(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen"















" V£ 5*4! £2* 



5 ^'* 



*-«.<* 



ARCHI\ 



T 



FÜR DA* 



STUDIUM DER NEUEREN SPRACHEN 
UND LITTERATÜREN. 



HKKAIXiKtiKHKN 



LUDWIG HERRIG. 



XL. JAHRGANG, 76. BAND. 



BRAUNSCHWEIG. 

DRUCK UND VERLAG VON GEORGE WESTERMANN. 

1886. 




o 



& 



Inhalts -Verzeichnis des LXXVI. Bandes. 



Abhandlungen. 

Zum Andenken an Wilhelm Grimm. Von HansLöschhorn . . . . 1 
Die neuesten Schriften über die gedruckte vorlutherische deutsche Bibel- 
übersetzung. Von Karl Biltz 17 

The lyf of saint Katherin of Senis. Nach dem Drucke W. Caxtons (c. 1493) 

mitgeteilt von C. Horstmann 33 

Über die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel von Guillaume de Saint- 

Paier. Von Karl Hub er 113 

Kleine Bemerkungen zu Skeats Etymological Dictionary. Von Julius Zu- 

pitza 205 

Zu Scotts Lady of the Lake. Von M. Kr um mach er 241 

The lyf of saint Katheryn of Senis. Nach dem Drucke W. Caxtons (c. 1493) 

mitgeteilt von C. Hör st mann. (Portsetzung) 265 

Über die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel von Guillaume de Saint- 

Paier. Von Karl Hub er. (Schlafs) 315 

The lyf of saint Katherin of Senis. Nach dem Drucke W. Caxtons (c. 1493) 

mitgeteilt von C. Horstmann. (Schlufs) 353 

Erinnerungen an Ludmilla Assing. Von Ludwig Felix Oft erdinger 401 
Der französische Unterricht in der Quinta und Quarta der Gymnasien und 

Realgymnasien, und das französische Unterrichtswerk von Josupeit. 

Von Dr. Karl Boettcher 425 

Sitzungen der Berliner Gesellschaft für das Studium der neueren Sprachen 459 

Beurteilungen und kurze Anzeigen. 

Friedrich Müller, Grundrifs der Sprachwissenschaft, III. Band. Die Sprachen 
der lockenhaarigen Rassen, 11. Abteilung, II. Hälfte, Die Sprachen der 
mittelländischen Rasse. 1 1 i . Huchhol tz) 219 

Die deutsche Philologie im Grundrifs von Karl v. Bahder 220 

Klassische Bühnendichtungen der Spanier. Herausgeg. und erklärt von Max 

Krenkel. II. Calderon, der wunderthätige Magus 221 

Spanische Bibliothek mit deutschen Anmerkungen für Anfänger. Von 

J. Fesenmaier 223 

Grammatik der spanischen Sprache von Dr. Julius Wiggers. (Dr. Paul 

Förster) 223 

Zeitschriftenschau 22 1 

Saure, HLstoire grecque et romaine par epoques, tiree des meilleurs historiena 

francais 335 



IV 

Soito 
H. Saure, Thefttre francais classique. Das klassische Drama der Franzot 

Für Schulen bearbeitel 335 

B. d'Oradour, Album poetique illustre; ehoia rarie de poesies francaises. . 336 
Auswahl französischer Gedichte in stufenmäfsig aufsteigender Folge. IM It 

deutschen Übersetzungen. Gesammelt und geordnet von Dr. Franz 

Bummel. (Joseph Sarrazin) 337 

A. Tennysons Enoch Arden. Aus dem Englischen übersetzt von Re-bert 

Waldmüller (Eduard Duboc). (A. Hamann) 338 

Schlagwort in Sachen Lanfreys. (Joseph Sarrazin) 338 

Les Traductions de la Bible en vers francais au moyen §ge, par Jean Bonnard. 

Ouvrage honord d'une recompense par l'Academie des inscriptions et 

belles-lettres 463 

Prof. Dr. Malm, Germanische Wörter dunklen Ursprungs. Verhandlungen 

der 37. Philologenversammlung, p. 181—185. (R. Reinsch) . . . 405 
J. Hunziker, Französisches Elementarbuch. L Teil, 2. Auflage, 1885. IL Teil, 

erster Abschnitt, 1885. (J. Gutcrsohn) 468 

Lamartine, Voyage en Orient. In Auszügen zum Schulgebrauch herausgeg. 

von Prof. Dr. H. Lambeck. I. Teil. (Joseph Sarrazin) .... 470 

Programmenschau. 

Mathias Holtzwart. Eine literarhistorische Untersuchung von A. Merz. Pro- 
gramm der Realschule zu Rappoltsweiler 472 

Ein Beitrag zur Kenntnis des Sprachgebrauchs Klopstocks. Schlufs. Von 

Prof. Christian Würfl. Programm des zweiten Gymnasiums zu Brunn 473 

Französische Einflüsse bei Schiller. Von Prof. Otto Schanzenbach. Pro- 
gramm des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums zu Stuttgart 474 

Schiller als erzählender Dichter. Von Fr. Widder. Programm des Gym- 
nasiums zu Lahr. (Hölscher) 474 

1) G. Dannehl, Victor Hugo. Litterarisches Porträt mit besonderer Berück- 
sichtigung der Lehrjahre des Dichters. Virchow-Holtzendorffsche Samm- 
lung, neue Folge, 1. Serie, Heft 2. — 2) Vasen, Reflexions sur la poesie 
lyriijue de Victor Hugo. Programm der Rh. Ritterakademie zu Bed- 
burg. (Joseph Sarrazin) 475 

A Sketch of the Life and Works of John Milton, by Dr. Albert Hamann. 

Programm der Luisenschule in Berlin. (G. Boyle) 477 

Miseellen. 
Seite 229—235. 339—349. 

Bibliographischer Anzeiger. 

Seite 236—238. 350—352. 478—480. 



An die Lehrer der neueren Sprachen in Deutschland 



Zum Andenken an Wilhelm Grimm. 



Im Januar des vergangenen Jahres feierte das deutsche Volk 
das Andenken eines Mannes, dessen stille Forschergröfse, dessen 
milde, edle Denkungsart, dessen Bescheidenheit und Festigkeit 
ihn in hohem Mafse als Repräsentanten eben dieses Volkes er- 
scheinen lielsen, das mehr als irgend ein anderes es liebt, sich 
in die Tiefe des eigenen Wesens, in die Sehächte seiner Ver- 
gangenheit zu verlieren, dessen Bescheidenheit sprichwörtlich ge- 
worden, dessen Festigkeit bewährt ist — das Andenken Jakob 
Grimms. In zahlreichen Reden und Schritten wurde seine Be- 
deutung für die Begründung und Fntwickelung der deutschesten 
Wissenschaft, der deutschen Philologie, der germanischen Alter- 
tumskunde dargethan; wer dieser Disciplin fern stand, erinnerte 
sich gern der frohen Stunden, die er in goldenen Jugendtagen 
über den Grimmschen Märchen verbracht; wer ihm nahe trat 
und seinem Bilde an der Hand der damals von allen Seiten zu- 
strömenden Litteratur nachging, der durfte nicht ablassen, in 
ihm den deutschen Mann, den aufrichtigen und ehrlichen Patrioten, 
der unerschrocken für seine Überzeugung einzutreten wufste, den 
hochherzigen, \'i\r die herrlichsten Ziele begeisterten Gelehrten zu 
verehren und zu bewundern. Jakob Grimm ist eine köstliche 
Gestalt; wie aber die Natur zuweilen ein glänzendes Phänomen 
zeitig! und sich im freudigen Schaffensmul beeilt, ihm ein zweites 
oder dritte- keck zur Seite zn -teilen, so entsprofsten derselben 



Gelesen in der von 'In- Gesellschaft für deutsche Philologie zu 
Berlin ihm zu Ehren gehaltenen feierlichen Sitzung am 24. Februar 188C. 

Archiv f. ... Sprachen. I.X.WI. 1 



•_' Zum Andenken an Wilhelm Grimm. 

Familie zwei Männer, die, für das gleiche Studium begeistert, 
von gleich edler Gesinnung getragen, dein Vaterlande stets zur 
schönsten Zierde gereichen werden. Die Namen Jakob Grimm 
und Wilhelm Grimm sind unzertrennlich: in den langsam schlei- 
chenden Schuljahren nahm sie um mit Jakobs Worten zu 
reden — ein Bett und ein Stübchen auf, salsen sie arbeitend 
an ein und demselben Tisch, auch im späteren Leben wohnten 
sie unter einem Dache in gänzlicher unangefochten und angestört 
beibehaltener Gemeinschaft ihrer Habe und Bücher, auf dem 
Titel mehrerer bedeutender Werke stehen ihre Namen nebenein- 
ander: so kann auch das Leben des einen nicht geschildert wei- 
den, ohne dafs (\o^ anderen, seines Einflusses auf den Bruder, 
der ihm entströmenden Anregungen fortwährend gedacht wird. 

In dem aus Abbildungen nunmehr wohlbekannten Hause in 
Hanau wurde Wilhelm Karl Grimm heut vor hundert Jahren 
geboren. Einige Erinnerungen aus den fünf ersten Jahren seines 
Daseins begleiteten ihn durchs Leben: ein in roten Blüten pran- 
gender Pfirsichbaum, eine Truppenrevue, der goldene Hahn auf 
dem Kirchturm, das Haus der Tante, die den Brüdern den ersten 
Unterrieht erteilte, aber für Jakob eine Vorliebe hegte, die viel- 
leicht auf des Knaben Ähnlichkeit mit dem Gröfsvater Friedrich 
Grimm gegründet war. 

Lebhafter blieben die Eindrücke der Steinauer Zeit. Wiesen- 
thäler und Anhöhen, von den Brüdern gemeinsam durchwandert, 
nährten in ihnen das angeborene Naturgefühl, das seinerseits 
wiederum einen gewissen Sammelgeist weckte und die Knaben 
antrieb, die vergänglichen und zerbrechlichen Erträge ihrer Spazier- 
gänge mit Stift und Farbe festzuhalten. Für strengere Unter- 
weisung sorgte dann der kuriose Stadtpräceptor Zinkhahn, den 
•Jakob so anschaulich schildert, dessen Fakultäten aber nicht weit 
reichten, so dafs die Tante Zimmer auf gründlicheren Unterricht 
Bedacht nahm und die Brüder 1798 nach Kasse] kommen liefs, 
wo sie dein Lyceum anvertraut wurden. „Ich war eifrig im 
Lernen, wie es auch sehr nötig war," schreibt Wilhelm, ..aber 
der Übergang zu dieser sitzenden Lebensweise, denn der ganze 
Tag war mit Lehrstunden besetzt, wirkte nachteilig auf meine 
bisher so feste Gesundheit." Dies und das Wachstum schwächten 
-einen sonst so starken Körper, „an dc^ Jünglings Gesundheit 



Zum Andenken ;in Wilhelm Grimm. •'> 

begann wie am rotwangigen Apfel innen ein Wurm zu nagen": 
Scharlachfieber, asthmatische Beschwerden, Brustschmerzen zwan- 
gen ihn wiederholt daheim zu bleiben oder ersehwerten ihm den 
Weg zum Lyceum, „wenn der kalte Wind über den Friedrichs- 
platz ihm entgegenblies. 1 ' Asthma fesselte ihn zn der Zeit, wo 
sie die Universität beziehen sollten, ein halbes Jahr ans Zimmer. 
Er selbst sah freilich später diese Tage des Siechtums als Wohl- 
thäter an, die segensreich an seiner inneren Entwickelimg ge- 
arbeitet hatten : schlaflose Nächte, Stunden, in welchen Beschäf- 
tigung untersagt ist, regen zur Selbstbetrachtung an und führen 
zu Bewußtsein und Erkenntnis. Im Frühling 1803 holte ihn 
Jakob nach Marburg hinüber: sie hörten ziemlieh dieselben Vor- 
lesungen, auch "Wilhelm durfte sich des Wohlwollens Savignvs 
rühmen, und noch nach dreifsig Jahren weifs er kaum etwas 
zu nennen, das so grolsen Eindruck auf ihn gemacht, wie der 
Vortrag dieses ausgezeichneten Gelehrten. „Für wie vieles hat 
er uns den Sinn erschlossen, und wie manches noch unbekannte 
Buch ward aus seiner Bibliothek nach Haus getragen!" Im 
Jahre 1806 bestand Wilhelm ein Examen, doch verhinderte die 
französische Occupation seines Vaterlandes eine Anstellung. Denn 
drückende Zeiten, reich an herben Erfahrungen und Demütigun- 
gen waren über Hessen hereingebrochen, und auch auf das Leben 
der Brüder warfen sie trübe Schatten. Dazu kam, dafs die be- 
gonnenen Rechtsstudien Wilhelm noch weniger als den Bruder 
befriedigten: so war es natürlich, da(s er sich von der Gegen- 
wart abwandte und zurücktauchte in die Zeit (h^ Mittelalters, 
dessen geistige Bildung ihn mächtig anzog, in dem er Leben und 
Wahrheit, Mannigfaltigkeit und Erzeugnisse fand, die durch 
inneren Wert ausgezeichnet sind. Was er in seiner Zeit ver- 
mißt, entdeckt er in der Vergangenheit. „Was die Gegenwart" 
— so führt er in seinem für Justi geschriebenen LebensabrKs 
aus ..der es nicht an Feinheit des Geistes und einer gewissen 
Schweinerei in subtilen Gedanken fehlt, als ihr Eigentümlichstes 
preisen möchte, sie könnte in den Gedichten des 1."!. Jahr- 
hunderts das Gegenstück finden und dabei eine Gewandtheit im 
Ausdruck de- Einzelnen, deren die heutige Sprache nicht mehr 
fähig i-t." 

Freilich wurde die frohe Begeisterung, die er den altdeut- 



I Zum Andenken an Wilhelm Grimm. 

scheu Studien entgegenbrachte, durch die erwähnte Kränklichkeit 
um so mehr niedergehalten, als besonders < li<- Herzbeschwerden 
iu bedrohlicher Weise zunahmen; die heimischen Arzte waren 

ratlos, und so sali sich Wilhelm gezwungen, uach Halle zu reisen, 
um den berühmten Keil zu Kate zu ziehen. Früh schon war es 
Jakob vergönnt, in die weite Welt hinauszuziehen, ein seltsames 
Geschick führte ihn auf ein Arbeitsfeld, das seinen Horizont 
weit spannen, seinen Ideen einen höheren Flug verleihen mufste. 
Denselben Dienst wie der Pariser Aufenthalt leisteten ihm ver- 
schiedene diplomatische Reisen, indem sie sein klares Gelehrten- 
auge auch für das bunte Treiben der Welt öffneten, sein leis 
aufhorchendes Ohr an das Geräusch der grofJsen Städte gewöhnten. 
Nicht minder einflufereich auf Wilhelms Anschauungen, auf seine 
Auffassung dv^ Lebens war diese Reise. Während er in Halle 
langsam seine Gesundheit wiedererlangt, die sich fortan immer 
mehr befestigt, so dals sie ihn im Jahre 1815 ein Wunder dünkt, 
lernt er Mensehen verschiedenster Art und Richtung kennen und 
legt in seinen Briefen eine eigene Fähigkeit an den Tag, sich 
mit den seltsamsten abzufinden. Den Freuden der Geselligkeit 
minder abhold als der Bruder, besucht er den Professorenklub, 
mischt er sich in eine bunt zusammengewürfelte Badegesellschaft, 
die sich zu einem fröhlichen Schmause vereinigt. Kr wohnt in 
Halle in einer Studentenwolmung, die im Hause dc< ..Spitzes von 
Gibichenstein" lag, des Schiller so unleidlichen Komponisten 
Reichardt. Die Brüder bezeichnen ihn als „den Genialen", eine 
Eigenschaft, die seiner ganzen Familie nicht gefehlt zu haben 
scheint; wenigstens treten die Schattenseiten genialer Wirtschaft 
und ihre Folgen dem unbefangenen jungen Gelehrten mehrfach 
aufs handgreiflichste entgegen. Während Wilhelm in diesem 
Kreise seiner Gesundheit lebt, dm „seltsam anomalen Zustand 
seines Herzens" durch Bäder und Elektricität zu heben sucht, 
nach Melissen duftet und einbalsamiert wird bei lebendigem 
Leibe, ist sein Augenmerk unablässig auf die Litteratur alter 
und neuer Zeit gerichtet, und die Briefe in die Heimat füllen 
sich zum nicht geringen Teil mit kritischen Bemerkungen über 
seine Lektüre: Aschylos, Quintus Fixlcin, Snorre, Calderon, Gott- 
frieds Tristan, Tieck schwirren bunt durcheinander; daneben 
werden Recensionen geschrieben und mit dem Bruder über se- 



Zum Andenken an Wilhelm Grimm. •"< 

eignete Verwendung des schmalen Bücherbudgets beraten. Im 
Spätherbst 1809 reist er nach Berlin, wo er sich sogleich in 
einem bescheidenen Quartier „auf der Maurerstrafoe" häuslich 
und bequem einrichtet. Seine Briefe gestatten einen willkomme- 
nen Blick in das Berliner Leben jener Tage. „Berlin ist die 
schönste Stadt, die ich gesehen" so schreibt er an die 

Tante — ; „denken Sie sich die Neustadt von Kassel, mir gröfser, 
die Häuser schöner und prächtiger und die Strafsen breiter, so 
werden Sie einen Begriff davon haben. Ebenso schön i>t PotSr 
dam, das zum gröfsten Teil ans lauter Palästen besteht. Die 
Gegend seihst ist nicht schön; Berlin liegt ganz in einer grofsen 
(lachen Sandebene und hat nur auf der einen Seite einen grofsen 
ausgehauenen Wald, welcher der Tiergarten heilst und worin es 
recht schön ist." Er sieht hier verschiedene Männer von Ruf. 
Koch, den Verfasser <lcs Kompendiums, einen Geistlichen von 
stark anrüchigem Wandel, trifft er öfter und kauft ihm für zwölf 
Thaler altdeutsche Bücher ab, darunter den Simplicissimus ; mit 
Brentano besucht er v. d. Hagen: „der macht den Eindruck 
eines lebhaften gescheidten Menschen, lind hat auch sonst keinen 
bösartigen Zug im Gesicht" Welch ein Unterschied zwischen 
den beiden Männern! v. d. Hagen, wohl situiert, unterhält Ver- 
bindungen nach allen Seiten, Nachrichten und Handschriften 
stehen ihm reichlich und leicht zu Gebote, für seltene Bücher 
vermag er auf den Auktionen die höchsten Preise zn bieten. Er 
reist, ohne durch pekuniäre Bedenken eingeschränkt zn -ein; 
seine Wohnimg ist luxuriös ausgestattet, seine kleinen Soupers 
erfreuen sich eines guten Rufes. Die beiden Monate Ac< Ber- 
liner Aufenthalts kosteten Wilhelm vierzig Thaler, jene zwölf 
eingeschlossen, die er an Koch für Bücher gezahU ; er mu£s 
sehliefslich den Bruder um eine abgelegte seidene Hose angehen, 
und ist hocherfreut, als wenigstens ein Paar Kasimirbeinkleider 
in Begleitung seines schönen Polenrocks aus der heimatlichen 
( rarderobe eintreffen. 

Auch in Berlin ist Wilhelm mit den verschiedenartigsten 
litterarischen Studien beschäftigt, ohne jedoch irgend einem mehr 
Interesse zuzuwenden als dem, welche- er nun einmal gleich 
dem Bruder als Seinen eigentlichen Beruf erkannt und erwählt 

hat. Mitte Dezember i-t er in Weimar, und am L3. schreib! er 



r, Zum Andenken an Wilhelm Grimm. 

;m Jakob den bekannten Brief, in dem er ihm den Besuch bei 
( roethe schildert. 

Jeromes Herrlichkeit war erst L813 zu Ende, und erst nach 
seinem Abzüge und der Wiederherstellung der alten Verhältnisse 

konnte von einem Amte für Wilhelm die Rede sein. „Ich habe" 
so schreibt er an seinen Freund Wigand, 9. Febr. 1814 - 
„ich habe am Sonntag das Reskript als Sekretanns der Bibliothek 
erhalten, dazu Einhundert Thaler Besoldung, was ich mit Buch- 
staben sehreihe, damit du nicht glaubst, ich habe mich verschrie- 
ben." Doch schon am Ende des Jahres kann er von einer Zu- 
lage berichten: „Ich habe 200 Thaler Zulage bekommen, so dafis 
mir die Laubthaler schon ans der Tasche tanzen." Im folgenden 
Jahre verliefs Jakob die diplomatische Laufhahn und wurde 
zweiter Bibliothekar in Kassel, und nun beginnt die schöne Zeit, 
die er die ruhigste, arbeitsamste und vielleicht auch die frucht- 
barste seines Lebens nennt. Auch von Wilhelm läfet sich das 
sagen: „wir waren bisher nie getrennt gewesen und entschlossen, 
solange es in unseren Kräften stehe, beisammen zu bleiben, 
aber ein solches gemeinschaftliches Amt erfüllte unseren liebsten 
Wunsch. Fast gegen Erwartung wurde die Bitte gewährt. Dank- 
bar haben wir die glückliche Zeit genossen, wo wir eine will- 
kommene und belehrende Beschäftigung in dem pünktlich ver- 
walteten Amte fanden, daneben Mufse zum Studium und zur 
Ausführung mancher litterarischer Pläne." Fünfzehn Jahre ge- 
hörte Wilhelm Grimm der Bibliothek an, 1816 unterbrach seine 
Thätigkeit eine Reise zum kranken Arnim, auf der er abermals 
Goethe sah. 1S19 machte die Marburger Fakultät die Brüder zu 
Doktoren; im Mai 1825 schlofs Wilhelm den Ehebund mit Doro- 
thea Wild, „Tochter des verstorbenen Herrn Wild, Apotheker 
dahier", wie Jakob in der Familienbibel vermerkte, und wenn er 
hinzufügt: „Der Himmel gebe ihnen seinen Segen", so blieb der- 
selbe nicht aus. Schon im nächsten Jahre erblickt ein „gesunder 
und hübscher Knabe" die Welt. Er hatte nur einen Paten und 
hiels Jakob. Leider starb er sehr früh. Doch bereits im Februar 
1828 meldet Wilhelm dem Pfarrer Bang: „Am 6. -Januar, mor- 
gens 1 1 Uhr, als Sie wahrscheinlich auf der Kanzel standen und 
für uns, wie für alle gute Christen gebetet haben, ist die Dort- 
chen von einem gesunden Knaben entbunden worden, und zwar 



Zum Andenken an Wilhelm Grimm. 7 

ziemlich leicht und glücklich. Wir hätten gerne das Kind zwei 
Tage vorher gehabt, weil da auch Jakobs Geburtstag war. Audi 
hernach ging alles nach Wunsch, die kritischen Tage vorüber 
und den 10. konnte die Dortehen schon wieder aufstehen, und 
• lals sie, da sie Nahrung genug hat, das Kind selbst stillt, wer- 
den Sie sich wohl vorstellen. Am -27. ist das Kind getauft 
worden und hat von Jakob, der der einzige Pate ist, den Namen 
Hermann Friedrich erhalten, nach den beiden Gro&vätern." Im 
März 1830 erfährt Bang von der Geburt eines dritten »Sohnes. 
Rudolf, „der etwas dem Jakob gleicht". 

Eine ungerechtfertigte Zurücksetzung nötigte die Brüder, 
L829 ihre Stellung an der Kasseler Bibliothek aufzugeben. Ihre 
Hoffnung, durch Emporrücken den steten Xahruugssorgen ent- 
hoben zu werden, wurde vereitelt. So nahmen sie denn Anträge 
an, die ihnen von Göttingen aus gemacht wurden: Jakob trat 
als Professor und Bibliothekar, Wilhelm als Unterbibliothekar, 
bald als Extraordinarius in den hannoverschen Dienst. Dvv Ab- 
schied von der Heimat, wo ein ihren Wert nicht genügend an- 
erkennender Fürst sie nicht zu fesseln verstand, wurde den gut 
hessischen Herzen schwer genug. „Ich verlasse Kassel mit bit- 
terem Schmerz" — sehreibt Wilhelm an Hofrat Suabedisseu — ; 
„den grölsten Teil meines Lebens habe ich hier zugebracht, 
Mutter, Kind und die liebsten Verwandten liegen hier begraben." 
Nur die glänzende Aussicht, an einer Hochschule zu wirken, 
die Männer wie Dahlmann, Otfried Müller, Gervinus, Beneke zu 
ihren Zierden zählte, konnte den Trennungsschmerz versüfsen. 
Jakobs Antrittsrede „de desiderio patriae" greift ihr Thema nicht 
zufällig auf : Heimweh, Reue, Mißstimmung trübten die Göttinger 
Tage, Wilhelm wurde ernstlich krank und blieb lange Zeit siech 
an Körper und Geist. Dann kam das Jahr 1837: die Zeit der 
sieben. Jakob verliefe Göttingen „das dürre, trockene <i<">t- 
tingen" zuerst und fand im Hause seines Bruders Ludwig, 

Professors an der Kunstakademie zu Kassel, Aufnahme; erst im 
Oktober L838, nach neunmonatlicher Trennung, zog auch Wil- 
helm mit den Seinen in die hessische Heimal zurück. Mit Rechl 
konnte Jakob in seiner Rechtfertigungsschrifl sagen: ..der Wetter- 
strahl, von dem mein Mille- Hau- getroffen wurde, bewegl die 
Herzen in weiten Kreisen." In der That, die weitesten Kreise 



Zum Andenken an Wilhelm Grimm. 

regten sich zu gunsten der Göttinger Prof essoren ; Anerbietungen, 
Geldspenden ehrten sie, die, auf dem Boden strengsten Rechtes 
Eufsend, durch eine kühne That das politisch schlummernde 
Deutschland ermuntert hatten. Wie die Brüder dazu standen, 
mögen folgende Zeilen darthun, die Wilhelm am 23. Dezember 
1837 an den bekannten Theologen Julius Müller, damals in Mar- 
burg, gerichtet hat: 

„Liebster Freund, ich erhalte soeben von J. Rothschild in 
Kassel einen Brief, worin er mir anzeigt, dafs eine namhafte 
Summe für 'uns bei ihm deponiert sei, zugleich als Einlage ein 
paar Zeilen von unbekannter Hand, worin nur gesagt ist, dals 
diese Summe von einigen näheren Freunden " und Bekannten in 
Marburg herrühre. Ich versuche nicht, Ihnen auszudrücken, wie 
diese Liebe und Freundschaft mich im tiefsten Herzen rührt. 
Wir sind in einer eigenen Lage. In Leipzig, wie ich höre in 
Berlin, wahrscheinlich auch in anderen Städten sind Subskriptionen 
eröffnet worden. Gewifs sind darunter wohlmeinende Menschen, 
die uns blofs Hilfe gewahren wollen, und deren Teilnahme dank- 
bar anzuerkennen ist; ebenso gewifs aber auch, dals sich zugleich 
das Parteiwesen der Zeit daran hängt. Unsere Sache hat nichts 
mit dem politischen Treiben gemein; wir sind fest entschlossen, 
uns nicht für die liberale Fahne anwerben zu lassen, ebendeshalb 
von jenen Subskriptionen nichts anzunehmen, ebendeshalb aber 
auch von keinem Unbekannten." (Stengel I, 286.) 

Mehr als drei Jahre weilten die Brüder ohne Amt in Kassel. 
Bettinas eifriges Wirken bereitete ihnen nach der Thronbesteigung 
Friedrich Wilhelms IV. in Berlin eine neue Stätte. Am 2. No- 
vember 1840 sehrieb Eichhorn an Jakob einen förmlichen Be- 
rufungsbrief, in dem er ein Gehalt von 2000 Thalern für beide 
Brüder zusammen anbot. Ihre einzigen Verpflichtungen wann 
der Aufenthalt in der preußischen Hauptstadt und die Arbeit 
am Deutsehen Wörterbuch. Als ordentliches Mitglied der Aka- 
demie konnte Jakob an der Universität Vorlesungen halten ; 
Wilhelm, bisher korrespondierendes Mitglied, sollte bald zum 
ordentlichen erwählt werden. Aus den 2000 Thalern wurden 
durch die Bemühungen der Freunde 8000, und so stand nichts 
mehr der Übersiedelung im Wege. Am L5. März L841 trafen 
die Grimms hier ein. 



Zum Andenken an Wilhelm Grimm. 9 

Der cdclstr Kreis empfing sie und erschlofs sieh ihnen hier. 
Savigny, Lachmann, Meusebacli, Bettina mögen als Chorführer 
des Reigens genannt sein, der sie bei ihrer Ankunft begrüßte. 
Es entspricht ihrem Sinn, dafs sie die lärmenden Yerkehrs- 
stralsen der Hauptstadt flohen und am Rande des Tiergartens, 
in der Lennestral'sc, ihre Wohnung aufschlugen. Hier herrschte 
..eine angenehme ländliche Stille, während in der Stadt das be- 
ständige Gerassel der Droschken einen stört und der Anblick 
der schnurgeraden Strafsen, deren Ende man nicht absieht, mich 
gleich anfangs müde macht. In dieser Strafse wohnen lauter 
Gelehrte (auch Cornelius ist darin angelangt), und sie heilst daher 
le quartier latin." * Wilhelm berichtet an Dahlmann auch von 
einer Audienz, die vom Könige beiden Brüdern gewährt wurde 
und in der Friedrich Wilhelm IV. angenehm, wohlwollend und 
geistreich sie ..herzlich willkommen" hiefs. Jakobs akademische 
Thätigkcit gewann bald Breite; Wilhelm beschränkte sich auf Er- 
klärung mittelhochdeutscher Texte und verlegte in die häusliche 
stille Forscherarbeit den Schwerpunkt seines Wirkens. Enger 
als der Bruder schlofs er sich der Richtung an, die, auf Lach- 
manns Kritik gestützt, in der Textgestaltung und in der Erklä- 
rung der Dichtungen des 12. und 13. Jahrhunderts ihre wesent- 
lichste Aufgabe suchte, die schroff' und rücksichtslos auftrat im Ge- 
fühl ihres Wissens und ihrer Kraft und den Kampf nicht scheute. 
Jakobs Gemüt verwarf solchen Kampf; sein Verhältnis zu Haupt 
wurde immer kühler; die Schärfe, mit der Müllenhoff im Nibe- 
lungenstreite aufgetreten, erregte sein Mifsfallen, an Lachmanns 
20 Lieder glaubte er „längst nicht mehr",** während Wilhelm 
daran fest hielt. Die Ausfälle Pfeiffers gegen Lachmann und 
Haupt, ..der so viel höher als Pfeiffer steht, widerten ihn an".*** 

Doch nicht hier erst, in den letzten Jahrzehnten ihres Leiten-. 
tritt die Verschiedenheit ihrer Weise dem Beobachter entgegen. 
Der schärfste Beobachter, Jakob selbst, hat ihr Ausdruck ver- 
liehen in der akademischen Rede, die er am 5. Juli 1860, sieben 
Monate nach Wilhelms Tode, ihm zum Gedächtnis gehalten hat. 



Wilhelm Grimm an Dahlmann. li»i>el Nr. 260. 

Jakob Gri i an Weigand. Stengel Nr. 165, l. April 1854, 

Ebenda Nr. 176. 



10 Zum Andenken an Wilhelm Grimm. 

„Von Kindesbeinen an hatte ich etwas von eisernem Fleifse in 
mir, den ihm schon seine geschwächte Gesundheit verbot; seine 
Arbeiten waren durchschlungen von Silberblicken, die mir nicht 
zustanden. Seine ganze Art war weniger gestellt auf Erfinden 
als auf ruhiges sicheres Insichausbilden. Alles, soviel in den 
Gang seiner eigenen Forschungen einschlug, beobachtete er rein- 
lieh und strebte es zu bestätigen; das Übrige blieb ihm zur 
Seite. Kühnen und Wagenden steht ungesehen das Glück bei, 
Wilhelm mochte nicht auf Geratewohl ausgehen. Ich weifs, den 
ritilas, Otfried, Notker und andere Hauptquellen vom ersten bis 
zum letzten Buchstaben geuau zu lesen, hat er nie unternommen noch 
vollführt, wie ich es so oft that und immer wieder thue. Ihm ge- 
nügte, Stellen aufzuschlagen, die er im besonderen Falle zu ver- 
gleichen hatte. . . Er wählte seine Texte aus in Handschriften, 
die ihm in aller Nähe vorlagen — er pflegte und besserte mit 
redlicher Einsieht, so genau er nur vermochte. Ging auch seinen 
Emendationen das Glänzende und Schlagende der von Lachmann 
ab, das Gefügige, Geschmeidige der von Haupt, so empfahlen 
sich doch seine Ausgaben einzelner Gedichte sämtlich durch die 
vorhin gerühmten Eigenschaften." 

So war jedem der Brüder neben der gemeinsamen Arbeit 
sein eigener Weg gewiesen. Nachdem sie ihre Erstlinge auf 
dem Altar der Wissenschaft geopfert, entschlossen sie sich bald 
zu gemeinschaftlicher Thätigkeit. Eine Zeitschrift, die Altdeut- 
schen Wälder, vermochte es nur auf drei schwache Bände zu 
bringen, „doch mag" — sagt Jakob — ,A ver an unseren Fort- 
schritten näheren Teil nimmt, einzelnen Aufsätzen schon den 
spitzenden Keim dessen ansehen, was in der Folge besser her- 
vortrat und höher wachsen konnte." Nachdem Jakob die Ent- 
deckung gemacht, dafs das Hildebrandslied nicht als Prosa, 
sondern als eine Reihe allitterierender Verse aufzufassen ist, er- 
schien IM 2 durch Bemühung der Brüder eine Ausgabe der 
Dichtung nebst dem Wessobrünner Gebet. Noch einmal gab 
Wilhelm das Fragment L830 auf eigene Kosten heraus, indem 
er den älteren Abdruck an drei Stellen berichtigte. Es folgten 
der arme Heinrich und eine Ausgabe der Edda, von 
welcher es ans mehr als einem Grunde beim ersten Bande 
geblieben ist. An weitere Kreise wenden sieh die Kinder- 



Zum Andenken ;in Wilhelm Grimm. 11 

mär che n, die, aus gemeinsamen Wanderungen und Aufzeich- 
nungen entsprossen, seit 1819 in Wilhelms ausschliefsliehe Pflege 

übergingen, dem als besonderes Eigentum die beigefügten Ab- 
handlungen angehören; ebenso die Deut sehen Sagen, die 
Ergänzung der Märchen. Ihrer haben wir an dieser Stelle 
bereits vor Jahresfrist gedacht und ebenso das Deutsche 
Wörterbuch zu würdigen versucht, von dem Wilhelm den 
Buchstaben D bearbeitete. 

In der Reihe der Werke, die dem jüngeren Bruder allein 
angehören, gebührt mit Fug der Deut sehen Heldensage 
der vorderste Platz, einem Buche, das auch Jakob nicht ansteht 
als das Hauptwerk Wilhelms anzuerkennen. ,,Es ist darin so 
vieles genau und fein ausgesponnen und gewoben, dals, wenn 
auch manche Faden anders aufgezogen und eingeschlagen sein 
könnten, doch fast überall Wohlgefallen und Befriedigung aus 
dieser Arbeit entspringen. Ihm war anvergönnt, eine neue, 
dritte Umarbeitung, zu welcher er unablässig nachsammelte, fertig 
zu hinterlassen, und andere Hände dürfen sich kaum darin 
mischen." So wurde denn auch schonend und pietätvoll, was 
neuerschlossene Quellen später ergaben, von Müllenhoff in seinen 
Zeugnissen und Exkursen zusammengefafst und der neuen Auf- 
lage hinzugefügt. Es werden in diesem Werke alle Anspielungen 
auf die Heldensage, die sich in mittelalterlichen Aufzeichnungen 
jeglicher Art auffinden lassen, verzeichnet und so für eine deutsche 
Sagengeschichte in grofsem Stile Material gewonnen. Die Hehlen- 
sage ist die Schwester des Mythus, und beide bilden die Grund- 
pfeiler des Epos. So ist Wilhelm geschäftig, auf dem Boden 
des engeren Deutschland für jene klarzulegen, was für den ger- 
manischen Mythus zu schaffen Jakob in der Mythologie be- 
flissen war. 

Aufser den Anfängen der Heldensage enthalten die Alt- 
deutscheu Wälder von Wilhelms Hand Ausgaben einiger alt- 
deutscher Texte. Sie herzustellen war eine Thätigkeit, die er 
während seines ganzen Lebens im Auge behielt. Während sich 
Jakob nur zum Abdruck von Texten versteht, die ihm auf dem 
Wege liegen, sie nur als Mittel zum Zweck betrachtet, werden 
beim Bruder die Ausgaben Selbstzweck und erfahren peinliche 
Sorgfalt und immer neues Studium. Von allen mittelhochdeut- 



12 Zum Andenken an Wilhelm Grimm. 

-«heu Dichtem fesselte ihn keiner mein- als der sprachlich und 
technisch saubere Konrad, den Lachmann den deutschen Nonnus 

nennt, und den Jakob mit Ovid vergleicht. Kein anderes (ie- 
dieht las er öfter und mit größerer Aufmerksamkeit als den tro- 
janischen Krieg, freilich in dem holprigen Texte der Müllerschen 

Sammlung, alter aoch im Jahre vor seinem Tode erfreute ihn 
Adalbert von Kellers Ausgabe, die sich auf K. Hofimanns und 
Kranz Roths Vorarbeiten stützt. Durch die Eierausgabe der 
Goldenen Schmiede (1840), A^ Schwanritters (in den 
Altdeutschen Wäldern), des Sylvester (Göttingen L841) ist 
Wilhelm (Trimms Name auf immer mit dem Konrads von Würz- 
burg verknüpft. 

Nicht minder mit dem Vridanks. Die zweite Ausgabe 
der Bescheidenheit war druckfertig, als ihn der Tod hinweg- 
raffte. Schon für die erste (1830) hatte er nach und nach alle 
bekannt gewordenen Quellen und Hilfsmittel zusammengebracht, 
aulsei- den Drucken achtzehn Codices, doch befand sieh darunter 
nicht ein einziger von besonderer Güte: „in der glücklichen Lage, 
der sieh Lachmann bei der Herausgabe des Parzival, die in aller 
Hinsicht ein Muster bleiben wird, erfreute, befand ich mich 
leider nicht." Keiner hatte die ursprüngliche Reihenfolge der 
Sprüche bewahrt, aber grofee Massen von Interpolationen waren 
auszuscheiden, so dafs der Herausgeber mit mancherlei Schwierig- 
keiten zu kämpfen hatte und doch, nach eigenem Geständnis, 
hinter dem Ziel zurückblieb. Gegen seine Annahme, dals Walther 
von der Vogelweide der \ T erfasser der Sammlung Avar, scheint 
er bereits in der Selbstanzeige mifstrauisch geworden. „Zur Ge- 
wifsheit wird man, ohne ein neues entscheidendes Zeugnis zu 
entdecken, kaum gelangen; mir ist natürlich nur daran gelegen, 
dafs die Wahrheit an den Tag kommt, nicht dafs ich recht be- 
halte." Ehrenhaft ist es, dals er die Arbeit, die ihm in ihrer 
ersten Gestalt nicht genügte, immer wieder vornahm, besserte, 
ergänzte; es erschienen einige Nachträge, endlich gewann das 
Ganze die gewünschte Gestalt. Aber im sauberen Kleide des 
Drucks sollte er sie nicht mehr erblicken. 

Die Bemühungen um den Rosengarten in gleicherweise 
abzuschließen hinderte die Beschaffenheit der Überlieferung ; eine 
gröfsere Zahl verschieden lautender Redaktionen haben nicht nur 



Zum Andenken an Wilhelm Grimm. 13 

«las Original selbst verdrängt, sondern mich seine Wiederherstel- 
lung anmöglich gemacht; doch ist der von Grimm herausgegebene 
Text einer Frankfurter Handschrift als Gemenge verschiedener 
Bearbeitungen wichtig und interessant. Ans vierzehn halbzer- 
störten Pergamentblättern entzifferte er mit Hülfe von Reagentien 
und mit sicherer Hand Schäden heilend die Bruchstücke des 
Grafen Rudolf; endlich sei das Rolandslied erwähnt, ein 
Abdruck der Heidelberger Handschrift mit den Abweichungen 
der Strafsburger und der getreuen Wiedergabe des merkwürdigen 
Bilderschmucks. 

Ich übergehe eine Reihe von Abhandhingen und kleineren 
Textausgaben und erbitte mir zum Schlufs Ihre Aufmerksamkeit 
für einen Zweig seiner wissenschaftlichen Thätigkeit, dessen bis- 
her kaum gedacht wurde, für die Entwickelung seiner nor- 
dischen Studien. 

Schon die frühesten Briefe Wilhelms aus Halle bekunden 
eine besondere Neigung für die Sprachdenkmäler des skandi- 
navischen Nordens. Hatte er doch schon 1808 in der Zeitung für 
Einsiedler dänische Volkslieder übersetzt, und 1811 erschien eine 
stattliche Sammlung in Buchform. In Halle ist er mit der Lek- 
türe der Olafs-Saga beschäftigt, deren schönste Stellen er excer- 
piert ; er knüpft Beziehungen mit Nyerup, der, siebenundzwanzig 
Jahre älter als Wilhelm, dem deutschen Fachgenossen Freund- 
schaft und Verehrung entgegenbringt. Schon in dem ersten 
Briefe bittet Grimm um eine Edda Ssemundina und Nordiska 
Kaempedater, später um alle dänischen Volksbücher, die zu haben, 
um alle schwedischen ohne Ausnahme; besonders aber kommt es 
ihm auf die Heldenlieder der Edda an, die mit dem heimischen 
Nibelungenliede verwandt sind, auf Sagas und Yi'sur. her Ber- 
liner Bücherankauf enthält als Hauptstück vier Bände Sagen, 
von Suhrn herausgegeben, mit schwerem Herzen verzichtet er auf 
die Eyrbyggja, für die Koch zwei Thaler Fordert. „Ich denke" 
tröstet er sich - „man kann all die Sachen in Göttingen 
haben." Schliefslich nimmt er sie doch, läl'-t aber (innlang und 
Landnäma zurück. Auch Hagen findet er in gleicher Richtung 
bemüht. Am 27. Dezember 1809 schreibt er an- Gotha: „es 
ist doch seltsam, wie von Deutschland aus da- Elia von den 
alten nordischen Poesien losgehauen wird und sie hier auftauen." 



II Zum Andenken an Wilhelm Grimm. 

Jakob brachte diesen Studien die lebhafteste Teilnahme <Mit- 
gegen und Legte selbst kräftig Hand an, um das nordische Eis 
aufzutauen. Freilich verfolgte er zunächst andere Zwecke als 
der Bruder: Grammatik und Mythologie nahmen auch hier sein 
vornehmstes Interesse gefangen. Wilhelms Übersetzung der dä- 
nischen Kämpevisor, die erstere gröfsere Arbeit, mit der er vorm 
Publikum erschien, konnte in einer für volkstümliche Dichtung' 
begeisterten Zeit ihren Eindruck nicht verfehlen. „Wenn dir" 
— schreibt Hebel an einen Freund — „in der Poesie wie in 
der Natur frischer lebendiger Morgenhauch, gekühlt über den 
Wassern und in den Bergen und gewürzt im Tannenwald, besser 
behagt als die drückende »Schwüle oder gar der Anhauch aus einem 
Blasbalg, so lies Grimms altdänische Heldenlieder, Balladen und 
Märchen." Auch heut noch überrascht die Vorrede, die auch 
den Kleinen Schriften einverleibt wurde, durch treffende Beob- 
achtungen, durch scharfsinnige Vergleiche und den Versuch, ein- 
zudringen in die vielfachen Probleme des Völkerlebens. Gleich- 
zeitig bringt Grimm Arbeiten von Nyerup und P. E. Müller zur 
Anzeige, auch die Edda von Rühfs, „der es darauf abgesehen zu 
haben schien, die ganze nordische Mythologie und Sagengeschichte 
zu vernichten 1 ', indem er die nordische Poesie nur als Nach- 
ahmung der angelsächsischen gelten läl'st. Es lag durchaus in 
der Richtung dieser Studien, wenn ihm die zufällige Ausgrabung 
eines höchst zweifelhafte Schriftzüge enthaltenden Steines in 
Hessen zu eingehender Beschäftigung mit den Runen anregte, 
aus der dann die bedeutsame, freilich nun überholte Schrift 
Über die Runen hervorging. Werke wie Liljegrens Runlära, 
Brvnjulisens Periculum Runologicum begrüßte er in aufmuntern- 
den Anzeigen. Was aber hätte ihm näher liegen können als die- 
Edda selbst, mit ihren tausendfachen Geheimnissen, ein mäch- 
tiger Sehatz wie jene, von denen die Sage selbst so gern erzählt, 
die i\c^ jugendlichen Recken harren, der sie hebt und birgt '.' 
Es war ein Riesenwerk, das er auf die Schultern nahm, so 
schwer, dafs auch Jakob die seinen herleihen mufste; die Edda- 
ausgabe ist ein gemeinsames rnternehmen der Brüder. Die 
Kopenhagener Ausgabe, die vorläufig nur die Götterlieder brachte, 
erschien langsam und zögernd; Wilhelms Interesse aber richtete 
sich vornehmlich auf die Heldenlieder. Da mulste Rask helfen 



Zum Andenken an Wilhelm Grimm. 15 

und raten, und in der That wird er nicht müde, den Brüdern 
Rede zu stehen, ja er bietet ihnen an, das ehrwürdige Denkmal 
»ein einsam zu veröffentlichen, und stellt so seine umfassenden 
Vorarbeiten ihnen zur Verfügung. Durch den Grafen Hammer- 
stein erhielt Wilhelm die Abschrift aller Lieder, doch waren die 
Schwierigkeiten so grofs, dafs die Ausgabe erst L815 erscheinen 
und, um mit Scherers Worten zu reden, der fingerfertige Hauen 
Gelegenheit hatte, den Brüdern mit Text und Übersetzung zu- 
vorzukommen und ihnen den Markt zu verderben. Es half 
nichts, dafs sie seine Leistung- bei weitem übertrafen, dafs sie 
alles gethan hatteu, um das Publikum zu befriedigen : ihr Text 
war sorgfältig interpungiert, mehrfach geschickt verbessert, sprach- 
lich wie sachlich erklärt, mit Inhaltsangaben und zwei Über- 
setzungen, einer mehr wörtlichen, einer freieren begleitet, die 
letztere noch heut die beste, die wir besitzen, und neuerdings 
wieder aufgelegt. Aber das Buch hatte keinen Erfolg, und der 
zweite Band blieb ungeschrieben. 

Solches Mil'slingen konnte wahrhaft für ihre Ziele begeisterte 
Männer nicht schrecken. Sie fuhren fort, das nordische Eis' zu 
behauen und zu tauen, und wenn es auch nicht mehr durch 
Ausgaben nordischer Texte geschah, so doch dadurch, dafs sie 
den skandinavischen Norden in den Kreis ihrer mythologischen, 
grammatischen, sagengeschichtlichen Studien zogen und ihm im 
germanischen Völkerkreise den Platz anwiesen, der ihm gebührt. 

Am 16. Dezember 1859 wurde Wilhelm Grimm dem Bruder, 
der Wissenschaft durch den Tod entrissen. Vier Jahre fast 
wandelte Jakob noch allein unter den Lebenden, in der heiteren 
Freude (h^ Forschens und Schaffens, die ihn von jeher begleitet 
hatte. Da, im September L863, trug man auch ihn hinaus auf 
den Matthäikirchhof und bettete ihn neben den Bruder, wie er 
es selbst vorhergesagt hatte, an eine Stelle i\c< tiefsten Friedens. 
Und wenn wir im Sommer, der Sitte unserer Gesellschaft gemäfs, 
hinauswandern an ihre Gräber, und (\o- abgeschiedenen Brüder 
andachtsvoll gedenken an ihrem Ruheplätze, ist es nicht ein 
Hauch des tiefsten Friedens, der -ich um unsere Seele legt, trotz 

der Nachbarschaft des Schienenwegs, auf dem rasselnd und 
rauchend die Herolde (\c< rastlosen Weltverkehrs dahinrolleir.' 
Tiefsten Frieden predigt ihr Leben, die Stürme, die es durch- 



16 Zum Andenken :tn Wilhelm Grimm. 

fuhren, schüttelten wohl die Zweige, aber sie entwurzelten nicht; 
sie liefsen ihr Haar ums Haupt flattern, »loch gruben sie nicht 
Furchen des Grams auf die edlen Stirnen. Tiefsten Frieden 
atmet das Bild, das den ersten Band des Wörterbuchs schmückt; 
und ihm gegenüber der Engel mit der Fackel, der da lehrt: im 
Anfane; war das Wort — er ist das Symbol ihres Lebens, dem 
aus dem Studium der menschlichen Rede, aus der Arbeit am 
Wort schon auf Erden himmlischer Friede Hofs. 

Hans Lösch hörn. 



Die neuesten Schriften 
über die gedruckte 

vorlutherische deutsche Bibelübersetzung. 



Das Interesse für die gedruckte vorlutherische deutsche 
Bibelübersetzung hat sich seit dem Jahre 1878, in welchem ich 
an dieser Stelle einen im Archiv, Bd. LXI, S. 369 ff. ab- 
gedruckten Vortrag darüber hielt, wesentlich gesteigert. Einen 
Hauptanstofs für eine eingehendere Beschäftigimg mit derselben 
gab che bald darauf erfolgte Veröffentlichung des sogenannten 
Codex Teplensis, d. h. der Handschrift einer vorlutherischen 
Übersetzung des Neuen Testaments, welche sieh in der Biblio- 
thek des Prämonstratenser-Klosters Tepl bei Marienbad befindet. 
Ich habe in einer ausführlicheren, in den Sonntagsbeilagen der 
Neuen Preufs. Ztg. vom 3. bis 17. Juli 1881 abgedruckten Be- 
sprechung der ersten Lieferung dieses Werkes zuerst darauf 
aufmerksam gemacht, dafs dieser Codex Teplensis Wort für 
Wort, ja Silbe für Silbe mit dem Text der ersten drei Aus- 
gaben der gedruckten vorlutherischen Bibelübersetzung überein- 
stimme. Wie bemerkt, mit dem Texte jener ersten drei Aus- 
gaben, welcher, wie ich in meinem oben erwähnten, im Archiv 
abgedruckten Vortrage dargelegt hatte, in der folgenden, bei 
hYilsner und Sensenschmidt in Nürnberg erschienenen vierten 
Auflage eine modernisierende, die archaistisch gewordenen Aus- 
drücke überall verändernde Überarbeitung erfahren hat Der 



* Vortrag, gehalten in «1er Berliner Gesellschaft für d:^ Studium der 
neueren Sprachen. 

Archiv f. n. Sprachen. I..XXVI. 2 



L8 Die gedruckte vorlutherisclie deutsche Bibelübersetzung. 

Herausgeber jenes Codex, Bibliothekar Pater Klimesch in Tepl, 
ebenso wie der Verleger Dr, Max Huttier, Vorsteher des Litte- 
rarischen Instituts in München, hatten jene Thatsache bei Her- 
ausgabe der ersten Lieferung selbst noch nicht gekannt, sondern 
vielmehr, zum Beweise, dafs ihr Codex eine grofse Ähnlichkeit 
mit dem Texte der gedruckten Übersetzung habe, nur den Text 
der elften, bei H. Schönsperger im Jahre 1487 in Augsburg 
erschienenen Auflage ziu- Vergleichung herangezogen und die 
Varianten dieser Auflage unter dem Texte ihres Codex ab- 
drucken lassen. Selbstverständlich mulsten dieser Varianten sehr 
viele sein, da jene elfte Auflage ebenso wie alle seit der vierten 
überhaupt gedruckten, den modernisierenden Veränderungen der 
letzteren gefolgt ist. Nachdem ich auf jenes obige, für den 
Text des Codex Teplensis viel günstigere Verhältnis aufmerksam 
gemacht hatte, haben dann Herausgeber und Verleger in der 
dritten und letzten Lieferung noch durch Prof. Th. Auracher in 
München eine nachträgliche Vergleichung mit dem Texte der 
ersten Ausgabe der gedruckten Bibelübersetzung nach dem in 
München befindlichen Exemplare anstellen und die sich dabei 
ergebenden, sehr geringfügigen und unbedeutenden A T arianten am 
Schlüsse ihres Werkes hinzufügen lassen. 

An die Veröffentlichung des Codex Teplensis haben zwei 
im vorigen Jahre erschienene Streitschriften angeknüpft. Die 
eine ist die von dem damaligen Sekretär der Universitäts- 
Bibliothek zu Würzburg, jetzigen Bibliothekar in Gieisen, Dr. 
Herman Haupt veröffentlichte Schrift: „Die deutsehe 
Bibelübersetzung der mittelalterlichen Waldenser 
in dem Codex Teplensis und der ersten gedruckten deutschen 
Bibel nachgewiesen. Mit Beiträgen zur Kenntnis der romani- 
schen Bibelübersetzung und Dogmengeschichte der Waldenser. 
Würzburg, Stahelsche Buchhandlung 1885." Gegen diese Publi- 
kation gab noch im Herbste vorigen Jahres der Privatdocent 
der deutschen Sprache und Littcratnr an der Königl. Akademie 
zu Münster Dr. Franz Jostes eine Gegenschrift heraus: „Die 
Waldenser und die vorlutherische deutsche Bibel- 
übersetzung. Eine Kritik der neuesten Hypothese", worin 
der von Dr. Haupt behauptete waldensische Ursprung jener 
Bibelübersetzung entschiede!] geleugnet wird. Haupt hat sofort 



Die gedruckte vorlutherische deutsche Bibelübersetzung. L9 

nach dem Erscheinen dieser Gegenschrift eine Widerlegung der- 
selben und einen Nachweis der Richtigkeit seiner Hypothese an- 
gekündigt, welcher aber meines Wissens bisher noch nicht ver- 
öffentlicht worden ist. 

Bevor ich auf den Inhalt dieser beiden Broschüren eingehe, 
will ich zuvor noch eine allgemeinere, schon im Jahre 1883, also 
vor den letztgenannten beiden Streitschriften als Programm der 
Universität Bonn herausgekommene Schrift über unsere vor- 
lutherische Bibelübersetzung charakterisieren. Sie führt den Titel : 
,,Die deutsche Bibel vor Luther, sein Verhältnis zu der- 
selben und seine Verdienste um die deutsche Bibelübersetzung." 
Von Dr. W. Krafft, Professor. Ich niul's gestehen, daüä für 
denjenigen, welcher sich selbst schon einigermalsen näher mit der 
vorlutherischen Bibel beschäftigt hat, diese Abhandlung KrafVts, 
wie Vx-h ein Universitätsprogramm eigentlich sollte, nichts Neues 
enthält. Vielmehr macht der Verfasser den Eindruck eines 
Mannes, welcher selbst erst seit kurzem auf den Gegenstand 
aufmerksam geworden ist und nun das lebhafte und lobenswerte 
Interesse, welches ihm derselbe persönlich eingeflöfst hat, uns als 
Ersatz für eine erwartete etwaige Bereicherung und Vermeh- 
rung des seit hundert Jahren über den Gegenstand schon Be- 
kannten und von anderen Gesagten darbietet. Die Abhandlung 
beginnt damit, die Versuche der Goten und Germanen seit 
lltilas, sich die Bibel in ihrer Muttersprache anzueignen, kurz 
zu skizzieren, giebt dann ein Verzeichnis der vierzehn hoch- 
deutschen und drei niederdeutschen Ausgaben der gedruckten 
vorlutherischen deutschen Bibel und äufsert sich des weiteren 
aber die Beachtung und Verbreitung, welche diese deutsche 
Bibel schon vor Luther im Volke gefunden habe. Selbstver- 
ständlich werden dabei die bekannten Anfangszeilen von Brants 
„Narrenschiff" vom Jahre IHM angeführt: 

All land Byndt yetz voll heyiger geschriffl 
Vnd was der seien hevl antrifft, 
Bibel, der heyigen vätter ler 
Vnd ander der glich buocher mer. 

Sodann geht der Verfasser auf die ersten Versuche Luther-, 

ein/eine Teile der Bibel zn verdeutschen, und auf die ersten 



20 l>i<' gedruckte rorlutherische deutsche Bibelübersetzung. 

Ausgaben seines Neuen Testamentes^ sowie der ganzen Bibel 
ein und kommt hierauf auf die, wie er sie seihst nennt, wichtige 
Frage, „ob Luther die frühere deutsche Bibel gekannt und den 
Sprachschatz derselben berücksichtigt habe." Zur Beantwortung 
dieser Frage führt er zunächst die bekannten Stellen uns den 
Schriften von Palm, (iicsc und Panzer Über die lutherische 
Bibelübersetzung an, worin jene Benutzung der alten Bibel durch 
Luther geleugnet wird, sowie die entgegengesetzte Behauptung 
Hopfs in seiner Schrift: „Würdigung der lutherischen Bibel- 
verdeutschung mit Rücksicht auf ältere und neuere Übersetzun- 
gen (Nürnberg 1847)", wonach Luther in der That von jener 
älteren Übersetzung bei seiner eigenen Arbeit Gebrauch gemacht 
habe. Krafft selbst weii's zur Entscheidung jener wichtigen Frage 
weiter nichts beizubringen als jene Stelle aus dem Briefe Luthers 
an Nikolaus Amsdorf vom 13. Jan. 1522 (de Wette II, S. 12.1): 
„Interim Biblia transferam, quamquam onus suseeperim supra 
vires. Vides nunc, quid sit interpretari et cur hactenus a nullo 
sit attentatum, qui profiteretur nomen suum"> woraus doch nur 
in ziemlich unbestimmter Weise erhellt, dafs Luther jene vor 
ihm anonym erschienenen deutschen Bibeln gekannt habe. 
Wenn der Verfasser darauf mehrere längere Stellen aus der 
neunten Ausgabe der vorlutherischen Bibel (Nürnberg 1483) 
solchen aus der Septemberausgabe des Lutherschen Neuen Testa- 
mentes vom Jahre 1522 gegenüberstellt, um damit, wie er meint, 
jeden Zweifel zu heben, dafs „das Zusammentreffen Luthers mit 
der deutschen Bibel des 15. Jahrhunderts kein zufälliges sei", so 
wird dadurch für den Kenner der Sache jener Beweis an sich 
so wenig erbracht, wie aus den zahlreichen parallelen Stellen der 
beiden Bibelübersetzungen, w-elche Hopf in der oben erwähnten 
Schrift zum Beweise derselben Behauptung zusammengestellt hat, 
so grofs die Ähnlichkeit, ja mehrfach wörtliche Übereinstimmung 
beider Übersetzungen in den betreffenden Stellen auch ist. Denn 
man mufs nur bedenken, worauf ich in meinen früheren Auf- 
sätzen über diesen Gegenstand schon hingewiesen habe, dals, als 
Luther mit seiner Verdeutschung begann, schon für längere 
Stellen, ja ganze 'feile der Bibel, besonders der bekanntesten 
und im Kirchendienst am meisten gebrauchten, sich eine Ver- 
deutschung festgestellt hatte, welche schon Gemeingut ^^ deilt- 



Die gedruckte vorlutherische deutsche Bibelübersetzung. 21 

seilen Volkes geworden war, und die Luther verständiger-, ja 
selbstverstandlicherweise ganz oder nur wenig- verändert bei- 
behielt, die er aber nicht aus jener alten Vorgängerin seiner Über- 
setzung unmittelbar brauchte abgeschrieben zu haben. Denn in 
Predigten, Plenarien und katechetischen Arbeiten des 15. Jahrh. 
wurden ganze Stellen des Neuen Testaments, namentlich die 
Sonntagsevangelien und Episteln, Stellen aus den Psalmen u. s. w. 
oft und zahlreich deutsch citiert, wie denn überhaupt, worauf 
namentlich der verstorbene Joh. Geffcken in seinem reichhaltigen 
Buche: „Der Bilderkatechismus (\(^ 15. Jahrhunderts (Leipzig, 
IS.")."))" hingewiesen hat, die deutsche Sprache im Gottesdienste 
auch schon vor Luther viel mehr angewandt worden ist, als 
man seit der Reformation bis auf die neueste Zeit auf evan- 
gelischer Seite hat zugestehen wollen. Die Ähnlichkeit, ja wört- 
liche Übereinstimmung solcher bekanntesten Stellen der Bibel 
in Luthers Übersetzung mit der früheren würde also, wie ge- 
sagt, an sich für eine direkte Benutzung seinerseits noch nichts 
beweisen. 

Wohl aber giebt es eine Anzahl Stellen aus Luthers Schrif- 
ten und denen seiner Mitarbeiter, welche ganz direkt und 
geradezu es aussprechen, dal's Luther nicht nur die deutsehe 
Bibel vor ihm gekannt, sondern dafs auch er und seine Mit- 
arbeiter dieselbe bei ihrem -eigenen Werke mit in Betracht ge- 
zogen haben. Ich habe auf diese, in ziemlich viel verbreiteten 
Schriften Luthers und seiner Freunde befindlichen, aber seltsamer- 
weise weder von SO gründliehen und gelehrten Forschern des 
vorigen Jahrhunderts, wie Palm, diese und Panzer, noch von 
neueren Schriftstellern über diesen Gegenstand, also auch von 
Prof. Krallt nicht in Betracht gezogenen Stellen zum Teil schon 
früher aufmerksam gemacht, will sie aber hier sämtlich noch ein- 
mal anführen, da daraus, wie gesagt, jene wichtige und interessante 
Präge über die Bekanntschaft Luthers mit der vorlutherischen 
Bibel und die Art seiner Benutzung derselben, wie mir -eheint. 
endgültig entschieden wird. 

Am Samstag nach Misericordiae Domini, also im Mai L522 
sehreibt Luther von ihr Wartburg an Spalatin (de Wette II. L95): 
..Mitto tibi gustum novee Biblice nostree, d. h. also: eine Probe 
unserer neuen Bibel, -cd sie m serves, ne vulgetur." Da dies 



•_>•_> Die gedruckte vorlutherische deutsche Bibelübersetzung. 

eine Probe der ersten Bibelübersetzung war, welche Luther über- 
haupt anfertigte; so kann das „neu" (novce Biblise nostrse) nicht 
als Gegensatz zu einer alten Fassung seiner eigenen Bibel- 
übersetzung, sondern nur zu einer schon vor ihm vorhandenen 
gemeint sein, von deren Existenz er also Kenntnis hatte. 

Die Vorrede Luthers auf das Buch .Jesus Sirach vom Jahre 
1533 beginnt mit den Worten: ,,Dis Buch ist bisher genannt im 
Latin Ecclesiasticus, welchs sie haben verdeutscht: die 
geistliche Zucht. Vnd ist fast wohl getrieben vnd gebraucht 
in der Kirchen mit lesen, singen vnd predigen, aber mit wenigem 
Verstand vnd Nutz, on das es hat müssen der Geistlichen Stand 
vnd Kirchen geprenge rhümen." „Das Buch der geistlichen 
Zucht" ist der Titel des Buches Jesus Sirach in der vor- 
lutherischen deutschen Bibel, welche also Luther gekannt 
haben muis, gleichzeitig wird durch die obige Stelle belegt, wie 
viel dies Buch schon vor ihm in der Kirche gebraucht und 
citiert worden ist. Auch aus dem Schlüsse der Luthersehen 
Vorrede erhellt, dafs er die deutsche Bibel nicht nur gekannt, 
sondern seine neue Übersetzung mit derselben verglichen habe, 
wie er denn auch seine Leser zu einer solchen Vergleichung 
auffordert. „Was vns aber für Erbeit gestanden hat", heilst es 
da nämlich, „dis Buch zu verdeudschen, Wer das zu wissen 
begert, der mag vnser Deudsch gegen alle ander Exemplar hal- 
ten, beide, Griechischer, Latinischer vnd Deudscher sprachen, 
sie sind alt oder newe, so sol das werck den Meistern wol Zeug- 
nis geben." 

Eine kritische Prüfung der Ausdrücke der alten Übersetzung 
mit denen seiner eigenen von Seiten Luthers oder, wie Prof. 
Krafft sagt, eine Berücksichtigung des Sprachschatzes derselben 
geht ferner aus folgenden Belegstellen hervor. In den Tisch- 
reden (Ausgabe von Förstemann und Bindseil, Bd. IV, S. 614) 
bemerkt Luther: „Gott hat seinen Bund in diesem Volk mit 
diesem Zeichen (nämlich mit der Beschneidung) wollen bestätigen, 
nur eine Zeitlang, an diesem Stück Leibes. Das Wörtlein 
uxQOTo/iiia, prseputium, haben wir Vorhaut verdeudscht, denn wir 
haben kein besseres können finden; die Balbierer heilsens Häub- 
lein, die Alten habens verdolmetscht Üb erwachs ung.^ 
„Überwachsung" ist aber der stehende Ausdruck für dieses im 



Die gedruckte vorlutherische deutsche Bibelübersetzung. 23 

Alten und Neuen Testament viel erwähnte ..Stück Leibes" in der 
vorlutherischen deutschen Bibel. 

In seinen ..Historien von des ehrwürdigen in Gotl seligen 
theuren Manns Gottes D. Martin Luthers Anfang, Lere, Leben" 
berichtet Joh. Mathesius (Predigt 13, Bl. 155a der Ausgabe von 
L580): „Wenn nun die arbeit (nämlich die Berichtigung der 
ersten Dolmetschung der deutsehen Bibel, wozu Luther nach 
dem Berichte des Mathesius ein ganzes Synedrium von Freunden 
berufen hatte) verrichtet war, behielt unser Doetor Martin Luther 
biisweilen seine freunde vnnd mithelffer beim Abendmal, da ge- 
fielen (d. h. fielen) sein- gute reden. Ich hab gehört, dafs er von 
Achabs Hengel (d. h. Wehrgehänge) 1 Beginn vltimo, vber Tisch 
disputirt vnnd fraget. Denn die vorige Biblia war ge- 
deutscht, Achab sey zwischen dem Magen vnnd Lungen ge- 
schossen. Nun ists gelien, zwischen Bantzer vnd Hengel, daran 
das Sehwert von der achsel hanget, wie das glöfslein autV dem 
rande meldet." Die Übersetzung: „zwischen dem Magen vnnd 
Lungen" ist aber eben diejenige unserer gedruckten deutschen 
Bibel, wo es drittes Buch der Könige, Kap. 22 V. .'»1 (ich citiere 
nach der Ausgabe von 1483) heilst: „Aber ein man spannet den 
Bogen vnn sehiekt einen vngewisen schufs vnn schlug von ge- 
schieht (d. h. zufällig) den kuenig Israhel zwischen die hin- 
gen vnn den magen." 

Insofern aus diesen angeführten Stellen unzweifelhaft nicht 
nur eine Kenntnis der alten deutschen Bibel seitens Luthers, 
sondern sogar eine kritische Benutzung derselben hervorgeht, 
wäre es eigentlich überflüssig, auch aus Äufserungen seiner Mit- 
arbeiter noch eine Bekanntschaft mit jener alten Bibel in den 
Kreisen der Reformatoren zu erweisen, wenn es nicht dazu 
diente, die tiefe Geringschätzung derselben gegen diese Vor- 
gängerin der neuen Übersetzung darzuthun. So sehreibt derselbe 

eben citiertc .loh. Mathesius a. a. ( ). (13. Predigt, BL L50b, An.-. 

v. 1580): ..Ich hab in meiner Jugend auch ein verdeutschte 
deutsche Bibel gesehen, ohne zweifle! aufs dem Latein verdeut- 
schet, die war dunckel und finster, denn zu A<t Zeit achten sich 

die (leierten der Bibel nicht fast, Mein Yatter hatte -ine 

deutsehe lV-till, darin neben den Soritags Evangelien auch 
etlieh stuck aufs dem alten Testament postillui vnnd aufsge- 



24 Pie gedruckte vorlutherische deutsche Bibelübersetzung. 

legi waren, darauTs hab Loh ihm oft't mit Inst gelesen. ,Wie 
gern' sagt mein Vatter, ,möchte ich ein gantze deutsche Bibel 
seilen!'" — 

Bugenhagen, der Verbreiter der Luthersehen Bibel in 
Niederdeutschland^ bemerkt in der Vorrede zum Neuen Testa- 
ment in der bei Ludwig Dietz in Lübeck 1533, kurz vor der 
ersten Ausgabe der vollständigen hochdeutschen Bibel erschiene- 
nen niederdeutschen Bibel: „Dyth nye Testament ys vlitich vor- 
düdeschet, also dath nie (d. h. man) vnstrafflik de rechten 
meninge, also de Euangelisten vnde Apostel geschreuen hebben, 
hyrynne lesen mach vnde ys nicht, alse de erste vordüde- 
schinge was, sunder rein vnde fyn, vth vnses werdigen vaders 
Doctoris Martini vordüdeschinge." 

Noch derber, als ein richtiger grober Pommer, drückt sieh 
derselbe Bugenhagen über die vorlutherisehe Bibel in seiner 
Vorrede zu den Annotationen aus, welche er der niedersäch- 
sischen Bibel von 1541 beigegeben hat. „De olde düdesche 
Biblia", sagt er dort, „van vnuorstäudigen Lüden vth dem La- 
tine vordüdeschet, ys gegen defse (d. h. also gegen die Luther- 
sche) tho achten Narre werck vnd nicht werdt, dat se düdesch 
heten schal" (vgl. Göze, Historie der niedersächsischen Bibeln 
S. 247). 

Eigentlich war diese Herabsetzung der alten Bibel durch 
die Reformatoren recht überflüssig und ungerecht, aus zweifachen 
Gründen. Einmal hatten sie eine Konkurrenz derselben mit der 
Lutherschen Bibel in keiner Weise zu befürchten, diese schlug 
durch ihre unvergleichlichen Vorzüge die alte Übersetzung ja an 
sich sofort aus dem Felde. Mit dem Jahre 1522, dem Geburts- 
jahre der Luthersehen Bibel, hörte die alte sogleich auf ge- 
druckt zu werden. Sodann war die alte Übersetzung, worauf 
ich schon früher hingewiesen habe, ja gewissem! afsen von dem- 
selben antirömischen Geiste eingegeben wie die Luthersche. 
Auch sie war aus jener volkstümlichen Strömung hervorgegan- 
gen, von welcher das weltbeherrschende Papsttum, das daher die 
Übersetzung der heiligen Schrift in die Landessprachen stets 
mit mifsgünstigen Augen angesehen hat, schlechterdings nichts 
wissen wollte. 

Dieser letztere Gedanke von dem antirömischen Ursprünge 



Die gedruckte vorlutherische deutsche Bibelübersetzung. 25 

der vorlutherischen deutschen Bibel nun ist es, welchen der Ver- 
fasser der obengenannten ersten Schrift über den Codex Teplensis, 
Dr. Haupt, wiederholt und insofern näher präcisiert hat, als er 
die Abfassung jener Übersetzung, zunächst der im Codex Teplensis 
enthaltenen Übersetzung des Neuen Testaments, den mittelalter- 
lichen waldensischen Ketzern zugeschrieben haben will. Seine 
Beweisführung, welche sich auf vier Kapitel verteilt, ist kurz 
gesagt folgende: 

1. Jener Codex enthält, aufser der Übersetzung des Neuen 
Testamentes selbst, noch einige von Herrn Klimesch ebenfalls 
mit veröffentlichte kürzere dogmatische Stücke, welche, nach 
Haupts Ansicht, unzweifelhaft waldensischen Ursprungs sind. 
Es sind dies einmal die „VII stucke des heiligen cristlichen 
gelauben", welche den Schlufs jenes Codex bilden und welche 
nach Haupts Versicherung nichts anderes sind als die Über- 
setzung der sieben „articuli fidei u , auf welche nach dem Zeug- 
nisse der von C. Schmidt benutzten, seitdem verloren gegangenen 
Handschrift der Stralsburger Bibliothek die Geistliehen der mittel- 
alterliehen Waldenser vor ihrer Weihe verpflichtet wurden. Und 
zwar seien diese „articuli fidei" identisch mit den waldensischen 
„articles de la fe u , welche in romanischer Sprache in einer Genfer 
und Dubliner Handschrift enthalten sind. Ebenso sei die Fort- 
setzung dieser Artikel, das Verzeichnis der „sieben heilikheiten", 
d. h. Sakramente der Kirche, ferner die der Übersetzung <\e^ 
Matthäus -Evangeliums im Codex Teplensis vorausgeschickten 
Bemerkungen über die Krankenbeichte und endlieh namentlich 
das beigefügte Verzeichnis der Lesestücke für das kirchliehe 
Jahr unzweifelhaft auf waldensische Quellen zurückzuführen. Zu- 
nächst sei eil) solches Verzeichnis, dem die in der Waldenser 
Handschrift von Grenoble enthaltene Eiste der sonn- und fest- 
täglichen Perikopen durchaus entspreche, für die Hausandachten 
der Sekte bestimmt gewesen. 

2. Wenn sonach schon diese Zugaben Ac> Codex Teplensis 
auf seinen waldensischen Ursprung hindeuteten, so bewiese eine 
Vergleichung der in dem Codex enthaltenen l T bcrsetzung «les 
Neuen Testamentes selbst mit der romanischen Bibelübersetzung 
der Waldenser, dafs jene aus der letzteren geflossen sei. Von 



26 Die gedruckte vorlutherische deutsche Bibelübersetzung. 

dieser romanischen Übersetzung der Waldenser giebl es vier 
Handschriften: je eine zu Dublin, Paris, Grenoble und Zürich. 
II:uij)t legt seiner Vergleichung die Dubliner Handschrift zu 
gründe, und zwar die von J. J. Herzog angefertigte, im Besitze 
der hiesigen königlichen Bibliothek befindliche Abschrift derselben. 
Pur besonders beweiskräftig hält es Haupt, dafs in der Tepler 
Übersetzung, abweichend von der Vulgata, aber genau ent- 
sprechend der romanischen Übersetzung stets statt „des Menschen 
Sohn", „der Sohn der Jungfrau", „sun der maid" (romanisch: 
filh de la vergena) gesagt sei und das Wort gehenna, Hölle, stets 
durch „Angst" oder „Angst des Feuers" (romanisch pena) 
wiedergegeben werde. 

3. Die erste gedruckte deutsche Bibel stimme gerade an 
den Stellen, welche für die romanische und deutsche Bibelüber- 
setzung der Waldenser charakteristisch seien, ausnahmslos mit 
dieser überein. Einen weiteren Beweis dafür würde voraussicht- 
lich eine, vom Verfasser noch nicht angestellte Vergleichung der 
Übersetzung auch des Alten Testaments in der ersten gedruck- 
ten deutschen Bibel mit den in Dublin, Genf und Grenoble be- 
findlichen Handschriften der romanischen Bibelübersetzung der 
Waldenser ergeben. 

4. Die Modernisierung, welche mit dem in den drei ersten 
Ausgaben der Bibel enthaltenen Texte später vorgenommen wor- 
den ist und welche, wie ich in meinem früheren im Archiv 
abgedruckten Aufsatze bewiesen habe, zuerst in dem Texte der 
vierten, bei Frilsner und Sensenschmidt in Nürnberg enthalte- 
nen Ausgabe wiedergegeben, später von den sämtlichen folgenden 
Ausgaben reeipiert worden ist, ist nach Haupt im kirchlichen 
katholischen Sinne gehalten. Daher sei es ein charakteristi- 
sches Zeichen dieses modernisierten Textes, dals häufig die popu- 
lären deutschen Worte des alten Textes nun wieder mit latini- 
sierenden, im Kirchengebrauch üblichen vertauscht sind, z. B. ..ee" 
mit „testament", „wunniglich" mit „glori", „boten" mit „apostel", 
„enthabung" mit ..Substanz" u. s. w. Die Kirche habe, nach 
Haupts Ansicht, da sie nun einmal die Maidensische deutsche 
Bibel allgemein aeeeptiert sali, derselben wenigstens nach Möglich- 
keit ihr eigenes orthodox katholisches Gepräge in der Sprache 
aufdrücken wollen. 



Die gedruckte vorlutherische deutsche Bibelübersetzung. 27 

Allen diesen, von Dr. Haupt für seine Hypothese angeführ- 
ten Beweisgründen tritt sein Gegner Dr. Jostes in der oben 
erwähnten zweiten Schrift mit Entschiedenheit entgegen. Ad 1 
bemerkt derselbe, es müsse zunächst auffallen, dafs der Codes 
Teplensis auTser den von Haupt angeführten deutsehen Zugaben 
auch drei lateinische enthalte». Schon das mache seinen Ursprung 
aus waldensischen Kreisen verdächtig, deren theologische, über- 
haupt gelehrte Bildung so gering gewesen sei, dal's z. B. nach 
einer im Jahre 1392 veröffentlichten Liste die sogenannten 
„Meister", welche der Sekte im Osterreichischen vorgestanden, 
aus drei rustieorum filii, zwei fabri, zwei sutores, je einem sartor, 
molendinator, carnifex und rasor pannorum bestanden hätten. 
Hinsichtlich der sieben Glaubensartikel tuid des Verzeichnisses 
der sieben Sakramente, welches der Codex enthält, mufs Jostes 
zugeben, dafs dieselben allerdings mehrmals in damaligen waldensi- 
schen, bez. hussitischen Handschriften vorkommen, während sie 
aus der damaligen orthodoxen Litteratur nicht bekannt seien. 
Er hilft sich, freilieh in etwas gewundener Weise, über diesen 
Beweisgrund mit der Versicherung hinweg, dafs beide Stücke an 
sich nichts speciell Waldensisches enthielten, sondern mit den 
orthodoxen Glaubensstücken identisch seien. Das Perikopen- 
verzeichnis, welches der Codex enthalte, sei einfach nach dem 
römischen Meisbuche angelegt und der Übersetzer habe sich 
streng an die römische Liturgie angeschlossen. 

Ad 2 und 3. Den Kern der Frage betreffend, leugnet 
Jostes zunächst schlankweg, dafs das Lesen deutscher Bibeln 
zur Zeit der Abfassung des Codes Teplensis von der Kirche 
verboten gewesen sei. Eine solche Übersetzung könne also 
ebenso gut aus orthodoxen Kreisen hervorgegangen und von 
diesen benutzt worden sein. Die Übertragung unserer im Codes 
Teplensis enthaltenen deutschen Übersetzung aus der romanischen 
Waldenserübersetzung sei durchaus nicht zu erweisen. Die vier 
verschiedenen Handschriften derselben böten vier verschiedene 
Textrecensionen dar. Was speciell die Dubliner Handschrift 
betreffe, aus welcher nach Haupts Versicherung die vorliegende 
deutsche geflossen sei, Bo differiere dieselbe allerdings au zahl- 
reichen Stellen mit <\cv Vulgata. Aber gerade an diesen Stellen 
schliefse sich unsere deutsche Übersetzung an die Vulgata an, 



28 Die gedruckte vorlutherische deutsche Bibelübersetzung. 

nährend andererseits sich in der Tepler Handschrift eine Menge 
von charakteristischen Zusätzen und Interpolationen befinde, 

nach welchen man in der Dubliner Handschrift vergeblich 
suche. Es sei also im Gegenteil höchst unwahrscheinlich, dals 
die deutsche Übersetzung eine Übertragung dieser romanischen 
sei. Der Ausdruck „sun der maid", statt des rilins hominis 
der Vulgata, sei im Mittelalter ganz gewöhnlich gewesen, komme 
z. B. in Konrad von Würzburgs „Goldener Schmiede" wieder- 
holt vor. 

Ad 4 stellt es Jostes durchaus in Abrede, dals die Moderni- 
sierung und sprachliche Überarbeitung, welche in der vierten 
Ausgabe der gedruckten deutschen Bibel mit dem in den drei 
ersten Ausgaben enthaltenen ursprünglichen Texte vorgenommen 
worden, vom orthodox katholischen Standpunkte ausgegangen sei. 
Wäre dies der Fall gewesen, so würde doch, meint Jostes, dieser 
angeblieh gereinigten orthodox katholischen Ausgabe sowie deu 
spätereu ihr folgenden sicherlich von den Herausgebern ein Ver- 
merk hinzugefügt worden sein, worin dieser speciell orthodox 
katholische Charakter derselben hervorgehoben uud vor den älte- 
ren ketzerischen Ausgaben gewarnt worden wäre. Schliefslich 
spricht Jostes den Wunsch nach einer gründlich gearbeiteten 
Geschichte der deutschen Bibelübersetzung aus, welche, Avie er 
sich nicht gerade höflich ausdrückt, „allen windigen Hypothesen 
von vornherein einen Riegel vorschieben würde.' 1 

Dies die Gründe für uud gegen den Ursprung der alten 
deutschen Bibel aus den Kreisen der Waldenser! Eine definitive 
Entscheidung darüber zu treffen ist zur Zeit schwer, ja unmög- 
lich, wenn ich auch sagen mufs, dafs ich mich der Beweisführung 
des Dr. Haupt mehr zuneige als der Entgegnung des Dr. Jostes, 
welcher mir hin und wieder seine Sache mit etwas mehr 
Selbstbewußtsein als Überzeugungskraft zu führen scheint. 
Dafs die alte deutsche Bibelübersetzung überhaupt ans ketzeri- 
schen, wenigstens von der orthodoxen Kirche abweichenden 
Kreisen hervorgegangen sei, scheint mir ans mehr als einer 
Ursache gewifs. 

Von Anfang an hat in allen ketzerischen, doch hauptsächlich 
au> Lilien zusammengesetzten Kreisen die Neigung und das Ver- 
langen geherrscht, das Wort Gottes in <\cv Muttersprache zu 



Die gedruckte vorlutherische deutsche Bibelübersetzung. 29 

haben. Man vergleiche die zahlreichen Belege, welche Hoffmann 
von Fallersieben dafür in dem vierten Paragraphen seiner „Ge- 
schichte des deutschen Kirchenliedes" beibringt. Nicht nur die 
Waldenser haben von ihrer Entstehung in den achtziger Jahren 
des zwölften Jahrhunderts ab mit den Versuchen, die Bibel in 
ihre Landessprache, d. h. also in das Romanische, zu übersetzen, 
begonnen und dieses Beginnen trotz aller päpstlicher Verbote und 
Verfolgungen hartnäckig fortgesetzt. Auch andere Sekten in 
Deutschland haben das Werk der Bibelverdeutschung unzweifel- 
haft betrieben. Ein Beschlufs der von Theodorich II., Erzbischof 
zu Trier, im Jahre 1231 abgehaltenen Diöcesansvnode eifert 
gegen die Häretiker in jener Gegend, welche heilige Schriften 
bei sich führten, qnas habebent in Theutonicum translatas. Der 
Pseudo-Reiuerius (Hoffmann S. 56) weifs sogar von einem Bauer 
zn erzählen, welcher das Buch Hiob Wort für Wort habe her- 
sagen können, und von anderen, welche das ganze Nene Testa- 
ment vollständig auswendig gewulst hätten. Wenn man will, 
klingt auch in den oben angeführten späten Aulserungen von 
Bugenhagen und Mathesius über die „unverständigen Leute", 
welche die alte Bibelübersetzimg angefertigt hätten, und über die 
Geringschätzung, welche die eigentlichen Gelehrten gegen solche 
Arbeiten gehegt hätten, noch etwas über den laienhaften Ursprung 
dieses Werkes durch. 

Die eigentliche klassische Zeit für diese Versuche der Über- 
tragung der Bibel ins mittelalterliche Deutsch war unstreitig die 
zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts, und dieser Epoche verdankt 
auch allem Anschein nach unsere gedruckte deutsche Bibelüber- 
setzung ihre Entstehung. Dafür spricht nicht nur der Charakter 
der Tepler Handschrift, welche, wie ihr Herausgeber bezeugt, 
unzweifelhaft auf <lie zweite Hälfte (\r> 14. Jahrhunderts hin- 
weise, das beweist auch die Vorrede, welche der Herausgeber 
der ersten niederdeutschen, ungefähr um 1480 in Köln gedruck- 
ten Ausgabe derselben vorausgeschickt hat. Es heilst darin 
(vergl. Geffcken, Bilderkatechismus 8. 9), dafs diese Bibel schon 
vor manchen Jahren gemacht sei (geschiet unde ghemaket), auch 
in geschriebenen Exemplaren in vielen Klöstern und Konventen 
vorhanden, auch lange vor dieser Zeit im Oberlande und in 
einigen Städten henedeii (unten! gedruckt und verkauf! sei (laughe 



80 Die gedruckte vorlutherische deutsche Bibelübersetzung. 

voer desser tyt gedrucket unde ghevoert is). Der Unistand, dafs 

hier ausdrücklich hervorgehoben ist, diese deutsche Bibel sei 
schon lange Jahre handschriftlich in Klöstern und Kon- 
venten vorhanden gewesen, scheint, wie nicht zu ver- 
schweigen ist, freilieh gegen ihren ketzerischen Ursprung zu 
sprechen. Auch darf nicht übersehen werden, dal's wir aus 
der Mitte des 14. Jahrhunderts (1343) eine, wie urkundlich 
bezeugt ist, von einem clusenere, d. h. Klosterbruder, in 
Halle, Matthias von Beheim angefertigte Übersetzung der Evan- 
gelien haben.* 

Wenn ich selbst eine Vermutung über die Heimat unserer 
vorlutherischen deutsehen Bibel aussprechen soll, so möchte ich 
an die Mystiker und Gottesfreunde denken, welche in der zwei- 
ten Hälfte des 14. Jahrhunderts am Oberrhein, namentlich in 
Strafsburg und Basel eine so grofse Rolle spielten. Auch bei 
ihnen, wie bei allen von der orthodoxen römischen Kirche Ab- 
weichenden, herrschte die Vorliebe für den Gebrauch der Landes- 
sprache, wie die Predigten eines Tauler, Suso, Hermann v. Fritzlar 
u. a. beweisen. Andererseits besafsen sie, was bei den deut- 
schen Waldenscrn zweifelhaft erscheinen mufs, die genügende 1 
Gelehrsamkeit, die Bibel aus der Vulgata zu übersetzen. Auch 
die in der obigen Notiz aus der Kölner niederdeutschen Bibel 
enthaltene Bemerkung, diese Übersetzung sei schon lange „im 
Oberlande", d. h. doch am Oberrhein, in Gebrauch gewesen, 



* Pfeiffer sowohl als der Herausgeber dieser Übersetzung, Reinhold 
Beckstein, haben dieselbe zwar dem Matthias von Beheim absprechen 
wollen, weil es am Schlüsse der Handschrift heifse: „dise dutung i Yer- 
dolmetschung) des latines ist gemachit Mathie von Beheim dem clusenern 
zu Halle." Das heifse offenbar nur, sie sei für ihn, nicht von ihm ge- 
macht. Allein diese zuerst von jenen beiden Gelehrten gegebene Aus- 
legung dieser Worte ist weder sachlich noch sprachlich haltbar. Ein 
Klosterbruder, der sich von einem anderen eine Bibelübersetzung an- 
fertigen läfst, während er selbst auf der Bärenhaut liegt, ist geradezu 
eine lächerliche Figur. Der Dativ: „Mathie dem clusenern" ist der so- 
wohl in der dichterischen Sprache der Griechen und Römer übliche 
als auch im Deutschen nicht ungewöhnliche Dativ beim Passivum 
und heilst von Matthias dem Klausner. So saut Notker Ps. 70: 
„Wes kemanot unsich diser Psalmus sclbcmo da vidi gesungener." 
Ähnlich Ps. 68. 



Die gedruckte vorlutherische deutsche Bibelübersetzung. 81 

würde auf jene Gegenden hinweisen. Ebenso redet der Umstand 
dafür, dafs die ersten Drucke dieser Bibel, die aus dem Jahre 
1446 herrühren, in Strafsburg (bei Eggesteyn und Mentelin) 
angefertigt wurden. Indessen ich spreche dieses ausdrücklich 
vor der Hand nur als eine Vermutung aus. 

Was die Ansicht Haupts betrifft, dafs die in der viertes 
Ausgabe der vorlutherischen Bibel hervorgetretene modernisie- 
rende Überarbeitung derselben eine im orthodox katholischen 
Sinne gehaltene sei, indem sich die Kirche auf diese Weise jene 
ursprünglich ketzerische Übersetzung habe zu eigen machen 
wollen, so mufs ich gestehen, dafs ich in jenen Umsetzungen <\ry 
archaistisch gewordenen Ausdrücke in modernere eigentlich nichts 
speciell Kirchliches oder Katholisches habe entdecken können. 
Wenn andererseits Jostes diese Annahme Haupts damit wider- 
legen will, dafs in diesem Falle die vierte Ausgabe unstreitig 
einen Hinweis auf diesen ihren orthodoxeren Charakter und eine 
Verurteilung der früheren ketzerisch gehaltenen Ausgaben ent- 
halten würde, so kann wieder Haupt für sieh anführen, dafs in 
der That eine solche ähnlich zu deutende Sehlulsbemerkung, 
wenn auch nicht von dem Drucker der vierten Ausgabe, so doch 
von dem der fünften und denen der späteren hinzugefügt wor- 
den ist. Fast alle heben sie hervor, dafs ihre neue Ausgabe 
lauterer, wahrer und klarer als die früheren sei, Antun Koburger 
fügt in seiner 1483 gedruckten Ausgabe noch besonders hinzu, 
dals dieselbe „mit hohem vnd grofsem vleyfs gegen dem Utteyni- 
schen texl gerechtfertigt" d. h. berichtigt sei. Gründe und 
(icgengründe stehen sich also auch hier noch unentscheidbar 
gegenüber. 

Im allgemeinen wird man sagen müssen, dafs es Biet vor 
der Hand mehr empfehle, anstatt Zeit, Mühe und Gelehrsamkeit 
auf die vielleicht nie ganz zu erledigende Präge über das Her- 
kommen dieser alten deutschen Bibel zu verwenden, lieber sie 
selbst zu studieren und zu erklären, aamentlich i,i sprachlicher 
Hinsicht. Haupt ist zwar so freundlich, auf S. 45 .-einer Schrift 
zu erklären, dafs in meinem oben erwähnten Aufsatze, welchen 
er mehrfach anführt, die sprachliche Seite i\,r Präge, wenigstens 
insoweit sie die Umgestaltung <\c< alten Bibeltextes in den 
späteren Ausgaben betreffe, schon recht befriedigend behandelt 



:;•_» Die gedruckte vorlutherische deutsche Bibelübersetzung. 

sei. Allein dieses Zugeständnis ist doch zu nachsichtig. Geför- 
dert würde diese Frage zunächst durch ein eingehenderes Glossar 
werden, worin die neueren Lesarten den alten archaistischen 
gegenübergestellt würden. Vielleicht dais ich, wenn mir Zeit 
und Kräfte es gestatten, an dieser Stelle einmal den Anfang 
damit mache. 

Berlin. Karl Biltz. 



The lyf of saint Katherin of Senis.* 

Nach dem Drucke W. Caxtons (c. 1493) mitgeteilt 

von 

C. Horstinann. 



here begynneth the lyf of saint Katherin of Senis, the blessid virgin. 
Audi filia et vide: 

HEre, doughter, and see fructuous example of vertuoua Liuinge to edyfy- 
cacion of thy sowie and to cowforte and encrese of thy gostly labour in 
all werkis of pyte: ffor, as I truste, by the gracious yeftes of oure Lorde 



* Dieser Druck, nach dein Schlußzeichen W. C. von William Caxton her- 
rührend, sonst ohne Titelblatt und ohne Bezeichnung des Orts und Jahres, aber 
von Blades „Life and Typogr. of W. C." c. 1493 angesetzt, ist eine häufig kür- 
zende und zusammenfassende, sonst wörtliche Übertragung der c. 1390 verfafsten Vita 
S. Catharinse Senensis iy 1380) von Raimund v. Capua, Ord. Prsedie. mag. gen., dem 
Beichtvater der Heiligen (ed. Col. 1553 von Th. Loher, und, mit Kollation eines 
Lütticher Ms., in den Act. SS. IJoll. April 30, Bd. III, p. ö">:5 ff.). Die Einleitung hat 
der Übersetzer hinzugefügt, dagegen die zwei Prologe des Iat. Textes ausgelassen, wie 
auch solche „poyntes of diuynyte". die er der Fassungskraft der geistl. Schwester 
und ihrer Genossinnen, für die er diese Übersetzung anfertigt, für zu hoch hält. 
Zufolge dieser 1 lest immung für ein Schwesterkloster hat er auch die Anrede „lector" 
in „maydens" verwandelt. Mss. sind nicht bekannt Die Übersetzung mag um die 
.Mitte des 15. Jahrb., der Blütezeit der Übersetzungslitteratur, eidstanden sein: der 
ursprüngliche Dialekt ist durch Caxtons Umschreibung in seine Sprache leider 
verwischt und wird sieb nur noch schwer bestimmen hissen. Caxtons Druck be 
ruht auf einer bereits vielfach verderbten lls. und ist durch viele Bchreiende 
Druckfehler noch mehr entstellt Überhaupt darf man sieb diese alten Drucke 
keineswegs als Muster der Korrektheit vorstellen, das Amt eines Korrektors 
scheint noch unbekannt gewesen zu sein. Die Interpunktionszeichen (/und :) 
sind noch höchst unvollkommen, die Anwendung der Kapitalen ist oft auch auf den 
Anfang von Nebensätzen ausgedehnt, dagegen in Hauptsätzen oft unterlassen, bo data 
die Siitze und Satzteile nicht hinreichend geschieden sind. Ich habe hier gründlich 
Remedur eintreten lassen, auch einfachere Fehler nach Möglichkeil zu bessern gesucht 
Doch ist es unmöglich, den Text von den vielen Weiterungen und Doppelungen des 
Ausdrucksund anderen groben Entstellungen zu befreien. Noch sei bemerkt, daft in 
diesem Drucke von den alten AUue\ iat ion -/.eichen die Schleife au n i /, i regelmäfsig, 

öfter auch die an Q, h beibehalten ist (nicht aber die an d, wie in anderen 1 »rucken 

Caxtons). Ich habe hier einfach n, II. h gesetzt, wie auch & durch and ersetzt. 
Noch erübrigt mir. dem (leider soeben verstorbenen) Bibliothekar der Universität* 
bibliothek. Mr. Henry Bradshaw, ü\,- die freundliche Bereitwilligkeil meinen Dank 
auszusprechen, mit der er das dort befindliche Exemplar dieser höchst seltenen 
Ausgabe zu meiner Benutzung hierher gesandt hat 

Archiv f. n. Sprachen. l.XXVI. :: 



;■; I The lyf of saint Katherin of Senis, 

Ihesu thy wyll is sette fco plese hyiii and to do hym seruyce in :ill höly 
excercise by the vertue of obedyence vnder counseyll and fcechinge of thy 
gostely gouernours. And for as moche as I feie by Longe experyens the 
mward affecciona inclynyng wyth pyte fco comforte of all that haue oede, 
5 bothe Iyuyng and dede, fcnerfore fco strengthe and cowforte of thy wil 
and of al other of thi gostely susterew, whiche our lord hath graciously 
chose fco serue hym aygnt and day in prayer and medUfacio« and to la- 
boure bodely in fcyme of oede fco socour and helpe of the seke and fche 
poure, here I purpos by our Lordis mercy only in bis worshyppe wyth 

in truste of his grace and Leue by helpe of vom- prayers fco translate in 
englyffhe fcongue fche legende and the blessid lyf of an holy tnayde and 
virgyn, whiche was and is callyd Katheryn of fene. 

This legende compyled a worshypfuil clerke, fiyer Reymond, of the 
ordre of saynt domynik, doctor of deuynyfce and corafessour of this holy 

15 virgyn. But in this translacion I leue of the fcwo prologues whiche in 
the begynnyng the same clerke made in latyn — the whiche passeth your 
vnderstondyng, and fcouche (1) alle maters only that longeth only to your 
lernyng(2), by-cause that moche maner of her vertuous Iyuyng shall be re- 

hersyd in cspecial in(3) chapytres of this boke whiche in generali wordes he 

20 fcoucheth shortely in liis proldgue; I leue of also poyntes of diuynyte 
whiche passeth your vnderstondyng, and touche only maters \>ot Longeth t<> 
your Lernyng. — Now tha», as 1 sayde in the begynning, here, dougbter, and 
see what thou herest or redest of this holy mayde and vyrgyn. And that 
thou yeue füll credenee to that 1 shal wryte; the veryte may be preuyd 

•j-. wythout ony feynyng bi scryptures of her confessours and verefyeng of 
creatures whiche late lyued in erthe. Also the vytnes I purpose to put 
in at the ende of eche chapytre, as that worshyprull clerke dide whiche 
compyled this boke in latyn. Therfore, that all our werke begynne and 
(be) perfourmed in the name of the holy trynyte, this boke shall bedeuyded 

:;n in thre jiartyes, and eche parte of the boke shal be departed in to diuerse 
chapyters; whiche chapyters beeil compyled to-gyder in the begynnyng, in 
manere of a kalendre, that ye mowe redely t'ynde what matere in the 
boke ye desyre to here or rede. 

The fyrst parte of the boke shal be the byrth and the holy werkis 

35 of that mayde from her chyldhode aud tendre age In to the fcime that 
she was spoused merueylously and gracyously to our lord. 

The seeonde parte couteyneth the maner of her conuersacion from 
the tyme of her despousacion to our lord and what our lord wrought in 
her iii to the tyme pat she passyd out of this world. 

411 The thyrde parte shall shewe the passyng out of this world ol the 

same niayde, with myraclcs whiche our lord wrought for her in her lyf 
and alter: And thus bi the mercy and »'raunt of our lord almyghty thlfl 
welke shall be fcermynyd to the lawde of that holy Trynyte, to whom be 
honour and glorye euer wythout eude Amen 

4-, il) Cap. j. 1 he fyrste chapytre of the Eyrste parte of this forsayde bles- 

syd mayde and virgyn Katheryn treteth of her progenyte and of other 
maters whiche byt'vll fcouchyng her, or she wente out openly abrode : And 
of her fader and moder and of the condycions of her ( 1 1. 

Cap. ij. ( )t her byrthe and of merueylous werkynge whiche our lord 
60 wrought and shewed in the chylhode of this holy mayde and vyrgyn. 

Cap. iij. Item of the vowe made of her vyrgynyte, and of other 
vertuous lyuynge and myraclcs whiche bel'vll tyl she came to the age of 
abylyte to be wedded to man — but wedded was she not and neuer Wohle. 

Cap. inj. Item how her leruour of deuoeyon w;i» wythdrawe, whiche 



(1) faxt, to touche. (2) tilge the whiche — lernyng ? (3) tilge in. i -I i 1 U 



The lyf of saint Katherin of Senis. :'»r, 

our lord suffred for encrece of more grace folowyng; and of her stronge 
pacience, wyth whiche pacience she suffred in "her faders hous many 
lniuryes. 

Cap. v. Item of the victorie whiche she hadde of theym that des- 
esed her: and that was by a culuer the whiche her fader sawe, (and) by 5 
:i vysyon of saint domynyk. 

Cap vj. Item of the hardenesse of her bodely penaunce, and of 
afflyccion and what persecucion she suffred therfore of her moder. 

Cap. vij. Item of the laste vyctorye that she hadde in a bathe; and 
how she toke the habyte of saint dominyk whiche she had longe desyred 10 
to-fore. 

Cap viij. Item of the begynnyge and fondament of the relygyous 
state ot the susteren of the penaunce of saynt domynyke, and wher'fore (1) 
come the maner of liuynge of the susteren. 

Cap. ix. Item of her wonderfull encrece and how she profyted in 15 
vertu and holy lyuyng; and that she fhold be leüyd in all thynges whiche 
she rehersed to her confessour of graces doo to her (of our) lord. 

Cap. x. Item of a noble doctryne and notable whiche our lord 
gaue to her in the begynnyng; and of other doctrynes in the whiche 
(s)he fouuded her maner of lyuynge. 20 

Cap xj. Item of merueylUw victorye of temptacions by another 
maner of doctryne yeue to lier of our lorde; and of a famylyaryte or 
homlyhed whiche she hadde with our lord, whiche hath not be herde to fore. 

Cap xij. Item of her merueylous desponsacio« wyth the whiche 
she was wedded in faythe of nur lorde and to oure lorde wyth a rynge. 

(II) Cap. i. HEre begynneth the second parte, in the whiche is shewed 
the conuersacion of this holy mayde and vyrgyn wyth men, and how the 
yettes the whiche she had rcceyued of OUT lorde pryuely enclosed wvthin 
her-self, were openly shewed to the worlde: And firste how our lord bad 
her that she sholde be conuersannt amonge men. 80 

Cap ij. Item of merueylous dedes whiche she hadde in excercise. and 
of myracles whiche befyll in the begynnyng of her conuersacion amonge 
men. 

Cap. iij. Item of wonders whiche she dyde in helpe and In com- 
toit to the necessyte of them that were poure and iiedy. :;, 

Cap. iiij. Item merueylous dedes whiche she dyde in lowly and beay 
Beruyce to theym that were seke. 

Cap. v. Item of the synguler maner oflyuinge; and how they were 
desceyued that grutched wyth her merueylous fastynge. 

Cap. vi. Item of the wonderfull rauyflnynge and excesses oi her io 
mynde from hyr bodely wyttes, and grete reuelacions shewed to hyr oi 
our lord. 

Cap. vij. Item of soninie myracles graciously WTOUght by this holy 
mayde and virgin aboute the helthe of sowles. 

Cap. viij. Item of somme myracles doo in hyr lyf by hyr aboute 4.1 
the lyf and helpe (2) of mennys bodyes. 

Cap. ix. Item of myracles mmght by thys holy mayde and \vr-\n 
aboute the delyueraunceof them whiche were acombred and vexed wyth 
fendes. 

Cap x. Item of the yefte of prophecye, and how by thal yefte ahe v 
delyuerd many men and' wymmen fro perylles bothe ol bodj and ol 

sowie. 

Cap. \i. Item of myracles whiche oure lorde wroughl by this holy 
mayde and vyrgyn in herbes, bred and wyne and other thinges that hadde 
none lyf. 



(1) L wherof. (2) 1 helthe. 



:;r, The lyf of saint Katherin of Si nis. 

Cap. xij. [tem oJ the ofte refceyuynge of the höh sacrament of the 
aulter; and of myracles the whiche oure forde dyde to hyr touching that 
holy sacramenl and other holy relyquea of saintes 

(III) Gap. i. H-Ere begynneth the thyrde parte wherin is rehersyd the 

g deyeng of this holy mayde and vyrgyn, and myracles thal were [-shewed 

after her deth: And fyrst of the wytnesses whiche were presenl at hyr 

passyng and enfourmecl theauctur of thisboke, whiche and what they were. 

Cap. ij. Item of tli<' merueylous thynges whiche befyll a yere and 

half to-fore the deth of this holy mayde and vyrgyn; and of the martyr- 

iii dorne that she suffred bodely of the wycked fendes, wherof at pe laste she 
hadde her bodely dethe. 

Cap. üj. [tem how this holy mayde and vyrgyn desyred to In- vn- 
bounde from the body and he wyth cryst, and that is preuyd by a de- 
uoute prayer whiche she made and is(l) put in the ende of another(2) boke 

15 whiche she made; and what is in that boke generally and shortely it i- 
wryten in tliis boke wyth the same oryson. 

Cap. iiij. Item of the time that she passed and whan she passed out 
of this worlde, and of the sermow whiche she made to her gostely dyscyples 
and susteren to-fore her passyng and how slie informed them in generali 

20 and in speciall how they shold gouerne theym whan she were goo; and 

of a vysyon whiche was shewed to a matrone in the houre of her passyng. 

Cap. v. Item of tokens and myracles whiche oure lorde wroughl 

after hyr dethe of this holy mayde and vyrgyn bothe tofore her beryeng 

aud after, that is to saye of myracles whiche were knowe, fori:'.) many 

25 (were do) that were not knowe. 

Cap. vj. Item of the myghty and strenge paciens whiche this mayde 
and vyrgyn shewed openly from her fyrst age and yonge in to her deth: 
by the whiche vertu clerly it(4) preuyd that ryghtfull she is worthy to haue 
the name of holynesse in goddes chirche in erthe, whan she is made so 

30 fayre and gloiyous in goddes chirche in heuen. And in this chapytre is 
a recapitulacion of all that is sayd to-fore, ffor worthynes and also (5) for 
werynes of reders, and also for, yf eche man may not haue al thys le- 
gende, they may haue the substaunce of this matyr (6), tofore her compen- 
dyouslj rehersyd, in the last chapytre. 

35 iJ.i The fyrst chapytre of this fyrst parte is of the progenye of this holy 

mayde and vyrgyn gloryous saint Katheryn of fene and ol other maters 
whiche befyll touchyng her, or she went out openly abrode: And oi her 
fader and moder and of the condycions of theym. Cap. primum. 

Ix the cite of Seene in Italye and of the prouynce of Tuskane ther 

411 was a man, his name was James or Jacob, and bis fader was callyd in 

the comyn speche of he contree Benencasa. This James was symple ver- 

tuous, wythout fraude <>r deceyte to ony man, dredynge god and fleyng 

alle euyll. After the deth of his fader and moder he toke a wyf of the 

sameCyte, her name was Lapa: she was a woman wythout euche malyce 

45 that is'vsed amonge nien that ben DOW in mir tyme. all-he-it that she 

was füll besy aboute that longeth to houshold and about meynye and 

seruaunteSj as it was knowen openly to all that knewe her whyle Bhe 

liued here in erthe. Whan they bothe were ioyned to-gyder in matry- 

monye and lyuyd vertuously in symplycite, suffycienl habondaunce they 

50 hadde oftemperal] godes, and they (were) bothe of gentyll(7) and commen- 

dable byrthe. Our reuerende lorde blessyd Lapa graciously and fulfylled 

hyr plentuously wyth the hirthe of chyhlren as an habondaunt vyne in 

(l)tilgeia. (2) 1. a. (3) C. And for. (4) 1. is. (5) tilge ffor also. (6) C. martyr. 
(7) lat.: quamvis plebeii .... >l«- satis laudabili popularium gener ti erant. 



The lyf of sainl Katherin of Senis. :>7 

the hous of Jacob, whiche was her husbond: Hur eche yere almosl ehe 
conceyued and bare a sone or a doughter, and ofte-sythes ij sones or 
fcwo doughters. After tyme this Jacob was passeth out of this worlde, Lapa, 
his wyf. ,-i> for ;i synguler laude and commendacion rehersyd and Baide 
to mayster Reymonde, the confessour of this holy mayde and vyrgyn and 5 
glorious martyr Katheryn, tliat he(l) was euer of soo lyke dysposycion and 
soo moderate in worde, that what occasios euer cameof(2) trouble or try- 
bulacion, he exceded neuer in speche by hasty ne angrye worde, but 
whan he saw ony of his meyny greued or herd hem speke angerly or 
bytter wordes, anon he comforted eche of theym wytb a glad chere and io 
sayde in be maner of that contree: _A. brother, good day be to the, be 
not troubled, speke not suche wordes which falleth ne semeth not vs to 
speke. - And in special] lapa, his wyf, reherseth that whan on a tyme 
one of his neybours dysesyd hym and wrongfully asked hym a grete 
so?«me of monye whichehe owed not by none reason, and soo moche he 15 
ve.xed hym, that symple man, wytb tlie might of other frendes and snn- 
planted hym wyth grete wronges, that he brought hym to the losse of alle 
liis godes: and(3) in alle this tyme this good man myght neuer suffre in 
his presence a man to cttrse hym wronge ne to speke of hym härme iu 
noo wyse; In soo moche that he blamed his wyf Lapa wyth softe wordes 20 
and sayd: -suff're, dere wyf, p«t good day he to the; for mir lord shall 
shewe hym therronr. and he shall he oure defendour". Whiche wordes 
were founde southe afterward: for the vervte was shewed openly as lyke 
to a myracle; and he for payne that he hadde in his conscyence delyuerdl li 
agayne how moche he hadde errid in his wrongful] persecucion to the 25 
good man Jacob. — Thyse wordes sayde Lapa to mayster Reymonde; to 
who> wordes he yaue füll truste. for. as it was knowe to all that knewe 
her, she was of soo moche symplenesse at her age of xxüij(5) yere, that, 

though she wohl haue lyed. she eowde not haue feyned suche a Lesyng. 
And soo was the eomnivn testymonye of alle fcho that knewe her husbono 
Jacob, that he was(b) a man ful symple by Lnnocencye and ryghtfull, al- 
waye fleyng from euyll. Also this good mannys soitenes in speche was 
soo rertuous, that aÜe his meyny, namely wymmen damesels, taught in 
his scole myghl not speke ne here noo worde that were not semely or 
dyshoneste. In so moche that (whan) one of his doughter, whiche was 35 
callyd Bonauentura, was wedded to a yonge man, whiche was callyd Xy- 
colas, of the same Cyte, wyth whome were conuersaunt many other yong 
inen of hya age by-cause he hadde oother Fader ne moder, and thyse 
men and ne wythout ony refreynynge of tongue spake eche to other and 

he wyth other and they wyth h\ ni foule wordes of dyshoneste mater: thi- 40 

Bonauentura att the laste toke therof ioo grete an heuynes, that she fyll 
in to ,-uehe sykenes that fro day to daye niore and more -he waxed lene 
and vanyllhed almost awayeiTiand ryght fehle. Her husbonde sawe thi- 
and asked hyr the cause oi her heuynesse and sekenesse; and she an- 

swerd and sayde: ..I was noryll'hed in myn faders hous and thcie was I 45 
neuer wonte to here suche wordes as 1 here dow euery daye. and SO was 
I neuer taught of niv fader and moder. Wherfor knowe it for BOthe: 
hut thi- dishoneste oi speche bee avoyded fro this hon-, wythin a -horte 
tyme ye -hall see nie deed. tt Whan her husbond herde thi-. bothe he 
avoyded that vugoodiy Langage and the felawshyppe, and therwyth(fi 
was edefyed moche more than euer he was before as well of the vi 

Lyuinge of the fader and moder as of hei doughter that wa- hi- w \ t : 

and anone he Eorbode his Eelawes neuer more to speke Buche maner 

uord..- in her presen-: and QOmore they dcdc And SOO the -ottene- and 

(l)Cshe. (2)or. (3) tilge and. (4) delyuerd agayne st lemed. (5) L iüixit 

1 = so,. (6) ('. was he. 7 1 tilge and awa; rwyth. 



38 The l\ f of saint Katherin of Senis. 

the honeste of Jacob his hous amendyd (the) in -moderaun ce .iml the Ajb- 
honeste <»f Nycolas hous whiche hadde weddyd Jacob hi> doughter. 

Ferthermore ye shal] vnderetonde |>'/t Jacob vsed the crafte of mak- 
yng of colours wherwytb wolle and wollen (1) clöthes ben dyed. Thia crafte 
.-, vsed bothe he and Ins sonys: In that contree they ben called dyers. 
Wherfore lull wonderftüly god ordeyned that a dyers doughter shol be 
made the spouse of fche Emperour of heuen, as ye shal] Bee by goddes 
grace after in (his boke.— Somme of this that I haut' shewed in this cha- 
pytre was knowe to the more parte of the cyte, and somme her confes- 
10 sour had of the sayd mayde Katheryn and of her moder and of many 
relygyous persöns and of seculers whiche were neybours and of kynredo 
to the sanie Jacob and to his wyf. 

( )f her livrthe, and of the merueylous werkinge whiche OUT lurd WTOUght 
and shewed in the chylhode of this holy vyrgyn and mayde. Cap. ij. 

15 \> hau this forsayd Lapa whiche was Iyke a fructuous be(2) fulfyllyd(3) 
the hyue(l) of Jacob her husbonde in bryngyng forth lull ofte both< 
sones and doughters, It befyll aboute the laste tyme of the berynge of 
chyldren by the ordynaunce and dysposycyon of our lordis mercy that she 
conceyued and brought forth two doughters, freell and febyll by nature, 

20 but moche more freell of(5) bodely strengthe as semed outward; but 
strengthe and stabylnesse they hadde in the syght of god. Whan Lapa 
the moder bescly behelde theym, she thought well that slie 'sufrysed 
nought to nouryirhe them bothe forthe wyth her ownc mylke r^wherfore 
by a good auysement she commytted that one to another noryse, and 

25 that other she wythhelde and kepte stylle to be norylllied forth wyth her 
owne mylke. And soo it befyll by the ordynaunce of our lorde that she 
chosed that doughter to her owne kepyng whiche our lord of euerlastynge 
tyme hadde chose vnto his spouse. Bothe they resceyued the grace of 
baptysme, and all-be-it that they were (bothe) of the nombre of goddes chose 

3J chyldren, yet the forsayd mayde was called Katheryn, and that other 
was called Johan. This later suster whan she hadde recciued this grace 
of baptysme, in the same grace she went forth to heuen: ffor in shorl 
tyme after she passed out of this worlde; Katheryne abode stylle suk- 
kyng on her moders brestes, by goddes ordynaunce: she wold drawe to 

35 heuen a longe cheyne of soulis. And for as moche as Laj>a be moder 
consyderyd that Katheryn abode and that other was deed, she nouryfl'hed 
her more dyligently, hopyng that she was chose to abyde and be goddes 
ehyld; and ofte-sythes this moder lapa wolde saye to maister Eeymond, 
confessour(O) to this holy mayde, that she louyd Katheryn passyngly aboue 

40 alle the sones and doughters that euer she hadde. She sayde vnto hyni 
also that she conceyued soo ofte that she myght neuer nouryirhe ony 
chylde of her wyth her owne mylke; Katheryn she nouryllhed forth 
in to pe ende of the tyme bat she ueded to be vnder the nouryilhe, and 
in alle that tyme she conceyued not, as(7j it semed that oure lorde for that 

4V doughter hadde graunted her a tyme of reste of traueylyng of the hyrthe 
of chyldren, and in a token that she myght come to the ende of con- 
ceyuyne and hyrthe in that doughter whiche sholde after ateyne and gete 
the ende of alle perfection. 

But yet this moder Lapa after the nourvllyng of Katheryn ones she 

50 conceyued and bare a doughter, whiche was called Johan, and there she 
made an ende of heryng of chyldren. after that she hadde hören xxv 
chyldren. — Whan this mayde was thus broughte forth and halowed to 
god and whan she hadde lefte the mylke and toke to ete brede: whyle 

(1) C. wollen and wolle. (2) vyne by (3) fulfyllyng. (4) wyne. Co) bj of. 
(6) her confessour. (7) 1. that. 



The lyf of saint Katherin of Senis. 39 

she weilte aboute alone, she began to be soo acceptable and soo byloued 
to all tho that sawe ber, and soo wyse and wonderfuU wordes she spake, 
fchat vnnethes her moder myght holde her in her owne hous. Eche man 
aboute of her neybours and of her kynrede lad her home wyth theym, 

and glad they were who myght haue her to here her wyfe speche and g 
that they myght haue felawshyp of(] i the gladenesse of that yonge mayde; 
soo that of a maner gladdenesse of (2) a passyng solace they called' ber 
not hy lier owne ryght name Katheryn, but Eufrosyna. And what nicued 
them to calle her soo, theywyst not theym-felf ; but she afterward somme- 
tynie wolde saye and suppose that it was a mystery, by-cause Bhe pur- io 
posed to folowe saynt Eufrosyne in lyuyng. Her confessour, that wrote 
this legende, supposed that the yonge mayde in her chyldis speche vsed 
aomme maner of sownynge that nyghed or acorded to that name Eufro- 
syne, and soo in maner as they wolde reherce her wordes they called 
her mio by that name. Neuertheles what-ener it was that appieryd she i. 
burgenyd out in her chilhode as a tree by ony suche shewyng what 
fruyt was brought forth. Afterward in her olde age the wysdome and 
the prudeuce of her speche and connyng aud the swetenesse of hei' holy 
eonuersaeion myght not be rehersed wyth tongue, lyghtly wr>te wyth 
penne, by theym that knewe only the veryte of tnys, whiche hadde 20 
very experyence (3). She hadde also an Inward werkynge, whyche shewed 
well not only by her speche but by her corouersacion ; wher-thorugh many 
mennys sowlis were drawe to go(o)d and hadde thorugh her grace grete lyk- 
yng and sauour in god, in somoche that all heuynesses wen- excluded 
of all mennys hertes whiche were conuersaunt wyth her; and not only 25 
that. büt ali thinges that noyed the sowie was put awaye, also the re- 
membraunce of eche aoye or angwyflhe was take awaye; and of this fol- 
owed eche man soo grete reste and stabyLaesse of sowie, whiche they 
hadde (neuer) byfore, that euery man woundred of theym-self and made 
Ioye wyth a newe maner of gladdenesse, and eche man iu bis owne ■ 
sowie cryed and sayde : B here it is good for vs to be: makewe fchre taber- 
aacles for our dwellyng-place." And of this none wouwder, for doutles 
he was there hydde inuysyhly in the hreste of bis Spouse, whiche was 
transfygured in the hylle, as saynt Peter sayde and other a]>iiostles. 

Now lerthermore to OUT purpos: this enoseu mayde in her füll ten- 35 
der age soone began to waze and was comforted wyth the holy ghost, in 
token that she sholde he soone fulfylled wyth the dvnyiie wysdome. 
Aboute her age of fyue yere. whan she was taughl to saye the salutacion 
of the aungell Aue maria. she recordvd it hesely and sayde it lull ofte; 
and whan she coude saye it. as -he was enspired frOTW heuen, she began 4>i 
to grete oure ladylli goyng vpward on a stayere and comynge dounward 
on the same stayere, at eche grees of the stayere to worahyppe mir lady 
wyth an Aue maria. This she tolde her confessour afterward in the secrete- 
nesse of confession. By this ye maye see that she, that fyrsl in the 
begynnynge shewed forth fyrst plesyng and acceptable wordes to nun. 
after that yonge age she began.. ..to stye vp from thynges that were in- 45 
uy-yhle. After this holy begynnyng she encresed euery daye: and than, 
äs it pleasyd our lord, she was vyseted wyth a graeyous and awounder- 
full vysyon, to stere her and to shewe here hy(e)r gyftes oi grace of the 
holy ghoost. and to shewe other how a lytyll plante shold he broughl SO 
forthe and .-00 nouryflhed in to an hii'o tree ofCidre by themoyster oi 

(1) C. and st of. (2) and of. (3) so C; lat: quidquid tarnen fuerit, aperiendo 
quod iam in infantnla genninabat, quod fraotifleavil postmodom in adolta. Sapientia 
siquidem et prudentia sermonum ejus, neenon et dulcedo sanetae conversationia ejus, 
noo poeset nee lingna nee calamo faeile reeitari; -"li qni experti sunt, li"<- noverunt. 
(4) tilge t" — lady. 1 ■> > C. bim. 



40 The lyf of Bainl £atherb of Senie. 

the holy gost. A.boute her age of vj yere It befyll thal this chosen 
mayde wyth her brother Steuen, Bomme-what eider fchan ehe, wente to 
ber BUBter Bonäuentura, of whiche Buster is made mencion byfpre, 
perauentur od someuer ende or to Ii>k<- how ahe ferde, as the maner of 
Frendes of kynrede is boo to doo. Whan she badde doo that they were 
bode i" doo, La her goyng homward agayn by the waye whiche is called 
in her tongue wallis piacta,(l) this bolymay lyfte vp hereyen: and agaynste 
her ouer Sie chirche of the freer prechours she sawe in the ayer a füll 
fayre chambre, ryally aparayed wyth all rycheß and boneate, where oure 
Lorde Ihesu Cryste (sat) in'a trone [mperyall, clothed wyth pontyfycaU 
vesture, bauyng on Ins hede a myter papaü, and wyth hym were saynl 
Peter and saynt Poule and saynt Johan Euangelyst. And wlian she be- 
helde alle th'ys, she was fyrst astbnyd; but by a-vysement Btably Bhe 
Btode styll and wyth a Louyng(2) herte deuoutly she loked on her sauy- 
our bothe wyth bodely and gostely eyen. And anone our lorde....drewe 
her loue to hym mercyfully, sette bis eyen of Ins mageste vpon her gra- 
cioüsly and louyngly wyth a maner(3) smylyhg chere, and reched out bis 
ryght arme toward her and ouer her, and traue her Ins blessyng wyth 
the token of the holy Crosse, after(4) the maner of other Bysshoppes 
and prelates. The grace of this gyfte of god was spedfuU and soo 
eüectuously putte iii her, that anon she was transformed and rauyfThed 
in Bpyryte vnto oure lord whome she sawe and behylde wyth soo greate 
gostely lykynge, and not only her gooyng and her waye was out <>f her 
niynde, but tully she hadde forgoten her-selfe, and ofte she wente in the 
waye besyde men and bestes, (5) (that) by nature dredfull -hohle be as a 
chyide, but euer the eyen and the hede were vpward abydyng vppon 
that blysfull vysyon ; and none doughte soo she-wolde haue ahyde, but 
she hadde be toüched or take awaye by somme other body, as Longe as 
that vysyon had endured. But at the laste, whyles thys was Bhewed 
to the mayde, Steuen her broder helde forthe bis waye and was passed 
her a greate space, wenyng that she had folowed hym; but whan he 
tourned hym and sawe her not folowe, he tourned agayn and sawe his 
suster ferre behynde stondyng styll in the waye and loke vp in the fyr- 
mament. And theune he cryed after her wyth a lowde voys and ealled 
ber; she answerde not and toke(6) none hede. Thenne he wente nere, 
eryeng after her; but his voys helped not. He woundred and wente 
thenne and drewe her by the honde and sayde „what doost thou here? 
why comest thou not fo'rthe? u She anon cast doune a lytyll her eyen. &e 
she hadde awaked of an heuy slepe, and sayde: „A, yf thou sawe that 
f sawe, thou woldest not haue lette me from this holy vysyon.- And 
anone as she had said tho wordes, she lyft vp her eyen ajrayne to be- 
holde more vp that she hadde seen ; but the vysyon was alle wythdrawe 
and cesyd, as his wyll was whiche aperyd to-fore. And that myght she 
not bere wythout a aharpe stroke of sorowe and anone Bhevengyd her on 
her-self wyth sore wepynge, for sorowe that she (had) caste doune her .v.u. 
And from that tyme and houre this yonge mayde and vyriryn Bainl l\a- 
theryn began to'waxe olde in vertues and sadnesse of mancrs and to 
baue a wounderful] witte and a felyng body bothe by grace and by 
nature. In boo moche that her dedes were aother chyldyflne ne as a yonge 
woman. but they semed rather to alle men that they eame of the wyse- 
dom of a greate worshypfull age. Soo that anone was Bhewed that the 
fyre of dyuyne loue wiis kyndeled in her herte, by the whiche vertu ber 
iiitelleetion was made eiere, her wyll was feruent, her nieinorye was COm- 
lorted, and alle her outward werkyng shewed in alle thyntres the rewle 

(1) lat. Valle Piatta. (2) C. louyngyng. (3) man neuer. (4)and after. (5) lat in 
via publica ["ne- bomineset^animaliagaepiasimetranseuntia ...permanebat (6) C. take. 



The lyf of sainl Katherin of Benis. I! 

of goddes lawe. And, as shc sayd in confessyon to hyr confessour fnll 
mekely and lowely, she(l) Lefned and knewe at that tyme, wythoul 
fcechyng of ony body or ony redynge or heryng, onely by the Enfusyon 
of the l)"lv ghoost, the leuyng and the maners of the noly faders of 
Egypte and the lyuyng of many other Sayntes, and specyally the(2) lyfe 5 
of Saynt Domynyk. She hadde soo grete desyre to folowe the lyuyng 
of the holy fadres and Sayntes, that shc myghte aoo thynge ellys thynke 
luit howe that she myght come therto. And by that cause many newe 
thynges begänne in that holy mayde, that hyr holy lyuyng and dedes 
broughte all men in to a wonder. For after that tyme she sought oute lo 
where that she myght haue a pryue place to abyde in preuely whanne 

Bhe wolde vse bodely afflyceyons and whanne she wold jcupye hyr in 

prayer and holy medytaeyons; In that place at certeyne tymes she 
scourged hyr lytcll tender body wytb a lytell scourge. She leite of all 
maner pleyes and dysportes and liesely gafe liyr t<> prayer and inedy- 15 
fcacyons; fullstylle she was and gaf (hyr) alle tu scylence euery day tnore 
and more, ägeynste the condycyon of chyldren; lasse bodely niete she 
toke thenne she was wonte to-fore — and that is not wonte tu lalle in 
chyldren that be wexynge. 

Exemplum. By the exfaumple of thys yonge mayde many damsellys 20 
of dwellyng there nye and of hyr age were steryd to god by grace and 
gadred, to here of hyr holy and graeyous wordys and after her power to 
Folowe hyr holy werkys: where-thorugh it lyll that alle tho chyldren att 
certeyne tymes camen to-gyder in to a preuy place of hir hows where 
she dwellyd, as she hadde chosen to-fore hyr-self, and alle they fcourgyd i". 
hem-selfe asshedyde, and eche of tbem sayde a certeyne(of) Täter noster 
and of Ane maria, as Katheryne had hem saye. Alle these werkynges 
were but tokenys of gretter meruaylles that sholde folowe after that. 
For, as hyr moder tolde füll ofte to Mayster Reymond - and she, 
whan he asked hyr, myghte not denye hyt, fnll (3) ofte, goyng vpward 30 
and dounward the grees of hyr faders bows, vysybly t<> alle their syghte 
that sawe byr, swyftely shc wente in the ayre and touched doo grees 
wytb her fete. And thys fylle namely whanne shc wolde flee a-waye 
oute of companye, and specyally from the syghte of (4) companye of men. 
And for as moehe as she !iad a grete lykynge in the begynnyng to say 35 
hyr Ane maria and to pretc oiir lady ther-wyth in goynge vp and doune 
on hyr faders grees, f£erfore it is to suppose that thys myracle was 
shewed there rather thannc in another place. Forthermore, for as moche 
as shc had knowynge of the lyfe of holy faders of Egypte by reuelacyon, 
therfore wryth alle her strengthes she was steryd L r rctely to folow hem; in 

In so moche that in pat yong tender age lull Icrucnti ly she desyred 
to be in the wylderncsse as the holy faders were in olde tyme. luit Bhe 
myghte not bethynke hyr by what-maner waye she myght perfourme 

hyr desyre. And by-cause it was not ordcyncd of god that Bhe sholde 

dwell in .-00 Bolytary place, oure lordesuffred hyr to stonde to the wytte )■ 
of hir proper nature as in that, and »he myghl nomore knowe what she 
-Imldc doo as touchyng that purpose, than hyr owne chyldea wytte wolde 

sliewe hyr. And rv-ht SO it helyll that she wyth h\r feruenl wyll tu 

her purpose Bhe ouercame the tendrenesse and the frealte >i hyr age, but 
yet hadde shc not the parfyte vyctorye. hör erly on a morow-tyde -he 
thoughl to go to the deserte or ellya wyldernesse and abyde in a solytary 
place, wherefor by chyldys prouydence Bhe purueyed her oi a lofe ol 
brede, and of no more; fforthe she wente toward byr susters hows that 
was wedded, whyche hows was faste by the gate is clepyd the gate "i 
Baynl Anfanye; Bhe passyd hyr sustres(5) hows and forthe she wente oul al 

{lj that ehe. (,2; of the. (3) Hin lull, (i) tilge syghte of. '■">> C. BUBtrer, 



12 The lyf of sainl Katherin of Senis. 

that gate, and so dyd ahe neuer afore; and boo passyd forthe tyll Bhe 
came to ;i waye out of the Gyte where Bhe saw noo howa stunde nyghe 
liiere :is she dyde in the cyte: and thenne she thought wel she was nyghe 

the tleserte. Yet wente she BQjmwhal forther and at the laste she fotinde 
5 a lytel eaue \ nder a banke, whyche plesyd hyr well, and forth she wente 
in with a glad herte, wenyng to hyr that she nadele fonde the wylder- 
nesse whyche that slie hadde desyred. And all-bc-it that she it ha'd not 
yet, our lorde, almyghty god, whome she behelde long to-fore and recey- 
neil hys holy blessyng, whyche gladly acceptytb all holy desyres, alle-be- 

10 it that our lord hadde not dysposed hys spouse to haue that mauere of 
lyuyng, yet wolde not he suffre that dede that she dyde of good desyre 
lo passe awaye wyth-out a token, to shewe her that she dyd was aeeep- 
table and plesyng to liym : and anone as she began to praye there fer- 
uently, she was L-lyf te vp lytell and lytell froin the erthe, and the body 

15 wente vp as hyghe as the heigth of the eaue wolde suffre, and so she 
stode in prayer fro the morow in to none. Thys mayde perceyued weih 1 
that she was areryd from the erthe, and as toi- that tyme she wende it 
had ben the worchyng of hyr enemye, whyche wold wyth hys fraudes 
and dyseeytes lette hyr prayer and desyre that she had to the deserte: 

20 and for that cause she besyed hir and enforced hyr the more stablye and 
feruently to praye. At the laste aboute the lioure of the day whan our 
lord aftir bis passyon of the crosse(l) was take doun fro(2) the Crosse, she 
deseendyd lytell and lytell as she ascendyd: and by Inspyracion of our 
lord she hadde vnderstondyng and knowyng that the tyme was not yet 

25 I-come where-in she sholde not putte hyr body in suche afrlyceyon for 
our lorde, ne that she sholde leue her- faders hows in suche maner: 
wherefor she torned as she came. But whan she wente out and sawe she 
was allone, and behelde the gate of the Cytee longe and füll ferre to her 
age and feblynesse, dredynge also that hyr fader and moder shold wene 

30 that she had be loste, she coude no more but begänne to praye and 
commytted hyr fully to god. And anone in a shorte wbyle by the or- 
dynaunce and myght of our lorde she was borne vp in the eyre and 
Bette in the gate ot the Cytee wyth-out ony barme; and anone she wente 
home in alle the hast that she myght or coude. Thys she tolde to a 

35. Cosyne of heres, whyche was callyd Laxa(3); but to hyr fader and moder 
alle thys was hydde and vnknowen tyll she came to eider age; for they 
wende she hadde come fro hyr susters hows that was wedded. — Of(4) thys 
that is shewed in thys chapytre, in somme partye Lapa hir moder tolde 
to mayster Reymond, whyche was hyr last confessoure, and in somme 

40 partye her-self, and of somme Laxa hyr cosyne ; not-wythstondyng that 
he hadde grete witnesse(5) of alle that is I-wrytton and sayd a-fore, saue 
of (6) the laste, bothe of hyr fyrst confessour, whyche was I-nouryllhed in 
hyr faders hows, and of many worshypfull and trewe matrohs, of neygh- 
bours nyghe and of other besyde nygn to hyr fader and moder and to hyr. 

45 Of hyr vowe made of virgynyte, and of other vertuous liuynge and 

meruaylles whyche be-fyll tyll she came to the age of abylytee to be 
wedded to man — but wedded was she not ne neuer wolde. (jap. iij. 

SO moche vertue and grace was in that vysyon whyche is rehersyd in 
the nexte chapytle to-fore, that all worldly loue and affeecyon was wyfli- 
50 drawen out from the herte of thys holy yohge mayde, and onely the holy 
loue of goddys sone and of the gloryous mayde and moder of our lord 
Ihesu cryste stylly and Btedfastly was prented in hyr herte. Wherfore 
she sette alle thynge at noughte, soo that she myght onely wynne our 

(1) tilge <'!' the Crosse. (2) 1. was don on. (3) L Lysa. <i< 1. AI. (5) C. 
sweteuesse. (üj at. 



The lyf of sainl Kathcrin of Senis. 43 

Lord hyr sauyour. Ami anone Bhe had «lere vnderstondyng, only by the 
fcechyng of the holy ghoost, that (it) is füll semyng and accordyng to 
mir Lorde and oui maker of aought to be serued wyth alle purytee and 
clennea bothe in body and in sowie; wherfore ehe desyred fully to haue 
and kepe the clennesse of virgynytee. And for thal ehe thoughl well, 5 
and (had) knowynge(l) by the techynge of god, thal our blessyd lady 
goddys im »der was the fyrste that founde the lyf of virgynytee: wherefor 
tliv- mayde conceyued in hyr herte that vp that mater she wolde haue 
recourse to nur lady for helpe and counseyll. And whan that shc came 
(o scuen yere age, she took grete auvsementc, as though she hadde be 10 
of sadnesse of xx(2) yere of age, and contynuelly she prayed our lady, 
quene of aungels and virgynes, that she wolde wouchesauf to helpe hyr 
and gete hyr of nur lord a parfyte waye to the techynge of the holy 
ghoost, where-by she myght doo that were moost plesynge to god and 
moste spedefulle for heltbe of hyr sowie; and in eehe prayer euer she 15 
shewed hyr desyre to our lady how sore she desyred to lyue an aungels 
lyf and the(3) lyf of virgynytee. Ami in alle thys tyme the loue of the 
euerlastyng spouse was more feruent fro day to day in thys maydens 
herte, whyche loue steryd alle hyr sowie wyth-oute ony cessyng vnto an 
heuenly üuynge. And whan thys wyse mayde sawe how feruenl her 20 
spyryte w;is in that desyre: by-cause she wolde not quenche the spiryte 
whiehe that freely and gracyously hadde graunted that she asked by a 
hote kyndelyng of desyre: vpon a day thanne she chose hyr a preuy 
place, where noo body myght here hyr and where she myght speke alle 
a-lowde wyth a hygh voys what-euer she wolde sayc, (and) there wyth 25 
all lownesse of body and sowie thus spak she to our lady and sayde: 
J) moost blyssedfulll I» Lady and moost holy virgyne, whyche fyrste amonge 
alle wymmen thou halowedest for euer tliy virgynytee to our lord wyth 
makyng to hym a vowe, of whome thou were made moder of hys onely 
sone: thy pyte whyche may not he sjioke ne tolde of tongue, lowely I 30 
beseche and praye, that be uone of my merytes and notwythstondyng inyn 
vnworthynesse (thou) wouchefauf, gracyous lady. to dorne so moche grace 
that thou me spouse to hym onely whome I desyred wyth all the streng- 
thes of my sowie, and that i- thyn holy sone my lord Ehesu cryste; and 
here I niake to hym and to the' fülle promysse that I shall neuer take zs 
other spouse and I shall kepe to hym my virgynyte vndefowled after 
my myghte and poure." Loo, maydens that rede thys, Loo here ye may se 
how oraynatly alle the yeftes and vertuous werkyng and dedys of thys 
holy mayde were dysposed and ordeyned by that euerlastyng wysdome, 
whyche myghtely dysposeth alle thynges in softnes! In the age of l'yx io 
yere Bhe sawe hir s]>ou>e wyth hyr bodely eye and took of hym hys 
ölyssynge; in the age of seueu yere she made a vowe of virgynyte.... 
Taketh heile also by what auysemenl and what ordre shc kepte in mak- 
yng hyr auowe: öyrste shc desyred and askyd to haue hym to hvr 
spouse whome hvr sowie louyd ; after that desyre and askyng ahe for- r 
soke euery-maner Bpouse, behotyng to hym trouth and feyth for euer 
lastyuge. Thys petycyon myght not he denyed. Taketh hede also whome 
shc prayeth, and for whom Bne prayed,(5) and how Bhe prayeth: ffyrste Bhe 
prayetli that lady whyche hath properly inaetc the lyberalytee and thl 
fredome of alle gracee and can not bul euer graunte and yeue grao 
be a man neuer >" fowle for Bynne; she holdeth hyr-selfe dettour to alle, 
bothe to wyse and to vnwyse, Bhe despysetb oone, Bhe opened her bände 

to eche man that hath nede, and -tretched out hyr pawnies to , dir pourc 
man, and sheweth out hyr-sclt to all folke as a well that neuer tayllcd. 



(1) and knowynge hyr. (8)1. lxx (3)C.inthe. (4) L blyssftill. (5)l.pi 

(so öfter). 



•44 The lyf of sainl Katherin of Senis. 

Bow sholde thal gracyous lady not here fchal lytell mayde so [nnocent 
and feruent, whyche puttyth not awaye from hyr grace synful] men 
and women of eider age? how Bholde not our gloryous lady receyue the 
purpose of virgynyte of fchal holy mayde, whyche gracyously fyrste 
amonge men founde out the holy and clene lif of virgynytee? how Bholde 
mir mercyful] and pyteuous lady denye thys lyteJJ mayde hyr sone, 

whyche drewe liviu l'rom heuen fco the erthe, for he sholde be gyue fco 
alle that helyued 011 livm? Now ye haue seen whom thys mayde prayedi 
sethe(l) now, I praye von (•_'), for whom she prayed. She askyd fchatsame 
whiche he him-self taughte for to aske whyche 'is asked ; she BOUght that 
Same whvelie he byddeth alle men to seke that shall he BOUght, and he 
hym-self that sJialie he BOUght may not put awaye ne put of, and ihe 
petycyon of suche a thynge musl nedys haue grauwte after our lordea 
promyse where he sayde: „Askyth and ye shall' haue, seketh (3) and ye 
shall fvnde." he sayde also in another place: B flyrste sekyth the kyng- 
dome of god and hys ryghtwysnesse." Therefore whanne thys mayde 
(asked) and so besely sought soo tymely in so fcender chyldys age the 
sone of god, whyche is hym-selfe the kyngdome of god, how or (inj what 
mauere myght it be but that she sholde fvnde what she soughte, or haue 
that she askyd? Ferthermore now seeth in what manere she prayed or 
asked that she desyred, and ye shalle clerely see that hyr prayer myghte 
not be doon awaye ne voydyd. She dysposed hyr-selfe" to receyue that 
she askyd, not onely for the tyme that now is, but for alle the fcyme 
that is to come, she remeuyd alle hyr obstacles, she clothed hyr wyth a 
plesable clothynge of pouerte (4) to hyni for euer of whonie she askyd hyr 
desyre; she bonde hyr-self and oblyil'hed hyr wyth a solempne vowe as 
to-fore god, and soo straytely restrayned hyr-selfe, that neuer the world 
ne the fende sholde lette hyr dysposycyon. in alle thys tyme ther faylled 
hyr no condycyons whyche a prayer sholde haue, but that prayer muste 
nede be herde that she asked. For hyr-self she asked fülle mekely that 
was helthefull and that was alle helthe, feythfully she stood and sted- 
fastely ; and to represente hyr perseuerauwce, she made a perpetuell vowe, 
where-hy she remeuyd alle that shold be ohstacle for hyr petycyon. Here 
may ye sekerly conclude that nedys she moste be herde of our lord! 
Thynketh thenne sekerly that as she asked soo she resceyued of our lorde 
and took hyr lorde and hyr loue for hyr euerlastyng Bpouse of hys blys- 
fulle moder, as she desyred, and bi helpe of that gloryous lady she was 
coupled for euer to hyr dere sone by a perpetuell vowe of virgynyte, as 
it shall be proued wyth the helpe of our lord by a clere token in the 
last chapytre of this fyrst partye. — But now ferthyrmore ye shall knowe 
that after thys vowe thys mayde began euery day to wexe more holy 
and holy: and in that tender age she began to fcake hatayll wyth hyr 
flefl'he, whyche as yet be-gan neuer to be rebell, but for all that she pur- 
posed to take a-waye from hyr fleffhe all Hell'hly mete as moche as >he 
myghte. Wherfore whanne flefl'he was leyde to hyr, as it fylle ofte, eyther 
she leyde it to Stephen, hyr hrothyr, or preuely lytyll and lytyll she 
voyded it, that no body sholde perceyue it. She coutynued alwaye hyr 
dysciplynes, (5) of whyche i spake a-fore. and encresed hem more sharpely, 
eyther allone by hyr-self or wyth other yonge maydens. Also a grete 
zeledi) of othyr sowles helthe began fco be kyndelyd in hyr, and that was 
wonderfull in suche a chyldes herte; and syngulerly she loued all tho 
sayntes whiche lahoured specyally ahoute the helthe of mannes sowie. 
She hadde also knowyng, onely l>y the fcechynge of god, fchal Sayni l>o- 
mynyk ordeyned the ordre of Erere prechours, for loue of the feythe of 

holy chyrche and for the helthe of mannes sowie. Whcrloiv she had 
(l)C.sithe. (2) thou st. you. (3)speketh. (4) 1. purite. (5) C. dysplyens. (6)wele. 



The lyf of saint Katherin of Sems. 45 

t hat ordre in so moelie reuerenee, that whan she sawe frerys of fchal ordre 
passyng forth in the waye by bor Eaders bowse, she mayked wel where 

they weilte, and when tliey were pagsyd, fülle mekely and deuontel y she 

kyased the steppes of theyr fete. From that fcyme forward there wexl 

a grete desyre in hyr sowie to gO vnto that ordre, that slie myght pro- r 
fyte mannes sowie wytli other brethern of that ordre. But by-cause she 
sawe a grete obstacle in that she was a woman, therfore she thought to 
tolowe Saynt Eufrosyen — ae men clepyd bir in childhode wowderfully as 
for a pronostycacion, that ryght as saynt Eufrosyen feyned hyr a man 
and went in to a monastery of monkes, in the same manere thys mayde u 
is purposed to feyne hyr a man and go in to ferre contree, where she 
was not khowe, and take the abyte of the ordre of frere prechours: 
where she myght helpe sowles and saue them from peryiThyng. But yet, 
not-wythstondyng that same thought and purpose abode Longe in hyr 
mynde, our lord suffred not that thought to be perfourmed in dede ae r 
brought to execucyori, for bat loue was put in(l) hyr mynde to another 
ende, and our lord wolde also in another maner fulfyll hyr desyre. 
In all thys tyme thys mayde wexte fast in body and encreced in age, 
but moche more hyr sowie encreced in vertue. Mekenes wext fast, and 
deuocyon encreced, feyth was more eiere, hope was gretely strengthed, % 
Charyte multyplyed hyr feruour, and of all thys vertues was gendryd a 
vertuous and(2) a worshypfull sadnes of maneres and of relygyous putte(3) 
in the syght of al inen whyche consydcred hyr dedys. The fader and 
the moder were astonyed, her brethern and susteren wondred gretely. alle 
the meyne of hyr faders hows meruaylled, heholdyng and perceyuynge 2S 
-oo bygh wysdome in soo tendyr age. And amonge many notable wyse 
wordes and dedys one I wylle shewe von here in commendacyon of that 
mayde. — Hyt befylle at that tyme, after seuen yere and to-fore ten 
yere age, that for deuocyon that hyr moder hadde to saynt Anthony, she 
wolde haue a masse I -sayde in the worshyppe of the same Saynt: where- 31 
for she clepyd Katheryne, hir doughter, and took hyr a certeyne of 
candelles -and a certeyne of syluer, and sayde: B Goo, doughter, to our 
]iaryHhe-chyrche and praye oure paryfl"he-preest to syng or do synge 
a masse in the worshyp of saynte Anthonye, and offer Siyse candelles 
and thys inoney vp to the awtre." Thys mayde wa> gladde to doo alle :;•" 
thynge that myght torne t<> the worshyp of god: and anoiie she wente 
to the chyrche and performed hyr modere byddyng. Hut for deuocyon 
that she hadde to here masse, she abode stylle to the ende of the masse; 
and whan alle was l-do, she wente honie ageyn. But hyr moder wende 
she wolde a conien anone ageyn, anone as she had made oblacyon to 'he IG 
preest; and for as moche as her doughter taryed so Longe aftir bir 
semyng, whan she sawe that she was come she thought to Maine h\ r 
doughter and sayd : „(Jursyd he the wycked towgues that sayd thoii shol- 
ileste iiomore come ancyne- thys was the mauere of soinnie inen to 
saye her Langage, to hem(4) aame(ly) that taryed to Longe out, Thys 1 
mayde tlienne of grete wysdome herde what hyr moder sayde and hehle hyr 
Btyile a whyle and spake qoo woid ageyne; but after a <± 1 space thvs 

mayde drewe hir modre a-syde and wyth grete -adle'- of hyr mekely 
spak to hir modre and seyde : B A, Lady modre, when-ciier I trespas or 
do aga(in)ft youre biddyng, bete ye me wyth a rodde, as you thynketh m 

liest, that 1 be more wäre another tiine, for it ig worthv and rvghtfull 

that ye do so; but no-thyng, I praye you, for my defautes cursefh oeuer 
good man ne badde, Hör it i- not semyng for your degree, and to me 
it is a fnll grete affliccioUH in herte.- \\'hile hyr modre herde these wor- 
dys, sehe wondrid gretely, and aerueillwas, to here her lytill doughter 



ili from. 1 •_' 1 til<_'.- ;t vertuous and. (3) tilge and putte, .li C. her. 



IC The lyf of samt Katherin of Scnis. 

teche and so wvst'lv enforme hir, In so moche tliat ahe badde im spirite 
more fco blame hyr at fchat fcyme, for the wysdom fchat she sawe in so 
yonge alitill thynge. Neuer-the-les she wolde not that hyr doughter 
badde knowe that: therfor suw/what she thoughte to speke ageyne, and 

.-, tuxned to hir doughter and seyde: „why wete you there so longe?" The 
doughter seyde mekely ageyne: „Modle, I herde that inasse that ye badde 
me goo to, and whan it was E-doone, I tuxned Imme ageyu wythout ony 
fcarieng, for I abode nowhere tili I come bome ageyne." Thoo was the 
modre by tho wordis more edyfyed than she was fco-fore, and went to 

in hyr husbonde and seyd: „Thus and thus hath tili yonge doughter 
1-spoke." He than as a good man gaf thankynges to god and bare it 
stylle priuely in hys herte, and seyde noughte ageyne. Loo ye, maydens 
fchat here or rede thys book, of thys oo poynt, all-be-yt that it be one 
of the leste, yet mowe ye wele perceyue how our lorde encreeeth hys 

15 graee all-weye in thys yonge mayde tili she come to be yeres of ahilitee 
to be weddyd, of the whyche yeres ye shalle see in the next chapytre. 
For of thys chapitre I make now an ende; but yet ye shall vnder- 
stonde that I had fchyse that be conteyned in thys chapytre of the same 
mayde for the more partve, and somme I badde of the modre and of 

20 other dwellyng in hyr fadres hows whyle slie was of that age. 

How hyr feruente deuocyon was (with)drawe, whyche our lord suffred 
for encrece of more graee folowyng; and of hyr stronge pacyence, wyth the 
whyche pacyens she suffred in hir fadres hows many Iniuryes. Cap. qiiartum. 

Alfter the wonderfull and vertuous cours of lyuyng in the fyrst yeres 

25 of thys maydens tender age, our lordes wyll' was in somme lyghte de- 
faute to suffre hyr to fall, as he suffred fülle ofte somme of hys holy 
sayntes, to that entent that they sholde the more myghtely aryse vp 
ageyne and lyue more warly and strenght bem to atteyne to the ryght 
vvaye and the heythe of perfeccyon and gloryously haue the vyctorye 

30 of the fende, whyche is euer enemye to mannes sowie. These wordea 
I saye here : for whanne she came to the age of the yeres of .abylyte to 
be wedded, that is to saye to the twelthe yere of hyr age or lytel more, 
thenne after the manere of the contree she abode styl] at home and 
came not out of hyr fadres hows. And the fader and the moder thenne 

35 and hyr other frendes and kynne, by-cause they knewe not the maydens 
purpose, they bethought hem and besyed hem fco seke aboute where that 
thys mayden myght wörshypfully and profytably ( l) he wedded, and to wliat 
perfone.(2) Hyr moder supposed that for the grete wysdome that hyr dough- 
ter had she sliolde haue be wedded to somme man of grete kynrede: 

4ii where-for she besyed hir fast aboute the bodely apparayU and araye of 
hyr doughter and taught hyr to waffhe ofte hyr face and fco kembe ofte 
hyr hede and to make hyr fayre here and fco voyde alle thynge that 
sholde be dyshoneste or sholde make foule hyr face or hyr necke, that 
whan ony man came to aske after hyr for maryage, she sholde be the 

45 more semely and fayrer. Thys holy mayde was alle of another purpose 
and had niadc another vowe, alle-be-it she shewed it not to hyr fader 
n<- moder; wherfor vtterly she thoughte noo thynge to do as hyr moder 
bad hyr touchyng suche curyosyte: she besyed wyth alle hyr strengthes 
to plese god, but no man in that wyse. And whanne hyr moder badde 

50 aspyed that she had no wylle to that maner of lyuynge, she was dya- 
plesed, and clepyd fco hyr Bonauenture, hyr other doughter, whyche was 
latc [-wedded before, and bad hyr trete soo hir suster that she myght 
araye hyr in bodely apparayU as the mauere was of wymen in that contre 
that sholde be märved, and doo as she badde bad hyr doo to-fore 



ili C. parfytably. (2) prosone. 



The lyf of sainl Katherin of Senis. h 

hyr moder knewe welle that Katheryne Loued Bonauenture fülle tenderly, 
and supposed that she sholde be broughte in fco that more lyghtely by 
hyr Buggestyons thauue by ony other — and soo she was, aa ye -halle 
see after. For by Buffraunce of oure Lorde she was broughte so Inne 
thorough speehe and example of hyr suster Bonauenture by many- ä 
nianer wayes, that at the laste she assentyd to (do) hyr besynesse in ap- 
paraylle of hyr body after the wylle of hyr moder, not-wythstondynee 
that stably she kejite hyr purpose neuer to haue husbönde. Hut after she 
grau»te(d)(l) to hyr sustre and folowed hyr wylle in suche araye, she maad 
soo moche sorowe whanne that she was eonfessyd therof, wyth terys and 10 
Bobbyng, that eehe body shold euppose that shehadde do somme greuous 
Bynne. She vsed ofte to be eonfessyd generally, and alway whan she 
eaine to bat poynt, she aeeused her-selfe füll harde wyth wepyng and 
Bore sohbyng. But the eonfessour, alle-be-it he knewe that a vertue it 
is of go(o)d and lowely sowles to see in them-self defaute where none i-, L5 
and where it is but lytyll, it semeth hem (2) füll grete, neuerthelesse for ns 
moche as she accused her-self and demed her worthy euerlastynge payne 
for that synne sauyng the merey of god, thereifor) he asked her whether she 
purposed or wylled in all that fcyme to do agaynst her vowe. She sayde 
nay, for it came neuer in her herte. Also he asked agayne whether she 20 
dyde it to the ]>lesaunce of ony man In speciall or to the plesaunce of 
ail nien. She answerd and sayde, ther was none so moche payne to her 
as to beholde men or to he seyne of men or to he there men shold fynde 
her. Wherfore when her fadere men, bat lerned dyers crafte in her 
fader.- hous, came to ony place or chambre where she was, she fledile as 25 
faste awaye as adders nadele come to her, soo that all men wondred; 
she wold neuer goo to the wyndowe ne to the dore of the hows to see 
how men wente by the waye. Therane he sayd: _why deserued (3) that 
dede whiehe was but for a bodely Ornamente, euerlastyng payne, namely 
whan the apparelle was not to excessyuely?" She answerd and sayde that 30 
to excessyuely she loued her suster. and, as her thought, more fcha« god, 
as that tyme, wherfore she wepte wythout remedye and dyd harde pe- 
naunce. Her eonfessour wohl haue replyed agayne and sayde: alle-bee-it 
ther was BOmme excesse of loue, it was but lytyll, and that dede aa of 
him-self was not I-doo for doo wycked or euyl entencion, but for vayne 35 
plesaunce of her for the tyme, and that was not agaynste the preeepte 
of god. She herde how her eonfessour replyed(4): she lyft vphereyen to 
god and wyth a lowde voys erved and sayde: _A, my lorde godj what 
ghostely fader haue I nowe, whiehe exeiiseth my synnes!- and wyth a 
Bore grutehynge agaynst her-self, she tourned to her eonfessour and sayde: in 
..Hader, thynke ye that this uretchedfull and mooste vnworthy creature 
of god whiehe hath reci-yued of my maker of OOUght soo many gracyouB 
fettes wythout my labour and wythouten ony meryte, shold occupye 
ony tyme in arraye and vayne apparelle of this roten tlelllie. whiehe 
myght (cause) or Lnduce a dedeiy Bynne? I wene, -he sayde, helle ; 
suti'yseth not t<> punyllne me. badde nol the pyte "t god doo gra- 
eyously and mercyfull wyth me.- After thyse wordea her eonfessour 
dural nomore Bpeke of that mater. But than after that(51 he besyed 
bim to knowe yf that blessyd sowie had euer in her lyf he kept 
wythouten ony Bpotte of dedeiy Bynne, soo that she hadde kepte fullj 

hole her vyruynyte both of liody and ot sowie, not Only from the -ynne 

of tleil'hely Bteryng, but also of alle maner of -ynne. And after that 

he knewe how vertuous and how clene a BOWle -he hadde. tlii- wytnesse 
and recoide he bare of her eoniier-aeioii and both -a\d and WTOte that 

(1) tlie graunte. (2) hym. (3) deserued ye. ^ I. wolde haue replyed? 

!.-)/ tili;.- after that. (6) 1. t'ull. 



I- The Iyf of saint Katherin oi Senis. 

he coude neuer perceyue ne Eynde oother l>y her generali confessyon ne 
special! confessyon, as ofte as euer she was confessyd and that was 
ryght ofte, that ehe badde offendyd agaynsf the precepte of mir lorde, 
but yf it were that is tolde afore, the whiehe he myght mit suppose Li 

.-, were agaynste the byddynge of god, ae he trowed none dyscrete man 
wold suppose it. And also lie sayde that he founde her euer soo clene 
fro vcnyall synnes, tliat vnnethe he coude percevue hi her eotydyan con- 
fessyon oiiy-maner ofimce. It was openly knowen not only to her con- 
fessours that knewe her conscyence, mit to all that were conuersaunt 

10 witli her, that neuer or seldori she offended in worde. For eyther she 
occupyed her tyme in prayer and contemplacion or ellis in good edyfica- 

cion of her Qeyghhours; and as for her tyme of slepyng, vnnethes slie 

wolde graunte to her a quarter of an houre. And whan she sholde ete 

her niete, yef ( 1 ) it may lie ealled a niete, euer slie praycd and thought 

15 holy medytacyons, thynkyng of the thynges that she hadde lerned of our 
lord in her sowie. M<>re her confessour Mayster Reymound bereth a 
trewe reeorde of her, for the tyme \wt he knewe her and hadde eure of 
her conscience, that it was more payne to her for to ete her niete tlian 
it was to an hungry man for to be wytlidrawe from hys niete; and a 

20 grete(r) tourmente it was to her body after-tyme she hadde ete than it 
was eo///meydy to a feuerous man in rennyng offhis teuer. And tliis was 
one of the causes why she wolde ete her niete, as it shall lie deelared 
wythin-f orthe : for to tourmente and put in payne her body. In wliat 
inaner of trespaas myght suche a sowie be occupyed that alwaye was 

25 occupyed soo wyth our lord god? And yet uot-wythstondyiig suche good 
oecupacions, she aecused her-self soo sharpely in confession and soo 
wyttyngly put her-selfe in trespaas and offenses, that yf her confessour 
hadde not kuowe her conuersaeyon, he myght haue supposed tli.it she 
hadde trespased, where she trespased not but rather deseruyd mede. Loo 

30 ye maydens, that bereu and reden this boke: alle fchis processe is 
for ho thynge ellys I-sayde but, by that ye perceyuen this lytyll defaute 
in the whych'e this holy mayde yelde her-self soo mekely gylty, ye maye 
vnderstonde therhy wliat perfeeevon sheweth therafter by the gracyous 
yefte of our lorde; the whiehe her confessour rehereeth in this wyse. - 

?,-, Bonauentura ryght as slie was besy afore for to araye this holy mayde 
as the worlde asketh, ryght soo eftsones she liesyeil her for to endtiee 
her in suche araye by her eounseyll to the same apparaylle. She myght 
in nnii wyse inelyne the maydens herte, nother (in) generali nother specyall, 
that she sholde shewe her lioilely presenee wylfully to the syghtc of man, 

411 to that entent oonly that she sholde lie desyred the soner to he wedded, 
all-though her feruour of prayer and (2) swetenesse off medytaeio// was 
slaked and wythdrewe// from her for a tyme. Att the laste oure lorde 
wolde not lenger suffre that hys spouse, the whiehe (he) had boo specyally 
ehosen, sholde be withdrawe and taryed from hys special] seruyce: he 

45 wythdrewe titim her in this wyse. In a tyme whan the same Bonauen- 
tura, the suster of the holy mayde, sholde brynge forthe a ehylde, Ishc 

died, though) she was yet yonge ynough of age for to bere chyldren, 

Take hede, maydens, therfore. and see by thys how oure lorde is dis- 
plesed wyth theyni that lien alioute for to lette and wytlidrawe theym that 
60 wolde seine hvin speeially in maydeiihode and ehastyte of Lyuynge. Thya 
Bonauentura, as it is rehersyd afore C»), was alwaye füll honeste in her 
maner of lyuyng, bothe in worde and aede, but by-cause that she besyed 
her to drawe her suster to worldly thynges, the whiehe desyred to serue 
our lorde specyally. she was snivten of hvin and punyffhed wyth a füll 



il , ('. yet (2) und ..f. ( :J; 



The lvf <>l saini Katherin of Senis. 19 



-ii;i 



pe deth. Neuerthelesse our Lord yel wrought lull mercyably wytb 
hyr: for, as it was shewed afterward by reuelacyon to fchya holy mayde, 
she was in purgatory and suffred many greuous paynes, and by ihe 
prayers of bar shc was delyuered of payne and restorea to blysse, as she 
Bhewed afterward preuely to byr coniessour. Whanne hyr suster Bona- 
nenture was passyd out of thys worlde, thanne thys blessyd mayde Ka- 
theryn clerely perceyued the vanyte of thys worlde and begänne more 
feruentely and more gredylye, trewely, for to be torned to the louely 
ghostly clyppyng of hyr endeles spouse [hesu cryste; claymyng and accus- 
ynge byr-self gylty wyth Marye magdalene, tallyng doune lull streyte 10 
to the fete of oure lorde plenteuously shedyng out terys, axynge Inwardly 
hys nu'i'cy, praynge and thynkyng vncessably for hyr synnes, tliat shc 
myghl deserue to hyr(l)wyth Marye magdalene the wordes of conforl oJ 
our lorde. as he sayde to Marye thus: Reniittuntur tibi peccata tua, 
that is to saye: doughter, thy synnes by foryeue the. And bo shc is 
begänne to haue a synguler affeccyon to Mary magdalene, ffor thanne in 
that tymeahe enf orsed hyr-self wyth alle hyr myghtys to conforme(2) byr 
to Marye magdalene, to haue the more grace in forgyuenes of hyr synnes. 
Therfore afterward, by encrece of deuoeyon, thys folow(ed) therofthat our 
lord god, the spouse of holy sowles, and hys blessyd moder, our lady üu 
Saynt .Marye, gaue Mary magdalene to thys blyssyd mayde in to a mays- 
tresse and to a moder, as it shall be declared more opeüly wyth-Inne- 
lorth by the belpe of [hesu. After thys the fende, enemye to alle 
mankynde, sorowyng that thus Ins pray was wythdrawe and delyuerd 
alle hole from hys power the whyche l>e lytell and lytell (he) enforced to 25 
drawe it to hyin; and also consyderynge that thys holy mayde encreced 
more and more(!) to renne quyckely to the tabernacle of merey of byr 
spouse [hesu: he thought felly and wylely to lette hyr of hyr ghostly 
purpose b\ the meyne of hyr faders howsholde, besyeng hym by aduer- 
cytees and perseeucyons to drawe hyr holy to the worlde, that shc sholde 30 
not be occupyed in suche ghostly excereyse; puttyng in to the mynde of 
bit lader and moder and also hyr hrethern that in alle wyse she sholde 
be wedded, that they myght so by hyr mene purchase somnie manere oi 
kynrede. Alioute thys besynesse the fende enduced heni 80 hyely, that 
in asmoche as one oi hyr doughters was passyd out of thys worla, they »5 

sholde be alioute to reeouer the härme of hyr that was dede hy hyr that 

was a-lyue; so ferforth that they were aboute to seke an husbonde for 
thys holy mayde. Whan thys mayde perceyued and consydered the 

wyles of hyr ghostly enemye by Inspyracvou of our lord [hesu, anoiic 

myghtely and hesely she contynued in prayer and medytaeyon and ex- W 
cereyses of penaunce, to haue grace to See the conuersacyoD of men, and (3) 
Bhewed l>y open tokenys to hyr frendes that in doo wyse shc was in 
purpose to be wedded to im dedely oe corruptyble spouse, Byth it so is 
and (4) was that shc had taken so gracyously to hyr Bpouse in bir yonge 
tender age the vndedely kyng of endeles blysse. whanne the fader and r. 
moder and kynne perceyued veryly thal thys holy mayde shewed 
uerauntly bothe by tokenes and' by worde that shc wylled oeuer to be 
wedded to none erthely man. they thoughl to bowe hyr herte by another 
mene for to consente to theyr purpose: they callyd to them a frende "t 
therys, a frere prechour, the whyche they loued Bpecyally, and prayed 50 
hym entyiiy that he Wohle eoo and counseyll that holv mavde that she 
sholde consente to there wyfle. To whome the frere answerde and Bayde, 
he woldc do that he myght. Bul whan he came to thys mayde, by 
communycacyon he founde hyr bo Btedfasl in the purpose oi mayden- 



(1)1. here. (2) C. < ferme. (3) and boo. ili tilge ia and. 

Ar.iiiv f. ,1. Sprachen. I.X.W I. I 



50 The lyl' of saint Katherin of Senis. 

hode, that by conscieuce he was so endnced to gyue hyr holsuin coun- 
aeylle and sayde: „Syth it is so that thou arte dysposed to Berue our 
lorde god in maydenhede, ageynst whyche purpose thy frendea ben 
aboute to lette the, shewe the Btedfastnesse of thyn holy purpose and 
5 cutte a-waye alle thyn here of thy hede: and peraduenture they wpld(l) 
cefle of there pursuyte." As soone as thys blessyd mayde herde thya 
hys counseyll, she wrought there-after, as though she hadde I-herde it of 
god, and took a peyre of sherys anone and cutte awaye hir herys, in the 
whiche she supposed sbeliad synned greuously, and that that she hated so 

in moche, she cutte it awaye ryght gladly fast by the hede. And whanne 
she had I-do, she couerd hyr hede wyth a Coyf, and so wente forthe 
alle ageynst the comyn custonie of other nraydens of the worlde wyth a 
kerchyf on hyr hede, after be doctryne of saynt Powle. And whan hyr 
nioder Lapa aspyed thys that hyr doughter Katheryn vsed thus to couer 

15 hyr hede (vn)customably, she asked hyr why she dyd so. To whome 
thys mayden gaf none clere answer, by-eause she wolde nethyr lye ne 
teile the' trouthe. Wyth that the moder wente to thys maydens hede 
and took of hyr kerchyfe wyth hyr owne hondys: and so perceyued pnt 
hyr here was cut awaey. Thawne was the nioder sorowfull in hyr herte 

20 by-cause hyr fayre here was cutte awaye, waylynge and cryenge in thya 
wyse: „Aa, doughter, what haste thou doo? u Anone the mayde keuered 
hyr hede efte-sones and wente a-syde. To the crye of her moder came 
bothe the fader and the chyldren, meruayllyng what it myght be; 
whanne they knewe the cause of hyr cryeng, they were hugely ameuyd 

25 ageynste this maide. Of the whiche trouble was begönne the secounde 
bataylle ageynst this mayde, more sharper than (2) wat the fyrst ; but yet 
to thys mayden our lord gaft' the vyctorye, that thoo thynges whyche 
semed lettyng to hyr holy purpoae, was to hyr grete helpe meruayllously 
for to knylte hyr to our lord more myghtely. Therefore they pursued 

30 hyr openly, rebukyng hyr and thretyng hyr in worde and dede, sayeng 
thus: „Thou wretched creature, trowest thou for to eseape thus that thou 
shalt not fulfyll our wylle, be-cause that thou hast cutte awaye thyn 
here? hyt shall growe ageyn, wyll thou nyll thou, and though thyn herte 
sholde to-breste, yet shalt \>ou haue an h'usbonde, and thou shalt neuer 

35 haue reste vnto the tyme that thou haste consented to our wylle." And 
wyth that they made an ordynaunce that Katheryne shold nomore haue 
no pryue chambre byhir-self todwelle Inne, butthat (she) sholde openly 
be occupyed in the comyn seruyce of the hows, so that the place und 
tyme of prayeng and vnyeng and knyttyng to Ihesu, hir spouse, sholde 

4o vtterly be wythdrawe from hir, and also that she shold see hyr-self so 
moche the more in despyte that she was made a comyn seruaunte. Alu-r 
thys ordynaunce thys holy mayde was putte to alle-manere fowle(3) be- 
synesse and the fylthe (4) of the kechyn, suffryng euery day repreues, and 
euery day also wronges, and rebukyng and dyspytable wordes were 

4ö multeplyed ageynst hyr, that moste of alle ouercomen wymmenys hertys. 
For, as hyt was supposed, hyr fader and hyr moder and brethern hadden 
fonde a > r ong man, of whos kynrede they weren gretely well apayde: 
and therefor they steryd and Inpugnyd hyr the more sharpely, that she 
myght the sonner be bowed to theyr consent. But where that pure 

50 ghoatly euemye, the fende, by whos wyckednea and tretcherous Werkes 
all thyse thynges were wrought and doune,(5) wende for to wyth-drawe thys 
mayde from hyr clene purpose, there, by the helpe of god, she was made 
moost strengest: for she was in noo wyse nieuyd ne stered of alle that 
was doone to hyr, but she made hyr a pryue chanmbre, by helpe of the 



(1)1. wall. (2) C. than thewne. (3) fylthe. (4) fowle. (I 



The lyf <>l' saint Katherin of Senis. 51 

holy ghoost, in hyr owne sowie, fro fche whyche pryue chaumbre she 
made an ordynaunce in hyr-self neuer for to go out for no nianere of 
besynesse. Änd so it was done in dede that she, fche whyche fyrste badde 
an outward chaumbre assygned to hyr, somtyme Btood wyth-in(l) and 
Bomtyme wente onte, bnt aiterwarde, whan she had made hyr-selue in 
hyr sowie a pryue chaumbre that myght not be take Erom hyr of no 
creature in erthe, she went neuer out. Thes ben tho beuenly vyctoryes 
that may not be taken awaye fro crystis speeyall in erthe, ouercomynge 
wyth-out ony doubte alle ftylly(2) enemyes, as holy wrytte seyth : Regnum 
dei intra(3) nos est, that is to saye: the kyngdome of "heuen is wythin va; 
and also the prophete Dauyd seyth that all the ioye of our Lordesdough- 
fcer is wythin-forthe. Wythin vs, wyth-out ony double, there is a clere 
vnderstondyug, a Ire wylle, and a retentyf mynde; wythin vs also is the 
graeyous Infusyon of the holy ghoost, the whiche maketh perfyte fchese 
ghoostly myghtys rehersed afore and ouercometh and throweth vnder foot 
alle outward aduersytees; wythin vs, yf we ben trewe vylners of vertue, 
dwelleth that ghest the whyehe sayde and seyth: Confidite, ego vici mun- 
dum, that is: trusteth feythfully that ye shall ouercome your enemyes, 
for I haue ouercome the worlde, that grete enemye, In this blessyd 
lord thys holy mayde Katheryn trustyd so hyghely, that she made hir 
wyth-Inne hyr-self a chambre by hys helpe, for whoa loue she charged 
not for to lese the chambre made of mannes handes wythoutforth. 
But now one thynge shall I saye that mayster Reymond the confessour 
of thys holy mayde beryth recorde of: that whan that he sholde walke 
outward by-cause other-whyle of grete outward besynesse and oecupaeyon 
that nedys must be done, thys holy mayde oftymes warned hym and 
sayde that he shold make wythin hys sowie a pryuee Celle, of whyehe 
pryue cell he sholde neuer goo out. And alle-be-it that he vnderstode 
hyr not but so ouerly so Lyghtely,(4) yet neuerthelesse afterwarde, whan 
be consydered more wyttely hyr wordes, fche wordes that Saynt Johan 
sayde in the Gospell teile in hys mynde, where it is rehersed of Crysty8 
dyscyples in thys wyse: Hoc autem non cognouerunf diseipuli ein- primum, 
sed quando glorificatua est ihesus, tunc recordati sunt: that is: crystys 
dyscyples knewe not alle thynge oi hym as fcouchyng hys passyon tyrst, 
bnt onely(5) affcer-tyme whan he was reysen fro deth to Lyue and glory- 
tved, thanne they knewe more openly and clerely. And soo in the same 
manere wyse bothe to mayster Reymond hyr confessour and to tho other 
that were conuersaunt wyth hyr it happyd meruayllously that they per- 
eeyued more openly and clerely bothe her dedys and hyr wordes after- 
warde than whenne they were wvth hyr presentlv. 

Yette shal 1 teile von of another holy confeyt and a blessyd ymagy- 
naeyon of thys holy 'mayde that the holy ghoost taught hyr. by the 
whyche she ouercome alle wronges and despytes, as she tolde pryuely to 
hyr confessour, axyng of hyr(6) mekely how she myght be perfytly gladde 
amonge soo many despytes; and thanne she Krake out and sayde thal 
Bhe badde suche an ymagynacyon in hyr-self that hyr lader represented 
our lorde [hesu Cryste oure sauyour, and hyr moder oure blessyd lady 
Saynt Marye, and hyr brethern and other many of the housholde be- 
tokeneth the holy appostles of oure lorde and other dyscyples ofhvs; and 

for thys blessyd ymagynacvoii she serued heiu alle fche more gladdely, 

boo that they were alle a-meruaylled therof. : Vn<l by thys blessyd yma- 
gynacyon she wan another grete profyte : andf7)aa ofte as she serued and 
made mynystracyon, euer she badde in mynde hyr spouse [hesu Cryste, 
whome hyr thought she serued; and boo she. beyng in bodely kecnyu, 

(l)Cwyth out i'-'i l. Bly? (3) »'. infra, (4) = superficialiter. (5) C. bat 

un.lv Hut. v Gi hym. {1 ) 1. that. 

I 



The Lyf of sainl Katherin of Senis. 

was alle-waye wyth(in) thal holy place that is callyd Sancta sanctorum, and 
as ofte as she serued atte mete, soo ofte she fedde hyr sowie wyth the 
presence of oure sauyour. A, h(e)ygh(t)e of| I ) rychesse of endeles counseyll, 
by how many dyuers and meruayllous wayes delyuerest them that t nisten 
.". in the from alle-maner dy>eses and bryngest them in to the hauen of 
endeles reste, delyueryng them In. the from the pytte and the fwolowe!- 
Whan alle thys was done, thys holy mayde, consyderynge euyr-more in 
hyr sowie pemede und therewarde E-ordeyned for hyr of the holy ghoost, 
suffred gladly and aought paynfully alle the wronges that was putte to 

in hyr, and also she encreced contynually the cours of hyr labour the more, 
that she tnyght haue a füll ioye in hyr sowie. 

And by-caüse that it was not suffred to hyr to haue a chambre h\ 
hyr-self, but for to haue hyr chambre openly as other hadde, 

Therefore by an holy aduysement she chose the chambre of Stephen, 

15 hyr brother, that hadde nether wyf ne chyldren, where by dayes tyme, 
whanne he was absente, she myght be allone, and pyghtes tyme, whan 
he slepte, she prayed after hyr desyre; soo that nyght and daye she 
SOUghte to see the face of hyr spouse Ihesu ( 'ryste, knockyng at the dore 

of hys ghoostijy tabernacle wyth-out cellyug'. She prayed our lord vn- 

20 cessably that be wolde wouche-sauf to be the keper of byr virgynytee, 
sayeng and syngyng in(2) sowie wytb Saynt Cecylye thys holy verse of 
Dauyd the propbete: Fiat cor meum domine et corpus meum unmaculatum, 
that is: lorde Ibe.su, I praye that myii herte and my body be kepte clene 
yndefowled tothe; and soo in scylence and in hope she was made stronge 

25 in our lord ryght meruayllou.sly: for the more torment and persecucyon 
she hadde wytb-out-forth, the more she was fulfylled wytb ghoostly ioyes 
wythin-forth; soo ferforth that hyr brethern perceyueng hir stedfastnesse 
sayden betwyne them-seluen thus: r we be ouer-come." Hyr fader, that 
was most Innocente of alle, consyderyng pryuely hyr dedes perceyued 

30 that she was ladde euery daye more and more by the holy ghoost, and 
uoughtby the lyghtnes of yonthe. — Alle thyse tliat ben rehersed in thys 
chapytre, byr confessour mayster Reymond bad it by reuelacyon of Lapa, 
thys inaydens moder, and of lyxa, 'her brother wyf, and of other also 
that were in hyr faders hows; but as for other thynges that other folke 

35 myght not knowe, he knewe by tellyng of thys holy mayde in confessyon. 
Of the vyctorye whyche she hadde of them that desesed hyr: and 
that was by a culuer whiche hyr fader sawe, and by a vysyon of Saynt 
Domynyk. Cap. v. 

IN the mene whyle that thys holy mayde was putte in suche reproue 
411 and shame, it happyd vp-on a daye that she entred in to the chambre of 
hyr von <re brother Stephen and prayed deuoutly, leuyne the dore vnshett 
for it was f orboden to hyr by hyr fader and moder that she sholde not 
shette the dore. Casuelly thenne it happened that the fader entred in to 
the chambre, sekynge a certeyne thynge of hys sones that he bad aede 
|: ' to. And as he loked aboute, he sawe hys doughter, more goddes dough- 
ter thanne hys, prayng in a corner and knelyng, and a lytell whyte c : ul- 
uer restynge vp-on hyr heile: the whyche culuer riVdde out of the cham- 
bre wyndowe whan the fader was entred in to the chambre, as bim thought 
Amme the fader axed the doughter what culuer that myght be that fledde 
• r '<» so out of the chambre. To whom the doughter answerd and sayde that 
neuer she sawe culuer ne other byrde in the chambre. Thenne hadde 
the fader grete nieruaylle and kepte all thyse wordes pryuely in hys 
herte. Fro that tyme forwarde there begänne gracyously ' to enereee in 

that holy tnaydens sowie an holy desyre, whyche aeuerthelesse was be- 



1 1) C. byghe uu>\. (2) in in. 



The lyf of sainl Katherin of Sems. :>:; 

gönne, as h is reherced a-fore, in hyr chyldehode and now afterward ii 
was reuewyd for tuycyon and dysease (1) of kepyng of hyr maydenhode or 
virgynytee: and tlnit desyre was no thynge ellys but for to receyue the 
habyte of the ordre of frere prechours, (of) the whyche ordre Saynt Do- 
mynyk was bothe foundour and fader. There(fore) she prayed bothe 
dayeandnyght to our Lord that he (wolde) wouchesauf to fulfyll hyr desyre; 
and therto she had a grete deuocyon to Saynt Domynyk, as it is rehersed 
a-fore, (as) to a worthy and a fruytfull Inner of sowles. Almyghty god, 
therefor, sawe how wysely and how myghtely hys doughter as a yong 
knyght faught in batayll and wyth what feruour of deuocyon she besyed 10 
hyr to plese hyni wyth alle hyr desyre: he wolde in no wyse dysceyue 
hyr ne defraude hyr of hyr holy purpose, but for the more sekernesse 
he comforted hyr wyth suche a vysyon. Thys holy mayde 011 a tyme 
had a vysyon in hir slepe that she sawe niany holy faders and many 
dyuers fouwdours of be ordre of be frere prechours ('_>), amonges whom she 15 
saw saynt Dominyk, that she knewe wel I-now, holdyng in hys honde 
a fayre whyte lylye, the whyche lylye semyng to hir was all a-fyre, as 
be byflne Ji'/t Moyses saw, and yet was not brennyd. Whan this holy 
raders al in general and eehe in a speciall gaf hir couwseyll for hir more 
mede \)<ti she shold chese oo Kelygion of their ordynau/H-e, in be whiche 20 
relygion she myght yelde due seruyce to god, she torned hir-seif hole to 
saynt dominik and so saw in spyryt how bot pe holy fader saynt do- 
minyk eanie to lnr and brought in his honde an habyte of sustris, the 
whyche susters ben called sustres of penaunce of saynt domynyk — of 
pe whiche snsters (her was ne yet is no lytell aonibre in be cyte of Senee. i~> 
And whan thys holy fader saynt domynyk eam to this mayde, he COTO- 
forted hir with suche wordes and sayde: „Doughter, he of good COJWfort, 
and drede no mauere of peryll ! for ryght as doli hast desyred, (thou shali 
haue) this habyte." She thought she receyued it, and thankyd almyghty god 
and his worthy confessour Saint Domynyke, not wyth a lytyll gladnesse 30 
l)iit wyth ioyefull teres, that soo perfyghtely hadde comforted her; and 
soo wyth wepyng she awoke and was restoryd to her bodely wyttes. 
And whan she was awaked, she canght comforte and bodely strength of 
this vysyon, and fcoke soo grete a boldenes of the truste that she hadde 
in our forde, that the same daye she called her tader and moder and 35 
bretheren togyders and sayde to theyra boldely in this wyse: -Somtyme 
ye sayde vnto nie and tretyd nie Longe tyme therof, tliat I sholdi bee 
wedded to a cprruptyble and to a dedely man, and though I hadde ab- 
homynacion of suche weddyng in myn herte, as ye myglit clerly perceyue 
by niiinv dyuerse tokenes rf ye hadde [-wolde, yet for the reuerence that 10 
I sholde shewe t<> my fader and moder by the bydyng of god, vntn this 
tyme I excused me neuer clerly to von; but aow by-cause I may doo 
Lenger be styl, I shaU declare to you openly myn herte and purpoos; 

the whiche pur] s it is not conceyued of Qewe, buL oi chyldhode rato 

thi- tyme. Therfore I wyl ye knowe it that in myn chyldhode I made r. 
a rowe of virgynyte and serue(3) oure lorde, sauyour of alle the worlde, 
and his blessyd moder gloryous vyrgyn marie, our gloryous Lady, noi 
chyldely bul wyth a fade and a Longe avysement, and for a grete cause; 
I made a vowe also that I shold neuer take husbond but hym alone. 
Therfore aow, syth I am come by the sufferaunce of oure Lord to a mor< 
perfyght age and knowleche and vnderstondyng vrytte, wete ye ryght 

well, this is the same pur] 3 whiche IS - yghty and -tr ige in myn 

sowie, that it were more possyble liaid Bynt-stones rather ti> !«■ made 

ili tilge and dysease. (2) "f [ ''" "' I"' || '' M '' prechours st of ordres. 

(3) and serue >t. to. 



-,\ The lyf of sainl Katherin of Berns. 

nrii'li« Mi fchan myn herte shold be wythdrawe fro this holy purpos; and 
therfore the more ye laboure aboute thys thynge, the innre tyme ye lese. 
Wherfore I counfeyll you that ye leue of alle-maner suche fcretyng of 
weddynge as touchyng myn persone, fortherin shall I neuer fulfylle your 
, wyll, by-cause that I sholde rather be obedyenl to god than bo man. 
Therfore yf ye wylle haue me Buche one in your hous that I mow(2) serue 
god in tliis purpoos, and for to be a coinmyn seruaunt to serue von all, 
I am redy. in all that I ran <>r niav, to doo von seruyce gladly. And 
vi ye wyll not receyue me, bul for Uns cause ye(3) wylle putt me ou1 oi 

[0 your hous, I doo von well fco wete that in noo wyse myn herte may be 

wythdrawe fro fchia holy purpos. I haue an husbond and a spouse, cryste 
[hesu, soo rychely and so myghtely (4) bat (he) wyll not suffre me in noo 

wyse to lacke no thyng, but he wyll mynystre to nie all that nie nedeth." 
Whan she hadde sayde alle fchyse wordes, alle that herde her speke 

15 fyll in wepyng, and by-cause of her plentuously syghynge and sobbynge 
they myght for that fcime gyue none answer. They consyderid to the 
holy purpos of thys holy mayde pe whyche they myght not wyth-saye 

ne wythst le, and they beliylde also how slyll the niayden had I-kepte 

her, how clene and how pure, vnto j)"t tyme and how lioilldely she 

20 declared her consciens by wordes of grete prudence; and also ouer-more 
they sawe openli that she was rathir disposed for to forsake her fadera 
hous than for to hreke her holy purpoos: and soo they hadde nomore 
trnste of her weddyng; wherfore it lyked theyni better for fco wepe than 
for to gyue her answer. Wythin a lytyll whyle after, whan they hadde 

25 cesyd all her wepynge, the fader, bat loued her soo tenderly and dred 
god (5) soo hyghely, hadde mynde of the coluer that he sawe, and of many 
good dedes of the whiche she vsed, the whiche dedes he gretely meruey- 
lyng((i) gane her suche an answere and sayde: „Dere doughter, god forbede 
it that we sholde ony thynge wylle or desyre agaynste the wyll of god, 

30 for the whiche wyll and(7) fro the whiche wyll we knowe well thys holy 
purpoos conieth fro. Tnerefore, (for) it is soo that we ben taught by 
longe experyence, and now openly we see, that thou art not sterya herto 
by the lyghtenesse of chyldnode but by feruent charyte of god, make 
thy vowe therfore frely and doo as the lyketh and as the holy ghoosl 

35 techeth the, and fro tlüs tyme forward we shall neuer lette the from 
thyn holy purpoos ne thyne ghostely excercise; but only praye for vs 
besely, that we maye bee made worthy to the promys and the byheste of 
thyn ghoostely spouse, whom thou haste chose by his specyall grace in 
thyn tender age. u Thenne he tourned hym to lvys wyf and fco bis chyl- 

4n dren and sayde: „none of you from this tyme forward be to myne dere 
doughter greuous, none be soo hardy from this tyme forward to let her 
in ony wyse; suffer (8) herto serue her spouse freely and (0) to praye for 
vs besely; we myght neuer haue founde a better husbond to her thenne 
he is. the whiche vochesauf to be so nere of our kynde for to wedde our 

45 doughter and haue her to wyf. Therfore we haue none cause to playne 
vs, sythe it soo is that we haue receyued now for a dedely man vinledely 
god and man fco be her spouse.- Whan the fader hadde sayde fchyse 
wordes wyth wepynge and wyth weylynir bothe of theym-selfe and also 
of other that herde theym and hym speke, and namely of be moder that 

50 löuyd this mayde in maner fleflnely, thewne this holy maide Katheryn 
ioyefully thanked oure lorde that brought her fco this vyctorye, and also 
her fader and moder wyth alle maner of lowenes, dysposyng her-self fco 
vse profytably the lycence that was graumted fco her. And this is the 
ende of this chapytre. 

(1)C nefi'hed. (2) now. (3) that ye. (4) 1. riebe, mygbty. (5) C. had dredde of 
god and dred god. (6) 1. merueylyd. (7) tilge for — and. (8) C. to suffer. (9) and she. 



The lyf of sainl FCatherin of Senis. 55 

Bin now I wylle ye knowen thal redyn or hereti this booke, thal 
Mayster Reymound, confessour to this holy mayde, knewe neuer by re- 
uelacion of the fader that sawe the coluer the whiche restyd on this 
blessyd maydens hede: for the fader was deed or tha« Mayster Reymouwd 
knewe this blessyd mayde; but he knewe it by reuelaciow of Cosyns that 
dwellyd in the faders hous, the whiche cosins recorded and bare wytnes 
that the fader sawe suche a culuer wyth her ofte-tymes, and therfore he 
hadde her in greate reuerence arid he wold in noo wyse that she badde 
be lettyd or troublyd. 

Of the vysyon that she sawe of saynt Domynyk, bothe mayster Rey- 
mound and her confessour afore hym knewe it by tellyng of this boly 
mayde. And whan mayster Reymound examyned her of pe wordes that 
she sayde laste to her fader, moder and brederen, and how slie byhad 
her in her pe(r)secucions, she tolde hym alle by ordre mekely as it was. 

Of the nardenesse of her bodely penauwce, and of affiyction and 
what persecucion she sufFred therfore of her moder. Cap. vj. 

VV hau this deuoute mayde hadde receyued so large a lycence that was 
graunted her, of longe tyme desyred afore, she begänne ryght quyckely 
for to dyspose merueylously alle her lyf to the seruyce of god. Att 
the begynnyng she asked to haue a lytyll chambre to her-self, and so 
hadde it, wherin she pnrposed to tourmente her body wyth penaunce as 
in a wyldernesse, that she myght haue the more fredome of sowie for to 
seine mir lord. How moche and how harde penaunce she vsed in tour- 
mentyng of her body, and how grete lone she hadde in seyng of hyr 
spouse in that lytyll chambre, there maye noo tongue suffice(l) to teile. 
Neuertheles I haue rehersed somwhat in generali of her grete penaunce. 
and now I purpose to teile you, maydens, in speciall vnder fewe wordes 
the hardnesse of her penaunce, soo that ye of the grete vcrtuous herber(2) 
of her holy lynyng maye taste somwhat of the fruyte that growen aboute 
the herber, bothe of the fyrst and of the laste; and for the condycions 
and the kyndis of the fruyt, it shall be declared by the helpe of god 
afterward. And the cause why that in this place is rehersyd somme- 
what of her fruyte-full vertuous lyuing, is for nothynge ellys but for the(3) 
maydens sholde be the more ab'le and redyer to ghostely excercyse. In 
this lytyll chawbre that was graunted her, ofte-tymes she consydercd 
sweteiy the ghostely werkis of our old faders of Egypte, and in ghostely 
werkys was to her (4) soo moche the more merueylous that(5) she hadde the 
trewe knowleche therof in her faders hous wythout ensample or doctryne 
off' other. Fyrst I shall teile you of her abstinence of niete and drynke. 
Fro her chyldehood in to the tyme that she canie to that age, she ete 
füll seldoni Hellhe, as it is rehersed afore; but whan she was conie to 
this age and this speciall fredom, she forsoke vtterlv etyng of fleflne, soo 
ter forthe that be longe custome(6) and vse that she hadde in forsakyng 
of it. It was so lothsometT) to hei- that it was a payne to her for t<< 
smelle it, asshe told her confessour preuely in confessyon. And by-cause 
ye shold haue n<>ne gretter merueylle herof, 1 shall teile you of another 
grete abstynence. Whan hei- confessour perceyued in a tyme that she 
was gretly wasted and feblyd in body for she receyued none suche mete 

and drynke that febyll fo'lke sholde he eomlorted wvth, he gaue her 

couns'eyll that she sholde putte in her colde water that she dranke suger 
or a lytyl suger roset. wlierbv her spyrytys myght the more l>e quyc£e- 
nyd. Wyth that she tournyd t" her confessour and sayde: ...\ lytyll lyf 
there is left wything nie. the whiche nie semeth ye wolde it vtterly were 

i l i -urlVc. (2)herbe8, (3)1 ye. (4)tilgein - her. (5) C. and that (6) of cuatome. 
(7) lyghtsome. 



56 The lyf of sainl Käthen Senis. 

quenchyd." And whan her confessoui hadde askyd her why and knewe 
her excusacion, he vndenstode by her wordea fchat Bhe hadde soo vsed 
her to bytter metes and vnsauory drinkys, thai all-maner Bwete fchyng 
was Qoyous to her body, by-cause her dysposycion was tourned in to a 
5 custome. And so.) it was to her of etyng fieflne, aa it is rehersed afore. 
And whan she sholde drynkc wyne as the contree foryeuyd i I l, alter the 
tyme she hadde lycence fco kepe her chambre Bhe medryd thai wyne boo 
wyth water, fchat it loste both his taste and bis Bauour and also a grete 
parte of his colour. But afterward whan slie was xv yere of agej she 

10 leite alle inaner of drynkyng of wyne and vsed fco drynke eolde water. 
And all-maner soden niete, out-taken brede alone, she wythdrewe fro her 
by lytyll and lytyll enery daye soniwliat, and wythin a lytyl fcyme alter 
slie neide her to brede and rawe herbes. Att the laste, whan she was 
twenty yere of age or there-aboute, she lefte etyng of brede and helde 

15 her only fco rawe herbes. Thenne alterward she eanie to suehe an hyghe 
state of lyuyng, tiought by vse and kynde, as it shall be declared openly 
ynogh wythintorth by the helpe <>f god, but oonly by myracle, fchat alle- 
he-it her body was oppressyd gretely wyth many dyuerse sekenesse and 
grete träueylles, the kyndly(2) dygestyon in the body hadde noo place 

2n in her and the stomake also vsed not the tnyghl and the vse of his offyce 
of defyeng, and yet the streugthes of the body notwythstondyng her 
streite (3) lyuyng both in mete and drynke were neuer the feblyer, soo thai 
than her eonfessour recordeth of her alle her lyf was myracle. She 
myght neuer doo that she dede by strengthe of kynde, as physy(ci)ena 

25 sayd and tolde afterward to her eonfessour, but oonly by myracle. All 
thyse thynges shall clerely and playnely by the helpe of god openly be 
declared wythin this boke afterward. But as for the conclusyon of her 
abstynence, fro the tyme that her eonfessour Mayster Beymound knewe 
her, as(4) he recordeth of her, is this(5) that she lyued not wyth no mete 

30 ne drynke that was nonryll'hynge to her, ne she hadde none comforte of 
none kyndely strengthe, and yet neuertheles she suffred gladly all-maner 
dyseses and laboures. How came she to this state of lyuynge? Trowe 
ye trewely, not by bodely excereyse and vse, but rather by ralnes of pe 
spirite. I shall tel you in what wise. Pe fulness off pe spirite somme- 

35 tyme reboundeth in to the body: there it is made subiecte and acordyng 
to the werkys of the spyryte; for there the spiryte of a gostely creature 
is fedde wyth the gyftes of gostely graces, the body suffreth the more pa- 
eientli äboue naturail strengthe his(6) own nedes. Wno wold be in doubte(T) 
herof? I trowe none resonable creature. Whether martyrs in her holy 

40 martyrdome suffred not gladly aboue naturall strengthe tormente and 
myserye of theyr bodyes in her passyons? I trowe yeis. And fro whens 
cometh this, trowe ye, but of fulnesse of the spyryte? This is ofte-tymes 
knowen by experyens in oure dayes that yf a man or a womman be oc- 
cupyed in goddes seruyce deuoutly, he reketh neuer how longe he Easteth 

15 and neuere to speke wyth creature; but whan he ceseth of the special! 
deuoeioii and is occupyed in outward bodely besynes, it is liarde for 
hym for to faste and doo as he dyde before. Whens eonieth this grace 
but oonly of the fulnes of the spyryte that conforteth the body, the 
whiche aecordeth to the werlds of it? And alle-be-it that this is a gyfto 

50 aboue aature, yet naturally the spyryte otherwhyle communeth wyth the 
body, and the body wyth the spyryte, bothe in good and euyl. In thyse 
wordys I denye not but that ther ben somme the whiche maye faste 
more esely than somme; but symply for to faste and absteyne longe 
tyme togyder in this lyf, nie semeth it is inpossyble bi nature. Thus 

i 1 i I. punieyed ? (-2) C. kymlly of. consumptio tarnen humidi radicalis i habebnl 

locnm in eo. (3) strengthe. (4) tilge as, (5) tilge ia this. (6)C.ofhis. (7) dqbute. 



The lyf of saint Katherin b£ Senis. •">< 

tnoche is rehersed of her grete abstynence for tliis tyme. Takyth hede 
also of another thynge that tliis holy mayde tourmentyd her body wyth, 
besyde all her abstimme. Shemade tu her a bedde al of bordes, wythout 
ony other stuft', (inwhich) other-whyles she wolde sytte or stonde in holy 
medytacions, and other-whyle knele and praye; and alwaye whan Bhe 5 
wolde slepe, she laye dourj wythout ony doyng awaye off her weryng 
clothes. For she weryd alwaye wollen (clothes) bothe nexte her body 
and wythout. Some-tyme she vsed the hayre or the cilyce; and bat she 
lefte afterward by-cause, as her confessour supposed, she that (1) was clene 
wythinj eschewed vncleranes wythout, that is engendred of the cilyce or 10 
oi the hayre; but for the hayre she vsed an yron chayne oext her body, 
euyr syttyng faste to her sydes wythoute ony remeuyug or ease, vnto 
the tyme it endented the skynne and made a marke ther-vpon as it 
hadde be forbrennyd, as her ghostely doughters and her felawes tolde 
afterward to mayster Revinond. her confessour, the whiche ghostely 15 
doughters aud felawes ofte-tymes for dyuerse sekenesses that she suffred 
eonstreyned her for to chaunge her clothes aud for to wall'he awaye the 
swete. And therfore her confessour afterward, by-cause of her grete 
sekenesse that she suffred a lytyl before that she Wohle be deed, eon- 
streyned her by obedyens that she sholde leue her cheyne, all-be-it sh 
wolde not doo it by hyr good wyll. Euermore she contynued in wakyng 
tyl the daye dawed on the morowe, as it shall he declared more opynly 
liere-afterward. After that by lytyll and lytyll mir lorde gaue her grace 
to ouercome slepe, that vnnethe she wohl sle)>e half an houre in fcwo 
dayes; and vnuethy> she wolde receyue that half houre, but as Bekenea -• 
eonstreyned her therto. And she wolde saye otherwhyle to her confessour 

that the moost traucylle that euer she hadde, was for to oiiercoinc slepe; 

it was soo harde a bataylle for her or she myght haue the vyctorye oJ 
it. Xet mor-e-ouer, as her confessour recorded off her, yf she myght haue 
foimde ony body that cowde hadde(2) vnderstonde her and commyned wyth 30 

hyr of vertue and of the goodnes oJ god, it .-hold not grene her though 
she hadde been wythout niete or drynke and slepe(3) an hondred dayes 
and an hondred nyghtes; she sholde neuer haue he wery. but rather the 
frell'her and the gladder. She tolde ofte-tymes to her confessour that 
-he was neuer SOO well refryll'hed in spyryt in thys lyf as whan she 
myght fynde wyth whome she myght commyne of the goodnes of u r od ; 
and that knewe well tho the whiche were conuersaunt wyth her. This 
was openly perceyued in her: whan she myght haue Leyser to speke off 
god, thatili tho thynges of vertu the whiche were hyd in her herte, ap- 
pieryd strongely(5) by ghostely gladnesse in the body outwarde; and W 
whan Bhe hadde aoo leyser to talke of oure lorde. thenne she was fehle. 

Berof bereth wytnesse her confessour Mayster Ke\ und. to the wor- 

shv|> of L r o«l and of(6) his owne shame, that oftymes, whan this holy mayde 

wolde >).eke of the g Ine- ot OUT lorde and of the greate iu\ .-' t «-r\ e- 

that he shewed to her, by-cause of the Longe tyme of her contynuaunce 15 
in Bpekyng and also by-cause he was ferre rrom her louyng, as he sayde 
hym-selfe, he fyll in a slombryng: and alwaye she contynued Eorthe in 
spekynge, flfor she was reysyd vp by loue in to the breste of oure lorde. 
nothyng perceyuynge that he was a-slepe, tyll a longe tyme afterward; 
and whan she perceyued that he was a-slepe, wyth a grete voys she SO 
awoke hym and sayde: .why lese here ye the prouffyte of our Bowle for 
a lytyll slepe? speke I to a walle or to yow?" 

Ferthermore she desyred aboue alle thi> to Eolowe the Btappea ol 
the holy fader Saynt Domynyke, and that was iu this wyse: she receyued 

(1) C. That ehe st Bhe that (2) hadde Bt hau.- (so ilepte. 

(4) 1. and. i.'.i 1. she appieryd stronger. (6) 1. tu. 



58 The lyf of sainl Katherin of Benis. 

euery day Khryes dyscyplyne wyth an yron chayne. The fyrst dyscy- 
plyne was for her-self, the seconde for alle th<> that were a-lyue, and 
the thirde for them that were deed. Thus we rede in the legende of 
saynt Domynyk that he vsed contynually: and fcherfore Bhe vsed the 

5 same Longe tyme afterward; but after tyme she was feblyd with 
sekenes, thal she myght ao longer vse hyt. And whanne hyr confes- 
sour axyd of hyr pryuely how and in what wyse she vsed that manere 
of penaunce, wyth a grete shamefastnesse she knowleched to hym 
thal in euery dysciplyne she occupyed an houre and an hälfe, so thal 

10 for the moost partye the blöde folowed(l) fro the sholdres doune to the 
lete. LoOj maydens, what perfeccyon was in thys holy maydens sowie, 
that thryes in the daye lete hyr seif (2) blood for goddys loue, shedyng hyr 
blood for hys blood! See ye not what(3) vertue she was of, that wyth- 
out ony exanmple or Informacyon of ony man in erthe vsed(l) suche grete 

15 penaunce wyth-in hyr faders hows? Redetb Bayntes lyues and wrytyng 
of holy faders of Egypte, leueth none vnsonght but sereheth ouer all(5) and 
espye whether ye fynde ony lyke to hyr? Ye shall fynde Saynt Po wie 
the fyrst heremyte lyued longe in deserte, but a erowe brought hym 
euery daye half a lof to hys mete. Ye may also fynde saynt Anthonye, 

20 a füll holy lyuer, and dyd grete meruayllous penaunce, and yet he wente 
to dyuers ankrys aboute and of eche of them he gadred somme floures 
of vertue. Ye may also fynde of Saynt Hyllaryon, an holy lyuer, yet, 
as Saynt Jerome seyth, he was fyrst enformed to vertuous lyuyng of 
Saynt Anthonye, and so (6) wente to deserte and there myghtly ouercam 

25 hys enemyes. Ye may fynde also of Macharye and Arsenye and many 
other, whyche is longe to teile of, that had techers to vertuous lyuyng 
one or moo, bothe in worde and also in exsaumple, what in deserte or 
in Relygion: and this holy mayde had nethyr hyr doctryne to vertues in 
Relygyön nother in deserte, but in hyr faders hows, wythout ony Infor- 

30 maeyon or exaumple of ony man in erthe, and there-to canie to a grete 
perfeccyon of abstynence notwythstondynge the manyfolde lettyng the 
whyche she suffred in hyr faders hows. Shall I yet saye more of thys 
maydens commendacyon ? I praye you, lystene a lytel whyle and I shall 
teile, how holy wrytte maketh mencyon bat Moyses fasted twyes fourty 

35 dayes wythout mete and drynke, and Ely ones, and our lord Ihesu cryst 
also, as "the Gospell sayth ; that thei fasted more, by many yeres contyn- 
ued, holy wrytte telleth not. Saynt Johan baptyst, though he were in 
deserte, he lyued by hony - soukeles and herbes, but symply that he 
fasted I fynde nowhere I-wryton. Of Marye magdelyne allone hyr storye 

4(i maketh mencyon of hyr lyf that she fastyd euery yere fourty dayes to- 
gyder wyth-out mete or drynke thre and thyrty yeres folowyng, leuyng in 
a Roche of thesee(7j: there-for I trowe it was that our lord and hys blys- 
sed moder commyttcd hyr to thys holy mayde, for to be hyr maystresse 
and hyr moder, as it is somwhat I-touched afore, and as it shall clerely 

45 be declared afterward by the helpe of god. But thys may ye know'e 
that thys holy mayde had a specyall yefte and a synguler grace of god. 
Not that she is pret'eryd in holy lyuynge aboue alle the Sayntes the 
whyche ben rehersed afore, fror that were a füll odyous comparyson so 
for to make suche lykenes bytwene Sayntes — among whiche sayntes our 

50 sauyour Ihesu Cryst is I-nempned, to whome for to lyken ony saynt in 
comparyson of holy lyuyng that sholde be euen wyth hym it were 
blasfemye; al tho other sayntes whyche ben named, they be not rehersed 
for to make lykenesse in merites of lyuyng, but that ye shal consydere 

(1) 1. flowed. (2) hyr seifst hyr. (3) C. in what. (4) that vsed. (5) 1. all 
ouer. (6) C. ro. (7) lat: Solana Hdagdalenam reperio tiiginta tribus annis in 

rupe positam hoc jcjiinium perfecisse. 



The lyf of sainl Katherin of Senis. 59 

and take hede, fyrsl of the grete magnyfycence of our lord [hesu cryst, 
that euery day by hys gracyous plentuous Iargenes multeplyed hys oewe 
yeftes and grace where-wyth he arayeth ghostly and maketh perfyte hys 
Ihösen sowles; another also, that ye shall consydere and take (hede) of 
the. grete synguler worthynesse in hyr, with(l) noo Lniurye De WTonge to 5 
other sayntes, ffor holy chyrche syngeth and seyth specyally and syn- 
gnlerly of euery saynt by hym-self thes wordes of Salamon : Non est inuen- 
tus similis Uli, that is: none (is) I-founde Lyche to thys. These wordes 
muste be vnderstonde of the grete niyght and large fredom of our lord, 
niakyng holy and perfyte hys ehosen sowles, the whyche may and wylle 10 
endowe and arraye euery saynt syngulerly wyth a specyall yefte of grace 
wyth-ont ony wronge of other. Of alle thys niater now I shall cefle, 
and procede forfch in the fyrst purpose. — By thyse condycyons of absty- 
nence of thys holy mayde may be vnderstowde clerely that she was Lene 
in body, that wyth so many herdenes of penaunce and sharpe afflyccyons 15 
was so often-tymes tamed, and all was for to make hyr body buxom 
and subgette to the sernyce of the sowie, On a tyme hyr moder Lapa 
tolde to mayster Reymond, hyr cohfessour: or(2) that hyr doughter 
tormented so holy hyr body in penaunce, she was of soo grete niyght 
and strenghte in body, that she wolde wyth-out ony greuaunce lyf(t) vp- 20 
on hyr sholdres a borthen that was I-now for an hors for to bere, 
and bere it vp in to an hyghe garet aboue two longe steyres; flbr she 
was that tyme, as she sayde, twyes soo grete in body fchanne she was 
afterward at the age of xxxviij, whan she had contynued in soo grete 
penaunces. Hyt was no nieruayll and so it is(3), for, bot yf it had nought ü i 
f-1)e that our lord hadde kepte hyr by myracle, hyt hadde be no mer- 
uayll though she hadde be all wastyd awaye. For at that tyme whan that 
hyr eonfessour mayster Reymond knewe hyr, she was a füll slender 
creature, and that was no nieruayll : ffor the spiryte encrecyng(4) in vertue, 
the weyker wexyd(5) the body, as though it wei - e ouercome of the sowie. 30 
And aotwythstondyng alle thys, she wolde euer laboure gladdely, and 
namely for the helthe of sowles, all-be-it she sufl'red grete sekenessc in 
hyr body; for the spyryte whyche was so strong wythin, susteyned and 
comforted the feble bödy wyth-ont. — Now shall 1 eelle here-of and 
torne ageyn to the fyrst mater of thys chapytre. ^^ r han thys holy mayde : "' 
hadde füll grannte and lycence of hyr frendes for to serue our lord in 
hyr lytell chambre assygned to hir and there began füll feruently for !<> 
styghe vp ghoostly to hyr heuenly spouse, the serpent, our olde enemye 
the fVnde, though she had ouer-come hym dyuers tymea afore, yet he 
ceseed not for to assaylle hyr eftesonys: he steryd Eue hys doughter. io 
Lapa, thys maydens moder, by a earnall loue that she hadde more fco 
the body of hyr doughter than to hyr self(6)j for fco lette hyr of hyr jie- 
naunce. For on a tyme whan the moder came to hyr doughter and 
aspyed howe she bete hyr-self wyth an yren ehayue, she cryed waylyng 
wyth a lowde voys and seyde: „A, doughter, what doste fchou? fchou arte is 
but dede, for fchou sleest thy-self. Alias, who hath couwseylled my 
doughter herto? Who hath steryd hyr to do thys?" And soo wyth 
cryeng and waylyng thys olde womman tormewted hyr-self as she had 
be a wood body, wyth teryng of hyr clothes and oi hyr Iure, for she 
thought hyr doughter was but dede. By the noyse of thys cryeng all 50 
the neghbours were styred aboute for to come Inne and see what thys 
olde woman eyled. Wnan thev cam, they sawe how thys holy mayde 



(1) C. \v;is st. witli. vgl. lat. : 3cis eiihii quod absque aliorum iiyuria de quolibel 
sancto cantal ecclesia. (2) C. though( st <n: (3) lat.: Nee mirum 
taliter diminutum. i4i C. encreeed. 1,0; 1. wexytb. (6) 1. soule. 



»in The lyf of sainf Katherin of Berns. 

had made hyr a bedde al] of bare boordys, where-on she rested when 
she wolde Blepe. And wyth vyolence hyr moder took hyr out <>f the 
chambre and broughte hyr fco her owne chambre there ehe laye 3 for she 
fcjhought that she wolde make her slepe in her owne bedde wyth hyr. 
5 And whan thys holy mayden sawe thys, by wysdome of spyryte she 
sheWed grete gladnes in chere and kneled dorm a-fore hyr moder prayng 
her mekely wyth csy wordes that she wolde wouchesaüf tu pul awaye 
alle hyr steryng and vnpacyence and be esy, for she was redy to obeye 
to hyr, as she wolde haue hyr redy for fco lye wyth hyr as she wolde 

lo bydde hyr. Whan she thns wysejy pesyd ber moder for to kepe hyr in 
quyete, slu> layde hyr doune by her in that one syde of the \>v<U\f and 
had there swete niedytacyons that she was wonte to haue; after-tynic 
hir moder was a slepe, she mse vp pryuely and weilte agayne to hyr 
boly ghostly exeercyse. The fende eftsones hadde enuye herto that she 

15 sholde so encrece in vertue, (and) styred hyr moder the seconde tyme 
ageyn hyr(!). But there-ageyn thys holy mayde vsed thys prudence: )>y- 
cause she wolde nomore make hyr moder sory wyth hyr, she took pry- 
uely a post and leyde it in hyr bedde vnder a shete, and clothes aboue'n, 
that the moder, whan she wold eomen and vysyte hyr, sholde suppose 

20 that it had be she the whyche had laye there vnder the clothes; and yet 
neuerthelesse she kepte hir eomyn costome of harde lyeng as she dyd 
a-fore. Tlyt was not longe tyme after but that the moder aspyed thys 
well; and when she had aspyed it, she sayd to hyr doughter in thys 
wyse: „Doughter, I see well, alle my laboure is in vayne, I may not 

25 ehaunge the from thy puriiose; ese(l) it is to nie for to lete it ouer-passe 
lyghtly, and therefor go and slejie there-on thou arte I-wonte. ü And soo 
she was ouereomen wyth the stedfastnes of thys holy mayde and suff'red 
hyr euer afterwarde to lyue as the holy ghoost styred hyr. Thus endetb 
thys chapytre. Somme thynges ther ben rehersed there-Inne that hyr 

30 confessour mayster Reymond knewe and hadde reuelacyon of by the holy 
mayde Katheryne, as is of hyr grete abstynence and other sharpenesse of 
]>cnaiu?ce, and of hyr maner of worchyng in them; and somme fchynkes(2) 
he knewe by reuelacyon of hyr moder Lapa, and som of other dyuers 
matrons that were conuersaiw/t with her. But som thynges he knewe by 

:sö hym-self, namely of hyr synguler and gracyous yefte of abstynence. 

Of the laste vyctorye that she had in a bathe; and how she took the 
abyte of Sayut Domynyk whyche she had long tyme desyred to-fore. 
Cap. vii. 

VA hau thys holy mayde was restoryd ageyn to hyr deuoute exeercyse, 
40 the more that she perceyued that the enemye of all mankynde was besy 
for to lette hyr, the more feruent she was in hyr ghostly exeercyse. 
Euery day she wayled and euery day she wepte, axynge and prayng our 
lorde deuoutly that he wold wouchesauf to gyue hir grace to resceytie 
the abyte of sayut Domynyk that she had long desyred, the whiche 
45 thorugfl hys grete pytee was be-hote hyr by oure holy fader Sayut Do- 
mynyk in a vvsyon. For she was neuer seker in hir-selt to kepe the 
purpose of maydenhode, vnto the tyme she resceyued that holy abyte; 
she wyst well that after-tyme she were aräyed wyth that abyte, alle- 
maner speche of hyr weddyng shold celle and she sholde he suffred for 
50 to serue hyr ghoostely (spouse) the more frely. VYherfore she prayed 
hyr lader and moder that tliey wold gyue hyr leue to be one of the 
susters of penaurace of sayute Domynyk, that ben called in comyu speche 
of the Cyte of Senee Misters of the mantell; and ouermore she prayed 
to the same sustres that tliey (wold) recevne hyr to the same abyte 

(l) 1. better? (2) I. thynges. 



The lyf of Rainl Katherin of Senis. 61 

amonge theyre holy uombre. To thys axyng the moder was not well 
apayed, alle-be-il she sayde nol ones aay, bul euer ehe was aboute, as 
moche as she myght, for fco witbdrawe byr Erom hyr grete penauace thai 
ehe vsed. And for thys cause she purposed on a tyme for to go to au 
hoot bath, or for to be bathed, and hyr doughter wyth hyr, thai assone 5 
as thys holy mayde had feite ony-maner comforte and solace to the body 
by that bathyng, by lytell and lytell she shold haue let't hyr grete 
penaunce. Thys was not done wythout wyll of the fende, the whyche 
besyed hym in that he myght to wyth-drawe suche a feruenl sowie from 
the ghostly callynge of hyr heuenlyspouse; hetaughtthys synfull(l) wom- 10 
man Lapa, this maydens moder, füll pryuely his malycyous wylles. 
Neuerthelesse, bi-cause ther may no counseyll preuayl] ne haue the 
maystrye ageynst the counseyll of god, thys holy mayde, that was armed 
wyth tue ärmere of vyctorye bothe in hyr ryght syde and eke in hyr 
leite syde, toirned alle the fende-is trecherous wylles to grete profyte <>l ]-, 
hyr sowie. Whan shecame to the bathe, she foundea newe maner bathyng in 
hyr sowle(2) how that she shold tormente hyr body amonge the delycyous 
hathes: she went to the condyte there the hote water eani Inne to tlic 
bathe, and there she satte all naked and suffred pacyently the hote water 
brenne hyr tender naked fleffhe; the whyche was more payne to hyr 20 
thenne whan she bete hyr wyth a cheyne. Now shall I teile von how 
hyr confessour knewe it: In a tyme hyr moder Lapa fcolde mayster Rey- 
mond afore hyr doughter how they went for to he bathed; and thenne 
thys mayde pryuely tolde hym how she was bathed, and how wysely she 
asked leue of hir moder, whan she was there, that she myghl he bathed J"> 
by hyr-self whan all folke were gone; ffor she wyst well, yl byr moder 
had seen hyr, she myght not do as she dyd. And thenne byr confessour 
axyd hyr how she myght suffre so grete hete wythout peryll of deth. 
Thys mayde answerd to hym and sayd füll symjily, that whan she satte 
in that bathe, she thought besyly vpon the paynes of purgatorye and ot "." 
hell, prayng t<> our lord, whome she had so hyely offendyd, that he 
wohle wouchesauf to torne mercyably tho peynes that she had deserued 
in to that temperall payne that she suffred gladly. Of hys merey she 
had so grete gladdenesse in hyr herte. that all the peyne was ryghl swete 
to hir, and therfore hyr body was no-thynge hurte there-by, though she 35 
feit peyne.— Whan she had tolde thys tale, byr confessour wente home(3), 
and >he ageyne to hir penaunce that she was wont to vse. And whan 
hir moder \<>n perceyued, she had no more hope tho of hir chaungyng; 
but yet .-he cessyd neuer wyth-out(4) grutchyng of the penaunce that she 
vsed. Of the whyche grutchyng thys mayde, hyr doughter. lyglittely i.i 
sutl'red 1 1 it ouer-passe wyth a defe ere, hauyng mynde rather ot hir holy 
purpos, and excyted and steryd hyr moder euery day that she -hohl go 
to the sustres of penaunce of Baynf Domynyk for to praye them(5) that 
hyr doughter myghl receyue there abyte "t penaunce that she had so 
long tyme desyred. The moder seyng that she myghl haue on reste for ifi 
hyr doughter, she wente to the susters "i penaunce and prayed thai hyr 
doughter myghl receyue the abyte amongea them. To whom they an- 
swerd and sayd that it was not hyr CUStome to receyue maydens Qe 
wyminen to that abyte, but onely wedowes "t sadde age and of good 
naine and fanie. that wohl fnllv gyue hem to goddes seruyse; ßbr syl 
it is so that susters of that abyte l>c not enelosed \ |>, hut ciieiyche .,1 
t li» tu lyued at home in hyr owne hows, hyt wer.' tull iie.e--ar\ that 

eohe of them were of suche sadde age bal they myghl and coudegouerne 
them-self saddery. The cause whj these susters oJ penaunce answerd 

(1)1. symple. (2) tilge bathyng — sowie. (3) lat.: Ili^ peractu re. 
domum. (4) wyth-ou( st wyth. . ■"> i C. thom. 



62 The lyf of Baint Katherin of Senis. 

tlms, it shall be declared by the helpe of god openly [-nough in the aexl 
chapytre that sueth. Whan the moder had fchis answere, she went home 
and tolde hyr doughter: the whiche answere was fco the doughter (not) 
lull gladsome, ana fco the moder not lull heuysom. Neuerthelesse vei 
5 tliys holy mayde myftrufted oot, Eor ßhe wyst welle, hyr purpose sholde 
be fulfylled, that was behot bir of bo gloryous a fader ae Saynt Domynyk. 
And therefore eftsones Bhe prayed hyr moder tliat she shJolde do1 celle 
but go to thyse susters ageyn and praye fchem wyth ae moche instaunce 
as she coude tliat she myght receyue tliat ahyte. The moder dyd so, 

in and brought ageyn the samt' answer as she dyd Eyrst. Therme sone alter 
it happed that thys mayde lyll seek in body, the whyche sekenesse 
comynly yong folk heu vexyd wyth ör thawne fchey come to a saddeage; 
and yet peraduenture that passynge hete that she suffred in the hote 
bathe myght be cause there-of; al-bc-it that it was the wyl of und [v/t 

IS it shold be so. All the skynne of hyr body was füll of bladders and byles, 
that vnnetlie she myght be knowe, and there-to also she had a strong 
feuer. The moder, seyng that hyr doughter was soo seek, all-though she 
lnued hir sones and doughter tenderly, yet thys doughter whom that 
she nourysshed wyth hyr owne mylke, she loued more tenderly: and 

20 therefor she was the more sory of hyr dysease. And she kuewe no cause 
where-of thys sekenesse eam — ffor suche a sekenesse myght not come 
of abstynence, but rather of sup/'/Huyte; and also that same tyme it was 
comyn sekenesse to yong chyldren and yong maydens. And therefor she 
coude not deine where-of the sekenesse eame; and what ese and remedye 

2S she myght do there-to, she dyd bothe in wordes of comfort and also in 
dede, syttyng alle-waye by the beddes syde by hyr. But the seker be 
doughter was iu body, pe, strenger she was in hyr holy desyre; (and) 
wayteng after leysyr to constreng hyr mod/r in manere for to pursewe 
to fulfyll hyr desyre, wysely and swetly she sayde fco hyr moder: B Good 

30 dere moder, yf ye wohl I were hole and ferde well, I praye you, beth 
aboute bat my desyre may be fulfylled for to receyue that ahyte of 
penauwee. Ellys I wpte well that our lord and saynt Domynyk, the 
whyche haue called nie to there seruyce, woll so ordeyne for nie that ye 
sholde no longer haue nie in thys lyf.- \\ nan the moder herde thys 

35 ölte and many tymes rehersed to hyr, she, beynge a-ferde lest she sholde 
haue deyde, went to the same susters ageyn and prayed them so entyerly 
of the ahyte, that they were ouereome wyth hyr prayers and bo grauwted 
hyr, in thyswyse: „Yf youre doughter he uoght ouer-semely in bodj and 
oiier-fayre in beaute, we shall graunte your axyng and receyue hyr; and 

40 yf she he to fayre, we drede vs'of the peryll of slandre and of nialycyous 
lyuyng of inen in thyse dayes: and for thys cause! 1) we dare not con- 
s'ente to receyue hyr in noo wyse." To whome the moder answerd and 
sayde: ..Conicth and see hyr and (yjeue('J) ye the dorne wher(3) she he 
fayre or not." There were s'ente two dyscrete niatrons chosen amonge them 

^.-, wyth Lapa for to see thys mayde, bothe of dysposycyon of hyr body 
and also for to serche hyr desyre of soule. When they come. they founde 
thys mayde lyeng seek 'in a bedde and therefor they myght not clerely 
knowe the dysposycyon of hyr body for sekenesse; neuerthelesse as by 
hyr wordes they knewe hyr feruent doyiv of sowie to the seruyce of 

SO god, and were gretly astoyned there-hy, and also gladde. seeng so yong a 
mayden passe in vertuous lyuyng many olde matrons. Whcrefor they 
took her leue ioyefully, gretely' edyfyed by hyr wordes. and tolde theyr 
lelawvs with a grete ioye what fchey liarde and sawe. Whan thise susters 
herde' thys, by counseyll of the Ererys they receyued hyr with oo wyl and 



(1) 1. in thia case. {!) C. tue. (3) whee. 



The lyf of saint Katherin of Senis. 63 

one assente amowges them, sendyng worde to fche moder that also-sone 
as jie mayden were hole, shc shold brynge hir to be frere prechours, that 
she myght receyue the abyte of Saynt Domynyk the whyche she biad so 
long desyred, in presence of the brethern and the sustren of the same 
abyte, as the custome is. Whan the moder tolde these wordys to liyr r 
doughter, she was gladde, that she wepte for ioye, and thanked our Lord 
and saynt Domynyk, that hadde f ulf ylfed hys promys and byhest. Thanne 
shc began to preye to god that she myght be bole of byr bodely Inl'yr- 
myte, for to mlfylle hir holy purpose in receyuyng of the abyte, lest she 
shold be lette and delayed of hyr desyre forthat bodely sekenesse. And, Li 
there she was fyrst gladde of hir bodely sekenesse with meke BufFraunce, 
afterward she was as hetiy therof; besekyng our lord with besy prayera 
that he wold wouchesauf to delyuer hyr wyth-out ony taryeng of that 
sekenesse the whiehe letted the purpose of hyr desyre. And as she 
prayed, our lord grauwted hir: for wyth-in fewe dayes afterward she was r 
hole — our lord wold not alway of bis goodnesse deine the axyng of 
suche that conforme(l) them euerwyth all theyr besynesse to fulfylle hys 
wyll. For what-ener she axyd or desyred, she referred it to him whome 
she loued wyth all the myghtes of hir sowie, and to whos seruyce she 
offred hyr-self all hole body and sowie. Whanne(2) she was restoryd of a 
bodely hele, alle-be-it the moder was aboute to tarye hyr of hyr pur- 
pose lenger tyme, she made suche Instauwce to hyr moder, that the day 
and houre was assygned l whan she sholde receyue hyr abyte; the whyche 
abyte she receyued wyth a grete ghostly gladnesse. Whanne the möder 

and the doughter were eonie to-gyder to the ehyrehe, the frere that had 2 

tlie Charge of the susters, arayed that holy maydewyth that maner(3) of 
abyte, iii presence of them all, of the colours of whyte and blak in token 
of Innocence and mekenesse, the whyche abyte holy taders of Saynt 
Domynykes ordre ordeyned for to be hadde, soo that by the whytnes is 
vndeistoude Innocencye, and by the blaknesse inekenes - ffor, as » 
mayster Reymond hyr confessour recordeth and wryteth, fcher was none 
abyte soo well accordyng to byr conuersaeyon of lyuyng bothe Inward 
and outward. Therme thys mayden wyth alle hyr myght fro that tyme 
t'orthward mortyfyed hyr body, in fleyng of the olde lust of synne wyth 
alle hys braunches of pryde in' the wynnyng of the veray mekenesse,! h the 3 
whyche mekenesse betokeneth the mantell of Macke that shc hadde re- 
ceyued; alsoo Che besyed hyr wyth alle hyr myghtes for to kepe the 
[nnoceneye of virgynytee and maydenhode, not onely of body but also 
of sowie, to hyr en'deles spouse Ih'csu cryst. the whyche is veray lyght, 
for to receyue by hym fayrenesse of vertuous lyuyng: the whyche fayre- u 
ncssc is betokenyd by the whyte cote vnder the mantell. VI' hyi- abyte 
had be all black or 'alle whyte, tho two thynges, mekenesse and Inno- 
eeneye, myght not properly be vnderstonde therby; and yt hyr abyte 
hadde ben graye (or) russeth, il myghl represente mortytycacyon, bul 
not properly puryte and clennesse of sowie. Thys was the cause whj 1 
the susters 'at the begynnyng denyed hyr thys abyte. lest shc hadde not 
be able to bere it in mekenesse and clennesse of herte, dredyng ol byr 
yonge age. Whanne that holy mayde hadde receyued that abyte, hy1 
become hyr better than it dyd the matrons. Therfor i1 had not be well 
do that it hadde be denyed' hyr, whyche abyte was ordeyned afore ol 
holy faders in token of [nnoceneye, syth it soo was that Bhe passyd in 
clennes alle the chastyte of wedowhode. Of one thynge hyr confessour 



{V) C. confenne. (2) whome. (3) Dame >t. maner. (4) lat exteriua vitara 
veteris hominia cum mortifera Buperbia extinguendo, qood per coloreui nigrum 
optiine deaignatur. 



Hl The lyf of sainl Katherin of Benis. 

Mayster Reymond recordeth and wryteth: that t hat abyte hadde neuer 
hys füll perfeccyon in the Cytee of Senee, vnto the tyme that holy mayde 
hadde [-take vpon hyr for to were hyt. She was the fyrst mayde in 
that Cytee that took it vp-on hyr: the whyche many maydens afterward 
5 receyued also. Soo it myght be songe of hyr that verse that Dauyd 
the prophete speketh of: Aaducentur regi virgmes post eam, that is:'to 
mir lorde god endeles kyrig many maydens shall be brought Inne after 
thys holy mayde Katheryne. 

How thys mayden encreced, it shall he declared afterward by the 

in helpe of god. But now I shall make an ende of thys chapytre and prOr 
cedie lorthe how thys holy abyte (!) begänne of thys holy Relygyous estate, 
lest for defaute of knowyng there-of the opynyon and the fame of thys 
holy maydens vertuoiis lyuynge myght be lessenyd therby in somme 
mennys hertys. As for the matere the whyche in reherced in thys cha- 

15 pytre, mayster Reymond recordeth and seyth that he hadde it by rela- 
cyon of hyr moder and of hyr-self ; and as (for) the abyte, it nedeth no 
profe, for it is knowen openly ynongh. 

Of the begynnyng and the fonndamente of the Relygyous State of 
the sustres of peuaunce of Saynt Domynyk, and where-of came the mauere 

20 of lyuyng of tho sustren. Cap. viij. 

Alle tho that wyll rede thys presente chapytre folowynge, they shall 
fynde wryten, as it is recorded of many feythfull creatures in dyuerse 
partyes of ytalye, many worthy actys and dedys of our holy fader 
Saynte Domynyk. That gloryous worthy confessour of Cryste, Tutor and 

25 defendour of the feyth of holy chyrche, Saynte Domynyk, also techer 
and enfourmer of the good State of perfyte lyuers, ouercame myghtely 
bothe in Tholose and also in Lombardye, what by hym-selfe and by hys 
brethern, many heretykes, so that in the tyme of bis canoni^acion at 
Korne was prouyd openly afor oure holy fader the pope that an hondred 

3d thousand heretykes and more were tourned by hys prechyng and shewyng 
of myraeles in lumbardye ahme. Neuertheles that venemous doctryne 
of the heretykes hadde soo ent'eeted the peple sowles, that almoost all 
the possessyons of holy chyrche were in laymennes hondes, kepyng it as 
here owne herytage. And that caused ByfThoppes to goo aboute and 

35 begge, fror ( 1) they hadde none power neuer (2) to wythstonde her heresye for 
the defaulte of temperall substaunce, ne for to releue clerkys and poure 
folke, after the dewe of her offyce. This consydered our holy fader Saynt 
Domynyke aud myght in none wyse suffre this myfcheff in holy chyrche, 
for the grete and entyrly loue that he hadde therto; he chaas a worthy 

40 lyf of pouerte both for hym-selfe and also for theim that shold be bis 
folowers, and thenne begänne to pursiie forthe for the ryght of holy 
chyrche, assosyenge to hym certeyn laye-people that dred god and that 
he knew well, and so commyned wyth theym of the ordeynaunce of an 
holy lyuyng(3) that sholde recouere againe the rychesses of holy chirche 

4. r , and defe'ndellj it myghtely euer afterward and faithfully (stonde) agaynst 
heretikes by comyn assent; (and) suche a lyf was soo graunted and or- 
deyned (5). For there that our holy fader Saynt Domynyke founde ony 
well wyllynge folke to suche a lyuyng, flryrst he enduced theym for to 
swere that they sholde kepe and obserue all the thynges that shold be 

;.(i reherced to theym to the vterest, for to putte her goodes and her lyf 
therfore in Ieoperdye. And leite this holy lyuynge sholde bee lette by 
suche that were wedded, he made also wyues to swere that they sholde 
also not lette her husliondes to maynten in suche a poure lyuyng the 

1 1 1 Lnor? (2) 1. nether? (3) de ordinanda quadam saneta militia. (4) C. de- 
fended (5) qüod et factum est 



The lyf of saint Katherin of Senis. 65 

ryght of holy chyrche, but rather sholde helpe theym fco her power in all 
they might; and to eyther partve fchis boly fader saynf domynyke be 
bynote theym sykerly, yf they kepte fchis purpoos, endeles lyf cor her 
mede. Tho meo that toke fchis holy lyf vppon theym, were called 
fryers of Crystes knyghthode. Neuertheles, by-cause they sholde be knowen 5 
fro other by somme token, and that they sholde haue somme maner 
of besynes aboue the vsage of other laye-peple, he gaue fchem the colour 
of his owne habyte, that bothe nieu andwymmen of the same knyghthode 
of Ihesu cryst shold were whyte and blake, soo that eyther colour sholde 
apere outward, in token of innocencye and niekenes. Ouermore(l) he in 
assigned theym fco saye a certeyn nombre Of Pater nosters and Aue maria, 
that they sholde he oeeupyed at euery houre of diuyiie seruyce daye by 
day. Wnan fchis was do, after-tyme saynt domynyk passed out 01 fchis 
worlde to blysse of heuen and by encresyng of myraeles was canonyjed 
in the Court of Roine, the freres and susters, bat fyrst were called of be 15 
knyghthode of Ehesu cryst, to a raore synguler worshyp of fche fouwder 
saynt (2) domynyk chauwged her naine by a commin asserat and were called 
freers and susters of fche penauwce of saynt domynyk. And pe cause 
why thein thought pat her fyrst naine sholde he chauwged was this: they 
saw that bi the merytes and myraeles of saynt domynyk and by the 20 
prechyng of pe fryers the(3) cursed heresye was cesed (4), wherfore theym 
thought \)nt it was not moche(5) uedefull to be oeeupyed in suche outward 
batayle of prechyng, but rather wyth inward hatayle agaynst her 
gOStely eiimyes; they ehose therfore to he called fryers and susters of 
)>enau//ee. At j>c last pe aowbre of fryer prechours encresyd so hugely, •!■■ 
anionge whom was one as a clere-shynnyng sterre, Saynt peter, bothe 
martyr and mayde, the whiehe was martred of heretykes for the ryght of 
holy chyrche and destroyed more heretykes alter his deth (tharj liuing); 
and soo fchys Company of wulues that were aboute u> destroye goddes 
vine(6) of holy chyrche were vtterly avoyded, and peas was yelden to all 30 
holy chyrche: wherfore the cause of that name of (7) knyghthede sesyd and 
chaunged in to a name of penaunce.(8) Neuerthelesse this maner of 
state of liuyng descendeth and remayneth only t<> men a whyle, and 
fcher wyues hen left soole lyuyng by fcheym-self a relygyous lyf, neuer 

afterward desyryng for to hee wedded, hy-cause of the relygyous ilif) 35 
that they kepte wyth her hushondes afore(9); but the state the whiehe 

they began, they kepte to her lyues ende. This consyderyd and be- 
hehle other wydowes that purposed to kepe theym in wedowhode: «li-irin- 
to folowe (the) susters of pemmnee of Saynt domynyke, Tor remedye of her 
synnes, they prayed the fryer prechours that were in Italye to enforme in 
them of the maner of lyuyng fche whiehe was ordeyned of Saynt Domy- 
nyke. By-cause fche maner of lyuyng was not hard, a blessyd fader ol 
the same ordre, the whiehe was called Munyo, wrote that maner ol 
lyuyng and toke it to thyse wydowes; the whiehe mauere of lyuyng in 

to this daye is callyd amonges theym a rule; all-be-il thay it may not is 
properly he callyd soo. In as moche as iiti encludeth not wythin it the 
thre pryncypall vowes that other relygyous Eolke haue. And after-tyme 
that tnis nombre of susters thus encresed in dyuerse partves of [talye, 
our holy fader the pope in tho dayes the whiehe was called honoryus, 
perceyuyng(lü) that good lyuynge of thyse Busters, graunted theym bj bulle -■» 
that in tyme of [nterdyction they(ll) myghl bere her dyuyne Beruyce 
amonges the fryer prechours. And boo our holy fader fche pope lohan, 

(1) C. Euermore. (2) of saynt (3) their. (4) cause. (5) L mora (6)C.ynite. 
(7) tilge name of, (81 and — penaunca (9) Int. Verum decedentibua lmhisino.1 i 
Status viris, feminse remanentea, propter religioeanj vitam quam cum viiia tenuerant, 
ampliua nubere n«>n audebant. (10) C. pereeyued. (11) tliat they. 
Archiv f. n. Sprachen. I.XXVI. ."> 



66 The Lyf of saint Katherin of Senis. 

the whiche came after hym, (after) he hadde made the constytucions of Cle- 
mentynis agaynste the begyns(l) and bygardys(2), he declared by(3) bulle 
of the sanie decretall or constytueion that it sholde not be vnderstonde of 
the same susters of penaunce of Öaynt domynyke, ffor(4) by that Decretall 

5 the astate is not repreued in ony wyse. — Loo, maydens, by this ye may 
vnderstonde why that state of liuing was fouwde in wymmen only, and 
why the susters answerd soo att the begynnynge to the moder of this 
holy mayde, that were not wounte to receyue maydens to that state of 
lyuyng, but oonly wydowes (5) approuyd in sadnes. — Thyse thynges that ben 

10 wrytten in this chapytre, for the more parte Mayster Reymound founde 

them wryten in dyuerse places of Italye; but some matei's he herde and 

vnderstode theym wyth inquysycion of niany holy faythfull and olde 

fryers and susters of Saynt Domynyke. And thus endeth this chapytre. 

Of the wonderfull encrece and how she prouffyted in vertu and holy 

15 lyuyng, and that she sholde bee byleued(ö) in all thynges whiche she rehersed 
to her confessour of grace done to here of our lorde. Cap. IX.' 

(T)JIow tliis holy mayde in receyuinge of her habyte made none byhest 
to the thre pryncipalle avowes of relygyon, by-cause that the estat asked 
it nought as it is rehersed afore, yet neuerthelesse she purposed to kepe 

20 füll stedfastly tho thre pryncypal avowes in her-self. As for the vowe of 
chastyte, there was none doughte of, ffbr she hadde made a vowe of may- 
denhode afore in her tender age. As touchyng for her obedyence, she 
purposed (not) oonly for to bee obedyent to that fryer that was mayster 
of the susters and to the pryoresse of the same susters, but also to' her 

25 confessour; the whiche obedyence she kepte to her lyues ende: ffbr as 
she sayde by her lyue whan she sholde passe out of this worlde: she hadde 
neuer mynde that she brake onis her obedyence. Neuerthel(e)s by-cause 
there were somme, the whiche hadde enuye off her holynesse, both bac- 
byters and lyers, that sayde the contrarye, I doo you to vnderstonde, 

30 maydens, that thowe this holy mayde hadde none other tourment, whyle 
she was lyuynge in erthe, but oonly vndyscrete byddyng and mysseyng 
of her souereyns, she myght haue ben in maner a martyr, by the grete 
pacience the whiche she suffred. Her confessours vnderstood nought ne 
gaue none credence many tymes to the excellent gyfte of grace that she 

35 receyued of god, ne gaue none reuerence to the werkys of our lorde that 
wrought in her merueylously, and therfore they wold haue made her 
lyuyng after the commyn lyuyng of her susters, not consyderyng »be 
opyn tokens of grace that were shewed in her dyuerse tymes; but rather 
they myght be lykened to be pharysens that seyth(7) the opyn myracles 

40 the whyche our lord wrought, and yet they grutched by-cause he helyd 
a man vpon the sabat-daye, seyng thus : Non est hie homo a deo, qui 
sabbatum non custodit: that is: this man is not of god half, that kepeth 
not his sabat-daye. This holy mayde, whan she hadde receyued her ha- 
byte of penaunce, she besyed her what she cowde to obeye to her soue- 

45 reyns, and therto she durst not forsake pe waye of vertuous lyuynge 
the whiche our lord taught her by hym-self; soo that bytwene thyse two 
she was sore angwill'hed in tourment, that ther maye none tongue teile 
it ne penne wryte it. Was this not, trought ye, maydens, a martyrdome 
for her? I trowe yeis. Aa, lorde god, ofte was it sayde to her iu repref 

50 p«t all her vysyons come nought of god but of the fende; notwyth- 
stondyng that they the whiche (8) sawe in her many merueylous wertes 
and that therto they myght see that all her lyf was' myracle, as it shall 
(be) declared more clerely here-after. Now was this a stronge martyr- 



(1) C. vyrgyns. (2) by gardys. (3) the. (1) for st. nor. (5) to wydowes. 
(Ü) beloued. (7) 1. seyen. (8) tilge the whiche. 



The lyf of sahil Katherin of Senis. 67 

dorne, as me semeth! — And as touchyng fco pouerfce of lyuyng, ahe kepte 
boo pert'yghtly that vertu(of) pouerte, thai she, beyng in her faders hous 
aml housholde, where greate plente was of fcemperal] goodes, for her-self 
she fcoke qo fchynge but that Bhe wolde gyue frely fco poure folke: and 
fcherto her fader gaue her a specyall Leue. She loued boo moche 5 
pouerte. that, as she sayde preuyiy to her confessoure, Bhe hadde aeuer 

ioye of her faders hous, by-cause fcemperal] g les were boo plenteuosly 

vsed therin. And therfore she prayed oure lord hertely that he wolde 
roehesauf to tak awaye that rychesse and brynge hyr frendes to pouerte, 
seyng in this wyse: „Lorde, whether this good that aboundeth boo plentu- 10 
oiisly in niyn faders hous by(l) that good I sholde aske for myii frendes, 
aud uought oordy good(2) euerlastyng? I knowe well, lord, that amon- 
ges thyse temperall goodes there is moche pexyll medeled amonge, and 
therfore I wolde nought myn frendes were encomhred wyth tneym." 
Whan she hadde fchus prayed, mir lorde of his goodnes herde her prayers 1;, 
and suffred herfrendes, fader and moder and other of herkynne, fco falle 
to ryght lowe pouerte by many merueylous chaunces wythout ony fcrea- 
paas of theyni, as it was well knowe to all tho that knewe fcheym whyles 
they lyued. By this may ye knowe that this mayden kepte füll dewely 
the thre pryncipall vowes of relygyon, that is obedyence, chastyte aml 2 
pouerte, all-be-it that she made noue avowe openly whan she receyued her 
habyte of penaunce. — Xow shall I teile you of her perfection after-tyme 
she hadde receyued her habyte. Whan she hadde receyued habyte as our 
holy fader saint domynyke promysed her, she hegan anone swete vertuous 
Lyuynge and sought occacions and causes for to constreyne her-self more 2 
streyghtly than she dyde afore, that she myght the more deuoutlye loue her 
spouse Ihesn; -eyng to her-self in this wyse: „Lo, thou hast QOW fcake vp-OD 
the a maner of relygyon: thou mayst oomore lyue as thou hast doo; thy 
seeuler lyuynge i- goo aml a newe relygyon i- come: aller the whiehe reule 
thou must nedes be reuled. Seest thou not the colour ofthyn clothes? The .■, 
nedeth now fro this time forward fco kepe perfyghtly pouerte(S) and clennesse 
of body and sowie, whiehe hetokeneth bi(4) the whyte cote. The aedeth 
also to be dede to the worlde. the whielie betokenneth by the blake mantel. 
Therfore see to thy-self, how thou gouerneste the. for thou niuste m>w 
goo in the Btreyte waye that fewe walken ynne." For the more seker- .;", 
nesse therfore of kepyug of her pouerte(3) and clennesse, this hol) mayde 
purposed hei- t<. kepe Bylence füll Btreyte and not for to Bpeke but whan 
ahe shold he shryue. And as her confessour botb Bayde and wrote that 
was afore May>te'r Keyinouml. thine yere contynuelly she kepte her sylence 
but whan she wolde l>e >hryue. she kepte her also contynuelly in di 
chambre bul whan she wolde goo to the chyrche. For her nute Bhe 

hadde noiie nede to goo out: It was lytyll and BOOne doo. flfor she psed 
tO ete none maner Ol niete that was made by the fyre. otit-taken hreed 

alone, as it Ls rehersed afore. Also she made an ordynaunce in her 
owne herte neuer to come fco mete bul wyth wepyng: boo that euer afoi 

luete she Wolde oll're to OUT lord tel'e- for to fede her -ullle tvr-i. and 

tlian afterwarde wolde she susteyne her body wyth mete. Her faders 
howe was io her as a wyldernesse and deserte, ootwythstoi dyng the con- 

thienee of peple that were therin. i'.oyde all this, what wakyng. what 

prayers, wliat medytacions and what teres -he reed, I trowe there is n 

tongue COwde teile. She made also an other ordynaunee in h( 

that whan her luctheren. the freer prechoUTS, depte, -he wolde wake. 

And whan the friere hadde rongethe ij peel to matyns, and anone • 
wolde -he seye than (to) her Bpouse lhe-n Cryste in tili- wyse: »Loo, lorde, 



(1) by .it. be. (2) C. of g I. (.-'<> I- pmite. (4i tilge 



68 The lyf of saint Katherin of Scnis. 

myn bretheren and tliyn seruauntes haue [-rested the»? in fco fchis tyme, 
and I haue prayed for theym to the fchat fchou sholdest kepe fchem Ero 
deuelys and Ero the ouercomyng off the Eendes: aow, lorde, fchey be 
aryse to praye to the, therfore, lorde, I praye the, kepe theym and gyue 
5 ml' leue to reste a whyle." And soo she laye doune vpoa hard bordes, 
and a stoke vnder her hede in stede of a bolster. — Our Lord lhesu, her 
gracious Bpouse, seyng all this in this mayde, the whiche gaue her all 
thyse graces, wolde not suffer soo able and soo dylygeut a dyscyple to 
be rataught wythout a perfyght may(s)ter: nother mau ne angell, but he 

in hym-selt' wolde be her informer of vertu. Anoue, as she was shett vp in 
her chambre, oure lorde Lhesu Cryste, her well-beloued spouse and sauyour 
of alle mankyude, appieryd fco her and taught her aud enformed her 
fully of tho thynges fchat longeth to the helthe of sowie, as she her-self 
tolde priuely after-ward to her confessour aud sayde fco hym fchyse 

15 wordes: „Fader, vnderstondeth this for a trouthe, that I was neuer taught 
ne enformed ony thynge that longeth to helth of sowie, of mau ne of 
woman, but oouly off myn lorde lhesu, the spouse of my sowie, other 
by bis inspyracion or ellys by hys open apperyng, spekyng to me as I 
bowe speke to you." She knowleched also fco her confessour that in 

2(i the begyunyug of that vysyon, whan it apperyd openly to her bodely 
wyttes, soo that she perceyued wyth her bodeli erys a voys, she began to 
waxe aferd lest it hadde be a deceyte of the fende that offce-tymes 
transfygureth hym iu fco an Angell of lyght. The whiche teer iu noo 
wyse dysplesyd our lorde, but rather he commended that feer and sayde: 

25 „As longe as a man or a woman lyueth in this lyf, they sholde euer l>e 
aferd, for soo thou mayst fynde wryteu: Beatus vir qui semper est 
pauidus", that is to saye: blessyd be that mau that euer is feerfuU. 
Ferthermore oure lorde lhesu Cryste sayde so her: „Doughter, wylt thou 
that I shall teehe the how thou mayste knowe myn vysyon from the 

30 vysyon of the fende?" To whom this holy mayde answerde füll mekely 
and. prayed hym that he wolde vouchesauf to teehe her. Thenne sayde 
oure lorde: „thyn soule may esely be taught by luspyracyon and by worde 
for to dyscerne bytwene tue one and the other; but by-cause that 1 
wolde it myght prouffyghte as well to the other as to the, therfore I 

35 shall teehe the by wörde. Doetours of holy chyrehe, whome I haue 
taught the trouthe," seyn, and soothe it is, fchat myn vysyon begynneth 
wyth a drede, but euer in the passyng it setteth a sowie in greate reste 
and sekerues; it begywneth wyth a nianer of bytternes, but euermore 
more and more it wexith swete. And the contrarye herto(l) dothe the 

-in vysyon of the fende: It gyueth in the begynuyng as it semeth a maner 
of gladdenes or syke(r)nes or ellys swetenesse, but whan it passeth awaye, 
euer it encreseth in the sowie drede and by r tternesse. This is the trew- 
est knowleche for fco knowe myn wayes from the fendes wayes: The 
wave of penauwee aud the kepynge of myn preeeptys and commaunde- 

45 mentes in the begynnyug it semeth harde and sharpe, büf the more a 
sowie prouffyteth in kepyng of theym the more esely(2) it waxith; the 
waye of synne. in the begynnyng semeth füll deleetable, but euer in eueres 
therof a sowie is made more and more danipnalile. But yet shall I gyue 
the another token for to knowe myn vysyon from the vysyon of the hink: 

50 Vnderstonde this for a sothe that syfche it soo is that I am trouthe, euer 
of myn vysyon the sowie of mau receyueth a greate(r) knowleche of trouthe; 
and by-cause fchat the knowleche of' trouthe is füll aecessarye fco the soule 
as well to(3) her-self as fco me, fchat she may knowe me and her-self, of 
the whiche knowleche she passeth out fro her-self (4) in settinge lytyll by 

(1) C. herte. (2) 1. esy. (3) 1. of? litt, circa me el circa Be. (4) Ikt de 
qua cognitione egreditur semper quod se contemnit. 



The lyf of saint Katherin of Sems. 69 

her-selfe und honoureth and worshyppeth me, fche whiche condycion pro- 
perly is called the condycion (1) of mekenes: therfore H were fuß nedefull 
that a sowie sholde thus knowe her-self and soo be made nicke by (myn) 
vysyon. The eontrarye is of the vysyon of the fewde: Bythe ii so is that 
the fende is fader of lesynge and kynge of all the chyldren of pryde, and 
lic may not gyue lmt that that he hathe, as his lesyng and pryde, ther- 
fore as of his visyo« a soule semeth moche by her-seli and is made glad 
and full of Ioye, the whiche is properly the condycion of pryde. and so 
she is by-lefte swellyng and bolnyng in pryde. Thewne(2) therfore, yf thou 
examyne and dyscusse dylygently in thy-self, mayst« knowe whether Li 
iai vysyon come to the of tronthe or ellys of falsenesse; yf it come of 
tronthe, it maketh thyn sowie meke; yf it come of falsenes and by 
desceyte, it maketh thyn sowie proude." 

Thenne this hooly mayde whan she hadde herde thys, she kepte this 
holsome doctryne full dylygently in her sowie and tolde it afterward to IS 
her confessour and also to other for her edyfycacion, as it shall 1"' re- 
hersyd wythinforthe by the helpe of god. And thenne begau our Lorde 
to shewe(3) (to) this holy mayde visyons and reuelaeyons plentuously, soo 
ferforth bot vnnethe myght be founde two men so homely in conuersa- 
cion to-gyders as oure lorde Ihesn and she were to-gyders. For whether 20 
she präyed or redde or had medytacions or walked or slepte. o wyse or 
other, she was comforted. Many times whan she spake wyth other. she 
hadde reuelacions or vysyons and spake in her sowie to our lord. whyles 
her tongue spake outward to other. But that myghte not longe contynue, 
for her sowie was so wonderly I-drawe vp to her spouse Chesu, that 25 
wythin a lytyll whyle afterward she was rauyflhed out of her bodely 
felyng. Oiit of this rauyflnyng came many merueylous thynges thal 
foloweth afterward, as well of her grete abstynence as of her merueylous 
doctryne, and also opon (4) myracles the whiche oure lorde shewed in her 
by her lyffe. — Now than, lest there be somme that wolde he in doubte :! " 
whether this holy mayde hadde suche reuelacions or not, I shalle teile 
von how her confessour Mayster Reymound preued it whether her reue- 
lacions and vysyons were trewe or not. At the begynnyng, whan Mayster 
Reymound herde of her hye cowuersaciow ofliuyng, he(5) began to waxe 
homely wyth her in comunycacion wyth her, for(6) he coude ao1 fel( 
verely jir/t suche reuelaeyons in her myght be trewe, the whiche niystnistc 
was for his better: and therfore he enquyred by diuers menes and wayes 
to knowe whether they came of god or of the fende. or whether thev 
were fals or trewe. For thenne came to his mynde of ypoeritis the 
whiche regnyd in his dayes, and that he founde many dvscetys. and 10 
naniclv amowges wymmen, whom be deuyll dysceyued wyth {>'/t vyce 
ahoue'all other creatnrs ; hyt came also in to bis mynde how be fyrsl 
womman Eue was deceyued, and many suche other: and therefor he 
doubted the more of this holy mayde. Whyle he stode long thus in 
suche a doubte, it came to his 'mynde that yf he myght by hir prayers t- s 
gete of our lord one grel contrycyon for hys synnes aboue the custom- _ 
able contrycyon ]wt he was wonte to haue, by thal myghl he knowe 

that all hvr vysyons. reiielacyons and de<lys conic of the holy ghost. 

For ther may none gete suche a contrycyon but by yefte of the holy 

ghost; and al'l-lie-it that ther is none lyuvng that can Baye whether h> 

worthy of god(7) hate or loue, yet hertely contrycyon Eorsymies i- a 
token of grace. Mayster ßeymond had not so -our thoughl thys thal 
he went to thys holy mayde and prayed hir hertely that she wola prav< 
for hym to oure Lora pat he wouchesauf to for-gyue hym the synnes the 

i l'i C. condycions; tilge called. (2) I. thou. (3 I pon. 

(5) 1. and. i 6) tilge for. i V | 1. grace. 



70 The lyf of B.ain1 Caiherin of Benis. 

whyche he had done. To whom fchya holy mayde answerd and sayd 
fchal is ihr wold lull gladly. Than eayde mayster Reymond that he myghl 
not be easyd in bis desyre by hyr prayers onely bul yf he had there-of 
a bull that hys synnes were for-gyuen. Of whom thys holy mayde axed 
wvth a smylynge chere: whal bull he desyred tb haue. He answerd fchal 
in fcoken 01 a bull he axed one grete contrycyon Eoi hys synn.es. The 

whiche contrycyon thys holy mayde sayde he shold haue all redy. Thei 

fchal tym'e hyt semed to mayster Reymond fchal she vnderstode clerely 
all hys tlxiu<rlitos, and so he went frorn hyr. ( )n the morne it bapped 

in mayster Reymond fof t<> be seek, and Laye don in his bedde; whom kepte 
one of hys brethern, a deuoute man, the whyche was called Nfycholaa of 
Pyse. Tbc place ther he lay in seek, was an liows of sustres, in as moche 
as he caught hys sekenes sodeynle, [orneyng by fche waye. Whan this 
holy mayde perceyued that ho was seke, she axoos vp of hyr bedde, not- 

15 wythstondyng that she was seek hir-sell of the Eeuers and other dyuers 

passyons, and sayd to hyr felawe: ..(lim \ve and see we how frere Rey- 
mond dothe fare.- Ami hyr felawe answerd and sayd that it was no 
nede, and though it were nede, yet was she more seker than he. Neuer- 
fchelesse yet she come to hym and axyd how be ferd. Anone whan be 

20 sawe hyr, he meruayled gretely and sayd to hyr as febilly as be myghl 
speke: „Aa, lady, why come ye hyther? ye be agrete dele seker than I 
am." Tbanne she began to speke of the goodnesse of mir lord, as she 
was wonte to do, and of oure vnkyndnesse ayenst hym. Wvth that 
mayster Reymond, liir confessour, arose vp out of hys bedde, gretely 

25 comforted by hyr wordes, and säte in an other bedde besyde, haüyng no 
mynde yet of the wordes that the holy mayde spake to hym at euen 
afore. All this whyle she contynued in spekyng of the kyndenes of our 
Cord and of oure grete vnkyndenes. Sodeynly in tyme of hyr deuoute 
eomunycacyon came to hys mynde a «lere consyderacyon of hys synnes, 

30 that hym t'hought he stode afore the ryghtwys Iugement to be condemp- 
ned to the peyne for his wycked lyuyng, ryght as a theef that stood be- 
fore a temporall luge. Hym thought also that he sawe in hys soule the 
grete benygnyte and the mekenes of our lorde, that gracyously delyuered 
hym fro the peyme that be was wortby for to baue, and not onely that, 

35 but also he elothed hym wvth hys owne clothes ther be was naked, and 
had hym in hys holy hows and fedde hym and nouryllbeil hym, and 
accepted hym to hys seniyce, and ther-to by the synguler grace of hys 
endeles(l) goodnesse (converted) hys deth vnto lyf, hys dfede vnto hone, 
hys sorow vnto ioye, and hys sbame vnto worshyp. By fchyse consyde- 

i" raciows and clerely knowynges and Byghte of hys soule the wyckettes of 
the wyndowes of bis harde berte were broken vp and opened and the 
wellvs and ryuers of wepyng terys aperyd plenteuously, by-cause that the 
loundament and fche grounde oi hys trespassys were shewed so clerely to 
hym, in so moche that he wayled and(2) that he was aferde laste by suche 

15 grete plente of sorow hys berte and bis brest wohl baue to-barst. Whan 
tbvs holy mayde saw that. she was styll and suff'red hym a whyle to be 
fedde wvth hys owne terys - for therfore she came. Wythin a whyle 
after he cessyd lytell and lytell and bethoughl bim meruaylloiisly of tbifl 
newe grace, thynkyng also of hys petycyon the wbicbe he axed of fchifi 

•Vi holy mayde the day betöre; wvth that he fcorned to hyr and sayd: _is 
thys thy bull that I spat of fco yon yesterdaye?" She answerd and sayd 
ye. Laynge hir hondes vp-on hys sholdres, seyng thus: ..haue in mynde, 

fader, of the gracyOUS yeftes of our lord". and SOO wente Imme to hyr 
chanibre, and he abode stylle wyth hys felawe. gretely edyfyed and COm- 

(1) ende. Loo the. Conuerted fehlt. (2) 1. and so moche he wayled that. 



The lyf of saint Katherin of Benis. 71 

förted. — Another tyme the same mayster ßeymond had another excellenl 
fcoken of thys holy mayde, wyth-oul ony axyng afore. Hit hajppyd od a 
tyme that thys holy mayde was vysyted by dyuers Bekenes and Laye Beel 
in hyr bedde: and Bent after hyr confessour, desyryng to comen(l) wyth 
him pryuely of other oewe reuelacyona the whyehe our lord had shewed . 
her. (And whan he was come, notwithstonding her) grete sekenesse (she) 
bemanne fco speke of the goodnes of our lord and 01 the reuelacioD that 
he shewed hyr that day. He heryng so grete reuelacyona and wonderfull 
shewed to hyr and fco none other that euer he herde of , hauyng ao mynde 
of the grace that our lord hadde gyue hym afore by prayers of thisji' 
holy mayde, he hethought hym of spm thynges thal she rehersed, and sayd 
to him-self thus: „whether it he all trewe that she seyth?" Whanne he 
had thought thus, he loked sodeynly in hyr face: and saw that hyr 
vysage was transformed in to mannes vysage berded, the whyehe vysage 
be-heldehym stedfastly and madehym sore aferde. Hit was to his syghl tf 
a semely longe vysage, of myddel age, not hanynge to long a berde 6u1 
of a resonable assise. coloured after whete, shewyng in his syghte a m'a- 
geste after the mageste of oure lord Ihesu; and (he) myght in no wyse for 
that tyme see none other face but onely that face. Of thys syghl he 
had so grete a fere, that he lyfte vp his armes and begaD to crye and 21 
sayd: „Oo who is he that loketh vpon me?" To whome fchis holy mayde 
answerd and sayd: „he that is, seeth and beholdeth von.- Wyth that 
worde that dredefull face vanyllhed awaye, and the maydens vysage ap- 
pyred t<> him clerely. Thys was no feynyng thyng but a trewe, a> he 
reeordeth and bereth wytnes in hys wrytynges. Ee recordeth al-so for 2! 
the more confyrmacyon ofthat myracle, that after that sensybly(2) vysyon 
he hadde soo eiere a knowyng wythin hym-self in his sowie by gnostly 
Dlumynyng of the mater that the holy mayde spak to hym of - the whiche 
he wyll not püpplyche it openly, that hym thought he feit in experyence 
that thyng the whyehe our lorde sayd to hys dyscyples whan he behote .. 
them the holy gboost, seyeng to theim thus: Et que f utura sunt annuneia- 
hit vohis: that is: whan ye haue reeeyued the holy ghost, he shall shewe 
thynges that ben to come. Loo, ffor the mystrust that he hadde to her 
wordes, oure lorde of bis gracyous goodnesse wouchesauf to teche hym 
clerely by him-self; he afterward, for to bere wyttenes to other that hir :: 
reuelacions wercn and ben trewe, pryntyng stedfastly in his mynde the 
grete graces that he shewed to Saynt Thomas of tnde: for he that wolde 
mit be taught and enfourmed by open fcokenes of gracyous gyfte the 
whyehe he reeeyued by t his holy mayde, he was taughl and enformed 
by example of suche a disciple that was mystrowyng as he was. For w 
after-tyme he had reeeyued a gracyous token of eonpuncevon of our lord 
afore hy merytes of holy prayers of thi- holy mayde, vet In- contynued 
in mystrusl of hyr reuelacyons, that fchey were not trewe: wherefor our 
lord him-self shewed hym-self openly to In- outeward wyttys, that he 
myght therhy knowe hy open experyence that he spak in hir: BO that it i 
niav be sayd that he shewed him tlienne fco may>tcr Keynioml the whiche 
mystrowed, as he dyd som-tyme to >aynt Thomas of lüde l>y bodely 
felyng. And ryght as he cryed afterward and sa\d this wurde: |)en- 
meus et dominus mens, that is: my god and my lord, BO may fchys 
mystrowynge renuwed saye after thise two Vysyons of thlS holy mayde o 
that she is and was the veray spouse and the veray discyple ol OUT lord 
god. - All these hen rehersed to von, mayden>. that ye -hohle he in DO 

doubte ne despyse the reuelacions and the «ysyons the whiche ye -hall 
here by the helpe of god afterward, alle-be-it thal im wytnes may be 



v l) 1. comun, (2) I. HeuBVble.j 



72 The lyf of saint Kathcrin of Senis. 

founde of recorde saue she allone, but that ye aholde here hem, rede hem 
and vnderstonde hem with reuerence; and also that ye may lerne ther-by 
holy examples and doctrynes the whiche cur Lord liatli shewed in Buche 
a vessell, by kynde seke and bryttell, but by grace meruaylously made 

5 strong and precyous. And thus I make an ende of this chapytre. All 
thoo thynges the whiche mayster ßeymond was taught and enfourmed 
of this holy mayde, he liath declared them openly in this chapytre, 
ou(t)take one thyng that hc was charged by hyr to kepe it pryuely, of a 
certeyii reuelacion as it is rehersed afore. 

10 Öf a noble doctryne whyche our lord feaf to hyr in her begynnyng, 

and of other doctrynes in the whyche he founded hyr maner of lyuyng. 
Cap. X. 

Svth it so is that the grounde and the fonndament of tnist and byleue 
touchyng(l) the reuelacyons of this holy mayde by the helpe of god is 

15 declared in the chapytre that goth afore, therfore now 1 shall procede fort Ii 
and shewe yon the spyrytuall edyfycacyon of this same mayde. And by- 
canse that trewe sowles and feythfull ben fedde and edyfyed by the 
wordes of our lord, therefor I shall teile you and shewe you a notable 
doctryne of be whiche this holy mayde was taught of our lord him-self. 

20 Thys holy mayde tolde to hyr confessours, amonges whom mayster Rey- 
mond was one, that in the begynnyng of hyr vysyons our lord appyred 
to hyr whan she prayed, and sayde" to hyr in thiswyse: „Knowest thou 
not, doughter, who thou arte and who I am? Yf thou knowe well tlicse 
two worcles, thou art and shalt be blessyd. Thou art she that art not, 

25 and I am he that am. Yf thou haue the veray knoweleche of these two 
thynges in thy soule, thy ghostly enemye shall ueuer dysceyue the, but 
thou shalt escape gracyously all his snares, ne thou slialte neuer con- 
seute to ony thyng that is ayenst my commaundemcntes and preceptes, 
but alle grace, alle treuthe, alle charyte thou wylte wynne wythout ony 

30 hardenesse." And now is this a bryef worde and a grete ancl in maner 
Infynyte and endeles! Oo, this is a grete wysdome expressyd vnder fewe 
syll'ables ! Whether this be not that lengthe (and) that brede, that heythe and 
that depthe, the whiche saynt Poule desyred for to haue wyth allsayntes? 
I trowe yes. Oo dere maydens, consydereth and beholdeth nieruayllously 

35 this Incomparahle tresoure the whiche is founde in this holy maydea 
breste! For our lord Ihesu, that vndeceyuable trouth, seyth to this 
holy mayde thus : „Yf thou knowe thyse two thynges in thy sowie, the 
fende shall neuer deceyue the." Me semeth it is füll good for you to make 
here thre tabernaclef or dwellyng-places, vnto the worshyp of gf»d, that 

io excellent doctour, the whiche teched the vnderstondyng of thyse fnivtfull 
wordes. another to the loue and deuocyon of this holy mayde Katheryne 
the whiche receyued the holsom doctryne of this fewe fruytfull wordes, 
and the thyrde to the ghostly tresoure of valour of all tho the whiche 
fynden lyf in this fewe fruytfull wordes. In the vnderstondyng of thoo 

4i fruytfull wordes now be founden and had ghostly rychesse so plenteuously, 
that it shall no nede be to alle tho that haue söo founde this ghostly 
rychesse for to begge of other. A, whether this bryef fruytfull sentence 
be not trewe where it is sayde: „Art not thou she that is not?- I trowe 
yes; euery creature is made of our maker Ihesu cryst of nought, so fer- 

50 forth, that yf our lord Ihesu cryst oure maker wolde cesse for a tyme, 
be it neuer so lytell, fro conseruacyon of hys creature that he hath made, 
anone that creature shold torne in to nought. Whan-soo-euer a creature 
doth synne, the whyche synne in hym-self is nought, (he nygheth to 
nought); ne of hym-self he may noo thynge do or thynke that is ought, 



(1) C. touche. 



The lyf of saint Kathcrin of Senis. 7:'. 

äs Saynt Poule seyth. And thal is (no) meruaylle, for he may nol 1"' n< 
haue beyng of him-self, ne yet be conserued of him-self in his beyng. 
And therfore the apostle sayd: Qui sc existimal aliquid esse cum mchil 
sii, ipse se deducit, thatis: he that wenyth he be ought (whan) he is aought, 
he deceyueth hym-selfe. Seesl thon not. mayde, how noughty a creature ;> 
is? A creature, made of nought, euer of him-self bowyng to aought, by 
synne maketh him-self noughte, as Saynt Austyn sayd; for he may noo 
thyng il<» thal is ought by hym-self, but rather that is nought, as oure 
lorde sayd: Sine nie n ich il potestis facere, that is : wythoul me ye may 
do ryght nought — the whyche nought is synne. Therfore ye may wel 1 11 
clerely know by this that a creature of hym-self is nought. And that 
knewe well Sayntes afore tliys tyme. the whiche by knoweleche of thifl 
veray wysdom exeluded verayly mit of theyr sowles alle manere of synne. 
Whal manere of Inflaeyon of pryde(l) may entree in to suche a sowie the 
whiche knoweth hir-self nought? Jlow may she be ioyfull in vayne-glorye 15 
of ony good werke that euer she dyd, the whiche kuoweth wel I-nough tliat 
Buche good dedys come neuer from hir but fro god? How may suche a sowie 
enhaunee hir-selfe by pryde aboue other, that holdeth hyr-self nought '.' 
How may a sowie that thus setteth hir-self at nought Enwardely, despyse 
other. other haue enuye to other? How may ony creature haue vayn ioye in -'" 
outwarde rychesse, that nowhath dyspysed all Ins owne ioye of hym-self? 
I trowc suche a creature is taught by the wordes of nur lord, endeles wys- 
dom, where he sayd: Si ego quero gloriam meam. gloria mea nichil est. thal 
i-: yf I seek iiiyn owne ioye, mv ioye is nought. AI-SO, how may suche 
a creatur that knowed hym-self in 110 wyse his owne but onely iiis that - 
made hym. sey(2) of alle outwarde thynires this is myiie, syth he hym-self 
is not his? Who(:3) myght make suche a creature to haue delectacyon in 
fleil'hely synnes, that euery day restreyneth hym-self by suche -mauere 
consyderacion of nought? Loo, maydens, by this bryef fruytfull wordes 
„thou art nought" ye may conßydere that all maner of synne is and may 30 
he exeludeth! That other hryef fruytful worde that oure lorde sayde t" 
Alis holy mayde is this: „I am he that am.- Whether this hryef fruyt- 
ful worde be a newe worde? Ye. forsothe, bothe newe and olde. This 
i> that olde worde that mir lorde sayde to Moyses in the hull'h 1 I 1 the whiche 
semyd brennyng, whan he sayde: Qui est, misit me, that is: say to the 35 
chyl'dren of Israel: he that is. sente me to you. Hit is also no\V a newe 
worde by-cause it is newe rehersed to this holy mayden in lyke wordes, 
that she. the whiche hy the fyrsl hryef fruytfull sentence was E-taughl 
to knowe hir-self nougn(t) sholde lerne by the nexte fruytfull sentence 

to aske oui- lorde OUght, the whiche is the endeles welle Ol all es>encvall 10 

beyng. By thyse bryef fruytfull Bentencys mayye knowe that a creature 
is nought of hym-self, ffor all that he hath of vertue and of beynge 
cometli of god, maker of all creatures. Almyghty god, maker of al crea- 
tures, hath onely of hym-self, and of none other, endeles perfeccyoD ol 
. ssencyaÜ beynge, ffor he myght neuer forme and make all thyng 
noughl but yf he had an Infynyte vertue of esßencyal] beyng in hym 
Beif. Wherfore alle that euer oure Lorde Ihesu, thal Bouerayne mayster, 
taughl his apouse in tho two bryef Bentences as it i- rehersed afore. i- 
no thyng ellys but thi.-: that she sholde knowe hir-self as she i~. and 
mir lord verayly as for hir maker in the depnes of hir herte, and thenne M 
-he -holde he' blessyd. In the same wyse I fynde [-wryten that he Bayd 
to Baynl Katheryne, the virgyn and marter, whan he vysytee hir in pn 
BOne: »Doughter, knowe me Vor thy maker.- Of suche mauere u f knowe- 
leche cometh all maner <»f perfeecyon and all ordynate Bettyng "t the 



(1) C. syniie. (2) see. {3) how. <1) .-su.ssh. 



74 The lyf of saint Katherin of Senis. 

sowie. What ie he that may do1 Ipue bo large and so free a gyuer wyth 

all liis herte and all Ins sowie'.' Wliat i~ he tliat is not styrcd euery dav 

morie and more to loue suche a Lorde, t Jim t fyrst er thanne he made liis 
creatures he loued hem, not for theyr desertte and meryte, bot ohely by 

5 bis Infvnyte goodnes? What is he thal ferfeith not and dredeth COD- 
tynually to offende in ony maner of wyse soo grete and boo dredefull a 
inaker, soo myghty and boo large a gyuer, Mm gladsom and boo free ■■* 
louer? What is he that may not gladdely sutfre all nianere of dyseases 
for suche a lorde, of whöme he liath receyned and receyüeth euery day 

l'i by day and hopeth to reeevue wythoute ony douhte soo nianvfolde good- 
nesse'.' What is he that sholde he wery or tormented by sekenes, to 
please so amyable a lorde? What is he that endeyneth to kepe reuer- 
ently and louyngly in hys niynde tlie hlessyd wordes that suche a lorde 
wouehesaue to Ispeke to) hys creatures? What is he that wyll not 

15 gladdely obeye to the commaundementes and preceptys of suche a Louyng 
lorde? To suche a perfyte knoweleche sholde a creature he brought to 
knowe hym-selfe that he is nought, and for to knowe our lorde that he 
is ought; as though our lord myght haue sayde vnder fewer wordes tu 
ihis holy mayde tlius : „Doughter, knowe thy maker. u See ye not, may- 

20 dens, what grounde of perfeccyon in the begynnynge oure lorde Ihesu 
Cryste putte in the herte of this holy mayde, nis spouse? Trowe ye not 
that hit is a strong suffycyent grounde to Busteyne alle-manere ghoostly 
perfeccyon, that hit he not ouerthrowe by wyndes and tempestes of temp- 
tacyon? Yes, certeyne! — Ferthermore yet shall I teil von of an othef 

2=> notable doctryne, lyke to the fyrste that is rehersed afore, the whiche 
oure lord sayd to this holy mayde, in a tyme whan he appyred to 
hir, and it is this: „Doughter, thynke im me: for yf thou do, I shall 
thynke on the." See ye not, maydens, how the wordes of the prophete 
ben vnderstonde in this sentence, where he seyth thus: Iacta cogitatum 

30 tuum in domino, et ipse te enutriet, et non dabit in eternum fluctuacio- 
nem(l) iusto, that is to saye: cast thy thought and thy hesynes 1 t i our 
lord, and he shall nouryllTie the, for he shall neuer gyue trouble ende- 
lesly to the rvghtwysinan — all-be-it that he suffreth hym otherwhyles 
to he troubled in this lyf. How that this holy mayde vnderstode this 

35 worde and sentenee, I shal teil von. 

In a tyme whanne this holy mayde comynyd pryuely of thys Sen- 
tence to mayster Reymond, hyr confessour, she sayde that mir lord badde 
hir and commaunded hir, the same tyme whan he sayde this worde to 
hyr, that she sholde putte oute of hyr herte all other thoughtes saue 

40 the thought of hym allone, as though oure lorde hadde sayde thus to 
hyr: „Doughter, haue no thought ne no besynesse aboute thy-self, nother 
bodely ne ghoostly, for I that knowe and wote what the nedeth better 
thanne thy-selfe, wylle thynke vpon the and prouyde besyly for the, and 
f>nely take thou hede to thynke on me and of nie; in that stondeth thy 

15 perfeccyon and thy fynall sroodnesse/ Oo endeles goodnesse, what en- 
crece is hit to the though that thys holy mayde or ony other ghoostly 
creature thynke soo besyly or haue niynde soo perfvtely on the and of 
the? Whether ony nianere of exaltacyon more thanne thou haste may 
come to the by suche deuoute medytacyons <if (the)? Why therfore 

50 desyrest thou of creatures that they sholde thynke so besyly on the? 
Trewely, for no thynge ellys but for thou art endeles <roodnes and gra- 
cyously thou desyrest to coiuyn wyth creatures, for to drawe vs to the. - 

Thus enföurmed by this doctryne, this holy mayde was wonte to saye, 
that syth it is soo we be I-gyueu to god what by baptem and by Relygyoiij 



(1) C. ttuctuacioiium. 



The lyf of saint Katherin of Senk 7.'» 

we Bholde haue oone other besynes bul onely thynke to god how we 
mav please hym, to whome we haue commytted alle our gouernaunce 
bothe in body and in sowie. A n.l tli.-u aot oneh for consyderacyon of 
oure mede, bul pryncypally for consyderacyon oi the worthynes of the 
blessyd vnytee the whyche ia bytwene oure forde and vb: ffor we ben boo 
mochte the more ioyned to hym by the (glue of) loue in as moche as we 
please hym. Soo that the mede sholde ool gretely beedesyred Baue oonly 

for tliis skyll that it gyueth(l) vs at the laste the blesse wvtl ten ende, 

to nur parfyght endeles beyng wyth nur lord Cryst Chesu. Therfore it was 
that rliis hooly(2) mayde was wounte to seye to the freyers, whan they 
drede theym of ony-maner peryll: „What haue ye to done wyth your-selfe*? 
Buffer our lord to fulfyile liys wyll in you, for yt ye Loue and drede 
hym, he wyll sette his merciable eyen vpon you and' purueye for yout 
helthe." Loo. this mayden hadde boo hertefy Bette her truste vpon our 
lord and soo hyghely she saüourde of Ins godhed after-tyme she hadde 
herde hym saye vnto her that he wolde thynke vpon her yt she wolde 
thynke vpon hym, tliat she myght not be fulfylled night ae daye but yt 
she sholde speke of hym and oi his godhed. I Bhall qow teile you of a 
wonder thynge that mayster Reymound reherseth acordyng to this mater. 
It happed on a tyme that mayster Reymound and many moo than 
he. bothe men and wymmen, were in a shyppe in the see, amonge whom 
was this holy mayde saynt Katheryn; to whome the Dyghl feil Bore 
vpon. and they were in grete peryll by wantyng of good wynde, so that 
yt' our lorde had not holpe tnem the sonner. they were fhaply to bec 
wyndreuen in to a ferre countre, as the Bhypman sayde the whiche stode 
in grete doute. Whan Mayster Reymound herde this. anone wyth a grete 
waylynge he sayde to this holy mayde: j ) moder" - for soo all the 
freres forsothe communly called Ixt — - „see ye not in what perylle we Btonde 

inne'.'" To whom she answerd anone and' sayde: .wliat haue ye to doo 
of your-selfe'.'- Wyth that mayster Reymound lulde his peas and lefte 
his weylyng. Wyth-in a whyle after there came a contrary wynde. that 
tourned the shyppe sodenly in to dyuerse contrees-warde, boo that the 
Bhipman sayde that he was constreyned by vyolence as hym semed to 
tourne in that wyse, for he myght none other doo. Whan mayster 
Reymound hadde tolde this wonder thinges to this holy mayde. -he 
hadde that the Bhypman sholde wuithe and passe forthe in the oame ot 

L r o<l as OUT lorde sendeth wynde. The -hvpman dyde BOO: and -he in 

the mene-whyle bowed doune her hede and prayed to mir lorde: und it 

Was not soo longe a whyle that they >ayled out of her ryghl w:iye ;i- ;i 

man wolde shete an arowe, but that there came a gracious wynde und 
tourned the ßhyppe in to the ryghl waye, boo that they came by goddes 
grace to the hauen that they desyred, syngyng wyth a Eoyfull herte Te 
deum laudamus. This myracle i- oonly rehersed here for doo thinge 
ellys liut for acordynge to the fyrste mater. where it is Bayde and taugnl 

her of oure lorde that she -holde e;i-te alle her thoughl and besynee in 
hym and he wyll DOryflne her and thynke vpon her: be whiche doc 

trine tliat was täught her where -he was taughl to knowe her-self noughl 
and oure lorde oughte. For yf :i Bowle knowe hym-self ooughl of hym- 
-elf and rather consydere that all his beyng cometh ot god, It i- ryghl 
acordyng that suche a Bowle Bholde truste stedfastely to the womrn 

of god and not t<> her--elf. puttynge all her l>e-vne--e to hym :md DO 

thyng to her-self. Ye1 »hall she not Ieue(4)bu1 that she muste werke and 

doo al the good that she e:in and niave; ll'or in stiehe :i tru-te -h. 

cedeth forth in (6) loue, and loue is cause ofan holy deeyre ol tho Ü 

(1) 1. ioyneth. tilge the bleue ende. < - J > C. honly. (8) I. wo • 

loue. (5) tilge in u. she. (6) 1. o£ 



7H The lyf of saint Katheriu of Benis. 

th:it the Bowle loueth, |>e whiche desyre may doI be badde withoui werke; 
soo ferforth thal in ;is moche it Loueth, soo moche it werketh; and yel 
neuertheles it trusteth aoughl in her owne werke as in her owne soll. 
Imt only in oiir Lorde thal worched in her. The cause of this Lpuefy 

5 desyre is nOOthynge ellys l)iit the very knolechc off god, that he is aul- 

lenlil i. Therfore, amonge all other merueylaus thynges of this holy mayde, 
Bhe helde(2) that doctryne fche whiche our lord taught her syngulerly to 
bee worshypped. To the whiche wurshypfull doctryne yel shall I adde 
more to: fror but yf I be gretly dysceyued, all they come oul of the 

10 t'vrst aotable doctryne. Ofte-tymes this holy mayde was wow&t to comyn 
and tu Bpeke to her(3) confessoure Mayster Reymound of the worthynes 
and condycions that our Lord Loued <>tt'a sowlel I), and she sayde that suche 
a sowie perceyued not ne seeth not ne Loued her-self ne aone other 
sowie ne hadde none mynde of none creature. This was a füll hard 

15 wonl to Mayster Reymound for to vnderstonde, and therfore he prayed 
this hooly mayde for to declare it. Tlienne she sayde: „A sowie (that) 
Beetb her-selfe that she is verely nought of her-self. and knowetb per- 
Lyghtly that all the goodnes wyth alle tlie myghtes of the sowie is (in) her 
niakcr. she l'orsaked viterly ("i) her-self and alle creature and hedeth her- 

20 seif fully in her maker. our lord Lhesii, in soo moche Jwt she sendeth 
fully and pryncypaly all her ghostely and bodely werkynges in hym In 
whom she perceyued that she maye f'ynde all goOdnes and all pcrfection 
off blessydnes, and therfore (s)he shalle haue none wyll to goo out from 
suche inwarde knowleche of hym for nothynge: and of this vnite and (6] 

2ö loue, that is encresed euery daye in suche a sowie, she is transfourmyd 
in a nianer in to oure lord, that she may neyther thynke ne vnder- 
stonde ne loue ne haue no mynde but god or ellys in god ; she maye 
not see her-self ne none other creatures but onely in god, ne she may 
not loue her-self ne none other but only in god, ne she maye not haue 

30 mynde of(7) her-self ne of none other but only in god, ne she maye haue 
no mynde but only in her maker. (8) Ryght as a man that is vnder a 
Avater and swymmeth vnder the water, nether seeth ne touched nothyng 
but water and that is vnder the water, and thynge bat ls(9) aboiie pe 
water he neyther töueheth ne seeth, of that(Hi) \>a\ is ahoue {>e water it 

'■*>■> shyneth vnder the water, for that he may perceyue, and yet none other 
wyse bnt in the water and as they maye by fhewed in water, as longo 
as he is vnder(ll) the water: Ryght so fa rot h it of a sowie that is hyd in 
the loue of god. All this she lerned of our lorde, that dyuyne loue. 
the whiche neuer teched errour to his meke dyscyples ne gyueth theym 

40 cause to coueyte öny thynge wyth-out hym, ffor euer her ghostely exeor- 
syse is in hym." — Another tyme this holy mayde rehersyd in presence 
of her confessour Maister Reymound and to many other that wer called 
to elennes of lyuyng, a füll notable doctryne and a vertuous, the whiche 
is good for pure maydenes t<> Lcnowe, whos chast lyuyng is füll specyally 

45 to god, and the more ye hen met ner to god by swoto meke maydonhode, 
the sonner ye maye vnderstonde that vertuous doctryne. And it is this: 
..that a sowie the whiche is vertuously 1-mette to god, as it is rehersed 
afore, as moche as it hath of the loue of god, soo moche it hat It of the 
hate of her owne sensualyte. For of the loue of god naturally cometh 

n hate of synne the whiche is done agaynst god, the sowie therfore, cou- 
syderyng that the rote and the begynnynge of synne regneth in the sen- 
il i lat notitia susc uullitatis <-t perfectio veritatis eonditoris ejusdem. (2) 1. 
I lioldc. (3) C. tor. (4) 1. of a sowie that loueth our lord. (5) 1. vtterly. (6) lat. 
ei visione dilectiouis. (7) C. in. (8) tilge ne — maker. (9) C. hc is (10) of that 
st. but if" Int. si autem apecies oorum qua' sunt extra, resultent in aqua, illas 
videre potest, sed in aqua tantuni et prout in aqua sunt, aliter non. ^11) voder. 



The lyf of samt Katherin of Senis. 77 

gualyte and there pryncypally ia roted, she (is) meued and steryd hyghely 
and holyly wyth alle her myhtes(l) agaynsl hör owne sensualyte, ool for 
to vtterly destroye the rote flfor that maye not be (so) Longe the Bowle 
dwelleth in the Body, lyuyng in this lyffe; but euer it shall be lefte a 
rote namelyof smalevenyall synnes - wherto accordeth ryghl well Baynt 5 
Johanwhan he sayth thus: Si diximus quia peccatuw aon habemus, ipsi 

aos seducimus etc.: that is: yf we saye that we haue q< aner of 

synne in our sensualytes, oamely of venyall syraaes, we desceyue oure- 
self. And by-cause she maye aot vtterly destroye that rote of synne 
thus in her sensualyte, as it is sayde afore, she conceyued a grete dis- 10 
plesaunce agaynst her sensualyte and of her se(n)sualy te ; (of) the whiche 
dy(s)plesaunce fp(r)yngin (2) vp an hooly hate and a'dysplesyng of her 
sensualyte, by the whiche the sowie is euer wel kepte fro her ghostely 
ennemyes. There is aoo thynge that kepeth the sowie soo stronge and 
soo syker as doth suche an holy hate: and that feit well the Appostle 1:, 
whan he sayde: Cum intirnior, tunc forcior sum et potens: that is: 
whan I am fehle and syke in myn sensualyte by hate of synne, fchenne 
I am the stronger and myghtyer in myn sowie. Loo, fader, of suche hate 
cometh vertu, and of suche(3) febylnesse and sykenesse cometh strengthe, 
and of suche displesaunce cometh plesaunce. Suche holy hate, tader. 'jn 
haue euer with von, ffor it shall niake von mekc and euer to tele nicke 
thynges of your-self; it shall make von pacient in aduersyte and tem- 
perate in prosperyte, and sette you namely in allhoneste of vertue, and it 
shall also make you loued bothc (to) god and man. A a, DOW is 
that a paynfull sowie and füll of woo that hath not this blysse: ffor j:, 
where that suche holy hate is not, ther is moche vnordynate loue. the 
wliyche is the stynkyng thorroke and canell of all synne and the cause 
and the rote of all euill concupyscence." AI suche and lyke wordes this 
hooly .Maydc comyned daye by daye wyth suche drede in commendyng 
of holy hate of synne and in despysyng of vnordynate loue. But whan- 30 
euer she perceyued ony defaute orsynnei 1 1 in any(5) creature that comyned 
with her or iu ony other, auon she wolde he styred to compassyon and 
sayde: .Loo, bretheru, loo, susteren, the cause of this trespaas and this 
synne is nothyng ellys but an vnordynate loue of your-self: the whiche 
vnordynate loue is noryll'hed (6) of ]>ride and of all (other) vices. Doth 35 
all your hesynes for the loue of god to putte awaye suche vnordynate 
Löue of your owne seif oute of your owne hertes, and planteth therin 
holy hate of synne; for, certeyn, that is the ryght waye of perfectiOD and 

amendement off all synne.- 1 tnaydens, how well thys hooly maydes 

doctryne accordeth to the wordes of Baynt Poule, where he sayd thus: i" 
Quod virtus \/t infirmitate perficitur: that is: vertu is niade parfyghtly \i> 
sekenes and febylnes and that was wha« he prayed to our Lord to 
remeue awaye bis temptacions: to whonic oure lorde answerd and sayde 
thus: Sufficit tibi, paule, gracia niea, that is : it is [now to the. paule, 
niyn grace, that is, for t<i hate synne and wythstonde it; thenne brake 1' 
out saynt Poule and saide: Libenter gloriabor in infirmitatibus meis, 
vt inhabitet in me virtus cristi, that is: I sind gladly be [oyefull in min 

sekenes and febylnes by laborynge in batyng and vndersl lyng oi Rynne, 

that the vertu and the grace Üierof maye be inhahyted in niyn sowie. 
See ve not now how thyse bolsom doctrynes of this holi mayde ben 
grounded vpon a stedfast stone of trouthe, the whiche stone i- (Syst, In 
as moche as they acorden wyth holy wrytynges of doctoure? Thus en- 
deth this Chapytre. But \ praye al(7) that shall rede it or here it, 

* 1 > ('. merytes. (2) spyngin Bt. Bpringith, (3) Bwete. (4) that onj def»ut« 
of synne or of synne. (ö) inany. (6) I. oorysaher. i7i «'. yn al. 



78 The lyl of saint Kalherin of Senis. 

that they mekely consydere the meryte and the deserte of fchia boly 
Mayde, whan oure Lorde vouchesaf to enforme her in vertu by bis owne 
proper persone, and also that (they) wolde gyue credence wytnouten ony 
othe. to her wordes: fFor he was' a faythful] doctour that taught her. 
. \iiil thus I make an ende of thia chapytre. 

Of the nierueylous victorye of temptacions by another-inaner doctryue 
gyue vnto (her of) OUr Lord, and of a lainylvaryte and howlyncs whiehe >he 
hadde wyth oure lorde, whiehe hath not be herde to-fore. Cap. XI. 

1 H'ynde wryten that whan kynge Salainon ( 1) hadde doOD make and reysed 

in \]> a toure for to kepe theCyte of [herusalem fro enemyes, the kynge of 
Bahylone was wood wythall and reysed vp an host for to destroye that 
toure, yf he myght. Assone as lange Salamon perceyued that he wold 
eonie wyth an hoste for to destroye that toure, he ordeyned to he niade 
nierueyllous stronge wallys rounde aboute the toure, so' myghtely (!) and 

15 soo myghty walles, that whan-euer they came to assayle it wyth ony 
maner of shotte, their dartes sholde nierueylously turne agayn and wounde 
or slee the hoste. Ryght soo the kynge of Babylone, that is the kynge 
of pryde and enemye of peas, the fende or(2) ghostely enemye, consyderyng 
that kynge Salamon, auctor and conseruatour or keper of peas, hadde 

20 reysed vp au hyghe vertuous toure, the whiehe was this holy mayde 
Katheryn, to the defens of Iherusalem, that is holy chyrche; dredyng 
therby leste slie sholde be cause of many ereatures heltlie, as she was in 
dede, both by good ensaniples of lyuyng and also by her holy doctryue, 
he waxed wood wyth her and tourned to her wyth all the spyryte of 

L5 hys inalyce, for to destroye her wyth many thousande whyles. (3) Hut 
almyghty god, that mercyable and peasyble lord, suffred that to be done 
for to encrece the victoryous blessed endeles crowne of bis spouse, and 
therto he strengthed her ouer-all wyth myghty ghostely armour for to 
püercome hym, so that she vvan more of vertue in tyme off her batayle 

30 by ouefcomynge of the temptacyons thenne she dyde in tyme off peas 
whylys she was wythout temptacions; and soo all the fende(s) whyles 
tourned agayn shamefully to hym-self. Oure lord enspyred her to aske 
bim bi prayers for to haue the vertu of ghostely strengthe, wherfore »she 
prayed many dayes and longe tyme; ät the laste, after suche longe and 

35 deuoute prayer, nur lorde vocheüfaufe to here her Gracyously and taught 
her in this wyse, seyeng thus: „Doughter, yf thou wilt gete the vertu of 
ghostely strengthe, thou pauste folowe nie. All-be-it that I myght by myn 
goodly( 1) vertu püercome all the power of the fendes by many-maner wayes 
of ouercomyng, yet, for to gyue you ensample by my manhede, I 

40 wolde not ouercome hym but only by takyng of clethe vppon the Crosse, 
that ye myght be taught therby, yf ye wolde ouercome your ghostely 
enemyes, for to take the Crosse as I dide; the whiehe Crosse shall be to 
you a grete refrefhyng in all your temptacyons, yf ye haue mynde of 
the paynes that I suffred there-vpon of temptacyons. And certeyne, the 

45 paynes of the Crosse may well be called refrell'hyng of temptacion, ffor 
the more payne ye suffre for myn loue, the more lyke ye bee to me in 
passyon; nedes ye muste be lyke to me in Ioye. Therfore for myn 
loue, doughter, suffre pacyewtly bytter thynges, and none swete thynges; 
and, doughter, (drede) in none wise, for thou shalt be stronge Inought Eor 

50 to suffre alle thynges pacyently." Whan this holy mayde hadde herde 
this holy lesson, she foryate it nought but bare it euer quykly in her 
inynd, and euer afterward hadde Ioye and delyte in trybulacions, Mll) f,M- 
forthe, that there was noo thynge in erthe soo grete refrellliyng to her 



(1) lat. Erecta per regem paeificum ad custodiam Jerusalem turri LibaDi 

rrt I l:i iii:i-,ciiiii ^"2^ fl. of (3) I wvlps (i.\ 1 crndlv 



contra Uamascum. (2) C. of. (3) 1. wyles. (4) 1. godly 



The lyt of sainl Kath. -rin of Senis. 79 

as was passions and trybulacyons; ffor by swete Bufferaunces of trybu- 
ladons she wyste well that her crowne encresyd in the blesse of beuen. 
After tyme that kynge ßalamon, oure lorde Üiesu Cryste kynge of beuen 
ande of erthe, hadde armed hys blessyd toure, thia maydes sowie, by 
Buche (1) myghty and holsom doctryhes, he suffred enemyes to come and 5 
pxeue that toure, yf they myght by ony waye or wyse destroye it. 
The kynge of Babylone, oure ghostely enmye the fende, wyth alle hys 
cuxsyd companye come and byseged thys blessyd toure thorugh the suf- 
feraunce of god rounde aboute wyth many wretchid temptacions. But 
fyrst he began to assayle thi^ mayde by flefl"hely temptacions, whom uot 10 
oonly he tempted by thoughtes withinforthe ne by yllusyons and fanta- 
ayes in her slepe, but by opyn vysyons wakynge, bothe in seyeng(2) and 
herynge and seyng, he tempted her in many maner off wyse by takyng 
vppon hyni a body off the eyre. Shame it is to bere in bow foule 
fieü'hely synne he tempted her, and therfore I shall not reherse theym; 15 
but to clene Bowles it is delectable to here how this holy mayde ouer- 
eame suche foule delusyons, and therfore that shall I reherce. Whan 
this holy mayde perceyued how besy the fende was to brynge her to 
synne, she arose agaynste her-self myghtely and punyflned her body by 
weryug of the cheyne, in soo moche that the blöde folowed; and tiberto 20 
she waked(3) more thenne she was wonte to doo in chirche, that almoost 
by vse of the whiche the slepe was taken awaye from her. And yet 
wolde not the fende seee fro hlS hataille that he hadde begönne, but he 
toke vppon hym a body of the eyre, as I haue rehersed to-fore, wyth a 
greate nombre and an horryble companye wyth hym, and came and stode 25 
byfore this holy mayde as thought he hadde compassyon of her and 
coumseyüed her, and sayd: „O wretche, why tourmentest thou thy body 
in >oo ydelli 1 )'.' what shalt thou wynneby suche tourment off peyne? Wenest 
thou that thou mayst contynue therm to thyn laste ende'.' thenne(5) mayst 
thou neuer contynue therin, I warne the well, but yf thou wylt - ! 
fchy-self; and soo it were better for the for to l'efe off this grete folye 
thenne soo to slee thyn owne body. Yet hast thou tyme that (6) uow for 
to haue ioye in the worlde; thou arte yonge and therfore thou mayst 
the sonner recouere fchyne Btrengthe of thy body agayn, notwyth- 
stondyng thyn grete penaumce that thou hast doo. Lyue as other wym- 3s 
men doo, take an husoond and brynge forthe chyldren to encrece of man- 
kynde. Yf thy desyre be to plese god, trowest \»>u that holy wymmcn 
haue not be weddyd? Thynke on Sara and Rebecca, Lya and ßachell, 
how they were weddyd and brought forth chyldren and yet wenn hooly 
wymmen! Wherto hast thou take vppon the a synguler lyf, that thou 40 
mayst in noo wyse contynue?" All the whyles that suche wordes and 
many other lyke the fende wyth bis cursyd companye multeplyed agaynsl 
her, ' she prayed euer deuoutlye and cowmaunded her lyuyng to her 
spouse Ehesu and kepte her herte keyes, all the whyles that the fendes 
stood afore her. aml she answerde none worde to theym but thus: _1 «5 
truste in myn lorde thesu Cryste, and uot in myn-self." Other worde 
myght they' neuer haue of her, but alwaye ahe contynued stedfastly in 
her deiloute prayers. And afterward she tolde to her confessour Mayster 
Eteymound and thaughte many other that wer«' eonuersaunt with her 
this lesson for a generali rule: that whan temptacions arvsen in vs, ■ 
-holde neuer dvsputeiTi ne make auestions iwith the fende), for that is. 
she sayd, that 'the fende seketh off \ s, for to falle in questyons w\th 
hym; 'he trusted boo hyely in the grete sotelte of bis malyce thal he 
sholde ouercome \s wyth his Bofystycal] resons, whiche(8 we Bholde ool 

(,1) ('. swete. (2) tili,"- seyeng and. (3) C. walked. 14) 1. so in ydell 

i.'d i. thou in-. 1O1 ülge that. iTi * '. dyspyse B L wherfore? 



SO The 1 \ f" f>f aaint Kaiherin of Berns. 

make questyona wyth bym ae answere to bis questyons. I shall tel yoo 
liy ensample: Ryght (as) a chast vornan to box busbonde Bbolde not 
answere to the Botel demaundesi 1 1 thal (the auouterer) wonteth to make to 
her, bul rather bowe awaye from bym, yf Bhe wolde escape Bynne: ryght 

s bo(2) a sowie the whiche is coniunete to oure Lorde by chaste loue, sholde 
neuer make questyona ae answere the questyona to the fende, that cursed 
auouterer nur enemye, but rather tourne her to deuoute prayer and com- 
maunde her to nur lorde, that ahe consente not to his sotell demaundea, 
For by vertu of deuoute prayer and stedfaste faythe we maye ouercome 

10 alle the sotell temptacions of the l'cnd. Thuß in t his wyse fchifl holy 
mayde, ervstis spouse, ouercome her enemye, boo that be cesyd of the 
kynde of temptacions agaynsl her and tourned hym to another abhom- 

ynable kynde of temptacions, that was t h is : he brOUght atore her the 

Likenesse of nie// and wymmen medlyng togyders in the fowlest wysea 
15 that myght be deuysed, spekyng to-gyders Eoule dyshonesl wordes; in boo 

nioche that Ulis cursyd Company ranne ahoute her wyth jellyng and 
cryeng for to stere her to suche abhomynable synnes. lorde gpd, 
what traueyle badde she than in her sowie that was boo constreynea to 
see and to here that thynge that she badde moost in ahhoniynaeion, al- 

20 be-it Bhe closed hir eyen and stopped bir eren? And therto yet she 
badde another torment: for hir spouse, our(3) lorde Ehesu, (that) was wonte 
to vysvte hir and coinforte gracyously, seined as for a tyme ferre from 
hyr, that nother vvsyhly ne vnuysyhiy he sliewcd to hyr his belpe, as it 
seined; of the whyclie she hadde füll grete BOrowe in hyr sowie, all-lie-it 

■j") that she cessyd not of hyr grete penaiincc, but euer contynned ther-Inne 
and in deuoute prayer. At the last she bethought (her) by Inspyracyon of 
the holy ghoost of a certeyne sleyte, the whyche Bhe tolde afterward to 
hir confessour and to niaiiy other, ffbr to el'hewe ther-hy the sotell temp- 
tacion of the fende, and it was this: „It bapped,(4) she say<!e, that other- 

::i) whyle deuoute fernour of a sowie Louyng(5) oure lorde Lhesu, other by 
somine certeyne synne or ellys by newe sotyll temptaeyons of the fende, 
wexyth «lull and slowe, and otlier-whyle it is [-brought to veray colde- 
nesse, In so nioche that somine vnwytty folke, COnsyderyng that they hen 
destytute so fro ghostly comfortes the whiche they wen» wonte to haue, 

35 leue therfore theyr ghoostly excereyse that they were wonte to vse, of 
prayer, of medytaeyons, of redyng of holy comynycacyons and of penaimce 
doyng: whe(r)by they be made more redy to he ouercome of the fende, 
tt'or he desyred no thyng ellys of crystys knyght but that he sholde 
putte a-waye bys armour hy the whiche he was wonte to ouercome hys 

40 enemye. A wyse knyght of our lord Ehesu cryste shold not do but thns: 
the more he seeth hym-self du 1 1 and slouth or eolde in deuoeyon, the 
rather he sholde contynue in hys ghoostly exereyse, and nought for to 
make them lesse but rather encrece them.- Another thynge also thys 
mayde lerned of our lorde lhesu and vsed for to saye it hyr-self in 

r, edyfycacyon of other: „Thou vyle wretehyd creature, art thou worthy 
ony maner of comfort in this lyfFe? Why, hast thou not niyndc of thy 
synnes? What supposest thou of thy-self, wretehyd sy/aier? This is 
not I-nough to the, trowest thou, that thou art escaped by the merey 
of our lord fro euerdastyng dampnacyon '.' therfore thou sholdest be 

50 well apayed, pou wretehe, though thou suffreddest the peynes and 
derkenes of soulc all the dayes of thy lyf. Why art thoii thanne In uy 
and sorowfull to suffre suche peynes, sythe hy goddes irrace thou shalte 
escape endeles peynes? Wyth ervst lhesu wythout ony doubte thou shalt 
be comforted endelesly, yf thou suffre this peynes paeyentely. Whether 



{l) C. sotelte maumles. (2) so i.s. (3) tbat our, (411. happetli. (5) 0. leuyng. 



to praj 

:tn«l Ol 



The lyf of saint Katherin of Senis. 81 

thou hast choserj fco Berue mir lorde onely for the comforte that thou 
mayst baue of hym in thys Lyf? nay, bul Eor the conforte iliat thou 
shalte baue of bym in the blysse of beuen. Therfore aryse vp now and 
eefle aot of thy ghostly excercyse bhal bou basl vsed, bu1 ratner encrece 
innre tluT-to." Wyth fchyse dartes of mekenes this holy mayde «round« 
the prowde kynge of babylonye, byT enemy the fende, and Btrengthed 
hyr-seif gretely wyth suche wyse wordes. And, aa Bhe knoweleched to 
liir confessour mayster Reymond, ther was Buche a multytude of fendea 
in hyr cbambre, as hyr semed Bhe sawe with byr eyen, aboute for to 
styre byr to foule thoughtes of synne, that she fledde hir chambre for a io 
fcyme and feepte hyr-self more in the chyrche thanne slic was wonte to 
du. alle-be-it that she was pursued thyder by theyr BptylJ temptacyons; 
yet neuerthelesse slic thought that she wolde folowe the steppes of Saynt 
Jerome, fleenge and hydyng hir-self by dales and hylles in eshewyng "l 
suche abhomynable temptacyons. And euer whan she came bome fro r, 
chyrche to hyr chambre, Bhe founde bo many a multytude of fendea 
there-Inne, seyenge vnhonest wordes and doyng the abhomynable dedya 
of Lecherye, and as hir semed rennyng aboute hyder and thyder, as it had 
ben a passyng swarme of flyes. Thanne she tunk hir t<> prayer, and so 
Longe she prayed to mir Lorde, vnto the fcyme that heuyTom companye 20 
wer.' [-swaged Bomwhat fro fcheyre abhomynable fcemptacyonB. Wnan 

fchyse wretehed temptacyons had COntynued many dayes to-gydres, In a 

fcyme, whan she was come fro chyrche t<> byr chambre and lyll doune 
»rayer, sone after ther appyred a gladsome beme of the holy ghoost 
>pened hyr sowie, that she sholde haue in niynde hmv that not 25 
many a dayes afore she hadde asked of OUT lord the vertue and the gyfte 
of strengthe, and what doctryne our lord had gyue hyr for to gete the gyfte 
of vertue and of strengthe; and anone she vnderstode the menynge "t the 
foule temptacyons of the fende and conceyued fcherby a grete gladnesse that 
(Mir Lord had gyue hir suche strengthe to ouercome fchem, and purposed euer 30 
afterwardeto Buffre niekely and gladdely all suche heuysom temptacion and 
all-nianer dyseases for the lotie of hyr spouse. Than one of the fendes, 
that was more bolder thanne ony of that other and tnore \v\cked, -pake 
to the holy mayde in thys wyse': „What thynkest thou to do, wretche? 
Tbynkest thou euer fco kepe this caytyf lyf? Knowe it well, vre -hall 85 
neuer eeil'e to payne the and heuy the to thy deth vnto the fcyme thou 
COnsente to vs." To whom the holy mayde answerd. hauyng in minde 
tlu- doctryne the whiche oure lorde taught her, seyeng fcnus: .1 haue 
chose payne for my refreflliyng; and therfore it is not harde tu me for u> 
Buffre fcheym, but rather delectable, for the Loue of my sauyour, as Longe W 
as it pleseth his mageste that I shall suffre theym." Assone as Bhe hadde 
sayde that wurde, anone sodenlye the abhomynable companye oi fendea 
vanvirhed awaye all confused, and alter that a grete viispekahle lyht oi 
hemai appieryd and shynned alle her chambre, and in that Lyght apperyd 
uiir Lord Ihesti cryste as he hynge vpon the crosse whan he Bhedde h 
precious blöde, and called the holy mayde tu hym and Bayde: „Myn 
uwne doughter Katheryn, seest thoii ao1 what l Buffred for the? be not 

heuy therfore for tu Buffre for me.- Alter that he came re aerre to 

hyr' in another maner of Lyknesse, for fco c forte hyr and thanke hyr 

for her gloryows victorye that she had wonne. Thenne die alter thyse "• 
wordo <<i Baint anthonye seyde tu hym thus: -< » my lord Ihesu, vvhere 

weiv thou whan luv sowie was BOO vexyd wyth -uche iuwle lylthy fcemp- 

tacions?" Our Lord sayd agayne: -I was in th\ sowie and in thyherte.- 
Thenne aayde she agayn: „A lorde, sauyng alway thj trouthe and the 
reuerence of thy mageste, how maye it !»«• that thou Bh( Ldest dwelle 

-u foule a hert'e that wa- reph-te wyth SO man\ fylthy thoUghti« and 

Michaine- :• oure Lorde sayde eftsonee: „Whether cauaed tho templ 

Archiv t'. n. Sprachen. I.XXVI. ü 



82 The lyi of saint Katherin of Senis. 

and tho thoughtea in thyii herte gladnesse or Borowe, delectacion or 
weylynge?" She answerde: „naye, lorde, but grete sorowe and weylynge." 
Our Lord sayde: „thewne who was cause of that sorowe and weylyngbut 
I that dwellyd in thyn herte? Yi I hadde not be there, thylke foule 

■-, thoughte sholde hadde(l) partyd fchyne herte and so thou sholdest hadde 
delectacion in theym; but my presence was cause why they myslyked 
the; whan thou woldest hadde putte theym fro the wyth dysplesance and 
myghtest not as thou woldest, thou weptyst and were sory: and all thys 
made I that was presente wythinforth wythin thyn herte and defended 

LO the t'roin thyn enemyes and suffre(d) the wythouttorthe to (be) troubled 

as moche as was nedeful (2) and spedefull to thyn helthe. Am\ whan the 
tyme (ton thati',) bataylle was fulfylled and ended by nie I seilte 

the wyth-out-forthe my bemys of lyght, and anone the derkenes of the 

t'endes iledde, for they might not abyde there my lyght is. Who was he 

1.-, the whiehe enfourmed the now last that tho peyne(s) were to the lull 
holsom for to wynne ghostely strengthe by, and that thou sholdest suffre 
theym paeiently as longe as'it was [ykynge to nie. Init only that shyneth 
in the l>eine?ii) And by-cause thou' offredesl thy-selie hertely to suffre 
tho neynes paeiently for my sowie, therfore they were frely wythdrawe 

20 fro the by Chewyng of my presence. And therfore, doughter, that hasl 
soo trewely ouercome by my vertue and not by thyne, thou hasl deserued 
thBreby more grace of rae thenne thou wenest. wherfore Ero this tyme 
fortherward 1 shall shewe nie to the more famulyerly and more hoiiiely 
than I haue doo before." After- tyme this vysyon was ended, she was 

•25 belefte in so moche plente of swetenesse, that noo penne may wryte it 
to pe füll. There belefte in her herte syugulerly a merueylous swetenesse 
of that worde that our lord callyd her bis doughter, whan be called her 
myn owne doughter Katberjme. Soo that she prayed her confessour 
Mayster Beymound, wha« that euer be wöld calle her he wold vouehe- 

m sauf to calle her ou the same wyse, that euyr her swetenesse myght 
therby be renewed iu her sowie. Fro that tyme fortherward oure lorde 
Ihesu, her spouse, was \vyth her ryght homely. For be apperyd to her 
ofte-tymes, other-whyle hym-seli alloue, other-wbyle be brought oure 
ladye bis blessyd moder wyth bym, other-wbyle sayut Domynyk, 

. ,. r ) (o)tber- whyle both to-gyders; also somtyme he* brought wyth bym 
Marie magdaleue, Sayut Jobau the Euaungelyste, Sayut Foule the Ap- 
postle, and other moo suche, as he lyked. But for the more party he 
came hym-self allone and spake wyth her, as homely as a frende wolde 
speke wyth his moste homely freude: In soo moche that bothe to-gyders 

w wolde walke vp and doune in her chambre, as two relygyous men or 
two clerkys, seyng psalmes or howres to-gydres — and this she beknewe 
ofte-tyme afterward to mayster Reymound her confessour füll ferefully. 
O, now was this a merueylous tbynge! O, what this was a merueylous 
sbewyng and an homely, that neuer hatb be herde afore! Neiiertiieles, 

4"> maydens, ye nede to be in uo doubte therof, yf ye mekely and Inwardely 
consydere the depthe of the goodnes of our lorde. For to eueryche of 
bis chosen soules(5) he gyuetb somme synguler gyfte and grace wherof 
they maye haue an excellent Ioye aboue other; that not only the heythe 
of bis souereygne magnyfycence apperyd in all Ins sayntes at mi\s, but 

50 in eueryche by bym -seife" somme synguler grace(H). For ryght as(7) it 
is sene all dayepat one man is not lyke another but hathe somme maner 
of dyff'erence, ryght soo eueri saynte in heuen hath somme dyfference of 
somme synguler grace gyuen of god fro other. Therfore it is not to 

(1) sholde hadde st. haue, so häufig in diesem Texte. (2) ('. nedeful be. 
(3) that the. (4) lat. nisi radius mens. (5) 1. Saint es. (6) tilge somme — grace. 
^7) C. at. 



The lyf of sainl Katherin of Benis. 

merueylle gretely though somme special] grace be seyde of one that is 
DOt founde (in other)(l). And by-cause I haue rehersyd o£ seyng 
psalmes, I shall teil you, maydens, how this boly maide lerned for fco 
rede: for by techyng of man or of wöman Lerned Bhe neuer. She fcolde 
ones to hir comfessoure maystei Reymond fchal she badde desiredi >) 
kunne hyr mattyns and therefore on a tyme she prayed one ot byr 
susters fco gete her an A b c, to teche ber for fco knowe ber Lettres. And 
i u hau i she hadde t-traueylled sore many wekes to-gydres and dyde 
spende ber tyme fchere-ahoutes for to knowe ber Lettres and myghl ool 
come therto: she bethought ber fco complayne to oure Lorde, that beuenh o 
mayster, for myspendyng of her tyme, prayeng hym that be wolde 
vouchesauf t » » teche her, yf it were Lykynge fco hym and spedefull(l) for 
her soo for fco kunne fco rede, ..and ellys, Lorde, thy wylle be dum-. LTor 
it Ls [now to me, yf it belykyng fco the, bat I be symple of lyuyng, and 
for to spende my tyme in boly medytacions." Now Ls this a merueylou 
fchynge: She hadde not soo sonnt' endeth her prayer but that she coude 
rede Lyuelye herpsalmes, as redely as she hadde ben ony kunnyng clerke. 
Whan her confessour perceyued that, he was gretely astonyed, Bor as 
moche as she coude not spelle, ne knowe vnnethe qoo lettre: fche whiche 
was ordeyned of god, as he supposed, for a merueyllous token in her. 20 
After this this mayde gate her bokes of goddes seruyse, for fco Baye ber 
matyns and her howrys therin. And amonge all other verses that she 
sayde she marked the verse that euery houre begynneth wyth, that is: 
Deus in adiutorium meum intende, domine ad adiuuandum nie festina, and 
kept that verse specially in hermynde to her Lyues ende, and ofte-tymes 25 
she wolde reherce bat. Soone after that she encresyd in ber soule mer- 
neylonsly in perfeccion of contemplacion, and thenne cessyd lytyll her 
voeall prayer, bycause that she was soo ofte-tymes rauylThed in to the 
heythe off contemplacion, soo ferforth, that by-cause of suche ofte rauyffh- 
yng -he myuht not ofte-tymes perfourme ne make an ende of her Pater •' 
noster. ll'or her sowie was ranyllhed fro her outward wyttes, as I shall 
deelare to you here - afterward by the helpe of god. For thus shall 1 
make an ende of this chapytre. — All this that is eonteyned therin; her 

coniessur had somme other by knowleche of hei- pryuely and somme by 
relacion(5), that she tolde to other as it hadde be tolde oi another and :;; ' 

not of her-self. to the more edyfyeaeio// of tliem. 

Of her merueylous disponsacyon wyth the whiche die was weddyd 
in faythe to our lorde wyth a rynge. Cap. -XII. 

As this holy mayde enereeyd and profyted I v and more day hy daye 

in grace and in vertu, fchere came an holy desyre to her sowie to praye '" 
our lord to gyue her the perfyte degre off feyth, by the whiche tayth 
die myght be more ahle(6) fco hym wythouten ony chaungynge thenne 
die was afore. Aüone forthe she prayed to our lord that he wolde vouche- 
sauf to encrece her Eayth and make it so perfyte in her. that it -hold 
neuer he hurte ne throwe doune hy violenee of ony -maner aduersar 
To wliom oure lorde answerd in this wyse: -1 -hall dyspousel i I the to me 
in faythe.- Vet she prayed the same often-tymes aftyrward, and euer 
hadde the -anie answ.-re of our lorde agayn. At the Laste it happened 
a lytyll afore the begynnyng "I lente, in the daye- when {<>■ peple made 

an 'ende of .tili- of flelThe and in mauere made veyne and ydil feßtvs in 50 

seruyng of the wombe: Thys holy mayde closid hyr \\> in hyr chambre, 
sekyng hy fastyng and prayenge the gloryus and gracious face of hyr 
spouse thesu, axyng specyaly by Eeruenl prayer vmcessably fche same 



(1) C. thero£ (2)ofther. (3) a desired. (4) spendeML (5) ial • 

epistolis eius. (6) 1. agreable. (7) 1. dyBp 



84 The lyt of saint Katherin of Senis. 

thal Bhe axid afore of fche vertu of Eayth: thal be wolde vouchesauf fco 
encrece it and make it perfyggt in her. To whom our lord apperid and 
sayde: „By-cause thal thou aast putl awaye and äedde(l) all immer of 
vanytes of etyng of flefl"he thyse dayes for my Loue and sette fche dylec- 
g tacion of fchyii herte fully in me tbis fcyme where all other aboute the 
and namely in tlie sanie hoUfi thal fchou dwellcst in maken festys and 
Loyen therin, I sliall fcherfore make a solempne feste of disponsaciou be- 
twene thy(2) sowie and me, and so, as I behyte, I shal dispouse the to 
nie in lailli. - Our lord liad not 800 sonne sayde fchiß WÖrdes, thal mir 

[0 lady, bis gloiyous moder. and liys blessyd Euangelyste saynl .Julian and 
the gloryous appostle saynl poule and saynt Domynyke, the fader of her 
relygion, apperyd, and wyth theym Dauyd the prophete, brengyng in 
bis bonde a saüter of musyke. Fyrst our blessyd lady, goddes moder, 
came to this holy mayde and toke her bonde In her holi honde, stretch- 

]-, yng out her fyngers to her soue, prayeng hym fchat he wolde vouches(a)ui 
to wedde this mayde to hyni in feythe. The whiche deuoute axynge 
oure lorde graunted her and brought Eorth a Rynge, arayed rounde 
aboute wyth foure precious margarete stones, and in the ouer parte off 
the rynge was enclosyd a ryghl fayre dyamant stone. Thal rynge he 

20 put with his holy honde vppon the fyngre of this niaydens ryght honde, 
seyeng to her thus: „Loo, 1 dyspouse fche to nie, fchat am thy maker and 
thy sauyoiir. in faith: the whiche dispo(n)sacion (3) shall he confermed and 
kept in' the vmlefouled vnt<> fche tyme pou shalt halo.we euerlastynge wed- 

dyng wyth me in the blesse of lieuen. There-fore. dolditer, now fro fchifl 

25 tyme fo'rtherwarde worke myghtely and put awaye all immer of doubte, 
for now thou arte armed with the strengthe of fche feith. for to ouercome 
fcherby all thyn aduersaryes.- And thus this gracioz«« vision eellyd ; but 
euer afterward this rynge bylefte vp-on this holi maydes fynger, not to 
other folkes syht. but fco her owne syght; for she beknewe many fcymes 

30 and ofte fco her confessonr maister ßeymound wyth grete drede and fere 
fchat Che sawe euer that rynge vppon her fyngre and there was oeuer 
tyme but that she sawe it. — Loo, niaydens, ryht as saynt Katheryn the 
martyr, virgyn and quene, after her baptym was dyspoused to mir lorde, 
as pe legende maketb me^eion, ryght (so) ye niaye consydre now Im« 

35 this holy mayde Katheryn after so many victoryes of temptacions of her 
Hell'he was sölemply dyspoused to the same Lorde. And ye consydre the 
condycyons of this rynge, ye shall welle see that the tokene acordeth 
that that is betokeneth to. She axed stedfaste feythe: what is strenger 
than a dyamaunt stone? it wythstondyth all-maner hardenesse and it 

in persyth fche hardest fchynge that is, but that stone Lt-self is broke onely 
with the blöde of a goote. Ryght soo a strenge feythfull herte wyth- 
stondeth and ouercometh wyth Ins strenthe alle maner of aduersyte; but 
(byj the mynde of ervstys precious blood — the whiche is called in holy 
wrvte a goote — the whiche precious blöde he shadde vpon the Crosse 

4' for mankynde, that stro(n)ge herte is relentyd and al to-broste. The four 
precious Margarete stonys in the rynge betokenyth aoo fchynge ellis but 
foure purytees and clenes pe whiche was in that holy mayde. that is: 
clennes of hyr entente, clennes of hyr fchou^t, clennes of hyr speche, 
and clennes of hir workynge; alle thyse shall be declared by the grace 

50 of god more largely here-aftyrwarde. I suppose(4) that thys dysponsa- 
eiou// was im thynge ellvs but a confinnaciou// of gmlis grace. and the 
token of fchys gracyous confyrmaciouw was pal rynge, fche whiche onlj 
apperid to her and fco none other, for this cause fchat she shold uot fere 
ne drede to delyuer other owte of the wretched worlde by her prayers 
and by the helpe of that special grace that god hadde endowed iier 

(1) C. Jielde. (^2) the. {3) disposycioii. {!) supposo. 



The lyf of sainl Katherin of Senis. 

wyth. One of be princypäll causes, after bolv doctours, why \«i\ al- 
myghty god vouchesauf of bis synguler preuylege to shewe to somme 
iluit they ben plesaunl to hym and in estate of grace, is in thie wycked 
world for worshyppe(l), for his entenl i- to Bende them Bor fco fyghl 
wyth thie wycked world, for worshyppe of hie holy name and helthe off . 
soules, as he dyde to hie Appostlis on wytsondaye, fche whiche token 
specyal tokenee of grace. Ryghl soo thie hooly mayde, aboue the condy- 
cion of alle other wymmen, after-tyme ahe wae thue confermed in grace, 
ehe wae sente openh for the wourfhyppe of god to procure helthe oi 
sowles, as it shall bee declared by the helpe of god here afterward more LO 
openly; and therfore I fcrowe ii wae that ehe toke of our lorde the token 
oi confyrmacio« of grace, that she sholde boldely and myghtely doo 
execucion of that that our lorde commaunded her. Thue shall [ make 
an ende of this chapytre and of the fyrst parte of fche legende of thie 
hooly mayde Saynt Katheryn of Seene, to Ehe worship of the holy try- IS 
nyte and to helthe of sowie-, Regnante semper in omnibue sanetis domino 
aostro Ihesu cristo, qui cum patre almoqne spiritüi saneto viuil et regnal 
(Iriis Per omnia secuta seculorum Amen. 

(II.) Here begynneth the second partye, in the whiche ie Bhewed 20 
the conuersacion of fchis holy mayde with men, and ho w fchegyftee whiche 
ehe hadde receyued off oure lorde pryuely enclosed wythin her-self, were 
openly shewed fco fche worlde. And fyrst, how oure lorde bad her thal 
she sholde be conuersaünt amonges men. Cap. prymum. 

AAfter tyme that tliis holy mayde was despoused, as it is rehersed 25 
afore, nur lorde betrau fco drawe her litill and lytyll to the conuersacion 
of men. and that was füll mennerly and mesurably; not for fco wyth- 
drawe vtterly fro her Ins dyuyne presence. but rather, as moche ae long- 
eth to the mesure of perfection, for to encrese it. as it shall he declared 
openly afterward. And therfore in a tyme whau he appyred fco her and 30 
hadde taughte her of the kyngdom of heuen and shewed her niany 
mysteryes, and also to seye the psalmes and fche houres of dyuyne ser- 
uice. as it is rehersed afore, forthwith he bad her that she -holde go 
doune to mete with other of her moders housholde and afterward that 
she sholde come agayn to him. Whan tliis holy mayde herde this, she 
sobbyd and wepte and fyll doune to lur fette for sorowe and -ayde to 
hym thyse wordes: _< * swete Ehesu lorde, why puttest pou me awaye fro 
fche? Ami vf I haue oll'eiidyd and displesyd thy mageste(2), loo, lord, 
there is mvn body at thynfeet: punyffhe it and I shal gladly helpe 

therto. And suffre me not. <s 1 lord. to be punyffhed wyth soo sharpe W 

and -oo hard a payne to he departed in ony maner of wise fro thin 
blissed presence. \\'hat haue 1 to doo wyth that mete? I haue mete 
that they knowe(3) not of. Whetlier receyueth a manili more lyf by bodely 
mete- or by ghostely metea .' 

Lorde, as thou knowesl well. I haue fledde the coi rsacion off men, 15 

that I myghl the sonner fynde: and aow sythe I haue founde the by 
fchy(5) merey and graciously thou haste shewed the to me. though I am 
vnworthy, sholde I nowe tnan forsake this precious tresour and |>ut me 
to the conuersacion of men eftsones and soo ben founde reprobable in 
the faythe? A nay, lord, suffer not that he soo. for thyne infynyte good- ™ 
iK-:- Wha«she hadthuslonge wepte and weyled «Mh swete söbbyng(H) 
wordes, oure lorde'sayde to her: „Suffre now, dere doughter; for it is füll 
-emelv to the that thou shodeste fulfylle all maner of vertu, that not 



m tilge in tliis — worshyppe. (2) «'. the mav-t,., (3) knewi I 
i.'mjIi.-. K.ii 1. wyth aobbyng more thaa. 



8(3 The lyf of Baint Katherin of Senis. 

only fchou(l) be fruytfuU to thyn-self, but also fco other, by myn BpecyaU 
-rare. It i- not myn entent for fco dysceuere or departethe From mein ony 
maner of wyse, but rather I shall haue the fco me more strenger l>y 
medyacion (2) of aeyghbours charyte. Knowest fchou do1 well fcnal in 

5 thise fewo fchynges Btondeth the perfection of myn commaundementys, 
ili.ii ig in loue off god and loue of fchyn neyghböur? I wil fcherfore thal 
thou wyll fulfylle the ver(tu) of thyse fcwo preceptis, fchal fchou may go 
fco beuen aot wyth one wynge but wyth tweyne. Haue, doughter, (in 
mynde) bow of fchin yonge age thou hast had hyther-to a 5ele(3) and a 

in loue Ol helthe of SOWles, and by nie it hathe be encresyd, in so moclio 
tbat in tbyn yonge age fchou purposed the fco feyne the a man by-cause 
thou myghtest the Bonner be receyued amonge the order of the fryer 
prechours in straunge contrees that bou sholdest not be knowen, 300 for 
to prouffyte to the berfche of mennys soules, and for synguler loue that 

15 fchou baddest to myn seruaunt Domynyk thou desyre(d)st wyth a grete 
honour(l) bis habyte that thou now hast receyued, the whiche domynyk 
pryncypally for belthe of soules [-ordeyned that order. W li>- merueylest 
thou and weylest thou BOO, yf I hrynire the to that that thou hast SOO 
longe desyred?" Wyth thyse wordes of our lord this boli maide was 

20 gretely comforted and sayde vnto hym lyke as our gloryöus Lady glo- 
ryous vyriryn marie sayde to gabriel suche wordes: Quomodo fiel istud? 
„A, gode lord, in wliat wyse and what maner may this be done?" Our 
lord sayde agäyn: B as myn goodnes shaJ dyspose and ordeyne." Thenne 
she, as a good dyscyple and a trewe folower of her mayster Cryste [hesu, 

25 sayde: „lord, thyn wyl be done in all thynges and not myne(5); for I 
am derkenes, and thou art lyght; I am she that is aought, and thou 
art he that is ought; I am she that is vnwis, and thou art he that is 
endeles wysdom of I>e fader. But yet I praye the, lord, in what maner 
of wyse may this be that bou seyste now, that I wretche that (6) am soo 

30 freell shold' be soo profitable to niannys soule? Thou knowest well. 
lord, that men setten lytyll störe by womens wordes. Bpeke pe neuer so 
vertuously, as it were not semely, ne lyuest(T) thou that wymmen sholde 
be more conuersaunt amonges men.' 1 To this our lorde answerd in 
maner as Gabryell answerd oure gloryöus lady glaryous vyrgyn Mary 

35 and sayd: „there is none word that eometh fro goddes niouthe vnpos- 
syble at hym for to be done. Am not I he the whiche hathe made 
mankynde bothe man and woman and the shappe of euery eyther; and 
whi're that I wyl enspyre myn grace, al is one to nie both man and 
woman? Neuertheles by-cause thou spekest thise wordes not of none 

40 vnfaythfulnesse but only of mekenesse, therfore 1 wyll bat thou knoWe 
that in thyse dayes soo moche pryde and elacion aboundeth in the 
wörlde, and namely of men that holden them-self lettred men and wyse 
men, that myn ryghtwysnes may not lenger suffre it, but nedlynges 1 
muste shame the/// endelesly at the daye of dorne for her cursed pryde. 

t5 But by-cause myn mercy passeth all myn Werkes, therfor I shall shame 
theym lirst in erthe here holsomly and profytahly, that fchey mowe the 
sonner knowleche mekely her defaute, by fyndyng to theym ydeotes 
I-fylled wyth myn dyuyne wysdome, as 1 dyde to tue [ewes and payne- 
mys; 1 shall sende to theym (reell wymmen endewed graciously wyth 

50 myn dyuyne vertu, in to COnfusyon and shame of theyr tolv that been 
soo proude. And yf they ben made meke(8) therby, fchey sholde ther- 
fore he fulfvlled of nie wyth more grace than euer they hadde. hy-eause 
they haue reeeyued myn doctryne by myn ehosen vessels, all-l>e-it that 
they he freell vessels. And yf they refuse to be made ashamed thus hol- 

(1) C. it. (2) C. mcdytacions. (3) yele. (4) 1. feruour. {:>) C. in me. 
(6) C. than. (7) st. lionestV lat. Lonestate cogtjnte nou dc-cet. (ö) C. makej 



The lyf of saint Katherin of Senis. «7 

somly, I shall ellis shame theym my-self, that all the worlde shall 

despyee them and sette theym at nought. For it is a füll ryghl dome 
that they the whiche been blowen wyth pryde aboue theym-self, ben 
[-throwe doun bynethe theym-self. Therfore, doughter, «rythoul moo 
questyouns obeye the from this forward, wha« I shall Bende the oul 
ward: ffor I shall not forsake (the) wher(l) euer thon be, aey shall 
qoI leue for that but I shall visyte the as I haue yyseted the afore, and 
fynde the fourth in all thinges as it shall be nedefull." Whan this booly 
mayde hadde herde all this, as a trewe doughter of obedyence she bow'ed 
her herte reuerentli afore our Lorde, and forth-wyth she wciitr doune to 10 
the many(2) of the housholde and sett her doun amonges them tu mete, 
as mir Lord hadde her. But though she were there wyth her body, she 
was wyth her spouse wyth all her sowie. All thynge that euer she Bawe 
and herde amonges theym. was to here ryght heuesom, saue god alone 
wliome she lonyd wyth all her herte. and her thought, for the grete l • 
loue that she hadde to him, she was to longe amonges theym. bo fer> 
lorth. that her semed that euery houre was a daye or a yere: and ther- 
fore, assone as she myght, she wente agayne to her Chamber, |>"t she 
myghl fynde whom she loued soo feruently, to bygrope hym ghostely 
an<f(3) more swetely, to holde hym more gredily(4) and to do<> hym 20 
worshyppe more reuerently. Thenne began to growe in her an holy 
desyre, and euer, as longe as she lyued, hVencresyd more and more: for 
to be hoselyd and for to receyue Crystis Hell he and bloode in the blessyd 
sacramente of the aulter, that not oonly her hbsell and(5) her Bpyryte 
-holde he me(Uv<l to her(ii) euerlastyng spouse but also her body shold 25 
he corauncte t<i his holy body. Bhe wyst well bat thouh that worshyp- 
tull sacramewt, Cristis body fleffhe and blood, causeth in a sowie a 
ghostely grace ändgyueth(7) her to her sauyour, the whiche is the pryn- 
cypall en'tent of theym that reeeyuen trewely that precyous body, ye1 
also douhitiles she knewe wel that the body is eoniunete to that blessyd 30 
body of alle tho that reeeyuen it wourthely. Oft' this rnater I cese al 
th\> Knie, tlor there shall he a Ohapitre declared specyalle of the -am.' 
mater wvtliinforthe hy the helpe of god. Euery (day) after this blessid 
reuelacion this holy mayde was steryd hy our lorde toi- to bee eonuer- 
saunl amonges men, that fruyt myght come from her to edyfycacion oi 
mennys sowles. And by-cause bat she(8) wolde not and sholde not he 
vdel vrham she was in t'he ayght of men, she OCCUpyed her in eomyn 

aeruyce of the housholde, as' she dede hefore; wherof come grete ootable 
merueylous (9), as it shall bee rehercyd in the next chapitre that Bwethe; 
and therfore of this chapytre 1 make an ende. All that euer i- reheraed 10 
in this chapytre afore. n'iayster Reymound her confessour hadde it hy 
reuelacion and telling of this holy mayde. 

Of the merueilous dedes whiche she had in excercise, and oi myracles 
whiche befyll in the begynnyng of her conuersacyon amonges men. 
I !ap. Becundum. 
Alfter tvme this holy mayde hadde perceyued the wvll of her Bpouse 

that she sholde he otherwhyles conuersaunl amonges men, Bhe tl ghte 

t., lvue (so) amonges theym that her conuersacioc sholde (not) )"• on- 
fruyghtfull, but rather it 'sholde be ensample of vertuous lyuyng. And 
fvrst she put her-self to meke labour and eharytable, to edyrycation of 
her aeyghDours; yel neuertheles -he foryate not her deuoute(lO) |" 
and her grete penaunce that -he was wounte t" vse for all Buche laboura. 

(1) C. what (2) many st. meyne. (3) tilge ghostelj and. (4) f. Rretly. 
her hosell and. (6) C god. (7) I, ioyneth. (8) f. ;• ■ I I I- m< 

i i" i f. doughter. 



88 The lyf of saint Katherin of Senis. 

She besyed her lowely and mekely wyth a gladde chere for to <1<> |>e 
foulest bffyce of bhe hous, bat is wairhyng of pottes and dyfi'hes of the 

kvtclicn and swepyng and suehe other-maner foulnes and hesynes. And 
that slie dyde rnore specially whan the mayde of the hous was seke and 
myghl Dot do it her-self: and thenne slie doubled her seruyce, for bothe 
Bhe serued the mayden, that was Beke, and also fulfylled besydes forthe 
her otl'vee in all that longeth to housholde. Vet neuertheles she was not 
wythdrawe fro the COmforte and the solaee of her spouse Thesu the 

whiehe is mooste merueyle of all. For ryght as fvre naturally stretcheth 
euer vpward, ryght boo her spyryt, enflammed by the fvre of dyuync 
loue, [-brought in maner to a kynde, euer it stretched vpward to oure 
lorde. In soo moehe that her spyryte was ofte-tymes rauvllhed out of 
her body - and that knewe well Mayster Revinound, her confessour, 
and many of the fxyers, that were dyxierse tymes conuersaunt wyth her. 
For assone as the niynde of her spouse Ihesu was renued in her sowie 
neuer so lytyll, it wythdrewe her fro her bodely wittes, and drewe also 
all her extreinytes of her body to-eyders, bothe her hondes and her Eeet, 
and soo ferforth, that they ther sholde rather to-breste thenne for to he 
vnclosed in tyme of that rauyH'hyng. Her eye» were all closed and 
shette, and her necke was soo styf and strayght vp for that tyme, that 
it hadde he grete perylle for to touche it neuer soo lytyll for that tyme. 
In a tyme her moder Lapa aspyed how she was thus rauvllhed. and 
knew not what it mente: perceyuyng that hyr necke was soo styf and soo 
streyghte vp for that tyme, she went to her and wolde haue brought the 
necke agayn in Ins kynde; but by cryeng of one of this maydes susters 
to her that she 1 sholde cefe, she lefte of. And after tyme that her spyryte 
was restoryd agayne to the bodely wyttys, she feite her necke soo sore 
as thought it liad be smyten wyth many grete strokys. There as the 
hooly mayde tolde it afterward to her confessour maister Reymouwde: 
yf her moder hadde pnt neuer so lytyll more strengthe than she dyde 
to ryghting of her necke as she was aboutel 1 i. she shold haue broken her 
necke. With suche-maner passyng out of the body the sowie of this 
holy mayde was ofte-tymes raüyfThyng, (2) so that other-whyle by vjo- 
lens of the spyryte the body was lefte vp fro the erthe, as marie Magda- 
lene was in tyme of her rauyH'hyng. as it shall be declared afterward 
more openly. 

But now I shall teil you of a myracle that hefyll in the begynnynge 
of her rauyll'hyng. It befyl in a tyme whan this hooly mayde ton in yd 
a spete or a broebe wyth fleffhe by the fyre of böte brennim: coles, her 
sowie was enflammed and brente in the mene-whyle wyth the fv-re of 
the holy ghoste, and anone she was rauvllhed fro her bodely wyttes, 
seasyng for bat tyme of her tournyng of her spytte. Wha« her brothers 
wyf, the whiehe was callyd Lysa, perceyued this. knowyng the condycions 
of this holy mayde. she toke the spytte of her honde and lete her ahme. 
And whan the mete was ynow, and also folke had suppyd, yet she by- 
lefte in the saimei rauyll'hyng. Thenne Lysa bethougnt her to abyde 
vpon her vnto the tyme that she hadde döo: she brought her husbond 
a-bedde and her chyldren, and came agayD to aspye how slie dyde: and 
founde here falle doun in to the böte brennyng coles. Wyth that Lysa 
weyled and cryed and sayde: ..Alas alas. Katheryn is alle brennyd ! u and 
ran to her anone and pullyd here out of the fvre: and founde her (body 
and) clothes nothyng hurt ne brente ne hauynge qoo maner of tastyng of 
Uiefyre, ne yet naore-ouer there bylefte nomaner of asshes vpon her clothes. 



(1) tilge as — aboute. (2) lat.: Talibus mentis ezeessibus di 
frequeuter raperetur in altum. 



The lyf of saint Kathcrin of Berns. 89 

Loo, perceyue ye not, maydens, what vertu of gostely fyre «;i> wythin 
this maydes sowie, by whos myght the strengthe of fchal outward natural! 
fyre was vtterly wytdrawe? See ye n<»t how the myracle of the chyldren 
whiche were raste in to the ouen for to be brent, was thenne renewed 
in this boly mayde? And thie myracle was not onys shewed in her but 
ofte-tymes. — Onys it befyll her. as she was in the chyrche of the fryers, 
whan she was soo rauyfl'hed, she bowed her hede doune to a pyler in 
the mene whyle, in the whiche pyller there were certeyne ymages ol 
dyuerse sayntes; at the reuerens of whiche sayntes there was a man 
styked vp a waxe candell brennyng: the whiche candell fyll doune vppon 
thys holy maydes hede in tyme of her rauyfl'hyng, and boo it brennyd 
vppon her hede in to the tyme the candell was all wasted, and soo she 
had no härme. Was not this a meruevlons thynge and a wounderfull 
that bat candell brennyd vpon her hede tili it was wastedj and hurte 
nothynge her kerehief (1)? And whan the candell was all brente, It quen- 
chyd vpon her hede as though it hadde he quenchyd vpon a stone or 
vppon erthe. Of this myracle bare wytnesse many of her susters, that 
sawe it and tolde afterward to her confessour Mayster ßeymound. One 
of the susters which sawe it was callyd lysa, another Alyxa, and the 
thyrde Franeisea. — Yet hesyde as this it befyll lyke vnto the same 
ofteCJi in dyuerse places of the worhle there that she eame, namelv whan 
she was aboute to edefye mewnys sowles to vertu: than the fend by bis 
malyee was gretely stered agaynst her, by the sufferauwce of god, and 
soo ferforth. that in the presence of many of goddes seruauntes he käst 
her in to a fyre. And whyles other were aboute to drawe her out wytll 

wepyng and weylyng, she smyled vpon theym and come out of the fyre 
by her-selfe and was nothynge hurte nevther in body ne in her clothes. 
Thenne she sayde to theym that stode aboute: „beeth no-thynge aferde, 
ffor it is myn ghostely enemye the fende that hath doo this myracle. - 
And this recordeth dyuerse that sawe it to mayster ßeymound her con- 
fessour. — Another tyme also in her chambre bi her heddes syde there was 
an erthen panne wyth brennynge coles: in the whiche brennyng coles 
the enuyous fend caste her. wyth suche a strengthe that her hede was 
the fyrst that fyll in the fyre and so the panne to-hraste for vyolence ol 
the stroke, and' yet her hed was in noo wyse hurte: she arose vp and 
sayde wyth smüyng chere to a deuoute woman. whiche was callyd 
Gabryell: „Loo how this malycious enemye werketh!" Lyke to (this) I 
rede in vitas patrum of a woman that was callyd ünfracia.(3) And ther- 
fore it is none merueyle though our lord suffer the fende to werke suche 
thynges in his derlynges and chosen chyldren, sythen it so was that he 
süffred hym to werke' as harde thinges in his persone, whan he suffred 
hvni to sette livm vpon the pynacle of the temple and vppon the hye 
li'ylle. Tims hy' suche meruevlous thynges our lord wrought merueylousl) 
iii hys mayden Katheryn, soo thal she encresyd more and more by his 
grace euery daye in hi'ih perfection. And as moche that louewas bothe 
rote and cause of all her werkvs. the charytable werkis of her neybours 
passed all other werkys; and the charytable werkys was in double wyse, 
that is bothe to bodv and soule. The fyrst shall 1 teile you of the dedis 
of charyte and of mercv that she dyde to her neyghbours thal were syke 
in body, and afterward' of the dedes of charyte and of menv that -he 
dyde to thevm that were seke in sowie. The nexte chapytre -hal declare 
openly of dvuerse merueylys that our lorde shewed in her in helyng of 
poure folke.' and also of a merueylous charyte that she shewed anemptis 
hem that were seke in body. The wytnesBe oi this chapytre i- reherted 
wythin the same chapyter. 

Il) C. kerchiea. (i) of her. i.m lat Euphraxia. [ij C. bis. 



90 The lyf of saint Katherin of Senis. 

()f woundres whiche she dyde in hclpe(l) and in comforte to the 
oecessyte of feheym that were poure and nedy. (Jap. iij. 

Whan this boly mayde Kathcrin pefceyued \>at the more mylder sbe 
was to her neyghbours, the more gracyous she was to the syghte of her 

n spoiise Ihesu. she applyed her euer afterward to soconr and helpe theyni 
in her nvdv wyth all her herte largely. And bycause she wolde nothynge 
haue of her owne as her owne in her owne possession, ryght as a very 
relygyous vvoman that hadde ordeyned in her owne herite to kepe the 
.iij! pryncipall vowes of relygyon, as it is rehersed afore in the fyrst party; 

in lest she sholde he founde gylty of withdrawynge other mennys good 
against the will öf be hauer, she wente to her fader and besoüghte hyni 
mekely and lmvely that he wolde gyue her leue to gyue almesse after 
her conscyence to pore folke of the goodis, of god I-gyue hym in his 
housholde. To the whiche her fader grannted her the more frely, in as 

15 moche as he knowe well that she folowyd(2) perfyghtly the steppes 
of (:■'.) our(lord); and graunted not oonly to her thus in prynyte bytwene 
theym bothe, but also afterward to all that were in his housholde he 
gaue in commaundemente that noo body sholde lette his dere doughter 
for to gyue almesse of suche goodes that our lord hadde gyue hym in 

20 his housholde, though she wolde gyue to poure folke all that euer he 
hadde in liys housholde. Assone as she hadde this lycence, she hegan 
to departe the goodes of her fader to poure folke. Neuerthelesse in as 
moche as she lyued wyth a gyfte off dyscrecion, she departed not that 
good to alle that wolde aske, but to theym that she knewe were nedy ( I ) 

25 folke, alle-though they asked not. Am'onge all other nedy folke there 
came to he(r) knowleche(5) that there were many poure nedy houshol- 
ders a lytyll besyde the Cyte of Sene(6) that had grete nede and were 
sore ashamed for to aske. " After-tyme she knewe that, she forgate it not 
but that she arose vp erly in pe morowe, as saynt Nycholas dyde, and 

30 bare on her sholders home to their houses bothe wyne and oyle and 
other thynges that was nedefull; and as god wolde, whan she came, she 
founde her dorys operc, and she put wythin the dores that she brought, 
and drewe the dore to and fled preuyly her waye. — It befyll in a tyme 
that she was seke in body, soo that fro the sole of her fote to the toppe 

35 of the hede the body was swollen, that she myght not aryse vp of her 
bedde ne stonde on her fete: and she herde säye than that there was 
a poure wydowe a lytyll besyde the whiche (suffred) grete hunger and 
greate nede wyth her sones and doughters. For compassyon that she 
hadde of this poure woman and of her chyldren, the nexte nyght after 

40 she prayed oure lorde that he wolde vochesauf to gyue her soo moche 
strengthe for a tyme l>at she myght goo and socour that poure woman. 
Anone she aroos vp erly vpon the morowe and fylled her sacke of her 
faders whete, and her grete vessell or a flacat of wyne, and an other vessell 
wyth oyle, and what that she myght euer fynde besyde forth the whiche 

45 myght bee necessarye to mannys lyuel 1, and all thyse she kept in her 

chambre. All-be-it that eueryche of thyse was for her berdem ynow for 
to bere alone, yet she bare all at onys to the wedowes hous: somme 
therof she trussed vpon her sholders, somme vp her ryght arme, and somme 
vp her litt arme, and somme therof bounden (7) onder her gyrdell : and by 

50 myraele, that was heuy ynouht to bere eueryche by hym-self, she bare 
it alle at onys esely without ony peyne or greuauwee. She knowlecheid | 
afterward bothe to her confessour Mayster Reymomzd and to other of 
the fryers that the berdom wayde nomore to her than thought she hadde 



C. helthe. (2) folowynge. f3) otf of. (4) nede, (5) two lie knowlcclicd. 
(Ü_) genc st. Senc. (7) 1. bounde ? 



The lyf of Baint Katherin of ßenis. PI 

litte \]> :i lytyll wafe of strawe: and yel in trouthe, yf it hadde be 
trewely wayed, It sholde haue wayed ;m hondred pound of weyte or fcher< 
aboute. Er than the comyn bell of the Cyte was rouDgen erly in the 
morowe, it was not lefull neuer one to walke in the cyte: after-tyme it 
was ronge, this holy mayde waited well her tyme and toke her rourneye 
wyth her burthen. All-be-it that she were yonge and all forbolnyd oy 
sekenes, yet she ranne to the poure wydowes(l) bous so taste as though 
she hadde feit nothynge of paynes ue of the burthen. And wha// she 
eame nyghe to the poure wydowes hous, her byrthen waxit heuy and 
greuows to bere, soo that her semed she myghl not bere it a paas furtb r. 
Whan she perceyued this, she vnderstoode anone l>"t it was oure lordea 
wyll(2), and prayed hini deuoutly wyth truste that he wolde vouchesaufe 
fco ese her. Anone she was esyd of her byrthen, and came to the poure 
wydowes hous, and founde her dore half open. As preuyly as she coude, 
she drewe her byrthen wythin the dore; and yet it made suche a abyse, 
that it woke the wydowe. And she fledde as she myght for sekenes: 
but that was not füll ferre, for(:l) her sekenes encresyd more and more 
by the ordynaunce of god, that vnnethes she myghte remeue her out of 
the waye. Wherfore she spak to our lord wyth weilyng chere and in 
mäner in smylyng chere and sayde: „good lord. why hast thou so dys- 20 
ceyued nie? is iti-1) good to the to shame me here, is it ( 1 1 thy wyll that 
niyn foly bee pupplyflhed to all folke here-ahoute? Hast thou iiow for- 
dete thy mercy that bou haste shewed to nie. thyn vnwourthy? I praye 
the, lord, yelde nie myn strengthe, that I niaye eonie honie to mvn 
charnbre." In tyme she spake thus and thyse wordes and lyke to thyse, 
she enforced and strengthed her-self that she myght go forthe, seyeng to 
her owne body thus: .thou moost nedes forthe. though thou sholdeste 
deve by the waye, and therfore goo forth." What wyth goynge bul 
more wyth crepyng forth. she wmt lytyll, not soo fer but that the poure 
wedowe arose vp and aspyed by the habyte who it was that dyd hei- 30 
that henefet. Oure lord thenne consydering(5) that she was gretely 
tourmentyd in her goyng, restoryd her agayne to the strengthe that she 
hadde afore, but not 'soo perfygbtely : so' that wyth grete hardynes she 
came home er thenne it was lyght daye, and laye doune in her bedde 
ryght fehle, as she dyde before. Thus' oure lorde touched and fcouched 
her by sekenesse as hym lyked. Loo, maydens, here ye maye see the 
niyracles of Saint nyeholas heen renewed in this holy mayde, and not 
only by myracle but by many myracles. Now shall I procede forth and 
shewe von 'the vertuoiis lyuyng of saynt niartyn how our lord shewed 
hym in her. '" 

It bef'yll oh a tyme whan this holy mayde was in the chyrchi oi 

the freyers: there eame to her a poure man and asked soinine helpe ot 

her for the loue of god. This holy mayde perceyued wel that she hadde 
nathynge that she myght gyue h\///, ffor she was not wonte to here ney- 
fcher golde oe syluer: she prayed hym that he wolde abyde a whyle tyll ' 
she eame home(6), llor gladly she wolde and plenteuously gyue (hym) almes 

of suche thynges l"'t -he hadde al Imme in boushold. Thenne |»'t poure 
man saiiide': „yf thou haue onv thyng for to gyue me here, I praye the 
to gyue me, for 1 may not abyde so long." It was fco suppose by this 

that'it was another ('''t appervd in the poure inan-hi- Ivkene-. and ' 

1),. that it semed. This holy mayde was loth(7) that be(8) -holde goo 
fro her with-out somwhat: she bethoughl her what she myghl gyue 
hym to fulfylle his nede. Anone it eame to hermynde of a lytyll syluer 



(1) C. wydowed. (2)1. wyle; lat lndüm. (3) C. hm for, (4) it 

sydercd. (6) from liomc. (7) b'»tl>. (JS) sli«'. 



!>2 The lyf of saint Katherin of Senis. 

crose thal hynghe by her bodyes(l) be whiche for that tyme Bhe had in 
her bonde: fhe pulled away that lytyll crosse and gaue it gladly to fche 
poure man. Whan the poure man had that Crosse, he wente awaye fro 
her gladly, and asked aomore almes bot day of none other maw, as though 
5 he had come forthe Crosse alone. The nexte nyght folowyng, whan thifi 
holy mayde prayed as shewaswounte to do, almyghty god oure sauyour 
apperyd to her, hauyng that same Lytyll Crosse in bis blessyd bonde, 
arayed wyth mani precious stones, und sayde: „doughter, knowest nol 
t hon tliis crosse?" This mayde answerde to hym and sayde, she Lcnewe 

in it well, but she sayde that it was not SOO fayre araied wha// she had it. 
To whom our lord sayde again: „yesterday thou gauest it me this gladly 
wyth grete charyte and Lbue, the whiche loue and charyte betokeneth by 
thyse precious stones. Therfore J behote (the) that at the daye of dorne afore 
alle be companye of angels and men I shall shewe the this to encrece 

L5 of thv ioye, ffor I shall not hede ne suffre to be hyd the dedes of mercy 
that ben doo by the." Wyth this our lorde cesyd of that aperycion, and 
she thanked our lord, and ener after was I-steryd to doo more suche 
almesse, as it was well proued afterward. — Another daye also it befyll, 
whan deuyn seruice was doo at the fryers, after tyme that the peple was 

20 goo out of the chyrche and she bylefte behynde ahme wyth one of her 
susters for to praye: as she came dounward fro the chapell the whiche 
was ordeyned for the susters of penaunce, oure lord apperyd to her in 
lykenesse of a poure pylgrym, at the age as her semed of ii or iij and 
thyrty yere, half naked, and asked her that she wolde gyue hym clothes 

25 for the loue of god. Then«e(2) she was that tyme steryd to doo dedes 
of mercy more than euer she was: she prayed the poure man that he 
wolde abyde a whyle vnto the tyme she came doune agayn fro the cha- 
pell, and thenne she wolde helpe hym of somme clothes. She wente vp 
agayn to the chapell aud dyde of her kertyll, vnder(3) the whiche kertell 

»i she wered nexte her body her cote, that was wythout sleues, and gaüe 
it wyth a greate gladnes to the poure man. After -tyme the poure had 
receyued it, he asked more of her and sayde: „A a, good lady, I praye 
von, sythe ye haue gyue me ä wollen clothe, gyue me lynen clothes for 
to were nexte myn body.'' Thenne she sayde to hym : „come after me, 

35 and thou shalt haue gladly," and she went afore, and her spouse ihesu. 
ynknowyng(4) to her in a pylgryme lykenes, folowed her. Whan she 
came home, she went thyder where the lynen clothes of her fader and 
of her brothers layen, and brought out bothe a sherte and other lynen 
clothes and toke gladly to the poure pylgrym. Yet, whan the poure man 

40 hadde receyued that, he asked more and prayed her that she wolde gyue 
hym sleues to his kertyll for to couer his armes. Wyth that she wente 
her, in nothynge heuy of his crawyng, but gladly sought aboute for his 
sleues. At the laste she founde a newe cote of a mayden seruaunt oi 
the hous hauyng and hangyng(5) upon a perche, the whiche was neuer 

45 werid: therof she toke awaye the sleues and toke it(6) gladly to the poure 
man. Yet he asked more and sayde: ..Lady, thou hast DOW dothed nie 
— he thanke the for whos loue pou hast doo it ; but yet I haue a felawe 
lveng in an hospytaU her-besyde, the whiche nedeth gretely clothes. If 
ve wyll sende hym ony clothes(7), 1 shall bere it to hym in your byhalue 

50 füll gladly." Yet this hooly mayde for bis multyplyeng of askynge was 
neuer the weryer, but rather the more feruent for to do almes iargely: 
she bethought hyr where she myght haue a clothe to clothe wyth this 
nedy man \>nt lyeth in the hoospytall. Thenne fyll to hyr mynde that 
all the meyne of the housolde were ryght lothe to geuen almes, out-take 

(1) 1. bedes. (2) C. Theene. (3) vnder ist vor her cito zu setzen. (4) 1. vn- 
kutjwyii. (öj tilge hauyng and. (6) L them. (7) 1. clothe. 



The lyf of saint Katherin of Senis. 93 

hyr fadre allone, and therfor be shytte vp alle her clothes vnder lok and 
keye, lest slie sholde fynde them and gyue them in almes; ouermore Bhe 
consydered dyscretely that she had takc I - m >}zTi awaye of the mayden 
s'eruauwt of the housholde, and therfore she wolde takc awaye oomore of 
hyres, by-cause she was nedy hyr-selfe. Thanne she dysputed wyth hyr- 
.seli' wliether she sholde gyne hym hyr owne cote or not: by-cause she 
had.de noo moo but one. Charyte sayde yes, bul honeste sayd nay. Atte 
last charyte ouercome honeste(l), that is for to say: charyte, that longeth 
to tlic sowie, ouercome honeste (1), the whiche hadde compassyon vpon the 
body. She thought: yf the pour man shold go awaye wythout somme 10 
clothe, it shold be slannderous to other; and yf she had gyuen hyr owne 
eoote and goo naked, than sholde she hadde slandred sowles, whos soules 
she ought for to loue more than the body; and therfore hir semed that 
sowles shold not be slanndred in no wyse for no temporal] almes. And 
thanne she answered to the poure man thus: „Trewefy, dere frende, yf ig 
it were honest and lefnll to nie for to gyue my cote that I were, thou 
sholdest haue it gladdely; but by-cause I haue no moo. it were not 
semely that 1 sholde gyue awaye thys, and therfore 1 praye the hohle 
nie exeused, for gladdely wolde I gyue it the, yf 1 hadde oiiy moo." 
Thenne the poure man sniyled vpon hyr and sayd: „Well, laily. I see 20 
well, yf thou haddest moo' thou woldest gladdely gyue nie, therfore 1 
thanke the. Fare well!" Whanne he was torned fro hir, this holy mayde 
perceyued by certeyn sygnes that it sholde be he the whiche was wonte 
to appere to hir and was often-tymes conuersaunt wyth hyr. She was 
in mauere of doubte, but hyr herte brenned in loue; neuerthelesse in as 2". 
moehe as...n>), she beide hir-self to eomyne OCCUpacyon of housholde as 
she was wonte to do. The uext uyght suyng our lord Lhesu cryste ap- 
pered to hyr, as she prayed, in ly'keues of that poure mau, holdyng in 
hys honde that cote that the holy mayde gaf hym, arayed wyth clere 
shynyng precyous stones, and sayd to hyr thus: „Dere doughter, 30 
knowest thou not this cote?? She answered and sayd yes, but she gaf it 
not so arrayed. To whome our lord sayd ageyne: .Thou gauest nie 
yester-daye this cote so frely and so charytable, that it voyded awaye 
fro nie the peyne of colde. Therfore 1 shall now gyue the a cote the 
whiche shall be Iuuysylde to men, but to the it shall he sensyhle : out 35 
of niyn holy body 1 shall take it and gyuef3) it the; by the whiche 

bothe thy body and thy sowie may be keuered and kepte fr aoyous 

colde, vuto the tyme bat they shall he arayed in ioye wythout an ende 
a-fore my sayntes and angels." Anone forth-wyth he toke out a clothe 
of a sangueyne colour wyth hys holy hondes out of the wounde of his '" 
syde, shynyng alle aboute, to 'the quäntyte and tnesure <»t the maydens 
bodye; where-wyth he arayed hyr wyth hys owne holy hondes, and sayd : 
„Th'ys clothe I gyue the all the whyle thou dwellest in erthe. m token 

of thy clotl i ioye that thou sha'lt he arayed wyth in heuen.- Tliu- 

this vysyon eessyd.' After that the holy mayde hadde SOO grete grace in 15 

receyuyng of that ghostly iryfte. not onely in hir sowie bul also in hir 
body, that fro that hoiire in to hyr endyng-daye -he aeded neuer to 
were moo clothes in wynter thanne in somer; for were the wedder 
neiiei- SO eolde, >he \>ed no 1110 clothe- than a cote and a kertell. For 
euer afterward, a- -he semed, >he feite that ghostly <•<!!(■ \]»on hyr the 50 
whiche mir lord gaf hir, and that was the cause that she feite no colde. 
See ve not. maydens, of what worthynea this holy mayde was, that 
folowed Saynl Nycholas in gyuyng oJ almes pryuely, and folowed sayut 
niartyn tn gyuyng of hyr owne clothes; the whiche our lord allowed b) 

(lj 1. charyte. i l' i Verum quoniam omni Call dono se indignisaimam reputahat 

.:;, C. hyue. 



94 The lyf <>f saint Katherin of Senis. 

hys holy apperyng to thys blessyd mayde, and there-to gaf hyr a sen- 
syble and an euerlastyng token ior to tele in erthe liow plesauwt almes- 
dedes ben to hym. Me semeth that whan our lorde sayd to thys holy 
mayde that he wolde shewe hyr that lytell crosse at the daye of dorne 

5 the whiche she gaue in almes, and also that he wolde araye hyr wyth a 
elotlie of ioye iu heuen, is no thyng ellys but a sikernes of endeles(l) 
helthe, and ther-to (of) an exeellent ioye in blysse for hir niede. Therfore, 
inaydens, sett not lytell by suche reuelacyons and suche tokenes: Eor 
(ifj sykernesse of endeles helthe onely causeth so grete ioye and so grete 

in comforte in a sowie that it were impossyble a tongue to teil it or a 
penne to wryte it, what foloweth after suche a sykernesse of ioye, trowe 
ye, to a sowie? Trewely, encrece of all vertue, of pacyence, of strengthe, 
of teinperaunce, of besynesse and delygence in kepyng of hyr-self in holy 
Werkes, of feyth, of hope, of eharyte and of suche other vertues; and all 

15 that were harde to suche a soule a-fore, ben made by suche corafort 
ryght esye. Loo, what grace suche predestynacyon, notefyed to a clene 
sowie, wercheth! — Another tyme also it befyll that thys holy mayde, 
lulfylled wyth coinpassyon, perceyued that ther was a man the whiche 
made bim pore wylfully for goddes loue and lacked mete: wherfore she 

20 toke preuely a lynnen bagge and fylled it wyth egges, and bare it wyth 
hyr preuely vnder hyr coote, to refreiHie wyth that poure man whan 
she mette wyth bim. Rhe came to the place there that the poure man 
dwellyd, and entred fyrst in to the chyrche there-besyde, for to praye. 
And whan she was entred, she bethought on our lord so Inwardly and 

•.::. anone her spiryte was rauyllhed, soo that she was fully for that tyme 
wythdrawe from hyr outwarde wyttys as it is rehersed afore. Whanne 
she was thus rauyfl'hed, it happed sodeynly that the body bowed to a 
pyler(2) casuelly on that syde that the egges were on, so that she lened 
fully vpon the bagge wyth eggef. Thanne was ther in the same bagge 

30 for-goten a-fore(b) a thymbyll as tayllours soWen wyth: the whiche 
thymbyll was broken in thre partyes by burthon of hir body; but the 
eyren that eharyte hyd there, were hole and in noo partye broken. Now 
was thys a meruayllous thyng that the eyren were hole and the thymbyll 
of coper was to-broke! So our lorde shewed there hys myracle in the 

3,-, charytable eyren. For our lord shewed bis helpe not only by this holy 
mayde to nedy folke, but also he shewed hys myracle in hyr by werkes 
of bis godhede. And for to decläre the more openly, I shall teil von a 
meruaylles thyng, of whiche meruayll were wytnes bothe men and wotii- 
man aboute the nombre of xx of this maydens faders housholde. — Her 

40 moder Lapa tolde mayster Reymond, hir doughters confessour, that after- 
tyme hir doughter, thys holy mayde, had leue of hyr fader to gyue almes, 
It befylle that the meyne of the housholde had dronke amonges them a 
certeyn vessell of wyne, so that the remenau//t the whiche was lefte was 
not frellhe for to gyue to poure men. In asmoche she had in custöme 

45 to gyue them of the beste for goddes loue, she went hyr thaii to the 
next vessell of wyne there-besyde in hyr faders feller and tamed that for 
poure folke and gaf them largely ther-of euery day, as they aeded, many 
dayes to-gyder; and it was not aspyed of the meyne. At the last, whan 
the fyrst vellell was done, the boteler mynystred drynke to the meyne 
,n of the vessell the whyche the holy mayde had tamed; yet the holy mayde 
left not therfore, but alwaye she gaue therof to the poure folke, and be 
more the meyne dronke, the more largely she gaue to poure folke: and 
it was not aspyed, ne the wyne was neuer the vnfrell'her ne neuer the 
lasse in the vellell, but alle-waye kepte bis estate bothe in fulnesse and 



(1)1. endely. (2) tilge to a pyler. (3) 1. of coper; tilge forgoteu. 



The lyf <>f Saint Katherin of Senis. 9o 

in frellhenesse. Alle the meyne of the housholde gretely meruaylled 

ther-of that the vessell contynued so Umg and the wyne was so good and 
so ffeflhe(l): for it was well knowe afore that suche a vesseU of wyne 
myght not laste ouer xv dayes or xx dayes at the ferthest, aeuer- 
thelesse it contynued not onely xx dayes but a füll nioneth complete, 5 
and yet it semyd that the vesseU was 1100 wyse lesscned. All the meyne 
had meruayll ther-of (2) bot the wyne was so good and so freflhe and Lastyd 
so long(:'.), fl'or better wyne theni semed fchey tastyd neuer. It was vnknowe 
lo theni all how that myght be; but the holy mayde knewe well t-nogh 
bat it was by myracle of our lord by-cause of the almes that Bhe gaue 10 
ther-of the more(4) largely to the poure folke. And therfore ehe gaue 
ther-of the inore largely to pour folke openly, that all the meyne myghl 
see it: and yet it semed neuer the lesse in the vesseU. () nioneth' was 
passyd and an other began to entre, and yet the wyne contynued euer 
Lyke frellhe and lyke füll as it dyd fyrste, in to the tyme the grapes 15 
were rype for to make üewe wyne. Whenne the grapes were rype and 
veflellys were ordeyned for to be fylled wyth newe wyne, the mayster 
of the wyne bad and commauwded that the vessell whiche contynued so 
long wyth olde wyne, sholde be emptyed and fyllyd with newe wyne. 
One of the seruaurates made ordynaurace for to empte that vessell by 20 
fyllyng of botellys: and yet it semed neuer the lesse. Atte the laste the 
vessell was vndone for to be gawgid, to knowe ther-by what was lefte 
in the vessell: and it was founde all drye, as though ther had 110 wyne 
be ther-Inne niany monthes afore. Thenne all the housholde were inore 
ämeruaylled of bat myracle thenne they were of the habundaunce of k S> 
wyne afore. Loo, maydeus, what myracle our lord shewed by gyuyng 
of alnies-dede of this holy mayde Katlieryne; the whiche myracle was 
openly afterward knowen in the Cyte of Sene. Thus endeth this cha- 
pytre. The wyttenesse of thys mater conteyned in thys chapytre heu 
rehersed in thys chapytre. 30 

Of meruayllous dedys whiche she dyd i« lowely and besy seruyse to 
them that were syke. Cap. iiij. 

lhys holy mayde had a meruayllous compassyon in hyr soule of poure 
folke and nedy, but yet she hadde a more excellent and a more meruayl- 
lous pyte of seke fol'k; for the whiche pyte that she hadde of theni she 35 
wroughte many wonder thynges: whom I shall reherce by the grace of 
god tor the more edyfycacyon of theym the whiche shall rede or bere 
thys holy legende; and though it seine to somme incredyble, yet shall I 
not leue therfore. In the cyte of Sene ther was a füll poure womman 
and a syke, that for nede and wantyng of temporal] gooddes she was 411 
constreyned to lygge in an hospytal(5) in the same Cyte, where she sup- 
posed to haue and fynde remedye of hyr syknes that she myghl not 
haue by hyr-self. It happed thanne that she was receyued in to a poure 
hospytal] of the same cyte, in the whiche hospytall vnnethe she myghl 
haue' that she nedyd. Hyr sykenesse encrecyd so hyghely, that she was 4:. 
a lepre thorugh-OUt all hyr body. Thenne all that euer were wytli-l nne 
the hospytall, eshewed. hyr t{h)e more, and dysposed torthat sheaholde be 
sente to the spytellhous wytnoul the tonne, the whyche was ordeyned 
for lajaros, and not for to abyde amonges them. Whanne thys holy 
mayde perceyued thys, she wente füll of cnaryte to the same hospytall so 
and vysyted the poure leprous womman and mvnystred to hyr not onely 

the substaunce 01 temporal] g les bul also the aelpe of hyr owne my- 

aystracyon. For euery day on the morowe and euery oyght at euen 



(1) tilge and the wyne fresshe. (2) L therto. (3) tilge and lastyd 
i4) tilge the more. (5) C. hoapytak. 



DG The lyf of saint Katherin of Senis. 

she vvsyted the same seek womman by hyr owne persone, consyderyng 
in that same leprous womman bir spouse(l) Lhesu with liyr ghoostly eye, 
and therfore she serued her the(2) more besely. The more dylygentely 
and the more mekely thys holy mayde serued hyr, the more priule and 
5 vnkynde the seek womman was ageynst hyr — ffor so ofte-tymes it 
happeth in them that ben not meke, that the more mekenes ther is shewed 
to them the more proude they be; and there that they sholde thanke 
our Lord for the kyndnes whiche is shewed to them, the shewe rather 
Ininryes and wronges. Ryght so dyd thys seke womman to this holy 

10 mayde. \\ nan she saw that she was serued soo customably eüery day of 
thys holy mayde, she began to chyde hir whanne she was not serued to 
hyr plesaunce. It befyll other-whyle that thys holy mayde was longe at 
the ehyrehe and eontynued somtyme longer thenne somtyme, and that 
was the cause ofte-tyme why she was taryed fro that seek womman ; 

15 and after, whan she came late to the seek womman, she wolde chyde hyr 
sharpely(3) and sayde to hyr scornfully many suche heuy wordes: _<) 
Lady qnene, welcome, where haue ye ben so longe, Lady quene? A, dow 
ye be a grete lady, that so long haue beu at the frerys! Haue ye talkyd 
I-nough wyth the freres, lady?" Wyth suche-lyke wordes and many Lyke 

20 these she dyd what she coude to styre thys holy mayde to wrat'h ; yet 
was she not styred by hyr wordes, but rather serued hyr as she wolde 
hyr owne moder, and (4) comforted hyr as lowely and as mekely as she 
wohle hyr owne moder, seynge to hyr ryght tlius: „0 good moder, for 
goddes loue be not dyspleased wyth nie: for though I haue be louge, I 

25 shall mende all thyng anone." Than she hy(e)d hyr fast and made a 
fyre and ordeyned besyly for hyr mete and for all other uecessaryes, as 
she wolde for hyr owne moder, soo that the seke womman in all hyr 
vnpaeyence meruaylled of hir paeyence. Thys rebukynge eontynued hinge 
tyme, and yet was that holy mayde neuer wery of hyr seruyse, but 

:>0 rather eontynued. Many folk had meruayll therof, but hyr owne moder 
Lapa was gretely troubled wyth-al and cryed vpon hyr that she sholde 
leue that minystracion, lest she were a lepre as pe seke woman was, and 
oftymes she sayd to hir: ,,Doughter, I wote well thou shalt he a leper, 
yf thou contynue in seruyce of this seke woman, and that may I not 

3"> suffer; and therfore leue of, I Charge the." To whom this holy mayde 
excused her honestely and sayde that she hadde it of oure lord that she 
sholde not leue the minystracion of that poure woman, and soo she esed 
her moder, and she eontynued forthe in her hooly mynystracion. Thenne 
the fende perceyued that she myghtnot bee ouercome by suche (5) reuelyug: 

4t' he tourned hym to auother whyle(ö) by the suffraunce of oure lorde and 
made her hondes leper the whiche touched the lepers body of the seke 
woman, in soo ferforth, that euery body pat sawe her sayd that she was 
a leper. Yet wohl she not sece thefor, but rather desireth to be a leper 
than for to sece of holy ministracio;/ : she despysed her owne body and 

45 rought neuer what befyll to her, so that she might serue our lord. That 
Lepers sekenes eontynued vppon her many dayes, but her semed füll fewe 
daye(s) in comparyson of grete loue that she hadde to our lord. That 
blessyd lord, the whiche tournyd(7) all thynge to go(o)d in his louers, after- 
tyme he consyderyd the ghostely strengthe of his spouse this holy mayde, 

r, ° he wolde not'sufter that the lepers sykenes sholde longe endure in her. 
Wyth-in a lytyll tyme afterward it happed by the dysposycyon of our 
lord, that lepers woman sholde passe out of this worlde, soo that in(8) 
tyme of her passynge this holy mayde was wyth her and comforted her 

(ljC. spoust. (2) to. (3) shappely. (4) tilge serued — and. (5) C. äwete. 
(«j 1. wyle. (7j 1. tuuiuyth. ^8j C. in a. 



The lyf of saint Katherin of Senis. 97 

besely aiid blessydly. Whan she was passed, she waffhed deuotly fchat 
lepres body and ärayed it to the berynge, and whan her dyryee and her 
masse was done, she beryed her wyth her owne hondes. And assone as 
slie was buryed, the leper passed awaye tro her hondes, as though Bhe 
hadde neuer none sykenesse therof, but rather her hondes was more 
t'ayrer afterward thenne ony place of her body, as though she hadde 
neuer be touched wyth ony spyce of lepre. See not ye, maydens, what 
enerece of vertue this hooly mayde wan by fchis dede of mercy? Charyte, 
the moder of vertu, stered(l) her to doo that charytable dede of mercy; 
and mekenesse (was) coupeled with charyte, the whiche made her to bee sub- 
iecte and seruaunt to the seke; and also pacyence was coupeled wyth 
that charyte, the whiche made her to sufi're pacyeutly and gladly the 
seke wommans rebukynge. And yet ferthermore to this dede oll' charyte 
was knytte wythouten ony doughte sekernesse of clere faythe, by the 
whiche faythe she behelde euer her spouse lhesu in her sowie as ofte as 
she mynystred tu that woman ; and yet neuertheles failedci) none hope, 
by the whiche she contynued to the laste ende in her holy mynystracyon. 
After all thyse hooly Company of vertues folowed an open myracle, in 
clensyng of that lepre by the dethe of this poure woman the whiche she 
toke by her mynystracyon. This is a gracious myracle and a merueyl- 
ous! Yet sholde ye see and here a more merueylous thinge that folowed, 
yf ye lysten and here it besely. — In the same Cyte of Sene (3) there was 
a suster(4) of penaunce of Saynt Domynyk seke(5), pe whiche was called 
after the maner of speche m pat couwtre Pahnaria. Port suster Palmaria 
was so gretely styred to hate by excytacion of be fende agayust this 
holy mayde Katheryn, p«t as ofte as euer she sawe her or herd(6) her 
spe'ke or herd speke of her, she was hyghely troubylyd in her sowie, soo 
ferforth that she shewed alle the tokenes of malyce agaynste her bothe 
in bacbytyng of her pryuyly and openly and also in cursyng. Assone 
as the holy maide perceyued this, she shewed to her alle maner of mylde- 
nes and mekenes, for to pees her in that that she coude; but alway 
her seke suster despysed all her mekenesse to the vtterest and sette none 
pryce bi her. Thenne this holy mayde ranne by prayer wyth a Eeruent 
deuote herte to our lorde lhesu her spouse, prayeng to hym specyally 
for her seke suster, that he wohl vouchesauf to gyue her grace of for- 
gyuenes. The prayers were as a brennyng fyre ascendynge vp to our 
lorde, askyng of him bothe mercy and dorne. All-bee-it that the entenl 
of this holy mayde was nothyng ellys but for to aske mercy for her and 
none dorne, yet it was lykyng to" our lorde for that tyme not for to 
gyue hys mercy wythout dorne. There shewed oure lorde liy's grete dorne, 
but(7) by prayers of this holy mayde he shewed a more gretter mercy. 
He smote mercyably to that suster Palmarya in her body, that her soule 
shol(d) be made hole. But what hardynes of obstinaciorj was in that seke 
suster and what swetenes of charyte there-agaynst was in Ins spouse 
Katheryne, It was clerely shewed afterward by ryghtwysdom; ouermorei | 
he encresyng (9) in this holy mayde Katheryn the loiie of sowles, by ahew- 
yng of a wonderfull fayrnes of that susters soule, the whiche was fyrst 
by be ryghtwysdome of hym [-demed to bee dampned for her obstynacie, 
but (by) mervtes and prayers of this hooly mayde it was afterward saued. 
Wnan our lorde hadde smyte that suster Palmarya in her body bj 
bodely sekenes, to that entent onely that her -oiile -hold be more hole, 
yet wolde she not sece of her malycyous hate that she shewed wythout 

cause to this holy mayde, but rather was more greUOMS Il0 hei alter her 

U (l) C Btererd. (2) she Eailed. (3) Gtena (4) snatera. (5) tilg« »eh 
herd herd. (7) but yf (st. yitV). (8) euermore. (9) L encreayA 
Archiv f. n. Sprachen. LXXVI. 7 



98 The lyf <>i samt Katherin of Senis. 

sekenes theuue she was in her tele. The more froward she was to the 
holy mayde, the more mekenes she shewed agayn to her, and wold ofte- 
tymes füll charytahly be wyth ber and do her serüyce both wyth louyug 
word.es and dedes. Vct was that seke suster haraer thenne ony staue 

5 agaynste ber, that neyther by charytable wordes ae dedes ae seruyces 
she wohle not be pesed, but euer was grutchyng vpon her, soo ferfortli 
that she bad her goo out of the hous that she was inne wyth a wood 
violent spyryt. This con&yderyd our lord, that rightwis iuge: he leyde 
Ins honde of ryghtwysnes vpon that eninye of charyte and touched ber 

in soo soo sodenly, that bothe wythout shryfte and housell she drewe faste 
to the deth of body and sowie. Whan this holy may herd herof, anone 
she went to hei- Chamber and bysoughte our lord by deuout prayer for 
that SOllle, lest it sholde peryche by OCCasyOIl of her. Suche wordes she 
seyde to oure lorde in her sowie in tyme of her prayer, as afterward she 

15 was beknowe to her confessour: „Lord, wheder(l) 1 wretche am L bore 
to the ende (that) by occasyon of nie soulcs I-made lyke to be shold be put 
to endeles peyne? And wylt pou suffer, lord, p«t (I) by(2) occasyon of 
endeles dawpnacion to niyn suster, to whom I sholde be an Instru- 
ment of euerlastyuge helthe? A, niyn good lord, put awaye suche an 

;o oryb'yll dorne for (8) the multytude of thyn grete mercy. It had be 
better I had neuer be borne than soulis I-bought by (thy) precyous blöd 
shold for im' he dainpued. lorde, be thyse thyne byhestes the whiche 
thou behütest me by thy large mercy, (that) Isholde he profytable to the 
sowle-hele off myn neyghbours? be thyse the fruytes of helthe that 1 

25 sholde brynge forth, that (4) myn suster sholde be dainpued? And none 
douwte, myn synne is cause therof and of her payne, ffor other fruyte 
brynge 1 not forth but synne alone. But yet sball I not cese to aske 
mercy, vnto the tyme I haue sonime comforte of myn susters sauacion." 
In this wyse this hooly mayde prayed, more in sowde thenne in worde 

30 outward. And for that she shold haue the more compassyo« of her sus- 
ters sowie, our lord shewed her the(5) mifchef(b) (and) perile that her 
susters sowie was inne comered. And wythinne that syght oure lorde 
answerd her and sayde that he myght not suffer it of his ryghtwysnes 
but that suche a malycious hate and an obstynate must nedes be 

35 punyll'hed. Thenne the holy maide feil doune a-fore oure lord in prayer 
and sayde: „Lord, I sball go neuer out of this place in to the tyme thou 
hast shewed me thy mercy for niv suster. Punyfl'he me, lorde, for her 
synne, for I, that am cause of her trespaas, shold bee punill'hed and 
not she. Therfore, merciable lord, I beseche the for thy grete mercy/ and 

40 thyn endeles "godenes, that pou suffer not myn susters sowie goo out of 
her body in to the tyme that she haue receyued thy (7) grace and thy 
merci." Loo, maydens, that prayer was off (so) grete strengthe, that 
her suster soule myghte not passe out of the body vnto the tyme oure 
lorde shewed his plentuous mercy in her, notwythstondynge the seke 

45 woman lay adrawyng on thre dayes and thre nyghtes, soo that many 
folke that knewe her merueylled and sorowed for ber that she suffred 
soo louge a peyne. And yet in all that tyme this holy mayde continued 
in her deuout prayer, neuer cefing vnto the tyme she hadde ouercome 
in maner our (8) lord by meke teres. Thenne our lorde by her deuout 

50 prayers graciously sent his mercy vnto that sowie and gaue her clere 
kuowyug to knowe her trespas, and also gaue her suffycient eontrycion 
to helthe of her sowie. Assone as this holy mayde perceyued that by 
reuelacion that she hadde suche a grace, she weute to be seke susters 



(1) C. whyder. (2) by st. be. v o) 1. fro. (4) for that (i) in tbe. lü) pnis- 
qhefs; 1. misery. (7) that. (8) of our. 



The lyf of saint Katherirj of Senis. 99 

Chamber for to comforte her. And whan fche seke suster sawe this hooly 
mayde, she dyde her reuerence wyth grete Loye as she myght, whome 
she had first in grete repreue, and soo she accused her-self wyth spekynge 
and tokens makyng and asked her tnercy and Eorgyuenesse of her tres- 
paas as she myght speke: and soo she was shryue and hoselyd and .-, 
passyd out of this worlde wyth grete contrycion. Whan Bhe was passed 
out of this world, thenne our lorde shewed to this holy mayde her sowie 
in soo grete bryghtnesse and fayrnes, bat, as she knowleched afterward 
fco her confessour, it myght not be tolde ne Bpoken wyth mannys tongue; 
yet was not that fche fayrenesse that she sholde haue in blysse endelesly, 10 
but oonly the fayrenes that she hadde in her first creacion and in receyü- 
yng of her baptysme. And thenne sayde our lord to tliis hooly mayde: 
„loo, dere doughter, by the I haue receyued this Boule \w\ was loste I- 
thys not a fayre soule and a semely? Who(l) is be or Bhe fchat wyll not 
doo her besines för wynnyng of suche a fayre sowie? Vf fchat 1 (tliat) am r, 
pe most souerayn fayrnes, of whom cometh alle inaner of vertues, (loued 
so) fairnesse of mannys soule p«t I wold eonie doun fro heue« to erthe 
and shedde my blöde for to raurasom it. moche (more) ye thenne shold 
laboure so eyther for other, \>at so fayr a ereature be not lost. For this 
cause I haue shewed the this soule, pat pou may pe more herafterward 20 
be sterid for to wynne soules to nie, and also that fchou may stere other 
to the same grace." This holy mayde thenne thanked our lord for bis 
blessyd reuelacion, prayng hym mekely wyth alle the affeccion of her 
sowie that he wolde voucliesaf to gyue her that grace ener-afterward tliat 
she myght see the fay messe of euery soule of all tho the whiche beeil 25 
conuersaunt wyth her, so the more (to) he steryd for to winne her hedithe. 
The whiche grace «iure lorde graunted her and sayde: „by-cause fchou 
haste despised for myn sake all maner of flefl'hely conuersacion and art 
knyttc to nie in the spyryte the whiche am the moost souerayn spyryte, 
and also haste prayed soo besely and soo deuotily fore this sowie: ther- 30 
fore now I gyue thy soule clere syght by the whiche thou mayste per- 
eeyue and beholde bothe the fayrenes and the fylthes of euery soule that 
is present afore the; so that as thy bodely wittes afore this tyme haue 
perceyued the condyeions of bodyes, ryght so from this tyme forward 
thyn ghostely wyttes sholde perceyue and consydere the condiciona of 35 
the spyrytes, not only of tho the whiche ben I-presented t<> the but also 
of all other for whos helpe thou shalt praye, fchough they neuer be i>re- 
sented to thy bodely syght." — The grace of this gyfte was euer after- 
ward soo spedefuD in this holy mayde, that fro that tyme forward she 
pereeiued more clerly the qüalytes and dedes of be sowles of theym the ti 
whiche aperyd afore hei- than of her bodyes. So ferforth that in a tyme 
Mayster Beymound her confessour complayned to her of somme tliat 
grutched vppon her by-cause that she suffired many dyuerse persones to 
knele afore her and wolde not byd theym stond'c vp. To whom Bhe 
answerd in this wyse: n god knoweth, tader. that I am (so) occupyed aboute 15 
the consyderacion of her sowles, that I perceyued nothyng in maner of 
outward dedes.- Thenne asked her confessour of her andsayde: „Wheder 
ye see her Bowles?" To whom -he answerd thus: „Fader, vnder confes- 
syon I shewe to von that after-tyme OUT sauyour hadde [-gyue nie suche 
a grace that I sawe the fayrnesse off(2) myn susters soule the whiche "■' 
was ordeyned to be dampned Eor her trespaas by hia right-wysdom, 
be(3) delyuerd mercyable by myn prayers 3 (and) shewed me afterward 
hein Eayrenes, ther apperyd afterwar(a) vnnethe afore me (ony) but 
that I sawe the condyeions of fcheyr sowles. And bherfore, tader. I am 



(1) C. Loo st. who. (2) tilge the f. off. (_3) C. he. 



100 The lyf <>f Baint Katherin of Beniß. 

Byker: if ye hadde onys seen the fayrenesse of ;i resonable sowie, ye 
wohl BuflFre an bondred tymea bodely deth, if it were possyble, for the 
ivynnyge off a Boule; there is uothyng in this worlde that maye be 
lykenea i<> her fayrnesse." Whaw her confessour herd this, be prayed(l) 
a ber |>'/t she wolde vouchesaf to teil hym all the processe how ahe come 
t<> sn.li.' a reuelacion. Therme this boly mayde tolde him al the pro- 
cesse as it is reherced afore, all-bee-it though she tolde it but shortly 
and mekely of the trespas of bef seke Buster «Inno agaynst Ihm-; but her 
confessour afterward enquyred the Bothe of that oayous cryme of her 

10 susters be whiche knewe the?w botb well ynow. - Ferthermore to the 
more corafyrmacion of thyse thynges tliat ben rehersed afore, maister Rey- 
nioiiiid her confessour recordeth of her pat he was ofte-tymes a Bpeker 
bytwene her and the pope gregori -\i: ffor she was an ytaly (and) coude 
vnderstonde aone latyn, and the pope Gregorye coude vnderstonde none 

15 ytaly, and therfore Mayster Reymound her confessour, that coude bothe, 
was a speker bytwene them. Amonges alle other communycacions thal 
this boly mayde communyd wyth pope Gregory, she complayned her of 
the court of Borne and sayde that the(r) that paradyse sholde he of vertu, 
ther she founde stynche of cursed vic.es. Thenne the pope asked her by 

20 her confessour how longe she hadde be iu the courte. ... To whoin she 
answerd sodenly wyth a meke boldenes to the pope in this wyse: _to 
the worshyppe of almyghty god I dare well say that I perceyued moche 
niore the stynche of synne the whiche is vsed in the court of Home, at 
home in myn owue cyte there as I was borne, thenne they that hath 

2". sinned and synne euery day." Thenne the pope after this answere hehle 
bis peas and was merueylously astonyed; but her confessour maister 
Reymoünd merueylously marked (t)he wordes and wyth what auetoryte 
they were spoken to suche a wourthy prelate. — Also ofte-tymes it befyll 
bot'be to mayster Reymound ber confessour and to other that folowed 

30 that holy mayde in to dyuerse countrees, where neyther she ne they 
Game afore, bat ther come to her and to hym(2) many vnknowen persona 
semely arayed for to comin with theym of vertu, semyng as though they 
hadde be vertuous folke, but in trouthe they (were) encombred wyth 
wretched Bynnes: whos synnes she perceyaied anone, wherfore she wolde 

35 neyther speke to theym ne tourne her face to theym. And whan she 
sawe that they abode lange, thenne she brake out a lytyll her voyce 
more than she was wonte to doo and sayde to theym suche wordes: 
„Fyrst \ve shold amencle our lyf fro synne and goo out of the deuyles 
seruyce, and thenne to speke of our lord." Whara she had said suche 

in wordes, she wente fro theym assone as she myght gbodly; and afterward 
her confessour and her felawes founde it sothe that they were encombred 
wyth „wretched synnes, in the whiche synnes they COrctynued wythmiten 
epentauncer. — 

Another tyme also she spake wyth a woman, {>e whiche woman 

45 semed an honest woma«, but in soth she was the coneubyne of a man 
of holi chirche, and that was grete pyte. As they spake togyders, the 
wymmen myght not loke vpon the maidens face, by-cause euer the hooly 
mayde toUrned awaye her face fro her. Of this thynge her confessour 
hadde grete merueyle and in a tyme asked her why she dyde BOO. To 

50 whonie she answerd and sayde: „Fader, 1 am Byker: and ye hadde feit 
that stynche of synne that I feite in her, ye wolde haue caste oute alle 
that is in your Body for l'qweymul'nes." Loo, inaydens, all thyse eu- 
samples haue 1 sett bere, for ye sholde knowe what excellent gyftes of 
grace our lord gaue to this hooly mayde by-cause of her meke lyuyng. 

(lj C. prayes. (2) 1. liem. 



The lyf oi sainl Katherin of Senis. 101 

Ouermore our ghoostely enemye, the fend, perceyuyng thal thie hooly 
mayde wan grete vertues by the seruyce fchal Bhe dede fco seke folke, he 
thought by somme maner of wylle(l) fco wythdrawe ber fro that höh 

besynes; and yel myght he üot 3 fFor the i -e thal he was aboute tb 

[ette her, the more she encresyd vertuously by that occupacion. Ii befyl 5 
in a tyme that one of the susters of penaunce, whyche was called after 
fche maner of the countree Andred,(§) thie and red was touched bi the 
suffrauwce of oure lorde wyth a greuous infyrmvte, and thal was in thie 
wyse(3): She hadde vppon her brest a sore, the whiche was called a Cancer, 
and that fretid the nelHie rounde aboute; and it was boo corrupte thal 10 
there myght none come nyghe her for Btynche, bul yf they hylde her 
oose; and soo there was fewe or oone that myghte suffre to come nyghe 
her. Whanne this hooly Mayde perceyued this, she vnderstoode tnal 

oure lord had reserued(4) that seke suster to her kepyng: thenne an • 

she came to her, that wyth a glad chere she comforted her, and Bhe 16 
serued her gladly fco the laste ende of her sekenes. That seke Buster 

toke her seruyce the innre t'reely in as moehe ;is she con8ydered thal all 

other forsoke her. This holy mayde lefte no thynge vndo p^l was 
longyng to her seke suster, encresyd(5) her abhomynable Btynche 
neuer so moche; she Btode by her and opened her wounde, waflhed it lo 
and wepte(6) it and coueryd it, and yet neuer hyldeth(7) she her aose 
for doo Btynche ne shewed none token of Lothsomnes, ne neuer was 

lieuv ne wroth of seruyce ne wery about Iier, Imt gladli dyd her dilygewt 

seruyce, soo that her seke suster had nierueyle of the grete stedfasteno 

and of the grete sufferaunce and of the grete fulnes of (oue and charyte 2.s 
that was in SO yonge a mayde. Of this grete loue and charyte thal she 
shewed to that seke suster be fende had grete enuye and was aboute t<> 
lette that dede of nierey and of charyte after ins power. Fyrsl epon a 
daye. as tliis holy mayde was aboute to vncouere her wounde for to 
wallhe it and wype it and to refreillh it agayn, there came mit suche an 30 
odoure of Btynche, that vnnethe her stomake myght sufFer it, Imt almosl 
she was brought tu a vomyte. Assone as she perceyued that, she arose 
agaynsl her-self wyth an hyghe wrathe and sayde tu her fkeymous flefThe 
in thiswyse: ..whcther pou, wretched rlell'he, haste abhom ynacinn DOW of 
fchyn suster the whiche oure lorde boughte wyth Ins precious blodi 
bon niavste falle euery daye in pe same sykenesse thal Bhe is in. or 
in verse. Trewely, thou shalt be punyflned therfore." Ajione Bhe 
bowed done to the sore and hyld her oose and her mouthe open 
agaynsl the wounde soo Longe, vnto the tyme she feil in her-selfe 
that her skeymousnes was goo, and soo she ouercame fche Seflne thal was K) 
contrary to the apyryte. The seke suster behelde this and cryed to her 
merueylyng and sayde: „cece, dere doughter, corrupte do1 fchy-selfe wyth 
this foule stynkyng sore.- This holy mayde for alle her cryenge wolde 
mit aryse \]>, vnto the tyme she feit her enemye \\.-i- ouercome, and so 
she arose vp; and he auoyded awaye fro her for a tyme. Bai he. con- 45 
Byderyng that he myghl not haue the maystry of her. wroughl wylyly 
agaynsl her by(8) her seke Buster: he put in her herte Buche an heuenes 

agaynsl this holy mayde. that she lotheth her seruyce; and by lytyll and 

lytyll that malyce s tncresyd, that lothenes was t -ned in to an bäte. 

For though she knewe well ynow thal there was none that wolde Berui 
her Imt she. Imt yel -he secyd no1 oi thal pryuy bäte, bul brake oul 
agaynsl Ina- in to a suspycious gelosye for that i- the condycion "f 
theym \»n lyuen in hate: euer lyghtely for to leue a suBpycious thoughl 
of t In in that they hate. And at the laste she began to ymagene and 

dl 1. wyle. (2) lat. Andrea. > ■"• 1 C. thyse. il] receyued. 5) • 
neuer. (•',) 1. wyped, (7i ('. ehe Uyldeth she. i*i tilge her by. 



102 The lyf of Saint Katherirj of 8enis. 

bere li< j r an honde that whan she was not present wyth her, she was 
aboute somme actuell synne fleflnely in somme other preuy places. Yet 

wold not this holy mayde neuer sece of her holy seruise aboute her, not- 
withstondyng suspycious ymagynacions [-put agaynst lier: ffor she (wist) 
5 wel, that wyle come by the deuyll ; and the niore besy she was aboute 
her, the more wrathfuÜ was lier seke suster agaynst her by exortacion 
and excitacion of the fende, that euer hated the dedes of charite; In so 
moehe that he steryd that seke suster to Blander thys holi mayde openly 
of be filthe of vucle/uie(s). And that sclander was so opeu, that at the 

10 last, whanne that it came to hir susters heryng, somme of the oldest and 
of the stedfastest cam to thys seke suster, for to knowe the trouthe. 
Thanne the seek suster, as she sclau^dred hyr a-fore, ryght soo she con- 
tynued in the same sclaunder to hir susters, accusyng hir füll foule actuell 
\ nclennesse. Of the whiche foule accusacyon thyse sustres were gretely 

L5 ameruaylled and styred ageynst thys holy mayde: and so(l) called (hir) 
forthe afore them and sharpely rebuked wyth many repreuable wordes, 
axyng of hir Iioav she wold suffre hyr-self to be deceyued for to lese hyr 
maydenhode. To whome thys holy mayde answerd füll pacyently and 
softely, seynge thus: „Trewely, ladyes and sustres, by the grace of our 

20 lord ihesu eryste I am a mayde," and neuer wold she say other worde 
in blamyng of hyr that so had accused hyr but onely thus : „Trewely, 
I am a mayde, trewely, I am a mayde." Yet for all thys she cessyd 
neuer of hyr seruyse, all-be-it that it was füll heuysom to hir for to here 
suche wordes and sclaundre, but yet fyrst she serued hyr seek suster, 

25 and afterward went to hir chawbre for to praye — for that was hyr 
most comforte in all suche dyseases. There she prayed in soule more 
thenne in wordes by mouthe, and bat was in thys wyse: „O almyghty 
god and my dere beloued spouse, thou knowest well that the name of 
maydes is tender and lyghtly for to catche sclaundre, and namely of 

30 suche maydens that haue chosen the to be their spouse: and that was 
be cause why that thou woldest that thy gloryous moder, our lady Saynt 
Mary, was commytted to Joseph, that was called and spoused(2) hyr hus- 
boud, for to kepe hyr name of virgynyte wythout sekunder. Thou 
knowest, lord, that alle thys sclaunder the whiche is putte vpon me, is 

:« come by the fende, the fader of lesynges, by-cause I sholde cesse of the 
besynes the whiche I haue begönne for thy ioue. Therfore, lord, I praye 
the helpe me, that knowest well I am gylteles, and suffre not thys wycked 
enemye, the whiche was ouerthrowe by thy passyon, to haue the maystrye 
of me." Whanne she hadde prayed thus longe to our lord wepyng 

10 plenteuously, oure lorde appyred to hyr, as she knowelechyd afterward 
in confessyon to hyr confessour mayster Reymond, holdyng in his ryght 
honde a golden crowne arayed with precyous margaryte stonys, and in 
hys lyfte honde a garlonde of sharpe thornes; seyng to hyr in thys 
wyse: „Dere doughter, it is nedefull bat thou be erowned wyth owne(o) 

45 of thyse two crownes, and therfore diese whether thou hast leuer haue 
of thys two. Chese now whether thou haddest leuer be erowned wyth 
the sharpe crowne of thorne in thys lyf and that other to be reserued to 
the in euer-lastyng lyf, or ellys (now) for to haue this precyous crowne and 
for to haue bat other after thys lyfe!" Thenne thys holy mayde sayde: 

50 „Lord, thou knowest well that I haue forsake myn owne wylle and cho- 
sen for to do after thy blyssed wyll : therfore I dare not chese no-maner 
thyng wythout thy plesaunt wyll. Neuerthelesse, by-cause thou wylte 
that I sliall answer, I say thus: that I chese rather in thys lyf euer to 
be cowfourmed to thy ldessyd passyon and soo for to suffre peynes for 



( 1 ) C. so was. I 2 ) 1. supposed. (3) 1. one. 



The lyf of saint Katherin of Benis. 103 

thy loue." After fchyse wordes anone she toke of our lordes hondes the 
garland of thornes feruently, and put it myghtely vpon hyr bede wyth 
a maner of vyolence, tbat the thornys percya hir hede rounde about as 
hir thought, in SO moche tliat she had a peyne long afterward in hyr 
hede by prykynge of the thornys, as she recorded hir-self openly to R 
mayster Keymona, hyr eonfessour. Than sayd our Lord to hyr thus: „in 
my poure is al fchyng, and as I haue suffred this sclauwder to be areysed, 
rvght .so it is in my power to cesse it. Therfore thou shall contynue in 
that holy seruyse as thou hast begönne, and gyue im stede to the feudi 
that wohl let the; 1 shall gyue the füll victorye of thyne enemye, that 10 
what that euer he hath Imagyned ageynsl the. it shall turne to hys owne 
hede, for thy more ioye and hys more peyne." Thus was thys holy 
mayde comforted, and soo bode stylle in that holy seruyse. Bul whanne 
thys sclaundre cam to hyr moder Lapa: all-be-it pat she was seker ynough 
of hyr doughter, she was gretely styred by thys sclaunder, and sayd to i;. 
hyr wyth myghty spyryte in thys wyse: „Doughter, haue I not oft sayd 
to the that thou sholdest nomore serue that stynkyng woman? Loo what 
reward she hath gyue the hir thy besye seruyse: she hath sclaundred 
the füll foule to all thy sustres. Yf thou euer serue hyr more or come 
to hyr, neuer shall I ealle ne nanie the my doughter afterward, ne thou 2d 
nie thy moder." Now was this the sotylest wyll(l) of all: ffor ther the 
fende myght not haue the niaystrye of hir by selaunderyng of hyr seek 
suster, he begänne wyth a maner of pyte to lette hyr of hyr holy seruyse 
by hyr moders mouthe. Thenne was thys holy mayde astönyed somwhat 
för hir nioders wordes, and at the last she wente to hyr and knelyd 25 
afore hyr, seynge to hyr thus: ^Swete moder, whether our lorde wolde 
be pleased yf we leue vndone the dedys of merey to our negyhbours for 
theyr vnkyndenes? Whether our sauyour lefte to raunsom vs by suf- 
fryng deth on the crosse for the reprouyng wordes and obloquye of men? 
God knoweth, moder, and your charyte also: yf I lefte thys seek suster 30 
and wolde do hir no seruyse, there wolde none do hir seruyse, and so 
she shold deye for defaute. Sholde we be cause and occasyon of hyr 
deth? She is now a lytell deeeyued of pe fende; perauenture here-after- 
ward our lorde wyll ^yuv hyr grace for to knowe hyr trespas." By 
suche wordes and lyke to thise at the laste she wan hyr nioders blessyng, 
and wente to the seek suster ageyn and serued hir so gladly as thougfl 
she had neuer sayd euyll of hyr. The seke suster was than astönyed, 
and perceyued thenne that she' had do amysse: and begänne to haue 
sorwe and' contrycyon in hyr herte of Ihr sclaunder that she had put 
vpon hir. Thenne our lord shewed merey to hyr, and for to oaake the tf> 
good fanie of hys niayde. he shewed that seek snster in a tyine. as she lave 
in hyr bedde, a gracious vysyon, that he wouchesauf to shewe to thys holy 
mayde(2) vpon a daye. Whanne thysholy niayde wente to hyr chamhre 
after hyr seruyse that she had (to) do to that seek sust«r, that same seek 
SUSter sawe, as she laye in hyr hv(\(]v, aboute the holy mayde a grete lyghl • 
comyng don from heuen, of' so grete mirthe and swetenes th.it it madenyr 
for to forgete vtterly all hyr dyseases. What thys myght mene, clerelj 
she wyst neuer, but she Loked aboute here and there: and behelde the 
maydes face transformed or trawsfygured, that hyr semed thal she was not 
thenne Katheryn Lapais doughter, bul rather lyke to an heuenly crea- B0 
tnre gloryfyed, and that Ivghte beelypped hyr rounde aboute. And the 
more she behelde hyr. the 'more she yelde bir-seb gylty in hyr sowie to 
our lorde of the sclaunder that she putte vpon that holy mayde. Whanni 
thys vysyon hadde taryed a whyle, the whiche appyred to the bodely 



il 1. wyle. (2; tilge that — mayde. 



104 The lyf of saint Kathcrin of Senis. 

eyen of fchal seek suster: ms it came, so it passyd awaye. After the 
whiche passyng the seek suster was long after comforted, and also sorow- 
foll, for her trespas; and anone she axed mercy of the holy mayde, wyth 
sobbyng terys, that slie had so wyckedly fcrespasgyd ageynst hyr and 
5 sclaundred hyr füll falsely. Loo, maydens, by that outward lyght our 
lonle gaf hyr an Inward lyght, for to knowe how falsely she was deceyued 
by the fende. Anone forthwyth, whanne this holy mayde herde how 
mekely she axed forgyuenes, she wente to hyr mekely and took hyr in 
her armes and kyssed hyr, seyng to hyr thus füll comfortably : „Dere 

lu inoder, I am not dysplesed wyth you in no wyse, for I wote well it was 
the fendes malyce and not youres; but I thanke you wyth all my herte 
for ye loue(d) me in that ye wolde I were kept clene, and therforc I wyte 
you no thyng of all thys but the fende that hath wrought all this so 
malyciously ageynst me." Wyth suche wordes and lyke thyse thys holy 

L5 mayde comforted hyr seek suster and dyd hyr seruyse, as she was wonte 
to do; and whan she had do, leste she shold haue spende hyr tyme in 
vayne, she wente to hyr chambre and occupyed hyr in prayer. In the 
mene tyme the(l) seek suster knowleched hir gylty with wepyng and 
waylyng afore all thoo that came to hyr, and sayd openly afore theym 

20 alle that by dysceyte of fhe fende she sclaundred pe holy mayde wrong- 
fully, and she axed forgyuenes of hem alle, fror, she sayde, that she 
knewe well ynough \>at this mayde was not onely pure and clene from 
flefl'hely synnes, but also she was holy and fulfylled wyth the holy ghoost, 
and that she knewe well. Thenne somme of the saddest of hyr susters 

25 axyd hyr pryuely and wysely how T she knewe that the mayde was holy, 
and what tokens she hadde therof. She answerd stedfastly wyth a fer- 
uent spyryt that she knewe neuer afore what was swetnesse of the soule 
and ghoostly comfort vnto the tyme she sawe thys holy mayde afore hyr 
transfygured or transformed and ouercouered with an vnspekable lyght. 

30 Eftesones thenne hyr susters axyd hyr whether she saw that syght wyth 
hyr bodely eyen. (She sayde yes), but she coude not teile (2) wyth noo thyng 
the fayreues of that lyght and the swetnesse that she feite in" hyr soAvlefor 
that tyme. Thenne be holy maydens name began to encreace vertuously 
ouer-all: for there the fende was aboute to dysceyue and to hynder hyr 

35 name, there the holy ghoost enhauncyd hyr name vertuously. But in all 
thys, ryght as she w r as neuer the sonner throwe doun by an euyll fame, 
ryght so she was neuer the more enhauncyd in hir-self by elacyon for 
suche a good name. She contynued euer forthe in hyr holy seruyse and 
dyd hyr besynesse euer for to knowe hyr-self that she was nought. But 

40 yet hyr ghoostly enemy, the fende, cessyd neuer for to lette hyr: efte- 
sones he tempted hir in hir holy minystracion by squeymousnes of the 
stomake. In a tyme whanne thys holy mayde well'hyd hyr seek susters 
horryble wounde, there cam suche a sauour out therof, that she was in 
poynte to caste out all that was in hyr body. Thenne she rose ageynst 

45 hyr-self, and so moche the more vyolently that she had (had) the victorye of 
another temptacyon by the grace of the holy ghoost; and sayde to hir- 
self thus: „Trewly, wretche, thou that (3) hast so moche abhomynacyon, 
thou shalte receyue it wythin the." Anone she toke all the weli'hyng of 
that wounde, with the matter and fylthe, and went asyde and drawke it 

50 of preuely. Whanne she hadde so do, all hir temptacyon of abhominacion 
cessyd. This was tolde afterward to mayster Reymond, hyr confessour, 
in hir presence; to whome she addyd and sayd pryuely that sythen she 
was borne in thys worlde, she ete neuer ne dranke so* swete ne so good 
a sauour of noo-maner mete ne drynke. After thys gloryous vyctoryq 

(1) <..'. that the. (.2) teile it. (3) 1. that thou hast in. 



The lyf of saint Kathcrin of Senis. 105 

tliat same nyght suyng our lord thesu crysf appyred to that holy 
mayde, shewyng to hir hys fyue blessyd woundes tne whiche he suffreä 
for our helthe, and sayd thus: „Dere doughter, many bateyllea thou hast 
ouerpassyd forme, and by my helpe thou hasl ouercome them yet hyther- 
to; for the whiche vyctoryes thou art to me ryght welcome : butspecyally 5 
yester-day thou plesyst me gretely in that that pou dyspysedest fchyne 
owne nature and kinde fand) for my Loue thou receyuest a drynke the 
whiche was abhomyiiable and dedely. Therfore, ryght as in that thou 
passist thy kynde and thy nature, ryght so shall I gyue be a drynke 
that passyth the custome and the kynde of man.- Wyth that he helde In 
hys arme of'(l) hyr necke and brought hyr mouth to hys blessyd wounde 
in hys syde and sayd to hir thus: "„Drynke, doughter, out of my syde 
the drynke of helthe, by be whiche thy soule shafl he fulfylled wyth so 
moche swetenesse, that it shall rebouwde in to thy body, the whiche thou 
hast so meruayllously despysed for my loue." Thenne thys holy mayde 15 
fowked out of the pype of lyf comyng out of hys blessyd wounde wyth 
the(2) mouth ofhyrbodye, but moche more wyth the mouth of hyr sowie, 
louge tyme to-gyder füll plentuously an vnspekable drynke of euer- 
lastyng helthe. At the last by the ordynaunce of our lord she cessyd. 
and yet thursty, not^withstondyng she had ynough. Now, maydens, I ~ u 
praye you, consydereth mekely thys vertues acte of thys blessyd mayde! 
Hehohieth, 1 beseche you, the rote of hir charyte, wherc-with she was 
moeued to take vpon hir so iowely a seruyse for to seine seek folke! 
Also beholdeth how long she contynüed in that seruyse, not-wythstondyng 
the grete lettyng that she had by abhomynacyon of nature! Benolde(th) (3) 2"> 
also the grete stedfastenes that she hadde in abydyng, not-wythstondyng 
the foule seiandres the whiche were put vpon hyr! And at the last be- 
holde(th) (4) a notable cowclusyon, how after-tyme she hadde receyued that 
holsom drynke out of our lordes syde, she was fulfylled wyth so moche 
habundaunce of grace, that she e e neuer ne myght ete afterward in suche 30 
a wyse as she dyd afore, as it tshall be declared more clerely wythin- 
forthe. For as touchyng this chapytre, I shall make an ende. — There is 
no thynge wryteu ne reherced in thys chapytre but suche as mayster 
Reymond, thys holy maydes confessour, knewe it out (of) hyr by confes- 
syon of hyr, or as he founde by wrytyng of hyr conf essoui" that was afore 
him. or of certeyn of hir sustres the w'h iche were trewe and sadde of leuyng. 
Of hyr synguler maner of lyuyng; and how they were dysceyued 
that grutched wyth hyr meruayllous fastyng. Cap. V. 

Affber-tyme our lord Ihesu, the endeles spouse of thys holy mayde, had 
proued hir in the ouen of manyfolde trybulacyons and also had taught l" 
hyr to ouercome hyr ghostily enemy be fende by dyuers bateyll 3 it were 
ryght semely bat he shold reward hyr in thys lyf wyth somme specyall 

gvfte of grace. But by-eause that soules, as longe as they ben in the 
Body, may not fully reeeyue the fruvte of vertue as it is had in blysse 

endelesly, therfore it is füll nedefull as for the fulfyllyng of the dyuyne <"■ 
prouydence of our lord, that euery chosen spouse <>f hys in erthe shold yet 
dwelle in erthe and neuerthelesse yel -hall be endowed with Bom Bpecyal 
reward of mede (5). Fbr this cause it was that oursauyour wouchesauf to 
begynne in bis spouse and in bis handemayde Katheryne iim this wretched 
lyf a maner of an heueuly lyuyng, and wytli that maner of lyuyng he wolde 50 
assocye hyr to erthely Eolke: therfore with (tfl Buche a maner of reuelacyon 



(1) l. on. (2) »'. hyr. i •'! i behelde. it» slie behold«. (5) lat s.-.l qoia via- 
trices animn- per ipsam juvandffi fructiim ejus Dondnm, juxta deoretnm eternom, 
plcne pereeppvant, necesso. t'uit pro divina Providentia complemento n1 ;"1 hoc Bponsa 
remancret in terris, et niliiloiiiiuus anlia ateroi pramii <\ donaretur. (6) whichd 



106 The lyf of saint Kntherin of Penis. 

he enfourmed hyr. It befyl] in :i tyme thai thifl holy mayde prayed in byr 
chambre: where our 1< >r*l apperyd to hyr und sayd in tbis wyse: „Wete 
ryghl well, dere beloued doughter, thai thyne abydynge in erthe shalbe 
i'nlf\ Uni witli so many meruaylloua gyftea of my grace, that it shall be 
cause of Btudieng(l) and tncredulyte to man; marines hertes, :m<l specyally 
to fleflhely meraiys hertes that knowen not the inaner of my gracyous 
gyftes, and also many thai Ionen the they shall be in thoughl and sup- 
pose thai my passyng loue the whiche werche in be shold be dysceytc. 
For I shall gyue so grete habundaumce of grace in thyn sowie, thai il 
shall meruayUously rebounde in to tliy body, by the whiche thy bodj 
shall receyue and haue a meruaylloua maner of lyuyng the whiche hath 
selde be herde afore. Ferthermore thyn herte shall be soo gretely kyn- 
delyd of helthe of soulea, that thou ahalt forgete in maner thyn owne 
kynde and chaunge al thy fyrst conuersacyon : Hör thou shall not eshewe 
and shun the Company of men and wommen as thou were wonte to do, 
hut rather Cor theyr söule-helthe thou ahall put the to all maner of la- 
boure to thy power and myght. Of thys maner of lyuyng many one 
shold ('_') he aclaundredj and so of many thou ahall be ageyn-sayd, that 
the thoughtes of theyr hertys may he knowen by theyr wordes. Hut loke 
thou he in im wyse aferde ne troubled. for 1 shall euer he wyth the and 
delyuer thy sowie from treucherous tonges and lyers. Therfore werke myghr 
tely thai the holy ghoost ahall teche be, for by ]iel shall delyuere (many) 
ma/mes sowie out of the fendes power, and by mediacion of my apecyall 
grace I ahal lede them to heuen." Whanne our lorde had sayd tliyse 
wordes and often-tymes had rehersed to hyr the same, comf ortably (3) as 
touchyng that poynte where our lord sayd to hyr that ehe sholde not be 
a-ferde ne troubled: ahe answerd, as she beknewe afterward in conf essyon : 
„Thou art my lord and my god, and I thy wretched seruaunt : euer-more 
thy wyll he done: but haue mynde of me, good lorde god, after thy 
^rete mercy, and helpe nie." And thua vanyll'hed and cessyd this vysyon. 
Thys holy mayde bethought hyr and kepte well in hyr herte wha(t) this 
gracyous chauwgyng sholde be in tyme comyng. Fro that tyme after- 
ward fro day to day the grace of oure lord Ihesu enereced in hir herte. 
and the holy ghost habounded in hyr, so moche, that she hyr-self was 
astoned therof and wext fehle in body and sayd as the propheel sayd 
thyse wordes: Deficit caro mea et corpus meum, deus cordis mei, et pars 
mea deus in eternum: that is : my body and my nell'he Eebled and 
defailleth, hut, good lord, he bou gouernour of myn herte and my jiarte 
wythouten ende. And eftesones she sayd, as the same propheet sayd 
in another place: Memor fui dei et dileetata sum et exercitata sum. et 
deficit spiritus mens: that is : I haue mynde of my lord god and 
haue therin grete delyte, and I hauwce me in boft ghostly delyte, and 
therfore my spyrytes and strengthea of my body wexen fehle and de 
fayllen. This mayde wext seek in hody for the loue of our lord, and 
hir sekenea had im remedy hut by weping and waylyng : and therfore she 
wept and wayled euerv day; and yet by suche wepyng and waylyng she 
myght not soeour hyr sekenes. Than our lord put in hyr herte that it 
sholde be good for hyr, as for a souereyn remedye to hir sekenes, oft- 
tymea to he housled, that so she myght receyue that lord bot she loued 
by sacrement of the autre. of whom she myght not yet he fulfylled fully 
iti thys lyf as she shold he in heuen-hlysse. And netheles bat was cause 
ni more loue, and encrece of gretter sekenes; hut yet for a tyme it made 
satyffaccyon by the vertue of the feyth to pe furnacelll of hyr charyte. 
that brenned contynuelly in hyr herte by infuffiacyon of the holy ghoost. 



(1) lat, Stupor, (2) 1. shall, (3) lat potisshw. (4) seiuyse; lat. fomaci. 



The lyf of saint Katherin nf Senis. 107 

After-tyme ehe had in cuetome to be comuned and bouseled ae ii were 
euery day, all-be-i1 though ehe were oft-tymea lette by sekenea oi body, 
and (al-)aoo(l) foi besynesthat she had oimennea soules. ßhehad suche 
a desyre ofte for to be houseled, t hat bul yf she were, liyr b'ody ßholde 
suffre grete peyne and in maner it sholde fehle and defayll. And right 5 
as the body had parte of the baboundaunce of the spyryte, by affluence 
that haboumded fro wythin-forth, ryghl so it myglrl qoI be bul vf(2) ii had 
be perteyner of the aneuyflne and dysease that the Bpyryt suffred. Thya 
mater shall be declared more Largely by the helpe of god afterward: ffor 
now I shall teil von of the nieruayllous lyuyng pol she leiied as touch- l" 
yng- hyr body. Mayster Reymond recordeth thus of this holy mayde, 
as he knewe well by hyr confessyon and also by wrytyng of hyr confes- 
sour afore hym, bat, after-tyme she was vysyted by bat forsayd vysyon, 
she had so moche plente of graces and ghoostly comfortes, and namely 
whan she had reeeyued mir lord Ihesu in pe blessyd saercinuit of the 15 
autre. that it reboundyd in to hyr body by a copyous affluence, that the 
kyndly consumpcyon of dygestyon in hyr body had oo place, bul ii 
ehaungyd so the kynde öf hir stomake that the receyuyng of niete waa 
not now jiedfull to hyr. for(3) she myght not receyue mete wythout grete 
torment of the body. And yf she shold algates ete, hir body suffred "" 
ryght gret peyne, for(3) it myght haue no kyndely dygestion, but nedys it 
must by vyolence come out ageyne bat she ete ther that it went Lnne. 
It is not lefull to wryte wyth a penne how ofte and how many peynea 
this holy mayde suffred for receyuynge of bodely metes. This-mnner 
kynde or condycyon of lyuyng in the begynnyug ""i s to many folke, bothe 25 
to them of the houshold and to other that were conuereaunt wyth hyr. 
so Incredyble, that they nanied this synguler gyfte of god eyther a temp- 
tacyon or ellys a sottyll dysceyte of the deuyll. In to this errour fyll 

maysterßeymond(4), hyr confessour, as other dyd, {>"t wende she had he 
disceyued of hyr enemy pe whiche oftymes transfygured hym-seli to an 30 

aunjrell of lyght for to deeeyue soules; and therfore he had hyr ete hir 
niete enery day and gyue no eredens to suche desceyuable vysyona that 
wold lett hyr fro hyr inete. Thenne sayd this holy mayde to hyr con- 
fessour that she founde well by experyence pat she was more hole in 
body whan she reeeyued no bodely niete. Üuw wlianne she reeeyued it. "'• 
Yei for all -nche exeusaevons he wold not cesse of Ins preeepte. liut 

badde and commaunded hir bat she shold etc. Thenne she, as a treire 
doughter of obedyewce, obeyed to his byddyng and ete hir niete, vnto be 
tynie bi >ekenes she was almost dede. thenne she ealled hyr confessour, 
mayster Keymond, and sayd to hini thus: .Kader, yf M»e to moche 10 
fastyng were(5) cause ofmyn one deth, were I a sleer ofmyn one body?" 
He answered and sayd yes. Thenne she askyd eftesones: „whether it be 
gretter Bynne to be dede bi etyng or by abstinence?" He sayd: by etyng. 

Thenne she sayd: ..sythen it is so that ye see nie wexe fehle and nere 
to the dethe by etyng, a- ye knowe well by experyence. why wyll ye i 
foinbede nie etinge, as ye wolde forbede nie fastyng in suche a caas?" 
To this reso« he coude not answere, bul by-cause he perceyued that she 
was nyghe to deth by euydenl tokens, he sayde to her: „doughter, doo 
as onr lord taughl the; ßbr they ben merueyloua thynges to nie that I 
see our lord werke in the." .Many grutchynges ther was in the hout 
holde agaynste her for this merueyloua lyuyng, by-cause they knewe not 
the gracious werkynge oi god in her: and therto also they stered her 
confessour, mavster Reymound, to repreue her, albe-il it was ofte-tymea 
agaynsl hia wyll. And whal grete dysese she suffred of other I . there can 

(1) C. boo. (2) l. |»t. (3) l. '4i im lat i-t pb dei frühere Beichl 

v»ter. ii>) ('. wer*- 1. iß i 1. therof? 



108 The lyf of eainl Katherin of Benis. 

none tongue teil; by-cause she was soo obedyent and soo grounded in 
mekenes, that (she) coude nother excuse her-self De wythstond the wyll of 
her confessour, what that euer he badde her doo for one or other. She 
wyst well that I>e wyll of god was eontrarye agaynst :ill their domes, and 
im the other syde she was af erd for the dred of god to forsake obedyence 
that she was Sode by her confessour, andtherto she was lothe to Dotefye 
the trouthe to them carnell peple, by-cause the coude not sauore suche 
a ghostely trouthe: tlierfore what slie sliolde doo, she wyst neuer. Thus 
she suffred moche angwyshe in this conflycte. But amonges alle thyse 
eonilictis she ran to her praye(r), and for a souerayn reniedy she wepte 
plentuously afore oure lorde teres of sorowe and of hone, besechyng hym 
niekely wyth inoelie instaunce that he wolde vouchesaf to shewe hys wyll 
to all tho that were contrary againste her tnaner of lyuyng, and specyally 
to her confessour, whom she was moste lothe to offende. She wolde not 
reheree the worde of the Appostles that they sayde to prynces of the 
lawe, whan they sayde thus: Oportet ohedire deo niagis quam hominibus, 
that is: we sholde rader oheye to god than to man; but for to seye so 
she was lothe, lest it sholde haue he answerd her bat the fende trans- 
figureth hym ofte-tymes in an angell of lyght and therfore she sholde 
gyue none eredens to euery spyrit, ne sholde not leue to moche to her 
owne wytte. but to doo alter counseyll. In this deuout prayer oure lord 
herd her graciously, as he dyde in many other, and ofte-tymes illumyned 
her eonfessour-his sowie and chaunged Ins counseyll. — But now I shal ( 1 ) 
sece of this mater and procede in the processe of this holy maydens lyu- 
yng. The fyrst tyme that this speciall grace befyll her, she was soo 
füll of the holy ghoste, that fro the begynnyng of lenton in to Aseeucion 
off' oure lorde she was wythout bodely niete or drynke, euer glad and 
mery\ This was none merueyle: for the fruyte of the spyryte is charyte, 
ioye, and peas, as saynt poule sayth, and as our lord sayth hym-self: A 
man lyueth not alwaye wyth bodely sustynaunce, but wyth the worde 
that cometh out of goddes mouth, and for as holy wryt sayth: .lustu> 
ex fide viuit, that is: the ryghtwysman lyueth by the fayth. Od be 
ascereciow day our lorde graunted her that she shoide ete, as she toldc 
afterward preuely to her confessour, and soo she dyde: for she ete bred 
and potage of Wortes and other rawe herbes and also other lenton nietes: 
for that merueylous body aboue kynde myght not receyue none delycate 
nietes. After that day she tournyd agayn to her symple faste pot she 
hadde begunne afore, and soo by lytyll and lytyll she tournyd that symple 
faste in to a costome contynuellv, that was neuer herd in to tho dayes. . . . 
Her confessour, mayster Reymound, berith record and sayth that ofte- 
tymes he knewe that her body was not comforted by none bodely mete 
ne drynke but only with colde water, vnto the tyme she was broüght to 
suche a febylnesse, that hym thought, and other moo, that Che was al- 
most dede; but assone as she herd saye of ony oede that shold be dooe 
to mawnis soule, she caught strengthe sodenly wythouten ony bodely 
eomforte, that she was able to goo as mightely as euer she was, wythout 
ony greuauuce, aboue the commune strengthe or of other the whiche fol- 
owed her, and neuer was wery. Wherof eaine this grace. trowe ye. bul 
only of the spryte, that comforteth and qnickeneth the body merueyl- 
ously aboue kynde, naniely of suche a Body that is suhiecte to the 
spyryte in alle ghostely Werkes? By this may euery ghostely man vnder 
Stonde that alle thys holy maydens lyf was aboue kinde and füll of 
myracle. In a tyme' wdian'she hadde faste soo Longe and lyued without 
mete and drinke, her confessour, Mayster Reymound, asked her wheder 



(1) slialt. 



The lyf <>f saint Katherin of Senis. 109 

slio had ony tyme ony maner of appetyte to mete or drynke. To whom 
Bhe answerd thus: .1 haut' so grete Bwetnea tliat mir lord gaue me by 
receyuing of that blessyd sacrament off be aulter, bis owne preciou« fleati 
and blöd, bot in qoo wyse I myght desyie aone-maner bodely Bustynaunce 
of mete or drynke." Therene her confessour asked eftsones: whether slm 5 
had ony appetyte to mete bat day that ahe was not bosylyd. She said, 
nay, for whan it happed that she was doI boselyd, the presence and the 
syght of that blessyd sacrament, and not only the sighl of |>"t blessyd 
Bacr(a)ment but also the presens of that preste the whicne Bhe knewe welle 
hadde hat day sayd masse and t-touched that blessyd sacrament, com- 10 
torted her in suche wyse that slie liadde noiie mynde of bodely niete. 
This holy mayde Btode bothe füll and fastyng, wythoutfortb fastynge and 
wvthintorth füll, wythoutforth drye and wythinforth moyste with flodes of 
quyk water, and in alle maner of chaunces she was euer glad and 
iocimde. But the fende myght not suffre this that slu- shold thus he 10 
endowed by suche gracious gyites, but by his yenym(o)s woodnees of maly- 

ßious enuye he steryd hothe spyrytuall folke and tempcrall folke, Kely- 

gious aud seculer, againste her for that synguler gyfte of fastynge. 
Merueyle not though he styred ghostely folke and relygyous agaynst her, 
for in suche, but yf theyr owne loue of theym-self were fully quenched 20 
by grace, regnidih niore perylous enuye thun in other, and nainely whan 
fchey Bee another doo the whiche them thynketh is vnpossybyle theym 
for to do. Serche wiselv now and aspye whether this was not soth 
amongea the holy fadres dwellyng in thebayde: There was a seculer man 
that canie to the grete congregacioft where Phatomye was abbot, for to -i:, 
receyue the habyte amongea theym; and whan he was receyued to the 

hahyte of(2) \><n holy congregacioii, the coiient sawe how nicriieyloiislv 
he lyued, and they myght not doo as he dyde: they came alle wyth one 
voyce, gretely steryd agaynste Phatomye, and had hym cyther put out of 
the congregacion that newe monke or ellis thei wolde not abyde wyth so 
hym. Loo, yf suche enuye regned thenne in tho dayes amonges suche 
bot were holde ryht perfyght tolk. what enuye. trowe yc. myht regne amon- 
gea onr ghostely folke bot lyuew in thyse dayes? It i> aone wonder ther- 
fore, thoii ghostely folke grutched with this holy maydes fastyng. For 
Bomme there were that Bald: there is none lyuyng gretter than mir lord SS 
and (3) oure Lorde yet ete and dranke whiles he lyued in erthe, and his 
blessyd gloryous moder oure gloryous lady, gloryous vyrgyn marye, and 
alle his appostles also, 1 1 1 whom mir Lorde had that they shold ete and 
drynke that was set afore theym, and soo they dyde: who Ls that(5] 
now is lyuyng in erthe that myght jia.-se theym or to be lyke to theym? 40 
I trowe, none. Bomme ther were also that sayde and afermed thatsaintea 
afore vb taught by worde and by dede that there Bhold none take vpon 
theym a synguler lyuyng passyng other, but all shold lyue a common 
perfyght lyuyng. Soinme there were also that were preuy bacbyters and 
Saide that tibe ende of that fastynge sholde he vieious.ioi and therfore 1, 
thöy gaue COUnseyll to other for to take none ensample of her, for >he 
i> deceyued. 'liiere were also other, carnal people and open bacbyters, 
that aayde her fastynge was but a fayned thynge for to wynne therby 
veyn-glory, and therfore it semed to other that die fasted, but 
preuyly Bhe ete. All this was qo thynge but enuye; agaynsl whos fala 1 
aoers(7) and fala opynyons I purpos to reple by the belpe oi god. As 
for the fyrste, there somme(8) alegged for theym oure lord and our blea- 

(1) 1. regnith. (2) ('. to. (3) for. (4) and alaa (5) how i> tliat that 
(6) lat Alii Busurrabant extremitatea vitioaaa Bempei tui^-. el aaae. (7J L dorne«. 

{ü) tliere we Bomme 



110 The lyf of s:iint Katlieiin of Setiis. 

syd Lady gracious virgyn mary and all the appostles, that they lyued a 
common lyuyng wythont ony grete fastynge, the//ne sholde it sywe that 
saint Johan baptyste was more holy(l)tnan our lord Ihesu Cryste : for out 
lord sayde hym-self of saynt .lohan that he was come and neuer ete ne 

5 dranke but fasted, but the sone of man is come that bothe ete and dranke. 
The same also shold sywe that saynt Anthony, niaeharye, Illarion, Berapion, 
and many other holy faders, the whiehe v.sedc_') many merueylous fast- 
ynges aboue the common lyf of the appostles, shold he gretter thenne the 
appostlis. Ouermore, yf tnyse forsayde grutchers wyll reple agaynst nie 

10 and saye(8) that saynt Johan in wyldernes and tnyse hooly faders of 
Egypte fasted not symply, without mete and drynke, but somtyme they 
ete: what wolde they saye than of mary Magdalene the whiehe lyued in 
a röche of the see xxx yere togyder wythont niete bodely or drinke, as 
her story niaketh mencyon and (1) the same place there she lyued in it 

l.". sheweth in to this daye that neuer myght come thyder man ne woman 
to brynge her niete ner drynke? whether she was gretter than our blessyd 
gloryous vyrgyn lady, gloryous virgyn Mary, that neuer fasted so ne 
lyued iu suche a röche? What wyll they also saye of mauy other holy 
faders that lyued here many yeres wythont niete or drynke and passyd 

l!0 out of this worldc? and enspeciall of one we rede pat whan he had 
receyued pe blessyd sacrament of the aulter, wythont ony other bodely 
sustynaunce of mete and drinke he lyued many yeres. Therfore yf suche 
grutchers neuer lerued, lete theym lerne now that the gretenesse and 
Ivtvlnesse of holynes is not mesnred ne demed only by fastynge, but by 

25 charite; thus lete them lerne neuer to make them Inges of thynges that 
thev knowe not. In a lyke maner somnie sayde ort' saynt Johan, whan 
he came and fasted, that he had a deuyll w'ythin hym, and whan oure 
lorde was come that fasted not, they sayde to hym that he was a 
deuourer of niete and drynke and a grete wyne drynker(o). This laste sen- 

30 tence is suffyciant ynow to stoppe the mouthes ort' suche grutchers. (To) 
the seconde grutchers, the whiehe haten syngularyte of lyuyng, it may 
lyghtely and esely be answerd, and thus it is: though a man sholde not 
t'ake vppon hym-self ony newe synguleryte that neuer was herd afore, 
vf that god werke in hym, he maye not refuse but nedes muste werke 

35 it and vse it wyth thankynges, el'lys the syngnler yeftes of oure lorde 
sholde vtterly be despysed. Holy wryte sayth that a ryght-wyse man 
sholde not serehe ne seke curyously hyghe thynges aboue hym; (6) and 
anone afterward it folowed this: that many thynges ben shewed to a 
ryght-wyse man aboue bis wytte. What is all this to mene? nothynge 

40 ellys but a man shold not seke (aboue hym) by hym-selfe, but yf our lorde 
aboue hym shewed(7) to him any(8) grete merueylous thynges, that be sholde 
receyue and vse wyth thankynges. Therfore, as this holy mayde dede, 
who may sey that she dyde it of synguleryte of her-selfe, to whom oure 
lorde vouchesaf to gyue'her bat gyfte by bis synguler ordynaunce? In 

a'j suche maner of wyse this holi mayde answerd, whan she was I-asked 
why she ete not as other dyde, all-b'e-it that she answerd in other termes 
I-coucryd with mekenes; whan she was asked why she ete not as other 
dyde, she sayde that oure lorde badde smyte her for her syunes by a 
synguler pas'syon of infirmytes, wherefor she was let to ete her mete as 

50 other dyde; gladly she sayd that she sholde ete, but she myght not; 
„therfore, she sayde, I praye you, pray for me that he vouchesaf to for- 
gyue me myn sinnes wnerfor I suft'er all thyse sykenesses 1 - — as though 
she badde sayd thus: god doth this in me and not I in myn-self; and 

(1) tilge holy. (2) C. vses. (3) sayde. (4) of. (5) Luc 7. 32. (6) Ecl. 
::, •>■>. (7) C. and shewed. (8) many. 



The lyf of samt Katherin of Senis. 111 

also, lest onv maner of spyce of pryde sholde appyre in her, euer Bhe 
sayde she suffred that inhrmytc for her synnes; and yet she sayde not 
(this) agaynst conscience, for she supposed stedfastely that oure lord 
nadele suffred her to falle in to the grutcnynge of men for to punyllhe her 
synnes. For what maner of euyll be-fyll to her, she wyted it her synnes; . 
and what good that euer was wrought in her, she j »vi t it to oure lord. 
This same sentence is a good answere to the thrydde preuy bacbyters that 
sayden and euer conseylde to other for to be wäre of the ende of suche 
synguler fastyng, ffor tlie eude muste uedes be vycious the whiche is 
not of god. flow may the ende of this holy maydens fastyng bee m 
vycious the whiche eome of god and not of her-self, as it is clerly de- 
clared afore? Also there that they sayde that she was dysceyued of the 
l'eude: how may that be (in her) that soo ofte öuercome the dysceytes of be 
fende? But now I sette caas that she myght so be dysceyued of the 
fende: what was he than that helde and kepte her body in suche kyu- 15 
dely strengthe? Perauenture they wolde saye, the fend. Therme wolde I 
wette yf he kepte her soule in suche ghostely gladues and peas, sythe it 
soo was depreuyd fro all-maner symple(l) delyte or delectacion? This 
l'ruyte of the holy ghost may not be in none deuyllys power to gyue, 
for be appostle sayth bat the fruyt offne holy gost is charyte, ioye, and uu 
peas; 1 wolde not suppose bat all this shold be directed to be fende... 
Therfore all such sclauwders and bacbyters of vertu shold be answerd 
rather by silenee than by word; euery virtuous man shold eschewe them 
and suppose pat they ben vhwurthy to haue an answere. — This holy 
mayde dyd what she coude euery daye to stoppe her mouthes, lest they 25 
sholde be sclaurcdred in her, In that bat she came to mete euery day to 
pe meyne of be houshold, therbi for to know whether she myght (ete) 
or not as other dyde. And yet otherwhyle she wolde assaye for to ete: 
and it was soo grete payne to her, that alle pat sawe her hadde com- 
passyon of her: ffor her stomake myght not defye her mete, and the 30 
kyudly consumpcion of naturall dygestyon had none vse in her, but alle 
bat entryd iu her in to the stomake eome out agayn by the same wayc 
there it wente in. This eaused in her many dyuerse passyons. For all- 
be-it that this holy mayde receyued not in her stomak ony mete the 
whiche was mete-wurthy as for that tyme, yet she sj>et out fro her grete 36 
mater off fiewme as other folke dyde; the whiche myght not bee by na- 
tura, but yf the stomake hadde receyued somme substaunce afore: and 
therfore nur lord wrought merueylously in her ahoue nature. Also as 
for drynkyng(2) of colde water, she receiued it gladly, to refreü'he her 

chykes and her throte. This maner of lyf she lvued vnto her laste ende, 10 

for grutchers and for theym that were slaundred by her fastinge. Her 
confessour, Mayster Reymound, perceyued how grete peyne she suffred by 
vudygestyon of her stomake, and all for to stoppe grutchers: he con- 
fortea her for compassyon that he hadde vppon her, that she sholde leue 
and ete nomore rather than for to suffre suche a payne, and Lete theym 1 
grutche ynow. To whom she answerd smylyngly: „fader, is (it not) better 
for im 1 to suffre in this lyfe for my synnes thanne for to suffre payne 
endelesly? Her grutchyng is to me profytable, by-cause 1 shall be de- 
Ivuerd of payne wythouten ende for the payne that I suffre in this lyf. 
Sholde I He' the ryghtwysnes of god? Nay, god forbede it. Oure lord 
doth to me grete grace by-cause Be giueth me myn payne in this lyf." 
Soo her confessour COude nomore answere to her, hut helde bis peas in 
this wvse. Of alle her enem\t- she had the maistry, what boo in maner 
of the"fende and of grutchers, and s,, she taughte othei to do euery 



(1) 1. senayble. (2) C. drynkynging. 



1 12 The lyi' of saint Katherin of Senis. 

daye. So pat in a tyme whan she cpmynyd wyth her confessour of the 
gracious gyftes of our Lord, she sayd: „wno-soo coude vse the grace of 
oure Lorde, he sholde euer haue the vyctorye of all thynges thal fallen 
fco hyni.- And the/me she tourned fco her confessour and sayde fco liyui: 

5 „Soo I wolde that ye dyde as ofte as ony oewe thynge byi'alleth to you, 
be it prosperyte or aduersyte: fchynketh with-in your-self aud sayth ofte 
this: 1 wyll winne(l) somwhat; and ye doo SOO, ye sholde soone be 
ryche in vertu." Loo, maydens, haue mynde of fchys notable doctryne... 
Por thus I inake an ende of this ehapytre. The wytnes of all thynges 

10 the whiehe ben wryte theriu, is this holy mayde, eyther by her opyn 
dedes or ellis by her wordes, and also her confessour the whiehe was 
afore maister Reymound. 



( 1 ) C. wanue. 

(Fortsetzung folgt. ) 



Über die 

Sprache des Roman du Mont Saint-Michel 

von Guillaume de Saint-Paier. 



Von den Literaturdenkmälern der südwestlichen Normandie ist 
eins der wichtigsten der Roman du Mont Saint-Michel. Was ihn 
in der von Francisque Michel publizierten Handschrift vor allein 
auszeichnet, ist die grofse Zahl von eigentümlichen Schreibungen. 
Es ist nun meine Absicht gewesen, zu untersuchen, inwiefern die- 
selben auf den Dichter zurückgehen, und ob sie geeignet seien, uns ein 
wahres Bild von der Sprache des Südwestens der Normandie zu geben. 

Ähnliche Aufgaben haben sich schon andere gestellt, haben aber 
dabei nur einzelne Erscheinungen ins Auge gefafst, ohne den Ge- 
samtcharakter der Handschrift genügend zu berücksichtigen; oder 
sie setzten sich über die (scheinbaren und wirklichen) Widersprüche 
ohne weiteres hinweg und sprachen unserem Denkmal Eigentüm- 
liches keck ab. Diese Fehler sollen im Folgenden vermieden wer- 
den. — Dies war indes nur möglich, wenn der von jenen betretene 
Weg des Beweises durch den Roman allein oder mit Hinzuziehung 
nur eines benachbarten gleichalterigen Denkmals verlassen und eine 
breitere Grundlage durch Vergleichung mehrerer, aus gleicher oder 
jüngerer Zeit und allen umgehenden Gebieten stammender Denk- 
mäler geschaffen wurde. 

Ergaben diese auch nur unbefriedigende oder gar keine Aus- 
kunft, SO wurde der sicherste und letzte Prüfstein, die heutige Volks- 
mundart, zu Kate gezogen. 

War es auch nicht möglieh, die eine oder die andere Erscheinung 

als des Dichter.- Sprache angehörig festzustellen, bo ergab sich doch 

eine bestimmte Vorstellung von dem Wesen derselben; und wenn <■- 

Archiv f. n. Spraohen. LXXYI. * 



111 Die Sprache des Roman du .Mont Saint-Michel. 

gelang, sie in bestimmten Gebieten als einst oder selbst heute noch 
gesprochen zu erweisen, so mufsten sie mindestens ein Bild der 
Sprache des letzten Kopisten und damit eine Charakterisierung jener 
1 [andschrift ergeben. 

Ich beabsichtigte ursprünglich auch die Formenlehre unseres 
Denkmals mit in meine Untersuchung hineinzuziehen, doch bin ich 
davon abgekommen, weil sieh dv> Besonderen, nicht schon aus Waees 
und Benoits Werken Bekannten, wenig ergab, das ich im Anhang 
zu den allgemeinen Bemerkungen hinzufügen konnte. Ein anderer 
Teil desselben ist in der Lautlehre zur Sprache gekommen. 

Für gütigst erteilte Ratschläge bei der Abfassung dieser Arbeil 
sei es mir gestattet, an dieser Stelle Herrn Professor Gröber meinen 
besten Dank auszusprechen. 



§ 1. Vom Dichter. 

Der Dichter nennt sich selbst in v. 17 der von Michel edierten 
Hs. : üuillelme de Seint-Paier (über Paier s. f ged.). Es giebt mehrere 
Orte des Namens Saint-Paier resp. Saint-Pair: der eine, vom Dichter 
selbst citiert (v. 2392), als zu den Besitzungen des Klosters auf dem 
Mont Saint-Michel gehörig, Sainct Paier en Costentin (Cotentin, 
Manche), eine Abtei südöstlich von Granville gelegen ; die anderen, 
von denen mir sonst Näheres nicht bekannt ist, im Avranehin, im 
Dep. Calvados, Eure, Seine-Inf. Es läfst sich nicht entscheiden, 
welchem Orte der Dichter entstammte, wahrscheinlich dem ersteren. 
Sprachlich gehören wohl die ersten beiden (nach der Karte von Joret 
in den Caracteres et extension du patois normand, Paris 1883) dem 
Avranehin an. * 

Über die Lebensumstände des Dichters ist uns wenig bekannt; 
was wir davon wissen, ist dargelegt in der Einleitung zu Michels 



* Es ist wahrscheinlich, dals das bei Granville gelegene Saint-Paier 
eine etwas andere Mundart aufweist und aufwies als der Mont Saint-Michel ; 
da wir aber einerseits den Heimatsort des Dichters nicht bestimmt nach- 
weisen können und es andererseits wahrscheinlich ist, dafs seine Herkunft 
auf seine Sprache keinen oder doch keinen grofsen Eünflufs ausgeübt haben 
kann, weil er früh auf den .Mont Saint-Michel gekommen sein mufs, so 
brauchen wir auf jene mundartliche Differenz keine Rücksicht zu nehmen. 



Die Sprache des Roman du Munt Saint-Michel. 115 

Textausgabe (s. u.) von Beaurepaire p. X. Geburts- und Todesjahr 
sind unbekannt, Sieher ist blofs, dals er während der Vorsteherschaf 1 
von Robert de Torigny (1154 — 1186) auf dem Mont Saint-Michel 

als Mönch gelebt und in dieser Zeit als jovencels (v. 1."») den Ib. man 
geschrieben hat. Das „joveneels" will indes zu Beaurepaires Angabe 
(Einleitung p. VII), dals der Dichter schon zur Zeit t\v> Abtes Bern- 
hart (um 1143) einen gewissen Einflufs besessen habe, nicht stimmen. 
Auch weifs Hs. B des Romans (s. u.) nichts von einem Joveneels". 
Stand es im Original, so mufs Guillaume sein Werk noch in den 
fünfziger Jahren des 12. Jahrh. geschrieben haben. 

Den Angaben Beaurepaires ist noch folgendes hinzuzufügen : 
Ein Wilhelmus de Sancto Paterno findet sich 1155 als Zeuge unter 
den Mönchen des Klosters des Mont Saint-Michel, s. Robert de To- 
rigny ed. L. Delisle Bd. II, p. 262, ebenso noch 11 64 (ib. p. 271) 
und 1172 (il). p. 305). Wir dürfen wohl in diesem unseren Dichter 
erkennen, zumal ein anderer gleichen Namens in den Urkunden 
nicht auftritt, in welchem Falle wir, wie dies bei anderen Mönchen 
geschieht, die Bezeichnung mit I, II etc. erwarten dürften. 

Guillaumes Lebenszeit mag also in die Jahre lloü — 1 180 fallen. 

Des Dichters „Roman", wir würden Klosterchronik sagen, setzl 
eine innige Bekanntschaft mit der Geschichte des Klosters auf Moni 
Saint-Michel und dessen Legenden voraus; nachweislich (s. Beaure- 
paire) hat denn auch Guillaume lateinische Urkunden des Klosters 
nur ins Französische übertragen. Lesen und Schreiben mag er wühl 
auch auf dem Mont Saint-Michel gelernt haben; er wird die Sprache 
seiner nächsten Umgebung geschrieben haben. Der Moni Saint-Michel 
liegt im südlichen Avranchin ; wir werden also bei unserer Unter- 
Buchung da, wo auf die moderne Mundart eingegangen werden mufs, 
diejenige des südlichen Avranchin zur Vergleichung heranziehen. 

§ 2. Die Handschri ften. 

Der Roman du Mont Saint-Michel ist in zwei alten Hs-. über- 
liefert Eine Transskription des Romans aus «hin 17. Jahrh. befindel 
.-ich (nach Beaurepaire p. VI) auf der Nationalbibliothek in Paris, 
eine neuere Abschrift der älteren 11-. de- British Museum, besorg! 
vom Baron de Pirch, auf der Bibliothek zu Avranches. 

Die beiden alten II--. sind beute im British Museum in London 

- 



116 Die Sprache des Roman du .Munt Samt-Michel. 

einregistrieri als Ms. addit. L0289 und 26 876. Die erstere, die ich 
im Folgenden kurz mit A bezeichne (26 876 mit B), ist eine Sannnel- 
handschrift aus dem Jahre 1280. Genau beschrieben ist sie meines 
Wissens noch nicht (Beaurepaire a. a. 0. giebt nur wenige Andeu- 
tungen). Inhaltsangaben finden sich bei Beaurepaire in seiner Ein- 
leitung zu Michels Ausgabe und bei Robert Reinsch, dem Heraus- 
geber des Roman de la Resurrection de Jesus-Christ in Herrigs Archiv 
Bd. LXIV, p. \6^. Was zu erfahren von besonderer Wichtigkeit 
war, ist von beiden, Beaurepaire und Reinsch, mit Stillschweigen 
übergangen, nämlich die Angabe, ob die Sammelhandschrift von 
einer oder von mehreren Händen geschrieben sei. 

Wie mir Herr cand. phil. Eisner hier, der sie einsehen konnte, 
mitteilt, scheinen es drei zu sein, und zwar schrieb die erste in klarer 
greiser Schrift unseren Roman, die zweite die nächsten sechs Stücke, 
die dritte das letzte (Fabliau des Colin Malet). 

Wir können somit von einer Vergleichung der sämtlichen Stucke 
unserer Hs. absehen; haben sie aber insofern doch dazu beigezogen, 
als sie westnormanuische Autoren und Sprachcharakter haben. 

Unser Roman ist in Hs. A sehr lückenhaft überliefert; da indes 
die Schrift sehr sorgfältig ist, scheint dieser Mangel nicht dem letz- 
ten Kopisten zur Last zu fallen. Dafs seine Vorlage schon verstüm- 
melt war, möchte die wieder ausradierte, hinter v. 2740 stehende 
Zeile: cen ne sei jen cum fut ostee andeuten; wie schon Michel be- 
merkt, dürfte sie sich auf ein ausgefallenes Blatt der Vorlage be- 
ziehen. Verhält es sich in der That so, so kann Hs. B nicht un- 
mittelbar auf die Vorlage von A zurückgehen, denn obwohl jünger, 
so ist sie doch vollständiger, und nur durch die Flüchtigkeit (\q^ 
Kopisten verkürzt und verdorben. 

Die Lücken in A (genauere Angabe, wo sie sich finden, s. u.) 
sind inhaltlich aus den lateinischen Vorlagen ergänzt in den Me- 
moires de la societe des antiquaires de Normandie (später einfach 
als Mein, citiert) Bd. XIV, p. 37 ff', und XVII, p. 15 u. 321 H". Jene 
Vorlagen befinden sich heute noch unediert auf der Bibliothek zu 
Avranches. 

Hs. A ist erst zur Zeit der französischen Revolution nach Eng- 
land gekommen (vgl. Abbe de la Rue: Essai sur les Jongleurs ei 
bardes II, 305). 

Über eine dritte, verlorene, von Montfaucon erwähnte ll<. siehe 



Die Sprache des Roman <lu Moni Saint-Michel. 117 

Varnhagen, Rom. Ztschr., hrsgb. von Prof. Gröber (später citierl als 
R. Zs.), Bd. I, 545 ff. 

Hs. B, heute im British Museum 26 876, ist genau beschrieben 
vom Varnhagen a. a. 0. Sie ist vollständiger als A, aber sehr fluchtig 
geschrieben, weshalb die 4 142 Verse des Originals (nach Vamhagens 
Berechnung) in ihr auf 3965 zusammenschrumpften. Sie stammt aus 
dem Jahre 1340 und ist schon seit dem 15. Jahrh. in England (nach 
Varnhagen), scheint aber doch von einem Normannen de* Kontinents 
kopiert zu sein. DaCs sie so früh dahin kam, könnte auf wohl- 
berechneter Absicht beruhen, war doch der Mont Saint-Michel in 
England reich begütert (vgl. Delisle a. a. (). II, 318) und mufste 
also unser Roman für englische Angehörige des Klosters besonderes 
Interesse besitzen. 

Es ist mir leider trotz mehrfacher Bemühungen nicht möglich 
gewesen, eine Kollation dieser Hs. zu erhalten, deshalb habe ich 
Umgang genommen, in A (ich bezeichne im Folgenden kurz so den 
Text Michels, wie er in der Sammelhandschrift vorliegt) fernerliegende 
Textkorrekturen zu versuchen, da dies in erspriefslicher Weise wohl 
nur mit vollständiger Kenntnis von B geschehen kann. Blofse 
Schreibfehler halte ich natürlich korrigiert, ebenso bei mangelnder 
Silbenzahl im Vers leicht zu Ergänzendes hinzugefügt, beziehungs- 
weise überzählige Silben ausgeschieden. 

Von B kenne ich nur die ersten .">.S Verse, zum Teil nach Varn- 
hagen (a. a. O. 26 Verse), zum anderen Teil durch Herrn Eisners Ver- 
mittelung. Aufserdem hat mir letzterer die Lesarten von B an den 
in A wichtigsten Stellen mitgeteilt, wofür ich ihm auch hier meinen 
besten Dank abstatte. 

Es wird Sache eines neuen Herausgebers unseres Romans sein, 
die Stellung und den Wert von B gegenüber von A genau zu unter- 
suchen; wir haben mangels dieser Kenntnis auf anderen Wegen 
(Vergleichung gleichalteriger und derselben Gegend oder benach- 
barter angehöriger Handschriften und der modernen Mundart) uns 
von der Stellung von A ein Bild zu machen gesucht 

ij :;. Edition und Besprechungen des Romans. 

Nach U<. A ist derselbe ediert worden von Fraftci«4** MKeheJ 
zuersl in den Mem. Bd. XX, 510 ff. und XXII. sad&nn seprtraitu 



118 Die Sprache des Roman du Mont SamMJGchel. 

Caen 1856. In letzterer Ausgabe mit verkürzter Vorrede von Beaure- 
paire. Der Abdruck des Textes erfolgte nach einer Abschrift von 
Thomas Wright. Die Varianten erneuter Lesung durch Michel sind 
dessen Ausgabe im Anhange beigegeben. Eine nochmalige Kollation 
dieser Hs. wird nicht vonnöten sein, wie mir Herr Prof. Dr. Kluge, 
der Anfang und Schilds von neuem verglich, versicherte. 

Besprochen wurde Text A schon durch Le Hericher in den 
Mein. XXIV, 80 ff., mit einigen glücklichen Winken in Bezug auf 
gewisse dunkle Stellen und Wörter. Ich komme im Einzelnen darauf 
zurück. 

Bestimmte Punkte der Lautlehre fanden sodann eine erstmalige, 
ausführlichere Besprechung in der Dissertation von P. Sehulzke: Be- 
tontes p -j- ?' und {> -\- i in der normannischen Mundart, Halle 1879, 
p. 22 u. 26 ff., fernerhin bei Kehr: Über die Sprache des livre des 
manieres von Etienne de Fougeres. Bonner Diss. Köln 1884. 

Diese Abhandlung zieht meist die Sprache unseres Denkmals 
zur Vergleichung heran, doch führt dies gerade in den wichtigsten 
Punkten zu Resultaten, in denen ich mit Kehr nicht übereinstimme. 
Siehe darüber die betreffenden Stellen der Lautlehre. — Andere 
Aufserungen geschahen gelegentlich und sind ebenfalls berücksichtigt 
worden. 

§ 4. Metrum und Reim. 

Das Metrum ist der paarweis gereimte achtsilbige Vers. Reiche 
Reime finden sich nur selten, ich kann dafür auf Freymond: Über 
den reichen Reim bei altfranzösischen Dichtern, R. Zs. VI, verweisen. 
Dafs ein Wort gelegentlich mit sich selbst reimt, hat schon Tobler: 
Vom französ. Versbau alter und neuer Zeit p. 130 nachgeAviesen. 
Verstöfse gegen che Silbenzahl sind ziemlich häufig, und wohl nur 
der schlechten Überlieferung zuzuschreiben. Ich gebe im Folgenden 
ein Verzeichnis der fehlerhaften Verse zum Teil mit Besserungsvor- 
schlägen : 

Eii/r Silbe zuviel weisen folgende Verse auf: 

24 tilge e in encore. ■ — 129 streiche beus. -- 1*7 1. statt 
rsperit: ntprif. — 202 q'iluec cf. 1171. — 410 1. or. — 411 für 
soleit 1. soleient, für li /", vgl. 510. — 470 wohl richtig gebessert 
durch Kehr: Thesen zu dessen Diss.: Vdh&sment — - ."><>s 1. qui's. — 
;>7<*» für faites 1. faxt. — (J.">1 streiche la. — 710 statt soi 1. l'di. — 



Die Sprache dea Roman du Moni Saint-Michel. 119 

71* statt decenu 1. venu. ~ 894 Btreiche si. — 0-47 für apro/ I. 
/«•o/: — 978 1. mestent. — 1051 Btreiche das erstehe. — 1 11 2 !. or. 
1171 1. qu'en. — 1270 1. .v/7. 1412 str. woft. 171."» 1. alooent. 
1966 1. qu'huens. -- 2222 1. feeirs. — 2506 1. >'*. <-f. 2510, wo 
fälschlich, fes steht. — 3023 1. mit Le Hencher: noire. 3028 für 
/> oi \. j'oi. — 3()3.") vielleicht: nul graignor? 3497 "» paife cf. 

1237. — 3702 1. desqu'out: 

Um (lue Sillie :it l;ur: sind folgende: 

336 ergänze: et zwischen deniers und pain. 382 (ain)si. 

114 tew o« oie ( = hodie, einsilbig) ct. — 455 fes (sc. eres). — 484 Pon i 
mit Le Hencher: paroisse pres d'Avrenches. - 723 /Wy // jorx. 
738 /'/ry /o/>^. — 615. 780. 832 verwischt Michel mit seinen Ergän- 
zungen dialektische Züge. — 014 (et). -- 1003 1. eschaalfaut. 
1067 verdorben. — 1146 statt jmet 1. p^mi (für pueent). -- 1 L9o ? 
— 1433 plusors fr'r. til) lr. s — 1471 qu'al tier: jor mit erestiente. — 
1483 — 4 1. eue : tol/ue, vgl. 3096 — 7 creue : avenue. - 1709 1. de- 
duieient oder deduiseient. Ob der Dichter schon die sigmatische Form 
gekannt hat, läfst sich aus Hs. A nicht entscheiden. — 2124 (meis) 
nequeden. ? — 2635 ai (je). — 2631 verdorben. — 2917 verdorben, 
für taura lies vaura? — 2992 Entweder Kehrs Vorschlag (Thesen) •: 
Desqu'ä un mostier fait rarst, de seint Estiegne qui i est, oder mit 
Michel: Desqu'enäreii (o)u un mostier reit, de Seint Estiegne qü'i 
estfeiti (qui inkliniert wie 202). — 3000 ergänze la vor tirout. 
Eine Anzahl von verdorbenen Stellen, wie 1065 — 8. 1524. L746. 
2631. 2960 werden wohl blofs durch Vergleichung mit B und den 
lat. Quellen des Dichters erhellt werden können. 

2444—69 macht den Eindruck teilweiser Entlehnung aus an- 
derer Vorlage. 

Lücken rinden sich nach folgenden Versen: 2751. 2870. 3170. 
3531. 3711, endlich am Schluß 3781. Sie beginnen also mit Schlufs 
des zweiten Buches, v. 2 169. 

Bezüglich des Stils des Dichters kann ich auf Beaurepaires Ein- 
leitung verweisen. Viele verworrene Konstruktionen dürften aus 
dem Bestreben, den lateinischen Quellen möglichsl genau zu folgen, 

entstanden Beul. 



1 (lachet. Glossaire Roman b. v. chouaer 
mer, gronder. 



120 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 

Im AflBchlufs behandeln wir in 

§ n. Hiat und Elision. 

Hiat zwischen betontem Wortauslaui und Wortanlaut ist häufig: 

80 v. 9. 18. 27. 40. 43. 4« etc. 

v. 81. Astre ist Astri (Asteriacumj cf. A. A. S. 8. Boll. Sept. 
VIIT, 77, col. I. 

Tonloses e verstummt vor folgendem Vokal 1 5. 1 7. 31. 32. 56 etc. 
647 ist evesque in evesques zu ändern. Ähnliche Fälle s. im vorigen 
Paragraphen. 

Elision eines tonlosen r vor folgendem Vokal findet auch nach 
Muta c. Liq-, mehrfacher anderer Konsonanz und mouill. n mehr- 
silbiger Wörter statt: 10. 62. 135. 220. 253. 256. 384. 601. 682 etc. 
Für deable 182 1. deables. 

Kur scheinbare Ausnahme machen 423(1. sembhtd oder sembla), 
899 (etwa chamdelebres ?) , 1010 (qu'ensemble <><l lui?J, 1396 ergänze 
rt zu Anfang des Verses; man vgl. 379 ressemble mit vor Vokal eli- 
diertem e; — an hinter Muta c. Liq. gesprochenes e, wie Mall Com- 
putus 31 ff. und Böhmer, Rom. Stud. 12. Heft, p. 52.*> es für andere 
Fälle nachweisen, ist also nicht zu denken. 

Scheinbare Hiattilgtmg durch i im Innern eines Wortes liegt vor 
in desloient : donnoient 2516—17, ehantoient : erdvminoient 2543. 
Diese Formen sind vereinzelt und wie gesoient 2530 wohl als franz. 
Eindringlinge anzusehen. Zweifelhaft ist poiant 3460 neben poanx 
1758, poant 2263, auch leiece 2364 neben lesce 2891. 2184, zwei- 
felhaft auch soies 3338 (suas) neben soe 3041, wenn man die son- 
stige Darstellung eines auslautenden tonlosen r (siehe unter a. 1 I ) 
in Betracht zieht. 

Andere Formen wie jxjirif, trairit, seieit etc. sind unter e in 
offener Silbe besprochen. 

Über i in Paier 18 s. u. III, 22. Über i in Joir\, oiez s. I, / c 
und e in offener Silbe. 

Für Hiattilgung durch Kbwsowan»-Einschiebung fimle ich bloJfe 
zwei Beispiele: glaive (gladium) L655 (vgl. Diez' Wtbeh. s. v. ghiado) 
und seron (seeundum) 1085, vgl. dazu r N. 52< 
Im allgemeinen ist zu bemerken : 
Endung -ion ist stets zweisilbig, so in v. 41. \'2. 91 2. 946. 953 etr. 



Die Sprache des Roman du Moni Saint-Michel. 121 

Ebenso 4ou8 (-ios) vgl. v. 49. -/>/// 3192, die Lmperfektendung 
-tows 3761 — 2 etc. -iente ist dreisilbig 1464. 1471. L681. Über 

-ia/tus s. u. I, 4. 

§6. Deklination. 

Im ganzen decken sich die Deklinatione Verhältnisse mit den- 
jenigen von Waces Werken. Ich kann mich daher auf die Ab- 
weichungen beschränken; eine vollständige Vergleichung ist indes 
nicht angestrebt worden. Nach der Silbenzahl und den Reimen zu 
schliel'sen, wahrt der Dichter die Deklinationsregeln noch genau bei 
den Substantiven und Adjektiven, nicht bei den Eigennamen und 
den Participien des Präsens und Perfekts. 

Der Abschreiber indes befolgt sie in zahlreichen Fällen nicht 
mehr. — Von den Yerstöfsen im Reime, wo eines der Reimwörter 
oder beide Participia sind, gehen vermutlich folgende auf den Dichtet 
zurück (wobei nach der Zählung Michels immer das zweite die Nummer 
trägt): 20. 190- 258. 262. (520. 648. 658. 718. 738. 1020. 1590. 1664. 
L750. L930. 2128. 2160 (dunkle Stelle). 2200. 2263. 2267. 2655. 
2657. 2816. 2866. 3182. 3324. 3463. 3489. 3495. 3583. 3665. 
Zweifelhaft sind 2836. 2852 (die Fem. lat. IE. Dekl. haben sonst 
nie x im Nom. Sing.). 

In folgenden Versen liefsen sich die Yerstöl'se durch Hinzu- 
setzung oder Weglassung des Flexionszeichens beseitigen: 

Durch Hinzufügung von ! ; 258. 2585, mit Streichung des I 
3218. 3465. Durch Streichung des •. 830. 844. 1680. 2762. 3491. 
Dafür / 762. — 430 könnte durch die Einsetzung von out für sunt, 
L508 durch Einsetzung des Sg. tin U barnages serveü — gut ert sages 
geholfen werden. — 21 so 1. com komme (X. PI.) für eomme Jmrm. 

Zu 1606. 1640. 2291: Eigennamen brauchen nicht notwendig 
flektiert zu werden. 

Verstöße gegen die Flexion des Substantivums sind im Reim 
recht selten; ein Fall findet sich 3180, wo man »nur. erwarte! würde. 

Unter den Iniparisyllahicis auf r erscheint i>r<,r,irr aoeh alfl 
Nom. -Form im Reim /: rirrr her) 122. 

Die Feminina mit konsonant. Andaiit nehmen wie l"'i \Va< ■ 
noch kein Flexionszeichen an im Nom. Sing., ihre Flexion deckl -ich 
als.» mit der der Fein. I. Deklination. Ich führe hier die durch die 
Reime gesicherten Belege an: vertu 298, procession 912» 957, gent 



122 Die Sprache des Roman «In Moni Samt-Michel. 

916. L146. L256. 1289 etc., mferte 1184, honeste 176'.», dolor 2368, 

rhrlr 2851. 

Im Einzelnen ist folgendes zu bemerken: 

Die Form für filium ist stets mit dem Flexionszeichen versehen 
1482. 2944. 3123. 

Die Flexion von Deus ist korrumpiert in dam le Den 2(>2. 699. 
1425 N. Sg. — Dam le den 3378. 3662 Acc. Dagegen findet sich 
Dens allein und richtig 110, = l)r\ 2509, Acc. Deu 43. 

Die Adjektiva ursprünglich zweier Endungen haben im Nom. 
Sing, im älteren Altfranzösischen kein Flexionszeichen, wenn sie auf 
Fem. bezogen sind, vgl. Suchier, Reimpredigt, Einleitung, G. Paris, 
Alexius 115. Dem entspricht in unserem Text z. B. grant 770 (ge- 
sichert durch riclant), vgl. dazu 52. 101. 1G4. 481. 35G9, aber granx 
326. Aber auch die jüngere Form gravide findet sich gesichert, durch 
den Reim 981, durch die Silbenzahl im Verse 1152, während hin- 
wiederum altretel 2072 die ältere Form zeigt. 

Der Regel widerspricht mortels 1658 (zu obl. PI. anx continuels). 
Ein Produkt der jüngeren Zeit ist der Nom. Sing. m. graignors 
v. 1291, vgl. Lebinski : Die Deklination der Substantiva in der langue 
d'oi'l, Posen 1S78, p. 36, sub 4. — Fem. graignor 1346 ist durch die 
Silbenzahl im Verse gesichert. 

In impersoneller Konstruktion nimmt das Substantiv kein 
Flexionszeichen an: 868. 2024. 2104, il fut mestier 936, ipianque 
niestier II estera 2012. So noch 999. 1581. 

Ebenso in: il m'est pris talent 2505, a In dorne prist volenti 
2987, vgl. noch 2675. 2998. 3552. 3542. 

Bezüglich der Pronomina ist nicht viel zu bemerken : 

Das konjunktive Possessivpronomen mis~ } tis, sis für mens, 
teus*, seus* findet sich auch in unserem Texte, wie bei Estienne 
de Fougeres, vgl. Kehr p. 6, Wace, Rom. de Ron, vgl. Andresen, 
Teil III, 568 seiner Ausgabe (ses etc. hier selten), endlich „immer" 
in den von Görlich untersuchten Dialekten des Südwestens der langue 
d'oil p. 107 (N. 13(3). 

Die Formen mit % stehen im Sing., der Acc. Plural kennt nur 
die mit e: 

Nom. Sing, mis 221«. PI. Nom. mi 2213. 

Von der zweiten Person ist nur der Acc. Plur. Ics zu be- 
legen 306. 



Die Sprache <les Roman dti Moni Saint-Michel. 12:; 

sis Nom. Sing. 700. L458. L54. 1568. 1572. L600. 1634. 1874 etc. 
si L454. seis 1184. sies 2380. 

PL Nom. nursi 283. 329. L215. Obl. ses 227. 275. L612. 

1645. 1793. 2412 etc. seis 195. 



Von bemerkenswerten Formen des Verbums verzeichne ich die 

specifisch norm. Konjunktive, gebildet mit -iam etc. äugten 1896. 
%md 306. 1881. 3078.. 3409. 3544. Im Singular ist dagegen für 
mit 3464 von aht* auszugehen; vgl. den Reim in Waees Brut alt : 
coli bei Bartsch, Chrestom. 117, 10. 

qui&rge 387. d&oiengmi 1879. viengent 2029. jeungeni 3260. 
teigent 1059 (für tiengmt). 

In der 1. Konj. sind die regelrecht gebildeten Konjunktive das 
Gewöhnliche in unserem Text, Bei. s. man unter / im Auslaut. So. 
um nur einen Beleg anzuführen, duni (donet) L6 l: munt), nicht 
donge, wie im Li vre des Man. 359. 

Erwähnenswert sind auch die kontrahierten Formen des Fu- 
turums: merra {— menera) 1041. leirei (= laisserai) 2551. nmnri 
(mourirai). Wohl blofs graphisch ist die Verdoppelung mdvrrai 120. 
1 154 (nehen dira-i 3688). disrom fsr = rr) 2210. — ornMi (Fut. v. 
o'//v 3508. 3512. reerernmt 3667. 



A. Vokalismus. 
I. A. 

/. Der uns betontem a in offener Silbe 

entstandene Laut wird mit e, ei und ie bezeichnet e überwiegt 
numerisch bei weitem gegenüber ei; ie ist vereinzelte Schreibung und 
nicht Produkt seiner Umgebung. In der Setzung von r und ri ist 
keine Konsequenz ersichtlich. 

Über ie entstanden nach dem Bartschschen Gesetze siehe Nr. 2. 

Belege: a) e: ass&x 6">7. reguler 1786. pre 2894. der 2682. mer 
2767. 3654. frfes 3797. 

cefer ; manifester 16. oter 57. 



121 Die Sprache des Roman du Moni Saint-Michel. 

peres (patrem) L540. 2380. 2950. 2955. rnere 2618. frrrr L755. 
2439. donnereis (donator) 2361. l&rres 239. 
honesta 3031. 

trove 20. a/peU 171. furnier :\. tonirr 1 1. 
asemblerent 2020. rrtor»rrent 3329. 
fooea 2661 (levatis). 

b) ei: »leir 57. 411. peir 113. /r/-, 63. njirirt 318. asseix 64. 
r/r/.v IS 9 9. 

)iü)>i)»eir 474. aj/rrstrir : nhnnrir 880. 

/W/r (patrem) 127."). 1280. 15(58. meirres 2100. /'/W/r 3081. 
crestimtei 2409. poestei 2428. 

asenblei : eontei 214. Wü : moiilri: 366. jorneies : oontreies 71 2. 
dessevreirent : demandeirent 526. peneirent 3330. 

escolteix (Präs. 2 PL) 1019. 

c) ie: ^/>H 196. 

pierres (patrem) 2099; besonders hinter Vokal: 
eie (aetatem) 2245. 2260. aie (id) 2248. — o/W (auditis) 2316. 
2773. 3685. 3529. Aw>; (laudatis) 3363. Bez. der Erklärung dieser 
Formen s. u. — rreiex (credatis* für eredetis) 2503 (: feix, vieem). 
Vgl. arri: : fundex (fundatus*) 3173. 

An in. ie in haliegre {= klass.-lat. alaerem) 3042. 3676 isl 
nach Prof. Gröber, Wölfflins Archiv I, 204 ff., als ans -e-* entstan- 
den aufzufassen : alrrrr vglat 

Im Reime stehen diese e : ei (beide = lat, a) 58. 1864. 2767. 
3427. -eie : -ee 3098 etc. 

-e (-ei) aus a reimt zudem: 

1) Mit r aus urspr. r in offener Silbe : eie : De (Deum) 2245.- 
entre : De 2332. — asenblerent : erent (erant) 2020. - demandeirent : 
ierent (— eirent) 586. 

2) Mit e in lat, Imperat, 2. Plur. : (/Sroe v. ^wer*) : ite 1095. 
[ptente) : «//«///r 820. 

Reime mit ei oder r anderer Provenienz fehlen, mit Ausnahme 
jenes rrrir; : fri\ 2503, wofür wohl erereix : fri\ einzusetzen ist. 

2. a wird nach dem Bartsehsehen Gesetz zu ie: 
junchier 334. 970. ßehierent : atachierent 867. michiels 163. L039. 
2230. W/'.v.W; : /r/w/W 2088 etc. 

Einmal blols findet sich hinter / ei geschrieben : iledieix (: /?ie : ) 68 I . 



Die Spracht' dos Roman du Mont Saint-Michel. 125 

Verstöfse finden sich L) bei Eigennamen (doch 8. u.): To- 
rignie : irove L9. Lagne : aZe 548. Hochingnie : rfo/me 2397. üfw^e : 
/"mde 3401. 

2) Durch Schreibfehler: 199 demoreir statt demorier (umgekehrl 
detirier 3031 statt detirer, estorier 3168 st. estorer). conge 1817 st 
congie. — Hierher rechne ich auch vereinzeltes -/>• = -iee : eroixies : 
eolchies 1232. pltmgie 839. Andere Verstöfse gegen das Bartschsche 
Gesetz sind zum Teil schon oben genannt (u. /, c). Ich fasse sie 
hier, da sie im Zusammenhang mit unter e in offener Silbe erschei- 
nenden Schreibungen eine Erklärung finden sollen, Idols noch kurz 
zusammen: 

(volex) : puir\ L989. L895 (= <poe% (2. PI. Präs.). — (abe):greie 
2092 (gratatum *). — (trovee) : esbaiee 2647 (vgl. ital. badare). — 
{eutree) : reiee (vetata*) 3090. — o*es (audatis* = auditis) (: /erwwa 
etc.) 2310. 2773. 3G87. 3530. — loten (laudatis) (: delivrex) 3364. 

Hinzuzufügen ist 2057 grae : volenti und 1082 //wV : mostree, 
um den Wert des e« in ^me zu bemessen. 

Ein / ist in allen diesen Fällen etymologisch nicht begründet. 

.3. a vor I 
erscheint nur als e, nicht als ei : 

continuels : mortels 1658. altretel : mestrealtel 2072. 3561, 
r//rt//W 3081. 

Einmal a*; rea$ (wofür andere Texte mW) 2277. 

a iji Lehnwörtern: eriminul 3087. esperitai 3358. 33G1. 

Welchen Laut hat unser Dichter für gemeinfrz. 
e = a in lat off. Silbe gesprochen? e oder ei. 8 Es sind 
darüber schon verschiedene Ansichten geäufsert worden: 

Förster in Dialogue Gregoire lo pape pag. IX konstatierl das 
Vorhandensein des ei = a in der südwestlichen Normandie durch 
die Schreibungen unseres Romans und setzt e> in Parallele mii 
burg.-lothr.-pik. ei = a. Neumann, Zur altfrz. Laut- und Flexions- 
lehre ]). 19, sowie Kehr p. 8 seiner Diss. aeigen sich zur Annal , 

daft ei blois Schreibung für e, somit mit pik.-lothr.-burg. ei = <t 

nicht identisch sei. Al>er beide gehen auf eine ausführlichere Be- 
weisführung nicht ein. Andere Absichten über dieselbe Krane Bind 

mir nicht bekannt geworden. 

Aus den Belegen zu /. geht hervor: 



120 Die Sprache «los Roman du Klont Samt-Michel. 

1) Aus Schreibung ei = a ist bei dem numerischen Überwiegen 
des e = a und der graphischen Gleichstellung von e und ei im 
Reime kein Beweis für die Existenz des ersteren in der Sprache des 
Dichters zu ziehen. — Wir sind somit 2) auf beweisende Reime an- 
gewiesen. Die Reime des e = a zu e in De (Deum) und ermt sind 
nicht absolut für e und gegen ei beweisend, da in denjenigen Dia- 
lekten, die ei für a aufweisen, auch eirt, ciretit auftritt, z. B. im Pik. 
(vgl. Neumann a. a. 0.). Aber für ert wenigstens kann in unserem 
Dokument der direkte Beweis erbracht werden, dafs es nicht eirt 
lautete, denn es reimt zu e in ged. Silbe: autbert 153. 177, und 
dieses zu cert und eovert, cf. e ged. Es liegt aber kein Grund vor, 
in ereilt eine andere Entwicklung des Ton-f anzunehmen als in ert, 
ebenso nicht in De, somit wird die Schreibung De (Dei erscheint 
zudem nie) sich mit der Aussprache des Dichters decken, mithin 
ei = a blofse Schreibung sein. 

Denselben Schlufs dürfen wir wohl aus den Reimen von urspr. 
Ton-a zu den Imperativen 2. Flur. (: ite, attoüite) ziehen. 

In Betracht kommen nunmehr die unter 2. genannten eigent- 
lichen Verstöfse gegen das Bartschsche Gesetz : Torigne : trove etc. 

Als Licenz des Dichters oder als willkürliche Änderungen der 
Vorlage von Seiten eines Abschreibers diese Fälle aufzufassen, be- 
friedigt recht wenig. Letzteres liegt näher als ersteres, da Hs. B für 
trove v. 20 alignie aufweist und somit grammatisch richtigen Reim 
herstellt. (Ob sie es auch in den anderen Fällen thut, vermag ich 
nicht zu sagen, da mir vollständige Kollation fehlt.) 

Die Endungen von Torignie, Hochmgnie, Lagne gehen auf das 
Suffix -iacuwi zurück. (Die Etymologie von Muye ist mir unbekannt, 
es ist Appulien gemeint, speciell die Gegend, in der der Mons Gar- 
ganus liegt.) 

Betreffs Etymologie dieser Ortsnamen s. Quicherat, Formation 
Francaise des anciens noms de lieu p. 34 ff., und über deren Ge- 
staltung speciell bei Wace: Nicol in der Academy vom 27. März 
1880; vgl. endlich Mem. XIII, 270 (Herleitung von kelt. gnac, Woh- 
nung am Wasser bedeutend). 

In älteren und zeitgenössischen lateinischen Schriftstücken 
der westlichen Normandie finden wir sie auf -eio, -io auslautend: 
so in denjenigen publiziert in : Delisle, Chronique de Robert de 
Torigni : 



Die Sprache des Roman du Mont Baint-Michel. 127 

Torwneio I, 284 (Hs. I und F TorigHeio)) heule Schreibungen 
noch II, 227 (-igneio). I, 254. 286 (-inneio). 

Anm. An den beiden erstgenannten Stellen halten wir es mit 
auf besonderes Geheifs von Robert de Torigni ausgeführten Schrift- 
stücken zu thun. 

Hochigny : Uchinneio II, 301. 

Über La(i)gni =. Latiniacum* et'. Delisle a. a. 0. I, 846. 

Außerhalb des Keims findet, sieh in unserem Tex1 noch Astre 81 
(Asteriacum*). 

Quicherat 1. c. 41 bemerkt, dafs die Schreibung -civ/m (-evium), 
-tum in lat. Dokumenten des 12. .Jahrb. eine blofse Nachbildung 
der betreffenden französischen Endung mil Anhängung des lat. Kasus- 
suffixes sei. Dann aber halten Robert de Torigni und seine Mönche 
Torinnei (resp. -ign-) oder Torinne (-i</>/-) gesprochen und nicht To- 
rigni. Dies bestätigen auch unsere beiden Hss. für Guill. de Saint- 
Paier. — Wace kennt vielleicht die Form (-iacum =) -ie nach Roman 
de Rou 1571 Toeni : mi (nedium), HssB,C Toenie : nie und enmü : 
Toirie 3915. (Zu Toeni vgl. Guill. de Iumieges VIII, 1 ."> : Toeneio, 
und Delisle a. a. (). I, 204. 205. Zu Toirie Andresen, Anm. zum 
Koni, de Ron. | Benoit v. Sainte-More, Chronique des ducs de Nor- 
tnandie, reimt Toeni : oi (audivit) 28 330. : pri (preco) 35479. : li 
(lego) 35 586. 

Die beiden Dichter weichen also darin von Guill. de Saint-Paier 
alt. dafs sie Ortsnamen auf -ictCK/m nicht zu r aus a oder ii aus a, 
nach dem Bartschsehen Gesetze, sondern zu i (resp. ie) aus | • i 
und i aus % reimen lassen. Alter die Hauptschwierigkeil liegt 

nicht in den vokalischen Verhältnissen, nicht in -e resp. ii aus 
-iiK-iim, sondern darin, dal's sich notwendig ein mouilliertes n vor 
folgendem Hiat-/ einstellen und dies ein ie = a nach Bartschschem 
Gesetze hervorrufen tnufste. Wollen wir also die Reime wie Bie sind 
»eben lassen, so dürfte der letzte Ausweg blofs die Annahme sein, 
der Dichter habe die latinisierten Ortsnamen im Auge gehabl und 
somit Torinne etc. geschrieben. — Eine Stütze gewänne diese An- 
nahme durch die Geschichte der Entstehung unseres Weihe- (siehe 
1 Maurepaire, Einleitung zu Michel- Ausg.). 

Di indessen anomale Behandlung (U-> Etymons oder Verstofe 
gegen die Reimgesetze oder verderbte Überlieferung angenommen 
werden kann, bo dürfen diese Ortsnamen nicht zur Bestimmung 



128 Die Sprache des Roman du Munt Salnt-Michel. 

des aus einfachem lateinischen a entstandenen e-Lautes heigezogen 
werden. 

Aber für ei = a spricht folgendes: 

1) Hs. B kennt es ebenfalls, so v. 444 : peir (: iner), 63 — 64 
hi\ : asseiz. Da Hs. B nicht direkt auf A zurückgehen kann, 1 
scheint dies von Gewicht zu sein. 

2) ei = a findet sich auch in anderen Texten aus der west- 
lichen Normandie: 

Sehr häufig in der vie des Thomas Helie de Biville (ed. von 
Pontaumont, Cherbourg 1868. Der Text ist jedoch sehr verstümmelt 
und nur in einer Abschrift aus dem 17. Jahrh. erhalten. Th. Helie 
starb 1257, die lat. Vita sowie deren metrische französ. Übersetzung 
wurden offenbar bald nachher abgefafst. - - Biville Dorf in der 
Hague): 62 ei = a gegen 29 e (ee) — a im Reime, und 23 ei — a 
gegen 30 e [ee) = a ausserhalb desselben, v. 465 und 947 findet 
sich Bei (±= obl. von Deus) : recordei (Part. Perf.). Man könnte 
geneigt sein, darin einfach den lat. Gen. sehen zu wollen; allein es 
ist doch wohl blofs zufälliges Zusammentreffen von lat. Satzkon- 
struktion mit Schreibung Dei anzunehmen, somit dem Dei keine 
eigentliche Beweiskraft beizulegen. 

Joret, Mem. de la soc. de ling. V, 65, fafst ei in diesem Denk- 
mal als e, indem er die Schreibung e = a dagegen geltend macht, und 
stützt sich dabei auf Havet, Rom. VI, 325: „Der heutige breite 
{ -Laut (für a) sei im 1 6. Jahrh. auf Guernesey mit e% ey bezeichnet 
worden," 

Gegen Jorets Beweis scheint es nötig, zu bemerken, dafs da, 
wo Schreibung e =. a neben ei ~ a auftritt, nicht ohne weiteres 
angenommen werden darf, ei = a bedeute blofs e, denn wie oi = e 
z. B. im 13. Jahrh. in der Normandie in Urkunden allbekannt und 
im Gebrauch war, so auch centralfranzös. e = a, und somit könnte 
jenes e = a neben ei sehr wohl nur dieses centralfrz. sein ; und 
ebenso wenig wie in einem gröfseren normannischen Schriftstück des 
1 3. Jahrh. oi — e als Schreibung ganz fehlt, wird auch jenes e = a 
fehlen. Allein auch innerhalb des Norm, ist ja e = a das Gewöhnliche, 
ei = a das Seltene, mithin die Annahme, dafs Abschreiber das erstere 
setzten, wo nur letzteres am Platze war, jedenfalls keine zu gewagte. 



Vgl. Einleitung. 



Die Sprache des Roman du .Munt Saint-Michel. 129 

ei findet sich vereinzelt in Hs. C des Roman de Ron: peil 
(palum) 3461. 5049 (gegen pel A, B, Dj. 77-27. guei 3858 {gueX).— 
Auch ein anderes Stück der Hs. A des Brit, Mus., das an letzter 
Stelle stehende Fabliau de Jouglet (pbl. von Montaiglon u. Raynaud, 
Fabliaux, Paris 1880, p. 112, der Text nach der Pariser Hs., die 
Varianten unserer Hs. p. 262 ff.) bietet ei = a, doch vereinzelt: seit 
( - sapit) 132. freire 180. 261. 382. (In den anderen Stücken, soweit 
sie publiziert sind, habe ich es nicht gefunden.) 

Unter den von Delisle Bd. XVI der Mem. veröffentlichten amt- 
lichen Schriftstücken der Normandie findet sich ein einziges mit ei 
(geschr. ey) = a: 

Eine Verfügung des Bailli des Cotentin (in Coutances) a. a. O. 
p. 199, Nr. 852 vom Jahre 1315 (Verfügung des Königs von 1l ; 75): 
exposey, trouvey, rapportcy neben retournees, reserve. 

Einem anderen Schriftstücke derselben Baillie von 1275, publ. 
in Bibl. de l'ecole des Chartes Serie II, Bd. I, 191 fehlt ei = a. 

Ein Brief von Jersey vom 6. Juni 1324, publ. von Havet in 
den Bibl. de l'ecole des Chartes 1876, p. 229, weist an Belegen auf: 
saveix, abey, empetreir, apeley, priourey, neben hasirr, amwer, tel, 
tnfonne, abe, (Entsprechend zwei Formen für e in off. Silbe : moys, 
quoy, rag, manoyr, drogt etc. und caer [videre].) 

In wenigen Wörtern tritt ei = a auch bei Estienne de Fou- 
geres auf, vgl. darüber Kehr, Diss. p. 7. Benoir von Sainte-More 
kennt es nicht. 

Unterstützen die modernen Mundarten der südwestlichen Nor- 
mandie die Annahme, dafs dieses ei — a alt und in der That ge- 
sprochen worden sei ? 

Die beiden Gelehrten, die sich mit dieser Frage beschäftigten, 
Joret, Mem. de la soc. de ling. V, 60 ff, und Fleury, ib. 293, 
sind darüber nicht einig geworden. 

Joret sieht heutiges die (Fleury bezeichnet dasselbe mit M 
[,,e en/'litii/itr--}) im Norden des Cotentin, Hague, Guernesey für altes 
ei (resp. e) = a als modernes Produkt aus ; an. 

Fleury sagt p. 1 70 ungenau: .,Lc latin a fourni l'a et les Haguais 
l'oni conserve"; und bleibt eine Erklärung des ,.r- enclitique" schuldig. 

Im Süden des Cotentin und auf Jersey wurde a /.u •' (breit offen). 
Fleury fand aufserdem im Südwesten der Hague „8ur les bordt di 
l'Ocean" (!) dafür ei. 

Archiv f. n. Sprachen. l.XXVI. 



130 t)ie Sprache des Roman du Moni Saint-Michel. 

Über die Aussprache des aus a erwachsenen Lautes im Avran- 
chin habe ich nichts erfahren können; die beiden genannten Ge- 
lehrten geben darüber keine Auskunft. - Da wir jedoch für das 
LS. Jahrh. Schreibung ei = a auf der ganzen Linie von Cherbourg 
bis Reimes nachgewiesen haben, so wird die Entstehung dieses ei, 
sei es nun blofs Schreibung oder bedeute es wirklich gesprochenen 
Diphthongen, von einem Gesichtspunkte aus beurteilt, und werden 
von einer oder mehreren neueren Mundarten auf dieser Linie ge- 
botene Argumente für das Ganze herangezogen werden dürfen. 

Wir legen daher unserer Untersuchung die Forschungen Jorets 
und Fleurys, die sich auf die heute im Cotentin gesprochenen 
Laute für urspr. a in offener Silbe erstrecken, zu Grunde. 

Joret (Soc. d. ling. V, 61) nimmt zwischen a und den heutigen 
Formen folgende Mittelstufen an: 

a, a e , e od. e (:) e, ai (= die, ae), 
giebt aber im Folgenden auch die Möglichkeit einer Mittelstufe e 
oder ei zu ; um die genaue Ermittelung einer solchen ist es ihm nicht 
zu thun, weil er blofs zu erweisen sucht, dafs a, um zu jenem die {ae) 
zu gelangen, durch einen c-Laut gegangen sein müsse. 

Dem verschlungenen Pfade der Joretschen Beweisführung zu 
folgen, kann hier nicht unsere Aufgabe sein; es nml's genügen, zu 
bemerken, dafs wir uns nicht im Gegensatze zu seinen Ansichten be- 
finden. Aber die eigentliche Form der Mittelstufe bedarf einer 
näheren Untersuchung. 

An und für sich ist es wahrscheinlicher, dafs heutigem nie {ae) 
des nördlichen Cotentin und Guernesey ein früheres ei, nicht e zu 
Grunde liegt. Können wir dieses ei zudem in früheren Perioden be- 
legen (wie es oben geschehen ist), so scheint diese Übergangsstufe 
gefunden zu sein, und ein Auftreten von e daneben könnte (wie 
ebenfalls oben gezeigt wurde) uns noch nicht zwingen, darin blofs 
eine Schreibung zu sehen. 

Nun spricht aber (aufser dem durch die Reime oben erwiesenen) 
gegen ei und für e folgendes : 

1) Schreibung ei für e und r in geschlossener Silbe (s. u.), in 
denselben Texten, in denen ei = a sich findet. 

2) Altes norm, ei = lat. e in offener Silbe ist bei Benoit schon 
(im 12. Jahrh.) zu e geworden (cfr. Stock, Rom. Stud. Bd. III, 44G); 
im 13. Jahrh. allgemein in der Normandie. Die Bezeichnung mit ei 



Die Sprache des Roman du Moni Saint-Michel. 181 

ist somit gegenstandslos geworden und konnte für jeden e-Laul ein- 
treten. Also auch für e aus a; und dieses tnufs in der westlichen 
Normandie stets ollen gewesen sein, wie heute noch im mittleren 
Cotentin, denn es liegt kein Grund vor, eine Rückbildung vom ge- 
schlossenen zum offenen Laute anzunehmen, also a durch e : e zu e. 

Die unter 1 und 2 angeführten Erscheinungen verbieten aber 
auch auf Schreibung ei = a grofses Gewicht zu legen und heben 
umgekehrt nunmehr die Schreibung e = a in denselben norm. Denk- 
mälern als bedeutsam hervor; aber nur in diesem Zusammenhang; 
jenes e bezeichnet nunmehr einfach den ;-Laut, 

Die Schreibung ie für a in piert 196. pierres 2099 mufs (wie ei 
für a mit ri — -_ r) mit ie = r in offener Silbe zusammenhängen. 
Siehe darüber t in offener Silbe. 

Für das nach dem Bartscbschen Gesetz für a entstandene ie 
tritt mir einmal -ei auf: dediek (dedicatus), s. o. piex (pedes) 682. 
Hs. B hat dediez. 

ir = ice reimt nur mit sich in eroizies : colchies 1232. />lit/i</<< 
839 hat, wie schon bemerkt, mit dem pik.-ostfranz. -ir nichts zu thun 
und findet sich auch in anderen normannischen Hss. nicht selten, 
so Str. 319 (\r< Livre des manieres ; Roman de Rou Bs. (': III (An- 
dresen), v. 651 preiste, 1219 cogniez; alle Hss.: 1324 preisie, 1387 
eschaucie; (' 1843 mßrie, 2620 chevalchü etc. - Ein -c wird auch 
häufig in den Emperfektformen der II. und III. Konjugation (beson- 
ders in unserem Text) ausgelassen ; aber dies hal mit der Sprache 
der Dichter nichts zu thun. 

Die heutigen Mundarten der westlichen Normandie (vgl. Fleury 
a. a. ( ). 2'.».') und Joret ib. i'.l ; . 63) weisen für altes ie: ie und i auf. 
indem sie <\cv Analogiewirkung (vgl. nur Particip trou/vi) bo viel Ein- 
flufs verstatteten, dalfc es schwer wird, die lautgesetzliche Entwicke- 
lung noch zu erkennen. — Es wird daher kaum angehen, aus den 
modernen Formen einen Schlufs auf die Lautun-- de- < in altem -n 
zu ziehen. — Es genüge hier, darauf hinzuweisen, dal- ie — // nur 
mit sich und dem aus < in offener Silbe entstandenen U von Quill, 
de Saint-Paier im Reime gebunden wird, nichl aber mit ie aus (-(-/. 

/. '/ vor //. 
a) V o r e i n f a eh e m n und 
a) im weiblichen Wortausgang: kumeim (: am 



182 ImV Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 

arena) 428. hurnaine (: peine) 3348. pl&ine (: areine) 150. 932. seww 
(: areine) 3642. 

$ Im männlichen Wortaupgang: villain : wwn 290. 
chapelain : warn 1826. 2158. mninl : plaint 1 Gl 2. plains (: scruins) 72 1. 
Zu r<»)ucus 17 ist zu bemerken: Michel übersetz! es fälschlich mit 
„pelerins". Richtig fafst es Beaurepaire als „romcmos" und par 
yeirs (uersws) rominis romiens (wie die Pirchsche Abschrift der 
Hs. A in Avrenches liest) = romeins (ie wie in *>>/// L032 statt e«), 

b) a -f n -f Gutt: 

.sr?/// : maint 1348. sem/ 65. 545 etc. siewi 1032. vortonig: 
sri/itiKuir 685. 703. seintefiee 839. semtvx 2186. 

Kehr, Jj 1 1 seiner Dissertation, sucht zu erweisen, dals im Livre 

des manieres und im Rom. du M. St-M. J -•- Nas. nicht wie bei 

»I 
Benoit von Sainte-More f», sondern — da einerseits ai vor n nach 
Lücking, Altfrz. Mundarten p. 119 später zu ei } e geworden sei, als 
vor anderen Konsonanten, andererseits aber vor r im Livre des 
manieres und im M. St-M. ai noch erhalten sei, also ai vor n noch 
rein sei — ain ergeben habe, weil es eben mit diesem reinen am 
reime. 

Kehr will darin einen dialektischen Zug, den unsere Texte mit 
denjenigen der lle de France gegen Benoit v. Sainte-More (und ich 
füge hinzu: Wace) gemein hätten, sehen. 

Aber Kehr hat 1) Lückings Beweisführung recht einseitig be- 
nutzt, ohne sich an das, was derselbe Gelehrte p. 111 saut, zu kehren, 

wonach der Übergang von ein (aus „ -4- Nias.) : ain parallel gehe 

1 1 
mit dem von en : an, und (p. 126) dal's entweder en und ein noch 
bestünden oder en : an, ein : ain übergegangen seien. § lo hatte 
aber Kehr die scharfe Trennung von en und an in unseren Texten 
festgestellt; somit fände jene Lückingsche Parallele hier nicht statt. 
Doch zugegeben, dafs sie nicht notwendig eintreten müsse (was ich 
hier nicht zu untersuchen habe), so findet sieh doch auch der Gegen- 
beweis in Kehrs Text selbst: 

2) Für redimere steht Str. 54a des Livre des manieres raindre 
( = raeindre) und reimt Str. 111 (von Kehr nicht aufgeführt) ge- 
schrieben raiendre mit defendre, rendre, prendre. 

Vergleichen wir Str. 54: raindre : plaindre : remeindre : ateindre. 



Die Sprache des Roman du Moni ßaint-Michel. 133 

so folgt aus beiden: ain = ein = /■// (zu ;// : en -f C. und pw-f C. 
sind schon zusammengefallen nach Str. 36. I '»<». 164. 185). 

3) Wo ein zu awi übergeht, pflegt auch die Schreibung in fielen 
Fällen zu folgen; und dieser Übergang dehnt sich auch auf en und 
eil aus, vgl. Met/.ke, ..Der Dialekt von Ile de France im 13. und 
14. Jahrh." in Herrigs Archiv LXV, 60 ff. Davon ist freilieh in 
unseren Texten nicht die Rede. 

Fs sei mir gestattet, hiersell>st Kehre Beweisführung für erhal- 
tenen Diphthong ai vor r (§ 1 1) einer näheren Betrachtung zu unter- 
ziehen. 

Vor mehrfacher Konsonanz, ferner vor / und .d ist ai nach den 
Reimen zu > geworden; vor s vielleicht noch ei. ai vor r reimt mit 
.«ich selbst Str. 6. 64. 92. L54. 189. 212. 314; und das mag auf dei 
Leichtigkeit, solche Reime zu rinden, beruhen, und auf dem Um- 
stand, dafs der Dichter wo möglich reich reimt (wobei er aber doch 
nie den Inhalt der Form opfert) — was Kehr ij 4 total verkannt 
hat . und wo es irgend angeht, Reime fürs Auge herstellt. In 
den angeführten 7 Strophen mit 28 Versen findet sich zudem in 
21 Fällen -ei-, in 6 ai, in 1 -c- geschrieben; der Abschreiber sprach 
offenbar r. aber wem gehören denn jene -ei- an? Sollen es etwa um- 
gekehrte Schreibungen sein? 

Fs ist auch kein Grund abzusehen, warum ai vor r länger sich 
erhalten haben sollte als vor / oder s. Aus diesem überwiesenen er- 
haltenen ai vor /■ vollends Schlüsse auf ai rar Nas. und weiterhin 
ei Nas. ZU ziehen, erscheint nach dem Ausgeführten als durchaus 
unstatthaft. 

Von jenem Gegensatz Estiennes de Fougeres zu Benoit kann 
also keine Keile sein; im besten Falle Stehl jener noch auf einer 
etwas älteren Stufe, d. h. er kennt vielleicht ei für ai noch. 

So wird auch im M. St.-M. ain im Übergang zu ein begriffen 
sein, wenn es sich auch für tnännl. Ausgang nicht erweisen läfst. 
Das einzige seraim 724 kann nicht den Übergang von ein zu ain 
als allgemein eingetreten erweisen. Stufe en ist in unserem Denk- 
mal wohl noch nicht erreicht 

1 Vor einfacher Sibilans finden -ich sogar ai und ei gleichgestellt 
in Str. :;]7 (von Kehr übersehen): malveüe : pless* (placeat 
eisse (ansea . asea . vgl. Prof. Gröber a. a. 0.); vergleicht man Sti 

so ergiebt sich: vor .- reimen urspr. a -}- '. 



134 Die Sprache des Roman du Munt Baint-Michel. 

Im Übergang zu e ist wohl auch das aus a -\- fi -\- Outt. -f- 
Kons. entwickelte -ain Kons, begriffen. sient (= saint) 1032 wird 
wie sonst ie = a, ie = e zu beurteilen sein. 

5. I-Eloiici// -4- ii -\- n. 

simphoriein (: bwri) 68. maien (medianus*) : deraien (deretrianus*) 
858. rrestiens (: A/V^/.v) L496. «"///>// (': /wm) 2977. anririns (: pens) 3753. 

Der Sprache des Kopisten gehört an das aufserhalb des Heimes 
stehende fe«,s {Ligamen) 3G52. 

Zu dem an letzter Stelle genannten Reimpaar vgl. Benoit, Chro- 
nique des ducs de Normandie (Ed. Michel) I, 77-~> crestöens : pens 
(Settegast, Benoit v. Sainte-More p. 28). - iens ist hier wie dort 
zweisilbig und kann (mit Stork, Rom. Stud. III, 4 67) nur i-en, nicht 
iien bedeuten; umgekehrt rnuis Simphoriein ('.7 als Simphori-ien, 
1495 crestiens als cresti-iens gefafst werden, denn sie sind vier- resp. 
dreisilbig gemessen. Ein dem ancieins : pens ähnlicher Reim fehlt 
im Livre des manieres; Kehr hat aber dieses Zusammengehen von 
Benoit und Guiilaurne de Saint-Paier nicht erwähnt. 

Schreibung -/eins ist beachtenswert, weil sie einen neuen Beleg 
liefert für die Bezeichnung eines offenen e durch ei durch unseren 
Schreiber. 

ai steht statt ei in maien : deraien, vgl. Livre d. Man. Str. .">9. 2 12. 

Anm. Kehr behauptet p. 48 merkwürdigerweise, -ien finde sich 
nie bei Benoit und Guill. de Saint-Paier. 

6. Labialisiertes betontes a. 

Die hier in Betracht kommenden Fälle (vgl. dazu Neumann, 
R. Zs. VIU, 370: Benachbartes u trübt im Centralfranzös. [Norm, 
inbegriffen] den Wurzelvokal, vgl. auch Suchier, R. Zs. II, 255) 
bieten, verglichen mit dem von Andresen in seiner Ausgabe des 
Roman de Rou für Wace Festgestellten, nichts Neues. Einige ab- 
weichende Schreibungen und wenige centralfranzös. Formen sind auf 
den Schreiber zurückzuführen. 

a) 3. Pers. Sg. Perf. Ind. von habere, s apere*, plä- 
cere*. out 43. 1693. L789 etc. sout 331. L719. L789. — plout 
44. 494. 2167. desplout 1720. 

Untereinander häufig (z. B. 1781) stehen sie noch im Reime 
zu -out (abat). Ferner zu -out aus g -|- t -\- u : sout : pout 



Die Sprache des Roman du Moni Saint-Michel. 135 

(jpgtuit) 2717. - - -out aus g -j- l -]- Konsonomx: vout : ow/ 
•SOI 4. 

Von analogischen Neubildungen (vgl. Neumann a.a.O. 373) findet 
siel) neben ourent 3750. 3558. 3568 und sourent 1777 nur einmal 
orent 3758. Doch läfst sich diese Form nicht für den Dichter erweisen. 

h) 3. Pers. Plur. Präs. Ind. u. Fut vmi rädere, ha- 
bere, facere. Zu ihrer Erklärung vgl. Neumann a. a. 0. 395 
(doch auch Meyer, R. Zs. IX, 144). 

Bezeichnet wird der hier als Tonvokal erscheinende Laut, mit 
ii, o. du, welche wohl nasales o ausdrücken sollen. 

u in unt 2. 615. 616. 2297. 2312. 2313. 

in ont 694. 1 137. 

Fünfmal, ausserhalb des Reimes, nur in ont erschein! ou: ount 
538. 557. 56."). 583. 1 770 (= unt). mint 328. 693. 767. 775. fmü 
Hl 6. 1 184. 1199. 1419. 

Sic reimen 1) unter sich; 2) zu sunt; 3) zu urspr. o -\- » -\- 
Kons.: ont : mont 1138. 1840. 2008. rvvt : mont 328. 1288; h zu 
urspr. o -\- u -\- Kons.: dont : ont 660; natürlich auch 5) mit der 
Endung der 3. Pers. PI. Fut. T, z. B. 2475. 

serunt : tendrunt 1058. recevrunt : //>//// 2070. Vgl. noch 276 1. 
3415. 

c) Die Endung der 1. Pers. PI. -ons, -inu etc. 

a) amons : preisons 688. donrons HM I. ///o>/.s : trovons 111*. 
seions : deviendrons 1906. r&palerons 2469. femofl (legimus) 37'.'. 1553. 
/o/o;/ 2063. fam 3549. 

■/) /7/////// U8. .v/y/-///// : '/////// 610. 2501. "'■"//' : rfevMW L370. 

Im Reime wird für den Dichter erwiesen: an: 

luison (legimus) : fomw (tonsionem) 380. : traison L554. '>"// : 

.<ns<m .">."> I'.». 

/■o////// : digression 1 1 8. >'//■///// : /»/.s/n// 836. Ifinons : surrr.<- 
sions 1066. 

Somit dieselben Formen wir bei Ware, s. A.ndresen III, 570. 

.1) I m per f. Ind. der I. lat Konj. 

l. u. 2. Pers. Sg. Die :'>. Pers. Sg. endigl durchweg auf: 

o/W.-' visitoui 7'.». 3413. So ooeh 80. L178. 2167. 3412 etc. 



i / >u ,, llL Einmal findet -ich dorntet (= donout) 2172. l.-h ruufa 
dafür auf e in offener Sübe verweisen. 



136 Die Sprache des Roman du Munt Saint-Michel. 

Einmal blofs findet sieh gardot (: out habuit) 1559. out reimt aufser 
mit den unter 6, a genannten mit Norgout (Norgodus) 2754. 

3. Pers. Plur. : Numerisch überwiegt 1) oent: amoewt 1673. 
remuoent 1710. ahmt 901. tramoml 914. Vgl. noch 950. 966 etc. 

2) ouent: ehantouent : penouent 3268. Ferner 3282. 3389. 3393. 

3) u. 4) oau-: au-: atornoauent : aprestauent 882. 

b) oient: desloient (1. deslooent) : domoient 2517. chantoient : 
enluminoient 2543. 

Auch Wace braucht im Plural vorwiegend -oewd (s. Andresei) 
III, 518). 

Die sub 5 genannten Formen sind nicht normannisch, dürfen 
aber in einer Abschrift aus dem Jahre 1 280 nicht auffallen ; s. u. ? 
in off. Silbe. 

Sonderbar sind die unter 3 u. 4 aufgeführten Schreibungen ; au 
wurde in lat. Lehnwörtern auch = o gesprochen. Damit war die 
Möglichkeit zu irriger Anwendung des au gegeben, und daher werden 
unsere Schreibungen stammen, -on- ist auch hier als die ältere Form 
(vgl. Mall Comp. 66) aufzufassen; ob der Dichter es im Gegensatz 
zur Schrift häufiger als -oe. -oent gebrauchte, läfst sich aus den Reimen 
nicht erweisen. 

7. a -f- I-Elemcnt wird zu ai, bezeichnet durch ai, ei. 

1) Verwandlung von Kons, -f- i im Wortauslaut 
zu i, cf. W. Meyer, R. Zs. IX, 223. esguardei : fröret 2387. entnei 
{amarj) 2932. sai : ai 350. sei 67. (Anm. soi 71U : di =. s'oi 
\avdiri] : di, nicht soi = sapui, nach einer gütigen Bemerkung von 
Herrn Prof. Gröber.) 

ai (habio*) 349. 1053. 2f>64. ei 2224. fenir-ai : commeneer-ai 28. 
metr-ai : dorr-ei 1026. 

2) Attrahiertes i: a) niese (zweisilbig) : mesaise 588. Dazu 
)iiesaiesic (viersilbig) 2674 (cf. „asius" in Wölfflins Arch. I, 204 ff. 
,,Vulgärlat. Snbstrata roman. Wörter"). 

b) Suffix -a/rius in der späteren Entwicklung.: suaire \ via irr 
1238. aire (: faire) 1317 (vgl. ital. ariä). klass.-lat. -arius, vglat. erius 
(vgl. Ascoli, Arehivio glott. I, 4*4 ; Thommsen, Mem. de la soc. de ling. 
III, 123; Prof. Gröber, Wölfflins Arch. I, 225) ergab -ier und war 
durch Suffix eriutn ersetzt Worden, s. daselbst. 

feguler 17*<> ist regelrecht aus regulärem entstanden. 



Die Sprache des Roman <lu Motu Baint-Michel. 137 

3) a -j- vokalisierter Gutt oder palatalisierter Kons. 
a)Vor einfacher Kons.: /irarel317. faite: traite 1314. 1392. 

fait (: ait) 1500. /oft : lieit 2240. fewe : a/iwre 2493. /'r/r. : pai* 2405. 

Anm. haient 1528 (: revoleient) stein für haeient. 

b) Vor mehrfacher Kons.: #es< (paskit*) : (forest) 118. 

/?toärf : foisd 692. frrns* (1. /■/■«//) (: mit) 17(50. 

Anm. //w7 ist einzusetzen, mit Köritz: Über das e vor Kons. 
p. 5, Stra&b. Diss. 1885. 

Geschriebenes e für ai auch in mestre-altel 2071. 3560. 

a -j- I-Element vor dem Ton. 

e.smaic 261. veraiement 2331. 2819. 

faiture 3512. feime 258. Zeissp/ 490. kmsa 661. lerrei 489. tet- 
rows 2468. kissasse 3032. lerrei? 1994 (lese ich aus Michels ?»«*- 
lerei\, indem ich dieses — »iei-lerei-, == me laisserez setze), fereit 
1971. /w// 1985. ferwwmd 1217. seremmt 1631. 

y/r.s//-, 3247 (obschon aus pasticium |I)u Cange] abzuleiten) dürfte 
hierher gehören, weil e seine Existenz dem e des Simplex pestre durch 
Analogie zu verdanken scheint. 

meison 127. 2181. 2723. maison 2116. mesmei 2990. achaison 
(ocasionem) 128. 1031. aeheison 3195. livreison 335. reisora 1192. 
sewow 35 18. gelehrt: /wo» 3516. feiseit A0o. faiseit 809.1510.2804. 
/äset* 222. 1436. 168s. IT 04. pleiseit 1 435. plaiseit 21)29. 

Aus den Reimen geht nur hervor, dal's ai vor mehrfacher Kon- 
sonanz zu e geworden ist, während es vor einfacher erst im Über- 
gang dazu begriffen zu sein scheint. Die Schreibung schwankt zwi- 
schen ai, ei, e (besonders in der Vortonsilbe) und läl'st uns eine all- 
mähliche Monophthongierung zu e erwarten. Vgl. im übrigen die 
Ausführung zu v. 1. Auf die Erklärung von Fällen wie niese werden 
wir unten suh e in offener Silbe zurückkommen. 

8. a + l 

In der Tonsilbe tindet es sich im Reime mir in pailes 1226 
i: srennlales). taille : hataille 3350. 

Aul'serhalb des Heimes: maielk 3042. vitaük 3251. traval 1992. 
3365. 

Vortonig: faülant 9. baillh 1950. vaükmt 930. tallier 51 i. W/<>; 
620. /*/// 983. /btftsi 1 949. ballit l 59 i . 2039. vaUan : l 757. 209 1. 2352. 

Da unser Dichter Assonanzen an Stell«- dee Reimes sonsl nicht 



138 Die Sprache des Roman <lu Moni Sain£-Miehek 

aufweist, so mufs der an erster Stelle genannte Reim als Verstofs, 
beruhend auf schlechter Überlieferung, bezeichnet werden oder Lokal- 
form des Wortes sein; s. u. 

Bemerkenswert sind »laicllr (meta illia*) und traval; ersteres, weil 
es zu aiese gestellt ähnliche Umstellung aufweist, insofern aber ab- 
weicht, als es vom Dichter dreisilbig, aiese zweisilbig gebraucht ist. 
Indessen bedeutet aie hier wie dort für den Schreiber eine zweisilbige 
Gruppe, in der er altes aai = aei zu aie(se), maieQle) unistellt. — 
Ich verweise auch hier auf e in offener Silbe für die Erklärung. 

In traval sehe ich die Reduktion eines älteren travail (il—]), die 
sich bis heute in Teilen der westlichen "Normandie erhalten hat (cf. 
Joret, Essai sur le patois Normand du Hessin s. v. traväye). Ob nüi 
dieser Reduktion auch die Schreibung -all zusammenhängt, die in 
der iSorniandie und über dieselbe hinaus nicht selten ist — Th. Helie 
de Biville z. B. weist palle (palea) : aumalle (animalia) 519. tenalles s 
mtrattes 803. palle : falle 91 ö auf, die „Anciens eveches de la Bre- 
tagne"; ed. Gueslin und Bourgogne, zeigen diese Schreibung aus- 
schliefslich — , ist bei dem Mangel an beweisenden Reimen nicht zu 
bestimmen; // könnte l darstellen sollen. Mouilliertes / wird in- und 
auslautend teilweise auf einfaches / reduziert nach Joret im Patois 
du Bessin (vgl. Joret a. a. O. p. 25: famile, file und auch talc neben 
iaille v. s. v. taye; pale und paye (palea). Da sich nun traval zwei- 
mal in unserem Text findet, so erschiene ein pale = paille nicht un- 
denkbar, zumal wir pale für eine westnorm. Mundart (allerdings = 
paille = palea, nicht = pallia* von pallium, Mantel) nachgewiesen 
haben. Nehmen wir pafißes : sgandales hinzu, das zu verdächtigen 
die Stelle keinen Anlafs giebt, so ist ein scharfer dialektischer Zug 
unseres Denkmals festgestellt. 

Reime von a vor / mit anderen Vok. -J- / rinden sich nicht, 
somit wird 294 travelloent nicht dem Dichter angehören. 

9, a -f n. 

1 ) I n der Tonsilbe: Bretaigne : grifaine 16. Gargaine : 
Campäigne 502. Campagne : Gargaigne 1132, Moriaigne : Losaine 
536. Montaignes : plaignes 784. Älemaigne : Espaigrie 1492. Ckam- 
paignes : compagnes 1650. enfregne : maigne 2279. 

2) Vor dem Ton: aplanie 257. graignors 1291. L346. gragnor 
2321. greignor 3552. compagriie 224:'.. remeignant 2293. freigneit 3626. 



Die Sprache des Roman du Moni Saint-Michel. 139 

Der Dichter reimt an rein mit sich, der Kopist keimt en dafür; 
für die Aussprache des ersteren ob ane oder aine, etc. läfst sich somit 
niclits entscheiden. 

Im Einzelnen ist zu bemerken: enfregne •22!X gehl auf ein in- 
frangere (vgl. Cass. Glossen) zurück; pleignes auf planias*. Moriaignt 
dürfte das bei Bischoff u. Müller, Worterb. der Geographie, verzeich- 
nete Mauriannae (Comitatus, id. e. Garocelia vallis, Hauptstadt, heute 
St Jean de Maurienne, Savoyen) sein. Losaine, heute Lausanne, 
a.a.O. als Lausanna, Lausona verzeichnet. Unser Texl verlangt als 
Etymon ein Lausania* oder Lausana*. Im ersteren Fall stünde 
Lausaine = grifaine 46. Gargaine 501; oder aplanie 'l'ü ; im letz- 
teren würde es Lausana ~ Lausana hesser entsprechen. Ein ähn- 
liches Verhältnis von Reduktion, wie oben hei -aille, ist hei der 
schwankenden Darstellung und unsicheren Überlieferung der Orts- 
namen im Mittelalter wohl denkbar, doch mit keinerlei Sicherheil 
nachweisbar. 

10. a -f / -f- Kons. 

Übergang des / zu x in dieser Stellung läfst sich aus den Reimen 
nicht erweisen; doch dürfen wir annehmen, dafs die Vokalisierung 
begonnen habe; denn in der Verbindung o -J- / -\- Kons, ist / sicher- 
lich schon zu u geworden; s. u. 

Die Schreibungen geben natürlich von diesem Vorgang reich- 
liches Zeugnis : 

eschalfaut : haut 1004. Guillalmes : reahnes I 188.2441. TeibaÜ: 
asaut 1598. leals 188. 

Vor dem Ton: hauteice 121. saumons 168. haltement 964. 
2035. hautement 987. communealment IHM. essauea L497. maldit 
1844. a«#tes (Konj. v. aler) 1896. autretant 2159. 3324. lealment 
2174. chaucier 2881. malmis 3296. mestreautel 3560. autretel 3561. 
.!//*■>•/ L33, «las richtige .!»///r/7 154. L367. 1957. 

Umgekehrte Schreibungen und falsche Setzung des J: 

sohlevant 31 l. pnwofe (praepositus*) 2230. "»//ms- 2348. 

Der aus » -j / (-f- Kons.) entstandene Diphthong ist nicht EU 
pttj p geworden, denn im Ibim ist er davon streng geschieden. 

//. " /// geschlossener Silbe 

bleibt erhalten. 

«o« : /'/>■ 376. : rfrew 642. /""■/ : regart 534, cfawsc (capsa) ; 



140 Die Sprache des Roman du Munt Saint-Michel. 

jnasse 1350. Richart 1585. 1605. 1639. Bauart 1606. Irubart L640. 
mmnart : pari 2130. Jb/iaft : "// 2238. ;>///? 2G07. .4r/ : essart 
1 104 etc. etc. Ebenso: 

la (illac) 287. 509. 933. 1293 etc. > (jam) 1982. cha (eccehäc) 
10 1 etc. 

Das Part. Präs. aller Konj. (cf. Diez II, 228) ausschließ- 
lich -ant reimt mir zu sich und etymol. -ant, nicht zu -ent etc.: 

faillant : mespernant 8. manam : paisans 266. botant : gfrawi 
284. uvrair. : enfair. 302. solzlevant 314. rendant 330. poignant : 
o/r/»/ 484. ehcmtant : semblant 704 etc. 

Keine Ausnahme bilden : cscient 10. 375 (auch sonst häufig neben 
cseiant, doch fehlt dieses in unserem Text) zu Adv. auf -ment im Reime. 

Zu sullent 291 (: neient, necentem*) vgl. Förster, R. Zs. I, 157 = 
prov. suzolen == sucidolentus * (Diez II, 382). 

Von Belegen für a -j- n -\~ Kons, füge ich noch folgende bei : 
aratä : quant 1834. mande : commandc 1894. Dura))! : vaillant 1930. 
demande : grande 1938. Norman» : vallanz 2094. autretant : granl 2160. 

Frame', oiance 1346. blanche: brauche 3693. eschange : estrange 136. 

-abilis: sahiable : delectable 1170. awable : enorable 1274. acor- 
dables : semblabks 1808. fr/fr/r.s- : conrenables 2142. veiable : diable 3439. 

-aticum: boschasge : rkage '440. message (: sage) b'2i. lengages 
(: sages) 834. daniagcis : outrageis 1412. barnage : ommage 1502. 
hontage : veiage 3101. 

Die Belege für aus sabius* entstandenes .sw/f.s sind erwähnt. 

Dafs der Dichter nicht -«/^ sprach und schrieb, geht wohl aus 
•sw/e.s : /r/nyfes 2361 hervor. 

a vor jotacierter Konsonanz: ^//r/rr : /ace 2625. wr/- 
»oee : /ace 1732. 1736. 

Endung -assem etc. des Imperfekt Konj unkt, der 
Verba I. Konj. 

Belege finden sich zu 1. u. 2. Sing, und 3. Plur. : 

Irisasse : amasse 3033. 

alast : trovast 142. aprestast : mveast 500. drsrrast : jugast 1262. 
r///-/.v/ : /Y,/r/.s7 1876. demandast : gardast 1886. 

alassait : portassent 230. drniaiidasseut _: aportasseut 504. 

Hierher ziehe ich auch 

1) Diejenigen betonten Formen von habere, die " 
bewahrten, und die damit gebildeten Futurformen. 



Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 141 

2) Perfektendung a) -asti und b) -avit. 
Ad 1) as (habes) 2643. 2922. Dazu kver-as : iras 360 etc. 
a (habet) 119. 179. 278 (durch den Reim als a gesichert). — 
Im Versinnern ad 219. 457. Dazu vendra 180. voldra 1538. 
Zur Erklärung dieser Formen vgl. Meyer, Rom. Zs. IX. 144; 
Neumann a. a. 0. 257 ff'. 
Ad 2 a) Fehlt in unserem Text 

b) porta 120. commanda 140. lia : enseigna 242. a ist hier 
durch Analogie bewirkt nach Neumann a. a. O. 267. 
Die 3. Pers. Sg. von rädere hat beim Dichter zwei Formen: 
va (: pleira) 1772. wwd (: tratst. 1. //v///| 1760. i?e# : furfeit 1516. 

71-*. Vorton-a. 

1) Unter dem Neben ton (d -f- ~- '' 4" * -f ")• 

a) Im Anlaut, et) Im Hiat Durch Angleichung oder Ein- 
flufs des ü (cf. m«w == maturus): e in tust (habuisset) 187. 1220. 
1415. 2875. eussent 1378. — m 26. 79. 3705. — a in aorna 3184. 
a«e 3610. 

ß) Vor Konson. aperlemeni 9. 21. 371. atera/ 298. <//•<>■/,» 
316. «ywW 318 etc. — arm 2378, aber ewme« (amavi) 29:12. enmout 
(amabat) 3412, so auch enmende (amenda) 2166, neben amendaul 
42. rodender 996. Ebenso im Livre des manieres: emner (amaruB) 
Kehr p. 11. Ebenso in der Clef d'ämour (ed. Edwin Tross, Paria 
L866): mmie (amica) p. 32. 45. mmer (amare) p. 46. 47. emnours 
p. 65. i>^. f unter p. 68. 83. (VgL dazu in diesem Text: pmmuttn 
und prenmet achtmal auf p. 27.) 

Thomas Helie, 763 emmie (crime), deckt sich damit nicht ganz. 
Dafs diese Formen mir den Kopisten angehören, läl'st sieh bestimmt 
nur für das Livre <\v^ man. nachweisen, da dort der reiche Reim 
n»ier verlangt. Indessen ist es auch für die anderen Texte kaum 
zweifelhaft, dafs diese Unterschiebung eines eh für a auf Irrtum der 
Kopisten beruht und nicht auf eimr wirklichen Lautsubetituierung. 
Die modernen Mundarten wissen davon nichts. ' Anders verhall e> 
Bich mit der Xasalierung eines Vokals im Auslaut, wir des • in « 
(ecce hoc) = cen, wo ein dialektischer Zug für die unserem Gebiete 



1 Vgl. auch emma (= amaviC) II. 2. demmnede (= danme-d II 
der Stephanusepistel, ed. Bd. Stengel, Ausgaben a. Abhandlungen Bd. 1,69. 



112 Die Spraclic des Roman du Munt Saint-Michel. 

augehörigen Texte festgestellt werden kann. Doch siehe darüber 

unten ZU )). 

Vor Labialis wird a : öu: ouvee 1045; ouvert 2967. 

I)) Im Inlaut: c.) im Mint: pai-er : qua-ier 18. chai-et 2f>20. 
eftto-iee 2047. /m-v>/7 2671. 209«.). r/rr-ic '2()92 (aber ^rae 2058). 

eraw-äe 1410. yw/.v 1458. 21 ."><). 

Vor i, ü : r: pareis 165.2598.2868. Avrmckein (Äbrincatinum) 
,">39. 714. srttr 813. /ft/.s7 : ^ewstf 238. sews 18165. geust 1966. /du 
1470, aber/;// 2114. 2337. Siehe dazu: Neumann a. a. O. 381. 

o v o r u r s p r. La bi ali s: espöantee 3235. 363 1 . poor 3277. 3297. 

//) Vor Kons.: Als umgekehrte Sehreibungen fasse ich auf 
(e = r^ vor Nas.)\ Normendie 31. 455. -188. 1409. menja9o (manjoüt 
150). enfenter 3536. estrenglei 95, gegen Gommande 116. larreein 203. 
manda 212. — )nanan\ 266. <?anr 4 23. garison 1074. fofow 3523. 
nortelwleir 169. manifester^, travelloent 204. ehapele 41"). harens 
471. messagiers 656 etc. chierir 2873 ist von efeier gebildet. 

Beachtenswert und charakteristisch wenigstens für den 
Schreiber (als Eigentum des Dichters läfst es sich nicht nachweisen) 
ist der Übergang von gedecktem Vorton-a vor r zu e in: 

merchie (mareatum*) 364. escherdous (exeardosus*) 3221, aber 
dmrbohs 2790. Gehört hierher nicht auch esmesri 3583 (== exmarri- 
tus*)? Vgl. esmerri im Alexius Str. 710, wo es freilich von Gaston 
Paris in esmarri geändert wird. 

Nach Joret, Des caracteres et de l'extension du patois Nor- 
mand, Paris 1883, p. 153, ist dieser Wandel des ged. Vorton-r/ zu 
r vor r ein Zug sämtlicher Mundarten der auf dem linken Ufer der 
Seine liegenden Normandie, und selbst derjenigen des Maine-Departe- 
ments (vgl. Montesson, Vocabülaire du Haut-Maine p. 36). 

In den anderen Denkmälern der Normandie, die ich im Laufe 
dieser Untersuchung durchgesehen h'abe, ist mir ein Beleg dieser 
Lautentwickelung nicht vorgekommen. 

Die unter b als umgekehrte Schreibungen bezeichneten Belege 
lassen erkennen, dafs für den Schreiber en Kons, und an Kons, gleich 
lauten, was nicht ausschliefst, dafs er trotzdem Normanne war. Denn 
auch in der der Hague angehörigen Vie des Th. Hebe finden sich 
menger, calenger (nach Joret, Mem. de la soc. d. ling. V, 64), und 
doch trennt die Sprache der heutigen Hague en Kons, noch scharf 
von an Kons., cf. Fleurv a. a. O. 171, während das Bessin z. B. 



Die Sprache dos Roman du Moni Saint-Miehel. 148 

diese Gruppen unter an zusammenfallen Liefe; wir konnten somit 
jene umgekehrten Schreibungen unseres R ans als frühe (13. Jahr- 
hundert) Belege des Obergangs von en Kons, zu an Kons, für 
gewisse Gegenden der westlichen Xormandic auffassen. A her doch 
hat der Kopist niemals für -ent -ani geschrieben und umgekehrt; 
und man könnte geneigl sein, in jenen Fällen einen Übergang 
von -an zu -en erblieken zu wollen, wie dies für das Pik. von 
Suchier, Aucassin et Nicolette p. 64, geschehen ist. Aher davon 
wissen die heutigen Mundarten der Normandie, soviel mir bekannt, 
nichts. Der Grund ist also in litterarischer Einwirkung der Central- 
mundart zu suchen. 

2) a in der Stellung x -f- a -j- - wird zu e. 

apertement 9. 21. 114. 371. certem-ent 339. novelement II. trove- 
»trut 22. orguenee 992. orfenins 127t'>. 

liement 573. 3709 etc. sind dreisilbig und, da der Dichter nicht 
ic für irr spricht, als lieement aufzufassen. 

isnelment 7 17. 3379. isnelement 1609. 2664, sind beide durch 
das Versmais für den Dichter gesichert; aber während letzteres regel- 
recht^ ist ersteres nach Analogie der Adverhia von Adjektiven einer 
Endung gebildet zu denken. 

Im Fut. nach Nasal: pardonra 2627. donrons 1066, aber leveras 
361. eonvmanderdi 2259. 

In auslautender unbetonter Silbe wird a zu e: ist 
stete silbebildend am Versschlufs, stumm im Versinnern vor Vokalen, 
so 12. 56. 81. 128 etc. Gesprochen vor Kons.: 22. 25. 26. 30 etc. 

Der Kopist schwankt in seltsamer Weise in der Bezeichnung 
dieses Lautes und gieht damit einen gewissen Mal'sstah für die Be- 
stimmung seiner sonstigen Schreibungen. (Ich füge die Belege für 
auslautendes e anderer Provenienz und < in Procliticis hinzu.) Vors 
und sonst findet sich: 

ai: meseisais 78. 

it.- damageis : outrageis 1412. tot&i(= tonte) 2 1 16. grevei (greve) 
2828. eongreis 47] (congre). donnereis (=doneire) 2861. trentei212ö. 
Im konjunktiven Pronomen: fei 1269 (visitout l<i = illum). leis 
(= illas) 621. 3451. seis (suus, siehe auch bei i, Formen wie sies, 
srs. sis daneben) 195. Im (= li, Dat. Pron. masc. 3. Pere.) 494. 

ü nach Zischlauten: eergies 880 {eierges 1242. ceirgt 2586 
igliesü 3428. 



144 Die Sprache des Roman du Mont Saiut-Michel. 

II. Vulgärlat. e (klass. e, i). 
VJ. e in offener betonter Silbe. 

Die häufigste Schreibung ist 1) ei. seir : nonchaleir 170. 
Iteir (heres) 339. buissoneix 733. Espeir 925. mei : rei 1034. sei : rei 
1075. orfreis : demaneis 1230. Franceis : anceis (ante-ipsum ?) 1446. 
1483. 1636. 1749. anceix 1986. : Daneis 1646. veir : pareir 1934. 
sei : se#m 1960. espeir : sew* 2931. : veir 3737. 

ere : proveire 122. : provaire 3089. 

Verbalendungen: esteit 65. 69 etc. esteient 69. wieü 66 (sedebat). 
serveient 6S. aveit 90. 111. aveient 1009. 1171. i'ene/7 89. soleit 99. 
192. 406. trameteit 134. me«7 145 (videbat). rfereü 186. veirreit 201. 
<fe# 185. 210. donneit 191. 497. fri 206. faseit 222. 1435. ?;ofe// 
209. 754. 1722. seit 299 (sit). 393. veit (videt) 369. 513. (: dreit), 
coreient : sordeient 442. revendreient : morreient 528. parlereimt 589. 
atendeient : voleient 608. pareit 739. ardeient 900. requereit : deit (debet) 
939. aparteneit 1093. 1104, und so noch in etwa 100 Fällen. 

Die 2. Pers. Plur. Präs. Ind. reimt zu a, siehe sub 1. Die 
2. Fut. reimt blofs mit sich, so remaindreix : herbergerez 624. getereix : 
/V//rr. 1994. Ist es Zufall? Die Zahl der Fälle läfst schwerlich ein 
Urteil fällen. — feix : crereix, s. u. a, wurde oben vermutet. 

2) ie: a) Nach Kons. (Zischlauten und sonst): ancies 811. 
anäex (idem) 1319. 1963. enrichiet 2889. espier 3388. /SeWes 1947. 
ierre (her) 3017. 

b) Nach Vokal: a) poiet 83. 397. polet 2951. 3218. 3616. 
poier 1450. 1683. 2351. 

/?) veier (videre) 339. 919. 926. 2505. 2513. 2519. 2562. 2866 
und immer so. reiet (videbat) 1439. — seier (sedere) 406. haiet 1577 
(:= hatebat*), cJiaiet (cadebat) 2526. (riet (audebat * für audiebat) 3094. 
Beneiet 3489. 2103. — poiet 2867 steht für puet. — neies 2837 
(t= ne ipsum). 

3) eie: aveiet 84. saveiet 2104. esteiet 2526. veier 420. 2841 
(verum). Das Versmafs verlangt in allen diesen Fällen Einsilbigkeit 
der Gruppe eie. 

4) iei: poieit (potebat) 323. 3251. veieit (videbat) 145. oie'it 
2567 (audebat* == audiebat). traieit 2671. 2999. — Auch nach Kons. 
plovieit 3240 (aber ploveit 3472). — creieient (credebant) 3435. poieit 
3695. esteieit 3575 (wie die »Silbenzahl zeigt, mufs esteit stehen). 



Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 115 

5) e: nrre 130. dirreeni 590. bruihaire* 733. (por) que 2888. 
3832. toletes (tollectas*) 2952. 

se (bet. Reflexiv-Pron. der 3. Pers.) 1530. re (= regem) l ."»71. 
nie (bet. wie se) 17G4. 

6) ai: provaire 3088. 

7) i: irre 314'J (gegen ewre 3056. ierre :>U1 7). 

8) oi: gesoieni 2 530. 

e ist ausgelassen in: Imicnt (: irroleir/i/) L528 statt haeimt. 
veient 1910. 3679 (: acrioit) st. veeient; ebenso reveimt 2538. >>/,/// : 
oientf 3723 st. rreintt : oimi — poient 32'.' 1 c (ininii) st. : poeient 

Vulgärlat e in offener Silbe ergab bekanntlich im ältesten Norm. 
e*. Anzunehmen, Guill. de Saint-Paier habe es nicht mehr, sondern 
;/ oder e dafür gesprochen, ist kein Grund vorhanden, ' reimt es doch 
nur mit sich und mit ei aus e -f- I-Element. (Die einzige Ausnahme 
siehe unter I, 1, c.) Damit stellt sich unser Dichter zu Wace, ct. 
Andresen a. a. O. ]). 513. Allein dieser Annahme entsprechen nur 
die an erster Stelle aufgeführten Belege, nicht aber die unter 2 — 8 ge- 
nannten. Diese erheischen eine Erklärung. Ich ziehe zunächst 
die unter 4 genannten in Betracht. 

Auf den ersten Blick möchte es erscheinen, als ob diese Formen 
mit einem i zum Zwecke der Hiatustilgung verschen wären. — Da- 
gegen sprechen die Schreibungen ie, iei = ei hinter Konsonant, vgl. 
auch die Belege unter 2, a; für diese Annahme die große Konse- 
quenz, mit der das i hinter Vokal auftritt. 

Aus den Keimen läl'st sich über Bestehen eines solchen hiai- 
tilgenden -/ in den sub 2 u. 1 angeführten Fällen nichts erweisen: 
der Dichter konnte poieit und poeii im Reime mit destreit z. B. gleich 
gul gebrauchen. — Damit bliebe aber 3 unerklärt. Zudem haben 
wir oben unter I, i' (p. 125) ähnliche Einschiebung eine- t gesehen, 
wo es nur durch einen Schreiber konnte geschehen sein. 

Als weiterer Grund mag dienen, dafs derartige Schreibungen 
wie 2, 3, 1 der Bs. B unbekannt sind, soviel ich aus den mir y.u- 

1 Wenn wir dieses ei = e im Keime fänden zu urspr. ai z. B., wie 
dies in der That im Livre des man. (s.o. p. 182, An m.) eintritt, ao dürften 
wir annehmen, ei laute aicht mein- mit e, Bondern mit f. (Es war.- Bomil 
die Mittelstufe im l.ivre des man. erreicht, die wir zwischen Benoil [t 

und den Ndrmannen Guill. de Saint-l'aier und Wace [ei] postulieren 

dürften. Aber der einzige Keim vermag diesen Schlut's noch nicht zu richern.J 
Archiv l. d. Spraohen. l.X.W'l. •" 



146 Die Sprache des Roman <lu Mont Saint-Michel. 

gänglichen Stellen ersehen kann. Es wird also eine andere Erklä- 
rung für 2— 1 gesucht werden müssen; darüber s. u. 

Dafs der Kopist für altes ei schon e sprach, gehl ans 5 hervor. 
Dafs die Zahl der Belege hierfür nichl größer ist, darf in der Ab- 
schrift eines so alten Denkmals nicht auffallen; anders gestaltet sich 
dies in jüngeren Texten, so in der Vie des Th. Hebe. Hier ist z. B. 
das Iniperfekt der II. Konj. alt eie — eil — rin/t nur zweimal noch 
mit ei bezeichnet, sonst mit e: 

ii nt : surrt 90. 108. inainlrurl : teilet 119. frsrl : trsrf 124. 
estei : rrs/rf 147. refrnet : rrreiiet ISO. mir/ : repreiiet 236. feset : 
plr.srl 244. eirrnet : jireiiet 391. jileset : esset (?) 425. jiernrt : urriirt 
595. feset : />/V.sv/ 691. sowfei : yofcfe^ 695. guilaret (?) : sa«?ed 703, so 
noch 819. 833. 837. 921. savet : ove* 943. — ri in sawe^ 74;} und 
sesteit (?) 755. Aufserhalb des Reimes findet sich dieses e 46 mal 
in der Imperfekt-Endimg II. Konj. 

Auch das Imperf. der I. Konj. weist Endung -rt auf, vgl. priset 
158. eilet 198 (: feilet = failleit). ejrevet 415 (: beert), detowmet 609. 
ijnnlrt : regardet 787. 023. avisetf 265 (: diset). Mit diesen letzten 
Formen ist unser donnet = donabat 2172 zu vergleichen (vgl. 
oben p. 135, Anni.). 

Der Übertritt der Endung des Imperf. Ind. I. Konj. zu der der 
zweiten scheint also hier schon vollzogen zu sein, sicherlich ist er es 
heute im Patois de la Hague nach Joret, Soc. d. ling. V, 6)5. 

Kommen wir auf unser e = altem ei zurück. - Wo sonst 
(aufserhalb des Imperf. der II. Konj.) r zu Grunde liegt, erscheint 
in der Vie des Thomas Hebe ei nicht selten: peivre : abeivre 364. 
eherveise 417. saveir : aveir 6S3. Aufserhalb des Reimes: deit 92. 
267. aveir 618. erey 744. veir (= videre) 782. saveir 970. segrei936. 
Doch auch hier ist e häufiger: aver 51. 267. ver (verum) 162. Inter- 
essant ist franchies 105 (vgl. unser 2) neben franeheis :>47. — Die 
Reime geben keinen Anhalt zur Bestimmung des e = ei. — Die 
spätere Entwickelung weist auf den offenen Laut. — Ein bestimmtes 
Zeugnis gewährt uns dafür 1) Beza de Francica? lingme reeta pro- 
nuntiatione, Genf 1584, ed. Tobler p. 53. Zu oi (vulgärlat. e) wird 
bemerkt: Hujus autem diphthongi pinguiorem et latiorem sonum 
nonnulli vitantes, expungunt o et solam diphthongum ai, id est e 
apertum, retinuerunt ut Normanni qui pro foi (fidem) scribunt et 
pronünciant fai (also = phonet. fe). - 2) Die moderne Mundart 



Die Sprache des R an du Mont SairnVMicheL 1 17 

der Hague, die für altes ei nur in dem Falle < kennt, wo ursprüng- 
lich darauf folgende Konson. verstummte und e in den Auslaut trat; 
die gewöhnliche Form ist e, selten ei (s. Fleury a. a. < >. l".m;i. 
Aber r konnte in der Zeit der Hs. <\r> Ruin, du M. St.-M. immerhin 
noch e (für ei) sein, e daraus später sieh entwickelt haben. Auch in 
Texten anderer Gegenden bedeutet e sowohl e als e. Allein die 
Schreibung ai für ei (s. 6) spricht für e. 

Man wird also e für älteres ei als offenen Laut annehmen dürfen 
auch im 1 o. und i 1. Jahrb., d.h. in unseren Hss. Auch die Schreiber 
(lv> Waceschen Roman de Ron stellen ai, ei, e einander gleich(s. An- 
dresen p. .~>1 3), mithin ist auch bei ihnen altes ei zu e (wohl e) geworden. 

Zu 6, provaire, ist nach diesen Ausführungen nichts mehr zu 
bemerken. 

Wir kommen zur Besprechung von 2 a u. b, ■"> u. I an Letzter 
Stelle, weil diese Fälle eine eingehendere Würdigung verdienen und 
die Erklärung von ."> voraussetzen, wie sie eben gegeben wurde. 

Meines Wissens ist bis jetzt eine Erklärung dieser eigentüm- 
lichen Schreibungen nicht gegeben worden. Auf der Willkür von 
Abschreibern können sie nicht beruhen, da sie in mehreren norman- 
nischen Texten sieh wiederfinden, bei denen an gegenseitige Beein- 
flussung nicht zu denken ist. 

Wir haben gesehen, dals in der westl. Normandie an die Stelle 
eines alten ei im 13.Jahrh. e getreten war. Aber warum setzten die 
Schreiber, wenn sie ihre Vorlage ändern wollten, für ältere- veeir 
(videre) nicht einfach veer, sondern veier? Warum vollends vaier? 
Für rrrit (videbat) nicht irr/, sondern veiet, voiet? Für chaier (cadere) 
ein chaier oder gar choier? Thomas Eelie hat, wie oben gezeigt, in 
der That e und doch auch eine Form chaier 734. Da es mii 

scheint, ein V&ier liehen nur videre, wenn auch nicht in ein und 

demselben, so doch in iiorinann. Texten, lindsten zueinander in einem 
gewissen Verhältnis stehen, so habe ich die Untersuchung auch über 
ersteree ausgedehnt und dabei Urkunden und Texte aus dem Ende 
(U-< l :'.. und Anfang des l I. Jahrh. verglichen. 

L) Belege aus amtlichen Schriftstücken der Normandie, publ. 
von Delisle in den .Mein, de la soc. des antiquairee de Normandie 
XVI, p. 131 ff. oi tur altnorm, ei ist hier ganz gewöhnlich, das ein- 
heimische ' i findet sich aber doch meist daneben ; es i-t aber wichtig, das 
Auftreten des ersteren zu verfolgen, ich führe aomil die Belegemil an: 

lo- 



148 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 

Bei Delisle a. a. 0. p. 134, Schriftstück von 1260, abge- 
faßt in Pontaudemer : valoient noient (necentum*). droyt. droiture. 
roy. demandoü. savoir. estoit. seroit etc., neben rey (viermal = regem). 
borgeis. 

p. 137. 1260, Pontaudemer: teneit. poet (potebat). 

j>. 159, Nummer 721. 12(30", Le Maire de Ronen: eiteiens. 
rei. Franceis. oi für vulgärlat. e findet sich hier nicht. 

Aber in Nr. 895, p. 212. 1277, Le baillie de Rouen: assa- 
voir. ro;/. hoirs (dreimal), avoir; sogar oi für ai, wie in der Ile de 
France, vgl. Metzke, Der Dialekt von Ile de France in Herrigs Aivh. 
LXV, 67, wie potent (— payent) Ordonnances (du roi) <Jöl ; so hier 
poiant = payant; aber doch wiederum borjais. 

Nr. 927, ]). 227. 1278, Bischof von Bayeux: estoit. roine. 
soient. hoir. croire. savoir. avoient. Daneben : deens = altes deiens 
dreimal, sei (= se). voeir (videre). croeie (= credebam). 

Nr. 950, p. 242, gegen 1280, Mesnil Robert im Vicekomitat 
von Vire: soient. eschairröit (ex-cadere — ). droit ures. porroient. moi. 
rei. devent. hers (heres). esehaier (ex -|- cadere*). 

Nr. 957. 1281, vom Seigneur duBoisGencelin (sur Risle, 
Lieuvin) in Pontaudemer: otroye. roi zweimal, rendoit. estoit. mois. — 
o ie r s (heres) fünfmal, s a ro ie r. t r o i e s (tres). a r ö i e r (habere). 

Nr. 958, p. 243 von 1281, von demselben: roi. hoirs. savoir. 
avoir. moi. borjois. rendoit. Daneben mays (mensem). otree (3. Sing. 
Präs.), vgl. auch sessante. 

Nr. 9G0, p. 243. 1281, Visconte de Rouen für Seigneur 
DuBoisGencelin: tournois (Münze von Tournai). roy. droit, so;). 
Daneben hers achtmal, mays. 

Nr. 1000. 1282, Einwohner von Pontaudemer: savoir. 
rutj. tornois. moi/. droit, vgl. auch moetie; aber zweimal Jiers. 

Aus der Baillie des Cotentin in Coutances sind mir 
zwei Schriftstücke bekannt : 

1) Nr. «52, p. 199. 131.') (Wiederholung aus dem Jahre 127.')): 
droit, ehaoit. povoü. devoit. Daneben ausgesprochene Normandismen, 
vgl. unter auslaut. n. 

2) Bibliotheque de l'ecole des eh. arte s, II. Serie, Bd. I, 
p. 191, für ein Kloster im Mortainais (Avranchin) : tomeis. aver. 
porseer. porreit heirs dreimal, porraint (-= porreient). esttt. vgl. auch 
seissante, neben defalloient und savoier. 



l>ie Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 149 

Da die anderen von Delisle a, a. (). publizierten Urkunden 

keine weitere Anshente an eigentümlichen Schreibungen gewähren, 
gehen wir zu den litterarischen Denkmälern, erhalten in Ilss. ans 
dem Ende des 13. Jahrh., üher: 

Unsere Sammelhandschrift A bietet als siebentes Stück den 
Conte d' Amors, dessen Publikation sich Rein seh in Herrigs 
Archiv LXIV, l(')7 hätte ersparen können. Es hätte genügt, eine 
Angabe der Varianten, die unsere Tis. gegenüber derjenigen auf- 
weist, die Meon im zweiten Band der Fahliaux et contes, Paris 1808, 
p. 134 ff unter dem Titel: Le chastiement des dames herausgegeben 
hat. Der Conte d'amor(s) ist ein Stück dieses chastiement. der Anfang 
<]c^ ersteren entspricht genau Vers 752 des letzteren. Die nächsten 
Verse sind jedoch in ersterem des Dichternamens wegen, der in 
v. 758 folgt (Robert de Blois), etwas verändert worden. — Zu dem 
Schliffs des chastiement fügt der Abschreiber im Conte d'amors noch 
zwei Verse hinzu, sonst erstrecken sich die Abweichungen nur auf 
Schreibungen und Wechsel von synonymen Ausdrücken. 

Nur der Conte d'amors (nicht das Chastiement) weist fol- 
gende Schreibungen auf: 

voer (videre) : soier (sedere) 20. regarderoet : seroet 46. voer 262, 
aber veez (videtis) 283, neben beit : deceü 88. valeir : veir 110. irrirr 
110. saveir : estorer 100. dgleir : aveir 280. ceile 322 (celat) etc. 

Der Roman de la Resurrection de Jesus Christ von 
Andre de Coutances in Herrigs Archiv LXIV, 1 76 ff, ebenfalls von 
Reinseh herausgegeben (vgl. die Recension von Herrn Prof. Gröber 
in R. Zs. VI) — in der Hs. A an zweiter Stelle stehend : voier 
L50 (videre). seioit : issoii 406. vooir (videre) 721. 1 171. chaior 1 I 19. 
voer (videre) 831. avoer 270. pooes (potebas) 1 107. avoet 1724. 17 11. 
avroet 1956. avoer L957. poer (potere*) 1590. aseier : entrevoier 1875. 

In nahe an 200 Fällen ist altes //' durch oi wiedergegeben (auch 
die Imperfektformen der I. lat. Konjug. endigen auf -n,< etc.: espi- 
mir ■. sospiroie 846. governoit : portoit 1024. grevoi* : genoit 1190. 
dementoient : redotoient 1362); und doch Gnden sieh an K> Belege 
für norm. ri = ri. - Einen der Ile de France angehörigen Schreiber 
als Urheber de- ,,i = alt ei und oi im Imperfektum anzusehen, i-t 
auf den ersten Blick verlockend, aber die an erster Stellt genannten 
Schreibungen voier etc. sind dein centralfranzÖB. Dialekt fremd. Wir 
kommen unten darauf zurück. Andererseits finden sich doch auÜMsr 



150 Hio Sprache des Roman du Moni Saint-Michel. 

den 10 Belegen für ei == ei eine stattliche Anzahl spezifisch norman- 
nischer Lautformen (siehe sub r -}- i und p -|- /), die von einem 
centralfranzösischen Schreiber wahrscheinlich auch getilgt worden 
wären, und endlieh gelit aus den oben aus amtlichen Schriftstücken 
gesammelten Belegen für Gestaltung dc< vulgürlat. e in der Schrift 
<les 13. Jahrh. hervor, dal's man den Schreiber nicht aufserhalb der 
Normandie zu suchen braucht. 

Das letzte Sti'ick in unserer Hs. A, das F a b 1 i a u de Jo'Uglel 
von Colin Malet (einem Dichter von der pik.-französ. Grenze?), ab- 
gedruckt mit den Varianten unserer Hs. in Montaiglon et Raynaud: 
Recueil de FabHaux, Paris 1880, p. 112, nach U^. 837 der Bild. 
Nationale (die Varianten des Ms. 10 289 Brit. Mus. p. 262) bietet 
blofs roicr 22; sonst allgemein oi für altes ei, und doch daneben 
die in der He de France und Pikardie nicht, wohl aber in der Nor- 
mandie nachweislichen Formen oen und j&n für ecce hoc und ego 
(s. sub n). 

Schreibung -oier = norm, -eir = centralfrz.-pik. eoir findet 
sich auch im Tristanroman, Fragment publ. von Francisque 
Michel, London 1835. I. Band (nach Michel in der Einleitung p. 53. 
Aus dem 13. Jahrh.). Dieses im I. Bande publ. Fragment stammt 
von einem kontinentalen Schreiber her, nicht so die anderen Stücke. 
Band I, p. 25, v. 438: vmer (: mir); ebenso 1123. 4 209. oiet 
495. efioier (cadere) 1052. 3903 (: doloir). meschoiet (mis-cadectum*) : 
avoit 1774. choiet (cadectum) 2044. choiete 4082. 

Norm. ei=. e in lat. off. Silbe fehlt nicht: eornevahis 843. bea/u- 
rrisiiir 1060. soleit 1164. sivet (= sequebat*) 1588. met 2090. sei 
(3. Pers. Sing. v. estre) 2392. /r/3060; doch sind dies allerdings die 
einzigen Belege, die mir in den 4000 Versen aufgefallen sind. 

Anmerkung zu dem von Michel publizierten Fragment eines 
Tristanromans. Das Fragment ist weder sicher datiert, noch 
dessen Verfasser ermittelt. Michel glaubt in der Einleitung (p. 53) 
auf Berox schliefsen zu dürfen. — Ohne diese Fragen entscheiden 
zu wollen, gestatte ich mir, hier auf v. 2353 aufmerksam zu machen, 
wo (vielleicht bezeichnend für den Dichter) „De Costmtin (Manche) 
entresqu'a Rome" als Bezeichnung einer recht grofsen, aber doch in 
Anfangs- und Endpunkt wohlbekannten Strecke auftritt. - Mehr 
Gewicht dürfte z. B. auf das 14 mal erscheinende lie (Fem. Pron. 
d. 3. Pers.) zu legen sein und auf folgende den Text charakterisie- 
rende Reime: r.sjot (Perf. v. gaudere*) : amot (amabat) 2486. bohordot 
(Imperf.) : pout (potuit) 374.'). joie (gaudia) : guerroie (Lmperf.) 2s02. 



Die Sprache dea Roman du Moni Saint-Michel. 151 

poise (pesat) : taise (taceat) 3038. orendroit : entremet 3749. mes 
(magis) : ners (nervös) 3813, reigne : ferne 1:086. Ich komme auf 

den Text unter e -f- / und o -|- ' zurück. 

Auch Hß. C und I) des Roman de Rou, Andivsen TU (die 
Hs. aus dem 14. Jahrh.) ergeben ähnliche Schreibungen (Hs. I) auch 
nach Andresen in der Norm, entstanden). (': rrirr. rrirl ( — . videre. 
videbat) 4598. deschaiete 5194. voier (verum) : aveir 149. haäeent 1207 
(mit A) = haeient. — efeoier 1578. - I): ro/77 (videbat) 7061. 1 

Auch in diesen beiden Hss. ist o/ für norm, ri sclion ziemlich 
häufig, /.. B. 14.")."). 1401 etc.; ebenso findet sich gelegentlich -oie als 
Imperfektendung der I. Kohj., z. B. 1307. 

Wir kommen endlich auf das in unserer Hs. an sechster Stelle 
stehende 

Chastoiemen t von Pierre Alphpnse zusprechen. Es 
ist herausgegeben 1) von Barbazan und Meon, Fabliaus et contee 
t]v^ poetes francais ete., Paris 1808, ]>. 59 ff.; 2) von der Societe" dee 
bibliophiles, Paris 1824 (secönde partie). Wir haben es nur mit 2 
zu thun. Der Text ist gut überliefert und steht in seinen Schrei- 
bungen unter allen Stücken der Hs. A unserem Roman am nächsten. 

veier (videre) I, 77 : seweier IT, 50. veier noch IV, :'>7. XI. 18. 
136 : asrir (ad-sedere*) XX, 176. XXVII, 73. veer (videre) II, 33. 
rrri/XX, 250. nirtrit : trrirf XX, 194. öhaierXXI, 109. rhnir- (Part.) 
XXI, 1 1 3. chaer IV, 57. 

Lake in offener Silbe wird meist durch ei wieder- 
gegeben: Einleitung v. 2. 10. 26. 27. 30. I "2 etc. und veir : poier 
XIII, 122. beneeit ib. "245. poeient : aveient XVII, li. espeir : iw 
ib. 135 etc. Öfters durch e: seet (: gisoit) XIX. 30. poer XV. 
117 etc. Aber auch durch oi: Einleitung v. II. L16. I, 16. 
II, 117. 312 (potrir). VI, 7. 53. XI. 60. 349. XVIII, 102. XIX, 138 
[pois = peso*). II, 318 proier : ennoier brauchl nichl notwendig 
als reicher Reim gefafst zu werden, mithin kann oi = ei nicht für 
den Dichter erwiesen werden; aber seihst wenn man reichen Reim 
annehmen wollte, so dürfte man oi noch nicht als gesichert betrach- 
ten, weil o | i gelegentlich als ri erscheint, so tvti (volio i XII. 133, 
mithin auch rnnricy denkbar wäre. 

1 Hs. (' weist auch zweimal voiex (vocem) auf 1609. 1693, das nur 
für ein gesprochenes voe\ stehen kann: <n auch nowa für nuces noix 
(' 3116, vgl. ri,<-, (vocem) Rom. de La resurrection 1404. 



152 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Mictiel. 

In dem an fünfter Stelle in unserer Hs. A stehenden Roman 
des Franceis (von Maistre Andren — de Coütances? siehe Reinsch, 
Herrigs Archiv LXIV, 162 — ), publ. von Aehille Juhinal, Nouveau 
Recueil de Contes, DIts, Fabliaux etc., Paris 1842, Bd. IT, p. 1 ff'., 
sowie in den von Reinsch in Herrigs Archiv LXIV, 170 ff. publ. 
Recepten und Enseignemenz de phisique finden sich ähnliche Schrei- 
bungen nicht, — Es wird notwendig sein, die Schreibungen von 
Denkmälern aus den die Normandie umgebenden Gebieten zu ver- 
gleichen. Aus der Bretagne ist uns ein einziges poetisches Denk- 
mal überliefert: Le Roman d'Aquin, publ. par F. Joüon des 
Longrais, Nantes 1880 (Hs. aus dem Anfang des 1 5. Jahrh.). Dieser 
Roman weist unseren unter 2 — 4 genannten Schreibungen ähnliche 
nicht auf. 

Von Interesse ist es, die Darstellung des alten norm, ei in den 
bretagnischen Urkunden zu betrachten. 

In den Anciens E v e c h e s de la Bretagne, publ. par J. Gueslin 
de Bourgogne und A. de Barthelemy, wird es nämlich mit ar bezeich- 
net, wie das aus ai entstandene e. — Ich bringe Belege für beide: 

Bd. III, p. 188, Schriftstück von 1296: doarirc, douares (döta- 
rium*); für ei: deffendeit. poeit und poait, vaie (via). — p. 100, eodem 
anno: borgaes (burgesis*), poveaeni (potebant), maees (mensis = 
mesis*). — p. 191 : monaee, (moneta). 

Bd. IV, p. 218, 1305: Saent (sanetus), maesure, faete; so auch 
poaet, aroent, dolort, avoet, arorr und teneet. — Man vergleiche auch 
persoenes, tesmoen. 

Das der Ille et Vilaine angehörige Livre des Manieres hat ähn- 
liche Schreibungen nicht, ebenso nicht die Werke Benoits von Sainte- 
More und die Vie des Monseig. Saint Martin de Tours von Pean 
Gatineau, endlich die „Südwestlichen Dialekte der Langue d'o'i'l" 
(vgl. Ewald Görlich, Heilbronn 1882, p. 38 ff.). 

Ein Denkmal, das auf Grund gewisser Reime (vgl. Schulzke 
p. 33) ebenfalls der Touraine zugeschrieben wird: 

La c 1 e f d ' a m o u r , publ. par Edwin Tross, Paris 1 <S66, scheint 
rrirr, seier etc. als in der That gesprochene Formen erweisen zu 
wollen. Denn es reimt p. 10 rrirr (videre) : proirr (precare*). Aber 
wenn man prerr : suplrrr 29. rrrr : srrr (videre : sedere) 19. preer : 
Veer 29 (veer == vetare*). rrrr ; ronrerr 92. asseer : rrrr 97. drlrr.r 
(delatare*) : veer (videre). drreer (de-vetare*) : preer 114 vergleicht, 



Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. \:>" 

so wird man leicht erkennen, dafs precare nicht mit preier richtig 
bezeichnet ist, sondern mit preer, d. h. das ursprünglich berechtigte 

ri in prripr ist zu e geworden, wie ei in veeir ; damit ist veier auch 
nur als Schreibung für irrt: anzusehen (veer — vetare * und veer = 
videre lauten also gleich in diesem Denkmal). Man erkennt auch 
leicht, dafs -ewr = -icare das Muster gegeben hat für veier, sobald 
jenes nur mehr //ir/rrr lautete. — Wollten wir aber dieselbe Erklä- 
rung für unseren Roman du M. 8t. M. und das Chastoiemenf in An- 
spruch nehmen, so müfste 1) der Übergang von Vorton-g« zu e nach- 
gewiesen werden, 2) dafs ir aus a in urspr. preiier zu r reduziert 
war, und endlich, dafs dieses e mit dem aus ei (in veeir) erwachsenen 
identisch war. Für diesen Nachweis fehlen die Texte ; die Vie des 
Thomas Helie, die wegen ihrer späten p]ntstehung in Betracht kom- 
men könnte, giebt keinen Aufschlufs. Aber für voier und auch für 
saveiet etc. wäre, selbst wenn wir veier nach preier zu erklären ver- 
möchten, eine Lösung noch nicht gefunden, denn man würde nicht 
einsehen, wie ein proirr auf veer hätte Einflufs ausüben können. 

veier und voier scheinen zudem von ein und demselben Gesichts- 
punkte aus beurteilt werden zu können, da sie 1) in der Zusammen- 
stellung der Laute einander völlig entsprechen und 2) eine Eigen- 
tümlichkeit nur der norm. Denkmäler darstellen. Kann somit eine 
Erklärung für beide meines Erachtens gewonnen oder das eine aus 
dem anderen hergeleitet werden, so dürfte dies den Vorzug vor einer 
partiellen verdienen. 

Wir kehren zu unserer Übersicht zurück. 

Aus dem Maine-Departement besitzen wir keine Texte, aus der 
Perehe sind mir keine zuganglich gewesen. Her vielleicht nach 

Chartres (nach Herrn Prof. Gröber) gehörige Roman de la Poire, ed. 
v. Stehlich, Halle 1881, weist unsere Schreibungen nicht auf. 

Bevor wir zur Besprechung <\w einschlägigen Formen in t\vr 
Ile de France übergehen, sei zunächst noch bemerkt, dafs die Pikardie 
Schreibungen wie voier etc. nicht aufweist. In der Qe de France 
ist lat. e in off. Silbe zu oi, videre zu ri'nir. cadere* zu eheoir L r <'\\"r- 
den, vgl. Metzke, Der Dialekt von Ile de France im I :'>. u. I I. Jahrh. 
in Berrigs Archiv I>XV, ('.■_' ff. Vereinzelt findet sieh oie = oi in 
essoime M. <>7. poiennes Ol. 405 (p. 68); Schreibung oe, /.. B. in 
smtvoer Ol. 165, ist sonst selten und kann also nichi für De de France 
entscheiden, und doch ist nach |». 66 oi im 13. Jahrh. in der Ile 



154 Die Sprache des Roman du Mont Säint-Michel. 

de France ganz allgemein zu op geworden (die Fälle mit dafür ent- 
standenem e verzeichnet Metzke p. 67), es fehlen aber Schreibungen 
wie voier etc. (aufser den obengenannten). P. 68 Aura, führt Metzke 
Briefe von Herzoginnen der Bretagne an Heinrich III. von England 
aus den Jahren 1260 und 1270 an, in denen roe (regem), asavoer 
(-sapere), poent (point), arroet (auroit), voer (voir), savoer (savoir) etc. 
begegnen, und bemerkt dazu: „Wenn sie sich auch nicht als dem 
Dialekt von Ile de France angehörig direkt nachweisen lassen, da in 
beiden Briefen der Ort ihrer Abfassung nicht genannt ist, so be- 
weisen sie doch, dafs in der zweiten Hälfte des 1 3. Jahrh. an irgend 
einem Orte Frankreichs, allem Anschein nach im Westen von Ile 
de France, dieses oe für oi gesprochen wurde." Ich habe oe — oi 
in lokalisierten und datierten Urkunden aus dem Ende des 13. Jahrh. 
in der Bretagne (oben p. 152) nachgewiesen; wir dürfen daher an- 
nehmen, dafs jene Briefe von einem Bretagner geschrieben sind. 

Wie sind nun Schreibung oie und eie zu erklären ? Sie stehen 
für ursprünglich zweisilbige (in voier, soier, veier, seier) wie einsilbige 
Lautgruppen (savoier, hoiers, saveier, veier [= verum]); im ersteren 
Falle bei veoir, seoir, veeir, seeir, im letzteren für -oir, -eir. — Da 
höchstens oie, eie seiner Natur nach zweisilbig sein kann (bei unseren 
Dichtern ist eie für eifrj, oier für oi als zweisilbige Gruppe ausge- 
schlossen dm*ch die Silbenzahl im Verse, mufs also notwendig auf 
den Kopisten gehen), so mufs zur Zeit der Kopisten (Ende des 
13. Jahrh.) oie, eie entweder eine einsilbige Gruppe (auch Diphthong) 
bedeuten, also etwa oe, ee gesprochen, oder aber altes saveir, veir 
(verum) in saveer, reer zerdehnt worden sein. — Letzteres ist wohl 
nicht anzunehmen, weil moderne Mundarten der Normandie, z. B. 
das Bessin, kein savee, vee = saveir, veir, sondern blofs save, vor 
(s. Joret, Essai s. v.) haben (bei Fleuiy, Patois de la Hague a. a. O. 
finde ich nur saväe [p. 331]: Endung -ere hat -äre Platz gemacht). 
Dann aber kann in diesen Fällen eie nie einen Diphthong bedeutet 
haben, d. h. es ist fälschlich gesetzt worden (anders in savoier, 
hoier etc., darüber s. u.). — Oder es müfste, damit ein- und dieselbe 
Bezeichnung für ursprünglich ein- und zweisilbige Formen eintreten 
konnte, angenommen werden, in veeir (•= videre) etc. sei der vor- 
tonige Vokal im folgenden Tonvokal aufgegangen, d. h. veir, seir 
(phon. ver, ser) entstanden — wofür veir Livre des man. 885 ge- 
schrieben mir 751 (Kehr sieht sie als Pikardismen des Kopisten an, 



Die Sprache des Roman du Motu Saint-Michel. 155 

also = wir, p. .">), rrir 782 der Vie dos Thomas Helie sprechen 
würden — . Aber heute lautet rrrir im Patois des Hessin irr (Joret, 
Essai p. 13 '), ebenso im Patois derHague (vgl. auch quie | - cadere] 
bei Joret, Essai s. v. Fleury p. 328), und diese Formen scheinen mir 
nur durch Accentversetzung erklärt werden zu können, die in der 
Hague, nach Fleury am letztgen. Orte auch in agree (agreer), cree 
(en'erl, suersee (surseoir) etc., jedesmal nach voraufgehendem e ein- 
trat, nicht aber durch die Annahme, ein schwindendes r habe an 
seiner Stelle r zurückgelassen, denn r verstummt einfach im norm. 
Auslaut oder l)leibt als solches gesprochen. — Es nmfs also auch 
-eir in rrir, Livre des man. und Th. Helie fälschlich stehen. Wie 
aber entstehen diese Irrtümer? Wir kommen damit auf -oie zu 
sprechen. 

Schreibung -oir trafen wir hauptsächlich in ostnorm. Schrift- 
stücken, daneben häufig das centralfranzösische oi für norm. et. Wir 
sahen auch, dafs die Ile de France in der zweiten Hälfte des 13. Jahr- 
hunderts für oi or sprach, aber nur vereinzelt schrieb, dafs hingegen 
or als Schreibung vorwiegend im Westen (Normandie und Bretagne) 
nachgewiesen werden kann. 

Das verhältnismäfsig frühe Auftreten desselben in diesen I !e- 
bieten legt den Schlufs nahe, dafs es eine graphische Defiguration 
des centralfranzös. oi sei, der ein besonderer Laut im Munde der 
Normannen und Bretagner entsprach, die die centralfranzösische 
Mundart zu reden suchten. Vgl. Le Privilege aux Bretons, Jubinäl, 
Jongleurs S. 52 ff., wo bretonisch-französische Aussprache karrikierl 
wird. Es geschah hierbei, dafs weder normannisches ri noch fran- 
zösisches oi zu voller Geltung kam, vielmehr die gebräuchliche nor- 
mannische Endung -er (für altes -eir) z. R. in den Infinitiven der 
11. schw. Konjugation mit dem importierten oi verschmolz und als 
Produkt ein oe' entstand, ein Laut, den centralfranzösischee oi im 
13. Jahrh. repräsentierte. Dann würden sich unsere Schreibungen 

1 Joret bemerkl zu vee (videre): „Quoique ici ei (in älterem veeir) 
soil devenu final par In chute de /■. il a pris 1«' meme bod long ei demi 
ouvert que dans vee (via), voüä pourquoi je L'ecris de In meine maniere." 

AIht älteres veeir hätte vee i nicht vee) ergeben sollen. Dafs nicht etwa 
ein Druckfehler vorliegl bei Joret, gehl aus seinem Glossar hervor, wo 
vee deutlich für videre Bteht. Auch das Patois der Plague hat ja <■■ 
(Fleury). Die Entstehung des /weiten >■ Ut also noch EU erklären. 



156 Die Sprache des "Roman du Mont Saint-Michel. 

etwa folgendermaßen erklären : Fügte man die alte norm. Endung 
ei(r) hinzu, so ergaben sich voeir (viHere), s. o. Urkunden eines Bisehof 
von Bayeux. ero&ie (credebam) ib. (ei phon. = r im 13. Jahrh.). 
Schrieb man der Aussprache gemäfs, so ergaben sich savoer, avoet, 
poent, roe etc. der bret. Urk. und norm. Dkm.: Conte d'amors et 
Resurrection de Jesus Christ; allgemeiner aber scheint man das 
fremde Schriftzeichen (oi) als solches beibehalten und diesem den 
westlichen tontragenden Laut (e) einfach hinzugefügt zu haben, daher 
denn soier, voier etc. (phon. = röer, soer) und savoier, hoiers (heres) 
— savopr, liohrs. Daher denn vielleicht auch unsere unter 2 b ge- 
nannten Formen poiet, poier etc., in denen oi, wie in den gleich zu 
nennenden Formen von oben I, 2, einem vermeintlichen centralfran- 
zösischen oi = ei gleichkam: p. 3: poiex, oir\, loiex, und die unter •/ 
genannten poieit, oieit, die sich zu poiet, poier und 2 b wie saveiet : 
rstrieit verhalten, d. h. es w T urde im Anschlufs an die Vorlage oder 
in Reminiscenz an die altnorm. Endung diese hinzugefügt. Zu 2 b 
möchte ich auch Bolen 2267 (sonst Roein [= Roen] 1428. 1504. 
1564) und oiet (audiebat) s.u. 2 b stellen, während in der Zusammen- 
stellung der Laute und darin, dafs oie einsilbig ist, noiet (noctem) 
435. oie (hodie) 2445. oiele 3483. 3488. 3491 sich saroirr. hoiers in 
den ostnorm. Urkunden vergleichen lassen. 

-eie- aber im Zusammenhang mit -oie- betrachtet, scheint nur 
eine specifisch normannische Wiedergabe desselben zu sein, beeinflufst 
von dem Streben, die Vorlage soweit wie möglich mit Beibehaltung 
derselben Vokale Aviederzugeben und doch andererseits den neuen 
Verhältnissen (-eer) und neuen Schreibungen (-oier) Rechnung zu 
tragen. 

Daher denn 2b: reier, seier, veiet, Beneiet, urirs, auch kaiet, 
rhairt (weil ai = ri für den Kopisten). 

Wenn man aber mropf in Nachahmung des Französischen 
sprach und schrieb, so ist sarriet, rr irr {verum) nur der genaue, wenn 
auch unberechtigte (s. o.) Abdruck davon. Gelegentlich tritt -rir- 
denn auch ganz unberechtigterweise ein, so in eiert (erat) 81. aiese 
587. 1709. 

Einen direkten Grund für die Schreibungen unter 2 a ie = a 
finden zu können, dürfte schwierig sein, beruhen sie doch wohl auch 
zum Teil auf blofsen Schreibversehen, immerhinkönnte man sie doch 
in einen gewissen Zusammenhang mit den anderen sub 2 b — 4 ge- 



Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 157 

nannten bringen, so zwar, daß der Kopist, der in einer Reihe von 
Fällen scheinbares ie für ei eingeführt hatte (poiet } veiei etc.), nun 

auch hinter Konsonant, /war in wenigen Fällen, ie setzte, WO nur ei 
am Platze war. Leichter wäre es, diese Schreibungen ie = ei zu 
begreifen, wenn wir annehmen könnten, ein erster Kopist habe den 
Text mit Formen auf -oie(r) versehen (für -eeir), die ein zweiter 
nicht verstand und infolge dessen ei auch nach Konsonant umstellte. 
Damit begehen wir uns aber zu weit auf das Feld der reinen Kon- 
jektur. 

Nach dem, was oben über die norm. Urkunden bekanntgegeben 
ist. dürfen wir uns billig verwundern, dal's unser Kopist französ. oi 
z= ei mit so grol'ser Beharrlichkeit (es findet sich nur ein Beispiel, 
s.o. unter S gesoient) vermeidet, hat er doch auch das Imperfekt der 
1. Konj. (s. o. unter I) in einigen wenigen Fällen eingeführt Wir 
können uns dies nur aus der auf der vorigen Seite angeführten Ten- 
denz, an den überlieferten normannischen Lautzeichen festzuhalten, 
erklären; sind doch auch die Belege für den Übergang von ei zu r 
nur wenig zahlreich. 

Im Anschlul's an e in offener Silbe behandeln wir: 

14. e -f T-Mement. 

Fs reimt nur mit sich und mit vorigem: 

a) in der Tonsilbe: dreit 112. ;'><)(). 464. .'»14. 1529 i: Veit, 
roh'it). endreit 256. 296 (: deit). destreit 398 (: poiet). /reis 832 (:abei~ 
ceis [abc]). otrei : rei 2211. espleit (: esteit) :'>.">71. Beneiel (: saveiet) 
2103. (: seit) 3489. 

e -f- Gutt. -f- Kons. 4- Hiat-i liegt vor in esireia (stric- 
tiat*) : kauteice 422. Wie unten folgt, ist -itiü sonst zu -ea gewor- 
den, es ist mithin unwahrscheinlich, dafs kauteice dieses und niehl 
vielmehr hautece bedeute, -ece ist ja auch die regelrechte Entwickelung 
(cf. Horning, Das lat. C vor e und i im Romanischen p. 30), während 
die Sibilans, wenn sie * abgab, tönend wurde, also -eise, -oist entstand. 

Suffix itia, icium, icia: /<"■' 704. 2891. 2184. I'"" 

2364. esleeca 3436. riehen 2890. 

Hulbgelehrt sind mach Horning a. a. ( ). p. 30): servisi : fran- 
chise 338. 2271, ersteres noch 1315. 1329. L685 (stete guise). 

Suffix icium ergab im Französ. stets nur -'.. es inufs daher t 
angenommen haben (cf. Horning a. a. 0.): plais'eix (Du C'ange: 



158 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 

pleisseicium) 7.S.") : larri: (larricium). sonnen (von sonne) : acollix, 
(von aecoliitium *) 788. apentia "2720. Abweichend der Ortsname 
Qmex L045 (Grenitium), aber /; ibidem (Itium) und Saint-Lix 1481 
(Silvanectis, nach Quichexat a. a. ().). 

Unter de m ~E i nf 1 u f s der umgebenden i - L a u t e wurde 
e zu / in paw (pagesem*) 541. 1457 (: vis). 1697. 2150, wie in eire 
(cera) 2149, wo angenommen wird, <■ habe i entwickelt, cera sei durch 
eieire zu cire geworden. 

In einer Reihe von Fällen ist e durch den Einfluß der umgebenden 
Laute auch in unserem Texte zu /' geworden, man vergleiche zur Er- 
klärung dieser Formen die Bemerkungen von Herrn Prof. Gröber 
in der R. Zs. VI, 174 ff. und Neumann, ib. VIII, 268 ff: 

empris 358. espris 1587. pris 1623. quis 1793. porpris 3241. 
enquis 3448 und die nach Analogie der 1. Pers. Hing, gebildeten 
pst 1179 (: tramist) 1469. refist lb3b.prist : conquist 1489. requist: 
fist 2581. 

b) Vor dem Ton, ei, vereinzelt c(i), und oi: rsplrita 491. 
apareissant 683. peissons (pisciones) 468. atreie 1664.2036. otreierent 
2156. guerreie 1638. despleie 1829. seieluns 2277. seilees (1. seielees) 
2476. s'esfreia (exf r'idare *, vgl. G. Paris, Rom. VII, 121, exfridiare 
nach D. C). neielees (nigellatas) 3520. espleüie 3566. otrea 1456. 
otreout 1841. redor (rigidorem *) 3615. seel 2149. otriout 2388. otrie 
2579. poissons 56. 336. 793. 

2,5. e vor Nasal 
ist oben unter a vor Nas. schon besprochen worden. Ich füge hier 
nur noch einige Belege bei: (Tumbeleine :) Eleine 458 (Tumbellana 
in Urk. der A. A. S. S. O. Benedicti ed. Stiltingus, 29. Sept., Bd. VIII, 
p. 74). Der Dichter fafst es mit volkstümlichem Etymologisieren, 
Grab der Helena. 

Hin 1529 (: adln) geht auf ein germ. Rln- zurück. 

Gemeinfrz. wurde c zu i in venin 3223. 

Vortonig findet sich e in pene (von poena*) 1590. 

16. e -f- 7 
reimt nur mit sich: conseü : appareil 22(>. 

Vortonig findet sich conseittie 262. apareillie 648. 3379. t>et7/« 
3335; einmal aparellie 874. 



Die Sprache des Roman <lu Mont Saint-Michel. 159 

17. e -f n 
findet sich im Reime nicht, einmal aufserhalb in seign 242:5 (signum). 
Vortonig in segnorie 37. seignor 39. 690. 2486. segnor 1304. 
2214. Auch in S&igne (Sequana) 1387. 

18. '■ in geschlossener Silbe vor Xusal 
ist mit ; -f -^" s - 4" Kons, zusammengefallen, ich führe daher die 
Belege für e -\- Nas. -J- Kons, mit an. 

apertement 9. 21. 371. novelemeni 13. trovement 22. //'/// : sovent 
78. eonnnenl 91. ntsnnrni 17.">. 569. .">7ii. premierenient 176. mnln \ 
tendre 79G. hären* (ahd. harinc) : tews (tempus 472. tews : pms(penso) 
•ISO. : s«ns 1182. 142<s. se« : owwe« (uui^) 1086. provende : enmmde 
2166. — ;pe«s : tiiK-'hins 3753 (zu diesem Reimpaar vgl. das oben 
unter I, ö Bemerkte). 

Dafs £/> -j- Kous.(en -j- Kons.) scharf von aw -f- A"o//n. getrennl 
ist, ist oben (I, 7/) bemerkt worden, es findet sich in der Thal kein 
Fall von Mischung. Jedoch ist in einigen Fällen wie imGemeinfrz. 
eiV zu ".Y geworden: /iwne (femina) 79. 928. 2985. 3534. 3651. 3669. 
langages 833. sine -f- paragog. s erscheint als w//; 2722. 3713, als 
srin: (= .svvr, ) 199. 230b" ; — sie finden sich nicht im Reime. 

Dafs der Kopist die Nasalierung des e vor n und Obergang 
zu a kennt, ist oben unter vorton. a schon bemerkt worden, geht 
aber auch aus folgenden Belegen hervor: estandre 128G (aber estendre 
3617). angieg (ingenium) 3272 (aber engien häufig), cmviron 3237 
(neben enriron 3295. mrerrhier 3330). 

19. e in geschlossener Silbe rar anderen Kons. aU Nas. 

nisle; : sonnen 762. arcevesque : evesque 1012. 2267. 2401. 
espeisse : wesse L312. cesse (: opresse) L459. trafen : /"/'/' (L peötete) 
264. ehassete : ftoisfefe 2741. pieirete : pefo'fefe 2877. &ocfe& : peto'tete 
3525. toefes : pefofcw (1. petitetes) 3707. 

Aurserhalb des Reimes : cfo-s 25. /•»■/-./»■ | virgci i:is. mein 252. 
/y itillon, ahd.) 296. c/,ov//<' 344.' o/.nW/V 77s. pastez 798. we*A 



i cherche, bei Du Cange circa (3): „Die Runde", die der wach- 
habende Klosterbruder gehen mufste, Bpäter die örtlichkeit, wo die Runde 
stattzufinden pflegte. Le Hencher führte es fälschlich aul circata rurücl 
fM6m. XXIV, 82). 



ltio Die Sprache des Roman du Munt Saint-Michel. 

(misculat*) 838. cresmes <S4 1. enfers (iniirmos) 941. 948. meesme 
1049. (ine'ismes 1267). messe 1099. treble (triplum) 1093. ferme 1532. 
ensommei 1629. msummet 14f>G. lestres 1830 (litter as). estenceles ZVdl . 
ehevels 3131. 3370. 3382. seehe 3042 etc. 

seis (siccus) 370. meisse (missa) 1090, vgl. noch Itautewe 421. 

^Yie aus diesen Belegen hervorgeht, ist e in geschlossener Silbe 
allgemein durch e, in wenigen Fällen durch ei (wie auch p gedeckt, 
s. u.) wiedergegeben. Der Schreiber sprach e wie e ged. als £ und 
bezeichnete sie mitunter mit ei, wie z. B. in cmcieins (: petis), seim = 
sine -|- s etc. Dal's ei für e in geschlossener Silbe nicht auf den 
Dichter zurückgeht, läfst sich zwar aus den Keimen nicht direkt er- 
weisen, ist aber nicht wahrscheinlich, weil die heutige normannische 
Sprache eine derartige Entwickelung nicht kennt (s. Joret, Essai 13, 
Fleury a. a. O. 290). Ein Fall der Mischung von e ged. und e ged. 
im Reime (oesse von cessat? nach Marx' Hilfsbüchlein, dagegen op- 
pr^ssat; der Fall ist freilich nicht sicher) spricht vielleicht nicht sicher 
für Übergang von e ged. zu e in des Dichters Sprache; dafs diese 
Mischung vereinzelt ist, darf bei unserem Dichter kaum so ausgelegt 
werden, dal's sonst e und e ged. noch geschieden seien, denn einmal igt 
Guill. de Saint-Paier kein Keimkünstler, scheut er doch nicht identische 
Reime, vgl. v. 2806 (n'uni : unt = habunt*), sucht Reime fürs Auge, 
meidet verschieden geschriebene, aber gleichklingende Lautgruppen 
im Reime zu binden, und ist daher auf eine recht beschränkte Zahl 
von Wörtern angewiesen; zum anderen ist doch e loul e ged. vor.Nas. 
schon zusammengefallen, während der folgende Nasal einen voraus- 
gehenden Laut gerne zum geschlossenen werden läfst oder ihn als 
solchen erhält. 

Für Trennung von e ged. und <■ ged. spräche höchstens der Um- 
stand, dal's -illus und -ellus noch nicht zusammen reimen. S. u. 24. 

Kurz erwähnt seien hier noch die Demonstrativpronomina lue, 
e<-ce ille und ecce iste. Zu der verschiedenen Entwickelung des Ton-/ 
resp. e, je nachdem ein folgendes e (/) Umlaut bewirkt oder nicht, 
vgl. man Prof. Gröber, R. Zs. VI, 174 ff., und dazu Neumann, R. Zs. 
VIII, 202 ff. 

ecce ille: Sing. Nom. il 30. 43. 83. 115. 142. 188. 190 etc. auch 
in oil 303. illa: ek geschrieben, aber el vom Dichter gesprochen 410, 
el geschr. und gespr. 929. 933. 2430. 2991. 2997. 3000. 3432. - 
3ul0 ergänzt Michel des Yersmai'ses wegen s'ele, man kann aber 



Die Sprache iles Roman du Moni Saint-Michel. lül 

ebenso gut ne ergänzen. - (in) illo: el 19. 67 etc. (in) illos: es 17!». 
eis (317. 1712. eh L492. (de) illo: dd 23. 117 etc. (de) Ulis: dels 
71. 256. 295 etc. — eil N. Sg. 20. 210 etc. cel obl. Sg. 39. 89. 
.224. 403 (für eü, ebenso 1982) = ecce illud, d. h. ecce illum* 34S. 
1799. 1898. — eil N. PI. 5. Ü. 533. 538 etc. — reis obl. PI. 10. 509. 
586. 706 etc. eeh 27. cftefe L057. ehe% 901. eea 908 (ecce istos*?).— 
N. Sg. obl. eele 255. 358 etc. ce/ 949. — Obl. Sg. iee/ 54. II:'. 
L940 etc. — ecce isti Vok. <\. Sir.): eist 1293. 1300. — Obl. Sg. 
eesi 18. L68. 414 etc. - PI. obl. eex 2342. — Sg. fem. ceste 813. 
1522. — PL fem. <r\ 913. 2555. 3332. 3373. 3437. cesz 2798. — 
Neutrum rest 426. 489. 13(39. cefow 3304. ces^ 1293. 

20. e in der vortonigen Silbe 
bleibt meist als e erhalten, die Schreibung ei tritt auch hier ein vor 
palatisierte Kons, und r. 

Vor Kons.: message 523. rerfa< 550. »wefe$ 1644. eheseuns 
112."» (aber chaseu/ns 1092). conferma IS 12. eresijiiir 2056. erestea 
3221. encerchier 3330. merveiUe 3308. espessemml 1255. 1651, aber 
espeicement 3011. espeisseram/ 759. cresseit 2880. rrinril 201, aber 
reererrunt 3(J(J7. - Vor einf. Kons.: entesout (intensabat) 143k. 
aserant 2584 (von serus). »tene\ 568. /em 1007, aber an alogisch 
beiveü 2 107. Der echte Diphthong ei liegt vor in anceisor 411. <to- 
meisele 1485. 

Im primären Hiat stellendes e: enveiout 383. enveier 
512. 800. sog. rnreir; 1077. 1815, aber enveast 500. ewveoui 1836. 
flmribeiant 896. desveast 12(31 („vom Wege abkommen"). Das ge- 
lehrte «fetfie („gestorben") 2812. 3537. peifl^e 3101. reflambeiant 3328. 
Gelehrt ist auch moniage 1541. 

Im sekundären Hiat stehendes e: seie/fc 517. L801. 
feelment, lealment 2173. mescreemt 3465. '>"" 2:334. erewe ;;:.7". 

öwsewras 3288. ramc (regina) 2597. reatJ 2270. deeewa 182. 190. 

nnstrn 951. yV;/ L479. Kä«i 1582. nebnla : nett& 3572, mit Synkope 
des VbrtOD vokals: /////^ 2919. regula : rSttfe oder revte 2104. jeungeni 
(dreisilbig) 3200. />//,/</ 3262, aber jimemmi 2078. ./""" 2582, 
hierüber G.Paris, Rom. V, 159. 395. - Nach Neumann, K. /- 
VIII, 379 sind dagegen aufzufassen: »////-./// 578. L208 (: fwrent). 
esturenl 577. </»/ (174. 2049. /tri 160. rwiweni (: /wre«<) 1670. 2837, 
als nach cfrii gebildete Formen. 

Archiv f. n. Sprachen. LXXYI. I* 



162 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 

III. V u 1 g ä r 1 a t. e (k 1 a s s. e, a e). 
21. $ in betonter, offener Silbe 
wird zu ie, reimt zu ie aus a (nach dem Bartschschen Gesetz), so 164. 
171. 1495. 2358. 2420 etc. 

i{. ist gesichert in bleu : Simphoriein, verglichen mit aneieins : 
pvns : tens, s. o. unter 78. 

fiere 138. 1237 (ferat*). grief 17.1. 1991. feroe/" 520. 1803. Z«e 
(lsetum) 647. 2772. 2914. jwe;v (pedes) 682. 800. ew&ers (interum* == 
integrum*) 1068. mollier (mulierem) 2358. sie (sedem) 2420. cieh 
164. 1040. 2229. 2522. arriere 137. 344. 1282. 

6»ew 68. 1023. 496. 626 etc. rien 495. 625. 1143. 1431. — 
tnie/i 1023. 

De (obliquer Kasus von Deus in der abgekürzten Form) sowie 
ert, erent aus erat, erant reimen zu e aus a in oft 1 . Silbe, v. o. s. I, 1. 
Das regelrechte Den aus Deum: 97. 567. 1847. 1939. 1975 etc. stets 
zu leu aus locus im Reime. 

ert (= erat) : Autbert 153. 177 (dieses zu cert, eovert etc.) und 
zu apeirt (apparet) 317. 

Das richtige ert findet sich 33 mal, dafür eirt 24, iert 16, eiert 
einmal geschrieben. — iert, das sonst, z. B. im Alexius, für erit steht, 
findet sich nicht, dafür ert 166. — Dafs der Dichter nicht iert, ierent 
gesprochen hat, geht aus dem Mangel an Reimen zu ie aus a hervor ; 
während ierent reimt mit demandeirent 586, finden wir es nie etwa 
mit ataehierent reimen, auch nicht iert etwa mit einem requiert (re- 
qua^rit). eirt, eirent mui's auch nur dem Kopisten und für diesen nur 
Schreibung für c sein, denn es liegt kein Grund vor, eine Entwicke- 
lung von e ged. zu ei anzunehmen. Der moderne normann. Dialekt 
kennt wenigstens keinerlei solche Formen, oder etwa von ei abzulei- 
tende Weiterbildungen. 

Zu den bereits genannten Belegen für ie == e in off. Silbe füge 
ich aus dem Versinnern noch folgende hinzu : rien 524. 1306. vienmt 
f>72. 1304. 2800. crient 1405. deviengent 1879. tienent 2084, aber 
teigent 1059. mien 2806. 

pie% 577. siede 718. 1210. griet 2078. lieve 1790. fiertre 1339 
(feretrum D. C.) — fieltre 2709. vielz 1503, aber vel 1873. 

Zu teigent ist zu bemerken: abzuleiten von teniant* steht es 
wohl für teingent = tiengent ; vgl. dazu Livre des man. tienge =z 



Die Sprache des Roman du Mont Baint-Michel. 163 

fceniat* 447. 596. 1251 etc. und dazu AVillenberg, Histor. Unter- 
suchung über den Konjunktiv etc. (in den Rom. Stud. III, 385 ff.). 
teigent = tegent verhielte sich wie vel, moster — viel und mostier (zu 
letzterem s. u.). 

Vortonig bleibt e als solches erhalten in derraien 858. Perron 
1191. 1309, aber nach dem Simplex ie in •pierrete 2876. 

Da die Frage: wie hat sich e -|- I- Element im Rom. du M. 
St. M. gestaltet, im engsten Zusammenhang steht mit der Gestaltung 
des o -\- i, zudem von verschiedenen Seiten Besprechungen schon 
erfahren hat, so erachte ich es für zweckmäfsig, die beiden Laut- 
gruppen m. E. zu besprechen, und zwar unter o -)- i, da einige an- 
dere Lauterscheinungen zuvor betrachtet werden müssen. — Ich gehe 
somit über zu 

22. Suffix erius* (s. o. unter I, 6} vmd {rinnt. 

ovriers ."595. messagiers 655. destrier : sommier 772. marrugUer 
(matricularius) 876. mittiers (: entiers) 1 067. 1406. bwre (= baria "■ 
= bara, ahd.) 1281. riviere '.plentere 1740. Zu diesem aus arium, 
{■riu in* reimt das aus urspr. eriu/m entstandene -irr häutig. Belege 
für letzteres: mestier : autrier 118. mestier noch 348. 1090 etc. mostier 
333. ;596. 663 etc., einmal moster 2992 auTserhalb des Keimes an 
einer fehlerhaften Stelle, vgl. die Kehrs Diss. angehängten Thesen. 

mutiert (490. memiere 183, aber gelehrt misere 1616. Zwei Reime 
geben uns Aufschlufs über ie in der Endung -iere (— aiia, eria* 
und erium): trifiere : ivoire 1233 und bautestiere : moire imuriati 
1462. Dafs diese Reime -iere bedingen s. u. o -\- i. 

23. e in geschlossener Silbe. 

quaier (quaternum) : Paier (Paternum) 18.' Aufbert : cert 178. 
(: ert) 153. : .sv/7 1367. : ",rr/7 i ( .).")7. teure \ guerre 446. /wv.v/ (rjped 



1 Zu v. 18. Hs. B hat als Reimworte: Paer (Paternum) : paer 
der zweite Vers lautet hier: Jesus- Christ Ven voiüe pat r (pagare ital. -- 
frz. payer). Paier der ll>. A Paer 1» geht auf Paternum zurück, siehe 
Leopohl Delisle: Robert de Torigny II, 262. 271. 305, and unsere Ein- 
leitung. Die Etymologie quaiier = quaternum wird durch unseren Reim 
gestützt Zu paer der Hs. B vergleiche man paer (pagare), pae» (pagati) 
in der oben genannten Urkunde des Bailli des Üotentin Bil.l. d. l'Ecok 

11* 



1(54 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 

= paskit*) 448. querre : terre 592. 650. 1408. 1676. — fvre% \deserx 
726. desert : apert 1156. feste : tempeste 1300. : teste 1356. r/r.s7/r : 
eslrc L352. apresse (: cesse) 1459. Es reimt somit f (/«/. : ai ged. : 

/Ab- 
schreibung 64 = f ged. rindet sich nicht im Reime, wohl aber 

aufserhalb desselben : 

seitante 1294 (septuaginta). seit (septem) 334. 438. 727. 1068—9. 

1121. 1294. veirs (versus) 13. Robeirt 19. empreis 215 (impr^ssum *). 

reist 1276 (es ist wohl r'eirt zu lesen), reeeit 1395. 

e regelrecht in textes 892. diverses 94"2. herbes 972. pesme 1 .">."><). 

preeept 2274. fenestre 2792 etc. etc. 

Gemeinfranzösisch sind tierce-, niece, ersteres 180. 4.") 3, letzteres 

463. Herz 2690. 

Vortonig: piechei 3093, aber pechie .">'.»•">. fievrous 943, nach 

fievre. feivrous 1169. eisteust (von estoveir) 87. 

Ich vermag in den Belegen mit ei blofs Schreibungen zu sehen, 

einmal sind die Belege für e weitaus überwiegend und zweitens kennen 

wenigstens zwei westnorm. Mundarten heute nur e für urspr. e ged. 

(s. Joret, Essai p. 13; Fleury a. a. O. 296). Für sich betrachten wir: 

24. Suffix -ellics, -ella, -ellum. 

Tondiel : bei 320. chapele : bele 416. 1050. 2973. noveles : 
beles 744. chapele : novele 1196. cfianeel : bei 1320. dameisele : bele 
1486. 

Vor 1 -j- flexivischem s tritt Brechung zu ea ein : chasteals : 
beals 722. fresteals : chalemeals 782. chasteals : tropeals 1398. 

Aufserhalb des Reimes finden sich: capele 63. chapele 2883. fte/e.s- 
64. 2352. 3195, Obl. Sg. 6eo/ 701, feeafe 770 statt bei 2995. Um- 
gekehrt bei 1488 statt &eaws 1880. Adv. bei 2883. mmiteals 914. 
awW 2277. bocheal 2452. oise/ 3218. »wweZ 3401. 

Reime von el = ellus : p/ = illus finden sich nicht, und dies 



des Charte«, II Serie, Bd. I, p. 191. i ist in Pater nicht berechtigt, ebenso 
nicht in quaier, während jxier = pagare verglichen mit frz. payer falsch 
zu sein scheint. Immerhin ist eine dialektische Entwickelang mit Ausfall 
des g denkbar und scheint gestützt durch paer, paex der Urkunde. Dann 
mufs aber Paier und quaier etwa zu chaicr, s. o. unter e in oft'. Silbe, 
gestellt und in ähnlicher Weise erklärt werden. 



Die Spruche des Roman <lu Moni Saint-Michel. IÖS 

scheint zu beweisen, dafs sie in der Thal verschieden lauteten, denn 
rl = illus findet sieh wohl, aber nur mit sich gereimt in Cefa : rls 
614. Heute sind sie denn auch ganz verschieden, z. B. im Hessin 
(Joret, Essai 31) und in der Hague (Fleurv a. a. 0. 323). -ellus 
{-u/) ergab e, r/los itl neben io, iö (Avranchin) vgl. Joret, Caracterea 
p. 111 ff. Die Entwickelung scheint folgende gewesen zu sein: Die 
obl. Form des Singulars, /.. B. bei, ergab mit Verstummung <\c^ I hr, 
und diese Form wurde für den «ranzen Singular gültig, -eals >U-* 
Plur. ergab nach dem Schwund des / vor s oder nach der Verstum- 
mung dess und derjenigen des sekundär in den Auslaut getretenen l: 
rn resp. ia. io aber mufs auf -eals mit Vokalisierung <\v± I: raus. 
und Reduktion de^ au zu o beruhen. Die Pluralform verdrängte die 
Singularform, oder die io-Form bildete sich vor Kons. -Anlaut aus, 
Vgl. frz. bei, beau, beaux. — Die in unserem Text auftretenden For- 
men scheinen eher Vorläufer für e, ea als für io, iö zu sein, da die 
Vokalisierung des / nicht graphisch belegt ist (mit einer Ausnahme), 
doch ist auf letzteres wohl nicht viel Gewicht zu legen, da der Dichter 
doch schoii / = u vor Kons, kennt. S. o. a -j- l -j- Kons. 

25. { in der vortonigen Silbe. 

1) Vor Vok.: sefe*V(sedebat) 66. obeisseit 2051. eie (setatem) 
2245. 2261. leece 764. 2891. leiece 2363. veiee (vetata* für vetita) 
3091. Das gelehrte criator :57ös (creator). 

2) Vor Kons.: solxlevant 314. quereit 1364. parvenu 2033. 
n-rniu :'>:'>11 (v. criendre). requiereit L806. 1809. 3024. 

Die mit -mente gebildeten Adverbien behalten in ihrem Stamme 
den unter dem Ton entstandenen Laut bei: brwment 386. 870 (zwei- 
silbig), griement L136. liemeni (stets dreisilbig, daher und weil iee 
nicht = ie) lirrniritl zu lesen 573. 963. '.'77 etc. 

'/ entstand vor Labialis in provetre 122; " in pardon Ullis, pur- 
donnast 3139. parchemin L850. parvenu 2033. arnnrnta 2593. 3020. 



IV. Vulgärlat i (klasB.-lat i). 

2ff. i /" der Tonsilbe. 

Es blieb stets erhalten. Belege zahlreich; ich führe folgende an: 
r.svr/7 : rfii 2t;. pjc : Normendü 31. ftvr« 7 1. ohemin 93. 203. ri/ 129. 



166 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 

pareis 165. ermites : merites 183. ^//.s7 : venist 2(>9. aws : pmsis 351. 
faifi; 515. /? : merci 921 etc. etc. 

Suffix iriuni, das vulgärlat. £m*W2 wurde, s. o. bei 14. 

Das nur in der Zusammensetzung mit fo\ erscheinende dis = 
tozdis („immer") hat sich mit % entwickelt, wie das gleichbedeutende 
die afrz., und findet sich z. B. 166. «54. 1175. 1946 etc. 

Suffix inium, gemeinrom. inwm (Diez, Gramm. II, 338) steht 
z. B. in larrecin 203. 

Über Bin 1529, als auf -hvu(s) zurückgehend, s. o. 15. 

i = lat. i reimt nur zu sich und i in «/(aus q -j- i und ü -)- i), 
nicht zu dem Produkt aus (- -\- i, da dieses nicht /' ergiebt (s. o -\- i 
und e -f- /). 

?' : «?" z. B.: petit : tuit 788. vit : mit 922. sen^' : lui 2604. 

Die auch bei Wace, Rom. de Rou, cf. Andresen III, 49 ö und 
im Chevalier as deus espees, cf. Förster cap. XXXVII vorkommende 
Bezeichnung eines % durch ie findet sich in unserem Texte einmal 
im Reim: venir : filier (fugire*, vielleicht Verwechselung mit fuier 
= fugare) 2611; aufserhalb des Reimes in viäment 1718 (von vdis), 
aber richtig vilment 2958. dierre 411 (dicere). Ähnlich i in destruiete 
1423. Auch vortonig essieliex (zu eissil) 3246. Die Annahme, dafs 
der Kopist für „e -\- /" i gesprochen habe und das in seiner Vor- 
lage dafür stehende ie nicht verstanden und damit auch fälschlich 
auf andere Fälle, solche mit urspr. i, übertragen habe, liegt nahe. 
Aber damit kommen wir im Rom. du M. St. M. nicht durch, denn 
umgekehrt steht auch % in irre neben ierre und ehre für iter (s. o. 
e in off. Silbe), und doch kennt keine Mundart Frankreichs den Ein- 
tritt von i für e; die Annahme von umgekehrten Schreibungen reicht 
also nicht aus. — fuier und destruiete liefsen sich vielleicht in Zu- 
sammenhang setzen mit Schreibung poier, Roien, man vergleiche auch 
vuiel 237 b u. s. g -j- *', wenn man annähme, der Kopist habe ui als 
im Wechsel mit oi stehend empfunden und es demgemäfs mit vir 
= oie wie oben bezeichnet; und diese Bezeichnung nach Vokal 
müfste dann wieder übertragen sein auf i vor Kons., wie oben in 
espier = espeir etc. — Bei einem Kopisten, dem ein venuee, creuee, 
dem esteieit, ein sient = seint etc. möglich sind, dürfen unsere Schrei- 
bungen ie = i nicht auffallen. So schreibt er auch sies 2380 = 
seis 1184 = ses 1189 = sis 2177. 2439 (Konj. Possessivpron. 
3. Pers.). 



Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 167 

27. Vortoniges i 

blieb meist erhalten ; durch Dissimilation wurde ea zu t in feni- 
rai 27. 

Lat. si findet sich als s> 7«s. 1989, als sc 1023. 1570. 2198, 
als s' 1002. 

V. Vulgär lat. o (= klassisch -lat ö, ü). 
28. Betontes p in offener SUbe bleibt p. 

seignor 39. 690. 1304. mnor (honorem) 40. 1303. emeeisor 111. 
2213. amor 689. 2083. trditor 935. pastor 1257. graignors : pfors 
(Vbsubst v. plorare, vgl. ///or.v. Wace, Ron 10141) 1292. dofor 2368. 
desenor 2786. m/w 3146 etc. Aufserhalb des Reimes: /o/- (illorum) 
ö. 76. 83 etc. lors 914. plusors 8 (plusor 70). />or (= pro) 9. 14. 105' 
fwwr 24. 180. or 27. 53. 107. ore 56. 59. /?ore 2904. sol (solum) 
303. 323. «oe (suaj 409. 22X-J. w/V.s- (suas) 3338. amor 409. seignors 
593. f/o/cor 612. perheors 651. ro</e (rubeus) 661, daneben das fehler- 
hafte roer 877. sorc (supra) 2327. 

Vor s: Ums (lupus) 93. 125, und auslautend: obl. lou IM». 
fievrous 943, aber fewros 1169. pereckous 1685. joious 1813. /" (= 
v-o.f) 2281. ^nwv (pröde -j~ s) 2361. 3322. proudhomnie 248, aber 
prosdons 3665. 

Vor Labialis: ubi : Ott 151. 151'». 201. od 847. donc — d'ou 
609. oittouvres 1120. jowvres 1642 = joenvres 1 161 (cf. Archiv für 
lat. Lexikographie II, 425). 

p in offener Silbe reimt nur noch zu p in geschlossener Silbe. 
bo 111. 935. 1257. 2083. 2365. 

Vor .v ist es auch im Reime meist ou geschrieben : glorious : 
merveUous 18. orgeüous (: r») 17t',:'.. fievrous (: ww)943. eseherdous : 
habtmdous 3221. ourious : dofows 3334. merveülotts o wo*) 3648. 

Für die Beurteilung des ou vor s sind wichtig die Keime: 

plusors : /v/.v 708. v'V'"C.v : estow 3607 (neben ango%S80US : estroUS 

l L86> 

Ott tritt auch im Livre des man. (vgl. Kehr § HO auf vor s; 

Kein- Heht ee p. l»; und l!> als dem Kopisten angehörig an. wohl 
mit Recht, denn auch in unserem Roman gehl ou vor s auch nur 
auf den Kopisten zurück, dufter in den obigen Reimen plusors : 
vos ist /• vor Kon.-, nachweislich vom Dichter nicht mehr oder schwach 



168 Die Sprache des Roman du Moni Saint-Michel. 

artikuliert in melage : large 2447. forez : dcsrr: 726. Damit trat o 
in plusors unter dieselben Bedingungen, die sonst vor einfachem s 
ein Ot/ herbeiführten; man könnte also plusors = plusous auffassen; 
allein die Verstummung des r müfste einerseits schon längst voll- 
zogen sein, und dann wäre kein Grund mehr vorhanden, es zuschrei- 
ben, andererseits würde man dann Schreibungen wie plusours, secours 
erwarten dürfen, oder eine Reimbindung zu duos = dous. Endlich 
ist zu bedenken, dafs Wace durchaus nur o hat vor s. Diese Gründe 
machen es wahrscheinlich, dafs p in pktsors u. ä. noch intakt ist 
beim Dichter, und damit mufs auch Schreibung ou vor einfachem s 
auf Rechnung des Kopisten gesetzt werden. 

Reim dcmorr : secore 108 sichert den gemeinfranzös. Übergang 
von q : o in dcmorcr auch für unseren Dichter. 

Für sich betrachten wir den obliquen Kasus der Zahl 2 = lat. 
duos (wobei zu bemerken, dafs die fem. Form düas aufgegeben ist 
zu Gunsten von düös): dous 500. 1488. 1807. 1927. 1020. 2686. 
3076, einmal dos 1068 und einmal deus 3004. dous statt docs: 436. 
441. 4 öl (docs einzuführen verbietet die Silbenzahl), einmal doud 480. 
ambeduos: andous 1750. aridms 3070. 

// für p findet sich einmal (mult 1720) in der Tonsilbe geschrieben, 
und es ist bemerkenswert, dafs unser kontinentalnorm. Text hierin sich 
so rein darstellt. Dasselbe kann für die Hss. des Roman de Rou von 
Fol. 258 v ab behauptet werden, s. Andresen, Rom. de Rou III, 498 
(er glaubt noch, u sei die regelrechte Entsprechung im Norm, für 
lat. p); für das Livre des man. ist es von Kehr § 16 festgestellt 
worden ; es ist mir die Schreibung mit n auch nicht in den normann. 
Urkunden, in der Resurrection de Jesus-Christ, dem Conte d'amors, 
Thomas Hebe und den anderen oben genannten Denkmälern der 
Normandie begegnet. 

Anders verhält es sich mit 

29. o vor einfachem Nasal. 

Es wird meist mit o, doch auch mit u bezeichnet und reimt nur 
noch mit dem aus a -j- u erwachsenen o in der Endung der l.Pers. 
Plur. Der Wechsel mit u bezeichnet wohl ein nasales g. 

non 33. 81. 453. dou 34. rdigion 41. L430. lOöö. region 12. 
toison : hdson (legimus) 380. gmoillons : oreisons 576. 827. :'>.">.">0. 
mviron : bemdon 728. barons : Brctons 752 etc. lecon : Tudicum 388. 



Die Sprache des Roman du Moni Balnt-Michel. 169 

digression : volum 118. basion : savum 836. IncamcUium : rrh-unnn 
1070. iraisov \ leison (legimus) L554. 1 956. Bevrum (vgL Mem XVII. 
371, auch I'nurini, Beuron flumen) : rnriruni 2455. lamms : maisons 
2723. /Wro// : champiun 3517. 

Auf 113 Fälle für o WF M)W. entfallen 1 3 mit w; p --f- iVflW. 
in Eigennamen wird meist mit -";> bezeichnet: so Srinm 2452 (vgl. 
Mein. XIV, 62). lirrriiiii 2454 (vgl. oben). PersMwi : oW»// l'I.vj 
(Mein. XI, 34: Riehard II. v. d. Normandie gab die Stadt Vrrsun 

dem Kloster des Mont Saint-Michel zum Geschenk: ..In ( lilatu 

Bajoeensi villam qiue dicitur Versuni super fiuvium qui vocatur 
Qdon"). 

Dafs // fpj rr»- // nicht ovalen Laut mehr hatte, geht aus dem 
Wechsel <\v> m mit n im Auslaute hervor. 

Aus dem Versinnern mögen noch folgende Belege beigefügt 
werden : 

Das konjunktive Possessivpronomen (m[e]um etc.): mon 28. 
mun 2347. 2507. ton 364. .w^ 14. IG. 132. 173. sun 644. «*«2 
2592. 

cmwj 23. 99. 140. 192. 350 etc. neben zweisilh. eomme 382. 399, 
einsilbigem: 600. 137.">. cow 120. co>» 480. 1373. 1461. cume (zwei- 
silbig) 2516. non (nomen) 17. 103. 174. Plur. »uns 34 in. maeons 
391. Ardeoum (heute Ardqvon, Ortschaft bei Avranches) 182. sablum 
882. eompaignun 3666. 

50. o gedeckt vor Xusal. 
q in derselben Stellung wurde ebenfalls zu p A'"*.. bezeichnet 
mit o und >/ ; ich bringe die Belege für beide: munt 1. 15. Quoke- 
hintlr : nii/m/r 52. rOMtt/ : ///'//// 62. »MW/ : SMW< 986. 1 HT'J. mnoiil : 

/«)/// 1388. /'ro/// : /v////// 198. honte : cowfe (comitem) 462. semuni : 
mun/ 3383. 

Reime mit dem aus n -\- n erwachsenen p B. p. unter I, 6 b. 
Häufigere Schreibung ist auch hier o für p ped. 

Belege aus dem Versinnern: rrsnni •_'.">. <hm> (de unde 
rfon 52. 118. 138 = ttow 1042 = dunt 3503. «tone (dönique) 208. 
t/wwe 57. 63. 116. 954. idonc 755. tone 38. 276. »io«< 64. 66. 89. 
160. 201 etc. munt 778. numbre 71. 1066. hominem, homines: Aow« 
1 13. komme 2556. 2669. Aomme« 1469.3225.3434. komme 1655. 
feomes 398. — amwn( 186. 1389. sorwi (seeundum) 1085. towft i 102, 



' 170 Die Sprache des Koman du Mont Saint-Michel. 

assummeit 1414 = msonvmet 1456. qudcumgues 3<»!K. Tumbe 3410. 
inxlr (unda) 362-1. Schreibung im Reime und aufserhalb desselben 
ist also dieselbe. 

Vortonig erscheint o ged. (o ged.) ebenfalls als o und v : congie 
328. 668. 698. junchier 341. junehie 797. jonchier 343. conteis (com- 
putatis) 628. roncin 772. gomfanon 895. conseil 1429. fnndec 2885. 
nummer 3212. 

31. o //«/. «w anderer Kons. 
bleibt erhalten und wird streng geschieden von o gedeckt: secore 
(: demore = demorat*) 107. entor : refector 346. erofe : tote 400. ,;>»• 
(: aneeisor) 411. (: pastor) 1258. (: s&ignov) 2365. (: eriator) 3759. 
/o/ : wo/ (muttum*) 646. 3749. wo/ : fmjctf 1774. for : >?• 1332. 
sort : wrw/ 1596. m/o?- (: redor) 3615. 

Einmal ow : gontte : t/ow/e 3619 (vgl. vortonig: dotot 3325. r/o/rr 
3352. tfofose 3534. 

?>?o/ (aus muttum), das sonst gemeinfranzösisch als mgl sich 
findet (vgl. zu dem Wort: Mall, Comput 51, und Böhm. Roma- 
nische Studien III, 454), hat auch bei Estienne de Fougeres o (Kehr 
p. 49). 

Aufserhalb des Reimes findet sich ov häufiger; für den Dichter 
ist es nicht erweislich. 

moh 1. 2. 14. 30. 32. 130. molt 48. 97. 101. 103. 241. muH 
1729. tuttus* tutta* turtum*: N. Sing. masc. tont 324. 340. 1326. 
Acc. 1394. 2532. PI. to\ 50. 66. touz 892. 1242. — Fem. Sing, tote 
12. 42. 341. 342. 478. 2447. PI. toutes 1864. Adv. tot 205. 300. 
tont 476. trestoz (Nom. Sing.) 352. 370. Acc. trestot 357. trestout 
2395. Adv. 346. 

dejoste 49. deso% 317. 918. 1231. jor 75. 92. 435. 479. sor 
(super) 123. 3642. ensor 132. desor 888. botent 287. entor 205. 243. 
mostre 215. niostra 371. Vortonig: ostnh (usatellum*, vgl. Diez, 
Wörterb.) 230. roehes 258. douxe (duodeeim = ital. dodice) 267. do\r 
1025. 1054. 1110. fio: (fluetus) 446. rort (currit) 454. 466. touge 
(= nfrz. touche) 1031, aber tochon 386. bors 1397. bore 2404. souflre 
3546. souffrance 3734. goute 3623. 

In einigen Fällen könnte man ou, durch Vokalisierung eines 
hinter o stehenden / entstanden, auch für die Sprache des Dichters 
annehmen; indessen wird häufig noch / geschrieben: dolee 1145. 
2925. dmtees 141. dolus 720. dokement 529. 654. 1444. docement 



Die Sprache des Roman flu Moni Saint-Michel. 171 

992. outre (ultra) 3211, aber oltre 1529. coucha (culcavit*) 2649. 
Baols (Radulfus) 2346, aber immer Berns 1385 (Kollo). Rou 1 131 
(Obl.). — foudre 1420. 

Aufser in muH 1729 findet sieh die anglonormannische Be- 
zeichnung des p nur noch in der Vortonsilbe: ributons 3760. toehon 
306 neben touge 1031 läl'st die Annahme, es sei für letzteres viel- 
leicht touque zu lesen (als Form des Schreibers vergleiche unten c 
vor a und e [i] etc.), als unwahrscheinlich erscheinen, man wird es 
hier wie in anderen Fällen mit einem einfachen Schreibfehler zu 
thun haben. 

32. p -f I-Element. 

1) Der Umlaut des p trat nicht ein in folgenden Fällen : bois : 
piseois 232J bois 447. 721. 1640. angoisse 291. 3580. enrä 347. 
826. 892. wws 360. 990. 1086. nois (nucem) 3693. — boiste 2476. 
3482, auch coivre (cuprium*) 3523. — adjutoire 32.V2. (Die anderen 
Belege mit Suffix -oria s. u. p -}- /.) 

o -j- n -|- Hiat-i und o -j- n -|- Hiat-i fielen zusam- 
men in: essoigne : wom« 102. chanoine : »aome 908. 1400. PI. 1838. 
2068. 2489. ww'w : testemoine 1376. 23s;, (test hier 3. Präs. Sing.). 
Vor silbeschliefsendem Nasal: enaix (inunetus) : higa L202. Belege 
aus dem Versinnern : essoigne 100. Borgoigne 552. caroigne 2606. 
moine 15. 24. 74. 1535 = moisnes 277") = moigne 70. Der Nasal 
schliefst die Silbe: y;o/«ite 835. aeointes 1783. /^V/ 1112. fowta 3639. 
fWon^ 1144. 2524. /*>.vo/V/ 2913. pnnoist (in-unxit) 859. o//w/7 st;:', 
(in-unetus) = ennoigt 3488. powd 3393. 

2) Umlaut findet sich in: tuit (: petit) 777. : deduit 798. 
ett& c vit) 922. pw& : m////: 1140 (ital. ridotto). tuü : efcwfrwä 3128 
(cf. Archiv f. lat Lexikographie II. 101 und Marx' Hilfsbüchlein: 
-struo, -strago* strüxi, struetum). 



1 Zu piseois: Es ateht für pieois, das nach La Curne de Sainte- 
Palaye sich in der Chans. d'Antioehc IV, 342: granx pieois d'aeier 
findet. Piez führt blofs picot an; Burguy kennt pieot und piquois. 
Joret, Essai, verzeichnet unter picouee ein in den vier Büchern der 
Könige I, 11 vorkommendes pieois = ligones Hacken, piquoise findet 
sich auch (nach Le Bencher, Histoire et glossaire du normand, anglaiw 
et francais, A.vranches 1852) im Piers plowman 1987. Endung -esia 
für -ensis ist durch unseren Reim ausgeschlossen, aber welches ist das 
Etymon ? 



172 Die Sprache des Roman du Moni Saint-Michel. 

Aulserhall) des Reimes findet sich: trestuit (= -tutti, Vok., 
vgl. Neumann, H. Zs. VIII, 264). tuit 109. 213. 268 etc. fluhr 32il. 
quit (cogito) 158. 1039. jwwfe (cogitat) 190. 2658. 2818. euident 328 I. 
3285. swt (sum = bö -)- i*) 3344. dm (dui* für duo) 191 6. 2617. 
(/'"//, nach fui gebildet, häufig.) destruiete 14 23. (Zur Erklärung siehe 
IV, 26, o.) 

Vortonig findet sieh p -)- i als im in huissounri: 731. 

o« in toison (tQnsionem) 380. croicir:. 843. croixies (= croixiees) 
1231. boisines 781. fcoisfefe 2741. 

poignant 483. ognement 856. genoillons 827. 

Da unser Text durchgängig p und p mit o (nur vor Nasalen 
auch mit w) bezeichnet, so ist a priori m für p* als w aufzufassen 
in den unter 2 angeführten Wörtern, oi und ui = p -\- i, u -\- i 
reimen nicht mit dem Produkt aus o -j- i, weil letzteres eine andere 
Entwickelung in der Sprache unseres Dichters genommen hat als im 
Französischen. — ui ist in unserem Text schon steigender Diphthong. 
Die heutigen Mundarten der westlichen Normandie weisen dafür fast 
allgemein (vgl. Joret, Mem. de la soc. d. ling. V, 145) ein -?' auf, so 
in condire = conducere (während das Simplex duire lautet) r'lire 
(— relucere); weiter verbreitet, d. h. auch in der Haute-Normandie 
findet eich pi, bri, plie für puteum, brugitum, pluvia. — Diese Re- 
duktion von ui auf i (durch Assimilation des u an i?) mufs aber 
schon längst vorbereitet sein, denn es finden sich vereinzelte Beispiele 
schon in unseren Texten: auch im Mont Saint-Michel v. Gl ö condü 
(conductum). Ob diese Form dem Dichter oder blofs dem Kopisten 
(in welchem Fall sie einen Beweis abgäbe für dessen [west-jnormann. 
Ursprung) angehört, läfst sich direkt nicht erweisen, doch ist letzteres 
wahrscheinlich, da condü das einzige Beispiel von vi — i ist. Michel 
sah condü als Schreibfehler an und ergänzte es zu condvit, mit dem- 
selben Rechte wie Kehr (in den Thesen zu seiner Diss.) suere = 
sequere 1742 in suer = sudare ändert, d. h. beide haben an die 
Möglichkeit specifisch mundartlicher Formen nicht gedacht. — In 
Th. Hebe findet sich v. 503 (Fleury zählt p. 406 : 506) cMi = celui. 
Clef d'amour p. IG condire : dire, p. 114 nuli = nului. So auch 
im Ms. von Tours der Chronique des ducs de Normandie des Benoit 
3379 condü. Zu vergleichen wäre auch bisson 2030 des Roman 
de Rou Hs. C = heutigem bison im Patois du Bessin (siehe Joret, 
Essai). 



Die Sprache dos Human du Munt Saint-Mn li- I. 17:'. 

33. Vortoniges p 
gestaltet sich verschieden, je nach dem darauf folgenden Laut: 

1) Blieb es erhalten im Iliat vor dunklen Vokalen und Konso- 
nanten (hier auch ou, besonders wenn Labialis oder s folgt): toaille 
867. doaire L029. wie (votatum) 3170. atvoie 3755 (advotatum | 
ZU den beiden letzteren s. u. , avoast 3105. '"" 3148. 

bota 27.'». 283, neben bouta 194. 198. arosa 852 (vulgärlat. <?*), 
neben arousee *•"><!. /'/<>nui/ !)C>7. 1221. plorout 3052, rieben ploure- 
ment 1298. governa 2:171 und gouvernout 27.">l. demoreir (o* s. ". 
unter o in bet off. Silbe) 1061. demoremee 3157. plovieit 3240. pi- 
tosement 3251). devotement 3336. soxmit 139.430. troubla 1182. 
rrcoiirrirr 14 2:1. reeouvre 3303. sofriessiez 2510, neben souffrir 2.')('.2. 
2629. >/'»>/<' 3301. </o//A//,/ :>4ü'4. 

Durch vokalisiertes /in escoutout, esecauter L016. coucha 2649. 

Für vortoniges o vor Nas. sind bei 30 die Belege ge- 
geben worden. 

u findet sich in re&wfows 3760 (cf. prov. rebotar, ital. ribut- 
tare). esturgons 4 7<> müfste, nach ital. storione zu schliefsen, eben- 
falls ^ haben, doch ist das nfrz. estwgeons zu vergleichen, allerdings 
neben estourgeons; Littre verzeichnet esturgeon erst seit dem II. Jahrh., 
und dafs es sich nicht normal entwickelt hat, beweist das vor / 
erhaltene s. Wie weit wir die Formen mit o« dem Dichter bei- 
messen dürfen, isl unsicher, aus den Reimen läl'st sich natürlich 
nichts erweisen; doch da wir o« in der Tonsilbe dem Dichter ab- 
gesprochen haben, so dürften auch die Belege, die "" aulsei- vor 
Labialis, für ol. und vielleicht noch vor x, aufweisen, dem Kopisten 
angehören. 

Zu e ist o geworden im Iliat vor ü: (ebenso g) in eon- 
neu L32. reconneu 2070. 

VI. Vulgärlat q (klassisch- 1 a t. ß). 
.;/. g in offener betonier Silbe. 
Reime: cor(chorum) : euer (idem) 344. Vor Lab.: ouvre : couvrt 
3178. 1 -\- Kons.: vell : seh ''-"'». veut : sewi 1372. Hierher ziehe 

ich -ocum in tfw«! : OVec In IC. ,lr,,i>>r> 1<»7. -. 0. 28. foria 

ergab /'"•* (: ''"/••-■> 1 286, -. p .'/"/. 

Belege aus dem Versinnern: o: pro/" 88. 457. 2582. <//- 



174 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Miehel. 

.')62. 947. 993. ovre 256. 356. 358 etc. emprof 1206. 1244. yofowi 
1282. 2227. 2705. fmnl 3672. 

ou: trouvent 586. 604. owwe 1195. sarcoul 1320. 

ue, oe: esmuet 284. ^werf 434. 1947. 3645 (im Text puent). 
pueple 324. 3436. buef 779. ewer (chorum und cur) = ersterem 879, 
= letzterem 1694. 2911. 3162. — vuelt 1951. 2285. duel 2707. or- 
vuel 960 (urceolum *). braioel 1558 (vgl. Förster, R. Zs. I, 152). sar- 
coel 2336. oe 327 (opum*). — orxul 897. — illuec 157. 202. 235. 
263. 326 etc. illueques 571. 986. iloec 2297. Ä#wes 986. 

jy«™/ (zweisilbig) 286. Rom. Stud. III, 461, wird von »Stock 
bei puent bemerkt, dafs bei Benoit die Diphthongierung, im Falle 
die folgende Silbe mit e beginne, nicht eintrete, es müfste also puent 
als pu-ent aufgefafst werden. Doch dann wäre u statt o unerklär- 
lich; die Lösung liegt auf der Hand: es ist ganz gewöhnlich, dafs 
Schreibung ee (in pueent *) blofs von den Kopisten reduziert wird 
auf e. polt 2866 und polet 2867 (beide für puet = pötet) dürfte 
man mit noiet (noctem), s. u. o -f- i in Verbindung bringen, so zwar, 
dafs man in beiden annähme, oie stände für or, das ja thatsächlieh 
in puet (wechselnd mit poet) gesprochen wurde. Es verhielte sich 
poit : poiet wie noit : noiet ; anderenfalls wären sie rein unerklärlich. 

Vor 1 -f Kons.: seit (solet) 106. reit 178. 273. 385. 392. 
1846. vels (völis*) 2915. 

Vor ein f. Nasal, homo in pronominaler Verwendung =■. 
nfrz. on findet sich meist als en 57. 1252. — 630 m'on für inen = 
mihi inde. 3205 huen =. en = nfrz. on. 

Nom. Sing, hoem 186. huem 279. 2185. 2522. huens 618. 1454 
(Michel liest in den Var. huons). 1757. 3243. fioms 1416. kons 1920. 
1947. 2013. 2043. v. 79 steht fälschlich der Acc. honte statt des Nom. 
prodovn 2094. 3549. produen 2282. prosdons 3665. 

Nom. Sing, buens 129. 337. 491. 669. 1280. 2099. boens 329. 
bons 2487. Acc. Sing, buen 1395. 1429. 2287. bon 1258. 2911. 
3418. Nom. PL bons. Acc. PL bons 470. Fem. Sing, bone 1365. 
1856. 

Das absolute Possessi vpron. der 3. Pers. Nom. Sing, suens 1266. 
1816. 2140. Acc. sum 1610. — domus : doms 1045. cömes : quem 
1465. 1551. 1577 etc. (Acc. aber conte 1514. 1554, weil q ged.). 

Ronen findet sich als Roan 1388 (nach Michels Lesung), Roein 
142H. 1504. 1564 (ebenfalls nach Michel, gegen Wrights Roem). 



Die Sprache des Roman du Mont Saiut-Michel. 175 

Baien 2267, nicht im Reime. Über Boten habe ich oben schon ge- 
sprochen, s. e in offener Silbe p. 156. — Das Wort ist überall zwei- 
silbig gebraucht, wie bei Wace, cf. Andresen, Rom. de Rou III, 499: 
lli/tni : feuern 2985, und bei Benoit, Chronik 699] bum : Roem (vgl. 
boen : sp/i 14 139). Roem wird also auch nur Roni bedeuten, wie 
bei diesen beiden. 

Ein Wort zum Etymon dieses Ortsnamens: Etotomagus kann 
nicht Grundlage sein, wegen des unerklärlichen Schwundes des Suf- 
fixes -agus. Nach dem in normann. Urkunden (s. Mein. XI, 11) aut- 
tretenden Rodomensis zu schliefen, könnte ein Bodgmmn* existiert 
und als Paroxytonon betont ein Ro-uen*, Ro-oen* ergeben haben. 
Der im Hiat stehende vortonige Vokal pflegt jedoch im 12. Jalnh. 
noch nicht zu schwinden. Ein Rodomum genügt also auch nicht. 
Vielleicht dürfte Folgendes zu einer Losung führen: Caen heilst in 
einer Urkunde von Richard III. vom Jahre 1026 (s. Mein. XI, 38) 
Cathim ; dies ergab C'a-en, später, als en und em in en vereinigt waren 
(schon bei Wace, Benoit und Guill. de Saint-Paier) Caen, nach Über- 
gang von en zu nasalem an = Caa und Ca". In Analogie zu jenem 
Cathim könnte ein Rodim* angenommen werden, das regelrecht Roen, 
Roen ergab. 

Im Einzelnen ist zu der Entwicklung des g in offener Silbe 
wenig zu bemerken. Da die Reime keinen Aufschluß gehen, sind 
wir auf die Schreibungen angewiesen. — g in offener Silbe ist nicht 
durchweg diphthongiert, vor Labialis aseigl sich für g auch ou. Das- 
selbe Verhalten findet sich in anderen westlichen Texten, .-. darüber 
Max Strauch, Lat. ö in der normannischen Mundart, Halle, Diss., 
1881, p. 74. 

Thomas Hebe steht schon bei eu: desqueuvn : oeuvre 1049. 
euvri L065. preuve L065; vortonig ou : soulel •''>•_!.">. de/mouret (-abat) 
4G7, neben demeureni 496 (id.). moti/ver (•= norm, moveir) 627. voulel 
(= voleit) o41. 8Ö1 etc. 

Bemerkenswert ist das Verhalten der Btammbetonten Fonnen 
des Verbums voleir im Präs. Ind.: die des Sing. (2. u. 3. Pers.) be- 
ruhen durchweg auf Diphthongierung des g } die 3. Pere. Plur. zeigt 
nur volent. Ganz ebenso bei Benoit, vgl Stock, Romanische Studien 
III, 456. 

Die 2. und :'.. Pers. Sing, vples*, vglet*, soUs, sgki erscheinen 
als vels, velt, sels*, seit resp. veut, seul und gehen auf vuela, vuell etc. 



17(5 Die Sprache des Roman du fttont Saint -Michel. 

zurück. Letzteres findet sich ebenfalls und stellt eine ältere Sprach- 
stufe dar, die in Verbindung mit der anderen Form wohl geeignet 
erscheint, den Eintritt der Vokalisierung des / vor Kons, näher zu 
bestimmen. S. darüber bei l -f- Kons. 

ou für g scheint in unserem Text allein auf den Einfluß der 
Labialis zurückgeführt werden zu müssen, denn es findet sich vor 
anderen Kons, nicht, wie im Livre des man., vgl. Förster, Rom. Stud. 
III, 185 (dazu Kehr § 20 seiner Diss.), und in den südwestl. Dia- 
lekten der Langue d'oi'l, vgl. Görlich p. 67. 

35. -gcum 

verdient in unserem Text besondere Beachtung, weil durch dessen 
Gestaltung ein bestimmter Schlufs auf diejenige von e -f- i wird ge- 
zogen werden können. 

hu 98. 568. 1848. 1939 etc., stets im Reim zu Den. Außer- 
halb des Reimes leus 8. 650. hu 87. -257. 982. Plur. hu 684. - 
medius locus giebt milie : lie (illse -|- i*) 3519. Aufserhalb des 
Reimes mileu 847. — focus : feus 2698. 2702. 2703. Obl. fu 1648 
in der Formel od fu od fer, mit Feuer und »Schwert. 

Zu hu etc., milie ist folgendes zu bemerken: Das Normale, dem 
Dichter Eigene scheint die Form ohne diphthongiertes e, leus, mileu 
zu sein. Das numerische Überwiegen dieser Formen unterstützt diese 
Annahme; deshalb ersetzte Schulzke in seiner Diss. p. 27 milie durch 
mileu, und doch ist diese Auffassung die verkehrte; nicht leus, mileu. 
sondern milie ist getreu nach des Dichters .Sprache (wenigstens was 
den Tonvokal angeht), und es dürfte schon hier in vollem Mafse 
gelten, was Suchier in der Einleitung zu Warnkes Marie de France, 
Halle 1885, für Wace hinstellt: Nicht des Dichters heimatliche 
Sprache tritt uns in den normannischen Dichtwerken entgegen, son- 
dern „eine Schriftsprache, die vor den Anfängen der normannischen 
Litteratur als Hof- und Verkehrssprache existiert haben wird". . . 

Heute lautet in der westlichen Normandie frz. Heu = lir, ' 



1 Zu lie = locum fügt Le Hericher a. a. 0. hinzu: au Heu de 
heifse en He de z. B. in en He d'un, en r'la deux. Das Allgemeinere 
scheint lie zu sein, und auch das Altere, denu das Norm, pflegt offene 
Laute, wenu sie iu deu Auslaut treten, zu geschlossenen zu macheb, dicht 
umgekehrt. 



Die Sprache des Roman du Munt Saiut-Michel. 177 

B. -Le Hericher, Histoire et glossaire etc. Bd. II, s. v. milie findet 
sich auch in anderen norm. Texten: als midie im Rom. de la resur- 
rection v. Iü4. 1G5 und im Chastoiement de Pierre Alphonse (nach 
Hs. A) XX, 227. — lie = locum finde ich einmal in der Urkunde 
des Bailli v. Coutances von 1315 (Abschrift von 1275), Mein. X\'l, 
L99, Nu. 852, im Compositum: lietenant. 

Waces Rou hat (nach Andresen p. 502) nur lieu und Ieu, und 
diese müssen „schriftsprachliche", lie volkstümliche Form gewesen Bein. 

Kommen wir zu milie : lie (illse -|- i) zurück. Wie Schulzke 
durch Einsetzung von mileu einen reinen Reim gewinnt, wenn er, 
nach p. .'50, Hei oder lei als richtige Form des Pronomens annimmt, 
ist nicht ersichtlich. Blofse Assonanz ist aber bei unserem Dichter 
nicht zulässig; ebenso nicht Weiterbildung eines milc(u) zu milei 
nach Deu, De zu Dei (in Thomas Helie), da letzteres nach p. I f. 
abgewiesen werden mufs; endlich ist ein Simplex lei = locum nicht 
zu belegen, somit auch milei unwahrscheinlich. Ebenso mile* aua 
müeu, da ein Simplex le == locum nicht zu belegen ist. — Es bleibt 
also nur das überlieferte milie übrig, und damit ist auch lie als Pron. 
Pere. der 3. Pers. Fem., und in diesem Falle für den Dichter p -|- i 
=i ie gesichert; zudem findet sich lie (Pron.) in Texten, die ie nur 
im Sinne von ie kennen, cf. Resurrection du Jesus-Christ etc. 

Joret, Rom. X, 58, möchte milie als milieu (eu =. phon. ü, 
schlecht artikuliert und so bezeichnet: e) auffassen; indem er bemerkt, 
dafs heute in der Normandie häufig für ieu ein ie eintrete. Eine 
Stütze für diese Ansicht dürfte in gewissen Schreibungen schon in 
der Vie des Thomas Helie zu finden sein: prisieu : cauontsieii L6 
i-atuni = ie), corrugieu : delogieu 110. pitieu : amistieu 370. eveschieu : 
empeesquiw 955. bleschiett : pesehim 1063 etc. Daneben eveschie 
303. jirrhü ; 315. pechie 570 etc. Ja, ein Reimpaar scheint geradezu 
den Grund der Schreibung -ieu im Particip statt ie zu verraten: gieu 
(jycum) : memjiru (nuinducatuni) 829. Indes ist diese Stelle zweifel- 
haft und das erste Reimwort somit nicht ganz sicher. 

Wie man Bich aber die Entstehung dea milie auch denken möge, 
die Form ist nicht wegzuleugnen und spricht immerhin nur für i< - 
*■ -f- ' i'i lie (illte -j- i*). 

Leider giebt, wie es scheint, Hs. B über dieses wichtige Reim- 
paar keinerlei Auskunft; die betreuenden Verse tehleii, wie mn 
Herr Dr. W. Franz gütigst mitteilte. 

Archiv t. ii. Sprachen, LXXV1. M 



178 Die Sprache des Roinau du Mont Saint- Michel. 

fu 1648 = f'eu ist wohl mit Förster, Rom. Stud. III, 182, als 
eine Weiterbildung aus feu anzusehen. 

36. e -4- i und p -j- i 

haben sich abweichend vom Französ., ersteres nicht zu i, letzteres 
nicht zu ui gestaltet, sie reimen daher nicht zu urspr. * resp. ui = 
u -4- i, wohl aber zueinander, so dafs sie entweder ein und dasselbe 
Resultat ergeben mufsten, oder doch wenigstens im tontragenden 
Laute übereinstimmten. 

Reime: deliet (delectum) : noit (noctem) 76. 

liet (■= nfrz. lit) : noit (dasselbe) 156. 

lieis (lexi* für legi) : pois (posti*) 420. 

respiet (respectum) : noiet (noctem) 43 G. 

igliese (ecl^sia*) : nuise (n9ceat) 1030. 

seis (sex) : truis (trosj* = trosco * r= tropo *) 1 380. 

bmitestiere : moire (m^riat*) 1462. 

eis (exis) : rois (l^sj* = rosco* == rogo) 2641. 

He ;(Dat.Pron.Pers.Fem.) (: milie medium locum) 3518. 

e -f- i : e -f- i: igliese : priese (pretiat*) 1252. 
p -J- i : p -\- i: puis : truis 1494. e/inoi : Iioi (hodie) 1988. 
Guermerie (Grener9dium) : oie 2445. pois : trois 2451. 

§ -f- i aufs er halb des Reimes: a) in der Tonsilbe: 
dek (decem) 1121. 1623. leix (lectum - lu) 621. 999. liez (lexi*) 
710 — lectos Partie. 1075. leist (lexit*) 997. liere 3509. lui (lexi*) 
2386 (vgl. vortonig luison 379 = legjimus). igliese v. 3 erscheint 
noch 35 mal neben achtmal iglise, einmaligem igliesie 3439. — mie 
(medio), stets einsilbig (wie Schulzke, Diss., richtig bemerkt) 195.414. 
1318. 2967. 3726, aber ebenso ' (irrig von Schulzke: zweisilbig) 373. 
548. 552. 563. 1676. 2646. 2829. — demies 475 (enmie [zweisilbig] 
373. 2S2d).parmei 31 50 (neben 548. 552. 563. 1676. IMG par-mw).— 
prie (preco*) 627. 1975. preieni 2272. 2620. 2623. — pei\ (pectus) 

1 Es ist an dieser Stelle auf Diez' Gramm. III, 04 zu verweisen, 
wo zu medius bemerkt wird : Abhängig von Präpositionen ( und dies trifft 
in allen diesen Fällen zu) tritt medius in eine neutrale Stellung, so dafs 
es sich wie eine Partikel oder wie ein Suffix der Präposition verhält, vgl. 
ital. in mezzo Palma, al'rz. parm/ \a mer. 



Die Sprache des Roman du Moni Saint^Michel. 1 71» 

1232. - sofiere (suffecere*) 514. iesseni (exeant) 639. 3529. 

lie (illse -f- i*) 1479. 3122. 3141. 3613. 3623. 3637. 3673. 3618. 
Ifi (dasselbe) 460. le (dasselbe) 329.'). — pries (pretium) 2044. 
esliesent (exlejgant*) 2195. esleismt (dasselbe) 2295. mgieng 

20(). engiens 299. engim 1584. angieg 3272. liet liex (les lits) 359. 
2976. 

Eine besondere Entwickelung nahm sequere*: suere 1742. attdet 
(sequit) 2770. consueit (con-sequere * ?) 3224. Ich komme unten im 
Einzelnen auf diese Formen zurück. 

b) In der vortonigen Silbe: plaisen (geschr. plaisiez) 
von plexus -\- icium 785. — maien (medi-anus *) : deraien (de-retr- 
ianus*) 858, letzteres noch 2666. — eissi (sec-sic*) neunmal, issi 
siebenmal, —iessi 3446. — neient 1198. 1726. 1868. = nient (zwei- 
silbig) 818. 1904. — preia 1444. depreia 3336. preie 1663. 1816, 
aber preoul 653. — eissit (exiit 11 (57. eissu (Pc.) 2668. 2677. = iessu 
872. = issu 1001. — issue 502. — eissiez (Pr. Ind. 2. Pers. Plur.) 
1912. issist (exisset) 2014. — leisem (legimus) 1553. 3196. 3214. .".467. 
releison .".177. luison 379. — esliesiez 1981. rslinr\ 1983. — mied* 
3192. — meitie 2444. 3567. «e*er (necare) 3602. - Liesvin .'»40 
(Lexovinum) 370.'). Lisies (für Lisiees? — Lisieux) 3707. 

-J- i aufs erhalb des Reimes: a) in der Tonsilbe: 
pais 24. 95. 120. 159. 191. 275 etc. = puis 381. 408. 530. 578. 
nuit (noctem) 357. 497. 2000. 2565 etc. rtuit (dass.) 640. 1946.2521. 
2560. 2853. 2861 etc. - oit (octo) 1069. — puisse 1979. 2221. 
2222. 2247. 2873. puissent 1141. enn&i 1569. 2161. = ennui 
2579. — mniiit (banc noctem) 1994. 1998. 2663. — mnoite 2557 
(innoetat*). cuisse (coxa) 2999. 

tfpus (troBCO* für fcropo*) 71. = truis 1164. 1756. "ii ! (hodie) 
21)64. 2084. 2312. rapresmenl (approximant) 289, vgl. das folg. 

b) Vortonig in Oiesmeis (zweisilbig, Oximesis* pagus, beute 
Eliemois) .">)(). apriesmier 8234 und aprismie 579. 

Für sich betrachten wir: 

^> — |— / — J— i: /W/ ifvolio*) 1022. L024. 1059. 2262. 2367. revott 
2281. vtäl (dass.) 2692. 2751. 3039. 3506. Einmaliges vu& 1030 
dürfte durch AJbirrung auf das folgende nuls entstanden .-ein. 
Höchst beachtenswert ist «las zweimal erscheinende vuiel 2875. 8037 ; 
beidemal für eine einsilbige Gruppe .-teilend. Wir werden unten ähn- 
lichen Formen in anderen Texten begegnen. 



180 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Miehel. 

oll (oculi) 1217. 1278. orguil 3233 (org9lium*, vgl. Förster, 
Rom. Stud. III, 372). Wie man sieht, ist die „schriftsprachliche* 1 
Form -oi, -ui vorherrschend. 

»Suffix -oria, -oria. Bemerkenswert ist: Ivolre (cf. eburneis 
= ivorgiis, Reich. Glossen, Afrz. Übungsbuch von Förster 894) ge- 
bunden mit trifiere 1234. Letzteres ist nicht auf das Adv. trlf'arlam 
= dreifach, das nicht ins Französische überging, sondern auf mlat. 
triforlum (s. D. C. und Diez' Worterb. II. C. s. v.) zurückzuführen. 
Statt tattier trifoire heifst es gewöhnlich tallier ä trifoire (s. Diez 
a. a. O.). Für -lere = -gria vgl. 1462 moire (moriat*) : bautestiere, 
und auch ole (hodie) : Guernerie 2444. — Da die Stelle sonst nicht 
verdächtig ist, so werden wir trifiere als Lokalform, ie — o -4- i ähn- 
lich wie sonst (s. u.) erklären dürfen. 

Gelehrt sind: memoire : istgire 152. 633. apostoile : memoire 
2281. apostoile noch 1034. 1076. 1798. estoire 1536. 

Über die Frage, wie sich {; -j- i und g -j- / in der südlichen 
(nach Jorets richtigerer Bezeichnung „westlichen Norrnandie" — worin 
ich ihm folge — , vgl. Romania X, 258, Recension von Schulzkes 
Dissertation) Normandie, speciell in der Sprache unseres Dichters 
gestaltet haben möge, ist schon verschiedentlich gesprochen worden. — 
Ältere Ansichten trägt Schulzke in der genannten Diss. zusammen. 

Wieder aufgenommen, aber meines Erachten s nicht gefördert 
ist die Frage von Kehr a. a. O. 

In Bezug auf die Gestaltung des g -\- l im Central- und Neu- 
französischen bin ich den Ausführungen Havets in der Romania III, 
321 und IV, 119 (Anmerkung zu Schuchardts Artikel) gefolgt. Be- 
nutzt sind ferner die Abhandlungen von Thomsen : Remarques sur 
la prononciation francaise, Mein, de linguistique III, 106 und in der 
Romania, Jahrg. 1876, p. 64 ff., Försters Abhandlung über Vokal- 
steigerung, R. Zs. III, 481 fK und Neumanns schon öfter genannte 
Untersuchungen in der R. Zs. VIII. Bd. 

Was die Gestaltung von e -\- I und g -j- i in den an unser 
Gebiet anstofsenden Dialekten betrifft, so sind aufser den von Schulzke 
a. a. O. genannten Quellen benutzt worden : Görlich in der schon 
oben genannten Schrift: Die südwestl. Dial. der langue d'o'il; Sette- 
gast: Benoit von Sainte-More, Breslau 1876 ; Stock: Über Benoit von 
Sainte-More, Rom. Stud. Heft 1 2 ; Metzke a. a. O. : Herrigs Archiv 
Bd. LXIV u. LXV. 



Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. Ißl 

Die Pikardie kam für uns nicht in Betracht, weil das zwischen 
ihr und unserem gelegene Gebiet in Waces Werken zur Vergleichung 

herangezogen werden konnte. Ich habe hierfür den Roman de Rou 
in der Ausgabe Andresens benutzt, besprochen von Suchier, Litt. 
Centralbl. 1877, 249; Förster, R. Zs. I, 144 ff.; Nicol, Acadetoy 
March 27, 1880. Für die Kenntnis der heutigen normami. Mund- 
arten folgte ich den Untersuchungen von Joret in den oben schon 
genannten: 1) Essai sur le patois Normand du Bessin, Paris 1881 
(citiert als „Essai"); 2) Des Caracteres et de l'extension du pat. Nor- 
mand, Paris 1883 („Caract"); 3) Melanges de phonetique Normande 
Bd. V des Mem. de la soc. de ling. de Paris p. 140 ff. (Mel. 1883); 
1) Melanges de phonetique Normande, Paris 1 884 (Mel. 1 884). Ferner 
von Fleury: Essai sur le patois de la Hague, Mem. de la soc. de ling. 
de Paris V, 165 ff. 293 ff 402 ff. Andere Hilfsmittel sind an ihrem 
Orte genannt. 

Der eigentlichen Untersuchung vorauszuschicken sind die Be- 
lege, die Hs. B für e -J- i und g -\- i bietet. Es sind nur die wich- 
tigsten, die mir bekannt wurden (s. Einleitung). Der Übersicht halber 
stelle ich den Belegen aus B diejenigen von A gegenüber: 



noif : deliet 76. 


B iniil : deluit (delectum). 


noit : lief 1 56. 


uuit : Irit. 


pois : lieis 420. 


pius (= puis) : Iris. 


noiet : respiet 436. 


iiuit : respit. 


igliese : priese 1254. 


iglese : prise. 


Guernerie : oie 214."». 


(liimirrri : hur. 



Vortonig ; -j- i: A {dediex, dedicatus) : mir: (mediatus*) 1120, 
B [dediex) -. meiez. Aus Varnhagens Besprechung der IIss. (\o* Rom. 
du Mont Saint-Michel, R. Zs. I, 545, entnehme ich für B von Be- 
legen aufserhalb des Reimes: iglese v. 3. 22. 

Hs. B kennt also, nach diesen Belegen zu schliefsen, nichl ie 
für r -\- i. nicht OU für n -\- i; dafür findet sich ei zur Bezeichnung 
beider, wie im Livre des manieres, und man könnte versucht -«'in 
(mit Kehr p. 15), zu schliefsen, dafs ; -f ' '"" l " [ ' 8 * ch ™ 
Avranchin gleich entwickelt habe wie in Fbugeres. Mit unrecht, 
wie wir sehen werden. Wie Kehr indes zu jenem Schliffs gelangt, 
ist mir unerfindlich, Es. B kennt er nicht, sonst hatte er sie zur 
Stütze herangezogen; ebenso wenig die Dissertation Bchulzkee, -i 



L82 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel 

wäre er vielleicht etwas vorsichtiger gewesen, ie und oie ohne wei- 
teres zu ignorieren und dafür ohne irgend welche Begründung einen 
beliebigen Wert einzusetzen, wie Kein- es thut a. a. ()., ist willkür- 
lich und daher verwerflich. Um zu erweisen, was Guill. de Saint- 
Paier für | -|- i (denn zu diesem wenden wir uns zunächst) ge* 
sprochen haben mag, reichen die Keime nicht aus; der einzige, lie 
(\\\vc -j- i*) : mute (medium locum) 3519, gewährt, doch zunächst nur 
für lie selbst, Auskunft. 

Die Schreibungen in A widersprechen sich hier und da nicht 
nur untereinander, sondern auch denjenigen in B. Es fehlt somit 
auch die äufserliche Übereinstimmung und die Möglichkeit hieraus 
und aus dem Überwiegen einer Form (ie oder ei) auf deren Allein- 
berechtigung zu schliefsen. 

Kommen wir zunächst auf lie : milie zurück. Eine Betonung 
milie (lie) ist denkbar, doch nicht wahrscheinlich: einmal lautet 
heute das Simplex, wie wir gesehen haben, lie (lie), sodann würde 
man nicht einsehen , warum Guillaume de Saint-Paier ein lie, 
milie* nicht häufiger im Reime und z. B. mit Normemdie, vie (vita) etc. 
gebunden verwendet hätte. Es bleibt somit blofs milie : lie übrig, 
und dafs diese offenes e hatten, scheint wiederum aus heutigem lig 
(s. o. p. 176) hervorzugehen. 

Freilich bemerkt Le Hericher (Mein. a. a. ().) zu v. 460, die 
Anwohner der Bai des Mont Saint-Michel sprächen noch heute 
lei für illse -{- i. Wenn es nicht vielleicht zwei Formen gab (etwa 
lei in konjunktiver, lie in absoluter Verwendung), so scheint mir der 
Widerspruch der heutigen Mundart mit der beglaubigten Form un- 
seres Dichters unlöslich, denn lei und lie zusammenzubringen, so 
dafs jenes aus diesem entstanden wäre, erscheint als unmöglich. — 
Jenes Reimpaar aus diesem Grunde aber dem Dichter abzusprechen, 
würde, da die Stelle sonst zu Zweifeln keinen Anlafs bietet, Willkür 
sein. Wir dürfen auch nicht übersehen, dafs dem Dichter aus dem 
Avranchin sowohl die Form des Südens wie die des Nordens (lei und 
Ue) bekannt sein mulsten; die Möglichkeit, je nach Bedürfnis die 

1 Gegen die Auffassung von ie als fallender Diphthong (etwa n 
spricht die heutige Betonung lie oder lie noch nicht, aber der Umstand, 
dafs ein solcher (von Joret mit ü bezeichneter) Diphthong heute mir im 
Auslaut vorkommt, wonach er jung (und aus 7 hervorgegangen! sein 
könnte. 



Die Sprache des Roman du Moni Baint-Michel. 18 

eine oder andere zu verwenden (in diesem Falle lie), war damil ge- 
geben. Was sonst für die Gestaltung des r -j- / aus den Keimen 
entnommen werden kann, ist blofs negativer Art: es reimt nur mit 
sich und dem Produkt aus ^ -\~ i. nicht mit i aus lat. 7 (wie hei 
Wace und Benoit), nicht mit ei (für ai) aus a -\- i (wie hei Fstienne 
de Fougeres), noch mit r aus a (wie im Livre des Miracles de 
notre dame de Chartres |s. ßchulzke p. ."> 1 ] und in Pean Gatineaufi 
Vie de Monseigneur St. Martin de Tours [Sehulzke p. 34]), noch mit 
ie aus / -L a oder ie aus f in off. Silbe etc., es fehlen also die Mittel, 
seinen Laut direkt zu hestimmen. und wir könnten mit demselben 
Rechte nach Hs. B (zumal sie milie : lie nicht kennt) ei = e -f- i 
für unseren Dichter annehmen, wie nach A ie. 

Wir sind daher genötigt, aus dem Verhalten der heutigen Mund- 
arten der südlichen Manche die für unseren Dichter möglichen For- 
men zu erschliefsen. Ebenso für p -\- i } denn hier bieten uns die 
Reime so gut wie gar keine Auskunft; die Hss. weichen noch mehr 
voneinander ab als bei e -{- i. — Wir vergleichen auch benachbarte 
Dialekte, doch diese, mangels homogeneren und vollständigeren, in 
einem Material, das seiner Natur nach sehr verschiedenartig ist, 
daher nur sehr beschränkte Schlüsse gestattet. Wenn ich diese 
Grenze überschritt, so wird man es dem Bestreben, ein Resultat zu 
gewinnen, zugute halten; ein weiterer Anstofs zur Erhellung unserer 
Fragen dürfte immerhin gegeben sein. 

Joret bemerkt in den Car. p. 168 über die allgemeine Gestaltung 
des ; -)- i (und 6 -\- i) in der Normandie folgendes: 

Die Mundarten der Normandie scheiden sich nach der Behand- 
lung von ; -f- i (und g -f- i) nicht in südliche und nördliche, sondern 
in westliche und östliche, wobei die Grenze zwischen beiden ungefähr 
die Touques bildet. Danach wurde ; -j i in dem östlich dieses 
Flusses gelegenen Gebiete zu i (p j i zu wt), in dem westlich davon 
gelegenen trat eine andere Entwickelung ein. Indessen bietet in 

diesem letzteren, auch Basse-Normandie genannten Gebiete, r -j- i 
(und p -|- /i nicht eine einheitliche Form dar. Daß der Norden der 
Basse-Normandie sich bezüglich des p | i entschieden anders ver- 
hält als der Süden, wird aus den unten folgenden Belegen ersieht 

lich Bein, weniger deutlich i-t 'ine Scheidung von südlichen und 

nördlichen Formen hei ; -j- i zu erkennen. 

Joret bemerkt in den Blei. L884j XXIV h". folgendes: 



184 Die Sprache des Eoman flu Mont Snint-Michel. 

r -\- r (i) im Cotentin, Guernesey, Jersey, egliexe Nord. <1. Cot. 
Das südl. Cot. hat gemeinfrz. Form egmxe (Mesnil Aubert). Vor- 
toniges ^ -\- i ergab e, i. 

e -|- e -f- Kons, oder e -j- e -\- e (/) = ie, h: decem : dh Nord, 
d. Cot diee, siee (sex) Avranchin, Mesnillard. lectum (Ie lit) : H&, 
He Nord. d. Cot. — U od. U Süd. d. Cot. Mesn. vecla: vue, vuele, 
nde, meide, vieule Formen des Cot. viele Jersey, Guernesey; n'lr 
Mesnillard (östl. v. Avranches). — p. XXXI a. a. O. : Orne, Passais. 
Houlme, Mortainais, Avranchin (die südlichsten Grenzgegenden der 
Nonnandie) haben wohl piere (pejor*), aber allgemein U (lectum). Vor- 
toniges e -j- i = e, so in me- (medius) in Kompositis. 

Aus der südwestlich an die Normandie angrenzenden B r e t a g n e 
führe ich aus Urkunden, die sich in „Anciens eveches de Bretagne 1 ' 
Bd. III u. IV finden, folgende Belege für e -\- i an: 

1) Urkunden der Abtei von Saint- Aubin des Bois: 
Bd. III, p. 190, Urk. v. 1296: desmes (deeimas). 

„ 195, „ „ 1297: den (decem). 
„196, „ „1297: dex (dass.). 
Bd. III, p. 199, Urk. v. 1298: dex, dek (decem), er/lese, essues 

(^xütas *). 
„ 200, „ „ 1298: dex. 

2) Urkunden der Abtei Sainte-Marie de Boquen : 
Bd. III, p. 



155, 


Urk. 


v. 1277: 


demee, seixante, deez. 


172, 


„ 


„ 1285: 


deine (dimedium*). 


252, 


,, 


„ 1262: 


eglese. 


285, 


„ 


„ 1279: 


dex. 


286, 


T> 


„ 1282: 


desmes. esues. 


289, 


„ 


„ 1291: 


metie (medietatem). 


294. 


„ 


„ 1298: 


deex (decem). 


315, 




„ 1310: 


: iglese. 


376, 


„ 


.. 1277: 


: seixante (et) dex. 



Bd. IV, 

Aus der Chanson d'Aquin (s. o. p. 152) füge ich bei: sere 
(senior) 67. 75. 430. 439. reif (veclus) 83. 2066. 2107. — vuü (da88.) 
1172. 616. 915. 917. leist (lexit* für legit) 363. eist (exit) 397. 2998. 
eyssmi 529. yssent 402. 537. essu 1208. 1262. me (= mee - media) 
338 (vgl. Ajim. ib. p. 133). me (medium) 1610. Vortonig in meUeu 
476. parme 1329. parmy 1338. Vortonig mesnuyt 1521. 2672. Vor- 
tonig in rmpire 470 (impejoratum *). mvpere 588. empera 159.". mire 



Die Sprache dea Roman du Moni Saint-Michel. 185 

(mfdicum) 845. 1826. mxin (aec räc*) L314. 1703. lemnt (legentem) 
1665. fe7 (lectum) 1820. seir (sex) 2677. s'elleissent 3006. e^we3028. 
3029. 3030. 3065. — sequi t : stewft 2884. PI. sieulvmt 1405. Die 
Reime geben in diesem Denkmal keinerlei Auskunft über f -f- t. 

Für Ille et Vilaiue müssen die Formen aus dein Livre 
des manieres als Belege dienen: e -j- i erscheinl als ei und e. Be- 
lege s. bei Schulzke p. 2. -> . ; Kebr p. 21. 43. 

Für B a s -Maine fehlen mir Belege. 

Für Haut-Maine verzeichnet Montesson, Vocabulaire du 
H. M., nur/// (pere) = pis de vache; v&iUe (vecla). 

Tourai n e, bei Schulzke p. 32 ff. (auf Benoit komme ich gleich- 
seitig mit Waee zu sprechen ; s. u.). 

In der Vie de Monseigneur St. Martin de Tours v. Pean Gatineau; 
ed. Bourasse L860, ist nur r (für ( -\- i) gesichert (neben /]. Schrei- 
bung ie findet sich zwar einigemal, doch zeigen die Reime freres : 
emperieres p. 39. ruijiirir : eire (erat) p. 12 (vgl. ere : pere p. 3), dafs 
ie = ri = r hier ist. 

La clef d'amour (s. o. ]>. 152) wird zwar der Touraine zugeteilt, 
indes sprechen doch gewichtige Gründe für einen, wie mir scheint. 
normannischen Schreiber, denn der Text weist ungemein häufig < 
vor a als /,-. c vor r (i) als eh auf: <■ -\- i erscheint nur als ie (neben i). 
Belege s. bei Schulzke p. 33. 

Für die südwestlichen Dialekte der langue d'oil 
stellt Görlich a. a. O. fest, dals ie für e -j- i durchaus sporadisch 
erscheint, die regelrechte Entwickelung aber ei (e) ist. 

Stellen wir diesen Belegen aus dem Süden die des Nordens 
und Ostens gegenüber (ich folge den Angaben Jorets in den Mel. 
1884, p. 55 ft".): 

1 ) 9 -f- K uns. 4- i = i in der Haute Xormandie, k in der 
Basse-Normandie, so in der Hague, Saire: eglieze. medico : miert 
Hague, Saire. Bessin, Caen, Bocage. Vortonig: e : megneu (media 
Docte) Bessin. megnie Guernesey. medi Bessin, Cotentin (Val de 
Saire). 

•>) e 4 <" -f" e (*) == ' '1. -Xormandic. Aber in der B.-Norm.: 
die(e) (decem) Bocage, Bessin, mittleres Cotentin. die (Fleury diei) 
Saire, Hague, ebenso siee (s§ x). (siei Hague) lectum = lie oder//» 
Bessin, Caen. mittl. Cotentin, Auge, Guernesey. <■ liri Fleury) 
Hague. Saire. 



186 I>ie Sprache fies Roman du Munt Saint-Michel. 

3) 9 4~ .1 = * in der H.-Norm. piere in der B.-Norm. : Bessin, 
Caen, Böcage, Cotentin, Guernesey. 

4) ecl. : r/W/ (veclum*) H.-Norni. »vW/, /•?/ Fem. ?'?W//' Bessin ; 
yw, iweZ Saire. 

5) legere: = Ihr Patoia du Bessin, Uhr Guernesey, Iure Cot. 
Wie Wace sieh zu e -j- i (und p -j- i) verhält, seheint noch 

nicht ganz aufgeklärt zu sein. Daraus, dafs er es auch mit l bindet 
(im Roman de Ron, s. Andresen Bd. III), wird von Andresen und 
Schulzke p. 1 5 geschlossen, er habe keine andere Form als i, wie 
gemeinfrz., für e -)- ' gekannt, 1 Dieser Schlufs geht zu weit, und 
mit vollem Recht haben die Recensenten von Andresens Ausgabe 
die Verkennung vieler Schreibungen in den Waceschen Hss., wo sie 
nicht i für urspr. e -j- i bieten, gerügt. Es findet sich ie (nicht ei, 
darauf ist zu achten) für e -f- i in allen Hss. des Roman de Rou ; 
vor allem in Hs. C, D (beide von norm. Schreibern); zuweilen in 
ein und demselben Reimpaar in allen vier Hss. So haben alle 
v. 3016 ennde (: Toirie = Toriacum). esliesent 4886. desconfiez : lie* 
4007. <Irs<-(»ific\ : respiez (C, A, B gegen desconfix D) 4043. engiens 
(alle) 5056. diesma 5443. pies 6248. (pejus*) 7200. sies (sex) : dies 
(decem) 6427. ju'ez (pectus), parmie 8055 (alle), desconfiere 8212 (alle). 
pries (pretium) 8355 (alle). 0714. delieta 0768 (alle). 

Aus den einzelnen Hss. füge ich folgende Belege hinzu (ohne 
auf irgendwelche Vollständigkeit Anspruch zumachen): lie (illse -J- i) 
C, D 247. C 267. parmie 324 (C). lie 370 (C). 528 (C, D). 577. 597. 
604 (C). 1300 (C,D). 1835 (dieselben). 2548 (dies.). lie 4325 (C). 
diesme 4724 (A, D, C). diesme* 4726 (A, D, C). diesme 4270 (A, D). 
lie 4765 (C, D). ponjiesent 4885 (A, D, C). priet : respiet 6005 (A,B). 
pries 7887 (A, B). empierent 8006 (A, D, C). piere 8211 (A, B, C). 
parmie 8420 (A, B; C). esliere 9006 (A, B, D). — lief : respiei 9089 
(A, B, C). eantorbiere : Ziere (legere) 0370 (A, B, D [C luirej). dies 
A 1U136. lief (lectum) 10 2.S4 (A, B, O). lie 10 735 (A, (/). sofiere : 
empiere 10819 (B, C). —parmie 11065 (A). lie 11350 (B). 

Vortonig: preiset 3583 (A, B, D). presa (C); //rrx/r 3502 (G). 
TJesviu 3806 (A) — Lesvin (C) — . mse& 38 16 (A, B, gegen wirf* C, D). 



1 Schulzke bemerkt ausdrücklich p. 24, ie für e -f- / rühre vom 
Schreiber her. Andresen p. 495 (Bd. III) hält es zum mindesten blofs 
für eine Eigentümlichkeit der Hss. 



Die Sprache des Roman du Sfont Saint-Michel. 181 

Es ist nicht meine Aufgabe, zu entscheiden, ob von diesen Be- 
legen und welche Wace nicht angehören können: dafs in bo vielen 
Fällen alle Hss. übereinstimmend g -|- i durch U \ nicht /) wieder- 
geben, scheint aber wenigstens die Annahme zu stützen, Wace habe 
seine heimatlichen Formen nicht gemieden, kein Bedenken getragen, 
sie neben gemeinfranzös. i = e- -\- i zu verwenden. Für uns ist vor 
allem wichtig, dafs § -f- i in den Waceschen Hss. nicht mit ei, e, 
sondern mit ie bezeichnet wird (natürlich auch mit /), und hierzu 
stimmt die Gestaltung von e -f- i in den nordwestliehen Teilen der 
Basse-Normandie. 

AVie Wace, so scheut auch Benoit von Sainte-More dialektische 
Fonnen für e -j- i nicht. Wie Wace braucht er im allgemeinen die 
gemeinfranzös. Formen /. ui (für <■ -|- i und o -\- /), vgl. die Reim- 
liste bei Schulzke p. 18. 19. Doch finden sieh Reime, die beweisen, 
dafs er für e ~\-i ei in Übereinstimmung mit anderen Denkmälern 
der Touraine — nicht ie — kennt. Schulzke hat diese Reime über- 
sehen; sie sind aufgezählt von Stock a. a. 0. l'.»2 (Kehr p. 15). 

Stock erklärt pmre (pejor*) : mitirr in Ben. Chr. 33 000 durch 
Annahme von Einwirkung des vorangehenden j> auf r (in peire*, 
wodurch dieses zu puire geworden), was Kehr mit Recht zurückweist. 
Allein auch er giebt, wie mir scheint, eine nur teilweise richtige Er- 
klärung. Er meint, wenn im Original z. B. peire : meire gestanden 
habe, so sei der Schreiber durch lautlich richtiges ui in nntiir ver- 
leitet Morden, auch pmre zu schreiben. Ich denke mir die Sacht so: 
für p -f- i war ..schriftsprachliche" Form und Schreibung ui, dia- 
lektische ei. Bei Dichtern, die dialektische Formen nicht scheuten 
(wie Benoit). konnte also muire und meire i moriat) sich finden. 
Dieser berechtigte Wechsel wurde nach falscher Analogie auf Wörter 
wie peire übertragen, daher entstand jenes puire. So sind auch fol- 
gende Fälle zu erklären : 

Chanson d'Aquin: veclus* einmal veü 83. 2066. 2826 und 
miil 616. 915. '.'17. 1172. ebenso volio* zu veü 61. 1909. 1911. 2387. 

VUÜ 97. 1199. voliam: rrillr 2271. PI. rrillr; 2279. 2737. 

In Hs. B unseres Rom. vgL deluii (= delectum) 7.">. Darf 

man h/i und luison in A auch damit vergleichen? rril tritt ein für 
voil (volio*) in l'ien-e Alphonse XIII. 229. XIV. 255. XXIII, 107. 
XX. 81. lo«;. i 17. veüle (voliat*) XXII, 1'.'. neben voittt •"»<». Doch 
habe ich allerdings hier vuil = veclum aichl gefunden. I> 



188 Die Sprache des Roman da Moni Saint-Michel. 

findet sich wenigstens veil (volio) im Rom. de la Resurrection 78. 00 
neben voil 104, vgl. auch veittent (voliant) 488. 867, Conte d'amors 
iill veil (voliö). Kehr ist es entgangen, dafs auch das Livre des 
man. einen derartigen Fall aufweist: pois 896 == p^jus. 

ie für e -\- i findet sich noch in einer Reihe normannischer 
Denkmäler, vereinzelt in Th. Helie: suiete (soquitä*): deliette G67, 
daneben respil : d&pit 156. lit : Mit 013. iglise 113. 193. Mit 441. 
Vortonig in myenuit 524. iessi (exiit) 874. 

Der Roman de la Resurrection hat 1534 lie (i\\se -\- \), 
von Reinsch fälschlich korrigiert in li (s. auch Prof. Gröbers Recen- 
sion dieser Ausgabe in Bd. VI der Zs. f. rom. Phil.), mie (medium) 
1625 (Reinsch fälschlich mi), neben pix 136. 1903. Beweisende 
Reime fehlen. 

Pierre Alphon s es Chastoiement (ed. 1824): liel : Mist 
VII, 26, aber lit : Mit XXVII, 12. ife (illa? -f i) XI, 136. 301. U 
(dass.) XI, 288. mire (medicum) XI, 211. eelfe XI, 373. Ire XII, 46. 
95. 102. diesme XIII, 241. engien XIII, 245. XIV, 28. 90. mgin 
XVII, 550. dis (decem) ib. 37. 52. demix ib. 90. 100. respil \h. 
133. Vortonig issi (sec sie) ib. 143, aber eissi XV, 187. XVII, 8. 
■pix (pectus) XIX, 126. lie XXVII, 140. (Siehe auch Sehulzke 
p. 24.) 

Aus dem Tristan-Fragment (Michel Bd. I): lie (illse — |— i) 
777. 1118. 1372. 1001. 2162. 2163. 2537. 2565. 2642. 2824. 2855. 
2043. 3371. 3737. 3740. 4231. 4310. — %•, (les lits) 667. parmie 
1455. 3782. 3994. prie (preco) 2382. 2463. /je.; (lu) 2494. enmie 
3404. 4365. 

Die norm. Urkunden geben leider wenig Aufschlufs; 
bei Delisle a. a. O. p. 190, Nr. 852 (Cotentin) habe ich diesmes 
siebenmal gefunden, neben einmaligem deism.es. Ferner einmal 
iglyse. 

ie — e -j- / findet sich ferner in der Clef d'amour (für Belege 
verweise ich auf Sehulzke p. 33). 

Aus dem vorliegenden Material dürften bei dessen Unzuläng- 
lichkeit (es fehlen vor allem beglaubigte Texte aus dem südöst- 
lichen Teile der Normandie und den daran anstofsenden Provinzen) 
kaum allgemein geltende Schlüsse gezogen werden. Indessen sei es 
gestattet, das, was sich mir daraus zu ergeben scheint, hier anzu- 
führen : 



.Die Sprache des Roman du .Munt Saint-Michel. 180 

i (aus r -|- i) findet sich überall und stets seit dein 12. Jahrh., 
aber dafs es in den Dialekten des Westens und Südens der Langue 
d'oil — von der Basse-Normandie an gerechnet — volkstümlich ist, 
ist sehr zweifelhaft. 

ie ist die eigentliche Forin für e -\- i in der Basse-Normandie: 
Jersey, Guernesey, Cotentin, Bessin, Bocage(?), Auge, Lieuvin. ei (e) 
ist diesen Gebieten (wenigstens in der Tonsilbe) fremd. 

ie findet sich neben e (alt ei und e) im Avranchin 
und Houline (wie weit östlich, und mit den südl. Grenzen der Nur- 
mandie?). 

e (ei) ist eigentliche Form für e -(- i in den südlich der Nor- 
mandie gelegenen Gebieten des Haut- und Bas-Maine, Qleet Vilaine, 
Cote du Nord der Bretagne, endlich in den von Görlich untersuchten 
Gebieten [ie findet sich hier nur sporadisch). 

Es hat also eine landschaftliche Verschiedenheil in der Ent- 
wickelung von e -\- i bestanden und besteht noch, so, dafs von den 
südlichen Grenzen der Normandie ab nach Süden hin dafür all ei, e, 
heute 6, nach Norden alt if [iei?), heute ie eintrat. 

Die Nutzanwendung für uns ist klein, denn wir erkennen nun- 
mehr blof's, dal's das Avranchin, die Heimat unseres Dichters, Grenz- 
gebiet zwischen den beiden Hauptentwickelungen ist und heute e 
(aus altem ei) neben ie (alt ie, iei?) aufweist Wenn also Guill. 

de Saint-Paier seine heimatlichen Formen für e -\- i auch in seinem 
Denkmal uns hinterlief-, SO werden es nicht dieselben gewesen sein, 
wie die von Est de Fougeres, und dann mufe Kehrs Behauptung 
p. -1.") seiner Diss. dahinfallen, umgekehrt diejenige von Schulzke, 
wonach neben i möglicherweise ei und ie (iei?) in unserem Text zu 
Recht bestehen, gestützt erscheinen. 

Folgen wir der Ansicht, Quill, de Saint-Paier habe dieMundart 
des -ndl. Avranchin gesprochen \\i\t\ geschrieben, so ergiebl .-ieli auf 
unseren Untersuchungen folgendes: 

Vorausgesetzt, die Formen für e -|- i der beutigen Mundarl 
seien die Lautgesetzlich entwickelten Nachkommen derjenigen der 
alten Mundart, so muffe diese ein anderes Bild als 11-. A geboten 
haben; denn es kann unmöglich ein beutiges diee, sie\ (decem, Bex) 
auf den (A 1623. 1121), seis L380, beutiges le oder U auf Hei 359. 
2i)7ü (vgl. auch heutiges le [nach Le Hericher Bd. II illa 
aber lie. durch milit festgestellt in unserem Text 3519) zurückgehen. 



li>0 Die »Sprache des Roman du Mont Saint- Michel. 

Vielmehr entspricht heutiges siSe, diee einem älteren sies, die% (z. B. 
in Waceschen Hss. belegt), 16 oder 16 älterem leit (Hs. B), und — 
wenn = illse -j- i — • älterem Iri. Ob Hs. B sies, diez hat, ist mir 
nicht bekannt; besitzt sie sie, so dürfte sie grof'se Glaubwürdigkeit 
verdienen. Dafs A auch hier Verwirrung zeigt, wird nach dem, was 
in den vorausgehenden Paragraphen von ihr bekannt wurde, nicht 
auffallen. 

Für den Dichter aber wird nur eine vollständige Vergleichung 
der Formen für e -\- i in beiden Hss. eine endgültige Lösung der 
Frage herbeiführen, wenn eine solche überhaupt möglich ist. 

Besondere Gestaltungen von e -j- i in unserer Hs. A vermögen 
vielleicht ein Licht auf den Kopisten zu werfen, nämlich die von 
sequere*. Ich habe die Belege hierfür schon oben angeführt, doch 
sei es mir gestattet, sie hier zu wiederholen: 

Der Inf. sequere* erscheint als stiere 1742. sequit als suiet 277U. 
eonsueit (consequebat*) 3224. 

Zu suiet vgl. man suiete : deliette Th. Helie G67. Bei suere 
1742 verbietet es der Sinn der Stelle, an suere = socevum, cf. Förster, 
R. Zs. I, 15G, Anra, oder an suiere ib. 158 ( — sudaria, Wace II, 
3941) zu denken. 

Kehr schlägt in den Thesen zu seiner Diss. vor, stier = sudare 
einzusetzen. Dies wäre eine recht einfache Lösung, doch sind Kehr 
suiet und eonsuiet entgangen, die uns zwingen, in suere sequere zu 
sehen ; auch wäre suer = sudare an unserer Stelle zu trivial. Richtig 
sagt schon Le Hericher in den Mein. XXIV, 32 ff. von suere: C'est 
le mot suivre en patois actuel suire, et suure. . . Unter patois 
actuel kann Le Hericher nicht die Mundart des Avranchin in diesem 
Falle verstehen (er würde, wie sonst, einfach zu suire, suure „Avr." 
— Avranchin hinzugefügt haben), denn nach Joret, Mel. 1884, 
p. XXX und Oaract. p. 165, hat das Houlme sieuvre, sieudre, Avran- 
chin und Mortainais sieuvre, sieure ; sieu(v)re findet sich mit Aus- 
nahme des Cotentin in der ganzen Normandie (nach Joret, Mel. 1884, 
p. 48 und Caract.), ferner in Haut-Maine, und nach der (Jh. d'Aquin 
(sieuhent 405, si&uli 2884) in der Bretagne. Das Cotentin aber hat 
seure (Coutances), sure Val de Saire, suere Hague, siere, sietin (= 
mite) Guernesey (nach Joret, Mel. 1884, p. 48). — sure nach den' 
Mel. 1884, XXVII ff. auch im südl. Cotentin. 

Auch für nebula hat unser Text (A) bemerkenswerte Formen: 



Die Sprache des Roman du Moni Saint-Michel. L91 

nule 2919. neule 3571 (wie es scheint beidemal einsilbig). Nach 
Joret (a. letztgen. O.) gestalten sieb nebula und tegula in der Nor- 
mandie entsprechend wie sequere ; dabei führt er jedoch nur tule für 
das südl. Cotentin an; nie nie finde sich (nach Med. 1884, p. 4«) im 
Lieuvin, Auge, Plaine de Caen, Bocage, Bessin und in einem Teil 
des Cotentin (welchem?). 

Entsprechend tule dürften wir auch nule (die Form unseres 
Textes) im südl. Cotentin erwarten. 

Es scheint mir, die Formen für sequere, nebula in A können 
nur denen des Cotentin entsprechen, nicht denen des Avranchin und 
der übrigen Teile der Xormandie ; ob sie aber auf den Dichter selbst 
zurückgehen, läfst sich kaum entscheiden. — Immerhin geben uns 
diese Formen das sichere Zeugnis, dai's Text A nicht rein den Sprach- 
bestand des Avranchin, sondern den des südlichen Cotentin dar- 
bietet; wir werden andere Anzeichen finden, die uns in dieser An- 
sicht bestärken. Das Überwiegen von ie für e -(- i von diesem 
Gesichtspunkt aus betrachtet, scheint bereits ein Beitrag dazu 
zu sein. 

Ich kann nicht umhin, der Formen lui (A) 2386 (legi), luison 
.'379 hier zu gedenken; wenn sie auch verschiedene Auffassung zu- 
lassen (sie können z. B. wie deluit Hs. B = delectüm, ui = ei als 
umgekehrte Schreibung, vgl. pois = pejus etc., aufgefaßt werden), 
so ist doch Text A nicht vereinzelt in diesen bemerkenswerten For- 
men für legere. »So findet sich in Hss. des Roman de Ron ( Andresen 
Teil I) v. 00. 172 luiscmt (legentem), 508 häre (legere). Chronique 
ascendante 236 luira (Text liwra); Teil III: Hs. C 9373 luwa (A, 
B, D Herr), 3 08 2 C esluire (exlegere). 

Vergleichen wir die Gestaltung von legere in den heutigen 
Mundarten; nach Joret, Mel. L883 und Mein, de la soc. de ling. V, 
149, Mel. 18«4, p. XXV, und Fleurv, Essai a. a. < ). 297. legere 
ergab mit Ausnahme dv^ Cotentin in allen Mundarten der Ba.-se- 
Normandie Herr, in jenem aber lüfejre oder Iure. Sollte nicht auch 
hier unsere Hs. A in lui, luison die Vorläufer der modernen Form 
des Cotentin bieten ? 

Wir wenden uns zu {> -\- i. Giebl uns die Gestaltung 
dieser Lautgruppe in den heutigen Mundarten der Basse-Normandie 
die Möglichkeit, die Formen unserer lls>. näher zu bestimmen und 
sie eventuell verschiedenen Gebieten zuzuweisen? 



192 Die Sprache des Roman du Moiit Saint-Miehel. 

Nach den Med. 1884, p. XXV u. .')1 ff. ist folgendes festgestellt 
(wir stellen die Belege des Südens denen des Nordens gleich gegenüber): 

Typus posj* (lat. post): pia Greville, Nehou, pi Jersey, 
piee Moitiers en Bauptois, sämtlich Belege aus dein Cotentin. — 
pieu Bessin, Caen, Bocage, Auge, Lieuvin, aber pe(s) Avranchin. 

posco* (peu, peuve) in vorigen mit Ausnahme des Bessin. — 
piesse Bessin, Hague, Saire. 

o jj- i troja: trie Saire, Nehou, Norden des Cotentin. — true 
mittleres Cotentin. — true, treue Bessin, Caen, Auge, Bocage. 

tree Mesnillard (Avranchin), tree Houlme. 

Bot ig* = sie, si Norden des Cotentin und Avranchin ; sw, su 
Coutances. 

inödio*: angnid, armin, annfo, armue, cmnu Norden des Cot. 
bis Coutances. — angneu Bessin, (vb. armue) Bocage, Caen. — - mint 
St. Planchers (Süden des Cotentin). 

ntfctem: gnio, gni Norden des Cotentin bis Coutances (Fleury 
nie't), nieu (yneu) Bessin, Auge, Caen, Bocage. — ne oder ne 
Mesnillard (Avranchin). 

cöxam: tchuese, lchu.se, keuse, cu.se Cotentin. — teheuse Bessin. 
kese Mesnillard (Avranchin). 

cöctum: tchud, tchudte ; tchu, cue, cm, ernte, cu Formen des 
Cotentin bis Mesnil Aubert (nordöstlich bis Granville). — quieu 
Lieuvin (?), Auge, Caen, Bocage. — ke Mesnillard (Avranchin). 

c ü r i u m : teitud, tchu, cu Formen des Cotentin bis Coutances. — 
quieu Caen, Bocage, Bessin (neben tcheu). — kere (Avranchin). 

nöcere*, cu quere: tehuere, nuere ; tchüre, nure Norden des 
Cotentin. — küelire, uüeure Süden des Cotentin. — hure, nure Mesnil 
Aubert bei Granville. — qußjeure Bessin, Auge, Caen, Bocage, Bessin 
(in letzterem neben tcJieure). — nieure, gneure Auge, Caen, Bocage, 
Bessin. — kere, nere Mesnillard, Süden des Avranchin und Mor- 
tainais. 

Das Passais (südl. Teil des Houlme, angrenzend an das 
Avranchin) verhält sich wie das Mortainais und Avranchin : her 
(corium), kere (cöquere), ke (cöctum), kese (coxa), nere (nöcere), pe(s) 
(post), tree (troja), aber neu (nöctem). 

o -j- 1 -J- i in fulia*: füele Norden des Cotentin. — f'ule, 
fuele, feule im Cant. de Coutances und im Süden des Cotentin. — 
I wule Bessin. — feilte oder fege Mesnillard (Avranchin) und Passais. 



Die Sprache des Roman du Munt Saint -Michel. L93 

solio*: SU& Norden des Cotentin. aue oder su Süden des 

Cotentin. sueu Bocage, seu Bessin. sieu Bfesnillärd, sie Saint 
Planchers. - sue Houlme?, sieic Passais. 

öclum*: J*9 Norden d(\* Cotentin, ii Süden <\r> ( 'otentin. 
eil Mesnillard ; daneben el Domfront. 

Für die südlich an die Normandie angrenzenden Gebiete ver- 
mag ich wiederum nur aus verschiedenen Zeitperioden und für die 
einzelnen Gregenden nur sehr spärliche Belege einer Sonderentwieke- 
lung zu bringen. 

Die Bretagne weist in den oben genannten Urkunden in 
de Gesline Sammelwerk nur folgende Belege auf: p. 200 des dritten 
Bandes: peissent, 314 peisse (possiam* etc.), 294 octo : oeijt (dal's 
diese- = ori/t — öit oder eit, scheint daraus zu resultieren, dal's in 
denselben Urkunden in poaet, donaeson, borgaes, maees [mesis*] in 
ähnlicher Weise ae | wie oe in oeyt] blofs einen einfachen Laut be- 
zeichnet). 

Die Chanson d'Aquin: nir\ (noetem) v. 240. 21)6, aber nuyi 
1055. 1188 etc. orgwü (orgoHum) 432. 635. puisse (possiam*) 686. 
puist 650. eulle (= plia*) 2276. Andere Formen s. o. 

Estienne de Fougeres: Li vre des man. hat ei, e (neben 
tri, oi), vgl. Kehr p. 24. 

Für Haut -Maine finden sich einige Formen verzeichnet bei 
Montesson und in Schnakenburgs Tableau synoptique p. 268. Mon- 
t es son: '■nullit (hac nocte oder hanc noctem?), euets (oclos*), mesi 
oder imslnii (magis-hodie*), tirme; träe, trade; trouee (tröja). 
Tableau synoptique: uoctem: neet; coctos: quiets. possiat : 
pusse, olia*: huile, wie ueufrz. 

Über einige Keime von g -f- i zu e -f- i bei Benoil von 
Sainte-More vgl. Stock, Rom. Studien III, l'.»2 und üben. 

g -\- i bei Wace reimt nicht mit e -f- i (s. Schulzke p. 11) und 
wird mit iii (mit ui aus Ü -j- i und i reimend) bezeichnet. 

II-, (' hat auch hier wieder einige seltsame Formen, die an 
solche aus dem heutigen Bessin erinnern: v. 6512 des Roman de 
Rou '/nun statt couin A. B, I>; sollte der Kopist egrwmx damil be- 
zeichnen wollen? 7055 orgievl, A, B, D orguel. 10 630 vieul (volio). 
.Man vgl. auch C hrisn = Loig A.B. I) 1848. 

Die Vie des Th. EEelie: arriert : mrien (nocere) 737. Wohl 
als Jims, ntvü (144, 655) Bind die vom Herausgeber Pontau nl mil 

Äxohiv f. n. Sprachen. LXXVI. 18 



194 Die Sprache des Roman du Moni Saint-Michel. 

piiis 104: 142. 181 etc., niut 599 gegen ituit 183. 200. 410 wieder- 
gegebenen handschriftlichen Formen aufzufassen, wird doch in mittel- 
alterlichen Hss. i nicht besonders bezeichnet. Der Reim i/i/it : realst 
655 spricht zudem für unsere Auffassung. Wie aus einem älteren 
niut ein heutiges nie't (Flenrv) hätte werden können, ist nicht ab- 
zusehen. 

Die Clef d'amour hat p. 14 cuier (cörium). Bemerkens- 
wert ist hier auch virile (voliat*) : duale p. 54 (doliat*), man ver- 
gleiche noch vielle (dass.) p. 47. Andererseits p. 55 vmlle (vecla*); 
die Reime geben in dieser Beziehung keinen Aufschlufs, vgl. Schul zke 
p. 34. — Bemerkenswert ist p. 100: adieutes* (addoetas*) : siutes 
(sequitas *). 

Roman de Tristan: feu : queu (cocum*) 1261. — md (ocu- 
lum) 3819, gegen uel 3839. luien 4330. 

Auch in normannischen Urkunden finden sich bemer- 
kenswerte Formen für o -j- i: Bei Delisle a. a. O. (Mein.) p. 259, 
Nr. 1002. 8. a, 1282 von Verneuil: Vermeid (Vernolium = Ver- 
neuil) und Verneul aber in einer Urkunde derselben Baillie Nr. 1006, 
p. 260, 1282: Vernuiel zweimal geschrieben. 

Andere Belege für eine in der Basse-Normandie eingetretene 
frühe, von der gemeinfranzösischen abweichende Gestaltung des r> -f- i 
habe ich nicht gefunden. 

Ein Blick auf die Gestaltung des p -(- / in der heutigen Basse- 
Normandie zeigt uns zwei total verschiedene Resultate, im Süden r, 
im Norden, um nur das Prägnanteste herauszugreifen, phon. io (wir 
sehen zunächst von den Formen des Cotentin ab). — Diese Ent- 
Wickelungen sind konsequent in jedem Gebiete durchgeführt. Beides 
zusammen drängt uns den Schlufs auf, diese Formen seien keine 
erst jüngst entwickelte, sondern von langer Hand vorbereitete. Eine 
bedeutende Stütze gewähren uns hierfür die aus den Hss. des 13. 
und 14. Jahrh. beigebrachten Belege; und dafs ihnen in der That 
Bedeutung beigelegt werden mul's, glauben wir durch das eine suere 
= sequere* in Hs. A und Mundart des Cotentin genügend dar- 
gethan zu haben. — Es liegt daher durchaus nahe, in den Sehrei- 
bungen ei, oie, nie, ue etc. (für p -|- i) nicht nur verkehrte oder un- 
genügende Bezeichnungen für ein und dieselbe Form der Vorlage, 
sondern lautlich gerechtfertigte, aber ungeschickte Schreibweisen für 
mundartlich verschiedene Formen ein und desselben Wortes zu sehen. 



Die Sprache des Roman du Munt Saint Michel. 195 

Wie ' /, ( ie für e -f- / Dicht zusammengeworfen werden dürfen, 

so wird auch ei (für p -|- /) nichts zu thun haben mit oie, uie, ue; 
ebensowenig wie man ie zu r/ umstellen darf, wird man oie, uie ein- 
lach zu oei, uei umstellen dürfen, denn abgesehen von der Willkür, 
die in einem solchen Verfahren liegt, sehe ich nicht, wie man dann 
zu dem Ursprünglichen durchdringt. — Gesetzt auch, es wäre die 
Umstellung in Hs. A zuzulassen, so schwindet diese Möglichkeit 
doch heim Erscheinen desselben oie, nie in anderen Denkmälern, 
wie der \'ie des TL Helie etc. 

Wenn man feiner in A zur Rechtfertigung der Umstellung auf 
die sub t in offener Silbe Nr. 2 bis 4 erscheinenden seltsamen 
Formen als Analogon gegriffen hätte, so wäre man wenigstens 
nicht ohne, wenn auch scheinbaren Grund vorgegangen. Allein 
wir haben (ebendaselbst) gesehen, dal's die dortigen Umstellungen 
nicht rein willkürliche sind, sondern höchst wahrscheinlich durch 
veränderte Ansprache und andere Schreibgewohnheil veranlaßt 
wurden. Ähnliches bei oie, uie (für -\- i) vorauszusetzen, liegt 

daher nahe. 

In der Normandie kannte man iii schon zur Zeit der ältesten 
Dichter als einheimische, einzige Entwickelung eines p -\- i in dem 
Teile östlich der Touques, der Westen kennt bis heute eine andere 

Entwickelung desselben ; und doch haben die Dichter des Westens 
jene.- iii mit in ihre Dichtungen aufgenommen (man vergleiche blofa 
Benoit). Der tontragende Laut t\r> volkstümlichen Produkt- aus 
p -\- i scheint im Westen ein i gewesen zu sein, nichl i wie in ui. 
Die Schreiber, vielleicht schon die Dichter, fügten nun diesen wesenl 
liehen Bestandteil dem bekannten ostnormannischen und „schrift- 
sprachlichen" ui, oi hinzu (und hierin ist i\^r Vorgang ein ähnlicher 
dem oben bei e in offener Silbe vorgeführten), oder sie lieisen i (wie 
richtig) weg, woher««, oe entstand. So im Norden der Basse-Nor- 
mandie. 

Anders im Süden. Das dort aus p { i entstandene ei schlofs 
eigentlich die Verwendung des üi dafür aus, denn die Laute lauen 
zu weit ab voneinander. Und «loch geschah es, Zeugen dafür sind 
zunächst jene Schreibungen bei Benoit: marin | moriat) für 
sodann die umgekehrten Schreibungen /min (pejorem*), w*»7(veclu8 
und diese Verwendung des ui ist selbsl wieder ein indirektes Zeugnis 

für unsere Annahme, dal- man es auch im Norden verwendete, ohne 

13 



196 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 

des Widerspruches zwischen Schreibung (wie) und Aussprache (üe) 
inne zu werden. 

Wenn man im Norden wie und oie nebeneinander schrieb, so 
scheint dies auf einem Wechsel in der Aussprache des ersten Ele- 
ments zu beruhen ; dafs aber der Laut nicht p war, sondern etwa o, 
scheint durch ü in üie (— üe) bedingt; ü selbst ist wiederum 
sichergestellt durch die spätere Entwickelung , ja es scheint in 
unserem Text selbst schon mit i zu wechseln (Guemerie). Wir 
kommen auf letzteres zurück. — War nun ie aus e -J- * = i( j . wie 
wir es oben wenigstens in einem Falle (lie : milie 3519) glauben 
nachgewiesen zu haben, so mufste das zu ie' reimende üe, öe = ü#, 
ö$ sein. 

Wir haben bis jetzt blofs die dialektische Scheidung der Formen 
betrachtet und oie (uie) als Schreibung zu erklären versucht. 

Wie stehen nun aber die Schreibungen zu der Sprache des 
Dichters ? Decken sich die einen Formen ei (= e -4- i und g -\- /), 
oder anderen ie = e -\- i, oie (tiie) = g -\- i mit den seinigen, oder 
braucht er sie beide nebeneinander, oder ist keines von beiden 
der Fall? 

Wir kommen damit auch auf die Entstehung der verschie- 
denen Formen zu sprechen. 

Schulzke behauptet p. 30 seiner Dissertation, es sei wahrschein- 
lich, dafs Guill. de Saint-Paier iei oder ei für e -\- i, oei für p -)- i 
gesprochen habe, Kehr p. 45 'ei, ei (= e -\- i), "ei, ei (= o -\- i). 
Wir haben oben ie = e -j- i in einem Falle (lif = illse -\- i) nach- 
gewiesen, es ist somit nicht wahrscheinlich, dafs iei in der Sprache 
des Dichters existierte, lieis 419 (A) kann als anu'i Xeyo/tityoi' nicht 
beweiskräftig sein, wie Schulzke mit Recht bemerkt, ei = e -\~ i 
läfst sich für den Dichter nicht direkt erweisen, immerhin spricht das 
Auftreten in beiden Hss. und heutiges e im Avranchin für seine 
Existenz in des Dichters Sprache und Text. 

Centralfranzösisches, ostnormannisches und pikardisches i = 
<l -\- i hat man aus iei* durch Assimilation des e an die umgebenden 
I-Laute erklärt. 

Wir können die Annahme eines ursprünglichen Triphthongs 
auch da nicht umgehen, wo e -j- i ein ie ergab, finde es sich nun 
neben ei oder allein. — Allein warum hat ein iei* im Westnorinan- 
nischen ie und ei, nicht i ergeben? Soviel mir bekannt, ist dafür 



Die Sprache des Roman du Moni Saint-Michel. 197 

noch keine Erklärung versuchl worden, und die folgende will nicht 
mehr als ein Versuch sein, weil sie von nicht allgemein gebilligten 
Voraussetzungen ausgeht. Da sie aber Anlaß gab, interessante Er- 
scheinungen moderner normannischer Mundarten zu besprechen und 
in ein neues Lieht zu rücken, ist sie stehen gehlieben. Es könnte 
die Entstehung von ie einer- und /' andererseits in verschiedener 
Accentlage des iei* ihren Grund haben. 

Nach Havet, Rom. VI, 321 ff. (und Suchier, H. Zs. II, 290), 
ging vulgärlat e in offener Silbe durch §e* } /; : zu afrz. und nfrz. /< 
(ie) üher. 

Denselben Weg ging e, wenn es mit folgendem I-Element kom- 
biniert wurde, da, wo daraus i entstand, also: e -}- i : gei 
Anders in cera (kera), das durch kjera, kjeir : kire, vgl. chin Bessin ; 
der Ton ruhte hier nie auf dem i. 

Da, wo aus e -f- i ein i sieh ergab, mufste derAccenl früh von 
i in iei auf das e vorgerückt sein (im Zeiträume vom 9. bis 11. Jahr- 
hundert), und damit verfiel e denselben assimilatorischen Einflüssen 
der umgebenden i. 

Länger als im Ostnormannischen, Französischen etc., wo < -j- ? 
zu i wurde, mufs jener ursprüngliche Accent im Westnormannischen 
beibehalten worden sein, und zwar so lange, bis das ei des Tri- 
phthongen zu ( geworden: erst dann konnte ie, und i> (oder n\ 
aus iei entstehen. Für das ei aus t in offener Silbe stehl es ziem- 
lich fest, dafs es bei Wace und Guill. de Saint-Paier noch ei lautete. 
die kontinental-normannischen Hss. kennen dafür bereits ■ (s. oben 
unter < in offener Silbe). Es ist somit der Monophthongierungs-Pro- 
zef- wahrscheinlich schon um die Mitte des 13. dahrh. vollzogen 
(wenigstens im allgemeinen; gewisse Mundarten, ■/.. B. diejenige der 
Hague, haben die Durchgangsstufe ei in einigen Wörtern erhalten). 
Benoit von Sainte-More hat aber für älteres ei schon e. Die Tendenz, 
selbst et dem > zuzuführen, mufs also ächon in der zweiten Eälfte 
des 1"-'. Jahrh. vorhanden gewesen sein; ei in iei* war aber dem et 
um eine Stute voraus, ee konnte bei " angelangl sein, ale ei. ersl 
bei ei ankam. Wann die Accentverlegung erfolgte (von - 

i~t nicht zu ermitteln, dafs /. in der zweiten 1 1 ;i 1 1 1 < des 12. dahrh. 

erreichl sein mufste, gehl aus dem oben nachgewiesenen l>> (illse ! i) 

hervor. 

Die Annahme eines älteren, ursprünglichen Accentes u 



IHK Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 

scheint durch das Verhalten einer altertümlichen Mnndart der west- 
lichen Normandie gestützt zu werden. 

Fleury (Essai sur le patoie normand de la Hague, Bd. V der 
Mem. der soc. de ling.) bemerkt p. 177, daJfe diese Mundart noch 
fallende Diphthonge, und zwar folgende kenne: di, ii, du (d/UÖ), den, 
de, ie', nur . üe. Daneben die steigenden : id, ie, iöu, im, edn {Jean), 
ran (pseaönme). 

Als Beispiele für ei führt er p. 29 b" folgende an: iuris (mesis*, 
e bezeichnet halboffenes e); creire (credere), treis (tres), mei (me), iei 
(/e), freid (frigidus), peis (pisum), peisson (piscionem*), auslautend fe 
(fidem), ne, (nigrum). 

Als Beispiele für e in offener Silbe : pie' (ei mouill. e bezeichnend, * 
cf. p. 295), bie'n (bene), rie'n (rem). 

Für e -\~ i: die's (decem), depie i (despectum). 

Dieselbe Betonung des i in ie' findet statt, wenn dieses nach 
dem Bartschschen Gesetze statt e für a eintrat. Abweichungen siehe 
p. 294. 

Über das Alter dieses Accents bemerkt Fleury, soviel ich sehe, 
nichts ; da er ohne weiteres die Formen des Thomas Helie vergleicht, 
so scheint er ihn als alt und ursprünglich anzunehmen; und in der 
That ist nicht abzusehen, was eine Accentveränderung in dieser 
Mundart, so dafs fallende Diphthonge entstanden, veranlafst haben 
könnte. Germanische Bevölkerung gab es auch im Bessin, und 
doch kennt diese Mundart heute blofs steigende Diphthonge, siehe 
unten. 

Wir halten also vor der Hand an der Ansicht fest, dafs wir 
es bei den fallenden Diphthongen der Hague mit der Erhaltung 
einer älteren Sprachstufe zu thun haben, und dann sind dfefs, depu? 
für ein iei* wichtige Stützen. 

Im Avranchin, wie allgemein sonst aufserhalb des Cotentin, 
sind die fallenden Diphthonge sehr früh aufgegeben worden ; es wird 
daher auch früh ie zu ie geworden sein. 

ei = § -j- i mit Schulzke, Kehr und früheren aus iei* durch 
Abfall des ersten i zu erklären, scheint uns darum nicht zulässig. 



1 Was Fleury unter einem „mouillierten e" versteht, ist mir nicht 
klar, und auch zu anderen seiner Lautbezeichnungen hätte er einen Kom- 
mentar geben sollen. 



Die Sprache des Roman du Moni Saint-Miciel. 19P 

weil i im Hiat vor dem Ton im Altfranzösischen des Kontinente 
nicht ohne weiteres zu schwinden pflegt. 

Auch mit der Diphthongierung oder Nichtdiphthongierung eines 

r in offener Silbe kann ei aus e -f- i nicht zusammenhängen, denn 
obschon e bei Benoit und Estienne de Fougeres regelmäfsig diphthon- 
giert, findet sich doch als volkstümliche Form für e -j- i nur ei bei 
diesen Dichtern. 

Liegt der Grund in den umgebenden Lautgruppen ? Schützte 
/ in lyctuni den Diphthong ei in daraus entstandenem leii vor Di- 
phthongierung? Aber warum rindet sich denn im Süden auch pein 
(pfijor), warum Met im Norden, das nur auf lieit* zurückgehen kann:' 
Warum findet sich im Centralfranzösischen in jedem Falle /, gleich- 
viel, ob ein erhaltener silbensehlielsender Konsonant folgte oder nicht. 
lii und pire? 

Giebt man zu, dafs e in leit, peire, wenn nur ei in offener Silbe 
stand, noch zu ie diphthongieren konnte, ' so ergiebl sich eine ein- 
fache Lösung, leit vor vokalischem Anlaut konnte sich dann 
weiter zu lieit* entwickeln, woraus centralfranzösisches lit, westnorm. 
lirt entstanden. 

Kam dagegen leit vor Kons, zu stehen, so blieb die Silbe ge- 
schlossen und es konnte sich nicht weiter entwickeln. - Schwieriger 
wird es schon, dasselbe für solche Wörter durchzuführen, in denen 
dem r -(- / kein Konsonant nachfolgte im Etymon, wie in pejor, 
illa -f i. 

Die Formen vor vokalischem Anlaut müfsten überall da ver- 
allgemeinert worden sein, wo ie, und i aus e -| i entstand, umgekehrt 
diejenigen vor konsonantischem Anlaut da, wo ( vor i erhalten 
blieb. - Ob diese Vermutungen stichhaltig sind, bliebe einer beson- 
deren Untersuchung vorbehalten. 

Das Avranchin nun liegt auf der Grenze dieser beiden Haupt- 
entwickelungen ei und ie; es isl somit wahrscheinlich auch aus 
diesem Grunde, dafs Guill. de Saint-Paier beide in seiner Sprache 
gekannt hat; nach welchem Grundsatze aber hier die Verteilung von 
ie und ei vor sich ging, vermag ich nicht zu erkennen, und ich kann 
nur wiederholen, was ich schon gesagt habe, eine vollständige Ver- 



1 Dies wird doch von allen denjenigen angenommen, die lii au- Ueii 
entstanden denken. 



200 Die Sprache des Roman du Moni Saint-Michel. 

gleichung der beiden Hss. wird möglicherweise zu einem reinen 
Resultat führen. Dafs die Lösung nicht leicht ist, zeigt die einfache 
Thatsache, dafs dem ganz dem Avranchin benachbarten Mortainais 
lief (für lectum) eigen ist. 

Wir wenden uns zu g -\- i. 

Für die Entstehung des nfrz. ui aus g -j- i hat Havet, Rom. 
III, 321 und IV, 1 19 ff". (Abhandlungen, die meines Wissens bis 
jetzt keine Widerlegung gefunden haben) die Mittelstufe, den Tri- 
phthongen uoi* abgewiesen und seinerseits als solche Öi* ange- 
nommen. 

Es ist die Frage, können wir von letzterer zu den Formen un- 
serer Hss. und unserer Mundarten gelangen, und giebt es Gründe. 
die uns erlauben, die Mittelstufe uoi* abzulehnen? (Über die ein- 
zelnen Schreibungen in jüngerer Form uei*, uoi* s. u.) 

1) Die modernen Mundarten kennen keinen aus gi entstandenen 
Triphthongen. 

2) Im Mittelalter ist er nicht nachzuweisen. 

3) Ist der Schritt von öi* zu ei im Livre des man. etc. kein 
grofser; ei kann entweder unzulängliche Schreibung für öi, oder 
aber, da die umgekehrte Schreibung ui für e -j- i in denselben Denk- 
mälern auftritt, durch Aufgabe der Lippenartikulation (\e^ <"> wirk- 
lich = ei sein. 

öe* (iie) — oie, nie; ne (Hs. B 2444) ie {(imrun-ir. trifiere?, 
niez Chans. dAquin) beruhen auf einer anderen Entwicklung (\v^ 
ri in öi*. 

Die heutige Mundart des Cotentin weist für g -\- i : ü. />',/. iie, 
/"/ri/. ie 1 , ie auf (Belege s. o.). Diese Formen scheinen unmöglich auf 
ein uei =■ ltet, oei zurückgehen zu können, die Entstehung eines ü 
ist hier gerade so unerklärlich wie die des ü im centralfranzösi- 
schen üi. 

Dagegen konnte unter dem Einflüsse eines /. ö in der Mittel- 
stufe öi sehr wohl zu ü im Norden der Manche gehoben werden; 
die Reduktion des i zu ,i, e, oder sein gänzlicher Schwund beruht 
darauf, dafs öi* im Cotentin fallender Diphthong blieb, hat doch 
die Hague heute noch fallende Diphthonge, wie wir gesehen haben. 
Anders niufste sich öi* im Bessin gestalten. Dort wurden die 
erhaltenen Diphthonge zu steigenden, mithin niufste sich auch öi* 
in dem Sinne verändern. 



Die Sprache des Romas du Moni Salut-Michel. 201 

Joret verzeichnel in seinem Essai p. 10 folgende Diphthonge: 
oue, um', nun , oui, ii u . ouee, mn'i. im,}, im („Diphthonge nach der 
hergebrachten Bezeichnung, in Wirklichkeil w -j- 6, — r etc.; y -\- 
ru etc.," Joret, Anni. ib.). Aus ö'i* entstand ieu } wobei man sich 
als Mittelstufen die Formen der Hague ü'e, dann Hr. üe'*, ÜÖ* } iö 
denken mag, entstanden ihrerseits durch Accentversetzung, Assimi- 
lation und Dissimilation. 

Jene Stufe üf(öe), vielleichl schon iir [iir). scheinen nun unsere 
nii . iiir. in • darstellen zu sollen. Die Formen der Hague: pir> (post), 
jiir'ssr (possiam*), nieH (noctem*), zeigen ihrerseits einen weiteren 
Sehritt, die Aufgabe <\vv Labialisierung des ii. womit dieser Fxtrem- 
vokal in «'überging. Gleich scheinen Guemerie = Quernerue, tri- 
fiere = trifuere unseres Textes A beurteilt werden zu können. (Man 
vergl. u. p -\- i : condit.) 

Ob ii'r (of) eine Form unseres Dichters ist neben ( /'. oder ob 
er ausschliefslich nur das eine oder «las andere gesprochen hat, ver- 
mag ich ebenso wenig zu entscheiden wie bei ri und ir = e -\- i. 
Dafe auch im Süden der Normandie, in der Bretagne seihst, Formen 
sich Hnden, die auf ein ug zurückgehen, da das Avranehin ferner 
Grenzgegend ist, so hat es den Anschein, das tig* sei einst weiter 
verbreitet gewesen, als die heutige Form (e) zu schliefsen erlaubt. 

Ein Wort bleibt zu Bagen über stiere, suiei = sequere*, Bequit*. 
Das Etymon weist einen dem < folgenden Labial auf. Auf dessen 
assimilierenden Einflufs möchte ich die Entstehung dc< ü zurück- 
führen, i in suiä mül'ste dann auf demselben Wege gekommen sein 
wie i in noiet etc. 

Was ferner vortoniges ; -j- /. Q -f ' betrifft, SO dürften 
wir im Norden wie im Süden dafür ei (resp. gi) erwarten. Wenn 
in einzelnen Fällen für ;■ -\- i ir erscheint. 80 mag dies auf falscher 

Analogie mit ir = e -\- i in der Tonsilbe beruhen. 

Gerade so bei g -\ i. Unser Oiesmeis (Text \. v. 540) isl 
aber nach heutigem Hiemois zu Bchliefsen nicht eine dem Schreiber 
anzurechnende ühregelmäfsigkeit. 

37. p in geschlossener Silin 
bleibl erhallen und reimt nur mit sieh. Belege: gros : dos 126. 
cors : fors (g in rom. Position) 1286. 1342. 1882. 2351. portes : 
fortes 2667. 



202 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 

Aufserhalh des Reimes mort 101. for-, (foris) 125. cop (colpus) 
I 38 etc. 

ou aus g -\- 1 in pouce 847. x Vgl. foudre 1420. 

gedeckt vor n wird zu o, bezeichnet durch n und ?/ (vgl. 
oben V, 30). 

55. Vortoniges g 

blieb erhalten, vor Labialen erscheint auch ou. 

1) Vor einfachem Konsonant: mleit 209. woZww 418. 
voleimt 608. fr-om 234. 240. A/y//r; 430. tfrcwe 472. tröuvout 1417. 
trouvee 2646. trouve 2669. .vo/W/ 406. 2840. obleimt 972. enorables 
1274. ewora L683. 2381. odoZe 1305. ///or//M 503. movrunt 2079. 
ifofor 3368. corowe 2443. pvrer 2557. owo&a 2985. onhliee 3099. 
raorw- 3220. moveit 3307. 

Aufserhalb des Reimes findet sich Ott noch in omriers 251. 
owwö 321. couvrir 1956. couvrit 2592. estouveit, von stöpere* 3063. 
3320. Auch in eourage 3418, 

we aus /mese übertragen in huesels 516. 

o -\- ii liegt dem w in jugleor 767 zu Grunde, nach Förster, 
Rom. Stud. 1878, p. 187. 

Zu a wurde vortoniges o in achaison 128. 1031. apresse 1460. 
Zu e in enfnjor 40. 1303. 2369. entmree 4 90. ennoreir 1 173. rtmrmit 
1177. 21 HO. enorables 1274. ewora 1683. 2381. 

Dieselbe Veränderung des £> in e in honorem und den davon 
abgeleiteten Wörtern findet sich im Livre des manieres, s. Kehr p. 1 6, 
zugleich mit (wohl nur graphischer) Verdoppelung des // ,• auch in 
den südwestlichen Dialekten der Langue d'oül, siehe Görlich p. 76, 
auch in Waceschen Hss. siehe Andresen, Roman de Rou, Teil Dil, 
510 etc. 

devore 115. demoreir 199. rosee 377 haben auf o* zurückgehen- 
des o. vgl. p in offener Silbe. 

2) Vortonig im Hiat: roolee 315. roo/// 138. afoea (ad- 
locatum) 1357. //w/// 2263. poesfe 164. poestei 2428. ,/o//*/ 2568. 
joouent 148. roelant 316. o'/7 303. ew/b» 1565. 

Assimiliert ist o an ?'/ in: esmewe 814. esteust 1221. commeii 
1384. wzew 1636. »/r/V; 1865. reconneii 2635. 

3) Vortonig gedeckt: ereZto 288. moMiee 373. 844. 960. 
adossee 543. porreient 1963. porras 2642 etc. 



Die Sprache des Romas du Moni Saint-Michel. 203 

VII. Vulgärlat. ü (klass.-lat, n). 
39. » in 'Irr Tonsilbe 

hleiht wie in der Vortonsilbe erhalten (resp. ü wie gemeinfran- 
zösisch). 

oscure : eure 74. entendu : retenu 168. avewuz : decem 182. 
/r» : rfeceu 10(1. /irrfus : desus 216 (pertusum* cf. prov. pertue, 
desüsum für desursum). efesws : sms 582. sus : yws 252 (süsum 
jnsum *) etc. 

aucuns 2302; aber durch Übertragung von Intens ■. cUcuens 22 17. 
m/cur» 2323. 

Ich schliefse gleich an : 

40. Vortoniges ü: 
remuer 286. 325. wtt«r 642. jugout 1260. jugement 1262. rp- 
gulerment 17so etc. Auch in /wier (nach Havet, Romania III. 330 
!?* nach Analogie des Perf.) 2611. 

47. « -f" / 
wird zu üi und reimt mit i aus \ und r/t aus p 4 '• s - •'-• 2, ist 
also ?'/?'. 

desiruie : dedwäe 1402. /»/ c sew&) 2604. 

Von lateinischen Diphthongen kommt Idols au in B< 
tracht. 

VIII. Lat. au, 
das ausnahmslos zu o geworden, reimend nur mit sich: 

IL'. In der Tonsilbe: 

chose : alose 1742. : yo.sr 2257. z»™»- : or 2709. 

A.ufserhalb des Reimes: ".- (audis) 361. or 896. ehosi 1719. 
//r.,-o/- L887. ctos 1958. ewefos 1349. toen/ •• , .»'> s --'. »o// 3575. 

Vor Labialis steht wiederum ou: pomrt 916. L268 etc 
gegen /<o,-,v 1171. Lat aut: ou L88. 599. 1896.- Sekundär 
entstandenes au: clous (clavum) 862. ou (apud hoc) 148. 149. 
IUI. neben od 268, 322, 354. 589, auch vor Konsonant 
1 271. S42. 



204 Die Sprache des Roman du Moni Saint-Michel. 

43. <>> — an -j- / 
belegl nur in der vortonigen Silbe: oiselet 778. 

^7. Vurlnniiir.s o aus an: 
estwee 4. osfer '271. 321. 320. Jiu.stnx (haustatum *) 735. osfoi 
1079. es/oä 280. 504. 636. wr 48. 1944. owi 3262. o« 279. 505 etc. 

Karl Huber. 
(Schluß folgt.) 



Kleine Bemerkungen 
zu 

Skeats Etymological Dictionary. 

Von 

Julius Zupitza. 

1. Against. Skeat kennt für dieses Wort noch keinen ae. Beleg 
und ebenso wenig Murray. Wir finden über in den beiden nahe 
verwandten Handschriften von jElfrics Grammatik CU 8. "2")9, lo 
ongeanes statt togeanes (oder togcenes H) in den übrigen, worauf, von 
mir aufmerksam gemacht, schon R. Sachse, Das unorganische e im 
Ormulum (Halle 1881) S. 74, hingewiesen hat. 

2. Ashamed. Skeat setzt auf Grund von nie. ofschamed ein 
ae. ofsca/mod an, von dem er sagt, es sei nicht 'recorded'. Vgl. aber 
JSlfrics Homilies 1, 140: theet folc dhä ofscamod ongenii cyrde tö 
illni-n ■■■ hirr, dhe h't &r forleton, und 416: se dry thxr stöd . . . ofscamod. 

.">. Behaviour. Skeat führt dieses Wort erst aus Levins' Mani- 
pulus Vocabulorum vom Jahre 1570 an. Einen um etwa 150 Jahre 
älteren Beleg bietet Str. 19 von Gilbert Banestere Sismond (vgl. 
Geigers Vierteljahrsschrift I, 83 ff., '.'7 ff.). Die ältere Londoner 11-. 
giebl v. 5 — 7 so: 

Dayly beholdinge the memers and contenemee, 

The condyciouns In all hys behawowe, 

/!//.< curtase lemgagt and clenlynesse of vestun 

Die jüngere Oxforder Hs. zeigt das Wort in der Schreibung be-hauer, 

obwohl auch hier das Kennwort ns/i/rr ist. 

l. Brine. Der neuenglische Diphthong in diesem Worte setzl 

im Me. und Ae. natürlich einen hingen Vokal voran-: es i.-t also 
ae. bryne zu schreiben, und diese.- Wort kann daher nicht mit brym 
Brand, wie Skeat und andere behaupten, identisch sein. Zu derselben 



•200 Kleine Bemerkungen zu Skeata Etymological Dictionary. 

Annahme führt auch das längst damit verglichene mndl. brine F. 
Salzbrühe, später brijn, welches aufserdem zeigt, dal's ae. bryne un- 
genau geschrieben sein mufs für brine. Stratmann 3 hat schon das . 
Richtige. Das ae. Wort müssen wir wohl bis zum Beweis des Gegen- 
teils als wahrscheinlich schwaches Femininum ansetzen. 

5. Bücket. Skeat nimmt an im Anschlufs an E. Müller, dal's 
das Wort eine im Englischen vorgenommene Ableitung von ae. büß 
(so, nicht bue, ist natürlich zu schreiben) vermöge des aus dem Roma- 
nischen stammenden Diminutivsuffixes -et ist. Mir scheint das Wort 
fertig aus dem Französischen genommen zu sein: Godefroy belegt es 
hinlänglich s. v. boquet und buquet 

6. Build. Skeat hat im Nachtrage dieses Verbum aus einem 
Denkmal des 12. Jahrhunderts belegt und erkannt, dal's es mit Um- 
laut von dem sehr häufigen ae. Substantiv bald abgeleitet ist. Dieses 
Subst. aber für aus dem Skandinavischen (altn. hol) entlehnt zu hal- 
ten, liegt nicht der geringste Grund vor, insbesondere da auch das 
Altfries, bohl, bolt und mit Umspringen des / blöd zeigt in den Zu- 
sammensetzungen boldbreng Ausstattung (was die Frau ins Haus 
bringt), boltschet Ausstattung (Hausschatz), inbold Hausrat (was im 
Hause ist). Ganz wie ae. *byldan zu ae. bold, verhält sich altfries. 
belda, utbelda ausstatten zu altfrs. bold. 

7. Byre. Dieses dialektische Wort für „Kuhstall" erklärt Skeat 
für die skandinavische oder nördliche Form des gewöhnlichen eng- 
lischen botirr, aber diese Erklärung scheitert an dem Vokal des 
Wortes. Es ist die regelrechte Fortsetzung des ae. byre, das in 
Glossen inapalia, magalia, capanna wiedergiebt: vgl. Sievers in den 
Engl. Stud. VIII, 155, der auch auf ahd. büri und auf den Orts- 
namen Beuern und auf Kögel in Haupts Zeitschrift XXVIII, 115 
hinweist, byre ist also eine Ableitung von ae. bür, nicht eine Fort- 
setzung desselben oder des gleichlautenden skandinavischen Wortes. 

8. Chaffinch. Skeat belegt das Wort erst aus Levins. Ich 
kenne es schon aus einer Glosse aus dem 11. Jahrhundert: souta&is 
ceaffinc Harl. 107, letzte Seite (Nr. 50 in meiner nächstens erschei- 
nenden Ausgabe dieses Glossarfragments). 

9. Chandler und chandelier. Skeat erklärt sie für : „Doubleis, 
i. e. two forms of one word, made different in appearance in oräer tö 
denote different things. The former is older in sense, and came <il bist 
tu mean ,dealer'. . . The lauer is Ute n/t/er form, better preserved 



Kleine Bemerkungen zu Skeats Etymologicäl Dictionary. 207 

because less used." AJber vom englischen Standpunkt aus sind diese 
beiden Wörter ebenso als zwei verschiedene zu betrachten, wie z. B. 
vom deutschen aus schanze (in die Schanze schlagen) und ehance. 
Die Ausspräche von ne. chandelier und nhd. ehance kennzeichnet 
sie sofort als spät entlehnte Wörter. Diese späte Entlehnung hat 
ihnen schanze und ehandler gegenüber die französische Form gewahrt, 
nicht etwa seltenerer Gebrauch oder die Absieht, durch verschiedene 
Form verschiedene Bedeutung zu bezeichnen. Chandelier stammt also 
erst aus ne. Zeit, chandhr aus ine.; noch älter ist candle, das als 
eondel, candel schon im Cambridger und Erfurter Glossar (Wright- 
Wülker 111, JS. 23, 26. ."»7 ; Sweet, The Oldest English Texts 168 b ) 
vorkommt. 

10. Daggle. Mit Recht bezeichnet es Skeat als eine Weiter- 
bildung des dial. to dag und setzt dieses =? altn. dgggva, schw. dagga. 
Kr erwähnt aber nicht, dafs im Me. I>it/n,(f</r,/ belegt ist (s. Mätzner). 

11. Grünt. Skeat kennt aus dem Ae. (s. Nachtrag) nur gru- 
nian, aber grimnettan = ahd., mhd., nhd. grunzen steht als Über- 
setzung des lat. grunnire im Glossar von Corpus Christi (oll. zu 
Cambridge bei Wright-Wülker 2.'), .">, bei Sweet 67, 998. 

12. Guy, Guy-rope. Skeat belegt das Wort erst aus dem 
17. Jahrb. Vgl. aber Early English Allitevative Poems ed. Morris 
(aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrb.) C. 105 gederen to fhc gyde 
ropes. Sowohl Stratmann als Matzner haben sich dieses Wort ent- 
gehen lassen. Ebenso wie in der me. Form zeigt das Wort auch 
ein (/ in dem frz. Lehnwort aus dem Englischen guide-rope Leitsei] 
unter einein Luftballon. <//<;/ gegenüber me. gyde ist entweder durch 
die Annahme, dal's das auslautende il verstummt ist, zu erklären, 
oder wie me. ///>, gien aeben gide, giden zu beurteilen. Da guide auch 
noch im Xfrz. u. a. „Tau zum Anholen" bedeutet, so scheinl mir 
Skeats Herleitung den Wortes aus dein span. gttdü unrichtig. 

13. Handle. Her früheste von Skeat beigebrachte Beleg für 
das Substantivuni ist aus dem 1 2. Jahrb. .Aber schon im Glossar 
von Corpus Christi Coli. C. steht stiba handle bei Wright-Wülker 
i.s, 9 (vgl. auch 273, 32 und sulhhandla 104, l l). bei Sweet 93, 1904. 

Bei dem letzteren S. 467 b ist Handel als N'oin. Sing, wohl nur ein 

Druckfehler. 

14. Hover. Skeat belegt es ersl aus Shakespeare, Mätzner an- 
dern 1572 gedruckten, aber vielleicht noch aus dem 15. Jahrh. »tarn- 



208 Kleine Bemerkungen zu Skeats Etymological Dictionary. 

inenden Rauf Coilyear. Noch in die erste Hälfte desselben Jahr- 
hunderts fällt die Aufzeichnung der York Plays, die 53, 252 .1 twel- 
mothe hott XII weke Haue tve be houerand here zeigen und 8<S, 352 
11 may not helpe to hover na hone. Die letzte Stelle kommt auch in 
den Towneley Mysteries vor. Im Ae. müfste das Verbum hoferia/n 
lauten, und ein solches ergiebt sich auch aus der Glosse in Haupts 
Zeitschrift 9, 492 1 ' gibbum, curvum houeriendne (eine Änderung in 
houeredne wäre voreilig), das natürlich von hofer Höcker abgeleitet 
ist. Ist me. hover en, ne. hover die Fortsetzung von diesem ae. hoferian ? 
Der Übergang in der Bedeutung wäre nicht unerklärlich. Nhd. hocken 
und höekern neben höcker müssen wir freilich wohl aus dem Sptel 
lassen, da die Etymologie von höcker zweifelhaft ist, aber man vgl. 
sich krümmen == sich drehen und winden einer unangenehmen Auf- 
gabe gegenüber: so kann man sich denken, dafs ein Verbum, das 
ursprünglich „einen Höcker haben" bedeutete, den Sinn von „sich 
krümmen 1 ', „unentschlossen sein", „schweben" u. s. w. annahm. 

15. Imp. Das von Lye angeführte ae. Verbum impian nennt 
Skeat wnauthorised. Vgl. aber Anglia IX, 2G2 und geimpad (geimpod) 
Cura past. 98, 18 (bezw. 99, 18) und geimpadh 1:32, 25 und 133, 25. 

1(3. Insight. Skeat belegt für die ae. Zeit insiht nur aus dem 
Nordhumbrischen, und zwar als Glosse für argumentum. Deshalb 
scheint mir der Hinweis auf ^Elfrics Hom. 1, 590 nicht überflüssig: 
gif dhü dhonne gelyfan nelt, ne becymst dhü n&fre tö insihte thyssere 
södhfcestnysse. 

17. Kindred. Von dem ae. rxdeti, aus welchem -red entstanden 
ist, behauptet Skeat, es sei „connected with the verb Read". Das 
halte ich für unrichtig. Schon Grimm, Gr. 2, 514, hat bei r&den an 
got. garaideins, Siarap], doy/au, y.uviov erinnert, zu dem es sich ver- 
hält wie ae. setin, seien (AVright-Wülker im Index) zu got, afsateins, 
gasateins, ussateins, und wie ae. edwewden zu got. gamcmdeins, usvcm- 
deins. Vgl. auch Koch, Gr. 3, 1, § 95. Mit -red ist somit zunächst 
ready verwandt, beide gehören zu ride. 

18. Lead (2). Das davon abgeleitete Adj., ne. leaden, belegt 
Skeat erst aus Chaucer. Für die ae. Zeit hat Leo zwei Belege, doch 
ist bei ihm das Gitat „^Elfr. Hom. I, 429" falsch: 4 29 ist ein Ver- 
sehen, wohl für 424, nicht 426. Auf beiden Seiten kommt das Adj. 
vor: leadene swipa 424 und mid leademvm swvpwm 42(>. Vgl. ferner 
iElfrics Gr. 15, 12. 13 plwmbeus leaden. 



Kleine Bemerkungen zu Skeats Etymological Dictionary. 209 

1'.». Leisure. Am Ende <\v* Artikels sagt Skeat: „We rnay 
note the Und spelling ; il should be leiser or leisir." Es ist aber nicht 
blefs bad spelting, wie schon die Aussprache des s zeigt. Wir haben 
es vielmehr, wie bei ///n/stur und treasure, mil einer Suffixvertauschung 
zu thun. Einen durch den Reim gesicherten Beleg für leyswe aus 
dem Jahre 1467 giebl «Ins von mirin Geigers Vierteljahrsschrifl [,98 
veröffentlichte Miraculuni scvncti Thome martyris v. l l : leysure isi 
da mit figure und endure gebunden. 

20. Lent. Skeal führt ae. lernten nur in der Bedeutung „Früh- 
jahr" an, es hat aber schon bei Wulfstan auch die Bedeutung von 
lenctenfcesten "der lenetentte feesten: dhonne is lencten üs eallivm tö 
d&dbote gescyft 102, 16 und thä dhe geornlice theet lencten heora synna 
betadh \oi, 14. In derselben Predigt kommt auch lenetentid im 
Sinuc von „Fastenzeit" vor: dhonne is lenetentid eallum eristemvm 
mannum hüru nedbehefe rihtUee tö gehealdenne 102, 12. Wie an der 
einen oben edierten Stelle, so erscheint das Wort auch iElfric, Gr. 
45, 9 lioc uer this lengeten als Neutrum. Dal's aber die gewöhnliche 
Annahme, dal's es männlich sei, auch richtig ist, zeigt on foreweardne 
lencten Leechdoms ed. Cockayne 1, L48. 228. Die übliche Herleitung 
des Wortes von long nennt Skeat (vgl. auch Kluge u. lenz) möglich, 
aher unsicher. Mir scheint sie durch die Glosse lentinega zu morarwn, 
impedimentorum (Haupts Zeitschrift 9, t45 b ) einigermafsen bestätigt 
zu werden. Das hieraus sich ergebende Verbum *lentan für *lenctan, 
*lengtan — verzögern, in die Länge schieben, seheint dem ohd. len- 
ken säumen, zaudern (Grimm, Wh. 6, 756) zu entsprechen. Eine 
Änderung von lentinega in lettinga wäre voreilig. 

21. Linnet. Skeat belegt das Wort erst aus dem L6. Jahrh. 
Wir finden aher bei Wright-Wülker 286, 21 cardella linece, wobei 
linccr wohl für linete verschrieben ist linete isi dann natürlich ein 
frühes Lehnwort aus dem Romanischen afrz. linette. Leos Glossar 
enthält Unete, aber leider ohne Beleg. 

22. Livelong. Im Supplement belegt Skeat die- Wort aus 

Palsgrave. Aher einen Beleg aus dem Ende dv> L 5. Jahrh. giebl 
Halliwcll 512 a aus der Cambridger II-. der Romanze von Thomas 
von Erceldoune V. 127 (ed. Murray 8. 7. ed. Brand! S. 81): Thou 
meiris mi here Uns lefe long day, wo die übrigen Hss. nur long haben. 
Einen noch älteren Beleg bietet der Sowdone of Babylone aus der 
ersten Hälfte des L 5. Jahrh. V. 832: Thun thai hurtekd to gedeii 

Archiv f. d. Sprachen. I.X.WI. 14 



■210 Kleine Bemerkungen zu Skeats Etymolc-gical Dictionary. 

Alle tlie lefe longe daye. Die von Skeat gegebene Etymologie halte 
ich für unrichtig. Er sagt: „Put for life-long, as live-ly is for life-ly." 
Wenn vielleicht auch der Umstand nicht gerade ins Gewicht fällt, 
dafs sonst life in Zusammensetzungen den langen Vokal behält, so 
scheint mir doch die Bedeutung unübersteigliche Schwierigkeiten zu 
machen. Livelong wird nirgends im Sinne von „lebenslänglich" ge- 
braucht. In einer ungewöhnlichen Bedeutung verwendet es Milton 
in seinem „Epitaph" auf Shakespeare: Thou, in our wonder and 
astonishment, Hast built thyself a livelong motiument. Gewöhnlich 
wird es nur mit Wörtern wie day oder night verbunden. Es heilst 
z. B. bei Shakespeare, Caesar 1, 1, 46: Many a Urne and oft Haue 
you climb'd vp to walles and battlements, To towres and windowes, 
yea, to chimney tops, Your infänts in your armes, und there haue sat 
The liue-long day, with patient expeetation, To see great Pompey passe 
the streets of Home. Wenn nun Schlegel übersetzt: „und satset da Den 
lieben langen Tag", so hat er den englischen Ausdruck nicht blof's 
durch einen sinnentsprechenden, sondern nach meiner Ansicht auch 
durch den etymologisch identischen deutschen wiedergegeben. Bei 
der Annahme, dafs live in livelong das nhd. lieb, ne. lief (in / hud 
as lief) ist, begreift sich die Form lefe long in den ältesten Belegen 
sofort. Der Vokal in live macht aber auch nicht die geringsten 
Schwierigkeiten, da wir z. B. bei Nares aus Eastward Hoe angeführt 
finden: / had as live as any thing I could see his farewell (vgl. auch 
ne. hip = ae. heope). Die Verbindung „lieb lang" kommt auch 
nindl. vor; im deutschen Wb. 6, 901 wird angeführt: daer laghen 
si twee verborgnen den lieveu Innghen nacht, womit man vgl. Macbeth 
2, 3, ()ö: The obscure bird clamored the liue-long night. Ich glaube 
nicht zu irren, wenn ich annehme, dafs die Engländer die Formel 
schon aus ihrer kontinentalen Heimat mitgebracht haben. 

23. Lo. Mit Unrecht hat Skeat die herkömmliche Identifizie- 
rung von lo mit ae. lä, die er zuerst beibehalten, später, durch Sweet 
bestimmt, im Nachtrage S. 795 bezw. Hl 5, aufgegeben. Sweet hat 
eingewendet: „Lo cannot conie from 0. E. lä, because of the rime 
lo : do in the Cursor Mundi (1. 14 970).'' Aber wir wissen ja doch, 
dafs in nördlichen Denkmälern vielfach gelegentlich ae. ä zu ge- 
färbt erscheint: vgl. Brandl, Thomas von Erceld. 50 ff. und Anz. f. 
d. Altertum 10, 334 ff., ferner Kölbing, Sir Tristrem LXXI f. An- 
dererseits fehlt es für Sweets Herleitum: von lo aus ae. !<'><■ (neben 



Kleine Bemerkungen zu Skeats Etymological Dictionary. '-'II 

Idca) an jeder Analogie. Das nie. lou halte ich für gleich ae. Id hü 
(Ztschr. f. d. Altertum 29, 286), wie lauhwe (so scheint mir statt 
kmhure in Wer Katherine ed. Einenkel zu schreiben) und lowr = /a 
Im n\ In InriiiT — ae. £d fowrw. 

24. Lout. Das Wort ist erst aus dem Ende des 16. Jahrb.. be- 
legt. Alier imderlovd kommt in den" Sevyn Sages eil. Weher 2838 
vor: For thai er nothing r/s obout, l'><>i /<> make the thaire mderloui 
„zu ihren Untergebenen". 

25. Low (4). Skeat sieht das Etymon in dem altn. log, aber 
die me. Formen lowe, lofie, lo^he weisen vielmehr auf das gleichbedeu- 
tende altn. logi. 

26. Mane hält Skeat, da er es erst im Me. nachweisen kann, 
für ein skandinavisches Lehnwort. Es kommt aber schon im Erfurter 
Glossar vor hei Sweet 110, ilS2:juba s setes porei et leonis cabalique 
manu, brystae. 

'-'7. Mash. Das in diesem Artikel von Skeat angeführte ae. 
Wort huitel im Nom. mäxwyrt Langes a ist anzusetzen wegen nhd. 
miisi-li. der Nom. aber nicht als -wyrte wegen dö thieee maxnoyrt on 
gemang Cockayne Leechdoms 2, 9G. 

28. Numb. Einen me. Beleg mit der ne. Bedeutung hat Skeat 
nicht. Ich habe mir einen solchen allerdings auch nur bei einem 
Kompositum notiert: Christofer (Horstmann, Ae. Legenden N. F. 18X1, 
S. 458) v. :;:')7 Agayne he wode thai water onane Nerehand fomomene 
on i/I.T ii hm/r: Hl/ he was cömmene mto The banke, ll< hade no fek 
mi fote in schanke. 

29. Nurse. Für mersery wird erst Shakespeare citiert. Vgl. 
Amis \ini\ Amiloun 2270: The douke wel fast gan aspie The kays of 
the noricerii mit den Varianten norserye und norc&ry. 

30. One. Skeat glaubt, dafs das Wori mit dem Vorschlage w 
in der Litteratur ersl um 1500 nachweisbar Bei. Frühere Belege 
geben meine Anmerkungen zu Guy of Warwick V. 7927. 

31. Own (3). Ich bin überzeugt, dafs Skeat unrecht daran 
thut, in own = to grant, admü von to own = to possess zu trennen. 
Sein Versuch, das Wort in der ersten Bedeutung von ae. wnnan, 
nie. um, in | unserem g-önnßn) herzuleiten, widerspricht den Laut- 
gesetzen. Seine Bemerkung: „The word should rather be to oun, bui 
the mfluence of the commoner own hos swepi away "II distinction" 
verstehe ich nicht: ob ou "der ow geschrieben wird, isl ja eine rein 

14* 



212 Kleine Bemerkungen zu Skeats Etymological Dictionary. 

orthographische Frage. Wie cwma/n I can, so hätte nimmt I *an 
ergeben müssen oder, wenn der Vokal des Plurals gesiegt haben 
sollte, I * un oder *on (vgl. eunning und to con). Andererseits sehe 
ich in der Bedeutung keine unübersteigliche Schwierigkeit. Ae.ägnian 
bedeutet „eignen", „aneignen", „als sein eigen beanspruchen": 
daraus konnte sich leicht die von „als sein eigen ansehen 1 ', „als 
sein eigen anerkennen" und endlich „anerkennen" überhaupt ent- 
wickeln. Verbindungen, wie to own onefs fault, werden den Über- 
gang zu der letzten Bedeutung vermittelt haben. 

32. Pelf. Skeat belegt es erst aus Spenser: einen früheren 
Beleg giebt The Gomplaynt of Sehir David Lindesay Y. 198: Bot wt 
sali pari the pelf amang vs. 

33. Pleasure. Der früheste Beleg, den Skeat kennt, ist aus 
der Nut-brown Maid ; doch fügt er hinzu : „the, word is probably oldw" '•. 
Ich habe mir notiert Merlin ed. Wheatley (um 1450 — (JO) S. 1 : 
. . . whan /hat oure lorde hcuide ben in helle and had take out Adam 
and Eve and other at his plesier. Aus ungefähr derselben Zeit stammt 
ein Beleg aus der anonymen Bearbeitung der Geschichte von Gwy- 
stard und Sismound (Geigers Vierteljahrsschrift I, 82 ff. 03 ff.) 44, 7: 
Ye know now, where and when ye may haue your plesure. Die Form 
auf -ure (s. vorher zu leisure) ist hier für den Dichter durch den 
Reim auf mysauenture gesichert. Auch in der älteren Bearbeitung 
desselben Stoffes von Gilbert Banester finden wir diese Form im 
Reim, ja sogar in der heutigen Schreibung (a. a. O. LOU) 27, ."> : 
„Wele/' quod Sismond, , } wü yhe, that my pleasure Is an a g&ntil- 
mcm" u. s. w. Die Reimwörter sind ereature und ensur&. 

34. Rime (1). Dafs dieses Wort, das man gewöhnlich rhyme 
schreibt, nicht, wie Skeat noch annimmt, die direkte Fortsetzung des 
ae. rhu Zahl ist, glaube ich im Anzeiger f. d. Altertum 2, 15 nach- 
gewiesen zu haben. 

35. Rind. Die gewöhnliche Form des Nom. Sing, dieses Wortes 
im Ae. ist rind, nicht rinde, das Skeat allein anführt. Die schwache 
Form ist allerdings auch belegt, vgl. crustulae rindan Haupts Zeit- 
schrift 9, 4G2 1 ' und cortex rinde bei Wright-Wülker 324, 5; wenn 
man aber dieselbe Glosse in meiner Ausgabe nachsieht, so findet 
man (iElfrics Gr. u. Gl. 312, 2), dafs diese schwache Form nur in 
einer einzigen Hs. steht, die übrigen aber rind haben. Mehrere Be- 
lege für die starke Form giebt Cockayne Leechdoms 2, 403. Vgl. 



Kleine Bemerkungen zu Skeate Etymological Dictionary. 213 

librorum rinda, Haupte Ztschr. 1», 41 7 h , und cortex ri/o/. /VAU: Gr. 
69, 11. wo alle Handschriften die starke Form haben. 

36. Rowlock, rolluck. Skeaf erklärt dieses Wort im Nach 
trage, wie vorher schon in derAcademy vom 21. Juli 1883, als durch 
Umspringen des r aus me. orhk, ae. '//Vor entstanden, «las regelrecht 
*oarlock ergeben hätte. In dei Schreibung rowlock sieht er Volks- 
etymologie. Teli halte gegen Skeats Erklärung, so scharfsinnig sie 
ist, einzuwenden, dafs ich kein Beispiel kenne vom Umspringen des r 
nach anlautendem Vokal. Ausserdem dürfen wir Volksetymologie 
nur dann annehmen, wenn eine streng lautliche Deutung unmöglich 
ist. leh sehe nun nicht die geringste . Schwierigkeil in der Herleitung 
de- ersten Teils von to row } während der zweite natürlich in der Be- 
deutung identisch ist mit loc in ärloe (= Loch). Ebenso gebildet 
ist das von Skeat nicht angeführte rowport. Viele Komposita mit 
roej als erstem Teil hat das Holländische. Skeal ediert seihst das 
veraltete roeygat, .das auch in der Bedeutung rowlock entspricht. Man 
vgl. auch die Ausdrücke in der deutschen Seemannssprache : rqjebank, 
rojeklampe. 

•">7. Säle, Skeat leitet dies Wort aus dem Skandinavischen 
her; aber es ist echt english: wir finden uenditio sola hei Wright- 
Wülker 180, L6: sah. steht wohl ungenau für salu, wie z.B. 173, 21 

SU OO fÜT SO DO. 

38. Scourge. Skeal setzt dieses Wbrl nfrz. escourgee, ec&ur- 
gee. Dann müfste aber das engl. Wort *scourgey lauten, me journey 

journee. Ne. scourgt könnte nur nfrz. *ecourge oder "escourge 
afrz. esewrge (bei Godefroy) entsprechen. 

39. Scrip. Skeal belegt das Wbrl erst aus dem Mittelenglischen. 
Es könnte aber scheinen, als ob wir JSlfrics Hom. l, 394 schon 
einen ae. Beleg dafür hätten. Es heilst hier: Petrus forlei lytU dhing, 
scripp and ort, o<- he forlet ealle dhing, dhä dhä he for godes lufon 
oito dhing habban nolde. Thorpe hat in der Thal übersetzt: Pett 
forsook little things, scrip and net u. s. w. E> Bcheint mir aber kei- 
nem Zweifel zu unterließen, dal> an dieser Stelle scripp in scipp 
..SchiH'- zu verwandeln ist. 

10. Shaw. Skeal leitet dieses Wort richtig von dem ae. scaga, 
sceaga in Eigennamen ab (vgl. Leo, Rectitudines o u. 93). Aber 
dieses sceaga ist nicht, wie er annimmt, identisch mit ahn. skögr, 
dem im Ae. ffcö// ; Gen. scöge* entsprechen würde, sondern mit altn, 



214 Kleine Bemerkungen zu Skeats Etymological Dictionary. 

skagi „Promontorium", von dem Stratmann direkt ne. shmu herleiten 
wollte und von dem ohne Zweifel das auf den Shetland-Inseln ge- 
bräuchliche skaw kommt, Altn. skogr (daher me. scogh) und skagi, 
ne. shaw sind nur verwandt, wie ae. fÖr und farv. Ganz fernzu- 
halten ist aber altn. skuggi, ae. scüa, das Skeat für vielleicht ver- 
wandt hält. 

41. Slay ("2), sley. Skeat sieht in diesem Worte die Fortsetzung 
von ae. slss = älterem slahce. Wenn die Gleichung richtig ist, mufs 
slse für * slea stehen, und so würden wir im Ne. * sie« erwarten. 
Tcli zweifle nicht daran, dafs slay die Fortsetzung ist von ae. slegef 
vgl. percussorium siege Wright-Wülker 188, 5. 

42. Sleet läfst Skeat skandinavischen Ursprungs sein, indem 
er es mit dem norwegischen gleichbedeutenden sletta zusammenbringt; 
was offenbar der' lange Vokal des englischen Wortes nicht erlaubt. 
Nach meiner Ansicht haben andere das Wort mit Recht zu nhd. 
schlösse, mhd. slö^e F. und sld% M. oder N. gestellt, Ja Kluge, Etym. 
Wort, unter schlösse, führt sogar ein ae. sleate an. Ich kenne aber 
keinen Beleg für dieses Wort und vermute, dafs bei Kluge aus Ver- 
sehen ein Sternchen davor fehlt. Darf man aber wegen ne. sleet ein 
solches * sleate folgern? Ich möchte das nicht mit voller Bestimmt- 
heit zu behaupten wagen. Es scheint dagegen zu sprechen erstens 
die ne. Schreibung sleet, nicht * sleat (über die frühere Aussprache 
des Vokals scheint leider kein Zeugnis vorzuliegen); zweitens der 
Umstand, dafs die besten Hss. in Chaucers Canterbury Tales F. 1 2 ö ( ) 
es sleet und nicht sleete schreiben. Zu me. sleet würde ein ae. M. 
oder N. * sind passen, aber auch dann wäre ne. * sleat die zu erwar- 
tende Schreibung. Nichts einzuwenden wäre gegen ein ae. M. *slief, 
*slet, * slyt -— urgerm. slauti-. Das auf die Autorität Somners hin 
angeführte „sliht rain, sleet' 1 (Bosworth) hätte selbstverständlich ne. 
: sHght ergeben. 

43. Smart. Dafs Skeat recht daran gethan hat, nach Somner 
trotz des mangelnden Beleges ein ae. Verbum smeortan anzusetzen, 
zeigt m/id fyrsmeortendwm bitum, welches Sievers, Beiträge '.», 281 
aus Orosius (ed. Sweet) 36, 30 nachgewiesen hat. Das Adj. kommt 
Wulfstan 295, 10 vor: ie icglle swingan eow mid thwm smeartestvmi 
stripum. 

44. Spend. Skeat kennt fürs Ae. nur die Komposita äspendan 
und forspendcm. Ich kann wenigstens das vom Simplex abgeleitete 



Kleine Bemerkungen zu Skeate Etymological Dictionary. 215 

Verbalsubstantiv nachweisen in JSlfrics Hom. 2, 556: swm wnder- 
frhilh eordhUee -Ä-hta. and se seeal dhces pundes spendwnge gode ägifcm 
ofhis khtum, Vgl. Leo 192, 48. 

45. Sprawl, nie. spraulen leitet Skeat vom schwedischen sprattla 
ab. Das Wort kommt aber schon im Ae. als spreawUan vor: vgl. 
Bouloneser Glossen zum Prudentius (Genn. 23, 392 1 ') 71', 10: />"/- 
pitet sprea-wlige. 

46. Stalk (2). Skeat weist aufser auf das Adj. stealc auf die 
bei Somner angeführten ae. Worte stalca/n und stmlcung hin. Für 
das Verbalsubstantiv giebt iElfric einen Beleg Hom. 2, 148: tkä on 
sttmere nihte klosnode sum daher rmmue his fcereldes and mid scleaccre 
stalcunge Ms fotswadhum füigde, odh thcet M begen to sss becomon. 
Daraus folgt natürlich ein Verb *staleüm, * stealdan. 

47. Starling". Skeat kennt das Wort erst aus dem Me. ; es 
rindet sich aber in der schon oben unter chaffinch angeführten Hand- 
schrift die Glosse (Kr. 56): sturnus starline. 

48. Starve. ßkeats angeblich altenglischer Beleg ist erst ein 
mittelenglischer. Siehe aber Sievers. Beitrage 9, 281 (zu § 388) und 
JClfrics Hom. 1, 398: mid Anaman and Saphiran, ihr . .. mid fkr- 
Ucwm deadhe atforan dham apostolum steorfmde äßollon : morientem 
ästorfen Haupts Zeitschr. 9, 492 8 , sideratus uel wtuatus f&runge 
ästorfen Wright-Wülker 190, 26, semmecern säm-storfenne Germ. 23, 
401 :1 , 50. 

49. Stern (1). Skeat nimmt einen urgerm. Stamm *sturnja- 
an und behauptet, dafs das ae. Wort eigentlich * sturn geschrieben 
weiden sollte. Aber selbst wenn Skeats Etymologie richtig wäre 
dürfte man an der Orthographie von stern, die ja zugleich auch die 
A.ussprache des 16. Jahrh. überliefert, ebenso wenig Anstofs aehmen, 
als /.. B. an der von kemel = ae. ri/rnrl. Übrigens wäre dann niehi 
sowohl * sturn die für die Schriftsprache zu erwartende Form, als 
vielmehr *stirn } wie z. B. first, to gird, gi/rdle, to thirst. Abo- ich 
halte stern ebenso für die regelrechte Form wie z. B. -herd in shep- 
herd, cowherd. Wie -herd auf urgerm. ' hirdja-, so ltc In nach meiner 
Ansicht stern auf urgerm. *stirnja- zurück. Entsprechend dem 
Herde = -herd bei Alfred, finden wir bei ihm stierntto sternly 
Cura Past. 196 und L97, 19. Cosijn, Altwests. Gr. S. 33, siehl aller- 
dings in dem ie von süernlia den Umlaul nicht von io, Bondem 
von ea. Zu meiner Annahme bestimmt mich aber der Umstand, 



216 Kleine Bemerkungen zu Skeats EtymologicaJ Dictionary. 

dafs ilns Wort mit ahd. stirna (vgl. ;ie. steornede und irrtümlich 
steorrede frontalis, frontalis Wright-Wülker 1 <» 1 , 21. 244,3. 409,5), 
p;r. otIqvov zusammenhängen kann. 

•"><». Stove. Skeat erklärt Somners stofe für „kaum richtig" 
und will selbst für den Fall, dafs ein solches Wort vorhanden ge- 
wesen sein sollte, stove als ein spätes holländisches Lehnwort an- 
sehen. Wir rinden nun aber im Glossar von C. C. C. C. (bei Wright- 
Wülker 8, 33, bei Sweet 45, 281) bakuewm stofa, also in einer Be- 
deutung, die das Wort auch im älteren Ne. hatte. Ich glaube, dafs 
es nur zufällig im Me. nicht belegt ist. 

51. Stow. Skeat kennt für das Ae. nur das Subst. stöw; vgl. 
aber in dem unter 50 angeführten Glossar bei Wright-Wülker 43, 1 2, 
bei Sweet 93, 1713: retentare stöuuigan. 

52. Stride. Skeat kennt keinen Beleg für das Ae. Lyes be- 
stridan, das er anführt, beruht wohl auf iElfrics Hom. 2, 136: se 
cwma . . . cefter dhiswm wordum his kors besträd. Das Simplex stand 
aber schon in jenem verlorenen Urglossar, auf das die ältesten er- 
haltenen Glossare zurückgehen : uarimt stridit (Sweet, The O. E. Texte 
105, 2078. 106, 1086. 116, 193; vgl. auch Sievers E. St. 8, 151). 

53. String. Skeat führt das entsprechende ae. Wort ebenso 
wie z. B. Sweet, The Oldest English Texts 544 b , in einer falschen 
Form an: der Nom. Sing, lautet nicht strenge, sondern streng. Erst 
zusammengesetzte Adjektiva, die das Wort als zweiten Teil haben, 
zeigen strenge. Vgl. ^Elfrics Gr. 302, 3 fidis streng, aber 288, 10 
hifidus twystrenge. 

54. Team. Skeat hat nach dem Vorgange anderer zwei ver- 
schiedene Wörter als eins behandelt: tea/m „family" ist nie. tcrm, 
ae. team ; hierzu gehört das Verbum to teem = ae. teman, iyman, 
*üeman. Dagegen team ,,a number of animals harnessed in a row" 
ist me. teeme, ae. getyme. 

55. Thane. Skeat bemerkt nicht, dafs dieses Wort als ein 
Lehnwort aus dem schottischen Dialekt anzusehen ist: es hätte sonst, 
wie z. B. ae. regn min, so ae. thegn *thain ergeben. Im Schottischen 
fiel aber früh ai und a zusammen, so schrieb man thcme statt des 
historisch richtigen thain. Umgekehrt ist auf diese Weise der Di- 
phthong ai eingedrungen in raid statt *rade, ae. räd. Es ist kein 
Grund vorhanden, raid, wie Skeat thut, von altn. reidfi abzuleiten, 
das übrigens obendrein *raith ergeben hätte. 



Kleine Bemerkungen zu Skeats Etymologica] Dictionary. 'JI7 

56. Thorn. Mii dem ue. Adj. thorny vergleich! Skeal das ae. 
thomiht, es entsprichl ihm aber genau ae. thornig: /Elfrics Hom. 
I, 342 se yrdhling lufadh dhone am-, dke cefter dhornwn nml breme- 
Ik»i genihtsvme wcestmas ägifdh, swidhor, thonne he lufige dhone, dht 
dhornig nces ne wastmb&re ne bidh. 

57. Threat. Skeal kennt als Verb nur ae. threatian, aber es 
kommt auch schon threatnian vor: Elfrics Hom. l, 1*2 1 for hwihum 
dhingum nßadadh se deofol eow } thcet ge cristene men tö his biggengum 
dhreatniadh ? 

58. Top als Spielzeug beleg! Skeal erst aus demMe.; ich habe 
es an zwei Stellen aus ae. Zeit nachgewiesen Anglia I, 1:65. 

59. Walnut. Skeal kennt das Wort erst aus dem I I. Jahrh. 
und ist drv Ansicht, „The alleged .1. S. walhnut was dovhtless coined 
by Somner (who ix Ihr orily authority for it), as we see by his wis- 
spelling ; U ought, of cowrse, in be wealhhnul or wealhnut." Aber 
Skeats Grund ist keineswegs stichhaltig, da gerade nach w auch in 
späterer vvestsächsischer Zeit häufig a statt ea vorkommt; freilich ist 
die richtige Form dv< zweiten Teils lunilii. nicht html. Ich möchte 
hei dieser Gelegenheil bemerken, dafs wir hei Somner wohl auf Irr- 
tümer gefafsl sein müssen, aber kein Hecht haben, ihm Fälschungen 
zuzutrauen. Wahrscheinlich hat Somner unser Wort aus demselben 
Glossar, aus dem ich es kenne, Cotton. Qeop. A III (Wright-Wülker 

152, .">(): nur hnulhiinu odhdhe icnllilnnitii. 

i!'). Wort (2). Skeat im Nachtrage weist nur auf ae. maxwyrt 
hin (so i-i der Nuin. anzusetzen, nicht -loyrle; s. oben unter mash). 
Das Simplex kommt aber auch vor: Cockayne Leechdoms II, 268 
bewylle thonne thriddan d&l on hwsstene wyrte; zweifelhaft ist mir, 
oh ebenda 288 in de Unis wyrte on unser Wort vorliegt Somner 
führt irni an, und ich halte es für wahrscheinlich, dafs Somner 
diese Form irgendwo gefunden hat. Skeat freilich bestreite! das aus 
dem Grunde, weil sie -ei „ineonsistent with H" M. /•.'. spelling" wurte 
und worte. Aliei- wir können mit ziemlicher Sicherheit behaupten, 
daß dies nicht die einzigen Gestaltungen des Wortes im Me. ge- 
wesen sein werden: an sich ist gegen ein ae. wert ebenso wenig ein- 
zuwenden als /.. B. gegen gegerndh K. GL 798 (vgl. Baupts Ztechr. 
2 1 , l unter 5, von w<> übrigens etspemdh und ödhsjicmdh aui S. 5 
zu setzen sind). Ich wühle dieses Beispiel, weil wort (2) auf urgenn. 
irnii- zurückgeh! im Gegensatz zu wort (1) urgerm, *wurti-. 



218 Kleine Bemerkungen zu Skeats Etymological Dictionary, 

Da wir mhd. wirn nicht blofs als Femininum, sondern auch als 
Neutrum haben und im Altnordischen das Neutrum virtr, so wird 
das Wort wohl ursprünglich ein neutraler s-Stamm gewesen sein. 

• '»1. Yet. Die grundfalsche, aber leider sehr beliebte bleut iti- 
zierung von yet mit nhd. jetzt finden wir auch bei Skeat. Es isl 
daher wohl nicht überflüssig, auf Anz. f. d. Altertum 6, 25 und 
D. L.-Z. 1883, Sp. 11(53 zu verweisen. 



Beurteilungen und kurze Anzeigen. 



Friedrich Müller, Grandrifs der Sprachwissenschaft, III. Band. 
Die Sprachen der lockenhaarigen Rassen, II. Abtheilung, 
IL Hälfte, Die Sprachen der mittelländischen Rasse. (Fort- 
setzung und Sclilul!-. (\v* 1 Kindes, Bogen 31 ff. werden im 
nächsten Jahre ausgegeben werden.) Wien, Alfred Holder, 
1885. Seite 225 bis Im». 

Ihn- neue liier vorliegende Stück von Fricdr. Müllers (irtindrifs der 
Sprachwissenschaft umfaßt zunächst. die hamitischen und die semitisches 
Sprachen. Die zusammenstellende überschau der vielen einander doch 
recht verwandten Sprachen ist etwas recht Verdienstliches und gewährt 
gröfse Freude. Der hamitische Stamm zerspaltete sich offenbar früh 
in weit und breit gedehnte und zerstreute Volkerklassen und damit 
zugleich in viele Mundarten und Einzelsprachen, während das semitische 
Geschlecht und die Sprache desselben sich mehr einheitlich und fremden 
Einwirkungen ferner erhielt. Den hamitischen Sprachstamm teilt sich 
der Verf. in drei Gruppen: die ägyptische, welche das Altägyptische 
oder die Sprache der Hieroglyphen und das Neuägyptische oder Koptische 
umtatst; die libysche Gruppe umfafsl nur dasTamaseq; zur äthiopischen 
gehört das Bedza oder Bisari, ferner Galla s Semali. Sähe. Bilin, Chamir 
Sprache der A.gau). „In der vergleichenden Behandlung .der semitischen 
Sprachen werden Mof- die Stammsprachen (Arabisch, Äthiopisch, He 
bräisch, Assyrisch) behandelt und die Untersuchung der auf der Schaffung 
eines neuen grammatischen Systems beruhenden modernen Sprachen, die 
sämtlich dem äthiopischen Stamme angehören (Ambarisch, Tigre, Ti- 
grina) einem folgenden Abschnitte, welcher dieses Problem im Zusammen- 
hange behandeln wird, vorbehalten." Sehr unsicher sind die Berührungs- 
punkte /.wischen dem Hamitischen und dem Semitischen; insbesondere 
wird auf den grofsen Fortschritt in der grofsen Reihe aller bisher, in dem 
ganzen Werke behandelten Sprachen tungewiesen, welcher hier zu ver- 
zeichnen ist, dal's nämlich liier zum erstenmal jedem Nomen -ein gram- 
matisches Geschlecht aufgeprägl ist oder es zum mindesten durch den 
Zusammenhang des Satze- deutlich zeigt. Hier dürfte auch In der Form 
die Begegnung zwischen dem Hamitischen und Semitischen am deutlich- 
sten -''in: beiden i-t da- Femininzeichen / : auf die Wichtigkeil dieses 
Zusammentreffens konnte meine- Erachtena kräftig vom Verf. hingewiesen 
werden. Auf die nahe Verwandtschaft zwischen der Endung des Feminin 
Singularis und der Pluralendung in indogermanischen Sprachen habe ich 
einmal hingewiesen; was kann hier anziehender Bein, als wenn das Chamir, 



-Ji' Beurteilungen und kurze Anzeigen. 

um Kollektivnomina zu bilden, der Pluralendung noch das Feminin-1 
anhängt? So (s. unseren vorliegenden Band Müllers, S. 243) „ieslämä ein 
Muslim, Plural iesläm-än, davon iesläm-än-1 die ganze mohammedanische 
Welt : bärfidä ein Pulverkörnchen, Plural bärüd oder bärüdän, davon 
bärüd-än-t Pulvervorräte. I >i<- Behandlung der bamitischen Sprachen reichl 
!»is S. 314, den Beschlufs machen etwa 7 Seiten Sprachproben; die der 
semitischen Sprachen bis S. H9, mit ungefähr ebensoviel Sprachproben 
als zum vorigen Abschnitte. Die letzten <io Seiten etwa dieses Teiles geben 
den Anfang von der Behandlung des indogermanischen Sprachstammes. 

Das so viel geübte und bestrittene und immer wieder anziehende 
Nebeneinander von Indogermanischer Ursprache, Griechisch, Lateinisch, 
Keltisch (Altirisch), Gotisch, Litauisch, Altslavisch, Altindisch, Altpersisch, 
Alt hakt risch, Armenisch, wird uns hier einmal wieder, wie es nach die- 
sem Anfange scheint, in einer bündigen schönen Weise vorgeführt. Das 
dem Verf. am meisten Eigentümliche und Neue dürfte hier die Betrach- 
tung der Vokale und damit der Wurzeln sein. Die indischen Gram- 
matiker waren es, welche die aus den Worten und Stämmen erschliel's- 
baren kürzesten Formen des zu Grunde liegenden lautlichen Stoffes als 
Wurzeln hinstellten, welche in ihrem vokalischen Teile der Steigerung, 
zuweilen der Schwächung fähig wären. Dieser Lehre ist Mangel an Folge- 
richtigkeit vorzuwerfen; as und rik passen nicht als Wurzeln nebenein- 
ander: entweder s und rik oder as und raik. Die Ansieht der sogenann- 
ten Junggrammatiker, die Schwächung der Wurzel zu s, pt entstehe 
durch Tonlosigkeit derselben, indem die Suffixe den Ton bekämen, ist 
apagogisch widerlegbar, da nach derselben die schwache Deklination und 
die schwache Konjugation altertümlicher wären als die starken Bildungen. 
Der Verfasser hat eine neue Lehre, dal's nämlich i und u keine wirklichen 
Vokale, sondern Konsonanten, so zu sagen Nebenformen zu j und ir 
wären, also zur Wurzel gerechnet werden müfsten. Das in einer Art von 
Steigerung Hinzutretende (wie die indischen Grammatiker von Steigerung 
sprachen) ist nach Müller nur a, welches in den jüngeren Formen auch 
als e, auftrete. Dieser Kunstgriff scheint mir äul'serst glücklich und 
wunderschön. Ich hebe hier in der Kürze nur hervor, wie der Verf. --eine 
Ansicht häufig dadurch stützt, dafs e, o, a keine Unterschiede in den 
Wurzeln hervorbringen, wohl aber der Wechsel von i und u (griechisch 
/ und !•): nvd"Q(OTiO)S üvd'gaine, txfrgos, i/&gä, tpegat tpeno- aber nalf, ni!>, 
nvd-. Noch erlaube ich mir aber hier darauf hinzuweisen, wie schön sich 
durch diese Lösung der Schwierigkeit auch jenes löst und bestätigt, dafs 
ich in meinen Prisese latin. or. darauf kam, dafs im Latein sich ?' als 
echter und älter zeigt als das so als ursprünglich gepriesene a. Mit Recht 
werden wir nun sagen, wenn ersteres dort wurzelhaft, letzteres unter den 
Abschnitten von Steigung, Einschiebung, Wechsel und Schwinden zu 
behandeln ist. 

Wir werden also auch hier, auf diesem vielbebauten Felde, dem 
Verfasser danken und zu seiner Arbeit Glück wünschen. 

H. Buch hol tz. 

Die deutsche Philologie im Grundrifs von Karl v. Bahder. 
Paderborn, F. Schöningh, L885. XVI u. 456 S. 

Seit dem zweiten Drittel unseres Jahrhunderts bis zur Gegenwart 
hat die germanistische Wissenschaft gewaltige Fortschritte gemacht, 80 
dal's eine Orientierung in dem weitschichtigen Material der neuesten Zeit 
nicht gerade leicht ist. Deshalb ist das vorliegende bibliographische 
Sammelwerk über die gesamte deutsche Philologie als eine bequeme Über- 
sicht über die hauptsächlichen Leistungen auf dem Gebiete der Ger- 



Beurteilungen und kurze Anzeigen. 221 

manistik und als encyklopädisches Eandbuch für Studierende willkommen 
zu heüsen. Dem Verfasser bat als .Muster Honmanns 1836 erschienener 
Grundrifs vorgeschwebt, dessen Emteüungsprincip in Hilfsmittel, Gram- 
matik und Litteratur unter Modifikationen und Erweiterungen beibehalten 
worden ist. Um das ungeheure Material einigermafsen zu beschränken, 
ist die neuhochdeutsche Litteratur liebst den Mundarten von dem Buche 
ausgeschlossen worden, während die neuhoelideutselie Grammatik und 
Orthographie in den wichtigeren Erscheinungen Berücksichtigung gefun- 
den hat. Zu dem Hoffmannschen Schema hinzugekommen sind die 
Abschnitte über Volkskunde und Altertümer mit ihren Unterabteilun- 
gen. Aufserdem ist, was gleichfalls gebilligt werden mufs, das Nieder- 
ländische in den Rahmen des Ganzen emgefügt worden. Auch die 
Bibliotheken sind nicht unberücksichtigt geblieben, und über die Autoren 
sind in einem besonderen Register am Schlufs biographische Notizen, 
soweit sie dem Verfasser bekannt waren oder beantwortet sind, mitgeteilt 
worden; Vollständigkeit wird sich jedoch hier, da die meisten Autoren über 
ihre Lebensverhältnisse geflissentlich Stillschweigen beobachten, kaum er- 
zielen lassen. Von den Hilfsmitteln, die der Verfasser bei seiner b jäh- 
rigen mühevollen Arbeit verwertet hat, ist nächst Hoffmanns Grundrifs 
Bartschs Bibliographie in der Germania für die Zeit von 1862 an zu 
nennen, ferner sind die Jahresberichte der Berliner Gesellschaft für deut- 
sche Philologie nebst Hermanns Bibliotheca Germanica ein Wegweiser 
in dem Labyrinth der Publikationen gewesen; überall, auch bei Fach- 
zeitschriften, ist eine selbständige Auswahl und systematische Anordnung 
getroffen worden. Die einzelnen Arbeiten sind unter den drei Rubriken: 
Ober-, Mittel- und Niederdeutschland, bei den kleineren Abschnitten in 
chronologischer Anordnung aufgezählt und behufs möglich schneller 
Orientierung sind bei den verschiedenen Abschnitten besondere Über- 
schriften angebracht worden. Einzelne Bücher, die mehr Kuriosa als 
Desiderata sind, hätten in der Aufzählung wegbleiben können. Vielleicht 
lassen sich in der neuen Auflage, die schon in Vorbereitung sein wird, 
bei engerem Druck einige Vervollkommnungen und Ergänzungen anbrin- 
gen; auch dürfte es sich empfehlen, die wichtigsten bahnbrechenden 
Schriften durch Sternchen zu bezeichnen. Kurz, dem mit Fleil's und 
Ausdauer zusammengestellten Buche, an welchem jeder je nach seinem 
Geschmack betreffs der Anordnung des bibliographischen Materials und je 
nach seinen Ansichten von dem Werte eines solchen Bücherverzeichnisses 
leicht etwa- aussetzen kann, ist als einem bequemen, dem nächsten 
/wecke dienenden Handbuche und als orientierendem Hilfsmittel die 
weiteste Verbreitung bei den Germanisten zu wünschen. 



Klassische Bühnendichtuiigeri der Spanier. Herausgeg. und erklärt 
von Max Krenkel. II. Calderon, der wunderthätige Magus. 
Leipzig, Job. Ambr. Barth, L885. 

Dem ersten Teile, welcher „Das Leben ein Traum- und den „Stand- 
halten Prinzen" enthält, hat der Herausgeber ein besonderes Heb mit 
Nachträgen und Berichtigungen folgen lassen, in welchem er sich über 
die von seinen Kritikern gemachten Ausstellungen ausführlich ausspricht. 

Der zweite Teil verdient gleiches Lob als der erste, ohne dafiä damit im 

einzelnen Einwände ausgeschlossen wären, welche so zeig! jener Nach- 
trag — bei dem Herausgeber ein dankbares Ohr linden. Es sind dies 

meine- Wissens die ersten über die oberflächlichen Anmerkungen hinaus- 
gehenden, kritisch und hermeneutisch gründlichen und darum auch für 
den Erwachsenen brauchbaren Ausgaben schwererer spanischer Werke, 
und darum dankbar zu begrüfsen. Die Grundzüge der spanischen Metrik 



•2'2'2 Beurteilungen und kurze Anzeigen. 

werden wenigstens versprochen. Der Band III boII den Alkalden von 

Zalamea und auch sein Lopesches Vorbild enthalten. 

Dem „Mägico" geht eine sehr ausführliche Einleitung (138 S.) voran, 
lesenswert auch abgesehen von der Lektüre des Stückes seihst. Das 
Urteil des Herausgebers ist selbständig, und er geht über seine Vor- 
gänger, wie Morel - Fatio, hinaus. Die Erklärung des Textes wird vor- 
nehmlich aus Calderon seihst gewonnen, in /.weiter Linie auch aus Cervantes, 
unter dessen Einflufs jener gestanden hat. Aul'ser der deutschen ist die 
fremde Litteratur gewissenhaft benutzt worden. Der Titel „Der wunder- 
thätige Zauberer" (Gries) wird gegen Lorinsers Erklärung (Staunen er- 
regend, wunderbar) mit Recht verteidigt. 

Die Einleitung giebt zunächst eine ausführliche Darstellung der 
Quellen, aus denen Calderons Drama geflossen ist; vieles ans denselben 
wird erzählend oder wörtlich mitgeteilt. Wir wollen es uns erlassen, sie 
im einzelnen anzuführen. Das Resultat ist, dafs wir in der Legenda 
aurea die Quelle für C.S Mägico prodigioso zu erkennen haben; den Stoff hat 
der Dichter aber nach der Darstellung des Alonso de Villegas umgestaltet 
und durch mehrere aus diesem Gewänrsmanne und aus Gregor von Na- 
zianz entlehnte Züge bereichert. (S. IT u. 61). 

Krenkel wendet sich dann der Charakteristik der Personen des Stückes 
zu, ein Teil, welcher ihm gleichfalls wohl gelungen ist. In der Gestaltung 
des Charakters der Justina hebt er als Abweichung von der Überlieferung 
mit Recht hervor, dafs, während dort Justina von Cyprian, die zarte 
Jungfrau von dem stärkeren Manne, zur Übernahme des Märtyrertums 
ermuntert werden mul's, hier sie, die von Kindheit an Christin ist, dem 
Neubekehrten Mut und Gottvertrauen einflöfst und sich so angesichts des 
drohendes Todes erst in ihrer vollen Gröfse zeigt: eine Parallele zu der 
Erlösung durch das „ewig Weibliche" im Faust, mit dem der Mägico häufig 
mit mehr oder weniger Verstand und Glück verglichen worden ist. Auch 
die Figur des Teufels wird sehr eingehend und geschichtlich beleuchtet. 

Weiter behandelt Kr. Calderons Vorgänger: zwei Stücke von Mira de 
Mescua, den „Esclavo del demonio" u. „El Ermitaüo galan y Mesonera de! 
cielo", undCuillens de Castro „El prodigio de los montes y märtir del cielo, 
Santa Barbara." Der Vergleich ist sehr eingehend und durch Proben belegt. 
..Die zahlreichen sprachlichen und sachlichen Berührungen zwischen die- 
sen Dramen und dem Calderonschen schliefsen die Annahme aus, dafs 
C. nur zufällig bei Behandlung eines verwandten Stoffes mit Mira de 
Mescua und (luillen de Castro zusammengetroffen sei, und lassen viel- 
mehr die Behauptung völlig begründet erscheinen, dafs er auch hier, wie 
so oft, mit Absicht und Bewufstsein die Arbeiten seiner Vorgänger benutzt 
habe. Immerhin bleibt das Verdienst des späteren Dichters gegenüber 
den früheren bedeutend genug ; denn kein unbefangener Leser des Mägico 
wird in Abrede stellen, dafs dieses Trauerspiel an poetischem wie an religiös- 
sittlichem Gehalte den drei vorgenannten Dramen weit überlegen ist." 

Der letzte Teil der Einleitung endlich behandelt andere Bearbeitun- 
gen des Stoffes vor und nach Calderon, das Schicksal des Stückes in 
Spanien und in Deutschland (Goethe, Immermann), die urteile unserer 
Dichter und Literaturhistoriker, die Ausgaben, Übersetzungen und Ab- 
handlungen darüber. 

Die befolgten Grundsätze der Textkritik sind unanfechtbar. Weder 
die Ausgabe von 1663, welche C. nicht anerkannt hat, noch die des Vera 
Tassis (1682) können als Calderons Original gelten; das Originalmanu- 
skript aber, welches Morel-Fatio herausgegeben hat, ist ebensowenig des 
Dichters endgültige Fassung gewesen; die Fassung, welche für die Auf- 
führung in Yepes bestimmt gewesen ist, mag wohl für immer verloren 
sein. Danach ist, diese aus den angegebeneu Quellen zu erschliefsen, die 
Aulgabe der Kritik. Die Verse, welche die ( »riginalhandschrift mein- oder 



Beurteilungen und kurze anzeigen. 22o 

in anderer Kassimg enthält, giebt Kr. in einem besonderen Nachtrage. 
Den Beschlufs machen einige Exkurse. 

Die sachlichen und sprachlichen Anmerkungen sind angemessen, doch 
aber wohl im allgemeinen zu voll. Etwas weniger wäre hesser. 

Einwände gegen die Erklärung hehalte ich mir vor, mich für heute 
begnügend, die neue Ausgabe allen Freunden der spanischen Dichtung 
und allen denen, welche die schöne Sprache gründlich Lernen wollen, nach 
ihrem Werte gebührend empfohlen zu baben. 

Spanische Bibliothek mit deutschen Anmerkungen für Anfänger. 
Von J. Fesenmaier. 2 Bändehen. München, Lindauer, 1884. 

Wieder ein Versuch, die spanischen Texte in usum Delpbini zu 
hearbeiteu. Bisher sind solche Fnternehmen gewöhnlich in den Anfängen 
stecken gehliehen. Dafs Fesenmaier dazu befähigt ist, hat er durch seine 
Grammatik bewiesen; und so ist gegen die Anmerkungen nicht viel ein- 
zuwenden. Das erste Bändchen enthält Erzählungen und Schilderungen 
von Hartzenbusch und Mesonero Romanos, eine angemessene Auswahl. 
..Los amantes de TerueP, Bändcheu II halte ich für ein weit über Ver- 
dienst gepriesenes Stück; aber es rührt und hat den romantischen, d. h. 
unrealen Charakter, den die Spanier lieben. Für uns ist es nichts. 
Fehlerhaft ist in I, S. 11 das interrogative cuan ohne Accent; ebenso 
S. 40 donde, como. S. _".»: division ist nicht im allgemeinen „militärische 
Bedeckung". S. t0: Diputacion provincial ist nicht „Stelle in der Pro- 
vinz-, sondern l'rovinzialbehörde. II, S. 85 : „siendo mal" = „denn wenn 
es schlecht ist" ; vielmehr, wenn es ein Übel ist. S. 86: .,al que" soll 
sein = ä lo que. Keinesfalls! al bezieht sich auf das vorhergehende tälamo. 
Falsch gedruckt mul's S. 72 der Vers sein: „te dejo por ahora con vida" ; 
es fehlt eine Silbe (yo oder la). 

Die Übersetzung schwieriger Stellen ist nicht zu verwerfen, aber doch 
nur so, dafs zugleich eine Anleitung, eine Analyse der sprachlichen Eigen- 
tümlichkeit mitgegeben wird; die freie Übersetzung allein thut es nicht. 
Nur selten finden wir ein „Eigentlich". In I, •"> vermil'st man eine Er- 
klärung zu der Stelle „hacer la cörte ä los senores de ella", die beliebte 
Art, um nicht zu sagen Manier, sich auf ein Wort mit dem Pronomen 
in anderem Sinne zu beziehen, worin Cervantes grofs ist oder sündigt. 
Einigemal finden sich ungewöhnliche deutsche Ausdrücke, Provinzialismen: 
Entgang (I, •_".»), beheimatet. Ich wünsche den Unternehmern verdienten 
Erfolg und Kortgaug. 

Grammatik der spanischen Sprache von Dr. Julius Wiggers. 

Zweite Auflage. Leipzig-, Brockhaus, 1884. 

Die Wiggerssehe Grammatik ist, was den wissenschaftlichen Wert 
anhetriff't, anerkanntermal'sen eine der besten, wenn nicht die Inste, der 
zum Puterrichten bestimmten, oh sie deshalb auch die für den prakti- 
schen Gebrauch geeignetste sei, dies ist noch eine andere Frage, welche 

die Erfahrung beantworten mul's; im allgemeinen scheint nur das gesagt 
weiden zu können, dafs sie im Stichen nach Vollständigkeit etwas ZU 
ausfuhrlich und umfangreich geraten ist. Die Grammatiker würden gut 
thun, einen ersten Kursus für den Anfänger voranzuschickeii und die- 
-em dann die ausführlichere Darstellung folgen zu lassen, oder beides 
durch verschiedenen Druck, resp. eine Scheidelinie auszuzeichnen. Ech 
merke nur an, wa- mir in der zweiten Auflage, welche sich von der eisten 
nicht bedeutend unterscheidet, als irrig oder fehlend aufgestol'sen ist. Ks 
ist einiges vergessen worden, so S. 7:'. id-oa von Lrse; auf 8. 166 steht es 
aber. S. in fehlt die Endung des Superlativs -errimo; S. 107 war ein 
Ausdruck wie aleo de bueno mit anzuführen, auch das hi d'aleo hidalgo. 



224 Beurteilungen und kurze Anzeigen. 

s. L15 zu ..im poco de carne" der Bispanismus „una poca de carne". 
[rrtümer" sind folgende: S. LH1 werden postrar-Be und tocar (ob von 
tangere?) als Inchoative mil aufgeführt. Ibid. -ir komme meistens von 
lat. -ere und -ere her; der Ausdruck „meistens" ist irreführend; gemeinl 
ist, die Mehrzahl der Verben -iiit -ir. S. L32: -stes sei verkürzte Endung Im 
-steis; umgekehrl is1 diese (neusp.) durch Analogie aus jener (altsp.) ent- 
standen. S. L34: dal's das span. Fut. Conj. aus lat. Conj. Perf. entstan- 
den sei, ist mindestens ungewifs und höchstens so viel zu behaupten, 
dal's sich Conj. Perf. and Fut. exactum in einer Form vereinigt haben. 
In .im sc lo que nie digo ni lo que nie hago" iS. 1 Um möchte ich das 

zweite .Mal doch ..nie" lieber für den Accusativ ansehen — lat. non scio 

quid im 1 faciam. S. 117: verschiedenen Ursprungs seien pensar, compen- 
sar, recompensar und tentar, intentar, atentar, welch letzteres lieher hier 
mit aufzuzählen war. als kurz zuvor. .Mit oichten! Alle gehen auf tendre 
tentuni. pendere pensum zurück und verhalten sich ganz anders 

als heia? anhelar, tentar contentar und detentar u. a. S. L82: 
dentro vom lat. intra und de, dagegen S. L8ti lat. intro, davon sp. den- 
tro; das letztere ist natürlich das Richtige. S. 183: in „palabra por pa- 
labra". „dia por < 1 i : i - ist „por" doch wahrscheinlich gleich lat. per, sicher 
aher in „echar por la izquierda". S.220: .des fuerza", .des ha contentado" 
und die anderen Beispiele. Les soll Dativ sein, mit welchem ältere Schrift- 
steller gewisse Verben verbunden hätten. Sicherlich nicht, vielmehr Beispiele 
für (\n\ häufigen Gebrauch von les als Accusativ. S. 262: esforzado und 
sacudido sind nicht Participien mit aktiver Bedeutung, sondern richtige 
Passiva: ermutigt und geschüttelt, gerieben. S. L8 wird nieta abgeleitel 

von nieto; in diesem Falle ist es umgekehrt; nieta = lat. ne])tis. S. 75: 

in dimonos = dimosnos ist s nicht des Wohlklangs wegen ausgefallen, 
sondern durch Assimilation verschwunden (im in. Ebenda ist das 
über he. hetelo etc. Gesagte durchaus richtig; nur vermüst man die Er- 
klärung, um so mehr, da frz. voici, voilä angezogen wird. Ein Druck- 
fehler ist S. L82 placer für parecer. Das sind einige Proben davon, dal's 
das gute Buch noch eine etwas genauere Durchsicht hätte erfahren kön- 
nen; sicherlich wird sich noch mehr finden lassen, da ich nicht alles 
genau nachgelesen habe. In der Lautlehre, Seite 1 —10, wäre mancherlei 
zu bemerken, namentlich dal's bei der Ableitung betonte und unbetonte 
Silben gar nicht geschieden werden, auch nicht der Vokal und der Konso- 
nant y; letzterer wird überhaupt nicht erwähnt. Contribuir ist dreisilbig, 
aunar, reunir zweisilbig, da die beiden Vokale aufserhalb der Tonsilbe 
nur den Wert eines kurzen Vokales haben. Acudir ist nicht gleich lat. 
accurrere, sondern accutere. Dal's in conmüiton, inmaduro die Assimi- 
lation wieder beseitigt worden sei, ist doch eine Lautgeschichtlich falsche 
Angabe, die Assimilation ist im Vulgärlatein eben nie vollzogen worden. 
Die Formenlehre ist vermischt einerseits mit Lexikalischem (z. B. die 
Geschlechtsregeln), andererseits mit Syntaktischem. Aus beidem ist dem 
Verf. kein Vorwurf zu machen. Dagegen ist mit Recht darüber zu streiten, 
ob, gerade wenn die Grammatik bestimmt ist, einem praktischen Zwecke 
zu dienen, der Sprachgebrauch der klassischen Werke, d.h. des 16. und L7. 
Jahrh. zu Grunde zu legen sei. Ich halte eine solche Orthodoxie für ein- 
seitig und nicht berechtigt. Dr. Paul Foerster. 

Zeitschriftenschau. 

Ki;uiiuri Arlierit, La Baudiera dell' Albania, Periodico mensile 
diretto da Gerolamo de Rada, 

Anno IL 1, I— III : Es ist zu wünschen, dal's die 1 'forte die in Gefängnis 
und Verbannung gehaltenen albanischen Edeln frei gebe. III IV: Von 



Beurteilungen und kurze Anzeigen. 225 

den Albanien) in Griechenland, aui welche schon Plato iin Phädon 2-1 hin- 
zuweisen scheint. IV V": Ein Gedichl von Pietro Chiara: Der Krieger 
Skanderbeks. VI VIII: Das Ideale im Leben (Fortsetzung). Zum Schlufs 
noch eine kurze Zuschrift Ludwig PodhorkySj Mitgliede der Ungarischen 
Akademie, aus Paris, in französischer Sprache, welche aui die Überein- 
stimmung der lateinischen, finnischen, albanischen Konjugation hinweist. 

Anno II. 2, 1: Zu Bukureschl große Fortschritte zur Pflege der al- 
banischen Sprache. Der Verein für dieselbe zahlt 300 Mitglieder, besitzt 
eine eigene Druckerei, hat neue Geldmittel bekommen. I III: Griechen- 
Land will nichts von diesen Bestrebungen eines sich von ihm absondern- 
den Albanentums wissen. IV: Nachrichten aus Durazzo. V: Ein deut- 
sches Gedicht von Josefine Knurr, vom Herausgeber ins Albanische 
übersetzt. V VIII: Fortsetzung und Schlufs, Über Piana de' Greci. 

Anno II, :;, I II: Die albanische Zeitschrift Dritta, Das Lieht, aus 
Konstantinopel, wird mit Freuden begrüfst; eine Einigung über die 
passenden Buchstaben in Aussicht gestellt. II — VI: Auszug aus dem 
Leben der heiligen Jungfrau (in Versen) von Varibobu. VI— VIII: Über 
das albanische Dorf Ururi (d. i. Aurora) in Caläbrien. 

Anno N. l, I: Nachrichten aus Jannina: Die Pforte hat die Eröff- 
nung albanischer Schulen zur Pflege albanischer Sprache freigegeben. 
II- III: Ein Lobgesang auf Abramidi, den Beförderer der Pflege der 
albanischen Sprache, von Entimio Mitko. III — V: Ein Blick auf die 
Gegenwart Europas. V— VII: Weitere Mitteilung aus dem Gedichte 
Varibobus von der heiügen Jungfrau. VII— VIII: Dr. .loh. Musacchias 
Aufsatz über Ururi, bis zu Ende. 

Anno II, 5, I II: Apulien und Albanien; es ist gut, dafs Albanien 
dem italienischen Volke bekannt and verbrüdert sei. il -III: Hdehveifs, 
Gedicht von Jos. Knorr, vom Herausgeber übersetzt. [II— VIII: Pelas- 
ger und Hellenen. l>er Herausgeber erklärt sein Volk für das echt und 
unverfälscht erhaltene Pelasgervolk, welches die Hellenen verdrängten, 
welches, wie Herodol saut, zu dessen Zeiten noch in den Dörfern Grie- 
chenlands zu finden war und sich nach Norden hinauf zurückzog. Dies 
Volk hat nicht so alte Schriftdenkmäler als das hellenische, aber die 
Götternamen dieses, ihm selbst unverständlich, gehören dem Pelasgisch- 
Albanischen an, noch heute sind sie in der Sprache der Albanien Ver- 
unglückt ist es, wenn Gustav Meyer die Albanier Ellyriern und Slaven 
verwandt setzt. Alexander tUv Grofse, der Albanier oder Pelasger, hatte 
zu sehr seinen Weltherrnplan vor, um seinem Stamme zu der früher ver- 
lorenen Herrschaft wieder zu verhelfen. 

Anno II. 6, I VII: Politische Betrachtungen. VII VIII: Lage 

von Alessio in Albanien, wo Skanderbek starb und begraben wurde. 

Anno II. 7. 1 III: Albanien und die italienischen Zeitschriften. 

III I V : Einweihung der Ölmühle in St. Demetrio (in diesen Tagen). 

IV VII: Fortsetzung <\tv Beschreibung von Alessio. VII VIII: Zur 
albanischen Grammatik und einige albanische Sprichwörter. 

Die zweiten Hallten Äff ersten drei Hefte bringen das kurz zuvor 
angefangene albanische Wörterbuch zu den Volksliedern zu Ende: eine 
sehr wertvolle Beigabe. Mit dem vierten Heft.' hebt an: Der Fall der 
Königsburg Albanien-, Gedicht de> Herausgebers (angefangen im Jahre 

1837), welches in dem siebenten noch nicht vollendet ist. II. B. 

Zeitschrift für deutsche Philologie. Serausgeg. von E. Höpfner u. 
J. Zacher. Balle L886. L8. Band. 1 -2. lieft. Seite l 256. 

1 — 54. Sylviu- v. Monsterberg-Münckenau, Der [nfinith nach wellen 
und den Verba praeterito prsesentia in den Epen Hartmanns v. Aue. Die 
Archiv f. a. Sprachen. I.XXVI. j.j 



226 Beurteilungen and kurze Anzeigen. 

frühere Arbeil desselben Verfassers: „Der Infinitiv in den Epen Hart- 
manns v. Aue- wird hier weiter ausgeführt; die eingehende Untersuchung 
ist noch nicht abgeschlossen. öl — 56. G. Kettner, Der Monolog der Eli- 
sabeth (.M. St. IV. LO) und ein ausgefallener Monolog Buttlers. Wahr- 
scheinlich wurde wegen einer tadelnden Bemerkung Körners und wegen 
des Monologs <h-v Elisabeth der Monolog Buttlers von Schiller gestrichen. 
57 v ". II. <liske, über Körner und verwandte metrische Erscheinungen 
in der nihil. Lyrik. Die gründliche Untersuchung der Körner soll noch 
Fortsetzung linden. 81 '.'l. II. Sueliier. Untersuchungen über den alt- 
Eranzösischen Prosaroman von Tristan und Isolde, hie von dem 187i> 
verstorbenen Jul. Brakehnann unvollendet hinterlassene Arbeit über den 
afz. Prosaroman von Tristan und Isolde, wohl den ältesten französischen 
überhaupt, wird hier mit vortrefflichen Bemerkungen Suchiers über die 
sehr schwierigen einschlägigen Fragen zum Abdruck gebracht. Trotzdem 
das Ganze nicht.- Abgeschlossenes enthält, ist es doch für weitere For- 
schung eine sichere Grundlage. 95 L28. Litteratur. Corpus poeticum 
boreale. The poetry of the old northern tongue from the earüest times 
to the thirteenth Century, edited, classified and translated; with introduc- 
tion, excursus, and notes by (iudhrand Vigfusson and F. York Powell. 
Vol. I: Eddie poetry. Vol. 11: Court [»octry. Oxford. L883. 1 1'. Syinons.i 
Dem hervorragenden umfangreichen Werke über die altnordische Poesie 
(es kostel IJ Mark) wird in der sehr ausführlichen Besprechung die philo- 
logische Methode abgesprochen, und es wird als unbrauchbar für wissen- 
schaftliche Zwecke bezeichnet. Trotzdem wird die Fülle der Anregung, 
die Vigfusson durch sein Buch gegeben, das die Einsicht in die Ent- 
wickeluug der altnordischen Poesie wesentlich fördert, dankbar anerkannt. 
128. H. Holstein, Ein Druckfehler bei Koberstein und Gervinus. 12!» — 143. 
G. Kettner, Zu Tacitus Germania cap. XIII. XIV. Die so viel bestrit- 
tene Stelle wird hier in neuer Weise interpretiert und im einzelnen be- 
gründet, wobei auf die verschiedenen früheren Auflassungen eingegangen 
wird. III — 185. S. v. Monsterbcrg-Münckenau, Der Infinitiv nach weilen 
und den verba prceterito-praesentia in deu Epen Hartmanns v. Aue. 
An das im Anschlul's an wellen behandelte mugen schliefst sich in dieser 
Fortsetzung kunnen, soln, müezen, dürfen, turreu, tugen, wizzen. Der 
Schlufs steht noch aus. ISO— 21<>. H. Holstein, Veit Warbeck und das 
Drama von der schönen Magelone. Das deutsche Volksbuch von der 
schönen Magelone und dem lütter Peter von Provence ist, wie hier an- 
ziehend erörtert wird, L536 von Veit Warheck (aus Gmünden in Unter- 
franken) aus dem Französischen übersetzt worden. Seine Untersuchun- 
gen über das Leben des bisher nur dem Namen nach bekannten Über- 
setzers hält der Verfasser der Untersuchung noch nicht für ab- 
geschlossen. Die Übersetzung ist Grundlage für drei dramatische Be- 
arbeitungen von 1539, 1555 und 1566 geworden; die .beste Bearbeitung hat 
Hans Sachs zum Verfasser. 210 — 249. H. Giske, Über Körner und ver- 
wandte metrische Erscheinungen in der mhd. Lyrik. (Fortsetzung.) 
249—250. A. Koch, Thümmels Cecilia. Thümmels Gelegenheitsdichtungen 
Pygmalion und Das entflogene Haar basieren angeblich auf einer Nei- 
gung des Greises zu einer jüngeren Verwandten; die Cecilia war Nichte 
des Autors, heiratete Herrn v. Werthern und stammte aus >U'V Familie 
v. Ziegesar. 250—256. Miscellen und Litteratur. „Zu Andreas Gryphius. 
(H. Holstein.) Hier wird kurz über W. Jahn, Über Herodis FÜnae et 
Racheiis lachrymae von Andreas Gryphius, Hallenser Programm 1883 be- 
richtet, — Ein Spandauer Weihnachtsspiel 1549. Herausgeg. von Johannes 
Bolte. (H. Holstein.) Die in den Märkischen Forschungen l s erschienene 
Arbeit mit dem aus dem einzigen Weimarer Exemplare abgedruckten 
Texte des vom Spandauer Pfarrherrn Lasius verfafsten Weihnachsspieles 
wird als verdienstlich anerkannt. - Georg Ellinger, Alceste in der 



Beurteilungen und kurze Anzeigen. 227 

modernen Litteratur. Halle a. S. 1885. (G. Kettner.) Der Verfasser hat 
die Metamorphose und die vielfachen Verzweigungen der Alkestisdicb 
fcung in den modernen Litteraturen in dieser kleinen Monographie in 

umfassender, gründlicher Weise verfolgl und klar entwickelt. 

Strafsburger Studien. Zeitschrift für Geschichte, Sprache und 
Litteratur des Elsasses. Herausgeg. von E. Martin u. W. 
Wiegand. III. Bund. 1. Beft. gtrafsburg L886. Seile 
1—146. 

I I:'. !. M. Flohr, Deutsche Glossen in dem Vokabular Niger Abbas 
(Metzer 11-. 293). Kin Beitrag zur Deutschen Lexikographie. In ein- 
gehender Weise wird hier die htterarbistorische Stellung dieses wichtigen, 
schon Mone bekannten Glossars beleuchtet; die Ils., die Geschichte des 
Glossars, seine Zwecke, seine Quellen und die Verwandtschaft mit ande- 
ren ll>s.. alle einschlägigen Fragen werden ausführlich erörtert. Dann 
folgt der Abdruck der „Glossen in alphabetischer Reihenfolge, im ganzen 
5285 Vokabeln; der Übersicht wegen schliefst sich ein alphabetisches 
Verzeichnis der deutschen «dessen in Kategorien an nebsl grammatischer 
Untersuchung, aus welcher sich als Heimat der Hs. der nordwestliche 
Teil des Elsafs "der das benachbarte Lothringen ergiebt. Der Wort- 
schatz, der auf die Gegend /wischen Metz und Strafsburg hinweist, ent- 
hält eine Anzahl seltener Wörter, die in Lexers Wörterbuch fehlen. 
Die interessante Arbeit ist mit Hingebung und Sorgfalt angefertigt. 
L35 I i»'. Ad. Socin, Über eine in Strafsburg 1720 erschienene Anekdoten- 
Bammlung in Versen. Eine bisher unbekannte Kuriosität der elsässischen 
Litteratur, aus dem Trübnerschen Antiquariat stammend, mit laseivem 
[nhalf nach Lafontaines Contes wird in diesem Artikel beschrieben, und 
es werden <-l.-ä-si>che Idiotismen daraus alphabetisch geordnet als Beitrag 
zu einem künftigen elsässischen Wörterbuch mitgeteilt. „Tremmel" ist 
aueh dialektisch noch üblich. Der Aufsatz ist aus Versehen dem Hefte 
zweimal beigefügt. - 146. Miscellen. (E. M.) 

Germania Vierteljahrsschrift für Deutsche Altertumskunde. 
Herausgeg. von K. Bartsch. 30. Jahrg. Neue Reihe L8. 
Jahrg. IV. Heft. Wien 1885. S. 385— 516. X. R. L9.Jahrg. 

I. Heft. Wien 1886. S. 1—128. 

385 396. K. v. Bahder, Lamprechts Alexanderlied und seine Heimat. 
Die Sprache des Alexanderliedes und dessen Heimat wird hier genauer 
untersucht als in der von Kinzel besorgten Ausgabe des Gedichtes; der 
Dialekt des Bearbeiters, wie er sieh in der Strafsburger Ils. darstellt, wird 
als ein dem Hessischen benachbarter erwiesen, während das ältere Gedicht 
mfr. ist. Die Beziehungen zwischen König Rother und dem Alexander- 
lied sind enger als vom Verf. bisher nachgewiesen war. 396 399. K. V. 

Bahder, Zu Wernher vom Niederrhein und dem Wilden Mann. Spren- 
gers willkürliche Änderungen im Text zu Wernher vom Niederrhein und 
.•in/.clne Mifsverständnisse werden hier emendiert. 309—401. K. v. Bah- 
der, Worterklärungen. 101 HO. A. Hoefer, Die Liehe als Gegenstand 
der volkstümlichen deutschen Poesie. Die kurze, nicht erschöpfende Ab- 
handlung des verstorbenen Verfassers war nach AI. ßeifferscheids An- 
gabe als Einleitung zu des Verf. Schrift bestimmt: I>a- Lied von den 
zwei Königskindern in L5 verschiedenen germ. Sprachen und. .Mundarten 
als Prohe historisch-krit. Behandlung des Volksliedes. Die Übersetzung 
von Byron.- Lied an Jessj ist ziemlich gelungen. HU. K. B., Schwert- 

lö* 



228 Beurteilungen und kurze anzeigen. 

segen. 111 -516. Bibliographische Übersicht der Erscheinungen auf dem 
Gebiete der germanischen Philologie im Jahre 1884. Von K. Bartsch. 
An die anerkannte Bibliographie, in der auch die verwandten Gebiete 
hinreichend berücksichtigt sind, schliefst sich ein Register zum ->'• 30. 
Jahrgang. 

1 — II. F. JosteSj Beiträge zur Kenntnis der niederdeutschen .Mystik. 
Mine tiefere Untersuchung <\rs schwierigen Kapitels der Mystik wird hier 
endlich begonnen. Aus dem zerstreuten angeordneten Materiale werden 
hier Auszüge aus zwei Papierhs. mitgeteilt, deren /.weite ein Kompendium 
der Mystik ist. Das noch nicht abgeschlossene Ganze ist ein wichtiger 
Beitrag zu dieser noch wenig erforschten Litteratur. n [Q. L. Fulda, 
Noch einmal Zelt und Harnisch im 1. und •_'. Buche des l'arzival. Die 
Verwirrung von Zelt und Harnisch im l'arzival findet bier eine unge- 
zwungene Erklärung. 19—51. R. Köhler, Zu Dietrichs von Glezze Ge- 
dicht „Der Borte". Ein arabisches Märchen wird hier mit der antiken 
Dichtung von Kephalos und Prokris in Verbindung gebracht. 51 - 55. 
M. Böhme, Nachträge zum „Altdeutscheu Liederbuch". Die drei hier 
mitgeteilten Gedichte sind betitelt: Die Frau von Weifsenburg; der 
Mutter Warnung; der Dollinger. 56. G. Ehrismann, Zu Eilharts Tristrant 
MS:',. Sehr passend wird hier der Ländername Hemsetir in Semsetir = 
alz. Sems (sens) tiere (tere, terre) geändert und „Ohneland" erklärt. 57—93. 
Fr. Keinz, Mitteilungen aus der Münchener Kgl. Bibliothek. Es werden 
hier mitgeteilt: l. Bruchstücke einer biblischen Dichtung (12. Jahrh.i. 
2. Bruchstücke einer Patriciuslegende (12. Jahrh.). Bartsch vermutet als 
Quelle die Vita 8. Patricii von Jocelinus. 3. Bruchstück aus der Eneide 
Heinrichs von Veldeke. I. Aus dem Armen Heinrich. 5. Aus Reinbots 
Georg. b. Aus dem Gäuriel. 7. Aus eiuer unbekannten Dichtung. 
<S. Bruchstück aus Konrads goldener Schmiede. 9. Bruchstück aus einer 
niederdeutschen Fabelsammlung. !»:! — 98. Th. v. Grienberger, Salzburger 
Bruchstücke. Das erste Bruchstück ist aus Konrads v. Heimesfurt 
Himmelfahrt Maria; das zweite aus dem Buch der Märtyrer. 98 99. K. 
v. Bahder, Zu Spervogel. '.''•' — 10-1. K. v. Bahder, Gereimte Beichte aus 
Upsala. toi — 105. K. v. Bahder, Canticum Rustardini. Das Lied ist 
ebenfalls einer Upsalaer Hs. entnommen. 105—109. K. v. Bahder, Des 
Hundes Not. Das Märchen vom Hund und des Sperlings Bache wird 
hier auch in Siebenbürgen und Rufsland nachgewiesen. 110 — II"». F. Holt- 
hausen, Die Quelle <\<.^ Luzerner Fastnachtspieles vom Jahre 1592. Als 
Quelle wird hier, was der Herausgeber Brandstetter übersehen, des Nicolas 
de la Chesnaye moralite „La condamnacion de bancquet (1507 mit dem Titel 
La Nef de Saute gedruckt) nachgewiesen. 116 — 117. Chr. Kolb, Bruch- 
stück aus der Aventiure Krone. L17 — L18. O. Böckel, Zur Leonorensage. 
118 — 11!'. Fr. Losch, Zu den Berner Runenalphabeten. II 1 .' 120. C. Ma- 
rold, Zu Ötfried. 120. F. Holthausen, Zum Rolandsliede. 121- L22. 
ü. Behaghel, Das Verhältnis der Texte von Lamprechts Alexander. 
L22 123. K. Bartsch, Die erste Seite der Iweinhs. A. 123- L25. Litte- 
ratur. Die Handschriften der Herzogl. Bibliothek zu Wolfenbüttel, be- 
schrieben von O. v. Heinemann. I. Abteilung. Die Helmstedter Hand- 
schriften. I. Wolfenbüttel L884. (K. Bartsch.) Der Katalog wird als 
hochwillkommen hegrül'st und auf einzelne Hss. hier besonders aufmerk- 
sam gemacht. 126 — 128. Miscellen. Handschriftliches aus Luzern. 
(K. Bartsch.) Notizen. Nachtrag. (F. Keinz.) 



M i s c e 1 1 e n. 



Das Studium der neueren Sprachen auf der Hochschule. 

Auf der letzten Philologen- Versammlung in Giefsen hielt Professor 
Dr. Ihne uns Heidelberg nachstehenden Vortrag: 

1. Bei der Organisation des Studiums der neueren Sprachen und be- 
sonders bei der Einrichtung der dazu bestimmten Seminare, sowie auch 
bei der Prüfungsordnung ist das Vorbild der klassischen Philologie mafs- 
gebend gewesen. 

2. l>ie Aufgabe der klassischen Philologie ist die Erkenntnis des ge- 
samten Altertums der Griechen und Römer, ihre.- geistigen, politischen 
und privaten Lebens. 

3. l»;is Hauptmittel dazu ist das Verständnis der Denkmäler der 
klassischen Litteratur und Kunst. 

i. Dieses Verständnis ist bedingt durch die Kenntnis der griechischen 
und lateinischen Sprache. 

5. Die erste und wichtigste Aufgabe der klassischen Philologie i-t 
also da- Studium der griechischen und Lateinischen Grammatik und des 
Wortschatzes; dann die Benutzung dieser Kenntnisse /.um Verständnis 
der klassischen Autoren. 

6. I'ie Handhabung der klassischen Sprachen in Schrift und münd- 
licher Rede ist in neuerer Zeit mehr und mehr aufgegeben worden, weil 
das früher vorhandene Bedürfnis einer I lel< hrtensprache nicht mehr empfun- 
den wurde, und weil man immer mein- zu der Erkenntnis kam, dal's Voll- 
kommenheit im Gebrauche der lateinischen Sprache unerreichbar ist. 

7. Die germanistischen Studien folgen im ganzen dem gegebenen 
Vorbilde der klassischen Philologie. Man behandelt die Sprache auch 
hier als eine tote. Man studiert gotische, alt- und mitteldeutsche Gram 
matik, man interpretiert die Schriftstücke der früheren Sprachperioden, 
gerade wie es bei den griechischen und lateinischen Klassikern Sitte ist. 
Man ist eifrig bemüht, die Texteskritik ganz in ähnlicher Weise zu trei- 
ben wie bei den alten Klassikern. Den mündlichen und schriftlichen 
Gebrauch der untergegangenen Sprachformen hat man nicht versucht 
einzuführen. 

- I »agegen wird die lebende deutsche Sprache in ihrem grammatischen 
Bau und in ihren litterarischen Schätzen vernältnismäfsig weniger beachtet. 

9. Diese überwiegende Beachtung der abgestorbenen Sprachformen 
ist indessen bei den germanistischen Studien nicht nur eine Folge der 
Nachahmung der Methode der klassischen Philologie, sie beruht auch 
auf dem umstände, dafs die lebende Sprache den deutschen Studierenden 



230 Miscellen. 

von Haus aus vollständig geläufig ist und also weniger geeignet scheint, 
den Gegenstand methodischen Studiums und strenger Forschung abzu- 
geben. Es gäbe, so glaubt man, für die Studenten kaum Stoff genug 
zum Arbeiten, wenn man nicht den Schwerpunkt auf die früheren Sprach- 
formen legte. 

10. Die litterarischen Denkmäler der deutschen Vergangenheit werden 
zwar nicht als ebenbürtig mit den klassischen anerkannt. Es ist viel 
darunter, was Idols historisches Interesse hat und keinen künstlerischen 

Wert, aber in manchen Dichtungen, wenigstens des Mittelhochdeutschen, 

haben wir doch Kunstwerke, die. auch abgesehen von ihrer Wichtigkeit 
für die Geschichte der Sprache und der deutschen Vorzeit, Beachtung 
und eingehende Kritik verdienen. 

1!. Der Gang der germanistischen Studien ist also nicht nur erklär- 
lich, sondern auch natürlich und sachlich begründet trotz der verhält nis- 
mäfsigen Vernachlässigung der neueren Sprachen, ihrer Grammatik und 
Litteratur. 

12-. Anders ist es mit dem Studium der modernen Fremdsprachen, 
des Französischen und des Englischen. 

\:'. Diese Studien sind jetzt ganz nach dem Muster eingerichtet. 
welches bei den klassischen Sprachen vorlag. 

1 I. Auch hier wird das Hauptgewicht gelegt auf die Formen der 
Sprachen, die den früheren Jahrhunderten angehören, und die thatsäch- 
lich ebenso tot sind w T ie Griechisch und Lateinisch. 

15. Man macht (um blofs vom Englischen zu reden) das Studium 
des Angelsächsischen und des Altenglischen zur Hauptsache. 

Angelsächsische Grammatik, besonders die Formenlehre und Laut- 
gesetze werden eifrig gelehrt. Angelsächsische und altenglische Chroniken, 
Homilien, Legenden und Dichter, zum gröfsten Teile ohne allen künst- 
lerischen Wert, werden gelesen und die Texte sogenannten ..textkritischen '• 
Übungen zu Grunde gelegt. 

10. Dagegen wird die lebende Sprache im Studium mit ganz unge- 
nügender Zeit abgefunden und im Examen so gut wie ganz übergangen. 
Es wird sogar auf das sogenannte „Parlieren" mit einer gewissen Ver- 
achtung geblickt, als sei die Fertigkeit im richtigen Gebrauche einer frem- 
den Sprache eine Kleinigkeit, etwa für Kellner oder Kuriere rühmlich, 
aber vom wissenschaftlichen Standpunkte aus kaum der Beachtung weit. 

17. Dieses System in der Behandlung der neueren Sprachen beruht 
auf dem Verkennen des grofsen Unterschiedes zwischen Wesen und 
Nutzen der altklassischen Studien und der modernen. 

18. Während beim Griechischen und Lateinischen das Endziel nicht 
der praktische Gebrauch jener Sprachen ist, sondern die Kenntnis der 
antiken Litteratur und des antiken Lebens, kann das Endziel bei den 
modernen Sprachen doch nichts anderes sein als gerade die Aneignung 
einer möglichst grofsen Fertigkeit in Rede und Schrift neben der Kennt- 
nis der Nationallitteratur. 

19. Diese Kenntnis und diese Fertigkeit ist, wie gesagt, bei den (ier- 
manisten deutscher Nation von Anfang an im wesentlichen gegeben. Sie 
können also sogleich an die historischen Sprachstudien gehen, ohne dafs 
sie Gefahr laufen, das Nächste und Wichtigste zu versäumen. 

20. Anders aber ist es bei dem Studium der fremden Sprachen. Hier 
stehen die Schüler nicht auf dem Boden solider und ausgiebiger Kennt- 
nisse der gegenwärtigen Sprachgestaltung, ehe sie sich mit den älteren 
Sprachperioden beschäftigen. Sie werden angehalten, Altfranzösisch und 
Altengusch zu treiben, ohne die Anknüpfungspunkte zu kennen, die 
sich für die alten Sprachformen in den neueren finden. Statt vom Be- 
kannten zu dem Unbekannten überzugehen, wie es in den germanistischen 
Studien geschieht, müssen die Schüler die komplizierteren Formen der 



Miscelleii. 231 

alten Sprachperioden sich einprägen, ohne die entsprechenden der neueren 
Sprache gründlich zu kennen. 

21. Für die Erforschung der Sprachgeschichte sind die Denkmäler 
der früheren Perioden der Sprache selbstverständlich von wesentlicher 
Bedeutung. Aber es ist ein Irrtum, anzunehmen, dafs ein volles Ver- 
ständnis einer lebenden Sprache und die Beherrschung derselben im 
schriftlichen und mündlichen Gebrauch bedingl sei durch die Kenntnis 
der abgestorbenen Sprachformen. Wäre dies der Fall, so müfsten wir 
die Meister des Stil- bei unseren heutigen Germanisten suchen und oichl 
unter den Schriftstellern der Glanzperiode unserer Iitteratur. Auch die 
Musterschriftsteller des Altertums wufsten von historischer Sprachforschung 

niehts. 

■-'•-\ Ks ist Thatsache, dafs keim' lebende Sprache einem anderen Ge- 

setze gehorcht als dem ihr inwohnenden Sprachgeist, der immerwährend 

schaffend in der Entwickelung fortschreitet, zwar im Änschlufs an das 
Vorausgehende, aber ohne Zurückgreifen auf das. was einmal abgestorben 
ist. Alle archaistischen Tendenzen sind entweder eitle Spielereien oder 
/eichen erlahmender Kraft und also Spuren des Verfalls. Nicht künst- 
lich, sondern auf natürlichem, organischem Wege sehreitet die Sprache 
vorwärts. Sie ist ein lebendiger Organismus und hat ihre Gesetze in 
sich. Diese sind aus ihr selbst zu erkennen und das Forschen nach diesen 
Gesetzen macht die "Wissenschaftlichkeit des Sprachstudiums aus. Die 
Wissenschaftlichkeil dem Sprachstudium abzusprechen, wofern es nicht 
auf die Geschichte der Sprache eingeht oder gar in der Geschichte der 
Sprache aufgeht, ist nichts als eine Selbstüberhebung der historischen 

Schule. 

23. Bei vielen Vertretern dieser historischen Schule geht die Über- 
schätzung der toten Sprachformen Hand in Hand mit einer mangelhaften 
Kenntnis der lebenden Fremdsprachen. Wenn sie mit Vornehmheil und 
Hochmut herabsehen auf das sogenannte Parlieren fremder Sprachen und 
dabei doch nicht im stände sind, seihst zu parlieren oder einen einzigen 
Satz richtig zu schreiben, so legen sie gegen ihren Willen Zeugnis dafür 
ah. dafs es leichter ist. die grammatischen Formen einer toten Sprache 
zu kennen, als in den Geist einer lebenden Sprache einzudringen und sie 
zu beherrschen. 

24. In dieser Beherrschung aber liegt gerade der Schwerpunkt des 
ganzen Sprachstudiums. Ks ist verhältnismä'fsig leicht, die Lautgesetze, 
die Flexion und auch die Regeln der Syntax sich einzuprägen, ja sie 

formell richtig anzuwenden. Schüler mit geringen Geistesgaben können 
das erreichen, wenn sie nur Kleifs und ein gutes Gedächtnis haben. Allel- 
es ist eine ganz andere und unendlich schwierigere Aufgabe, für jeden 
Gedanken den entsprechenden Ausdruck zu finden, den Wortschatz einer 
Sprache in seiner unendlichen Fülle zur Verfügung zu haben und dir 
feinen Schattierungen synonymer Worte zu erkennen und im Gebrauch 
zu beachten. Wenn diese- schon in der Muttersprache schwierig ist, so 
niufs es hei weitem schwieriger in einer fremden sein. Immer das genaue 

Äquivalent zu finden, wo Wort und Wort -ich selten vollständig decken. 

wo bildliche Rede, idiomatische Wendungen, sprichwörtliche Redensarten, 

dichterische, volkstümliche oder irgend einer anderen Stuart aug< 
Wendungen der einen Sprache wiederzugeben sind in einer anderen, welche 
eine ganz verschiedene Ausdrucksweise für denselben Gedanken vorzieht, 
da- sind Schwierigkeiten, welche oichl ohne die Aufwendung grofser gei 
stiger Kraft bewältigt werden können, und die ein tief,-, ernstes Studium 
erfordern. Hier liegt ganz besonders dae geistbildende Element des Sprach- 
studiums überhaupt, denn hier inuf- gründliche- Wi— en, GeschmaCK und 
gesundes Urteil l"i jedem Schritte zur Anwendung gebracht werden; hier 
waltet oichl der Buchstabe, Bondern der Geist. 



232 Miscellen. 

■_'•">. Für dieses Eindringen in den Geisl einer Sprache bedarf es vor 
allem einer umfassenden Kenntnis der Litteratur. Besonders bei neueren 
Sprachen mufs die Lektüre eine massenhafte sein. Eis genügl nicht, wie 
es bei den klassischen Philologen Sitte ist, einige wenige Musterschrift- 
steller zu traktieren nn<l auch bei diesen nur einzelne Kapitel oder Bücher 
sorgfältig zu analysieren. Die Texteskritik, welche so viel Zeil in An- 
spruch nimmt, nicht immer zum Vorteil der gründlichen Kenntnis des 
Altertums, fällt in der neueren Litteratur last vollständig weg, da die 
iVxte meist rein vorliegen. Dazu kommt, dafs Stoff und Form die Werke 
Arr französischen und englischen Litteratur unseren Schülern viel näher 
bringen als die der klassischen Sprachen. Wir stehen im ganzen mo- 
dernen Europa auf demselben Boden religiöser, politischer und socialer 
Anschauungen und brauchen uns nicht erst mit grofser Mühe auf den 
Standpunkt einer untergegangenen Welt zu versetzen, wie die Lektüre 

der Alten es erfordert, hei denen die meisten Wörter, besonders die. welche 

sieb auf das Geistesleben beziehen, einen anderen Begriff darstellen, als 
wir gewohnt sind, von Haus aus mit den geläufigen Ubersetzungswörtern 
zu verbinden. Dazu kommt, dafs die modernen Litteraturen hei der 
grofsen Reichhaltigkeit ihres Stoffes und der Mannigfaltigkeil des Inhalts 
jedem Leser in Fülle bieten, was seinem Geschmacke am meisten ent- 
spricht und ihn zum Studium anspornen kann. 

20. Alles dieses wirkt zusammen, die massenhafte Lektüre beim Stu- 
dium der neueren Sprachen, die so fördernd und notwendig ist. auch zu- 
gleich genufsreich zu machen, und so bei- den Studierenden jenen Eifer 
und jene Begeisterung hervorzubringen, die aus dem Lebensbefuf eine 
I Lebensfreude machen." 

•_'7. Um so betrübender ist für den Lehrer die Beobachtung, dafs die 
Studierenden nur sehr wenig lesen. Wie sollten sie aber auch! Die An- 
forderungen, welche von seifen der historischen Sprachforschung an sie 
gestellt werden, dann das mühselige Hindurcharbeiten durch geistlose. 
trockene oder unbeholfene Schriftwerke des Mittelalters benehmen ihnen 
Zeit und Lust. 

28. Bei unserer studierenden Jugend ist das Examen viel mehr als 
das Ideal der Wissenschaft das Ziel, welches die meisten im Auge haben. 
Die Examenordnung ist also für den Verlauf der Studien mafsgebend, 
denu der Student legt in der Kegel wenig Gewicht auf das. was im Exa- 
men nicht verlangt wird. 

Wie jetzt die Sachen liegen, kommt fast überall ein Examinand glän- 
zend durch, der in den lebenden Sprachen auch nur dürftige Kenntnisse 
besitzt, vorausgesetzt, dafs er in. der historischen Sprachforschung Bescheid 
weifs. Daher erklärt sich der laue Anteil, den viele Studenten an den 
Übungen in den Seminaren nehmen. Es kommt vor, dafs sie oft vor 
dem Examen mit angeblich wissenschaftlichen Specialarbeiten beschäftigt, 
an den Übungen in den lebenden Sprachen nicht länger teilnehmen, um. 
wie sie sagen, später desto eifriger zu arbeiten. Es kommt eben im 
Examen mehr darauf an, wie viel sie von der Geschichte der Sprachen 
kennen, als was sie in denselben können. 

29. Die angeführten übelstände scheinen einer Abhilfe dringend zu 
bedürfen, und zwar erstlich in der Einrichtung der Seminare durch Be- 
schränkung der sprachgeschichtüchen Studien, etwa auf die Zeit i\t^> 
dritten Studienjahres, dann durch Ausdehnung der Übungen im Gebrauch 
der lebenden Sprachen; endlich durch eine Änderung im Examen, indem 
durch Llinzuziehung von Examinatoren, welche der Sprache mächtig sind, 
das gebührende Gewicht auf Fertigkeit und Korrektheit im mündlichen 
und schriftlichen Gebrauch gelegt wird. 

:'.'». Als fernere Besserung des fremdsprachlichen Unterrichts auf der 
Universität möchte sich empfehlen, die Zulassung von Abiturienten aus 



Miscellen. 2SR 

Realschulen zum Studium der neueren Philologie überall zu gestatten, 
wo sie jetzt noch nicht erlaubl ist; denn nur Schüler von Realschulen, 
wo auf neuere Sprachen die nötige Zeil und Sorgfalt verwendet wird, 
bringen auf die Universität genügende Vorkenntnisse mit, während <lie 
Schüler von Gymnasien, wenigstens soweit das Englischein Frage kommt, 

kaum mehr ;ils die Anfangsgründe kennen. 

31. Nur eine Umkehr von der verkehrten Richtung, welche das Stu- 
dium der neueren Sprachen unter der einseitigen Eerrschaft der histo- 
rischen Schule eingeschlagen hat, wird es ermöglichen, auf den Universi- 
täten tüchtige Lehrer für die Mittelschulen herauszubilden, Lehrer, welche 
die Sprache, in der sie unterrichten sollen, wirklich verstellen und be- 
herrschen, und sich nicht einbilden, dafs Wissenschaftlichkeil bestehen 
könne ohne Wissen. 



Ajfenschwanz. 

Tue question etymologique. 

J'avais pour maitre d'allemand ä Paris im vieux savanl ä barbe grise 
nui donnait des lejons dans les maisons d'eaucation des <\vw\ sexes ei se 
plaignait souvent avec un fort accent saxon d'avoir a enseigner la „pelle" 
langue de Goethe et de Schiller ä de jeunes Affenschwänze qui ne 
pensaient qu'ä s'amuser. Un jour dans nne rtSunion ou sc trouvaient une 
douzaine de ses Kleves, jeunes gens et jeunes filles, une grande espiegle 
aux dents Manches vinl sc planter devant Lui en riant et, ä la jubilation 
de toute la bände, lui demanda ce que c'6tai1 proprement qu'un Affen- 
schwanz ei d'oü venail ce vocable qu'elle ne trouvait pas dans son dic- 
tionnaire. Je vais vous „exbliquer" cela, repondit Le docteur Schmid. 
Et de smi air a la fois serieux et narquois, il nous raconta lliistoire 
snivante. 

Au commencement notre premier pere, Adam, avait une queue comme 
les singes, une helle queue longue e1 flexible, et il en <'tait tres content; 
majs. a sim grand regret, il devait bientöt la perdre, et voiei pourquoi. 
L'Eternel avait re*solu de terminer sa cre*ation par un chef-d'oeuvre, la 
femme. Or ce n'&ail pas d'une simple poignde de terre qu'il voulail la 
Former, il entendail donner ä l'homme une compagne qui tut la chair de 
sa chair ei les os de ses os. Et c'esl a ce dessein qu'il avail mis en rd- 
serve au corps d'Adam une piece, ä la rigueur, superflue et facile ä 
retrancher. 

Le raoment venu, l'Eternel cueillit cette queue et il en forma un 
joh petil ctiv ä figure humaine, qu'il prösenta ensuite ä l'homme en de- 
dommagement de son appendice favori. Malheureusemenl cette s<Sdui- 
sante erdature se ressentail un pen trop de sa premiere condition. Elle 
ne faisait que folätrer, frötiller, serpenter autour d'Adam et ne lui lais- 
Bai1 pas une niinute de repas ni de retlexion. Alors l'Eternel sc dit: 
.11 parait que nous n'avons pas choisi le bon moyen; une queue de 
singe ne fera jamais qu'une queue de singe, un Affenschwanz. Avec 
cette tolle. Adam ne parviendrait jamais ä rien. Si nons voulons qu'il 
devienne un homme serieux. il taut lui donner nne femme serieuse." 

El le jour meine Dieu tira de la poitrine de l'homme la femme qui 
devail 6tre la compagne de son coeur. 

Lorequ'elle tut achev<Se, le Crdateur la considera avec complaisance. 
i'ependant il n'.'iait pas encore entieremenl satisfail de son ceuvre, car il 
dit a l'ange Gabriel qui l'assistait: „Je voia bien qu'il faul s'y reprendre 
ä trois fois pour obtenir la femme parfaite. Contentons-nous provisoire- 
ment de celle-ci, ei remettons a d'autres temps la erdation de celle <pii 
sera la reine de la terre ei des cieux." 



234 . Misqellen. 

I'.n attendant, la posterite" des deus Eves, car dies porterent toutea 
deux le meme nom, se r6pandi1 sur [e monde, ej leura descendants s'en- 
trem&erent. Aujourd'hui ils sc sont si bien eonfondus, qu'il n'esl pas 
facile de les djstinguer les uns dos autres. II semble bien pourtanl que 
les (liuix. les hpns, les modestes, les dociles doivenl etre la progehiture 
de la seconde Eve, ne*e de la cöte d'Adam; tandie que les enfants de la 
premiere sunt evidemment les 6tourdis, les folätres, les frivoles, les rieurs 
et les rieuses, les moqueurs ei les moqueuses, peut-etre aussi les coquets 
et les coquettes, bref, tous ceüx ei toutes Celles que, oous autres alle-i 
mands, dous deagnons d'instincl de ce terme caracteristique Affen- 
BchwanZj queue de singe, lequel, vous le voyez, qous vienl directemenl 
du paradis terrestre." 

Je crois avoir In quelque pari que certams tabnudistes lacetieux ra- 
content aussi la cre*ation d'Eve (mais d'une Eve unique) au moyen d'un 
appendice caudal dont Adam aurait 6t& primitivemenl pourvu. Est-ce 
cette face*tie que mon docteur Schmid arrangeait ä sa mapiere pour la 
circonstance ? <>u bien aous a-t-il racont6, avec ses deus Eves, quelque 
vieux Schwank allemand? C'est im probleme dont je cherche la Solution. 

Charles Marellc 



Von „steifen" Getränken. 

Gewöhnlich heilst es, es habe in der englischen Marine im vorigen 
Jahrhundert einen alten Admiral Sir X. Grog gegeben, und nach diesem 
heüse das Gebräu aus Rum und Wasser —denn eigentlich ist nur dieses 
Grog — mit seinem Weltnamen. Allein dem ist nicht so. Nicht ein 
Admiral Sir X. Grog ist der Vater dieser Benennung, wohl aber ein Ad- 
miral Vernon, der wegen seines alten Mantels avis den: derzeitig beliebten 
dickfadigen Stoff Grogram (entstanden aus dem französischen gros grain) 
mit Spitznamen schlankweg old Groggy, nach Analogie von Freddv, 
Willy u. s. w., bei den Seeleuten hiefs. Old Groggy, auch old Grog ge- 
nannt, hatte die Eigenschaft, den Matrosen den Rum nicht unverfälscht, 
.sondern mit Wasser getauft verabfolgen zu lassen, und so übertrug man 
denn später den Spitznamen auch auf die Rationen Rum und nannte sie 
zuerst groggy Rum und schliefslich Grog. Noch ist Grog Rum und 
Wasser ohne Zucker in England und Amerika. Ein ..steiles- Glas Grog 
ist ebenfalls ein Ausdruck der Seeleute, die steif (stiff) von tüchtigen 
Stürmen und Winden sagen. Mit Zucker gemischt, heilst der Grog 
eigentlich Toddy, und der Name hat folgende Herkunft. Schottische 
Matrosen hatten in Indien den gegorenen süfsenlSaft der Palmyra- und 
anderer Palmarten mit Vorliebe getrunken, den man hindostanisch „täri" 
nennt; hatten nach ihrer Zurückkunft daheim dem altbekannten Grog 
Zucker zugesetzt und so ein ähnliches Getränk erzeugt, das sie in dem 
kälteren Klima heifs tranken, aber auch täri, tadi nannten, woraus dann 
schliefslich die Toddy geschriebene Bezeichnung entstanden ist. Ein alter 
Schotte, den ich befragte, wie viel Wasser man dem Rum oder besser 
Whiskey (aus Gerste gebrannt) zusetzen müsse, gab mir das folgende 
Rezept: nur so viel, um das Glas recht rein auszuwaschen und auszu- 
spülen! Vor dem Zubettegehen nennt man ein steifes (ilas Toddy eine 
..nightcap". Kunst- und „stil-gerecht kann der Toddy. oder was wir 
Grog nennen, eigentlich auch nur in Schottland gebraut werden. Ge- 
trunken zwar in allen kalten Ländern. Die drei Eigenschaften oder Ele- 
mente, die er besitzen soll, müssen nicht allein Whiskey (oder Ruin bester 
Art'. Wasser und Zucker, sondern auch ..hot, stiff and streng" -ein. 
Gleich dem Toddy oder süfsen (irog kommt der Punsch aus Hinter- 
indien, dem Namen nach. Eindustaniseh bedeutet ..pantsch" fünf, und 



Miscellen. 2B5 

fünf sind die Elemente, aus denen der Punsch zusammengesetzt werden 
soll: Arnk. Zucker, Wasser, Thee nnd Citrone. In Laubes „Karlsschüler", 
die um 1 TT" „spielen", spricht man von dem neumodischen Getränk, das 
„die Bande" trinkt; und um die letzte Hälfte des 18. Jährhunderts Lsl 
Punsch zurrst aufgekommen und beliebt geworden. Ein gar schönes Rezept : 
„Regentenpunsch", den A>'\- Regenl und spätere König Georg [V. von 
England „erfunden" hat, befindet sich in dem interessanten Kochbuch 
„Dainty Dishes" unseres früheren deutschen Gesandten Graf Münster. 

Grog, Toddy und Punsch werden heifs getrunken, Bischof und Kar- 
dinal kalt. Bischof bat ebenfalls einen engfischen Ursprung. In frühe- 
ren Zeiten pflegten die Bischöfe um die Vormittagszeit durch die Strafeen 
zu reiten, und die unten Hausfrauen liefen dann fluge hinaus, um sieh 
und die Kleinen bischöflich segnen zu lassen. Allein während dieser Zeit. 
60 erzählt man. brannte meistens die Milch auf dem Feuer an, und um 
den gestrengen Hausherren, die nicht daheim waren, später diesen an- 
gebrannten Geschmack zu verbergen, setzten die klugen Ehehälften der 
Milch irgend ein Gewürz zu. Die so angebrannte und verbesserte Milch 
aber nannte dann irgend ein Schalk „bishoped", und der Name wurde 
beimisch im Lande. Die Ehemänner ihrerseits machten «lies aber heim 
Weine nach, verbesserten den schlechten mit Gewürzen und nannten ihn 
auch „bishoped", das Getränk später kurzweg „bishop", Bischof, Ins ein 
Feinschmecker, der vielleicht seihst ein Bischof war. den wirklichen 
Bischof: Wein, Zucker, bittere Orangenschale (kein Wasser!), zum Wohle 
der Menschheit, der schwachen Magen und keuchhustenden Kinder erfand. 
Kardinal, ein Getränk, das wir jetzt meistens „Bowle", die Engländer 
..cup- nennen, soll aus Italien stammen und einen wirklichen Kardinal 
zum Erfinder halten. Es mui's aus vier Kardinal-Elementen bestehen, 
gleich den vier Kardinal-Tugenden: Klugheit, Gerechtigkeit, Mäfsigkeit, 

Stärke. Diese sind im Kardinal durch Wein. Champagner (in früheren 
Zeiten Sekt. d. h. ein starker süfser Wein, ähnlich dem Sherry), Zucker 
und Frucht (Ananas oder Pfirsich) vertreten, und männiglich kann die 
einzelnen „Tugenden" den einzelnen Bestandteilen zuerkennen, je nach 
Beliehen. Die „Mäfsigkeit" vertrete aber der Zucker, denn zu suis soll 
eine Bowle nie -ein. 

Alle hier genannten fünf Mischungen verlangen gute Zuthaten und 
einen [(ruien Vorkoster, der in der Zubereitung an die n ganymedisch< 
Kunst" streift! 



Be r ic h t ig >> n g. 

Bd. LXXV, S. 348, Zeile „' I v. u. mufs es heifsen ..Spielgesell 1 - etatt 
.Spielgestell" i 



Bibliographischer Anzeiger. 



All gern ei n es. 

G. Gröber, Grundrifs der romanischen Philologie, unter Mitwirkung von 
25 Fachgenosseu herausgegeben. (Strafsburg, Trübner.) I Mk. 

Cur! Schäfer, Die vermittelnde Methode; Ein Vorschlag zur Beform 
des franz. Sprachunterrichts. (Berlin, Winckelmann.) 

F. Kern. Deutsche Dramen als Schullektüre. (Berlin, Nicolai.) 80 Pf. 

Hauber, Der deutsche Aufsatz im oberen Gvmnasium. Ein Vortrag. 
(Tübingen. Fues.) 10 Pf. 

Gramm ati k. 

H. Estienne, Deux dialogues du nouveau langage francois italianise' e1 
autremenl desguis6, principalement entre les courtisans de ce temps. 
A.vec uotes p. Ristelhuber. (Paris, Lemerre.) 20 Mk. 

A. Bachmann, Beiträge zur Geschichte der schweizerischen Guttural- 
laute. (Zürich, Dissert.) 

P. Kaufmann, Die Geschichte des konsonantischen Auslauts im Fran- 
zösischen. (Freiburg, Dissert.) 

E. Lotz, Auslassung, Wiederholung und Stellvertretung im Altfranzö- 
sischen. (Marburg, Dissert.) 

A. Sturmfels, Der altfranz. Vokalismus im Mittelenglischen bis zum 
Jahre 1 100. (Giefsen, Dissert.) 

0. Jäger, Die Kiemente der französ. Lautlehre. (Kannstadt, Bosheuyer.) 

30 Pf. 

E. Wetzel, Die englische Orthographie. Line kurze Darstellung ihrer 
Entwickelung seil Erfindung der Buchdruckerkunst. (Berlin, Gärtner.) 

1 Mk. 

Lexikographie. 

A. Thomas, Etymologisches Wörterbuch geographischer Namen, nament- 
lich solcher aus dem Bereiche der Schulgeographie. (Breslau, Eirt.) 

:: Mk. 

N. Quellien, L'argol <\<-" nomades en Basse-Brdtagne. (Paris, Maison- 
neuve. i 2 fr. 

Encyclopsedic Dictionary: A uew and original work of reference to all 
the works in the English language. ■"> Part. (London. Cassell.) 

W. Barnes, A glossary of the Dorsei Dialect. (London, Trübner.) 



Bibliographischer Anzeiger. 237 

Litterat ur. 

F. Peters, Der Satzbau im Beliand in seiner Bedeutung für Entschei- 
dung der Frage, ob Volksgedicht oder Kunstgedicht. (Schwerin, Stiller.) 

I Mk. 

D. Jacoby, Georg Macropsedius. Ein Beitrag zur Litteraturgeschichte 
des 16. Jahrhunderts. (Berlin, Gärtner.) 1 .Mk. 

P. Krüger, „Lenaus Albigenser" und die Quellenschriften. (Berlin, 

Gärtner.) I Mk. 

H. Düntzer, Abhandlungen zu Goethes Leben und Wirken. 2 Bände. 

(Leipzig, Wartig.) 
Erich Schmidt, Lessing, Geschichte seines Lebens und seiner Schriften. 

(Berlin, Weidmann.) 5 Mk. 

K. Tomaschek, Schillers Wallenstein. (Wien, Gerold.) 80 Pf. 

F. Schuhmacher, Zur Syntax Rustebuef. (Kiel, Lipsius & lischer.) 

1 Mk. 60 Pf. 
J. Trede, Les trouveres et Leurs exhortations ' aux croisades. (Leipzig, 

llinrichs.), 1 Mk. 

E. Droz, Etüde sur le seepticisme de Pascal, consideree dans Le livre 
des Pensees. I Paris, Alcan.) 7 fr. ">(» c. 

Camille Chabaneau, Les biographies des Troubadours en langue pro- 
veneale. (Toulouse, E. Privat.) 

( '. Chabaneau, Sur la langue romane du midi de la France OU le 
l'niveucal. (Toulouse, F. Privat.) 

I '. Ch abanea u , Origine et Etablissement de L'Acadömie >U-^ jeux Floraux. 
(Toulouse, F. Privat.) 

A. .Mahn, Kommentar zu Girartz de RossUho. 1. Lfrg. (Berlin, Dümm- 
ler.) „ 1 Mk. 

H. Günther, Über die Ausdrucksweise des altfranzösischen Kunst- 
romans. (Halle, Dissert.) 

F. Kluge, Über die von Samson de Xantuil benutzten Werke. (Halle, 
Dissert.) 

(i. Monval, Uecueil sur la mort de Mbliere. iParis, Librairie des biblio- 
philes.) :» fr. 50 c. 

Aug. Baluffe, Moliere Lnconnu. Sa vie. T. I. 1622—1646. (Paris, 
Didier.) :', fr. 50 C 

Altfranzösische Dramen im deutschen.Gewande. (Wien,Manz.) 1 Mk.20Pf. 

A. Barbou, La vie de Victor Hugo. (Paris, Marpon et Flammarion.) 

t: fr. 50 c. 

Shakespeare's Tragedy of Hamlet. Ed. with ootes by Sprague. (Chi- 
cago, Winehell.j 2 Mk. 

Shakespeare's Merry wives of Windsor. Ed. withnotesby H. B. Wheatly, 
I London, Bell & Sono 7 s. <l d. 

H i 1 f s 1) ü c h e r. 

F. Schnitz, Meditationen. Eine Sammlung von Entwürfen zu Be- 
sprechungen und Aufgaben für den deutschen Unterricht in den oberen 
Klassen höherer Lehranstalten. (Dessau, Baumann.) 3 Mk. 

E. Nieinever. Deutsche Aufsatz-Eni w iirfc (Berlin, Friedberg & Mode.i 

3 Mk. 

H. Fromme, Dispositionen zu deutscheu Aufsätzen. (Essen, Bädeker.) 

1 Mk. 50 Pf. 

H. Seeger, Französische Schulgrammatik. L und IL Teil. (Wismar, 
HinstorrL) 2 Mk. 10 Pf. 

Curt Schäfer. Elementarbuch für den franz. Sprachunterricht. (Berlin, 
Winckehnann.) 



238 Bibliographischer Anzeiger. 

Rahii, Lehrbuch der Iran/. Sprache für höhere Mädchenschulen. (Leipzig, 
Fues.) I Mk. ÜÜ IM. 

K. Kaiser , i'recis de i'histoiiv de la litteraturc. (Jena, Schultz.) I Mk.60 Pf. 

A. Hoppe, Lehrbuch der englischen Sprache für Schulen. 1. 2. Aufl. 
( Berlin, Langenscheidt.) 2 Mk. In Pf. 

Students 5 Tauchnitz Editiohs. 
Thomas Carlyle, The Reign of Terror (French Revolution). Von Dr. Lud- 
wig Herr ig. 1 Mk. 
Karl Stanhqpe (Lord Riahon), Chas. Edward Stuart (History of England). 

Von Dr. K r u m in a c h er. 1 ' Mk. 20 Pf. 

Bulwer (Lord Lytton), The Lady of Lyons. Von Dr. Fritz Bischoff. 

.Mi Pf. 
Lord Tennyson, Enoch A.rden and other Poems. Von Dr. ATbert Ba- 

ma n n. Tu Pf. 

George Eliot, The Mill on fche Flöss. Von Dr. IL Esaac-Conrad. 

I Mk. 7m Pf. 
Bret Harte, Tales of the Argonauts. Von Dr. Tanger. I Mk. In Pf. 
Sir Walter Scott, The Talisman. Von Dr. Dresse! I Mk. 60 Pf. 

Sir Walter Scott, Tales of a Grandfather. Von Dr. Löschhorn. I. und 

II. Serie. 
\V. M. Thaekerav, Samuel Titmarsh and the irreal Hoggartv Diamond. 

Von G e o r g e B o y 1 e. " 1 Mk. 20 Pf. 



An die 

Lehrer der neueren Sprachen in Deutschland. 



Ein frischer Hauch gebt durch die Lehrerwelt, nach allen Richtungen 
hin zeigt sich ein reges Yorwärtsstrebcn. Von den Lelirern der netteren 
Sprachen insbesondere ist seit einigen Jahren am lebhaftesten die Be- 
wegung gefördert, welche mit den veralteten Einrichtungen und verjährten 
Vorurteilen, die gegenwartig noch unsere höheren Lehranstalten beherr- 
schen, zum Heile des deutschen Volkes aufräumen möchte Aber noch 
mangelt es an durchgreifender Ebereinstimmung aller Berufsgenossen 
über Umfang und Ziel dieser Reform, noch stellen sich derselben von 
aul'sen schwer zu besiegende Hindernisse in grol'ser Zahl entgegen. Des- 
halb thut es not, dafs alle, die Mut und Lust besitzen zum Vorwärts- 
streben, sich zusammenthun zu gemeinsamer Beratung über die schwe- 
benden methodischen und pädagogischen Fragen, über Mittel und Wege 
zur Anbahnung einer vernünftigen Weiterentwickelung des Sprachunter- 
richts, über die Möglichkeit und die etwaige Form einer wenn auch nur 
losen Verbindung aller Lehrer der neueren Sprachen in Deutschland. 
Zu dem Zwecke erlaubt sich der Verein für neuere Sprachen vu Hannover, 
der über 90 in Norddeutschland verbreitet wohnende Schulmänner zu 
.-einen Mitgliedern zählt, alle neuphüologischen Herren Kollegen tu einer 
Qesamtverevnigung vorläufig auf den /.. 5. und 6. Oktober d. •/. nach Han- 
nover ergebenst einzuladen. 

Als Zweck dieser Zusammenkunft erlaubt >ich der Verein vorzu- 
schlagen : 

li Beratung über einen wen/n auch nur losen Verband aller Lehrer der 
neueren Sprachen in Deutschland, 

■_' i "Besprechung wissenschaftlicher und besonders methodischer und päda- 
gogischer Fragen auf dem Gebiete der neueren Sprachen, und 

::i Pflege geselligen Verkehrs durch gemeinschaftliche Tafel Kommers, 
Theater und Ausflüge. 

I in die Kosten der Vorbereitung zu diesem Vereinstag zu decken, 
wird jeder, der Teilnehmer an dieser Bewegung werden will, aufgefordert, 



240 An die Lehrer der neueren Sprachen in Deutsehland. 

an den mitunterzeichneten Oberlehrer .1. Ey (Hannover, Kornerstrafse 26) 
eine Mark in Briefmarken einzusenden, wofür er die bezüglichen Schrift- 
stücke, wie Einladungsschreiben, Festprogramme und den Bericht über 
den Verlauf der Verhandlungen erhalten wird, auch dann, wenn er nicht 
persönlich erscheinen kann. Jeder Teilnehmer wird auch freundlichst er- 
sucht, Vorträge anzumelden oder Vorschläge einzureichen, die geeignet 
sind, das Unternehmen zu fördern und den Ausschufs bei seinen vor- 
bereitenden Arbeiten zu leiten. 

Gleichzeitig mit diesem Aufruf an die Schulmänner wird von den 
Herren Professoren Di'. Stengel und Dr. Vietor aus Marburg eine Auf- 
forderung an die Herren Universitätslehrer ergehen, dem Neuphilologen- 
tag beizuwohnen, und wir hegen die Hoffnung, dafs die Universität ihre 
freundliche Teilnahme nicht versagen wird. 

Möge dieser Aufruf, tlvv die Vertreter der neueren Sprachen zum 
Besten der Heimle und Wissenschaft vereinen will, in ganz Deutschland 
eine freundliche und zustimmende Aufnahme finden! 

Der Ausschufs des Vereins für neuere Sprachen 

zu Hannover. 



Zu Scotts Lady of the Lake. 



i. 

'Tis James of Douglas, by Saint Serie! 
The imcle of the banished Earl. 

C. v, St. 19. 

Der bekannte Kritiker Jeffrey bemerkte zu dieser Stelle 
bald nach dein Erseheinen des Gedichtes: „The king himself 
(welcher obige Worte spricht) is in such distress Cor a rhyrae as 
to be obliged to apply to one of the obscurest saints in the 
calendar." Von den mir bekannten Erklärern hat keiner ver- 
mocht oder für nötig gehalten, über eine Persönlichkeit, die für 
einen Jeffrey „obskur" war, etwas zu ermitteln. Die meisten 
wiederholen lediglich obige Bemerkung ganz oder auszugsweise; 
R, \Y. Taylor in seiner sonst trefflichen Ausgabe mit dem tadeln- 
den Zusatz: „YVe have already noticed instances of this haste 
in the present canto." Doch da Scott (nach Blacks Ausgabe) 
ursprünglich geschrieben hatte: „by my word — the uncle of 
the banished Lord", so kann die mit Überlegung gemachte Än- 
derung, wodurch St. Serie eingeführt wurde, nicht gerade eine 
Folge der Eile gewesen sein. Freilich würde Scott gut gethan 
haben, diesem Namen, wie so manchem dunkleren Punkte, eine 
Anmerkung zu widmen. Da er es nicht gethan, so weils auch 
Chambers noch Ins:; nichts anzugeben als „an obscure saint, of 
whom nothing is known", und der neueste Erklärer Thiergen 
Bagi L885: ..ein ganz obskurer Heiliger, von dem nichts bekannt 

ist und der wohl mir des Keime- auf earl wegen VOM Scott ge- 
wählt ist." 

Ar.l.iv f. ... Sprachen. I.KXYI. L6 



242 Zu Scotts Lady of the Lake. 

Inzwischen war es mir jedoch unter Mitwirkung eines 
Freundes gelungen, in meiner Ausgabe (1884) die fragliche Per- 
sönlichkeit festzustellen. In der „Yic des Saints" von P. Guy 
(Paris) findet sich „Serie" unter dem 3. März mit dem Titel Abt 
von Gloucester; und in den Acta Sanctorum, Martii Tom. I, 
p. 221 steht Folgendes: „Gerlo sive Serlo Abbas Glocestriae 
memoratur a Menardo et Bueelino in Martyrologiis Benedictinis, 
et Beatus appellatur. Laudatur a Malmesburiensi lil>. 5 de 
Gestis Regum Anglorum, et Hb. 4 de Pontificibus Anglis, et in 
Monastico Anglieano pag. 110, übi dicitur quinto Nonas Martii 
1101 e vita excessisse, nullo Beati titulo addito: omissus etiam 
in Martyrologio Anglieano." Es ist ja nicht unmöglich, dafs es 
noch einen zweiten St. Serie gegeben hat; aber bis er sich findet, 
darf man annehmen, dafs Scott diesen gemeint hat. Er konnte 
den Namen in William von Malmesbury gefunden haben, und 
durfte unterstellen, dafs Jakob V. etwas von ihm wufste. 



IL 

C. VI, St. 14. Dermid's race. Wird gleichfalls (soviel mir 
bekannt ist) von keiner Ausgabe aufser der meinigen erklärt; 
denn Ahns Anmerkung: „Dermid's race: the children of the 
mist", l kann nicht für eine Erklärimg gelten. Es ist, wie aus 
der „History of the Clan Campbell" (Glasgow 1871) hervorgeht, 
die englische Übersetzung des gälischen „Sliochd Dhairmaid'', 
einer alten Benennung der Campbeils. Aus genanntem Buche 
wurde mir folgender Auszug mitgeteilt: Diarmid Mac Duibhn, 
the grandsou of Duibhn. From him the Campbells are called 
„Sliochd Dhairmaid." His son Malcolm went to Normandy 
where he married the heiress of Beauchamp or Campusbellus, 
niece to William the Conqueror, Duke of Normandy. — Gilles- 
picus, second son of Malcolm, paid a visit to Scotland, married 
lüs cousiu, the representative of the clan Mac Dnibhn, and re- 
mained there. He Avas the first Campbell and died about 1090. 
- The Latin language bemg more prevalent in Scotland than 
the French, the surname Beauchani]) was translated Campusbellus 
and Gillespicus called Campbellns. The whole clan assumed the 
name in courtesy to their chief. 



Zu Scotts Lady of the Lake. 243 

S. auch Roh Roy eh. 29, wo Slioch-nan-Diarmid durch das 
vorhergehende Campbell erklärt wird, und Macaulay, Hist. VII, 5 
Tauch., wo the hostile rate of Diarmid ebenso leicht verständ- 
lich ist. 

III. 

C. II, St. 23. Thongh the waned crescent owned my might. 
Einige Erklärer sagen, der Halbmond sei das Wappen der Fa- 
milie Percy gewesen und beziehen ..waned" auf einen Sieg der 
Douglas über die Percy. Aber erstens sieht man aus englischen 
Wappenbüchern, dafs nicht das eigentliche Wappen der Percy 
(Northumberland), sondern nur die Helmzier (erest) einen Halb- 
mond aufweist, und zwar nur als zweites Zeiehen neben einem 
liegenden Löwen; nur bei einem Northumberland, welcher nieht 
ein Percy war, findet sich ein Andreaskreuz mit einem Halbmond 
in der Mitte als Wappenschild. Zweitens fällt die Besiegung des 
Percy Hotspur durch einen Douglas (bloody field), wobei die 
Fahne (Norman pennon) erbeutet wurde, ins Jahr 1388 (Schlacht 
bei Otterburn). Da die Zeit unseres Gedichtes etwa 150 Jahre 
später fällt, so kann i\rv Douglas, der hiervon sieh spricht, nicht 
an jenem Kampfe, welcher noch dazu für beide Teile „perfectly 
useless" war (Taylor), teilgenommen haben und nicht mit Bezug 
darauf sagen: the crescent owned my might. Drittens: Scott 
braucht an anderer Stelle crescent in Verbindung mit to wane 
vom Islam, und zwar von dessen Zurückdrängung in Spanien: 
Before the Gross has waned the Crescenfs ray, Vision of Don 
Roderick St. 27. Ferner erzählt er, dafs Archibald Bell-the-Cat 
(der Grofsvater (\c> von Jakob V. verbannten Angus) gegen die 
Sarazenen und Türken gekämpft habe, Marmion VI, 10. An 
diesen Kämpfen konnte unser Douglas, ein erdichteter Oheim 
jenes Angus, also Solm jenes Archibald, als Begleiter des letzte- 
ren teilgenommen haben. Die Worte „though the waned crescent 
owned my might" wollen demnach sagen: Obwohl die besiegten 

Sarazenen meine Macht oder Krall gefühlt und anerkannt hatten. 

Wenn übrigens Acr neueste Erklärer zu II, lö bemerkt: 
„Hotspur Heilssporn, Beiname Heinrichs IV. (Bolingbroke)", bo 
i-t dies wohl nur ein lapsus ealami, da ihm, wenn nicht aus der 
englischen Geschichte, doch aus seinem Shakespeare (1 BenrylV.) 

der wirkliche Sachverhalt ohne Zweifel bekannt war. 



24 i Zu Scott.- Lady of the Lake 

IV. 
For of hi.s clan, in hall and bower 
Young Malcolm Grseme was held the flower. 

c. II, st. c. 

D. h. entweder: in der Männerhalle und im Damenzimmer, 
oder, wie W. Wagner und andere wollen: in Schlols und Hütte, 
bei Vornehmen und Geringen (gaU er für die Blume seines 
Stammes). Welche Erklärung ist vorzuziehen? 

Hall ist zunächst der Speise-, Fest- oder Versammlungssaal, 
die „Halle", iu England im Mittelalter meist gotisch, kirchenartag 
gebaut. Dann steht es aber auch als wichtigster Teil, synek- 
dochisch für das ganze Herrenhaus oder Schlols, besonders wenn 
dieses nicht befestigt ist. Scott braucht das Wort in beiden Be- 
deutungen in Rokeby: 1) in Rokeby hall the cups were till'd, 
IV, 7; Rokeby's hospitable hall, ELT, 21; when revelTd loud the 
feudal rout, and the arch'd halls returri'd their shout, II, 8, vgl. 
Last Minst, VI, 26 hall als Teil vou Castle. So pass 1 hostel, 
hall and grange, Tenuys. Galahad. The most ungentle knight in 
Arthur's hall, Gareth. Damen in der hall: entering ... the 
dusky rafter'd many-cobweb'd hall, he found an ancient dame ... 
and near her ... moved ... her daughter, Geraint. (Diese Halle 
diente jedoch auch for kitchen, ib.) 2) The moat is ruinous and 
dry ... and all the fortress turn'd to peaceful Hall, V, 8; when 
first of all Redmond O'Neale saw Rokeby-hall, VI, 3; next morn- 
ing all in Littlecot Hall were weeping, V, 27; By Rokeby-hall 
she takes her lair HI, 25; The ... lawn he reach'd ... where ... 
the ancient Hall before him lay, V, 3. Daneben Rokeby Castle 
III, 19. 20, Rokeby-house HI, 27. Auch Rokeby 's halls im 
Plural V, 33, vgl. Branksome Hall neben Branksome tower, Last 
Minst. VI, 27. 1,1. (Auders HI, 11!) Locksly Hall bei Tenny- 
son. ... sorrow darkens hamlet and hall, Tenn., Death of WelL 
... here on the landward side, by a red rock, glimmers the Hall; 
and up in the high Hall-garden (Schloßgarten) I see her pass, 
Maud TV, 2. Zuweilen ist nicht ganz deutlieh, in welchem 
Sinne hall steht, doch möchte der erstere anzunehmen sein in 
She watch'd the line of Windows tall, whose Gothic lattice lights 
the hall, Rokeby V, 81; diese Fenster erscheinen paly ved, weil 
Lampen in der Halle brennen, während es von den übrigen 






Zu Scott.- Lady of thc Lake. 245 

Fenstern des Schlosses heilst: all beside in wan moonlight eaeh 
grated casement glimmernd white. So wohl auch in V, 35. 37. 

Andererseits kann bower /war Hütte bedeuten, kommt aber 
so bei Scott äufserst selten vor: Thc mhistrers lowly bower, a simple 
lmt, Last Minst. VI, Ende; doch bedurfte es des Attributs lowly 
und der Apposition a simple hut, um die Dürftigkeit der Woh- 
nung auszudrücken; ein Beweis, dafs dieser Begriff in bower an 
sich nicht liegt. Wenn ein Blockhaus rustic, sylvan bower ge- 
nannt wird (L. Lake I, 25; II, 35), so kommt auch hier alles 
auf die Adjektive an, denn dasselbe Blockhaus heilst auch sylvan 
hall, I, 27. Zuweilen ist bower so viel als Chamber: My nianors, 
halls, and bowers, shall still be open to my sovereign's will, 
Mann. VT, l'>; Windsor's green glades, and courtly bowers (man 
beachte auch hier die Wichtigkeit des Adjektivs), Last M. VI, 15. 
Besonders häufig vom Wohnzimmer einer Frau: the lady had 
gone to her secret bower, Last M. I, 1. 12. In that soft vale, 
a ladv's bower, L. Lake I, 15. Please you, mcanwhile, in fitting 
bower, repose you, VI, 10. In Last M. III, 11 im Gegensatz 
zu hall (instruktiv): He led him into Branksome hall, before the 
beards of the warders all ... He took him to Lord Davids 
tower, even to the Lady e 's secret bower. Ebenso Tennyson : 
Thcn fled she to her inmost bower, Godiva; make her a bower 
all of flowers, Window; and out of bower and casement shyly 
glanced eyes of pure women, Gareth & L. (Kurz vorher: and 
ever and anon a knight would pass out ward, or inward to the 
hall; und nachher: Then into hall Gareth ascending ...) 

In einem Abschnitt „Life in Saxon England" von Collier, 
abgedruckt in Saures englischem Lesebuch- (näheren Nachweis 
über den Verfasser und das Werk vermag ich nicht beizubrin- 
gen), liest man: The central picture in Old English life ... was 
Noon-Meat, or dinner in the great hall. ... The chief and all 
his household ... met in the hall, which stood in the centre of 
ite encircling bowers — the principal apartment of every < )ld 
English house. — Froni the not of the hall the ladies escaped 
to the bower, where they reigned ßupreme ... when in later days 
supper came into fashion, the round table of the bower was 
usuallv Bpread for evening-food ... 

Es schien mir nicht ohne Interesse, den Sprachgebrauch 



246 Zu Scotts Lady of fche Lake. 

einer Reihe von Dichtem in Bezug auf das Wort bower zu 
ermitteln. Die Erklärung der vorliegenden Stelle bei Scott, ob- 
wohl schon jetzt nicht schmerig, mag erst nach dieser Citaten- 
sammlung folgen. 

Chaucer: 1) I shall at cockes crow ful prively go knorke 
al his window, that stant l'nl low upon Ins boures wall, 3*665 f. 
(Müleres tale). 

2) Fnl many a maide bright in bour, 13672 (Sire Thopas). 

3) All was of stone of berile, both thc eastell and the fcoure, 
and eke the hall, and every boure, House of Farne III, 93 f. 

4) O cruell day ... accursed be thy Coming hito Troie, for 
every bowre hath orie of thy bright eyen, Troilus III, 1451 f. 

5) Fnl sooty was hire boure, and eke hire halle, scherzhaft 
für Schlaf- und Wohnzimmer, Teile eines ärmlichen Hauses 
(narwe cotage, cote), Nonnes preestes tale p. 128. (Vgl. Both 
hall and chambres, Clerkes tale II. - - Whan that ye ben in 
chambre out of this halle, March. tale 9796.) 

6) There säte I downe among the faire flours | And saw 
the birds trip out of hir bours, Cuckow and Xightingale 
p. 434. 

Sonstige Stellen habe ich nicht gefunden. 

Weit häufiger ist bower bei Spenser, und zwar in folgen- 
den Bedeutungen : 

1) Schlafzimmer : The royal virgin . . . rising forth out of her 
baser bowre, lookt for her knight, F. Q. I, 2, 7. 

That troublous Dreame gan freshly tosse his braine with 
bowres, and beds, aud ladies deare delight, I, 1, 55. 

The woods, the nymphes, my bowres, my midwives, weare, 
H, 1, 53; d. h. der Wald war mein Schlafzimmer, die Nymphen 
meine Hebammen. 

The gyaunt ... in haste came rushing forth from inner 
bowre (wo er with his Duessa dalliaunce fownd), I, 8, 5. Long 
waxen torches weren light untp their bowres to guyden every 
guest, IU, 1, 58. 

Her fcarfull feete towards the bowre she nmv'd (wo Brito- 
martis schhef), III, 1, 59. 



Zu Scotts Lady of the Lake. 247 

My delight (sagl Venus) is all in ioyfulnesse, in beds, in 
bowres, in blanckets, and in feasts, III, 6, 21. 

Th'old man ... besought them to go to rest. So all unto 
their bowres were brought, ITI, 9, 53. 

Thns passing th'evening well, tili time of rest, then Brito- 
niart unto a bowre was brought, V, 6, 23. 

All the meades ädernd with dainty gemmes fit to decke 
maydens bowres, and to crowne their paramours againsi the bry- 
dale day, Prothalam. 14 f. — Flowers to deck the bridal bowers. 
Epithal. 46 f. Now bring the bryde into the brydall Low res, 
ib. 299. 

Flowres ... for damzels fit to deck their lovers bowres, 
Sonn. 64. Go visit her, in her chaste bowre of rest, Sonn. 83. 

2) Prächtiges Zimmer, besonders für Damen; Gemach, Woh- 
nung: A stately pallace ... and goodly galleries ... füll of faire 
windowes and deüghtful bowres, F. Q. 1,4, 4. Frbm high princes 
Qourtes, or ladies bowres II, 2, 15. Plutoes balefull bowres, I, 
5, 14. When Orpheus did recoure Ins leman from the Stygian 
princes bonre, TV, 10, 58. From the darksom bowre of Herebus, 
Gnat 40. (Vgl. ohne merklichen Unterschied Proteus hall, F. Q. 
IV, 1 1, Anfang; begot in Daemogorgons hall, I, 5, 22.) Die Woh- 
nung der Zauberin Acrasia: it hight the Bowre of Bliss (vgl. 
fayre bosomej ... the bowre of blisse, Sonn. 76), F. Q. II, 1, 51. 
II, 5, 27. DI, 12, 42 (framed of precious yvory 44); 69; that 
heavenly towre that God hath built for his owu blessed bowre, 
II, 9, 47. Venus having lost her little sonne ... who ... left 
her blisfiül bowre of ioy above, DU, 6, 11; dafür her heavenly 
kons 12. 

The same (girdle) she (Venus) ... left behind her in her 
secrel bowre on Acidalian mount, IV, 5, 5. The dwarf cald at 
the doore ... to come forthwith unto his ladies bowre, IV, 8, 59. 
There di<l he find in her delitious bonre the faire Pseana playing 
on a rote, IV, 9, 6. Being returned to his tnothers bowre, 1\'. 
1l', l!» (<lie Mutter isl die Meernymphe Cymodoce). Faire Cyn- 
thiaa ßilver bower, Mutabilitie VI, 18. It was the month, in 
which tli<- righteous maide, thal Eor disdaine of sinfull worlds 
upbraide fled back t<» heaven, whence she was firsl coneeived, 
into her silver bowre tlie -im reeeived, Mother Hubberds T. An- 



248 Zu Scotts Lady of tlie Lake. 

fang. Where ye in Venus silver bowre were bred, Tears «»f 
the Muses 362. All her body like a pallace fayre, ascending \\\\ 
with manv a stately stayre, to honors seat and chastities sweet 
bowre, Epithal. 178 f. Lacking my love, ... I seek her bowre 
with her late presence deckt; yet aor in field aor bowre I <';ui 
her l'vml; yet field and bowre are füll of her aspect, Sonn. 7<s. 
Come forth ye nymphs ... forsake your watry bowres, forsake 
your mossy caves, Thestylis 1. 

3) Laube: Im Garten der Venus from a close bower this 
dainty musique floVd, Britt. [da II, 5. No to the bower he 
sent liis theevish eyes, ib. III, 1. A pleasant bowre, bestehend 
ans high palme-trees, Gnat 24. And then all living wights, soone 
as they see the spring breake forth out of liis lusty bowres, 
F. Q. IV, 11, 45. Sweet bowres of niyrtel twigs and lawrel 
faire, Death of Sidney 71. 

4) Nest: Onely these marishes and niyrie bogs, in which the 
fearfull ewftes do build their bowres, F. Q. V, K>, 23. Trees ... 
spredding pavilions for the birds to bowre (Verbum denominati vum : 
nisten), VI, 10, 6. 

'Vgl. noch: And thether also came in open sight fayre Flori- 
mell into the common hall, F. Q. V, 3, 14. 

A stately hall, wherein were many tables fayre dispred, II, 
9, 27. 

Hall als Teil von castle auch VI, 1, 24. VI, 6, L9. 

Rural cottages III, 6, 15 (in dieser Bedeutung nicht bower). 

Bei Shakespeare scheint bower, nach A. Schmidts Lexi- 
kon, nicht häufig vorzukommen. Schmidt giebt folgende Bedeu- 
tungen und Belege: 

1) an arbour: and bid her steal into the pleached bower, 
where honeysuckles ... forbid the sun to enter; M. Ado III, 1,7. 
Come, wait lipon him; lead bim to my bower (sagt Titania), 
Mids. III, 1, 202. Near to her (Titania's) close and consecrated 
bower, ib. III, 2, 7. To bear him to my bower in fairy land, 
I\ T , 1, 66. Away before me to sweet beds of flowers; love- 
thoughte lie rieh, when canopied with bowers, Tw. N. I. 1, 11. 
Ditties highly pcnn'd, sung by a fair queen in a summer's bower, 
1 Henry IV IU, 1, 210. 



Zu Scotts Lady of the Lake. 249 

2) a pleasant habitation: thou hadsl rather f ollow thine enemy 
in a fiery gulf, than Satter him in a bower, Cor. 1H, 2, 92. Sweet 
beauty has do name, no holy b., Sonn. 127,7 (andere Lesart: hour). 

I);i die Belegstellen bei Schmidi in der Regel vollzählig an- 
geführt sind, so habe ich nach weiteren nicht gesucht. I >ie Be- 
deutung (dürftige) Hütte scheint demnach ganz zu fehlen. 

Auch Milton bietet nicht viele Belege. Die Bedeutungen 
Laube und Schlafgemach verbinden sich hier: 

1) hand in hand alone they passed on to their blissfull I). 
... the roof of thickest covert was inwoven shade laurel and 
mvrtle, and what higher grew of firm and fragrant leaf, Par. L. 
IV, p. 79 (Lond. Duodezausg. o. J.). 2) Thee lastly, nnptial l>. ! 
by nie adorned with what t<> sight or smell was sweet, XI, p. 219. 
3) Adain to the b., where Eve lay sleeping, ran before, XII 
(vgl. with verdaut roof imboweredj IX, p. 183). 

Von Dryden habe ich uur die Virgilübersetzung durch- 
gesehen. In dieser ist bower selten. 

1 ) And happy too is he who decks the bow'rs | Of sylvans, 
and adores the rural poWrs, Georg II, 493 (Verszahl nach dem 
Original, in welchem übrigens ein Äquivalent für bowers hier 
fehlt). 

2) Mine is Cythera, mine the Cyprian tow'rs: | In those re- 
cesses, and those siered how'rs | Obscurely let him rest, Aa\. X, 
51. 52 (celsa Paphus atque Cythera Idaliseque domus). 

3) A lovely flWr uew cropt by virgin hands, to deck the 
l>ow'i\ JEn. XI, 68 (virgineo demessum pollice florem j todeck etc. 
nicht im Original). , 

In der ersten Stelle dürfte bower Baumgruppe, vielleicht 
auch Grotte, in der zweiten heiliger Ilain oder Tempel, in der 
dritten Wohnzimmer bedeuten; Bütte, Bauernhaus in diesem 
Werke nirgends: Dryden sagl A:\\'üv a country cottage, Georg. 
II, 185 (rura); homely cots, üEn. I\ T , ltil (teeta). Aber auch 
in den anderen Bedeutungen braucht er oft, je nachdem: t)grove, 
Bacred shades, sylvan Bhades (Georg. II, 328. dSn. VII, 104. 
IX. in;,.. 2) apartment, .V.u. \'II, 343 (limen); bed, z. B. nnp- 
tial 1»., .Kn. II, 503 (thalamii, Bafiron 1>., IV, 585 (croceum cu- 



250 Zu Scotts Lady of the Lake. 

Wild, VlLL, 370 ) auch ivorv bed, LV,392, wo marmoreo thalamo 

unzweifelhaft das Schlafzimmer, nicht das Bett bedeutet; embrace 
HT, 324 (cubile). 

Folgende Stellen finden sich bei Pope (ich eitiere nach der 
Ausgabe von 1751, die Hias nach der Ausg. von Koutledge o. J.): 

1) Now rise, and haste to yonder woodbine bow'rs, Last. I, 97. 

2) The Naiads wept in ev'ry watrv boVr, Past. LT, 7. 

3) O were I made by some transforming pow'r | The cap- 
tive bird that sings within thy bow'r, ib. 46. 

4) When swaius from sheering seek their nightly bow'rs, ib. 64. 

5) There while you rest in Amaranthine boVrSj IV, 73; cf. 
Cecil. V, 75 und das Citat Young 1. 

6) I come, I corae! prepare your roseate boVrs, | Celestial 
palms, and ever-blooming floVrs, Eloisa 313. 

7) ... hüls, and plains, and shady boVrs, Thebais I, 287. 

8) Here Aniphitrite sails thro' myrtle bow'rs, Mor. Ess. TV, 1 2.'}. 

9) Insects ... that ... in gather'd swarms Surround the rural 
boAvers, Iliad IL (Routledge). 

10) His (Jove's) Idasan bower, II. VIII. (Vgl. th'Olvmpian 
hall, XV.) 

11) The queen (Juno) assents, and from the infernal bowers 
Invokes the sable subtartarean powers, IL XLV (vgl. Pluto's 
dreary hall, ib.). 

12) Not one was absent, not a rural power, j That haunts the 
verdant gloom, or rosy bower, II. XX. 

13) Now boast no more in yon celestial bower, H. XXI. 

14) And where in shade of consecrated bowers | Thy altars 
stand ..., 14. XXHI. 

Wir haben hier also folgende Bedeutungen: 

a) Laube, leafy recess: 1. 5. 6. 7. 8. 12. 14. 

b) (pleasant) habitation: 2. 10. 11. 13. 

c) Schlaf zinnner : 4. 

d) Bauernhaus, Hütte: 9. 

In 3 kann bower mit Hütte oder Zimmer, Gemach über- 
setzt werden. An einen Vogelbauer wegen eaptive bird zu 
denken, was ganz ungewöhnlich wäre, verbietet aufserdem das 
iPossessivum thy. Die Bedeutung Hütte ist statthaft, weil der 



Zu Scotts Lady of the Lake. 251 

angeredete Alexis ein Schäfer ist. Diese Bedeutung hätten wir 
also höchstens in zwei Fällen, in einem mit dem Attribut rural. 

Young sagt in den Night Thoughts: 

1) Narcissa ... from blooming Amaranthine Bow'rs ... des- 
cends, d. h. aus dem Himmel, der Wohnung der Seligen. (5 th Night.) 

2) Why in this thorny Wilderness so long, since there's qo 
PronuVd Land's ambrosial Bower, to pay me with its Honey 
ior inv Stings? (7 th Night.) 

Dies, soviel ich sehe, die einzigen Stellen in diesem Werke. 

Goldsmith bietet folgende Stellen: 

1) Dear lovely bowers of innocence and ease, Des. Vill. 5. 

2) These round thy bowers their cheerful influence shed, 33. 

3) Amidst thy bowers the tyrant's hand is seen | And deso- 
lation saddens all thy green, 37 f. 

4) Sunk are thy bowers in shapeless ruin all j And the long 
grass o'ertops the mouldering wall, 47 f. 

5) When the poor exiles ... hung round the bowers, 365 f. 
Zu 1 bemerkt Sankey: B. originally a chamber or private 

room, cf. Scott L. Last M. I, 1. So f a leafy recess', especially 
in a garden. Demnach scheint er die letztere Bedeutung in v. 5 
anzunehmen. Vielleicht ist es wegen des Zusatzes 'of innocence 
and ease' noch allgemeiner = pleasant habitation (A. Schmidt) 
zu nehmen. Hütte ist es wohl hier nicht, weil diese mit cot 
v. 10 noch besonders bezeichnet wird. Li 2, 3 (thy bowers) 
könnte mau wohl an die ländlichen Häuser denken (während 
Laube in 2 nicht passen will), in 4 ist dies notwendig wegen 
ruin und wall, in 5 überwiegend wahrscheinlich (trotz des native 
walk- in .!<il) wegen seats like these in 368. 

Übrigens braucht Goldsmith auch einerseits cottagQ D. V. 80, 
Vicar eh. 22; hui Trav. 177; shed Trav. L80. L92. 203; anderer- 
seits arbour Vic. eh. 19; grove Trav. 125. 152. 

So viel über die Dichter vor Scotts Zeit. Unter seinen jün- 
geren Zeitgenossen erwähne ich noch Moore (geb. 177it) und 
Byron (geb. 1788). 

Dal'- bower ein Lieblingsausdruck des ersteren, deutet der 



Zu Scotts Lady of thc Lake. 

letztere spöttisch an, wenn er Don Juan XI, 65 sagt: Hut after 
all ii [a park] is the only "bower" (in Moore's phrase) where the 
fashionable fair can form a slighl acquaintance with fresh air. 
Vgl. I>. Juan I, 104. Seihst Spenser braucht bower nicht so 
oft. Ich füge den folgenden Citateo aus Moore meist die Seiten- 
zahl nach RouÜedge (1859) bei. 

1) As late I sought the spangled bowers | To cull a wreath 
of matin flowers, Moore, Anacr. Ode 6. 

2) Agaln thou seck'st thc genial bowers j Of Memphis ... 
where sunny hours of verdure smile, Ode 25. 

3) An infant . . . eaine weeping to my sileni bower, 
Ode 33. 

4) Resplendent rose, the flower of flowers, j Whose breath 
perfumes Olympus' bowers, Ode 55. 

5) ... the sweetest flower | That ever bloom'd in any bower, 
Ode 59. 

6) Not more the rose, the queen of flowers | Outblushes all 
the glow of bowers, Ode 66. 

7) The younger maids with Isabel | Disported through the 
bowers, | And deek'd her robe, and erown'd her head | With motley 
bridal flowers, The Ring. p. 81. 

8) Is it not sweet ... to rove through Erudition's bowers 
and cull the golden fruits of truth ..., p. 88. 

9) ... many an orange bower, p. 98. 

10) In pleasure's dream or sorrow's hour, | In crowded hall 
or lonely bower, p. 110. 

11) Sweet airy being! Avho, in brighter hoims, | Lived on the 
perfume of these honeyM bowers, p. 114. 

12) Oh! seek it, wheresoe'er it floats; and, if the power of 
thrilling numbers to thy soul be dear, go, bring the brighl shcll 
to my bower, p. 115. 

13) What dreams I wove 'mid the deep horror of that sileni 
bower) p. 1 1(). 

14) Soft lamps, that hung likc burning flowers, | And scented 
and illumed the bowers, p. 129. 

15) Where thc hallow'd souls, whom life hath wearied in its 
race of hours repose for ever in unfading bowers! p. 1 11 (arbour 
}). 162. groves 287. Haram Hall 299. 378). 



Zu Scotts Lady of the Lake. 253 

L6) ... through many a wild and magic waste to the fair 
fouut and blissful bower ..., p. 17(i. 

17) ... in those classic bowers, where fancy sees the ghost 
of ancienl wit 'mid cowls and cardinals profanely Hit, and Pagan 
spirits, hy the Pope nnlaid, liannt every stream, and sing through 
every shade! p. 177 f. 

18) Oh! weep for the hour when to Eveleen's bower the 
Lord of the Valley with false vows came, p. 213. 

19) Oh! blame not the bard, if he fly to the bowers where 
Pleasnre lies, carelessly smiling at Farne, p. 218. 

20) Hcre we dwell in höhest bowers, where angels of light 
o'er our orisons bend (im Kloster), p. 233. 

21) Oh! had we sorne bright little isle of our own in a blue 
summer ocean far off' and alone, where a leaf never dies in the 
still-blooming bowers, p. 239. 

22) Wit 1 1 affection as Eree from decline as the bowers, p. 240. 

23) Whenever von welcome the hour that awakens the night- 
song of mirth in your bower, p. 240. 

24) Then sunk the star of Solyma ... silent and waste her 
bowers, where once the mighty trod, p. l'»>7. 

25) To people Eden's bowers with shapes of love, p. 283. 

26) Look'd he not nobly? such the god-like men thoult have 
to WOO thee in the bowers above, p. 296. 

27) Yes, my sworn bride, let others seek in bowers their 
bridal place — the charnel vault was ours! p. 299. 

28) Spicy rods, such as illume at night the bowers of Tibet, 
send forth odorous light, p. 303. 

29) Female forms ... chained together in the mazy dance 
by fetters, forged in the green sunny bowers, as they were cap- 
tives to the King of Flowers, p. 306« 

30) That sweet Indian Land, ... whose sandal groves and 
bowers of spiee niiulit be a Peri's Paradise! p. 341. 

31) 1t would not Btain the puresl rill, that sparkies among 
the bowers of blies! p. 342. 

32) Beneath - ■ orange-treea ... beneath that Eresh and 

apringing bower, p. 3 b~>. 

33) Wlio yonder comes by stealth, this melancholy bower to 
seek, p. 345. 



254 Zu Scotts Lady of fche Lake. 

34) Brides ... who, hill'd in codi Iriosk or bower, before their 
mirrors count the time, p. 361. 

35) And sits alone in thai high Ix »wer, ]). 361. 

36) And still she goes, at midnight hour, to weep alone in 
that high bower (Gemach in einem Turme), p. 379. 

37) Thou'lt sce thy own sweet Arab bowers! |>. .'WO. 

38) The youth who, fleel and bold, uow climbs the rocks 
to I linda's bower, p. 363. 

39) His radiant eyes gleam through the lattiec of the bower, 
p. 363. 

40) And wc, within its fairy bowers, p. 364. 

41) The diver steer'd for Ormus' bowers, p. 382. 

42) In her own sweet acacia bower, p. 383. 

43) That she believed her bower had given rest to sorae 
wanderer f'rom heaven ! p. 395. 

44) What a wilderness of flowers! it secm'd as though f'rom 
all the bowers and fairest fields . . . the mingled spoil were scattered 
here, p. 417. 

45) Nonrmahal ... far f'rom the joyous festival, sits in her 
own sequester'd bower, p. 421. 

46) And they, before whose sleepy eres, in their own brighi 
Kathaian bowers, sparkle such rainbow buttei-flies ..., p. 428. 

47) Come to me, love, the tAvilight star shall guido thee to 
my bower, p. 77. 

Hiernach bedeutet bower bei Moore: 

a) Laube, Hain: 1. 2. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 11. 15. 16. 17. 21. 
22. 24. 25. 28. 29. 30. 32. 42. 44. 46. 

b) Gartenhaus: 34. 

c) Wohn- oder Schlafgemach: 3. 10. 12. 13. 14. L8. 20. 23. 
27. 33. 35. 36. 38. 39. 43. 45. 

d) Pleasant habitation: 26. 31. 40. 41. 

e) In 19 und 47 ist die erste und dritte Bedeutung mög- 
lich, in 37 die erste oder vierte. 

Die Bedeutung Hütte (hut, cottage) kommt bei Moore nicht 
vor. Lehrreich für unsere Scottsdie Stelle ist besonders Nr. 1<>, 
wo, wie bei Scott, hall und bower in demselben Verse vor- 
kommen, aber mit Attributen, welche jeden Doppelsinn an>- 
schlielsen. 



Zu Scotts Lady of £he Lake. 255 

Byron: 1) ... weil gather flowers, | Then feast like spirits 
in their promised bowers, Island II, 2. 

2) ... twilightfs hour | Came sad and softry to their rocky 
bower, EbL II, 17. 

3) With all could cheer or deck their sparry bower, III, 8. 
Vgl. cavern sparkling with Lts oative spars, II, 7. 

4) Our first parents — tilltheywere exiled from their earlier 
bowers, Juan I, 18. 

5) He thought of wood-nymphs and bnmortaJ bowers, 1,94. 

6) When Julia säte within as pretty a bower | As e'er held 
houri in that heathenish heaven | Described by Mahomet and 
Anacreon Moore ..., I, 104. 

7) Aniidst the harren sand and rocks so rüde | She and 
her wave-worn Love had made their bower, II, 194. 

8) Oh Liove...why with cypress branches hast thou wreathed 
thy bowers, III, 2. 

9) But in the country ladies seek their bower | A little 
earher than the waning moon, XIII, 111. 

10) We met in seeret, and the hour | Which led nie to that 
ladv's bower j Was fiery Expeetation's dower, Mazeppa VIT. 

11) The lights are high on beaeon and from bower, | And 
niidst them Conrad seeks Medora's tower, Corsair HI, 19. 

12) High, through those elms, with hoary branches erown'd | 
Fair Ida's bower adorns the landscape round (Harrow), Childish 
Recoll. i». 36 Krankt. 

13) ... the flowers | Which bloom among the fairy bowers, 
EL of Cdl. i». 4Ü. 

14) Oh! had von ... heard her Light livelv tones in ladv's 
bower, Ch. Harold I, 55. 

15) This \ale of vintage-bowers, II, 55, 2. 

L6) She could not rest in the garden-bower, Giaour p. 227. 
17) Who falls in battle 'gainst a (Jiaour | Es worthiest an 
innnortal bower, ib. ]>. 228. 

L8) Where bloom my aative valley's bowers, ib. p. 233. 

19) What other ean she seek to see than thee, companion 
of her bower, the partner of her infancy? 15. of Ab\d. I, L3. 

20) Por thee in those brighl Lsles is buili ;i bower | Bio - 

i 1 1 ;_! as Aden (da- Paradies) in it- earliest hour, il». II. 20. 



256 Zu Scotts Lady of tlic Lake. 

21) And il' she sits in Esters bower, ] "Tis qoI for the sake 
of its I'ull-Mowii flower, Parisina II. 

22) None ean pierce that Beeret bower (= cypress groves 
vorher) | But thosc who watch the women's fcower, AbydL I, 3. 

23) No murc in palace, hall, or bower | Was Parisina heard 
or seen, Paris. XIX. (Vgl. Moore 10. Auch hier hau und bower 
in demselben \v\^c, und zwar offenbar als Teile von palace.) 3 

24) And none did love him — though to hall and bower | He 
gather'd revellers rrom i'ar and near, Harold I, 9. D. h. er lud 
sie zum Mahl und zum Übernachten ein. Der Gegensatz ist 
also hier etwas anders. 

25) And as in Bcauty's bower he peusive säte, Harold I, 84 ; 
d. h. im Zimmer einer Dame. 

26) The spring is come; the violet's gone, | The first-born 
child of the early sun: | Witli us (= in Italy) slie is but a winter's 
flower, | The snow on the hüls cannot blast her bower, Deform. III. 

Die Zahl dieser Stellen (es mögen mir noch einige entgangen 
sein) zeigt, dafs an „Moore's phrase" auch Byron Geschmack 
gefunden hatte. Auch hier erscheinen die bekannten Bedeutun- 
gen: a) Laube, Hain; b) Privatzimmer (auch Grotte), namentlich 
für Damen; c) pleasant habitation (1. 4. 5. 13). Beachtenswert 
sind die Beispiele 23. 24. — Den Nebensinn einer ärmlichen 
Wohnung hat das Wort bei Byron nirgends; hierfür sagt er hut 
oder cottage, z. B. im Mazeppa. 

Da nun bei allen diesen Schriftstellern bower um- sehr selten 
Hütte bedeutet, und da namentlich die Zusammenstellung hall 
and bower mehrmals unzweifelhaft auf Teile desselben Gebäudes 
zu bezieheu, dagegen eine Stelle, wo die Worte „Schlofs und 
Hütte" bedeuteten, nicht nachgewiesen ist, so ist letztere Erklä- 
rung der fraglichen Stelle bei Scott zu verwerfen und die an- 
dere: „in der Männerhalle und im Frauengemach" entschieden 
als die richtige anzusehen. 

V. 

Where Ellen's band had tauglit to twine 

The ivy and Idsean vine. I. 26. 

Welche Pflanze ist unter Idsean vine zu verstehen? Der 
Name ist die Übersetzung des lat. vitis Idaea, und dies wieder 



Zu Scotts Lady oi the Lake. 257 

Übersetzung des griech. ä/tneXog trjg v Tdijg. Mit letzterem Namen 
(= Weinstock, Weinrebe vom Berge [da) bezeichnete Theophrast 
die Heidelbeere, welche bei Linne vaccinium myrtillüs heilst. 
Linne verwendete vaccinium vitis Idaea in seinem System zur 
Bezeichnung der Krons- oder Preifselbeere. Warum, ist nicht 
recht klar, da wohl die Heidelbeere, aber nicht die Preifselbeere 
am ]da (ob (\cv kretische oder der phrygische Berg gemeint ist, 
halte ich nicht erfahren können; R. W. Taylor nimmt ersteres an) 
wachsen soll, auch die erstere Frucht ziemlich grofse Ähnlichkeit 
mit kleinen blauen Weinbeeren hat, was man von der hochroten 
Preifselbeere nicht sagen kann. Beide Stauden aber passen nicht, 
denn keine von ihnen rankt sich (to twine). Scott hatte offenbar 
irgend eine Schlingpflanze im Sinn; aber welche? Die Heraus* 
geber bemerken lediglich, dafs Idaean vine Preifselbeere (red 
whortleberrv ) heilst, ohne zu erwähnen, dafs diese Pflanze nicht 
in den Zusammenhang palst. Nur Ahn erklärt „Geifsblatt", ohne 
hinzuzufügen, was doch hätte geschehen müssen, dafs dies blofse 
Vermutung ist. Die Übersetzung von Adam Storck (2. Aufl.. 
Essen, Bädeker, 1823) giebt sogar „Geifsblatt und wilden Wein", 
also zwei Pflanzen für eine, und der Verfasser sagt in einer An- 
merkung, dafs er das „unpoetische" (!) Wort Preifselbeere in 
seiner Übersetzung nicht habe brauchen können. Nachfragen in 
Schottland haben mir keinen weiteren Aufschlufs verschafft, 
Plinius erwähnt XXVII, 69 eine herba bhea, welcher „eine An 
von Elanken" (velut pampini) eigen sei. Aber welche Pflanze dies 
sei, vermag ich nicht festzustellen; noch weniger, ob Scott an 
die«' gedacht haben kann. Für jetzt mufs man sich klar machen 
(und jeder Erklärer sollte es ausdrücklich eingestehen), dafs diese 
Stelle Doch nicht genügend erklärt ist. Vielleicht tragen diese 
Zeilen dazu bei, dafs neue Versuche gemacht werden. 

VI. 

() rt hogra ph i seh es. 

1) Cambus-kenneth IV, LO. Cambus-Kenneth V, 20. 

Diese Ungleichheit in ^\rv Sehreibung ist durch nichts zu 
begründen oder zu entschuldigen. Sie beruht ohne Zweifel auf 
einer Nachlässigkeit des ersten Druckes (vielleicht auch Acv lland- 

Ai, luv i. q. Sprai hen. I..HVI. 17 



258 Zu Scotts Lady of the Lake. 

schrift), welche dann in sämtlichen mir bekannten englischen und 
deutschen Ausgäben mit überraschender Einmütigkeit kopiert 

worden ist, während an anderen Stellen die neueren englischen 
Drucke von den älteren abweichen und z. B. Bourdeaux in Bor- 
deaux, grey in gray, svlvan in silvan abändern. Ich habe mir 
erlaubt, in meiner Ausgabe 1884 die Ungleichheit zu beseitigen. 
Da Kenneth ein Eigenname ist, so mufs entweder Cambuskenneth 
ohne Hyphen (wie man es auf einigen Karten und in Blacks 
„Guide" findet), oder Cambus-Kenneth geschrieben werden. Letz- 
tere Schreibung, welche bereits V, 20 stand, habe ich vorgezogen 
und auch IV, 10 eingeführt. Anders ist es mit den zusammen- 
gesetzten Eigennamen Allan-bane, Ben-an, Ben-venue, deren 
zweite Teile Appellativa sind und daher klein geschrieben werden 
können, wenngleich der Bindestrich neben Benledi, Benvoirlich 
nicht konsequent ist. 

2) Maid Marion V, 22. So die meisten Ausgaben. Andere, 
darunter schon die Edinburger von 1816: Maid Marfan. Die 
erstere Schreibung ist die in Schottland übliche, wahrscheinlich 
aus Frankreich eingeführt (vgl. Marion Delorme; Neben- oder 
Koseform zu Marie, wie Louison, Fanchon, Ninon, Manon); das a 
wird kurz gesprochen, das o ist tonlos. Die Form oder Schrei- 
bung Marfan ist englischen Ursprungs, findet sich z. B. bei 
Spenser, und speciell mit Beziehung auf Robin Hoods Gefährtin 
bei Sir W. Temple: ,,A set of morrice dancers danced a maid- 
marian (appellativisch!) with a pipe and tabor." Jetzt schreibt 
man in England meist Marianne oder Mary Ann (letzteres auch 
in Schottland gebräuchlich); hierbei ist das erste a lang und das 
zweite betont. Die Form Marfan dürfte als Abkürzung von 
Marianne (Mary Ann) anzusehen sein; ob das erste a lang oder 
wie bei Marion kurz zu sprechen, ist mir zweifelhaft, das zweite a 
in Marfan ist wohl als tonlos anzusehen. (Bei Spenser ist frei- 
lich der Name Marfan dreisilbig mit langem ersten a: Fair 
Marfan, the Muses only darling, Colin 505.) 

Man kann also die Schreibung Marfan durch den englischen 
Ursprung der Robin-Hood-Sage, die Sehreibung Marion durch 
den überwiegenden schottischen Gebrauch begründen. 

3) In Staf f ordshire im Thale des Trent lag der Forst 
Needwood, "VI, 4. 8. Eine deutsche Ausgabe sagt in einer An- 



Zu Scotts Lady of tlio Lake. 259 

merkung: in Straffordshire. Der gebildete Setzer hatte zur Un- 
zeit an den schneidigen Minister Karls I. gedacht. In einer an- 
deren deutschen Ausgabe wird sieben Jahre später dieser Druck- 
fehler wiederholt! Das erinnert an den „Bisehof von Fly", 
welcher noch in der 10. Auflage von Dittmars Weltgeschichte 
figurierte; hoffentlich ist der Prälat nach so langem „Fliegen" 
in der Luft seitdem auf den festen Boden seiner richtigen Diö- 
cese Kly zurückgekehrt Begreiflicher ist es schon, wenn jemand 
das Städtchen Orford in Suffolk nicht so gut kennt wie den 
Musensitz an der oberen Themse, und infolge dessen aus dem 
Earl of Orford (Walpole) einen Grafen von Oxford macht, wie 
das z. B. in einer Rengerschen Schulausgabe vorkommt. 1 

4) Man sollte nicht bald Callander, bald Callender schreiben, 
wie Thiergen tlmt. Die erstere Form ist wohl vorznziehen ; man 
findet sie bei Collins p. 19, welcher freilich auch Trossachs mit ss 
schreibt, was ich in keiner Ausgabe von Scott gefunden habe. 
(Auf der Reduced O. M. steht ebenfalls Trossachs.) 

5) Helen's Isle, Ellen's Isle. Die kleine Insel im Loch 
Katrine führt beide Namen. Der erstere findet sich z. B. in 
Collins' 1 Geography of Perthshire, „adapted to the new code", der 
letztere auf der Ordnance Survey (Generalstabskarte), und zwar 
neben der gäüschen Bezeichnung Eilean Molach in kleinerer 
Schrift; ferner auf den bei Black erschienenen Karten Reduced 
Ordn. Map und New Large Map of ScotL, sowie in Black- 
Guide to the Tri »sachs. Die amtliche Autorität isl geteilt: hie 
Collins (ein approbiertes Schulbuch), hie Ordnance Survey! 

Helen's Isle hiels die Insel nach Helen Stuart, welche im 
17. Jahrh. dort eine Heldenthat gegen einen Cromwellschen Sol- 
daten wirklich ausführte, wir sie VI, -tt von der Witwe Dun- 
craggans erzählt wird. Daß mau in neuerer Zeit mehr EUlen's 
Isle schreibt und spricht, ist vermutlich durch unser Gedicht zu 
erklären. Nennen doch die Schotten (nach Th. Fontane) die 
ganze (legend um L. Katrine ..the Land of the Lady of the 
Lake". Bemerkenswert ist, dal- in einem Ist».") (also vor Er- 
scheinen von Scotts Lady) anonym in London veröffentlichten, 
übrigens unbedeutenden Buche: An Excursion to the Highlands 
of Scotland etc. zwar der Loch Lomond und [nverarj beschrie- 
ben, dagegen Loch l\atrinc nebst Umgegend mit keinem Worte 



260 Zu Scotts Lady of fche Luke 

erwähnt wird, und dafs auf der beigegebenen Karte Loch Erne 
(so) benannl ist, Loch Katrine aber nicht. Hier und da scheint 
man anzunehmen, Ellen sei nur eine Nebenform des Namens 
Helen. Dem ist nicht so; Ellen ist Abkürzung von Eleanor, 

Eleonore; wofür Ereilich schon Spenser Hellenore schreib! (F. Q, 
III, 1), (j), indem er diesen Namen offenbar als verwandt mit 
Helena ansieht: The second Hellene, fayre Haine Hellenore 
(welche ebenso wie Helena ihren Gemahl treulos verläfst), III, 
10, 13. Auch ist das H nicht ganz ungerechtfertigt, denn der 
ursprünglich provenealisehe Name Elionor, Helionor ist nach Hevse 
wahrscheinlich entstellt aus Heliodora; bei der Anlehnung an 
i'ltng Erbarmen erklärt sieh der zweite 'Feil des Namens (nor, 
nore) nicht. Helena erklärt man „die Leuchtende". So viel 
steht fest, dafs Helen und Ellen verschiedene Namen sind. Der 
letztere oder Eleanor wird auch in Neil gekürzt. 

6) staid; stayed. 

Letztere Schreibung, als die im allgemeinen üblichere, haben 
mehrere deutsehe Ausgaben angenommen; die mir bekannten 
englischen sehreiben überall staid, nur V, 29, 8 (who st. the civil 
strife) haben sie stayed. Und man glaube nicht, dais etwa die 
transitive Bedeutung des Verbs an dieser Stelle den Grund für 
eine verschiedene Sehreibung bilde, denn I, 4. IV, 16 steht bei 
gleicher Bedeutung staid. Es liegt also lediglieh eine Unacht- 
samkeit der Drucker vor, welche nachgeahmt zu werden nicht 
verdient. Ich habe daher in meiner Ausgabe überall, auch V, 29, 
staid gesetzt. 

VII. 

While bolt and chain he backward rolled, 

And made the bar unhasp its hold. vi, i_\ 

Kein Herausgeber aufser mir hat an dieser Stelle eine An- 
merkung für nötig gehalten. Lind doch ist die Erklärung keines- 
wegs leicht, wenn man, was doch erforderlich ist, den technischen 
Vorgang und die Verschlufsvorrichtungen bis ins Einzelne zur 
genauen Anschauung bringen will. Ich habe auf meine brief- 
liehen Anfragen von keiner Seite ganz befriedigende Auskunft 
erhalten und teile daher die in meiner Ausgabe versuchte Er- 
klärung hier nochmals etwas ausführlicher mit, um zur Prüfung 



Vax Scotts Lady of the Lake. 261 

und womöglich zur Verbesserung derselben anzuregen. Man ver- 
gleiche zunächst die ähnliehen Stellen bei Byron: bolt and bar, 
Juan IX, 68; bar and holt, Cors. !> ; bolt and key, 265. •"' 

Die Thür des Gefängnisses im Schlosse Stirling, in welchem 
Roderick Dhu verwahrt wird, hat vier Schliefsvorrichtungen : 
1) ein Schlots, lock, Z. 7 v. u., wozu einer der ponderous keys 
Z. 2 gehört, 2) einen Biege], bolt, 3) eine Kette, chain, und 4) eine 
hölzerne oder eiserne Querstange, bar, welche quer über die ganze 
Thür geht und aus der haltenden Klammer oder den Klammern 
mit der Hand gelöst werden kann. Beim Offnen der Thür ge- 
schieht nun folgendes: 1) wird der Schlüssel im Schlofs umge- 
dreht. Das erzählt der Dichter zwar nicht, wohl aber sag! er 
nachher beim Zuschließen : the lock's mürmurs growled anew, 
das Knarren des Schlosses ertönte aufs neue. 2) Der Riegel 
wird zurückgeschoben. Warum heifst dies aber backward rolled? 
Man mufs sich den Riegel walzenförmig denken; eine noch jetzt 
in England bei Thürriegeln gebräuchliche Form. Beim Zurück- 
schieben eines solchen Riegels, der in der Mitte einen Griff oder 
Ansatz hat, wendet man leicht eine drehende Bewegung an (be- 
sonders wenn der Riegel etwas rostig ist) und diese kann man 
wohl mit to roll bezeichnen. 6 Zweifelhaft ist mir, ob Riegel imd 
Schlofs zusammenhingen oder voneinander unabhängig waren. In 
letzterem Falle sicherte der bolt wie der bar die Thür nur gegen 
Offnungsversuche von innen, konnte dagegen von aufsen mit der 
blofsen Hand bewegt werden; zur völligen Öffnung der Thür 
war dann freilich noch die des Schlosses mittels des Schlüssels 
nötig. Es giebt aber auch walzenförmige Riegel, deren platter 
Ansatz mit einem Bügel in eine Öffnung de- auswendig auf der 
Thür befestigten Schlosses lieben dem Schlüsselloch eingreift. 
Beim Umdrehen dr^ Schlüssels greift dann der bewegliche Teil 
,1,.. Schlosses (slider, Schlofsriegel) in erwähnten Bügel ein \\w\ 
der bolt kann nicht zurückgeschoben werden, bis der Schlüssel 
den slider bewegt hat. Ein solche- Schlofs an einer alten K'irclien- 
thür ist mir genau bekannt." Obwohl nun die Verse Retiring 
then, the bolt he drew, and the lock's iniirinurs growled anew 
eine enge Verbindung beider Operationen anzudeuten scheinen, 
wobei auch die Reihenfolge stimmt, so ist man doch nicht ge- 
nötigt, einen Zusammenhang zwischen bolt und lock anzunehmen. 



262 Zu Scotts Lady of the Lake. 

Bei den heutigen englischen Hausthüren befindet sich je ein bolt 
oben und unten (,,top and bottom"), ein lock in der Mitte und 
wohl auch ein bar schräg herüber, aatürlich alles von innen. 
3) Die Thürkette, eliain, wird losgehakt. Ich denke mir diese 
wie die noch heute auch bei uns gebräuchlichen, nur dafs die 
( refängnisthür sich nach aufsen öffnete, was aus der Anwendung 
des bär hervorgeht. Die Kette gestattet ein etwa zollweites 
Offnen der Tliür und verhindert ein weiteres. Wenn aber das 
Zeitwort rolled mit Beziehung auf einen walzenförmigen Riegel 
allenfalls verständlich war, so palst es auf die Kette gar nicht. 
Man nnil's wohl annehmen, dafs der Kürze wegen ein Verl), 
welches nur für ein Objekt pafst, für zwei gebraucht ist, welche 
Figur in der griechischen Grammatik Zeugina heilst. 4) Die 
Querstange, bar, wird losgemacht, entweder (auch dies ist nicht 
zu erkennen) auf beiden Seiten, oder nur auf einer, nahe dem 
lock und bolt, während sie auf der anderen, an dem Thürpfosteu, 
welcher die Angeln trägt, in einem Ringe hängen bleibt. In letz- 
terem Falle müiste der bar von Eisen sein; ist er von Holz, so 
wäre der erstere Fall anzunehmen. Das Losmachen nennt Scott 
unhasp, oder vielmehr kausativ: (Brent) made the bar unhasp 
its hold. Hold kann wieder konkret = Klammer, oder abstrakt 
verstanden werden, = den sie haltenden Griff. Wie beim Auf- 
schliefsen das lock, so wird beim Zuschliefsen der bar nicht er- 
wähnt. 

Am besten wäre es wohl, wenn man an Ort und Stelle alte 
Thürschlösser (locks) entweder in alten Gebäuden oder 'in Samm- 
lungen studieren könnte. Bis jemand dazu Gelegenheit findet, 
möge man sich vorstehenden Versuch gefallen lassen. 

VIII. 

Geographisches etc. 

1) Teith's young waters HI, 19. Gemeint ist der Ausfhus 
des Loch Lubnaig, sonst Leny (e), auch Garbh Uisge genannt, 
welcher erst unterhalb der hier in Betracht kommenden Stelle 
mit dem Ausflufs des L. Vennachar vereint den Teith bildet. 
Doch wird auch der letztere Ausfluis (Eas Gobhain der Ordn. 
Survey) allein Teith genannt (so auf der Reduced Ordn, Map), 



Zu Scotts Lady of the Lake. 263 

der erstere, wie mir von ortskundiger Seite versichert worden 
ist, sonst nie. Wenn Thiergen annimmt, dafs Angus den Teith 
unterhalb der Vereinigung der beiden Quellflüsse durchwatet 
(S. 126. 266), so steht dem unbedingt entgegen, dafs die am 
gegenüberliegenden Ufer auf einem waldigen Hügel stehende 
Kapelle sieh dicht am Südende (\c± Loch Lubnaig, nördlich vom 
Pass of Leny (nicht Leng, Thiergen S. 267!), befindet. 

2) Tombea III, 20 liegt nicht in Strath-Ire (Thiergen), son- 
dern auf halbem Wege zwischen Loch Vennachar und Lake 
Menteith (s. Ordn. Snrvev; auf den Blackschen Karten steht 
es nicht). Armandave ist bei Thiergen richtig bestimmt. 

3) Lendrick V, 18. Der Ort am Teith, welchen Scott 
meint, heilst auf der Karte (Redneed Ord. Map) Länrick Castle, 
wogegen ein kleiner Ort Lendrick östlich vom Flusse Allan und 
nordöstlich von Dunblane verzeichnet ist. Weshalb Scott Len- 
drick schrieb? Die Gegend war ihm zu gut bekannt, als dafs 
man eine Verwechselung annehmen könnte. Vielleicht wurde 
im Volksmunde auch der Ort am Teith Lendrick gesprochen; 
vielleicht wollte der Dichter Um deutlich von Lanrick am Loch 
Vennachar (111, 12) unterscheiden. Carhonie V, 18 heilst auf 
den Karten ( Jartchonzic ; auch hier ist der Grund der Abweichung 
nicht bekannt. 

4) Hngh of Larbert ; John of AHoa V, 23. Sir John of 
Hyndford V, 27. Die Erklärer unterlassen meistens zu bemerken, 
dafs Larbert, AJloa, Hyndford Ortsnamen sind. Larbert liegt 
bei Falkirk, AUoa am linken Ufer des Forth unterhalb der Ein- 
mündimg des Devon, Hyndford am Clyde bei Lanark. Es sei 
hier zn meiner Ausgabe die Berichtigung gegeben, dafs AUoa 
dreisilbig (und Teviot II, 2.S mit langem e) zu sprechen ist. 
Thiergen gegenüber sei bemerkt, dal's nach zuverlässiger Aus- 
kunft sowohl Doune IV, 3 als Duine VI, 15 doon ausgesprochen 
wird. 8 Zum ersteren ist boune (spr. boon) ein vollkommener Keim. 
Ein solcher ist auch, wie ich nach Vollendung meiner Ausgabe 
erfuhr, earth hearth III, 11 ; in Schottland nämlich, wo hearth 
mit demselben Vokal wie earth gesprochen wird. 

Hier sei auch noch erwähnt, dafs meine Angabe über die 
Aussprache von Breadalbane II, 19 (al-, Thiergen al-i von jemand 
herrührt, welcher mit dem gegenwärtigen Lord Breadalbane per- 



264 Zu Scotts Lady of the Lake. 

BÖnlich bekannt ist und mir schrieb: „Lord I>., and he ought to 
know, has a score of times called his wife to me Lady Breda w 1- 
bän." Auch Albany V, 6 spr. al-. Schliefslich sei noch erwähnt, 
dafs die von mir verkannte Konstruktion I, 21 (v. 425): he 
ßhowed Relativsatz, von Thiergen richtig erklärt worden ist. 9 

Nachträge. 

1 8. diesen Ausdruck Rob Roy eh. 35. 

• Entlehnt ans Nelsons Advanced Reader, London 1878. 

3 Ebenso Scott, Woodstock p. 18:5 Tauch.: from room to room, from 
cabinet to gallery, from hall to bower. In the hall, and the lady's high 
bower. Joanna Baillie, Dramas I, 203. In your hall or bower, where 
ladies sniile, II, 16. Hall and bower, II, :J7. 

'' Begegnet selbst Engländern : „The pictures which . . . were known 
as the Houghton Gallery, were ... sold by the third Earl of Oxford** 
flies Orford] „(Horace Walpole's nephew)" . . . Illust. London News 
25. July 1885. 

5 The door, secured by a stroug cross bolt, and the lock besides, 
Woodstock p. 188. 

fi Es soll auch schwere Riegel an alten Gebäuden (Colchester) geben, 
die sich auf kleinen Rädern oder Rollen bewegen; doch beruht diese 
Notiz auf unsicherer Erinnerung. 

7 Eiu zweites am „Druselturm" zu Kassel. 

8 Eine Bürgschaft für diese Angabe möchte ich doch, namentlich bei 
Duine, nicht übernehmen. 

,J Auch seiner Erklärung von aivakening flre II, 4 = inspiring flame 
(nicht = rising sun) schliefse ich mich an. 

Kassel. M. K r u m mache r. 



The lyf of saint Katherin of Senis. 

Nach dem Drucke W. Caxtons (c. 1493) mitgeteilt 

von 

C. Horstmann. 

(Fortsetzung.) 



Of the woimderfull rauyJi'hyng and excesse of her mynde frö(l) her 
bodelv wyttes, and of grete reuelacions I-shewed to her of oure lorde. 
Cap. VI. 

Rlght as oure lorde graunted to his spouse, this 1k.1v mayde, a synguler 
lyuyng as touchyng her body, ryght soo he vysyted her soule wyth grete 
merueylous confortes of reuelacions. Fyrst tro(l) the grete haboumdant 
graces with-(in) her come that bodely strengthe jxtt she had aboue(2) kynde. 
Wete ye rieht wel bflt fro the tyme that this holy mayde had 1-dronke 
of oure Lordes syde the drynke of lyf, as it is rehersid afore, (so) mauy grete 
graces were haboimdant in her, bot ofte-times (3), as it had be in maner k 
contynuabyl, she was occupyed in actuell co^templacion; and her spyryte 
was lowyd(J) to our lord (so), that for the more parte she byleftc wy'th- 
out felyng in her bodely wyttes. Soo that, as it is rehersed in the fyrst 
party, her armes were founde ofte-times soo styi in tyme of suche actuell 
contemplacion, that rather they sholde brcke the/me howe; her eyen were [j 
all closed, her eres herde none noyse, were it neuer so grete, and her 
bodely wyttes for that tyme were sequestred (5) fro her owne werkynge. 
This sholde he none nierueyle to noman, yf they wolde take heile to bai 
syweth. Oure lorde began to bee soo homely witli her and breunyd her 
sowie wyth soo moche hahoundante fvre of loiie, not oonlv in pryuy pla- 21 
ces hut also in open places, as well stondyng as goyng 3 that she. the 
uhiehe hadde fchyse grete graces, by-knewe it playnely to her confessour 
she coude fynde none wordes for to teile expressely the grace that she 
feite. For in a tyme uhan she prayed t<> oure lord feruentely. wyth the 
Prophete Dauyd seyeng deuoutly tliyse wordes: Cor meum(6) crea in 2- : 
me, deus, et spiritum rectum Lnnoua in visceribus meis, that is, prayng our 
lorde speeially that he wolde take awaye her herte and her owne wyll 
and gyue her a newe herte after his wyll: she hadde suche a comforte, 
that her semed that our lord Ihesu come to her and opened her lytt side 
and toke out her herte and went his waye, and helyfte her with-out her .sr 



(ll C. für. (2) abonte. i.'ii ofte times and ofte itmes. 1I1 1. bowed? tat 
inhserebat. (5) lat. privati. (6) 1. mundum. 



266 The lyf of saint Katherin of Senis. 

owne herte. Afterward it befyll that she commynyd wyth her confessour 

and amonges all thynges she sayde that she had nunc herte in her body. 
The whiche wordes her confessour scorned b.er(l) in a maner and blamed 
her for she sayde soo. Therme »he rehersed eftsones and confermed her 
S wordes: „trewely, fader, as nioche as l maye feie, yet after the felyng 
of in yn body ine semeth I laeke niyn herte: for oure lorde apperyd to 
nie and opened niyn lefte syde and toke out myn herte and went his 
waye." Therme he(r) confessour sayde that it was voipossyble that she 
shold lyne without an herte. She sayde: „naye, there is nothyngc vn- 

II» possyble to god", and therfore she bad hym gyue credens that it is so; 
tor ofte-tymes afterward she rehersed that she lyued without horte. 
Within a fewe dayes afterward it befyll that she wente to a chapel] of 
the fryers where susters of penaunee were wonte to knele; and whan all 
were goo home, it hehl that she contynued in her prayers, so that she 

15 was fro lier-self by rauyirhyng; and at the laste she awoke of her 
rauyll'liyng and went homward. And as she wente by thewaye: sodenly 
a lyght of heuen bicliped her, and in that lyght aperyd our lord, holdyng 
in bis honde a reed-shining herte in lykeues of a mannys herte. At the 
commyng of thys heuenly lyght she was aferde, that she fyll doune vp- 

20 pon the grounde. Thenne canie our lorde to her and openyd her lyfte 
syde eftsones and pute in her body that herte the whiche he hylde in 
his hondes, seyng to her thus: „Loo, dere doughter, as I toke awaye 
thyn herte the laste daye, ryght soo now I giue the myn herte, wherby 
thou mayst lyue endelesly a , and whan he hadde so doo, he closed the 

25 wounde agayn that he made open in the flell'he. Neuerthelesse there by- 
left a merueylous marke in the lykenes of a wounde heled in the same 
place euer-afterward, as(2) her felawes tolde her confessour Mayster Rey- 
moimd, for ofte-tymes they sawe it, (and) as she coude not forsake it to 
hym whan he askid it of her whether it were soo or not. — Out of that 

30 meruayllous gracyous herte that was so I-gyuen hyr of our lord, came 
out many meruayllous werkys, and yet many moo meruayllous reuela- 
cyons habounded witlün-forth. She came neuer afterward for to be 
hoseled, but that ther was shewed to hyr many synguler gyftes of grace. 
Oft-tymes she sawe a lytell chylde in the prestys handys, and other- 

35 whyle a well-growen chylde, and other-whyle an hote brennyng ouen of 
fyr'e, and whan the preste receyued(3) that blyssed sacrament, it semed 
to hyr that the fyre entred in to hym; but whan she shold be houseled, 
ofte-tymes she tastyd so grete an odour of that blyssed sacrament, that 
almost hyr body defaylled. Euermore also, whether she sawe or receyued 

40 bat blyssed sacrament, she receyued with-all a newe ioye in hir soule, so 
that many tymes she sholde daunce in hir body for ioye, makyng a noyse 
that hyr felawes myght here hyr (4). The whiche tolde it afterward to hyr 
confessour, and he enquyred the trouthe whether it were so: and founde 
it trewe, and soo wrote it for a perpetuell recorde. That sowne and that 

45 noyse was not lyke other-maner cowmyn sownes of men, but as it hadde 
be a noyse aboue comyn cours of kynde. What meruayll was that though 
she made a ioyfull noyse aboue kynde, syth it so was that she hadde 
receyued an herte aboue kynde ? For after-tyme that she hadde receyued 
that newe herte as it is rehersed afore, she semed that she was not 

50 the same that she was afore, and ofte-tymes she sayd to hyr confessour: 
„See ye not, fader, that I am not the same that I was afore, but rather 
chau??ged in to another persone? O wolde god, fader, ye knewe that I 
feie; for I trewe veryly: yf a creatour knewe that I feie in my sowie, 
he sholde be resolued and made ryght esye, were he neuer so harde. For 



(1) tilge her. (2) C. where as. (3) perceyued. (4) 1. bit. 



The lyf of saint Katherin of Senis. 267 

my sowie is füll of melodye and Loye, and it is meruayll to me how it 
niay abyde in the body. There is also grete hote brennyng of dyuyne 
Ioue thcrin, that thys outward materyall Eyre semeth me in comparyson 
of that fyre rather Volde than hote. Also of that ghoostly hete(l) is kyn- 
deled in my sowie as nie semeth soo grete a loue of my neghbours, that 5 
me(2) thynketh J niyght gladdely suffre for them bodely deth wyth grete 
ioye. And ouermore out of that ghoostly hete(l) is eome to my soule a 
renewyng of purytee and mekenes, in so moche that me semeth I am 
brougnt to the Bame jmrytee and mekenes that a chylde of foure or a 
tyne yere age is Inne." All this she tolde to hir eonfessour preuely. and lu 
to none other. — After-tyme that thys holy mayde was tlius fulfylled in 
hyr sowie of suche plente of newe gracys, ther(3") were many notable 
vysyons sliewed to hyr, of whom somme I shall reherce by the grace of 
god. Fyrste our lord Ihesu and hys blessyd Moder and Marye magda- 
lene appyred to-gydres to hir and comforted hyr in hir holy purpose. 15 
Whome our lord axed and sayd: „Doughter, what desyrcst thou?" She 
wyth wepyng chere answerd and sayd: ..Lorde, thou knowest what nie 
nedeth better than I: for I haue no wyll but thyne, ne none herte but 
thyn hert. - Theune came to hyr mynde how Marye magdalene com- 
myttyd hyr-self fully to our lorde whan she satte and wepte at bis fete: -0 
wyth that she feite the same swetehesse of loue that Marye magdalene 
feite that tyme whan she wepte; wherfore she behelde Marye magdalene. 
Our lord perceyued that, and for to fulfyll hyr desyre he sayd : T Loo, 
dere doughter, for thy more solace and comforte I gyue the Marye mag- 
dalene to be thy moder: to whome thou mayst trustely go to and be 25 
comforted, for to hir specyally I commytte thy gouernaunce. u For this 
grete gyfte this holy mayde thanked oiir lord wyth grete mekenes, and 
reuerently and deuoutly she comended hyr ghoostly gouernaunce to Marye 
magdalene, prayng hyr that she wolde wouchesauf to take hyr vnder 
gouernaunce, syth our lord had specyally commytted hyr to her. Fro 3° 
that houre euer afterward the holy mayde called Marye magdalene hyr 
moder. The whiche was not doo wythout grete mysterye, as me semeth. 
For as Marye magdalene lyued xxxiij yere in a Roche wythout bodely 
mete, and all that tyme was I-occupyed in contemplacyon : ryght so this 
holy mayde fro that tyme that she was endowed wyth these newe graces 35 
vnto the age of xxxiij yere afterward, whiche yere she passyd out of 
thys worlde, she was so occupyed in dyuyne contemplacyon, that she 
hadde neuer nede all bot tyme of bodely mete. And yet, as Marye mag- 
dalene was take yp in to the ayre by aungels seuen tymes in the day, 
where she herde the pryuetees of god : ryght so this holy mayde for the 40 
more partye all hir yeres she was rauyil'hed fro hyr bodely wyttes by 
strengthe of the sowie that was occupyed in contemplacyon of henenly 
fchynges, and so praysed our lord wyth aungels, in so moche that often- 
tymes hyr body was lyfte vp in to the ayre: of the whiche many men 
and wommen that sawe hyr for that tyme bare recorde. Ouermore in 45 
that rauyll'hyng she sawe many meruayUous thynges and spake preuely 
in tyme of hyr ranyll'hyng many livgh wordes of coutcmplacion : of the 
whiche som I shall teil you afterwara. - Hyr eonfessour saw hyr ones 
in a tyme rauyil'hed fro* hyr bodely wyttes in the same wyse as it is re- 
hersed afore, and he herde hyr s|ieke preuely. Thenne he came nere for 50 
to lysten clerely what she sayd: and he herde that she sayd formably ( I ) 
thyse wordes in latyn : vidi archana dei ; and that was sayd often-tymes 
— other wordes sayde she none but thoo. Whanne she was restoryd 
ageyne to hyr bodely wyttes, she cessyd not to reherse these same wordea 



(1) C. hote. (2,1 my. (3) that. (4) lat. formaliter. 



268 The lyf of saint Katherin of Senis. 

cxmtynuelly, and it is uomore for to say but: I haue seen the pryuetees 
of god. Thenne hyr confessour, desyryng for to knowe why she rehersed 
tho wordes so ofte, axyd hyr in thys nianer of wyse: „Good moder, why 
rehersed ye soo ofte the wordes, and wyll not teil nie what ye mene, as 
5 ye were wonte to do?" She answerde: „I may not say none other wyse." 
Hyr confessour axed hyr: „why, and what is the cause? ye were wont 
to declare me many thinges that our lord hadde shewed to you : why 
wyll ye not do so now?" Then«e she sayde: „I sholde haue as grete con- 
scyence therof yf I sholde declare to you that I haue seen wyth my lan- 

10 gage that is soo vnperfyte, as I sholde haue yf I blaff emed our lord or 
Inhonoured hym: for there is so(l) grete dyffrence bytwene the vnderstond- 
yng or intellecte of the sowie Illumyned of god and the expressyng of 
wordes, (that) they seme contrary eche to other ; therfore as for this tyme I 
can not teil you what I haue saye, for they ben vnspekable." For this 

15 skylle me thynke that she was well commytted by the dyuyne prouy- 
dence of our lord to Marye magdalene, that a faster shold be knytte to 
a faster, and a louer to a louer, and she that had so hygh contemplacyon 
to hyr that was soo hyghe in contemplacyon. — Also liir confessour rehersed 
of hir that after-tyme she saw that vysyon of our lord and hys blessyd 

20 moder and Saynt Marye magdalene, that for that tyme it semed hyr 
that hyr herte went Inne by the syde of our lord in to his herte, and 
was made bothe one; so that she feite hyr sowie all for-melte and re- 
lented by the strengthe of hys dyuyne loue, and that she cryed in hyr 
sowie and sayde: „Lord, thou hast wounded uiyn herte, lord bou hast 

25 wpuwded myn herte" — and this was on saynt Margaretes day as she tolde 
to hyr confessour in preuytee. — Hyt befyll also in another tyme, the 
morowe after Saynt Laurence day, that this holy mayde cam to the 
chyrche, for to here masse, and kneled next to the auter, as she was 
wonte for to do, for to see the blessyd sacrament. And be-cause that she 

30 sholde not lette the preste at the autre by hyr grete sobbyng, hir con- 
fessour eame to hyr and warned hyr that she shold constreyne hir as- 
moche as she myghte fro suche grete sobbynges, lest the prest were lette 
by hir. Thenne anone she mekely as a trewe obedyent mayden satte 
ferther fro the aulter, and prayed to our lord that he wold wouchesauf 

35 to Illumyne hir confessour that he myght see and knowe whether suche 
sterynges of the spyryte of god myght be mesured of man. Thenne by 
vertue of that prayer hyr confessour hadde so perfyte knowleche of fer- 
uour of deuocyon by experience, that he knewe fully by that that suche 
feruoures of the soule myght not be kepte wythin, but nedes by strengthe 

40 of dyuyne loue it muste breke out. — Ferthermore oftyme, whan she 
was not houseled, she desyred in hyr sowie for to receyue the blyssed 
sacrament of the aulter, and oftymes she wold breke out and say de- 
uoutly thus : „I wolde receyue my lorde Ihesu' crystys body, I wolde re- 
ceyue my lorde Ihesu crystys body." Wyth that our lord wold appyre 

45 to hyr as he was wont to do, and to fulfyll hyr desyre, he toke the may- 
dens mouth and put it to hys blessyd wounde of hys syde, and bad hyr 
receyue of his flell'he and of hys bloode as moche as she lyst. Thenne 
she receyued so plentuously of our lordes brest, that she semed for pure 
loue she sholde hadde dyed, by-cause of the grete swetnes that she feite 

50 in hir herte. — Hyt befyll also vpon Saynt Alexis day (2) that this holy 
mayde prayed to oure lorde deuoutly that he wolde wouchesauf to grauste 
hir a bre/myng desyre for to receyue his flelfhe and hys bloode. Wyth 
that she had a reuelacyon p«t she sholde be houseled on the morowe 
doubteles: for it was forbeden hyr of the freres that she sholde not so 

(1) C. a st. so. (2) 1. eveV 



The lyf of sainl Katherin of Senis. 269 

ofte be houseled. Thenne, whanne she hadde thys confortable reuelacyonj 
she prayed our Lord bat he wold wouchesauf to clense hir herte ageynsi 
the tyme she shold receyue hym, that she myght the more worthely re- 
ceyue hym. In tyme that she prayed fchus, she feite a reyne comyng 
doun in to hyr sowie in maner 01 a grete haboundant flood, mit of water 5 
or of suche other Iyquore, but onely of blood medelyd wyth fyre; the 
whiche, as hyr semed, purgyd and elensed so myghtely hyr sowie, that 
by strengthe of that fyre i't rebounded in to the Body and elensed also 
hyr body. After thys '011 the morowe she was so seek, thal by qo waye 
it semed to hyr she myght not goo oue fote. Neuerthelesse she doubted 10 
no-thyng of be promysse of ou'r lord, bat trustyng to hym fully, bygan 
to go to ehyrehe. And whan she was come thyder, she knelyd doun in 
a cnapell besyde an aulter. Thenne came to hyr mynde how she was 
enfourmed bat she myght not be houseled of wdiat preste she lust, but 
of suche that ben assygned to hyr: wyth that she desyred hyr confes- 15 
sour sholde say a masse at that same aulter. Anone onr lord gaf hyr 
comforte that he sholde synge there. Sodeynly our lord thenne touched 
the herte of hyr eonfessour wyth deuoeyon that he shold saye a masse 
that day: f or he was in no wyll for to syng that day, ne he wyste not 
that the holy mayde was come to ehyrehe. Thenne at the steryng of 20 
our lord he dyspo'sed him to masse, and wente to the same aulter there 
the holy mayde was and abode our lordes beheste, at whiche aulter also 
he was' neuer wont .to synge. And whanne he came, he founde there 
this holy mayde axyng for to be houseled for charyte. Thenne he per- 
ceyued that it was the wyll of god he shold syng that day: he sayd 25 
masse and at the ende of the masse, as the maner is, he came for to 
housele hyr, this holy mayde, at the aulters ende, where she was redy 
tor to receyue that blyssed sacrament. Hyr eonfessour behelde: and sawe 
hyr vysage all shynyng rede and al for-wepte wyth terys — the whiche 
was to him a grete meruayll — and wyth that deuoeyon she receyued so 
that blyssed sacrament. And after-tyme she was houseled, she was so 
plenteuously replete of oure lorde, that all that day she myght speke no 
worde to noo creature. On the morowe hyr eonfessour axed hyr what 
bir eyled and what newe grace she receyued pf/t other day a-fore, by- 
cause she was so shynnyng rede whan she receyued that blyssed Sacra- 35 
ment. She answerde tlnis: „Fader, of what colour I was tliat tyme, 1 
wote nere, but thys 1 knowe well: whan I vnworthy wretche receyued 
that blyssed sacrament of your hondes, it drewe nie so in to it, that alle 
other thyng saue that allone wexcd to nie lothesom, not onely temporal! 
thynges and dylectacyons of the worldc, but also other comfortes and 40 
pleysaunces, were they neuer so ghoostly. Wherfore I desyred and prayed 
that all suche ghostly comfortes sholde be sequestryd fro nie, so that I 
myght please god and endelesly be [-knytte to bim. And also I prayed 
hym that he wold take away my wyll and gyue me hys wyll: and so 
he dede ryght mercyably and sayd to me thus: „„Loo, dere doughter, dow 4. r » 
1 gyue the luv wyll, by thewhyche thou shalte besoostrong, that what- 
euer happe to the fro thys tyme forthward, thou shalt neuer be chaunged 
ne styred.--- And ryght so it was: she was euer afterward dyspysed and 
sette'lytell liv of alle folke. and was neuer the more styred ne troubled 
ageynst hem. Ouermore yel this holy mayde sayd to hyr eonfessour: - r 'U 
„Fader, well, wyll ye wete how our lord serued me? Trewely, as a moder 

serueilili hyr lytell soukyng chylde, whöme she loueth tenderly. A 1 ler 

sufTred(2) other-whyle hir chylde stonde a-ferre from hyr. whyle she shew- 
eth hym hir tete of hir breste, and 8ufFred(2) hym to wepe Longe tyme 



1 1 1 1. Berueth, f2) aoffreth. 



270 The lyf of saiut Katherin of Senis. 

after hit, bul all that tyme she lawhed(l); at the last, whän she hath 
suffred it to wepe long tyme, she gothe ther-to wyth a lawhyng chere 
and beclypped (2) it in hyr armes and kyssed it and soo gyueth it hyr 
brest or the tete. Ryght so ferde our lorde wyth nie : that day he shewed 
5 nie hys blessyd wounde in his syde, stondyng all a-ferre from nie, and 
1 for desyre that I hadde ther to putte my iiiouth to that blessyd wounde 
wepte(3) haboundantly ; thenne our lord (4), after-tyme that "he hadde 
so suffred nie to wepe, he came to me gladdely and took my sowie in 
hys armes and put my mouth to hys wounde: and thenne my sowie for 

10 that grete desyre entred all hole in to hys blessyd wounde, where I founde 
(so) moche swetenesse and knowleche of hys godhede, that (5), yf ye wyst, 
ye wolde meruayll that myn herte for gladnesse of that ioye and loue 
to-barst not, and ye wolde be astonyed how I myght lyue in this lvt 
wyth suche a grete passyng hete of loue." — Also another thynge befyll 

15 hyr the next yere sewyng vpon the same day (6), as she was aboute to re- 
ceyue the blyssed sacrament of the aulter. Whanne the prest helde the 
blessyd sacrament in hys handes afore hyr and taught hyr for to say 
thus „Lorde, I am not worthy that thou sholdest entre in me" : thenne, 
whan she hadde receyued hym, hyr semed that, as a fyflhe entred (7) in to 

20 the water and the water in hym, ryght so hyr sowie entred in god and 
god in hir; and soo she feite hyr-self all I-drawe in to our lord, that 
vunethe she myght conie home to hyr chambre; and whan she was come 
home, she layde hyr doune vpon hir harde bedde, leyng long tyme styll 
and moeuyd not. At the last hyr body was take vp in to the ayre and 

25 stode there a whyle to-gyder, as thre wytnessys bereth recorde, the whiche 
names I shall teil you afterward. Thenne afterward she came doun and 
lay vpon hyr bedde, alle weyke and feble, and spake softely many bles- 
syd swete wordes and hye contemplatyf wordes, that it steryd hyr 
felawes to wepe the whiche herde them. And amonges thoo swete wordes 

30 she prayed for many folke, and for somme specyally by name, namely 
for hyr confessour, that was that same tyme in the same momente in 
the chyrche and thought for that tyme on no thynge that sholde styre 
hym to deuocyon. But sodeynly by hyr prayer he feite a meruayllous 
deuocyon that neuer he assayed afore, consyderyng and meruayllyng 

35 how that newe grace cam to hym soo sodeynly that houre. Whyle he 
thought thus, sodeynly came to hym one of this holy maydens felawes 
and sayd: „Trewely, fader, Katheryne hath moche prayed for you this 
day such an houre." Thenne anone he knewe(8) that suche a newe deuo- 
cyon came to hym at that houre by Katherynes prayer. And he axed 

40 of hyr felawe what she prayed; and she tolde him that she prayed for 
him and for other that oure lorde wolde wouchesauf to grauute them 
euerlastyug lyf, and that she putt forth hyr honde and prayed hym for 
to grauute that; thenne she took doune hyr honde ageyne, semyng to 
hir al sore, and wyth grete syghenge she sayde thus : „A, lord, worshyp- 

45 ped mote thou be" — for that was euer a comyn terme in hyr mouthe for 
to saye whan she was seek and sore trauaylled. Whanne hyr confessour 
herde this, he wente to her and prayed hir teile hym all hyr vysyon. 
She as meke obedyent mayde tolde nun all the hole vysyon, as it is sayd 
afore. And whanne she came to that mater where she prayed for spe- 

50 cyall frendes, she sayd to hym: „Fader, whanne I prayed for you and 
for other that our lord wolde wouchesauf to grauute you euerlastyug lyf, 
with that I hadde a comforte that it sholde so be: and f orthwyth I asked 
a token of our lord that I myght knowe it sholde be so, not for none 
Incredulyte, but rather for a notable memorye. Thenne he prayed me 

(l,i 1. lawheth, (2) beclyppeth. (3) C. and wepte. (4) lord sayd. (5) C. and 
st. that. (6) lat. anno eodem, die XVIII Augusti. (7) 1. entreth. {8) C. knowe. 



The lyf of saint Katherin of Sems. 271 

that I sholde stretche out myn honde. ] dyde so: aud he putte in my 

honde a nayle aud closed the nayle soo taste wyth-Inne myii honde 

Therme I feite a grete peyne in myn honde as though an yren naylle 
hadde be smyten thorugh myghtely wyth an hamour. Soo that me 
semed(l) to myn owne syght, thought it be Inuysyble to other, I haue 5 
a marke of Grystys woundes in myn honde." — Also for contynuance 
ot (this) mater I shall teil von another meruayllos thyng lyke to thys, 
that befylle iu the Cytee of Pyse, as mayster Reymond, hyr last con- 
fessour, bereth recorde. In a tyme thys holy mayde came to the Cyte of 
Pyse, and other many wyth hyr, amonges whome mayster Reymond was 10 
one. The whyche holy mayde was receyued iu to a worthy maunes place 
of the siirae Cyte besyde a chappell of Saynt Crystyane. In the whyche 
chappell mayster Reymond sayde masse at the holy maydes prayer, and 
ther he houseled hyr after hyr desyre, as she vsed to be contynuelly. 
Wnanne she hadde receyued that blyssed sacramente, she was anone 15 
rauyflned fro hyr bodely wyttes: aud all that tyme mayster Reymond 
aud other moo abode tyll she hadde do, for to here of hyr somme 
ghoostly comforte, as they were wonte to do after suche rauyffheng. 
Sodeynly as they behelde hyr, the body, that laye prostrate vpon the 
grounde, was reysed vp aud she kneled vpou hyr knees, stretchyng vp 20 
hyr armes and hyr hondes, wyth a clere shynyng vysage. Whanne she 
had so long kneled wyth clösyng(2) (eyes) aud styf armes, at the laste 
she fyll doun sodeynly as though she hadde be dedly wouuded, and 
anone sone after she was restoryd ageyne to hyr bodely wyttes. Thenue 
she sente after mayster Reymond, hyr coufessour, aud sayde to hym 25 
preuely thys wordes: .Fader, I do you well to wete that by the mercy 
of god I bere now in my body the markys of the blessyd woundes of 
oure lorde." Mayster Reymone theune axed hyr how that myght be aud 
how it stode with hir iu tyme of hir rauyH'heug. She answerde and 
sayde : r I sawe our lord, fastned vpon the Crosse, comyng a-doune and 30 
beclyppyng me wyth a grete lyght, by the whyche gracyous vysyou the 
sowie was so gretely steryd to me(te) wyth my lorde, bat the body was 
constreyned by strengthe of the spyryte to aryse. Thenue out of the 
holes of hys holy woundes I sawe fyue rede bemys come doune froni 
hym, and fastned vpon my body, aud (that) was cause why that my body 35 
was all forstreyned. 

Wyth that I cryed to our lord and sayde: r „A a, lorde god, I beseche 
the that these woundes appyre not in me to tue syght of men outward.'"' 
Thenne sodeynly, whyle 1(3) sayde thyse wordes, er thenue thoo rede 
bemys were fully come doune to the body, (they) changed her(l) colours 40 
out of rede in to a meruayllous bryghtnesse, and in lykenes of a pure 
lyght they restyd in fyue places of my body, that is vpon the hondes, 
the feet, and the herte." Thenue mayster Reymond axed hir whether 
ony of the bemys come to the ryghte syde. She sayde: „nay, but onely 
vpon the lyfte syde, vpon my herte." Mayster Reymond axed hyr efte- 4") 
sones: .felyst tliou ony inaner of sensyhle peyne in thoo places?" She 
answerd wyth a grete sygheng and sayde: „I suffre soo grete a sensyble 
sorowe in all tho fyue places, and specyaly in my herte, that, but god 
shewe a newe myracle, it is Impossyble to me for to lyue longe tyme to- 
gydres in this body." This wurde ,marked well mayster Reymond, hyr 50 
coufessour, and espyed where he coude see in hir ony-maner tokenes of 
peyne. Wha« she had told that she wold say. they deported asonder oul 
ot that chappell and they went to-gydera home to theyr(5) Inne. Aud 
the holy mayde went to hir chambre, and ther she lay doun, aemyng to 



(1) 1. semeth. (2) 1. closyd. (3) C. slie, (i) hir. (5; 1. hyr. 



272 The lyf öf saint Katherin of Senia. 

all that euer were aboute hyr drawyng fco the deth. Thenne was mayster 
Reymond called, and other of hys felesbyp, for to Bee \><n wounder thyng. 
W'lian fchey were come, fchey wepte sore, by-cause they wend Bhe shoW 
had departed trom the?», for fchey saw hir neuer so fehle (ne) so nygh(l) 
G t<> |>e deth. Neuertheles withiu a whyle after she resorted agayn to more 
Btrengthe, and receyued meto, and thenne she spake eftsones to maister 
Reymound and sayde to hym as she sayd a-fore, that she may not Longe 
lyue, but yf god shewe a newe miracle. Thenne .Mayster Reymound 
called to-gyders all her chyldren both men and wymmen, prayng theym 

10 wyth wepyng chere that they wohl all wyth one voyce praye fco our lord 
that he Wohle voehesal' „to mannte vs this holy niayde Katherin, onr 
ghostely vertuous moder and oure maystres, the whiche lythe in passing, 
for to abyde wyth vs a whyle in thys lyf and for to conferrae vs iu 
more vertue/ Alle they graunted with one voyce that they soo wold. 

15 Than they weute all wyth Mayster Reymound to this holy niayde lyeng 
in transyte, sayeng suche wordes weylyng and wepyng: „.Moder, we wete 
well that thou desyrest to bee wyth thyne spouse, wyth our lorde Ihesu 
cryst: but thy mede and thy rewarde is reserued for(2) the all sauf; haue 
rewthe on vs whome thou forsakest, moder, and leue vs not so freel! 

20 wythout better enformacion of vertu in this wretchyd worlde. We knowe 
well also, thy well-byloued spouse, whom thou louest wyth soo grete a 
desyre, wylle nothynge denye the that thou askest: therfore we beseche 
the, praye to hym that he vouchesauf graunte the to vs for a tyme, lest 
thou passe fro vs and we no-thynge or lytyll edefyed by thy good lyu- 

25 yng. For though we praye as wel as we coude, we drede vs lest he 
wyll not here vs for oure wretchyd lyuynge; for certayne, we ben ryght 
vnwurthy. to be herd. Thou (3) therfore, that hast louyd oure helthe, and 
that soo tenderly and feruently, praye pou for vs and wynne our lord 
that we mowe not leue be in this lyf, tyll we ben more edefyed in 

30 ghostely vertu." Many suche wordes they sayde amonges theim wyth grete 
wepynge. To whom this holi maide answerd : „Ye knowe well that I 
haue forsake myn owne wyll, ne I desyre neuer but that that were to 
goddes wyl. And all-be-it I haue desyred your helthe wyth all myn 
herte, yet I knowe well that he be whiche is your helthe and myn, cau 

35 better ordeine for you than one creature can praye for von: bis wyll 
therfore bee done in all thynges. Neuertheles yet 1 shall praye gladly, 
that he vouchesaf for to do that hym semeth beste." W'han she hadde 
sayd this word, we weute a-syde for a fcyme beyng in grete aorowe, vnto 
the tyme we knewe(-l) au answer. The next day(5) afterward she called 

40 mayster Reymounde to her and sayd: „me semeth, fader, \>oi our lord 
hath condescendyd to your prayers, and I hope ye shold(6) Boone haue 
your wylle and entent. 11 As she sayd, so it was sone after: ffor vpon the 
morowe, the whiche was vpon a sonday, she receyued crystis body in be 
Bacrament of J>e aulter of her co??fessour-his hondes; and ryght as in tue 

45 sondaye bifore she was brought in greate febylnes by her rauyffhyg affcer- 
fcyme she hadde receyued that blessyd sacrament, ryght so in this sonday 
she was gretly stren'gthed by her rauyllhyng after that blessyd sacra- 
ment. The whiche was grete merueyle to all that were aboute her. To 
whom Mayster Reymound said: „I hope bat oure lord hath aeeepted our 

50 teres and co»desc'e»dyd to our prayers. though thei ben vnwoiirthy." 
Thewne wythin a litil 'time afterward she was so quikly reuiued, bat none 
of the;// all was in doubte but \>at she shold lyue and bat god had grauwted 
fulli her desire. almyghti god, fader of merey, wnat wylt \xm do for 
thyn trewe seruauwt(es)' and welbeloued children, bat condescendist bo 

{!) C. nygh so. (2) fro. (3) Therene. (4) knowe. (5) lat. sequenti sabbut... 



The lyf of saint Katherin of Senis. 273 

benigly to thyn synfuli seruauntis! Mayster Reymouud thenne asked 
her, for the more sykernes, wheder the passyow of tho wpuwdes con- 
tyn(u)ed| l) alway as they dede, in her body. She answerd in this wise: 
„Oure Lord Ehesu hatli herd your prayers and thefore tho woundes tour- 

nu'iit not now my body a> they dyde, but cather they comforte nie and 5 
strengthe ine- Loo, maidens, here now ye knowe vmat excellence(2) of 
grace this boly maide hadde; and also ye mowe lerne tliat oure lord 
vochesaf to here synne(r)s whan they asked ony thyng fchat Longeth to 
sowle-helthe. - Yet shall I teile von another merueylous thyng, that, as 
ine semeth, it passeth all other that 1 haue rehersed yet, and so shall I in 
niake an ende of this chapytre by the helpe of god. After-tyme that 
our Lord hadde receyued her soule in to his blyssyd wound off bis syde 
and there Bhewed her the mysteryea of the gloryous trynyte, thenne came 
our glorioua lady Ins gloryous moder, gloryous vyrgin Marye, and ful- 
fylled her wyth the gloryous niylke of her gloryous brestes and tetes. 15 
After came mary magdalene and comynyd wyth her ful homely of her 
reuelacions I>»t she hadde whan she was in desert. And other-while 
thyse thre eoine to-gydre and gaue her inany blessyd comfortable wur- 
de«. Yet wanted she not the comforte of other say(n)tes and the apper- 
yng, and nainely of saynt poule the Appostle, and saynt Iohan theuan- 211 
gelyst, and saint domynyke, and saint Thomas dalquino, and ofte-tymes 
saint Agnes, of whom she hadde onys a reuelacion that (she) sholde he 
her felawe in the kyngdom of heuen, as it shall be deelared afterward 
by the helpe of god. But now I shal telleyou two notable poyntes that 
hefyll to this hooly niayde whan she hadde anv vysyons of saynt poule •!'• 
be apostle. It befil in [>e fest cowuersiow(3) of samt poule bat this holy 
niayde was so nierneyloiisly ranyllhed ont of her-sell, that her thought 
that her spyryt was drawe vp to heuen, BOO ferforth that thre dayes and 
thre oyghtes she was vnnienalile wythout bod(i)ly felyng, soo that it senied 
that she was fnllv dede. But there were soinnie that vnderstode better ^11 
her condycion and sayde that they supposed -he was rauyflTied wyth 
saint poule in to the thirde heuen. At the laste by the thre dayes ende 
she was reforted to her bod(i)ly feling, but the Bpyryte was bo comforted 
with that reuelacion (4) that she stoode longe tyme afterward as she hadde 
be half a-slepe, and yet she depte not. Iu the mene-whyle ffryer Tb 
mas, her fyrst confessour, and another felowe of his, whiehe was called 
fryer donat of Fleience. hadde a desyre to goo for to vysyte an hooly 
hereinyte in deserte. bnt fyrst. or than they wente, thei come to tili- 
holy niayde hous and foiinde her in 011 holy sompnolence (5) ; and by- 
eanse they Wohle exeite her. they asked her whether she Wohle go wyth 40 
the/// to doerte for to vysyte that holy man. She answerd to theyni in 
the Barne hooly slepe and sayde ye, notwythstondyng bot she wyst not 
what she <ayd. by-cause that she was not fnlly exeyted. Bnt anone as 
she perceyued(6) that worde, Bhe hadde suche a remorse(7) of conscience 
off that lesynge, that for sorowe the whiehe she toke therof she was 4". 
restoryd Eully to her bodely wyttes, and as many dayes and nyghtes as 
-he stood afore in rauyffhyg, so Longe after she wayled and wepte vn- 
cessabyly |>'/t synwe and sayd to her-self: „0 wycked woman, hast thou 

boo well bee feed wyth the infinite >j: Ine- of <so<\ that thou muste now 

make a Lesyng? bee thyse (the) treuthes that thou hast Lerned in heuen? 50 
is this {>e doctryne that thou art taught of the holy ghoste, for t.> make 
lesynges? Thenne wyst thou ryght well that thou woldeste not goo wyth 
tlio fryer-, and yet thou Baydest thou woldest, and soo made-t a Lesyng 
to thyn confessour and to tliyn ghostely faders. <> moostwycked Bynne!" 

(1) C. conteyned. (2) excellent. (3) conaersacion, (4) reuelacions. (5)sompno- 
lente. 1 6) 1. proferyd. 1 7 1 C reuerse. 

Aji-Uv r. n. Sprachen. LXXVI. lü 



'J7I The lyi of saht Katherin of Senis. 

See ye not, maydens, the merueilous wayes and mauere of nur lordis 
prouydence? Loo, Leu" her reuelacions sholde haue by(l) cause of pryde 
to her, uiir lord suffred her Eor to falle in tu suche a lesyng — yf it may 
be callyd a lesyng, Eor there was nunc entencion of deceyte; and soo by 
5 thal mekenes and lownes oure lorde coueryd her vertu, that the fena 
shold not entre für tu destroye therm. Bu1 fcho thynges that sbe sawe 
Cur that tyine in her reuelacions, slie tolde not to her confessour as slie 
was wuiit to doo of other reuelacions, for, as she sayde her-sell', slie 

coude fynde uone Laraguage that myght expresse fcho reuelacyons by 

10 worde; ne it is not lelull to iioiuan Eor to speke of hein wyth tongue, 
as the sanie appostle säyth hym-seli : Non licet homini loqui. Butthe fer- 
uour of her herte, the besynes of her prayer, and her holy exortaeyons 
shewed openly ynow that she sawe the preuytes of god, the whiche may 
nut he commynyd but to theym that sawe theym. — Üuermore another 

15 tyme saynt poule the appostle apperyd to her and warned her that slie 
sholde gyue her besely tu prayer; the whiche slie tolde after-ward tu her 
confessour; and therfore that slie vsed moche. Therme it befyll afterward, 
wliyles she prayed in the chirche ou the vygille of Saynt Domynyke, 
many reuelacions were shewed tu her oft* saynt Domynyke and of other 

20 sayntes. She was soo ofte occupyed wyth reuelacions: the same tyme 
whan she wohl speke to her confessour, she hadde reuelacions. Therme 
in the next day afterward of saynt Domynyke a lytyll afore euensonge 
tyme, whyles she was occupyed with reuelacions, sodenly entred in to 
the ehyrehe a fryer, whiche was Bartylmeus, her confessours felawe, in 

25 whome she trusted as moche as in her confessour — for he was her con- 
fessour in absens of her ghostely fader. Whau she perceyued that that 
he was come, she aroos and wente agaynst hym and sayde to hym that 
she wolde speke wyth hym of certeyn reuelacions. Thenne they satte 
doun bothe togyders in the ehyrehe, and she began to reherce how many 

30 reuelac(i)ons our lord hadde shewed her of saynt Domynyk. At the laste 
she sayde: „loo, fader, I see now myn holy fader Saint Domynyke as 
I see you now, and yet he is more nerer nie than ye be;" and thenne 
she procedyd forth of many merueylous reuelacions. Wythin awhyle after 
it befyll that her yonge brother, that was callyd also Bartylmeus, went 

35 by her, and sodenly she caste her eye a lytyll a-syde and behyld her 
brother, and leite of the syght of saint domynyk for that lytyll tyme, 
and thenne contynued forth in her fyrst mater. But for that dede she 
made moche sorowe whan she perceyued what she had I-doo, that longe 
after she helde her peas and spake nomore but alwaye wepte for that 

■ii trespaas. Whan she had longe contynued in wepyng, at the laste ffryer 
Bertylmewe prayed her to procede forth as she began; but she myght 
not for sobbyng vnnethe speke one worde. Yet as she myghte speke, 
she sayde: „O what wretche am I, and ho (2) shall doo me vengeaunce 
for myn synnes?" Fryer Bertylmewe (asked) what synne myght that be? 

45 Theorie she sayde: „Sawe ye not how I bowed awaye niyn hede and myn 
eyen for to beholde my broder that went ryght now by, the whilcs our 
lord shewed me many merueylous thynges? a Fryer Bertylmewe sayde: 
nay, he coude not perceyue that she bowed in ony wyse her hede and 
her eyen a-syde. Thenne she sayde: „fader, yf ye wyst how our blessyd 

50 gloryous lady, gloryo?^s virgyn Mary, repreuyd me ryght now für that synne, 
ye wolde \ve\>e also sore as' I." And soo she spake nomore of that niaiier 
of reuelacions, but euer contynued in wepyng vnto the tyme she had made 
her confession, and thenne she went hörne to the Chamber. Where saint 
poule appieryd to her, as she tolde afterward to her confessour. and re- 



(1) 1. be. ('2) C. lie st. ho. 



The lyf of saint Katherin of Senis. 275 

preued her sharpely offthe Lokyng of that tyme whan she tourned herhede 
soo a-syde, in soo ferforthe, she sayde, that it hadde bee untre teuer for 
her to be shamed of all the worlde thar onya eftsones to suffre that 

shame the whiche she had of saynt poulewhan he repreuid her. Thei 

she sayd to her confessour: ..Inder, bethinketh you what repreuynge 5 
of cryste shall be at the (d)ay of dorne to alle synners, yf the repreuyng 
of one of bis appostles is nnw soo sharpe and make ine soo moche aferd." 
She sayd also: but yf she had hadde comforte of a fayre lanibo that 
stode besyde her whiles the Appostle repreued her, she sholdehaue deyed 
for sorowe, as her seined. Wherfare euer aflerward she was the inore meker 111 
in her reuelacions. Loo, maydens, how our lord suffred her to falle fal- 
ber niore mekeiies! — Bat now .shall I teile von what the reuelacions was 
the whiche (she) hadde cd' saint Doniynyke. Whan this holy mavde 
comyned and spake with ffryer bertylmewe of her reuelacions, she sayd 
that she sawe in dede by a vysyon of ymaginacion almyghty god the r 
tader, brenging(l) forth, as her semed, out of bis mouth oure forde ihesu 
cryste, bis endeles sone, the whiche aperyd openly to her in lykenes of 
niankynde; im the toder syde the blessyd i'atryarchr Saynt Doniynyke, 
comyng out of the breste of almyghty god the tader, shynnyng all in 
lyght; and she herde of the mouthe of almyghty god the fader thyse 20 
wordes: ..dere dougbter, 1 haue brought farthe thyse chyldren, the ton 
kyndely and naturall beyng the secoud persone in trynyte, the oder lou- 
yngly and swetely by adopeion." Thenne tbis holy ma(i)de hadde grete 
lncrueyle of suche comparyson by-twene the sone of god and saynt Do- 
mynyke. But almyghty god the fader, to put awaye that greate mer- 25 
ueyle, expownyd thyse wordes and sayd: „Dere döughter, ryght as here 
inyn owne sone whom I brought forth of nie naturally and eternaly wa> 
euer perfyghtly obedyent to me vnto the deth by takyng vpon him man- 
kynde, rygnt soo the dedes of Domynyk, myn sone 1 > i adopeion, what 
that euer (he) wroiighte fro bis chylhode in to the ende of his liodelv 30 
lyf, were reuled alter the obedyence of myn commaunde(men)tys, and neuer 
brake onys ony maner of preeepte of myn, for the virgynyte off bis body 
and soule and the graee of bis baptyme he kept euer to me vndefoylya. 
And also ryght as here myn eternall and naturall sone. the endeles 
worde(2) of my mouthe, tolde and spake opynly to alle the worlde that .r 
I badde hym saye, and therto bare wyttenes of trouthe, ryght soo Do- 
mynyke, myn sone by adopeion. preehyd myn trouthe openly to the 
worlde, as welle amonges heretykes as amonge faythful peple, and not 
onli bi hiwself but also l»i other of him, and not only whyles he lyued 
in erthe amonges you, but also l»i bis successours, bi whom yet they(3) 40 
precheth and -halle preche. bor ryght as my aaturall and eternall sone 
sente his dyscyples lor to preche, ryght soo Domynyk, myn sone by 
adopeion. sente bis lryer>; and also, ryght as inyn naturall sone and 
eternall is myn word, ryght (so) Doniynyke, inyn sone by adopeion. i- 
the prechour aboute of inyn word: wheriore of myn synguler gyrte it is r 
gyue to hym and to his fryers lor to vnderstonde the trouthe of min 
wordes and not lor to passe therfro. Also, ryght as myn naturall sone 
and eternall Ordeyned and dysposyd all bis lytl' and bis dedes by doc- 
trynes and ensample to helthe <>tr mannys soule, ryght (so) Doniynyke, 
myn sone by adopeion. put all bis besynes to delyuer out soules Ol ]"■ il 
Borowe of errour and oi synne: and that was bis pryncipall entenl 
whan he began his ordre, that is for to say for helthe of soule-. Therfore 

lie may well he lyked to min natuial and eternall sone llu-11 (ri-te." 

This was the reuelacion the whiche she comynyd to Eryer Bertylmewe, 



(1 , C. brenning. (2) worlde. (3) 1. lie. 

IS' 



270 The Lyf of saint Katherin of Senk 

whan that sodeyn caas of lokyng asyde byfyll to her, as it is rehersyd 

afore. — Now I sliall ]>roeede forth of thc renieuaunt of the lyf of thiä 
holy mayde in reuelacions and vysyons. But Eyrst I wolde ye Imewe, 
maydens, that for the grete haboundance of graces and open reuelacions 
5 and visyons, and for thc <rretencs of loue thcrwyth (with) thc whiclic this 
holy maydes soule was fulfylled, shc was ryght syke in her body, and 
euer encresid in sekenes more and mare for knie, boo |>"t slic roos ao- 
more out of her bedde, büt laye styll euer newyng(l) the loue of her 
spose, seyng fchus: r A, swete louely lord, goddes sone and the sone of a 

in mayden": wyth suche many louyng wordes she praised oure lorde and 
her spouse; (and) she beleft wythout bodely niete. And fcherto her spouse 
Ihcsu Cryste, the whiche (had) gyuen her that fyre of loue, by-cause ii 
sholde brenne more st(r)owgely he apperyd to her ofte-tymes. Thennesayd 
she to hym, that was so febyll off' the fyre of loue: „Good louely lord, 

15 pou suft'erest me so longe abyde in this wretched body and wylt not take 
nie to thyn endeles presence! 1 haue none Ioye now off this wretchid 
lyf, but only all myn ioye is for to seke the; fror 1 loue the, Ihcsn, and 
none wythout the, for what that euer I loue, lord, it is for the. Why am 
I therfor delayed soo longe fro thyn endeles presence? Ha ha, nickest 

20 and myldest lorde, delyuer myn soule out of this pryson and out of this 
dedely lif!" To thise wordes, that were sayd soo weylyngly, oure lord 
answerd : „Dere doughter, whan I liued in erthe amonge men, I besyed 
me neuer for to fulfylle myn owne wyll but myn faders, and albe-it that 
I desyred to ete the laste paske wyth myn dysciples for to be wvth myn 

25 fader, as they herd me ofte-tymes saye, yet I suffred paciently the tyme 
that was ordeined oft" myn fader. Soo must thou doo; though \>ou desyre 
feruently to be onyd to me perfightely in the blesse of heuen, yet thou 
inuste abyde the tyme that I haue ordeyned." Theenne she sayd to our 
lord: „louely lord, sythe it soo is that it is not kynde to me as yet to 

so passe out of this lyfr, thyn wyl be done, ffiat voluntas tua. But one 
thinge I beseche \>e whyles I lyue in this erthe, \>at sythe I may not be 
onyd to be in blysse, gramrte me, as longe as 1 lyue in this lyf, to be 
onyd to be and with pe bi parte taking of thy blessyd passiow." I'e 
whiche was grau»ted to her: ffor as she asked, soo she hadde. Frq that 

35 tyme forward she hadde so moche experiens euery day in her herte and 
in her body of the passions of our lorde, as she tolde afterward preuyly 
to maister Beymouna, that she neuer feite suche a soor(2); and that was 
in this wyse. Ofte-tymes she wolde sytte and talke with Mayster Rey- 
mound and teche hym of the j^assyon of criste, affermyng myghtely that 

40 our lorde Ihesu cryste fro the tyme of his gloryous coneepeion in to the 
tyme of the ende of Ins blyssyd passyon he bare euer the Crosse of his 
deth in hys soule, for the grete passyng desyre that he hadde for the 
helthe of mannys sowie. For whan he was conceyued, he was t ul of 
grace and of wysdome and of charyte, and it Avas none nede to hym for 

45 to encrece in hem(3) afterward, for he was perfyght ynow in theyni at 
the begynnyng. Therfore, sythe it so was that he lpued so perfyghtly 
god the fader and mankynde in herte, seyng and consyderyng god the 
fader in trinite in maner depryued of his honour, and also mankynde 
depryuyd fro lüs blessyd ende, he was soo(re) tourmereted wyth com- 

50 passyon in hym-self, vnto the tyme that he myght restore by his pas- 
syon the dewe honour to god the fader in Triuyte, and endeles helthe to 
mankynde. Also, fhe sayde, the affliction of (t]his holy desyre was none 
lytyll payne, but it was a grete payne; and thefore it was that he sayde 
to hys dyscyples on ichherthursday at the soper: Desiderio desideraui 



(1) = neuening, nemning. (2) 1. afoie. (.'5; C. hym. 



The lyf <>f Baint Katherin of Senis. 277 

manducare vobiscum hoc pascha, thal is: I haue desyred wytli a grete 
desyre Longe afore fchys tyme to ete with yon this paske; and the cause 
was. for he traue theym iu tliat BOper au special] ernc.-t of lielthe tlie 
whiche he wolde werke er fchenne he purposed to etewyth theym eftsones. 
And therfore ehe alleggid for her the wordys of our sauyour, where he 
sayth in another place: Pater, tranafer calicem hunc a nie, that is: fader, 
pul awaye this passion fro me that I sliall aow drynke: thewhiche wor- 
des she expownyd thus and sayde: Perfyght folke sholde noI vnderstonde 
thyse wordes as symple folke done, that nur sauyour asked of his Fader 
to put awaye and renieue hys paynefull passiow, but thus: (for) frothebe- 10 
gynnyng of Ins gloryous coneepct(i)on vnto that tyme of his detli he dranke 
euer of that paynfull passyoil by the grete desyre that he had off nian- 
nys helthe, and tlienne, the more he drawe nere to the detli, the more 
gredyly he desyred that drynke, he asked therfore that it shold SOOne In' 
fulfylled the whiche he hadde soo longe tyme desyred for the helthe of 15 
niannys soule. that the dryinikc be whiclie he hadde drunke SOO longe 
afore, sholde thenne be ended; and thus this was not for to aske a re- 
meuyng awaye of his deth, but rader an hasti ende of his deth — the 
whiche our sauyour declared füll openly afterward wlian he sayde to 
Iudas: Quod faeis fac cicius, that is : frend. tliat thou shalt doo, doo it 2'i 
aiione! Xeuertheles, though it soo were that the forsayd payne- (l)full 
drynke of his desyre were to hym ryght greuous for to drynke, yet, as 
ryght an obedyent chylde to the fader, he sayde thus: Veruntamen non 
sicul ego volo sed sicut tu: ffader, 1 desyre that myn wyll he not ful- 
filled luit tliy wyll; offeryng hym-self redy by thyse wordes for to suffre 25 
delay(2) of his payne-ful] desyre as longe as it lykcd to hys fader: soo fchal 
the fyrsl wordes where he sayd Transfer hunc calicem &c: ffader, avoyde 
this paynfull(3) (passion) fro nie, he vnderstode not for to haue avoyded 
his passyon that was to come, but the passyon of hys desyre afore by 
suffryng the deth for helthe of mannes sowie for to be endyd. Thenne 30 
sayd mayster Eteymond: „Moder, comynly after exposicion of doctours 
ouc lord sayd tho wordes as a veray nia// and hede of all hys choseri 
bothe free! and Btrong, whos Bensualyte naturelly drede the deth; that 
he myght by(4) example to all, bothe to freel folk and to strong folk, that 
they dyspeyre not all-be-it they feite fcheyre Bensualytee kyndely dredyng : > r > 
tili- deth." üere-to this holy mayde answerd and sayd that the actes 
and the dedys of our sauiour yf they heu wysely consydered, euery 
creature after hys consyderaeyon may fynde in them ghostly fedyng(5), as 
it h Bpedefull to hys helthe. And therfore, syth it i> soo that fehle and 
freall creatures fyndeu in tho wordes comforl ageynst thevr feblenesse, ,n 
it were ryghl oecessary thenne that perfyt folk and myghty shold fynde 
also ther-inne cowfyrmacyon of thevr strengthe: the whiche myght- not 
I"' bul by thys exposycyon afore. Therfore it h better }»n it be ex- 
ppwned in niany maners, bo |"'t al may he comforted ther-by, thenne in a 
maner of wyse for <>ne tnaner of folk allone." Whanne mayster Rey- t. 
mond herde this. he helde hys peas, meruayllyng of hyr grete wysdom 
and grace that she had; for he herde neuer that exposycyon afore. 
Another exposycyon of the Barne wordes by the same holy mayde Mayster 
Reymond founde wryten in a book thal hir fyrsl confessour wrote, and 
they hen these. In a tyme whan she was rauyffhed, Bhe lerned of our 50 
lord that the prayer the whiche he made afore hys passyon whan he 
swatt bothe blood and water, seynge thus Transfer hunc calicem &c., 
that is: fader, remoue this peynful] passion fro me, he prayed thenne for 
them whome he sawe afore thal wolde haue im parte oi his passion the 



.vi,.-. (2) dayly. (3) paynfull 8t passyon ? (4) l. be. (5) C. felyng. 



278 The lyf of B.aial Katherin of Senis. 

whiche was fco him peynfull passyon; and by-cause be Loued ryghtwys- 
nesse, he put a condycyon and Bayd: Verumtamen nun mea voluntas, that 
is: neuertnelesse, fader, be not my wyll fulfylled bnt thy wyll ; and yf he 
had not putto suche a condycyon, it wolde haue folowed ther-on, sht 
, sayd, that all folk shold haue be saued. After-tyme thenne that he had 
thus prayed, he was herde, as saynte Poule sayd, for hys reuerence: 
Exauditus est propter suam reuerenciam. In exposycion of fchis wordes 
of saynt Tonic comynly doctours vnderstonden the same.(l)... It had be 
ellys meruaylle but that the same sone of god sholde haue be herde. - 

in AI-so she sayd another tyme to mayster Reymond and taugnt hym that 
the passyons whiche our lord god Ihesu Cryst, veray god and man, suf- 
fred lor'tlic helthe of mankynde, were so myghty, that it were impossyble 
ony man in erthe for to suffre (them) but that he sholde dye, and it were 
possyble, many tyme, yf that he suffred them. For, ryght as bis loue 

15 pat he had thenne and hath yet to mankynde, (is) vnestymable and vn- 
comperable, ryght so hys passyon that he suffred by constreynyng of loue 
allone, was vnestymable. Who wolde beleue that the thornes of hys 
crowne sholde peryflhe(2) in to thebrayne? Orthat the bones of aquyk 
man sholde be drawe out of theyre ioyntes? For the prophete sayd ofoui 

20 lordes passyon thus: Dinumerauerunt omnia ossa mea, that is: they tolde 
and nombred all the bones of my body. So thenne it may be proued 
])at the pryncypall cause of hys passyon was loue the whiche he shewed (3) 
for mankynde, and it myght not be shewed more conuenyently than by 
hys passyon. By this it semed that the naylles helde hym not vpon the 

25 Crosse, but hys loue onely; ne the strengthe of man ouercame hym not, 
but loue. How were men so stronge for to holde hym, that at a worde 
of hys mouthe fyll(-l) doune to the grounde whan they came for to 
take hym? Suche hyghe wordes and conuenyent wordes of our lordes 
passyon this holy mayde co>/miyne(d) wyth mayster Reymond. And yet 

30 she sayd more: that she had experyence in hyr (owne) body of som maner 
of passyon that Cryst suffred on the crosse; of all fhe wold not say, for 

that was Impossyble to ony erthely creature But specyally, by-cause of 

the grete loue that she had to our lord and to bis passyon, the most 
peyne br/t she suffred was in hyr herte; soo that it semed to hyr other- 

35 whyle that hyr herte was to-braste and cutt a-sondre fro that one ende 
to "that other, and for thys grete peyne of loue she was oftymes (5) dede to 
all mennys syght. Of thys bare wytnes many one the whiche were pre- 
sente whanne she dyed for the loue of Crystys passyon allone. Here- 
of was mayster Reymond in grete doubte; but for to put awaye that 

40 doubte, he thought to comen(6) wyth this holy mayde and serche the 
sothe of hyr, whether it were so or no. Whanne he axed hyr this, she 
for grete wepyng coude gyue none answer long tyme to-gydre, but at 
the last she s'ayde: „Fader, wolde ye not haue grete pyte and com pas- 
syon of a sowie that were delyuered out of a derke pryson to lyglit and 

45 after-tyme it had see so mery a lyght, eftesones to be reclused ageyn in 
the same derke prysone ? I am that same wretche that thus happed me, 
by the ordynaunce of god for my synnes." Thenne mayster Reymond 
axed hir where hir sowie was fully departed fro the body. To whome 
she answerd and sayd thus: that the feruent fyre of dyuyne loue and 

50 of ghoostly desyre was so moche in hyr herte for to lyue with our lord 
endelesly whom she loued, that though hyr herte hadde be of stone or 
of yren," it must nedys to-breste. „Therfore, fader, vnderstondeth thys 
for trouthe: that myn herte of myn body was thenne vndo and opened 



(1) lat. Quod exponunt Doctores communiter de oratione facta in liorto. 
(2) 1. perfe. (3) C. shemed. (4) they fyll. (5) 1. o tyme. (6) 1. coniyu. 



The lyt of sainl Katherin oi Senia. 279 

fro fche ouermost partye fco fche aether onely by the Btrengthe oi pure 
Loue, so that nie semetb yel I feie the markys of thal fyflure in myn 
herte. By this ye may knowe |>"t the sowie was fully for thai tyme 
departed fro the body and Bette in the presence of god, where I Bawe the 
preuytees of god, thal is vnlefuU for to speke fco ony man on erthe; 0Foi 

fcher ig qo speche in erthe thal can expresse fche preuytees i y mawnis 

fcongue. I > 1 1 1 tliis wote I well: as ofte as I here of thal tnater, I am 
tourmented so gretly in my sowie consyderyng where I was thenne and 
where I am now, thal I can not teil my sorowe bul wyth wepynge and 
sobbyng." Thenne mayster Eleymond prayed byr fco teil bim bow that 10 
all this began in byr. She answerd and sayde: „After-tyme thai I was 

fedde and COmforted wyth niany vysyoiis and reuclacvons hy mir lordes 

mercy, I feil seek for pure Loue and Laye doun in myn bedde; where I 

prayed oiir lorde Ihesn that he Wohle delyuer nie ont of this wretchvd 

worlde and one(l) me perfytely to bim. The whiche for that fcyme he i. 
wolde not graunte nie; but he graumted fcherfore(2) as long as I lyued in 
this lyf, ili shold be partyner of bis passyon, in asmoche as it i> pos- 
gyble a dedly body for to suffre." And boo she fcolde bym all that that is 
rehersed afore. And more-ouer she sayd: „loo, fader, by suche expe- 
ryence of bys passyon I am made so seke by the strengthe of loue, that 20 
my sowie desyred 110 fchyng eliys bul for to he delyuered ont of this 
worhl; and the sanie fyre SO encreevd in my sowie, that my herte often- 
tymes(3) defayledand departed a-sonder and my soule was vtterly delyuered 
out of the body; neuerthelesse it was bul a lytell tyme, and that was 
my sorowe." Thenne efte-SOnes mayster Keymond axed hir bow Ion;;' 25 
tyme hyr sowie was out of the body. She sayd: as they that kepte byr 
and were ahotite to haue herved hyr (sayde), foiire hoiires nr fchewne she 

reuyued ageyn. Yct he axed hyr what she sawe for that tyme and why 

eame fche soule ageyne to the hody. She answerd llius: „Fader, thal 
tyme my sowie sawe and vnderstode ioye of hlessyd sowles and peyni 
of synners; and as myn mynde wohl suffre me and wordes wolde (4) Buf- 
fyce to expresse them, \ shall teil von. My sowie sawe the diuyne 1 
cyaH beyng of god, and that Is the cause why 1 am soo lothe and vn- 
pacyenl to lyue in this worlde: and bad not he the loue of bym and 
fche loue of crysten people for whiche my sowie was restoryd to fche hody 35 
ageyne, T Bholde had defaylled and dyed for sorowe. The byghesl com- 
hut that I haue, is whan I suffre ony dysease: for that I (shall) haue 
the perfvte vy>Yon of god. Therfore tryhulacyons hen not heuysom to 
me, hut comfortahle, as ye may knowe and other that hen conuersaunt 
wyth me. I sawe also fche peynes of dampned sowles. and (the) peynes of 10 
sowles that hen in purgatory: the whiche I can iK»t expresse perfytely 
wyth qo maner of wordes. For yf wretched synners sawe the leste peyne 
that is there, they had leuer diese bodely deth an bondred fcymes, yf it 
were possyhle, thenne for fco suffre daye the lote peyne that is there. 
Hut speeially I sawe liem ponyflhed Byngulerly that had synned in ma 
fcrymohy, the whiche badde not kepte bem fco-gyder bonestly as they 
-holde do, bul folowed the dylectacions of fcheyr lustys." of this may- 
ster Eleymond hir confessour axed byr why that synne in specyall was 

re greuously punyflhed thenne other synnes, syth it bo is that it is 

not the uio-t greuous synne. Bhe Bayd: -for this skylle: ffor they had 50 
not soo grete conseyence of that synne, ae so grete contrycyon, as they 

had of other synne-, hut rather they offended in that >\nnc thenne in 

ony other. Thal synne the whiche a -\iiner chargeth not for to re ■ 

h\ penauttce, i- a grete Bynne, he it neuer soo lytell.- Thenne this boly 



. 1 , c. oned. c-') I. thal fo (3 1 l ■■ tyme. (4) L wyll. 



280 The lyf of saint Katherin of Senis. 

mayde proceded forthe in hyrmater and sayd thus also: „Fader, whawne 
I had seen all thyse ioyes and fches peynes, wenyng my-self that I hadde 
fully be delyuered out of this body, ourelbrde sayde tome: „„seest thou 
not, doughter, what ioye they lacke and what peyuc they liane that 

-> offenden nie? Tome ageyn therfore to tliy body and teil to the peple 
theyr errour and theyr peryll."" And wyth that wurde I was astonyed 
for to tome ageyne to the body and sore aferde. Thenne our lord sayd 
to nie: „„it is profyte to mennys soules that thou tome ageyne. And 
t In m shalte not lyue the lyfe that thou hast lyned afore ae kepe the 

10 solytarie allone in chambre, but thou shalte goo abrode, to wynne sowles. 
I sball euer be wyth the and goo wyth the, bothe goyng and comyng. 
Thou shalte bere the worshyp of my name and of ghoostly doctryne 
afore grete and smale and laye-people and clerkys and a-fore Relygyous 
folk also. I shall gyne the bothe niouth and wytte for to speke, that 

15 none niay wythstande the. I shall also bryng the afore byffhoppys and 
curates of sowles, for to confounde there pryde."" Whyles our lorde 
spak thyse wordes, sodeynly my soule v.*as restored ageyne to my body. 
And whanne I perceyued that, I hadde grete sorowe, that I wepte thre 
dayes and thre nyghtes to-gyders wythout cessyng; and yet I can in no 

20 wyse absteyne ne refreyne nie ther-fro, whanne it cometh to my myndc 
how sodeynly I was come fro the grete ioye vnto tliis prysone of the 
body. What wonder is it therfore, fader, though myn herte to-brest 
enery day, consyderyng the grete excellent ioye that tyme that I hadde, 
the whiche now it is ferre fro me; but all is done for the sowle-hele. 

25 Therfore ther shall no man meruayle though I loue them passyngly to 
whome our lord hath bede me warne them of theyr synfull lyuyng: for 
I haue lefte for them a grete ioye for a certeyn tyme, I wote not how 
long. Therfore, as saynt Poule seyth: they ben now my glorye, my 
crowne, and my ioye. All thys I saye to you, fader, and to all other, 

30 for to putte out of youre hertes the passyon of grutchyng in tyme comyng, 
whan I shall be homely amonges all men." Whan mayster Keymond herde 
all tliis (wordes) and vnderstode them(l) after the grace that was gyue 
hym, he pcrceyiied in hys herte that for the incredulytee and blyhdnes of 
men all that she sayde shokle not be publyll'hed; wdierfore he forbade 

35 bothe the freres and the sustres that all the whyle this holy mayde lyned 
in erthe, they sholde not pupplyfl'he that matere. He perceyued also of 
somme that folowed fyrst hyr doctryne, how they wente backward, for 
they coude not ne myghte not take hyr wordes. But lefte he sholde 
offende god yf he hadde hydde it Jiym-self wythout wrytyng, he wrote 

40 it for a perpetuell recorde after hyr dyflece, and not whyle' she lyued. — 
Now, maydens, for to knowe veraly that al this is sothe, I shall teil von 
wytnes of recorde that were present wyth this holy mayde whan all thyse 
thynges befyll hyr. In that same tyme whan this holy mayde drewe 
nye to the deth, as it semed, and as it is rehersed afore, there drewe 

45 aboute hyr Avymmen and other ghoostly doughters of herys, and they 
sent after hyr fyrst confessour, frere Thomas, for to(2) be present at hyr 
passage by prayers and other holy exercyses in commewdyng of hyr 
sowie to god. He came, and thre freres wyth hym mo, to be present att 
the passyng of this holy mayde. But whan she was passyd as it semed, 

50 one of the freres took so grete sorowe therfore, that by vyolence of hys 
wepyng a veyne of hys hrest was all for-brosyd; wdiere-wyth he caught 
a coghe and spatte gobettes of blood. Thenne was that another sorowe to 
them that stode aboute: for bothe they wepte for the holy mayde, tliat 
was so passyd, and also for hir brother, the whiche was not shappely(3) 



(1) 1. hit? (2) C. for do. (3) = likely. 



The lyf of saint Katherin of Senis. 281 

t<> lyue long after in (hat payne. Thenne sayde frere Thomas, hir fyrst 
confessour, to that seek frere wyth grete feyth and trust: „Brother, I 
wote well, Uns holy mayde is in grete reputacyon afore god for hyr good 
lyuyng: therfore take hyr honde and putte in the same place of thy 
sekenes, and I doubte not but thal thou shalte be hole." And anone 5 
forth-wytb he dydso: und so he haddehelthe; the whiche he tolde after- 
ward to :il that wolde here it. Ther was also a ghoostly doughter of 
herys thal was presenl thenne, the whiche was called Alyxa and passyd 
oul of this worlde sone afterward. Mbo ther wen- that came [nne cor 
to scv whether she was passed or not, and ther was none that coude in 
suppose otherwyse. There were also two other specyall wyttenessys, that 
were aboute for to ordeyne for the body, that it sholde beberyed(l); and 
bothe were susters of penaunce of Saynt Domynyk. Thal one was called 
Katheryne, as she was, the whiche was hyr felawe longe tyme afore; and 
that other was hyr cosyn Lyfa. And t'luis 1 make an ende of thys 15 
chapytre. 

Of somme myracles, wroughl gracyously by thys holy mayde aboute 
the helthe of sowles. Cap. vij. 

Y fl' I sholde reherce alle the myracles that our lord shewed by this holy 

mayde, I myght rather make a grete book of them than for to compre- 20 
hende hem in 00 chapytre. But by-cause I wolde put awaye dulnesse 
of them that sholde rede or here this Legende of this holy mayde, I am 
aboute, asmoche as I may, vnder fewe wordes for to comprehende them 
in one chapytre, that they myghte knowe vnder fewe wordes how grete 
they ben the whiche 1 passe ouer lyghtely. Therfore, iu as moche as the 25 
sowie passeth the body in worthynesse, 1 shall begynne of tho myracles 
the whiche were shewed of our lord by hyr aboute mennys sowles. and 
after that of the bodyes. As touchyng for the fyrst: Whän that Jamys 
or Jacob, the fader of this holy mayde, percevued that hys doughter 
Katheryne was alle gyuen to seine and to please our lord, as it is re- 30 
hersed in the fyrste partyeof thys lebende: euer he loued and tretyd hyr 
reuerewtly and louyngly, for-bedyng all folk of hys housholde that none 
he soo hardv for to Jette Katheryne, hys doughter, iu ony-maner wyse 
what that euer she wyll haue done. Thys is a grete cause why that the 
doughter loued the fader, and therfore she commended specyally hyr 35 
faders helthe oft-tymes to oure lord; and he had suche a truste in hys 
doughters prayers, that he supposed well she myght haue of god what 
she wohl for hys helthe. Sone after the fader sykened and laye donne 
in hys bedde all seek. Whan this holy mayde. hys doughter, perceyued 
that, anone she prayed to oure lorde, hyr spouse, for the helthe of hyr 4<> 
fader. And it was answerd to hyr of mir lorde that the ende of hys 
dayes of this worlde were eome and that it were not spedefull for hym 
for to abyde lenger in this lyf. Thenne she wente to hyr fader and 
vysyted hym and examyned hym how he was dysposed in hys sowie, 
aiid founde ihinn redy and wylfully to passe out of this worlde, hauyng tö 
no luste hu- to abyde lenger; wherefor she thanked our lord hyghly. 

But thenne she prayed oiir lord eftesones that syth it so is tliat he hadde 
gyuen hyr fader BO grete grace for to passe out of this worlde wythoul 
Bynne, that he wolde woucnesauf to graunte hym also for t<> flee to heuen 

wythoul payne of purgatory. Ol this she hadde an answere in this 50 

wyse: that ryghtwysnesse musl oedys be kepte, and therfore it were no 
ryght, but Lmpossyble, a sowie to haue the clerenesse of endeles Loye 
wythoul perfyte purgaeyon afore. »For. all-be-il thy fade; hath ben in 
hys dayes of good (yuyng among alle other wedded folke and also d<> 
niany good thynges that I am well pleased wyth, and Bpecyally as touehyn 
the. yet aeuerthelesse it may not he, aauyng my rygntwysnesse, but that 



282 The lyf of Baini Katherin of Senis. 

hys sowie musl be purged by the Eyre, Eor fco brenne oul the duste of 
erthely conuersacyon, the whiche is bardened and endured in bis soule." 
Thenne sayde this boly mayde to our lord bhus: „My dere welbeloued 
lord, whal may I suffre bot my Eaders sowie, by whom I baue be so 
5 tenderly nouryiThed and haue bad so many cowfortes in bys lyf, fchal ii 
be not fcormented in suche paynes? I praye the, lord, Eor the godnesse 

that euer thou shewdest fco mav/kynde, suffre QOl hys sowie to gOO Oui 

of hys body, roto be fcyme it be perfytly purged, oo waye or other, pol 

il neile not in no wyse the payne of purgatory." Alter suche wordes mir 

in lorde shewed hys mercy meruayllously, as fchough be had obeyed to fche 

voyce of hys mayden. All-be-it that the bodely stfengthes of hir fader 

Jamys bemanne for to defaylle more and inore to the dcth-warde, yet hys 
soule passed neuer out of his body, vnto the tyme be boly and . . i I | dyspu- 
tacion betwene our lord, alledgyng for hym ryghtwysnesse, and the boly 

15 ma(i)de, axyng grace and mercy, (was endyd). And at the laste, alter long 
dysputacion, the boly mayde sayd to our lord: „My welbeloued lord, vi' 
thys grace may in no wyse be gotcn or graunted withoul som maner of 
ryghtwysnesse, suffre that ryghtwysnesse lall od nie, Eor f am redy to 
suffre al maner of peyne what-euer thy goodnesse wyll ordeyne Eor de- 

20 lyueraüwce of my faders sowie." Thenne our lord graunted hyr grace and 
sayd: „Lob, doughter, for the loue bat thou hast to nie, I shall graunte 
the thyne axyng and I shall delyner thy faders soule fully out of payne; 
but thou shalte suffre a payne for hym as long as thou lyuest, the whiche 
I shall assygne the." This holy mayde thanked our lord and sayde: 

25 „Good blessyd lorde, be it to nie as bou haste ordeyned." After that she 
wente to hyr fader as he laye a-deieng, and she comforted hym meruayl- 
lously of hys endeles helthe, that he was ryght ioyefull, and she wcnt 
not from hym vnto the tyme he was passyd out of this worlde. And 
whan the sowie was passyd out of pe body, anone forth-wyth this holy 

30 mayde was payned wyth a sekenes in the syde the whiche is called 
Ilica passyo, that neuer went from hir in to the tyme she passyd out of 
this worlde; and ther was neuer tyme afterward but she had bat payne, 
as she sayde and other bare recorde ofte-tymes to mayster Reymond. 
But the vertue of hyr pacyence wythout ony comp«ryson passyd hyr 

35 sekenes, as I shall declare by pe helpe of god afterward in the last cha- 
pytre of the thrydde portye. * Whan hyr faders soule was delyuered out <>l 
the body, this holy mayde smyled füll manerly and sayd: B now wold 
god I were as ye ben!", and all that tyme other wepte, she shewed 
gladnesse of chere, for she myght none other wyse do : ffor she sawe hys 

4ft blessyd sowie, whan it passed out of pe body, how it was receyued in 
to endelesse blysse wythout ony taryeng; of the whiche she was ryght 
gladde, (for) a lytell afore she had experyenee of the same ioye, as it is 
rehersed in the ehapytre afore this. See ye not, maydens, how wysely 
the prouydence of our lord was wrought in this maydens fader? Our 

45 lord myght, yf he had wold, haue purged his soule in many maner of 
wyses and made hym able Inough to ioyes, as he dyd to the thefe bat 
hynge on hys ryght syde; but he wold not wythout som payne that this 
mayde sholde suffre, as she axed, for(2) encrece of hir more ioye. The 
whiche payne was euer afterward swete to hyr as hyr semed, not wyth- 

50 out cause, for she wyst well bat hir swetcnesse sliold euer encrece after- 
ward her (3) by grace, and in blysse by ioye; and therfore she myght in 
no wyse calle pal payne of Ilica passio but a swete peyne. This holy 
mayde tolde pr/uely to mayster Meymond |>"t by long tyme after hir Eaders 
detli his soule appyred oftymes to hir, tha^kyng hir for hir grace \>at he 



(1) lat. sancta et pia. (2) C. für liir. (3) hyi 



The lyf of sainl Katherin of Senis. 283 

receyued by bir, and also fcolde hir many präiy thingeSj and gaue hir warn- 
yng of |><> assaillyng of liir enemy, and therto kepte hir from al ghostly 
euelys. — Byght as I haue tolde you, maydens, of a myracle shewed to 
a ryghtwysmannys soule, so shall 1 teil yon qow a myracle shewed to a 

synlUII mannes sowie. :, 

There was a man dwellyag in the cyte of Sene, the whiehe was 
called Andrewe, (1) a fidl ryche man of oute-wardely (2) thynges of the 
World, but füll poure off inwardly heuenly thynges ; he was a vicious man, 
Cor he neyther drcd ne loned god, hut an hasarder and a cursed blas- 
phemer or a swerer of god and of his sayntes. Wyth in a while after- 10 
ward thal man was t;ike wyth a sykencs and lay done in his hedde soo 
seke, thal enery man and leche sayde lie was (nye) deed. Thal perceyued hys 
curat and nunc to hym, for to comforte(3) hym that he sholde be shryue 
and take penaunce and make his testame//t, as the maner was in the 
countre. Whan he hadde herdde how the preeste counseylled hym, he L5 
despysed bothe hym and his couwseyll. His wyf consydered that: hau- 
ynge aele and loue to his soule, she wente alter all-maner relygyous 
Volke, both men and wymmen, for to stere hym to god. But yet for all 
her counseyll they myght not bowe hym to eonfessiou and contrycion 
of his synnes, neyther wyth thretinge of endeles paynes ne wyth rewar- 20 
des of endeles ioyes. Thenne eftsones his curate came to hym, dredyng 
lest he sholde haue deyed for defaulte of counseyll, and sayde to hym 
as he sayd fyrste, addynge therto many more holsom wordes. Yet al- 
waye that wretched man dispised hym afterward as he dyde afore, bothe 
hym and his wordes. At the last he fvll in dyspeyre and iji to the 2"> 
synne of the hooly ghost; and so he drewe laste to the deth. This was 
afterward tolde to ffrier thomas, this holy maydes fyrst confessour: and 
he wente to this holy mayde hous, pursuyng for to constrayne her by 
al the vertu of ohedvens and of eharyte for to praye to mir lorde that 
he wolde voehesaf to soeour bat wretched soule, that it bee not dampned * n 
wythouten ende. But whan he came to this holy maides hous, he founde 
her rauyll'hyd fro her bod(i)ly wyttes; and as longe as she was so oeeu- 
pyed, he durste not occupye her, ne durst not long ahyde out of his 
hous, hy-cause pe nyght (4) drewe fast vpon hym. Wherf ore he charged a 
felowe of heres that was that tyme wyth her, be whiehe was called Ka- 35 
fcheryn as she was, for to Charge that holy mayde in goddes hehalue and 
his, whan she were restorid agayn to her bodely Avyttes, that she wolde 
praye for suche a mannys sowie that lyeth in passyng. She sayd she 
wolde so. Whan the holy mayde hercle that, she had soo greate com- 
passyon of his soule, that she prayed (to) onr lord anone deuoutly, heseehyng 4 11 
hym entyerly that the soule shold not peryilhe whiehe he boughte wytii 
his precious blöde. To whom our Lord answerd and sayde thus: „his 

wyckednes hathe alliaued |'avne, as an horryhly hhispheniie, fl'or he hath 
not only hlaspheinid nie and mvn sayntes wyth his inoiith, but also be 
hath throwen a table in to be fyre tor despyte ofme in the whiehe was 15 
paynted the ymage of nivn passyon and the ymage of nivn lilessyd glo- 
ryous moder and of other sayntes; and therfore it is worthy by ryglit- 
wysnes [wt he brenne in endeles fyre." Thenne she lyll downe prostrate 
with wepyng to the feel of our lorde and sayde: „lord, yf thou wylt 
consydere narowe to the aynnes of men, who may escape endeles damp- 50 
oacion? Wherfore(5) comesl fchou doAvne to be born of a gloryous mayde 
and for to Büffel tounnent of cruell deth: only for to wayte after nieii- 
nys synnes and to punyfl'he thcyiu horryhly to endeles payne'.' W'hv 
teilest thou nie this and the >ynnes of a lost man, that narest vppun 

ili tat Andreaa Naddini. (2) C. wordely. (3) 1. conseyle? ili (' myght. 

<~r>) 1. whether. 



284 The lyf of saint Katherin of Senis. 

thyn sholders all matter of synnes? Whether I am come to the now for 
mercy or Eor ryghtwysnes? Haue myn(de), lord, bleßEiüle what thou sayd- 

est to nie whan böU puttest nie fort he for the helthe of maiiy uiennvs 
so wies! I haue none other refxeffhinge in this lyf but for to see myn 
5 neybours tourned to the; and Eor that(l) alone 1 suffer paciently thyn ab- 
seuce. Yf thou gyue me not this ioye, what shall I than doo? Good 
meke lord, put me uot awaye fro the, yelde me myn brother graciously 
that is dow obstynat in herte!" Thus she prayed contynuelly fro the 
begynnyng <»f the nyght vnto the graye mornynge, all fchal tyme wepyns 

10 wythout ony ßlepe, dysputyng wyth our lorde alwaye for the helpe of 
that sowie, oure lord aledgyng ryghtwysnes to gyue to hym vengeaunce 
for his synnes, and the hooly mayde asking mercy. At the last our 
lord of his endeles mercy gaue her an answere and sayde: ..dere dough- 
ter, I shall shewe hym myn grace for whom bon hast |>rayed." (The same 

L5 houre he apperid) to Andrewe and sayde: „Dere chylde, whi wylt thou 
not be shreue of be trespas that thou hast done to me? Loke bou he 
shryue, for I am redy for to forgyue the thyn synnes." Thenne was his 
harde herte souple by grace, that he cryed wyth a grete voyce to his 
meyny aboute hym and sayde: „sende for the presto, for I wyll by 

2(» shryue: ffor my lord Ihesu crist hath warned me that I shold be shryuen." 
Whan his meynye perceyued that, anone they went for the preste. 
The preste came, and he was perfyghtly confessyd to hym, and made 
his testament, (and) wyth greate contrycion he passyd out of thys worlde 
to our lord Ihesu cryste. O fader of endeles mercy, how mercyable ben 

25 thy werkes, and how profounde ben thyn prouydence, whos gracyous 
werkis ben vnscrntable vnto man. Thou snffredest that man to be har- 
dyd in hys synnes vnto the laste ende, semyng that thou haddest none 
force(2) of hym; but yet at the laste thou prouydest for his helthe. 
Thin seruaunt(es) came to hym for to stere hym to grace, and yet al 

30 her cou^seylles myght not auayle: to the meke prayers of thy meke 
mayde thou condescendyst mekely and mercyabyly. And who gaue her 
that boldehes of herte but thou? who gaue her fyre of compassyon in 
herte for her brother but thou? who gaue her the meke teres that 
bowed thy(3) mercy? trewely, none but thou. Thou ar(e)yflydyst vp to 

35 (the) thy spouse, that she sholde bowe the to her. Lord, thyse ben thy 
werkes, that gloryfyest thyn saintes. What is he that wyll not be 
copuled(4) to the in loue, seyng thy mercy soo plentuous? Loo, may- 
dens, what mercy our lorde shewed for meke teres. — Yet shall I teile you 
a merueylous myracle. It befyll also another tyme in the same Cyte of 

-M Seene that there were two famous thefes and ryght peryllous, the whiche 
were take and brought byfore a temporal! luge for to bee dampned to 
the payne for the(ir) mysdedes. And soo thei were put to a cruell tour- 
mente that was called the tourmente of the hote yron, and that was in 
this wyse: they were put in a Carte, and tourmentours were redy wyth 

*5 hote yrons for to brenne them, now in one place now in another of her 
body. And therto the thefes were soo obstynat, that neyther in pryson 
ne out of pryson there myght none creature stere them to be shryue and 
take penaunce for her trespaas; and, as they were ledde by the cyte for 
to make other aferd, they blasphemed god and all his saintis, and 

50 specyaUy whan they feite brennynge, they cursed the magnyfycence of our 
lorde; soo as(5) it semed by the payne of that temperall fyre that 
the(y) drewe faste to the endeles fyre. Thenne oure lord ihesu of his 
endeles goodnes, the whiche wold none body were dampned but all saued, 
he thought he wolde lete tho wretched sowlis by medyacion of his spouse 



(1) C. the. (2) torce; 1. care? (3) tu thy. (4) coplued. (5) 1. that 



The lyf of saint Katherin of Seiiis. 285 

Katheryn out of dampnacion. Soo tliat by fche ordenaunce of liym 
this(l) hooly mayde for her more quyete was that same daye in her 
felawes hous whom she loued vertuously, the whiche was Alixa; whos 
hous stood by the same waye where that this dampned wretches shold 
passe by. Soudenly 011 the morowe Alyxa herde a merueylous voyce g 
comyng by bor hous. Wyth that she loked out of the wyndowe and 
säur all a-fyre two men the whiche were dampned to the böte yrens. 
Therme she wente in agayne and tolde this holy mayde and sayde: „O... 
yren (•_')•' Whan this holy mayde herde this, she wente to the wyndowe and 
loked, and tourned in agayn to her prayers. Shesawe, as she sayde after- jo 
ward to mayster Beymound, her confessour, a grete multytude of wycked 
spirytes ahoute theym, that brennyd her sowles wythin moche more than 
the tourmentours dyde the body wythout. And therfore she was gtered 
with double compassyon for to praye for them to our lord, for to helpe 
the wretehed sowles out of payne, seyeng thus : „Ha ha, mekest lord r, 
Lhesu, why settest thou soo lytyl by thy creatures, whom thou madest 
to thyn lykenesse and boughtest wyth thy precious blood, that ahoue all 
her bodely torment thou suffrest theym to be cruelly tormentyd of 
spyrytes wythinforth in her sowles? Whan thou illumynyst soo graciously 
that theef that henge on thy (3) ryght syde, al-be-it that he toke bis totir- 20 
ment of the Crosse wurthely as he hadde deserued, that he knowleched 
the very god and man in all bis tounnente, where-in the appostles were 
in doubte — wherfore he deserued for to here thyn blessyd voyce whan 
thou saydest thus: hodie mecum eris in paradiso, that is, to-daye thou 
shalt be wyth nie in paradyse: why dedyst thou this, lorde? trewely, 25 
for nothynge ellys but for pou woldest graunte forgyfnes to suche as 
were lyke to hym. Thou despysyd not mary magdalene, that grete syn- 
11er, but thou drewest her to the graciously. Thou puttest not fro the 
(the) puplycane, ne the woman of Cananye, ne the prince of pupplycanis 
Qachee, but rather thou calledest theym to the. Therfore by all thy 30 
mercies 1 beseche the that thou helpe mercyabyly the soules of the syu- 
ners that been now lad to tourment." Thenne oure lorde bowed bis mercy 
to the wretches, and grauet this holy maide suche grace that she wente 
wyth theym in spyryte, wepyng and weylyng, for to stere theym the 
sonner to repentaunee. Whan the fendes sawe that, they cryed alowde 35 
vppon her and sayde: „Katheryne, but yf thou wylt leue of thyn ghostely 
besynes in prayng for thyse motz, we sholde soo werke agaynste the that 
pou shalt trauayle wyth a wycked spyryte." To whom she answerd 
again: „What that (4) god wyll, I wyll, and therfore I shal not leue 
Ol that I haue bygonne. u Whan thyse wretches were ontward att fche 40 
gates of fche Cyte, our lord lhesu cryst appyred to theym, wyth bis blys- 
syd blody woundt'S. steryng theym to be tourned, and therto byhete 
theym forgyfnes.' And soo the beem(5) of dyuyne light entryd in to her 
hertes, and fchey asked'a preste wyth grete instaunce Eor to be shryue. 
And after-tyme fchey were shryuen, they turnyd there blasphemynge in 45 
to praysyng of our lord, euer accusyng fcheym-selfe, seyeng that they were 
wurthe tho paynes and more gretter paynes; and soo wyth grete gladnes 

they went fco her deth as they hadde gon to a grete teste.... This 1 - 

syderyd all tho that stode about, merueylyng gretely of that changynge; 
perceyuyng ouermore(6) in grete deuocicwi of }jc tourmentours J>^t they 00 
durst nomore brenne fche»i(7); where(fore) they thanked our lord of bis 



(1) C. that thia. (2) O mater mea, quanta compassio nunc ante ostium 
domua nostrse; duo viri damnati a<l forflces in curribus transducuntur. (3) C. the. 
(1) that tliat. (5) they been. (G) euennore. (7) lat. ita ut.etiam ipsi carniftcea 
dulcescanl in corde neo audeanl addere vulnera. videntea tantam levotionem. 



28G The lyf of saint Katherin of Senis. 

grete mercy. For there was none that knewe how and in what wise and 

hi whos prayers this mercy was gyuen. Neuertheles a deuout preste, ihr 
whiche (was) her confessour, conunyned(l) afterward wyth this holy maydes 
confessour, merueylynge of the grete mercy of god that so soone tourned 
,-, theym to grace. The/me her confessour askcd alterward Alixa, this holy 
maydes felawe, how thys holy mayde was occupyed whan the man(2) 
were Ledde to the deth. Thenne Alisa tolde hym all the processe as it 
is sayd afore, and he founde well by record of her, that the same hour(that) 
Kathcrin lefte her prayer, tho meu dyed and passed out of thys world; 

in the whiclic he knewe more perfyghtly afterward bi preuy reuelacion of 
the same holy mayde. After yet certen dayes alter they 'were passed (;'.), 
sonie of her felawes herd her saye wyth a füll voyce in time of her 
prayer thyse wordes: „lord Ihesu, I thanke pe that 'thou hast delyuerd 
theym out of the second prisow." It was asked her afterward what 

15 she ment therby; she sayd: that the sowles of the theefes ben restored 
to paradyse. For albe-it they went to purgatory after-tyme they passed, 
yet she seeid neuer by prayer vnto the tyme they were fully delyuerd 
out of payne. Parauewter now somme ther ben that set lityl by this 
myracle, by-cause it was inuisybyll; but yf they take hede inwardly of the 

20 wordes of saynt augustyn and saynt Gregory, they shold fynde well that 
this was more myracle than yf the bodyes hadde ben reysed froin deth 
to lyue. For saint gregory sayd thus: that in the bodely resurrexcio» the 
Hell he is reysed the whiche shal deye eftsones, and whan the soule is 
reysed it stall lyue wythouten ende. — Yet shall I teile you another 

25 synguler gyfte of conuersion (4) that (5) thys hooly mayde wan of god. 
There was one...(ti) the whiche was called Rabes...; amonges whom there 
was one chylde of bis that was called James or Jacob, and he was a 
synfull lyuer, füll of pryde and of creuelte, soo that yet beyng yonge in 
age he kyllyd two men ful cruelly ; that euery man that knewe hym was 

30 aferd of hym ne loued hym not. But euery day he lyued werse and 
weise; and had a suster that was called Shynochya, (7) the whiche was 
fully gyuen to vanyte of the world, in passyng outrages aray of her 
body, albe-it she was a mayde of her bodi. Her moder Rabes had therof 
grete forowe, lest they shold be dampned for ther mysbelyuyng: she 

35 wente to this holy (8) mayde and prayed her that she wolde vochesaf to 
speke somwhat of soulediele wyth her (9) doughter(s) Fra(n)cifca and Shy- 
nochya, but specyally wyth shynochya. This holy mayde, as she hadde 
euer to sowles grete compassyon, graunted her that she wolde gladly : 
and soo she dyde. For, what (with) prayer and monycious, our(lO) lord 

4ii Ihesu Cryste was soo grounded in the soule of(ll) Shynochya, that 
sodenly she put awaye fro her all the vanyte of pe Avorld that she vsed 
in jjompous araye, and kyt awaye her heer of her hede wherof she was 
woute (to) be proude of, and tooke vppon her the habyte of Saynt Domynyk 
and so was made a suster of penaunce; and euer afterward she lyued in 

45 prayers and medytaeyons and in grete sharpe penaunce. Sone after came 
hir suster Francysca and took vpon hyr the same abyte; and lyued to- 
gyder ryght deuoutely. Of this herde James or Jacob, her brother, that 
was not \x' same tyme in Sene whanne bis sustren were torned: he came 
to pe Cyte-ward wyth a yong brother of hys, cursyng and thretnyng 

50 wyth a grete pryde 'all tho that excyted hys susters tothat abyte, seynge 



(1) C. commaund. (2) 1. men. (3) C. passey. (4) conuevsacion. (5) C. of 
st. that. (C) Erat in civitate Sencnsi quidam Franciscus de Tholomeis, qui adbuc 
vivit: hie eiini vxore sua quae Rabes dicebatur, plures utriusque sexua genuerat 
ftfios. (1) lat. Ginoccia. (8) C. foly. (9) wyth her t<> her. (10) of our. (11) C. 
that st. of. 



The lyf of sainl Katherin of Senis. 287 

and cryeng wytli a bolde spyryte thal he wolde tere awaye that abyte 
fro their back and breng therm to hys hows there he dwelled. To whome 
hys yonger brother, the whiche eame with hym, sayd: „trewely, James, 
yf thou come to Scn<\ tlmu shalt be torned also and Im- shryuen of thy 

synnes." With (hat lie eursed hys brother bytterly and sayde: that he 5 

had leuer slee bothe freres and prestys thenne he wolde lie shryuen to 
ony of hem all. The chylde oftymes rehersed hys prophecyes; and as ölte 
he CUTSed. So that at the la.-t he entred in to theCvte as a wood man, 
and forthe he wente to hys faders hows, thretnyng that he wold do grete 
horryble thynges, bul yf liis sustren, specyally Ethynoccyam, wolde do 10 
awaye hyr abyte and come lioine to hym. All this was' not vnkiiowen 
to tiiis holy niayde; but she knewefl) it neuer by ereature on erthe, Wut 
by god. In the niene-whyle his inoder Kahes stylied and |>e;ised hym, 
prayng hym that he wolde aliyde tyll the morow. On the niorow she 
seilte to this holy maydes confessour, frere Thomas, that he wolde wouche- 1", 
-auf come and speke with hir sone James and counseyll hym Eor hys 
sowledielthe. He eame, and wyth hym a felawe, freie Bartholomew, and 
spake to hym; but all their speche, as them semed, myght not profyte 
in him. All that same tyme this holy niayde Katheryne prayed to our 
lonle Eor hys co'nuersyon, whiles frere Bartholomew spak to' hym: and 2a 
thenne sodcynly oiire lorde touehed Jamys herte to contrycyon, and he 
sayde to freie Bartholomew that he was well apayed of hys' suster that 
she sholde serue god, but also he prayed hym of confessyon wyth grete 
contrycyon, that he myght he shriuew of hys synnes and serue god also. 
He was thenne so perfytely shreuen, that somme synnes whiche he wold 25 

neuer lie knowe ne eonlessyd to 1100 man, he was eoiifessyd to hym; soo 
that wyth-Inne a lytell tyme alter of a wolfe lie was made a lambe and 
of ;i lyon a wheljie, that all folk that knewe hym were amerueylled of 
hys sodeyne tornyng. His moder Kahes was a-meruaylled and alle hvr 
nievne, and thanked onre lorde for that specyall graee. Frere Thomas 30 
and frere Bartholomew also ioyed in oure lorde, and wente for to teil 
alle this to this holy mayde the whiche was doune(2). Whaiine they 
were eome to here hows, they fouwde hyr yet in ranyllhyug; and hyr 
felawe was that tyme in hyr chambre wyth hyr. As sone as she was 

eessyd of hyr ranyll'heng and restoryd to hyr bodely wyttes hyr felawe 35 

eame doune 011t of the ehamlire froni hyr and weleomed hvr COnfessour. 
Thenne sayde hyr confessour to hyr felawe: „we ben come for to teil 
Katheryne that she sholde thanke our lord god tldr James, that is 
torned trewely to god and is shreuen of alle hys synnes thys niorowe-t vde 
to frere Bartholomew.- To whonie sayde hyr felawe: „ryghl nowe k'a- 40 
theryne tolde me the same that ye say." And whan they were eome v\> 
to Katheryne, she sayde to theyni wyth grete sadnes' in this wyse : 
.Kaders, we heen nioehe liotinde to thanke our sauvoiir pal neuer dys- 

p(i)fed the prayer of his seruauntis; Hör the same desyre the whiche he 
enspyred theym wyth, he Eulfylled(3) in theym. The fende wende he shold 45 
haue hadde awaye fro vs our lytill shepe, luit our fader of nierey hath 
byreiued away crom hym his pray. He wende to had away froni Crysl 

ShynOChia, but he hath lost James that he helde soo Btronge in hlS 
bondes. For so it happeth euer to hym whan he revseth v|> liis hede of 

pryde agaynst Crystds chosen." Afterward that mayde Shynochya euer 50 
contynued in prayera and holy medytacions to her last daye, and wyth 
a grete ghostely toye by dyuerse sekenea be whiche our lord gaue her 
she passetluh to our lord out of this worlde. Thenne her suster rrancisca, 
that lyued but lytyl while alter, folowed her in good lyuing, and wyth 



(1) C. knowe. (2) — done. (3) 1. fullfylletli. (4) 1. paased. 



288 The lyf of saint Katherin of Senis. 

a mery smylyng chere she passed also to göd out of this world. Ferder- 
more the sayd James, her broder, wythin a lytyll tyme after forsoke 
perfyghtly the worlde and was made a fryer prechours, and lyued de- 
in »utly euer alter. All thyse thynges were wrought by the holy ghost, 

5 that(l) by Ins spouse Katheryne graunted his grace to alle tho bat she 
prayed for. — öuermore I shalle teile you another merueylous thynge, 
that Mayster Reymound bereth recorde of hym-self. In the same Cyte 
of Seene there was a greate man, the whiehe was called Nannes, and he 
(was) a wounder wordely wyse man, more enclynyng to euyll than to 

m good. That man (2) ofte-tymes bycause of hys greate sotyll wytte he 
ioned soo moehe therto(3), that he made party in the same Cyte and grete 
enftaunce(4) bytwene neyghbore and nyghbore; wherof came a grete enmyte 
and preuy morderyng, the whiehe came by hym slyly and by his maynty- 
nannee. At the last mene-persons came bytwene for to make peas, but 

15 he answerd euer soo wylyly that he rought neuer whether there were peas 
or none, as it semed to theym that herd hym; and alwaye he was glad 
to make vnpeas, that he myght be(5) avengyd after his desyre. That 
herd this holy mayde Katheryne: she desyred to speke wyth him, 
for to sece that euyll hatered; but he fledde her, assone as he knewe 

20 that sbe came to hym, ryght as the serpent wolde nee from hym that 
sholde charme (6) hym. At the laste an holy man, the whiehe was called 
ffryer wyllyam of Englond, a fryer austyn, he spake soo to hym, that he 
graunte hym that he wolde gladly speke wyth that hooly mayde and 
here her, but he sayd he wolde nothyng doo as l'he wolde counseylle hym. 

25 Soo thenne he kepte his promys, and he went to the holy maydes hous, 
the same tyme that mayster Reymound was there. But that holy mayde 
was not therin, by-cause she was gone a lytyll byfore to procure "the 
helthe of soules. In the mene whyle that mayster Reymound was therin, 
there came a messanger to hym and sayd that Nannes was at the dore 

30 and wolde speke wyth Katheryn. Wherof mayster Reymound was glad, 
for he knewe well that the holy mayde had ofte-tymes desyred that ; and 
wyth that he went and welcomed hym and tolde hym that (s)he was 
out, and prayed hym that he wold not thynke longe, for she wolde come 
anone; and thenne thei went to this holy maydes chapel(7). Whan they 

35 hadde sytte a whyle there, he thought longe and sayd to mayter Rey- 
niond thus : „I behete frere Wyllyam that I sholde come hyder and here 
this holy lady Katheryne speke; therfore, syth she is out and occupyed, 
I may nought abyde here: wherfore I pray you excuse me to hyr, for 1 
haue moche thyng to do." Mayster Reymond was heuy here-wyth that 

4(i she was so long; for to occupye the tyme tyll she came, he axed hym 
of the maner of pees the whiehe he knewe. To whome this Nannes an- 
swerd: „Syre, I shall teil you the sothe — for to you (8) that ben a prest 
and a relygyous man, and to this holy mayde of whome I here a grete 
name of holynesse, I shall not lye, but saye the sothe. Therfore what 

45 that euer I saye to you, I am not in wyll to do by your counseyll. 
8othe it is that I am he the whiehe that letteth be pees by-twene him 
and him and that pees and that pees, and yet it semed (9) by my dedys 
that it am not I that lette it, by-cause it is done by other, but I mayn- 
teyn them pryuely ther-to; for yf I allone wold consente to haue pees, 

50 jtl shold be well cessyd. But I purpose in no wyse for to consente ther- 
to; wherfore it nedeth not for to counseyll me and preche me, for I 



(1) C. and. (2) lat. Hie, juxta patrite illius abusum, inimicitias seu guerras 
particulares tenebat seu exercebat contra diversos, oceulte semper illia parando 
insidiaa et fingena se longius ire. (3) 1. werre. (4) 1. enmite? (5) C. and 
to be. (0) charyne. (7) 1. celle. (8) C. fliou. (9) 1. semetb. 



The Lyf of saint £atherin of Senis. 289 

shall mit consente in ony-maner wyse. Loo, now I haue tolde you that 
I haue hydde crom other: tarye me do Lenger and holde you apayed." 
Yet mayster Reymond prayed him to reherce it ageyne, for to occupye 
the tyme; and he wolde not. At the last by the dysposycyon of god 
the holy mayde was come Inne. Wnan that Nannes sawe im-, he was 5 
ryght sory, but mayster Reymond was gladde. As Boone as she sawe 
tiiat crthely man, she tokefl) him wyth an heuenly charyte, and sat 
doun to-gydres (2), and axed him the cause of hys comyng. Thenne he 
rehersed to hyr all that euer he sayd to mayster Reymond, wyth the 
last aegacyon. This holy mayde begänne thenne tu shewe him wliat 10 
peryll he stode rnne, soo that she fcouched hym ouer-aH; but as a i\ft-\' 
serpenl he stoppyd the erys of bis herte, that he wold not here hyr 
eounseylles. That consydered this holy mayde anone: she sat styll and 
fcorned Lnward and prayed our lord in hyr herte and axed hys gracyous 
helpe. Whan mayster Reymond aspyed how ghoosüy she was occupyed 15 
lor hym, he occupyed hym wyth somme wordes, hopyng in the mene- 
whyle of som helpe of oure lorde by hir prayers. Wythin a whyle after 
Nannes sayd to them bothe thus: „Loo, I wyll not be so vukynde 
that(3) 1 wyll denye(4) all \mt euer ye wyll bydme, butsomwhat I shall 
graunte and tbeuue wyll I goo fro you. I baue made foure dehatys 20 



whiche contynued iö) yet: of that 00 dehate I wyll gyue you leue (to) 
do with all as ye will and eesse it as ye wyll." With that be roos vp 
and wold haue go out; aud in the rysymg he sayd to him-self thus: „O 
lord, what comfort may this he bat I feie now in my soule of that worde 
that I spak of pees?" And soone after be sayd more: „A a, lord god, 25 
what vertue and strengthe may that be that holdeth me and drawed me 
now? 1 may not go hens ne I may not denye no thynge. <> who is 
that that constreyneth me now? who is that that holdeth me now?" 
Wyth this he wept BOre and sayd: _I am ouer-come and I may not 
wythstonde it.- Thenne he kneled doun on his knees to the holy mayde 30 
and sayd wyth wepyng ehere: ..holy mayde, I shall do what-euer thou 
bydde me do, not onely of this mater, but also of all other what that 
euer it be. I knowe well now that pe deuvll hath hadde me bounde in 
hys chayne hyder-to, but now I shall do what-euer ye counseyl me to 
do. Counseyll my soule how it may be deliuerd out of pe fendes poure, 35 
1 praye you!" Alt these wordes the holy mayde torned to hym and 
sayde: _I thanke god, brother, that thou hast perceyued what peryll 
thoii -todest Inne. of the merey of our lord. Wherof I spake fyrsl to 
the, but thou settyst lytell therhy; and thenne I spak to our lord, and 
he herde my prayers. Therfore now. good brother, do penaunce for thy tu 
Bynnes by tymes, Leste a sodeyne trybulacyorj fall vpon the.- Thenne 
anone wyth grete contryciori he was shryuerj of mayter R(e)ymond of 
all his Bynnes, and afterward by helpe of this holy mayde he made pees 
wyth all folk, and also wyth god, by counseyll of mayster Reymond. 
But wythin a leue dayes alter he was take hy the Iu.-tyce of the Cvte 45 
and put in a streyte pryson, and it was a comyn saynge ]i"t he sholde 
he behedyd. Thenne mayster Reymond herde teile that: he came to 
this holy mayde wyth a sorowfull chere and sayd: „Loo, moder, all the 
whyle Nannes serued the fende, he had no dysease but alwaye prosperyte, 
and after-tyme now he i> torned to god, all the world is ageynsi 
hym; where-of 1 am a-ferde, by-cause he is yette but a young brauwehe, 
lesl he he all for-broke hy this tempest and so lall in despeyre. I praye 
you therfore, praye lor hym t<> god that he, whom ye haue delyuered 



(1) lat. salutans. (2) tilge to-gydrea. (3) ('. bat that, i 1 ) '1" nye. 1 1>\ 1 con 
tynin-th. 

Archiv f. a, 8prai ben. I.XXY1. pj 



290 The lyf of saint Kathnin of Senis. 

from the deuelys poure by your prayers, helpe him also and defende 
li.vm from bis aduersaryes." Therme she sayde to mayster Reymond: 
„Why be ye sory Eor bim Eor whome ye sholde be gladde? Now be ye 
seker iliai our lord spareth him and wyll relefle bym Erom endeles payne 
5 by that temporal] payne. Fyrst, whan be was in the worlde, the worlde 
Loued that was bys; and imw he is passyd ou1 of the worlde, the worlde 
begynneth to hate hym. Fyrst our Lord reserued Eor him endeles payne, 
but now of liys mercy he hath chaunged hys endeles payne in to tem- 
porall payne. Arid of hys desperacyon be thou aoo-thynge in doubte: 

IQ Eor he that hath delyuered hym of helle, wyll delyuer hym gracyously 
out of thys peryll." And as she sayde, BOO it was: Hör wythin a whyle 
alter he was delyuered out of pryson, though he hadde grete losse of 
hys temporall goodys. Where-oi thys lioly mayde was no-thyng sory, 
but was ioyefull, and sayde that our lord of hys mercy hath do awayc 

15 fro hym the poyson bat he was poysoned wyth. Aud at the last he 
had so many trybulacyons, and hys deuocyon encrecyd so moche, that 
he gaf to this holy mayde a fayre paleys of bis vuder bis letter and 
seale, p«t was two myle wythout the Cyte, of the whiehe paleys she 
sholde make a monastery of sustres of penaunce. Thenne this holy 

20 mayde, by specyall lyeeuce aud auctoryte of hyr holy fader the pope 
Gregory the xi, made there a mouasterye in the worshyp of our lady to 
all hyr ghostly doughters, and called the monasterye the monasterye of 
our lady. Aud Nannes, that man the whyche this holy mayde conuerted, 
was gouerned ghoostly by mayster Reymond and lyued alter a blyssed 

25 lyf. — Abouen all these maters yf I wolde reberce all the conuersyons 
of euell lyuers, all the roburacyous and the strengthes of seek folke, all 
the comfortes of desolate folke or tbem that were in trybalacyons, all 
the exortacyons of tbem that were in ghoostly perellys, the whiehe our 
lorde hath meruayllously wrought by hys spouse, this holy ma(i)de, I 

30 myght make many grete bokes. Who coude teile how many wretched 
synfull lyuers she hath delyuered out of the fendes bondys, how many 
obstynate folke she hath brought ageyne to theyr owne knowleche, how 
many she had(l) made forsake aud despyse(2) the worlde, and how many 
tempted folk in foule synnes she hath delyuerd out of the fendes daun- 

35 ger, by hyr prayers and doctrynes? Neuerthelesse yf I(:l) shall saye as 
saynt Jerome sayd comendyng our lady (4), I myght say that, yf all 
the membrys and lymys of my body were torned in to tongues, they 
sholde not suffyce for to teil all the fruyte of soules that this holy 
mayde hath purposed(5) to heuen by the helpe of almyghty god. Mayster 

40 Reymond bereth this trewe recorde that he sawe a thousand or moo 
bothe of men and wymmen comyng doun fro the mounteyues and other 
vyllages longyng to the shyre of the Cyte of Sene, comyng for to Bee 
aud here this holy mayde, as though they hadde be called by an In- 
uysyble trompe: the whiehe not onely by hyr wordes, but also by hyr 

45 lokyug were styred to coinpunccyon, for to be coufessyd of all theyr synnes 
wyth grete contricyou; and so they (6) weut to(7) confessours, of whome 
mayster Reymond was one as he seyth hym-self, and they confessyd hyr 
synnes wyth so grete contryeion, that eche man myght well knowe that 
there was grace gyuen of god in her hertes; and that was not onys ne 

50 twyes, but oftymes. Wherfore the forsayd Pope Gregorye, that was that 
tyme, hadde soo grete ioye and delyte of the wynnyng of soo many 
soules, that he grau??ted by bull to mayster Reymond and to hys felawes, 



(1) 1. hath. (2) C. despysed, (3) ye st. yf I. (4) st. Paule; lat. Paulam 
sanetiashnam commendantis. (5) lat. fruetum quem hsec planta virginea, per 
Patrem coelestem plantata, produxit. 1. producedV yti> C. theyr, i7j two. 



The lyf of saint Katliorin of Senis. 201 

that all thoo the whiche wolde come and vysyte tliis 1k.1v mayde and 
alter desyren Eor to be slireuen, they sholde he'rc them and assoylle them 
as moche as the byffhop of the dyocyes myght do. Therfore mayster 
Reymond bereth recörde and seyth that there came many synful] wretches 
to hym and to hys felawes the whiche were neuer ahreuen a-fore of the 5 
synnes the whiche they were shrcucn to hym and to them; and they 
stode ofte-tymes Eastyng fro the morow tyll euen, by-cause of grcte con- 
cours of people, and yet they myght not suffyce for to here all that wold 
he shryuen. All that tyme this holy mayde prayed and thanked our 
lord ioyeftilly that the (ende hadde loste hys praye'(l). There is no penne 10 
th.it can expresse the ioye of hir herte that snenad that tyme of wyn- 
ayng of sonles. Thus moche is rehersed in this chapytre of the ghostly 
meruayllous thynges that our lord wrought by hys spouse, this holy 
mayde Kathcryne, aboute the helthe of mannes soules. Now shall I teil 
you in the next chapytre what god wrought for hyr aboute the helthe 15 
of bodyes, and so shall I make an ende of the next(2) chapytre. The 
wyttcnesse that nedeth to be rehersed in the ende of this chapytre, ben 
rehersed afore in the same chapytre, and that suffyceth ynough. 

Of somme myracles done iu hyr lyfe by hyr aboute the lyf and helthe 
of mennys bodyes. Cap. viij. 20 

I shall teil you, maydens, a wouder meruayllous thyng, and yette it is 
lyght aud esye to him(8) Inough wyth whoine is founde none vnpossy- 
bylyte. Lapa, this holy maydes moder, was a wommau of grete symple- 
nesse and lunoceucye, yet she hadde for that tyme lytell affeccyon to 
Inuysyble thynges: and therfore she was sore aferde to dye and passe 25 
out of this worlde. She caught a bodely sykenes, and it encreced day 
by day more aud more. Wnan this holy' mayde this vnderstode, she 
prayed to our lord deuoutely for hyr that he wold wouchesauf to Bocour 
hyr moder wyth helthe, that brought hyr forth and nouryl'hed hyr. She 
hadde an answer anone from heuen that it was beste for hyr for to 30 
passe now out of this worlde, or thenue she haue more aduersytees that 
ben to come. As soone as she wyste this, she wcnt to hyr moder and 
sayde to hyr wyttely suche swete wordes: „Moder, yf our lord swete 
Ihesn wyll calle you to hym out of this worlde, dyspose you to be con- 
fourmyd to bis blyssed wyll and beth noo-thyng soryf" Theuue the 35 

ler, desyryng not for to deye, prayed hyr doughter to praye for hyr 

that oure loide wolde wonchesanf to graunte hyr bodely hele, and speke 
aomore to hyr of hyr deth. Thys holy mayde prayed thcnne oiir lord 
hertely and tenientely that he wold wonchesanf take hir nought out of 
this worlde, in to the tyme she knewe that hyr wyllc were more con- n 
loiiiined to hys wyll. Our lorde graunted hyr 'hyr axynge aud suffred 
hyr moder to be seek for a tyme and not for to drawe to the passage 
of deth. And thcnne this holy mayde wa> made mcne betwene god and 
hyr moder, for to praye that one and exhorte that other: onr lord she 
prayed that he wolde not take hyr ageynst hyr wyll, and hyr moder she 45 
cxortcil and adnioiiyH'hed wyth swete wordea that she sholde confourme 
hyr and consent to the wyll of god. Neuerthelesse though in maner she 
bowed our lord to hyr prayers, yel she myght not enclyne hir moder 
wyll by hyr exortacyons. Thenue onr lord spake to hys Bponse Kathe- 
ryne and sayde: .Teile thy moder that she hath now no nede i,, passi 
ont of this worlde: bul tyme shall come that she -hall dcsvre for to 
deye, and therene she -hal not haue it~ : and that was sothe. ll\t bcfyll 
that -he Lyued in to a grete age and sawe many aduersytees in hyr 



(1) C. prayer. (2) 1. this. (8) C. them. 

19* 



292 The lyf of saint Katherin of Benis. 

dayes, ;is well of persones as of fcheyr goodys, in so moche that she sayde 
ofte-tymes, in heryrig of many folke, Buche wordes: „whether(l) our Lord 
llirsii' hath pul a soule in my body, that it shaU neuer be delyuered 

thens? So many chyldren and doughters grete and smale, VOng and 

5 olde, ben dede, and I may noI deye." Now I ahaU cefle of this mater 
and procede forthe in the fyrst mater that I began. Lapa, this boly 
maydes moder, was of so harde herte, that she wolde in no wryse dye 
ne(2) by confessyd ae fchynke in aoo wyse on hyr soule-hele. Thenne 
(iure lorde, for to appyre more meruayllously in dys Bpouse Katheryne, 

in denyed in maner as it Bemed hys fyrste graunte, and Buffred Lapa to 
drawe last fcoward the detli wythout confessyon. Whan tliis lioly mayde 
perceyued that, she lyfte vp hyr eyen to heuen wyth wypyng terys and 
sayd to <>ur Iord thus: „A a, lord god, ben thise thy hehestys that thou 
hast graunted me, that aone of my laders boushold shold peryfl'he? is 

tr, this thy mercyahle byheste that saydest my moder sholde not passe bena 
ageynst hyr wyll? T see well now that she shall dve wvth-oiit saera- 
mentys of boly churche. Therfofe I beseche the by alle thy mercyea 
that thou suffre nie not to he deeeyued, and that I ,<roo not hens a-lyue 
vnto the tyme thou haste yolde to' me my moder reuyued in soule and 

20 body." These wordes and these meruayüous cause berde thre wimmen 
of Sene, that were present whan hyr moder as it semed by Byghte and 
felyng was dede, soo that they were aboute for to ,<ro home ageyne to 
thevr howses, leuyng Lapa there for dede, yf it had not ben that the 
hol'y mayde prayed as she dyd; and therfore they abode the lenger. Of 

•2:> the" names (3) of these wymmen I shall teil you afterward. Thys boly 
mayde contynued long in prayers: at pe last our lord herde hyr prayera 
gracyously and quyckened the ßoule and the body ageyne of Lapa; that 
she lyued afterward vnto De tyme she was foure-score yere of age and 
nyne," wyth grete torment of herte for many aduersytees that she sufFred, 

30 as it was prophecyed to hyr afore by hyr doughter, this boly mayde. 
Of this myracle were wytnesse one Katheryne and Angelyna,(4) sustres 
of penaunce, and also Lysa, this holy maydes cosyn; they were present 
whan Lapa was leyde forthe for dede, and herden how tiiis holy mayde 
prayed to oure lorde thus: „Lorde, ben these thy hehestys that thou be- 

35 böte me," as it is sayd afore. Of the remeynaunt of hyr age, whan she 
was restoryd ageyne to lyf, bare wyttenes many one. Lo ye maydens, 
here may ye knowe of what meryte this holy mayde was wyth our lord 
Ihesu, that delyuered hyr faders soule out of purgatory and reduced hyr 
moders soule in to hir body ageyne meruayllously. — Another meruayl- 

40 Ions thyng shall I teil you! It happened that ther was a comyn pesty- 
lence of bocchys reyguyng in the Cyte of Sene, soo that it oppressyd 
bothe men and wymmen, yong and olde, to the deth, that comynly they 
dyed wythin two "dayes or thre at the ferthest; the whiche sekenes ferya 
many a mai^. Thenne mayster Reymond wente aboute to vysyte seek 

45 folke, and eomforted them in god, no-thyng chargyng of the Infeccyon 
of that pestylence touchyng hys bodely deth, soo that he myght wynne 
soules. Whanne he hadde so vysyted them, for werynes that he had in 
goyng aboute he restyd hym (ofte) in a chyivhe(.Y) of our lady, where-to he 
hadde a grete deuocyon, and namely for the persone of the same chyrche was 

-,o a blessyd lyuer and well knowen wyth thys holy mayde Katheryne, the 
whiche persone was called Syr Mathewe. It befyll Eewe dayes after, that 
mayster Reymond wente out by the morowe for to vysyte seek EoUce as 
he was wonte; and as he came by the chyrche of our lady, for deuocyon 

(1) lat. nnmquid per transversuin posuit animain meam deus in corpore? 
(2) tilge dye ne. (3) C. raaners. (4) lat. Catharina Getti et Angelina Vannini. 
(5) 1. hous. 



The lyf of sainl Katherin of Benis. 293 

fchat he hadde to our lady in tliat place and also Eor affeecyon thal he 
hadde to Ehe persone syr Mathewe he wente Eor fco loke li<>w he ferde. 
Sodeynly, whan he was entred in fco fche ehyrene, he sawe syr Mathewe 
bere vp in fco liys chambre semynge as he hadde be dede by vyolenec 
of thal pestylencc: ll'or he hadde lost hothe colour of hys face and ,s 
strengthe of hya body and also hys speche. Thenne mayster Reymond 
axed of other aboute what hym eyleöf. They answerde and aayd fchat 
the nyght afore aboute one alter mydnyght he was vppe Eor fco vysyte 
a seek l.ody, and wytli-Inne lytell tynie afterward he was take wyth fche 
pestvlenee. Here-of was mayster Kieiymond ryght sorye, and folowed hym in 
vp to his chambre as other dyd, and thenne satte donn by hym. Wvtiiin 
a whyle after wlian he was layde in hys liedde, he recouered his spyrytes 
ageyne, and callyd mayster Reymond to hym, prayenghym of conf essyon : 
and so was shryuen elene of hys synnes, as he was ofte wonte to do. 
After-tvme that he was assoylled, mayster Reymound axed how it stode 15 
wyth hym. And he answerd and sayd ageyne that it greued hym so 
sore in hys grynde or iu the flanke, that it semed to hym his fchygh 
wohle falle awaye; and not onely the thygh, but also be hede fareth as 
fchougb it were departed in foure partyes, by payne and ache that he 
BufTred fcher-Inne. Thenne mayster Reymond fcouehyd and fcastyd hys 20 
poiife and fonnde well fchat lie hadde a passyng feuer. Wherfore he 
bad hys menye that they sholde bere liys water to leehe.s(l) : and so they 
dyd; bu1 mayster Reymound folowed soone after, to knowe verayly what 
the leehes wohle saye. To wdiome the leche sayde thus: „Thys man is 
take wyth the pestylencc, and therforc I drede me that the hows of our 2". 
lady shall wante and lacke a good persone." Thenne axed mayster Rey- 
mond: whether he myght be holpe by ony-maner remedye of medycynes. 
Ile sayd that he sholde assaye, but he hadde no grete trust in noo 
medycynesj by-cause thesykenes was ryghl greuous. Thus mayster Rey- 
mond departed from hym wyth grete sorowe, euer prayeng by the waye 30 
to our lord in hys soide that he wohle woiichesauf to saue hys hode'ly 
lyf yet a whyle, fot liys example to many. In the mene-whyle fchis holy 
mayde herde saye that syr Mathewe was seek, whome she loued tenderly 
for hys vertuous lyuyng: anone she wente home to hym. And as soone 
as Che sawe hym, she cryed to hym and sayd: ..Aryse vp. syr Mathewe, 35 
aryse vp! for ahame, is it qow tyme to lye a-bedde? u Sodeynly thenne 
atie hyr callyng the feuer and the bocehe wente away fro hym, as though 
he hadde neuer hadde lieni ; and thenne he roos vp wythout ony taryeng 
goodly, soo that in hys rysyng he sayde smylyngly and ioyefully that 
the vertue of god restyd in that holy mayde. Thenne the holy mayde 40 
wente awaye and fledde the preysyng of men. Bul as she went out of 
fche hows, she mette wyth mayster Reymond. To wdiome mayster Rey- 
mond sayd füll sorowfully: ...Moder, whether thou wylte suffre this man 
to dye that is so dere and profytable t<> vs? tt Alle-be-it that she wyst 
well ynough what she hadde donerJi. yette -he sayde to liym of mekeiie- i 
-uehe wordes: „Fader, what wordes he fchese? whether ye wene I am 

god thal inay delyuer Ero deth?" Thenne sayde mayster Reymond 

to hyr ageyne wyth a grete apyryte for sorowe that he hadde of hys 

deth: „Saye fchifl to whonie that thou lust, but to nie teil no suche 
fchynges, that knoweth how our lorde dothe wyth the. 1 knowe well that 50 
what that euer thou axyste of trod, thou shalte haue. - Thenne this holy 
mayde bowed hyr hede to bym(3) and smyled; and a1 laste she loked vp 
wytli a gladde chere vpon hym and sayd: _l'>e of good chere, fader, For 
he sliall not dye at thys tynie." Wyth that was Mayster Keyinound 



(1) 1. a leche. (2) C. to done. (3) tilge to hym 



294 The lyf of saini Kat herin of Senis. 

gladde: he knewe well fchal god hadde gyue byr grete grace; and soo he 
departed Erom hyr and wente to syr Mathewe, for fco loke Imw he Ferde. 
Whome hie founde syttyng in hys bedde and wyth grete ioye rehersyng 
tln' myxacle of the holy mayde. To whome Mayster Reymound Bayde in 

5 confortynge of hym that the holy mayde fcolde hym. Syr Mathew sayd 
bhenne fco mayster Reymond: „whäl trowe vre she hath do? a !!<• sayd, 
he wyst neuer, for she fcolde tum oo worde fcnerof. Syr Mathew wyth pat 
aroos vp out of his bedde and sat doune by mayster Reymound, and 
tolde hym all the hole gladly how the holy mayde was fchere and sayde 

10 to hym as it is rehersed afore. Soone alter syr Mathen? ete and (tränke, 
none seke mannis niete but hole mawnys niete, and that was a grete 
merueyle; he was merry(l) and gladde, thal vnnethe myght(2) speke a 
wurde' that same daye in the morowe. Of this myracle were wytnesse: 
one ffryer Nychol(3), that came wyth Mayster Reymound, and other 

15 prestes and Clerkes of the hous of our glorious Lady gloryous vyrgyn 
Mary, xx. or there-aboute. But now 1 praye you, maydens, taketh hede 
that inl'ydelyte off curyous hertes dyseeyue you not in this niyraele. 
Soninie wyll saye to you peraueuture that it is none greate merueyle 
though a man be helyd of suche a comyn sekenes as is the teueres and 

20 pestylence, for all day suche a thynge happeth. To whom it may he 
asked agayn what merueyle that was whan our lord heled netre his 
wyffes moder of be feuers. AI day it happeth that men ben delyuered 
of the feuers, be it neuer soo greuous: wny is it than of petris wyffes 
moder rehersed for a myracle(l) in the gospell? Hut now taketh hede, 

25 ye curyous vntrowyng hertes, take hede, whether it be not he the whiche 
heled this man Mathewe that heled petris wyffes moder. In helyng of 
petre wyffes moder he commau»ded that her feuers sholde goo fro her: 
and soo it dyde anone wythout ony taryeng, and she thenne arose vp 
and mynistred our lorcl at mete. Ryght soo in this miracle: it was the 

30 same lorde that spak in the holy maydes breste the whiche heled petrys 
wyffes moder: and soo syr mathewe was bothe off the feuers and also of 
the pestylence. What was the cause, trowe you? trewely, for the nivny- 
stracion that he sholde shewe to our lorde in tyme comynge for wyn- 
nyug of soules. Soo thenne the entent folowyng is cause of the miracle 

35 that goth byfore. Ancl therto he was made so perfyghtly hole that he ete 
forwyth hole mete and mennys mete, as thought he hadde not be seke 
afore now. I, sythe I haue tolde you of this (5) myracle done to the helthe 
off bodyes, I shall teile you a nother by the helpe of god. — A lytyl 
beside the Cyte of Sene there was a deuoute woman that was one of the 

40 susters of penaunce of saint Domynyke, the whiche herd and sawe moche 
off the vertuous lyuyng of this holy mayde: she drewe moche to her 
afterward ancl was vnder the coimseyll of this holy mayde, and dyde her 
reuerence as to her moder. After it befyll on a day that this deuoul 
suster was on hye on a solier of her houf for certayn thynges that she 

45 hadde to do: and sodenly the solyer fyll doune, and the woman vnder- 
nethe; alle the raftre-treys brosed so her that she was drawe out halte 
ded or soone after to be deed. At the laste by the helpe of god she 
was broughte to bedde and began to reuyue, and feite that payne of 
her harde(G) brosour and complayned her sore wyth wepyng and weyl- 

50 yng. Leches than were sought to do the besynes for to hele her; but 
yet for all her lechecraf(t) she myght not tourne her in her hede without 
helpe of other. Whan be holy mayde Katheryn herde fcherof, she had 
compassion in herte of the suster, and came to her and comforted her 



(1) C. mercy, (2) he myght. (3) lat. Fr. Nieolaus Andre« de Scnis. (4) C 
myracles. (5) the. (6) herte. 






The lyf of saint Katherin of Seiiis. 295 

in penaunce(l) and in her dysese. But whan she perceyued that her dys- 
ese was soo passyng payne to her, she touched the places of her body 
tiiiit were paynefull, as though slie wolde anoyhte(2) theym wyth her 
hondes: of tlie whiche touchyng tlie suster was well apayed, supposyng 
faythfully by the mercy of god that it sholde bee to her grete esc. She 5 
hadde not so soone touched her (0) syde, but that she(:>) was all hole, as 
though ehe hadde feil afore none payne. Thenne the seke suster prayecl 
her (hat she wohle touehe the oder syde as slie dyde \»n syde. By-cause 
the holy mayde thenne supposed that it Avas ese to her, she dyde soo 
as slie hadde her: and in tlie saine wyse her dysese went, a-waye in that 10 
place alter her touchyng as it was in the other syde. Soo thenne at the 
laste the holy mayde touchyd oucr-all her body there she feite dysese: 
and all dysese was clene a-voyded. At the laste whan she was alle hole, 
she tourned her aboute by her-self wythouten ony helpe, that all myght 
see verely by her tokens that she was fully hole. Neuertheles yet she 15 
hehle her peas tyll the hooly mayde was a-goo, leste she sholde haue 
troubled her mekenes yf she hadde tolde it her m(4) presence. But 
afterward she told it bothe to leches and to neyghbours and saydethus: 
..Katheryne, the doughter of Lapa, hath heled nie by her touchyng." 
All they hadde merueyle therof and thanked god, that hadde gyue suche 20 
gracious vertues to the holy mayde Katheryne; ffor they wyste ryght 
well that the holynes(5) might not come but of god, and therfore they 
thanked hym. This myracle Mayster Reymound kuewe by tellyng of 
other. But now I shall teil you of an(o)ther bat mayster Reymound 
him-self knewe and sawe it. — In that tyme whan the greate pestylence 25 
contynued in the Cyte of Sene as it is rehersed afore, there was an holy 
recluse in the Cyte of Sene and was called Sauctus, that louyd...(6); the 
whiche was touched wyth that same pestylence. Whan this holy mayde 
perceyued that, she ordeyned that he sholde be brought to the hous of 
our gloryous lady gloryous vyrgyn mary, the whiche was called also „be 30 
hous of mercy"; where she her-self wyth her felawes vysyted hym and 
ordeyned för althynge that was nedefull for hym in bis sekenes. And 
at the laste she came to him her-self (7) and tolde hym preuyly in hys ere 
and sayde thus: „Fader, drede you not, for thou shalt not deye for this 
sekenesse att this tyme." But she wolde teile no-thyng(8) of this to 35 
Mayster Reymound and to her felawes, the whiche prayed her to praye 
for hym that he sholde lyue: ffor it semed to them that she was in 
doubte off Ins lyf as well as they were, and therfore she ordeyned for 
hym medycins for to be heled by; wherfore Mayster Reymound and alle 
her felawes were sory, by-cause all they louyd that holy man for bis 40 
gode lyuyng. Thenne at the laste bis sekenes encresed more and more 
and drewe faste to the deth(9), as it semed; wherby al that sawe hym 
supposed he shold deye, and prayed for the good passage of his soule; 
and also the holy man wende he sholde haue deyed right anone. In 
that same poynt of deth this holy mayde came and rouned in bis ere 45 
and -aide to him be second tyme: „Fader, drede you not, for pou shalt 
not deye at this tyme for this sekenes. u He vnderstod her wel, all-be-it 
pal his wyttes were in party dystraujt and aliehyd fro hym for the greuousnes 
of the payne, and he gaue more credence to her wordes thenne he dyde 
to bis actuall payne of deth. And so it fyll afterward that the holy 50 
maydea wordes ouercame be dedes of kynde and nature. Neuertheles he con- 
tynued in suche tranfite passyng be comyn tyme of other, mani dayes to- 



(1) 1. to pacience, tilge and. (2) C anoynted. (3) 1. hit. (4) I. in her. 
(5) 1. holeness. (6) tat. uui Longo tempore pauperem et Iaudabilem vitara duxerat. 
(7) tilge her-aelf. (8) C. not thyng. (9) tilge and — deth. 



296 The Lyf öf saint Katherin of Senia. 

gyder; bul al be Last, as be spirite was in passypg as ii semed, the holy 
mayde came and sayde aowe be thyrde tyme in the seke mannys ere 
thus: -I charge the, spyryte, in the aame of oure lorde Diesu Crysl thal 
thou passe aot." Anon the spyryte resorted quycly agayn tu the body, 

.-, and thenne the holy man toke strengthe to hym and ros vp and asked 
naete. Soo wythin a lytyll time be was all "hole and Lyued afterward 
that the holy mayde was passyd oul off this world many yeres. That 
holy man, bal was called Sawctus bothe in aame and in dede, after-tyme 
he was hole, he tolde to Maister Eleymound and to other more what the 

in holy mayde sayd to hym in tyme of nis sekenes preuyly in bis ere, and (how) 
he feite the myght of her vertuous wordes, wherby the spyryte was called 
agayn that was in the poynt of passyng. And he afermed it to all folke 
that it was in nie natnrall cause that restoryd hym agayn to his lyf, bul 
only the myght of god [-shewed by Ins spouse Evatheryn. To whom 

lö folke gaue credence, by-cause he lyued in grete vertu of holynesse and 
was knowen a famous man in the Cyte of Beene by xxxvi yereto-gyder 
wythout ony repreue in hys lyuyng. Ferthermore, maydens, I shalle 
teile you oi another myracle that tins hooly mayde wrought in mayster 
Eleymound. After-tyme that the grete pestylewce was soo breme in the 

20 Cyte of Seene, as it is rehersed a-fore, that alle folke fledde by-cause 
tliat it was soo infectyf; soo that men and wymmeii deyed wythout com- 
forte and eounseyll and kcpyng: mayster Reymouwde bythought hym 
that he was bounde to loue mennis soule, castyng aone peryll for bis 
one bodely dethe by enfection of that pestylence, (and) purposed hym 

25 to goo aboute the Cyte and vysete(l) seke folke and comforte(2} theym: 
and dyde it in dede. Neuertheles, by-cause he was ahme in party 
in so grete a Cyte for to visyte and comforte the seke, vnethes(3) he 
myghl haue tyme or space for to ete and to reste— he was soo sente after 
fro one hous to another. Soone after in a nyght it befyll he toke bis 

36 reste and was wakyng at a certayn hour for to serue god: he feite a 
greuauwce of a pestüence both is hys grynde or flanckej and Eor Eere he 
durst not aryse, but lay styll and by-thoughl hym off the passage ont 
of this worlde. He desyred gretely that it hadde be daye, that he myght 
goo and speke wytli this holy mayde Katheryne, or thenne he were more 

35 seke. In the niene whyle he hadde a teuer and the hede-ache, as the 
rnaner was oll' that pestylence (4) sekenes, soo that he was gretely payned 
and tourmentyd; but yet he sayde his matyns as he myghte. Whan it 
was daye, he called to hym hys felawe, and wente to-gyder as he myght 
to the holy maydes hous: and fonnde her not at home, for she was out 

40 to vysyte a seke body. In the mene-whyle hym thought she was soo 
longe and he s<> seke, that he myght no thynge doo, but lay doune there 
in a lytyll bedde, prayeng all tho that weren in the hous that they 
sholde sende for her assone as they myght. She was sent alter and 
came anone and perceyued bat he was sore seke: she knyled doune afore 

45 his bedde, and crossed hym on the forhede wyth her honde, and thenne 
she began to praye as she was woht to done in her soule. Mayster Eley- 
mound behelde how she was rauyffhed afore hym; hopynge of somme 
synguler grace for the prouffyte of his soule or of his body, (he) abode her 
long as him semed. W'ithin a half an houre afterward or Üiere-aboute 

so he feite all his body sterid to a vomite, wening pal he sholde haue caste. 
But yet was it not soo, but hym thought that out of euery parte of bis 
body was pulled out wyth a maner of vyolence somme maner of cor- 
rupcion: and so began to wexe better at ese than he was. Yet or fchan 
the holy mayde was fully restoryd agayn to her bodely wyttes, be 



(1) C. vyseted, (2) comforted. (3) that vnethes. (4) tilge pestylence. 



The lyf of saint Katherin of Serös. 297 

was all hole, saue a Iytyl febylnes bylefte in hym. A.fter-tyme thys holy 
mayde hadde purchased of our lord that grace of fche helthe, Bhe secyd 
of that rauyfhyng, and badde her Eelawes Bhold ordeyne Bomme mete Eor 
hym. Whan he had receyued mete of her holy hondes, she hadde hym 
lye ih um and reste a whyle; he dyde soo as she hadde hym: and whnii 
he awoke, he was as Btronge as fchough be badde not be Beke. Thewne 
die holy mayde sayde vnto hym: ..fader, gooth and laboureth now Eor 
fche helthe of sowles! (and) fchahketh almygnty god that hathe delyuered 
you Ero fchis parylle!" He went forthe to hi- custumably besynes and 
thanked god that hadde gyue Buche vertu to hys blyssyd mayde. lo 

Suche a lyke myraele our lorde wrought by fchis holy mayde t* > ffryer 
Bertylmewe in time of fche same pestylence; bu1 yel that myraele was 
be more, bicause he(l) Long(er)(2) time was oppressid in that sekenes thari 
Mayster ßeymound. And by-cause it was in all wyse lyke ellys, ther- 
Eore I passe ouer and reherce it not. — But I wolde, ye Ynderstood, may- 10 
dens, that this hooly(3) mayde shewed not oonly the dyuyne myraele of 
curacion in fcyme of pestylence, but also in other tymes, and yet not 
only in fche Cyte of Sene, but also in other places. But therfore one 
I shall declare at this tyme, wherby ye may vnderstonde all other, yf ye 
take hede wytely therto. It befyll soone afterih the general pestylence 20 
the whiche is rehersed afore, bot many folke, both men and wymmen, as 
well relygyous and seeuler, but specyally certayn mynchis of the Cyfce of 
Pyse, herde(5) of the famous name 01 this holy mayde Katheryn de- 
syreden to see her and here her speke. And by-cause it was not lefull 
for theym to goo oute and >eke her, therfore tliey prayed her as well by 25 
lettre.- as by messengers that ahe wolde vouchesaf to come to Pyse, 
seyeng to her that there Bhe myght wynne many a soule, the whiche 
sholde he to (iure lord greate worshyppe. Albe-it that this holy mayde 
eschewed alwaye for to go fer about the contre, yet she was soo ofte 
prayed wyth soo many messengers or messages, that she was almoste 30 
constreyned therto by prayer of lettres and messages. Thenne she had 
a recource to prayer, as ehe was wonl to done, and asked our lorde 
mekely declaracion of that doubte that she sfcode in, and what she sholde 
doo. Somme ofT theym that were eounseyllers to her, saide that it was 
besl for her to goo, and somme Bayde nay. AN'vtliin a fewe dayes after- 35 
ward she had an ans were of our lord, as she heknewe afterward to mayster 
Hevniuiiiid: that she shold not tarye hut algatys she sholde goo to speke 
wyth hys seruauntys and his spouse(s) dwellyng in fche same Cyte of Pyse. 
Thenne, as a trewe obedyencer, by leite of Mayster Reymound her con- 
Eessour Bhe wente to Pyse: whome folowed afterward Mayster Reymound 4" 
wyth a certeyn of hys bredren, for t<> here confessyons: fifor many ther 
were that eame to her, wha« tliey herde her Bpeke soo fernetit wordes 
of loue, were steryd therby to contrycion; and lest fchey sholde he leite 
Ero trewe conuersacyo« and falle agayn in to the Eendes snares after 
suche cowpu(n)ccion, she wohl bidde (6) theim go to confession and beshryue i5 
without ony taryen,L r . And by-cause her confessyon was ofte-tymes de- 
layed for defaute of confessours, therfore ofte-tymes shedesyred that die 
myght haue confessours by her to whom she myght sende stielte (inj 
repentaunce. And therfore Maister Reymound and bis two felawes hadde 

SOWer of the pope by bull for to here and assoyle all fcho that were eu- 50 
nced to confessyon by this holy mayde. Whan she eame to Pyse, she 
was receyued in a burgeyshous, that was called Gerardus (7). Thewhiche 
,Gerad vpon a daye brought wyth Wwt a yonge man of xx yere of age, 



ili C. Imt. (2) long. (3) holoy. it) after that. (5) 1. heryng? (6) C. 
beidde. (7) lat Gerardua de ßunecontibus, 



298 The lyl' of saint Katherin of Senis. 

alle aeke <>f the feuers, to tliis holy mayde, besechinge her that she wolde 
praye Eot his helthe. For he tolde her that he was vexid xviii monethea 
to-gyders wyth the feuers, boo that it was rione daye but that he hadde 
it; and therto it was so myghty to him that it hadde brought hym soo 

5 lowe; and that isil) well sene by hys chekes and by hys bodyj and be 
myght neuer by none medecyn be made hoole. Thenne the holy mayde 
hadde grete compassyon in herte of that yonge man: she asked- hym 
liow Longe it was a-goo that he was shryue of hys synnes and toke 
penaunce. He aayd, not many a yere. „Therfore it is, sayde she, that 

10 oiir lord hath yeue the this scorge, for thou hast not purged thy soule 
hy holy confessyon soo longe tyme. Therfore, sone, goo forthe anone 
to confession and cast out that venim the whiehe enfeeteth alle thy body." 
W'lian he was eonfessyd and came to her agayne, she put her holy honde 
\ pon his sholders and sayd to hym thus: »Goo, sone, in pees of our lord 

Li Ihesu cryst, for it is his wyll that thou be nomore vexed wyth tho 
feuere. " As she sayd, it was: fro that time forward he was not vexed 
therwyth. Within fewe dayes alter he came again to the holy mayde 
and tnanked her of her euracion, and sayde openly afore al Eolke that he 
hadde neuer the feuers sythe she a-voyded it by the vertu of our lord. 

20 Off this bereth wytnes Mayster Reymound, for he sawe that myracle 3 
and other wytnesse there were ynow by, Gerad and the ehildes moder 3 
and many other. Afterward the yonge man puplychid that miracle by all 
the eontree. — Suche another byfyll in the Cyte of Seene, but moche more 
merueylous, b\ T -cause the sikenes was more perylous. There was a suster 

25 of 'penaunce of saynt Domynyke in the same Cyte off Seene, that was 
called Gemina(2), the whiehe loued well this holy mayde. She had a 
sekenes of hir throte the whiehe was called the sqynce. By contyn(u)aunce 
of tyme the sekenes encresyd soo, that it made her throte soo streyght 
that vnnethe she might drawe her brethe but almoost ofte-tymes was 

30 strangelyd. Thenne she wente to this holy mayde and prayed her aa 
she myght speke, seyenge thus: „Moder, I shal deye, but ye helpe rac. u 
This holy maide hadde soo grete compassyon of her, that she toke her 
holy honde and crossed her throte: and anone wythout ony taryenge the 
sekenes avoyded. And soo she that come wyth grete sorowe, went home 

35 wyth gre'te gladnesse, and tolde it soone after to her confessour. — Hut 
hycause somme-what I haue tolde } r ou of curacions done to the body 
by this holy mayde to diuerse persones, therfore I shall teile you now 
of a grete notable myracle that our lorde wrought bi this hlessyd 
holy mayde. It befyll that this holy mayde wente in a tyme fro 

40 Pyse to Auyoun (3); wyth whome wente two good deuoute yonge men 
that wrote the lettres that this holy mayde wolde sende: the one was 
called Neryus(4), that afterward was a deuoute recluse, and the other 
was called Stephene(5), that was afterward a monke of the charterhous and 
a good vyrtuous lyuer therto. To the same Cyte of auyoun wente alse 

45 mayster Reymouwd. It happed, whan they were entred in to the Cyte 
of auyoun, the forsayd Nervus was seke wyth a merueylous sykenes in 
his bowellis, that he myght haue none reste neyther nyght ue daye but 
cryed and wayled ofte-tymes, and he might not lye in his bedde but 
creped about on hondes and on feet and sought reste and yet myght 

50 none fynde. This was tolde to the holy maide, and she badde mayster 
Reymound sende after leches to helpe hym — ffor other comforte wolde 
she none gyue. Mayster Reymound dyde soo; and there was none leche 



(1) 1. was? (2) lat. Gemma. (3) anders lat.: sir reist vor dem Papste her 
von Avignon nach Eom und erwartet ihn in Janua (Genua) (4) lat. Neriua 
Landocii de Pagliarensibus. (5j Stephanus Corradi de Maoonibus. 



The lyf of Bainl Katherin of Senis. 299 

that myght ese him, but rat her lie was thc more payned, I trowe forthat 
ende aflone by-cauae out Lord wolde worke that myracle in bis spouse 

Katheryn. At the last (the) leche(s) Said to maister Reymöuwd hat they 
myght not prouffyte in hym and therfore they hadde none truste in his 
lyff'e. W'lian Mayster Reymound hadde tolde this to his companye as - r > 
they säte« at the niete, Stephene, the felowe of Neryus, roos vp wyth 
a grete spyryte and went to the holy maydes chambre, sytyng doune 
on liis knees, and prayed her mekely that she wyll not suffre his felowe 
Neiyns to deye in suche a straunge contree. To whom this holy mayde 
answcrde thus: „sone, why art thou heui? thou sholdest not be sory for 10 
thy felawe, ffor our lorde wyll rewarde hym in blysse for his pacyence 
in sufferyng of that sekenes." Tbewne he sayd agayn: „dere moder, yett 
here niyn prayer at this tyme and helpe hym: for I wote well ye may, 
and ye wyll." Thenne she sayd: „well, sone, I see well that thou art 
not in will to conforme the to the wil of god as I haue tolde the. Ther- 15 
fore, sythe 1 see that thou art soo tourmentyd for hym, come to me to- 
morowe whan I go to here masse and be houselyd, and reduce this mater 
to niyn mynde: and I shall sende vp tbyn pray r er togod; and thou shalt 
praye for nie that I maye be herde." Thenne Stephen was well apayed 
wyth this byheste. Erly on the morowe he mette wyth this holy mayde 20 
goyng for to here masse. Assone as he aspyed her, he fyl doune on his 
knees and prayed her that she wolde not i'orgete hym of that he spake 
to her the daye afore. After- tyme whan she was hoselyd, she was 
rauyffhed fxom her bodely wyttes and prayed our lord for that seke man. 
Soone alter she was restoryd ayen to her bodely wyttes and came to the 25 
same Stephene smylyng, the whiche abode her there of an answere, and 
sayde vnto hym thns: „Sone, thou hast the grace that thou hast asked. a 
Thenne he asked her whether Nervus shold be deliuerd of bis sekenes. 
She sayd, ye. Wyth that he wente gladly to his felawe and badde hym 
be of good chere, for he shall be hole. And soo be was, füll tendaunt 30 
aboute for to recouer hym (!). In tyme of his mynystracion aboute hin/ 
it happed the same Stephene to be seke, and lay doune in his bedde of 
a passyng feuer. Whan the holy mayde knewe that, she hadde grete 
sorowe, and went to hym and asked hym what sekenes he hadde; and 
she perceyued by touehynge of hys poufe(l) that he was vexed wyth a 35 
stronge feuer. Anone wyth a greate feruour off' spyryte she sayde thus: 
„I charge the, feuer, by the vertu of obedyence, that thou goo out of 
this man." Thenne went the feuer awaye, and he roos vp all hole with-oiit 
onv taryeng, and thanked oure lorde of his grete grace that he shewed 
to hys spouse Katheryne. — Another notable myracle I shall teile von 40 
of a sustei of penaunce, the whiche was called Iohan(2), dwellyng in the 
Cyte of Sene(o). In a tyme that our holy fader pope Gregory, that lyued 
that tyme, was in the cyte of Sene(l), at the byddyng of our holy 
fader Gregorye this holy mayde was sent to Florenee to make pees 
betwene hym and his rebell children of florenee — }ie whiche mater IS to 15 
Longe to teil here, but this mater shall haue a chapytre by hit-self after- 
ward by he helpe of god. And whan she was come to Florenee, and 
wyth hyr a felawe of lnres the whiche was called Iohan, for to trete 
for the pees betwene our holy fader and that rebell people, the people 
sette lytell by hyr wordes, bui sclaundred hyr meruayllously and set hyr 50 
at nought. Thenne she was counseylled for to withdrawe hyr a whyle, 
vnto the tyme that they were cessyd of theyr malyce. She dyd 80, out 
yet she sayd that she wohl neuer passe out of that cyte in to the tyme 



(1) C. ponse. (2 1 lat. Johanna <le Capite. (3) lat. nati<>iM> Senensis, Licet 
in urbe non habitet. (4) lat. in Urbe. 



300 The Lyf of saint Katherin of Senis. 

they were accorded and pees were cryed fchorugh-out all the cyte of 
Florence and as she sayde, so it was. Thenne snewente a-syde(l) and 
was lodgyd a lytel] besyde fche cyte: where sodeynly hir suster lohan 
was seet in hyr Eoot, so tli.it hyr Eoot was all l'orswoll, and ther-wyth 
5 Eor payne of hyr Eoot she had a grete Eeruent axes(2), and so she was 
in double wyse tormented, that she myght not goo wyth hyr. Thys holy 
mayde was heuy therof and wolde in qo wyse leue hyr behynde, lest sclaunder 
sholde spryng: she prayed to our lord Eor helpe, that he wohl wouchesauf 
mercyably to helpe hyr Eelawe. All the whyle that she prayed, hyr suster 

10 was a-slepe; and whan she awoke, she was all hole, as though she had 
I-had qo sykenes. Anone she arose vp and went wyth tliis holy mayde 
as quykly as euer she dyd afore. Of this myracle many one fchanked 
onr lord that sawe it, the whiehe had wrought soo gracyously by hys 
spoiise Katheryne. — Yette shall I teil you another meruayllous thynge 

15 that our lord wrought by hyr iu the cyte of Tholetane (:'>). Whan this holy 
mayde was entred in to the Cyte of Tholetane, she took hir Inne, and 
anone she wente in to hir chambre, as she was wonte to do. In to be 
whiehe mayster Reymond was come (with hyr) od the popes message. 
Sodeynly thenne he herde in the stretys of the Cyte ot wymmen th.it 

20 an holy womma« was come and entred in to the Cyte. Thenne soone 
after.cam men and after wymmen to hyr Inne and axed Avhere thys 
holy mayde was. They of the Inne myght not hyde hyr, but they 
suffred wymmen onely to goo in to hyr and speke wyth hyr. Thenne 
ther was one of the wommen that hadde a lytell chylde whos 

25 whombe was meruayllously swolle; and they prayed this holy mayde 
that she wold take that childe in hyr armes. At the begynnyng she 
refused it, by-cause of vayn-glorye, but at the last she was ouercome by 
pyte, and dyd as they bad hyr. As soone as she took that chylde in 
hir hondes, anone be childe deliuered from him moche wynde, so that 

30 at last hys bely aswagyd and was as small as euer it was; and soo the 
chylde was hole. All-be-it that mayster Reymond sawe not this myracle, 
yet ther was so open speche therof in the Cyte of Tholetane, bat it eaine 
to the byll'hopys ere: and sent after mayster Reymond and prayed hym 
that he myght speke wyth b«t holy mayde — for the childe was neuewe 

85 to a vycary of hys. And than this holy mayde came and spake wyth 
the byffhop of many vertuous maters. — Many moo meruayls our lord 
wrought by this holy mayde, that ben not wryten in this book; but 
these fewe I haue wryten to you, maydens, by-cause that ye shall the 
sonner gyue credence that our lord Ihesu Cryste dwellyd in this holy 

40 maydens soule, the whiehe principally wrought all thyse meruayllous 
werkys. Wytnes of tho maters be whiehe ben reherced in this chapytre, 
ben reherced afore in tho places where these myracles were shewed. And 
thus endeth this chapytre. 

Of myracles wrought by thys holy mayde aboute the delyueraunee 

45 of them whiehe were encombred and vexyd wyth fendes. Cap. IX. 

Owre lorde all-myghty Ihesu cessyd not to shewe outward {ie vertue 
that he gaue Inwarde to hys spouse Katheryne, by many meruayllous 
werkes. The vertue, therfo're of our lorde Ihesu cryst augmented so 
myghtly in the brest of this holy mayde, that not onely it was shewed 
50 to seek bodyes, as it is reherced afore, but also it was shewed in voydyng 
of wycked spyrytes, as it shall be declared in this chapytre by the helpe 



(1) anders lat.: Parat se ut .. discedat.., sed iriveiiitiu- quod Joh, infirmitate 
gravi laborabat; sie geht deshalb nicht sogleich. (2) = access, febris. ('S) lat. 
Tolonum, Toulon. Dies geschieht anf derselben Reise. 



The lyf of samt Katherin of Senis. 301 

of god. Ther was in the Cyte of Sene a man the whiche was called 
Mychael(l), thal vsed the crafl of vvrytyng. Whan he was passed in 
yeres of age, by consent of hys wyf he was in purpose to leuepeworlde 
and serue our lord more specyally thenne he was wontc, and also for to 
make two doughters of liys myncnyns, in a monasterye in the same Cyte 5 
of Sene endowed in worshyp of saynt fohan the Euangelyst: ... and so hys 
lyst was fulfylled. And at the last by a pryue dorne of god one of 
bis doughters the whiche was made a mynchen, tliat was called Lauren - 
cyana, of viii yere of age or there-aboute, was vexed with a fende, so ]>"t 
all the monasterye was vnquyeted by hyr vexacyon. And at be last by comyn 10 
assent they sent after hyr fader and delyuered ihymi ageyne hys doughter, 
for they wohl nomore haue hyr in the monasterye as long as she was so 
vexed. Whan she was take out of the monasterye. the fende Bpak wythin 
hir by be childys month many wondre thynge.s, and all in latyn wordes; 
(he answerd) to(2) many herde questyows and ther-to pupplyfThed many 15 
pryue synaes in sclannder of many folke — by be whiche it myght weil 
be vnderstond bat he was no good spyryte. Of this vexacyon hyr fader 
and moder and other of hir frendes were ryght sory, and wente aboute 
to dynerse relyques of sentes, for to sekehelpeandgracethather doughter 
myght be delyuerd of that spiryte. And specyally they trnsted gretely 20 
in the relyques of saynt Ambrose(3), the whiche Was a frere prechour, 
to whome our lord graunted a synguler gyfte: to put awaye wycked 
spyrytes, soo that (by) hys cope, yf it had belayde vpon ony creature that 
had be vexed wyth a wicked spiryte, it sholde be auoyded. Where-fore the 
same chylde was brought to the frere prechours and leyde vpon a(4) tombe 25 
of saint ambrose, and hys clothes were leyde to the childe; and the 
fader and the moder prayed in the mene whyl the helpe of god and of 
bat sente bat the chylde myght be socourre(cl). But yet for that tyme were 
they not herde, not for no synne that euer they dyd, but I t'rowe be- 
cause bat the sy(n)guler remedyes was reserued to thisholy mayde. Thenne 30 
was it counseylled to the fader and moder for to presente hyr doughter 
to Katheryne, the holy mayde. They sent to be holy mayde, prayenge 
hyr bat she wolde helpe theyre doughter. And she sent ageyn answer 
and sayd that she was euer traueylled wyth a fende, prayeng* them bat 
they wohl sende hyr noo moo. Neuerthelesse yet they came wyth theyr 35 
chylde, and she sawe bat she myght not escape by the dore: she went 
Out at a wyndowe and hyd hyr, so bat as for that tyme she myght not 
he founde. At last they sawe bat they myght not come to hir presence, 
and therto she had forbode all hir felawes bat none shold speke wyth 
hir of bat mater: the fader and the moder went to hyr confessour, 40 
prayeng hym bat he wohl byd hyr by vertue of obedyence for to 
aeeepte hyr chylde wyth hyr — fror* the more she fledde vayne- 

lorye, the more trust the fader and the moder had in hyr holynes. 

'henue hir confessour had so grete compassyon of theyr aede, and 
ouermore(5) he wyst well \)ai of mekenesse the holy mayde wohl 43 
excuse hyr though he spak to hyr: he ordeyned suche a wnyle. He 
went late at eilen and brought with him the chylde that was vexed wyth 
a Spyryt, whan it happed bat this holy mayde was 011t; he put the eh'yld 
in hir chambre, leuynge worde wyth hyr felawes bat they shold saye to 
hyr whan she came home that he charged hir by vertue of obedyence to ")ü 
snllVe that chyld to he wyth hir all uyghl tyll daye; and so he went bis 
wave and left the childe therc. \\ \lhin a whvle alter this holv mayde 



(1) lat. Ser-Michael Ser-Monaldi. (2) C. so. lat. Kespondebat ad qusestiones 
profundifBimaa et difßciles. (3) sc. Ambrosii Sansedonii, f 1286 (cf. A. SS. 11 ,11. 
20. März). (4) 1. the. (5) C. enwmore. 



Tl 



802 The lyl' of saint Katherin of Benis. 

w:il" come Lome, und sodeynly as she entred in to hyr chambre, she Eounde 
the same chylde there, axynge oJE hyr Eelawea wno broughl that cliyld 
thyder. They sayd: liir confessour, and therto he gaue brr in Charge by 
obedyence for to Buffre the chylde be wyth her tyll daye. Therme she 
5 prayed, and taade the chyld knele doun by hyr and praye also; and so 
all thai oyght ßhe contynued in batayll with bat fende. Bul ageinsl 
day by vertue of our lord the chyld was delyuera of that Eende and had 
im härme in hyr body. W'han hyr Eelawe Alexya perceyued that, she 
seilt to hyr eonfessonr and tolde hyni bat the chyld was delvwrd of pat 

in Eende. Therme he came wyth the chyldea fader and moder and Eounde 
the chylde delyuered therof; wherfore they thanked our lorde and that 
holy tnayde wyth Loyefull wepyng. Bul pe holy mayde knewe well bat 
the Eende had not yet l'ully forsake the chylde: and sayd to the Eader 
and moder that they shold suffre that chyld a whyle wyth hyr vnto 

15 tyme it were fully delyuerd. Herto they grauntcd gladly and Buffred 
the chylde to be wyth hir. Therme this holy mayde warned that chyld 
bat she shold not goo out of the chambre but abyde vnto the tyme hir 
tader and moder came ageyne, and also she counseylled hyr that (she) 
sholde gyue hyr moche to prayers. And tlie chylde dyd so. Neuertheles, 

üii by-cause pftt the hous that she was in for p«t tyine, was not the hous 
of the holy mayde Katheryne, but hyr felawes hous Alexye, therfore she 
lefte the chylde wyth a seruaunt in alexyes hous and she and alexir 
went lionie to hyr owne chambre, and ther abode 00 daye. Thenne in 
the late nyght at euen(l) be holy mayde called alexie, hyr Eelawe, and bad 

25 hyr take hyr mäntell, for she wolde goo wyth hyr home to hyr hous. 
Alexie sayd to hir that it was to late and that it was not the maner for 
wommen to walke to late. Thenne the holy mayde sayde to Alexie: 
„we must nedes go, for the helle-wulf is aboute to take my chylde awaye 
fro me ageyne." Soo thenne they went: and founde the ehyldes face alle 

30 chaünged in to a grete rednesse and out from hyr-self. W'han this holy 
mayde sawe that, she sayd to the fende thus: „A a, pou helle-dragon, how 
art pou so hardy for to entre in to this Innocent chylde ettesonys? 
1 truste so hyly now in my lord Ihesu cryst pr/t \>ou shalt be put out 
at this tyme, b«t pou shalte neuer entre in hyr more." After thvs wordea 

35 she took this chyld wyth hyr in to hir chambre and prayed: and wythin 
a whyle after she brought out the cliyld ageyn fully delyuerd from {jc 
spiryt, and thenne bad hyr felawe that she shold brynge hir a-bedde. On 
the morowe she sent after hyr fader and moder and sayd to them thus: 
„take this chyld home wyth you, for fro this tyme forthward she shall 

40 nomore be auexyd wyth that spyryt. 1 ' And thenne they brought hyr 
ageyne to the monasterye, and (she) lyued afterward a restfuD lyfe in goddes 
seruyse to hyr lyues ende. Euer afterward the fader Mychaell worshyp- 
ped thys holy mayde as he wolde worshyp au angell of god, and he 
niyght neuer after teil that myracle wyth'out wepjmg. Hyr confessouT 

45 thenne axed this holy mayde how she be-hedde hyr in \wt myracle, 
namely syth it so was that Jje fende had so grete power in the chylde 
bat it niyght not be expulsed by vertue of no relyques of Sayntes ne 
by none exorjysmes. She answerd and sayd that it was a füll hafde 
spiryt and a wycked, so \>at she was in batayll with him Eor to expulse 

50 hym fro nyght euene vnto the fourthe houre of pe nyght, she coni- 
maundyng hym to go fro pe chylde by the vertue of our lordes passyon, 
and he euer wythstode(2) hyr. At the last he sawe that he niyght not 
abyde in the childe by-cause he was constreyned: he sayd to hyr: „Yf 



(1) lat. Cum post solis occasum jam crepusculum fleret. (2) 1. wvth- 
stondynge? 



Tlio lyf of saint Kathorin of Senis. 303 

I be put out of this chylde, I wyll entre in to the. u To whom the 
holy mayde answerd thus: „yf my lord Diesu hath ordeyned pat, 
wythout wlms leue pou mayst m> thyng do, God forbede it that 1 shold 
be ageynst Ins holy wyll in ony maner of wyse." Thenne the proude 
spyryl was so 1-smete wyth pe darte of mekenes the whiche came 5 
out of this holy maydens mouth, that he lost hys Btrengthe whiche 
bot he hadde in the chylde. And in hys passyng out crom hyr he 
rested a whyle in the chyldes throte and made it to swell gretly. 
The holy mayde seynge that, she crossed the chyldes throte wyth hyr 
honde, and bo he went out. Loo, maydens, hy this myracle may ye 10 
lerne that be fende may not abyde ther veray niekenes is, for it is to 
hym a dedely darte. — Hut now 1 shall teil von of another myracle 
wherhy ye may knowe pat this holy mayde had receyued of our lord lull 
grace for to put awaye fendes. In a tyme whan this holy mayde was 
with a worshijifnll womman the whiche was called dame Jlrantyne I 1 I, 1~> 
in a castell of heres that was called Rocta(2), it happed bat a womman 
of the Bame castell was vexed horrihly with a fende; so that all the 
people of the castell were trouhlcd and sore aiiexed wyth hyr. Thys was 
notylycd to dame Brantyne, and she hadde so grete pyte and compassyon 
therof, that she desyred to praye this holy mayde for to haue hyr wom- 20 
mam at the reuerence of god: but she wyst well hyr mekenea was so 
grete that she wolde auoydyd it yf she hadde be spoken to, and therfore 
she axed counseyll of hyr felawes what she shold do. And theyr eoun- 
seyll was this that she shold do brynge that womman to pe holy may- 
dens presence vnware hyr, and soo of compassyon she wolde praye ther- 25 
tote that it myght he delyuerd. Thenne was the seek womman brought 
BOdeynly ther she was. And whan she saw that womman, anone she 
torned hyr to the lady dame l.rantyne and sayd : „god forgyue it you, 
lady, why haue ye do this? wote not ye well that I am trauaylled wyth 
fendes ofte-tymes? why therfore bryng ye other afore nie that ben vexed 30 
wyth fendes?" For that same tyme the holy mayde was aboute to make 
pees bytwene two warryours, in another place a lytell beyonde the same 
castell; and by-cause she was lothe to lette from that purpose, she 
sayd to the fende that vexed the womman: T Thou enuyous cnemy of 
mankynde, I Charge the lay doun thy heed in this marines läppe, and 35 
abyde tyll I come ageyne." Thenne was there au holy recluse that was 
Called Sanctus, of the whiche I haue made niencyon afore: In his läppe 
the womman that was auexed wyth that fende, layde hyr hede, tyll the 
holy mayde came ageyne. Ami whan the holy mayde went lorthe for to 
make pees, as she was in purpose, In the mene whyle the (ende cryed hy 40 
the wommannes mouth and sayde: »why holde ye me here? I praye 
you Buffre me to goo my waye, for I am harde holden." Thenne thoo 
that stode aboute axed' hyiu why he went nott hys waye: „Loo, tlie\ 
sayd, the dore is open." The spyrytc sayd: „1 may not, for that cursed 
WOmman hath boünde me here ryght strongely." They axed hini thenne 1". 
what she is that so hadde hounde h\n. He sayd thus: „She that cursed 
enenive" — otherwyse wolde he not call hyr hy hyr Dame, for peraduen- 
ture he had 110 power, üfet that recluse Sanctus axed hyiu whether she 
were a grete eneinye to thein or nott. He sayde: ye, the gretest that 
they hadde in De worldc. Other thenne that herde hym crye so. and r >i> 
wyüyng for to make hyiu he sty 11c, sayd thus: „holde thy pees, for 
Katheryne cometh anone." He sayde: ,naye, she cometh not yet, bul 
she is in suche a jjlace,- and tolde the place where. They axed what 



(1) lat. Domina Biancina, relicta quoodam Joannis Angelini dt,- Salimbenis. 

(_') Rocca. 



304 The lyf <>f saint Katherin of Benis. 

she dyd. And he sayd fchat she dyd :i thyng that was to liyni a grete 
dyspleysaunce. Ami wyth that he cryed sore: „0 why am I so yholde?" 
for fro that tyme thal the höly tnayde badde bym abyde, he tneuyd neuer 
the woinnianiies hede «Mit of the place where she putte hym. Atte the 
5 laste wythin a whyle alter he sayd: „Loo, now that cursed wommaii Is 
comynge." _ They axed thenne where she was. He answerde ageyne thus: 
„Now she is aomore in that place, but she is in suche a place. And 
iniw she is gone from that place and come to that place;" and at the 
last he sayde: ..loo, now she entred in to thys place," and so it was. 

in Whan she was coino Inne and begänne to goo* in to the same place there 
he laye, thenne he cryed lowdc and sayde: „A, why holde ye nie thus 
bere?" The holy mayde answerde and sayd: „Aryse, wretche, and go 
out, and leue this goddes creature wyth nie and vexe hyr nomore!" Wyth 
that he auoyded out of other partyes of this wommannes body, and 

15 rested hym a whyle in hyr throte, and made it horrybly to swelle. 
Thenne the holy mayde blessyd hyr throte: and so it wente awaye, and 
she was all hole. Neuerthelesse yet she was feble a long tyme alter; 
but soone alter she resorted to ete hyr niete. And whan she aspyed 
where she was, she merueylled therof and axed of soninie that she knewe 

20 what she dyd there and how she came thydci'. Thenne other that almut 
stode, sayd that she was vcxed wyth a fende. Of this she meruaylled 
and sayd that she hadde no mynde therof, but she feite well that she 
was as hyr senied all forbroke in hyr body, as though she hadde be bete 
wyth a staf. After that, whan she wyste how she was delyuered, she 

25 thanked god and Saynt Katheryne, and wente home to hyr hous. Of 
this myracle was wytnesse that lady of the castell Brantyne, and the 
holy recluse Sanctus, wyth other moo the nombre of xxx, what men and 
wymmen. And of that other myracle afore in the same chapytre were 
wytnes dyuerse of hir sustren, Älexia and Francysca, and Lysa hyr eosyn. 

30 Loo, maydens, thus by this chapytre ye may knowe what gyfte of grace 
this holy mayde receyued of oure lorde by-cause of hyr chastyte and 
mekenes. 

Of the gyfte of prophecye, and howe by that gyfte she delyuerd 
many men and wymmen from perylle bothe of body aiid sowie. Cap. X. 

35 lo somme perauenture that I purpose to reherse in this chapytre wolde 
seine Incredyhle, but he that is endeles trouthe knoweth ' well that 
it is treuthe : that in this holy mayde ther was a spyryte of prophecye, 
soo perfyte, that ther myght noo thynge be hydde to hyr notner 
of thought ne of dede. Öf the whiche experyence mayster Reymond 

40 rehersed of hym-self, that in a tyme(l) he was occupyed in thoughtya 
the whiche were not playsaunt to god, wherfore this holy mayde 
warned hym that he sholde cesse and thynke nomore vpiin thein. 
Wyth that he excused hym-self otherwyse thenne he sholde, and sayd 
that he thought not so. She thenne wyth a meke spyryte meruaylled 

45 and axed hym why that he wolde soo excuse hym, sytli it so is that she 
knewe niore clerely what he thought thenne hym-self. And thenne she 
begänne to teil hym what he thought, and therto gyue hym a trewe 
remedye for to auoyde him fro suche thoughtes another tyme. And this 
befylle bytwene hem bothe ofte-tymes. — Of suche another now I shall 

50 teil you. There was in the cyte a worthy knyghte that was called Syr 
Nycholes(2), the whiche was welbeloued of all folke. After-tyme that 
this worthy knyght hadde occupyed the(3) niost partye of hys lyf in 
dedys of armes, at the last he lefte of and leuyd in hys housbandrye. 



(1) lat. ssepius. (2) lat. Dominus Nicolaus de Sarracenis. (3) C. for the. 



The lyf of saint Kathcrin of Senis. 305 

And as he leuyd wyth hys neghboures, there came a thought vpon hym 
and sayd that he sholde care of(l) qo thynge, for he sholde lyue long 
ynough and amende hyni at the laste. Thenne almyghty god, endeles 
goodnes, that wolde noo man sholde peryfThe, putte in the herte of hys 
wyf and in other of hys neghboures for to counseyll hym to be shryuen 5 
of hys synnes and take penaunce for that he hadde be occupyed mosl 
parte of hys dayes in warres. To alle suche eounsevlles of SOwle-hele he 
gaf a deef ere, by-cause all hys ioye was sette in vysyble thynges. Neuer- 
thelesse, the same (tyme the) holy mayde Katheryne floryffhed in vcrtues in 
the same Cyte, and namely in meruayllous conuersyons of suche obstynate lü 
synners: and that was proued euery daye in experyence that ther was 
ntine soii obstynate in synne but that he was truly torned after-tyme 
that he hadde ones [-spoke wyth hyr. Thys consydered well tho per- 
sone.s that counseylled this knyght to thynke on hys sowie: they exhorted 
liym that he wold ones speke wyth Katheryne, the holy mayde, syth 15 
thevi- couwseyl] myght not profyte in liym. Whan the knyght herde that, 
he answerd therto and sayde: „What haue I to doo for to speke wyth 
that yong womman? wha't good may she do to me? u Thenne hys wyf, 
that knewe well this holy mayde, wente to hyr and tolde hyr of be 
hardenes of hir housbondes herte, prayng hir for to praye for him. And 20 
so she dyd. ^Vitkin a while after this holy mayde appyred to this knyght 
in hys slepe and warned him : yf he wold eshewe etierlastyng dampnacio», 
he shold consent (to) Ins wyf es coiu/seil. Thenne assone as he was waked, 
he sayde to hys wyff: ,,I sawe in myn slepe the same Katheryne that 
thou soo ofte spoke to me of. Certeyne, I wyl goo see her and wete 25 
whether it be she that hath soo aperyd to me or not.^ Of this Ins 
wyf was gladde, and wente to the hooly mayde and thanked her, 
praynge her of a tyme whan her husbond myght come and speke 
wyth her. The tyme and the houre was sette, and he came and spake 
wyth her: and he was soo full(y) turnyd to god, that he promytted 30 
her for to be shryne. And soo w r as. And whan he hadde soo 
doo, he went eftsonis to this holy mayde and tolde her that hee w T as 
shryue and toke penaunce. Wherfore she thanked and prayed our lord 
for to rewarde him in blisse endelesly. But thenne she asked hyni 
whether he hadde all clerly confessyd hym. He said, ye, all that was •- 
euer in his mynde. Eftsones she asked of hym whether he hadde all 
clerly sayde; and alwaye he sayde yes. Thenne at the laste she badde 
hym be a-vised and thynke on his consciewce whether he hadde lefte 
ony thynge behynde of synnes done longe afore; and alwaye he aftermed 
it forsothe that he had ben shryue of all. Wyth that she toke hym 40 
asyde and put him iu mynde of a greuous synne that he dyd pryuely 
whan he was in a straunge contre. Anone the knyght remembryd 
hym and sayde, it was sooth and he hadde forgete it; and soo 
wente agayn to confession. And after that tyme he ferde as the 
woina// of Samaritaii dyde, seyeng to al folke thus: „Cometh and seeth 45 
a mayde that hath tolde me all that euer I trespaced pryuely in 
fenv contrees, whether she be not an holy prophete. Yes, certayn, for 
that synne, the whiche she put to mynde of me knewe neuer man but 
god and I." And fro that time forward pe knyght folowed this holy 
maides coiu?seylle as a chylde wolde folowe his maystres bydding; and 50 
that same yere he passed out of this worlde as a trewe chylde of our 
tordes. See ye, maydens, how merueylously this hooly mayde apperyd 
to this knyghl in his slepe and how she tolde hym afterward of his preuy 
synne! Take hede also 01 anöther prophecie, wyth a myracle, of the same 



Archiv f. n. Sprachen. LXXVI. 20 



306 The lyf of saint Katherin of Senis. 

mayde, the whiche I sliall teile von. — There were two deuout fryers, 
this holy maydes conf essours (1), and another tryer(2), that weren goon 
in ferre cowtrees . . . (3) for thynges that they had to done. Whan thyse two 
deuoute fxyers hadde spuke wyth hym(4), they hasted them, the faster 
5 for to come dorne to Seene, in soo moche as this holy mayde desyred 
Longe alter her conf essours (5). And as they wente, they weren aspyed (by 

theues) and taken and brought in to a derke wunde, where they were robbed 

and spoyled cruelly. After that they toke her counseylle to-gyders for 
to sie thyse fryers, lest her enrsed dede of thelte shold he puplisshed. 

10 Thaw this holy maides confessour saw and perceyued that thei sholde be 
dede: he prayed to god in his soule and to his dyscyple Katheryne and 
sayd thns pryuely: „O dere Katheryne, goddes deuout mayde, helpe vs 
now in this perüle! 11 He had not vnnethe said thyse wordes \u bis soule 
but bat one of be theues came to thew and saide to his felawes thns: 

15 „why sholde we slee thyse good inen? trewely, it is grete peryll. Lete 
them go in be name of god, for thei shullera not puplyfThe this dyde, we 
may trnste them well ynow." To this voiee they alle were acorde, and 
so they delyuerd the/« agayn her clotlies and al her other goodes, out- 
take a lytyl money, and lete hem go. Whaw he was come to the cyte off 

20 Seene, he enquyred: and founde that the sanie tyme (that) he asked helpe 
of god and of that holy mayde, she sholde saye to her felowe thns: „My 
fader calleth nie and I wote w r ell he hath grete nede of helpe (ü) where- 
euer that he be, and therfore lete vs prayeT" Loo, maydens, see ye not 
how perfyghtly this holy mayde hadde the spirite of prophecie, that was 

25 ealled oonly in thought wythout worde in ferre countrees fro her and 
feite it anone, and soo by her prayer socoured theyin in her perylle? — 
Yet shall I teile you another merueylous prophecie of this holy mayde. 
In be tyme whan our holy fader the pope gregory the xj was pope of 
llome, It beul that all the Eomayns and Italions and all other Cytes 

30 aboute Rome weren rebell of malyce to the chirche of rome, with- 
drawynge from her as from her moder malyciously her possessions. Of 
this rebellyon was Mayster Eeymound ryght heuy in herte, and wente 
therfore to thys holy mayde, the whiche that same tyme was in 
the Cyte of Pyse, and tolde her alle this mater, wyth grete weylyng 

35 and wepyng, consyderyng sorowfully that the drede and the reue- 
rence of crysten peple was soo malyciously wythdrawe fro holy 
chyrche. Whan this holy mayde herde that sorowfull mater, she 
(was) all (sory)(7) for compassion, consyderyng pytously the losse of 
soules ... (8) wyth that she sayde to Mayster Reymound : „Fader, begynne 

40 not to soone to wepe, for all this is but hony and mylke agaynst that 
that shall falle afterward: and thenne shall ye haue more cause to 
wepe. L Thenne Mayster Reymouwd asked her: where (9) he sholde see 
gretter sorowe thenne that, for to see crysten peple soo rebelle agaynst 
holy chyrche, nothyng charging the sentence of cursyng, as though they 

45 hadde openly forsake holy chyrche ? For, he sayde, there myght nothyng 
ellys folowe of this rebellyon and suche rebellyon, as hym semed, but 
only forsakyng of crystis fayth. To whom she answerd thus: „Fader, 
all thus done the cornin peple: but ye sholde (1Ü) see afterward somme tyme 
a more merueylous rebellyon of clerkys." Wyth that mayster Reymou^de 



(1) 1. confessour, sc. Fr. Thomas. (2) sc. Fr. Georgius Naddi. (3) erg. to 
mayster Reymond (damals in Monte Politiano). (4) sc. Raymund. Im lat. passiert 
die Geschichte kurz vor ihrer Ankunft bei ihm. Der Text ist hier sehr abge- 
kürzt. (5) 1. confessour, sc. Fr. Thomas. (6) C. helthe. (7) was sory fehlt? 
(8) Sed videns eum nimis lacrimis deditum, tandem ad refrenaudum rletum ejus 
subintulit: (9) = whether. (10) 1. sholle. 



The lyf of Baint Katherin of Benia. 307 

merueyled grettely and sayde: „whether clerMs Bhullen ben rebell agaynst 
holy chirche?" She answerd: „yes, and that ye shold well Bee. For 
whan our holy lader the pope shidl be aboute to correcte them of her 
myslyuyng, thenne ßholde Öiey Bklander höh chirche, and fcherof shall 
aryse a scisme in holy chirche. And fcherfore make you now redy for to 5 
suffire paeyentiy; for ye shall qow(1) see al this.- As for thal tyme mayster 
Reymound vnderstoode her aot, by-cause he wende all that scisme sholde 
befalle in the pope Gregoryes tyme and dayes. But after-tvme that pope 

fregory was dede, came pope vrbane pe vj : and in hia dayes he sawe 
ow scisme was in hole chirche. Thenne he bethonght hym vpon the 10 
prophecie of this holy mayde, and wente to her for to speke wyth her 
of the same mater. VVlian' he was eome to hyr and pntte her iu mynde 
of this hooly scisme that »he prophecied to hym s.> Long afore, she 
answerd agayn to hym and sayde: „Fader, Lyke as (I) sayde vnto von 
poi tyme that pe relbellyon of holy chirche was that tyme in comparyson 15 
of this scisme but hony and mylke, boo I sayeci) of this present scisme 
that lit) is but a chyldys game in comparison of that that is to eome." 
And specially she tolde hym of be contrees and kyngdomes, that is of 
the kyndome of Scicile and of other contrayes(3) that lyen there-ahoute, 
that alle suche myscheues sholde begynne in. Ryght as she prophecied, 20 
soo it was: for there came soo moehe trybulacion and destruetyon of 
townes aboute that kyngdome(4), that alle men hadde rewthe and pyte 
therof. Whan she hadde tlms I-prophecyed of suche myscheues that 
shold eome. thenne mavster Ücvmonnd as'ked her: „what ese and reste 
shal be to(5) holy chirche? 1 ' She answerd thus: „after-tyme that suche 25 
trybulacions and myscheues ben ended, thenne our lord shall purgeholy 
chirche and ar(e)yse vp the spirit of his chosen soulis, and alter that 
purgacion there shall be suche a reformacion in holy chirche and re- 
newyng of holy curates, that myn soule is Ioyefull in thynkyng theron. 
And" ryght as hooly ehyrehe is imw defourmed as it were (and) clothles, 30 
thenne' the shall he ryght fayre and arayed with precious ornementis of 
virtn. And trewe and' Veytht'idl peple shold thenne he glad and ioyel'nll 
for to see holy chirche endowed wyth soo hooly and vertuons shypherdes 
and curates of soules; and all other vntrewe people and (vn)feythfull shullen 
also than he drawen hy the good lyuyng of prelates to the folde of holy 35 
chirche and to the trewe shypherde'and(G) bysshoppe of her soules. Ther- 
fore, fader, thanke our lord, that vochesaf of his gracious goodnes so for 
to yelde holi chirche agayn arter suche tempest soo fayr clerenes." 
Maydens, it aecordeth ryght welle to trewethe(7) that our lord of 
his merey wil sende swieitenesse after bytternesse. — And by(8) that it was 40 
well knowe that she had the spyryte of prophecie, neuert'heles yet there 
wen- sonime that haehyted her and sayde that the spyryte the whiche 
she had was none Bpyryt of prophecie but rather aspyryt of deceyte, the 
whiche is ot'te-tymes hy the feiidc gyuen specially to wymmen ; and BOO 

hy her merneylons werkys they were sklandivd Why is prtt, trowe ye? 15 

trewely, for it is the proper eondyeion of wycked peple to he sklandrcid j 
in good Werkes and namely in merueylo//N werkes; and that maye well 
be verefyed hy the wordes of our lord whan he sayde to his dysciplea 
after-tyme he hadde shewed many merneylons werkes in her Bygnt, and 
sayth thus: Beatus qui aon fuerit scandaligatus in me, that is: blessid 50 
he be that is not sklandivd in my werkis, wherof he sholde rather be 

edefyed — X<>w shall 1 teile von of a merneylons prophecie the whiche 

this holy mayde shewed to a yonge man that was vicious (of) Lyuyng, for 



(1) 1. mon? (2) C. Bayde. (8) contraryea. ih kyngdomes. (5) to the. 
(61 a. (1) trewe the. (8) 1. Äll-be-it? 

20* 



308 The lyf of Saint Katlicnn of Senis. 

to amende him therby the sonner of his wretched lyf. In tlic cyte of 
Sene there was a yonge man thal was called Fraunceis (1), the whiche 
was come of grete kynneand wurthy, buthJBlyuyngwasdyshoneate; and 
all-be-it that he had a wyff, yel he coude aot(2) leue his euyl] custume. 
S The whiche myslyuyng perceyued a Eelawe of liis that loued hym well. 
Tliis felawe hadde <j,rete compassion and pyte of bis SOllle: wheifore ofte- 
tymes he steryd him to goo witli hym somme daye and here the holy 
exortacions oi' tliis holy mayde as he dede. He wrought by his coun- 
seyll and üolowyd hym ofte-tymes Eor to here tliis holy maide speke: 

io wnerby he was many tymes stered to compuwetion and leite his wretched 
lyf for a tyme, but sone after he folowed Ins owne Lustes agayn. Thenne 
this holy mayde prayed mir lord for Ins helthe of his sonle; and at the 
laste wyth a fernent spyryt ehe said to hym thns: „Sone, ofte-tymes 
thou eomest to me, but thennc thou fayrest as a wylde byrde, bat flest 

15 awaye fro me and fro myn wordes whether (3) that thou lyst. Therforeby 
the helpe of god I shal onys put a bonde on thy necke, that pou shalt 
nomore flee aboute wyldly as pou hast do. u This word [>'/t yonge man 
fraunceis marked well, and many other that herd it. But tha«, er be 
fruite of thise wordes wrought in hym, this hooly mayde Avas passed out 

20 of this worlde, and he went agayn to his customabyl syunes, and soo 
moche the more lyberalli that he hadde none letter, as he hadde byfore. 
But yet the hooly mayde dyde more for his helthe of soule after-tyme 
she was in heuen than she dede whyles she was in erthe. Wyth(in) 
a whyle after that (she) was passed out of this worlde, Fraunceis wyff 

25 aud his felawe(4) and other moo the whiche were tender in (5) helthe of 
his sowie, were passed also out of this worlde. Thenne was he more 
perfightly brought to knowleche of hym-selfe, and went to relygyon wyth 
grete deuocion, where he lyued a religyous lyf by the grace of god and 
merytes of the blessyd Mayde, euer afterwarde knowleching to all folke 

30 that he came to that grace by her that soo prophecied a-fore of his 
helthe, wherfore he thawked god and this holy mayde. — Of another 
specyal edyfycacion I shall also teil you that bifyll to a deuout pryour and 
a relygyouf couent of the charterhous in an yle-londe besyde Pyse by 
this holy mayde, the whiche deuout pryour was called dan Berthyl- 

35 mewe(6). Tliis priour herde ofte-tymes of be merueylous ded.es of this 
holy mayde, that he was in ful purpos ofte-tymes to fynde after her, for 
to edefye hym and his couent. At the laste he prayed mayster Reymound 
to bee a mene bytwene hym and this hoty mayde, for to stere her for 
to come to hym and to his couent for to edefye theym wyth her holy 

40 exortacions. Mayster Reymound after the desyre off bat deuout pryour 
was mene bytwene hym and her: and so she graunted to come thyder 
wyth many of her felawes; wyth whom also Mayster Reymound came. 
Whan she was come, the priour ordeined for her and for her felawes an hous 
with-outen the monastery. On the morowe he came, and hys couent wyth 

45 hym, to this holy mayde, prayeng her of somme worde of edyfycacion 
for hym and for his chyldren. Thenne she of mekenes forsoke it and 
sayd that she shold rather here of theym somme spirituel edyficacion 
thenne they of her, by-cause she was a womau and they men. At the 
last by grete instaunce of prayer she was ouercome, and soo spake to 

50 theym as the holy ghost taught her, touchyng specyally many dyuerse 
temptaeyons and deeeites that the fende is wounte for to deceyue and 
tempte wyth solitary men; and therto she tolde of many remedyes and 



(1) lat. Franciscus de Malavoltis. (2) C. lyue ne leue. (3) 1. whither. 
(4) lat. et aoerus (st. socius). (5) 1. hindering the; lat. qui pra±stabant inipedi- 
mentum ejus saluti. (6) lat. Bartholomäus de Ravenua. 



The Iyf of sainl Katherin of Berns. 309 

wayes for to eschewe and escape hys wylles(l) and for to haue perfyghtly 
the victory. Whan ßhe hadde doo, the deuoute pryour tou(r)nyd hym to 
Mayster Reymound and sayde to hym wyth a grete merueile thus: 
„brother Reymouwde, thus(2) I many yeres alone haue herd the confessions 
of myn bretheren, as the maner of our relygyön asketh, and kiiowe(3) 
wherein eche of theym ben vnperfyghtly and perfyghtÜ. Wherfore I saye 
that (if) tliis holy maide had berd all her confessyons as I haue, she 
myght not better haue sayde to the pourpos (of) eche of theym thenne sh< 
hath doo, ffor she hathe lefte nothynge vntouched that ought to be 
touched. Therfore L perceiue clerly that she is füll of (he spyryt off 10 
prophecie, and the holy ghoost speketh in her. u Loo, maydens, what 
gyfte of grace oure lorde gyueth to chast and meke soules. ftfoche more 
I myght reherce to you of be spiryte of prophecie that wrought in this 
holy mayde, but by-cause of somme perauenture that coude not take it 
lnit wyth a spyryt of detraction, I leue of and reherce theym not. And ]:, 
soo I niake au ende of this chapit(r)e. It nedeth not for to reherce the 
wytnesses of euery acte that was dune in this chapytre, for it is made 
mencion of forthwyth at euery acte in the same chapytre. 

Of myracles whiche our lord wrought by this holy mayde in breed, 
wyne. herbes and other thinges that had none lyff. Cap. xj. 20 

By-cause at the begynnyng, whan Adam was niade, our lord ordeyned 
a rewle: to all tho that oheyed to hym perfyghtly that all thynges sholde 
obeye to them: therfor, maydens, in this nexte chapytre I shall teile you 
how to this holy mayde obeyden alle creatures, by-cause she obeyed per- 
fyghtly to god. In the tyme that this holy mayde lyued in the "Cyte of 25 
Seene, it befyll bat there was a wedowe, a yonge woman, ealled alixe, 
the whiche wyth a greate feruoure(4) drewe to this holy mayde, soo that 
she thought she hadde soo grete affectyon to her. that as her semed she 
myght not liue ^dthout her. And therfore she toke the habite of the 
snsters of jienaunce, and forsoke her owne hous and hyred her an hows 30 
by-syde the hooly maydes hows, that she myght the more ofte bee con- 
uersaunt wyth her. Whan she hadde do thus, the hooly mayde was 
ofte-tymes in her hous wyth her and fledde for a tyme her faders hous. 
It happed afterward iu be same yere that in the Cyte of Sene there was 
a grete sharsyte of breed-corn, soo hat stynkyng whete was drawen out .;", 
of the erthe and out of dyches, the whiche was bought of Cytejynes of 
the same Cyte as that tyme for good whete (5), by-cause there myght 
none other be goten for none pryce. Of the whiche stynkyng whete 
Alyxe, the forsayde wedowe, must nedes beye, or ellys she shold he 
wythout bred. Neuertheles in as moche as it was nyghe he tyme of in 
herwest, (er) her olde whete was fayled, (newe) and (freshe was)(6) brought 
to the marcat. AlLxe wyst therof that newe whete was comen : she pur- 
pose(d) to cast awaye the olde stynkyng whete and beye newe; but by- 
cause the holy Mayde was in her hous,' she wolde nothyng doo wythoul 
counseyll of her. Wherfore she o]>ened her j.nrpos to her, seyyng(7i t. 
thus: „moder, sythe our lord hath do nierey wyth vs in fyndyng of newe 
whete, I am in wyll to throwe myn olde stinkyng whete (away). a To 
whom this holy mayde answerd thus: _yf ye wyll not ete of (hat olde 
com, gyue it ellys to poure folke hm hatten none." Alixe sayd than 
bai she sholde haue greate confcience(8) for to gyue (he poure folke soo 50 
stynkyng whete; <he hadde leuer for to gyue theim of the beste whete. 
Thenne this holy mayde hadde her ordeync water and bryng to her tha! 



(1) 1. wyles. (2) 1. wete that/ (3) C. to knowe. (1) C. fauourc. (5) where, 
(ti) er, newe und i'rcshc was fehlt. i7i (.'. Bemyng. (8) conscitcnce. 



310 The lyf of saint Katherin of Scnis. 

stinkyng vvhete thai she purpoaed to caste awaye, for ahe sayde thai she 
wolde make brede therof for poure folke. A> ßhe Bayde, soo it was: 
ffyrsl ßhe made her dowe, and after she molded louea oi that lytyll quan- 
tyte of whete. And it encresyd soo plcntiionsly in the moldyng, that 

5 both AJyxe and her Beruaunt weren gretely astonyed, thai sagen(l) Buche 
multyplycaciow of Louea: ffor, as theym thought, boo many louea myghl 
mit be made of suche Eoure lytyll (2) quantyte of wlictc aa fchya hooly mayde 
made and sette forthe for to be bake; and also there was none stynche 
of tho Louea aa it was of the other that were made of fche Barne whete 

m afore. Whan thei were bake, they were" sette Eourth od be table for to 
be eten. And in J>c etyng there was fouwde nunc bitternea ao stynche, 
luit, as thei saide that eten therof, they eten neuer betyr brede. Thia 
Alexe sent for her confesaour, and he came wyth certain of hia bretheren 
for to see thai myracle: and (sawethe Louea) Lyke as it was sayd to hym, in 

15 quantyte encre8yd(3) and in qualyte ryghl well amendyd. To thyse two 
myraclea the thyrde was addyd to, and that was thia. The breed was 
Largely gyuen to poure folke and to other bat wolde ete therof: and yel 
was it neuer be lasse in nombre, but alwave was it foii//de ynow in |>e 
breed-hutche. Were not thia trewely thre rayr myraclea? for fyrste she 

2<i put awaye the stynche of that corn, and alterward encresyd the louea in 
the muldyng, and at the laste she multyplyed be louea in etyng of the 
breed in soo moche that they myght vnnethe be distribued bi many 
wekes togydera ne ended; soo pat xx yere after or moo there were somme 
bat kepteof that breed for a relyke. Thenne mayater Reymound, her 

25 confessour, asked how bat myracle was done. She anawerd and sayde 
that she hackle soo grete gele or lone to pour folke lest they shold spylle 
for defaulte, and soo tender lone to onr lord lest his gyfte sholde* be 
dyapysed, that she went wyth a grete feruour for to make breed of that 
stynkyng whete: and thenne our blessyd gloryous lady, gloryous virgyn 

30 Mary, wyth a mnltytude of angelis stood by her and helpe her to molde ; 
by vertu of her holy gloryous hondes she trowed that the louea encresed ; 
for tho lones that oure gloryous Lady, gloryous vyrgyn Mary molded, 
she delyuerd to this holy mayde, and she to Alixe and to her Beruaunt, 
for to be put in to the ouen. What meruayle is it, maydens, though 

35 tho loues were swete, sythe the hooly gloryons hondes of oure blessyd 
gloryous lady, gloryous virgin Mary, molded theym? Consydereth ther- 
fore, good maydens, and taketh good heede of what meryte thia holy 
mayde was, to whom vouchesaf our blessyd glorioua lady, gloryous vyr- 
gyn mary, stonde by her and helpe her in that myracle, for to make vs 

40 vnderstonde that, ryght as bodely lyuelode encresed in that hooly maydens 
hondes, ryght soo ghostely liuelode sholde encrese by her blessyd exor- 
tacion. — Now sythe I haue begönne of breed multyplyed by myracle, 
therfore I shall contynue forth in suche (4) a lyke myracle, (that) was 
done in the laste ende of her lyff whan she lyued here in erthe. Of the 

45 whiche myracle were wytnesses lysa, her cosyn, and a suster of penaunce, 
the whiche was called Iohan (5) ; for bothe they were wyth her whan she 
was sente after by our holy fader pope vrbane the vj to the courte of 
Korne. And whan she was come to the Cyte, she rested there wyth a 
certayn nombre of her ghoostely chyldren that she hadde noryflehed in 

50 vertu, the whiche folowed her f'ro the partyes of Tnskan in maner agaynat 
this hooly maydes wyll, so?»me for receiuyng(6) of ghostely grace of our 
hol) fader, and somme for pylgrymage and visitacions of saintes; the 
whiche desyred to go specyally in this holy Maydes companye, by-cause 



(1) 1. sawen. (2) 1. fourfold? (3) C. encresyng. (4) C. in Buche 
in suche. (5) lat. Joanna, cognomento de Capite. (6) C. precliyng. 



The lyf of sainl Katherin of Senis. 311 

they myghl be fedde wyth fche swetnesse <>f her blessyd conuersacion. 
Thenne thia holy mayde hadde made an ordynaunce amonges them that 
they sholde not haue aboute them neyther golde ne syluer, but oonly 
they sholde lyue of poure almesse, and that they sholde be herbourd iii 
an hospytall; and also the wytnmen, eueryche off theym ;i weke, sholde 5 
mynystre lyflo*d suche as they hadde receyued of almesse to alle her 
feiawes, that other myghten bee occupyed m the mene Whyle in prayers 
and in holy contemplacyons and aboute theyr pylgrymages wherfore they 
were conie to the Cyte. Whan tliis ordynaunce was made, soone after 
it happed that this [«hau, the whiche is reherced afore, mynystred to 10 
other as for hyr weke: Tu whos weke it befyll casuelly that she laeked 
brede, whan hyr felawes sholde go to niete. And thenne badde this holy 
mayde here(l ) afore that whan she(2) lackyd hrede, she shold warne hir ouer 
euen, that she myght goo and make somme ordynaunce. But Cohan had 
forgete that. Whan hyr felawes wen' come to niete, Cohan wolde haue is 
sette hrede afore them, and she founde noniore but a cantell, that wolde 
vnnethe serue foiire to theyr niete, and ther were in nonibre of persones xvj. 
Thenne lohan wente to tliis holy mayde and knowleehed hyr neglygence, 
all sory and slianiefast, seyeng that tlier was 110 brede but a lytell that 
vnnethes wolde suffyse to foure, eche of them to resceyue a lytell. To 20 
whome this holy mayde sayd: „A, suster, god forgyue it von, why haue 
ye so neglygently brought vs to this last nede? myght ye not haue 
warned nie, as I bad you? Well well, byd goddes seruau^tes go sytte 
doun." Thenne sayde the mynyster that ther was but a lytell brede. 
_Yet byd them sytte doun, sayd this holv mayde to hir, and serue them 25 
wyth that lytell. and bydde them begynne wyth that lytell tyll that god 
ordeyne more." After thvse wordes the holy mayde prayed, whyle they 
ete. Iohan fulfylled hir byddyng and deuyded to euery man a lytell; 
and they, as hongry folke and gredy by long fastyng, ete fast, wenyng 
that they sholde nomore mete haue, and also' the suposed that that lytell 30 
brede sholde soone be do. But alwaye they hadde ete(3) ynough, and yet 
the brede myght not defayllef I ). And thenne they axed wbat the holy 
mayde dyd. It was tolde that she prayed. Thenne they sayd all, by 
vertue 01 hyr prayer our lorde fedde them. as he fedde fyue thousand 
men wyth fyue louys, and so they thanked god. Whan they hadde all 35 
ete, yet ther was suche plente lefte, that poure folke had ynough. — 
Now yette shall I teil you of another myracle that mayster Reymond 
liereth reeorde of, the whyche was done after-tyme that this holy mayde 
was passed out of this worlde in to the blysse of heuen. In a tyme hit 
happed, mayster Reymond by counseyll of the Pryour of the freres and 40 
the coueut wolde doo souinie solenipne reuerciice to the hede of Saynt 
Katheryne, this blyssed virgviie, after-tyme that it was translated out of 
the Cyte of Ronie t<^ the freres that dwelled at Sene. He sette a daye 
and bad to niete all hyr ghostely chyldren that she had nouryll'hed in 
vertue, In the whyche day the freres were fully auysed to gyue hyr a 1 
solempne reuerence and also to Eede that day all hyr ghoostly chyldren. 
Whan the day was conien and the ßolempn(it)e was done, the frere that 
kepte the botryc of the couent, loked what brede he hadde for the Couenl 
and for the gel'tys: and he founde xarscly ynough for half the couent; 
and thenne were there in Couent fvfty or there-aboute, and of gestys 50 
twenty. Whan the Pryour herde herc-of, hc wa- sory; neuertheles>e yet 
he serued the gestyn ryrsl wyth that lytell, and thenne the Couent wyth 
a lytell (piantyte aniong them all, and yet helefle ynough. Soo thenne 



(1) 1. liero mynystres "Irr hem. (2) I. any. (3) tilge ete. (4) C. de- 
faylled. 



312 The lyf <>f sainl Katherin of Senis. 

eueryche of the Couent and of the gestys hadde plenteuously ynough 
of that Lytell Dombre of louys that vnnethe, as them Bemed 1 1 1, myght hadde 
suffysed fyfe afore. Whan fchey had all eten, the Pryour and the Couenl 
came thyder ther mayster Reymond satte wyth the ghoostly chyldren of 
., thal boly mayde Saynt Katheryne, and rehersed a-fore tnem all that 
myracle. Thenne Bayde mayster Reymond these wordes: „Loo, frendes, 
this boly mayde Baynt Katheryne in fche day of hyr Bolempnyte wyll 
not lene vs wythont somme myracle, wyth whome she was so famylyer 
wliylcs she lyned in erthe. Ofte-tymes whan she was wyth vs lyuyng 

in in fchis Lyf, she shewed this myracle amongvs; and therfore, for to shewe 
vs that she now accepteth oure obseruaunce tliis daye done to goddes 
worshyp and to herys, she hadde(2) shewed the same myracle eftesonys 
alter hyr passyng: wherfore yelde we thankyng to(3) almyghty god." — 
Yet l'nrthermore mir lord shewed meruayllous thynges by his spouse 

15 K'iitlicrvn in vnlyfely thynges, as in floures, where-in she hadde ofte- 
tymes grete delyte by-cause she floryffhed in vertue hyr-self, and in otherl h 
vesselles of houshold that wen 1 lost and destruyea ; and of thoo mer- 
uayllous thynges I shaU teil you. — Thys boly mayde was somme-tyme 
in the Cyte of pysc, herborowed in a worthy niannes hows of the same 

20 Cyte, the whiche man Loued well this holy mayde. After-tyme she was 
ther a whyle, she was gretely feblyd in body by ofte(5) excesse of spyryl 
in rauyfhyng, so that, as it semed mayster Keymond and other moo 
that sawe hyr, she was brought nye to pe deth. Wherfore mayster Key- 
mond was sore aferde lest she sholde hauedyed: hebethought hym whal 

25 remedye he myght ordeyne for to restore hyr to lenger lyf, and he wyst neuer 
what he myght ordeyne for hyr, for(6) egges and wyne, and also other 
letuaryes (7), he knewe welle that she myght not ete. Thenne he came 
to hyr and prayed hyr that she wolde receyue a lytell suker in hyr water 
that she drynketh. To whome she answerd thus: „Fader, I see well 

30 that ye wyll take awaye fro nie that lytell lyf the whiche is left in me, 
by suche swete drynkes: for I doo von well to wete that all swete thingis 
to me (be) dedly." Thenne mayster Reymond and the souercyne(S) of the 
hows hethought hem to-gydres what remedye they inyght ordeyne ageynsl 
hir feblynes. At the last it came to mayster Reymond mynde that he 

35 hadde see that ofte-tymes fehle folke hadde he well'hen somme-tyme wyth 
vernage aboute the temples and(9) the pouses of the body and so were restored 
of strengthe and gretly comforted. Thenne mayster Reymond sayde to 
the souereyne of the hons thus: „Syr, sethe it is soo that we may not 
pntte noo comfortable remedye wythin hyr body, lete vs vse somme 

to remedye wythout on hyr body." Thenne sayde the souerayne of the 
hows that he had a lytell besyde hys hows a neyghboure that hadde a 
vessell of vernage, to whome, he sayde, he wolde sende to, for to haue 
a boteil füll therof, for he knewe well that he sholde haue it füll gladly. 
A messenger was sent to hym, and tolde him liow this holy mayde was 

15 fehle, wherfore he praied in lüs maystrys behalf that he wold wonehesanf 
to fende hyr a botell of vernage. * To whome the neyghboure answerd 
thus: that he wolde sende hym all redy, but certeyn, he sayde, hys vessell 
was emptyd, and therfore he prayed hym to holde hym excused, „for I 
wote well in all my hows is no drope of wyne, and that I am ryght sory 

50 for. Neuerthelesse to be seker, come and see, and thenne bere wytnesse 
of the tronth to my frende as thou seest. u Thenne forthwyth he took 
the messenger wyth him, all ageynst the messengers wyll, and hronght 



(1) C. of that vnuethe as them semed that lytell nombre of louys. (2) 1. 
hathe. (3) C. te. (4) tilge other. (5) 1. ouer. (6) C. as for. (7) lat. electuaria. 
(8) C. souerenys. (9) in. 



The lyf of sainL Katherin of Senis. 313 

hyin to hys wyne-seler and shewed hym Unit same vessell <>f vernage, fche 
whiche vcsscll semed by outwarde tokenys fchal it was voyde many day 
afore. Yet neuerthelesse the good man dyd more: Cor t<> see fchetrouthe 
that it was voyde, he drewe out the spygot thal was in the vcsscll, and 
drewe it out in hys presence, thal he sholde see that there was noo wyne 5 
Innc. As soone as he hadde done soo, the vernage came <>ut and ranne 
vpon the grounde plentuously. Ee was sore astonyed and Btopped the vcsscll 
ageyne, and callyd all hys meyne and axed of them whether they hadde 
putte ony wync of vernage in that vcsscll. All they sayde, naye, they 
knewe im wync there-in thre monthys afore and murr, and it hadde he 10 
a grete nicruayll that wythonte them ony lyquor had he putte ther-fnnc. 
Thys was afterward notefyed to the neghboures ahoutc, and all they 
sayde it was a myracle, as it was. The messender eanie ageyne wyth a 
grete meruayll (and) gladdenes, bryngyng wyth hym a boteil of vernage, 
and tolde all the myraclc as it was: soo "that all thoo that herde it 15 
thanked mir Iord that wrought suche a myraclc in hys holy mayde 
Katheryne. And many one afterward, whan this holy mayde was 
hole, came for to see hyr, seyeug wyth grete meruaylie suche 
wordes: ..who(l) may this he, that dryuketli noo wyne (and yel 
fylled the vessel) by myracle(2)? a By suche wordes of the people 20 
this holy mayde caughl grete Borowe in hir herte, as she knowleched 
afterward to mayster Reymond, and wyth suche sorowe and waylyng 
she prayed to mir lord, in hyr sowie niore thenne in hyr mouthe, 
seyeng suche wordes: ..A, good lord, why suffrest thou me to he so tor- 
nicntcd in herte, that I snall he to all folke shame and reproue? All 25 
other seruauntes of thyne may lyue among the people, saue I allone. 
() good lord, who axed of thy nivldenes wyne? I by Inspyracyon of 
thi grace haue kept nie fro wine long tyme: and now I am made to all 
people for wync in scornc and reproue. I praye the, lord, for thy grete 
pyte, make that wyne for to vanylllie awaye, that this fanie the whiche 30 
is deuulgyd ainon.L r cs men, now cesse." Our lord of hys merey herde 
hyr prayer and made the vessell of wyne to decreee, so that sodeynly, 
ther it semed füll to all mennes drynkyng, the whiche drank therof of 
deuoeyon by-cause of the myracle, it was decrecyd to the lyes. And so 
all tho that praysed it afore for myracle, helde ther pees afterward for 35 
shame; and mayster Eeymond and other moo of hyr ghoostly chyldrcn 
were aahamed of theyr grete praysyng afore. But the holy mayde was 
[oeunde and gladde, thankyng our lord, hyr spouse, that hadde delyuered 
hyr of suche open praysyng of men. Now I praye you, maydens, taketh 
hede how oure Lorde kepte this holy mayde from vayne-glorye and sette 40 
hyr in a perfyte grounde of mekenesse by thyse two myracles. By the 
Ivr-t he gaue hyr mater to worshyp tum that wrougnt that myracle 
wythont hyr wetyng, in that that he fylled pe vcs>ell of wync; hy the 
secounde he gaue hyr mater to folowehym in mekenes, in puttyng awaye 
of vayne-glorye the whiche was putte vpon hyr. By the fyrst our lord 15 
shewed whal vertue of myraclc she was endowed wyth, by the secounde 
he shewed what wysdome she was fulfylled wyth — ffor there that mekenes 
i>, there is wysdom. Neuertheles yet the secounde myracle in emptyng 
of the vessell was gretter thenne the fyrst in fyllyng of the vessell. And 
that semed well by a simylytude that Sayril Gregorye maketh in hys 50 
dyaloges betwyne the vertue of paeyence and snewyng of myracles, 
where(3) he seyth that the vertue of paeyence passeth shewyng of 
myracles. Why thenne may not the vertue of trewe mekenes, the whiche 



(1) C. how. (2) lat. Qualis est haec, quae vinum non bibeos, vas vaeuum 
liraculoso vino potuit adimplcrc? |3) C. whether st. where. 



314 The lyf of saint Katherin of Sems. 

is neun- wythout wysdom, passe without ony comparyson shewyng of 
myracleSj tne whiche come as well by pryde as by mekenes? A bestely 
mau may in no wyse perceyue this : and that is no meruaylle, ffor Saynt 
Poule sayde that prudence of the flell'he i.s in no wyse subiecte to god. 
Loo, maydens, now haue I tolde you what myracles our lord shewed by 
his spouse Katheryue in vnlyfly creatures, and thus I make an ende of 
this chapytre. The wytnesse of this chapytre also ben expressyd afore 
wyth-Inne this chapytre there that the myracles ben declared. 

(Schluß folgt) 



Über die 

Sprache des Roman du Mont Saint-Michel 

von Guillaume de Saint-Paier. 

(Schlafs.) 



B. Konsonantismus. 

Da reiche Reime in unserem Text nur wenige vorkommen, so 
kann für die wenigen Abweichungen vom Gemein französischen oft 
nicht entschieden werden, ob sie dem Dichter oder blofs einem Ko- 
pisten zuzuschreiben sind. — Wir werden hauptsächlich auf sie 
unser Augenmerk lenken. 

IX. L. 

45. Spuren (Irr VokaMsation des I rar Kons, finden sich bereits 
in der Sprache von Guill. de Saint-Paier, bemerkt schon Förster, 
R.Zs. I, 565 ff. (cf. auch Ulbrich, R. Zs. II, 538). Beweisende Reime 
sind spärlich: 

Fulcout (Fnlcoldus aus fränk. Fulcoaldus) : out (habuit) 2172. 
vout : (ml (voluil : habuit) 3014. 

veut neben vuelt (s. o. VI, 34) kann anderer Mundart entstam- 
men und vom Schreiber gesetzt sein, oder letzteres ist die ältere Form, 
ersteres die erst nach Vokalisierung des 1 begreifliche, das Vorhanden- 
sein beider in demselben Texte die erst begonnene Vokalisierung 
des 1 bestätigend (mit Förster). 

Graphisch steht u für / natürlich schon sehr häufig, und Bei- 
spiele fälschlicher Setzung fehlen auch nicht. 

Reime: eschalfaut* : Inmi 1004. veut : seid 1372, gegen velt : 



1 Da <]<t Vers ]()o:', eine Silbe zu wenig zählt, so ist <-.*rliaalfaut zu 
lesen, wie Chron. d. Benoit de Sainte-More 11832. -'.1783. 32288. 



316 Die Sprache des Roman <lu Mont Saint-Michel. 

seit 600. realmes : Guillalmes L488. 2441. TeibaM : osawi L598. co»- 
törawefe : mortels L658. Miekiels : eiefe 2230. 3340. 

Vor dem Ton: milrirr 118. hau/rirr 421. 0Utree76h (Pilger- 
ruf, s. Gasten Paris, Rom. IX, 44). escoltm 1019. mh-hirs 1231. 
faussete 1264. dolcemmt 535. 1107. 1188. outrageis 1412. foudre 
1120. eseolter 1569 neben rsconh; 1892. augien L896 (aleatis*). 
autretant 2150. 

isnflniinil (viersilbig) 1609. isnrlmvui :;.">;i7. 3604 (dreisilbig 
gebr.), einmal isiiatnnnif 7 17. 

Über die Gestaltung des / in Suff. r//^.s- s. III, 2:). Die jüngere 
Form &e<ms 1880 ist vereinzelt. 

7o'. Ausfall des I vor Kons, in ro^ 138. docement 992. Hidebert 
3068. Hideman 3080. — Fiel es ab in #we — qualis, vor /™ 22 1 6 ? - 
Ausgelassen ist es in r/f (= vilis) 2614. 

47. Übergang in r wie gemeinfrz. pelerin 605. 7."»7. 956 etc. 
ry//.s/rr 997. chartres 1810. 2265. 

Für den Dichter gesichert durch den Reim in apostpüe : memoire 
2280. Vgl. apostres 185. 

archahgre : angre2o33, ersteres noch 3610. 3717, letzteres 3486. 
Daneben a/^/e 1931. 2559. 2643. 

4<5. Mouill. I wird inlautend verschieden ausgedrückt : 

1) conseillie 262. apareillie 648. baillie 1591. ■- faillani 7. 
genoillons 575. 827. ameillora 1692. vaülant L930. W///: 1950. 
veilhrai 2565. desconseillee 2914. /hiTJe : bataüle 3350. 

2) wofe 373. 844. 3160. Ä'er 511. agenollie 580. 619. W//V-. 
620. aparellie 874. mollier (mulierem*) 2358. 

3) /b/fe (aus folium -|- utum) 781. molla (molliavit*) 960. /a//i 
983. «aZZon« 1757. 2094. 2352. orguellous 1763. 

Über j?a*fes : scandales 1226 s. o. I, 7. 

Im Auslaut: apareil : conseil 226. • — /rara/ 1992. 3365. 

Vor nexivischem s f#) nach i wird es (zum Teil auch gra- 
phisch) unterdrückt: //fe : serm« 2937. : apowvriz 3123. : gentiz 
2945. 

4.9. Fälschlich steht l in solzlevant 314. esehalfaut 1003. despfo 
2522. prevolx (prseposituni) 2230. d'au/tres 2348. ?7 (ibi) 56. 265. 
683, richtig » 392. 943, umgekehrt. #fe = » 3070. 

50. LaZ. Gemination ist vereinfacht. Beweisend ist narilr ; 
w?7e 1384. 



Die Sprache des Roman du Munt Saint-Michel. .",17 

Belege sind häufig: belement 574. 1308. iluec 1046. ehapele : 
bele 1050. apelee 1127. 1X72. apeleir 1705. seielez 1801 etc., aber 
villain 289. 

X. R 

51. Einschiebimg eines r fand statt in quartre (wohl blofser 
Schreibfehler) 3520. Gemeinfranzösisch dagegen in escientre 2347. 
fresteals 781. 

52. Umstellung findet sich in mesprendre : mespernant 8. esper- 
w/7 25 IS. esperneient 2541, man vgl. hierzu Andresen, Roman de 
Rou III, 534, wo Ähnliches aus "Waceschen Hss. aufgefübrt wird. 

.7.7. Eiattügend (?) und zu diesem Zwecke eingeschoben steht 
es in sorow (secundum) 1085. Livre des man. seron 272. Vgl. dazu 
Tobler in Kuhns Zs. XXIII, 415. Förster in R. Zs. I, 564. 

54. Vor / wird r an i/ieses assimiliert, ein gemeinnorm. Zug: 
in Kaltes 1457. 1478. 1480. 1494. 1630. Dahin ist wahrscheinlich 
auch rrparlrrotis 2460 zu rechnen.« Dagegen parlement 1562. 175;). 

.7.7. Ausgefallen ist r im Inlaut in herbegerex 6241 herbeia 27 1 '.) , 
aber herber gie 640. 

Im Auslaut ist es ganz weggefallen im einsilbigen pz (= par 
= per), wenn es vor Konsonanz stand, wie v. 780. 832. 1606. Da- 
gegen blieb r vor Vokal = par 787. 791. 798. Einmal auch vor 
Kons. 808. Dieselbe Regel, die in unserem Text hier schon ange- 
deutet ist, gilt heute noch z. B. im Bessin, s. Joret, Essai p. 22: par 
steht vor Vokal, pa vor Kons. Dieselbe Tendenz zur Verstummung 
des /• vor Kons, und aus vielen Texten bekannt findet sich in den 
Reimen nicht selten schon für des Dichters Sprache gesichert, vgl. 
p. 140 u. 167. Der Schwund des r vor Kons, scheint aber noch nicht 
durchweg vollzogen zu sein, denn streng sind geschieden : dus (dux) : 
plus 2373 und murs : durs 2138. 

56. Übergang von r zu l findet sich wie gemeinfranzösisch in 
palefrei 771. mestrealtel 2071. 3561. fieltre ((ptoerQov = förgtrum) 
2709. Dagegen fiertre 1330. Emol 1553. Emol 1601 gehen wie 
Aernolf, Waces Rou 683, auf Arnulfus zurück. 

.77. Ursprünglich geminiertes r ist wenigstens graphisch meist 
erhalten. Indessei] sind auch graphische Vereinfachungen nicht selten : 
cortie 928. 1381. arouse.es 866. 961. aresteu 952. coreient 441. 

Neu entstand die < lern, rr in den kontrahierte)! Formen des 



318 Die Sprache des Roman du Munt Saint-Michel. 

Fut und Condit., s. o. Einleitung p. 123. Oft durch sr ausgedrückt: 
esrouent 3392. esrei (iterati*) 538. esre (dass.) 565. 799. esreir, esrer 
1(121. 3428. disrai 2387. Nach Analogie des im Fut, eingeführten 
dirrai scheint auch der Inf. sein rr bekommen zu haben: dierre A\\. 
Fälschlich steht rr auch in porroüse ."»705. 

XL M. 

58. M wechselt mit n um Silben- und Wortschlufs, s. auch XII, 64. 
non : gutem 82 (nom[en] : guidon[em] *). non (= nomen) noch 453. 
1205. 1429 etc. conte (comitem) : honte 462. conge 1817 (commeatum). 
conte (computati) 1823. volwm : digression 418. savum : baston 836. 
trowms : successions 1066. 

Daher auch m für n: chascum 2733. chamdelebre 899. gomfanom 
895 (vgl. ital. gonfalone). 

Vor folgender Dentalis tritt natürlich die dentale Nasalis ein : 
■prinsomme 2588, oder die Beibehaltung des m führt die Einschie- 
bung von p herbei, wie in premmpeion 2622. 

59. Gruppe ml schiebt b ein: assenblei 213. asernble 2755. 
assemble 2759. 2762. semblables 1807. resemblanx 3645. Dafür p 
in semplant 1869. — embler 410. 1576. 1583. 2000. hvmilement 
1005 ist Latinismus des Schreibers, der Vers verlangt humblement. 
Ebenso wird 

60. mr zu mbr: cliambre 192. membre (memoro) : Nove rubre 
1124. numbre 1066. remembreir 3026. 

67. rm -\- Kons, wird zu r -j- Kons, in enferte 1184. 2981, 
aber m bleibt in conferm 2212. 

62. » wird zu mm, ww ; mpn, m; im Auslaut zu w. honutie 
124. 248. 2435. 3043. 3054. somme 171, aber sowwe 173. — dampner 
2247. dampnez 2691. — Ztewe : ame 1506. /awe 79. 2985. 3534. 
3651. dame noch 3060. 3078. 3589; dominus aber ergab dan 587. 
2753. 3068. 3080. Anders in 73am fe Z>m 262. 383. 507. 1747 etc. 
dameisele 1485. 

Latinismus ist: omnipotent 3023. 

XII. N. 

63. Übergang in r findet sich mEstienvre 65. ordre 894. diacres 
1095. joenvres (juvenem) 1461. jomres (dass.) 1642. imagre 3758. 



Die Sprache des Roman du Mtmt Baint-Michel. 319 

64. Im Auslaut wechselt n mit m, s. auch XI, 58. son (suum) 
173. 256. Berechtigter Wechsel in em 814, 1413 (in), da es vor 
plusors steht; ebenso in empres 837. 1507. 1885. 2171. empenser 
1539. 1705. emperneient 2511. em müsse 2222. emprist 3552. 

65. Nach r fällt n im Auslaut ab. Einzige Ausnahme ist 
enfern (infernum) 2308. 

66. Die lat. Gem. nn ist vereinfacht. Das beste Zeugnis hierfür 
sind die vielen Belege für nn, wo es etymologisch nicht gerechtfertigt 
ist: emioree 409. avironnee 823. 855. ennoreit 1173, gegen enorout 
1177. ennemis 1572, gegen enemis 1G00. certeinnement 1699. baronnü 
2025. ennor 2437. 2780, gegen enora 277G. 

67. Einschiebung eines n findet sich wie auch sonst im Afrz. 
in ensemmt (prov. eissamen = ipsamente*) 175. 37G. 562. 569. 
617 etc. Fälschlich in rentens (: ventes) 1079; das unmittelbar 
darüber stehende Reimwort tens läfst leicht den Grund der Schrei- 
bung rentens erkennen. 

Anders verhält es sich mit der Einschiebung eines n in den 
schon unter 12, o genannten Fällen wie enmei etc. Freilich ver- 
mögen wir die folgende Erscheinung, 

68. Die Ansehiebanij eines n im Auslaute des aus ecce hoc ent- 
standenen ce, wenigstens im Simplex heute nicht mehr nachzuweisen, 
und doch spricht die Häufigkeit des cen und dessen Verbreitung in 
alten Texten für dessen wirkliche Existenz in der westlichen Nor- 
mandie mindestens im 13. Jahrhundert. In unserem Texte findet 
sich cen 81 mal (vor Kons.), 11 mal vor Vokal; die Nebenform ce 
40 mal vor Kons., 10 mal vor Vokal, icen 25 mal vor Kons., 2 mal 
vor Vokal, 2 mal cel (Xeutrum); cen wird s'en geschrieben v. 937. 
2567. 

So erscheint auch eijo als je« 480. 2212. 2906. 3450. Der Um- 
stand, dafs cen, jen vor Kons, wie vor Vokal ohne Unterschied ge- 
braucht werden, schliefst die Annahme eines Einflusses von seiten 
des folgenden Lautes aus. 

In unserer Hs. A finden sich verschiedene Beispiele, die be- 
weisen, dafs n von unserem Schreiber undeutlich bezeichnet wird, 
vgl. romicus = romiens v. 13 (die Pirchsche Abschrift liest romdens)] 
so liest dieselbe v. 53 auch ceu für cen in A und 2399 Cause statt 
Cause (— Cliausey, Calsoi, Urk. von 1022, vgl. Le Hericher in der 
angeführten Abhandlung in den Mem.). Aber dem gegenüber finden 



820 Die Sprache des Roman <lu Blont Saint-Michcl. 

sich doch jene 106 Belege für cen (icen), die ein Verlesen vonseiten 
des Kopisten oder Thomas WrightS und Michels als durchaus un- 
wahrscheinlich »larthun. und cen = ecce hoc findet sich auch in 
anderen Texten : 

In der Vie des Thomas Helie im ganzen 6 mal (worunter 
viermal chen [821 fälschlich]), eh' auf ehe zurückgehend 1 mal, dieses 
letztere 3 mal, c' einmal. 

In der Clef d'amour findet sichcew etwa 110 mal, ehe 1 mal 
(p. 73). ee 28 mal vor Vokal, silbebildend. Inkliniert = c' p. 32 
und 33 je einmal; ceu p. 3. 7. 8. 9. 10. — ego = Jen 7 mal neben 
je (20 mal) und / (5 mal). 

Die beiden letztgenannten Texte weisen für c -j- e (i) -f- Vokal 
meist eh, für c vor a meist c auf. 

Von den in Hs. A enthaltenen Stücken aufserhalb unseres 
Romans enthält blofs das Fab li au de J o u g 1 e t unsere Formen : 
cen : Jen für v. 2G3— G9 der a. a. O. (p. 2G9) publ. Hs.; Jen v. 287, 
cen : cen 351 u. 352. 

Wichtig vor allem ist es, dafs dieses cen, das ich sonst nirgends 
in afrz. Texten gefunden habe, 1 sich auch in den normann. Ur- 
k u n d e n wiederfindet. 

So bei Du Gange in seinem Dict. med. et inf. lat. s. v. scacarium, 
wo eine Stelle aus der Vetus Consuetudo Normannise M. B. 1, 
pari 5. distinet. cap. 7 wörtlich wiedergegeben ist: cen findet sich 
hier zweimal. 

So auch in den von Delisle in den Mem. XVI publ. 
Urkunden: p. 134 von 1260, Pont Audemer. Einmal ceu. 
Zweimal ehe. Einmal ce. Sechsmal cm, zweimal chen. 

p. 199, N. 852, 1315, Coutances. Zweimal cen, viermal eeu. 

Auch in jüngerer Zeit ist wenigstens chen vorhanden bei Louis 
Petit: Muse Normande, nach Joret: Du C dans les langues romanes 
p. 270, neben chu (das seinerseits schon in Hs. C des Waceschen 
Rom. de Rou v. 1910 neben cu 2527 sich findet). 

Wenn auch Gachet für den pikardischen Dialekt neben cou ein 



1 Einmal blofs in Bonnardots Chartes franc. de Lorraine et de Metz, 
Paris 1873, p. 27 (vom Jahre 1251), wo sonst immer ceu, wie in dem 
Dialogus animae quaerentis, Bomania 187G, p. 269 ff., so dafs die Annahme 
eines Versehens im ersteren Falle nahe liegt. 



Die Sprache jies Roman du Mont Saint-Michel. 321 

den (= heutigem san, ef. Corblet, Glossaire du patois picard) ver- 
zeichnet, so ist meines Wissens cm (wir sollten eigentlich im Pik. 
ehm erwarten) in altpikardischen Texten nicht belegt, und wir werden 
also zunächst daran festhalten können, darin eine Eigentümlichkeit 
unserer Texte und damit der älteren Sprache der Normandie zu sehen. 

In einer heutigen Mundart, derjenigen der Hague, ist dieses 
cm wenigstens in Zusammensetzungen noch vorhanden. Für frz. 
ceci, cela findet sich hier cen lo, cen la; ehen lo, dien la; chm'no, 
chen'na (bei Fleury, Essai p. 323 ff.). Sonst findet sich liier wie im 
Bessin blofs ehe (ebenso im Avranehin nach Le Hericher, Hist et 
Gloss. neben cu, cc). Fleury glaubt, cen bei Thomas Helie sei aus 
cel (ecce illum* für ecce illud) durch Übergang von / in n entstanden 
und stellt auf eine Linie damit n in (les) ciens, (les) ciennes = ecce 
IUI und illre (auch im Avranehin nach Le Hericher a. a. O. [la] 
sienne = ecce illa), umstrittenen Formen (s. darüber bei Fleury 
p. 324, Anm.) was Etymologie und Schreibung angeht, die daher 
vor der Hand für die Erklärung von cen nicht zu verwerten sind. 

Da Übergang von / zu n sonst in diesen Mundarten nicht ein- 
tritt (auch die alte Sprache weist nichts Ähnliches auf), so scheint 
mir jene Ableitung von cen aus cel unsicher zu sein. 

Es giebt in den westlichen Mundarten ein epithetisches n, oder 
Xa>alierung eines auslautenden i bei Partikeln, z.B.: chin (ecce hie), 
stichin (celui ei), parehin (parici), a inchin (ainsi), im Avranehin, nach 
Le Hericher, Hist. et gloss., ichin (ecce hie), in (ibi) im Bessin (Joret, 
Essai p. 14. 38), chyn oder ichyn in der Hague (Fleury p. 323 ff). 
Aber auch sonst wird in diesen beiden letzteren Mundarten aus- 
lautendes i gerne nasaliert, ja selbst im Inlaute, vgl. bei Joret p. 14 
cfminse (camisia), eine Erscheinung, die (wenn Montesson zuverlässig 
ist) sich auch in Haut-Maine: mins (misi), wiederfindet, also weiter- 
verbreitet ist. Ein solches n könnte auch in ce'-n eingedrungen sein 
und eine Partikel, wie „m" (v. homo), Einflufs geübt haben. 

69. Mouilliertes n. Entstanden aus n(d) -j- Hi<d-L ng und gn 
und einfachem n, wird es ausgedrückt durch ngn, gn, (i)n(i) : Aus 
den Reimen: Brctaigne : grifaine 50. Gargaine : Campaigne 502 
(Mona Garganus in Apulien und die römische Campagna). Morimgru. 
(Mauretania) : Losaine (s. o. untere-}-/?) 556. montaignes : pleignes 
(planeas*) 784. Campagne : Gargaigne 1132. enfregne (infrangat) : 
maigne (maneat) 2279. moiite : tesiemoine L376. moiru iinuniu- ') 

Archiv f. n. Sprachen. LXXVI. -1 



322 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 

findet sich noch 15. 24. 1561. 1850, als moigne 70, als moisnes 
2775. 3057. 3133. Ebenfalls blofse Schreibung ist areigne : humeme 
468, gegen areine 466. Mouillierung eines einfachen n zeigt sich 
auch in verrignes 973. fontaigne 1139 (aber fontaine 3231). Seigne 
(Sequana) 1387. Estiegne 2993. magne (das „Manna" der Bibel) 
3468. 3480. 

ngn in compangnes 2545. plengneit 2603, gegen />!ri</n(i/ 2650. 

Zum Palatal wurde Hiat-i in eschange : estrange 136; ebenso 
in den normann. Konjunktiven: deviengmt 1879. j&imgent 3260. 
Ähnlich möchte ich teigent 1059 als für tiengent stehend erklären 
(s. auch oben III, 21). 

Silbeschliefsendes n erscheint als n, ng, g: engiens 
299. engten 1584. angieg 3272. — loig 442. 1142. log 475. loing 
73. 744. long 658. — enoiz : loigx, 1202, vgl. nom£ (nuntium) 506. — 
besong 1144. 2224. feeso?# 2913. — plaign (vgl. o. 2^aigms) 2394. 
seigw 2423. 

Die Bezeichnung von auslautendem » durch # findet sich auch 
im Livre des man., und Kehr bezeichnet sie fälschlich als pikardisch 
(p. 30). Dieselbe Schreibung findet sich u. a. auch in den südwest- 
lichen Dialekten der Langue d'oi'l, cf. Görlich p. 82, in Benoits 
Chronik 10 415. 11339 etc., in Waceschen Hss., s. Andresen, Roman 
de Rou III, 533 etc. 

70. n fiel aus, doch nur durch Schreibvei\<ehen, in poit (= punc- 
tum) 1748. ^=e^2273. 

XIII. T. 

71. In- und auslautendes lat. t. Die Fälle, in denen es im Norm, 
aus- resp. abfiel, haben Mall, Comp. 8, 21 — 22, Gaston Paris im 
Alexius p. 98, endlich Suchier, Bibl. norm. I, XVII ff. des ein- 
gehendsten erörtert. Ich kann mich, da jene Ausführungen, soweit 
sie das Norm, betreffen, auch für unseren Text gelten, kurz fassen. 

Ursprünglich und sekundär gestütztes t blieb in- und auslautend 
erhalten, ebenso t, das im Lat. in Verbalformen im Auslaut stand, 
doch dieses mit gleich zu nennenden Ausnahmen. 

Ursprünglich zwischen Vokalen stehendes t fiel aus ; es fiel auch 
ab im Auslaut hinter a in Verbalformen. Als d blieb es in der 
Schreibung ad (habet) 214. 364. 796. 844. 1081 stets vor folgendem 
Kons, und aufserhalb des Reimes. Dafs diese Form nicht auf den 



Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 323 

Dichter zurückgehen kann, beweist der Reim ja : a 920. — Für die 
Verstummung des / sonst hinter a sprechen: lä : crolla 288. : com- 
manda 510. : atocha 934. 1294 etc. Ebenso hinter dem aus a er- 
wachsenen 6 im Pc. Perf. : De : oste 322. Laigne : oä 548. 

pi&ed 1213 erklärt sich aus dem ilarauf folgenden dels. Fehler- 
haft ist auch eired 1240. 

Ausnahmen von der Regel, dafs t im lat. Auslaut erhalten blieb, 
bilden die 3. Pers. Sing. Perf. auf -it und fut (fuit). Die Schreibung 
folgt der Aussprache: falli : merci 984. eissi : respo«(fö 1768. //>/ : 
Gonfondi 3238. o« : ntrudi 3377. vesqui : servi 3882. Auch im Pc. 
Perf. es/o» : oü (auditum) 406. 636. ri (vidi) : o?<ö/i (oblitum). Dagegen 
steht festes / in du : eserü 1756. Doch ist der Abfall in der 3. Sing. 
Perfekt, blofs fakultativ, das beweisen folgende Reime : dit : combat it 
3360. Vgl. ferner rit : espandit 848. vestit:dü (dictum) 868. Daher 
wird man z. B. vit : esjott 808 stehen lassen können. 

fut und fu: mit festem t: /'«< : /id 456. : clut 674. : cn/< 
1 7 4 < j . : aparui 3407. Mit losem: /«< : vestu 1324. : fora« 1334. 
: avenu 1336 etc. 

In der 3. Sing. Präs. Ind. der Verb a lat. I. und Konj. der 
Verba lat. IL, III., IV. Konjugation: -at ist / stets geschwunden. 
Beweisende Reime sind folgende: estreice : haut&ice 422. s'alose : chose 
1742. demande : grande 1938. humilie : partie 2253. escwmmie (ex- 
comunicat) : wrt/-ie 2305. ^asse : &asse 3623. seewe (suecurrat*) : rfe- 
w<,> (demorat) 108. fiere (f^riat) : arriere 138. face : manace 1736. 
rfie (dicat) : rie 2106. : Normendie 2375. 

Ausnahme macht blofs ait (habeat), das „se#" (lat. sit) ange- 
glichen ist. : fait 2621. 

Die Verstummung des / in diesen Fällen geht auch hervor aus 
der notwendigen Elision des e vor folgendem Vokal; vor h wird es 
jedoch gemessen: 218 face hastivement. — noet 56 steht für noent. 
der Kopist hat den Strich, der n anzeigen sollte, vergessen. 

72. tr ergab r, häufig noch mit rr, sr etc. bezeichnet, arriere : 
fiere 138 (feriat); dagegen eirre : proveire 122. ferres 239 (latro); vor- 
tonig in larrecin 203. Perron (Petronem*) 1191. 1309. norrisseü 
1279. — esrei 538. 2032. Andere Beispiele s.u. r X, .77. — Formen 
wie i" n-> (patrem) L275. i>mnir< 122 sind nicht so aufzufassen, als 
ob //• hier wie im Prov. und Südwestfrz. «r ergeben hätte, vgl. Görlich 
a. a. ( ). p. 85, wo er diesen Vorgang für die südl. Dialekte feststellt, 

21* 



324 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 

73. Ursprüngliche Geminata ist auch hier vereinfacht; überein- 
stimmend damit die Sehreibung in »irinii 1054. 

74. Unberechtigtes t findet sich in: m est k pas :i G 5 neben en 
esle pas. 

Autbert 154. 13G7 u. ö. ist aus genn. Audöberhtus, in frank. 
Urkunden s. Waltemath p. 15 seiner Diss. : Über die fränk. Ele- 
mente in der französ. Sprache, Paderborn 1885, entstanden, v. L33 
findet sich dafür Albert geschrieben, in volksetymologischer Anleh- 
nung an Alibert — Albert. 

XIV. D. 

75. Im Auslaut ist es erhalten; im Inlaut zwischen Vokalen wie 
auslautend nach Vokal fällt es: guium 82. öi 279. esjo'i 280. aünez 
1864 etc. 

Erhalten ist es wenigstens zum Teil (und nur graphisch nach 
„ad" = habet, s. o.) in dem aus apud entstandenen od: 228. 322. 
354. 589. 599. 826. 836. 838. 844 etc., neben ou 148. 149. 1114. 
2990. o 271. 842. 

aut dagegen ergab blofs ou 188. 433. 599. 1896. 

ubi: ou 154. 156. 201. 205. 276. 384. 423 etc. od 847. einmal 
out 682, und selbst dorn = d'oü 609. 

Die Verwirrung bei apud und ubi beweist am deutlichsten, wel- 
chen Wert das d in od besitzt. 

Über ad für habet siehe XIII, 71. 

76. Eingeschoben wird d zwischen nr und Ir in vendra 180. 
2131. voldra 1538. 

77. Im Auslaut nach Kons, wird d wie im Gemeinfrz. zu / : 
commant (commando*) 2262. respont 1911. leupart 1648 etc. 

XV. s. 

78. Im Anlaut steht s, einmal sc in scandales 1225, weil sc 
(vgl. escient) = ss. 

79. s vor Kons, im Inlaut ist verstummt, nach folgenden Rei- 
men zu schliefsen: escrit (scriptum) : fist 2423. vit (vidit) : dist 2595 
(Text dit, fälschlich), tratst steht dagegen fälschlich für trau (: vait). 

Die Verstummung des s vor Kons, wird auch sonst ersichtlich: 
1) Durch Assimilation an den folgenden Kons, oder Aus- 



Die Sprache des Roman <lu Mont Saint-Michel. 325 

fall vor demselben: rallc. 761. mellea 829, aber meslex 1778. effreia 
2588. deff&rme 2745. 2750. /'wyJ-v'/ 1515. 2621 (vgl. Köritz, Über 
das s vor Kons., Strafsburger Diss. 1885, p. 6). apotoile 1064. ostat 
(= ostast) 1079. sovprrott 1952. segreteins 2529. 

2) Durch fälschliches Setzen: piseois 231 (vgl. V, ,92, 
Aiun.). earet (iterati*) 538. 572 etc. esrawtf 572. esreir 1021. ofo'sra 
1861. wnw (= menra) 2412. desgrex 2649. fimdasmes : orasmes 
2905. fusmes 2909. remrstreit 31 46. moisnes 2774. 3057. 

Auch in «s für a (erklärlich aus dem folgenden s in Sipont) 643. 
fe statt /rx 734. 

SO. Die inlautende scharfe Sibilans wird meist durch s.sv, aber 
auch durch s und selbst durch c wiedergegeben: essoigne 100. 101. 
ressemble 379. passam 431. /iri.ssons 468. dessevreir 534. iessent 
539 etc. — 'v.sr\ 77. asewbhi 1542. mesage 1795. froisier 2323. 
espeicement 3011, neben espessement 1744, und bezeichnend für den 
Kopisten: aweeis 881. eweifö? 1319. anseis 1446. emeees 1903. ancies 
2771, für ein- und dasselbe anem (ante-ipsum). 

Die aus lat. c vor e (i) entstandene AfFrikata te wird dagegen 
an- und inlautend scharf von ss geschieden, und graphisch meist 
durch c wiedergegeben: 

1) Anlautend: r-e^/ (centum) 398. cc/e 400. er intim 481. 
eendre 830 etc. Doch rinden sich auch hier Verstöfse: sew — . ro/ 
2567. ce.s£ für sV.-tf 2636. 

2) Inlautend: -rt.v.sr wird von -dee, wie eee von esse geschie- 
den und nicht gereimt, macons 391. facon £28. dottees 441. beneicon 
")25. France 551. wcninil 567. s'esdreceni 577. /äce 657. »wc? 713. 
teecc 764. convmencont 802. />oi<ce 844. c/<aml519. chaueier 2881 etc. 

sc findet sich in o.sW.v/ 162, neben oeises 1435. w 1555. Das- 
selbe auch in Wace, Rom. de Rou ed. Andresen III, p. 547. 

s steht in arxul (ureeolum) 897. orxuel (dass.) 960, und wechselt 
mit dem Palatal in clerxon 883. 918. clerjon 1250. 

81. Ihr tönende Sibilans, aus intervokal, c vor e (?'/, ti entstan- 
den, wird bloß durch s ausgedrückt: jeseit 149. faseit 222. porjesani 
462. faisani 854. dameisele 1485. oise/ 3218. orcisons 828. seison 
3548. 

<S'j\ x //// Ai'shiui ist in einigen Fällen durch z ersetzt, beson- 
ders hinter r; efo/br« 721. 2123 (: cors), neben ,s- in fors 169. 190 
(fors : sabars). fori 2042, neben häufigerem /br* (s. o yerf.). 



320 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 

Wie sonst afrz. steht % in jorz 479. 760. 2168. 2582, aber jors 
1124, ebenso hinter »1,7; viclz 1503. 1920. /Sfo 1509. mielx 1782. 
1785. 2198. 

Nach einfachem n steht dagegen meist s: t&ns 472. 479. 1799. 
2233 etc. encens 903. Überwiegend wieder ; in sam (sine -f- s) 82. 
138. 199. sans 2307. ancieins 3752, neben anciez (antianus*) 1197. 
Vereinzelt selbst t%: maisontz 743. 

Der umgekehrte Fall, dafs s für z steht, ist auch nicht selten: 
pars 1289. 2795. 3193, gegen parx 775. 795. Normans 752. dole 
(dulcis) 1274. sors 3101. serpens SSM. puis (puteus) 3620 etc. 

toxdis steht richtig 1266. 1455. 2286, dafür tosdix 85 1. tozdia 
980. tos dis 1175. Selbst nach Vokal steht z in fem; 769. — Wie 
man sieht, ist dem Kopisten die Unterscheidung zwischen s und * 
im Auslaute total abhanden gekommen ; nicht so dem Dichter. Doch 
siehe Aveiteres hierüber im einleitenden Paragraphen über Nominal- 
flexion. 

Verstummt ist s im Auslaut schon beim Dichter in der 
Endung der 1. Person Pluralis: Belege s. o. unter 29. 

Auch für dons : donrons 1044 lese ich don : donron. 



XVI. c. 

83. c im Auslaut vor Kons, bleibt entgegen dem Gemeinfran- 
zösischen erhalten in crote (crupta) 399, auch im Rolandlied 2580, 
Rom. de Ren. 716 (nach Littre, cf. auch Archiv für lat. Lexiko- 
graphie II, 442). 

84. c vor a wird in der weitaus gröfsten Zahl der Belege wie 
im Centralfranzösischen durch ch wiedergegeben. Ausnahmen finden 
sich in folgenden Fällen: 

1) Campaigne 502. 564. 565. 1131. Toscmie 562. Cauz 541. 
Caudeu 3647. Kalks 1457. 1478. 1489. 1494. 1630. 

2) Cause 2399 (Calsoi), heute Chausey. 

3) Kaiendes 1223. cardinal 1814. caliees 2146. 

4) capeles 63. content 917. canoines 1036. 1399. cauces 1225. 
candelabres 2145. casse (cassa) 2512. cantee 2732. 

Nur ein Teil dieser Belege kann eventuell für Erhaltung des c 
vor a in der Sprache unseres Dichters sprechen, nicht die an ersterer 
Stelle genannten Orts- und Völkernamen. Campaigne, bezeichnet die 



Die Sprache des Roman du Mont Saint-Michel. 327 

römische Campagna; Cava das noch heute so genannte pays de Cauip 
(Caletes); ebenso nicht die an drittel- Stelle genannten direkt dem 
Lat entlehnten Wörter, — Kalks erklärt sich aus der Wanderung 
der Eigennamen. — In Betracht kommen nur 2 und 4; zwar letz- 
tere könnten auch wie 3 aufgefafst werden, da sie sämtlich kirchliche 
Gegenstande und Verrichtungen bezeichnen, indes finden sich von 
ihnen Doppelformen in unserem Texte, so neben capeles ein chapeles 
3169; neben content ein ehcmtent 987; neben casse ein cliassc 2735; 
neben cantee : chantee 820. chamdelebre 899. Wahrscheinlicher wird 
ihre Beweiskraft dadurch, dafs auch ce (i) in unserem Texte in 
pikard.-norm. Entwickelung zu ch erscheint (darüber s. u.). 

85. Inlautend wird c rar a hinter Kons, ebenfalls zu oh. Als 
Belege führe ich blofs folgende an: Avrenches (Abrincas) 35. 155. 
wrhrs 258. junchier 334. 341. 343. secha 381. tockon 386 (tonge 
1031). achevei 393. boschasge 439 (auch im Rom. de Rou). vaches 
779 etc. Dagegen evesquea 2018 (episcopatum). evesquie 2056. 2771. 
2784. '■ in chercie (circatum*) 2654. 

Die tönende Media dagegen entstand wie gemeinfrz. in 
chargie 137. mangier 1101. 1109. 2073, bezeichnet mit _;' in menja 
'.»5. manjont 150. 2167. enchargie 805. encharga 1795. jugast 1262. 
jugont 1260, in den letzten drei Fällen g wohl nur dasselbe be- 
zeichnend wie gl, j. 

86. c vor Kons, wird regelmässig zu i, Ausnahme macht blofs 
das gelehrte sacrement 869. Die Media trat ein in segresteins 2529. 

87. Zwischen Vokalen inlautend fiel c entweder aus oder wurde 
zu i wie gemeinfranzösisch. 

88a. ce (i) -f- Vokal, ti -f- Vokal werden zu c (phon. ts), ver- 
einzelt ch. 

a) Im Anlaut, eil 5. 6. cels 10. ciel 164. cert 178. cerne 369. 
cent 398. ceindra 481. Auch in cneemicr, eneens 903 (nach Horning, 
Das lat. c im Rom. 4). eimetiere 985. cisterne 1140. een (ecce hoc), 
vgl. o. s. n 68 etc. etc. 

Ausnahmen: clui (ecce hoc) 287. 402. 404. 445 etc. clierche 
(circa) 344. chierge 900, neben eierge SSO. 1242. cfo;s (ecce istos) 901. 
r/W.v (ecce illos) 1057. chercie 2654, gegen encerchier 3330. — fc in 
dem Fremdwort kiriele 991. 

b) Im Inlaut. 1. Vor dem Ton. a) Nach Kons. Lat, c: 
jovencels 15, mireisoi- 411. fcoafl (baccinum*) 837. /wwie 1391 (die- 



328 Die Sprache des Roman du Moni Baint-Michel. 

selbe Form in Waces Rou, Andresen III, v. 1359). estencehs 2797. 
Richtiges archevesqtte steht 1035. 1344; dafür nach pikardischer 
Weise arccvesque 1011. ch auch in eschivout 1264, dagegen desciront 
3132. - — frcmchi 331 geht wie frcmchise 2270 auf frcmehire* zurück. 

Lat. ti Vok - commencier 200. commcncie 873. donincirr 7 1*. 
ni forcirr 2322. commenca 3112. aneieins 3752. — Ebenso wenn c 
vorausgeht: /<?co« 388. /aco>i 428. Dagegen: commencha 113. 1153. 
1514. 2704. 2808. s'avenchouent 3393. depeehier (von de-petia* ab- 
geleitet) 3652. 

/ff) N ach V ok a 1. La t. c : ffeews 1 8 2. deeeM 1 9 0. remd 1395. 
?mtcie 1958, aber ratfwttf 338. 

ti Vok - graeia 280. ]«'em 1909, aberjjeräJÄows(pigritiosus*) 1 685. 

II. Hinter dem Ton oder im Auslaut der betonten 
Silbe: «) nach Kons.: sustanee 84. dolcement 113. conoisance 
128. tfierce 180. m'ece 463. negligenee 2977. mescreance:doula?ice 3 o0\. 
Einmal : semblanche 3694. 

ß) Nach Vokal: /"oee 218. jp/apc : /racc 244. #raee 330. -f- s 
507. /äeera* 2192 etc. 

Suffix -ife, -icium, -icia s. unter II, 74. 

8S&. Zwischen Vokalen, vor dem Ton stehendes ce (i), ti wird 
der Regel nach zum tönenden s : die Belege sind oben schon gegeben 
XV, 67. 

89. Im Auslaut der Wörter auf -cem, -dum, -tium wird lat. r 
durch % (= ts) und s wiedergegeben: fetz (vicem) 180. viaz 221. 
voi% 360. croiz 845, Acc. croit 847. croiz 845, s. Horning p. 18. 

Vereinzelt ist die Wiedergabe durch s: pries (pretium) 2044. 
puis (puteum) 3620. Auch pacem erscheint als pais 1449, gegen 
paix 1455. 

Da in unserem Text Wörter mit auslautendem % und .s scharf 
voneinander getrennt sind, so können wir in x nur die Affrikata ts 
sehen; ob s tonlos oder tönend war, läfst sich nicht entscheiden. 

90. c bleibt im Auslaut hinter Kons., in wenigen Fällen hinter 
Vokal bestehen: lonc 38. donc 313. frane 340. sac 120. lac 556. 
illuec 157. ovec 460, fiel dagegen in illac: la (: crolla) 287. 509. 933. 
altresi (: di = dico) 452. 

91. Vor dem flex. s füllt es: amis 1296. anemis 1567. dus 1883. 
2372 (: plus). 

Ob in seis (siccus) 370 Vokalisierung des c vorliegt oder ob ei 



Die Sprache des Roman du Munt Saint-Michel. 329 

bloße Schreibung ist, läfst sich, da s'eis nicht im Reime steht, nicht 
entscheiden, indessen ist das Letztere wahrscheinlicher. 

c fiel aus in rkrs 1399, wie andere Mutse in derselben Stellung: 
g in bors 1393, f in r/m- (clavis) 2040. bries 2239. 

Gehören die unter an- und inlautendem c gebrachten Belege 
mit sogenannter „pikardischer" Entwicklung dem Dichter oder dem 
Kopisten an? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Joret, der 
sich mit derselben schon mehrmals beschäftigte, gelangt in den 
„Caracteres" p. 132 zu folgenden Schlüssen: In Anbetracht, dafs 
das heutige Avranchin französische Gestaltung des c cor a und ce(i), 
ti -\- Vokal, d. h. ch und c aufweist, wie unser Text im grofsen und 
ganzen, ist es wahrscheinlich, dafs einerseits schon das alte Avranchin 
sich darin gleich verhielt, somit unser Text in Hs. A verhältnismäßig 
korrekt vorliegt. 

Gestützt wird diese Ansicht durch Folgendes : Im Reim läfst 
sich rein französische Gestaltung der Guttural is durchführen (in Be- 
tracht kommen allerdings blofs reiche [und weibliche] Reime), es fehlen 
Zwitterreime; Hs. B verhält sich darin wenigstens in den mir be- 
kannten (ersten 60) Versen gleich. 

Ist man von diesen Gründen überzeugt, so wird man die Belege 
für c vor a = k, ce(i) — ti Vok. = ch dem Kopisten zuschieben ; 
und dieser selbst kann dann nicht dem Avranchin angehören; dafs 
es aber nicht notwendig, ihn aufserhalb der Normandie zu suchen, 
wird aus Folgendem ersichtlich sein. 

Die Untersuchungen Jorets in seiner Schrift „Du C roman u 
und in den „Caracteres" haben aufs deutlichste dargethan, dafs die 
Gestaltung des e vor a als k und c vor e (i) und ti Vok - als ch nicht 
blofs pikardisch, sondern gut normannisch ist. — In der letzterem 
AVerke beigegebenen Karte der Normandie bezeichnet nun eine mit 
der Eisenbahn von Granville über Vire, Argentan, L'Aigle, Verneuil 
etwa parallel laufende, doch stets mehr oder minder nach Norden 
abweichende Linie die südliche Grenze der Entwickelung von c vor 
a zu k und ce (i), ti Vok - zu ch in der Normandie. Das Avranchin, 
Houlme, Hiemois, Perche gehören also zu den Gebieten mit franzö- 
sischem Konsonantismus, das Cotentin, Bessin, Plaine de G 1 aen, Plaine 
d'Auge, Lieuvin, Roumois etc. zu jenen mit normannisch-pikardischem. 
In diesen letzteren müssen wir also unseren Kopisten suchen, voraus- 
gesetzt, dafs die Gebiete früher sich ebenso schieden wie heute. Läfst 



330 Die Sprache dos Roman da Mont Samt-Michel. 

sich norm.-pik. Behandlung der Gutturales (z. B. in Urkunden) in 
der Normandie nachweisen, so ist es meines Erachtens erlaubt, un- 
seren Kopisten als Normannen anzusehen. 

Die schon öfters genannten, von Delisle puhl. Urkunden 
geben die nötigen Beweismittel an die Hand. Ich beginne mit Ur- 
kunden aus dem Osten: 

Urkunde aus Pont Audemer von 1260, p. 134 der 
Moni. XVI : che (ecce hoc), chimetierc, larrechin (dreimal), dien, raen- 
chon. Daneben rechief, ehamp, porchasa, cen, reit, ceu, changeit. 

p. 242, um 1281, Nr. 957 in Pont Audemer: chinc (drei- 
mal), Ricart, cans (campos), escange (zweimal), Canterel (Name eines 
Bürgers von Pont Audemer), escangier. Daneben France. 

Nr. 958, ibidem: Callcville, Quief de rille (Personennamen), 
escange (dreimal), reclamanche, escangier, eheste. Danebon chaseun. 

p. 1 59, 1266, Urkunde des „Mere de Roen": eomanchant, 
descharchier neben ceus (ecce illos), eifeiens. Franceis. sescfle (sicca). 

Nr. 1029, 1284, „Ballif de Roan«: weist blofs sachent, 
cestes, ce auf. 

Nr. 960, 1281, „Visconte de Roem". escangier neben 
sadiez, cinquante, recevoir. 

Nr. 1002, 1282, Urk. v. Groslay, südlich von Beaumont de 
Roger sur Risle (nördlich der Joretschen Grenze): cent, chacier, rc- 
ecues, c'est; cent, ce, ceus (ecce illos). 

Nr. 1003, 1282, von demselben Orte: celui, ceuz. 

Dagegen von dem südlich der Joretschen Grenze gelegenen 
Vernein 1 weisen zwei Urkunden des Bailli deVerneuil, Nr. 1002, 
1282 an Belegen auf: chens (centum) dreimal, che (ecce hoc), pirclir, 
eseaanche, ehelui, cheus, chier, Franche, facJient, ichcles, clieste. 

1005, 1282, von demselben: Franche, escange, chens, ichcles, 
chil (ecce illi), dies, die, chens. Dieselben Wörter in 1006. 1007. 
Dazu rechen (reeeputum). 

Die Urkunden aus dem Westen sind äufserst spärlich : 

p. 242, von Mesnil Robert, viconte de Vire (1280): 
eveschie, eschairroit (von eschaeir = cschaier), eveschie. 

p. 339, von 1272, Cherbourg. Karee (= charree) viermal. 
Karenten (Ortsname), chil (viermal), che, cheli (= celui), cevreil, neben 
marcheans, er, chevreil, parchas. 

p. 199, Bailli de Coutances, 1315. Abschrift einer königl. 



Die Sprache des Roman du Munt Saint-Michel. 331 

Urkunde von 1275. prononckie, rieben cm, cm, coustcmees, ce, 

prononcic, chaoü, faces. 

Dagegen weist die von derselben Baillie für ein Kloster in 
Moria in im Jahre 1275 gefertigte Urkunde, Bibl. de l'Ecole des 
Chartes, IL Serie, Bd. I, p. 191, nur französische Gestaltung der 
Gutt. auf. — Ebenso eine Verfügung der Contesse de Fougeres von 
1269, bei Delisle Nr. 740. 

Bezeichnend für die meisten dieser Schriftstücke ist die Inkonse- 
quenz in der Bezeichnung des c vor a und e vor r (i), li v " k -; die 
französische Bezeichnung findet sich auch da, wo kein Zweifel sein 
kann, dais die volkstümliche Entwicklung eine andere war; immer- 
bin gewähren sie uns das bestimmte Zeugnis, dafs die heutige pik.- 
norm. Gestaltung der Gutt. im 13. Jahrh. in der nordwestl. Nor- 
mandie vorhanden war, und nichts bindert uns, unseren Kopisten 
daselbst zu suchen. Dafs er in der Einsetzung seiner eigenen Formen 
nicht konsequent verfuhr, kann nicht mehr auffallen als bei den 
Urkunden. 

XVII. Q. 

02. Im Anlaut bleibt es stets bestehen. Das Relativum qw 
wird einmal mit ke bezeichnet, die Konjunktion que nicht, v. 60 
haben Michels Text und die Avrencher Abschrift Ridalet resp. Bidolet. 
Es ist aber Quidakt (oder Kidalet) zu lesen, man vergleiche die Ein- 
leitung zum Rom. d'Aquin, p. LXXIV der eitierten Ausgabe. 

qu findet sich für lat. c in quens 1465. 1551. 1601 etc. Lat. qu 
ist erhalten in quassez 2188. requereit 939 etc. 

03. Inlautend wird es wie c behandelt, aufgelöst vor folgendem n, 
während dieses zu v wird in eive (aqua) 838, jünger eve 851. 

Seigne 1387 (Sequana) findet sich auch bei Wace, im Rom. de 
Rou (vgl. Andresen III, p. 549), und könnte aus dem in norman- 
nischen Urkunden (Bd. XVI der Mein.) öfters belegten Secana durch 
Übergang dieses in Segana*, Segna* entstanden sein. Über eine 
besondere Gestaltung der Gruppe qu in s^quere* siehe oben unter 
e -\- i und o -}- i. 

■ U. Im Xarhlant der betontrn Silbe erscheint qu für lat. c in 
croniques 1379 (gelehrt), unques 1391. 

95. I» drn Auslaut gerückt wird es zu c in eine 1657 (fälsch- 
lich ems 1496). dorn 313. 



332 Die Sprache des Roman du Mont Saint-Midiel. 



XVIII. G. 

96. Gutturales g wird bald mit g, bald mit gu bezeichnet: garx 
70!). garison 1074. gages 1080. gardes 1968. fow^ör 1980. gart 2105. 
esguarden 621. guarirent 1348. ^arcfes 1900. nl,nigunrr\ 1949. pttärd 
2218. 

Vor p blofs #w: guerpie 1386. guerreia 1395. 

. r /7. Palatahs g wird bald mit #, bald mit / bezeichnet Im An- 
laut stets £«na 184 etc., aber yVy/Vw/ (gigantem) 460. Inlautend 
esturgons 470 (sturionem *). Andere Beispiele s. o. unter 85. — 
Fehlerhaft ist roe» 877 (rubeas) neben /^//r 661. 

.9.S'. Intervokaliscftes g fiel aus: realmes 1 188. Huun 1789, wohl 
auch in seieluns '2211 (wo ei blofs für e stehen wird), rwe 3012. 
In die durch Schwund des g entstandene Lücke trat v: rovast 1876. 

99. Für Wiedergabe von j durch g findet sich kein Beleg. 



XIX. H. 

100. h ist aspiriert in: face hastivement 218. qui le huast 1 14. 
archevesque Huun 1789. Sonst ist es bald gesetzt, bald weggelassen: 
ersteres: honestement 1700. hoi (hodie) 1900 (dagegen öfters oie == 
hodie, siehe o -f- i). haste 2836. henor 2379; letzteres: enora 1683. 
onimage 1502. 

101. Im Inlaut fällt es nach Kons, in Mainart (Meinhardus) 
2129. 2153. Bernart 1606. 

Im Gegensatz zu afrz. brueroi steht es in bruihairex 733. 



XX. Die Labiales 

bieten nichts vom Gemeinfrz. Abweichendes. 

102. Im Anlaut bleiben p, b, v erhalten. 

103. Inlautend, zwischen Vokalen werden p und h zu v; p blieb 
nur erhalten im gelehrten ensepelir 2819, vgl. cnsepelie, Rom. de Rou 
5361, und wurde blofs zu b im fremden leuhart 1640. Bemerkens- 
wert ist escrire : livre 2692. 

104. Vor Kons, freien p und b aus oder wurden vokalisicrt. 
escrit 25. tens 472 etc. bautestiere 1461, gegen baptizier 1671. 

]0~>. Ursprüngliche Geminata wurde auch hier vereinfacht: 



Die Sprache des Roman du Munt Saint-Michel. .",: > ,:: 

aparcil 220. apareüie «74. apresteir 879. r'aprestauent 882. aparteneit 
1091. 1104. apeleir 1705 etc. abeie 1845. 

106. Über Einschob von p zwischen m und n, von & zwischen 
m und /, w und r siehe XI. 

707. In den Auslaut tretende Labiales werden zur Spirans f 
verhärtet: dereckief : grief 172. 

108. Vor flexi cisclicm s fallen die Labiales wie vor sonstigen 
Kons. : pensis 352. vis 1588. blies 620. 630. 

109. Deutsches w wird zu (gutt.) g, bezeichnet durch gu und g, 
letzteres z. B. in garder 1574. 1969. gant 2044. gastee 1422. 1690. 



Hauptresultate. 

Die meisten Eigentümlichkeiten unseres Roman du Mont Saint- 
Michel (in der Ausgabe von Michel) lassen sich auf einen Abschreiber 
aus der westlichen Normandie zurückführen, und in einigen Fällen 
läfst es sich aus den Reimen beweisen, dafs der Dichter mundartliche 
Formen seiner Heimat in sein AVerk aufzunehmen nicht scheute. Es 
gilt aber auch für ihn im grofsen und ganzen, was Suchier (in der 
Einleitung zu Warnckes Ausgabe der Lais der Marie de France) 
über die Sprache der normannischen Dichter (s. o. p. 176) bemerkte. 

1) Wie im Centralf ranzösischen so wird auch im Normannischen 
der aus betontem a in (lat.) offener Silbe entstandene e-Laut durch e 
bezeichnet. Wenn in unserem und anderen westlichen Texten dafür 
ei erscheint, so kann ich dies nur als wahrscheinlich „§" bedeutende 
und von westnormannischen Kopisten des 13. Jahrh. herrührende 
Schreibung bezeichnen. 

2) Mundartlich und für den Dichter nachweisbar ist al = 
„8chriftnormannisch u und centralfranz. al. 

3) Im 13. Jahrh. ist in normannischen Urkunden oi = lat. 
bet. e in off'. Silbe (= norm, ei, jünger e) allgemein bekannt, wurde 
aber, nach der häufigen Schreibung, oe (wahrscheinlich of) ausge- 
sprochen, mit Assimilation des fremden oi an das einheimische e. 
Öfters aber drückt die Schrift diesen Prozefs nur unvollkommen 
aus, d. h. sie stellt die ursprünglichen Zeichen nur nebeneinander, 
daher neben oe ein oie. — Als dann älteres norm, veeir (videre) zu 
vcer geworden (im 13. Jahrb.), wurde jene Schreibweise uue-h hierhin 



334 Die Sprache des Roman du Mout Samt-Michel. 

übertragen, daher nach voier, soier: veier, seier, ferner wo sonst oe 
ausgedrückt werden sollte, wie in poiet für älteres poeit, noiet (= 
noctem) etc. 

4) Aus o -\~ i, ü -j- i entstandenes ui ist Reimform unseres 
Dichters und n schriftsprachlich", mundartlich entstand dafür n i u 
(zum Teil), und dies ist in unserem Text auch zu belegen. 

5) leu, lieu = locum sind „schriftsprachliche", nülie (= medium 
locum) mundartliche, leu und milie durch den Reim gesicherte 
Formen. 

G) £ -f- i und o' -\- i erscheinen im Reim nur in mundartlicher 
Gestaltung, jenes nur sichergestellt als i§, dieses als ü£, ö(\ — ie — 
ei = | -f- i sind Sondergestaltungen in verschiedenen Mundarten, 
nebeneinander bestehend in deren gegenseitigem Grenzgebiet, der 
Heimat unseres Dichters. Die Entscheidung, in welchem Falle hier 
das eine oder das andere zu Recht bestand, konnte nicht gefällt 
werden und bedarf einer erneuten Untersuchung. 

ei — oie, uie, ue = o' -j- i gehören ebenfalls verschiedenen 
Mundarten an; oie, uie (graphisch für ö£, ü§) vermutlich derjenigen 
unseres Dichters. 

6) Specifisch normannisch ist das Pronomen demonstrativum 
ecce hoc als cen. 

7) c -f- a = ka, c -|~ e (i)> tl Vok ' — c ^ g e ^en vermutlich nur 
auf den norm. Kopisten zurück. 

Karl Huber. 



Beurteilungen und kurze Anzeigen. 



Saure, Histoire greequc et romaine par epoques, tirec des meil- 
leurs historiens francais. Berlin, F. A. Herbig, 1886. 

Der Herausgeber legt den Fachgenossen ein Lehrmittel vor, das die viel- 
gepriesene Konzentration des Unterrichts fördern soll. Obsehon Ref. von 
dieser Methode hn allgemeinen keine grofsen Erwartungen hegt und ein 
Ermatten des Interesses befürchtet, wenn der lernbegierigen Jugend immer 
wieder dieselben Stoffe vorgelegt werden, so kann er doch der Arbeit Saures 
seine Anerkennung nicht versagen. Was vor allem zu rühmen und allen 
Autoren zur Nachahmung zu empfehlen ist, das ist die Selbständigkeit , 
mit der Saure zu Werke ging. Während sonst die Herausgeber von 
Lesebüchern jedes Wort der Schriftsteller, als wäre es ein literarhistorischer 
Fund, ängstlich hüten und wahren, schaltet und waltet der Verf. ganz 
frei mit dem jedesmaligen Texte und hat nur den Zweck im Auge, ihn 
der Schuljugend mundgerecht zu machen. Dafs hierzu aulser eigenem 
Darstellungstalent noch eine bei Deutschen seltene Sicherheit in der Be- 
herrschung der Fremdsprache gehört, braucht wohl nicht an dieser Stelle 
betont zu werden; dafs Saures Leistung eine nach allen Seiten hin ab- 
gerundete und mustergültige ist, sei hiermit konstatiert. 

Hierein Verzeichnis der Abschnitte: I. Griech. Geschichte. 1. Temps 
heroiques; 2. Lycurgue et Solon; 3. Moeurs et Coutumes; 4. Guerres 
M&Jiques; 5. Siecle de Pericles; ü'. Guerre du Peloponese; 7. Pedopidas 
et Epaminondas; 8. Alexandre. Hieran schliefst sich ein Schlufswort, 
das die Schicksale der Griechen bis auf den heutigen Tag in knappen 
Zügen schildert. IL Rom. Geschichte. 1. Royaute; 2. Conquete de 
lTtalie; 3. Guerres Puniques; 4. Guerres civiles; 5. Empire (bis _ zum 
Sturz). Dann folgt ein aus siebzehn kurzen Kapiteln bestehender Über- 
blick über Staats- und Privataltertümer der Römer, und zum Schlufs ein 
Abrifs der Litteratur beider Kulturvolker, welchen wir, so geschickt er 
gearbeitet ist, nicht schmerzlich vermissen würden. 

H. Saure, The'ätre francais classique. Das klassische Drama der 
Franzosen. Für Schulen bearbeitet. 2 Teile. Berlin, Herbig, 

1885. 

Saure geht in diesem Werke von der Voraussetzung aus, -dafs auf 
unseren höheren Schulen aus Mangel au Zeit zu wenig dramatische Lek- 
türe getrieben werden k:inn und dafs die Lektüre eines Drama- /u 
langatmig und langstielig sei. Wenn mau auch die letztere Behauptung 



336 Beurteilungen und kurze Anzeigen. 

sehr in Zweifel ziehen mufs, so wird man die erstere gelten lassen müssen, 
wofern es sich um Anstalten handelt, an denen das Französische eine 
bedeutende Rolle spielt. Will man aber den Schülern derselbeu nicht 
blofs Excerpte geben, so lese man zwischen hinein ein ganzes Stück. 

Die Auswahl der Stücke ist glücklich: I. a) Cid, Horace; b) Bri- 
tanniens, Phedre, Athalie; c) Misauthrope, Femmes Savantes; d) Zaire. 
II. :i) Cinna, Polyeuete; b) Andromaque, Mithridate, Iphigenie, Esther; 
c) Tartuffe, Avare, Bourgeois Gentilhomme. Die Bearbeitung ist geschickt 
und ansprechend, ohne sklavische Anlehnung an die französischen Ana- 
lysen von Demogeot, Marcillac u. a. In den Anmerkungen scheint 
des Guten zu viel geschehen und der Standpunkt der Primaner etwas 
unterschätzt worden zu sein. Gleichwohl verdient auch dieses Lehrmittel 
empfohlen zu werden. 

B. d'Oradour, Album poe'tique illustre"; choix varie* de podsies 
francaises. 3 6me exlition. Stuttgart, Paul Neff, o. J. Geb. 
mit Illustr. Mk. 6. 

Während andere Anthologien ein möglichst buntscheckiges Bild 
der französischen Dichtung zu geben suchen und selbst über das Zeit- 
alter Ludwigs XIV. hinausgehen, will die vorliegende, bereits sehr vor- 
teilhaft eingeführte Sammlung uns die besten Dichtwerke dieses Jahr- 
hunderts vorführen und dem gebildeten Leser einen klaren Überblick 
geben über cettc brillante epoque d'epanouissemcnt litteraire, qui fut pour 
ta France eomme uns secondc Renaissance. 

Dafs die gewaltigen Namen Victor Hugo, Lamartine, Musset 
immer wiederkehren, und auch dem biedern Chansonnier ein verhältnis- 
mäi'sig breiter Raum gegönnt worden ist, möchten wir als eigenartigen 
Vorzug des Album poetique und als entschiedenen Fortschritt begrüfsen. 
„Ne multa, sed multum" war d'Oradours Grundsatz. Dichter zweiter 
und dritter Ordnung, wie die Schulpoeten Dovalle, Soumet, M>*e 
Tastu, Reboul, Chenedolle, Millevoye etc. oder gar Camot, 
Nus, Lamy, Barateau, Turquety, haben jeder sein Plätzchen gefunden. 

Die Wahl der Stoffe ist geschmackvoll und lobenswert; das Vorwiegen 
des Lamartineschen, bei allem Schwung doch etwas süfslichen Genre läl'st 
sich im Hinblick auf den Zweck des Buches am Ende doch rechtfertigen. 
Den wahren Grund möchten wir darin erblicken, dafs der Herausgeber, 
wie aus seinen eigenen Dichtungen hervorgeht, der beschreibenden Schule 
und Lamartine kongenial sich fühlt. Nur die duftigsten Blüten eigener 
Lyrik hat d'Oradour mit anerkennenswerter Bescheidenheit in den präch- 
tigen Kranz mit eingeflochten. 

Auch die volkstümliche und humoristische Dichtung kommt zu 
Wort: mit Behagen findet der liederfrohe Leser Duponts v J'ai deux grands 
beeufs dans man etable"-, das Gendarmenliedchen mit dem allbekannten 
Refrain: ^Brigadier, repondit Pandore, Brigadier, vom avex raison!" und 
das schelmische Lisette de Beratiger von B6rat zu den frommen und be- 
geisternden Klängen eines Lamartine gesellt. 

Nur eines vermifst der Kenner der neuesten Dichtung: die Parnas- 
siens und Jungfrankreich — und diese sollten in der nächsten Auflage 
nachgeholt werden. Viel eher als Bornier hätten Dichter von der Be- 
deutung eines Coppöe, Banville, Leconte de Lisle Berücksichti- 
gung verdient, zumal das Urteil über dieselben endgültig feststehen dürfte 
und Gropp-Haufsknecht mit Erfolg versucht haben, diese Dichter in 
der Schule einzubürgern. 

Doch soll dieser leise Vorwurf den Wert des Album poetique nicht 
zu schmälern suchen: es ist und bleibt die in sich abgerundete Leistung 



Beurteilungen und kurze Anzeigen. 337 

eines wahren Poeten, ein Buch, dessen innerer Wert dem äufseren Ge- 
wände entspricht. 

In der Neuauflage wünschen wir Vignys Cor in un verstümmelter 
Gestalt, sowie die Revision des Druckes noch sorgfältiger ZU sehen: ab- 
gesehen davon, dal's die Verjüngung der Orthographie nach der Norm 
von L878 nicht streng durchgeführt ist, fällt eiue Anzahl Druckfehler 
heim Durchlesen auf (pag. 63, 21, 221, 2ß3, 258, '-'71, '277 ete.). 

Auswald französischer Gedichte iu stufenmäfsig aufsteigender 
Folge. Mit deutschen Übersetzungen. Gesammelt und ge- 
ordnet von Dr. Franz Hummel. Gotha, Sclilocssmann, 1NN2. 
119 Seiten. Mk. 1,20. 
An französischen Gedichtsammlungen jeder Art ist sicherlich kein 
.Mangel. Bei der vorliegenden aber ist die Einrichtung neu, dal's im An- 
hang gute metrische Übersetzungen gegeben sind. Der Auswahl und 
Einteilung in verschiedene Stufen kann Ref. seine Anerkennung nicht 
versagen, obschon er gewünscht hätte, dal's für die unterste Stufe La 
Fontaine und allenfalls M>"> Tust// reichlicher herangezogen würden. 
Tadellos ist die Auswahl der Gedichte für Oberklassen, dankenswert der 
Anhang mit acht Proben der so mifsachteten französischen Übersetzungs- 
poesie: Mignon, von Alarmier, Erlkönig, von Lepas (übrigens gerin- 
ger als Deschamps' prächtige Nachdichtung), Heideröslein und Lö- 
wenritt, vou Barbieux, Grab am Busen to, von Mondroit, Chidher, 
von Broehier, Heines Zwei Grenadiere und Goethes Gefunden, von 
ungenannten Dichtern. 

Ein Schüler, der diese Go Gedichte durchgearbeitet, oder sogar, wie 
Verfasser will, grofsenteils memoriert hat, wird einen klaren Begriff 
von französischer Lyrik mit ins Leben nehmen. Die Übersetzungen, 
zumeist von M. Gr undschöttel und Roloff eigens für Hummels 
Sammlung angefertigt, sind treu, dabei elegant und können sich hieben 
den bekannten Nachdichtungen von E. Dohm, Freiligrath, Seeger 
recht wohl sehen lassen. Wir geben als Beispiel ein Stück von Grund- 
schöttela Übersetzung von Laprade, Chanson de l'alouette ' (Je suis, je 
suis le cri de joie etc.) : 

Ich bin ein Freudenruf, gestiegen 

Aus Wiesen, eben aufgewacht, 

Empor zur Sonne mufs ich fliegen, 

Der ich der Erde Grufs gebracht 

Auf weifse Hütten seh ich nieder, 
Durch Nebel silbern glänzt der Flufs, 
Tautropfen schmücken mein Gefieder, 
Und fliegend ich sie säen mufs. 

Wem schlaflos ist die Nacht verronnen, 
Dem sag ich: danke Gott, sie flieht; 
Den Landmann weck ich, der besonnen 
Die Furche für die Zukunft ziebt. 

Andere Verdeutschungen von Chamisso - Gaudy , Latin u.a. sind 
seit dem Erscheinen des Buches durch Legerlotz, Meves etc. über- 
holt. Auch, scheint uns die von Weddigen in dieser Zeitschrift ver- 
öffentlichte Übertragung des Matrosenliedes von Souvestre doch den Vorzug 
vor der hier gegebenen zu verdienen. 

Jedenfalls empfehlen wir das geschickt zusammengestellte Büchlein 
nachdrücklich der Beachtung aller poesieliebenden Kollegen. 

Baden-Baden. Joseph Sarrazin, 

Airhiv f. u. Sprachen. LXXVI. 22 



338 Beurteilungen und kurze Anzeigeu. 

A. Tennysons Enoch Arden. Aus dem Englischen übersetzt von 
Robert WaldmüUer (Eduard Duboc). Hamburg, Grüuing. 

Robert Waldmüllers Übersetzung von Tennysons Enoch Arden er- 
freut sieb mit Recht so andauernder Beliebtheit, daß) bereits die 25. Auf- 
lage vor uns liegt. Der Übersetzer trifft in bewunderungswürdiger Weise 
den tief-innigen, wehmütigen Ton des Originals. Das traute Fischcrdörf- 
elien am Strande der englischen Südküste mit den treuherzigen and ein- 
fachen Menschen voll tiefen, leidenschaftlichen Empfindens; die blendende 
und doch kalte Pracht der fernen Tropeninsel; das verzehrende Heimweh 
des Verschlagenen; die traurige Rückkehr und das tiefe Leid der Ent- 
sagung des heldenhaften Dulders — die ganze einfache und doch so er- 
greifende Geschichte — verliert in Waldmüllers Übersetzung nur wenig 
von dein schwermütigen Zauber der Tennysonschen Dichtung. 

A. Hamann. 



/Schlufsioort in /Sachen Lanfreys. 

Obschon der Ton der Ramslerschen Erklärung (pag. 343 ff. des 75. 
Bandes) jegliche Antwort überflüssig macht, und jedes Eingehen auf Klopf - 
fechtereien in der Seele mir zuwider ist, so kann ich doch nicht umhin, 
Ramslers Kühnheit zu bewundern. In seinem Unvermögen, die Beschul- 
digung des an Einleitung und Kommentar meiner Lauf rey ausgäbe, 
also an meinem geistigen Eigentum begangenen Raubes zu ent- 
kräften, klagt er mich naiv an, ich hätte den Text Lanfreys von ihm 
abgedruckt, als ob derselbe Ramslerseher Privatbesitz wäre. Wenn an 
zwei Stellen (3, 41 und 71, 9 meiner Ausgabe) einige Worte wegfielen, 
so stört dies den Zusammenhang keineswegs; ebensowenig störend ist der 
Druckfehler tont autre chose (72, 29). Die zwei anderen Stellen (12, 32 
= 56, 36) en egard ä, statt der beziehungslosen Participialkonstruktion 
eu egard ä, sind absichtlich geändert, wie aus der Anmerkung hervorgeht. 
Dafs aber R. diese einzige Fufsnote ergreift, um den nicht von mir, son- 
dern von Ulbrich ihm erteilten Vorwurf „ krasser Ignoranz" mir zurück- 
zusenden, beweist nicht allein, wie richtig Ulbrich die französischen 
Kenntnisse dieses Herrn taxiert, sondern auch dafs Ramsler die verschie- 
denen Exekutionen noch nicht verschmerzt hat, die seine erste Auflage ihm 
eingetragen. Auch ich appelliere an das Urteil der Fachgenossen, werde 
aber allenfallsigen weiteren Liebenswürdigkeiten Ramslers robur et ses 
triplex entgegenbringen. 

Baden-Baden. Joseph Sarrazin. 



M i s c e 1 1 e n. 



Die Geschichte des mehrstimmigen Gesangs und seiner Formen 
in der französischen Poesie des 12. und 13. Jahrhunderts. 

Über obengenannten Gegenstand bielt auf der Philologen- Versamm- 
lung in Giei'sen der Privatdocent Dr. Schwan aus Berlin nachstehenden 
Vortrag : 

An dem diesjährigen Zusammenkunftsort der Philologenversammlung 
dürfte es nicht unangemessen erscheinen, wenn auch die romanische 
Philologie aus dem engeren Kreis der Sektionssitzungen heraustritt und 
in den allgemeinen Versammlungen Zeugnis ablegt von ihrem Dasein; 
stand doch in dieser Stadt die Wiege von Friedrich Diez, die Wiege 
dos Mannes, der sie aus dem Zustand dilettantischer Sprachmeisterei zur 
Wissenschaft umschuf, dem sie nicht nur ihre ganze Existenz, sondern 
auch die sichere, exakte Methode verdankt, welche sie berechtigt, sich 
ebenbürtig der älteren Schwester zur Seite zu stellen. So darf ich wohl 
Ihres wohlwollenden Interesses sicher sein, wenn ich es unternehme, der 
Pflicht der Pietät und der Dankbarkeit, welche die Romanistik dem heim- 
gegangenen Meister schuldet, hier nachzukommen, insbesondere da auch 
der Gegenstand, über welchen ich die Ehre habe zu sprechen: Die Ge- 
schichte des mehrstimmigen Gesangs und seiner Formen in 
der französischen Poesie des 12. und 13. Jahrhunderts, den 
speciellen Studien desselben nicht zu fern liegt. Gerade die erste, in 
Wahrheit Epoche machende Arbeit des Meisters galt ja der mittelalter- 
lichen Lyrik, im speciellen allerdings der provencalischen, aber auch die 
Entwicklung und die Formen der nordfranzösischen Lyrik, welche mit 
dieser in der engsten Beziehung steht, fanden in dem Werk grundlegende 
Erörterung. Mein heutiger Vortrag wird gewissermaßen eine Ergänzung 
des dort Gegebenen bilden, insofern als bei den dort behandelten Formen 
der höfischen Poesie: der Kanzone (dem Liebeslied), dem Sirventes 
(dem politischen und moralischen Gedieht), der Pastourelle (dem 
Hirtengedicht) das Bestimmende der Text war, dessen Inhalt die Melodie 
nur dem Hörer vermitteln half, während bei den Formen der französi- 
schen Poesie, welche ich besprechen will, die Musik das Ursprüngliche, 
das Frühere ist, welches die Form des Textes beeinflufste, wahrend 
der Text ursprünglich nur der .Melodie als Unterlage diente. In dem 
einen Fall war, um es prägnant auszudrücken, der Dichter auch Mu- 
siker, in dem anderen Fall der Musiker auch Dichter. Bei den poe- 
tischen Gattungen der letzteren Art, zu denen insonderheit die von 
uns zu behandelnden Formen des mehrstimmigen Gesangs gehören, wird 

22" 



340 Miscellen. 

demnach von der Musik als dein Früheren and Ursprünglichen auszu- 
gehen sein. 

Die Harmonie ist dem Mittelalter, auch wenn man mit Cousse- 
maker und anderen ihr Vorhandensein bei den Griechen und Römern 
annehmen sollte, jedenfalls nicht von diesen überkommen, sie ist vielmehr, 
wie Ambros in seiner Geschichte der Musik wahrscheinlich macht, auf 
eine Eigentümlichkeit der Instrumente der nordischen Völker, insbeson- 
dere der bretouischen Rotte, aus welcher das Hauptinstrument unseres 
Orchesters, die französische Vi eile, die deutsche Fiedel oder Geige her- 
vorging, zurückzuführen. Als diese nämlich zum Bogeniustrument um- 
gewandelt wurde, ergaben sich durch die besondere Form derselben eigen- 
tümliche Klangwirkungen, welche auch bei anderen Instrumenten der 
nordischen Völker, z. JB. dem Dudelsack, der französischen Coruemuse, 
vorhanden waren. Da die Vielle nämlich keine seitlichen Einbuchtungen 
hatte, wie unsere moderne Geige, so mufsten alle Saiten zu gleicher Zeit 
durch den Bogen in Schwingungen versetzt werden, so dafs mit der Me- 
lodie, die auf der eineu Saite gespielt wurde, zugleich der Grundton und 
die Quinte auf den anderen Saiten ertönten. Diese eigentümliche Har- 
monie, wenn man das schon so nenneu will, wurde, da das Ohr sich an 
diese Klaugverstärkung gewöhnt hatte, auch auf das Organum (die 
Orgel) übertragen, welche zur Begleitung des Kirchengesangs diente. Da 
dieses Instrument jedoch noch nicht die Beweglichkeit der heutigen Orgel 
hatte — die Tasten (Claves) mufsten nämlich mit den Fäusten oder Ell- 
bogen in Wahrheit äuge schlagen werden — , so konnten stets nur zwei 
Töne zu gleicher Zeit gespielt werden. Daher ging die Begleitung mit 
der Melodie in parallelen Quinten nebenher. Wir haben so die eigen- 
tümliche Erscheinung, dafs die Harmonie mit einer Accordenfolge anfing, 
die nach den heutigen Gesetzen strengstens verpönt wäre. 

Es lag nahe, besonders für die Kirchen, welche kein Organum be- 
safsen, diese Harmonie auf den Gesang zu übertragen, und so entstand 
die älteste Form des mehrstimmigen Gesangs, welche nach dem Instru- 
ment, das die Veranlassung dafür gewesen war, Organum genannt 
wurde. Diese Form war schon im 9. Jahrhundert üblich, wie aus dem 
Traktat des Mönchs Hucbald von St. Amand hervorgeht, der am Ende 
dieses Jahrhunderts ein Handbuch der Musik (Musica Enchiriadis) ver- 
fafste, in welchem er die Kompositionsregeln für das Organum aufstellte. 
Dieses Organum bestand aus zwei Stimmen, von welchen die Haupt- 
stimme deu ritualmäfsigen Gregorianischen Kirchengesang vor- 
trug, während die Oberstimme ihn mit den gleichen liturgischen Textes- 
worten in parallelen Quinten (oder auch Quarten) begleitete. 

Neben diesem „Parallelorganum", dessen Härte man schon früh em- 
pfunden haben mochte, erwähnt Hucbald noch eine andere Art, das 
schweifende Organum, in welchem gestattet war, als Durchgang zu 
deu Konsonanzen (der Quiute, Quarte und Oktave) auch Dissonanzen zu 
gebrauchen, als welche die Sekunde und auch die grofse und kleine Terz 
galten. Diese Form des schweifenden Organums, welche durch die Zu- 
lassung von Dissonanzen im Durchgang schon einen bedeutenden Fort- 
schritt gegenüber dem Parallelorgan um darstellt, wurde im 11. Jahrhun- 
dert die übliche, bis sie von einer neueu, vollkommeneren abgelöst wurde, 
welche in Frankreich im 12. Jahrhundert sich daraus entwickelte, dem 
Diskantus. 

Der Diskantus unterscheidet sich im wesentlichen von dem alten 
Organum dadurch, dafs zu einem Ton der Unterstimmen (des Tenors, 
wie man ihn nunmehr nannte, da er die ursprüngliche Melodie festhielt) 
zwei und mehr Töne der Oberstimme gesungen werden konnten. Diese 
Neuerung, so geringfügig sie auf den ersten Blick auch scheinen mag, 
hatte eine gewaltige Umwälzung zur Folge, aus der allmählich die mo- 



MisceHen. B41 

derne Musik hervorging. Die Melodie des Gregorianischen Kirchengesangs 
zerfiel nicht in Abschnitte von gleicher Dauer, in Takte, wie unsere mo- 
dernen Melodien, sondern sie erhielt nur durch die Textesworte eine freie 
rhythmische Gliederung, bei welche]- die einzelnen Noten beliebig lang aus- 
schalten werden konnten. Auch bei dein Organum erregte diese Art der 
Melodie keinen Anstol's, da ja die beiden Stimmen Btets gleichzeitig einen 
neuen Ton anstimmten. Bei dem Diskantus dagegen, bei welchem zwei 
und mehr Töne der Oberstimme zu einem Ton des Tenors gesungen 
werden konnten, mul'ste die Dauer jeder Note genau bestimmt sein, und 
so entstand mit und durch den Diskantus die Mensuralnotation. Eine 
zweite wichtige Errungenschaft, welche dem Diskantus verdankt wurde, 
und die für die Entwickelung dieser Form von der gröfsten Wichtigkeit 
wurde, ist das Kunstmittel der Gegenbewegung der beiden Stimmen, 
welches die Theoretiker für den Diskantus vorschrieben. Sie forderten, 
dafs die Oberstimme falle, wenn der Tenor steige, und steige, wenn der 
Tenor falle, also immer die entgegengesetzte Bewegung habe. In dem 
schweifenden Organum hatten wir schon eine Andeutung dieses Gesetzes, 
doch blieb dort die Oberstimme stets nur ein Spiegelbild des Cantus 
tirmus, welches dessen Auf- und Niederwogen getreulich wiederspiegelte, 
während sie hier auch Gegenmelodie wurde, wodurch sich ihr Name 
Dis-cantus i franz. Deschant) erklärt, der dann neben der Bezeichnung 
der Oberstimme auch für diese Art von mehrstimmigen Kompositionen 
gebraucht wurde. Damit wurde die Oberstimme, welche im Organum 
nur dazu diente, den Gregorianischen Kirchengesang zu verzieren, von 
diesem unabhängig: der Diskantus bildete sieh zur Hauptstimme her- 
aus, während der Tenor, der die alte Melodie des Cantus planus fest- 
hielt, zur Begleitungsstimme herabsank. Damit verliert auch die Har- 
monie ihre seitherige Bedeutung als Ausschmückung des Kirchengesangs, 
damit wird sie Selbstzweck und damit tritt sie aus der Kirche heraus 
und wird der Keim, aus welchem sich die weltliche Musik entwickelt. 
In diesem Stadium tritt mm zu dem Gregorianischen Kirchengesang, der 
auch bei dem Austritt aus der Kirche in die freie Welt mit hinüber- 
genommen wird, ein neues Element hinzu, welches für die weitere Ent- 
wickelung lies mehrstimmigen Gesangs von der gröfsten Bedeutung sein 
sollte, und an dem sich später Musik und Poesie noch öfter erfrischt 
haben, das Volkslied. 

Das französische Volkslied besitzt die charakteristische Eigentümlich- 
keit, welche sicli schon bei den ältesten uns erhaltenen Liedern, den fälsch- 
lich so genannten Romanzen, zeigt, dafs jede Strophe einen oder mehrere 
regelmälsig wiederkehrende, inhaltlich und musikalisch besonders charak- 
teristische Verse enthält, welche wir gemeinhin mit dem Namen „Re- 
frains- bezeichnen, die aber in den höfischen Romanen und den Pastou- 
rellen, in welche sie sich sehr zahlreich eingestreut vorfinden. „Motets" 
(Wörtchen) genannt werden. 

Diese „Motets*, die, ihrem vielfachen vereinzelten Vorkommen nach 
zu schliefsen, auch losgelöst von dem Lied gesungen wurden, bildeten das 
neue Element, welches zu dem weltlich gewordenen Diskantus hinzutrat 
und dessen musikalische und poetische Unibildung bewirkte. Die selb- 
ständig gewordene Oberstimme nämlich saug solche leichte, graziöse 
„Motets-, während der Tenor die feierlich gemessenen Noten des Cantus 
firmus erklingen liefs, wonach auch diese den Namen Motetus erhielt, 
ein Name, weichersieh nachher, gleich wie der des Diskantus, auf die 
ganze Form übertrug. Einige Motette dieser ursprünglichsten primitivsten 
Form sind uns in einer Handschrift der Nationalbibliothek zu Paris er- 
halten und deren Text von C Raynaud in seinem Recueü de Motets 
francais abgedruckt wurden. 30 /. B. eines, in welchem die Oberstimme 
singt: 



n 12 Miscellen. 

Mieuz vueil sentir lcs maus d'amer 
Que faillir a amie! 
(Lieber fühl ich der Liebe Leid 
Als dafs ich Liebchen täusche !), 

wozu der Tenor die Noten des Alleluja erklingen läfst. ' 

Interessant ist ein vierstimmiges Motet der berühmten Motetten- 
bandschrift zu Montpellier, welches jedenfalls zu den ältesten gehört und 
vielleicht einen berühmten Diskantator des 12. Jahrhunderts, Magister 
Perotinus, zum Verfasser hat, da es uns den Übergang vom kirchlichen 
zum weltlichen Diskantue anschaulich macht. Die vier Stimmen nämlich 
intonieren gemeinschaftlich die feierliche Melodie des „Viderunt omnes" 
aus dem Graduale der dritten Weihnachtsniesse, wobei der Tenor die 
Melodie des Cantus planus singt und die anderen Stimmen dazu diakan- 
tieren. Während aber der Tenor den Gesang zu Ende führt, singen die 
drei Oberstimmen nach dem „Viderunt" drei ziemlich ähnlich klingende 
Motets mit leichten, lebhaften Melodien. 2 

Nachdem so einmal der Anfang der Loslösnng der Oberstimme von 
dem Cantus firmus gemacht war, wurde sie immer selbständiger und um- 
fangreicher gestaltet, und damit wird der Diskantator, der seither nur 
Musiker gewesen war, zum Dichter. Die Grundlage seines Gedichts aber 
bleibt zunächst, so mannigfach dieses sich auch gestaltet, das alte volks- 
mäfsige „Motet", welches den mehrstimmigen Gesang in die weltliche 
Kunst eingeführt und von welchem dieser den Namen erhalten hatte. 

Eine Reihe der verschiedenartigsten Formen sprofsten aus diesem 
Keim hervor; in allen erscheint das „Motet" als die Pointe, auf die alles 
abzielt. Zunächst lehnt sich der Text, welcher das Motet einführt, an 
das Volkslied, dem dieses entnommen war, an, und zwar an das erzäh- 
lende Volkslied, die „Romanze" : man könnte daher diese Gruppe als 
Romanzenmotette bezeichnen. In einem solchen wird z. B. erzählt, 
wie Schön Isabel im Garten sitzt, und ihr Geliebter, Graf Gui, trüben 
Herzens vor sie hintritt und sie anfleht: 

Ma douce dame loiaus, 
Merci ! 
(Süfse Dame, die Ihr es ehrlich meint, 
Erbarmen !) 

Der Tenor singt dazu die Antiphone: Propter veritatem. 3 Hierher 

fehört auch ein vierstimmiges Motett der Handschrift von Montpellier, 
eren drei Oberstimmen die ersten Zeilen eines Volkslieds singen: 

Trois serors sor rive mer 

Chantent der. 
(Drei Schwestern an dem Strand des Meers 
Singen hehr.) > 

An diese Romanzenmotette schliefsen sich die einer anderen Gattung 
des Volksliedes nachgebildeten Postourellmotette an, die den Stoff 
zur Einführung des Refrains dem Hirtenleben entnehmen: das stereotype 
Liebespaar derselben sind Robin und Marion, welche durch das Lieder- 
spiel Adams de la Halle so berühmt geworden sind. Hierher gehören 
auch die Texte, welche der höfischen Pastourelle nachgebildet sind, 



1 Raynaud, Kecueil de Motets t'rancais des XIlc et XIII« sieeles, Bd. II, p. 59. 

2 Vgl. Coussemakcr, L'Art harmonique au XH« et XIII« siecles, Monuments. 
p. LXXXIV u. p. 100. 

3 Raynaud, Bd. II, p. 85, Nr. LXXXIV. 
* Ibd., Bd. I, p. 16. 



Miscellen. 343 

die seihst wieder aus der volkstümlichen hervorgegangen war, und in 
welchen der Dichter teils glücklieh, teils unglücklich sich zwischen die 
Liehe dieser Naturkinder drängt. 

Für andere dürfte die Benennung Liedmotette am bezeichnendsten 
sein, da sie mehr lyrische Volkslieder benutzt haben, wie z. B. ein 
Motctt, welches das vielfach in Volksliedern behandelte Motiv entlehnt 
von dem Mädel, den sein Schatz um einer reichen Alten willen untreu 
geworden ist, und die mit dieser zur Hochzeit geht. Der Refrain lautet: 

Je vois as noces mon ami, 

Plus dolente de moi n'i va. 
(Ich gell zur Hochzeit meines Liebsten. 
Trauriger als ich geht niemand hin.) l 

Volkstümlich sind auch Stoffe, wie die Klage der jungen Nonne, die ihr 
Los betrauert,-' und der Jubel des Mädchens, welches sein Schatz weg- 
fahrt, aber nicht, wie sie neckisch hinzufügt, ins Kloster. 3 Bei einigen 
Motetten scheinen sogar ganze Verse aus Volksliedern herübergenommen 
worden zu sein. 

Auch die Kunstpoesie hat die Gestaltung des Motets beeinflufst. 
Der Chanson sind eine Reihe von Motetten nachgebildet, welche 
die Liebe in ihren wechselnden Phasen in konventioneller, höfischer Ma- 
nier besingen, ebenso sind von dem geistlichen und insbesondere dem 
Marien lied, und auch dem moralischen Sirventes oder Rügelied eine 
Reihe von Motetten beeinflufst worden, von welch letzteren einzelne durch 
Energie und Schärfe des Ausdrucks hervorragen. In allen älteren Mo- 
tetten dieser Gruppen erscheint noch der Refrain, der den Ausgangspunkt 
gebildet hatte, sei es am Schlufs oder zu Anfang, oder auch innerhalb 
des Gedichts, während er in den späteren Werken dieser Gruppen aller- 
dings nicht mehr auftritt. 

Die Formen, in welchen der Refrain am Schlufs erscheint, könnten 
als Glossen bezeichnet werden, da der Inhalt des Refrains oft in recht 
geschickter Weise, in der Einleitung glossiert, und derselbe somit in ähn- 
licher Weise wie bei der Glosse eingeführt wird. In anderer Weise wird 
der Refrain behandelt in einer Form, welche sich als Paraphrase be- 
zeichnen läl'st : hier steht der erste Vers des (zweizeiligen) Refrains zu 
Anfang, der letzte Vers am Schlufs und die verbindenden Verse para- 
phrasieren denselben. 

Diese Gruppe bildet den Übergang zu dem Ron de 1, einer Form, 
welche sich zu gröfserer Selbständigkeit entwickelte und eine gröfsere 
Anzahl von Untergruppen abzweigte. Allen diesen gemeinsam ist die 
Stellung des Refrains zu Anfang und am Ende und die Wiederkehr der 
erstell Hälfte desselben an einer bestimmten Stelle innerhalb des Gedichts, 
wie das folgende Rondel Adams de la Halle anschaulich machen möge: 

Ich ring die Hand' und fleh, 

Habt Mitleid, .süfse Frau, 

Bin froh, wenn ich Euch seh. 

Ich ring die Hand' und fleh, 

Habt Mitleid für mein Weh, 

Ich bitt PJuch, liebe Frau : 

Ich ring die Hand' und fleh, 

Habt Mitleid, süfse Frau! 

Was die musikalische Seite <\<^ Motets betrifft, dessen wichtig- 
ste poetische Formen ich Ihnen vorgeführt habe, so mögen mir noch 
einige Bemerkungen hierüber gestattet sein. 

1 Raynaud, Bd. II, p. 53. - lbd., I, p. 3U. a Ibd., I, p. 206. 



"I I Miscellen. 

Bei all diesen Formen ist der Tenor ursprünglich dem Cantus planus, 
dem Gregorianischen Gesang entnommen, auch bei dem Rondel, wie 
die Rondels der Handschrift der Nationalbibliothek 12615 beweisen. Von 
dem bedeutendsten Theoretiker des 13. Jahrhunderts, Kranen von Köln, 
wird dagegen schon unterschieden zwischen den Arien des Diskantus, in 
welchen die Oberstimme und die Unterstimme verschiedene Texte singen, 
wie bei den Motetten, WO der Tenor einen anderen Text habe, und 
zwischen denen, bei welchen Tenor und Diskantus die gleichen Worte 
hören lassen, wie bei den Kantilenen, den Rondels und den kirch- 
lichen Gesängen. In der That sind die Rondels Adams de la Halle 
in dessen Liederhandschrift ohne Tenor notiert. Im Laufe des LS. Jahr- 
hunderts aber wird nun der Gregorianische Gesang auch aus dem Tenor 
des Motets verdrängt. Eine Reihe von Motetten der Handschrift von 
Montpellier und zwar die den späteren Partien dieser Handschrift an- 
gehöngen haben einen französischen Tenor, welcher durch die Anfangs- 
worte bezeichnet ist und wahrscheinlich einem Volkslied oder sonst einem 
bekannten und vielgesungenen Lied entnommen ist, oder auch nur ein 
Refrain sein mag, wie von einem Triplum der Montpellierschen Hand- 
schrift 1 sicher ist, das eine Anzahl zusammenhangslos aneinandergereihte 
„Motets" als Tenor aufweist. Eine Art des Diskantus, welche von den 
Theoretikern des 13. Jahrhunderts unterschieden wird, der Conduc- 
tus (Conduit), bedarf überhaupt keines Tenors, auf dem er sich auf- 
baut: hier erfindet sich der Komponist den Tenor selbst, „so schön, als 
er irgend kann", wie es in einem Traktat heifst, und setzt darüber die 
Oberstimme nach den Regeln, welche für den Diskantus gelten. 

Ich habe mich seither auf den zweistimmigen Gesang beschränkt, 
und nur gelegentlich meine Beispiele auch mehr als zweistimmigen Mo- 
tetten entlehnt. Alle diese Formen können aber auch von mehr als zwei 
Stimmen ausgeführt werden, und dies wird mit der weiteren Ausbildung 
der Harmonie im 13. Jahrhundert das Übliche. Die Kompositions- 
weise für das Triplum (Treble), Quadruplum (Quadruple), wie 
diese vielstimmige Motette, je nach der Zahl der Stimmen, heifsen, ist 
die gleiche wie für den (zweistimmigen) Diskantus. Man nimmt einen 
Tenor, setzt darüber den Diskantus, nach den dafür geltenden Regeln, 
dann das Triplum, die dritte Stimme, wobei man darauf achten mul's, 
dafs es mit dem Diskantus konsoniert, wenn es mit dem Tenor dissoniert, 
und mit dem einen steigt, wenn es mit dem anderen fällt, und nach 
denselben Regeln eventuell das Quadruplum, die vierte Stimme. 

Die meisten vielstimmigen Lieder gehören nach der angeführten De- 
finition Francos von Köln der Klasse der „Motets" an, da die meisten 
verschiedene Texte den einzelnen Stimmen unterlegen. Nicht alle Motets 
scheinen aber auf die eben beschriebene Art vom Tenor ausgehend kom- 
poniert worden zu sein, bei einzelnen scheint man nach der Melodie des 
Diskantus oder Motetus (der Oberstimme) den Tenor umgeformt zu haben, 
wie der Umstand beweist, dafs man ganze Strophen aus Volksliedern 
jedenfalls mit der Melodie aufnahm, und wie auch die Verschiedenheit 
des Tenors, welche der gleichen Antiphone entnommen sind, in verschie- 
denen Motetten aufser Zweifel setzt. 

Die Komposition des Rondels baut sich auf der Melodie des Re- 
frains auf, wie die Rondels Adams de la .Halle zeigen. Bei der einfach- 
sten Form derselben, welcher das in Übersetzung mitgeteilte Rondel 
angehörte, werden alle Verse des Gedichts, deren metrischer Bau danach 
eingerichtet ist, auf die Melodie des Refrains gesungen ; bei den gröfseren 
und umfangreicheren Formen treten dann Sätze eigener Komposition 



i M. no. CCXXXV, Raynaud, Bd. I, p. 24.' 



Miscellcn. 345 

dazu. Dieser steten Wiederkehr der Refrainmelodie verdankt ja die Form 
ihren Namen Rondel (Rundlied). 

Die Rondels Adams de la Halle sind alle dreistimmige Lieder, deren 
einzelne Stimmen nach den Vorschriften, welche für das Triplum gelten, 
komponiert sind und die gleichen Textesworte singen. 

Die Rondels und die früher genannten Conduits wurden auch ohne 
Texte komponiert, wie die Theoretiker angeben, und von den Spiclleuten 
auf der Vielle (der Geige) vorgetragen, wie aus Beschreibungen der höfi- 
schen Romane hervorgeht. Diese mehrstimmigen, auf der Geige gespiel- 
ten Rondels und Conduits bilden dann den Anfang der späteren Terzett-, 
Quartett-, Quintettmusik, in der sich die Form des Rondeaus noch bis 
heute erhalten hat. 

Su sahen wir, wie aus dem bescheidenen Anfang des auf der Rotte 
oder Vielle ertönenden Quinten aecords sich eine Fülle der verschieden- 
artigsten musikalischen und poetischen Formen entwickelte, in welchen 
die moderne Harmonie, der moderne Kontrapunkt wurzelt. Allerdings 
können die mehrstimmigen Kompositionen des 12. und 13. Jahrhunderts 
noch nicht als kontrapunktische bezeichnet werden, da die Stimmen noch 
nicht gleichzeitig nebeneinander im Geiste erfafst und gehört wurden, wie 
auch Fgidius de Muris, der Verfasser eines Traktats über die Mensural- 
musik aus dem 1-1. Jahrhundert, mit einer gewissen Wehmut bekennt: 
„Credo, quod non possint fieri phires cantus insimul" 1 (ich bin der Meinung, 
dafs es unmöglich sei, mehrere Stimmen zu gleicher Zeit zu komponieren). 

Man lernte es trotzdem, und es waren die grofsen Niederländer Mei- 
ster des 14. Jahrhunderts, welche dies zuerst zu stände brachten und 
aus deren Kompositionen die Theoretiker des folgenden Jahrhunderts die 
Regeln des Kontrapunktes gewannen, welche die italienische Musik des 
16. Jahrhunderts befruchteten und in den unvergänglichen Werken Pa- 
lästrinas ihre höchste Verwirklichung fanden. 



Übersetzungen von Friedr. Aug. Leo. 

Sweet as chimes. 

Nach Heinrich Heines: Leise zieht durch mein Gemüt. 

Sweet as chimes on Zephyr's wing Go tili to a cottage close 

Through my heart it thrills — Flowery all above — 

Go my little lay of spring if thou seest a little rose, 

Over wood and hüls. Give her all my love. 

Les deux Grenadiers. 
Nach Heinrich Heine. 

Deux grenadiers allaieut en France 

— Un jour ils furent captifs du Russe — 

Mais ils perdirent l'esperance 

En entrant au quartier de Prusse. 

La on leur dit la triste nouvelle: 
La France rompue par im vainqueur, 

Bat tue l'armee si fiere, si belle, 
Et emprisonne leur empereur! 



Coussemaker, Hist. de l'harm., p. 29, Anm. 2. 



:; lü Miseellen. 



Lea grenadiers pleuraient ensemble 
Brise 1 » par cette parole dure — 
L'un dit: Je suis fievreux, je tremble, 
Je sens de nouveau ma vieille blessure. 

FA l'autre: C'est le jour qui baisse, 
Je voudrais mourir avec toi, 
Mais femme — enfants — si je lea laisse, 
Ils poriront — oui! tous! Bans moi! 

Eh! Femme! Enfants! Pen mVn soucie 
C'est pour im autre que bat mon cceur, 
Qu'ils gagnent en mendiant leur vie — 
Captif! Captif mon empereur! 

Accorde moi une priere: 
La mort s'approche, adieu ma vie! 
Transporte moi en France, mon fröre, 
Pour m'enterrer dans ma patrie. 

La croix d'honneur au ruban rouge 
La, sur mon coeur! Fusil au bra$, 
L'epee en main, et je ne bouge, 
J'attends et je ne bouge pas. 

Je veillerai lä-bas en terre 

Comme sentinelle des tombeaux, 

Et si j'entends le cri de guerre, 

Le trot et l'hennissement des chevaux - 

Alors c'est lui qui passe ma tombe 
Au bruit des armes, mon empereur, 
Je ressuscite de la tombe 
Et je le suis comme defenseur ! 



Improvisation. 

(Ein Poet, der sich der Geliebten zu Fül'sen wirft, wird neckend von dieser ge- 
zwungen, so kniend, auf ihrem Schofse ein Gedicht zu schreiben.) 

Sur vos genoux, o ma belle Eugenie Auf deinen Knien, Eugenie, soll ich 

dichten? 
Aux couplets je songerai en vain! Da habe ich zum Reimen nicht 

Geduld; 
Le sentiment etouffe le genie Die Leidenschaft mufs das Genie 

vernichten, 
Et le punitre egare l'ecrivain! Und in Verwirrung bringt mich ja 

das Pult! 

C o n s e i 1. 
Par Boileau. 

Le monde est pleiu de fous, et qui Voll Narren ist die Welt; macht, 

n'en veut pas voir sie zu sehn, dir Pein, 

Reste tout seul chez soi, et casse Bleib eiusam nur zu Haus, und 

son miroir. schlag den Spiegel ein. 



Misrellen. 

Une Enigme. 
Par Nadaud. 

Elle est colere, eile est docile 

Ed Mm Jen plaisant ou cruel, 

Comme le vent eile est mobile 

Et changeante comme le ciel. 

Elle a des caprices sans nombre, 

Elle prend toutea les couleurs, 

Tantöt sereine, tantöt sombre, 

Amenant la joie ou les pleurs. 

C'est im enfaut, c'est une femme; 

Kien n'est plus doux ni plus amer... 

Vous croyez quejeveux parier de vous, Madame' 

Mais non! je parle de la mer! 

EJIe est calme, eile est agitee; 

C'est la fee aux tendres discours, 

Souvent maudite et rejetee, 

Cherchee et reprise toujours. 

C'est le demon, c'est la sire,ne 

Au teint päle, ä l'ceil azure, 

Qui vous rappelle et vous entralne 

Au gouffre dejä mesure. 

C'eat la blessure et le dictame; 

Rieu n'est plus amer ni plus doux... 

Vous croyez que je veux peindre la mer, Madame? 

Mais non! Je veux parier de vous! 

Ein Rätsel. 
Sie ist voll Zorn, sie ist gelinde, 
Oft tändelnd, und oft grausam gar; 
Sie ist beweglich gleich dem Winde 
I iid wechselnd wie der Wolken Schar; 
In ihren Launen schier allmächtig 
Und immer neu im Farbenspiel, 
Bald sonnig-hell, bald düster-nächtig, 
Schafft Lust sie, und der Thränen viel; 
Sic ist ein Kind, ist eine Dame; 
Nichts spendet so viel Lust und Weh! — 
Nun meinen Sie, Gnäd'ge, kam Ihr Name ? 
O nein, ich spreche von der See! 

Voll Frieden ist sie und lebendig, 

Sic weckt manch liebesül'ses Wort; 

Man sucht sie, strebt nach ihr beständig 

Und stöfst voll Hals sie von sich fort; 

Ein Teufel ist sie, ist Sirene 

Mit Uimmelsaug' und zartem Rot, 

Und ob der Abgrund vor dir gähne, 

Sir lockt und zieht dich in den Tod. 

Sie will verwunden und will mildern; 

Nichts ist so zart und doch so rauh! 

Sie meinen, ich wollte die See jetzt schildern? 

Von Ihnen sprech ich, gnäd'ge Frau! 



347 



848 Miscellen. 

Whisper e <1 w o r d >. 
By Arthur Locker. 

(Nachfolgendes Gedicht war als Text zu einer Illustration — einen Jüngling und 

ein Mädchen in klassischer Tracht und zärtlicher Umarmung darstellend — in 

drr Nummer des „Graphic" vom 28. Aug. 187o veröffentlicht) 

This couple lived some time ago, 

Perhaps two thousand yeare or so, 

Yet I am pretty surr, I know 

Exactly wnat he said. 

For it was only Wednesday weck, 

My Lips vfere «lose t<> Jessie's check 

When she looked just like this fair Greek, 

And blushed as cosy red. 

Our Iimbs, I own, were nol so free 
During mir whispered colloquy s 
For I wore Oxford shoes, and she 
On each dear foot a boot: 
Then in her hand some Berlin wool, 
Bright-hued, replaced the classic spool, 
While, as the british climate 's cool, 
I wore a light tweed suit. 

A fig for differences of dressl 

The speaking eyes of my sweet Jess 

Gave for reply as piain a »Yes a 

As those of her Grcek sister: 

And, doubtless, when around her waist 

That classic youth his arm had placed, 

He showed no want of tact or taste, 

But did as I did — kissed her. 



Geflüsterte Worte. 

Dies Pärchen lebt' vor ein'ger Zeit — 
Vielleicht zweitausend Jahre weit — 
Doch bin zu wetten ich bereit: 
Ich weifs, was er da spricht! 
Denn 's ist erst eine Woche lang, 
Da ruht' mein Mund an Jessies Wang' 
Und gleich der Griechin schaut' sie bang 
Und rot ward ihr Gesicht. 

Zwar waren wir nicht ganz so frei 
Von Kleidern bei der Koserei, 
Ich stand in Stiefeln, und dabei 
Stand sie in Schuhen klein. 
Und statt der Spindel hielt die Hand 
Gestickt mit roter Woll' ein Band, 
Und da es kühl in Engelland, 
Trug ich 'nen Anzug fein. 

Doch kümmert mich die Kleidung nicht; 
l>as Auge meiner Jessie spricht 
Ihr .Ja" so hell wie dies Gesicht — 



Miscellen. 349 



Hold, wie die Griechin ist sie; 
Und sieher auch der Grieche thut, 
Wenn sie in seinem Arme ruht, — 
Ihm fehlt dazu nicht Takt noch .Mut 
Was ich gethan — er küTst sie! 



Deutscher Einheitsschulverein. 

Soeben ergeht, von einer grofsen Zahl namhafter Universitätslehrer 
und Schulmänner unterzeichnet, ein allgemeiner Aufruf an alle Universi- 
täten und Schulen Deutschlands, einen .Deutschen Einheitsschul- 
verein" zu begründen. Dieser Verein darf allgemeines Interesse bean- 
spruchen; denn er verfolgt den Zweck, durch eine mafsvolle, beson- 
nene Reform des Gymnasiums die so oft beklagte Zweiteilung 
unseres höheren Schulunterrichts wieder zu beseitigen und an Stelle des 
jetzigen Gymnasiums und Realgymnasiums wieder eine höhere Lehr- 
anstalt, die Einheitsschule, zu setzen, welche sich den Kern der 
alten humanistisch-gymnasialen Bildung bewahrt, dieselbe 
aber durch Rücksichtnahme auf die berechtigten Forderun- 
gen der Gegenwart neu kräftigt und verjüngt. Alle diejenigen, 
welche dem Vereine beitreten, bezw. die konstituierende Versammlung 
desselben am 5. Oktober 1. J. in Hannover besuchen wollen, werden ge- 
beten, dieses dem mitunterzeichneten Gymnasiallehrer F. Homemann 
in Hannover, Marschnerstrafse 51, schriftlich bis zum 15. August 
1. J. mitzuteilen. Derselbe erteilt auch jede Auskunft in Sachen des 
Vereins. 



Bibliographischer Anzeiger. 



Allgeraeines. 

G. Körting, Encyklopädie und Methodologie der romanischen Philologie. 
III. (Schluis-)Teil. (Heilbronn, Henninger.) 10 Mk. 

A. Ohlert, Die fremdsprachliche Reformbewegung mit besonderer Be- 
rücksichtigung des Französischen. (Königsberg, Gräfe & Unger.) 

1 Mk. 20 Pf. 

L. Bat gen, Zur Neugestaltung des französ. Unterrichts. (Progr. des 
Realgymn. zu Eisenach.) 

H. Bretschneider, Auswahl und Betrieb der französ. Lektüre au Real- 
schulen. (Progr. des Realgymn. zu Rochlitz.) 

E. Paul, Die Zukunft des Französischen. (Leipzig, Greisner & Schramm.) 

Grammatik. 

E. F. Fritsche, Gebrauch der Negation bei Walther von der Vogelweide. 

(Progr. des Gymn. zu Wismar.) 
A. Tobler, Vermischte Beiträge zur französischen Grammatik; gesam- 
melt, durchgesehen und vermehrt. (Leipzig, Hirzel.) 5 Mk. 
G. Karsten, Zur Geschichte der altfranzösischen Konsonantenverbin- 

dungen. (Freiburg i. B., Ragoczy.) 1 Mk. 20 Pf. 

Alfred Odin, Phonologie des Patois du Canton de Vaud. (Leipzig, 

Dissert.; Halle, Niemeyer.) 
A. Reyer, Auslaute der ital., span., franz., engl, und deutschen Sprache 

und die Anlaute im Italienischen und Deutschen. (Wien, Holder.) 3 Mk. 
J. H. R. Lenander, L'emploi des temps et des modes dans les phrases 

hypothötiques commencees par se en ancien francais. (Lund, Dissert.) 

1 Mk. 75 Pf. 
H. Delavenne, Grammaire historique de la langue francaise. (Paris, 

Baltenweck.) 2 fr. 50 c. 

Max Schrauer, Kleine Beiträge zur altenglischen Grammatik. (Berlin, 

Mayer & Müller.) „ 1 Mk. 20 Pf. 

W. Fleischhauer, Über den Gebrauch des Konjunktivs in Alfreds 

altengl. Übersetzung von Gregors Cura pastoralis. (Erlangen, Deichert.) 

1 Mk. 50 Pf. 
H. Sweet, An Icelandic Primer, with grammar, notes and glossary. 

(London, Frowde.) :'. s. 6 d. 

P. J. Cosijn, Altwestsächsische Grammatik. 2. Hälfte. Die Flexion. 

(Haag, M. Nijhoff.) 



Bibliographischer Anzeiger. 351 

Lexikographie. 

O. Sarrazin, Verdeutsehungs- Wörterbuch. (Berlin, Ernst & Korn.) 

4 Mk. tili Pf. 
L. M. Devic, Etymologies latines et francaises (Montpellier, Hamelin.)