii anno 1579.
Jacobus Paulonus rector una cum
collegis in illustri sehola Brigensi.
Auf Grund dieses Zeugnisses verwandten sich unter
dem 24. Febr. desselben Jahres der Oberhauptmann und
die Räthe zu Jägerndorf bei der markgräflichen Kammer
zu Onolzbach zu Gunsten des Johann Schwerin; das Ge-
such wurde nebst zwei anderen den Examinatoren vor-
gelegt, welche darauf hin jinter dem 21. Mai berichteten:
»Was aber die iczigen drei knaben von Jegerndorff ,
Johann Schwerin und belangt, welche von der
fürstlichen herrn räthen daselbst an J. G. der Stipendien
halben vleissig commendiret und verschrieben worden,
sind sie unfs auch mir Superintendenten ihrer person,
alters und geschicklichkait halben allerding unbekandt,
wir vernehmen allein zum thayl aufs ihren uberschick-
ten supplicationibus, zum theyl aufs des rectoris zum
Brieg testimonio das sie nach etlicher massen zeug ihres
allters im achtzehenden jar inn studiis trivialibus nicht
genugsamb fundiert, sonderlich im stylo und lateyn
schreyben nicht der gebuer nach exereiert und abgerichtet
sein, daher wir nicht schliel'sen kennen, das sie der Sti-
pendien auff eyner universitet fehig sein, oder mit nutz
und frucht auff eyner universitet studieren mochten,
were dem nach unsers einfeltigen erachtens ihnen am
besten geraten, wenn sie noch ein Zeitlang autf den par-
ticular schulen zum Brieg und Brefslau verharren, sich
in artibus und exercitiis trivialibus besser üben und hier-
durch eynen starcken grund zu höhern studiis academi-
cis legen mochten, und da sie alfsdenn gutte testimonia
von ihren praeceptoribus neben ihren scriptis übersenden,
oder aber umb mehrer sicherhait willen zu Jegerndorff
oder alhie personlich examinirt und itn examine wol be-
stehen wurden konten sie . . . zu fürlal lender gelegenhait
mit stipendiis academicis versehen und andern Stipendia-
ten gleich zum studio theologico (wie vor der zeit ge-
breuchlich) obligirt un<l verbunden werden.«
Breslau. Dr. Wächter.
41
Anzeiger für Kunde der deulscheu Vorzeil.
42
Zum Hoclizt'itsopft'r in Mederöstt'rrcich.
In Roseidorf bei Reschitz trügt, wenn die Brautleute
in die Kirche zur Trauung gehen, eine von den kleineren
»Kranzljungferu« auf einem ndt bunten Blumen bemalten
Teller einen grofsen frischen Rosmarinzweig, an welchem,
— gleichsam als Früchte desselben, zwei grofse schöne '
Citronen oder Pomeranzen mittelst meist rothev »Seiden-
bänder befestigt sind , und stellt 'denselben während der
Trauung als Opfer für den trauenden Geistlichen auf die
Epistelseite des Altars (Vgl. Golshorn, deutsche Mjihol.
II. Auü., 220 und Schönwerth, Aus der Oberpfalz I, 88)-
Bei dem mir voi'liegenden und von einer Hochzeit in
Roseidorf herrührenden Rosmarinzweig ist übrigens jede
Citrone von einem rotlnui und einem blauen Seidenband
kreuzweise umgeben, wobei ich in Bezug auf diese B^irben-
paarung auf das Aargauer Sprichwort (li. Rochholz, deut-
scher Glaube und Brauch II, 280) :
«Roth und blau
git e schöni Börefrau."
verweise, und zugleich erwähne, dal's nach Friedreich
(Symbolik und Jlytlinlogie der Natur, S. 240) die indische
Wittwe, welche sich nach dem Tode ihres Gatten ver-
brennen läfst, auf ihrem Gange zum Scheiterhaufen eine
Citrone, als Sinnbild ihres künftigen Zusammenlebens mit
dem Gatten, in der Hand trägt.
Stock er au in Niederösterreich. C. M. Blaas.
Banten vom Jahre 146 8.
Den Bildern, welche wir in Nr. 8 des Anzeigers von
1882 wiedergegeben haben, fügen wir hier noch zwei
Fig 1 ist die Darstellung wiedergegeben , wie Melusine
ihre Burg Lusinien erbaut. AVir sehen einen Arbeiter
'---^, r
weitere aus dem germanischen Museum bei, beide der
öfter erwähnten Melusinenhandschrift entnommen. In
Erde graben, einen zweiten Bäume fällen, oder vielmehr
einen bereits gefällten Stamm durch Abhauen auf die
43
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
,44
richtige Länge bringen; sodann einen Maurer bei der im Hintergrund ein Arbeiter mit der Kelle Mörtel aufgibt,
Arbeit, während Dame Melusine die Arbeiter aufmuntert, ein zweiter den versetzten Stein durch Haninierschläge
In Fig. 2 sehen wir Geoffroy mit dem Sohne inmitten der in die Gleiche bringt und ein dritter Mörtel beiträgt.
rig. 2.
Arbeiter, mit deren Hülfe er das von ihm zerstörte Klo-
ster Malliers wieder aufbaut. Im Vordergrund sind die
Zimmerleuto beschäftigt, die Hölzer zuzuhauen, während
Den Krahnen mit dem Zugseile und der Rolle sehen wir
auf beiden Bildern.
A. Essenwein.
Nürnberg.
Deutsche Personennamen in Italien.
Quellen dieser Mittheilung sind :
1) Das Nekrolog des Domstiftes zu Cividale : Anlage
etwa um 1325, mit Reception älterer Aufzeichnungen
gleichen Charakters, die scheinbar weit vor 1200 zurück-
reichen; Fortsetzung bis in die Neuzeit; älteste datierte
Eintragungen von 1204, 1211 u. s. w.
2) Das Nekrolog des Benediktinerinnenklosters Maria
in Valle ebendort: Anlage um 1400, gleichfalls mit Re-
45
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
46
ception, wie oben, nicht g'oring-er in Alter und Ausdeh-
nung; älteste datierte Eintragungen 1311 u. s. w. und
Fortsetzung in die Neuzeit.
Beide Codices in Pergament hinterliegen im Dom-
archive zu Gividale.
Ich gebe die Auszüge aus 1. zuerst. Die Brüche
weisen auf die Tage und Monate des Todes wie der Ge-
denkfeier der Betreffenden. Namen, deren deutscher Gha-
r^jiter mir zweifelhaft, bezeichne ich mit {?). Mit man-
cherlei Verstümmelungen von wälschem Munde und wäl-
scher Hand mufs man allerdings vorlieb nehmen.
\i Ghisla uxor Galuagni 1307 — 6. Astolfus 1311 —
14. Domina Hengnerlad (Engilrat) uxor Marquardi de
Orgon ^— 2ü. Acelinus de Formentinis 1470 — 23. Guntil
mater presb. Petri 1331.
','2 Alburch uxor condam Leonardueii de Portabrosana
1378 — 8. Hermin garda mater Venture sartoris — 11. Gisla
uxor Coraducii domini Galucii 1290 — 14. Ayneius cali-
garius (c. 1300).
'/3 Ricardatilia JohannisLongi 1303 — Gvotilingh uxor
Walframmide Qucula 1330 — 13 Ayneius speronarius 1314
— 23. Alruni uxor Dietrioi de Ruuignaco 1238 — 2ö. To-
masinus illius Sibottonis 1293.
V-t Irmiugard lilia Nodorici de Premeryacho 1237 —
5. Ii-mingarda fllia Sybottonis 1276 — 6. Hermingarda
uxor condam Jacobi notarii 1299 — 17. Genlrudis uxor
Lupoldi de Prestento 1218 — 20. Ayü(^uttus mansionarius
1268 — Pecila pediseca Bernardi canonici 1328 — 21. Vida
mater AynQutti mansionarii 1268 — 25. Truta soror Pio (!)
de Premeriaeo 1308 — 26. Coraducius tilius condam Hin-
galpreti de Gleis 1303 — 29. Coradina mater Siuridotti
1308.
2^/5 Ottach(er)us de Ticiano (c. 1280) — 30. Werim-
burch ile Portis 1278 — 31. Winesia uxor Aym? satalarü
1283.
^je Domina Dyetras 1306 — 23. Widelmoth uxor Bal-
dachi 1296 — 29. Adalgerius calcifex de ultra ponte 1347.
'/t Gysla mater domini Adalperi 1302 — 11. Nodongus
de Rubignacco 1306.
"js Irming-arda fllia Garoli 1234 — 20. Adilpl-etus fllius
Henrici de Yplis 1239 — 24. dominus Heroch comes —
27. Rilint filia Verdirose 1260.
% Adalmota de Portis 1320 — 11. Engerlada vxor
Joannini piliparii 1359 — 13. Poppo calcifex 1293 —
20. Almaricus de Maniacho 1318.
^',10 Ayngutus mansionarius 1332 — 31. Gerpirch filia
Milandi (c. 1280).
^•12 Gerpirch uxor Guarneri de Jamnich (c. 1280) —
8. Irsnagil — 11. Ingherladis uxor Pelegrini de Jamnich
1230 — 14. Isendricus de Rodelano 1349 — 19. Almot
uxor Odorici de Cucanea 1239 — 26. Wirdilia soror (ma-
gistri) Bonitatis 1293.
Aus dem 2. Godex stammen :
Vi Charolus comes, Adaleita, Radia (?) Gadeloth (!) —
2. Erar, Maidina — 3. Utogunt monialis — 4. Emen-
drit puella — 6. Hyrmengard — 8. Haduich — 9. Vilim-
bireh mon., Varnerius — 13. Tuota mon. — 15. Adaieila
mon. — 18. Gotalmus monachus, Atigarda, Vgono —
20. Herburch mon. — 21. Richiza, Immengarth — 22. Diet-
rat — 30. Haduic abbas.
V2 Leucarda, Tuta — 2. Alpionda — 4. Rutuardus,
Ghuniza, Truta — 6. Gergurt (!) — 7. Hadpuit (!) conuer-
sus — 13. Himengart — 14. Truta, Albrigatius presb.
et canon. — 15. Meltilt — 18. Grimelda mon. — 21.Deimot(!)
— 22. Geppa, Suuanburch — Gisla mon., Hildegart mon.
1346 — 26. Richiza mon., 1318. Ilda abbatisa nostre
congregationis obiit, Helica, Ingelmar — 27. Amelricus
— 28. Hiltegrut (!) 1330.
'3 Grim — 3. Aleit, Elica — 4. Imengart mon.,
1343 obiit Einigart nostre congregationis, Albricus, Ra-
tolt — 8. Kaimut (!) — 10. Hermendrut — 12. Situlo
mon., Rampretus, Diecher (!) — 13. Gardrut abbatissa —
14. Hengalmut puella, Gardrut — 16. Volfrat, Volsalch
— 18. Gissa (!), Ingalbert presb. — 20. Aligunt conuersa,
Folohredus — 21. Alch (!), Popo, Ghadeloc, Golpu(r)g —
22. Asquinus mon., Rioza — 27. Achagunt (!) -- 28.
Eduich — 30. Valerat, Illerut conuerse.
Vi Herburch abbatissa — 4. Goldruda — 5. Jaldruth
— 11. Redulfus subdiac. — 13. Friderincha abbatissa nostre
congregationis, Lucarth layca — 14. Emengart abbatissa
nostre congregationis, Adalmot mon. — 17. Harteliph
mon., Giselrat — 18. Hirmengart mon., Zuanburch layca,
Ergosut (!) clericus — 20. Iltelprant, Rapant — 23. Ge-
ruich, Irmendach (!) — 26. Isengard.
V» Ingalm et — 8. Pirisconda, Vilfllt — 13. Almot,
Tutto — 17. Herburg — 18. Diamot, Li(u)prandus mon.
19. Gef-u(n)ch mon., Inmengard — 21. Geruich mon. —
25. Vargendus — 30. Verenburcch.
V'G Iltegunt mon. — 12. Echelpret presb. — 14. Vui-
libirch — 23. Humburch mon.
Vt Sigilfredus — 6. Dumpobus (! Rumpoldus?), Ruot-
lieb, Rizart — 7. Hermeinardus presb., Gotpoldus, Adal-
cuta — 13. Griseida de Mugla 1434 — 20. Regnoldus
— 26. Daleyta (! Adaleita) mon. — 30. Dieta.
V's Isnidricus (! Isinricus) — 4. Volftrigil , Repretus
— 7. Verinbirch — 14. Imigla (! Imizla) de Strassoldo
abbatissa nostri monasterii, Vitimar — 13. Engelenda
mon. — 23. Arpo presb. — 31. Alrunt, Isaida.
^^/g Acpeha (! Acicha), Leufridus presb. — 13. Godula
— 17. Raina — 21. Arioldus subdiac, Gueremburch —
23. Helmundrut puella — 27. Albrigus — 28. Gebuint —
29. Richilda abbatissa nostre congregationis.
Vio Galdrut (! Goldrut), Guelzilg (! Wezil) —3. Adal-
47
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
48
bramus — 7. Itelgunt — 19. Ilza — 26. Eingbilt (! En-
gilhilt), Artuicus, Arbo — 30. Guilfrinuh.
*/ii Almericus presb. et mon., Varnundus (!), Gri-
molt — 11. Ospurch — 12. Helmindrudis abbatissa nostre
congregationis — 13. Guilimbirch — lö. Tangno (Tagino)
presb. — 19. Ategart — 20. Starcandus, Alcont, Erna.
Wer sich für den Geist der Namensehöpfung iin all-
gemeinen und speziell der neuitalischeii interessiert, dem
gebe ich in Folgendem aus denselben Quellen eine Reihe
ebenso zierlicher als gemüthsvoUer Beispiele,_die nament-
lich dem weiblichen Geschlechte gelten, wie Abundantia,
Altaflor, Bella, Bellissima, Benencontra, Benevenuta,
Blonda, Clara Stella, Concordia (im Friauler Dialekte Gum-
quardia), Corona, Flor, Flor-de-camp, Flordibella, Flo-
renia, Florisgena, Flornouella, Flos, Gradulina, Gratiosa,
Humilitas, Inclitina (andere Form Inticlina), Intendula,
Montanella, Morosa, Nouella, Omnia, Ottobona, Palma,
Palmera, Palmirusa, Rauernella, Serena, Smeralda, Sola
amoris (andere Form Sola damor), Soprana, Stella, Ven-
turata, Yenuta (im friaul. Dialekte Vignuda), Verdirosa.
Den Frauennamen Guardilogia (— loya) weifs ich nicht
zu deuten, wenn er (dem Italienischen entnommen) nicht
etwa «Hausschützerin, guter Geist des Hauses'f besagen
will ; es kann aber auch er die Verstümmelung eines ur-
sprünglich deutschen Namens sein, als den ich «Wari-
louch<r ansehen möchte. Für Männer erscheinen Bona-
quistus, Desideratus, Fioravant, Floridus, Florius, Gloris,
Orandus, Rubinus, Signu(m) bon(um) und Vigurosius.
Graz. ' Zahn.
Inschriften.
Auf meinen archäologischen Reisen fand ich einige
eigenthümliche Inschriften an verschiedenen Rathhäusern,
welche die Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts charakteri-
sieren und einer Mittheilung nicht unwerth erscheinen.
1) Im Sitzungssaale des Kindelbrücker Rathhauses :
Judicabit iudices iudex generalis,
Reus condemnabitur, sit hie qualis, qualis.
Ibi nihil proderit! NuUa allegare!
Et nihil excipere, necque appellare
Quo nee locus Codici erit nee Digestis,
Idem erit Dominus : Judex, actor, testis,
2) Im Sitzuugssaale des Ascherslebener Rathhauses:
IHR HERRN SEIT EINIG VND KLVG
DAN IHR HABT SONSD MISGONNER GNVG
TRACHT DAS GEMEINER NVIZ SICH MEHR
DES WERDT IHR HABEN LOB VND EHR.
3) An der Eingangsthüre des Weifsenseeer Rathhauses:
REGTE IVSTICIAM IVDIGATE SIBI HOMINVM
PSAl^n (?)_PRO LEGE ET PRO GREGE
DICTV ALFOSI.
4) An der grofsen Freitreppe des Rathhauses zu
Trefurt, welche gleichzeitig nach dem Sitzungszimmer
und nach dem Rathskeller ftthri :
Anacharsis dixit. Primum poculum
quod infunditur sanitatis bibi, alterura
ebrietatis, tertium insaniae, nihil
enim similius insano quam ebrius.
Allein Gott die Ehre.
Wernigerode. Gustav Sommer.
F i n d 1 i n gc.
Auf dem Einbanddeckel eines Gerichtsbuches, welches
im Jahre 1527 angelegt wurde und sich im Archive
des Marktes Bibart in Mittelfranken befindet, sind folgende
Verse, die von einer Hand aus der zweiten Hälfte des
16. Jahrhunderts herrühren, zu lesen :
Ihr Rathgeber fodert (fördert) Gottes Ehr,
Vnd daß sein Dienst rein gehalden wer (werde),
Gunst Neidt Gsenck (Gezänk) meid vnter euch,
Einem jeden thut im Rechten gleich,
.Der Witwen Waisen habt gut acht.
Die Noth der Gefangenen wol betracht.
Die Tugent last nicht vnb(dohnt,
Die Bösen strafft, der Fromen schont;
Seit freundlich vnd doch auch ehrnsthafft
So geschieht aus lieb alls was ihr schafft.
Sohwarzenberg. A. Mörath.
Der Statt verderben volgt gewifs, hab acht,
Da (wo) Gerechtigkeit weint, vnd Hochmutt lacht.
Si Curiam curas, tunc dat tibi Curia curas ;
Quietus uiuit, cui non est Curia curae.
Eins manns redt ist ein halbe redt,
Man soll die thail verhören bedt.
Aus dem Rathsbuche Nr. 31,453 (saec. XVI.) im ger-
manischen Museum. Dr. Fr.
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Essenwein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nilrnberg.
Gedruckt bei U. K. Sebald in Nürnberg.
Mit einer Beilage.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KÜNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1883.
JW 2.
Februar.
Chronik des gernianischen Museums,
Nürnberg, 31. Januar 1883.
Das Bedürfnifs des Museums, zu seiner weiteren Eutwicklung
die nöthigen Räume zu bekommen, hat nach gründlicher Prüfung
von Seiten der Regierung des deutschen Reiches diese veranlalst,
dem Bundesrath und Reichstag mit dem Etat für IBBS.öl eine Vor-
lage zugehen zu lassen, in welcher die Mittel verlangt werden, um
die jetzt schon erforderlichen und zugleich die innerhalb der näch-
sten 10 Jahre durch die Entwicklung des Museums bedingten Räum-
lichkeiten auszuführen. Der Bundesrath hat seine Zustimmung er-
theilt, und hoffentlich wird auch jene des Reichstages nicht ausbleiben.
Ist damit auch der gesammte Ausbau der projektierten Gebäudegruppe
noch nicht ausgesprochen, so können wir doch jetzt hoffen, dals auch
der Rest sich noch wird bewältigen lassen. Da das Projekt für den
Gesammtausbau, wie es den Freunden des Museums seit fast einem
Jahrzeheut veröffentlicht vorliegt, über die jetzige Grenze unseres
Territoriums weit hinausgreift, so haben die Gemeindebehörden der
Stadt Nürnberg die unentgeltliche Benützung eines beträchtlichen
Stückes städtischen Grundes, der zur Ausführung unserer Bauten,
nöthig ist, genehmigt, und wir haben somit die frohe Hoffnung, dafs
das Projekt an dessen Durchführung wir schon so lange arbeiten, von
dem wir seither Jahr für Jahr je ein Stück zur Ausführung brachten,
sich endlich gänzlich verkörpern wird, eine Hoffnung, die uns zu um
so innigerem Danke gegen die Reichsregierung und die Stadt Nürn-
berg erfüllt, je weniger wir ohne deren Dazwischentreten so bald
die Fertigstellung hätten erhoffen dürfen.
Für das deutsche llandelsmuseum wurden neuerdings 2 An-
theilscheine gezeichnet durch die Herreu : Sieler u. Vogel in Leipzig.
Seit der Veröffentlichung des Verzeichnisses in der letzten
Nummer wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet:
Von Vereinen : Offenburg. Gewerbeverein 5 m.
Von Privaten: Altdorf. Bauer, Seniinarhilfslehrev, 2 m. '
Böhm, Seminarlehrer, (statt bisher 2 m) 2 m. 50 pf ; Fufs, Seminar-
lehrer, 2 m. ; Griebel , Seminarhilfslehrer , 2 m.; Kaiser, Seminar-
lehrer, 2 m. 50 pf. ; Lang, Seminarhilfslehrer, 2 m. ; Reif, Seminar-
schullehrer, 2 m. ; Vogel, Seminarlehrer, (statt bisher 1 m.) 2 m. ;
Weber , Seminarliilfslehrer, 2 m. Arnstadt. Dr. Drahua 6 m.
Berlin. G. von Buusen, Reichstagsabgeordneter, 10 m. ; H. Lieber
3 m. ; Rathgen, Hauptmann, 4 m. Bremen. Casp. Ulrich Bitter,
Bäcker, 3 m. Detmold. Felix von Donop, Rittergutsbesitzer, in
Wöbbe! 3 m. ; L. Petri, Baumeister, 3 m. ; Frau Quentin, Medizinal-
rathswittwe, 3 m. Dillenburg. Wiegand, Rechtsanwalt, 1 m 50 pf. ;
Dr. Winnen 1 m. Düsseldorf. Jordan, Reclmungsrath, (statt bisher
6 m.) 9 m. Frankfurt a. M. Ferdinand Köhler, Kaufmann, 2 m.
Freiburg a. U. Kahle, Bürgermeister, 1 m. ; Laddey, Posthalter,
1 m. ; ]\Iarkendorf, Fabrikant, 1 m. ; Albin von Rauchhaupt, Kauf-
mann, 1 m. ; Ernst Sachse 1 m. ; Friedr. Siegel, Gutsbesitzer, 1 m. ;
Glogau. Karl Flemming, Verlagsbuchhändler, 50 m. Grimma. Dr.
Kindt, Bezirksarzt, 3 m. ; Kühn, Pfarrer, in Döben 1 m. Dr. Prölfs,
Professor, 3 ra. ; Recke, Pfarrer, in Sachsendorf 1 m. ; Schieck,
Professor, 3 m. ; von Uslar, Oberstlieutenant, 2 m. Hersfeld. Cor-
nelius, Gymnasiallehrer, 3 m. ; Noll, Rittergutsbesitzer, in Meisen-
bach (statt bisher 1 ra.) 2 m. Kiel. Ladonburg, Professor, 5 m.
Meerane. Gustav Spiegel, Kaufmann, 1 m. Mergenthelm. Geiger,
Präceptor ,2m.; Kley , Präceptor, 2 m. ; Vorlaufer, Werkmeister,
2 m. ; Walther, Postmeister, 2 m. Naumburg a. S. Ferd. Becker,
Rentier, I m. ; Freigang, Geschäftsführer, 1 m; 0. Hauthal, Buch-
druckereibesitzer, 1 m. ; Köhler, Domkapitelssekretär, 3 m. ; Bruno
Radestock, Kaufmann, 2 m. ; Sommer, Mechaniker, 1 m. Nürnberg.
Karl Hirschmann, Lehrer, 2 m. ; Emmer. Winterhalter, Kaufm., 3 ni.
Oggersheim. Herrn. Dietz, Direktor, 3 m. Ohrdruf. P. Kling,
Fabrikbesitzer, 1 m. 5o pf- Roth a. S. Theod. Hamm, k. Förster,
2 m. Rottweil. Dr. Baltzer, Professor, 2 m. ; Dr. Hepp, Professor.
2 m Schwerin. Bolten, Rentier, 3 m. : Brunzlow, Oberlehrer, 3 m.
Stettin. Gödeking, Garnisonsbauinspektor, 3 m. ; Küster, Land-
gerichtsrath, (statt bisher 1 m.l 3 m. Stuttgart. Wilhelm Grözin-
ger, Revisor, 2 m; ; Karl von Seeger, Bauinspektor, 2 m.; A. Wis-
kott, Privatier, 2 m. Waldsee. Daiber, Bahnmeister, 1 m. ; Altred
Herwig, ev. Pfarrverweser, in Schussenried, 2 m.; Karl Liehet.
Buchdruckereibesitzer, 2 m. ; Ott, Amtmann, 1 m. Weissenburg
Ludwig Brand, k. Bezirksamtmann, 2 m. ; Karl Löper, Buch-
druckereibesitzer, 2 m. Zwickau. Berg, Bergdirektor, 3 m. ; Bräuer,
Obervorsteher, 3 m. ; Dr. Butter, Medizinalrath, 3 m. ; Fischer, Fabri-
kant u. Stadtrath, 3 m.; Fischer, Kassendirektor, 3 m. ; Frey, Bau-
meister, 3 m. ; Gefsler, Kassendirektor, in Schedewitz 3 m. ; Hent-
schel, Banquier und Stadtrath, 3 m. ; Hering, Bergdirektor, 3 m. :
Hofmann. Maschinenfabrikant, 3 m.; Dr. Hübel, Kreishauptmann.
5 ra. ; Keck von Schartzbach 3 m. ; Keller, Baumeister, 3 m. ; A.
Meyer, Kaufmann, 3 m. ; Modes, Eisenbahndirektor, 3 ra. ; J. Mur-
sinna, Kaufmann, 3 m. ; F. M. Rosenbaum 3 m. ; Dr. phil. Rosen-
raüUer 3 m.; Schramm, Stadtbaumeister, 3 m. ; Schulz, Banquier.
3 ra. ; Dr. Schurtz, Direktor, 3 m. ; Starke, Landgerichtsdirektor,
8 m. ; Dr. Staude, Medizinalrath, 2 m. ; Varnhagen, Bergdirektor,
3 m. : Tb. Walter, Kaufmann, 3 m.; Dr. Winzer, Landgerichtsrath,
3 m ; Wolf, Brauereiinspektor, 3 m. ; Dr. Wolf, Landgerichtsdirektor,
3 m
Einmalige Beiträge wurden folgende gespendet :
Von Privaten : Freiburg a. U. Bosse, Amtsrichter, 3 m. ; Herr-
mann, Amtsrichter, 3 m. ; Klofs & Förster, Champagnerfabrikanten.
3 m.; Hersfeld. Dr. Klippert, Gymnasialoberlehrer, 3 m. : Dr.
Wachenfeld, Gymnasialoberlehrer , 3 m. Naumburg a. S. Berg.
Lieutenant der Reserve, 3 ra. ZwicRau. Mosebach, Stadtrath, 10 m.
Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu :
I. Für die kunst- und kulturgeschichtliclien Sammr
lungen.
(Nr. 8686—8696.)
Berlin. G. Graf Seckendorff, kgl. Kammerherr: Bronzeme-
daille auf die Vermählung des Prinzen Wilhelm von Preufsen und
der Prinzessin Victoria von Schleswig-Holstein. — Bremen. Dr. Bu-
ch enau, Professor: Ansicht von Bremen, Kupferstich des 17.
Jahrh. Neuer Abdr. — Düsseldorf. J. Leisten, Maler; 3 Origi-
nalradierungen des Hrn. Geschenkgebers. Holzschnitt, nach einem
Gemälde dess. — Eisenberg. Frhr. von Crienanth: Gipsabgufs
eines römischen Votivsteiues. — Köln. Göbbels, Kaplan: Leuchter-
tragender Engel und Christkind, 2 Holzskulpturen des' 15 Jahrh,
St. Weyer, Stadtbaumeister: Grofse Photographie der wiederher-
gestellten Rathhausvorhalle zu Köln. — Mainz. Fr. Schneider,
Dompräbendat: Gipsabgufs eines altchristlichen Steines. — Mombach.
Falk, Pfarrer: Kopie einer Karte der Algesheimer Gemark des
18. Jahrh. — Nürnberg. Hararaer, kgl. Bezirks-Ger.-Direktor a D.:
2 kleine Büchlein für ein Puppenhaus, 18. Jahrb. Kobell, Uhr-
macher: Werk einer Selbstschlaguhr von SchwinszbeVger in Fürth.
l)[
Anzeiger für Kunde der deutschen VorzQit.
S2
Speckhardt, Hofuhrmacher: Selbstschlaguhr in silbernem Gehäuse
von Schwinszberger in Fürth. 2 emaillierte Zifferblätter, 10. Jahrh.
Werk einer Cylinderuhr mit Steincylinder, 19. Jahrh.
IL Für die Bibliothek.
(Nr. 46,856—46,966.)
Basel. Dr. MoritzHeyne, Professor: Ders., Kunst im Hause ;
II. Reihe. 4. — Berlin. A benheim'sche Verlagsh. : Schwehel, deut-
sches Bürgerthum. 1883. 8. R. v. Deck er 's Verlag: von Wol-
zogen, aus Schinkels Nachlafs ; 4 Bde. 1862 — 64. 8. Dr. Jul.
Friedländer, Direktor des k. Münzkabinets : Ders., Gottfried
Leigebe. 1882. 8. Arthur Milchhöfer: Ders., die Befreiung des
Prometheus. 1882. 4. Dr. A. v. Sallet, Professor: Ders., Rubens,
Nil-Büder. 1882. 4. Sonderabdr. Ders., zwei italienische Medaillen.
8. Sonderabzug. — Dr. Stephan, Staatssekretär des Reichs-
postamts, Exe: Katalog des Reichspostmuseums. 1882. 8. — Bre-
men. Dr. Freiherr Herrn, v. Eelking: Krause, Katalog eth-
nologischer Gegenstände aus dem Tschuktschenlande. 1882. 8. Fräu-
lein Fanny Traub: Beschreibung des Zehenden Jahrs-Tags der
Herzogl. Wirtemb. Militär-Akademie. 1780 4. — Brunn. Buschak
u. Irrgang, Verlagsh.: Genealogisches Taschenbuch der adeligen
Häuser. 7. Jhg. 1882. u. 8. Jhg. 1883. 16. — Bunzlau. Dr. E. W er-
nicke: Waisenhauslehrer: Ders., Chronik der Stadt Bunzlau;
Liefg. 7 u. 8. 1882. 8. — Dresden. Dr. Distel, Staatsarchivar:
Ders., Nachrichten über einige Bilder, insbesondere über den „Wild-
dieb" (?) von €hph. Paudiß, im Schlosse zu Moritzburg. 8. Hein-
rich Klemm, Direktor u. Redakteur: Pregmatica sohre la Impres-
sion: y libros. Valladolid, J558. 2. Facsimile. Rath der Stadt:
Ders., Verwaltungs-Bericht etc. f. d. J. 1881. 4. Dr. K. von We-
ber, Geheimrath, Direktor des Haupt-Staatsarchivs: Neues Archiv
für Sachs. Geschichte und Alterthumskunde; Bd. III, 1 — 4. 1882. 8.
Codex, diplomaticus Saxoniae regiae ; II. Hauptbl. 12. Bd. 1888.
4. — Freiburg i. Br. Universität: Ilegar, Ign. Phil. Semmel-
weifs. 1882. 4. Pr. von Kries, Gedächtnifsrede auf Otto Funke.
1881. 4. u. 51 weitere akademische Schriften niclit historischen In-
haltes. — Görz. Karl Freiherr v. Czörnig, k. k. w. geh. Rath:
Ders., das Sophien-Schlüfschen in Aufhofen. 1879. 4. — Gotha.
Justus Perthes, Verlagsbuchh. : Gothaischer genealogisclier Hof-
kalender; 180. Jhg. 1883. 16. Almanach de Gotha; 120. annee.
1883. 16. Gothaisches genealog. Taschenbuch der gräfl. Häuser;
56. Jahrg. 1883. 16. Gothaisches genealog. Taschenbuch der frei-
herrlichen Häuser; 68. Jahrg. 1883. 16. — Hannover. H. Wilh.
H. Mithoff, Oberbaurath a. D. : Ders., mittelalterliche Künstler
u. Werkmeister Niedersachsens u. Westphalens ; 2. Ausg. 1888. 8.
— Heilbronn. Gebr. H enning er, Verlagsbuchh. : Deutsche Litte-
raturdenkiiKili! des 18. Jahrhdts. 7—9. 1882—83. 8. — Hildburg-
hausen. F. W. Gadow u. Sohn, herzogl. Hofbuchdruckerei: Hu-
man, Chronik von Kloster Veilsdorf. 1882. 8. — Innsbruck. M.
Steiner, Antikenhändler: Der Patinakrieg. Die Restaurierung
des Max-I)enkmals in Innsbruck. 1883. 8. — Kempten. Jos. Kö-
sel'sche Buchh. : Baumann, Geschichte des Allgäu's; 7. Lfg. 8. —
Kupferzeil. Dr. F.-K. Fürst Hohenlohe, Durchl. : Ders., das
Wappen an der ,,turris Caesaris" zu Monopoli. 8. Sonderabdr. — Leip-
zig. F. A. Brockhaus, Verlagsh.: Histor. Taschenbuch, begründet
von Fr. v. Raumer, hrsg. von W. Maurenbrecher. 1883. 8. Der neue
Plutarch, hrsg. v. R. v. Gottschall; IX. Thl. 1882. 8. Alphons
Dürr, Verlagsbuchh. : Erler , deutsche Geschichte von der Urzeit
bis zum Ausgang des Mittelalters in den Erzählungen deutscher
Geschichtschreiber. I. Band 1882. 8. E. A. Seemann, Verlagsh.:
Dohme, Kunst und Künstler des 19. Jahrhdts. ; 2.-6. Lfg. 1882.
8. Otto Spamer, Verlagsh.: Schmidt, illustrierte Geschichte von
Preufseu; Heft 43—45. 8. — München. Dr. tieorgHirth: Ders.,
der Formehschatz ; 1880, H. 12. 1881, Heft 1—12. 1882, Heft 1—12
4. Ders , kulturgeschichtliches Bilderbuch aus drei Jahrhunderten ;
, Bd. I (16. Jh.), 6.-12. Lfg. 1882. 4. Ders., Albr. Dürers Feder-
zeichnungen u. Ilolzschnittwerk. 2. Butsch, die Bücherornamentik
der Hoch- u. Spätreuaissance ; IL Thl. 1881. 2. Jos. Würdin-
ge r: Ders., die Römerstrafse von Scharnitz (Scarbia) bis Parten-
kirchen (Parthanum). 1882. 8. Sonderabdr. — Norden. I. ten Doorn-
kaat Koolman, Kommerzienrath: Ders., Wcirterbuch der ostfriesi-
schen Sprache; II. Bd. 1882. 8. — NUrnberg. Bohner, Pharma-
zeut: Genealog.-militärischer Kalender auf d. J. 1785. 8. — OfTen-
burg. Albr. Fischer, Kaufmann: Engelhardt, der Ritter von
Stautfenberg, ein altdeutsches Gedicht. 1823. 8. u. qu. 4. — Rostock.
Fräulein A. Diemer, Conventualin zum heil. Kreuz: Zäpelihn,
die Variner u. Warnawer. 1797. 8. Göschel, der Croy-Teppich in
Greifswald. 1854. 8. Hasse, typographiae Lipsiensis, imprimis saeculi
quarti, historiae brevis adumljratio. 1840. 4. — Salzburg. Dieter,
k. k. Hofbuchhändler: Ders., Soldaten -Liederbuch für das k. k.
Heer. 1882. 8. — Stockholm. Artur Hazelius, Sekretär d. Ver-
eins zur Förderung des nordischen Museums : Ders., samfuudet für
nordiska Museets främjande. 1882. 8. — Stuttgart. J. Engel-
horn, Verlagsh.: v. Leixner, unser Jahrhundert; Lfg. 56 — 62.
(Schi.) — Wien. S. Maj. Franz Josef I. Kaiser von Oesterreich :
Becker, die Sammlungen der vereinten Familien- u. Privat-Biblio-
thek Sr. Maj. d. Kaisers. Bd. II, 2. Abth. u. III, 1. Abth 1879 u.
1882. 2. Dr. Jul. Glaser, Universitätsprofessor: Ders., ge-
sammelte kleinere juristische Schriften; Th. I. u. II. 2. xVufl. 1883.
8. R u d. L e c h n e r 's Verlagsbuchh. : Weifs, Geschichte der Stadt
Wien; 2. Aufl. 1882. 8. E. Prihyl, Smolle, die Habsburger. 600
Jahre ihrer ruhmreichen Geschichte. 1882. 8. Fasan, Einiges über
Zuckerrüben- Anbau etc. 1882. 8. v. Huber, wie sorgt der Verein
z. Förderung der Interessen der land- u. forstwirthschaftl. Beamten
für die Zukunft seiner Mitglieder? 1882. 8. Dr. Th. Sickel,
k. k. Hofrath u. Universitätsprofessor : Ders. ; monumenta graphica
medii aevi etc.; fasc. 10. 1882. Imp. 2. Nebst: Rieger: die Texte
etc. 1882. 4.
Schriltcn der Akademieen, Museen und historischen Vereine,
welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind:
Harz-Verein für Geschichte u. Alterthumskunde:
Urkundenbuch der Stadt Quedlinburg. Bearbeitet von Karl
Janicke, herausgegeben unter Mitwirkung des gen. Vereines, des
Ortsvereins Quedlinburg, vom Magistrate der Stadt Quedlinburg.
IL Abtheilung. Mit 26 Kunstbeilagen. Halle, 1882. 8. CV und
419 Seiten.
Histor. Verein für Stadt u. Stift Essen:
Beiträge etc. 5. Heft. Essen, 1883. 8. Die Aebtissinnen
von Essen. Nach dem Brüsseler Katalog mit Varianten und An-
merkungen herausg. von Dr. 0. Seemann. 44 Seiten.
Verein f. Gesch. u. Alterthumskunde Westfalens:
Zeitschrift etc. 39. u. 40. Bd. Münster, 1881 u. 1882. 8. Die
Gemeinde Datteln. Ein Beitrag zur Geschichte des Vestes Reckling-
hausen. Von A. Jansen. — Beiträge zur Geschichte des münste-
rischen Humanisten Murmellius. Von Dr. Clemens Bäumker. — Die
alten Wallungen, Landwehren, Dammstrafsen und anderweitige
Alterthümer. Von J. B. Nordhoff. — Buchbinderkunst u. Hand-
werk in Westfalen. Von dems. — Dr. Wilmans, geh. Archivrath.
Nekrolog von Dr. W. Diekamp. — Copiarium Gerdense. Von W.
E. Giefers. — Ueber das Stift Heerse. Vortrag . . . von Carl
Anzeiger
l'iir K'uikIo der deutschen Vorzeit
34
Spancken. — lieber einige jetzt niiht mclir ffebriiiicliliclie Ortsbe-
zeichnungen in und bei dem Dome zu Paderborn. Von f Dr. Jul.
Evelt. — Die ältere Diözese Paderborn nacli ihren Grenzen, Archi-
diaconaten, Gauen u. alten Gerichten. Beschrieben von Ludw. Aug.
Theod. llolscher. — Die Anfänge der Städte Borgentreich, Borgholz,
Peckelsheim. Von W. E, Giefers. — W. E. Giefers. Eine bio-
graphische Skizze. Von Conr, Mertena. — Aus den Briefen Anton
Matth. Sprickmann's an Jenny von Voigts, geb. Moser. Mitgeth. v.
W. Hosaus. — Die Reliquien des hl. Liudger. Zugleich ein Beitrag
der Entwicklungsgeschichte der Legenden. Von Dr. W. Diekamp. —
Geschichte Horstmars, seiner Edelherren und Burgmannen. Von
Dr. Franz Darpe. — Nachtrage zu der Schrift ,.Geschichtliche
Nachrichten über die Weihbischöfe von Münster'' (Münster, Fr.
Regensberg. 1862). Von Ad. Tibus. — Zur Geschichte des Gaues
Soratfeld und der Go- u. Freigerichte im Paderborner Lande. Von
W. Spancken. — Zur Geschichte der Anfänge des Klosters Falken-
hageu. Von 0. Preufs. — Die. Befestigungen auf dem Brunsberge
bei Höxter. Ihre Beschreibung, ihre Erklärung u. ihre Geschichte.
Von Robitzsch. — Der altdeutsche Maler Gert von Lon zu Geseke.
Von J. B. Nordhoff. — Aus dem Manuscripte des Domscholasters
von Engelsheim. Von W. Spancken. — Miscellen. — Vereinsange-
legenheiten.
Verein für Erdkunde zu Metz:
IV. Jahresbericht etc. f. 1881. Metz, 1882. 8. Die geogra-
phische Verbreitung der christlichen Missionen. Von Dr. Hornburg.
— Die Inseln u. Halligen Nordfrieslands. Von Dr. Wildermaun.
Histor. Verein der fünf Orte Luzern, Uri etc. :
Der Geschichtsfreund etc. XXXVII. Bd. Einsiedeln . . . ,
1882. 8. Vereinsangelegenheiten. — Der Medailleur Joh. K. Hed-
linger. Von Joh. Amberg^ — GeschichtHche Notizen über das
Frauenkloster zum obern hl. Kreuz in Altdorf. Von Jos. Gisler. —
Der Hochverrathsprozefs des Peter Amstalden. Von Dr. Th. v. Lie-
benau. — Die Glasgemälde im Kreuzgange des Klosters Rathhausen.
Von J. Rud. Rahu. — Die Anfänge Luzerns. Von Franz Rolirer.
— Zinsrödel des Frauenklosters in Engelberg. Von P. Adalbert
Vogel. — Die Urner Chronisten Joh. Püntiner u. J. U. Wolleb.
Von Frz. Jos. Schiffmann. — Literatur etc.
Institut archeologique Liegeois:
Bulletin etc. Tome XVI. — 3« livraison. Liege 1882. 8.
Notices sur les seigneuries de Vyle et Tharoul. Von H. de l'Es-
caille. — Liste generale des eglises et couvents de la province ac-
tuelle de Liege et de quelques biens qui en dependaient vendus
comme proprietes nationales du 1«' ventuso an V (22 fevrier 1797)
de la republique fran^aise au l" juillet 1808. Von P. Clerx.
Oudheidskundige Kring van het land van Waas:
Annalen etc. IX'" deel, l")« aflev. Dezember 1882. Register
A. Nr. 125. Vernieuwinge van vorgebooden der Keuren van het
Land van Waas, Beverem, Dendermonde enz.
Maatschappij der nederl. Letterkunde z. Leiden:
Handelingen en mededeelingen . . . over het jaar 1882. Leiden.
1882. 8. Gesellschaftsangelegenheiten. — Le politique hoUandais.
Von W. P. Sautyn-Kluit.
Levensberichten der avgestorbene medeleden etc. Bylage tot
de Handelingen van 1882. 8.
Kongelige Danske Vidensk. Selskab:
Oversigt over .... .Forhandlinger og dets Medlemmers Ar-
bejder i Aaret 1882. Nr. 2. Kjöbenhaven. 8.
Kongelige nordiske Oldskrift Selskab:
Aarbüger etc. 1882, tredie hefte. Kjöbenhaven. 8. Dato
aeldste bevarede, i Norden udstacdte Breve. Af V. A. Secher. —
Bemaerkninger til nogle Punkter i Kong Frodes Loo for Haaren.
Af 6. Fries. — Det aeldste Kjöbenhaven og den nyere Granskning
... Af A. Heise. — En Spännbuckia frau Löddeköpinge socken
Af Gomer Bruiuus. — Nogle danske Monter fra Middelalderen i
fremmede Samlinger. Af Sophus Bergsee. — Tillaeg til Aarbüger
etc. Aargang 1881. 1882. 8.
Verein für siebenbürgische Landeskunde:
Correspondenzblatt etc. V. Jhg. , 1«82. Nr. 12. Hermann-
stadt. 8. Die Lage der Schwarzburg im Sachsenlande. Von G.
D. T. — Ein gleichzeitiges Flugblatt über Ludw. Gritti's Ende.
Von Dr. A. Amlacher. — Der Grenzfrevel in deutschen Rechtsan-
schauungen. Von I. W. — Kleine Mittheilungen. —
Teruiischte IVachrichten.
11) Ketzin im Ost-Havelland. Hier ist ein merkwürdiger
vorgeschichtlicher Fund auf dem Ketzin gegenüberliegenden
Trebelsberge gemacht worden. Arbeiter des Gutsbesitzers Herrn Jonas
stiefsen vor einigen Tagen beim Graben von Mergel auf ein mensch-
liches Skelett. Beim Entfernen der Erde wurden im weiteren Ver-
lauf der Arbeit deren 6 freigelegt. Sämmtliche Skelette, mit Aus-
nahme des eines Kindes, das zu den Füfsen in entgegengesetzter
Richtung bestattet war, lagen mit den Füfsen nach Osten, so dafs
das Gesicht der aufgehenden Sonne zugekehrt war. Während 5
Skelette mit gerade ausgestreckten Armen in Mergel gebettet waren,
lag beim 6. die rechte Hand unter dem' Kopfe. Unmittelbar am
Kopfe dieses durch besonders starken Knochenbau und dickwandigen
grofsen Schädel sich auszeichnenden männlichen Gerippes wurde
eine Urne freigelegt, die eine feuchte, klebrige Masse, aber keine
Asche enthielt. Die Urne besteht aus schlecht gebranntem, mit
kleinen Quarzstücken vermischtem Thon und ist an der Aufsenseite
mit einem dreifachen Ring von Linearverzierungen umgeben. Die
Schädelbildung, die Urne und die Reihengräber lassen auf eine gar-
manische Begräbnifsstätte schliefsen. Auf der höchsten Spitze des
genannten Berges wurde vor nicht langer Zeit ein Steinkistengrab
freigelegt, das in seinem Innern zwei Skelette barg. Die Verschie-
denheit in der Beerdigung der Leichname lälst auf Bewohner schlie-
fsen, welche zwei verschiedenen Völkerstämmeu angehört haben.
(Nordd. Allg. Zeitg., Nr. 14.)
12) Zwischen Kalbe a. S. und Wulfen fand man am 28. v. M.
Morgens beim Ausgraben eines alten Baumes in einer Tiefe von
etwa 2 Metern sehr alte Baureste, Säulenfragmente von Porphyr,
zerbrochene Skulpturstücke und Platten aus seltenen Wandbeklei-
dungen, Kalkmörtel und Bauschutt. Eine Steinplatte trägt in 4 cm.
hoher, kaum leserlicher Schrift den Namen Carolus Magnus.
(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 4.) .
13) Im September vorigen Jahres yurden zu Ebreichsdorf
am Ende des Schlofsparkes von Frau Mathilde Gräfin Pongracz,
geborenen'Gräfin Wolft'-Metternich, zwei römische Grabsteine
aufgefunden. Sie waren daselbst in älterer Zeit als Materiale beim
Bau einer Brücke verwendet gewesen und dürften bei ihrem be-
deutenden Gewichte wohl nicht von weit hergebracht, sondern in
der Nähe gefunden worden sein. Dieser Umstand verdient aus dem
Grunde besonderer Beachtung, weil bekanntlich die Römer ihre
53
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
56
Gräber an den gröfseren Strafsen anlegten, daher durch den Fund
von Grabsteinen auf eine vorbeiführeude Strafse geschlossen wer-
den darf. Der Punkt des neuen Fundes markirt eine Stelle der
von Vindobona nach Scarabantla (bei Oedenburg) führenden Strafse,
deren Zug auch durch die zahlreichen Ueberreste römischer Denk-
male im nahen Weigelsdorf bezeichnet wird. *
Der eine der beiden Steine ist ganz wohl erhalten, 1,65 m. hoch,
6 m. breit, oben abgerundet. Ein muschelförmig vertieftes Medaillon
oben enthält in Hochrelief den Kopf eines jungen unbärtigen Mannes
mit kurzem Haar und abstehenden Ohren, von vorn gesehen. Unter
demselben befindet sich ein Streifen mit zwei laufenden Thieren,
â– wie es scheint, ein Schaf, dem ein Hund folgt. Die Inschrift lautet:
ARIOMANV
ILIATI.F BOI
AKNORVM
XV
H . S . E
PATER POSVIT
Das Iliati f in der zweiten Zeile ist nicht ganz sicher, die
Buchstaben sind undeutlich.
Die Arbeit an dem Bilderwerk ist äufserst roh, die Schrift
mehr eingeritzt als eingemeifselt, die Form der Buchstaben schlecht
und deren Gröfse ungleich. Nach diesen Merkmalen gehört der
Stein in eine sehr späte Zeit.
Der zweite, gröfsere Grabstein war für ein Ehepaar bestimmt;
er ist sehr beschädigt Oben sieht man einen Mann in Halbflgur,
mit der Tunica bekleidet , die rechte Hand der Frau zu seiner
Rechten reichend ; diese hat in den Nacken fallendes Haar, die Ge-
sichtszüge beider sind unkenntlich. Diese Gürteibilder sind fast
lebensgrofs und ziemlich gut gearbeitet. Unter ihnen die äufserst
verwitterte Inschrift , in der nur einzelne Buchstaben mehr halb-
wegs deutlich sind. Ich habe Folgendes gesehen, ohne für die
Richtigkeit der Lesung einstehen zu wollen :
D M
AVRL URSVLVS
CARISSIM . AN
XLVHSI.P.ERNI
C VIVS . SIBI
P . SVIT
Unten, wie es scheint, ein Delphin.
(v. Sacken in den Mitth. d. k. k. Centr.-Commission.)
14) Die romanische Stiftskirche zu Idensen bei Wunstorf,
die um 1125 von dem Bischof Siegwart von Minden erbaut wurde,
ist zur Zeit. von der Gefahr bedroht, entweder durch einen ge-
schmacklosen Erweiterungsbau entstellt oder aber von der Gemeinde
für den Abbruch bestimmt zu werden. In Hannover ist deshalb
ein Comite zusammengetreten, an dessen Spitze Baurath Hase steht,
und welchem aufserdem Baurath Köhler, Architekt Unger und an-
dere mehr angehören. Der Vorschlag des Bauraths Hase geht dahin,
eine für die eingepfarrten Dörfer ausreichende Kirche in der Nähe
neu aufzubauen und dagegen der Gemeinde die dauernde Unter-
haltung der kleinen Stiftskirche aufzuerlegen. Die Gemeinde ist
nun bereit, nachdem auf Fürsprache des Konservators der Kunst-
denkmäler von der Regierung 7500 M. bewilligt sind, ihrerseits
9000 M. gleichfalls herzugeben, wenn der Rest der Bausumme mit
ebenfalls 9000 M. zu genanntem Zwecke anderweitig aufgebracht
wird. Nach dem „Wochenbl. f Arch. u. Ing,-' hat nun der Archi-
tektenverein zu Hannover eine bezügliche Resolution gefafst, da
Gefahr im Verzuge ist. (Weserztg., Nr. 12905.)
15) In der St. Cyprianskirche zu Samt he im (Tirol) wurden
Spuren von Wandbemalungen gefunden. Bei sorgsamer Loslösung
der Tünche zeigten sich Partieen der Darstellung eines letzten Ge-
richtes.
(Mittheil. d. k. k. Centr.-Comm. z. Erf. u. Erh. d. Kunst-
u. histor. Denkm., VIII. Bd. 4. Heft.)
16) In Grossaga bei Gera ist ein Töpfchen mit Pfennigen
und Hellern des 15. Jahrhunderts ausgegraben worden. Der kleine
Fimd bestand überwiegend aus den bekannten, unter Kurfürst
Friedrich II. von Sachsen seit 1444 geprägten sog. Landsberger
Pfennigen, welche den Landsberger Schild mit der Umschrift
L.\1^D zeigen. Neben diesen enthielt der Fund Pfennige von Jena,
Weifsensee, Saalfeld, Nordhausen, sämmtlich von bekannten Ge-
prägen, Pfennige von Wilhelm III. v. Henneberg mit dem burg-
gräflich Würzburgischen Wappen, die zu den Landsberger Pfennigen
gehörigen Heller mit dem Löwen über dem Landsherger Schilde
(Dresdener Doubl. -Kat. 245) und Exemplare jener sog. Altenburger
Heller, die auf der einen Seite den Löwenschild auf breitem Kreuze
und auf der andern Seite eine offene Hand zeigen, in der eine Rose
erscheint (v. Posern, Taf. XIX, 2). (Bl. f Munzfr., Nr. 6.)
17) In Böhmen ist vor einiger Zeit ein Fund von zahlreichen,
aus der Kipperzeit stammenden Sechsbätznern (24 - Kreuzern) ge-
macht worden, unter denen insonderheit mancherlei Exemplare jener
seiner Zeit verrufenen, jetzt aber zu den Seltenheiten zählenden
Nachprägungen aus oberitalienischen Münzstätten sich befunden
haben, wie sie vom Fürsten Syrus Austriacus von Correggio, von
den Grafen von Dezana, von Bozzolo u. s. w. bekannt sind.
(Blätter f. Münzfreunde, Nr. 6.)
18) Sächsische Blätter berichteten, dafs während der letzten
Juli -Woche in der Nähe von Bobersen bei Riesa beim Bag-
gern in der Elbe eine Anzahl Silbermünzen aus dem 15. u. 16.
Jahrhunderte zu Tage gefördejt worden seien imd brachten diesen
Fund mit der Sage in Beziehung , dafs die Schweden im dreifsig-
jährigen Kriege in der Nähe Riesa's ihre Kriegskasse vergraben
hätten. Ein Theil der gefundenen Münzen hat uns inzwischen vor-
gelegen. Es waren zumeist Thaler und t)enkmünzen des Kurfürsten
Johann Georg I. von Sachsen aus den Jahren 1623 — 1630. Aufser-
dem waren gefunden worden: ein Thaler des Kurfürsten August auf
die Einnahme von Gotha, der Sterbethaler dieses Kurfürsten, En-
gelgroschen mit den Namen Friedrich, Georg und Johann, sowie
Friedrich, Johann und Georg, ein kursächs. Schreckenberger von
1571 und ein 3 - Groschenstück Herzog Albrechts von Preulsen von
1535. (Blätter f. Münzfreunde, Nr. 6.)
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. E s s e n w e i n.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E, Sebald in Nürnberg.
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tea, welche» ulle Monate oisclieint, wird
gauzjäihrig iinKenommon und beträgt nach
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ämtern und Buchliandlungen Deutschlands
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ANZEIGER
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Neue Folee.
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rietta- Street Covent -Garden in Ijondon ;
für SoTd'Amfrika bei den Postitmtem Bre-
men und Hamburg.
Alle für das german. Museum be-
Htimmten Sendungen auf dem Wege des
BuchhandelB werdeu durch den Commia-
aionür der literar.-artist. Anstalt dos Ma-
aeuma, F. A. B ro c khaua in Leipzig, be-
fördert.
ranfi
Dreissigster Jahrgang.
1883.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
JVf 3 & 4.
März und April.
Wissenschaftliche Mittheiliinoen.
Eigenthüiuliche Wagen, Schiffe und Schlitten
15. — 18. Jahrhundert.
(Mit 3 Tafeln.)
Auf Sp. 303 ff. des Jahrganges 1866 haben w
diesem Blatte auf Vorläufer der Lokomotive aus
17. Jahrh. hingewiesen, unter denen
wir Wagen verstanden, die nicht durch
Menschen oder Thiere gezogen, son-
dern theils durch Kräfte der Natur,
wie den Wind, theils durch eine im
Innern derselben liegende Mechanik,
deren bewegende Kraft zwar die
menschliche war, die aber mit der Me-
chanik, wie bei den modernen Lokomo-
tiven, sich im Innern des Wagens be-
fand, getrieben wurde. Inzwischen ist
uns manches Aehnliche begegnet, und
wir sind heute in der Lage, das damals
Veröffentlichte wesentlich zu ergänzen
vom
ir in
dem
und zugleich zu zeigen,
Triebwagen
dafy solche
älter sind.
Kriegsbücher
schon viel
Zunächst sind es die
des Mittelalters, die, wie allerlei andere
mechanische Werke, uns auch Wind-
wagen zeigen. Fig. Igibt, auf die Hälfte
verkleinert, einen Wagen wieder, der
jederseits vier Windmühlenflügel hat,-
welche einen Haspel bewegen, der
ein mit Zapfen am Umfange ver-
Fig. 1
sehenes Rad treibt, dessen Zapfen die unter ihm stehenden
zwei Räder jeder Seite in Bewegung setzt. Die Figur ist
dem Blatte S"" der Abbildungen aus der Hohenwang'-
schen Vegezausgabe entnommen, die ungefähr 1470 er-
schien. Es trägt die üeberschrift : »Das ist ain ivind-
wagen vnden mit rederu angericht.«?
Wenn wir hier also in das 3. Vier-
tel dos 15. Jahrh. gerückt sind, so ist
kein Grund mehr, daran zu zweifeln,
dafs die guten Abenteurer, deren einer
das geheimeWissen des Vorgängers ge-
heim fortpflanzte, und in deren hand-
schriftlichem Nachlasse stets dieselben
Stücke abschriftlich vom Schlüsse des
14. Jahrh. bis zum 16. Jahrh. fortge-
schleppt werden, schon viel früher
solche Windwagen erdachthaben, dafs
wol an die mechanischen Künste des
Alterthums direkt angeknüpft ist.
Wir sehen von der Perspektive
ab, die uns drei Seiten des Wagens
zugleich sehen läfst; wenn auch nicht
richtig, ist diese Art der Darstellung
doch praktisch. Jedenfalls aber mufs-
ten die Flügel viel gröfser sein, wenn
sie wirken sollten. Aber wie sich
anderes von einem Manuskripte ins
andere , von einem Buch ins andere
fortschleppt, so liudet sich auch genau
dieselbe Darstellung, nur etwas ver-
59
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
60
gröfsert, mit eben solchen kleineu Windflügela noch in
der Yegezausgabe vom Jahre 1334 (Augsb., Heinr. Steyner).
Derselben Yegezausgabe entnehmen wir auch die
Figur 2, gleichfalls auf die Hälfte reduziert, die uns
zuoberst 2 RäderschifTe zeigt. Die Ruderer bewegen je
eine Kurbel, an der jederseits ein Rad mit vier Schaufeln
angebracht ist. Die Schiffe zeigen sich somit als Vor-
gänger der heutigen Raddampfschiffe. Der geschlossene,
jederseits mit einer Spitze ver-
sehene Cylinder soll offenbar wie
unsere Torpedos im Wasser un-
ter der Oberfläche sich fortbe-
wegen, wozu gleichfalls die bei-
den vierschaufeligen Räder die-
nen, denen durch im Innern
sitzende Männer eine Drehung
um eine vertikale Achse , also
eine turbinenartige Drehung, ge-
geben wird. Wie die Flügel beim
Windwagen Fig. 1, so sind auch
bei den Räderschiffen die Räder,
resp. Schaufeln, derselben zu
klein gezeichnet. Es mag mit der
Geheimnifskrämerei zusammen-
hängen, welche die damaligen
Fachleute ausübten, dafs sie ab-
sichtlich alle Zeichnungen so un-
richtig darstellten, dafs zwar der
Praktiker, dem etwa noch münd-
liche Anleitung gegeben wurde,
die Sache verstehen konnte, ein
Uneingeweihter aber nichts da-
mit zu machen wufste. Denken
wü" uns alles in das richtige Ver-
hältnifs gebracht, so unterliegt
es keinem Zweifel, dafs der Wind-
wagen durch die Kraft der beweg-
ten Luft in Gang gesetzt und
erhalten werden konnte, dafs das Räderschiff (ob der hohle,
zugespitzte Cylinder ?) fahren konnte. Ob das Räderschiff
dem Ruderschiff gegenüber eine Kraftersparung erzielte,
ob es, wenn blos mit der Hand getrieben, eine gröfsere Ge-
schwindigkeit des P^ahrzeuges, wenn auch durch erhöhte
Kraftanstrengung, hervorbrachte, überlassen wir Mecha-
nikern zur Untersuchung, die auch die Formeln feststellen
und das richtige Verhältnifs bestimmen mögen, ebenso die
Kraft, welche zur Bewegung der Turbinenräder nüthig
war, Gröfse und Gestalt, die diese in der That haben
mufsten, wenn der Trieb überhaupt möglieh war.
Wie oft freilich solche Werke zur Ausführung ge-
langten, wissen wir nicht, noch weniger, ob dies alsdann
stets hl richtigem Kraft- und Gewichtsverhältnisse geschah.
Von einem verunglückten Unternehmen aus den ersten
Jahren des 16. Jahrb. haben wir Kunde.
Ueber einen im Jahre 1504 thatsächlich erbauten
Wagen mit einer treibenden Mechanik im Innern sind uns
nämlich Nachrichten erhalten. Herr Archivrath Dr.
Distel in Dresden hatte die Güte, uns folgende Notiz aus
des Petrus Albinus handschriftlicher Chronik von Pirna
mitzutheilen, welche sich in der kgl. Bibliothek zu
Dresden betindet: »Selzamer wa-
gen. Im 1504. unterstunde sich
ein burger der fast viesirlich*)
war, einen wagen mit rädern
und schraubengezeug zu ma-
chen, der solle ohne pferdt, so
einer drauff sejJ und schraubete,
für sich faren. Als er es nun
wolt probiren gegen Dresden
zwei raeilen zu fahren und rich-
tet alles nothdurfftig zu, furh
er nicht weit, blieb in dem kot,
der die zeit gro|5 war, stecken;
uff der eben und im truckenen
bette er es mögen enden. Do-
bey war ein gvo\i weld volck^),
idermann wolt solch neue ding
sehen.«
Uebrigens ist diese Fahrt,
wenn auch nicht so ausführlich,
schon im 1. Theil p. 247 von
»Diplomatische ufid curieuse
Nachlese der Historie von Ober-
Sachsen , und angrentzenden
Ländern, Zu einiger Erläuterung
derselben, gehalten von Chri-
stian Schöttgen und George
Christoph Kreysig<' (Dresd. u.
Leipz. 1730) unter dem Artikel
Fig. 2. Pirn (Pirna) beschrieben.
Welcher Art dieser Wagen gewesen sein mag, läfst
sich aus den Burgkmaier'schen Holzschnitten des Triumph-
zuges Kaiser Maximilians ersehen, in welchem eine Reihe
von Wagen vorgeführt werden, die auf die verschiedenste
Art in Bewegung gesetzt wurden. Wir bilden hier in
Fig. 3 — 7 fünf derselben ab. Sie stimmen am meisten
mit den heute bei den Eisenbahnverwaltungen gebräuchli-
chen Draisinen') überein, die auch durch eine Drehmecha-
1) Im Visieren, also in Geometrie und Meclianik, erfaliren, er-
findungsreich; nach Schm.-Fr. I, 849 auch häufig in der Bedeutung
von possierlich, komisch^
2) WcltSTolk, verstärkende Zusammensetzung : ungeheuer grofse
Menge. Vgl. Schm.-Fr. II, 911: Weltskerl, Wcltsrausch etc.
3) Die Draisinen waren zwei- und dreiräderige Vorganger des-
61
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
62
Fig. 3.
63
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
64
Fig. 4.
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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
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Fig. 6.
67
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
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69
Anzeiger fUr Kunde der deutscheu Vorzeit.
70
Fig. 7. '
71
Anzeiger für Kuude der deutschen Vorzeit.
72
nik auf den Schienen fortbewegt werden und dort sehr sicher
und leicht laufen, auf einer kothigen und durchweichten
Strafse aber eben so bald stecken bleiben mUfsten, als der
Wagen des Bürgers von Pirna im Jahre 1504. Wir wissen
zwar nicht, dafs Maximilian solche Wagen thatsächlich
besafs; aber bei seiner Liebe für Kuriositäten wäre es
nicht auffällig, und da alle übrigen im Zuge dargestellten
Abtheilungen der Wirklichkeit entnommen sind, so sind
es auch wohl diese Wagen, mindestens in ihrer Konstruk-
tion, wenn auch nicht in ihrem Aufputze.
Der Pirnaer Bürger, welcher im Kothe stocken
blieb, und die abgebildeten Wagen Kaiser Maximilian's I.
geben uns zu einer kleinen Betrachtung Anlafs. Ohne
Zweifel war der stecken gebliebene Wagen ähnlich kon-
struiert wie die Maximilianischen, nämlich ohne ein Uhr-
werk oder sonstige treibende Kraft aufser der Armkraft
der Menschen. Die Erfahrung zeigt nun, dafs ein sehr
kräftiger Mann dazu gehört, um auf einem Schubkarren
100—150 Kgr. dauernd fortzubewegen, wenn die Wege
einigermafsen schlecht .sind, weil beim Einsinken des
Rades die Reibung zu grofs wird und weil zum Zusam-
mendrücken des weichen Bodens Kraft aufgewendet wer-
den mufs, welche wegfällt, wenn der Boden hart und
glatt ist. Mehr Kraft als durch Schieben kann bei einer
Kurbelbowegung wol kaum ein Mann ausüben. Durch
die Bewegung wird dem Objekte allerdings Beharrungs-
vermögen gegeben, und bei absolut glattem Boden würde
es sich schon, wenn einmal in Gang gesetzt, mit gleicher
Geschwindigkeit selbst weiter bewegen, ohne dafs mehr
Kraft stets dazu käme, als die Reibung in den Radachsen
der Widerstand der Luft, sowie der allerdings beträcht-
liche Kraftverlust im Getriebe nöthig macht ; jede sonst
dazu kommende Kraft würde die Geschwindigkeit beschleu-
nigen. Bei vollkommen glattem Boden kann also, wenn
das Getriebe einfach genug ist, um nicht zu viel Ki-aft
zu Verlust zu bringen, in Folge des Beharrungsvermö-
gens mit verhältnifsmäfsig geringer Kraft ein solcher
Wagen in rasche Bewegung gebracht und darin erhalten
werden. Aber die Wege sind, selbst bei gutem Wetter,
nicht absolut glatt, sondern rauh und veranlassen grofse
Reibung, um so gröfsere, je gröfser das Gewicht ist und
je kleiner die Räder. Nun sind aber auf allen solchen
Triebwagen die Räder kloin und das Gewicht grofs, das
heutigen Velocipede, welche in den zwanziger Jahren unseres Jahr-
hunderts in Karlsiiihe (resp. Mannheim ?) von einem Forstbeamten,
Freiherrn von Drais, erfunden worden, den seine Erfindermanie um
den Verstand gebracht und zum Kinderspotte gemaclit hatte. Weitere
Verbreitung fanden sie nicht ; sie wurden durch Stofsen der Füfse
gegen den Erdboden bewegt, eine Abart auch durch Kurbold rehung.
Diese fand zuerst bei der badischen Eisenbahn, später auch sonst
Eingang und hat so den Namen des verrückten Erfinders auf die
Gegenwart gebracht.
Triebwerk kompliziert ; die Maximilianischen müssen wir
doch wol auf 2000 Kgr. anschlagen, es sind also zu de-
ren Bewegung 8 — 10 Mann nöthig, um sie selbst auf
guten Wegen jener Zeit dauernd vorwärts zu bringen.
Jedenfalls war des Pirnaor Bürgers Wagen mehr als 150
Kgr. schwer, so dafs es selbst bei gutem Wetter, hori-
zontalen, trocknen, gewöhnlich glatten Wegen nicht nur
schwer sein mufste, dafs ein selbst kräftiger Mann den
Apparat in Bewegung setzte, auch nur, dafs er ihn, wenn
er in Bewegung gesetzt war, dauernd ohne Ubermäfsige
Ermüdung in raschem Gange erhielt.
Wir sehen aber doch fort und fort Versuche, solche
Wagen zu konstruieren. Theils mag die Tradition von
der Möglichkeit, solche Wagen zu bauen, und von ehe-
mals vorhandenen, theils der in so vielen Menschen
steckende Erfindersinn dazu beigetragen haben.
Nürnberg, das durch seinen »Witz», d. h. durch
seine Findigkeit, berühmt war, hat natürlich seinen Theil
dazu beigetragen. Wir haben im germanischen Museum
ein Manuskript von Berthold Holzschuhor vom Jahre
1558, worin er eine Anzahl mechanischer Erfindungen
in Zeichnung und Beschreibung niederlegte*), darunter
4) Auch er hielt dieselben geheim, wollte, dafs sie nach seinem
Tode der Familie nützen, aber geheim gehalten werden sollten. Er
sagt: „Verordne derhalb vnd will, das solchs puch auf absterben
mein niemandt dann meinem Eltisten Sohn, der meinen tod erleben
wirdt, Soll verschlosn oder vngeofnet der vormundt oder testamen-
tary vnd meniglichs eingeautwurt. Oder da er noch tzu dein, vnd
Achtzehen Jar nit erraicht hete, verpetzschiert vnd verwart durch
die vormundt Ime vorgetragen vnd behalten bifs er Achtzehen Jar
volkomen erraicht Ime alsdan one vertzug tzugestelt werden, der-
selbig mein Eltister Sohn soll sich dessen für sich vnd seine ge-
schwistrigit alls alle meine Liebe kinder von meinem leib geborn,
volgender gestalt gebrauchn. Nenilich soll er difs puch bey
seinem Aid niemandt eroffen, Lesen lassen noch aini-
che Copy oder abschrift daruon geben in kein weifs
noch weg, sonder sich solcher kunsterfindung vnd werck für
Cristenliche Potentaten alls Kaiserliche maiestat, Kunig Fürsten
vnd herrn gebrauchen, doch souil Imer muglich furkumen, das es
keinem vncristen noch denen so mit den vncristeu in verpundtnus
sein oifenwart werde, vmb tzuuerkomen, das es mit der tzeit nit
wider die Cristenheit gebraucht werden möge, gebrauchen mit pil-
ligem vnd ansehenlichem nutz vnd geniefs. Solchen nutz soll er Jer-
lich vnd alle Jar tzum neuen Jar bey seinem aid vnnd gewissen In
souil thail abthailn souil Jedesmals meiner kinder sein vnd seiner
geschwistrigit in leben sindt, oder da eins oder mer abganngen weren
vnd kinder verlassen betten, solche kinder solin für ein Person alls
vater oder muter gerechent werden, vnd noch tzwen tail darüber
solin abgetaut werden, also tzuuerstehn. So meiner kinder drey
In Leben , so solin FunfF thail gemacht werden , von solchen Fünf
thailn soll ein thail tzuuorderst vmb gottes willen armen Leutten
geraicht vnd geben werden. Alsdann solln tzwen thail Ime meinem
eltisten Sun, alls dem der die muh vnd vleys darauf wendt, belei-
ben, vnd dann einem Jeden meiner kinder seinen geschwistrigiten
73
Anzeisrer t'Qr Kunde der deutscheu VorzeU.
74
auch einen durch die Triebkraft von im Innern dessel-
ben stehenden Menschen bewegten Wagen, den er »Ge-
netto «^) nannte. Wir geben ihn auf Tafel I in einem Drittel
der Originalgröfse wieder. Er läfst ihn durch acht Männer
bewogen, deren Arbeit wesentlich eine Kurbelbewegung
ist, durch welche mittelst verschiedener Uebersetzungen
die Räder getrieben werden. Ein neunter gibt dem Wa-
gen die Richtung. Sehen wir von verschiedenen Zeicheu-
fchlern ab, so müssen wir doch den ^Vagen bei der
Glröfse auch auf 2000 Kgr. schätzen, die Besetzung von
8 Insafsen und 9 Bewegenden auf 1200 Kgr., so kann
auch dieser Wagen sich nur auf sehr guter, horizontaler,
trockener Strafse bewegen, müfste aber bei schlechtem
Wetter auf einer Strafse des 16. Jahrh. sehr bald stecken
bleiben. Wenn also der Erfinder auch sehr viel Werth
darauf legt, dafs ein ähnlicher, aber viel schwererer, von
Fig. 8.
massiven Bloekwänden umgebener Wagen, den er Basilisk
nennt, für Kriegszwecke gebaut, mit Artillerie besetzt
oder derselben kind ein thail volgen vnd werden." Zum Schlüsse
noch empfiehlt er die Werke geheim und als Künste zu halten und
nicht gemein werden zu lassen.
5) Er sagt: „Zum vierten Ein Kunstlich geschwindt tzuuor vner-
hort werckh, welchs von mir Ein Genet genent wirdt. Darumb das
es hurttich behenndt, vnnd nit zuerlauffen ist. Darauff postiert wer-
den mag In schneller Eyl ohne Roß noch anndere Tiehr, mit vnge-
uerlich acht personen, So In tag vnd nacht, oder In vierundtzwainzig
stundten vff Ebnem Lanudt vngeuerlich vierzig meil wegs postiern
mugen, vnd noch acht personen oder mer vnuerhindert mit sich furn
können. Es soll auch kein gewalltiger Herr ohne ein solchs werck
nit sein. Damit er Im Fall er sich vherfalß, verkundtschaftung ge-
fenncknus oder annders besorgt, In schneller Eyl von Leutteu ko-
men kan, mit dem Leyb vnd zimlichem gut, dann es ein zwaiuzig
Jn dreyssig Cenndtner schwer ertragen mag."
und mitten in (mu feindliches Heer getrieben werden
könnte, so dürfen wir uns nicht wundern, dafs die Kriegs-
geschichte von den Wundern dieses Basilisken nichts zu
berichten hat.
Wenn die Luft, insbesondere bewegte Luft, den grö-
fseren Wagen Widerstand entgegensetzte, so verwendeten
die Holländer diese als Triebkraft, indem sie den Wagen
Masten und Segel aufsetzten und sie Schiffen gleich über
ihre ebenen Strafsen fahren liefsen. Dem Bilde, welches
wir im Jahre 1866 gegeben, lassen wir hier noch ein
anderes folgen, welches uns diese Wagen wohl natur-
richtiger gibt, und wohl erklärt, dafs bei kräftigem, gleich-
mäfsigem AVinde der Wagen eine gewisse Geschwindig-
keit annehmen mufste, da je gröfser die dem Winde ge-
botene Oberfläche war, um so gröfser die Triebkraft wer-
den mufste. Freilich war der Wagen ganz abhängig vom
Winde und deshalb auch der praktische Nutzen kaum
grofs. Unsere Figur 8 gibt in Originalgröfse eine Ab-
bildung wieder, die auf dem oberen Rande der 1608 von
Wilhelm Jaufzoou herausgegebenen und von Josua van
den Ende gestochenen Karte von Holland sich befindet.
Ebenso wie Wagen baute man in Holland auch Schlit-
ten mit Segeln, d. h. man setzte ganze Bote im Winter
auf Schlittenkufen, um sie über die spiegelglatte Eisfläche
dahin vom Winde treiben zu lassen , der sie denselben
Weg führen mufste, als wenn das Wasser offen wäre.
Ein Stich aus der Mitte des 17. Jahrh. von Reinier Nooms,
gen. Zeemann, aus einer Serie von Schiffen und An-
sichten aus Amsterdam zeigt in der Mitte einen solchen
Schlitten. ^) Wir gehen den Stich in Originalgröfse auf
der beiliegenden Tafel H. wieder.
Bekannt genug ist der Wagen, welchen Hans Hautscb
zu Nürnbei-g im Jahre 1649 baute. Nach einem gleich-
zeitigen Stiche geben wir ihn hier, auf die Hälfte ver-
kleinert, wieder (Fig. 9). Der Stich steht am Kopfe eines
Flugblattes das folgende Inschrift trägt : ,
»Eygentlicher Abrifs, mit aller Zier defs Triumphwa-
gens, welcher zu Nürmberg im 1649. Jahr ist gemacht
worden von einem Meister defs Zirekelschmids-Handwercks
Namens Hans Hautsch, seines alters 54. Jahr welcher also
frey gehet, wie er da vor Augen steht, vnd bedarff keiner
Vorspannung wie ein ander AYagen, weder von Pferden,
Ochsen oder anders, sondern wann man sich darauff setzt,
vnd nimmt den Stab mit dem Wurmskopff in die Hand.
so kan man den Wagen hin lencken wo man wil, auff die
recht oder linck Seit, hindersich oder fürsieh, Berg oder
Thal, wie er dann vnterschiedlich mal zu Nürmberg die
Vestung hinauff vnd wider herab gefahren, auch zum
Thiergärtner Thor hinaufs vmb die Vestung herumb, vnd
6) Verscheyde Schepen en Gesichten van Amstelredam. Naert
leven afgetekent en opt Cooper gebracht door Reinier Nooms, alyas
Zeemann, Deerde Del Nr. 8 : De Block-huysen. Bartsch, 94.
75
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit
76
zum Lauffer Thor wider, herein, vnd geht solcher Wagen
in einer Stund ^tausend Schritt, mann kan still halten
vnd fort fahren wann man wil, vnd ist doch alles von
Vhrwerck gemacht, der Wagen ist so grofs als ein Land-
kutschen, wie Kauffleut auff die Mefs fahren, vnd kan der
Meerdrach Wasser spritzen, die Augen verwenden, die
Posaun aufdieben, vnd blasen, der Meerdrach kan Wasser,
Bier, Wein^ Meht alles trincken, aber den Meht trinkt er
am liebsten, vnd kan aufs der Zung geben allerley wol-
rieehende Wasser, als Rosen- Zimmet- Eneswasser was
macht und die Fahrt den steilen Berg hinauf und herab
nur fingiert, wie ja heute noch die Plakate, welche uns
zu Sehenswürdigkeiten einladen, vor allem unsere Neu-
gierde steigern, nicht uns geschichtliche Wahrheit kund
machen sollen. Indessen wollen wir, da auch Doppel-
mayr und andere an die Fahrt glaubten, dem erfindungs-
reichen Zirkelschmied nicht zu nahe treten und an seine
festen und starken Federn glauben.
Die Angabe Hautsch's, dafs ein Uhrwerk den Wagen
treibe, fand allerdings damals schon Zweifel. Georg
Fig. 9.
man haben wil, vnd ist solcher Wagen in der Ledergassen
in defs obgenandten Meisters Haufs zusehen. <f
Ohne Zweifel war das Flugblatt bestimmt, ausgetheilt
oder augeschlagen zu werden, wenn Hautsch sich mit
seinem Werke produzierte. Sowohl die Beschreibung, als
Abbildung lassen erkennen, dafs hier nicht blos keine
Zugkraft, dafs auch angeblich keine menschliche Triebkraft
im Innern wirkte, sondern ein im Innern befindliches
mechanisches Werk, einem Uhrwerk ähnlich, das ohne
Zweifel durch Federkraft getrieben wurde. Wenn es
übrigens wahr ist, dafs der Wagen die steile Strecke zur
Nürnberger Burg hinaufgefahren ist, so mufs eine be-
trächtliche Federkraft thätig gewesen sein. Vielleicht
hat er seine Fahrten aber auch nur auf ebenem Wege ge-
Philipp Harsdörffer erzählt iu seinen mathematischen Er-
quickstunden (Nbg. 1651), dafs er dem Meister sofort er-
klärt habe, es müsse ein Knabe im Innern stecken, der
eine Kurbel treibe, und gibt sogar eine Abbildung eines
Getriebes, wie er sich dasselbe dachte.
Der Jesuit Caspar Schott, Mathematikprofessor in
Würzburg, erwähnt in seiner Magia universalis naturae
et Artis (Würzburg, 1658) ebenfalls den Hautsch'schen
Wagen und fügt bei, dafs Bürgermeister Schaupp in Würz-
burg ihm von einem ähnlichen Wagen erzählt habe, den
ein Meister aus Bingen konstruiert habe und auf welchem
er selbst zugleich mit vier Frankfurter Bürgern in l'/a
Stunden von Frankfurt nach Höchst und wieder zurück-
gefahren sei. und welchen dieser Erfinder nur mit einer
77
Auzeiger für Kuude der deutscheu Vorzeit.
Hand getrieben habe. Weniger Erfolg tVeiiicii hatte ein
anderer Erfinder, ein belgischer Maler zu Rom, der einst
den P. Schott, sowie den bekannten P. Kircher einlud,
um ein ohne Pferde zu treibendes hölzernes Kastoll zu
zeigen, das er erfunden habe, welches 100 Mann fassen und
mit Artillerie besetzt werden könne. Er zeigte auch sei-
nen Kasten, konnte ihn aber leer auf ebenstem Boden mit
gröfster Anstrengung kaum einige Schritte bewegen, so
dafs ihn die beiden Patres auslachten, was ihn aber nicht
abhielt, nach Malta zu reisen und seine Erfindung den
Rittern gegen die Türken anzubieten.
Bescheidener war in seinen Ansprüchen Stephan Farf-
1er, der, ohne Püfse geboren, sich ein Beförderungsmittel
konstruierte, einen kleinen dreiräderigen, später einen vier-
räderigen Wagen, den er, im Innern sitzend, mittelst einer
Kurbel trieb. Wir geben in Fig. 10 die Abbildung Doppel-
mayrs wieder. Der Wagen selbst existiert noch und wird
auf der Nürnberger Stadtbibliothek gezeigt.') Obwohl sehr
einfach in seiner Mechanik und in der Benützung geringe
Schwierigkeiten bietend, da er leicht ist und keine grofse
Lasten tragen sollte, hat er doch seiner Zeit viel Auf-
sehen gemacht und ist in einer grofsen Zahl von Ab-
bildungen verbreitet worden.
In Paris bewegte sich, nach Mittheilung von Ozanam
im Jahre 1693, eine Kutsche durch die Strafsen, welche,
statt von Pferden gezogen, voii einem Diener getrieben
wurde, der auf dem Trittbrette des Wagens stand und,
mit dem rechten und linken Fufse schrittweise tretend.
2 Wagscheite in Bewegung setzte, die, ähnlich wie die
Bewegung bei dem uns allen noch bekannten Spinnrade
7) Nach ganz ähnlichem Prinzip hat sich vor einigen Jahren
Für.st Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen, dem ein Fufsleiden
freie Bewegung raubte, einen Sessel bauen lassen, der sich, durch
Kuibelhewegung des darin Sitzenden getrieben, leicht und schnell
auf dem glatten Salonboden bewegt.
2 Räder bewegten, die au der Achse der grofsen hinteren
Kutschenräder angebracht waren und somit diese trieben.
Wir geben in Fig. 11 ein(; Abbildung des Wagens selbst
und der Mechanik, die sich in Ozanam's Recreations malhe-
matiques et physiques, II. Bd.. Taft 61 befindet, wo auch
a,uf Seite 398 und 399 der Wagen nach den Angaben
des Arztes Richard von La Rochelle beschrieben ist.")
Da der Diener, welcher den Wagen trieb, den der darin
sitzende Herr lenkte, durch das Gewicht seines Körpers
Fig. 11.
auf die Was'scheite drückte und ledis'lich eine gehende
Bewegung zu machen hatte, sich aufserdem mit den
Händen anhalten konnte, so ist es klar, dafs er längere
Zeit die Kutsche in Bewegung halten konnte. Indessen
ma£ "-
er auf schlechtem Pflaster doch müde genug ge-
worden sein.
8) In der Ausgabe von 1725. Doppelmayr citiert eine Ausgabe
von 1698.
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
80
Der Verfasser der Recre'ations gibt übrigens auf
Taf. 48 in Fig. 142 noch eine andere Art der Bewegung
der Hinterräder eines Wagens durch eine Kurbel, deren
Abbildung wir in Fig. [2 ebenfalls folgen lassen. Er
beschäftigt sich aufserdem mit dem Problem, gesunkene
Schiffe zu heben, sowie Schiffe durch das zu Thal fliefsen-
Fig. 12.
de Wasser zu Berg zu treiben (S. 394 ff'.). Ersteres
geschieht durcli 2 Schiffe, deren eines leer, das andere
schwer belastet ist, mit denen er das gesunkene verbindet,
worauf er die Last wechselnd je aus dem vollen ins leere
Schiff ladet, stets die Taue entsprechend anziehend und
so durch jede Entleerung eines Schiffes das gesunkene etwas
hebend. Das zweite Problem löst er durch ein oben belind-
liches feststehendes Wasserrad, welches ein Tau aufrollt,
durch dessen stete Verkürzung das Schiff zu Berg ge-
zogen wird, bis es beim Wasserrade angekommen ist.
Zum Schlüsse geben wir noch auf der beiliegenden
dritten Tafel ein Schwarzkunstblatt von Gabriel Boden-
ehr wieder, welches zeigt, dafs der Gedanke des Ber-
thold Holzschuher auch noch im 18. Jahrb. die Leute be-
schäftigte. Freilich hat der Erfinder hier nur mit Ideen,
nicht mit wirkenden Kräften und zu überwindenden Wider-
ständen konstruiert; denn auch er will nicht nur mit
einer spielenden Kurbelbewegung die grofse Last treiben,
also durch die Maschine selb.'^t Kraft und Geschwindigkeit
zugleich mehren, sondern auch mit einem wenig straffen
Leitseile die horizontale Scheibe bewegen, welche der
Bewegung des Wagens die Richtung geben soll. Wie
das Kostüm zeigt, gehört der Stich der letzten Zeit
Bodenehr's, also etwa dem Jahre 1760 an und wir sind
damit, ohne freilich auf Vollständigkeit Anspruch machen
zu können, der Draisine und dem Velocipede unserer Zeit
nahe gekommen, das in seinen letzten Verbesserungen die
Reibung sehr vermindert, das Beharrungsvermügeu aber
ausgiebig zur Geltung kommen läfst und somiL dem Sport
eine willkommene Gelegenheit zur Bethätigung gewährt.
Dafs es praktische Bedeutung erhalten wird, dafs Lasten
damit transportiert werden , dafs weite Reisen bequemer
als mittelst der Eisenbahn gemacht werden, dafs wir
eine Völocipedckavallerie im Kriege in Aktivität sehen
werden, bezweifeln wir trotzdem noch immer.
Nürnberg. A. Essouwoin.
Johannes Kienkok.
Ueber das Leben dieses merkwürdigen Mannes, wel-
chem kürzlich 0. Stobbe in der Allg. deutschen Biogr.
XVI, 161 einen kurzen Artikel gewidmet hat, sind in die-
sen Blättern, wiederholt Mittheilungen gemacht (s. Anz.
XX, 288). Noch ist seine Biographie nicht so genügend
aufgeklärt, dafs nicht ein Dokument willkommen sein
sollte, welches ihn uns 1370 in seiner Thätigkeit als Ketzer-
richter in der Olmützer Diücese zeigt. Es findet sich in
einem aus Böhmen stammenden Formelbuch, welches
übrigens nicht von erheblichem Werth und sehr nach-
lässig geschrieben ist, Cod. Berol. Lat. in folio 208, f.
230 V., und lautet:
In nomine Domini amen. Anno ualivitatis ejusdem
M" ccc" Ixx" Ind. viij» , die quarta mensis Julii, hora ter-
ciarum, in conventu fratrum heremitarum sancti Augustini
in preurbio Brunnensi constitutus, in mei publici notarii
presencia et testium subscriptorum (vel infra scriptorum)
Venerabilis et religiosus frater Johannes Clemkoch (sie),
Sacre pagine professor ordinis prelibati, Inquisitor heretice
pravitatis et Judex supra usurarum contractibus per dyoc.
Olom. per Reverendum patrem ac dominum Johaunem
episcopum Olom. posiLus, auctoritate ejusdem domini epi-
scopi in predictis, inquisicione heretice pravitatis et usu-
rarum contractuum judicio, quandam substitucionem fecit,
cujus tenor sequitur in hec verba :
Nos frater Johannes Clemkoch, sacre pagine professor,
Inquisitor heretice pravitatis et Judex super usurarum
contractibus per dyoc. Olom. in predictis ofliciis substitui-
mus in Olom. civitate et partibus Olom. ubi residere vel
transLre contigerit eos, honorabiles dorainos Vitum Hin-
konem de Betovia et Jacobum A. canonicos Olom. cou-
junctim vel divisim, ad citandum, inquirendum, judican-
dum , senteuciaudum , puuieudum , seculari curie traden-
dum, quibus (sie) eis visum fuei'it in predictis duobus
casibus, infra hinc et proximum festum ualivitatis Vir-
ginis gloriose, declarantes quod nullaui prediutam dyoc.
citra (sie) in premissis talem (?) auctoritatem preter pre-
dictos nostros Substitutes, nee in futurum cuiquam (?)
credi dobeat, quod habeat talem auctoritatem, nisi super
hoc predicti Reverendi patris .... (Schlufs).
Berlin. W. Wattonbach.
Bischof Thietniar s Grahstein im Dome zu Merseburg.
lUslior galt der Grabstein des so wichtigen Bischofs
Thietniar von Merseburg für seit 1760 in der Erde ver-
borgen.* Die Inschriften des Steines, in der handschrift-
lichen Chronik des im 17. Jahrhundert lebenden Rektors
Moebius und in Vulpius, Mogalurgia (Martisb., 1700) auf-
behalten, lauteten an den Schmalseiten :
81
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
Reverendus Dominus (Dno) bei Vulpius) S. Uitmarus
Episcopus. Gratia Dei suni quod sum ;
an den Langseiten :
Quid sapiant faciant doceant qui recta sequuntur
Corde manu lingua Ditmari gesta loquuntur.
Moebius berichtet ohne (Juellenangabe weiter, dafs
die Gebeine des Verewigten (nebst denen seiner Vorgän-
ger) mit dem Steine durch seinen Nachfolger, Bischof
Bruno, aus dem Chor, wo er zuerst bestattet gewesen sei,
in die Bisehofsliapello (den nördlichen Kreuzflügel des
Doms) translociert seien, und dafs das ursprünglich et-
was erhöhte Grab bei Renovationen in der Domkirche
1664 der Erde gleich gemacht worden sei. Weiter mel-
det dann Just (Kammerrath, i 1776) bei Ludewig, Rell.
Mss. T. IV. : j)Ditmar's Grab ist in der Bischofs-Capelle,
an der Mauer gegen Morgen, und der Stein oder Sarg
aus einem halbrund ausgehöhlten Sandsteine, welcher
auf der Erde oder einem andern plätten Steine, aufgele-
gen, und den Körper iu sich gefafst, mit abgetretener
luscription anno 1729 von dem Hofverwalter Gasten ge-
funden, tiefer versenkt, und der Frau Geheimen Räthin
von Zech Grab darauf gemauert woi'den.«
;)Als anno 1760 der Herr Geh. Rath und Dom-Propst
Ludwig Adolph Freyherr von Zech am 8. Mai in eben
dieses Grab gelegt worden, und man Ditmari Leiohenstein
ausgehoben, so habe selbigen genau besehen und befun-
den, dafs es ein weifser Sandstein über V^ Elle dick, in-
wendig etwas ausgehöhlt, an den Seiten als ein Piedestal
mit einigen Erhöhungen versehen, welcher also ehedem
über V* Elle über den Boden hervorgeragt. Die Ober-
fläche ist ganz eben und die Randschrift sehr ausgetre-
ten, auch einige Buchstaben mit schwarzer Farbe wieder
aufgetragen. Was davon herausbringen können, besteht
in Folgendem :
CORDE MANV L
STA LOQVVNTVR
rt
-<
S
mit schwarzer Farbe.
eingehauen.
2
5'
<n
a
a
«
eingehauen.
eingehauen.
QVID FACIANT SAP
SEQVVNTVR
» — Die Schrift ist Römisch, aufser dem E und D,
so Mönchsschrift. «
Lepsius, kleine Schriften, II, 292, und Schmekel, hist.-
topogr. Beschr. des Hochstifts Merseburg, p. 77, Anm.,
nahmen — bisher unwiderlegt — an, dafs der Stein 1760
tiefer in die Erde gekommen sei.
Das. ist aber nicht zutreffend. Der Stein liegt noch,
bezw. wieder, an alter Stelle. Dafs er bislang übersehen
wurde, ist begreiflich, da er vielen argen Unbilden aus-
gesetzt gewesen und daher kaum zu erkennen ist. Bei
einer kürzlich vorgenommenen Ausmessung der Bischofs-
kapelle verrieth er sich durch den Rest seiner Majuskeln,
und eine genaue Untersuchung gab folgendos, von dem
Ueberlieferten in etwas abweichendes Resultat:
0,085
1
0,85
1,60 1,70 1.8
1 1
2,0
1
ÜORDa •
'IANV-LIN8V •
( Ct im
Farbe
Parte
CO
1
1^
.
eingehauen
â– Uli
â– lllllil
ÖC
S(
J
I
0,65 0,38
Das Denkmal besteht aus einem oblongen, wenig
widerstandsfähigen, überaus bröckligen, weifsgrauen
Sandstein von 2,06 Meter Länge und 0,76 Meter Breite.
Von einem Relief auf seiner Oberfläche ist nichts mehr
zu erkennen, jedoch ist letztere keineswegs ganz glatt,
vielmehr will es erscheinen, als habe sie das Bild einer
menschlichen und dann zweifelsohne einer Bischofsflgur
im Ornat getragen, deren frühes Verschwinden bei der
Unsolidität des Materials leicht erklärlich ist. Die Rän-
der des Steins sind durch einfache gerade Linien vom
Mittelfelde getrennt und 0,083 Met. breit. Auf ihnen er-
scheinen die Ueberreste der Umschrift in 0,043 Met. hohen
Majuskeln von meist römischem Ductus. Was auf der
oberen Schmal- und der rechten Langseite von Strich
und Schrift erhalten ist, ist mit schwarzer Farbe aufge-
tragen, deren Erhaltung der sonst so beklagenswerthen
Porosität des Materials zu danken ist. Auf der unteren
Schmalseite ist gar nichts, auf der linken Langseite nur
ein geringer Rest der Buchstaben in eingemeifselten
Zügen erhalten. Ein Steinmetz von 1728 hat nicht um-
hin gekonnt, sich in der Mitte des Steines zu verewigen.
Eine in Buchstaben und Mafsen getreue Nachbildung
des noch Vorhandenen erweist, dafs Just's Wiedergabe
nicht ohne Irrthümer ist, und macht auch die Moebius'-
sche Ueberlieferung iu einem Punkte unwahrscheinlich.
Der seltsame Titel nach Möbius und Vulpius kann
in extenso keinesfalls obenan gestanden haben, weil der-
Raum dafür ein viel zu beschränkter ist ; ob in gedräng-
tester Abbreviatur, bleibt, wenn Just noch richtig MAR
gelesen hat, immer noch mindestens zweifelhaft. Ist von
83
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
84
uns richtig R gelesen — das darauf folgende S ist sicher
— so ist an dieser Stelle der Name Thietmar's nicht zu
gewinnen, sondern liegt es näher, an eine Abkürzung
von Marsburgeusis zu denken, so dafs etwa Thietmarus
(oder Ditmarus, falls letzteres nicht die hineingetragene
Orthographie des Berichterstatters ist, worüber sich gar
nichts mehr entscheiden läfst) eps Marsburgeusis oder
Marsburgeusis eps zu lesen wäre. Ein S. Ditmarus will
doch trotz Lepsius a. a. 0. gar zu anstöfsig erscheinen.
Wider die Ueberlieferung der sich reimenden Hexameter
läfst sich nach dem Befund nichts einwenden.
Die Buchstaben der Inschrift tragen alle, die aufge-
malten wie die eingemeifselten, denselben Charakter, ein
Beweis, wie bald das uns schätzenswerthe Denkmal Mifs-
bilden erfühl-. — Allerdings kann der Form einzelner
Buchstaben nach, besonders nach dem geschlossenen ö,
die Inschrift unmöglich unmittelbar nach Thietmar's Tod
aufgesetzt sein. Ist einer Yermuthung chronologischer
Analogie, ohne freiUch Positives zu ergeben, Raum ge-
geben, so dürfte die Inschrift aus der Entstehungszeit
der beiden grofsen Domglocken, der Glinsa und des ersten
Gusses der unter Bischof Heinrich von Ammendorf (1282—
1300), dessen Siegel vier mal darauf wiederkehrt, neu
gegossenen Benedicta stammen. Mit der Glinsa gehört
die letztere zusammen : der alte Spruch, welchen die
neue Benedicta ^vieder erhalten, reimt auf den der Glinsa.
Beide lauten :
Sit dum Glinsa sonat, turbo procul hostis et ignis.
Dum Benedicta sonat, sit in bis benedictio siguis. (sc. AQ)
Neben dieser Art Reimliebhaberei spricht für die ungefähre
Gleichzeitigkeit, dafs, wenn auch nicht in den gleichen
Typen wie am Thietmar'schen Stein, doch sonst verein-
zelt gothische in die römischen Majuskeln der Glinsa sich
einmischen. —
Hoffentlich bedeutet die bevorstehende Restauration
des Domes nicht den gänzlichen Ruin für das Denkmal
des Mannes, der zu noch mehr als diesem Dombau den
Grund gelegt hat : zu dem Aufbau eines guten Stückes
deutscher Geschichte.
Blüsien bei Merseburg. Dr. Burkhardt.
Das Winde^iirtel.
Eine Art des Gottesurtheils, das Windesurtel, hat
man bisher nicht gekannt. Ich theile daher mit', dafs
die Räthe zu Merseburg im Jahre 1439 eine Sache ent-
schieden haben «mit eyme wassir addir (oder) windes
orteile.« Wie wurde das letztere wol vollstreckt? In einem
im Archiv des Magistrats zu Merseburg aufbewahrten
Codex (I, 324) ist dieser Rechtsfall (»umme missehand-
lunge«) mitgetheilt.
Dresden. Theodor Distel.
Verzeichniss der Geschütze der Stadt Münden.
1461, November 1.
Auf einem losen Blatte (jetzt fol. 66) des Stadtbuches
von Münden a. d. Weser, saec. XIY— XVI, welches der'
historische Verein für Niedorsachsen besitzt, steht das
folgende Inventar der städtischen Feuerwaffen. Leider
ist ein Stück vom Rande des Blattes abgerissen, so dafs
der Text Lücken aufweist.
Diit nagesereven (diese nae.li'jeschriebenen) sint de
büssen (Büchsen) der stad Munden up dusse tüd (diese
Zeil) anno domini M" GGGGLX primo omnium sanctorum.
In primo eyne grote steynbussen mit deme bescre-
venen namen scilicet Bitte ...
Item eynen fogeler*), den de koypgilden (Kaufmanns-
gilden) betalt hebben vor XII mark . . ., dusser stad ge-
geven up dusse sulven (selben) tüd.
Item eynen vogeler in der sulven grotede (Gröfse)
als der koiplude (Kaufleuie) busse.
Item eynen vogeler.-
Item II vogeler von glikeme (gleiche) steyne.
Item XV Kamerbussen, liggen in den bohverken,
jowelk (jegliche) busse von dren (drei) kameren.
Item XXI kamerbussen iseren, jowelk busse med dren
kam(ereu).
Item eyne grote tarraszbussen von eyneme lode ^).
â– hefft ein blyge (Blei) IIIj (8^2) punt unde . . .
Item II tarraszbussen, sin (sind) glike grot van
Idyden (Kugeln) der heflt (deren hat) eyn an blige . . .
Item XLIII hakelbussen von Solinge gekofft, scheyten
(schiefsen) gelike Idyde, da (rvan?) gen V(up=') eyn punt.
Item XVI hakelbussen von eynem löyde unde wor-
den gekofft von mester Mathiase to Northern unde sin
de argesten mangk (unter) den hakelbussen, wol dat se
de grotesten loyde scheyten, unde der gan vere up eyn
punt.
Item XXXI handbussen hefft ok Cord Solinge von
Northusen gemaket unde scheytet eyn lode, der (deren)
X up eyn punt gan.
Item X handtbussen, der sin twe ysern, unde sin un-
gelik von Idyden, unde dusser handbussen gaff Cord
Meyger seliger eyne pro testamento unde helft I haken.
Item eyne pussen, de schilt IUI Idde.
Item*) XX hakelbussen von Corde Solinge , sin von
eyneme loyde, gekofft anno LXVI.
Hannover. l^r. R. Döbner.
1) Name einer Kanone im 15. Jalirh. Schmeller-Fr. I, 835.
die Voglerin.
2) Bleikugel.
3) up fehlt in der Vorlage.
4) Nachtrag.
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
86
Königliches Leiclieiibcgängiiiss.
Abbildung' von 1408 zur Geschichte von der schünen Melusine.
Die grofse steinerne Tumba hat die Reste des von Geremoniale vor sich. Ein Kardinal (der rothen Kleidung
den Türken verbrannten Königs der Böhmen aus der nach zu schliefsen, nur die Gugel ist weifs) befindet sich
Melusinenerzählung aufgenommen. Im Beisein der leid- unter der Assistenz. Der Weihwedel und insbesondere
!nnnf[F[nrTF=ö
tragenden Angehörigen, unter denen Melusineus einäugi-
ger Sohn Reinhart kenntlich, -nehmen 3 Bischöfe die
Einsegnung der Grabstätte vor; während ein Mönch (?)
Gebete liest, hat der eine der Bischöfe das aufgeschlagene
das Rauchfafs haben für das 13. Jahrhundert einfache
Gestalt. Interessant ist die mit Kerzen besetzte Bank
neben der Tumba.
Nürnberg.
A. Essenwein.
Die Sage von der Schflur messe.
In Haslach (in Mittelsteiermark) und dessen Um-
gebung weifs sich das Volk viel von der, meines Wissens
sonst nirgends bekannten, sogenannten Schwur-
messe zu erzählen, und ich erfuhr über dieselbe Folgendes :
Wollte man von einem Verstorbenen wissen, ob der-
Sage um 12 Uhr Nachts eine Messe — die Schwurmesse
— lesen , welche von einem Priester gelesen werden
mufste, der durch ganz besondere Frömmigkeit und über-
haupt durch die besten Eigenschaften ausgezeichnet war ;
weshalb man nur schwer für eine solche Messe einen
selbe selig oder verdammt sei, so liefs man nach der Geistlichen fand, und zudem ein solcher nur ungerne die
87
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
88
Abhaltung derselben übernahm. AVar nun für die Schwur-
messe Zeit und Ort bestimmt, so vorsammelten sich die
allernächsten Verwandten des Verstorbenen vor 12 Uhr
Nachts in der betreffenden Kirche, und die Messe, bei
welcher der Schulmeister ministrieren mufste, begann
Schlag 12 Uhr. Zum Offertorium (oder Evangelium, ist
dem Erzähler nicht mehr erinnerlich) erschien dann der
Verstorbene, je nach seinem ürtheile, entweder in Be-
gleitung der Engel, oder an glühenden Ketten von Teu-
feln geführt. Im letzteren Falle entsetzte sich alles, so-
gar die Hostie färbte sich dunkel, und bei einem Theile
der Messe, (bei welchem, ist dem Erzähler entfallen)
konnte man den Unglücklichen nach der Ursache seiner
Verdammung tragen, worauf er gezwungen war, Antwort
zu geben. In Wildon, behauptet die Sage, sollen einst bei
einer Schwurmesse unberufene Zuschauer hohe Leitern
an die Fenster gelehnt haben, um etwas davon zu sehen,
— stürzten aber, von dem Furchtbaren, das sich ihren
Blicken zeigte, fast wahnsinnig geworden, von der Leiter
herab und erholton sich erst, als die Sonne bereits am
Himmel stand.
Stockerau in Niederösterr. G. M. Blaas.
Aus einer T> olfciibüttler Haudschrift. ')
Est feodum leengud, est depactio dingud,
Sed pactus sit pacht, census tyns, redditus yngheld,
Unghelt angaria, post hec precaria bede,
Arra sit truweschat, sit tibi sponsalia bruthschat
Theolus (1) est tollen, exactio schot, vendicatio butynge,
Huldinge bomagium, circumvallare beieggen,
Orlege sit gwerra, sed feda lovede signat,
Proscriptus vredeloess, sit arrestare besetten,
Vendicare buten, sit expeditio hervard,
Emoloydum wedde emoloydareque wedden,
Diflidare entseggen, sed ghiseler dicitur obses,
Tutor vormunder, usufructus sit tibi lifftucht,
Cespitare suaven (snapen?), sed palmitare sit uppslan,
Almasium seu mercipotus wynkopp tibi signat,
Depactare vordingen, detalliare beschatten,
Redagium wagentollen, sit pedagium tibi voettoUeu,
Palmitare hulden, tibi sit inpetere anspreken,
Stekken cippare, beschatten depositare,
1) Nr. 525, Heimst, saec XV. — Vergl. Anzeiger 1875, Sp.
183—184; 1854, Sp. 29. Zeitschr. d. Gesellsch. f. d. Gesch. von
Schlesw. - Holst, u. Lauenb. IV, 395.
Repetere forderen, sit detaxare beschatten,
Uthnemer exemptor, dotalicium sit tibi liffgedingh,
Grisoga lantvrede, castri feodum borchlehen,
Vectigal foerloen, sed naulura sit tibi schiploen,
Ortigavum gardenloen, sit viagium tibi wechloen,
Greditor est lover, die communicare bewesen,
tessagium bedefart, sed continuum quoque buerschat,
Eucenium bodenbroed, civiloquium sit tibi bursprake,
Nundine iarmarcket, divorcium echtschedinge sit,
luiperare beden, die designare bescheden,
Tribunal richtestoel, consistorium quoque raethus,
Rex solium, doctor kathedram iudexque tribunal, .
Possidet ac sedem presul pretorque curalem.
Est ideo tantum dicas adeo quoque certe.
Wolfenbüttel. 0. von Heinemanu.
Pl
J
y
Zur Gescliichte des Pfiihlens.
Im vergangenen Sommer wurde
mir in Drosendorf ein daselbst in
einem Hause der Altstadt aufbe-
wahrtes, sehr spitziges, kegelförmiges,
stark verrostetes und 33 Cm. langes
Eisen gezeigt, bei welchem zwei flache,
von einem Eiseuringe umgebene Fort-
sätze gleichsam eine Art Tülle bilden.
Dabei ei'sah ich schon aus dem durch
die beiden genannten Theile gehenden
Nagel, sowie aus den ungefähr in der
Mitte des Eisens befindlichen Löchern,
dafs dasselbe einst an einer hölzernen
Stange befestigt gewesen sein mufs,
und man erzählte mir in Drosendorf,
von dem daselbst «Pflockir genannten
Eisen, dafs dasselbe bei der Erwei-
terung des dortigen Ortsfriedhofes
an einer Stelle, wo man früher die
Hingericliteten
beerdigte ,
im Grabe
der zuletzt hingerichteten Kindsmör-
derin, und zwar an dem Orte, wo
sich das Herz derselben befand , ge-
funden worden sei.
Stockerau in Niederösterreich.
G. M. Blaas.
Herausgeber: Dr. A. Essen wein. Dr. G. K. Fromm ann.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Essenwein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. K. Sebald in Nürnberg.
Mit einer Beilage.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KÜNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1883.
JW 3 & 4.
März k April.
CJironik des germanischen Museums.
Nürnberg, den 1. März 1883.
Seine Majestät König Ludwig II. von Bayern hat die Gnade
gehabt, nachdem der Termin abgelaufen war, für welchen Allerhöchst-
derselbe den jährlichen Beitrag von 1260 m. bewilligt hatte, den-
selben Beitrag auf weitere fünf Jahre, 1883 — 1887, allergnädigst
zuzusagen und. so unsere nationale Anstalt durch dies Zeichen fort-
gesetzten allergnädigsteu Interesses auf's neue zu tiefgefühltestem
Danke zu verbinden.
Der Reichstag des deutschen Reiches hat in allen drei Le-
sungen die von der Reichsregierung geforderte Summe zu Bauten,
welche auf Rechnung des deutschen Reiches unser Gebäude seinem
gänzlichen Ausbau näher führen sollen , bewilligt , so dafs hoffent-
lich bald die Arbeiten begonnen werden.
Zur Stiftung eines Fensters haben mehrere Mitglieder der
Familie v. Miuni gerode 300 m. zur Verfügung gestellt.
Der verstorbene Bildhauer Professor Afinger in Berlin hat
noch vor seinem Ableben angeordnet, dafs dessen Modell zur Arndt-
statue auf dem hohen Zoll in Bonn unserer Anstalt übergeben
werde, wo es eine Zierde der modernen Skulpturabtheilung sein
wird, an deren Durchführung wir freilich jetzt noch nicht denken
können.
Dagegen haben wir jetzt, einer Anregung des hiesigen Uhr-
machervereins folgend , uns bestrebt , das Material zur Geschichte
der Uhren um so sorgfältiger zu beachten, als dieser Verein selbst
seit einiger Zeit sich eifrig um diese Abtheilung unserer Anstalt
bemüht. Auf dessen Anregung und in Folge der Thätigkeit der
Herren Uhrmacher Seyfried und Hofuhrmacher Speckhardt
hat eine Anzahl hiesiger und auswärtiger Herren interessante Uhren
und Werke von solchen dem Museum zum Geschenke gemacht,
die in den letzten Monaten in unserem Geschenkeverzeichnisse auf-
geführt worden sind; einzelne Pierren haben auch dem hiesigen
Uhrmacherverein Geldgaben übersendet, um einzelne interessante
Stücke, die nicht geschenkweise zu haben sind, für das Museum zu
kaufen; so die Herren Du Bois et fils, Uhrenhandlung en gros,
in Frankfurt a. M. 20 m. ; Etzold & Popitz, Uhrenhandlung
en gros, in Leipzig 50 m. ; D. Fränkel & Comp, in Frankfurt a. M.
20 m.
Auf diese "Weise ist es in Verbindung mit einigen Ankäufen,
die wir selbst gemacht haben, in kurzer Zeit möglich geworden,
das bis dahin unbedeutende Material zu einer, wenn auch noch
nicht vollständigen, so doch jetzt schon hochinteressanten Geschichte
der Taschenuhren vom Ende des 16. bis zur Mitte des 19. Jahr-
hunderts auszubilden. Hoffentlich findet sich auch das noch Nö-
thige zur Ausfüllung der Lücken baldigst , ebenso wie es jedenfalls
auch bald möglich sein wird, das Material zur Geschichte der Stand-
imd Wanduhren zu vervollständigen.
Seit der Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden
folgende neue Jahresbeiträge angemeldet :
Von Staudesherreu : Bartenstein. Sc. Durchlaucht Fürst
Johannes zu Hohenlohe-Bartensteiu 17 m. 20 pf.
Von Privaten: Altdorf. Bär, Lehrer, in Grub, Im.; Bertram,
Rentbeamter, 2 m.; J. Böhm, Somiuarlehrer, (statt bisher 2 m.) 2 ni.
50 pf.; Bohrer, Privatier, 2m.; Dauscher, Schulverweser, Im.;
Daut, Lehrer, 1 m. ; Eugelbrecht, Konditor, 2 m. ; Fleischer, Ober-
förster, 2m.; Fleischmann, Schulgehilfe, in Oberferriedeu Im.;
Hafner, Bierbrauer, 2 m. ; Hauth, Amtsrichter, 2 m. ; Heydner, Ho-
pfenhändler, 2 m. ; Hofer, Notar, 2 m. ; Hofmann , Lehrer, in Burg-
thann 1 m. ; Heinrich Holz , Kaufmann ,2m.; Jubitz , Lehrer, in
Rasch, 1 m. ; Kern, Pfarrer, 2 m. : Meyer, Gutsbesitzer, in Rübleins-
hof 2m.; Murrer, Schulpraktikant, Im.; Dr. Neundeubel, prakt.
Arzt, 2m.; Pfeiffer, Schulverweser, in Penzenhofen Im.; Andr.
Reiff, Bierbrauer, 2 m.; Christ. Riediior, Bierbrauer, 2m.; C, C.
Riedner, Privatier, 2m.; Ruigel, Lehrer, in Pühlheim, Im.; lUip-
precht, Schreinermeister, 2 m.; Schramm, Lehrer, in Weifsenbruim
Im.; Stöhr, Schulverweser, in Burgthann 1 m. ; Stürhof, Lehrer, in
Penzenhofen Im.; Uebler, Thierarzt, 2m; Walter, Apotheker.
2 m. ; Weifs , Lehrer ,2m.; Zobel , Kaufmami, 2 m. Alzey. Lehr,
Realiehrer, (statt bisher 1 m.)
Möller, Postdirektor, 2m.;
Reufs, Kreisbaumeister, 2m. Berchtesgaden. August Kindl, Vor-
stand der Schnitzerschule, 2 m. Bremen. John C. Addix, Kaufmann,
5 m.; Jos. Jobs. Arn. Hachez. Kaufmann, 10m.; Herm. Hinrich
Meyners, Bankdirektor, 5 m. Calw. Staudenmayer , Professor, 2 m.
Chemnitz. Ernst Otto Irmer. Laudgerichtsrath, (statt bisher 1 m.
50 pf.) 2 m. , Edmund Junghans, Amtsrichter, 3 m. ; Dr. Kurt Klöp-
pel, Laudgerichtsrath, 2 m. ; Dr. Ludwig Koch, Rechtsanwalt, 3 m. ;
Franz Pabst IL, Kaufmann, 2m.; Bernh. Rudel, Kaufmann, 4m.;
Arthur Seyfert, Amtsgerichtsreferendar, 2 m.; Wilhelm Taubert,
Amtsrichter, und dessen "Gattin Luise, geb. Brafs, 3 m. Dörndorf.
A. Schneider, Pfarrer, (statt bisher 2 m. 50 pf ) 3 m. Dresden. Ar-
nold Beyer, Börsensensal, 5 m.: 0. Grofsmanu, Kaufmann, 5 m. ; Dr.
Hänel, Sekretär der kgl. öffentl. Bibliothek, 5 m. ; .Hausmann,
Reg.-Kath, 5 m. ; Jurack, Referendar, 5 ra ; C. F. Lauge, Prokurist,
5 m. ; W. Meiuhold , Verlagsbuchh., 5 m.; F. A. Rudolph, Rentier,
5m. Eisenach. Schmelzer, Oberst a. D., 3m. Erlangen. Theo-
phil Iselin, stud. theol. , 2 m. Fürth. Drolsbach, Landgerichtsrath,
2 m.; Gunzenhauser jun. 2m.; Georg HeTs, Schmiedmeister, 2m.:
Nicolaus Ruber, Schreiner, 2 m. ; Robert Käferleiu, Kaufmann, 2 m.;
Keller, k. Bezirkamtsassessor, 2 m. ; Gabriel Zeug, Magistratsdiener,
2 m. Immenstadt. F. Grün, Pfarrvikai-, 2 m. Kisslingen. Ducrue,
kgl. Realschulrektor, (statt bisher Im.) 2m. Meiningen. Traugott,
Laun, herzogl. Hoflieferant, 1 m. Nürnberg. Edm. Duisberg, Kauf-
mann, 5 m.; Robert Förster, Privatier, 20m.; Ganfs, Kaufmann,
3 m. ; Heb. Hübner, Privatier, 3 m. ; Klostermann und Eitel, Kauf-
leutc. 5 m. ; Emil Schuhmann, Kaufmann, 5 m. ; Frcifräulein S. von
Stromer 3 m. ; Karl Tröger, Kaufmann, 3 m. Oppeln. Feuerstock.
Rechtsanwalt, 3m. Paderborn. Karl von Bardeleben, Major im
131. Inf.-Reg., 15m. Roth a. S. Hanns Härlein, kgl. Post- und
Bahuexpeditor, 2 m. ; Fräulein Paula König, Lehrerin , 1 m. 50 pf
Schwabach. J. B. Kupfer, Akademiker, Im. 50 pf. Stuttgart. Otto
von Alberti, Assessor b. d. Archivdirektion, 2 m,; Dr. Karl Theod.
Baur, Bergrath. 2 m ; Berner , Baurath, 2 m. ; von Egle, kgl. Hof-
baumeister und Oberbaurath, 2 m. ; Julius Federer Konsul, (in Urma
Stahl und Federer) 2 m. ; Fiuckh , Landrichter, 2 m. ; Heinr. Harp-
precht, Hauptmann a. D., 2 m. ; Professor Dr. Hartmann, Vorstand
d. württ. Alterthumsvereins, 2 m. ; Rudolf Hauthal, Hanslehrer, 2 m. ;
Karl von Hoff', Postrath. 2m.; Karl Krämer, Architekt, 2m.;
Paul Kurtz, Buchhändler, (Firma H. Lindemann) 2 m.; Mänuer, Bau-
rath, 2 m. ; Karl Mayer , Privatier un J Eeichstagsabgeordneter, 2 m. ;
Ludwig INIayer. Professorats-Verweser, 2 m- ; Dr. Heinrich v. Merz,
91
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
92
Prälat , 2 m. ; Dr. Karl Müller , Schriftsteller , 3 m.; Dr. Karl von
Riecke, Steuerdirektor, 2 m.; Dr. phil. Otto Eommel 2 m.; Professor
Karl Schmidt, Historienmaler, 2m.; Ludwig von Schüz, Direktor
2 m.; Dr. med. Karl Stoll, Oherstihsarzt, 2 m.; Albert Stotz, Fa-
brikant, 2 m.; Fr. Stumpf, Oberünanzrath, 2 m.; Aug. Ziemann,
Privatier, 2m. Worms. Fr. Balfs, Kaufmann, 2m.; Dr. Becker,
Gymnasialdirektor, 2 m.; Franz Betz, Kaufmann, 3 m.; Dr. Bittel,
Notar, 2 m. ; Aloys Boiler jr., Kaufmann, 2 m. ; Adam Engel, Kauf-
mann, 2 m.; Hanesse. Major und Bezirkskommandeur, 2 m. ; Heitger,
Gymnasiallehrer, 2 m.; Hofheinz, Fabrikant, ö-m. ; F. Kathreiner,
Chemiker, 2 m. ; Dr. Kertell, Rechtsanwalt, 3 m ; Küchler, Bürger-
meister, (statt bisher 2 m.) 3 m. ; Max Levy, Banquicr, 2 m. ; Eugen
Lipp, Kaufmann, 2m.; Lochmann, Postdirektor, Im.; Dr. Marx,
Gymnasiallehrer, 2 m. ; Joh Hch. Mayer, Kaufmann, 2 m. ; Müller,
Pfarrer, 2 m. ; W. E. Nebel, Kaufmann, 3 m. ; Ernst Neidhart, Kauf-
mann, 2 m. ; Nett, Kaufmann, 2 m. ; Georg Reinhart, Fabrikant, 3 m.;
von Rettberg, Oberstlieutenant und Bat. -Kommandeur, 3m.; Nie.
Reufs, Pfarrer, 1 m. ; Karl Rischmann, Banquier, 2 m. ; Friedr. Risch-
mann, Banquier, 2 m ; Dr. Schneider, Direktor, 3m; J. C. Schön,
Fabrikant, 3 m. ; Graf von der Schulenburg-Wolfsburg, Hauptmann,
3m.; F. Schütz, Fabrikant, 3m.; Max Seidel, Chemiker, 2m.;
Leopold Sinsheimer, Fabrikant, 3m.; Dr. Stephan, Rechtsanwalt,
2 m. ; Julius Stern, Buchhändler, 1 m. ; Franz Valckenherg jr., Kauf-
mann, 2 m. ; Franz Valckenherg sen., Kaufmann, 3 m. ; W. J. Val-
ckenherg , Kaufmann, 3 m. ; Wiener , Pfarrer, 2 m. ; Winter , Major
z. D., 2 m. ; C. Zerhan, Kaufmann, 2 m. Zwickau. Brox , Premier-
lieutenant und Adjutant, 2 m. ; von Bünau, Hauptmann, 3 m. ; Otto-
kar Conrad, Kaufmann, 3 m. ; Ernst , Premierlieutenant ,2m.; von
Pape, Regierungsrath, 3 m.
Einmalige Beitrüge wurden folgende gespendet:
Von Privaten: Chemnitz. Otto Becker, Amtsrichter, 3m.;
Ernst Bucher, Privatmann, 2m.; Georg Cotta, Hutmacher, 2m,;
Friedrich Gockeritz , Schieferdeckermeister, 2 m ; Heinrich Jäger,
Wäschefabrik'ant, 2 m. ; Agnes Anna Kertzscher, Kaufmannswittwe,
3 m. ; Emil Lahl, Amtsrichter, 3 m. ; Wilhelm Plant, Rechtsanwalt,
3m.; Ernst Raabs, Schraiid, 2m.; Frl. Lina Raabs, 2m.; Unge-
nannter öOm. ; Albert Voigt, Fabrikdirektor, in Kappej 2m.;
Max Witter, Amtsgerichts- Referendar , Im Erlangen. Karl Lin-
der, stud. theol., 2m. Worms. Heim, Baurath, 2m.; Kieseherth,
Postsekretär, 2 m. ; Dr. Reuter, Fabrikant, 2 m. ; Weicker, Oberein-
nehmer, 2 m.
Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu :
I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Samm-
lungen.
(Nr. 8697-8711.)
Berlin, v. Gofsler, Kultusminister, Exe: Eine Partie neuer
Papier- und Lacksiegel. Pflegschaft; 17 Wappen der Stadt
Berlin, gezeichnet von Prof Ilildebrandt. — Bonn. Fr. August
Klingholz: Silberbeschlagenes Taschennotizbuch, 18. Jahrh. Ein
Holzschnitt des 16. Jahrh. — Chemnitz. Dr. med. Loheck: Drei
silberne religiöse Medaillen, 1 silberne Geburtstagsmedaille, 1 eiserne
Medaille des Fürsten Blücher. Tiroler Silher>:uiden, 1623. Type
vom Buchdruckerjubiläum 1840. A. Miram, Kaufmann: Eiserne
Medaille auf die Befreiungskriege — Herrenchiemsee. M. Bruno
Schmidt, Architekt: Gipsabgufs des romanischen Löwenkopfes
von der Kirche zu Frauenchicmsee. — Lehr. F. M Schubert,
Photograph: Photographiecn von zwei Grabsteinen in der Pfarr-
kirche zu Lohr. Lorch a. Rh. A. Keuchen: 2 römische Bronze-
münzen, 7 mittelalterliche und neuere Silbermünzen. — Lössnitz.
C. Weber, Fabrikant: Trützschler'scher Gerichtsinsiegelstock, 1728.
— Nürnberg. Hammer, qu. kgl. Bezirksgerichtsdirektor: Tiroler
Thaler, 1558. Löwenstein'scher Thaler, 1794. Silberne Pathenme-
daille, 18. Jahrh Seyfried, Uhrmacher: 1 Taschenuhr, 4 Uhr-
werke, 1 Schildkrotühergehäuse, 1 Zifferblatt. Speekhardt, Hof-
uhrmacher: 2 Taschenuhren, 3 Uhrwerke und 2 Zifferblätter, 18.
u. 19. Jahrh Messingene Weckeruhr, 19. Jahrh. 2 Uehergehäuse
von Taschenuhren, 18. — 19. Jahrh. Spieluhrwerk für ein Medaillon.
Glocken einer Repetieruhr und einer Schwarzwälder Uhr, 18. Jahr-
hundert. St Öhr, Uhrmacher: Damenspindeluhrwerk, circa 1800.
Uhrmacherverein: Ei von einer Cruciti.xuhr, 16. Jahrh. Durch-
brochenes Uhrgehäuse aus Messing, 17. Jahrh. Silberne Spindeluhr,
18. Jahrh.
II. Für die Bibliothek.
(Nr. 46,967—47,100.)
Aachen. Hugo Lorsch: Ders., Meister und Entstehungszeit
der grofsen Glocke von St. Peter zu Aachen. 1882. 8. Sonderahdr.
— Bächlingen. G. Bessert, Pfarrer: Ders., die historischen Ver-
eine vor dem Tribunal der Wissenschaft. 1883. 8. — Berlin. G.
Grote'sche Verlagsbuchhandlung: Oucken, allgemeine Weltge-
schichte in Einzeldarstellungen; 11. Hauptabtlilg- , 8. Thl. 1882. 8.
Franz Lipperheide, Verlagsbuchhandlung: Muster altitalienischer
Leinenstickerei; U. Sammig. 1883. 4. Adolph Meyer: Ders., die
Münzen und Medaillen der Herren von Rantzau. 1882. 8. — Bonn.
Universität: Huefl'er, zwei neue Quellen zur Geschichte Friedrich
Wilhelms III. 1882. 4. Tannert, die Entwicklung des Vorstimm-
rechtes imter den Staufen. 1882. 8. Balg, der Dichter Caedmon
u. s. Werke. 1882. 8. Endemann, Beiträge zur Geschichte der
Lotterie. 1882. 8. Forst , über Buchanans Darstellung der Ge-
schichte Maria Stuarts. 1882. 8. Kremer, Behandlung der ersten
Compositionsglieder im german. Nominalcompositum. 1881. 8. Mit-
tag, Beiträge zur Geschichte Oesterreichs während der ersten Jahre
des dreifsigj. Krieges. 1882. 8. u. 51 weitere akademische Schriften
nichthistorischen Inhalts. — Braunschweig. Friedr. Vieweg &
Sohn, Verlagshandlung : Lindenschmit, Handbuch der deutschen
Alterthimiskunde ; Th. I. Liefg. 1. 1880. 8. — Darmstadt. Prinz
Alexander von Hessen, grofsherzogl. Hoheit: Mainzi-
sches Münzkahinet des Prinzen Alexander von Hessen. 1882. 8. —
Donaueschingen. Verein der deutschen Standesherren: Die
Stammwappen der deutschen Standesherren etc. 1882. 8. — Dresden.
Louis Ferd. Freih. von EberStein, k. pr. Ingen -Hauptmann
a. D. : Ders., urkundliche Nachträge zu den geschichtlichen Nach-
richten von dem reichsritterl. Geschlechte ' Eberstein ; IV. Folge.
1883. 8. — Eichstätt. Domrestaurations-Vercin : Rechen-
schafts - Bericht f d. II. Vereinsjahr. 1883. 2. — Gotha. Justus
Perthes Verlagshaudlung: Oesterley, histor.- geographisches Wör-
terbuch des deutschen Mittelalters; 10. (Schi.-) Liefg. 1882. 8. —
Graz. Leopold von Beckh-Widmanstetter: Ders., Grabsteine
der christlichen Zeit zu Friesach in Kärnten. 1682. 4. Sonderahdr.
Ders., ilie Grabdenkmäler der Familie Thannhausen in der Domi-
nikanerkirche zu Friesach. 4. — Greifswald. Universität: In-
dex scholarum etc. 1883. 4. Verzeichuifs der Vorlesungen, 1883.
4. — Hannover. Hahn'sche Buchhandlung: Monumenta Germaniae
historica; scriptores, tom. XXVI. — Heilbronn. Gebr. Henninger,
Verlagsbuchhandlung: Drei pia desideria für die württemb. Ge-
schichtsforschung. 1883. 8. Deutsche Litteraturdenkmale des acht-
zehnten Jahrhunderts; 10. 1683. 8. — Hermannstadt. Wolff:
Ders., unser Haus u. Hof 1882. 8. — Karlsruhe. Grofsh. bad.
Conservator der Alterthümer und der Sammlungen: Die
grofsh'. badische Alterthümersammlung in Karlsruhe ; n. F. 1. Heft,
1883. 2. — Kassel. Gustav K launig, Verlagshandlung : Piderit,
Geschichte der Haupt- und Residenzstadt Kassel. 1882. 8. — Kemp-
ten. Jos. Kösel'sche Buchhandlung: Baumann, Geschichte des
Allgäu's; 8. Heft. 8. — Kiel. Universität: Schriften aus dem
Jahre 1881/82 (Bd. XXVllI.) 1882. 4. Wetzel, die Translatio S.
Alexandri. 1881. 8. und 14 weitere akadem Schriften nichthistori-
schen Inhalts. — Kupferzell: Dr. F.-K. Fürst zu Hohenlohe-
Wal den bürg, Durchl. : Ders., sphragistische Aphorismen. II. Lfg.
Nr. 101 - 200. 1882. 4. Ders., einige Bemerkungen zu Stalins Ge-
schichte AVürttembergs, das Haus Hohenlohe betr. 1882. 8. —
Leipzig. E. A. Seemann, Verlagshandlung: Deutsche Renais-
sance etc. 137. — 100. Liefg. 1882. 2. Verein für geschichtl.
Hül fswissenschafteu an der Universität Leipzig: Ders.
Bericht etc.; Mai 1882. 8. — Marburg. N. G. Elwert, Buch-
händler: Ders., theatrum historiciun urbium, regionum, bellorum et
miracuiorum 1883. 8. Universität: Cäsar, catalogi studio-
sorum scholae Marpurgensis particula X. 1882. 4. Sarrazin, über
die Quellen des Ormuium. 188-ä. 8. u. 7 weitere akadem. Schriften
nichthistorischen Inhalts. — Montpellier. Henri Delpech: Ders.,
9,1
Anzeig-or liir Kniiilf^ der deutschen Vorzeit.
94
la liataille de Muret et la tactiquc de la cavaleiic an XIII'"" siücle.
1878. 8. — München. Willi. Freiherr von Bibra, k. Olier-
landesgericlitsratli : Ders. , Beiträge zur Fainilieiigescliiclitc der
Reiclisfreiherrn vou Bibra; Bd. I. II. 1880 u. 82. 8. Dr. Eugen
Merzbacher: Ders., SammUing vou bayerischen Städte- u. Orts-
Miinzen; I. 1883. 8. Ernst Stahl' sehe Verlagshandlung: Mühl-
bauor, thesaurus resoliitionum S. C. concilii etc. ; tom. IV. fasc. 14.
1882. 4. — Petersburg. Freiherr B. von Kühne, k. russischer
Staatsrath : Ders , das kais. russ. Reichswappen. 8. Ders., hranden-
burgische Geschenke an die Zaren Alexei Michailowitsch, Peter u.
Iwan etc. 1881. 8. Sonderabdr. Ders., das Anitschkow- Palais. 8.
Sonderabdr. Ders., drachms of Aristarchos, dynast of Colchis.
1877. 8. Sonderabdr. Ders , monnaies Byzantines. 1881. 8. — Re-
gensburg. Ebner, Kandidat am Lyceuni : Von Tegkendorff das ge-
schieht etc. , Abschrift eines alten Druckes. 4. — Roermond. A.
Martin: v. Fisenne, Kunstdenkmale des Mittelalters, II. Serie, 5.
Licfg. 1882. 8. - Strassburg. Kais. Univcrsitäts- u. Landes-
bibliothek: Franz, die Chronica Pontiücum Leodiensium. 1882. 8.
Hamburger, Untersuchungen iU)er Ulrich Fürtrers Dichtung von
dem Gral und der Tafelrunde. I. 1882. 8. Kalkoff, Wolfger von
Passau 1191 — 1204. 1882. 8. v. Kap-IIerr, die abendländische Po-
litik Kaiser Manuels. 1881. 8. Kossinna, über die ältesten hoch-
fränkischen S]irachdcnkmäler. 1881. 8. Leupold, Berthold von
ßuchegg. Bischoff von Strafsburg. 1882. 8. v. öttingen, über Georg
Greflinger von Regensburg. 1882. 8. Rathgen , die Entstehung der
Märkte in Deutschland. 1881. 8. Rosenkränzer, Bischof Johann I.
von Strafsburg, genannt von Dürbheim. 1881. 8. Schwemer, Inno-
cenz III. u. die deutsche Kirche während des Thronstreites von
1198—1208. 1882. 8. Stoy, die politischen Beziehungen zwischen
Kaiser und Papst in den Jahren 1360 — 64. 1881. 8. Winckelmann,
die Beziehungen Kaiser Karls IV. zum Königr. Arelat. 1882. 8.
Wüllner, die Lautlehre des Hrabanischen Glossars. 1882. 8. —
Stuttgart. Dr. v. Ilülder, Obermcdizinalrath : Ders., die Abstam-
mung der Württemberg. Bevölkerung. 1882. 8. Sonderabdr. — Zit-
tau. G. Korscheit, Oberlehrer: Moräwek, die Kirche zu St. Petri
und Paidi in Zittau. 1882. 8.
Schriften der Akademieen, Museen und liistorischen Vereine,
welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind :
K. k. mähr. -schlesische Gesellschaft etc.:
Mittheilungen etc. 62. Jahrg. 1882 u. Notizen - Blatt der lii-
stor.-statistischen Sektion ders. Gesellschaft. Nr. 1 — 12. Brunn,
1882. 4. Kurze Beiträge zur Landeskunde Miihrens und Schlesiens.
Von Bojakowski. — Zur mähr.-schlesischen Adelsgeschichte. Von
d'Elvert u. Weltzel. — Zur mähr.-schlesischen Biographie. Von
d'Elvert u. Gans. — Eine prähistorische Kupferschmelzstätte in
Kailendorf bei Znaim. Mitgeth. von Aug. Komers. — Woher führt
der Karlswald bei Iglau seinen Namen ? Von J. Kämmerliug. —
Herzog Johann I. von Auschwitz. 1324 — 1370. Von Rudolf Temple.
Das Incolat, die Habditirung zum Lande, die Erbhuldigung u. der
Intabulationszwang in Mähren u. Oester.-Schlesien. Von d'Elvert. —
Kloster der barmherzigen Schwestern vom heil. Carolus Boromäus
in Teschen. Von A. Peter. — Zur Geschichte des Postwesens in
den böhm. Ländern u. der Nachbarschaft. Von d'Elvert. — Noch
eine Urkunde zur Regierungszeit Herzog Kasimirs von Auschwitz.
Von Rud. Temple. — Die Pfarrkirche in Olbersdorf Von A. Pe-
ter. — Kulturgeschichtliche Skizzen aus den Herzogthümern Au-
schwitz u. Zator. Von R. Temple. — Geschichte des evangelischen
Gymnasiums in Teschen. Von A. Peter. — Die Subventionirung
des PVanzens-Museums von Seite des Landes. Von d'Elvert.
Benediktiner-Orden:
Wissenschaftliche Studien u. Mittheilungeu etc. IV. Jhg. I.
Heft. Würzburg u. Wien, 1883. 8. 1. Abth. Studien: Die Vor-
rede zur Regel des heil. Benedict. Von Edm. Schmidt. — Drei
Mauriner Studien zur Imitatio. (Schlufs). Von Cölest. Wolfsgruber.
— Regesten zur Geschichte der Benediktiner-Abtei Brevnov-Brau-
nau in Böhmen. (Forts ) Von Gsell-Benedict. — Die österreichische
Benediktiner-Congregation. L Von Adalb. J. Dungl. — Die Schrift-
steller 0. S. B. . . . im heutigen Königreich Württemberg vom J.
1750. bis zu ihrem Aussterben. (Forts.) Von A. Lindner. — Ueber
die Entwicklung der christlich-römischen Hymnenpoesie. II. Von
Anselm J. Salzer. — Beiträge zur Geschichte des ehemaligen Bene-
diktiner-Stiftes Mondsee in Ober-Oesterreich. (Forts.) Von Dr. 0.
Schmidt. — Aus dem Sonettenkranze „S. Benedict u. sein Orden."
(Forts). Von P. Franz S. Tomanik. — II. Abfhig. — Mitthei-
lungeu : Ergänzungen zur Biographie u. literar. Thätigkeit des Abtes
Rupert Kornmann von Prüfening. I. Von R. Mittermüller. —
Besitzungen der bayrischen u. schwäbischen Benediktiner-Stifte in
Tirol bis zum J. 1803. Von P. Cölestin Stampfer. — Im Atelier
Glibers. Von F. A. Kieuast. — Eingelaufene Berichte. — Ordens-
Rundschau. — in. Abthlg. Literatur.
Deutscher Verein z. Verbreitung gemeinnütziger
Kenntnisse in Prag:
Sammlung etc. Nr. 81.
Kaiserliche Akademie der Wissensch. in Wien:
Almanach etc. 32. Jhg. 1882. 8.
Archiv für Österreich. Geschichte. Hrsg. von der zur Pflege
Vaterland. Geschichte aufgestellten Commission ders.
Akademie. LXIV. Bd. I. Hälfte. 1882. 8. Das angebliche Se-
nioratsgesetz des Herzogs ^fetislaw I. u. die böhmische Succession
in der Zeit des nationalen Herzogthums. Ein Beitrag zur altböhmi-
sclien Rechtsgeschichte. Von J. Loserth. — Geschichte der öster-
reichischen Minoritenproviuz. Von G. E. Friefs. — . Die Wieder-
vereinigung der Lausitz mit Böhmen (1462). Von Dr. Ad. Bachmann.
Sitzungsberichte der philosophisch-histor. Classe
ders. Akademie. C. Band; u. CI. Band, 1. Heft. 1882. 8. Die
Revolutionen in Constantinopel in den Jahren 1807 u. 1608: Von
Schlechta-Wssehrd. (Mit 2 Portrts.) — Die Augustinische Psycho-
logie in ihrer mittelalterlich-scholastischen Einkleidung und Gestal-
tung. Von Werner. — ' Erasraus von Rotterdam u. Martinus Lip-
sius. Von Horawilz. — Die Entwicklung der Landrechtsglosse des
Sachsenspiegels. II. Die Stendaler Glosse. Von Steffenhagen. —
Beiträge zur Diplomatik. VIII. Von Sickel. — Der cechische
Tristram u. Eilhart von Oberge. Von Knieschek. — Mittheilungen
aus altdeutschen Handschriften. 5. Stück : Priester Arnolts Legende
von St. Julian. Von Scliönbach.
K. k. Central-Kommission zur Erforschung u- Er-
haltung der Kunst- u. liistorischen Denkmale:
Mittheiluugen etc. VIII. Bd. IV. Heft. N. F. Wien, 1882.
95
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
96
4. Grabsteine der christlichen Zeit zu Friesach in Kärnten. Von
Leopold von Beckh-Widmanstetter. (Mit Abbild.) — Das Denk-
mal des Feldmarschalls Melchior Freih. v. Redern. Von Dr. Alwin
Schulz. — Einige ältere Elfenbeinarbeiten kirchlicher Bestimmung.
Voü Dr. K. Lind. (Mit Abbild.) — Die Ruine der altchristlichen
Basilika in Muggia Vecchia bei Triest. Von R. Eitelberger. —
Der römische Strafsenzug Lederata-Tibiscum im einstigen Dacien.
Von L. Böhm. — Die ältesten Siegel der Salzburger Erzbischöfe.
Von E. Richter. (Mit Abbild.) — Der Pranger zu Gradwein. Von
Vinc. Leicht. (Mit Abbild.) — Ueber Neuberg. Von J. Graus. —
Aus Brunnecken. Von Dr. Alb. Ilg. — Reise-Notizen über Denk-
male in Steiermark u. Kärnten. Von Dr. K. Lind. (Mit Abbild.).
— Wandmalereien in der Barbara-Kirche zu Kuttenberg. (Mit
Abbild.) Notizen etc.
Anthropologische Gesellschaft in Wien:
MlttheiluDgen etc. XII. Bd. (D. n. F. IIL) IIL u. 4. Heft.
1682. 4. Die prähistorischen Steingeräthe im Volksglauben. Von
Richard Andree. — Kleinere Mittheilungen. — Literatur.
Herald.-genealogischer Verein ,.Adler" in Wien:
Monatsblatt etc. 1882. Nr. 25. u. 26. 8. Vereuismittheilungen.
— Einige kritische Bemerkungen zu den Wappeufenstern und den
heraldischen Malereien in der Votivkirche zu Wien. Von Adhemar.
— Unedirte Quellen. IV. Feistritzer. Von Leop. von Beckh-Wid-
manstetter. — Das Wappen des Königreiches und das des Königs
von Serbien. Von Karl Krahl. (Mit Abbild) — Literatur.
Numismatische Gesellschaft in Wien:
Zeitschrift etc. XIV. Jahrg. 1882, 2. Halbj. 8 Ueber die Be-
deutung des Palmzweiges im Abschnitte einiger Münzen des Kaisers
Gallienus. Von A. Markl. — Ueber wissenschaftliche Classification
mittelalterlicher u. moderner Münzen. Von Dr. A. v. Pawlowski.
— Das Münzwesen in Oesterreich zur Zeit' König Rudolfs I. von
Habsburg. Von Dr. A. Luschin v. Ebengreuth. — Kleine Beiträge
2ur mittelalterlichen Münzkunde Tirols. — Zur Geschichte des
Österreich. Müuzwesens im XV. Jahrhundert. Von Dr. C. Schalk.
— Das Tiroler Pfund Berner. Von Jos. Müller. — Unedirte Me-
daille auf Florian Griespeck von Griesbach. Von E. Forchheimer.
— Noch ein unbekannter Thaler des Fürstenhauses Liechtenstein.
Von Dr. Missong. — Die Münzen und Medaillen der Herren von
Rantzau. Von Ad. Meyer. — Uebersicht der Münzen und Medaillen
der Reichsstadt Lindau. Von Dr. C. F. Trachsel. — Ueber das
Alter des Senkungsverfahrens bei Anfertigung von Münzstempeln.
Von Dr. A. Luschin von Ebengreuth. — Privat- Geldzeichen aus
Eger und Umgebung 1848 — 1849. Von G. Schmid. — Literatur. —
Miscelleu.
K. k. österr. Museum f. Kunst u. Industrie:
Mittheilungen etc. Jhg. 1883. Nr. 208. u. 209. Wien. 8. —
Geschichte und Geschichtsmalerei. Festrede, . . . gehalten von
R. v. Eitelberger. — Schlufswort über die erste internationale
Kunstausstellung i. Wien i. J. 1882. — Die historische Bronze -
Ausstellung im österr. Museum. ^ Von dems. Die Weihnachts-
Ausstellung in dems. Museum. Von S. Folnesics. — Literatur. —
Kleine Mittheilungen etc.
Wissenschaftlicher Club in Wien:
Monatsblätter etc. IV. Jhg. Nr. 3-5. 15. Dec. 1882, 15. Jan.
u. 15. Febr. 1883. 8. Clubangelegenheiten. — Literatur. — Ver-
mischte Nachrichten. Jahresbericht 1882 — 1883. VII. Vereinsjahr.
1383. 8.
Christlicher Kunstvereiu der Diöcese Seckau:
Der Kirchenschmuck etc. XIII. Jhg. 1882. Nr. 12 u. XIV.
Jhg. 1883. Nr. 1. Graz. 8. Die Stiftskirche in Voran. (Schi.) —
Die kirchliche Bau - Tradition hinsichtlich der Centralbauten. (Sohl.)
Figurale religiöse Bildhauerei in Uebung (Schi.) — Noch einmal
Hohen - Feistritz. (Schi.) — Zur Aufbewahrung der h. Oele. —
Maria Strassengel. — Das Paviment der Kirchen. — Notiz. — Vereins-
angelegenheiten.
Geschichtsverein u. naturhistor. Landesmuseum
in Kärnten :
Carinthia etc. LXXII. Jahrg. 1882. Klagenfurt, 8. Die Archive
und Bibliotheken des Jesuitenkollegiums in Klagenfiirt und der
Stifte Eberndorf u. Millstadt. Von J. Laschitzer. — Urkunde Ernst's
Bischofs von Bamberg, ausgestellt im Schlosse zu Wolfsberg, 24.
November 1588. Von P. Herbert. — Aus dem Wolfsberger Raths-
protokoll 1534—1546. Von dems. — Der Markt Spittal, abgebr.
a. 29. April 1797. Von L. Beckh-Widmanstetter. — Ueber die
Zeit der Zerstörung Virunums. Von K. Ilauser. — Wolfsberger
Schützen -Ordnung vom J. 1571. Von Beda Schroll. — Geschicht-
liche Notiz : Maler Frohmüller. — Pfarre Friedlach im Dekanate
S. Veit. Auszug aus dem liber memorabilium , zusammengestellt
von Frz. Rader. — Eines alten Soldaten Römerstudieu nach der
Natur. I. Teurnia. Beurtheilt von K. Hauser. — Eine Fischord-
nung an der Gurck aus dem J. 1577. Aus dem Archive. Von
dems. — Schlofs Wernberg. Eine histor. Skizze von dems. —
Die Reise S. M. des Kaisers durch Kärnten in den Tagen von
8— U. Sept. 1882. — Neue Römerfunde. Von K. Hauser. — Chronik
1880-1881. Von Rud. R. v. Hauer. — Ueber Pfahlbauten u.
Crannogs. Von Dr. Jos. Schell.
K. bayr. Akademie d. Wissenschaften zu München:
Forschungen zur deutschen Geschichte. Herausgeg. von der
histor. Commission ders. Akademie. XXIII. Bds. I. Heft. Göttingen,
1882. 8. Zur Kritik der Historia Augusta des Albertino Mussato.
Von Dr. W. Friedensburg. — Zur Vorgeschichte des Consensrechtes
der Kurfürsten. Von Dr. K. Lamprecht. — Die ältesten Land- u.
Gottesfrieden in Deutschland. Von Dr. S. Herzberg - Fränkel. —
Das Stammesherzogthum im fränkischen Reiche, besonders nach der
Lex AJamannorum und der Le.\ Bajuvariorum. Von C. Bornhak.
— Ueber die Beerbung der Freigelassenen durch den Fiscus nach
fränkischem Recht. Von Dr. K. Zeumer. — Die Grabschrift Luis.
Von Dr. H. Hahn. — Die ältesten Bullen des Erzbisthums Ham-
burg-Bremen. Von Dr. J. v. Pflugk-Harttuug. — VerheiCsungs-
Acte von Anagni. Mitgeth. v. dems. — Nachtrag zu der Abhand-
lung „Der Plan der Vernichtung Preufsens nach Champagny's an-
geblicher Denkschrift". Von A. Stern.
Sitzungsberichte der philos.-philol. u. historischen Classe ders.
Akademie. 1882. Bd. II, Heft 2. 8. Wolfgang Zündelin als
protestantischer Zeitungsschreiber und Diplomat in Italien 1573 —
1590. Von F. von Bezold. — Des Kurfürston Karl Albrecht von
Bayern italienische Reise i. J. 1737, von ihm selbst beschrieben.
Von v. Oefele. — Die Römerstrafse von Scharnitz (Scarbia) bis
Partenkirchen (Parthanum) und die mit ihr zusammenhängenden Be-
festigungen. Von Würdinger
Sitzungsberichte der m a t h e m a t. - p h y s i k. Classe ders. Akad.
Jahrgang 1882. V. Heft. 8.
Abhandlungen der historischen Classe ders. Akademie.
XVI. Bds. 2. Abthlg. In der Reihe der Denkschriften der LVII.
97
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
98
Bd. 1882. 4. Aus dem handschriftlichen Nachlasse L. Westenrieders.
1. Abthlg. Denkwürdigkeiten und Tagebücher. Von Aug. Kluck-
hohn. — Ueber die Anfange des kircheni)olitischen Kampfes unter
Ludwig dem Baier. Von Wüh. Preger. (Mit Auszügen aus Ur-
kunden des vatikanischen Archivs von 1315—1324.)
Abhandlungen der philos.-philologischen Classe ders.
Akademie. XVI. (LV.) Bds. 3. Abtheilung. 1882. 4.
Allgemeine deutsche Biographie. . . . hrsg. von der histor.
Commission bei ders. Akademie. 76.— 80. Lfg. Kircher-Kotze-
bue. Leipzig, 1882. 8.
Churfürst Maximilian I. von Bayern. Festrede . . . gehalten
i. d. offentl. Sitzung ders. Akademie am 29. Juli 1882 von Felix
Stieve. 1882. 4.
Kunst-Gewerbe-Verein zu München:
Zeitschrift etc. Jhg. 1882. Heft 11. u. 12. 2. Geschichte
der Elfenbeinschnitzerei. Von Carl Friedrich. (Mit Abb.) — Die
Bayerische Landes -Industrie-, Gewerbe- u. Kunstausstellung in
Nürnberg. (Schi.) — . Vermischte Mittheilungen. — Vereinsange-
legenheiten. — Unsere kunstgewerblichen Musterblätter. —
M ü n c h e n e r A 1 1 e r t h u m s V e r e i n :
Die Wartburg etc. X. Jhg. 1883. Nr. 1 u. 2. 8. Künstler
und Kunstschreiber. Von Dr. Carl Förster. — Vereinsangelegen-
heiten. — Verzeichnifs zu den in der Kunstbeilage abgebildeten
Helmen. — Kleine Mittheilungen etc.
Historischer Verein für Schwaben und Neuburg:
Zeitschrift etc. IX. Jhg. 1882. Augsburg, 1882. 8. Die Cor-
respondenz des Schwab. Bundeshauptmanns Ulrich Artzt von Augs-
burg a. d. J. 1524 u. 1525. Von Dr. Wilh. Vogt. — Der Besitz-
stand des Stiftes in Lindau. Von Kari Primbs. — Stand der Be-
sitzungen, Rechte und Gefälle des Sifts in Lindau im Jahre 1807.
Von dems. — Das ehemal. Barfüfserkloster in Lindau. Von dems.
— Fünf Herwarthische Urkunden. Mitgeth. v. H. Herwarth von
Bittenfeld. — Urkunden-Regesten aus dem Nekrologium des St.
Morizstifts. Mitgeth. von Chrstn. Meyer. — Die Augsburger Vor-
stadt, der Wagenhals genannt. Von Dr. R. Hoffmann. — Ueber
den Bergbau u. Handel des Jakob und Anton Fugger in Kärnten
und Tirol (1495-1560.) Von Friedr. Dobel. — Sprachliches zu
Hainhofers Relationen. Von Dr. Anton Birlinger. — Beiträge zur
Geschichte des Carmeliterklosters u. der Kirche zu St. Anna in
Augsburg. Von Eberhard Schott. — Der Auerberg im Allgäu.
Von Hugo Arnold. — Erinnerungen an das ehemalige Frauenkloster
St. Katharina in Augsburg. Von-Leonh. Hürmann.
Bayrisches Gewerbemuseum zu Nürnberg:
Kunst u. Gewerbe. Zeitschrift etc. XVL Jahrg. 1882. XH. Heft
u. XVII. Jhg. 1883. I. Heft. 8. Mit Nr. 23. 24. (1882) u. Nr. 1.
(1883) der „Mittheilungen." Die altdeutschen Gläser in der Muster-
sammlung des bayr. Gewerbemuseums, von C. Friedrich : II. Angster
u. Kutrolf. — Hans Burgmair Von 0. v. S. — Die deutsche Künstler-
gesellschaft San Giorgio in Florenz. Von Stockbauer. — Eine
deutsche Sammlung unter dem Hammer. Von H. Billung. — Kleine
Nachrichten. — Literatur etc. — Abbildungen: Glasgefiifse ver-
schiedener Form u. Zeit. — Italienisches Majolika-Gefäfs. — Buch-
deckel aus dem 16. Jhdt. — Gedenktafel aus dem S. Peter-Friedhofe
zu Salzburg. (17. Jhdt.) — Schmiedeisernes Gitter v. P. Labia in
Venedig. — Glas nach einer Zeichnung v. Stefano della Bella. In-
tarsiafüllung aus der Certosa bei Florenz. — Adlerglas oder Reichs-
humpen.
Physikalisch-medicinische Societät zu Erlangen:
Sitzungsberichte etc. 14. Heft. November 1881 bis August
1882. 1882. 8. Gesellschaftsangelegenhciten.
Histor. Verein für Oberfranken zu Bayreuth:
Archiv etc. XV. Bd. 2. Heft. 1882. 8. Beiträge zu einer
Geschichte des Gesundheits- und Medizinahvesens der Stadt und
des Fürstenthums Bayreuth. Von Dr. Andräas. — Das Teutsche
Paradeiß in dem vortrefflichem Fichtelberg. Von M. Joh. Willen.
(Forts.) — Beiträge zur Geschichte des ehemaligen Klosters Him-
melkron. Von Bilabel. - Das „Buch der Gebrechen" am Egerer
Schöffengerichte. Von Ileinr. Gradl. — Vereinsangelegenheiten etc.
Literarischer Verein in Stuttgart:
Bibliothek etc. Tübingen, 1882. 8. 158. pubHcation ; (36.
Jahrg. 1.) Ulrichs von Richental chronik des Constanzer concils
1414 bis 1418. Hrsgeg. von Mich. Rieh. Bück. — 159. (36. jahrg.
2.) publ. : Hans Sachs. Hrsg. von A. v. Keller und E. Götze.
XIV. Band. — 160. (36. jahrg. 3.) publ. : der Kreuziger des Jo-
hannes von Frankenstein. Hrsgeg. von Ferd. Khull. - 161. (86.
jahrg. 4.) publ. : haushuch des herrn Joachim von Wedel auf Kremp-
zow schloss und Blumberg erbgesessen. Hrsgeg. durch Julius frei-
herrii von Bohlen Bohlendorff etc. — 162. (36. jahrg. 5.) publ. :
Andreas Gryphius' Trauerspiele. Hrsgeg. von Hermann Palm.
Königl. württemh. statist.-topograph. Bureau:
Vierteljahrshefte für Landesgeschichte. Hrsg. in Verbindung
mit dem Verein für Kunst und Alterthum in Ulm und
Oherschwaben, dem württemb. Alterthumsverein in
Stuttgart, dem histor. Verein f. d. wirttemb. Franken
und dem Sülchgauer Alterthumsverein. Jahrg. V, Heft
I— IV. Stuttgart, 1882. 8. Württembergische Baumeister und
Bildhauer bis ums Jahr 1750. Von Alfr. Klomm. — Chronik und
Nekrolog des Jahres 1882. — Württemb. Geschichts-Litteratur vom
Jahre 1881. Von Dr. Hartmann. — Zwei scharfe Rescripte Her-
zogs Friedrich von Württemberg aus den Jahren 1599 und 1602,
seine Hofprediger betr. — Das ständische Archiv in Stuttgart.
Von A. E. Adam. — Ein Freischiefsen in Ulm im Jahre 1556. Von
Dr. Veesenmayer. — Briefe Martin Frechts, des Ulmer Reformators,
an seine Gattin aus den Jahren 1548 und 1549. Mitgetheih von
Bessert und Meyer. — Das Wappen an der „turris Caesaris" zu
Monopoli.- Von Dr. Est. Hohenlohe. — Eine bis jetzt unbekannte
Urkunde von Götz von Berlichingen. Mitgetheilt von Dr. W. Heyd.
— Karl V. in Kirchherg a. d. Jagst. Mitgetheilt von F. G. Bühler.
— Französische Gefangene in Hall im Beginne des 18. Jahrb. Von
K. Schauffeie. — Urkunde über eine unbekannte Belagerung von
Durzbach. Mitgeth. von v. Alberti. — Der Name Crailsheim. Von
Bessert. — Württembergisch Franken im ältesten Lehenbuch des
Hochstifts Würzburg. Von dems. — Die Sekte von Schwabisch-
Hall und der Ursprung der deutschen Kaisersage. Von Dr. Völter.
— Die ältesten Herren von Weinsberg. Von Bessert. — Die Grund-
aufgaben der Kalenderrechnnng auf neue und vereinfachte Weise
gelöst. Von Zeller.
Münsterbau -Verein zu Constanz:
Das alte Konstanz. Stadt und Diöcese, in Schrift und Stift
dargestellt. Blätter etc. II. Jahrg. 1882. . H. 2 u 3. 4. Die er-
sten neueren Restaurationsarbeiten im Münster zu Konstanz. Die
St. Konradikapelle — Zur Geschichte von Konstanz in fränkischer
Zeit. — Wandgemälde in Konstanz ans dem XIV. Jahrh.
99
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
100
Verein f. Gesch. u. Alterthumsk. in Hohenzoilern:
Mittheilungen etc. . XV. Jahrg. 1881—82. I.Heft. 8. Vereins-
angelegenheiten. — Ein berühmter Langenenslinger, Michael Hei-
ding, der letzte Bischof von Merseburg. Skizze von M. Winter. —
Urkundenauszüge über das Kloster Beuron. Aus dem Stadtarchiv
zu Freiburg i. B., mitgeth. von A. Poinsignon. — Ein bayerischer
Gesandtschaftsbericht über die Hochzeit des Grafen Eitel Friedrich IV.
zu Hohenzoilern, des Stifters der Hechinger Linie, mit Veronika,
Gräfin von Ortenburg. Mitgeth. von A. Mörath. — Kulturgeschicht-
liches. Mitgeth. von Dr. K. Th. Zingeler. — Ein Hexenjirozefs
zu Hechingen v. 1648. Mitgeth. von Dr. Thele. — Die Herren von
Neuneck. Urkundlicher Nachweis ihrer Glieder und Besitzungen.
Regesten. Bearbeitet von S. Locher. — Zwei Grenzbereine aus
dem Beuroner Urbar in Karlsruhe. Mitgeth. von. Dr. A. Birlinger.
— Miscellen.
Gesamnitver. d. d. Gesch.- u. AI terthums vereine :
Correspondenzblatt etc. 30. Jahrg. 1882. Nr. 12. Darmstadt.
4. Vereinsangelegenheiten. — Wirksamkeit der einzelnen Vereine.
— Literatur.
Verein für hessische Gesch. und Alterthumsk. :
Denkmal Johann Winckelmann's. Eine ungekrönte Preisschrift
Jt)hann Gottfried Herders aus d. Jahre 1778. Nach der Kasseler
Handschrift . . herausgegeben . . von Dr. A. Duncker.
Kais. Leopoldino-Carolinische deutsche Akademie
der Naturforscher zu Halle:
Leopoldina etc. Heft XVIII, Nr. 23 u. 24. u. Heft XIX, Nr. 1
— 2. Akademie-Angelegenheiten. — Nekrolog. — Literatur etc.
Münzforsch er -Verein:
Blätter für Münzfreunde. 18. Jhg. Nr. 105. u. 19. Jhg. Nr. 106.
15. Nov. 1882 u. i: Jan. 1883. Leipzig. 4. Mit Nr. 1 u. 2 von
„Numismatischer Verkehr". Nekrolog. Jul. Th. Erbstein f (Mit
Abbildungen.) — Der Brauuschweiger Münzfufs Herzog Friedrich
Ulrichs in Westfalen. Aus dem Nachlasse des t üniversitätsrathes
Wolff in Göttingen. (Schi.) — Der Waldauer Münzfund. Von Ad.
Glatz. (Schi.) — Münzmeister u. Wardeine der Städte Göttingen,
Nordheim und Einbeck. — Saxonia. — Münzfunde. — Vermischte
Nachrichten.
Numismatisch -sphragistischor Anzeiger etc. Organ dess.
Vereines. . . XIV. Jhg., 1883. 30. Jan. Hannover. 8. Die
Münzen der Herzogthümer Bremen und Verden unter schwedischer
Herrschaft 1648—1719. Von M. Bahrfeldt. — Münzfunde. — An-
frage betr. das Wappen von Prenzlau. Von E. B. — Kupfer-Münze
der Grafen von Ostfriesland IUI Stüber 1578.
K. Sachs. Staatsregierung u. k. s. Alterth.-Verein:
Neues Archiv f. sächs. Geschichte etc. III. Bd. Dresden, 1882.
8. Der Konflikt der kursächsischeu Regierung mit Herrnhut u. dem
Grafen von Zinzendorf 1733-1738. Von F. S. Hark. — Bern-
hard von Miltitz, kein Weltumsegier. Von Dr. S. Rüge. — Kleinere
Mittheilungeu : 1. Zur Leisniger Kastenordnung. Von G. Kawerau.
— 2. Ein-Brief des Magisters Thomas Müntzer an den Rath der
Stadt Neustadt a. 0. Mitgetheilt von Dr. C. A. H. Burkhardt. —
Das Hilliger'sche Epitaph in der Thomaskirche zu Leipzig. Von
Dr. R. Steche. — Das Landeswappen der Oberlausitz. Von Dr.
H. Knothe. — Das Freiberger Bergrecht. Von W. Hermann u.
Dr. H- Ermisch. — Ein Bericht über das Armen- und Zuchthaus
zu Waldheim aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Mitgetheilt
von Dr. Bruno Stübel. — Bericht über eine der Bautzner Stadt-
bibliothek gehörige Handschrift aus der Zeit der Reformation. Nebst
einem Anhang über die diplomatische Thätigkeit des kurfürstlichen
Rathes Dr. Melchior von Osse während der Zeit des Interims. Von
Dr. Julius Beruhard. — Patkuls Ausgang. Von Kasimir von Jarochowski.
— Beiträge zur Geschichte des Jakobshospitals zu Altenburg. Von
M. J. Meifsner. — Urkundliches über den Besuch des Königs Fer-
dinaml am Hofe des Herzogs Georg 1538, 18. bis 20. Mai. Mitgeth.
von Dr. C. A. Burkhardt. — Herzogin Ursula von Münsterberg.
Ein Beitrag zur Geschichte der Reformation in Sachsen. Von Dr.
H. Ermisch. — Ueber die Wandgemälde an der Kirche zu Klöster,
lein. Von Cornelius Gurlitt. — Literatur.
Oberlausitzische Gesellschaft der AVissenschaften:
Neues Lausitzisches Magazin etc. LVIII. Bds. 2. Heft. Gör-
litz, 1882. 8. Geschichte des Tuchmacher-Handwerks in der Ober-
lausitz bis Anfang des 17. Jahrhdts. Von Herrn. Knothe. — Zur
Geschichte der Femhändel in der Oberlausitz. Von Dr. Leonard
Korth. — Nachi'ichten aus den Lausitzen : Schulwesen, literarische
Anzeigen, Miscellen. — Gesellschaftsangelegenheiten.
Verein f. d. Museum schles. Alterthümer in Breslau:
Die Martinikirche in Breslau und das von Rechenbergische Al-
tarwerk in Klitschdorf (Kr. Bunzlau). Festschrift z. d. 25 jährigen
Jubiläum d. Vereines. Breslau, 1882. 4.
Rügisch-Pommersche Abthlg. d. Gesellsch. f Pom.
Gesch. u. Alterthumsk. in Stralsund u. Greifswald.
Nachtrag z. Geschichte des Cist. Klosters Eldena und der Stadt
Greifswald u. 41. — 44. Jahresbericht der Gesellschaft . . . 1879—82.
Von Dr. Th. Pyl. . . 1883. 8.
Histor. Verein f. d. Reg.-Bczirk Marienwerder:
Zeitschrift etc. V. Heftes. 1. u. 2. Abthlg. 1882. 8. Bei-
träge zur preufsischen Familienkunde : 1- Des Geschlechts von
Krockow Ursprung u. Heimath. Von G. A. v. Mülverstedt. — 2.
Die von der Gabeleutz in Preufsen (Ordensritter - Erbherren im
Gilgeuburg'schen — dto. im Stum'schen). Mitgeth. von R. von
Flanfs. — 3. Familiennachrichten aus westpreufsischen Kirchen-
büchern , Grabsteinen. Von dems. — Ein Beitrag zur Hesenge-
schichte Westpreufsens. Von A. Treichel. — Kleinere Mittheilungen.
Von R. V. Flanfs. a. Zum 150. Gedenktage des Durchzuges der
Salzburgischen Emigranten durch Marienwerder, b. Herzog Albrecht
verleiht die Schulzerei zu Rospitz dem P. Augustiu. 1564, den
16. Mai. c. Quos ego ! Bescheide König Friedrich II. an die westpr.
Kriegs- u. Domänenkammer. 1779 S. d. Ordnung der „Balbierer"
zu Neuteich. 1767. e. Ein Schulexcefs v. J. 1745. f Studierendr
Preufsen der Erfurter Universität I.
Verein f. d. Geschichte Berlins:
Neunzehntes Stiftungsfest des Vereines ... am 28. Jan. 1883. 4.
Verein „Herold" in Berlin:
Der deutsche Herold. Zeitschrift etc. XIII. Jhg. 1882. Nr. 1.;.
u. XIV. Jhg. 1883, K. 1 u. 2. 4. Vereinsangelegenheiten. — Der
Adel des Bisthums Paderborn im 15. Jhdt. Von J. Gr. v. Oeyn-
hausen. — Beiträge zur Geschichte der Czettritz und Neuhaus. Von
A. v. R. — Zur Kunstbeilage. (Alliancewappen der Häuser Savoyeu
und Bayern.) — Anfragen etc. Die angebliche Abstammung des Bi-
schofs Johann von Speyer von dem Geschlechte von Schuehen. Von
J. Gr. V. Oeynhausen. — Das Renaissance- Wappen. Von Hauptmann.
— Zur Kunstbeilage Nr. 1. Von J. Gr. v. Oeynhausen. Das Jahrbuch
des Vereins Greif — Erloschene Familien. Von G.-O. — Abrifs einer
Genealogie der Familie von Germar auf Gorsieben. Nach dem Kir-
101
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
102
chenbucho von Dr. G. Schmidt. — Ueber A. Dürers adeliche Abstam-
mung. Von Tb. Schön. — Die Grafen Hennicke. Von M. Gritzner. —
Zur Genealogie der von Polenz auf Beeskau. Von Gg. S. — Stamm-
tafel der Hagemeister auf Hohenselchow. — Bibliographie über
Genealogie, Heraldik u. Sphragistik aus dem Jahre 1882. Mitge-
theilt von der Buclihandhing Mitschcr u. Rüstell zu Berlin. — Zur
lümstbeilage Nr. 2. — Biicherschau. — Miscellen. — Anfragen etc.
Vierteljahrschrift für Heraldik, Sphragistik u. Genealogie. Hrsg.
von dems. Vereine. . . 1882. IV. Heft 8. Die von Brock-
hiisen, von Brockhausen und v. Bruchhausen. Von X. v. Brock-
husen. — Das kaiserlich russische Reichswappen. Reiter und
Doppeladler. Von Frh. B. v. Köhne. — Zur Geschichte der
Familie Nusch. Von A. Nusch — Vereinsangelegenheiten.
Verzeichnifs der Mitglieder des Vereins Herold. Am 1. Jan.
1883. Berlin. 8.
Statut -dess. Vereins. 1882. 8.
Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin:
Monatshefte für Musikgeschichte ; XV. Jhg 1883, Nr. 1. u. 2. 8.
Rückblick. Von Eitner. — Die Opernhäuser Neapels. Von Dr.
H. M. Schletterer. (Schi.) — Archivarische Studien im Archiv von
Eichstätt in Bayern. Von Raymund Schlecht. — Anzeigen. — Mit-
theilungen.
Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin:
Verhandlungen etc. Bd. IX. Nr. 9. u. 10. GeseUschaftsangele-
genheiten. — Geographische u. Literatur-Notizen.
Verein f. Gesch. u. Alterthuniskunde des Herzog-
thums u. Erzstifts Magdeburg:
Geschichts- Blätter etc. 17. Jhg. 1882. 4. Heft. Magdeburg,
1882. 8. Ehre, Ehreustrafen, unehrliche Leute im Mittelalter bis
zur neueren Zeit mit Beziehung auf Sachsen und Magdeburg.
Von Zacke. — Gabriel Rollenhagen. Von H. Holstein. — Spiele
aus dem Magdeburger Lande mit Beiträgen aus andern Gegenden
Nord -Deutschlands. Gesammelt v. Ph. Wegener. — Miscellen.
Kunstgewerbe-Verein zu Magdeburg:
Pallas. Zeitschrift etc. IV. Jahi-g. 1883. Nr. 1. 1. Jan. 4.
Einleitung. — Vereinsangelegenheiten.
Verein f. anhält. Gesch. u. Alterthumskunde :
Mittheilungen etc. III. Bd., 6. Hft. Dessau, 1882. 8. Zur
Geschichte des Dorfes Rieder. Nachtrag. Von Dr. K. Schulze. —
Ernst Wolfgang Behrisch (1738-1809). Von Dr. W. Hosäus. —
Der Dessauer Thalerfund. Von Th. Stenzel. — Die Anfänge des
Dessauer Theaters. Von Dr. W. Hosäus. — Verzeichniis der fürst-
lichen Personen, welche in der St. Nikolaus-Kapelle zu Ballenstädt
beigesetzt sind. Von R. v. Röder. — Berichtigung. — Vereinsnach-
richten.
Verein für hamburgische Geschichte:
Mittheilungen etc. 5. Jhg. Nr. 11 u. 12. 1682. 8. Nekrolog.
— Zum Aufstand von 1410. Von K. Koppmann. — Der gekrönte
Helm in den Wappenbildern vor 1400. Von Lieboldt. — Aus der
Reformationszeit. 4. Job. Bugeuhagen. Von K. Koppmann. — Zur
Biographie Gg. Kerners. Von Ad. Wohlwill. — Eine verschollene
Ilamburgische Chronik. — Von dems. — Zu den Perspektiv-Gemälden
Gabriel Engels. Von Dr. 0. B. — Zur Frage nach der Herkunft
Hamburgischer Gobelins. I. Von dems. ; II. von K. Koppmann. —
Dankfest in Hamburg vom 22. März 1714. Von Lieboldt.
Gesel 1 Schaft f. Schlesw. -Hol St. 'Lauen b. Geschichte:
Zeitschrift etc. XII. Bd. Kiel, 1882. 8. Zur Geschichte der
Eindeichungen in Norderdithmarschen. Von Eckermann. — Schlesw.-
Holsteinische Fischerei -Verhältnisse im XV. Jahrhdt. Von Dr.
G. V. Buchwald. — Flensburgs alte Stadtmauern. Von Dr. A. Wolff.
— Kiel als Mitglied der deutschen Hansa. Von Chr. Jessen. —
Ein schleswig'scher Sackmann. Von Dr. Jellinghaus. — Aus lübecki-
schen Testamenten von Dr. W. Brehmer. — Die Entstehungsge-
schichte der schlesw. -holsteinischen Kirchenordnung vom J. 1542.
Dargestellt von Pauli Petersen. — Geheimrath Michelsen. Nekrolog
von C. Er. Carsten. — Uebersicht der Geistlichen der evangel.-luthe-
rischen Landeskirche Schleswig- Holsteins. Von Dr. Fr. Vollbehr.
— Antirpiarische Miscellen. Von H. Ilandelmann. — Die Gruft der
Schauenburger zu Itzehoe. Von P. Hasse. — Uebersicht der die
Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg betreifenden Li-
teratur aus dem Jahre 1881 (u. 1882 init.) Von Ed. Alberti. —
Kleinere Mittheilungen. — Gesellschafts-Nachrichten.
Historischer Verein für Niedersachsen:
Zeitschrift etc. Jahrg. 1882 u. 44. Nachricht etc. Hannover,
1882. Hameler Geschichtsquellen. Von Dr. Otto Meinardus. — Aus-
grabungen bei Harpstedt, Hannover. Bericht von Dr. Müller. — Die
geistlichen Brüderschaften, insbesondere die Kalands- u. Kagelbrüder
der Stadt Lüneburg im Mittelalter. • Von Ed. Bodemann. — Briefe
an den kurhannoverschen Minister Albr. Phil, von dem Bussche von
der Herzogin (Kurfürstin) Sophie, der Erbprinzefs Sophie Dorothea
(Herzogin von Ahlden), der Aebtissin von Herford, Elisabeth von
der Pfalz, Leihniz und der Frau von Harling, aus den Jahren 1677
— 1697. Herausgeg. von Ed. Bodemann. — Urtheil Leibnizens
über die Rechtsgültigkeit der Achts- Erklärung gegen Heinrich den
Löwen 1 180. Mitgeth. von dems. — Auslassungen der Elisabeth Char-
lotte von Orleans über die Prinzessin von Ahlden. Mitgeth. von
Dr. Adolf Köcher. — Memoiren der Eleonore von dem Knesebeck,
Hofdame der Prinzessin von Ahlden. Mitgeth. von dems. — Zwei
Briefe der Prinzessin von Ahlden. Mitgeth. von dems. — Der
historische Kern der Rattenfängersage. Von Dr. 0. Meinardus. —
Der Braunschweigisch-Ostfriesische Adelsordeu der „Treuen Freund-
schaft" Von Dr. Herquet. — Die Karlsschanzen, südwestlich von
dem westphälischen Städtchen Willebadessen im Kreise Warburg.
Von Ä. Harland. — Aufzeichnungen, die Kapelle St. Georgii et
XIV auxiliatorum (zu Alfeld) betreffend, vom J. 1514. Mitgeth.
von Ed. Bodemann. — Lüneburger Schulordnung vom J. 1501.
Mitgeth. von dems. ^ Bemerkung zu dem Aufsatze im Jhrg. 1881:
. . „Weisthümer aus dem Hildesheimischen." Von F. Günther. —
Nachtrag.
Architekten- u. Ingenieur-Verein zu Hannover:
Vereinsangelegenheiten.
Viertes alphabetisches Inhaltsverzeichnifs zu Band XVII bis
XXVII. Jahrg. 1871 bis 1881. Hrsg. von dem Vorstände des
Vereins. 1883. 3.
Harz-Verein für Geschichte und Alterthumskunde:
Zeitschrift etc. XV. Jhg. 1882. Wernigerode, 1882. 8. Ge-
schichte der k. Saline zu Artern bis zum Eintritt der preufsischen
Verwaltung. Von A. Schröcker. — Zur Entwicklungsgeschichte
des Halberstädtisch-, Wernigerödischen etc. Postwesens. Von G.
Zilling. — Vor hundert Jahren aus einer harzischen Residenz. Die
Einführung des Stiftshauptmanns von Berg in Quedlinburg i. J. 1774.
Mitgeth. von v. Mülverstedt. — Hrotsvitha, Canonissin des Stifts
Gandersheim, die älteste deutsche Dichterin, Vortrag . . . gehalten
von R. Steinhoff. — Alter u. früheste Erzeugnisse der Papierfabri-
103
Anzeiger für Kunde der deulsehcn Vorzeit
104
kation in Wernigerode. Von Ed. Jakobs. Goslars Urkiindeuschatz
und die Bedeutung der Veröffentlichung desselben für die vaterlän-
dische Geschichte. Vortrag . . . gehalten von G. Bode. — Die
Marken im Amte Salder. Von H. Langerfeldt. — Das Wappen
der Stadt Gandersheim. Vortrag von L. Clericus. (Mit 1 Tafel.)
— Dritter Nachtrag zu den Bergwerksmarken des westlichen Harzes.
Von Gustav Heyse. — Vermischtes. — Vereinsangelegenheiten.
Register über die ersten zwölf Jahrgänge der Zeitschrift des
Vereines . . . (1868—1879) im Auftrage dess., angefertigt von Dr.
C. Böttger. Wernigerode, 1882. 8.
G örres- Gesellsch. z. Pflege der Wissenschaften:
Histor. Jahrbuch etc. IV. Bd. 1. Heft. Münster, 1883. 8.
Zur Geschichte der altbritischen Kirche. Von Funk. — Die Kon-
stantiniöche Scheckimg. H. Von Grauert. — Die Literatur znr Ge-
schichte Franz Rakoczi H. im letzten Jahrzehnt (1872 - 1882). H.
u. Nachtrag. Von v. Krones. — Keccusionen u. Referate. —
Nachrichten.
Gesellsch. f bild. Kunst u. vaterl. Alterth. z. Emden:
Jahrbuch etc. V. Bd. 1. Hft. 1882. 8. Ueber die Echtheit
des ersten kaiserl. Lehenbriefes für Ostfriesland von 1454 u. sein
Verhältnifs zu den beiden anderen von 1463 u. 1464. Von Dr.
Herquet. — Christoph Fr. von Derschau, der erste preufs. Regie-
rungspräsident von Ostfrieslaud. Von Dr. Kohlmann. — Die Men-
noniten in Ostfriesland. II. . . . Von Dr. Müller. — Die Entstehung
der Emder Rüstkammer. Von Schnedermann. — Beschreibung
mehrerer auserlesener Waffenstücke der Emder Rüstkammer. Von
Starcke. (Mit 4 Taf Abbild.) — Tilemann Dothias Wiarda. Von
Bartels. (Mit 1 Lichtdruckportr.) — Kleinere Mittheilungen. —
Gcsellschaftsangelegenheiten.
Gesellsch. z. Beförd. d. Guten u. Gemeinnützigen
zu Basel:
Neujahrsblatt . . . 1883. 4. Basel im Kriege mit Oesterreich
1445 — 1449. Von A. Bernoulli.
Societe d'histoire et d'archeologie de Geneve:
Memoires et documents etc. Deuxifeme serie, tome premier.
(T. XXI.) 1882. 8. Obituaire de l'eglise cathedrale de Saint-
Pierre de Geneve avec une introduetion, des notes et un index par
Alb. Sarasin. XXX u. 331. S.
Societe des ctudes historiques . . . ä Paris:
L'investigateur etc. 48« annee. Jan. — Decbr. 1882. 8. Laure
et Petrarque. Par Eug. d'Auriac. Avenement de la maison de
Bragance au tröne du Portugal. Par le meme. — Reines Merovin-
giennes et Carolingiennes. Par D. du Plan. — Journal du siege
de Gand, avec la prise de la ville et de la citadelle en l'annee 1678,
par Tarmee du Roy, commandant en personne. Comrauniq. par M.
de Nettancourt.
Societes savantes des departements a Paris:
Revue etc. VII. Serie, tome V. 1882. 8.
Foreningtilnorskefortidsmindesmerkersbevariug:
Aarsberetnin^ for 1881. 1882. 8.
Kunst og haandverk fra Norges fortid. Udgivet af foreningen
etc. . . ved N. Nicolaysen. Andet hefte (PI. VI— IX.) Kristiania,
1882. 2.
Gesellsch. f. Gesch. u. Alterthumsk. der Ostseeprov.
Rufslands:
Mittheilunacn aus der livländischen Geschichte. XIII. Bds.
2. Heft. Riga, 1882. 8. Riga im Kriegsjahre 1812. Von Dr. W.
von Gutzeit. S. 117-244.
Smithsonian Institution in Washington:
Smiths, miscellaneous collections. 469. List of foreign cor-
respondents of the Smiths, inst. Corrected to January 1882. 1882. 8.
Verein f. sieb enbürgische Landeskunde:
Korrespondenzblatt etc. VI. Jahrg. 1883. Nr. 1 u. 2. Her-
mannstadt. 8. Aus alten Kalendern. Von R. Philp. — Neujahrs-
brauch. — Beiträge zum siebenbürgischen Wörterbuche. V. Von
A. Kirchhoff. — Bemerkungen zu der Mittheilung über den
Votivsteiu des jüngeren Axius Aelianus. Von C. Torma. — Archä-
ologische Funde am Burgberg von Michelsberg. Von H. Müller.
Siebenbürgisch-deutsche Alterthümcr. Von Fr. Teutsch. — Stu-
denten aus Ungarn u. Siebenbürgen an der Prager Universität im
XIV. u. XV. Jahrhdt. — Zur Geschichte der Union der griechischen
Kirche mit der römischen. — Zur Geschichte der Familie Haller.
Von Friedeufels. — Kleine Mittheilungen. — Literatur. — Fragen.
Jahresbericht dess. Vereines f. d. Vereinsjahr 1881,2. 8.
Archiv dess. Vereines. N. F. XVHI. Bd. 1. Heft. Her-
mannstadt, 1883. 8. Michael Conrad von Heidendorf. Eine Selbst-
biographie. Mitgeth. v. Dr. R. Theil. (Forts.)
liiteratur.
Neu erschienene Werke.
1) Die Baukunst des Mittelalters in Italien von. der
ersten Entwickelung bis zu ihrer höchsten Blüthe.
Von Dr. ph. Oscar Mothes, k. s. Baurath .... Mit
ca. 200 Holzschnitten und 6 Farbendrucktafeln. Jena, H. Co-
stenoble. 1882. 1.— 3. Theil. 8. 480 Stn.
Das Buch soll nach dem Prospekte in vier Theilen ausgegeben
werden und ca. 40 Bogen umfassen, von denen bis jetzt erst drei
Viertheile erschienen sind. Es ist ein in verscliiedener Beziehung
sehr gutes Buch, und deshalb, trotz des scheinbar, jedoch auch nur
scheinbar, unserer Aufgabe fernliegenden Inhaltes, hier der Erwäh-
nung werth. Aber es läfst sich nur schwer in wenigen Worten
charakterisieren, insbesondere so lange es noch nicht abgeschlossen
vorliegt. Nach dem Prospekte hat sich der Verfasser die Aufgabe
gestellt, „unparteiisch , ohne jede .vorgefafste Meinung , ohne jedes
Vorurtheil die bisher als geltend angesehenen Ansichten über die
Entwickelung der italienischen Baukimst des Mittelalters an der
Hand der Resultate seiner eigenen, sowie sämmtlicher zugänglicher
fremder, besonders auch der neuesten italienischen Forschungen zu
prüfen, da, wo diese Resultate jene Ansichten bestätigen, dies freu-
dig zu bekennen, da aber, wo dies nicht der Fall ist, ohne Scheu,
aber auch ohne jede tendenziöse Tadelsucht, das bisher Angenom-
mene zu widerlegen, endlich aber auch allen von ihm etwa vorge-
fundenen Irrthümern und Vorurtheilen derjenigen Kunsthistoriker,
welche das Thema vor ihm behandelt haben, ohne Ansehen der
Person, aber auch unter Vermeidung gehässiger Polemik, kritisch
entgegenzutreten, endlich aber auch die trotz eifrigen Forschens
bisher gebliebenen Lücken, soweit dies die neuereu Forschungen
gestatten, auszufüllen."
Die Aufgabe, die sich der Verfasser gestellt, ist also wesent-
lich eine kritische gegenüber der gesammten bisherigen Literatur ;
105
Anzeiii'ri- für KiiihIo der deulscheii ^'orzeil.
1Ü6
auf Grund der kritisch richtig gestellten Resultate soll sodann das
Gebäude der italienischen Architekturgeschichte des Mittelalters
von den Anfangen bis zur höchsten Blüthe eigenartig neu aufge-
richtet werden. Da findet denn der Verfasser sowohl an den bild-
lichen Aufnahmen der Gebäude, die seither die Grundlage der Be-
trachtung gebildet, manche Ungenauigkeit der Darstellung zu rügen,
als auch an der Auffassung der Baugeschichte. Er stellt theilweise den
älteren neue Aufnahmen, ebenso den älteren Restaurationsversuchen
neue gegenüber und bringt eine grofse Zahl bisher noch nicht ver-
öffentlichter (Jebäude und Einzelheiten zum erstenmal an die Oef-
fentlichkeit, sowohl nach eigenen Aufnahmen, als nach solchen italie-
nischer Fachgenossen, die ihre Arbeiten ihm zur Verfügung ge-
stellt. Das ist von vornherein unter allen Umständen dankenswerth
und sichert dem Buche bleibende Bedeutung. Ein jeder wird
es zur Hand nehmen müssen, der die seitlierige Literatur auch
ferner benützen will, ohne eine Anzahl Mängel in sich aufzunehmen.
Wie weit der Verfasser mit seinen Bemängelungen im Einzelnen
im Rechte ist, liefse sich natürlich nur von Fall zu Fall auf Grund
genauer Untersuchung feststellen, die man vom Referenten nicht
verlangen kann, dem deshalb doch das Buch sympathisch sein kann.
Wer manche der Quellen benützt wer viele Aufnahmen mit
den Originalen verglichen hat, weifs, wie viele Fehler sich einge-
schlichen haben, und wird für Richtigstellung jedes einzelnen dank-
bar sein.
Ueber den neuen Aufbau, welchen er der Architekturgeschichte
Italiens gibt, läfst sich streiten. Nachdem er schon an der Spitze
der Einleitung hervorgehoben, dais die klassische Kunst unter den
Römern in dem letzten Stadium der Entwickelung, theils unter den
Einflüssen, welche die verschiedenen Nationen geltend machten, die
vom römischen Reiche aufgenommen waren, theils unter solchen,
die sich aus religiösen Strömungen, welche sich geltend machten,
ergaben, neue Elemente aufnehmen mufste, führte er zugleich aus,
dafs die Errichtung von Gebäuden zu christlichen Kultuszwecken
in jene Zeit hinaufgeht, in welcher eine Trennung der christlichen
Kunst von der heidnischen nicht gedacht werden kann, und legt
also die Frage nahe, ob denn nicht auch ein Einflufs dieser christ-
lichen Geistesrichtung auf die Gesammtentwickelung der späteren
klassischen Kunst selbst erkennbar sei. So kommt er auch zu der
Erkenntnifs, dafs die mittelalterliche Kunst sich ganz langsam, nach
und nach aus der unter äufseren Einflüssen sich stets ändernden
klassischen Kunst entwickelt habe, und dafs es ungemein schwer,
ja ganz willkürlich sei, irgend eine Jahreszahl, irgend ein Ereignifs,
wie dies auf dem Gebiete der politischen Geschichte geschehen
kann, als Abschlufs einer alten und Beginn einer neuen Kunstperiode
zu bezeichnen. Das hat gewifs seine Richtigkeit, aber wir werden
dadurch doch in bedenklicher Weise des Haltes beraubt, welchen
bestimmte Stationen auf dem Wege der Entwickelung uns geben,
und wir finden insbesondere den Verfasser dadurch dann und wann
in Widerspruch gesetzt mit dem Titel seines Werkes selbst.
Es läfst sich einmal nicht vermeiden, eine Periodeneintheilung
vorzunehmen. Wenn nun gewifs jedermann gerne zugeben wird,
dafs um das Jahr, welches die allgemeine Weltgeschichte als Ab-
schlufs des Alterthums bezeichnet, ein solcher Abschlufs in der
Architekturgeschichte undenkbar ist, so mufs man doch auch dafür
irgendwo den Anfang des Mittelalters suchen. Der Verfasser sagt
nun, er finde bei genauer Prüfung, dafs für die Baukunst der An-
fang des ..Mittelalters" da eintritt, wo die vom Alterthum über-
kommenen Traditionen durch Keime neuer l'ormen gelockert und
verschoben zu werden beginnen ; so mufs er den Beginn des Mit-
telalters so weit zurücklegen, dafs er eine ganze Periode herein-
bekommt, welche andere gewifs mit ebensolchem, wenn nicht mit
mehr Recht als den Abschlufs der antiken Kunst ansehen und den
Beginn der mittelalterlichen weit sjjäter legen; und doch kann er
auch da ebensowenig festen Anhaltspunkt zu einem Beginne fin-
den, als andere ihn später fixieren können, da ja alle darin über-
einstimmen, dafs eine bestimmte Jahreszahl nicht festzuhakeu'ist.
So beginnt er denn, nicht in der Einleitung, sondern im Buche selbst,
mit einer Kritik der Restaurationsversuche der Basilica ülpia, denen
er einen neuen gegenüberstellt, und bezeichnet als erste Periode
die vorkonstantinische Zeit, als zweite die konstantinische Zeit
selbst , da ja in der That einzelne mächtige Wurzeln der mittel-
alterlichen Kunst so hoch hinaufgehen. Im übrigen stellt er seine
eigenen Gruppen auf, wobei er im ersten Kapitel die Entwickelung
der ,.basilikalen", die ,.eigentlichen Centralbauten" der quadrati-
schen und kreuzförmigen Anlagen, soweit sie, wenn wir ihn recht
verstanden haben , auf spezifisch klassischer Tradition beruhen,
bis zum Schlüsse des ersten Jahrtausends , resp. des achten Jahr-
hunderts behandelt, im zweiten sodann die Ostgothenbauten , im
dritten die „Bauten der Lombardei', und zwar in einem ersten
Theile die Longobardenbauten , welche die Meister dieses germani-
schen Stammes nicht blos in der Lombardei selbst , sondern auch
aufserhalb, selbst in Unteritalien, bis zum Schlüsse des 11. Jahrhun-
derts errichteten. Es ist nm- eine formale Ausstellung, wenn wir
noch ein wenig schärfer die Untersuchung durchgeführt wünschten,
wie die beiden Elemente, die den Centralbau in der Kirchenbau-
kunst hervorgerufen haben, das Baptisterium und das Grab, unter
sich verschieden und doch zusammenliängend auf altheidnischer
Grundlage entstanden sind , ob das Baptisterium etwa mit dem Im-
pluvium der Wohnhäuser, in denen der christliche Kultus zuerst
ausgeübt wurde, zusammenhängt, oder ob es der ausgebildete und
erweiterte Brunnen ist, wie das Grab als Rundbau, Quadrat oder
Kreuzbau eine Fortsetzung der vom prähistorischen Tumulus ausge-
henden, bei allen Völkern sich eigenartig entwickelnden Kette der
Mausoleen ist, wie diese theilweise mit dem Herrscherpalaste selbst
verbunden und wie die Grabkirchen zugleich als Palastkapellen sich
entwickelten, wie aus ihnen sich durch die über dem Märtyrergrab er-
richteten Grabstätten die Reliquienkirchen als grofse, monumentale
Reliquiare von centraler Gestalt ausbildeten, die in und aufser
Italien noch das ganze Mittelalter hindurch errichtet wurden. Auch
müfste wohl gerade hier über die Grenzen Italiens hinausgegangen
worden sein, um zu zeigen, wie die von Germanen beherrschte
christliche Welt und Kultur im ganzen ersten Jahrtausende eine
gemeinsame war, die zwar in Italien noch ihren Mittelpunkt hatte,
von woher die Welt noch vom römischen Weltreiche Befehle zu
erhalten gewohnt war, das sie als iliren Mittelpunkt ansah, wohin
sie alle Kulturelemente brachte, um sie von dort wieder allent-
halben hin zu verpflanzen.
Gerade weil dies der Fall war, sind wir aber der Ansicht, dafs
in diesem ganzen ersten Jahrtausende noch der Abschlufs der an-
tiken Welt liegt, die zwar christlich geworden, aber antik geblieben
war, weU sie gemeinsame Kultur und gemeinsame Anschauung
hatte. Sie gieng allmählich zu Grunde, und es entwickelten sich
aus ihr die neuen Nationalitäten. Deshalb hätten wir gewünscht,
dafs hier ein Hauptabschnitt gemacht worden und von hier an die
107
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
108
spezifisch mittelalterliche Kunst gezählt worden wäre. Es scheint
uns eine Verdunkelung der thatsächlichen Verhältnisse in der Dar-
stellung des Verfassers zu liegen, der ruhig, im Contexte weiter-
fahrend, nun in einem zweiten Theile des dritten Kapitels imter
dem Titel : „Mittelalterliche Bauten in der Lombardei", die nach der
definitiven Trennung Italiens in kleine Territorien in diesen er-
richteten Bauten betrachtet, wobei er ebenfalls über die Grenzen
der Lombardei hinaus zu ^greifen genöthigt ist. Wir würden sie
als weitere Entwicklung der lombardischen Bauweise in den ein-
zelnen Territorien bezeichnet haben.
Indessen scheinen uns nicht blos die Kapitelüberschriften nicht
präcise genug den Sinn auszudrücken. Gerade, weil wir es berech-
tigt finden, der Nationalitätenfrage in einem Lande auch in Bezug
auf die Baukunst weitgehenden Einflufs zuzuschreiben und die Ein-
theilung darnach vorzunehmen, wo eine annähernd homogene alte
Bevölkerung, durch fremde Nationen überfluthet, der politischen
Einheit beraubt und unter fremder Eroberer Botmäfsigkeit so lange
gestellt wird, bis diese selbst sich mit der heimischen Bevölkerung
zu einer neuen Nationalität verschmolzen haben, so möchten wir
dies auch in der Durchführung mehr hervorgehoben wissen. Es
ist gewifs berechtigt, die Gruppen der Gebäude auszusondern, wel-
che die mächtigen Ostgothen , welche die Lougobarden errichtet
haben, zu sehen, wie weit sie über die Grenzen ihres Besitzes und
über die Dauer ihrer Herrschaft hinaus thatsächlichen Einflufs ge-
übt haben; aber wir möchten nicht diese Darstellung beinahe
blos durch trocken chronikalische Aufzählung geben, die in Ver-
bindung mit nicht ganz klaren üeberschriften doch jene Thatsache
nicht charakteristisch genug vor unsern Augen erscheinen läfst.
Die Anregung aber, in weiter gehender Weise, als dies bisher
geschehen , jenes mächtig wirkende Element der Nationalität bei
Untersuchung und Aufbau der Kunstgeschichte Italiens zu berück-
sichtigen, nehmen wir, wie oben gesagt, gerne an, um so lieber,
als es gerade für uns Deutsche sicher interessant genug ist, zu
sehen, welche Einflüsse der Geist germanischer Stämme auf die
Entwickelung italienischer Kunst genommen hat, aber auch wiederum,
wie weit andere Verhältnisse jeder Art neben den vorgefundenen
alten Traditionen den Ausdruck des germanischen Geistes der herr-
schenden Klasse zurückdrängen und umgestalten mufsten. Dafür
sind wir dem Verfasser ebenso dankbar, wie für die vielen Berich-
tigungen und die Fülle der neuen Mittheiluugen in den meist sehr
gut und charakteristisch gegebenen Zeichnungen.
Die Ausstellungen, welche wir zu machen haben, sind alle
mehr formaler Art; denn, ob man die Zeit der klassischen Bau-
weise bis etwa zum Schlüsse des ersten Jahrtausends, wie wir als
Abschlufs der Antike und das „Mittelalter" in der Baukunst erst
etwa vom zweiten Jahrtausend an rechnen, oder ob man, wie er, es
schon mit der römischen Kaiserzeit beginnen läfst, ist gleichgültig ;
die Thatsache bleibt bestehen, dafs die erste Periode der christ-
lichen Kunst keine selbständige, spezifisch christliche Zeit ist, und
dafs bis zum Schlüsse der ersten Jahrtausends derselbe Geist
herrschte, der schon in den ersten Jahrhunderten der klassischen
Kunst neue Elemente zuführte, Elemente, die später mehr und
mehr hervortreten. Die Frage , wo zweckmäfsiger der Abschnitt
zu machen wäre, ist ja blos eine formale Frage, wie alle anderen,
die wir zu berühren hatten. So möge uns der Verfasser auch noch
eine formale Ausstellung gestatten und es nicht als blofse Nörgelei,
sondern als Ausflufs des Interesses an seinem Buche ansehen, wenn
wir bezüglich der Illustrationen sagen , sie hätten schon ein wenig
Papier mehr verdient. Die Art, wie er, um Raum zu sparen, eine
Anzahl von Zeichnungen in- und aufeinander schiebt, da abbricht,
dort schräg stellt, oder gar in die glatt bleibenden Flächen einer
anderen Zeichnung hinein zei(!hnet, ist oft mehr als merkwürdig.
Soll denn nur der die Zeichnungen ansehen, der nicht den Ein-
druck auf sich wirken lassen will, den ein Bauwerk oder ein Ein-
zeltheil desselben macht ? A. E.
2) Der Stiftungs- Altar des Grafen Rochus zu Lynar,
Kurbrandenb. Baumeister, in der Nicolai-Kirche zu
Spandau. 8. 22 Stu. und 1 Tafel. Festschrift zum drei-
hundertsten Gedenktage von Peter Walle. Berlin, 1882.
Jul. Bohne.
Der Architekt Peter Walle hat zum dreihundertsten Gedenk-
tage der im Jahre 1582 erfolgten Stiftung des Altars der Nicolai-
kirche zu Spandau eine kleine, würdig ausgestattete Festschrift
herausgegeben, in welcher er neben Abbildung und eingehender
Beschreibung dieses Altars, eines in Stein und Stuck ausgeführten,
grofsen, in seiner Gesammtform noch an die gothischen Flügelal-
täre erinnernden, aber völlig in den Formen der spätem Renaissance
ausgebildeten und reich mit figürlichen Reliefs und Statuetten ge-
schmückten Werkes, auch eingehendere biographische Notizen über
den Stifter desselben, Rochus Guerini, Grafen zu Lynar, eines
viel zu wenig bekannten, um das Kurfürstenthum Brandenburg viel-
fach verdienten Mannes — er war nicht nur Festungsbaumeister
und Oberster der Artillerie, sondern auch gewandter Verwaltungs-
heamter und Diplomat — gibt und dadurch das Andenken an die-
sen Mann, welcher, 1525 im Florentinischen geboren, von 1578 bis
zu seinem 1590 erfolgten Tode im Dienste des Kurfürsten von Bran-
denburg stand, neu belebt. Nur in losem Zusammenhange mit dem
Hauptinhalt dieser Schrift steht ein Nachtrag derselben, welcher
Auszüge aus dem im gräflich Lynar'schen Familienarchiv im
Schlosse Lübbenau aufbewahrten Tagebuche des Grafen (von 1590)
und seiner Gemahlin (von 1564 — 1585) enthält und den Zweck hat,
auf diese zwar schon im Jahre 1835 von Friedrich v. Raumer theil-
weise publicierte, aber noch nicht ausgenützte reiche Quelle für
Kulturgeschichte von neuem aufmerksam zu machen R. B.
3) Kunst im Hause. II. Reihe. Abbildungen von Gegen-
ständen aus der mittelalterlichen Sammlung zu Basel. Her-
ausgegeben und mit einer Einleitung versehen von Prof.
Dr. Moritz Heyne. Gezeichnet von W. Buheck, Architekt.
Basel, C. Detloff. 4. IV u. 14 Seiten u. 30 Tafeln
Nachdem wir vor 2 Jahren (Anz. 1881, Sp. 27 f.) auf die erste
Abtheilung dieses Werkes hingewiesen haben, in welchem der hoch-
verdiente Vorstand der mittelalterlichen Sammlung zu Basel die
interessantesten Stücke jener werthvollen und für das Studium der
Kulturgeschichte und Kunstgeschichte der Schweiz nicht hoch genug
anzuschlagenden Sammlung veröfl'entlicht , um sie sowohl für das
geschichtliche Studium, wie für die heutigen kunstgewerblichen Be-
strebungen nutzbar zu machen, sei hier nur kurz auf das Erscheinen
der zweiten hingewiesen, die, ähnlich gehalten wie die erste, in treff-
lichen Zeichnungen und kurzem Texte ebenso ansprechend wirkt.
Möge bald eine dritte erscheinen ; möge aber auch, was die Samm-
lung für die Geschichte der Kunst in den Kirchen Herrliches bietet,
den Fernstehenden nicht vorenthalten bleiben! Möge, was für die
100
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
HO
Geschichte der Bewaffnung und andern Fächer vorhanden ist, nicht
bei der Publikation vergessen werden ! A. E.
Veruiisctate Nachrictateu.
19) Oldenburg, 21. Febr. (Urnenfund.) Bei Donnerschwee,
in einem dem Herrn W. Gramberg gehörigen Grundstück, der Son-
nenkamp genannt, wurden vor einigen Wochen beim Abgraben des
Sandes, in einer Tiefe von etwa 50 cm., in gelbem Alluvial-Sand
drei nett gezierte T^ongefäfse von heller Farbe gefunden. Zwei
sind soweit erhalten, dafs die Form so ziemlich wieder herzustellen
ist, von dem dritten fehlen leider viele Scherben, was um so mehr zu
bedauern, da die Bruchstellen frisch erscheinen, die Scherben also
leider übersehen sind. Diese Urnen sind den in unsern Steindenk-
mälern gefundenen sehr ähnlich ; sie enthielten weder Brandzeiehen
noch Knochen, sondern nur Sand, dieselben'waren daher vermuth-
lich Weihegefäfse, was auch ihre Form (eine derselben ist becher-
förmig) glauben läfst. Ein Zeichen mehr, dafs sich in altersgrauer
A^orzeit auf diesen Höhen der steilen Meeresufer, einst eine heidni-
sche Stätte des Gottesdienstes befunden, wie der Name Donnerschwee
andeutet. Herr Gramberg hat diese interessanten Reste hohen Al-
terthums dem Museum verehrt. (Brem. Nachr., Nr. 54.)
20) Andernach, 15. Febr. Eine wichtige, die Vorge-
schichte unserer Gegend betreffende Thatsache ist in diesen
Tagen festgestellt worden. Auf eine Anzeige des Herrn C. Konen,
dafs man in einer Bimssteingrube von J. iSI. Schumacher hierselbst
zerschlagene Thierknochen unter dem Bimsstein ge-
funden habe, hat Professor Schaaffhausen aus Bonn eine genaue
Untersuchung der Fundstelle vorgenommen und den unter dem
Bimsstein rulienden Lavastrom, der hier nur noch eine Mächtigkeit
von 2 Meter hat, auf einer Strecke von fünf Meter blofslegen las-
sen. Es zeigte sich, dafs die Spalten zwischen den Lavablockcn
60—100 Meter tief mit Bimsstein, darunter aber mit reinem Lehm
ausgefüllt waren, in dem zahlreiche, vom Menschen zerschlagene
Thierknochen, meist von Ochs und Rind, und viele Feuersteinge-
räthe lagen. Hier raufs eine alte Niederlassung sich befunden ha-
ben, von der die Speiseabfälle in die Spalten des Lavastromes ge-
fallen sind, ehe die Bedeckung mit Bimsstein stattfand. Der Mensch
war also unzweifelhaft Zeuge dieses vulkanischen Ereignisses.
(Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 86.)
21) In der zweiten Hauptversammlung des Vereins für die Ge-
schichte Berlins sprach Stadtrath Friedel über die archäologischen
Funde, die im Jahre 1882 im Weichbilde Berlins gemacht wurden.
Der Mittheilung über diese Sitzung in Nr. 49 des Reichsanzeigers
entnehmen wir, dafs W. .Siemens auf seinem Grundstücke in Char-
lottenburg ein grofses Gräberfeld aufdeckte und über 100 Urnen
von roher Gestalt mit wenigen Beigaben erhob. In Wilmersdorf
ist eine grofse, elegant geformte Urne, ein sogen. Mäandergefäls,
gefunden worden. In Spandau ist man auf einen Pfahlbau ge-
stofsen, der Bronzegegenstände u. A. enthielt. Bei Schöneberg, im
Akazienwäldchen, haben sich Grubenwohnungen aus germanischer
Zeit mit Bronze- und Eisenresten gefunden.
22) Im Interesse der möglichsten Vollständigkeit unserer Mit-
theilungen wollen wir hier auf einen kurzen Aufsatz in Nr. 62 der
„Nordd. Allgem. Ztg." über die Schalensteine aufmerksam machen,
der an zwei Vorträge des Draintechnikers Fritz Röder in der histo-
rischen Gesellschaft zu Solothurn anknüpft, in Welchem letzterer
den Nachweis versucht, dafs die so viel besprochenen Schalen-
steine prähistorische Landkarten seien, die sich gegenseitig ergän-
zen und deren jeder die gegenseitige Lage und Entfernung der da-
maligen Niederlassungen angebe.
23) Man liest im „Vhare de la Loire" : Ein neuer Dolmen ist
soeben in Saint-Pierre-Quiberon im Departement Morbihan entdeckt
worden. Dieser Dolmen enthielt vier vollkommen erhaltene Men-
schengerippe und in einer Ecke einen Haufen von 12 oder 13 Scha-
dein. Unter den Gerippen fanden sich noch zwei Aexte von Silex,
eine bronzene Stecknadel und einige Fragmente von Gefäfsen vor.
Herr Gaillard aus Plouharnel, der mit der Restauration und Er-
haltung der keltischen Alterthümer betraut ist, hat sich sofort an
Ort und Stelle begeben, um den Dolmen mit den darin aufgefundenen
Gerippen photographieren zu lassen. Diese Entdeckung ist sehr
interessant und wirft auf die keltischen Monumente ein neues Licht.
Bisher hatte man nämlich bei den Dolmens und Menhirs noch nie
Gebeine aufgefunden. Diese Gerippe von Quiberon scheinen mithin
den Gelehrten Recht zu geben, welche behaupteten, dafs all diese
Steine nichts als Gedenksteine von Begräbnifsplätzen. sind.
[Südd. Presse, Nr. 56.1
24) Wiesbaden, 19. Sept. Im ,Rhein. Kurier" lesen wir:
Auf dem Altkönig hat der nassauische Alterthumsverein Nach-
grabungen vorgenommen, welche zwar nicht zu überraschenden,
aber doch für das archäologische und das gröfsere Publikum bis-
her ganz unbekannten, Ergebnissen geführt haben. Im Innern der
Ringwälle fand sich nämlich als Kern eine Brockenmauer. Dieselbe
hatte im äufseren Ringwall eine Stärke von 2,50 m., im inneren
Ringwall aber, der überhaupt weit massenliafter ist, eine Stärke
von 6,70 m. Wenn man die Wälle mit Recht ansieht als die Trüm-
mer von eingestürzten Mauern und aus der Masse des Walles, so-
wie aus der Dicke der Mauern deren einstige Höhe berechnet, so
hatte die äufsere oder Zwingermauer bei einer Stärke von 2,50 m.
eine Höhe von 4 m. und die innere oder Hauptmauer bei 6,70 m.
Stärke eine Höhe von 3,80 m. Wer nun diese Mauern, soweit
sie blofsgelegt wurden, von aufsen ansieht und die überaus schlechte
Werkweise beachtet, welche das Parament zur Schau trägt, begreift
kaum, wie sie auf der freigestellten Höhe von nur 1,60 m. sich
halten kann, geschweige denn auf eine Höhe von 4 m. aufragen
konnte ? Wie es möglich war, aus den ungefügen und kaum lager-
haften Brocken ohne Kalkmörtel, der ja vollständig fehlt, eine
solche Mauer zu Stande zu bringen? Das erklärt sich nur da-
durch, dafs wir annehmen, es habe dabei ein anderes Bindemittel
mitgewirkt: sie sei nach Art der gallischen Mauern, wie sie Cäsar
beschreibt, oder nach Art der dazischen Mauern, wie sie die Trajans-
säule abbildet — durch Holzeinlagen in Bänke abgetheilt und ver-
ankert gewesen. In der That fanden wir an einer Stelle im inneren
Wall einen zwar von oben verschütteten, aber an den Seitenwänden
noch wohl erkennbaren Kanal, in dem einst ein solcher verankern-
der Baumstamm gelegen haben mochte, und darüber fanden wir das
Gestein mürbe imd geröstet — so, als sei das Holz verbrannt und
habe das Gestein über sich in diesen Zustand versetzt. Aber noch
mehr ! An einer anderen Stelle mufs die Holzmenge, die verbrannt
ist, noch viel gröfser gewesen sein und so viele Asche gegeben
haben, um das für sich allein unschmelzbare Quarzitgestein anzu-
111
Anzeiger
für Kunde der deutschen Vorzeit.
112
greifen iind mit einem fliefsenden und tropfenden Sehlackenüberzug
zu versehen. (Corresp.-Bl. d. Ges.-Ver. d. deutsch. Gesch.- u.
Alterth.-Ver., Nr. 12.)
25) lieber den Goldfund von Vettersfelde, dessen wir zu-
erst unter Nr. 202 der vermischten Nachrichten im Novemberhefte
des vorigen Jahrganges Erwähnung gethan, finden sich nun nach
und nach nähere Mittheilimgen , die denselben immer bedeutender
und wichtiger erscheinen lassen, so dafs wir wohl noch eine Er-
gänzung der unter Nr. 3 in der Januarnummer gebrachten Nach-
richt geben dürfen. Aus den uns zugänglichen Zeitungen, deren
Mittheilungen freilich sämmtlich nicht von fachmännischen Kreisen
geflossen zu sein scheinen, theilen wir hier die Beschreibung aus
Nr. 36 der „Süddeutschen Presse" mit :
Berlin 9. Februar. Ein Goldfuud von Vettersfelde in der
Lausitz ist im Antiquarium der königlichen Museen, dem sogenannten
Sternsaal, ausgestellt worden. Man bemerkt zunächst einen mit auf-
gelötheten, aus Draht gebildeten Zierrathen bedeckten Degengriff; der
Raum für die Hand ist, wie gewöhnlich bei den antiken Waffen,
sehr klein ; daneben ist ein merkwürdiges Schmuckstück aufgestellt,
in dem man am wahrscheinlichsten den Brustschmuck eines Kriegers
sehen wird. Vier runde Platten mit einem erhobenen Buckel in
der Mitte sind um einen kleineren Kreis angeordnet ; bei jeder Platte
ist der zwischen dem Rande und dem inneren Buckel befindhche
Raum durch zwei Gruppen von je zwei Thieren verziert. Ueber
die Fläche vertheilte Löcher dienten ehemals zur Befestigung auf
einem andern StoiFe. Dann bemerkt man weiter eine eigenthümlich
ausgeschweifte Goldplatte, in der man wohl die Vorderhekleidung
eines Köchers sehen mufs ; unter dem oberen Theil, der wegen der
beiden Augenausschnitte am meisten an eine Maske erinnert, ist
die Platte der Länge nach in zwei Streifen getheilt , deren jeder
mit einer Thiergruppe (ein Löwe resp. Panther greift eine An-
tilope , bezüglich einen Eber an) verziert ist; darunter sind noch
Fische angebracht ; nach rechts ist die Platte ausgeschweift und
mit einem Löwen verziert. Das Hauptstück der Sammlung ist der
schon mehr erwähnte und beschriebene goldene Fisch. Aufserdem
gehört noch zu dem Funde eine mit Golddraht verzierte schöne
Dolchscheide, ein Armband, eine lange goldene Kette, ein Goldreifen,
der wohl als Halsschmuck diente, da er, wie es scheint, sich öifnen
läfst, und andere Gegenstände. Ueber die praktische Verwendung
des Fisches ist bis jetzt noch keine, irgendwelchen Anspruch auf
Sicherheit machende Vermuthung vorgebracht. Man hat wohl an
den Schmuck eines Rosses gedacht, doch spricht der Umstand da-
gegen, dafs von sonstigem Geräth, wie es für Pferde gehört, auch
nicht das geringste mit aufgefunden ist- Viel wahrscheinlicher ist
es, dafs uns in dem Fische der Schildschmuck eines vornehmen
Kriegers erhalten ist. Dafs die Schilde vielfach mit aufgesetzten,
besonders gearbeiteten Figuren verziert wurden , ist "bekannt und
wird durch die erhaltenen Denkmäler zur Genüge bewiesen. Dafs
der ganze Goldschmuck zusammengehört, das geht schon aus der
üebereinstimmung der einzelnen Ornamente mit Sicherheit hervor.
Ohne Zweifel haben wir in dem neuerworbenen Goldschmuck ein
Denkmal, das schon an sich hohe Beachtung verdient, noch wichtiger
aber dadurch wird, dafs es dem vaterländischen Boden entnommen
ist. Wie es nach der Lausitz gekommen sein mag, ob auf dem
Wege des Handels, oder ob es als ein Beutestück aus den südöst-
lichen Ländern mit nach Norden gewandert ist, das vermag man
natürlich vorläufig nicht zu ergründen.
26) Waadt. Auf einem Grundstück des Herrn F. du Bois
in Champittet wurde ein 12 Meter langer, aus der Pfahlbauzeit
stammender Kahn blofsgelegt. Derselbe ist jedoch so beschädigt,
dafs man ihn kaum anderswohin transportieren kann.
(Anz. i. Schweiz. Alterthmskde., Nr. 1.)
27) Kühn au bei Dessau. Arbeiter fanden beim Aufgraben
einer Fuchshöhle einen länglichen Kasten 10 — 12 cm. dick. Derselbe
ist der Länge nach gespalten und zeigt auf den inneren Seiten Ver-
tiefungen, die genau aufeinander passen. In dem Kasten befanden
sich Metallgeräthe aller Art, kleine Waifen und Schmucksachen
aufbewahrt, z. B. eine fein vorgearbeitete Axt, an welcher ein
Stückchen fehlt, ein Brouzemeifsel , eine Anzahl von Ringen, die
letzteren leider alle zerbrochen; denn die Finder hatten die Sachen
für edles Metall angesehen und durch anhaltendes Putzen den Gold-
glanz herzustellen sich vergeblich abgemüht. Im übrigen sind alle
Gegenstände gut erhalten. Aufserdem fand man ein ziemlich grofses
Brouzemesser und einen zum Umhängen bestimmten Schmuckgegen-
stand, ebenfalls von Bronze.
(Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitätenk., Nr. 2.)
28) Die Stadt Friedberg in Hessen hat eine neue Wasser-
leitung erhalten, um deren Legung willen der Boden allenthalben
aufgerissen wurde. Ueber die reiche Ausbeute an römischen Resten,
die sich ei'gab, berichtet der inzwischen verstorbene Dr. R. Schäfer
in Nr. 1 u. 2 des diesjährigen Correspondenzblattes des Gesammt-
vereins der deutschen Geschichts- und Alterthumsvereine. Zunächst
ist eine grofse Zahl von Ziegeln und Ziegelstücken mit Stempeln
gefunden worden, die theils die vorher schon festgestellte Anwesen-
heit verschiedener Legionen und Cohorten bestätigen, theils durch
Nachweis anderer ergänzen. Die Existenz monumentaler Bauten
liefs sich feststellen, die Kenntnifs des schon früher erwähnten
Mithräums wurde erweitert, Fundamente römischer Privatbauten
aufgedeckt, ein römischer Töpferofen gefunden, der zweite in Fried-
berg aufgedeckt. Unter den Resten von Thongefäfsen waren wenige
aus Terra sigillata, doch fand sich eine reiche Ausbeute an ge-
musterten, mit Stempeln beprefsten Scherben ; besonders merk-
würdig ist eine grofse, circa 1 Fufs hohe schwarze Urne, sowie
eine Gesichtsurne aus hellem Thon; einige Lampen in Silber und
Bronzemünzen in grofser Zahl entstammen der ganzen Periode der
römischen Kaiserzeit von Cäsar an ; einige wenige Schmuckslücke
aus edlem Metall, dagegen sehr viele Bronzeobjekte, Nadeln und
ein Kamm aus Bein , Beinspielknöpfe u. a. m. fanden sich. Das
Jahr war also nicht blos für die Kenntnils des römischen Friedberg
ein hochwichtiges, sondern auch für die Mehrung des Bestandes
an kleinen Denkmälern aus der Zeit der römischen Occupation.
29) In der gemeinsamen Sitzung des historischen und des anthro-
pologischen Vereins zu Stuttgart vom 27. Januar sprach der Lan-
deskonservator Paulus über die von ihm im September v. J. ge-
leitete Ausgrabung des römischen Kastells zu Isny, während Ober-
baurath v. Egli üb^r die Kennzeichen römischen Quader-, Backstein-
und Bruchstein-Mauerwerkes sprach. Eine eingehende Beschreibung
des Kastelies von Isny ist aus dem „Schwab. Merkur' aligedruckt
in Nr. 17 des Unterhaltungsblattes der ,.Augsburger Postzeitung."
30) Zürich. In einem Rebberge bei Marthalen sind römische
Bauüberreste gefunden worden.
(Anz. i. Schweiz. Alterthmskde., Nr. 1.)
31) St. Wendel, 19. Jan. In dem nahegelegenen Dorfe Fursch-
weiler wurden die Fundamente einer römischen Villa blofsgelegt.
113
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
114
Das Ganze ist aus Bruchsteinen aufgcfiilut , welcho in sehr festem
Kalkmörtel nihen. Im Atrium befindet sich ein nocli ziemlich
wohlerhaltener Opferaltar, in dessen Nähe Knochen und Stücke
von Hirschgeweihen gefunden worden sind, so dafs man daraus
schliefsen kann, derselbe sei der Diana geweiht gewesen. Aufser-
dem wurde eine Menge von Scherben irdener und eiserner Geschirre
gefunden. Verkohlte Ueberreste von Balken lassen auf eine gewalt-
same Zerstörung schliefsen. (Südd. Presse, ^Tr. 20.)
32) Aus der Provinz Sachsen, 2. Februar. In der gol-
denen Aue sind zu verschiedenen Malen römische Münzen bei
Tilleda und Görsbach gefunden worden ; vor ein paar Jahren wurden
bei Voigtstedt bei Gelegenheit des Eisenbahnbaues mehrere römische
Gefafse und ein werthvoller Goldschmuck zu Tage gefördert. Vor
Kurzem wurden bei Ober-Röblingen an der Helme auf einem Plan-
stücke beim Rajolen mehrere Bronzegegenstände (aus einer Schale
von 4 Centimeter Höhe und 40 Centimeter Umfang, vier Scheiben
und Gitterflechtwerk, letztere Schmuckgegenstände darstellend, be-
stehend) aufgefunden. Diese hat man Hrn. Lindenschmit zu Mainz
zur Bestimnuuig übersandt, und dieser hat sie für römischen Ur-
sprungs erklärt. Somit gewinnt die Ansicht mehr und mehr Wahr-
scheinlichkeit, dafs der berühmte Zug des Drusus von Mainz nach
der Saale und Elbe durch das Helmethal gegangen ist.
(Nordd. allgem. Ztg., Nr. 61.)
33) Der Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde theilt in
Nr. 1 aus dem Aargau mit, dals bei Z im in gen an der Südwest-
seite des sogenannten Herrschaftsberges drei Gräber aus burgun-
discher Zeit aufgedeckt worden sind. Bei einem der Skelette, einem
Weibe, fand sich ein Halsschmuck aus Korallen vor.
34) Frankfurt a. M. In den verwichenen Tagen wurde in
den" germanischen Reihengräbern beiNieder-Ursei ein,
wenn auch kleiner, so doch historisch bedeutender P'und gemacht.
Man fand bei 'einem Gerippe eine deutsche (durch den Erddruck
zerbrochene) Urne und Trümmer von Terra sigillata-Gefäfsen. Letz-
tere waren ebenfalls zerbrochen durch den Erddruck. Es waren
Scherben einer runden Schale und einer grofsen Reibschüssel. Au-
genscheinlich sind der Leiche beide Gefäfse als Hausgefäfse , als
Hausutensilien oder Beerdigungsbeigaben gerade so beigesetzt wor-
den, wie die selbstfabrizierte germanische Urne. Die Reibschüssel
war sehr abgenützt ; viele Körner des Reibbodeus schon ausgerieben.
— Nimmt man an, dafs der Gebrauch, den Leichen solche Geräthe
zur Todtenreise oder Lebenshabseligkeiten und Waffen mitzu-
geben, nur allmählich abblafste, so ist man erstaunt über die Masse
der Dinge, die bei den Nieder-Urseler Leichen gefunden wurden.
Ich habe im Laufe der Jahre etwa 35 Leichen theils selbst der
Erde enthoben, theils entheben sehen ; bestimmt fand ich , dafs die
Beigaben viel zahlreicher und mannigfaltiger sind , als die in dem
Bodenheimer Reihengrabfeld. Somit müfste man letzteres für später
erklären als das Nieder-Urseler. Auch die Ausnützung des Raumes
und die systematischere Beerdigung bei den Bodenheimer Reihen-
gräbern schien für diese Annahme zu sprechen. Auch die Beigabe
der römischen Hausgefäfse scheint es. Es läfst sich nicht gut an-
nehmen , däls die von römischen Zurückgebliebenen verfertigten
oder in den römischen Taunenserstädten erbeuteten Siegelerde-Gefäfse
so lange — bis ins 7., 8. oder gar 9. Jahrhundert — Stand gehalten
haben. Römische Scherben wird man doch dem Todten nicht
mitgegeben haben ; alles spricht für intakte Beisetzung der jetzt
zerbrochen herausgehobenen römischen und germanischen Gefäfse.
Was ist nun wahrscheinlicher : dafs die römischen Beigaben (Terra
sigillata, Münzen etc.) 100 Jahre nach der Vertreibung der Römer
beigefügt wurden, oder erst 400 Jahre später ? Wir wissen, dafs die
Römer aus der Taunenser und Mattiaker Provinz durch die AUe-
raannen vertrieben und dafs diese Provinzen von diesem deutschen
Stamme ca. 200 Jahre bewohnt (Ammian sagt ..diese Allemannen
hätten more Romanorum gelebt') wurden. Hierfür sprechen König
Makrian's Erlebnisse, Julian's und Valentinian's Kämiife , die Bur-
gunderverabredung und Verheerung etc. Wir glauben, dafs das von
den Allemannen nach der Zülpicher Schlacht abgetretene Mainge-
biet erst ein Jahr nach der Schlacht abgesteckt und abgegrenzt
wurde. Wir wissen, dafs um die nämliche Zeit Allemannenstämm-
chen, ihr Land den Franken lassend, nach Italien ziehen und von
Theodorich ad fines Italiae (set'te communi) angesiedelt werden.
Procop nennt sie später „non illi , qui Francis pai'ent , sed ab illis
diversi''. Der Traum, dafs die an der Salburgstrafse aufgefundenen
,.Nieder-Urseler Reihengräber vorrömisch oder gar keltisch seien,
wird wohl verflogen sein An die Beerdigung der Germanen wäh-
rend der Römerzeit an dieser Steile kann kein Mensch glauben.
Die Münzen, die ich fand (oboli), sind geprägt nach 200 ; ein Geta
um 211. Die nach Wiesbaden gelangten Münzen sollen noch später
sein. Alle aber sind so abgegriffen , dafs ihnen ein Kursieren von
mindestens 40 - 50 Jahren zuzuschreiben ist. Also stimmt auch der
Wahrscheinlichkeitsbeweis aus den Münzfunden mit der Zeitbe-
stimmung der Gräber als nachrömisch überein. Nehmen wir die
Frankenzeit als von 497 beginnend, so bleibt für die Allemannen-
zeit approximativ die Zeit von 280—497. Bis jetzt wurde eine
Diagnose auf allemannische Gräber bei uns rechts des Maines nicht
gestellt. Als Hypothese sei die Deutung gestattet, dafs die Bei-
setzung der Leiche, welcher römische Hausgeräthe beigegeben wur-
den, aus dieser Allemannenzeit herrühre.
Correspondenzbl. d. Ges.-Ver. d. deutsch. Gesch.- u.
Alterthuras- Vereine, Nr. 12.)
35) In Nr. 24 der Palatina berichtet Dr. C. Mehlis über Bli-
denfeld, eine fränkische Abtei. Die am alten Friedhof
oberhalb Gleisz eilen bei Klingenmünster in der südlichen Rhein-
pfalz letzter Tage fortgesetzten Ausgrabungen ergaben günstige
Resultate. In diesem Leichenfelde sind nach den Ausgrabungen
drei Schichten von Gräbern zu unterscheiden. In der untersten,
circa 10 Fufs tief, liegen die Leichen ohne Einfassung von West
nach Ost. Die Leichen der zweiten Schicht sind in Sarkophagen
gebettet , die gleichfalls genau von West nach Ost orientiert sind.
Neben diesen Steinsärgen liegen jüngere Knochenreste, welche dem
17. und 18. Jahrhundert angehören mögen. Sie liegen regellos im
Boden. Das meiste archäologische Interesse bieten die bis 2,10 m.
langen, 0,48 m. breiten, mit dem Deckel 0,40 m. hohen, aus je einem
Stücke gehauenen Sarkophage. Der Deckel fällt dachförmig nach
beiden Seiten ab und erinnert an die im Dome zu Trier ausge-
grabenen Steinsärge, welche spätestens dem 11. Jahrhundert ange-
hören. Die Gleiszeller Särge sind entweder viereckig ausgehauen,
oder mit einem Ausschnitte für den Kopf und nach unten ge-
hender Verjüngung genau den Formen der Leiche angepafst. Bei
drei von sechs Särgen fand sich ein in der Mitte angebrachtes, ovales
Loch, das nach dem Befunde erst nach der Einsetzung des Sarges
in den Erdboden eingespitzt ward. Sollte es als Symbol irgend
einer religiösen Anschauung gedient haben ? — In den Sarkophagen
lag je eine Leiche, nur einer barg deren zwei. Die Antlitze
schauen nach Osten. Die Schädel sind im Durchschnitt regelmäfsig
gebaut und zeigen weder in der Länge, noch in der Breite eine be-
115
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
11(5
sondere Abweichung. Von 5 Schädeln war 1 brachykephal , d. h.
kurzköpfig. Bei den Skeletten lag nichts aufser einer Anzahl von
schwarzen oder braunen, dicken, gerieften Gefäfseresten. Dieselben
waren alle nur in kleinen Fragmenten vorhanden. Oberhalb der
Sarkophage hatte Ackermann Wissing zwei kleine Silbermünzen
gefunden. Dieselben sind nur auf einer Seite geprägt und tragen,
in einem Kranze von erhabenen Punkten, die eine das Christuskind
mit Kreuz und Weltkugel, die andere ein am Rande durchquertes
AVappenschild. Erstere Münze mag ein Beweisstück des Münz-
•»■rechtes von Klingen münster sein, die zweite Münze scheint
kurpfiilzischen Ursprung zu haben. Unmittelbar oberhalb der
Gräber befanden sich die Fundamente eines Gebäudes mit starken
Aufsenmauern. Innerhalb des Friedliofes war dasselbe auf einer
Länge von 6 m., einer Breite von 5 m. im Umrifs festzustellen.
Durchzogen ist es von einer nordsüdlich laufenden Scheidewand,
so dafs zwei Zellen, jede von etwa Z'h m. Breite und 5 m. LÃ ¤nge
entstanden. Wie verbrannte Ziegeln, geschmolzenes Metall und
Glasreste beweisen, gieng dies Gebäude durch Brand zu Grunde.
Diese Grundmauern setzen sich in derselben Stärke und Ausdeh-
nung weiter nach Nordost in Weinbergen fort. Zur Zeit ist dieser
Raum mit Menschenknochen und Gefäfsresten angefüllt,
welche offenbar von einer tumultuarischen Beerdigung herrühren
und mit dem ursprünglichen Zwecke des Gebäudes kaum etwas zu
thun haben. Nach Südosten ist das ganze, früher terrassierte
Land durchzogen von Fundamenten unbekannter Herkunft. Die-
selben ziehen bis zu einem Punkte, der im Volksmunde : „am wei-
fsen Kreuz" heifst und weithin das Klingthal beherrscht.
Bekanntlich wird die Stätte, wo das von dem fränkischen
Könige Dagobert (I. oder II. fraglich) gegründete Benediktinerstift
Blidenfeld gestanden haben soll , das 847 von Erzbischof Habranus
■weiter unten im Thale als Klinga (Klingenmünster) wieder aufge-
baut wurde, noch gesucht. Mehlis nimmt nun an, dafs am weifsen
Kreuz einst in bescheidener Weise sich vor mehr als einem Jahr-
tausend Kloster Blidenfeld, die Stiftung Dagoberts, erhob.
36) Das Münster in Aachen soll in Kurzem innerhalb des
berühmten Octogons eine prächtige Bekleidung der Wände aus
buntem Marmor erhalten, wie sie bei den Bauten Karls des Grofsen
oftmals zur Anwendung gekommen ist. Nach mancherlei Versuchen
ist es geglückt, einen Marmor ausfindig zu machen, der in Färbung
und Lagerung durchaus dem alten Cippolinomarmor entspricht, der
an den Denkmälern der römischen Kaiserzeit in grofsen Blöcken
bewundert und nachher an vielen Stelleu behufs Wiederanwendung
geraubt wurde. Das schöne Material, das jetzt in den verschieden-
sten Lagen und Farbenzusammenstellungen in der Schweiz zu Saillon
bei Saxon (Wallis) gebrochen wird, und das um so höher im Werthe
steht, als die alten Brüche auf Euböa ganz ausgebaut sind, wurde
durch den Architekten der Pariser Oper, Charles Garnier, bei die-
sem Prachtbau zu grofsen Säulen verwendet, wie auch nachher bei
mehi-eren Kirchenbauten in Lyon, Paris und Genf. Der von den
Franzosen sogenannte „Cipolin grand antique" lagert in der Stärke
von einem Meter etwa, gestattet aber in Länge und Breite Blöcke
von beliebiger Dimension. Seine Färbmig ist elfenbeinartig mit
dunkeln graublauen, grijnen und violetten Adern.
(Weserztg., Nr. 12940.)
37) Essen, 28. Januar. Bei dem Abbruch des hiesigen alten
Gerichtsgebäudes ist man auf die wohlerhaltenen Theile einer
Krypta gestofscn, denen die Lokalblätter eine grofse kulturhi-
storische Bedeutung beimessen. Vor Allem ist man geneigt, aus
den Gewölben und Säulen derselben auf eine gleichzeitige Ent-
stehung mit der aus 1051 datierten Münsterkrypta zu schlicfsen,
da nach den Berichten auch die Verbindung nach dem Dome durch
einen unterirdischen Gang sichergestellt zu sein scheint.
(Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 48.)
38) Die schöne Stiftskirche zu Iddensen bei Wunstorf
scheint in ilirem Bestands erheblich gefährdet bleiben zu sollen, da
ein vor Kurzem in Hannover unter Baurath Hase zusammengetre-
tenes Comite zur Beschaffung der erforderlichen Gelder (15000 m.)
jetzt die Erklärung abgegeben hat, dafs ein Mittel zur Aufbringung
dieser gewifs nicht grofsen Summe sich nicht habe auffinden lassen.
Als letzter Ausweg ist nunmehr eine Lotterie zur Ausspielung von
Kunstgegenständen nach Art der in der letzten Zeit in Aufnahme
gekommenen kunstgewerblichen Verloosungen in Aussicht genommen,
wofür die Erlaubnifs bei dem Oberpräsidenten der Provinz Hannover
nachgesucht werden soll. Bei der Geringfügigkeit des Betrages darf
man wohl hofien, dafs es gelingen werde, die hochinteressante
kleine Kirche zu erhalten, nachdem die Staatsregierung bereits einen
namhaften Beitrag zugesagt hat. (Weserztg., Nr. 12958.)
39) Goslar, 8. Februar. Der Kaiserstuhl, der nach der
letztwilligen Verfügung des verstorbenen Prinzen Karl nach hier
zurückgebracht werden soll, und dessen sich hier die Kaiser der
mittelalterlichen Glanzperiode in unserer damals kaiserlichen freien
Reichsstadt bei Reichstagssitzungen, Huldigungen u. s. w. bedienten,
besteht gröfstentheils aus getriebenem Kupfer. Eine Nachbildung
desselben befindet sich im alten Huldigungszimmer des hiesigen
Rathhauses, die alte steinerne Einfassung in der hiesigen Domka-
pelle. Der Kaiserstuhl befand sich, seitdem das Kaiserhaus als
Kornmagazin benutzt wurde, im Dome und wurde 1809 öffentlich
verkauft. Die Witwe des hiesigen Kupferschmiedmeisters Mövers
erstand denselben behufs Einschmelzung zum Preise von 27 Thlrn.
- Glücklicherweise wurde diese Absicht nicht so rasch ausgeführt.
Ein Händler, welcher den Stuhl zufällig sah, bezahlte der Frau
Mövers 400 Thaler dafür, und so trat der Stuhl die Wanderung
nach Magdeburg an. Von diesem Händler ist er alsdann später zu
einem Preise von 3000 Thaler in den Besitz des Prinzen Karl nach
Berlin gelangt. Der Stuhl wurde zum ersten Male wieder in feier-
liche Benutzung genommen, als Kaiser Wilhelm den ersten deut-
schen Reichstag eröffnete. Als der Prinz Karl im Sommer des
Jahres 1875 in Begleitung seines kaiserlichen Bruders und des
Kronprinzen in Goslar war, um das Kaiserhaus zu besichtigen, hat
sich derselbe dahin ausgesprochen, dafs der Kaiserstuhl nach sei-
nem Tode wieder seinen alten Platz im Mittelbogeu des neu restau-
rierten Kaisersaales einnehmen solle. (Nordd. Allg. Ztg., Nr, 72.)
40) Am 23. d. M. verhandelte die braunschweigische Landes-
versammlung über die Erhaltung der Burg Heinrichs des Löwen.
Es fehlte nicht an heftiger Opposition gegen jenen Antrag, noch an
Angriffen gegen die deutschen Architekten, welche diese unbequeme
Frage angeregt haben. Zur Annahme gelangte schliefslich mit nur
23 gegen 21 Stimmen folgender Antrag des Abg. Pockels (Ober-
bürgermeisters von Braunschweigl :
„an das herzogliche Staatsministerium das Ersuchen zu richten,
mit dem Stadtmagistrat zu Braunschweig wegen Wiederherstellung
des noch stehenden Theils der sogen, alten Burgkaserne mit den
darin enthaltenen Resten der Burg Dankwarderode in Verhandlung
zu treten und von deren Resultaten der Landesversammluug dem-
nächst, wenn thunlichst unter Beifügung geeigneter Vorschläge zur
würdigen Konservierung des Bauwerkes, Kenntnifs zu geben."
117
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
118
Herr Pockels Latte mitgetheilt , dafs die Stadt den in ihrem
Besitz befindlichen Bau als Archiv oder Museum sehr gut verwen-
den könne und bereit sei, die Restauration desselben zu bewirken,
sobald ihr aus der Staatskasse entsprechende Mittel zur Verfügung
gestellt würden.
Wir dürfen demnach hoft'en, dafs die dem Bauwerk drohende
Gefahr zunächst beseitigt ist. Das Interesse für seine Erhaltung
und würdige Herstellung würde in den weitesten Kreisen gesteigert
werden, wenn recht bald die ausgezeichneten Aufnahmen und Restau-
rationsversnche, welche Hr. Stadtbaurath Winter von der Burg ange-
feitigt hat, der Oeffentlichkeit übergeben würden.
(Deutsche Bauztg., Nr. 9.)
Für Erhaltung der Burg Dankw arderode. An-
gesichts der wachsenden Opposition, die sich in Stadt und Land
Braunschweig gegen die Bestrebungen zur Erhaltung der von der Burg
Heinrichs des Löwen noch vorhandenen Reste regt — einer Oppo-
sition, die anscheinend auf die Einmischung des „Auslandes"', d. h.
des Verbandes deutscher Arch.- u. Ing.-V., in die Angelegenheiten
des souveränen Herzogthums zurückzuführen ist — hat der Arch.-
u. Ing.-V. zu Braunschweig einen neuen Schritt zur Förderung
jener Bestrebungen gethan. Er hat eine Denkschrift herausgege-
ben, in welcher die Bedeutung jenes Baues in kunst- und kultur-
historischer, sowie in künstlerischer Beziehung noch einmal auf das
eingehendste und überzeugendste entwickelt und endlich dargethan
wird, dafs die Vortheile für den städtischen Verkehr, welche man
von einem Abbruch der Biu'g erwartet, sich auch ohne einen sol-
chen in anderer und besserer Weise erreichen lassen. Allerdings
kann man stets nur denjenigen überzeugen, der sich überzeugen lassen
will, imd wir fürchten, dafs diese aufs höchste anzuerkennenden
Bemühungen der Braunschweiger Fachgenosseu schliefslich nichts
fruchten werden, wenn denselben nicht in der öffentlichen Meinung
von ganz Deutschland ein Bimdesgenosse ersteht. Um diese Bundes-
genossenschaft lediglich mit Worten zu werben, dürfte jedoch
schwerlich zum Ziel führen, während es unseres Erachtens ein sehr
einfaches und sicheres Mittel hierzu gibt: eine möglichst so-
fortige und vollständige Publikation der Aufnahmen,
Studien und Restaurations-Entwürfe, welche Hr. Stadt-
baurath Winter der Burg Dankwar derode gewidmet
hat. Würde diese ausgezeichnete Arbeit in weiteren Kreisen be-
kannt, so dürfte man darauf rechnen, dafs der Versuch, die Reste
jenes Denkmals muthwillig zu vernichten einen Schrei der Entrü-
stung in Deutschland erwecken würde, dem doch nicht so leicht zu
trotzen wäre. Welche Hindernisse jener Publikation im Wege
stehen, sind wir freiUch nicht im Stande zu beurtheilen. Sollte die
Kostenfrage Schwierigkeiten machen, so bedürfte es, wie wir glauben,
nur eines Winks an die deutschen Architekten, um die erforderliche
Summe in wenigen Tagen zusammenzubringen. (Dies., Nr. 23.)
41) Homberg in Aargau. Auf der Südseite des Schlofs-
berges wurden für die historische Gesellschaft des Kantons einige
Gemächer abgedeckt , in denen man alte kupferne Kessel , Bruch-
stücke von Säulen, einen gut erhaltenen Thür- oder Fensterbogen und
eine Säule im romanischen Stil, Waffen u. s. w. fand.
(Anzgr. f. Schweiz. Alterthmskde. 1882, Nr. 4.)
42) In Merseburg werden in diesem Jahre umfassende Re-
staurationsarbeiten am Dome stattfinden. Zunächst werden Erdab-
tragungen zur Freilegung der Kreuzgang - Grundmauern vorgenom-
men, und dann wird der Abbruch des alten, die Südseite des Domes
verdeckenden Domgymnasiums erfolgen. (Nordd. Allg. Ztg., Nr.. 78.)
43) Petersinsel im Bieler See, Kanton Bern. In dem
noch erhaltenen Theile des Cluniazenser-Klosters sind Reste von
Wandmalereien entdeckt worden, darunter eine Verkündigung und
ein Agnus Dei. (Anz. f. Schweiz. Alterthmskde. 1882, Nr. 4.)
44) Rheinfelden. Die Wandgemälde in der ehemaligen Jo-
hanniterkapelle sind, so weit es thunlich war, aufgedeckt worden
und stellen das Weltgericht und das Leben der Einsiedler in der
Thehais dar. Dieselben dürften nach 1458 gemalt sein.
(Anz. f. Schweiz. Alterthmskde. 1882, Nr. 4 )
45) Trier, II. Februar. Am Montag Mittag wurde, so be-
richtet die „T. L.", in der Krypta der St. Paulinuskirche der Sarg,
in welchem die Gebeine des h. Paulinus ruhen, unter Assistenz
der geistlichen Behörden und vor Zeugen eröffnet. Mehr wie vier
Jahrhunderte sollen verflossen sein, seitdem dieses zum letzten Mal
geschehen. Der Befund entsprach genau dem diesbezüglichen In-
halt der Urkunden. In dem Sarge befanden sich noch Reste der
Seide, mit welcher der Sarg ausgeschlagen war. Das Haupt hatte
eine chokoladebraune Farbe. (Nordd. Allgem. Zeitg., Nr. 73.1
46) Aus Schleswig-Holstein, 8. Februar. In der geseg-
neten Angeler Landschaft, Regierungsbezirk Schleswig, befindet sich
zur Zeit als Eigenthum eines Hofbesitzers (Andresen Loit) ein
seltenes Fundstück des Alterthums, nämlich ein Goldstück
welches von Arbeitern des Besitzers auf einer Pflugkoppel gefunden
worden ist. Die Inschrift des Münzstücks ist arabisch und lautet
nach der Uebersetzung des orientalischen Grammatikers Professor
Hoffmann also : Avers : „Der Sultan der beiden Kontinente Chachan
der beiden Meere der Sultan Sohn des Sultans." Revers: ..Sultan
Murad Sohn des Salim Chan. Gott helfe ihm !" Geschlagen iu Ha-
lab (= Aleppo) im Jahre 982." (Nordd. Allg. Ztg., Nr. 72.)
47) Eichstätt, 5. März. Gestern wurde in der Nähe der
,. Lüften" bei Anlegung eines Steinbruches eine Partie alter Mün-
zen ausgegraben. (Frank. Kurier, Nr. 128.)
48) In S lag eise auf Seeland ist beim Ausgraben eines Kellers
in der Nähe der alten St. Michaelskirche ein werthvoller Münzen-
und Goldfuud gemacht worden. In einem gemauerten Behältnifs,
dessen Inneres mit Bleiplatten ausgelegt war, wurden nämlich an
Goldmünzen gefunden : 37 Goldthaler aus der Zeit Philipps VI. von
Valois (1328—50), alle von gleichem Gepräge : auf dem Avers sieht
man den König auf einem gothischen Thronsessel sitzen, in der
rechten Hand ein Schwert haltend, während die linke Hand auf
dem französischen Wappenschilde ruht ; ferner 3 Goldgulden aus
der Zeit Ludwigs II. von Frankreich; 2 Goldgulden vom Burggrafen
Friedrich V. von Nürnberg (13'?2— 98) und 144 Goldgulden, welche
in Lübeck, vermeintlich in der Zeit von 1400 — 1450, geschlagen
worden sind. Der Werth dieser Goldmünzen beträgt diu'chschnitt-
lieh 10m. An Silbermünzen sind 267 Stück gefunden, davon 210
von Philipp VI. von Valois, gröfstentheils in Tours geprägt, 56 grö-
fsere und kleinere Münzen, zur Zeit der englischen Könige Eduard
I. II. und III. (1272 — 1377) und ein Wittenpenning, in Hamburg ge-
prägt. Die gefundenen Schmucksachen bestehen aus einem ver-
goldeten Bronzefingerring und aus sechs massiv goldenen Finger-
ringen, von welchen letzteren zwei eine Platte mit einem emaillierten
Christusbild, zwei eingefalste echte Steine, einer eine weifse Perle
und der letzte zwölf emaillierte kleine Felder zeigt, welche ab-
wechselnd mit Wappen und Mönchsbuchstaben verziert sind ; ferner
eine kleine Goldspange in Form verschlungener Hände mit Inschrift,
drei grölsere, silbervergoldete Spangen von durchbrochener Arbeit
und mit erhabener Schrift am Rande und 2 ebensolche kleinere ohne
119
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
ll>0
Schrift, gegeu 40 noch kleinere Spangen, theil weise mit adeligen
Wappen und Yogelfedern geschmückt, 6 gröfsere Perlen von silber-
vergoldeter Filigranarbeit, über 20 glatte, runde silberne Knöpfe,
einige kleine vergoldete Knöpfe, eine silberne Kette und verschiedene
kleine Zierrathen, worunter einige viereckige Brakteaten mit einem
S., imd schliefslich vier Silberbarren im Gewicht von ca. 2 Pfund.
(Deutsch. Reichsanzg., Kr. 54.)
49) Aus Arnstadt in Thüringen wird berichtet : Beim Ausroden
eines Waldstreifens, einige hundert Schritt hinter Heyda, wurden
unter einem Eichenwurzelstocke ca. 70 Stück Goldmünzen des ver-
schiedensten Gepräges, aus dem 16. und 17- Jahrhundert stam-
mend, gefunden. Dieselben waren jedenfalls zur Zeit des Heeres-
zuges Gustav Adolfs (1632) über den Thüringer Wald und wieder
zurück, nach einigen Scherben zu schliefsen, in einem Töpfchen
hierher vergraben und mit einer schwachen Sandsteinplatte zuge-
deckt worden. (Brem. Kurier, Nr. 60.)
50) Regensburg, 27. Februar. Beim Abbruch eines alten
Hauses am Oelberg ist in einer Mauerspalte ein Säckchen mit
mehreren Gold- und Silbermünzen aufgefunden worden. Die
Münzen stammen aus verschiedenen Ländern und gröfstentheils aus'
dem 17. Jahrhundert. Der ganze Fund soll einen Werth von
c. 400 M. haben. (Süddeutsche Presse, Nr. 50.)
51) Buchholz bei Annaberg. In einem kleinen Kreise war
die Idee aufgebracht worden, Alterthümer aller Art, welche sich in
Familien verstreut fänden, auszustellen. Kürzlich hat nun eine reich-
haltige Ausstellung derselben stattgefunden.
(Zeitschr. f. Museol. u. Antiqu.-Kunde, Nr. 4.)
52) In Kirch hasel (einem Dorfe des Fürstenthums Schwarz-
burg) ist jetzt in einem Bauernhause ein altes, aus der besten Zeit
der alten niederländischen Schule stammendes, 1 Meter hohes und
2 Meter breites Oelgemälde, welches eine Bauernszene darstellt und
von Kunstkennern als unzweifelhaft echt und als von hohem Werthe
bezeichnet wird, entdeckt worden. (Nordd. Allg. Ztg., Nr. 116.)
53) In England steht der Verkauf der Bibliothek des Grafen
Ashburnham bevor. Wahrscheinlich wu-d sich das brittische Museum
die kostbaren Schätze nicht entgehen lassen. Eine andere Samm-
lung von nicht geringem Interesse, welche auch zur öffentlichen
Versteigerung kommen wird, ist die des Herzogs von Ossuiia in
Spanien. Sie besteht aus 35000 Bänden und 7000 Handschriften,
zum grofsen Theil der seltensten Art ; in der Hinterlassenschaft be-
finden sich ferner werthvoUe Gemälde, eine kostbare Wafi"ensammlung
imd viele andere Kunstgegenstände. In den Cortes ist das drin-
gende Verlangen laut geworden, diese Schätze dem Lande zu er-
halten und sie auf Staatskosten anzukaufen. (Weserztg., Nr. 12990.)
54) Die berühmte Sammlung Ossuiia, eine der reich-
haltigsten Sammlungen von seltenen Manuskripten und werthvolleu
Drucken in Spanien, wird , wie die Blätter erfahren und wir unter
aller Reserve mittheilen wollen , voraussichtlich demnächst auch in
den Besitz der deutschen Regierung übergehen und sich als wür-
diges Seitenstück der kürzlicli erworbenen Hamilton-Sammlung an-
reihen. Unter den Manuskripten befindet sich u. A. eine Abschrift
des von Christoph Columbus geführten Tagebuchs von Las Casas ;
der authentische Text des „Roman de la Rose'' (aus dem drei-
zehnten Jahrb., für welchen die deutsche Regierung 100,000 Frcs.
bietet ; Manuskripte zahlreicher Stücke von Lopez de Vega und
Calderon; eine Dante und ein Petrarca, mit prächtigen Miniatur-
bildern geschmückt ; eine ganze Reihe von Reproduktionen der haupt-
sächlichsten literarischen Erscheinungen Spaniens und Italiens aus
dem fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert etc. Der Werth der
Sammlungen wird auf 5 Millionen Francs geschätzt.
(Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 116.)
55) Paris, 26. Februar. Der bevorstehende Verkauf der 6000
Manuskripte und seltenen Bücher der Sammlung des Lord Ash-
burnham weckt in der französischen Presse wieder den alten Streit
über die Diebstähle, welche der gelehrte Italiener Libri in den
vierziger Jahren als Inspektor der französischen Bibliotheken be-
gangen hat. Die weltberühmte Sammlung besteht aus vier Abthei-
lungen, von denen die eine sich nach Libri benennt, welchem Lord
Ashburnham eine Reihe einzig in ihrer Art dastehender Hand-
schriften abkaufte. Es handelt sich nun nach den Franzosen darum,
zu unterscheiden, was Libri auf ehrlichem Wege erstanden und was
den französischen Museen und Bibliotheken, zu denen er dank dem
Amte, welches Herr Guizot ihm verliehen, freien Zutritt hatte, ge-
stohlen und durch Einschaltungen oder andere Kunstgrifie mehr
oder weniger entstellt hat. Was diese letzteren Denkmäler ver-
gangener Bildungsepochen, unter denen sich wahre Schätze befinden,
anlangt, so wird die Ansicht geltend gemacht, dafs an den Erben
des Lord Ashburnham das Ansinnen gestellt werden könne, dafs
er der französischen Regierung diejenigen Manuskripte, welche nach-
weislich aus ihren Sammlungen entwendet wurden, zu dem Ankaufs-
preise zurückerstatte. Von England wird behauptet, ein Anfang
dazu wäre bereits vor Jahi-en gemacht und eine beträchtliche An-
zahl gestohlener Werke oder einzelner Blätter den französischen
Bibliotheken zurückgeschickt worden. Der Direktor der Manuskripten-
sammlungen, Herr L. Delisle, berichtigt aber diese Angabe dahin,
dafs dies in einem einzigen Fall geschehen ist, nämlich hinsichtlich
einiger Blätter, die aus einem Lyoner Manuskripte herausgerissen
waren, während die Zahl der von Libri begangenen Veruntreuungen
sich auf Hunderte beziffert. (Weser-Ztg., Nr. 12987.)
06) Aus Baden, 14. Febr. Dem Vernehmen nach steht von
Seiten der Staatsregierung die Bildung einer badischen historischen
Kommission bevor, welcher die Aufgabe gestellt werden soll, die
wissenschaftliche Bearbeitung der Geschichte des grol'sherzoglichen
Hauses und des badischen Landes vorzubereiten und zu fördern,
zunächst die Sammlung, beziehungsweise die Herausgabe des er-
forderlichen Quellenmaterials für die Geschichte des fürstlichen
Hauses und der Gebiete, welche das heutige Grofsherzogthum Baden
bUden, in Angriff zu nehmen und wissenschaftliche Arbeiten über
einzelne Abschnitte dieser Geschichte und über die geschichtliche
Entwicklung der sozialen Zustände des Landes zu veranlassen, oder
deren Herausgabe zu fördern und zu unterstützen.
(Staats-Anz. f. Württemb., Nr. 38.
Herausgeber: Dr. A. Essenwein'. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essen wein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. Sebald io Xüruberg.
Nürnberg:. Das Abonnement des Blat-
tes, welchBB alle Monate erscheint, wird
ganzjährig angenommen und betragt nach
der neuesten Postconvention bei allen Poat-
ämtern und Buchhandlungen Deutschlands
incl. Oesterreicha 3 fl. 36 kr. im 24fl.-Fu8S
oder M.
Für Frankreich abonniert man in
Paris bei der deutschen Buchhandlung von
F. Klinckaiock, Nr. II rue do Lille; für
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FÜR KMH m
Neue Folge.
England bei Williams & Norgate, 14 K^iy
rietta-Street Covent -Gardon iu IjOiidoi\;
f\lc Nord- Amerika bei doQ Postämtom Bre-
men und Hamburg,
Alle für das germau. Mimeum be-
stimmten Sendungen auf dem Wege dea
Buchbandela werdeu durch den CommU-
sionür der literar.-artist. Anstalt doa Mu-
seums, F. A« Brockhaus in Leipzig, be-
fördert.
Ü
^ Dreissigster Jahrgang.
1883.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
M. 5.
Mai.
Wissenscliaftlkiie Mittlieilungen.
Friiiina perfida.
Die Rhythmen des zwölften und beginnenden drei-
zehnten Jahrhunderts stehen hoch über den Produkten
der folgenden Zeiten und haben sich wegen ihres dicliteri-
scheu Schwunges und ihrer schönen Form weithin ver-
breitet und lange erhalten. Ihre Spuren finden wir an
sehr entlegenen Orten vielfach, aber auch überall stark
von einander abweichend, gewöhnlich arg verstümmelt.
Sie verbreiteten sieh augenscheinlich fast nur mündlich,
und nach solcher Ueberlieieruug sehrieb sich bald hier,
bald dort irgend ein Klei-iker nieder, was ihm im öe-
dächtnifs geblieben war. So verhält es sich auch mit den
Versen, welche im Anzeiger, Jahrg. 20, Sp. 2S7 aus dem
Tegernseer Cod. Lat. Monac. 19488 mitgetheilt sind ; hier,
und noch mehr im Clm. 14634 saec. XV. aus St. Emme-
ram, fol. 4'', wo nur die ersten vier Verse stehen, er-
scheinen sie als Proben der gewöhnlichen, überall be-
gegnenden Schmähverse gegen die Weiber überhaupt.
Nun aber hat mir Herr Dr. Hu em er eine Abschrift aus
dem Cod. Harl. 3222, saec. XII., fol. 97'' zugesandt , ^aus
welcher nicht nur der Text sich berichtigen läfst, son-
dern nun auch hervorgeht, dafs das Gedicht von bedeutend
gröfserem Umfang, und dafs es ganz individuell und an
eine bestimmte Person gerichtet ist. Bei sorgfältigerer
Umschau ergab sich aber ferner, dafs es längst gedruckt
ist, und zwar unter Hildeberty Werken '(pag. 1353), von
dem es jedoch nach Haui-eau nicht herrührt.' Dieser (Not.
et Extr., XXVIII, 2, 363— 36ö) findet es Hildeberts un-
würdig, und weist nach, dafs einige Zeilen dem in dem-
selben Metrum verfafsten Werke Bernhards von Morlaix :
De contemptu mundi entnommen sind.
Da jedoch von der aus einer Handschrift von Evreux
genommenen Ausgabe abweichende Lesungen hier vor-
liegen, und a. a.O. nur eine mangelhafte Mittheilung
gegeben wurde, so möge ein neuer Abdruck hier ge^
stattet sein. Die Veränderlichkeit dieser Verse ist auch
hier lehrreich, wo an mehreren 'Stellen sich nicht mit
Sicherheit sagen läfst, welche Lesart den Vorzug ver-
diene, und die weite Verbreitung ist bemerkenswerth.
Femina perfida, ^) femina sordida, digna catenis -},
Mens^) male conscia, mobilis, impia, plena venenis,
Horrida ^) noctua, publica janua, semita trita,
Igne rapacior, aspide sevior, est tua ^) vita.
5 Vipera pessima, fossa novissima, mota lacuna,
Omnia suscipis, orania decipis, omnibus una.
miserabilis, insaciabilis "), insaciata :
Credere qui tibi vult, mala sunt sibi ') multa parata.
Desine scribere, desine mittere carmina blanda,
10 Carmina mollia, carmin'a turpia, vix memoranda.
Neo *) tibi mittere, nee tibi scribere, disposui me,
1) F. sordida, f. pessima Harl. ; F. sord., f. fetida, Mon.
2) dignaque peuis Mon. 14634.
3) Gens Mon. 4) Bei Hild. folgen 5. 6. 3. 4. 8. 7. 9.
5)totaMon. C) So Hild. u. Mon. Immiserabilis intolerabilisHarl.
7) sibi sunt mala Hild- gegen den Reim.
S) Diese zwei Verse fehlen im Hart, finden sich aber, wenn
auch umgestellt, im Mon. wo sie den Schlufs bilden, und so lauten:
Kil tibi credere, nil tibi mittere disposui me :
Nil tibi jam volo, nil tua (jam) colo, reddo tibi te.
123
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
124
Nee tua jam colo, nee tua jam volo, reddo tibi te.
Me mihi vivere, pace quieseere, sunt mea vota;
Me mihi confero, te tibi desero ^), sis tua tota.
15 Quoslibet elige, coUige, dilige, sint tibi mille ;
Sit tibi pulchrior et ^'') preciosior ille vel ille.
Mens tua saxea "), ferrea^ vitrea, plumbea, nequam,
Fingere, fallere, prodere, perdere, rem putat equam.
Summa potentia funditus omnia destruet ^°) ante,
20 Quam mea sumere, vel ^^) mea tangere, sustineam te.
Da wir nun aber einmal dem Cod. 14634, mit dem
auih 14818, f. 136zumTheil übereinstimmt, uns zugewandt
haben, mögen noch einige Verse daraus über das uner-
s<-höpfliche Thema folgen, mit Ausschlufs jedoch der vielen
mit Femina beginnenden Monosticha, von welchen im
Anz. XVIII, 307 und XX, 2d7 schon genug gegeben sind.
Si tuba Maronis saplentia vel Salomonis,
Vel vox Nasouis facundia vel Ciceronis,
Ore meo flueret, vix dicere lingua valeret,
Quot scelerum partes, quot femina noverit artes.
' Femina quem superat numquam vivit sine pena,
Libertate earet vili constrietus habena.
Felices illos quos non ligat illa cathena;
Heu ! nisi mors faciat, non rumpitur illa sagena.
Sunt tria gaudia pax, sapientia, copia rerum.
Hec tria diluit, hec tria destruit, ars mulierum.
Sit tibi consultum, mulieris spernere vultum :
Depingit vultum, quia vult ut des sibi multum.
Der erste Vers, aber mit ganz andei'er Folge, flndet
sich bei F. Bech, Verzeichnifs der Domherrnbibl. zu Zeitz,
S. 20, aus einer Incunabel.
Quot momenta tenet tempus, quot sidera celum,
Tot motus animi femina queque tenet.
Femina cum jurat, quod te super omnia curat,
Aspice quod jurat, quam parvo tempore durat.
Postquam discedis et eam fidam tibi credis,
Attribuens munus si tunc accesserit unus,
5 Turpis vel luscus vel toto corpore fuscus,
Hunc tibi preponet, si plurima munera donet.
Non homini cedit, nee sponte favet nee obedit,
Non ad iter recti valet ullo verbere flecti.
Quo vexata magis fuerit mala femina plagis,
Tanto majorem seiet exercere furorem.
Auf die beiden Verse an Maria, welche auch XX.
2.S8 den Schlufs bilden, hier aber durch ein § getrennt
sind, folgen noch unmittelbar Sprüche, die keine Ver-
bindung mit einander haben :
Dogma tuum sordet, si te tua culpa remordet.
Cessant a sistro pueri cedente magistro.
Qui studet invitus, raro vult esse peritus.
Omnia si perdes. famam servare metaento.
Femina sola bona, tibi tradita da mihi bona (sie).
Grescunt sermones, ubi conveniunt mulieres.
Berlin. Wattenbach.
9) Consului mihi, consule tu tibi Hild.
10) carior aut Hild. — 11) vitr. pl. s. ferrea Hild.
12) destruat Hild. — 13) quam Hild.
Das Meisterstück des iNüriiberger llinnachers
Nicolans )Iüncli. 1640.
Die folgende Beschreibung eines Meisterstückes von
der Hand des Künstlers selbst reichte der brauuschweig-
lüneburgische Gesandte am KurfürsteukoUegialtag zu
Niürnberg, Jacob Lampadius, am 22. Februar 1640 seiner
Regierung ein. Er schreibt nach Besichtigung des Kunst-
werkes, es sei kein Werk für ihn und seinesgleichen,
sondern gehöre für Fürsten. Ueber die Entschliefsung
Herzog Georgs auf diese OfTerte verlautet nichts aus den
Akten. Doch möge die Beschreibung des Meisters als
ein Beitrag zur Geschichte des Nürnberger Kunsthand-
werkes aus trüber Zeit, nach dem Original im k. Staats-
archiv zu Hannover, mitgetheilt werden
Verzaichnus, was mein Niclaus München klei-
nen Uhrmachers alhier in Nürmberg gefertig-
tes Maisterstuckh verrichten thuctt.
Erstlich ein Uhr so 24 Zohl hoch unnd 7 braitt unnd
ganz verguldt ist : verriebt uff den ersten vierecketen
braitten blech wie volgt.
Inn der Mitten ist ein runder Schildt, darinen der
ViertKZaiger zaigt die Minuthen unnd viertl zugleich.
Der Stundtzaiger zaigt zweymall zwülff, gehet in 24 Stun-
den ein mall herumb, dann auff diefsem schilt zaigts in
der Mitten die Tagleng, wie der Tag ab- unnd zunimbt,
solche auff alle Pollushüch zu gebrauchen nutz ist.
Aufserhalb dem Schilt zaigts den ^) imm'erwerenden Ga-
lender, alle Nahmen unnd Tag darauff verzeichnet.
Auff diefsem Blech in obenbeeden Ecken zaigts erst-
lich der Römer Zinfszall unnd die Sontags-Buchstaben
unnd jedes in einem sonderbaren -) schilt.
Auff den undern beeden Eckeu zaigts erstlich die
zwölff himlischen Zaichen , dardurch die Pollusscheuben
gehet, auff einem schilt unnd silbern Blech geschmelzet. .
Auif den andern undern Eckh in einem sciiildt die
7 Plannethen unnd alle Tag einer herfür gehet, so auch
auff einen silbern Blech geschmelzet.
1 ) Vorlafre : dem. 21 besonderen.
125
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
126
Auff der andern seilen des viereeiteten lirait-
ten Bleclis
ist in der Mitten ein runder sehildl, darinen zaigts
(lafs asteriaubium (Asfrolabiiini), unnd der erste Zaiger
zaigt den Mensolien, der ander die zweymall zwölffe, der
gellet in 24 Stunden einmall heruiub und sehneidt alle
2t Stundt ein gradt vom Thiej'-Craifs hinweg, in welchem
die Sonne gehet, darauff die zwölff himlischen Zaichen
geschnitten, auch alle vornehme "Stern, so am himmel
seindt, mit nahmen verzaichnet. Under diefsen Thier-
Craifs geet ein Zaiger, würdt der Trach genant, der
durch alle vornehme Stern in 18 Jarn ein mall herumb-
gehet, auff welchem Schilt oder Blech auch alle Riefs
der Plannethen unnd himmelshöch seindt.
Oben an diefsem vierecketen Blech ist an einem Eckh
in einem schiltlein ein Zaiger, darmit man richten kan
die Wellsche oder Teutsche Uhr, was es schlagen soll :
auff dem andern obern Eckh ist auch ein schiltlein, dar-
mit kan man mit den Zaiger richten, wann es zu frü
oder zu spat gehet.
Auff den underu beeden Ecken ist erstlieh ein schilt-
lein, darinen es zwölffe oder die Teutsche ^3 ühr zaiget,
darbet auch eine vergulde scheuben, darmit man den
Weckher richten kan, umb welche Zeit es wecken soll;
auff den andern Eckh wider ein sehildlein, darinen ein
Zaicher, mit welchen man richten kan, dafs es weckhen
oder nicht weckhen soll.
Zum dritten auff der einen schmallen seif-
ten oder Blech
zeigts auff einen silbern Blech, wie viel es viertl ge-
schlagen hat.
Zum vi erden auff dem andern schmallen
Blech
zaigts auch auff einen silbern Blech die. Teutsche
und Wellsche ühr.
Voigt, was inwendig dafs haubtwerckh ver-
riebt und schlagen thutt.
Zum ersten schlegt es" die Teutsche^) Uhr zweymall
zwölff, zum andern die Wellsche oder Böhmische *) Uhr
24 Stundt durchaufs ; zum driten die 4 viertl, zum vier-
ten die Minuthen, so alle Stundt 60 mall schlegt; will
man aber haben, das es nicht schlagen soU, kan man
solche mit einen kleinen schlüsselein verreiben: zum
funfften weckht es, umb welche Zeit man haben will.
Diefses Werckh ist ganz verguldt unnd mit silbern
Züpfferblechen unnd stehet auf einen vergulten Fufs, da-
rauff die 4 Zeit defs Jars mit Früchten getrieben sindt,
darauff kan man die Uhr umbdi-ehen, wie man will.
Solches Werckh hat zwo Thier (Thiiren) so mit vier
.AVellschen seilten (Säulen) umbfangen, welche nach der
Argetectur gericht sein, oben hats zween gäng mit ge-
trehenten Seillen, welche auch gerings herumb mit ge-
drehenden Krüglein gezieret seindt. Auff den vier Eckhen
seindt Postanientlein, darauf gedrehete Krug stehen.
Oben ist solches mit einer Wellschen hauben, darinen
die drey glooken henckhen, daran die Hemer schlagen,
unnd oben auff der Wellschen hauben ein hübscher ge-
dreheter Krug, so auch alles ganz vergult ist.
Diefse Uhr oder Maisler-Stuckh würdt um 500 RthJr.
gebotten, da (wenn)- aber ein gewiefser Kaufifer darumb
vorhanden seyn möchte, kan solche einem uff dafs nechste
umb 400 Rthlr. gelafsen werden.
Hannover.
Dr. Döbner, Archivar.
n«ral<li$clic Notizen.
1. Heraldische und dekorative Pelzmuster.')
Auf einem Bilgeri'schen Sig. IV. A. 2. v. J. 1299,
mit der Legende: »* s. h. peregrini. civi. turicensis",
findet sich der hier unter Fig. 1 abgebildete gespaltene
Fig. I.
Wappenschild, rechts daniasciert und links rail dem
eckigen heraldischen Pelzmuster (den sog. Eisenhüt-
lein). Es ist dies — nach dem dreieckschildförmigen
Sig. IV. A. 1. des »Theodicus armiger dominus de Esch«
v.'^J. 1278 '0 und dem Sig. IV. G. Graf Ludwigs von Oet-
tingen v. J. 1289 ^) — das mir bis jetzt bekannte dritte
älteste Vorkommen dieses seit dem 15. Jahrh. fast all-
gemein gebräuchlichen heraldischen Pelzmusters.
Ich glaube, sicher annehmen zu können, dafs diese
Form erst im letzten Viertel des 13. Jahrh. sowohl in der
Sphragistik und Heraldik, als in der Plastik und Malerei
eingeführt worden ist und deshalb für die betreffenden CJe-
genstände als zeitbestimmend angesehen werden kann.
Ein merkwürdiges Beispiel gleichzeitiger Anwendung
des alten runden und des späteren eckigen Pelz-
musters bei ein und deqiselben Wappen findet sich auf
3) Vorlage : Teusclie. 4) wol Römische.
1) Vergl. mein heralil. und decorat Pelzwerlc im Mittelalter,
neue Auflage (k. Hofbuchhandlung von Julius Weise in Stuttgart,
1876).
2) Das Original ist allerdings nicht mehr ganz deutlich zu er-
kennen.
3) Vergl. „Anzeiger," 1867, Sp. 339.
127
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
128
den beiden Siegeln der Gebrüder Hunnawiler an einer
Urkunde v. J. 1327 im Spitalarchive zu Colmar.
Während auf dem dreieckschildförmigen Sig. IV. A. 1.
Conrads der Schrägbalken von Kürsch die alte Form zeigt
(Fig. a), ist auf dem runden Sig. IV. A. 2. Wernhers be-
reits die neuere Form zu sehen (Fig. b).*)
b
Sehr interessant sind die Wappen in Dreieckschilden
mit verscliiedenen alten Pelzmustern auf den kostbaren
runden Kupfersehalen in Email champleve in der Samm-
lung des Grafen Hans Wilczek. In derselben Sammlung
befindet sich auch eine Kopie des Familienbuches der
(kpodilista von Padua v. J. 1433 ^), in welchem u. A. ein
mit einer Pelzdecke behangener Löwe als Wappenbild
und mit Pelz gefutterte Helmdecken sehr interessant sind.
Die Kürschner führten häufig in ihrem Zunftwappen
Pelzwerk. So z. B. — aufser der Kölner Kürschnerzunft
i. J. 1388 *) — die Strafsburger , und zwar früher die
runde und später die eckige Form ; die Augsburger und
Leipziger: Schrägbalkeu von Kürsch, die Potsdamer auf
ihren Sig. IV. A. 2. v. J. 1399: einen Schild von Kürsch
wie Fig. 2, und die Eberswalder auf einem gleichartigen
Siegel v. J. 1628 wie Fig. 3.
Fig. 2. Fig. 3. Fig. 4. Fig. 5.
Ein ganz eigenthümliches Pelzmuster (Fig. 4) findet
4) Auf einem Sig. IV. A. 2. Diethmar's von „Hunewilr" v.
J. 1376 ist der Sclirägbalken nicht angegeben (wol nur ein Ver-
sehen des Stempelschneiders), und das eckige Pelzmuster (wie Fig. b.)
könnte dadurch, ohne Vergleichung mit den beiden erwähnten
Siegeln v. J. 1327, leicht als 3 schräggestellte ,.Eisenhütlein-' bla-
soniert werden. Aehnliche Verstöfse kommen auch bei Pappen-
heim'schen und Gerenstein'schen Wappen vor durch Uebertragung
dieser Wappen aus älteren dreieckschildförmigen Wappenschilden
in neuere, unten abgerundete Schilde. Vergl. m. Monographie über
das fürstenbergische Wappen, Taf. VII''-, Fig. 15 u. 16.
5) Schalen und Wappen sind abgebildet im „Adler" VI u. VII,
1881, Taf. VI. und Taf. XVIII— XXI.
6) Vergl. „Anzeiger' 1872, Sp. 317, wo übrigens die Angabe
der Stadt Köln noch fehlt
sich als Mantelfutter auf dem spitzovalen Sig. III. B. 2. a.
der Rauhgräfin Katharina v. J. 1323.
Audi das hier (Fig. 3) abgebildete Mantelfutter auf
einem mittelalterlichen Wandgemälde in der Kirche von
Ober-Winterthur ') (die Krönung Maria) zeigt ein unge-
wöhnliches Pelzmuster. Mau wird kaum im Mittelalter
deutsche Abbildungen von Mänteln finden, die nicht mit
Pelz gefüttert oder doch wenigstens besetzt sind.
2. Ueber die Bedeutung des kaiserlichen Doppel-
adlers â– *).
Th. Lindner in seiner Schrift über *das Urkunden-
wesen Karls IV. und seiner Nachfolger" bezeichnet den
(unbedingt heraldisch stilisierten) Doppeladler auf dem
Revers des Doppelsiegels Kaiser Sigismuuds ") als das
Symbol des Imperiums — nicht als Wappeubild — und
stützt sich dabei auf die bekannte Legende «Aquila Eze-
chielis« etc. mit der Bemerkung: «der Hinweis auf Aquila
Ezechielis "), sonst das Symbol des Apostels Johannes,
mufs doch einen Sinn haben und im Zusammenhange mit
dem Kaiserthum stehen.«'
Ich erlaube mir aber, meine bescheidenen Zweifel in
die Richtigkeit dieser ganz neuen Ansicht in Folgendem
kurz zu begründen:
Dafs der Doppeladler auf den deutschen Siegeln —
soweit derselbe nicht Wappenbild war, wie z. B. bei den
Grafen von Saarwerdin ") — vor Annahme desselben
als Reichswappen durch Kaiser Sigismund als Symbol
des Imperiums zu betrachten ist, sowie sein byzantini-
scher Ursprung, dürfte wohl ebenso anzunehmen sein,
7) Vergl. Mittheilung d. antiquar. Gesellschaft in Zürich, XXI,
4. 1882.
8) Vergl. m. Schrift : ,.Zur Geschichte des heraldischen Doppel-
adlers." Neu bearbeitet (J. Weise, 1871.)
9) Vergl. C. Heffner: die deutschen Kaiser- und Königs-Siegel,
1875 ; Taf. XIII, Nr. 97. Dieses Werk verdient aber durchaus nicht
die Bezeichnung: „recht mangelhaft." Hätten wir nur erst von
allen Siegelkategorien ähnliche Werke, dann stände es besser um
unsere deutsche Siegelkunde. Das Verbessern und Ergänzen wäre
ein Leichtes!
10) ,,In der christlichen Kunst kommt der doppelköpfige Adler
als Attribut auf den Bildern des Propheten Elisäus vor zur Be-
zeichnung des zweifaltigen Geistes, den er sich von Gott erflehte. . .
Der Adler ist endlich schon in der ersten christlichen Kunst das
Symbol des Evangelisten Johannes geworden und seitdem immer ge-
blieben. In der ältesten Zeit der christl. Typologie haben die Evan-
gelisten selbst die Gestalt der symbolischen Thiere. Diese Symbole
sind dem Propheten Ezechiel entlehnt, der die vier geheimnilsvollen
Gestalten beschreibt, die den Wagen Gottes tragen." Dr. jur. S.
im deutschen Hausschatz, 1875/76, S. 827. Das Symbol des Evan-
gelisten Johannes ist ein naturalistisch gezeichneter eiuköpfiger
Adler, kein heraldischer.
11) Graf Ludwig von Saarwerden führte denselben bereits auf
seinem schildförmigen Sig. IV. A. I. vom J. 1185.
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
130
wie der römische Ursprung des einfachen als allgemeines
Herrschersymbol") bis zur Annahme desselben als Reichs-
wappen durch K. Rudolf von Habsburg.
Dafs aber der deutsche Kaiser in der ersten Hälfte
des 13. Jahrb., zur Zeit der höchsten Blüthe der Heral-
dik, statt eines Reichswappens — wie seine Vorgänger
den einfachen Adler — ein blofses Symbol auf seinem
Majestätssiegel geführt haben sollte, ist schon an und für
sich höchst unwahrscheinlich: es wird aber überdies
durch den Avers des Siegels widerlegt, auf welchem
unter den fünf Wappenschildeii ^=') in erster Stelle das
Reichswappen mit dem Doppeladler erscheint.
Wäre der Doppeladler auf der Rückseite dieses Sie-
gels nur »Symbol« gewesen, so würde sicherlich nach
allen heraldischen Regeln' und Gewohnheiten auf der
Vorderseite im Wappenschilde der einfache Adler als das
bisherige kaiserliche 'Reichs wappen aufgenommen
worden sein.
Bei keinem Wappenbilde ist zudem der heraldische
Charakter so streng ausgeprägt wie bei dem Adler durch
seine ganz widernatürliche Stellung (alis, cauda et pedi-
bus expansis ; aigle eployee). Der Adler als symbolisches
Bild wird aber in der Regel naturalistisch dargestellt.
Die beiden, was die Körper betrifft, mehr naturali-
stisch als heraldisch stilisierten Adler mit ä Köpfen auf
diesem Siegel sind willkürlich gewählte Sehildhalter und
erinnern an die Sehildhalter auf den Siegeln Kaiser Lud-
wigs des Bayern und Kaiser Karls IV. Diese sind aller-
dings mehr symbolischer Natur, wie die rückwärts schau-
enden Adler auf den meist als Rücksiegel gebrauchten
Sig. II. A. mit der Legende: * juste. judicate. filü. ho-
minum, wie sie K. Ludwig IV., K. Heinrich VII. , K. Grün-
ther von Schwarzburg und K. Karl IV. geführt haben '*).
Eine ähnliche Darstellung findet sich auf dem Sig. IL
B. vom Jahre 13oä mit der Legende: s. paois. general.
reg. roman. inter renum et mosam, wovon hier das Sie-
Fig. ti.
gelbild unter Fig. 6. Eine ganz auffallende Komposition
für jene Zeit! Mit Recht bemerkt Dr. Sello, — dessen
12) Vergl. die Adlerscepter der vorheraldischen Zeit bei
C. Heffner a. a. 0., Taf. I, 21. Taf. II, 22, 23 u. 25 und Tat. 111, 26.
13) 1 das deutsche Reich, 2 und 4 Ungarn, 3 Böhmen und 5
Luxemburg; vergl. C. Heft'ner, a. a. 0., Taf. XllI, 96.
14) Vergl. „Anzeiger" 1871, Sp. 129.
Güte wir diese Abbildung verdanken, — er habe bis zur
Auffindung dieses Siegels die Ausstattung eines Wappen-
adlers mit Schwert etc. für eine viel spätere heraldische
Unsitte gehalten. Allerdings erst nach vierthalbhundert
Jahren findet sich das Schwert (mit dem Scepter) in der
rechten Kralle des Reichsadlers und der Reichsapfel in
der Linken auf dem Siegel Kaiser Karls VI. (1711 — 40).
K. Sigismund hat den Doppeladler als Wappen des
deutschen Kaisers eingeführt, und alle seine Nachfolger
haben dieses Wappen beibehalten. Der Grund zu dieser
Neuerung ist nirgends angegeben und wird somit auch
jetzt kaum mehr mit Sicherheit festgestellt werden können.
Dafs neben diesem der einfache Adler als Wappen
des deutschen Königs beibehalten wurde, beweisen un-
ter anderen die Siegel Friedrichs III. und Maximilians II.
Als Könige führten sie den einfachen, als Kaiser den
Doppeladler.
Lindner's Erklärung der Legende ^'Aquila Ezechielis«
etc. auf dem Revers des Siegels des K. Sigismund kann
richtig sein ; allein die Legende bestimmt, nach meiner
bisherigen Erfahrung, den Charakter eines Siegelbildes
nicht unbedingt, und dieselbe steht auch nicht noth-
w endig — wie dies bei den sog. Devisen der Fall ist,
— in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Siegelbilde,
wie so manche gereimte Legenden auf mittelalterlichen
Siegeln beweisen.
3. (Jewaltsame Aneignung eines fremden Wappens.
Im XVI. Bande der Bibliothek des literarischen Ver-
eins zu Stuttgart findet sich nachstehende Stelle in den
aventinischen Excerpten aus den ca. 1240 — 1250 verfafsten
Aufzeichnungen Albert Behams :
»Filius sancte Elizabeth '^) rapuit insignia marchio-
num Misnie, nigrum leonem in aureo clypeo. Süb eodeni
clypeo militavit, et posthac vult deferre, '*) unde magna
discordia inter fllium Elizabeth et suos et Misnios et
suos exercitus.
Ein derartiger Wappenraub scheint mir doch zu jener
Zeit etwas ganz Unerhörtes und von dem darüber ent-
brannten grofsen Streite zwischen den Häusern Thürin-
gen und Meifsen und ihren Ritterschaften sollten sich doch
noch weitere urkundliche Nachrichten erhalten haben '').
Es würde sich lohnen, dieser in heraldischer, wie in
historischer Beziehung doch höchst interessanten Bege-
benheit noch näher nachzuforschen.
Freiherr Schenk zu Schweinsberg, eine gewichtige
Autorität in solchen Dingen und speziell über diese Ver-
15) Der i. J. 1242 kinderlos verstorbene Landgraf Hermann
von Thüringen.
16) Die Uebertragung, resp. Vererbung sollte wohl auf seine i.
J. 1284 verstorbene Schwester Sophie, Gemahlin Herzog Heinrichs
von Brabant, f 1247, gehen.
17) Weder Knochenhauer noch Böttiger erwähnen die Sache.
131
Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit.
132
hältuisse, findet den Grund zu diesem AVappenweelisel in
der eventuellen Belehnung des Landgrafen Hermann mit
der Markgrafsi'haft Meifsen , welche um d. J. 1240 nur
noch auf zwei Augen stand.
Ich gestehe, dafs ich vorerst noch einige Zweifel
in die historische Richtigkeit dieser Angabe Behams setze.
Könnte ihr nicht eine Verwechslung der Wappen von
Thüringen, Meifsen und Brabant zu Grunde liegen oder
eine der vielen heraldischen Legenden?
Kupferzell. F.-K.
Zur freinilli^cii Leibeigcnscliaft.
In Nr. Ö des vorigen Jahrganges des Anzeigers
haben wir aus dem Archive des germanischeu Museums
einen Fall von freiwilliger Aufgabe des freien Standes
aus dem Rothenburgischen veröffentlicht, dem wir heute
ein weiteres Beispiel aus deraBisthume Ghur folgen lassen.
Dieses ist dadurch von besonderem Interesse, dafs sich
der Betreffende seine Freiheit um «drisig Gurwalsch
mark" von einem früheren Herrn Johanns Brocg, ge-
nannt Sprüntz, erst erkaufen mufste, jedoch nicht, um im
Genüsse derselben zu bleiben, sondern, um sie sofort wie-
der aufgeben und sich freiwillig dem Gotteshause zu
unser Frauen zu Ghurwalden zu eigen geben zu können,
freilich merkwürdiger Weise unter der Bedingung: Er
und seine Erben sollen von allen ungewöhnlichen, be-
sondern Steuern und Schätzungen, welche das Gottes-
haus von seinen Leuten etwa fordern wollte, ausgenommen
sein und nur geben, was sie freiwillig und ungezwungen
darzureichen für gut finden, während ihnen dagegen alle
Gnaden, Freiheiten und Privilegien des Gotteshauses zu
Ghurwalden, wie andern eignen Leuten desselben, zu Gute
kommen sollten.
Nachstehend geben wir die Urkunde nach ihrem
AVortlaute wieder :
Ich Johanns Brocg genant Sprüntz '), Künd mit disem
brief Allen dien (Jenen) die in sehent oder hdrent lesen,
vnd vergich (bekenne) Das sich min aigen Man Hain-
rich von Ca maiors, der iUugere, nu sesshaft ze vmblix,
von mir vnd von minen erben sich selber, sinü kind, die
im von -recht nach tail siner ehalten ^) oder ze der hüpsch
sond (sollen) nach volgen, recht vnd redlichen köfft hat,
vmb drisig Gurwalsch mark, ie acht pfuud mailesch ')
für ain mark ze raitent (zu rechnen), Dero pfennig
(plur. = welches Geldes) ich aller von im gewert bin, vnd
in minen redlichen nutzz bekert (rericendel) hab. Dar
vmb enzich (entziehe) ich mich vnd min erben, wizzent-
lichen mit krafft dis briefs, aller der aigenschaft, rechtes,
vordrung, vnd ansprach (Ansprüche), so wir zu dem ob-
genanten Hainrichin da ca maiors vnd zu sinen kinilen.
vnd zu dero aller lib vnd Gut, kündint (könnten) vnd
mdchtint haben, oder hie nach gewinnen enchains wegs.*)
Nach dem köfi" vnd lidgung (Ledii)unf/) do ergab sich der
obgenant, wilond (weiland) min aigen man, sich selber vnd
sinü kind, die nach im mit recht ze taileu volgen sond,
an das Gotzhus vnser frowen ze Curwalt premonstrayer
Ordens, das er, der selb Hainrich da ca maiors, vlrichs
Hirsbuchs saugen Sun von Gampz, den ich von Eber-
harten dem eitern von Sax köfft hab mit allen siner
zugehört, sol dienen, als ander desselben Gotzhus aigen
Lüt. vsgenommen wäri, das nu oder hie nach ain Probst
vnd das Gapitel des Gotzhus ze Curwalt ain gros StUr
oder ain schazung vf iro Gotzhus Lüt wdltint leggen,
so sol der obgenant Hainrich von Ca maiors vnd sinü
kind von den vngewonlichen Sturen vnd schazung, v.s-
genomen sin. vnd sol dann nüt (nichts) geben, won das
(aiifser loas) er gern, vnd vntwungenlichen (ungezwungen)
wilklichen (williglich) git. Es sol dem obgenanten Hain-
richen da ca maiors dem Jüngern vud sinen kinden öch
alle die Gnaden, fryhaiten, vnd Priuilegia, so das Gotz-
hus ze Curwalt sunderlich vnd iro orden gemainlichen
von Bapsten, Künigen vnd Kaysern, oder von andern
Gaistlichen vnd weltlichen fürsten band (haben), zu-
sprechen vnd angehören, als sü öch andren iro Gotzhus
aigen Lüt mit recht zusprechent vnd angehörent, an
(ohne) alle geuerd. Ich obgenanter Johanns Brocg vnd
min erben, so ich nit (am Leben) bin, süllent öch vmb
disen obgeschriben köff. des obgenanten Hainrichs da ca
maiors, vnd siner .erben gut weren (gute Gewährsleute),
sin nach recht für alle ansprach, das er sich selber, sinü
kind, iro lib vnd Giit von mir köfft hat, vnd dem Gotz-
hus ze Curwalt sich selber vnd ellü (alle) sinü kind mit
lib vnd mit Giit ze aigen geben hat. da von süllent ich
vnd min erben öch des selben Gotzhus. Probstes. vnd
Gonuentes gut weren sin nach recht, an Gaistlichem vnd
an weltlichem Gericht, wenn, wie, vnd wa (wo) sü des
iemer notdürftig werdent, vnd süllent das vnuerzogen-
lichen (unverzüglich) tun mit guten trüwen, an alle geuerd.
Das dis alles vnd iegklichs besunder von mir vnd von
minen erben war, vest, vnd stat belib (bleibe), vnd dirr
(dieser) obgeschribner köff desterbas (desto besser, mehr)
krafft vnd macht mug haben, des ze vrkünd vnd merer
sicherhait henk ich obgenanter Hanns Brocg min aigen
Insigel für mich vnd für min erben an disen brief Der
geben ist ze Cur, an sant Gregorien tag. Do man zalt
von Cristi gehurt, drüzehenhundert jar. sechs vnil Acht-
zig Jar.
Original auf Pergament im Archiv des germanischeu
Museums. Das Siegel fehlt.
Nürnberg.
Hans Busch.
1) d. i. Splitter, Spreifsel, Nadel, Uebersetzung des churwäl'
sehen broc, (vgl. fniz. broche)-
133
AnzL'ig:er für K'iiinli'; der deuUschenVorzeit.
134
2) Ehehalte ist hier nicht in seiner gewöhnlichen, noch heute
in oberdeutschen Mundarten fortlebenden Bedeutung (= Dienstbote,
Hausgenosse ; s. Schm.-Fr. I, 8. Grimm, Wbch. III, 43), gebraucht,
sondern wol in der seltneren von Ehegattin (vgl. Grimm, a. a. 0.
44: Ehehaltin) oder für Ehe überhaupt, und zwar im Gegensatze
zu dem folgenden Ausdrucke ,.ze der hüpsch'', d. i. im Konkubinat.
Vgl. das schweizerische „Hübschkind'' für uneheliches Kind, Kebs-
kind, (Stalder, Schweiz. Idiotikon II, 58. Tobler, appenzellischer
Sprachschatz 269) u. das mittelhochd. hübschcerinne für Kebsweib,
Buhlerin (von hübesch, d. i. höveseh, wie franz. courtisanne v. cour
und ital. cortesana v. corte. Schmeller-Fr. I, 1040. Grimm Wbch.
IV, II, 1852, 2. 1856).
3) Wol = mailändisch.
4) Das negative enchains (= necheines) wegs, keineswegs, steht
hier in seltener Weise (wie ursprünglich das mhd. dehein, dechein)
in affirmativem Sinne: in irgendeiner Weise; vgl. Tobler, app.
Sprachsch. S. 160^ : en kain, ullus ; Grimm, Wbch. V, 458'' : inkein,
ullus, und Sp. 290 des neuen schweizerischen Idiotikons,*) eines
wahrhaften Mationahverkes , in welchem das seit 18 Jahren durch
Hunderte in den an edlem Urerz unserer Muttersprache so reichen
Kantonen der deutschen Schweiz mit patriotischem Eifer gesammelte
umfassende Material nach einem wohldurchdachten Plane und in
vortrefflicher, historischer Behandlung zu Tage gefördert wird.
Dr. F r o m m a n n.
*) Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerischen
Sprache. Gesammelt auf Veranstaltung der Antiquarischen Ge-
sellschaft in Zürich unter Beihülfe aus allen Kreisen des Schweizer-
volkes. Herausgegeben mit Unterstützung des Bundes und der
Kantone. Bearbeitet von Friedr. Staub und Ludw. Tobler. Frauen-
feld, Druck und Verlag von Jacques Huber. I.— IV. Heft, 1881 u.
1882. Lex.-Format.
Zur Einhorn - Legende.
Unter deu mittelalterlichen Thierlegenden hat jene
des Einhorns verhältnifsmäfsig- am längsten sich erhalten
und mit Vorliebe bis ins 16. Jahrhundert Verwendung
erfahren. Zeugnifs dessen ist die sog. himmlische Jagd
in ihren mehrgestaltigen Versionen. Unlängst wurde ich
jedoch mit einer Darstellungsweise bekannt, die zur Aus-
bildung der Legende eine höchst merkwürdige Lesart
bietet und in dieser Fassung kaum bekannt, wenn nicht
gar einzig ist.
Auf einer kreisrunden Emailplatte von etwa 6 Ctm.
Durchmesser sitzt zur Rechten des Beschauers eine ju-
gendliche Frauengestalt. Von der Linken eilt das Ein-
horn auf sie zu und hat sich mit Kopf und Vorderleib
auf ihren Schofs gelegt. Hinter dem Einhorn erhebt sich
ein Baum, darauf eine männliche Gestalt, die von rück-
' wärts mit der Lanze gegen das Thier ausholt und ihm
eine Verwundung beibringt ; dieselbe ist hinter dem Blatt
durch einen Blutfleck angedeutet und durch diese Stelle
als tüdtlich gekennzeichnet. Die Jungfrau legt schützend
ihre Linke auf das Thier und erhebt mit der Rechten hoch
empor eine flache, tellerartige Schale.
Der Kern der Legende von der Jungfrau, die das
Einhorn allein zu gewinnen im Stande ist, mit ihrer Be-
ziehung auf die Menschwerdung Christi aus Maria, der
Jungfrau, ist auch hier in nicht zu mifskonnender Weise
zum Ausdruck gebracht. Neu ist jedoch der angedeutete
Tod des Einhorns. In der späteren Passung der Legende
erscheint das Moment des Todes nicht. Wohl ist da der
himmlische Jäger (in Gestalt des Erzengels Gabriel) mit
seinen Rüden ; auch sind in den Hunden die Motive und
Früchte des Erlösungswei'kes versinnbildet, also der Er-
lösungstod Christi (unter dem Einhorn dargestellt) be-
reits selbstredend mit eingeschlossen ; allein die Tödtung
des Einhorns tritt nicht hervor. Hier jedoch ist sie recht
eigentlich zum Kernpunkt der ganzen Darstellung ge-
macht. Die Verwundung geschieht unversehens, von dem
auf dem Baume versteckten Feinde ; sie geschieht meuch-
lings, von rückwärts ; sie ist auf Tödtung angelegt, indem
sie das Einhorn an einer nach Jägerbrauch als gefährlich
erachteten Stelle, hinter dem Blatt, trifft; der Stofs wird
endlich mit der Lanze ausgeführt. In all diesen Einzel-
heiten treffen Besonderheiten zu, welche den Tod Christi
charakterisieren. Christi Tod wird als das Werk Satans
betrachtet. Dieser wird von' der heil. Schrift als Feind
(Inimicus autem, qui seminavit ea [zizania], est diabolus.
Matth. 13, 39), als Menschenmörder (Ule [diabolus] homi-
cida erat ab initio. Joann. 8, 44) bezeichnet, Judas Is-
kariot wird in dem Verrath des Herrn als Werkzeug des
Satans geschildert (Et post buccellam, introivit in eum
satanas. Et dixit ei Jesus : Quod facis, fac eitius. Joann.
13, 27) ; der Lanzenstofs aber, womit die Seite Christi er-
öffnet ward, mufs als der Erweis vom Abscheiden des
Herrn recht eigentlich als typisch für den Opfertod
Christi überhaupt angesehen werden (Unus militum lan-
cea latus eins aperuit. Joann. 19, 34). Dafs die That
vom Baum her geschieht, hängt sicher mit dem Gedan-
ken zusammen, dafs, wie vom Baume im Paradiese das
üebel und der Tod, so auch vom Baume des Kreuzes
der Tod Christi und die Errettung vom Tod der Sünde
sich herleiten. In so weit dürften alle Einzelheiten des
Typus und des Antitypus nach dieser Seite hin sich
decken. Dafs die Jungfrau^ die Gottesmutter, und in
dritter Linie die Kirche in der Legende gleichfalls Wech-
selbegriffe sind, ist keines Nachweises bedürftig. Wenn
nun in der fraglichen Darstellung die Jungfrau die
Schale emporhebt, so liegt wohl sicher der gleiche Ge-
danke zu (irunde. welcher die Gestalt der Kirche beim
Kreuze stehend das Blut Christi auflangen läfst: die
Kirche als Bewahrerin der Heilsmittel, welche in dem
Blute Christi ihren eminenten Ausdruck finden. In un-
serem Falle also wäre nebst der Opferung Christi auch
13f)
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
136
die Verwahrung seiner Gnade in der Kirche an die Ein-
horn-Legende geiinüpft. Jedenfalls beachtenswerth ist
der umstand, dafs es nicht ein Kelch ist, welchen die
Jungfrau erhebt, sondern eine tellerartige Schale von
der Form einer liturgischen Patena; ob es zulässig und
vielleicht zu belegen wäre, dafs hierin ein Anklang an
den heil. Gral wollte ausgedrückt werden, möchte ich
nur frageweise anregen.
Was nun die Ausbildung des Stückes im Einzelnen
betrifft, so ist die Darstellung in eine silberne Platte in
vertieftem Relief geschnitten und mit durchsichtigem
Email vielfarbig ausgeschmelzt. Der GJrund ist gemustert
und blau ; die innere Umrandung mit flachem Mafswerk
und rothen Spitteln verziert. Die Fleischtheile sind im
Metall stehen gelassen und vergoldet; auch das niedlich
in ein gegürtetes, kurzes Gewand gekleidete Figürchen
des Verfolgers ist ganz in Metall. Nach der eigenthüm-
lich schlanken, stilvollen Haltung und sonstigen Beson-
derheiten darf das Stück wohl sicher als rheinische Ar-
beit um die Mitte des 14. Jahrhunderts betrachtet werden.
Ein Vergleich mit dem Mittelstück der Patena des sog.
Willigiskelches im Mainzer Dome berechtigt ebensowohl
zu dieser Auffassung, wie zu der Annahme, dafs das
Stück einst in ähnlicher Weise verwendet gewesen, näm-
lich im Mittelgrund einer Patena, wodurch die vorbild-
liche Darstellung vom Opfertode Christi und seiner sacra-
mentalen Erneuerung in der Feier der heil. Messe als
tiefsinnige Gegenüberstellung vollkommen gerechtfertigt
war.
lieber die Vorgeschichte des Stückes konnte ich nur
erfahren, dafs es erweislich aus der Propstei Pfaffen-
hofen bei Sauer-Schwabenheim in Rheinhessen, einer ehe-
maligen Dependenz vom hl. Maximin in Trier, stammt
und zuletzt in ein Rococo-Möbel eingelassen war. Merk-
würdiger Weise ist auch die ganze Rückseite mit spiral-
förmigen Ranken, woran kleine, mehrblätterige rothe
Blüthen sitzen, verziert; der Grund ist auch hier blau,
und im Mittel kauert ein niedliches, maskenartiges Thier-
figürf'hen, wie solche den mittelalterlichen Miniaturen
und Emailarbeiten (z. B. im Schatz des Mainzer Doms
an dem achteckigen Gefäfs) geläufig waren. Zwar sind
beide Seiten von Beschädigungen nicht frei, aber doch
ist die Erhaltung im Ganzen befriedigend.
Leider wollte es mir, trotz der weitestgehenden
Schritte, nicht gelingen, das in mehrfacher Beziehung in-
teressante Stück einer öffentlichen Sammlung zu sichern;
das Stück ist inzwischen doch durch Ankauf in das
kgl. bayer. Nationalmuseum in München gelangt.
Mainz. Friedrich Schneider.
Der verehrte Verfasser hat nichts dagegen zu er-
innern gefunden, dafs ich eine von der seinen theilweisc
abweichende Deutung, obwohl er derselben sich nicht
glaubte anschliefsen zu können, hier anfüge. Es scheint
mir die Deutung des FigUrchens auf dem Baum als Dia-
bolus homicida nicht zutreffend. Dasselbe stimmt mir
zu sehr mit jenen Figürchen der Minne überein, die in
den Elfenbeinschnitzwerken des 13.— 14. Jahrh. eine so
grofse Rolle spielten, die, weil von den Franzosen zuerst
verwendet, da dort amour männlichen Geschlechtes ist,
als junger Mann dargestellt erscheint, obwohl sie mit
dem klassischen Knaben Amor kaum mehr verwandt ist.
Ich erinnere z. B. an das Täfelchen in Maihingen, abge-
bildet bei V. Eye und Falke, Kunst und Leben der Vor-
zeit (Ausgabe v. 18.^8) I. Bd., Taf. 46.
Das sowohl weltliche als geistliche Liebe zugleich
bedeutende deutsche Wort ;^Minue" mag die Brücke ge-
wesen sein, über welche die Caritas zu einer mit dem
Amor gleichartigen Darstellungsweise gelangt ist. Die
Caritas, einer der Rüden in der Jagd des Einhornes, die
Liebe Gottes zu den Menschen ist es aber, welche von
Anbeginn an zum Rathschlusse der zu vollziehenden Er-
lösung geführt und so auch im Symbole dem Abbilde
des Erlösers, dein Einhorn, den Tod gibt, nachdem es
im Schofse der Jungfrau Zuflucht gefunden. Gerade
durch diese Gestalt, welche die Minne Gottes hier ange-
nommen hat, wird aber der deutsche Ursprung des Stü-
ckes, das in seiner Erscheinung doch auch einiges vom
französischen Charakter trägt, fast eben so sicher, wie
aus der Provenienz klar gelegt. Er ist aber auch kein
der Sj^mbolik bei der Jagd des Einhornes fremdes Ele-
ment, sondern nur eine der frühereu Zeit unseres Stückes
entsprechende, nicht alle Einzelmomente erschöpfende
Wiedergabe desselben Gedankens in dieser Darstellung
enthalten , wobei aber noch der in der Jagd des Ein-
hornes aufgegebene Gedanke der Bewahrung der Heils-
mittel durch die Kirche hinzutritt.
A. Esseu wei n.
N ü r n b e r g.
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redakteur : Dr. A. E s s e n w e i n.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei C. E. Sebald in Nürnberg.
Mit einer Beilage.
BKILAfiiE ZUM ANZEIGER FÜR KÜNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1883. J\? 5. Mai.
Chronik des 2:ermanisehen Museums.
Nürnberg, den 25. April 1883.
Se. Excellenz der kgl. preufs. Herr Finanzminister Scboltz hat
unsere Anstalt zu grofsem Danke verpflichtet, indem er durch Er-
lafs vom 12. März dem Museum die Erbschaftssteuer im Betrage
von 800 m. für die uns im Jahre 1881 zugefallene Rosenberg'sche
Sammlung erlassen hat.
Von einem Ungenannten sind uns für die Sammlungen 300 m.
übergeben worden; \on Fabrikbesitzer Tafel in Nürnberg zu dem-
selben Zwecke 50 m.
Die Herren Ruttmann & Klein, Uhrenhandlung en gros, in
Kempten haben dem hiesigen Uhrmacherverein 30 m. zur Förderung
der Bemühungen desselben um unsere Uhrensammlung gesendet.
Das heutige Geschenkeverzeichnifs kann abermals eine Anzahl Ge-
schenke für diese Abtheilung unserer Sammlungen melden.
Nachdem die Bewilligung neuer Baumittel von Seite des Rei-
ches in der letzten Nummer dieses Blattes gemeldet werden konnte,
hat der Bau nunmehr bereits begonnen, und wir hofien, im Laufe
des Baujahres noch einen beträchtlichen Theil der Bauten fertig-
stellen zu können.
Leider hat unser Verwaltungsausschufs einen schweren Verlust
erlitten, indem ihm durch den Tod des kais. Reg.-Raths Dr. Ed.
Freiherrn von Sacken in Wien ein treues und eifriges Mitglied ent-
rissen wurde.
Seit Veröfientlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden
Nummer wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet:
Von öffentlichen Kassen : Buchholz. Stadtrath 15 m.
Kronach. Stadtmagistrat (statt bisher 6 m.^ 10 m.
Von Privaten : Bremen. Joh. Theod. Lürman, Kaufmann und
kgl. bayr. Consul, 10 m. Dresden. Dr. F- Dieffenbach, IT. Redak-
teur d. Dresdn. Journals, 5 m.; C. Mankiewicz, Bauquier, 15 m.; Dr.
med. Fr. 0. Manuel 3 m.; Graf E. Rex-Zehista, Premierlieutenant.
10 m. ; Dr. Martin Schubert 50 m. ; Professor Dr. Treu, Direktor
der kgl. Antikeusammlungen, 5 m. ; Dr. Heinr. von Zeschau 5 m ;
Graf von Waidenburg, kgl. jjreufs. Legationsrath, 20 m. Helm-
brechts. .L G. Pittrof, Bürgermeister, 2 m. Hersbruck. Beck,
Pfarrer , in Osternohe, 2 m. ; Amalie Geng , Privatiere , Im.; Frl.
Kuni Hörl 1 m. ; Heinr. Prager, Kaufmann, in Ottensoos, 2 m. ; Her-
mann Pfager, Kaufmann, in Ottensoos, Im; Reindel , Pfarrer, in
Eschenbach, Im.; Veit Sperl , Reisender, Im. Hildesheim. Dr.
med. Dittmar, I. Arzt der Heil- und Pflegeanstalt, 2 m; Carl Kessel-
hut, Photograph, 2 m.; Meifsner, Hauptsteueramtskontroleur. 8 m.;
Dr. jur. Schmidt, Stadtsyndikus, 3 m. Kronach. Fritz Pfretzschner,
Privatier, 8 m. Kronstadt. Dr. Eduard Gusbeth 1 m. Leipzig. H.
MenJelssohn, Verlagsbuclihändler, 5 m. ; August Siebert, Kaufmann,
5 m. ; von Streich, Reichsgerichtsrath. 3 m. Nürnberg. Ad. Hiesinger,
Werkzeugfabrkt., 2m; Georg Lutz, Wirth, 2m.; August Schmidt
o m. ; Christ. Schmidt, kgl. I. Staatsanwalt, 3 m. ; Sölder, Kaufmann,
2 m. Pyrbaum. Seyler, Dekan, 6 m. Rothenburg a. T. Beck, Prak-
tikant, 2 m.; Klein, Buchhändler, 2 m.; Scherm, Assistent, 2 m.
Tauberbischofshelm. Bach, Obereinnehmer, 2m.; Killinger, Amt-
mann, 2 m.; Dr. Martens, Lehramtspraktikant, 2 m.; Rasina. Ober-
amtmann, 2 m. ; V. Usedom, Lehramtspraktikant, 2 m. Werneck. Ro-
thenbacb, Vikar, 1 m. Wernigerode. Lent. geh. Regierungsrath Ü m.
Wismar. Michaelis, Weinhändler, 3 m. Zwickau. Bamberger, Bauquier,
3 m.; Bauermeister, Banipiier, 3 m.; Hunger, Gymnasialoberlehrer,
2 m. ; Jungmann, Gymnasialoberlehrer, 2 m. ; Serre, Lieutenant, 3 ni.
Als einmalige Beiträge wurden folgende gespendet:
Dresden. R. Baldamus, Kaufmann, 10m.; Karl von Carlowitz,
Majoratsherr auf Kukuksteiu, 10 m. Wörth a. 0. Wilhelm Frhr.
von Lützelburg, kgl. Amtsrichter, 2 m.
Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu :
I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Samm-
lungen,
(Nr. 8713—8734.)
Berlin. Landesdirektor der Provinz Brandenburg:
Photographie eines Kelches. — Chemnitz. Oskar Körner, Kauf-
mann ; Thaler auf die Rückkehr Königs Joliann, v. Sachsen, 1866.
— Frankfurt a. M. Dr. jur. J. Siebert, Rechtsanwalt: Belage-
rung von Gibraltar. 1779. Kpfrst. — Freiburg 1. Br. Fritz Geiges,
Maler: i Fufsbodenflicsen, 15. Jahrh. 2 glasierte Dachziegel, 2
glasierte, mit Krappen geschmückte Gratziegel, 15. Jahrh, Gips-
abgüsse von 2 Ofenkacheln des 15. Jahrh. — Fürth. Röder, Pfar-
rer : Christus am Kreuz mit Maria, Johannes u. Magdalena ; Leder-
pressung, 17. Jahrh. — Hildeshelm. Cordt von Brandis, k. Haupt-
mann a. D.: Stammtafel der Familie Ebert in Niedersachsen. —
Krakau. Dr. Lothar Dargun, Dozent: Ein Spiel Walter-Scott-
Tarokkarteu. — Leipzig. Alwin Zschiesche Nachf. (Georg Mül-
ler) : Eine grofse Serie (ca. 500 Stck.) zusammengehöriger Holzstöcke
des 18. Jahrh. — Nürnberg. Karl Distel, Fabrikbes. : Innungs-
schild des Nürnberger Nadler- u. Fischangelmacher- Gewerbes von
1636. Frau Susanna Meyer, AVundarztswittwe : Ein Dachs-
hund, kleines Oelgemälde von J. A. Klein. Möfsel, Antiquar:
Ansicht der Karthause, Bleistiftzeichnung von Maar. Joh, Nie-
dermann : fieschnitzter hölzerner Pfeifenkopf, 18. Jahrh. E. Pfei-
fer, Breunereiverwalter: i Grabgefäfse, gefunden 1882 bei Grabowo.
Fr. Schultheifs, Kirchner: 4 Flugblätter des 18. u. 19. Jahrh
Alphous Seiler, Kaufmann: Eine Serie von Lackabdrücken der
Gemmen der Nürnberger SteinschneiderfamiUe Dorsch, 18. Jahrh.
Thiels, Privatier: Glasgemaltes Wappen, 18. Jahrh. Uhrma-
ch er \.e rein: Werk einer grofsen Taschenuhr (Reiseuhr) nebst
Glocke u. Bruchstücken des vergoldeten Messinggehäuses aus der
ersten Periode der Taschenuhren, ca. 1540. Werk einer ähnlichen
Uhr nebst Glocke, 17. Jahrb. 5 Kloben von Spiudeluhren. 18. Jahrh.
Bruchstück eines Uhrwerkes, 17. — 18. Jahrh. — Rostock. K. E. H.
Krause, Rektor des Gymnasiums: Der älteste Baum unserer
Flora, Lithogr. Blatt von Ludw. Krause. — Sangerhausen. Dr.
Schmidt: 2 Bruchstücke mittelalterlicher Seidenstoffe. — Wien.
Dr. Franz Frhr. v. Mensi, k. k. Ministerialkonzipist : Minia-
turkalendercheu (Mignou-Almanach). 1813. Einige Flugblätter und
Loose des 19. Jahrii. — Wolfenbüttel. Dr. P. Zimmermann,
Archivsekretär : Gipsabgufs eines Siegels Heinrichs des Löwen.
II. Für die Bibliothek.
(Nr. 47,101—47,292.)
Alzey. Grof sherzogl. Schullehrer-Seminar: Programm
etc. 1883. 4. — Berlin. Kais. stat. Amt: Statist. Jahrbuch etc.;
4. Jahrg. 1883. 8. E. Krause: Ders., ein neues Verfahren zur
Conserviruug der Eisen -Alterthümer. 1882. 8. Sonderabz. Weid-
mann'sche Buchhandl. : v. Sybel und Sickel, Kaiserurkunden in
Abbildungen; 5. Lfg. — Brunn. Mährisches (Jewerbe-Museum:
Das mährische Gewerbe -Museum in Brunn. 1883. 8. — Dresden.
Comite der Tiedge-Stiftuug: Mittheilung etc. 1882. 4. Vitz-
thum'sches Gymnasium: Polle, Briefe von Ernestinc Vofs an
139
Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit.
140
Kudolf Abeken; IL 1883. 4. Pr. Dr. C. F. U. v. Gerber, kgl. s.
Staatsminister, Exe. : Codex diplom. Saxoniae regiae ; II. Hauptthl.
7. Bd. 1883. 4. — Düsseldorf. A. Bagel, Verl.igsh. : Deiters, Re-
stauration und Vandalismus. 8. — Freiburg i. Br. Her der 'sehe
Verlagsh. : Real-Encyklopadie der christl. Altertbümer ; hrsg. von
Kraus. 8. Lfg. 1883. 8. — Frankfurt a. M. Mitteldeutscher
Kunstgewerbe-Verein: Jahres-Bericht etc. 1882. 8. Real-
und Volksschule der Israelit. Gemeinde: Biirwald, der
alte Friedhof der israel. Gemeinde zu Frankfurt a. M. 1863. 4.
Stadel'sches Kunstinstitut: 10. Bericht etc.; März 1883. 4.
— Fürth. Roder, Pfarrer: Instruction, weisen sich ein jeder Gas-
senhauptmann ... zu verhalten. 1658. Pgm. Hs. 4. — Graz. Deut-
scher akadem. Leseverein: 15. Jahresbericht etc. 1882. 8. —
Heidelberg. Universität: Neumann, Bernhard von Clairvaux u.
die .\nf<uige des .zweiten Kreuzzuges. 1882. 8. Kielsling, Beiträge
zur Kritik einzelner Annalen des XL Jahrh. 1882. 8. Weinitz, der
Zug des Herzogs von Feria nach Deutschland i. J. 1633. 1882. 8.
und 4 weitere akademische Schriften nicht historischen Inhalts. —
Jena. Universität: Freund, Beiträge zur antiochenischen und
zur konstantinopolitanischen Stadtchronik. 1882. 8. Hertzsch, de
scriptoribus rerum imperatoris Tiberii Constantini. 1882. 8- Koch,
vita Henrici IV. 1882. 8. Rauchenstein, der Feldzug Cäsars gegen
die Helvetier. 1882.8. v. Scheffler, über d. Epochen der etruskischen
Kunst. 1882. 8. Schweitzer, die Entwicklung der national. Dichtung
in Norwegen. 1881. 8. und 45 weitere akademische Gelegenheits-
schriften. — Königsberg. Universität: Härder, der EinHufs Por-
tugals bei der Wahl Pius VI. Malotka, Beiträge zur Geschichte
Preufsens ; 1882. 8. Richter, die Chroniken Bertholds und Bernolds.
1882. 8. Skowronnek, quellenkritische Beitrage zur Wallonstein-
frage. 1882. 8. und 4 weitere akadem. Schriften. — Leipzig. Breit-
kopf u. Härte 1: Frauzos, deutsches Dichterbuch aus Oesterreich.
1883. 8. C. G. Freytags Verlag: Gindely, Geschichte des dreifsig-
jährigen Krieges. 1. — 3. Abth. 1882.8- J. Guttentag, Verlagsh.:
Reifsmann, Christoph Willibald von Gluck. 1882. 8. Dr. Oscar
M 1 h e s , k. sächs. Baurath : Ders., die Baukunst des Mittelalters
in Italien ; L— IIL Theil. 1882. 8. Durch die B. G. Teubner'sche
Verlagsbuchh. : Seemann , Geschichte des k. Gymnasiums zu Neu-
stadt in Westpreufsen. 1882. 4. Inowraclawer, Meier Helmbrecht
von Wernher dem Gartenaere. 1882. 4. v. Karwowski, ein Brief
der Herzogin Mathilde von Oberlothringen au König Miecyslaw IL
von Polen. 1882. 4. Dietrich, über den Bau des Trauerspiels Emi-
lia Galotti. 1882. 4. Hartwig, aus dem Leben des Prinzen Chri-
stian von Waldeck. 1882. 4. Bernhardt, Nachrichten über das Le-
ben des Job. Phil. Krebs und seines Sohnes Rudolf Krebs. 1882. 4.
Süpfle, über den Kultureinflul's Deutschlands auf Frankreich. 1882. 4.
V. Jan, die griech. Saiteninstrumente. 1882. 4 Kromayer, kurzer
Bericht über die Entwicklung des Gymnasiums zu Weilsenburg v.
1871 — 81. 1882. 4. Breitung, Bemerkungen über die Quellen des
Dio Cassius LXVI— LXIX. 1882. 4. Stein, die Nibelungensage im
deutschen Trauerspiel; I. Thl. 1882. 4. Cramer, die Nibelungen-
strophe. 1882. 4. Albers, Konig Dagobeit in Geschichte, Legende
u. Sage. 1882. 4. Polle, Briefe v. Ernestine Vols an Rud. Abeken.
1882. 4. Weifsschuh, Religion, Charakter und Sitte der Deutschen
nach der Germania des Tacitus. 1882. 4. Held, Geschichte der
humanistischen Lehranstalt in Ravensburg. 1882. 4. Häufsner, die
deutsche Kaisersage. 1882. 4. Eisenlohr, Beiträge zur histor. Gram-
matik der englischen Sprache. 1882. 4. Behne, vergleichende Gram-
matik und ihre Verwertung etc. 1882. 4. Wisser, zu Spervogel.
1882. 4. Trenkamp, über Otto I. Bischof von Münster. 1882. 4.
Baranowski und Weber, ostlitauische Texte. 1882. 8. Dauber, Ver-
zeichnifs der Lehrer des Helmstädter Gymnasiums von 1817 — 1882.
4. Berwerth und Fabini, fachwissenschaftlicher Katalog der Biblio-
thek des Gymnasiums in Schäfsburg. 1882. 4. Keiutzel, der Heliand
im Verhältniis zu seinen Quellen. 1882 4. Baumann, zur Ge-
schichte von Mühlbach. 1882. 4. Reifsenbergor, 2. Nachtrag zu :
Die siebenbürg. Münzen des Frh. S. v. Bruckenthal'schen Museums.
1882. 4. Platz, die Capitularien der fränkischen Könige. 4. Eng-
lert, commentatio de catalogo archiepiscoporum Moguntinensium
Wimphelingiana. 1882. 8. Höger, kleine Beiträge zur Bestimmung
und Erklärung der im Codex Falkensteinensis, im Codex Garzensis
und im Codex traditionum Augiensium vorkommenden Persoijen- und
Ortsnamen. 1882. 8. Jörg, die Naturwissenschaft des Paracelsus.
1882. 8. Mayer, li Miserere. Pikardisches Gedicht aus dem XII.
Jahrh. 1882. 8. Fesenmair, D. Diego Hurtado de Mendoza, ein
spanischer Humanist des 16. Jahrh. 1882. 8. Wimraer, die histori-
sche Kulturlandschaft. 1882. 8. Schneeberger , die Wechselbezieh-
ungen zwischen Schillers Teil u. Shakespeares Jul. Cäsar. 1882. 8.
Albert, drey griechische Mythen in Calderons Sakramentspielen. 1882.
8. Völcker, Geschichte d. Studienanstalt Schweinfurt; I. Thl. 1882. 8.
Jäcklein, die Frithjofsage, aus dem Altnordischen übersetzt. 1882. 8.
— Marburg. Rein, Professor: Katalog zur geograph. Ausstellung
zu Frankfurt a. M- 1883. 8. Breusing, Leitfaden durch das Wiegen-
alter der Kartographie bis zum Jahre 1600. 1883. 8. — Münster.
J. B. Nordhoff: Ders., der vormalige Weinbau in Norddeutsch-
land; 2. Ausg. 1877. 8. — Nördlingen. C. H. Beck'sche Buchh. :
Zeiträg, Sammlung kalligraphischer Musteralphabete ; IV. Heft:'
Monogramme, qu. 4. Schultheis, europäischer Geschichtskalender;
14.-22. Jhg. 1873—81. 8. Vogt, die bayerische Politik im Bauern-
kriege und der Kanzler Dr. Leonh. v. Eck. 1883. 8. Bestmann,
Geschichte der christlichen Sitte. Theil I und II, 1. 1880 und 83.
8. — Nürnberg. G. Benda, Antiquar: Neu-Corrigirtes Catholisch
Namenbüchel. 8. J. F. Rüll: Neues Repertorium von seltenen
Büchern; 1.-3. Stück. 1795—97. 8. Alphons Seiler, Kauf-
mann: de Pluvinel, . . Reitkunst. 1628. 2. The od. Freih. von
Tucher: Gervasius, Eleazaris uraltes chymisches Werk; 2. Aufl.
1760. 8. — Offenbach. Grof sherzogl. Realschule: Programm
etc. 1883. 8. Metz, über die pseudoskopische Ablenkung paralleler
Linien , wenn dieselben in gewisser Weise von Querstrichen durch-
setzt sind. 1883. 4 — Oldenburg. Bültmann u. Gerriets, Ver-
lagsh. : Raschke, die Genossenschaften im Mittelalter und die heut
anzustrebenden Innungen. 1882. 8. — Pforta. Dr. II. Ilädicke:
Ders. : die Reichsunmittclbarkeit und Landsässigkeit der Bistümer
Brandenburg und Havolberg. 1882. 4. — Pforzheim. Kunstge-
werbeschule: Programm etc. 1883. 8. — Plauen. Gymnasial-
und Realschul an stalt: Fischer, Studien zur byzantinischen
Geschichte des 11. Jahrh. 1883. Pr. — Rostock. Gymnasium u.
Realschule I. 0.: Klöpper, Herder's Weimarer Schulreden in
ihrer Bedeutung für Erziehung und Unterricht. 1883. 4. Pr. D r.
K. E. H. Krause, Direktor: Ders,, zum dreihundertjähr. Bestehen
des Bröcker-Stiftes in Rostock. 1883. 8. — Saarlouis. Adalb. Ru-
d 1 f : Ders. , eine Götterstätte im Eifellande. 8. Sonderabdr. —
Salzwedel. K. Gymnasium: Jahresbericht etc. Ostern. 1883. 4.
— Schweinfurt. C. F. Gadeuiann: Zimmermann, auserlesene
Predigten; 11. Thl. 1759. 4. — Stettin. Roh. Grafsmann, Ver-
lagsh. : Ders., die Menschenlehre , oder die Anthropologie. 1883. 8.
— Stuttgart. K. württemb. Ar chiv- Direkt! on : Wirtember-
gisches Urkundenbuch ; 4. Bd. 1883. 4. (2 Exempl.) K. statist.-
topograph. Bureau: Beschreibung des Oberamts Künzelsau.
1883. 8. — Tübingen. Universität: Systematisch-alphabetischer
Hauptkatalog der k. Universitätsbibliothek in Tübingen ; Philosophie,
1. Ergänzungsheft. 1882. 4. Tübinger Universitätsschriften aus d.
J. 1882. 4. XXVIII. Zuwachsverzeicbnifs der k. Universitäts-Biblio-
thek. 1881 — 82. 4. Bessert, das Wesen des Servituten-Besitzes.
1882. 8. Ruprecht, der Erbpacht. 1882. 8. und 33 weitere akade-
mische Gelegenheitsschriften. — Tüngen. Th. Blell, Kreisdepu-
tierter : Ders., zwei Vorlegeschlösser des jüngeren Eisenalters. 8.
Sonderabz. Ders. die Eisenalterthümer uns. heidn. Vorzeit etc. 8.
Sonderabz. Ders. , die fränkischen Rundschilde des 6. Jahrhdts. n.
Chr. 8. Sonderabz. — Wien. Wilh. Braumüller, k. k. Hof- u.
Universitätsbuchh. : Rollet, die Göthe-Bildnisse, biogr. u. kunstgesch.
dargestellt; 1.-4. Liefg. 1881 und 82. 4. v. Höfler, Don Antonio
de Acuiia, genannt der Luther Spaniens. 1882. 8. Metternich-
Winneburg, aus Metternichs nachgelassenen Papieren; Bd. I. — V.
1880—82. 8. Quellenschriften für Kunstgeschichte etc. ; XII — XVIH.
1878—82. 8. Dr. Frz. Frhr. v. Mensi, k- k. Ministerialkonzipist:
Almanach auf d. J. 1797. 16. Oesterr. Bauern -Kalender auf d. J.
1856. 12. Neuer österr. Kalender f. d. J. 1866. 12. Neuer Bauern-
Kalender auf d. J. 1883. 12. K. k. österr. Provinzial-Kalender f.
d. J. 1789, 1791, 1797. 4. Neuer österr. Schrcib-Kalender auf d.
J. 1806. 4. Neuer Krakauer Schreib-Kalendcr auf d. J. 1831. 4.
Neuer Krakauer Kalender auf d. J. 1859. 8. Oesterreichischer
Bauernkalender für d. J. 1866. 8.
141
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
142
III. Für das Archiv.
(Nr. 4807-4810.)
Chemnitz. Joseph Feller, Bucbhiindler : Erlafs des Kaisers
Karl VI. für deu Grafen Alexander Karoly von Kagy Karoly. 1725.
Pap. — Nürnberg. Gut tkneclit, Privatier: Brief des Georg Eb-
ner, d. d. Altdorf, 14. Febr. 1.577. Pap. — Autograph des Kurfürsten
Maximilian Joseph von Bayern. 1803. Pap. — Wien. Dr. Franz
Frhr. v..Mensi, k. k. Ministerialkonzipist : Brief des Mineralogen
Fr. Mobs an Prof Franz Riepel. 1825. Autogr.
Schriften der Akadeiiiieen, Museen und historischen Vereine,
welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind:
Verein für siebenb ürgiscbe Landeskunde:
Korrespondenzblatt etc. VI. Jhg. 1883. Nr. 3. Hermannstadt,
8. Studenten aus Ungarn und Siebenbürgen an der Prager Uni-
versität im XIV.— XV. Jahrhdt. (Schi.) Von Jos. Teige. — Das
Ausscbuhen der Frauen in der Fafsnacht. Von J. Wolff. — Lite-
ratur etc.
Magyar tudomanyos Akademia in Budapest:
Körösi, Budapest nemzetisegi ällapota es magyarosodäsa. etc.
1882. 8.
Almanach etc. 1883. 8.
Emlekbeszedek etc. 1882. I.— V. szäm. 8.
Ertekezesek a tasard. etc. VF köt. I.— VF szäm. 1881—83. 8.
Ertekezesek a törtenelmi etc. IX. köt. XI. szäm ; u. X. kö-
tet. L— III. u. V.— X. szam, 1882 u. 83. 8.
Ertekezesek a nemzetgazdas. etc. I. köt. I. — V. szäm. 1882. 8.
Vämbery, a magyarok eredete. etc. . . I. II. K. 1882. 8.
Ertesitij etc. XVI. evfolyam. . . L— VI. szäm. 1882. 8.
Monumenta Hungariae historica. etc. 1882. 8.
, Ungarische Revue hrsg. v. Paul Hunfalvy u. Gustav
Heinrich. . . VII.— X. Heft 1882, u. L— III. Heft. 1883. 8.
Ortvay, Magyarorszäg regi vizrajza etc., ... I. u. II. kötet,
1882. 8.
Pesty, a Magyarorszägi värispänsägok törtenete etc. 1882. 8.
Benediktiner- und Cisterzienser-Orden :
Studien u. Mittheilungen etc. IV. Jhrg. 1883. 2. Heft. 8.
Propst, Dekan u. Prior in ihrem gegens. A^erhilltnisse. Von Ben.
Braunmüller. — Regesten zur Geschichte der Benediktiner- Abtei
Brenov-Braunau in Böhmen. Von R. Schramm. (Schi.) — Beitrag
zur Lebensgesclüchte des Anton Wolfradt, Abtes von Kremsmün-
ster, Fürstbischofs von Wien. Von Dr. B. Gsell. (Schi.) — Ueber
die Entwicklung der cbristl.. römischen Hymnenpoesie (III.) Von
A. Salzer. — Die Schriftsteller 0. S. B. im heutigen Königreich
Würtemberg v. J. 1750 bis zu ihrem Aussterben. Von A. Lindner.
(Forts.) — Das Stift Heiligenkreuz u. s. Besitzungen i. J. 1683.
Ein Beitrag zur heurigen Jubelfeier der Belagerung Wiens durch
die Türken. (I.) Von Dr. B. Gsell. — Die erste Kirchenversamm-
lung auf deutschem Boden. (I.) Von Dr. P. Ambrosius. — Die
österr. Benediktiner-Congregation (II). Von . Adalb. Dungl. — Bei-
träge zur Geschichte des ehemaligen Benediktiner- Stiftes Mondsee
in Ober-Oesterreich. Von Dr. 0. Schmid. (Forts.) — Aus dem So-
nettenkranze : „S. Benedikt u. sein Orden". Von Fr. S. Domanik.
(Forts.) — Ergänzungen zur Biographie und literar. Thätigkeit des
Abtes Rupert Kornmann von Prüfening. Von R. Mittermüller.
(Schi.) — Seelbuch des ehemal. Bened. Nonnenklosters Schönau in
Nassau. Von F. W. E. Roth. — Zur Geschichte des Cäcilienklo-
sters in Köln. (I.) Von J. B. D. Jost. — Zur Geschichte des Klo-
sters Bleidenstatt 0. S. B. in Nassau. Von F. W. E. Roth. —
Berichte. — Nekrologe. — Literatur.
Deutscher Verein z. Verbreitung gemeinnütziger
Kenntnisse in Prag:
Sammlung etc. Nr. 82. Die Sprachgebiete Europas am Aus-
gange des Mittelalters, verglichen mit den Ziiständen der Gegen-
wart. Von F. Blumentritt.
Herald.-genealogischer Verein „Adler" in Wien;
Jahrbuch etc. IX. Jahrgang. Wien, 1882. 4. Mit XIII Bild-
tafeln und in den Text gedruckten Illustrationen. — Vereins-Chronik.
— Ziu- Genealogie des Hauses Rohan. Von Dr. E. G. Graf von
Petenegg. — Eine kärntnerische Familienfehde. 1591. Von L. von
Beckh-Widmanstetter. — Das dänische Reichs- und Königswappen.
Histor. -heraldische Abhandlung von Dr. jur. Gurt 0. von Querfurth.
— Die erblichen Gesellschaften (Zünfte) im alten Freistaate von
Bern. — Von A. Frh. v. Steiger-Münsingen. — Das Wappen des
Papstes Adrian VI. Von M. Grafen von Nahuys. — Das Wappen
der Stadt Wiesbaden. A'ou H. A. G. von Göckingk. — Ueber das
Adelswesen auf den jonischen Inseln. Von Frz. Alex. Altmann. —
Das Wappen der Grafen von Lichtenstein-Castelcorn. Von J. L.
Klemme. — Alphabet. Register der Standeserhöhungen Kaiser
Karls V., welche in den im k. u. k. Haus-, Hof- und Staatsarchive
aufbewahrten Registraturäbüchern Kaiser Karls V. eingetragen sind.
(Forts.) — Ueber den Adel im Königreich der Niederlande. Von
H. A. G. V. Göcking. — Zwei Vermählungen im Hause Longueval in
der Linie Vaux-Bouquoy. Von Arnold Frh. von Weyhe-Eimke. —
Freydal. . . . Von Quirin Leitner. — Die kaiserlichen Wappenbriefe
und Adelsdiplome, beziehungsweise Adelsbestätigungen der verschie-
denen Familien Winckler . . . Von A. von Dachenhausen. — Die
Sires von Neufchätel. Eine Studie von J. L. Klemme. — Das
Stammwappen des Hauses Habsburg. Von Dr. E. G. Grafen von
Petenegg. — Das Wappen „Neu-Oesterreich." Von dems. — Die
Anfänge des Hauses Habsburg. Von Dr. Th. von Liebenau. —
Literatur.
Monatsblatt de^s. Vereines. Jhg. 1883. Nr. 27. 8. Vereinsan-
gelegenheiten. — Ein hohenlohisches Wappen an der „turris Cae-
saris" zu Monopoli. Von Dr. F. K. Fürsten zu Hohenlohe-Wal-
denbürg. — Literatur. — Nekrologe.
K. k. österr. Museum für Kunst und Industrie:
Mittheilungen etc. Jhg. 1888. Nr. 210. AVien. 8. Franz Ritter
von Hauslab. Nekrolog, gesprochen von R. von Eitelberger. —
Die florentinische Bronze. — Literatur etc.
Dombau verein zu Wien:
D"bmbauvereins-BIatt. IH. Jahrg. 1883, Nr. 17. 8. Der ehe-
malige St. Ursula-Altar zu St. Stephan. Von Dr. AV. A. Neumann.
— Urkundliche Mittheilungen über St. Stephan. A'on E. Hütter
143
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
144
— Kaiser]. Mandat wider das Spacieren Im St. Stephans Thuemb-
kirchen.
Wissenschaftlicher Club in Wien:
Monatsblätter etc. IV. Jhg. 1883. Nr. 6. 8. Clubangelegen-
heiten. ,
Naturwissenschaft!. Verein für Steiermark in Graz:
Mittheilungen etc. Jhg. 1882. 8. Vereinsangelegenheiten.
Christlicher Kunstverein der Diöcese Seckau:
Der Kirehenschmuck etc. XIV. Jhg. 1883. Nr. 2. 8. Maria
Strafsengel. (Forts.) — Das Paviment der Kirchen. (Forts.) — Das
Quersehiff des Domes zu Gurk in seiner ursprünglichen Anlage.
Von Alfr. Schnerich. (Mit Abb.) — Die Kirchen der Renaissance
in Mittelitalien. Von P. Laspeyres. — Pietät bei Restaurationen.
— Notizen.
Kunst-Gewerbe-Verein zu München:
Zeitschrift etc. Jahrg. 1863. Heft 1 u. 2. 2. Die Getafse der
Keramik. Vortrag von Dr. P. F. Krell. (Mit Abb.) — Vereins-
chronik. — Vermischte Mittheilungen. — Literatur. — Unsere
kunstgewerblichen Musterblätter.
Münchener Alterthums verein :
Die Wartburg etc. X. Jhg., 1883, Nr. 3. 8. Künstlerurtheil u.
Kunsturtheil. Von Max Schasler. — Nekrolog: Dr. Karl Mayer
von Mayerfels. Von Dr. C. Förster. — Vereinsangelegenheiten.
— Kleine Mittheilungen etc.
Bayrisches Gewerbemuseum zu Nürnberg:
Kunst und Gewerbe. Zeitschrift etc. Redig. von Dr. 0. von
Schorn. XVII. Jhg. 1883. II. und III. Heft. 8. Mit Nr. 2—5
der Mittheilungen. Die Ausstellung der Central-Union der Deko-
rativ-Künste zu Paris. Von Herrn. Billung. — Die altdeutschen
Gläser in der Mustersammlung des bayr. Gewerbemuseums. Von
C. Friedrich. Mit Abb. — Kleine Nachrichten. — Literatur. —
Abbildungen: Theil des Bettes der Maria Antoinette. — In Gold
gestickte Haube vom Ende des 18. Jhdts. — Ornamentmotiv
vom Palazzo ducale in Mantua. — Elfenbeinhumpen aus dem
17. Jhdt. — Truhenschlofs aus ders. Zeit. — Nürnberger Haube
vom Ende des 17. Jhdts. — Tapete aus dem J. 1788 nach Zeich-
nungen von Prieur. — Intarsiafüllung aus der Certosa bei Florenz.
— Glas nach einer Zeichnung von Stefano della Bella. — Mar-
morfufsboden aus der Certosa bei Pavia.
Mannheimer Alterthums-Verein :
Jahres-Bericht f. d. Geschäfts-Jahre 1881 u. 1882. 1883. 4.
Gesammtver. d. d. Gesch.- u. Alterthums vereine :
Correspondenzblatt etc. 30. Jahrg. 1883. Nr. 1 u. 2. Darm-
stadt. 4. Vereinsangelegenheiten. — Die Ausgrabungen auf der
ersten Stätte des Klosters Lorsch. V«n E. Wörner. — Zur Ge-
schichte der Mainzer Archive. Mitgetheilt von W. Velke. — Ueber
vorhistorische Erdeinschnitte in der Umgegend von Friedberg.
Vortrag . . von Gustav Dieffenbach. (Mit 1 Tafel Abbild.) — Rö-
misches aus Friedberg in der Wetterau. Von R. Schäfer. — Rec-
tification der Strafsheimer Votiv - Inschrift in der Stadtkirche zu
Friedberg. Von dems. — Eine neue römische Inschrift in Mainz.
Von Dr. J. Keller. — Ein neuer Fund von Sarmizegetusa. Von
Pfr. Arz. — Ein Hügelgrab im Lorscher Walde. Von Fr. Kofier.
Wirksamkeit der einzelnen Vereine. — Literatur.
Lahnsteiner Alterthumsverein :
Rhenus. Beiträge zur Geschichte des Mittelrheins etc. . .
1. Jhg. 1883. Nr. 1 u. 2.
Geschichte des Vereins. Vorwort zum Rhenus. Von G. Zülch.
Urkundliche Nachrichten über die Familien von Lanstein. Von C.
von Ledebur. — Zur Geschichte des Königsstuhis und der Wenzels-
kapelle. Von J. Hellbach. — Die Grabstätte des Archidiaconus
Heinrich von Bolanden zu Garden. Von F. W. E. Roth. — Ueber
griechischen Einflufs auf die rheinisch-gallische Töpferkunst , sowie
über eine Gallier-Ansiedlung zu Horchheim und deren Entstehungs-
zeit. Von Const. Konen. — Vermischtes. — Zur Geschichte der
alten Thurmuhren im Rheingau. Von F. W. E. Roth. — Wildrut,
die Mutter Conr. Kurzbolds, Grafen in Niederlahngau, schenkt dem
Kloster Seligenstadt den Zehnten in der Diezer, Braubacher und
Oberlahnsteiuer Mark . . (i. J. 933.) Von J. Hellbach. — Rech-
nung des Johannes Hirfsfelt, Kellners im Schlofs Lahnstein. 1444—
1446. Von G. Zülch. — Der Arnsteiner Hof. Von dems.
Verein für nassauische AI terthumskund e und Ge-
schichtsforschung:
Annalen etc. 17. Bd. 1882. Wiesbaden. 8. Vereinsnachrichten
— Zur Geschichte des Rheingaues. Beiträge zur Geschichte der
Klöster Rupertsberg und Eibingeu. — Die Beschreibungen des
Rheingaus von Bartholomäus Angeln und Jobs. Butzbach aus dem
XIV. u. XV. Jhdt. Von Prof Fr. Otto. — Kaspar Hedios Send-
brief an die Rheingauer vom 25. Novbr. 1524. Von dems. — Brand
zu Bingen 1540, 27. Juli. Von dems. — Brief des Pfarrers Gg. Steritz
zu Bingen 1577. Von Dr. Widmann. — Zur Geschichte von Eber-
bach während des dreifsigj. Krieges. Von dems. — Karte des
Rheingaues von 1575. Von Prof Fr. Otto. (Mit 1 Taf.) — Stati-
stisches : Die Waldschmieden bei Weilburg im XV. Jhdt. Von Fr.
Otto. — Die Zahl der Pferde vor dem 30jähr. Kriege. Von dems.
— Die Zahl der in den Jahren 1629—1631 in der Herrschaft Dil-
lenburg verbrannten Hexen. Von Lautz. — Kleine Mittheilungen
zur Geschichte Königsteins. Von Dr. Widmann. — Der Brand von
Villmar im September 1536, Gedicht des Reinh. Lorich von Hada-
mar. Mitgeth. v. Dr. A. Krebs. — Eine Reise des Grafen Ludwig
Friedrich von Nassau-ldstein im Jahre 1654. Mitgeth. von J. G.
— Nauborn, nicht Nievern. — Kindlinger, Habel und die naussaui-
sche Alterthums-Gesellschaft. Von Frh. von Medem. — Die Höhlen
bei Steeten a. d. Lahn. Von von Cohausen. (Mit 5 Tafeln.) — Der
neue Höhlenfund von Steeten. Von Dr. H. Schaaffhansen. (Mit Ab-
bild.) — Gräber. Von v. Cohausen. — Wallburgen, Höhlen. Von
dems. — Zur Schlacht bei Cronberg am 14. Mai 1389. Von Dr.
Widmann. — Römische Bauwerke. Von v. Cohausen u. L. Jacobi.
— Mittelalterliche Bauwerke von v. Cohausen u. Heckmann. —
Zur Topographie des alten Wiesbaden. Von v. Cohausen und Dr.
Reuter. — Inschriften etc.
Kais. Leopoldino-Caroliuische deutsche Akademie
der Naturforscher zu Halle:
Leopoldina etc. Heft XIX, Nr. 3 — l. Akademie-Angelegen-
heiten. — Nekrolog. — Literatur etc.
Vogtland, altertumsforschender Verein zu Hohen-
leuben :
52. u. 53. Jahresbericht etc. u. 4. u. 5. desgl des geschichts-
u. altertumsforschenden Vereins zu Schleiz. (1882). 8. Der Fran-
kenwald. Von Meyer. — Die ältesten Stadtrechte. Von Dr. Al-
berti. (Forts) — Berichte über Ausgrabungen. Von R. Eisel.
(Forts.) — Ueber die Provinz Sorawe. Von Dr. Saalborn. — Zwei
Schlüssel u. ein Kompafs. Von Dr. Köhler. — Das deutsche Volks-
märchen. Von P. Garthe. — Gesellsehaftsangelegenheiten.
140
Anzeigi'i' für Kunde der deutschen Vorzeit.
140
Münzfor scher- V.erein:
Blätter für Münzfreunde. XIX. Jahrg. 1883. Nr. 107. Redig.
von C. G. Thieme. Leipzig. 4. Hervord, eine herzog! . Jülich 'sehe
Münzstiitte. 1578, 1579, 1582. Von P. Joseph. — Mittelalterliche
Frankfurter Bleiraarken. Von dems. — Vermischte Nachrichten.
Numismat.-sphragistischer Anzeiger etc. Hrsg. von Walte und
Bahrfeldt. XIV. Jhg. Nr. 2. Hannover, 1883. 8. Die Münzen
der Ilerzogthümer Bremen und Verden unter schwedischer Harr-
schaft. 1G48— 1719. Von M. Bahrfeldt. (Forts.) — Bemerkungen
zu Schlickeysen, Abkürzungen etc. 2. Aufl.
Alterthumsgesellschaft Prussia zu Königsberg:
Sitzungsberichte etc. im 88. Vereinsjahre. November 1881 —
1882. 8. Gesellschaftsangelegenheiten. — Die Eisenaltertümer un-
serer heidnischen Vorzeit in den Sammlungen Deutschlands und
ihre Konservierung. Von Th. Blell-Tüngen. — Arabische Münz,
funde in Altpreufsen. Von Dr. Rüdiger. — Ostpreufsische Hügel-
gräber bei Wangniek bei Landsberg, Kr. Pr. Eylau. Von v. Sau-
den. — Ueber den Pfahlbau im Soldiner-See in der Neumark. Von
v. Kamienski. — Ueber ein Urnenfeld der Nieder -Lausitz in der
Mark Brandenburg. Von v. Fromberg. — Das Gräberfeld zu Tra-
ten, Kreis AVehlau. Von Lorek-Popelken. — Der Tartarenhelm
von Georgenburgkehlen, Kr. Insterburg. Von Th. Blell-Tüngen. —
Ein altrussischer Helm von Kowno. Um 1400. Von dems. — Der
Wasianskysche Bogenflügel. Von Dr. Zander. — Ein Beitrag für
die Stammbücher. Von Beckherrn. — Das Gräberfeld von Sto-
bingen, Kr. Wehlau. Von Dr. med. Sommer. — Das kgl. Schlofs
zu Königsberg i. Pr. Von Kuttig. — Die neuesten gröfseren prä-
historischen Gräberfunde zu Löbertshof, Kreis Labiau. Von Scher-
bring. — ^ Ausgrabungen in Pofsritten, Kr. Labiau. Von dems. —
Vier Hügelgräber vorchristlicher Zeit zu Friderikenhain , Kr. Or-
telsburg. Von Dr. Bujack. — Vereinschronik.
Das Prussia-Museum i. Nordflügel des K. Schlosses zu Königs-
berg i. Pr. Die ausgestellten Alterthümer der historischen Zeit
mit Einschlufs der Burgwallfunde. 1883. 8.
Revidiertes Statut der Gesellschaft. 8.
Verein für Heimathskunde in Müncheberg:
Sitzungsbericht vom 6. Februar 1883. — Vereinsangelegen-
heiten. — Mittheilungen aus dem alten Protokollbuch aus den
Jahren 1717 u. 1718.
Verein Herold in Berlin:
„Der deutsche Herold."' Zeitschrift etc. XIV. Jhg. 1883.
Nr. 3. 4. Nachruf. — Ein heraldisches Jubiläum. Vereinsan-
gelegenheiten. — Die Wappen der studentischen Korporationen.
Von Hauptmann. — Wappen der Familie Tesmer (Tesmar). Von
J. Tessmer. — Ansprüche der Hessen -Hanauischen Vasallen im
Elsafs auf höhere Titulatur. 1743. Von Dr. S. zu S. — In Sa-
chen des Wappens I. K. u. K. H. der Kronprinzessin auf der
Held'schen Jubelmedaille. Von L. Clericus. — Ehewappen I. I.
K. K. H. H. des Kronprinzen und der Frau Kronprinzessin. (Mit
Abb.) — Miszellen. — Anfragen.
Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin:
Monatshefte für Musikgeschichte : XV. Jhg. 1883. Nr. 3.6. Ar-
chivarische Studien im Archiv von Eichstätt in Bayern. Von Ray-
mund Schlecht (Schi.) — Rynoldus Popma van Oevering. Von
Eitner. — Ein spanisches handschriftliches Sammelwerk von 1704.
Von dems. — Joh. Krasmus Kindermann. Von dems. — Anzeige.
— Mittheilungen.
Deutscher Graveur- Verein zu Berlin:
Graveur-Zeitung etc. VH. Jahrg. 1882. Nr. 3. 4 Zu den
Kunstbeilagen.
Verein f. Gesch. und Altertumskunde des Herzog-
tums u. Erzstifts Magdeburg:
Geschichts-Blätter etc. 18. Jhg. 1883. 1. Heft. Mägdeburg,
1883. 8. Spiele aus dem Magdeburger Lande mit Beiträgen aus
anderen Gegenden Norddeutschlauds . . . Gesammelt von Ph. We-
gener. — Weitere Auszüge aus dem Copialbuche im Stadtarchive
zu Burg, enthaltend Begebenheiten aus der Zeit des Schmalkaldi-
schen Krieges. Mitgeth. von Wolter — Die Bibliothek des Klo-
sters Berge. Von Dr. Holstein. — Die wüsten Marken des Stadt-
feldes von Aken. Von W. Zahn. — Dr. Heinr. Toke, Domherr zu
Magdeburg. Beitrag zur Vorgeschichte der Reformation. . Bear-
beitet von Ernst Breest. — Literatur. — Vereinschronik.
Kunstgewerbe- Verein zu Magdeburg:
Pallas. Zeitschrift etc. IV. Jahrg. 1883. Nr. 2. 1. Febr. 4.
Nürnberg im XVI. Jahrhundert. Von Otto Brandt. — Technische
Notizen.
Verein für hamburgische Geschichte:
Mittheilungen etc. 6. Jhg. 1883. Nr. 1—3. 8. Hamburgi-
sche Medaillen v. J. 1882. Von C. F. Gädechens. — Aus den
Rechnungsbüchern des Schiffbauer-Amts. Von J. F. V-oigt. — Be-
amte der Hamburger Münze i. J. 1617. Von C. Walther. — Blaue
Flagge. Von R. Ferber. — Zur Kirchengeschichte. Von W. Sil-
lem. — Hautelisse- Weber in Hamburg. Von K. Koppmann. —
Geschütz - Inschriften. Von C. F. Gädechens. — Die eingewander-
ten Reformirten in Hamburg und Stade nach ihren Gewerben. —
Begnadigung vom Galgen zum Schwert. Von K. Koppmann. —
Zum Sturz des St. Catharinen-Thurmes 1648 Febr. 15. Von C. Wal-
ther. — Literatur.
Gesellsch. f. ältere deutsche Geschichtskunde etc.:
Neues Archiv etc. VHL Bd. 2. Heft. Hannover, 1883. 8.
Die Register Gregors VII. 2. Papsturkimden in Karlsruhe (bis
zum J. 1198). Von Jul. v. Pflugk-Harttung. — Nachträge zu den
Regesten Karls IV. Mitgeth. von Th. Lindner. — Nachricht von
drei Handschriften in Eisleben, Von W. Wattenbach. — Zur hand-
schriftlichen Ueberlieferung der Werke des hl. Bonifatius. Von
A. Nürnberger. — Miscellen.
K. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen:
Gelehrte Anzeigen etc. 1882. I. u. IL Bd. 8.
Nachrichten von ders. Gesellschaft u. d. Georg - Augusts - Uni-
versität. Aus dem Jahre 1882. Nr. 1^23. 1882. 8.
Centr al- Gewerbe -Ver. für Rheinland, Westfalen etc:
Westdeutsches Gewerbeblatt. Organ dess. V. Jahrg. I. Nr. 1.
Düsseldorf. 1883. 8. Programm etc. Die Pflanze in Kunst und
Kunstgewerbe. Von Dr. Fr. Heinzerling. Mit Taf. I., IL u. HI.
Antiquarische Gesellschaft in Zürich:
Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde ; Januar- 1883.
Nr. 1. 8. Gesellschaftsangelegenheiten. — Fundberichte aus dem
Wallis u. aus Beromünster. Von J. Rahn. (Mit Abbild.) — Dol-
che aus dem Bieler See mit Wappenschilden am Knaufe. Von
H. Zeller- Werdmüller. (Mit Abb.) — Verding das Ratthus zu
Sursee betreffend anno 1538. Von Dr. Th. v. Liebenau. — Der
ehemalige Capitelsaal und die neue Pfalz des Stiftes St. Gallen.
Von J. Ludw. Meyer. — Zur Statistik schweizerischer Kunstdenk-
147
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
148
mäler. Von J. R. Rahn. V. Canton Freiburg. — Kleinere Nach-
richten. Zusammengestellt von Dr. H. Escher. — Literatur.
Section histor. de l'institut R. G.-D. de Luxembourg:
Publications etc. Annee 1883. — XXXVI. (XIV.) 8. Ar-
chives de Clervaux, analyses et publiees par M. F. X. Würtb-
Paquet ... et N. van Werveke. 616 u. XCI Seiten.
Societe royale Beige de geographie ä Bruxelles:
Bulletin etc. Sixieme annee- — 1882. Kr. 5. Novembre —
Decembre. 8.
Koninklijke akademie van wetensc happen :
Verbandelingen. Afdeeling letterkunde vijftiende deel. Amster-
dam. 1883. 4. De abdij Bloemhof te Wittewierum in de der-
tiende eeuw. ßijdrag tot de geschiedenis van kerk en beschaving
in Xederland door Arm. "W. Wijbrands. VII u. 223 Stn.
Verslagen etc. Afd. Letterkunde. Tweeds reeks. Elfde deel.
Over de uitgaven en den text der ethica van Spinoza. Von J. P.
N. Land. — Over de krijgsverrichtingen van 1691 in de Keder-
landen, tot aan den dood von Louvois. Von W. J. Knopp. —
Twee romeinsche gedenksteenen te Hörne bij Roermond. Von J.
Habets. (Mit Abbild.) — Over de ligging der post-statien op de
romeinsche heerbaan van Tongeren naar Nijmegen. Von dems. —
Over vier drukken met het jaartaal 1670 van Spinoza's Tractatus
tlieologico-politicus. Von J. P. N. Land. — Over een brief van
den kardinaal Baronius betreffende het martelaarschap van Halt.
Gerard. Von R. Fruin.
Naam- en Zaakregister op de verslagen etc. . . . Deel I— XII.
1882. 8.
Kongl. Svenska vitterhets historie och antiqu. aka-
demie:
Antiquarisk tidskrift för Sverige . . . Sjette Del, 3J' haftet.
Stockholm, 1880-82. 8.
Tcrniischte Nachrichten.
57) Neuerdings sind wieder zahlreiche Reste von Pfahlbauten
im Zürchersee gefunden worden , wie in dem von H. Messikommer
in Wetzikon und R. Forrer in Hottingen herausgegebenen „Unter-
haltungsblatt für Freunde der Alterthumskunde" zu lesen ist. Die
Fundgegenstände stammen sowohl aus der Stein- wie aus der Bron-
zezeit (Scbw. Grenzp. v. 4. März, Nr. 54 u. „N. Z. -Ztg." vom
27. Febr., Nr. 58, Bl. 2) und sind besonders ihrer Ornamente halber
interessant. Dieselben decken sich vollständig mit den Mustern,
welche Schliemann in Hissarlik nachgewiesen hat.
(Anz. f. Schweiz. Alterthmskde., Nr. 2.)
58) Das erste Heft des Jalu-gangs 1883 der Mittheilungen der
k. k. Centralcommission für Kunst- und histor. Denkmale enthält
wieder eine Reibe von eingehenden Fundberichten prähistorischer
Gegenstände in Velis bei Jicin, Hofineves, Königsgrätz, Podbaba
(nächst Prag), Bozen und Sereth (Bukowina), durch welche die Fund-
chronik des Jahres 1883 wesentliche Ergänzungen erhält.
59) In Grencheji wurde kürzlich von Dr. Schild eine römi-
sche Station entdeckt. Zahlreiche Funde von Ziegeln, Amphoren,
Ampeln , Töpfen , Terracotten etc. sind gemacht worden (Schw.
Grenzp. v. 8. März, Nr. 57).
(Anz. f. Schweiz. Alterthmskde., Nr. 2.)
60) Trier, 31. März. Unweit Wasserbillig hat man nach
dem „Westdeutschen Korrespondenzblatt' bei Anlage eines Wein-
berges zahlreiche Gräber aufgedeckt. Die Todten waren
theils verbrannt (in diesem Falle waren die die Knochen enthalten-
den Urnen mit Kalksteinplatten umstellt), theils waren die Leich-
name beerdigt. Einer dieser letztern lag in einem aus vierzehn
Dachziegeln zusammengestellten Sarkophage. Neun davon waren
mit dem Stemi)el der Fabrikanten versehen, und zwar werden die-
selben Fabrikanten genannt, die für den Bau der römischen Kirche,
welche den Kern des Trierer Doms bildet, und für die römischen
Thermen in St. Barbara Material geliefert haben. Danach mufs
jenes Grab den genannten Bauten ungefähr gleichzeitig sein, d. h.
es ist zwischen 324—385 entstanden. In einem anderen Grabe fand
mau neben einer bestatteten Leiche eine kleine Gesichtsurne.
Sämmtliche Alterthümer sind für das Trierer Museum erworben.
(Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 154.)
61) Ellwangen, 6. April. Dieser Tage stiefsen Arbeiter in
einem Gemeindesteinbruch nahe am Orte Pfalilheim und in der
Nähe des früheren Nonnenbades auf einen Grabhügel, welcher in
einer Tiefe von ca. 4 Fufs zwei menschliche Skelette barg. Diesel-
ben lagen hart neben einander mit dem Kopf gegen Abend. Zu
den Fülsen fand man gut erhaltene Lanzen, an den Seiten kürzere
und längere Schwerter, ferner einen gut erhaltenen eisernen Zaum,
Stücke von eiserner Rüstung, Metallknöpfe und Sattelschnallen.
Einzelne Knochentheile waren noch gut erhalten, während andere,
anscheinend gut konservierte, an der Luft sofort zerfielen. Einer
der Schädelknochen ist von auffallender Stärke, und ein vorhandener
Kiefer zeigt noch sämmtliche Zähne. Als in der Umgebung das
Terrain abgeklopft wurde, kam man auf hohl tönende Stellen und
bei sofortigem Nachgraben fanden sich in nächster Nähe in einer
Tiefe von ca. 2 Fufs zunächst Pferdezähne, dann Theile eines mensch-
lichen Skelets. Die Bruchstücke des Schädels waren umgeben mit
Perlen von gebranntem Thon, welche in Draht angefafst waren, auch
einige Metallknöpfe und Theile einer wahrscheinlich goldenen Spange.
Aufserdem wurden noch am Platze aufgefunden : Ziegelbrocken,
Theile von Thongeschirr, Eiseustücke etc. Auf das Vorhandensein
von Särgen wiesen einige Reste und Brocken von Holz. Sämmtliche
vorgefundeneu Gegenstände wurden durch den Ortsvorsteher sorg-
fältig gesammelt und sind auf dem Rathhaus in Pfahlheim aufbe-
wahrt. (Staatsanzeig. f. Württemberg, Nr. 79.)
62) Oberlahnstein, 20. April. Bei der Anlage eines An-
schlufsgeleises vom Bahnhofe zu Oberlahnstein fanden Arbeiter in
der Gegend, wo nach den Vermuthungen der Alterthumsfnrscher
vor grauen Zeiten Oberlalmstein gestanden haben soll, in mälsiger
Tiefe und in regelmäfsigen Zwischenräumen menschliche Gerippe.
Die grofse Zahl derselben, sowie der Umstand, dafs einige zwischen
Bruchsteinen vergraben lagen, lassen es als sicher erscheinen, dafs
man hier einen uralten Begräbnifsplatz vor sich habe. Da
in früheren Zeiten die Todten nur in der nächsten Nähe der Kir-
chen beerdigt wurden, so gewinnt die von den Alterthumsforschern
aufgestellte Vermuthung sehr an Wahrscheinlichkeit.
(Nordd. Allgem. Zeitg., Nr. 184.)
63) Auf dem Uetliberg wurde jüngst in der Nähe des Hotels
ein Grab mit den Ueberresten eines Leichnams und mehreren Ge-
genständen aus einer früheren Epoche gefunden.
(Anz. f. Schweiz. Alterthmskde., Nr. 2.)
64) Im österreichischen Museum zu Wien ist zur Zeit eine
Stoffsammlung ausgestellt, die .nur Stoffmuster vom 3.-9. Jahrb.
149
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
150
unserer Zeitrechnung enthiilt und über 500 verscliiedene Nummern
zählt. Auf Anregung des Professors Dr. Karabacek in Wien hat
dessen Freund, Kaufmann Theodor Graf in Kairo, Nachforschungen
nach Leichenfeldern der christlichen Griechen und Römer in Aegyjj-
ten aus der nachpharaonischen Zeit angestellt, weil nach Annahme
desselben die Stoffe jener Zeit, die zwar auch bei uns vorkommen
müfsten, aber total zerstört sind, sich in Folge der glinstigen Boden-
verhältnisse nur dort sich conserviert haben könnten. Einem nach
dreijährigen mühevollen Anstrengungen aufgefundenen Begräbnifs-
platz entnahm er die aufgestellte Sammlung von Gewändern, Spitzen,
Stofl'resten, Flechtwerk und sogar Gobelins aus dem angegebenen Zeit-
räume. Es finden sich Stoffe, welche noch antik -griechische Ein-
flüsse erkennen lassen und solche mit römischen Zügen ; es sind
Fragmente vorhanden , welche koptische Schriftzeichen tragen und
solche von unzweifelliaft persischem Charakter. Neben rohem oder
feinem Linnen findet sich auch Baumwolle bis zum leichtesten
Byssusgewebe und wieder Stoffe aus thierischer Wolle und Seide.
Die Stoffe zeigen lineares und figürliches Ornament. Blüthen- und
Blattmotive sind vorherrschend, doch finden sich auch Löwen, Hunde,
Vögel und vieles andere, bisher Ungeahnte, höchstens bei kirchli-
chen Schrifstellern Erwähnte. Die angewandten Techniken zeigen
die reichste Abwechslung. Als die interessanteste erscheint die
Gobelin-Technik, welche mit grofser Virtuosität angewendet ist.
Erhöht wird die Bedeutung dieser Funde noch dadurch, dafs nicht
blos einzelne Fetzen von Stoffen vorgefunden wurden, sondern
ganze Gewänder, und zwar nicht allein Leichengewänder, sondern
auch Prunkgewänder. Unter den ausgestellten Stücken befinden
sich einige Unterkleider, Hemden und Ueberwürfe, Decken, Gürtel,
Mützen, Kinderkleidchen, welche noch ganz deutlich ihre ursprüng-
liche Gestalt bewahrt haben, ja in einzelnen Fällen sogar noch die
alten Schlingen und Knöpfe tragen. Durch gleichzeitig mit aufge-
fundene Münzen sind die allgemein bewunderten Stoffe genau da-
tiert ; die höchst wichtigen epochemachenden Funde werden helles
Licht auf die Geschichte der Gewebe jener Zeit werfen, über welche,
bis jetzt nur so wenig Zuverläfsiges bekannt war.
G5) Würz bürg, 14. April. Seit wenigen Tagen ist mit der
Restaurierung am hiesigen Dom begonnen worden. Das Haupt-
portal wird nach einem Plan des kgl. Bauamtmanns Friedreich im
romanischen Stil hergestellt, sonst werden keine wesentlichen Aen-
derungen vorgenommen. Die Steinhauerarbeiten sind dem Bildhauer
Endres übergeben worden, während die Leitung sämmtlicher Ar-
beiten dem kgl. Bauamtmann Friedreich unterstellt ist.
(Korrespondent v. u. f. Deutschi., Nr. 190.)
66) Nordbaus en, 3. April. Das älteste kirchliche Bauwerk
des Landkreises Nordhausen, die im romanischen Stile erbaute
Kirche des früheren Nonnenklosters Münchenlohra, ist auf Staats-
kosten restauriert worden. Sie hat an ihrer Westseite die im vo-
rigen Jahrhundert durch einen Domänenpächter abgebrochenen
Thürme und das nördliche Seitenschiff' wieder erhalten und bietet
einen überaus gefälligen Anblick dar. Jetzt ist man mit der Restau-
ration des Innern der Kirche beschäftigt. Das Kloster ist um 1230
von den Grafen v. Beichlingen auf Lohra gestiftet und nach dem
Bauernkriege 1525 von den Grafen von Honstein säkularisiert wor-
den. Seit dem Jahre 1700 ist es eine preufsische Domäne.
(Nordd. Allgem. Zeitg., Nr. 156.)
67) Ulm, 17. April. Nach dem Betriebsplan des Münsterbau-
amts für dieses Baujahr werden die Arbeiten in nachstehender
Reihenfolge vorgenommen : 1) Verstärkung der oberen Tburmfenster
auf der West- und Nordseite bis zum Verspannungsbogen oben,
fertig Ende Mai; 2) der Abbruch des Thurmdaches soll, wenn mög-
lich, beginnen Anfang Juni, fertig sein Ende Juni; 3) Gerüst; ab-
gebunden Mitte Juli, aufgestellt Wochen später; 4) Aufstellung
einer neuen Gaskraftmaschine, Mitte September ; 5) Abbruch des
Oktogons und weiter herunter, von Mitte September bis zum Schlufs
des Jahres ; 6) die Arbeiten an der Verstärkung der Ostseite des
Hauptthurmes worden am Schlüsse des Etatsjahres fertig sein auf
eine Höhe von 27 Metern ; die ganze Höhe der Verstärkung beträgt
40 Meter. (Staatsanz. f. Württemb., Nr. 90.)
68) G raub finden. In S. Giorgi in Bonaduz bei Reichenau
im Domleschg befinden sich bekanntlich Malereien aus dem fünf-
zehnten Jahrb. (s. Rah'ns „Kunstgeschichte", S. 674 u. ff). Die
Kapelle ist nahe daran, einzufallen, und bedarf dringend einer Re-
stauration. Das Komite des Vereins für Erhaltung Schweiz. Kunst-
denkmäler ist denn auch zu dem Zweck mit dem Architekten
V. Tscharner in Chur in Verbindung getreten und erwartet von
demselben einen Rapport über die allfälligen Kosten einer solchen.
(Anz. f. Schweiz. Alterthmskde , Nr. 2.)
69) Basel. Im Januar wurde die Reiterstatue des heiligen
Martinus, ein Bildwerk aus der Blüthezeit der gothischen Skulptur,
von ihrem alten Standpunkte heruntergelassen, um in der Bauhütte
ausgebessert zu werden und dann als Modell für einen neuen Mar-
tinus zu dienen. Die alte Statue befindet sich in sehr schlechtem
Zustande ; der Kopf des Reiters sowohl als des Pferdes sind in
ihren Hauptbestandtheilen Ergänzungen des 16. Jahrb., im Ueb-
rigen ist der rothe Sandstein so sehr verwittert, dafs an eine Auf-
stellung im Freien nicht mehr kann gedacht werden. Man mufs
sich daher mit einer Ausbesserung, wozu Herr Bildhauer Sehlöth
in anerkennenswerther Weise seine Hilfe zugesagt hat , begnügen ;
ein sehr tüchtiger Bildhauer wird die Kopie anfertigen , worauf
dann das Original in der mittelalterlichen Sammlung oder im Mün-
ster wird untergebracht werden. An die Kosten der Herstellung
sind schon durch Vermittlung des „Christlichen Volksboten" Fr. 1000
beigesteuert worden. (Anz. f. Schweiz. Alterthmskde., Nr. 2.)
70) Das erste Heft des Jahres 1883 Mitth. der k. k. C.-C. f. K. und
histor. Denkmale bringt einen eingehenden Bericht über die jüngst
entdeckten Wandgemälde in der Kirche zu Niederhofen im Enns-
thale, die theilweise 1495 — 99 von Job. Schörndl gemalt und 1499
— 1546 durch einen Mönch aus Admont fortgesetzt wurden.
71) Thurgau. In einer alten Kapelle zu Gerlikon fand laut
„Thurgauer Volksztg." v. 18. Febr. (Nr. 21) Lehrer Gubler eine
Folge von Freskomalereien. Dieselben schmücken die nordöstliche
Wand des Chores und stellen Theile aus der Passionsgeschichte
dar. Jetzt sind sie fast überall freigelegt (cf. Allg. Schw.-Ztg.
V. 20. Febr., Nr. 43). — Ueber die in der Kapelle von Gerlikon
(Pfarrei Gachnang) entdeckten Wandgemälde erhalten wir folgende
Mittheilung : Die (spätgothischen ?) Bilder schmücken die gerad-
linige Ostwand des Chores. Die untere Wandfläche ist teppichartig
dekoriert, darüber nimmt ein spitzbogiges Mafswerkfenster die
Mitte ein. An den Leibungen desselben sind die Pietä und der
über den Satan triumphierende Erzengel Michael gemalt. Zu bei-
den Seiten des Fensters sind die Wandflächen in vier gleich grofse,
paarweise übereinander geordnete Kompartimente getheilt, welche
Scenen aus der Passionsgeschichte, vom Gebet "am Oelberge bis
zur Himmelfahrt des Heilandes, enthalten. Aus dem Stile dieser
lol
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
152
Bilder schliefst der Berichterstatter auf gleiche Urheberschaft mit
den unlängst entdeckten Wandgemälden in Oberkirch bei Frauen-
feld. (Anz. f. Schweiz. Alterthmskde., Nr. 2.)
72) Dem Märkischen Museum ist vom Rittergutsbesitzer
V. Platen auf Köritz bei Neustadt a. D. ein ganzer Münzfund
als Geschenk überwiesen worden. Es sind ca. 240 Silbermünzen,
sogenannte Wendenpfennige, welche, in einer gerieften Urne verwahrt,
auf dem Rittergut Mechow, Kreis Ost-Prignitz, beim Lehmgraben,
'h Meter tief ausgegraben wurden. Die Münzen haben, nach Mit-
theilung der „Voss. Z.", auf einer Seite ein gerades Kreuz, bei
einigen von Perlen umgeben, bei anderen nur in den 4 Winkeln
Perlen oder Ringel ; auf der andern eine Vierblatt-Rosette. Im
Schriftkreise sind theils buchstabenartige Charaktere, theils ganz
fremdartige Darstellungen. (Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 164.)
73) Rüdesheim, 19. März. Bei dem Wegräumen des Schut-
tes auf der hiesigen Brandstätte sind heute, wie man sagt, circa 35
Goldmünzen aus dem 15. Jahrhundert in dem ungefähren Werth
von 800 Mark aufgefunden worden. (Augsb. Postztg., Nr. 73.)
74) In Cöthen (Anhalt) wurden am 3. imd 10. März. ds. J.
zwei verschiedene Münzfunde gemacht. Der erste war ein Silber-,
der zweite ein Goldmünzenfund ; jener wog an 4 Pfund, dieser fast
1 Pfund (28 alte Loth). Der Silberfund enthielt besonders hessi-
sche und meifsnische Groschen, an ersteren : Krongroschen von
Ludwig IL, Fürsten- und Schildgroschen desselben und von Lud-
wig III. und zwei Groschen von Heinrich III. von Marburg, in-
gleichem einen Groschen Friedrichs von Lüneburg, sowie einseitige
Pfennige aus dem 2. und 3. Viertel des 15. Jahrh. (Hessen und
Sachsen, z. B Götz, 3808, 9, 10, 3910—16 u. s. w.)
Den Goldmünzenfund habe ich gestern flüchtig durchgesehen.
Vorläufig berichte ich über denselben Folgendes :
Die Münzen desselben, 119 Goldgulden, Dukaten, Zecchinen
und dergl., sind aus der Zeit von etwa 1480 — 1631. Die drei äl-
testen ohne Jz. sind Goldgulden des Mainzer Erzbischofs Dietrich,
Grafen von Isenburg (1459 — 1482); ein Dortmunder Goldgulden =
Köhler 2826, also bis 1493 geprägt; endlich ein ostfriesischer
Goldgulden von Enno I. ( — 1491). Die älteste Jahrzahl, 1490, zeigt
ein Scbwabacher Goldgulden des Markgrafen Friedrich von Bran-
denburg- Ansbach, von welchem sich auch die Jahrgänge 1496, 1500,
1507 fanden; die jüngste Jahrzahl, 1631, zeigt ein Goldgulden der
Stadt Braunschweig. Es fanden sich weiter 8 Goldmünzen mit ara-
bischen Inschriften, 8 von Christian IV. von Dänemark, II von
Metz, 4 von Carl von Lothringen (Nancy) und Heinrich IL, 4 von
Gabriel von Ungarn und Siebenbürgen, 12 aus den Niederlanden.
Von deutschen Stücken seien erwähnt : Stralsund 1628, Rostock
1630 (3), Stadt Halberstadt 1628, Magdeburg 1624, 30, Lübeck
o. J., Lüneburg o. J., Aachen o. J. und 1622, Goslar 1629, Erfurt,
Denkmünze von 1597 u. Goldgulden 1622, Nürnberg 1604, 12—14,
Frankfurt 7 Stück o. J., 1617—21. Worms 1614, 17, 18, 19. An-
halt und Sachsen sind im Funde nicht vertreten. So viel für heute ;
Näheres später — so Gott will.
Lausigk bei Quellendorf, 14. März 1883. Th. Stenzel.
(Blätter für Münzfreunde, Nr. 108.)
75) Gen t. Ueber einen interessanten Prozefs berichtet Messa-
ger des sciences historiques. 1882 , Livr. 3. Im Jahre 1798 war
daselbst eine Armbrust- Schützengilde, La gilde de St. Georges,
gesetzlich aufgehoben, und ihr Eigenthum, wie das aller übrigen be-
waffneten Gilden, zu Staatseigeuthum gemacht worden. Es bestand
aufser Dokumenten ihres Archives aus einem Kelch von ziseliertem,
vergoldetem Silber, ein Kilo und 16 Dekagramm schwer, einer silber-
nen Lampe und einer silbernen Schale. Ohne Wissen und Willen des
Staates sind nun diese Gegenstände für 22000, respektive 1000 und
600 Francs von den Nachfolgern jener aufgehobenen Gilde, einer
jüngeren Schiefsgesellschaft, Societe de St. Georges ou Confrerie
de Farbalete, verkauft worden, und ist schliefslich der zuerst genannte
Kelch für 30000 Francs in den Besitz eines der Pariser Rothschilde
gelangt. Die jetzt bestehende Societe de St. Georges ist nun ver-
urtheilt worden, dem Staat 31600 Francs und Zinsen, sowie die
Dokumente, oder im Falle des Nichtlieferns der letzteren 20 Francs
pro Tag zu zahlen. Auf Befragen seitens der belgischen Regierung
hat Rothschild erklärt, dafs er gegen Erstattung des Kaufpreises
den Kelch zurückgeben wolle.
(Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitätenkde., Nr. 5.)
76) Zürich. Von der Bürgergemeinde Wiedikon sind die
ihr bisher zugehörigen Becher der Antiquarischen Gesellschaft in
Zürich verkauft worden. Diese Ehrengeschirre — 8 an der Zahl
— sind silberne und theilweise vergoldete Kelche, einfach formiert
und mit bescheidenen, aber charaktervollen Zierden im Stile des
17. Jahrhdt. ausgestattet. Sämmtliche Becher scheinen zürcheri-
sche Arbeiten zu sein. Der jüngste derselben, mit zierlich getrie-
benen Ornamenten und allegorischen Figuren, trägt das Datum
1756. Auf zwei andern wiederholt sich die Inschrift: „Hans Hein-
rich Scliwytzer Zunftmeister und Bauw Herr, verehrt disere zwey
Geschir einer ehrsamen Gemeind Wiediken Anno 1664'' , ein wei-
teres Paar trägt die Widmung: „H. Jakob Hottinger Lobli. Gmein
Wiedikn verehrt.'' Ein neuntes Geschirr, der ,.Weibelbecher", hat
die Form eines rohen hölzernen Büttenmäunleins.
(Anz. f. Schweiz. Alterthmskde, Nr. 2)
77) Das Dürer'sche Porträt des Nikolaus Muffel, ehemals in
Pommersfelden, das auf der Versteigerung zu Paris im Jahre 1867
der Russe Narischkin um 75000 Eres, ersteigert und inzwischen auf
Leinwand hatte übertragen lassen, ist bei der Auktion der Gallerie
Narischkin im Hotel Drouot, an derselben Stelle wie vor 16 Jahren,
von der Berliner Gallerie um 78000 Frcs. erstanden worden.
78) Das ehemalige Karthäuserkloster Bu.xheim bei Mom-
mingen befand sich sammt seiner hochberühmten Bibliothek und
vielen Kunstschätzen seit Langem im Besitze des gräfl. Bassen-
heim'schen Fideikommisses. Nunmehr wird Bibliothek und Kunst-
sammlung nebst den kostbar geschnitzten Bibliutliekschränken, den
Chorstühlen zweier Kirchen, die sich durch Reichthum und Schön-
heit auszeichnen, in München durch Rath Förster versteigert. Schon
in nächster Zeit soll die Ueberführung nach München erfolgen,
wo die Schätze vor der Versteigerung längere Zeit ausgestellt wer-
den sollen.
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommaun.
Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essenwein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. B. Sobald in Nürnberg.
Nürnberg^- I^"^ Al'onnement des Blat-
tes, weklies ulle Monate erscheint, wird
ganzjährig iiuBeuommen und beträgt nach
der neuesten Postconvention bei alleu Post-
ämtern und Buchhandlungen Dentschlaiids
incl. Oesterreicha 3 fl. 36 kr. im 24fl.-Fu33
oder 6 M.
Für Frankreich abonniert man in
Paris hei der deutschen Buchhandlung von
F. Klinckaieck, Nr. 11 rue de Lille; für
ANZGIGER
FCll mu DER
Neue Folge.
England bei Williams A Norgate, 14 Hon^^ V
riotta- Street Covent- Garden in London;*- '
für N^ord- Amerika bei deu Postämtern Bre-
men und Hamburg.
Alle für das german. Museum be-
stimmten Sendungen auf dem Wege des
Buchhandels werden durch den Coinmis-
sionar der literar.-artist. Anstalt des Mu-
seums, F. A. Bro c khaus in Leipzig, be-
fördert.
N'
Dreissigster Jahrgang.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
1883.
M 6.
Juni.
Wissenscliaftlkiie Mittlieiliiiii^en.
Ein Brief des Gabriel Uolzschiiher ans Indien vom
Jannar 15S0.
Die alten Nürnberger und Augsburger Handelsherren
zeichneten sich durch grofsartigen Unternehmungsgeist
aus , der durchaus nicht gebeugt wurde , als die Ent-
deckung der neuen Welt den Handels wegen andere Rich-
tungen gab und die süddeutschen Reichsstädte Nürn-
berg und Augsburg, welche zu jener Zeit nicht al-
lein den Mittelpunkt des deutscheu Handels, sondern des
Binnenverkehrs überhaupt bildeten, ihrer glänzenden
Stellung zu berauben drohte und schliefslich auch deren
Rückgang veranlafste. Die süddeutschen Kaufherren
waren vielmehr eifrigst bestrebt, die neuen Entdeckungen
für ihre Zwecke nutzbar zu machen und auszubeuten.
Sie betheiligten sich bei den Unternehmungen portugie-
sischer Kaufleute und sandten bald selbst ihre eigenen
Schiffe von Portugal aus in die neu entdeckten Länder,
um die Produkte derselben, Gewürze und Spezereien,
Gold und Edelsteine, der alten Welt zuzuführen und sich
reichen Gewinn zu erwerben. Die überseeischen Unter-
nehmungen der Welser, Vöhlin, Fugger, Imhof, Hirsch-
vogel u. s. w. aus den ersten Jahrzehnten des 16. Jahr-
hunderts, deren günstige Resultate märchenhaften Glanz
über diese Familien verbreiteten, sind weltbekannt ; weni-
ger ist dies mit den späteren der Fall, die allerdings
auch nicht so hohes Interesse beanspruchen, als jene.
Von den Angehörigen süddeutscher Patrizierfamilien,
welche sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. nach
Indien begaben, ist auch Gabriel Holzschuher zu nennen,
der jüngste Sohn des im Jahre 1533 verstorbenen Seba-
stian Holzschuher und der Anna Sauermännin. Gabriel
wurde am 9. Januar des Todesjahres seines Vaters geboren
und ist nachmals »bey Herrn Leonhard Tucher und seinen
Mitverwandten in Handels-Geschäften gewefsen und nach
Franckreich und Spanien gereifset.« Am 4. April 1379
stach er zu Lissabon in die See, um in Indien eine der
damals sehr ergiebigen Pfefferhandlungen einzuinohteu.
Er blieb 16 Jahre dortselbst und kam erst im Jahre 1398
wieder zurück nach Nürnberg, wo er am 27. Januar 1609
unvermählt starb. Weiteres berichten die Chroniken über
seine Lebensverhältnisse nicht ; auch über seinen Aufent-
halt in Indien ist nicht mehr bekannt, als was uns ein
Brief darüber berichtet, den er kurz nach seiner Ankunft
in Indien an seinen Schwager^) Schlauderspach zu Nürn-
berg geschrieben.
Dieser von Gatterer in seiner historia genealogica
dominorum Holzschuherorum (Norimb. 1733) auf Seite
243 in der Anmerkung 28 erwähnte Brief ist noch im
Original erhalten. Er findet sich in der Handschrift des
Karl Sigismuud Holzschuher von Aspach zu Thalheim :
Historia Familiae Holzschuheriane vom J. 1724 (Nr. 28,884
der Bibliothek der germanischen Museums) bei dem
Artikel über Gabriel Holzschuher eingeheftet, der nicht
mehr über Gabriel raittheilt. als das, was wir schon
1) Schwager ist nicht in unserer heutigen Bedeutung zu neh-
men, sondern als Bezeichnung der Verwandtschaft überhaupt.
lob
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
156
erwähnten, oder was aus dem Briefe hervorgeht; nur
berichtet eine Notiz auf einem später an dieser Stelle
eingehefteten Zettelchen noch, dafs Gabriel Holzschuher
*mit einer Mohrin in Portugall einen Filium naturalem,
Joh. Francesco, gezeugt hat.« Der Inhalt des Briefes ist
in mannigfacher Beziehung nicht uninteressant ; denn er
gibt eine Beschreibung der Reise, Auskunft über die Ver-
pfleguugsverhältnisse auf den! Schiffen, die allerdings
nicht die besten waren, so dafs die armen Soldaten sieh
in 'wenig beneidenswerther Lage befanden, schildert die
ersten Eindrücke, die das Land auf den Reisenden machten
und was demselben bei seinem kurzen Aufenthalte in In-
(üen als besonders merkwürdig erschien, und gibt auch
Aufschlufs über das Geschäft des Gabriel Holzschuher.
Er scheint ein umsichtiger und energischer Mann gewe-
v.en zu sein, da er der Oberste unter drei Parteien war,
die eine Pfefferhandlung mit einander unternommen hat-
ten, welche als. »ein fein thun« bezeichnet wird, das die
Unternehmer, wenn sie nicht Unglück mit den Schiffen
haben, zu reichen Leuten macht. Die hohe Bedeutung
des Pfeff'ers zu jeuer Zeit ist bekannt; die vielfachen,
heute noch gäng und gäben Sprichwörter, in denen der
Pfeffer eine Rolle spielt, zeugen auch davon. Von beson-
derem Interesse sind uns Gabriels Aeufserungen über
die politischen Verhältnisse Indiens und dessen Stellung
zu den europäischen Staaten. liim erscheint Portugal
zu schwach für Indien; dagegen hält er die damalige
erste Kolonialmacht. Spanien, namentlich wegen der Un-
einigkeit der eingebornen. indischen Fürsten, für geeig-
net, mit 50,000 Mahn sich ganz Indien zu erobern, was
von Spanien versäumt, von den Engländern aber später
mit um so günstigerem Erfolge nachgeholt wurde, welche
durch die Erwerbung Indiens den Grundstein zu dem
gegenwärtigen hohen Rang Englands als erster Kolonial-
macht legten.
Das Buch, in welches Gabriel von Tag zu Tag die
Reise aufschreiben liefs, und das er nach Europa bringen
lassen wollte, ist wol nie auf unsern Erdtheil gekommen,
da sich keinerlei Spuren von demselben erhalten haben;
ebenso kam seine Absicht, nach 'ö Jahren wieder Europa
zu besuchen, nicht zur Ausführung. Erst nach 16 Jahren
sollte er zurückkehren.
Indem wir nachstehend den Wortlaut des Briefes
wiedergeben, bemerken wir, dafs nur der Schlufs dessel-
ben, von der bezeichneten Stelle an, von Gabriels eigner
Hand herrührt, der gröfsere Theil aber offenbar von
einem Dritten uach einem Goncepte abgeschrieben wurde,
da sich nur so eine Reihe sinnstörender Schreibfehler er-
klären läfst, welche zu grofsem Theile von Gabriel eigen-
händig berichtigt wurden. Wir setzen die Berichtigungen
in Klammern der Schrift des Textes bei ; das in Gursiv
Gedruckte ist dagegen von uns zur Erläuterung beigefügt.
Der Brief lautet :
Laus d e 1380 a d i J e n n e r In C o c h i n In I n d i a.
Ein gnadenreich glückselig gutt Neu Jar, von gott
dem allmechtigen (zw) aller wolfart vnnd Seligkeit wünsch
ich dir (Edler vnd vester) günstiger Freundlicher vnnd
lieber schwager Schlauderspach -) geder zeitt beuor, da
du sampt deiner lieben hausfraw vnd allen den deinigen
sampt aller freuntschafft jn gutter gesuntheit werdt,
wers (wurdt) mir ein sonderliche freüdt zuuernemen
(sein), Gott der her woll dir vnd vns allen solche yeder
zeyt mit freuden verleichen, allweyl mir dan nit zweiffeit,
günstiger lieber schwager, das du, auch meine liebe ge-
schwisterigtt, vnnd andere gutte hern, so woll von meiner
freuntschafft, als ausserhalb solcher, zu zeitten meiner
vnbequemschen (-ischen) Spacier Rays werd ingedenck
sein, vnd vmb kurtzweil (wegen) wissen mochten, wie ich
solche verbracht, auch ob ich noch bey leben bin, hab
ich nit wollen vnterlassen dich vffs kurtzt davon zu be-
richten, was gestallt ich vber diessen pach Mauigrers
(Nauigirt) vnd herkomen bin als volgtt.
Von meinem verucken aus Lisabona, hab ich Dir
pro dublicando geschrieben was gestallt ich mich mit
Meinem Volck alda ambargiert (ambarciert) also auff 4
apriel vergangen, füren wir, jm Namen gottes alle S schiff
von Lisabona ab , blibh (blieben) vber 6 tag nit beyei-
nander, nam als baldt ein ydlichs (jegliches) sein beson-
dere Linia vnd weg, vber (vmb) jtzlicher mayster oder
Piloto vermantens (vermaiut) am besten zu treffen, vnd
am ersten herein zukomen vnd allweyl solche schiff (so)
groß vnd mechtig, forchteten sie sich vor Ngemandt
(Niemandt), Sich von einander zu thailen, da mir (tch-)
nun mit vnserem schiff ein Monat lang gefarn, vnd an
die Costa de ginea (Küsfe run Guinea) mit (mitten) jn
der (die) weldt, vnder die Linia Acpumoctial (Aequinoctial)
kamen, traffen (traf) wir yeder zeit an wegen, von Lisa-
bona zu spatt waren (warden) abegefarn, das in derselben
gelegeuhait bey der Linia auf vnd nider, biß solche passiern
künden, 47 tag zeitt verliern müssen, also vonn wegen
der grossen hitz, daselb dan die Sonnen am stercksten
vnd liaisten in der gantzen weldt ist, vnser grosse bein
(Pein) hitz halben auff dieser Rays gewessen (gehabt).'
Von dar bis 34 gradus im andern tayl der weldt,
gegen den sül: (südlichen) oder polo aiitantico (antarctico)
hinauff ai cabo de Boasperanza (zum Kap der guten
Hoffnung) heten wir guten windt, auch gutte zeytt, aber
grosse keldt, von dar aus, gab es etliche starcke Tormen-
tas (Stürme), die warheit t\i sagen, dazumal het ich mich
lieber jnn deinem sali (Saal), als doselbsten (als nit da-
selb) wollen befunden, got lob wir kamen durch. Ist
2) Der Brief war wol an Sebastian Schlauderspach, geb. 1530,
t 1583, gerichtet.
157
Aazeiffer für Kunde der deutschen Vorzeit.
IS
gleich woU ein altter gebrauch, iiein schiff ferdt aus oder
herein, das nit von Tormentas an solchem ordt habe zu
sagen, welche gegen (getar vber) 150 raeyl wegs weytt
(wert), die passiert man jn 3. 4. tagen, sonnst ausserhalb
solchen ort, hatt es derer wenig, auch nit groß, von dar
kamen wir (herab) auff 16 gradt in die hoch (Höhe) de
Montzamtique do selbst hatt der konig von portugal ein
Forteza (Fesiiiiui , Fort) vnd volck, alweyls aber schon
zw spatt jm Jar, dorfften wir nit dohin, sonder blyben im
weyden Möer auff 50 meil wegs, von dar neben für füren,
dan da wir vns zu Landt begeben, betten wir von danueu
nit khouden abfarn, jnuerniern (hibernieren, überwiiüerii)
müessen von danuen (dar) kamen wir (gai') herab wide-
rumb auff gemelte Linia Acpinoctial (Aequinoctial), da
passiert wir sie in 3 tagen, bis wir wider herüber auff
die vorige seyten Morth (Nortt) oder polo Arctico kamen,
wir sein alhie in Gochin auff 9 gradus von solcher Linia
(vnd) gleich auff der selten de Europa, Lisabona ligtt im
39 gradus, von der Linia, ist daselbst zimblieh warm, da-
durch abzunemen, allweyl alhie, eben 9 gradus dauon
sein, was hitz wir haben, und sonderlich vnder der Linia
(betten) da 47 tag blyeben müsten. kamen, gott dem all-
mechtigen sey lob vnd danck auff 10 Q,ctober jn Jndia,
in die statt Gott'((joa) an, so des königs von portugal,
vnd sein fürnemste haul.ttstatt hie lants ist, Der massen
von Lisabona (bis) dahin 6 mouat vnd 6 tag vnder wegen
gewest, jn solcher zeyt kein Landt, weder vill noch wenig,
sonder nurd (tun') himel vnd erden (verstehe : Wasser)
gesehen, Gott der her verleicht sonnderliehen gnadt (se-
gen) vnd segen (gnadt) zu solchem reyissen, sonnst nit
muglich ein halb jar der gestallt zwischen Portugal zw
passieren, jn suma wer mit prouiant. Kamer vnd koch
wol versehenn, wie ichs, gott lob alles gehabt hab, der
emfandt (empfindt) solcher raiß destweniger, aber gemaln
volck, leydt grosse nott, an essen vnd driucken, sonder-
lich an wasser, welches vmb kein gelt zu bekhomen, jn
solcher grossen hitz erleydt sichs nit, vil wein zu drin-
cken, begert ein ieder nurt wasser, des ich gott lob, wie
all andere Mantenimento (Lebensmittet) vberigehabt, jn
vnserm schiff senudt beyt (bei die, (jegen) 500 peschon
(Person) gewest, dauon gottlob vnder wegen von portugal
bis nach India, jn allem vber 25 derer -auff dem meer nit
gestorben, gleich (wol) vnsere (ettliche) particulares, so
mit vberigem speis vnd drauck versehen gewest, haben
den armen leuten, Soldaten vill geholffen, in solchem
halbenn jar haben wir 5000 Meil geschifft, ob mau 'woU
nit mer dan (alher) 3500 mej^l von Lisabona bis her nach
Indias rechnett, versteht sich den geraden weg, so brau-
chet man doch, mit dem vmbfaren so man contrario
windt halber hin vnd widerferdt (an Zeit 5000 meil. Ich
hab mancherley meer) flsch gesehen, davon vill zu schrei-
ben, sonderlich derer, so auff dem meer vmb fügen, flügeh
(flügel) haben; das wirt mancher nit glauben wöllenn, Ich
hab solcher tausentmal fliegen sehen, ein büchsenschus
weytt, das mich aber noch mer verwundert das andere
grosse fisch jm mer (möer) hadt, welche die Menschen
lebendig fressen, als ich dann selbs gesehen, Nemlich ein
man fiel aus vnserm schiff jns mer, mit starcken windt,
als (also) das wir seiner nit erwartten. Noch anderer ge-
staldt zu hilff mochten komen, allein jnerom (,jme ain)
hültzen block, so darzu verordnet, an einem sayl zu wurf-
feu, den er zuletzt erwüscht, sich daran hiltt, vermainti
sich zu saluiern, als baldt vnsere Marinieres (Matrosen)
solchen block sampt dem Man gegen dem schiff zogen,
auff (ein halben) büchsen schues vom schiff, kam ein gros-
se fisch tuberon (Haißsch) genaudt, von vnden aus dem
mer, springet auff den Man zerreyst den zustücken, vor
vnsern äugen das wardt ein erbermlicher todt.
Es hatt auch allerley vogel auff dem Meer, darunder
der (dero) vill, so nie kein landt gesehen, sich jm mer er-
halten, essen viseh. seuchenn (scheuchen, scheuen) nit vor
den leutteu, wir haben der jm schiff mit heuden gefaungen
seinndt (so groß) als enden, sie sollen nichts zu essen
(sein), schmecken gar stark nach vischen (fischen).
Ich (hab) diesse rays von tag zu tag lassen auf-
schreiben, ein buch dauon gemacht, so sich (ich) mit der
zeit, da mir gott wieder hinaus hilfft sampet andern villen
saltzamen dingen mit mir will füren. Diesse vberfartt.
ist beschaffen, wer die nit secht (sieht) vnd versucht.
der glaubtt noch gedenkt nicht (nit) das sie so rüsam
(sy so muesamb) sey, Gott lob ich sampt meinem volck.
4 junge Teutsche, seiudt frisch vnnd gesundt bis her
kommen nach India (biß her nach India khommen, aber)
alsbaldt ich ans Landt kommen von Diennern seindt 4
junge portugeser gestorben, wegen verenderung des laüdts
[Landes), auch vmb (man) im schiff mit essen vnd drincken
ein (nit) Ordnung braucht, hernach am landt vill fruchten,
als feygen, vnd sonnst andere speis zu essen, ist anfangs
geferlich. sonderlich der weiber halb, derer es alhie gar
vberige anzal schwertzin hatt, ist von allen schiffen am
Landt zimblieh vill volcks gestorben. Mus sich anfangs ei-
ner woll haltten, bis er (das) gewant (gewohnt), gott lob
ich belindt mich schon woll. Vnsere 5 schiff seyudt gott lob
alle, Nemlich 3 juGoa vnd 2 alhie (ge)starcks (gestracks)
von Lisabona herkommen, sein itze alle 5 schieff hie in Co-
chin, ich l;)in 4 wochen in solcher statt Goa gewest ein haus
alda auffgericht, von dar bin ich per meer hergefarn sein
100 meyl, die ferdt man in 10. 12 tagen, der pfeffer wirdt
alhie in Gochin Gongirt (Gargirt, verladen) 20 meil von
Galicutt, derhalben all schieff her kommen müssen, Ich
werdt 2 haus haltten haben, eins jn Goa, das ander alhie.
bin gleich woll noch nit Resoluiert an welchem ort ich
selbs wohnen, vnd mich haltten wirdt, obschon Goa die
haubttstatt alda der Vice Rey von Portugal hoff helft, .
ist verdriesslich alle jar von dar (da, dort), vnd wider
dahin zuforn. dann ich mich personlich alhie bey diesser
159
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
160
vnsser pfeflfer handlung befinden muß, tiiu der oberst vn-
der (den) 3 partbeien. Solche pfeffer handlung ist ein
feyn thun, gebort grosser fleisvnd diligentia darzu, wegen
(welchen) 6 wochenn lang zeytt haben, solchen allhie von
dem (hieigen) Konig De Coebin so vnser freundt ist,
zuempfahen, vnd in die schiff zu ladenn, Nach abfarn
solcher schiff pro Portugal hab ich sarapt meinem volcli
gar wenig zu thun, diesse pfeffer handlung ist gar Nütz-
lich da gott der her genadt verleicht, das die schieff,
glücklich vnd woll aus, vnd ein khomen, werden die
Contractores reich leutt, ligtt solche schiffardt herein vnd
hinaus (zw fharn) alls an, das man zu rechter Zeitt zwies-
sen (zu wissen, nämlich) jm Monat Mai'tzo, von Lisabona
herein, vnd alhie pro portugal jm Jeuner abfart, da es
sein kan, an baydenn orden die 15 solcher oder halbe
baide monnat nit passirn, so es also gesiebt (geschieht)
hatt es wenig gefar, aber spater abzufarn is'ts geferlich,
trifft man grosse Tormentas an, vnd mus etwa vberwin-
dern, wo die schiff nit gar zu grundt gefarn (ghen),
das gesiebt (geschieht) gleich woll seilten, es sey dann
das sye auffarn , anstossen , zerbrechen , vnd verderben
müssen ; darauff ist grosse achtung zu haben , Diesser
Zeit werden wir meines erachtens nit mer als 4 schieff
idifertigen, so an 20 M. Gentner pfeffer führen, ob wir
woll 30 M. Centner soltten schicken, das geltt (dar) zu
haben, ist so grosse Suma, so geling (schnell, rasch)
nit zu bekommen, was dann daran fehlt, kan mit gutter
gelegenhaitt , nach abfarn diesser schieff für khunfftig
jar gemacht werden, Sonnst von anderer Specerey, Negel
{Gewürznelken), Muscatt Nüs, Ingwer (Imber) Maihs
(Matzis , Muskatblüthe) vnd Ganael (Canel , Zimmtrinde),
auch von allen andern diges (drogae. Droyuen, Gewürzen),
getht ein Noturfft (dies jar) von binnen pro portugal,
aber von Edelgestaim getht gar wenig wegen der Krieg,
so die hieigen haydnische Konig, derer dan gar vill,
jn diessen Landen, einer gegen dem andern füerdt , kan
das Edel gestaim aus dem landt nit zu vns jn vnser
stetht khomen, welche alle heraus am Mer gelegen, was
binergen (binnein warts) ins Landt gehortt als den jn-
dianern, heyden, vnd Morn, wir haben (eben) 2 ader {oder)
3 solcher Konig zu Freundt, Rest, welches ein grosse
anzal alle vnsere feyndt sein, vnser Armada hatt stets
mit jnen per Meer zu streytten. Konig von portugal ist
mit seiner macht für dis groß landt zu schwach. Da {der)
König aus Spanien solt portugal vberkbomen, der wirdt
der Rechte kunigs (!) für dis Lanndt sein, gantz Indiea
(!) alle Königreich vnd prouentzies bis an China hinneyn,
so an tartaria stöst, be(vber)komen Saine Spanische {Ma-
iesfüf), Indias, zu diessen portugesischen muntieren alles
vnder jnnen (jm) haben, das er mit 50 M., man verrich-
ten kundt, ob die Indianischen konig, schon (grosse meng
am) volck (haben), vnd solcher konig vill sein, ist solch
volck nüt streytbar, thutt ein Christ mer, als sechs In-
dianer, zu dem haben solche Konig wndereinander stets
g vnd Differe
Nürnberg.
Krieg vnd Differenzen
Hans Bosch.
(Schlafs folgt.)
Sphragistische Notizen.
I. Ein höchst merkwürdiges Beispiel des monogram-
matischen Zusammenschiebens eines Wappens mit einem
architektonischen Bilde ist das hier Fig. 1. abgebildete
Fig. 1.,
Sig. IV. A. 1. der Stadt Ripen in Jütland v. J. 1295 mit
der Legende : sigillum civitatis ripensis, rechts mit 3 hal-
ben gekrönten Leoparden des königlich dänischen Wap-
pens und links mit einer romanischen Kirche.
Die Stadt Weifsenburg führte i. J. 1446 ein ähnliches
Siegel mit der Legende: * sigill. civitatis vvizzenbvr-
gensis. rechts ein halber Reichsadler, links eine halbe
Burg ; allein letztere ist kein architektonisches Siegelbild,
sondern ein redendes Wappenbild.
^'8- ^- II. Dieses spitzovale Sig. 111. B. 2. c.
(Fig. 2) Heinricb's von Sebele, Scho-
lastikers von St. Maria zu Erfurts, v.
J. 1339, mit der Legende: >> s. henr.'
scolast, ecc. sce. marie erford, ist das
mir bis jetzt bekannte einzige geist-
liche Siegel dieser Gattung mit Schild
und Helm. Auf diesem kleinen Sie-
gel tindet sich alles vereinigt, was
überhaupt auf einem Siegel abgebil-
det werden kann: Schrift, Bild, Por-
lÜl
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
162
trat und vo 11s lau diges Wappen; ein wahrer sphnis;i-
stischer Mikrokosmus.
Fig. 3.
111. Ein Beispiel, wie schwer es oft i.st, die Wappen
auf mittelalterlichen Siegeln richtig zu blasonieren , bie-
tet das gemeinschaftliche Sig. IV. A. 2. der Herren
Dietrich und Hesso Vögte von Wasselnheim v. J. 126 i
mit der Legende : »>> S' advocatorvm. de. waselnheim.«
dessen Wappenschild hier unter a abgebildet ist. Da-
durch, dafs auf diesem Siegel der Querbalken mit dem
Schildrande verbunden ist, würde man kaum das Wappen
der Vögte von Wasselnheim, Fig. b, herausfinden. Auch
auf einem dreieckschildförmigen Sig. IV. A. 1. Hartung's
von Rotzenhusen (Rathsamhausen) v. J. 1329 ist das
Wappen, ein grüner Querbalken im weifsem Felde mit
rothem Schildrande, auf die gleiche Weise dargestellt.
" F.-K.
Alte Geschütziiischriften in der Stadt Bremen.
Die meisten und kernigsten derselben sind in der
zweiten Abtheilung der «Denkmale der Geschichte und
Kunst der freien Hansestadt Bremen« von dem früheren
Reisenden und späteren Stadtbibliothekar, dem leider vor
einigen Jahren verstorbenen J. (x. Kohl, veröffentlicht;
doch habe ich aufserdem noch verschiedene in einer al-
ten Handschrift des um die Mitte des vorigen Jahrhun-
derts lebenden Archivars von Post gefunden, die ich hier
mittheilen will. Dieses Manuskript befindet sich in un-
serer Stadtbibliothek.
Manche der Stücke trugen die Namen ihrer Verfer-
tiger; und ich glaube, es ist nicht ohne Interesse, viel-
leicht auch nicht ohne Nutzen, sie hier zu erwähnen.
Am häutigsten 'kommt Berend Lichtenow vor, der aller-
dings zu einer Zeit lebte, die der Entfaltung seiner
Wirksamkeit besonders voi'theilhaft war, während des
schmalkaldischen Krieges und der durch diesen hervor-
gerufenen Belagerung Bremens durch den Herzog Erich
von Braunschweig und den schwedischen Oberst Wris-
berg, zu deren schliefslicher Niederlage in der Schlacht
bei Drakenburg wol Lichtenow's Produkte mitgewirkt
haben mögen, wenn auch die Bremer erst spät auf der
Wahlstatt anlangten. Den Namen des Meisters können wir
auf zehn Geschützen nachweisen; drei derselben heifsen:
«Meister PumiTa« (Meister Bum-Bum würden wir jetzt
sagen), »Johann van Gennen«, »De witte Strues« (dei' we/fse
S/r((iiJV), wähi-end die anderen sieben allgemeine Sprüche
enthalten zur Aufmunterung, Gottesfurcht etc. Die mei-
sten seiner Stücke tragen die Jahreszahl 1548.
Hermann Oldinger figuriert auf ilrei Geschützen. Zwei
Inschriften derselben als unverfiffentlicht theile ich unten
mit, die dritte findet sich auf dem «Flegende Geist«. Sie
stammen aus den Jahren 1S2S und 1030. Im alten Bre-
mer «Rhederbuch« steht bei dem letzteren Geschtitz als
Rechnungsbemerkung: *H. a. [.'530 up syn (auf .teinen)
lohn mester H. Oldinger 20 t1. do he (er) de slangen
goht (gofs) vor wynachten«. An einem andern Orte wird
ein 1448 berühmt gewesener Meister Gerd Oldinger er-
wähnt.
»Christoffer Brinkmann gofs mich« stand auf zwei
Geschützen von 1662 und 166.x
Auf der »Magdalena« und »Martha«; standen die Ini-
tialen M. P., auf jener aufserdem die Jahreszahl MDXLVII.
Der Verfertiger aber hiefs mit vollem Namen : Matties.
Petze. Paul Kolfe lebte um 1620; dreimal finden wir
seinen Namen; den von Jürgen Barchraan um dieselbe
Zeit sechsmal ; den von Kilianus Wegewart zweimal auf
Bremer Geschützen.
Auch ein Nürnberger Meister kommt vor, wenigstens
nennt er sich : Matthias van Nuhrenberk ; er verfertigte
1538 und 1539 »zwei metallene Junffernstuoke« , so ge-
nannt, weil deren Inschriften sich auf die klugen und
thörichten Jungfrauen der Bibel bezogen, aufserdem die
»Ursula«. Die letzteren noch nicht veröfTentlichten In-
schriften folgen unten.
Ein Mieter kommt 1669 zweimal vor.
Einmal ist Jürgen Morian als Verfertiger -eines Stü-
ckes von 1573 erwähnt.
Die noch nicht gedruckten Inschriften sind folgende :
Anno Domini Millesimo QuingenteSimo Trigesimo
Quarto Regnante Carole Quinto Imperatore Anno Impe-
rii Ejus Undecimo Civitas Bremensis Me Fieri Fecit.
Equus paratur ad diem belli, Dnus autem salutem
tribuit (Spr. Salom. 21, 31).
Zu den bei der Geschützkonversation laut raisonnie-
renden Frauenzimmern, der »Schönen Helena«, der »Mar-
tha«, »Magdalena«, der »Scharpen Grete«, von der es
heifst: »ein stuck: so 100 ffi schiefset«, etc. und den bei-
den »Scharpen Metzen« gesellt sich noch eine dritte des
letzten Kalibers und Namens. Sie sagt von sich :
De scharpe Metz
Bin ick genant
Den vienden doen
Ik w'edderstand.
. Diese beiden Stücke verfertigte Hermann Oldinger
laut der angeführten Handschrift. —
Einzelne Geschütze trugen nur die Inschrift des Mei-
sters mit oder ohne Zusatz. Jahreszahl etc.. z. B. :
163
Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit.
164
Anno 1663
Mit Gottes hulffe und beistand gofs micli M. Chri-
stoffer Bringeman. Bremen.
oder :
Anno 1669
Milter me fecit.
Meister Berend Liolitenow schliefst fast immer seine
Kanonenpoesie mit dem frommen Reim:
Help Godt ut uodt
Berend Lichtenow my goet {gofa).
Drei Stücke hatten folgende Inschriften :
Auf befehl eines edlen Hochweisen Raths der Stadt
Bremen haben H. Johannes Schweling, Elterman Gerdt
Dohle und Casper Dreier als verordnete Schottherren wie
auch Michel Zimmerman, Stückhauptmann und Zeugmei-
ster, mich giefsen lassen. <
Meister Christoffmer Brinkman gofs mich.
Zu den heiligen Frauen, die Kohl anführt, finden sich
noch zwei andere, die er, der sonst so galante Manu, trotz
ihrer Berühmtheit nicht kennen gelernt zu haben scheint.
Auf dem Marthasbollwerk stand und sprach
Catharina:
Den Fienden tho scaden
Mit Godt beraden
Des Mesters kunst
Is sonst umbsunst.
Eben daselbst stand und sprach in zuversichtlichem
Selbstlob Frau
Judith.
Ick wer genand Frw Judith
Mi Feind ick selbst pesstrith (bes/rilt)
Und sickt (siegte) in ritterlich ob
Des erlaukt ik gros lob.
Zu der stattlichen Vogelschaar, die ihren Brummge-
sang damals auf Bremens Mauern zu gelegener Zeit er-
tönen liefs, gesellt sich noch der daselbst bisher un-
bekannte Specht; er zwitschert naseweis:
Fragestu wie ick hete (heifse) ? De Specht.
Den fienden to schaden bin ick gerecht.
Auch der Name des folgenden Geschützes, das auf
der Bastion stand, wo wir jetzt unser Theater erblicken,
damals Mj'senkiste (31eisenkasieti) genannt, wol von einem
Baum, in dem viele Vögel nisteten, dürfte einem Vogel,
dem Zaunkönig, entnommen sein.
Ick hete Tunschlyker (Zaunschleicher)
De viende möton (müssen) vor my wieken (weichen)
Dat doth öhm (macht ihnen) gantz bange
Dat se wyken vor minen Klange.
Aon. 1551.
Dahin gehört :
Ick hete de wilde goes (Gans)
Mein feind hebbcn ein Sterf droes.
Ebenso :
Ick hete de witte Strues (weifse Straufs)
Und höre (gehöre) tho Bederkesa up dat Hues
Dat schal den vienden dreten (verdriersen).
De raht van Bremen heft mi laten geten.
Anno Dni 1537 .jähr.
Help Godt uth noth
Berend Lichtenow my goet.
Bederkesa gehörte früher zu Bremen ; noch jetzt hat
sich auf seinem Amthof ein kleines Rolandsbild erhalten,
das im vorigen Jahre wieder dort aufgestellt wurde.
Ein anderes Gethier, dessen Anschauung im Volke
wir uns schon besser als im Einklang mit seiner furcht-
baren Wirkung und daher als Geschütznamen passend
denken können, ruft:
De Basiliske bin ick gebeten (geheifsen).
Herman Oldings heft (hat) my uth dem für (Feuer)
laten fleten (fliefsen)
Scharp schote kan ick scheten.
Nicht unabsichtlich dürfte hier die Fassung der zwei-
ten Verszeile gewählt sein für den aus dem Feuer ge-
borenen Basilisken.
Zum Schlufs dieser Abtheilung noch zwei Inschriften,
die einem Stücke angehörten und sich, wie öfter vor-
kommt, auf ein anderes bezieben; so, um bei unserer
alten Bremer Artillerie zu bleiben, antworten sich die
beiden Jungfernstücke ; so droht Berend von Lichtenow's
oben erwähnter «Meister Pumffa« mit dessen »Johann
von Gennen«.
Die eine Inschrift lautet:
Gryfaen (Greifan) lafs dich nicht verachten
Unser is thovel (zuviel) wy willen wachten {wachsam
sein). .
Von der anderen war nur noch ein Torso übrig :
Ick hasse des Gryfaen viendt
Valcke ick wil by dir (sien?)
Un ok dorch de ... .
Un se dir binden
.... XV. XIII dar bi Hinrik . . .
Gofs my den Gryphaen gebeten.
Hilf Godt das (des) Eyes geneten
Civitas Bremensis fieri fecit.
.So lese ich. Das Ei ist nun aber sehr oft ein Aus-
druck für die Kugel des Geschützes, wenn dieses diMi
Namen eines Vogels trägt. Daher, und weil er dem
»Valckec seine Hülfe verspricht, halte ich es für wahr-
scheinlich, dafs der Grj-phaen der Vogel Greif sein soll.
Als Beweis für diese Eisymbolik führe ich hier drei aus
der schon früher veröffentlichten Bremer ornithologischen
Geschütz-Noraenclatur an. Döi* »Kukuk« ruft:
le.'i
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
166
Ik hele de Kukuk
De niyu Ey drukket
Den geit de buk up (Bauch nuf).
Die «Wachtel«.
De Wachtel ick hete
Ein gude spise | min Ey
Ick an die Fiende wiese.
Der j>Rabe'f.
Ick hete de swarte raven
Wen min Ei trapet (trifft)
Strecket de Klawen (Klauen).
Der Nürnberger Meister setzte Folgendes auf seine
Bremer Werke:
Ursula bin ik genant
Den viendeu gar woU bekant.
Do ik ehn (ihnen) dapper wedderstand.
Matthias van Nurenberg heft mi gegaten.
Ao. 1352.
Es stand auf dem Rondel vor dem Heerdenthor.
Auf dem Abbenthorswall stand des Meisters anderes
Geschütz, dessen noch nirht publizierte Inschrift das
Korrelat zu dem andern j-Junffernstuck«, das die klugen
Jungfrauen repräsentierte, bildete.
Jenes bisher unbekannte hiefs :
De vyffte [fünfte] doUe Junffer.
Ick bath so sehr den wysen Junckfrowen
Vele I mehr umb ehren oly {Oel] mede tho delen
{mitzutheilen)
Uns wart des brudegams hui de sus [ftonat) feo;len
{fehlen).
Matthias van Nurenbergh godt my.
Ao. Dei MDCCCGGXXXVIII.
Auf der Holzpforte stand ein Geschütz, das folgende
noch nicht veröffentlichte Inschrift trug :
Ick hete selenrick {seelenreich)
Me fint mennige mi gelik.
I.i4ft.
Bei «Man findet numcl^ mir gleich«, ist zu supplie-
ren : »Hier auf den Bremer Wällen« ; es ist dies eine
Drohung den Feinden gegenüber. ,
Bremen. Frhr. Dr. Herm. v. Eelkiug.
Ycniiähliiii» und Köiiigskröiiuiig.
Abl)ildung von 1468.
Es ist wieder ein Bild aus der Melusine, das dem
Leser in beistehender Figur vor Augen geführt wird. Es
stellt Gyot dar, der Florie, des Königs von Armenien
Tochter, zur Gemahlin und damit die armenische Konigs-
krone erhält.
N ü r n b e r g.
A. Essen wein.
167
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
168
Belagerung einer Stadt.
Darstellung vom Jahre 1468.
mächtig gekrümmt, vorne jedoch sehr breit. Durch einen
beweglichen Schirm decken sich die Türken. Der eine
der Vertheidiger, ohne Rüstung, selbst ohne Helm, wirft
In mannigfacher Beziehung interessant jst das hier Steine auf die Angreifer und hat einen derselben von der
wiedergegebene Eriegsbild aus der Melusinenhandschrift, Sturmleiter abgehalten und getödtet. Der andere, mit
obwohl nur 2 Angreifer und 2 Vertheidiger Zu scheu sind, einem Eisenhut bedeckt, hat eine Handbüchse zum Schusse
Es soll die Belagerung Prags durch die Türken darstellen, fertig an die Wange angelegt. Im Vordergründe wird
Keiner der Krieger ist in voller Rüstung dargestellt, der Leichnam des mit dem Tod in die Hand des Feiu-
Der Türke trägt einen krummen Säbel, bei welchem der des gerathenen Königs von Böhmen verbrannt.
Griff nur eben die Fortsetzung der eisernen Klinge ist, Nürnberg,
ohne dafs eine Parierstange vorhanden wäre. Er ist
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
VerantwortHcher Redakteur: Dr. A. Essenwein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nuiulierg.
A. Essenweiu.
Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg.
Mit einer Beilage.
BEILAGE ZUM ANZEIGER PUR KÜNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1883. JM 6. Juni.
Chronik des gerniaiiischen Museums.
Nürnberg, den 25. Mai 1883.
Den adeligen Familien, welche Stiftungen gemacht haben, um
ihre Namen und Wappen in den Fenstern unseres Kreuzganges zu
verewigen und so unserer Anstalt ein dauerndes Zeichen ihres be-
sonderen Interesses zu geben, haben sich die P'amilien v. Hanstein
und V. Wintzingerode mit je 300 m. angeschlossen. Denselben
Betrag hat uns abermals ein Ungenannter übergeben, um ein in-
teressantes Stück für die Sammlungen zu kaufen.
Eine interessante und hochwillkommene Bereicherung des
Schmuckes unserer Räume ist uns durch einen innigen Verehrer
Sr. Majestät des deutschen Kaisers Wilhelm angemeldet worden,
der eine Marmorbüste des Kaisers durch Professor Schilling in
Dresden anfertigen läfst, um sie sodann dem Museum als Schmuck
eines jener Räume, die auf Kosten des deutschen Reiches errichtet
sind, oder noch errichtet werden, anzubieten. Natürlich wird das
Anerbieten eines solchen Kunstwerkes mit innigstem Danke ange-
nommen. Hoffentlich gibt es Veranlassung, dafs uns noch ähn-
liche Werke angeboten werden, welche nicht Mos Kunstwerke
sind, sondern auch lebendige Erinnerungsdenkmale an allerhöchste,
höchste und hohe Gönner und Wohlthäter der nationalen Anstalt,
denen diese so viel verdankt, dafs ihre Freunde gerne auch deren
Bilder inmitten der Werke erblicken, die ihnen zu danken sind.
Eine weiter gehende Förderung der Abtheilung für Geschichte
der Wissenschaften beginnt sich soeben zu vollziehen, indem eine
Reihe deutscher Apothekenbesitzer sich vereinigt hat, um in ähn-
licher Weise , wie die Abtheilung für Handel und Verkehr durch
das selbständige Handelsmuseum gefördert wird, die Geschichte der
Medizin, Pharmazie und Chemie durch eine selbständige, als „phar-
mazeutisches Museum" zu bezeichnende Abtheilung zur Darstellung
zu bringen und so unserem Museum seine umfassende Aufgabe zu
erleichtern. Sobald die Sache organisiert sein wird, sollen auch an
dieser Stelle weitere Mittheilungen erfolgen. Einstweilen haben die
Betheiligten sich an die pharmazeutische Zeitung gewendet und in
derselben eine warme Förderung ihrer Bestrebungen gefunden.
Die Sammlung von Gipsabgüssen der wichtigsten deutschen
Skulpturen erhält ebenfalls fortwälirende Förderung. So hat in Leip-
zig die Pflegschaft es in die Hand genommen und bereits Unter-
stützung gefunden, die Abgüsse der wichtigsten sächsischen Werke,
soweit wir sie noch nicht besitzen, uns zu stiften; in Regensburg
haben sich einige Herren vereinigt, uns Abgüsse der merkwürdigen
Skulpturen des DoUingersaales zu beschaffen ; in Augsburg haben
es einige Herren in die Hand genommen, für Stiftimg von Abgüssen
wichtiger Augsburger Skulpturen thätig zu sein ; Mitglieder des
Frhrl. v. Gemmingen'schen Geschlechtes bemühen sich mit Erfolg,
ihre Stammesvettern zur Stiftung eines Abgusses des Grabmals
des Kurfürsten und Erzbischofs Uriel v. Gemmingen im Dome zu
Mainz zu bestimmen. Auch diese Beispiele werden hoffentlich wei-
ter wirken.
Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden
Nummer wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet:
Von Standesherren: Se. Durchlaucht Albrecht Fürst zu
Oettingen-Spielborg 25 m.
Von Privaten: Altenmuhr. C. H. Volkhardt, Pfarrer, 2m
Bremen. Dr. med. Karl Ludw. Luce 5 m. BUckeburg. Burchard,
Oberbürgermeister, 3 m. Erlangen. Dr. Clafs, Universitätsprofessor,
(statt bisher 2m.) 3m. Forchheim. Gottlieb Böhm, Apotheker,
2 m.; Boxdorfer, kgl. Gerichtssekretär, 2 ra. ; Wilhelm Burkardt,
Privatier, 2 m. ; Bühring & Weiler 2 m. ; Hermann Ebbinghaus,
Maschinenpapierfabrikant , 2m.; J. Engelbrecht, Fabrikbesitzer,
2 m.; Engelmaier, Kaufmann und Vorstand der Gecieindebevoll-
mächtigten ,2m; Dr. Flierl , pr. Arzt ,2m.; B. Grolskopf , Bier-
brauer und Magistratsrath, 2 m. ; Dr. R. Hagen, Chemiker und Fa-
brikbesitzer, 2 ni. ; Hürner, protest. Stadtvikar, 2 m.; Hofmann,
Stadtschreiber, 2m.; Hornschuh, Fabrikbesitzer (Firma Weber &
Ott), 5 ra. ; Kleemann, Lehrer, 2m.; Kölbel, kgl. Rentamtmann,
2m.; Krapp, Dekan und Stadtpfarrer, 2m.; F. Kratzer, Maurer-
meistre, 2m; Mahler, kgl. Bezirksamtsassessor, 2m.; Maier, Kauf-'
mann und Magistratsrath, Im.; May, Bezirksthierarzt, 2m.; B. F.
verbeck, Privatier, 2m.; Christ. Preclitel, Lederfabrikant, 2m.;
Rasp, Bezirksgeometer, 2 m.; Röfsner, Farbenfabrikant, 2in. ; Ignaz
Schneider, Bierbrauer und Magistratsrath, 2 m.; F. Schneider, Bier-
brauer ,2m.; Schweizer & Cie. , Brillen - und Glasschleife, 2 m. ;
F. Seltsam, Fabrikbesitzer, 3 m.; Wiesueth, Bierbrauer und Ma-
gistratsrath, 2 m.; Wirth, königl. Notar, 2m.; Wüst, Melber
und Magistratsrath, 2m. Glessen. Baist, Rechtsanwalt, Im.; Chr.
Bansa, Direktor, Im.; Dr. med. Blum Im.; Dr. Böse, Pro-
fessor, 3 m.; Dr. Otto Buchner, Professor, (statt bisher 2 m.)
3m. ; CoUmann, Apotheker, 3m.; Dr. Dittmar, Rechtsanwalt,
3 m. ; Dornseifl' 3 m. ; W. Ferber, Buchhändler, 1 m. ; Dr. med. Fuhr
Im.; Wilh. Gail, Fabrikant, 5m.; Dr. med. Haupt Im.; von Hip-
pel, Professor, 3 m. ; Kempff', Fabrikant, 2 m. ; G. V. Koch, Zahn-
arzt, 1 m. ; F. Kraft, Rechtsanwalt, 2 m. ; Lommel, Apotheker, 3 m. ;
Dr. Naumann, Pfarrer, 1 m. ; von der Ropp, Professor, (bezahlte
bereits 1882) 3 m. ; Schellenberg, Instrumentenmacher, Im.; G. H.
Schirmer, Fabrikant, 3 m.; Dr. Sehürer, Professor, 2 m.; Schwan,
Weinhändler, 1 m. ; Erich Wasserschieben, Fabrikant, 3 m. ; Dr.
Wilbrand, Professor, 2 m.; Wilson, Direktor, 3 m.; Ziufser, Wein-
händler, 1 m. Hamburg. Dr. Otto Rüdiger 3 m. Neumarkt 1. 0.
Jos. Bögl, Buchhändler, 2 m. ; Friedrich Gofswein, Gasthof- und
Brauereibesitzer, 2 m. ; Michael Gofswein, Gasthof- und Brauerei-
besitzer, 2 m. ; S. Goldschmidt, Kaufmann, 2 m. ; Luxenhofer, Maler
u. Vergolder, 2 m. ; Dr. Neuhaus, prakt. Arzt, 2 m. ; M. Oettinger.
Kaufmann, 2 m. ; Joseph Seidenschwarz, Hauptlehrer, 2 m. ; M. We-
ber, Kaufmann, 2 m.; Joseph Wolfer, Kaufmann, 2 m.; Job. Zei-
ninger, Schlossermeister, 2 m. Nürnberg, A. Rumpf, Weinwirth,
3 m.; Johann Scharf, Cafetier, 2 m; Oskar Steinel, Redakteur, 2m.:
Max Versen, Redakteur, 2 m.; Gg. Leonh. Wagner, Bäckermeister.
2 m. ; Stefan Wagner, Kaufmann, 3 m. Scheinfeld. Pfeifler, Stadt-
schreiber, 2 m. ; Schmelz, kgl. Oberamtsrichter, 2 m. ; Dr. Scluieider,
prakt. Arzt, 1 m. Stuttgart. Gaufs, Rechtsanwalt, 2 m ; Fr. Cirub.
Oekonomierath, 2 m. ; Ad. Jordan, Kaufmann, 2 m. ; Dr. von Leins.
Oberbaurath, 2 m. ; Ad. Neeff', Kaufmann, 2 m.
Als einmalige Beiträge wurden folgende gespendet:
Von Privaten : Germershelm. Wündisch, Dekan, 2 m.
Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu :
171
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
11-2
I, Für die kunst-
und kulturgeschichtlichen Samm-
lungen,
(Nr. 8735—8746.)
Burgfarrnbach. Konr. Witticli, Gutspiichter : Grofse Urne
und kleine Schale von geschwärztem Thone, gefunden in Nieder-
hessen. — Nürnberg. Händel, Uhrmacher: 6 Werke von Taschen-
uhren, 18. Jahrh. ; 18 Zeiger von solchen; 4 Zifferblätter; 1 Ueber-
gehäuse; 1 Weckeruhr; 3 Uhrschlüssel. Herrmanstörfer, Kauf-
mann: zwei alte messingene Mafsstäbe. 11. Peters, Apotheken-
besitzer: Eine Partie älterer, theilweise falscher Silber- und
Kupfermünzen, 16. — 19. Jahrh. A. Rumpf, AVeinwirth : Abschied
des Calas von seiner FamUie, Radierung von A. L. Möglich nach
Chodowiecki : auf Kupfer gemaltes Miniaturporträt eines Bischofs,
18. Jahrh. ; graviertes Pulverhorn aus einer Hirschstange mit mo-
derner Fassung. Eduard Schutt, Kaufmann: Reiterpistol mit
Steinschlofs, ca. 1800. Speckhardt, Hofuhrmacher: Ein in
Kupfer getriebenes vergoldetes Uhrgehäuse, 18. Jahrb.; 5 Uhr-
schlüssel. Uhrmacher-Verein: Englische Selbstschlaguhr in
silbernem Gehäuse, 18. Jahrh. — Pappenheim. Grofs, Uhrmacher:
Drei Spindeluhrwerke, 17.— 18. Jahrh. — Prag. B. Bischoff, Ku-
stos des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen: Galva-
noplastischer l^iederschlag des ältesten Prager Stadtsiegels. — Un-
genannter: Glasgemalte Schweizer (?) Wappenscheibe vom Beginne
des 16. Jahrh.
IL Für die Bibliothek.
(Nr. 47,326—47,400.)
Basel. Gemeinnützige Gesellschaft: Thun, die Vereine
und Stiftungen des Kantons Baselstadt im Jahre 1881. 1883. 4. —
Bremen. Technische Anstalt für Gewerbtreibende : Dies.,
Bericht f. d. Jahr 1882. 2. W. Sattler, Professor: 23 Leichenpre-
digten u. dergl. Hs. u. Dr. — Breslau. Wilh. Köbner, Verlags-
handlung: Germanistische Abhandlungen, hrsg. von K. Weinliold ;
I. n. 1882 u. 1883. 8.— Brunn. MährischerLandesausschufs:
Dudik, Mährens allgemeine Geschichte; X. Bd. 1883. 8. — Dres-
den. Louis Ferdinand Freih. v. Eberstein: Ders., Beigabe
zu den geschichtl. Nachrichten von dem reichsritterl. Geschlechte
Eberstein; 2. Aufl. 1883. 8. — Erfurt. Fr. Bartholomäus,
Verlagsbuchhandlung: Rommel, deutscher Spruchschatz. 8. Lor-
bach, Wein-Lieder u. Sprüche. 8. Hoffmann von Fallersieben,
Lieder der Landsknechte unter Georg u. Kaspar von Frundsberg.
8. Ziegler, Aphorismen aus Lessing's hamburgischer Dramaturgie.
8. Frenzel, Berliner Dramaturgie; L II. 8. Lichterfeld, Ent\yieke-
lungsgeschichte der deutschen Schauspielkunst. 8. Schramm, italie-
nische Skizzen. 8. — Freiburg i. Br. Herder'sche Verlagsbuch-
handlung: Opitz, Maria Stuart; Bd. I. IL 1879 u. 1882. 8. — Greifs-
wald. Dr. A. Häckermann: Ders., Thomas Thorild, der skandi-
navische Lessing (im Sonntagsblatt zum Greifswalder Tagblatt, 1883.
Nr. 4—18) 4. — Halle. Otto Hendel, Verlagshandlung: Ge-
schichtsquellen der Provinz Sachsen u. angrenzender Gebiete ; Bd.
VIII, 1. — XV. 1879-82. 8. Beschreibende Darstellung der älteren
Bau- u. Kunst-Denkmäler der Provinz Sachsen; Heft 1—7. 1879—83.
8. Kawerau, Caspar Güttel. 1882. ,8. Sonderabddr. — Kassel. Dr.
E. Gerland: Cöster u. Gerland, Beschreibung der Sammlung astro-
nomischer, geodätischer u. physikalischer Apparate im k. Museum
zu Kassel. 1878. 4. Gerland, das sogen. Dampfschiff Papin's. 8.
Sonderabdr. Ders., Nachtrag zu Leibnizens u. Huygens Briefwech-
sel mit Papin. 8. — Leipzig. J. G. Bach's Verlag. (Ed. Störmer):
Kretschmer u. Rohrbach, die Trachten der Völker vom Beginn der
Geschichte bis zum 19. Jahrhdt. ; 2. Aufl. 1882. 4. E. A. See-
mann, Verlagshandlung: Woltmann u. WuTmann : Geschichte der
Malerei; Bd. I. II. 1879 u. 82. 8. — Lübeck. Dr. The od. Hach:
Hach, das Lübeckische Landgebiet in seiner kunstarchäologischen
Bedeutung. 1883. 8. — LüttIch. Universität: Heibig u. Grand-
jean, catalogue des coUections leguees k la ville de Liege par Ulysse
Capitaine ; t. I — III. 1872. 8. Bibliotheque 'de Tuniversite de Liege:
catalogue des manuscrits. 1875. 8. Exposition de l'art ancien au
pays de Lifege; I. II. 1881. 8. Hubert, etude sur la condition des
protestants en Belgique depuis Charles V. jusqu'ii Joseph II. 1882.
8. u. 40 weitere kleinere Schriften verschiedenen, nicht historischen
Inhalts. — Luzern. C. F. Prell, Verlagshandlung: von Liebenau,
das alte Luzern , topographisch u. kulturgeschichtlich geschildert.
1881. 8. — Marburg. L. Bickell, Conservator : Ders., Erinnerung
an die Elisabethkirche zu Marburg. 1883. 4. — München. D r. J. N.
Sepp, Universitätsprofessor: Ders., Frankfurt das alte Askiburg.
1882. 8. The od. Ackermann, k. Hofbuchhandlung: Archivali-
Zeitschrift, hrsg. V. Dr. Fr. v. Löher; VI. VII. Bd. 1881 u. 82. 8.
— Nürnberg. Maximilians-Heilungs- Anstalt: Dies., 69. Jah-
resbericht V. J. 1882. 1883. 4. Fr. Schultheifs, Kirchner: Trew,
Entschuldigung der unschiüdig beschuldigten Ceres zu Lauff. 1680.
8. — Strassburg. C. F. Schmidt's Universitäts-Buchhandlung:
Mündel, Haussprüche u. Inschriften im Elsafs. 1883. 8. Sonderabdr.
— Stuttgart. W. Spemann, Verlagshandlung: Archivalische Zeit-
schrift, hrsg. von Frz. v. Löher; I.-V. Bd. 1876— 18S0. 8. Wis-
mar. Hin stör ff 'sehe Ilofbuchhandlung : v. Maltzan, einige gute
mecklenburgische Männer. 1882. 8. — Worms. Dr. Renz: Rau,
Verzeichnifs der Modellsammlung vou Handgeräthen zur Bodenbe-
arbeitung. 1881. 8. Ders., Verzeichnifs der Pflugmodellsammlung.
1881. 8.
III. Für das Archiv.
(Nr. 4811—4814.)
Bremen. W. Sattler, Professor: Urkunden und Aktenstücke
zur Geschichte der Familie Gruber zu Nürnberg, 1591 — 1706. Perg.
u. Pap. Urkunden u. Aktenstücke zur Geschichte der Familie Schober
zu Nürnberg, 1680—1748. Pap. Beschreibung des Inventars, das
Margaretha, des Georg Kern, Wirths im Schiefsgraben, Wittib, dem
Christoph Erlabecken käuflich überlassen hat. 1694. Pap. Inventa-
rium über das Vermögen des Georg Paidus Büchner, Flaschner,
Harnisch- u. Kürafsmachers zu Nürnberg, 1771. Pap. — Graz.
V. Beckh- Widmannstetter, k. k. Hauptmann: Quittung des
Beruh. Eyswein, Bürgers zu Kraynburg, über 125 fl. U44. Pap. Ab-
schrift. S teiermärkisches Landesarchiv: Erlafs des kais.
Landgerichts Burggrafthums Nürnberg in Sachen Walters ca. Sauden.
1637. Pap. — Nürnberg. A. Rumpf, Weinhäudler: Gerechtigkeits-
brief des Bischofs Franz Conrad von Bamberg für Job. Jos. Richter
zur Errichtung einer vierten Apotheke in Bamberg. 1754. Perg.
Schriften der Akadeniieen, Museen und historischen Vereine,
welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind:
Deutscher Verein zur Verbreitung gemeinnütziger
Kenntnisse in Prag:
Sammlung etc. Nr. 83. 8. Maria Theresia und die österrei-
chische -Volksschule. Von Dr. F. Rulf.
K. k. heraldische Gesellschaft „Adler" in Wien:
Monatsblatt etc. Nr. 28. April 1883. Gesellschaftsangelegen-
heiten. — Zum Wappen der Buchdrucker. Von L. Mohr. — Ne-
krolog. — Literatur etc.
173
Anzeigor für Kmide der döutschen Vorzeit
174
K. k. österr. Museum f. Kunst u. Industrie:
Mittheilungen etc. XVIII. Jhg. 1883. Nr. 211. Wien. 8.
Drei Spezial-Ausstellungen im Museum. — Zur Geschichte des- Zin-
kes bei den Alten. Von Ostheim. — Abwege der Glasmalerei.
Von Dr. A. Jele. — Literatur. — Kleine Mittheilungen.
Christlicher Kunstverein der Diöcese Seckau:
Der Kirchensclimuck etc. XIV. Jhg. 1883. Nr. 3. 8. Maria
Strafsengel. (Forts.) — Das Paviment der Kirchen. (Schi.) — Be-
richt übet die Thätigkeit des Vereines i. d. J. 1881 u. 1882.
Gesammtver. d. d. Gesch.- u. Alterthumsvereine :
Correspondenzblatt etc. 31. Jhg. 1883. Nr. 8. Darmstadt. 4.
Vereinsangelegenheiten. — Antikes Schwert im Mainzer Museum.
Von Fr. Schneider. — Walter von Cronberg, Administrator des
Hochmeisterthums in Preufsen u. Meister des deutsclien Ordens in
deutschen und welschen Landen, verleiht der Gemeinde Igersheim
bei Mergentheim ein Gerichts- Siegel. 1537. Von Fr. Ritsert. —
Eine Gerichtskostenordnung des 17. Jahrhunderts. Von F. W. E.
Roth. — Wirksamkeit der einzelnen Vereine. — Literatur. — No-
tizen etc.
Kais. Leopoldino-Carolinische deutsche Akademie
der Naturforscher zu Halle:
Leopoldina etc. Heft XIX. Nr. 5 u. 6. 1883. 4. Akademie-
Angelegenheiten. — Literatur etc.
Historische Kommission der Provinz Sachsen:
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- u. KunstdeukmUler
der Provinz Sachsen . . . 5.-7. Heft. Halle, 1882 u. 1883. 8.
Der Kreis Sangerhausen. Bearbeitet von Dr. Jul. Schmidt. Mit
einer Glockenschau von Gustav Sommer. (Mit Abb.) — Der Kreis
Weifsensee. Unter Mitwirkung von Dr. H. Otte bearbeitet von
G. Sommer. (Mit Abb.) — Die Grafschaft Wernigerode. Bearbeitet
von G. Sommer mit Darstellung der natürlichen u. geschichtl. Orts-
u. Landeskunde von Dr. C. E. Jacobs. (Mit Abb.)
Münzforscher -Verein:
Blätter für Münzfreunde, Zeitschrift etc. XIX. Jahrgang. Nr. 108.
Leipzig, 1883. 4. Dritter Vereinstag deutscher Münzforscher . .
zu Wien 1883. — Erklärung der auf Kippermünzen Herzog Fried-
rich Ulrich's von Braunschweig erscheinenden Umschrift PA. PR.
S. N. I. L. Von J. u. A. Erbstein. — Zur Geschichte des Münz-
wesens der Stadt Einbeck. Von A. Düning. — Ein Mariengro-
schen der Stadt Hildesheim mit der Jahrzahl 1253 statt 1523.
Von J. u. A. Erbstein. — Unedirte Paderborner Münzen. — Von
Weber. — Bernburger Gulden von 1796. Von v. Röder. — Münz-
funde. — Erläuterungen zu Tafel 73.
Museum f. Völkerkunde in Leipzig:
Zehnter Bericht etc. 1882. 8.
Verein Herold in Berlin:
,,Der deutsche Herold", Zeitschrift etc. XIV. Jhg. 1883, Nr. 4.
4. Vereinsangelegenheiten. — Zum vierhuudertjährigen Jubiläum
des Grüqenberg'schen Wappenbuchs, 9. April 1883. Mit Abb. —
Aktenkassirungen. — Bücherschau. — Miscellen. — Genealogische
Notizen, etc.
Vierteljahrsschrift etc. XI. Jhg., Heft 1. Berlin, 1883.
8. Das Wappen der grofsherzoglichen Häuser Mecklenburg -Stre-
litz n. Mecklenburg-Schwerin. Von 0, Teske-Neustrelitz. — Excerpte
aus Kirchenbüchern. Von Dr. G. Schmidt. — Das polnische Wap-
penwesen. Von Graf Stanislaus von Mieroszowice - Mieroszowski
(M. 11 Tafeln.) — Vereinsangelegenheiten.
Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin:
Monatshefte etc. XV. Jhg. 1883. Nr. 4. 8. Gaspard Duif-
foprugcar. Von W. J. v. Wasielewski. — Eine musikhistorische
Abhandlung eines deutschen Musikers aus der Mitte des 18. Jahr-
hunderts. — Mittheilungen.
Antiquarische Gesellschaft in Zürich:
Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde. Nr. 2. April
1883. 8. Schalensteine auf dem Bürenberg. Von Eug. Schmid.
(Mit Abb.) — Die Gaesates. Von Dr. W. Gisi. — Gallischer Gold-
stater, gefunden zu La T^ne bei Marin Von J. Amiet. (M. Abb.)
— Das Haus zum Loch in Zürich. Von H. Zeller - Werdmüller.
(Mit Abb.) — Die Antiquitäten von Seedorf. Von Dr. Th. von Lie-
benau. — Der Schild von Seedorf Von J. R. Rahn. (M- Abb.) —
Reliquien, Ablässe und Zierden zu St. Andreas in Basel. Von
Dr. R. Wackernagel. — Fagadenmalerei in der Schweiz. Von S.
Vögelin. — Zur Statistik schweizerischer Kunstdenkmäler. Von
J. R. Rahn. V. — Miscellen. — Kleinere Nachrichten. — Literatur.
Societe ro.yale Beige de geographie ä Bruxelles;
Bulletin etc. Septieme annee. 1883. Nr. 1. Janvier-Fevrier. 8.
liiteratiir.
Neu erschienene Werice.
4) Herzogliches Museum (zu Braunschweig). Führer durch
die Sammlungen. Braunschweig, 1883. 8. 8 unpaginierte
und 250 Stn.
Deutschland besitzt eine Reihe von Museen, die in ihrer Ge-
sammtheit eine solche Fülle von Schätzen bieten, wie sie kein an-
deres Reich — vielleicht etwa Italien ausgenommen — umschliefst.
Nur entzieht sich in Deutschland so manches der Kenntnifsnahme
weiterer Kreise, die gewohnt sind nur eben die umfangreichsten
grofsen Museen der Betrachtung werth zu halten. Der Begriff
„grofs" ist auch da relativ zu nehmen. Es ist eine grofse Samm-
lung oder eine Reihe beträchtlicher Sammlungen, die das herzog-
liche Museum zu Braunschweig umfafst, und doch ist der Inhalt des
Museums noch immer nicht nach seiner wirklichen hohen Bedeutung
geschätzt. Mit Freude ergreifen wir daher die Gelegenheit, auch
unsrerseits darauf aufmerksam zu machen, wie lohnend der Besuch
dieser herrlichen Sammlungen ist. Sie verdanken ihre Begründung
dem Kunstsinn des Herzogs Karl I., der am 6. Sept. 1755 das
Kunst- und Naturalienkabinet begründete , das gegen Schlufs des
vorigen Jahrhunderts die Bezeichnung herzogliches Museum erhielt
und reich vermehrt wurde, bis die Franzosenzeit über Deutschland
hereinbrach, in welcher Denen das Museum auf das gründlichste
plünderte, so dafs es nur noch geringen Umfang hatte. Wenn auch
1813 u. 1815 der gröfste Theil der geraubten Schätze zurückkam,
so hat doch das Gebäude heute noch nicht alle Spuren der Zer-
störung verwischt , so dafs erst der jetzt geplante Neubau den
Schätzen einen würdigen Aufenthaltsort bringen wird. Indessen hat
der verdiente V^orstand, Professor Dr. Riegel, dessen thatsächlich
energischer Vertretung der Museumsangelegenheiten die Bewilligung
der Mittel zu danken ist , eine kurze Beschreibung der Samm-
lungen drucken lassen, die geeignet ist, auch jetzt schon die Auf-
merksamkeit des grofsen Publikums auf die seiner Obhut anver-
trauten Kunstwerke zu lenken. Die Sammlungen umfassen das
berühmte Majolikakabinet, das sich im vergangenen Jahrhunderte
17Ö
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
176
zu Salzdahlum befand, sowie die Gemäldesammlung (930 Nummern),
die insbesondere reich ist an niederländischen Meistern des 17. Jahr-
hunderts. Einige Säle enthalten plastische und meclianische Kunst-
werke, sowie kunstgewerbliche Erzeugnisse aller Art, sowohl aus
dem Mittelalter als den spätem Zeiten, und theilweise aus aufsereuro-
päischen Ländern , wobei insbesondere das Mittelalter durch her-
vorragende Arbeiten vertreten ist, sodann geschichtliche Kuriosi-
täten und "Waffen. Wichtig ist auch die Sammlung prähistorischer
Alterthümer, endlich die besonders reiche Kupferstichsammkmg.
Wenn diese Sammlungen, die jetzt schon zu Deutschlands Zier-
den gerechnet werden können, erst in einem Neubau günstige Auf-
stellung gefunden haben werden, wird ihre Bedeutung hoffentlich
von keinem mehr unterschätzt, vielmehr von allen so gewürdigt
werden , wie jetzt schon von den Fachleuten.
Teriuisclite IXacIirichteii.
79) Aus der Provinz Sachsen, 27. April. Bei Ober-
eichstädt (unweit Querfurt) sind schon öfter altgermanische Stein-
gräber aufgefunden worden. Vor einigen Tagen wurde abermals
ein solches geöffnet. Dasselbe war auf einer kleinen Anhöhe ge-
legen, und seine Seiten und Decke waren durch Steinplatten ge-
bildet ; neben dem Gerippe stand eine Urne mit etwas Asche.
(Nordd. Allgem. Zeitg., Nr. 196.)
80) Dirschau, 22. Mai. Beim Fundamentieren des zu er-
bauenden Konzertsaales wurde heute Morgen in Mannstiefe eine
grofse Anzahl von zum Theil wohlerhaltenen urnenartigen Ge-
fäfsen aufgefunden, deren Material und Anfertigungsweise aber
dafür sprechen, dais es Wirthschaftsgeschirre aus alter Zeit sind ;
namentlich spricht dafür auch ein Bruchstück mit Giefstülle. Die
Farbe der Gefäfse ist grauschwarz ; äufserlich zeigen die meisten
deutliche ^ßeifung. (Nordd. Allgem. Zeitg., Nr. 236.)
81) Wratsch, Krain. Im Laufe des heurigen Winters fand
ein Arbeiter einen ringsum mit grofsen Steinen umstellten Grab-
hügel, der zwei menschliche Gerippe (Mann und Frau) barg, die
nun sammt Beigaben ins Eigenthum des Hofmuseums in Wien (an-
thropologische Sammlung) übergehen werden. Neben den Gerippen
fanden sich reiche und interessante Bronzegegenstände. Neben dem
Kopfe des Mannes lag ein aus Bronzeblech genieteter Helm, dessen
Form von der aller bis nun bekannt gewordenen antiken Helme
sehr abweicht Bei den Füfsen dieser Leiche lagen vier durch-
brochene Bronzerädchen mit verrosteten Resten einer eisernen
Trense nebst Pferdezähnen, die der heimische Forscher Deschmanu
als Schmuck des Riemenzeuges am Kopfe des Pferdes hinstellt.
Zur Seite des Gerippes stand eine rothe Urne aus Thon, mit einem
Bronzedeckel versehen. D.meben lagen viele kreuzartige Bronze-
knöpfe mit Schlupfe, die eine Art Gliederkette gebildet haben dürf-
ten ; ferner eine lange eiserne Lanze, ein langer eiserner Kelt mit
Oehr an der Oeffnung und dem Reste einer noch in der Tülle
steckenden hölzernen Handhabe (ganz mit Eisenoxyd überzogen),
deren knieförmige Biegung an dieser Stelle erhalten blieb. Das
weibliche Gerippe trug einen geschlossenen, mit Punkten verzierten
und mit Gold patinierten Halsschmuck aus dünnem, zwei Finger
breitem Bronzeblech. An beiden Armen erblickte man schöne Arm-
ringe aus Bronze, auf der Brust mehrere Bronzefibeln mit Knöpfen
am Bügel. Auf der gleichen Stelle lagen zwei Fibeln mit einge-
setztem Bügel aus Bernstein, eine raubenartige Glasfibel und ein
Stück von der Form der sogenannten Armbrustfibeln.
(Ztschr. f. Mus. u. Antiqu.-Kde., Nr. 6 n. Dr. Anzg., Nr. 62.)
82) Im Bruche zu Billigheim werden, wie der pfälzische
Kurier meldet, durch Nachgrabungen von Seiten der anthropologi-
schen Sektion der Pfalz Pfahlbaureste aufgefunden, in denen ein
Feuersteinmesser sich erhalten hatte. Doch muls der Bau lange
Zeit gedient haben, denn es wurden auch Reste von Hohlziegeln
und mittelalterlichen Töpfen in grofser Zahl darin gefunden.
83) Fr Kofier macht in Nr. 5 des Korrespbl. d. d. Gesch- u.
Alterth.-Ver. auf prähistorische Wohnstätten in Holz hausen vor
der Höhe aufmerksam, die sich in einer Lehmgrube als kesseiförmig
eingesenkte Erdlöcher finden, deren Inneres, tief schwarz sich vom
gelben Lehm abhebend, aus fester Erde, durchsetzt von Holzkohlen
und Gefäfsresten , besteht. Ein kleines Steinwerkzeug wurde ge-
funden ; vorher schon sollen Knochenreste gefunden worden sein.
84) Ein römisches Grab wurde dieser Tage nahe dem alten
Friedhofe zu Mödling bei Wien auf einer Schotterstätte aufge-
deckt. Nach dem Befund des Dr. Hg enthielt dasselbe das Skelett
einer weiblichen Leiche, deren linker Oberarm mit einem Bronze-
ring versehen war und zwischen deren Füfsen ein Glasgefäfs stand.
Die Wände des ca. 180 Centimeter langen Grabes sind mit Sand-
steinplatteu gefüttert. Merkwürdig ist der Umstand, dafs die Decke
des Grabes durch eine grofse Steinplatte gebildet wird, deren nach
unten gekehrte Fläche ein Relief trägt. Auf demselben ist eine
sitzende, mit Trauben bekränzte Figur zu erkennen, vor ihr zwei
kleinere Figuren in langen Gewändern. Im Fond dieser Darstel-
lungen zeigen sich Spuren von rother, an den Gewändern von blauer
Bemalung. Nähere Untersuchung über den merkwürdigen Fund
ist eingeleitet. (Nbgr. Stadtztg., Nr. 59.)
85) Insterburg, 22. Mai. Im Schlofsteicbgraben wurden,
wie die ,.J. Ztg." berichtet, in letzter Zeit mehrere prähistori-
sche Gegenstände zu Tage gefördert, darunter ein Getreide-
reibstein. Aufserdem fand man dort einen Haifischzahn, einen
eisernen Wurfspeer und verschiedene Theile von Rüstungen.
(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 240.)
86) In Lei Stadt in der Pfalz wurde, wie Dr. Mehlis in einer
Reihe von Blättern, u. a. im Korrespondenzblatte des Ges. -Ver. d.
d Gesch.- u. Alterth.-Ver. Nr. 5, ausführlichst berichtet im Funda-
ment des abgebrochenen Kirchleins St. Leodegar ein Bruchstück
eines frühchristlichen Grabsteines gefunden. Leider ist der Name
nur bruchstückweise erhalten.
87) Würz bürg, 21. Mai. Wir haben jüngst den Verkauf
des alten Kapitelsaals der hiesigen Neumünsterkirche an Bildhauer
Lorenz Gedon von München gemeldet. Der weitere Abbruch des
Anwesens, das seit der Säkularisation theilweise als Scheuer be-
nutzt worden war, brachte noch ein anderes merkwürdiges Alter-
thum zu Tage, von welchem kein Mensch eine Ahnung hatte. Die
1804 erneuerte Anschlufsseite des Lusemgärtchens, in welchem
AValter von der Vogelweide beerdigt liegen soll, erwies sich näm-
lich als die äul'sere Umfassungsmauer eines Kreuzganges. Der Be-
sitzer, Herr Rosenthal, liefs denselben sofort, als man erkannte,
welche Merkwürdigkeit die Mauer barg, vollständig blofslegcn und
wird den Plan seines Neubaues dahin ändern , dafs dieser Kreuz-
gang erhalten bleiben kann. Derselbe ist in romanischem Stil ge-
halten, hat 16 Bogenöffnungen , abwechselnd von Säulen und Pila-
stern getragen. Von den Schäften der Säulen sind zwei rechteckig.
177
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
178
drei gewunden und drei glatt bearbeitet ; alle sind verschiedenartig
ausgeführt; das Gleiche ist bei den Kapitalen und ihrer Ornamen-
tik der Fall. Der mittlere Pilaster enthält ein Christusbild und
ein Bischofsbild ; der eine Schlufspilaster ein Mariabild , während
der andere nischenartig ausgearbeitet ist. Die Erbauung des Kreuz-
ganges ist auf das Ende des neunten oder Anfang des zehnten Jahr-
hunderts zurückzuführen ; da 854 die 746 von dem hl. Burekard
erbaute erste Neumünsterkirche mit Stift am Bonifaztage, bei einem
Erdbeben vom Blitz entzündet, abbrannte und, nach Angaben der
Chronik, alle Mauern einstürzten. Im Boden des Kreuzganges fand
man etwa 30 Schiidel und zahlreiche Knochenreste, die jetzt im
Lusemgärtchen beigesetzt sind. Da diese Menschenreste in Holz-
särgen lagen, welch letztere ganz verfault sind, läfst sich nicht be-
stimmen, ob sich nicht unter ihnen vielleicht die schon längst ge^
suchten Gebeine Walters von der Vogelweide befunden haben. Al-
lerdings sollen diese nach der Sage unter der Linde im Lusem-
gärtchen beerdigt worden sein, aber Nachgrabungen bis auf den
Felsgrund haben dort keine menschlichen Reste gezeigt. Eine ge-
naue Aufnahme des Kreuzganges wird Herr Bauamtraann Friedreich
in der „Bauzeitung" veröffentlichen.
(Neueste Nachr. u. Münch. Anzgr., Nr. 143.)
88) Die Ruine Sehlofseck, ehemals Leiningen'scher Besitz,
ist vor einiger Zeit durch Dr. Mehlis untersucht und theihveise vom
Schutte befreit worden. Man hat die romanische Thorfagade aus
den im Graben gefundenen Trümmern wieder zusammengestellt.
Neuerdings macht die Stralsburger Post in Nr. 128 darauf aufmerk-
sam, dals auf der mit Adlern, dem Wappenthier der Leiningen, ge-
schmückten Kämpferplatte, welche den Thorbogen trägt, in arabi-
schen Zifl'ern die Zalü 1202 eingebauen sei, sowie der Name Pad-
hvo, während schon früher an einem Quader das Wort f Hirgavi ge-
lesen worden sei. Die Zahl wird als Jahreszahl der Erbauung, die
beiden Worte als „Namen von Steinmetzen , die vom benachbarten
Benediktinerkloster Limburg stammen", erklärt.
89) In den jüngsten Wochen lief die Nachricht durch die hie=
sigen Blätter, dafs von der sog. Primizkapelle, d. i. dem ehemaligen
grofsen Refektorium des Klosters Heilsbronn , welches seit langer
Zeit in Privatbesitz sich befindet und worin eine Bierbrauerei be-
trieben wird, das, übrigens stark defekte, spät romanische Portal an
einen ungarischen Magnaten um 15000 m. verkauft worden sei und
zerlegt nach Ungarn geführt werden solle. Schon seit Jahren, seit
die grofse Kirche, die Begräbnifsstätte der Ahnen des deutschen
Kaisers, restauriert worden war, schien es uns, als ob von den Be-
sitzern alle denkbare Pression in dem' Sinne ausgeübt werde, dafs
entweder die bayerische Regierung oder Se. Maiestät der Kaiser
ihnen um hoben Preis das Besitzthum abkaufen solle. Wir unserer-
seits hatten nie die Absicht, den Besitzern alter Baudenkmale das
Beispiel zu geben, dafs durch Drohungen mit dem Abbruche oder
Verkaufe mit Erfolg eine Pression ausgeübt und so aus öifentlichen
Geldern eine solch grofse Summe flüssig gemacht werden könne,
die jeden anderen Besitzer zu ähnlichem Vorgange reizen müfste.
Die zu uns kommenden Unterhändler fanden daher kein Entgegen-
kommen. Wir hatten aber auch die jüngste Nachricht um so mehr,
als die Klage damit verbunden war, dafs auch das germanische Mu-
seum nichts für die Erhaltung (die natürlich ganz aufserhalb unserer
Aufgabe läge) oder Erwerbung des Portales, resp. des ganzen Bau-
werkes gethan habe, lediglich für eine Finte gehalten, um eine Pres-
sion auf den Kaiser zu üben, da unserer Meinung nach .auch ein
„ungarischer Graf" hätte sehen müssen, dafs das Portal aus sehr
weichem Steine hergestellt ist, somit beim Abbruch und Transport
so grofsen Schaden leiden würde, dafs es kaum mehr hätte aufge-
stellt werden können. Indessen ist auch die etwa vorhandene Ge-
fahr der Entführung durch einen vung.arisclien Grafen" beseitigt.
Der Frank. Kurier schreibt in Nr. 201 : Wie der Allg. Ztg. in Be-
stätigung anderweitiger Nachrichten aus Kloster Heilsbronn ge-
schrieben wird, hat der deutsche Kronprinz vom ungarischen Grafen
W. , der das Portal an der Primizkirche käuflich erworben hatte,
die Cession des Kaufvertrags erlangt. Es steht zu hotten, dafs so-
gar eine Restauration der ganzen Primizkirche, vielleicht schon in
Bälde, ins Werk gesetzt wird. Die Kaufsumme betrug 5000 m.
Man hat bei dieser Gelegenheit auch den Ruf nach einem Ge-
setze erneuert (vgl. deutsche Bauzeitung Ni-. 41), das solche Vor-
gänge überhaupt unmöglich mache. Auch wir könnten ja ein solches
Gesetz nur freudig begrüfsen ; aber kein Gesetz könnte wirklich
nützen, welches nicht einfach das jetzt freie Eigenthum der Besitzer
beweglicher wei unbeweglicher Denkmäler wesentlich beschränkte.
Ein etwaiges Vorkaufsrecht des Staates allein hätte keinen Zweck,
da ja bekanntlich oft genug die Regierungen „kein Geld haben,"
und da mitunter, thatsächlich oder nur scheinbar, solche Preise ge-
boten werden, welche der Staat also geben müfste, dafs er es sich
doch oft genug würde überlegen müssen, ob er sich dazu verstehen
darf, solche Prämien darauf zu setzen, dafs immer mehr Leute sich
entschliefsen, loszuschlagen.
Ein Gesetz aber, welches das Eigenthumsrecht der jetzigen Be-
sitzer beschränkt, also deren Besitz theilweise entwerthet, hat doch
heute kaum Aussicht, in sämmtlichen Staaten des Reiches Annahme
zu finden, da es doch gewifs sein Bedenkliches hat , wenn die Ge-
setzgebung sich auf den Weg begeben wollte, das Eigenthum in
Frage zu stellen, indem sie zeigte, dafs sie jedes Eigenthumsreclit
beschränken könne, sobald sie Interesse daran findet.
Wir sehen also nichts anderes für zweckmäfsig an, als vor-
sichtig zu sein und jede solche Frage sorgfältig zu studieren und.
wenn eine Pression in dem Sinne ausgeübt werden soll, dafs irgend
jemanden seine Besitzung theuerer abgekauft werden solle, als er
sie sonst anbringen würde, einfach die Sache zu ignorieren.
Wir erinnern uns an einen Fall, wo vor einiger Zeit ein
ländlicher Besitzer drohte, eine ihm gehörige Ruine abzubrechen,
wo ebenfalls die schönsten Zeitungsartikel über diese Barbarei mit
der Aufforderung durch die Welt liefen , die gleichfalls theilweise
an das germanische Museum gerichtet waren, die Ruine zu kaufen,
um sie zu erhalten. Es sollte ein Aufruf erlassen und so die Mittel
beschafft werden u. s- w. Kluge'Leute erkannten jedoch, dafs der
Bauer kein Interesse daran haben könne, die Ruine abzutragen, da
er zu einem angeblich beabsichtigten Neubau die Steine billiger aus
einem benachbarten Bruche bekommen könne, als durch Abbruch der
Ruine, dafs er aber auch gar keinen Neubau nöthig habe, dafs also
lediglich eine Pression auf kunstsinnige und wohlhabende Leute
ausgeübt werden solle, die, wenn sie von Erfolg begleitet gewesen
wäre, sicher sofort ein Dutzend anderer Landleute veranlafst hätte,
mit dem Abbruch anderer ebenso interessanter Burg- und Kirchen-
ruinen zu drohen. Man unterliefs jeden Schritt ; trotz der schönen
Zeitungsartikel kaufte niemand die Ruine, und sie steht heute noch,
wol auch noch lange , da doch selten ein Bauer eigensinnig genug
ist, sich's Geld kosten zu lassen, blos um eine Barberei auszuüben,
die ihm keinen Nutzen bringt.
179
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
180
Wir haben vielleicht die Situation falsch aufgefafst, wenn wir
an den angeblichen ungarischen Grafen nicht glaubten, der 15000 m.
für die Zerstörung des Heilsbronner Portales ausgeben sollte, um
eine Schiffsladung voll Reibsand auf sein Gut zu bringen.
90) Marienburg, 24. Mai. lieber die Restaurationsarbeiten
in der St. Marienkirche und dem Hochschlosse berichtet die
„Nog.-Z.'', dafs die Dekorationsmalereien in der Kirche durch den
Kirchenmaler Haase aus Berlin mit zwei tüchtigen Gehilfen in An-
griff genommen sind. Zur Herstellung der Terracotten, Reliefs,
Konsolen für die Kirche und die goldene Pforte ist ein Modelleur
der Firma March & Sohne in Charlottenburg seit etwa 14 Tagen
hier beschäftigt. Der Historienmaler Weinmayer aus München,
welcher im vergangenen Jahre den schonen Christuskopf ülier dem
Hochaltar übermalte, wird Anfang nächsten Monats wieder hier er-
wartet, um die Heiligenbilder, welche die Wände der Kirche schmü-
cken, in alter Pracht wiederherzustellen. Die Kommission von
Sachverständigen für den Restaurationsbau des Hochschlosses trift't
gleichfalls Anfangs Juni zur Feststellung der Arbeiten für das
nächste Etatsjahr hier ein und wird auch über die Dekoration der
Kirche definitive Beschlüsse fassen. Der imposante Nordflügel des
Kreuzganges geht seiner Vollendung entgegen.
(Nordd. AUg. Ztg., Nr. 240.)
91) Wie man vor einiger Zeit aus Olmütz mittheilte, hat das
dortige Domkapitel den Beschlufs gefafst, die Metropolitankir-
che zum heiligen Wenzel, einen aus dem 14. Jahrh. datierenden
gothischen Bau, nach dem ursprünglichen Plan auszubauen. Als
erste Quote für diese Arbeiten hat das Domkapitel einen Betrag
von 400,000 fl. ausgeworfen. Auch der Kardinal Fürsterzbischof
Landgraf Friedrich von Fürstenberg hat seine Unterstützung
zugesagt und eine namhafte Subvention für den Dombau in Aus-
sicht gestellt. (Allg. Kuustchronik, VII. Bd., Nr. 20.)
92) Der aus dem Dome zu Goslar stammende sog. Kaiserstuhl
war seit Jahrzehnten in den Besitz des Prinzen Karl von Preufsen
gelangt, der testamentarisch verordnet hat, ihn nach seinem Tode
wieder nach Goslar und zwar fn das Kaiserhaus zu bringen. Die
Nordd. Allg. Ztg. schreibt nunmehr in Nr. 218 darüber: Goslar,
9 Mai. Der Kaiserstuhl ist, wie man dem „H. C." schreibt, gestern
Abend per Bahn hier angekommen und war auseinandergenommen
in zwei grofse Kisten gut verpackt. Heute Morgen ist derselbe
im hiesigen Kaiserhause aufgestellt worden, wo er bis zu seiner
definitiven Plazierung im grofsen Kaisersaale in der Vorhalle vor
demselben zur allgemeinen Besichtigung stehen bleibt. Der altehr-
würdige Stuhl ruht bekanntlich auf sandsteinernem Unterbau, dessen
Füfse aus vier grofsen Kugeln bestehen, Rücken- und Armlehnen,
sind aus Bronze. Der Stuhl ist 669 Kilogr. schwer. Eine Beschrei-
bung des Stuhles mit der prinzlichen Unterschrift und dem Siegel
soll bei demselben aufgehängt werden, während ein Duplikat der-
selben an dem bisherigen Standorte des Kaiserstuhls auf Schlofs
Glinike verblieben ist. Die Uebergabe des Stuliles an die hiesige
Stadt ist unter den üblichen Formalitäten durch Quittung etc.
erfolgt. (Nordd. AUgem. Ztg., Nr. 218).
93) In der Stadtkirche zu Wittenberg hat man einige Bilder
von Lukas Kranach vermauert gefunden. Darüber schreibt die
Nordd. Allg. Ztg. in Nr. 198: Wittenberg, 29. April. Von den
beiden in der Rückwand des stattlichen Altars unserer schonen
Stadt- und Pfarrkirche nach einer aus dem vorigen Jahrhundert
stammenden Nachricht vermutheten und auch wirklich mit den Bild-
flächen nach dem Altarinnern zu vermauert aufgefundenen Kra-
nachbildern ist das eine bereits freigelegt worden und erweist
sich, obwohl noch mit Mörteltheilen bedeckt, gut erhalten. Das
etwa 2 Meter hohe und 1 Meter breite Oelgemälde stellt die
Opferung Isaaks dar. Im Mittelgrunde erhebt sich ein Berg, auf
welchem Abraham in gläubigem Gehorsam das von Gott geforderte
Opfer bringen will. Auf dem statt dos Altars aufgeschichteten
Holzstofse kniet gebunden Isaak, den Kopf vor dem ttidtlichen
Streiche beugend, und Abraham holt, das Antlitz fest gen Himmel
gerichtet, mit dem grofsen Messer zum Todesstofse aus, wird aber
von einem Engel gehindert, sein geliebtes Kind zu tödten. Auf
dem Wege zum Berge harren die beiden Knaben mit dem Esel,
und am Eufse des Berges hat sich ein Widder mit seinen Hörnern
in einem Dornengebüsch verwickelt. In einem Seitenthale dehnt
sich eine morgenländische Stadt aus. Das Gemälde ist auch in den
Einzelheiten mit allem Fleifs ausgeführt, und die Farben haben sich
in auffallender Weise frisch erhalten. Die Vermauerung des Bildes
war übrigens zwei Steine stark sorgfältig ausgeführt und liefs von
dem Bilde etwa 15 Centimeter frei. Im Rahmen finden sich noch
Spuren von eisernen Bändern, aus welchen ersichtlich ist, dafs früher
das Bild, wie jedenfalls auch das andere Seitenbild des Altars, als
Seitenflügel in Angeln beweglich war. Ueber den Kunstwerth des
Gemäldes läfst sich ein sicheres Urtlieil noch nicht fällen, doch Ist
es gewifs hocherfreulich, dafs das Werk eines tüchtigen Meisters
aus seinem Versteck herzorgezogen worden ist. Mit der Freilegung
des zweiten Bildes ist bereits der Anfang gemacht. Beide Gemälde
sollen einer sorgfältigen Reinigung unterzogen werden. Räthselhaft
bleibt, warum man diese in den Altar eingemauert und so unsicht-
bar gemacht hat, da doch sonst die übrigen hier befindlichen
Schöpfungen unseres Meisters Lukas Kranach in hohen Ehren ge-
halten worden sind.
94) Im Feuilleton Nr. 53 des Pfalz. Kuriers macht Dr. Mehlis
auf ein zweites Madonnabild aus Kloster Limburg aufmerksam (ein
erstes, sehr schönes, lebensgrofses hölzernes Standbild der Madonna,
welches daher stammte und dem 13.— 14. Jahrhundert angehört,
wurde vor einigen Jahren, nachdem dessen künstlerische Bedeutung
und deshalb hoher materieller Werth ebenfalls durch Dr. Mehlis
in allen zugänglichen Zeitungen hervorgehoben war, auf einer Auk-
tion für die Kirche S. Maria a. d. Kapitol in Köln erstanden), wel-
ches dem 15. Jhdt. angehört, 77cm. hoch ist und, wie der Schlufs
des Artikels vermuthen läfst, jetzt jedenfalls verkäuflich ist.
95) Nürnberg. Auf dem Bauplatze des Herrn Maurermei-
sters Reichardt am Kirchenwege zu St. Johannis wurde nach dem
Nürnberger Anzeiger ein vollständiges Skelett gefunden, bei welchem
13 Stück Sill)ermünzen lagen, die aus dern^ Jahre 1623 stammen;
(nach anderer Mittheilung sind es Groschen von 1624 bis 1630, auch
befindet sich eine Reformationsjubiläumsmünze dabei).
96) Eine grofse Aufregung, berichten die ,, Times", entstand
während der Versteigerung der alten Kupferstiche und Radie-
rungen des Doktor Guffith in London, als das fast einzige Exemplar
erster Qualität vom Rembrandt'schen Porträt des Dr. Arnoldus
Tholinx, auch „der Advokat ToUing" oder „Petrus Van- Toi" ge-
nannt, an die Reihe kam. Von diesem Blatte, schreibt der Londoner
Berichterstatter der „Frankf Ztg.", existieren überhaupt nur fünf
Abzüge, von denen drei sich in öffentlichen Museen befinden. Die
vorausgehenden Kupfer wurden zu 33 Pfd. St. versteigert ; als aber
„The Tholinx' erschien, schlug der Versteigerer der Versammlung
181
Anzeiger für Kunde clor deutschen Vorzeit.
182
sofort vor, mit dem Gebot von 500 Pfund zu beginnen. Die Herren
Colnaghie giengen auf den Vorschlag ein, und nun begann zwischen
ihnen und dem Kunsthändler Clement aus Paris ein Wetteifern bis
auf 800 Pfd. St. ; dann zogen sich die ersteren zurück, und an ihre
Stelle trat Herr Noseda, der den Franzosen Schritt für Schritt
hinaufsteigerte; und als er ein Angebot von 1100 Pfd. St. gemacht,
gab sich die Aufregung im Saale durch wiederholtes Beifallsrufen
kund. Zuletzt zog sich auch Noseda zurück. Allein zur grofsen
Freude aller Anwesenden wurde der Kampf vom alten Kunstsamm-
ler Herrn Addington aufgenommen, der unter dem allgemeinen Bei-
falle 1200 Pfd. St. bot und sofort bis zu 1500 Pfd. gieng. Aber
auch jetzt noch wurde er vom Franzosen überboten, der denn auch
den Schatz um 1510 Pfd. Sterl. davontrug, was 230 Pfd. mehr
ist als überhaupt je für einen Ivupferstich bezahlt worden. Der
Franzose Clement hatte übrigens im Auftrage des berühmten Samm-
lers Herrn Dubuit aus Reuen gehandelt, welcher das beste Werk
über alte Kupferstiche und Radierungen verfafst hat. Derselbe
Kunstkenner besitzt auch einen Kupferstich, für welchen er vor
einigen Jahren den damals höchsten Preis von 1180 Pfd. St. bezahlt
hatte. Es war der erste Stich des „Hundertguldenblattes''. Für
das einzige zweite Exemplar derselben Radierung bezahlte man jetzt
305 Pfd., für eine Landschaft mit einem Thurme „von Rembrandf
808 Pfd. und für dessen „Bürgermeister Six" 505 Pfd. — was lauter
höchst aufserordentliche Preise sind.
(Korrespondent v. u. f. Deutschi., Nr. 246.)
97) Die berühmte historische Kunst- und Geräthe-
sammluug auf Schlofs Altmeersburg am Bodensee,
■welche der verstorbene bayer. Kämmerer Carl Edler Mayer v. Mayer-
fels daselbst während seiner Lebzeiten gesammelt, wird am 16. Au-
gust und die, folgenden Tage in dem genannten Schlosse zur Ver-
steigerung kommen. Die Sammlung besteht aus einer gi-ofsen An-
zahl Rüstungen, Schwerter, Hellebarten, sowie überhaupt Waffen
zu Schutz und Trutz, Krüge, Gläser, kirchlicher und profaner Gefäfse,
Gold- und Silbergegeustände, Möbel, Gemälde, Glasmalereien, einer
Sammlung alter seltener Siegelstöcke etc. ; ferner eine grofse Biblio-
thek, in welcher sich seltene kostbare Werke, besonders Heraldica,
befinden. (Südd. Presse, Nr. 110.)
98} Berlin, im April 1883. Die jährliche Plenarversammlung
der Centraldirection der Monumenta Gennaniae hat in den Tagen
vom 31. März bis 2. April hier stattgefunden.
Vollendet sind im Lauf des letzten Jahres
von der Abtheilung Scriptores :
1) Tomus XXVI der grofsen Ausgabe in Folio ;
2) Deutsche Chroniken, Bd. IV, Abth. 1 in 4.;
3) Waltrami, ut videtur, liber de Imitate ecclesiae conservanda.
Recognovit W. Seh wenkenbecher. in 8.;
4) Annales Bertiniani. Denuo recensuit G. Waitz. in 8.;
von der Abiheilung Leges :
5) Sectio V. Formulae Merowingici et Karolini aevi. Edidit K .
Zeumer. Pars prior, in 4.;
von der Abtheilung Epistplae :
6) Epistolae saeculi XIII. e regestis pontificum Romanorum se-
lectae per G. H. Pertz. Edidit C. Rodenberg. Tomus I. in 4.;
von dem Neuen Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche
Geschichtskunde :
7) Band VIII in 3 Heften.
Viel bedeutender ist die Zahl der Bände, welche sich im Druck
befinden und, zum Theil nur zufallig, nicht zum völligen Abschlufs
gekommen sind.
Das gilt namentlich in der Ahtheilung Antiquitates unter Lei-
tung des Prof. Mommsen von den Bearbeitungen des Avitus von
Dr. P e i p e r in Breslau, des Ausonius von Prof. S c h e n k 1 in Wien,
des Symmachus von Prof. Seeck in Greifswald, die der, Vollendung
nahe sind. Begonnen hat der Druck des Sidonius von Dr. Lüt-
johann in Kiel und des Ennodius von Dr. Vogel in Regensburg.
Jenem werden die Briefe des Ruricius beigefügt.
Die Abtheilung Scriptores, die unter der Leitung des Vor-
sitzenden der Centraldirection steht, hat in der Reihe der Ge-
schichtschreiber der Staufischen und nächstfolgenden Zeit bis zum
Ende des 13. Jahrhunderts den 26. Band vollendet, der alles ent-
hält, was französische Autoren für diese Periode darbieten. Die
Ausgaben des Guillelmus de Nangis von Dr. Brosien, des Philipp
Mousket von Prof. Tob 1er und mehrerer kleinerer Stücke von Dr.
Holder- Egg er wurden in diesem Jahr gedruckt; das ausführliche
Register lieferte mit dem letzteren zusammen Dr. Francke, der
als ständiger Mitarbeiter eingetreten ist. Hieran wird sich dem-
nächst Band 27 mit Auszügen aus den englischen Historikern der
Zeit anschliefsen, mit deren Bearbeitung noch Prof. Pauli in (iöt-
tingen beschäftigt war, als ihn ein früher Tod ganz unerwartet der
Wissenschaft entrifs. Dr. Lieber mann in Berlin ist jetzt bereit-
willigst in die Lücke eingetreten und hat die Sache so weit geführt,
dafs der Druck sofort beginnen kann. Inzwischen war der Druck
des Tomus 14 fortgesetzt, der weitere Nachträge zu den ersten 12
Bänden bringt: aulser mehreren kleineren Werken fanden Aufnahme
der neuerdings bekannt gewordene spätere Theil der Gesta epi-
scoporum Cameracensium aus der jetzt in Paris befindlichen Hand-
schrift und die Tournaier Geschichtsbücher, diese zum ersten Mal
kritisch bearbeitet aus den Handschriften in Cheltenham, Tournai
und Brüssel, an die sich die Gesta episcoporum Magdebtirgensium
anschliefsen, herausgegeben von Prof. Schum in Halle, der eine
unerwartet grofse Zahl von, wenn auch meist neueren, Handschriften
zusammengebracht hat : eine im hiesigen Hausarchiv verglich Dr.
Holder -Egger, der in ihr das Original der einen Fortsetzung
aus dem 14. Jahrhundert erkannt hat ; eine andere von Wertli ibt
in der Bibliothek des Fürsten Metternich zu Königswart zu Tage
gekommen, ganz zuletzt noch eine in Bremen aufgetaucht. Band 15
wird die bisher übergangenen Vitae der karolingischen, sächsischen
und fränkischen Zeit bringen ; benutzt sind dafür neuerdings Hand-
schriften aus München, Wien und Maihingen. — Der Druck der
merovingischen Scriptores ist, wenn auch langsam, fortgesetzt; die*
Historia Gregors, herausgegeben von Prof. Arndt in Leipzig, bis
zum Anfang des 7. Buchs gelangt. Auch die Bearbeitung der Mira-
cula von Dr. Krusch nähert sich ihrem Abschlufs. Mit einer
einzelnen Schrift Gregors, den Acta S. Andreae, hat sich in Frank-
reich A. Bonnet näher beschäftigt und die Ausgabe in den Mo-
numenta übernommen. Er sowohl wie Dr. Krusch beabsichtigen
auch über die Grammatik und Rechtschreibung Gregors eingehender
zu handeln. — Die Arbeiten für die Edition des Liber pontificalis
hat der Leiter der Abtheilung gefördert. An die späteren Papst-
geschichten, deren Bearbeitung in den Händen des geh. Raths von
Giesebrecht in München liegt, werden sich die Schriften von
päpstlicher und kaiserlicher Seite aus der Zeit des Investiturstreits
anschliefsen. Eine derselben, das Buch des Waltram (oder Walram)
De Imitate ecclesiae conservanda ist in der Bearbeitung des Dr.
183
Anzeiger für Kuude der deutschen Vorzeit.
184
Schw enkenbecher vorläufig in einer Octavausgabe erscliienen.
Die Edition von Humberts über adversus Simoniacos hat Prof.
Thaner in Innsbruck vollendet; mit den Schriften aus der Zeit
Heinrichs V. ist Dr. Bernheim in Göttingen beschäftigt. Aufser-
dem hat Dr. K. Francke seine Thätigkeit hauptsächlich diesem
Gebiete zugewandt. — Eine neue Ausgabe der Annales Bertiniani
besorgte der Leiter der Abtheilung. — Eine besondere Reihe bil-
den die deutschen Chroniken, von denen die erste Hälfte des vierten
Bandes die Limburger Chronik enthält, auf Grund eines reichen
handschriftlichen Materials in wesentlich verbesserter Gestalt heraus-
gegeben vom Archivar Wyfs in Darmstadt, der den Schreiber Tile-
mann Elhen von Wolfhagen als Verfasser ermittelt und zur Fest-
stellung seiner Sprache eine bedeutende Anzahl von ihm geschrie-
bener Urkunden aus den Archiven zu Wiesbaden und Limburg
nebst einem ausführlichen Glossar beigefügt hat. Demnächst wird
der Druck der Kaiserchronik, bearbeitet von Dr. Schröder in
Göttiugen, beginnen.
In der Abtheilung Leges erschien die erste Hälfte der For-
melsammlungen merovingischer und karolingischer Zeit, bearbeitet
von Dr. Zeumer, und gleichzeitig die Ausgabe der Pariser Hand-
schrift der früher sogenannten Carpentierschen Formeln in Tironi-
schen Xoten in phototypischer Nachbildung mit Erklärung von
Director Schmitz in Köln, die auch für ein wichtiges Capitidare
Ludwigs d. Fr. in Betracht kommt. Dr. Zeumer hat inzwischen
die alamannischen Formeln mit Hülfe der Handschriften in München
und Sangallen bearbeitet und ihnen bereits eine eingehende kritische
Abhandlung im 3. Heft des 8. Bandes des N. Archivs gewidmet.
Begonnen und ziemlich weit vorgeschritten ist der Druck bei der
Ausgabe der Lex Bibnaria von Prof. Sohm in Strafsburg, die,
verbunden mit der kleinen Lex Chamavorum, sich als zweites Heft
an den 5. Band der Leges in der Folioausgabe anschliefst, für
welchen aufserdem eine neue Ausgabe der Lex Bomana U.tinensis
in Aussicht genommen ist, während die Lex Wüigothortim später
die Sectio I der Quartausgabe eröffnen wird. — Auch der Druck
der neuen Ausgabe der Capitularien von Prof. Boretius in Halle
ist in gutem Fortgang. Für die fränkischen Concilien, welche
Hofrath Prof. Maafsen in Wien übernommen, hat sich eine wich-
tige Handschrift in der Hamilton-Sammlung gefunden, die für Berlin
erworben ist. — Prof. Weiland und Frensdorff, beide in
Göttingen, setzen die Arbeiten für die neue Ausgabe der Reichs-
gesetze und die Sammlung der älteren Stadtrechte fort.
Der Leiter der Abtheilung Diplomata, Hofrath Prof. S i c k e 1 ,
vollendete eine eingehende Untersuchung über die wichtige Urkunde
Ottos L für Papst Johann XH., die neuerdings veröffentlicht ist und
auch dem älteren Privilegium Ludwigs' d. Fr. eine sorgfältige kriti-
sche Prüfung widmet, aufserdem mannigfache Beiträge zur PalUo-
graphie und Diplomatik des 10. Jahrhunderts enthält. Demnächst
ist der Druck des 3. Hefts der Diplomata wieder aufgenommen, der
die Urkunden Ottos L zu Ende führen wird.
Die Abtheilimg Epistolae unter Prof. Watte ribach 's Leitung
lieferte den ersten Band der päpstlichen Briefe, wie sie vor langen
Jahren schon Pertz aus den Regesten im Vaticanischen Archiv
abschreiben konnte, geordnet, ergänzt und, soweit es nüthig schien,
erläutert von Dr. Rodenberg. Der umfangreiche Band (über 90
Bogen) betrifft die Zeit Honorius' HL und Gregors IX. ; der nächste
wird sich vornehmlich mit Innocenz IV. beschäftigen. Inzwischen
hat auch der Druck des Begistrum Gregors d. Gr. einige Fortschritte
gemacht und wird im nächsten Jahr rascher gefördert werden
können.
Von der grofsen Sammlung der Poetae Latini aevi CaroUni,
mit welcher der Leiter der Abtheilung Antiquitatcs, Prof. Dümmler,
sich fortwährend beschäftigt hat, ist ein erheblicher Theil des zwei-
ten Bandes gedruckt und die Vollendung im Lauf des Jahres zu
erwarten. Daneben beginnt der Druck der Verbrüderungsbücher
von Sangallen, Pfävers und Reichenau, herausgegeben von Dr. Piper.
Auch Archivar Bau mann in Donaueschingen hofft im Lauf des
Jahres mit der Sammlung der alamannischen Nekrologien zum Ab-
schlufs zu gelangen.
Dringende Bitte. Sollten aufser den nachstehend verzeichneten noch weitere Wappen-Siegel (oder ähnliche Bild-
Siegel, aber keine Porträt-Siegel) vor dem Jahre 1200 bekannt sein, so bitte ich, im Interesse unserer deutschen Siegelkunde,
um gütige Bezeichnung derselben.
Kupferzeil, März 1883. Dr. Fst. Hohenlohe.
Verzeichuiss
1157. Herzog Berthold IV. von Zäringen.
1159. Graf Arnold von Lenzburg.
1163. Graf Rudolf von Ramsberg ').
1165. Graf Emich von Leiningen.
1167. Graf Chuno von Lenzburg.
1177. Graf Berthold von Lechsgemünd.
1180. Heinrich von Liebenstein.
1185. Graf Ludwig von Saar werde.
vou Wappen -Siegeln aus dem 12.
1185. Eberhard von Elierstein.
1186. Otto von Lohdeburg').
1187. Graf Albert von Klettenberg.
1190. Graf Moritz von Oldenburg.
1190. Herzog Adelbert von Teck.
1191. Herzog Heinrich der Löwe von Bayern
und Sachsen.
1197. Herzog Mattheus von Lothringen.
.Jiihrliundert :
1197. Marschall Herrand von Wildon.
1198. Graf Walram von Lurenburg.
1199. Graf Boppo von Wertheim.
1199. Castelan Egidius von Cons ').
1174 ff. Graf Hartmann von Dillingen.
1179 ft". Graf Ludwig von Oettingen.
11 . . Graf Friedrich von Leiningen.
11 . . Graf Poppe von Henneberg.
1) Ob Wappen- oder Siegelbild ? 2) Wol Siegelbild.
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essen wein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei V. E. Sebald in Nürnberg.
Nürnberg;. Das Abonnement des Blat-
tes, welclioa alle IMoniite eischemt, wird
ganzjährig angenommen und beträgt nach
der neuesten Postconvention bei allen Post-
ämtern und Buchhandlungen Veutschlands
incl. Oeaterreicha 3 fl. 36 kr. im 2-lfl.-Fu93
oder 6 M.
Für Frankreich abonniert man in
Paris bei der deutscheu Buchhandlung von
F. Klincksieck, Nr. 11 rue de Lille ; fUr
ARIZEIttER
FÜR RUHE DER
Neue Folge.
England bei Williams 4 Nor^
rietta- Street Covent -Garden
für Nord-Amerika bei den Postä^
men und Hamburg.
Alle für das german. Museui! _^^
stimmten Sendungen auf dem Wege de^
Buchhandels werden durch den Commis-
aionär der literar.-artiet. Anstalt des Mu-
seums, F. A. BrockhauBin Leipzig, be-
fördert.
^1
Dreissigster Jahrgang
1883.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
M 7.
Jiili.
Wissenschaftliche Mittheilmigeii.
Ein Brief des Gabriel Holzschiiher aus Indien vom
Januar 1580.
(Schlufs.)
Dis laudt (au) jm selbst ist schlecht, hatt allein
ann (von) Koi-d, Reys, vnd flaiseh gar vill, aber kein
wein , noch paumol , auch vber S oder 6 sortten frücht-
ten nit, den wein, (auch) oll (Oehl), (auch) holendische
kes, bringt man aus portugal, das Landt ist soramer
vnd wiuder in einer bubstautz (Subsianz) von (wirni,
Wärme) durchs gantz jar, macht kein differeutz von
einer zeitt gegen der andern, jm winder so liais als su-
mers zeitt, allain den gautzen winder durchaus Regnets
stehts so sumers Zej^t gar nit gesiebt (geschieht) ; die tag
sein durchs gantz jar von 12 stunden, werden nit Lenger
noch Kurtzer, bleyben die bäum vnd gras, durchs gantz jar
stets grün, wir habeu alhie feygeu einer span lang, die
hatt man durchs gantz jar frisch von Bäumen alle tag,
ist die fürneuiste frucht, vund Mainst mantrimento (meiste
Nahruni)) so woU für reiche als arme leutt, hatt sonnst
ein andere frucht, dauon das volck lebtt vnd (sich) ent-
hellt [erhält), seind schöne hohe päumen, die Nennt man
palmeras, tragen ein frucht, so gro|3 auch der gestallt als
Millaun (u'ie Melonen), die ist jnwendig vol wasser, aus
solcher frucht macht man ding, der es nit waj-^ oder
sieht, kans nit glaubeu. Magst mirs aber gentzlieh glau-
ben, dan (ich) gar gutten bericht dauon hab. Erstlich
macht man weinu, der ist gutt zu triucken, mer oll ist
zu essen auch zu brennen, auch essig vnd wasser zu
triucken, mer (ferner) zucker, auch Millieh, vnd Karten
(Gardon) vnd sonderlich pappir darauf mann schreibt,
mer eteres (esfera, Stroh- oder Bastmatte) so man an die
erden legtt, in die kamern braucht, auch macht mau al-
lerley hültzene geschier sehüssel, vnd vill ander ding,
mecht einer gedeucken, wie mügiich so mancberley dings,
vnd alle contrario eins gegen dem andern, Mer macht
mau aus solchem bäum ein gantz schiffart als nemlich
das sehieff, segel vnd segelthuch, Negel, sayl vnd strick
auch werck oder Stopa {Werg), hültzene Ziegel, die heus-
ser zu bedecken, also das kein anderer zeug ausserhalb
solcher paum dar zu kumpt, auch füren solche sehieff,
Die prouiant dareinn geladenn, zu esseu vnd triucken,
von einem ortt zum andern zuuerkauffen, alles von sol-
chem zeug, dermassen das gantze sehieff, auch die warn .
so darinn geladenn, auch speys vnud Trannck, dauon sye
sich im schiff ernern. als (alles) vonn solchem bäum
komet. Solche schiff vnd zeug, hab ich schon bis her selbs
gesehen, ist ein seltzam ding, hab nit wollen vnderlassen,
dirs vnd andern {diese und andere) seltzamkeytt anzu-
zaigen, so alhie sein, Konfftig jar mitt gottes hilf, will
ich dir mer particularidades von hieigeu gebrauch, vnd
seltzamkeydenn schreiben, jch bin in solchem Noch selbst
Neu, vnangesehen {ich) schon bey 3 Monaten jn diesenn
Landen, wie denn siehe ich alle tag Neue gebrauch, da-
uon ein groß buch zu schreybeu, will trachten vill selt-
zam tling zusamen bringen, mit der zeit vber S jähr mit
187
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
188
mir hinaus fürn, wan ich auff meyn jtzigen fürnemen-
hleyb, wills gott an meinem hinaufziehen will ich ein
andern weg Nemlich per tera au dio handt nemeu von
hinnen per Mer gen Ormuß ') auff arabia (Persia) von
dar hatts gutte gelegenhayt durch das Süffilandt [Russ-
huid f) von dar durch Turckia, wie ich von denen (den-
jennigen) versthee so aus jtalia herein vnd hinaus ziehen,
solchen weg brauchen, hats gar gutt gelegenhayt {dar)
vnib man solche starcks (stras) vill braucht, von Ormus
nach Italia, find man leutt, jn ormus, die einen versihern
I^emen 3. jm (bis) 400 dt (Dukaten) gebenn Purgschafft
vmb iO m. (nulle duc.) zu zaln, da sye einen nit sicher
ilurch bringen, soll ein gemaiu ding sein, will mich zu-
uor von allem wol jmforrairn, hab zeyt genug darzu, auff
solchen weg, hats von hinnen per Italia oder terußlant
{Deutschland ?') vber 2000 meyl nit, die kan man jn 6 mo-
naten verrichten, vnnd das gelobtt Landt als Jerusalem
vnnd alle andere der gleichen ortt durchaus auch sehen.
Darzu ich dau grossen lust hab, vnd mer ann solchen gut-
ten Landt zusehen, als nit auff dem meer, vmb auch nit alle
stundt in gefar zu stau, das schiff vnnd (noch) leutt, gar
vnder gehe, ich solt dir sonnst von vill andern seltzam-
keytten schreyben, so itzt nit sein kan. Bis konfftig Jar,
will ich dir abcontrafoetung schicken was gestaltt hie zu
Landt ydermann gekleydt geetht, alles blos vnd Nack-
hentt, Man vnd (auch) weyb, so woll der Konig vnd Ede-
leutt {als) der gemaiu Man bedecken allain die schäm,
die portugesser gien (gehen) bedecktt, aber gar leicht,
alles von Leinbatt oder seyden, kein wüllen thuch kann
man der grossen hitz halben Leyden etc.
Es hatt Mancherlay glauben oder Ceremonias hie zu
Landt vnder dem volck, jedoch von den judianern Be-
khern sich jrer vill, ye lenger je mer so zu Christen
weren (werden), andere bleyben hayden was aber von
Morn vnd Juden, die bleybenn auff jrem glauben, hat
ilerhalben allerley Sectas hie Laudts, wie woll in den
steten vnd fleckenn, so die portugesser jnnen haben,
sein die hayden oder Indianner der merer tayl bekhert
zw Cristen, gien jn vnsser kirchenn, kann noch nit vn-
derlassen, dir von einem andern hiegön gebrauch zu
schreiben, Nemlich das die hieigen Konig allezeyt ein
ycdlicher 30. 40. ja 100 weyber hatt, vnd so vill jm der
(deren) gefaln, wan er stirbt, oder jm krieg vmbkompt,
müssenn syeh solche seine weyber alle lebendig selbs jn
einem feuer verbrennenn, Item an villen ortten ausser-
halb hie hatts vnder dem gemainen haidnischem volck,
gebrauch. Da nun ein geringner (gemainer) verheureter
(-ratter) man stirbt, mus sich sein weyb lebendig verbren-
nen, wo nit ist sie verspott, vnnd veracht. Auch ist noch
ein anderer gebrauch. Da ein Für meine (fürnehme, vor-
nehme) Jun ckfraw vonn adel, oder guttem gesiecht ver-
31 Die in den persischen Meerbusen führende Strasse von Ormus.
hayrett, tracht jr freu(n)tschafft, das der Konig die
erste nacht bey jr schlaff, dem gibtt man vill gelds dai'-
zw, sonnst anderer gestalt, kan sye nit heiratten, solcher
Sachen hat es noch vil.mer, Konfftig jar will ich dir
mit gottes hilflf, was seltzams zu einer gedechnus schi-
ckenn so mit gelegenhayt vber kommen will, die zeit
ghet mir jtzt zu baldt hinweck vnd in meiner pfeffer
handlung zu schaffen, das ich dir mer particular nit kan
sehreiben, vnd will also hiemitt abbrechen,- Mein bitt
wollest von Meinetwegen hern schlUsselfelder (meine
dienst anzeigen daneben jr w. (Weisheit) die wienig
Substantz von dissen Prief vermelden) sampt andern
guitten hern vnd freinden vermelten bis mir gott der herr
wiederumb zu euch verhülfft, als dann wollen wir von
seltzamen dingen reden frülich vnd lustig sein, so ver
(sofern) vns gott der her die gnadt vnd leben bis dahin
verleucht
D. D. S. allezeyt
Gabriel holschuger.
auch*) wollest mein grueß an zaigen deiner lieben
hausfrawen, deiner Frau Schwieger, deinen geschweyen,
auch Schwägern wilwoldt (Wilibald) haller, ^) den wolle
von meinet wegen alle gutte bekanthe geseln, meine
dienst anzaigen, vnd da es sich begibt, von meinetwegen,
ein hoch glas voll wein lassen herumb gehn, dau woll weiß,
jmer vil meiner ingedenck werden sein. Vettern Haus-
sen*) vnd Allexander Stockhamer') Friderich**) vnd Se-
boldt') 'Sawerman, Schwager Pauragartner^") vnd aln
(allen) herrn. Sonderlichen veitt") und Jeronimus'-) holtz-
schuchern, vnd jederman so meiner jn bestem jn gedenkh
sein wirdt, gelieb (beliebe) meine dienst anzuzaigen —
Auch Sonderlich "meinen geschwestergitten wolst mein
grus anzaigen, khunftig jaren, will jch jnnen auch ein
hieig New jaar schiekhen, den gelieb dir zw gelegenhait
auch ein wennig von dissen brief mit zu theilen, den
jnnen für dißmal nit schreib, (dar)vmh (da/s ich) nit
an der zeit hab etc.
hieint liegendt gelieb dir den hern tuchern zw ant-
wortten {übergebe^i) , vnd dir hiemit zu than, lieb vnd
dienst schaff vnd gebiett, die gnadt gottes sey (mit) vns
allen etc. Will mit der Zeit, gern vernemen, wie es mit
mein bruder Christoff") seins gesiebt halb beschaffen etc.
4) Von hier an hat Gabriel Holzschuher den Brief eigenhändig
geschrieben.
5) Wol der Stifter der Wilibald Haller'schen Linie, geb. 1550,
t 1580. — 6) Geb. 1530. — 7) 1532—1610. — 8) Wol Fried-
rich IL, geb. 1521, i (?) — 9) Wol Sebald IL, geb. 1518.
10) Balthasar Paumgartner, Pfleger zu Altdorf, mit dem die
Schwester Gabriels, Barbara, in zweiter Ehe verheiratet war.
11) Pfleger der Holzschuherischen Stiftung, geb. 1515, t '580.
12) Amtmann des Umgeldes, f 1598.
13) Christoph Holzschuher, geb. 1518, ledig t 1593.
189
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
190
Nach Beschlufs vorstehenden, sein mir ettliche klaine
diemants stein zu banden khomen, dauon hiemit, sein noch
rauch vnd vugeschuitten, gleich wie sie aus dem ertreich
khommen, da sy waxen, Solche weil dir gern aufs best
a Costi (nach dort, d. i. nach Nimibcrd) verkhauffen an
ander Ortt als Venedig, Antorff laudtstal {Lundsiuhl in
der Pfalz ?) oder Prag, vnd der gleichen ortt würden
sy mer geltten, aber vmb so wenniger will, auch vmb nit
mehr Risico zw bestan, jstz beest a Costi verkhauft wer-
den, Gosten mich alhie 51 ducatten, waß du darauß er-
lost. Solch gelt gelieb dir meinem bruder ChristofT,'')
vnd Schwester geugerin^*) zu stellen das sie vnder jnuen
allen mein geschwestergitten, zw einem Newen jarr auß
thaillen, den gutten willen annemmen , will ju (ihnen)
mit der Zeit waß Pessers schickhen, Sonderlich das sy
der Gosmo gengerin'*) darmit nit vergessen.
Mehr ghet damit noch ein diemandt stainlein, jnn
pappier eingewickhelt, mit Spitzen, so auch wngeschlifen
vnd also gewachssen gar an kain radt khomen, ist von
schonnen hellen glantz, Soleher stain so noch nit ge-
schnitten, oder an khain radt zw schleifen khomen, Soll
die tugent haben, da er also rauch jn goldt eingefast
wirdt, zw wissen (nämlich), das ein Spitz dauon, vnden
durch auff den finger, solchen ploß anrür, oben vnd vnden
frey, allein neben rumb mit golt, jn ein ring eingefast
sey, Soll guett sein, für ein fraw die schwanger ghet,
die solchen ring an fmger tregt, Soll nitt vbel geberen
vor der Zeit, wan sy schreckhen empfächt, wie oft man-
cher geschieht, man helt alhie vill darauf, (da/s es) ein
gewisse Kunst sein, vnd dafür helffen soll.
gemelter stain jst von ghar guter art, auch so schon
als wan er geschlieffen , oder geschnitten wehre, erleidt
sich woll solcher gestalt vngeschlieffen anzwtragen, hab
den vnder 200 stuckhen auß klaubt, jst von den pesten.
Ob solch present woll ring (gering), vnd billich ein
vil pessers sein sollt, aber allain wegen der tugent,
schickh ich dir solchen für dein liebe hausfraw, den wolst
jr vb erantworten, vnd wolst sampt jr den guten willen
von meiner wegen annemmen, biß auf ein ander mall, will
ich dir was bessers verehren, damit jch gegen dir ver-
schul dt, die ehr vnd freundtschafft , mir yeder Zeit ge-
wissen hast, verhoff auch z\v gott, wann ich vber füuff
jare nach Gostj khumb, die gegen dir vnd den deinigen
verdienen vnd verschulden, beiligendts Paquett gelieb
dir herrn tuchern zw antwortten
gemelter dein, D: W: Schw.
gabriel Holtzschucher mpr.
Nürnberg. Hans Bosch.
14) Magdalena Holzscliuher, geb. 1527, Gemahlin des Hans
Cofsmanü (Cosmo) Gienger, t zu Breslau 1595.
Nachru'litcii über Ualthasar llackfr aus >urnberg.
Neben einem Paul Buchner verdient unter den her-
vorragenderen Schülern Leonhard Danner's ') in Nürnberg
auch einmal der Schraubennlacher Balthasar Hacker ge-
nannt zu werden. Bereits lö7S war Hacker aus Danners
«Diensten« getreten und hatte zu Nürnberg sein «eigen
thun.« Damals arbeitete er für den »polnschen herrn«
und für den Herzog von »Soffoy« , erhielt bald einen
Ruf an den kursächsischen Hof und forderte, da er sich
mit Rücksicht auf Danners hohes Alter^) von Nürnberg
nicht gern wegwenden wollte , den hohen Jahresgehalt
von 200 Thalern. ") Am 22. Januar 1576 brach Hacker
in Nürnberg auf und kam acht Tage später in Dresden
an. Wie Paul Buchner*) nach der noch vorhandenen
Bestallung aus dem Jahre 1558 sonderlich das kurfürst-
liche Drehe- und andere Zeug mit treuem Fleifs bewahren
sollte, so wird auch Hacker seinem fürstlichen Herrn
vornehmlich an der Dreliljank zur Seite gestanden haben. —
Nach einigen Jahren sehen wir Hacker auf Reisen. Von
Nürnberg aus schreibt er (am 1. August 1578) an den Kur-
fürsten von »einem Werk, das er machen lasse« um Geld.
Einige Wochen später meldet er, dafs er Nachts zwischen
Morengo und Martinengo auf der Strafse beraubt worden
sei. ^)
Von Hackers Arbeiten werden erwähnt:
1) eine Kugelkunst, so er 1588 in die Kunstkammer
geliefert hat, im Preise von 100 Thalern. ^)
2) ein künstlicher Kasten wie ein Schreibtisch, für
den Kurfürsten 1588 gefertigt.
3) ein Stuhl für den Kurfürsten, über welchen uns
folgende Beschreibung — der Stuhl selbst dürfte unter-
gegangen sein — vorliegt: ')
»Dis ist ein stuel, den mann inn einem fürstlichen
Zimmer, über landt, im felde, inn kriegsleufften, und
sonsten zu allerley notwendigkeitt gebrauchenn kann, ist
gemacht mit einem sammeten pfüel unud sammeten küssen,
auch mit einem tischlein mit sammet ul^erzogen, sampt
einem pultbrett unnd schubeladen, darinnenn einn schacht-
1) In den Mitth. des k. Sachs. Alterth. Ver. Heft 29, S. lU.
wo Danner (= Tanner; er hat eine Tanne auf seinem Petschaft)
fälschlich Leopold getauft wird, ist einer seiner berühmtesten Ar-
beiten gedacht. Dieselbe ist keine Drahtzieh-, sondern eine Drech-
selbank und wohl mit der unter 2 zu erwähnenden identisch.
2) Koch unterm 16. Mai 1584 schickt er an den Kurfürsten
August eine künstliche „Poltzbank" und fünf Schreibtischchen.
(K. S. Hauptstaatsarchiv Loc. 8524. B. VI, Bl. 201 1^ iu Verb, mit
Cop. 492, Bl. 76 » "■"■)
3) Ebenda: Ergangene Schriften etc. Loc. 4519, Bl. 405.
4) Er selbst schrieb seinen Namen bald Buchner, bald Puchuer.
5) Ebenda: Loc. 8523, B. III, Bl. 96. 129.
6) Ebenda: Cop. 551, Bl. 242'^-
7) Ebenda: Mathematica etc. Loc. 9762, Bl. 105 fg.
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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
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Spielbrett unud iuu den armgelendern, darauff die arme
liegen, seindt instrument, darauffdas tischlein leitt {liegt).
Unnd wann man das tisehlein nicht brauchet, legt mans
mit gewinden zusammenn , das es dem stul nichts be-
uimbt, vnd wann ein herr oder potentat im stuel sitzet,
halt er einen fufstritt, darauf die füsse ruhen, vnnd mann
kann die füsse weit vonn sich, oder nahe zu sich ziehen,
und in gleicher höhe verbleiben. Mann kann auch in
dem rückgelender das anlehnen so weitt vonn sich lassen,
so weit man will, unnd solches aufT eine sonderliche artt
unnd weise, so bishero nicht im brauch gewesen, unnd
mitt grosser mühe zu wege bracht wordenn, unnd wann
ein herr oder potentat ruhen vnd schhiffenn will, kann
mann das rückgelender niederlassen unnd den fufstritt
über sich ziehen, so wirt es ein bette, darzu braucht
mann das sammele küssen, welches mit golt und seidenn
gestickt, das mann im liegen unters haupt gebrauchett.
Der stuel ist auch unden mit rollen gemacht, das mann
darauff einen fürsten unnd herrn im sitzen oder liegen
fortführen kann. So seindt auch darbey zeheun kleine
kestlein mit leibfarben chartecken gefuttert , darinnen
kann mann allerley wUrtz unnd recept halten, unnd im
fall der nott wie eine kleine apoteck gebrauchen, unter den-
selben kestlein seindt schubledelein, darinnen kann manu
Schreiberei unnd andere notwendige Sachen halten, welches
ich umb geliebter kürtze willen nicht alles erzehlen
iiiagk, unnd ^weiffelt mir nicht, hüchstgedachter mein
gnedigster herr werde hieran ein gnedigst gefallen haben,
wann ihr churf. Gn. alles selbst inn augenschein nehmen,
unud besichtigen werden. Es ist auch im stuel ein loch
gemacht, das mann kan im sitzen oder liegen ohne alle
verenderung seine nottwendigkeit verbringen, darzu ein
instrument verordenet, das mann unter den stuel setzett,
auch hoch unnd nieder ziehen unnd zumachen kann,
unnd ist so gemacht, das inn einem zimmer ohne alle
mittel stehen kan, darzu auch geordeuet ein artt wie
ein trucken herdt, das mann kann inn einer purgirung
Ihücher wermen, unnd oben auch ein krüglein zum reu-
i-hern vnnd wohlriechenden wasser w^ermen, unnd unter
den gemelten Instrumenten stehett ein instrument, das
kann man zusammenlegen, im füren, darinnen stehet, das
unter den stuel gehöret, und mögen die stück, wie vor-
gemelt stets in einem zimmer stehn, dann man wirt ver-
meinen, es sey zur zier dohin gestellet. Es ist auch ein
sammetes dünnes pulsterleinn darzu verordnet, das man,
im fall das loch im stuel nicht zugemacht wehr, darauiT
wirft, und nicht mercket. So ist auch der sluel sampt
seinenn zugehörigen unnd gemelten stücken inn einen
kästen eingerichtet, das mans über landt, und wohin man
will, führen kan. Unnd weill ich höchstgedachtem mei-
nem gnedigsten herrn, dem churfürsten zu Sachssen etc.
Iiieheuorn frordem) hieruon vntertlienigste meldung unnd
Vertröstung gethan, habe ich denselbigen mit vielfeltiger
grosser mühe und unkostenn , unnd solt er mich gleich
mehr gestandenn haben, endtlichen verfertigett , unnd
zweiffelt mir nicht, ihr churf. gn. werden mich hinwieder
gnedigst bedenckenn unnd meinen gehabten fleis in gnaden
vermercken unnd auffnehmen.«
Dresden. Theodor Distel.
Schiedsspruch zwischen Ritter Florimis von Sasseu-
dorp lind der Bürgerschaft von Soest über gemein-
schaftliche Besitzrechte an Salzwerkeii in Sasseii-
dorf, Kr. Soest. 1385, April 13.
Zur Ergänzung der im »Westfälischen Urkunden-
buche« mitgetheilten Dokumente über die Salinen zu
Sassendorf (II, S. 48, Nr. 1937; 111, S. 136, Nr. ä86 und
S. 333, Nr. 673), sowie als Beitrag zur Geschichte des
Bergwesens, theilen wir nachstehend den Text eines im
genannten Urkundeubuche nicht enthaltenen Schieds-
spruches mit, dessen Original sich heute nicht mehr in
Westfalen, sondern im Besitze Sr. Durchlaucht des Für-
sten von Hatzfeldt-Trachenberg auf Trachenberg in Schle-
sien [Urk. Nr. 7] belindet. Er lautet:
»In nomine domini amen. In causa, que vertitur in-
ter dominum Florinum de Sassendorpe militem et suos
heredes ex parte una et opidanos Susatenses ceterosque ex
altera, qui habent salinas in predicta villa Sassendorpe
sitas spectantes ad puteum salis, in quo et eidem domiuo
Florino ius competit cum eisdem. Que inquam causa sive
discordia ex eo suborta fuerat, quod dictus Florinus diui-
bus salinis ab antiquo ad predictum puteum spectantibus
alias decem salinas superaddidit in aliorum eiusdem putei
possessorum ut eis videbatur preiudicium et gravamen.
Nos Theodericus et Johannes dicti Wolenspit et Gode-
scalcus de Brochusen milites ex parte prefati Florini et
nos Adam de Thodinchusen et Herbordus dictus Make
tunc magistri civium in Susato et Albertus de Palsode
iunior ex parte coopidanorum nostrorum et aliorum. ha-
bencium ius in dicto puteo de consensu parclum consti-
tuti arbitri et electi, arbitrio pena centum niarcarum val-
lato, quam pecuniam pars arbitrium non servans solvet
parti arbitrium observanti arbitrio nichilominus in suo
robore duraturo arbitrium ipsum habito diligenti traotatu
super premissis cum matura deliberacione pronuntiandum
duximus et proiHinlianuis in huncmodum: (juod videlicet,
sepedictus Florinus et sui heredes de predictis duodecim
salinis eoruni tres de)ionenl, et contenti eruni noveni sa-
linis seu iure novem aquarum in predictum iiutcum nee
unquam plures apponent salinas nee quicquam iuris sibi
amplius in eodem puteo vendicabunt, salvo lamon sibi
193
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
194
per omnia iure suo in eensu suo, quem possessores aliii-
rum salinarum sibi de salinis eorum annuatim consueve-
runt. . Item arbitrando dicimus, quod opidani Susacenses
et alii, quicumque ins habent in predieto puteo , numero
salinarum suaruni, quas nunc habent spectantes ad eun-
dem puteum, contenti manebunt nee alias superaddeiit
nee quicquani mutabitur de statu iuris, in quo nunc sunt,
nisi hoc flat de communi consensu et voluutate omni se-
pedicti putei possessorum. In cuius rei testimonium et
robur firmitatis perpetue presentem paginam super eo
conscriptam sigillorum nostrorum munimine fecimus com-
muniri. Insuper predicti Florini et opidi Susacensis si-
gilla sunt apposita ad maiorem evidenciam premissorum.
Actum pronunciatum et datum idus apriles anno domini
millesinio co". lxxx''quinto.«
An Pergamentstreifen acht Iheilweise gut erhaltene
Siegel.
Breslau. Dr. Wächter.
Turnier,
Abbildung vom Jahre 1468.
Wir schliefsen die Reihe der vorgeführten Abbil- in der Erzählung vorkommenden Feste abschliefst. Es
düngen aus dem Melusinenkodex mit der Darstellung zeigt uns nicht blos die volle Rüstung des Mannes und
eines ritterlichen Stechens, das eines der verschiedenen Pferdes, sondern läfst auch die in einem bedeckten Gange,
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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
196
(wol ein Wehrg-ang, der seine offene, unbewelirte innere
Seite dem Hofe des Selilosses zukehrt) die Zuschauer
sehen.
Nürnberg. A. Essenweiu.
Schädigung eines Vertriebenen.
»Dyt ist die verlusl schade ind naymo die myr Jo-
hanne van Coveltzhoven') scheffen zu Gdlne bynnen der
stat van Coelne geschiet ind genomen is ind noch bruch
is as her na geschreven volgt.
Item in dem irsten: so is myr genomen in bynnen
myme huysse van myme solre zwei hundert malder roggen
dar van do zerczyt eyn eychlich malder galt up dem ge-
meynen marte iiij mr. ij (3.
summa viii'^ xxxiij mr. iiij ß.
item so is mir genomen bynnen dem vurß. huyss
nünczich malder weys, dat malder galt do zerczyt up
dem marte viVa iür.
summa v<= Ixxxv mi*.
ind want ich verbürgen wolde as viel nuys korns
as des vurß. korns was weder up den solre zu leveren
ind myr des neyt weder varen enmochte, so hoffen ich
dat men mich nu neyt mit körne bezalen enmoge also
as dat körn nu gilt ind soll bezalen as vurß. steit.
item zwey voder wincz die wert waren do zerczyt
ij<= inr.
item ein birkorn van vunfT amen vur xxv mr.
item up die nacht do myn wy£f der got genedich
si, uis quam, do wart yre genomen bynnen dem huisse
ein paternoster myt eyme gülden vurgespane dat as
guit was as viii. gülden.
item so verlois myn wyff ein gülden vingeren myt
eyme blaen saphire as gut as viii gülden ind ouch zwa
ranczen.
item Styna myne dochter die nönne die verlois ein
schrin da ynne was as gut as iij gülden.
item iiij roit stolachen der heilten zwei umer eyn
X. elen ind eyn ix eleu ind ein viii elen.
item ein grocze gemailt schartze die gehurt up myn
bedde die zu ryssen ind verderflich wart up die nacht
do myn wyff uis quam.
item eyn roede schartze die'vunff elen lank was ind
iiij, elen breyt.
item zwei bedde mit iren poelen ind zwa schartzen
darzu.
item ein nuwe grois becken dat up eyme schrägen
plach zu stain.
1) Johann v. Covoltzhoven gehörte zu den bei der Revolution
des Jahres 1396 aus Köln vertriebenen Bürgern. Er erhielt 1403
durch Vermittlung König Ruprechts die Erlaubnifs zur Rückkehr.
item ein grois breit becken ind zwei cleyne becken.
item ein grois duppen dat heilt xviij quarten ind
darzu dry duppen der ein heilt v quarten ind ein iiij
quarten ind ein iij quarten ind einen grotzen scherfen
kessel. ^
item iiij groise zenen piateil ind xxxij zenen scotelen
ind XV tablyt.
item ij halfverdel fleschen ind ij quart flesghen ind
ij zenen kannen ind ein par yseren flessen.
item iij yseren pannen, eine roeste ind eyn schume-
leffel ind eyn kochmetz ind einen yseren spys ind ij par
gaffelen ind eyn rechyseren.
item eynen silveren leffel ind ein pledereu metz mit
silver beslagen.
item ein swert iij helmetze ind eyn herbielen.
item V. groze zenen luchter.
item ein nuwe par slaitlachen van xx eleu ind ij par
slaiflachen dat par van xij elen ind iiij par boeden slaif-
lachen.
item xxxij elen lynens doichs ind as viel dyslachen
as vur xlv elen gebiirt ind as viel vurtwelen ind han-
twelen as vur xxv elen gebürt.
item iiij cluyster die vur zwene stocke gehorent.
item zwei par yseren seil die van dem harnen synd
gedaen.
item ein par brantrechten.
item zwei par nuwer wapenhenschen.
item zwei schermbreder die van golde gelacht waren.
item ein par joeter hoysen ind ein scheuen hutgin
van eyme gülden.
item einen seiter ind ein unser vrowen getzyde
boich.
item zwei par patinen die van golde gelacht waren.
item die brieve die in myme huyss genomen wurden.
item viii nüwer kornsecke ind iiij stuk garutz ind
vj piint vlaes.
item ij baseler der wat (!) eyn mit silver beslagen.
item eyne haugaffel ind eyne mystgaffel. (S. 2.)
item ein metz, dat Johans myns soens was ind eynen
engelschen bogen ind ein par heidenscher tesschen.
item as viel cleider die in zwen kisten genomen
wurden ind vort wa sie waren as gut as Ix mr.
item die mait die do in dem huysse was die verlois
as gut as xxxj ß.
item eyn klut kertzen ind eyne flicke ind xviij hoynre,
V capune, iiij äntvogel, vi par duöen.
item diesen vurß huisrait ind cleynoit dal acht ich
zusamen as gut as c. aldeschilde off besser, off myr my-
nen hiiisrait ind cleynoit weder as gut as id was up den
dach do id myr genomen wart.
item so en is myr bynnen zwen jaren mynre erfli-
cher renten zinse ind peichte ind van den ampten van
197
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
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den geburehusen van deme moilter neit worden uisge-
scheiden dat ich an der stat van Coelne haven.
item alsulchen zimmerholtz, dat zumale eichen holtz
was as eyn gezymer zu eynre schüren van zeyn gebun-
den lanck, ind eyn gezimmer zu eynre marstallingen des
selven holtz van xc voissen lanclf ind langer, ind eyn
gezimer zu eyme huyss da ynne ein halfen woynen soilde
ind dar zu Ix groser ungezimreder holtzer . . wal kun-
dich is . . zymmerholtz vurß. mir up der minrebroder
kirchofT bynne Coelne genomen is, ind achten dat holtz
vursz. zu saraen up xiiij" mr. ind want allet dat vurß
gut myr also hart ind vaste bekrüyt ind gespert was ee
id zu royve ind zu brande komen was, dat myme wyve
engein hroitkorn werden enmochte noch mir engein gut
van dem myme mochte volgen, ind myne doehter wolde
mir van yren bedden eyn senden dat myr neit volgen
enmoclite ind ir genomen wart ind man waynde dat id
myn were, ind synt ich, noch myne soene der stat neit
enzacht hatten noch enzagen wolden, ind want ich noch
geyn scheffen sintz gutz dat hie bynnen Coelne hadde
vur dem kriege gebruchen enmochte, als id ouch wale
kundich is, dat alsulche körn as her Heinrich vamme Cu-
syne der aide, scheffen zu Coelne deme got genedich sy,
vur dem kriege verkoicht hatte der stat van Bunne, der
man dat usser Coelne neit enwolde lassen volgen, ind
ich ouch myn gut geime usgevoirt hette, des myr neit
geschien enmochte noch ich noch myn wyff des neit ge-
bruchen enmochte as vurß. is ind ouch wael kundich is, so
gesynnen ich, dat man mir dat vurß zymmerholtz eyn
mit anderem myme güede lassen volgen, synt ouch her
Gerard van Benasys syn holtz gevolgt is dem dat zer
selver czyt genomen wai't up der vrowen broder kirchoff
bynnen Coelne. <f
Diese Aufzeichnung befindet sich auf einem in zwei
Hälften gerissenen Papierblatte in grofs Folio.
Köl n. Dr. L. Korth.
Zur wclfischen Siegelkiiiide.
Mit Recht macht Lothar von Heinemann in seinem
Buche tiber Heinrich von Braunschweig, Pfalzgraf bei
Rhein, S. 199, darauf aufmerksam, dafs »Heinrich der Löwe
nach seinem Sturze sich nur einmal, und zwar zu einer
Zeit, in welcher der Kampf zwischen ihm und dem Kaiser
Friedrich endgültig noch nicht entschieden war, mit sei-
nem vollen ehemaligen Titel j>Herzog von Bayern und
Sachsen«, sonst aber stets nur »Herzog Heinrich« ohne
weiteren Zusatz nennt«. Dem entsprechend, hat sich auch
das Siegel Heinrichs seit der Zeit gänzlich verändert;
es bringt gleichfalls den Verzicht auf die Herzogthümer
Bayern und Sachsen deutlich zum Ausdruck. Es zeigt
nämlich nicht mehr wie früher den Herzog zu Rosse mit
Fahne und Schild und die stolze Umschrift : «Dux Bawa-
rie et Saxonie«; es enthält nur das alte Sinnbild des Her-
zogs, das ihm seinen Beinamen verlieh, den Löwen, und
die kurzen Worte: »Sigilluiii Henrici Ducis«. Der Löwe
ist sehr natürlich dargestellt, nichts weniger als stilisiert.
Abbildungen des Siegels lieferten bereits die Origg. Guelf.
III, S. 31, Tab. I, Fig. 7 und v. Hodenberg, Galenberger
Ui'kb. IX, Anlage A, deren Wiedergabe an beiden Orten
jedoch manches zu wünschen übrig läfst.
Dieses Siegel') findet sich nun an allen von Heinrich
dem Löwen nach seinem Sturze ausgestellten Urkunden,
so weit sie uns bekannt und in Urschrift erhalten sind.
So an den Urkunden für Wunstorf von c. 1181 (v. Hoden-
berg, Calenberger Urkb. IX., S. 3), für Ilsenburg v. 1188
(Usenb. Ui-kb. ed. Jacobs, 1. Hälfte^), S. 37), für Loccum
V. 2. Oct. 1188 (v. Hodenberg, Calenbei'ger Urkb. III,
S. 23), für Walkenried v. 6. Juni 1191 (Origg. Guelf. III,
S. 373 und Walkenrieder Urkb. I, S. 3ö), für Salem v.
2. April 1194 (Wirtemb. Urkb. II, S. 302. ürkundenbuch
der Cistercienserabtei Salem, ed. v. Weech I, S. 73. Orig.
in Hannover). Die Echtheit des Siegels, der letzten Ur-
kunde erscheint dem Herausgeber von Weech zweifelhaft.
Gewifs mit Unrecht, da dasselbe mit den Siegeln der an-
deren Urkunden, wie mich eigene Anschauung gelehrt
hat, vollkommen übereinstimmt.
Die zweite, undatierte Urkunde Heinrichs des Löwen,
welche v. Weech a. a. 0., S. 76 mittheilt und in das Jahr
1194 setzt, ist nicht in Urschrift erhalten; wir wissen da-
her nichts über ihre Besiegelung. Hat v. Weech mit
seiner Datierung das Richtige getroffen, so ist wol in der
ersten Zeile j'Saxonie« hinter «dux« zu streichen. Das
kann um so unbedenklicher geschehen, da im Codex Sa-
lemitanus ja auch bei der ersten Urkunde, die zugleich
im Original erhalten, hinter «dux« ein «Saxonie« in Klam-
mern eingefügt ist.
Ferner sagt v. Heinemann a. a. 0., S. 188, die Witwe
des Pfalzgrafen Heinrich, Agnes, geb. von Landsberg,
habe sich auf einem ihrer Siegel »Herzogin von Wien-
hausen« genannt. Diese Bezeichnung ist gewifs in hohem
Grade auffallig, obwohl die Fürstin nach dem Tode ihres
Gemahls das Kloster Wienhausen stiftete und ihre meiste
Lebenszeit seitdem dort zubrachte, v. H. beruft sich auf
die Abbildung des Siegels in den Origg. Guelf. III, S. 243,
Tab. XX, wo die Umschrift lautet : Sigillum Agnetis du-
cise in Winhusen«^). Aber das Wort ducise in dei'selben
1) Bei V. Schmidt-Phiseldeck: „Die Siegel des Herzogl. Hauses
Braunschweig und Lüneburg", bildet das Siegel die Nr. 5, während
unter 1 — 4 die Reitersiegel Heinrichs aufgeführt werden.
2) Nach freundlicher Mittheilung des Herrn Archivraths Dr. Ja-
cobs in Wernigerode.
3) V. Schmidt-Phiseldeck, a. a. 0. Nr. 12.
199
Anzeiger für Kunde der deutschen V'orzeit.
200
ist oiiae Zweifel lalseh. Denn der untere Tlieil des Sie-
gels (Orig. in Wienhausen) ist jetzt ausgebrochen, und
gerade das Wort »ducisec fehlt. Jedenfalls ist die Lücke
von dem Verfertiger jener Zeichnung nach eigenem Gut-
dünken in unglücklicher Weise ausgefüllt, wie wir der-
gleichen Willkürlichkeiten und Entstellungen in den Ab-
bildungen der Origines nicht vereinzelt finden. Ich
glaube noch jetzt, vor dem »in<f ein »VE« erkennen zu
können; schwerlich aber kann aus dem Erhaltenen ein
»SE« gelesen werden. Wir würden dann in der Lücke
ein »vidue« ergänzen müssen und ganz dasselbe Siegel
vor uns haben, welches sich an drei Isenhagener Urkun-
den aus den Jahren 1243, 1246 und 1247 befindet (cf. v.
Hodenberg, Lüneburger Urkundenbuch V, S. 1, 8 und 10).
Hier ist die Darstellung des Siegels dieselbe wie dort;
die Umschrift, an dem Siegel der Urkunde von 1247 voll-
ständig erhalten, lautet: SltJILLVM. AGNETIS. VIDYE.
IN. WINHVSEN. Dem entspricht, dafs uns auch in der
Umschrift eines zweiten Siegels der Fürstin : »Agnes vi-
dua ducis Heinriei de Bruneswic" (v. Schmidt-Phiseldeck,
a. a. 0., Nr. 11) die Bezeichnung »vidua« entgegentritt.
Wolfenbüttel. P- Zimmermann.
Ein Brief von Leibniz.
Monsieur
J'ay receu l'honneur de deux de vos lettres. On m'a
aussi apporte de Leipzig die Bedeutungen und Inn.schrif-
len einer Wienerischen redenden Erleuchhing ; ou il pa-
raist, Monsieur, que vous ave's le plus de part, et vous
ne pouvies demander un plus eclatant theatre pour etaler
vos beaux talens. Ainsi je vous suis bien oblige de vos
Communications. Vos devises et vos emblemes ont un
tour ingenieux. La devise de la nouvelle Lune, dont la
pertc de lumiere, est une perte du monde, convient ad-
mirablement bien ä une veuve qui a perdu un grand
Frince son epoux. II est vray qu'une Eolipse du soleil
aurait pü recevoir le meme raot,
Idem periit mundoque mihique
Je me souviens d'avoir vü autres fois un livre inti-
tule la vergine trionfante e il capricorno scher-
nito, sur la dispute entre Emanuel Tesauro et son An-
tagoniste.
Mais je suis de votre sentiment, Monsieur, qu'en ma-
tiere d' Astrologie on a eu plus d'egard ä la demeure de
la Lune dans les flgures Celestes qu'ä la demeure du
Soleil; dont la raison est assez manifeste, c'est que le so-
leil demeure trop long temps dans le meme signe, et ainsi
il y a trop de latitude ; au Heu que le sejour de la Lune,
est court, et par cousequent plus particulier et plus de-
termine' aux naissances. — Je serais bien aise d'avoir
votre sentiment, Monsieur, et celuy de (Monsieur) M. de
Fischers, ,s'il ne seroit ä propos d'avoir au.ssi quelque
egard ä S. Charles Magne, et ä S. Charles Comte de
Flandre tous deux predecesseurs de l'Empereur Tun dans
l'Empire, l'autre dans une partie des pais heredifaires.
Quant ä la Societe des Sciences il faut avoir patience.
Ce que je ne verray pas sera vu par d'autres ; et je se-
ray tousjours bienaise paravance d'y avoir un peu con-
tribue'.
Voicy un Hexastique que j'ay fait sur l'heureuse
naissance ou tous les bien intentionnes doive prendre part :
Hexastichon votivum.
Quae Beigas Italosque Tibi Germania debet
In NATO junctas CAROLE cernat Aves.
Austria prae reliquis toto Gens eminet orbe,
Perpetuam facias ELISABETA PARENS.
Delicias hominum Clementis munus Olympi
Dent Regem VOBIS fata videre Virum.
On m'a dit que M. le Bibliothecaire ä souvent l'hon-
neur de parier ä l'Empereur, et meme ordinairement
toutes les semaines. J'en suis ravi, et cela peut contri-
buer ä augmenter la curiosite' de ce grand Prince. Au
reste je suis avec zele
Monsieur
votre tres humble
et tres (obeissant) serviteur
Leibniz.
P. S.
J'ay connu a Vienne un jeune mais savant homme
de Strasbourg nomme M. de Bartenstein. On m'a dit
qu'il est entre' dans le service de l'Empereur j'en serais
bien aise. Je ne say s'il a l'honneur, Monsieur, d'etre
connu de vous. Si vous me faites l'honneur de m'ecrire
je Vous supplie de faire donner les lettres ä M. Schöttel.
Hanover ce 4 de juin 1716.
Das Original des obigen Briefes ist einer »Correspon-
dance de M. Duvalff auf der fürstl. Thurn und Taxis'sehen
Hofbibliothek zu Regensburg vorgebunden.
Regensburg. Dr. C. Will.
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redalcteur : Dr. A. Essenwein.
Verlag der Mterarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. Sobald in Nürnberg.
Mit einer Beilage.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1883. JW 7. Juli.
Chronik des germaiiisclien Museums.
Nürnberg, den 25. Juni 1883.
Das Handelsmuseum, von dessen Fortgänge wir längere Zeit
hier nicht mehr berichtet haben, ist inzwischen keineswegs in der
Entwickelung gehemmt gewesen ; die mittlerweile fällig gewordenen
späteren Raten der Antheilscheine haben - es möglich gemacht,
manclies interessante Stück zu kaufen, imd fort und fort sind ein-
zelne Geschenke eingegangen. Insbesondere hat auch die Literatur
des Haudelswesens bereits entsprechende Vertretung neben den
übrigen Denkmälern gefunden, und die Handbibliothek des Handels-
niuseums ist nicht mehr unbeträchtlich. Die Handelskammern
Deutschlands wenden dem Unternehmen Interesse zu und haben
sich wiederholt mit der Förderung desselben durch ihren Einflufs
beschäftigt; insbesondere haben sie auch, wie die Verzeichnisse
beweisen, durch Zeichnung von Antheilscheinen sich betheiligt. So
sind neuerdings von den Aeltesten der Kaufmannschaft in Berlin 5,
vom kgl. Commerz-Collegium zu Altona und der Handelskammer
für Unterfranken und Aschaffenburg ie 2, von der Handelskammer für
den Kreis Freiburg zu J'reiburg i. Br. und der Handelskammer zu
München-Gladbach je 1 Antheilschein gezeichnet worden.
Die Angelegenheit des pharmazeutischen Museums erfreut sich
immer weiter gehender Theihiahme. Kaum vcrgelit ein Tag, an
welchem nicht Gegenstände für dasselbe bei uns abgegeben werden,
so dafs die pharmazeutische Zeitung schon mehrere längere Ver-
zeichnisse der eingelaufenen Geschenke veröffentlichen konnte-
Dem Fonds für Erwerbung nürnbergischer Werke für das ger-
manische Museum sind neuerdings 123 Personen mit 3G8 m. Jah-
resbeitrag beigetreten.
Seit Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden folgende
neue Jahresbeiträge angemeldet:
Von Geuieiuden : Eupen. Stadtgemeinde 10 m.
Von Vereinen : Berlin. Verein „Herold'' 10 m. Erlan-
gen. Studentenverbindung „Wingolf 25 m.
Von Privaten : Bremen. Ed. Wilh. de Vofs, Privatmann, 5 m.
Donauwörth. Mich. Abt, Bierbrauer zur Krone, 1 m. ; Abrah. Birn-
baumer, Kaufmann, 1 m. ; Wilh. Braun, Kaufmann, Im.; Karl
Gademann , k- Rentbeamter, 2 m. ; Albert Sayle , Kaufmann, 1 m.
50 pf. ; Jos. Scheckenhofer, Privatier, 2 ni. ; J. A. Straulino, Eisen-
händler, 1 m. Gerabronn. Bayer, fürstl. hohenl. Forstmeister, zu
Barteustein 2 m.; Bing, f. hohenl. Domäneuassessor, in Langen-
burg 1 m. ; Bessert, Pfarrer, in Bächlingen 1 m. ; Dr. Bürger,
Oberamtsarzt, in Laugeuburg I m. 50 pf. ; Frank, f. holienl. Rent-
amtmauu, in Langenburg 1 m. ; Hahnn, f. hohenl. Sekretär, in
Bartenstein 1 m. ; Kretschmer, Kaplan, in Langenburg 1 ni. ;
Muntsch, f. hohenl. Domänenrath, in Bartenstein 2 m. ; Kieder-
reuther, f. hohenl. Forstwart, in Bartenstein 1 m. ; Oettinger, Post-
verwalter, in Langenburg 1 m. ; Rinzy, Postexpeditor, m Barteu-
stein 1 m. ; Frhr. v. Rüder, f. hohenl. Domänendirektor, in Langen-
• bürg b m. ; Schellenberger, Apotheker, in Bartenstein 1 m. ;
Schwartz, Amtsrichter, in Langenburg 1 m. ; Dr. Stelzer, Stadtarzt,
in Hartenstein 2 m. Leipzig. Gustav Platzer, 5 m.; F. Reiffer-
scheidt, Kaufmann, 2 m. ; W. Schlömilch, Bankvorstand der Gothaer
Bank, 3 m. ; Aug. Sufsmann, Kaufmann, 5 ni. ; Karl Walther, Direk-
tor der Kammgarnspinnerei, 3 m. Merseburg. Max Berger, 3 m. ;
Nürnberg. F. Decker, Ingenieur, 4 m. Stuttgart. E. v. Tröltsch,
k. w. Major a. D., 2 m. Weimar. August Wolf, Archivassistent,
3 m.
Einmalige Beiträge wurden folgende gespendet:
- Von Privaten: Langenburg. Kolb, Stadtvikar, 1 m. ; Leip-
zig. Gustav Platzer 10 m. NIederstetten. Botsch, Lehrer, 1 m. ;
G. Dill, Kaufmann, 1 m. ; Früholz, Lelirer, 1 m. ; Leblsücliuer,
Stadtpfarrer, 1 m.; Müller, Stadtschultheifs, 1 m. ; Nörr, Lehrer,
1 m. ; C. Wied, Ileallehrer, 1 m. ; Dr. Wolshofer, 1 m. Vorbach-
zlmmern. Eberbach, Pfarrer, 1 m. Wermuthshausen. Ehemann, Pfar-
rer, 1 m. Wlldenthombaoh. Essig, Pfarrer, 1 m.
Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu :
1. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Samm-
lungen.
(Nr. 8747—8765.)
Greiz. Vermächtnifs des t Oberstlieutenants von Schlüm-
bach: Grofser Fayencekrug mit vergoldetem Silberbeschläge imd
Deckel, 17.— 18. Jahrh. — Hüll (England). Herrn. Bus: Feines
englisches Spindeluhrwerk , 1830 — 5U. Doppeltes Taschenuhrge-
häuse. — Mainz. Clemens Kiesel, Atelier für Zinkographie:
Reproduktion einer Ansicht von Mainz aus dem 17. Jahrhundert
— Mergenthelm. Steinleitner, Uhrenfabrikant: Wecker in ei-
nem Messiugkastcn, um 1700. — Nürnberg. Geuder, Antiquar:
Messergriff' aus Elfenbein, 16. — 17. Jahrh. Kgl. Kreisarchiv:
22 Bll. Nürnberger Karten, Porträte, Ansichten etc. in Kupferst.
u. Holzschn., 16.— 18. Jahrh. Kühn: Kaufmann: Elfenbeinkom-
pals, 16. Jahrh. Lamb recht, Kaufmann: Werk einer Standuhr
mit Spindel- und Viertelschlaggang, sowie Datumzeiger, um 1680.
Franz Sc he mm, Kunstanstaltbesitzer: Panorama der bayr. Lan-
desausstellung, Kpfrst. V. Geyer. Otto Schrimpff, Kaufmann:
Gesticktes Damenkostüm, 18 Jahrh. Speckhardt, Hofuhrmacher:
10 Stück gröfsere und kleinere Glocken von Stand- u. Wanduhren.
Uhrmacher verein : Gröfsere Spieluhr mit Spindel- und Viertel-
schlaggang, in Holzgehäus ; c. 1680. Goldene Cyliuderuhr, flachsten
Genres , 1820 — 30. Schwarzwälder Viertelsclilagiüir mit Wecker.
1780—1800. Silberne Spindeluhr, c. 1800. Ungenannter: Spin-
deluhr vom Beginne des 18. Jhrhdt. in schwerem silbernen Gehäuse,
mit einem Emailbilde und Steinen. — Salzungen. Römers hau-
sen, Apotheker: Wanduhr mit hölzernem Werke u. 4 Zifferblättern,
17.-18. Jahrh. Legbüchse, 17. Jahrh.
IL Für die Bibliothek.
(Nr. 47,401—47,424.)
• Berlin. Dr. Jul. Friedläuder. Direktor des k. Münzkabinets:
Ders., die geprägten Italien. Medaillen d. 15. Jhrdts. 1883. 4. 0.
Spamer, Verlagshandlung: Schmidt, illustr. Geschichte von Preu-
fsen; 46. u. 47. Heft. 8. Dr. W. Wattenbach, Universitätspro-
fessor: Ders., das paläographische Prachtwerk des Grafen Bastard,
8. Sonderabz. — Bernburg. J. Bacmeister, Hofbuchhändler:
Müldener, das Buch vom Wetter, oder das Wetter im Sprüchwort ;
2. Aufl. 8. — Bruxelles. Comraission de l'expositiou natio-
nale de 1880: Catalogue off'iciel, I.— IV. section. 1880. 8. — Bunz-
lau. Dr. E. Wernicke: Ders., Clironik der Stadt Bunzlau ; Lfg.
9. u. 10. 1883. 8. — Dresden. H. Klemm, Redakteur : breviarium
Moguntinense. 1474. 8. — Eger. Heiur. Gradl: Ders., die Grüu-
dungszeit Egers. 1883. 4. Sonderabdr. — Gotha. Justus Perthes,
Verlagsh. : Aunuaire diplomatique et consulaire des etats des deux-
raondes. 1883. 12. — Guben. Dr. Hugo Jentsch, Gymnasialober-
2m
Anzeiger iür Kunde der deutschen Vorzeit.
ä04
lehrer : Ders., die prähistorischen Alterthümer der Gymnasialsammlung
zu Guben. 1883. 4. — München. Dr. J. >!■v. Söltl, Univers.-Prof. :
Ders., Gustav Adolf. 1883. 8. E. Stahl, Verlagsbuchh. : Mühlbauer,
thesaurus resolutionum s. c. concilii etc. tora. IV. fasc. 15. 1883. 4. —
Nürnberg. Oskar Heinrich: Geliert, Lustspiele; 3. Aufl. 1755.
8. Miller, histor. moralische Schilderungen zur Bildung eines edlen
Herzens; V. Th. 1763. 8. Pillon, Professor: I musaici della soci-
etä musiva Veneziana. 8. Volksbildungs- Verein f. Nürnberg
und Umgebung: Der Volksbildungsverein für Nürnberg und Um-
gebung 1872—1882. 8. Dr. Beruh. Ziemlich: Ders., Gothe und
das alte Testament. 1883. 8. — Schwerin. Dr. Friedr. Laten-
dorf, Gymnasiallehrer: Ders., hundert Sprüche Luthers zum alten
Testament in hoohd. niederdeutsch u. niederländischer Fassung.
1883. 4. — Stockerau. C. M. Blaas, Professor: Neuer Bauern-
kalender auf das Gemein- Jahr 1882. 12. — Strassburg. Dr. Berg-
mann, Professor: Elsafs-lothringischer Thierschutzverein zu Strafs-
burg. 1883. 8. — Stuttgart. J. B. Metzler'sche Buchhandlung:
Beschreibender Katalog der k. Staats - Sammlung Vaterland. Kunst-
und Alterthumsdenkmale ; L Abthlg. : Mayer, die Reihengräber-
funde. 1883. 8.
IIL Für
{Nr. 48
Nürnberg. Adam Friedr.
Hier. Gugel für Matth. Keller u.
über eine Drathmühle zu Lauf
Privilegiums der 6 Spiegelfabrik
durch Kaiser Franz II. 1799.
Nürnberger Hauskaufbriefe von
dazu gehörige Schuldbriefe von
das Archiv.
15-4816.)
Meier: Kaufbrief des Christoph
Andr. Koster, Bürger zu Nürnberg,
1656. Perg. Erneuerung des kais.
anten des Nürnberger Territoriums
Perg. Stich, Ilutfabrikant : 5
1669, 1675, 1681, 1768 u. 1798; 2
1708 u. 1768. Pap.
Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine,
welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind:
Kongelinge Danske Vidensk. Selskab:
Oversigt over .... Forhandlinger og dets Medlemmers Ar-
bejder i Aaret 1882. Nr. 1. Kjöbenhaven. 8.
Finska fornminnes förening:
Tidskrift etc. VI. Helsingissä. 1883. 8.
Felliner literarische Gesellschaft:
Jahresbericht etc. pro 1882. Fellin, 1883. 8. Der älteste
schwedische Kataster Liv- u. Estlands. Eine Ergänzung zu den Bal-
tischen Güterchroniken. Im Auftrage der Gesellschaft herausgege-
ben von Dr. Th. Schiemann. (Mit 2 Facsim.) Reval, 1882. 8.
Regia deputazione di storia patria:
Miscellanea etc. Tomo XXI. Sesto della seconda serie. Torino.
1882. 8. XXXIX u. 544 Stn.
Verein für siebenbürgische Landeskunde:
Korrespondenzblatt etc. VI. Jhg. 1883. Nr. 4 u. 5. 8. Aus
dem Rechenbuch des Martin Ungleich. — Aus dem Liber Capituli
Leschkirchensis. Von J. M. — Siebenbürgisch-deutsche Alterthümer.
(Forts.) — Epigraphisches. — Kleine Mittheilungen. — Literatur.
— Miscellen.
K. k. Central-Commission zur Erforschung u. Er-
haltung der Kunst- u. historischen Denkinale:
Mittheilungen etc. IX. Bd. I. Heft. N. F. Wien, 1883. 4. Die
Beuroner Benedictiner-Congregation und die Restaurierung der
Benedictiner- Abtei „Emaus" in Prag. Von R. Eitelberger. -^ Die
Holzschnitte der Handschrift des Heilthum - Büchleins im Pfarr-
Archive zu Hall in Tirol. Von L. Frh. von Hohenbühel, genannt
Heufler zu Rasen. (Mit Abbild.) — Ein Kunstwerk altetruskischer
Metalltechnik. Von K. Deschmann. (Mit 2 Tafeln.) — Studien über
Steinmetz-Zeichen. III. Von Frz. Rziha. (Mit Abbild, u. 10 Tafeln.)
— Bericht der Commission über ihre Thätigkeit im J. 1882- —
Notizen über Denkmale in Kärnten. Von Dr. Karl Lind. (Mit Abb.)
— Ueber Archive in Karten. Von Leopold von Beckh- Widman-
stetter. — Notizen. (Mit Abbild.)
K. k. heraldische Gesellschaft ^Adler'' in Wien:
Monatsblatt etc. Nr. 29 u. 30. Mai und Juni 1883. — Gesell-
schaftsangelegenheiten. — Literatur. —
Statuten der Gesellschaft. Wien. 1883. 8.
Der
Urkundliche Mit-
K. k. Osterr. Museum f. Kunst u. Industrie:
Mittheilungen etc. XVIII. Jhg. 1883. Nr. 212. Wien. 8. Ra-
phael und das richtige Datum seiner Geburt. Vortrag von Dr. Th.
Frimmel. — Die historische Bronze- Ausstellung im Museum. —
Literatur. — Kleine Mittheilungen.
Jahresbericht dess. Museums für 1882. 8.
D m b a u V e r e i n z u W i e n :
Dombauvereins-Blatt. III. Jahrg. 1883, Nr. 18 u. 19. 8.
ehemalige St. Ursula-Altar zu St. Stephan,
theilungen über St. Stephan. V>.n E. Hütter. (Schi.) — Der St.
Agnes-Altar. Von W. A. Neumann. — Vereinsangelegenheiten. —
Zur Literatur von St. Stephan. Von W. A. Neumann.
AVissenschaftlicher Club in Wien:
Monatsblätter etc. IV. Jahrg. 1883. Nr. 7 u. 8. 8. .Cluban-
gelegenheiten. Literatur. — Vermischte Nachrichten.
Christlicher Kunstverein der Diöcese Seckau:
Der Kirchenschmuck. XIV. Jhg. 1883. Nr. 4 u. 5. 8. Raf-
fael Santi. — Ueber das älteste Vorkommen des Schalldachs. — Gi-
ovanni Pietro de Pomis. Von Jos. Wastler. — Maria Strafsengel.
(Forts.) — Aus dem Inventar einer mittelalterlichen Klosterkirche.
— Notizen.
Teruiischte jVachricliten.
99) Vom schwäbischen Meere, 2. Juni. Dieser Tage wurde
wieder ein sehr interessanter Pfahlbaufund in einem Privattorf-
moor in der Gemarkung Litzelstetten gemacht, indem ein Torfar-
beiter in der untersten Torfschichte in einer Tiefe von 5 Meter eine
leider in Stücke gegangene Holzschüssel zu Tage forderte. Diese
Schüssel oder Gelte, wie man dies Holzgeschirr nennen will, ist wie
die deutlichen Spuren an der Aufsen- und Innenwand zeigen, aus
einem ganzen Erlenklotz mit dem Steinbeil ausgemeifselt, hat eine
mäfsig gebauchte, sich nach unten verengende Seitenwandung von
1 's Centimeter Stärke und am " oberen Rande einen Durchmesser'
von 33 Centimeter Das Fundstück befindet sich im Besitze des
Domänenverwalters Walter in Konstanz und wird zweifelsohne dem-
M)
Anzeiger nir Kunde der deutschen Vorzeit.
206
nächst im Rosgaiten-Museum daselbst zur allgemeinen Einsicht auf-
gestellt werden. (Badische Landeszeitung Nr. 127.)
100) Zu den Kosten der Ausgrabungen der römischen Thermen
in St. Barbara bei Trier ist nach der ,. Bonner Ztg.,, ein kaiser-
liches Geschenk von 10 000 m. bewilligt worden.
(Staatsanz. f. Württemberg, Nr. 138.)
101) Trier, 27. Mai. An der Luxemburger Grenze, aber noch
auf preursischem Gebiet, läfst ein Grundbesitzer schon seit geraumer
Zeit eifrig nach rumischen Alter thümern graben. Dabei ist
neuerdings eine römische Strafse gefunden worden; daneben lagen
gut erhaltene Theile eines Monumentes ; Särge, Urnen, Kränze
u. dgl. werden massenhaft zu Tage gefördert.
(Südd. Presse u. Münch. Nachr., 2. Blatt, Nr. 128.)
102) K. Provinz Schleswig-Holstein. Gelegentlich der
Abtragung eines Hünengrabes am Borgsumer Wege auf der
Insel Föhr, südlich der St. Laurentiikirche, zum Zwecke der Ge-
winnung des für den Strandschutz und die Befestigung der See-
deiche so wichtigen kostbaren Steinmaterials sind recht interessante,
wissenschaftlich werthvolle Funde und Feststellungen gemacht
worden. Die Grabstelle im Umfange eines kleinen Hauses, einen
kegelförmigen Hügel darstellend, ward nach der Mitte zu aulge-
brochen. Hier fanden die Arbeiter als innersten Raum eine 10
Fufs lange, 4 Fufs breite und 2 ',2 Fufs hohe Grabkammer, deren
Aufsenwände mächtige Feldsteine, deren Decke ein Felsstück von
circa 30 Zentner Schwere und dessen Boden ein doppeltes, mit
grobem Sand bedecktes Steinpflaster bildeten. In der Kammer fan-
den sich: ein gut erhaltenes Schwert von 17 Zoll Länge, mit Ver-
zierungen versehen und von schöner Arbeit, 4 Zoll lange Nadeln
und andere Gegenstände von unbekannter Bestimmung. Ueber der
Grabkammer befanden sich fünf thönerne Urnen, wie sie unsere
heidnischen Vorfahren zur Bestattung der vorher zu Asche gebrann-
ten Todten verwandt haben. Es mufs bedauert werden , dafs für
die Leitung der Ausgrabungen derartiger Denkmäler der vorchrist-
lichen, Zeit, deren Funde nicht nur in ihrer Beschaft'enheit, sondern
auch in ihrer Lage zu einander wichtige Momente bieten, die in
ihrem wissenschaftlichen Werthe doch unschätzbar sind und bleiben,
nicht solche Männer zugezogen werden, denen berufsmäfsig hier-
über ein sicheres Urtheil innewohnt. Wir möchten die Aufmerksam-
keit der Universitäten und einschlägigen Vereine auf die obenge-
nannte Nordsee-Insel wenden. Hier sind noch zahlreiche Grabstät-
ten einer verschollenen Epoche unberührt von Menschenhand, und
ihnen droht beim Mangel an Steinmaterial auf jener Insel in kür-
zerer oder längerer Zeit das gleiche Schicksal. Die fünf Urnen
sind zerbrochen, ihr Inhalt wol verschüttet; die übrigen Bronze-
sachen werden, hoffentlich dem Kieler Museum vaterländischer Al-
terthümer übermittelt werden. (Nordd, Allgem. Ztg. Nr. 262.)
103) Katscher, Kreis Leobschütz, 6. Juni. Auf dem Grund-
stück des Töpfermeisters Tscheika auf der zur Gemeinde Langenau
gehörigen Feldmark Ehrenberg stiefsen vorgestern Arbeiter beim
Abschachten von Boden auf ein menschliches Skelett. Sie melde-
ten dies sofort, worauf sich der als Alterthumsforscher rühmlichst
bekannte , emeritierte Lehrer Gröger aus Langenau an Ort und
Stelle begab und die Ausgrabung mit gewohnter Vorsicht unter
seiner Aufsicht weiter fortsetzen liefs. Hierbei kam man nach einer
l,ü Meter starken Humusschicht auf Lehm, in welchem in einer
Tiefe von 1 Meter das Gerippe ohne Spuren irgend welchen Be-
hältnisses, mit der rechten Hand unter dem Kopfe, die linke auf
dem linken Oberschenkel ruhend, eingebettet lag. Arm-, Bein-
knochen und Rückgrat erwiesen sich noch ziemlich fest, die übri-
gen kleineren Knochen jedoch waren ganz vermorscht. Ungefähr
0,25 Meter über dem Kopfe hatte man drei Aschengefäfse gefun-
den, von denen das eine beim Herausnehmen aus dem Boden voll-
ständig zertrümmerte, zwei jedoch nothdürftig erhalten wurden. In
einem derselben fand sich eine Silbermünze von der Grörse und
Stärke eines 5 Pfennig-Nickelstückes, welche auf dem Avers einen
Kopf mit der Umschrift : Argent. communis und eine nicht erkenn-
bare Jahreszahl, auf dem Revers eine stehende Figur zeigt, welche
in der linken Hand eine Fahne, in der rechten anscheinend einen
Helm hält. Die Umschrift auf dieser Seite ist unleserlich.
(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 262.)
101) Bei Erdarbeiten in Mainz wurde aus der Römerzeit ein
Paar römische Schlittschuhe aus Hörn aufgefunden.
(Frank. Kurier, Nr. 290.)
105) Varally (Hunyader Komitat), 8. Juni. Nächst Varhely
werden unter der Leitung des Archäologen Emich mit bestem Er-
folge eben Ausgrabungen betrieben. Nächst den Mauern eines
Amphitheaters stiefs man auf die Ruinen eines Gebäudes, welches
anscheinend ein Badehaus gewesen. Die Ausgrabungen, um den
Tempel des Sonnengottes Mithra blofszulegen, dürften bal-
digst in Angriff genommen werden. Die Funde kommen in das De-
vaer Museum. (Südd. Presse, Nr. 131.)
106) Rosenheim, 9. Juni. Ein altgermanisches Grab wurde
jüngst von Professor Fink in der Nähe von Leonhardspfunzen
aufgefunden. Ungefähr 2 Meter unter der Rasendecke fand man
den Schädel eines hochbetagten Menschen zwischen kleinen und
grofsen Steinen eingebettet, nahe dabei Stücke eines geschwärzten
Gefafses von grauem Thon und etwas angekohltes Holz. Etwas
tiefer als der Kopf lag das Gerippe eines Pferdes sehr gut er-
halten. Dabei fand sich eine Verzierung aus Bronze, wahrschein-
lich zum Schmuck des Rosses bestimmt. Das Grab hat eine Länge
von 3 Meter in der Richtung von Nord nach Süd, eine Breite von
1 — 1'= Meter und ist ganz mit Steinen ausgelegt.
(Neues Münchener Tagbl., Nr. 165.)
107) (Götterwagen.) Bei Ringkjöbing in Jütland, im Dei-
bjerger Moor, wo im vorigen Jahre ein prachtvoller Götterwagen
gefunden worden, sind jüngst die Ueberreste eines zweiten, ähnli-
chen Wagens aufgefunden. Der Konservator des Kopenhagener
Museums, Dr. Petersen, welcher in dieser Veranlassung die Fund-
stätte besucht, hat die nothwendigen Nachgrabungen vornehmen
lassen, und es ist ihm bis jetzt gelungen, die Reste zweier solcher
Wagen aufzufinden. Der eine lag 40 Fufs von dem im vorigen
Jahre aufgefundenen entfernt und ist zum Theil mit prächtigem
Beschlag versehen ; zwei Räder tragen Eisenbeschlag. Es scheint
unzweifelhaft, dafs bei dieser Gelegenheit fernere interessante Funde
zum Vorschein kommen werden.
(Nordd. Allgem. Ztg , Nr. 272.)
lOS) Der Eichstätter Volkszeitung Nr. 135 wird unterm
14. d. Mts. gemeldet, dafs die begonnenen Restaurationsarbeiten im
Dome zu interessanten Entdeckungen führten. Nach Wegnahme
der Chorstühle fanden sich rundbogige Thüren, durch welche man
zu Treppen und über diese zu Kapellen in den beiden Chorthürmen
gelangt. Das Chorpflaster lag, wie sich ergab, früher um drei
Stufen tiefer als jetzt. An den Chorwänden sind sehr leicht die
Stellen zu erkennen, wo die alten Chorstühle standen. Den bischöf-
207
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
208
liehen Choren gegenüber fand sich eine Nische mit Sitzen, über
die sich ehemals ein sehr zierliclier Baldachin aus der Wand her-
aüswülbte.
109) Nach den Mittheilungen des Staatsanzeigers für Württem-
berg hat sich in Efslingen ein Verein für die Restauration der
Frauenkirche gebildet , nachdem der Zustand derselben jetzt ge-
radezu gefahrdrohend geworden ist.
110) Windsheim, 31. Mai. Nachdem im August 1875 der
Zahn der Zeit sein zwar langsames, aber sicheres Zerstörungswerk
an unserer Stadtmauer durch Einsturz eines Theiles derselben
augenscheinlich zu Tage treten liefs, wurde der Abbruch derselben
derart fortgesetzt, dafs jetzt nur noch einige hundert Meter auf der
südwestlichen Seite stehen. Die Steine wurden zum Bau der hiesi-
gen Vizinalbahn, sowie zum Weg- und Häuserbau verwendet. In
diesem Frühjahr wurde nun aucli der Heuweg- und Rothenburger-
thurm eingelegt, so dafs unsere Stadt uuu ihre mittelalterliche Phy-
siognomie ganz verloren hat. (Frank. Ztg., Nr. 128.)
111) Bronn w eiler, 2. Juni. Von Pfarrer Dr. Bunz in Ohmen-
hausen, Landeskonservator Prof Dr. Paulus und Prof Dr. Hartmänn
sind im romanischen Schiff und im gothischen Chor unserer Kirche
Theile von Gemälden aufgedeckt worden. Am Triumphbogen baut
sich ein Haus auf, welches als das des Pilatus erscheint. Aus dem-
selben schauen naiv verschiedene Personen auf den unten erschei-
nenden Christus. Im Chor beten rechts und links vom Sakraments-
häuschen Engel von tüchtiger Zeichnung und Farbe. Die Bilder
gehören wahrscheinlich den Jaliren 1430 — 50 au.
(Staatsanz. f. Württemb., Nr. 128.)
112) Mähringen, 4. Juni. Im Chor der hiesigen'Kirche wur-
den kürzlich unter einer mehrfachen Kalkdecke verborgene Wand-
malereien entdeckt, welche in voriger Woche durch den Landes-
konservator besichtigt wurden. Auf der einen Wandseite des Chors
ist die Darstellung des Paradieses mit vielerlei Gethier und dem
ersten Menschenpaare, auf der anderen Seite die Austreibung des
letzteren aus dem Paradies. Nach Ausspruch von Prof. Paulus kann
die Malerei, trotz des historischen Werthes derselben, einer Reno-
vierung nicht unterzogen werden, weil sie durch bedeutende Wand-
risse und abgeschlagene Stellen stark beschädigt ist.
(Staatsanz. f Württemb., Nr. 129)
113) Gelegentlich gröfserer Baureparaturen in der protestanti-
schen St. Jakobskirche zu Augsburg hat man dieser Tage
einen höchst interessanten Fund gemacht. Beim Abbruch
der alten Orgel entdeckte man nämlich unter mehrfacher Ueber-
tünchung aus älterer und neuerer Zeit mehrere überraschend schöne
grölsere Fresken, darunter den hl. Antonius, den hl. Jakobus,
den Welterlöser und die Krönung Maria. Eine darunter aufgefun-
dene, in Stein gehauene Inschrift weist die Jahreszahlen 1461 und
1496 auf Eines der alten Bilder ist von dem Patrizier Welser
gestiftet. Kunstverständige zweifeln nicht, dafs die J'resken von
Vorbildnern und Lehrern der altborühmten Augsburger Maler Burk-
mair und Holbein herstammen und als höchst schätzbare Schöpfun-
gen der schwäbischen Malerschule zu betrachten sind.
(Nordd. AUg. Ztg., Nr. 262.)
114) Nachdem die „Nordd. Allgem. Ztg." unterm 31. Mai aus
Wittenberg berichtet hatte, dafs dortselbst im Zeughause, auf
dem Grunde des ehemaligen Franziskanerklosters, auf Wunsch Sr.
Majest. des Kaisers Nachgrabungen zur Auffindung der Gräber des
askanischen Fürstenhauses stattgefunden haben, berichtet sie bereits
in Nr. 260 vom 3. Juni: Die Ausgrabungen in der Füsilier-
kaserne, an deren Stelle früher die Kirche der Franziskaner
gestanden, sind beendet und haben im Ganzen 14 Särge, da-
runter einen zerbrochenen Marmorsarg und mehrere Kindersärge,
zu Tage gefördert. Die Holzsärge sind so verwittert, dafs nur noch
bei einem die Holzart festgestellt werden konnte. Die Kindersärge
standen vor dem Altarraum. Waffen sind nur wenige in der Gruft
gefunden und von dem Regierungsrath v. Hirschfeld, der die Aus-
grabungen leitete , in Verwahrung genommen. Ein Zweifel an der
Identität der gefimdenen Reste mit den gesuchten der A s k a n i e r
kann, der „Magdeb. Ztg.-' zufolge, nicht aufkommen, da die Ori-
ginalgrabsteine, deren Inschrift Melanchthon, als die Kirche im
Jahre 1544 zu einem Kornmagazin eingerichtet wurde, abgeschrie-
ben hat, noch auf den Grabstätten liegen. Von einem der aufge-
fundenen Grabsteine ist ein Gipsabgufs genommen worden, um die
Inschrift durch einen auswärtigen Archäologen entziffern zu lassen.
Die gefundenen Ueberreste sind von dem geheimen Sanitätsrath
Dr. Wachs anatomisch geordnet, in neue Särge gelegt und sollen,
so weit bis jetzt bekannt, in der Schlofskirche beigesetzt werden.
Das Auftinden dieser Begräbnifsstätte ist im Wesentlichen dem
Gymuasialdirektor Dr. Stier in Zerbst zu danken, der in seinem
„Wittenberg im Mittelalter" auf die Gräber der Askanier aufmerk-
sam macht.
115) Ramslau, 5. Juni. Vor kurzer Zeit wurde beim Um-
graben des Brunnens im Garten des Bauerngutsbesitzers Scupin
in Ellguth ein irdenes Töpfchen in Urnenform mit 100 Goldmünzen
gefunden. Dieselben sind noch so gut erhalten, dafs man in der
Prägung die Schrift „S. Ladislaus Ungaria", sowie einen Kopf mit
Heiligenschein ziemlich deutlich erkennen kann.
(Nordd. Allgem. Zeitg., Nr. 260.)
116) Zu Hameln ist beim Neubau des „Bremer Schlüssel"
(Besitzer : Herr C. L. Dose) im November v. J. ein nicht unbe-
trächtlicher Fund von Thalern, Gulden und Ortsthalern gemacht
worden. Thaler fanden sich von verschiedenen braunschweigisehen
Herzögen, von Schauenburg (Justus Hermann), Hohnstein (Ernst,
1591), Kui'sachsen (Moriz), Weimar (Job. Philipp mit s. Brüdern),
Ansbach (Joachim Ernst), Salzburg, Tirol und Böhmen, ferner von
den Städten Hamburg, Lübeck, Wismar, Erfurt, Frankfurt a. M.,
Nürnberg und Kempten, dann von Dänemark, von Florenz (1595)
und verschiedene niederländische. Die Gulden bestanden aus sol-
chen von Braunschweig, Stolberg (Wolfg. Georg), Hamburg und
. Lübeck, aus böhmischen und niederländischen. An Ortsthalern er-
gaben sich solche von Sachsen, Magdeburg (Joachim Friedrich),
Erfurt, Halberstadt (Hemrich Julius, 1593), Schauenburg (Ernst),
Frankfurt a. M., Hamburg, Wismar und Böhmen, Das älteste
Stück des Fundes war ein Thaler der Stadt Kempten von 1547;
die jüngste, häufig vertretene Jahreszahl war 1624.
(Blätter für Münzfreunde, Nr. 109). -
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. E s s e n w e i n.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums iu Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. Sobald io Nürnberg.
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tes, welches alle Monate erscheint, wird
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Für Frankreich abonniert man in
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FÜR um DER
Neue Folge.
England bei Williams A Norgate, 14 Hen-
rietta- Street Covent- Garden in London;
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men und Hamburg.
Alle für das german. Museum be-
stimmten Sendungen auf dem Wege des
Buchhandels werden durch den Commia-
sionär der literar.-artiBt. Anstalt des Mu-
seums, F. A. Brock hauöin Leipzig, be-
fördert.
\
Dreissigster Jahrgang.
1883.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
August.
Wissenschaftliche Mittheilungen.
rpber Basler («oltlschiuicdczoiclieii.
Durch das Bilderwerk von Rudolf Fechter: Gold-
schmiedearbeiten der Züufte und Gesellschaften in Basel
(Verlag- von H. Georg daselbst; bis jetzt zwei Lieferungen)
wird der Blick neuerdings hingelenkt auf die zahlreichen
schönen Sachen, die die Kunst der Basler Goldarbeiter
vornehmlich im 17. Jahrhundert geschaifen hat. Mancher-
lei dergleichen ist in hiesigem , mancherlei in fremdem
Privatbesitz oder in Sammlungen weithin zerstreut, da
die zahlreichen Goldschmiede nicht nur für die kleine
Stadt von 12 bis löOOO Einwohnern, sondern auch für
den Export, namentlich in die rheinischen Länder, arbei-
teten ; bereits um 1483 erscheinen sie auch zu Strafs-
burg in und aufser den Marktzeiten. Das Basler Zunft-
buch verzeichnet von 1524 bis 1600 52, während des 17.
Jahrhunderts 72 und von 1701 bis 1764 49 Goldschmiede;
von manchen derselben sind Arbeiten, die über das Ge-
wöhnliche hinausgehen, nachzuweisen.
Es wird gewifs nicht unfreundlich aufgenommen
werden, wenn ich auf Grund eigener Forschungen und
zahlreicher Besichtigungen, die durch liebenswürdige
Mittheilungen der Herren Privatdocent Dr. M. Rosenberg
in Karlsruhe und Architekt R. Fechter hier ergänzt wor-
den sind, einiges über die Basler Goldschmiedezeichen
veröffentliche. Eine auch nur annähernde Vollständigkeit
ist nicht beabsichtigt und kann nach Lage der Sache
nicht beabsichtigt sein; es sind nichts als Notizen, was
ich gebe.
Das Basler Beschauzejchen, wie es seit dem 16. Jhrh.
erscheint, ist der Baselstab, d. h. die heraldische Verän-
dei-ung eines Bischofsstabes. Seit dem 14. Jahrb. braucht
der Bischof von Basel als Marke für das Eigenthum sei-
nes Hoflialtes diesen Stab, und die Stadt nimmt ihn be-
reits im frühen l,ö. Jahrb. dergestalt als Wappen an,
dafs sie ihn verkürzt und gedrungen geschweift dar-
stellt, ihm im oberen Theile, vor Aufsetzung der Krüm-
mung, ein dreilach gegliedertes Beschläge gibt und den
Stachel in einen breiten Dreispitz auslaufen läfst. Die
Krümmung selbst geht bald nach links, bald nach rechts.
Dieser Baselstab erscheint als Beschauzeichen allein,
im runden oder ovalen Feld, häufig im 16. und 17. Jhrh.;
häufig aber im 17. und 18. auch mit Zusätzen versehen.
Die zwei, seit nachweislieh dem 17. Jahrh. gleichzeitig-
angestellten, »Bunzenmeister'f führten kleine Unterschei-
dungszeichen, die wieder zu ihrer Kontrole dienten ; und
jedem neu ernannten solchen Beschauer wurde von der
Zunft ein eigener derartiger Stempel bestellt. Zunftaul-
zeichnungen darüber sind bis jetzt nicht ans Licht ge-
treten ; einiges ergibt sich aus datierten Arbeiten.
So kommt im 17. Jahrhundert gewöhnlich der Basel-
stab mit einem B dahinter vor im ovalen Felde; im
runden auf einem Werk von 1678; im achteckigen auf
einem von 1708. Der Baselstab wird von dem folgenden
B durch einen Punkt getrennt, im herzförmigen Schilde,
1663. Darunter steht ein Stern, gleichfalls im herzför-
migen Schilde, 1685. Der Baselstab ist vom B durch ei-
ill
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
212
nen Strich getrennt, 168ö. Der Baselstab mit blofseiu B
im achteckigen Feld, 1682, 1708, Der Baselstab umgeben
von einem »Kränzlein« ('vierzehn kleinen Kreisen) 1733.
1761, Der Baselstab umgeben von einem Reit, im ova-
len Schilde, 1732. 1733, in 8 Form, 1768, 1782, und so
mag noch die eine oder andere Variaute vorkommen, die
auf die oben angegebene Ursache zurückführt.
Die älteste von mir gesehene Basler Goldschmiede-
arbeit mit Beschau- und Meistei'zeichen ist der Becher
des Erasmus von Rotterdam von 1530, jetzt in der mittel-
alterlichen Sammlung, abgebildet in meinef »Kuust im
Hause«, Heft 2, Taf, 14, Beschauzeichen der einfache
Baselstab im runden Felde, Meisterzeichen ein Lamms-
oder Schweinskopf; der Verfertiger ist danach vorläufig
nicht bestimmbar. Hiernächst ein Kelch im Kirchenschatze
zu Baden im Aargau, Renaissance- Arbeit, aus Kloster
Wettingen stammend, auf welchem das Beschauzeichen
in merkwürdig alter Form, der Baselstab noch sehr ge-
streckt, wie im lö, Jhrh, und auch im Schilde dieses Jahr-
hunderts, erscheint; Goldschmiedezeichen etwas undeut-
lich, sicher ist ein anfangendes F, unsicher dagegen der
folgende Buchstabe, der jetzt als I gelesen wird, aber
wol der Rest eines B ist; diese Vermuthung als richtig
genommen, ergibt sich als Meister Friedrich Bildtsehnitzer,
der 1526 Zunftreeht erlangte.
Im 17. Jahrhundert werden nun die erhaltenen Ar-
beiten häufig. Hier arbeiten für die reich gewordene
Stadt wie für aufserhalb Goldschmiedefamilien, in denen
der Beruf vom Vater auf den Sohn, Enkel, Urenkel ver-
erbt, und die mit den Wurzeln ihrer Kunst und ihrer
Tradition noch im 16. Jahrh. stehen.
Eine der berühmtesten derselben war die Familie
Fechter, die vom Ausgang des 16. Jahrhunderts bis über
die Mitte des 18. nicht weniger als 9 Goldschmiede lie-
fert. Der älteste darunter Adam Fechter d. ä,, geboren
1568, zünftig 1595, gestorben 1629; die berühmtesten:
Sebastian Fechter, Vater und Sohn, die zusammen arbei-
teten; der erstere geboren 1611, zünftig 1633, gestorben
1692; der letztere geboren 1651, zünftig 1673, gestorben
1687, Es folgen: Adam Fechter d, j,, geboren 1649,
zünftig 1670; Jacob Fechter, geboren 1659, zünftig 1682,
gestorben 1691; Johann Ulrich Fechter d. ä. , geb. 1674,
zünftig 1702, gest. 1747; Johannes Fechter, zünftig 1735;
Johann Ulrich Fechter d. j., zünftig 1741, gest, 1766; und
endlich Johann Jacob Fechter, zünftig 1750. Von Adam
Fechter d, ä, kenne ich nichts. Dagegen haben sich von
Sebastian Fechter, Vater und Sohn, eine Reihe hervorragen-
der Arbeiten erhalten; ich nenne von vielen nur den grofsen
Nautilusbechor der Safranzunft in Basel, eine Trinkkanne
in der mittelalterlichen Sammlung, das Reliquienkästchen
des heil. Hilarius in der Stiftskirche zu Säckingen, eine
Trinkschale der Gefellschaft der Böcke in Zürich, einen
Pokal der Pfisterzunft in Bern. Ihr Goldschmiedezeichen
waren zwei gekreuzte Schwerter, die Griffe oben, zu den
Seiten S und ¥. Von Adam Fechter d, j. hat sich erhalten
ein Trinkglas der Gesellschaft zum Rebhaus in Basel mit ei-
nem silbernen Löwen als Kelchträger, von 1684, und die
silbergetriebene Decke des, Wappenbuchs der Zunft zum
Schlüssel in Basel, von 1690, eine prächtige Arbeit. Adam
Fechter führt eine fünfblätterige Blume tief unten inv
Schilde, darüber A F. Von Jacob Fechter ist mir nichts
bekannt. Johann Ulrich Fechter d. ä. fertigte: einen Will-
komm der Schlossergesellen zu Basel 1709; einen Vexier-
becher der Vorstadtgesellschaft zur Mägd daselbst in
Form einer Jungfrau mit Wappenschild, Palme und ver-
goldetem Hauptkranz, 1722; den Kelchträger eines Trink-
glases der Gesellschaft zum Rebhaus, einen Löwen mit
Rebmesser 1728; eine silbergetriebene Dose, im Privat-
besitze zu Mainz, Sein Zeichen sind die gekreuzten Schwer-
ter, die Griffe unten, zu den Seiten die Buchstaben V
und F, Bei dem Willkomm der Schlossergesellen ist dies
Zeichen noch durch eine Krone zwischen den Schwert-
spitzen vermehrt. Von Johannes FechteT ist der silberne
Kelchträger eines Trinkglases der Vorstadtgesellschaft
zum Rupf in Basel (jetzt in der mittelalterlichen Samm-
lung), von 1749, ein Armbrustschütze auf hohem Fufs
und ein Paar silberne Salzfässer mit Deckel, in Besitz zu
Frankfurt, Er zeichnet mit den gekreuzten Schwertern,
die Griffe unten, zwischen den Spitzen eine Krone, zu Sei-
ten die Buchstaben I und F, Johann Ulrich Fechter, Verfer-
tiger vonKelchträgeru zu Trinkgläsern der Vorstadtgesell-
schaft zur Hären (ein wilder Mann, 1750) und zum Rebhaus
(ein Löwe, 1746), sowie von verzierten Buchschliefsen
von 1761 (Privatbesitz in Köln), hat als Zeichen die ge-
kreuzten Schwerter in der Weise wie sein älterer Namens-
vetter und Johannes, zwischen den Schwertspitzen aber I,
zu den Seiten V und F, Von Johann Jacob Fechter ist
mir nichts bekannt. Häufig hier vorkommende silberne
Efsgeräthe der Fechter sind dabei aufser Acht gelassen.
Eine alte Goldschmiedefamilie war auch die der Me-
rlan. Im Zunftbuche begegnen: Theodor Merlan, zünftig
1542. Beatus Merlan, zünftig 1553. Samuel Merlan, 1566.
Bartholome Merian, 1567. Dieboldt Meriann, 1569. Erhart
Merian, 1584. Hans Ulrich Merian, 1593. Hans Jacob
Merean, 1622, und als letzter Sebastian Merian, 1671,
Dieser letztere hat den grofsen Becher der Zunft zu Haus-
genossen von 1687 gefertigt; die mittelalterliche Samm-
lung besitzt aufserdem von ihm ein zierliches, vei'goldetes
Efsbesteck, Sein Zeichen ist das Wappen seiner Familie:
ein schräg von links nach rechts getheilter Schild, auf
der linken Seite der rechts schräg gelegte Wolfsangel,
so dafs der obere Widerhaken herunter, der untere hinauf
geht, rechts ein Stern ; ohne Buchstaben.
Die Basler Familie Fäsch hat folgende Goldschmiede
213
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
214
geliefert: Hans Rudolf' Fiiseh, zünftig 1329, Hans Rudolf
Fäsch der Jung 1333, Jeremias Fäseh 1378, Hans Jacob
Füsch 1704, Hans Rudolf Fäsch 1719, Hans Jacob Fäsch
(im Zunftbuche Fesch) 1732, Andreas Fäsch 1734. Von
Jeremias Fäsch scheint der prachtvolle Dolch in silber-
getriebener Scheide, mit Darstellungen aus dem Leben
des verlornen Sohnes, herzurühren, der im Jahre 1383
für den Bürgermeister Remigius Fäsch (f 1610) gefer-
tigt ward (jetzt in der mittelalterlichen Sammlung;
abgebildet: Kunst im Hause, Heft 2, Taf. 1.")); er ist ohne
Beschau- und Meisterzeichen , trägt aber das Fäschische
Familienwappen, und ein Theil der zu diesem Dolche ge-
brauchten Modelle sind aus altem Fäschischen Familien-
besitz in die Mittelalterliche Sammlung geliommen. Hans
Jacob Fäsch d. ä. ist Verfertiger eines Deekelpokals zu
Frevburg i. B., sein Zeichen ist HF.
Die Familie der Birmann (Biermann) stellt 1623 einen
bedeutenden Künstler, Jacob B. Er ist der Meister eines
der schönsten «Ehrengeschirre«, die noch zu Basel existie-
ren, des silbervergoldeten Trinkgefäfses der Gesellschaft
zum Rebhaus, von 1637 : ein aufrecht schreitender Löwe,
in der Rechten das Rebmesser, mit der Linken sich auf
einen starken Rebenstock mit Blättern und Trauben
stützend. Das Goldschmiedezeichen ist I B, und dies
könnte zweifelhaft sein , da auch andere Meister dieser
Zeit mit I B ihre Namen beginnen; aber unter den
Wappen der Gesellschaftsgenossen, die amFufse des Trink-
geschirres eingegraben sind, begegnet auch das seinige:
eine Birne mit den: Stiel nach oben, dadurch in schräger
Kreuzung zwei Pfeile, Spitze ebenfalls nach oben, gebohrt;
über dem Wappen aber steht I B und B'ecit; und dies
ist für ihn als Verfertiger und zugleich für sein Zeichen
beweisend. Danach .wird sich nun auch ein Deckelpokal
von vergoldetem Silber, von 1638, mit dem Basler Beschau-
zeichen und dem, Stempel I B, auf der Kunstausstellung
zu Karlsruhe ISSl aus dem Besitz Sr. K. H. des Grofs-
herzogs von Baden befindlich ' gewesen (beschrieben in
Rosenbergs Katalog, No. 343), als von Jacob Bii-mann her-
rührend bestimmen lassen. 1653 erseheint im Zunftbuche
Jacob Biermann der Jünger, dessen Zeichen nun, zum
Unterschiede von dem seines Vaters, das Familienwappen,
die oben beschriebene Birne mit den Pfeilen^ ist, zu den
Seiten die Buchstaben 1 und B (das einfache I B geht
später auf einen andern Goldschmied, vergl. unten.) Er
hat den Becher der Schlüsselzunft zu Basel, in Form eines
grofsen Schlüssels, gefertigt. Der 1669 zünftige Peter
Biermann, von dem die städtische Alterthumssammlung
zu Freiburg i. B. einen sog. Apostellöffel bewahrt, zeich-
nete, ohne Wappen, P B. Von den 1715 verzeichneten
Lucas Birmann, sowie von Johann Jacob Biermann, 1756
erscheinend, ist mir nichts bekannt.
Aus der Familie Beck sind Goldschmiede hervorge-
gangen : 1638 Christoph Beck, Sohn des Rathsherrn Se-
bastian Beck, und 1660 ein ganz gleichnamiger Christoph
Beck, Sohn des Gerichtsherrn Albert Beck: ferner 1670
Albert Valentin Beck und 1697 ein dritter Christoph
Beck. Das Zeichen der Beck ist ihr Familienwappen, die
entfaltete Rose mit Stiel, der oben in der Mitte über der
Blume ansetzt und rechts derselben im Rund bis zur
Mitte unten läuft ; ohne Buchstaben. Ein Beck hat laut
des Zeichens die silberne Meisterkrone der Zunft zu Haus-
genossen geschmiedet, die 1663 angeschafft wurtle; ein
anderer die Meisterkrone der Zunft zu Spinnwettern Qetzt
in der mittelalterlichen Sammlung), tue nach der Arbeit
wol erst in den Anfang des 18. Jahrhunderts fällt.
Endlich die Familie der Falkeisen: 1653 Ezeehiel.
1671 Leonhard, 1709 Peter, 1730 Sebastian. Von Leon-
hard Falkeisen ist manches bekannt, aber nichts, was
irgendwie das Gewöhnliche überschritte. Sein Zeichen
war L. F. In der mittelalterlichen Sammlung befindet
sich von ihm ein grofser silbervergoldeter Doppelbecher,
der Universität gehörig, und ein kleiner Becher mit ge-
triebenem Blumenwerk.
Andere Basler Goldschmiede, von denen Arbeiten iibrig,
sind : Hieronymus (Jeronimus) Linder , zünftig 1648 ;
Zeichen ein schräg gestelltes Hakenkreuz, in der Mitte
von unten nach oben ein Pfeil durchgehend (das Linder'-
sche Wappen;. Zu den Seiten I und L. Von, ihm ist
das Trinkgeschirr der Zunft zu Rebleuten von 1668, ein
schön gearbeiteter Wolf mit dem Rebmesser. — 1678
Emanuel Linder; Zeichen, ein Rosenbaum mit Wurzeln
und drei Zweigen mit je einer Rose, zu den.Seiten E und
L. Arbeit: eine Trinkschale der Weinleutenzunft zu
Basel, von 1684. — 1683 Hans Rudolf Huber; Zeichen
R H; Arbeit: eine kleine, aber geschmackvolle Trinkschale
der Zunft zu Fischern (in der mittelalterlichen Sammlung),
von 1683. — 1698 Ernst Ludwig Meyer, Sohn des Gold-
schmiedes Hans Rudolf Meyer, 1665; Zeichen DI ; Arbeit:
eine kumpige Henkelschale, auf dem Grunde getrieben
zwei Schwäne, im Besitze Sr. Maj. des Königs von Würt-
temberg, auf Sclilofs Rebenhausen. — 1698 Hans Heinrich
Schrotberger ; Zeichen H S ; Arbeiten : ein gröfserer
Becher mit gravierten Wappen, jetzt auf der Landesaus-
stellung in Züi'ich, und eine Trinkschale der Weinleuten-
zunft in Basel, von 1709. — 1677 Johann Brandtmüller;
Zeichen I B ; Arbeiten : das Trinkgeschirr der Vorstadt-
gesellschaft zur Krähe, in Form einer Krähe mit einer
Schelle am Fufse, von 1681, und die silberne Bütte eines
sog. Huttenmanns von 1682, derselben Gesellschaft gehö-
rig, beide jetzt in der mittelalterlichen Sammlung. Ein
Bruder oder Vetter von ihm w^ar Johann Friedrich Brandt-
müller, zünftig 1680, der die silbergetriebene Decke des
Wappenbuchs der Schmiedezunft (jetzt in der mittelalter-
lichen Sammlung) im Jahre 1708 erstellte ; Zeichen I F B.
215
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
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Nocti erscheint 1711 ein Friedrich Brandtmüller Jünger,
von dem nichts bekannt.
Der letzte Basler Goldschmied von einigerniafsen
liünstlerisoher Bedeutung war Abel Handtmaun, zünftig
Basel.
174Ö. Sein Zeichen ist die aufgereckte Hand, im Hand-
tt^Uer sichtbar; eine Arbeit von ihm der Kelchtrüger eines
Trinkglases der Yorstadtgesellschaft zum Rupf von 1779,
ebenfalls unserer Sammlung einverleibt.
M. Heyne.
itlittclaltcrlichcr Haiisrath und das Leben im deutschen Hause.
1.
Wie wir in früheren Jahrgängen das Material, welches
unser Museum für das Studium einzelner Kulturgebiete
bereits vereinigt hat, wenn auch nicht vollständig, so
doch auszugsweise, in ganzen Reihen von Aufsätzeu zu-
sammengestellt haben, so gedenken wir, auch eine kleine
Reihe von Aufsätzen der Betrachtung des Materiales zu
widmen, welches bereits zum Studium des Lebens im
deutschen Hause, vorzugsweise im Bürgerhause, gesam-
melt ist, sodann das Mobiliar und die kleinen Geräthe,
welche das Haus wohnlich, das Leben augenehm machen,
wenigstens theilweise darzustellen. Vereinzelt haben wir
ja schon manches ähnliche gegeben ; es bleibt aber noch
immer genug zui-- Betrachtung übrig. Theilweise wer-
den wir an solche frühere Einzelaufsätze wieder anknüpfen,
theilweise auch auf die Bilderhandschriften zurückkommen,
Fig. 1.
aus denen wir früher anderes ausgezogen haben, insbeson-
dere auf die des Trojanerkrieges (von 1441) und die Me-
lusinenhandschrift (1468), nachdem wir die Einzelbe-
trachtungen in früheren Nummern geschlossen haben.
Wir werden auch hier die bunte Reihenfolge walten las-
sen, welche unsere früheren Serien bei den Lesern be-
liebt gemacht hat; und wir wollen gerade mit einer Mit-
theilung aus der Melusinenhandschrift beginnen, von der
wir in der letzten Nummer gewissermafsen Abschied ge-
nommen haben.
Unter den Bildern derselben sind jene die interes-
santesten, welche Darstellungen aus dem süddeutschen
bürgerlichen Leben in der Zeit der Entstehung der Hand-
schrift wiedergeben. Wohl spielt die Erzählung in den
höchsten Gesellschaftskreisen ; allein der Illustrator des
Fig. 2.
217
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
218
Buches war dieser Gesellschaft fremd.
Mochte er auch vielleicht einmal auf
Reisen einen König oder Herzog ge-
sehen haben ; das Leben am Hofe, die
Einrichtung eines königlichen Schlos-
ses war ihm fremd. Wie der ganze
Gesichtskreis des Hlustrators enge und
prosaisch war, so dachte er sich das
Leben der Grofsen auch nicht anders
als jenes der Bürger. Er bleibt des-
halb stets mit seinen Darstellungen
im Bürgerhause, und eben darum sind
uns seine Bilder interessant genug.
Wir verweisen auf Fig. 1 u. 2,
die uns das Schlafgemach des Bürger-
hauses zeigen, das grofse Ehebett und
die Wiege, in welche die Kinder ge-
legt und festgeschnürt sind. In Fig. 1
sehen wir eine Frau angekleidet zu
Bette. Es ist die Scene einer Ent-
bindung; die Hebamme hat bereits
Fig 3.
das Kind in Händen. Niemand würde
aber erralhen, dafs hier Melu.sine dar-
gestellt ist, die das zweite Mal gebiert.
Das Bett ist ziemlich einfach ; es in-
teressiert uns besonders der Baldachin.
Himmel, der aus Stoff über das Haupt
gespannt ist, sowie das lange Kistchen
zur Seite der Bettstelle, das zugleich
als Trittstufe zum Besteigen des Bettes
dient. Im zweiten Bette liegen die
Personen nackt, wie man damals
schlief. Es hat keinen Baldachin. Es
ist aber auch nicht etwa das Ehepaar
hier zu Bette dargestellt, sondern es
sind die beiden Ammen, welche für
das von Melusine hinterlassene Zwil-
lingspaar von Säuglingen bestellt
sind. Wie die Zwillinge in gemein-
schaftlicher Wiege, so liegen die Am-
men in gemeinschaftlichem Bette. Die
säugende Frau aber ist die nach ihrem
Fig. 4.
Fig. 5.
219
Anzeie-er für Kunde der deutschen Vorzelt.
22ü
Heimg'ang-e öfters erscheinende Melusine, welche, auch
nachdem sie die Erde verlassen hat, noch stets ihre Kin-
der säugt. Fig'. 3 zeigt uns die Frau des Hauses im
Lehnstuhl. Einen ganz ähnlichen Stuhl besitzt unser
Museum im Original. Von allem Hausrathe des Mittel-
alters sind gerade Stühle am seltensten. Unser Exemplar
befand sich in Tirol, wo Antiquar Ueberbacher das Stück
in einem Dorfe unweit Bozen fand, in das es sicher wohl
von einer Burg (vielleicht Runkelstein?) gelangte; denn
das Schuitzwerk dürfte doch nicht auf bäuerlichen Ur-
sprung deuten.
Fig. 4 zeigt uns eine Gesellschaft, speisend am Tische,
über welchen weifses Linnen mit eingewebten blauen
Streifen gedeckt isL Als Sitz sehen wir einen einfachen,
runden Stuhl mit vier schräg gespreizten, runden Beinen.
Die Gäste haben hölzerne, runde Teller und Messer ; einer
speist mit dem kurzstieligen Löffel; der vorne sitzende hat
ein grünliches Trinkglas mit Batzen; aufserdem liegen
Stücke Brot auf dem Tisch. Der Aufwartende bringt eine
tiefe Schüssel. Eine ähnliche steht auf dem Tische auf
einem von Thierfüfsen getragenen Ringe; die gelbe Farbe
deutet auf Messing." Zum Speisen der festen Stücke
nimmt man die Finger. Die sitzenden haben ihre Kopf-
bedeckungen auf.
In Fig. 3 werden wir an das Bett eines Sterbenden
geführt, dem der Priester Absolution gibt; auf einem run-
den, vierbeinigen Stuhle, über welchen ein weifses Tuch
gebreitet ist, steht das Giborium, dessen Mäntelchen zu-
sammengeschoben ist. Ein Schreiber nimmt den letzten
Willen auf, den er über den Beinen auf einen Pergament-
streifen niederschreibt, während ein anderer Assistent
die brennende Kerze hält, die am Todtenbette anzuzün-
den eine Sitte der katholischen Kirche ist, welche im
Mittelalter pünktlich gehandhabt wurde. Das Bett ist
wieder einfach gezimmert und ziemlich niedrig.
Nürnberg.
A. Essen wein.
Brotvrrkniif- iiiid Scliaii-Ordiiiiii»- für die Stadt riiiir
vom 13. Jiiiii 1408.
Bei dem regen Interesse, das den Polizeiverorduungeu
des Mittelalters entgegengebracht wird, glauben wir, auch
eine im Archive des germanischen Museums bcllndliche
Ordnung für die Pfister (Bäcker) der Stadt Chur mit-
theilen zu sollen, welche Bischof Harlmann zu Chur
(1390—1416) «an vnsers herren fronlicharas abent, do
man zalt nach Cristus gehurt jm vierzehenhundertsten
Jar, dar nach ,jn dem achtoden jar« (d. i. am 13. Juni
1408) erlassen hat. Die Urkunde enthält namentlich Be-
stimmungen über den Verkauf des Brotes, der nur nffent-
lich an bestimmtem Platze stattfinden sollte, und über
die Beschauung desselben durch den Stadtammann und
diejenigen, die er dazu verordnete. Wie aus der Ordnung
hervorgeht, beschäftigten sich die Ghurer Bäcker auch
mit dem Getreidehandel, der ihnen für dieselbe Zeit
— ein Jahr — verboten wurde , für die ihnen das Brot-
backen untersagt war, wenn sie, die Anordnung für den
öffentlichen Brotverkauf übertraten. Auch für die Münz-
verhältnisse jener Zeit sind die Bestimmungen über den
Getreidehaudel von Interesse.
Wir lassen die Urkunde nachstehend folgen :
Wir hartman , von Gottes gnaden Byschoff ze Cur,
Tönt kunt vnd Bekennent mit disem brief das wir mit
guter Vorbetrachtung, nach Rät vnsers Gapitels vnd nach
Rät vnsers stattammans vnd gemains Rates ze Chur,
durch bessrung vnd gemains nuczes willen unser burger
vnd ander erber Lüt vns erkent vnd vfgeseczt band
(haben) ze haltenn dise nächgeschribne stuk. Des ersten,
daz die pfister ^) all ze Cur, die da vail brot Bachent,
allwegen bachen sond (sollen) vnd sollen daz brot ver-
kauffen an der Brotloben '^) offenlichen vnd da vail haben
vnd nieua anderswä "), es wtiri denn, das wir oder die
Corherren ald â– *) die priesterschaft vnd och vnser Burger
zö aines pfisters hus schikten vmb brot, daz wir vnd
sy vber Tysch bruchen wdlten, das mugent sy vns allen
also wol geben vngeuärlich vfs jren hüsern. welher
pfister diz Ordnung nit wdlt halten, der sol ain ganczes
Jar nüt Bachen an (ohne) gnäd vnd an abküssen ^) vnd
sol darzu dehain^u gewerb ") haben mit dehainer Lay körn
ze verkoufen ald ze kouffeu vnd och von kouffmanuschaft
(Handel) wegen mit nieman kain gemaind (Gemeinschaft)
haben, vnd wie dik (oft) ain jeklicher pfister dawider
tat, so ist er zu jedem mal vervallen ze biifs, vns zehen
Schilling Costenczer pfenihg, der stadt och zehen Schilling
pfening vnd dem amman sine recht. Weiher pfister
körn oder mel hat, der sol bachen vnd diz (diese) Ordnung
halten by der egenanten pen, welher aber vngeuärlich
weder körn noch mel hett, der ist nit gebunden ze bachen.
Es sol öch der amman allwegen, wie dik jn das dunkt
notdurftig (zu) sin, daz brot geschowen mit den (denen),
die er gern zu jm nimpt vnd jn gut dünken zu dem
schowen. vnd ob den amman vnd die schower, die er
zu jm nimpt, dunkt daz brot ze klain sin, so sol er den
pfistern, die daz klain brot band, gebieten, daz sy ie
1) Pfister (aus latein. pistor), Bäcker. Sclimeller.-Fr. I., 443.
2) Brotiaube, üffentlielie Halle, Bogengang, unter welchem
Brot feil gehalten wird. 8chm.-Fr. I, 1405.
3) nirgend (mittelhochd. niene) anderswo Schm.-Fr. II, 1712.
4) ald, alder, oder. Schm.-Fr. I, 67.
5) Ablassen, Nachlafs, Nachsicht.
6) keinerlei Betrieb, Geschäft.
221
Anzeiger iüv Kunde der deulseheii Vorzeil
222
zwtü lirot geben vmb dry haller vnd dem iuniimnn
sinen ban '). welcher pflsler dawider h'it, der ist aber
(abermals) die egenant pen verfallen, wie dik daz ze
schulden kunt (kommt), wenn och der amniann vnd
die Schower, die er zii jni ninipt, daz brot schowent, so
sei sy nieman misshandlen mit worten noch werchen.
wer sy aber luisshandlety mit vnbeschaidnen worten
ald werchen, Es war wib oder mann, der ist all wegen
die egenant pen verfallen. Redde (Redete) aber jeman
als vnbeschaidenlich wider vnsern amman vnd die
Sohower, das vns vnd den Rat düchte (deuchte), das sy
hertlicher (härter) ze straffen wären, dez (dazu) haben
wir allwegen gewalt behalten, welher öch koru oder ander
wert verkouffen wil hie ze Cür^ der sol dar an uemen
aller Lay müns nach dem als die werung hie ze Cur ist.
Es sigint (seien) Guldin, alt plapphart ^) nUw plapphart
vud Gostenczer, jeklich müns nach siner werung, vnd
send (sollen) den pflstern noch vnsern burgern nit türer
geben denn Gesten (Auswärtigen) vnd och vmb alt plapp-
hart oder vmb Gostenczer nit türer geben denn vmb
nüw plapphart oder guldin. als dik jeman dawider täte,
der war allwegen die egenauten pen verfallen. Des ze
vi'kund haben wir Byschoff hartmaun vnser jnsigel vnd
wir der Rät vnsrer statt minder (kleineres) jnsigel ge-
henkt an disen brief, Der Geben ist ze Cur an vnsers
herren frönlichams abent, do man zalt nach Cristus
geburt jm vierzehenhundertsten jar. dar nach ju dem
achtoden jar.
Originalurkunde auf Pergament. Die Siegel sind
noch an der Urkunde.
Nürnberg. Hans Busch.
7) das Gebotene, Vorgeschriebeue. Schra.-Fr. I, 242.
8) Plaphart, Blaphart, Plappert, Blaffert, ehemalige Scheide-
münze, Dickpfeunig (ca. 3 Kreuzer an Werth). Sehm. -Fr. I, 460.
Dr. Fr.
Malerurkiiudeu aus Löncuberg i. Sclil,
In Prof. Alwin Schultz' urk. Geschichte der Bres-
lauer Malerinnung (1866) ') und in dessen Untersuchun-
gen zur Geschichte der schlesischen Maler, 1500—1800
(1882) -) werden mehrfach Mitglieder einer Malerfamilie
na^nhaft gemacht, welche aus Löwenberg stammten und
sowohl dort als in Breslau thätig gewesen sind. Das
älteste derselben ist Nikolaus Landsberg (Landsberger),
dessen Aufenthalt in Breslau sich bis 1509 bestimmt nach-
weisen läfst. Er ist identisch mit Meister Niclos von
Lemberg (mittelalterlicher Name für Löwenberg), wie
sich aus den nachstehenden Urkunden eines Stadtbuchs
1) S. 84. 89. 2) S. 98.
von Löwenberg ergibt. Dort tritt er und sein Bruder
Hans bereits 1490 auf:
Acta molerensium (!) vnd irer stiefmuter.
. . . Nickil Hitzer in vormundschafft Margarethe siener
tochter aneynem vnd Nickil vnd Hans die moler, in Vor-
mundschaft Jörgen, Valentini, Katherine vnd Ursule, irer
vnmundischen geswisteren, am andern teylle (sc. vertra-
gen sich), also das sie zcu uestin (zunächst) allen thalbin
gute frundt seyn suUen vnd aller vnwille zcwisehen
yn (ihnen) begebin ; auch soll die morgengabe gancz abe-
gethan seyn. Zcum andern so sullen die gen. moler irer
stiffmuter vor ir dritte teyll vnd irer stiffgeswlstern
vor ire vetterlichin angefeile gebin 10 gülden vngr.
Auch sullen sie der frauen fulgin lassen ire betthe-
gewandt vnd cleydir, die sie hineyn bracht hat (sc. in
die Ehe) mitsampt dem bellitcz (Pelz) vnd rocke von
harrasz (Arras ; gemusterter Wollenstoff), das ir ir man
gegebin hat. 1490 fer. 3. an. Agnetis (19. Jan.) , Stdtb.
f. lD2b. — Der verstorbene Gemahl hiefs Martin; denn
1491 fer. 6. an. Phil, et Jac. (1. Mai) steht verzeichnet :
Marg. Mertin Lantzbergyn sich vorzciegen hat ken Nikil
Landsberge dem moler, in macht siener bruder vud ge-
swisteren, von wegen ires mannes driftet eylles halbin,
bekennende, das ir eyne volkomene vorguugunge do-
vor gescheen sey. Auch so hat N. Hitzer globit (gelobt),
das her Bernhardin, frawen Blargarete vnmundisehin
kindt, wenne isz zcu sienen mundigen iaren komet, das
her isz auch dorzcu brengen wil, das isz sich ken Nickil
moler vorzceyeu sali. (Stdtb. 170 b.) — Ein letzter Aus-
gleich zwischen dem ältesten Bruder u. seineu Geschwi-
stern erfolgte fer. 4. p. Stanisl. (9. Mai) 1492 : . . . Hans,
Jorge vnd Valtann Lantzberger gebruder vor sich vnd
Hans in vormundschafft Kattherine vnd Ursule habin
eyntrechtiglichen bekannt, dasz sie eyuen volkomeu ent-
scheit mit Nikil L., irem brueder vmb allisz iresz vetter-
lichen vnd muterlichen angefelle gehabit heften in sulchir
forme : 1) so sullen den zcweyen iunckfrawen auszfolgen
irer muter cleyder vnd allisz kasteugerethe, auszgenomen
dasz betthegewandt, dasz ist Nickil zcugeeygent. 2) so
habin sie Nickil vorkawfft hawse, hofe, allisz haws-
gerethe, allen bawerothe (Baumaterial?), czciene gefese
(zinnerne Gefäfse), kanneu, schussil, pfannen, kessil vnd
gezcewc zcu dem handwerg der moler, von tafil-
bilden etc. vnd ym dasz gegebin vnd angeslagen vor
120 marg. Dovon sali Nickil alle schulde vud gulde
beczalin. Darnach sal her itzlichem sienem geswie-
steren gebin 10 marg groschen, wenne sie isz bedurffende
seyn wurden vnd desz nicht leuger entperen wühlen.
(Stdtb. 180 b.)
Nach einem alteu Geschofs - Register , dessen Abfas-
sung der Löwenberger Historiker Sutorius in die Zeit
von 1484 — 1503 verlebt, wohnten auf der Laubaner Strafse
â– 22'i
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
224
•Mertin moler« , auf der Judenstrafse »Nicolaus moler<f.
Jenen halte ich für den um 1490 verstorbenen Vater.
Dieser verzog dann mit seinen Brüdern Hans und Georg
nach Breslau. Von seinen Schülern möchte ich den
Benedikt Sauder hervorheben, von dem ich nachweisen
konnte, dafs er 1313 zu Freiberg in Sachsen als Maler-
geselle lebte. ^)
Kirchen in der Umgegend von Löwenberg und auch
einige im Bunzlauer Kreise besitzen noch bemalte Schnitz-
arbeiten, welche aus dem Ende des 13. Jahrb. herrühren.
Es ist wohl möglich, dafs Nik. Landsberg eine Anzahl
davon verfertigt hat. Man mufs es bedauern, dafs Suto-
rius in seiner Geschichte von Löwenberg I, 123 so ober-
fläehhch von einem Kontrakt handelt, den 1310 die Annen-
und Marienbrüderschaft mit einem Maler schlofs, der
einen Flügelaltar (mit Darstellungen aus Joachims Ge-
schichte) in der Kapelle zum h. Kreuz herstellen sollte.
Der Verfertiger erhielt 40 M. Angeld. Von seiner Arbeit
selbst habe ich keine Spur mehr zu entdecken vermocht.
Bunzlau. Dr. Ewald Wernike.
3) Mitth. V. Freiburger Alterthumsverein, 17. H. 1880, S. 23.
Die Herkiiuft drr büiKliivriscIi-roiiinuisclioii Sprache.
Im Viuschgau, welches bekanntlich an das romani-
sche Grauliünden grenzt, erzählt man sich : Als einst der
Teufel mit einem Sack, in dem er alle Sprachen der Welt
hatte, durch die Luft flog, brach ihm derselbe in Grau-
bünden auf, so dafs alle Sprachen herausfielen. In der
Eile klaubte er nicht alles zusammen ; daher hat die
bündnerisch-romanische Sprache von allen Sprachen et-
was. (Mündlich aus Nauders in Tirol.)
St.ockeraü in Niederösterreich.
C. M. El aas.
Die sogeiiaunteii rrlanlikreiizc in Aicdcrösterrcicli.
Nach Weinhold: «Die deutschen Frauen in dem Mittel-
alter« II, 201 wurde im Mittelalter der Gast beim Auf-
bruche ein Stück Weges begleitet und dann mit einem
Segensspruche und unter dem Kreuzzeichen verabschiedet.
Dazu bemerke ich, dafs sich in Niederösterreich fast al-
lenthalben, in einiger Entfernung von den Ortschaften,
an der Landstrafse ein sogenanntes ürlaubkreuz beiludet,
bis zu welchem man — wie es heilst — in frühern Zeiten
den vom Orte Ausziehenden das Geleite gab und sich
dann von ihnen beurlaubte. Diese Denkmale waren, wie
aus der Benennung ersichtlich ist, ursprünglich wol
Grucifixe oder einfache Kreuze; gegenwärtig aber bestehen
sie aus einer älteren, in Stein plastisch ausgeführten Dar-
stellung des Abschiedes Jesu von Mai-ia.
Stock er au in Niederösterreich.
G. M. Blaas.
Acta Bari). Kesscleryiin et Pctri Kesseler de Legnicz.
Actum in vigilia S. Barbare virg. Anno 1478 haben
wir Burgermeister vnd ratmaune der statLewenbergcineji
ganczen volkomen entscheid vnd Vorrichtung gemacht
czwuschen Barb. Kesselerynn, Mertin Kesselern irem sone,
Veozens vnd Francze Jungenickoln iren brudern an eyme
vnd meister Peter dem Sweinsneider zu Legenicz
am andern teiln vmb den totslag, den der gen. mei-
ster Petir an Nie. Kesselern, seinem dyner, der gemelten
frawen Barbaren son in vnvnrsichtikit vnd vnachtsamkil
halben getan hot : Alzo dar her em alhie im closter ei-
nen dreysigsten zu seiner zele selikit bestellen vnd seine
bestatung ordinlichen ausrichten sal vnd in ire bruder-
schaft schreiben lassen, eyne naw capelle seczen, eine
Romfart ken Breslow leisten, vnd der obgen. frawen
Barbaren 10 marg guter ganghaftiger moncze gebin etc.
(Löwenberger Stadtbuch, f. 43 b.)
Bunzlau. Dr. E. Wem icke.
Gcrichtshändc. *)
Auch bei Bern befindet sich in einer ziemlichen Ent-
fernung von der Stadt, an der grofsen Thunstrafse, ein
steinerner, etwa acht Fufs hoher Stock, auf dessen oberer,
einem Seitenweg zugekehrten Seite eine Hand mit den
aufgerichteten Schwurflngeru eingegraben ist. Dieselbe
könnte das Wappen der Berner Familie von Sinner sein,
ist aber viel wahrscheinlicher die Bezeichnung der an
diesem Seitenwege abschliefsenden Bannmeile (Burgfrie-
dens), da an diesen Gebietsgrenzen gewöhnlich von den
Ausgewiesenen die Urfehde abgeschworen werden mufste,
nicht mehr in diesen Burgfrieden zurückzukehren.
Bern.
J. Schnell.
*) Zu diesem Anzeiger 1881, Sp. 237 uml 1882, Sp. 69 u. 261.
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Essenwein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei L'. K. Sebald in Nürnberg.
Mit einer Beilage.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KÜNDE DER DEIT8(JI1E\ VORZEIT.
1883.
X9 8.
August.
Chronik des gerinaiiischcii Museums.
Nürnberg, 25. Juli 1883.
Das Interesse des deutscheu Apothekerstaudes an der Ergän-
zung des Materials, üvelclies unser Museum zur Geschichte der
Pharmazie bereits seit Jahrzehnten gesammelt hat, bewährt sich
von Tag zu Tag mehr , und es läfst sich jetzt schon voraussehen,
dafs diese Abtheilung recht bald zu einem jjharmazeutischen Central-
museum erweitert sein wird. Fortgesetzt mehren sich die Bestände,
die einstweilen aufbewahrt werden; und da auch baare Geldmittel
zur Erwerbung solcher Objekte nothig sind, die etwa aus den Hän-
den von Händlern nicht geschenkweise zu erhoffen sind, da ferner
durch Tragung des Portos für vielseitige Einsendungen Kosten er-
wachsen , und solche s. Z. für die Ordnung und Aufstellung der
Gegenstände in beträchtlicher Zahl erwachsen werden, so hat der
Bezirksverein der Apotheker von Mittelfrankeu für die Sache 200 m.,
jener von Schwaben und Neuburg 50 m. eingesandt. Auf der Tages-
ordnung der nächsten Delegiertenversammlung des deutschen Apo-
thekervereines steht der Antrag des mittelfränkischen Bezirksver-
eines, dieses pharmazeutische Centralmuseum durch einen gröfseren
jährlichen Beitrag zu unterstützen.
Für das Handelsmuseum ist seit der jüngsten Mittheiluug wie-
der je 1 Antheilschein gezeichnet worden, von Seite der Handels-
kammern zu Slannheim und Nordhausen und der Herren Hermann
Limmer, MüMbesitzer und Mitglied der ba3-erischen Abgeordneten-
kammer, zu Kulmbach, und Hugo Lissauer, Kaufmann, zu Berlin.
Unsere Leipziger Pflegschaft hat erfreuliche Meldungen übei'
den Erfolg ihres Aufrufes hielier gelangen lassen, nach welchen
eine beträchtliche Zahl von Theiluehmern theils einmalige Beiträge
gegeben, darunter Herr Buchhändler Fritz Bädecker 100 m., theils
Jahresbeiträge gezeichnet hat, die zur Herstellung von Abgüssen
hervorragender sächsischer Skulpturen Verwendung finden sollen.
Seit Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden folgende
neue Jahresbeiträge angemeldet:
Von Vereinen : Berlin. Verein für die Geschichte Berlins
10 m
Von Privaten : Bamberg. Gg. Lotter, k. Bauamtsassessor,
3 m. Berlin. C. Altmann, Kaufmann, 3 m.; Eisner und Kirchheim
10 m. ; Bänke und Schlösser 10 m. ; F. Heckmann, Kaufmann. 10 m. ;
Dr. Moritz Löwinsou 6 m. ; Piud. Mosse, Verleger, 10 m. ; Sachsse,
Ober-Postdirektor, 10m.; Dr. Max Weigert !0m. Bückeburg. Karl
Stutzkopf 3 m GemUnden. Dr. Kussius Im.; G. Mayer, Eisenbahu-
offizial, 1 m. ; M. Reuter, Veterinärarzt, 1 m. ; Ad. Scheidter, k. Ge-
richtssekretär, 1 m. ; Jos. Schultheis, k. Amtsrichter, 1 m. Gräfen-
berg. Albrecht, Lehrer, iu Xamhof, 1 m. ; Fickenscher, Kantor, in
Beerbach, Im. Höchst a. M. Dr. Afinger, Chemiker, 2m.; Breuer,
Fabrikant, 2 m.; Dr. Selig, prakt. Arzt, 2 m. Leipzig. Fritz Bäd-
ecker, Buchhändler, 10 m. ; J. Bänsch-Drugulin 3 m. ; Dr. phil. Max
Bereud, Fabrikbesitzer, 5 m.; Otto Birling, Landgerichtsrath, 6 m.;
E. M. v. Bomhard, Reichsgerichtsrath, 5 m. ; Geh. Justizrath C. W.
F. Dorn, Rechtsanwalt b. R.-G., 10 m. ; Dr. jur. C. H. Dreyer, Reichs-
gerichtsrath, 5 m. ; Balthasar Elischer, Buchhändler, 10 m. ; Dr. phil.
R. Engelmann. Buchliändler, 6m.; Karl Geiger, Kaufmann, 5m.;
Dr. jur. H. v. Grävenitz, Reichsgerichtsrath a. D., 5 m. ; Th. Habe-
nicht, Fabrikbesitzer, 10 m. ; J. G. Herrmann, Kaufmann, 3 m. ; Aug.
Heyne, Kaufmann, 10 m. ; E. Holzweifsig , Kaufmann , 3 m.; Herm.
Hucke, Buchhändler, 5 m. ; Dr. phil. Ferd. Köhler, Oberlehrer, 3 m ;
Dr. phil. H. Kolbe, geh. Hofrath und Professor, 10 m.; Käseberg
u. Oertel, Xylographen, 10 m. ; Dr. phil. Karl Lampe-Vischer, Buch-
händher, 5 m. ; Dr. B. Lindner, Privatdocent, 10 m. ; Herm. Magnus,
Kaufmann, 5m.; Dr. jur. 0. S. L. Mittelstadt, Reichsgerichtsrath,
5 m.; Franz Mosenthin, Eisengiefsereibesitzer, in Eutritzsch, 3 m.;
P. Pabst, Musikalienhändler, 5 m. ; Aug. Pries, Buchdruckereibe-
sitzer, 2 m. ; E. Röder, Kommerzienrath u. Bankier, lü m. ; Dr. med.
M. Sänger, Privatdocent, .^m. ; Dr. jur. 0. Schill, Rechtsanwalt,
3m.; Otto Schneider Cm.; Herm. Schulz 3m.; E. A. Seemann.
Buchhändler, 5 m.; Dr. jur. M. E- Simson, wirkl. Geh. Rath, Prä-
sident des Reichsgerichtes, Exe, 10 m. ; Otto Steche, Fabrikbesitzer,
10 m.; M. Stengiein, Reichsauwalt, 10 m.; Dr. jur. T. L. Thomsen,
Rechtsanwalt b. Reichsgericht, 5m.; Gg. Weidenbach, Architekt,
3 m.; Mart. Wigand, Buchhändler, 6 m.; Dr. jur. Ose. Zenker.
Rechtsanwalt, 5 m. ; Limburg. Chr. Rübsamen, Regieruugsbau-
meister, 2m. Posen. J. Herse, Bürgermeister, 3m. Soden. Dr. Köh-
ler, Sanitätsrath, 2 m. ; Weifs 2 m.
Einmalige Beiträge wurden folgende gespendet:
Von Vereinen : Leipzig. Studentischer Verein für historische
Hülfswissenschaften 20 m.
Von Privaten: Leipzig. Fritz Bädecker, Buchhändler, 100m.:
Otto Dohle, Kaufmann, 3m.; J. G. Herrmann, Kaufmann, 3m.;
Ed. Kummer, Buchhändler, 5 m.; Dr. phil. Karl Lampe-Vischer.
Buchhändler, ö m. ; E. Mackenthun, Kaufmann , 20 m. ; Wilh. Otto
3 m. ; W. Petsch, Reichsgerichtsrath, 10 m. ; Dr. med. C. H. Schild-
bach 10 m.; Hugo Schwarz, Reichsgerichtsrath, 5 m.; E. A. See-
mann. Buchhändler, 10 m. ; Tittel & Krüger, Fabrikbesitzer, in Plag-
witz 10 ni. Wien. Ferd. Kwisda, Apotheker, 8 m.
Unsern Sammlungen giengeu ferner folgende Geschenke zu :
I, Für die kunst- und kulturgescliichtliclien Samm-
lungen.
(Kr. 8766-8769.)
Gratz. Anna Gräfin von Buttler, geb. Gräfin und Herrin
zu Stubeuberg, Sternkreuzordensdame : 9 Stubenbergische Porträte,
Kupferstiche von B. Kilian, Eimmart u. A. — Nürnberg. Gg. Ried-
ner, Privatier: Verbessertes Sackkalenderlein auf das 1784. Jahr.
Rudolstadt. A. Bianchi: Kleine Erd- und Himmelsgloben, Nürn-
berg 1736. Reisecompafs mit Sonnenuhr des 18. Jahrh. Schnupf-
tabaksdose mit Reisekarte, Brieftasche, 2 Spiele Karten und 3 Holz-
stöeke zum Kartendrucke, 18- Jahrh. Die Proportionen des mensch-
lichen Körpers, Federzeichnungen nach G. Audran ; 18. Jahrh. —
Thurnau. Dr. liönigshofer, Bezirksarzt a. D. : Lederstiefel mit
Gold- und Silberstickerei, orientalisch. — Ungenannter : 1 silberne
und 1 kupferne Medaille, 1882.
IL Für die Bibliothek.
(Nr. 47,425—47,579.)
Berlin. G. Grote'sche Verlagsbuchh. : Allgemeine Geschichte
in Einzeldarstellungen, hrsg. v. Oncken; III. Abthlg., 8. Tbl.: das
Zeitalter Friedrichs d. Gr. 1882. 8. Magistrat: Das Berlinische
Stadtbuch aus dem Ende des XIV. Jahrhdts. 1883. 8. Hermann
Weifs, Professor: Ders., Kostümkunde; 2. Aufl. II. Bd. 1883. 8. —
Bilin. Dr. jur. K. Profsliner: Ders., das Bad Ratzes iu Süd-
Tirol. 1883. 8. — Bremen. Archiv der freien Hansestadt:
Bremisches Urkundenbuch. hrsg. von Ehmck u. Bippen; Bd. IV,
1. Lfg. 1883. 4. — Budapest. Dr. Emerich Henszlmann:
iil
Anzeiger tür Kunde der deutschen Vorzeit.
2iS
Keifsenberger es Henszlmann, a nagyszebeni es a szekesfeherväri
regi templom. 1883. 4. — Donaueschingen. Karl Egon Fürst
zu Fürstenberg, Durchl. : Riezler, Geschichte d. fürstl. Hauses
Fürstenberg u. seiner Ahnen bis zum J. 1509. 1883. 8. — Dres-
den. Wilh. Streit, Verlagsh.: Die deutsche Bühne, deren geschichtl.
Entwicklung in Bild u. Wort. 1682. 4. Das Reich der Töne;
3. Aufl. 4. Die Welt der Farben. 4. — Eger. Heinr. Gradl:
Stadtarchivar: Ders., Bamberger Turnier-Orduung v. 1478. 8. —
Karlsruhe. Badische historische Commission: Dies, Mit-
theilungen etc.; Nr. 1. 1883. 8. — Kiel. Heinr. Handelmann,
Professor: Ders., der Fremdenführer im schlesw.-holstein. Museum
Vaterland. Alterthümer zu Kiel. 1883. 8. — Köln. Dr. A. Rei-
chensperger, Appellationsgerichtsrath a. D.: Ders., Rede, ...ge-
halten zur Frage wegen des Baues eines Reichtagsgebäudes. 1883.
4. — Marktbreit. Wilh. u. Ed. Tauber'sche Erben: Christian-
Erlangischer Zeitungs-Extract (Joh. Gottfr, Groisens Auszug der
neuesten Weltgeschichte); I.-XVH. Jhg., 1741— 1749 u. 1751—58.
8. Eisenhart, Erzählungen v. besonderen Rechtshändeln ; I. — VIII. Thl.
1767 — 1774.8. Thomasius, historia sapientiae et stultitiae; t. I— III.
1693. 8. Abel, proufsische u. brandenburgische Staats-Historie;
Thl. I. II. 1710. 8. CeremonialeBraudenburgicum. 1700. 8. Schnurr,
Kunst-, Haufs- u. Wunder-Buch. 1690. 8. Boltz, der wohl-instruirte
Amts- u. Gerichts-Actuarius ; I. -III. Thl. 1733. 39 u. 41. 8. Hen-
niges, de summa imperatoris Romani potestate circa profana. 1677.
8. Jlelissantes, das erneuei-te Alterthum. 1713. 8. Francisci,
Traur-Saal steigender u. fallender Herren; 2.-4. Thl. 1673, 77
u. 81. 8. Oldenbutger , thesaurus rerum publicarum; p. I— IV.
1675. 8. Gundling, Gundlingiana; 1.— 45. Stck. 1715—32. 8.
Gundling, Sammlung kleiner teutscher Schriften; 1. II. 1737 u. 52.
8. Denkwürdiger u. nützlicher Antiquarius des Neckar-, Mayn-,
Lohn- u. Mosel-Stroms. 1740. 8. Denkw. u. nützl. Antiquarius des
Elb-Stroms. 1741. 8- Jung, eigentliche u. gruudhaltende Fortsetzung
der ... Genealogie von denen Burggraflfen zu Nürnberg. 1735. 8.
Neu-eröffneter Welt- u. Staats-Spiegel; Thl. 1—100. 1710—16. 8.
Merkwürdige Reichs- Hof -Raths-Conclusa; 1.— 5. u. 7.-8. Thl.
1726 — 32. 8. Franck, kurtze Beschreibung der vier Monarchien.
1727. 8. Zincke, Leipziger Sammlungen von wirthsch., Polizey-,
Cammer- u. Finantz-Sachen ; Bd. 1 — 15, nebst General-Register zu
1—12. 1744—61. Lüuig, die Teutsche Reichs-Cantzlei; 8 Thl. 1714.
8. Biedermann, die Glückseligkeit der Toden etc. Gedächtnifs-Pre-
digt für G. Ad. v. Varell. 1766. 2. de Pufeudorf, de rebus a Carolo
Gustavo Sveciae rege gestis commeutariorum libri VII. 1696. 2.
Hübner, aller durchl. hohen Häuser in Europa . . . Genealogien. 1717.
8. Häiüen, Jahr- Buch alter u. neuer Nachrichten etc. 1743. 4.
Reinhard, Einleitung zu den weltlichen Geschichten der vornehmsten
Staaten. 1761. 4. Zenner, compend. staats-histor. Kriegs- u. Frie-
dens-Lexicon. 1733. 8. Höpfner, Roma media. 1713. 8. Thomasius,
des Freyh. v. Pufendorff polit. Betrachtung der geistl. Monarchie
des Stuhls zu Rom. 1714. 8. Unterricht über die Gesetze für die
Einwohner der preufs. Staaten. 1793. 8. Pütter, kurzer Begriff des
teutschen Staatsrechts. 1768. 8. Wolff-, ausführt Nachricht von
seinen eigenen Schriften etc. 3. Aufl. 1717. 8. Freyer, nähere Ein-
leitung zur Univeralhistorie; 6. Aufl. 1765. 8. Zopf, erläuterte
Grundlegung der Universal-Historie; 11. Aufl. 1763. 8. Knollius,
vocabularium biblicum novi testamenti. 1751. 8. Mylerus ab Ehren-
bach, de principibus et statibus imperii Rom. Germau. 1685. 8.
Die heutigen christlichen Souverainen von Europa. 1699. 8. v. Her-
den, Grundfeste des heil. rüm. Reichs teutscher Nation. 1669. 8.
V. Schröder, fürstl. Schatz- u. Rent- Cammer. 1737. 8. Grundrifs
der Fürsten-Kunst. 1734. 8. Nelckenbrecher, Taschenbuch eines
Banquiers u. Kaufmanns; 5. Aufl. 1801. 8. Defs Herzogth. Wür-
temberg allerhand Ordnungen. 1708. 8. Constitutiones criminales
Caroli V. imp. etc. 1702. 8. Schwedische Fama etc. 13.-33. Theil.
1712 — 18. 8. Struve, ausführliche Historie der Religions-Beschwerden
etc.; Thl. I u. II. 1722. 8. Glafey, Kern der Geschichte des h.
chur- u. fürstl. Hauses Sachsen. 1721. 8. Gundling, CoUegium über
den jetzigen Zustand von Europa, 1712. 8. Reglement ... wegen
künftiger Administration der Sportul-Cassen. 1782. 8. Allgem. Re-
gistratur- und Canzeley-Reglement. 1782. g- Allgemeine Deposital-
Ordnung f. d....k. preufs. Lande. 1783. 8. Des Furstenthumbs Wür-
temberg gemeine Landsordnungen. 1585. 2. Gobier, gerichtliche
Procefs. 1578. 8. Oertel, Repertorium derer gesammten evang. Re-
ligions-Beschwerden. 1770. 2. Sammlung histor. Schilderungen u.
Ajiecdoten berühmter Männer; I. u. HL Thl. 1769 u. 70. 8. Samm-
lung einiger Staats- Schriften, welche nach dem Ableben Kaiser
Carl des VI. zum Vorschein gekommen; I. — IV. Bd. 1741 u. 43.
8. Allgem. Handlungsrecht f. d. preufs. Staaten. 1800. 8. Jugler,
Be)träge zur Jurist. Biographie; 1. u. 3. — 6. Bd. 1773—80. 8. Jus
publicum Romano -Germanicum. 8. Matricul des h. Rom. Reichs
Stände Anschlags. 8. Lampadius, de republica Romano-Germanica.
1688. 8. Fürstenerius, tractatus de jure suprematus ac legationis
principum Germaniae. 1696. 8. Tacitus, das alte Teutschland etc.
1724. 8. Pistorius, thesaurus paroemiarum Germanico-juridicarum;
cent. VIII. 1724. 8. Erleichterte Mythologie etc. 1724. 8. de Zan-
thier, delineatio historica de globi crucigeri imperialis origine et
fatis etc. 8. Scheuchzer, loimographia Massiliensis etc. 1720. 8.'
Erneuerte Policey-Ordnung des h. Reichs-Stadt Schwäbischen Hall.
1703. 8. Erneuerte Procefs-Ordnung des h. R. St. Schwab. Hall.
1706. 8. Defs heil. Rum. Reichs Statt Schwab. Hall.. .Ordnung des
gemeinen Haals. 1683. 8. Häflischtr Hauptleuth Instruction auf
dem Land. 1713. 8. Ordnung, wornach sich die Hebammen u.
Wehe-Mütter etc. zu richten haben. 1604. 8. Obrigkeitliche Ver-
ordnung, wornach sich des H. Reichs-Stadt Schw. Hall ünterthanen...
in ihrem Christeuthum zu richten und zu verhalten haben. 1710. 8.
Ceremoniel der Tischer etc 1705. 8. Ceremoniel der Beutler etc.
1705. 8. Ceremoniel iJer Böttger etc. 1705. 8. Ceremoniel der
Drechsler. 1705. 8- Ceremoniel der Kürschner etc. 1707. 8. —
Metz. G. Rudel, Hauptmann u. Comp.-Chef im k. b. 8. Inf.-Reg. :
Revue Alsacienue, 3. — 5. annee, 1879—82. 8. — Mombach bei
Mainz. Dr. Franz Falk, Pfarrer: Ders., die Presse zu Marieu-
thal im Rheingau und ihre Erzeugnisse. 1882. 8. — Mühldorf.
Wilh. Freih. v. Lützelburg, k. Amtsrichter: Seuffert und
Lauk, Kommentar über die bayerische Gerichtsordnung; 1. — 4. Bd.
1853 — 58. 8. Zeitschrift für Gesetzgebung und Rechtspflege des
Königreichs Bayern; Bd. 1—13. 1854—67. 8. — München. Direk-
tion des bayer. Nationalmuseums: Führer durch das k.
bayer. Nationalmuseum in München ; 3. Aufl. 1883. 8. Bierdimpfl,
die Sammlung der Musikinstrumente des Ijaier. Nationalmuseums.
1883. 8. Ders. , die Sammlung der Folter-, Straf- und Bufsinstru-
mente etc. 1883. 8. Ders., die Funde aus der Fürstengruft zu
Lauingen etc. 1881. 8. — Nürnberg. Mahla, Kommerzieurath :
Biblia. Deutsch v. Dr. M. Luther, Nürnberg 1649. 2. Desgl. mit
Erklärungen v. L. Oslander. Lüneb. 1665. 2. Desgl. hrsg. v. Chr.
M. Pfaft'. Tübingen , 1729. 2. (2 Exemplare.) Desgl. mit Vorrede
von Dilherr. Nürnb. 1755. 2. Lange, evangelisches Licht u. Recht;
2. Aufl. 1736. 2. Ders., apostolisches Licht u. Recht; 3. .\ufl.
1735. 2. Reilly, Schauplatz der fünf Theile der Welt. 1791. qu. 2.
Bibel, hrsgeg. von Canstein. 1727. 8. — Prag. Lese- und Rßde-
halle der deutschen Studenten: Jahresbericht etc., Vereins-
jahr 1882 83. 1883. 8. — Ravensburg. C. A. Busl, Plärrer: Ders.,
zur Geschichte des Prämonstratenserklosters u. der Kirche Weis-
senau. 1883. 8. — Regensburg. A. Coppenrath, Verlagsbuchh. :
Seidl, deutsche Fürsten als Dichter u. Schriftsteller. 1883. 8. —
Riga. Anton Buchhöltz, Sekretär: Katalog der Riga'schen cul-
turhistor. Ausstellung. 1883. 8. —Salzburg. Heinr. Dieter, k. k.
Hofbuchhändler : Bekk , die Vertheidiger Wiens in den Türken-
kriegen 1529 u. 1683. 8. — Schw. Hall. Schauffeie, Konditor:
Gros, Mällerbuch der Salzsieder zu Schw. Hall. Hs. 19. Jhdt. 8. —
Stockholm. Dr. Arthur Hazelius, Direktor des nordischen Mu-
seums: Ders., Bidrag tili var odlingshäfder ; I. II, 1. 2. haftet. 1882.
8. Ders., minnen frän nordiska museet- 4 haftet, qu. 2. Ders,
Progi'amm zu einem beabsichtigten Gebäude für das nordische Mu-
seum in Stockholm. 1883. 8. Kramer, le musee d'ethnographie
Scandinave ä Stockholm, 2. ed. 1879. 8. Hazelius, samfundet für
nordiska museets främjande. 1881 u. 82. 8. — Wallerstein. Dr. Wilh.
Freiherr Luffclholz v. Kolberg, fürstl. Domanial-Kanzleirath
11. Archivar: Ders. , Oettingana. Neuer Beitrag zur Oettingischen
Geschichte. 8. — Zürich. Universität. Hotz, on the use of the
subjunctive mood in Anglo-Saxon. 1882. 8. Thomas, Sir Gawayne
and the greeu knight. 1883. 8. Willy, Schopenhauer in seinem
Verhältnisse zu J. G. Fichte u. Schelling. 1883. 8. u. 34 weitere
akademische Schriften nichthistorischen Inhalts.
Anzeiger für Kunde der deutschen Yorzeil.
230
III. Für das Archiv.
(Nr. 4817-4819.)
Loburg. E. Weruicke, Oberpfarrer: Autograph des Fürsten
Leopold von Anhalt -Dessau. 1749. Pap. — Liitzel stein (Elsafs).
W. Kiefer: Lehrbrief des Hammerschmiedsgeselleu Job. Wil-
helm Cappufs von Durnberg. d. d. Holzappel, den 25. April 1718.
Pap.
Schriften der Akadeniieen, Museen und historischen Vereine,
welche nns hn Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind :
Keg. Istit. Ven. di scienze, lettere ed arti:
Memorie etc. Vol. XXI, parte III. Venezia, 1882. 4.
Verein für sieb enbürgische Landeskunde:
Korrespondenzblatt etc. VI. Jhg. 1883. Nr. 6. 8. Ein Schreiben
von Honterus — angeblich — an Sebastian Münster. Mitgeth. v.
G. D. Teutsch. I. — Beiträge zum siebenbürgischen Worterbuche.
(VI.) Von J. Meschendörfer — Literatur. — Miscellen.
Benediktiner- u. Ci sterziemser-Orden :
Studien und Mittheilungen etc. IV. Jhg. 1883. 3. Heft. 8.
Studien : Das IV. Capitel der Regel des h. Benedict. V. Edm. Schmidt.
— Ueber die Entwicklung der christl. röm. Hymnenpoesie. (IV.)
Von Anselm Salzer. — Die Schriftsteller 0. S. B. im heut. Königr.
Württemberg etc. Von A. Lindner. (Forts.) — Die erste Kirchen-
versammlung auf deutschem Boden (II.) Von P. Dr. Ambrosius. —
Das Stift Heiligenkreuz und seine Besitzungen im J. 1G83. (IL)
Von Dr. Ben. Gsell. — Die Pflege der Medizin im Benedictiner-
Orden. Von Dr. E. Ofner. — Beiträge zur Geschichte des ehemal.
Benedictinerstiftes Mondsee in 0. Oest. Von Dr. 0. Schmidt. —
Die österr. Benodictiner-Congregation (III.) Von Adalb. Dungl. —
Aus dem Sonnettenkranze : ,.St. Benedict u. s. Orden." Von Frz.
S. Domanik. (Forts). — Mittheilungen: Reihe der Aebte von St.
Emmeram in Regensburg. Von Ben. Braunmüller. — Woher war
der Reformabt Theodorich von Kremsmünster ? (saec. XI.) Von
Dr. Pins Schmieder. — Excidium vere horribile Abbatiae Sti. Jlaxi-
mini prope Treviros etc. (I.) Von Ph. Diel. — Correspondeuzen und
Actenstücke zum Leben und Wirken des Bischofs Friedr. Nausea
in Wien. Von Dr. Seb. Brunner. — Conrad von Rodenberg, Abt
zu Johannisberg im Rheingau, 0. S. B. Von T. W. E. Roth. Zur
Geschichte des Cäcilienklosters in Köln. Von J. B. D. Jost. —
Ein Ordens - Pastoralfall. Von R. Mittermüller. — Zwei unedierte
Briefe des Trithemius. Von A. Goldmann. — Decretum (Urbis et
Orbis.) — Literatur.
Deutscher Verein zur Verbreitung gemeinnützi-
ger Kenntnisse in Prag:
Sammlung etc. Nr. 85. 8.
Anthropologische Gesellschaft in Wien:
Mittheilungen etc. XIII. (d. n. F. III.) Bd. 1. Heft. 1883. 4.
Beitrage zur Urgeschichte Böhmens. Von Job. N. WoldHch. (Mit
Abbild.) — Urgeschichtliche Forschungen in der Umgegend von
Wien in Mittel-Steiermark. I. Von v. Radimsky. Mit Abbild.) —
Anwendung der Steinwerkzeuge. Vortrag von E. Beyer. — Literatur.
K. K. heraldische Gesellschaft „Adler" in Wien:
•Monatsblatt etc. Jhg. 1883. Nr. 31. 8. Gesellschaftsaugelegen-
heiten. — ,.Vox clamantis in deserto" ä I'adresse der Herren Archi-
tekten. Von F.-K. — Das neuste österreichische Adelswerk. Von
Dr. Ernst Edler v. Franzenshuld. — Literatur etc.
K. K. österr. Museum f. Kunst u. Industrie:
Mittheilungen etc. XVIII. Jhg. 1883. Nr. 213. u. 214. Wien. 8.
Die historische Bronze-Ausstellung im Museum. Von Dr. Th. Frim-
mel. — Literatur. — Kleine Mittheilungen. — Katalog der histor.
Bronze -Ausstellung . . . Wien, 1883. 8.
Dombauverein zu Wien:
Dombauvereins- B.att. lU. Jahrg. 1883, Nr. 20. 8. Der St.
Petri u. Pauli- Altar. Von W. A. Neumann. — Die Restauration
des St. Stephansdomes in Wien in den Jahren 1853 — 1880. Von
Frz. Kleindienst. (IV.)
Wissenschaftlicher Club in Wien:
Monatsblätter etc. IV. Jhg. 1883, Nr. 9. 8. Clubangelegenheiten.
K. bayer. Akademie der Wissensch. zu München:
Forschungen zur deutschen Geschichte. Herausgeg. von der
histor. Commission bei ders. XXIII. Bds. 2. Hft. Göttingen, 1883. 8.
StraTsburg während des Bauernkrieges 1525. Von Dr. K. Hartfel-
der. — Der rheinische Landfriedensbund von 1254 im deutschen
Norden u. in den Niederhanden. Von Dr. Fr. Zurbonseu. — Die
Legende von der Erwartung des Weltunterganges u. der Wiederkehr
Christi im Jahre 1000. Von Dr. H. von Eickeu. — Kleinere Mit-
theilungen : Zu einer Stelle der Anuales Reinhardsbrunneuses.
Von J. Caro. — Zur Kaiaerwahl 1519. Mitgeth. von Dr. A. Eezek.
— .Der Einzug Karls A'. u. Ferdinands I. in Aachen zur Krönung
12. Januar 1531. Blitgeth. von Dr. F. Noack. — Die angeblichen
protestantischen Neigungen des Bischofs Julius Echter von Würz-
burg. Von Dr. M. Lossen.
Kuust-Gewerbe-Verein zu München:
Zeitschrift etc. Jahrg. 1883. Heft 3—6. 2. Die Gefäfse der
Keramik. Von Dr. P. F. Krell. (Mit Abbild.) (Schi.) — Das deut-
sche Kunstgewerbe und die Ausstellungen. Vortrag . . von Fr.
Recht. (Schi.) — Vereinschronik. — Nekrolog : Frz. v. Seitz f. — Un-
sere kunstgewerblichen Musterblätter. — Neue Kunst in alten Bah-
nen. Von Georg Hirth. — Adrefsbuch des Vereines. Für das Jahr
1883. Mit einem kunstgewerbl. Fachregister als Führer für die im
Vereine vertretenen Zweige kunstgewerblicher Pflege und Thätig-
keit . . . 1883. 8.
G örres-Ges ellschaft :
Histor. Jahrbuch etc. IV. Bd. 2. Heft. München, 1883. 8.
Zur Passionspredigt des Mittelalters. IL Von Keppler. — Papst
Paul V. und das venezianische Inderdict. I. Von Nürnberger. —
Die neuere Literatur zur päpstlichen Diplomatik. I. Von Diekamp
— Recensionen u. Referate. — Notizen.
M ü n c h n e r A 1 1 e r t h u m s v e r e i n :
Die Wartburg etc. X. Jahrg. 1883. Nr. 4. 8. Künstler-
urtheil u. Kunsturtheil. Von Max Schasler. — Vereinsangelegen-
heiten. — Kleine Mittheilungen etc.
231
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
232
Histor. Verein in u. für Ingolstadt:
Sammel- Blatt. VI. — Vlll. Heft..^ Ingolstadt, 1881—83. 8.
Beiträge z. Geschichte der militärischen Verhältnisse in der. Stadt
Ingolstadt. — Beiträge zur Geschichte der Stadt Ingolstadt. —
Vereinsangelegenheiten. — Regesten, gesammelt von Fr. X. Oster-
mair. — Verschiedenes.
Histor. Verein von Oberpfalz u. Regensburg:
Verhandlungen etc. 37. (d. n. F. 29.) Bd. Stadtamhof, 1883. 8.
Verfassungsgeschichte von Regensburg von der gernian. Ansiedlung
bis zum Jahre 1256. Von Frz. Gfrörer. — Ausführliche Geschichte
der Studienanstalten in Regensburg 1538-1880. Zweiter Theil.
Geschichte des kath. Gymnasiums zu St. Paul . . . Von Chr. H.
Kleinstäuber. — Die Regensburger Rathszeichen. Von W. Schratz.
(Mit 19 Tatein Abbild.) — Nekrologe,
Bayrisches Gewerbemuseum zu Nürnberg:
Kunst und Gewerbe. Zeitschrift etc. XVII. Jhg. 1883 ; -4—6
Heft. 8. Mit Nr. 6—12 der „Mittheilungen-'. Zur Geschichte
.der Salzburger. Weifsgeschirr -Fabrikation. Von Camillo Sitte. —
Die altdeutschen Gläser in der Mustersammlung des bayrischen Ge-
werbemuseums. Von Carl Friedrich. (Forts.) — Die Holzarchitektur
Nürnbergs. Von C. Lachner. (Mit Abbild.) — Die Seideugewebe-
Ausstellimg des Museums schlesischer Alterthümer zu Breslau.
Von E. Bahrfeldt. - Kleine Nachrichten. — Literatur etc. Abbil-
dungen : Riedenburger Majolikakrüge von J. Moser und den beiden
Brüdern Pisotti. — Buchdeckel aus der Sammlung des Bayr. Ge-
.werbemuseums. 17. Jhdt. — Ornamentmotive vom Palazzo ducale
in Mantua. — Glas von Stefano della Bella. — Buchdecke aus dem
IG. Jhdt. Nach einem Origfaiale in der fürstl. Wallersteinischen
Bil)liothek zu Maihingen. — Stuckdecke des Tonnengewölbes in der
Grabkammer Andrea Doria's in San Matteo zu Genua. — Intarsia-
füllungen aus der Certosa bei Florenz. — Buchdeckenverzierungen
aus dem 16. Jhdt. Capital aus bemaltem und vergoldetem Kalkstein.
Vom 16. Jahrb. — Chorstuhlwerk von S. Spirito in Florenz.
Jahresbericht für 1882. 8.
Historischer Verein für Unterfr. u. Aschaffenbg :
Archiv etc. XXVI. Bd. 1. u. 2. Heft. Würzburg, 1882. 8.
Die Prälaten und Canoniker des ehemal. Collegiatstiftes St. Peter
und Alexander zu Aschaffenburg. Zusammengestellt von A. Am-
rhein. — Der Reichsadler auf den Wappen-Siegeln der deutschen
Kaiser und Könige. Mitgetheilt von Dr. F. K. Fürsten von Hohen-
lohe- Waidenburg zu Kupferzeil. — Kleine Beiträge zur Geschichts-
uud Sagenforschung im Frankenlande. Von Dr. Alex. Kaufmann.
(Forts.) — Wo lag das vormalige Kloster Einfirst a. d. S. ? Beant-
wortet von Job. Ad. Kraus. — Zur Gieschichte des Ueberfalls von
Würzburg durch Wilh. von Grumbach und seine Helfer am 4. Ok-
tober 1563. Mitgeth. von P. Dom. Grammer, 0. M. C. — Neu-
entdeckte Hünengräber. Mitgeth. von Dr. Fischer. Jahresbericht
. . für 1881 . . . 1882. 8.
Die Geschichte des Bauernkrieges in Ostfranken von Magister
Lorenz Fries. Herausgeg. mit Unterstützung des Landraths von
Unterfr. u. Aschaffenbüvg im Auftrage des Vereines von Dr. Aug.
Schäffler u. Dr. Th. Henner. . . II. Bd. 2. Liefg. : Bogen 14-22.
Wirzburg. 1881. 8.
Badische historische Commission:
Mittheilungen etc. Nr. 1. Karlsruhe, 1883. 8. Bekanntmach-
ung über die Berufung u. Statut derselben.
Aachener Geschichtsverein:
Zeitschrift etc. 5. Bd. 1. u. 2. Heft. 1883. 8. Der Marien-
schrein des Aachener Münsters. Von P. St. Beisel, S. J. (Mit 2
Abbildungen.) —
Die St. Jakobskirche in Aachen. Von C. Rhoeu. (Mit 1 Ab-
bild.) — Monsignor Agostino Franciotti u. der Aachener Friede von
1668. Von A. v. Reumont. — Die Jesuitenkirche zum h. Michael in
Aachen. Von Dr. M. Scheins. — Zur Geschichte des Aachener
Reiches. I. Name und Entstehung. Von H. J. Grofs. — Die Statu-
ten der Dürener Schneider- u. Tuchscheererzunft von 1545. Von
P. St. Käntzeler. — Kleinere Mittheilungen. — Literatur.
Historischer Verein der Pfalz:
Mittheilungen etc. XI. Speier, 1883. 8. Rufiana-Eisenberg, ein
Beitrag zur Topographie und Archäologie der Rheiulande. (Mit
zwei Tafeln.) Von Dr. C. Mehüs. — Die prähistorische Karte der
Pfalz. Von dems. — Der Weilberg bei üngstein. Von dems. — Neu-
Leiningen, Beschreibung und Geschichte der Burg. Von Karl Emich,
Grafen zu Leiningen-Westerburg. (Mit zwei Tafeln.) — Ueber die
Zeit der Entstehung von Pirmasenz. Eine geschichtliche, sprach-
liche und topographische Untersuchung. . . Von Hermann Zapf. —
Ein Justizmord in Landau. Von Alwens. — Vereinsangelegenheiten.
Gesammtver. d. d. Gesch.- u. Alterthumsvereine:
Correspondenzblatt etc. 31. Jhrg. 1883. Nr. 4. u. 5. Darmstadt. 4.
Zu Conrad Cirünenbergs, Ritters und Bürgers zu Constanz,
Wappenbuch. Von Fr. Ritsert. — Die Funde in Rauschenberg
1830 und 1836. — Neue Ausgrabungen in der Römerstadt Heddern-
heim. Von Dr. Lotz. — , Die römische Ruine bei Brotzingen. —
Beiträge aus Böhmen. Von Jos. Teige. —
Ein frühchristlicher Grabstein von Leistadt i. d. Pfalz. (Mit
Abbild). Von Dr. C. Mehlis. — Archäologische Funde bei Dürkheira
a. d. Hart. Von Dems. — Ringwälle im hessischen Odenwald. Von
K. Christ. — Wirksamkeit der einzelnen Vereine. — Notizen.
Lahnsteiner Altertumsverein:
Rhenus. Beiträge zur Geschichte des Mittelrheins etc. . . 1. Jhg.
1883. Nr. 3—6. 4.
Urkimdliche Nachrichten über die Familien von Lanstein. Von
C. von Ledebur. (Forts-). — Zur Geschichte des Königsstuhls und
der Wenzelkapelle. Von J. Hellbach (Forts.). — Rechnung des
Johannes Hirfsfeld, Kellners in Schlofs Lahnstein, 1444—1446. Von
G. Zülch (Forts.). — Die ältere Gereonskirche zu Köln. Von J.
B. D. Jost. — Aus einer verschollenen Urkundensammlung. Von
R. Pick. — Die Wahl Ruprechts von der Pfalz. 1400. — Ver-
mischtes.
Kais. Leopoldino-Carolinische deutsche Akademie
der Naturforscher zu Halle:
Leopoldina etc. Heft XIX. Nr. 7—8. 1883. 4. Akademie-
Angelegenheiten. — Literatur etc.
Münzforscher-Verein :
Blätter für Münzfreunde. Zeitschrift etc. XIX. Jahrg. Nr. 109.
Leipzig, 1883. 4. Ueber Christian Wermuth und seine satirischen
Medaillen. Von M. J. Meifsner. - Ein Doppelschilling Herzog
Friedrich Ulrich's von Braunschweig mit der irrigen Jahrzahl 1612.
Von J. und A. Erbstein. — Einige Bemerkungen über die holien-
lohischen Fünfzehner kaiserlichen Gepräges vom Jahr 1685. Von
Dr. A. Bussen. — Münzfundc. — Neue Medaillen.
Numismat.-sphragist. Anzeiger etc. Hrsgeg. v. H. Walte und
M. Bahrfeldt. XIV. Jahrg. 1883. Nr. 3-6. Hannover. 8. Die
Anzciffor füi- Kunde der deutsfhen Vorzeit.
2U
Viertelthaler Joachims I. von Brandenhurg. — Ueber die herzogl.
Münzsammlung zu liraunschweig. Von Dr. J. Menadier. — Bemer-
kungen zu Schlickeysen ,, Abkürzungen etc." 2. Aufl. (Forts.) —
Münzfund in Regensburg. Mitgeth. von W. Schratz. — Gustav
Ileyse f. — Die Münzen der Herzogthümer Bremen und Verden
etc. (Forts.)
Deutsche Gesellschaft z. Erforschg. vaterl. Sprache
u. A 1 1 e r t h ü m e r i n L e i p z i g :
Mittheilungen etc. Achter Band. 1. Heft. 1883. 8. Abbil-
dungen einiger alterthümlicher Gegenstände aus den Sammlungen
der Gesellschaft. Zusammengestellt und mit Erläuterungen versehen
von H. A. Altendorff.
Westpreufsischer Geschichtsverein zu Danzig:
Zeitschrift etc. Heft X. 1882. 8. Vereinsangelegenheiten.
— Herodots Gelonen keine preufsisch-litauische Völkerschaft. Von
St. Maronsky. — Historische Jfachrichlen über die Landschaft um
Berent und die Anfänge ihrer Germanisierung. Von H. Schuch. —
Urkunde des Cartäuserklosters Marienparadies bei Zuckau, von 1496.
Mitgeth. von Dr. Pyl.
Physikal -Ökonom. Gesellschaft zu Königsberg,
Schriften etc. 23. Jahrg. 1882. 1. und 2. Abtheilung. 4.
Beitrage zur Kenntnifs der Steinzeit in Ostpreul'sen und den an-
grenzenden Gebieten. Von Dr. 0. Tischler.
Beiträge zur Naturkunde Preufsens, hrsg. von ders. Gesellschaft.
5. — Der Bernsteinschmuck -der Steinzeit von der Baggerei bei
Schwarzort und anderen Lokalitäten Preufsens. . . Von Dr. Richard
Klebs. (Mit 12 Tafeln.) .1882. 4. IV, und 75 Stn.
Historischer Verein für Ermland:
Monumenta historiae Warmiensis. Bd. VII. HI. Abth. Biblio-
theca Warmiensis, oder Literaturgeschichte des Bisthums Ermland:
. . . hrsg. von Dr. Frz. Hipler. Band UI, Bogen 21—43 : Briefe '
und Tagebücher des Fürstbischofs von Ermland Joseph von Hohen-
zollern (1776—1836). Braunsberg, 1883. 8. XXXXI. u. 258 Stn.
Verein für die Geschichte Berlins:
Schriften etc. Jahrg. 1883. (21. Lieferung.) 2. Namhafte Ber-
liner. Taf. 6, 7 mid 8. — Berliner Siegel. Taf. 6: — Berliner
Medaillen. Taf. 15. — Kunstbeilagen Nr. 10, 1, 2 und Nr. 17.
Bericht über den Stand und die Thätigkeit des Vereins wäh-
rend des XVHI. Vereinsjahres (1882). 1883. 8.
Verein Herold in Berlin':
„Der deutsche Herold". Zeitsclu-ift etc. XIV. Jahrg. 1883,
Nr. 5 und 6. 4. Die Löwengruppe an der Nordsee. Von J. A.
Mensinga. — Das kaiserl. russische Reichs-Wappen nach der neue-
sten Feststellung. Von Frhr. B. v. Köhne. (Mit 1 Tafel.) — Ein
V. Pfuel-Hagen'sches Ehewappen. (Mit Abbild.) — Auferstandene
Todte- Von L. Glericus. (Mit Abbild) — „Ueber A. Dürers ade-
liche Abstammung". Von L. v. Beckh-Widmannstetter. — Semester-
bericht des Vereins für geschichtliche Hilfswissenschaften („Roter
Löwe") an der Universität Leipzig. — Genealogie der Familie von
Germar in der Neumark, aufgestellt von M. K. Frhr. v. Schlotheim.
— Zur Genealogie der Soharnhorst. . Gesammelt von H, K. Eggers.
— Die Ausstellung der Silberhochzeits-Geschenkfi. — Das Wappen
von Florenz. Von E. D. d. j. (Mit 1 Tafel.) — Genealogische No-
tizen. Von v. Dachenhausen. — Miscelleu. — Bücherschau.
Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin:
Monatshefte etc. Jahrg. 1883. Nr. 5. — 7. 8. Gaspard Duifl'o-
prugcar. Von W. J. v. Wasielewski. — Eine musikhistorische Ab-
handlung eines deutschen Musikers aus der Mitte des 18. Jahrh.
(Schi.) Biographisches über Job. Stobäus. Von Dr. L. H. Fischer.
— Biographisches über Joh. Weichmann. — Heinrich Albert über
das Generalbafs- Spiel. Von Eitner. — Totenliste des Jahres 1882
die Musik betr. — Die Oper. Mitgeth. v. H. M. Schletterer. — Nachtr.
zur Bibliographie der Werke Erasmus Kindermanns. — Mittheihingen.
Gesellsch. f. Anthr., Ethnol. u. Urgesch. z. Berlin:
Zeitschrift etc. XIV. Jahrg. 1882, Heft VI und XV. Jahrg.
1883, Heft I. u II. "8. Die Gemme von Alsen und ihre Verwandten.
Von Dr. M. Bartels. — Abergläubische Kuren u. sonstiger Aberglaube
in Berlin und nächster Umgebung. Von E. Krause. — Schlange
u. Aal im deutschen Volksglauben. Von W. v. Schulenburg.
Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin:
Verhandlungen etc. Bd. X. Nr. 1. Gesellschaftangelegenheiten.
— Geographische u. Literatur- Notizen.
Kunstgewerbe-Verein zu Magdeburg:
Pallas. Zeitschrift etc. IV. Jhrg. 1883, Nr. 3—6. 4. Vereins-
angelegenheiten. — Nürnberg im 16. Jhdt. Von 0. Berndt. (Schi.)
— Ueber Glas und seine Verwendung im Kunstgewerbe. Von Jul.
Wüste. — Rafael. Vortrag von Dr. H. Reichau. — Literatur.
Verein f. anhält. Geschichte u. Alterthumskupde :
Mittheilungen etc. III. Bd. 7. Heft. Dessau, 1883. 8. Ge-
schichte des Dorfes Wilsleben. Von Becker. — Bedeutung der
Namen einiger anhaltischen Ortschaften und Wüstungen vor dem
Harze. Von Dr. K. Schulze. — Ueber die sogenannten Schlofsberge
unweit Dessau. Von P. Robitzsch. — Die Grabstätten des anhal-
tischen Fürstenhauses in der Schlofskirche zu Ballenstedt. Von v.
Röder. — Die Anfänge des Dessauer Theaters. Von Dr. W. Hosäus.
— Neueste Münzfunde in Anhalt. Von Th. Stenzel. — Vereins-
nachrichten.
Verein für hamburgische Geschichte:
Zeitschrift etc. N. F. IV. Bds. 4. Heft. Hamburg, 1883. 8.
Zur Geschichte der Niederländer in Hamburg von ihrer Ankunft
bis zum Abschlufs des niederländischen Contracts 1605. Von Dr.
Wilh. Sillem. — Z« den Verhandlungen über -den Eintritt der
Hansestädte in den Rheinbund. Von Dr. A. Wohlwill. — Der
Spökelberg bei Schiffbeck. Von Dr. Ernst Rautenberg.
Histor. Gesellsch. d. Künstlervereines z. Bremen:
Bremisches Jahrbuch etc. 12. Band. Bremen, 1883. 8. Ver-
einsangelegeiiheiten. — Das bremische Gymnasium illustre im 17.
Jahrh. Von J. Fr. Iken. — Burchard Lösekanne und Statins Speck-
hahn. Von Dr. A. Kühtmann. — Der Bildhauer Diderik Gercken.
Von Dr. F. J. Meier. — Bremische Kanonen-Inschriften nebst an-
deren Mittheilungen über das städtische Geschütz. Von Dr. W. v.
Bippen. — Die Verfasser der ältesten Bremischen Stadtchronik.
Von dems. — Zur Geschichte des Bremischen Postwesens, aus den
Akten des Bremischen Stadtarchivs mitgeth. von dems. — Kleinere
Mittheilungen. — Verzeichnifs der in der Allgem. Deutschen Bio-
graphie, Band 1 — 16, erschienenen Lebensbilder Bremischer oder
der Bremischen Geschichte angehöriger Persönlichkeiten.
Naturforschende Gesellschaft in Emden:
67. Jahresbericht etc. 1881,82. 1883.- 8.
Histor. Verein für Stadt und Stift Essen:
Beiträge etc. 6. Heft. Essen, 1883. 4. Uebersicht der Ge-
schichte des Landkreises Essen. Von W. Grevel. 1883. 4.
Antiquarische Gesellsclmft in Zürich:
Mittheilungen etc. XLVII. Die Kirche von Oberwinterthur
ä3ö
Aazeig-er für Kunde der deutschen Vorzeit.
236
und ihre Wandgemälde. Von J. R. Rahn. Zürich, 1883. 4. (Mit
3 Tafeln.)
Histor.-antiquar. Gesellschaft von Graubünden:
Jahresbericht etc. Jhg. 1881 u. 1882. Beilage zu demselben:
Currätische Urkunden. Als Fortsetzung von Blohr's Codex diplo-
maticus, zusammengestellt von Chr. Kind. Chur, 188ä. 8.
Urkunden zur Verfassungsgeschichte Graubündens. 1. Heft.
Zeit der Entstehung der einzelnen Bünde und ihrer Verbindungen.
(Bis zum Ende des 15. Jahrh.) Zusammengestellt von Dr. Constanz
Jecklin. Als Forts, von Mohr's Codex dipl. V. Bd. Chur, 1882. 8.
Societe des etudes historiques . . . ä Paris:
L'inyestigateur.etc. 48»"' annee. Novembre — Decembre 1882.
8. De la rehabilitation de Louis XIII. Par Camoiu de Vence. —
La danse macabre. Par Gustave de Vaudichon. — Napoleon I«'
k nie d'Aise du 7 au 15 Juillet 1815. Par Leon Hilaire. — Le
theätre frangais au moyen-äge. Par A. du Sein. — Rapports etc.
Societe royale Beige de geographie ä Bruxelles :
Bulletin etc. Septieme annee. 1883. Nr. 2. Mars— Arvil. 8.
Oudheidskundige kring van hat land van Waas:
Aunalen etc. Negende deel, tweede afl. Juni 1883. Sint Ni-
kolaas. 8. Verslag. 1881-82. Rapport. — La grande carte de
Flandre par Gerard Mercator (1540). Von Dr. J. van Raemdonk.
— Het armeesterschap te Sint Nikolas in vorige tijden. Von. J.
Societe hollandaise des sciences ä Harlem:
Archives Neerlandaises, Tome XVII, 3.-5""' und Tome XVIII
im« livraison. Harlem, 1882 und 1883. 8.
Veruiiächte Xaclirichteu.
117) Vor etwa 3 Wochen stiefsen Arbeiter beim Pflügen auf
einem in der Niederung belegenen, dem Gutsbesitzer Herrn Pohl
in Renczkau gehörenden Ackerstück auf eine Urnenstätte. Es fand
sich eine schwarze, geglättete und stark ausgebauchte Urne von
20'2 cm. Höhe, 30 cm. Bauchdurchmesser und 22 cm. Halsdurch-
messer, mit einem sehr kleinen Henkel und nur mit einem einfachen,
glatten Bandornament verziert. Diese Urne stand auf einem flachen
Stein. Ueber diese vorzüglich erhaltenen Urne, welche mit Asche,
Knochen und Sand gefüllt war, befand sich eine andere Urne von
abnormer Grofse derartig gestülpt, dafs der Boden derselben oben,
die Halsöifnung auf der Erde sich befand, und somit die unter ihr
stehende, schwarze Urne ganz geschützt war. Da der Boden der
übergestülpten Urne sich etwa nur 20 cm. unter der Ackerfläche
befand, so war er sowohl, wie die Wandungen von der Pflugschar
erfafst und zertrümmert. Beim Herausheben zerfiel die Urne; die
Stücke werden sich aber zusammensetzen lassen. Sie besteht aus
grobkörnigem Thon, hat Wandungen von etwa 2 cm. Dicke, ist innen
glatt, aul'sen rauh und röthlich gebrannt. Doch dürfte die Höhe
wohl 45 cm., der Bauchdurchmesser 50 cm. betragen, Mafse, die
ganz abnorm sind. Schmucksachen sind weder in den Urnen, noch
in der Umgebung aufgefunden. Herr Pohl hatte die Güte, den
Fund dem städtischen Museum zu überweisen.
(Thorner Ostd. Ztg., Nr. 151.)
118) Vom schwäbischen Meer, 8. Juli. Nachdem schon
vor einigen Jahren durch Domänenvorwalter Walther in Konstanz
ein ziemlich gut erhaltenes Gehäuse einer Schildkröte einem
Pfahlbau in der Gemarkung Litzelstettcn enthoben und in der Ros-
gartensammlung zus Ansicht ausgestellt worden, gelang es demselben
auch in diesem Sommer, an gleicher Stelle durch Torfarbeiter eine
Masse Bruchstücke und Splitter von Schildkrötschalen sammeln zu
lassen. Darunter befindet sich auch ein mit 2 Löchern versehenes
hinteres Bauchstück, welches offenbar als Zierrath zum Anhängen
gedient haben mag. Bei der Häufigkeit dieser oft bis in die klein-
sten Splitter zertheilten Schalenstücke liegt der Gedanke nahe, dafs
unsere Pfahlbaubewohner die Schildkröten auch zu ihrer Nahrung
verwendeten, und denselben vielleicht die heute noch als Delikatesse
gerühmte Schildkrötensuppe nicht unbekannt war.
(Badische Landeszeitung, Nr. 160.)
119) Loxstedt, 18. Juli. In dem benachbarten Dünenfähr
wird seit einigen Tagen unter Aufsicht des Studienraths Dr. Müller
aus Hannover rüstig gearbeitet, um die dort eingesenkten Urnen
der Ureinwohner dieser Gegend freizulegen. Es sind bereits 67
Urnen in Höhe von 1 Fufs und eben solchem Durchmesser unver^
sehrt ausgehoben worden. (Brem. Cour., Nr. 129.)
120) Salez (Graubüudten.) 60 alte rhätische Bronzebeile wur-
den Anfangs d. J. gefunden.
(Anz. f. Schweiz. Alterthumskde., Nr. 2.)
121) Krumb ach. (Prähistorischer Fund.) Vor mehreren
Wochen wurden in Na tten hausen bei Anlegung eines Hopfen-
gartens circa 32 Stück Bronze-Armringe gefunden ; bei deren An-
sicht mafs ich denselben ein Alter von 1800 Jahren bei und er-
klärte solche für Schmuck-Armspangen celtischer Frauen. Bei Be-
sichtigung des Fundortes fand ich, dafs derselbe weder ein Grabes-
hügel, noch eine Wohnstätte gewesen, und da die Ringe nach mei-
nem Dafürhalten noch nicht getragen wurden, so könnten dieselben
von einem Händler in einer Kriegsperiode etc. versteckt worden
sein. (Krumbacher Bote, Nr. 76.)
Ein uns zur Ansicht zugesendeter Ring war spiralförmig ge-
wunden aus einem schmalen Bronzestreifen und zeigte bei etwa 20
Umdrehungen eine ungefähre Breite von 10 cm. D. R.
122) Apeu bei Bremen. Eine brillante Lanzenspitze in Bronze
wurde kürzlich auf dem Moore bei Apeuberge unterm Torf auf dem
Sande gefunden. Die Spitze ist von Herrn Orth hierselbst erwor-
ben und wird demnächst dem Museum zugesandt.
(Bremer Nachr., Nr. 77.)
123) Spandau. Interessante Funde aus der Bronzezeit sind
hier in der letzten Zeit bei der Vornahme von Fortifikationsarbei-
ten zu Tage gefördert worden. Man hatte an derselben Stelle schon
früher einmal prähistorische Funde gemacht, die nun durch die
neuen Ausgrabungen in überraschender Weise ergänzt werden. Pro-
fessor Nehring, der am Freitag an der Fundstelle gewesen, hat
u. A. auch eine Reihe von Thierresten konstatiert, die einen wich-
tigen Einblick in das Hauswesen der Bronzezeit gestatten. Schon
bei den ersten Funden war der Oberschädel eines Hundes entdeckt
worden, den damals Professor Nehring mit dem Torfhund der
schweizerischen Pfahlbauton identifiziert hatte. Die neuen Funde
lassen es nun aber wahrscheinlicher erscheinen, dafs wir es hier
mit einer ganz besonderen Si)ezies zu thun haben, die zwischen dem
Torflmnd der Steinperiode und dem sogenannten Bronzchund In
der Mitte steht, und die sich vielleicht mit dem von Wiener Ge-
lehrten zuerst aufgestellten Canis intermedius deckt. Auch das
Schienbein eines Pferdes, und zwar eines solchen von kolossaler
Gestalt, ist ausgegraben worden ; an gleichalterigen Fundstätten war
man bisher nur auf Reste einer kleineren Pferdcreasse gestolsen.
Ml
Anzeiger iiir Kunde der deutschen Vorzeit.
238
Die gefundenen Knoehenreste vom Schwein gehören dem Torf-
schwein, dem sus palustris, an, einer ziemlich kleinen Rasse, die an
(las indische Hausschwein erinnert. Unter den sonstigen Funden
konstatierte Professor Nehring auch Knochen vom Ilauarind und,
was besonders interessant erschien, solche einer zierlichen, dünn-
knochigen Ziege und eines Schafes, das ziemlich niedrig ge-
stellt sein mufste. Von wildlebenden Thiere'n finden sich Reste vom
Reh, von einer mittelgrofsen Entenart und von einem anderen
gröfseren Wasservogel, wahrscheinlich einem wilden Schwan. Man
hofft, in den nächsten Tagen noch weitere Funde machen zu können.
(Nordd. AUg, Ztg., Nr. 338.)
124) Der Frankfurter Museumsverein und mehrere Mitglieder
des nassauischen Alterthumsvereins machten am 8. Juli d. J. unter
Führung dos Obersten v. Cohausen einen Ausflug zur Unter-
suchung der Ringwülle des Altkönig. Eine Mittheilung im Rhei-
nischen Kurier Nr. 164 gibt eine anschauliche Schilderung der in-
teressanten Anlage. Es heifst dort : Immer im Walde vorwärts
schreitend, gelangten wir auf der Ostseite des Berges an den äufsern
Ring, der hier durch Uebereinandergreifen der Steinwälle den ur-
sprünglich einzigen Eingang offen liefs. Nachdem diese p]igenthüm-
lichkeit, die den Angreifer seine nicht durch den Schild gedeckte
Rechte dem Vertheiiger blofszustellen nöthigte, besprochen und nach-
dem auf gleiche durch das ganze Mittelalter in Anwendung gebrachte
Anordnungen hingewiesen war, folgte man dem Zwinger, der zwis-
chen dem äufseren und dem inneren Ring den Gipfel umzieht, "und
gelangte an_ den gleichfalls nach Osten geöffneten alten Eingang zum
Inneren der Feste. Auch der Zwinger ist eine Anordnung, welche
wir an vielen Wallburgen und an fast allen mittelalterlichen Stadt-
und Burg-Befestigungen wieder finden. Er setzt den Angreifer in die
fatale Lage, nach Ueberwindung des ersten Hindernisses vor einem
zweiten, noch stärkeren zu stehen, von dem aus er in der Front
bekämpft wird, während er von beiden Seiten durch den im Zwinger
geschützt heranmarschierenden Vertheidiger angefallen wird.
Am alten Eingange des inneren Ringes waren schon im vorigen
Jahre Nachgrabungen gemacht und durch sie war konstatiert wor-
den, dafs er einst durch einen Thurm oder' Thorbau von Holz ver-
theidigt worden ist. Man fand damals vielen Brandschutt , ver-
schlackte oder mit Glasur überzogene Quarzite, das Gestein, aus
dem die Ringwälle überhaupt bestehen, einige kloine Gegenstände,
Topfscherben im Wallburg-Charakter, einen Spinnwürtel und ein
eisernes , etwa § förmiges Messer. Sehr glücklich war man aber
diesmal, indem einer der Frankfurter Herren in dem aufgeworfenen
Schutte eine damals übersehene, jetzt durch den Regen rein ge-
spülte Bronze-Fibula erspähte und dem Konservator des Nassaui-
schen Landesmuseums übergab. Sie stellt ein etwa eidechsenähn-
liches, mit Schmelzeinlagen verziertes Gebilde dar, wie derartige
nicht allzuoft sich in unseren Hügelgräbern finden und dem der
Römerzeit weit vorausgegangenen Handelsverkehre mit Etrurien zu-
geschrieben werden.
Nachdem der aussichtslose Gipfel, eine mit üppigen Fichten
umstandene Rasenfläche, erstiegen und von hier wieder abwärts die
drei oder vier Trichter-Gruben, in welchen sich Regen oder Schnee-
wasser lange halten mochte, aufgesucht waren, kam man an die
merkwürdigste Stelle auf der Südwestseite des inneren Walles, die
durch die Nachgrabung im Mai 'aufgeschlossen worden war. Die
Inuseite des Walles war von dem SteingeroU entblöfst und zeigte
eine 16 Met. lange, 1 bis 1,25 Met. hohe, senkrecht aufgemauerte
Wandfläche, welche in Abständen von etwa l's Met. durch 25 Cm.
breite und ebenso tiefe senkrechte Falzen getheilt war. Auch in
der äufseren Wallböschung war eine solche Aufmauerung und Fal-
zentheiluug freigelegt, um zwischen beiden die 6,60 M. dicke Trocken-
mauer zu messen. Wir erkannten daher, dafs der Kern des Stein-
walles durch eine Trockenmauer gebildet ist, welche, wenn wir die
Falzen richtig deuten, durch eine Holzkonstruktion zusammenge-
halten war, die allerdings verwest ist, die aber ohne Zweifel in
Holzständern bestand, welche die Falzen ausfüllten und durch Holz-
anker oder Zangen, die quer durch die Mauer gingen, verbunden
waren. Solcher Zangen mochten mehrere in verschiedenen Höhen
die mauefhohen Ständer auf der Inn- und Aufseriseite mit einander
verankert haben.
Es wurde endlich noch die gleichfalls durch übergreifende
Walläste mit dem Zwinger verbundene Umwallung. auf der Süd-
westseite überschaut, die sich als Pferche für das geflüchtete Vieh
zum quellenreichen Thal hinabstreckt. Es wurde daran erinnert,
wie noch bei der Belagerung von Königstein 1796 die Bewohner
ihre Schweine hier untergebracht haben.
125) Freiburg. In einem Grabhügel bei Lentigny fand man ein
12 Gi'amm schweres Armband von reinem Golde, wie behauptet
wird, etruskischen Ursprungs. Der Hohlreif zeigt acht Flächen,
deren jede mit geometrischen Zeichen versehen ist, die aus gebro-
chenen Strichen und kleinen Punkten in den Zwischenräumen und
aus kleinen Kreisen bestehen. Das Armband ist in der Ausschmü-
ckung einer im Freiburger Museum aufbewahrten antiken goldenen
Krone ähnlich, die bei Chatonnaye ausgegraben wurde.
(Anz. f. Schweiz. Altthkde., Nr. 3.)
126) Aus Sitten schreibt uns Herr R. Ritz unterm 19 April:
„Unser diesjähriger Frühling ist aufi'allend reich an Gräbeifunden
in hiesiger Gegend. Zuerst wurden "bei Erdarbeiten des Vorfrüh-
lings abermals Gräber in der Gegend Ayent aufgedeckt, und zwar
beim Weiler la Place, am nördlichen Fufse des Hügels, aivf wel-
chem die Burg der Freiherrn zum Thurm stand, und von welcher
die Sage meldet, dafs in deren tiefen Gewölben nebst andern Schä-
tzen reiche Gewänder aufgehäuft liegen. Die neuen Funde in den
Gräbern von la Place bestanden diesmal aus : 1) Haarnadeln, wo-
von eine grofse mit runder Bronzeplatte, verziert mit Linien, die
sich in der Mitte kreuzen, ferner 2) aus mehreren Armschienen von
Bronze, geziert mit Zickzack - Linien , und 3) ebenfalls aus Bruch-
stücken von Muscheln (diesmal austerartig) und kleinen knopfartigen
Dingen aus Bein. Bei Leuck, hart ob der Burgschaft, wurden
im März drei Gräber aufgedeckt, angereiht, umgeben von Felsplat-
ten und bedeckt mit einer grofsen Platte. In einem dieser Gräber
lag auf der Brust des Skelettes eine sehr stark oxydierte und in-
krustierte Fibel in Gestalt eines Plättchens mit Muschelgehängen
an den vier Ecken. Weitere historische Gräber wurden ebenfalls
im Monat März aufgefunden zu beiden Seiten des Hügels, auf wel-
chem die Burgruinen von la Soie (Seta) stehen, und zwar in der
Nähe des Flusses Morge : a) zuerst bei Chätroz 4 Gräber, fast
viereckig, mit Schieferplatten umgeben, nach Angabe der Arbeiter
circa 1 Meter haltend. Leider wurden auch hier die Skelette wie-
der verscharrt ohne vorhergehende Anzeige, b) In Wui^soz
(Seite gegen Chandolin) ein Grab mit Skelett, bei welchem 4 Bron-
zeringe lagen, wovon zwei ziemlich gut ei'haltene dem Museum über-
geben wurden. (Anz. f Schweiz. Altthkde., Nr. 3.)
239
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
MO
127) Eigenthümlich ist eiu Grabfund aus voriger Woche in ei-
nem Weinberge hart bei Plan-Conthey. Dort wurde beim Umgra-
ben einer Stelle des Weinbergs ein grofser Sarg von Blei aufge-
deckt, von der Länge von 1,82 bei einer Breite von 0,48 und Tiefe
von 0,32 m. Die Bleidicke mifst fast l's cm. Der Sarg war von
schweren Steinplatten hellgrauen Jurakalks umgeben, von einer
grofsen derartigen Platte zugedeckt (Länge 1)87 m.) , die abei- be-
reits entzwei gespalten gefunden wurde. Um die Platten herum
lagen noch viele Mörtelstücke, theilweise mit feinen Ziegelbröcklein
gemischt, und Trümmer von römischen Ziegeln, sehr hart und hell-
klingend, mit aufstehenden Seitenkanten. Die Lage des Grabes von
Westen nach Osten, Kopf gegen Sonnenaufgang gerichtet; 4 Fufs
Erde lag über dem Grabe. Aber nur wenige Knochen fanden sich
vor, meist sehr vermodert, Stücke der Hirnschale, Rückenwirbel etc.
Keine weiteren Gegenstände sonst vorfindlich. Domherr Grenat
besuchte diese Grabstätte noch in voriger Woche. Der Bleisarg
wurde für das kantonale Museum angeschafft. In der Nähe befand
sich ein (gneifsartiger ?) Stein, mit einer ovalen künstlichen Höhlung.
(Anzeiger f. Schweiz. Alterth. -Kunde Nr. "..)
128) Aus Bensheim wird der Darmstädter Zeitung Nr. 197 ge-
meldet, dafs im Vertrage, den die Gemeinde Reichenbach mit
einem Frankfurter Unternehmer über die Ausnützung der auf dor-
tiger Gemarkung liegenden vielen Steine geschlossen und der bei Al-
terthumsfreunden Beunruhigung erregt hatte, ausdrücklich vorge-
sehen sei, dafs sowohl das Felsenmeer, als auch alle Stücke, welche
Spui'en antiker Bearbeitung zeigen, geschützt seien, so insbesondere
der sog. Regenbogen im mit concentrischen Kreisen geschmückten
Syenitfels. Die Districte, in welchen die Riesensäule, die zweite
Riesensäule, die sog. Kiste, ein bearbeitetes Capital u. s. w. als
Ueberbleibsel römischer Handwerksübung liegen, werden noch nicht
in Benutzung genommen. Aber auch hier sind die Steine constatiert
und werden, wenn der Betrieb bis dahin vorrückt, was voraus-
sichtlich nicht so bald geschehen wird, gleichfalls entsprechend
kenntlich gemacht werden. Der Altarstein, sowie zahlreiche in
seiner Umgebung liegende Steine, die antike Bearbeitung tragen,
befinden sich in Beedenldrcher Gemarkung ; auf sie erstreckt sich
der Eingangs erwähnte Vertrag nicht.
129) Blainz, 3. Juni. Die Bauveränderungen an den südöst-
lichen Vorwerken der Citadelle , welche durch die Einführung der
Bahn erforderlich sind und tief in die Erdaufschüttungen einschnei-
den, haben in diesen Tagen zur Blolsleguug gewaltiger römischer
Bauanlagen geführt. Dieselben liegen hinter der Neuthorkaserne
und den Artilleriestallungen und ziehen von Nord nach Süd. Es
sind mächtige Mauern von grofser Ausdehnung, von denen zwei
parallel angelegt sind, die dritte jedoch nach Süden zu gegen erstere
convergiert. Die äufsersten derselben sind theilweise gegen Grund
gemauert. Die mittlere hat sicher frei gestanden. Auflallender
Weise liegen die Mauerzüge so nahe beisammen, dafs nur schmale
Gänge zwischen denselben bleiben. Das Mauerwerk besteht aus
gemischtem Material, so zwar, dafs in unregelmäfsiger Folge gut
gerichtetes Schichtmauerwerk mit Ziegeln grofsen Formats wechselt ;
die Fundamentreste bestehen aus Rauhmauerwerk. Der mittlere
Mauerzug besteht aus mächtigen viereckigen Pfeilern ; die Bogen-
anfänge treten stark zurück und lassen einen breiten Absatz vor
sich. Die erhaltenen Bogentheile lassen noch zwei Wölbeschichten
von Ziegeln erkennen, die durch flach eingelegte Ziegelsteine von
einander geschieden sind. Die Ausführung ist äufserst sorglich.
Jedenfalls standen die Pfeiler sammt den Bogenwölbuugen einst frei;
welchem Zweck sie aber mögen gedient haben, läfst sich dermalen
nicht erkennen. Gewifs ist nur, dafs dieselben einem mächtigen
Bau angehört haben ; das zeigen nicht nur die Verhältnisse, sondern
namentlich auch die sorgliche Anlage der Bögen mit ihrem zurück-
tretenden Fufs, ein Umstand, der auf schwere Belastung hinweist
und die Absicht, deren Wirkung in den soliden Pfeilerkeru zurück
zu verlegen. Von Anhaltspunkten zur Bestimmung der Bauzeit ist
bis jetzt nur ein gestempelter Ziegelstein mit der Blarke der 22.
Legion gefunden worden. Die ganze Bauanlage fällt in die Linie
der Bahngeleise und mufs somit demoliert werden ; allein es ist be-
reits Vorsorge getroffen, dafs zunächst alle Theile, soweit immer
thunlich, freigelegt und genau aufgenommen werden. Auf weitere
Ergebnisse darf man in der That gespannt sein. Nach der ganzen
Lage der riesigen Baureste sollte man fast glauben, sie hätten wäh-
rend des Mittelalters bis zur Anlage der Citadelle im 17. Jahrhun-
dert frei gelegen. Leider sind Angaben irgend einer Art darüber
nicht bekannt. Unter allen Umständen ist diese Entdeckung ein
sehr beachtenswerther Beitrag zur Topographie des römischen Mainz,
dem man an dieser Stelle gewifs keine so bedeutende Bauanlage
bis dahin zugeschrieben hätte.
(Corresp.-Bl. d. Ges.-Ver. d. deutsch. Gesch.- u. Alterth.-Ver., Nr. 6.)
130) Grenchen, (Solothurn). Eine römische Station wurde
ent leckt und zahlreiche Funde von Ziegeln, Amphoren, Ampeln,
Töijfen, Terrakotten etc. wurden gemacht.
(Anz. f. Schweiz. Alterthkd., Nr. 2.)
131) Dr. Kohl in Pfeddersheim bei Worms entdeckte un-
längst einen römischen Votivstein, der als der erste den Parzen
gewidmete, welcher im Rheinlande gefunden wurde, Interesse erregt.
Dessen Inschrift ist von Zangemeister in Nr. 6 des Correspbl. d.
Ges. Ver. d. d. Gesch. u. Alterth. -Vereine erläutert.
132) Der Mannheimer Alterthumsverein hat zwei römische In-
schriftsteine aus der Gegend von Lobenfeld erworben, über welche
in Nr. 163 des Mannheimer Journals berichtet ist. Die eine ist
der Untertheil eines 1881 ausgegrabenen Altars. Die Inschrift
lautet:
. . . ANI
[NE DI]ESSIS
DE SVO
F E C E R V N T
C V R A Q V I N T I
DACCI
Die vier letzten Zeilen der Inschrift sind klar: eine Anzahl
Personen haben aus eigenen Mitteln diesen Altar einer Gottheit
(deren Name fehlt) durch Quintus Daccus setzen lassen. Die erste
Zeile ist zu ergänzen: Vicani, d. h. Gemeindemitglieder einer Dorf-
schaft; diese sind also die Inschriftsetzer. Die zweite Zeile enthält
zweifellos die Hauptsache, nämlich den Ortsnamen; leider ist aber
gerade dieser Theil der Inschrift verstümmelt, indem die einge-
klammerten Buchstaben bald nach Auffindung des Steines abge-
schlagen wurden , ohne dafs man das fehlende Stück noch hätte
auftreiben können. Dagegen gelang es, neben dieser Inschrift,
welche Herr Dr. Beneke, jetzt in Basel, bei einer wissenschaftlichen
Exkursion in Spechbach ankaufte und kürzlich unserm Verein zum
Geschenk machte, noch eine weitere, jetzt gleichfalls in unsern
Sammlungen befindliche, zu erwerben. Dieselbe wurde erst kürzlich
unweit der vorigen aus weitläufigen römischen Fundamenten, ,.alter
241
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
242
Keller" genannt , in der schon erwähnten ,.kleinen Spechbaeh" aus-
gegraben; sie ist zwar leider auch nur ein BruchsWck, dient aber
niclit mir zur Erklärung der ersteren Inschrift, sondern ist noch
besonders durch die darauf befindlichen Gotternamen von Wichtig-
keit. Sie lautet:
...... I^
. . . MERTE
. . C A N I
' . E D I E X S
Wir ergänzen die 2 ersten Zeilen: Mercurio et Rosmertae, so
dals wir das in so vielen Inschriften bekannte Götterpaar hier ge-
wonnen haben; ein Fund, der insofern einzig dasteht, als es der
erste Fall ist, dafs die Göttin Rosmerta auf einer rechtsrheinischen
Inschrift vorkommt. Ihr Hauptvorkommen ist Metz und Lothringen,
wie auch Trier luid das Moselland, also die Gegenden, welche schon
vor den Zeiten der Römer durch eingewanderte germanische Tre-
virer und andere deutsche Stämme besiedelt waren. Dieselben
brachten den Kultus des genannten Gotterpaares aus dem Innern
Deutschlands mit, wie denn Mercur in Verbindung mit Rosmerta
nur eine Umsehreibung für Wodan und dessen Gemahlin Freya ist.
133) Vor einigen Tagen wurde in Karlsburg auf der südöstlichen
Seite des Festungs-Glacis,, bei Gelegenheit der Uebungsgrabungen
des dortigen Pionnier-Corps, ein römischer Votivstein herausgegraben.
Derselbe lag '/a m tief unter der Oberfläche, umgeben von zahl-
reichen gehauenen Steinen, Mosaik-, Dach- und Mauerziegeln, von
denen einige den Stempel LEG. XIII GEM. trugen. Der Marmor-
block, dessen obere, scheinbar kunstvolle Verzierungen leider zum
gröfsten Theile abgeschlagen sind, ist etwa 120 cm. hoch und an
den Seitenflächen 50 und 40 cm. breit. Alle 4 Seiten sind platt
gehauen , und an der Stirnseite ist folgende Inschrift gut erhalten :
SARAPID
lOVI . SOLI \
ISIDI I, LUNAE
6 DIANAE ,f
DIS DEABVSQ
COJfSERVAT RIß
L. AEMIL CARVS
LEG. AVG. PR. PR.
III DACIARVM.
S(e)arapidi, Jovi, Soli, Jsidi, Lunae, Dianae, Diis Deabusque con-
servatoribus, Lucius Aemilius Carus, legatus Augusti pro praetore
trium Dacjarum.
Es ist das wol derselbe Lucius Aemilius Carus , welcher um
das Jahr 173 Statthalter von Dacien war, und dessen Aufenthalt
in Apulum schon durch frühere dortige Funde bezeugt ist.
Der schöne Stein befindet sich jetzt auf der Festung in dem
Garten des Herrn Majors Bauer, welchen mehrere schon bekannte
römische Denksteine zieren.
(Korrespondenzbl. d. Ver. i. siebenb. Landeskde., Nr. 7.)
134) Das Münzkabinet der Königlichen Museen hat
in diesen Tagen wiederum eine werthvolle Bereicherung erhalten.
Beim Ausbaggern des Flufsbetts der Mosel bei Reil, in der Gegend
von Zell, ist ein Goldmedaillon des Constans, Sohns Constantins des
Grofsen, ans Licht gekommen und durch die Aufmerksamkeit und
Einsicht der königlichen Regierung zu Coblenz für die vaterländi-
sche Central-Sammlung gerettet worden. Solche gröfsere Gold-
stücke waren nicht Münzen, sondern Medaillen, Denkmünzen; sie
sind alle selten ; dies in Rede stehende Stück war sogar noch nicht
bekannt, und sein Werth wird durch die stempelfrische Erhaltung
noch erhöht. Die Vorderseite stellt den Kopf des Kaisers dar, die
Kehrseite zeigt ihn gerüstet mit dem Labanim in der Hand und
von der neben ihm stehenden Victoria bekränzt. Die Umschrift
ist: GAVDIVM POPVLI ROMANI; unter den Figuren ist der
Prägort genannt SMAQ, Sacra Moneta AQuileiensis. Das Stück
ist im öfl'entlichen Zimmer des Münzkabinets neben anderen, zum
Theil weit gröfseren römischen Goldmedaillons zur Besichtigung
ausgelegt. Kunstwerth haben diese nicht, desto höheren Werth die
daneben liegenden Bronzemünzen aus den Zeiten der ersten Kaiser.
(Deutsch. Reichsanz., Nr. 101.)
135) Bei Stand kirchen im bayerischen Oberlande wurde
vor einiger Zeit eine Anzal Plattengräber aufgedeckt und ein aus-
führlicher Bericht in der Allg. Zeitung gegeben. Das ,.Aquarium-'
zu München hat eines der besterhaltenen Plattengräber vom Tauben-
bergerhofe zu Standkirchen erworben und ausgestellt. In dem aus
5 glattbehauenen Platten gebildeten Grab, dessen Deckel nicht mehr
existiert, fanden sich, wie überhaupt in den bis jetzt aufgedeckten
Gräbern beim Taubenbergerhofe, nur Skelette ohne weitere Zu-
thaten, als einige Hufeisen.
136) Aus Thüringen, 6. Mai. In den Fluren vieler Dörfer
Mittelthüringens liegen augenscheinlich künstlich aufgeschüttete Hü-
gel, welche „Höche", „Höks", „Hanks"' genannt werden. Ein sol-
cher „Hök" wurde vor einigen Tagen in der Flur von Blieder-
stedt (bei Sondershausen an der Helbe) geöfi'net. Der dortige
Bürgermeister Zietz liefs den Hügel abtragen und wegfahren. Bis
7 Fufs tief von der Spitze bestand der Hök aus lockerer Erde,
einen Fufs tiefer stiefs man auf eine Grabkammer, welche durch
schräg gesetzte Steine gebildet wurde. In der Grabkamnier lagen
mehrere menschliche Skelette ; die Knochen waren von bedeutender
Länge und Stärke, die Kinnladen besafsen grol'se und starke Zähne.
Bei weiterer Nachforschung kamen Uruenscherben und eine gut er-
haltene Urne von 8 cm. Höhe und 5 bis 6 cm. Durchmesser zum
Vorschein. Diese Urne, welche mit Verzierungen versehen ist,
stand mit der Oefi'nung nach unten und enthielt feine Erde von fet-
tiger Beschaffenheit ; ihr Boden trägt ein Zeichen , welches wie
zwei verbundene schräge Kreuze aussieht. Neben den Gerippen
fand man aufserdem noch eine stark verrostete Speerspitze von
45 cm. Länge und in der Mitte von 3 cm. Breite. Die Füfse der
Todten lagen nach Osten, so dafs das Gesicht dem Osten, dein auf-
gehenden Lichte zugewendet gewesen ist. Die Fundstücke wurden
von dem Besitzer des Ackerstücks dem Sondershäuser Alterthums-
verein übergeben , welcher dieselben seiner Sammlung einverleiben
wird. Im nächsten Herbst gedenkt man auf dem Höke weitere
Nachforschungen zu veranstalten.
(Corresp.-Bl. d. Ges.-Ver. d. d. Gesch.- u. Alterth.-Ver., Nr. 6.)
137) Stade, 29. Juni. Bei Gelegenheit des am letzten Sonn-
tage, den 24. d., veranstalteten Austinges des historischen Vereins
zu Hamburg wurden von den Mitgliedern der Gesellschaft auch die
in der Nachbarschaft von Buxtehude befindlichen Steindenkmäler
und Hünengräber einer Besichtigung und bezw. eingehenden Unter-
suchung unterworfen. Letztere, vier colossale und bislang noch
unberührte Erdhügel, liegen im Domanialgehölz der unfern Buxte-
hude belegenen Ortschaft Hedendorf, erstere befinden sich dagegen
in geringer Entfernung von Hedendorf auf dem Grunde des v. Dü-
ring'schen Gutes Nottensdorf, woselbst in der Nähe des Dorfes
MS
Auzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
244
Gn:nd-OIdendorf aufser einer Menge anderer Denkmäler und Stein-
setzungen zwei aufgedeckte Steinbetteu in weitem, vielfach von
dichtem Buschwerk überwucherten doppelten Steinriuge liegen, wo-
von das eine noch vollständig erhalten, das andere, aber der mäch-
tigen Felsen wegen schon halb zerstört ist. Diese hochinteressan-
ten Zeugen einer grauen Vergangenheit wurden also von den Ham-
burger Gästen besichtigt und dann in deren Gegenwart eins der
vorhin erwähnten Hünengräber geöffnet, dessen Blofslegung seitens
des Buxtehuder kunstgewerblichen Vereins durch umfassende Erd-
abräumungen bereits vorbereitet worden war. Die mit grofser Span-
nung erwarteten Fundstücke bestanden in einem eisernen Schwerte
und in einer grofsen, anscheinend phönicischen Perle, die ohne
irgend welche Unterlage und Anwendung sonstiger Schutzmittel
platt auf dem Untergrunde des Erdbodens lagen. Eine Urne wurde
nicht gefunden, auch nicht die geringsten Reste von Scherben, wohl
aber unverkennbare Spuren verbrannter Kohlen.
(Weser Ztg. Nr. 13109).
138) Christiania, 19. Juni. Auf Stavijordet bei Eidsvold
sind im vorigen und in diesem Jahre nicht nur werthvoUe, sondern
in antiquarischer Hinsicht sehr interessante Funde an Goldsachen
gemacht worden. Beim Aufräumen eines Grabens in einem Torf-
moore wurden im vorigen Jahre ein schwerer Goldbarren und drei
theilweise beschädigte Goldbrakteaten gefunden. Diese Sachen
wurden für die Alterthumssammlung hiesiger Universität erworben.
Von der Direktion wurde aber der Besitzer des Torfmoores darauf
aufmerksam gemacht, dafs auf jener Stelle, nach der Beschaffenheit
des Fundes zu urtheilen, sehr wahrscheinlich noch mehrere ähn-
liche Sachen zu finden sein würden. Diese Vermuthung ist nun
auch bei einer kürzlich vorgenommenen genauen Untersuchung des
Moores bestätigt worden. Man fand nämlich, wie der „Voss. Z."
berichtet wird, dicht neben der ersten Fundstelle noch zwei Gold-
brakteaten, vier goldene Spiralringe (sogenannte Bezahlungsringe),
ein Stück von einer runden goldenen Stange und schliefslich zwei
schwere , prachtvoll gearbeitete Goldbeschlage zu Schwertscheiden,
im Gewicht von resp. 43,6 und 38 gr. Die Sachen gehören dem
Zeitraum vor der Vikingerzeit an. Der Goldbarren ist der einzige
bisher in Norwegen gemachte Fund dieser Art aus dem älteren
Eisenalter; denn Bezahlungsgold aus jener Zeit ist stets in Form
von Spiralringen gefunden worden. Die Schwertbeschläge gehören
zu den schönsten und seltensten Alterthümern Norwegens. Merk-
würdig ist der sehr verschiedene Goldgehalt der Sachen , nämUch
von 14 bis 23 Karat. Die Alterthumssammlung der Universität
hat den ganzen Fund, dessen Goldwerth ca 650 Kr. beträgt, erwor-
ben. (Nordd. Allgem. Zeit., Nr. 292.) -
139) Die schönen Reste des Neumünsterkreuzganges zu Würz-
burg befanden sich in einer Mauer und auf Grund und Boden der
einem Privaten gehört, welcher z. Z. im Begriffe ist, einen grofsen
Neubau daselbst aufzuführen, und die Absicht äufserte, jene in den-
selben einzufügen, was indessen undurchführbar scheint. So wurden
die Reste von einem Comitee erworben, das sich die Aufgabe stellte,
ein würdiges Denkmal Walthers von der Vogelweide zu errichten
und nun in der Erhaltung resp. Wiederherstellung des Kreuzganges
das schönste Denkmal für den Dichter erkannt hat. Allerdings
mufs die Bogenstellung abgetragen werden, wird aber wenige Schritte
von ihrer ersten Stelle wieder aufgebaut.
140) Wilhemshaven, 24. Juni. Bei den Erdarbeiten am
Banter Kirchhof ist ein interessanter Fund gemacht. Aus einer
Moorschicht wurde ein kleineres Gefäfs aus schwarzem Thon , voll-
ständig wohl erhalten, ausgegraben, welches seiner Beschaff'enheit
nach zu den menschlichen Handarbeiten einer mindestens 1000 Jahre
rückwärts liegenden Periode angehören mufs. Das Gefäfs ist mit
Henkel versehen und ähnelt in der Form einem grofsen, recht
massigen Tassenkopf, der noch Spuren unvollkommener Glasur er-
kennen läfst. Der Fund ist im Besitz des Magistrats und soll an
das Museum in Berlin gesandt werden.
141) Zahlreiche Alterthümer werden gegenwärtig, wie die
„Köln. Ztg." meldet, bei den Ausschachtungsarbeiten für einen
Neubau an der Südseite des Hahnenthorplatzes bei Köln ausgegra-
ben. Man ist dort anscheinend auf die Lagerreste oder den Aus-
schufs einer mittelalterlichen Thonwaarenfabrik, auch „Döppches-
bäckerei'' genannt, gestofsen, da die Töpfchen, Krüge, Schalen und
sonstige Brandreste in grofser Zahl zu Tage gefördert werden.
Einige wenige der gefundenen Gegenstände scheinen von besonde-
rem Interesse zu sein, nämlich diejenigen, welche in sehr flotter
Zeichnimg Jagdreliefs zeigen: Hunde, Hirsche u. s. w., in laufender
Bewegung dargestellt. Interessant ist auch, dafs das Lager dieser
Alterthümer sich unter den Fundamenten der in den unteren Thei-
len in Köln noch vorhandenen Stadtmauer befindet, die gefundenen
Sachen also der Stadtmauer, welche in den Jahrzehnten vor und
nach dem Jahre 1200 erbaut wurde, an Alter überlegen sein müssen.
(Deutsch. Reichsanz , Nr. 170.)
142) In der alten Kirche zu Blutenburg haben sich nach Hin-
wegnahme der alten Tünchen Fresken gezeigt. Rath Dr. Karl
Förster als Sachverständiger hat sich dahin geäufsert, dafs diese
Fresken zwar sehr zerstört, aber doch von so hohem künstlerischen
und kunsthistorischen Werthe seien, um eine theilweise Restaura-
tion der Fragmente als gerechtfertigt erscheinen zu lassen.
(Südd. Presse u. Münch. Nachr., Nr. 149.)
143) Gerlikon, (Thurgau.) In einer alten Kapelle ist eine
Folge von Frescomalereen, Theile aus der Passionsgeschichte dar-
stellend, entdeckt und freigelegt worden.
(Anz. f Schweiz. Alterthumskdo., Nr. 2).
144) Uri. Bei der im Frühjahr 1883 vorgenommenen Repa-
ratur der aufserhalb Andermatt gelegenen Columbanskirche wurden
an der Nordseite, circa 1 Meter von der Kirchenmauer entfernt,
eine Anzahl von Münzen aus dem Ende des XV. bis Anfiing des
XVI. Jahrhdts. gefunden : nämlich 19 legierte savoyische Münzen, und
von Silber : 1 Carolus II dux Sabaudife (1504 53), 1 Berner Plap-
pert mit Mönchsschrift, 1 Freiburger '» Plappert, 1 Münze des
Bischofs Matthäus Schinner von Sitten (1499 — 1522). In- und aufser-
halb der Kirche wurden in einer Schichte von 4—5' Tiefe eine Un-
masse von Gebeinen gefunden.
(Anz. f. Schweiz. Alterthumskde., Nr. a.)
145) Zur Wiederherstellung des Heidelberger
Schlosses hat der Badische Architekten - und Ingenieurverein
folgende Vorschläge gemacht: 1) Vor allem den Otto-Heinrichsbau
durch Dachung, Gebälke und überhaupt durch inneren Ausbau so
zu schützen, dafs er zu gemeinnützigen Zwecken verwendbar ist; 2)
den Bau Friedrichs IV. durch die geeigneten Bauvornahmen in guten
Zustand zu vorsetzen ; 3) den achteckigen Thurm in gleicher Weise
wiederherzustellen; 4) die Bauten Rudolfs und Rupprechts durch
Dachungen zu schützen und so weit wiederherzustellen, als dies im
Aeufsern nothwendig erscheint; 5) die übrigen Thürme in ihrem
gegenwärtigen Zustande sorgfältig zu erhalten; dann in zweiter
245)
Auzeis'er für Kunde der deutscheu Vorzeit.
Ü4«
Linie: 6) den Bau Friedriclis II. wiedei-herzustelleii und 7) den
englischen Bau in seinem gegenwartigen Zustande als Ruine zu be-
lassen. Die Frage , wie restaurirt weiden soll , wird dahin beant-
wortet: mit äufserster Gewissenhaftigkeit — im engsten Anschlüsse
an die Architektur der einzelnen Bauten — mit grofster Selbstver-
leugnung des Architekten, mit Unterlassung des Hereintragens neuer
Kompositionen, wie dies bei Restaurationen so gern geschieht.
(Weserztg. Nr. 13093.)
146) Hamburg, 27. Juni. Das Kranzhaus auf dem Brook,
welches wegen der Zollanschlufsarbeiteu demnächst vom Erdboden
verschwinden wird, war heute, so berichten die „Hamb. Nachr.", von
Alterthumsliebhabern sehr lebhaft besucht. Im zweiten Stock dieses
altebrwürdigen Gebäudes waren der Reihe nach die Schriften und
Bücher des Vereins, die Bierkannen und Pokale von Silber und
Zinn, Bildhauerarbeiten u. s. w. ausgestellt. Unter den alten Schriften
erblickten wir u. A. die Pässe aus dem 16. Jahrhundert,
welche mit den Worten beginnen: „Wir Bürgermeister und Rath
der Kaiserlichen und freyen Reichsstadt Hamburg bekunden , dafs
Gottlob die Luft reyn und gesund sei u. s. w." Das Statuteubuch
der Innung vom Jahre 1533 , in dickes Schweinsleder gebunden,
nimmt als Nr. 1 der Sammlung den Ehrenplatz ein. Ihm folgen
das Artikelbuch, das Kannenbuch, die Ordnung der Schift'bauer und
das Ladenbuch von 1452. Originell sind die in plattdeutscher
Sprache geschriebenen Abrechnungen für die „Högen" (Vergnü-
gungen). Dieselben geben Zeugnifs von den damaligen billigen
Zeiten. — : In den Rechnungen -ist zum Beispiel das Ochsenfleisch
mit 2 Schillingen (15 ^) pro Pfund aufgeführt. , Der Ochsenbrateu
spielte bei den Festivitäten der Schifl'bauer überhaupt eine grofse
Rolle; nebenher wurden Lammfleisch, Fische, Geflügel, Backobst,
Reismus mit Rosen- und Kanehlwasser verabreicht. Eine Maler-
rechnung aus jenen Zeiten gibt uns ebenfalls viel zu denken. Die
Innung besafs nämlich im 15. Jahrhundert ein Amtshaus bei den
Mühren und ein zweites auf dem Brook. Auf einem Platze hinter
diesem Hause errichtete man ein sogenanntes Lusthaus, den ,.Ro-
senordt." Derselbe wurde von dem Maler Dirck Degener decoriert,
nämlich ,,von innen und aufsen vermalt", die Pfosten gelb, Stacket
braun, 8 Bögen grün, aufserdem „etzliche Kerls" in Lebensgrofse
gemalt und mehrere Oefen ,.fein gestrichen" für 15 Mark-Banco.
Im Jahre 1684 brannten Kehrwieder und Brook vollständig nieder,
und auch das Erbe der SchifiTjauerinnung ging dabei in Flammen
auf; es wurde ein neues erbaut und später Eigenthum der Kranken-,
Todten- und Wittwenlade der Schiffbauerbrüderschaft, genannt die
Brüderschaft des Leichnams Christi zu St. Catharinen. Es ist dies
das jetzige Kranzhaus. Die Sitte, das Haus alle drei Jahre mit
einem Kranze von frischem Laube zu schmücken, stammt aus dem
Anfange des 15. Jahrhunderts und pflanzte sich bis auf den heutigen
Tag fort. Unter den-zahlreichen silbernen Trinkgefäfsen fällt haupt-
sächlich der von einem Herrn P. H. F. Richters zu seinem 50jäh-
rigen Geschäftsjubiläum den Schiifbauertagelühnern gewidmete
' Pokal ins Auge. Derselbe ist künstlerisch ausgeführt und auch von
bedeutendem materiellen Werth. Ein Efsservice für 50 Personen
vom Jahre 1734 zeugt von dem gediegenen Geschmack der alten
guten Zeit ; denn es befinden sich darunter zinnerne Präsentschüsseln
im Gewichte von etwa 10—12 Pfd. — Eine messingne Lichterkrone
aus dem Jahre 1648 wiegt nicht weniger als 265 Pfd. — Unter den
Bildhauerarbeiten bemerkten wir eine Gruppe, .die 12 Apostel dar-
stellend ; dieselbe ist künstlerisch ausgeführt , doch hat man das
Alter nicht festzustellen vermocht. Ferner ist noch eine Anzahl
von Schiffen und Gemahlen ausgestellt. Unter den ersteren bemerkt
man auch die Panzerfregatte ,.König Wilhelm." Manche Erinner-
ungen aus der „guten alten Zeit" knüpfen sich an diese Ausstellung,
und sollten daher Freunde von Alterthümern es nicht versäumen,
sich dieselben anzusehen. (Weserztg. Nr.' 13108.)
147) Die „Allg. Ztg." schreibt : Ein für die Kritik der älteren
deutschen Literatur hochinteressanter Fund wurde dieser
Tage von dem mit der Bearbeitung des Katalogs für die Versteige-
rung betrauten Münchener Antiquar Karl Fr. INIayer in der ehe-
maligen Bibliothek des Karthäuser-Klosters Buxheim gemacht. Als
Vorsetz- und Schlufsblatt in einer im Kloster selbst gebundenen
Inkimabel waren zwei Blätter einer Pergament-Handschrift verwen-
det, leider dem Format entsprechend zugeschnitten, welche sich bei
näherer Prüfung als Fragmente einer Handschrift von ,.König
Roth er" aus dem Ende des 13. Jahrh. erwiesen. Das Fragment
enthält gegen 400 Verszeilen und gehört einem Theile des Gedich-
tes an, für welchen man bisher mii eine handschriftliche Quelle
besafs, nämlich die Heidelberger Handschrift. Von dieser nun
weicht die vorliegende wesentlich ab, indem sie bald mehr Verse
hat, bald aber auch solche Verse fehlep, die uns überliefert sind.
(Frank. Kurier, Nr. 354.)
148) Ein reicher Fund an Münzen aus dem 10. und 11. Jahr-
hundert ist in Borzecice im Kreise Krotoschin gemacht. Bei der
Ausgrabung eines grofsen Steins auf dem Grundstück eines Bauern
Matuszek fanden die Arbeiter eine Urne mit etwa 580 Silbermünzen,
deutschen, ungarischen, böhmischen und angelsächsischen Ursprungs,
Bruchstücke von Silberschmuck und zerschlagene Silberbarren. Der
Fund soll dem königl. Münzkabinet in Berlin zugestellt werden.
(Brera. Courier, Nr. 20Ö.1
149) In Dürrenmiingenau (Bayern, Mittelfrauken) machte
ein Oekonom einen Münzfund, der aus ca. 3200 Stück bestand. Der-
selbe enthielt durchgängig Dickpfennige aus dem 13. und 14. Jahr-
hundert und vertheilte sich auf bayrische Herzüge, Bischöfe von
Regensburg und eine gröfsere Anzahl sog-. Wiener Pfennige.
F. Gebert.
150) In Sallavaux stiefs ein Bauer beim Pflügen auf eine Büchse,
die etwa 4000 alte Schw-eizer Silbermüuzen enthieh. Es befinden
sich Murtener Stücke darunter mit dem Bären von Bern, über dem
ein Adler schwebt, sowie Freiburger Münzen.
(Anz. f. Schweiz. Alterthumskde., Nr. 3.)
151) In Hayna (Pfalz) fand dieser Tage, wie wir im Pf. K.
lesen, der Oekonom Wünschet .bei Ausbesserung seiner Scheune
einen mit Gold- und S il her münzen gefüllten Hafen : 372 Stück
Silbermünzen von der Gröfse eines Guldenstückes, 72 Stück gröfser
und stärker als ein Kronenthaler, 30 Goldmünzen aus dem 13. bis
zum 16. Jahrhundert und aufserdem noch 3 gröfsere Goldstücke.
(Frank. Kurier, Nr. 318.)
152) In Eich statt verfolgte ein Bewohner eine Eidechse,
schlug auf den Spalt , jn welchen sich dieselbe verkroch , und es
fielen hierauf aus diesem einige alte Münzen heraus. Nach weiterem
Suchen fand sich ein Schatz von ca. 600 Münzen aus der ersten
Hälfte des 16. Jahrhunderts vor, jedoch nur Münzen bis ' t Thaler-
gröfse. Als Slünzherren waren vertreten ; Regensburg (Stadt und Bi-
schof), Oettingen, Augsburg, Salzburg, Pfalz-Neuburg, Kempten
(Stadt), Bayern etc., wie überhaupt der ganze Fund eine grofse
Aehnlichkeit in der Zusammensetzung mit dem bekannten grofsen
2i7
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
248
INeunstätter (bei Ansbach) hat. Nürnberg, Brandenburg und Sachsen
â– waren unvertreten. F. Gebert.
153) In Berghausen a. Mainburg i. d. Hollerdau wurde bei Ur-
barmachung einer Oeduug ein Münzfund gemacht, dessen voller
Bestand mir nicht bekannt wurde. Als ich ihn erhielt, waren es
noch ca. 1700 kleine Münzen und 3 Thaler. Letztere waren 2 Kürn-
berger o. J. und von 1628 imd ein erzherzogl. österreichischer,
von Leopold 1621 geprägt. Die kleinen Münzen, welche nicht über
1632 hinausgehen, vertheilen sich auf: Bayern (die Mehrzahl), Salz-
burg, kaiserliche Münzen für verschiedene Kronläuder, Augsburg,
Kegensburg, Nürnberg, Montfort, Kempten (Stadt und Abtei), Würt-
temberg, Pfalz-Neuburg; in einzelnen Exemplaren waren vertreten
Erbach, Brandenburg-Franken, Churbrandenburg (1 Stück von 1562),
Magdeburg, Deutschorden, Strafsburg, Colmar, Olmütz, Chur, Schaff-
hausen, Bamberg, Würzburg, Fugger, Constanz etc. Eine grofse
Anzahl kleiner und grofser Münzen soll am Fundorte zu Ketten
verarbeitet worden sein. F. Gebert.
154) Magdeburg, 20. Juni. Heute Morgen wurde beim Auf-
brechen des Pflasters im Hofe des Hauses Breiteweg 187 ein be-
deutender Münzfund gemacht. Derselbe besteht im Ganzen
aus 127 Silber und 24 Goldmünzen, von welchen jedoch eine total
zerstört ist. Unter diesen Münzen ist die jüngste ein polnischer
Zweidrittelthaler vom Jahre 1634; dann ist noch ein braunschweig-
lüneburgischer Thaler von 1633 und ein Sterbethaler des Herzogs
Johann Casimir von Sachsen darunter mit der Inschrift: Natus den
-12. Junii ^ 1564 obiit 16. Julii 1633. Man wird also nicht irren,
wenn man annimmt, dafs dieser Schatz noch während des dreifsig-
jährigen Krieges, wahrscheinlich kurz nach 1634, verborgen wor-
den ist. Die Silbermünzen sind zum gröfsten Theil (S6) Thaler,
die übrigen sind meist Zweidrittelthaler, nur wenige halbe Thaler.
Merkwürdig ist, dafs darunter nur ein oder zwei magdeburgische
Thaler sich finden, während die anderen aus den verschiedensten
Ländern und Städten des damals so buntscheckigen deutschen
Reiches stammen. Während unter diesen einige Stücke nur ein-
mal vorhanden sind, sind Osterreichische, niederländische, sächsi-
sche und braunschweigische Thaler zahlreicher vertreten. Unter
den Zweidrittelthalern überwiegen die aus den vereinigten Nieder-
landen. Die ältesten Stücke gehen bis gegen die Mitte des 16-
Jahrhunderts zurück. — Die Goldstücke sind, mit Ausnahme eines
Doppel - Dukaten von Zeland, Dukaten aus Brandenburg — diese
mit besonders schönem Gepräge — , Metz, Mainz, Erfurt, Zeland,
Frankfurt, Deventer, Ungarn, Oesterreich, Tirol und einer von
Gustav Adolf (1632). Die Stücke sind fast alle gut erhalten und
haben aufser dem materiellen daher auch einen nicht unbedeuten-
den numismatischen Werth. (Nordd. Allg. Zeit., Nr. 284.)
155) Bremer Münzen aus dem 17. und 18. Jahrhun-
dert. Die Elsflether Kirche wird gegenwärtig im Innern restauriert.
Beim Aufreifsen des Fuisbodens und beim Wegräumen der unter
demselben befindlichen schlechten Erde fand man mehrmals ge-
mauerte Gräber, die oft mit 2 Fufs Wasser angefüllt waren. Dieser
Umstand ist denn auch wohl der Grund gewesen, dafs das Holz
der Säi'ge, so weit es im Wasser gestanden hatte, ganz gut er-
halten war ; gewöhnlich fehlte nur der Deckel. Auffallend ist auch,
dafs von den Verstorbenen, die doch, wie wohl anzunehmen ist,
ca. 100 Jahre in den Gräbern gelegen haben, die Gerippe häufig
noch fast ganz erhalten waren. In einigen Gräbern und zwischen
der Erde fanden sich einige Geldstücke, meist Bremer Kupfer- und
Silbermünzen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die jetzt im Besitz
eines Kirchenältesten sind. (Bremer Kurier, Nr. 150.)
156) Zu den Gesetzesvorlagen für die nächste Session des
preufsischen Landtages dürfte ein Gesetzentwurf, betreft'end die
Erhaltung der Kunstdenkmäler und Alterthümer ge-
hören, über dessen Gesiclitspunkte die ,.Magd. Ztg.'' Folgendes be-
richtet : Die bestehenden , in Cabinetsordres , ministeriellen Verfü-
gungen etc. enthalteneu Vorschriften zur Erhaltung der Denkmäler
und Alterthümer sollen sich als ungenügend erwiesen haben. Es
wird auch in mafsgebenden Kreisen als ein Fehler bezeichnet, dafs
in den Dotationsgesetzen von 1875, durch welche den Provinzen
auch die zur Erhaltung der Kunstdenkmäler und Alferthümer vor-
handenen Staatsfonds überwiesen wurden, nicht direkt die Verpflich-
tung der betreffenden Verbände zur Erhaltimg der Kunstdenkmäler
etc. ausgesprochen ist. So kam es häufig zu Klagen , dafs alter-
thümliche Gegenstände gleich bei ihrer Auflindung zerstreut oder
verkauft und so, abgesehen von der Nichtergänzung der Samm-
lungen etc. , der wissenschaftlichen Verwerthung für Archäologie
und Vaterlandskunde entzogen wurden. Auch die wiederholt an die
Behörden ergangene Anweisung, dafs sie bei allen Anträgen auf
Niederlegung oder yeränderung von Stadtmauern, Thoren, Thürmen
etc. die Frage nach dem Werthe der betreffenden Bauwerke als
Kunst- oder geschichtliche Denkmäler beim Kultusmiuisterium zur
Entscheidung zu bringen haben, bevor sie in ressortmäfsiger Weise
über derartige Angelegenheiten vorfügen, hat nicht den erwarteten
Erfolg gehabt. Behufs Vorbereitung eines Gesetzes, betreffend die
Erhaltung der Kunstdenkmäler und Alterthümer, sind im Kultus-
ministerium bereits im vorigen Jahre unter Anderem Ermittelungen
darüber angestellt worden, welche wissenschaftlichen Vereine, deren
Bestrebungen direkt oder indirekt auf die Erfahrung oder Erhal-
tung der beweglichen oder unbeweglichen Denkmäler gerichtet sind,
in den einzelnen Provinzen bestehen, sowie über die ihnen gehöri-
gen Sammlungen, Bibliotheken etc. und über die von ihnen für ihre
Zwecke verwendeten Mittel. Da seitens der Communalverbände in
vielen Fällen in Abrede gestellt worden, dafs es sich um ein Denk-
mal- handle, so dürfte in der zu erwartenden Gesetzvorlage ange-
geben werden, dafs zu den zu erhaltenden Deidimälern nicht nur
Bauwerke jeder Art, als Kirchen, Schlösser, mittelalterliche Befesti-
gungen, Ruinen, prähistorische Denkmäler, z. B. Steingräber, son-
dern auch Bilder, Schnitzereien, Urnen, Münzen u. dergl. gerechnet
werden. (Weserztg., Nr. 1312'J.)
Herausgeber: Dr. A. Essen wein. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essen wein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg
Gedruckt bei ü. E- S e b a 1 d in Nürnberg.
Nürnberg^. Das Abonnement dea Blat-
tes, welches alle Monate etsclieint, wird
ganzjährig aügenommeti unil iieträgt nach
der neuoaten Poatconvention hei allen Poat-
amtern und Buciihaudhingon Deutschla7ids
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FÜR ÜIDI DER
Neue Folge.
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rietta- Street Covent -Garden in London;
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men und Hamburg.
Alle für das german. Museum be-
stimmten Sendungen auf dem Wege des
Buchliandels werden durch den Commis-
sioniir der literar.-artist. Anstalt des Mu-
seums, F. A. Brockhaus in Leipzig, be-
fördert.
Dreissigster Jahrgang.
1883.
ORGAN DES GEIVMAIVISCHEN MUSEUMS.
M. 9.
September.
Wissenschaftliche Mittheilimoen.
9littelciltcrliclier Hausrath und «las Leben im denti^rhen Hause.
IL
Zwar nicht im Innern des Hauses, aber doch in dem und hier in Fig. 1 wiederholt ist. Sie zeigt eine Gesell-
zum häuslichen Leben gehörigen Garten findet die Scene schaft vom Schlüsse des 13. Jahrh., die sich mit Wein und
statt, die schon im Anzeiger 1876, Sp. 3, 4 abgebildet Spiel im Freien die Zeit vertreibt. Wie schon dort ge-
Fig. 1.
251
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
252
sagt ist, ist die Jahreszahl gefälscht. Das Kostüm zeigt
eben den Schlufs des 15. Jahrhunderts als Entstehungs-
zeit an. Wir wollen hier auf die Form der Kanne be-
sonders aufmerksam machen, die der junge Mundschenk
in der Hand trägt. Sie kommt in
dieser Gestalt während der ganzen
Zeit des gothiseheu Stiles im Mit-
telalter vor und findet sich fast
gerade so schon in den Miniaturen
der Welislaw'schen Bilderbibel aus
dem 13. Jahrh. ')
Solche Kannen wurden je nach
dem Zwecke aus Messing und Zinn
hergestellt.
Unser Museum besitzt eine An-
zahl derselben aus beiden Metallen,
die wir, da sie, wie eben gesagt,
schon im 14. Jahrhundert, ander-
seits aber auch noch bis ins sech-
zehnte Jahrh. hinein vorkommen,
zwar nur schwer genau datieren
können, in denen wir jedoch aus-
nahmslos Exemplare vom Schlüsse
des 1.1. oder Beginn des 16. Jahr-
hunderts zu sehen geneigt sind.
Sie sind in Fig. 2—6 in gleicher
Gröfse, je in ',3 der Originalgrölse,
dargestellt. Die mächtige Zinn-
kanne Fig. 2, gehört erst der Zeit
Karfs Y. an. Sie trägt drei Stem-
pel, aus denen hervorgeht, dafs sie
von einem Nürnberger Zinngiefser
B. S. gefertigt ist. Sie zeigt die
innigste Verwandtschaft der Form
mit der in Fig. 1 erscheinenden
Kanne. Trotz ihrer Gröfse, — sie
ist .00 cm. hoch — fafst sie nur
2,35 Liter. Man pflegte die Gefäfse,
wenn sie mit Wein gefüllt waren,
der Kühlung wegen in einen Kes-
sel kalten Wassers, in einen Brun-
nentrog oder ein fliefsendes Wasser
zu stellen (vgl. auch die Flasche
bei den bauenden Mönchen, 1882,
Sp. 193 u. 194). Da eignete sich
dann diese schlanke Kannenforni
deshalb vorzüglich, weil sie eine
gröfse Oberfläche, also Abkühlungsfläche, im Verhältnisse
zur Menge des Inhaltes bot, gerade wie unsere modernen
Fig. 2
Glasflaschen. Ebenfalls aus Zinn ist die Kanne Fig. 8,
die zwar niedriger ist als die erste, aber doch bei 33 cm.
Höhe 3 Liter fafst. Sie sollte also eine Flüssigkeit auf-
nehmen, die nicht gekühlt zu werden brauchte. Auf dem
Boden im Innern befindet sich ein
rohes Crucifix, im Innern des De-
ckels eine Rose. Eine ganz ähn-
liche Kanne, freilich mit langer
Ausgufsröhre, besitzt das Museum •
zu Basel, die von M. Heyne pub-
liziert ist ^). Die in Majuskeln auf
dem Deckel angebrachte Inschrift
Oleum inflrmorum zeigt, dafs sie
den Vorrath geweihten Oeles fas-
sen sollte, aus welchem nach Be-
darf sodann in das kleine, zu den
Kranken zu tragende Gefäfscheu
Oel gegossen wurde. Heyne glaubt,
dafs sie dem Hofhalte des Baseler
Bischofs angehörte. Das mag vor-
her vielleicht der Fall gewesen
sein ; aber es ist durchaus nicht
gerade nöthig, das anzunehmen.
Mit irgend einem Vermà ¤chtnisse
kann sie, die wohl schon vorher
Oelkanne war, in die Kirche und
damit aus profanem in kirchlichen
Gebrauch gekommen sein. Sie kann
aber auch einfach von einem Zinn-
giefser, der solche Kannen feil hielt,
für die Kirche gekauft worden sein;
denn bei verschiedenartigen Ge-
brauchsgefäfsen läfst sich für jene
Zeit ein Unterschied in den For-
men jener, die kirchlichem, von
denen, die häuslichem Gebrauche
dienten , nicht nachweisen. Die
Majuskeln der Inschrift der Base-
ler Kanne deuten auf das 14. Jahr-
hundert hin. Obwohl nur leicht
profiliert, zeigt doch die Gliede-
rung der unsrigen, dafs sie bereits
einer Zeit angehört, die auch für
das gewöhnlichste Geräthe einigen
i Schmuck übrig hatte , so dafs wir
sie wohl erst dem Ende des fünf-
zehnton Jahrhunderts zurechnen
dürfen , trotzdem das Crucifix im Innern romanisch er-
scheint.
Werthv(dler im Sinne ihrer Zeit sind die aus Messing,
1) Wocel, Welislaw's Bilderbibel aus dem dreizehnten Jahrh.
(Prag 1871), Taf. XXVII, 8, wo die Kanne einen Ausgufs zeigt.
2) M. Heyne, Kunst im Hause ; 2. Reihe, Taf. XXIV.
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
254
einem werthvolleren Material, gegossenen Kannen, die doch nur, wenn der Ausgufs verstopft und so die Kanne
übrigens im Metall so dünn sind,'dafs man in Verlegen- ganz gefüllt ist. Thatsäehlich fafst Fig. 4 nur 0.80,
Fig. 3.
Fig. 4,
heit käme, zu entscheiden, ob sie ge-
gossen sein können, oder getrieben
sind. Und doch müssen sie ja ge-
gossen sein, weil sie, wenn getrieben,
irgend eine Naht zeigen müfsten, wo
sie zusammengesetzt sind, da das Trei-
ben aus einem Stücke durch die Gre-
stalt ausgeschlossen ist.
Die Form der beiden in Figur 4
und 5 abgebildeten Stücke ist jener
der zinnernen Weinkanne, Fig. 2, ganz
ähnlich; es befindet sich daran jedoch
je ein Ausgufs in Gestalt eines Thie-
res. Fig. 4 zeigt einen Drachen ; Fi-
gur S einen Löwen. Fig. 4 fafst bei
35 cm. HfUie 0,90 Liter, Fig. S bei
28,5 cm. Höhe 0,45 Liter, bei beiden je-
Fig. 5 0,35 Liter. Messing konnte kaum
zu Kannen A'erwendung finden, in de-
nen Getränke aufloewahrt wurden. Mau
wird also an Wasserkannen zum Hän-
dewaschen denken müssen, die viel-
leicht zu jenen Messingbecken gehör-
ten, die, zu Nürnberg in der »Beck-
schlagergasse«r gefertigt, durch die
ganze Welt ihren Weg nahmen, und
von denen auch unser Museum eine
stattliche Zahl besitzt. Einige der-
selben sind im Anzeiger 1876, Sp. 193
verüffentlicht. Wie die Beckenschläger
die Becken, so fertigten die »Kandel-
giefser« die Kannen. AVeun auch an-
derer Form, indem sie niedriger und
weiter ist, hatte doch die in Fig. 6
200
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
256
abgebildete Kanne mit 20 cm. Hül:c und 0,35 Liter In-
halt, da sie ebenfalls von Messing ist, kaum eine andere
Bestimmung als die beiden vorgenannten.
Was die Herkunft der Stücke betrifft, so befand sich
Fig. 2 schon in der P"'rhrl. v. Aufsefs'schen Sammlung,
ohne dafs ihre frühere Herkunft z. Z. nachzuweisen wäre;
ebenso Fig. 4 und 6, die der Gründer unseres Museums
jedenfalls auch wie die erstgenannte in Franken gefun-
den hat. Fig. 2 wurde vor etwa 13 Jahren bei Gunzen-
hausen ausgegraben und von einem dortigen Händler
erworben. Fig. 3 stammt aus der Piökert'schen Samm-
lung.
Wie die Erzeugnisse der Nürnberger
Beckenschläger im 13. und 16. Jahrb., aber
auch später noch, ihren Weg durch die
ganze Welt machten und auf Messen und
Märkten ebenso feilgeboten wurden, wie
heute das nassauische blauverzierte , graue
Steinzeug, für welches keine Entfernung
zu grofs ist, so hat der Handel vom 12.
Jahrh. an, vorzugsweise im 13., die email-
lierten Kupfergeräthe aus Limoges allent-
halben hingeführt. Neben den Bischofs-
stäben, Reliquienbehältern, Chrisambüehs-
chen, Ciborien, Rauchfässern, Weihrauch-
schiffchen und Leuchtern für den kirch-
lichen Gebrauch
waren es auch
Leuchter für den
profanen Ge-
brauch ') u. Hand-
waschbecken, die
Vorgänger jener
späteren Nürn-
berger, die ihren
Weg überallhin
fanden und auch in
Deutschland, wie
ihr heutiges Vor-
kommen in Kir-
chenschätzen und
Museen beweist,
allenthalben zu
Hause waren.
Freilich sind sie
vornehmer als je-
ne späteren Be-
cken; denn siesind
nicht nur email-
liert, sie waren, so
weit nicht der Far-
benschmelz seine
Wirkung übte,
vergoldet, wovon
heute fast bei al-
len, aher nurSpu-
1) Anzeiger 1868, Sp. 12ü, Fig. 2.
III.
reu noch geblieben sind. Auch zeigt der
häufig vorkommende Wappenschmuok, dafs
sie für die Kreise der Vornehmen bestimmt
waren. Es gehörten je 2 gleiche zusammen,
deren eines der Diener unter die Hände
dessen hielt, der das Handwasser nahm,
während er aus dem zweiten Wasser über
die Hände gofs. Mitunter hat das eine von
den beiden, jenes, aus welchem das Wasser
gegossen wurde, einen Ausgufs in Gestalt
eines Thierkopfes.
In den Miniaturen des 13. und 14. Jahrb.,
aus welcher Zeit die Limousiner Becken
Fig. 1. stammen, erscheinen sie selten. Darcel hat
in seiner Beschrei-
bung des Scha-
tzes der Kirche zu
Conques, wo sich
auch ein solches
Becken findet ^),
die Darstellungen
nachgewiesen, die
sich in einem Ma-
nuskript der Na-
tionalbibliothek
zu Paris und auf
einem aus Sois-
sons stammenden,
nunmehr in Eng-
land aufbewahr-
ten Elfenbeindip-
tychon befinden
und eine dersel-
ben nach dem Ma-
nuskripte abge-
bildet, die wir hier
in Fig. 1 wieder-
geben. Sie stel-
len sämmtlich Pi-
latus dar, der sich
die Hände wäscht.
In dieser Abbil-
dunghat die Aus-
gufsnhale keinen
2) A. Darcel, trcsor de l'eglise de Conques (Paris, 1861) p. 73.
237
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
258
Thierkopf, sondern das Wasser wird über den Rand ge-
gossen.
Unser Museum erhielt vor einiger Zeit durch das
freundliche Eintreten unserer Berliner Pflegschaft eine
solche Schale und bekam etwas später ein zusammen-
gehöriges Paar. Wir bilden hier in Fig. 2 eines jener
jetzt seltenen Stücke ab. Es hat einen Durchmesser von
23 cm., einen 1 cm. breiten flachen Rand, einen leicht auf-
wärts gewölbten flachen Boden von 9,3 cm. Durchmesser
und biegt sich energisch zu etwa 4 cm. Tiefe ein.
Auf dem Boden ist zwischen Ornamentranken ein
Reiter dargestellt, welcher die Fiedel spielt; auf dem
eigentlichen Körper sind 6 von Frauengestalten gehaltene
Rundmedaillons, deren jedes einen Wappenschild trägt.
Die Wappen dürften Ideal wappen sein; die Figuren und
Ornamente waren vergoldet, der Hintergrund ist blau;
an einzelnen Stellen ist zu sehen, dafs der Verfertiger
erst rothes Email in die Gruben gebracht, wol aber der
Farbenwirkung wegen, die ihm nicht gefallen mochte,
wieder entfernte, um blaues einzuschmelzen, jedoch nicht
ohne da und dort leichte Spuren des erst aufgetrage-
nen Roths zurückzulassen. Der Grund in den Medail-
lons ist meergrün; die beiden sich gegenüber stehenden
Wappen mit den 3 Flügeln und den 3 Halbmonden haben
lichtblauen Grund ; die Pfähle und Schrägbalken der sich
gleichfalls gegenüber stehenden beiden Wappen sind roth ;
Roth, Blau und Weifs sind die Farben des dritten Wappen-
paares, dessen eines, zu Füfsen des Reiters, durch die Dar-
stellung des Pelzwerkes interessant ist, bei welchem mit
dunklen, blauen, von oben herabhängenden, runden Za-
cken aufwärtsgehende sich zusammenstücken, die vom lich-
ten Blau ins Weifs verlaufen. Aehnlich ist die Darstellung
des Beckens von Conques, nur ist die Mittelfigur eine
andere; auch die Wappen sind andere, und zwar scheinen
diese keine Phantasie-, sondern wirkliche Wappen zu sein.
Wahrscheinlich wurden auf Bestellung gern wirkliche
Wappenschilde gegeben, während jene, für den Markt zum
allgemeinen Verkauf bestimmten und überallhin versen-
deten Stücke Phantasiewappen führten. Zum Schlufs ver-
weisen wir noch auf die Schriftstellen über die Verwen-
dung dieser Becken , welche de Labord ') nach französi-
schen Quellen, A. Schnitz =) nach deutschen Quellen zu-
sammengestellt hat.
Nürnberg. A. Essenwein.
nralitzichbaiik oder ürechselbauk f
1) Kotice des emaux exposes dans las galeries du Musee de
Louvre. (Paris 1853) II« partie p. 150.
2) A. Schultz, das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger,
(Leipzig, S. Hirzel, 1879) 1. Bd., S. 325 ff.
Auf Sp. 190 d. l',l. hatte Archivrath Dr. Distel in der
Anmerkung 1 sich dahin ausgesprochen, dafs die in den
Mittheilungen des kgl. Sachs. Alterthumsvereins, Heft 29,
S. 114 erwähnte Bank keine Drahtziehbank, sondern eine
Drechselbank und wol mit einem Werke Hackers vom
Jahre lo84 identisch sei. Die einfache Form dieser Mit-
theilung hatte uns keinen Anlafs gegeben, das Gitat nach-
zuschlagen und zu untersuchen, um was es sich handle.
Nunmehr aber werden wir durch Prof. Dr. Steche in
Dresden aufmerksam gemacht, dafs es sich dabei um
jenes kostbare Werk handelt, das, jetzt im Musee Carna-
valet in Paris, bis zum 3. Mai 1854 in der königl. Mo-
dellkammer zu Dresden sich befand. Wenn wir auch
das Werk selbst nur nach Photographien kennen, und
uns der Einzelheiten nicht genügend entsinnen, um selbst
darüber eingehend zu schreiben, mfissen wir Distel's Aus-
spruch doch anzweifeln, nachdem wir wissen, um was es
sich handelt, um so mehr, als er der erste ist', welcher
die seitherige allgemeine Annahme bestreitet.
Dr. Steche schreibt uns, dafs die Bank im Lohrmann'-
schen Katalog der Sammlungen der mathematisch -phy-
sikalischen Instrumente und der kgl. Modellkamnler in
Dresden (1833), S. 46, Nr. VIII, Werkzeuge etc. unter Nr. 1
beschrieben ist als ejne ^-hölzerne, 13 Fufs lange, verzierte
Zugbank mit Triebstange, Zugkette, vielen Drahtzieheisen,
Drahtzangen, Ringen, Schrauben, Haken etc. 1338.'f Im
Kataloge des Musee Garnavalet ist sie ebenfalls als »banc
a ötirer les me'taux« bezeichnet. Sie unterscheidet sich
in der Konstruktion nicht von den heute noch gebräuch-
lichen Drahtziehbänken, wie sie in Goldschmiedewerk-
stätten auch in Dresden gefunden werden. Die Werk-
zeuge, welche dazu gehört haben und zeigen, dafs es
sich darum handelte, Drähte von verschiedenartigem Quer-
schnitte zu ziehen, befinden sich theilweise noch bei der
Bank, so Drahtzange, Drahtzugeisen, Schwengel und Ringe ;
eine Anzahl derselben besitzt Herr Achllle Jubinal in Pa-
ris, sowie das Musee Cluny daselbst. Zwei Stücke im hi-
storischen Museum zu Dresden bezeichnet Dr. Steche als
sicher ebenfalls zu dieser Bank gehörig.
So weit wir uns erinnern, tragen die reichen Ein-
lagen der Bank eher den Charakter der Mitte als des
Endes des 16. Jahrh. und die Jahreszahl 1558, die Lohr-
inann gibt, scheint uns eher zuzutreff'en als 1384. Wenn
übrigens aufser dem-Monogramme des Intarsiators A. M.,
dem die Bank ihre eigentliche Bedeutung dankt, und sei-
nem Wappen, einem halben Scheuer, auch Danners Mono-
gramm und Wappen angebracht ist, so kann die Bank
doch nicht Hackers Werk sein.
Wir wollten die von Dr. Steche uns mitgetheilten
Thatsachen, die auch mit unseren Erinnerungen überein-
2a9
Anzeiger lur Kunde der deutschen Vorzeit.
260
sliiumeu, docli auch hier veröffentlichen, nachdem wir
das fragliche Citat Distels haben passieren lassen, ohne
es nachgeschlagen zu haben, obwohl solches eigentlich
Pflicht des verantwortlichen Redakteurs gewesen wäre,
von deren Erfüllung uns nur der Mangel jeglichen Be-
denkens abgehalten hat. Sicher würde der Verfasser,
wenn wir ihm dann vor dem Drucke unsere Bedenken
hätten mittheilen können, die Anmerkung weggelassen,
oder eine Begründung seiner von allen seitherigen An-
nahmen abweichenden Bestimmung des Werkes versucht
haben.
Nürnberg. A. Esseuwein.
Die heiligeu Bliits-Kapelh' der Cistercienser- Abtei
Doberaii.
An der Nordseite der herrlichen Kirche der ehemali-
gen berühmten Cistercienser-Abtei Doberau in Mecklen-
burg liegt, etwa 50 Fufs von der ersten der fünf radian-
teu Kapellen des Chores entfernt, ein thurmartiger, acht-
eckiger Bau. Sein Aeufseres vor der Restaurierung haben
W. Lübke (deutsch. Kunstbl. 18o2, Nr. 37) und Dr. Lisch
(Meckl. Jahrbücher 9, 412) beschrieben; dieser auch das
Innere und die darin , von ihm entdeckten alten Wand-
malereien (das. 19, 873—77.) Nach manchem Jahre ent-
würdigenden Mifsbrauohes ist er 1879 durch den Archi-
tekten Möckel aus Dresden restauriert und das Innere
durch den Professor Karl Andrea wieder geziert.
Von einheimischen Schriftstellern und auswärtigen
Kunstforschern (W. Lübke, a. a. 0. ; Carl Schnaase, Gesch.
d. bild. Künste 6, 318) wird das Gebäude jetzt stets als »die
Kapelle des hl. Blutes« bezeichnet. Dafs dieser Name ihm
mit Recht nicht gegeben werden kann, beweisen die Ur-
kunden.
Der Reimchronist Ernst von Kirchberg erzählt im
listen Kapitel (Westphalen, Monum. ined. IV, 757, sq.)
ausführlich »daz wundirlich Mirakil von dem heiigen
Blude zo Doberan.» Ein Hirte zu Steffeushagen barg die
bei der Kommunion empfangene heilige Hostie in seinen
Stab, um so sein Vieh zu schützen. Zwei Lichte, die un-
bemerkt von ihm und seinem Weibe bei ihrem Bette
brannten, wo der Stock zeitweilig verborgen wurde, nahm
eine später zu ihnen gezogene Frau ^yahr. Nach einem
Zwiste mit der »Wirthin« zeigte sie dies dem »Dorfrich-
ler« an. Der Abt und der Bischof Brunward von
Schwerin, der just im Kloster anwesend war, öffnen den
Stab und finden,
»daz dy heyige Hostia gud
waz alle worden war (wahres) Blud.«
Mit geziemender Ehrfurcht wird sie nach dem nahen
Doberan gebracht und »wirkt hier Wumler ohne Zahl.»
Nach Kirchberg soll dies unter Abt Hugo 1201 ge-
schehen sein. Latomus (Genealo-Ghronicon v. 1610 bei
Westphalen, Mon. IV, 201) und auch Dr. Lisch nennen
dafür dies Jahr. Doch nach den Urkunden (Meckl. Ur-
kundenbuch I, Nr. 197) war noch 1210 Gottfried des
Klosters Vorstand, und als solches wird Hugos in ihnen
erst 1218 gedacht (das. I, 224). Zur Ausgleichung des
Widerspruches scheint mir, durch die Angabe des Berich-
tes »nach etswilche czid«, nahe zu liegen, dafs des Wun-
ders erster Theü in dem gedachten Jahre, die Ueber-
führung des heiligen Blutes nach Doberan unter dem
genannten Abte stattfand.
Wo »das hl. Sacrameut« dort verehrt ward, zeigt
uns unter den publicierten Urkunden erst die des Bischofs
von Schwerin, Friedrichs IL von Bülow, vom 4. Juli 1368
(J. B. 9, 297): »in capella porte monasterii.« Dieselbe
Stätte weisen die seiner Nachfolger Nicolaus Büddeker
und Werner Weimers von 1450 und 1461 , die Kapelle
als »in porticu monasterii« bezeichnend.*)
Porta monasterii ist im liber usuum s. ord. Cisterc.
und den Statuten des Ordens (Marlene et Durand, Thes.
nov. Anecd. IV, 1243—1647) immer das Klosterlhor. Nur
so kann das Wort an allen Stellen, in denen es bezugs
Doberans und seiner ersten Tochter Dargun in den bereits
publicierten Urkunden vorkommt, übersetzt werden,
(U.B. IX, 6596, §40. 76. 82. 85. 11^; III, 1224, die Stel-
len in der Anmerkung, und V, 3355 ; VIII, 5474). Die
heiligen Bluts-Kapelle lag also nicht bei der Kirche, son-
dern fern von ihr, am Klosterthore. Das beweist deutlich
auch die erste Urkundenstelle, wo die »capella, que ad
portam est fundata« erwähnt wird. Für das Weihefest
derselben stiftete durch Zuweisung von Hebungen aus
Dänschenburg am 22. März 1248 (U. B. I, 603). Fürst
Heinrich Borwin III. dem Konvente »ein Mahl, aus Weifs-
brot, Wein und Fischen« bestehend. Der Rest der Auf-
künfte soll »zum Gebrauch der Armen oder zum Nutzen
der Pforte« verwendet werden (»in usus pauperum sive ad
porte utilitatem«). Wie dies zu verstehen, zeigt u. a. die
Bemerkung, womit das Stiftangenbuch vonZwetel (Joh. v.
Fräst, liber fundat. 476) die Aufzählung der Servitien-
stiftungen einleitet, dafs dafür Reuten ausgesetzt seien
»zur Erquickung der Mönche und Gonversen und
zur Speisung der Armen am Thore (pauperum in porta
alendorum)« ; dann die Angabe der Geschichte des Klo-
sters Villars (Thes. Anecd. 111,1300): »Unsere Pforte be-
*) Anmerkung. Aus dieser Angabe möchte man folgern können,
dafs Doberans Klosterthor später einen Vorbau erhielt, wie dies
auch andern Orts geschah (Viollet-le-Duc, Dict. d. l'arch. 7, 384.)
Dafür könnte auch sprechen, dafs, während es anfangs bezugs der
Almosen -Vcrtheüung heilst: ad portam (Urk. VII, 4514; VIII, 5097.
V, 3411) in einer vom 21. Dec. 1431 (J. B. 9, 305) dafür ,.yn de
porten'' gesagt wird.
261
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
262
sitzt diese Güter mit der Bedingung-, ilals sie davon wö-
chentlich 2000 Brode aus der Bäclicrei erhalte« zur
Almosenvertheilung. Nach dem liber usuum (cap. 120)
und den Stählten (1183, 14; 1193, 4) war das Klosterthor
die Stätte, wo die Mönche, gläubig überzeugt, in jedem
bedürftigen Bruder dem Herrn selber nach seinem Worte
(Matth. 25, 40) zu dienen (Manrique, Annales eist. I, 23.
Alberichs Statuten von 1101) durch den Pförtner oder
seinen Substituten (solatium) den Armen und Elenden
reichlich Speise und Trank und Kleider darreichten, so
dafs, zumal zu Zeiten von Mifswachs und Hungersnoth,
ihre Wohilhäligkeit nur als durch ein götiliches Wunder
ermöglicht gepriesen wurde (Manrique, a. a. 0. 126. 170).
Wie zu Doberan, so befanden sich vielfach Kapellen
neben dem Klosterthore der Abteien der Cistercienser;
so nördlich desselben zu Giteaux, »des ganzen Ordens
hochverehrter Mutter«, 1282, 26. (ViolIet-le-Duc, a. a. 0.
I, 271, Fig. 7). Für Zwetel erwähnt eine Urkunde von
1328 die capella in' porta (Stiftungenbuch 712). Zu Pel-
plin, Doberans zweiter Tochter, wird 1417 und 1418 eine
in honorem Corporis Christi geweihete als ante portam
genannt (J. B. 36, 118). Anlafs zur Anlage derselben
war die Sitte, jeden in das Kloster einkehrenden Gast
zuerst zum Gebete in die Kirche zu leiten (lib. us. o. 87.
u. c. 120). Um den weiteren Weg in diese zu kürzen,
und vielleicht auch, um Störung der Brüder bei den zahl-
reichen Gottesdiensten und der Verrichtung ihrer Andacht
in ihr und bei ihren schweren körperlichen Arbeiten zu
anderen Stunden zu meiden, errichtete man diese Thor-
kapellen den Gästen, »die einem Kloster nimmer fehlten«,
wie es im Stift un genbuche heifst (S. 66), wo eben aus sol-
chen Rücksichten die alte Gewohnheit des Ordens, das
Abtshaus nahe der Pforte zu erbauen, begründet wird.
Gleiche' Erwägungen werden auch den Konvent Dobe-
rans veranlafst haben, in seiner Thorkapelle das heilige
Blut zu verwahren. Mancher Wanderer, welcher nur
begehrte, vor dem Heiligthum seine Andacht zu verrich-
ten, konnte es, ohne Störung der Brüder, thun und dann,
geistlich gestärkt und leiblich erquickt durch die wohlthä-
tigen Mönche, weiter wallen. Die Stätte für das heilige
Sakrament war auch durch die Rücksicht auf das weib-
liche Geschlecht geboten. Die Urkunde Bischof Fried-
richs II. läfst das deutlich erkennen, wenn er bezugs der
Besuchung desselben »der in der Pforte bleibenden
Frauen« gedenkt (eis feminis in porta reraanentibus).
Zahlreiche Statuten, von denen Alberichs von 1101 (Man-
ritiue I, 23) an , zeigen , wie durchaus zutreffend die Be-
hauptung des Cisterciensers in dem bekannten Dialoge
mit einem Cluuiacenser ist, welcher uns die Anschau-
ungen, zumal der deutschen Glieder des Ordens (Thes.
An. V, 1638, 2.Ö) aus der Zeit zwischen 1133 — 1174 (das.
1371) wiederspiegelt, — dafs nämlich Frauen von dem
Bezirke des ganzen Klo.sters (a totius monasterii septis)
völlig ausgeschlo.ssen gehalten wurden (das. 1609 und
42). »In das Klosterthor einzutreten«, war streng ver-
boten jedem Weibe (1134, 7. Manrique I, 27,3), welches
Standes und Ranges sie auch war (1203, 1 ; 1231, 13).
Hart ward jedes Glied des Konventes bestraft, welches
dies zugelassen (1193, 6; 1232, S). Wie genau Doberan
auch diese Vorschriften beobachtete, bezeugen die Urkun-
den. Fürst Heinricli Borwin III., der nicht nur als Enkel
und Urenkel des Wiederherstellers und Gründers, Hein-
rich Borwins I. und Pribislavs, sondern auch durch eigene
Stiftungen (U.B. I., 331 u. 603) sich das Verdienst eines
Fundators der Abtei erworben, ist genöthigt, vom heiligen
V^ater Innocenz IV. 1248 ein Schreiben zu erwirken, (ü.
B. X, 7172), welches seiner zweiten Gattin, der nach
Kirchberg . (J. B. 10, 48. nach der Originalshandschrift
citiert) 1232 gestorbenen Sophie von Schweden, gestattet,
zwei- bis dreimal jährlich mit sechs ehrbaren Matronen
zur Verrichtung ihrer Andacht das Kloster zu betreten.
Wie in ähnlichen Fällen (Thes. An. II, 80. 52. 113. 38),
wird auch hier dicErlaubnifs nur mit dem Zusätze ertheilt,
»falls ihr keine Gewohnheiten und Satzungen des Ordens
entgegenstehen«. (Anders J. B. 41, 131). Erst 1385
(J. B. 9, 299) erlaubt Abt Gerhard von Clairvaux, als
päpstlicher Comniissar, dem Abte, nach Ermessen für be-
stimmte Fälle und Zeiten vornehmen, und edlen Frauen
das Betreten des Klosters und der Kirche zu gestatten,
im Hinblick darauf, dafs weltliche Personen ihnen diesen
»mit Gewalt« zu erzwingen versuchten.
Die ehemalige Stätte der auch verschwundenen
Pfortenkapelle Doberans, welche einst das heilige Blut
barg, glaube ich noch nachweisen zu können. Anfangs
1881 ward ein Theil der vom verschonten Klosterthore
nach Süden hin ablaufenden ehrwürdigen Mauer, welche
nach Kirchberg (cap. 133, a. a. 0. 778.) Abt Konrad III.
von Lübeck (v. 1283—1290. U. B. III, 1677. u. 2087) er-
richtete zwecks Anlage einer recht überflüssigen Chaussee
niedergerissen. Beträchtliches fand ich Anfang Mai ged.
Jahres schon zerstört. Ein Rest, vom Thore ab 3,20 m.
gegen Abend vortretend und nach Mittag fortlaufend,
stand noch. Hier sah ich, etwa 3 m. von der Südwand
des Vorsprunges ab, in der westlichen, zwei Stumpfen,
aus je 3 Rundstäben gebildet, 1,73 m. von einander auf
einer jetzt ebenen Bank etwas über Manneshöhe tlber
dem ausgehobenen Boden ; ofTenbar Reste eines ehemali-
gen Fensters. Dafs es einst zu einem genau orientierten
quadraten Bau gehörte, ergibt sich daraus, dafs nach
zuverlässiger Mittheilung innerhalb des Klostergebietes
3 m. vom Thore ab, also 8 — 9 m. von jener Fensterwand,
im Abend ihr gegenüber »ein 8 m. langes mächtiges
Fundament« gefunden ward. Sicher war es nicht für
das kleine Gebäude in Fachwerk gelegt worden, das bis
263
Anzeiger lür Kunde der deutschen Vorzeit.
dahin der Mauer ang-eklebt war. Dafs in Jiatholischer
Zeit hier ein gottgeweihter Raum bestand, läfst sich schon
aus der Breite des Fensters schliefsen. Zumal in der
Umfassungsmauer würde man eine solche für jeden an-
deren Bau gemieden haben. Weit schmaler sind auch
die im ehemaligen von Konrad III. (Kirchberg, a. a. 0.)
aufgeführten Abtshause, das jetzt als Pferdestall gemifs-
braucht wird, und in der schönen Ruine an der südlichen
Klostermauer, die «Wolfsscheune« genannt, wol einst
ein Gasthaus. Für den quadraten Bau als Pfortenkapelle
scheint mir auch der Name zu sprechen, den das Volk
einem dort später errichteten Arrestlokale gab: «puhrt-
stuw (Pfortenstube)«. Der erste Theil der alten Bezeich-
nung der Kapelle blieb bewahrt; der zweite ward den
Verhältnissen entsprechend umgestaltet.
tJrahl (Mecklenb.).
(Schlufs folgt.)
L. Dolberg.
Schreiben eines Johannes Regioniontaniis an die
Stadt Köln, d. d. Erfurt 1503, Februar 32.
Salus in Christo, vult deus, clarissimi et prudentissimi
viri, aspici solem et lunam et ut aspiciamus invitat nos
magnitudine et pulchritudine corporum ac splendorc. imo
et cogitatio nostros oculos ad similia illa lumina inspi-
cienda incitat. ao multae sunt causae consilii divini cur
velit et ipsa lumina et eorura curricula et metas conside-
rari, discerni ac numerari circuitus. primo et certo statu-
amus, homines hocque totum domicilium terram ae-
rem ac reliqua ordinata naturae non casu extitisse, sed
agnoscamus opificem sapientera beneflcum veracem ac iu-
stum. deinde monet oplendor, dei naturam luci similem esse.
circuitus autem, annos et meuses nominari docuit ut
tempora patefactionum divinarum et in tota vita multa-
rum actionum ordinem observemus. praecepit etiam ini-
tium anni sumendum esse a Martio. quare certum est, do-
ctrinam de anni ratioue esse utilem ac licitam. ideoque
ad annum 1563 calendarium ac prognosticon conscripsi,
quod sub vestrae dominationis nomine aedidi, cum quod
sciam v. d. artem hanc magni facere, tum quod certus
sim V. d. eam intelligere ac admirari. volui quidem ipse
streham hanc v.' d. offerre , sed aegritudine adversa im-
peditus hactenus fleri non potuit. ne autem differatur,
volui hunc conductum nuntium ad v. d. mittere, huma-
niter ac cum omni subiectione petens, ut v. d. munus
hoc artis praeclarissimae gratioso animo suscipiat meaeque
imbecillitati ac studiis opem ferat. dabo operam, ut ali-
quando videar gratus. orbatus sum ope parentum, ami-
corum destitutus, invitus ergo aliorum Maecenatum opem
imploro. scio etiam v. d. semper bonas artes et earum
cultores premiis ornasse. quare de v. d. liberalitate optima
quaeque mihi persuadeo. et ne mea prolixitate v. d. mo-
lestus sim , v. d. totam rem publicam ac subditos deo
commendo qui v. d. regat ac protegat ad animae et cor-
poris salutem tribuatque singulis felicissimam guborna-
tionem et faciat, ut inceptus anuus faustus et salutaris
Sit. amen, datae Erffordiae 1563. 8. Kai. Martii.
Vestrae dominationis deditissimus minister
Joannes Regiomontanus
Magister et mathematicus.
Adresse : Glarissimis viris, nobilitate generis sapientia
et eruditione praestantissimis reiqublicae Coloniensis con-
sulibus et senatoi'ibus omnibus, dominissuis prudentissimis.
Köln. Dr. L. Korth.
Ein Wettrennen zu Freiberg in Sachsen (1490).
Nickel Harttisch hat sich vorwilligt, das erN Weiß-
nickel unnd seiner geselschafft X gr. auff den wetloufft,
den sy vormals auff Nicolai haben angeslagen unnd itzt
in wein vortruncken sein, unnd X gr. auch zu wein dar-
zu geben wolle unnd sali auff montag (Johannis) ewan-
geliste ^) schirst mit Weißnickels pferd, das er vormals
hat sollen lauffen laßen, unnd Nicl. Harttisch roten pferde
von der Großen Birchen ^) unnd Birboum ^) hinter Erbis-
torff ■*) anhalden unnd iglicher umli IL gülden, die bey mich
statvoit ze legen, biß zcum zcill der vogelstangen alhie ^)
lauffen lassen. Welchs pfert dann zcum irsten zu sol-
chem zcill der vogelstangen vorlauffen unnd komen wir-
det, dem sal ich statvoit solch golden antwertten. So aber
vnder in einer, welcher das were, nach des seigers stunde
eilffauffbstimptem tag ze mittage mit seinem pferde nicht
ußzcihen noch komen wurde, alsdan so sal der ander sein
pferd von obin bestimpten zcill des anlassen biß zu dem
zcill der vogellstangen lauffen laßen und damit den wett-
laufft gewonnen haben.
(Aus dem Freiberger Gelübdbuch von 1490, Fol. ö"»-
Hauptstaatsarchiv zu Dresden, Loc. 9876.)
Dresden. H. Er misch.
1) 6. Decbr. 2) 27. Decbr. 3) Die Namen von zwei Gruben.
4) Erbersdorf, wsw. von Freiberg. 6) nämlicli zu Freiberg.
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Essen wein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums iu Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg.
Mit einer Beilaae.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1883. JW 9. September.
Chronik des i!;ermaiiisclieii Museums.
Nürnberg, den 25. August 1883.
Seit unserer jüngsten Mittheilung sind wir durcli eine Gabe
von 100m. erfreut worden, welche Herr St. L. Graf von Radolin-
Radolinsky unserer Anstalt zum Geschenk gemacht hat, und eine
solche von 50 m., die Herr Dr. v. Seidlitz, Direktorialassistent der
kgl. Kupferstichsammlung in Berlin, als Zeichen der Anerkennung
der Förderung seiner bei uns gemachten Studien übersandt hat.
Nachdem uns vor einiger Zeit durch freundliche Vermittlung
des Herrn städt. Ingenieurs Gaab in Nordlingen ein hübscher
Grabstein des 1518 t Mang v. Wernau übergeben worden ist, hat
jüngst die Kirchenverwaltung zu Münchberg in Oberfranken be-
schlossen , dem Museum unter Eigenthumsvorbehalt 3 Grabsteine
der Familie Fraas aus den Jahren 1636, 1647 u. 1677 zu über-
lassen, da an der Stelle, wo sie sich befanden, ihre Erhaltung ge-
fährdet war, ohne dafs etwas für dieselben hatte geschehen können.
Unter solchen Verhältnissen ist es natürlich lobenswerth und er-
freulieh, wenn Grabsteine, die sonst allerdings ihre Bedeutung vor-
zugsweise an der Stelle haben, die ilinen historisch zukommt, in
einem Museum untergebracht werden ; und obwohl wir für die lange
Reihe von Grabsteinen, die in unserm Museum glänzen sollen, Gips-
abgüsse der Originale in Aussicht genommen haben, so sind doch
unter solchen Verhältnissen die Originale selbst bei uns wohl auf-
gehoben. Es haben ja auch früher schon manche durch Aufnahme
in unser Museum Rettung gefunden , wo neben der Reihe von Ab-
güssen sich auch Origiualsteine vom 4. bis 19. Jhdt. finden, die al-
lein schon eine stattliche Reilie bilden würden.
lieber die Entwicklung der dem Publikum vorgeführten Samm-
lungen haben wir zu berichten, dafs nunmehr, nachdem während
einer Anzahl von Jahren neues Material zur Geschichte der Glas-
malerei gesammelt worden war, die seither schon schöne Reihe alter
Glasgemälde durch Aufstellung dieses Materials so erweitert wurde,
dafs nunmehr in ca. 600 Nummern eine vollständige Uebersicht der
Erzeugnisse dieser Kunst vom 12. bis zur Mitte des 19. Jhdts. ge-
geben ist. Neben den grofsartigen Arbeiten der monumentalen Glas-
malerei des 12. bis 16. Jhdts. sind vom Schlüsse des 15. Jhdts. an
die kleinen Werke der Kabinetsmalerei reich vertreten, mit denen
vorzugsweise die profanen Räume geschmückt wurden. Doch hat
neben denselben auch das 17. Jhdt. noch schöne Monumentalschei-
ben für unsere Sammlung geliefert. Der allmähliche Verfall der
einst so blühenden Kunst, wie er am Schlüsse des 17. Jhdts. ein-
trat, vorzugsweise im 18. sich vollzog, lälst sich bis zum Jahre 1805
verfolgen, aus welchem Jahre ein preul'sisches Staatswappen vor-
handen ist, das freilich die Kunst auf allertiefster Stufe zeigt. Fast
zu derselben Zeit, als diese Kunst trotz solcher vereinzelter Spät-
linge als ausgestorben betrachtet werden durfte, trieb sie wieder
die ersten neuen Blüthen, und unsere Sammlung enthält als deren
älteste einen Schmetterling, der Frank, dem Wiedererfinder, zuge-
schrieben wird. Die 20ger und SOger Jahre unseres Jahrhunderts
sind durch eine nicht unbedeutende Reihe der Werke von Sauter-
leute und Kellner d. il. vertreten. Wir glauben nicht, dafs irgend
eine unserer Schwesteranstalten eine lehrreichere Serie besitzt.
Bereicherung fand auch die Reihe der Uhren im letzten Monat
wieder durch Gaben des Uhrmachervereins und hiesiger Uhrmacher.
Zur Förderung dieser Bestrebungen haben ungenannt bleiben wol-
lende Freunde des Unternehmens 25 m., die Herren Mayer und
Daub in Mainz 20 m. dem Uhrmacherverein zu Nürnberg übergeben.
Unser Handelsmuseum wurde durch Zeichnung eines Antheil-
scheines von Seite der Handelskammer für den Kreis Baden zu Ba-
den-Baden, je zweier solcher durch die Handels- und Gewerbe-
kammer zu Dresden und durch den „Verein für Handlungscommis
von 1858'' in Hamburg erfreut.
Seit Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden folgende
neue Jahresbeiträge angemeldet:
Von politisclieu Korporationen: Vaihingen. Oberamts-
korpora tiou 10 m.
Von Privaten : Aachen. Rhön, Architekt, 2 m. Absberg.
Link, kath. Pfarrer und Distriktsschulinspektor, 4m. Bückeburg.
Bernh. Sturtzkoijf, Rentier, 3 m. Erlangen. Dr. J. Rosenthal, Pro-
fessor, 5m. Fürth. Wilh. Staufer, Hauptzollamtsverwalter, 2m.
Kaiserslautern. Bettinger, Brauereidü-ektor, 3 m. ; Lud. Levy, Ar-
chitekt, 2m.; Muck, Rechtspraktikaut, Im.; Dr. Schönfeld, Kon-
servator, 3 m. Kassel. Fleitmann, Rittergutsbesitzer zu Freien-
hagen, 3 m.; Rickmers, Fabrikant, 5 m.; Dr. Schier, Rechtsanwalt,
3 m. ; Schuhmacher, Rentier, 3 m. ; Walther von Montbary, General-
lieutenant a. D., 3 m.; Weifs, Regierungsbauraeister, 3 m. Osna-
brück. Kaufmann, Landrichter, 3m. Ottensoos. Schmitzbei'ger,
Expeditor, 1 m.
Einmalige Beiträge wurden folgende gespendet:
Von Privaten : Bremen. Dr. jur. Carl Tetens, Senator, 10 m.
Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu :
I, Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Samm-
lungen.
(Nr. 8770—8778.)
Nürnberg. G. Ben da, Antiquar: 6 Flugblätter in Kupferstich,
17. — 19. Jahrb. R. Bergan: 3 Lackabdrücke mittelalterlicher
Siegelstempel. Domeyer, Privatier: Kleines Geldbeutelchen, aus
einer Nufs gefertigt, 17. Jahih. Nufs als Amulet incl. Fibgran-
fassuug, 17. Jahrb. Kühn, Kaufmann: Emaillierter Kupferdeckel
einer Taschenuhr, 18. Jahrh. Flugblatt v. 19. Jahrh. H. Schwabe,
Professor : 2 Handzeichnungen , Bleistiftskizze von Leibl , Bleistift-
skizze von Berger. Seyfried, Uhrmacher: Spindeluhrwerk mit
Stunden-, Monats-, Mondwechsel etc., 18. Jahrh. Speckhardt,
Hofuhrmacher: Emailliertes Zifferblatt, ca. 1800 — 1830. Uhr-
macherverein: 4 Spindeluhren, 18. Jahrh. 2 Cyliuderuhrwerke,
19. Jahrh. Boden eines Spindeluhrwerkes, 18. Jahrh. Taschenuhr-
gehäuse aus vergoldetem Kupfer. Altes Taschenuhrpateutglas, 20
Taschenuhrenkloben, 9 emaillierte Zifferblätter, ItS. u. 19. Jahrh. —
Posen. Frhr. v. Hardenberg, k. Zollinspektor: Einige Flug-
blätter in Kupferstich und Holzschn. 16. und 17. Jahrh. Kopie
einer Initiale mit dem Hardenberg'schen Wappen.
267
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
II. Für die Bibliothek.
(Nr. 47,580-47,652.)
Basel. Dr. Moritz Heyne, Prof.: Ders., die Basler Glasma-
lerei d. 16. Jhdts. 1883. 8. Sonderabdr. — Berlin. E, S. Mittler u.
Sohn, Verlagsbuchh. : Jahresberichte der Geschichtswissenschaft
etc.; hrsg. von Abraham, Hermann u. Meyer; I. Jhg. Ib78. 1880.
8. Woldemar v. Seidlitz: Ders., Michael Wolgemut. Die
Wandlungen seiner Malweise. Sonderabdruck. 8. — Bistritz (Sie-
benb.) Gewerbeschule: Daichendt, Leitfaden für die Verfassungs-
lehre von Ungarn. 1883. 8. Pr. — - Bonn. P. Hauptmann, Ver-
lagsh.: Richter, St. Castor zu Coblenz ; II. Bd. 1881. 8. — Darm-
stadt. Ernst Wörner, Rechtsanwalt: Ders., Miscellen aus der
Geschichte und Kunstgeschichte Darmstadts. 1883. 8. Sonderabdr.
— Donaueschingen. Progymnasium: Ausfeld, über die Quellen
zu Rudolfs von Ems Alexander. 1883. 4. — Dresden. Statist.
Bureau des k. silchs. Ministeriums d. Innern: Dass., Ka-
lender u. Statist. Jahrbuch f. d. Königr. Sachsen auf d. J. 1884.
1883. 8. St. L. Graf von Radolin-Radolinsky : Notices sur
les familles illustres et titrees de la Pologne. 1862. 8. Grässe, Ge-
schlechts-, Namen- u. Wappensageu des Adels deutscher Nation. 1876.
8. — Frauenfeld. J. Hub er, Verlagsh. : Bächtold u. Vetter, Biblio-
thek älterer Schriftwerke der deutscheu Schweiz ; Bd. I. IL IV.
1877. 78. u. 82. 8. Staub u. Tobler, schweizerisches Idiotikon.
IV. Heft. 1883. 4. - Graz. Dr. J. B. Holz in g er, Hof- u. Gerichts-
advokat: Ders., zur Naturgeschichte der Hexen. 1883. 8. Sonder-
abdr. Ders., Strafrechtsdenkmäler. 2. Sonderabz. Ders., über d.
Gesetz v. 9. Jänner 1882, wirksam für d. Herzogthm. Steiermark,
betr. die Vertilgung von Kleeseide. 1883. 8. Sonderabdr. — Greifs-
wald. Universität: Index scholarum etc. 1883 — 84. 4. Verzeich-
nifs der Vorlesungen etc. 1883. 4. — Gütersloh. C. Bertelsmann,
Verlagsh. : Heman , Thomas und Felix Platter, zwei Lebensbilder
a. d. Zeit der Reformation und Renaissance 1882. 8. — Hanau.
Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Natur-
kunde: Dies., Bericht etc. ; Januar 1879 — Decbr. 1882. 1883. 8.
— Hannover. Hahn'sche Buchh.: Scriptores rerum Germanicarum :
Waltrami liber de unitate ecclesiae conservanda. 1883. 8. — Heil-
bronn. Gebr. Henninger, Verlagsh.: Seuffert, deutsche Litera-
turdenkmale des 18. Jhdts.; Nr. 11: Klopstocks Messias. 1883. 8.
Reifferscheid, Briefe von Jakob Grimm an H. W. Tydemau. 1883.
8. Reifferscheid, Freundesbriefe von Wilhelm u. Jakob Grimm.
1878. 8. Fischer, Briefwechsel zwischen Jakob Grimm u. David
Friedrich Gräter. 1877. 8. Wendeler, Briefwechsel des Freih. Karl
Hartwig Gregor von Meusebach mit Jakob und WiUi. Grimm. 1880.
8. — Jena. Herrn. Costenoble, Verlagsh.: Schröter, Geschichte
der deutschen Ilomer-Uebersetzung im 18. Jahrhdt. 1882. 8. Mo-
thes, die Baukunst des Mittelalters in Italien; IV. Tbl. 1883. 8.
Fried r. Frommann, Verlagsh.: Stüve, Geschichte des Hoch-
stiftes Osnabrück; IIL Th. 1623 — 1648. 1882. 8. — Iglau. K. k.
Staats-Obergymnasium: Wallner, Geschichte des Gymnasiums
zu Iglau; IL Th. 1883. 8. Pr. — Karlsruhe. Badisch er Frauen-
verein: Ders., 2:;. Jahresbericht etc. f. d. J. 1882. 1883 8. —
Kempten. Jos. Kösel'sche Buchh.: Baumann, illustr. Geschichte
des Allgäu's; 9. Heft. 8. — Konstanz. Grofsherzogl. Gymna-
sium: Amersbach, über die Identität des Verfassers des gereimten
Evangeliums Nicodemi mit Heinr. Hesler, dem Verfasser der ge-
reimten Paraphrase der Apokalypse; 1883. 4. Pr. — Leipzig. F. A.
Brockhaus, Verlagsh.: Fefsler, Geschichte von Ungarn; 2. Aufl.
24. (Schi.) Liefg. 1883. 8. Die deutsche Universität Dorpat. 1882.
8. Brockhaus, der Kurfürstentag zu Nürnberg i. J. 1640. 1883. 8.
Alphons Dürr, Verlagsh.: Lamprecht, Initial-Ornamentik des
8. 13. Jhdts. 1882. 4. Th. Griebens Veriag : Lyon, Minne- und
Meistersang. 1883. 8. J. C. Hinrichs'sche Buchh.: v. Harlefs,
Jak. Böhme und die Alchymisten ; 2. Aufl. 1882. 8. E. A. See-
mann, Verlagsh.: Dobme, Kunst und Künstler im 19. Jhdt. ; 7. —
10. Liefg. 1883. 8. T. 0. Weigel, Verlagsh.: Otte, Handbuch der
kirchhchen Kunst-Archäologie des deutschen Mittelalters ; 5. Aufl.
bearbeitet von E Wernicke ; Lf. 1 u. 2. 1883. 8. — Linz. ber-
öste r reicher Gewerbe-Verein: Bericht über das Wirken und
Gebahren im 40. Vereinsjahre, 1882—83. 1883. 4. Staats-Ober-
Realschule: Ebner, die Longobardcn unter den Königen Albuin
und Cleffo. 1883. 8. Pr. — Marburg. Gymnasium: Chronik des
Gymnasiums zu Marburg von 1333 — 1883. 4. — Melk. K. k. Ober-
gymnasium des Ben edictinerstift es: Gumpoltsberger, Melk
in der Türkennoth des Jahres 1683. 1883. 8. Pr. — München. Ernst
Stahl, Verlagsbuchh.: Mühlbauer, thesaurus resolutionum s c con-
cilii etc., tom. IV., fasc. 16. 1883. 4. — Nürnberg. Fritz Emmer-
ling: Fischerus, elegia in natalem incarnati tilii Dei etc. 1566. 4.
Historischer Mercurius ; 31. Theil. 1714.8. Bibel, verdeutschet durch
Dr. M. Luthern. 1715. 8. Hübner, Staats-, Zeitungs- u. Couversations-
Lexicon. 1748. 8. Schmidt, fortgesetzte vollständige Sammlung hei-
liger Reden. 1748. 4. Kinderlehr-Büchlein etc. 1756. 8. Altdorfische
neu-eingerichtete Lieder-Tafel. 1754. 8. Nürnbergisches allgemeines
Gesang-Buch. 1769. 8. Handelsvorstand: Ausführliche, wahr-
hafte und authentische Beschreibung der grofsen u. jammervollen
Wasserüberschwemmung zu Nürnberg, welche sich am 27. u. 28.
Febr. 1784 ereignet hat. 4. Freund, verbesserter Haupt-Kalender
auf das 1734. Jahr. 4. K. Kunstgewerb-Schule : Dies., Jahres-
Bericht f. d. Schuljahr 1882,83. 1883. 8. — Rastatt. Grofsher-
zogl. Gymnasium: Kremp , hebräische Studien. 1883. 4. Pr. —
Regensburg. K. Lyceum u. »k. altes Gymnasium: Jahres-
bericht etc., Studienj. 1882,83. 1883. 8. Seidl, Andre Chenier.
1883. 8. Pr. — Ruhrort. Andrea u. Comp., Buchh.: Geschichte
der Stadt Ruhrort. 1882. 8. — Schässburg. Evangel. Gymna-
sium: Berwerth u. Fabini, fachwissenschaftl. Katalog der Biblio-
thek des Gymnasiums in Schäfsburg ; IV. Tbl. 1883. 4. — St. Gallen.
Friedr. Fischbach, Direktor der Kunstgewerbeschule: Ders.,
Ornamente der Gewebe, gr. 2. Ders., die Geschichte der Textil-
kunst. 1883. 8. — Stuttgart. Th. Göbel: Ders., Friedr, König u.
die Erfindung der Schnellpresse. 1883. 4. — Troppau. Staats-
Gymnasium: Neumaier, des Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven.
1883. 8. Pr. Wernigerode. Otto, Graf zu Stolberg- Werni-
gerode, Erl.: Botho zu Stolberg- Wernigerode, Geschichte des
Hauses Stolberg von 1210—1511. 1883. 8. — Stockerau bei Wien.
C. M. Blaas: Ders., die Biene in der deutschen Volkssitte und
-meinung. 1883. 8. Sonderabdr. — Wien. Comite zur Feier der
400jähr. Einführung der Buchdruckerkunst in Wien:
Mayer, Wiens Buchdruckergeschichte, 1482—1882. I. Bd.: 1482—
1682. 1883. 4. K. k. akadem. Gymnasium: Weils, die röm.
Kaiser in ihrem Verhältnisse zu Juden u. Christen; (Schi.) 1883.
8. Pr. — Zittau. G. Korscheit, Oberlehrer: Nachrichten über
die allgemeine Stadtschule zu Zittau; 70. Stück. 1883. 8. Renner,
krit. u. gramat. Bemerkungen zu Homer. 1883. 4. Pr. Köhler,
Freifrau Katharina von Gersdorf. 1883. 4. Pr. — Zug. Kantonale
I nd ustrie- Schule u. städt. Ober-Gymnasium: Ribcaud,
die zugerischen Pflanzennamen. 1883. 8. Pr.
Schril'ten der Akadeniieen, Museen und historischen Vereine,
welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind :
Friesch genootschap van geschied-, oudheid- en derde deel, aflevering twee. Leeuwarden, 1882. 8. Dat boek van
taalkunde: den oorspronck. een handschrift, met inleiding en aanteekeningen,
De vrije Vries. Mengelingen etc. Vijftiende deel, derde reeks, namens het . . Genootschap etc. bewerkt door G. H. vau Borssum
269
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzelt.
270
Waalkes. — De Heinlmttersche gemeente te Akkum in 1797. (Uit
mededeelingen van de beeren J. S. Bokma . . en G. Colmjou )
Vieronvijftigste Verslag etc. over het jaar 1881 — 1882.
Kongelige Nordiske Oldskrift-Selskab :
Aarbüger etc. 1882 Fjerde und 1883 Forste Hefte. Kjoben-
havn. 8. Den europaeiske Bronzealders Oprindelse og forste üd-
vikling, oplyst ved de aeldste Bronzefund i det sydöstlige Europa.
Af Dr. Sopbus Müller. — Meddclelse angäende Faoröernes litteratur
og sprog. Af Dr. Svend Grundtvig. — Skoldefrisen i Sorö Kirke.
Et kritisk Bidrag til dansk Heraldik. Af Henry Petersen.
Finska Vetenskaps-So cietet zu Helsingfors:
Bidrag etc. Haftet 37 u. 38. 1882. 8.
Öfversigt etc. XXini. 1881 — 1882. 8.
Acta societatis scientiarum fennicae. Tomus II. Helsingforsiae.
1883. 4.
Gesellsch. f. Gescb. u. Altertbsk. der Ostseeprov.
Russlands :
Katalog der Riga'scben culturhistorischen Ausstellung . . 1883.
8. VI und 244 Stn. Mit lö Lichtdi-ucktafeln.
Gelehrte estnische Gesellschaft zu Dorpat:
Sitzungsberichte etc. 1882. 1883. 8. Gesellschaftsangelegen-
heiten. — Meister Stephan von Dorpat und sein Schachgedicht. Von
F. Amelung. — Die Legenden der beiden heil. Antonii. Von Brand-
stetter. — lieber einige Alterthümer aus dem Kirchspiel Hallist und
Umgegend. Von J. Jung. — Ueber gothische Lehnwörter im Estni-
schen. Von Dr. Leo Meyer. — Das Sehachgedicht Meister Stephans.
Von Dr. Schlüter. — Der Rinne-Kalns und seine Bedeutung für die
ostbaltische Archäologie.
Verein für si eb enbürgische Landeskunde:
Korrespondenzblatt etc. VL Jhg. 1883, Nr. 7. 8. Sieben-
bürgisch-deutsche Altertümer. (Forts.) — Die Kaisder Kommune
im Besitz der dritten Quarte des Kaisder Pfarrerzehntens. Von J.
Fröhlich. — Zur Geschichte des evangelischen Gymnasiums A. B. in
Hermannstadt. Von H. — Epigraphisches. — Literatur etc.
Archiv etc. N. Folge. 17. Bd. 8. Heft. . . Hermannstadt. 8.
Zur Etymologie ^iebenbürgischer Flufs- und Bachnamen. Von J.
Wolflf. — Beiträge zur alten Geschichte des Schenker Stuhles und
der Markgenossenschaft im Sachsenland. Von Dr. Fr. Teutsch. —
Unter Oesterreichs-Doppeladler Kriegsgeschichtl. Erinnerungen an
und für seine Landsleute. Von G. D. v. Hermannsthal. (Schi.) —
Zur Geschichte der Sachsen unter der Regierung Gabriel Bathory's.
Von G. D. Teutsch.
Verein f. Gesch. der Deutschen in Böhmen:
Mittheilungen etc. XXI. Jahrg. Nr. 1-4. Nebst der literar.
Beilage von Dr. Ludw. Schlesinger. Prag, 1882 u. 83. 8. Land
und Leute im böhmischen Erzgebirge: Von C. Laube. — Studien
zu böhmischen Geschichtsquellen. I. Die geschichtlichen Momente
in dem Gedicht Ulrichs von Eschenbach „Wilhelm von Wenden."
Von Dr. J. Loserth. — Magdeburger Schöppensprüche für Brüx.
Von Dr. L. Schlesinger. — Das deutsche Volkslied in Böhmen.
n. — V. Von A. A. Naaff. — Ueber den Fund von römischen
Münzen in der Urquelle zu Teplitz. Von Dr. Gustav C. Laube. —
Künstler der Neuzeit Böhmens XL Konr. Wiesner. Von Rud.
Müller. — Beiträge zur Geschichte Nordwestböhmens. Von H.
Gradl. — Der Grenzwald Böhmens. Von Dr. J. Loserth. — Böhmen.
und Sachsen. Von H. Gradl. — Notizen zur älteren Topographie
der Budweiser Gegend. Von K. Köpl. — Beiträge zur älteren Ge-
schichte Böhmens. Von Dr. J. Loserth. — Ein deutsches Formel-
buch. Von L. Schlesinger. — Miscellen. — Vereinsangelegenheiten.
Die Wallenstein-Litteratur. Von Gg. Schmid.
Register zu den Bänden I— XX der Mittheihmgen etc. Von
Otto Lohr. 1882. 8.
Zwanzigster Jahresbericht d. Vereins, f d. V. Jahr 1881—82.
1882. 8.
Mitglieder- Verzeichnifs dess. Vereins. 1882. 8.
DeutscherVerein zur Verbreitung gemeinnütziger
Kenntnisse in Prag:
Sammlung etc. Nr. 86. 8. Zum hundertjährigen Jubiläum des
Luftballons. Kurze Geschichte der ersten Ballonfahrten im Jahre
1783. Von Reinhold Schmidt.
Verein für Landeskunde von Niederösterreich:
Blätter etc. N. F. XVL Jhg. Nr. 1—12. Wien, 1882. 8.
Favianis, Wien u. Mautern. Von Dr. Fr. Kenner. — Oesterreicher
an italienischen Universitäten zur Zeit der Reception des römischen
Rechtes. Von Dr. A. Luschin von Ebengreuth. (Forts, u. Schi ) —
Beiträge zur niederösterreich. Rechts- und Verwaltungsgeschichte.
Von Dr. G. Winter. (Forts.) — Ueber die Besitzverhältnisse in
Niederösterreich zur Babenberger Zeit. Von Joh. Wendrinsky. —
Zur Literatur der Weistümer Von M. A. Becker. — Beiträge zur
Geschichte des österreichischen Münzwesens während der Zeit von
1622 — 1650. Von Joh. Newald. — Versuch einer Topographie der
verschollenen Ortschaften im Viertel unter dem Wienerwalde. Von
St. Nein. — Das Geschlecht der Dachsberge in Niederösterreich.
Von Dr. A. Kerschbaumer. — Rudolf von Habsburg und der öster-
reichische Staatsgedanke. — Von Dr. H. R. von Zeissberg. — Das
Münzwesen in Oesterreich zur Zeit König Rudolfs I. von Habsburg.
Von Dr. A. Luschin von Ebengreuth. — Herzog Albrecht I. und
die Dienstherren von Oesterreich. Von Dr. Gottfr. Friefs. — Ueber
die authentischen Portraits König Rudolfs von Habsburg und dessen
Grabsteine. Von Dr. E. Frhr. v. Sacken. — Das Stammwappen
des Hauses Habsburg. Von Dr. E. G. Grafen von Petenegg. —
Sphragistische Denkmale Albrechts, des ersten habsburgischen Her-
zogs von Oesterreich, und seiner Gemahlin Elisabet. Von Dr. K.
Lind. — Die Ruhestätten der ersten österreichischen Habsburger.
Von dems. — Vereinsangelegenheiten etc.
Register zu den Blättern d. Vereines, Jahrgänge 1865 — 1880.
Wien, 1882. 8.
Festschrift zur sechshundertjähr. Gedenkfeier der Belehnung
des Hauses Habsburg mit Oesterreich. Von den histor. Vereinen
Wiens^ Wien, im Selbstverlage des obigen Vereines. 1882. 8.
Topographie von Niederösterreich. . . 2. Bd. 10. u. 11. Heft.
Der alphabetischen Reihenfolge (Schilderung) der Ortschaften 7. u.
8. Heft. Bogen 48—63. Wien, 1882. 4.
K. k. heraldische Gesellschaft „Adler" in Wien:
Monatsblatt etc. Jhg. 1883. Nr. 32. 8. Gesellschaftsange-
legenheiten. — Die Prager Zunftfahnen. Von K. Grafen Mera-
viglia-Crivelli. — Zur Geschichte des französischen Blasons. Vom
Grafen Maurin de Nahuys. — Literatur. — Anzeigen.
K. K. österr. Museum für Kunst und Industrie:
Mittheilungen etc. XVIII. Jhg. 1883. Nr. 215. Mit 1 Bei-
lage. Wien. 8. Heinrich von Ferstel. Nekrolog von R. v. E. —
Theophil von Hansen. Von dems. — Katalog der Th. Grafschen
Funde in Aegypten. Von Dr. J. Karabacek (Forts.).
271
Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit.
272
Gesellschaft für vervielfältigende Kunst:
Die graphischen Künste etc. V. Jahrg., II. Heft. Wien, 1883.
2. Die Galerie Schack in München. Von Dr. 0. Borggrün.
Kronprinz-Album. 24 Lichtkupferstiche. Text von dem Ehen-
genannten. Wien, 1883. 2.
Wissenschaftlicher Club in Wien:
Monatsblätter etc. IV. Jhg. 1888, Nr. 10 nebst der aufser-
ordentl. Beilage Nr. 7. 8. Clubangelegenheiten. — Heinr. Freiherr
von Ferstel f. Rudolf Ritter von Haidinger f. — Raphael Santi von
Urbino. Von Dr. C. von Lützow. — Literatur. — Auf dem Trüm-
merfelde Aventicums, des „Caput Helvetiorum". Eine Studie von
J. Doblhoff. (Mit Abbildungen.)
Christlicher Kunstverein der Diöcese Seckau:
Der Kirchen-Schmuck etc. XIV. Jahrg. 1883. Nr. 6 und 7.
8. Erinnerungen an Maria Saal. (Mit Abbild.) — Maria Strafs-
engel. (Schi. Mit Abbild.) — Giovanni Petro de Pomis. Von Jos.
Wastler. (Schi.) — Die kirchliche Kunst im Domstifte Seckau. —
Ueberblick über die Geschichte der Darstellung Christi am Kreuz
bis zum dreizehnten Jahrhundert. — Ueber Paramentik.
K. bayr. Akademie d. Wissenschaften z. München:
Abhandlungen der histor. Classe. XVI. Bd. 3. Abthlg. Mün-
chen, 1883. 4. Die Briefsammlungen Petrarca's und der venetiani-
sche Staatskanzler Benintendi. Von Gg. Voigt. — Aus dem hand-
schriftl. Nachlasse L. Westenrieders, 2. Abthlg. : Briefe Westen-
rieders. Mit einem Anhange : Tagebücher aus den Kriegsjahren
1805 und 1809. Von Aug. Kluckhohn. — Kaiser Karl V. und die
römische Curie 1544 — 1546. 3. Abthlg.: Vom Wormser Reichstags-
abschied bis zur Eröffnung des Trienter Concils. Von Aug. von
Druffel.
Sitzungsberichte der philos.- philologischen und histor. Classe
ders. Akademie. 1882. II. Bds. 3. Heft., und 1883. 1. Hft. Ein
Gedicht und ein Brief aus Freising von den Jahren 1084 und 1085
und ein Labyrinth mit Versen säramtliches aus Cod. lat. 6394 der
Münchener Bibliothek , nebst Nachtrag. Von Wilh. Meyer. (Mit
Abbild.) — Die Genesis der christlichen Basilika. Von Dehio.
(Mit Abbild.) — Beitrag zur militär. Würdigung, des Schmalkaldi-
schen Krieges. Von A. v. Druifel. — Die unechte Geburt nach alt-
nordischem Rechte. Von Maurer. —
Sitzungsberichte der mathemat.-physikalischen Classe ders. Aka-
demie. 1883, Heft 1. München. 8.
Gedächtnifsrede auf Karl von Halm, gebalten in der öffentl.
Sitzung ders. Akademie. ... am 28. März 1883 von Eduard Wölif-
lin. München, 1883. 4.
Briefe und Akten zur Geschichte des dreifsigjährigen ^frieges
in den Zeiten des vorwaltenden Einflusses der Witteisbacher. 5-
Band. Die Politik Baierns 1591—1607, 2 Hälfte. Bearbeitet von
Felix Stieve .... hrsg. durch die histor. Commission bei ders.
Akademie. München, 1883. 8. VI u. 984 Seiten.
Görres-Gesellschaft:
Histor. Jahrbuch etc. IV. Bd. 3. Heft. München, 1883. 8.
Die neuere Literatur zur päpstlichen Diplomatik. II. Von Diekamp.
— Die Nuntiaturberichte Giovanni Morone's vom Reichstage zu
Kegensburg 1541. I. Von Dittrich. — Papst Paul V. und das
venezianische Interdict. Von Nürnberger. — Literatur.
Münchener Alterthums verein :
Die Wartburg etc. X. Jhg. 1888. Nr. 6. 8. Künstlerurtheil
und Kunsturtheil. Von M. Schasler. (Schi.) — Neuaufgefundene
Wandgemälde in der Kirche zu Blutenburg. — Vereinsangelegen-,
heiten. — Kleine Mittheilungen.
Breisgau-Ver. „Schau-ins-Land" zu Freiburg i. Br.:
Schau-ins-Land. 10. Jahrg. 1883. 4. Unsere alten Münster-
glooken. Von F. Geiges. (Mit Abbild.) — Eine Ueberschwemmung
des Breisgaues in alter Vorzeit. Von 0. von Eisengrein. — Wob-
linsberg. Von G. Maurer. (Mit Abbild.) —
Gesammtver. d. d. Gesch.- u. Alterthums vereine :
Correspondenzblatt etc. 31. Jahrg. 1883. Nr. 6. Darmstadt.
4. Ueber mittelaltrige Ortsbefestigungen, Landwehren, Warten und
Pafssperren mit besonderer Rücksicht auf die hessischen und an-
grenzenden Territorien. Von Wörner und Heckmann. (Mit Abbild.)
— Ueber einen in der Nähe von Worms entdeckten römischen Vo-
tivstein. Von Dr. Kühl. — Zu der bei Worms entdeckten Inschrift
der Parcae. Von Karl Zangemeister. — Franziskus von Cronbergs
Wappen. 1574. — Eltviller Feuerordnung saec. 16. — Wirksam-
keit der einzelnen Vereine. — Notizen.
Verein für Erdkunde etc. zu Darmstadt:
Notizblatt etc. IV. Folge, 3. Heft. Nr. 15. 1882. 8. Mit
Beilage der Mittheilungen der grofsh. hess. Centralstelle für die
Landesstatistik.
Lahnsteiner Altertumsverein:
Rhenus. Beiträge zur Geschichte des Mittelrheins etc. . . .
1. Jahrg-. 1883. Nr. 7. 4.
Urkundliche Nachrichten über die Familien von Lanstein. Von
C. von Ledebur. (Forts.) — Zur Geschichte der Königsstulils und
der Wenzelkapelle. Von J. Hellbach. (Forts.) — Rechnung des
Johannes Hirfsfelt, Kellners in Schlofs Lahnstein 1444 — 1446. Von
G. Zülch (Forts.) — Der Überfall in Schlangenhad 1709. (Aus
einem Gerichtsbuche zu Erbach im Rheingau.) Von F. W. E. Roth.
— Aus einer verschollenen Urkundensammlung. Von R. Pick. —
Vermischtes.
Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte.
Zeitschrift etc. IV. Bd. 1. Heft. Romanistisehe Abtheilung.
Weimar, 1883. 8.
Kais. Leopol diuo- Ca rolinische deutsche Akademie
der Naturforscher zu Halle;
Leopoldina etc. Heft XIX, Nr. 9—14. 1883. 4. Akademie-
Angelegenheiten. — Literatur etc. — Die 13. allgemeine Versamm-
lung der deutschen Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und
Urgeschichte.
Freiberg er Alterthums- Verein:
Mittheilungen etc., herausg. v. H. Gerlach. 19. Heft. 1882. 8.
Deutsches Wirtshausleben im Mittelalter unter besonderer Be-
rücksichtigung Freiberger Verhältnisse. Von Dr. E. Ileydenreich.
— Ein Freiberger Steuerregister aus dem Jahre 1546. Von Hingst
und Gerlach. — Johannes von Freyberg, ein vergessener mittel-
hochdeutscher Dichter und sein Gedicht „das Rädlein". Von Dr.
Heydenreich. — Eine verlorene Chronik der Stadt Freiberg. Von
Dr. H. Ermisch. — Gottfried Silbermann. Aus einem Vortrage von
Dr. Dibelius. — Ein Beitrag zur Reformationsgeschichte : Die Flucht
der Nonne Ursula, einer Herzogin von Münsterberg, aus dem Frei-
berger Magdaleneukloster betr. Von Dr. Herzog. — Bilder aus
Freibergs Vergangenheit. Von H. Gerlach. 1. — Literatur. —
Vereiusangelegenheiten.
Verein für Geschichte und Topographie Dresdens
und seiner Umgebung:
273
Anzeis-er für Kunde der deutschen Vorzeit.
274
Mittheilungen etc. 4. Heft. 1883. 8. Der Bufsprediger Jo-
hannes von Capistrano in Dresden und den Nachbarstädten 1452.
Von Dr. 0. Richter. — Ein Brief Melanchthons. Mitgetheilt von
dems. — Dresdener Strafsenscenen von 1552. Mitgeth. von dems.
— Alt -Dresden und dessen Brand im Jahre 1685. Von E. Wido-
mann. — Eine Quelle zur Baugeschichte Dresdens. Von C. Gurlitt.
— Die Spiegelschleife bei Dresden. V^on A. Hantzsch. — Eine
Ordnung für das Alumnat der Kreuzschule aus der 2. Hälfte des
16. Jahrh. Mitgeth. von Dr. 0. Meltzer. — Ueber dramatische
Aufführungen an der Ivreuzschule. (Nachtr.) Von dems. — Kleine
Mittheilungen. Von Dr. 0. Richter. — Vereinsangelegeuheiten.
Verein für Geschichte der Stadt Meifsen:
Mittheilungen etc. I. Bds. 2. Heft. Meifsen, 1883. 8. Das
Kloster zum heil. Kreuz. Von Dr. Seeliger. — Heinrich Leubing.
Von Dr. Loose. — Der Durchzug Salzhurger Emigranten durch
Meifsen. Nach dem Berichte des Stadtschreibers Gg. Gotth. Welk.
— Vereinsbericht.
Oberlausitzische Gesellschaft d. Wissenschaften:
Neues Lausitzisches Magazin etc. 59. Bd. 1. Heft. Görlitz,
1883. 8. Herzog Johann von Görlitz. Von Richard Gelbe.
Verein für Geschichte und Alterthum Schlesiens:
Zeitschrift etc. Namens des Vereins herausgeg. von Dr. C.
Grünhagen. XVH. Bd. Breslau, 1883. 8. — Schlesien unter Kaiser
Karl IV. Von C. Grünliagen. — Der Peterspfennig in Schlesien bis
in die Mitte des XIV. .Jahrhdts. Von Dr. B. Maydorn. — Oppeln
in der Franzosenzeit. Von 1807-1808. Von Dr. E. Wahner. —
Geschichte der kathol. Pfarrer Patschkau. Von Dr. Kopietz. —
Die Schule zu Steinau a. 0. zur Zeit der Piasten. Von H. Schu-
bert. — Schlesier als Rectoren der Universität Leipzig in den ersten
Jahrhunderten ihres Bestehens. Von Dr. P. Pfotenhauer. — Lau-
rentius Corvinus, der Breslauer Stadtschreiher und Humanist. Sein
Leben und seine Schriften. Von Dr. G. Bauch. — Das Minoriten-
kloster zu Loslau. Von Hirsch. — Ueber die Verbesserung des
niederen Schulwesens in Schlesien in den Jahren 1768 — 1769. Von
Ed. Reimann. — Archivalische Miscellen. — Nekrologe. — Vereins-
augelegenheiten.
Scriptoves rerum Silesiacarum. XU. Bd. Geschichtschreiber
Schlesiens des XV. Jahrhunderts. Herausg. von dem obigen Vereine.
Breslau, 1883. 4.
K. preufs. Akademie der Wissens eh. z. Berlin:
Philosophische und histprische Abhandlungen aus dem Jahre
1862. Berlin, 1883. 4.
Sitzungsberichte etc. aus d. J. 1883, Nr. I— LIV. 1S83. 8.
Ueber die Ueberlieferung der Annales Bertiniani. Von 6- Waitz.
— Bericht über die polit. Correspondenz König Friedrichs II. Von
Duncker. — Beiträge zur Geschichte der Mark Brandenburg aus
Handschriften der königl. Bibliothek. Von Wattenbach. (Forts.) —
Jahresbericht über die Thätigkeit der Kaiser! deutschen archäolog
Gesellschaft. — Nachtrag zu Leibnizens und Huygens Briefwechsel
mit Papin . . Von Gerland.
Verein Herold in Berlin:
„Der deutsche Herold-'. Zeitschrift etc. XIV. Jahrg. (1883.)
Nr. 7. und. 8. Berlin. 4. Vereinsangelegenheiten. — Ueber den
Ursprung und das Wappen der Beaulieu-Marconnay Von A. de
Basseroche. — Drei Adels-, bezw. Freiherrn- und Grafen-Diplome.
— Quadische Ahnentafel aus der 1. Hälfte des 15. Jahrh. (Mit 1
Tafel.) — Zur Bezeichnung des Adels. Von W Hagemeister. ^
Ahnentafel im Besitz des Herrn Julius von Römer zu Neumark. —
Zur Genealogie der Familie von Rex nach den Kirchenbüchern von
Uckrow. Von Gg. S. — Möllendorf. Ergänzungen zur Stammtafel
des Geschlechtes in Nr. 4, Jahrg. 1878 des „Herold''. — Florentiner
Grabsteine. Von E. D. d. J. (Mit 1 Tafel). — Genealogische No-
tizen. — Miscelleu etc.
Vierteljahrsschrift für Heraldik etc. XI. Jhg. 2. Heft. Ber-
lin, 1883. 8. Beiträge zur Geschichte der freiherrl. Familie Röder
von Diersburg. Von Hermann Frhr. Röder v. D. — Die Ilaccius.
Von H. K. Eggers. — Adeliche Denkmäler in einzelnen scUesi-
schen Kirchen. Von Friedr. v. Schwerin. - Vereinsangelegenheiten.
Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin:
Monatshefte etc. Jahrg. 1883. Nr. 8. 8. Heinrich Schütz
und Christoph Kaldenbach. Von Dr. L. H. Fischer. — Die Vor-
gänger Bach's und Händel's — Totenliste des Jahres 1882, die Mu-
sik betreffend. (Schi.) — Mittheilungen. — Die Musikwerke der k.
Universitäts-BibHothek in Göttingen. Verzeichn. von Albert Quanz.
Gesellsch. f. Anthropologie, Ethnologie u. Urgesch.
zu Berlin:
Zeitschrift etc. XV. Jahrg. 1883, Heft III. 8. Der Zauber
des „rückwärts Singens und Spielens." Von Dir. W. Schwartz.
Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin:
Verhandlungen etc. Bd. X. Nr. 3 und 4. 8. Gesellschafts-
angelegenheiten. — Geographische und Literatur-Notizen.
Deutscher Graveur- Verein zu Berlin:
Graveur-Zeitung etc. VIII. Jahrg. 1883. Nr. 1. 4. Vereins-
angelegenheiten. — Zu den Kunstbeilagen.
Verein f. Gesch. u. Altertumsk. des Herzogtums u.
Erzstiftes Magdeburg:
Geschichts-Blätter etc. XVIH. Jhg. 1883. 2. Heft._ Magde-
burg. 8. Dr. Heinrich Toke, Domherr zu Magdeburg. Beitrag zur
Vorgeschichte der Reformation. Bearbeitet von E. Breest. (Forts.
u. Schi.) — Spiele aus dem Magdeburger Lande mit Beiträgen aus
anderen Gegenden Norddeutschlands . . . Gesammelt von Ph. AVe-
gener. — Ein Lehnbuch der Grafen zu Holstein-Schauenburg, aus
einer Handschrift des Fürstl. Hausarchivs zu Bückeburg. Mitgeth.
von H. Holstein. — Willkür der Stadt Aken. Mitgetheilt von W.
Zahn. — Miscellen. — Zur Geschichte der Magdeburger Stadtbi-
bliothek. Von Fr. Hülfse. — Vereius-Chronik.
Kunstgewerbe- Verein zu Magdeburg:
Pallas. Zeitschrift etc. IV. Jahrg. 1883, Nr. 7 und 8. 4.
Vereinsangelegenheiten. — Der Styl in den Erzeugnissen der Men-
schenhand Von 0. Baumgarten.
Verein für hamburgische Geschichte:
Mittheilungen etc. 6. Jhg. 1883. Nr. 4—6. 8. Aus den
Rechnungsbüchern des Schiffbauer-Amts. — Giefser und Geschütze.
Von Dr. 0. B. und von K. Koppmann. — Johann August von Hol-
stein-Gottorp. Von Lieboldt. — Sammlung hamburgischer Alter-
thümer! — Hamburgisch-ostfriesische Verhältnisse. — Zur Handels-
geschichte Hamburgs. Von K. Koppmann. — . Das Todtenbuch der
Brüderschaft U. L. Frauen der Krönung im Dom. Von dems. —
Isaak Berwins 1615. Von W. Sillem. — Dominicus van der Smis-
sen, — Schifl'hek und Spökelberg. Von Dr. 0. B.
Gesellsch. f. ältere deutsche Geschichtskunde:
Neues Archiv etc. VIII. Bd. 8. Heft. Hannover, 1888. 8.
Ueber Todtenbücher der Bisthümer Cur und Constanz. Von F.
L. Baumann. — Das paläographische Prachtwerk des Grafen Bast-
275
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
276
ard. Von W. Wattenbach. — Ueber die alamannischen Formel-
sammlungen. Von K. Zeumer. — Päpstliche Originalurkunden im
Pariser Nationalarchiv (von Formosus bis Cölestin III.) Von S.
Lüwenfeld. — Fundatio ecclesiae Scti. AJbani Namucensis. Von
H. Bresslau. — Miscellen. — Nachrichten.
Münzforscher-Verein zu Hannover:
Numismat. - sphrag. Anzeiger etc. XIV. Jahrg. 1883. Nr. 7.
8. Die Münzen der Herzogthümer Bremen u. Verden etc. (Forts.)
— Zur Münzkunde der Herzogthümer Bremen u. Verden.
Blätter für Münzfreunde etc. XIX. Jahrg. 1883, Nr. 110.
Leipzig. 4. Vereinsangelegenheiten. — Nachträge u. Berichtigun-
gen zu Merzdorfs Jever'schen Münzen. — Die letzten Kupferkreu-
zer süddeutscher Währung. Von K. Bissinger. (Mit Abb.) Ueber
Christian Wermuth und seine satirischen Medaillen. Von M. J.
Meifsner. (Forts.) — Tabellarische Uebersicht der nach dem Conven-
tions-, dem XIV- Thaler- und dem XXX-Thaler-Fufsf geschlagenen
Courant-Münzen des Königreichs Sachsen nebst einem Anhange von
Probemünzen und Abschlägen aus der Zeit von 1806—73. Von V.
Holilfeld. — Münzsammlungen. — Die Numismatik auf der Amster-
damer Ausstellung.
Architekten- u. Ingenieur-Verein zu Hannover:
Zeitschrift etc. XIX. Bd. Heft 1—4. 1883. 2. Vereinsan-
gelegenheiten.
Historischer Verein für den Niederrhein etc.:
Annalen etc. 39. Heft. Köln, 1883. 8. Zur Geschichte der
Stadt u. des ehemaligen Amtes Rheinsberg. Von Richard Pick. —
Das Ausgabebuch der Mittwochs-Rentkammer zu Köln f. d. Jahre
1370 bis 1380. Von J. J. Merlo. — Ein Beitrag zur Stimmung
der Völker am Niederrhein 1797—1798. Von Rud. Goke. — Ein
Bericht des Kurfürsten Joseph Clemens von Köln über die Vertrei-
bung der Holländer aus Bonn am 11. Dezember 1715. Mitgeth-
von Dr. K. Th. Heigel. — Miscellen etc.
Historische Gesellschaft des Kantons Aargau:
Argovia. Jahresschrift etc. XIII. Bd. Taschenbuch für das
Jahr 1882. Vereinschronik. — Friedrich Frey-Herose, Bundesrath-
Allgemeine geschichtforschende Gesellschaft der
Schweiz:
Jahrbuch etc. 8. Bd. Zürich, 1883. 8. Gesellschaftsange-
legenheiten. — Die Eidgenossen und die Grafen von Toggenburg:
Ursprung und Charakter des alten Zürichkrieges. Von Dr. K.
Dändliker. — Die Vogtei Cur. Ein Beitr. z. Gesch. der Stadt Cur.
Von Chr. Kind. — Geschichte der habsburgischen Vogtsteuern.
Von Dr. P. Schweizer. — Benedict Fontana, eine schweizerische
Heldenlegende. Von Dr. Ferd. Vetter.
Antiquarische Gesellschaft in Zürich:
Anzeiger für schweizerische Alterthumskuude. Nr. 3. 1883.
8. Ausgrabungen auf der Ileidenburg im Aathal. Von H. Messi-
kommer, Sohn. — Der Salezer Bronzefund. Von Chr. Kind. —
Bronzefunde aus den Pfahlbauten bei Zürich. Von E. S. — Römi-
scher Altarstein. Von Seh. — Gräberfunde aus dem Wallis. Von H.
Ritz. (Mit Abbild). — Der Thurm an der „Seefuhren"' zu Buochs.
Von Dr. J. Wyrsch. — Zur Geschichte des Klosterbaues von St.
Urban. Von Th. von Liebenau. — Fagadenmalerei in der Schweiz.
Von S. Vögelin. (Forts.) — Zur Statistik schweizericher Kunstdenk-
mäler. V. Von J. R. Rahn. — Miscellen. — Kleinere Nachrichten.
— Literatur.
liiteratur.
Neu erschienene Werlie.
5) Wiens Buchdrucker-Geschichte 1482—1882, heraus-
gegeben von den Buchdruckern Wiens, verfafst von Dr. An-
ton Mayer. Erster Band, 1482—1682. Wien, 1883. Ver-
lag des Comites zur Feier der vierhundertjähr. Einführung
der Buchdruckerkunst in Wien. In Commission bei Wil-
helm Frick, k. k. Hof-Buchhändler XVI u. 404 Seiten. 4.
In den letzen Jahren hat eine Reihe deutscher Städte, wie
München, Leipzig, Wien, die heute so Hervorragendes auf dem Ge-
biete der Buchdruckerkunst und den mit dieser auf das engste ver-
bundenen- graphischen Künsten leisten, das vierhundertjährige Ju-
biläum der ersten Ausübung der Buchdruckerkunst innerhalb ihrer
Mauern festlich begangen. In Leipzig und Wien wurden bei dieser
Gelegenheit Ausstellungen veranstaltet, welche die Anfänge und den
Fortgang der Buchdruckerkunst in den betreffenden Städten über-
sichtlich zur Darstellung brachten. Mit grofser Freude ist es zu
begrüfsen, dals das in Wien gebildete Fest-Comite sich nicht mit
dieser Ausstellung begnügte , sondern den anerkennenswerthen Be-
schlul's falste , zur bleibenden Erinnerung an diese Feier durch eine
umfassende Buchdruckergeschichte Wiens ein literarisches Denkmal
zu errichten. Von diesem Werke, dessen Ausarbeitung im Januar
1880 Herrn Professor Dr. Anton Mayer übertragen wurde, liegt
uns nunmehr der stattliche erste Band, umfassend die Zeit von
1482 — 1682, vor. Auf Grund eingehender Studien der Quellen, so-
weit sie durch Bibliotheken und Archive »geboten werden, hat der
Verfasser ein möglichst ausführliches Bild — ein erschöpfendes kann
man ja in diesem Falle nicht sagen, da es unmöglich ist, alle Biblio-
theken der Welt nach den einschlägigen Werken zu durchforschen,
— der Thätigkeit der Wiener Buchdrucker bis zum Jahre 1682 ge-
geben. Nach einer kurzen Einleitung über die Erfindung und Ver-
breitung der Buchdruckerkunst überhaupt und speziell in den öster-
reichischen Ländern und der eingehenden Beschreibung der fünf
höchst seltenen Erstlingsdrucke Wiens von 1482, deren Drucker
leider unbekannt ist, aber vielleicht in Folge der in dem Werke
veröffentlichten zahlreichen Facsimiles derselben durch Vergleichung
der verwendeten Tj'pen nachgewiesen werden kann, werden die ein-
zelnen Wiener Offizinen bis zum J. 1682 aufgezählt, und ferner mit-
getheilt, was über die Lebensumstände der einzelnen Buchdrucker be-
kannt ist, eine Uebersicht über die Thätigkeit jeder Offizin gegeben,'
die Ausstattung ihrer Werke besprochen u. s. w. , endlich alle Er-
zeugnisse jeder Presse bis zum J. 1640 einzeln angeführt, soferne
sie in Denis' Wiens Cuchdruckergeschichte bis zum Jahre 1560 und
dem Nachtrage hiezu noch nicht enthalten sind, von 1641 — 1682
aber nur die hervorragendsten Drucke verzeichnet. Die reichste Aus-
beute für dies^ bibliographischen Verzeichnisse boten selbstverständ-
lich die österreichischen Bibliotheken ; doch wurden aufser vielen
deutschen auch noch verschiedene Schweizer, eine Reihe italienischer
und spanischer Bibliotheken durchforscht, während die reichen eng-
lischen, sowie die russischen Bibliotheken sich leider ablehnend ver-
hielten, und also aus diesen später wohl noch manche Ergänzung der
Verzeichnisse erwartet werden darf. Welch umfassendes Material der
Herausgeber zu sammeln verstand, beweist die Thatsache, dafs er
von Johann Winterburger, der von 1492 — 1519 druckte, und von
dem Denis 79 Druckwerke nachwies , noch weitere 27 Stück an-
führt, von Johann Siugrenius (1510—1545), von welchem Denis 253,
277
Anzeigni' für Kunde der deutschen Vorzeil.
278
Drucke kannte, nicht weniger als 161 weitere Prefserzeugnifse, da-
runter allerdings sehr viele Mandate und polizeiliche Verordnungen
(meist Einblattdrucke), bekannt gibt und in ähnlicher Weise bei den
übrigen Druckern die Verzeichnisse von Denis ergänzt.
Sehr anzuerkennen ist, dafs bei jeder Nummer angegeben wird,
wo sich das betreffende Werk befindet, oder auf Grund welcher
archivalischer Nachrichten, welcher anti(|uarischer Kataloge etc. die
Existenz dieses oder jenes Werkes angenommen wird. In besonde-
ren Kaiiiteln wird die Einrichtung der alten Offizinen und ihre
Technik, der Nachdruck, die Privilegien, die Censur, der Buchhan-
del, die geistige Strömung in Wien u. s. w. behandelt. Das Werk
ist als Muster einer Buchdruckergeschichte irgend einer Stadt oder
eines Gebietes zu betrachten und entspricht allen Anforderungen,
die an ein solches Werk von den verschiedensten Standpunkten
aus gestellt werden können. Selbstverständlich ist der typographischen
Ausführung des Werkes die gröfste Aufmerksamkeit geschenkt wor-
den, und es darf dasselbe als ein Meisterwetk der moderneu Wiener
Buchdruckerkunst bezeichnet werden. Die ornamentale Ausstattung
entspricht jeweils der Zeit, welche die betrefl'enden Kapitel behan-
deln ; ihre Motive wurden meist den betreffenden Wiener Drucken
entnommen. Die übrigen Illustrationen: AVappen, Buchdrucker-
zeichen, Textproben, Buchillustrationen, Initialen, Bordüren, Vig-
netten u. s. w. sind in verschiedenen Techniken ausgeführt; ein Mei-
sterwerk der Chromo-Xylographie ist unzweifelhaft das prächtige
Titelblatt, das von H. Knöfler ausgeführt wurde.
6) Erlauer Spiefe. Sechs altdeutsche Mysterien, nach einer
Handschrift des XV. Jahrhunderts zum erstenmale herausge-
geben und erläutert von Dr. Karl Ferd. Kummer. Wien,
A. Holder. 1882. 8. LXl u. 197 Stn.
Erst seit neuester Zeit wendet man sich mit gröfserem Eifer
der Erforschung der Uebergangsperiode vom Mittelhochdeutschen
zum Neuhochdeutschen zu ; und hier drängt sich von selbst das
Drama in den Vordergrund, denn es ist die bedeutendste poetische
Errungenschaft dieser Zeit und literarhistorisch um so wichtiger,
weil es von nun an im Mittelpunkte der neueren Dichtungsgeschichte
bleibt, wie schon Gervinus hervorgehoben hat. Auch Kummer hat
durch sein Buch die Kenntuifs vom Inhalte und der Entwicklung
des geistlichen Schauspiels iüi 15. Jahrb. gefördert. Er ediert in
demselben sechs bisher unbekannte Stücke aus einer Handschrift
der erzbischöflichen Diöcesan-Bibliothek von Erlau: 1) ludus in cu-
nabilis Christi, 2) ludus trium magorum, 3) visitacio sepulchri in
nocte resurrectionis, 4) ludus Mariae Magdalenae in gaudio, 5) lu-
dus ludaeorum circa sepulchrum domini, 6) Marienklage. Unter
dem Texte, bei dem K. „auf die billige Herstellung gleichmäfsiger
Verse durch Ausscheidung überschüssiger Füllwörter, Vorsilben, ton-
loser 6 oder- Einsetzung der letzeren verzichtet" hat, finden sich
reiche Belege, welche den Zweck haben, die Verwandtschaft der
Erlauer Spiele mit andern altern oder Jüngern Spielen nachzuweisen.
In der Einleitung behandelt K. eingehend die Ueberlieferung, die
Laut- und Sprachformen, die Verskunst, die Heimat der Spiele und
versucht im letzten Kapitel, auch die Erlauer Spiele in den Zusam-
menhang der übrigen bekannten Mysterien einzureihen. Hinter dem
Texte steht ein ausführliches Glossar, welches auch dem des Mhdn '
unkundigen Leser die Lektüre der Spiele ermöglicht. So hat K.
diese Denkmäler durch eine allseitige Behandlung ausgezeichnet ;
was ich aher in derselben für fehlerhaft und lückenhaft halte, habe
ich in der Zeitschr. für deutsche Philologie XV., 364 — 376 zur
Sprache gebracht. J. E, Wackernell.
7) Oettingana. Neuer Beitrag zur Oettingi sehen
Geschichte insbesondere zur Geschichte des
Oettingischen Münzwesens von Wilhelm Frei-
herrn Löffelholz von Kolberg. Als Manuscript ge-
druckt (1883). gr. 8. LX und 278 Seiton. Nebst einem
Oettingischen Stammbaum etc.
Im vorigen Jahre hatte der Verfasser des uns vorliegenden
Werkes das seltene Glück, die vierzigjährige Wiederkehr des Tages
feiern zu dürfen, an welchem er zur Leitung der fürstlich Oettin-
gen-Wallerstein'schen Kunst- und wissenschaftlichen Sammlungen
berufen wurde, die von üim vollständig neu geordnet, katalogisiert
und der Gelehrtenwelt zugänghch gemacht wurden, welche ihrer-
seits nicht verfehlte, dem Jubilare die Ausdrücke ihrer herzlichsten
Antheilnahme an diesem Feste zukommen zu lassen. Gerade die
Forscher, welche die fürstlichen Sammlungen benützten, wufsten ja,
dafs der Leiter derselben sich nicht begnügte, dieselben einfach
zu katalogisieren und trockne , lediglich zu Verwaltungszwecken
dienende Kataloge anzufertigen , sondern dafs er seine Blicke auch
darüber hinaus auf die Zustände und Verhältnisse warf, die mit
den einzelnen Stücken der Sammlungen in Beziehung standen, und
in liebenswürdiger Weise, namentlich Jüngern Gelehrten, von dem
reichen Schatze seiner Kenntnisse mittheilte. Unser Werk, das ei-
nen gelungenen Beweis bildet, wie vortrefflich es der Verfasser ver-
steht, den Katalogen Leben einzuhauchen, behandelt eine besondere
Abtheilung der fürstlichen Sammlungen, die als ein „Oettingisches
Museum" ausschliefslich der Hausgeschichte gewidmet ist. Von der
in derselben enthaltenen Sammlung Oettingischer Münzen und Me-
daillen wird ein genaues, ausführliches, musterhaft bearbeitetes Ver-
zeichnifs gegeben, welches auch die Stücke anführt und beschreibt,
die sich als grofse Seltenheiten in anderen Sammlungen befinden,
da natürlich von der Verwaltung des Kabinetes nichts versäumt
wird, die Oettingischen Gepräge zu vervollständigen. Dieses, eine
möglichst vollständige Uebersicht der Thätigkeit der Oettingischen
Münzstätten gebende Verzeichnifs ist von einer ausführlichen Ge-
schichte des Oettingischen Münzwesens begleitet, die auf Grund
eingehender literarischer und archivalischer Forschungen und Stu-
dien aufgebaut ist und die Bedingungen erörtert, unter denen die
Münzen entstanden, den Einflufs bespricht, welchen die Münz-, so-
wie die allgemeinen politischen und wirthschaftlichen Verhältnisse
der betrefl'enden Epochen auf dieselben ausübten, und wie sich
diese dann' in denselben wiederspiegelten. Auch der Darstellung
der Lebensverhältnisse der betreffenden Glieder des fürstlichen, bezw.
gräflichen Hauses wurde besondere Aufmerksamkeit, namentlich bei
der Beschreibung der Medaillen , gewidmet. Dem durch diese Ar-
beiten gelieferten werthvollen Beitrag zur Oettingischen Geschichte
geht ein ausführliches Verzeichnifs und eine kurze Würdigung der
früheren Arbeiten auf diesem Gebiete voran , wie es in solcher
Vollständigkeit wohl kein zweiter zu liefern im Stande gewesen
wäre.
Hiemit ist aber der reiche Inhalt des Buches noch nicht er-
schöpft. Zur Münzgeschichte gehören noch neun im Originalwort-
laute abgedruckte Privilegien , Verträge , Ordnungen u. s. w. Eine
weitere Abhandlung gibt auf Grund der neuesten Forschungen die
Geschichte des Oettingischen Wappens, der sich noch der Stammbaum
27^
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
280
der Fürsten von Oettingeu anschliefst. Als Illustrationen des Wer-
kes dienen zwei Tafeln Münzabbildungen, 1 Tafel Siegelabbüdungen
und 3 Tafeln Wappenabbildungen, darunter 2 in litbographischem
Farbendruck nach Zeichnungen von Eugen Freiherrn Lüffelholz von
Kolberg, dem Sohne des Verfassers. Das Buch dürfte nicht allein bei
den Numismatikern , Heraldikern und Genealogen , sondern in noch
weiteren Kreisen Interesse erregen und jedem Freunde vaterlän-
discher Geschichte willkommen sein.
Teruiischte Nachricliten.
157) Geeste münde, 26. Juli. In dem zwischen Loxstedt
und Bexhövede , etwa 7 Kilom. von hier belegenen , aus zwei An-
bauerstellen bestehenden Dünenfähr ist bei Gelegenheit der Auf-
forstung der Heideflächen ein umfangreicher Urnenfriedho f ent-
deckt worden. Schon im Frühjahr gelangten 36 Urnen in den Be-
sitz des Provinzialmuseums zu Hannover. Neuerdings sind in Folge
der durch den Studienrath Müller geleiteten Ausgrabungen wiede-
rum 112 Urnen zu Tage gefördert worden. In einigen haben sich
auch Beigaben von Bronze und Eisen, Perleu, Armringe, Fibeln,
Haken, Messer, Ringe etc. gefunden. Ben wichtigsten Fund ergab
eine Urne mit zwei römiscJien Bronzemünzen, von denen die
eine, aus dem Jahre 326 stammende dem Crispus, einem Sohne Kon-
stantin's des Grofsen, die andere dem Konstantin II. (323 — 337)
zugeschrieben wird. Diese wichtigen Funde lassen auf das hohe
Alter des Dünenfährer Urnenfeldes schliefseu.
(Nordd. AUgem. Zeit., Nr. 348.)
Der Eaumersparnifs wegen begnügen wir uns mit dieser kurzen
Notiz ; eine eingehende , sachgemälse Darstellung findet sich in Nr.
13135 der Weserzeituug vom 26. Juli.
158) Bretten. Auf dem sogenannten Schänzle wurden am
18. und 19. April d. J. vom Karlsruher anthropologischen und
Alterthumsverein Ausgrabungen veranstaltet und folgende Alter-
thümer zu Tage gefördert : Reste eines eisernen Schwertes in eiser-
ner Scheide mit Spuren aufgesetzter Verzierung, ein kleiner Ring
von dickem Golddraht, Fragmente einer eisernen Speerspitze, Feu-
ersteinsplitter, ein kleiner dicker Eisenring von 3 cm. Durchmesser,
dünne, massive, offene, runde Fufsringe von Bronze, welche noch
an den Unterschenkelhnochen ihres ehemaligen Trägers steckten,
ein sehr zerstörter Nadelkopf von Bronze, Reste eines rohen, rotheu,
zum Theil verzierten Thongefäfses, endlich drei vortrefflich erhaltene
Steinwerkzeuge : ein scharf geschlifi'ener Steinmeilsel von 4,6 cm.
Länge und fast derselben Breite aus Amphibolschiefer, ein durch-
bohrter Steinhammer von 12 cm. Länge aus demselben Gestein und
ein vortrefi'lich poUertes hellgrünes Jadeitbeil von 9,4 cm. Länge
und 5,1 cm. Breite. (Zeitschr. i. Museol. u. Autiquitkde., Nr 13.)
159) Am 1. Mai d. J. wurde zwischen der Norbert- und Stein-
feldergasse ein von Flachziegeln bedeckter, zerfallener römischer Blei-
sarg gefunden. Aufser Skelettresten lagen darin Reste von Glä-
sern und ein goldener Ring mit blauer Email. Ebendaselbst wurde
ein zerbrochener römischer Grabstein mit sehr interessanter In-
schrift ausgegraben. (Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitkde., Nr. 13.)
160) Plauen i. V. Im vorigen Monat wurde ein irdener, mit
einem Tuche zugebundener Topf gefunden, welcher circa 500 Stück
Bleissner und hessische Groschen aus dem 15. Jahrhundert enthielt.
(Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitkde., Nr. 14.)
161) In Senversholz (Post Titting, Bayern) machte ein
Maurer, als er in seinem Garten einen Backofen wegrifs, einen Fund-
kleiner Silbermünzen. Es waren ca. 90 Stück, von denen der Finder
eine kleine Anzahl verkauft und verschenkt hat, bis er mir den
Fund verkaufte. Die 76 Stück, welche ich erhielt, gehen in ihren
Jahrzahlen nicht über 1615 hinaus und vertheilen sich auf: (was
gesperrt gedruckt ist, sind ältere Stücke): Anhalt (1), Barby (1),
Böhmen (1), Campen (6), Cölu, Bisth. (1), Chui'pfalz (12, dabei
ein seltenes Zweikreuzerstück v. Joh. Gas. als Administrator
mit: HEIDELBERG.), Corvey (2), Frankfurt a. M. (1), Fries-
land (1), Halberstadt, Bisth. (1), Hanau (5), Jülich (1), Lippe (1),
Mailand (1, von Karl V. ; die älteste Münze des Fundes), Münster-
berg (1), Nassau (1), Polen (1), Pommern (1), Salm-Dhaun (2),
Schauenburg (3), Schaffliausen (6), Solms (6), Spanisch- Nieder-
lande (2), Strafsburg, Bisth. (2), Str., Stadt (2), Thoren (1), Tirol
(1), Uri und Unterwaiden gemeinschaftlich, unedirter Groschen
1600 (1), Venedig (1), Zug (3), ZwoUe (4). Die Münzen sind sämmt-
lich sehr gut erhalten; das Krüglein, in welchem sie aufbewahrt wa-
ren, wurde zertrümmert. Es ist merkwürdig, dafs in diesem Funde
nicht ein Gepräge ist, welches iu das Fundgebiet (Mittelfranken) ge-
hört; kein einziger Bayer, Nürnberger, Brandenburger, Eichstätter,
Bamberger etc ! C. F. G.
162) Bei Gelegenheit der Einlegung eines alten Häuschens in
Gibitzeuhof (Nürnberg) fand mau neben dem Schlot in der Dach-
höhe ein blechernes Kästchen mit Münzen; es sollen circa 1000
Stück gewesen sein. Die Münzen wurden von dem Finder in 4 Par-
tien getheilt und so zum Verkauf gebracht. Die Münzen waren
ohne numismatischen Werth und stammten gröfstentheils aus der
ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ; die gröfsten und schönsten
waren brandenburgische Sechskreuzerstücke von 1748.
C. F. G.
163) Wunsiedel, 27. Jiüi. Anläfslich der Vorarbeiten zu
einem Kanal wurden verschiedene alte Münzen und Gegenstände
von Eisen gefunden. Ferner wurde ein Gewölbe entdeckt, welches
wahrscheinlich in früheren Zeiten als Kasematte gedient hat. Man
glaubt, dafs noch weitere Funde gemacht werden.
(Frank. Kurier, Nr. 383, n. B. a. d. 6 Ae.) •
164) Halle a. S. Ein Theil des sogenannten Residenzgebäu-
des ist von der Regierung dem Provinzialverband zur Errichtung
eines Pro\'inzialmuseums vorläufig auf 30 Jahre überlassen worden.
(Zeitschr. f Museol. ii. Antiquitkde., Nr. 14.)
Herausgeber: Dr. A. Essen wein. Dr. G. K. F rommann.
Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essenwein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. Sobald in Nürnberg.
Nürnberg;. Das AbonDemeut des Blat-
lea, welches alle Monate orscheint, wird
ganzjalirig angenommen unJ beträgt nach
der neuesten Postconvention bei allen Pcat-
amtern und Buchhandlungen Deutsdilands
incl. Oesterreichs 3 Ü. 36 kr. im 24a.-Fusa
oder 6 M.
Für Frankreich abonniert man in
Paris bei der deutschen Buchhandlung von
F. Klincksieck, Nr. 11 rue de Lille ; fUr
A^ZEItiER
FÜR KIDE DU
Neue Folge.
England bei Williams & Norgate, 14 Hon-
rietta- Street Coveut- Garden in London;
iViT Kord'Avterika bei den PoBtämtern Bre-
men und Hamburg.
Alle ftir das germau. Museum be-
stimmten yendungeu auf dem Wege des
Buchhandels werden durch den Commis-
sionär der Uterar ,-artist. Anstalt des Mu-
seums, F. A.Brockhau8in Leipzig, be-
fördert.
LT
Dreissigster Jahrgang.
1883.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
JSl 10.
Oktober.
Wisseiiscliaftliche Mit(liwliiii2:eii.
Die heiligen Bluts -Kapelle der Cistercicuser- Abtei
Doberciu.
2.
Der alte Volksname des Thürmchens bei der Kirche
dürfte uns auch zur richtigeu Erkenutnifs seiner ehe-
maligen Bestimmung' leiten. Die jetzt allgemeine Be-
zeichnung heiligen Bluts-Kapelle ist ihm erst durch den
ak Forseher und Finder mecklenburgischer Altertliümer
hochverdienten Dr. Lisch seit 1844 (J. B. 9, 412) ge-
geben. Auf seine gewichtige Autorität ist sie unbesehen
überall angenommen, in Mecklenburg um so eher, als
der Is^ame hier schon zuvor in aller Mund war, nachdem
in der heiligen Bluts-Kapelle des Schweriner Domes der
am 4. Blärz 1842 verstorbene volksbeliebte Grofsherzog
Paul Friedrich alsbald beigesetzt worden war. Herr
Dr. Lisch fafst porta monasterii ständig als Kirchenthüre
(ostium eeclesiae, üb. us. cap. 120, pag. 285). So in den
angezogenen Stellen, auch J. B. 7, 42. (ÜB. 6.596, §. 51)
und offenbar auch da, wo er 1837 (J.-B. 2, 27) dem
ThUrmchen noch die alte Bezeichnung gibt, die ihm ehe-
dem jeder Doberaner beilegte, — Beinhaus. Dieser Name
ossuarium, carnarium, wie die Thatsache, deren ich mich
noch aus meiner Kinderzeit um 1840 wohl erinnere, dafs
damals verschiedene alte Grabplatten in des zierlichen
Baues nächster Nähe lagen, dürften zu der Annahme be-
rechtigen, dafs einst hier des Klosters hoch geehrter
Friedhof (J. B. 9, 301 : Urkunde von 1400) und dessen
Kapelle, das Thürmchen, war. Solcher Bestimmung ent-
spricht auch seine Form. Für Friedhofskapellen war im
Mittelalter die thurmartige Centralanlage rund, später
polyogon üblich. Jeden wird der Bau an die zahlrei-
chen Karner in Oesterreich erinnern (Gust. Heider, Mit-
tlieil. d. k. k. Gent. -Komm. I, 5ö ; Carl Lind, das. VH,
146 ff. ; Grueber, m. a. Kunst in Böhmen I, 71 ff.).
Der Heilige, dem die Mehrzahl der Priedhofskapellen
geweiht wurde, war der Erzengel Michael. Er ist ja der
praepositus paradisi, custos et susceptor animarum (Du-
randus, Ration, div. off. VII, 12); ihn bezeichnen Anti-
phonien als nuntius de animabus justis (Mone, Hymnen I,
zu 320), ihn preisen die Lieder als den von Gott gesen-
deten Leiter der ausscheidenden Seelen (das. I, 315). In
den ihm geweiheten Karnern oder Friedhofskapellen stif-
teten auch mehrfach die Gläubigen sich und den Ihren
Seelenmessen (Jos. Feil, von Sacken b. Heider und Eitel-
berger, Kunstdeukmäler I, 30 u. II, 195 ; Stiftungenbuch
225; Gust. Heider, a. a. 0. 160).
Bezugs Doberan zeigt uns die Urkunde vom 26. Mai
1334 (üb: VIII, 5323) eine Stiftung des Rostocker Bürger-
meisters Arnold Kopmaun zur Haltung seiner ständigen
Memorie bei der heiligen Messe an dem Altare in der
Kapelle des heiligen Michael (altare in eapella beati Mi-
chaelis in claustro). Da die Kapelle offenbar nur den
einen Altar enthielt, wird sie keine grofse gewesen sein.
Ist sie als »in claustro« bezeichnet, so zeigen andere Ur-
kunden, dafs damit die engere Klausur gemeint sei, und
Anzeiger für Kuude der deutschen Vorzeit.
284
auch, wo diese zu Doberan sich befantl. In der vom
13. Juli 1151 (ÜB. III, 2124) wird dem Pfarrer Dietrich
von Flau, der sich beim dortigen Konvente eine Leib-
rente, Wohuuug und Kost im Kloster erworben, auch
das Fischen in einem Teiche »ante portam claustri« ge-
stattet. Mit demselben kann nur der bei der s. g. Stauen-
mühle noch zum Theil vorhandene gemeint sein, vor
einem Thore in der südlichen Mauer, gegenüber der jetzt
verrammelten Kirchenthüre, welche einst als Eingang in
das Gotteshaus den Gästen und Fremden wird gedient
haben. Die Urkunde der Herzöge Albrecht und Johann
vom 13. Januar 1330 (ÜB. X, 7038) zeigt uns das von
Konrad III. (Kirchberg, a. a. 0.) erbaute »Schuhhaus« in
der Nordostecke des klösterlichen Bezirkes und nennt
die ihm zunächst liegende Mauer »muros claustri.« In
der engeren Klausur (iutra claustrum) mufste es auch
nach Statut 1137, 23 ennchtet sein.
Die kleine Michaelskapelle lag demnach nordöstlich
von der Kirche. Finden wir nun eben hier, auf des
Klosters ehemaligem Friedhofe, unser Thürmchen, dessen
Form ganz den dem heiligen Michael geweiheten Fried-
hofskapellen entspricht, so wird sich kaum mit Unrecht
folgern lassen, dafs es die in der Urkunde von 1334 er-
wähnte Kapelle des hl. Michael sei.
Hiefür sprechen noch weitere Gründe. Dafs das
Thürmchen der Zerstörung entgieng, welche nach Ein-
führung des Lutherthums die zahlreichen Gebäude der
Abtei erfuhren, die man nicht zu profanen Zwecken aus-
nutzen konnte, ja, dafs man nach Einsturz der Laterne
es sogar durch ein Nothdach schirmte, erklärt sich am
leichtesten, wenn es mit dem Grabkultus zusammenhieng.
Gewifs mit Recht hat Joh. Gradt (in den Mittheil, der
k. k. C.-K.) die verhältnifsmäfsig gute Erhaltung der
Todtenleuchten damit begründet.
Beredt scheinen mir für die angenommene Bestim-
mung der Kapelle zu katholischer Zeit auch die alten
Wandgemälde zu zeugen. Sie bieten ein gewaltiges
Bild des grofsen Gerichtstages. Au den gebrochenen
Seitenwänden entdeckte der verdienstvolle Dr. Lisch die
Gestalten der thörichten Jungfrauen; über ihnen, durch
Weihkreuze (einst roth, jetzt schwarz) getrennt, die
weisen; in der Reihe dieser, links von. der Thüre, die
hl. Katharina, als eine ihrem Wesen entsprechende und
vielleicht auch mit Bezug auf den schönen Hymnus ad
Vesperas (Mone III, 990), worin jene aufgefordert werden,
zu dieser Hochzeit neue Lampen zu bringen. Unter ihr,
bei den thörichten, ist jetzt der mecklenburgische Fürst
und Märtyrer Gottschalk (Helmold, Chron. Slav. I, 20 u.
22) mit jugendlichem Porträtkopf, ein zierliches Bärtchen
unter der Nase. Der Entdecker vermuthet, die Stelle sei
einst leer gewesen. War sie ausgefüllt, so geschah es,
wie die Vorlagen zeigen, durch eine Gestalt, welche dem
Wesen der thörichten Jungfrauen entsprach. Unter den
dreigetheilten Konsolen, von denen die Rippen aufsteigen,
befanden sieh ehedem kniende Figuren mit ausgebreiteten
Armen, von Sternen umgeben. Diese sind klare Deut-
zeichen für sie, welche jetzt alle bis auf eine durch stili-
siertes Rankenwerk ersetzt sind. Dieselben sind Reprä-
sentanten des Firmamentes, an welchem beim grofsen
Gerichtslage Zeichen und Wunder geschehen werden.
»Stellae cadent pollescentes«. Sie für dämonische Wesen
zu halten, hätte schon' ihr Platz über den weisen Jung-
frauen und der Heiligen verbieten sollen. Jene und die
thörichten repräsentieren die Menschheit, wie am grofsen
Tage bei seiner plötzlichen Ankunft der Herr sie antreffen
wird. Dafür zeugt das Wort Gregors des Grofsen (Homil.
XII. in Ev. Matth. c. 23), welches auch in das Brevier
in den Metten für das Fest einer Jungfrau nach dem
bezüglichen Evangelium aufgenommen ist. In den Kap-
pen der Decke fand der zuverlässige Herr Entdecker der
Thüre gegenüber den Heiland, zu seiner Linken Johannes
den Täufer, die hl. Petrus und Philippus, Thaddäus, über
dem Eingänge Paulus, Johannes den Evangelisten; zur
Rechten des Herrn vermuthet er mit Recht die hl. Jung-
frau. Bei der Restaurierung hat die Himmelskönigin
einem hl. Matthäus, mit dem Beutel in der Hand, diesen
ihren Ehrenplatz abtreten müssen, den ihr zahllose Werke
des Pinsels und des Meifsels geben, den ihr das Gemeinde-
bewufstsein in des Hymnus Worten : »mihi propinqua
sedem tenet primam» (Mone I, 302) zuweist, in einer
Kapelle der Cistercienser, deren Klöster der Gottesmutter
alle an erster Stelle geweihet sein mufsten (1134, 24.
Maurique I, 273), die als unter ihrem besonderen Schutze
zu stehen sich rühmten (1281, 6), welche von ihr der
»abatissa ordinis« (Thes. Anecd. III, 1363) bekennen, dafs
sie in goldenem Gewände zu des Sphnes Rechten stehe
(1296,1). So thront sie auch noch jetzt in dem oberen,
kleineren Felde über der Thüre. Diese Malerei zeigte
sich bei Vornahme der Restaurierung als die best erhal-
tene, nach Aussage des treuen und verständigen Hüters
der Doberaner Kirche und ihrer Kunstschätze, des Kü-
sters Herrn W. Thiel. Dort sitzt sie auf einem Throne
neben dem göttlichen Sohne in der himmlischen Stadt,
durch eine gethürmte Mauer und ein mit Kuppeln ge-
ziertes Gebäude im Hintergrunde angedeutet, der ewigen
Heimat der im Gericht gerecht befundenen Frommen.
Unter dieser Darstellung auf gröfserem Räume, in glei-
cher Höhe mit den weisen Jungfrauen, ist die Kreuzigung
als Grund alles Heiles. Dr. Lisch erkannte zur Re(,'hten
»noch eine knieende weibliche Figur." Jetzt sind Kirche
und Synagoge zu den Seiten gestellt. Bei diesem ganz
neu erfundenen Bilde hat der Künstler verständnilsvoll
die Füfse des Erlösers neben einander, je mit einem Nagel
angeheftet, gebildet; nicht nur der heilige Bernhard
285
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
286
äpriulit von den elaves peduin in seinem Hymiuis, und
Durandus (Rat. VI, 77, 24. 25) gibt der älteren Weise
mil vier Nägeln offenl)ar den Vorzug; auch zu Doberau
ündet sie sich auf der alten Tafel des Corpus Chrisli-
Altares, nach der Urkunde vom 23. Oct. 1341 (ÜB. IX,
6157) von den Brüdern des Peter Wiese (t 1338) ge-
stiftet. Hier
Pietas clavum in dextrura pedem fixit,
Humilitas clavum in sinistrura.
(D. Schröder, Wismar. Erstlinge 1734, S. 342.)
Wie diese Wandgemälde, so zeugt auch die wieder-
hergestellte Laterne der Kapelle für die angenommene Be-
stimmung als die des alten Friedhofes. Ihr ehemaliges Vor-
handensein schlofs der Architekt Möckel richtig aus einem
Cylinder in der Kuppel-Mitte von etwas über 1 m. Durch-
messer. Als mau das einst zum Schütz aufgelegte Dach
wegräumte, welches bis dahin die acht Giebel unkennt-
lich gemacht hatte, fand man deutliche Spuren dieses
wichtigen Bautheiles. Mit Benutzung der noch vorhan-
denen Reste Avard die Laterne wiederhergestellt. Einst
möchte sie etwas höher und schlanker gewesen sein; im
Hinblick auf die »ewige Lampe« in dem Doberan nahe
verwandten Pforta (Alten Camp war beider Mütter Mut-
ter) könnte man das annehmen (Puttrich, Denkm. in
Sachsen II, 1, Tfl. 8 und Gorssen, Pforta 265); dazu, je
höher hinauf, weist unser Bau immer mehr aufstrebende
Fonnen.
Das eben erwähnte ehrwürdige Monument zeigt uns
auch schon, was ehedem der Laterne zu Doberan Zweck
und Bedeutung war. In den »Mecklenburgischen An-
. zeigen« 1880, No. 80, werden sie dahin angegeben, »den
Blick nach oben zu zwingen, weil dort die Fenster licht,
im unteren Räume in reichen tiefen Farben erglühen. 'f
Schwerlich dürfte dies schon bei der ersten Anlage
der Fall gewesen sein. Wie Doberan, das in vielen Fällen
seine Regeltreue deutlich erkennen läfst, auch das Ver-
bot gegen buntfarbige Fenster (1134, 82; 1182, 11) be-
achtete, welche als »quinque sensuum oblectamenta«
.(Thes. Anecd. 1504, § 36) streng verpönt waren, zeigen
die spärlichen, von Dr. Lisch entdeckten Reste der lauda-
biles fenestrae, welche Fürst Heinrich II. 1319 (ÜB. VI,
4131) für die Kapelle seiner Ahnengruft zu Doberan aus-
bedingte. Sie bestehen »aus dickem, grünlichem Glas«,
welches mit Eichenlaub schwarz in Grau bemalt ist.
J. B. 19, 353.) Erst nach 1337 kann es fertig gestellt
sein. (das. u. J. B. I, 131 ff.)
Die Bestimmung der Laterne zu Doberan war sicher
dieselbe, wie an allen Karnern und Kapellen auf Fried-
höfen, welche damit ausgestattet sind : das ewige Licht
für denselben aufzunehmen und diirch ihre acht Fenster
ringsum weit ausstrahlen zu lassen »ob reverentiam fide-
lium ibi quiescentium« , wie es in der viel citierten
Stelle des Petrus Mauritius von Cluny (f 1156) de mira-
culis II. (bei Alex. Lenoir, arch. raonast. II, 441) heifst.
Für »ein Talglicht (lumen de sepo), nächtlicher Weile
auf dem Friedhofe zu Pforta brennend,« stiftete dort Abt
Albero 1268. Die ewige Lampe (Corssen, 299j. Die
blecherne, in Dresden fabrizierte Leuchte, welche jetzt
in der Kapelle unterem Räume hängt, sollte in die Laterne
verwiesen werden.
Grahl (Mecklenb.). L. Dolberg.
Mittclalterliehcr Uaiisratli iiiul das Lobeu im «U'iit-
sclieii Hause.
IV.
Wir bilden hier iu Fig. 1 einen messingnen Kochtopf
ab, der auf drei Föfsen, Stollen, steht und als Beleg dafür
gelten kann, wie lange sich gewisse Formen der ge-
bräuchlichsten Hausgeräthe, hielten. Wir haben ähnliche
Gefäfse in Museen unter den prähistorischen Bronzen
gefunden und, wenn wir auch zunächst den vorgeschicht-
Fig. 1.
liehen Ursprung der fraglichen Stücke bestreiten zu müs-
sen glaubten, so haben doch so namhafte Forscher sich
dafür verbürgt, dafs wir nunmehr den Unglauben doch
höchstens nur für uns behalten können. Indessen liegt
kein Grund vor, an einem in der That hohen Alter dieser
Form zu zweifeln. Wir haben in unserer Sammlung ein'
solches dreifüfsiges Stück, allerdings aus gebrannter Erde,
das nach Mittheilungen, die wir wohl für glaubwürdig
halten dürfen, in Köln mit Gefäfsen, die der romanischen
Periode augehörten, gefunden wurde. Wir sehen auf
287
Anzeiger für Kunde der deutseben Vorzeit.
288
Bildern des 14. u. 15. Jhdts. denselben Topf; wir alle
aber, die nicht gerade der allerjüngsten Zeit angehören
und noch den offenen Herd mit dem grofsen Mantel in
Gebi'auch gesehen haben, erinnern uns auch noch des
dreibeinigen »Stollhafens« , der noch bei-
nahe dieselbe Gestalt hatte und auf dem
offenen Feuer stand, gerade so wie ihn die
hier in Fig. 2 abgebildete Frau") im Kamin-
mantel auf dem offenen Feuer stehen hat.
Besonders häuflg erscheint dieser Kochtopf
auch auf Gemälden, Holzschnitten und Sti-
chen des lö. Jhdts., wenn das Martyrium des
heil. Veit dargestellt ist, wo bald der Hei-
lige allein, bald vereint mit seinen Eltern
in heifsem Oele gesotten wird. Eine eben-
falls schon veröffentlichte Nachbildung
eines Schrotblattes drucken wir hier wie-
der ab. (Fig. 3.) Da solche Töpfe in allen
Gegenden Deutschlands vorkommen, so ist
es nebensächlich, zu sagen, dafs der hier
abgebildete aus Tirol stammt. Sie kom-
Fig 2.
Die Frau in Fig. 2 hat aber noch einen Topf an
einem Haken über dem Feuer hängen. Auch einen sol-
chen, gleichfalls von Messing, wie der erstgenannte,
besitzt das "Museum, den wir hier in Fig. 4 wiedergeben.
Auch derartige Töpfe finden, sich in man-
chen Museen, theilweise, weil sie mittel-
alterlich sind und vielleicht zuletzt in einer
Sakristei als Wasser geMs Verwendung ge-
funden haben, unter den kirchlichen Ge-
räthen. Sie finden sich bald mit, bald, wie
der unsrige, ohne Deckel, meist mit zwei,
seltener mit einem Ausgusse in Form eines
Thierhalses und Kopfes. An der Achse, die
senkrecht auf dem Ausgusse steht, sind
zwei Frauenköpfe angebracht, deren Hau-
ben den Schlufs des 14. Jhdts. als Zeit
ergeben, in der das Urbild modelliert ist.
Aber jedenfalls wurde dies typische Urbild
oft und oft nachmodelliert und nachge-
gossen, bis, wie bei dem unsrigen, nur
die Andeutung übrig geblieben ist. Sicher
Fig. 4.
men auch in allen Gröfsen vor und deshalb sei es nur
nebenbei bemerkt, dafs derselbe 18,5 cm. Höhe, 17 cm.
Durchmesser hat.
1) Vgl. Anzeiger 1880, 8p. 6.
gehört die jMehrzahl der erhaltenen Stücke erst dem
IS. Jahrhundert an. Das unsrige stammt vom Nieder-
rhein. Das Gefäfs selbst hat ohne Ausgüsse und Henkel
einen grofsten Durchmesser von 18 cm., eine Höhe von
10 cm.
2S9
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
290
V.
So selten im allgemeinen mittelalterliche Hausgc-
räthe sich erhalten haben, so wenig selten sind doch
Mörser aus Bronze und Messing. Freilich sind nicht
viele in den Haushaltungen bis auf unsere Zeit gekom-
men, auch natürlich nichL in Kirchen, dagegen viele in
Apotheken, woher nicht blos die Antiquitätenhändler
ihren Bedarf für Museen und Sammler gedeckt haben,
sondern wo deren selbst heute noch manche im Gehrauche
sind. Wenn Hausgeräthe aus der romanischen Kunst-
Die ünregelmäfsigkeit des aufseren Konturs rührt von
der vielen Benützung her. da an den einzelnen Stellen,
wo der Stöfsel stets anschlug, besonders unten, sich das
Metall gedehnt und der Mörser dadurch Beulen ei'halten
hat. So ist es auch bei Fig. 2, die ein s. Z. von Ueber-
bacher in Bozen gekauftes Stück zeigt, das wir dem
14. Jhdt. zuschreiben möchten. Es ist 1.5,5 cm. hoch, 12,3
cm. weit, hat einige verzierende Streifen, einen Henkel
und diesem gegenüber, fast wie ein Ausguts aussehend.
Fig. 3
Fig. 2.
und Kulturperiode fast gar nicht erhalten geblieben sind,
so gehören doch auch Mörser gerade zu den ältesten
erhaltenen Stücken.^) Auch unser Museum besitzt eine
ganze Serie von Mörsern aus dem Mittelalter, deren ein-
zelne wir wohl berechtigt sind für sehr alt zu halten.
Fig. 1 stellt einen solchen dar, der 14,5 cm. hoch ist und
11,3 cm. oberen lichten Durchmesser hat, welcher vor'
mehreren Jahren vom Antiquar Drey in München ge-
kauft ist und nach dessen Versicherung aus Tirol stammen
soll. Wir glauben, dafs er noch dem 13. Jhdt. angehört.
Spätestens mag er aus dem Beginn des 14. Jhdts. stammen.
2) Vgl. Hefner u. Becker, Kunstw. u. Geräthsch., Bd. III, Taf. 59.
noch einen Griff in Gestalt eines Thierkopfes. Auch hier ist
der untere-Theil durch die häufigen Angriffe des Stöfsels
ausgebuckelt. Dasselbe ist auch bei Fig. 3 der Fall.
Das Original dieser Abbildung, bei dem die verzierenden
senkrechten Streifen mit Klauen am unteren Ende ver-
sehen sind, ist ebenfalls von Bozen aus in den Handel
gekommen. Es ist 19 cm. hoch, 13 cm. weit und gehört
dem Beginne des 13. Jhdts. an.
Ein ähnliches Stück mit der Jahreszahl 1459 ist
alter Bestand des Museums, aus der frhrrl. v. Aufsefs'-
schen Sammlung stammend und schon im Anzeiger 1835,
Sp. 230. abgebildet und beschrieben.
Nürnberg. A.Essen wein.
Heber die Entstehung des
Ich möchte den neueren Fürstenstand nicht schon
darin erkennen, dafs (nach Hof rath Ficker, vom Reichs-
fürstenstand, B. Li § 72 und nach der Urkunde bei Th.
Töche, Heinrich VI, S. 600) im Jahre 1184 die Er-
hebung eines Gebietes zu einem Reichsfürstenthume ge-
plant und nach der Chronik 1188—1190 auch ausgeführt
neueren Reichsfürstenstandes.
worden sein soll. Der Graf von Hennegau, ein Vasall
des Bisthumes Lüttich, sollte nämlich die gesamraten,
sehr bedeutenden freien Besitzungen seines betagten
Oheims, des Grafen von Namur, durch diesen dem Reiche
auftragen lassen, oder dies selbst thun, um dieselben als
Reichslehen zurück zu empfangen. Mit diesen und allen
291
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
292
vom Reiche zu Lehen g-eheudeu Landen des Grafen von
Namur versprach der Kaiser dann eine Reichsmark zu
bilden, deren Besitzer die Rechte der Reichsfürsten g-e-
niefsen sollten. Zunächst bestritt der Herzog von Bra-
bant die Unmittelbarkeit des Grafen von Namur, und auch
der Titel eines marchio regionis war (nach § 72) von
Hennegau schon früher geführt worden. Ob aber dieser
obige Vertrag, wie die Chronik berichtet, wirklich zur
Ausführung kam, erscheint mir sehr zweifelhaft, oder es
müfsten die Worte »princeps und pi-incipes imperii« sich
nur auf die angestrebte unmittelbare Abhängigkeit vom
Reiche beziehen sollen. Meine Ansicht wird wesentlich
unterstützt durch die Urkunde vom 16- Mai 1188 (bei Th.
Töche, S. 606), in welcher König Heinrich nur verspricht,
den Grafen von Hennegau »in seine Freundschaft« (in
familiaritatem) aufnehmen zu wollen, wenn er nach dem
Tode seines Oheims von Namur für dessen vom Reiche
zu Lehen gehende Besitzungen den Huldigungseid leisten
werde. Es ist also vom Reichsfürstenstand gar nicht die
Rede, und in keinem Falle können die darauf bezüglichen
Worte des Kaisers Friedrich schon in der späteren Be-
deutung verstanden worden sein, weil der Graf von Hen-
negau, welcher inzwischen mütterlicherseits auch noch
die Reichsgrafschaft Flandern geerbt hatte, nach dem
Tode seines Oheims von Namur (bei A. Miräus, diplom.
Belg. B. I, S. 294 und B. IV, S. 219 und S. 220) im Jah-
re 1192 und zwei Male 1194 den markgräflichen Titel für
Namw in den Urkunden, erst an dritter Stelle hinter
Flandern und Hennegau, fuhrt. Sodann ging nach seinem
Tode (119Ö) die Blarkgrafschaft (nach Gisleberti Chro-
nica Hannoniae, S. 287) auf seinen zweiten Sohn Philipp
über, icelcher seinem älteren Bruder von Flandern und
Hennegau dafür den Treueid (ligium hominium) leistete
imd die Geriehtspflege unter dessen Einflufs ausübte!
(iit ille cum nobilibus Hanoniae, Domini Goraitis Hano-
niensis fidelibus, et judicia et testimonia habeat proferre,
et' Dominus Comes Hanoniensis marchiam illam a Domino
Imperatore Romanorum ligie teneat). Es ist aber doch
W'Ohl undenkbar, dafs man in. dieser Weise mit einem
Reichsfürstenthume hätte verfahren können. Hofrath
Ficker sagt zwar (§ 143) selbst, dafs ein bestimmter Nach-
weis über den Reichsfürstenstand des ersten Markgrafen
aus Kaiserurkunden nicht zu erbringen ist, und dafs seine
Nachkommen auch wieder den Grafentitel führten, den-
noch hält er aber seine Behauptung nach der Chronik
aufrecht. Doch auch aus anderen Gründen möchte ich
glauben, dafs für das Entstehen des neueren Fürsteh-
standes eine etwas spätere Zeit anzusetzen ist ; denn es
fehlte im 12. Jahrhundert noch an einem Ereignisse, wel-
ches die wirkliche Zunahme der Machtverhältnisse mit
sich brachte. Dieser Unterschied trat erst mit dem Zeit-
punkte ein , als die Magnaten etc. von der Theilnahme
an der Königswahl ausgeschlossen wurden und diese auf
die Fürsten allein übergieng. Hofrath Ficker hat wohl
(§ 92) überzeugend nachgewiesen, wie seit dem Jahre e.
1180 eine Abgrenzung nach unten sich vollzogen, wie
die Grafen nur noch ausnahmsweise bis zum Jahre 1239
in den Zeugenreihen zu den Fürsten gezählt wurden und
diese durch die bestimmte Bezeichnung principes imperii
oder illustres von ihnen geschieden werden. Aber durch
die Abschaffung von Mifsbräuchen entstand immer noch
keine eigentliche' Veränderung in den Machtverhältnissen
der Fürsten selbst. Der gröfsere Theil der späteren
ReichsfUrsten bedurfte gar keiner Erhebung für den
Uebergang in den neueren Stand derselben, wie Hofrath
Ficker (§ 142) von den Markgrafen von Brandenburg,
Meifsen und der Lausitz ausdrücklich anführt, dagegen
will er (§ 136 und § 187) nur nach der angeblichen Er-
hebung (1180) der Markgrafen von Steiermark zu Herzo-
gen , diese Herrscher dem neueren Fürstenstande ein-
reihen. Wenn aber der Markgraf von Steiermark mit an-
deren (bei. A. V. Meiller, Regesten Oesterreichs, S. 12) als
»principes regni«- von den Grafen am 16. Juli 1112 durch
Kaiser Heinrich V. geschieden wird, wenn im Urkunden-
buche des Landes ob der Enns (B. II, S. 210) schon im
Jahre 1143 durch die Bezeichnung princeps Stirie »das
Land als ein reichsfürstlicher Amtssprengel« erkennbav
wird, wenn Kaiser Friedrich I. im Urkundenbuche von
Steiermark (B. I, S. 377—378) im Jahre 1158 den illus-
tris marchio wieder als carissimus princeps bezeichnet,
wenn der Markgraf (ebenda, B. I, S. 591 und 592) sich
im Jahre 1183 in zwei Urkunden selbst wieder Markgraf
nennt, — welche Vermehrung seiner Macht kann durch
den Herzogstitel, den er (nach raon. Germaniae B. XI,
S. 541) selbst angenommen, eingetreten sein, und in wel-
chem Rechtsverhältnisse stand er dem Markgrafen von
Brandenburg, vor dem er beiläufig (mon. boica, B. XXIX ?
S. 313) schon im Jahre 1154 genannt wird, oder dem
von Namwr (!) nach? Die erste wirkliche Bildungeines
Gebietes mit der ausdrücklichen Bestimmung, dafs die
Besitzer Fürsten sein sollten, war diejenige der Burg
Lüneburg und der Stadt Braunschweig zu einem Herzog-
thume am 21. August 1235, wie dies die Reichsregesten
(1198—1272, S. 416—417) ausführlich berichten. Ich ver-
mag deshalb den neueren Fürstenstand erst in Wirklich-
keit zu unterscheiden , nachdem das alleinige Recht der
Königswahl mit Ausschlufs der übrigen Grofsen auf seine
Glieder übergangen war. Dies scheint auf dem Hoftage
zu Wirzburg im Januar 1209 geschehen zu sein, wie ich
in einer besonderen Abhandlung begründen werde. Auch
die ziemlich gleichzeitige Angabe des Sachsenspiegels
(üb. III, arl. 57, §. 2.) nennt nur noch Pfaffen- und Laien-
fürsten als Wähler.
Innsbruck. Freiherr L. v. Bcirch.
Anzeiger lllr Kunde der deutschen Vorzeit.
294
Ein schone coiicert voui Icydeii Christi.
Nun mörcket ir man und ach ir weyb
Und zirend ewren stoltzen leyb
Und ziret ewre klayder
• Und ziechet ab die alten klayd
5 Und traget rew und layde.
Die alte claid, des ist die sind (Sünde),
Die ziechet ab und legent's hin
Und peychtet und piesset (büfset) ewr sinde.
So werdend ir weysser 'den der sehne,
10 Des will ich ew (euch) verklnden.
Da Yaudas (Judas) in den gartten gieng
Und da die rotten rossien stand,
Er prach er (ihr, ihrer) zu ainem krancze.
Volgen mir {wir) des priesters 1er,
IS Unser fred (Freude) soll werden gancze.
Wir seyen perlest (berufet, berufen) an einen dancz,
Und wer daran kumpt, sein fred soll werden g-ancz.
Er sei mit freden springen.
Und wer den rossenkranez mit andaoht singt,
20 Dem sol nit miselingen.
Und wer in gottes leyden gatt.
Mit andacht hinder der messe statt,
Der kumpt woU in den gartten,
Yst uns ain reyche Wirtschaft perait
25 Pey Jhesus so vil zarte.
Da Jhesus durch den feychel (Veil, Viol) wuet (watete)
Am ölperg, schwiczt' er wasser unde pluet
In allen seynen neten.
So heb' ich mir das crenczlin auf.
30 Die Juden wend (wollen) uns abdoten.
Es geschah an ainem abent spat,
Die Juden hetten ainen falschen rat,
Jhesus ward gefangen.
Sy verspybent (verspieen) im sein antlit sogar
3.T Und schluegend in an paide wange.
Der rossenkranez ist halb perait.
Sy leten (legten) gott an ain heres (härenes) klaid,
Sy fürten in für gerichte,
Sy fürten Jhesus wie ain dieb,
40 Die falschen pessenwichte.
Der rosenkrancz ist punden schon.
Sy satzten gott auff ain dirne (dürnen, dornen) krön
Sy truckten im's in sein habet (Haupt) sere.
Vor pluet ward im sein prauner part rott,
4S Sein färb hat sich verkeret (verändert).
oO
35
60
63
Vor pluet ist im sein habet naß.
Die plewlach (Blutlache ? blaulich) sprieset durch das
grf^>ne graß,
Gott leydet grossen schmerczen.
Gottes leyden ist also groß,
Das laut ew (lafst euch) gann (gehn) zu herczen.
Die erste ross die unß pedeyt (bedeutet)
Man let (legt) gott auf ain schweCrejs kreycz,
Unsern lieben herren.
Es ist -der menschet vil zu schwer.-
Gott nalgt sich gen der erde.
Die ander rosse tuet uns den schein :
Sy zeigt auf gott den (herren) fein,
Er solt sein pluet verreren (vergiefsen)
Gottes leyden ist also groß
Ye lenger und ye mere.
Die drite ross tuet uns des kunt:
Gott ward gestochen zu derselben stundt
Durch hendCe^ und durch fiese;
Drey nagel, die waren lang und groß.
Jhesus leiyden was nit siese.
Die flerte res char ine (dar inne) sprach:
Da man gott in sein hal'gen seyten stach,
Das ertrich erpitmet (erbebte) sere.
Die sun' die verlor weil iren schein,
Rotfarb ward sich des mere.
Die finfte roß ist also ganez,"
Maria ziert woll den rossenkranez.
Gott sprach, es tirstet in sere.
Essich und galten ward im perait
Wol unsern lieben herren.
Es uachet (nahet) gen dem tage.
Sy zugent im ab sein langen graen rock
80 Mit Spott und ach mit schände.
Gott verschied sich zu der none,*)
Da opffert er dem hail'gen gaist
83 In den obergosten (obersten) trone.
'Ich pit dich, du hochgelopter got.
Ich pit dich umb deinen unverschulten todt.
Den roßenkrancz will ich dir geben.
Gott in seiner ewigkeit,
Gott geb uns das ewig leben.
Amen.
70
90
Die nennte Stunde nach Sonnenaufgang.
29ä
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
296
Dieses Gediclit steht ohne Zeilenfall oder irg-end einen
Absatz in fortlaufendem Texte auf einem Papierblatte in
Folio, welches dem kassierten städtischen Archive von
Neustadt a. Orla entstammt und mit anderen Archivalien
von da in das Geheime Haupt- und Staatsarchiv zu Wei-
mar (Abtheilung »Aemter und Städte«, sub Neustadt) ge-
rettet wurde. Den Schriftzügeu nach ist das Gedicht
ums Jahr 147S niedergeschrieben (die nämliche oder eine
ganz verwandte Hand kommt in datierten Neustädter
Stücken um diese Zeit vor), und sein Ursprung kann nach
der Gestalt der Sprache auch nicht viel früher angesetzt
werden. Entstanden aber ist die Dichtung in Neustadt
oder dessen Umgegend nicht; Vokalismus und namentlich
Konsonantismus weisen etwa auf Oberösterreich oder Bay-
ern. Die Eintheilung in Strophen, wie hier geschehen,
ist durch die Folge der Reime geboten : a a b c b, wobei
a und c männliche, b aber weibliche Reimendungen re-
präsentieren, mit deren Uebereinstimmung es der Dichter
nicht selir streng genommen hat. Im Vers 11 oder 12
steckt ein Verderbnifs, wie der mangelnde Reim zeigt,
und nach Vers 75 mufs zufolge Metrum und Sinn eine
Lücke angesetzt werden. Vers 79 und 80 sind unschwer
als die letzten Zeilen einer Strophe zu erkennen, ebenso
83 — 83 ; von beiden Strophen fehlt der Anfang. Wenn
Vers 78 an seiner Stelle mit Recht steht, so kennzeichnet
ihn der mangelnde Reim als verderbt. Wahrscheinlicher
aber gehört er wegen der Reihenfolge der Ereignisse
wol vor 83, kann jedoch auch da in der vorliegenden
Form nicht recht eingefügt werden. Einige kleinere Lü-
cken der Handschrift sind im vorstehenden Drucke er-
gänzt, und durch Klammern markiert. Die Orthographie
der Vorlage ist genau beibehalten, ausgenommen, dafs
das vokalische v stets durch u wiedergegeben ist.
Weimar. Paul Mitzschke.
Yalciitiu Mahlcr, Contrafactor uud Eiscuscliucider
zu Aürubcrg.
Einige wenige Nachrichten über diesen bekannten
Künstler finden sich auch im Hauptstaatsarchiv zu Dres-
den.*) Anfang 1S74 erhält M. bis Ostern vom Kurfürsten
August Urlaub zu einer Reise nach Nürnberg und 20
Thaler als Beihilfe zu einem Klepper. Letzteres geschah
im Hinblick auf das »kleine Gontrafect«, welches er vom
Kurfürsten angefertigt hatte. Gleichzeitig war er be-
schäftigt au zwölf Gontrafecten von fürstlichen Personen
nach Bildern im Schlosse zu Torgau. Unter Kurfürst
Chi'istian I. (1S86) ist von seinem Lelirling Nical. Schwabe
jr. die Rede. M. wollte den Knaben noch im «Bildwerg
und Gontrafecten, Siegel- und Eisenschneidenc unter-
richten, wenn der Kurfürst 300 Gulden Lehrgeld bewil-
ligen werde. Christian I. bot ihm den dritten Theil der
gefordei-ten Summe (30 Gulden sogleich und den Rest
nach Schwabes beendigter Lehrzeit) mit dem Bemerken an:
»Nuhn bedungk unß solche deine forderung gar zu
hoch, do auch die lehrgelde uff den handtwergken solcher
gestalt gesteigert werdenu selten, würden offtmalß ehr-
licher leute kinder die zu künstlichen handtwergen wol
geschickt armutz halben nicht gefordert werden kön-
nen . . .(f Aufserdem verlangte der Kurfürst, Schwabes
Vater sollte sich mit M. schriftlich verpflichten, dafs der
Junge, wenn derselbe »ichtwas (etwas) künstliches und
nützliches der örtter oder sonsten lernen mochte« und
er einmal seine Dienste begehren sollte, er anderen Her-
ren vorzugehen habe. Von Schwabe melden die Akten
nur noch, dafs er 1389 auf Befehl des Kurfürsten etliche
Kunststücke, »so von Wachs possirt« zusammengebracht
hatte und dieselben renovieren sollte.
Dresden. . Theodor Distel.
Bcriclitigiiu«^.
In der Absicht, einen Irrthum zu berichtigen, habe
ich einen neuen begangen. Der Wortlaut des Aufsatzes
Dr. Distels auf Sp. 190 d. Bl. zeigt, dafs er nicht die frag-
liche Bank Danners mit der Nr. 2 der aufgeführten Werke
Hackers, sondern mit der in Anmerkung 2 erwähnten
Bank identisch erklärte. A. Essen wein.
*) Copp. 404 (gb, 220), 535 (59) 558 (320).
Bajounctmesscr.
Aelter als die »Erfindung« des Bajonnets, die 1680
gemacht worden sein soll, ist das beistehend abgebildete.
wol dem 16. Jahrh. angehörige Messer, das mittelst einer
Feder im Lauf einer Büchse befestigt wird. Es ist als
Geschenk Sr. Durchlaucht des Fürsten von Schwarzburg-
Rudolstadt in unser Museum gekommen, in dessen Waf-
fensammlung zu Schwarzburg sich eine gröfsere Zahl
solcher Waffen befindet.
Nürnberg. ' A. Bsseuwein.
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Essenwein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei ü. B. Sobald io Nürnberg.
Mil einer Beilage.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1883. JW 10. Oktober.
Chronik des germanischen Museums.
Nürnberg, den 30. September 1883.
Am 1. September fand die Uebergabe des zur Erweiterung
unserer Anstalt nach dem Projekte, wie es zuletzt im Jahra 1877
die definitive Redaktion erhalten hatte, zum gänzlichen Ausbau der
AnstaltsgebiUide nothigen Terrains, eines Stückes des Stadtgrabens
und des Zwingers, von Seite der Stadt Nürnberg an das germani-
sche Museum statt, welches nunmehr in der Lage ist, das durch
alle betheiligten Faktoren auch genehmigte Projekt auszuführen.
Nachdem die wichtigsten und nothwendigsten Bauten, soweit sie für
die Entwickelung innerhalb der nächsten 10 Jahre, wenn sie in
seitheriger Weise weiter erfolgen soll, nöthig sind, auf Kosten
des deutschen Reiches ausgeführt werden können , wie wir schon
früher an dieser Stelle bemerkt haben, so dürfen wir wol hoffen,
dafs die Erweiterung bald soweit gediehen sein wird, dafs äufserlich
das Gesammtbild der Anlage in wesentlichen Zügen fertig dasteht.
Wenn sich auch im verflossenen Sommer Hindernisse ergeben ha-
ben, die weder vorausgesehen, noch beseitigt werden konnten, und
die unsere Bauthätigkeit sehr stark gehemmt haben, so ist doch das
Baujahr nicht ohne Erfolg vorübergegangen. Der vierte Flügel des
romanischen Kreuzganges nebst dem daran sich schliefsenden gröfse-
ren Treppenhause ist nahezu fertig, ebenso ein grofser Saal, der
bestimmt ist, die prähistorischen Denkmäler aufzunehmen und wir
hoffen, beide Objekte im koiümenden Frühjahre dem Publikum über-
geben zu können ; und da alsdann eine geräumige Treppe vorhanden
sein wird, wird sich die Zirkulation in den Räumen bequemer und
leichter vollziehen.
Da diese Hauptfrage des Gedeihens unserer Anstalt nunmehr
glücklich gelöst ist, konnte unser Verwaltungsausschufs, der am 25.
und 26. September sich versammelt hatte, einen befriedigenden Ge-
sammtstand unserer Sache konstatieren und die aus der Lage nothi-
gen Beschlüsse mit gröfserer Sicherheit als sonst fassen. Prinzi-
pielle Fragen von gröfserer Tragweite waren nicht zu erörtern; um
so sicherer und eingehender konnten die Verhältnisse geprüft und
das Festhalten an den Aufgaben, deren Lösung gerade im Gange
ist, beschlossen werden ; so konnte insbesondere beschlossen werden,
der Geschichte des Hausmobihars, der Hausgeräthe und des häus-
lichen Lebens überhaupt die nächste Aufmerksamkeit zu schenken,
zugleich auch die Fortsetzung der Sammlung von Gipsabgüssen her-
vorragender deutscher Skulpturen bis zu einem gewissen Abschlüsse
energisch zu fördern.
An den Berathungen, die unter dem Vorsitze des L Direktors
stattgefunden, hatten sich betheiligt die Herren Gutsbesitzer Dr. H.
Beckh auf Rathsberg, Direktor Dr. Frommann, Prof. Dr. H. G. Geng-
ier aus Erlangen, geh. Rath Prof. Dr. v. Giesebrecht aus München,
Oberbaurath Direktor Gnauth, Kommerzienrath v. Grundherr, Ge-
neralkonservator V. Hefner-Alteneck, Direktor des Nationalmuseums
zu München, Professor Dr. Hegel aus Erlangen, Direktor Herzer,
Historienmaler A. von Heyden aus Berlin, Rechtsanwalt Frhr. vou
Krefs, Hofrath Dr. v. Lehner, Direktor der fürstl. Sammlungen zu
Sigmaringen , Domanialkanzleirath Dr. Frhr. v. Löfi'elholz, Direktor
der fürstl. Ott. Sammlungen aus Wallerstein, k. Notar Maier, Di-
rektor Dr. V. Reber aus München, Senator Dr. Römer aus Hildes-
heim, Professor Dr. Alwin Schultz aus Prag, Professor Dr. Steche
aus Dresden, geh. Rath Professor Dr. Waitz und Professor Dr.
Wattenbach aus Berlin, sowie Dr. Zehler.
Seit Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden folgende
neue Jahresbeiträge angemeldet:
Vou Gemeinden : Neu-Ulm. Stadtmagistrat 20 m.
Von Privaten: Amberg. Graf Duraoulin 3m.; Wölzl, Gym-
nasiast, 3 m. Bremen. Rieh. Chr. Gottgetreu Blau, Kaufmann, 5 m.
Burgfarrnbach. Frdr. Schabatsberger, gräfl. Pückler-Limburg Rent-
amtmann, 2ra. Elchstätt. R. Schlecht, geistl. Rath, (statt bisher
4m. 70 pf) 10m. Elsenach. Dr. Steehele, Gymnasiallehrer, 3 m.
Erlangen. Winter, Stadtpfarror. 3 m. Fürth. Dr. Debetaz, k. Real-
lehrer, 2 m. ; Iletzel, Landgerichtsrath, 2 m. ; Pirner, Privatier, 2 m.
Hildesheim. Louis Liccke, Kaufmann, 5 m. ; W. Müller, Rentner, in
Sorsum (statt bisher 3 m.), 6 m. Jena. Dr. Karl Bardeleben jr.,
Professor, 3 m. Magdeburg. Willi. Hauswaldt, Chokoladefabrikant,
5 m. Schleiz. V. Albtrti, Amtsrichter, 50 pf. ; Dr. Frenkel, Superin-
tendent, 2 m. ; Kühn, Oberforstmeister, 2 m. ; Lämmel, Buchhändler,
50 pf.; Dr. Vierke, Gymnasialoberlelirer, Im.; Vollert, Gymnasial-
lehrer, Im. Straubing. Ludwig Wolfram, Gymnasialassistent, 2m.
Wunsledel. Heinr. Hörn, Kaufmann, Im. Zwickau. Bräuninger,
Buchhändler, 3 m.; Ehrler, Bankier, 3 m.; Franz Müller, Diakonus,
3 m. ; Dr. Nöllner, Realschuloberlehrer, 2 m.
Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu :
I. Pur die kunst- und kulturgeschichtlichen Samm-
lungen,
(Nr. 8778—8791.)
Dresden. Chr. Graf v. Münnich: Medaille auf das Jubiläum
der Augsburger Confession, 1830. — Hamburg. Dr. Fr. Voigt: Zwei
Flugblätter des 18. Jahrh. Typendr. — Jena. Dr. med. Ried: Ahnen-
probe, 18. Jahrhdt. Einige in Kupfer gestochene Porträte und
Druckproben des 17. Jahrh. — Kessenich b. Bonn. Aus'm Weerth,
Professor: 7 Abgüsse nach Elfenbeinskulptureu. 3 mittelalterliche
Fufsbodenplättchen. — München, v. Hefner- Alteneck, General-
konservator: Gypsabgufs nach einem Eisenbeschläge des 15. Jahrh.
E. Martin, Kupferstecher: 4 Stiche des Hrn. Geschenkgebers. —
Nürnberg. Erben der Magisterswittwe Schmidt: Eine Par-
tie Flugblätter und einige Stiche des 17. u. 18. Jahrh. Geuder,
Bierwirth: Gelbglasierter Bierkrug des 18. Jahrh. Kgl. Land-
bauamt: Altes'Zimmermannsbeil, 15. Jahrh. Gottfr. Maurer,
Restaurateur : Unglasierter Thonkrug, 15.— 16. Jahrh. Messingjeton,
16. Jahrh. Ed. Rockstroh, Prokurist: Eine Partie Holzschnitte
und Stiche des 16.-- 18. Jahrh. Eine Bronzefibula. 8 Abdrücke
von geschnittenen Steinen. AVolf. Fabrikbesitzer: Zinnerne Saug-
flasche (Ludel), 18. Jahrh. — Regensburg. Fürstl. Thurn u. Taxis'-
sche Verwaltung: Medaille auf den Regierungsantritt des Für-
sten Maximilian, 188::i. — Salzburg. Camillo Sitte, k. k. Professor
und Direktor : 2 Gmundener Fayencekrüge, 18. Jahrh.
IL Für die Bibliothek.
(Nr. 47,653—47,906.)
Berlin. G. Grote'sche Verlagsbuchh. : Oncken, allgem. Geschichte
in Einzeldarstellungen ; 111. Hauptabth., 10. Tbl. : Brückner, Katha-
rina II 1883. 8. Universität: Du Bois - Reymond, Göthe und
L^!)9
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
300
kein Ende. 18S2. 4. Curtius, die Griechen als Meister der C'oloni-
satiou. I&83. 4. Ermann, zur Gesclüclite der rüraisclien Quittungen
u. Solutiousakte. 1883. 8. Fiegel , historia legionis tertiae Augu-
stae. 1882. 8. Gfrürer, Verfassungsgeschichte von Kegensburg.
1882. 8. Handloike, die lombardisehen Städte untfer der Herrschaft
der Bischüfe. 1883. 8. Ladewig, Poppe von Stablo u. d. lothring.-
chiniacens. Klosterreform. 1882. 8. u. 8 weitere akadem Gelegen-
heitsschriften nicht historischen Inhalts. — Dorpat. Universität:
Guleke, Deutschlands innere Kirchenpolitik von 1105—1111. 1882.
8. V. Keufsler, zur Geschichte u. Kritik des bäuerlichen Gemeinde-
besitzes in Rufsland. II. Tbl. 1. Hälfte. 1882. 8. Lossius, die Ur-
kunden der Grafen de Lagardie. 1882. 8. u. 48 weitere akadem.
Schriften nicht histor. Inhaltes. — Innsbruck. Freih. L. v. Borch:
Ders., die Eeclitsverhältnisse der Besitzer der Grafschaft Haag
1884. 8. — Jena. Dr. med. Ried: Geschichte der adligen Familie
von Stomniel. 1845. 2. — Leipzig. Karl Reifsner, Verlagshdlg :
Jahresbericht über die Erscheinungen auf d. Gebiete der german.
Philologie; IV. Jhg. 18S2. 1. Abthlg. 1883. 8'. Durch die B. G.
Teubner'sche Buchhandlg. (Programme deutscher Gymnasien etc.):
Toews, Beiträge z. Geschichte der Stadt Insterburg. 1883. 4. Möl-
ler, Geschichte des altstädt. Gymnasiums in Königsberg; 8. Stck.
186;'.. 4. Arnoldt. üb. Schillers Auffassung u. Verwertung des anti-
ken Chors in der Braut von Messina. 1883. 4. Salkowski, Quellen
zur Reformationsgeschichte aus Luthers Werken. 1883. 4. Saltz-
mann, Wolframs von Eschenbach Willehalm und seine französische
Quelle. 1883 3. Martens, Danzig im nordischen Kriege; I. 1883. 4.
Lehmann, das Volk der Sueben von Cäsar bis Tacitus. 1883. 4.
Anger, Schlufs des alten und Eröffnung des neuen Gymnasiums zu
Elbing. 1883. 4. Gronau, ein Lehrplan f. den deutschen Unter-
richt. 1883. 4. Gortzitza, krit. Sichtung der Quellen zum ersten
punischen Kriege. 1883. 4. Curtze, Katalog der Bibliothek des k.
CTymnasiums zu Thorn. 1883. 8, Klein, über den Unterricht in der
deutschen C4rammatik. 4. Zelmer,- zur polnischen Politik des Kur-
fürsten Friedrichs I!. v. Brandenburg. 1883. 4. Braumann, die Prin-
cipes der Gallier u. CTcrmanen bei Cäsar u. Tacitus. 1833. 4. Mül- •
1er, Luthers reformatorische Verdienste um Schule und Unterricht.
1883 4. Klatt, chronolog. Beiträge zur Geschichte des achäischen
Bundes 1883. 4. Paukstadt, der Begriff des Schönen bei Schiller.
1883. 4. Jentsch, die Sammlungen des Gymnasiums zu Guben; I.
Tbl, 1883. 4,' Köpke, die lyrischen Versmafse des Horaz. 1883. 8.
Block, Petrus de Ebulo u. s. Nachrichten über d. Gemahlin Kaiser
Heinrichs VI. 1883. 4. Adolph, Voltaire et le theätre de Shakes-
peare. 1883. 4. Hühenberg, über Lessings Lehrgedichte. 1883. 4.
Horstmann, Osbern Bokenam u. s. Legendensammlung. 1883. 4.
Fofs, die Anfänge der nordischen Mission; II. Tbl. 1883. 4. Wagner,
zu Lessings spanischen Studien. 1883. 4. Lehmann, Herder in seiner
Bedeutung für die Geographie. 1883. 4. Althaus, Erörterungen über
Lessings Minna von Barnhelm. I. Tbl. ü883. 4. Berger, über die
Heerstrafsen des römischen Reiches. 1883. 4. Noack, Uebersetzung
altdeutscher Gedichte. 1883. 4. Patsch, Henry Wadsworth Long-
fellow. 1883. 4. Bardey, das sechste Consulat des Marius. 1883.
8. Wertsch, das alte und das neue deutsche Reich ; IL 1 883. 4.
Beiutker, über die Handschrift und den Verfasser der Geschich-
ten u. Thaten Wilwolts von Schaumburg; I. Theil 1883. 4. Streit,
Blätter für Geschichte und Statistik des Domgymnasiums zu
Colberg. 1883. 4. Schmeckebier, die Verordnung des k. Mini-
sterii . . . vom 31. März 1882 in ihrem Einflüsse auf die bis-
herige Schulpraxis. 1883. 4. Güldenpenning, die Besiedelung der
Meerbusen. 1883. 4. Ziegel , die Ursachen des zweiten schles.
Krieges. 1883. 4. Wisotzki, die Klassifikation der Meeresräume.
1883. 4. Slcthner, Poesie u. Prosa, ihre Arten u. Formen. 1883.
4. V. Sanden, d. Lied v. d. Glocke u. d. Spaziergang von Schiller ;
I. Th. 1883. 4. Eckardt, zwei Heden beim Auszug aus d. alten
und bei d. Einweihung des neuen Gymnasialgebäudes (zu Lissa.)
1883. 4. Hassencamp, Irland i. d. Zeit v. 1C60- 1760. 1883. 4. Jung-
fer, le.xikal. Eigenthümlichkeiten der Chwalczewskischen Chronik.
1883. 4. Szateski, Urkundliches z. Geschichte der Stadt Schwerin
a. d. W. 1883. 4. Ilockenbeck, Beiträge z. Gesch. d. Klosters
u. der Stadt Wongrowitz. 1883. 8. Gutzeit, Descartes' angeborne
Ideen verglichen mit Kants Anschauungs- u. Denkformen a priori.
1883. 4. Starker, die Wortstellung der Nachsätze in den. alul.
Uebersetzungen des Matthäus-Evangeliums, des Isidor u. des Tatian.
1683. 4. Krause, die Ursprache in ihrer ersten Entwicklung ; IV.
Th. 1883. 4. Schimberg, üb. d. Einfluls Holbergs und Destc^uche's
auf Lessings Jugeuddramen. 1883. 4. Gerhard, Sieger u. Besiegter
von Sedan. 1883. 4. Mühlenbach, die dramat. Idee in Schillers
Willi. Teil. 1883. 4. Schlüter, z. Gesch. d. deutschen Spruch-
diclitung im Zeitalter der Minnesänger. 1883.' 4. Eckerlin, die
Ursachen des Sachsenaufstandes gegen Heinrich IV. 1883. 4.
Wedemann, König Heinrich der IV. i J. 1076. 1883. 4. Kelt-
ner, der Empfang der Gäste im Nibelungenliede 1883. 4. Böhme,
Nachrichten über die Bibliothek d. k. Landesschule Pforta ; 11. 1883^
4. Genest, osteuropäische Verhältnisse bei Herodot. 1683. 4.
Wagner, Verzeichnifs der alten Drucke d. Gymnasial-Bibliothek zu
Schlousingen, 1883. 4. Henkel, das Göthe'sche Gleichnis. 1883.
4. Haupt, e. Beitrag z. d. Frage nach Ziel u. Methode des Geschichts-
unterrichts au Gymnasien. 1883. 4. Perle, Locke's Ansicht von
d. Sprache. 1883. 4. Ziller, der epische Stil des altfranzös. Ro-
lands-Liedes. 1883. 4. Nordmeyer, d. grammat. Gesetze der deut-
schen Wortstellung. 1883. 4. Knaake, „le lutrin" de Boileau
et „the rape of the lock" de Pope. 1883. 4. Metger, die Statu-
ten des Verbandes der Schmiedegesellen in Flensburg a d. 15. 16.
u. 17. Jhdt. 1883. 4. Hunrath, üb. d. Ausziehen der Quadrat-
wurzel bei Griechen und Indern. , 1883. 4. Jansen, Aleander am
Reichst.ige z. Worms, 1521. 1883. 4. Grube, zur Geschichte des
Problems der Anziehung der Ellipsoide. 1883. 4. Eickhoff, die
älteste Ilerzebrocker Heberolle ; IL Th. 1883. 4. Scheppig, die
Bewegung der Geschichte 1883. 4. Mushacke, üb. einige Eigen-
thümlichheiten, insbesondere über Pleonasmus u. Tautologie i. d.
deutschen Wortzusammensetzung; I. Th. 1883. 4. Winter, Beiträge
z. Gesch. d. Naturgefühls. 1883. 4 v. Keitz, üb. Thierliebhaberei
im Alterthume. 1883 4. I^enfers, die Grundlage des ältesten
Wikbiletrechts in d. Städten des Oberstifts Münster. 1833. 4. Ro-
bitzsch, Beiträge z. Geschichte v. Höxter. 1883. 4. Vogeler, Ge-
schichte des Soester Archigymnasiums. I. Th. 1883. 4. Helling-
haus, Friedr. Leopold Graf zu Stolberg u. Job. Ileinr. Vofs. 1883.
4- Lehrplan f. den deutschen Unterricht (am Realprogymnasium
zu Schalke). 1883. 4. Hillebrand, zur Geschichte der Stadt u.
Herrschaft Limburg a. d. Lahn. I. Th. 1883. 4. Münscher,
Chronik des Gymnasiums zu Marburg v. 1833-83. â– 1883. 4. Steh-
lich, die geschichtl. Vorbedingungen d. engl, Kunstphilosopbie im
vorigen Jahrh. 1883. 4. Feitel, Frieih'. Wilh. Weber's „Dreizehn-
linden". 1883. 4. . . . Terwelp, Gesch. d. Klosters Unserer Lieben
Frau z. h. Thomas bei Andernach; II. Th. 1883. 4. Fufs, Bei-
träge zur Volksetymologie. 1883. 4. Rosbach, die Reichspolitik der
Trierischen Erzbischöfe vom Ausgange d. Regierung Friedrichs I.
bis zu Ende d. Interregnums. 1883. 4. Mestwerdt, zur Clevisclien
Geschichte aus d. Zeit der französ. Herrschaft. 1883. 4. Fell,
über d. Ursprung u. die Entwicklung des höheren Unterrichtsw.esens
bei den Muhamedanern. 1883. 4. Schmitz, Mittheilungen aus Akten
der Universität Köln ; IV. 1883. 4. Festschrift dem Gymnasium Adol-
finum zu Mors zu der Jubelfeier seines 300jähr. Bestehens. 1882. 4.
Averdunk, Duisburg zur Zeit d. Jülich-Clever Erbfolgestreites. 1883. 4.
Köhler, Nachträge u. Berichtigungen zu d. I. Theil des „Rückblicks
auf d. Entwicklung des höheren Schulwesens in Emmerich.'' 1883.
4. Pilger, Bericht über d Einweihung des neuen Gymnasialgebäudes
in Essen. 1883. 4. Juris, üb. das Reich des Odovakar. 1883. 4.
Bürgerbuch der Stadt u. des Kirchspiels Linz ; II. u. letzter Tlil.
188'i. 4. Deutschmann, de poesis Graecorum rhythmicae primordiis.
1883. 4. Vering, über die Eiszeit ; I. Th. 188 i. 8. Hasemann, Prü-
fung der wichtigsten Kurzschriften. 1883. 4. Raths, Geschichtliches
über den Streit zwischen den Anhängern der alt-klassischen Litte-
ratur u. d. modernen bis zum 17. Jhdt. I. Th. 1883. 4. Kleine,
die Feier der Einweihung des neuen Gymnasialgebäudes in Wesel.
1883. 4. Mertz, Beitrag zur Feststellung der Lage und der jetzigen
Beschaffenheit der Römermauer zu Köln, 1883. 4. Stolle, metrische
Studien über das deutsche Volkslied. 1883. 4. Czech, Beiträge
zu einer naturgemälsen Einteilung der Alpen. 1883. 4. Hill, der
acjiäische Bund seit 1G8 v. Chr. 1883. 4. Nachtigall, die Berück-
sichtigung des volkswirthschaftlichen Elements bei dem Geschichts-
unterricht. 1883. 4. Thele, der Name des Berges Ilohenzoller ;
III. 18S3. 8. Hermes Mercurius -Wuotan. 1,883. 8. Lchri)Ian f. d.
301
Anzeiger lUr Kunde der deutschen Vorzeit.
i02
rnturriclit in der deutschen Gramniatik. 1683. 8. Hademeehers, eine
Aliliundliing über d. Geschichtsunterricht. 1883. 4. Stoft'els, le
dictionnairc de l'academie Frangaise. 1883. 4. Lütze, über das
Wunder 1883. 4. Polle, Briefe v. Erncstinc Vofs an Kud. .Vbeken ;
11. Hälfte. 1883. 4. Fischer, Studien z. hyzantin. Geschiclite des
11. Jhdt. 1683. 4. Bartsch, Sachs. Kleidernrchiungen a. d. Zeit v.
1450—1750. 1883. 4. Vater, Repetitionstabellen zur biblischen u.
Kirchengeschichte. I. Theil 1883. 4. Fclirc, Henry Howard,
earl of Surey. 1883. 4. Hey, die slavischen Ortsnamen d. Konigr.
Sachsen. 1881 4. Doberenz, la Martoliero u. seine Bearbeitung
Schillerscher Dramen auf d. Theater d, franzüs. Revolution. 1883.
4. Hesse, die erloschenen Vulkane Deutschlands. 1883. 4. Kohler,
Freifrau Katliariiia von Gersdorf. 1883. 4. Unger, Grundzüge der
Geschichte des elementaren Rechnens; I. Tb. 1883. 4. Tittel,
üb. den Christus patiens des Hugo Grotius. 1883. 4. Raspe, Kata-
log Jer Domschiübibliothek zu Güstrow. 1883. 4. Gerlach, die
musikalische Proportion u. a. m. 1883. 4. Klöpper, Herders
Weimarer Schulredeu in ihrer Bedeutung f. Erziehung u. Unterricht.
188:-i. 4. Niemann, die mosaische Gesetzgebung im Religionsunter-
richte. 1883. 4. Stötzer, la poesie Frangaise jusqu'ii Malherbe
d'apres Boileau. 1883. 4. Kühnel, die slavischen Ortsnamen in
Mecklenburg-Strelitz ; II. Th. 1883. 4. Müller, Sinn- u. Sinnver-
wandtschaft deutscher Wörter nach ihrer Abstammung. 1883. ,4.
Ricmann , observationum in dialectum Xenophonteam specimen I.
18S3. 4. Böhnke, Wielands publicistische Thiltigkeit. 1883. 4.
Strackerjan, zur Feier deutscher Dichter; Abend 13. u. 14. 1883.
4. Fischer, zur Vorgeschichte der Gegend von Bernburg; I. Th.
1883. 4. Gerlach, über Mythenbildung in d. alten Kunstgeschichte.
1883. 4. Lambeck, Psalm CIV im Urtext, mit sehier Uebertragung
in 11 Sprachen. 1883. 4. Krause, epistolae aliquot selectae viro-
rum doctorum Mart. Luthero aequalium. 1883. 4. Schambaeh,
einige Bemerkungen über die Gescliützverwendung bei den Römern.
1883. 4. Weise, die slavischen Ansiedekingen im Herzogth. S. -Al-
tenburg. 1883. 4. Witte, Abril's der französ. Etymologie; I. Hälfte.
1883. 4. Mauritius , Festrede zur Stiftungsfeier des Gymnasium
Casimirianum in Coburg. 1883. 4. Rudloft', über Uhlands dichte-
rischen Entwicklungsgang. 1883. 4. Ehwald, Gedaclitnifsrede auf
den geh. Obersclmlrath Marquardt. 1883. 4. Schacht, die llaupt-
quelle Plutarchs in der vita Luculli. 1883. 4. Walz, über den
deutsch«! Unterricht in Tertia. 1883. 4. Wagner, Aucassin et Ni-
colete comme imitation de Floire et Blauchefleur. 1883. 4. Rinn,
Kulturgeschichtliches aus deutschen Predigten des Mittelalters.
1883. 4. Christensen, Beiträge z. Ale.xandersage. 1883. 4. Fleisch-
fresser, höhere Bürgerschule zu Hamburg. 1883. 4. T. 0. Wei-
gel, Verlagshandlung.: Otte, Handbuch der Kunst- Archäologie ;
5. Aufl. herausg. von Wernicke ; Bd I, 3. 1883. 8. — München.
Dr. P. Wittmann, sen.: Ders. , die Bamberger Hexen- Justiz,
1595-1631. 1883. 8. Sonderabz. — Münnerstadt. K. bayr. Stu-
die nanstalt: Jahresbericht etc. für d. Studieiij. 1882 83. Heid,
das dritte Studiengenossenfest in Münnerstadt. 1883. 8. — Nürn-
berg. Ignaz Bing, Grofshändler : Altertus Magnus, pai'adisus ani-
mae. 1578. 12. Erben der Magisterswittwft Elis. Schmidt:
Zahn, Erzählung einiger der wichtigsten merkwürdigen Begebenheiten,
welche sich v. J. Chr. 1737 bis 1787 i. d. Reichsstadt Nürnberg er-
eignet etc. 1787. 4. Nürnberg im 18. Jhdt. 1801. 8. Schmit, hi-
storische Schilderung des Schiefshauses u. der Schützengesellschaft
zu St. Johannis. 1838. 8. Ed. Rockstroh, Prokurist: Pfin-
zing'sches Geschlechtsbuch. Pap. Hs. 17. Jhdt. 4. — Rostock. Uni-
versität: Bechstein, Denkschrift, z. Feier d. 25 jähr. Bestehens
des deutsch.-philolog. Seminars etc. 1883. 4. Bergholter, die Par-
tikel vSO" in der englischen Sprache. 1882. 8. Fischer, die Glaub-
würdigkeit des Lambert von Hersfeld. 1882. 8. Heydtmann, über
Enoch Hamanns Anmerkungen zu Martin Opitzens Buch von der
deutschen Poeterey. 1862. 8. Jander, über Metrik und Stil in
W^olframs Titurel. 1883. 8. Lämmerhirt, George Peele, über sein
Leben und seine Werke. 1882. 8. Schmidt, die Sachsenkriege unter
'Karl d. Gr. 1882. 8. u. 27 weitere akadem. Schriften nicht histor.
Inhaltes.
, Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine,
welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind :
Societe royale Beige de geographie ä Bruxelles:
Bulletin etc. Septieme annee 1883. Nr. 3. Mars et Avril. 8.
Institut archeologique Liegeois:
Bulletin etc. Tome XVII. !■■« livraison. Liege, 1883. 8.
Statuts constitutifs, — Cimetiere Belgo-Romain decouvert ;i Theux.
Von Ph. de Limbourg. — Notes historiques sur commanderies de
Vordre Teutonique au diocese de Liege. Von J. Daris. — Quelques
mots sur l'ancienne eglise St. Remacle ä Verviers. Von G. Ruhl.
— Gres-cerames ä armoiries liegeoises. — Orffevrerie liegeoise du
XI1<= siecle. Von J. Demaiteau. — Le retable de St. Remacle a
Stavelot.
Historisch genootschap gevestigd te Utrecht:
Bydragen en mededeeliugeu etc. 6'^" deel. 1883.. 8. Gesell-
schaftsangelegenheiten. — Brief van den Hertog van Brunswijk
aan den Baron van Lyndon van Hemmen, naar aanleiding van het
ontslag uit al zyne bedieningen door de Staten van Holland. 1 78 1.
Werken ef^. Niewe Serie, Nr. 34 u. 35. 1883. 8. Nego-
ciations de monsieur le comte D'Avaux, ambassadeur extraordinaire
ii la cour de Suede, pendant les annees 1693, 1697, 1698 ....
tome 2™« u. 3"", prem. partie. . Utrecht, 1882 n. 83. 8.
Brieven van en aan Jean Derck van der Capellen tot den Pol
uitgeven door Mr. J. A. Sillem. Aanhangsel van den Brieven door
Mr. W. H. de Beaufort, uitg. in Nr. 27 van den Werken etc. . . .
Utrecht, 1883. 8.
Kongl. vitterhets historie och antiq. akademie:
Antiquarisk tidskrift för Sverige . . . Sjunde Delen, 1. — 3J« haf-
tet. Stockholm, 1883. 8. Heraldiska studier. 1. Det svenska riks-
vapnet. Von H. Hildebrand. (Mit 109 Figuren) ^ Sämling af
bemärkelsedagar, tecken, marken, ordspräk etc. Von H. Hildebrand
Hildebrandsson. — Leibnitz, bref tili Sparfvenfelt . . . Von A.
Wieselgrgn.
Verein für siebenb ürgische Landeskunde:
Korrespondenzblatt etc. VI. Jhg. 1883, Nr. 8. 8. .Die Son-
nenuhi' an der Hermannstädter Kirche. Von A. — Zur Agrarge-
schichte des sächsischen Volkes. Von Fr. Teutsch u. J. Wolff. —
Kleine Mittheilnngen. — Literatur.
Deutscher Verein zur Verbreitung gemeinnütziger
Kenntnisse in Prag:
Sammlung etc. Nr. 87. Die grofsen Volkskrankheiten sonst
und jetzt und deren Verhütung. Von Dr. F. Beetz.
Kais. u. kon. geograph. Gesellschaft in Wien:
Mittheilungen etc. 1881. XXV. Bd. (d. n. F. XV.) 1882. 8.
CTesellschaftsangelegenheiten. — Der Lukmanierpafs und das Kloster
Disentis. Von J. Doblhoff. — Literatur.
303
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
304
K. k. heraldische Gesellschaft „Adler" iu Wien:
Monatsblatt etc. Jhg. 1883. Nr. 33. 8. Gesellschaftsange-
legeuheiten. — IS'eue Wappen. Von Adhemar. — Literatur etc.
Xumismatische Gesellschaft in Wien:
Monatsblatt etc. Nr. 1. 1883. 8. Vorwort. — Bericht über
die Vorbereitungen zu dem III. Vereinstage deutscher Münzforscher
in 'Wien. — Geselischaftsangelegenheiten. —
K. k. österr. Museum f Kunst u. Industrie:
Mittheilungen etc. XVIII. Jhg. 1883. Nr. 216. Wien. 8.
Die kulturhistorische Ausstellung in Graz und das künftige Landes-
museum. Von R. V. E- — Frederic Spitzer's Bronzen. Von Dr. Th.
Frimmel. — Die Jubelfeier für 1683 und die Kunstgewerbeschule.
— Katalog der Th. Grafschen Funde in Aegypten. Von Dr. J.
Karabacek-. (Forts.) — Literatur. — Kleine Mittheilungeu.
Wissenschaftlicher Club in Wien:
Monatsbliltter etc. IV. Jhg. 1883J Nr. 11. 8. Clubangelegen-
heiten. — lieber die beiden Ar;;hitekten des Österreich. Barockzeit-
alters : Joh. Beruh. Fischer von Erlach und^iessen Sohn Josef Ema-
nuel. — Die Züudrequisiten einst und jetzt. — Das Machiavelli-
KiithseL Von Dr. E. Guglia. — Literatur.
Christlicher Kunstverein der Diöcese Seckau:
Der Kirchen-Schmuck etc. XIV. Jhg. 1883. Nr. 8. 8. Die
Domkirche zu Marburg. Von der kulturhistorischen Ausstellung
zu Graz. — Ueberblick über die Geschichte der Darstellung Christi
am Kreuze bis zum 13. Jhdt. (Schi.) — Beiträge zur Erhaltung
monumentaler Malereien. — Notiz.
Historischer Filialverein zu Neuburg:
CoUectaneenblatt etc. 46. Jhg. 1882. 8. Des Pfalzgrafen
Otto Heinrich Pilgerfahrt nach Palästina. Von Niki. — Festlich-
keiten bei der VermäUung des Pfalzgrafen Wolfg. Wilhelm mit der
Prinzessin Magdalena, Tochter des Herzogs Wilhelm V. v. Bayern.
Von dems. — Beiträge zur Geschichte von Pfalz-Neuburg. Von
dems. — Der k. bayer. Militär- Max -Joseph -Orden und seine Mit-
glieder. Von Pfeffer. — Herzog Phil. Ludwig vermacht dem Spital
zu Neuburg 100 Gulden jährliches Einkommen und 50 Gulden zur
jährl. Verteilung unter, die Armen. Ferner spendet er 1000 Gulden
zur Errichtung eines Lazaretes für presthafte Leute. — Auszug
aus dem nicht datierten, sjjäter gegenstandslos gewordenen Testa-
mente der Pfalzgräfin Anna. — Aus der Geschichte des k. 10. In-
fant.-Regiments ..Prinz Ludwig'' während seiner Ganüsonierung in
Neuburg a. D. 1778—1779. Von Stoffel. (Mit Abbild.) — Die in
den ständigen Klöstern des Kreises Schwaben und Neuburg und ein
paar anderen bei ihrer Aufhebung (i. d. J. 180^3 und 1806) vorhan-
denen Mönche. Von P. Gams und Rieder. — Nekrologe. — Ver-
reinsangelegenheiten.
Bayerisches Gew erbemuseum zu Nürnberg:
Kunst und Gewerbe. Zeitschrift etc. Redig. v. Dr. 0. v. Sehern
XVII. Jhrg. 1883, VII. u. VIH. Heft. Mit Nr. 13-15 der ,.Mit-
theilungen" etc. 8. Die Th. Grafschen Textilfunde in Aegypten. —
Die altdeutschen Gläser in der Mustersammlung des gen. Museums.
Von 0. Friedrich. (Forts.) — Die Gewebe Italiens. Von F. Fisch-
bach. — Kleine Nachrichten. — Literatur. — Abbildungen : Bronze-
Leuchter aus der Stiftskirche zu St. Peter in Salzburg. Auf. des
17. Jahihdt. — Krönung der Fenstervergitterung am landschaftl.
Zeughause in Graz. (17. Jahrh.l — Druckverzierung aus einem
Lyoneser Druckwerk. (16. Jahrb.) — Deckel von Bronze. Spani-
sche Arbeit. — 3 Buchdeckel aus der Sammlung des Museums.
(17. Jahrb.) — Intarsiafüllung aus der Certosa bei Florenz. — An-
tike FüUungs- Verzierung aus dem Museum Lateranense in Rom. —
Graviertes Ornament von einem Zinnkrug im städt. Museum in Salz-
bm-g. — In Marmor eingemeifseltes Stickmuster. — Ornamentraotiv
vom Palazzo ducale in Mantua. — Majolika-Fufsboden aus Sta. Ca-
terina in Siena. — Lesepult aus S. Spirito in Florenz. — Rubin-
glas mit Messingmontierung.
Oberhessischer Verein für Localgeschichte :
Dritter Jahresbericht etc. Vereinsjahr 1882— 83. Giefsen, 1883. 8.
Zur Geschichte des Grundbesitzes und des Credits in oberhessischen
Städten. Von Dr. A. Nagel.
Lahnsteiner Altertumsverein:
Rhenus. Beiträge zur Geschichte des Mittclrheins etc. 1. Jhg.
1883. Nr. 8. 4. Dr. Jul. Wegeier f. — Urkundliche Nachrichten
über die Familien von Lanstein. Von C. v. Ledebur. (Forts.) —
Zur Geschichte des Königsstuhls und der Wenzelskapelle. Von
J. Hellbach. (Forts.) — Rechnung des Joh. Hirfsfelt, Kellners im
Schlofs Lahnstein 1444—1446. Von G. Zülch. (Forts.) — Aus
einer verschollenen Urkundensammlung. Von R. Pick. — Ver-
mischtes.
Verein z. Erforschg. d. rhoin. Gesch. u. Alterthü-
m e r i. Mainz:
Zeitschrift etc. Bd. III, Heft 2 u. 3. 1883. 8. (M. 5 Tafeln.)
Kunsthistor. Analekten : Fibula aus dem 11. Jhdt. Kömische Was-
serspeier. Von Dr. W. Velke. (Mit Taf. III u. IV.) — Römische
Waffen aus der Kaiserzeit im Mainzer Museum. Von H. Linden-
schmit. (Mit Taf. V.) — Die seit 1875 erworbenen Inschriften des
Mainzer Museums. Von Dr. J. Keller. — Der Bretzenheimer Münz-
fund. Von P. Joseph. (Mit Taf. VI u. VII.) — Regesten zur Ge-
schichte der Mainzer Stiftsfehde u. der' Verpfändung des Mainzer
Domschatzes (1461 — 1476.) Von Dr. Sauer. — Die Zerstörung des
Klosters Rupertsberg bei Bingen i. J. 1632. Von Dr. P. Bruder. —
Aus der Stiftsgeschichte von St. Stephan zu Mainz. Von Dr. Falk.
— Eine Mainzer Hausinschrift. Von Dr. Wiedmann. - Zur Er-
findungsgeschichte der Buchdruckerkunst. Von Dr. Falk. ^ Der
Typhus in Mainz (u. Torgau) 1813—14. Von Dr. A. Wernher f.
— Die Ausgrabungen an der alten Peterskirche im Gartenfelde.
Von M. Heckmann. — Rom. Funde bei Weisenau. Von dems. u.
Fr. Lindenschmit. — Der Eigelstein bei Blainz. Von W. Usinger
u. Dr. W. Velke. — Römische Felsendenkmäler. Von M. Heck-
manu.
Kais. Leopoldino-Carolinische deutsche Akademie
der Naturforscher zu Halle:
Leopoldina etc. Heft XIX. Nr. 15 u 16. 1883. 4. Aka-
demie-Angelegenheiten. — Literatur etc.
Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin:
Monatshelte etc. Jhg. 1883. Nr. 9. 8. Die Vorgänger Bach's
u. Händel's. (Schi.) Von R. Eitner. — Joh. Stadeu. Eine Bio-
u. Bibliographie.
Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin:
Verhandlungen etc. Bd. X, Nr. 5 u. 6. 8. Gesellschaftsan-
gelegenheiten. — Geographische u. Literatur-Notizen.
Kunstgewerbe- Verein zu Magdeburg:
Pallas. Zeitschrift etc. IV. Jahrg. 1883, Nr. 9. 4. Vereins-
angelegenheiten. — Literatur.
V. f. anhält. Geschichte und AI terthumskundc :
Mitteilungen etc. III. Bd. 8. Heft. Dessau, 1883. 8. Ur-
305
Anzeiger rUr Kunde der deutsehen Vorzeil
306
kuiidliclics üur Geschichte der Klüster Anhalts. Von Th. Steiizel.
(Forts.) — Die Herzoge nud Kurfürsten von Sachsen -Wittenberg
aus dem Hause Anhalt und ihre Grabstatten in d. Franziskaner-
kirche. Von G. Stier. — Geschichte des Dorfes Wilsleben. Von
Becker. — Botanische Exkursionen im 17. Jhdt. Von G. Krause.
— Job. Christoph Senn, 1771—1815. Von Dr. W. Hosäus. — Ver-
einsnachrichteu.
Verein für lübeckische Gesch. u. Altorthumskunde:
Mittheilungen etc. 1. Heft, 1883. Nr. 1—3. Lübeck. 8 —
Vereinsnachrichten. — Beiträge zur Geschichte Lübeck's in den
Jahren von 1800 bis 1810. Von Dr. W. Brehmer. — Eine Kleider-
ordnung. Mitgeth. von Dr. A. Hagedorn. — Correctionshaft. Von
Dr. W. Brehmer. — Der Geschützgiefser Hans von Köln und der
Büchsengiefser Hans Schilling. Von Dr. Th. Hack. — Ein Mandat
gegen das Vermummen. Von A. Hagedorn. — Der Schüttings-
schmaus. Von Dr. W. Brehmer. — Mittsommerfest. Von dems.
- Die Gesandtschaft der Hansestädte zur Beglückwünschung König
Friedrichs HI. von Dänemark bei seiner Thronbesteigung. Von
A. Hagedorn. — Literatur.
Verein f. Gesch. u. Alterthumskunde Westfalens:
Zeitschrift etc. 41. Bd. Münster, 1883. 8. Geschichte der
Herrschaft Gemen, ihrer Herren und deren Geschlechter. Von Fr.
Grf. V. Landsberg -Velen u. Gemen. (Forts.) — Geschichte Horst-
mars, seiner Edelherren und Burgmaunen. Von Dr. Fr. Darpe. —
Westfälische Handschriften in fremden Bibliotheken und Archiven.
Von W. Diekamp. — Das angebliche Privileg des h. Liudger f. d.
Kloster Werden. Von dems. — Einige der noch nicht ermittelten
Erbmäuuer-Höfe in der Stadt Münster. Von Ad. Tibus. — Die
Ortsnamen der Traditiones Corbeienses. Erläutert von Dr. H. Dürre.
— Nachlese zur Buchdruckergeschichte Westfalens. Von J. B.
Nordhoff. — Die ältere Diöcese Paderborn nach ihren Grenzen,
Archidiaconaten etc. Beschrieben von L. A. Tli. Holscher. (Forts.)
— Miscellen. — Vereinschronik.
Historischer Verein des Kantons Glarus:
Jahrbuch etc. 20. Heft. Zürich u. Glarus, 1883. 8. Vereins-
angelegenheiten. — Geschichte des höheren Schulwesens im Kanton
Glarus. Von Gottfr. Heer. — Die glarnerischen Schulgüter und
ihre Hülfsquellen. Von dems. — Tabelle zur „Geschichte d. glarn.
Schulgüter.'' — Die Eisenschraelze in Seerüti. Von Dr. Tschudi.
— Die Einführung der Kapuziner in Näfels. Von J. G. Meyer.
Societe archeologique de Tarn-et-Garonne :
Bulletin etc Tome XL Annee 1883 ; I«"^ trimestre. Montau-
ban, 1883. 8. Gesellschaftsangelegenheiten.
liiteratur.
Neu erschienene Werke.
8) Lexicon der bildenden Künste von Dr. Hermann
Alexander Müller. Technik und Geschichte der Bau-
kunst, Plastik, Malerei und der graphischen Künste, Künstler,
Kunststätten, Kunstwerke. Leipzig, 1883. Verlag des biblio-
graphischen Instituts. 965 Stn. 480 Abbildungen.
Die weite Verbreitung des lebendigen Interesses an allen Zivei-
gen der Kunst und allen Perioden derselben drängt dahin, alles;
was die Forschung zur Förderung der Erkenntnifs des Wesens
und der Geschichte der Kunst gethan hat, in populärer Form auch
weiteren Kreisen zugänglich zu machen, und so ist insbesondere ein
Nachschlagebuch zum wahren Bedürfnifs geworden, in welchem man
auf bequeme Art sich über jede einzelne etwa auftauchende Frage
rasch orientieren kann. In der handlichsten Weise in einem Bande
vereinigt, der zu der Serie der Meyer'schen Fachlexika gehört, hat
der Verfasser in der That Erstaunliches geboten. Die Fülle der Ar-
tikel ist geradezu überraschend; jeder einzelne, natürlich sehr kurz,
gibt aber alles Charakteristische der speziellen Aufgabe , alles, was
zum Verständnifs nötbig ist. So sind allein 950 Artikel der Er-
klärung der technischen Ausdrücke der Architektur, Plastik, Malerei
u. s. w. gewidmet, 550 der Kunsttopographie, d. h. der Angabe des
Wichtigsten, was eben so viele Städte an Kunstwerken bieten; 420
andere zählen die wichtigsten Ereignisse und Personen aus der
Mythologie und christlichen Glaubenslehre, der Legende u. s. w.
auf, die in der Kunst Darstellung gefunden haben, und charakteri-
sieren die Darstellung und die historische Folge und Entwickelung
der verschiedenen Typen einzelner. Ungefähr 900 Porträtstatuen
sind besprochen ; kurze Angaben über den Lebensgang und die Haupt-
werke von 1600 Künstlern und Kuustschriftstellern, 60 gröfsere Ar-
tikel mit synchronistischen Tabellen sind der Geschichte der Künste
nach ihren nationalen Eigenthümlichkeiten und der geschichtlichen
Entwickelung gewidmet. Die einfach im Umrifs gehaltenen Abbil-
dungen sind charakteristisch gezeichnet und geben all das wieder,
was durch ein Bild leichter und besser verständlich gemacht werden
kann, als durch die eingehendste Beschreibung.
Jeder Fachmann wird wol aus seinem speziellen Fache nicht
gerade viel Neues finden, aber um so angenehmer überrascht sein,
alles, was er aus der umfangreichen Literatur kennt, in solch schla-
gender Kürze und doch solcher Vollständigkeit hier wieder zu fin-
den, dafs er vielleicht selbst gerne hier nachschlägt, wenn er Nicht-
fachleute belehren soll- Letztere können über die Zuverlässigkeit
erfreut sein. Findet aber einer trotzdem eine Lücke oder eine
Ungenauigkeit, möge er raschestens den Verfasser aufmerksam ma-
chen, damit etwaige kleine Fehler in der nächsten Auflage gebes-
sert werden; denn das Buch wird deren sicher viele erleben und
als Nachschlagehueh sich einen Platz in jedem Hause schaffen, in
welchem ernster Sinn oder Modeuachfolge die Beschäftigung mit
der Kunst und die Freude an deren Werken helmisch gemacht hat.
Teruii sehte Nachrichten.
165) Potsdam. Ueber das Auffinden von Pfahlbauten bei
Ketzin berichtet die ,,Potsd. Ztg.": Beim Abbau der mächtigen
Thonlager auf dem Terrain eines Ziegeleibesitzers stiefsen die Ar-
beiter auf uralte, in regelmäfsigen Zwischenräumen, aber doch eng
aneinander stehende Eichenpfähle, die unter sich durch mächtige
Eichenstämme verbunden sind. Die ganze Anlage ist, da erst ein
Theil derselben nach Beseitigung der Thonschicht blofsgelegt ist,
noch gar nicht zu übersehen. Umfangreich mufs dieselbe schon
deshalb sein, da seit ihrer Entdeckung aus den in der Nähe der-
selben liegenden Brand- und Humusschichten wöchentlich 5—6 Ctr.
Knochen, die ,. Küchenabfälle" jener unbekannten Völker, nach Pots-
dam verkauft werden. Zu Pfeilen zugespitzte Knochen- und Ge-
weihstücke, Sandsteinstücke zum Anspitzen der Knochen- und Horn-
pfeile, Urnen und Urnenreste mit allen möglichen Raudverzierungen,
Pfeile mit Angelhaken aus Fischgräten, kurz, alle jene priniitiveu
307
Anzeiger
Itir Kunde der deulscheu Vorzeit.
3ü8
Werkzeuge, die zum Lebeu der damaligen Pfalilbauvölker gehurteu,
tindeii sich dort in Menge. Unter den Knochen treten die vom
Rothliirsch, Wisent, besonders aber vom Wildschwein mit oft schön
erhalteneu Stofszähnen am meisten auf. Hr. Professor Bastian, der
Abtheilungsdirektor des Museums nordischer Alterthitmer, unU Hr.
Professor Virchow sind von den Funden bereits in Kenntuifs ge-
setzt worden. (Xordd. Allg. Ztg., Nr. 438.)
166) Die Ausgrabung eines Hünengrabes aus dem
Bronzealter hat, wie aus Kopenhagen, den 18. August, berichtet
wird, unter Leitung eines Beamten des dortigen königlichen alt-
nordischen Museums am Dienstag in der Nähe des Dorfes Muldberg
im Kirchspiel Honen stattgefunden. Das Resultat war ein für die
.Vlterthumsforschung höchst interessantes. Man fand in der Grab-
kammer einen schön erhaltenen, aus einem ausgehöhlten Eichen-
stamm bestehenden Sarg und in demselben die Leiche eines sechs
Fufs grofsen Mannes. Die Leiche hatte auf dem Kopf eine Art
Kapuze und war in zwei sehr gut erhaltene Kleidungsstücke ge-
wickelt, von denen das ilufsere die Form eines Mantels hatte. Ne-
ben der Leiche wurde ein in einer gleichfalls vollständig erhaltenen
Holzscheide steckendes Bronzeschwert, sowie ein aus Knochen ge-
fertigter Knopf gefunden. Die Ausgrabungen sollen fortgesetzt wer-
den, da man in dem Hügel noch einen zweiten Sarg zu finden hofft.
(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 404.)
167) Um die Mitte des Monats Mai 1. J. wurde in Helenen-
thal nächst Baden hei Wien eine prähistorische Grabstätte auf-
gedeckt , über welche Her. Kollet in den Mitth. d. k. k. Central-
Comm. f. Kunst u. hisf. Denkm., IX. Bd , 2. Heft berichtet. Aufser
Knochen befand sich in derselben ein rohes Thongefäfs und eine
sehr schöne Bronzefibula. Unweit davon am „eisernen Thor" wurde
unlängst auch ein sog. Palstab .gefunden.
168) Der historische Verein für Niedersachsen in
Hannover hat beschlossen, die in unserer Provinz noch vorhandenen
Wälle, Verschanzungen, Befestigungen etc. aus vor- und frühge-
schichtlicher Zeit aufmessen und chartieren zu lassen, auch ent-
sprechende Beschreibungen der betreffenden Objekte zu verfertigen.
Die Arbeit soll sofort in Angriff genommen werden und haben der
General a. D. Oggermann und der Studienrath Müller hier die
Leitung derselben übernommen. Es sind für diesen Zweck sowohl
von Seiten der königlichen Staatsregierung, wie auch von Seiten
der provinzialständischen Verwaltung angemessene Beihülfen bewil-
ligt, es sind auch die Forstbeamten angewiesen, den mit der topo-
graphischen Aufnahme von Umwallungen, Schanzen etc., die in
fiskalischen Forsten sich befinden, beauftragten Personen jede Un-
terstützung angedeihen zu lassen, auch kleinere Ausgrabungen , so
weit sie ohne Schädigung der Anpflanzungen möglich sind, zu ge-
statten. Das mit grofsem Eifer von sachkundiger Hand geleitete
Unternehmen wird voraussichtlich schon bald in so weit ein greif-
bares Ergebnifs liefern , als die ersten Zeichnungen und Beschrei-
bungen der Oeffentlichkeit werden übergeben werden können.
(Weserztg. 13196.)
169) Rottenburg, 1. Sept. In der Umgegend der hiesigen
Stadt werden gegenwärtig aus Staatsmitteln, welche das k. Kultus-
ministerium verwilligt hat, unter Leitung des Herrn General a. D.
v. Kallee und Prof. Dr. Herzog von Tübingen Ausgrabungen ver-
anstaltet, um die römische Niederlassung, die auf dem Grund der
hiesigen Stadt und ihrer nächsten Umgebung sich befand, in ihrem
Umfang und ihren wichtigsten Theilen herauszustellen. Bereits
sind auf dem rechten Ufer des Neckars gröfsere Zusammenhänge
aufgedeckt, ein Hypokaustum, beträchtliche Mauern u. A.
iStaatsanzgr. f. Württemberg, Nr. 205.)
170) Aus dem Kreise Labiau, 23. August. Nachgrabungen
auf dem grofsen Todtenfelde bei Bertaswalde bei Labiau sind vom
besten Erfolge gekrönt gewesen, indem eine Anzahl Eisengeräthe
und Waffen des ältesten Eisenzeitalters, sowie verschiedene gut er-
haltene Bronzeschmucksachen aus dem dritten Jahrh. v. Chr. auf-
gefunden wurden. (Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 396.)
171) Hannover, 19. Sept. S tändischer Verwaltungsaus-
schufs. Bei dem Etat der Hildesheimer Heilanstalj; wurde behufs
Erweiterung des Eingangs zu dem zu der Kirche führenden Kreuz-
gange und theilweiser Wiederherstellung des Kreuzgangs, eines
Kunstwerks romanischer Zeit, als erste Rate eine Summe von rund
1000 m. bewilligt. (Weserztg. 13191.)
172) Eine für alle Geschichts- und Alterthumsfreunde höchst
interessante Kunde kommt aus dem imscheinbaren Dörfchen Zoll
bei Oberstaufen. Dieses Zell — das alte Wisircheszella — besteht
nur aus sieben Häusern, besitzt iiidefs eines der ältesten Gottes-
häuser Schwabens. Als Hüter des Gotteshauses Zell ist Herr
Christian Alger, ein kunstfertiger Drechsler, anzusehen und diesem
Manne verdankt man auch die Entdeckung der interessanten alt-
deutschen Fresken. Schon länger glaubte derselbe an einigen Stel-
len der weifsen Wandfläche der Kirche farbige Bilder durchscheinen
zu sehen. Er begann nun mit kunstgeübter Hand fünf Lagen von
verschiedener Tünche, die im Laufe der Jahrhunderte über die Bild-
nisse geschmiert worden waren, zu entfernen, und erlebte die Freude,
farbenfrische Fresken ans Tageslicht zu fördern. Im Verein mit sei-
nen Geschwistern, — die Entdeckung datiert vom vorigen Winter —
arbeitete er unausgesetzt an der Freilegung der werthvollen Wand-
gemälde und zwar mit solchem Erfolg, dafs bis jetzt 19 Gevierte
der Wand vollständig enthüllt sind. Die Bilder stellen Scenen aus
dem Leben der Apostel, verschiedener Heiliger etc. dar, dann auch
die Geburt Christi, Anbetung der drei Weisen, Opferung im Tempel
und so fort und prangen viele noch in schönster Frische. Kunst-
verständige bestimmen diese Fresken als dem 14., spätestens dem
15. Jahrhundert angehörig. (Kunst ii. Gewerbe, IX. Heft.)
173) Geislingen, 6. Sept. Nach mehrtägigem Bemühen ist
es gelungen, an unserer Stadtkirche ein gut komponiertes hiittel-
alterliches Wandgemälde blofszulegen. Es füllt das Bogeufeld
aufsen über dem südlichen Eingang (unter dem sogen. Paradies) und
stellt dar die Krönung der Maria durch Christus, genauer ausgedrückt
den Empfang der Maria, über deren Haupt 2 Engel die Krone
halten, durch Christus im himmlischen Heiligthum. Auf einem
Throne mit (grünem) Polster sitzend hält Christus die Hände der
Maria entgegen, die (in bltwenr Gewand mit röthlich gelbem Unter-
gewand) betend vor ihm kniet. Den Hintergrund bildet (in rother
Farbe ausgeführt) ein 3 schiffiges, gothisch stilisiertes Heiligthum.
Das Hochschiff desselben tritt zu beiden Seiten des fast in der
Spitze des Bogenfeldes befindlichen Christuskopfes mit je einem
(gelblichen) Doppelfenster kenntlich heraus; die beiden Seitenschiffe,
deren Dächer in Zinnen endigen, stofsen mit je 4 Fenstern beider-
seits daran an. Unterhalb dieses Heiligthums sind nach links hinter
Älaria 2, rechts hinter Christus 3 betende Engel sichtbar, unter
den letztern der am weitesten rechts in der Ecke mit ausgeprägt
aoy
Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeil
310
wcibliclien Kopfe. Wo das Bogenfeld in der Mitte imteu in den
die beiden Tliüröffnungen trennenden Mittelpfosten übergeht, sind
noch 2 ausdrncksvolle Köpfe , ein männlicher und ein weiblicher
nebeneinander, sichtlich Stifter und Stiftcrin darstellend, in die als
Krabben und Kreuzblumen das Ganze unten architektonisch ab-
schliefsende Kahme hineinkomponiert. Auch die beiden Bogenseiten
umzieht eine breite, architektonisch stilisierte Rahme, in welche jeder-
seits 3 Engelsgestalten geschickt hinein verwoben sind. Eine weitere
schliefst die Spitze oben ab. (Staats-Anz. f. Württemb , Nr. 208.)
174) Kaufb euren, 1. September. Die altdeutschen Ge-
rn iil de in der St. Blasienkirche werden einer kunstverständi-
gen Renovierung unterworfen werden, und zwar auf Kosten des Staa-
tes. Wie man uns von verlässiger Quelle mitgetheilt hat, wird dieser
Tage im Auftrage der Regierung ein Münchener Künstler
dahier eintreffen, um die Gemälde zu untersuchen und alsdann mit
den Renovierungsarbeiteu zu beginnen. Schon eine neuerlich provi-
sorisch vorgenommene Abwaschung zeigte, wie schön sich die
Farben dieser Jahrhunderte alten Bilder erhalten haben. Die Re-
novierung wird daher wohl keine allzu grofse und kostspielige wer-
den. Die zum Theil verwischten Unterschriften der Bilder sind
abschriftlich erhalten, so dafs auch nach dieser Seite hin dem
Künstler eine Erleichterung geboten ist. Die Bilder sind mit Oel-
farbe auf Holz gemalt, gehören nach Ausspruch Sachverständiger
der schwäbischen Schule und dem 15. Jahrhundert an. Sie stellen
das Leben des St. Blasius, des St. Erasmus, St. Anton, das Mar-
tyrthum der Apostel und Aehnliches dar. Wir wissen nicht, auf
wessen Initiative hin sich der Staat um die alten Bilder annimmt.
Sie verdienen es indefs ihres Alters und Kunstwerthes halber. Auf
die Bilder werden wir nach vorgenommener Restauration eingehen-
der zurückkommen. (Südd. Presse, Nr. 208.)
175) Nordenskiöld hat eine geographische Karte von Zeno ent-
deckt. Er erzählt darüber unterm 10. Juni d. J.: ,,Gerade als ich den
Befehl ertheilt hatte, die Dampfkessel zu heizen, um Reijkjavik zu
verlassen, zerbrach eine Feder eines meiner Chronometer, ich mufste
daher so lange bleiben, bis eine neue Feder eingesetzt werden
konnte. Während ich wartete, erhielt ich die Nachricht, dafs einer
der Bewohner der Stadt eine alte Karte besitzen sollte. Ich begab
mich zu ihm und fand, dafs die Karte aus einem Fragment bestand,
das Zenos Karte ähnlich ist. Es umfafst ein Stück von Grönland,
Island war ganz vollständig, ebenso England und Schottland, das
letztere undeutlich. Es waren a'uf der Karte keine, Breitengrade
ausgesetzt, jedoch Kompafslinien , ähnlich denen auf A. Biaucos
Karte. Ich vermag das Alter der Karte nicht zu bestimmen. Ich
habe diesen wichtigen Fund an den Amanuensis E. Dahl in Stock-
holm gesandt, der die Karte baldigst kopieren lassen wird.'' Zeno,
ein italienischer Edelmann, unternahm im Jahre 1390 eine Reise
nach dem Norden, um zu seinem Vergnügen England und Flandern
zu besuchen. Er wurde durch Stürme nach den Farö-Inseln ver-
schlagen, hielt sich längere Zeit an den Orknej'-Inseln auf und un-
ternahm von dort aus eine Reise nach Grönland. Die Briefe über
diese Reise und eine von Zeno ausgearbeitete Karte wurden um
1500 von einem seiner Nachkommen herausgegeben, dem von der
Karte jedoch nur ein verstümmeltes Exemplar zur Verfügung stand,
das er auszufüllen und zu restaurieren suchte. Hätte mau nun in
Nordenskiölds Fund das Original vor sich 5 so wäre dasselbe von
grofser wissenschaftlicher Wichtigkeit.
(Staats-Anz. f. Württemb., Nr. 197.)
17G) Hamburg, 23. Aug. Beim Ausheben eines Baugrundes
hinter dem Jungfernstieg fand man gestern in tiefer Erde vier
kolossale Gerberbottiche mit einer Masse gut erhaltener Felle. Wie
chronistisch feststeht, befand sich an dieser Stelle genau vor 400
Jahren, 1483, eine städtische Gerberei. Auf den Bottichen haben
Jahrhunderte hindurch grofse Mauern gestanden.
(Brem. Nachrichten, 238.)
177) Im verflossenen Monat Juli wurde in Stekborn ein Topf
gefunden, welcher circa 325 silberne Münzen des 11. Jahrhunderts
enthielt. Gut erhalten und leicht oxydiert, bieten sie 18 verschie-
dene Typen , welche mit einer' einzigen Ausnahme unediert zu sein
scheinen. Die Wichtig'.ieit dieses Fundes besteht in dem Umstand,
dafs zahlreiche Ilalbbrakteaten von der gehämmerten Gattung der
Abtei St. Gallen ohne Zweifel zuzuschreiben sind, da sie das Oster-
lamm mit Fahne und den Namen Ullrich tragen. Von der Abtei
St. Gallen hatte man bis jetzt gar keine Halbbrakteaten veröffent-
licht und mit Sicherheit konnten die späteren reinen Brakteaten
auch keinem besonderen Abte zugeschrieben werden.
Eine genauere Nachricht über den Fund und besondere Be-
schreibung mit Abbildung der Münzen wird jetzt von Dr. Trachsel
in Lausaune bearbeitet, in dessen Besitz der Fund mit dem Mimz-
topf übergegangen ist.
(Monatsbl. d. numism. Gesellsch. i. Wien, Nr. 2.)
178) Vor einigen Tagen fand der Bauer Berendt in Vofsberg
bei Usedom beim Pflügen einen Topf, der einen wahren Schatz
enthielt. Der Topf barg Silbermünzen im Gesammtgewicht von
20 Pfd. Die Münzen stammen aus der Zeit um das Jahr 1 100.
Hauptsächlich sind die gefundenen Stücke deutsche Münzen; einige
wenige arabische Münzen, die zu jener Zeit, als der Topf verscharrt
sein mufs, in ganz Europa in Cirkulation waren, befinden sich
unter der Menge der deutschen Geldstücke. Der sehr werthvolle
Fund ist für das Museum der „Gesellschaft für pommersche Ge-
schichte" erworben und bereits in Stettin eingetroffen.
(Saale-Ztg., Nr. 226.)
179) Glogau, 24. August. Beim Abtragen des alten Festungs-
walles am Raveliu „Ferdinand'' w'urdeu etwa GOO alte Silbermünzen
in einem irdenen Topfe aufgefunden. Die eine Seite der Münzen,
die etwa 3 Ctm. im Durchmesser haben, zeigt eine Krone mit un-
leserlicher Umschrift, die andere eineu Greif. Eine Jahreszahl ist
nicht erkennbar. An den Bauplatz stöfst ein heidnischer Begräb-
nifsplatz. (Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 396.)
180) Als den interessantesten neueren Münzfund bezeichnet
Bahrfeldt's numism.-sphrag. Anzgr., Nr. 9 einen solchen von GroU-
Briesen, der, dem Wolkenberger Funde des Jahres 1833 ähnlich,
Brakteaten aus dem letzten Viertel des 13. Jahrh. enthält, ursprüng-
lich wol 1000 Stück, die ca. 150 Typen umfafsten, die sich auf
Sachsen, Anhalt, Magdeburg, Brena, Brandenburg, Mecklenburg,
Pommern und Schlesien vertheilen.
181) Ein zu Grofs-Beeren bei Berlin gehobener Fund ent=
hielt eine Anzahl Pfennige der ersten Hälfte des 16. Jahrb., die in
Nr. 8 von Bahrfeldt's numism.-sphrag. Anzeiger einzeln aufgezählt
sind, natürlich meist brandenburgisehen Gepräges, sodann aber auch
von Sachsen, Mansfeld und Magdeburg.
182) Hadamar, 19. August. Unser Mitbürger, Herr Gastwirth
Edel, welcher eine Reparatur an seinem Kellerkanal vornahm, stiefs
311
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzelt.
312
plötzlich auf eine riesige, mit Goldstücken angefüllte Kiste, welche
einen Werth von über 20,000 m. repräsentieren kann.
(NordJ. Allg. Ztg., Nr. 389.)
183) Gegen Ende Juli fanden Arbeiter, wie Nr. 8 von Bahr-
feldt's nnmismatisch-sphragistischem Anzeiger mittheilt, beim Aus-
schachten eines Kanals in Bolkenhain 35 Stück Thaler des 16.
und 17. Jahrb., meist sächsische, von Christian IL, Johann Georg
und August ; der älteste war der Begräbnifsthaler Christians I. von
1541 ; dem folgte einer von Ernst V. von Hohenstein 1552, Nürn-
berg 1575, Mansfeld 1600; als jüngster erscheint ein niederländi-
scher Thaler Philipps IV. 1622. ,
184) Münzfund in Waidhofen a. d. Thaya. Im März 1883
wurde im Hause des Herrn Franz Baumgartner im 1. Stockwerke
unter dem Ziegelpflaster ein Sack mit mehr als 3000 Silbermünzen
gefunden. Der Fund besteht aus Viertehhalern und kleineren Ge-
prägen des 16. und 17. Jahrhunderts bis zu Beginn des 30jährigen
Krieges, bietet eine staunensreiche Abwechslung an Münzen Deutsch-
lands und der benachbarten Länder und befindet sich jetzt in Hän-
den des G. M. Schmidel (Wien VIII., Schmidgasse 8) zur Bearbeitung.
(Monatsbl. d. numism. Gesellsch. i. Wien, Nr. 2.)
185) Ein Münzfund von Dobbersaul (bei Guben) enthielt nach
den Mittheilungen in Nr. 9 von Bahrfeldt's numism.-sphrag. Anzgr.
Münzen von Doppelgroschengröfse, leider von so mangelhafter Er-
haltung, dafs die von 1554 — 1G96 herrührenden Stücke, welche aus
den verschiedenartigsten deutschen Münzstätten stammten, für den
Schmelztiegel bestimmt werden mufsten.
186) Leipzig. Bei Erdarbeiten, welche in dem zur Erwei-
terung des zoologischen Gartens bestimmten Theile des Rosenthaies
vorgenommen wurden , ist ein nicht unbedeutender Münzfund ge-
macht worden. Derselbe besteht aus 32 Thälern und Gulden aus
den Jahren 1689 — 1715. Sämmtliche Münzen sind an den Eath
abgeliefert worden und sollen im Rathsärar aufbewahrt werden. —
Kurz darauf sind noch weitere 39 Münzen gefunden und gleichfalls
an den Rath abgegeben worden. Es sind in der Hauptsache die-
selben Sorten, Thaler und Gulden, und zwar brandenburgische,
braunschweigisch-lüneburgische, sächsische, Kölner, Mainzer, Trierer
und ein unbestimmter (1690). (Blätter f Münzfreunde, Nr. 111.)
187) Aus Dan zig wird dem „B. B.-C. geschrieben: ,.Unsere
Stadt ist von einem bedeutenden künstlerischen Verlust bedroht.
Eine der schönsten Sammlungen, die im Osten Deutschlands sich
im Privatbesitz befinden mag, ja vielleicht eine der schönsten
Privatsammlungen Deutschlands überhaupt, droht, durch Verkauf
zersplittert zu werden. Herr Kupferschmidt, der Eigenthümer
eines Schnapsverkaufs und einer Liqueurfabrik , die nicht nur
einen Namen in ganz Deutschland, sondern — auch einen unver-
gänglichen Namen in der deutschen Literatur besitzt, ist der Eigen-
thümer dieser Sammlung. Herr Kupferschmidt ist der jetzige
Inhaber der Jahrhunderte alten Firma Dirkhekker Eidam, die
das ,, Güldenwasser",, das Danziger Goldwasser, den ,.echten dop-
pelten Lachs'' fabriziert, von derii der Wirth in Lessing's „Minna
von Barnhelm'' spricht. In seinem Hause, „im Lachs", hat er
eine Sammlung von geschnitzten Danziger Schränken, von Delfter
Vasen, von Gläsern und Schüsseln im Laufe der Jahre zusammen-
gebracht, die zu den schönsten ilirer Art zählt. Nun will der Be-
siszer dieser herrlichen Sammlung vorgerückten Alters halber seine
Kunstschätze verkaufen, sofern nicht das Museum in Danzig — das
freilich nur über mäfsige Mittel verfügt — oder mindestens eine
andere, eine auswärtige öftentliche vaterländische Sammlung ihm
seine Schätze abnimmt. Im letzteren Falle würde er sie billiger
abgeben, als er sie im Einzelnen zu verkaufen gedenkt. Rührt sich
nicht irgendwo der Gemeinsinn, um die Sammlung zu erhalten?
Am erwünschtesten wäre es ja freilich, dafs Herr Kupferschmidt,
welcher sehr reich ist, seine Sammlung zu recht billigem Preise
dem hiesigen Museum im Franziskanerkloster überliefse, sonst
würden die herrlichen kunstgewerblichen Schätze nach allen Rich-
tungen hin zerstreut werden; denn für die Händler gäbe es da gar
leckere Bissen, die sie sich sicherlich nicht entgehen lassen würden."
(Weserztg., 13158.)
Die nächste Nummer wird als Doppelnummer im Laufe des Monats Dezember ausgegeben und derselben
aufser Titel und Inhaltsverzeiehnifs zum laufenden Jahrgange ein Generalregister für alle SO Bände beigegeben
werden, welche nunmehr vom Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit erschienen sind. Mit dieser Doppelnummer
wird derselbe abgeschlossen werden. An seiner Stelle wird vom Januar 1883 an ein Anzeiger des germanischen
Nationalmuseums erscheinen, welcher unter Beibehaltung wesentlicher Theile des seitherigen »Anzeigers« doch so
eingerichtet sein wird, dafs er vor allem als Organ des Museums dessen Schätze, insbesondere auch in Form von
Katalogen, zu veröffentlichen geeignet ist.
Heransgeber: Dr. A. Essen wein. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essenwein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. SebaM iu Nürnberg.
Nürnberg;. Das Aboimement des Blat-
tet*, welches alle Monate erscheint, wird
gaiizjälirig angenommen und beträgt nach
der nouoston Postconvention bei allen Post-
ämtern und Buchhandlungen Deutschlands
incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24a.-Fu83
oder 6 M.
Für Frankreich abonniert man in
Paris beider deutschen Buchhandlung von
F. Klincksieck, Nr. U rue de Lille; für
ANZEIGER
mii Kune im
Neue Folge.
England bei Williame 4 Norgate, 14 Hen-
rietta- Street Covent -Garden in London;
fiiv Kord- Amerika bei den Postämtern Bre-
men und Hamburg.
Alle für das german. Museum be-
stimmten Sendungen auf dem Wege des
Buchhandels werden durch den Commis-
siouär der literar.-artist. Anstalt des Mu-
seums, F. A. BrockbaUB in Leipzig, be-
fördert.
Dreissigster Jalirgang.
1883.
ORGAN DES GERMANISCHEN MISEÜMS.
J|o 11 & 12. Noyember k Dezember,
WisseiiscliaftUclie Mittlieilunsen.
Ezecliicl Paritius, Hofmaler der Herzoge von Brieg,
und seine Kunstsanimliing.
Ezechiel Parifs oder Paritius, wie er sich gewöhnlich
nennt, ist geboren zu Leutomischl am 16. April 16ä2.
üeber seinen Lehrmeister, wie über seine Jugendjahre
ist nichts bekannt. 1652 war er nach Breslau gekommen
und hatte da versucht, die Porträtmalerei als freie Kunst
zu betreiben; die Zunft der Maler jedoch erhob gegen
ihn als einen Pfuscher Klage, und der Rath verbot ihm
durch zwei Dekrete vom 11. und 17. Januar (Liber Defl-
nitionum), ferner in der Stadt zu malen. Er bleibt jedoch
noch eine Weile in Breslau, läfst am 22. Juni mit seiner
Frau Rebecca seine Tochter Barbara Magdalena in der
St. Elisabethkirche taufen, und geht dann nach Brieg,
wo er 16SS als Hofmaler schon angestellt ist. 1662 den
28. März ernennt ihn Herzog Georg HI. zu seinem Hof-
maler. Streitigkeiten mit der Innung zu Brieg zeigen,
dafs er 1684—88 noch lebte. Sein Porträt hat Johannes
Baptista Paravicinus gestochen. Die Umschrift des
Bildnisses lautet: EZECHIEL PARITIUS NATVS LYTO-
NYSL. BOHEMIiB. A». MDCXXII. XVI APRIL. AETAT.
XXXVI. Als Unterschrift ist folgender Vers benutzt:
Die Nach Welt stellet Uns Dein künstlich Pinsel für:
Mit recht erwiedert dieß der Stichel auch an Dir.
V. S.
Von seinen Werken kenne ich folgende Porträte :
Georgius, Dux Silesiae Ligio-Bregensis. — Jac. Sandrart sc.
Georgius, Dux Silesiae Lig. et Breg. (1611—64). — Joh.
Bapt. Paravicinus sc.
Christianus, Dux Lign. Breg. AVolav. — idem sc.
Louise, Herzogin von Lieguitz-Brieg-Wohlau, geb. Grätin
von Anhalt-Zerbst-Bernburg. — idem sc.
Martinus Schmidt, Consul Breganus 1668. — Sandrart sc.
Diesen Meister hat nun ein Dichter gefeiert, der auf
dem mir vorliegenden gedruckten Exemplar des Poems
seinen Namen, wie es scheint, persönlich unterschrieben
hat. Er nennt sich Wenc. Scherffer V. S. (Vratislaviensis
Silesius). Das Gedicht hat den Titel : »Auf den Nameus-
Tag (tit) Herrn / EZECHIELIS PARITII / Fürstl. Brieg.
Kunst : und Hofe- / Mahlers. 10 April. 16SS. — In dieser
Reimerei heifst es nun:
In viel vergnügen hast Du mich dabey gesetzet,
wenn dein papirner Schatz, von dir wurd" aufgethan,
und brachtest unverlangt zur schau und auf die bahn
der besten Künstler stükk' in Kupfer eingebildert ;
da kam was Rubee'ns zuvor hatt' abgeschildert;
dem nichts als leben fehlt' ! Hernach kam Dürers*) band,
die, wie man sagen wil, am linken f) Aug" erkannt
in Konterfeyeu wirdt. Da kamen Sadlers Stükke,')
draus neben zier und kunst der lieblichkeiten blikke
*) Albert. Dürer, mor. Norib. 1528. 8 Apr.
t) G. P. Harsdorffer in Gesprächspielen.
1) Unklar ist, welcher Sadeler gemeint ist, Aegidius, Johann
oder Raphael.
J^ rP.:/)J)7rMok
31c
Anzeige!- für Kunde der deutschen Vorzeit.
316
bald in die äugen iieln. Da kam lierfür, was Falk'')
in Kupfer hatte bracht, hievon dein Krön Marschalk,*)
mein Herr von Kasanow, klug' urtel konnte feilen.
Was Merian, was Furk") gemacht, lag auch zur stellen,
und was dein Batave'r, der gutte Hondius^)
(deß Preussen noch mit ehrn im Grab' erwehnen muß)
für fleiß hat angewandt, damit der Lampen blikke
Er künstlich allerseits in die Drey Nachtes-stükke
des Saltzbergwerks gebracht^). WasBlomaert, Bregel,
Bruyn,
Aelsheimer, Saenredam, Goltz, Spranger, Pas-
qual in,")
Perelle, Brouwer, Goudt^ Vos, Rhynbrant, Jon
van Velde,
Quast'), Blond und Vorstermann (den itzt noch an
der Scheide
das schön' Antwerpen hägt) und andre Künstler mehr
gebildet, und dadurch verewigt Nam' und Ehr',
hast du mir zum ersehn freundwillig fürgetragen,
Wir haben hier also die Hauptmeister verzeichnet,
deren Werke in der Sammlung vorhanden waren. Eigen-
thümlich ist, dafs die älteren deutschen Stecher, vor allem
die Kleinmeister, gar nicht vertreten sind, und dafs auch
die Italiener nur durch einen keineswegs hervorragenden
Künstler repräsentiert werden. — Pafitius hatte aber auch
noch Gemälde:
Denn da wurd' hergelangt
ein anzahl kunstgemähld' in schmal geformter länge,
darauf des Pinsels strich bey gnaugefasster enge
Landschaften, Berg und Thal, Flut, Vögel, Wälder, Thier'
auf zartest' iedes doch in sehr vollkommner Zier
und eignen färben aus — durch Brendels**) band —
gemahlet :
kunstbildlein, die da nur ein Fürst und Herr bezahlet
der Kunst versteht und liebt. Je länger derer acht
ich hett, ie mehr wurd' ich gleich außer mir gebracht,
zumaln als Raphaelsf) Gemäld erst darzu käme
(Dein Kleinod) und den preiß für allen ihm wegnähme.
Wie einen Adamant, den Böhmen bringt ans licht
der Orientische beschämt und übersticht.
2) Jeremias Falck, geb. zu Danzig um 1620, gest. um 1667.
*) Illustriss. Adam Kasanowsky, Regni Polon. quondam Mare-
schallus.
3) Sebastian Furck, Kupferstecher zu Frankfurt a. M., geb. 1589,-
gest. 1655.
4) Willem Hondius, geb. im Haag 1600, gest. zu Danzig.
5) Drei Blatt Ansichten des Salzbergwerks zu Wieliczka (in der
städtischen Sammlung vorhanden).
6) Giovanni Battista Pasqualini, Schüler von Giro Ferri.
7) Bieter Quast, Radierer.
**) J. F. Brendel zu Strafsburg.
t) Raphael von Vrbino, mor. Rom. 1520, aet. 37.
Ob das Werk Rafaels echt, wollen wir dahingestellt
sein lassen; noch 1743 war im fürstbischöf liehen Schlosse
zu Neifse »ein Frauenkopf von Raffael Orbino gemahlt«
vorhanden (Nr. 63), der am 12. März nach dem Breslauer
Schlots gebracht wurde (kgl. Staatsarchiv zu Breslau. —
F. Neifse IX. !<'].
Darauf schildert der Dichter des Malers eigne Werke:
einen Moses, die Brustbilder des heil. Petrus und des
David mit dem Haupte dos Goliath.
Hierauff kam zu gesiebt'
annoch dein eigen werk, die merkliche Geschieht'
aus Gottes Buch, in dem Susanna bey dem Bronnen
zwar ohne Kleid, iedoch nicht sonder Zucht begonnen
des Leibes Reinigung; und wie die Alten zween
von fern' in lieb entbrannt, gleich geilen Hängsten stehn.
Die andre Bilderey von Heldinnen und Helden
vermag itzt dieß papier um enge nicht zu melden.
Aber der Säuger hat auch eine Sammlung von Hand-
zeichnungen und Autographen (Riessen und Schrifften) ;
er hebt hervor :
von Dürer Moses empfängt auf dem Sinai die Gesetzes-
tafeln, datiert 1324.
von Grispin de Passe zwei Köpfe, auf Papier gezeichnet,
von dem Kalligraphen Schwartzin Breslau verschiedene
Schriftmuster.
Autographen von Luther und Melanthon.
endlich Schreibproben, die Theodor Steib (geb. zu
Wien 1629) mit dem Fufse ausgeführt.
Das sind die Stücke, die dem Maler und Kupferstecher
Paravecin (in der Note erklärte er: Job. Bapt. Parvae-
cini, Basiliens. Galcographus) vorzulegen er sich nicht
schämt.
Zum Schlüsse wünscht er dem Meister, seinem lieben
Kinde und seiner Liebsten Gesundheit u. s. w.
Prag. - AI win Schultz.
Fragment einer Palästinnpilgerschrift des 15. Jahr-
hunderts. *)
Caâ„¢. 9^.
Wan (da) mynung ist, in dissem buche tzu ver-
künden vil fremde land sitten und glauben und wan
Krichenland daz erste ist daz sich ain glauben und an
ir schryfft von unserm tzuhet (zieht, entfernt) darumb
han ich auch des ersten darusz gesaget ; aber nu komme
ich uff die ivysse daz ich sage wy man gein Jerusalem
kommen sol und ist tzu wissen, daz man von Constantk-
*) Das Bruchstück befindet sich auf einem Blatte Papier. Es
beginnt mit den Schlufsworten eines Satzes, an welchen sich ein
griechisches Alphabet mit 27 Buchstaben anschliefst. Im Texte
stehen zwei Miniaturen, die eine Johannes auf Pathmos, die andere
den Drachen von Lanchyo darstellend.
311
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
318
nopel liomeu magt in vil wege geiu Jerusalem beyde uff "
dem lande und uff dem mere : über land durch Turckeye
tzu einer stat heiszet Etig und durch eyu portte heiszet
Teneton und gegen eynen berge den man unten sieht
der heiszet auch Thenetou und leyt (liegt) wol ander-
halbe myln von stick (!) uff dem waszer mag man faren
tzu sant Georien arm durch daz mere da sant Nyculaus
lyt und durch vil stet und die erste insel da man tzu
kommet heiszet Tzile, da weschet (wächst) die frucht die
mastigk heiszet an deinen baumelen und fluszet dar
durch als hie tzu lande harcze fluszet uszern bäumen,
datzu komet man tzu einer andern insel heiszet Pathmos
darinne sant Johannes ewegeliste sin buch schreibe daz da
heiszet apoclipsis und ist tzu wiszen, das derselbe sant Jo-
hannes xxxii jar alt waz da Christus tzu hymel füre und
dar lebte er Ixvii jare. von Pathmos kompt man gein Ephe-
son. daz ist gar ein cluge stat unferre van dem mere
und ist derselbe sant Johans begraben in einer schone
kirchen binden dem altar, wan daz selb laut waz by
syne tzytten Cristen und in synem grabe fand man nit
dan hymel brot und sin grab tzyttern noch stetdeclichen
und bybet so vaste daz man isz stj'ben sichte, doch man
itzunt nit wol dartzu komen wan (denn) die beiden die
da heiszen durcken haut nu dieselben lant inne und
meint man, sant Johans mechte daz grab selbe und leyt
sich dar yn by lebendige libe und ruwet daryn als er
auch e ummer ruWen und leben solte bisz an den jüng-
sten tag. dar nach von Epheson komet man gein Pathoras
da von sant Nyculaus geborn waz und darnach tzu der
marchcen da der selbe sant Nyculaus erweit warde tzu
einem bischoff. in dem selben lande weschet gar gut win,
heiszet win von der Marcke. darnach kompt man tzu
einer insel heiszet Crete die gab einsmals eyn Keysser
eym gotlichen man der hiesze Janoyas. darnach kompt
man tzu einer insell heiszet Ghohos und darnach tzu
einer insell die heiszt Langho und über Lanchgo waz
Jpocras ein herre.
Capitulum 10^.
Lanohyo ist ein insell tzu der kompt man uff dem
waszer gein Jerusalem und waz etwan (ehemals) meinster
Ypocras herr da und ist ein fremde wonder dae : des
selben meinster Ypocras dochter Xyi in der insel in eins
drachen wisse der ist wol hundert claffter lang als die
lüde mir da tzu lande gesaget haben, aber ich han yn
nit gesehen, und lit in einem alten castel in einer wou-
stenung und get alle jare czwornet') oder dristunt-) her-
usz und thut nyman kein schaden so man yn nit her-
tzornet und sagt man, dasz dieselbe dochter gar ein
schone junpfrauw wer und daz sie eyn gottin hiesz
1) zwornet, d. i. zwirunt, zwirent = zwir, zweimal. Schmeller-
Fr. 11, 11 80 f. —
2) dristunt, dreimal. Scbm -Fr. IT, 7G9.
Dyana verzwabert habe in eins drachen bilde und spre-
chent die lüde da tzu land, der drach sie des landes
frauwe, wan der dochter vatter des landes ein herre waz
gewessen, und die dochter sol her widder komen in ir
rechter wiplicher forme wan eyn ritter gethar') als men-
lichen (tapfer) sin, daz er den drachen küsse an sinen
mont, doch sol sie dar nach nit lange leben und sag
man mir, daz eins mals ein ritter qwem (kam) von Ro-
dis daz nahe daby ist, der wer eyn Johansser here ordes
und understunde den drachen tzu kuschen und da er
tzu ym rytfe da höbe der drache das heubt gegen ym
uf also gruschlicheu (grauslich) daz daz pfert schuwet
(scheute) und den ritter mit krefften hinder sich druge
über einen fels abe in daz mer und ferdarbe pferde und
mau. auch han ich vil gebort sagen wie ander lüde des
auch understanden haben den auch mislongen sie und
wie der drach grosz begirde habe als er glich thuw*)
wie er gern gekeusset were und daz vil lüde dot sint
und balde stürben nachdem sie yn gesehen hatten und
solt ich daz allez erzellen daz ich davon gebort hab, daz
wort tzu lange.
3) wagt, V. türren, getürren (Präs. ich tar, getar), wagen, sich
erdreisten. Schm.-Fr. I, 620. —
4) (dem) gleich thue, dergleichen thue, sich geberde. Dr. Fr.
Köln. Korth.
Mittelalterlicher Ilaiisrath iiud das Leben im deut-
schen Hause.
VI.
Das Museum besitzt eine ziem-
liche Anzahl interessanter mittel-
alterlicher Lederkästchen und Fut-
terale, von denen einzelne schon
im Anzeiger und an andern Orten
veröffentlicht sind. Das älteste
Stück derselben ist eine Blesser-
scheide, die aus gebleichtem wei-
fsen, sehr starken Leder berge"
stellt ist. Es mufs das Leder ge-
kocht und erweicht über einen
Kern gespannt worden sein, der
durch umgelegte Schnüre noch ge-
stattete, Buckelstreifen gleich Bän-
dern rings um die Scheide hervor-
zubringen. Auf der glatten Rück-
seite ist das Leder, offenbar, so lange
es noch auf den Kern gespannt
war, mit aller Kraft zusammenge-
zogen und genäht. Als Verzierung
ist am oberen Theil in rundem Me-
daillon auf blauem Grunde das
319
Anzeisrer für Kunde der "deutschen Vorzeit.
320
Brustbild eines heiligen Bisehofs aufg-emalt, auf dem un-
teren in brauner Zeichnung ein romanisches Ornament.
Das Stück ist vor Jahren von Spengel in München ge-
kauft worden, der es in Südtirol erworben hatte, so dafs
wol der heil. Bischof als St. Yigilius, der Patron Trients,
angesehen werden darf. Die Zeit, in der das Stück ent-
standen ist, wird durch den Stil, sowohl der Heiligenfigur
als des Ornaments, als der Beginn des 13. Jahrh. charak-
terisiert.
VII.
Aus allen Zeiten des Mittelalters sind Darstellungen
von Gastmählern in Zeichnungen, Miniaturen, Wand- und
Glasmalereien, wie in Goldschmiedearbeiten und Emaillen
erhalten. In Bezug auf die Ausstattung der Tafel ist
wol der wesentlichste Unterschied, dafs bei den älteren,
insbesondere jenen des 12. — 14. Jahrhdt. , die Tücher, in
den Hauptschmuck. Messer und Löffel dienen nicht zur
Verzierung, sondern finden sich nur vereinzelt vor den
Essern, so dafs es scheint, als habe jeder Gast sie selbst
mit zu Tische gebracht. Da ist es denn interessant, dafs
schon im 12. Jahrh. bei Herrad von Landsberg sich Mes-
ser finden, die ein Häkchen haben, um das zu schnei-
Fig. 3.
Fig. 1.
Fig. 2.
gleichmäfsigen Tapezierfalten drappiert, bis zum Boden
herabhängen, während sie im 13. Jahrh. kürzer sind, wie
dies sich in Fig. 4 auf Sp. 217 zeigt und uns auch hier
in Fig. 1 entgegentritt, welche Abbildung einem Holz-
schnitte Wohlgemuth's, dem Schatzbehalter, entnommen
ist. Trinkgeräthe, Becher und Kannen, sowie die Schüsseln
und Platten, auf denen Speisen aufgestellt sind^ bilden
dende Fleisch festzuhalten, sowie Hefte, in welche zwei
spitze Klingen, wie Zinken einer Gabel, befestigt sind-
Bei älteren Darstellungen ist von Tellern vor den Spei-
senden nichts zu sehen; im 13. Jahrh. kommen sie vor;
wie es scheint, sind es hölzerne Scheiben; so hier in
Fig. 1, wie auf dem erwähnten Gastmahle von 1468. Der
König, welcher hier an einem Tische allein speist, hat
321
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
322
liiug-liche, eeliige Plättcheu.
Auf einem solchen zerschnei-
det der eine Truchsel's eine
Scheibe Fleisch oder Kuchen,
wähi'end der andere drei zu-
gedeckte Schüsseln überei-
nander, von einem Tuche
zusammengehalten, trägt.
Unter den Thongesehir-
reu des Museums befinden
sich einige, die ins 13. Jahrh.,
vielleicht noch weiter zurück-
gehen*) und als Priisentier-
schüsseln gedient haben
mögen.
Wir besitzen jedoch auch
einige Messer und Löffel, die
dem 14. und 13. Jahrh. an-
gehören. Um mit den älte-
sten zu beginnen, müssen wir
auf ein Bruchstück zurück-
gehen, ein BeinfigUrchen, das
als Messergriff diente, wie
wohlerhaltene Stücke in an-
deren Sammlungen zeigen.
Wir bilden es in Fig. 2 in
Originalgröfse ab. Es ge-
hört dem Kreise jener Bein-
und Elfenbeinschnitzwerke
an, die, wie Spiegelkapseln,
Kästchen, Schachfiguren u. A.,
im 13. und 14. Jahrh. für
profane Zwecke in solch gro-
fser Zahl gefertigt und mit
Minnescenen oder Darstel-
lungen aus den Romanen
des 13. Jahrh. verziert wor-
den sind. Es ist ein junger
Mann, welcher einen Falken
auf der Faust trägt.
Fig. 3 gibt ein Messer in
halber Originalgröfse wieder.
Der Griff von Bein ist mit
einem sitzenden Thiere ge-
schmückt, das einem Hasen
nicht unähnlich sieht, hat
auf einer Seite die offenbar
falsche Jahreszahl 1372, mit
der jemand seine wol ganz
Fig. 4.
Fig. B.
*) Vgl. Anzeiger 1873, Sp. 123 ff.
und ia5ff.
nichtige Anschauung üijer
die Entstehungszeit verewi-
gen wollte. Ein graviertes,
silbernes, ehemals vergolde-
tes Band, auf dessen einer
Seite der Buchstabe v, auf
der andern e zu lesen ist,
verbindet die Klinge mit dem
Beingriffe. Die Klinge ist
stark allgeschliffen , trägt
aber noch das Schmiedezei-
chen. Silberband und Klinge
dürften jünger sein als der
Griff und erst dem 13. Jahrh.
angehören.
Die Figuren 4 und 3 zei-
gen in halber Originalgröfse
zwei Messer, die als Vor-
schneidemesser zu betrachten
sind. Fig. 4 hat noch die
Klinge in Originalform, wäh-
rend sie bei Fig. 3 abgeschlif-
fen, wenn nicht ganz er-
neuert ist. Das Schmiede-
zeichen ist auf der Klinge
Fig. 4 dreimal wiederholt;
vorn sind drei kleine Löcher,
die mit Messing umsäumt
sind. Die Griffe beider Mes-
ser bestehen aus Messing mit
Gravierungen und schwarzen
Holzeinlagen. Fig. 4 hat
drei Durchbrüche in Stern-
form im Griffe und Perlmut-
tereinlagen in Gestalt von
Schilden. Die ganze Erschei-
nung dieser Messer deutet
auf das 14. Jahrb., und doch
dürften sie jünger sein. Man
hält sie für italienisches Fa-
brikat; doch sind beide Stücke
hier gefunden.
Wir schliefsen mit einem
werthvoUen und kostbaren
Werke diesen Aufsatz über
unsere mittelalferlichenTisch-
geräthe, indem wir in halber
Originalgröfse einen Löffel ab-
bilden (Fig. 6), dessen Schö-
pfer und achteckiger Stiel
aus Bergkrystall geschliffen
sind und von einer vergol-
323
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
324
deten Silberfassuug zusainmeugeliallen werden, welche
einen Dracheniiopf zeigt, dessen Augen weifs und schwarz
emailliert sind. Der Stiel geht in ein kapitälartiges
Knöpfclien, gleichfalls von Silber, aus, in dessen Hohl-
kehle sich Reste von schwarzer Emaillierung finden,
auf welche goldene Sternchen aufgetragen waren, also
MalereiemaiL, das in Uebereinstimmung mit der Model-
lierung des Drachenkopfes zeigt, dafs das Stück an der
Grenzscheide des 15. und 16. Jahrh. steht, vielleicht in
letzteres noch einige Jahrzehnte hineingreift. Vor Jahren
wurde das Stück von einem Antiquar in Köln erworben,
ohne dafs über die Herkunft zuverlässige Nachricht zu
erhalten gewesen wäre. Vielleicht ist es französischen
Ursprunges und erst durch den Alterthumshandel auf
deutschen Boden gekommen.
N ü r n b e>r g. A. E s s e n w e i n.
Unsicherheit der Reichsgesetze.
Nicht nur die unrichtigen Angaben der Chroniken
und Annalen beeinflussen das Verstäudnifs der Geschichte,
sondern auch die wenige Genauigkeit, welche zuweilen
bei Abfassung der Urkunden beobachtet wurde, erhöht
die Schwierigkeit. Ich will zwei Beispiele anführen,
deren Folgen für den Forscher um so empfindlicher sind,
da es sich um staatliche Einrichtungen handelt, über
welche nur diese Urkunden Aufklärung geben können.
G. H. Pertz (mou. Germaniae, leges, B. H., S. 201—202
und S. 203—205) bringt die Briefe der Wähler Philipps
von Schwaben und Otto's von Braunschweig an Papst
Innocenz III. Der letztere ist aber der Zeit nach der äl-
tere, denn er wurde im Jahre 1198 geschrieben, während
der erstere, obgleich Philipp früher gewählt war als Otto,
einem späteren Ereignisse seine Entstehung verdankt und
keine Jahreszahl enthält. Ich beginne also auch mit dem
Bei'ichte der Wähler Otto's, welchem ein Schreiben des
letzteren vorangeht. In diesem sagt er (S. 204), dafs er
gewählt sei :
ab optimatibus et principibus imp'erii, ad quos de
jure spedai eleciio.
Dann sagen auf derselben und der folgenden Seite
seine Wähler:
prineipes et barones Alamanniae, clerici et laici,
. . . . Ottonem elegimus, et sicut debuimus, ipsius
electioni consensimus etc. und bitten, dafs der Papst
über diejenigen principes et burones, welche dieser Wahl
nicht zustimmen, den Kirchenbann aussprechen möge (!).
Die Schreibenden, von denen ein jeder seinem Namen
die Worte »elegi et subscripsi« hinzufügt, sind sämmtlich
geistliche und weltliche Reichsfürsten im neueren Sinne
des Wortes, bis auf den mitten unter ihnen genannten
Grafen von Kuik, welcher schreibt :
consensi et subscripsi.
Die Worte Otto's »ab optimatibus et principibus im-
perii« sind wol nur durch einen Irrthum entstanden und
sollten lauten »a. principibus et optimatibus iniporii«.
Hofrath Ficker (vom Reichsfürstenstande, B. I, § 24 — § 27)
hat zwar trefflich nachgewiesen, dafs die Bezeichnungen
primores, primates, proceres und optimates in älterer Zeit,
wie principes, die gleiche Bedeutung hatten und für alle
Grofsen ohne Unterschied gebraucht wurden, dafs aber
im 12. Jahrh. eine Aenderung eintrat und nun die prin-
cipes den ersten Rang einnahmen, während die übrigen
Grofsen nach diesen eine untergeordnete Klasse bildeten.
Dafs er nun (§ 27) gerade, diesen Fall anführt und ab-
wehrend bemerkt, »wie in den optimates kaumeine he-
votzugte Wählerklasse der Fürsten zu vermuthen sei«,
mufs um so mehr auffallen, da ja in der Urkunde für die
Wähler die Bezeichnung principes et barones noch zwei
Mal gebraucht wird und die letzteren nach seiner eigenen,
ausgezeichneten Beweisführung (§ 17) die verschiedenen
Rangstufen, nach den Fürsten, umfafsten, wenn man nicht
Grafen, Edle etc. in besonderen Klassen anführen wollte.
Die Woi'te Otto's sind demnach wol nur als eine Ver-
schiebung für »a priuicipibus et optimatibus« zu behan-
deln und ganz gleichbedeutend mit principes et barones.
Sehr wichtig ist es aber, dafs er das Wahlrecht der' letz-
teren dem der Fürsten durch die obige Angabe ad quos
de jure spectat electio ganz gleich stellt. Die 'Wähler
selbst haben leider einen Ausdruck gebraucht, welcher
dem nicht entspricht; denn die Worte »et sicut debuimus,
ipsius electioni consensimus« sind gedeutet worden, als
hätten die geistlichen und weltlichen barones nur das
Recht gehabt, ihre Zustimmung ausdrücken zu dür-
fen. Dann wäre aber doch wol ihre Gegenwart bei der
Künigswahl überhaupt ganz unnütz gewesen. Dagegen
spricht auch die Angabe in den Sitzungsberichten der
K. K. Akademie der Wissenschaften (B. 26, S. 89 und 90),
nach welcher die Grafen von Dachsburg und von Flan-
dern dem Papste geradezu schreiben, dafs sie Otto ge-
wählt haben. Da aber die Zahl dieser kleineren, reichs-
unmittelbaren Herren eine sehr bedeutende war, so niufste
das Stimmrecht der Fürsten sehr beeinflufst und in ein-
zelnen Fällen ein abhängiges werden. Dadurch erklärt sich
wol die Gleichstellung der Wahlberechtigung durch die
Worte Otto's, während der von den Wählern gebrauchte
Ausdruck »sicut debuimus« als ein Widerspruch erschei-
nen mufs. Allerdings könnte sich derselbe auch auf alle
diejenigen beziehen, welche — ob Fürsten oder Barone
— an der Wahl nicht persönlich Theil genommen und
ihre Pflicht durch nachträgliche Anerkennung des Königs
erfüllt hatten. Dafür scheint zu sprechen, dafs der Graf
325
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
326
von Kuik, welcher allein ^'consensi et subsei'ipsi« zeich-
iii't, dorh mitten unter den Reichsfürsten steht. Mit Be-
stimmtheit läfst sich also nur behaupten, dafs Prälaten,
Grafen und Herren an der Wahl Ütto's noch Theil nah-
men , während die widersprechenden Angaben die Art
und Weise, in welcher sie ihre Rechte übten, nicht sicher
erkennen lassen.
Fast noch schwieriger wird dies bei der Wahl Phi-
lipps. Diese Urkunde fafst nicht allein eine zu Nürnberg
stattgehabte Reichstagsverhandlung und deren spätere
Datierung zu Speier zusammen, — sondern auch die schon
längst vorhergegangene Wahl. Dessen ungeachtet be-
haupten die Schreibenden, an allen drei Orten gewesen
zu sein, obgleich dies von einigen ganz unmöglich war.
Der Erklärung dieser Urkunde, welche ich in meiner Ge-
schichte des Kanzlers Konrad (2. Auflage, S. 103—110) —
ohne Rücksichtnahme auf die Wahl — gegeben habe,
will ich nur noch hinzufügen, dafs z. B. der Kanzler
selbst am 8. März 1198 dieser in Thüringen unmöglich
lieigewohnt haben kann, da er (nach S. 24) zu Anfang-
Februar sich noch in Syrien mit dem Kreuzheere befand.
Und der Erzbischof von Bisanz war wohl ein Reichsfürst,
aber kein Deutscher, und konnte deshalb überhaupt kein
Wähler sein; denn nur der König von Böhmen machte
eine Ausnahme. Die Schreibenden nennen sich zunächst:
principes et magnates (folgen die Namen) aliique to-
tius Alemanniae nobiles.
Dann fahren sie fort:
Collecta multitudine principum, ubi nobiUum et mi-
tiisterittlium imperii numerus aderat copiosus, illustrem
dominum nostrum Philippum in imperatorem Romani solii
rite et solemniter elegimus etc.
Der Ausdruck magnates ist nicht auffallend und wurde
nach Hofrath Ficker (§ 27 und § 152), wie optimates, für
eine den Fürsten nachstehende Adelsklasse gebraucht,
welche im Range zwischen diesen und den Grafen stand.
Von den Schreibenden zählt zu ihnen der Markgraf von
Ronsberg. Die nobiles, von denen keiner namentlich ge-
nannt wird, waren nach Hofrath Ficker (§ 114) die freien
Herren, zu welchen damals auch die Grafen zählten.
Aber auch hier zeigt sich ein sehr bedenklicher Wider-
spruch; denn, während diese letztere Klasse zu Anfang
der Urkunde als gleichberechtigt mit den Fürsten und
Magnaten genannt wird, werden die freien Herren an-
scheinend später nur wie die Reichsdienstmannen behan-
delt. Darin haben wir aber wol nur einen neuen Beweis
der grofsen Ungenauigkeit zu finden, mit welcher man
bei der Abfassung der Urkunden zuweilen verfuhr. Die
freien Herren, welche auch unter den barones der Wäh-
ler Otto's zu verstehen sind, konnten nicht, wie hier durch
die Worte — ubi nobilium et ministerialium imperii nu-
merus aderat copiosus — angegeben wird, etwa nur als
Zeugen zugegen sein, sondern sie mufsten auch ein Recht
ausüben, sonst würde man sie und die Dienstmannen gar
nicht erwähntUiaben. Für collecta muHitudine princi-
pum, ubi nobilium et ministerialium imperii numerus ade-
rat copiosus, . . . elegimus, dürfte daher zu verstehen
sein «collecta multitudine principum, nnbilinm ei ministe-
rialium imperii . . . elegimus«. Es mufste demnach auch
den Reichsdienstmannen, in der gleichen Weise wie den
freien Herren, eine Theilnahme an der Königswahl zu-
stehen. Von ihnen aber spricht der Gegenköuig Otto
gar nicht, was sich etwa dadurch erklären liefse, dafs
sich die Reichsdienstmannen ganz fern von ihm hielten ;
denn nach E. Winkelmann (Philipp und Otto, B. I, S. 208)
verliefs nur das Haus Bolanden auf kurze' Zeit das Lager
der^ Stauten. Magnaten, Grafen, Edle und Dienstmannen
übten aber im Jahre 1198 zum letzten Male ein Recht bei
der Königswahl, wie ich bald in einer Abhandlung über
die gesetzlichen Eigenschaften eines deutsch -römischen
Königs und seiner Wähler nachzuweisen hoffe. Sehr zu
bedauern ist es aber, dafs die Ungenauigkeiten und
Widerspi'üche dieser beiden Gesetzstücke nicht bestimm-
ter erkennen lassen, in welcher Form ihre Theilnahme
stattgefunden hatte. Jedenfalls darf man dieselbe nicht
unterschätzen, weil sie so plötzlich aufgehört; denn auch
die Reichsfürsten, welche seit der Gegenwahl Fi'iedrichs II.
(5. Dezember 1212) als alkin Berechtigte erscheinen, sind
schon bei der Doppelwahl des Jahres 1257 durch die sieben
Kurfürsten ersetzt.
Innsbruck. Freiherr L. v. Borch.
Instniiiiciiteiiiiiventariiini einer kleinen Hofkapelle.
Ph. H. Erlebach, bekannt als Komponist geistlicher
Gesänge, Kantaten mit Orgelbegleitung und konzertie-
render Orgelst^ieke, lebte 31 Jahre lang als Kapellmeister
in Rudolstadt (starb 1714) und wirkte durch seine Kom-
positionen mit grofsem Erfolg zunächst für die Erbauung
in den Hofgottesdiensten, sodann für Hebung des kirch-
lichen Sinnes in Rudolstadt überhaupt. Von seiner Hand
geschrieben, existiert ein Inventarium der bei der da-
maligen Hofkapelle aufbewahrten Musikalien, denen auch
ein solches der dort gebrauchten Instrumente beigefügt
ist. Wir lassen letzteres hier folgen, weil es interessant
sein dürfte, die Einfachheit der Mittel einer Hofkapelle
damaliger Zeit mit denen, die wir jetzt für unumgäng-
lich nothwendig halten, zu vergleichen, sowie manche
jetzt fast ganz verschollene Namen von damals bekann-
ten und gewöhnlich gebrauchten Instrumenten zu hören,
welche näher kennen zu lei'nen, das germanische Museum
in seinen Sammlungen die beste Gelegenheit bietet.
sr,
Anzeia-er für Xundf der deutscheu Vorzeit.
328
9.
10.
11.
12.
13.
14.
Id.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
lu veutarium an Instrumenten.
Ein gangbar Positiv mit 2 Registern.
Ein Clavicimbel mit 1 Ciavier und 3 Zügen, in ein
Futteral.
Ein Clavicimbel mit 2 Ciavieren und 3 Zügen.
Ein duppelt Instrument.
Ein Siiinett, welches I. H. Durchl. unsere Fürstin u.
Fr. in die Capell verehret in ein buntgemahltes
Futteral.
Ein Spinett von eben dergleichen gröfse und form
mit schwartzen Ciavieren.
Ein Claviscordium in einen weifsen Futteral.
Eine Tiorba von Ebenholtz und Elffenbein künstl. ge-
macht, in ein Futteral.
Eine Tiorba von gutem Holtze auch in ein Futteral.
Ein Calcidon *), daran das untere Corpus von Ebbeu-
holtz ; worzu ein Futteral.
Eine duppelte Harpffe in ein Futtral.
Vier grofse Viol-da Gamben.
Zwo kleine _Viol-da Gamben.
Ein grofser Violon.
Ein kleiner Violon. hat dato der Haufsmann zu ge-
brauchen.
Sechs Braccien.
Sieben Violinen.
Zwo Quart- Violinen.
Zwölff Bögen.
Zwene grofse Bass-Bommerfe.
Zwene Französische ßassons.
Ein. 8tav Fagott.
Eine Bafs-Flute.
Rudolstadt.
Dr. B. Auemüller.
Mufs wol heifsen : Calichon.
und Preisverhältnisse aus Ennen's Geschichte der Stadt
Köln, B. 3, Kp. 3ö ausreichende Belehrung zu schöpfen ist.
Fol. 2. Deus assit et Maria
anno Ixxx mey 17.
gelent mynen lieven genedigen bee-
ren van Guilch ind Berge etc. by
Peter van Adena Kenseier selige
in hant Sybolt goltsmyt 16 gl.
pagement inde Peter vorß. selve
3 gl. 6 alb. pagement, macht zo
30 alb. den gl 15 rh. gl. 12 alb.
geleent noch anno Ixxxi juuius 29
by Koinraet van Lach rentnieister
dat komen is tzo dem afkomeu
myns gnedigen beeren den marc-
graven an nyen alb. 27 alb. voor
den gl . 200 rh. gl. —
-geleent noch junius 30 an fyncm
golde wycht 1 mc. 4 lot dat eyn
deyls komen is tzo myner liever
gnediger vrau\yeu halsbaut of Or-
den tzo 90 rh. gl. de marc, somme
112 rh. gl. 13^,2 alb., des haiu ich
weder ontfangen golt wegen blot
IV2 quinten macht 26 rh. gl. 6
alb. — somme dat blyft . . .
geleent noch Julius 7 by Derich
Voys wapenstycker 200 gl. page-
ment an nyen alb. macht te 27
abl. den gl 127 rh
geleent noch Julius 10 by Koinraet
van Lach rentmeister dat komen
is tzo der opfart myns gnedigen
beeren marcgraven 250 rh. gl
86 rh. gl. 7'2 alb.
. 21 alb.
(ioldiiibeiterrccluiiiiig für deu Herzog Wilhelm IV.
von Jülich und Berg aus dcu Jahren 14S0 und 1481.
Unter der fast unübersehbaren Masse von Archiva-
lien, bis zu denen die nach Dr. Ennen's Tode begonnenen
Ordnungsarbeiten der neuen Verwaltung noch nicht ha-
ben fortschreiten können, bewahrt das Kölner Stadtarchiv
ein aus sechs Papierblättern bestehendes Manuskript, wel-
ches Rechnung und Gegenrechnung eines Goldschmiedes
für den Jülicher Hof eulhält. Die Aufzeichnung gewinnt
dadurch ein erhöhtes Interesse, dafs sie der Zeit kurz
vor und nach der am 1. Juli 1481 erfolgten Wiederver-
mäblung des Herzogs angehört. Ich habe dem hier nach-
folgenden Abdrucke derselben nur die Bemerkung voran-
zuschicken, dafs über die in Betfacht kommenden Münz-
Fol. 2 b deus. assit et Maria
anno Ixxxi Julius 10.
geleent noch dem vorß. rentmeister
tzo demselven opfaren myns gne-
digen beeren marcgraven an nyen
alb. 200 gl. pagement, macht te
27 alb. den gl 177 rh. (gl.) 21 alb.
gude noch an postus gl.') tzo 16 alb.
dat stuc ende philippus Schilde-)
tzo 20 alb. dat stuc, macht. . . 27 rh. gl. lö alb.
1) Der posUisguldeu = Postulatsgulden war schon 1458 wogen
Minderwerthes im Kölner Handel verboten. Er galt damals etwa
einen oberländischen Gulden.
2) Der Wert der Philippsschilde wurde in der Münzconvention
von 1481 auf 3 M. 4 ß. festgesetzt.
329
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
330
geleent noch Julius fyn golt urnb
tzo vergulden de tzwey kruytfas
und die ses doseiu becher wyget
tzosamen 1 mc. 1 lot l'/g qu. macht 97 rh. gl. 17 alb.
geleent noch Julius vorß. by 6 voder tzo 6 doseiu be-
cher tzo 16 alb. dat stuc macht 4 gl. pagemeut;
noch om 6 voder tzo den schotteten tzo 6V2 marc dat
voder macht 9 gl. 18 alb.
noch om 2 voder tzo den vergulden becheren 5 gl.
noch om 1 voder tzo dem scheerbecken 1 V2 gl.
noch om die riemen tzo dem vorß. voderen 1 gl.
noch om 2 voder tzo den kruytfassen 4 gl. 12 alb.
macht tzosamen 25 gl. 18 alb. pagemeut, macht tzo
_27 alb. den gl 23 rh. gl. myn 3 alb.
Fol. 3. ' ' deus assit et Maria,
anno Ixxxj Julius 10
geleent noch an 6 dosein becheren wegen tzozamen
58 mc. 6 lot.
noch 1 dosein groisser schottelen wegen 89 mc. 15 lot
noch 1 dosein mynder schottelen wegen 67 mc. 4 lot
noch 5 mynder schottelen wegen 24 mc. 7 lot
noch 8 mynder schottelen wegen 25 mc. l'/s lot
noch 12 dergelichen schottelen wegen 36 rac. 4 lot 1 qu.
noch 12 dergelichen schottelen wegen 37 mc. V'-ilot.
noch 12 grosse mostart schottelen
wegen 24 mc. 12 lot 3 qu.
somme wicht tzosamen 363 mc. 2^2 lot.
noch 1 Wasserbecken wycht 12 mc. 2 lot
noch 2 vergult kruytfas wegen 27 mc. 14 lot
noch 10 pyferwapen wegen 13 mc. 13 lot
somme tzosamen 416 mc. 15^2 lot
des hain ich silvers ontfangen also over dis ander syde
vercleirt :
ontfangen by Sybolt den goltsmede:
1 alt Wasserbecken wycht 6 mc. 5'/2 lot
Fol. 3 b. deus assit et Maria
auuo Ixxxi- Julius,
ontfangen noch 2 alt kruytfas iud 3 schalen wegen
tzosamen 10 mc. 4 lot
noch anno Ixxxi jauuwarius 7 by dem lantschriver 11
aide mostart schottelen 2 becher 1 croesen '), wycht
tzosamen 16 mc. 1 lot '/s qu.
somme tzosamen 32 mc. 10 lot 2V2 qu.
aldus so hau ich meer sylvers gelevert dan ontfangen,
wycht also de ander syde hier voor verclert 384 mc.
5- lot myn Vs qu., tzo 9 gl. pagemeut de marc; somme
3458 gl. 18 alb. pagement, macht tzo 27 alb. den gl.
somme: 3074 rh. gl. 12 alb.
1) croese = Pokat
Fol. 4. deus assit et Maria
anno Ixxxi Julius
geleent noch van den 6 dosein be-
cheren tzo machen 20 alb. van
dem stuc, somme 60 gl. pagement
geleent noch van 'den mach loon
. van den 73 schottelen hain ge-
rt'egeu aingeveerlich up den mach
loon 305 mc. tzo 18 alb. de marc
pagement somme tzosamen 288 gl.
18 alb. pagement macht tzo 27
alb. den gl -.256 rh. gl. 18 alb.
geleent noch by Sybolt den golt-
smede van alderhande war tz'o
machen also syn tsedel inhelt
somme 241 gl. pagement tzo 27
alb. den gl 214 rh. gl. 13 alb.
(späterer Zusatz:) somme van deser syden comt 471 rh. gl.
Fol. 4 b. deus assit et Maria
anno Ixxxi.
[cetera desunt]
Fol. 5. deus assit et Maria
Ix anno xx mey 16
ontfangen van mynen lieven gne-
digen beeren van Guilch iud Berge
etc. by Peter van Adeua kenseler
tzer tzyt, by der haut van Jan
Boilgen an vlemschen gelde te
twyntich (5. den gl. 227 gl. 18 ß.
macht tzo 26 ß. den gl. . . . . 175 rh. gl. l'-i ß.
ontfangen noch anno Ixxx october
22 by dem hoyfemester by der haut
van Jan Boilgen an vlemschen
gelde 498 gl. te twyntich ß. den
gl. macht te 26 ß den gl. ... 383 rh. gl. 2 ß.
ontfangen noch anno Ixxxi Julius 10
in bjnvesen des marschalcs hoyf-
meister, kenseler ende rentmeister
(späterer Zusatz:) in 2 parcelen 2000 rh. gl.
ontfangen noch Julius 14. in bywe-
sen marcschalcs hoyfmeister herr
Willem van Bernsuwe kenseler-
ende rentmeister 1891 rh. gl.
ontfangen noch dat sylver dat myne
lieve gnedige vrauwe mitbracht,
weget tzweyhondert marck tzo
8 rh. gl. de marck somme . . '. 1600 rh. gl.
Fol. 5 b. (späterer Zusatz :)
ontfangen noch van mynen lieven
gnedigen beeren dat ic syner
gnaden te baten geve op acht-
331
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
houdert rb. gl. IV'2 alb. op den
gl. raientz, dat der gl. eerst galt
vyf marc ende na 27 alb. so wart
dit ghemiddelttzusschen den vorß.
persoonen 44 rh. gl. 12 alb.
Köln a. Rh. Dr. L. Korth.
Einfache Stangeunatfen des 17. Jahrb. im geriiiaiiischeu llnseiiiii.
333
Anzeiger für Kunde der deutschon Vorzeit.
334
Wenn die Hartschiere und Leibwachen vornehmer
Herren und selbst die Diener hoher Beamten jene reicii
geätzten Hellebarten und Partisanen trugen, wovon wir
den Lesern dieses Blattes in Nr. 1 dieses Jahrganges des
Anzeigers einzelne vor Augen gefUhi-t haben, so waren
die Stadtknechte und Wäiehter mit einfacheren Waffen
versehen. Auch von solchen ist im Museum eine beträcht-
liche Anzahl vorhanden, von denen wir hier 5 Stück
gleich den früher dargestellten Stangenwaffen in ^js der
Originalgröfse wiedei-geben, Auch bei ihnen hat phan-
tastische Form die eigentliche Grundgestalt der Waffe
ganz vei'drängt, und sie können nur noch zum Stechen
dienen, etwa auch dazu, mit dem Haken einen Angegriffe-
nen hin und her zu zerren. Das vorderste und die bei-
den letzten Stticke haben lange, ahlenartige Stofsklingen ;
das zweite und dritte kurze breite, aber scharf schneidende.
Nürnberg. A. Essen wein.
Urkunde und Chronik.
Wie weü die Geschichte durch die Chronik entstellt
worden, ist oft eine schwer zu beantwortende Frage, wenn
Urkunden fehlen; jedoch wird kein Unparteilicher sich
dem traurigen Eindrucke verschliefsen können: dafs der
Mönch, der doch in fast allen Fällen der Verfasser dieser
Ueberlieferungen war, leider nur zu häufig die Stürme
der Welt nicht aufzuklären vermochte. Es folgte aus
seinem abgeschlossenen Leben, dafs er sieh vielfach auf
andere verlassen mufste, und aus Gewohnheit wurde er
leichtgläubig. Ja, er gieng in seinem Vertrauen auf die
Angaben anderer wohl so weit, dafs er dieselben nicht
immer der eigenen Prüfung unterzog und dadurch sogar
über kirchliche Vorschriften, die er doch kennen mufste,
Unsicherheit verbreitete. Wie wäre es anders möglieh
gewesen, dafs ein gleichzeitig lebender Klosterpropst von
Lübeck in meinem folgenden Beispiele hätte berichten
können : der Kanzler Heinrich's VL, welcher (nach mei-
ner Geschichte desselben, 2. Auflage, S. lo und S. 21)
urkundlich seit 28. November 119S Erwählter und seit
20. März 1197 Bischof von Hildesheim heifst — habe erst
in letzterem Jahre die Priesterweihe erhalten ! Hätte dies
geschelien können, so müfsten wir dem geistlichen Stande
jener Zeit eine viel weitere Unabhängigkeit zuerkennen
und seine staatliche Stellung würde eine ganz andere
gewesen sein. Schon im Jahre 1188 (nach S. 11) Hof-
kaplan Kaiser Friedrich's L, mufste aber der spätere Bi-
schof doch geistliche Handlungen verrichtet haben, welche
ohne die Priesterweihe ganz unstatthaft gewesen wären.
Vielleicht hatte er die bischöfliche Weihe nicht gleich
für Hildesheim nachgesucht, um ohne zu grofse Schwie-
rigkeiten in den weltlichen Stand zurücktreten zu kön-
nen. Seine Feinde werden dies benützt haben, und wie
Arnold von Lübeck an einer andern Stelle von ihm
schreibt: »dafs er fast wie ein Weltlicher lebte«, so
schenkte er auch der Angabe Glauben, er sei ohne Prie-
sterweihe geblieben. Ich bitte nun, zu beachten, in wie
verschiedener Weise die Chroniken diese Sache behandeln,
und was die Urkunden als die eigentliche Wahi-heit ver-
muthen lassen.
Es ist bisher nach den folgenden, gleichzeitigen Quel-
len allgemein angenommen worden, dafs der Kanzler
Konrad, Bischof von Hildesheim, noch bevor er sich am
I.September 1197 als Führer des Kreuzheeres in Messina
einschiffte, die Nachricht von seiner Wahl zum Bischöfe
von Wirzburg erhielt :
1) 1197 (Arnold- von Lübeck, lib. V, cap. 2): ipse vero
Cancellarius in eadem profectione ordinatus sacer-
dos et Episcopus, alacri anirao profectus est.
2) 1197 (Annalos Reinhardsbrunnenses, Ausgabe von
Fr. X. Wegele, S. 80) : Gonradus imperialis aule can-
cellarius atque in eodem procinctu ad electionem
Herbipolensis episcopatus insigniter declaratus.
Dagegen bringt Ä. Ussermann (Episcopatus Wirce-
burgensis, S. 74) die folgenden Angaben :
1197 mense Junio oMit Henricus Wirzeburyensis
episcopus (nach dem chronicon Erfurdense) und
Gotefridus episcopus Wirzburgensis ordinatus est . . .
morte satis immatura praeventus praefuit mensibus
tantum quatuor, diebus novem, patriae pater et
unicum decus pontificum, uta. 1198 addit Trithemius.
Wenn Bischof Heinrich im Juni 1197 gestorben ist
und sein Nachfolger Gottfried vier Monate und neun Tage
regiert haben soll, so konnte der Kanzler Konrad nicht
im August 1197 die Nachricht von seiner Wahl für den
Sitz zu Wirzburg erhalten haben.
Die Abhandlungen der Königl. bayerischen Akademie
der Wissenschaften (B. 13, Abth. III, S. 43) geben , auf
Grund eines im Kreisarchiv zu Wirzburg aufbewahrten,
Pergamentcodes »Corpus Regulae seu Kalendariuni Domus
S. Kiliani Wiroeburgensis saecula IX.— XIV. amplectens"
nach Professor Wegele die Eintragung: IX. Kai. Sept.
Bartholomei apostoli Gotfridus electus noster obiit, qui
de curia sua II modios et LX mensuras n. c. ; wozu er
(S. 127) bemerkt »B. Gottfried IL (1197—1198), wie man
vermuthet aus dem Hause Hohenlohe.«
Der Todestag Gottfrieds, 24. August, ist aber doch
gewifs nicht gleichzeitig eingeschrieben, denn sonst würde
auch das Jahr angegeben sein. Wenn nun schon die
obigen Angaben des espiscopatus Wiroeburgensis nicht
mit den Annalen von Reinhardsbrunn und Arnold von
Lübeck übereinstimmten, so wird die Lösung der Frage
durch das Kalendarium in keiner Weise gefördert. Starb
Gottfried am 24. August 1197, so konnte sein Nachfolger
335
Anzeig-er für Kuude der deutschen Vorzeit.
336
nicht schon bis 1. September in Messina davon Kenntnifs
haben ; ganz unmöglich aber kann dieser Tag für das
Jahr 1198 in Frage kommen, wie Professor Wegele oben
zuläfst, da der Kanzler Konrad (nach meiner Geschichte
desselben , S. 25) , sich schon am 29. Juni dieses Jahres
urkundlich Bischof von Wirzburg nannte.
Ich selbst war den, zum Theil aus gleichzeitigen
Aufzeichnungen hervorgegangenen, Annalen von Rein-
hardsbrunn gefolgt, habe aber meine Ansicht nun gänz-
lich aufgegeben. Nach dem von mir (S. 100) abgedruck-
ten Briefe des Papstes Innocenz III., vom 26. Januar 1200,
hatte dessen Vorgänger dem Kauzler, Bischof von Hildes-
heira . gestattet »eine höhere Kirchenstelle annehmen zu
dürfen , so weit das kanonische Recht nicht entgegen-
stände.« Nun brachte ich aber (S. 93) eine Urkunde
vom 21. Mai 1198, in welcher sich der Kanzler nach sei-
ner Rückkehr vom Kreuzzuge noch Bischof von Hildes-
heim nennt, — und das hätte er wohl sicherlich nicht
gethan, wenn er schon im Sommer 1197 für Wirzburg
erwählt worden wäre. Denn diesen Sitz hielt er doch —
wahrscheinlich des Alters wegen — für eine'^ höhere
Würde, und da ersieh seit Juni 1198 fortwährend gegen
den Willen des Papstes danach nannte, würde dies auch
schon einen Monat früher geschehen sein. Ich glaube
demnach, auf Grund dieser urkundlichen Belege annehmen
zu müssen: dafs der Kanzler am 21. Mai 1198 unmittel-
bar nach seiner Rückkehr aus dem Kreuzzug, entweder
von der in Wirzburg auf ihn gefalleneu Wahl noch
keine Kenntnifs hatte, oder dafs diese überhaupt erst
zwischen 21. Blai und 29. Juni 1198 vollzogen wurde.
Innsbruck. Freiherr L. v. Borcli.
Ziiui Volkslied vom Iliiiger.
Meine zu Brixen in Tirol gebürtige Mutter hörte in
ihrer Jugendzeit von ihrer Base öfters ein Lied singen,
von welchem ihr jedoch nur der hier folgende Inhalt
und aufserdem die drei angeführten Strophen in Erinne-
rung geblieben sind.
Es war einmal ein reicher Kaufmann, der eine schöne
Tochter hatte, welche er an einen Edelmann verheiratete.
Als derselbe aber nach der Hochzeit mit seiner Neuver-
mählten durch einen dichten Wald auf sein Schlofs reiste,
hielt er an einer Stolle, wo ilie Leichen von elf Frauen
an den Bäumen hiengen, an und sagte zu der jungen
Frau: »Hier ist der Ort, wo du sterben mufst !« — Da
bat sie ihn, er möge ihr, bevor sie sterben müsse, erlau-
ben, drei Schreie zu thuu ; denn sie wufste, dafs ihr Bru-
der im Walde auf der Jagd sei, und hoffte, von ihm ge-
rettet zu werden. Der Edelmann gewährte ihre Bitte; denn
er dachte, hier im AValde werde sie gewifs niemand hören.
Hierauf begann die Frau mit lauter Stimme zu singen :
Den ersten Schrei, den ich jetzt thu,
Den ruf ich meinem Vater zu:
Vater, erhöre mich balde,
Sonst mufs ich hier sterben im Walde !
Den zweiten Schrei, den ich jetzt thu,
Den ruf ich meiner Mutter zu :
Mutter, erhöre mich balde.
Sonst mufs ich hier sterben im Walde !
Den dritten Schrei, den ich jetzt thu, -
. Den ruf ich meinem Bruder zu :
Bruder, erhöre mich balde.
Sonst mufs ich hier sterben im Walde !
Bald darauf kam ihr Bruder, welcher den Gesang ge-
hört und daran seine Schwester und ihre Noth erkannt
hatte, durch den Wald geeilt, erschlug den Edelmann
und führte seine Schwester dem erstaunten Vater zurück.
Jener Edelmann hatte nämlich ein Bündnifs mit dem
Teufel geschlossen ; und wenn es ihm gelungen wäre,
zwölf Jungfrauen umzubringen, so wäre ihm der Böse
auf Lebzeiten dienstbar geworden. (Vgl, Handbüchlein
für Freunde des deutschen Volksliedes von Vilmar, 35 ff,)
St eck er au in Niederösterreich, C. M. Blaas.
Staiiimbiiclivcr.s.
Hern gunst, April len weiter,
Jungfrawen lieb vndt rosenbletter,
Würffei vndt Kartenspiel l
Verendern sich offt wers glauben wiell.
1603. Jost Christoffell von Boyneburgk.
Aus dem Stammbuche' Caspars von Hanstein.
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K, Frommanu.
Verantwortlicher Redakteur : Dr. A. E s s e n w e i n.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. Sobald iu Nui'ubei'tc.
Mit einer Beilage.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FUR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1883. JV^ 11 & 12. November k Dezember.
Chronik des germanischen Mnsennis.
Nürnberg, den 20. November 1883.
Auch seit nnserer jüngsten Mittheilung hat die Ent-wicklung
der Anstalt erfreuliche Fortschritte gemacht, und so können wir die
letzte, die von dieser Stelle ausgeht, als besonders erfreulich be-
zeichnen. Die ehemalige freie Reichsstadt Augsburg, diese ehemals
so blühende Kuuststätte, der wir schon manche Förderung ver-
danken, hat den Betrag von 3000 m. bestimmt, um eine Anzahl von
Abgüssen augsburgischer Skulpturen herstellen zu lassen, durch
welche die Bedeutung der augsburgischen für die Geschichte der
deutscheu Kunst jedermann klar und ersichtlich zu Tage treten
soll. Neben Werken des Mittelalters sollen vorzugsweise die
bronzenen Brunnen , auf die von Alters her die Stadt stolz ist,
zur Abformung ins Auge gefafst werden.
Herr Christoph Graf von Münnich hat den Beschlufs gefafst,
das Archiv der Familie, deren letzter Sprosse er ist, nebst den
Kunstwerken, die als Familienstücke sich damit verbinden, zu übei'-
geben-, und nachdem eine Einigung über Aufbewahrung und Auf-
stellung leicht hatte stattfinden können, dem bekanntlich ganz ge-
ringen Stammvermögen der Anstalt' den Betrag von 3000 m. in
preufsischen Consols mit der Bestimmung übergeben, aus den Zinsen
die Einrichtungs - und Erhaltungskosten der Familiensammlung zu
bestreiten , so dafs diese , auch bei etwaiger knapper Zeit, nie dem
Museum Kosten verursachen könne.
Aus der Hand eines Freundes der Anstalt, der seinen Namen
nicht genannt wünscht, haben wir den Betrag von 100 m. .erhalten
als Beitrag zum Ankaufe einiger interessanter Originalbriefe von
Luther , Melanchthon, Erasmus v. Rotterdam und anderen hervor-
ragenden Männern der ersten Hälfte des 16. Jhdts.
Unsere Bibliothek hat fast gleichzeitig die ersten 3 Bände jedes
der schönen Jahrbücher, welche die k. k. Hofmuseen zu Wien
und die Generalverwaltung der kgl. Museen zu Berlin herausgeben;
und welche an Gediegenheit des Inhalts wie' an Werth der vorge-
fülirten Schätze wetteifern, die ersteren als Geschenk Sr. Excellenz
des Herrn Oberstkämmerers Grafen Folliot v. Crenneville,
letztere als solches des Herrn Kultusministers v. Gofsler erhalten.
Die drei vom Verwaltungsausschusse in seiner letzten Sitzung
zur Mitgliedschaft desselben berufenen Herren : Prof. M. Heyne in
Göttingen, A. Ritter v Lanna in Prag (Gmunden) und k. k. Hof-
rath Q. Ritter v. Leitner in Wien, haben die auf sie gefallene
Wahl angenommen und sind in diesen Ausschufs eingetreten.
Unser Handelsmuseum sowie die Sammlungen des Museums
verdanken dem hiesigen Handelsvor.stande die Ueberlassung einer
Anzahl kostbarer und werthvoller Bücher -sowie eines silbernen
Prachtbandes vom Beginn des 17. Jhdts., die unter Eigenthumsvor-
behalt uns übergeben worden sind.
Die verehrl. pfälz. Handelskammer hat einen Jahresbeitrag von
25 m. für das Handelsmuseum zugesagt.
Seit Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden folgende
neue Jahresbeiträge augemeldet:
Von Privaten: Berlin. Hexmann Landsberger, Kaufmann,
10 m. ; von Livouius, Rittmeister, 3 m. ; Louis Plathner, Kaufmann,
10 m. Bremen. Job. Iliurich Oesemaun, Fonds- u. Effekten-Mak-
1er, 5 m. Chemnitz. Paul Bartusch, Kontorist, 2 m. ; Hugo Duder-
städt, Architekt, 5 m. ; Robert Linke, Apotheker, 2 m. ; Anton
Münch, Kaufmann, 2 m. ; Karl Theod. Pälsler, Amtsrichter, (statt
bisher 1 m. 50 pf., 3 m. ; Frdr. Pflugbeil, Koramerzienrath, 5 m. ;
Hermann Reufsner, Lehrer, in Gablenz 1 m. 50 pf. ; Moritz Rost,
Steuerbeamter, 1 m. 50 pf. ; Max Schubert, Fabrikant, 1 m. 50 pf.
Otto Tetzner, Techniker, 1 m. 50 pf. ; Ungenannter 1 m. ; Robert
Wiuter, 11. Lehrer in Altendorf, 1 m. 50 pf. ; Carl Wolfram, Kauf-
mann , 3 m. Delmenhorst. Segelken, Lehrer, 50 pf. Dresden.
Menz Pekrun & Co., Bankgeschäft, 10 m. ; Wehinger, Referendar,
5 m. Emden. Dr. Grasshof, Gymnasialdirektor, 3 m. Fürth. Dr.
El- Da\id , Lehrer, 2 m. ; Schiidkiiecht, Zinnfigurenfabrikant, 2 m.
St. Goarshausen. Lotichius, Kommerzienrath, 2 m. ; Dr. Lotichius
â– i m. Greding. Dr. Grafsler, st'ellvertr. Bezirksarzt, 1 m. Gundel-
fingen. Cornelius Deisler 2 m. Güstrow. Ackermann, Rechtsan-
walt, '■'• m. ; Hcydemaun , Landger.-Rath und Reichstagsmitglied,
3 m. Hamburg. Dr. H. Hartmeyer 10 m. Landau i. Pfalz. Körb-
ler, Hauptmann, (statt bisher 2 m.) 3 m. Marburg. Dr. G. Kön-
necke, kgl. Staatsarchivar, 3 ui. Markdorf. E. Frey, Stadtschreiber,
1 m. 74 pf. Mülheim a. Ruhr. Carl v. Eicken, Fabrikant, 3 m. ;
Haniel, Landratli, o m. ; Lickfeld, Apotheker, 3 m. ; Josef Rosarius,
Fabrikant, 3 m. Münchberg. Stark, kgl. Dekan, 2 m. Nürnberg.
Heb. Beuter 2 m. ; P^rl. Ottilie Dietz 4 m. ; Alexander Frech 3 m. ,
Ida Wnidberger, Privatiere, 2 m. ; Christ. Zahu, Lehrer, 2 m. Of-
fenburg. AVilh Schell, Fabrikant, 3 m. Riedlingen. Eggmann,
Stadtpfarrer, 2 m. Rochlitz I. S. Kneschke, Sekretär, 1 m ; Wag-
ner, Bürgerschullehrer, 1 m. Rossleben I. thür. Scheibe, Profes-
sor u. Rektor der Klosterschule, 5 m. ßudolstadt. Dr. Bangert,
Gymnasiallehrer, 2 m- Stargard. Drens, Regiertingsbaumeister,
2 m. ; v. Podewils, Kriminalratli, (statt bisher 1 m.) 2 m. ; Schnebel,
Bau- u. Betriebsinspektor, 2 m. Stendal. Bruchmann, Buchhänd-
ler, 3 m. Straubing. Krapp, kgl. III. Staatsanwalt, 1 m.
Einmalige Beiträge wurden folgende gespendet :
Von Privaten : Bremen. Carl Heb. Hoffmann, Makler, 10 m.
Chemnitz. Richard Böhmig, Justizrafh, 3 ra. ; Franz Kunath, Ban-
kier, 10 m. ; Eugen Voigtländer, Kaufmann, 10 m. Oelsnitz i. Erz-
geb. J. C. P. Meinert, Fabrikant, 20 m. Rochlitz I. S. Oester-
reich, Baumeister, 1 m. Suresnes (Seine). G. Dessauces 3 m.
Unsern Samudungen giengen ferner folgende Geschenke zu :
I. Für die kunst- und kultiirgeschiclitliclien Sairm-
lungen.
(Nr, 8792-8814.)
Bremen, liuchenau, stud. phil. : Eiserne Lampe von 1698.
Einige Paketchen terra sigillata des 16. --17. Jalirh. Frhr. v.
Eelking, prakt. Arzt: Egerländer Hochzeitszug, Aquarelle. —
BrUnn. Franz Dressler, Bildhauer: Gipsabgufs einer Ritterfigur
vom Rathhause zu Brunn, angebl. von Pilgram. — Californien. Un-
genannter: Silberne Medaille, angeblich von A Dürer auf M.
Luther. — Eutin. Kürschner, Oberlehrer: 15 Steingeräthe und
Bruchstücke von solchen, gefunden bei Entin. Bronzefibel. Eine
Folterbirne ; 16. — 18. Jahrb. Messingne Tabaksdose ; 18. Jahrb.
Glasgranate; 17.— 18. Jahrb. — Hersbruck. Linduer, Agent:
Bruchstück eines Bronzemessers. — Hildesheim. G. Louis Lische:
Gipsabgufs eines Lautenspielers, Holzskulptur. — Karlsruhe. Geh.
339
Anzeig-er lür Kunde der deutschen Vorzeit.
iiO
Hofrath E. Wagner, Professor und Couservator : Archäologische
Karte von Baden. Kessenich b. Bonn. E. aus'm Weerth, Pro-
fessor: Abklatsch von Grabinschriften zu Motz; Kupferwerk nach
Chodowiecki von verschiedenen Stechern. — Lüneburg. Raphael
Peters, Photograph : 50 Blätter Photographien von Lüneburger
Kunstwerken u. Baudenkmalen. — Moselkern. Dr. Kling: ..Haele',
Haken zum Aufliängen der Kessel über dem Ileidfeuer, wie sie in
der Moselgegend gebräuchlich waren; 17.— 18. Jahrh. (?) — Nürn-
berg. Beer, Gerbereibesitzer: Gestochehe Kupferplatte von Tho-
mas Hirschmann, darstellend den Umzug der Gerber 1687. Eugen
Heim, Tapezier: Berliner messingne Kaft'eemaschine für Landpar-
tieen ; 18 — 19. Jahrh. Fr. Hertel, Kaufmann u. Magistratsrath :
Bronzene Brunnenfigur; 16. — 17. Jahrli. Jakob Krieger, Fabri-
kant: Handzeichnung von C. Klein; 1820. v. Puscher, Commer-
?ienrath : :j kleine Silbermünzen des 18. Jnhrh. Schätzler, Ober-
inspektor : 12 Oktavtafeln mit Münzabbildungen. Sprenger, Schrei-
nermeister : 2 eiserne Fenstersperrer. Joh. Zeltner-Dietz,
Fabrikbesitzer. Scheibenbüchse; 18. — 19. Jahrh. — Stockerau. C.
M. Blaas, Professor: 2 ältere Silbermünzen. — Weissendorf.
Freifrau von Guttenberg, geb. Prinzessin von Thurn und
Taxis : Uniformsstücke des kgl. bayer. Kämmerers und Reichsratlies
Herrn. Freih. von und zu Guttenberg. - Wien. C. v. Ernst, k.
k. Reg.-Rath : Silberner Jeton auf den Besuch des k. k. Haupt-
münzamtes zu Wien durch den III. Vereinstag deutscher Münzfor-
scher. K k. Oberst-Kämme ranit: Neue Abdrücke des Trium-
phes Kaiser Maximilians I. — Wiesbaden. Dr. A)fr. Hartmann:
Die Stiefel, welche König Jeröme von Westphalcn unmittelbar vor
seiner Flucht aus Kassel gewechselt hatte.
IL Für die Bibliothek.
^ (Nr. 47,907— 48,0iJ0.)
Berlin, v. Gofsler, k. pr. Kultusminister, Exe: Jahrbuch
der k. preufs. Kunstsammlungen; Bd. I. II. III. 1880 — 82. 2. —
G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung: Oncken, allgemeine Ge-
schichte etc.; II. Hauptabtheilung, 9. Theil : Rüge, Geschichte
des Zeitalters der Entdeckungen. 1881. 8. Magistrat: Verwal-
timgsbericht über das märkische Provinzial-Museum für 1882,83.
ISSy. 8. Dr. A. V. Sali et, Professor: Ders. , deutsche Gufs-Me-
daillen aus dem 16. u. dem lieginn des 17. Jhdts. 8. Sonderabdr. —
Bern. Dr. A. Jahn: Erinnerung an Rudolf Jahn. 1883. 8. Staats-
kanzlei des Kantons Bern: Fontes rerum Bernensium. Berns
Geschichtsquellen. I. Bd. 1883. 8. — Boppart. Ernst Seyffardt,
Rentner: Ders., Deutschlands Wacht , 1870 — 71. Festspiel nach
Zeitgedichten. 1883. 8. — Bremen. Dr. H. Frh. von Eelking:
. Power Cobbe, Licht an dunkeln Stätten. Deutsch von Agnes Gräfin
Egloffstein. 1883. 8. Jahresbericht des Vorstandes des Kunstver-
eins, 1882/83. 1883. 8. — Crefeld. Dr. W. Buchner, Direktor:
Centralblatt für allgemeine Gesundheitspflege, hrsg. von Finckeln-
burg u. Lent; l. Jahrg. u. II. Jahrg., 1.-9. Heft. 1882 u. 83. 8.
Correspondenz -Blatt des nioderrhein. Vereins für öffentliche Ge-
sundheitspflege; Bd. VIII, Nr. 10— 12.' IX, 1 — 12. X, 1 — 12-
1879—81. 4. Stollwerk, Kirchen- u. Profangeschichte der Stadt
Uerdingen; L Hauptabthlg 1881. 8. - Dinkelsbühl. K. Real-
schule etc. Jahresbericht etc. f. d. Schuljahr 1882,83. 1883. 8. —
Dresden. H. Klemm, Direktor u. Redakteur: Ders, Katalog der
Ausstellung seltener kirchenhist. Manuscripte u. Druckwerke. 1883.
8. — Dubuque (Jowa). N. S. Gönner: Ders., Prairicblumcu. 1883.
S — Düsseldorf. Dr. J. Schneider, Professor: Ders., die alten
Heer- u. Handelswege der Germanen, Römer u. Franken; 2. Heft.
1883. 8. - Eger. Heinr. GradI, Stadtarchivar: Ders., Die Min-
derung des Egerlandes. 1883. 8. Sonderabdr. — Freiburg i. Br.
Herder'sche Verlagshandlung: Kraus, Realencyklopädie der christ-
lichen Alterthümer; 9. Lfg. 1883. 8. Universität: Adler, Rod-
bertus, der Begründer d. wissenschaftl. Socialismus. 1883. 8. Kramm,
über Konrads von Heimesfurt Sprache u. Verskunst. 1882. 8. Levi,
der Troubadour Bertolome Zorzi. 1883. 8. Meurer, der Begriff
des kirchl. Strafvergehens nach den Rechtsquellen des Augsburgi-
schen Bekenntnisses in Deutschland zur Reformationszeit. 1883. 8.
Rüttenauer, zur Vorgeschichte des Criticisnms und Idealismus.
1882. 8. Schanz , das Erbfolgeprincip des Sachsenspiegels und des
Magdeburger Rechts. 1883. 8. Steft'eck, der gärtnerische Ackerbau
als Hülfe für die deutsche Landwirthschaft. 1883. 8 o. 49 weitere
akademische Schriften nicht historischen Inhalts. — Giessen. Uni-
versität: V. Ritgen, Geschichte der grofsherzogl. hessischen Stadt
Staufenberg u. ihrer Burgen. 1883. 4. Stade, über die Lage der
evangehschen Kirche Deutschlands. 1883. 4. u. 9 weitere akade-
mische Schriften nicht historischen Inhalts. — Göttingen. Dr. G.
Hanssen, Universitätsprofessor: Ders., agrarhistorische Frag-
mente zur Erkenntnifs der deutschen Feldmarkverfassung von der
Urzeit bis zur Aufhebung der Feldgemeinschaft; I. II. u. Anhang
zu III. 8. — Graz. St eiermärk.-l andschaftl. Joanneum:
71. Jahresbericht etc über das Jahr 1862. 1883. 4. — Halle. Otto
Hendel, Verlagshandlung: Beschreibende Darstellung der älteren
Bau- u. Kunstdenkmale der Provinz Sachsen; 8. Heft: d. Kreis
Merseburg. 1883. 8. — Karlsruhe. Grofsherzogl. bad. Gene-
ral-Landesarchiv: von Weech , Siegel von Urkunden aus dem
grofsh. bad. General -Landesarchiv zu Karlsruhe; I. Serie. 1888.
gr. 2 Dr. Friedr. v. Weech, geh. Archivrath: Ders., das Ar-
chiv der Stadt Radolfzell. 1883. 8. — Kupferzell. F.-K. Fürst zu
Hohenlohe - Waidenburg, Durch 1.: Ders., sphragistische
Aphorismen; III. Lfg. Nr. 201—300. 1883. 4. - Leipzig. T. 0.
Weigel, Verlagshaudlung: Otto, Handbuch der kirchlichen Kunst-
ari'häologie des deutschen Mittelalters; 5. Aufl. 4. Lfg. 1883- 8. —
Lissabon. Chevalier J. P. N. da Silva, architecte: Ders., decou-
verte d'une ville Romaine en Portugal, en 1882. 8. - Magdeburg.
Felbner, Hauptmann a. D. : Wanderhandbüchlein: Der getreue
üefehrte und Helfter. 12. — ftieissen. Clemens Frhr. von Hau-
sen, Hauptmann z. D : Ders., Vorrede zu meiner Familiengeschichte.
8. Ders,, Für das germanische Museum (Deutsches Adelsblatt _18b3,
Nr. 28 — 30.) 4, — Mühlbach. Evangel. Unter- Gymnasium:
Kootz, Mühlbacher Hexenprocessc. 1883. 4 Pr. — Künchen. Chri-
stian Kaiser, Verlagsbuchhandlung: Tuimair, gen, Aventin,
sämrati. Werke; Bd. IV, 2. Hälfte. 1883 8. — Münster. K. Aka;
demie: Löhrer. de Cajo Julio Vero Maximino, Romanorum iinpe-
ratore. 1883. 8. Iloogeweg, die Chronik des sogen. Martinus Ful-
densis; (Münsterische Beiträge zur Geschiclitsfoi-gchung, II. Hft.),
Wattendorfl", Papst Stephan IX. 1882 8. Schnürer, Pilgrim , Erz-
bischof von Köln 1883. 8, Lögel, die Bischofswahlen zu .Münster,
Osnabrück, Paderborn seit d. Intcrre^^num bis zum Tode-Urban VI.
1883. 8. Müller, de M. Antonio Gordiano III. Romanorum inipe-
ratore. 1883. 8. — ftJünsterniEifeld. Fr. Joachim, Apotheker:
Duclos, memoires secrets sur les regncs de Louis XiV. et de
Louis XV. t. I. II. 17.91. 8. — Neuwied. Hans Karl Heuber-
ger, Landrath a. I).; Ders. XIV. Jahreshrief an die Enkelinnen.
1882. 8. — Nürnberg. -G. Benda: Stölzlin, geistliches Donner- u.
Wetter-Büchlein, 1692. 8. A. Körner, Architekt: Hpude, Franz
Balthasar Schönberg v. Brenkenhoft'. 1880. 8. Sonderabdr. J Priem.
Kustos der Stadtbibliothek : Ders., die Stadthibliothek in Nürnberg.
1883. 8- Rockstroh, Procurist: Kleine Chronik von Nürnberg bis
1689. Pap Hs. 17. Jhdt. 4. Jac. Schwartz, Kaufmann: Ders.,
Gedichte in Nürnberger Mundart. 8. — Ravensburg. K. württemb.
Gymnasium: Programm etc. zum Schlüsse d. Schuljahres 188283.
4. Regensburg. K, neues Gymnasium: Jahresbericht etc. f.
d. Studienjahr 1882 83. 1.-83. 8. Zettel, Thookrits Himior, 1883. 8.
— Riga. Redaktion der Mitth eilungen u. Nachr i chten
f d. evangel. Kirche in Ru Island: Bericht über die Wirksam-
keit der ünterstützungskasse etc. 1883. — Saargemünd. Dr. Karl
von Jan, Oberlehrer: Ders., die griechischen Saiteninstrumente.
1882. 4. Köhne, k. pr. Garnisonsbauinspektor: Kuntzeniüller,
urkundliche Geschichte der Stadt u. Festung Spandau. 1881. 8. —
Salzburg. K. k. Staatsgymnasium: Wolf, die Bartholomiten
und ihr Seminar in Salzburg. 1883. 8. — Sigmaringen. Eugen
Schnell, fürstl. Archivar: Ders., St. Nicolaus, der heil. Bischof
u Kinderfreund. 1883. 8. — St. Gallen. Friedr. Fiscbbach,
Direktor der Kunstgewerbschule : Ders., Ornamente der Gewebe;
4. Lfg. 2. — Strassburg. Dr. Friedr. Bergmann, Universit.-
Professor: Ders., lettre sur le prcamble. 1882. 8. — Trier. Dr.
Ilettner, Direktor des Provinzial -Museums: Führer durch das
Provinzial-Museum zu Trier; 2. Aufl. 1883. 8. — Ulm. K. Gymna-
sium: Programm etc. zum Schlüsse des Schutjahrs 1882 83. 1883.
4. — Wetzikon. H. Messikommer: ,.Antiqua"', Uuterhaltungsblatt
351
Anzeiger
lür Kunde der dcutscluMi Vorzeit.
342
fiir Fioiimlc der Alterthumskundo; II. Halbjahr 1883. Nr. 1—5.8. —
Wien. K. k. Statist. Ceutral-Commission: Oesterreichische
Statistik; Bd. I, 1-3. II, 1. 2. 1882. 2. Franz Graf Folliot
de Crenne villc, k. k. Oberstkämmerer, Fcldzciigmeistor; Jahrbuch
der kunsthistorischen Sammhiugeu des Allerhöchsten Kaiserhauses;
1. u. II. Bd. 1883 u. 84. 2. Gemeinderath der Stadt: v Ren-
ner, Wien im ,lahre 1683. 1883. i. Weils, Festschrift aus An I als
der Vollendung des neuen Rathhauses (in Wien). 1883. 4. Katalog
der historischen Ausstellung der Stadt Wien, 1883. 1883. 8. Ferd.
V. Höchste tter, Obmann der prähist. Commission d. kais. Aka-
demie der Wissonsch. : Ders., die neuesten Gräberfunde von Watsch
u. St. Margarethen in Krain. 1883. 4. Sonderabdr. Dr. Frhr.
Franz von Mensi, Ministerialconcipist: Beth-Büchel. Pap. Hs.
1781. 8. Taschen • Gesellschafter für 1804. 12. Damen- u. Haus-
frauen-Kalender f. d. J. 1847. Katalog der ersten internationalen
Kunst- Ausstellung im Künstlerhause (z. Wien) 1882. 8 Festzug der
Stadt Wien zur silbernen Hochzeit des Kaiserpaaros (Wiener Tag-
blatt, Nr. 113; Deutsche Zeitung Nr. 2629; n. illustr. Zeitung Nr. 31)
1870. gr. 2. - Zittau. G. Korscheit, Oberlehrer: Ders.. Kriegs-
ereigni'sse der Oberlausitz zur Zeit des bair. Krbfolgekrieges u. der
franzüs. Kriege; I. Th. 1883. 8. Sonderabdr. — Zweibrücken. K.
Studien an st alt: Jahresbericht etc. f. d. Studienjahr 1882,83. 8.
Krupp, die homerischen Gleichnisse. 1883. 8.
IIL Für das ArcLiv".
(Nr. 4819-4822.)
Coblenz. Dr. G. Sello rttiftungsbrief der Bruderschaft der
Schneidergesellen und Knaben zu Ueberlingen. 1485. Perg. Abschr.
Spruchbrief des Rathes zu Ueberlingen, betr. die Nachrede des
Schuhmachers Jörg Gürtler gegen den Schneiderknecht Caspar New-
berg. 1506. Perg.' Erneueruugsbrief der Bruderschaft der Gesellen
und" Knaben des Schneiderhandwerks zu Ueberlingen. 1514. Perg.
Spruchbrief der Meister und Gesellen des Sclmeiderhandwerkcs zu
Ueberlingen zwischen Barthlome Kern und Hans Knastelin wegen
Beschimpfung. 1556. Perg. Versprucbbricf und Bürgschaft des Blasius
Schenyelin am Andelspach, die dem Grafen Joacliim von Fürstenberg
geschworene Urfehde getreulich zu halten. 1567. Perg. Verschrei-
hung eines Patrimoniums (in eventum) von 1500 fl. für den Geist-
lichen Christian Müller durch Ammann, die Gerichtsverwaudten und
die Gemeinde der freien Herrschaft St. Gerold ..Frielsen" genannt.
1715. Perg. -- Nürnberg. David Jegel: Brief Reindels, Direktors
der Nürnberger Kunstschule 1841. Autogr. Eugenio Scudel-
lari, in Firma Scudellari &Reghini: Verzeichnifs der Ein-
künfte einer von Giuseppe Morgera gestifteten Kaplanei zu Casa-
micciola (1779-1812) und der durch dieselbe gelesenen Messen
(1822- 1879.) Pap. - Wien. Dr. Karl Lind, k. k. Sektions-
rath: Spruchbrief zwischen Reitze , Herrn Seyfrides Wittwe des
Chienberger, und ihrem Binder Konrad dem Nuzdorfer wegen
des dritten Theils eines Weingartens. 1322. Perg. Kaufbrief Fried-
richs, des schönen Elbleins Eidam, an Schwester Perchta von
Pomgarten, zu den Zeiten Priorinu zu Tülle, über einen Weingar-
garten, gen. Ger. 1340. Perg. Gesellschaftsvertrag des Bertholt
Nützel zu Nürnberg mit Konrad, Peter und Marquart den Men-
deln lr!83. Perg. Schreiben an eine österreichische Stadt, sich mit
gewappneter Macht nach Eggenburg zu stellen. 1389. Pap Schrei-
ben des Kaisers Friedrich III an den Bürgermeister, Richter u.
Rath zu Neuenstadt, Münzen und Salzaufschlag betr. 1461. Pap.
Verzichtbrief der .Marienkirche zu Zülpich für die Apostelkirche
in Köln über einen Erbgulden aus einem Hanse bei der Münster-
pforten gegen vierthalb Mark aus einem Hause bei dem ,.Poele„ (Pfuhl)
das. I4bl. Pergam. Eheversprechen zwischen Faltte, des Hans
Unzaytigs Sohn, von Walldorf und der Jungfrau JMille, des Herten
Goldt's Tochter von Schygendorf i6l6. Pap. Aufnahms - Urkunde
des Klosters zu Stams für Ulrich Hendl zu Goldrain, Freiherru
zu Jufal, und seine Gemahlin in des ersteren Bruderschaft. 1625.
Perg. Aufnahmsurkunde des Charles Bigy , Capitaine et Adjoint,
in den Freimaurerorden. 13. Jahr der Republ. Perg.
Nachstehende Zeitungen und Zeitschriften sind uns im Jahre
1883 aulser den bereits im Laufe des Jahres im Geschenkever-
zeichnisse und unter den „Schriften der Akademieen, Museen u.
histor. Vereine" bestätigten theils als Geschenke, theils im Aus-
tausche gegen unseren Anzeiger zugekommen:
Antiqua, Unterhaltungsblatt für Freunde der Alterthumskunde
(v. Messikommer u. Forrer).
Anzeiger f. Bibliographie u. Bibliothekwissensch. (v. Petzholdt).
,. Nürnberger.
Ar Chief vobr noderlandsche Kunstgeschiedenis.
Archiv für kirchliche Kunst (v. Prüfer).
„ für Literaturgeschichte (v. Schnorr v. Carolsfeld).
,. für Geschichte der Medizin v. Rebifs.
„ für Post u. Telegraphie.
„ für Stenographie iv. Dreinhöfer.)
Bär, der. Illustrirte Berliner Wochenschrilt (v. Dominik).
Bau Zeitung, deutsche (v. Fritsch u Büsing).
Beilage, wissenschaftliehe, der Leipziger Zeitung.
Beobachter deutscher, franz. n. engl. Herrenmoden (v. Klemm).
Berichte, stenographische, des bayerischen Landtags.
Bibliographie, allgemeine, für Deutsehland (v. Hinrichs).
Blätter, für literar. Unterhaltung (v. R v. Gottschall).
Ceutralblatt, literarisches (v. Zarncke).
„ der Bauverwaltung iBerlin)
Daheim. Familienblatt mit Illustrationen.
Familienblatt, deutsches, (von Schorer).
Form ensc hat z (v. G. Hirth).
â– Frauenzeitung, illustrirte (v. Lipperheide).
Gartenlaube lllustrirtes Familienblatt.
Gemeindezeitung, deutsche (v. Stolp).
Gewerbehalle.
Halleluja. Organ für ernste Hausmusik (v. Becker u. Zimmer).
Haudweiser, literarischer, (v. Hülskamp).
Kirchenzeituug, neue evangelische, (von Meisner).
Ko rrespondeirt von und für Deutschland.
Kunstblatt, christliches, (y. Merz u. Pfannschmidt).
Kunst Chronik, österreichische (v. Lauser).
Kurier, fränkischer.
Land u. Mee r. über:
Literaturblatt für ge-m. u. rem. Philologie (v. Behaghel u.
Neumann).
Mittheilungen des Statist. Bureaus der Stadt Leipzig.
„ und Nachrichten für die evang. Kirche in Rufsland.
Modenzeitung, europäische, (von Klemm).
Monatshlatt, ostfriesisches, (v. Zwitzers).
Monatshefte zur Statistik des deutschen Reiches.
Papier -Zeitung (v. Hof mann).
Postzeit nng, Augsburger.
Presse, Nürnberger.
„ süddeutsche.
Quart als ohrift, theologische, (Tübingen).
Reichs-Anzeiger, deutscher, u k. preufs. Staats-Anzeiger.
Revue celtique (v. Guidoz).
Rundschau, deutsche, (v. Rodeuberg).
Sprech -Saal. Organ der Porzellan-, Glas- und Thonwaaren-
Industrie.
Staats-Anzeiger für Württemberg.
Stadtzeitung, Nürnberger. i
Statistik des deutschen Reiches.
,. österreichische.
„ preulsische.
Uhrmacher-Zeitung, deutsche.
V i e r t e 1 j a h r s c h r i f t , f. Volkswirthsch., Politik u. Kulturgeschichte.
,, f. moderne Kinder-Garderobe (v. Klemm).
Wäsche-Zeituiig (v. Klemm).
Welt, die illustrirte.
Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg.
Wochenschrift, gemeinnützige, (Würzburger).
Zeit, unsere, (v. R. v. Gottscball).
Zeitschrift für deutsches Alterthum u. deutsche Literatur (von
Steinmeyer).
„ des Anwaltvereins für Bayern.
„ für preufsische Geschichte u. Landeskunde.
„ für bildende Kunst. Mit dem Beiblatte : Kunst-Chronik.
343
Anzeiger i'üv Kunde der deutschen Vorzeit.
344
Zeitschrift für Museologie u. Antiquitätenkimde (v. Grässe).
„ neue, für Musik (v. Kahnt).
„ für deutsche Philologie (v. Zacher).
„ des k. preul's. Statist. Bureaus.
Zeitschrift des k. Sachs. Statist. Bureaus.
Zeitung, fränkische.
,: norddeutsche allgemeine
„ für die elegante Welt.
Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine,
welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind :
Academie royale des sciences etc. de Belgique ä
B r u X e II e s :
Memoires couronnes et memoires des savants etrangers ....
Tome XLIV. 1882. 4. ... Les reliques et les reliquaires donnes
par St. Louis, roi de France, au convent des Dominicaius de Liege.
Von J. Heibig. (Mit 5 Tafeln). — La peinture flamaude et son
enseignement sous le regime des confreries de St. - Luc. Von
Edgar Baes. —
Memoires etc. Tome XLIV. 4. L'organisation judiciaire, le
droit penal , et la procedure penale de la loi salique . . . Von
J. J. Thonissen.
Memoires couronnes et autres memoires . . . Collection in 8.,
Tome XXXni — XXXV 1882 u. S3. 8. Histoire de l'academie
imperiale et royale des sciences I. u. IL Von Ed. Mailly. —
Annuaire etc. 48™« u. 49™" annee. 1882 u. 1883. 8. — Bulle-
tins etc. 50™ — 52™e annee, 3™« serie, tome 1—5. 1881—83. 8.
Tables generales du recueil de buUetius .... 2"« serie.
Tome XXI. A. L. (1867—1880). 1883. 8.
Commission royale d'histoire etc.:
Comte rendu des seances etc. ou recueil de ses bulletins. Tome
neuvieme, 2« bulletin — tome onzieme, • '. 2« buUetin. 1882 und
1883. 8.
Documents inedits relatifs ä l'histoire du XVI" sifecle ; pub-
lies par . . Kervyn de Letteuhove . . 1«" partie. 1883. 8. 389 Stn.
Societe royale Beige de geographie ä Bruxelles 'â–
Bulletin etc. Septieme annee. 1883. No. 4. 8. Juillet-Aoüt. 8.
Kon. oudheitkundig genootschap te Amsterdam:
Jaarverslag in de 25. algemeene vergadering op Maandag 28. Mei
1883, uitgebracht door den voerzittcr. 8.
Societe royale des antiquaires du Nord:
Memoires etc. Nouvelle serie. 1882 — 1884. Copenhague. 8.
Prof. S, Bugge's studies on northern niythology. Von G. Stephens.
Estländische literarische Gesellschaft:
Archiv etc. Herausgegeben von C. Schirren. N. F. IX. Bd.
Reval, 1883. 8. Neue Quellen zur Geschichte des Untergangs
livländischer Selbständigkeit. Aus dem dän. Geh. Archive zu Ko-
penhagen . . Bd. I.
Verein für siebenbürgische Landeskunde;
Korrespondenzblatt etc. VI. Jahrg., 1883. Nr. 9. 8.
Siebenbürg.-sächsische Alterthümer. (Forts.) V-on Fr. Teutsch.
— Aberglauben. Von dems. ü. J. Wolft'. — Dietrich : Unter Oester-
reichs Doppeladler. Von Frz. Zimmermann. — Kleine Mittheiiungen.
— Literatur.
K. K. Central-Commission zur Erforschung und Er-
haltung der Kunst- u. historischen Denkmale:
MittheUungen etc. IX. Bd. 2. Heft. Wien, 1883. 4. Studien
über Steinmetz - Zeichen. III. Von Frz. Rziha. (Schi.) (Mit Ab-
bildg. u. 12 Tafeln.) — Zur Baugeschichte der Brünner Domkirche.
I. Von August Prokop. (Mit Abbild.) — Ein Kunstwerk altetrus-
kischer Metalltechnik. IL Von K. Deschmann. — Die Sammlung
alter Geschütze im k. k. Artillerie-Arsenale zu Wien. I. Beschrie-
ben von Wendelin Böheim. — Die Holzschnitte der Handschrift des
Heiltum-Büchleins im Pfarr- Archive zu Hall in Tyrol. Von L. Frhr.
von Höhenbühel, gen. Heufler «u Rasen. II. (Mit Abbild.) —
Eduard Freiherr von Sacken. Von Dr. Fr. Kenner. — Die Leichen-
brandstätte bei Ksin. Besprochen von Clemens Cerniäk u. J. Hend-
rich. — Gräberfunde an der Colombara bei Aquileja u. die Aus-
grabungen an der Beligna. — Altdeutsche Bilder aus der Viutler-
schen Galerie in Bruneck. (Mit Abbild.) — Ueber Archive in Kärn-
ten. II. Von Leop. von Beckh-Widraanstetter. — Notizen über
Denkmale in Kärnten. Von Dr. K. Lind. XV. (Mit Abbild). —
Notizen. —
K. k. heraldische Gesellschaft „Adler" in Wien;
Monatsblatt etc. Jhrg. 1883. Nr. 34. 8. Gesellschaftsange-
legenheiten.
Numismatische Gesellschaft in Wien:
Monatsblatt etc. Nr. 2. 1883. 8. Gesellschaftsangelegen-
heiten. — Verschiedenes. — Münzfund zu Vitis. Von Dr. Rai-
mann. — Der Steckborner Münzfund. — Der Münzfund in Waid-
hofen a. d. Thaya. — Nekrolog etc.
K. k. österr. Museum f. Kunst u. Industrie:
Mittheiiungen! etc. XVIII. Jhg. 1883. Nr. 217. Mit 1 Beil.
Wien. 8. Theodor Grafs Entdeckung antiker Gewandstoffe. Von
G. Ebers. — Katalog der Th. Graf sehen Funde in Egypton. Von
Dr. .T. Karabacek. (Forts.)
Wissen sehaflicher Club in Wien:
Monatsblätter etc. IV. Jhg. 1883. Nr. 12. 8. Clubangele-
geuheiten. — Ein kaiserlicher Hof-Poet. Von Dr. M. Landau.
Christlicher Kunstverein der Diö,cese Seckau:
Der Kirchenschmuck etc. XIV. Jhg. 1883. Nr. 9. Graz.
8. Von der kulturhistorischen Ausstellung zu Graz. (Forts.) —
Die kirchliche Kunst im Domstifte Seckau. (Forts.) — Notiz.
Museum Fr ancisco- Carolinum zu Linz:
41. Bericht etc. Nebst der 35. Lieferung der Beiträge zur
Landeskunde von Oesterreich o. d. Ens. Linz, 1883. 8. — Ober-
österreichs .\ntheil an der Literatur des 12. Jahrhunderts. Von
Alois Ebner. — Die literarische Thätigkeit des Museums Fran-
cisco- Carolinum . . während dessen fünfzigjährigen Bestandes.
Von J. M. Kaiser.
Königl. bayer. Akademie der Wissenschaften zu
München :
Johannes Turmair's, genannt Aventinus, säramtlichc Werke . .
343
Anzeiger für Kuinle
der deutlichen Vorzeil,.
346
Vierter Band. Zweite Hälfte: Bayerische Clu-onik, (Buch II) 1883.
8. S. 581 - 1184.
Forscliuiigen zur deutschen Geschichte. Hrsg. v. d. histor-
Commissiou dcrs. Akademie. XXIII. Bdes. 3. Heft. Gottingeu, 1883.
8. Die Grafen von Nüriug. Von K. I'raudt. Anhang : Umfang u.
Grafen des Niddagaues. — Kaiser Alexius u. Alhert von Aachen.
Von B. Kugler. — Zur Beurtheilung der Akten des Konstanzer
Konzils. Von Dr. H. Finke. — Die Politik Leo's X. in dem Wahl -
kämpfe der Jahre 1518 u. 1519. Von H. Baumgarten. — Zur Kri-
tik der Nachrichten über die Attentate v. 1819. Von Dr. J. Her.
mann. — i Kleinere Mittheiliingen : Nicht Melanchthon, sondern Ni-
kolaus ßasellius. Urheber der Interpolationen in der Chronogra-
phie des Nauklerus. Von Dr. H. Müller. — Zu den Quellen des
anonymen Notars des Königs Bela. Von Fr. Rühl. — Zur Frage
nach dem Verfasser des Epos „Carolus magnus et Leo papa." Von
Dr. Ausfeld. — Zur Erbfolgeordnung des altlangobardischen Rechts.
Von Dr. M. Pappenheim. — Zerstreute Zeugnisse alter Schriftstel-
ler über die Germanen. Von Dr. F. Dümmler.
Die historische Commission bei der k. bayer. Akademie der
Wissenschaften 1858—1883. Eine Denkschrift. München, 1883. 8.
Histor. Verein von Oberbayern :
Oberbayrisches Archiv etc. 41. Band. München, 1882. 8.
Zur Hochilckerfrage. Von Frz. S. Hartmann. — Genealogie der
Pütriche. Von Andr.- Schmidtner. — Die Entwicklung des Witteis-
bachischen Wappens von Herzog Otto I. bis Kurfürst Max III.
Joseph 1180-1777. Altbayerische Serie. Von K. Primbs. (Mit
1 Tafel). — Ueber schwarze und weifse Kunst in den Bezirken
Dachau und Brück. Von Frz. S. Hartmanu. — Die Schützengilde
der Stadt Traunstein und ihre Ordnung von 1597. Von Hartwig
Peetz. — Die Zeulssche Hypothese über die Herkunft der Bayern.
Eine kritische Untersuchung von Dr. Beruh. Sepp. — Die Entsteh-
ung des topograph. Bureau's des k. b. Generalstabes. Von Franz
Sauter. (Mit Abbild.)
44. u. 45. Jahresbericht dess. Vereines. Für die Jahre 1881
u. 1882. 8.
Kunst-Gewerbe-Verein in München:
Zeitschrift etc. Jahrg. 1883, Heft 7 u. 8. 2.
Franz von Seitz. Von Dr. H. Holland. (Mit Abbild.) — Das
Schlofs zu Nymphenburg. Von K. Th. Heigel. (Mit Abbild.) —
Vereiüschronik. — Vermischte Mittheilungen. —
Bayerisches Gewerbemuseum zu Nürnierg:
Kunst u. Gewerbe. Zeitsohr. etc. redig. von Dr. 0. v. Sehern,
17. Jahrg., 1833. 10. Heft. Mit Nr. 18 u. 19 der „Mittheilungen" etc.
8. Zur Geschichte des Porzellans in Europa. Studie von F. Jän-
nicke. I. (Forts.) — Bronzestudien. I. — Die Schrift und ihre
Reform. Von 0. von Schorn. — Kleine Nachrichten. — Literatur.
— Abbildungen: Decke aus der Engelsburg in Rom. — Epitaph
aus St. Peter in Salzburg. — Ornamentmotiv vom Palazzo ducale
in Mantua. — Holz-Intarsia von einem Kästchen aus dem 17. Jahrh.
— Silberner . . . Pokal vom 17. Jhdt. — Schmiedeisen-Gitter aus
S. Maria formosa in Venedig.
Historischer Verein zu Bamberg:
Fünfundvierzigster Bericht . . 1883. 8. Vereihsangelegenheiten.
— Schlufs der Geschichte des Orts und der Pfarrei Rattelsdorf. —
Von Gg. Raab.
Breisgau- Verein „Schau-ins-Land" zu Freiburg
i. Br.
Scliau-ins-Land. 10. Jahrg. 1883. 2. Lfg. 1883. 4.
Wiiblinsberg. Von G. Maurer. (Schi.) — Der Postreiter von
EmnuMulingen. Von C. Geres (Mit Abbild ) — Aus der Zeit alter
Zunfthc^rrlichkcit. Von F. Geiges. (Mit Abbild.) — Die Pfarrkirche
zu Kenzingen und ihre Wandmalereien Von Fr. Schneider. (Mit
Abbild.) — Geschichtl. Notizen über Wolf von Hürnheim zum Tut-
tenstein, Pfandherrn zu Kenzingen. Von Fr. Geiges. (Mit Abbild.)
Gesammtver. d. d. Geschichts-u. Alterthumsvereine:
Correspondenzblatt etc. 31. Jhg. 1883. Nr. 7 u. 9. Darm-
stadt. 4. Mit einer Beilage und einem Extrablatt. Heldengräber
und römische und fränkische Strassen bei Frankfurt. Von K.
Lotz. — Neue Funde aus der Urzeit der Pfalz. Von Dr. C. Mehlis. —
Inschriftliches in Biebrich-Mosbach (Nassau) und Castel (Hessen).
Von F. W- E. Roth. — Ausgrabungen im römischen Grenzwall bei
Hanau. Von Dr. Gg. Wolff. — Die Literatur über das Dannewerk
in Schleswig-Holstein , resp. Aufnahmen desselben. — Wirksamkeit
der einzelnen Vereine. — Notizen.
Lahnsteiner Alterthums verein:
Rhenus. Beiträge zur Geschichte des Mittelrheins. 1. Jhg.
1883. Nr. 9. 4. Urkundliche Nachrichten über die Familien von
Lansteiu. Von C. v. Ledebur. (Forts.) — Zur Geschichte des
Königsstuhls und der Wenzelskapelle.' Von J. Hellbach. (Forts.) —
Rechnung des Johannes Hirfsfelt, Kellners im Schlofs Lahnstein,
1444 — 1446. Von G. Zülch. (Forts.) — Aus einer verschollenen
Urkundensammlung. Von R. Pick. — Zur Geschichte der Pfarrei
Horchheim. Von dems. — Dudechin von Lahnsteiu c. 1147. Von
Dr. Widmann. — Vermischtes. — Eine alte Bibel. Von G. Zülch. —
Zur Geschichte der Familie Schilling von Lahnstein. Von R. Pick. —
Kais. Leopoldino- Carolinische deutsche Akademie
der Natur forscher zu Halle:
Leopoldina etc. Heft XIX. Nr. 17 u. 18. 1883. 4. Aka-
demie-Angelegenheiten. — Literatur etc. —
Gesellsch. f pommer'sche Gesch. u. Alterthumsk. :
Baltische Studien etc. 33. Jahrg. Stettin, 1883. 8. Die Er-
neuerung der Schützengilde zu Cörün. Von v. Bülow. — Cen-
suredikt Herzogs Bogislav 14. — Slavische Streifen. Von Dr.
Beyersdorf. — Die Verbindung des Klosters Esrom mit den wen-
dischen Ländern u. deren architektonische Spuren. Von J. Korne-
rup. — Der Thürklopfer an der Schlofskirche zu Stettin. Von
V. Bülow. — Duelledict Herzog Philiiips H. von Pommern. — Samm-
lung abergläubischer Gebräuche. Von Knorrn. — Die Lage der
Burg Demmin in wendischer und frühchristlicher Zeit. Von Frhr.
V. Bönigk. — Zur Geschichte der Stadt Pasewalk und der Klöster
Groobe u. Rentz. — Pommersche Bibliographie f d. Jahr 1882. —
Ueber die Quellenkritik der Pommerania des Johannes Bugenhageu.
Von Dr. Gg. Haag. — Inschriften an Kirchengeräth aus Schivelbeiu
und Umgegend. Von Dr. Zechlin. — Fürst Wizlaw HI. von Rügen
und der Ungelarde. Von 0. Knoop. — Die ältesten Metallalter-
thümer Pommerns. Von Dr. Kühne. — Ein Sclu-eiben Herzogs
Bogislav X. von Pommern an die Signoria von Florenz. Von Dr.
Gg. Haag. — Eine Urkunde des Herzogbischofs Franz von Pom-
mern, Von Dr. Hauncke. — Bestallung des herzoglichen Hofor-
ganisten Andreas Gluck zu Stettin. Von v. Bülow. Die Abnahme
der kasubischen Bevölkerung im Kirchspiel Charbrow. Von Knoop.
— 45. Jahresbericht.
Histor. Verein f. d. Reg. -Bezirk Marienwerder:
Zeitschrift etc. 6.-8. Heft. 1883. 8. Die Amtshauptleute
347
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
348
und Landrichter im Reg.-Bez. Marienwerder. Von G. A. von j\lül-
verstedt. — Zur Militärgeschichte Westpreufsens. Das Fiiselier-
Regiment Rohr. Von dems. — Nachträge zu Vofsbergs Geschichte
der preufsisehen Siegel. Von dems. — Beiträge zur preufs. Fami-
lienkunde. 4. Die von Köckritz. . Mitgeth. von R. v. Flanfs. —
Das Hausbuch des Amtes Riesenburg von 1061 — 1693. Von
dems. ~ Das alte Taufbecken in der St. Johanniskirche zu Thorn.
Von H. Adolph. (Mit Abbild.) — Ueber westpreufsische Wohn-
häuser im nordischen Typus. Von H. Hacker. (Mit Abbild) —
Geschichte westpreufs. Güter. A. Altjahn, Lesnian, Kirchenjahn
. . . Von R. V. Flanfs. B. Parzkow, Kr. Neustadt. Von A. Trei-
chel. — Die Beamten und Conventsmitglieder in den Verwaltungs-Di-
strikten des deutschen Ordens innerhalb des Reg.-Bezirks Marien-
werder. Von G. A. V. Mülverstedt. — Beiträge zu einer Geschichte
pes Schulwesens in Wcstpreufsen im J. 1809. Von Dr. B. Schulz. —
Napoleons I. Empfang in Thorn 1812. Von Rohr. — Eö'ata wegen
einer sich hier hegenden Drachenbrut. Thoru den 13. August 1746.
Verein Herold in Berlin:
„Der deutsche Herold" Zeitschrift etc. XIV. Jahrg. Nr. 9 u.
10. 18S3. 4. Vereinsangelegenheiten. — Wie Familiensagen ent-
stehen. Von J Gr. von Oeynhausen. — Zur Genealogie der Fami-
lien von Sutterheim, von Oppen auf Pitschen und von Trosky. Nach
Kirchenbüchern der N. Lausitz. — Nochmals über A. Dürers adelige
Abstammung. Von Th. Schön. — Semesterbericht des Vereins für
geschichtliche Hülfswissenschafteu an der Universität Leipzig („Ro-
her Löwe"). — Zur Genealogie der Familie von Görue auf Nieder-
göhren und der von Knoch. — Die Fahnen und Feldzeichen des
Mittelalters. (M. einer Tafel.) Von Hauptmann. — Zwei Wappen-
briefe. (Mit Abbild.) — Aufgeschworene Ahnentafel für Job. Ar-
nold Grafen von Sehellart. Mitgeth. von H. Macco. — Erklärung
der Kunstbeilage. Von K. E. Graf zu Leiniugen-Westerburg. —
Literatur. — Miscellen. — Inhalts-Verzeichnifs der ersten 12 Jahr-
gänge des „Herold''.
Vierteljahrsschrift für Heraldik etc. XL Jahrg. 3. Heft. 1883.
8. Die Kosegarten. Von Dr. A. Leesenberg-Penzlin. — Das Stamm-
buch des Georgius Ammann. Von L. Estocq. — Die Descendenz
des Liborius von Münchhausen. Mitgeth. von Dr. Gg. Schmidt. —
Alliancen der Familie von Feilitzsch. Zusammengestellt von Friedr.
Frhr. von Feilitzsch. — Alliancen der Familie von Flanfs. — Die
Wappenbesclireibungen in Grote's Stammtafeln. Zusammengestellt
von J. Grf von Oeynhausen. — Inhaltsverzeichnifs der dem „Herold''
zugega'.igcnen Tauschschriften.
Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin:
.Monatshefte etc. .Jahrg. 1883. Nr. 10. 8. Joh. Staden. Eine
Bio- n. Bibliographie. (Forts.) — Alexander Agricola. — Christian
Ameyilen. — Henri-Jaques de Croes.
Verein f. d. Gesch. u. Alterthumsk. v. Erfurt:
UebersiclitUche Zusammenstellung der in Erfurt und dessen Um-
gegend gefundenen vorgeschichtlichen Gegenstände. Ein Vortrag,
. . gehalten von W. Freih. v. Tettau. 8,
Verein für hamburgische Geschichte :
Kämmereirechnungen der Stadt Hamburg. V. Bd. 1501 — 1510.
Von K. Koppmaun. Hamburg, 1883. 8. VI u. 789 Stn.
Naturwissenschaft!. Verein f. Schleswig-Holstein:
Schriften etc., V. Bd. 1. Heft. Kiel, 1883. 8.
Münziorscher-Verein zu Hannover:
Numismat.-sphrag. Anzeiger etc. XIV. Jahrg. 1883, Nr. 8. u.
9. 8. Die Münzen der spanischen Niederlande seit 1598. Von
J. E. ter Gouw. — Münzfunde.
Oldenburger Landesverein für Altert humskunde :
Bericht etc. IV. Heft. 1883. 8. Ueber einen merkwürdigen
Runenkalender des grolsherzogl. Museums zu Oldenburg. Von Dr.
E. Schnippel. — Ueber Säugethiere der Vorzeit im Herzogthum
Oldenburg. Von Wiepken.
Verein von AI terthumsfr eunden im Rheinlande:
Jahrbücher etc. Heft LXXIIl— LXXV. Bonn, 1882 u, 8o. 8.
Neue Forschungen über die Romerstrassen zwischen Maas u. Rhein.
Von Prof. Jak. Schneider- (Mit 1 Tafel.) — Die römischen Mili-
tärstrassen des linken Rheinufers. Von dems. (Mit l Tafel). — Die
Legionen am Rheine vom Kampfe Cäsars gegen Pompejus bis zur
Erhebung des Vitellius. Von Prof. H. Dünzer. — Die jüngsten
Funde auf dem Boden des römischen Castrums zu Mainz. Von
Schwörbel. (Mit 2 Tafeln). — Römische Inschriften aus Bonn.
Von Dr. J. Klein. — Ruphiana, nicht Eisenberg, sondern Altripp.
Von Karl Christ. — Die Civitas Nemetum bei Heidelberg-Ladenberg.
Von dems. — Ein römischer Goldring. Von Dr. Fr. Schneider.
(Mit Abbild.) — Altchristlicher Löffel aus Sassbach. Von Prof. Fr.
X. Kraus. (Mit Abbild.) — Cosmas und Damianus. Alte Wand-
malereien in der Münsterkirche zu Essen. Von W. Heilermann.
(Mit 1 Tafel). — Die Dombaumeister von Köln. Von J. J. Merlo_
— Die ersten germanischen Vertheidigungsbauten am Oberrhein.
Von J. Näher und K. Christ. (Mit 1 Tafel). — Metrische Grabin-
schrift aus Mainz. Von P. Wolters. (Mit 2 Tafeln.) — Die Ber-
tichildis-lnschrift zu Kempten bei Bingen. Von Bernh. Liesen und
Fr." Schneider. (Mit 1 Tafel.) — Die Ausgrabung der römischen
Niederlassung, genannt die Altstatt, bei Messkirch. Von Näher.
(Mit 1 Tafel). — Römische Gläser. C. Heidnische und christliche
Trinkbecher mit euigesehliifenen Figuren. Von E. aus'm Weerth.
(Mit 2 Tafeln.) — P'unde von Eisenberg = Rufiana. Von C. Melius.
(Mit 2 Tafeln). — Bericht über die Ausgrabungen auf der alten.
Burg zu Xanten bis Mitte November d. J. 1881. Von Alfons de
Ball, (Mit 1 Tafel). — ' Die ältere St. Quirinuskirche in Neufs.
Von Aldenkircheu. (Mit 1 Tafel. > — Der Baumeister des Alten-
berger Münsters. Von W. Harlefs. — Kunstgeschichtlich wichtige
Handschriften des Mittel- und Niederrheins. Zusammengestellt von
K. Lambrecht. — Grünglasierte römische Töpferwaaren. (Mit 1
Tafel.) — Die Römerstrassen Köln-Reims und Reims-Trier. Von
V. Veith. (Mit 1 Tafel). — Beiträge zur vergleichenden Mythologie:
Maja-Rosmerta , Nerthus , die Matronen und Nymphen. Von Karl
Christ. — Ringsheimer Münzfund. Von F. van Vleuten. — Drei
liturgische Schüsseln des Mittelalters. Von J. Aldenkirchen. (Mit
3 Tafeln.) — Meister Godefrit Hagene. (Nachträgliches). Von
J. J. Merlo. — Horae Mettenses. Von Fr. X. Kraus. — Literatur.
— Miscellen.
Gesellschaft für nützliche Forschungen zu Trier:
Festschrift zur Begrüfsung der XIV. allgemeinen Versammlung
der deutschen anthropologischen Gesellschaft- Ueberreicht von der
genannten Gesellschaft. Trier, 1883. 4. Die Ausgrabung des
Buchcnlochs bei Gerolstein in, der Eifel und die quaternären Be-
wobnungsspuren in demselben Von Eugen Bracht. Nebst einem
Anhang. (Mit 8 Tafeln.)
Historischer Verein des Kantons Bern:
Archiv etc. XI. Bd., 1 u. 2. Heft. 1883. 8. Vereinsange-
legenheiten. — Die kartographischen Bestrebungen Joh. Rud.
349
Anzeiger lür Kunde der diMilsdicti Vdrzcil.
3oO
Meyers von Aarau und anilerc zeitgenössische Versuche einer Ver-
messung der Schweiz. Von Dr. J. H. Graf. — Vcreinsangelegen-
hoiteii.
Institut national Genevois:
Bulletin etc. Tome XXV. Genöve, 1883. 8. — Gesellscbafts-
angelegenheiten- — Histoire de l'escalade ; par D. Plaget, publiee
. . par L. Dufour-Vernes et Eug Ritter. — Les recherches genea-
logiques ä Geneve. Par E. Ritter.
liiteratiir.
Neu erschienene Werl;e.
9) Jahrbuch der Königlich Preufsischen Kunst-
sammlungen. Erster bis dritter Band. Berlin, 1880 —
1882. Weidmann'sche Buchhandlung. 4.
10) Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des
allerhöchsten Kaiserhauses, herausgegeben unter Lei-
tung des Oberstkämmerers Seiner Kaiserlichen und Königli-
chen Apostolischen Majestät Franz Grafen Folliot de Crenne-
ville vom k. k. Oberstkämmerer-Amte. Erster und zweiter
Band. Wien, 1883. Druck und Verlag . von Adolf Holz-
hausen, k. k. Hof-Buchdrucker. 4.
Als Hofrath Dr. Grässe in Dresden im Jahre 1878 mit der
Herausgabe seiner Zeitschrift für Museologie, die vorzugsweise den
Privatsammlungen dienen soll, begann, von der nunmehr bereits der
sechste Jahrgang erscheint , konnte er darauf hinweisen , dafs bei-
nahe allen deutschen Museen die Organe mangeln, durch welche
sie nach und nach ihre kostbaren Schätze publizieren und sie so-
mit zum Gemeingute aller machen können. Nur das germanische
Museum wird als Ausnahme erwähnt, das ip seinem „Anzeiger für
Kunde der deutschen Vorzeit" eine Reihe von einzelnen Gegen-
ständen und ganzen Abtheilungen seiner Sammlungen durch Wort
und Bild in systematischer Weise veröffentlichte. Obgleich seitdem
nur eine kurze Spanne Zeit verflossen ist, haben sich die Verhält-
nisse doch schon in höchst vortheilhafter Weise zum Bessern ge- ,
wendet. Bereits im Jahre 1880 erschien der 1. Band des Jalu'-
buches der Kgl. Preufs. Kunstsammlungen und wenige Jahre später
(l88o) der 1. Band des Jahrbuches der kunsthistorischen Samm-
lungen des österreichischen Kaiserhauses, deren bis jetzt erschienene
höchst stattliche Bände vor Kurzem dem germanischen Museum
fast zu gleicher Zeit als freundliche Geschenke zugekommen sind.
Beide kostbaren Werke rivalisieren miteinander hinsichtlich
der Vornehmheit ihrer Erscheinung und der Trefflichkeit ihrer Aus-
stattung, der alle die vielfachen Erruugenschaften der neuesten Zeit
auf dem Gebiete der vervielfältigenden Kunst dienstbar gemacht
sind. Wenn die Wiener Zeitschrift erkennen läfst, welch ausge-
zeichnete Kunstschätze aus der deutschen Kaiserzeit, welch wichti-
ges und kostbares Material im Laufe der Jahrhunderte sich dort
angesammelt hat, so geht aus der Berliner hervor, welche grofse
Aufmerksamkeit man heute in den dortigen leitenden Kreisen den
Kunstschätzen der Vorzeit schenkt, wie man mit derselben Energie,
die der preufsische Staat' bei der Durchführung aller seiner Unter-
nehmungen bekundet, dort bemüht ist, das nachzuholen, was früher
zu thun die Verhältnisse nicht gestatteten, und welch ausgezeichnete
Resultate man in verhältnilsmäfsig kurzer Zeit in dieser Richtung
auch in der That erzielte, durch welche die Berliner Sammlungen
auf eine vor wenigen Jahren nicht im mindesten geahnte hohe
Stufe gehoben wurden.
Für die reiclif Fülle zur Publikation geeigneten Stoffes, wel-
che die Wiener Sanimrungon den deutschen Kaisern während der
Blüthezeit der deutschen Kunst verdanken, spricht sofort die sicher
überall sehr willkommene Beilage zu den ersten beiden Bänden des
Wiener Jahrbuches, bestehend in einem Neuabdruck des Triumphes
des Kaisers Maximilian I., der, in vorzüglichster Weise ausgeführt,
die hervorragende Bedeutung dieses Werkes in ganz neuem Lichte
erscheinen läfst. Dem Gebiete der vervielfältigenden Kunst gehurt
ferner das bekannte, aus der Ambraser Sammlung stammende höfi-
sche Kartenspiel des 16. Jahrh. an. eines der ältesten und interessan-
testen, dessen 48 Blätter vollständig in Originalgröfse publiziert
sind. Das Berliner Jahrbuch bringt aus demselben Gebiete verschie-
dene höchst kostbare und seltene, unbeschriebene italienische Kupfer-
stiche des 15. Jahrb., einen bisher fast unbeachtet gebliebenen
Holzschnitt von Marcantonio Raimondi, die Prospekte der Stadt
Köln aus dem 15.— 18. Jahrb., Studien über den italienischen Holz-
schnitt im 15 Jahrb., das Kupferstich- imd Holzschnittwerk des
Haus Sebald Behani und eine Beschreibung der Kupferstichsamm-
lung der Stadt Breslau.
Aus dem reichen Inhalte der preufsischen Zeitsclirift führen
wir ferner noch nachstehende Abhandlungen an : Die italienischen
Schaumünzen des 15. Jahrh., mit 34 Lichtdrucktafeln nach den
kostbaren E.\emplaren des Berliner Kabinets ; Autographen Dürer's
zu" Berlin mit Facsimiletafel in Lichtdruck ; Wandmalereien im Prä-
monstratenserkloster zu Brandenburg ; zur Entstehungsgeschichte
des Crucifixes ; Adam Elsheimer ; mittelalterliche Zeugdrucke im
Berliner Kunstgewerbemuseum, deren ältester, ein sassanidischer
des 6. — 7. Jahrb., der in Schwarz, Roth und Gold gedruckt ist,
durch einen Farbenlichtdruck vorgeführt wird; Beiträge zur christ-
lichen Archäologie ; Zeichnungen alter deutscher Meister in Des-
sau ; Bernhard Strigel, der sogen. Meister der Sammlung Hirscher.
Verzeichnils seiner Werke; frühchristliche Weihrauchfässer; ,.Nep-
tun und Arnjibitrite von Rubens ; der künstlerische Entwicklungs-
gang des Geraard Terborch ; Bemerkungen über den Zusammen-
hang von Werken Dürer's mit der Antike ; Jan van Scorel ; Ver-
zeichnifs seiner Gemälde ; die landgräfl. Porzellanmanufaktnr zu
Kassel; die Gemälde des Jakob Cornelisz von Amsterdam; Dürer's
antikische Art ; norditalienische Centralbauten des 17. und 18. Jahr-
hunderts, und Rubens' Nilbilder. Aufserdem finden sich noch man-
cherlei Studien zur antiken und italienischen Kunstgeschichte und
die amtlichen Berichte aus den Kunstsammlungen.
Das österreichische Jahrbuch liefert dagegen in einer eigenen
Abtheilung durch eine grofse Anzahl von Urkundenauszügen werth-
volle Beiträge zur Geschichte des kaiserlichen Hausschatzes einer-
seits und zu den Bestrebungen des Kaiserhauses zur Förderung
von Kunst und Kunsthandwerk anderseits. Diese Mittheilungen,
deren Werth durch ein sorgfältig gearbeitetes, sehr ausführliches -
Register noch erhöht wird, sind um so freudiger zu begrüfsen,
als für viele dunkle Punkte der Kunstgeschichte nur auf dem
Wege der archivalischeu Forschung Aufklärung gefunden werden
kann. Aufser verschiedenen _ Abhandlungen zur ägyptischen, an-
tiken und italienischen Kunstgeschichte enthalten die beiden vorlie-
genden Bände noch Arbeiten über Adrian de Fries (mit 5 Tafeln
in Heliogravüre), über die im kunsthistorischen Museum neu zur
Aufstellung gelangenden Gemälde (mit 3 Radierungen und vielen
351
Aazeiü-ei' rüi- Kunde der deutschen Voi-zeit.
352
in den Text gedruckten Abbildungen), die Kunstbestrebungen Erz-
herzogs Sigpiuud von Tirol, das Inventar der im Besitze des Kaiser-
hauses botiudlicheu Niederländer Tapeten und Gobelins (mit 36
Tafeln in Lichtkupferstich, denen in den folgenden Banden sich
noch eine Reihe anderer anschliefsen wird), Arbeiten über die Li-
mousiner Grisaillen der kaiserlichen Haussammlungen (mit 5 Tafeln)
und über einige Jagdwaft'en und Jagdgeräthe.
Der gediegene, ganz und voll auf der Höhe der Zeit stehende
Inhalt, der beide besprochene Werke in gleicher Weise auszeich-
net, läfst uns ihi-en Fortsetzungen mit Spannung entgegen sehen.
Schliefslich wünschen wir nur noch, dafs das zuerst vom germani-
schen Museum in so bescheidener, nunmehr aber von den grofsen
Museen in Berlin und Wien in so glänzender Weise gegebene girte
Beispiel auch in München und Dresden Nachahmung finden möge
und die kostbaren Schätze der dortigen so reichen Sammlungen in
gleich mustergültiger Weise veröffentlicht werden. Das germani-
sche Museum gestaltet, um der Aufgabe in noch umfassenderer
Weise als bisher gerecht werden zu können, von Neujahr an seinen
Anzeiger im Sinne dieser Jahrbücher um.
11) Jahresberichte der Geschichtswissenschaft, im
Auftrage der Historischen Gesellschaft zu Berlin herausge-
geben von Dr. F. Abraham, Dr. J. Hennann, Dr. Edm. Meyer.
I.— in. Jahrgang, 1878-1880. Berlin, Ernst Siegfried Mitt-
ler u. Sohn, 1880—1883. 8. XII u. 063 Stn. ; X, 138, :-;64:
u. 036 Stn.; X, 162, 344 u. 294 Stn.
Wenn auf dem Gebiete der Industrie eine Ueberproduktion
sehr zu beldagfn ist, da eine Reihe höchst bedauernswerther Mifs-
stände dadurch Entstehung finden , so bringt auch die grofsartige .
Thätigkeit, die gegenwärtig auf allen Gebieten der Geschichtsfor-
schung herrscht und eine Masse neuen Materials, die Resultate
vieler eihgehender und sorgfältiger Untersuchungen, zur Kenntnifs
der Fachkreise zubringen sucht, trotzdem sie aufs freudigste zu begrü-
fsen ist, ebenfalls kleine Uebelstände mit sich : es wird dem Historiker
beinahe unmöglich, von allen Publikationen sich Kenntnifs zu ver-
schaffen und den Ergebnissen der Forschung zu folgen, was unbe-
dingt nothwendig ist , wenn er sich -ein wahrheitsgetreues und ge-
naues Bild der Vergangenheit entwerfen wUl. Um diesem vielseitig
empfundenen Uebelstände abzuhelfen, wozu schon verschiedene Ver-
suche gemacht wurden, die aber alle, weil sie nicht auf Vollständig-
keit ausgiengen, dem obwaltenden Bedürfnisse nicht entsprachen,
hat die Historische Gesellschaft zu Berlin im Jahre 1877 die Her-
ausgabe der oben genannten Jahresberichte beschlossen. Dieselben,
von welchen nunmehr bereits der III. Jahrg. (1880) vorliegt, ent-
halten in drei Abtheilungen : Alterthum, Mittelalter, neue Zeit, alles,
was sich im Vergleich zu den bisherigen Forschungen in Hinsicht
der Thatsachen, der Auffassung und der Methode als neu ergab.
Dieses Neue wird, nach Ländern und Zeiten systematisch zu einem
Ganzen vereinigt, in zusammenhängender Weise dem Leser vorge-
führt, auf die Bedeutung des Inhaltes der einzelnen Arbeiten mit
wenigen Worten hingewiesen und dabei eine kurze, rein sachliche
Kritik geübt. Welch grofsartiges Material es in diesen Jahresbe-
richten zu bewältigen gilt, ist aus der Zahl von mehr als 2300 Ar-
beiten zu erkennen, die in dem ersten Jahrgang zur Besprechung
kamen. Weit überholt wurde er aber von dem zweiten, in dem
über 3400 Arbeiten Aufnahme fanden, und gar von dem dritten,
der nicht weniger als ca. 5500 zählt. Aus diesen Zahlen geht her-
vor, dafs die Zeitschrift noch in der Entwicklung begriffen ist;
ebenso aus der Eintheilung des Inhaltes der.sclbcn selbst. Den be-
sonderen Kapiteln für 'Verfassungsgeschichte , Kulturgeschichte und
Philosophie der Geschichte, die bereits der erste Jahrgang enthält,
reihen sich z. B. in den folgenden noch Abschnitte für Paläographie und
für Diplomatik an. So willkommen speziell uns die besondere Behand-
lung der kulturgeschichtlichen Literatur ist, glauben wir doch, dafs
die nicht weniger wichtigen bildlichen Darstellungen gröfsere Be-
rücksichtigung verdienen, als ihnen zu theil geworden ist. Vielleicht
könnte ein Kunsthistoriker die bildlichen Quellen im Anschlüsse an
diese Abtheilung behandeln, die sich meist nur auf die schriftlichen
beschränkt. Sehr wünschenswerth wäre es auch, wenn, ähnlich
wie der Kulturgeschichte, auch der Kunstgeschichte, deren nur bei
den betreffenden Ländern gedacht ist, besondere Abschnitte gewid-
met würden. Es würde sicher in der Folge vermieden, dafs Werke
wie z. B. die Seemann'sche Zeitschrift für bildende Kunst , die Dr.
Hirth'schen Publikationen unberücksichtigt bleiben. Auch für die
geschichtHchen sog. Hilfswissenschaften, die ebenfalls bis jetzt nur
wie die Kunstgeschichte behandelt werden, wären solche Zusammen-
stellungen unzweifelhaft sehr erwünscht. Mit diesen Bemerkungen
wollen wir selbstverständlich durchaus keinen Tadel der, wie wir
wohl wissen, höcbst-schwierigen Arbeit aussprechen ; wir wollen viel-
mehr nur darauf hinweisen, wie durch Herbeiziehung weiterer Kräfte
die Zeitschrift weiter entwickelt luid ausgebildet werden könnte.
Die Anerkennung, die dem Werke durch Herrn Kultusminister
Dr. von Gofsler durch eine namhafte Unterstützung zu theil wurde,
werden sicher auch jetzt schon alle diejenigen theilen, die auf die
Benützung des Werkes angewiesen sind, und denen durch daselbe
langgehegte Wünsche erfüllt werden. Besonders dankbar werden
aber für das Erscheinen dieses unentbehrlichen Nachschlagehuches
diejenigen Fachmänner sein, die ihren Wohnsitz in von den grofsen
Bibliotheken fern abliegenden Orten haben, und denen es übeihaupt
grofse Schwierigkeiten macht, bei ihren Studien auf dem Laufenden
zu bleiben. Hoffen wir, dafs durch das Interesse, welches der preu-
fsische Kultusminister diesem dankenswerthen , eine grofse Lücke
ausfüllenden Unternehmen zuwendet, die Herausgabe dieser Jahres-
herichte für immer gesichert ist.
Teruiischte Nachrichten.
188) Altdorf, 17. Okt. Gestern wurde in der Nähe Altdorfs
von der anthropologischen Sektion der naturhistori'schen Gesellschaft
in Nürnberg ein 10 Fufs hoher und 20 Fufs im Durchmesser hal-
tender heidnischer Grabhügel geöffnet. Aufser verschiedenen
Menschenknochen, worunter eine gut erhaltene Schädeldecke, Stü-
cken von Urnen u. s. w. wurde auch ein Bernsfeinring von der sel-
tenen dunkelrothen Farbe gefunden (Frank. Kurier, Nr. 532.)
189) Br lesen. Am 30. Sept. kamen hier II Vertreter des
Märkischen Museums unter Führung des Stadtraths Friedel
an, um nach kurzem Frühstück bei Neuhaus, in der Nähe der Ein-
mündung des Müllroser Kanals in die Spree, ein durch einzelne
Funde bekannt gewordenes Urnenfeld zu untersuchen. Es wurden,
wie die „Voss. Ztg." berichtet, überall auf einem etwa einen Mor-
gen grofsen Terrain in Scherben von Urnen, Leichenbrandspuren,
auch zwei ganze Thränenurnen gefunden, was darauf schliefscn liefs,
dafs das Terrain durch irgend einen Zufall, vielleicht beim Wurzel-
3S3
Anzeiger für Kuude der deutschen Vorzeit.
354
ausroden, bereits umgewühlt und die Gräber zerstört sind. Von
Steinsetzungen um die Grüber fand sich lieine Sjuir.
(Nordd. All.t'em. Zeit,, Nr. 462.)
190) Sorau, 28. Sept. Auf der Flur des Dominiums Zilms-
dorf befinden sich altheidnische Begräbnifsstätten, soge-
nannte Hünengräber, welche schon in früheren Jahren aufgedeckt
und wobei interessante Funde, wie Urnen, Thränenkrüge und bron-
zene Schmuckgegenstände, zu Tage gefördert worden sind, welche
sich zum grülseren Theile im Besitz der Frau v. Reibnitz in Zilms-
dorf befinden. Alle diese erwähnten Aufdeckarbeiten sind jedoch
nicht mit der gehörigen Sachkeuntnifs und Vorsicht veranstaltet wor-
den, und ist hierbei mancher werthvolle und interessante Gegenstand
unbeachtet geblieben und verloren gegangen. In den nächsten Ta-
gen beabsichtigt man nun, auf einem Feldstücke des Dominiums
Zilmsdorf, nahe der Tzscheerener Grenze, woselbst sich ein altheid-
nischer Begräbnilsplatz befindet, in rationeller Weise aufzudecken.
(Nordd. Allgem. Zeit., Nr. 460.)
191) Conservator Baron Hauser hat an die Central-Commission
berichtet, dafs anlälslich prähistorischer Funde, die bei Trog- Vel-
den in Kärnten gemacht wurden, die als bisher intact constatier-
ten Grabhügel seither von unberiifeuer Hand durchwühlt wurden.
Verschiedene Funde wurden dabei gemacht, aber auch verschleppt,
ohne dafs der Geschichtsverein für Kärnten oder der Conservator
davon Nachricht erhalten hätte. Die Central-Commission hat nun
Einleitung getroffen, dafs an diesen' Stellen systematische Grabungen
durchgeführt werden, wenngleich die heutige Gesetzgebung kein
Mittel bietet, diesen Raubgrabungen entgegenzutreten.
(Mittheil. d. k. k. Cent.-Com. f. Kunst- u. histor. Denkm. IX, 3.)
192) Laut Mittheilung des k. k. Handelsministeriums wurden
beim Arlberg -Bahnbau in neuester Zeit folgende Gegenstände
gefunden :
Eine gröfsere Urne, roth gebrannt, stark verletzt, i20 kleinere
krug-, bechei- und schalenförmige Thongefäl'se , zum Theile gebro-
chen, zahlreiche Topfscherben, ein kleines Gefäfs aus dünn gewalz-
tem ßronzeblech mit concentriertem Buckelornament, stark ver-
letzt, vier Messer aus Bronze, zwei davon gebrochen, ein Flügel-
messer aus Bronze, der eine Flügel abgebrochen; drei Bronzena-
deln, eine abgebrochen, zahlreiche kleine formlose Bronzefrag-
mente, ein pfriemenartiges Instrument aus Eisen. Die Gegenstände
wurden bei Völs gefunden ; die Orabuugen fanden im Auftrage des
Museums Ferdinandeum statt, wofür auch die Fundgegenstände hin-
terlegt werden.
(Mitth. d. k. k. Cent.-Com. f. Kunst- u. histor. Denkm. IX, 3.)
193) Im 3. Hefte der Mittheilungen der k. k. Cent.-Commission
für Kunst- und historische Denkmale ist ein vom Mai dieses Jah-
res datierter Bericht des k. k. Konservators Jenny abgedruckt, der
eine Anzahl von Funden aus der „Bronzezeit'' meldet, die im ver-
gangenen Winter in Vorarlberg gemacht worden sind, von denen be-
sonders 66 Stück, wie es scheint, ehemals in eine Kiste verpackte,
Bronzebeile interessant sind, die zu Saletz, und ein schönes
Schwert, das bei St. Peter, unweit Bludenz, gefunden wurde.
. (Vgl. Nr. 120 auf Sp. 236.)
194) Heppenheim. Vor einigen Wochen wurden in einem
Grabe 8 Gefäfse, auf der Drehscheibe gefertigt, ein eisernes Schwert
104 cm. lang und 5,5 cm. breit, mit Scheide und Koppelbeschläge der-
selben, das Grifl'eude glockenförmig, eine 45 cm. lange eiserne Lanze
mit 9 cm. breitem, geripptem Blatt, zwei eiserne Koppelringe, eine
grofse Scheere, ein kurzes Messer mit breiter Klinge und Griff in
Form eines Stierhauptes ganz von Eisen, ein kleines eisernes Ra-
siermesser mit Oese am Griff und anderes mehr gefunden. Der
Fund befindet sich im Paulus-Museum.
(Ztsciir. f. Museol. u. Antiq.-Kde., Nr. 18.)
195) Wies. Am Ende der Grätz -Wieser Bahn wurden bis
jetzt gegen 1000 Tumuli konstatiert, davon über 700 intakt zu sein
scheinen ; sie sind meist Rundaufschüttungen , und stammen nicht
aus der Stein- oder der Bronzezeit, sondern aus der der gemischten
Metalle. Man fand aufser Menschen- und Thierknochen 574 Stück
Beingeräthe, graviert mit Punkten, Linien, Kreisen, etwa zu Heften
von Bronzegeräthen ; circa 476 Stückchen Bernstein, in Perlen,
Scheibchen und Wälzchen zu einer Schnur von 140 cm. gereiht;
gläserne Becher, Flaschen, Krüge, rund und mit Henkel, Schalen
und Schälchen mit Fufs, Töpfchen, Perlenringchen, endlich Schmuck-
schnüre für Frauen und Kinder : vertreten sind alle Glassorten ; von
Bronze ein Beil, Beschläge und dergleichen, Deckelchen, entenkopf-
förmiges Henkelchen, Fibeln, Gehänge, Phallus, Ringe, aber kein
Halsring, Schmuckgeräthe, Schnallentheile, gravierter Schwertknauf,
Münzen aus der Zeit von 117 — 211 n. Chr.; von Eisen ein Bügel-
stück, Haken, Hufeisen , Nägel , Pferdegebifs, Ringe, Schwert oder
Messerklinge mit Querblatt, Schwert- oder Messerscheide, Stäbchen ;
von Gold nur drei Perlen und drei Reifchen ; von Stein fanden sich
unter andern muldenartige Stücke, eins mit Lochreihen, zwei Wetz-
steine, ein Steinmeifsel , ein Werkzeug von Schiefer, doppelt ins
Kreuz durchlocht, und zwei durchbohrte weiche Schieferthonstücke ;
von Thou aller Sorten Becher, Deckel, Dreischlitzgefäfse mit De-
ckeln, aber ohne Knocheureste , Flasche oder Krug , Reine ?, eine
Schaufel mit HenkeJ, 49 Schalen, Schüssel, Spielzeug und anderes.
(Ztschr. f. Museol. u. Antq.-Kde., Nr. 18.)
196) Im römischen Lager von Carnuntum bei PetroneU
an der Donau sind neuerdings unter Leitung des Professors Hau-
ser wieder Ausgrabungen vorgenommen worden. Aufgedeckt
wui'de eine viereckige Säulenardage, in der man das Forum des
Lagers erkennen darf, und in ihrer Nähe zwei einander gegenüber-
liegende kleinere Räume, deren Wände bemalt und mit zahlreichen
Graffitoinschriffen, wie es scheint, durchgängig Schreibübungen der
Legionssoldaten , bedeckt sind. Der eine dieser Räume war dem
Kultus des Jupiter, der andere dem des Herakles geweiht; in je-
nem fand sich eine grofse, schwer lesbare Weihinschrift, in diesem
eine Marmorstatue des Herakles mit Keule, Löwenfell und einem
auf der Plinthe neben den Füfsen der Statue liegenden Stierkopfe.
Eine Menge Töpferwaaren und 17 lateinische Inschriften bilden den
Rest der Ausbeute ; dazu kommen noch zwei auf der Stelle des
Prätoriums gefundene Statuen, wahrscheinlich Kaiser und Kaiserin
darstellend, aus Kalkstein ; leider fehlen die Köpfe. Wegen Er-
schöpfung der Mittel konnte die Ausgrabung nicht weitergeführt
werden. (Nordd. Allg. Ztg, Nr. ö80.)
197) Mainz, 6. November, üeber einen in der Nähe der
Anlage seit einigen Tagen gemachten römischen Fund wird der
„Darmst. Ztg.'' Folgendes mitgetheilt : Vor dem Neuthor am Al-
bansberge war ein bürgerlicher Begräbnifsplatz des römischen Mainz.
Schon in den vierziger Jahren hat der Mainzer Alterthumsverein
Ausgrabungen am Albansberge mit Erfolg vorgenommen ; in den
letzten Tagen sind weiter unterhalb, in der Neuen Anlage, dem Ein-
gange in den Finkschen Weinberg gegenüber, durch die Umfüh-
rungsarbeiten der Ludwigsbalin römische Gräber blofsgelegt, und zwar
33d
Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit.
356
bisher nur Frauen- und Kindergräber. Bis jetzt sind zwei Steinsärge
aufgedeckt, aufserdem ein Bleisarg und mehrere Einzelgrilber oline
Spuren eines Sarkophages Von der Frauenleiche des einen Stein-
sarges hat sich ein prächtiger Haarzopf, in acht zierlichen Strängen
geflochten, mit Resten der Haube erhalten ; das ursprünglich schwarze
Haar ist in der Erde röthlich geworden. Der Sarg barg aufserdem
u. a. eine Nadelbüchse aus Bein mit drei Goldreifen, eine Bronze-
buUe, ein gröfseres Holzkästchen mit Bronzebeschlag und gut er-
haltenem Schlüssel, Xadeln aus Bein mit Knöpfchen, wie sie häufig
in römischen Gräbern sich finden. Die dabei gefundenen Münzen
gehören der Zeit von Hadrian bis zum Ende des dritten Jahrhun-
derts an. In einem andern Frauengrabe fanden sich Armringe und
Kadeln aus Gagat, ein interessantes Räuchergefäfs in Form einer
sitzenden Figur u. A. Der Bleisarg barg auifallenderweise nur
noch ein weibliches Gerippe ohne jede Beigabe. Die Kindergräber
sind durch die beiliegenden Spielsachen , sowie durch die Zierlich-
keit der Beigaben charakterisiert ; so durch ein niedliches Bronze-
gefäfs von 9 cm. Höhe, durch kleine Gläser und Thongefäfse, Arm-
ringelchen u. s. w. Ein besonderes Interesse bietet eine kleine
Bronze4igur, einen Genius in bisher wol nicht bekannter Weise dar-
stellend. Für die sorgfältige Aushebung und dankenswerthe üeber-
weisung des materiell nicht gerade werthvollen, aber für die Alter-
thumskunde überhaupt und für die Topographie von Mainz sehr
wichtigen Fundes an das hiesige Museum gebührt |der Direktion
und insbesondere den Herren Ingenieuren der Ludwigsbahn die
gröfste Anerkennung. Nach Beendigung der Ausgrabungen wird
der Alterthumsverein Gelegenheit nehmen, den Fund einem gröfse-
ren Publikum vorzuführen. (Beil. z. d. R.-Anz., Nr. 263.)
198) Mainz. Im Anfang dieses Jahres wurden zwei römische
Inschriftsteine, einer von einem Votivaltare herrührend und ein
Legionsbaustein der Legio I Adjutrix entdeckt und in das Museum
geliefert. (Ztschr. f Museol. u. Antiq.-Kde., Nr. 18.)
199) Ein bedeutender, ja einer der bedeutendsten Funde, die
in Trier bis jetzt gemacht wurden, ist dieser Tage bei der Frei-
legung der römischen Thermen in St. Barbara zu Tage gefördert
worden: ein Torso aus parischem Marmor von hoher Schön-
heit, welcher von einer lebensgrofsen, jugendlichen, männlichen
Statue herrührt. Zwar fehlen der Kopf, die Unterarme und die
Beine vom Knie ab ; doch ist es sehr leicht möglich, dafs auch noch
diese Theile gefunden werden. Aber selbst wenn dies nicht glückte,
wäre der Fund trotzdem von der gröfsten Bedeutung ; die Figur
ist vollkommeu nackt, die Arme waren gesenkt.
(Korresp. v. u. f. Deutschi., Nr. 545.)
200) Oberscheidenthal. Im Juni ist die Ausgrabung des
Römerkastells begonnen worden.
(Ztschr. f Museol. u. Antiq.-Kde. Nr. 18.)
201) Kürzlich wurden im Garten eines Hauses der Altstadt in
Straubing Fundamente eines römischen Militärgebäudes der zwei-
ten Rätischen Kohorte blofsgelegt. Nachdem man schon vor zwei
Jahren in der Flur von Theilnhofen bei Weifsenburg a. S. eine
84 m. lange und über 1 m. dicke Mauer blofsgelegt, würfle die da-
mals aufgetauchte Vermuthung, dafs dort ein römisches Standlager
gewesen sei, durch die fortgesetzten Grabungen in diesem Jahre
zur Gewifsheit erhoben ; denn aufser einer Fortsetzung der grofsen
Mauer zeigten sich auch die Grundfesten eines Doppelthores, wie
ein solches an der porta decumana der Saalburg noch im Grund-
rifs zu sehen ist, und als dessen prächtigster Vertreter die porta
nigra in Trier erscheint. (Augsb. Postzeit, Nr. 267.)
202) Luzern. Ein bemerkenswerther Fund wird uns durch Hrn.
Pfarrer N. Zimmermann in Wohlhusen zur Kenutnifs gebracht.
Beim dortigen Pfarrhofe, auf einer Stelle, wo sonst nirgends eine
Spur von altem Gemäuer nachzuweisen ist, wurde eine circa 20 cm.
lg. : 12 cm. br. Fragment eines Mosaikfufsbodens entdeckt. Das
Lager, in welches die ca. 12 mm. im Quadrate haltenden Würfel einge-
bettet sind, besteht aus reinem, hartem, mit Ziegelbrocken -vermeng-
tem Kalkmörtel. Das Fragment zeigt den Rest einer Bordüre von
abwechselnd weifsen und schwarzen Langstreifen und den Ansatz
einer Musterung von concentrischen Kreisen mit einer Folge regel-
mäfsig übereinander gelegter Medaillons. Die gelblich-weifsen, ziegel-
rothen und bläulich-schwarzen Würfel sind natürliches Gestein, das
an Jurakalk erinnert. Vergebens wurde nach weiteren Fragmenten
gesucht. (Anz. f Schweiz. Altherthumsk., Nr. 4.)
203) Waadt. In Yvonand fand man ein römisches, aus schwar-
zen und weifsen Steinen zusammengesetztes Mosaik. (Daselbst).
204) Flonheim bei Alzey. Zwei kürzlich ausgenommene
fränkische Gräber lieferten reiche Beute. Das eine, das eines Man-
nes, enthielt : Angon, Lanze, Spatha,- Francisca, Schildbuckel, Pfeil-
spitzen, Pfriemen, Gürtelbeschläge und ein roh geformtes Gefäfs.
Das andere aber, ein Frauengrab, enthielt : eine grofse Bronzeschüs-
sel mit geperltem Rande, einen Glasbecher mit farbigen Streifen und
ein rohes, nicht auf der Drehscheibe gefertigtes Gefäfs ; ferner aber
an Schmucksachen : zwei silberne spaiigenfürmige Gewandnadeln,
ziseliert und vergoldet, mit einem Thierkopf mit Augen von Alman-
dinen am Fufsende , und sieben Zacken mit Almandincn an der
Kopfplatte, einen Armring von Silber, ähnlich dem in König Chil-
derichs Grab gefundenen, aber an den beiden knopfförmigen Enden
mit mehreren in Gold gefafsten Almandinplättchen, eine grofse Spin-
del von Bergkrystall, 4 cm. im Durchmesser und 16 cm. im Umfang
messend, in 25 Facetten geschliffen, eine Schnalle, deren Ring aus
Bergkrystall, deren Dorn aus Silber besteht, ein Fragment einer
Nadelbüchse aus Gold, das goldene mit Almandinen eingelegte Be-
schläge einer Gürteltasche , eine kleine Rundfibel von Silber , eine
silberne Schnalle mit doppeltem Dorn, und einen silbernen Schlüs-
sel, zwei schön verzierte bronzene Scchnällchen, stark vergoldet,
und einige unbedeutende Thon- und Bernsteinperlen.
(Ztschr. {. Museol. u. Anticf.-Kde.', Nr. 19.)
205) Wancennes bei Beauraing. Die Societe archeologique
de Namur hat im Jahre 1882 einen fränkischen Begräbnifsplatz un-
tersuchen lassen. Dabei sind 300 Gräber geöffnet und über 400
verschiedene Gegenstände gefunden worden, zahlreiche Wafl'cn aller
Art, über 80 Thon- und 7 Glasgefäfse. Es wurden bei den Krie-
gerleichen unter anderm gefunden : schöne Bronzg- Verzierungen, sil-
berdamascierte eiserne dergl., Nadeln, darunter eine filigranverzierte
goldene, Armbänder, Ringe, Halsbänder, Münzen aus der Zeit Con-
stantins etc. Ein interessanter Gegenstand , wol ein Amulet , ist
folgender: eine Bärentatze, ein Eckzahn desselben Thieres, und zwei
grofse indische Muscheln der Gattung Cypraea, mit Oehren ver-
sehen, waren auf der Brust zu tragen gewesen. An einer Haarna-
del ist ein primitives Kreuz sichtbar, das einzige Zeichen, welches
an das Christenthum erinnert. Unweit des fränkischen Begräbnifs-
platzes befindet sich ein belgisch -römischer. Auch dieser wurde
von der obengenannten Gesellschaft untersucht. Es fanden sich
zahlreiche Aschenurnen und Thongefäfse, darunter welche von sa-
337
Anzeiger für Kunde dei- doulscheti Vorzeit.
358
misclier Erde, mit den Namen der Fabrikanten, nnd zwei Schalen
von an Schwarz streifender grüner Farbe, sowie Agraft'en mit Email,
ein Bernsteinring und anderes mehr.
(Ztsciir. f. Museol. u. Antiq.-Kde. Nr. 18)
206) Der fast mitten durch die Stadt Lychen gehende Verbin-
dungsgraben zwischen dem Ober- und dem Nieder-Pfuhl wird seit
einem Jahre ausgebaggert resp. trocken gelegt. Dabei wurden schon
im vorigen Jahre eine grüfsere \nzahl frühmittelalterlicher
Waffen, Waffeureste und andere gleichalterige Sachen gefunden und
dem Märkischen Museum eingesandt, dessen Direktion daraus auf an
der Stelle im 12. bis 13. Jahrb. stattgehabte Kämpfe schliefsen zu kön-
nen glaubte. Bei der Fortsetzung der Ausbaggerungen sind nun der
„V. Z." zufolge weitere, jenen Sclüufs bestätigende Gegenstände ge-
funden worden und ebenfalls vom Mühlenbesitzer Herrn Scherz dem
Märkischen Museum überwiesen. Darunter befinden sich zwei eiserne
Speerspitzen, Form des 10, bis 13. Jahrb., 7 Messer desselben Al-
ters, 2 eiserne Sichelmesser, wie sie ähnlich an wendischen Burgwäl-
len gefunden sind, ein sehr merkwürdiger Sporn mit 12zahnigem Rad
an nur 1 ';» cm. langem Halse, die Bügel nicht an der Innenseite flach,
sondern ganz stabförmig abgerundet und verhältnifsmäfsig dünn ;
ferner eine grüfsere Anzahl kleiner und leichter Hufeisen. Aufser-
dem fanden sich einige mittelalterliche Wirthschaftsgegenstände und
der Unterkiefer eines Bibers. Da die Stelle sich innerhalb der al-
ten Stadtmauern befindet und diese zu Ende des 13. Jahrb. errich-
tet sind, so müssen die mit dem Verlust so vieler Waflfentheile —
von denen die meisten auch wol schon früher aufgelesen und ver-
kommen sin.d — verbundenen Kämpfe auch vor dem Ende des
13. Jahrhunderts stattgefunden haben, als Lychen sich noch im Be-
sitz Meklenburger Herzoge befand. (Nordd. allg. Ztg., Nr. 500.)
207) Der Kaiser hat 22,000 m. bewilligt zu den Erueuerungs-
bauten der ostlichen Thurmspitzen des Domes zu Trier und zur
Umdeckung der Dachflächen des Domes.
(Arch. f. Christi. Kunst, Nr. 10.)
208) Nach derselben Quelle sind auch 21,700 m. zur Restaura-
tion und Herstellung der Wandgemälde der evangelischen Pfarr-
kirche zuDausenau (Reg.-Bez. Wiesbaden), eines einfachen, früh-
gothischen Baues mit romanischem Thurm, angewiesen.
209) In der Münsterkirche St. Johann zu Esse.n sind nach
Privatnachrichten im Westchore neuerdings sehr interessante Reste
der ursprünglichen Malerei und an den Vierungspfeilern solche aus
dem l'l. Jahrh. zu Tage gekommen. Als besonders merkwürdig
wird die Verkleidung einzelner Theile mit vergoldeten MetaUplätt-
chen bezeichnet.
210) In der Benefiziatenkirche in Vordernberg wurden
in jüngster Zeit Fresken aufgedeckt, darüber Konservator Graus
an die k. k. Central -Kommission f. Kunst- u. histor. Denkmale be-
richtete , welcher Bericht im 3. Heft des 9. Bandes der ' Mitthei-
lungen wiedergegeben ist. Nach einer Inschrift sind sie 1462 aus-
geführt. Besonders bemerkenswerth ist die Ausstattung der Konse-
krationskreuze, wol die reichste bekannte. Allerdings finden sich
nicht selten Apostel gemalt oder plastisch, welche Scheiben tragen,
auf denen die Konsekrationskreuze gemalt sind. Hier jedoch sind
Apostel mit Spruchbändern, auf denen je das dem betrefl'enden
Apostel zugeschriebene Wort des Credo geschrieben steht, neben
dem Kreuze in Brustbildern gemalt, auf der andern Seite alttesta-
mentliche Schriftstellen, Propheten, die je eine auf den Satz bezüg-
liche Parallelstelle auf ihrem Spruchbande stehen haben.
211) Herrcnbcrg. Kürzlich wurden unter Leitung des Lan-
deskonservators die in der nördlichen Kapelle der Stiftskirche be-
findlichen Wandgemälde, die seit vielen Jahren überweifst wa-
ren, wieder aufgedeckt. Dieselben nehmen die kürzere Westseite
über dem Eingangsbogen und die ganze Südseite der von zwei mit
Laubwerk bemalten Rippenkreuzgewölben überspannten, im feinsten
spätgothischen Stil gehaltenen Kapelle ein, und zeichnen sich aus
durch Eigenartigkeit im Entwurf, wie durch Gewandtheit und Si-
cherheit in der Linienführung. Das Bild über dem Eingangsbogen
ist halb zerstört ; es zeigte Christus auf dem Regenbogen, zu Sei-
ten Maria und Johannes (?) ; dagegen sind die umfangreichen Bilder
an der Südwand noch leidlich erhalten und überraschen den Be-
schauer durch die Menge der Figuren, den Geist und Ausdruck der
Köpfe und die Frische und Feinheit des Stils , der schon von der
hereinbrechenden Renaissance durchdrungen erscheint.
(Arch. f Christi. Kunst, Nr. 9.)
212) In Bronn Weiler bei Reutlingen steht eine alte Wall-
fahrtskirche mit hohem, stilvollem, klar und fein gedachtem gothi-
schen Chor und Thurm. Pfarrer Dr. Bunz von Ohmeuhausen
entdeckte dort Wandgemälde, und auf seinen Bericht trafen mit
ihm Landeskonservator Professor Dr. Paulus und Professor
Dr. Hartmann zusammen. Sie fanden Schiff und Chor bemalt
aber übertüncht. Vorerst legten sie einen Theil blofs, der ohne
Zweifel einen Eece homo ! vor dem Haus des Pilatus vorstellt, aus
welchem verschiedene Personen schauen, und an einer andern Stelle
zwei anbetende Engel von feingefühlter Haltung, reiner Zeichnung
und lebendiger Farbe. Holfen wir, dafs es gelingt, bald weitere
Be&tandtheile dieser höchst interessanten Bilder aus der ersten
Hälfte des 15. Jahih. von der verhüllenden Decke zu befreien.
(Daselbst.)
213) Marktbreit. In der protestantischen Stadtkii-che ist in
den letzten Wochen ein über 25 qm grofses Freskobikl, das jüngste
Gericht darstellend, aufgedeckt worden.
(Zeitschr. f. Mus- u. Ant.-Kde., Nr. 19.)
214) Am 21. August wurde, laut gefl. Mittheilung des Herrn
J. Meyer- Amrhyn, in Luzern im Hause der Herreu Gebr
Sautier, innere Weggisgasse daselbst, ein aus der ersten Hälfte des
16. Jahrh. stammendes Wandgemälde aufgedeckt. Es stellt in einer
Umgebung von grünem, gothisierendem Rankenwerk das Urtheil
des Paris dar. Die drei nackten Göttinnen unterscheiden sich blos
durch ihren Kopfputz. Pallas trägt eine Art Helm, Venus präsen-
tiert das unbedeckte Blondhaar, Juno's Haupt ist mit Pfauenfedern
geschmückt. Von links schreitet Paris den Damen entgegen. Er
ist mit einem Mantel bekleidet, trägt Scepter und den Apfel, welch
letzterer die Aufschrift „Baris" weist. Zur Rechten, wo Amor ne-
ben einem Brunnen einen Pfeil auf die Gföttinnen schiefst, schläft
ein Ritter in voller Rüstung, auf welchen Venus weist.
(Anz. f. Schweiz. Alterth.-Kde., Nr^ 4.)
215) Lüneburg, 4. Oktober. In unserer an Handschriften
und Inkunabeln reichen Stadtbibliothek, welche unter vielen anderen
eine unvergleichlich schöne Handschrift des Sachsenspiegels aus der
Mitte des 15. Jahrh. mit künstlerisch behandelten Initialen enthält,
wurden schon vor einigen Jahren zwei Kupferstiche von 1464 und
1466 entdeckt, welche zu den gröfston Kunstschätzen auf diesem
Gebiete zählen. Das eine dieser Denkmäler alter Kupferstichkunst
war laut den „Hamb. Nachr." auf die innere Seite eines Inkunabeln
Buchs, der andere auf den inneren Deckel einer Handschrift ge-
3S9
Anzeiger für Kuude der deulschen Vorzeit.
klebt. Beide Stiche, wozu jetzt noch ein dritter gekommen, sind
nun geschickt von den Deckeln abgelost und auf Karton gebracht.
Auch der dritte Kupferstich ist jetzt von dem Direktor des königli-
chen Kupferstichkabinets zu Berlin, Lippmann, als ein sehr werth-
voller Stich der Frühepoche der deutschen Stechkunst und als bis-
her nicht beschrieben begutachtet. (Weser-Ztg., Nr. \3i07-)
216) Breslau, 30. Oktober. Mehrere Bombensplitter,
welche wahrscheinlich aus der Belagerung Breslau's durch Laudon
herrühren, sind dieser Tage bei den eben im Gange befindlichen Re-
paraturen im Dachraume des hiesigen Rathhauses gefunden worden.
Die Bombensplitter sind vermuthlich durch das Dach und die oberste
Balkenlage des Rathhauses durchgeschlagen und auf den festen Ge-
wölben des Remters liegen geblieben. Beim Durchschlagen müssen
die Bomben derartige Löcher in den Dachfufsboden gerissen haben,
dafs Aktenstücke, Bücher, Rechnungsbelege, die als augenblicklich
nicht mehr nutzbar auf dem Boden reponiert waren, mit auf das
Gewölbe gestürzt sind, wo sie jetzt gefunden worden sind. Diesel-
ben haben durchweg ein ziemlich hohes Alter und sind theils la-
teinisch, theils deutsch in schönen gothischen Buchstaben, theil-
weise auf Pergament, theil weise auf Papier geschrieben. Leider
tragen die meisten Schriftstücke kein Datum, jedoch sind einige
Deckel in Leder geprefst darunter, deren aufgedruckte Jahreszahl
bis in's 15. 'Jahrh. reicht. Die Deckel zeigen noch stellenweise
Spuren von Vergoldung. Ferner wurde ein Schild aufgefunden, ca.
1,20 Meter hoch, aus Lindenholz und innen wie aufsen mit starkem
Leder überzogen. (Nordd. Allg. Ztg. Nr. 510.)
217) Wittenberg, 13. No%'. Eine Beisetzung 500 Jahre
nach dem Tode wurde gestern Abend hier vollzogen. Die Ue-
berreste der ersten sächs. Kurfürsten anhaltischen
Stammes, die in der vergessenen Klosterkirche der Franziskaner
begraben waren, wurden nach der Schlofskirche übergeführt. Die Aus-
grabung dieser Fürsten hat auf höhere Veranlassung nach Angabe und
unter Aufsicht des Regierungsraths v. Hirschfeld stattgefunden und
insofern ein glänzendes Ergebnifs gehabt, als die Ueberreste aller
derjenigen Personen aufgefunden worden sind, die nach Melanchthon's
Aufzeichnungen und nach dem Todtenbuch der Franziskaner in der
Kirche derselben — 27 an der Zahl — begraben sein sollten. Mit
Sicherheit festgestellt sind, wie die „Mgd. Ztg." schreibt, unter an-
deren die Grabstätten der Kurfürstin Helene, welche 1238 das
Kloster und später die Kirche erbaute, die sie zur Begräbnifstätte
des askanischen Fürstenhauses bestimmte, und in der sie, als die
erste, 1273 beigesetzt wurde; des Kurfürsten Georg Wenzel, t 1327,
des Kurfürsten Rudolf HI. U02 bis 1419, sowie seiner beiden
von dem einstürzenden Schlofsthurm in Schweiuitz erschlagenen
Söhne Rudolf und Wenzel und seiner 1435 gestorbenen zweiten
Gemahlin Barbara, des Kurfürsten Albert HL 1419 — 1422 u. s. w.
Auch die Grabstätte Rudolfs I. (1297 — 1356), des Gründers der
Schlofskirche, in die er schon 1544 übergeführt wurde, ist festge-
stellt und eine Anzahl von Grabsteinen mit schwer lesbarer Minus-
kelschrift aufgedeckt worden. Die Ausgrabungen wurden im Früh-
jahr begonnen , nach Auffindung von 20 Grabstätten eine Zeit lang
inhibiert und jetzt beendigt. Von Särgen wurden bei der Ausgra-
bung nur Spuren gefunden, wohl aber waren die Gerippe wohl er-
halten. Dieselben wurden in andere Särge gelegt, die gestern,
nachdem Se. Majestät der Kaiser seine Zustimmung dazu gegeben,
nach der Schlofskirche übergeführt wurden.
(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 53Ü.)
218) Marienburg, 22. Oktober. Gestern waren die Mitglie-
der des Komites für den Ausbau des Hoch Schlosses, darun-
tes auch der Oberpräsident v. Ernsthausen, sowie Gäste aus Kö-
nigsberg und Elbing, zu einer Sitzung zusammengetreten. Es wurde
dabei u. a. in Vorschlag gebracht, für die Ausstattung des neuen
Kapitelsaales die Waffensammlnng des Herrn Rittergutsbesitzers
Bleu auf Tüngen zu erwerben. Die Arbeiten werden, nach der
„K. H. Ztg.'', einen schnellen P'ortgang nehmen.
(Nordd. Allg. Ztg , Nr. 497.)
219) Sorau. Bei der in jüngster Zeit angeordneten Renovie-
rung der nach dem Norden zu an der Westfront des Sorauer
Schlosses belegenen, etwa in der zweiten Hälfte des 16. Jahrb. er-
bauten Wohnung, welche gegenwärtig dem katholischen Ortsgeist-
lichen zum Domicil überlassen ist, entfernte man vor einigen Ta-
gen an der äufseren Fai;ade eine Partie des im Laufe der Jahre
stark aufgetragenen Kalkputzes und entdeckte in dieser Weise im
zweiten Geschosse unter der Tünche eine in reicher Architektur
der Frührenaissance ausgeführte Freskomalerei, worunter besonders
die in kräftigen schwarzen Conturen auf hellem Grunde noch erhal-
tene Gestalt eines geharnischten Ritters mit Ilelmschmuck und
Lanze das lebhafteste Interesse erregte. Nach weiterem vorsichti-
gen Abstofsen des Putzes unter dem Hanptsims des Gebäudes wurde
ein in phantastisch ornamentalen Formen gezeichneter, über der
Figur angebrachter Fries blofsgelegt, woran sich zur Linken in
vertikaler Richtung eine breite Perlenschnur als Umrahmung des
Ganzen schlofs und so zugleich den Absclilufs der Decke bildete.
(Gub. Ztg., Nr. 125.)
220) Heidelberg. Bei dem kürzlich in Frankfurt zusammen-
getretenen Verbände deutscher Architekten- und Ingenieur- Vereine
wurde in Sachen der Wiedererbaunng des Heiilelberger Schlosses
folgende Resolution angenommen : ,.Der Verband deutscher Archi-
tekten- und Ingenieur-Vereine nimmt von den eingeleiteten Schritten
der badischen Regierung zur Erhaltung des Heidelberger Schlosses
mit Befriedigung Kenntnifs und vertagt eine weitere Berathung der
gestellten Frage bis dahin, wo die Voruntersuchungen vollendet und
die Resultate bekannt gemacht sein werden. Er stellt sich aber
der badischen Regierung zur Verfügung, falls dieselbe bei betref-
fenden Entscheidungen sein Gutachten zu hören oder einzelne Ver-
trauensmänner beizuziehen wünscht." Die eigentliche Renovation
des Schlosses soll erst in etwa 3 Jahren stattfinden, wenn die von
der grofsh. Regierung veranstalteten Erhebungen vollendet sind.
Doch werden jetzt schon einige Ausbesserungen am Schlosse selbst
vorgenommen und zur Vergröfserung der Schlnfswirthschaft ein
Neubau bewerkstelligt. (Staats-Anz. f. Württemb., Nr. 233.)
221) Lübeck, 9. Oktober. Im Laufe der letzten Monate sind
die .umfangreichen Renovierungsarbeiten in der durch ihr reiches
Ilolzschnitzwerk berühmten Kriegsstube des hiesigen Rathhau-
ses in erfreulicher Weise fortgeschritten. Die Wandtäfelungen
sind laut Mittheilung der „H. Nachr." von dem hiesigen Tischler-
meister Schuhmacher, der sich ausschliefslich derartigen Arbeiten
des Kunsthaudwerks mit grofsem Erfolge gewidmet hat, unter Lei-
tung und nach den Zeichnungen des Bauinspektors Schwiening in
ihrer ursprünglichen Frische und Farbenharmonie wiederhergestellt.
Es sind dabei ganz ungeahnte Prachtstücke von reich komponierten
Ornamenten, sowie stilistisch vollendeten Schnitzereien zu Tage ge-
treten. Gleichzeitig sind die aus dem Anfange dieses Jahrhunderts
361
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
362
stammenden, theihveise sehr beschädigten und in ihrer Theihmg un-
schönen Fenster durch neue ersetzt, die durch zwei reichgegliederte
und mit Intarsien verzierte Pfeiler in drei gleiche Theile getheilt
und in der oberen Hälfte mit einem ebenso ausgebildeten Kämpfer
versehen sind. lieber die Art der Verglasung dieser Fenster ist
man noch immer nicht einig; vorläufig sind in den angebrachten
Probefenstern einige Bleiverglasungen mit gemalten Wappenschil-
dern als Versuch eingefügt, doch soll die Frage noch so lange eine
offene bleiben, bis die Kriegsstube die jetzige Gipsdecke mit einer
stilgemäfseu Holzdecke vertauscht haben wird. Zur Ausführung
dieser Holzdecke hat ein geborener Lübecker, der Architekt von
Grofsheim in Berlin, sehr interessante Projekte geliefert, von denen
eines voraussichtlich zur Ausführung gelangen wird. Danach soll
die Decke in Cassetten abgetheilt, mit Intarsien und aufgelegten
Ornamenten geschmückt und mit dem umlaufenden Konsolenfries
in Holz konstruiert werden. Die drei mittleren Cassetten erhalten
Wappenschilder, die beiden kleinen sollen an kräftig ausgebildeten
Knäufen zwei Messiugkronen , ähnlich den in unseren Kirchen vor-
handenen, tragen. Der Zwischenraum zwischen Decke und AVaud-
täfelung soll vorläufig mit einem in der Farbe harmonisch wirken-
den Stoff bekleidet werden, der später durch Wandgemälde ersetzt
wird. Nach Ausführung dieser Arbeiten wird die Kriegsstube ein
mustergültiges Prunkgemach im Stile der deutschen Renaissance
genannt werden können.
(Weser-Ztg, Nr. 13214.)
222) Aus Antwerpen geht der „Voss. Ztg." folgende erfreu-
liche Kunstnachricht zu. Die Lokalhistoriker wufsten wohl aus man-
cherlei alten Büchern und Ueberlieferungen, dafs in den Hospitälern,
in ihren Speichern und auf ihren Böden noch viele Gemälde vor-
handen sein sollten, welche seit zwei Jahrhunderten, während der
Kriegsläufe des vorigen und dieses Jahrhunderts, besonders auch
bei der Belagerung Antwerpens durch die französische Armee unter
Louis Philipp, der Sichei'heit wegen bei Seite geschafft worden und
so allmählich in Vergessenheit gerathen waren. Vor einigen Jahren
hatte nun ,,der Rath'' veranlafst, in allen Magazinen und auf allen
Böden nach Gemälden zu suchen. Diese Nachforschungen wurden
von dem glänzendsten Erfolge gekrönt. Das Gesammtergebnifs be-
steht in 143 Bildern, einige allerdings durch Verwahrlosung ruiniert,
andere werthlos, die bei Weitem meisten jedoch sehr bedeutend
und trefflich erhalten, wenn auch mit Staub und Spinnweben be-
deckt. Man brachte diese 143 Bilder zunächst in einen Saal des
gröfsten der Hospitäler zusammen , reinigte sie von dem gröbsten
Schmutz und fand zu nicht geringer Freude unter ihnen folgende
Meister von unzweifelhafter Echtheit : Rubens , van Dyck , (einen)
Holbein, Corie, Jordaens, mehrere Otto Venius, ein prächtiges Por-
trät von de Vos, Pm-bus, ein sehr schönes Dreitafel -Altarbild von
Martin Peppyn, Jan Matsys, Jakob von Opstael, von Erp, ein aus-
gezeichnetes Porträt von Franz Hals , van Noorde , Franckeu. (ge-
nannt ,,Der kleine Rubens"), ein vortreffliches Dreitafel-Altarbild
von BovanOrley (Die Auferstehung der Todten), Cornelius Sehnt,
Mostaerdt und andere niederländische Maler untergeordneteren
Ranges. Unter der Aufsicht einer königlichen Kommission aus
Brüssel ist man jetzt mit einer sorglicheren Reinigung beschäftigt
Es wird nun ein Museum für diese städtische Sammlung in der
früheren Kapelle des vormaligen Waisenhauses eingerichtet.
(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 516.)
223) In Andermatt, so schreibt man der „Allg. Schw. Ztg.,"
stiefsen jüngst, anläfslich der Ausgrabung eines Fundaments bei
der sogenannten alten Kirche, die Arbeiter auf mehrere Skelette
und fanden u. A. in der Kinnlade eines Todten zwei Münzen von
Gold und Silber.. Bei weiterer Nachgrabung zeigten sich noch zehn
andere Stücke ebenfalls von Silber und Gold und in einen noch
gut erhaltenen Lapi>en eingewickelt. Die Silbermünzen tragen das
Gepräge von König Franz I. von Frankreich (regierte 1517—1547),
und die Goldmünzen weisen in der Umschrift auf König Karl VHI.
von Frankreich hin (regierte 1483 — 1498.) Der Verstorbene, viel-
leicht ein Söldner, der wahrscheinlich in der Riesenschlacht von
Marignano wider die Franzosen stritt, hatte seine Habe (Beute)
niemanden hinterlassen wollen, sondern es vorgezogen, sie mit
sich ins Grab zu nehmen. Es wird wol nur einem Zufall zuzu-
schreiben sein, dafs zwei Münzen in der Kinnlade aufgefunden
wurden. (Nordd. Allg. Ztg., Nr. 492.)
224) Unter der grofsen Anzahl von photographischen Aufnah-
men, die in den letzten Jahren in den verschiedensten Städten vor-
genommen und durch welche eine höchst beträchtliche Anzahl von
Baudenkmalen und sonstigen Kunstwerken zum Theil zum ersten
Male reproduziert wurden, nehmen die des Photographen Raphael
Peters zu Lüneburg sowohl durch die Wichtigkeit der dargestell-
ten Werke, als durch die vorzügliche Ausführung der einzelnen
Blätter einen ganz hervorragenden Platz ein. Herr Peters hatte die
Güte, dem germanischen Nationalmuseum ein Exemplar seiner sämmt-
lichen Aulnahmen (bis jetzt 58 Blätter) zum Geschenk zu machen,
wodurch dessen Bilderrepertorium eine höchst willkommene Berei-
cherung erhielt. 20 der Blätter führen uns die Details : Portale'
Stuhlwangen, Säulen, Täfelwerke und Gesimse, des aufserordentlich
reich von Meister Albert von Soest 1540—00 geschnitzten Sitzungs-
saales des Lüneburger Rathhauses vor Augen. Von den übrigen
kostbaren Schätzen der Vorzeit, welche das dortige Rathhaus birgt,
sind weiter noch aufgenommen worden : die mit stimmungsvoller
Malerei geschmückte prächtige Rathsstube, von der 2 Gesammtan-
sichten, 3 Aufnahmen von Wandgemälden und ferner die eines
Wand_schrankes vorliegen; ein vortreifUches schmiedeisernes Gitter
von 1576 ; eine Thür mit kunstvoller durchbrochener Schmiedarbeit
und zwei Kronenleuchter. Der allbekannte köstliche Lüneburger
Silberschatz, der heute eine Zierde des Berliner Kunstgewerbemu-
seums bildet, ist ebenfalls von Herrn Peters aufgenommen wor-
den; die interessanten und werthvollen mittelalterlichen Teppiche
des Klosters Lüne sind durch 6 Aufnahmen vertreten ; von dort
ist auch noch ein Altarblatt zu erwähnen. Den Schlufs der schönen
CoUektion bilden noch etwa 10 Aufnahmen von Lüneburger Bau-
denkmälern : Fagaden, Giebel, Portale ü. s. w. Die Anschaflung
dieser Blätter, die ungemein scharf und correct ausgeführt sind und
allen Anforderungen entsprechen, die man an gute Photographien
stellen kann, ist. allen Schulen und Museen sehr zu empfehlen und
ist mit Hinsicht auf die Opfer, die Hr. Peters durch diese Arbeit
sich auferlegte, auch sehr zu wünschen.
Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essen wein.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. Sab ald in Nürnberg.
Der Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit beendet
mit dieser Nummer seinen dreil'sigsten Jalirgang und wird da-
mit zu ersclieinen aufhören. Die gegenwärtige Redaktion darf
beim Abschiede von den freundlichen Lesern wolil aussprechen,
dafs es keine geringe Arbeit war, ihn in so langer Zeit in ste-
tem, gleichmäfsigem Gange zu erhalten. Im Namen derselben,
wie im Namen des germanischen Museums sprechen wir allen
den verehrten Mitarbeitern besten Dank aus, die seit dreifsig
Jahren, ohne dafs je ein Pfennig Honorar gezaiilt worden wäre,
in solch patriotischer Weise das Blatt und dadurch die Anstalt
unterstützt haben. Aber auch den Lesern sei freundlicher Dank
für das Interesse dargebracht, mit welchem sie das Blatt ge-
hallen und gefördert haben.
Wenn wir heute dennoch den Anzeiger, der so manche
gediegene Arbeit veröffentlicht hat, zum Abschlüsse bringen,
so müssen wir als ersten Grund angeben, dafs er trotz der all-
seitigen Theilnahme nie ein materielles Erträgnils geliefert, dafs
vielmehr die Anstalt immer einen Theil der Druckkosten, sowie
die Kosten für die Illustrationen zuzuscliiefsen hatte. Dies war
nun allerdings stets voratisgesehen worden und hatte um so
weniger Bedeutung, als ja der Anzeiger im Austausch gegen
die Publikationen der Akademieen, Museen, historischen, Alter-
thums-, Kunst- und Gewerbevereine gegeben wurde und so
unserer Bibliothek reichen Zuwachs brachte, welcher den Auf-
wand recht wohl lohnte.
Allein an ein Blatt, welches Zuschüsse des Museums er-
heischt, stellt man mit Recht die Anforderung, dafs es nicht
blos der Wissenschaft im allgemeinen dienen, dals es vielmehr
auch in erster Linie thatsächliches Organ des Museums um so
mehr sein soll, als diesem zu anderen Publikationen die Mittel
fehlen. Ein zweiter, wichtigerer Grund für den Abschlufs des
seitherigen Anzeigers liegt daher darin, dals mit Recht die Ver-
waltung des Museums darauf aufmerksam gemacht worden ist,
wie über dasselbe, über seine Organisation, über Inhalt und
Umfang der Sammlungen durchaus noch nicht genügende Kennt-
nifs verbreitet, dafs es also Pflicht des Museums sei, wenn es
in den Mitteln zu Publikationen beschränkt ist, zuerst solche
über das Museum selbst, namentlich Kataloge, zu veröffentlichen,
dafür lieber anderes wegzulassen, insbesondere das, wofür auch
andere Organe bestehen, wie die Mehrzahl der Aufsätze des
Hauptblatles, sowie das, was auch anderweitig veröffentlicht
werde, wie z. B. die Inhaltsverzeichnisse der Schriften der Aka-
de'mieen und Vereine, die alle im literarischen Gentralbtatt weit
rascher gegeben werden als bei uns. Dann aber sollten auch,
wenn die Publikationen über das Museum gröfseren Raum er-
fordern, umfangreichere Arbeiten, nicht blos kurze Aufsätze,
zugelassen werden.
Das Eingehen auf diese berechtigten Wünsche verlangt
eine gänzlich von der seitherigen Form verschiedene Einrichtung
des Anzeigers. Nicht einmal das Format kann beibehalten
werden, da es für Kataloge durchaus nicht geeignet ist. Wir
schliefsen daher den »Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit«.
Nürnberg, im November 1883.
Das germanische Museum wird aber von 1884 an in Mo-
natsheften einen
„Anzeiger des germanischen Nationalmuseums"
erscheinen lassen, dei' folgende Theile enthalten wird: ^
1. Offizielle Bekanntmachungen des Direktoriums.
2. Bekanntgabe der wichtigsten Ereignisse in der Anstalt
im abgelaufenen Monate.
3. Verzeichnifs der neuangemeldeten Beiträge und Geld-
geschenke für etatsmälsige Zwecke.
4. Verzeichnifs der Geschenke für die Bauten und die
Sammlungen.
5. Verzeichnifs der Tauschobjekte, insbesondere der
Tauschschriften.
6. Verzeichnifs der durch Ankauf erworbenen Gegenstände.
7. Verzeichnifs der erfolgten Deposita.
8. Fundohronik.
Zum Anzeiger werden ferner, je nach dessen Umfang, bild-
liche und textliche Beilagen gegeben werden. Letztere bestehen:
a) in kleinen Aufsätzen, die, selbständig paginiert, unter
dem Titel
„Mittheilungen aus dem gerinanisclieii Nationalmusenm,"
nach Bedarf illustriert, alle in den Sannnlungen des
Museums vertretenen Fächer berücksichtigen, und für
sich gebunden werden können ;
b) in selbständigen Werken geringeren und gröfseren
Umfanges, von denen je einzelne Bogen den einzelnen
Nummern des Anzeigers beigefügt werden , insbeson-
dere Kataloge, sowie Abhandlungen über den Gesammt-
bestand einzelner Abtheiluugen und die Bedeutung
derselben ; dann auch eine zusammenfassende Be-
schreibung des heutigen Gesammtbestandes und Um-
fanges des Museums. Solcher Werke können auch
je mehrere neben einander hergehen.
Pas Format wird in grofs Oktav eingerichtet, und werden
insgesammt jährlich etwa 24— 3Ü Bogen Text mit Illustrationen,
sowie 12—15 Blätter Bilderbeilagen ausgegeben werden. Die
einzelnen Werke bilden, je nach Bedarf, gröfsere oder kleinere
Bände für sich. Vom »Anzeiger« und den »Mittheilungen« wird
jeder Band aus je 36 Nummern bestehen. Um Proben jeder
einzelnen Abllieilung geben zu können, erscheint die erste
Nummer als Doppelnummer im Laufe des Monats Februar 1884.
Der Präniunerationspreis beträgt für das .lahr 6 Mark.
Bestellungen wollen je bei der nächsten Postanstalt oder Buch-
handlung gemacht werden. Direkte Bestellungen können vom
Museum nicht angenommen werden, eben so wenig Reklama-
tionen, welche bei den Postanstalten oder Buchhandlungen an-
zubringen sind, bei welchen die Bestellung erfolgte.
Indem das germanische Museum den ihm entgegengebrach-
ten berechtigten Wünschen Rechnung trägt, hofft dasselbe, dafs
der Anzeiger nebst seinen Beilagen dasselbe Interesse der Fach-
männer und Laien linden werde, dessen sich seither der An-
zeiger für Kunde der deutschen Vorzeil erfreut hat.
Das Direktorium des germanischen Museums:
Dr. A. Essciiweiii,
I. Uirnl<tor.
Dr. K. Froiiunanii,
H Direktor.
Generalretj^ister
zu Band 1 — XXX der neuen Folae des Anzeigers für Kunde der deutsclien Vorzeit.
Aachen, Dom IS56. 96. 59,238. 68.145. 75,
92. 76, 253. 83. US.
— Meibom, das. 1874, U.
Aacheafalut. 1860, m^.
Abenbo|rg. Grafen von. Wappen 1881, 9.
Abensberg, Nicolaus von, verruf 1872, 381.
Aberglauben, 1854,36. 165. 190. 57,40. 65,
349. 80, 143. 82, 201.
Ablafsbrief für Hittenkircheu 1876, 270.
— für Lcunh. Oelhafen 1878, 14.
Achfahrt 1860. 366.
Adam, Erzvater, Darstellung dess. 1866, 274.
— Sebastian, Maler, in Wittenberg 1874, 179.
Adel, niederer. Siegel 1879. 165.
Adelsmatrikel, kurländische 1857, 149.
Aderlafsregeln 1876,302. 78, 111.
Adler, heraldischer, auf Siegeln 1881, 32S.
Adlerorden, schwarzer 1875, 239.
Agnus Dei, Zauberkraft dess. 1873. 199.
Agricola, Johann 1856. 364. 65,388. 66.64.207.
67, 278. 68, 47. 78, 180.
Ahelviugen, Ulrich von, Grabstein 1871, 40.
Aeh renlese aus Münchner Handschriften 1876, 334.
Ahrweiler, Stadt. Urkunden 1873, 315.
Akademie in Venedig 1869, 368.
Alajntsee, Ambrosius t879, 111.
Albertus Magnus 1872, 214.
Alchemie 1863, 356. 69, 264.
Aldendorp, Adolf von 1874, 78.
Alemannien, RechtsalterthUmer und Weisthtlmer
1868, 11.
Algesheim, Peter von. Werkmeister 1857, 105.
AI ISO, römisches Kastell 1858, 115. 129.
Altar für die Magdalenenkirche zu Basel 1866,272.
— in der Herrgottskirche zu Creglingen 1862, 239.
— zu Floha 1881, 172.
Altaraufsatz 1882, 302.
Altäre in Pommern 1856. 305.
Altargemälde zu Artelshofen 1858, 179.
— Mich. Wolgemuth's 1859. 133.
Altenberg, Kloster, bei Wetzlar 1858, 409.
Aitenryf, Glasmalereien das. 1861, 155.
Alter, Klage darüber 1873, 131.
AlterthUmer, vorgeschichtliche, im germ.an. Mu-
seum 1856, 165.
Althochdeutsches aus dem 11. Jahrh. 1879, 2.57.
Altnordisch; Wörterbücher 1863, 425.
Alts wert. Dichter 1858, 79.
A 1 1 V ä t e r , Handschriften des Lebens ders. 1862, 82.
Alz ei, die von 1859, 321.
Amerbach, Basilius 1870, 96.
Amman, Jost 1854, 271. 57.285. 72.378.
Amsterdam, Gerhard Heinrich von, Bildhauer, in
Breslau 1880, 302.
Analysen von Bronzen 1S72. 377. ^
Anco na, deutscher ,\stiuii(iiii das. 1S79. 103.
Anhalt, Christian 1., Fürst 1*57, 212.
Anhalteschrciben um e. erled. Schulstelle zu
Chemnitz 1878, 2:38.
Annaberg, Kirchenbau 1881, 197.
Annales necrologici St. Blasiani , 963—1453 1862,
109.
Annweiler, Schöffen das. 1872, 221.
Ansbach, SchUtzenwesen 1878. 327.
— Stiftskirche zu St. Gumbertus 1867, 13. 65. 128.
Ansiedelungen, vorhistorische, bei Rudolstadt
1868, 3'>4.
Antependium aus Kloster Marienberg 1869. 72.
A ntouiusfeuer 1855, 67.
Antwerpen. Hansahaus 1860, 80.
A n u 1 u s et baculus 1877, 14.
Aphorismen, sphragistische, 1866, 233. 2a5. 67,
5. 338. 68, 217. 69, 321. 70, 80. 273. 71, 73.
126. 204. 22-5. 360. 72, 44. 77. 211. 2.50. 317. 382.
73, 36. 94. 2,59. 32i. 357. 74. 110. 182. 301. 366.
75, 106. 371. 76, 107. 132. 82, 12.
Apostelkrüge 1877, 240.
I De apostolicis 1875, 215.
Apotheker, Bestallung 1874, 151.
Apotheker. Kid 1868. 323.
A p p e 1 1 a t i n a. d. kais. Kanimergericht 1873, 295.
A q u a m a n i 1 i a 1867, 260.
Aerbo 1867, 199.
Arbo res que decidende 1876. :301.
Archive zu Gederu 1872. 124.
— zu Mainz 1874, 341. 75, 47.
— zu Memmingen 1865, 374.
— zu Ortenberj 1872, 124.
Aristoteles, A erdeutschung dess. 1879, 143.
Arithmetik 1873, 249.
A e r m e 1 V e r z i e r u n g 1881, 41.
Arno lt. Hanns, Maler 1867, 278.
Arnsburg, Cistercienserkloster 1865. 156. 215.
Artelshofen. Altargemälde das. 1858, 179.
Aerzte: Augenärzte 1877, 262.
— Coiter. Volcher 1859, 2S.J.
— Heim. Herm. 1862, 270.
— Heinrich der Arzt 1861, 79.
— Henisch, Georg 1867. 268.
— Kifer, Job. ISH». :lii3.
>- Münzer, HicioiiMiiiis 1879. 3.57.
— Mvlius. S:iniu. I 1SH2, 264.
— Päracclsus 1856. 69.
— Soest, Johann von 1865, 468.
— Suzato, Johannes de 1865, 468.
— Wittich, Johannes 1876, 330.
— Wolf, Lorenz 1873, 46.
Aschaffenburg, Stadt, Befehl an die Pfarrer das.
1879, 207.
— Erzdcnkmale in der Stiftskirche 1868, 92.
— Siegel 1860, 247.
Aschauer zu Hohenaschau, Wappen 1869, 232.
As tronomie 1867, 142. 77.-5.5.
Astronomen (s. a. Matliematikerl.
— deutscher, in Anci.ua 1879, 103.
— Johann von Gmuudtii 1878. 1.
— Herschel 1859. 441.
— Kepler 1865, 22.
Aufsefs, Peter von 1872, 7L
Aufstand in Br.lim.n 1860, 393.
Augenärzte, uüttelalti'rliche 1877, 262.
Augsburg, Peter v. Schaumberg, Bischof 1876.356.
Augsburg. Bildnisse protest. Geistlicher 1864, 406.
— Fresken 1856, 64. 57, 313. 59, 356. 60, 392.
— Geburten 1864, 404.
— Gedichte, die Stadt betr. 1864. 408.
— Hochzeiten 1864, 404.
— Reichstag von 1530 1873, 45. 299. 74, 312.
— Todesfälle 1864, 404.
— Volksbelustigungen 1530 1873. 45.
Augustin's Werk de civitate Dei, Handschriften
. 1862. 319.
Augustinus 1881, 161.
Aurifaber, Johann 1869, 335. 80, 208.
Auschwitz, Land, deutscher Einflufs bei Gründung
der Städte 1865. 308.
A u 3 g r a b u n gen bei Pietersdorf 1883, 162.
— bei Münchelierg 1867. 33.
— im Peuteuthale 1866. 397.
— bei Kochsf.'ld 1S«6. 241.
— zu Kil^-,ellliarll l«i58, 378.
— im nordl. Westfaleu 1863, 121.
— bei Wizenic 1866. .>5.
Aussee, Grabstein des Ottmar Schlecht 1862, 78.
Ausstattung der Hoffräulein 1860, 15.
Ausstellung des Internat, archäol. Congresses zu
Bonn 1868, 318.
Aussteuer einer Gräfin au Kleidern und Schmuck
1864, 215.
Autoren-Honorare 1860. 92.
Avaue in Valdiserchio, deutsches Grabdenkmal
1872. l.'i.
Ayrer, J.akob 1854, 13. 32.
Baben hausen, Juden das. 1879,207.
Baden, Sitte des. 1855, 38.
Bader in Ulm 1859. 369.
Badereisen von Nürnbergern 1863, 442.
Ball rrecht 1868, 11.
B a i o u n e t m e s s e r 1883, 296.
Baldachin, bemalter 1869, 194.
Baidung Grien 18.55, 311.
Bamberg, Bücherkatal. d. Domkapitels 1877, 18,5.
— städt. Kunstsammlg. 1873, 35:3.
— Schwabenspiegel, Hdschr. das. 1854. 87.
— Turnier im J. 1486, 1853, 124.
— Bisthum, Gründung 1860, 81.
Bärenfang im Fichtelgebirge 1858, 116.
Bäreuspiel 1863, 396.
Bart der Deutschen im M. A. 1858, 8.
Basel, Altanvirk im M.igdal. -Klostur 1866, 272.
— Goldschmi.drzeichi-n 1883. 2il9.
— Handschriften dorts. 1880, 137.
— Rathsgeläute 1856, 202.
— Bruno, Bischof 1855, :30.5.
Bauern, Streit mit dem Klerus 1877, 369.
Bauernkrieg 18.55, 81. 60, 112. 66, 24. 79, 39.
Bauführungen 1861, 391. 82, 189. 83. 41.
B a u g e s c h i c h t e d. Schlosses z. Meifsen 1882, 45.
Baukosten des Thurm- und Chorbaues der Stifts-
kirche zu Ansbach 1867, 13.
— des Schlosses Friedberg 1871, 267.
— der Kapelle zu Reun 1866, 24<i.
Baukunst im Ordenslande Preufsen 1868, 322.
Bauleute 1861, :391. 82, 189.
Baumeister (s. a. Werkmeister):
— in Bunzlau 1877, 214.
— in Görlitz 1876, 321. 77, 97.
— In Liegnitz 1877. 209-
— in Löwenberg 1877, 214.
— Lucas. Hans 1883, 8.
— Ried, Benedikt 1881, 141. 197.
— in Schweiduitz 1875, 109.
— Thomas 1881, 15.
Baumgarten, Friedrich von 1874, 16.
Baurifs eines gothischen Thurmes 1853, 111.
Bautechnik, mittelalterhche 1873. 112.
Bauwerke, mittelalterl. Polychromie 1870. :396.
Baiiwosen 1882, 169.
Bavern, Albrecht V., Herzog 1879, 313.
— Ernst. Herzog 1853, 27.
— Heinrich XVI., Herzog 1859, 283.
— Johann, Herzog (1437—14(53) 1871, 374.
— Ludwig der Bärtige, Herzog 1873, 185.
— Lud\vig der Reiche. Herzog 1873, 186.
— Wilhelm der Fromme, Herzog 1866, 275. .
— Wilhelm V., Herzog 1870, 366.
— Juden 1871, 17.5.
— Wattenstillstand zmschen den Herzogen Lud-
wig und Heinrich 1864, 287.
— Zwietracht der Herzoge 1877, 358.
Beerdigung von Ministerialen geistl. Stifte 1873.
221.
Begängnisse für König Albrecht 1. u. Kaiser
Maximilian I. 1865, 377.
Begharden in Westfalen 1863. 313.
Beghinen in Westfalen 1863, 313.
Begräbnifs, Abbildung von 1441. 1880, 152.
— der Frau Barbara von Giech 1860. 401.
Bogräbnifsplatz bei Koschütz 1857, 312.
— bei Nehazenitz 1863. 4.52.
B e h a i m , Friedrich 1877. 339.
— Lukas Friedrich 1882, 6.
— Martin, der Set fahrer 1853, 51. 56, 193. 79, 72.
— Michael Vll.. Baumeister 1874. 106.
— Paul 1877, 339. 80. 208.
Bcham, Hans Sobald, die 7 Planeten 1880, 357.
Beilager des Grafen Wolfgang zu Stolberg 1874,
2.54.
Belagerungen 1854. 304. 66. 329. 71, 161. 83, 167.
Beleuchtung, öffentliche 1855, 208.
Belgrad, Kampf darum 1456, 1864, 369.
Kennohöhlc, Insidirift das. 1858, 111.
Berlicliingen, Götz von, Briefe an den Winds-
heimer Rath 1862, 396.
— Feiudsbrief an Nürnberg 1865. 417.
Berlin, Aufenthalt das. 1875, 2:39.
Berlin. Handschr. t. Veldeke's Aeneide 1855, '273.
B er man. Hans. Töpfer 1874, -.'le.
Bern, römische Bautheile 1864. 3(19.
Bescliwörungsformeln 1868.234. 64.116. 78.
. 48. 360.
Besegnungen 1865. 349. 68. 395.
B es pr ec hungs formein 1854. 36.
Bestallung eines Leibarztes 1869, 303.
— eines Präceptors 1869. 268.
Bestattung der Einseweide 1861, 279.
— indische 1867, 2i9.
Betrunkene, Gedicht auf dies. 1874, 373. 75,
1S4, 248.
Bettel münche, Satire gegen dies. 1878 , 347.
79, 164.
Bettstatt, gothische, im geniian. JIus. 1871.297.
Beurkundung e. merkwilrd. GerichtsTerhaodlg.
1865 346
Bewaffnung 1880, 205. 236. 269. 325. 81, 1. 129.
225, 2.57, 289. 321. 345. 82, 1. 97. 117. 149. 232.
257.
B eye hei. Des., Bildhauer. 1856. 370. 6a. 231.
Bezahler, passiver Gebrauch des Wortes 1870,
128.
Bezold. Hans. Medaillenschneider 1868. 261.
Bibart, Markt. Weisthum 1883. 13.
Bibra. Kilian von, Dompropst zu Würzburg 1866,
297,
Bierbraurecept vom J. 1409. 1876, 4:3.
Biertrinker, Warnimg für dies. 1876, SO. 78,
324.
Bilder aus dem bürgerl. Haushalt 1880. 1.
— zur Erzählung v. d. schönen Melusine 1882, 325.
Bilde rhandschrift von Veldeke's Aeneide in
Berlin 1853, 273.
Bilderkatechismen 1856, 111.
Bilderräthsel 1838. 2.56. 59, 170. 246. 77. 304.
Bildhauer (s. a. Eisenschneider. Medailleuschuei-
der, Holzschnitzwerke. Plastik) ;
— Gerhard Heinrich v. Amsterdam 1880. 302.
— Beychel, Des.. 1856, 370. 62. 231.
— in Brieg 1878, 'im
— Freienfufs. Hans 1881. 16.
— Dollinger. Hans 1861. 119. 63, 4IM.
— Adam Krartt 1866, 407.
— in Görlitz 1876. 137.
— Haider, Simon 1858. 76. 61, 9.
— Nikiaus von Leyen (Leyden) 1857, 317. 389.
61, 9.
— Lerch. Nikolaus 1857. 317. 389. 61, 9.
— Meit Konrad 1860. 1.58.
— in Llegnitz 1877. 209.
— Plenniger, Andreas 1868, 146.
— Rubens, Peter Paul 1864, 278.
— in Schweidnitz 1875, 109.
— Stofs, Veit 1860. 396. 62, 402. 65. 213. 79. 109.
159. 205. 80. 307.
— Walter, Christoph 1881, 13.
Johann 1881. 13. 171.
Bildwerke au der Fraueiithiire zu St. Sebald in
Nürnberg 1863, 4:38.
Bild Wirker ei zu Heidelliirg 1877. 13.
Bingen (HohenzoUern). Weistimm 1872, 219.
Bippappspiel 1875.247.
Bischofsstab. Haltimg dcss. 1866, 432.
B i s ch f s w a h 1 1868. 96.
S. Blasiusk Iflster im Scbwarzwald. Necrologium
1860. 353. 61. 113. 62. 109.
Blasonnierung 1877. 2>1.
Blätter, fliegende, im germ. jMus. 1856, 35.
Blaubeuren, Grabstcm der Gräfin Adelheid v.
Helfenstein 1877, 177.
Blondin des 16. Jahrhdts. 1874. 1.5.
Bod ensee, Hero u. Leander das. 1863, 17.
Bodmanu's handschriftl. Nachlafs 1871, 30.
Bodmer"s Einl-'itiiu^' zu den Nibelungen 1874. 300.
Böhmen. .loliaim. Kiinig 1875, SO.
— Ottükar, König 1873, 237.
— Aufstand 1860. 393.
— Funde, archäologische 1868. 391.
— Gräber, heidnisdie 1866, .52.
— Hügelgräber 1866. 339.
— Lage beim Tode Sigismiinds 1868, 30.5.
— Schlacht am weifscn Berg 1865, 470.
— verschlackte Wälle 1859; 90.
Beiden sele, Wilhelm von 1866, 4a5.
Bonn, Ausstellung des internation. ärchäolog. Con-
gresses 1868, 318.
Bopfermann, Wappen 1876. 3.52.
Bosau, Klosterkirche 187.5. 21)1.
Bosch, Hieronvmiis. Mahr, Gemälde 1864. 15.
Boten 1880. 7.5. 83. 7.
Botschaft zum türkischen Kaiser 1876. 111.
Böttcher 1881, 4.3.
Brak teatenfnnd, in Amsgereuth 1869. 254.
Brak tea teuf und. bei Bockwitz 1872, 72.
— bei Kloster Hioda 1863, 1.57.
— in MaileiiL' iSteii'rmarkl 1866, 228.
— in Reinhardsü-rimma 1868, 3<J.
— in Reutuitz 1863. 486.
— in Trehitz 1863. 91.
— Uthmödeu 1868, 14..
Brakteatenstenipel 1856. 143.
Brand zu Erfurt 1879. 129.
Brandenburg, Albrecht. Markgraf 1854. 264.
39. 407.
— Albrecht Achilles. Markgraf 1856. :361. 78. 377.
— Friedrich. Markgraf 1868, :33. 80, 11.
— Georg. Markgraf 1865. 237. 67. 257.
— Hans. Markgraf 1881. 1.5.
— .I.iliaiiu, .Maikiriaf 18.54. 2<>4.
— SiisaiuKi MarkL'iäfin 1873, 123. 77. 39.
— Kursi-lnveit 1860, :327.
Brandenburg a. d. H. , Dom. Inventar der Ger-
kammer 1880, 3:36.
Branntwein 1868, 31.5.
Braut. Sebastian 1856. 135. 57, 396.
Braun, Oculist. Bruch- und Steinschneider, in Gun-
zenhausen. Patent 1868, 324.
Braunsberg, Stadt, Prospekt v. Stertzeil 1870, 105.
Braunschweig. Heinrich d. Löwe 1871. 6. 83.197.
— Herzogthuni, Glockeninschriften 1876, 202.
— Stadt. Grabmal Heinrichs des Löwen u. seiner
Gemahlin 1871, 6.
— Messen 1863. 52.
— Mysterium aus dem Stift S. Blasii 1879. 83.
Brau n s c h \v e i g - W o I f e n b ü 1 1 e I . Heinrich. Herzog
1877, 304.
— Julius. Herzog von 185.5 257.
Breckerfeld. Pfarrkirche 1858. 144.
Bremen. Geschützinschriften 1883, 161.
Breslau, Heinrich von. Minnesinger 1881. 352.
82, 48.
— Jerin. Bischof 1881, 207.
— Bernhardinerkloster 1871, 96.
— Eisenschneider 1881. 102.
— Excerpte aus den Stadtbüchern 1871, 12. 131.
— Fenstersohfbänke des Stadthauses 1883, 35.
- — Gemälde in der bischöfl. Residenz 1881, 176.
— Glockengiefser 1883, 9.
— Handschriften der k. u. Universitäts-Bibliothek
1872. 85. 73. 14, 75. 208.
— Handzeichnungen i. d. Stadtbibliothek 1877, 142.
— Lotterie 1854. 167.
— Medailleiiselmeider 1881, 102.
— Irkuuilen 1872, 128.
— Wappensteinschneider 1881. 102.
Bretten, Hündlein von 1880. :332. 81. 7.
Brettstein zu Sigmaringen 1879. 1:32.
Breuberg, .\rrosius von 1879. 207.
Breughel, Peter, Maler. Gemälde 1864, 15.
Brief des lOiähr. Friedr. Behaim an seinen Bruder
Paul 1877, :339.
— des Gabriel Holzschucher 1883, 15.3.
— von Leibniz 1883. 199.
Briefbueh des Simon von Homburg 1873, 6.
Briefe, Must.r 1873, S6.
— des Satans 1883. 336.
Briefsammlungen 1854. 3. 56, 198.
Briefsteller 1869, 1S8.
Brieg, Künstler das. 1878. 75. 298. :389. 83. 313.
Br i X e n . Johannes Nas , Weihbischof 1859 , 324.
66, 21.
Bronzefunde, in Chudcnitz 1864, 401.
— bei Herzfelde 1860, 390.
— bei Horschowitz (Horzowitz).1863, 450. 64, 348.
65, 183.
— auf der Domäne Ploskowic 1860,1447.
Bronzen, Analyse 1872, 377.
Bronzeringe 1860, 127.
Bronzeschwert 1880, 28.
Brot als Urkunde 1860, 279.
Brotverkanf- und Schauordnung. Churer
1883. 219.
Bruchschneider 1868. 324.
Bruderschaften zu Salzburg 1877. 7. 79. 107.
Bruneck. Kiirschnerzunft 1881. .36.
Bruyn, Nicolaus de 1881, 106. 165.
Bubenorden 1868. 113.
Buchbeutel 1862. .323. 77. 11.5. 78, 112.
Buchdrucker, Fust. Johannes 1876, 36.5.
— Gutenberg, Jobs. 1856, 127.
— Herrgott. Job. 1879. 293.
— Koburger. ,\ntlioiii il, j. 1872. 7:3.
— in Krak.iu 18.5.5. 222. '
— in Nürnberg 1860. 119,
— Schöffer 1876, :36.5.
— in Schwaben 1856. 270.
— Zainer, Günther 1871, 1:35. ^
. Buchdruckerkunst, zur Erfindung 1882. 75.
Buchdruckerkunst, in Jütland 1873, 55.
— Vorgeschichte 1879. 154.
Buchdruckerpresse Gutenberg's 1836. 127.
Buchdruckerzeicheu 18.59. 12:3.
BUcher-.\na thema 1883. 1.5.
Büchereinbände 1862. :323. 63.211. 70,121.
311. 71. 168.
Bücherkatalog des Bamberger Domkapitels
1877. 185.
Bücherkuude, mecklenburgische 1859, 124.
B ü c h e r ]) r e i s e 1854. 219. 58, 419.
Bücherverzicrung 1874.(15. 201.2:33. 78. ;J3.
68, i:32, 214, 239, 324,
Buchloe: die Liesel küssen (Strafe) 1858, 340.
Buchmaler, deutsche, in Italien 1869. 75.
Buchschreiber, deutsche, in Italien 1869, 75.
Büchsen 1860. 278. 65. 237. 68, 168.
— ohne Knall 1870, 14.
— Preise 1869, :304.
B ü c li s e n m e i s t e r (s. a. Zeugmeister) :
— iu Görlitz 1877. 175.
— Keiner. Hans 1879. HO.
— in Liegnitz 1877. 295.
Buchs enschutzen. die ersten, die au der Wange
abschössen 1865. 469. 66. 172.
Büdingen, Holzschnitzwerke 1856, :369. 73,193.
mi.
Bullinger, Heinrich 1836, 163.
Bund, schmalkaldischer. Lied .auf dens. 1869, 302.
Buntdruck 1879, 7. 154.
Bunzlau. Kunstgeschichte 1879. 19:3. 81. a51.
— Mittheiluniren aus d. 'Stadtrechnungen 81. 351.
— Tillvsrbe Keli.iuie im Stadtarchiv 1881. 100.
— Tu.'hi]iarli,.i-stiike 1*83. 2:39.
Buonomo. Frauciscus, erster beständiger Nuntius
bei d. katholischen Schweiz, 'rkantonen 1855. 13.
Burchart. Georg, Maler, in Görlitz 1875. 74.
Bürgerfamilie, niederländische, Kupferstich von
Crisp. de Passe 1881, 167.
Burgkmair, Hans. Maler 1853, 12.32. 56,64.
57. 313.
Burgold. Ph. Andr. 1866. 92.
Burgund, Karl der Kühne; Lied auf dessen Unter-
gang 1881, 161.
— Vaficinium auf dens. 1874, 372.
— Zusammenkunft mit Kais. Friedr. IU. 1864,201.
Bürzel 1873, 188.
Callot. Claude, poln. Hofmaler 1876. 12.
Cancul. Ortsn,ame 1876, 4.
Canstatt. Name 1873. 191.
Carmen .\nonyini ad .\dalramum Salisburgensem
archiepiscopum (821 — 8:313) 1863. 171.
Cassel. Schlofs, Baugeschichte 1880. 11.5.
Castelbarco, Aldriget von 1881. 99.
Cella, Probstei im Pinzgau 1860. 233.
Geltes, Konrad 1867,221.68.176.248. 69,215.
82, 61. 202.
Chemie, in Franziskanerklöstern 1861. .55.
' — als Hilfsmittel des Archäologen 1873, .377.
Chemnitz. Anhaltescbn iben um eine erledigte
Schulstelle das. Ihth. 2:;^.
— versteinerter Wald 1863, 176.
Chirurgie 1864. :524.
— ältestes deutsches Werk 1863. 1:35.
Chorstühle im Dome zu Konstanz 1857. 317. ;389.
61, 9.
Chrismou 1873. 254.
Christbescherungen 1879. 354. 81. 349.
S. Christoph 1861, 348.
Chronik und Urkunde 1883, 333.
Chudcnitz (Böhmen). Bronzefunde 1864, 401.
Chur. Brotverkauf- n. Schauordnirag 1883, 219.
Chusenrein 187.3. 63.
Ciborien im gernuu}. Museum 1869. 1:30.
Cilli. Pfarrkirche zum hl. Daniel 1856, 70.
Cisiojauus 1.S6.5. l.')S, 70.271I, 71. 1Â