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Full text of "Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen"

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über dieses Buch 

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Unter 6efonberet aHitmirfung 

mohttt S^itdt nnb S^tintid^ Uiitf^off 

^eraudgegeBen 
von 






^SBraunfc^tveifl; 
3)ru(f unt) SJcrlag »on Oeorflc SSejlermann. 

1855. 



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cryy^rtr. /r. 






$n\)alU'lßtritx^ni^ Uf^ fithtniti^nttn ^anUt^. 



6füe 
^erfcfr'8 2lf<!6ftif. Son Dr. ©ccrg Siww^^roonn in SormS ... 1 
©fiträflf gut franj. giteraturgeWc^te. 1. lieber 93 oilf au. JBon Dr. 6tre<>lf« 48 

Sltfret lenn^fon. 5Bon Dr. ©öUen 73 

^ert)er*d Ste^lpctif. (gortfe^ung). 9S. Dr. a^eorg 3immermann inSBorm« 113 
^tutien über tie frana^fif^en Cc^nftficDer ted fe%(nten Sa^rbiintertd. 

«on ®. g. ®ünt(>er .158 

'^-^-S^a« altfranaöfifdSfC ?llexiu«ltet). ©on Dr. ©eßner 189 

^Befttmmungen über bie rid^Hge SilDung te« guturum« im (lng(if(|^en u. 

»on €. g. e. *ain>e 228 

IRotiaen übet Die etbff^en <l^runt)Iagen ter franadftfc^en Literatur feit Der ^nlU 

9levotution. Äon. 3. ©«uragarten 2»9 

Berber'« ^efl^etif. (Sortfe^ung). Son Dr, ®eorg 3immermann in 

SBorm0 337 

IDie Jlfonfonanten ter meflf&Hf^^nieDerDeutfd^en 8}{unt>art. 9^on %. (S. ^oncamp 371 
Qxoti )>ro)>enadfifc^e Sieter, fprad^Iid^ unt fadl^fi^ ertl&rt. 93on ^ad^fl . .387 

)Q3enttl^e{Iiin8ett ntib Sfitseigett« 

2>a« ^efl^etifc^e na$ feinem efgent^ümli^en ®runtwefen. !Bcn gr. X){tte« 83 
2)eutf(b(ant9 SRunDarten. Son ^angtofer. (Dr. grommann.) ... 84 
S)er SSogei fßb^nis, angelfä^fifi^ed ®etiid^t von <£. fi^. 9». ® rein . . . 85 

£)eutf(^ed &pra4»« unD ltebung«bu$ von Dr. ®parf(^ub — 

2)e«tf4c e^^ulgrammatif für ^ö^erc ©*ulen. SXon Dr. ©pie§. — SDeutfdjfe 

8diulgrammatif von ©runo Serlet. (Dr. ©ad^fe) 88 

2)eutf*c» gefebii* für mittlere ©^mnaftatMaffen. JBom ^Jrorector Sluguft 

@pieg imD ^rof. gr. ©piefi 91 

<»efdi^i(^t»falentfr te« preug. Saterlante« in SilDem k. «on€. S.Slmeiung —• 
®otf^e'd Seben unV SBerfe in ^ronoiogtfd^en tafeln. Son d^. 3- ©aupe. 

(Dr. Äleiber) — 

(Sngltfd)e ©rammatif nebfl einer (iterarif(^en (Einleitung k. 9^. Dr. IB. ©^mi^. 

(2). eanDer*) 287 

dlementarbuc^ Ver franaoftfc^en €pra*e. SJon gr. 51. ^aüin . . . .295 
SDie Deutfdje Sle^tfcbreib. v. €ta^^punfte D. W- ©rammatif. ©on g. flluprecbt 297 
1. Nouvelle m^thode g^n^tique. — 2. Prdcis de la grammaire fran^mse 

k Tusage etc. — 3. Manuel de litt^rature fan9aise ä Pusage etc. Par 

Joseph Gischig 299 

gefebuc^ Der franaöfifdSifn Sprache. 93on Dr. guuge 304 



» . ©eite 

Seitfaben gur (lr(ernung ber franjdfift^en %tA\px(itt, Son 3((6. «Hamann. 

(g. 91. SEBagUr) 305 

Etudes 8ur la prononciation fran9aise etc. P. Jos. Gischig. (O. SS^eig) 310 
Stann^äufer. din (&tmi ^on ^mt( ZttUna. (Dr. @. ^. ^. ifrufe) . 313 

9ieue e*riften. Son 9t ob ert fpruj. (— e.) 315 

(lnglif*c (SJrammatif neb|l einer Hterarif*en dinleitung :c. (®^fug). «on 

Dr. JBern^. «S^mi^. (Dr. 5D. ®ant>er«) 422 

Ueber beittfcfte Ortbcgrapbie. Son Ä. ®. Slnbrefen. (Dr. SB. gride) . 434 
(Srammatif, »ogif unt> *45f9(|foloflic jc. SBon Dr. %, ©teint^al. (Dr. 

S3ü*fenf*üt) 439 

<&tifHiä)t ^itUx Ux eoangel. ^ixä)t au9 t>em 16. 3abr$unt)ert. ^eraudgege^ 

Un von Dr. 3. aRü^eU. (^onenf^erg) 442 

Friedrich's des Grossen Verhältniss zu Garve etc. Von E. E. Bonnell 317 
3>a» aitefle 2)rflma in 3)eutfd)IanD k. SJon 3. öenbljen. (Dr. eadi^fe) 318 
Programm ter 9lea(f(6u(e gu 6tTa(funb. ^on Dr. fRi\d), (p. S).) . . . 320 
$rcgTamm ber (SäciHenf^uIe in Cltenburg. S3on Dr. ^^nig. (t). £).) . 321 
©emerf.j. a:este«fritif einiger ©teflen in ©^affpeare'« 2)ramen. 95. Äen fixen — 
De sjUaba a ad formanda adverbia substantivis vel adiectivis in lingua 
Anglica etc. Von C. Regel 323 

^i^ceUett* 
etitt 93 — 110. 325 — 334. 444 — 446: 

Btitt 111 — 112. 335 — 336. 447 — 448. 



i^ttTitt^f^ SLtfU^ttik. 



^ttUft Sfbeutung ffir bie betttf(^e eüftatur htfUlji ^auptf&c^^ 
li^ featm, baf er in aUe ®eMete be« ®etflf« bie if)m etgenti&nu 
Ifa^ rtprc^ttctiioe ^t^antiifie unb ^müt^^eüt Sleflerion J^ineintnig« 
Seinem (Btttitn lag ba« 3be(i( einer anumfaffenben aSfie^eit ju 
®tunbe* (S^ wat i^m inner^ed Sebärfhip, {{(^ nickte ®rofe9 unb 
@(^ined, tt)a« unfer ®ef(^Ied[|t ju irgenb einer S^t ^er))otgebrad^t 
^at, entgegen gu laffen, unb jug{ei(|) bringte ti i^n, bie gdtdicf^en 
9tat^f(^Ififfe nid^t blof in ben Urfunben ber Keügton, fonbem au(^ 
auf ben 8(&ttern ber 9atur unb bed SRenfd^enlebend ju (efen. 2>ef# 
^aib faulte er auc^ feinen ®eifi burdli eine Jtunfl ober Sßiffenfcfiaft 
niemals aufgefüllt, fonbem fHinnte wn einem ®eMete gum anbem, 
) um fletd 9leue6 )u entbecfen« @r brachte gunAd^fl eine unenblic^e 
/ Unruhe in bie Literatur, aue ber fi^ aOm&^Iicl^ ein t)er{fingte« 8e^ 
. ben in ben einzelnen 3^eigen entfalten foUte* (St marf 9I{$ auf 
; »Hft in bae alte 3)unfel, f>)ra(^ fu^ne Stauungen au« unb xoM 
auf unbetretene 9al|fnen ^in* 2)af er bei ber @el)nfu(^t, mit feiner 
(Srfenntnif SlQee gu umfaffen, bie ®r&n}gebiete be« ®eiftee t)ielfa(^ 
))ertt)irrte, baf er aie 2)i(^ter in blofe Setrac^tungen, a(e $^i(ofop^ 
in ^^antafien geriet^, unb bap er bie SBiffenfcbaft im iCanjeltone 
i^ortrug^ liegt t)oafommen in ber Kotur ber €a(|^e. Sluc^ erflärt 
ed f{(b aue ber ganjen (Sntfaitunge^ ober @r))(ofloneu)eife feiner 
Ärafte, baf bie Unfierbll(||feit feine« »amen« nidjjt fowol^I auf ben 
ergebniffen feiner einjelnen gorfc^ungen unb auf bem rein »iffen* 
f(^aftli(^en ©ehalte feiner 3been beruht; al« auf bem ©epr&ge be« 
))erfonlici)en ©eniu«, bo« er iebem feiner ffierfe aufgebröcft f^aU 
3)ie ®abe, aUe Äenntniffe unb «nf^^auungen au« ben entlegen^ 
Pen Regionen auf einen lebenbigen 2RitteIpunft, auf ben SWittelpunft 
eine« ^erjen« jufammengujicl^en, bem bie Siebe il^re ©ragien t>erlie* 
l^en f^attt, gibt ben geijiigen ©d&opfungen ^erber'« i^ren eingigen, 
unt)ergangli((en Sieig. älj^re äBirfungen laffen ft(^ nac^ eingelnen 

9lt(^i9 f. n. epiaiim. XVIL 1 



2 «tmr'«.«eM«ttf. 

2:^atfa4)m bed itUni unb b€t Iffliffehf^aft nic^t mol^l abmeffm; ber 
@mfluf einer feieren ^erfanltc^fett t^erliert fic^ ine Unenb(i(^e. 2)a$ 
er aber auc^ l^eutjutage, nac^ fo bebeutenben Sortfc^rttten aOer SBif^ 
fenfc^aften, no(^ immer eine magtfd) ern)e({enbe j(raft auf bie®etf}er 
übt, baf in Äunji, Sleligion; $^iIofop^ie unb ®t^d)\^U feine Sbeen 
anä) jcftt noc^ befruc^tenb f ortwirf en, — »er mJ^l^e e6 ni(|)t mit 
Siebe unb 2)anf barfeit anerfennen? 

2)ie ^otfxt xoax ber äetl^er; in bem ^erber jic^ bmi^tn mupte, 
um gu at^meu; unb i^re äB&rme Meb mif aUe feine ®ei^Hut6en 
im Seben unb in ber äßiffenfc^aft f^tt^ou @ie l^ui^te i^m bJt @a6e 
eiU/ ieben ©egenflanb olö einen ganjen luib mqtlm^mm anga^ 
f4)auen; fie i>txlith i^m biebunfele; unbe)t>ufie Araft, bad bärrr^r^ 
jianbedbenfen bed 3^ita(ter6 gu überfliegen unb ftc^ in ber lebenbigm 
3lbee gefunb gu baben. 2)a {tc^ aber bie $oefie in i^rer t^m eigenen 
^eprobuction^fraft mit t)orn>aItmber Steigung ben Siegionen ber ^r^ 
fenntnif gugen)anbte; fo kvurbe boburc^ fein fc^opferifc^e» ^U^Hu 
talent faß gang abforbirt« @r befd^iAnfte ft^ borauf, im^ feint 
2)i(^tungen bad eigene 2eben gu erl^itern unb gu ^erfii^inem; bie 
aRufe »ar eine greunbin feiner Sr^olungefliunben^*) S)efio entfc^iies^ 
bener concentrirte {i(i^ feine nnffenf^KiftU^e !£^Atigfeit auf bie ^.ßoefte 
bed bebend ^ ber ®ef(|)id(|te unb ber Stuart] ber geborene Slefl^etifer 
trat auf ben t>erf(^iebenartigilen ©ebieten ber gorfc^ung immer koieber 
l^n)or. 9Bad nun bie @rfenntni^ unb Seurli^eilung M ®<||6nen 
felbß betrifft, fo fleUte fic^ ^erber auölegicnb unb erg&ngenb neben 



•) 3n feinen früheren I^rif(|fen (Setfc^ten ^aflen We (jualüollen Ä5mpfe ber 
3ttg«nb unb ber Stitanenjlurm be» ÜRantieflÄlter« fraftlo« »feber. Unter feine fp&f 
teten ^rjendergie^itngen ^aben fld^ t^iele ®iitenfpräd|ie imb 2eben9fegeln ))0n bdtf« 
tigern Sn^aUe etngebrdngt, bie mx vm einem fd^woc^en 6d^immer ber $oe^e um^ 
gelten loerben. (Sin^eUic feiner IBteber at^nten eine iDo^lt^uenbe SHein^eit mt 3atU 
Uit ber @m))ftnbungen; r>cä) entbehren fte bed boUen, muftfaüfdSien ilknged utib 
ber formalen 5lbrunbung; »ir bermijTen barin bie anmut^ige Bewegung, ben Siebe«* 
jauber ber ©i^tfunfl. fHe O^ unb reügiöfen Äiebet finb meijicn« frofWo« unb 
gerfloffen. 9lur fein (ßb, feine ßegenben unb ^aramt^t^ien ^hn bad Slnred^t auf 
Un|kri>(i4^eit. fßti ber Bearbeitung be« (£ib fö^^fte er fi^ tief Hi beu \pmx\4^ 
fRiiUxi unb ^elbengeifl, namentU^ in bod reizbare <S()rgefit^l unb ben obeiigen 
<5tD(a t^inein, unb bei einer großen (Sinfa(|f§eit ber 6pracl^e f(|ritt bad ©an^e bod^ 
in ber ädi^ten ©ranbeaa« einher. SBeniger at^met uuö liier bie (SJiutJ ber fpanifdjien 
Siebe entgegen. ?lu(^ flnben toir ni(^t ba« brennenbe Kolorit ber 9laturbilber, on 
bft^ )»ix bur(b (Salberon pmbtfnt finb, ben bmtteiblauen ^immef, bie gewittere 



«effliifl uni ®ftt!eInCanm S)ic fdne VinUx^6)tHmQ^ait , tk 
hmtQli^t fßttfimMhMtmM crPmn reinigte bd« fritfft^e gelb »Ott 
ator«r^e«en «nb wbrdute über baffelbe eine I^ieitere, frifcfie 8ebene# 
Ittf* be« ®e<^t«. @r tvtOtt bie ?ufl am tieferen !Den!en; et jeigte 
m bet »a^r^eit b«i teijenbflen »eflft be6 ®eifle«; er führte auf bie 
Kitben«n>ärtiflPe ®fife ben gangen grnfi bet gorfc^ung, tolt in bie 
SBiffenfi^afl ftbet^aujjt, fo namentlich in bie «efl^etif tin. 3n bet 
»mtt^ettung bet *unp»etfe befd[irÄnfte et fl^ auf bie fd^farfflnnige 
Setgtiebetung t^tet auf eten ©eflaft, auf bie frrengt ©eobac^tung 
•i^tet Jrfanmdfigen golgeric^tigfeit, auf bie Untetfut^ung be« 3u^ 
fanfimenl^ange«, in n>er^em bie 'otttinitUm dfige eined @^ataftet6 
uiitet einanbet flehen* Dbgletel^ et auf biefem SBege t>iefe fc^atf* 
jlnnige «ntberfungen machte, fo toat tt bo(^ \>on bet lebenbigen fRu 
»)tobiiftion bet Äunfiwetfe, in bet jugleicf» bae umfaffenbfle Utt^eil 
enthalten i^, in bet Reget fotit miftxnt 9in^ in feinen Äfil(|etif(^en 
3^|^otfen fam et nx^t leicht übet bie tjetflÄnbige JRePerion unb 9e^ 
otat^tung I^inau6* SBenn bie X^Ätigfeit 8eff!ng'6 eine Dorjugöweife 
negatit)e Wieb, toenn et e« ni(^t gut poetifc^en 9le))tobuction bet 
Äun^etfe unb namentlich jut ®efammtanf(^auung il^ret ®efcf)id[|te 
bta<|te, fo flettte SBinfelmann in biefen ©ejie^ungen Sefflng'e etgän* 
jtnbe J^Mfte ban Snbem bie Slegation in biefem Äunfhic^tet eine 
ganj untetgeotbnete Stellung einnahm, entjflnbete f!c^ an bet 8e^ 
f4>äftigung mit ben jfunfittjerfen bet Sllten feine ent^uflaflifc^e ?ln* 
fc^auung be* S^önl^eitabegtiffe«* (Sx tt>at ni<|>t im ©tanbe, ben* 
felben in f^ftematifc^e ffiotte gu faffen; nut in a^nung«t)oUen Xintn 



f^wangften Süfte, t>{e unter ten Beengenden li^eBendfomten einen um fo tieferen 
^ater ter £e{t)enf4aften attd(5^(en. d« fehlen jene ^^antaflifi^en Stumen, t>it 
bcliEdDeron loie and einet Sat)a^e<fe ^rt^ortoa^fen. IDen Segen^en ge^ bieet»ifd^e 
$kti( ab; ja fie Mtfiafen oft ta. Un mogereit Zc^n Ut (Ej^onif. ^fut ein mi« 
m^a^mlid^t 9Uia Hegt in Um larten ec^melg eine« Uebetoarmen «bergen«, ^o« 
aber alle i^re ^mnif^^Unrntn ^ingeatfimet ijt, in Ux freundlichen, gutrauiic^en 
SRenfdifenUeBe, gu ber ^ä) Wt Ut ^lanht Ux ^orgeit gemiltert ^at. £){e ^eiiigfte 
SBemnnfeetung ®otiti unb gßtttid^er ajlenfd^en bur^gittert äße ®aiten tiefer $oeHe. 
S)iefe(be begauberube WiU Ux Wttni^iid^UH mafte mit garten ^in^txn Me 3üng^ 
(i«9«gcfla(t ber ontilen Sti^^en mä) unb ff^uf fie wn. 6ie Regeln M ^ ^^^ 
weicifen bergen bed 4^rijt(i4en S&raminen ab unb werben von bem Slbenbrot^ einer 
in bie UnenblidSjfeit fortträumenben ^^antafle fauft angeglü^t. X>it eprac^ie ijl 
^ier weit gefangreid^er, al» in ben Segenben, eine JDid^terprofa o^ne SCrotfen^eit 
unb U^tf&ae. 



4 «erbev'l «ip^etif. 

tDogte er manchmal i^tt aud l^tHiitx %tmt attgulAaibigen« (Er fal|f 
bad Uti)t(t) bet @(^ön^eit, aber tn einem g^Mii^n <9(aitge^ bm et 
mit irbifc^en ©toffen nic^t nac^ubilben t)ermo^te« (£r em^fan^ e^ 
oft mit @^merg, baf et nut flammebib Don feinet ®ott^t jeugen 
fonntf^ unb baf bie fc^önften ä3Iiit^n bet Siebe; ti>omit et fe }u 6e^ 
fr&njen wünfc^te, i^m unter ben ^änben t)ertpeltten* Slbet immer 
U)tebet; fo oft er au(^ 9etgn)eifeln moUte, fc^ien i^m bie Un|)erb(t(^e 
gu toinfen unb i^m frtfc^en 3ugenbmut^ gum SBetterfireben einjul^if 
ijtru (Seine Offenbarungen über bie @<^in^eit ftnben fuH^ jcr^reul 
unb t)eretn2elt in ben funfigefc^tc^tlic^en Sßerfen^ ober nur ^öibtis. in 
befonberen 9lb^anblungen angebeutet. Slber ed liegen barin tie 
JCeime ju einem Saume ber flrcngfien unb umfaffenbßen (Sebanfen« 
entu>i(f(ung* aSor aUen iebo^ lief er bie in i^m Regelten, i^tm 
tiefßen ®e^a(te m^ fär il^n unabdfpre(^(i(|^en äbeen M Sd^onen 
in ber SBetra^tung unb 9la(^fc^affung ber grie(^{f(|^en {(unftoerfe 
n)ieberftra^Ien. @r )>ert^eilte nac^ bem 9Rafftabe biefer 3been t>it 
©ruppen unb $ertoben ber. Jtunfigef(^i(^te. @eine $^anta^ be» 
geiflerte {t4) gerabefo an bem Sinblicfe ber alten 93t(bfAu(en unb 
®em&(be, tote ber ®eniud bed !£)tc^terd an ber unmittelbaren SBirf« 
lic^feit ber SRatur unb bc« 3Renfd>enIeben«. (St fc^uf eine ^JJoefte 
ber Jtunfigef(^i(^te. 2)a feine Afl^etifc^en 3been fid^ niemaid o^ne 
bie glul^enbe; anba(iSit6t)oae Betrachtung f^iöner ®egenfi&nbe enti' 
toidelten, fo toax ed ii)m fremb; ben iftanon ber falten Beobachtung 
unb SBeuct^eiiung einem j(unfln)erfe entgegen ju l^atten. gaß moö^tt 
man fagen, er l^abe aUe ®ebilbe ber ©c^on^eit fo bargefieOt; mie 
ein Siebenber [eine ®eUebte» ®r flrömte nimlic^ in wenige SBorte 
bie ganje ®fut^ be« geuer« aud, ba« i^m bur(^ bie öetracfctung ein*^ 
ge^au^t tomit, unb beinahe toar i^m feine garbe ju flarf, um bad 
nac^gumalen, toa^ er mit ben 3(ugen ber Siebe angef^faut l^atte. 
®rof war bie pro))l^etif(^e Jt&^n^eit; womit er ben Xorfo be9 S^ttt^ 
cttied erg&njte* Sn feiner ©d^ilberung ber «iobegruppe unb bed 
apono t)on ©etoebere erl^ebt er fi(^ jum ©c^wunge ber pinbarifdjen 
Dbe unb begleitet bie ®ott^eiten in bie feiigen ^o^en bed Di^mpod 
aurucf, benen ber ®eift ber Aünfiler fie entfährt ^atte. 

!Die eigent{)ümlic^e ®abe, bie nun ^erber für bie gefc^ic^tlid^e 
unb fritifcfte «uffaffung ber ©c^önl^eit mitbrachte, war bie ©enialit&t 
'feine« ©mpfinbungdlebena. 6« fehlte i^m troft ber feinen fRtfitxio* 
nen, bie er im (Sinjelnen. anjieKte, boc^ im ®anaen an ber einfi^nei* 



benbett 6<|Atfe M Seffingfcffm aSdrflanbe«, fdkoie aü(^ fehte $l6aiu 
tafie ju f^ktanfenb unb ncbel|iafi tvat; um f{(^ gu ben pla^\i)m 
Ste^^obttclioneti SBinfehnonn'^ gufatnmenjune^metr« SBie et unter 
oflen St&n^ Me SKußt an mei^ f^trootf^ttt, fo belegen {{cf^ <iu(^ 
feine Hebetfcftuuflen unb ©eurt^eifungen »JoetifdEier tffierfe tjomaltenb 
in bem muftfaltfi^en @Itnrente. Snbem et ubetfefrte, malte er nur 
ben <Sfnbfu<f, ben bie Originale in feinem @m)>finbung6Ieben jurädf^ 
ttff en»*) er würbe in feinen Stimmen ber fflaifer jur aSJelt^arfe, 
bte ^^ wn üüm 2){(6tungen bur(||t6nen lie^ unb {{e a^nung^oD 
nod^bebtia^ <Se gelang il[fm ^ier^ bie feinflen, toerf(^U)ebenbflen Xint 
^au^}u|u^{en, mit bem ©el^ire gu erl^afii^en unb in it^eriftfie 9la(^« 
bilber )u Reiben« Sluc^ n>enn er beurtl^eilen^ n^enn er fritifc^ re# 
^robudren n^oUte, gog er mit inniger Siebe nur bie Seelengefialt be« 
fremben aßerfed au^ unb bifbete biefelbe ni^t mit färben ober 993or# 
im, fonbem mit Xdnen ab* @elb{l bie ®efia(ten be6 ^omer unb 
Df^an, in benen bie mu{tfalif(||en ©nbrfitfe feinet ©emätl^ed noc^ 
bie befUmmtefle Sptaitt fanben, f^^iDeben oft mie {euer ®ei^ im 
igi0f> t>oröber, befj^ Stuf man ||6rt; of)nt feine Silbung gu er^^ 
bliften« 

9Iu<fi an ber feineren 8eoba(|tung^gabe gebraii^ ti i^m nic^t; 
et f^ttt aber n>enig ®ebu(b unb Neigung ^ einem Jtunfhoerfe bie 
@ingei^eiten obguiauf^en: mit ber Jhl^n^eit einee Slblere xoat fein 
ma immer Kutf ba9 ®ange ber poetif^n 93o{fdgeifler unb deitalter 
gerichtet« 3m poetif(|^en ^ergen ber SSdifer, in ber bunfeln (Beburt^^ 
fiAtte il^rer 6agenentn»{(f(ung toat fein ®ei|i gu ^aufe. SSon bort 
^rimten il^m bie DueOen ber tieffien ßrfenntniffe entgegen« 9Rit 
einer d^rt^tit ol^ne ®(eid^en toerfolgte er bie ®enien ber Stationen 
burc^ aOe t)erbotgenen @Ange il^rer Sntwitflung unb fafte bie ^Joefie 
a(d tin lebenbiged, gange«, unt^eilbare« @rgebnifi ber GitteU; ber 
dtefigion, ber Sd^itffale unb Zf^tn eine« aSoife» auf«^) 

er lief e« babei ni^t an Serfu(||en fel^Ien, bx bie pl&ifofopl^ifÄe 
erfenntnif be« ©c^Snl^eiidbegriffe« einjubringen, unb namentlid^ ging 



♦) lUUx t>ic Wtti^oU feiner )pctti\ä}tn UeBerfeJungen Äußert PdS> ^^erber fclbfl 
in Ut aerpfic^ore 6. 308. 

^)VitUx t>{t„^aii\mtti)o\>t/' tie er in ter ©efd^id^te ber^oeffc befolgt ^aben 
wlU, ifi befi^ttterd bie licbendmürbige 6teIIe in ben 3t)een gur ®efd^i(^fe nnb 
itciti! Ut $o«f[e H. e. 176 gn rnftld^lett. 



er l^ter, wie öNroO, i^pn Nm i^äm^i^tm Sö^im im, b^ ^ptm^ 
lati'üt !£)en{en mit bem etfal^tttng^m&f igen an^yn^ti^i^tL 

2)te Iogtfci)e ®(^ätfe unb Strenge eilte« burc^gfbitteten SHoltKi' 
fet«, burfen tt)ir t)on i^m nid^t emarten; baju m^ngttte i^m bie 
eigentliche 2Rann(t(|)feit bed !Denfend, bie ®ebuib; feine 9lufmitff4Bi# 
feit anl^altenb auf einen ©egenftanb )U rieben. SSon be« wigm 
!X)tange ju beobachten , ju fammeln unb gu )>e¥g(ei(&en bef^errfc^, 
fclieute er bit farMofe ßinfamteit bed in bie reine Snnetlid^^it »tt* 
grabenen gorfd^end^ Sluc^ bie {Vfiematifcl|)e SBitbung; foioeit er bie^ 
felbe ft(^ aneignete^ üertpanbeite ftc^ immer t^ieber in bi^iporm bt0 
@m))finbungd(ebend ober fe^te fi(^ in rul^geren ©tunben a(d &u^# 
Uc^e SSerftanbe^reflexion ab. @r Igat ebenfo oft aQc @9fleme Aber« 
flogen, ald er unter i^nen juritcfblieb» S>af er aud^ Aber )>Pofo|>l^i» 
f(^e ^Begriffe ftc^ lieber im ^ropl^etentotte au^fprad^; t^ar nun eiti^ 
mal in feiner Statur begrönbet. 2)a^ ab^r bie £)rafeIu>orte nid^t im^ 
mer gutrafen, baf fte öfter oon toeitfd^ioeifigen unb geto^jo^niidlen 
JBetra^tungen unterbro(|en kourben, — n>er mod^te bie« einm ®etfle 
oerargen, ber mit ber <5t)rac{)e unb iDenfart feiner 3^^^/ ^ii fo ^i^ 
len Slnforberungen be« 2lmted unb ber JBäiffenfcfeaft, mit ber SJiii' 
feitigfeit feiner flalente; mit ber Sieqbarfeit feine« @miätl|K«, nt einem 
ewigen Dtingen unb fam>)fen begriffen tt>ar? 3« ben ®(mtn^ 
fomern fift^tifd&er Sbeen, bie er unorbentlid^ bur«^ feine ffierle ^in* 
gefireut l^at^ liegen ^eirne genu^, feibfl ju einer f^flenmtifc^n ^aU 
loiiflung, iebenfaU« aber Stümt bt« göttlichen Seben«^ bie ni^t ab^ 
fterben fönnen* 

3n bie nac^eiligfie Stellung geriet^ er a(« iß^tlofot)]^ be« 
Qi^mn burd^ feine berüc||tigten 9(u«fätte auf bie Ariti! ber Ur^ 
t^eiUfraft @r {)atte nid^t bie (S^oncentration be« S)en{end^ in 
ein flrenge« Se|rgeb&ube, toit ba6 Jtanttfc^e, fic^ gu ^^erfenfen unb 
l^ineinguleben. (£d fehlte i^ bie befc|^eibe«e dur&dt^oltung ber etge^ 
nm SKeflerionen, ol^ne bie man ber ©ebonlrn eine« fol^n ^RtU 
fter« {ii^ niemals bem&d[;tigen fanm @d^on al« Sungling oerl^ielt 
-er ftc^ biefer 5lJI)ilofopf)ie gegenüber 3n)eifelnb unb um feine ©elbjt 
fiinbigfeit beforgt» 3n feinen fpäteren Sauren ,tt)U^ö i^m aber ber 
j(ritictdmud Aber ben ^opf, unb er l^atte ftc^ in bie einmal errun^ 
gene Silbung gu tief eingewurgelt, um ber (Srgrönbung eine« ®9^ 
fitem«, beffen barbarifc^ lautcnbe ©j)rac^e feinen JReig für feinen h^u 
ti\i) feinen @inn l^aben fonnte^ bie foflbare ßtit gu o)>fem« i>a 



ef tnm ftftifbbf mmii^ no^i^tii» SBiifiotfl ber nnfrn ^^ttof^Me 
itt ^ttU((>iin %eiM> im Staate uitb im amllt^m Sciufe iuMtlatm 
^tU, fo Äußerte cir feine tatrAfhtng in iit>et poiemif(^n @4r{ften, 
t>ie ber jtantff^n 9)ei«|^ftf mi S^nlKüek^te goltcii« !£>itr(f^ 
HRtDÜrbige @<^ftl^ttiifleii*) simbte er ben riefenmi^igen @etft ftU 
HC« alten ^^rere bemdittgen unb bie 9(ueiorttAl beffeiben umii^kn 
^ limm* (Srnn fe^r beträbenben ^tnbtiitf ma^t tt, iiDenn man 
ben ffjämten Stütittt ft(^ mit Sbren ^mf^Iogen fie^,. bie er au« 
9ii{lt>n{}ftnbnt0 bem ®egner in ben SRimb (egt, wenn er Streiche in 
bie Suft fä^ri; bie nur [eine eigene ®(^n)A(^e im f^ftematifi^en IDen^ 
fett beurfunbetu 3« ber Soligone^ bie j^^ mit bem @(bönen unb 
ber Stim^ bef(^&ftigt, fAm))fte er nur gegen bie bärftigen ®ebanfen, 
bie er in fefaten ®egner ^inein(ae« 2){e jtdtif ber Urt^eiiefraft er^ 
^dfim i^m alt ein 9abe( wx 93egrtffdt>frtt)trrung unb gemifferma^en 
ole ein deicf^n ^feinbce(|Knber Barbarei« 2)enno(^ Timmen bie 
)M)^ii»ett $rintt)Hen bei J(a1Iigi»iie/ bie aOe Sinerfennung t>erbienenr 
ber $au(Kfa4j^ na<^ mit ftant äberein. SBir l^aben ed übrigen« an 
^(fber'e Slrt gu p^f^l^l^en alt eine )>erbien{Hi(|^e @eite l^ert)or)tt^ 
lieben, baf er ü^ ongelegentUcI) bem&^te, ba« It)irni4)e Seben bet 
2>inge flogen bie ^rflftc^tigung be« fubiectf^en 3bealidmu« aufrecht 
gtf erholten* (Sr (u<^te bie 9$a^rl)eit in ber ben gegenwärtigen ®eifl 
ei^ifenben (im)>irie; er folgte ber {}i(Ien @t\»i$f^it Ut Unfi^Ktbo^ 
reu, bie ant bem. ä^a^fiabe ber ^tboren SBelt gefc^dpft n>trb, oM 
bem Srgebniffe unferee gefammten geifiigen £eben«, ba« nic^t b(i)# 
ben eigenen 3n^n(t rtprobucirt, fonbem in unb an ben tt>irfii(|^en 
Dingen jtc^ entmidelt. 3n biefem tt^eiteren 6inne be« äBorte« tt>ar 
er ein <8iau6en#pl^üofop^ n>ie 3^fobi* 

<Sd ifl begreiflii^, ba^ ein Wlam "cont ^rber'« bemegUddei unb 
ine(gefc|i4fti8er ^erfiMicdfoit JH^ mit feinen eingeinen Setra<^tmtgen 
i»ib Ib^^en in manche fffiiberfpr&^e )^tmiätln mufite. 2>a fi^f 
biefelben ki^t entbeiien (a(fen, fo fmm tt unfere Slufgabe itfd|i fein, 
^e ]^eirau«iul(|eben ut^ mit fritifc^er SSBic^^tigfeit ju n>iberlegem 93ir 
beabfi4ftigen ^(m^r, bie tiefere ^in%txt feinei 3been oun^ unter ben 
mannigfaltigften 9t&ancm, @(ibAttirungen unb Sibn)eici>ungen ber 
gorm aüfjufut^en unb nat^juweifen. (Sin ©vjiem ber ^ertferfi^en 



♦) »etfil. «ftotoie« fur ^«K- ber reinen flkrnttnft I. @. n lÄ, 21/ f. 
Äaflifione I. ©. e — 8, 11 — 18, 32^fv 131 f., 13$, 309, II. «/l«8. 



8 «irbet'« flefl^etif. 

Hef^^tif mtfjiifleQttt, fc^eintun^ um fo n>m{en ein öfterPfflged unb 
nu^Iofee SBorl^aben ju fein, al6 ein li^nget uitb )>erttautet Umgang 
mit feinen SSSerfen baguge^irt, bie mtitaudeinAnbertiegenbenStral^Ien 
feiner ajil>etif*en 3been in einem ^ttnnpmttt jiifammenjufaffeÄ, unb 
alt unfere Stterar^fiorifer, bie ^^ meißenf auf ein fe^ aUgemetn 
gei^altene« Uxt^eil übtxS^ttUx befc^tfÄnfen, jwat bie elnaelnen ®(^r4f> 
ten biefee SKanne« d^arofleriftren, abet atif tiwi Ütftxt Snnoiifbing 
feiner SBertanjli^t f«^ nitgenbe rtnlajfem*) 



L SSom ©d^pnem 

^ !• !♦ Snbem ^eiber ben ©runbbegtiff bet ®(^6i^elt ju entbecftn 
fud^te, erging er fl(^ in man^eriei geifl\)oÖen ©eobat^tungen unb 311^ 
nungen, ol^ne jiebo^ ben ^^axftn unb beflintmten 9[itdbi^u(f bet n^if^ 
fenf(^afrtic|fen ©rfenntniß für biefelben gu finben* ©eine »eitf^^nni^ 
ßgen, oft rebnertfc^n 9ief(erionen (äffen fid^ in bie einfädle SDejlnitien 
jufammenjie^en: ©^Jnl^eit fei bie fl^bttre ©eligfeit eine« @egen^ 
i^anbe6; beffen 2)afein mit fliS^ nnb mit feiner 3b<e t>olR0mmen l^dt^ 
monire «nb hiermit bie 6tf(|einung bet 3bee überl^upt l^einoorfufe***) 
3n biefer 2)efinition finb benn aUerbinge bie wefentli(^n SKomente 
ber ©c^dn^eitdibee ent^abem !X)ie ©d^dnl^eit bringt uM bä« Silb *et 
)>onenbeten Steilheit, be« gang mit fi^ )>erfil^ten ®Hfiee gut Sln^ 
fcliauung; fte ifi ba6 felige SAc^eln b^r 3bee Aber i^re unöber^t>inb^ 
lidi^e ®MxijUit] bet ©taat be« en^ügen ^rieben«, bad unter bet 
3)e<fe ber SBirflid^feit flc^ l^ert)orarbeitenbe 3lei4) ber «{(^tgeijier tt>irb 
in i^r geotfenbart* 3nbem aber ber fd^Sne ©egenflanb bie bur<^ft(^^ 
tige ©efialt einer befonbem 3bec i^, fo tritt ba« aßelttiB ber Sbeen 
in benfelben eim S)er ^InblidE b^ befivnbem 3bee gitl^t bie @tinne» 
rung ober Sergegenw&rtigung ber 3bee ä^er^aupi na^ fti^« 3>ie 
©eftalt; bie einen ©eniue offenbart, trftgt för ben ©etradjfter alle 
®enien an fid^ unb toixt> gum fii^tbaren ®en{ud be« SBeltgangem 

•) SBir citircn ^txMi e*Wftm m^ Ux 1827—1830 bei Cotta in ©tutt*. 
gart iint) STübingen erfi^fenenen 9(udgabe i^on 60 ^^uote^^dnDen. 

••) Äoaigonc, I. 6.24, 27 f., 35, KOf., 55 f., 59, 88 f., 91—93, 96, 99, 
103 f., 121—124. $(ntiquarif4e $luffä|e €.34; ^umanitdt«bri(fe n. e. 202; 
^Uta aur (üefcb. u. Stx b. ^oefie u.f.ip« I. e,193. 



»eilet'« «ejl^etif. • 

IL Sl !&iitov<^, taif ^etber bo« ®ef&I^I ber Snß, ba6 btm^ 
bie ®il^£ttl^it emecft tottb, atö einen änflinft betradjitet, ber un« 
)tt ber unbetoit^ten gotbenuig itnfem Sebenejmtfe Einleite, t>er(Aft 
er ben @tattbpunfe ber firicn, tDiffenfi^aftlic^en 3beoIttAt unb l&^t 
fUif }tt te{eo(0gif<||en 99ttra4|lttttgen herunter ; bie eine ®a6)t ber 
beobo^enben 9{aturforff|^ng unb nx^t berSle^^etif finb. ®o tütru 
bet er fein SHai^benfen ber niebrigen 6tufe bed {inn({(|)en äßo^Ibei^ 
finbend iu, ba6 bteSBeil^e ber64iin^eit ni^t empfangen l^at 9}a(fi 
feiner Slii{i(|t ifi n&mUf|| oud^ bae «ngenel^me, ba« ben grdbflen 
(Sinnen f^metc^elt, nod^ ein l^armonifd^ed ®ute, bad }ur Srl^altung 
unfere« @eind unb SBo^Ifeine bient 3)iefe6 ®ute betrachtet er a(6 
bie Siittfieitang be6 abfolut ®uten in ber @t^aU, bie t)on ben um 
frden, nngemeiljiten Sinnen erfaft n>erben f6nne. S)ae ben Sinnen 
jufagmbe 9tidfiiift f^Ut er bem ®ei{le tt>{e eine äSorfc^uIe ober ein 
@(ementarbtt(|> bed etoig ®uten ^in. 2)er gen)d^nli(^en, finntic^en 
2u^ ftt(||t er ober babur(^ eine Sebeutung ju geben, baf er {ie ))on 
bem Sea>üftfein ableitet, ben 3n>eif be^ ^nnlic^en Drgane«, n&m^ 
Udi bie SBeforberung unferer ©I^feligfeit, tomn au^ in i^rem un« 
terge^rbnetflen atomente, erreicf^t gu feigen« SBir ^aben ^n unferem 
(Stonbpnnfte au^ nur bae @ine in btefen !93etra(|>tungen fefijul^altm, 
baf ber (Sinbrud unb bie SBirfung bee ®(^6nen infofern aOerbingd 
ber abfoluten S^^^ni&^igfeit entfpric^t, aM bur(|> bie {Snfd^auung 
beffeiben bie innerflen Stdmt unfere« 2)afeine getoe(ft; unfere ebelfien 
Stxi^t in Steilheit gefegt, bie Drgane ber reinmenf(|(i(^en Xl^&tigfeit 
in und entfaltet unb bie unoerftegbaren DueUen ber ©(fitffeligfeit in 
unferem Üemitti^e ge^f net toerbem 3n biefem Sinne bient alled Sc^dne 
bem (Sub&monidmud unb fann a(« eine Sefiegelung beffeiben betrachtet 
»erben«*) 

%. 3« Snbem n>ir bie bem Sd^toen n>efentli(^e Sinl^eit ber fc^onen 
(Srf^einung unb i^red anbetenben ^etracf^terd in'd 9[uge faffen, fo getoin'» 
nen n>ir bie l^o^ere SBeflimmung, ba$ bie Sc^onI)eit bie ^<t)tbatt ©e^alt 
ber Siebe fei* SDenfen toir und einen fc^jonen ©egenfianb, ber fein Se* 
ben in ^Ux%tx Slbgefdf^benl^eit verbringen mii$U, ol^ne angefe^aut, 
geliebt unb oere^rt gu toerben, ol^ne feine gange Siebe bem anbeten^ 
ben entgegenjubringen', fo tt>ürbe il^m ein SBefentlic^cd gu feiner ffiotl^ 
enbung fehlen; ia feine ©xijieng lourbe einen burc^greifenben SBiber^ 



*) Sergf. ieafligone I. 6. 33 f., 40, 63. 



10 i^irbet'^ üt^^ttit 

fptnä) in fic^ tragen« Qnb menn t9tr mi mit mifmefffanuti SUcfcn 
in bie ®e^elmntffe ber ^(^önl^ett i^rtiefen, fo fomi td und nhf^t 
entge^n, bü^ fie nac|i bem Slnf((faufnbm ücf^ ij^inben^egt, baf f{e m 
i^ren 9Rtenm xtnb ^rbetben bie @el^nfiid^t auebrftdt, i^m fid^ mit^ 
püi^tiltn, i^n }U befeligen, wn ifjm erfannt unb grl(e6t gu toerbtit« 
iDttfer Sttbedmagnet ber @(^önl^eit ifi bie ©rojie, (S^arid; 9bmüt^ 
ober ^ulb. !£)ie 6eltgrett ber tai fd^6ne 8tlb bitri^dt^tttenben 6ecle, 
i^r Ic^ter Sebenepunft, ifi beraugenWirf^bertRittMlw^S/ i^ weld^em 
bie ünmutf) jum Steije toixb unb hiermit bem Setrad^tet bad i^erj 
raubt SXefer toirb burc^ bie SBerfc^meljung mit bem f<|6nen @e^ 
genfionbe in feiige Selbjittergejfen^eit »erfenft, loerwanbeU jidSi gong 
in bie 3;bee, bie in bem f(^6nen ®egenflaube fic^ enti^t, unb W[* 
fc^n>ebt in ben %l\xtf)tn bed gdttlid^en Sebend^ bad i^m wn bort ent^ 
gegenfhromt. 3n ber 6(^dnl^eit, „al^ ob ^e^ftOed to&re^ mol^t bed 
ainfc^auenben 6eele«^*) 

§♦ 4^ Obgleich aber bie ®ragie barna<| t)erlangt jl^ bem An* 
fe^auenben mitjut^eüen unb i^n bur(^ i^re Umarmung gu befeligen, 
fo tjcrbirgt fte jt^ boc^ im ®ürtel ber 6^am unb 55ef(|ieiben^eit oor 
fid^ fetbfi unb ber aSBelt, um gerabe f)Ur\>m^ ^immel unb €rbe gu 
entgürfen unb gur iitbt gu entffammen* 3e mel^r jle barnadl^ jlrebt, 
fl(^ unfid^tbar gu machen, befio ftc^tbarer glAngt il^re ^errlit^Wt l^er^ 
t)or: benn bie 6(^6n^eit ifi burd^ unb burc^ ©rf^einung, Offenbar 
rung unb Oegcnwart ber Sbee* Wt biefer ©<f)am]^aftigfcft be6 ©(^5^ 
neu untrennbar oerbunben ifi feine felbflben)uf te Äul)e, feine SBürbe, 
burcli bie ee ben uneblen S3etrarf)ter t)on fi<^ gurfirffc^redft, bie ®äI^ 
rungen bed ©emüt^ee bÄmpft unb eine ,/^)eilige greube^* erwerft^ 
„J&ol&e einfalt" ifi tjiefleic^t ba« treffenbfie ?ßrfibi!at f»r bie »a^re 
©ragie.**) 

8. 5* 9Son bleibenber St^^nl^eit fft nur ba^ SBa^re unb ®ute* 
SBae unfer flttlic^ea ®efu^I aW unrein em»)ftnbet, baa muf an^ un^^ 
ferem ©efc^matfe früher ober fpiter al6 unrein fi<^ barfieüen« ®ne 



♦) ira«gonc I. e. 34. «.♦) 88 f., 113—116. IL 204. gfgeiÄeii tl.f.». e. 
262 f., 266, 276 f., 283. ^«uf^ m\> lätbt,'* (&t^i^U L «.«2. Kntiqitarir<llt 
Sluffa^e e. 108. ^d^riften sur xbmU^tn ^iUxatüx 6. 94. 

♦•) Jlafligione I. @. llö. SDccti gur ®ef(^i(^tc unb Äritif Hx ?5ocfie I. 
117 f. n. e. 64. ed^rfften jur rßmif^cn gfteratur e.94. ^rü*te an« ben- fogtn. 
floltencn Seiten I. ®. 84. ilritifdf^e SBälDer n. e. 117, 119, 172. gwömente jur 
SDcutf(^en Literatur H. ®. Kl f. 



•erber'l «efl^etir. U 

fd^dne^Mtaltttiuf btm^ htn^&üfßavA iffttt9UtUt eine fittUc^eig^amio^ 
nie l^en>orbtiiigen« 3a iit dQmiU^t @fe(t bct 6(^9n]^f{tn)o^nt in btr 
ftttlld^cn »iftung eine« ©egenfianbe«; in feiner „moxali^äftn ®rajie** 
Se fittt{<^ reigenber bie reine ©rajie ijl; wn Ut ein ®emalbe fte(ebt/ 
wirb, beflö me^r ruft ed bie ©mpffnbung einer ^ol^eren Drbnung ffttf 
\>0T, beflo me^r entjürft e6 bie innerfie Seele*- SBie aber in jeber 
5(^ten ei)inf)tit fic^ bad ®ute abfpiegelt, ebenfo ifl fie aucfi bie &u# 
fcre ©eflaJt ber SBa^rfteit; |a nur ba« SBal()re ifi fAön. 2)ie SBelt 
be« ®miue ijl bemnad^ bie SBelt ber innem Wiai)tl)tiU 3nbem $er* 
bct in bie ^fta^)fen ^laton'e eintritt, betrad^tet er ba« Schone 
atö fDarftellung bed ®uten unb aSal^ren, aM Heibcnbed Sßefen ber 
Dinge, att ,,il^re innere ®eflalt, • bie fldS) in ber Äußeren nur n)ic ein 
„\)erÄnberfi4^ee S^raumbilb" abbrfidft* SBie ben ©riechen ober»» 
f^avipt, erfi^eint bem beutfd^en Denfer ber Segriff be« Schönen att ber 
Urbegriff, aW ©efammtfraft ber Seele, bur^ bie fle auc^ be« SBaliren 
unb ©Uten flu) \>oafommen bem&c^tigt.*) 9Bie nun ba6 Ac^te Schone 
nur gum Sßa^ren unb ®uten l^inleitet, fo iß ti audj), totm mir bem 
SBal^ren unb ®uten folgen foHen, not^n)enbig, bap e« bie ®eflalt be« 
6(^onen für un« annel^me« Soll unfer SiQe gur Befolgung eine« fitt^ 
liefen ®ebote« angeregt n)erben, fo muf e« in einer einlabenben ®e{ialt 
if)m entgegenfommen; bie 93en)eggr&nbe gum ®uten mfiffen al« Sieige er^ 
fd(ieinen, bie au« ber fittlic^en 3bee fetbfl entfprungen finb unb fie gu 
einem Silbe ber Sd^ön^eit formen« fftm burd^ bie Sc^on^eit l^at 
ba« ®ute für un« Sntereffe» g« gibt aber au^ feine ®ute unb 
feine SBa^rl^eit, bie nic^t für ben Srfennenben unb ?lu«übenben 
bie ]^öc^f)e Sc^on^eit l^&ttem ®o n>urbe bie iSugenb \)on ben 
®rie(^en mit fRt^t at« ba« fittlid) ®^öne, al« bie SBo^lge^ 
{lalt ber Seele betrachtet, unb toa« bie Ac^te Sitbung bebtngt, 
ift bie »moralift^e ®ragie»* „2)a» SBal^re, ®ntt unb Schöne,« 
ruft ^erber au«, ,, ungetrennt unb ungertrennli<^, fei unfere 2o^ 
fungl**^ 



•) Sbeen giir (&t^id^t mib Äritif ber ^oefle, n. 6. 80 f. italHflonc L 
e. 109^ 118. 185; e. a03 f., 909. 9lad^Ufe ^ißor. e<^iftett, e. 417. eo^ 
)»(ron., 6. 54 f. 

♦•) €>i))s>tfxon., ®. 54 f. Äonigone, I. 6. 1«, 113 f., 118. 3^eett a«r ®e* 
fc^i^te unb itritif ber $oefle, I. 6. 202 — 207. gruc^te au0 ben fog. golbenen 
3e«en, I. €. 35. 



n. Som erhabenem*) 

§♦ 6. "DbgWc^ bae irbifc^e unb bcfd^ränftc Dafcin j[ebc6 fc^o^ 
neu ©egenftonbed ^on ber g6ttlt(f)en 3bee burd^brungen unb burc^i* 
Icu^tet iji, fo fann cö ioä) nic^t in Slbrebc flcjiellt werben, baf bie 
©c^ön^eit alö einjelneö S93efen, bad ber 3bee $um Seibe bient, in 
biefem l^ö^eren Seben^principe felbji ben Äeim i^rer Slnflöfung cnt^ 
))alu Sie n)eift mit xf)xa eigenen ^Eiefe, »enn tpir biefelbe burc^^ 
bringen, über ftc^ in bie SlKgcmeinl^eit hinein, bie bad elngelne Sd^öne 
überfc^reltet iSie Srl^aben^eit bringt biefee SBer^ältnip in ber SBeife 
an ben Za^, baf bie 3bee t^r Oebilbe öberttjac^ji unb an bet cin^ 
jclnen ©rfc^einung i^re Suprematie über alled (Sinjelne }U erfennen 
gibt» , Snbem nun §erber bad Srl^abene aie bie ®egetttt)art beö Un^ 
enblic^en im (SnUii)tn begeic^net, faßt er biefen SSegriff gu mit unb 
begeic^nct burc^ benfelben bad ®d[)one überl^aupt, bem freiließ in ieber 
feiner Oejialtungen baö SDioment be^ ßrl^abenen jugepanben tt)erbcn 
muß* !Dajfelbe gilt öon ber tt>eitcren SSemerfung, baf ber erhabene 
Oegenjianb in und bie Sl^nung M SBeltalld l^ertjorrufe» iDagegcn 
fommt Berber bem SBegriffe M ßrl^abenen nä^er, inbem er jene 
iDepnition burd^ einzelne Seifpiele ^eranf^aulic^t* ©o tragen erl&o^ 
bene ©ebanfen eine SBelt t)pn Segriffen in ficfe unb orientiren biefet 
ben unter il^rer Sinl^eit» 3)enn ed iji ein icefentlid&er 3ug bed gr^ 
l^obenen, baß ed bie Unenblid^fcit ber 3bce bem jinnUc^en ©toffe ge^ 
genüber einl^eitli(|| gufammenfaßt* SQBenn §erbcr fobann bad ©efül^I 
ber Slnba^t, baö und mit einem @eban!en SlKeö jugleid^ gebe, ald 
ein n)eitered Seifpiet ber gr^abenl^cit anführt, fo läßt ed fxd) nic^t 
leugnen, baß gerabe burc^ biefe Stimmung bed ©emüt^ed bie ftnn^ 
lid^e gorm ber 3bce burc^broc^en, alfo bie beginnenbe ?luf(öfung ber 
einfachen ©(^on^eit l^erbeigefü^rt »irb, bie in allem Srl^abmen liegt« 



♦) aSfll. S^aUi^cnt, L ®. 200 f , H. e. 71 f, 87-90, 104 f., llO, 118if., 
122—125, 127—130, 133—136, 207. ®eift Der ^ebrdif*en ^Joefif, I. ©.126, 
IL @. 111 f., 128, 434, m. ®. 112. «eftcfle Urfuiil>e te« SR^f*engef«Ie*t«, 
I. e. 9. ««.♦) Zf^tetoQ. «riefe, HI. IV. ©.247 f. 53lumfnlefe au* morgenidn^t* 
fdSien 2)i«t., ©.128—132, 265. $lntfquarif*e Sluffdfee, ©. Ö3 f., 117—124, 
136 f. ©d^riften jur grie*. ßiterotur, ©. 2Ö6. gragm. aur Deutfcfeen ßiteratnr, 
n. ©. 36, 48, 267. grü*te au« ten fog. goUJenen Seiten, I. ©. 149, 168, 189. 
SDeen gur ®efd^. u. ihitif t. «poefie u. f. »., H. ©. löO. !Ra(^lefe jur fernen 
ISiteratur mt> ^n% ©. 95. Segelten, ©. 23 f. ^Drafiea L ©. 41—43. 



Wimt fo^ünii ^to barouf f)iimtift, bof fecr t)on $^ibiae bat» 
ge^cUtt 3<u^ i^^t tn £emt)cln throne, aber t)on feinem berfelben 
tttnfaf I tDCtbt/ fo fprii^t et in bet gorm bet Sl^nung ben ®ebatrfen 
ata, ba# bie dr^abenl^ieit \>on bet £unfi jmät immet in bie @(btan^ 
ttn bet @cbon^eU* eingebannt n)itb, abet innet^alb betfelben übet 
aQe (SinjeU^ebtfbe bet @c^in^eit ^inaudtDti^ unb ba6 9ttii} bet 
Unenblit^feit auff4[(ieft änbem et loon bet äTlurtf fagt, fte fpre(be 
an unfet 3nnei#e« aM an einen Stitgeifi bet ©c^öpfung^ unb bamtt 
gu etfennen gibt, baf und biefe Jtunfi in bie 9Ritte bee aSeltaUd 
l^tneinfü^t, ^bt et bie Unit>etfaltt&t, bie mi t)0t)ügli(^ but<^ bie 
^IHuftf i^etanf(bauli(||t n^irb, oI« bie et^abene 6eite aOet ©c^önbeit 
^etDot* 3n &^nli(bcm Sinne bejei<^net et ben er^benen S(u6gang, 
ber in einem ^omenle uM Mt» getoA^te, al« ba0 ^öc^ße ßid 
bet J(un{i. 

3nbem mit nun bun^ bae @tl^abene felbfi in'^Unenblicbe umgetDon« 
bell, tnbem irndf baffelbe unfete ©ebanfen, ®efü^(e unb SBorfieQungen 
t>etin)igt wetben, öbetl^6ttn xoit bie Stimmen bet entließen, irbifc^en 
Sßelt unb ic^etne^men nut ben 3utuf bet ©eiflet, bie, bet @nge M 
2>afeiii0 entboben unb lot^n ben 9R&nge(n beffelben geteinigt, im iidiU 
glanje bet Setftärung n>ol^nen« So öbt namentlich bie ^uftf , aM 
bie Stimme bet ©enien unb bie Sptai^e bet @nge(, jlene tt>unbet^ 
bäte Jttaft aue, tnxä) totl^t Det SRenfc^ übet feine bef(bt&nfte @in^ 
}e(petf6nli(^{eit ^inaudgeboben toixh unb bie i^St^if unb Wtttapfi\)^xV* 
feined Seben6, b« ff^ bie emigen (Stunbfotmen, bie teingeiftigen Sle^ 
mente beffelben empfinbet. 

§. 7* 91(6 bie unmittelbate ®egenn>att M Unenblic^en ifl bai 
St^abene "oon bet gemeinen 9Se(t abgefc^ieben unb tu^t auf ftc^ 
fetbfi. @d etfd^eint ni(fyt aue bem gewöbnlic^en 3ufdmmenbange bet 
Sebenebebingungen l(}ertfotgegangen, fonbetn au6 ben 3;iefen feine« 
eigenen Sßefen« entfptungen. So fie^t in bet Silb^auetei ,,)ebet ®e« 
genftanb auf feinem ®tunbe, in feinet SBelt'V b* l|* et »itb bucc^ 
feine aufet i^m liegenben Urfa(|Kn bebingt, bur^ feine aSet^&ttnifTe 
bee äbtigen !£)afein6 befc^t&nft« (St fcbeint f{(^ au6 feinem eigenen 
3nnetn l^ett>otjubtingen unb feine Umgebung aud eigenet ^aä^tooü^ 
fommen^eit ju feiern „®ne Statue fie^t gang ba/' b* \). aK eine 
in j!c^ abgcfcbloffene SBelt, bie feinet aufct ibr liegenben 8eben6be^ 
bingungen bebatf, „untct freiem ^immel, gleidjfam im ißarabiefe/'. 
b. 1^. atö t)oafommen gegemo&ttige 3bee, in verflärtet Sotm bet 



U fetter*! 9[t^^ti\t 

@ittnrt(i^{dt; \>on bem Qex^ify^liä^tn Saufdjufammeitl^imge tir tOfitge^ 
von ^em ))tofa{fc|ien Drganidmu^ ttx £fbfn9t)ei^A(tti(f[e abgef(|^ben«. 
@in et^abener (S^arafter noirb fi(^ aber Mnüiit Md(x^un auf tm^ 
@ei9immeC M SOtmfcl^enlebend unb b<^ ®ttoixtt ber fReimingen 
^inauöffftenj er wirb nur in fi(^ felbfl, in feint» ©runbfdften, in 
feiner burc^ bie 3bee befreiten 9taUxt wurjeln. @o fprat^ unb f(^rte(> 
genelon »ie „ein §tmmefö^®eniu6 unter ben SBfenfc^en, ber \>on 
feinem erbengefc^led^te weber a>anf noc^ Slul^m begel^rte«* 

8* 8. 3ttt SBeftJe ber Unenblid^feit unb ber grei^eit i^n aüm 
gemeinen Seben^bebingungen bebarf ba^ @rl^abene/ um feine ®rdf r 
angufänbigen^ feined Auf erlid^en ^onci^, feinet erborgten ®c^mu(fed ; 
vielmehr tritt e« mit fc^lic^ter »«itJtt&t, mit fHBer *raft auf* 3tt 
ruhiger ^immeWHarl^eit l&errfctit ber Donnergott unb regiert fegnenb^ 
6rl)abene Oefinnungen fleiben ftc^ in einfac|)e formen unb »irfen^ 
toenn aud^ al6 gl&ngenbe äJorbitber; bO(^ in ftiOem Sinfluffe* 2>te 
fittlic^ # erl^abenflen aRenfd^en fteOen und bae @belfh, ald n>enn e« 
i^re Statur tt>dre, in mdi^tig ^ füHer SBirfung bar* lleberl(>au^)t tcmn 
bit Unfc^ulb im SBeftfte ber Unenbli4)leit aW wtWommenller fludbrucf 
bf« ©rl^abenen bejeid[)net tt)erben* 3«dbefonbere gibt jl<^ Me Sti» 
^ben^it ber itun^ burc^ bie ^öcfefle ©nfalt ber DarfleUung gu er^ 
fennem Darin gelten und bie morgenlänbifc^en Dichter afö 
bie grof artigßen SRu^er \)oran* üWan benfe j* ©♦ an bit ^^atriarc^^ 
li^ie ©nfolt, mit ber bie erfien (Sapitel bed ^iob gefc^irieben fin*» 
Sluc^ JtlopftodF geic^net ft^ bur^ feine einfältige SBArbe, hnt^ 
feine piOe 9»aiejWt aue* 

8* 9* Die geizige Unenblic^feit bebarf tt>ettiger aSBorte unb 
formen; ben äußeren Ueberfluf ßnbet fie (&{)ig« SRit il^rem uneri» 
f^Spfli^en JReic^t^ume fl<^ felbfl genug, borgt fle \)om jlnnlic^en 
Stoffe nur bad SRot^wenbig^e, legt aber auc^ in ba* SBenige, bef* 
fen fle bebarf, eine gange SBelt t>on Sbeen, «nf(^auungen unb t3e^ 
giel^ungen f^intin.*) @o bröcften bie SBitbwerfe ber @rie(^en mü 
btm äßenigften bad SReifle aud. dine ^inreifenbe i(&rge c^atafierfflrt 



*) 3e Harer im (Sr^benett bie Mti öberragenbe mt be^errft^enbe 3tee f^ 
offenbart, tefio unmefentHd^er unb uberflüffiger mu§ an ii^ren (Krfd^einnngdfonRCR 
aUti ba^ienige jidSf barfleQen, n^ad nid^t ben tiefjlen, eigenfien (Bti^it ber £)fnge in 
fidSf fc^tiegt. aSor bicfem S5uterun08feuer fann bfe untcrgeorbncte 3uf5öiöWt unb 
(inbti(|;fett gar niä)t mc^r befielen, fie wirb aufgebrannt. SDa^er bie e^)itomif$e 
Mt^t, mit mi^tx Hi dr^^ene fein« ®egen^änbe barfteflt 



«erNt'l %tftifttit IS 

Me «rfteit däßi^l ttf ^iob. Smn au^ bie erJ^ototm SM4^ttm# 
gm bed allen XtflamtntU }Uiii 3^tt(t eiiteit Stdc^t^um ton 
9&i8^mi mt^tett, fa prAgt Mf btefet äteulit^iit bQ(^ immer nur in 
t»mi%tn, fi^bigfttben^ a^ting#9oOen SBorten ani. 9tax fparfam 
[(^mätfen ft(^ bie ^ebc&tff||en (Sefänge mit ben-6i^mboIen ber gottli^ 
cf^n @r^tt{|ett j i^ielme^r nimmt bei i^nen bie Sludfü^rfid^fett bie^ 
fer 3n9e in bem Stope yt, in melc^em bie uralte Sr^aben^eit ber 
$oefie fi(^ abf4iM>i((^t. 

S. 10. äener Safonidmue ber Sorm erfc^eint benn au<^ al$ 
Sttinl^it unb JHar^eit ber Umriffe m\> att t9t>if(^ Sc^mmt^eit ber 
@t^altm%* ^mn bie äbeolit&t bed @ri^benen bringt ee mit j^, 
baf aUe 2>inge in fc^&rffter @attung0m&$tgfett erfaft unb c^ne 
®^wmUn, mit feften 3%n ^ingefieOt tDerben* 3n6befonberc ift 
an ben morgenlinbif^ien Sichtungen ber reine Umrif ber in'^ 
@ri>f e gejeic^mten ®e^ten ^ert)oi9tt|^eben ; i^re S^araftere laffen 
fi(^ megen ber tis^)>if4>en Se^immt^Kit, mit ber fte auftreten, ben Z^ier/ 
^attam ber aefoptfclien Säbel an bie Stitt ^tUtiu 

%. XU Xroft ber Sc^&rfe unb illar^ett, mit t9e(<^er ba^ (Sr^ 
l^abene feine ^rmen abgrAn^t, i^ bo(^ ber Setrac^ter nic^t im 6tanbe, 
ben unenblic^en 3ni(KiU in biefen enblic^en formen felbfl gang ju 
umfoffem $0» Siib bed Unenblid^en regt nur ben ®ei{t bagu an, 
bie bttr(^ baffelbe abgefpiegelte 3bee in fi(^ ju ergeugen. ^ier jjtti^ 
gert fiel» bie SRagte M @t||önen ju einem fi> ^o^en ®rabe, baj| bie 
@eele ta IBetra^^terd nt^t fotoo^l bie SSerfc^meljung bee Unenbli^ 
c^en unb M @nbli(^en in {id^ aufnimmt, a(d Dielme^r burc^i bie gut 
<Srl^aben^it getigerte enb(t(f|e Sorm 6ber aOe« @nbli(^e l^inoue ge# 
mdt unb in bad unfic^tbare Stti^ ber gottlic^n 3been emporgel^o^ 
ben i^irb. !Da0 au4t wn biefer Seite ba« (Sr^abene ein SRoment 
aOer @(^6h^eit iflf, ^erflc^t ft^ na<ii ben fr&^eren SBemerfungen t>on 
felbß« So fonnen u>ir namentlich bie ®ef}alten ber antifen ®iU 
ter« unb $ero<n#93iiber, (d beutliclf umgr&njt fte au(^t)or und fielen, 
i^rer unenblic^ien gorm na(|| mit ben {innli^en Singen nie äberbli^ 
Im. SUint ^anb iü im ^tw^t, ben ®i>tt ober gelben ber griec^ 
f4ien ©ilb^auer gu „ertajicn"* 9iur bie tion bem ®eijie ber gegeni» 
n^&rtigen @citter unb ®enien ^burc|fc^utterte^' $f^antafte ergeugt in 
fid^, tt)ie huxi) eine n>unberbare Eingebung, bad toai)xt, unenblic^e 
Silb biefer mfl&rten ©eßalten« 

«♦ 12* 5)ae erhabene fielet immer im ^Begriffe, bie JpüHe ber 



le «erber'4 «efl^etif. 

Stbt^alli^UU, mit ber ti fporfam ieHeibet i^, ^iVH% wn f{^ ^ju^ 
greifen unb toie mit &t^ertf(^em Seibe ben trbif((en Slegiottm gu eitt» 
f(^n>eben* ®o ftnbeit tDir, baf bie ®eflatt be6 StJ^abmm für ha» 
Sluge {{(|| ))erbun{elt^ f{4> unfenntKc^ unb felbfl itnfic^tbar tnaidt, 
ko&^renb ba6 ibealere Drgait be« D^rt6 no(^ feinen Sau^ feinen 
3uruf ^ort ober bo(^ tt>entgflen0 mit tiefet Sl^nimg emartet« 3>em 
^iob ging bet ®eifl "oombtt, unb feine ^aatt graufeten; tin Stib 
fianb bem Si)amnUn t)oi Singen, unb er fannte beffen ®t^aU nidft, 
^drte a^r eine @timme« !X)er @ott be^ ^immeie unb ber Srbe 
loerfagte e« bem 3Rofed; il^m feine ®e^a(t ju ent^fiEem 9Lbtt im 
SBetter unb ©lange ging er on bem ^rop^eten vorüber, unb eine 
(Stimme ani bem SBerborgenen muf te feine Saaten, feine Sigenfi^af^ 
ten ))reifen* SBenn bie tuilben ober ^albn>i(ben Solfer in ber ettlle, 
in tet l^eiligen !I)&mmerung i^re ®6$enbilber anbeten unb tlopftnttn 
^rgend bem 3lu6f)>ru(^e berfelben entgegenl^anen, bann beleben ft(^ 
biefe »über, bann »erben fle ^bimonifd^, »oB ®ott^it «nb ®eiflc«,^ 
b» ^. fte fprec^en, j!e tjerfünbigen i^iren aEBiflen, jle ent^üBen il^t 3n^ 
nere^ für bad Dl^r ber 6ee(e, in Sauten, bie bem ftnnlic^en O^re 
tixdft t)erne^mli(^ ^nb« @o ftnben tt>ir au(^ in ber morgenlAn^ 
bif(^en $oefie manchen göttlic^ien Drafelfpruc^, ,,ben ein r&t^feU 
^after 5ßaraflefi0m un^ gleic^fam nur t)on ferne ^ertönt", auf feinen 
^ö(^ften ®tpfe(n I&pt ba6 @rl)abene bie 9i(ber unb formen gerrin^ 
neu ünb U)irb guglei(^ tt)ortIod u>ie bie SRuftf, bie ieber SSermittlung 
bei i^rer änfpra^e an bie aKenfc^enbruji entbehren fann* 3a bie 
aiuöjtc^ten, bie bae (Sr^abene »or unferen »lirfen öffnet, finb oft 
gang f4)tt>eigenb, unb bie er^abenßen Momente ber SRuftf liegen oft 
in einer $aufe. 

2)ie fc^n)eigenbe ©rl^abenl^eit tritt befonber* großartig in ben 
erflen 6apite(n bee Su^ed ^iob ^troox. A^^jpfiocfe $fa(m 
„lä^t Smpflnbungen, eine nad^ ber anbem, fortraufi^en j tvir Igoren 
SQeBe aber Sßefle fc|)Iagen; eine tt)irb bie ^dc^fie,^ unb ed erfolgt 
eine ©tiBej wir fte^en in ®ebanfen^ 3)iefe ©tiBe aW ein ©ipfeU 
punft be6 @rl)abenen ifl a(fo !doB (Srtoarlungen, ))oB Sl^nungen, wU 
Sludftc^ten in'd Unenbß^e« 

8. 13. !£)a bie (Sr^aben^eit nur au6 {ic^ felbf) entfpringt unb 
in {ic^ felbfl tourgelt, fo begreift e« f{(||, baf fie iti i^rer @inn>irfung 
auf ba6 ®emüt^ na^ bem gen)6^nli(!^en pf^c^oiogifcben (Sntn){(f^ 
lungdgange ni(^t fragt, baf i^r 93orbereitungen unb UebergAnge, bie 



\^i>M lÄfllk^e itbm erlangt, ttxoa» grenibartfge» flnb, baf fle if)rt 
•-'KSlttgtife ^l^id^ unb mimn^t ma^t unb bm ®t{fl mit fifirmffc^er 
:rrü@ni(Ki(l In Ifytt liefen ^mcfnguretfett »pflegt 3n biefem Sinne hu 
-•::merft ^txUx: int^ bic ©egenmart bed UncnbH(||en wirb mit einem 
icSWole „ber gaben unferer ©ebanfen unb ß^tmomente gerriffen, inbem 
rjra: toir in eine neue »ei^e von Jungen unb ©uccefftonen pfo^Hc^ tjer* 
frr.rfe^t tt)erben^ 3>ie SWagie bed Unenblid^en, bie aOe ©djranfen ber 
Cnc GnMid^feit in un« burc^bric^t, reift und, ftete tt)äd[)fenb, fo lange 
ir t fort, btd »ir, ^^wie über ber ©c^opfung fd^webenb, aOe xf)u §ar^ 
L tmonieeit im Swfömmenffang ju empfinben glaubend 3n Stlvp^ 
, iit: jioif'e jartem ©emütl^e lag e§, baf er bie ©nbrücfe be« ©r^öbenen 
fr gern aOmfi^tig l^erbeifft^rte, baf er bie Schauer beffelben in ffife, 
tni milbfntbe aRe(obieett auflejie; benno^ wirb auc^ er nic^)t fetten t)on 
l:r bem ©Irome bed (St^aitnm pHijUi^ fortgeriflfen unb I&ft if)n bann 
f/f*c geWÄltig In bie Seele braufen ober bo(^ biefclbe füfbetfiubenb über^ 
@fi fliutl^eit* — „SBnr fiel^en/ wie e« oben \>on JtlotJfiocT« 5Pfalm f)ief, 
: ;?:. in ©ebanfen, bid pIojKd^ eine neue gotge t)on 3t)een und mit einer 
fni füfen, gebonfenvoOen SetJubung uberaufc^t/' 
fn . §• 14* 2)ic uncnbticbe ®ctt)alt, mit ber und bad (Sröabene gett)ö^m 

it lid^ ergreift unb ade ©renken ber SnbHd^feit In und überf4>reltet, 
fr t)ertt)irrt unb betäubt bie Seele, bie fic^ wie in einem Sab^rlntfie 
f. fel&ft gu loerlieren glaubte IDie obencrttjä^nten ®66^nbUbcr j* ©♦ 
!!::: auf ern eine öbematörllc^e, für bad aHtdgllc^e Semuptfein unheimliche 
)j: aSirfung, »eil jle ben ®eifl in feiner unmittelbaren ®egcntt>art 
lt.' jeigen, mil i^nen bie berul)igenbe SJermittlung einer ftnnlicben gorm 
rf abgebt, bie bad ®cifiige ganj in jtc^ aufgenommen l^at. Der an^ 
betcnbe ®etrac^ter muf l^ier einem Uebernaturllc|)cn folgen, er mag 
r woCen ober nl^t, ed mag il&n fcJimergcn ober erfreuen» 8lber mit 
L' einem aWale, in^m bad ©rl^abene aUt feine JRdtbfel auflofi unb 
:;: mit bem S5lj|e ber Srlcuc^tung in bad un^cimli^e 2)unfel ber 
ff UnenbU(^feit ^ineinf(f)Iägt, gibt ed bem ®emütbe feine 5Ru^e, feine 
V (gin^eit mit fid^ felbfi guriirf» Der unruf)ige Setra^ter fut)It ftd^ 
l t>onforamcn befd)tt)i(^tigt, nac^bcm er ben erf)abcnen ©egenjianb um^ 
faft unb biefer i^m aUe feine aR^jicrien entl)üat ^at**) ^a^ ®e^ 



•) €obatb uns bie 3bee, bie im dr^abenen i^rc umimfd^rdnfte aÄajejtdt an^ 
fünDigt, §u jtc^ craporgejogcn uuD von Der ©cfangenfeeit De« irHfd^en ®taiil»))Utvf:! 
te« loögcrtinöen ^at, fo ergreifen wir in ber Jt^ee gerate ba« 9läd^fie iinl> Unmit? 
Slrd^io f. n. (S^rad^en. XYU. 2 



mM) nif^txt fi4> eben babucd^ htm ttf^abtnm ©ege^anU^ i>a# ed 
bef(^etben t>or i^m jurudftritt, i^u abet jugkicb befio ' Maftiier mit 
feineti ©ebanfen unb 9ietgungert umfapt unb. ftc^ <m i^m l^inauf^ 
ranft @o u>»b benn bad ®efu^l unfeie» Slbfionbe« )>i>n bem <Sr^ 
l^abenen gu einer ,,^immeldluft, bie und ^ebt unb ftöcfet^ 3nt^em 
une bae @efu^l ber Slnba^t n>ie mit tmibertfc^en Seffeto ^n ben 
l^od^fien ©egenßanb fnüpft, fo mac^t eft unfete ganje 9tatur fetter 
unb ^cixt in @anftmutl^, n)ie nament(i(|f bic anb&d[^tige SRi^ eine 
^eilige; ^immlifc^e Harmonie, (Srl^ebung unb greube in und juriitf^ 
l&pt SBenn \m in ber fimic^en 3Be(t fo(c||f ©runbfa^e, beren ^e^ 
folgung und fc^koer aber unmcgli^i i\x fein fc^ien, juc i^enfc^eiilDen 
®e{!nnung^ ju einer erl^abenen 9!atur geworben fe^en/bie i^r gottlu» 
^ed £eben o^ne ^4$run{ unb Slfectotion mit ftiaer Xtaft Aupeit fo 
fu^(en xoix und baburc^ für ben erfien SlugenbUd äberraf^t unb tu 
niebrigt, um eben l^iermit über nM felbfl erhoben ju werben. ©^Ic^e 
^erffnlic^feiten ))r&gen und bie Ueberjeugung ein, ba$ bie ))on i^ticn 
bargefleQten ©ejtnnungen nic^t nur im Seretc^fe ber ÜRogliil^feit Ite^ 
gen, bap {te t)ielme^r bie reine 3lat\xx bed SUenfd^en biiben, utib 
bap fte eine unt)erflegbare Duelle ber ©eligfeit enrt)aUem 

§« 15» Obgleich ber erhabene ©egenfianb in fid^ unenblic^ ift, 
fo fe^t er ftd6 bo^, \>ermöge ber gormbefiimmt^cit, bie allem Qh^abt^ 
nen wefentli^J iji, felbji bie ®renje, unb in biefem Sinne bemcrft 
§erber »on ber SBilbfaule, fte ficl^e gtt>ar in feinem Slaume, b* \). fie 
ör^alte fic^ frei öon ben bebingenben 8ebendmomentcn, aber fte gebe 
ftd^ fetbfl 9laum, b. J). fte bebinge fic^ fetbfi aud ber SJottma^t ber 
in i^r gegenwärtigen, unenblic^en 3bee. ©agt nun i^erber auf er* 
bem, bie ^^antafte bed ^eira^terd ru^e enbti(| bti bem SOtarimum, 
bad in bem erhabenen felbfi aufgehellt fei, unb beffen wißfürlii^e 
Srfc^affung i^r nic^t gefiattet werbe, fo fann bamit ni4)td anbered 
angebeutet fein, ald baf bie 5|}^antafie bed Setrad^terd jwar bic 
ibeetle ©efiatt ber ©itbfaule nac^fc^affenb in (Ic^ lieroorbringe, aber 
l^ierbei burd^ einen gang bejiimmten Sl^pud ber 3bee, ben bad Xm^ 
werf \)orfcf)retbe, in i^ren ©c^ranfen erhalten werbe. ®Äbe und bie 
erfiabcne ®cftalt bad Siecht, bei i^rer Betrachtung über^u))t unb auf 



Ulhax^t, wad unftrer 9latnt unt) (2££ifleti| angehört, unD fc mu§ tm ©eifie bad 
dx^ahtnt mit »unDcr^awr ^efle pc^ auffd^Itcgcn, aber freiließ al8 ein ^t)\tmnm, 
t). \), ald eine 2:iefe, bie bem S3erfianbe unb ben ©innen a\9 foii^en verbeift bleibt 



«erbcr'l Kcfl|eiif. 1« 

mhtfümmtt SSeife in UA 9Lti4t tn 3tetn att«)uf4itDftftn, fo m&ibe 
fie t^rm meftntft^ften ©ntiib^ug fe(bß auf^fteit, ber barin befle^t^ 
bai fie bem Hefem 2eben N0 ®eißcd fid) aufutDingt, e^ be]()trrf(^t; 
ia in fu^ feibß i^emanbdi 3ii biefem Stinte fagt aa^ ^cbec loott 
ber @tatue be« Dl«m^if(^en 3(u^ ber fldttembeit (SinhiU 
buttg^fraft feint \>ot berfeiben gemif bie @<^kt>tttgen gebunben toox^ 
ben; )>on bem ^nllitfe M eottt^ erffiat, l^be ber ^riecf^e onbetenb 
ia^i gefianbett; b.^» bie fettige @(l^eu locr bei gegenmftrtigeit ©et^ 
^eit I)abe ben ®rie^eit abgel^aUen, etnx^ Srtmbarttged in ha» SUb 
berfetben l^tmingutragen; bie finbetting ^obe il^n gejtvungen, ba« i^i^ 
^txt SBefen, bae fi<^ i^m offenbarte, an(|i im nac^gef^^offenen ®ee» 
lenbtlbe bi^ )u bem !etfef)en 3uge getreult^l ju toieberl^olen« €o 
begeifert un^ ia eine anbetenbe Siebe, ben ®egenftanb gu einem 
SUbe M SBeltaQ« |u tmtitttn unb not^igt und boc^ )ttgleic|^, t>eri' 
e^rungd^oQ unb mit satter @(^eu auc^ bie fdnfle Sinie feiner tt>irf# 
U^en ®eflaa au bemai^ren ttnb gu fd^ä^em 3>er ^eilige ©t^l 
ber gried)if(^en Silbnerei, fügen toxi nod^ au^ gerbet l^ingu, 
gibt „in wenigen formen" ^ein fo ^arf unb feflge^altene6 Sin« 
unb mit i^m ba« (Srö^tt aber ml^t^ bte ergriffene ^{)antafte nicbt 
^inau» Um^'* ^(A er^bene Dbjieft wfirbe [lö) felbfl aufgeben, n^enn 
ed and^ in <|aantitati!^er ^egie^ung bem Setrac^ter einen Spielraum 
ber SSinfur Abrig liefe; bcnn feinem gangen SSefen na^^ iß e^ 
o^ne 9]?angel, abfobit, »oQfommen. ^a^ SBeitere, n>a^ toix in bie^* 
fer Segielung ani ^erber fefigul^alten l^aben, beflef)t barin, baf burc|» 
bie UnenMtc^feit be« 3n^a(te6 in bem (Sr^abenen, fofern ti ber 
^unfl an^^rt, bie befiimmte $orm ber Äußerlichen Offenbarung 
^i^t Oef^rengt »werben barf, unb baf mir fie au(^ in unferer SBe^ 
tra<^tung ald bie abfolute unb unt)erlet^lic^e ®efiaU einee gegenn>&r^ 
tig ®ottIi^en fe^alten mfiffen* ®ie Äunfi würbe auf^iren, wenn 
ftc ni4)t bem „Unermeffenen Urarif, 6<l^ranfcn, »eflimmung, 9Ra^ 
gäbe"» 3Die er^abenßen 2)i(^terfieKen finb eben bie, in welchen „an'e 
Unermeffene Dlaf gelegt, unb tbm bie^ ^o^e, Ueberfc^wengliifte/ 
rrba^ unerrei(^bar festen, ald errei^t,'^ in welchen ,,ein Unbegreifli^ 
<^ce" ald ,,begreip^^ ,,eiö Unermefbared" aW „ermeffen"bargefient 
^iib* 3e reiner unb fittH(^ ^ erl^abener bie SWenfclien erf(^einen, 
btfio me^r „maifeen fie m* ba* Schwere Uld^i, bad Unermefbare 
meßbar", b* 1^* fte geigen un6 bie leiefct übettt)inbenbe Ärnft M mtu 
litten oud^ in ben Heinliclßen, brädenbßen unb fd^wierigften gebend^ 

2* 



Jö Berber'« %t^tHt 

Jejie^urtgen* 3l)rc Unenblfc^feft im&\}tt fl<^ gerate baburd^, baß 
jic in lebe noff^mntiQt ©tenje fl(^ ftnbet u«b ni(|)t barftt t^etlorfn gefyt* 

8- 16* 3)a6 Oefft^I bee ßr^abenen ifi nai) ^etber fomo^l 
ber Slnfang, ald bct fc^tt)er ju erreld^enbe ®ip^tl be§ 6^6tten. !£>a6 
Srfiaunen, ixt SetDUnberung, bie §o(^a(^tung, bfe burc^ t>a^ (Sxfjaf 
bene iit und gcttjcdtt werben, crfc^Hefen und bfe ?ßforten jum „f^c^ 
l^en (Sd)6nen/' b» 1^, jur Offenbarung jener ©d^Jnl^eU, tfe mit bem 
@rl^abcnen ganj t)erfc^moljen ifl, ober jte „l&alten un^ bei ber @m^ 
^>jinbung unb Betrachtung" bee feo^en Schönen „beflo fefler/' 3n 
ber flttlic^en SBelt ift gerabe ba« er^abenfie ©elbjigeföl)l nie^t« an- 
bitred, aJ6 bad ®ett)uf tfein unferer Harmonie mit ber SBeftorbnung, 
folglich bad Sewußtfein, baf n>ir bie f)i6)^t ©c^ön^eit an un« bar^ 
jieHem Sluf ber anbern ©eite t)ermag ba6 ®efuf)I bed ©djonen ft4> 
nic^t in ber blofen 9Ritt^ei(ung, in ber bloßen 93erfc^melgung mit 
anbern 3)ingen ju erl^atten: e6 wirb burc^ feine eigene 3)iafeftff bagu 
gezwungen, über flc^ felbji ^inau6jugel>en in boe Sereic^ ber uneitt* 
Ud^en 3becn unb babur^) ju einem fräftigen, männlichen JRingen ftc^ 
anjufpornen* SBie aber bie Äunft baö (Sr^abene ju i^rer erfien Söe^ 
bingung ^at, wie eine ibeaie @c^dn()eit nid^t möglich ifl^ ol^ne ba$ 
ber ®ei# ftd^ t)orf)er in bie Slbgrünbe bea Unenblic|)en verfenft l>at, 
fo iji auf ber anbern ®titt ein „erl^abener äudgang" (j. 6* in tu 
nem aWufiffturfe ober in einer 3^rag6bie), ber „in einem ?Womentc 
und äae« gewahrt", bad ^ö^jie 3iel, bem bie Äunfl jufirebt. !D<td 
@(^öne unb Sr^abene erfcl>einen m<i) ^rber a(d jwel ÜRo* 
mente bcd „(Sr^abenfc^önen" ober ,,©cbonerl^abenen\ SBo bet Sim 
brutf ber ©nl^eft in einem ^nftmerfe überwiegt, nennen wir ba«* 
felbe ergaben, wo ed und t)orjugdweift burd) bie 2)arfieffung bed 
Sielen bcfdi)dftigt, erti^eilen wir i^m bad ^räbicat ber B^ottf^tiU 
SaSenn cd auc^ ben erhabenen ©egcnfiänben öfter eigen ifi, baß bie 
reine Slbgejogen^ieit, bie fefte unb jiarfe Sin^eit, bie gl^rfur^t gebie-^ 
tenbe SSäürbe berfelben in fc^arfen unb rof)en formen fi^ audbrücft, 
fo verlangen wir bo(^, wenn i^r ©ebilbe auf itun^t>oIlcnbung Slti* 
fpruct) ma^t, bafi bie geifiige Slnmut^ fl(^ i^rer göttlichen ^ol^eit 
gugefeüe* ©o unterläßt ed benn aud^ ^erbcr nic^t, um nocl)maW 
iflopfiod'd gu gebenfen, an ber großen unb erhabenen, {a maj[c* 
flätifcfeen ®eftalt bicfed SÄanned bie ernfle Sieblic^feit tjertjorau^ebem 

8. 17* gaffen wir bie in ben obigen ^aragrapl^en entwidette 
Seigre oomßr^abenen noc|) einmal jufammen, fo t)ermögen Wir nic^t. 



bte foiimim Sttrad^tangeit, feie fu^ uirt mh locrgM^mben ^in^ 
6licfe auf iit mi»beme 93ifFcnfd^aft wn felbß aufbringen; }urA(fjiu 
polten« !Der3auber be^®d^önett liegt bartn, baf ^ter in einer enb^ 
liilien ©renje bte ®egent»art eine« Unenblic^en eingefd[^Ioftn n>irb« 
!Der $}enf(^ moHiit fo gerne in biefem ®inne ein äBeltaO an fi((f 
felbfi barßefien; er mi^tt in feine &ben6gren)e bie ganje @(^d))fttng 
^inetnbcumen. !Dad @(|one gew.&^rt i^ ben ®enuf, i^m btefe 
3kx\^tßili\mi in einem 9ilbe gu jeigen. 9lber ber dtei'a ber tüixtlU 
i)m, >om ber 9tatur unb bem Seben probucirlen (Bd)ini)tit 9ergeH 
i^re maift entfärbt fid^ unb \>ttmltU !Die aSergAngl^feit au(^ 
ber (teben^märbijgflen unb ^otbfeltgften ©eflaU ma<^t bem ®endtt^e 
auf eine brfnfenbe S93eife üi^ fühlbar* !Da6 ^itt, in bem man fo 
gerne fi(^ fe(b{l t>eret9igen mii^tt, l&ft im SSerfaUen; im Sterben 
ni^te gurüd; alf bie na<fte 3bee be^ (£n)igen unb @(^ranfen(ofen, 
ju ber bad ^erg nid^t {){nanre{d^t* @ri|aben tfi biefer @tnbrucf gu 
nennen, n>eil er bad ®emüt^ nöt^igt, ^^ auf feinen unenblic^en 
3n^alt gttfammensufaffen; an bem en)tgen @elbfl {t4) aufguric^t^n, 
n)a^renb bie irbtfd^e gorm beffelben in i^re Elemente f{(^ auflöfi, unb 
@tarle gu gewinnen burc^ ben ©ebanfen, ba$ in bem @r^abenen 
bie JFeime gu neuer @(^ön^eit liegen, baf e^ in iebem 3lugenb(i<f 
ju einer neuen irbif(|^en ©eburt {i<^ ^erunterlaffen fann* !£)iefee (Sr^ 
^abene fd^lieflt in toe^mut^igem @(ll)merge bie Sujt ber Siefignation 
unb einee rein geijligen Xrofled ein. 2)ad ®emitt^ beruhigt fic^ 
njieüber ben gejiorbenen äboni^, ben ber ndcfcfie grfi^Iing toieber^ 
bringen tt)irb* Setrac^yten mir aber ben ©egenflanb genauer, fo tritt 
in biefer Sluffaffung immer nur eine Seite M ©r^abenen fienoor^ 
n&mlid^ bad 2iragif4ie, bie Sluflofung bed Sd^önen burc^ feinen un^ 
enbli4)en 3n^a(t« k^ gibt aber au(^ eine @r^abeni|eit, bie bo« 
©cmütl^ aufrichtet unb begeifert, o^ne baf i^m ^nqUi^ jene fnxi^U 
iaxi ?ßoejte M %oM aufgebt* 8lu(^ bie ©r^abenl^eit, n)ie alle 
3uge bed Sd^onen; ^at auf er ber ben>uften, erfennenben unb er^ 
fd^üttcrnben gorm i^re naioe, frieblic^e unb l^armlofe. . 3öir tt>an^ 
beln, tooi^in uoir gel^n, über ben j^irc^l^of M Schonen, ber gu(e()t 
aOe ®e{ialten in ftct^ aufnimmt unb begr&bt« Slber feiige, j[a ent' 
jutfenbe SRomente bleiben und aufbemal^rt, n)o n>ir bad Unenblic^e 
au6 ber fd^önen ©nblic^feit un| guwinfen unb in bad 8111 ber 
Sc^öj)fung beuten fe^en, o^ne ta^ bie fiarre .^onb bed S^obed an 
blefc tounberbare SJüti^c ru^rt, oftne baf fein, tjerge^renber ^aui^.fte 



anweht ©oldje SRowcnte Wetet nld^ Moi? Wc Staxn^, fonbetn au<^ 
bJe acbettöttjirftic^fdt Sin et^abeiter 3uft bief« 8lrt lÄft fk^ fogat 
m Jcber ©c^önf^eit erfennen; beim jebe, au^ tic anfpta^h^tftt tragt 
ba6 aJlenfd[)en^erj wie auf göttlichen ©c^tngen in*6 UnenbH^e l^fn* 
an uttb buti^^römt e6 t)ön b^Ä mit trieben M^ mit Seligfcir, Die 
f«a erhabene ®«^6n^c(t f(^Heft Me Ätio^^jeti be* <3>i)inm auf, ol^ne 
i^re 3eri)pu(fttng a^tten ju laffen» aßet benft beim SlitMitfe eirter 
etl&abencn ^etbengepolt ober <tne» gried^if^en @otte0 an bett Sob? 
aSem iDirb nic^t gcrabe bur(^ biefen ättblid ber ®tfl(^« be0 J^^bed 
au0 ber ©efete gejogcrt? 2)«? §etb; ber ®ott fielet fo t)or nrir, aW 
mfifte er fo ewig bafle^en, aW beJte bie ffletg&nglidSiftit t>or biefer 
8eben^ffiBe juröd, ale wagte fte nic^t bie »errd^tlfd^e ^anb an 
ein fol(^e6 Jpeitigt{)um ju legen* SRuf benn Me tlemefl« imtner, 
wenn enb(i(^ einmal eine grof e ®eflalt unter ben 9^fnf<^en auftritt, 
wie ein ©pion baneben lauern? aßem f&Öt ber 9leib bed ©c^irffaW 
fin, wenn eine erl^abene (Srfc^einung bae §erj mit ben ^effeln i^rer 
gRagie umftrirft ^Ält? 3a, e« gibt eine jüöe, feiige (gri^ben^eit, 
bie ber ^immeWfriebe begleitet, in ber bie ©eele ol^ne ©orgen fd^wel* 
gen, in ber fie ber gegenwärtigen ©ottl^it j^4)tx genießen barf* iDiefc 
gr^abenl^eit nennen wir bie nai^e, weil fie, aud einem ungebrod^e^» 
nen, ganzen (Semüt^e geboren, auc^ ba6 gebrod^ene im 5?u wieber^ 
^er^eOt unb i^m ben urfprünglid^en Stieben, bie greil^eit ^on ©d^Ib, 
aWangel unb Sommer wiebergibt» 3a, folc^e 3Äomente be« Sebend 
unb ber Äunfi finb bie l^eUfunfelnben ©ejiime, bie auc^ in ein i>tu 
fummertee, jerpfidtee unb betrogene« 3)afein ^ineinbliden* 8luc^ bie 
®ij)fel ber tragifc^en Äunji jinb fol^ie Meußerungemomente ber 3Wenfd{|^ 
l^eit, in bie j[ebe6 ^erj feinen Äummer, fetne ©orgen getroji liinein* 
Wirft, in benen aud feinem (Slenb ed wieber erwac^l jur Hoffnung, 
bafi ed enblic^ über ber ganzen SBelt unb auc^ Aber il^m tagen, ba$ 
bie Sonne ber (Swigfeit aHc enblii^en ®efralten unb SSer^ltniffe 
bereinji ungetrübt burc^^fdbeinen werbe* SBir fel^n wof)l ein, baf 
Jg^erber über biefe nai\>e (gr^aben^eit nid^t fj^inaudgihg, bafi in feinem 
fd^önen, finblidjen ©eifle nur fle jur ©rfenntnif burc^rang» aber 
er l^at fte avids^ mit ben jartejien ginien be* ©ebanfen« unb bed 
©ilbee umfc^rieben, unbefflmmert um eine trübfelige Äritif, bie e« 
un\>er3ei^lid^ flnben m^Sd^te, baß er e6 unterlief, bie Slbgrünbe bee 
Sobe« unb ber «ergangli^frit aufjuwü^len» 2)aß übrigen« bie 
»eime ber tragifc^en ©eltanfld^t aud^ in i^m lagen, wer fann e« 



Berber'« Kefl^etü. tt 

bejiDftfebt; «Denn tx bie Oebonfm iti großen SRotme» aber ben 
ariflotflifd^cn ©eflriff ber Xxa^ihk fldefm l^t?*) 

5>le erhabene Sbmft xom ttf)tbtn, rr^ebrn über ble ©(^ranfm 
unb annffligfeiten bf« Äufftn, n^ebett übet bm 3önimft be» 
jitrtfi^en ?cbimd* Äann fie ba« (Bemüt^ er^fben, tüenn fit br* 
PÄttbig fine ftngfilidje gur*t t»cr btr Wemeff« in it)m rrtoerft dbet 
mU (^m Slot^wcttbigfftt ee falt tröffet? 3)a0 rt etwa« ober bet 
»rmefi« gebr, tiÄmli^ SBerfflttgung, erfofimg unb Befreiung, — b(i« 
tfi ee^ ma0 gerabe bte (Sr^eibenl^ett un6 einprägen foQ« 

att(^ bae a;rag{f(^e ^ mir er^ebenb, wenn feine IDiffononjen 
in bieftr @e(^ebung M ®emät]^ ft(^ auflöfen, n)enn f{e ba« ge» 
qnaite ^rj »ie mit breiten, mÄ(|>tigen giflgeln gum ^immet ber 
9hil^ t^tnantr&gt, V9enn bie 9nf(^auung be6 UnenbÜcben, wie eine 
«et^e, ben fflWben in l^re SDÖeaen eintmttfct. 2)er ^intmel fpannt 
ji(^ (Xü^, um juieftt äffe bie Seibenben ju empföngen, unb au« jeber 
Stacht mitf e6 tagen : bie$ ifl ber (eftte ©runbttm äffe« S^ragif^en. 
2lu<fe farni ber le^te ßinbrutf be« grl^abenen, wie ber äffe« Schonen, 
immer nur ein noiver fein^ 3Bie ba« Schone überhaupt, fo ge^t 
ba« ^r^abene wefentKd^ nur auf jwei ©attungcn ivxüd, n&mli^ 
bo« (Sr^abene in feiner ungebr^enen Slait^etftt unb ba« (Sr^a^ 
bene, bo* bur<^ ble I&uternben giammen be« Äampfe« ^inburd^*» 
gegangen ip* 



B. £)a« dtatatfc^ant. 

§. 18* i^erber betrac|)tct bie gan^e Statur al« eine SQBelt ber 
3o^(orbiiung^ unb „9BoMgrffa(t^, bte tyon bem geben ^atte« er^ 
fiiOt fei »ab »on einein ^ großen ^erjcn^ bewegt werbe; Snbem fle 
ba« ®lü(f i^rer ®cfcl)6pfe al« ^6c^fic« 3JeI mfolge, fiimme fle 
fiberaff mit f!(|) felber gufammem 9Iud ben 9{aturgefe^en ge^e ein 
Sanb ber äiu^e unb S9ewegung ^er\)or, ba« mit feinen fanften Sdv^ 
men äffe 3)inge umfaffe ; ed tntfpringe au« ifintn etne e(aflif(^ wir* 
fenbe ,,95efianbbeit" ber iDinge, bie mit fic^ felbfi unb unferem ®e* 
fft^le gufammenfHmme, mit einem SBorte: bie Sc^önl)eit* Äeine 



•) ©« We a^txmfen Wertet*« «ber ta« ICrafiff^e fi* unmlttelbor Mi ff<ne 
Se^vt twtt ber Zta^hUt anf(bfiǤen, fo flnbet it^xt deleitibtiittfl in biefem fpfiteren 
ättfammen^nge eine )>a{teitbere ^teUe, af« i)\tr. 



SiniC; feine ®efla(t unb Umgrenjung ber 9}atur fei cM tin ®if\tl 
ber SBiflfür ju betrachten 5 tjielmel^r biete jeber Roxptx ben teeUen 
^u^brud fetned 3Befen6 bar; in jlebem JDrganidmii6 erfc^eine bie 
©eele beffelben; ja bie ganje SBelt-fei eine Slflegorit*) 

S)cr menfc^Uc^e ©ebanfe fei nur ,;ein Slbbilb" bet in t^c *er* 
Utptxttn ©ebanfem 2)a n>tt baju beftimmt feien, bie Silberf<(f€{ft 
ber Statur audjulegen, fo l^be und ber j^SBeftgcifi" We 93ebmtiing 
aller feine SBerfe eingeprägt,**) 3n unfcrm ^mum »pmttt** bie 
©c^oipfungj iinfere »ruft fei ber ,,SßuIdf(i^lag ber 3Statwr"; )»ix felbft 
feien bie Harmonie, boe ,;8eben«gefu^", bie ffiernvnft bc^ SikUaU^, 
beffcn ,;@rl)alterbanbe" jid^ in und ^ufammmfugten* SBic fei<n unö 
unferer felbji in ®ott benjuft, unb ®ott l^abe fein @<.lbjibett)u^tfein 
in une****) IDal^er feien auc^ äße Schönheiten ber Statur baju be« 
jlimmt, ber ®eftalt bed SRenfd^en, feiner 2iebe unb gieube gu bie* 
nen^ 2)ie menfc^Iii^e ®c|ialt felbß fei ber ®tpfel M Sioturf^nen* 
2Benn ftc^ biefe ©d^onl^eit junä^fi ald bie burd^fd^ieinenbe Sorm ber 
jwedtmdfigen aSoflfommenl^eit, al6 ber Sludbrud ber ®efuttbl^eit unb 
be6 „»aUenben gebend" barfieüe, fo fönne to^, genau genommen^ 
nur bie Sebeutung ber inneren äSoOfommenl^eit an ber menf^(i(|en 
®efialt afö f4)6n betrachtet tt)erben» 3n biefem Sinne fei ber 9)tenf(^ 
unter allen und befannten Sltlegorien bie audbrudfdüoHjie; ^ein man^ 
belnbed ®emdlbe feiner fclbft; ein Spiegel, in bem unmiHfürlicIr 
feine geiftige ®efialt erfc^eine"* 2)ae menfd^li(^e Slnlift fei „bie Za* 
fei ®otte6 unb ber Seele"; „bie Sippe Sel^oüal^'d" l^abe barauf 
„tt)ie in einem Sln^auc^ ber Siebe gef^webef'j bie üKenf(^engejialt 
fei „bad grope SBeltaH in ber ^ierogl^p^e bed kleinen M) Wlit 

*) ?iü4te aud ben fogenannt golbenen Seiten I. ®. 137 f. jeaStgane I. ®. 
öl, 5Ö, 96. n. e. 198 f. ,,©ie «Ratur/' ®tH6)tt I. e. 4Ö. ^iSott/' (Ue^ 
t)i*te n. ®. 91. 

♦*) 3m 53erei(i^e ber fimflferifci^en 6d^ßn^eit nimmt bfe Statur i^re ©tettung 
at8 ©^mbofif, SSora^nung, fprop^ejei^ung unb ©pieflel be3 ®ei|ie8 ein. &t 
fd^eint alle ^eflimmungen bed ®eifled in M du tnif^alUn, aber a(d eine t^erjau^ 
UxU SBeU, bie nur im anfc^auenben ©ubjeft »on i|ren magifdSien geffein afn 
gelöft n>trb. 

••*) grüc^te au0 ben fogenannt golbenen 3«!*«» I- ®« 134 ff. „2)er ®eniu« 
ber ^ntünft" ©cbi^tc I. @. lll. ,,SDie ©^öpfung/' <Sebi*te n. 6. 108. 

t) <SaIomon3 Sieber ber Siebe, <S. 94. Slntiquarif^e Sluffd^e ®. 81, 95 
f. i?attigone I. 6. 99, 102. grüd^te au« ben fogenannt golbenen 3eiten I. ®. 
161 f. ®eifi ber ^ebräifc^en fßoefie L 6. 190. Sleitefte Urfunbe bed Slenf^en« 
Öef*(edj>te« I. @. 182. 



Berber'« %t^tiit U 

jener burc^gtetfenben SUIegotie unb ^atmoirie M fßdiaU^, bie und 
^erber im %attf(^e ber bic^tenfc^cn Segeipenmg )>erffinbtgt; ßimmt 
ed freiließ ni(|)t }ufamnten^ n»enn er nur m folc^en ®eftalten, bie ni4lt 
ganj „mifbilbet unb öermonen" feien, ben 2lu*brttrf i^rer 3bee er* 
fennt*) Ueberl^u))t beruht nai) feiner %n^4ft, bie er an anberen 
@teaen fe(}r beftimmt audbriicft; bad gonge £eben ber 9ße(t auf 
einem etoigen Jtamt}fe unb S93iberfpru<^e, unb bo(| behauptet er )u< 
gleich, alle Sßefen feien burd[) bie unaufloeiic^e jtette ber liiebe, bie 
bad (Singeine bem ©ongen aufopfercr mit einanber loerbunbem (Sx 
rdumt ed ein^ bap bie 9iaturgegen^&nbe einen garten (Sontrafi ge^ 
geneinanber biiben, baf fie in einem Jtampfe auf Seben unb Zot> 
begrif en finb, unb glaubt un9 buT(| ben ®ebanfen gu berul^igen, baf 
bie (ebenbtgen äQefen biefen @treit in ber Slbfic^t führten, in i^re« 
©(eichen fortguleben unb hiermit bem aOgemeinen 993eltgn)e(fe gu bie^ 
nett* „Untt>iffenb unb t)on ber 9?atur gegipungen, o|)fere iebe* (gin^ 
jelne fx^ biefem ^mdt auf, gu tpelc^em in unb auf er feiner @ub# 
jiang aUt Elemente toMttn",**) 



C. ©fe Ättttfl* 

L 9latur unb j(unfl* 

§♦ 19, 2)a §erber bei feinem fritifc^^öfi^etifdjen SBerfal^ren gu^ 
crji t)on ber Dt)po|ttion gegen bte t)erTünf}eIte Sc^ulpoefte feined S^iU 
aUer6 unb gegen bie pebantifc^en Sc^onl^ettdrcgeln ber franjoftfc^cn 
Äunjiricfeter unb t^rcr beutfc^en SRad^bcter ausging, fo iji c6 txliax^ 
lid), baf er, befonberö in feinen iutigcrcn Sauren, auf bie 5Ratur^ 
feite ber ^oejle ein allju grofed ®m\^t legte, eine 9Renge t)on 
einjelnen 2ludfprfi(^en , bie ftc^ in biefer ercentrifc^en 9iicl)tung be? 
legten, finben fiel) felbft in feinen fpdteren ©cfjriften* Daf er bie 
natürliche Urfprunglic^feit be6 Gmppnbungdlebene bei bem 2)ic^ter 



•) ÄaHigone H. ®. 1Ö6, 163 — 167. 

••) grü*te Ott» ben fogenanut öoIl>enen 3«it<n I. @. 77 f. 9la4lefe gur 
W^nen giteratur imt> Jlunjl ®. 55. — 3n bem ©ettc^te „bie ©arten ber *eÄ^ 
^eriitn" (gr«d>te*ou« ben fogenannt golbenen 3etten I. @. 56 ff.) brürft Berber 
«in jarte« erbarmen mit ber gequäüen, (eibenben Statur a««, in ber nur burd^ ben 
3Htn{^fn *ef|jerien blühen Wnnc. 



96 «erbet*i ^t^tiit 

mit fo fltof em Siad^brurfe ^cwor^db, erflÄrt fl^ au» btx §ftrf(^«ft, 
b(c feine eigenen ©mjjfxnbungen übet alle anbeten ©eelenftftftc an^ 
übten* aSot aUern fieOte n bemnac^ an ben 3)id&tct bie gotberung, 
baf et eine enetflif(^e @\)tac^e bed ©eifle» un^ be6 Jpetjend fu^^ 
ttn foDe.*) St leitete bie SBitffamfeit eine» ®ebi*te6 iti*t fowo^l 
au» ber ?Poefle ab, al» et biefelbe auf bie unmittelbate SBatur, atif 
bie SBelt bet geibenfd^aften unb ^anblungeh im ®emüt^e be» ®id^^ 
let» jutüdfüfitte* @o etfcfeien i^m bet Sichtet bloß al» ein 95ote 
bet Statut, bet bie Dffenbatungen betfelben bem menf^lic^en ®c^ 
\6)lti)tt ju übetbfingen ^abe, unb et betra(l)tete t» al» bie eigentliche 
Aufgabe beffelben, in ben ©(attetn bet »atut mit Katen SMirfm ju 
lefeu; bie ©eele betfelben in fein Oemfitl^ aufjunel^men, ifyct Drafel 
ju emj)fangen unb ju t)etfunbigen. 2)en ganjen 3^^f«K ^^^ ^^efif 
fonnte et jtc^ nut batau» etflaten, baf man fle ben möttetli^en 9lr^ 
men bet 9iatut entfü^tt unb ju einet ©a^ie bet Stunjl gemad)t f^abt. 
9tm in folc^en Seiten fd^ien i^m bie Ä^te 3)t^tung aufjublül^cn, 
tt)o bet SWenfc^ noc^ in einem innigen SBetfe^te mit ben ®ebi(bf n 
bet Statut lebe, feine ganje emt)fdngli(l)feit i^nen entgegenbtinge 
unb bie ajJitt^cilüngen betfelben mit fteiefiet ®öttlic^!eit au»fptcc|>e, 
tt)0 et ji4) nic^t f(f)eue, ba» in bet äBitflid^feit Slngefc^aute mit ber 
gangen ©tätfe bet utfptüngli^en gatben batjujiellen; wo et in fei* 
nen SBatutgemälben bie angebotene Ätaft ungel^emmt »alten laflfe. 
9Kit bem 2luge bet Gmpfinbung^ meinte et, mujfe bie 9iatut bettac^* 
tet; fte müjfe bcmunbctt unb angefiaunt »etben, wenn bet 3)i^ter 
einen tteuen Spiegel betfelben auffiellen woHe, unb feine @4)itbe^ 
rungen ȟtben babutd)^ baf et allenthalben in if)t eine ftnnbiltltd^e 
SSfjic^ung auf ten ?!Kenfcl)en etblidte; etfi bie »al^te SSoHenbung 
et^alten. 2)a» SBcttaH teic^e un» eine gtofe SilDettafel bat, auf 
bet alle ©ejialten lebenbig feien* SBie ein gewaltige» SReet fttome 
e» bem ÜKenfc^en entgegen, in ii)m felbji abet muffe bie ftifc^e JDueHc 
be» geben» fptubeln, bamit et mit jenem Dcean fic^ »ereinige* 2)icfe 
(Sini)cit bet au» bem Seben bet Statut aufgenommenen (Smpfinbung 
unb be» bic|)terifc|)en ®emüt^e» in bet 2)atftellung, fei bet »a^re 
®euiu» bet ^ßocjle***) „2)ie l)6#e 9latut fei immer '^oefle: bie 
tiefjie ©mpfinbung fptec^e immet ett)aben. 



*) Sodann ®corg Vtnüv^^ SBottebe gu ^etl>er'« et^iOfttn I. e. 6.. 

**) ®etfl t>ft \)tbxäi\d)tn q^oefte I. 6. 18, 34, 101 f. ; a e. M M, U, 



gerbet'« «eff^ettf. «7 

SDfe SBtlben t^erpünbrn fi<^ aOe bei i^ren flatfm, fortreiffnbm 
»itbeni, «nb bie »eibenfc^aft brauet feine ^ßoetif, ft* tcit fte ijl 
barjuftetten imb ju fc^ilbeTn^*) 9Ba« in«befonbere bie poetifd^e ©pra*e 
beh^fft; fo tjerlangt ^erber, baf ber ®ebanfe eine* Oebic^te» mit fei* 
nm aiuÄbrutfe fo eng t^erwac^fen fei, »ie bie ©eele mit bem 5torper, 
baf bet (Dichter ben flonjen %on feinet gmpfmbungen in ber Sprache 
aitdbruSe. unb burc^ bie UnmiUelbarfrit fetner ®em&(be ftc^ in ba* 
§erj be« ig>&rer* eingrabt.**) SBei biefen wifben 98oIfcrn jinbet ftcft 
„iene na^ttn(Riä)t, xiä)tiQt Äfirge, lener ft^nefle, untjerge^iidje ?Iud* 
bnirf, ben bie Waler ber Sud&^aben nie erreichen." Sie brfirfen fid) 
irnnr^r ^arf unb fefl au«: „immer bie Qai^t, bie fte fagen »eilen, 
finnlld^, Har, lebcnWg attf(^auenb : ben ^md, ju bem fle reben, un* 
tnfttelbor unb genau föf)Ienb.^ 6ie erfaffen „ben ganjen ®e* 
banfen mit bem ganjen SBorte unb bie« mit jenem." S^re ®efinge 
„weben um bafeienbe ®egenftänbe, §anblungen, Segeben^eiten, um 
eine lebenbige SEBelt! mte reid^ unb ^ielfac^ finb ba nun Umflänbe, 
9egenn)Ärtige 3fig^ I^eiteorfäBe 1 unb alle ^at ba« Sluge gefelien!" 
^5)0« feftt Sprünge unb ffiörfe-/ „ti ifl fein anberer 3ufammen* 
l)ang unter ben Steilen bed ®efange6, aW unter ben S&umen unb 
®ebüf(||en im SQSalbe, unter ben gelfen unb ®rotten in ber Sinobe, 
atö ttntcf beti Scenen bet Gegebenheit felbfi. " ***) fflor aUen !Dtngen 
rü^mt e« ^erber an bo: ^ebrAifdbeti ^ßoefie, baf i^re 6c^dpfun* 
gm gang t)on empfmbungen ber äilatur erfällt feien, baf bie Statur 
Ott i^rem 93itfen fte genft^rt unb aufgewogen ^abe. @r entbetft in 
iffx bie Spuren bed Alteflm unb urfprfinglic^flen SRenfc^engeifte«, »eil 
fte bitrc^aua in Silbern unb in ber Sprache ber Seibenfd^aften fid^ 
au^tft&ät, weil fte bie einfa(^f}en SJorfieaungdorten ber menfcblif(i^en 
Seele aufbewahre, itein biblifc^er ©cbriftfteller wollte, wie gerbet 
fagt, ein iDic^ter in bem ]^erfömmli4)en Sinne be« Sffiorte« fein. Äein 
poetifc^e« fifrjeuguif biefer Sitcratur entfprang au« einer fünftlerifc|ien 
3lbftd^t^ 'oitlmt^t gingen fte alle au« ber Sßaturn^^t^wenbigfeit be« 



91. 6. gSirfmig Der toi^tfuttjl auf bie ®ttten ter ^biftx, 6. 210—214. grrag^' 
mentc fur beittfd^ett Literatur, XI. ©. 176—178. 

*) SSom «StttDiura Ux t^foloßie, 2>. 70; »ergt. grftömcnte jut leutfd^en 
giteratur H. ®. ZX 

**) gragmente ^mx betitfc&en SItcratut, n. 6. 176—178. 

**•) ®eifl Ux ^ebrfiift^en $t)ffic HI. 6. 165. «aUfgone I. 6. 180 f. 
stimmen tftx fSUUx I. @. 26 f. 40. 



28 ^erber'd 9(ejl^ett!. 

©emutl^ee l^etDor. (Sin menfc&Kc^er 3tt>ecf, eine ftttUc^^eligJfe iBirf ung 
ttjar ee, auf bie ber 2)ic^ter l^inarbeüete unb ^fnatbeiten mufite; bie 
f^one, funftüofle Oejialtunfl war i^m gleichgültig» ©eine ©efange 
quollen au6 ber Siiefe bed inbit)ibueBiien gebend; feine Silber unb 
auöbriicfe toaxtn burd) ben ®eniu6 ber SRation unb ber ^nt üdh 
felbjl gegeben; jie xoaxm „Srforbernig ber ©pracfte unb be« ©emu* 
t^e^ beffen, ber fpra^ fomie bed D^red unb bed ®einöt^e6 berer, 
bie f)orten; SBeburfnif ber ®a(i)(, ber ^dt^ beö ßmät^, ber Um*» 
jiänbe." wonnig geglaubte 3Bal|)rl^eit/' »finblic^^rcin« Sinfatt unb 
9?aiüetät" fmb bie großen ^mtm biefer $oejtei bie un^ für ben 
ÜKongel funjilerifc^er formen ^inrei(^enb e»tf4)abigen^*) Äu{||. m 
ben ©rieben \)tbi ed ^erber befpnber^ l^ert>or, bo^ i^re t)oHenbe(ften 
Sffierfe ftdb in ben ©djjranfcn ber unfc^ulbig^ einfältigen 9iatur be^ 
wegten, baß if)re ©prad^e unb Dicfetfu.nfi au^ bem ©eniud ber 9ia^ 
tur geboren fei***) „SOSo iji bei un6", ruft er au^, „bie 33ilbertt>eU; 
bie 2Belt wU Seibenfc^aft, bie ®riecf)enlanb in feiner 3ugenb um fi(^ 
(al)?" „SBo i^ bie !Dit{)9rambenfpra(|ie? bie unfere iji ml ju p^ilo- 
fop^ifc^ altflug, gu eingefc^ranft unter ©efefte, imb gu abgemeffen, 
atö baf fte {ene neue, unregelmäßige, t)ielfagenbe Sprache n^ 
gen fonnte "♦***) 

S. 20. 3n anbern ®HUttt, m ^erber bad SBet^Itniß bet ihmfi 
gu ber Statur mit größerer 9luf)e unb firengcrer 2Biffenf(^aftIi(^leit 
betrad^tet, fprid^t er ftc^ baftin auö, baß bie SJadfiabmung ber fc^onen 
SRatur bad 5ßrincip ber Äunji fei* f) 2)iefe ©tmcrfung ergingt ju^ 
burc^ fein geft^alten an ber S^ufc^ung, auf »eld^e bie ^oefte unb 
bie Ä'unft überhaupt l^inarbeite* ff) (5r »triangt alfo »on ben freien 
S^opfungen ber ^^antafie i>or allen Dingen, baß jte. einen getreuen 



*) ©effl ber icBr4lf*en ^ocfic L ©. 26, 40, 82, 237 f.; II. @. 88, 90, 
139; ra. @. 18Ö. a:(>eoI09ff*c SJriefe I. utib II. ®. 21 f., 38. S5om ©tubium 
ber Zf)to{o^it @, 73. ©(uraentefe ani. moröenlonbifd^en ^iä)Um, @. 122» 

♦•) Stimmen ber SJMfer I. ®. 65. ©Triften jur grie*if(|ien Älterötur e. 
252, 263. SDcen jur ®cf(^i*te ber SWenfdj^Mt HI. @. 129 — 131. ihUif(^ 
SSdlberll. @. 113 f., 173. grüdjte au« ben fogenannt golbcnen Seiten I. ©.149. 

***) gragraentc jur beutfd^en Siteratur n. ©.88.. 

t) 9Rac^lefe gur fcfeßnen Literatur unb i?unft ©♦ 138 f. Slbraflea I. 6. 
74. Sbeen jur ®c\ä>i^it unb ilritif ber $oefle H. ©• 142. 

tt) itritifd^e Södtber I, ©. 206. .©Triften jur romlfcfecn Literatur.©. 129. 
Äattigotie I. ©. 192 f. gragmente jur beutfcl;en Literatur H. ©• 121. 



eptfgel M tt){rrKi|en itbtnt iaxbitttn foOen, nt4|t biof tine teflerbe 
8ffc^rcrtung, fonbem eine unmittelbare aSetflegenw&rtigung M t)Ott 
ber *atur gegebenen 2)afe!n6» 3n iit\m Sinne feil flc^ ba« ®e* 
bii^t ober jtunftoerf an bie ©teOe be» wixfliiftn ?eben» felbp fcften* 
So ifl ba» 3beaf ber grfe^Jfc^en ffierfe mit ber f(f)önen »atur 
beinahe gu einem »übe »erf(||moIjen; iene» Ifl „ein »bglanj ber 
»atur, xoit bie Sonne f!(^ im Haren »ac^e fpiegelt.* „6« ip ber 
unerreichte SSorjng ber griec|>if(^en jhtnfi unb 3)i(^tfunfl; baf beibe 
gleid^fam nur f&x fiif bafle^n, unb wie bie SBerfe ber 9latur fld^ in 
i^rem 3nnem geniefen/ b* f). baf f!e ju i^rem 93erfldnbniffe feiner 
Sergleic^ung mit ber ®irHi^feit beburfen, fonbem bie ganje guBe 
berfelben in bad 3beal aufgenommen l^aben unb barin t)ergegenn)Ärti^ 
gen, baf fit eine für fl^ abgefc^loffene SBelt im Äleinen barficHen»*) 
3nbem er aber babei nit^t flel^en bleibt, rÄumt er ber 3)i(^tung ba* 
Set^t einer eigentlici^en giction ein, bie in ber 3wf<»n^'n^*'ffftwn9 ^«^ 
fannter, c^arafterijlif^ier SBilbungen ju einem unbefannten, c^arafteri^ 
|lif(f>en ®efd^6pfe be^e^e**») ©o f(^n>ingt ftt^ b(e orientalifc^e 
$^antafle ni^t blof auf ben „Slösrfn ber 9Rorgenr6t^e bid an bie 
©rengen ber Watur auf/ fonbem tt)agt ff(^ oft über biefe ®renge 
unb irrt „im 9iei<^e be6 unnatürlic^m, aber n)unbcrbaren (S^aod um^ 
^er.****) Sie ge^t alfo bi6 jum ?P^antajiifc^en; b. f), gur lieber^ 
ft^reitung ber Waturgefefte burc^ bad poetifc^e 3beal fort* !Do(^ liegt 
biefm gabelgefd^Jpfen, wmigjlena in ben ©rga^lungen be6 Driented, 
meijiett« eine Slaturwal^r^eit gu ®mnbe: o^ne ben, »enn auc^ nod^ 
fo lofen 3wfan^ni^tt^öng mit einer fold^en würbe bie iDarficDung auf^ 
^otm ^ottii^ gu fein, ba bie Äunft immer in ber Sin^cit bed ®ei^ 
Ped mit ber Katur befielet* ,,9Wan l^at nii)t fonjo^I erbicf)tet, atö 
wahren 3)ingen angebietet, unb ba6 Seltene, ©ingige, SBunbcrbare 
gum Unbegreiflichen, t)60[{ggabel^aften*erl)6^t/'t) S93enn aber burc^ 
bad ^^antapifc^e, bad immer nur atö ein untcrgeorbnctc6 SÄoment 
in ber Äunjl auftreten barf, bie freie Selbflbeftimmung berfelben im 
Ser^iltniffe gur SBirHlc^feit begeic^net »irb, fo liegt überhaupt ber 
eigentliche aRittefpunft ber poetifc^en Schöpfung, wo i^re eingcfnen 



•) Fragmente gut teutfc^ien Literatur II. ©. 51 f. ^^xifttn gur flrfe^ifd^en 
Literatur 6. 156. 

••) ®eifi \gc ^cbrdif({ien fpocfle H. ©. 102. 
♦^ gragmcnte gut teutfd^cn Literatur n. ©. 36. 
t) ®«ft Der \)tMi\ditn ^ocjlc n. e. 104. 



30 ^erber'd $(e^^ett!. 

Momente au6 ber SßirfCtc^fett magnettf<i) l^eran^jegm mxUn, in 
ber btd^terifc^en ^bee^ bie fretKd^ ebenfotool^l bei feinde äludjug beö 
tt)irflic^en 2)af«n6, al* b{e ©clb^offenbarung be« fünjHerifi^en ©e^ 
fte^ ift ober t>ielme]^r aud ber innig^en SSerma^hmg betber entfprutgt« 
9Zur tvenn in einem fünfilerifd^en ©tifie biefe SBernt&^ung t)oO}ogeti 
ifi; l^at et bie ©timmung unb aBe% um ba« ©c^öne ber aSIrKie^-' 
feit rein in ftd^ aufzunehmen unb in ))oKenbeten formen »()ieberiUi' 
geben. Slud^ l^ier ^ra^Ien und bie ©riit^en üIä bie ^6(^^m 
9Ruiier entgeflen* „aßte rein fa^en fte, xoit menf(SIi<^ fu][)Ueu |te äße 
görmenl unb toit fd^on tt)uften jie biefe in il^re Silber* unb fBoxU 
fj)ra(|e ju Heiben 1"*) 3n i^ren Söerfcn mürbe ber [c^inen 9i(Uur 
ein ,; Stempel" gemolbt; b. i^. fle ftra^Ue in bemfe(6en mtlätt toitbtx, 
{le feierte barin i^re Slufer^el^ung* 3n manchen !^ic^tungen bed 
9)?orge.nIanbed manbelte ftc^ bie Siaturfcfjönl&eit jut ©c^onl^eit 
bed ^arabiefeö um* „^n ben Silbern* berfelben^ umpiepen une 
fü^IeSBeUen, in i^nen »e^en erquidenbc Softe; i^re 5ß^antafle mo^nt, 
roie eine $eri, auf ben Steigen ber Säume; tco jie t)on Slumen* 
bufte unb ber Slmbrojta reiner grud^te lebet"**) SBeiter^in mad&t 
^crber bie Semerfung, baf ed nic^t in ber Aufgabe ber JEunfl liege, 
bad ganje ©ebiet ber ©d^opfung für i^re 2)arfieQungen gu benu^en* 
Sßenn fie bief unternähme , fo würbe ba6 »abgebildete rftt^fel^aft 
unb bem 9Ript)erftanbe audgefefrt^ n>ie in ber gro^n ©^f^pfuug %a^ 
flehen; bie Äunfl mfirbe alfo aufhören, eine ^xo^f^in unb Sludlei^ 
gerin ber aBirflicI^fcit ju fein* 3a ^e mfifte mit i^rer tteineii 
aßelt l)inter bem t>erf(f)teierten Silbe ber großen äurucfbleibem SOSä^* 
renb nämlic^ ber ®eift bee aßeltaHd bie fammtlict)en 3)inge mit ein* 
anber ))erfnüpfe unb eine Z\)at\a^t burd^ bie anbere erläutere, fhOe 
und tin folc^cd Äun^werf nur t)ereinjelte; loÄgerijfene Sefianbt^eÜe 
beö aäJeltattd bar, o^ne und bie SKittcl ju i^rer erllaruag ju bieten. 
2)er Äünftler iji alfo baju t)ert)fli(6tet, feine SorßeBungen nad^ einem 
engeren ; beflimmtem 3w^<f( audjumä^len , ald i^n bad äBeltaU bei 
feinen ®c|öi)fungen t>or äugen ^at* 2)iefer ^md aber liegt in ber 
3bee bed Äünftlerd, b. ^* in bem concentrirten Urbilbe beräBelt, bad 
er in feinem ©eifte jid^ gefiattet l)aU Da er ben 3«fÄininen^ang 
ber ganjen SRatur boc^ niemald in feinen SDarjieKungen gu loieber^ 



*) Slntiquarlfc^c Sluffäfec @. 184 f. 
♦*) ^aaiöone I. ®, 32. 



«erbet« %tHtHt H 

^olen t)cnQag, f» m\i$ et ^ barauf bt\^&n1m, mi ben fät fetttm 
3u)e({ geeianften @loffen ber tDitfltc^en 9Bett eine Heine SSBeU gu 
formen, tte feine ©ebanfen offenbart/) (St muf tn ben Stammen 
feinet !(^antaile nu( bie fpred^enbfUn, Uuilidi^fn, finnDoOflen BAft« 
Ux Wiitüi^hit jttfammenbr&ngen, um in biefen ben aUgemeinen ®eifl 
be^ 2)afeind, bie Smede ber ftttUc^en SBeltorbnung unb ben 3n^alt 
[cinee eigenen ®et^Mebend ju ))ergegenk9&rtigen« SIu(| iß ed npie^ 
ber not^iDenbig, noc^ audfu^tbat, baf ber Jtunßto ben gefammten 
Stoff feinet Iß^antafie aud bet Sßitfli^feit fc^opfe, i^ielme^r mup er 
m ge^lenbe oft hutd) feinen prop§etif<|)en ®eiß ergänjem i^^m^ 
eine Slrt loon Sia^iffen^eit unb geheimer äiota^nung^ {ennt er „au^ 
bie galten unb @d^Iupfn>infel M menfc^lic^en J^erjen6/ bie er in 
[einet Seben^kDirHi^^feit „nic^t gefugt ^ben barf, jeftt aber im ii^tt 
feiner 9)lufen gen>aJ^r n)trb." ,,2)er 2)i(^ter, ber ade Seibettf(^aften 
fc^ilbert, fanti fte j[a nicbt alle aU perfonlic^ed (Sigentl^um befi^en; 
genug menn er {ie a(d ein ruhiger Spiegel treu aufnimmt unb n>ie<' 
bet obgt&nit/' „iDie größten JCun^ler jebetSltt n)aren immer bie (ei^ 
benfc^aftdlofeßen^ ^iterfienßfyataftere."**) ^nx Erläuterung ber left* 
teien @&^e ^aben n>ir noc^ Solgenbed beiiufugeu* Sßenn wir mit 
Stecht ben SRenfc^en unb bad mcnf(^li^ £eben atö ben SRittelpunft 
aller fun^lerifc^en SDarfleHungen betrachten, fo muf ber ^unßler bie 
S&^igfeit ^en, oUe äiabien bed 9)2enf(^Ud^en in fi4) jufammenju^ 
jiei^^en, bie ganje ©attung in ftc^ gu )i>ergegenn)&rtigen, aie äRenfc^ 
im prägnanteren @inne bed SQSorted gu erf4)einen« 3^. feiner (SnU 
micflung iß ee bef^alb unerläßlich, baf er burc^ fein eigenem itbtn 
in bie bebeutfamfien menfc^ilic^en Suß^nbe unb Sier^ltniffe ^ineingei^ 
)ogen, baf er mit ber Sreube unb bem ©c^merg, mit bem 93eft0 unb 
ber @ntbe]^rung )>ertrauter gemacht toerbe, aM anbete SRenf^en. @in 
iDi^ter, ber ni^t mit aller €t&r{e t>tx @mpftnbung geliebt unb ge^ 
^aft, {14) gefreut unb gelitten l^at, rnirb bie bebeutfamfien flotter im. 
Säuere beö gebend nid^t »er^e^em***) 3)ie ji&rfjie ^^antafie reicht 
nic^t aud, i^m für ben SRangel ber eingelnen iSrlebniffe ben genägen<> 



*) grüßte au8 t^en fcgenamit öolDenen QdUn I. 6. 141. 

*♦) 9lac^(efe jur fd^ßnen Sitcratur unb ilunji <S. 87. 

♦**) 3n tiefem ©inne fagt aud^ ^ttUt („t>tt vcrft^lebcne ©efang," (Selld^e 
I. 6. 250 »^^ ^i^ ^^^ W^omtUra ^c^mtr^ (tad Die ftcttlk^cn )£rattevt6ne 
ter 9la^ti^ati ni^tbta uoiCl) erfcttert ^^ilomeUud ^tv^/' 



30 Berber'« 9lt^ttif. 

^omtntt au6 itx Sßirfltc^fett magnctifd) ^erattgegegni mtUn, in 
ber btd^terifc^en ^Ut, bie frciltd^ tUn\otoo^ bec fcinße äludgug M 
toixtl\i)m !£)afein^; al6 bie @eIbßoffenbarmig bed funfilerifc^en ®eu 
fie^ ifi obet t>ielme^c aud ber inn{g^en äScrtnä^Iung beiber entfyrutgt 
9Zut tütnn in einem fünftlerifd^en ©tifie biefe SBenn&^ung t^oOgogeti 
ifl; l^at er bie Stimmung unb ä&ei^; um ba9 @(^öne bet 3BirHi(^ 
feit xtin in jld^ auftunel^men unb in »oBenbeten formen wteberju* 
geben. Slud^ l^ier ^ra^(en und bie ® eieren atö bie ^o^^en 
SSSlnfitx entgegen. „fSiit rein fa^en fle^ n>ie menf4)(i<^ f&^lten fte aOe 
formen I unb toit fc^5n n>upten fie biefe in il^re 93Uber# unb fSüoxU 
fj>ra(|e ju Reiben 1"*) 3n i^ren iBJerfcn »urbe ber fc^inen SRotur 
ein „ZtmptV* gen)6lbt, b. ^. fte prallte in berafellen üerfUrt lieber; 
fte feierte barin il^re Slufer^el^ung* 3n manchen !^ic^tungen bee 
SRorgenlanbed n)anbelte ^c^ bie Slaturfct^ön^eit auf <S(^n^ett 
M ^arabiefed um« „^n ben Silbern^ berfelben, umßie^n tM 
fü^(e äßeUen, in i^nen melden erquicfenbe Softe $ i^re ^^antafie iDO^nt, 
tvie eine $eri, auf ben S^^ig^n ber SB&ume, mo fie üon SBIumen« 
bufte unb ber ambrofla reiner grü(^tc lebet/'**) SBeiter^in mac^t 
^crber bie Semerfung, baß e6 nic^t in ber Aufgabe ber Jhinfl liege, 
ba^ ganje ©ebiet ber ©d^opfung för il^re SDarfieÜungen gu benn^en. 
SQenn fte bief untern&l^me^ fo n)itrbe ba6 SRac^gebilbete r&l^ft(^aft 
unb bem 9Rtf))erf}anbe audgefe^t, n>ie in ber gro^n ©^f^pfung bOi* 
flehen; bie Aunfl n)ürbe alfo auff)ören; tint $rD)>^(n unb Sludle^ 
gerin ber Sffiirflicl^feit ju fein« 3a fte möfte mit i^rer Keinen 
SBelt l)inter bem t)erf(^leierten Silbe ber grof en äurucfbleibem SBä^ 
renb n&mltc^ ber ©eift bed ^tltaU bie fammtlict)en !Dinge mit ein^ 
anber ))erfnüpfe unb eine %\)atja^t bmi) bie anbere trl&utere, ^tüt 
und tin folc^ed Äun^merf nur t^ereinjelte, lodgeriffene Sefianbt^eile 
bed SSJeltadd bar^ o^ne und bie ^X'iittel gu i^rer @r!l&rung gu bieten* 
3)er Äünftler iji alfo baju tjerpjlii^tet, feine aSorßeUungen nac^ einem 
engeren, beflimmtem 3n>^<f^ audgum&^len ^ ald i^n bad äBeltaU bei 
feinen Schöpfungen t)or Slugen i)at 2)iefer ^md aber liegt in ber 
3bee be« Äünfilerd, b.^. in bem concentrirten Urbilbe ber SBelt, bad 
er in feinem ®eifte ficfe gefialtet ^at* Da er ben 3wf<»tttmen^an9 
ber ganjen 3tat\xx bod) niemals in feinen !X)arjlelIungen ju n)teber^ 



♦) antiquarlfc^c Sliiffäfec ®. 184 f. 
♦*) ^aaißone I. ®. 32. 



gerbet'« %ttktiih tl 

^olen 'otmaQ, fo niu# er ^ tarauf bt^^&nltn, au» beti für feinen 
3u)e(i geetpeten @tofen ber tpirfltc^en äBett eine Heine SBe(t )u 
formen, bie feine ©ebanfen offenbart*) ®r muf in ben 9ia^men 
feiner ^^^antafte nur bie fpred^enbßen, bfutli4)fien, ^mooOßen Büge 
bcr 3BirfIi(^feit gufantmenbrangen, um in biefen ben aQgemeinen ®eifl 
be0 2)afeind, bie ^mdt ber ftttUc^en äßeltorbnung unb ben 3n^a(t 
feinet eigenen Qti^ÜtbtM gu t)ergegento&rtigen. Slud^ iß ed toe^ 
ber notl^menbig, nod^ audfu^rbar, bap ber Jt&nßler ben gefamtnten 
@toff feiner $^anta{te aud ber äBirfli^feit f(^6pfe^ t)ie(me^r muf er 
bad gel^Ienbe oft bu((^ feinen prop^etif(|fen ®eiß erg&njen« ^^m^ 
eine ^tt )oon SlQn^iffen^eit unb gel^eimer Sioral^nung^ fennt er „au<^ 
bie galten unb @(^lupfn>infel bed menf(^Ii(^en J^ergen^" bie er in 
feiner SebendmirHi^^feit „nic^t gefugt l^ben barf, jeftt aber im i\i)tt 
feiner aRufen gewaJ^r wirb." ^2)er ^i^ttx, ber aKe 8eibettf(^>aften 
f^ilbert, fami {te ia nicbt alle atö pecfönlid[)ed (Sigentl^um befi^en; 
genug menn er {ie ald ein ruhiger @piegel treu aufnimmt unb tt>ie<' 
ber obgl&njt*" ^^Die größten JCünßler jleberSlrt toaxtn immer bie lei^ 
benfc^aftdlofeßen, ^eiterfienglyaraftere/'**) 3ur SrlÄuterung ber left* 
teren @&^ ^oben n>tr noc^ Solgenbed beizufügen. Sßenn wir mit 
Stecht ben SRenff^en unb bod menf(^li(^e £eben atö ben SRittelpunft 
aQer funßlerifc^en !Darfiellungen betrachten, fo muf ber ^änfller bie 
gä^igleit l^oben^ alle Stabien M 9Renf(^Ud^en in jt4) aufammenju«" 
giel^en, bie gauje ©attung in jtc^ gu )i>ergegenn)&rtigen, al» äRenfc^ 
im prAgnanteflen @inne bed ^orted gu erfd^einem 3^. feiner @nt^ 
n>icflung iß ed bef^alb unerläßlich, baß er burc!^ fein eigene» itbm 
in bie bebeutfamften menfc^ilic^en 3uft&nbe unb SSer^ltniffe bineinge^ 
gogen, baf er mit ber Sreube unb bem ®c^uierg, mit bem 93eft^ unb 
ber @ntbe]^rung )>ertrauter gemalt werbe, aM anbece äRenf^en* @in 
^id^ter, ber ni^t mit aller €t&rfe ber @mpftnbung geliebt unb ge^ 
i^ap^ {t(^ gefreut unb gelitten l^at, wirb bie bebeutfamßen Blätter im 
93u«i^e beö geben» nic^t »erße^en.***) !Die ftarfjie qj^antafie reicht 
nic^t au», i^m für ben SRangel ber eingelnen (Srlebniffe ben genägen<< 



*) grüßte au8 tcn fcgenaunt golDenen Qtitm I. 6. 141. 

*♦) 9lac^lefc jur fd^ßncn Sitcratur unb Äunfl @. 87. 

♦**) 3n liefern 6inne fogt aud^ Berber („ber wrfd^lebene ©efang,'* dJebfd^te 
I* e. 2tt0 ,,€in ^\et> voü ^^ifomclrnd ©(^mtr^ (ba0 bie ^MHid^tn ^rauert^ne 
ber 9laäfif^<^ü erf^iben wiü) erforbert $^Uome(end ^tv^." 



aa Werter'« %t^ttit 

ben etfaft gu bxtttn. 9lur wenn er but^ ;t)ad 8e6ett bemegt unb 
gefc^fittelt, mm er burd^ bfe glammen bcr ^ßröfung gejogtn unb 
geläutert i% \)at er bie 5Bei^e empfangen, um aW ^rop^et fefned 
©efd^Iec^te^ aufjutreten. Slber bie Entfaltung einee Äunjiwerfee t)er# 
langt jene tiefe, feelige 3lu^e, bie fld^ t>on allen geibenfc^apen unb 
©türmen be^ ®emut^e^ »Süig befreit fft^lt 2)ie gonge Seele M 
5tfinfilerd muß aföbann wie ein blauer, fDnniget^§immet fid^ au6^ 
breiten, an bem nur bie (Erinnerungen ber eigenen erlebnijfe tt>ie leichte 
2B6tf<|en J^infd^weben bürfen. fflon allen !E)ingen, bie er erfahren 
i^at, bfirfen nur bie großen, ibealen 309^ öt^rifl geblieben fein ; bie 
SSBirHic^fett felbji mit bem ganjen ®en?ebe i^rer ©ingeln^eiten mu^ 
er in ben Strom be6 Set^e »erfenft l^abtn. ©o lange wir in eigene 
greuben unb ©c^merjen noc^ verwidclt finb, t)erm6gen wir nic^t mit 
ffinfilerififerr greit)eit gu fc^affen, weil une bie Unbefangenljeit abge!)t, 
und an bie ©teile ber gangen 9Wenfe^f)eit gu fe^en* aBöfynt aber bie 
gange ©eligfeit bed ®eniu6 in unferm Snnern unb gelingt ed ber 
Segeifierung, alle unfcre ©ebanfen unb Sor^eDungen, alle ©tl^nen 
unb Sterben unfere* @m!pfinbungdleben6 in bie 3bee umguwanbeln, 
fo baf wir felbfi gur ©tatue unfere6 ®eifte6 un6 formen Knnen, 
b* ^* gu einem ®ebilbe, in bem unftr irbifc^ee 3)afein bid in bie 
fleinfien Sw geläutert unb üerflart wirb, fo blirfen wir ber aBelt 
ine §erg, unb ^or unferem iprop^etifi^en ?luge entfc^leiem |t(^ auc^ 
bie t)erborgenflen ®el)eimniffe be6 ©emöt^ed* 9Bie bem grofen SBim 
feimann, ald er einen fc^einbar bürftigen SJumipf betrad^tetete, burc^ 
bie aWagie ber S3egeifierung ba6 ®itb be6 vergötterten ^erafled flcf^ 
ergangte unb gufammenfügte, fo erweitert jtc^ {ebem 3)ic^ter im pro^ 
pl^etifc^en Slugenblirfe ber Sorfo ber SBirHi(||feit gu einer ®efialt t)otI 
göttlichen gebend* 

§. 21. 3nbem §erber titfere ©lirfe in bie ®ebttrtdfiatte ber 
ffinfilerifc^en ^bealifirung wirft, gelangt er gu folgenben @rgebniffen: 
3ebe nicljt gang mißbilbete unb t)erworrene ®fPalt entt)4lt eine 3bee, 
eine innere, bleibenbe SRatur ober badjenige, toai fte fein fotl. SBirb 
nun biefe 3bee t)on allem 3uf&ßigen unb Unreinen gefonbcrt unb gum 
reinen Serfianbedbilbe ber wefenl^aften gorm »erfldrt, fo erl^alten wir 
ba6 Sbeal bed ®egenfianbed. Die ©efialt ge^t in bie ©eele bed 
Äünjilerd ein unb wirb in berfelben gur 3bee, gur ©c^o bed ®ei|ied» 
hierbei liegt ed gugleic^ in ber wa^r^aft ibealiflrenben a^^itigleit bed 
Äunftlerd, baf er im eingelnen ©egenfianbe bie gange ®attutrö beffet 



bm tthüäi, taf er in ber bejUmmteflen Raffung be» SnbMtaelleti ba« 
m^tmlnt 9efgegenn>Attigk 2>{e grofen !I>{(^n Orie^Knlattb» }«8« 
fieOtm ben (Battungebegrif mit itnb in ber fireitgßen ffiittlic^reit t>t^ 
(Sinjtliten fo natfolk^ unb ItMtt iat, baf man freubig floiint; toenn 
man „im $Inf(|Kium M Sllgemfinen tm Sefonberen 2n>if<^en Seibm 
bte ®renje fudj^t unb fit faum finbct*^*) «u» biefen Srmerfungfn 
tfi befonbere 0o(genbe» l^etDorjul^ibfn. Skr fftn^Ierifd^e ®e{fi; bef 
hierbei in bem gemeinten 3ußanbe be« ®4)affen6 geballt n>trb, ge^t 
nicbt )>an bem abfhaften ®attung#begriffe au0^ um fAr benfelben tin 
^xtmplax in bei Sinjel^eit git fud^en; lotelme^r nrftb er fogleft^ von 
einem einzelnen (Segen^anbe m&(|^ttg angezogen unb erblicft ben in 
bemfelben lebenben unb n^irfenben Gattungsbegriff* 3e (iebe^oOer 
unb inniger bte ^^antafte ben Heinflen d^gen ber Stnjel^t {i(^ 
etnvoebt; beßo reifer entfaltet fic^ wx ifyt ba« ®efammtbi(b ber ®aU 
tung. S)ie in bem einjetnen ®egenflanbe n)ol^nenbe 3ibee f^aUt n»ie 
eine geifKge Wuftf in ber 6ee(e bed JtfinfHerd n>{eber; fie burc^bringt 
toit ein £ebenS&tl^r ba6 einjelne 9i(b; ba« unter feinen ^Anben ft(^ 
geflaltet« Sßon ber tiebe )um änbiioibuum unn>iberfie^(i4> f^^rtgejogen, 
tu^t er nic^t; bi« er Mtt &pxtdfmU, 3lu9bru(fet)olIe unb @d^öne 
ber Gattung in bemfelben }ufammengebrAngt ^ot. @9 t)erße^t {i(^ 
babei ))on felbß unb ge()t f^on aM ben früheren 33emerfungen l^er^ 
»or, baf er alle 3ftg^ unb SRerfmale entfernt, bie ber 3bee be« er* 
griffenen ®egenjlanbe^ fremb jlnb, baf er ba« 3«f&0tge befeitigt unb 
bem SRotl^wenbigen eine ganj abgerunbete unb burc^ftc^^tige ®eflalt 
gibt; benn eS ift ba9 @igne ber Siebe, baf fie i^ren ®egenflanb ju 
feiner )>onfommneren Gigent^fimli^ffeit ju befreien fud^t, baf fie bie 
innere SBa^rt)eit beffelben t>ert»oBfianbigt. So fö^rt un« ber ÄflnfMer 
in bie t>ertrauli(|fle SSBirnid^feit ^itiein, unb ioi) mut^t fie un6 gan} 
önberd an, aW ba6 »ilb be« Sebend, ba« »ir bur* bie unmittel*' 
bäte grfa^rüng in un6 aufnehmen* Die verborgenen Seelen be* 
Dafein« flnb und erfcbloffen, ba4 SBSefcn ber 3)inge ifl un* ent^öOt* 
3Bir feij^en bie ^arte JRinbe beS gebend bur^broc^en unb aUen 3nl||alt 
beffelben auf bie burc^ficbtige DberffSc^e ber ®efialt iKrauSgetreten* 
3>ie 3bee breitet jic^ leuc^tenb burd^ bie frij^jiaUartig fc^immetnben 
®ebilbe au«, unb n)lr ft^auen bem ®eri^te ju, ba« fie über bie 



•) e^riften aur rSmfft^en SUeratur ©. 188. Äalligone H. ®. 1Ö6, 163 bf« 
i67. €*fiftm aut grftcbif^rn »iteratur 6. 25«/ 
ftrt^tv f. n, epta^tn. Xvn. 8 



H «erber'i 9imtiil 

mt^m m^niitMt mt^ SSfo ttmät% m un« Ut mfHimt mi 
^xttoiffmi, hft aßa^^ett unb Dae tn'd SHic^fd }fi^el^iibe @(^ttt^ 
Ui&cn bff gugr* ^v^Cix ifi l^tei SlHnS flang it%xtuit unb inbiiHbueQ, 
a6e): al» ^ii6f<^mU be^ grof m SBcItganjetu @« ift ein engfc S^in^ 
pfiraum, in Um fi(|i adt ®ööet »etfammeln, öbrr cui (Sbelftrfn, aiif 
t>m bn* S3itb i?er ganzen ©c^Spfunfl cffllangU 3nbem fo )»er Äftn^ 
Ux fxif felbfl unb bie au^er i^m en^irtnben SHitQt i& m @ebtlb€ 
be^ SBeÜaa» umivanbelt; in meinem bü 3b^ i^ @m^t l^ält unb 
i^re Jßerfo^nung mit bec (Snblii^feit ooKji^t; 9erfläi:t at ft<^ fel^9 
uHit bie aRenfife^it^ t>erflart er 9iatur unb. ®ej<J).i4)te,|ui @cW^^in 
§> 22* 2)ad in ben ^^or^erge^enben $aiag]xit>^ett itUvui}Utt 
^et^äUnip gmifc^en ber ^mx unb ber JEnnfl, in mi^ bie legiere 
ftc^ n>efentU(^ atö bie @i^mNIi{intng be^ @eifte$ burd^ bie SRatur 
bargeßeat \)ai, f4)eint und t)on feUfl duf bie SegcifA^eftimmung bee 
@i;m6o(d ju füE)rent !£)ie Semerfungen ^erbec'd Aber bai Symbol 
unb beffen SSerpitnip jut SlDegorie i^enoirren ft(| buii^ bici Unbe^ 
beßimmt^eit feinet @t)ra(|ige6r<m<|)e^* äSoHen mir biefe beiben S3e* 
griffe ftreng t)on einanber unterfcfteiben, fo muffen »ir »on bem ft>ra4>Ii^ 
i^cn Urf))runge i^rer Sejeic^nungen abfel^^en* SDenn bur^ tiefen 
uoerben n>ir auf iim faum bemerflic^e ©renjUnie ber tn Siebe 
fle^enben begriffe ^ingefü^rt !£)ie ®ef(^i(^te ber bUbenben. ^n% 
an meiere ^erber gunäc^ft feine Seflimmungen mtnipft, jeigt un^ 
gtt>if4)ett ben Sbeen unb ©cpalten ein bo»j)elte« aSerl^älteifc (Snt 
mUx tt)äc|^ft ber 3>n^a(t unb fein 93i(b M ein gemeitif(|iaftftc^e^, 
organifc^e^ Sßefen aud einem unb bemfelben ä){itte(}>un{te bed itbtn^ 
\)tx))0Xf unb beibe fönnen fo U)enig aud einanber gel^aUeti n)erb<n, 
aW bie ©eele »on i^rem Scibe» 2)ic 3bee ^at aWbann fc(it felbfti' 
^anbiged !Dafein für {i(A; fonbem ift bur^ alle ©lieber b<^ ©efiolt 
ergoffen unb fann nur in unb mit berfelben angefc^aut unb erfannt 
werben*. SBiÖ man fie auf eine abfiralte, rein geizige SBeife batju« 
ftcKen ücrfu(i()en, n?agt man ed i^re fiogif in eine gormel eiagu^^reffen, 
fo lotrb man i^r innerße^, fein|ie$ unb ge^eimfied £e^en nur ^u 
ni^t/tn unb aud(öf(^en* !I)enn ber ©ebanfe in einem göttlichen Setbe 
i^ ttwa^ unenblic^ Sßeitered unb ^ö^ere^, atö bie rein t^oretifc^e 
Sonn beffe(bcn^ !pie fc^arfflen ))|ilofo))l^if(^eii. ^giiffe ^erm^es 
faum eine Sl^nung t)on ber göttlichen, erfc^utternben, befeligenbcn 
(^e(\entt)art be^ p^^mpifc^en ^tn^ ju ermeden, tt)eil bie Unenblicfefeit 
einer äbee in ben ÜÄarmor. eingefc^Ioffen unb oii^n^ i^n tob4 ift 



> 



!D(s9 attgegeiig^fc^le Sn^AItnifi aber |lfOt fUt hm, wm du 9t0 
bmib in t^forfti^er ob<r inteOectueaer Sn)m bnrtt» etfmiitt UM 
abgefi^fiptn t^ unb nun mit tt>taffi^rl<d^et 9U{l(f^t in eine ®efiii(t 
cingdHtittt n)irb, bte b(o# an i^n etinnein foll« !!>ft (Sebanfe bleibt 
oldbann falt unb abfhafi n^ie ec war, ol^ne #(^ bur^ bm Seib ber 
®efta(t ju Mrbreiten, cl^ne in bemfefben gn n>a<^fen unb fl(^ gu t)0a< 
enben« iBie @e|la[t ^egt i^n ntc^t ai# i^r 1M>tt\t\>tincbi>, fonbem bleibt 
il^m, tvad i^r inbitrfbneBe^ S)a(ein betrifft; glei<|gilltt0 gegenöber^ 
^^tn. @{e erf^^efoit a(d ein b(o#er 9tt(^{iabe; ber ben ^ebonfen be# 
{dehnet, aber ber ®ebanfe nUi)t 1% !Da« erftere ^ttf^&ltni^ begeii^^ 
ne» kpir a(d @^nibo(; bae gmite aM StOegorie« 3ebe ®<^ön^eit ifl 
ftefttg getiommen efn Symbol, nnenblic^td SJafein ber 3bee in einer 
mhtoibueOcn @eftalt. !Die JBilb^anerei g. 9. er^o^t bie \>t>n ifyc 
bargcjleaten ^5rper gu Symbolen; in ber ^oefie faft fi(^ ba6 
funf}(erifc^e 3nbit)tbuttin; ba« in i^ren 2)arfteaungen erf4)eint, aM 
eilte f^mboUfc^e (Beßott gufontmem !X)ad ))rofaif(^e SBewnftfein ba«' 
gegen tjerfdl^rt immer aüegorifc^, fnbem e6 bie unenblic^e ®egennwrt 
ber 3%ee auf trodene unb ab^rafte SA^e gu rebudren fuc^t unb ben 
8eben«formen bie eleftrlfi^e itraft be« Uninblic^en au«giet)t* 3n 
ber mi^tn 93e(t f(^afft bie Siebe SlOe^ in e^mbole um, n^Ab^ 
leub bn ^Qoi^nm^, ler 9}etb mit A^^nber fßerftanbe^fra^ aüo 
florifirt. 

9lu« biefen ©efie^unften finb nun ^erber'd Semerfmtgen 
über eymbol unb Slttegorte gu beurt^eilen* Die bilbenbe ÄunP tu 
ff^etnt ii^m otö bitr(|^]^enf<|enbe ttOegorie; ba fie bie 6ee(en bur(^ 
litpttHü^t ®efiaUm bilbe, unb er i^rlangt )oon ber 9(aegorie, b^ fie 
nic^t f9mb0l{f<ft; fonbem notörlii^ t)erfa^ren fotte. (Sx ttJoDte t)teU 
me^r fagen, Ue Äe^te S^mbofif gel^e nic^t aSegerifd^ guSBerfe, ^m^ 
bem geige bie 3bee in unmittelbarer «inl^eit mit ber natürflc^en 
©eftalt Dber: bad Symbol befk^ barin, baf bie 3bee untrenm 
bar t)on ber ©e^alt geboten wrbe, vtAf^ent in ber Slttegorie ber 
f&rftc^ abgef<^offene; abjirdt goi^ige (gkbanife eine finnliAe ^orm 
annelime, bie i^m an unb für fic^ fremb fei unb niemals mit ifym 
gu einem lebenbigen Drgani^mud t)em)ad^fe* 6r fagt nun — mit 
fcefonberem ^inblidte auf bie griec^ifc^en ®6ttergeflaUen — bie ©€ult>* 
tut bitbe nic^t Slbfiralta (p. 1^. in unferem Qinm: fie aOegoriftre 
«ic^O, fonbem fte bilbe ^Perfone« (ale lebmbjige 9ie|KÄf«itftn4en einirr 
ä^ee)« (Sf. fei nk^i Ut abfirafte Begriff bei Steb^ ber in Sl^^robite 



90 ^nter'l $((fi^ctif. 

^ot, Uli« fl^^e ; fonbem iit iitbti^otttn. 3)fe @eMt statte ^ier 
unmtUd^or i^re ^tt mh f)>rec^e biefelbe msf nfttMii|)t SSeife (nii^t 
burd^ eine ahftxaU con^entioneUe Seiflanbc^ie^te^ttt^) bu»6 ft^ 
fetb ji <m0* 2)er reine ^unf t btr «lOegorte (foa l^eipen : M ©i^mbo») 
liege ^iei: in ber ^erfcmification felbfl^ in bem mem^ii^ fcafge^elU 
ten ©ptterc^arafter (olfo in ber incamtrten 3bee)* &m folt^e Sr^ 
fd&einung jiel^e nic^t M ein ©jHel ber (beutelnben) $^Ättta(lc, fon* 
bern ^al« ei^ geglautvted (buri^ feine unmittelbare ®egenn)art ibeaU 
gewiffee) mä^t^g^^olbe«, burc^ fi<^ felbft bebcu^nbee SBefen bar* 
Unferer SBegriff^unterfc^eibung fommt ^erber bur^ bie Semerfung 
ganj nal^e : bie SlHegörieen unb ^ßerfoniftcationen ber ®tk^tn feien 
,,fa^ Sdaturf^mbolf/' b» f). ©ehalten t)on un^nittdbarer Sttaturgegcn^ 
wart ber 3bce» 3?ur burc|) bie innigbebeutenbe Slaturwa^rl^eit, fftgt 
er J^ingu (b, l^* burc^ bie xti^m Sbealbe^ie^ungen in ber naturli^en 
Darjicllung felbfi), fei e« möfllidl^ gwefen, baf man iener 
3>{)(Ki)o(ogie fo mannigfaltige P^^ftf^^e unb moralifc^e Auflegungen 
gegeben ^abe***) 

Ucber bie Sltlegorie in unferem ©inne, ber eine untergeorbnete 
Sebeutuug in ber ^unft jugeßanben werben mag, ^at {{(^ Berber 
eben fo flar, afö feinfinnig au6gefpro(^em ^^Stllegorie ber Jhrnfi/ 
f«flt er, ,,forbert einen engen Umfang. Snbem jte mit SBenigem SBiel, 
baju biefeö leife unb glei^fam pumm fagen will, i|i fte ein . jarte^ 
äWemento/' 2)ie fid^tc SlHegorie ifi „einbringenb, lieblich, un\)ergef^ 
li*/' !Die Slßegorieert ber 3)i*tfunji unb Siebe fmb fit^erifd^er 8lrt 
„®efc^6pfe ber ^^antajte vnb bed perfonificirenben ffierftonbe« , auö 
einem ^aud^e ber ©prac^e genommen, in einem ^auc^e gebitbet, 
mujfen jte ber SinWlbungdfraft Ui^t vortreten, ft(^ lieMit^ anmet 
ben unb ba6, wa« fte fein foUen, burc^ fi^ felbp bew&^ren/' JDieß 
gilt befonberd t)on ben SlHegorieen btr g^rif, „wo auf bem ^oud^e ber 
(gmpfiubung bie Silber wie ©eijier t)oruberf(^weben*^ „!Die fc^on^ 
Pen attegorieen ber Äunfi waren Wt&i)t^tn (SBijtl^en) Dber 
mußten eö werben: fo nur warb i^r 2)afein geflirrt; fon^ 
\>erpob ee/'**) 

3)ie ,,l)olbe" unb „wal^re Einfalt,* womit bie ©rieten i^re 



•) gti^te au« ten fogenannt goltenen 3eiten I. ©. 141 — 143. 5(ntlc|uarif*e 
^afTd^e e. 126, 128. ^afligone n. 6. 202 f. 

**) ^tü^it taa t>tn fogenannt fioltenm deiten I. ®. 146 f., ISO— 1^. 



»eflriffc aOegotfflrett;*) ^Ut fBäM, mit hm fle bm jarteflen ^uttft 
bcr ^(mWuttfl erfaffm, We 8dc^tffiWt, mit ber flc, oi)tC ein Ufber^^ 
fllüfflflcd, ein aSenigee unb ba« SÖeniftfle ju ienem ?PunWe ber er^^ 
tmtenmg orbnen, bief mac^t fie ju fRnfttxn, fan>ie be« reinen^ Haren 
Srmiee, fo ber ffifen ©enfigfamfeil unb »ei^it ber «Oegorie.**^ 

n. 3>er Oenitt«* 

§. 23« äßae mi immer gule^t au^ ben S^efen bed ®)>iege(^^ 
ber im Stm^mtU bie äBeU guruäflra^lt; entgegenfommt, iß ber 
©eniud bed mit ftc^ unb bem 2)afein ganj ^txiot^nttn Xm^ltt^, ber 
bae 33&nbnip feined Sewuftfeind mit oUen @enien be^ Sebene feiert 
unb fein 3(^ gum allgemeinen 3c^ ber 9J{enf4)^eit erweitert ^at, 
!Den S3egriff beö ®eniu^ beflimmt ^erber balb in einem weiteren, 
ba(b in einem engeren @inne« Slud ber Sntwicfelungdret^ unferer 
Seben^erfal^rungen^ fagt er^ bleiben auf bem ®runbe unfered ®emut^ed 
getDiffe Slriome ald Slefultate guräd. @d gibt nun fo((^e SRomente, 
in welchen bie ru^ig betrac^tenbe äkrnunft und entweber einen fal'' 
fc^en ober gar feinen äiatl^ gibt* Ueber biefe 9{a4)t bed S3en>upti« 
feind wirb und bad eingige gid^t burc^ iene innere Dffenbarung "ou^ 
breitet; bie und ))lö^(i(^, mit ber @(^neUigfeit eined Sli^ed aufgebt» 
@ine treue Eingebung an biefed Drafel i^ aldbann ber eingige äßeg, 
ber und gum ^eile fuhren fonn* tiefer ©eniud ober @(^^geifl ifi 
nic^td anbercd, ald bie reine 3bee, ber glängenbe Xrfittm unfered 
@e(6f}, bie Siereinigung unferer ge^eimflen ifräfte, S3eßrebungen unb 
SSSunfc^e* O^ne bie JOraM bed ©enind l^at beinahe fein großer 
SKann gelebt ober feinen ä^tä erreicht****) 3Äan erfennt Iti^t, 



*) J5le „fd^öne JBÜbcrbenfart/' bie ftd^ na« «erber (ilrltif^e SSälDer n. ®. 
155-157, 174, 176) in aflen ©erfen ber ©rieben dugcrt, Jdgt fi« mcftr no« 
«uf ba« @^böl, aU ouf Me Sföegorle bejie^en. «n tintx andern ©tefle (%xu6)tt 
ans ^en f^geoannt goldenen Seiten I. ®. 149) fügt er: Der gde«if#eiltinfl|inn 
idht in allen SDingtn Slflegorie ^im »eiteren ©inne bed ffiprte»/' b. ^. „^ele im 
i^ßrpcr, außbrucfgüofle S3eDeutung" gefe^en, ^Ifo in unferem ®inne oorjuj«wejlft 
M ©^mbol. 

•*) grüßte au« ben fo^enannt golbenen 3<tten L -6. 145. 3been gur ®t^^ 
^i^U unb ifritil ber $oefte I. e. 321. 

••*) *ttraanlt4t«briefc I. e. 226 f. ©ebi^fe «. 110 91.* ®ergl. grumte 
M ben fogenannt golbenen 3eitcir L G. 123 f. 



39 |»(i»er'6 %t^fftUt 

^ap f(ii in Mefen ©Aanlen ^ert«'*. feie fofrötifi^ 8e^>te i>m ®u 
niuewuber^olt 5)a^ SKcfcntfi^e Me»cn, »ad tt)u fe^jul&alttn 
j^bm, be^e^t .barin, bap »It einen utwcwufMid^ fe^ej^gninb 
uttfem 5ßerfänli(f|feit in un^ tragen, *en »ic aW Do« »efuit«! t)on 
unja^Uöcn; unberec^ertbaren Hifa^^en m t>etta(^ten ^afctn, }»b auf 
ben tt>ir in bebeutung«»oIlen atugenbliden, xoo bie \)emünftifle Uebcr* 
Icgung und feinen Slu^flottft ^ei^, jitrfiftfge^ mfiffem 3n fittlii^cv 
®ejie^ung toaxt ed fc^r gefä^rlic^, bad ^anbeln na^ biefem ©eniu« 
j«m l)enfc^enben ®runbfa^e ju mad^en. 3m äDgeinetnen l^aben 
toit un^ an ba6 Har erfannte ©ittengefeft ju i^alten, menn n)ir nic^t 
ber Spanier eine6 inbit)tbuen«^ beliebigen §anbe!n^ wrfaflen tt)oHen, 
3e«e Sufluc^t gu bem ®enind gel)ör( alfo ju ben 2l«6na^megufian* 
ben; bie nur in &uf er^ t>ertt>i(fe(ten g&flen eintreten bflrfen. SSSenn 
aber in bem eben bejeit^neten ©inne {ebcm SRenf^en ein ®eniu« 
ober ein un\)ermfif«ici5er %\)^\x^ ber ^erfonlic^feit anget)6r^ fo gibt 
ee bo* eingelne 3nbivibucn, bei benen biefe Slaturfraft nact) irgenb 
einer @t\k W jut ^errfc^enben SiÄac^t mirb* (Sinen \oli)tn be* 
fonberen ©eniu« ^at ^rber öor Singen, wenn er ben ®eniue über* 
^anpt ale eine l)immlif(^e 3?aturfraft begeic^net, bie ben ^Äenfc^en 
eht>a« 9?eued offenbare unb in «[llem, n)a6 ftc f)ert?orbrtnge, jict) felbfl 
ober \>\tlmtf)t i^ren „ßngel* forme* !t)abei iü eö aber nitl^t gu 
iberfe^eiT, baß gerabe ber ®eniu«, toie jebe ^olS^ere ®eijiedfraft, nac^ 
Jg^erber'0 Se^ren »eftntlic^ barin befielet, bie engen ©c^ranfen ber 
einzelnen ?ßerf6nli<^feit gu burd^brec^en, in allen ©eelen ju leben, 
Ä» ^erg in taufenb ^etgcn gu fc^fagen unb fo n)ic ein unji4)tbarcr 
unb namenlofer ®ott tn bem aSkltofl gu n)irfen* SBer bagegen feine 
$arttcu(aritA^ aud^ bem bcbeutenbften SBSerfe mpxh^t, ber t>ertilgt 
in bemfelben ben allgemeinen, ewigen ®eniud, bad grofe gebe« ber 
Unjierblic^feit* *) 6d gehört alfo tt>efentlic^ gu bem ®eniud im 
jirengcn ©inne be$ SBorted, baß er bem menfc^lic^en ©efc^et^te 
ttvoa^ SRfued offenbart* 2)iefe Offenbarung betrifft aber tomi^tt ben 
3n^att att folgen, aW bie gorm feiner (Srtcnntniß* 3)a« 9?eue, 
»ad ber ®eniud bringt, tfl gugleid^ bad ewig Sitte; er t)'erfünbet 
bloß bur^ beutlic^e SBorte unb Silber, wad längji in bem SSufcn 



•) SBirfungen ber £){(^tfunfi auf bie ®iHen ber Sötfer, ®. 490. „5Da« 3*. 
m grogment^ ©eMd^te I. ®. 61. ^«n mapi^atVi ©emdlben frttfl öergeß' idjf 
gern beu SRann unb ruf tntgätft: eis <lnge( (iMifd gcm«tt«'' 



ber !Bleitf<||ett Qt^ifbmmttt |at; et fc^itirfit k<e Jhioit)tfi auf, Me 
fdt 3al^ir[|^unbectm gereift ftnb; et nimmt ben^orenben unbSc^auettp^ 
ben bod aSort aue bem ÜJhmbe* ®eine Driginalttat ifl bit bt« 
^IfM, in bee aOe üt^enienfef {t(| abgebilbet unb t>oOenbet fa^m 
Xtitt und ein Sßcrf bee Oeniud entgegen, fo »unbem tt>ir und bar^ 
fibet, ba^ n^it ee nic^t felb^ gu @tanbe gebracht ^aben* 2)amit 
I)&ngt benn ber genereOe ®runb(^arafler aOer @eniuen^erfe innig lUß 
fammen. Sltkrbinge geigen biefeCben bad fc^&rffle ®e|)rdge eined U» 
jottberen ®ei(le«; mer mit feinem etgmfien 3c^ jerfaHen ifl, bem 
Irmift tinb loetfmnmt ber ®eniu^. Slber gerabe n>enn noir t^on bie^ 
fem 3(^ ben tJoOflänbigften 93eftb ergriffen f}ahtn, fö^Cen wir bie 
jtraft unb ben 2>rang, baffelbe )u bem aUgemeinen Sc^ ber (Batfnng 
)u tmtikm unb an bie SteUe ber gefommten 9Ienf(i)^eit treten gu 
(äffen* 9Sit tverfen und getrof) in bad aSBeltaO ber ®eifler, wi{ 
n)ir niii^t ffirc^en bürfeU; une barin }u ))er({eren; ia tvir faffen bie 
ffi^ne 3uDerfid^t, baf unfer innerjle« 8eben beftätigt unb tttjif)l 
baroue ^ertorge^en merbe« 9tur b en preifen mir a(e ben ©lutflid^en, 
ber ftc^ mit feinem 3(^ fo geeinigt ^at, baf er auc^ bann feinen 
SSerfufl beffelben beforgt, wenn er e« wie ein ätauc^merf auf ben 
Opferaltar ber ®attttng legt* 3a in biefer ®orglofigf(tt, unb nur 
in i^r beru^ bad gange SSaiten bed ®eniue, in bem bte gerfifidfefte 
SRenfd^^eit ft<^ gut naiven ©eftalt i^red ®angen gufammenffigt* 

a3et ber metteren (Sntwtcfelung biefee befonberen ®eniuMegrtffee 
mac^t f^erber auf ben mtd^tigen Umßanb aufinerffam, ba0 bet ®mtu6 
gwor an^ ber Statur ^m>orge^i unb ftc^ aud ben gA^rmben 9RA(^ten 
berfelben gefiattet, baf er aber bei feinem ©(Raffen, frlbfi im fd^neO^ 
^cn 9t<unmcnf)rome ber Sl^tigfeit unb @mp^nbuttg; axx^ t>emiiittfti# 
gen ilbfU^ten ^anbelt unb fffia^beitm ber Semunft of enbart« Sie 
Sorouefe^ng, «ii4 welcher biefe Sbifi^t i|en)orge^t, ttegt bartn, bd^ 
gerabe bet ®entse, Dtrmoge feiner I)tmm(ifc^en übfimft^ fi(i) an bie 
aagenetncn ®efe0e ber fitt(i(i)en SSeltorbnung befontere enge gebun^ 
bm ffi^Ien mup, wenn er ju^ fe(b^ unb feine Stufgabe begreifen 
n^til. !Dae l^od^fle 5'^/ ^(^^ ^' uni>errftift gu tierftigen \)at, ifi bie 
SBo^r^rtt, t)on ber bte Sorfei^Htng ben i)06flm @ei^ fo wenig aM 
ben getingfien (oefpri(^t« 2)ec %&ge gu biencH; unb wAre ed'auc^ 
in ben giMngenbfben So^ni^n, ^i^^ i^^ tobedirurbigen SBerbted^en dn 
bem, ber gum geizigen ©efe^geber berufen ifi* !Die gro^artigjien ?lbbit 
ber eine^ inbi))ibuellen Sejbenf vnn^txm ftc^ p gra^enbiibern/ wenn 



40 «er))(r'0 %t^htiit 

{{(^ ber leuc^tenbe %aim fcet angcmeinm SEBo^i^t nic^t ^ftbui ^eH 
kDetin fie gegen bie anerfannteti ®tfe^e bed @itten, %e(|^en unb 
ättoedmafigen ji* öetf(^»6rett* SBenn ed au(^ ber S^ei^erutig, 
au« bcr ein eingelnee Oeniu^werf i^eworflel^t, tDiberftoeiten oKig, baf 
e6 mit ber beflimmten ftttKc^en 9lbfi4!t untefnommcn toirb, fo ^at 
bet (Sentud bo(^ fein gangee %eben auf bie SerwirfÜc^ttttg foU^ec 
ablichten anjutegen; er J^at fi4> mit aüm feinen ®eb<mfen, ©efü^Icn 
unb ^onblungen gu einem 2;em))el ber @ott§eit dngusDei^en, ber 
jebergeit gur ©tfitte feine« Schaffen« bereitet fei* (Sm trufeer ©ftrom 
f<inn felbfl bad Stlb bed ^immeM n{4)t rein guvuiffleben; a%i6 
einem t>crborbenen ^ergen tväcfeP fein Äun^werf, an bem bk allge^ 
meine 9Renfc^en»ernunft fl4> erbauen lann* 8ln ben ®eniu6 rrgrl^t 
be^^alb t>or Slflem ber JRuf gur Sefferung, gur «inte^r in ^^ fdbji. 
aaSa« nun ben funfilerififten Oeniu« betrifft, fo mad^t ^erber fiter 
i^n bie befonbere Semerfung, bap er in bem eigent(i(^ @pecu(attt>tn 
ber SOSeltweie^eit immer ein grembling fei. *) «aerbing« ftettt fldf 
in bem fänf)(erif4;en SBerfe bie SBa^r^ett gunä(^t^ nic^t ott )>l^(ofo^ 
<)^if(^e bar, b» ^. bie ©ebanfen werben l^ier nic^t auf fhtnge S3e* 
grife gurucfgebr&ngt unb "oon ben @runbgebanfen in genauer Solge 
abgeleitet. ?lber bie JRcfultate M ^)]&ilofoplS)if(|)en 3)enfend, bad in 
bem jtunßler me^r ober n)eniger felbßfl&nbig ^vorgegangen \% bleiben 
boc^ M Stieberfc^lag in feinem ®eif}e gurud unb verbreiten f{(^ 
t>mi) feine ©crfe. SBir begeic^nen biefe lebenbigen »efultate al6 bie 
SSJeidl^eit, ol^ne meldte ben jfunfln>erfen ba« ?luge ber ©eele abgeben 
würbe. 3n unferem ßnialttt, toe bie ^4J^itofop^ie ein ^enfc^enbed 
SBilbung^element geworben ifi, ^t ber itAnfUer bie 93er)>fli(btung, in 
baffelbe eingubringen unb ed a(0 Seben^&tl^er für feine Sßerfe gu 
empfangen« @oOte er baburc^ für eingelne Slomente feined Sebend 
an ber 9iait>etdt verlieren, fo fonn er fl(^ bamit trjflen, baf ein m^ 
ned Oemfitl^, wenn c« biefelbe ber SBal^r^eit gwra Dpftt bringt^ fie 
gum £o^ne immer unb gwar in verHdrtcr ®e{la(t gurucfera<)f&ngt» — 
21W bie eigentliche Vernunft bed ®eniud, bur<^ wel(^ feine 9latur^ 
frafte gum fc^önen ©benmafie georbnet werben, begeic^net ^erber mit 
nic^t gang glütflic^er Sßal^l M Sluebrudfed ben ®ef(^ma(f, ber fdbfl, 
wie ber ®eniu«, intuitiv ober unmittelbar anfc^auenb fei, alfo ni^t 
auf ber ^Reflexion berul)e. 6r fei ber feinde gaben im ®ürtel ber 

*) Fragmente gur betttf<l(»m Literatur n. 6. 275« 



@rag{en unb im ®(^(eier bet Slufnt, ber f^i^^t unb concentrirtelle 
Steij bed f^idnen SEBetle«; bie äufftße Seinl^dt be« Urt^etK in bet 
@m^fmbiing bed (Banjen« 3)er n>a^re ®ef(^ma(t Übt tiut in bem 
®enttt6 imb ge^e nur loon i^m aM. 2)rr ®cn{u0 Tdttne nur t)on 
einrm anbeten ®eniii0 }tt biefem f(^önen (S(ei(|>maf e gebUbet tverben* 
Utbtti^anpi i^u^t une iebe« geniale SStxt, obgleich e« unna(|^a^m(t(^ 
fei, bie (Songenialit&t eim 

3)a ber Oefc^mad bo(^ immer nur ber cont>entioneiren Seite 
unferei^ ©c^önl^eitefleffi^fd ange^Jrt; fo reicht biefer »egriff ni^t ^in, 
um badi«iigc jufammenjufaffen'; »a* wir ben ®inn ober Jlaft für 
bie ©efebmäf igfeit be« ©c^Snen nennen »fttben^ ^etber bemetft aber 
gatt} richtig, bap biefer @{nn nur aM ber göttlichen ®abe be« ®eniu6 
felb^ entfpringe, folgll^» auf tl^oretifc^em SBege nid^t fefigefe^t ober 
twrgefe^rieben werben fonne* 6r ifl bie not^wenbige gotm, in mU 
c^er Me jur Statur geworbene SBernfinftigfeit be« Äfinfiler« auftritt* 
SSBer, mit bem ©eniu« begabt, ade i^rafte bcffeiben bem !£){enfte ber 
S^emunft unb ber SBSal^rf^eit geheiligt ^ai, unb in wem bie t)emunftige 
grei^eit unb bie geniale »ot^wenbigfeit nic^t me^r ju trennen flnb, 
ber \)ai nac^ ber ^erber'fc^en 3)eftnition ®ef(^marf, b* ^. er ifl bie 
inbi^ibueOe Kegel ber ©(^ön^eit/ 

9»it ben obigen Semerfungen Jperbcr'« fingen feine Slnflc^ten 
wn ber jfunflbeurtl^eilung auf« Snnigfie jufammen* 9?«r ein ®eniu« 
fann ba« Urt^eil über einen anfcem fprec^en» Slidft burd) bie pufen^ 
weife Sluffaffung ber ©njel^eiten vermögen wir bad ®anje einer 
gottlid^en ©d^öpfung ju erfennen unb gu burcbbringen ; mit bem 
Slirfe be« abier« muffen wir auf ba« ®an3e unb t)om ®anjen auf 
bie Zljtilt l^inlaufem , SBir muffen alfo, um ba« Äunjiwerf, ba« wir 
betrac^ten^ lebenbig gu wtfle^cn, e« gum gweitenmalc erfc^affen f önnen* . 
2)ie weiteren Betrachtungen, bie ^erber über ben ®eniu« anfleHt, 
laffen un« einen tiefen ©lief in feine eigene fc^örie 9Jatur t^un, fle 
jtnb eine unbewußte abfpiegelung berfelben* „Unflcbtbar, flc^ felbfl 
»ergeffenb, gleichgültig, ob i^n bie 9D?enfc^en erfennen unb rühmen, 
lebt ber ®eniu« in feinem ^erfe unb fü^lt flc^ befeligt burd^ ben 
©ebanfen, ein wirfenber ©ote ber SSorfe^ung ju fein» 3ebe eble 
gjienfd^ennatitr f<!^läft ti^t aOer gute ©aame im füllen Jteim, ifl ba 
unb crfennffl^ felbfl nic^t* Snbem ber ®emu« bie®(orie imSlntli^e 
be« ewigen f^aut> tragt er bo« Äinb auf feinen Jpdnben/' Durc^ 
biefe golbenen SBorte wirb im SlHgemeinen begeic^net, bap ber ®cniu«, 



43 ^txUx*$ %tftf^ttit 

mniq^tn^ in feinen genialen Stunben, immer |iir ^iffx %4toet&t 
iUx&dU\}tt, in feinem ^ttU it(^ fetbfl t)ergeffe unb im 3lu«{9ie(|)ett 
bet göttlichen Orafel feinee 3nnern eine unget^eiUe @eligfet( grntefe. 
2)ec mat)re ©entud (ebt aifo in ber 9lrg{oftgfeit bee Riniti, boe fei« 
nen ^ampf unb Smiefpalt mmi^ü^tt Seibenf^aften fennt unb 
ol^net unb im ®etumme( bec SBelt toie am Stanbe eimd Slbgrunbed 
furc^tJo^ entfc^Iummert, 

2)a|l ber Oeniu^ ein 93j>te be« ^eiled unb be» grieben« für 
bie 5!Äenf(^^eit fei, bap er fegnen unb erhalten, ni<J>t toermftjim unb 
jerßoren foUe, bap 8icf)t unb Humanität tN^n i^m ait^ge^n, Mrfte^t 
fic^ na(^ bem Dbigen ^on felbfl* 3)a^er ubern>iegt in ben eigentli^ 
d^en ®enien immer bie pojititoe unb aufbauenbe j^raft; ße fe^ea ®to^ 
ied; @<^one^ unb ©ottUc^e^ überall unb \^mbtn in ®efal^r, e6 nur 
}ut>ie( in bie SSSelt ^ineinjubid^ten unb ))on ber Seit gu Derlitttgen« 
ä^re ©ottlic^feit if) il^re pra{ittf<i()e @(|)U)&(^e, unb fu be^&rfea be^^ 
ki>egen ber (Srgänjung burct) fc^arfe, negatit>e Staturen« 

3ln ber !0o|ttit)en 9{atur erfennt ^erber mit «oQem Siedete ani) 
ben genialen £rittfer: ein folc^er {lelle ba0 9leue/ bad @c^one unb 
@ute au6geic^nenb in'^ ai)t unb tei^e i^m, m^ möglich, eine nod^ 
größere SSoQfommen^ett. 3ur Slufftnbung ber Segler an einem ^un^^ 
werfe md)tr^ untergearbnete @aben bed beoba^tenben äSerjiaQbed l^in, 
wa^renb eö bie größten gd^igfeiten beurfunbet, n>enn ein Ärilifer au<^ 
au6 einem )»er{ümmerten äQerfe bie genialen gunfen ^erau^julocfen 
unb gu einer glamme ju entfachen im Stanbe ifl» ^ie DoQe SBa^r^ 
^eit be0 Urt^eiled t)erlangt ee hierbei üxtiliii), ba^ ber fciti^renbe 
@eniu^ auc^ bie untergeorbneten SSerflanbedträfte; gegen bie er glct«^« 
gültig ift, mit einer Slrt ))on ®en>att gu feinen 2)ienflen aufruft, — 
^eine Operation; bie ^erber gum 9{ac^t^eile ber @aiC^ ^u^ flenug 
t)ernaclblaffigt l^at*) 

%. 24« 3^^ Erläuterung be^ im t)ortgen ^aragraf^^en be^i^i^ 
neten SSer^dltniffed 2n)ifc()en bem ®eniud unb bem ®ef(^ma(fe bie^ 
nen au0 ^erber'ö Schriften nac^folgenbe gefc^i<fetli(l&e ©emerfungen« 
2)er gute ©efc^madt »ar in ben fc^önften 3titen be« (&rie«&c«# 



*) SBergleiAe am^om I. e. 181^, 187. II. e. 3fU43, 49 f., 6< f., «5 

„@cele unD ®oU" 6. 81 f. „©^wunfifräfte ber SWcnfc^ Wt/' ®ebl*te I e. 261, 
Urfa^cn De« gefunfcnen ®efdi>ma(fe« @. 9—12, 15—18, 26—36, 51, 60. 3t>eeii 
jur ®t\ä)id)tt unt> Jhittf Der ^oefle H. e. 166. ed^rlften jur Tpmif^en Literatur 
e. 119, 126 f. 



t^umed cm fo notflriid^ee (Sx^tt^ni^, mir ta6 Soff fettfl, M^ 
ferne 9laineit4^ unb Setendott feine Situation tmb Serfaffung xoax. 
,,@T ertfitrte, toie 9iUt€, ju feiner 3^it unt an feinem Orte, gwang^ 
(od^ aud ben fim))elf}en ^ranfaffungen bur^ 3^(ttni^^^( i^ ^tifywth 
fem" ,;3>er griei^tf^e ®efc^ma(f war bie f(^one Kationalblume i^rer 
freien 3Bif{farafeit, il|fred fii^to^eittrunlenen ©eniud, i^red IS^eDen, tref^ 
fenbcn »erftonbrt** ßr war „j[ene lei<|>te SBirffamfeit/ „bie mm 
eine fc^dtte 6innli(^feit unb einen ffifen äBo^lRang anf(^uf/' babei 
^eitt nafcttffid^e« Äleib, ja bet «ör»)er ber lugenb/'») 3)abe{ fielf^t 
in aDen Sßetfen ber @rtec^en^ tro( aOer ,^8ocaU unb ^tito^x^dfitttn^ 
leiten, eine gemiffe gio^e Siegel M ®ef(^ma(f6^ fefi. "Dit grie<^if(^e 
Äunfl geigt „ben aSBertt» unb bie Sffiirfung beffen, ti>ad ©c^ule ifl,"*^ 
3ni @egenfa^e )u jenen reinfien 9Iu{lem ber @d|^6n^ett begeic^nel 
^ber bie »on feinem Sa^HfÖunbert ))erg6tterte flaffifd^e ?ßoefie 
ber ^raiigofen att eine ^unfl bee genielofen ober falfc^en ®tf 
fc^marfed* SWc^t ,y®enie, a6er ®ef<||marf fonnte 8ubn)ig XIV. werfen, 
H er auf unb hinter ein ^titaUtx bee ®enied traf« Um i^n (ebte 
Slnflanb, S^&ttgfeie, ®ian} unb SBurbr*^ „@ine gorm ber (Stegang 
na^i alfo ber ®ef(^mad in aOen feinen Sleuferungen an^ ^^'Der 
ebtt^e Son, in bem man fc^rieb, tt>ax, n>ie Subtoig fprac^, anfian/ 
big, l^flii^, mafig, fo baf iebedmal bie Sßorte me^r gu bebeuten 
fcbienen, art fle bebeuteten, inbem fte immer ba6 ?inbefle im weiteflen 
Umfmtge fagten** „3ur SRobe mürbe bad über^inge^enbe, fanfte ^t^ 
tifyttn ber (Smpftnbung, ein mit gleif gem&^lter ^albaudbrurf ber 
©efmnung.^ Diefer ^glangenbe ®efeaf(J)aftd^'' unb „eble ^ofge^ 
fc^morf, ber baiiia(6 aQein regierte,^' mu^te ftc^ an^ atö fotc^er ba(b 
t)erberbm. „^a^dbt $ublifum berfelben aufgefjfirten unb roiftigen 
üreife, bie einfl ber @pra<be Seti^tigfeit, Steinzeit, Slnflanb t>erfc^afft 
Nten, gaben i^r an^ balb einen fleinfugigen 9Bi0, ®t>t(ftnbtgfeit 
uttb ben elenben ®ef<^raarf, bur^) SJenbungen gu frappirem"* „2)a 
ba« ^fte, boe ^enMrgebra<^ marb, auf ber SRefming e(«e^ engen 
$itblifumi, b« i. eiiK^ au6gefuc^teii 5tteife^ fogenannter Aenner, 
fcf)momm, fo mu^te bae garfiige Ungeheuer Äabale ben ©efc^marf 
{)ter «etir Derengen, ouf^cilteii unb t>erberben, atö trgeitbmo unb 
iemaW in anbern ^tlUn. SXe fippige ©rgte^ung, bie 8eben«art ber 

*) Urfat^ett beS gefimf^mn €(ef(^matfe# ®. 25, 80, 32, 56. 
^ %tMftt ma 2)tR fffgmaimt §o(Dfticit ätiUn II. e. 112. ed^fiften aur 
fttie(^if<^cn Siteratur 6. 263 f. 



41 «rrber'» ^tftf^ttil 

^avüptj^ait itan^, mil SlQed auf einem 9Iobegef4)ma(f itmf^tt, 
bid auf diic^ter unb Stic^tettnnen; alfo an^ auf S^faffet unb 
ÄunjHer ^m/'*) 

S* 25« !Die f(^d))fenf(^e Stimmung bed ®cniud obet bie 
SBefleifterung wirb t)on gerbet nic^t allgemein ifataUtü^tt , fon* 
bern an einjelnen Äunfiformen unb Siteraturen nac^gett)iefen» Unter 
aüen (Gattungen ber $oefte towcitlt nai) feiner 3lnfl(^t bie S^tif am 
meifien in ber Segeijierung ober gingebung. ®ie folgt bem eintriebe 
bed Slugenbücfea unb eröffnet i^ot bem ®e{fle bie Sluefic^t in bad 
Unenblid^e« !Dte $erfon M Ii^rifc^en 2)t(i^terd t)erf4)minbet in feinem 
©rfange; er fpric^t nic^t aud fic^ feibfi unb in feinem eigenen 9^0^ 
mm, fonbern a(d $rie{ler im auftrage eine6 ®i)tte6. 3)urcl^ i^n 
fingen SlpoUon unb bieSJlufem**) Sndbefonbere »irbbic ^ebraif(^e 
?9ti{ au6 ber l^eiligen £lueUe ber Singebung abgeleitet, •**) 8ln 
ben ®rie(i)en mxb ed gerul^mt; bap i^re !Di(^tungen loon gläl^en« 
bem geuer burc^lobert feien, bag tin fd^6n§eitdtrunfener ©eniud i^nen 
i\)xt SBerfe eingegeben ^abe."t) 

3n biefen fe^r unbeßimmt gehaltenen Slnbeutungen I&f t ^ im 
2Ittgemeinen 55oigenbed erfcnnem 3)ie ©egeifierung ifl ein ßu^anb 
bed ^ugenbltdd; ber feltene 5fnotenpunft, in melc^em bie audeinanber» 
liegenbcn gäben ber fünf|{erifd)en 3been unb SBilber fi(^ gufammen' 
br&ngeu; bad SRefuItat unenblicber SQSirfungen, bie im bemegtett unb 
ringenbcn Oemut^e tjorgegangen ftnb. 2)ie »oflfommne 9tait>et&t tint^ 
folc^en SRomented gibt ed nic^t ju, ba|i er burc^ menfc^Iic^en SBiOen 
unb menfcblic^e Slbftc^t ^er))orgerufen n)etbe* @r faOt und ald ein 
freiet ®efci)enf aud ben SBoIfen ju, er ifi eine ®abe, bie n^ir ber 
göttlicben ©unft t)erbanfen, 9Bir fönnen ein folc^ee SSalten M 
Slugenblided auc^ atö ein b&montf(^ed bejeic^nen, infofem bod 3u^ 
fammentreffen ber Seben^momente, aud benen er geboren ift, f4)lec^ter^ 
binge nic^t berechnet »erben fann unb feine SBirfungen fidb jebcr 
pragmatifc^en Sluffaffung entjie^en» S)enn burtb i^n fu^It fi(|| ber 
^Stenfc^ gerabegu in bad Unenblic^e ^ineingefteQt, fo baf er, mie 



*) Urfa(i(^en t)e9 gefui^fcoen ®ef(^mddfe0 6. 47--4M). ^Drafteft X ^. 419 f. 
**) gtüc^te aud teil fogenatmt goltxncn Seiten L 6. 193. 3:er)>f!(^re 6. 
6. 9lac^lefe juc f(^5nen Literatur unt ilunfl <S. 129, 163. 

♦^) Söirfung Der SDic^tfunjl ouf t)(e €>\tUn Ux JB6ifer ®. 230. 
t) Sragmente §ur t^eutfdS^en Siteratur IL 6. 99. Urfad^ te« sefmifenes 
®. 30. 



Sola SKettgt, fdgen barf, er tie^me soon afleti i^hnmeMgegenben St^ 
ft^ SSit fcf^on bae Sßort fclb^ anbeutet, mirb bet Segcijierte t)on 
bem @eiße frlbfl ober t)on btr ®on^eti angc^auc^t; er fä^It fi(|> 
g(d(^ ber citmftifdl)en Sib^Oe, bte ber ®ott ergriffen ^at, in ber tief^ 
ficn 9ru^ erf(^öttert unb umgmenbet; vnb fein eingelned 2eben felbfl 
in bm ®ei^ ^ertDonbelt 3)a^er f(^Q)e{gen fät i^n aOe ®tflrme ber 
Anderen Sßdt unb ber inneren Sribenfd^aften, unb eine feiige 9iul^e, 
ald n>enn er tcA Srbifc^e äberti^unbrn i&tU, bnrd^^ief t feine 9ttrom 
unb 9bem* !Dae göttliche ^euer, ba6 il^n gang t)erjel^rt unb ))er^ 
manbelt^ l&ft^t iebe anbere Stamme au6 unb brennt glei^^mäfig unb 
fUOe, ttyie auf bem SUtar einee @otte6« 2)a^er begegnen bie grie^ 
(^ifc^en S9ilbf&u(en bem gemeinen Setrac^ter fpröbe unb falt, 
n)&^rmb ^e bem StngeiDet^ten^ bem ber ®ott bad Sluge entßegelt 
H mit unaudUfc^IicIrer Siebe^glut^ il^re fKrme entgegenbreiten. !X)ie 
prie^erUi^e SlOgemeinl^eit, bie ^erber an ber {)^rif4)en ^4)oef{e befon^ 
berd ^en)or^ebt^ ifi aOer jhtnfl eigen* 3n allen ®attungen fann ber 
©eniue nur bann bad @(f)one hervorbringen, n»enn er bae en>ige 
Sftnbnif mit ben gittUc^en Sbeen feiert, n>enn er in feiiger @elbf}^ 
Wflcffen^eit ftc^ aufo\)fert unb- fein 3(^ mit.fc^ranfenlofem &\U 
iMm in bei %bnili)tn SSelt untergel^t, bie loor feinen Slicfen ftdl» 
auffc^Iieft. 

8. 26* a»it ben früheren ©emerfungen über ba« innerfle SBefen 
ber @dliön^eit l^&ngt ed untrennbar gufammen, baf ^erber a($ ben 
eigentliiben ©eniu« ber ÄunfJ, »ie aOeö ^6^eren ©eifiedlebend bie 
l^iebe begeic^net« Df)nt k9if[enf(^aftli(^e äSefiimmung unb Slbteitung 
l^«t et bie 8iebe«ibee, namentlich tjon ber ftfi^etifc^en Seite, l)äuftg 
in feinen SBerfen au^ge^roc^en unb i^org&glic^ feine !Did[)tungen in 
ben fanften unb milben Schimmer berfelben eingetaucht* fßix »oOen 
feine barauf gegrönbete SSSelt^ unb Äunflanflc^t wenigflen« mit furgen 
SBorten onbeutem*) 

Berber betrachtet bie ütU aW bie ©ci^oijferin unb (Sr^alterin 
ber SBelt, cB bae garte, unfi^^tbare 99anb, t)on mii)m aOe SBefen 



*) „2)a« 6flltenf^>lel", ©ebld^te I. 6. 30. „^m 2Ä«er, bei (Rea^el", ®ebi*tt 
II. ©. 17 f. ,,2>k (Srfiaberin ber fünfte", ®ebl(|^te I, e. 49 f. anHqirarifcfte 
Sluffä^e @. 10 f., 13, 96. %xuä)U auS Den fogenannt golDenen Seiten L e. 156, 
194 f. ©ftlmnon'« ßleber ber »iebe 6. 88 f., '93, 96. itcinigone I 6. 146 f. 
3;eirpfi*ore ©. 200. jlritifd^e SBälber n. e. 113 f. ©d^riften jut römifdS>e« 
»iteratw 6. 119, .1» f. 






SSte ber ©^ra^miffenfc^aft eine trfc^d))fente Seti^tuttg bee 
aSerl^&lfHiffed ber cingclneh ®pxa^tn gu clnanbcr atö 3«! Joorf^wc^ 
^n mup, fo ifl an^ bad ber Stteraturgefc^i^^te nt(^t a(bln <iitf bie 
jtenntni^ bn Uterartfc^en unb äberl^au^t ber getfitgen @nttotcfe(ung 
ber emjetaen aSöKer gerichtet 3)er ^ö^ew 3tt>frf K^gt ««<i^ bei i^x 
va ber äuffinbung bed mehren ober atten ®ememfc^afrti(^en unb m 
ber geppeUung ber attgemcinen ®efefte, m^ benen ber menfdl)Ii(^e 
®eiji fprtgef4)ritten ifi* 5)a6 geji^aUen biefed Ibealen ®e|ic|tö))im^ 
te* t)ertei^t bem ©tubium ber ©(^riftjiefiEer eined fremben Sollet 
auf er bem einen Sntereffe, bad fie. t)erm6ge bedSn^dW unbbergorm 
i^rer SS3erfe QM&f^tm, noc^ ein gn)eite0 unb feinedn)eged g^i^ing g^ 
t)eranfc^[agenbed» ©ei ed bai3 Streben, grembartlge« tux^ SSergleic^ung 
mit SBefanntem unö me^ ju afflmiliren, ober jener berechtigte Steig, 
ber in ber ^lufftnbung allgemeiner ®ebanfen Uegt, n^ir ftnb Ui^t 
geneigt ben fremben 8lutor mit einer entfpre(^cnbeu Srfi^einung in 
unferer eigenen Stteratur gkic^gußeDen : unb, ba in ber 2:i^at wt* 
nigftend im ©rofen unb ®angen bie £ulturt>6Ifer ber neueren ^tit 
einen fe^r fi{)nlic^en ®ang ber ©ntmicfelung gehabt l^aben, fo ftnb 
folc^e a8erfu(l)c oft t>on glurflitfeem ©rfolge begleitet gewefen unb f)a^ 
btn auf ba6 allgemeine a3erftänbni|i forbernb eingcwirft, 

?luf ber anberen Seite ifi bied Streben inbef auc^ ni(^t o^ne 
®efa^r* 2)a in ben meinen SBerfen, bie in iDeutfc^Janb ober bie 
frangofif^c Siteratur tt)enigjien0 gefc^ricben tocrben, meijientl^eil^ ba« 
gange ©ebict berfelben umfaßt tt>irb, fo toirb eine Äu|ierli({)e itenntnif 
»on Siamen, SBerfen unb 3al^re6ga^Icn gu fe^r begünjiigt, unb ba« 
allgemeine Urtl)eil, mli)t^ jt(|> an berartige Slufgd^lungen anguf(^lie^ 
fen pflegt, ifl, wenn e6 nic^t felbjifi&nbig begrünbet loirb, »on fei^ 
nem l^öl^eren Sffiert^e al6 »ereingclte l^iflorifd^e S?otigen. ScbenfaBd 
fann ber Scfer, abgefel^en batjon, baf er fl(^ gewohnt, Urt^eite fei* 
nem ©ebic^tniffe einguprigen, o^ne i^re Segrfinbung gu ^aben, auf 
biefe SBeife leid&t m\ni)xt »erben, t>ollftfinbige 3bentität ba gu feigen, 



noo nuf etitjetne 9Romente ber 9(c^n(i(^ldt i^or^nbm {{nb« ffietm 
9Bte(atib j« 9« bcc beutfc^e, 3oa<^tm Du StHa^, bae SRUglicb bct 
^Itiaht^ ber fronjöfifc^e D))ib genannt werben: fo iß eine fold^e 
aSergleid^ung ber rk^Hgen (Srfenntnif e^er f(^&bU(|f a(d nu^H^i. (Se 
gtebt nur ein SRittel^ um bad dttdft gum aOgemeinen Urtl^eile ju ge^ 
n>innen: ba^ gr&nbli^e Stubium be6 @injelnen. 

aSon biefem (Seftc^töpunfte auege^enb giauU ber Serfaffer nic^t« 
Ueberfluffige« 2^ t^un, mm er im ^olgenben, o^ne jjUf unmittelbar 
an bie fran)jfif(^en Se^onblungen beffetben €toffe6 an)uf<|Iiefen, 
einigermaßen tn4 !£)etai( eingel^enbe 6fiagen }n>eier frangöftfc^er S)i^ 
ter gtebt, bie eine audgejei(|^nete @teOung in ber Literatur i^red 
SSolfed einnel^en« Seibe ^ben n^A^renb i^red Sebend eine grofe 
Slnga^I \>on äln^&ngem unb ©dj^älem gehabt, bie fidj^ naif if^nm 
biibeten: ber eine ifi lebenfaQd ber begabtefie !Di^ter M 16ten 3a^r^ 
l^unbert^ gen^efen, ber anbere tpenigfhne nac^ einer 9ti(^tung ^in bie 
bebeutenbfie (grfdj^etnung bed 17ten; mit bem erfien iß mit vielem 9tti)tt 
£)pi0 t)erg(i(^en noorben, mit bem }tt)eiten ni^it mit gleichem 9ted^te 
Seffing« Sleuf ere ®rAnbe beftimmen mic^ inbef , gegen bie ^tit^ol^t 
ben SBerfu(^ fiber Soileau t)orangufc^i(ten; unb ben Konfarb betreff* 
fenben erji f))Ater nachfolgen }u (äffen. 

Nicole Boileau, Sieur D«spr4aux, geboren in $ari^ am Iten 
9lo))ember 1635^ geworben am 13ten 3R&r) 1711^ gehört feiner gan^ 
gen 9ti<^tung n)ie ber 3^^ feine« Sebene na^ ber 9iut(ie))eriobe ber 
franjöfif^en Literatur an, einer $eriobe, in ber biefetbe ftc^ freilt(|^ 
unter bem 3od>e loon Stegein unb ©efe^en ben>egte, bie ben ging 
be« ®eniu6 hemmen muften, in ber fie fic^ aber toenigften« gu ber 
innerhalb biefer St^ranfen m6g(i^en SSoOenbung emporl^ob* @or^ 
neiffe*« SWeijierwerfe jtt>ar, ber (£ib; J^raj; Sinna, $o(9euct, «ßom^ 
peiu«; Stobogune faOen no(^ in bie Jtinberial^re Soiieau'«; aber 
Stactne nmr nur 4 Sa^re Alter n>ie er, ^at> nac^bem er fc^on in feinem 
20ten 3al^re bur^i bie Dbe La Renomm^ aux muses mit i^m 
befannt gett>orben, feitbem fein gange« Seben l^inburt^ mit tl^m in 
ber engflen Serbinbung geblieben« ^olt^re'e gl&ngenbße unb probu!^ 
tiofle Seit (1660 — 70) trifft mit ber be« if)m QUi^^aU genau be^ 
freunbeten 93oileau gufammen* Slber aufer biefen ^eroen ber bro^ 
matifc^en ^oefie gieren bad Seitalter Subwig'« XIV. no* bie 
^orguglic^flen SXAnner in allen anbem ®attungen unb bie meinen 
))on i^nen, beren Flamen lebe 2tteraturgef(^i4)te un« nennt, fielen 

llr(^i)» f. n. e^raAen. XYU. 



in "itA^erer ober f<ntetet Säegie^ung 3U 9oil^vu Unter fofc^rn 9kr^ 
l^aimtffen fann e6 jutiät^fi befrcmbcn, mie bitfer, o^c entocbcr dn 
bcbeutcnbcr iDi^tcr gu fent; ttodj^ jtd^ bur^ bef^nbere Oclel&rfamfdt 
au^jUjri(^ncn, fo probuftiven ©eifern gegenüber eine ^ö(|fi bebrutenbc 
ttnb geüd^tete SteUiiitg einnehmen fonnle. !Da^ bem ober fo toar, 
iji ein unjtt)eifel{)afted gaftum* 9iacine unb SKoii^re fragten ii^n bti 
ber 6otn))Dfttion i^ter Dramen um fftaiff, unb e6 l&ft fid^ eine 
nic^t unbetrd(^t(i(^e 3[nja{)( t>on @tu(fen *) namhaft macben, bei be^ 
ntn ein« tiuttt Sinnoirfung fetnerfeUd ftatlgefunben ^at 2)er altembe 
(Komeiüc fyatte®runb genug, feine Jtritif ju ffirc^^ten: benn bie (Spu 
gramme auf feine iSragöbien SlgerUod unb SlttUa ^Apri«^ rAg^ilas, 
hölas ! mala j&prhs Attila, holk,^' fanben weite SSerbrettung unb ^aben 
^ieSeic^t auc^ mit i^ren Slnt^ei( an bem t)oiIfi&nbigen gto^fo, ba6 
biefe ©tfide mai^tem 

Slber auf ber anbern ®tUt ^togt bte mißmt Soiieau'd ntc^t 
nur an ber äkrbtnbung mit ben ^^Dtjfiglid^ett S)i4llern feinet ä^it, 
fonbern aud^ an bem Jtampfe gegen bte fc^iled^ten^ über bte er ein 
firenge« ®txi^i gehalten })aL ©efc^mad m% Vixif)til bed fraujoft^ 
fd&en 5ßublitume waren jur 3eit feine* Sluftreten* noi) äuferp un^ 
jt^er^ !Der Hauptfehler SRonfarb*« bei gro^m ^joetifd^en Sktlente 
toat eine ebenfo grof e @efd[)mad(9ftgfeit gen>efen^ uhb feine 9^Ut in 
biefer SBejie^ung waren t)i>n feinen ^n^ngem unb Nachfolgern nod) 
äbertrofen toorbem Unb auc^ biejienigen !D{c^ter; bte (vi) na^ on^ 
bern SRuftem gebiibet f}aitm, eröffneten burc^ anbere ®if\i^a4tm bet 
r^titif ein tueite* %tlb. ®o itmrben benn mif btx StiniQ unb feine 
SRintfter SD^ajann unb ipiitt Solbert in t^rer Segunßiguug bei 
fiitrratur t»m auf«« ober t)on Äußeren »«fluten geWtet. SRan 
tcnnt bie etfim @^tiffale bt^ Qa\> mi> bad VLttWU uMlt^ bie 
Äfabemie über bie« wen%|lene fftr *ie .^eit feinet «bfaffun^ oorjüg-» 
li(^e !Drama faük: bte ^abra fRaciiU^ fiel 9bif«utg6 gegm m 
äu|ietß mtttelm&^ge ^irobuft $tabod'6, $^aMa unb ^p^li^, bie 
befien@täife WAiht^^, ber ^tfant^ro)>e unb Siartäf e, bebMf|ten lange 
3eit, um gur ®eltung jU gelangem «uc^ bie ^enjiondllfte ^M bem 
3la^re 1663 beweif) nicbt^ ba^ Slnetfennung nur eine 9<^e t>orjitgU(^et 
Srijtungen war* @* finbcit ftc^ bort neben Stacino äKoIi^re ben bet 



^) L*amour m^d^cm — Le Misanthrope — Le malade imagitiaire — 
Les femmes savantes, att(^ VEc6L& des femmes. 



bett S^meiDe'd, Senferabc mtc^ maiK^ anbve Flamen; bie if)t Seim 
in btt 9lai)mtt met^m0 nur bm Satiren Sotleau'6 t^erbanfen : bie 
S(bl>^'d be $ure unb 6ottin, Saffagne, ^rrault, enblic^ !De«maret0 
nnb S^apelaim !X>ie beiben (e^ten {}nb no(^ mit befonber^ e^renben 
(Sptt^eten. begeic^net. Desmarets : le plus fertile auteur et dou^ 
de la^ fdus belle imaginatioiiy qui ait jamais iti; Chapelain: 
e plus grand poete fran^aisy qid ait jamais iti et du plus 
solide jugement. -^ (Segen fold^e !Di(^ter a(fo unb ^alj^lreic^e anbre, 
flefleii bie ®efc^tt>tfler ©cub^n^, ?ßerrault, (a ©erre^ Sl^arpentier, 
Renault, ^eOetier, ^rrin, doMitt, $ttret)ille, Sini^re ^at 93oi(eau 
feine (itfrarif<|)en Singriffe gerid^tet; unb bie @a(^e be« guten ®e^ 
fc^marfö tt>ie ber Jllarl^eit be6 atudbrutf« gegen mannic^fac^c SBer^ 
irrungen tJert^eibigt* 

Slu6 einer angefel^enen 93eamtenfami(ie abflammenb; tDibmete ^ä) 
SoJIemi SInfangd ber äuriAprubenj, bann ber S^eologie; fpAter na(^ 
bem 34)bc feine» SBater», ber i^m, obwohl er ber elfte 6ol^n war, 
ein nt^t unbebeutenbe» (Sinfommen ^intertaffen ^aben muf, folgte 
er eingtg unb allein feiner Neigung jur ^4^oef{e« Sinjelne Satiren, 
bie er t>erfaf t nnt anfAnglic^ nur feinen ^eunbeh mitget^eilt ^atte, 
erregten »ieled Sluffel^en, unb ba fie miber feinen äBiOen unb mit 
manchen (Sntßefiungen abgebrudt tourben, fo fa^ er fic^ )u einer tu 
genen ^u^gabe berfelben t>eranlaf t. @ine fold^e erfc^ien, ac^t Satiren 
umfaffenb, 1666* Die ©ewegung bie biefe ^ert)orriefen, ttKir gewaU 
tig* 8lud& biejenigen ©c^riftfleUer, bie nic^t angegriffen, fonbem 
t>ielleii^t fogar gelobt n>orben n>aren, fanben ed tabeln»n)ert6/ bap 
beßimmte $erfonen naml^aft gemacht n>aren; f^aitt t>o^ Steignier, 
ber unmittelbare Sorg&nger 93oileau'd ald Satirifer, ^et» nur aH^ 
gemeint -©^aroftew angegriffen* Unfer 3){(^ter wrt^eibigte ^d) in* 
bef in ber neunten Satire gegen bie t)ielen Angriffe, bie man gegen 
i^n gerichtet ^atte* 3^«Jf ^äW^ ^^ öw<^ ^^^ Satire M^nipp^e *) au« 
bem 3a^r^ 1593 gu feinen ©unften anfuhren förnie«, aber er jog 
ee »or, flc^ auf ba» SBdfjjiel ber «Iten, auf Sudliu», ^oraj, 5ßeri 
ftu», 3ut)enai unb SSirgil gu berufen: unb tt)enn auc^ nic^t unmit 
tetbar in golgc biefer SSer^ieibigung, fo ^atte er boc^ batb bie greube, 
eine grope Slnga^l audgegeic^neter Wänner auf feine Sbifti^ten einge^ 

♦) JBgl. ,J!re9fri0 ©efcjic^te ber franjßfifd^tii 9laiiemliitUxatnx p. 130 „tk 
Ti4niißpit nennt einen 3eDen tei feinem 9lamen unt »enfcet tie tiaegorie nur on, 
nm i^re learrifaturen (ufHger gu matten. * 

4* 



[* 



f^m 21t fe^^n« ^ufer ten btxtii^ frü^et genannte ^etfotten n^ge 
^iet; ber $räftbent Samoignon eine SteOe ftnben^ ber fein ganjed 
Seben \)in\)\ix6) ein ))ertrauter greunb unb SBefc^ä^er Sotleau'^ blieb; 
burc^ ©uftfott) inbe^ in unfete giteratur oW Utbilb bed Skirtüffe 
€ingefuE)rt ifl* 3)ie ^tfiorifc^e ©runblage^ auf bte biefe Sluffaffung 
feinet (S^araftet« jic^ ftuftt, beruht auf einer t>0K SBoIralre guerfl o^nc 
Oueße mitget^eilten unb m^ in Sranfretc^ ßarf begn^etfelten Slnefbote« 
9ltö Samoignon im Sluftrage be^ $arlament^ bie äSorfteQung be^ 
Skirtöffe lttl)ibirte, [oll aKoliire gu ben bereiW t)erfammelten Su^ifau* 
ern gefagt Ijaben: «.äJieine^emn, n>{r toaren im begriff ben S^artAffe 
90Y 3^nen gu fpielen^ aber ber ^err ^räftbent mU ni^t, baf man 
i^n fpiele/' 

2)er JRu^m ®oileau'ö jieigerte flc^ inbe|i balb burd^ bad Sr* 
fe^einen feiited t>orgügtic^fiett äBerfed, ber Art po^tique. gafl gleic^^ 
jeitig iji feine Ueberfcftung ber ©cferift Songin'e über ba6 ©rl^abene^ 
mit gal^lreic^en p^üotogifc^en unb fifi^etifc^en Slnmerfungen »erfel^en, 
fo tt>ie mit einer äSorrebe, bad ^tbtn Songin'^ unb eine allgemeine 
^ritif feinee SlBerfcö entl)aUenb^ 3n biefer legten @(^rift fe^en »ir 
bereite bie Slnerfennung au^gefpro^en, bie iftm wm Könige gu X^etl 
gen>orben n^ar. Subn>ig ber ))iergel^nte l^atte i^m ein allgemeine^ 
5J}rit>ilegium für ben Sirurf aller feiner SlBerfe gegeben mit bem aud* 
brü(f(i(^en Semerfen, qu'il voulait procurer au public par la 
lecture de ses ouvrages, la mSme satisfaction , qu'il en avait 
refue. 

!Da« naci)fle bebeutenbere mtxt ^oileau'd ifl eine 9lrt (Spopot, 
le lutrin, bed Set^utt betitelt, ein SQerf^ bad t>on ber frangöftfci)en 
Äritif fe^r \}o^ gefteHt wirb, bad aber für und wegen ber »ielfalti* 
gen 93egie]^ung auf Sofatoer^ältniffe nur wenig 3ntereffe l^aben fanm 
2)ie Slbfaffung M gangen ©tii^M würbe burc^ einen an ftc^ um 
bebeutenben Streit t)eranlafit, ber ftd^ gwifc^en bem „Trdsorier" 
unb bem Chantre einer ^arifer Jlirc^e La Sainte Chapelle über 
bie ?lvdbe()nung ber Slmtdfunftionen bed Unteren erhoben ^atte, unb 
burc^ bie äSermittelung bed erfl erwähnten $r&ftbenten Samoignon 
beigelegt würbe« (genauere ^aöi)xii)im über bad Qingelne liegen 
und nic^ t)or, boc^ muffen in ber ^^at t)iel {omif(^e @cenen t>or' 
gefallen fein, ba S3oiteau fo bereitwillig auf bie i^m t)on Samoignon 
an bie §anb gegebene Sbee einging, ba6 Oanje poetrfc^ gu bearbeiten, 
!Die Wittl übrigend, bie ber ^i^ttx angewenbet ^at, unterfc^eiben 



SfitrÄge §itt ft«njöflf*en 8itcraturgef<mte. «3 

rt(^ ntd^t \>on ben in ber @po^oe ftberl^aupt gtmö^nKt^fn : bie beim 
6pod ottflemenbcten werben ju fomtf^iett 3w)e<fen benuftt 3)le )ßtx^ 
fonifljfrten ©ejiaBen ber 3«>*^^öd^*/ b^>f gama, bet gaull)eit ftnb 
SBirgil nac^gebübet ober in feinem Sinne erfunben ; aber anä) anißtu 
bem-finb ^ielc ©teilen il^m, §omer, ©eneca, enblid^ m^ Xaffcni'9 
la Secchia rapita (ber ©merraub) nac^gea^mt. G^arafterfjHf^ ifl 
e6 aber, baf S3oifeau ani) in biefem ®ebt(^te feinem Jg^ange gut 
©atire freien 8auf läft 2)ie Irigl^eit unb ®enu^fu*t ber ®eip^ 
lic^feit n>trb oft genug gegeißelt; unb bei bem im fünften ©efange ge^ 
fc^ilberten Äampfe ber beiben ^Parteien, wirb, ba aDe mit Suchern 
um ji(^ »erfen, bie ©efegen^eit benu^t, einige 3)u$enb SBerfe naml)aft 
JU macfjen, bie fid^ be6 3)i(^tere SWif fallen jugejogen l^aben« (Snh^ 
Ii(^ fehlen aud^ bie Ianbedublid[)en @4)mei(be(eten für inttoiQ 
XIV. nx^t, auf bie wir noc|> fpAter gurörffommen* !Diefer gab im 
bff leftt Soileau auc^ gebiegenere Seweife feiner ^ulb al« bieder. 
66 erfolgte feine ^Jenfionirung unb feine (Ernennung jum ^ijioriogra^ 
pl^en M Äonig«* 2)ie leftte SBfirbe erhielt beiläufig ju gleicher 3eit 
Sacine unb ed fonnten üieHeic^t in ber %f)at nic^t gioei aRdnner au&« 
flnbig gemacht werben, bie weniger geeignet gewefen wfiren, biefelbe 
JU beHeiben; au(^ if) w&{)renb bed Sebend beiber ni(i)td "oon i^rer 
^ifiorifi^en JS^fitigfeit befannt geworben unb felbji in ttjxtm SRac^ 
laffe l^aben ftc^ feine bebeutenben SBorarbeiten gefimben* 3eftt faumte 
auc^ bie 8lfabemie nic^t lAnger, i^n in bie Siei^en ber 93ierjig aufju* 
ne^mem Soiteau'd ^aujjtfeinbe in berfelben, ß^apelain, ©cufc^rij^; 
Sottin, Sajfagne; waren gefiorben, mand^e feiner ®egner waren in^ 
bei no(& barin* !l)a^er war er avtäi) naiü genug, in feiner antritt^* 
lebe in ber Sfabemie am 2ten 3uli 1684 ben ®runb feiner SBal^I 
einjig unb alletn in ber i^im bewiefenen ®un|i be6 Äonigö ju fudjen* 
5?a(^bem er voriger in ber ublic|i beft^eibenen SBeife öon bem SBe« 
«igen unb ber geringen 93ebeutung beffen gefprod^en, wa6 er gelef^ 
pet l^at; fdftrt er alfo fort: „SQBelc^ed iji alfo ber ®runb, meine 
Ferren, ber bei S^nen eine fo gön^ige Stimmung für mic^ l^er^br* 
gerufen ^at? 3(^ fange an i^n gu erfennen unb wage mir gu fc^mei* 
c^eln, ed wirb S^nen nic^t unangenel^m fein, wenn icb i^n audfprec^e* 
2)ie ®üte, wel^e ber gröfite gürji ber SBelt gel^abt f)at, inbem er 
mj^ beauftragte, gemeinfd&aftlid^ mit einem ber berühmteren @rf)rift*« 
fleHer bie unenblic^e SRei^e feiner unjlerblic^en S^^aten gu einem ®ün^ 
gen gu \)ereinigen, biefe Sriaubnif, fage i6), welche er mir gab, i^il 



04 ^tiitü^t gur frangönfdSien ^iittainx^t\(^i^tt. 

in S^ren Slugcn atte gigenfc^rtftm erfe^t, mii)t mit mangeln. 5Rur 
jif ^at 3l)t Urt^eil gu meinen ©unften btjiimmt. 3n, meine ^er^ 
ten^ eine wie gerechte Urfaclje mi(|| auc^ jebergeit »on bem (Sintritt 
in bie Slfabemie l^dtle fernhalten muffen: 6ie l^aben ee nit^t ru^ig 
mit anfe^en fonnen, baf ein SWann, ber beflimmt ifl, t»on fo ©roßem 
ju fprec^en, be6 9?uften6 3t)ter Seigren beraubt ober in einet onbcm 
@^ule M ber S^tigen gebilbet tt>erbe/' 

9Kit biefer 2lufnal^me in bie Acad^mie Fran^aise, an bie fid^ 
balb bie in bie Acad^mie des belles lettres fc^lof, f|attc Sotfeau 
auferlid^ bie ^o4)fie Stellung erreid^t, bie i^nl ju S^cil tt)erben 
fonnte^ ?l6er e6 fc^eint aud;, aW tt>enn ba« l^eranna^cnbe SHter, ba* 
no(^ baju bei i^m tt>egen großer ®4)n?a*lic^feit be* ifSrpere früher 
eintreten mochte, au(^ in feinen Sdjriften mand^e 6^)uren jurücfgc^ 
laffen l^at* SQBenigften« treten einige ber biefer fpiteren fßeriobe an* 
gel^ongen €atiren unb @pif}eln fe^r gegen bie Alteren juru(f. $Iud) 
bie Dbe auf bie Eroberung Stamur'd im 3a^re 1692 jeigt in xf)xa 
etwaö gefc^raubten unb l()9perboIif(i)en ÜÄanier mm\ aud^ nicl)t ben 
alternben !Dic||ter, fo iei), baf berfetbe für biefe !Di(|)tungegattung 
fein Xatent f)atu. ßmi anbere Dbcn^ bie eine an bie ©nglftnber 
gerid^tet, eine feiner erjien 3ugenbarbeiten, bie anbere an 3Soli6re in 
SSejiel^ung auf bie Ecole des femmes, jinb gleichfalls unbebeutenK 
!I)agegen würbe 93oileau noc^ einmal in feinem geben }u einet gro^ 
feren unb erfolgreichen ßoncentrirung feiner Sl^Ätigfeit angereiht. 
!Die Äußere SBeranlaffung baju lag in ber ©ci^rift $errault*6 Parallele 
des Anciens et des Modernes^ beren 3 erfte 93Anbe 1693 er/ 
fc^ienem ?ßerrault \)üttt in biefer Schrift cbenfo mt in einem be^ 
reitS früher erfcbienenen ®ebicl)te „le sifccle de Louis XIV*** bie 
franjoflfc^en 2)ic^ter ber ®egcnmart um 93iele6 l&ö^er gefieüt, ate 
bie Sllten, unb gu bcm ©nbe an t)ielen berfelben, tt>ie ^Inbar, $omer, 
SBirgil, eine allerbingd fel)r Heinlic^e ^ritif geübt* einige einielt)ei* 
im au« ?ßerrault'S SBerf ^ert)orgel)oben, mögen bagu bienen, um un* 
gefd^r feinen ©tanbpunft gu begeic^nen* 3»el)re Oben 5ß<nbar'0, fo 
g* »• bie erfie P9tf)ifc^e, erfldrt er für ©alimat^iaS* (Sx tabelt bie 
SSBeitldufigfeit, mit ber in ber 3Ii<»ö bei bem S5eri(l)te tjon Sgamem^ 
non'S 9Sern)unbung ergi^lt tt)irb, e« feien il>m ©c^enfe! unb ©eine 
unb bie fc^önen Änßc^el barunter *on ©lut beflecft worben* 6^ fei 
l^öc^^ ungart^ baf 9iauftfaa gu Db^ffeu« fage^ eine 3ungfrau ^anble 
unrecht; 



fftif äinijfi qdhav natfjog nat fietfdg iomap 
avdqaai ^iaytftaij nqiv y dfig>aäiav ydfiop il&eiv. 
föntet ift femer ein fc^Iec^ter 3latuxbiftctiftx flewefen^ ba er feen 
^unb bed Dbi^ffeuö gegen aOe Siegel über 20 3al^re alt tt>erben I&f t* 
2)te 9rf(|feibiiiig ber S^ma bei iBtrgil: 

Ingrediturque eolos, caput inter nubSa condit, 

f)aU er für eine gefc^macffofe ^9perbe(. iBie ®{etc^ni|fe ä longuequeue, 

n)ie bie einjelner @pit^eta ^omerd, miffaQen i^m ^oc^Itd): !urj; 

man fie^t Uid^t, auf »a« für Dinge 5ßerrauU fein »ugenmerf geriet^ 

tet bat* 9Ran^e feiner Unterfu(^ungen ftnb inbef nid^t nur niciit 

unverß&nbig, fonbem, pbtt)^^! er »enig ober gar fein Oried^ffc^ »erftan^ 

ben i^abtn ]oU, ^öc^fi wal^r unb in fpoterer ßtit aQgemein befiatigt. 

aSJenn er ju bereifen fu(^t, ee l^abe niemale einen Dichter ^orner 

gegeben, ber bie ^Uap unb Db^ffee t)erfapt, fonbern beibe @pen feien 

eine ©ammlung fleinerer ®ebi(f)te, bie man fpater tjereinigt ^abe, 

fo ifi ©Dileau'« S^^^ unb ?lelian« variae historiae aW Oegenbe^ 

meid fei^r am unrechten Orte. 3ri ®rofen unb ©anjen aber toar 

ed iebenfaOd t>efbten|tooO; baf Soileou bie iBert^eibigung ber Sitten 

übemal^nu (Sr l&atte eine 3^U(^ng gefc^wiegen, aber Siacine, ber 

in $errau(t'« ^c^rift bei Gelegenheit ber Xragöbie g&tiglid^ ignorirt 

toar, reijte il^n auf unb ber $rinü ^«'nti fagte gu i^m, er toerbe näc^fleni^ 

auf feinen <Seffel in berSlfabemie fd^reiben; bu fc^l&ffit^rutud*«« @o 

etfc^ienen benn M^ee r^exione critiques sur quelques passages di:i 

rhöteur Longäi,^ bie eine jln ben meiflen fünften gliidti<^e SSiber^ 

legung ber ^nfic^ten ^errault'ö Aber ^omer unb $inbar enthalten* 

gär und ^at bie @(^{ft auf erbem udc^ bad Sntiereffe; biif ftd^ au6 

i^r am befien bie allgemeinen 3been SBoileau'd über ba$ SlUertl^um 

unb bie SBebeutuitg, bie er bemfelben }ufc^reibt, erfennen laffen» 

Wiit Ueibergel}ung ber $arobie einiger ©cenen bed (Sib, eine 
Satire auf (^^aptiain unb ia @erre mt^altmt, an ber S^oileau nur 
geringen Slnt^eU f)at, obmo^l fte meifitend in feinen. Sßerfen mit ab^ 
gebrurft «^irb^ mit Uebergei^ung ferner bed Arrfet burlesque, einer 
Slrt ^atire^ bir burd) eine Eingabe ber Unit>errität gu ^m& wan^ 
lapt tpurbe^ bai3 Parlament möge »erbietien; bie $arte^fdj)e ^^ilofop^ie 
p le^u^ menben u>ir ui^d uc^ gu ^oiltm'e ßpigrammai unb gUi 
^n pt0faifc|)m Satire: le» H^ros de ßornan* 2>ie e*ßett bejiel^en 
84 öieiften« auf ßtcrarif^ ®erWtt«ijfe *er bamaligen Si^it; eine 
^^t geringe Slnjal^l fmb gegen ^mmU, einige gegen $raboii, 



SS S^eitrlge aur frana^fif^^n eiteratiisefi^i^te. 

eottin, »onmccifc u* a. flerfd^tet, onbrn nW)t cißtntlie^ »)frf6nH(^et 
giatun golgenbc SBfifpiele t)on einigen bet keffeten mi%m jeiflen, ob 
»oileau'e SSBift fe^t f(^atf gewefen iji» 

9{r. 24. ^n $eTrau(t. 
Sie, tein Onfel, ber 3Rdrt)er, ^at efne üraRf^it gc^t mir; 
jeonnte mein $(rat er fein, ta i6) am Seben noc^ bin? 
9lr. 12. 9la<^ SRartial. 
5Der 0ro§e JDoftor fPaut, feer ©Freden feiner ©tabt, 
£)er meljr, al« ^t^ unD Ärieß, Unheil geiliftet ^at; 
dr ijl ein Pfarrer je^t unt) f*ant Die «eute ein : 
3^r fe^t e«, fein »eruf wirl^ jlet» berfelbe fein. 

!«r. 5. an Göttin. 
Tltint %t\nU erfanden wo^l taufentfai^e $Bef(||impfisng, 

Um in Un ^ugen ter Seit ring« midSf t^era^tet a» febn. 
9iber (Sottin tma\){t ein mHitl, untrugli« unt) fi(^er, 
©eine SSerfe, Die f^reibt mir al« SSerfaffer er a«. 
»2. SSerfe unter mein fporträt. 
ilne^tenb unter Da« 3o* Der SSernunft Den SReim, unD obwohl i^ 

$(nDere na^^gea^mt, immer Dodl^ origineQ, 
^ab' i^i in meinen ©d^riften geteert, einfad^ unb ergaben 
fperfind mit «^oroa unD 3uDena(en vereint. 

2)le H^ros de Koman femer fhtb eiflentlid^ eine fet)r frflfif 
Slrbeit be6 S)i(%ter6, boc^ 9lö(f|i(^ten auf grftulein ^>on 6cub4n^, bic 
erji 1701 flarb, bewogen ilS^n, biefelbe erfl lange nad^ i^rem Sobe 
1710 erfd^einen ju laffcn» 5)ie JRomane Slelia wnb ß^ru« #nb e« 
^orjug^weife ; bie l^ier angegriffen Werben. 9Ia(^a^roerin be6 
Honor^ d'Urfö, ber in feiner Slfträa auf eine intereffante unb 
geifirei(|)e SBeife feine eigenen Sltenteuer in einen ©cf)aferroman ju 
»erfle(|ten gewußt l^atte, na^m grdulein t)on ©cubör^ {)iftwif(be 
5ßerfonen unb legte il^nen fc^dferl^afte Siebe bei» ©o erf^eincti benn 
bei i^r ^oratiu« RotM, 3Ruciue ©cd^ola, Sufretia, S3rutuö, 
Si^rue, Slrtamcneö in einem ®rabe tjon Siebe erfüllt, bag öOe onbre 
3ntereffen für fie ft^ttinben» Soileau nun lift in feiner ©atire 
biefe unb anbrc giguren, bie fic^ bti Sl)apelain; ÜJeemare» unb 
©alprenebe finben, in biefer i^rer JRpmangefialt t)or lißtuto unb WIU 
nod in ber Unterwelt auftreten, inbem Diogenee aW eine «rt lu* 
fWger 9lat^, ber bie nßt^igen ©rRÄrungen giebt, biefen jur Seite fie^t 

9?ac^bem im SSorigen bie t)er^Ältnif mÄ^ig unbebeutenberen ®(^rif* 
ten Soiteau'd furj bef))ro(l^en ftnb, bleiben un6 {e^t nod^ biejenigen 
JU einer etwa» genaueren Unterfuc^ung übrig, benen er feinst ^aupu 



fQtitx&%t inr froii^6f{f4eti £{teratiirgef((i<6tf. K7 

ni^ ^oerbanft unb bie fru^et nur beUäufig erw&^nt iQurben : Fart 
poetique, bie @attrm unb 6ptf}e(m 

!Dad erjte biefer SBerfe, eine 9laifa^mmq ber ^oraj{f(^en ars 
poetica, gilt fafl allgemein old bie t>orjägU4)fle Seiflung 9oi(eau'6« 
Unfern gegentt)&rtigen Slnforbemngen na^ burfte freiließ eine S^^eotie 
ber !£)t(^tfunfi ober %oretif(6e Betrachtungen aber biefelbe nur in 
$rofa abgefaßt fein« S)af ^ora) bied nic^t f(^on get^an l^at, 
bürfte Ui ber )Dor^errf(||enben 9ieigung ber SlUen^ felbfl für abfiraft 
p^ilofopl^ifcl^e ®egenß&nbe ben Hexameter ju toai}Un (man benfe an 
^^armenibed, 8ufreg, äratu^) nic^t befonberd befremben. gfir 93oi* 
(eau aber lag bie ®a^e fc^pn anberd, unb fein Sreunb $atru, ber 
beröl^mte 3uriß, bem er feinen $(an mitt^eilte^ l^atte nid^t Unrec^t^ 
an ber 9)}0gli(^feit bed®e(ingene ftarf }u gn>eife(n; aber unfer Di^« 
ter l^atte einmal eine ))or^errf(|)enbe Steigung^ gerabe biejenigen !Dinge 
poetifcl^ 3U be^anbeln, bie ftc^ il^rer Statur nac^ am tDenigßen bagu 
eigneten, unb er ful^rte feinen $Ian mit ben>unberungdn)urbiger 
j^unfl bur^. äBorin inbe^ biefe Xm^ befianb, fann f\^ nur aud 
einer a3erg(ei(||ung mit ^oraj ergeben« 

!Die ars poetica mai)t junäc^ft ben (Sinbrucf, al6 xotnn ber 

^iijttx eine Slngal^I geifireic^er Semerfungen übet 993efen ber $oe{te 

unb bie ^au)}terforberniffe ber einjelnen (Sattungen in eine }iem(i4) 

lofe 9}erbinbung gebracht l^at^ ol^ne irgenb ettt)ae €)^flematifd)ed ba# 

mit geben }u n>olIen« 3nbe|i gan} fo »erhält e^ fl^l b^n^it t^^nn bo(^ 

m4iU Q^^n bie ®(^o(iaflen l^aben aud berfelben 25 Siegeln audge^ 

iogen, bie an fi^l in iiemli^l ^rengem 3ufammen^ange flei^en, ober 

menigfien^ (eic^t burc^ einige Umflellungen in einen fold^en gebracht 

n)eTben fonncn unb neuerbingd noc^ ift ber SSerfud^ gema(()t tottbtn, *) 

biefelben nacf^ ben bei (Sicero de oratore angegebenen fünf i£()eilen ber 

^erebtfam{eit anguorbnen« ä&enn fi4) nun auc^ meber annei^men (aft, 

baf ^orag gerabe biefe 25 Siegeln gegeben ober baf er nad^ (Sicero'd 

Anleitung gebid^tet l^be, fo ifl ti bop^ natürlich; baf bie 93erbe(htng 

ber Uebergänge gtt)if(()en bem @ingelnen eine t)on i^m beabftd^tigte unb 

buK^ bie >)oetif^e gorm bebjngte »wir« — 9lacl> ber Slnna^me SBieler 

foQ nun 93oi(eau ni(bt6 Slnbereö get^an j^aben, ate ^orag gu uber^ 

fe^en unb befen 3been »oeiter audgufu^ren; ia aui) bie n>eitere Slue^ 



*) 3n ^antnU*9 de sententiarum ordine in Horatii epistola ad Pisones 
Bive de arte poetica libro. fprogramm i>on Sße^far, 1853. 



9B öeftrage a«t ftflnaöfifd^en !?Üerattttöef*i<|te. 

fu^rung foD aue ben S9ett(ic|)hmgcn be« StaHenffc^cn ©fester» 
Strome SSiba über bic ars poetica eRtnommeit (Hm ©<^on et 
fdbjl mu^te f!c^ gegen btefe Vorwürfe t)ertl)e{bigen : er tticö für bae 
erfie auf bie Sänge feinet ®ebi(^teö l^Jn, fn SBetreff be6 gweite« gab 
er bfe SSerft^erung, ba« genannte SBerf nie in §finben gel^abt iju ^o^ 
ben. 3n ber Zf)at f)cit man audj 95ot(eau mit blefen »nfecfetungen 
Unre(J)t getfian. 3tt>ar l)at er felbft nic^t \HeI felbfljWnbige unb ntue 
©ebanfen gehabt, aber er f)at an« ben ^orajifc^en eine <iu$erorbent* 
Ii(^ gefc^irfte Slu^ma^I tjon fold^en getroffen, bie nod^ auf feine 3«t 
anmenbbar toaxtn ; er f^at femer m^ biejenigen Didytung^gattungen 
berücffic^tigt, bie eine (Srftnbung ber neueren S^it tt>axtn, Sonett, 
SSaßabe, ÜRabrigal, JRonbeau unb 9Saubet>iae. greili^ ftnb Me S5e^ 
merfungen {)ierüber mit Slu^nafeme beren über ba« erjie giemlid) obe^ 
jlac^lic^ unb laffen ftd^ fo jiemlic^ auf ben einfacf^en Saft jurürffü^ 
rcn, ba^ jebeö Oenre feinen eigenen ©tijt fyabe. Stimmt man no* 
l^ingu, baf ©oileau ^duftg bie !Di4)ter ber ®egenn)art l^eranjieH von 
abfc^rerfenbe »eifpiele gu liefern unb feinem Jpange jur ©atire ju 
folgen, baß er femer epifobifd^ auf ältere franj6flf(fee 3)id^ter nä^er 
eingeigt, fo bürften bamit bie mefentlic^jim SRomente feiner a;^ätigfeit, 
iomit fte probuftit) ifi, angegebm fein* 

SBir t)erfolgen nun, mit «luölaffung ber gal^treic^en Wfiorifdfictt 
©rcurfe unb ber fatirifdjen Elemente, ben po|ltit>en Snbalt »enigflett« 
eine« Zi)tiM ber art poetique genauer» Slflerbing« fel)tt »n« babei 
ber aSo^Haut ber aSerfe unb bie (SIeganj be« Slud^rurfö, aber e« »irb 
mmigPenö mßglf^ fein, ben Sbeenfreie, in bem ber Dieter fiä) be* 
tt>egt, auf biefe SBeife fennen ju lernen. 

3eber ^i^ttx bebarf be6 ©enieö unb ber natürli^n Anlage 
für bie Dic^tfunfl. 2)a^er ^)rüfe terjenige, ber ft<^ i^r tt^tbwen toiU, 
lange feinen ®eifit unb feine Äräfte unb l^alte We Steigung, ffierfe 
gu madben, noc^ nic^t für einm Setoei« feiner Sefäfiigung* aber 
felbjl xomn Xaltni ))orl^anben ifi, bleibt e6 m^ immer not^t^enbig, 
ben Umfang beffelben j« befiimmen* SRand^er eignet flc^ gum ana^ 
freontifc^en Siebe, jum Epigramme, gum @pod ober gur ablade, w^ 
einigt inbeß ftnben ft(^ biefe Anlagen feiten. 

Slber, loeld^en @egen^anb man aiic^ be^anMe, tk dtic^tigifeit M 
©ebanfend unb bie ^rägnang bed Sludbmcfd barf nie bem ^etme gum 
Dl>fer gebracht tt)erben. ir>a^r mu| ber SDiidjiter SlnfangjJ auf bic 
$lufftnbung beffelben bie größte ^JSü^e unb Soj^^folt ^tmmlSfm, bii 



OeitrÄge int frangdfifc^en Siteraturoef^id^te. 99 

fpättr f{(^ t^m b(rt tnu^fam (Befud^te t)on felbfl barbietet (Sin an«' 
beree J^inbetnt^ freili* \ifa^m fic^ bie iDic^tet oft felbp: fle laffen, 
um nur ortgtntQ gu erf(^einen; i^rer ^^antafie alljufreien Spielraum; 
aber ftc raöflen bebenfen, ba^ ba« SEBa^re unb Slic^tifle jlc^ off nur 
in einer ^orm fagen l&^t 

!Die ^errfc^aft bed Dbjefte fiber ben 2){d)ter fäl^rt inbe^ no^ 
ju einem anbem geiler, gu bet fiberrnftf igen «u^fül^rung be» 2)e^ 
toild* !I)ae ip eine unfruchtbare gru(lf)tbarfeit: ber Slutor muf ben 
Umfang beffen, toa6 er fagt, angemejfen )u begrenjcn »erfiel^en» 
Ufberl^aupt herfallt man ojft; um einem SeMcr gu entgegen, in einen 
m mög(i(^ noc^ fc^Iimmeren* !£)ie SVattigfeit bed Slu^brucfd foO 
^rmieben »erben: er tt>irb ^artj bie Sfinge — er wirb bunfel; io 
ner tt)iO ettt>aö bti feinem loatiren Warnen nennen — er n>irb trit)ial; 
er totO nid^t gemd^n(i(!^ fd^reiben unb fein &t)l ge{)t mit i^m burd)« 

^aB Sichtige liegt nic^t in ber einen ober anbem gorm beö 
Stijie* abwec^felung ifi notftig, um ben 8efer vor (Srmöbung unb 
8angen»eilc gu fdjü^en* 3)a^er muf e« ba6 Streben be« 2)i(^ter« 
fein, in leii^ter SBeife au^ einer St^lart in bie entgegengefe^te über^ 
ge^en gn fonnen. 

3)iefe S^ot^wenbigfeit be6 ®e(l[)feM ifl jebo^ nic^^t fo tt>eit au«* 
jubel^nen, baf aud^ ba6 griioole mit an bie Steige fornmen fönnte; 
fbenfowentg bae ©urleöfe unb ^^perbolifdie. 9Wan fann einfach unb 
babei bod^ funfit)oB — erl^aben, o^ne ba« Streben bana^ gu geigen, 
unb anmut^ig fein, ol^ne lafci» gu »erben» 

aber au^er biefen ben St^I mel)r im »Dgemeinen berutyrenben 
SSorf^riften muffen au(^ bie metrif^en ©tfefte genau beobachtet 
toerben; bie 6Äfur be6 Sllexanbrinere muf gugleic^ einen abfd)nitt 
im Sinn begeic^nen, ber §iatu« unb bad Enjambement (ba« Ueber* 
greifen beö Sinne« au« einem SSer« in ben anbem) bürfen ni(^t t)or^ 
fommen, unb vor allem muf ber 3)ic^ter nac^ (Supljonie jiteben» 

!Kit alledem muf eint gewfffe Sei^tigfeit be« auebrurf« t)er«» 
buntm feiU; bie t)ielen Äntoren fel^lt, beren unflare ®ebanfen ge^ 
»iffermafen »on einer Mcfeten SBolfe umgebm gu fein fc^einen» 
?lber el)e man ftfireiM, mu^ man natfirli(^ benfen gelernt l^aben : ein 
flarer®ebanfe ffi^rt balb ben tiifttigen Slu«btu<f mit ft^. !t)iefe 9litf)* 
tigfeit geige jl(^ aber nitfit allein {m ©ebanfen, fonbern au<^ in ber 
Sorm: «arbari«mm unb Solofeiömen jtnb unguWffig» 

alle biefc gel^ler l)aben oft i^ren ®tunb in ber gu grofen 



60 ^titx&^t )ur fran§dftfdl»ett iiUtainx^tfd^i^U, 

B^mUlQUit bed ^Irbeiten^; bte 6(^neIIigfett aUtbx iß fein 9hi^m, 
unb ed ift nic^t genug^ ba$ in einem fonfl mangell^aften SBerfe fi(!b 
l^in unb toieber einige ©puren ))on ®ei{) geigen; baffelbe mu^ t)ieU 
mel^r ein tDo^lgeorbnetee ©ange au^mac^en^ inbem (ebed Singelne 
feine bejlimmte unb begrönbete ©teile ijaU 

SBenn ein 2)i(^tet auf biefe SBeifi fhenge gegen ft(^ felbfl iji, 
fo f)at er au^ t)on ber Äritif »enigejr ju fürchten; aber, um ft(fee^ 
rer }u gebeU; n>ä()(e man greunbe, bie nic^t fd^meic^Ierifc^; fonbem 
gerecht ftnb* S^nen übergebe man fein SBerf, »or i^nen lege man 
ben @to(g be^ 9lutor6 ab unb bel^arre nid)t barauf, etn)a6 beibel^al' 
ten JU tt)oBen, wogegen fle einen gerecfiten ZaM au^gefproc^en l^a* 
ben* ^abe S3en>unberer n)irb man leitet ftnben : $ari6 unb bie $ro^ 
t)inj; ber Slbel unb ber ^of be6 Äönig6 bieten bereu genug bar; 
aber ba6 ben>etfi no(i() nic^t bie ga^igfeit beffen, ben fie ben>untern. 

©0 tt>eit ber Sn^alt be« erjlen ©efange^* S)er gwette pi^rt und 
gun&(^{l atö eingelne (Gattungen bie ^t>\)Üt, @(egie unb Dbe ^or« 
2)er für eine jebe erforberlid^e ©t^J, ber an SBürbe jtdj fteigembe 3n* 
l^alt tt)irb tnttoidtU, Xl^eofrit unb SJirgil; 3;ibutt unb D»ib, unb 
^oraj unb ?ßinbar mxttn aie STOujier begeid^inet* (5d folgt bad 
©onett. !Dann bad (Spigramm* !Dad (entere giebt bem ^lijUt ®t^ 
legen^eit, bad SSorfpiel mit ^eftigfeit gu t^erfolgen, bad ft^ um biefe 
3eit in aUe ©attungen ber ^oefie eingefd^Iid^en ^atte; er wiO e« 
aud ieber ernflen !DarileQüng in $oe{ie unb $rofa t)erbattnt, unb 
auc^ im fomift^en ©t^Ie nur mit grof em ^adft angewenbet »iffem 
@nb(ic^ noc^ einige Semerfungen über ätonbeau, Sadabe, Sjflabrigal 
unb fc^Iie^lic^ bie ©attre« @d ifi für Soileau bejei(i[)nenb, ba er 
fe(bjl ©atirifer mar, ba^ er beren Urfprung uur in bem ©treben nac^ 
2Ba^rl)eit fud&t* "Sltit ber Ableitung bed Saubet)ine aud ber Satire 
unb einem 2;abe( über bie l^&uftge Sludartung beffelben f(^(ie^t ber 
jmeite Oefang* 

!Der britte ©efang ifl auef^^IiefUd^ bem @pod unb bem 2)rama 
getoibmet; Sür ba« erf)e ifl bie antife ÜRi^t^oIogie unentbehrlich unb 
bie ©eßalten ber (^rifllid^en dieligion (äffen fi^ ni({)t in baffelbe ein« 
führen» gerner iji bie SBal^l ber Jg>elben gu bead^ten: für aSerbrec^er 
tt)ie eteocle« unb 5ßol^niced fann fein Sntereffe erwedt »erben unb 
(S^ilbebranbt g. ©♦ macftt fcJ|on bun^ feinen barbarift^en Sftamen 
einen (Ac^erlic^en (Sinbrucf. (geeignete gelben für bae (Spoi ftnb 
«üfar, Slleranber, Submtg XIV. 



Sieitr&gc aiT franaoTifd^en Stterattttgef^i^te. 61 

3n to Sragdbk ge^t SoUeau t)oii ter S(rifloteUf(fien Sf^eorie 
oud, ba^ bet 3n><<f brrfelben in bec Srmedung t>on S^^^^ unb 3R<t^ 
(eiben brßr^e* 2)te bret einleiten fAtf^lic^ gfeic^faU« aud SIrtßotele« 
abgeleitet; mrben ald unab&nberlic^ee ®efe^ ^ingejiellt« 2)(inn folgt 
bie Siegel aber bod däioüment, bie (SntiDidelung ; unter fortm&^renb 
ftc^ fleigernbem 3ntere{fe gef<fK^ baffelbe nic^t bur(^ ein Auferlic^ 
^erbeigebra(^ted ^Dtomest, einen deus ex machina. Unerwartet barf 
ber @c^(uf fein unb ee ifl fogar gu mpft^ltn, baf er ee fei, aber 
er liege in ber t)or^ergel^enben ^anblung t)orbereitet. @ine gro^e 
SSSic^ttgfeit n>irb bann au(^ ben Biens^anceB beigelegt* ^Darunter 
ift ni(^t allein 9ßo^(anfl&nbigfeit in ftttlic^em Sinne, fonbern au(^ 
im &ß^etifc|;en gu t)erße^en« Sldee mu^ von ber Sä^ne fern ge^al^ 
ten vi^tr^n, tt)ad bad Di)x ober bad Sluge ))er(e$en f6nnte« Stiemanb 
barf auf ber Sü^e {lerben ober übtxl)anpt in einer ^anblung bar«' 
gefieOt n>erben, bie ni^t in ber beflen ®efeOf<^ft t)orfommen fonnte. 
SSSie angemein beilAu^g biefe S^^eorie fd^on fräf)er galt, geigt ft(9 
barin, bap bie Ohrfeige, bie in SomeiOe'd 6ib 3)on 2)iego ))on 2)on 
©ormag, bem SSater Ximenend, erl^&It, a(0 ein grof er SSerfio^ gegen 
bie biens&uioes angefe^en mürbe, 9[u(^ ta^ in bem ^oragiud bed^ 
felben 2)i(^terd ber gleid^namige $e(b na(^ bem ®iege über bie 
(Suriatier feine @(^ti)e{ier, bie ^or ii^m ent^ie^t, auf ber Sii^ne t>eT^ 
folgt, um fte hinter ben Souliffen umgubringen, gilt ald ein ^aupt^^ 
fel^Ier bed @t&(fed. Unter bie biens^nces gebort ferner auc^ bie 
l^iftorifi^e Streue, bei 2)ar^aung befannter ^erfonlic^feiten, bie rid^tige 
3ei(^nung ber Sitten bed 8anbe*, in ba« bie J£>anMung t)erlegt wirb 
— ein $unlt, in bem bie ^rangofen feine gro§e SReifter flnb — 
bie Siegeln enblic^, ba^ ber 2)i(^ter fltj^ nid^t felbfl in ber gelbem 
roQe (^raltetifiren, unb bei ber 3H<^nung neu erfunbener ^erfonen 
innere Sonfequeng bewahren muffe« 

3n ber jtomöbie, gu ber ©oileau guleftt übergeK wirb gundd^ji 
bie »on Slriflo)>l^aned ))ertretene ®attung verworfen, bie t)on 3Wenan«» 
ber unb S^ereng geto&I^Ite empfohlen. 3ln i^r mu0 ber Did^ter un^ 
bebingt ber 9?atur folgen , er mu^ bie »erfd^iebenen Sltterdfiufen in 
ber S^araftergeic^nung genau bea<^ten* ^ad WtitUl, um bad Süchtige 
gu treffen, i^ bad ©tubium be« geben« bei ^ofe unb in ber ©tabt* 
©0 l^at flc^ a»oIi4re gebilbet unb er Mttc baö Jpod^iic in feiner 
Äunfi erreicht, wen« er nic^t gu oft in bae niebrig Äomifc^e (le 
booffon) i^erfaOen to&xt, benn toenn auc^ bie Jtom^bie feine tragi^ 



63 SBeÜtdge ^ux ftan^b\mtn eiterfttttYgefctii^te. 

f4ien ®^met}en ju f(||ilbeni l^at; fo barf f{e bo^ nt(^ Imd^ 6c^mu( 
unb ObfconitAt ben $öbe( erfreuen trollen« !Der @(^t) muf atu 
ßänbig fein; bte (Sntn>i(fe(ung bed ®an)en Iet(||t; feine Scene batf 
"ooxtommm, nur um @(^erje anjubringien, n)enn fie m<^t furbad 
Oanje erforberllc^ ift 2)er ©tt^l felb^ muf ji^ bisweilen übet bff 
Bpxaäit bed gen)6^nU(^en Sebend er^ebem 

!^er "oUxtt unb (e^te ®efang ber art poetique iji t)et^&Itntf' 
m&pig unbebeutenb unb f6nnte oi^ne €diiaben für bad ®anje ft^fett 
^ein Slutor borf ftc^ mit ber Wttthn&Uiftil begnögeU; M Stxitiitt 
muffen 9)2&nner ))on ®t\^maa unb ifenntntjfen audgewd^It werben; 
fie f^nen bem iDicf^ter au(|^ bte 9RögU4){e{ten be^eid^nen; u>a6 um 
Ut Umfi&nbeu einmal geflattet ift, bie ©renje ber Siegel ju über^ 
fi^reitem SSerbinbet; ^eif t e« bann »etter^ in euren (Bereiften, bad 
9lü^li(^e mit bem älngene^mem @eib barum ni^^t frit)ol; aber bie 
{euf4>e Siebe mit Slnflanb bel^anbelt, btand^i nic^t au^ euren ®i)x\\f 
ten t)erbannt gu mxtm. — Saft m^ in feine liteiarifc^e (Soterien ein. 
Slrbeitet für ben ätu^m, aber nit^t für ben ®eu)tnn^ ben il^r freiließ 
annel^men burft, inbef nii)t in ber äBeife^ bof er ber ^totd eurer 
Slrbeit toax. — @inen großen 6tnßuf ^at bie S)i(i^fun^ fett ben 
AUefien ^tikn auf bie @itt(i(|^feit unb , äiereblung M SKenf^enge^ 
fc^Iec^ted ausgeübt: erniebrigt fie ba^r nid^t* 3^r meint, bie 9iol^ 
fonne bagu treiben; aber tt>ad tfl übtxf^pt unter einem Särfien jn 
beforgeu; ber mit foI(^em @ifer n>ie Submig XIV. für bie Slnerfen^ 
nung majoren SSerbienfled forgt. ^ffm müfen aQe ©(^rißfleOer ftc^ 
tt)ibmen: SorneiKe möge lieber fo toerben^ mie et ald 2)t(^ter M 
gib unb bed ^orag toar: Siacine feine «gelben nac^Subti>ig btiben; 
©egraid unb Senferabe in tl^ren Seifiungen fortfai^ren* @toff iji 
l^inlanglic^ ba« 3lo^ in biefem Slugenblide bringt ber äiuf von 
neuen floaten bed £önigd an unfer Of^u 

2)en fp&teren Sludgaben ber (Satiren unb Spifiebt ^Ueou^d; )u 
benen n)ir je^t übergeben, iß ein Di^oour« au roi wrl^ecgebrniit, ber 
ber ^tit feiner Slbfaffung na(^ er^t hinter bie f&nfte @atire gn fe^ 
ift. $ür bad gange SSerfl&nbnif ber Satiren aber fo n>{e ber (Spifttln 
iß bad SSer^&Itnif bed !£)i4)terd gum £6nige gu ivic^ttg, atö bafi ed 
ni^lt n>enigftend in Jfurgem btx&\)xt n>erben müfte« Submig XIV. 
mar ungn>eifel^aft ber ^JRittelpunft, um ben fic^ bie gefammte Hu* 
ratur feiner d^it bemegte; faum einer ober ber anbre ber gal^Ireic^en 
unb audgegeii^neten @(^riftße(Ier, bie bamatö in Si^onfreic^ lebten^ 



i^abtn bem ^ofc fon ge^nben; itnb wenn mtc6 bie ®tm{)bejeugun^ 
gm beffelbcn nicbt immer na(|^ SBerbienft ttOftüt tDUtben, n)enn au(^ 
8ub»<g XIV« felbft in ltterarif(|fec Seiie^nng fein Urt^ett unb 
ni(^t aajiu>td @ef4^ma(f befeffen ^abtn mag, fo n)at bie Slnregung, 
bie ))on ben l^ocffflen j^reifen au^gefibt n)urbe^ gen>if feine fru(!^tlofe« 
äRan Ut in neuerer 3eit 9c(> bemü^, ben (Sinfluf Submig'e auf bie 
Literatur )u befireiten^ unb in einem 9luffa$e ber Bevue des deux 
mondea*) n>irb bie gange Srage fogar ironifd^ be^anbelt: bae einjige 
äSerbienß bed j£6nige um 3Rolikt, ^eift ti, ^&tte barin bcftonben, 
bie Slup^ng be^ Sxtrtüfe nic^t längitr a(e fünf 3a^re gu ^nbem* 
@d foQ nic^t in Slbrebe gefSteSt xottUn, baf 2ubtt>{g ßc^ in fetner 
IStgenfc^aft old 3R&ctn mannic^fac^e SRifgriffe ^at )u ©c^ulben 
fommen laffen« äRcii^re'« ^bifl ifl fl^^i^ baburdl^, baf er fel^r I^Aufig 
im Sluftrage bed JConigd in n>enigen Zogen pber äBoc^en eine So^ 
möbie gu @tanbe bringen mu^te, ge^mmt morboi; ed iDor tl^öridl^t, 
»on Äacine eine Dper gu »erlangen^ M4f ti^örit^ter \)ielleid)t t)on 
tiefem, fte audfu^ren gu xotUtn, unb ber grofe 3:ragifer ^&tte fi(b 
bie Uttgnabe be^ 5t6nig6 ni*t fo fe^r gu ^ergcn nehmen foDen, baf 
er ein Sa^r, na^bem Srau wn SRaintenon i^m bie SBeifung ^atte 
iufbmmen lafftn, ntd^t me^r bei^ofe gu erfiigeinen, au6®ram fiarb; 
au<^ mar e» unebel, bem grofen SomeiÜe noi) einige 3a^re "oox 
feinem S^obe bie fo lange begogene ^enfion entgte^en gu n)oUen; aber 
mt6 bad ^b Singel^eiten, unb Segler in ber Seurt^eilung, bie bie 
Ätttifer felbp fo f^Äuflg begel^en, fonnen in bem iDorliegcnben gaUe 
mi)i ^od^ angered^ntt »erben* 2)a^ ®rof e ber bamaltgen 3eit be* 
{ianb barin, baf in ber Z\)at ber ^of ein kbl^afte^ Sntereffe an ben 
<lrf^einungen ber Siterolnr unb ber SSBiffenfd|)aft na^n; in biefer 
^ei{e()ung u^ar iene 3eit für Sranfreid^ in ber "Sfyit ein gotbened 
3eitalter; bem bed üngu^d unb ber äRebic&er ))erglfi^bar, unb 
man bat feinen ®runb fic^ gu fc^Kuen bied anguerfennen, ba bie 
@(^attenfeiten beffelben barum ni(^t oud unfern 9(ugen t)erfd|)n)inben. 
IDiefer Slnerfennung aber muf eine l^umane Seurtlieilung ber mora^ 
\i\ittn ®rf(^nungen folgen, bie not^ioenbig aM einer foldiien Son«' 
Centration ber gefaramten Stkratur hervorgingen« Un^ berührt ^ier 
beren nur eine — ^ic ^mtii^tlti gegen ben ifonig, von ber fic^ 

♦) (Sin SJuffafe Don (fugen S)e§^oi«: Des influences royales en lit^rature. 
€mc 9fec«nPon UjTctbcn findet p^ in im SKofiagln für t>lc Sit. t>. 8lu«l. »om 
Uten 9t>r. 1854. . 



au(^ bei unfcrm !Bid[|ter fe^t jlarfe ainjcic^en flnfcen. Änfänglk^ tfi 
bei 93oileau tiefe @<i^met(^e(ei noc^ fe^r gehalten, unb fogüt mit einer 
gewifTen greimüt^igWt loerbunbe«» 3n ber er^en Satire j^ Ö* be^ 
jiel)t jte in nickte, aW in ber Slnerfennung; bie ber Äonig ben iffin^ 
fien unb SBiffenfc^aften angebellten I4ft, to&^renb ber aKgemeine 
3ujianb ber ?ßarifer 93erl^Ältmffe fe^r ungönflig gefc^itbert tt)irb-; in 
bem Discours au Roi H)erben fogar anbere ^^^anegij^rifer, ßl^arpentier 
ti)egen feiner Eclogue royale unb S^aj^elain »egen eine* Sonette« 
angegriffen; in bem er ben j(6nig mit 0er Sonne )Derg(ei(^t* 3a, in 
btt erflen (Spi^tl toagte !9^ileau fogar, aM ber Jtonig in feiner 
©roberungölufi nic^t wenig 8ufl l^atte, ben 1668 abgefc^Ioffenen 
^rieben ju ^a^m Koieber ju breiten, il(^n baran ju erinnern, bap man 
ein großer Äönig fein lonne, o^ine (gröberer gu fein. 

Entre les grands h^ros oe sont les plns vidgaires, 
Chaqae si^e est ficond en heureux t^o^rairefl. 
Chaqae ei^e produit des faroris de MaiS; 
La Seine a des Bourbons, le Tibre a des C^ars. 

9lber bad ifi auc^ fc^on bad jfü^nfie, toad SoUeau gekoagt l)at^y 
bagegen übertreiben bie früher erto&l^nte Dbe auf bie Eroberung 
SRamur'ö; bie t)ierte Spijiel, in ber bie Äriegöt^aten in ^oflanb unb 
Deutfc^Ianb, namentlich ber Uebergang über ben Stl^ein am 4ten 3uni 
1672 befungen n>erben, unb in ber ber ^ic^ter fic^ aber bie barbari^ 
fc^en !Ramen ber liollanbifc^en St&bte atö fär bie $oeiie tt>entg 
geeignet beflagt, bie SJerbienjie bed Äönigö bebeutenb, unb mag man 
bem !Di4)ter auc^ noc^ ben Sc^Iuf biefer (Spiftel ^erjei^en : 

Je f attends dans denx ans aus bords de rHeUespont» 

fo öberfc^reitet bod^ bie ai)U (Spifitl etwa« gu fel^r bie attc|| beim 
2obett nötl)ige (Brenje* 

Ghnand rd, cesse de vaincre ou je oesse d'toire, 

iß ber Slnfang, unb na^ einigen anbem SSerfen l^ei^t e« : 

Sonvent ce qu'an setd jour Te voit exÄjnter 
Nons laisse pour an an action k coater. 

2)a« ^aftum ber Schmeichelei (Aft f{$ banad^ ni^t megbifputi« 
ren; aber fle war, wie fc^on gefagt, Ianbe«flbli<^ unb man t^ut be«* 
l^aib nic^t Unrecht; fie mel^r ber ^tli atö ber einjelnen $erfon 
beijumeffen» 

Oe^en wir jeftt auf ben weiteren ^tifyalt ber Satiren ein, fo 
finb e« »orjugdweife bie fclilec^ten Sc^rift{ieaer> bie biefelben gum 



ScftrAgc lux franadfif(^(tt eiteraturgef^^te. M 

®egenfianbe f)abtn. 3RaQ 8ot(eau aber iit ®(^A){er{gfeit fce« Sleim^ 
fpred^en (S. n.), ober eine gefc^marflo« angeorbnete SWa^Ijeit be^ 
jc^reiben (VIL), über bie 2;^or^eit ber ?Wettf(^en im aBgemeinen 
fpotten (IV.)^ ober i^re 2aPcr gcif ein (VUI.), immer fommt er auf 
biefe gurucf unb fpri(|)t feine SBeracl^tung unb feinen Xabel gegen 
fic aud» 

3n ben meijten %äUm ifi ©•'« Urt^eil aflerbingö gerecht getoefen* 
3)er 3lbb^ Sott in fc^eint in ber Zf)at ein fe^r fc^lec^ter 2)i(^ter unb 
tin faber Oed gewefen gu fein; feine ju feiner ^tit befanntejten 
Schriften finb eine 9{&t{)fe{famm(ung, 9{onbeau6; Sonette unb Oeuvres 
galantes in ^^oefte unb $rofa; n)enige ber fp&teren 3(utoren ^aben 
feine H^artei gegen Soileau genommen^ unb auc^ 3Ro(iire t)erfpottet 
i^n in ber J?om6bie les femmes savantes unter bem 9lamen Tris- 
sotiiu 371&nner ferner mie diniere, ^rabon^ ^\ni)hnt, Srebeuf f^at 
er gett>if mit 9iec^t t)om ?ßamaf gu »ertoeifen |i(^ bemüht. 3n ein* 
gelnen %aüm bagegen ifi er aud^ offenbar ungere^t gewefen^ fo na^ 
mentUc^ bei gwei ^JR&nnem, benen ein bebeutenbed SSerbienfi nid^t 
ab3ufprec()en ift; bei S^apelain unb Cluinault. !£)er erfle, toefentlid^ 
betl^eiltgt bei ber ©rfinbung ber S^angöflfc^en Slfabemie^ nad) tin^ 
anber t)on SÄic^elieu, SSajarin unb Solbert l^o^ geehrter Dbenbic^tcr 
unb t)oriügIic|)er Äritifer, l^at eigentlich nur gtoei Slößen gegeben, in 
benen er angegriffen mxbtn fonnte; bad eine ift bie itritif bed Sib, 
bae anbere ein Spod LaPucelle. Slber beibe f(^tt)adS)en Seiten f^at 
Soiteau eifrig benu^t, unb n)&^renb Sl^apelain in gang Suropa, 
fonnte man fagen, bie grofte 9ld[)tung genof — benn er fuc^te im 
Sluftrage bee jfonigd bie gu penjionirenben fremben ®ele^rten ani, 
fc^rieb Soileau- über i^n: 

Qa*il soit le mleux rent^ de toiu les beanx esprits 
Comme roi des aatenn, qu'on M^to k l'empire 
Ma bile alon s'^chanffe et je brüle d'^rire« 

SBerfe tt>ie: H se tue k rimer, que n'öcrit, il en prise ttjurben fo# 
gar fprid[)n>ort(i(^* — 9loc^ f(^(immer ifl 93oi(eau mit Duinault um^ 
gegangen. !£){efer aHgemein beliebte £)pembi(i^ter; 9)erfaffer ))on 
Slrmiba, 9iolanb, Slti^d, Xl^efeu», 5lmabi6 u* a. Dpem, bie ))on 
8uK9 fomponirt »urben, ferner eingelner Jragöbien, »ie ber ajirate 
©tratonice u* f» »^ geidftnete fl<|| in ber S^at burd^ eine auf eror^ 
•bentlic^e itüfti^klt unb ©en^anbt^eit bee Seröbaue« au«, ol^ne baf 
in feinen ffierfen eine fonberlic^e Siefe gewefen to&xt. ©eine ffierfe 

lto(6iv f. n. epxa^m. XVn. ^ 



66 SeUrige aur franadfifc^rn Süeratttrgefij^i^te. 

fanbcn SBdfaH} aber Sofleau griff ben leichtfertigen ®ef(|fma(f an, 
ber ftcf) in feiner ganjen Slrt unb SQeife auöfpra^): 

Si je pense exprimer un Auteur sans d^fant» 
La raison dit Virgile et la rime Quinault. 

lefen tt)ir in ber gleiten Satire, in ber britten citirt Soileau fogar 
felbft feine eignen aSerfe; aber aud) noc^ an \>Ukn anbem ©teilen 
feiner SBerfe ftnben jtcl) Angriffe auf Duinault gerfireut, fo in ber 
t)ierten ©atire, in ber Astrate, t)orjug6tt)eife tt^egen ber im britten 
Slfte enthaltenen ©cene mit bem foniglic^en Sling, lÄc^erlic^ ge* 
mac^t tt)irb* 

Die Satiren xt>it bie Spifieln finb, tt>ie nac^ ber ganjen ®in^ 
neöric^tung Soileau'd leicht ju erwarten war, gum S^^eil 9lac^a^^ 
mungen bereiten; t)onben erfien laffenflc^ fteben auf befiimmte Drigi*^ 
nale t)on 3u^enal, §oraj nnb ?Perfiud jururffu^ren, t)on ben le^te^ 
ren ftnb brei §oraj nacl)gebiibet* (S6 bleiben bemnac^ no(^ fünf ber 
erjien ®attung, neun ber gweitcn übrig, in benen mel^r eigent^ümlic^e, 
burc^ bie bamalige ßtit bebingte Stoffe bel^onbelt werben. 3n biefe 
Äategorie fallt auger ber bereite früher erwähnten jweiten unb t)iertcn 
©atire, bie gel)nte, elfte unb jwolfte, 2)ie erfie »on biefen ifl gegen bie 
grauen gerichtet 5^ ber !Dic^ter fc^ilbert barin elf t)erf(^iebene St)araf* 
tere: bie Äofette," bie Oeijige, bie Saunifd^e, bie ©ele^rte, bie ©pie* 
lerin, bie $reciöfe, bie 2lI)nenfiolge (bourgeoise de qualit^), bie gromm^ 
lerin, bie ?ßebantin unb bie ^^^roceßfüc^tige, Sei ®e(egenl)eit ber 
grommlerin ermangelt er inbefi nid)t, ein ©emälbe ber xt>af)xtn 
Srommigfeit ju entwerfen, mit bem grau t)on SÄaintenon gemeint ifl: 

J'en sais nne^ ch^rie da monde et de Dien, 
Hamble dans les grandenrs, sage dans la fortune, 
Qai g^mit> comme Esther, de sa gloire importanei . 
Qae le vice lui-m^me est contraint d'cstimer. 

8lber SBoileau war in ber 3;^at ein ®egner ber retigiöfen ^tn^t* 
lei ; bie gwolfte (Spiftel be^anbelt in einer eblen unb wal>r^ft c^rijili^ 
(^en SSJeif? bie, Siebe bed aJienfc^en gu ®ott» Die Slbfolutipn be* ^Jrie* 
flerd tarn feine SSirfung l^aben, wenn nic^t eine dttnt b^ ©imbigen 
tjorangegangen iji* 2)a« ifi ber ^auptfoft, ber nac^ t)er[c^iebenen . 
©eiten ^in betrac||tet wirb, unb ber 3orn be^ Siebter« gegen bie 
®eifilic^en, bie für i^re ^erfon un pouvoir sans limite annehmen, 
beweiß hinlänglich, bag ba^ ®ange eine fit^ne Se^au)}tung war, bie 
il^n leicht in ben SSerbac^t be^ ^anfeni^mud ober gar bed Satoini^ • 
mu^ bringen fonnte» 2lber glei^wo^l fa^rt er fort; 



ün si bts, li hontenx, a fiiiix cbriitiaminie, 

Ne yaat pas des Piatons T^dair^ paganisme 

Et eh^r les viab biens, sans en savoir rantenr, 

Vaut mieiix, qae sans Faimer, connaitre im cr^teor. 

2)a^ Soileau tnbef felbfi niiit wünfc^te, für efntn Äe^et ge# 
galten gu »erben, geigt eine in terfelben epijiel flegen Sut^er gerieft.» 
itU 3n^eftit>e» @r [priest bort t)on ben „transports IWnötiqueB du 
fougueux moine auteur des troubles Germaniques", unb f(()on 
in ber t)ierten @pi{)e( ^atte er {tcft tabelnb gegen ben gelehrten $ro^ 
tcfianten 3ean Slaube audgefproc^en, ber in literarifc^en gelben ge# 
gen ©offuet, 9licoU, 8Irnaulb unb anbere audgegeic^nete fat^olifcfte 
X^eologen feiner ^tit gefianben ^atte. 

Ueberge^en tt)ir enblicft ben 3nl)alt ber tioc^ übrigen ©pifleln, 
beren 3nI)aU nicbtö befonber« ^ervorftec^enbed l^at, bie an 2amoig* 
non (VI.)/ an SRacinc bei @elegen^)eit ber $^&bra (VIL), an feinen 
®4rtner (VI.) gerichteten unb einige anbere, fo bleibt nur bie gwölftc 
©atirc übrig, rEquivoque betitelt* !£)aö SBort ,,equit>of" wirb 
^ier für jebe ßweibeutigWt bed ©inne« genommen, fo baf baö gelb, 
U)elc^ed gu bearbeiten war, i^ieUticftt ein gu gro^ed ifl, a(e baf ein 
tt)efentli(fte0 SlefuHat ](|crt>orgfl(en tonnte* 3)ie ©eifpiele, welche ge^ 
tc&\)lt werben, um bie fd^redlic^en SBirfungen bed 6quit)ofen gu gei^ 
gen, finb allerbing^ etwaö fonberbar* 2)iefe6, ^eift eö, tieranlaf te 
juerfi, baf Slbam ben Slpfel af , ed wuf te jtc^ in bie ärc^e Sttoa^'6 mit 
eingufc^Ieic^en, ergeugte ben ^eibnifc^en Aberglauben ber (Jg^pter unb 
©riechen unb untergrub beren ÜRoral; bann wirb ba^ SBort wie.» 
terum einmal in feinem eigentlichen @inne genommen, unb t>on 
©ocrated ^eif t eö : 

Et Socrate, Thonnenr de la profone Gr^, 
Qu'^tait-il en effet, de pr^ examin^ 
Qa'un mortel par loi-m^me au senl mal entrain^ 
Et malgT^ la vertn^ dont il faisait parade 
Tr^s ^uiyoque ami da jeime Alcibiade. 

SBeiter Werben bann ber Streit ber ?lrianer unb ber 9lec^tgiau# 
Mgen, al0 au^ ben SBorten ofiovaiog unb ofioLovaiog l^eroorge^ 
gangen, bie ite^rei «utl^er'd unb Sabin'^ bie 8leligion6friege, bie 
attgcmeine 3)emoralifation, enbli^) auc^ bie Srrt^ümer ber fat^olifc^en 
Äir^e auf biefelbe Duelle jurftrfgefü^rt* 

SBir »irlaffen hiermit bie Sefpre^ung ber Satiren unbepifielnj 
ed fc^ien nicfrt nJt^ig, bi^fe beiben ©attungen t)on einanber gu tren^ 

5* 



68 SSeitr&ge aur frana^fif(^en giteraturgefc^id^te. 

nen/benn xf)x 3n^alt unb bic gange geizige JRlc^tung, aud bcr ftc 
]^ert)orgegangen jtnb, laffm jic^ faum unterfc^cfbcm ?lu^ in bcn 
ßpijifln jtnb bic Slngriffc gegen einjclne 5Perfonen ^iuftg genug, fo 
bap bie jirenge ©onberung, welche g* 33» SBoltaire gn)if(6en beiben 
mac^t, nii^t'ntotfeirt erfd)eint; iebenfaH« lägt jic^ aber aud i^nen in 
aSerbinbung mit ber Art poetique ber gange ©tanbjjunft Soileau'ö 
beftimmen. S93ir ^aben vorhin gefe^en, baf jtc^ feine ?ln|l(^ten Qxöp 
tent^eild negatit) aufetten, tt)ie benn ba6 bei einem ©atiriftr faum 
anberd ber gaU fein fann; bi^tueilen ftnben tt)ir aber in feinen ®(^rif^ 
ten auc^ allgemeine ©runbfije au6gefpro(^em 

Bien n'est beau que le vrai: le vrai senl est aimable 
Et doit r^gner partout et mime dans la fable. 

Unb biefer SBa^r^eit glaubt er felbji iebergeit treu geblieben gu 
fein^ 8lu6 feinem anbern ©runbe, fagt er, flnb meine Oebic^te be< 
liebt bei 93olf unb Sörjien, afö: 

Parcequ'en eux le vrai, du mensouge vainqueur, 
Partout se montre anx yeuz, et va saisir le coeur. 
Quo le mal et le bien y sout pris^ en juste 
Que Jamals un faquin n'y tint nn nmg augnste 
Et que mon coeur toujours oonduisant mon esprit> 
Ne dit rien aux lecteurs qu'ä soi-m6me il n'ait dit. 

Unb barum meint er auc^, n^irb manSlUed badienige für xoafyx 
anerfennen, toa^ er \>on feinem j^onige gefagt fyit: 

Boileau, qui dans ses vers pleins de sino^rit^ 
Jadis h tout son sibcle a dit la v^ritd 
Qui mit k tout blämer son ^tnde et sa gloire 
A pourtant de ce roi parl^ comme lliistoire. 

2)ie6 (Streben nac^ SBal^rl^eit, ba^ in feiner 8lntt)enbung auf bie 
$oefie alfo t)orgug6n)eife gegen Unnatur unb falfcfted $at^od gericf^^ 
ttt ift, bie Steinzeit ber ©jjrac^e unb bie allgemeine 9Äujlergültig^ 
feit ber Sllten: ba6 ftnb bie allgemeinfien 8lnfd^auungen, bie Soileau 
tjon ber ^ßoefte gel^abt l^at» 2Bie tt>enig bae elgentlid^e SBefen ber 
?ßoejle bamit erfc^ojjft ober eigentlich aud^ nur berührt i% leuchtet 
un6 leidet ein unb bebarf feinet SBeiDeifed; man benfe nur baran^ 
n>ie tt)enig ®nabe ©l^affpeare t)or feinen Slugen gefunben l^aben »urbe; 
aber man bebenfe auc^i bie ßdt, in ber S3oileau gelebt f^at, bic ^tii 
ber frangöfifc^en Literatur, bie i^m voranging unb bie in ihxtx t^eiW 
unentfd&iebenen, tl^eild map unb gefc^^marflofen Haltung in bet %f)at 
eine^ fo ßrengen unb felbfl einfeitigen ^ritiferd beburfte* SRag er 



mon^mal gefel^h l^aben, fo {fl fein Urtl^etl in ben metfim %&Ütn ein 

^^fi gered^ted, unb ton Heinltc^en 9iü(ff{(^ten unabf^Angiged gen>e# 

fen^ unb bie t>oriäglid^fien !Dt(^ter ber bantaligen ßtit ))erbanfen 

i^m Qttoi^ einen 3;i)eil ber fleret^ten änerfennung, bie i^nen fc^on 

koä^renb i^red Sebend gejoQt tt>urbe. 9Bad er in SSe^ie^ung auf {ie 

»oraudflefagt })at, ift burd^ ben Sauf ber 3«^ beftätigt Worten; er 

l^at eorneiße, »a« freiließ nid^t fc^wer war, er })at aber auc^ JRadne 

unb SKoIifere il)r Seben in ber 9iac^n>elt fc^on in frii()en Salären t?or<? 

I^cr t>crfünbi9t5 t>iele anbere bagegen, bie er in feinen ©atiren angriff, 

l^aben ü)m bie 93era(^tung jujufdjreiben, in bie fte balb geratl)en finb* 

3n biefer ffieife Ut »oileau bi« in fein fpatefJed 8eben6alter 

gewirft Sd fonnte nic^t fel^Ien, baf bie «rt feiner ©cbriften i^m 

eine Stenge ton geinben bereiten mupte; unb and) eine 3Renge ton 

folc^en, bie i\)n burc^ SBort unb Zf^at Schaben gu bereiten fuc^ten^ 

Swar l^atte er felbjl nie ben S^arafter ober bad Äeben irgenb 3e^ 

manbe* angegriffen, aber feine ©egner beobachteten biefe Schonung 

nic^t immer» 3n ber ill^at liepe ftc^ ein giemlid^ umfangrei(l)er Xa^ 

talog ton ©(^riften anfertigen, bie in irgenb einer SBeife gegen Soi» 

(eau gerichtet finb, unb wenn Wir aui) biejenigen l^injurec^nen, in 

benen wieber ton britten ?Perfonen feine literarifdjen ©egner ju red^t^ 

fertigen gefuc^t werben, fo fc^willt bie SoiIeau*8fteratur babur^ ju ti* 

nem bebeutenben Umfange an» @d fann nic^t unfer 3we(f fein, an^ 

nur auf eingelne biefer SibeOe n&^er eingugefien» Dod) I&^t ftc^ ein 

bebauerlic^e« JRefuItat nic^t terfennen, ba^ eben aW golge be6 aSielen, 

wad für unb gegen il>n gefc^rieben ifi, bajle^t: e« ip ni(^t gut mog^ 

li(^, ein flaree unb in befJimmten S^Qtn gejeit^netc^ SBIfb feinet 

ß^arafterd ju gewinnen« SBoItaire junÄt^ji mit feiner befannten ^er*» 

fibie, bie flc^ oft in einer 8lrt ton natörlii^em aBiberwiOen gegen 

moralifcfee ®r6fe unb Unbefc^oltenl^eit geigt, l^at eine «ngal^l 3üge 

ton »oileou gefammelt, bie aüerbingö nid^t gu feinen (Sunfien fpre^ 

(^em er })at in feinen ©atiren feinen Älteren ©ruber ®iHe^, ber 

iDoctor ber ©orbonne unb gleic^faü« SWitglieb ber 2lfabemie war, 

wenigjiend angreifen wollen, \tenn er auc^ fpäter bejfen 9tamen un* 

terbrüdte» (Sr i^at öftere beliebige ^ßerfonen in feinen ©atiren ge«» 

nannt, o^ne ton i^nen irgenb ttxoa^ ©efonberee gu wiffen» !Daf 

er ferner £a gontaine, toit SSoltaire be^auj)tet, niemate nennt, ifl 

tti<it richtig, benn in feinen ©riefen finbet ftc^ eine audfü^rlidje 

3lecen|lon feiner Ueberfeftung ber Soconba ton ärioft, bie gegen bie 



70 9eiir&ge ^ux fra>a^fifc^e> Sit(ratitrscf<^it(^te. 

glcü^grittg trf(^{eneit( wn 9owH^n &ttptrß f^^i) gereift unb in ber 
{^m au4) fonßige Slnerfmnung gejoOt n>irb. !Dagcgen fc^ilb^m un^ 
bit 93togra))^en Soileau, fo nameittlicf) "DeSmaifaitr, be&fe(ben totc^ 
berum al6 einen moraIif(|| f)od^ gu a(|)tenben 9Rann, beffm gange 
^anblungdkveife bur(^ ba^ feinde ßattitfüU befitmmt n)urbe. @r 
^atte g« 93* ein 93eneftcium, b. \)^ eint getfilic^e ^firunbe, ol^ne Slmt 
txf)alUn ; nac^ einigen ^af)xm gab er biefelbe tt^ieber ab, ba er fei^ 
nen Seruf gum geißlicfien Stanbe in f{(^ füllte, uhb t>ert^eUte ben 
Setrag ber gangen bid^er begogenen Summe an bie Ort^armen« 
(Segen $atru benal^im er ftc^ auf* ßbelpe* 811« biefer im fpdteren 
Sebendatter genörl^igt n^ar, feine Sibliot^ef gu t)erfaufen; faufte fie 
SBoileau für ein 2)rittel me^r, afö biefer geforbert l^atte; unb fnujjfte 
no(^ bie Sebingung baran, ba$ er fie erfi nac^ be^en Xobe in feii^ 
nen 93efift nehmen tt)onte» gür bie n>eitere 2lu6ga]^Iung ber 5ßcnflon 
Sorneiae'« t^ern^anbte er fic^ fo eifrig, baf er Stau )^on 9){ontefpan 
bat, lieber bie feinige eingießen gu laffen, ald fie ©orneiKe gu entgie* 
l^en* hungeren Dichtern n)ar er oft ein pifreic^er unb aufopfern^ 
ber greunb 5 ja, er unterfiüftte fogar foIc|>e, bie er in feinen SSBerfen 
l^atte geglaubt angreifen gu muffen» 3n feinen fpäteren Scben^ja^ren 
f^eint e* unferm Dichter auc|> eine Slrt S3eburfnif geworben gu fein, 
fid^ mit feinen Kterarifc^en Oegnern t>oOfiänbig gu t)erfö^nen* Die 
SRif^eOigfeit mit feinem S3ruber, ber i^n übrigen« aud^ gereigt gu 
^aben fc^eint unb g« S» ein intimer greunb be« t>or^er ö^er er^ 
mahnten Sottin toar, unb t)on beren mirflic^em SSorl^anbenfein un« 
ba« fiebcnunbt)iergigfie Epigramm einen SBetoei« giebt, war fd(|on fni* 
ber beigelegt, wie benn biefer SBtuber auc^ fc^on 1669 geftorben tt>ax. 
Slber er t)erf6^nte fic|i auc^ mit. ^errault unb mit Duinault, unb 
bie meifien feiner fonftigen Oegner t^axtn fc^on »orl^cr bur(^ ben 
3:0b abberufen* 

Sftac^ biefen ?lnbeutungen glauben wir bered[)tigt gu fein, un« 
auf bie Seite feiner ©iograpfien PeKen gu fönnen, unb in feiner 
ganjen literarif(^en SBirffamfeit feine fletnlic^e Siabelfuc^t ober ptx* 
fönlic^e g5o«^eit feigen ju burfen» @r war t)iclme]^r loon bem beflen 
SBiHen befeelt, unb nur fein Salent, giemli(^ eng begrengt, ti>k e« 
war, wie« i^m biejenige Oattung ber 2)i(^tung an, bie er aud^ a««^ 
f4)ließli(^ bemäntelt i^aU 

2)ie leftten 8eben«j[a^re SBoilcau'«, ber t)on Sugenb an eine fel^r 
W^mfenbe ©efunb^eit gehabt l^atte, würben burc^ bie ®ebrec^li((^feit 



Seiirftge gut frang^fifd^en fifteratutgefd^id^tc. 71 

M attera m J^oJ^rm ®rabe gcttflbt 3« feiner affgememeti iMrpcri» 
ii)to&6)t, tit aKcrbingd für elnm 2»ann t)on einunbflebjig 3ai&tm 
natürlich n)ar, fam tioc^ eine ßarfr Xaubfjtit] er entfogte bem Unti» 
gange mit ber grof en SBelt ganj, unb lebte nur fn engerem Umgänge 
mit Älteren greunben» @r porb enblic^ am löten SRArj 1711 m 
einem aiter \)on t)ierunbPebjtg Sauren, t)on ben 35eflen feiner 3eit 
betrauert unb ol^ne, xoU man6)t feiner berfifimteren S^i^ö^nojfen, fei^ 
nett 9lufim überlebt ober in fj)&terem 8eben eine abweicbenbe 9tx^f 
tung eingef (plagen ju l^aben« „SBeld^ed 8ob, — fagte aSatincour, ber ©e^ 
fretir ber Slfabemie, aW er bie ubli^c Sobrebe über i^n ^ielt, — mU 
(^e6 8ob, meine Ferren, fann ic^ ^fer t?or 31&nen au6fj)rec^en, ba« 
S^nen ni*t Wngfl befannt wäre. 3c^ berufe mi(^ auf 3l)r Urtl^eit 
über ben ^ingefc^iebenen, auf ba^ aDer SBoKer Suro^ja«, welche Soi« 
(enu'd ®ebt(^ten bie l^dc^fle 9en)unberung ^abtn }u S^^eil n)erben 
laffen* ©ie »iffen biefelben audwenbig, fle überfeinen fie in i^re 
6t)ra(^en, fle lernen bie unfrige, um fie beffer genießen, um beren 
©d^on^ett in i^rem ganjen Umfange »ürbigen gu fönnen» !t)iefer 
attgemeine SeifaU ifi ber größte »u^m, ben bie SBelt einem ©c^rift* 
fleUer i)erIeH)en fann, unb gu gleicher ^tit bad' fn^erfie Äenngeic^en 
ber gSorgügli^ifeit feiner SBerfe.^ 

ee ifi ba6 nic^t ein eitlem ?ob unb leere ^l^rafe, wie fie oft 
t)on ben ©efretdren ber frangöflfc^en 8lfabemie l^at au^gefprocfien mx^ 
bm muffen, fonbem bie Verbreitung ber ©oileau'fc^en ©cbriften unb 
ber ginfluf, ben fie auf bie Literatur i)ieler aS6lfer ©uropad au«ge^ 
übt l^aben, ifi in ber 3:^at ein erjiaunlii^er gen^efen ; unb i^n n)e^ 
ntgflend feinen *@runbgügen nad) gii be^immen, ifi gugleic^ ber (e^te 
S^eil ber un« t>or(iegenben Aufgabe» 

3n brt beutfc^en Literatur flnb bie Sjjuten 35oiIeauT4)er Sel^^ 
ren balb gu erfennem 3)enn obgleich Oottft^eb in ber Ueberfeftung 
M gelrifon^ t)on ©a^^le bisweilen gegen feinen SÄeifier j)o(emifirt, 
fo l)at et iii) beffen Slnfic^ten t>oi) in i^rem tjoüen Umfange gu tU 
gen gemalt* ©eine „Äritifcbe Dic^tfunfi" unb feine „2)eutf4)c 
@#aubü^ne'' ben^eifen biee {^inldngli^i $ ia fogar ben ^aß Sotleau'd 
gegen bie Dptx, ber fic^ in feiner ^olemif gegen Cluinault geigt, 
ijai er mitgeerbt» »h ben SRamen ®ottf(|)cb'a aber fnüpft ftd^ jene 
5ßeriobe unferer Literatur, in ber ber frangojtfc^e @influß eine nur 
aHju bebeutenbe JRoHe gefpidt ^at* — 8luc^ in (Snglanb, wo bo(^ 
fti^on bie glünjenbe gntwirfefung ber nationalen Literatur t)or^er«» 



72 »eittafic aur franaöfifi^en giteraturöef^ic^te. 

gegangen toax, if} in bem ganzen at^tjelinten Sal^rl^unbert bie Wilu 
fung bed t)on Soileau t>ertretenen e^Pemd jtdjtbar, »enn gleid^ ble 
einfül)rung einer »oflftänbigen JRegelm&figfeit ber Dichtung an 
ber abneigung bed aSoIfeö unb ber tief eingett)urgelten SSorliebe für 
©^affpeare fd&eitern mod^te; aber wenigftenö befennt pc^ Gbwarb 
g)outtg in feinen ©atiren aie einen Schüler Soileau'd unb Slbbifon, 
Zt)om\or[, ÜRallet; ®(otjer m\)\mn bie granjofen ju il)ren ÜRujiem. 
— 3n ^Jßortugal uberfeftte fc^on bei Soileau'd Sebjeiten ber ®raf 
toon (Srice^ra bie Art poetique in feine Sanbeöfprad^e, unb biefe 
Slrbeit, blieb nid^t ol^ne weitgreifenben (Sinfluf» 2)ad S^rauerfpiel 
Demia t>on ber ©riftn SBimieira, bie ©tücfe t?on S3aptijla ©omej, 
tjon ?ßebro SRoIaöco unb »ielen anbern, bie Spopöen bee Antonio 
2)inij ba Sruj e Sitoa fmb in franjöfifc^em ©efc^macfe gef(^>rie* 
beU; bie le^teren fogar unmittelbare Siad^a^mungen M früher ern)&{)n« 
ten ,,8utrin" toon S3oileau. ©nblid^ Stalien unb Spanien: bort 
fnupft fld) ber ßinfluf be6 franjoftfcfienglafficidnmd »orjugöweife an 
ben 9iamen Sllftcri'd, ber ber berül)mtefte 2)ramatifer nac^ »ielen 
weniger bebeutenben 98org&ngern war 5 i^ier waren aSertreter ber SRo* 
tjantife, wie Gic^nborff in feinem neueren Serfe „jur ©efAic^tc 
be6 2)ramad" biefe franjoftfd^e Oefc^madE^ric^tung nennt, fJRotatin, 
8abalfo, SotjeOanO; unb al6 Sleftftetifer S3lad Siafarre in feiner ab^ 
^anbtung über bie ©panifc^e Äomöbie, bid enblic^ eine 8Irt »on 
9?ationalfampf gegen biefelbe begonnen würbe, ein Äampf, in bem 
namentlich JRamon be la ßrug mit feinem „SWanolo'' 1780 einen 
glanjenben ©ieg bavontrug* 

gaji ganj ©uropa, fe^en wir, })at an fxi) bie golgen biefer QnU 
Wirfelunge ^epoc^e ber franj6|tfc^en Literatur ju empfinben gehabt, 
unb f^on baraud läft ftd^ ber 9lurff(^Infi machen, ba^ jte eine be« 
rec^tigtc gewefen fein muf» Unb in ber 3i^at, ol^ne baß wir ba* 
mit it)re einfeitigfeit unb lln3ulänglicl)feit erfennen, fo war jene 
Strenge ber JRegel, bie 5torreft^eit bed auebrurf^, ßlegonj bir ©prac^e. 
unb folgereditee iBenfen tjerlangte, eine l^eilfame ©efc^rinfung reget 
lofer ?ß^antafte unb fubieftit)er ÜWaßloftgfeit, wie jte bie filteren 3>i(^' 
ter oft irre geführt })aiit. 

2)anaig*, Dr. (Strefilfe. 



JSllfr^i ^tnnyfcn. 



SEBenn man einen dngJanber auö ber fogenannten g^t^'b^w 
filaffe nacjj bem groften ber lebenben 3)t(^ter fefned SSoIM fragt,, fo 
»irb man faß iebe^mal ben Slamen Silfrcb !Eenn^fon^6ren, unb 
gewip tt)irb man biefelbe Antwort vernehmen, wenn man einem 
SBürbenttÄger »on Drfotb ober ßambribge btefe grage t)orfegt. 2)eutf(^* 
lanb ^at benn auc^ getl)an, n?ad e« fremben 2)ic^tern gegenüber für 
feine ©c^ulbigfeft l^ält, unb eine Ueberfeftung S^enn^fon*^ gearbeitet, 
njäf)renb batjtim gwifc^en ?l(p unb ©elt manc^ größerer SWeifier 
nur in ber SBüfte ju fingen fc^eint* Snbeffen iji fol^e Slufmerffam^ 
feit auf bie SBeltliteratur an unb für fic^ lobenswerte, unb baS Da^» 
fein ber Ueberfe^ung, von ber rt>ix fprect)en, »eranlafte nur babur4> 
unfcre obige Ablage, baf ed und fcljeint, afö mnn "^Manijtx o\)nt 
»fitere Selbfierfa^rung auf folc^ eine JJ^atfac^e ^in auc^ t?or ben 
englifc^en S^rifern unb ben S^rifern ber ©egenwart eine 93en)unbrung 
^egen mag, bie ju falfc^ ifi, um nicf)t nac^t^eilig ju fein* Seit 
einigen Sauren brof}t nun ber fleigenbe SRu^m t)on Slleranber Smitf) 
ben Poeta laureatos JSenn^fon gu überleuc^ten, unb fo bürfte ed an 
ber 3eit fein, ein etwad abf erlief enbe6 Urt^eil über ben Igejteren 
ju fällen. 

Senn^fon ift blöd g^rifer, wenn wir, bem alten SÄifbraud^ 
gemäf, furje ergäl^lenbe ©ebic^tc gu ftd^ten Siebern mit einrechnen* 
3lur einmal ^at er in feiner ^ringef ein längered, epifc^ed ©ebic^t 
öerfuc^t, für unfern ©efcfcmarf aber o^ne allen Erfolg* SSielfad^ 
Ijatten wir in (Snglanb biefed ®th\(i)t \)on einft^tdt)otlen ÜKannern 
tabeln {>6ren, 89el)ufd biefed Suffafted aber entfc^lojfen wir und natura 
lic^ bagu, mit eigenen äugen gu fe^en* SBir würben in ein nameni^ 
loffd jtonigreicl) t>erfe$t unb ein ?lJring erg&l^lte feine 8iebedgefcl)icl)te 
mit einer ^Pringef , welche, ben 5Wännern feinb, mit i^ren greunbinnen 
füllen Betrachtungen über bad Sffieib lebt SUfo ber alte, piquante 
@tof, ber und aud Suranbot, ^onna 2)iana, SSerlorene Siebedmül^e 



74 9(Ifreb Zcnn\f\en, 

fcl^on befannt tf} unb 3U beffen S3e^anb(ung bie gange Seinl^ett 
SWoreto'd unb ber ®rof geniud M 3)fd^terd gel&ßtte, ber bengalipaff fd^uf, 
SBir gefielen nun aber offen, bap wir nur em jtt)anjig Seiten ^im 
eingelefen ]()aben in iSenn^fon'^ ^ringef unb und bann mit 35urc^^ 
blättern begnügt» SBir füllten un6 fc^led&tweg »on SBerö gu 9Ser6 
ntel^r erfaltet; unb bie Harmonie t>on prodesse unb delectare n)trb 
X)on SRiemanbem fo firenge wie »on englifc^en 2)ic^tern tjerlangt, bie 
im Athenaeum glängen xooUtn^ Senn^fon f^at feine ®J)ur \)Ott 
e))ifd^em !£alent in biefer 6rj&^(ung befunbet, unb ald mir au6 ber 
Umgebung »on gurjien nun eintraten gu einer plump-axmed ostleress 
unb a stable wench unb mine host plied with bis richest wines, 
ba gaben wir bad medley, wie ber Dichter gum ©lürf fein Sieb 
nennt, troft aOer beutfc^en ©ewiffen^aftigfeit auf unb badeten an ben 
lieben 9Reifter 2ubn)ig, bejfen ©c^erge nie t>erblu^en, unb erfreuten 
und an ber beneibendwertl^en ©ic^er^eit, mit weld^er ber göttliche 
Slrioji feine Saune ba^infpielen lapt* 

Um fo einbringlic^er l^aben wir bie S^rif Jlenn^fon'd, welche aud^ 
f(|)lieflic^ if)m Slr\fi)ruc^ auf JRul^m gegeben l^at, in i^rem SBefen 
und flar^u mac^ien gefuc^t* 2)cr Sijrifer ift bad Sieblingdfinb ber 
SDiufen, langat^menbe SBegeijierung ifi feiten, fagt ®e«)inud, unb ein 
fleinedSieb, bad wirflic^ Seben fprubelt, bad wirftic^ trägt an feiner 
©tirn bie Sßeil^e, fommt mel^r gule^t in aller 3Renfc^en i^änbe ald 
^unbert parfe, bo(^ geflerte S3änbe» 3wbem tfl (Snglanb reic^ genug 
an trefflicher 5tunji bed JRomand, ber benn boc^ wo^l für bad 
moberne @pod in unferer erfien Srfi^e einer neuen Sßeltperiobc wirb 
gelten burfen, unb an S^rif ifl ed, wenigpend für ein gro^ed, ger* 
manif^ed aSolf bod^ wa^rlic^ arm* SBir t^un alfo wolfl bem 3)i(||* 
ter J£enni;fon nicbt gu t)icl Slbbrud^, wenn wir, abfef)enb tjon feinem 
aSerl^ältnif gu üKännem wie Sulwer unb SBog, unferc gragc fo 
firiren : 2Bie befielt 3;enmjfon, ber anerfannt erjle Si^rifer bed ^euti^ 
gen ©nglanbd »or bem Dbertribunal ber fodmopolitifcben bcutfc^en 
jfritif, unb wo fäme er ttwa gu fiel^en iti bem fongrcic^m ßl^ore, 
wenn er ein Sanbdmann U^lanb'd wäre? — 

3unä(f)f) bie beftimmte Slnerfennung, ba^ und in aOtn 2)t(^tuii' 
gen ilenn^fon'd eine fe^r reine ÜRetrif unb männli^er Sßöl^Kaut 
feiner ©prac^e begegnet, bie wir gwar nic^t, wie ber unbanfbare 
®öt^e, bie un»erglei(|)Hd^ i^inm nennen wollen mbtn ber beut* 
fc^en, welche t>on tl^rem größten äReifier ben f(^le<^teßen ®toff j^^ 



ißuf te ((gelten (äffen, bk aber io^ — bie €)>ra(^e ®^af efpeare« — 
au(^ m ben 2iebem unferd $oeten ebenfo i^ren Sorjug im SluSbrud 
Warfen ffifllfn« unb toilber 2e{beiif(|^aft imhf)ti, tvie ettt>a 3ta(iAn{f(^ 
im Stfbedgefang« 3){e Sßa^I ber 9krfe (ie^ unA itmtilm ein 
Stubtum ber beutf(^n S^rif t>orau6fe^en unb befonbert fei e6 no^ 
bemerft, baf wir — ed fei mit ber Sc^fic^tem^eit be« ?luM4nber« 
gtfagt ~ eine t>er^&(tnif m&^ig grof e Steinzeit be6 9letm6 bei Senni^^ 
fon gefitnben ^aben* 

3uerfl treten und in bem Sanbe, ben toxi btfpre^ien; Melodies 
mtgegen^ ®ebi(^te, bie ni(^t i)]^ne(9efang beurtl^eilt }u n>erben n)fin^ 
f<|fm ^ier flnben »ir furje unb gang furgc aSerfe gu Strophen "ott^ 
toben, bie mir bunt nennen mbi^ttn. 9lber biefe Sorm bulbet ni(^t 
inet)r bad Ad^t fangbare, bad liebliche aSoIfdlieb* Seicht unb unbe# 
^inbcrt in etnfacf)em ^Üaa^, forgio« um bie ßafjl ber Selben fhöme 
M HA, i>ae äc^te, auA ber ©eele, aber Jlenni^fon'e ©tropften pnb 
ju fonberbar, ^aben gu tt>enig (Sin^eit unb Unmittelbarfeit, um nic^t 
bcm argtüo^n JRaum gu lajfen, baß er fle ffinfilid^ unb gu abjlc^tö^ 
t)on gebilbet, aW wSre aOed 9?eue berechtigt. SBir nennen folc^e 
Sorm SBerfunfielung unb ffi^Ien ben ©nfluf berfelben im Sn^alte 
imiUj), ghtr für fomifc^e 8ieber laffen toix bergleid^en bunte« SBerf 
in g^ren, unb erinnern ben beutfc^en 8efer einerfeit« an bie barorfen 
?ormcn \)cn Sfopi^^ in man^iem feltfam niebli{|)en Siebe, anbrerfcit« 
an bie l^olbe ©nfac^^eit ®ett^tiä)tn Siebedgebid^te au« ber ßnt 
feinet glü^cnben Sugenb* ?oben aber bürfen n)ir unbebingt unb 
oftne Slüdfnal^me bie beifcen f(l)onen (SefSnge, The Mermaid unb 
The Mermair. 3n reichen Silbern unb in aSerfen unb JReimen, bie 
manniflfad^ ftnb wie eine« SBJafferfaU« a^dnbelet, fpred^en beibe @ei* 
Her i^re fro^lidjie 8ufl au«, ber Merman prallt mit t)ielen itüffen 
bet 51»eerm4b<^en unb biefe, unermeßli(^ fofett, freut fic^: 

And aU the mermen under the sea 

Would feel their immortality 

Die in their hearts for the love of me. 

§ier ifi Sitte« in ginflang. 

"Slan erlaube un« bie ipinn)eifung auf eine glücflic&c Xxa'o^fik 
tiefee Merman, welche fiefe in The Book of Ballads -ftnbetj ber 
Merman ifi i)icr The Poet Laureate unb ber bofe ®i)ottt)Ogel fapt 
% feinen ßomfort jjreifen: 

I am the laureate bold, 
With a butt of sherrj, 



76 %ifxtt a:ettn^fon. 

To keep me merry 

And nothing to do bat to pocket my gold, 

wiftig flcnug auf baö noble ©d&weigen JSenn^fon'« jiic|)flnb» 2)ft 
Laureate bcfommt nämlic^ felbft üom ©nglänbei, ber boc^, ipenn er 
^i(il}U, gut iaf)U, 100 $funb unb bae angegebene 9)taaf guten 
Xetedmeind* 

2)ic p^iloföpfilrcnbe 3)i^tung Xenn^fon'd, tt)efentli^ burcfe The 
two Voices unb Palace of art, Vision of sin, t)ertrcten i^, unb tio^it 
foötc e0 anberd fein? unbebeutenb» ^^ilofop^ie mup mißrat^cn in 
einer Sprache, bie t>on philosophical instruments fpricfet* ?ß^itofop^ie 
ifi unb bleibt bem Sngldnbcr nun einmal gewo^nlic^ SRoral unb 
waö barüber ift, bad ifi t>om UcbeU SRaturlid^ genug l^abcn gerate 
biefe ©ebic^te JSenn^fon in ben 2lugen englifc^er Äritifer am ^oc^ficn 
geftetlt, benn waö einem SSoIfe t>erfagt ift^ bad eben meint e^ ju 
bellten« 6ö ift bie Äel^rfeite ju biefer Stellung iSenn^fon'^ in Gng^ 
lanb, mit ber SSorliebe S^iller'^ für feinen Spaziergang gegeben, ber 
bem aSolf feine Sallaben nic^t aufwiegt* D! biefe pöilofop^if(ften 
Oebic^te üennjjfon'^ müßten i)it ®oet^omanen lefen, tt>tli)t, ber 
neibifc^en ßitelfeit ber Schlegel nac^fprec^enb, noc^ immer bie 2)i4)^ 
ternatur beö großen ^rop^eten benagen, ber t>on allen, bie gelebt, 
am meijicn bie SBiffcnfc^aft ber SBijfenfc^aften mit ber ^5<^fien ber 
Äiinfte üerfo^nt f)aU Sffienn bibaftifc^e ^oefie möglich iji, fo mup 
bie 5Poetif "oon bem biö ie^t erreichten (Stanbpunft au6 bie ©c^ifler^ 
fc^e alö ben Urt^puö bejei^nen, unb an biefem geraeffen, tjerfc^toim 
ben freilid) bie 9iefIerionen unferö !l)ic^terö ju SlQgemeinl^eiten, unb 
um ba6 fcl)limme Sffiort fallen ju lafTen, ju ^P^rafen* 

®e^en wir nun gu ben erj&^lenben, romanjen^ ober baOabem 
artigen ©ebic^ten Xenn^fon'^ über, benn wir gefielen, baf und bei 
biefen SBörtern ba^ flare S3ewuptfein i^rer Scbeutung nic^t mefer jur 
(Seite ftel^t, fo ftnben wir neben Unbebeutenbem auc^ rec^t ®<^6ne« 
unb bed (Bi)ontr\, felbfi majfen^aft gemejfen, feine fpärlicbe Srnbte. 
§ier fmb. wir in beö Dic^terd eigene SBelt getreten, l^ier füllen 
wir, bap er ni^t invita Minerva SSerfe mac^t, l^ier wirb er original 

Da^ ®ebic{)t Day Dream aud mehren fiebern bejief)enb^ be^ 
l^anbclt bie fc^öne @age, bed SWittetalter^ wenn wir nic^t irren, 
t)on ber l^unbert Sa^re lang im einfamen t>erfallenben SBalbfc^lop 
f(^lafenben ^rinjefftn, welche ber ^Pring enblic^, ber fc^irffaldberufent 
^elb, mit feinem Jtuffe gu neuem itbm erwedt, wie wir ba6 SlOe^ 



Ulfceb Ztnnp^cn, 77 

mit finnreicl^ßet 9[nf))telung aud tem 3Rhi)ti}tn unfern Heben U^Ianb 
unb n>o][)( bte Stetjlen ani) aM bem Uebltc^en gl&fernen Pantoffel 
^(aten'd frnnen* Sin St^I unb $ra(^t ber @pra(^e fleOt fid) bad 
engltfc^e ©ebic^t, befonberd beffen ixotittt Slbfc^mtt: ihe sleeping 
palace'neben bie prac^teoOfien aJerfe bed beutfc^en 2){(^terd^ — 
lBte{ ntfbr nod^ aber freut ed und^ bed ®ebt(t;ted ®obba ju em>ä^nen« 
3n f{angt)oOen f(^li(^ten günffüflem, mm tc^ @^afcfpeare^ 9Jer9, 
bm unfer 2)i(^ter m feinen epifc^en ©ebtc^ten fef)r liebt, fo nennen 
barf; erg&^(t ^enn^fon, tült @0tvoa, bie J^onigiU; ®nabe ber !Be^ 
{legten wn intern l^arten ®ema^( erjlel^enb, jum Sefc^eib er^Alt, er 
mofle t>ergei^en fo gen)i$ fle nadft burc^ bie ®tabt reiten toüxht, unb 
tote bad barm^erjige SBeib ftc^ entfc^Io^ unb burc^ bie 6trapen, bie 
mcnf^mleeren, (cigte, dothedl on with chastity.*) SBurbig reitet 
ft(^ an biefe^ ®ebic^t bie 9tebe be« auc^ in 3t^afa noc^ n)anber^ 
lußigen Db^ffeud an, ber feine alten ®ef&^rten ju neueni Sludjug 
aufforbert, mit f^enlic^em ißreife ber Arbeit unb ®efa^r unb mit 
mannltd^er 93era(|)tung gegen bie greuben ber Stu^e* Sluejie^en ^eif t 
er fte mit ii)m, to strike, to seek^ to find and not to yield. Unb atd 
btitted in biefem (ebenen Äranj erfd^eint Denone, bie Älage be« Iie# 
benben SR&bc^end um t^ren fatfc^en ®eliebten, ^arie, $riamod' 
So^n, ber i^r Htbt gefc^woren unb um ber »er^eifienen fc^önften 
$rau t>on ®riec^en(anb n>{llen il^r ben @(^n)ur gebrod^en \}aU Sreff^ 
Ii(^ fmb namentlich bie fc^itbernben $artieen biefed ®ebi(^ted, fon)o^l 
ber Sd^önl^eit be^ 3ba mit feinen vielen DueOen, aW befonberd 
iener brei nebenbul^lemben ®dttinnen« Sieblic^ fd^lingt fic^ burd^l 
bae ®anje ber SBere, in bem bie betrogene i^re SWutter, bie St^mp^e 
fcee 3ba, fle^t, i^r ju lauf4)en e^e fle fierbe. fHaii ber SBeife ber 
fliiec^ifc^en »ufolifer, \m g. SB* in ber gweiten 3bi?He X^eofritd, n>irb 
^on 3eit JU S^it bie S^rmel n^ieber^olt, in einem ®tt)i^tt, bem toit 
gern bie feufc|)e Strenge Ilafflfc^er Sc^ön^eit nac^rül^men. 

!Ded furjen Siebet The two Sisters mit n)Ubem SBaKabenftoff 
unb eigent^umlic^er gorm xooUtn toit noc^ ritl)menb (Snv&^nung t^un, 
aber nun glauben n>ir auc^ mit ben prei^mrt^en tpi^m ®ebi(^ten 
ft^on leibet ju @nbe jU fein^ Äabi; (Stare ifi eine fo orbinaire @e^ 
fc^ic^te, bap ber !£)i^ter im (Smß fie f)&tit ungebruät laffen foOen* 
3ßer fonnte i^m bied Sieb nic^t nad[)jtngen? !Die 8etra(|>tungen M 
^eiligen ©imeon ©t^lite« jtnb ein iu fprJber, unbanfbarer Stoffe 

•) 9lnx (iin Stm^t Witt Hx^ Un 3««» iv^tn, aUx fdjon ijl er erblinbet. 



76 Sllfreb Ztnn)9\tn. 

unb offenbar ni^t mti)x in einem Heineren Stammen ongubringen, a(d 
im ^xama, htm bad a3orre4)t bleibt ^or anbem ))oetifd^en formen, 
anä) bad Unletbltc^e 3U t>erfc^önen. SBad liegt und am l^eiltgen 
igimeon? fflleid^ed urt^eilen tt>ir au^ über bae ®ebic^t, »elc^ed 
Morte d'Arthur betitelt i% Diefe SBelt ijl tobt, t)ief tobter afö bie 
Seit t>ti Slc^tKeud unb begel^ten n>ir no(^ einmal nac^ il^r gurucf, 
fo mögen und bie alten, großen (Spifer bee SBege leiten» SBem 
biefe ein Sud^ mit fteben Siegeln finb, bem bleibt jene mittelalterliche 
©ebnfuc^t wo^l fern, unb Wme fte bod) über tl^n, fo unterbrficfte er 
jie n>eifer, unb Mnnte er bad nicfyt, fo tt>5re immer nodb biefer ^eUe^ 
niftrenbe St^l Senn^fon'ö ein fc^r trübe« SRebium» SBir wenigfiend 
Idalten bie in Siebe fle^enben !Di(^tungen für gemachte im f(t)limmen 
@inne bed SBort6, unb koenben und mit flüditiger @rtt>&b<^ung bed 
nieblic^en Siebed t)on ber May Queen unb bed fe^r ja^men S^enbenj^ 
gebi(|)ted )^on ber graufam ^oc^mütbigen Sab^ (Klara Sere be $ere, 
ber ber 2)i(|)ter ftd) begnügt guiurufen: 

Kind hearts are more than coroneta 
And simple faith tban Noraiaii lord — 

n)ir k^enben und jie^t gu bem anfprucbt)onf)en ®ebic^te im gangen 
öanbe, gu Locksley Hall, mel^ed in feiner Slbjld^t »enigjiend an bie 
poiitifd^e ©cbulc unferd SSaterlanbcd erinnert 

Sin burd^ t)erf(^mÄ^te, nein, gebrochene Siebe europamüber unb 
gum Sludwanbern entfcbloffener Jüngling jirömt noc^ feinen Slbfc^icbd^ 
raonolog auf ber 6rbe i^on SlU^Snglanb t)or, unb gtt)ar in ber, bem 
Schreiber biefer ^tiltn t)or anbem aÄaaf en voiDfommenen trocb&ifc^en 
Setrameter, mit mannlicbem SReim, tt>ie fic^ t>on felbfl i^erfiebt, unb 
leiber nicbt fletd beobachteter 2)iärefe» 3ji biefer Süngling nun 
3;enn9fon felbft, i^ bied bed Dic^terd eigener groper Sebendfcbmerj 
gewefen? SBir fennen feine ®efcbid&te nic^t, um l^ierüber ^ijiorifc^ 
entfcbeiben gu fönnen, 00m dfi^etifcben Stanbpunfte aud ibenti^ciren 
mir beibc ^erfonen unbebenftic^» 3lm bet 3)ramatifer unb ©pifer 
finb felb^erfiÄnbig nicjjit t>erpflic^tet, für i^re 2)ic]^tung perfönlic^i ein* 
guflei^en, ber 8i^rifer, wenn ed i^m gefdUt, in eined anbem Seele gu 
bid^ten, muß [t^ bie ü)lü^e geben, unf bied gu fagen» S^amiffo 
liebte nidbt, toie feine grauenlieber bie ikbt auffaffen, aber Smn^fon'd 
Süngling intt mit bem anfpra<^ wn Seelenabct ^or und l^in, unb 
ber 3)id^ter reißt ibm nid^t bie 8ar^e t>om «ntlift, alfo ^Alt er biefen 
S^arafter für einen, beffen er felbß fic^ ni^t fd^&men xoüxU, alfo 



«Iftet Ztnn\iicn, 79 

l^etßt und btr Sprecher in Locksley Hall tii^t anbert old ^Ufircb 
S^enn^fon* ^btx f)itx f)abtn \»ix noc^ mantl^ti mit 9ctt)etdßeOrn ju 
belegen« 

!Den erfien $o]^et)unft gen)innt bad @elb{)gefpr&^ in bem SSc^f^ 
tpurf an bie t^oric^te Ungetreue, in ben SBorten: Thou art mated 
with a clown unb nun gar he will hold thee something better 
than his dog, a little dearer than hi^ horsel ^f^ bad eined 
!I)ic^terd ^ß^antafte, ber ftc() bie frühere Oelicbte, bie erjle OelieWe, 
baö SBefen, welchem er ben eintritt in bi.e vita nuova \)erbanft, 
biefe Unaudgefungene mit gemeinen S^^ieredgefcblec^tern jufammen 
benft? äBad iß gegen biefe @(i)impfrebe ber giftigße @rtmm bed 
argen ^einric^ ^eine gegen feine SRaria, ber er bann bo(^ mit ein 
$aar Werfen me^r a(d l)unbenfa(^ 9lbbttte t^ut, unb fie mit aller 
@c^ulb, bie fte ^aben mod^te ober nic^t, und en^ig fc^ön , mit i^ren 
^erlent^r&nentropfd^en vor bod @emätt^ fleOt ! Unb boc^ foOen n)tt 
bcm Sdfterer glauben, tt>ad er ba fi)ri(^t: I had loved thee more 
than erer wife waa loved ! 3nbem giemlic^ banal I 2)a* ®e>» 
bicbt fpringt ab gu politifct^en 3)r&umeieien; bid ed tDieber gegen 
EouRn 9lm\) gu gelbe gie^t: I have loved too elight a thingl 
A thingl tt)od giebt ed SBerdc^tlic^erd ? Many a slimy thing fagt 
6:o(erit)ge ))on n)ibrigen Ungebilben ber n>uf)en See. 993tr lefen 
toeitcr : Woman is the lesser man and all thy passions matohed 
with mine are as moonlight unto sunlight and as water unto wine. 
Son ber 2eibenfc|)aft wagen wir bied gu tjemeinen unb wenn bie 
©tfc^ofe brd ÜKittetalterd biöputirten, ob womankind gu mankind 
gebore ober ben Uebergang gu ben äffen bilbe^ fo ifi SRobert »urn« 
ein 2)i4>ter unb biefer fagt t>on ber Äatur: 

Apprentice hand 

She tried oa man, 

And then she formed the lassies. 

Unb Wie enbet a;enn9fon'« ®ebic^t? 

a thimderbolt 
Let it fall on Locksley Halll 

SWfo ein xo^t^, gemeine^ Apr^s^ noue le dtälugf^ ol^ie bie 
(intfd^ultigung (tewu^tei 8»ie>oUMt«*) (Sinb fold^e ^ebotifin bie 

*) 2)a ^pxäd) Ux fAümmc ®ancIon, 
dt fpxad^ ti nur »crflo^cn, 
Sär' \d) mit guter ^xt tatjott, 



80 ^ffret) Stennt^fon. 

tnrierflc SRuftf einte tritt gcpimmten ®ufcn«, ober barf tttoa, voit 
ber sprießet mit ber unoueiöfd^lld^en SBrilie rin 98er brechet, fo bct 
Did^ter eine niebrifle ©eele fein, uftb bo(^ ber ©ötterlieblina bleiben? 
SBa^rtid^ nic^tl 2)er 95o6^dt unb unlauteren Siegung, fagt ^lattn 
mit eblem @tnne, »^rigert bie JCunj) iebtoeben ®t\)aU unb bte ©rajie 
jebe 95ett)egung^ 

tJragen toxi on bei l^o^eren Staturen, wie ein Dichter g^fä^'^ 
l^Ätte in 3;enn9fon'« Sage* Sc^iHer gümt ber tofen aJlinna: 

•&d^nen? ®0tt bewahre mi^, 
Seinen toiü i^ hiiixt 3:^ränen, 
SBelnen, SWfnna, über tldj^! 

2)aö tiefüe SBefen atter 5ßoeüe iji Sbealitdt unb ein 3)i(^ter, fo 
fel^r n)ie feine göttliche 9{atur gemifc^t fein mag mit gemeinen SBIute, 
muf ni(^t anbete al^ in n>rifen ®en)anben an ben Slltar feinea 
©ottee treten. S^ic^t eben ben 3otn, ben unftttlic^en, un<^ti|Hi(^en 
unb ungtiecftifc^en gegen bie JSteulofe machen toit S^ennvfon fo 
fd^ttjet gum 9Sottt)urf; ald bie ^etauegabe bee ©ebic^ted, tooburc^ er 
ee ale Äunjiwerfe anctfennt, al« ßunfiwetf biefe (Sefui^le, xoüift 
bejfet in, unatticulitten Sauten jic|) Ratten auefptec^ien foUem 

Unb nun bie politifc^en ©ebanfen bejfelben Oebic^te, ti>el^e 
etn>ae milb unb unjufammenl^ängenb mit ben bcft^toc^enen 9Rtnne* 
gefftl^Ien etfd&einenl §iet iji mel^t 5p^tafe ale 6tolj bet grei^eit, 
aaSörter gtofen Älangee, bie, o^ne xt^t eingefulitt ju fein, me^r bc* 
täuben aie ergteifen. SBit l^oten \)on Argosiee of magic sails» 
the Standard of the geoples, Parliament of men, the Federation 
of the World, bo(^ ni^te inbiöibualifitt jic^ unb witb äc^te, braflifc^e 
^ocjte» §iet |tnb bie geilet unftet iungen i\)xit o^ne beten ^o^en 
©tolj, unb ber 2)i(l^ter bejtnnt fic^ aud^ m^ unb fü^It unfern 
ettt)anigen Slaufd^: 

Fool! again the dream the fancy! but I know my words are wild. 

enblid^ brid)t bae ©ewuftfein l^eroor, bcm äuett)anbcrer fo 
natürlich : 

Better fifty years in Europe than a cycle of Cathay unb 
J, the heir of all the eyes in the foremost lines of time, 

aber biefer ^o^beglucfte 3Kenfcl) faUt bann auf bieStufemenf^It^er 
Silbung gur&cf, bie toir beim !£)onner{eiI bejetc^net ^abem SRan 
»erfe unferer Slnal^fe nic^t 93ertt>orrtn^rit \>ox, ee i|i in ber Zijat 
nic^t t)iel me^r logifc^er 3ufammen]^attg in bem ®ebi(|>te felbfi, bo« 



Ulfreb 3:eiiMt^foii. tl 

tirit redH oft gdifm |atot* Sit mchttit attt, bof ein I^rffi^e« ®e# 
bic^t einen mä^elofen @cnuf geto&^tm foQ, fttilii) mit Hutoa^me 
tiefft, toitHiif ))^i(ofo))^irenbet ®ebi(^te« Senn toit no(|^ emA^nen, 
baf n)ir bad Talent S^enn^fon'd gut einfacf^ ibi^Q{f(^en @rj&^(ung, 
mie et ed 3* S« in feinet S)ota betD&^tt^ nidyt tetFümment toaOen^ 
unb bap Xüix aOetbinge mond^ie« l^übf(|^e ®ebi(|^t in bem Sanbe fibrt^ 
gangen l^aben mögen — in bet SMtit, benn fie aOe gu (efen, hielten 
toxi fät nnfere ^^i^t, — fo bleibt un6 ie^t nut noc^ M (Snb^ 
refuitat unferet Setra^itungen gu gießen« 

DbtDol^I tt>ir jene Se^ouptung t>on ®tt^inu9, baf nut (Spo^ 

unb 2>tama bie l^dd^i^en 3>i(|^tuitgdfotmen finb, in ii^ttm 6inne 

anctf ernten mfiffen, fo. wollen tt)it boc|> Diestern »ie ®oetfie unb 

untet ben (Ingl&nbetn SBi^ton batum ni^t i^ten 9tang nntet ben 

®rof en )>etn>eigett tDiffen^ tDeil aOetbingd burd^i aOe i^te 64id)>fungen 

ein mefentlic^ (9iif(^et Son gel^t* 9in6) einem Städert, beffen teic^et 

®en{ud augenf^einiicfi unb nac^ feinem eigenen ®eß&nbni$ fiet« 

bania(^ tnng, ®eifl unb ®emüt^, bie et fort unb fott mie 93(fit^en 

im fflinbe tjetfheute, in einem großen ®ebilbe gu t)eteinigen, b. ^* 

aud bet iüfxit gum (gpoi obet ^tama emporgu^eigen^ au(^ einem 

Sollen n)oaen toit l^o^e S)i(i^tete^te gönnen, benn n>enn et auc^ 

ber SSetf&l^tung erlag, an bem bunten SBec^fel l^tifcf^et Sotmen fi(^ 

InBenb, niemals feine j(taft gu fparen, fonbetn in taufenb Reinen 

®ef(||enfen bie gefange^freunblic^en ®emüt^et in feinem SBoIfe gu 

erfreuen, — bennod^ gab et, n)ad et gab, aud bet S^iefe eined eblen 

unb einrt tei(|ien 3nnetn l^eraud» änbere, ärmet an güDe bet Snt^ 

faltung jtnb um fo reid&er an Stefe unb äd^teflem SBert^e unb »it 

btau(^en aud bet ^enge 9tamen, welcfee unfetet gebet jtc^ in beut^ 

f(f>er Dichtung bieten, in bet Z\)at feinen ßingelnen gu nennen, äbet 

iei bem eben t)on und beutt^eilten englifi^en S^rifet erfc^iien und 

jule^t benn bod^ bie ®abe gu fpärlid) für ben Ärang be* größten 

3)i(^tere obet S^rifer* bet tt)eltbe^ertfc^enben Station, unb tt>enn »it 

ni(^t ängPIid^ bie 9lummet au6te^nen, bie et in Deutfc^lanb erhalten 

mo(^te, fo fei und noc^ etlaubt ald ®tunb fät feinen @tfo(g in 

Sngknb, neben feiner telatitjen l^rifcfien Sebeutfamfeit auf bie 

^^latur englifc^et 8leP^etif aufmerffam gu matten« 

Der «efpng fel^It fc^metglic^ in «It^englanb unb ®(^ottIanb, 
unb obwohl offenbat bad poetif^e geben biefet gtofen weltbefyertfc^en«» 
ben Station in neuen gotmen ®tof ed unb 9{eued unb ett>ig äßa^te« 

nr(^io f. n. e))ra(i)(n. XVn. 6 



82 9(freb Ztnn)9\tn. 

f<^aft^ fo hUiU bo^ bte facuUJUtfile S^j^ottgeißmi (et ben alten 
Sebingntffen ftif)m unb ))erpönt eben, tvad ben großen 2>i(^ter 
mac^t, bie offenbarenbc Ätaft cined neuen ©t^W« 3)abttr(| »üb 
bcnn eine fo fonnenreine, gemAfigte, gemilberte, nirgenbwo beleibt 
genbe ^^^Dejie, tt)ie S^enn^fon fie nbt, gu ber am meifien nMtommt* 
nen» ©teilen boc^ bie meijien ©ele^rten gnglanbd ben äRUton über 
ben ©l^afefpeare, ni^t aber um feiner politifc^en ®r6fe* ^abett toit 
bo^ t)ön Snglänbern und muffen tt)amen lajfen, be* 2)i(||ter6, ber 
ben 2)ön 3uan unb Sl)ilbe Jparolb fc^rieb, in guter englifc^er Oe^^ 
feHf(|)aft ie ju erwähnen! We do not regard him any more as 
a great english poeti SBon ©^elle^ motten tt>ir f(i^tt)efgem S^nn^fon 
ifl ein ?ßoet nac^ bera Jperjen ber Unittetjhateprofcfforen in Djcforb 
unb Sambrtbge; in jenen beiben gocud; um bie jtc^ aOe 3>unfe(^ett 
in ber meerumgürteten Snfel bre^t, er iji aber nid^t ber !Did^tet ber 
lebendüberfriftigen brittif4)en Station» 

3n biefem 2i(^te erfc^cint und ber Poeta laureatus oom \)er# 
einigten ifönigreic^ Sllfreb SSenn^fon. SBBir befmnen und eben, baf 
grancedco ^ßetrarca nicftt für feine Sonette , bie iebed adjectivum 
Omans \)erfcbm&l^en , fonbern für feine Africa gefront warb, tarin 
er mit üJtaro um bie epifc^e 5ßalme in latcinififter ©prad^e gerungen 
f^attt, unb bie wo^l nur ioenige gelel)rte SWdnner ©uropa'« jfmaW 
unter ben golianten aufgeftöbert ^abem Setrac^ten »ir Slenn^fptfd 
Sprif a(d feine Africa unb l^offen n>ir feine ©onette unb Sanjonen 
gu erleben l 

»erlin. Dr. holten. 



^tnvii)e%inn!^tn ttnl» kvrje Sin^tx^tn. 



IDa^ Äffi^cttft^f mii fdncm cfgcntpmlit^cn ®runbtt)cfcn unb feiner 
pÄbagogifc^en Sebcutuiifl barge^ellt (Sint grfrßntc 5PreUf(^rift 
))on Srtcbric^ SDittee. itipiii, 1854« 

Sena gteidji oortirgrnte ^ä^rifi genau genommen tem (Bthitit M 9rd^to9 
nic^t anjuge^ören fc^eint, fo <{i to(fi, obgefe^en tavon, taft tie ®pra(^e in it^tem 
aan^m Umfange, im ® ragten wie im i^Ieinflen f!4 am allemenigjien ter d^f^eti« 
fd^en Setradytung ent^ie^t, auc^ tuxdf t>it $rei0aufgabe, meiere tie SRonograpMe 
beivoTgenifen ^at, gefordert, ^a§ nad^ einer gedrängten $(ng«be ter eigenttfüraii^ 
»jfvc^ologtf^en «Stellung De« 9(ejl^etif(6en anä) ter ^influ§ Deffelben auf (fr* 
gie^ung unt Unterrid^t, namentlich au4 auf tfen Unterricht in Den 
@)>ra4(n, nac^gewiefen merte. 

(fs Derflr^t ftc^ »on feibfl, tag tiefer 2:beil be< Su((e0 aflein e< ifl, ten toir 
$u berütfti(^tigen ^aben. SBor^er wtrt ed jn>e(fmägtg fein, au0 Um Soroort unt 
Der (Sintettung wenigflenS Den ®tant))unft teS ä^erfaffer« a"^ SBiffenfcf^aft, feine 
Slnft^t oon ter 5lufgabe, Me er gelöjl ^at, unt Deren öeteutung fur| )u beru^iren. 

«Radfi <S. Vni De« »orwort« ift Die ^dDagogif Der Gegenwart (Dal 
SDatum Der Slbfaffunj fejit) im begriff, Jn ein neue« 6taDium au treten; ffewlrD 



eine grünDlid^e Umgestaltung erfahren. f!&xx flehen gegenwärtig in Dem 3<iipunfte, 
von me((^em an einjl Die <^efd!iidS)te Der $äDagogif eine neue fperioDe Da« 
tiren »irD. „tDer SRorgenflern De« ^eraufDammernDen Stage« ifl öenefe," ,,(!« 
irirD Die 3t(t fommen, wo man it)n, Den ^^ifofop^en, allgemein au4 a(« fRtUx* 
mator Der ^äDagogif anerfennen wirD." „^urc^ Da« neue Sic^t »irD ficd Die 
^dDaaogif rerjüngen, Da« glauben wir eben fo fefl, al« wir Daoon übemugt finD, 
Da§ fte gegenwärtig im Sfögemeinen Den (E^arafter Der SeDrürft^eit unD SeDrüduna, 
Der gaut^eit unD gäulni§ in fic^ trägt." „^nd^ »agen »ir gu beijaupten, Da§ Die 
8t^rer unD (frjie^er im ©anjen genommen über aOe« anDere fle 5(ngebenDe beffet 
untentt^tet fluD, a(« grraDe über Da« ^eflbetifd^e, unD Da§ im Sufammen^ange 
tlitmit im SReic^e Der päDagogifd^en ^raji« Die djl^etifd^e SwgenDbiJDung bi« 
^eute Die unbcfanntefle ^roDiuj ijl." 

2lu« Der (Sinfeitung erfeben wir, Da§ Denn Do* „Die f*5|)ferif*en Oeiiler 
©Filter'«, ®bt^t'i, % ^aur«unD auDcrer praftifcfeen Sleflbftifer Der SBelt 
»icl ^errlic^e« geoffenbart ^a^en." „9lu* Der Denffräftige ^^(^ilofoj)^ ^rug ^at 
M Der SCejl^ftif in mehreren ©(Triften liebeDofl angenommen. 9Wit befouDerem 
Erfolge a^er da ifi(t Die neue ^f^c^^ologie öeuete'« aud^ Den Unterführungen 
De« STeft^^etifcJen Eingegeben." 

3d} glaube, au« Diefen t^eii« rein fubjectioen Slnftc^ten, t^eii« objectioen ^tf 
fcnntnifjftn ge^t jur ®enüge ^eroor, Daß wir »on DIefer 6d[>rift, troib aller 5^rei«* 
»üTDigfeit Don Dem 6tanDpunfte Der $rei«ri*ter au«, — Da« ift nämli* Der 
SScncfe'fc^e ~ weDer für Die aBiffenfc^jaft im Slögemeinen, no* weniger für Den 
fpecieüen ®eft(ftt«punft, mä) Dem wir i^itx aflein ju urt^eilen ^aben, etwa« S'leue«, 
^nregenDe«, J^5rDernDe« oDer überbauet nur Sefen«wert(^e« ju erwarten iaUn. 

UnD fo ifi e« auc^, um gunä^fl nur beflimmter Don Dem über Den Unterrid^t 
in Den ©prägen ©efagten au reDen, in Der St^at. 5luf gebn Seiten (®. 106 — 
112 unD 120 — 123 werten nur in unbejlimmtem, farblofem «^in^ unD ^erreDen, 
in fd^attenartigen, oerbieic^ten JBtiDem, in d^pot^etif^iem gür unD SSiDer, 3« me^t 



84 ^enrt^eilunden unt !ur§e ^[ngeigen. 

unb 2>«jlo «nb in aöcn «bflufungen be« Äönnen«, SK^öm«, ©oK«« wnt aRfiffen« 
»fei Söortc, aber wenig 3n(^a(t .gegeben. 9la(b bem ganzen 3uf*nitt biefe« St^ctte« 
l|l ber ©tonbpunft, auf bem ber SJerf. P* befinbet, ein febr elementarifd^ex. *at 
er abet bad ganje f&üd^t^tn »ieüei^t aud bem ®eft^t«)}unft ber (SUmentarf^^nle 
aef(^rieben, »a« SOUnc^eö uermut^en Id§t, fo ^ätte er e8 »enigften« offen fageu 
fülleh. SSßie löblicb au^ feine Semu^ung, roit preiöwürbtg andf ^a^ ®e(ei1iete, 
baö ®anu bitte boc^ eine anbere ^Jeurti^eitung erfa^iren. — 

gSoute ber SBerf. ein aeitgemdge« St^cma be^anbefn, ^dtte er e« au4 ^tiU 
gemd§ bebanbeln muffen. ®o wie er jur ^raftifcben 93eg(aubia«ng fi(^ auf 
©dSfiOer, ®otbe, 3. ?Jaul beruft, — bo§ er ßefpng'« ni^t gebenft, fflf unbegreifli*, 
•— fo bdttc er au 6er jlrug'« unb S3enefc'«, ba e« ni^t angebt, jU fagen: flatt Ärug'« 
unb S3enefe'« -— bfe neuefien, l^ervorrageuben Setzungen auf blefem ®thitH niä^t 
unbeachtet laffen bürfen. ©urt^ taö ©tubtum ber babin einfc^Iagenben ©(^riften 
»on ®ülger unb ^egel, SBel§e unb SJifc^er unb tjor SlOem auc^i »on SBtIbelm »on 
*umbo(Dt, »ie fe^ir bätte fic^ be« aSerfnfferö 5B(td erioeitem, wie »iel tiefer unb 
grünblicfeer bie ganje €d^rift flc^ geftalten muffen. 



3)cutfcl&Ianbe ÜMunbartm* (Sint 2)tottat«f(^rift für iDicfitung, %ox^ 
((lung unt) üxitit Segrunbct »on 3of» 81 nf- ^Pangfofcr, 
fortgefcftt ^on Dr. ®. Statl grommanm (Srjier ^a^rgang, 
3* ^eft* mxnUxQ, 1854. 

„5rm Saum ber SWcnfdjibeit brdngt ftc^ S3(ütb' an SBIüt^e/' fagt ber £)id5^ter. 
Un»iOfürli(b »erben »ir hti bem lebenbig unb frifd^ ^erüorqutöenben keimen, ilno§« 
ptn unb 93(üt^en an bem JBflume ober — - nennen toir'8 oorerjl lieber no^ 3n><tge 
— ber beutfc^en ®pra$wiffenfc^aft an bies fd^öne ffiort erinnert. Unb »enben »ir 
ti au(^ gund($fi nur auf bie jüngft neu erfc^ienenen ^(dtter an; — nad^ ben 
»Idttern Ht ölüt^e, nad^ ber S3Iütbe t^it gruc^t! — fo ifi'« Orunb genug, un« 
t)ier über t)it SBa^rbeit beffelbcn gu freuen. 6« ifl in ber ZW, a(« foöte nun auf 
einmal %üti, »aS gu erforf^en i% erforfc^t, ttja« ju fammeln ifl, gefammelt »er« 
ben, fo regen fi^ afle jlrdfte, l)ci)t unb niebere, bi^terifc^e unb profaifc^e, »iffen? 
fi^aftlid^e unb populdre. ®o ftnb, um nur an W neuefien drf^einungen ber 9lrt 
in erinnern, gan^ furj nac^ einander begrimbet worben ber erneuerte Singeiger 
für itunbe ber bcutfd^en SBorjeit; SBoif'ö 3eitf*rift für bcutf^eSW^* 
tbologie, bic SBeimar'fd^^n 3«^tbäd^er üon «^offmann unb <Sd5>abe; ba« 
3a^rbu$ für beutfd^e Siteraturgcfd^id^te tjon ^enneberger. fRtd}mtt 
wir baju baö ^au^jtwerf für beutfd&e w^ologic, ^^au^Jt'« 3«itf$rift, bic 
SBIdtter i?ul^n'8 unb ^öfcr'« unb bie nadji furjem S3cjleben wieber eingegangene 
Äfeter aWonatSfd&rift, fo werben wir wabrlicb trotj biefem unb jenem, wa« 
und brdngt unb beengt, bem ®eniu0 ber beutfc^cn SSiffenfd^aft ben 3:ribut freubig« 
fler 5lnerfennung ni^t tjerfagen. 

SBefd^e Stellung bie bcutf^en SWunbarten einzunehmen gebenfen, iftbur^ 
ben Stitel fc^on ^inrei(^enb angegeben. SluSfü^rlit^ batte barüber, rx>it wir au« bem 
SBorwort biefe« brüten |)eft8 etfe^en, ber in^wift^en üerfiorbene ©egrünber be« 
^Blatte« in ber SBorrebe jum 1. unb 2. ^eftc ft(^ auögefpvod^en. 2)er neue 4>er* 
audgeber ffl burd^ feine üerbienfHic()en ßeiflungen im (Sebiete ber beutfdjen Literatur 
Idngft rü^mti^ befannt unb auc^ als ÜKitberauSgeber be« 5lnjeiger8 für ilunbe ber 
bcutficn fßcxidt mit SlOem, waö gur 9lcbaction eines folcjen blatte» gebort unb 
baS ©ebei^en beffelben bebtngt, »ertraut, di Idgt \i^ alfo mit Oledijt lai iBe§tc 
»on bem gfücflicjien gortgangc beffelbcn erwarten, um fo mebr, als bic tü(^tigflen 
Ärdftc bem ^gerauSacber i^rc SO'litwirfung gugefagt unb biefc 3ufagc gum Jt^eit 
fd^on »erwirflic^t ^aben. 

IDen Sn^alt biefc« 3. ^efteS bilbcn baS neue SBorwort beS ie^igen ^erauS; 
geberS; ein fe^r lefcnSwert^er ^uffag : bie beutfc^en SSolIdmunbarten inSe« 



SdtrtffeUungen utib ftirfe Snaefgen. 85 

gte^ng auf ®ef4<4td« itnb G^^ro^ferfd^ittig »on Dr. gv. ^offinann; 
etnige ^l^non^me tri fputtteutfd^en (ti SBcfip^alen »on d^e; 9{ad^traa( )i|;r 
Siteratnr ter tcutfifecn 9Rnn^art(n; drffdrungen gu dnrm von Dr. ^odlner 
brratt0geg(toien €>vvud)t ron ^an< 9{ofenp(itt nnt> mehrere mun^artUciie 
£)i<(itnnaen unt ^vrad^proben von födfert, 9(. von ileHer, ))C]t d^e, 9{tti« 
mann, ©d^neiyer unt) gfrietric^ ^offmanti. 

2)a0 ndt^fie S)i>p)»f(&eft ift bereit« unter ter treffe nnb mfrb nntet Snberetn 
einen Seitrag gtir (Befd^ic^te Der nieben^einifc^en tCRun^art im 15. 3abr^un^ert 
von $rof. Dr. Pfeiffer enthalten. 3<i) fllaube, ba< flüH ift bebentenb genug, um 
auf tie Sid^tigfeit Ui Untemebmen« fär bie SBiffenf^iaft ^inweifen gn bärfrn. 
^ur t)ie foigenben ^efte erlaube ic^ mir nnr teii SBunfti^, taf ber ^eranigeber für 
He SSoIfftDiaiecte eine mögtid^ft gle<(^mäf ige nnb eine bem 4^o4beutf4^en mögltd^ft ent« 
fpre4.enbe Ortbogra^^ie einführen, ni<^t bie abnorme, abgef<^madte unb abfd^retfenbe 
beibehalten m5ge. 



Der Sogel ^fjinix, ein angelfacfeflft^ce ®M^t jlabrcimmb überfcfrt 
»on S. SB* ü»* Orein- JRinteln 1854. 

Da ed im Snteref^e ber bentfd^en ®pra(^tt»iffenf4aft liegt, alle einzelnen ®tie< 
ber be0 germanifdi^en €pra4ffamm0 aii mefentUd^e Stbeiie te0 (Bansen forgfältigfi 
gn beadbten unb nadf a)>{öglid^feit ju nüjben, fo verbient and) bie fieine 6<brift be0 
^errn darein, bie ben Qmä bat, ein iDenfmal ber alten, f^idnen ange(f&(^fif(^en 
$oefie unter und ^eimifd^ ju maäftn, banfbare drw&bnung. 

2)er Ueberfe6er giebt in einem furjen SBonoorte einige literarifd^e 9{otigen aber 
bie« ©ebi^t, meu^ed nur a{0 Soriäufer einer gr6§eren 6amm(ung von Iteberfe^nn« 
gen an« bem 9(ngelf&4|tr(^en, bie ndd^fiend erf^eipen foff, gu betrauten ift. 

3)a0 ®ebi((t felbji beficbt in einer aiemli^ weitläufigen ^ßarap^rafe eine« ia* 
teinifiben Originaid von Sactaptiud nebfl einem m^ftlfd^ < aOegorifc^en $(nbange bei 
angelfädjiftf^en Ueberfe^erd, n^eid^er bie ^age vom 9^oget $b5nix auf Seben unb 
SBanbei ber ^eiligen unb Seligen begießt, »te (ie, ^ier bur<^ dfiri^ul erlöfet, bort 
oben mobnen in ber ®(orie bed f^errn. 

2)er Xteberfe^ung 19 ber (ateinif(|;e Zti;i §ur Slergleic^ung beigefugt. Died »irb gnr 
bejferen 9(uffafTung be< (Bangen, tvie mand^er dingelbeit beitragen, tvenn au(b nic^t 
aum vöfligen S3er^änbni§ jebe0 unverftänb(i<(ien Sorte«, jeber fac^Iicben ^unfel^eit. 
2)a» grembartige, 9lltertbttm(i((e , ^arte, waf biefed ©ebid^t, gteit^ wie alle ber 
älteren S^it, na(fi 3n^a(t unb befonberl in ber gi^i^m bietet, ift in ber Ueberfe^ung 
Hiebt genug gemilbert, um bem gangen gebiibeten fpuMifum, für me(Ae0 berartige 
Ueberfe^nngen boc^ im ®runbe befiimmt finb, gufagen gu fönnen. SRan^e 9lu9* 
brntfe b^tte ber tteberfe^er lieber ni<bt gebrauten follen, o^ne üt gu ertiären; 
mm^t bat i^m mob( bie 9{otb/ bie ^efjei ber 9(Qitteration aufgebrnngen. 9Ran 
toirb inbe§ geneigt fein, biet um fo mebr SRanc^el xu entf^ulbigen, a(0 Ueberfe» 
jungen aul beml(nge(fd(^fif(fien unter und gu ben feltneren drfcbeinungen gehören. 

2)a§ bie aOitterirenben SBucbJtaben mit fetteren l^ettern gebruA finb, ift für bal 
^nge unangenehm, für bie ®ad^e feibfi aber von feiner 93ebentuug, ba bie Ullitte« 
tatio/i fid^ beim Sefen von feibft geltenb mad^t unb fiSr bad C^r, ni<^t für bal 
^uge von äBirfung ifi. 



3)eutf(||ee ©prad^^ unb Ucbunflrtud[> für bte unteren Äfaffen ^J^erer 
«e^ronjialten, aSon Dr. 91. ©parfc^iuö* erfier 2;^eil: bie 
aSJortlef)re. «Wainj 1854, 
9{id^t fo günflig, mie aber bie lBe^rbü<^er bei $(nnaberger Se^rercoaeaiuml, fbm 

nm tt)ir über bal beutfdjic €vrad^; unb Uebnnglbu^ bei $errn €)>arfti^u^ beri^« 



*S6 Seuvt^eltittigen un^ furic %n^ti%tn. 

^otberung tntipxtä)txi\>, iit man an ein fol^^d Setirhi4 für bie unteren Waffen 
ter ®e(el?rtenfdS;ttten au fleaen htxt^ii^t, \a \>txpfi\äfUt i^, 

2)a§ bad SBorioort mit orogeii ^nfprü^en ouftritt, fatin man f<6on ^ingt^en 
hffen; man mn§ fagar ter m^d^t te« 3^erf. ))on ter $(ufgabe te« teutfd^en Un^ 
terri(f)t8 in ten meiften fünften betfiimmen. n^tx beutfd^e Unterriii^t mug/' fagt 
er unter ^Cnterem, „Dor ^flem tad I9[^erfläntni§ unferer f^errlitden, reichen, tiefen 
S^utterfpra^e in U)i{|enf((aftli(|ier ^e^anDlung erf(^tie§en unt auf t^ieftm Sßegt ^u* 
^Iei4 bie fteiftige üntu^idelung aflfettig anregen mt förtern.'' Sßer n>oOte unter 
ge^&rigcn SRotiftcationen namentlidl^ für tie unterften 6tufen M ttutfit^en Untere 
ti(^td tad befreiten? 

©obann ,,mu§ ter teutf^e Unterri<(t au4 tie (S^runblage biiten , auf mU 
^er Die fremten ©prac^en ftc^ leicht unt grüntlid^ erlernen (äffen." — S)em.ioiDerf 
jheitet nun freilid^ Die geio5(inlid^e $raii8 gar fe^r, unb iii} giauk mit fRt^t 
SRan (at mit Dem arönbiid^en Unterrid^t De« S)eutfdSfen t^eoretifct^ unb praftift^ 
bod^ n>a^r6aftig aQetn fdjion genug ^n ii)nn, gumai n>enn, loie ber S^erf. »erlangt, 
berfelbe »iffenfc^aftiic^ be^anbclt ttjerben fofl. £)a§ Slfle«, »a« im beutf^en Unter? 
ri^t getrau ttirb, ba0 fprac^Uc^e S3ett7U$tfein, fo ti>ie im ungemeinen ben S^erftanb 
3u fd^Ärfen, bie geiflige Äraft gu werfen, aud^ ber Erlernung frember ©prad^en 
toefentlid^ gu (Bute lommt, ift nid^t gu leugnen. IDamit ijt tnbefTen ben fremben 
(Siementen ein volled Genüge get^an. 

S)a§ ber SBerf. ba(^in arbeitet, tit fo läftigen, (?) meift unfrud^tBaren 
(Sorrecturen (?) toeafaneuau laffen, bafür mirb ibm )eber ISe^rer aufrid^tia £)anl 
sollen, fall« er tt>irfli($ bad 93erfpri>(^ene (eiflet. a)lan fte^t nur ni^t re$t ein, 
tt>ie, ba bie dorrecturen meinen« bem praftifit^en Zi^tilt bed @t}ra<(untervi(i»t« cm* 
geb5ren, bnr4 ein grammatifc^ed ^ti^xhüAltin alled $raftif(^e auf einmal fofl ah 
aef^afft »erben fdnnen. Keffer ort^ograp^ifd^ fon>o^( a(d ftiUftif^ werben bie $(r^ 
Seiten bei gränbti(|ierer U^nxf^cx S^orbiibung burdjf bie ®rammatit mrben^ loeiter 
bodSf am dnbe ni^ti. 

e4Iiegli(6 wirb no^ bemerlt, t>ai bie Seifpiele mit aOer ^bfidSit fo gewählt 
flnb, ba§ auc^ bur(^ pen beutfd^en UnterridSft bie (Stf^il (!) in ben ©Gütern ge« 
förbert unb bem traurigen SJ^aterialidmud unferer Qtit entgegengetre^ 
ten werbe, ^ai, t>a6)t' id), bätte gar feiner ^emerfung beburft. Selber ^t^t 
rer unb m\d)t S)i«ci)>lin batte wobi je Ui gefunben ©innen ba« @egentf^ei( erfirebt? 

9lad) biefer lurun ^Befeuchtung bed SBorwortd wenben wir und gu bem Snbaite 
be« S3u*e«. 2)er erfte 5lbfd^nitt bemäntelt in brei Kapiteln (§. 1—38; ©. 1—33.) 
ben Saut, ber § weite in 14 Kapiteln (§. 39—211; @. 33—130.) ba«2Bort. 
2>ad ift gana in ber Orbnnng, unb bie (£int^eiiung madS^t Ret» Pon felbft. 2)a§ 
aber bem ilapitel über bie £)ecUnation foglci^ Don §. ,62—81 unter &erf(bieb<nar« 
tigen UebeTf(4riften bie fpntaftifd^en Serbäitniffe ber Jlafud nebji bem ®e« 
brauA ber ^räpofitioneu eingefügt {tnb, roit unb woburc^ ift bad §u red^tfertigen? 

!Benn icb nun aletd^ ^tngangd behauptet b^^e, t>a^ tia^ S3ud^ nac^ wiffen« 
ffi^aftli^em unb pralttfcbem ©tanbpunfte unbraud(^bar fei, fo mug bad näber erwies 
fen werben, di wirb flcb batb ergeben, t>ai bie praltifcbe Unbrauc^barfeit ^aupt« 
\&^\id) baber rü^rt, bag bad ^ndf aOedei fogenaunte wiffenfc(iaft(i(be Butten M, 
bie ber Sc^uie auf biefem ©tanbpunfte nimmermehr angetiören !6nnen, unb ba§ ein 
.gut Sl^eil biefer wiffenfc^aftlid^en 3utf^aten an unb für ftc^ wert(;iod, unaenoit, ja 
oft wit>erfinnig ijt. 

3nbem wir ben einen ^unft beweifen, beweifen wir meifhnd augiei(f^ aud} ben 
anbem. 3n ber Saf^I ber ^etfpieie wollen wir auc^ nidj^t ängfttidl^ ^u SSerfe ge« 
ben, am wenigften etwa @eite für @ette burd^muftern unb ua^ bem angegebenen 
a)ta§{tabe abmeffen; ed würbe fonft bed ®uten ^u t'iei werben. 

Swbem ber JBerf. bie Se^^re tjou ben Sucbftaben be^anbeit, fie^t Mt9 fel)r 
wiffenfc^aftli* unb fpftematif* au«. JDer (Jtnt^cilung ber ©ucbftaben folgt fpecieOc 
S3ebanb(ung ber ßaute. Riebet ijt fc^on beö ^luffaflenben unb ©erfeblten nit^t toa 
nig, wie einige groben beweifen mögen. ®. 4 lefen wir: „b wirb in einzelnen 
Wörtern, befonber« wenn ein e ober i folgt, no(^ me^r (?) erweidjjt unb nimmt 



Seurt^effoneen nnt fur)« fCii§(fgeii. «9 

ben £011 De9 19 an, §. B. ^(e £{cH ^tti Seto.'' Clin 9dft)ic{ mit^Dlaen^cm i 
»arte man vergebU^ fmtreii. -— „fbtt eigenttid^e ii^gant tritt aber in fok^en SBdr« 
tern »iebet ein, fobol^ ein donfonant auf h folgt, §. 9. er (ebt, ibr Hebt, ae^ 
raubt t>a^ ^npt (mc)," 

9ie^ me^r ubfnaf^t^olgcnM: 6. 4. „9)erbintet fi(^ h eUt p, h ober t, 
^ ober f mit einem (iquiben Sutf^ßaben im Stnfange M Sßort«, ober wie man 
au4 foni^ nod^ faot, im Anlaut, bann »ermag ba0 (Bt^bt feinen Unterf^ieb auf^ 
goftnben, unb bie w^^pxaä^t ift DöCHg biefelbe. 9lan oergfeid^e blau, blduli^, hia^ 
jfen K. mit ))(att, ^laubern, $(at u. f. f."* SKan fle^t, ber Serf. toiO bem 9^o(tl« 
ibtom me^nnua tragen. 3ß bag etwa »if|enf(^ft(i<^? iß ba« praltifd^ für bie 
unteren l^e^rßufen? 

dbenfo umnberii^ tmb griOen^ft finb mand^ Semerfungen über 9lttff)»ra(^e 
unb Ortbogra)>bie. @. 14 j. 9. : „dine @ilbe fann fur^ ober fang auf gefprocb^n 
werben. Sirb üe tur§ au0gefpro4<nr bann muffen jwei iSonfonanten folgen; bat 
aber bie furje @tlbe an ft(b nur einen (Sonfonanten , fo mu§ er «erboppett wer^ 
Den/' @. 16: „%x^tx batte man unter ben SSocalen au^ ^. @ein2:on i^ otr^ 
ioren gegangen.'' Sßaf foQ bad eigentlich feigen? @. 19: „9lu0 obigem (S^runb* 
fa^e ber Ortbograpbic ergiebt ftc^, ba§ auf einen langen Soeai ober auf einen 
2)tp^t^ong fein A fommen tdnne, ba ed gewifferma§en auf gwei g beftebt." 
@. 20: ,,$lng gleichem (Brunbe fann fein # nacb einem (angen SBoeaie ßeben.'' 
@. 21 ßebt bie gorbernug, man fofle (Interim, (S^dnferic^, Oietric^ u. a. wie 
Pfennig, dffig, ^onig, gütig u. a. ((fireiben. — 

Bie bie Siegeln, fo bie ^eifpiele. eeitenlange Seraeicfiniffe )>on 9ß6rtem fof« 
flen ben SUcgetn in wunberlicbffer IDtif^una. 2>iefe S^eifpiele follen ,,oott aOen 
6(bülem ^ugleid^, laut, in gewiffem S:aft geiefen, bann bur<bgefragt unb gefd^riebcn 
werben". %üx bie ^d^üler ^dbertr £ebranftatten, atfo für eine €esta ift ba« ni^t 
mrbr ndt^ig. 3u rugtn ftnbe ic^ befonberf babei, ^a^ abfic^tü^ allerlei biefem 
©tanbputtfie frembartige, feltene, provinzielle 9tu0brü(fe aufgenommen unb oiele fo« 
gar t^eil« fnx^, t^il« febr bürftig erfldrt werben, ». S3. bie Äipfe, ber ^^ferc^, bie 
$bi0le, ber ^bodpbor, bie^bbflt ber^lduel, ber$Iaifen, ber^lun^er, ber^lüfift, 
ber I8ra(f, bie iBrame, bie S3ri(fe, $rämif|e, tit fßranfe, S^rnbe, bie 2)rufen, tit 
3:rappe, bie 3:re9er, i^dmpelmarft, ber ®nom, ber Stna^, fnatf(ben, ber ifnebel 
((in fur§ei @täd Senael), ber ihieif, fneipen ober pe^en, ber ®rieb0, bie 9{(|el, 
t)\t $rabme, bie Ctueble u. f. w. 

3)!inbe^en8 ebenfo Piele Sßdrter finb o^ne drfidrung gebUeben, bie einer foU 
(ben wobl beburften, $. IB. bog panier, bie S)aube, tit Mulit, ber Mttx, bie 
$fa(a, bie <Pfrünbe u. f. f. 

(Sine Blütbenlefe oerfe^lter, fc^einbar wiffenfcfiaftli^er, für bie ®(bä(er ber 
untern Jllaffen überfiüffiger , ja man barf fagen witerflnniger, unlogifcber Otegeln 
unb ^emerfunaen finbet ficb im 3. ifapitel be9 1. Slbfc^nittS über bfe dtvmologie 
ober SBortforfcpung. Qti würbe um fo mebr ^u einer unanaemeffenen SSäeitlduflg« 
feit fübten, wollte iäf anif nur einige groben baoon gum Giften geben, aU bie 
ganje itrittf über ba« 93u(^ fl(^ in wenig Sßorte bdtte sufammenfaffen laffen; bie 
grögere ^udfübrlid!)feit ber ^tn^eige mebr ber Sicbtigfeit ber €>a6)t, ali Ux tin* 
jelnen drfcbetnung efne« verfehlten SBu(tfcd — wa8 ja eben ni(i)ti Ungewd^nUd^ef 
i* — iHjttfdi^reiben i(t. 

2)er aweite Slbf^nitt umfa§t von ®. 33—73 bie IDeclination; von 
6. 97—122 t>it (Konjugation; von ba bi« gum ®*luffe (®. 126) bfe «b^ 
verbfen, bie (Sonjunctionen, bie Snterjectionen. 2)a§ bie ^^räpcflttonen 
öon 6eiten ibrer f^ntaftifc^en öebeutung mit ber Safitflebre verbunbeii gana am 
ungeeigneten Orte bebanbelt finb, ift f(bon erwähnt, dd ift fc^on aud ber Angabe 
t>er 6eitenaablen erffd^tlt^, ba§ bad «Hauptwort einen unverbdltni§md§ig gro§<n 
^mm einnimmt. 2)er JBerf. nennt eg, beiWuflg beraerft, oft ungenau ^iomen, 
gle{(bwie bad Sablwort 9{umeru0. S)iefe gro§e Sludfübrlic^feit rübrt b^uptfä^ilidif 
yon allerlei raifonnircnben, in biefer 2lrt unb an biefem Ort, gana abgefe^en von 
i^rim inneren Berthe, überpffigen ^emerfungen ber. 

3m 5. Stupiiti ®. 36—41, welche« von ben digeunamen unb Gattungsnamen 



g6 fbtuxif^tiiunqtn unt fiir§c %n^ti^tu. 

liemUii, (vmt Ux itnaU, tai tit 9tcimn Ut fßnfentn nnT inuiiet dne ctoidne 
Ißerfon otcr eine ein^Ine Familie tat^eflen; t>a§ wir 9lIIe«, »a« t)0m (ie[»eii iSott 
aefd^ckffen i% ein Sßefen nennen, ba( {)te ü^atttrag^namen belebte mt lebCofe S9&e> 
fen be^eid^nen. ,,X)te belebten SBefen beigen wir 2:biere, ^ie Ubtofen, tsoni fie 
in ber drbe nnb mit berfelben in ber ^^öpfttngfta^it entf^anben finb, ^igca ^i^ 
neraiien." (frfl am ec^iufTe be« $aragra|>bcn bcigt <«: ^»41 bie f Hangen 
baben Seben, ancb fie nebmen ibre 9iabnin^ gu fld|^ u. f. to. . 2)ann fonmt auf 4 
etittn eine fi^eciefle dintbeilung be« Z^Umidfi, 2>ie Spiere meinen »ic^r in 
Heinere ^attnngen einaetbeilt, in Säugetbiere, fß&q/t\ u. f. w. 

2)a« ifl bem S&erf. beutfibe ü^rammatif, i9iffenfdS^aftU4fe, aflen ^^ra^H ju 
(S^nte fommenbe (l^rammatif ! — 

'fßm ^. 4l-*tf0 »erben im 6. Jta^^ittl tie cüncreten nnb abftracten 
eub^antit^a bebanbelt. 

dd giebt ouger ber i(6r)»er»e(t eine geifHge SBelt, ja, ,,ba§ e« eine Seele 
giebt barüber beflebt fein oemönftiger Bweifel." a>ie a:b{ere baben ibre Itricbe, 
ber 9Renf(b 93ernunft €prad^en. f. f. ftxx 9lenf(b entmicfelte fld^ erfi aOmäbiid^ 
}ttr dultur ($. 58 nnb 89); er b^t gnte digenfcbaften, »eit^e un« (&cit ndber 
bringen, 2:ugenben. r/dinige von biejrn S:ugenben er^It ber SKenfdS^ bnrd|^ bie 
(Bnabe (Botted fd^on M ber dieburt, wie bie Oemutb (I), anbere erwirbt er fi4 
er^ im lieben bnrcb guten SBiflen unb lange ®eW0bnbeit, g. S. bie 9{e4»tfdSiaffen« 
beit, ®ere(btigfeit, &flbr^eit«Uebe. S)ie £e^re ton ben Sugenben btift tit BiU 
tenlebre ober dtbif!" 

dnblicb baben wir ben ^öbcbiinft bed Serf. ^lüdli^ erregen; wir finb in 
ber ®rammatit gur dtbif em^yorgeboben, unb ber ©cbuler? ber @e^aner unbOuin« 
taner? ber fhibirt, wa« bie Sorrebe \>txkt^i, mit ber d^rammati! )ugCei<b 
dtbif! ft>it £ebre von ben doncretid unbSlb^acti« fübrt bnr<(^ ha» weite, gro§e 
d^ebiet ber (Raturlebte enb{i(b ^n ber Sebre von S^ngenben unb Saftern. Unb Je 
wie e<$aubttugenben giebt, fo giebted au4 ^<tu)»tfiinbcn, mit bie^ofart, 
ben ®eia, bie Unreinigfeit bed «^erjenf, ben 9ltit, bie d(enu§fud|it ober ^o§ unb 
Völlerei, ben Qexn unb hit Sr&gbeit" 9(u« biefen ^auptfünben (ed finb wirflicb 
bie mittelalterli^en fieben) entfpringen bie übrigen gebier, Üntugenben unb 
Sa^er, ald ber ^ocbmut^, bie ditelfeit, bie $rabUrei, hit gemeine, niebertrdcbtige 
6dSimei(belei unb Jhiecberei, unb nod^ 21 anbere, beren dnbe ntc^t abjufe^en, ba 
nac^ bem SRorbe mit u. a. abgebrod^en wirb. 

lDo(b brecben aucb wir bi^mit ah. 3(b glaube ben ^t\»tU geliefert p boben, 
ba§ ba0 Sn4^ feinem SBefen nacb oU verfeblt ^n betrachten ifi, tbeiU wegen ber 
vielen faiblicl^en Unri(btigfeiten, t^eil« wegen be« vielen für bie Sugenb 
unb für ben beutf(ben Unterri^t unbraucbbaren jufammengeb&uften 
SRateriaU. $((d S)ru(ffebler finb mir aufgefallen, iRafeHaut €>. 22, d^efanben 
®. 23 unb verwanb @. 21 unb dfter. 9m brau(bbarften finb vieOeicbt no4 Ht 
^agen, bie ben einzelnen üabiteln angebängt ünb, bie jebocb natörliib ha, wo hit 
Seigre, auf weldj^e fie fic^ ht^^tn, ni^it fiid^ba^tig, iß ebenfall« su verwerjfen finb. 



3)cutfc6c @c6uIgranimotif für l^öl&ere <SS)\xUn. herausgegeben t>on 
Dr. SÄorift ©pief* Qxfttx ©urfu«, für einen einia^rfgen 
Unterricht in ber unterflen Jllaffe berecf^net* SSuc^^otj unb Seip^ 

!Deutf(^e ©(^lutarammatif für l^o^ere @(^uUn. ^eraudaegeben ))on 
Sruno SBerlet* 3tt>«ter Surfue, für ben Unter cic^>t in mitu 
leren Äfaffen bered&net. Sud^^olj unb Mpii^ 1854. 

IDiefe beiben ^eftd^en, benen nod!^ ein britte« folgen wirb, finb na<^ ber von 
bem £e^rereonegium ber SHealfc^ule gu $innaberg unterzeichneten SSorrebe ba^u bu 



I 9ciiTt^cU»iifien mnt fiir§< llii}elgen. 99 

fthnnf, ^em Je tti^rr, je M»afler gcfftW» 9^AffMffe atgu^Ifcii, jete DtocMfai 
In te^et idaffe im tanfe dne< ja^red in i^mn ganicn Umfange jui (ct^ren, fo bai 
na(6 )>cn Stan^9vnfte t>er betreffenden iKaffe ^a« für tiefelbe <^ee{gnete auf Der 
^efammlfteit eine« Unterric^MgegenfianM au«ge»iblt unt au einem rrlatii^n dkm« 
|en oereinigt »irt. S)a0 erf^e <&eft«(fen, ben erften ilnrfu« eni(^alten^, ift für bie 
nnterfe i^affe benimmt nnb auf ein 3o(r bere(bnet; ter §»eite iturfuf für tie 
mtttieren ülaffettr olfo anf mehrere 3a^re ; auf wie viele, toirü nidl^i gefagt. Seibe 
iturfe ^t\fvx in genauer Sejiebung jn einander unt §oar fo, ^a§ ^er §i»eite ben 
erfien erweitert, erginft, Stand^ef fi^fiematifd^r aufammenfleflt, unb ba§ ,,IRegeln, 
\i\t im er^en ^efte mit $(bf!(^t in elementarer gorm au«gefpro<ien würben, im 
^weiten eine f(birfere gf^ffung unb tiefere SSegrünbung erbauen." „2)er gweite 
ihirfu« nmf^fiegt ben erften concentrifcb, wieberbolt bag SBefentlitt^e feine« 3n^g 
unb fugt bai ndtbige 9tene an i^affenber Steile ein." IDie 93ä<^er foflen bcm 
6cbfi(er in bie ^anb gegeben »erben, bie näf^ere C^ntwi(fe(nng ber grammatif4fett 
9iege(n„^at bei ber £ecrare jn gefdbe^en, o^nebe«t>a(b biefe^u einer me4anif<(en3nn^ 

0[iynuia^if ^erabgu^ie^en, fonbem beren lei((itereg SerftÄnbni§ nnb größere gmi^t« 
eit fut eti^a^f, fo wie tiefere! Einbringen in ben ihinftban einer ®i»rad|^e jn 
»ermitteln." 

9lan mu§, benfe i<^, einige Snfbrütfe abaere<(net, ben gforbemngen unb ^ 
ftrebnngen be« Sebrercofleginmf gn Snnaberg beifhmmen. 6oQ ber Unterriebt im 
2)rntfd^en fi<^ ni<bt Mog auf t9i% 9Re4fanifd^e bef<irinfen unb auf ein aOiubdrfti« 
ged !DNnimnm tierabfinfen, fo mu§ eine gewiffe (Brünblic^feit, ein gewiffer Umfang 
bcd Stffeng auf jeber €^tufe, ober, befier gefagt, in fcber itiaffe erreidS^t werben. 
Z)iefe $enfa muffen, je mebr illaffen auf einanber folgen, je me^r 
a(fo ber Unterri<^t ger^äcfeit nnb jerfpiittert wirb, um fo fcb&rfer 
nnb genauer beftimmt werben, bamit feine 4gii<!e entfiele. (Sine %^v\t 
grammatif ift aber fi^eriicb ba« befte 9Ritte(, bemdnt><(( ober dnu^enig, — jeber 
unfi<ierett $rasid, ber SBilifür unb bem nur in biefem ^ofle gang entbehr» 
U(^en 2)ietiren oorjubeugen. 

9Ru§ man fi<( aifo mit ber Stenbeni ber »orliegenben SBüd^ei^^n unbebingt 
einrnftonben erflÄren, fo börfte ann&(b^ bie dwetfmägigfeit ber Augcren Z)arfleQung 
unb Sert^eilung in %X6ti gefonberte ^efte fraglid^ erf(^einen. 

4Sg i^ ai4ft m leugnen, bag fdr @c^Aler ber unteren illaffcn xX^il ungweAnA« 
fiiger unb uberflüjnger i^, aU ®4ulbu(^cr, bie oiel mebr enthalten, als ber %i^^ 
(er auf feinem elementaren, febr bef(bränften 6tanbpunfte gebraucht. %^x bie nn« 
ter^e illoffe ober @tufe ift ein möglic^fi begrenzte«, aber audrei(benbe« üRaterial 
aU (Srnnblage bed gan|en Unterriebt« notbwenbig. ilann unb mug bie« 3RateriaI 
au(| no4 al« integrirenber 3:beil auf ber folaenben ^tufe benu^t werben, fo würbe 
\^ »ünfd^en, ba§ alle« für iKt b6beren ®tufen Seflimmte burcb anberen X>ru(f ober 
fonjl in iraenb einer $lrt näber bejei(bnet wdre, Xöit bie« %. ^. oon Arüger in fei« 
ner grieebifcben ®rammatif febr swe(fm&§{g gefi^el^en if). 2)er {I5renbe, jeitrau« 
benbe unb foflfpieliae ®ebrand^ beiber $efte neben einanber würbe baburd^ oermie« 
ben, bie S^ertrautbett mit bem Su^e unb baburclf aud^ mit ber ^ac^e grd§er, ba« 
(Erfa|Ten unb ^eßi^aften be« (S^egebenen ^ik^txtx, 2)ie oielen ikKi^it im 1. jturfu« 
ftnb f^on ftdrenb, bie be« gweiten faft unerträalid^ ; überläflig Mxa (Bebrauc^ unb 
im Orunbe überfliüffia. SDer ge^rer wirb bie betreffenben 6teflen obnebin au ftn« 
ben wiffen, ber 64fuler, ^^i er anber« ben erflen ilurfu« ge^drig inne, mn§ fie 
gu finben Derfleben. ^9X bie Erfahrung in $(nnaberg aber ein anbere« SRefultat 
auf^uweifen, werbe \^ miA freuen, eine« 93efferen belebrt ju werben. 

föa« ben gegebenen 6t off betrift, fo flnbe i^ benfelben burdjiweg gnt ober 
wenigSen« awemnägig georbnet unb meiften« gut gewdbtt. 2)er Umfang fi^eint 
mir aber, gumal für gro§e iltaffen, im (S^anjen gu orog unb SRand^e« in beiben 
«heften einer b^beten 6tufe oorgugreifen, \si\t a* ^* (Stnige« über Sa^bilbung im 
1. iturfu«,.9)tetrif(^« unb Siterarbiflorifd^e«, fo bürftig unb elementar beibe« 9:9^6^ 
gebalten ift, im 2. Jturfu«. 2>oc^ entfcbulbiat fldj ^ier SSiele« bur* bo« in ber 
»orrebe »emerfte, ?lnbere« wirb o^ne Zweifel in focalen »er^dltniffen feine ©es. 
grunbung ftnben. 



90 ^cttvt^cUttugeii «üb fur^t Kn^eigen. 

f(ttd^ m^ bk IDarfletlaiie ^^^^ ^^ im Hagemciiini tiktt« Chrl^MicM etiu 
}ini>ent>cn ; im Qtin^tintn voitt> |td^ Tim^ti flnbcn, wa« tt>o^t eine $(&&iit)ent]ig er« 
(eiferte. (Sd follte Do« tro^ ber Stüdfl^t fär i^ürae, (Sinfatt^^it unb SeitAnMi«« 
feit mandft Siegel fdiidrfer nnb befiimmter au9gebrü(ft fein. 3n biefer ^infi^t 
aie&t befonberd t>a9 erfle ^eft^en ^nla§ ju me^rfad^en ^iudfleaungen. (S^ana «er« 
feblt fd^etnt un9 namentli^ 6. 64 ber ^bfc^nitt ))on ber ^reibung ber SBörter. 
2)er gweite iturfitö ma^t ^ier SRan<^e8 wieber gut, »a« ber etile, o^ne dweifci 
bann unb mann abfidSftU^ gefehlt W'. ^o4 u>are (>ier eine grd§ere Uebetein^ 
mnng mänfc^endmert^ unb \>om )^ftbagogtf(|ien ®tanb)>ttnfte aud gioeifknäf ig ge»es 
fen, um nic^t $u fagen not^menbig. 

2)ie S){et(obe, bie bem ganzen ®)>ra(^gange au (Brunbe liegt, ifl bie bnn^ 
iProsi« gemilberte, weniger f^ematifirte ^tdtt'fd^t. ^ menig fid^ SBedfer'd Ser« 
bien^e um bie ®rammati! unb gerabe um bie (S^rammatif ber ©^ule beflreiten laf- 
fen; fo u>enig tann bei einiger ISrfiabrung Don ber ^nwenbung be« ganzen ^ttUft 
f(^en epro^me^anidmud vernünftiger Seife ^ier bie SRebe fein. 3a bie IDarfieD 
lung be« 9lebenfo^e«, fo einfa* jle nacji bem SSeder'ft^en ©Aftern ijt, muffen »ir 
für ben €tanb))unrt, für ben biefe j^nrfe benimmt flnb, entfc^ieben (verwerfen. Sie 
giebt nur ^bfiracttonen , wdbrenb bie ditere, allgemein übltd^e, and^ t>on neuereo 
l^rammatifern g. SB. Don «goffmann u. 3(. aUein berä<ff!(^tigte, e« nur mit bem Sn- 
l^ait, ber tt>efcntU(ben, ccncreten @ub{tana be« Sa^e« ^n t^un ^ot. 2)a bie Seor« 
beiter ber ^efte audjf bem dinfiuffe anberet-®rammatifer fid^ ni^t gana enlaogeu 
i^aben, fie nennen »enigjlen« noä^ (BJ^inger, — f© »ürben fle meinem trmeffen 
na(^ audSf ^ier Don ^ecfer beffer biefe ober jene gute ^emerfung, atö baS ganae 
Softem über bie 9lebenfd^e aufgenommen ^aoen. 

$a))ier unb 2)ru(f flnb gut. 2)er $rei«, ber 93efHmmttng angemeffen, für }e« 
bed einaelne $eft billig; nnr in (Rncffi^t barauf, ba§ in beiben heften t>iel Gemein« 
famed enthalten iji, wa9 burd^ anbere $(norbnung gar lei^t au dnbent gewefen 
ivdre, ettoad ^o^i. Dr. ^ßä^it* 



!DfUtf(^ee 8efe6u(^ för mttttere (S^mnaflalKaffett unb SRealfd^uIen. 

terau^gegeben üon «ug* Spief , 5ßroreftor, unb gr» 6ptef, 
rofeffor* 3^^^^^ berbcffcrte Sluflage* SSiclcfelb, iBerlag \)on 
aSel^agen unb Älajtng, 1854. 

S)cr 3»«tf biefeö Sefebu(if|8 ijl bcfonber« barauf ^txiä)tct, ben ®^ü(er mit ben 
eingelnen Gattungen ber boetlf^en unb ber »)rofaif$en JDarftcflung bcfannt ju 
madjien. J5ie ^oetifcfte 51bt^>eilung entbdit: 1) ©ebic^te e))if*en ß^arafter«; 2) <Se« 
bi^te l^rtf^en ßbataftcrS: a. epifd^4^rif^e , b. reiu«l^rifcif>e, c bibaftlfc^^Itorifcbe 
©ebld^te, d. l^rifdi^e ®ebi(6te in befonberen gormcn, namentlii^ Oben, ©onette, 
Dctatjen unb (Sanjoncn; 3) ^Jrobcn bramatif(^er ©icfttungen; 4) bibafttf^e ®e« 
biegte, namentlid^ 9<^beln, fßarabeln, SRdtbfet unb Epigramme. £)te profaif^e %U 
tbeilung entbdlt: 1) bef^reibenbe ?Jrofafiücf e ; 2) Söcifpfele ber er^dbtenben qjrofa 
(®cfd^i4lte, eagen, SWdr^en); 3) Slbjanblungcnj 4) »riefe; 5) ^Dialoge; 6) (Reben; 
7) $arabeln, gabeln unb ©enten^en. SBorauSgef^irft ift ein fur^er 9lbri§ ber 
!poetif, aWetrif unb Ol^etorif, angelangt ftnb literarbiftorif*e SRotiaen. a)ie flua^- 
»abl ber mitgctteilten SWuflerftücfe ift fo getroffen, ba§ fte jugleid^ c^arafterbilbent 
auf ben ©c^üier »irfen fßnnen, unb ftnb m dfi^etifc^er Seaie^ung ju loben. 2)em 
€^üler »erben bie bejten @*rift|leller ber Ülation »orgefübrt, »ie ®ötbe, ^*ifler 
(oon bem im ®anaen nur u^enig aufgenommen ifl, loeil feine SBerfe verbreitet 
unb barum allgemein augdnglic^ pnb), illeift, S3ürgcr, SC. 2B. ©Siegel, Stterf, 
U^lanb, ßßamiffo, $(aten, SS. ÜÄüOer, JRücfert, (Eid^enborff, Jtörner, e*ett!enborf, 
©ali«, ^rnbt, Stnm, ^top^^ä, ßut^er, ^Jaul ©er^rb, SeffHig, Seo, Sarnbagen 
»on (gnfe, Berber k. Slud^ auö ben neuejlen 6(|>rift|leflern pnb paffenbe «Stmfe 
entlehnt »orben. 



• 3. «melung, JReftor in e^arlcttcnbura. »erKn, 1855^ 

3ii 44 ^iflorifiS^fn @d^{(teirungen uitb in fafi 100 iBiebcrn unb (Kebi^teti 
mxUn t)ie <&au)}tiiu)mente ter prru§{f(^tn (&t\d)idftt Um IBcftr tu>rgefü^rt. SBir 
töäf^Un, um ^u geigen, ta){e Ux S^crf. feine 9(u^abe gu lofen gefudi^t ^at, Hc 2Ros 
nate Tlat^ nnD ^^ri(. SDie d^etenftage M SXära fint) a. Der 10. (®ebut»taa 
ber jlönigin gouifc 1776), b. Der 17. (^reu§en ertfart t>en ilrieg gegen granfreic? 
1813), e. t>tx 22. (ü^ei^urtdtag M ^ringen von fpreu§en 1797), d. t^r 31. (din« 
gttg ber S^erbünbcten in $ari< 1814); tie M $(pri(l, a. Ux 17. (Sut^er anf 
Dem IRei49tage gu SormS 1521), b. Der 29. (Sterbetag %xittxi^ SBii^elm'« De« 
grogen jturfürflcn 1688), c. Der 30. (Die Wtaxl SranDen^urg fommt an Da< ^axA 
|)o^enaoneru ^415). S)ie Den ©eDenftagen gu ®runDe aelegten X^atfa^en finb 
t^eilö in ^jrofoifd^en (Dom SSerf. obgefagten) Sluffd^en, t^eil« in ®eDi((ften, Die anl 
Den bejlen Deutfcf^en ©^riftfleOern gewägt finD, gef^ilDert. S)ie 9(u0toa^( ifi 
Iobendtt)eh^. 3» 9^ieDrtdl)'d Ded ®ro§en @teri»etag ^at Der 9^erf. Die OU auf 
^rieDric^'d 2:oD Don ®d^ubart abDrudrn laffen. SBir Ratten geioönf^t, Da§ er autff 
Die fd^^ne ODe Don Demfelben 2)t<^ter: „^10 iäf ein ilnabe noc^ toar" k. ^dtte ab< 
Druden laffen, D'ie fe^r gut gum 24. S^nuar, a(d Dem (BeDurUtage ^i^ieDrid^*« Del 
®rogen, ge))agt (lätte. 3u Hebungen im SDeflamiren unD im freien SBortroge ifi 
Dad SBud^ fe^r brauchbar, unD foute in feiner )>reugif<^en 6d^u(bibIiot^e( fehlen. 



®6t^c'« Seben unb SBcrfc in c^ironologifc^cn 3^afcln für flcböbele 
gSwe^rer bcd SJtc^tere, bearbeitet »on Q, 3uliue ©aupe^ 
©ubfonreftor am ©^mnajium ju ®era» ®era, SJerlag t>oji 
§♦ Äomft, 1854. 

Sei feinem £)idSfter b^ngt ßeben unD X>iä^Un fo ungertrenn(i(i^ pfammen, dl 
Ui ®öt^e, bei feinem 2)idi;ter ifi el Darum not^meuDiger, in Die inDioiDueOen unD 
^erf5nti((en Segiebungen Der eingelnen ®eDi(bte einguDringen, all Ui i^m. Sir 
begrüben Dedbaib Dal vortiegenDe SBerf mit %xeuU, loeii el in einer fiaren Iteber^ 
M^ um ®5tbe*l SDid^tungen all Sonfeffionen aul feinem lieben in d^ronologifd^en 
Stofeln Dor Slugen jleHt. 

2)er aSerf. bat Den gangen etoff in 4 ^bfc^nitte get^eift, nämlid^ a) ®5t(e'l 
ÄinD^eit unD SngenD J749 — 1775, b. Oöt^c'l SBeimarTd^e gebrja^re, 1775 — 
1786, c. (SJötbe'l flaffif^e SWeiflerjabre, 1786 — 1806, d. mii)t im StÜer, 1806 
— 1832. 3eDer Diefer Slbfcbnitte aerfäflt »icDer in mebrere Untertbeile, a. ö. Der 
crfie ^(bf^nitt entbdlt aa) d^öt^e all ilnabe, 1749 — 1765, bb) ®5tbe all ®ttt« 
Dent, a) in Seipatg, 1765 — 1768, ß) in granffurt, 1768 — 1770, y) in 
Strasburg 1770 — 1771, cc) ®ötbe all JDoftor Der ölec^te «) in granffurt, 
1771 — 1772, ß) in SBeftlar 1772^ /) in granffurt 1772 — 1775, dd) erfte 
©d^tDeigcrreife 1775. 

®d^on Diefe $Tobe mag geigen , tt>ie äberfi(bt(i(b Der $erf. Den Stoff einge« 
ibeitt bat. 3eDe 6eite Del Sucbel aerfäOt in ^mi ^palttn, Deren eine Die biogra« 
)>btfd^en (Elemente entbält, n^äbrenD Die anDere Die glei^aeitigen £)i4tungen angiebt. 
9iuf Diefe Seife ift el Dem gefer leidet gemacht, |1% in fur^cr 3eit über jeDen be* 
litbigen 3eit»)unft aul ©ot^e'l geben ein anfcjiauH^el 93ilD »on Der SBirffamfeit 
Ded S){d^terl gu Derf^affen. ^ie im ISudSfe enthaltenen Angaben fc^einen mit 
Sorgfalt gefammelt'gu fein; »enigfknl finD unl in Den Slbfd^nitten, Die wir ge;: 
nauer Dergli(ben ^en, feine geiler aufaefiogen. ä^an^e >Data ^dtten genauer 
angegeben werDen f5nnen, g. S. ®bii)ti Clr^ebung in Den ^(DeljianD unD §um 
^Jorpö in Der Kammer jc. SDer SSerf. ^at ^^ Damit begnügt, Den Sunt 1782 all 



92 S^cutt^eitniigen ixnb fnrge 9(ngt{g(n. 

^t\t 3^^ angiigc^n, üt toc(4n Hei g(f4e(^ett fd. dUtemer ficfcrt in feineii 9tib 
t^cifungen über (&bti)t, SB^. H, ®. 150 genauere eingaben aber tiefe (Ertiflniffe, 
tie wob( fc^on vor ten 1. 3uni gu fe^en fein durften. 2)b(|i tted ftnt ilfUinigfeiten, 
unb tt)ir flnt ter 9(nfid^t, t>a§ tte ^rüif an neuen (irfdbeinungen l^er Literatur vor 
9inem tad ®ute anguerlennen ^abe, mad fie entbalten. 6o fei tenn tte Reine 
@(^rfft. Deren SBertf^ DurdEf angebängte 2:abeIIen über tie Oeneafogk Del i9ro§« 
]t^eraog({(^^®ä4fif(ben ^aufel »a^renD (Bdtbe'd l^ebenlaeit, unt> über :Die ^b^m: 
mung Der ^^^inüien Itestor unD <05t^e no4 er^d^et toix^, allen ä^ernrern unferel 
großen £)icl^terl befienl em)»fo^(en. / 

Berlin. Dr. i^eilbet. 



^ 1 c e 1 1 e n. 



eine ^^afiptatt*@tUVLiäiaft itt eitiet Srabraet Xai^ttn* o 

X)ie aro§e ^tttepeU Qtn^lanH mh Ux 9&tU, Sollten, ffi i)on jf^er ter ®e« 
genftant fo t)(der SBcfd^rdbunaen unt dtdfeberi^te gcwcftn, ta§ man meinen foOte, 
ed [et für je^ige Sefud^er biefer 6tatit taum ttwai 9{euel metjr ju bemerltn ä^Ti(|. 
£)o<| i^ t^em ni<^t'fo; ein ^i^^nter, ter nur ni^t gcrate^u Obren unt i^lugen Den 
auf t^n einffr^menDen dintrücfen »erfd^Iiegt nag immer n0d|^ 6toff jb eigenen 9e« 
oba^tungen ftnDen. 

2Bir Metten und im «vergangenen 6ommer einige 9Bo<^en in ßonbon auf unb 
nahmen unfer Ouartier am Stranti, nitf^t weit i>on Ztmpit 93ar, jenem (efannten 
®mitf)oxt Der (Sit^ gegen SBefienD ^n, an Deffen Eingänge Der 6ouDerain De« 
'iMM, wenn er Die (Siti? befud^t, barren mu§, M i^m Dom SorD SRa^or Der 
3utritt getodbrt mirD. $on 2:em)9(e Sar gelangt man gunä^ff na(6 gieetflreet, 
einer fc^on im 17. 3a^rbunDert in Der großen 8ranDeata{iro)»be Don SonDon eine 
wichtige fRoüt \pitUnUn 6trage. 

^ieetfhreet iji leine berliner ^aricittn* oDer 93ebren{lra$e, in Der auf« unD 
abioanDeinD man na^ <S(efaflen eine ^bÜDfopbift^t Zr&umerei abfpinnen. Die ^dufer 
p beiDen leiten Der ®tra§e betrauten unD Die 9[udb&naef(^ilDer fiuDiren fann. 
(19 til vielmehr eine enge, bduftg, befonDer« bei regnigtem ä^etter, febr ffbmufaige, 
mit SRenf4^en, iSaftmagen, OmnibufTen^ (Sab«, j^arren aum Sleugerfien DoOgeDrongte 
Stra§e, in Der man genug ju tbun b^t^ um mit iftiUx ^aut oon einer ^eite Dei 
^rottoir« ^ur anDeren ^u gelangen, wäbrenD man Durcb Da« betänbenDe (S^erduft^ 
tiefed f!(b DurcbeinanDer Dr&ngenDen SRenfcbenfnänetö unD Diefer fnarrenDen unD 
raffelnten 93ebtfel ficb in einer fortwdbrenDen nerDöfen 9(ufregung beftnDet. 

6o fam ed Denn, Da§ n>ir f^on mancbedmal Diefe @tra§e mit befcbleunigten 
6(britten Durcbeiit batten, obne felbjl Dem btnlic^en 83au Don @t. ^aui, Der »on 
(a aud über SuDgatebiQ mdcbtig empor^eigt, Diel 9(ufmerffam!eit ^u gdnnen, all 
eine« Stage« unfere ?lugen auf eine Slrt ^^lacat fielen, Dal in gwei (Sjem^vlaren an 
tem ^en^rr einer 2:aDern aufgehellt war. Sir ftanDen fltll unD lafen folgenDe 
^^(i^t : »Temple Discassion Forum. The Literarj Loongers. The next meeting 
will take place on Taesday the . . . ., when the subject of the conyersation will 
be.« — 3)iffe SSorte waren, Dal l^atum oulgenommen, geDrudft; Dann folgte ge* 
[^rieben: «Shakespeare's Life and histories of King Richard ü."* S)ann WieDer 
gctrucft: »To be introdnced by.... Chair taken at 9 o'clock in the erening. 
Visitors are reqnested to take part in the conversation.«* — 5lifo eine Iiterarif(bc 
©cffUfcboft in einer StaDern, welcbe no^ Dajn Den wunDerlid^en Flamen Green Dra- 
gon Tavem fübrte! — SBir befc^lofifen, unl Diefe „titerarif^^en gWüffiggdngei" ein* 
mal näber anjufeben. 

JWoii Dor Der beftimmteu 3«t fanDen wir un« am ndebfJcn SDienfJag 3lbenD ein, 
um ja einen guten $la^ ju befommen. Sir i^aiUn tux^ einen f(bma(en d^ang 
ju ge^en, Der an eine mit Dunfelm Xu4 aulgefcblogene Slbür fübrte, in welcber 
in einem Deil De ^oeuf Don mattem Q^Ufe Die Sorte Coffee-Room prangten. 
SBorficbtig öffneten wir Diefe ^Jforte, Die offenbar inl ^eiligtbum fübren mugte. 
^ir befauDen unl allbalD in einer etube. Die ficb auf Den erflen Slid in 9lt4)tl 
öon einer ^trobi^nlii^ttt berliner Sci§bierjiube untcrftbieD. a)ie SdnDe braun an? 
gemalt, an Den 6eiten lange 3:if(be mit ge))olflerten SBdnfen unD ^tublen DaDor, 
auf Den Zi\^m eine 5(naabl langer weiter Z\)onpfti^tn in malerifi^er Slbjlnfung 



94 ^RiittUtn. 

attitmi, unb S(ed(igefd§e mit ^apitxfitihui , oon Ut S)(tfe (&lcätnß^t ^entttter 
fangenb. %n bem anUtn (Snbe ber @tui>e tem dingange gegenüber * (ntbe(f ten 
wir ieboci^ einen aropen IBe^njIu^I, ofenbar ber ®i^ bed (ibairmani, unb t>or 
bemfelben einen Zi\d) mit einem ®d^reibt)u(te baranf, fou>ie S)intcnfa§ nnb ^^retb« 
materialien. SBir maren aifo bodji an feinen falf^^en Ort gerat^en, ivie toir im 
erflien ^ugenblidfe t)ermut^eten. UeberbieS befanben fic^ au(^ an ben SBänben eine 
9in^a\)\ Portrait«, unb ein fof^eS ettt«d fallen, febr ernfi blitfenben ®ent(emand 
gerabe ober bem IBebnfiu^Ie. ®äfie befanben fic^ im $lugenbli(fe meined (Sintrittd 
^ nur einige wenige in ber ®tube, mit eng(if((fer IRube unb ©(^»eigfamfeit i^r ®Ia§ 
^(e trinifenb; jebed^ erfannte id^ in bem einen fogieid^ ba0 Original etned ber $ot$ 
traitd »ieber. 34 motzte nun gieic^faüd eine deflellung unb wartete ber 2>{nge, 
bie ba fommen feilten. 

S>a0 ^otai füllte fid^ nur febr aQmdbli^ unb bebentenb na^ ber im Programme 
angegebenen Qät Walten erfc^ienen, ße^en bie l^ic^ter an, bie auf ben Sifd^en 
fianben unb brad^ften ben (&&^m bad 9Nr(angte, bod mei(l in ®in ober ^ranb^ 
anb SS^ater beftanb. Salb erfaßten ber ßattiid^e ^txx, beffen Portrait id^ gni^or 
bewunbert ffdUt, fe^e ft(^ in ben bequemen £ebn{htb(, unb lieg fi^ in ein ®tf 
fprÄ$ mit einem ^errn gur ^inftn ein, ber eine $a)>ierroC[e in ber $anb ^Uii, 
unb offenbar berjenige war, ber bie S)idcuffion einleiten feilte. S)ann warb bad 
3ei<ben {ur fKube gegeben unb ber ^bairman fünbigte an, bag, bem Programm 
gemä§, mx, (£b • . bie heutige 3)idcufjton über ®^aiff|>eare'd King Richard n. mit 
einem furgen äSortrage einleiten werbe, ^er genannte ebrenwert^ ^err begann 
bemnadS^ unb verbreitete fii^ in einer ni<bt9 weniger ald furzen unb flarf im i^on^ 
boner Slccent vorgetragenen 2)arlegung über ba« erwähnte (Stürf ®^affpeare'§, fei« 
nen ^iflorifd^en, aft^etifc^en unb bramatlfcben SBert^ unb bewied viele <6ad^fenntni§ 
unb eine gro§e Segeijlerung für feinen 5lutor. — 9iaä) ber JBeenbigung be« mit 
Seifall anfgenommenen SBortraged ftattete ber (S^airman im Flamen ber SBerfamm« 
(ung bem Stebncr feinen 2)anf ah unb forberte bann jur 2)i8eufjion auf. @ö er* 
folgte eine beträ^t(i(^e $aufe, wie bied atxobf^nii^ vor bem beginne einer £)e« 
batte ber %aU gu fein pflegt. 2)ann er^ob fl4 ein ä(tli(|fer ^err, um, wie er fagte, 
ven trefpi^en Vortrag be« Olebnerd unb bie Semerfungen bed (Sbairman bur(^ einige 
fernere S3emerfungen über fd^5ne üunfhoerfe <6ba!fveare'0 ju ergänzen. 

Jöi« babin bitten bie gjer^anblungen fo jiemli^ jenen befannten einer literari* 
fd^en ®efellf(^aft jeaiicben, bie und ber bannooerfdSfe 3(bvo!at 2)ettmo{b fo ^ubf^ 
bef^irieben b^t ; ^ fagt einige SSi^crte, S lobt bie gebiegenen 93emerfungen $('d unb 
füblt ft^ gebrungen, einige eigene ^ingugufugen, @ lobt wiebernm bie trefflichen 
^eugerungen S3'd unb wü^tt faum no$ ttw(i9 Seitere« über ben ®egen{lanb ^u 
faaen, wenn ed nid^t £)ied ober Sened wäre u. f. w. — 9lun aber foute plbj^ii^ 
geben in bie 2)i§cuffion fommen. din jüngerer SWann, von jiemlic^ burfibifofem 
Siudfeben, erbob ft^, unb äußerte, er muffe ganj offen befennen, ba§ i^m bad 
ewige gobpreifen @b<iffP<Äte'fi im bö(^ften ®rabe wiberwdrtig fei, diner fpredje 
bem ^nbern nac^, unb am dnbe wiffe itetner, xüa^ er fage unb warum er ed fage. 
9Ran folle boc^ enbfic^ einmal aufboren, ^f)af\ptan digenfdf^aften beij^ulegen, bie er 
nie gehabt böbe, e« fei gar feine ^rage, bag von ben breigig unb einigen @tütfen, 
bie unter ben 92amen sSilliam 6baffpeare gingen, bod SS^enigfle bicfem mit fRtdit 
iufomme. di fei ja befannt genug, wie 6baffpeare gu benfeiben gefommen. 
dr ^abe bie aÄanufcri^jte berfelben auf ben Wörtern ber S^eaterbibliot^cf feiner 
SBübne gefunben. Sebermann muffe wiffen, ba§ Managers in bamaliger 3^t bie 
abfoiuten digent^ümer ber Stb^aterflücfe gewefen feien, we(<^e fie von ben Kutoren 
fauften. Söenn ®^affpeare in biefer ^inflc^t irgenb ein SSerbienfi jufomme, fo fei 
e< bad, biefe BtMt me^r t^eatergered^t gemalt ^u ^aben. ^ni bem, w(t^ wir 
von 6^affpeare'« geben«umftdnben wüßten, gebe fattfam ^ervor, ^a^ er gar nic^t 
fÄ(lig gewefen fein würbe, felbjl ein ®tüc! ju fdS^rciben. dr fei ber ©ob« armer 
dltem in 6tratforb upon Wocn gewefen, oagabonbirenb na^ ßonbon gefommen. 
bort eine 3<itiang Call-boy an oerfd^iebenen Sühnen gewefen, ^abt bann burib ein 
oewifl^d praftifci^ed ®ef(^i(f, baS i^m aUerbing« nid^t abgefprodSien werben fbnne, 
äwtritt ^u einer St^eaterbü^ne erlangt, unb fei enblid^ bi0 jum Manager berfelben 



VtHttiUn, W 

aryancM, ht »et^et dfgciifd^afl et 4^an^ an tal X^eatefd0citt^iim fltfrat tie 6Hlde 
$init S^^dl umgtarBdtet, iinb tann unter feinem 9{anien anf He Su^ne gc^rai^t 
habe. — S^ie ed immer nnD öC^etaQ Sente aeben ivirb, tie 9iIIem, »al mit einer 
gennfvtn S)retfligfeit Dorgebra<^t Wirt, 93eifau sollen, fo war e« au^ ^ier Der gaQ; 
ter ^^affpeare^äRafhs fonb feine 9(n6änger. S)oc^ foHte S^affpeare niift vmatf 
rod^en bleiben. S)er dletner, l»er gnerji gefprocben ^atte, erbob ftd!^ voQ Unmiden 
un^ änderte fein ^efremten unt feinen S^ertnm^ tarnber, tag jene alten lÄngfi 
wi^edeaten S3ef4u(tigunaen in ter Oefeflfd^aft ter JAtenry Loungen ton 92euem 
aufgewärmt Worten, e« fei idngfl erwiefen, tag ®^affpeare ter @otn fe^r a<btbarer 
dltern in @tTatfort;on«9(ton gewefen, tag er eine fe^r forgfiltige ^(^ulergie^nng 
genoffen, nnt nie aU Call-boy an ter S^ür l^ontoner Sweater geftanten HU. 
3(oge tramaturgifc^e ^entemngen warten an« f^lecbten oter mittelm&gigen 6tndlni 
nie foiibe SKeijlerwerfe gemalt baten, wie tie ^baffpeare'fd^en feien, nnt wenn tie» 
fetben fibon torber tiefe SoOenrung befeffen Ratten, fo würte tarand nur ftU 
gen, tag wir ^att eined ^^affpeare eine Steige ton 6|affpeare< gu tere^iren 
bitten. 

a>iefe (irwkternng wurte mit befonterem S^ifaQ angebört, tie 2>ar(egttng ter 
diti^elnt^eiten, tie fär @^atfpeare'l 9[ntorf<baft ter @tii(fe fpred^en, wnrte mit 
fatt unabtäffigem Hear, hear! begleitet, nnt am ^d^Iuffe ter 9tete tie (eb^afteßt 
^eifiimnrang turcb iliopfen anf ten 3:if(ben funt getban. Qi wnrte nun ttotff 
Einige« bin« unt $ergeretet, nnt ta |i4 ter 9(nti«®batfperianer turd^an9 ni<bt geben 
wollte, fo erflärte ter CLf^airman ^uUj^t, ti fei bei tcn Literary Loangen bt^ber 
immer Sitte gewefen, nur um ter @a(^e felbft willen ^u ftreiten, ta aber am 
beutigen Sttent oon einer 6eite t^er ter Streit offenbar nur fortgefe^t werte, nm 
ta« ie^te Sort $u behalten« fo werte er tie £)tdcufRon f(||(iegen, wie er bi^mit 
t^uc, intern er feinen fPrdfttentenftuil terlaffe. — ©awit war tenn tie 6a*e 
abgemad^t, nnt ta e0 mittlerweile giemli^ \Hi geworten war, fo erhoben f!(tf aud^ 
tie äbrigen SRitglieter unt ®äfle unt terliegen ten 6aal oter tie SBierftnbe, wie 
man wiu, diner nad^ tem ^Intern. 

S&ir wohnten nodjf mehreren fol((er iDidcuffionen bei, tie aUemal am Z)ienftag 
^bfnt gehalten wurten. 2)erfelbe ^err, ter über King Richard n. gefprodjien 
batte, btelt nadiieinanter S^ortroge über King Henry IV. , first and second Part, 
King H^niy V., King Henry Vi,, firet, seeond and third Part, jetot^ boten tie 
fld^ an tie 93ortr&ge anfnupfenten S>ebatten nid^t tiel S3emer!enewert^ed tar. 
3ener Snti^ Sbaffterianer erfcbien nt(bt wieter in ter 9)erfammlung unt e9 feblte 
taber ten )Di0euf|ionen tie Bürge ter Oppofition. Sir erinnern unf nur einer 
bemerfen^wert^en Sleugerung: tiefelbe betraf ten df^arafter ted 9<^l^<iff* ^^ner 
ter $lnwefenten dugerte ndmiidl^, tag ^alftaff turd^au9 ni(^t ter %ti^MH UU f^^ 
ten er gewöbnlic^ genommen werte, dd fei ein beteutenter Unterfd^et g^ifd^en i^m 
unü feinen epieggefeflen Sartolp^ mit $ijloI. galftaffd Unluft an friegerif^en 
Staaten entfpringe nidi^t fowo^I au« ^eigbeit, al« au0 einer gewijfen ®utmut^gfeit 
unt Sequemli^feitdliebe, wie fle folgen wohlbeleibten ^enen gewdbnlt(tf eigent^üm« 
Itd^ feien* ^od) fonnte tiefe $(nfidSit f!^ feine Geltung terfc^affen, fontem e0 
blieb tabei, tag gatftaff ten Flamen eine« geiglingd terttene, wenn aud|> S3arto(p^ 
unt $iftol noä^ erbdrmlic^ere Seiglinge feien. — dine antere S3ebanptung, tie im 
Saufe tiefer 2)i«cnff!on auftankte, war, tag S^affpeare ^6} in ter d^^d^nuna ted 
^rinjen ton Sßaied, nai^ierigen il^önig« ^einrid^ V., eine 3nconfequens ifait jn 
Sd^ulten tommen laffen. d« war ni^t gerate fcbwer, S^affpeare gegen tiefen 
äiorwurf §n tert(^eitigen unt gu geigen, tag tad lufHge, bewegte Men, wa« er, 
t>f>r feiner 2:^ronbe^eiguna, mit ^al^aff unt teffen (DefeHen fubrte, für einen $rin< 
§en oon feiner geifiigen ^Begabung gerate tie Duefle feiner tünfiigen ®rdge gewor« 
ten unt i^m jene ÜKenfibenfenntnig terfd^afft b^be, tie ein auftf^lieglid^ed SSerwei« 
len an tem von Sd^meic^iern erfüllten <&ofe feine« Spater« i^m nid^t gegeben l^abtn 
würte. 9Bir nahmen in tiefer S)ebatte ta« S^ort unt erinnerten an ten römifdS^en 
3mperator Stitu«, ter auc^ in feiner Sngent für einen ©iwelger unt »üftling galt 
unt fe^r geringe {Hoffnungen erwecfte, unt to(^ fpdter einer ter beften «^errfd^r ilom« 
wurte unt ten f^^nen S3einamen tie ^itbt unt tie SS^onne te« 3Renf(|engefdS^le(^te« 



90 3Kf<cf((en. 

ttffklL Z)dd jkmlid^ ttii§ufamtiien(dngtnbt QtnM^, in tvef^em Hefe 9(eii§frttn0(tt »01^ 
gc^ra^t l9ur^en -> ed u>ar tad Örfienial ^a^ wir in einem fremden San^e nnb in 
einer fremfcen €pra(fie öffentli^ redeten — ■ »urre mit Sßo^lwoQen tttt^ 9lad^fidjt 
ange^drt, nnt gleic^faQ« am ©d^Iuffe mit einigem ^tifaü belol^nt, — toad »ii 
nur anfuhren» um ten ^armfofen Zon ber ®efeuf<^aft gu s^igen. — Qtint befontm 
drregung gab fid» Dagegen bei Der SSefpre^ung De« King Henry V. funD. ^efanutiid^ 
fdjiilDert Dtefe9 6tä(t Die i^&mpfe jwifd^en i^dnig ^einrid^ V. ton (SnglcraD und 
itöntg i?ar( VI. Di>n ^^anfreid^, ^treitigfeiten, weliS^e tntiid^ in Der S^nB&^Imtg 
De« engl<f(^en ilönig« mit ifatbarine. Der 2:od^ter Ded fran^öfifc^en iTöitigd, rts 
g(üdi(^ed ^nDe ftnDen. S)ie SSe^ief^nng auf Die Gegenwart iag f^ier gtt nabe, nn 
oermieDen gu werDen. UnD tvarum bätte Da« aucb gefd^t^en foQen ! (Sft maren Die 
erfJen Sage De« Cctober, jene begeifierungÄDoIle 3eit, »0 fo eben Die 92ad^n<^tes 
von Dem giorreid^en ®iege an Der lllma, no^ Derfidrtt Durd) Da« oHgeaidn gt« 
glaubte ©eräc^t Don Dem %aüt ^ebafioi^ol«, na4) (ingianD gefommen waren. Slfie 
SonDoner Sübnen waren Damal« mit Den engiifi^en, frang5|if(4en nnb törfif4ei! 
^a^nen gefc^mädPt, aQabenDiid^ ertßnten Dor Dem beginne Der 9$orfieQung: 6od 
save ihe Qaeen ! unD Die frana5ftf<j^e SRarfeidaife, unter Dem lauten ^eifafirufe Dei 
beiDe 9tatienaaieDer fte^enD an^örenDen 3ufdS>auer. Sßa« SunDer«,. Dag auc^ Die 
®^a!)>earegefenf4aft in ^(eetfireet »on Dem aflgemeinen C^ntbufiadmu« ergriffen 
wurDe unD Denfeiben bei paffenDen ©elegenbeiten funD gab! S)ie SS^crte J^önig 
^arr«, mit Denen er feine 2;D4iter i^atbarine Dem engHf(^en i^önig sufu^rte, gaben 
Dagu Den $(n(ag. ^crt ^eigt e«: 

Take her fair son, and from her blood raise np 

Issue to me: that the contending kingdoms 

Of France and England, whose very shores look pale 

With envy of each other's happiness, 

May cease their hatred, and this dear conjnnction 

Plant neighbourhood and Ghristian-like accord 

In their sweet bosoms, that never war advance 

His bleeding swoord 'twixt England and fair France. 

Act V, sc. H. 

2)iefe Mian^, fagte Der IReDner, i^aht feinen langen SBeflanD gehabt, nnU fie 
eben nur gwifd^en Den 6ouDerainen gef(|i(offen worDen, je^t aber Ratten Die beiDen 
^Mfer eine ^0ian§ gefcbtoffen, unD wie Diefe fo eben Dur(^ Da« im gemeinfameB 
i^arapfe gegen ©arbarei unD Slbfoluti«mu8 Dergoffene 53Iut beflegelt worDen, fo fei 
m bcffen, Dag fie ciü(!^ über Die QtiUti De« Jlriege« binau«Dauern, unD Dnref» Den 
lltt«tauf(b Der frieDIic^en 33egie^ungen De« 4panDel« unD Der 3nDufirie, Der S^iffen^ 
f((iafteu unD Der ilünjie i^re eigentlidje ^eDeutung unD fegeH«reid^e SntmtcfeCung 
erbalten werDe. — 6« lħt fi* leidjft Denfen, we(c|i ein 3ube( Diefen ©orten folgte, 
unD roit berjlic^ alle ^nwefeuDen in Denfetbeu einflimmten; — e« war Der natura 
li^e 3Cu«Dru(t Don SiRenft^en, Die fic^ mit etotj ibrer 9lationaiität bewitgt ftnD. 
^« war übrigen« Die« Da« ie^te aRa(, Dag wir Den SSer^anDlungcn Diefer iSefeH^ 
f^aft beiwohnten, Da wir batD Darauf ISonDon oertiegen. 

G« intereffirte un« au wiffen, wel^e« Seichen« unD Berufe« Diefe ßeute woM 
fein möchten. Clinigen Don i^nen fianD Derfetbe Deutli^ genug auf Der €tfme ge» 
f^rieben. 2)er fleigige Secturer war offenbar ein Su4)DrudPer, Der ^nti^^^affperianer 
toai man in ^eutfc^lanD einen Literaten gu nennen ))f!egt, Der ^^airman, toit {14 
balD ^erau«fieate, ein ^rat. Der (f^renretter ^alfiaff'« ein 9Ra(er, unD Den &lt(f<ben 
i&errn, Der in Der erfJen SSerfammlung, Der wir beiwobnten, Durcb Belobung Der 
Sorte feiner Vorgänger fo Diele 'Anlage ^u einem Deutfd^en ^(ubmann bemiefen 
batte, erblicften wir, einige 2:age Darauf, Dor feinem antiquarif^^en Bud^laDen na^e 
bei Ziw^U Bar. — Slflc aber waren Bachelor«, aWdnner oi^ne eigent(i*en Home, 
Die na(b Den gef^äftlidSfen Tlni^tn De« 2:age« in Diefem literarif(^en Beifammenfein 
eine dr^olung fugten unD fauDen. 

Reading, Berkshire. Dr. SÄ* SDtoaft« 



VtiicttUn. 97 

SBobttrA entfielet bic tcadtfd^e Statafktopl^t in Sd^lOet*« IBrattt 

wn SReffiiiat 

CoQ ber cinjelnc d^arafter eine! C^auf^ieU otcr hfonterd derjenige tut* 
roidtlt werten, melier unter mehreren m ein dletc^nami^ed ®(f4i(f oerflocfttene« 
^rauiatif(^en $erfonen ten ^anptd;>ararter au«ma(^t, fo »tr& bie tramatif(^e %aM 
Dfd ^tücfed^ p ferner gebort, in Unterfud^ung )u nebmen mt rorin auf tai 
Sied)tdoerbältnti )u achten fein, unter mtidfU t>\t ^erfonen gegenfettig gefleOt ftnb 
o^er gegen wtid^ti fte an^uarbeiten ^aben. IDie S^ernunftgiltiglttt ter (Ebaraftere« 
ber ^antluttgen unD red (Befammtfc^icffiil« mu§ aUrann ald ra« natürttc^e iSrgeb« 
ni| ted in ter %abtl te« 6(^aufi»ie(d liegencen [Rccfttdbegrtffeft erfcbeinen. 

llntcrfu(^t man nun Die Jfabel Doriiegenten ©titcfed, fo iä§t flcb DiefeCbe mit 
ein paar SBorten erleMgen. SDie ®eburt eine« Dem grürjienbaufe jur llnjidt bef tjtff r» 
ten itiuDed foll erfoiglod gemalt iPorDen. 2)amtt Der Sater Dad 9)iUgeborene 
m$t etma fo^(ei(^ t)ertilge, uuD Damit ed §ug(eid^ nic^t fpäter Den Peinigen eine 
fc^on oorDerfunDete Urfadiie Ded SBerDerbenf »irtii^l werte, lägt ed Die 9)^utter im 
einem entfernten jtlofter beimiid) oufer^i^en. £)a Der 9[^ater entlieft ftirbt, wei§ 
au§er ter SRutter unD ibrem alten X)iener, welcher ebemald ten @dugling toegge« 
fcbaft ^at, feine @eele mebr um 2)afein oter ftblunft jened i^erborgenen gürten« 
ünted. Die äßutter bef(ftlie§t, ed p 04 b<ini^unebmen unD öffentlid^ aid Die ht* 
re(^tiate Zod)Ut an^uerfennen an Dem Xage, an welchem ibre beiten 6öbne Die 
lalte ^iferfucbtdfebDe beilegen unD ^ä) terföbnen; Denn taturcb ifl taft befurcfttet 
(gewefene S^^milienun^eil für immer abgewentet. Slflein intefTen bat DerßnfaO Dem 
Snr 3ung^au erwacbftnen SRätcben ibre beiteu Krater ^u (Sieftcbt gefübrt; Da no4 
tein 3lnla§ gegeben ift, ft((f a(d (S^eft^wifter gegenfeitig ^u erfennen, entbrennen fie 
^u ibr in wtDeruatürltcfter ^itbt, l)itxnuf untereinanter wieDer in faum terrauiftter 
iStferfttt^t, rauben ficb gegenfeitig Die unerfannte 6(bwejler unD, wäbrenD bereit! 
eint iwiefadl^e SlutfdS^anDe gu Droben f(fteint, entigen fle im SruDermorD. 

Sei Der groben 9)unDigfeit einer fo((ften ItnbeiUgefcbi^te, Die ter fbi^Ux in 
ein Z^rama )>etwanDeIt bot, ifi unfere nddbfte grage immer Die, wie er Denn Daf 
nn« gemütbficft Unertr&glicfte in eine f<^6ne unD über^eugenDe Sa^rf(^einli(ftMt Der» 
»HiQtelt habt. 

titnn Diel geigt un0 Die eben erjäbUe %(iM bereit!, Daf bier Der tragif^ei 
Conflict unt Die Äata|hov^e nic^t Dur* ^ai reifgidfe oter familidre »erbÄUnif, i 
nid^t turcb Die ffttliefte ©ef(ftaffenbeit Diefer $erfonen, alfo ancft ni*t Dur* Da«f 
<lingreifen einer äbermäcbtigen ®*itffa(00ewalt nt Staute fommt — fontern allein \ 
Dur* ein Dorau0gefe(te! ®e^eimni§, teffen fi* Itlle gegen 9iae unD über %üii be« | 
Dienen. Da« €>iüd, Da« p* Die feinDli*en 55rttDer nennt, Wnnte f!* mit gr6f erem r 
9ie*te Die 9$erf*we{genDe g^'tn^^^^ nennen. 

^fle« nämli*, wai in jegfi*em !^eben«Derbä(tnifTe unauffd^iebbar mitgetbeilt 
tigerten mufi je na* Stimmung unD X)rang De« bergen«, oDer na* Dem ®ebot 
^er 8eben«nugbeit, ®itte unD Vernunft, ^Oc« tiefe« wirt ton ten fperfonen tiefe« 
®tü(fe« entweter geraDeju gang unD fortwäbrent Derf*w{egen, oter e« wirt ju 
erjäblen Do* terfcbcben, terfpart, au* no* gule^t immer nur gur ^dlfte gefagt.^ 
SSarum fo? 2)ie 5Di*tung felber Derf!*ert, e« ge|*ebe tiefe« au« einem fo tcrbdngs 
ten Samilienmi§gef*i(fe. (Sine ndbere ©etra*tung tagegen fagt un«, ta« ®eti*t 
tetiene f[* tiefer naturwitrigen <S*weigfamfeit feiner fPerfonen au« eigner SBiflfür } 
unt, xoit ft* fpdter ergeben wirt, au« Mangel an einem antern gcnügenten SO'totioe. * 
3n Dem entf*eitenten SWomente nfimli*, ta tie alten 5Wi§DerPantnif|c eine« in |1* 
fiffpaltenen ^ürften^aufe« beigelegt werten foOen , wo aller gefdbrli*e ^aUt, ter 
Hd^er tie bergen unt ta« ?anD tcrßtet i^at, abgetban fein fofl, in eben Diefem 
SWomente wirD weter Die Duelle ter bisherigen Uebcl gejeigt, no* ta« SWittcI ge* 
nonnt unt gcbrau*t, j!e m tevftofen ; tie am weiften feet^eiligten Derbergen fi* 
flefienfeitig abemtal« ibre fte am meiften betbeiligenten, ffe am n5*|ten einigenten 
Sntereffen. Sllfo terfallen fie ja notbwentig foglei* wieter ten alten fle trennen^ 
ten SBiterfprä*en. SBer|i*ern nun fol*e ^enf*en p* if>rer gegenfeitigen Streue 

^v^'w f. ji. @vw(^en. XVn. 7 



^:^ 



98 afti^ceUen. 

iitit» Siebt, imMn aber- tenno^ üt gegenfettiger ^tMldjftit <in einem Sptane fett 
Deffen ÜWt^f^affen^jeit |!e fd^on vorder fo weit entzweit ^lötfe, fo n>irt l»er f^amn 
loffjle SJorgang ten Slpfel Der 3wietr«i^t frff* üom S3aume fd^ütteCn. itcin SBuiij 
t)er ai^Of t)a§ |t<^ i^nen fel(»fi \>a9 SBo^igemeinte unter Der *&anb perfe^rt t^a§ jr^c 
Slbwefir geaen fernere« Unalfitf nur tie ßafl ber Unglütffifciffe W^er t^ürmt, DdJ 
fcgar tie eben »oKbrat^te SluÄf^bnung ber feinMic^en ©ruber «nb ba« ^erbeibolen 
ber neu gewonnenen ^d^wefter juni !Worbe fd^rt. ©o t^etliert aldbann Me SWut* 
ter, anftatt i^re 5toc^tcr ^eim^olen ju fßnnen, biefe unb bie befben «Sö^iic aufams 
men j fo »erlferen biefe Bbf^nt beibc i^ire »ermeintlic^e ©raut, ba« ^rflen^au« wr? 
wanbelt fi(^ in eine äemeinfame ®ruft, ber ff^ron ifl ver^bef unb taö 9tei<^ »tri) 
t>on ©eeräubern in ^eflji genommen. SBä(^renb aber bie gomific bei bUfen VLn- 
faden ben $imme( anüagt unb bie graufame $ärte be« fte ^eimfu^enben ^ifige^ 

IWcfe«, ftnb wir Snf^^auer mit ganj anberen @ebanfen befd^äftigt. J)er 3<^nnner »on 
iBeuten, bie ^d) lieber gufammen i« ein ougenfd)einItd^e8 SjerDerben pr^en, aU bog 
fit fid^ jur gfgenfeitigen (Jrfiärung bie nöt^tge 3eit nehmen mögen, rü^rt un« uiifct 
fonbern befäpigt unb erbittert unö eber. (Sin einzige« ©ort ber <l^t^erf^ng wörtc 
lange no4 manches hemmen, 9[nberr9 nod^ unfd[iöb(i(^ vorbeigehen laffen f wir felber 
motten biefe« ffiort wie oft Un blinb ?o«fabrenben jurufen. ?[ber fle woOen nic^t 
beifammen perweilen, nic^t ba« ^u dnbc befprecben, ju beffen Scfpred^ung pc bo(i 
fo eben gufammengefommen ftnb; ba« ollergewö^nlid^fte S3abrne^muna«vcTm6geii 
Perwiefc Re barauf. ®ie böben e« nid^t, unb bennocl[> woflen fie ftcb brüften mit 
ibrer feineren »orabnenben ®eele., 9lid^t einmal ta^, wa« jle in ^itbt beatiitfcnD 
auflö^, tbeilen jle \idf mit; nicfet" einmal ibre dfferfu^t unb SBerfeinbung werfen 
fte fi* leiPenfd^aftn* in'8 ©efic^t. SBir ßufcbouer, bie wir frob fluD in rem 
Jöefil^ be« aöeö leitenben «ernunftaefe^c«, Perfc^lie^en un« falt gegen eine fo g^ufl^ 
tofe unb unfaßbare ßeiPenfcbaftlicbifeit; fle mögen in !^iebe«raferet binwegßürjen , in 
3orne«raferei wieber ^eranbraufen; fte mögen gotte«!äfiedtd^e SBorte wie !p feile in 
ben Fimmel fcbif§en; wir empfinben nur um fo beflimmter, ba§ bie ©öfter uidjt 
fd^ulD ftnP an folc^em bliuben (figenfinn, M^ t^a^ aQwaltenbe 0(efd^itf feine äSer« 
ontwortiiibl^it ^wbe für bie ©rillen unp Snunaen fol<|^er ©onberliuge. 

®e^en wir un« tinmoil nur tit ©ef^dnbntffe an«eincinber, welche fie ö^er ft^ 
felbfi ablegen. 

6d[}on feit fünfSRonaten (p. 41 ber erflen ^udgabe, 3:äbingen 1803) ^t Don 

SRanuel feinen einzigen Stag porübergeben loffen (p. 43), an bem er feine ^aut 93eaj 

. V« Itrice ni^^t bt\ü^t unb gefproc^en batte, unb morgen wirP er fte nun aH feine %rM 

Ti^ ^ I in'fi dUernbauÄ fubrcii. Mm bi& jejt bat er fte noc^ niemat« um S^aterlanP, 

li' * Jplbfnnft unb SBcrwanbtfc^aft befragt, (£ben fo wenig bat er ft<b barüber tim Stuf* 

'^'^ ' |(bln§ an ibren alten £)iener >Diego gewettbet, welcher to^ ber (innige Sllenf^ ift, 

jker um be« aWÄbcben« ^erfuuft mii, ber fogar ibre «ocb lebenbe SWutter fennt 

(44), ja welker bereit« mit einer eigentbümlid&en dntbecfuna „geProbt ^at", Pit 

er über biefe Jungfrau morgen, al« an bem ^ur 3:rauuRg beftimmten ä^age macben 

werte, d« ifl aber 2)iego guglei^ Perfclbe SDicner, wclcber feit SJJannel« ilnaben-- 

geit im SDilefftiienfifc^cn ^alaflc gelebt bat. Per eben fo lange fcbon bei ter Pen 

borgenen öeatrice auf bereu SUlutter ©ebeig ab unP gu aebt. ©ein berfömmlidbt« 

drfdjeinen an beiPen fo PerfcbiePenartigen Orten, im ^Jafafi unP im Jllofler, feilte 

bereit« Pen ^ringen ju gragen getrieben baben ; ebenfo bätte Pe« 2)iencr« ^Scfannt^ 

fcbaft mit Pem gebeimnigüollen S3räutigam Pie Slufmerffamfeit unP 9lac^frdje 

Jöeatricen« peranlaffen muffen; Pocb ni^t« pon ©eiPcn gefcbicbt, 25er ^rin^ weiB, 

Pa§ 2)iego morgen über Pie ^raut jene dnt^üflung machen wirP, Pie i^m feit 

fünf SOionaten f^ou angefüntigt ifl; anfiatt nocft Pier unP jwan^ig ©tunPen |u 

: abzuwarten, bat S)on SRanuel gerate einen Xag Porber Pa« unbefannte fDZäPc^en 

i au« Pem Jtlofleraufentbalt binweggenommen „xoit ein fRduber" unP in einen ©arten 

bti aWefftna gebradSft. ©ic mi^ Purcbau« nic^t, v;>a^ fte in Piefcm ©arten foD, 

Tu.3c^«' Ifie wei§ nocb nid^t einmal, wer ibr rduberif(|)er 8ieb^aber ift, unp Po* bat fte ficb 

Pon ibm entfubren laffen, um ftatt in jenem einfamcn Äloflet bier in einem no(b 

einfameren ©arten ttxcai abzuwarten, Pa« fte ebenfaO« nod|^ nic^t weij^. S>er S3er< 

laffenen fdOt ^ier unter mand^erlei bef^dmenPen ©ePanfeu auc^ Per an bie fOtntux 



mutUtn. M 

f^wcT <iiif9 $eri; il^r »hrb fie nun nientald mel^r Dor Sltt^en fommen f^nnen, t^ill ' 
oii# e^^om »{»er i^rra fittlid^ra SRifttHtt, t^i» weil fie ja eben im Se^dfe i% 
in Die toeite Sßeft gu entlaufen. 2)o(6 (iebcr, fa^^t fie, »tfl fie i^re ÜRutter nie« 
Inatö »iet)eTfrl^en, lieber fi(^ fetber fcgar ein ewig SRdtbfei bleiben, a(0 fi(^ von tem 
foettcbten trennen (88, 59), (er ibr aber bod^ nic^t minber ein nixl^ eoflfi&nbtgef 
wätbfei ift. eie verlangt niibt in'« ^errenban« be0 Sriutigom«, nidS^t in ba9 ber 
fünftigen ^diiioiegennutter gefubrt gn fein, fie ifi antrieben bamit, aflein nnb nn« 
bebutet, iwecfioft nnb rnigiemficb bapfteben in einem minfd^enverlaffenen Charten 
a(d — nberfläfftge (Sartenoer^ierung. 

3n einem foicbeu liarten, gunäc^fl an ber $au)»tflabt gefegen unb in einem 
»cmilamvfe ber poittifiben fßarteicn bennrubigten ISanbe, ifl e0ein £eicbtef, ba§ ber 
trüber ^on (Eefar bie fcbutfio« gefaffene Srant feined Smber« 6Ranue( dberfiflt 
unb ba üe ibm nid^t erll&ren fann, »er fie fei «nb wem fie anaeb^re, fcgfeid^ all ) 
berreniofel d^ut m eigen nimmt. ®o mag ed ba0 9^^bere4^t in einer »üben 3<i( 
woQen. 9iMn S>on (Sefar ge^t nod^ einen ®4ritt metter. Obfd|^on er fie beute 
erft gtttt a»eiten 9Ra(e erb(i<!t nnb §Rm aOererften äftafe fprid^t, »äbrenb fie feti^^ 
auf feine Snfpracbe ibm feine einzige ®^(be erwiebert, fteflt er fie feinen ^egieitent 
fogteid^ afd bie Peinige vor unb reicbt ibr vor biefen Qtnatn al« Idrdtttigam j|ur 
aBeriobung bie Sted^te. Unb babei benimmt er fi(b gan^ \t gfeicbgütig wie * fein 
33rubcr ^anuei, aud^ er verfd^m&bt ed, fie erft na^ 9iamtn unb 9fbrunft sn 
f^ffra^n (64): 

^iä)t fcrf^en will ic^, wer bu bift — 3(( will 
92ur bid^ t^on bir, ni^ti frag icb naä) bem ^nbern. 

£>o^ nennt er fi(b ib^ oi^ ^^n (Sefar, SReffina'« ^eberrf<ber. Die Sungfrau f^au« ( 
bert jwar mit gebeimem (brauen vor biefem unerwarteten 9{amen , aber fie fagt j 
mit feinem 99orte, wtfd^e fßflid^t i^r gebiete, fo%n ®ru§ unb fol(^ iBee^rung^ 
aulfi^iagen tu muffen, unb wit fie biefen harten nur augcnbiicfßd^ bewobne, um 
tbn mor^ fcbon ai< bie 9rau ibre« (getiebten $u veriaffen. 90e fol^e au6 innerer 
«C^crgenlnötbiAung ß^mmenten drfi&rungen verfäumt fie, fie wenbet fi4 fvra<bio< 
t>on 2)on (Sefar ab. SDiefer, ber fie nun fd^on feit benfeiben fünf Wonaten umfonfl 
aufgefpürt b<tt, feit weichen fie ibr QRanuet tagtäglid^ befu(bt haut, foflte in biefem 
SRomente befonberd erfreut fein, bei ber fo unvermut^et bi^t 9lufaefunbenen glei^» 
faOl einmal idnger verweifen ju fdnnen. ii^leid^wo^i verl&§t er fte pibj^liä^, Liberi 
attd welcbem @ruttbe wo^f, mitten in feinem Siebe9entbufialmud? ' 

flu« bem ®runbe, fagt er (65), „um bad OKäbiben f!^ fefbfl unb ibreml 
€<^re^n über baft unerwartete 9{eue ^u überlaffen.^ SS^ir batten einen 9r5ntigaml 
Diefer p^rafeoiogifd^ett Unart ni^t fäbig ; eber liege fi^ i(ir gan| untractable« abs 
foluted @tiQf(^weigen all wabr^ (Drunb feinel übcrrafc^nben SDavongebend ver« 
mutzen. Unb wirüicb, t»a^ aud^ foOte benn ber etwaige 3Rba(t iijre« S)ia(oaed 
fein, wenn 9eibe nnr in bem ^orfa^e wetteifern mulfen, fid) gar nid^td von ^e» 
lan(^ p fagen. dr fie^t ftd^ hierin bereit« von Seatricen« €|^ra^(ofigfeit über« 
troffen unb gebt alfo ab. 

®oI<be SBege wiberfte^enber Unwabrf<^einfic|>feit werben bier eingefd^agen,\ 
tamit }Wei 93räutigame nur nid^t fogfeid^ ba« ^uge öffnen muffen, um auf ben) 
ct^en SBUrf in ibrer ©raut bie unleugbare ©(fiwefter ju erfennen. 

Snjwifd^en biefer beiberfeitigen Bewerbung ber 93räber um eine 9raut, bie 
ein Seber um i^re Slbfiammung gu fragen vergag, batte 97{utter 3foi>efIa i^nen ver» 
funbtgt, bag ibnen eine no^ nie gcfebene ©(bweftrr aufbewahrt fei unb mi t bem 
mor(iiflen Zm vor i^nen erfcbeinen folle. Die ©öbne entgegnen, ba§ fie Selbe 
mit bem gleid^en S^age ibr ebenfo eine ©^wiegertocbter in'« ^an« ju fübren ge* 
bauten. Senn nun Don ÜKanuel bierüber ber 3Rutter feine unerwartete ^Reibung 
madbt, fo bef^ebt et barauf^ über bie von i^im gewdbite Sraut [t^t no(b einen 
<£(bleier be« ©ebeimniffe« werfen ju muffen, ©ir bflbcn ja eben errabren, bag er) 
bamit fein a^bglid^fte« tbut, benn {ete« weitere 9Bort über ^bfunft unb @tanb ber] 
9tag(id^en würDe feinerfeit« pure «uffcbneiberei. Don ßefar hingegen verfiebert, erj 
iPoOe VM SBruber unb SWutter über feine getroffene f&abi nic^t« verf^weigen. 

7* 



100 9fli9ctiUn. 

%btx gerate tat nun IBrlangrei^c^ ta0 aQdn SBtffrnfndt^ige vennaa' Ctfar fdncf« 
wcg0 ju fagtn, er ^at felbfl nod^ immer vergeffen ftd^ tarum su crfunMgen (80): 

3(ren 9lamen fann i6) tir nic^t nennen. 

llnt anftatt weni^flend nun ^udfe^en unD (Srfcfteinungdmeife Ut ^t^anbtmttn ja 
(filtern, »erfdCit er erji in eine prunf^afte ©efc^reibung jene« für Den perjiorbenen 
Später oor fünf äRonaten abae^altenen dlequiem«, mW er bei tiefer 2:oMenfeifr Da« 
SRätd^en feiner Sü^abl perft crbiicft (^abe. 3enen $om9 Der eben befe^riebenen 

1!^et4enfeier foflte tie Butter no4 am genauejien im ®etäd|^tniffe babtn, tean nur 
Don i^r, Der fürfllt^en SS^ittme, fonnte Die Seranjialtung Deffeiben ausgegangen fein; 
unD e« mag ibr fd^mer^Iic^ genug fein, je^t loieDer Daran erinnert ^u n^erDen. 
(&lt\d}XOO{)i bort f!e je^t Der uberflöffigen ^jüDerung fo aufmerffam gu, atö gäbe 
ed gar ni(^td Sßtcfttigered fonfi }u fragen. 3n folt^e <S^efpr&4e über 9{ebentinge 
mif^t ftc^ Die plö^licbe SKeiDung, Die neue ^(bwefter fei fo eben aud ibrem bi^ 
bertgen ^(ofleraufentf^alte i^erfd^wunDen , entführt, geraubt. UnD ebne Da§ nnc 
SRutter oDer Söbne if^re Dreifacb oerfc^ieDenen ^erid^te über Die no4 ni^t ge« 
inannten ^Bräute, über Die ebenfaCift nodi nicbt genannte €(b»efter §tt duDe tx^Wt 
mtttn, bricht IDon (Sefar fcglei^^ auf, um Die geraubte ^^wefter wieDer einiiiMen. 
dr iä§t fic^ aber Doju nicbt einmal ein SRerf^eicften angeben weDer )>0m bereitfle^en« 
Den ADiener 2)iego, nod) Don Der 2)lutter 3|at>ena, woran er Denn feine nocb nie 
gefet)ene ^d^n)efter e^fennen feile, wenn er fie YDixtiid) wieDerfänDe. ^eä) i>iel went» 
ger bffinnt er jic^, mittelji welche« geDenfbaren Zufall« er Die fpnrlo« äierfd^wun« 
Dene überhaupt »leDer betreffen fönnte; er »erlangt aucft nid^t gu »iffen, »o Der 
; Ort, wo Dad jtlofter gelegen, aud Dem fte Don (Sorfaren ^inweggefüi^rt worDen 
! fein fofl, ob ße ttma gar f<$on auf Der flummen SSoge Ded weiten Oceang fi^webe; 
1 er nimmt fidE» gu n\ä^t% raebr 3«i*f ..« fliegt hinweg." 

^reilicb fommt er nad) einer 3){inute f^on wieDer berein, um Diefe nnentbe^n 
ü^l^en ^uffcbiüfTe unD ilennaeid^en fidSf nac^träg(i<6 Doc^ no4 f<Agen gu laffen. 
Slber gerate in Den paar ^ugenbltcfenV Da er fo übereiCt (hinwegging, ^at nun Der 
\ jDiener S)iego aOed Dadjenige er^ä^lt, wad Die !Siebe6werbung Z)on (£efard um 
\ ^eatrice allein berührt, xoa9, wenn defar no^ mü ^ugebört Mttt, feine bruDeriic^e 
(Silfertigfeit überfiüfftg machen unD fein nunmehrige« zweite« „^in wegfliegen" in'd 
Dableiben oerwanDeln wurDe, wai im 92u Da« gan|e (S^ebeimni^ für 9lfle |errei§en. 
Die SJIigoerfiänDniffe auffidren, aOen ilnmmer entfernen mugte. £)er IDiener X)iego 
er^äblt nämiic^ äbermai« Diefeibe (S)ef(bi(6te au« De« Derftorbenen ^üriieH 3:oDten; 
feier^ Die i>or^er f^ou vom «So^ine er^dbit worDen war, aber er fügt weitet bei, 
wie bei Diefem 9lequicm Die fe geheim verborgen geglaubte gürftentoct^ter Patrice 
a(« 3uf((>auerin anwefenD war uuD fo Durcf» ibxt ©d^on^eit i^rem ie|iafn dntfüftrer 
Auerfi in'« ^uge gefallen iji. S)ie« ift eben gefagt, Da tritt IDon defar wieDer }u 
t^nen herein. Der Dorbin Da« $l(lerd^nlt(^jie bereit« a(« fein eigne« drlebnig ergdblt 
\)at 9tun aber. Da e« Do((^ für SlOe an Der bö(6{ien Qtii wdre, Da« eben neu 
}ur Sluffldrung ®efomntene i^m frif(^ mit^ut^eiien, f^wei^en fie gegen ibn Mt 
gufammen. £)er eben frifd^berid^tenDe ^ote. Die neu aufgrflarte SKutter, Der eben« 
fad« nun belehrte l^ruDer SRanuei ■— fie %üt fagen defar allein Da«ienige ni^^t, 
wa« ibnen DodS^ f^^^ß ctn momentane« tiefe« 9{ac^finnen oerurfatl^t bat. ^tatt Dar^ 
über ju fpred^en, Derfdßt nun gar an(^ 9){anue( In eben Daffelbe frud^tfofe 2>aDoa« 
{türmen, ilnum merft Die« defar. Der aOe^eit wegfertige dilfünfller, fo bittet er, 
Der ^ruDer möge fi4i nocfi einen Slugenblid geDulDen, nad^ber würDe man vereint 

Igum gieidS^en llnternebmen aufbre^en. ^Qein nun ift einmal SRanuel nic^t Daja 
aufgelegt, nun iü einmal er oon defar'« $afi befeffen, nun beliebt e« it^m, ft4 au« 
Dem fi'ffelnDen ©efprdd^e (o«jurei§en, unD Da Der $(nDere fc^nefl no4» jum äXitfon? 
men ft(^ bereit ertldrt^ ruft i^m jener mit wa^nwi^iger (Ireiferung entgegen (91): 

^olge mir nid|^t, ^inweg ! mir folge 9l{emanD ! 

@o gar ungemein graffirt in Diefem 6tü(fe Die 6u(i^t gu entlaufen, d« tritt 
). S. ein auDernml Don defar nur in Die ®cene herein, ftic^t feinen SruDer 
äl'lanuel blinDling« jufammen uuD entfernt ^d^ al«balD wieDer. ^eine ^raut i|l 



Smgc b4tOH, um i^rdwiHeii verddt bir 6ifcrfiic(t<(|( Mrfcn Sobtf^fad, f!e ifl «n 
o^nmddl^tigfm d^ntffj^en bei ber l^etc^ nutnrttefanrrn ; nn( Unno<b gebt in tiefem 
vertoppeltm ®d}re(ffn«momente if^r m^rberif^er Sräuttgam b(i|g(fd^iolnb l(x\>onA 
(d§t tic btiffofe ^ttrant liegen unb bat für feine graufame (iiU, rür eine fo grobel 
a3rma4^(äffigDng aOer nenfd)Iid)en [Rücfftcbt feine andere (fntfcbnCbigung, aid eben' 
Hefe <iile. Son ber be»u§tIofen Snngfrau unb von ber 9ruDer(cicbe neben i^r 
ge()t CT bimveg »ie ein vorüberfabrenber (iabinet«eonrier mit einer nnauffd^iebbaren 
^ofbc))ef(^e (110): 

34 fiinn ni^t (dnger »eilen, benn mH ruft 
£)ie Sorge fort nm — bie gernubte Sd^wefler. 

SBo^u biefe fonberbar lantenbe eingabt ^ier, mx foQ biefen Gntfd^nfbigungdgrunb 
glauben, n>o|u foD er bienen? 

IDiefe« un§eitige (intlauftn, biet nnnatürfid^e 9li(^tfragen um bat allein fBiffend« 
n>ertb«, ein fo ünnmibriged 9{i<bt»iffenwoflen im SRomente brdngenbfter Si§begier 
ifi ttwci^ }u SluffaOenbe«, aid ba§ eft von ^en ^anbelnben felber nt(^t mebrfacb n>abr« 
genommen »erben mii§te. ü» »erren ba^er aucb etlicbe Serfnd^e gemad»t, ein 
beutlic^ere« IBeiouitfein, bad b'^TÜber auffornmen fönnte, hti ibnen un» un0 rafdj^ 
mteber |U nnterbrücfen ; allein ber drfolg baoon ift ein fc^wat^er. S)iefe Serfutbe 
foflen nämlicb bad Ungrnnblid^e ttx £)i(btung fo barfleHrn, al9 mu^te e< wie etwa« 
Unentbebrli(be4 gum lei^enfcbaftlid^en (Sbarafter biefer $erfonen geboren. 

SRan betraute, anf wel(ber(ei Seife bied gefcbiebt. 

Der erfie $((t beginnt mit Ht Beraubung SfabeOen«, ibre feinbfeligen ®^bne 
)ti J^eben unb greunbfcbaft mieber au oereinigen. Sro|^ einer langen SKaburete 
mi§ttngt ibr Ut9 voHfidnbig, fte mu$ unoerricbteter IDinge t^on ben Rortjurnenben 
I>inmeg geben, itaum aber (leben nun bie dweie allein, fo gönnen fle fonberbarer' 
SBeife flcb ba« SBort. Z)ief( g^einbe, bie vorbin im Seifein ber ^Rutter fo bart^j 
nd(fig geftbwiegen unb aetro^t baben, reben nun unb fbbnen f!4 rafcb au0., banal 
eilt ber eine fort, um fdl^ncfl feine Sraut gu befucf^en, unb ber anbere ebenfo, um 
fernen ber Peinigen etwa» im Sajar andgufucben, einen Brautf(bmu(f. iteiner. 
gebt }ur aitutter, feiner benft an ^it gebeugte %tan unb wel(be f^reube ibr titi 
9la(6rid»t von ber je^t gelunaenen Studfbbnung bringen mü§te. £)amit fcbeint bemf 
3ufd>auer ber oerbdrtete *a§ biefer Vorüber fowobl, wie i^re beiberfeitiae 8iebe«*\ 
ergriffenbeit al« l^rdutigamc gef^ilbert gu fein: beibe lä§t bie £eil)enf£aftlid)feitt 
ihrer Siebe gang ber 9Rutter oeraeffen, wie beibe in ibrer venofteten S^einbfd^aft^ 
vorbin bie SAuttermabnung äberl^ort baben. Mdn bie« f^eint nur fo, wä^renv auf 
bem ®runbe biefer 2)i(btuna gang anbere drfolge bamlt begwecft werben, hätten 
tvobl bie Brüter, wel(be fm nacb ber SRutter Seggang fo rafd^ verflänbigen , ficb 
in ber 9lutter 'deifein nicbt no4 ^i^l raf(ber audgeföbnt, wenn Sfabefla baft' 
rübrenbjle SRittel ibrer IteberrebungSfunft gebraud^t, wenn fl< ben wtcbtigftrn $unft 
ber gegenwärtigen 6a(blage vorgebracht unb gu Seiben gefagt bätte, tag ibnen 
no4^ eine Scbwefier übrig fei? llnb warum verga§ eine SRutter eben biefen leben« v 
tigften, notbwenbigften (Sebanfen ibred bergend, ober warum vergaben bematb bie D 
trüber ben ibnen eben fo notbwenbigen, ndmli^ ibre Sieberverföbnnng foglei^»' 
ber SRutter gu verfünbigen? Sorbin nocb fonnte etwa ber Ü^ram ber verlaftenen 
grau ed vergeffen b^ben, bie Scbwejier mitguerwäbnen ; jebt aber wo ibre greubF 
überf^wöHe über bie geeinigten <&ergen ber 6öbne, würbe fie fog(ei4» in bie ^oU : 
fd^aft au^brecffen: 3bi^ Sieben, ibr babt no(b eine 6(bwe^er SBeatrice! 

Sarum fagt fie ti alfo nicbt vorber unb nic^t nadliber? Sarum reben bie 
®5bne ni(bt miteinanber in Gegenwart ber SRutter, unb bann bod^ binter ibrem 
Sauden fogieicb? 91od bedwegen, bamit bie ®dbne nicbt« von bem SSor^anbenfein 
einer 6(bwe{ler erfabren muffen. Su§ten fie je^t fcbon bavon, fo bätte ja SBea« 
triee bereit« feinen Bräutigam mebr, fo fänbe t^on SRanuel feinen 9Rdrber me^r, ' 
bo» ®<bicffal bdtte fein Opfer, ba» Orafel feine (frfüflung, unb unfer Dieter — ^ ^ 
fein 2:rauerfpiel. (Sin ®tä(f, ba« nur and biefen 3rmngen entftebt, wdre in ber 
erften 6(ene be« erflen 9Icte< fd^on wieber gu dnbe, wenn ^fabella nic^^t bie Slbeater« 
paffion ^dtte, i^re Sloc^ter vor i^ren S5^nen nocb gu verleugnen. S)ie SRutter 



103 WiiUtiUn. 

Umtt früher ^Wdr fdrd^tftt, if^xt Zcd^Ux Dem 3wifi ber Sntbcr bfed^itfieSfti, nnb 
be«ba(6 iat fit i^nen fo lange Da« 2)afein einer foltften t>er(^e(^tt. €>\t fann au(^ 
nac^^er no(^ mü Dem (^tMütni^t Davon g6gern, mii fie )>on @(^am (efaflen ift, 
Ui fie ald eine gute ^nittt t^r eigne« J{inD fo unnatärltdS^ lange von ßd^ entfernt 
gehalten bat. £)iefe0 ®d^amgefübi fonn tbr je^t n^ieDerum einen 9iu^tnbM Die 
«t))pen Derf(|)iie$en. moHen, e« mag i^r jef^t ftgwer werDen, Den ^ö^nen ju befen« 
nen, )»it fo gar wenig Strofiticfte« fte fi(^ ebemal« i^on Den eigenen ilinDern verfemen 
i^AtU, loie f[(^ ibr ®laube Dreifcid) oon ibnen aOen abgen)enDet gebabt batte. 9l0etn 
fo empfinDen nur wir, unD nic^t Diefe SKulter Sfflbefla, 6ie feibft fJäftt fi(^ auf 
einen befiimmten Orafelfpruc^, unD Diefer mac^t alle unfere eigenen ©eDanfen ibr 
üon jeber entbebrütft. (f« batte ibr ja ein *ri(liicber (SinfieDier Idnoft fdj^on ge^ 
weiffagt, Da6 geraDe Diefe Zed^Ux Die ^eDendfiifterin ^mifcben ibren ^5^nen xotXi 
Den würDe, ibr ®(aube ^anD Don jr^er gang aOein no4 nuf Diefer festen tröflüdben 
S^erbei§ung. $ettte i^at tie nun jum erfienmaie »ieDer i^re fxoti 66bne neben fidf, 
fiicbt fie vergeblich gur ^.intxadit jn bewegen unD, Da Diefe fortbaDern — toai tbut 
fie? S)a f(bweigt fu felber unD gebt Daoon. 9(ber fie Denft wobf nur auf eine 
Iteberrafcbuttg? fie Derfc^meigt wob! Den f^axttn (S^emut^ern Der ®dbne Das ^Itler^ 
rübrenDfie nur Dedbalb« um nun fog(ei(^ Deren ®rimm eben Damit binwegjufd^thel« 
/S<n;*f^< d<t)t etwa ab, um gleich Die Sd^wefier feibfi, Diefen uom Orafel angefun« 
[Digten grieDen«enge( mit 04 bereinaufubren? i?eineewegd; fie fc^weigt, um gn 
[ fd^weigen, fie gebt nur, um abzugeben. 60 b^^nDeft eine SUtntter nic^t von fid^ and, 
wenn nicbt nocb 3emanD Da i^, Der ibrem ^er^en ®ewalt ant^ut unD i(^r eineu 
nnnatärlt(fien ©d^ritt in'8 Obr bldfJ; nun Diefer SemanD ifl Der S)i4^ter. 

(Sd la§t M Dermutben, Da§ er Den übrigen $erfonen nic^i anDerd mitfpiele, 
unD ed fragt ficb nur, wa« er Dortcn für (^rnntt angtebt, um und au(( bei jenen 
Die 9lotbwenDtgfett feiner ^Dlecbanidmen plauftbef ju macben. 

Senn Die SrüDer fi$ audgeföbnt baben unD Der iSote erfcbeint, um Dem Sbcn 
€efar gebeim gu melDen, Die ibm entfübrt gewefene Sraut fei wieDer aufgefuuDen ; 
fo bemerft Der anwefenDe 89ianue( in Ded SruDerd f^rablenDer SRiene $War Die SBir« 
fung einer ganj augercrDentii^ froben iluuDe, aber ed fragt Derfeibe weDer je^t na^, 
nocb erföbrt er fie je|t Dom SBruDer. 2)fnn Diefer ifi in feiner ^reuDe nic^t wie 
jeDe« anDere QRenf^ennnD; fein ^erj fd^wiflt ibm Dabei gegen SlnDere gornii^t über, 
f(blie§t Den SruDer nicbt mit ein, ed pre§t ibm feine a)ltttbeilung ab, fonDern er 
Denft nur Darauf, ^ier augenbitdlid^ wieDer Dom $iage weg unD gum ®egenftanDe 
feiner l^iebe bitijufommen. Seb wobi, Manuel! ruft er unD will geben, ^reiii^ 
befinnt er M nod^ über einen fo argen Verflog gegen Die ^erf5mm(i(^fie (itiquette 
unD nod^ einmal umfebrenD, entf^ulDigt er fi^ (35): 

d« ifl ni*t rec^t, \^ füf)!'« unD toDle miä), 
5Dfl§ icb rai* if|t au« Deinen Slrmen rcige, 
2)enf nid^t, ic^ ^\if)it weniger a(« Du. 

®(eic(fWobl ge^t er Davon, unD Manuel giebt ibm aud^ nod^ ein drieic^tentng«« 
mittel Daju; er entfcbulDtgt namiiä^ Diefe fable ^ntfcbutrigung neä^ einmal mit 
einer auDern gleitb fablen; ganj in Der pofirten Rormel De« Höfling« erwieDert er 
;Dem unbrüDerUd^en ®e(^eimni§frdmer unD 64^ne0dufer (36) : 

1 ®eborc|>e Du Dem 5(ugenblid! 

I Sag mir Dein <&erj, Dir bleibe Dein @ebeimni§. 

J3fl nun einmal Der 3«fdS^fluer Durcb Derlei 5(u8funft«mittel über Die greifbarfien 

•Unwabrf(beinli(bfeiten bier gfüdlicb binweggebratbt. Dann ifl er audb gefSngen unD 
in Der ®ewalt De« loöbredjenDen dreigniffe«. ©ann fann e« ibm nctd^b« freiließ 
al« eine iürfe De« ®*itffol« erfc<>einen unD nitbt al« ein itbeaterfireitb De« Slutor«, 
Do§ ©on (Sefar Die Sraut 2Wanucl« alfogleic^ in i&rem aJerflecfe auftufiuDen wti^, 
ße al« feine eigene ©eliebtc wieDer erfennen, unD Den SruDer, welcber Die Skr* 
lobte abjubofen fommt, al« einen rduberifcffen dinDringling nieDerfirecfen fann. 

. " diu anDermal verlangt Die SWutter, ni^t au« weibli^er 9leugier, fonDern in 
mütterli^ berechtigter a:^ilna^me vom ®o^ne (Sefar gu vernehmen, wel^^e würDige 

'\ 
^. 



mutlUn. 103 

fkV n benn aetr#ffin, mid^t ®4i»i(aert04(ter er ibr tenit in*« ^au« lit bringen 
\)iU. fL\i (Eefar croittcrt, «^i^M ^wt n M f<lbfl ne(6 nld^t (fnmal dcfrat^t", 
on( Mfnr tann ric tootyloariente Semafung (^tnncbmcn mu§, »e(6 ein nnf^icfliÄ 
t^crid^tel Seneftmen tcdf in einem trrartii^rn ®ef^dntni([e »on leiten eine« ge« 
büßten 9Rannc« liegen warte — ta faQt 97{anuel leiten mit feuriger !3Dec(amaticn 
ni Die fRete; er fcbneiret ter 92utter ungebübrlid» tag ffiort ab, erfpart aber ta* 
mit ten verlegenen Srnter oeidiicb tic nod^ fcbultig gebliebene IRecbtfertiaung. 
Sür^e defar nur nod^ tiefe outffirbente 9(n(wort geben mäffen, fo wäre ed wieter^ 
nn für afle IDreie berau«, mer tenn tiefe Seatrice ift. \9Qein nun erfidrt 
ÜRonuel unanfgefortert, in ter (lmvftntung«f)»bäre feiner TIgenen ^itbt gebe eg | 
tUmU folcberlei ^agen ni^t um 92amen unt @tant ter (S^eliebten. IDiefeg j 
€i4ini(btbefümmem , mer eg gerate fei, ten man fl<b wäblt, unt »dre eg au^ tag < 
oQcrfremtartigfie ®ef6&pf, tiefe fc weit gereute ttntertrucfung afler Sifibegier — 
M(9 (ben fei tag Sefen unt tie 3:ugent ter Siebe felbfi, in teren SiHoertrauen 
ü^ ja tie Seelen gan^ ebne S^orte«Iaut fdnten unt berübrten (83) : 

ftitA i9 ter iitbt beiiaer (Bötterftrabl 
Der in tie 6ee(e fd^iogt nnt trifft unt aüntct, 
SBenn ftcb Sermantteg jnm Sermantten fintet, 
Z)a i^ (tin SBiter^ant unt feine SBabi. 

<li fofl fomtt ter SRangef an grüntii^er SRotioirung unt CIntmicfiung ter Segebeu«' 
ititm hin vertecft werten turdft eine sufdflig eingefhreute Sbeorie über tag &efen 
t(T Siebe, mit ter $oet tarauf rennen turfte, tag fi^ A^^Abe mit tiefer Xbeorie 
oiand^eg ^erj befielen unt man(beg 9(nge verbinten (äffe. Geeint Re todf fo 
m^ an tie aflbefannte SR^tbe ju erinnern ton 9(mor unt $fQ(be, §weier ton ter 
$(0ma6t ter Siebe gteicb^eitig ergriffener (Bemötber, tie ebenfaflg ten Sibilant 
Nfd^en ®ott nnt ^Renfdyen ni4t mebr empfinten, fi(b in ibrem terfcbwiegenen 
^iebtflbnnte ebenfaflg nicbt weiter erfuntigen um tie beftebente Serftietenbeit ter 
tantrlg« unt ter C^rtengefcbiecbter. IDte Sentung aber, welche ter grie^fifd^c 
3R9t{)u9 oou Diefem S3orterfa^e an weiter nimmt, unterf(beltet ibn gerate ton 
Ut fentimentaien ®efäbtöf(bw&rmerei, tie in SRanuefg ©iaubengfa^e nad) neuen 
3)lttbr7(ttnern tie Singet augwirft. 9{{4t einmal fpielent unt glei(bni§weife fann 
^er Sinn ter ^vtbe §u Jenem 6Äifler'f(ben ^beorem gejieflt werten ton ter fragen^ 
lofen l^iebe aRanuerg. ^fi^cbe'g liebenteg Singe war ibr aflein Siebt unt (irtenntnig» 
queQe gewefen, mit ter fit ficb ibreg unbetannten J^reunteg überirtifcb i}obti SBefen 
ju einem ibrer Seele gteitbgffcbaffenen terflärt. ®trablt aber fdnftig einmal ibr 
^Q^e nicbt mebr ton folcber aflaudgleicbenten SBonne, fo ^at eg ftatt teg fcbon 
ftfannten greunteg wieterum nur tie unbetannte befremtente pöbelt teg über« 
itHfi^en ®afteg wabrgunebmen , unt flebt fi(( in teffen Greife aefdbrlicb verirrt. 
Stott ter unentlitben SBigbegierte befeügter Siebe terfdflt fie aWtann einer blo« 
enMIc^fn feelenlofen 9}eugter. Seim drmlid^en Sampenlicbte einer gan^ gewöbnücben 
Setracbtunggweife anal^ftrt ibr wdbterifcb gewortener SBerflant tie gegenfeitige Un^ 
(Bfnmd§ig!eif, tie augenf(beinlid)e Ungleid^beit erwedtt ibr !D{igtrauen. S^on ibrem 
^ager mfcbwintet alfo ter ®ott unt ld§t fte mit ibrem Sdmpd^en unt «^er^cben 
flflein. ,3nm genfer ift ter epiritii«, ta« Weama ifl geblieben." 2)iefe (Jr* 
fflijrung retet aug ter SWutbe. ©cbifler'g fcbmeigfara Siebente erftdren pcb nun 
aber Wnegwegg aug tem 3nbfllte tiefer aflegorie, fontern ibr Denfen unt Rüblen. 
»iterfpri^t fogar gan^ tiefer in ibren Siebedtriumvben feligfcbweigfame» ^fptbe. 
®ie öerwe(bfeln tie bergenerfuntente ©igbegicr unt ÜRittbeilungöIuft ter ^erjeng^ 
liebe mit ter trivialen »Neugier unt argw5bnifd^en Slbgefcbloffenbeit te6 Siebeggei^eg 
m ter Sicbe«babfudi>t. SBdbrent fle ft(b alle ananflrengen fdi^einen, ton tiefer un« 
[Mn 9lengier frei gu erfcbeinen, begeben fte ftcb fd(f(blicb au(b teg beifügen über« 
mt, teg aflgemein SWenfeblitben, teg SBijfengtriebeg felbfl; aug gurcbt vor ge« 
J«inen dlnflfiffen verwerfen fte tiefen ateligflen unferer Striebe, ob er nun in ter 
?iebe8ge»i§^fit teg bergen« aufiautbjt oter ob er in ter <Siegeggewi6b«t beg ®ei« 
m mit einer neuen SBabrbeitÄeroberung triumvbirt. 

Unt tiefeg Slfleg foflte nun etwa ter Vi^Ux ni^t eben fo gut unt beffer alg 



{ 



104 miUtXUfi. 

(d ^fer fid6 tnixoidtW, gen)ti§t (laben, e9 ühr t)er ^(udatbeUuiig feüied SBetfe« fu| 

®ani genou »ar er aflerKing« \tx unRcJern 55cf(6affen^fft fehicr gatcl, tet 
©Iterfpriiclje feiner SWotive fic^ be»ii§tj öflein er hoffte to« SSiterfpenjlme tiefet 
gekauften 3Jerumftdntungen julejt toc^ ju einer ©umme unerwortefer 6ituati05 
nen fietgern gu f5nnen, tit no% einmal mit tem 3$erf!ante na^gerec^net unt ia 
Ortnung gebracht, l>ie 2?irfung U^ Stragif^en baten »ürfcen. d« fcbien if^m 
l^inreicbent gu fein, wenn fein ©tütf, wie er im Vorwort (p. v) au8l>rürfli4 tx- 
wäbnt, ten 3ufcbauer in tie Stimmung brächte, „ftcb on ren feltfamen (Eomh< 
nationen te8 3"f«fl^ 3« weiPen." Unerwartete unl> tragifd^ böd^jl »Irffame ©ccnen 
flnD tabei aflerting« gewonnen werten, tie« bleibt unleugbar; e« fint erfd)üttcrfl^« 
(fjperimente, wie weit ta« 6p{el fünjüicb bereiteter Strungen fortgefleigert werhn 
fönnte, ebne tarüber te« 9]Ra§e« te« Steaten »erluflig ge^en }u muffen. £)aj 
^c^ifler il(6 felbfl ncc^ rae^r taton üerfpro(^en babe, tfl ni(?>t angunebmen. 2)ie 
®cenen, tie fid^ biebei unter einer fo geübten Jlünflferbant entwideln laffen, mn 
ten an tecbnifcfaer S3ef(^afFipnbeit unt SSirfung ganj augerortentlic|> fein, anterc aber, 
tie jenen nur tienen muffen , werten eben (edwegen ungurei^^ent bleiben an grünti 
lieber unt einleu^tenter ©etanfenbewegung. 3nt gangen Gebiete unferer tramati« 
f(^en Literatur beft^en wir weniged, tad flc^ mit tem Ungeheuern dtntrutf, gumal 
mit ter grogartigen OSübnenwirfung meffen fann, wenn $lct 3, ®cene 3 t>n 
SWanuel au« SSeatricen« abntungÄiofen (Sefläntniffen tiefe feine S3raut aflmäbii* 
al« tie feine« öruter« erfennt, unt fte juglcic^ oi« feine eigne 6(^wefter mit fei« 
nem brüterlic^en 5(uge meffen muß. 5Der enge wortfarge 5Diafog, ter (tü§weife ju 
immer ft^wärgeren (Sntterfungen fübrt, dei^t tem fd)wer(aftenten ©ewölfe eine« 
©ewitterbimmel«, unt grauenhaft beranflurmente Sluffc^lüffe fint tie greflen Sllje, 
tie e« an aflen (fnten rafcb gerreigen. SBirt aber jene« tramatifcbe ®piel ter (Scni' 
biitationen gu weit tom ^ic^ter verfolgt unt bi« auf ten legten «geller aulgemüiiit, 
fo entfielt für antere 6fenen entweter ta« Itebcrfpanute, tem wir feinen ©loub« 
mebr fd^enfen, oter gar ta« ©raufame unt ^olternte, ton tem wir un« mit tem 
Slbfc^eu ter ^umanftdt wegwenten. !Cie« gefe(^ie()t befonter« in ter torletttn 
®cene teö 4. Slcte«: SWutter Sfabefla umarmt unwiffeutlidE» ten SKörter i^re« 
@obne« unt befebwört ibn um ^ae^c für ten (Srfdjilagencn. ^ier ifl e« tenn nidjt 
mebr ta« allmadjtige ©cjirffa!, ta« tom Fimmel nieterf&btt, um tie trcjige Ser^ 
meffen^eit eine« SlÄenfe^en bdntigen gu b^tfcn; fontern 25ämonen treiben ein ab* 
fcbeuHdje« SSerfteeffpiel mit tem webriofen 5Wutterfd!;merj unt geberten ficfe gang m 
erfeböpfüe^i in 6ebotenfreute tarüber, ta§ fie allein mebr Unheil anguric^ten wiffen, 
al« tie« ternünftige 9Jlenfcj)en jemal« ju begreifen b«ben. 

SDoeb man wergeffe nur niei^t, wie jung unfere teutfebe 93übne überhaupt nö4 
ift, wie unfer ganger 93aarbefi^ ficb no^ immer an gwei ^^luptnamen allein fnöpft 
unt xo\t wir beinabe termögen«Io« ftnt, wo tiefe 9^dbri>äter un« fein Spargut 
angelegt baben. 5'leben ©cbiflcr*« Seiflungen im ©ebiete te« ^iflorifd^en Drama 
fann tiefe« Stüd teiebt fd}wa^ erfcbeinen, weil e« nicbt« al« eine Stutie h8 
25iell)ter« ift, ein Serfueb, au« tem ^iftorifc^en SDrama loSgufommen. SDer t^atfäc|# 
lic^e «Hergang beweifl tie« au(|>. 

9(1« ter IDiebter im Umgänge mit SSii^elm ton |>umboltt unt @M^e tie böte 

dinfaebbeit ter gried^ifeben Stragötie fennen gelernt ^atte, reigte e« i^n, fid^ einen 

tramatifcben Stoff au«guflnnen, ter ten fmtlid^en itiUn te« Slltertbura« nnJ 

teffen einfa^en Sebendterbdltniffen mogliefefl nabe fame unt fic(i fomit'im 6ti(e 

ter Slntifen bebanteln liege. ' d« war tabei tie Slnwentung te« naitcn ©otter^ 

, glauben« te« 9lttertbum« nic^t abgubalten, er fd^ien ter tramatifd^en %CiU{ befoiu 

l ter« Stufte, ©ic^tigfeit unt SBabrfebeinlidiifeit gu geben. 2)iefer griecbifd^e ©ßtter* 

( glaube fpriebt fic^ al« ta« gratlinig fortwirfente rücffi(!)t«(ofe gatum au«. Unferen 

beutigen 5öiltung«begriffen ift taffelbe nicbt beteutfamer unt) ernft^after ol« jete 

antere poetife^e ßiceng; aber wir »erftatten jeglicbe fünftlerifc^e ßiceng, in tiefem 

Sinne atfo aud^ tie 9lnwentung eine« 3ierbdngniffe« , fobalt taffelbe fein wiflför« 

liebe« S3elieben gu einem terbintenten, unt feine 9lu«nabme gu einer tor unferem Urs 

t^eile ftd^ rec^tfertigenten gu mad^en termag. So gilt alfo ton einem Se^icffal^^ 



Itma, ttHc »OB ic^rr fän^ferifi^ai Seifhing, bU gegcii anfcr $(rmtit(^n gefin^, 

ter ^M^c'fc^e Set«: 

9R&t&^n, n^ fo »Htibir^r, 

9tn(( 64>i0tr (atte liefe graae nfd^t ant>er< gefagt; t^enn oeaen eine ernftgemeinte 
Bulaffung tied gatumd in nnterem moternen £)rama ^atte ftd^ bcrei» fein fluffa^ 
üIieT tragifd^e Ännfi (Sb. 11, €>. 544 ter Octaoaudgabe) audgefprocben au« beut 
©runbe: ^»eiC eine blinte Untermürfiafeit unter ba« Bä}id^al immer frdnfenb unb 
rtmutbigcnb fei für freie« R^ feib^ beftimmenbe Si^ffen." 2)a er e« nun bd feinem 
neugew&blten SBübnenfloffe ni^t burd^aud entbehren au tonnen glaubte, fo fu^te er 
iDentgSen« bie <&ärte beffelben babur4» abaujlumpfen, ba§ er ti gepaart antreten 
lieg mit einigen oermanbten, anfcbeinenb milberen l^ebren be< reiigidfen gataUdmu«, 
wie beren eine, bie IBebre von ber $r&beftination , ja anäf nocft in ber mittelafter« 
li^en X^eologie eine diode aefpieit ^at. %üi ber 3ufammenmirrung ber verfdl^ie^ 
(enen fataliüif^en [Reliaiondf^fieme in einen poetifc^en Srennpunft meinte er i^ 
einen bramatifd^en drfolg fi^nlic^er %xt t>erfpre(ben s» f^nnen, xoit ein fol^er in 
Sefjing'« 9{atban entfianten ifl mittelft eine« BufammentrefTen« aller vorberrfcf^enb 
niDnotbciflifdjen IReligiondfpfteme. 9m ®4luffe feine« S^orworte« jur ^raut oon 
SRefftna bat fic^ ber energifcf^e 2)enfer bereit« überrebet, bamit ba« dntfpredienbe 
iii^t nur geioäbit, fonbern aud^ e« in ben Sirfungen fc^on gewonnen §u baben; 
^ai^er folgt bafelbft ber ganj Sefflngifc^ iautenbe ®a| : „Unter ber ^üde aQer ffttlU 
gionen liegt bie 9leHgion felbfi, bie 3bee eine« ®5ttli4en; unb e« mug bem Z>idit 
ter erlaubt fein/biefe« au«jurpr((ben in »elcf^er gorm er e« jebetmal am bequenu 
ftentunb am treffenbften ftnbet." <S« war bemna^ mä) feine bloge Sa^L bie fein 
äft^etiftber ®efd!^ma(f trat, bag er M biefen bramatifd^en 6toff no4 eiaen« mit 
hm antifen (Sbor au«f4mü(fte, fonbern fein be^utfamer S^erfianb fd^rieb tbm bie« 
mit oor. S)iefer (£f>or, g(ei(^fam ber fe^te Sefenuer be« ^eibnifd^en ®4i(ffa(«glau« 
ben«, fönte be« IDi^ter« poetifd^e Sicen^ gemeinbeweife in 6cbu^ nebmen unb oer« 
treten, unb ©effilier traute i^m wirflicti biefe itraft ^u. Senn ber 2)i((ter, meinte 
er, fein poetifc^e« (S^efcbdpf mit tiefem fprod^tgeioanbe umflod^ten b&tte „fo fei e« 
mit einer poetifd^en ©^ntoauer umbogen, von ber wirfli^^en Seit rein abge« 
fc(>Iof|en unb babe bamit fi* felbjl ben poettf*en ©oben, bie iltait grei^eit bewabrt." 
S)ie Slufgabe, bie fic^ biermit unfer IDiebter momentan gefegt l^atte, ifl bie 
arogte unb bb(bfie ber bramatifd^en i^unü, ndmlieft bie, über tit oerfc^iebeneii 
fataliftifcben SReIigion«berenntniffe ^intoeg in ba« ®ebiet reiner Gottederfenntnig 
tfiatfä^lid!» voranbringen. £)ie« war bie unoermeiblid^e (Sonfequena feine« auf bie 
®runblage ber biflorif^en IRetigionen gebauten S^ema«. 9ludi^ barin märe er bem 
Sefen ber 5lntite gefolgt, bag er bi^tenP einer blo« fpielenben 3«itr{4tung entfagt 
bätte, um einer ernflgefagten ®(auben«ri(btung näd)^ni}&n^tn, wie ba« alte ^xama 
bei ®rie(^en unb ^eutfcben e« getban. IDenn jebem mabren, im Sewugtfein be« 
®ef((le(^t« lebenbig gemefenen ilun^werfe lag immer ®otte«erfenntnig ^u ®runbe; 
nnb wa« f5nnte unfere ©übne ^liefere« varfleQen wellen al« eben wieber bie fo febr 
angezweifelte {Harmonie a^^ifcben (frf^einung unb Sefen, ^tüi^d^tn $banta|ie unb 
^enfen. Slber nad^bem Bä^iütxn biefe Slufgabe einen Slugenblidt lang glänjenb 
»oraefc^webt baben mod^te, erfdEjien tbm tbre 9leibe von SiDerfprü^en/ ibr ganje« 
©efolge von ^amletifcb-gauftifcben ®eranfenmübfalen, unb fie aOe wollten im (&t* 
Md)te bebaut unb na<i^ (Serc^tiofeit abgetban fein, ^iefe Arbeit fübrte au weit 
lim unb war bem bamai« von jti:anfbeit beimgefu((>ten £)id^ter au anjirengenb, fo 
lieg er fie wieber fallen. ^0(^ fo weit batte fie if)n fcbon eingenommen, bag er 
nun minbeften« einen ®<bein von ibr in ben rebucirten neuen Entwurf mit auf^ 
nabnt. S)ie Paarung ber dteligfonen mng i^m minbeften« anm 9lanb unb äuger« 
litben dlabmen feine« ©eftirffatebilve« werben, t>a er fie nid^t meljr aur ©eele beffeb 
ben mad[)en fann. Txmit aber ftbxt er nun felbfi feinen bramatifdE^en $lan auf 
raebreren leiten, dr bilbet fi(^ au« balb arabifc^er, balb mön*ifd^er Sajirfagerei, 
unb aVL^ balb grie4fif4^er, ^alb ^rijllictier dultur eine ®Iauben«tbeorie {ufammen, 
He gar feiner Seit entfprid^t, bie weber mit ber Sürbe ber IReligion überhaupt. 



106 m^ctlUn. 

no4 mit bem £ebnidver(&(til1{fe t>e0 noit^en 9(ttrrt^um9, nc^ mit rer (littfaft^ ftined 
JinnWId, neä^ mit toen gcgcüigten Gegriffen unferer dultur fi^r t>erträgt. 3>a^ur4 
f^tbi er tte für feine S)i(^tung ht^tf^tU- dWaä^tfcit \»UM auf, et ma^t ta« ^tücf, 
troif feine« geringen Umfangt an ^anl>(ung, erft re(^t compHdrt. 2)ena biefe 
^erfonen mit it^rer gangen (lncvcIo)Ȋtie mpt^oiogifc^eu '^(berglaubend finb inglei^ 
fo gang ®efcl)5pfe tc« mobernen Unglauben«, la^ flA bei i^nen bfe (l^eiegen^eit«^ 
mod^fTei ter SeibetjÄger H« in He Äird^e erjherft. Söir glauben einer vornebmen 
©efeüfcftaft in ben Rixttn &. 0lo*e ober ®t. ©ulpice jujufeben, »eli^e beim 
fat^oiifcben ^odj^amte nur „be« ^önbebrucfe« 3<ttem erlaubt unb ber ^ippt ©tarn? 
mein (pag. ö3), »eil bo{^ be« Orte« ^aJeftÄt noc^ tuljnere (Seflänbniffe »erwehrt." 
®enn fidj^ beriet Unaebä^r bie ^ringen am S5egrabni§tage ifjre« fürillitlKn »ater« 
»or ber offenen ©ruft im Slerapei erlauben, wenn fie im ^oben ®ajettenfHCc bar* 
über bor ibrer eigenen !0hitter rbetorifiren, fo ifl ibr angebtic^^er (Sbrif^^ngfaube an 
eine g5tt!i*e 6(fti(fung eben fo febr nur 9»a«fe, »ie nacftber e«'if)r beitnifAe« 
Slnmultuiren i^ gegen ein angebii^ bfinb bef4({e§enbed SSerbangnig. dd fommt 
Mer überhaupt feine g6tt({d[ie ^eret^tigfeit gnm ^orf^ein, e0 waltet auä) bie etfeme 
linangle nirgenb, fonbem beibe merben nur aU 9{amen gebraust, unb bad wirf« 
li^e ^otib aOer ^anbiungen ift ein b(o§e« $bantom. itommt aber bad antife 
6cftt(ffal, ba« fo wenig emftlid^ gemeint i9, im @tn(( benno(6 oben auf, fo fod e« 
nur ein 9{otbbebelf werben, um be« SDtc^ter« tedmtfc^e Operationen ba^inter bor 
ben 3uf4^Auern (inger bcrbergen gu fonnen. dd mug ben ®d)ilb balten, ^in^ 
ter bem ber bramatif^e QAec^anidmu« |u arbeiten anfangt: lai fünftiicf^e ÜJlifoerj 
ftdnbni§, ba« unaeitige ®4meigrn, bad natunoibrige 9}erbeim(i4en -— benn biefe 
f!nb nun allein bie Qjirfle aOer trogifc^en Effecte, ber @runb afled l^eiben«. Siflein 
wie wirb er nun biefe $wei oerfctiiebenartigen itrÄfte gufammenfügen ober audcinam 
ber Balten f dunen? (Ir mag bad dine ober bad Rubere oerfucben wollen, fo bringt 
et fti bamit um bie din<)eit feiner 3bee. 2Jerrät(^ er un« ben 3JIan ber angefeg« 
ten Sntrigue, fo verrät^ er und bamit au^i, ba§ binter bem anaeblid^en &d)\d\ai 
ein b(o§er Strug (lerfe; will er aber bie SBürbc be« ®(JI(ffat« aufrecht erbalten, fo 
mn§ er bie gange ^«nbhtng be« 6tücfe« dubcrn, benn ber 9ltatbf*l«6 feiner ®bu 
ter unb ber oemunftwibrigc digenflnn feiner 9Wenf(^en ift in feincrlci SJev^äftniS 
gu bringen, ©onber barerweife hti&ii nun ber SDicftter beibe«, ba« llnvereinbore 
nnb !Be)ie(|ung#Io«bteibenbe bleibt neben einanber begeben, unb bie erfle SBirfung 
bieroon ift, ba§ ein fo groger innerer Söiberfprut^ auc^ ben be« 3uf(tauerö tüacb« 
ruft, ^enn nun ift b(o9 nod^ ba« tüdifcbe ^atum acti\> u(ib e« ift überbied in bie 
^aitb foidSier SD'^enfcben gefegt, bie e« baburc^ no(^ bo0bafter, furg aottiofer ma^rn, 
ta^ f!e fo linfifd^ nnb oorfafejid^ ba« i^rer gemeinfamen Sage ^eitfnmftc ft(^ fttti 

fetbfi borent^aiten muffen, äöir werben a(fo bann unter ben (Semütbdbewegungen 
b pianio« tdufc^enber 3üng(inge, fo vergeben« aetdufe^ter 3nngfranen ni^t felbÄ 
gemötbli^ mitbewegt, wir werben oietmebr empört über einen gu lange banernren 
©elbftbetnig, über eine gu fre^i unb jwerfio« fortgefc^te (SJe^eimt^uerei, berrn %oU 
gen fo leicBtabwenbbare unb bennod^ fo gerfc^mettembe f!nb. SBir fübien, ba§ tat 
hti ®5ttli4^e« unb SRenfc^iic^e« entwürbigt unb befc^iolten ift. SBenn M Sfabeflen« 
^unb oon 93erwünfc(fung überfliegt gegen bie ®5tter, a(« genfer eine« fo übtU 
oerwalteten ©efd^irfc«, fo geben wir freili* ben Äinbern red^t, bie ber tWntter 
nt(^t tit Strenge be« ^immet«, fonbcrn ibr eigene« 4^eimli4felt«gewebe af« bie 
CtueÖe ber llnfdDe oorfübren; aber wie »erie^enb muffen teä) beibe tU^ tftun, 
wenn f!e barüber bie aWutter gur drfenntnig gu bringen ^aben. ajon öeatrice 
wirb fie eine „bi6bfid^tige SJ^utter" gefc^olten, unb defar ift gar no(^ fo unmenf<^^ 
lid^, mit Serflud^ungen gegen bie fd^on bernic^tete ^rau lodgubrec^en (142): 

SSerflu^ft fei beine .&eimfi(bfeit, 
JDie afl bie« ©rdgii^e oerfc^ulbet! 

i 5Äit fo htnfhoibrigen SWitteln wirb un« oerrat<>en, bag biefe ^eimtic^feit alfo ber 

\ Jlnoten fei, mit bem ber $oet ^ier r>a% ®efd)t(f f(bürget unb (dfet. 9(ber er i»iti bie 

J&eimli(^>feit »or bem 3«f*«uer felbft ber^eimlidben unb ba« ®cfd^irf an beren &tüt 

tfirfen; ein bon menfcl^II(^er 6^Iau^eit gelenfte« Sntriguenftucf will er i!;m in ein 



mittXUn. 107 

unter tii C^itt ht^äHit^tittt Mna gcH^Otcf ClAitffallfHIif t»eniKin»c(n. 3e «tu 
m5gli4fer ft« ^f^feft mad^t, um fo lfi»fnf(4Aftn4«r ^n(|t babei brr $oet an fdnent 
[Ottern @tflcf 9lrbcit. S>« f4ngt nira rat flftentracr feiner eignen Sürflefinngtn 
an, t)aier nadlf Moger ^Aufllerlaune §u I^e^anrefn gebaute, i^n ftlhft tu be^em 
fc^n, ba« ^obnet feiner $^antafic übt Gewalt über feine ^oetif(be ^et^ett an«, 
momentan »»§ er felbft Partei ergreifen für Den <B(auben an eine K»orgefpiege(te 
Silot^wentigfeit, We i^m ein blo^e« ®pieC war nnb un# fortwdbrenb nnr a(« ein 
fc((b<< eyfcbc^nt. Qi ergebt (bm, wie bem ganft in ber c^ntifcben Md^t, ber nicbt 
enMgen f«mi ben Wrvertcfen ^mnuncninS auf bem ®ege M djperiment« »erWr* 
pem gn wollen nnb barüber gteidi^faO« He grjfa^rung machen mu§, wie fo oft wir 
@c{aven unferer S^orfteOmigen werben : 

$(m (Snbe bangen wir bod^ af> 
9^on (Kreaturen, bie wir madjiten. 

(Sine fof^e Setra4tnna0weife war ben Seitgenoffen ^ä^iütf^ ni^t fremb, ba ibnen 
fein $robitct a« 9tmt tm. ®i(b<(m von ^untbotbt (^riefwe^fet mit ^d^iOer, 
pag. 478) brucft mit immer (ebenbiger ^reunbfc^aft bem Z)i(bter barüber jwar Öe» 
wnnbernng au«, (obt ei aber am meiflen eben um jene« üinftfi^en dlafflnement« 
iDiOen, womit e« feine fünftterifcben Gtbwäd^en bebefft. X)enn f^ier werbe, meint 
4>umb0lbt, einem ©toffe oor nnferer Clinbitbung«fraft (Rettung t)erfc|>offt, ^für wel* 
(^en ni^t« im ®emütb< be« l^efer« borbereitet ifl, ber an ^ä^ fogar fdnftticb ift 
um bei minber guter ©ebanbluna b^tte fpieJenb au«feben fönnen.'' 3n Sabrbeit. 
man bat eine bramatifd^e ®tnbie über ba« ®^ief be« Sufafl« vor fl(b. 9fle $erfonen be« 
6tn(fe« finb ^agarbfoteler, aDe fe^en auf bie gleite ilarte fort, welcbe niemol« garbe 
fein wirb, unb aOe verlieren auf 1>U gfei^e Seife. X)e«ba(b wirb Seatricen« $ar« 
tie and^ nur in (Som)»agnie mit beiben i&röbern gef))ie(t unb gebt al«ba(b gan) r>tu 
lorett, Wenn einer ibrer beiben ®)){e(eomvdgnon« gurfiiftreten mu§ unb oedoren b«t. 
^ann wirft fi^ ^eatriee in bie Gbiefpartie ber SKutter unb fpielt t>CL ein Sa banqne 
t»eitet, wdbrenb f!e bo<b mit i^re« iSBrAutigam«, unb bie SRutter mit be« 6oftne« 
tot, bereit« ibren aüerle^ten (finfa^ verloren ^at. Da fte afle jufammen ba« 
©Iri^e unb in ber gleiten SBeife tbun, fo fann Don einer oerfd^iebenartigen 
Unlage unb ©ebanblung ber dbaraftere feine JRebe fein. ®ie f(bwer f(beint e«, 
fi(^ Diefe Seatrice, biefe SfabeOe at« etatue, af« Siibwerf mit beterminirter üKtene 
unb inbioibueOer ®eftaft benfen gu follen. CcbriHer b^t un« ben ^on Dui^ote ge^eicb^^ 
net, (Somelitt« un« ben ^anft fammt (Sretd^en, itan(ba(b fo(^ar ben [Reinefe ^u(b« 
— in aflen biefen Silbwerfen erfennen wir eine unabänberlicb jutrefenbe ®eilaU 
titng nnferer )[)rrfdn(id^ an« ben betreffenben ^(briftwerfen erbaltenen dinbrücfe; 
ober biefen ®ef(b*pfen be« ©dijifler'fÄen ©tbaufpiel« oermbgen wir fein Oefiebt xu 
geben; fle flnb 9»a«fen ber »erwegenb<it, fie tragen if)Xt (5nt(lt^>ung«gef(^l4te nic^t 
in (1<%, man muf erft anber«woöer Serid^t fiber fle einjiej^en. 

9Bir tbun (entere« bier )um ^d^Iuffe. 

HW nnfer 2)id^ter^)aar fl* bem ^6benbunfte ibrer ^unfterfenntniffe ndberte, 
Ol« ©eibe ibre weiteren bramatifdjen Seiflunaen briefiiib unb münblicb mit einanber 
ertoogen, fubiten fie wieberbolt, ba§ man mit bem beutfcben 6d^aufpiele nruerbing« 
ouf einen 9lbweg geratbe unb ba§ man ftatt be« bamal« befonber« cultioirten bi^ 
fioriftben ©ramo« enblid^ ber a:rag6bie felbft bebürfe. Itm biefe« gu gewinnen, 
Ö^ffen fle gum e{nfa<ben 6til ber tllten jurütf. $ier war*« vor Slflem notbwenbig, 
Jem gangen Äugerli^en Sübnenbebclf gu entfagen, burd^ ben ba« €>(baufpie( fo 
W4t feine innerli^en Äunflmanget oerberfen fann. Da« neue ©tficf foflte bur(^ 
*en innern (?ntwirf(uttg«gang feine« ®ebanfen« wirfen, feine SloHen foDten nur 
bte not^wenbigen unb proportionirten ®Iiebmage biefe« <S^ebanfenorgani«mu« fein. 
^Df« iitxxaU unb 9lebenwerf«wefen, ber au«gef(ilgelte ^uju« einer reboutenbaften 
©cencrie, einer ardJdofogifdS^^prunf^aften (Sojlumirung , unfere berfönfit^e Soreinge* 
«ommenbeit für angeftrengte« ^elbenwefen, für anfgepujte« fiieb^aberwefen unb 
Wner mgötterten ©olorofleu, alfo au<i ba« Sirtuofentjfum ber Soufiffenreigerei 
nnb ber gange ®u<ff äffen, gu bem bamat« bie Su^ne raf4; wieber ab^uflnf^n ht* 
donn, bie« fönte mit bem neuen Serfu^e abgefd^nitten werben. Dasjenige Sännen« 



106 9)ti«cene«. 

ftäif, bdd fdne Siifttsg aOein a«# fdnci fronen f&a^rNit )ie^t «M btt tvirte« 

\>cütn Bewegung fcintt 3t>te, He entwel^er bereite eine SBe(taaf<(iauuno gewcfm iü 
oter fic^ »ieHei ^u einer foIdS^en erweitert, ein foic^ed 6tü(f ift überall gleidboei^ 
{ldnMt(b, gfei^überaeuoenb, überall aupbrbar, eine 9lii(ftebr jur 9{atnr, eine Sebi« 
meijierin t>ed ganzen %oife«. Unb anc^ na^ Bdfiütx'i befanntem Slnffa^e foate 
ja tie Sübne nenerttingd ein foic^ed 9Ritte( werten gur 92ationa(erj{ebnng. S)iefea 
$(ane gemäg entwarfen ficb nnfere beiben ^ramatifer gwei ^tüdt, in benen fie 
jlatt Der bi«ber htUtbi gewefenen gef(bid^t(i(^en Q3efonberbeiten nur bie einfai^flni 
unD aflgemeinften äJ^enrcbbeitdmböttniffe ^um Snbait erbeben, bad ilinbc«; nnd 
C^lternver^äUnig, bie gfamilie. (&Mt nannte fein SBerf S)ie natürliche 2:o(btrr, 
©(^iOer tad feinige 2)ie feinMicben Brüter. €(biQer'd bafür aufgefe|tef fRcüOf 
»erjcicbnif bi«6 «wn aifo: ÜRutter, Stocbter unb Srüter; nnb ta^ientge bei ®6t^ 
lautet: $ater, ®obn unb Stieftocbter. dd fcOen titt, fagt ©^iQer, im fcbon 
angefübrten Vorworte pag. XIII. ,,!e{ne wirfiicben Sefen fem, bie blot Der Qh 
walt Ui 9Roniente9 gebord^en, bie bio« ein SnbiDitnum barflcOen, fontem e6 ftn» 
iDeaie $erfonen, Oieprifentanten ibrer (&aitm^ bie bad 2:iefe ber SRenfcb^eit au«$ 
fpred^cn." 

6onadb muffen benn biefe beiten @tü(fe ber ^ei unter glei((ier ^fgabe arbeit 
tenben ^reunbe manche ^ebnlitbfeit mit einanber b^ben. 

®MM (luaenie wie ecbiOer'« S3eatrice ifi eine grürftentoc^ter, bie t^re Stb 
genb in f(5fter(i(ber ä^erbcraenbeit binbringen mu§, um bamit ttn J^amittenfriel'eB 
einer bcrrfcbfücbtigen 2:)9napie bewabren ju b^f^n. £)ie eine {iebt bem 91HU M 
93ruberd a(d 4>albfd^weßer, tie anbere zweien fle unt ftc^ feibfi beneirenbta Sriu 
bem im SBege. Unwiflfüriicft btht eine jete Don ibnen ben ^'^eben auf, Da nun 
fie §ur Q3eflege(ung ttx neu gewonnenen (yintrat^t aul ibrer bürgerlid^en C^tMfamfeit 
in bad •&emnf(b(o§ ibrer (Beburt 5urü(fpei;fe|^t. Hin ju (auter l^iebe aefdyaffene« 
@(bwef}erber| entjünbet bann pio^Iicb alle (i^ewitter menf(b(i<b<r l^eitenf^Aft , wtrt 
gur ©tiftertn ter wilreften $alaftreoolution unD wdbrent jicb ibr gan^ (Bcf^iedjt 
vertilgt unl^ Da» 9teicb gufammenbricbt, bleibt fte allein übrig nnb äberf(|^aut Dea 
©cbuttbaufen einjtiger ©roge. ©o weit jlnf fi* bciDeStüde gleicb; in Der SCu«* 
fübrung aber weichen fie »iel weiter oon einander ab, aift etwa tie Serfciyierrnbeit 
aweier tii^ternaturen bicd beengt b^ben würbe. <&5tbe bat feinen @toff and ut 
frauftöfifc^en ®taat«umwd(gung gefcbopft, 6d}iner bat ben feinigen erDa(bt. £)ad 
Gcbtdfal dugeniend lad ®dtbe in ben Memoiren ber fßrin^efRn ^ourbon^iEDnti, 
Der gan^e ©tcff lag fo febr auf realiftifcbem ^obeit, ba§ ber I^ic^ter ^u feiner un« 
gemeinen Seitür^ung felbfl nocb ber ^elDin perf5nli(^ begegnen mugte, nac^Dem er 
Deren ^ülfloftgfeit lange oorber unbefangen in @cene gefegt batte. ©cbiQer'A $ro$ 
tuet bat tiefen SeDen Der fefjelnben Sirflicbteit ni^t, feiner S3eatrice ecftidfal 
. flammt rein aud Der SBiQfür [einer Dicbterifcben (JirftnDunadfraft, ed dbnelt fogat 
i Der OeDipudfage^ unD Da ed allrd ®ef(bid^tli(be rein bti eeite liegen 14§t, fo f^^eiat 
^ e< ftrenger an Dem gemeinfam berebeten 9lrbeitd)>fan fe(l|ubalten. 9lun nin§ mao 
aber Da0 blod tbatfä(bli(b SS^abre in Der ^iftorie \a ni^^t mit ber bifiorifi^n Q^lanbi 
baftigfeit einer ^egebenbeit felb^ Derwecbfeln, ni(bt Dad, wad gefcbeben ifl, Derwe^b« 
fein mit Der Sabrftbeinlicbfeit unb 9{otbwenDigfeit, mit ber ed fid^ jugetragen bat. 
(Sldflotele« $0etif, cap. 9). greilicb gef(beben i{l viel, aber ed mangelt Die 3:bat, 
fagt ein dpigrnmm ^laten'd über Die poetifcbe SBirfungdfofigfeit Der man^erlei bi« 
^orif(ben ®toffe, weiche oon Der dleujeit balD epifd^, balD Dramatif^ in $lrl7eit ge< 
nommen werben {tnD. 9{ur Dad 2:batfdcbli(b< an einem <9ef(bebenen bewegt unl 
unb gwar in fo ferne, ald U und in feinem tbatfäcblifben äiuDrucfe Dorgefubrt 
wirD. ^amlefd $(uge füQt M mit a:brdnen. Da ibm ein .(SomoDiant aud Der 
dtoQe ber ^ecuba oorDedamirt. Um ^ecuba ! ruft er Dann verwunDert über feine 
überraf(benDe [Rübrung aud, wai ifl «^ecubal Hamlet weint. Da er in einer 2)i# 
tung, bei einem biegen alten Mäxi^tn, Die groge SBirfung Ded flttlicb SBabren oer« 
fpürt, unD wie bei einer treffenD er^äblten ^nefDote mug er fi(b gule^t gefleben, n 
non e veroi e ben trovato. ^ijicrifcb 9ii(^tiaed unD Sßabred beDingt nody ni<bt 
gugleicb Dad äSorbanbenfein ton etwad fittlicb Sabrem; ift Diefed aber mit Dorban« 
Den, fo wirD ed für aQe Seit ^um ft^en btßorifc^en unD moralifd^en Seifpiel, pa 



mHttUtn, 109 

€(aHirad«namei, §Hm 4ft^f4en (frfeiininigf )ff4en in aOcn Cpxai^tn. IDIc ^id^U ' 
fnn^ fann ol^ne Hefen Jn^alt nidj^t 6ffle<^en. Die (Bef^Mte, tie tod^ nur fadffc^ 
Saf^ref berietet, fann j^anje ^eH^Nn Mnrvrd^ ^en jn^dft biefr« fittlfcb 9Ba()ren 
mmiffenlaffen; »te 2)id|^tfanfi aber fann o(»ne taffelbe feinen ^rftt f^un, obf^on 
^e tod^ nur ^id^tete« crjäMt. edS^iOcr fie^t eben hierin ten 6d^eirfpunft im* 
f(ben achter nn( falfc^er itunfl überhaupt liegen, er fagt ta^er ober Me ^ramatif^K 
?Joefie: 

®ie filntigt nid^tl a(d eine %0ht\ an 

UnD mig l^urcft tiefe Saffr^^eit |h ent|n<fen. 

'Hber, fülot er fogieict^ binjn mit einem ^eitenbfitf auf lai manierirte franiöflf^c 
t)rana: x)a0 %A\i^ ^eift fi<t wabr, um ju berätfen. (Ueber Softaire'l 
aXabcmet). SBarum foflte nun He $^antafie Del itünfl(er0 ff^ bem ®rfd)i(btti<^:; 
wahren entfd)(agen, wenn ed jugletc^ i>a0 €>ittii(l^»abre in ft(^ erbiicfen Iä§t; nnt 
n)ie foQte |te je in eigner ifolirter ^ervorbringung binonrelc^en an tie ebenmdfige 
Wi9iiti einer vom ganien Sdiferieben turcbgeiebten ^atajhopb^r tie turd^ fo Diele 
@eiMbeftrebungen fetnalieKig gemacbt, turd^ tie SBärme fo oieler C^erien auSge« 
zeitigt, tnrd^ bunbert ^dupter audgefonnen, bur((^ taufenb 9rme au^gefu^rt »or« 
»en ift? S)iefen Sortbeif bdt ^ier ^hX^ei 2>i(^tung vor ter ^d^ifler'« vorauf. 
6d^on ^er milbe Stet) Don ^ugeniend {ungfrAuii^er ®ee(eneinfait unb llnbefd^olten« 
beit föflt af« ein erquidlic^er @trabi in jene un« vorauf befannten 6(^re(fniffe 
einer )metrAd|^tig nnb fittlie^fani gewortienen Seit, unb tie SBürre ^er reinen 
9tenf(^ennatur feffeit unfer 9(nge mitten im grauenhaften 9(nbli(fe eine« aüaemrinen 
dittin«. S>iefer trdjtfi^en drfenntnif aber giebt ux Did^ter erft tie ®eftaltnng, 
ma(bt fie ^ur Orunblage feine0 Gd^aufpiel«, ma(f»t fie «um neuen 3nbalte nnferer 
Aef^id^tiic^en ^Infcbanung ; er Iä§t, wenn bie alte Seit in 3:rämmer aebt, bie neue 
Seit au« ter 9)Vad^t be« ficb tren bleibenben SRenfdKnberien«, gunad^ft aud ber 
unbefted^Iid^en ®eele be« reinen 9Beibe0, aud bem d^ebunb unb ber ^^milie (er« 
vorgehen. £)iefe 3bee, welker i^bWit ®efta(t gab unb fie fo anm ^raftifd^en in 
feiner Jhin^ricbtung mit erbob, bleibt freiließ nod^ gar manchem nüd^ternen Sefer 
frenb unb er liaat bann Aber bie üdlte be0 (l^ebic^ted, wie etwa au(^ aber bie 
Jlilte (Ingenien« felbft. 2)ad ®d^iOer'fd^e Ü^ebi^t bagegen, ba« allein ber flo§weife 
arbeitenten ^bantafie be« $oeten an0gefe|^t ift, mu^ einen rubeio« braufenben ge« 
wäittbititten (K^arafter hervorbringen. IDie perf6n(it^feit«arme Seatrice, entf(^(u§# 
unb t^tio«, fne^t bnr(9 €<^wung nnb $rad)t §tt entfdyäbigen, e« \h%t fl^ alfo 
jener nfid^teme !^efer etwa burdl^ ibr falfd^e« $atbo0 v»t>\^{ betäuben. 9lllein biefer 
fDloment ^at and^ bei i^m feine Dauer, ba« dnbc if} nnau9b(eibli(^e (Srfd^öbfiing 
nnb ^bgefponntfteit. dr wirb bann auf feine eigne Stimmung ben Ser« anguwen« 
ben baben, mit wefd^em ber (I^or abf<((ie§t : (Srfc^iittert ße^ i^^, wei§ nic^t — ob 
id; bejammern ober greifen foQ. — 

Sugenie fennt bie 9)tad^t ber gegen fie (odbred^enben Gewalten; mit jebem 
@(tiitte i^rer %ivi^i unb 9(bwebr fommt fie i^nen nur um fo ndber, unb wenn 
fie ibnen bann mit ber einzigen föaffe, bie nod) übrig \% mit ber rübrenben SRac^t 
bei Sabrbeit entaegentritt, wir lernen ba bie 9tad)t biefer ®eele fennen, He äuger« 
lid^ längfi ftberwattigt ift unb ficb an ibrem innerlidi^en 9^ertrauen aufredl^t erbält. 
Unb obfcdon wir cann ba« Soraudwiffen aber ii^ren enblic^en Untergang mit ibr 
tbtilen muffen, fo wnnfc^en wir ibr bocb, gerettet $u fein unb fortzuleben, um fo 
t^ngen^er, je weniger wir felbfl nod^ einen 9tcttung«weg anzugeben vermdc^ten. 
9Benn aber 9eatriee ben &tun ibre« $aufe« dberlebt, fo flnb wir bamit ni^t ge« 
tröftet, wir finb e(^er bem Did^ter bartiber gram. Unb mug er i^r f^^lieglid^ bo(^ 
ba« Seben fd^enfen, ba« i(^r fd|fon fo ganj jur dual gemacht ift^ fo ifi bamit yx 
eingeitanben, ba§ fie nur gona änferlid^ vom ®d|fi(ffat ergriffen gewefen, ba§ W* 
fem feine geredete ^ai^t uqer ]^e gegeben gewefen fei, ba§ alfo au$ ber bi>^< ^X9i!b 
be« für fie oerlangten SKitleib« ein unbiflig verlangter gewefen fei. (^« ifl i^r im 
®egentbei( weit me^r an €4i<ffal unb IBebeutung Doraudgegeben, a(9 fie ^at auf» 
brauchen f^nnen, unb bie« i^ ein fo unoergeiblidl^er $au«bAituug«fe^Ier, eine fol^e 
Sergenbnng, ba§ wir berlei ber Vernunft be« <£>immel« nic^t guft^reiben wollen. 



liO VlHttiUn. 

mal^ »oranf e^ trnn in ticftn Gattungen ^er 3lrAgötien^i(^tuag ä^er^iQ>t an? 
fomme^ fo Ment darauf in i(nrae tiit\tibt Slnttvort, welche !^emoflben«# auf tit 
J^roge gai), tvorauf e« ^u|^tf&41i(( in ter $ieret>tfamt(it anfümmc. ibrdmal na<^; 
einander loicDer^oItt er na^ltrudfam : $(uf ten SSortrag! Unt in ®dt^e'd dugtnie 
(Sr. 9, pag. 304) ^eigt e« nic^t anttr« : 

stuf deiner %<ibd Vortrag fommt e« an. 



2)a« 6. ^eft 1»<Ä 3. Sa^rgange« »0n Dr. Äu^n'« 3«tf*Ttft für oergfei^De 
6pra4forf(^ung enthält eine Sb^auMuna »on durttud über t>ie (ablaie tenids 
al« SBertreterin einer gutturaien im <S^rie^if4^en; CErgdnaungen §tt Jlirdb^^ffd vn» 
Sange'l Slrbeiten über tie odcifc^e 2:afel oon ^antia, von ^ugge unt) ten ^(^(u§ 
beS 5. ^rtifeld einer längeren Slb^miMung bed <&eran«geberd ,,ttber t^ad alte 6 
unb einige tamit t)erbun^ene i^autenttvidtluttgen". 9(nge)eigt u^irD von ^örfle^ 
mann, $ott'9 audfübrli^ed SBerf über Die $erfonennamen, indbefonDere He 
Familiennamen, tad ))nnsit>iea Dad gange 9lamen)oefen aOer ^bittx, Seiten nn& 
(S^attungen timfagt, oorAügüc^ aber tie ^^^miiiennamen in t»er am iBerfoffer bcfana^ 
ten gruntgeiebrten Seife bebanteit; unD i>on i^u^n ,,Dr. ^feiffer'd Sladgabe ttt 
^eutfd^orDeudcbronit t>ti 9{ico(au« o. Serofd^in. 2)o9 Mt f4He§t »tt einer 
^ideelle oon Äubn über tie äRorgenr^t^e unD Die ^c^idfaKgdttinnen, tvtl<^ 2>en 
innigen Buf^^nimenbang Don dod unO U^M na<^weift, Die ^age )>on Süxy&si^Ail^, 
mit Ux Don ^runbiltend SS^ettlaut Den ^libüingenbort mit Dem gotDnen 91tc§ all 
uenvanDt jufammenßellt unD fomit geigt, wie fl4» @(^t<ffatögctttnnen, S^alf^ren 
unD !D2crgenröt{^ in u>efentii(|Kn fünften berühren. 



Unter Dem 2:itel „(lt^moIogif((fe Unterfn(|uitgen auf Dem ©ebiete Der ronanu 
f<|ien ®»)racbcn. ©pecimen 1. 2." ^lat ^err Dr. ÜRa^n gu (SnDe 481*4 M einen Sei^ 
trag gu £)ieg SBörterbucb lö äB^rter befprod^^en. Deren ^bieitung f)itt gn>§entbetid 
ald moblgelungen angufeben ifi. 9{a(^ einer etwa« (angen iSinuitung, votld^ Die 
^erDienfle Der Deutf(^en $^i(oIogen auf Dem romanifd^en ^pracbgebtete b^rvorbebt, 
leigt er, Da§ anchois, laya, gorra, sanro« sapato avA Dem ÜBa^fifc^ri, «Sigatore, 
mariposa mi Dem <6pantfcben; calibre, abrigo, marandenr Direct an« Dem ü^ateini? 
\ä)tn, hazardy amiral aud Deftt 9lrabif(^en abguieiten {inD: faiftb f(4eittt X>ie gegen 
2)ie^ bebau))tete Ableitung von caserne au8 caaa d'arme, tntereffant ifit Die avSfubri 
lid;e ©cfc^ic^tc De« Sßortc« porcellana. ^^rurffe^fer finD nur iroti ftörenD, ®. 13, 
3eiie 7 )>on unten i»tet ^att petit, unD hü gorra Die 3abl ^I tatt XTTT; Die 
dunere ^uSfiattung ifl aber (eiDer, wie hti mebreren im ®e(b{iDer(aae ted ^enn 
Dr. 3R. erf^^ienenen ©Triften, gar su fe^r abjie^enD gegen fonfhge (Irfd^einungen 
auf roraanifd^em ©^jra^gebiete, Die pt^ beftJiiDer« bei Den grangofen Durc^ ^p\m 
DiDität au«augei(6nfn pflegen. ®aciiö« 



3n Dem SJerlage Don $. ^eflftein in ©erlin erfefteint je^t in ^teferunöen ei« 
Don Dr. ^. ^(etfe Deranftaitete« @ammelmerf unter Dem 9tamen S^atbaSa, ivel^ 
4e« e« fl(^ gur Aufgabe gefteflt f^at, Die gefammte Deutf(^e $rofa De« 18. unD 19. 
Sa^rbunDert«, wiffenf4)aftii(^e, wie fi^önwiffenfdj^aftii^e, fowett fie Der aSaemefnen 
li^iteratur angebiirt, Hx6f biogra^if^e GbaratterbilDe^, umfaffenDe fßroSen nnD 
(iterarif^e 9{ad[}weifungen audfnbrlidb Dorgn^eCLen. 2)ie erfie und Doriiegente Sie« 
ferung bebanDelt Slabener, ©eOert unD 3. 3. SBinfefmann; für Die gweite pnD 
Gbaralteriftifen Don Ädjhier, ©uiger unD 3«ftuö gwßfer oerfprod^en, SB<rfe Da« 
^ixt Der $robe entf^reii^eitD fortgefe^t, fo tann e« an ^(bnei^mim ni(^t fr^en. 



^fwtfd^cr Sprfld^wart. 3eitfd^r<ft für itunte unti Äwnfl Itx SWutterfpra^^ Jerau«* 

gegeben ton SR. SWoItfe. i, Ja^rg. (©elfefbettflg.) 22/3 a:^Ir. 

d. Srnd^. 3ur $^t^fio(ogie ter ®prci4e. (Safel, ed^weig^aufer.) 15 6gr. 



3. f(. 9etl. 3>4«^dU(^t0 ^bxUxbud) in bentf^er, fraii|i(H4tr UN^ en^Ufc^ft 
e^a^. 2. efrg. (Si^ie^l^atcn, breitet & 9lie&ner.) Vs X^Ir. 



SItetatur* 

K. Müllenhoff. Zur Geschiclite der Nibelunge Not (Braunschweig, 

Schwetschke.) 1 Thlr. 

Zar deutschen Literaturgeschichte. Drei Untersuchungen von Dr. Fr. 

Pfeiffer. (Stuttgart, Köhler.) 20 Sgr. 

%. «^ül^mann. ilampf um (er 9{ibclungen ^rrt gegen Sadbmann'd Slac^treter. 

(6tuttgart, Ärabbe.) 8 fegr. 

^. g. ®ö filmet.' 2)U ©age »om ^ardwal unt »om ®ral na^ föolfram v. 

df^enbödS^. (öerlin, SB. ©^jnlje.) 9 ©gr. 

*. 2)iarfgroff. (f rnjl ©^ulje. 9l«(^^ feinen Stagebäi^em unb ©riefen gefcJiU 

Dert. (?ei»)aig. ©rorfbau«.) 
>J?. 3tegUr. Orabbe'ö ßeben unb (S^arafter. (Hamburg, ^offmanu &(S«mi)e.) 

1 ai^lr. 
3. *ub. 2)!e beutfc^c fomlfc^e Dichtung feit 23eginn be« 16. 3ö^r^. bi« auf 

uuferc ^tit 2. öanb. (9lürnberg, dbncr.) 24 @gr. 

Oeuvres de Cyrano de Bergerac, pr^c^d^es d*une notice par Le Blanc. 

(Paris, Lecou.) 
Cours de litt^rature dramatique, ou De Tusage des passions dans le drame, 

par St.-Marc Girardin. 
Bryant's poems; with Essay by G. Gilfillan. (Liverpool, Hall.) 2 s. 
Jules C^sar, trag^die de Shakspeare, traduite de l'anglais en vers francais 

par Aug. Barbier. Nouvelle ^d. (Paris, Den tu.) 2 fr. 



®tamtnatit* 

T. Benfey. Kurze Sanskrit - Grammatik zum Gebrauch für Anfänger. 

(Leipzig, Brockhaus.) 3 Thlr. 

Uebcr beutfc^e Ortbcgro^j^ie v, Dr. (S. ®. Slnbrefen. (SWainj, Äunje.) 24 ©gr. 
H. Steinthal. Grammatik, Logik und Psychologie, ihre Principien und 

ihr Verhältniss zu einander. (Berlin, Dümmler.) 2V2 Thlr, 



112 IB{iliosra)>Mf^(t Slnseiger. 

i& { I f « » ft 4 e t. 

d. SRaier. IBeUfobcn aur &^<äf\^it Ux t>tut\^tn Siteratnt. 8V4 ^d^* 

m. S. ® 5 Ringer. 6ti^(f4u(e ju Uebungen in ter ÜRutterfpra^e. 2 Sf^fUe. 

(e^aff^aufcn, ^urter.) 1 St^Ir. 21 ©gr. 

$. £)ün^(r. drläutcrungen p tm ^cutf^en ülafjircrn. 1. {^eft, ^ermann nnt 

Sorot^ea von (^^t^e. Qtna, «^od^ Raufen.) 5 ©gr. 

^ie ®efe^e ter fran|. 6pra4e, nebfl Uefrungen ^nt Slnmenftung berfelbcn von 

Dr. 6. g. ®nüge. ((Erfurt, Äa^fer.) 20 egr. 

£Mment8 de la grammaire fran9ai8e. Ouvrage qui a poor bat de gradaer 

renseignement grammalical et de lier la gr. fr. k la latine et k U 

grecqae. (Paris, Lecoffre.) 1 fr. 

Prindpes de composition et de style appliqn^ k la narration et au stjle 

^pistolaire, p. Eug. Talbot, (Paris, Dezobry&Magdeleine.) l fr. 
C. Comberbach. Grammaire anglaise compar^ aux langues flamande 

et allemande, oa M^hode facile pour apprendre cette langae. 2 toIs. 

(Brüssef, Eiessling, Schnee & Co.) 20 Sgr. 

C. Comberbach. Recaeil de th^mes, d'exerdces et de yersions poor 

faciliter P^tade de la langae anglaise. (Ebendasdbst.) 12 Sgr. 

O. ®uf4 & $. <6te(ton. •&ant)bu$ Ux englifd^cn UmgangSfprad^e.' (Sctpjid/ 

»tocf^att«.) 1 a^lr. 

L. Lemcke. Handbuch der spanischen Literatur. I. Bd. Die Prosa. 

(Leipzig, Fleischer.) 2»/» Thir. 



(gortftftunfl.) 



III. 3)ic fünjilcrifc^c 3;cIcoIofl{e. 

§♦ 27**) aSic uberi^aupt fein mtn\i)lxä)t^ SBcrf, mm eö ben 
änforbcrungen ter Vernunft entfprct^cn foß, o^nc SBcbürfnif unb 
3n)C(f entfpringen fann, b^ ^, xoit in irgenb einer SBeife eine t)er# 
nunftige SRot^wenbigfeit i^m gu Orunbe liegen mu^, fo iji auc^ eine 
wabr^aft fc^one itunfi o^ne teleologif^e Sejie^ung nid^t benfbar^ 
3ebe ffinftlerifd^e ©(^opfung, bie ein JÄec^t auf biefen Flamen f)at, 
leitet \\)tt£i\xtüt au6,,95ebütfniffen unb trieben, Begriffen unb Sttei« 
gungen* ab; fte iji bagu befiimmt, bad SBefen ber menfc^Iic^en 
9latur nac^ i^ren verfcfeiebenften Seiten im 8i(^te ber 3bee barju* 
pellen unb auf bie Befreiung berfelben l^injuwirfen* §iemac^ bient 
kic Äunfi gang eigentlich ber menfc^Iic^en SBeftimmung ; jte iji nic^t 
fott)o^I für P(^ felbfi unb für ben itünjHer ba, ber fic^ burt^ fle 
befreien wiO unb muß, aW baf fte bad große SQSerf ber SRenf^em 
bilbung unterfingt unb forbert* 2)ie Jtunfl foU un6 — barin liegt 
i^re ^öc^fle unb le^te Slufgabe — burc^ bie Sirt, wie fle in einem 
freigef(^affenen Silbe bie 6in^eit bed ®eifled mit ber 9latur bar«' 
fteHt, t>on ben gwingenben ®en)alten ber Statur befreien ; fle fott und 



*) ^(nmenlefe aud moTgenfäntifd^en 3)id^tent @. 207 f. Fragmente gut beut« 
f*en «iteratur H. @. 121. Äafligone I. ®. 156, 174 f., 195. EL 6. 162, 179 
fv 188, 185 f., 206 f. ^ad)k^t jur fcfjöncn Literatur unD Äunfi ©. 95, 138 f., 
157, 206, 328. ©Operon ©. 57. grüd^te auö Un fogenannt goltenen Seiten L 
6. 49, 168. n. (S. 19, 32. ®eifl Der ^ebräif^en ^oefie I. 6. 192, 237. IL 
e. 13 f., 111—114, 134, 139. m. e.lt 250. 3teen jur ®ef*id>te unbilritif 
ber ^oefie T. @. 222. IL 0. 75, 169 f., 179. X^ologff*« 53riefe IH. VL @. 
228, 247 f. SBfrfung ber JDtc^tfunfl auf bfe Sitten ber mihx @. 226, 228, 230, 
242, 268, 272, 277 f., 289—291. ßegenben e. 23. SJom @tubtum ber StMogie 
S. 81. 9(ntiquarff(%e Sluffdfce ©. 7, 9. llrfa^en beö gefunfencn ©ef^macfe« 
e. 17—20, 61. ilritifc^e SBdlber L ®. 212 f. Ue6cr ben (Jinjiug be« ed^cnen 
i« bie t)5^eren 2BijTenfdSiaften ©. 189 f., 202, 204. 

^xäiw f. n. ^pxa^tn, XVII. 8 



114 |>er^er'« SCefltetif. 

gu ftttli(^en ©ebictern ber 5Ratur ergeben. SBIK jte aber biefcn 3»^ 
erreichen, fo iji cö unerlApIic^, taf jie bic ©eele burc^ eine freutigc 
©timmung, bic jte berfelben mittl^cilt, für bie aufnähme ber ^o^mn 
Dffenbarunflen empfänglich xna^t. !Daß biefe greube aber im ijii^f 
flen unb ibealften Sinne genommen merbjen nmffe, ge^t aud ber ^o^tn 
©teile l^ertjor, bie ^erber ben ©cbopfungen ber ^l)antafle in b« 
jtttli(^en SBelt einräumt* (Sx bejeic^net nÄmIic|) bie ^oejte gerabfju 
alö bie »lüt^e bed menfc^Iic^en ©eified, b. f). alö bie \bd^fit, gartcfte 
unb erquidfenbfie gorm, in ber unfere gel^eimften Sbeen unb (Smpfin^ 
bungen jur IDarflellung fommen» Sffiad nur irgenb toon ®utem, Oro- 
fem unb ®ottIi(i)em in unferer Siatar liegt, baö feiert in ber 5)ic|t^ 
funji feine glüdtic^e Sru^Iingöjeit, fein Sugenbalter \>oU ^offmmg 
unb fro^li^er Sluöfic^t* Die ^oepe iji nac^ ^erber ,,bic Sprache 
M ©efammtmunfc^ed unb ©ebnend ber ^Un\i)^tiV'i in aOe i^te 
©c^opfungen Un^ttt bad l^immlifc^e ä3ilb bed $arabiefee hinein, 
bad U)ir t>erIoren })abtn unb U)ieber gen)innen tpollen« !l)ie @e% 
feit bcö §erjend, ben grieben mit un« unb mit ber ©ott^eit bringt 
j!e iur ^nfc^auung ^ in i^ren ^intergrunben erfc^tie^t j!e immer bit 
Pforten M ^immetö unb mät bie ©e^nfuc^t mi) ber ewigen 
i^eimatl^, bie und enblic^e, baucrnbe Befreiung i>on ben ©di^ranftn 
bed bunfeln (Srbenlebend "oaljti^U 3n biefer 93e^tel^ung (&f t ft(^ bic 
itunfl unb Aberl^aupt bie ©c^onl^eit ald bie ^^nung einet mangels 
lofen ©eligfeit bejei(^ncm ^arnit jiimmt ed benn au^l gang gufanu 
men, tvenn ^erber in ber Äunfi „ba« Sbeal unferer aSorlJeaungeart" 
erblidt; n^enn er, mit anbern SBorten, bie jfunfi al6 eine Sntl^uOung 
ber in ber 2Qirfli(^feit ftc^ burc^arbeitenben göttlichen 3bee unb M 
bie lichte, burc^flc^tige ©ejialt berfelben betrachtet 2)abur(^ gefc^ic^t 
ed benn auc^, baß bie jundc^ji nur finnlic^e greube, bie burcfi bic 
Äunji gcn>erft n?irb; ftc^ in eine öberirbifc^e ©eligfeit, in ein gottli* 
c^ed (Sntjüdfcn »erwanbelt» 2)enn fle geVDÄ^rt un6 etn Unterpfonk 
bafür, bap überall, wol^in wir aud^ blidfen, felbfi in ben niebrigjitn 
unb t?erfommenjien ©ejialten, bie göttliche Sbee no^ gegenn>artiä 
iji, bap toix beji&nbig, auc^ unter ben bitterßen Seiben, im ®6ttli(^en 
n)anbeln, unb baf ed enblic^ einmal an& aUtn ®r&bem auferjie^m 
unb fid^ ^er^errlicjj^en muß« 

aSenn alfo bie SWenfc^il^eit in ber anbÄd&tigen Eingabe an tic 
5fun|itt)erfe baö geji i^rer Sluferjle^ung tjora^nenben ®eijie« begebt 
unb mnn ber ifönjiter ben SSeruf in flc^ fü^lt, ber 5ßrie|ier bicft^ 



^er^cr'l Keflffetif. 115 

SffM 2U fein unfc bie C^ffffUtte te« ®oi(e« gu imiteii, fo faim 
t)on ten ä^tdm ber jhtnfl nic^t grof mtb ernfl genug gtbai^t 
werben« ^rbef maäft in biefem (Sinne auf dne &ktU be^ ntten 
iSidl^kr^ £))>i$ atffmetffam^ n)4)rin btefer, nai) beut SBorgonge ber 
Sitten, in ber ^e^e ,,hU txfU $^tlofo)^ie, eine trgie^crtn be« itbmi 
von Sugenb auf' ttfAM, „mldft bte Slrt ber Sitten, ber 9mu 
gungen be6 (Btm&ifit^ unb aOed S^unA unb Saffen^ (e^rc^ $ier^ 
nac^ liegt e4 olfo in bem Sßefen ieber iä)Un ^oefe begrfinbet, baf 
fie, menn auo^ ni(|t in ber %otm bed reinen ^Deutend ober ber 
ti^mtUi) ^ibagogifc^en Seigre, bie Slugen be^ ®ei{ted na(^ allen 
Seiten I^in jur @tfenntni$ auffdillieft, baf fie namentlich aOe ®e^ 
^eimniffe ber ftttlic^en fBkU offenbart unb un6 ben reinen SRo^^ob 
für ein g6tt(i<j^ed ^onbdn bar6ietet* Sßenn ^erber auferbem 
bei)ait))tet, bie {ünßierife^e 9{a(^a^mung gem&i^re und nur be^f^tt 
ein fo grofed SSergnägen, mil fle belel^renb fei, fo ijjt barin ber 
®ebanfe eingefc^Ioffen , baf wir M 9Henf(|en bad reta^ <lntjä(fen 
unb bie t^dQig^e ^rei^ett in bem (Srfennen ber SBo^r^eit finben, unb 
baf und biefe Sßa^rl^eit nirgenbd (ebenbiger unb unmittetbarer oor^ 
ge^^rt loirb, ott in ber ftunfl. 

änbem nun ^erber ben bibaftif(^n S^arafter ber f&n^erif^en 
Sci^o^fung ni^er gu beflimnun ^uä^t, fo begeic^net er fie a(d einen 
Spiegel ber 9tatwc unb ber Sitten, bie n&mlic^ beibe ^on bem fxüm 
iii}it ber 3bee t^oCtfommen in ber Steife burd^brungen toerben, baf ber 
SRenfij^, «oenn er in bad ^unfboerf ftc^ ^ineinlebt, unn)ifi(&rfii^ ben 
ri^tigenS^oCt ber Statur unb ten Sitten gegenüber ft<^ aneignet, baf 
fr burc^ bie i(unj}betrad^tung fi(|| felbfl gu einem et^ifc(ien Aunft» 
merfe umformt.*) ajorjilgiic^ tt)l(^tig aber iji ber an ©exilier angren* 
jcnbe ©ebanfe, tia^ bie Äunfi eine Se^rerin ber (Sinfatt, ber SBa^ri» 
iieit unb ^umantt&t, eine SSetfönbigerin ber Achten, ungetll^ilten ftttli^ 
^en Slatur bed ÜÄenfc^en fei. J&iernac^ liegt bie Seflimmung ber 
^unfl gang i)efonberd barin, baf fie bem SRenfc^en, ber alle feine 
ÄrÄfte gertiE>eilen unb aerf<)Iittem muf, um ben oerfdj>iebenartigflett 



*) ®c^r f<^ön fagt Berber im $lnfd^(ufTe an tiefen ^etxinfen (9(nti<fttar{f((fe 
^nffä^e e. 87.) : S)ie (e^en SRenfi^en De» KUert^um» ^ttcn i^r JDafejn a(« 
einen ä^armoc &<trdd^tet mt a fnr i^u S3e|limmnng gehalten, temfet^en für aOe 
^er^ältnifK eine f4»öne (&t^a\t |tt )>er(ei^n; i^r Se^en fei i^nen wie ein SaitinK 
fptei erf^ienen, »on tm fte geglänzt ^tten, ba§ cd manni^faltiaf al^er immer 
^amionifc^ ertönen muffe. 

8* 



116 |>etber'd %t^f^ttit 

äinforberungen M itbtnt entgegen}ufommen, He urfprüngHf^e Situ 
^fit femed gangen SSefen^ n>tebergi6t^ baf er in ti^r ftc^ orgamf(fe 
aM einem SWittelpunfte entfaltet/) »ä^renb bie t>erfümmerte SBitf^ 
lic^feit eined t)on ber ffiitjilifation unb dteßerton burc^^freffenen Scbene 
t^n befiänbtg mec^ant{trt. €o U)irb bie 5{unfl gu einem älf^te ber 
Slatörljc^feit, in ba6 wir un^ flüchten, ^in bem »fr wi^ tt)ieber^et^ 
fieOen, n^enn tt)ir burd^ bie Süge bed Scbend und felb^ entftembet {int 
!3n btefet Segie^ung fann man bie etgentU(^e ^oefte iebe^ X\xn^ 
metfe6 ald ib)^l(tf(^ begeic^nen^ unb baf biefer ®ebanfe mit ber 3bf( 
bed go(benen 3(ita(ter$^ bad in jebe Jlunfln>e(t l^ereinleud^te, übereilte 
^mmt, ^at gerbet felbfl auf eine l^öc^fi finmoUt SQeife audeinan^ 
bcrgefe^t. äSenn Slrißoteled bie 9ieintgung ber Seibenfc&often aü 
bie leftte Sefiimmung ber ilragöbie begeit^net, fo be^nt gerbet mit 
»ollem Siechte ben Äreid biefer SBirfung über bad gange ®ebitt b« 
^oefte unb ber Jlunft uber^au)>t aud« (Sd ifi a(fo ein toefentfic^ed 
3iel ber lünfilerif^en a;i)atigfeit, bur^ unmittelbare SBergegeniDärti^ 
gung unfereö gangen ©emüt^dlebend im Silbe einer eingelnen @i^ 
fc^einung bejfelben unfer Oemüt^ gu befreien unb gu reinigen unb 
bie Slffefte felbfi in Dffenbarungdformen ber 3bee urnjunninbelii, mt 
in ber ®efta(t bed ®(^6nen nur bad S93a^re unb ®ute (teben ju 
(e^en, alfo unfer mt&xUi)tt @c^6n^eitdgefu^I mit bem ell^if(^cn 
Stbmente gu burd^bringen. SBenn und bie SBal^rl^eit unb ®äte in 
ber ®ejialt ber 6(^önl)cit tjorge^alten werben, bilben jic unDcrmerft 
mib mit (Sntgädfen flc^ und an. (Sin Ac^ted ^un^merf ofyne fttt(i(^f 
S^iefe unb äBei^e erf(|)eint Berbern ald ein 93egriff, ber ft<^ felbfl 
»iberfpric^t. D^ne bad ^ßünftc^en ber SBage, bad und auf ein 
§aar lefjre, laya^ xt^t, toai)x, gut unb e^renl^aft fei, bleibe bie geijl^ 
»oHfle 5Rac^a^mung ein SWarionettenfpiel, eine flnnlic^e SWadferabe. 
6in Äunfiwerf werbe bmi) bie ©eftnnung göttlie^ ober gemein. 
3n ber Oemein^eit bleibe ber 5)ic^ter pe^en, wenn i^m bie d^uber 
ber moralifc^en ®ragien abgingen, ia ber ®mnb aöer $oefte fei 
^bie innere JRec^tfc^affen^eit unb ^onettelAt im Jpergen bed 9SoIfd*. 
„@inb Sieligion, SSolf, SBatertanb unterbrucfte 9iamen, fo wirb au(| 



♦) SBIr erinnern in Mefem BnföWinen^ange an «Ine ©teile in ter @^rif!: 
©itfung ^er 3>id^tfunjl auf He ©itten Ux SBölfer 6. 227 ff. ©ie @ott in fcrr 
92atur ^n bem ^eirdifd^ien S^otfe Jvxaä) mt> turd^ alle ^egeEienf^eiten feiner &t* 
f^\6)tt, fo wollte an6) ber ©eift i^rer 2)i(^tfunjl j« i^nen \pxtä}tn, in'« ^erg, für 
tie 6inne unD ben ^an^tn SDlenfc^en" ! 



jfbf ^tfe bumpf utib im 9ttbtl tönen» ^ — JDbglei«^ man feit 
jfant unb Sd^iller gewohnt ifi; bae @diint fo aufjiufaffen/ ba0 
ed ben 3we(f feiner Sriflena in pc^ felbfl trAflt, au« jtd^ felbfi gebo^ 
len unb fftr fi^ frtbft befUmmt if), fo bleibt e« bod^ ma^r, ba0 nur 
oud ber et^f^n Steinzeit bed ®enifitl^d ein nra^red jhtnflwerf mU 
fprtngen fann« 9htr bie tficf^altlofe, unget^eilte Xreue gegen bie 
3bee ^immt und }u {enem ^rieben, ol^ne n)eld^en bie gdtt(i(^e $ai# 
monie bed fflnfilerifc^en ®<^afene ni^t gu benfen ift» ^er ^tt^M 
mit un6 felbfi l^at au^ bei bem glänjenbften S^alente ber IDarfleamig 
bad ^&f(i(^ unb 93ergerrte in ben formen gur Bolge. 9Iud ber 
^eu(^elei bed (Dichtere ge^t bie Unnatur feine« Siebe«, au« ber ütb^ 
loftgfeit feine« ^ergen« bie 5Cd(te feiner 2)arfh0ung; aM einer t>er# 
borbenen, üppiqtn ^^antafte bie meic^Kc^e unb tooKA^ige @<l^(aff^ett 
be« @t^« Neroon SS^enn au(^ ba« ©ubject auf iebem anbem ®t* 
biete be« ®ei{tf« fi^ felbfi betägen fönnte, in ber 2>i(^tfunf} muf 
e« bie iarot ablegen unb fein tnnetfle« SSBefen gur ficH^tbaren ®ef)alt 
^etau«bi(bem 2)a« Sieb tfi ber SSerr&t^er unferer ))erborgenfien 
Stimmungen; Steigungen unb Seibenfd^aften; burc^ eine SEBenbung, 
burc^ ein 9&M, burc|i einen ^aud^ bringt e« bie (ang t>erf<l^eierte 
$erfön(i4lfeit an ben Zaq^ JCeine $^9ftognomif ifi gut)erläfftger unb 
(t)ibenter, ol« bie Jhitif, bie ben ÄfinjMer au« feinem SQScrfe erfennt. 

9lad[> ben obigen Semerfungen würbe ber Slbel be« itunjimer^ 
fe« auc^ in &{)^etif(^er S3egiel^ung bur^ bie bemfelben eingrl^aui^ten 
®e{tnnungen bebingt 

2)ie ®ef(^i(f»te ber Jhtnfi ben^eifl e« gur ®enäge, baf nur bie 
cbelflen unb grofartigften (S^araftere i^rer fünfilerif4)en Slufgabe gu 
cntfprec^en, i^re Senbung gu erföllcn tjermod^ten» !l)ie fttt(i(I)en 
SRangel ber 3nbi)>ibuen I)aben ftc^ iebergeit burd^ bie 3lbfc^n)ac^ung 
be« ®eniu« ger&(^t; bie !£ugenb l^at i^nen fiet« bie fä^neren Slügel 
mlitl^m. Slu« ber fittttc^ re(igi6fen Segeifierung em>u(i« bo« 9tfkt 
t>onÄtopjiod'«Äraft, unb ©oetl^e'« SWängel ijabm i^ren ©runb 
in ben lieblofen ober unmÄnnlic^en SRegionen feine« ß^araftct«* SBeii 
er ba« ®e{)eimni$ ber Siebe am tieften ergrAnbete unb aüt 33urgeln 
feine« menf(^(i(^en !Dafein« bamtt befruchtete, nxu ©^affpeare ber 
grof te unter aOen Xii)Htn. 2)ie ®emait feine« ®ei|ie« beurfunbet 
ft(^ ^auptfÄc^tlici^ baburc^, baf er in feinen 2)ramen un« ein fitt^ 
lic^e« aaSeltaa auffteOt»*) 

*) Sie $ert>er übtti^upt bU teuifc^e mvi\t aU eine e^noürtige S^efialin' Ux 



(Da bie 9leI{gton ta6 mal^tl^afte Sk^el unfetc« etl^tf^rn Setoid 
iß, ba nur aud i^r bie ®en>i#^it unb bie abfo(ttte Srfr&ftiguiis bt^ 
SRoralgefe^ee entfpringt; fo t)erße^t e^ ^<^ nacf^ bem Di^igen D9n 
fetbfl; baf jie bad (ebenbige ^erj aQer j^ftn^e ifl. €)t)i$ bemerße 
ba^er, bie uffprunglii^e !Dt4^tfan{l fei nit^te anbete«, al« ,,ehtc ^ep 
borgene !£l^ologie unb Unterricht wn gött(i(|ettiDingen'' gemcfcn« ^k 
gröf ten Dichter n)aren bepmegen au(^ t)on einer tiefen Steligiofit&t 
unb fprac^en in ben l^ö<^flen äJtoraentm i^ter Segeifientng einen tiP 
im unb innigen Glauben an bad gottUclie SBalten au^* 2)<n 
religiifen (S^arafter ber JCunfl erfaf te ^erber befonberd in ber ^rifUi^ 
(^en SRuftf unb Sltalerei. !Dte l^dd^fie Stimme ber SRu^f, bie Ufm 
toit eine (Sngeidfprac^e lautete, rief in feinem ^erjen tint ^f}tiliit, 
l^immlif(^e Harmonie, (Srgebung unb S^eube'' ^jttotx, ^ßm ber 
ff d^if^igen Slnmutl^ unb @ee(engrof e'', t>on ber ,,trandfcenbeRta{en (Sr^ 
^aben^eit unb ^ngebung^ lorni bem ,,@ngetöge^^l", bad in ben 
l^eiligen ©ehalten eine« 9ta)>l^ael, 2)omeni(^ino, SprregtfO; 
®uibo unb ®uerctno ft4) au^brfitfe, fanb er fogar in beit äBerfoi 
ber Sitten i^t^ieOeic^t nur ^ie unb ba eine in bie @innlic^feit "ottffMttt 
Xno^)ft^. ^3ebe ber äRabonnen^ fagt ^, „fa^ iebe ber ©ehalten 



SESa^r^di nnb Zn%tnh pxei^, fo unter(&§t er e« namentlii^ nk^t, an J((i>^flo(f 
tte motalifc^e 6d^önf^eit ru(fment) ^er^or^u^eWn. 3Ran überfe^e ietod^ nt^t, u>a« 
er Don bicfem £)((l^ter (n ben Fragmenten jur beutfcjen Literatur Ü. @. 49. fagt: 
„(ii mag Immer wa^r fein, frag iWopjlocf oft t)a« dr^aSene tint SDiJorafffd^e auf 
Äojien De« Cft>ifd^rä6renl>en treibt; aber ta« (fl ft^on t^lte t>te ^d^wdd^e^ tWs 
bie 90lot>e nnferer Seit eUx MtA anfammm. SBer fann bafur, l^ letupflocf t« 
für ten legten (^n^md Ux ^ö^eren ^oefie ^äit, ni4^t ,,aae uafere ^mii^n Gräfte 
gu kmegen, fontern t>it moralifc^e ^d)bni)tit", „<8ie fei t>ad u>a^re i?enn|eid^en 
t»e» SSertfje« »on jener". 2)ie erfle |>dlfte biefer 6teIIe ^at t>en 6inn, bag Stier- 
flocf ben 3wc(f t>c» e^jifdjien SMd^ter«, bnrd) objectfije Entfaltung ter SBert^egcben- 
i^eiten bad ®emüt$ gu reinigen nnb $n bilDen ober bie a»{I bea tt^atfac^en ent-- 
ft)dng#Kbe Clt^if gn Derfitnbigen, t^auftg i»ei ^te fe|^t uOt mit feiner fubjecfiven 
moraiif(^en SBe(tanfi<itt ^erDortretenb, fld^ über bie ^egeUn^eiten in bie dttgioncn 
erratener (Jmpfinbungen ^inauffcfewingt. SDie moralif^e ©c^ön^eit, bie iirppjlorf 
old- tjüc^fle« 3iei ber itunfl Dor Stugen i^at, erfc^eint aucfi «&crbern afs ber Sluöbrurf 
dfl^ietifc^er aSoüenbung, aber nur bann, wenn pe augleii!^ bie gange finnlic^c 9latm 
bed ÜRenf^en in ftd^ aufgenommen , gereinigt nnb oetfiört ^t. I>tnn ed Meibt 
bo4 tmmer bie Unfgabe ber i^nn|l, ben naturliiben ä^ntfcben für bnf fRtiti ber 
^rei^eit gn erobern, feine angebornen S^ie^e unb ^^eigungen ni^t ab^tttöbtcn, fon^ 
bem burd^ bie IBäuterungdflammen bed ©eijted ^n gießen. S)a§ aber Sttovftc^i 
erhabene $oe(te eine ®eite ber abftum^jfenben Sl«!efe unb beö benoeid^fid^enben 
CUietiftmud ^aU, wirb nid^t in 9lbrebe ge^cfit werben tonnen. 



9ta))^at('d tfl wn dnrm ®riß kurc^au^t, bet dUtnkf^Mtn, im 
Mhtx^nbm \tlb% bie «nloge bet Stenfc^mitatttr, bie mati bm (Sn^ 
gel im SXmfii^eti %mmni f^at, zeiget ^ v2ic|t unb Carlen ^elea 
9lci(^fam ba^ getfUgfle Dafcm bee Wenf(||en empor; 3Raffe unbjld(# 
t)er bleiben gurftcf; bie^beebed SRenfi^eit, fein®eniu^; mtrb94ltbar^ 

9lu(|> bie $oefU gibt i^re l^immlifc^e Slbfunft babur(|| )u erien^^ 
tieii, ba# fie itirgenb^ me^t in i^rem urf))ntngU4ien SBefen, in t^ 
innerfien %itft fi(^ etit^fiOt, alfi im teligiofat @(^tt>unge be« ^i^mmM, 
ber bit @ee(e in Me UnenbHi^eit bed SaBeUaM linanttägt« 9ta4 
ipetbei'^ f(|>6a€r S3e)eictinung ifl ed namentli<^ bie $oefie be« 
Slorgenlanbee, bie auf bem Seifen M miqtn ®otte« fe^(kM* 
3nbem et mit befonbetd feinem @inne unb inniger ^ngebung be6 
®emfit^ bie ^e6i&if(^e2>i(^tung in fk^ aufnimmt^ etfd^eint i^ 
biefetbe alt bie 2:o€bter be6 ^immel«, aM bie Sraut ^tint^ G^re, 
a(d bie ät&^erin feined ^tarnend; M ein reiner 3Utar bed einjigen, 
M magren uib ^eiligen ®otM, ali eine Dpfer^ unb Xempelyoefie, 
beten g6ttli(f|e Sti^tn^d^xlft fe(b^ in ben getingßen Silbetn gu etfen^ 
nen fei* %&t ben einzigen S^td i^red 2>afe{nft erftört er bie Sil^ 
bung be« SBolfee jum fdnigU^en $rieflert^ume ber ©ottbeit* @ie 
ent^üKe iut6 StAume t)om ©ottedreicf^e, fie tufe eine fefle unb gei^ 
{lige 3uii>er{i4)t auf bat l(>ö(^fle äBefen in und ^ett)or* 3n i^r träten 
une finbtic^e 99t(ber entgegen, bie fic^ bet fc^toad^e SRenfc^ ))on bem 
^immlifc^n äJater geftotte, tut^ bie er ben mit ®ott gef(^(offenen 
Sunb fidSi 9ergegenn)Aftige; bed ^((^(len SBotted ft(^ erinnere unb bie 
X^atm (^ed fit^ »oiliaitf; um fein ^erj baran j|U fl&rfen. '3>at 
Sßort ®otted fei bie ^eilige DueOe, bie belebenbe ®ee(e, ber umfaf^ 
fmbe Slet^er biefer ^oefte* 3nntg geglaubte äßa^r^ett, göttliche 
SBurbe, fettiger (Stfer ^auf^e unb branfe but(^ aüt ®aiten ber ^ebr&i^ 
fi^en 2)id»ter* 3n ben ®itten^rud»en bed alten 2:e{|ament<|d flra^le 
bie äbee ®otted att bie ®onne am ^immel, bie ben gangen ^atijont 
bed^ menfdblid^en Dafeind erteu(irte unb bie ®<|attenu^r unferer ein^ 
jelnen ^4Jflic^)tett unb fittli«^en 5BejieI)ungen mit f(^atfen ©Italien 
begetd^ne. 9Rit tDarmer £iebe fprtd^t au^ ^erber ))on ber jüc^tigen 
Slnmut^, von ber feeleti)^Oen ®r4jie G$^(^e^6:^arita'') ber ^xi^lu 
*ett ^oefie, in ber ft(|» Sieligion, iitbt unb Wm^t ^ittfamfeit 
)u bem reigenbflen Sunbe gefeilten. 

Slud ben bid^erigen Semetfungen ge^t ed jur (Benuge l^etpor, 
^Ai) ein grofied ©emic^t unfct iftitilet auf bie &ft^etifcl)e ©ilbung 



te« Vltn^i^m im änterrffe bet SteUgion unb SlttlMiUli legte« 3n 
Sejug auf bie tnteHectueQe Silbung aM fol^ie toied er nDc^ (efoiu 
ber^ barauf ^tn, baf ber ©eft^mad megtn ber Sc^neUigfeit unt 
®(^&rfe feined infittifttoen SIttfed gan} t^orjägUd^ bagu geeignet fti, 
ein aSotf; bad eben erfl aud bem ftnutic^en Sraumleben fic^ aufrafc 
unb gum SetDufIfetn fammie, in bie SSorl^allen M 9{a(^benffne 
aber rein geiflige 2){nge einzufahren. @r betrachtet bie jhtnfhotrfe 
aM (Slementarbfid^er ber l^o^eren (Stttnntni$, bie Sefc^Aftigung unl 
S&uterung bed 6c^ön^eitdgeffil^Ied a(^ bie SSorübung bed n>ifftm 
f(^aft(i<^en 9{ac^benfen6. (Sd fle^t nun hiermit gar nic^t im MUv 
fpruc^e, wenn er f{(^ gebrungen ^^(t, auf ba^ ®ef&^rli(^e ber eim 
feitigen ober t>or^errf<^enben ®efd||ma(fdbilbung aufmerffam ju mai^nt 
Snbem er ben (Sefc^mad mit ber Xugenb gufammeni^&It^ mtbedt er 
gn)if(ben beiben ben Unterf^iieb, ba^ ber ®ef(ibma(f unfere jinnli(f|fn 
5hr&fte f&r ein JCunfimerf, bie Xugenb aOfe unfere Stx&^t fär M 
gro^e Sßerf unfere6 Sebend gu orbnen ^abe. S3enn ed nun au4 
aUerbingd in ber Seflimmung ber fänftlerift^en jß^antafie Ikii, 
unfere ftnnli<^e 9tatur in bad rechte Ser^&(tni$ gum ®etfle gu f((m 
unb in ®eifi gu ))ern)anbeln, fo toitt boc^ 9tiemanb in S(brebe fieOrti 
»oüen, baf hierin felbji eine »efentlidie SWitwitfung für bie dr^ 
reid^ung bed !£ugenbgn>eded enthalten if). Sluperbem aber (iegt überall 
in ben l)i<^ften ©attungen ber St\m% namentlich im 2)rama, eine 
fittUc^e JCritif bed menfc^Iid^en gebend, P^lene unb ^anbetnd; 
bie ®i))feC poetifc^er 2)ar{leaung finb immer bie ^it^epunfte menf(^' 
lieber ®ere(f)t{g(eit, ®ottedfurc^t unb Siebe, unb bie er^abenfien $oetfn 
üben ba6 Simt beö SBeltric^terd aud. Dennoch muf nadl^ Herbert 
SSorgange immer n)ieber baran erinnert werben, baf bie einfalle 
S^ugenb unenbUc^ ^i^er ifi, att aOer ®Iang ber 6c^6nl)eit, ber ja 
felbfl fein bteibenbed Sic^t nur von ber ®äte unb Sßa^r^eit empfatu 
gen fann« @d ifl aQerbingd ber %aü benfbar, baf bie Jhr&fte tec 
Seele auf bie l^armonifc^e Entfaltung unb Drbnung bed JhtnfhDerfe^ 
fo eingefc^rÄnft finb, wie ber Snjiinlt einer ©iene auf i^re S^Ut, unt 
baf babei bie fittlic^en J(r&fte ber SRenfc^ennatur nid^t gur aOfeitigtn 
Sntwidelung fommen* SBenn auc^ bie @<^6n^eit wie ein ^anet 
um bie 6onne bed 6{tt(ictien tttift unb ben Sfbglang il^re6 £i(ble^ 
von ftc^ audftra^It, fo tritt bod) nic^t feiten ber ^aU ein, baf bie 
Sonne p* hinter SBolfen verbirgt unb ber planet ffir fi(|| felb|i 
fortflra^U, gleich a(d wenn er bad Sic^t fii) felber gäbe. 2)iefe 



abfiraft fhtnlii^e Sc^inl^dt, toren Xob unb Siige oft nur bae Sluge 
bte Qt&btt^tn SttmtT^ entberft, Ö6t einen firenenartigen ^mbtt auf 
ttn ft^ad^en SXenfc^en aud unb gibt i^m ein t&ufc^enbee 9{a(^bilb 
l^immlifd^et ©efialten* ^a, mit ber j^öüe im Sufen fann i^r Suge 
®ee(tgfeit I&c^In unb €erligfeit in bae ^et) be6 9etra(^terd t&uf(^en. 
$(((crbinge mu^ bei unfittU(^e (St^^mai, ber bei foli^er (S{nn)irfung 
eine^ bemoralifirten 5htnfln>erfe^ 9orau«gefe|)t toixh, ^^ ou^ in 
dfl^etifi^er Segie^ng ate t^ermerfli^ nac^meifen (äffen« „^a^ i^ 
un(&ugbar^ fagt gerbet, „ia^, n>o bie Sitten 6ie auf ben ^M^flen 
®rab ^erborben ftnb, atxi) ber @ef(^mu(f t>erborben fein mfiffe^ 
!Denn „®t\^mad ifl nur ein $^&nomen ber Vernunft, bie im ®enie 
burc^ finniic^e unb begel^renbe Jtr&fte mirfet« 9{agt nun an btefem SlSen 
ber aSurm loon 3nnen, fo if) audSy i^re Äußere (Srfcffeinung fcftAnbi^ 
(i<^ unb ^A^Iic^, unb bad ^eift f(i)(edS|ter (Befc^mnd im meiteften 
Skrflanbe." €« i^ feine grage, baf ber Äenner an Did^tungen, bie 
au6 einer \)erborbenen ©eele l^erau^gewad^fen flnb, autfy bie t)er!öm^ 
tncrte ©(^on^eit entbeden w>irb« 3)a6 SRif lingen ber 5tunfi»erfe ifl, 
m jie ))on ®enien unternommen n>orben finb, meif}en6 auf bie Slec^^ 
nung i^rer 2)emoraIifation ju feigen. „®t^(l^mad JoOte ba^ Silb 
unb JHeib ber !£ugenb fein; too fie gar ni^t ifl, ba ifl au<ff il||r 
mt> unb Jtieib ni(^t me^r fenntlid)"« X)er @ef((^ma(f ..ifl bocfi 
nic^t^ ald SQa&r^eit unb ®Ate in einer fronen @inn(id^feit, ^Ser^ 
fianb unb S^ugenb in einem reinen, ber SRenfc^^eit wo^tanfl&nbigen 
ÄWbe." SBIe aber au« bem Obigen »on felbfi l^ert>orge^t, IS^t e« 
ftc^ gar »ol^l benfen, b«ß bie »lume ber ©c^in^eit, wn bem mütter^ 
litten Steige ber ®ittli(|feit io^geriffeit, nod^ eine 3eitlang fortbüt^t, 
baf in einem !Di(^ter ber ®inn, ber ©efd^macf, bie Segeiflerung ffir 
ba« @(^one noc^ ntd)t untergegangen ifl, obgfei^ bie fttt(i(|en Duellen 
Mefcr l^ol^en ®aben Dertrodnet flnb» Siuferbem bürfen n>ir e« {a 
ni(i)t überfeinen, bap bie t)oQfommene ®intracf)t bed ®uten; JSki^ren 
unb ®4^6nen jVDar in einem jtunfhoerfe erifliren, aber bem unreifen 
ober tjerborbenen Sinne beffenungeacfttet ftc^ »erfcbleiern fann. 3n 
biefem gaße gef^iebt e« l^Äufig genug, baf ber Setrac^ter ben (Sin^ 
bru(f be6 f{nn(i(^en 9le%e« abfiraft fefl^&lt unb ber im ©deinen fic^ 
offmbarenben SBa^r^eit unb ®fite verfc^loffen bleibt« Huf biefe »eife 
n?irb flci^ leicht eine formelI*Äfi^etif(^e ©ilbung entwirf ein, bie juteftt bi« 
jur aSerflarung M flnnIi(iS)en 2ebendgenuffe« , Ja be« Safier« ^er^ 
untcrfmft« 



i^ «eitler'« %t^tHU 

Slntete QttUm in ten e^tifttn M st^en Wtamti s^ignt un« 
frd(i(|»; baf tt, ma^iff^einltc^ ^on btr Angftltc^m 99e^rgnif «or 
ifn<r formetU&fli|)etif4|tn Silbung verleitet, feine ^6m Slnfh^Un «on 
itt Jtunf) imb bem ®<ntud bebeuUnb ^erabflimmte, inbem er bie 
ii^imn Sßiffenfc^ofteii getabegu ben ^6^em gegcn&bev^rfiftt. 3ene 
foSnt nac^ feiner Sbtfic^t bie fmn(i(|Kn !lrie6r, bie 9iti«m^m m\i 
eeibcHf^aftcn, ben mi^, bie fitinlii^e mtmtai$, bie ßinbUbuiige^ 
fiaft entn)i(fe(n unb i^rbnen^ bngegen foO ed bie SefKnunung bcc 
linieren aaSiffenfc^aften fein, bad Urt^eii unb ben äkrflanb, ben m 
Un unb bie ©efinnungen aiid}ubtibin* 9{un fMtt et e^ jttMir ni(|t 
in Sibrebe, baf ))on ben f<^6nen aßiffenfcl^aften eine UM>^(tptig( 
SQivfung auf bie f^if^tttn audge^e. (Sx nennt ee Sirtijium imb S^or^ 
l^eil; btefe a^ne j[ene anbauen, alfo tt)i||renb ber Soben tea^i liege, 
in bie Suft acfem ju kDoUem @e^c treffenb begeit^net er bie f(^6nen 
aßif[enf(^aften al^ bad @e^gla» jur SSSa^r^it, bie ben <^terbti4fcn 
immer nur im ®4ieine üd^ offenbare, unb ertennt ed banfbar oa, 
baf burc^ bie f^^onen Sßiffenfc^aften baö ®efAI^( ber SSftm^f^tU üi 
und gebitbet mirb.*) 9luc^ moOen mir i^m get9i|i nii)i entgegen" 
treten, menn er ee a(e S3eßimmung bee f(^6nen äBiffenfi^aften be4ei(^ 
net, ben ^unb unferer @eele für bie Dflfenbarung ber Xugenb unb 
Sßa^rl^eit ju orbnen unb gu reinigen« (Sbenfon^enig bef&mpfen wir 
au6 &fi^etif(||em Stig^idmud bie ^u^rung : e9 ^be ni((t an 
S)ictitem gefehlt, bie me^r old S)i^t^ gen)rfen feien uab i^cen 
SaSerfen biefed ^t^x einge)>rägt ^Aften* $ie(me^i n)iifl ia gerat« 
bo« Stoment ber (Srgaben^eit, bad in aUem ©(^ionen eingefc^Ioffen 
({egt> auf tttoat ^ö^ere« I^inau9, gu bem {ie| bie ^^^ot^tit M 
!3>i(^tn>erfe6 nur M $[^nung ))er^&U, unb in biefem @inne mm 
alle giofen 2)ic||ter me^r ald IDic^ter, nAinU(|^ !pre)>l^eten. Slbct 
abgefe^en ^on ber Sonfufion ber Jtunft mit ber SBif{enf4>aft, bie 
jenem t^errofleten Segriffe ber fii^onen S93tffenf(|)aften gu ®n»tbe liegt 
n>iberßreitft ed ber tiefem Stn^e^t ^on bec Xmft, fte a(d tim Mo^ 
^Dienerin ber n>iffenfc()aftli(|en @rfenntnif gu betrachten« 93ie(meV 



'*) «ititftnit&t, faflt Werter, mar Me Jtonfi ber grie<bif4en Wufi». »IDo« 
fanf^ Sftaftg Der SReifci^Hcbleit »o« tiefer »o^Idebitt^tten (ttatiim gu 2:(fea g(»o^ 
Den ivar, e9 vtrfte auf i^re $oefle im ®r«@ten ua^ StU\n^tn'\ 3^re <&61}e in 
l>er b«i)enl>eu ilunjl erreichten tie Oried^en Dur* „5Wenf(^engefü()l", Durd^ „Autor 
ter IWenfd^^eit'*. (3l>een gur ©efd^id^te nnD Jhittf Der $oefl< I. e. 69, 117- 
e^riften gur griei^ifc^en ^^iteratur 6. 147, 156.) 



fiühtn t»tt tomt feflji^dtctt, baf bie g6(tl{(|^ ^Balj/üftk tmb te* 
96tt(i(t>e iM€tt ffa& in bet jhmfl ttnb Stffnifi^aft att in gtoei t)olt 
tommm gittilibem^ltgteii t^ei^refif^Ktt Sotmm )ttr <SntHM(febuig 
Wngcn»*) 

S. ä& Oftgki^ <&aber bcn @eniu« oie einen ^innalif^Kn 
8oten an bafl gon^e mm\^lUtt ®ef(^l^t betMcMete, nbgleiit» a imt 
ten gti^ltn $ro)>^en bei @c^^t, i»on @^aff^eafe, ^omer, 
Off tan unb Sia^f^atl auebr&Aic^ fagte, ^e geborten m^t bcr 
Statin, fonbern bem SRenfd^enget^e an,**) fo l^te et t9^ ein fe(^ 
tiefe« Semn^tfein b«>on; baf bie (ebenbige $oefte, mag fie att(^ Aber 
alle aSölfer unb ^immeM^cfie fi(|> au^giefen, todf nur in bem 
^jen bet einlebten Stationen t^re £tne&e finbet« 3>en ge^imnif^ 
))oaen 9ta^Tt, ber gwifc^n bem ))oetif(^n änbioibnnm, feinem 
äiolfe unb 3eitatter be^e^t, ffot er mii ber gongen ^ttn^it fetnee 
@em&lH i^eran6gef&^b unb ben SRongel ber in feiner 3eit fittp 
f^enben $oefie l^u)»rfa(^t(i(^ baraud abgeleitet, bag e« Ifyt an einem 
natt(»ialen Seben^unbe fe^Ie» Obgleich ber benlfd^e @ei^ boju 
berufen ju fein fc^eint, in feinem meltumfaffenbcn eenmflfein bie 
lilei«tnigefi||t4^tliit)en Sntwiifelunaen aHer S&lfer unb Seiten ju 
coneentiiten unb bie gel^eimnif )»oIIen liefen berfelben gu entr&tl^febt, 
fo tfi ti boc^ eine fe^r beHagen^wert^e O^nmac^t, bie fo ttieU un^ 
ferer ^i^^ter barin bemeifett; bap fie frembovtige Slnfcf^aunng^n^eifen 
unb formen bet 2)i<|tung na^al^men unb re^r^buctren; o^ne fie 
ganj in bad beutfc|)e SBefen ummanbeln gu fdnncn« Sßo aber ber 
^auc^ ber fRatiomlität ein äBetf nii^t bi« in bo« innerfle SRarf 
turd^bringt unb befeett^ ba ifl feine (tbenbtge ^robuction benfUir« 
iDie^m nationalen Slet^er ftd^ entjie^ unb einen au«lanbif(||en 
Fimmel auffu^rU; ^e$t ebenfot)ie^ atö idon ber eigenen Katui ft^ 



*)SDIit ^m oHgen SemccfHngf D M^ e« tunbaud iti^t im f&i»ttppmäit, »cnn 
^rber §u txrjie^n gibt, ^a§ im eid«nüi<beii ^t^äfttxmimmtntt tt« €(ba{f<iid 
Der ÄHnjiler feine onDere Srbpc^t »erfolge, al« Die (fi^ofution feiner ionern SBelt. 
„3)ie Stee, bie in i^m liegt, bie i^>n treibt unb befetigt, fte barjuftellen, ifl feine 
6otge, fle bargefhflt s« ^aben, fein So^n". (J^afligone I. 6. 125. f.) SBit Jaben 
bereite in eimm fhi^ten 3ufammen^ange angrbeutet, bo^ bie et^if(^e Ibfid^t b«d 
JföafHer«, tnfofem fle bimmf ottdge^cn muffe, bai ei^nt $er§ jnm reineir 9Utftte 
ber ©ott^eit, ben dgenen (Seift jum g^ttiidü^n Sef^rer be« aR<afct^n0ef4fk<|te« au«' 
iubiiben, bem gangen £ebend))Iane unb ni^^t bem naiven Momente bed ©d^affend 
ange^dren f5nne» 

•♦) Humanität« ^'93rie^ II. 6. 107 f. 



Mfa«m, 0ffm bie bcr <Btifl gu riitcm ^1^ Ckfyciifte t»M. @d 
ifl ober ^cTbcf'4 gtö^ aScrbim^ um bte Jhtnfttant^dluiig^ baf 
et fie an bcn iRaafflab bar 9latäfliibfdt ^idt, bte |t9ar nic^ bae 
l^dc^^e Slomnit bcr ftden @(66n^ttt, aber bo(^ iebrnfalld il^r näcb« 
fM unb not^cnbig^e^ ift 2>ttT<^ bad ^cmgt)) ber 3ta&xüi)Uit, 
boi er oitf^dtc, fotDitnt cmicbte @ciitm pst 6iiifctttgfeit txriettrt 
loeibnt; vor bm ((^lunmftm SlbiDrge, bcm bor inqt, blieben fie 
fle(t4fert Sie mm ein SRenf^i f&t bie (^ot^^e (Siitfdtiitig bed @tu 
fM unb Sebend nn^t t>er(oren fein fann, toenn er fi(^ treu unb 
nnverf&Iff^t bie Slolur betoo^rt f^at, fo fann oni^ bie Slitfebnnng bed 
2>i(^ter§ m ben 9tationa(gei{i, feibß wenn fie bie einfeitigfie toaxt, 
niemaM eine mefent(i(^e unb («b&blic^e Stbimmg feinet ÖeifM ^erbei^ 
f&^rem (Se ifi t>ielme^r bie n&c^fte $^^ ber fänß(erif<^en Steligion, 
fii^ ber nationalen ^etit ol^ne fft&df^alt ^injugeben, felbft auf bie 
<Befa^ f^in, baburdl^ an $ein^eit unb ®(an} ber Sifbung gu »erUeren. 
!£)a6 Serberben unferer Literatur iß gröftent^eil^ Don bem SiebAugetn 
mit grie(^if(^en unb romanifc^en (SIementen ber $oefte abguleiten, unb 
bie uniAugbare Siafficit&t, bie ein »lopj^od, Sefling, Sßielanb, ^erber, 
SJirger, ®oet^e unb 6(^i(Ier loor ben @))item "ooxaM \)abm, emf^ringt 
baraud, ba^ i^re !I)t(^tungen, mochten au(^ nocb fo t>{e(e $^o|)freifer 
bed ^mben i^nen ein^erieibt »erben, boc^ in i^em fr&fttgen SSac^d^ 
tliume burc^aud national blieben« „9Bad ade ^iäfttt fingen ^ fagt 
^erber,*) ^too^in fie wiber ffiiOen ^eben, toad i^nen am melften 
gifitft, tt)a6 bei benen, bie fie (efen unb ^oren, bie gröfefie Sßirfung 
l^en)orbringt, bae iß S^arafter ber Station^ 2){e gange SBal^tl^eit 
eine6 ©ebii^teö (iegt alfo barin, baf ed bie @ee(e ber 9lation in ftc^ 
aufgenommen f^at unb in i^r tt)o^nt. !Die 3^iefe bed ®eniätl^e0, bie 
jebem &^ten @eniu^ eigen ifi; loirb "oon bem 9lationaIgeifh koie 
))on einem SRagnete untt>iDfitrIt<^ angegogen unb feiert, nac^bem fte 
mit Slbier^fiägeln bie äläume bed SßeitaB^ burc^flogen ^at, i>oü 
©e^nfuc^t in bie enge ©c^ranfe ber ipeimatl^ gurürf* 2Ber biefed 
^eimwe^ be« nationalen ©innee nic^t empftnbet, bcr mirb bie gro* 
|ien ©alten ber 5Pocftc niemals gu treffen im ©tanbe fein, ber tt>irb 
bad eigene ^erg unb ba^ ^erg ber ^örer nie be^eien* Suf bie 
9{attonalit&t, alt ben DueO ber toal^ren bic^terift^ien Urfpriingli<^fett 
tt>eifi au^ §erber tjortrefflic^ ^in, toenn er fagt,**) ^,ein Original 

*) 3t>efn gut ®ef4i((^te unt Ärit« Der $oefie n. 6. iftO f. 
*•) Fragmente gitr Uvii\ä)tn Literatur 11. ©. 185. 



fc^rift^eBef im [jfo^ii 6itme ber SUtcn fei, toenigc Ocifpiele cM^u 
nommai, bc^nNg ein StotionalautoY^. ffinm alfo ein 2)i<^t(r, 
u>ie cd fo ^iufg gefftie^t, bni Sinbtärfm ber 9i(bung gegciifibet 
am Driginalit&t verlegen x% fo ert^eile man i^m ben einfachen 9t^, 
er mjgr vor aOen 3>tngen in ben &tift mib bie <8efi6{4>te febier 
Lotion fic^ hineinleben. Sr&gt er eine ^il^ere Ocflimmung in ftdj^^ 
fo mirb et aai jener Vertiefung n>ie mtd einem Sergnigungebabe 
^rvof ge^en ; er xoixt in aOen feinen SSBerfcn ben ®tempel ber Katar 
trogen^ bie, fo oft fie ^di mi^ loieber^iolen mag, bod^ j[eber)cü i^re 
ganje Ur{^rängli(^fett behauptet !X)ie 9ef4)äftigttng mit audlAnbifclien 
unb frembartigen ^nfin>rrfen, bie ju unferer 9lattona(biIbung a(0 einer 
toeiterobernben unb mellent^fiOenben wefentlic^ ge^irt, n>irb von 
feinem f(()afenben ®eij}e ebenfo aufgenommen unb verarbeitet »er« 
ben, tt>te ed nac^ ^erber bei ben ©riechen ber %ati war. 9}ad biefe 
ben anbem Stationen entlehnten, fagt er, bad ^^originirten'' fie bei 
tl(b, b* 1^* fie fc^nfen ed M ein freiet 9lationaIgebilbe gum gmeiten« 
male; ^^c ibiotifirten e* in i^rer 3)enfart unb ®pxa^t/*) b,\), fw 
gaben i(|m ben ^eimlic^fieu, vertrauteren 2(u^brutf i^red volf^t^äm^ 
liefen SBefen^, fo baf ffir tin grie(|tf(6ed ^erj on^ nic^t ber letfefie 
^a\xi) einer ^rembartigfeit barin jurücfblieb« 2>ie (Sr^ebung unb 
Seflügelung ber griec^ifc^en $oefie bur(^ ben fie befeelenben 9tationaU 
geip ^cbt Berber an verfc^iebenen ©teßen mit 93egeifierung ^ervor* 
„^it ®rie^en^ fagt er, ,,4atten SSerfaffungen ber @^re unb grei^ 
^fit", »bie Siebe gur grei^eit" f^uf ,,i^re jtunjl jur Slume ber 
S^ön^eit; fie tt>ar eine tebenbige, verebelte griecfjifc^e Statur "♦ Die 
griec()ifc^e Jtunfl ^atte „t^re fc^onfie 3(it'\ f/ba fte am metflen 
National blutige unb (ebenbige griec^ifd^e Statur war, in ben Seiten" 
,M diu^m^, ber poIttifc(ien SBirffamfett unb Brei^eit"* „SBie ft(|| 
ber !£baten# unb Srei^eitdgeiß'' be^ griec^ifd^en „Siolfed verlor, ^atte 
bie Sü^ne i^r Slement verloren".**) 

SBie nun ber ma^r^aft fc^öpferifc^c 3)i(|)tcr in bem jartefJen 
unb innigficn 3wfammen^ange mit bem Scbeudgefü^Ic feiner Station 
liefen mup, fo verlangt ed bie allumfajfcnbc Siebe, von ber alle "^ 
Jtunfl eingegeben tt>irb, baß bie Seele be^ Dichtere i^ren SBiber^aK 
in ben (Semüt^ern ber Station finbe. 8116 tin Slu^legcr i^red ®eijie6 

*) %x&äftt aud ben fogenannt geltenen 3etten II. @. 112. 
S ©^rffteit jur gried^lf^en ?(tcr«tnr e. 147. Urfac^en M gef«nffnen (Bt* 
fc^mad^ e. 24—2». 



ii6 $attr'0 ^tftifttit 

mnf n fte )>ot {i(| l^beii; tite @trdme M Sebett« <m0 t|rer Glitte 
emi^fangen; er mu$ bod Seße, tt)a6 er fagt, anS bm tntnbncn 
SUtfm ber Su^drer ablefem D^ne biefe Sec^fderg&ngung bec 
^nge imb i^red ^rop^m n)ire ba6 ^&<^{ie imb ®(|^oitfle ber 
3)ä^tung niemals tntfianbeit« ^@efang liebt Stenge^, fagt ^^crber/) 
„tu 3ufanimmfUmiiiutig t>ieler, er forbert bae O^r be6 ^oret^ unb 
®^TUd btr Sttmmeii imb @emfit^er\ S>fe gtieilifiE^ ^ocfte ber 
Attrflen Seit, „bie Slumt ber 6tgeii^it einte Soltt'', t,ltbt im 
£>l^r bed Solfd, auf ben iippm uitb ber $arfe lebenbiger S&nger^* 

3)en Segriff ber Nation, ben §erber feinen obenenttt>icfeItcn 
anfechten gu ®runbe fegt, ft^ranft er feineen>eg6 auf bie «rifioftatif 
ber Silbung tim „®enn »ir fein 95oIf l^aben/ fagt er, fo ^aben 
wir „fein ?PuMifum, feine Wation, feine Sprache unb Did^tfunfl*, 
„bie unfer fei, bie in une lebe unb wirfe".**) 3>ie SBirfung bft 
$oef!e auf bae 93oIf, — ben „größten, nuftbarflen unb efirwfirbig^ 
fien %W 'ber SRenfd^en,— "»^ iji „ber befle, lebenbige ßtotS unb 
?ßrüffteln" il^rer „®üte.n) 

2)ae 93oIf, bad ^ier ben ©cbifbeten unb §errf(f|ettben entgc^ 
gengefeftt mirb, ifi ber naiüc Urgrunb be« SlationaKebene , c^ne ben 
bie 5hj(tur ber obern (gtänbe in Äünjielei unb Unnatörlicfcfeit \?e^ 
fommen niüpte* SBie ba« SBajfer M ©tromed, um fl^ i)or ber 
Sßerfumpfiing gu wahren, an^ feinen iSiefen aufgen)ül)lt unb fortge^ 
riffcn wirb, fo niuf bie obere 3iegion ber Oefellfc^aft, bie allerbingd 
baö vernünftige Sewußtfcin be6 ®angcn barfieHen foDf, if^re frifc^e 
Sebendtewegung immer wicber "oon unten empfangen* SBie ber ©eijl 
feine Sebenewurjeln, um gefunb gu bleiben, in ben Sobcn ber Slatur 
einfc^Iägt, fo muffen ftd^ bie 93ornel)men an "Siaijt unb ©ifbung bem 
83oIfe guwenben, um fid^ mit ben urfpröngtid^en unb unverborbenen 
SIementen bejfelben gu burc^bringen* SBo^nt au^ ber feine Slet^er 
ber Äji^etifc^en Silbung, freiHc^ burc^ bunfele SJoIfen oft genug 
unterbrochen, in jener Slrijiofratie, fo finbet er ben fruchtbaren Stoff, 
ben er umfangen, burc^bringen unb beteben möchte, immer nur im 



♦) stimmen ber S^blUx I. e. 68 f. 
♦♦) etfmmen ber JBMfer I. @. 59. 

•**■) grogmente ^ur beutfd^en Sittratur II. 6. 173. SktgUid^e %xiiä)U an« 
Un fogenannt golbeaen 3etten II. e. 26 f. etimmcn ber ^^Ifer I. ®. t%, 
t) SBirfung ber S)ic^t!unfl auf bie 6itten ber ^biUx e. 269. 



«olfo* 3n Utim^mit tfl aBeAiiifl« Me $0l^lMAt ter ^tfifikin 

f,'Skx giöffe ©Anger bn ®riediKn/ ^omeruA^i^ luglci^ bet 
grt^e »Dlte^l^trt". aaSae er „fang, »ar bie €pT<id^e ber 04tler 
unb }ug(ei4) eine t^erebefte epmd^ bee $6be(«^ ^ Seine Stufr^ 
tfi „nw^ barin (SMn", «^b<i0 ^e bem @frtngfleft unb ^M^^am 
itfccm Ätnbe bienet\^) 

IDerfelbe innige 3«fanimenl^ang, ber ben 2)i(^er mit bem tief' 
fien «Hb ^inflen Seben fdner Station t>erbinbet, bt^e^t au^ itoi^^m 
i^m 4inb betn ®eifle feinet 3eita(tfrd« 3n toeld^e« Seri^&Itnif er 
iu bemfelben ft(^ -ouc^ fteQen, meiere Seiten er aud i^m au(^ t>or^ 
jugemeife ^eroudbilben mögt; er iDtrb niemals mtgeftraft ben SSetfuc^ 
machen, fic^ von bemfelben gurAifiUjie^en, feine Spxa^t itnb 9ln» 
fc(;auung in bie Zonoü unb SBettanflc^t «ergangener ^al^r^unberte 
um^wanbrlTi* !Dabet i{l e6 freiit^ feine Slufgabe, ficll> ein grAnbli«' 
c^e öewÄ^tfein »on ber Orfc^icfyte be« ®eifie6 ju erwerben, o^ 
mli)t bie ©egentoort ehte i^^ierogl^p^e bleibt unb bie Srg&njung 
i^rer Sinfeitigfeit ni^t tjoDjogen »erben fann» ginbet nun ber 
S)i(^er in ft* ben SSeruf, mit bem 3rttalter in einen Äampf einju^ 
treten, fo fann er nur bann avi^ bemfelben aW ©ieger ^eworgel^n, 
mm er ed mit feinen eigenen SBaffen beffimpft, mnn er bie l^err# 
[c^enbe 2>enN \ini> 9lnf(bauung6n)eife au6 i^r felber reinigt« 3n 
bicfem ©inne bemerft auc^ ^erber: SBir ermatten, „menn mir t)on 
(inem neuen 3)td)ter ^oren, guerfl unb t>or 9lDem ein SBort M ^tu 
jctt6 gum ^rjen, einen 8aut ber allgemeinen Stimme, be6 SBum 
fc^ed unb Strebend ber 9(ationen, ben ^au<^ unb Slat^flang be6 
mftc^tigen ä^itgcified."**) „äBir moUen auf aüt^ merfen, ma« und 
ber göttliche Sote, bit 3^, barbeut* jteiner i^rer ebien 8aute foH 
und entfc^tupfen". „51W eine Stimme ber 3cit" folgt bie 5Joefle 
„unmanbclbar bem ®eifle ber 3«t", j[a oft ifi fte eine ^eHe SBeid* 
fagung jufunftiger 3«ten^ !I)ie einfc^rinfenbe ©emerfung, meiere 
fobann Jperber ^ingufügt, bejie^t fic^ jmar junÄc^fi nur auf bie 5ßoe^ 
ffined ßtMttx^, fc^Iieft aber boc^ in jtc^ ben allgemeinen Sinn, 
bag bie Seibenfc^aft politifc^er ^4)arteifampfe mit ber grei^eit unb 
Sceligfcit M liinjilerifc^en S<|)affen6 unoertrÄgli(|> iji, 2)er Dichter 

*) Fragmente aur teutf^en il^iteratur I. 6. 141. Btimmtn Ux ^blUx I. 
@. 69—71. 

*♦) '^umanltÄt^briefe I. €>. 74—76, 79 f. 



tarn (o tomig Partei ergreifen, ba$ er fogar mi Un l^&fiUf^eit 
unb böfen S^arafteren noc^ bie n>enigen Sic^tfeiten mit Siebe f^tu 
'ooxfftht, baf er mit X^r&nen ber äBe^mut^ im Sluge bad SKmt M 
9S}e{tri(^terd aber bie geinbe bed mtnWi6)tn ®ef(^Iec()tee ))ertoattet. 
9{ur ooruberge^enb voirb ber 3orn unb bie Empörung aber ben 
!Dru({ ber !£t;rannei burc^ (eine @aiten broufen unb immer von 
einem iStanbpunfte au«, ber bie 8eibenf4iaft ber ^Parteien unter ftcft 
i&^U @r >irb im großen ®an)en ber ©efc^i^ite bad Stti)t unb 
Unre4)t aUcr Parteien auf gleic^m&^iger Sage ru^ig abko&gen, in^ 
bem er jtc^ ber ©ott^eit ann&^ert, bie mit ben Slugen abfolutei 
9Bei6^eit ganj anberd über unfere ^anblungen urt^eilen muf , aü 
ber f(^n>a4ie 9Renf(benoerßanb, ber nur gang toenige Saben M 
unenbli4)en ®en>ebed fiberbliden fann, gu bem lieber Wltniiitn^ 
d^arafter aud ©d^idfal unb @(^u(b gufammengefügt i% ^crber fagt 
n&mlic^ : „^aöi unferer Sage ber IDinge ^alte ic^ bad gu na^e, ju 
{larfe S^^eilne^men ber 2)icbter an ))olitif(^en Slngelegenl^eiten beinahe 
für fd^&blit^"* 2)ie ?ßoejtc bleibe „in i^rem reinen Slet^er, b« 
®i)^äre ber sroenfcl)^eit»" „^n bicfem ^o^ern, freieren JÄaumc begeg^ 
nen ficb ade ))olitif^en ^IReinungen a(d greunbinnen unb@4)t9eflecn: 
benn im (Sl^fium n>o^nt feine 8einbf4)aft^ 

IV. 5)ie ©egenfäfte ber Äunflgefc^it^te* 

§. 29« Sl(e einen in ber gangen jtunftgefd)ic||te wieberfel^renbdt 
©egenfa^erfannte® (filier befannt(i(^ ben gn>if4ien ber nait)cn 
unb fentimentalen $oefie, unb er fc^Iug hierbei infofern ben 
richtigen Sßeg ein, ald er t)on ber ^f^c^ologie ausging unb t>on ba 
bie ®egenfa^e ald ibeeU not^menbige conftruirte. 3nbem aber bie 
beiben @(^(ege( bei ber @tnt^ei(ung ber j^unfi in flaffifc^t 
unb romantift^e ben I)ifiorifc^en 53oben betraten, oerfeftten fie 
unb il)rc Sftac^folger, bie aW britted ÜKoracnt biemoberne 5Poefie 
no(^ l)ingufügten, ft(^ in bie Sage, einen burc^greifenben ©egenfat 
aufgufieQen unb betoeifen gu muffen, ber nur burcb bie Unenblic^frit 
ber Äuniigef4lic^te beriefen »erben fönnte, alfo eine arbeit o^ne 
3iel bem ©eifie auferlegt* (Solche SJerfucfee, beren Jxi) bad B^pm 
entlebigen foHte, getoibren nur ben ffiort^eit, bie leitenben 3been für 
fcl)r fpecteUe unb grünblic^e Unterfuc^ungen ber Äunjlgefc^icJ)te bar^ 
gubieten, bie bid je^t boc|i nur feiten angeftedt tooxttn finb* 98ir 



Berber*« «efJ^etif. i» 

betrachten f!e otö funjiflffi^lc^tKcfie 3;^cfen ob« ^oMcme» 3nbem 
fl(^ Wertet mit gtüÄl^em 3nPinfte auf ixt j)f9c^oIo9if<^e «uffaffuncj 
'De« ©egenfianbc^ einf^r&nfte, (egte et Wc Sd^iOerffii^e ©nt^eflung 
juOtimbe unb 90b \)on betfelben eine furje, aber fe^tagenbe Äritif»*) 
„Sentimeöt unb Woi^etät*, fagt er, fhib ^nie^t cinanbet entgegen* 
gefegt*, f^bem „(SntwWelungen einet C^ari«*» IDa« ©enttment 
ifl ein fhntfcef, ber im 9lateen feinen «bfc^fuf flnbet; im «ait)en 
liegen neue ^©amenWmet'' jut (Sntwitfelung bed ©entiment«, nAm* 
Ii(^ ,, reife ©efcnnungen, f(^H>efgenb et^abene «u^ftc^ten; Hntegungen, 
©ebanfen** 3m «ait>en f(^tt)eigt unb tu^t ba« UnenMi(^e, int 
Sentiraent jelgt ed feine SSett^guttfl unb ®&^tung» Da« 3<ri ^^^ 
Bewegung ffl bie JRul^e, unb in bet fRuljt feimt bie »ewegung^ 
,r^tt aahtn ÜRufe Wnnen wir ni(^t entbefiten, fo lange tt)it Statut 
unb offene Unfc^ul* au^i nur in Äe^en lieben ; fie ijl nlc^t au«ge* 
Sorben, fo lange bem 9Äenf(^engef(^Ie(l^t bie Äinb^eit grünet, bie 
3ugenb blu^t". ffiir l^aben fdS^on frfibet barauF l^ingen^iefen, baf 
in aOer Äunfl ba« Streben entf^alten ifit, ju ben ungetl^eilten, natura 
liefen 3ufi&nben bet innern unb Äußern SJelt gurficfjufe^ten. (Sm* 
pfinbet nun ba« fönfllerift^e ©ubiect ben SRangel biefet 3wP*«t>^ 
fe^nt e« jl(^ r\a^ benfelben gurötf, o^ne i^te SBieberi^erfienung in 
ber SBelt, in jic^ unb in feinem 3Betfe gu erreichen, fo t>et^aTrt e« 
auf bet 6tufe bet SentimentaJitÄt nadji ber ©(^iUerifclien, aOerbing« 
tDenIg treffenben 3lu0btu<f«n>eife« 60 lange iiberl^auj)t bet fünjHerifc^e 
®eiji ftd^ nicftt im loonfommenen SBefIfte ber gegenwftrtigen ©c^on* 
^eit bejinbet, fo lange jie nicht in i^ren Sntgücfungen bie 3»cifel 
unb Ädmpfe be« 3nnetn, bie Dualen ber Sleflerion untergeben läf t, 
fo lange fle ni(f>t bie finblic|)e Eingabe bed 9Renf(l>en an bie fc^öne 
SBelt wieber^ergefieDt ^at, t)er^arrt er in ber ©entimentalltit, ober 
au(l) in einet gang reflectirten ^tit, tt>ie in ber unfrlgen, njerben bem 
3)i^tet immer nod^ fellge Momente ber t)6nigen Äaioetftt gu S^^elf, 
bie burc^ ben ^vorausgegangenen Äampf nur eine bejio ^o^ere SBer* 
flatung em))fangen* 6« i|l bie SBerflirung bed Jperfuled, ber nac^ 
ber fauerften Arbeit ber ©elbfibegmingung fld^ auf bem Dm \>tx^ 
brennt unb nun, »on ben ©c^Iarfen ber ©terblic^feit gereinigt, in 
ben armen ber ewigen 3ugenb fc^welgt. !Dle n)leberl)ergeflellte 
Sftaloetät ober bie jnjelte, im Sichte be« freien Oelfie« »iebergeborne 



•) ÄoUlgone n. e. 207 f. 
^^i'o f. n. epxAäim. XVn. 



130 ^rrbcr'« 9itfif^tiit 

StinVf^t tfi bie tistntliäit $ocfff ber mobeTSfn S&flt, }U bet ß<^ ber 
fcntimmtale Snßanb nur d« bte Se^nfuc^t t>er^(t» S93etiti unter 
ben Steuern bie urfpr&nglt^^e 6({)0n]^e{t au9 Um Qiaat, btm hit^ 
gerlic^en Seben, bet n>iffenf<^a^(t^n S^Ubung entßo^en gu fein f^etnt, 
fo tt)enbet ba6 ^etj eine um fo Ieibenf(l^aft(t(||)eri Siebe ber fricMUben, 
beU)u$tIofen Statur unb boi m^gnetifi^en Sinn^trbtngeH pttf6nlii)tt 
@<^6n^eit gu« @o lauge noc^ ein IBogfl ben Sr&^Iing t^rfänbigt, 
fo (ange t>\xx^ feinen erfien ^ani) nod^ eine j?n0^)»e unb ein gnu 
ned Statt hervorgerufen »otrb, fo lange no^ ein ^rj in ffi^et Dual 
ben Sreuben unb @(^mergen ber Siebe fi(^ öffnet; ij! bie 9^It nt(^ 
aller Stat))etAt beraubt« äiber 3lugi;nblii{ ber Seben^poe^e tti^ W» 
fie »oQEommen nHeber^erau^eOen« Sie ifl bie 3ugeitl) Ut fyx^ 
itn^, biß gUi4> bem fd^oiien ^imA, t^r^eUt uu^ betraiiert n^irb, 
aber im n&c^fien grä^Unge beflo iieblid^er unb reiaenfeer juru(fEe^rt. 

Wt groper iBorliebe \>tmt\U ^erber bei bem Silbe Ux unge/ 
fiorten 9iait)et&t, t)on ber bie grie^^ifc^e $oefte burc|)bntngen 
würbe» 2)ie ©riechen, fagt er, „genoffen ein fi^one« Älima^ S5ei 
i^nen n)ar ^ein ^immel, ber bie f(^dnen SDtenfi^enbitbungen mecfte; 
bie in lid^ten unb regen Q^m)){!nbungen bei ^nje^, faer ^tcube, 
bei 9Bi^ei unb ber ©efeOfciaft" lebten« 3^r @tfft|4 «für 
leichte $anblung\ i^re ,, äkrfaffung ber dtßt unb ^xtü^tü", i^tt 
Jc^onc a»vti^ologie% i^r ,®efüW für aBo^(ftefhlIt^ ibre «!et(^te^f 
aajiffenfc^aft" unb SOSei^eit, bad SlHei f4^uf J^re Äunjl jittSluinc 
ber @^6n^eit; fte war eine lebenbige, tjerebelte grietfiifc^e 98atur". 
SWit wel^müt^iger ©e^nftt(^t ipxai^ ^erber t)on ber verlornen ^Äinb* 
l)eit ber alten SEBclt", von il)rer «geliebten, ffifen Änabeneinfalt in 
Silbern, SBerfen unb Oefialten", von i^rem „JEraUm. voll angene^ 
mer SBa^rl^eit^ ©o lange nic^t „ba6 griec^ifc^e ^titalUt ber Ana* 
ben^ unb ^IRäbci&enliebe in feiner offenen 3lugenbunfc|)ulb al6 @pi(l 
unb greube gurücffe^rte", meinte er, fei ei nur X^or^it, gricf^if(^e 
Sitbfuttfi erwarten unb hervorbringen ju wollen",. ber ieftigt Äün^* 
ler müfte benn „ (Sngeliformen, SlpoBo^ unb ^uriige^lten ou6 ber 
8uft greifen \*) aäJo« bie le&tere Semerfung betrifft, fo weifen wir 



♦) ®4iifhit jtt» grfe^ifd^en Sitetotut 6. 147, 152. ©irfung Uer 2)<*tfiin? 
auf bie Sitten Ux fßbiUx 6. 242. Urfad^en De« gefunfenen ®ef*mtttf« ©. 24 
M 28. 9la(^(efe ^iftorifd^er ed^^riften e. 135. ^Intiquarifd^e ^uff&^ e. 55. 



«erbet'« «eft^etif. ISi 

iatmf W, b«f K»m ^at()itt«ge ba* Sitfctoiteu» burd^ bcn ®tacrt 
itnb 6a6 itUn im Oonjoi nu^t (etc|^t me^r g« einer fftirf)(erifil|fen 
Sd^o^fMfl ke^fltrt mixt, baf ater feine per^nH(^en (Sfbtvtiffe bie 
OtteQe tot Iti^m t^octifdjfm @ttligfett in fli^ trogen »nnen, unb 
bap namentli(|> eine giütfliAe 2te6e bagu geeignet ifl^ bie $0efie bcr 
äBelt mit einem i^au^e t>08fammen n>teber^ergu^am, (a bc0 bie 
9krg[ittIii|Mng biefei5 (Be^^M in bem neuem Stm^ itnb Seiende 
ib^le eint tMurabieftfd^e iB4^iiti^tit ber ^^ontafie emetfen fann, iMn 
ber ba# ttltettfium nut bte SRorgentdtl^ ^e^t 3tne« ^ter ber 
flcltlii^n ^4)^«f[e^ beffen Untergang t)on ScbiKer beHagt »irb, 
^at bie oOgemtinen Sto^tniffe unfere^ bArgertii^en 2)afein4 t)ety 
laffm, lim tinen i^l ^eren Hitdbnuf in bem ämtenc be6 liebenben 
®emntfKS» gu emt^fangm, »o bie Sc^ottiicit i^re Suferfie^ung feiert 
unb mnb etfl lad (fintjötfen ber nrnngeüofen @tcttgfrit «tn fi(|^ aufi^ 
fito^It« S)ie ©eflatten, bie au6 einer foldien SSBerffl&tte ^en^orge^cn, 
fmb ine^r oM Sl^oOon nnb aDe onberen (Bebiibe bed ob|ectit)en 
@(^on^eit«ibeatö« 

V. 2) i e Ä fi n ft e* 
1) 3)ie bilbenbe itunft* 
8* 30* Unter ben blltenben Äfinfien ^at flc^ gerbet mit befon^ 
btrct Neigung bcr ©fufptur*) gugewenbet unb über icA 333efen 
bcrfelben fel|t tiefe $luffd^Iuffe au6 ber Betrachtung ber antifen 
Äunflwtrfe gef4)6^)ft. 3)a bie SBerfe ber Sifb^nucrei bagu be^ 
flimmt flnb, und einen ,, einigen, ewigen ?lnbli(f gu gett)Sf)ren'V ba 
e« in i^rem ®efen Hegt, und ben ibeafen 2lu«gug eined Snvibuumd 
in ber tjonfommenen 9leinl^eit unb ÜJurc^ft^tigfeit ^ingujicncn, »ie e8 
in bem gJttfi^en ®erfianbe entworfen, gebac^t unb erfannt ifi, ba 
fle alfo bie ?lufgabe fjat, i^ren ©cgenjlanb Im ungebrochenen Siebte 
fetner 3bee erfc^einen ju laffen, fo i^ ee ein ©runbgefeft für biefe 
Wlbcnbc Ümfl, nad) ber IfO^^m ©c^ön^eft in il)ren forpetlic^en 
gormen gu fhebem !t)enn e6 iji l^t nicbt t)er|iattet, baö 8ic^t ber 
Sc^ön^eit an ben ©egenf&b^n berfelben gu entwicfeln unb au6 einer 
Slcf^e t)on Suf^änben unb J&anblungen I)ert)orbrecl)en gu laffcn, fonbern 

*) %Mi\vt9esH^t %nfiMft ©. 59 f., «4 f., 68— 7i, 100—102, 117—12», 
136 f. 3t)(eir ^ur &ti^i^ic unb Shitit t>tx ^ot(u u. f. ko. I. e. 159- 161, 
171 fv in, 200 f., 217. ilritif*« SBälDer I. @. 82-84, 87 f., 98, 119 bi« 
122. ©Triften gur 0ric(l;ffc^en Siteratur ®. 155, 252 f. ÄaDiflone I. ®. 212 

f. n. 6. 160. 



182 «erter/« Keft^etif. 

bte Siiin^tit ifi in im VlcmtnU, xoe in W^Vfyim ftc gut 3>a^ 
fieOung ergreift, tint bereite abgefdS^Ioffeire unb )>oOenbete* Seine 
Dbiecte finb nt^t me^r bte gegeim&rtigen, in bie WixtfüdiMt M 
gebend loermidelten; fte g^oren ber t>ere»tgenben Srinnenttig, btr 
terfl&renben SBergangen^ett an« 

Slud^ bie @(^merjen unb Dualen biefer Dbjiecte l^aben fi^f in 
bad feetige Säc^bi betuber bie ßtiüiifitit crl^benen ®emtn umgc» 
monbelt ^e ®pmtn ber nudgebulbetm $etn blieben nur atö ^tü* 
male .ber bur^ ba6 itUn gtteinigfen ®ottI{(^feit an ben 3nbh>{buat 
iUtä(t !Die urf^rängli<^e, irbifc^e ®eflalt il^rrr Srkbniffe ifi mit 
ber Srinnerung bed (Smjelnen in ba6 Weer ber Set^e Derfanfen« 
!X)tefe Soareifimg ton aüm gef(^t(^tUdE)en unb aDonbeibaren iBtr^It^ 
niffen, bi«fe ©i^ol^ug über ben ffieti^el ber ä^ittn, biefee SSetgeffen 
ber bewegten Dbemüt n>frb ouc^burc^ ben SKangel an einem feftenr 
auf bie SSirflid^feit geric||teten 9(udbruäe bed Slttge« bejeiifinet^ unb 
bie ®ee(e; bie ^(^ nic^t mel^r barin concentrirt; geigt ft(^ nun burc^ 
bie ganje Silbung bed Seibed ergoßen« 

©0 entfaltet und benn bie gried&ifc^e itunft »bad 3beal 
ber ÜKenfc^enbilbungen in i^ren rein^en formen*; aud benen »ber 
D&mon ber SRenfc^ennatur", bad unergrunblic^e ©el^eimnif unfered 
geißigen gebend, bie an bie Dberfläc^e getretene, unenblic^e ClueOe 
unferer @mpfinbungen unb ^anblungen und entgegenfommt» SRit 
»oüjicr SBa^r^eit gldnjt biefed ent^üllenbe 2ic^t aud ben inuerfieii 
3;iefen ber ©ejialt und entgegen; ieber Slebel ber irbifcj)en @itelfeit 
unb Süge ifi gcrfircut, iebe S&ufcfeung bed alltäglichen Seben» »er* 
nicktet; v^a^ tt)ir t)or und feigen, ißberSRenfcb in feiner unt>erfÄlf(^tm 
9?atur, unb bicfe Sftatur »altet^ bur^l feine Sieflejcion ftejiört, in 
i^rcr ganjcn Unmittelbarfeit« 2)a ^ier bie 3bee ber Q^on\)nt nicbt 
in ber Slufetnanberfolge ber »erfc^iebenen (Sntn>i(fetungen ober tn bem 
gegenfeitigcn SSer^ialtniffe ber ©efialten il^re ßntl^ütlung finben foO, 
fonbern ba wir fte in bem Slnblide jeber eingelnen ©efialt fuc^en, 
fo ifi ed erflärli^, ba^ bie ®rte<^en ald bad ^auptgefe^ ber bilben« 
ben Äunji bie S^önbeit betrachteten, baf i^re Äünftter nur fc^one 
Stoxftx nac^a^mten, nur bad @(^öne fd^ilbertem iDeß^alb mußten 
lie auc^, n>ie fc^on Seffing bemerfte, gewaftfame ©tedungeit unb 
lia^ü^t aSergcrrungen entwcber meiben ober ^erabfeftem 2)a fic auc^ 
in ben fc^wierigficn gäHen flc^ eifrig um bie ©c^Jn^eit f^rcr ®f* 
Haltungen bemühten, fo lauteten fte ftc(| , irgenb eine SOiif form an 



bmftlbtn l^em>tttrifn jtt (offen, «Hb btefen @runbfaft btebadfUttn fte 
aucii K U>o He ii&rfften Slfjfefte bai^ußeQen toaren« ^@ie n>A^Uen^ 
tote gerbet fagt, »ben Be^ aisgetibUtf, fHmmten bo^ ^6d^e jum 
@an^n i^inunter ober tntfc^ten ein S^embe« al6 ISinberung In bie 
3uge\ 3)em 3bea(e bet Ktptxü^tn 6d)dn^e{t, b(i4 t>on ber 93Ub^ 
traueret baigefleilt n>erben foU, entf)m<^t ^bie §o^e, gned)ifci)e 9lu^e*^ 
ber göttliche ^ebe, ber au« beut Gletc^ewic^e aOer @m)>finbungen 
^en)orge^t, ^bie ftc|^ glefa^fom anlänbigenbe Setoeguttg, bie aufgt^ 
imbe Worgtnrpt^e^ S>a4 ganje SB^acl^et^mn be6 Seben« totrb ^ier 
in ber Jteo«t>e gegeigt; ber Slufgang eine« ^o^eren S>afein« n»irb 
une t)er{finbigt !£)a^er bad ®e^( ber Sefteiung, ber üitfer^e^ung, 
ba6 biefe 9t^dttn und ein^attdl^en. Sei i^rem 9bibli<fe manbeln 
n>ir felbp uni in bie reine ®e0a(t unferer €eele um; bie geffeln 
bet 6rbe foQen )N)n und ab; n>ir f(|)n)ingen unfere glügef ber ^cu 
genrötfye bed ewigen Sebend entgegen; toit fällen und fc^on bem 
$drabtefe, ben ^tittn ftnb(i4^ Unfc^ulb guriMgegeben; bie SBunben 
M inneren, leibenben ^enft^en finb geseilt, er ftnbet feine 3ugenb; 
bie erfle unget^ettte POe be« S)afein« tt>ieber unb fc^lie^t bie freige^ 
n)otbene^ toiebergebome ®(|)9)>fung an'd ^erg« &n Unter)>fanb ber 
Befreiung unb ßrlifung ifl biefer feelige !liib(i(f. !£)a« (Sl^fium ber 
grie(^tf((>ett ifunftge^aiten befc^^reibt ^erber mit ben feinen, At^eiifc^en 
Linien feined begeiferten ®rifeM, unb iebe6 9}a(^bilb, ba« er und 
jeic^net, ifl n>ie wn SRofenglut^ ber Siebe angel^au(|)t* Sur feine 
garte, jangfr&uUc^e Seele koar bied ein Slf^I, toi> aDe Sturme bed 
ithtni fc^miegen unb bie Sl&tter ber 9&ume; bie SBtumen be« geU 
bed nur t)on lidpe(nben Sßüiben fanft bewegt würben. !Die grie(^ifc^e 
Jhtnflfd^ttie, fagt er, ^erflanb ed, »in i^renSc^ranfen" bie gange 8e' 
^g(i(^feit bed menfc^Üf^en »Jlört)er6 bargufhDen, {eber SteQung 
9lu{)e unb 99en>egung auf ber ®oIbn)age guguwAgen''. «, Bewegung 
alfo; b. u geben* ^bUbete bie grie*if4>e Xm% geführt toon ffleid^ 
^eit. !Denn ba bad ^eftigfte nur einen Slugenblicf bauert, m&$ige 
Bewegung bogegen, wie im ®le{(^gewi(i)t fcbwebenb, ftc^ lange er^&lt 
unb ben $Hnfdl)auenben gu einer gleich ruhigen, betrac^tenben, ft(^ 
begnugenben ©emüt^dbewegung ein(abet, fo nel^men freiließ, bem 
imi unb äBefen ber biibenben jfunft gem&f, ruhige giguren au(^ 
o^ne 9iudf{(^t auf Sc^dn^eit bie grope 9Kitte ber griec^if^^en Xmft^ 
tafel ein* iDa« ©ewoltfame jiefet nur am ©nbe; meiflend in einem 
untergeotbneten SSegirf; inbejfen fie^t'e auf i^r auc^ ba, gebtlbet\ 



134 ^ttUx'i 9Ce{i^etif. 

i^Sluf «Ifen väfabtmt Urietett ber ^rietlfifi^ flmtß au« dtttoi 
Seiten ^errf(||t" bie .((bdne ^ftfc^ceüuitg in nfic||lernet QHnfciIt'', .rUt 
einer (ebeututtfl^^oBen Sitt^e unb SSBal^r^^ ,,3n ©tatucn fetoo^I, 
de auf afien griec^ifcl^en (Denfmalen' bonetft man „ben bef<^tbt^ 
nen unb fe#en @tanb; bte ruhige @trOuitg bet ^eifonen ^^(tt 
®efc^{e(|^M, bte nidii %t^tx ober Raunen filtt^ (Bnen ^fi too^t 
t^enben (Sinbrndf ma4)t ,rba« freunbtic^ Seifammenfein bet gTi^ 
(|)ifc^n Aöt^er u^ €eefcn itnter unb mit dnonbet'', bie „9tu(f(, 
mit fcet jie etnanber anf(|)auett unb leiten ^ ber „ garte ®efnftt^ 
ifoxaütt, ben biefe fftvifyt oerr&tl^''« »!Die Ue6enebung ii>o]^nt auf 
i^rer üppt"] \,t^ ifi ein gegenn^Artiget ®eit, ber ben ^dtenbcn 
unb ©pred^enben Unbet« Unb tottm i^re ^ftnbe einanbet l^etfi^en, ' 
n>enn btefer fanfte Sftrn auf ber @<^(ter ober nur ba« tluge auf 
bem Sinbikf ber Slnbetn tu^, »efc^e fu#e ^rmonte, wef^e IfeBenbe 
Sln^&ngiic^feit ofenbaret fid[) fwi^ifm Seiben ''l Sine i,feelen\>eflr 
(Einfalt'' brädft fic^ i,in jiebef grtec|{f(^en &xuppt, iti jebem frieb& 
iftn 3ufammenfetn mehrerer ^crfonen^ au6. !S>er ganje Qhrunb« 
<i^arafter biefer bilbenben Jhmfl bringt ed benn au^ mit ^, bof 
i^e Skrfe bie reinfle ^armenie «Irr li^eile borfiellen, bof brr 
(Sinbnul ^odenbeter ®tatuen ein mu^falifi^er i% @o nuk^t an^ 
^erber auf bett 993ol^laut in bem (Bliebertau ber gde(^if<^ett 9i(t« 
f&ulen aufmerffanu S3on ben Steinen ber &tit^, fagt et, fpri^t 
©efang^ 

9lit Steigt bemerft iperber, bie SUb^auerei offenbare une „ en)igf 
(S^araftere", ,,b{e mit fold^ier Energie '' feine anbere gorm be« @ei^ 
^ed audgubräden bermoge« €te fteOe voi^ ^hk großen Sffber bct 
SBa^rfieit, (B&tter^ unb i^Ibengeftaften'' auf. Snbem fte c« a(fo 
\)ermetbet; in bad (Singelne^ Snbioibuette, @^arafterifiif4)e ber $er^ 
finlic^feiten einguge^en, l^&lt jte b(of bie wn aUem Suf&Otgen gc 
reinigten Urbilber be« fittii^ien 9)tenf(^en{ebend fe^« @ie entl^Ot 
und bte gan} \)erf(arte ®eßa(t ber ®enien, "oon ml^m unfer 2)afetn 
ben)egt n>trb« IDeflwegen ifl andf i\)tt eigentliche ^eimat^ in bei 
griec^ifc^en SR^t^oIogie, beren ^ö#en ®ipfel bie Sereinigung 
jener ®enien barfleOt. „"Sftit gegebenen, großen 9$orbt(bern in iebei 
9irt unb ®attung'' orbnete bie griec^tfcbe Jhtnfl ,,anfc|(iul{<^', 
,,bauer^afte Äategorieen ber ebelfien unb fc^ön^en SRenfÄeneriftenj** 
®ie gab Umri$, ®ef}a(t; Stettung ttnb @t)arafter ber i^on il^r ge» 
fc^affenen $erf6n(i(||feiten mit ber gröf ten ti^pif(^en Seflimmtl^eit un( 



mit jener getiAngten, f^mifieit Mrge, bie ein ^wtfittmnitl^tn M tr^o^ 
(mm @ei^c« ifl. 2>emi e6 ifi fein 9Befen, bae dufAUige mA (Snblic^e 
ju übet^iegm unb o^ne SBeitered auf ben Vlitklpunft ber !Dtnge 
^tnjiKUen* lD(efev erl^bene ®e{ß ber g^rmm; bfr befonber« ben 
6fttl))tuTnKtfm eignet; ifl ber genialfie Spitomator bed in ber 9Birf# 
(i(^Mt jerfheutm SbeaM. ®e^ fc^on fagt nun ^erber, auf bie^ 
fem ffiege ^Attm bie alten Jtfinfiler einen » @temfreid t)on ®ottem 
wib SRenfi^en" batgefleOt; ^ben bie f^reitmbe ©onne Sa^r ab, 
3«i^r «tn bur^tt>anbre% fie ^tten »biefe Slu^e^&tten unb Jperbergen 
an bie gefle M Sirmamente« menf<|)(i4^er gormen'' gefegt* @« i^ 
alfo bie ganje ^erftärte atmf^^it; bie ben ®rie(^en mit ett>igen unb 
tmDenfltfbaren Qomten bur^ bie 6fu(ptur barge^eOt n)urbe« Sßie 
in bem tii^treic^e be^ 3o<^^<^f^^ ^^^ ^^ine SSet^er be« trbtfi^m 2)0^ 
fein« fi^ borfleQte, fo leud^tete an bem j(unfll^imme( ber (Sriec^en 
t^re enblic&e 9Be(t no^ einmal, in einem mongeUofen^ gottlic^m 
9lbbitbe« 3)er fAm)>fenbe unb ^ebmbe ®ei^ fonnte fl^ in i^rem 
@lan}e unb fanb feinm Xroft, feine ^rquicfung unb Sr^ebung im 
9uf6(icfe gu jmen Oeßimm, bie i^m eine emige 93ärgf(^aft f&r bie 
(BitAUi^Uit M irbif(||en Seben« ju gen»A^ren fd^imen« Siu« bm 
obigen ^Segtifebefiimmungm ergiebt fic^ benn auc^ wn felbß, baf 
na(^ gerbet*« 9emerfungm in ber 93t{b^atterei leine ®ef(^i(j^te jur 
(Btnppt gemalt werben fann; benn jeber ©egen^anb rul^t ^ier ,,auf 
feinem ®runbe, in feiner aa8elt\ 

Die ^on ber ®fu(t)tur be^ianbelten ©egenjlÄnbe jinb infofem 
flef^i^tdtod/ ald bie begeifierte $^anta^e fie iebem Suf^n^n^^^^^^O^ 
entrucft ^at. Dbgfeid^ fie aber, fo n)ie fie it^t ba^e^n, nur au« bem 
inneren @funbe i^red eigmen SBefen« entfprungm ftnb unb i^re 
eigene ibeale SBelt um fid^ ber t)erbreiten, fo tfl i^ä) if)tt t^erfl&rte 
$erf6nH(^teit ni^^t« anbere«, M tai ibeeOe SiefuHat einer gefd^id^t^ 
(i^m (Sntnyi(fe(ung, bie fie im irbif(^en 3<iten(aufe bur^gemac^t 
^abem 3m 3ufammm^ange mit folc^n unb A^nlic^m (Sebanfen 
fügt Berber t)ortrefpi<(^ ^inju: „€ine ®tatue fle^t ganj ba, unter 
freiem ^immel; gieic^fam im $arabiefe: 9la^bi(b eine« fd^onm 
@efc^a))f« ®otte«; unb fie ift Unf4)ulb\ S)iefe SBorte enthalten 
namentlidly bm bebeutiing4t)oQm ®ebanfen, baf ber 3lbgef(biebene 
unb Sluferjlanbene im SSBerfe be« ©ilb^uer* jur tJoUfornmenett 
9lait>et&t gurfidgefe^rt ift* 3)ie Silbf&ule fle^t ,,{tt feinem «aume, 
fie gibt ftc^ felbfi «aum*. Seber «aum iji ^bem »ilbijauer" g(et<|* 



136 Wertet'« 3(c{l(etif. 

g&I% mo er nur feine i,focmfc|itt)andertt ©efä^le l^tnligen ober au^:^ 
brüifen fantt\ ^5)ie »ilbfäule Ht m feinem Sid^te, fle qIH ft(|l 
felbji ai(^t\ ,®ie jJe^t ftc() unaufl^örli* felbji im gid^te" (b. ^. 
fie enliie^t ftc^ ben 93etrac^tungen bed enblic^en, SSerflanbe^ m^ Uft 
ftd^ t)on bent anft^auenben ©eijle in feine ©c^ronfen einfc^Uefen). 
@ie „bat feinen ®e|l(^t6))unft : (b. f). feinen einjelnen Wom^t, in 
mli)m, a(d folcfoem, ia& bargefieDte 3^nb(t)ibuum erfagt »werben 
fonnte, ^ielmel^r ben abfoluten "SRomtnt, iDorin bte @ee{e über aUe 
(Sinjel^eiten ^inaudge^oben ift)^ fie ertaßet fx^ Slllee. glieber^ unb 
formenweife im S^unfel"* (!Die SBegeifierung be4 Äünftlerft fuc^t ben 
^eiligen, bunfe(n Sl^nungen eined i0eren)igten SBefend bte benUi^^e 
©efialt ju gcbcm) ^Unuberfe^bar; nur t)on Slugen unb nie gong 
gu ertafien^ ifi ,M^ eigenttic^e SSilb" (bad oud ber irbifii^jeri ®^ 
jialt un6 entgegentretenbe Urbilb ber reinen ©eijiewelO^ . ba» bie 
SBilb^auerci in i^ren ©öttern unb J^eroen auffteBt; bie unenbli(t>e 
Xicfe M Sffierfee tt)irb burc^ bie gorm nic^t erfc|)öpft, fonbem nur 
n)ie burc^ ein @9mboI angebeutet ^af^ tarn au^ bad }ur @6tt^ 
lic^feit gereinigte änbbibuum. ber @fu(ptur nic^t toon ber. ^^anb, 
fonbem nur t>on ber ,,erf^utterten, burc^reglen (Sinbtibuttgdfcaft" 
ertaftet werben« 9lur burc^ einen 3lft ber ge^eimnigvollßcn» Dffen^ 
barung fc^lieft ftc^ bad "oon ben ©rengen Hi ®ttint^ umfapte 
^eiligt^um "oox unferen Süden ^uf^ ber @eif} be0 $ott^^ felbfl mu^ 
und baraud entgegentreten, um jtc^^une ju enti^itüem 6d ifl eine 
wunberbare, mngifcfee Äraft, bur^ bie ein folcf^eö ÄwjhDetf und 
felbft erji verewigt, betjor ed aufhört, für un^ ein JRät^fel }u feim 
2)icfen S^arafter tragen ni(|)t blop — nad^ Jperberd ©emerfung — bie 
@tatuen ber S93i(ben ober ^albwUben an ftc^. !X){e @tatuen überl^aupt 
ftnb „ bämonifc^, voll Oottl^eit unb (Seifte«, jumal wenn fie in ©tifle, 
in l)eiliger !Dammerung angebetet werben, unb man il)re Stimme xmi 
Slntwort erwartete 3ene Unenblid^feit ber Silbl)auere{ bejiel^t gerbet 
vortreffli^auf benDl9mj)if(l&en 3eue bcd^^ibiad: ,,aw11Jbi^ 
biad a(fo ^inaufgerücft war, 3ut>pitet jufe^en, fam aud feiner @eele bad 
iBilb beffen, ben, ob er woj^l in Stempeln tl^ront fein %mpil umfaffet'* 
!Dad itbm ber Unenblic^feit, bad aud bem ,93ilbwerfe und ent« 
gegenftromt unb unfere (Seele wie mit Duellen bed ewigen labend 
ftärft, ergebt und aber nicfet bloß über bie 9latur, ed vergeijiigt fte, 
ed t^eilt i^r felbfl ben ewigen 3n^alt mit* Sefonberd bie gri^cf^ifc^e 
.©fulptur ge^t von biefer SSergötterung bed Staturlebend audj bie 



«er^er'ft tcfl^etif. 137 

ftttttc^m @{genf(f|aften i^m <80tter ^oben ^^i fa aUt, rta^®itU'^ 
trefmbtr Scmecfung, ou« ))^9fif<^m rnttdcfelt !&af bt( 9tatur ein 
muttlAxbaxti ^eiltgt^um \ti, iaf tie ®6tta unb ®enten fie bef<c^ 
(igen uitb t^ttn aSBiOen barin au«fpre(^en, baf bie 6ceie, nacbbem 
fie btt 9tatut 8e^oc<^t f)at, fi(|) ))er{(&rt, unb entjutft in ba« 9Ui(^ 
ber ©ei^er auffc^toingt, biefer ®i*anfe entn>itfelt ^^ übei^aupt au« 
ber gciec||if4^en @(^dn^eU unb taucht n)ie eine ^IRorgenrit^e fibec fie 
tmpou 9luf biefen 9laturgntnb ber $(aßif rneiß benn au^ ^erber 
mit ben (deinen SGBorten ^in: »3ebe« Sengen unb^eben ber ^infi 
unb bed Stniti am j(unfifdrper, unb mie ber Stotpti ru^t unb in 
i^m bie @eele fi(6 barfieOt, ge^t fhuom unb unbegreiflich in m* 
binäber: n>ir toerben mit ber 9?alur gleid^fam verförpert — unb 
tiefe mit un« befee{et^ 3n bie 93etra4^tung be» ^6(^flene 3beal« 
ber Urpttliä^m (Sc^onl^eit, bad bie Silb^auerei un^ barfieOt, unb 
iened i^m entf))re(^enben @eelenaudbru(fed, in bie Setrdc^tung ber 
H^olfm, griet^ifd^en Siu^e" (be6 fc^onen^ unjerfiörbaren ^riebend); ber 
,,^(^ gleid^fam anWnbigenben 53ett)egung'' (ber unenblii^en gebend^ 
fäOe, bie t)on bem Jtunßkoerfe aud mit befeeligenber Stide in un« 
überpe^), ber ..aufgel^enben äRorgenrötJ^e" (ber @o«, bie und bie 
Stofenpforten ber mangellofen Sreil^eit aufft^iiept), in biefe fbtttai)^ 
tung t)erfunfen, rul)t bie @eefe unb t>erltert ^bad 9Raaf ber t)or^ 
fibergel^enbenS^it'' (wie in ben6d^oof bed ©ottlic^cn aufgenommen, 
t)crgtßt fie bie beengenben^ peinigenben 6c^ranfen, worin baffclbe 
^ Offentart; in biefen feeligen Slugenblicfen legt fie bie Änecfetdge* 
flalt ab^ in ber fte, tjom Sanbe be6 ® bauend entfernt, ^erumwan^ 
beltt muf)» @ie wirb „in ben »rmen einer ewigen eutjiirfung unb 
in bem äbgrunbe eined fangen, feeligen SCnblitfee'' erhalten* — 2)ie 
8cmerfungen ^erber'e über bie 9Ha(erei, foweit fie eine allgemeine 
Segriffdbeflimmung anfireben, beweifen, baß ber in ben ®cifi ber 
Silbl^auerei fo tief eingeweihte ÜÄann ber fc^weflerlic^en Äunfi nur 
eine pü(^tige Betrachtung juwenbete**) ©einer geifi* unb gemüt^^ 
t)oBen Sluffaffung ber italicnifc^en ÜÄalcrei l^aben wir bereite in einem 
anbereh ßwfammcnl^ange gebacfit* — <§erber'd ®ebanfen über bie 
ürd^iteftur )i)erbienen bei i^rer $lö(|)tigfeit feine befonbere ^u 
ac^mng***) 



♦) »ergtd^e befonber« ontfquodf^e Sluffd^ e. Ö3 f., 64--67, 70 f. 
**) SSknn er k)on Ux Ktdi^Ueftur fagt^ ti gc^ ^erfclbtn MI ,,refne ^UaV* 



138 Werter'« «efl^elit 

2) !X){e Vtu\it 

8* 31* D«« gart6efaitett unb bei aUet ffefHgfrft bcr ®e|tit' 
nimg {eid^t l^inf(^me(}enbe ®emüt^ unffre6 bic^tenben Jtrittfete fonb 
oft in bell 6tfltmen eine« ^)on 3Bfberfpril(f)en gequälten ?eben« feinen 
a5wP wnb grieben in bet Sonweih Bot oUem aber tjerföngte e§ 
bann nac^ ber muflfatifcften ©tflltme bet «nbac^t, unb »tnn rt 
\)on ben flarfen, l^jer^ebenben ganten be« €^orate in feeltge «elbfr 
Dergeffenl^Kit »etfenft »urbe, fo empfanb ti bie atfgegenwärtige ®ott^ 
fycit, ee t)ernal^m bie Subetgefinge bet Sngel. 2lu(^ tt>enn „bie 
tt)einenbe, getutete 8aute" ju i^t fprad^, et^ob fl^ bie I)i(^terfeelt 
gu einem „ fanften 6c|i»eben wie im 3Wonbe«|lra]^l*5 ein J^inunlif^f« 
tBefen betft^rte f!e mit fanpem «n^ant^e unb ^etwanbefte ben Son 
tet Älage in JEriumtJbgefÄnge. 2)ie Harmonie bet S^öne »ar unferera 
^etbet ^bie ©eele feinet 6ee(e^ bie r^greunbin feine« Sebcne gum 
j^öfteten geben \*) ©eine tl^^eotetifcften ©emetfungen fibet biefe Äunfl 
^aben tt)it, fomeit fie t>on »iffenfc^aftlid&em Snteteffe |mb, für bie 
8e^e t)om (Sr^benen benuftt. 

3) !Die ?Joefie. 
^et ®eniu6 bet ©prad&e* 

$. 32. !Die t)Ott gerbet aufgeflettten allgemeinen Segtiffefc^ 
fiiramungen ber ^Poejte l^aben mit in ben ^Paragraphen, bie "oon bein 
Sßefen ber Jtunfl l^anbeln, entmidett unb beurt^eilt* @« bleibt un^ 
noä) übrig, feine Äfi^etifc^en 2ln|tc|)ten »on ber ©pra(|ie, bie er 
befanntlic^ auc^ einer pf^c^ologifc^ien unb (ulturgef(^i4ltlidi;en St^ 
trac^tung untertt)orfen ^at^ in'« Sluge fajfen» £en ©tanbpunft^ ten 
er at« äeji^etifer ber ©pradSie einnimmt, »erben tt)ir am ficfeerpen 
er!ennen, tt>enn n>ir feine geijJrei^en Siejietioncn über ben ©eniu« 
ber l^cbrÄifc^en, griec^iifc^en unb beutfc^en Sprache un« t)ergegentt)äp 
tigen* 8lu« ber güKe be« ^erjen« , fagt er, au« bem Sturme ter 
Seibenfdbaften, au« bem lebenbigen SSerfel^re mit ber !ßatur, au« ber 



Ah t^A Mt eeele {tM ÜkUutH** in feiiim Qmd nn» feiner Kbfi(bt Mißt 
(jtalligone I. @. 160 f.), fo v(rg{e§t er, ba§ biefer Qmd mt tiefe 9(bit(^ ft^ 
oft, namentlidii in Ut religiöfen i^unft, auf rein iDealem Soten (iegt unt aUtm 
ooatomnKn mit jener S:e(eo(cgie aufammen^immt, tie oon fettet'« dfl^etifc^et Sett; 
anfi(bt fAr a0e ^nfte in 9[nf^ru<^ genentmen wirb. 

•) „^i Senlnnfl*, ^at^lefe awr frönen «ttetdtur unb itnntt ®. 110—113. 



rctdiim 9taMir(i<^{t M qt^Mi^m SdfamnunfcinS, au« einet 
Surjel mit ®efang unb SRu^f ftnt {etu otleit eptadtm f)twctgoß 
gangm* 9lit be« oriestalifi^en @|Mr(H||en f^tbl er bie ki^enbige 
Sin^eit M ißilbe« imb bee Xoncd, ben urciüenen ^ievogl^^p^ifc^eii 
e^arüftet; bad ttnenbü^K fteimen unb Sproffes ber ^n(t(^en flSei^ 
anfc^ouficfltiitg, bo« 9latiini>ä(^fig# i^rer san^m <Sntf«itttng ^ei90r» 
Sin ber griei^ifc^en ^pro^e betDtutbert er guglei^) bie toeteSi^iu 
^itdlime, tDomit iebe %otm, ieber SIuMrud gefe^miftg um^m i% 
mhm^ jeber einaetne ^ii)itt in tt>ol||(t^tige @<^fan{en eingebonnt 
unb frtbfi ber 9titteiini#ige Mtebett unb gat Segeiflenmg forlgefi{{ien 
toiti. fB«« olfo bie <^rac^e iener as^fer ^ob, n>ad i^re eUfratur 
)uma(^fim{i4 gi^ machte, bo« t9ar bie untoiber^e^idf^e aRoc^t, 
i9omtt ber SBoUdgentud in ber 6)>r(M|e ben !X)i(|ter umft^lang, bort 
mit ber braufenbett guBe ber 9taturfcaft^ ^ier mit ber ge^eimni^ 
boOm Df enbarung eine« natfirii^^en unb etj^fifcf^n @<^nl^it«ge« 
ftl^c«* fSRü befonberem 9{a<l||bru((e rä^mt er an ber beutfc^en Gpra^fe 
i^rrn Stü^tfyim an 3bioti«men; bie er M if^t unantafibare« i^^etUg^ 
t^ttm begeid^net, i^ren Sttiiftf)\m an formen unb äBenbungen 9oO 
Xreue, ffial^c|ieit unb SSer^onb; ti>ie nur ein beutf4)e« ®em&t^ fie 
^aben ffnne* 9iBie mit ber äBurjet au« bem t>aterl&nb{f((|en Soben 
gebogen f^O ieber Sßui^« ber beut[c^en eifta^t fein unb ben frif^fen 
!Dufi ber ^eimtf(^en erb^oOe au«^au(^en. 3n biefem ®{nne Der^ 
langt Berber ibii>tifdl|e 9bii)Ut unb ^eriDirft tint erborgte, nat^gt^ 
machte (StafftcitAL <Sr fül^ft tt, o^ne e« beutUc^ au6}ufpred^en, ba^ 
auc^ bie (Slafficitfit ber <8ried^en nur eine Srtt(^t il^rer 9laturleben^ 
bigfeit, i^rer Sebentwa^^eit, tl^rer SolMt^umtic^feit getDefen ift 
@in ®efe0 ber S^inhdt, ba« nur erlernt unb angenommen mirb, 
i^ tobt unb fonn nur Siobte« ^roorbringen; mit feinen Sibfhradionen 
jerflort e« bie Geburten be« genialen 6<^afen« im jletme« 9lur 
^ M ba« Semuptfein ber &i)inf)tit in unb mit ber gefunben 
Entfaltung be« 9tatur(eben« entwtdrit, fanne« gum lebenbigen (Bu 
fe^e in ben SBerfen ber Jt&nfUer toerbem ©riec^ifc^e Slaffkitit ffl 
Aber tti<^t« anbcre«, alt organifc^e« ffia4»«t^um be« naturgemAfen 
SSoIffteben« M« gnr JCronc be« t>on ber Statur feib^ gegebenen @d^dn^ 
i^eitegefefte«. 8affet un« ®riec|ien »erben, b* ^. ganj in un« felbft 
unb im gegenn^&rtigen Seben n>ut}e{nbe Deutf(^e, bie i^re Orof el nic^t 
in 3)obona, fonbern in ben ^eimif(f)en (Si(t)enn^&Ibem fuc^, unb 
tie eiaffidtat t^irb un« nid^t feigen. 3)emt n>a« finnte {ie Slnbere« 



140 .{letber*!» Wefi^etif. 

fetti, a(« (e6enttge SbenMl^ bet natärtic^n Sigent^ämli^fdt unb 
ter aagemeinen ^kfe^m&figfeit? 

2)0^ tDtr tDoOen ititferen jpetber aber bkfm ®egenflaitb üi 
feiner efflenen ©prad^je rebett laffen» »Die ^ebtiff(|ie Sprache ^ fagt 
er, {ji eine 5Wnb^eftdft>ra(^e, b{e flc^ nid^t fortgebilbet ^at, «oie Wt 
grted^ifc^e imb (ateimfclie; aber ifßt 9[n(<tge n>ar grof, befümntt unb 
weifet ®te ifl „pfan^ ,,iattbU(^ poetif<^*, r/Untct ^Irim geboren*, 
Mt^ m tl^ ruft: „3(^ lebe, bewege mid^, tDicfe, mlc^ etfc^ufen 
«inne unb Seibenfc^aften, nfc^t abfhraftc 2)enftr unb ^ß^itofop^en: 
i(^ bin alfo für ben Siebter, ja t<^ fefbfi bin gonj iDid&tung". ©te 
tfl ^mit \>oOer »rufl, mit no^ unaudgebrauc^ten fJarfen Organen, 
aber unter einem reinen unb leicfeten ^immel mit fcfiorfem ©IM, 
immer gteic^fam bie Saijt felbft erfaffenb unb M ^^t offne ©pur 
ber «eibenfcbaft gebilbet »orben» 3^re ^gunbflruben* „jinb rei^ unb 
\>olI tönenben aRetaW: aiUe* in ber Spraye tfl g&rbung unb fIDed, 
wae gÄrbung ifl, malt, ^anbeft, tönt unb lebet. Wan glaubt lautet 
(£^or unb Sl^^t^mu« ju böten, fowle man in ber %otm lauter 33il* 
ber unb ^ierogl^pl^en fle]()t". ,,3(fe n)ei|i feine ©prac^e, n>o bie 
^ielfacbe unb leidste flSerfniipfung" .t)on Silb unb @mpfinbung „fo 
Unnficb unb merflii^" YDare* „Sebenbiger Saut, ®iJb ber @ad^e im 
«t^ent ber gmpflnbung^', ba6 ip „ber @eifi ber ^ebrAifc^en ©pta^e. 
6ie ifi »Ott at^emd ber ©eele; fie tönt nic^t wie bie ©riec^if^e, 
aber Pe l^auc^t, fte Iebet^ ©ie ifi, „woe Sftj^mologie unb @rainitiatif 
betrifft'', „ein aReiftertDerf ftnnlicber Äörge unb Drbnung^* ^35ie 
©pradl^e bed STOorgenlänberd, felbfi il^rera Sau unb (Senium nad) wiü 
Äörje; bieß ^itft ben ©entenjen, ben 8Ra(^tfprfi(^en be^ Sßerfianbed 
unb ber 8eibenf(t)oft fe^r auf; e6 mac^it jlc gu ©liften, gu Pfeilen ^*) 
2)ie ®rte(^ifc|ic ©pradl^e M j^ein einjigee ®epr&ge'', „bM nicbt 
t)ött jiummen ©efeften erpreft, bae burd^ ÜRufK unb 2kinj, bur^i 
®efang unb ®efci)ic^te, enblid^ bur^ ben plauberl^aften, freien Um* 
gang t>{eler ©tamme unb Kolonien n)ie eine lebenbige ^ornt tet 
Äatur entftonben war"* „öei ben ® riechen war bie gange Sprache 
®efang (SWcIod), in bie Heinflen Steile unb aBortfögungen berfetten, 
in bie \)erf(|)lungenfien ®ange ber poetifc^en ©rgÄ^ungen erfhretfte jtcj 



•) ®dfi t>fr f^tM^tn «Poefle L @. 21 f., 25—27. 11. ®. 95, 97, 11», 
124. Som €ttt^ittm Ut it^eotogie 6. 77. ^^ologifd^e Sri«fe I., H. ®. 19 
f., 130 f. ^tmenUfe mtS movgent&ntif^ett ^^f^tern e. 12%— 132, Mi^ 



bie ebenfo t)erf(|)(ungeiie Stmft M Stfiif^nM unt ter Slttrif^. 
„9}on 2)t(|tern koar" bte @ptaä)t bet SlUm ^gebilbet, unb ia, bei 
ben ®m(^n mfonbcr^eit, bte AIte|len S>td^ter Sieb^ltcr ))on Sttbent, 
^JRctop^em unb SlUrgarieen waren; ukIc^ ein @(^aib N 0l(i<&fAin 
f(f)^n in ber @}>ra(|^e!'' ^SBie biegfam ifk" bte flrie4^if(|)e 6)}rac|e 
,,)u iebem ^tlbe, }u ieber @ini»^n||tn9". ir®(u(f(ic||e (Sprache, bie 
fo ^oBfoniinen«, i^ jjur 9}atur geio^cbene (^ebonfenfocmen in ^^ 
i)atl !Der niilbe !Di(ftter nnirb lo^n t^nen in @<^(anfen ge^Um unb 
au(^ ber inittelpi&^ige auf ifym ©(Urningen gehoben \*) !^eibni| 
jtt^rate" „ba4..!S)eu.tfÄe al? eine Spraye bei: Sreue unb SBa^t* 
^eit\ ,,3)i€ beurf^e @pr^(^e'' i^ »gletc^fam nur ^erj unb 93er^ 
ftanb'' mtb i, liebet'' „%att feiner Sterbe , SSBa^ri^eit unb 3nAigfett\ 
@ie if) ^minrdii) unb ^axV* Jn t^ren (Elementen, rau^ unb feft in 
i^ren ^ilbenma^n — gefegt unb (angfom in i^rfn 993ortt)erEe^run^ 
gen — noc^bräcflic^ unb ernfl^aft'' im äteic^t^ume il^rer i,3biotid^ 
men\ «^biotiMien finb patron^mifcf^e Schonzeiten ^ ,^bie und fein 
^lac^bar burc^ eine Ueberfeftung entmenben fanti; unb bie ber Q^uiy 
göttin ber @pra<^e ^eilig finb ; Schindelten in bad ®enie ber Sprache 
mmit, bie man ger^ort, n»enn man {te auftrennet; ätei^, bie burcf^ 
bie @pra4)e/ toit ber 99ufen ber ^^r^ne bur(^ einen feibenen 9lebeO 
bur(Z bad SB3affergen)anb ber alten Statuen, bad fi(|^ an bie ^aut 
anfc^mieget, bur^f(^immfrn« Sbiotifc^e @4)rift{}eller alfo, bie felbü 
ben @tgen{inn i^re Spra^^e nttben, au9 bem Ueberfläffigen unb Un^ 
regelmäßigen berfelben Sort^ieUe {te^en, au9 i^ren Sunbgruben Sc^&b^ 
heraufholen unb fo {ifxtibtri, ald ficb nur in biefer Sprae^e fc^reiben 
\a$t, ftnb ein ^dfüi ber Station: fte ftnb 9tationalf(||rtftfieaer im 
^o^en ^er^onbe^ u^(&in f üf^ned ®enie bur(^ßö^t bod fo U^ö^mx* 
lic^e geremonieQ, finbet unb fu4)t ft^^äbiotidmet^,* gr&bt in bie @in^ 
fletveibe ber Spraye, woie in Sergflufte, um ®olb gu finben"* 
„Saffrt und" „nur iblotiftifc&e ©c||riftfteller, eigent^ümlid^ für unfer 
SSoJt, für tWaterie unb Sprache fein: ob wir daf^fd^ finb, mag bie 
9la(^tt)elt audma4)en\**) 



*) grüc^tc au8 ben foa«naitnt goltencn 3ciUn L 6. 171. Stecn jur ©f« 
Wi^tc l>er 5Wcnfd^^cit m. e. 129— 13i. Äritifc^e SB^t^er IL @. 174. e<beif« 
tm sur grie^iMrn. Sitcratur 6, 154—106. 

**) Slbraflca I. ®. 6e. «ßumanUäWbrW« II. @. 84—86. gragmente jur 
Dmtfc^cn Literatur 1. @. 95 f., 103 f., 113 f. 



Hfil Berber'« %t^tiit 

f. 33. Unter Um (Spo« ^ttfttfim ttit nac^ i^ber ba^ SBort, 
bitr4) mli)t» tca ^} ber aS^IfdtrabJHon f}^ ati«fpri(||t 3ttlem 
e« auf bet JMnb^ttt bn Sßrit l^rfibetfommt; ifi a feimm tlrf^ntitge 
nacli eine gefangene Soge, eint» Stimme ber Sorgeit flui to 
^antafie nnt^ bet aften ®ef(|^#te geboren; enttt)Hfe(t fi^ bre ^ctt^ 
fdgf aM eine bbenbige %tmi fie n^Aid^fi «nb gefiallet fi^ im %oxU 
gange ber 3etten. !D{e ai^Kidl^feft »»trb burc^ bie 9lebe, bie t^en 
®ef(^k(^ gu ®ef(fele<^te «wlter tdnt, nrte in trunfenet ©egel^etmig 
firrtgebflbet unb ergebt ^^ n>ac^fenb bie gm ^tm^Ult bet ®efia[tem 
ffiie t)(m feibfl toebt fic^i bad @efle(^te bed tS)>o«; ber @ef<mg unk 
bie ISrg&l^hing, bur(^ bie ee wirft, arbeiten an feinem JCunfibau. 
9la(^ efner enblofen Steige t>fm ®&ngern nrnf te gufe^t im mel^if^en 
SufommenfKmmen ber @efangeet>om)e(t ein ^omero« geboren 
»erben. I)ie 9»ufe M ©ebÄd^twIffe« »ei^te i^ren ©»nger, b«f 
er fi^ iene göttliche Stimme, bie aM tin n^eiffagenber, fel^renber Xon 
oue ber Sorgelt l&craMam unb ^^ auf fönftige ä^im forterbte, gu 
eigen machte, fic — ein ©arbe voriger 3titen för feine 3ett — w* 
ebelte unb ben ?Wenf(f)en menfc^lii^er gu^auc|te, ba^ er mit »er Iei(^ 
tefien unb lofefien aSerfnApfung ber @e[&nge, aber funfheid^ unb mit 
einem bleibenben SJereinigungdpunfte ein iSpt^ auf ber SagentoeK 
^erauefiftuf, baf er in SWem bie Umriffe traf, bie, n)oi&Igeba^t, Uii)i 
ftberfel^ar, f^blanf unb fciW^, ba« Uuge fönftiger ®ef^Ie4)ter 
mit Slnmutl^ unb Sfirbe en^ig fefi^ielten. Suc^ Offian'e eu 
bid^te finb aSolttHeber, bie flc^ lange im OTunbe ber t>ftterti^ 
Xrabition fortfangen« 2)agegen Mtm Sir i oft o unb Siaffo t)on 
ben Ueberblefbfein be6 SRittelalter«, ba i^e 3^i* ^iw«t unfru<^tbaren 
))oetif(^m Soben ^atte; i^re ®ebic^te jtnb : Jelbjlgefc||affene Xräume*. 
2)er unjierMid^e Orlando farioso noax bagu bejiimmt, in ®effOfc^af' 
ten t)orge(efen gu totxUn, ald ein angenel^m unterj^aitenbef S^belbu^ 
gu btenem @o baute Slttoflo „tin ^aubtt^i^U^ mit Ifiunbert ^for^ 
ten in ber Suft ; benn einen 9tationaItem)}eI auf feftem Soben fomtte 
er nid^t bauen''. Ueber S^affo f&Ot ^erber bad Urtl^eil, ba$ er im 
Sanbe ber $^ ntafte falt nac^gea^mt ^abe; !Der Alopfiocfifc^en 
SKeffiabe gefiel)t er bae SRe^t gu, ben (grlofcr im religiiftn ©ei^c 
bed a^tgel^nten ^a^r^unbert«, na<^ bem ©efli^td^^unRe M inbit>ibuellen 
^ofijontc«, nac^ ben (Sinbrötfen M 2)id^ter^ergend gu beftnge»} fr 



MToiiftt abei in iitfm fßtdt ttn «iitetmf IM ffMUtm 9l«Min«f^ 
get{)f0*) uni) bte gefc^c^tc^e gMung M ddtattn«, in »cm Me 
2)ii|^tittig M bctiKgt ^crbfr meint cmfnttm, Stlp^ä ffättt fem 
^icf in He änhmft motten tmb bk ®tf4|i^e brr SHOft t9u ibm 
^fiangong an, me^r wd» oie aSfargtl bie ©cinbnng bed limifAm 
Soired ttttb 2;br9iie« tnt Xtige be|fdtcn foBen«*^ 

an ben oMgm ^mnfimgen ^etbet'e ift gmar bk aufet^rbent^ 
Üj^e Seinftnitigidt itt4^t |it tecfemien, momit et in bie ^#mefif((K)i 
<S»ebid^^ bie gu fctnce Seit ba« amdmmtefit 9)btfki ber ^NHtif^en 
(St^n^it manen, fic^ ^ttdiiföf)(te ttnb l^ineintaikte. 2>abei Detflei 
er aber in bie Siafeitigfetl; be» oud tfinen g^ogmen Segrif bef 
€)»« ber ganjen tfA^tM Sitctotur oufbiAngen gu moOen* SBiO 
man ben ^griff einer !Dt^gatlMng «ufjieOcn, fo rei^t ed nic^t l^tn, 
b€i heu ^tofsMco Slnfdngen bttfelben, unb menn fk in i^rer «rt 
b^ «)oa{ommen{len miren, ^e^en gn bleiben« Qtfl bie gange ®ef4^i(^te 
eoicr Ü)id^gaitung ift ber ffiapab, nacb bem fk bettrt^riit meiben 
fotm* @t^eimni#)>oa en^rmtg ber SSeiibamn bed (Sp^ aM bem 
99#k<n be« grie(^ifi|en 9Utert^um«v ge^eimnift^oU mui^d er in anbete 
^anm unb ^mmcMßrkffe i^^infiber« Sßer möc^k i^ nun bk 
tüxtwüi^ tuib natiDtiatoi (Sigenll^ömli^^feiten DerfAmmem, bie er 
angenommen ^at? @6 mar ein Ac^t nationaler 3ug/ baf ürioflo 
yym km ttolfdl^mUit^m Jtrafi unb (»oUtifcben Obiectixiitat be« griei» 
(^H4ftn 6&ngef« abging, baf er bae leti^tfbimge unb ))^anla{iif(|fe 
OHngeikben feiner SanbMente abfpkgcik, baf er m bie grirc^ifil^en 
(göltet nif^t gkittbte unb auf bie Singebung ber grteibifc^en Vlnfe 
ntfbt ffKfsäfk, bol ber Steig, unb bie ^ulb italienifc^er Smuen i|n b€# 
geiferte« ^&tkfti^ Jtlopflod gu ber »on<^erbert)er(angteii plo^U^n 
DbiectivtÜI gufammenneillinett moQen, fo vsfüxbt er fieiner fentimenta<> 



*) ^Bhu. thniO^t nid^t tk ticffenbe ^Incrfmaung in bei ^rognicntea gut UnU 
fc^en i^itcratttr II. @. 43 f. «^at Jtlopfloc! „wei^i ^nrc^in^ig rm <S^fifi, Ui ^it 
^au«{^altung fre« aan^en atten SCcIJanient« bele&te, angewandt, t>a 3<fu« fcix^ einem 
Spotte eTf(!6i<n. l>ö« i^n unter tiefen ©iltern erwartete?'' 

**) ItrfAd^cn ^ed gefunfenen- ^efc^matfed ®. 46. ^^öd^te aud l^eit fogenannf 
gofDcncn ^iun I. e. f5, lim. fBirfungen Der fbid^Htmit auf Die eilten ber 
mUtx 6. 276. etimmen Der ^iiUx I. e. 10, 65, 69 — 71. 64^dflcn gnr 
römif(^cn giticatur ®. 99. 3been gur ®efd^id^te unb ilritif ber $oefte ii. f. w. 
n. ®. 63. ed^riften §ur ftrie^if^en Literatur ®. 260 f., 273 f., 286—288, 
292, 294 f., 305 f., 309 f. Ärilif*c SdlDer H. 6. 15, 49. grafintente gur 
btutft^en SlteralUT H. e. 43—45, 48. «^eoIogiWe «riefe I., ü. e. 257. 



U4 .«erber'« ICefi^ett!. 

(m vadt reficcttrenfcicn 9tatux, tit tamoüa tmü^t Statut toav imfe 
im $cr}fn imferrd SS^lfee leble^ vrrlufHg flegangett fdn. aiud^ (A$t 
e0 ftc^ ntc^t t>erfetuien; baf J((o))ßp(f; n>nm er, na(^ ben mh ^et^ 
bcr aufgefieQten Sorbrruitgen^ b<tt ®entue be^ (übifd^en ^eHM m 
brin 9Ref{tad bargefic&t i)httt, mit brr obigen Segtipbc^mmutig 
ff(bfi im S93tbfrfprud6e fi(|> beftoibii 2>fnn er lüfirbc in bie fem gade 
ben nationalen @ei^ be6 9!po$ jum (o6mo)>o(tt{fc^tn itmgefe^affcn 
^abtn^ kDOju aUerbtngd bad mobeme @)>od tint SCnfage unb ettt 
Steilst ^at SBermtUen mir noc| einen Slugenblid bei toer oben miu 
get^eitten geiflrei(^ thtfaffung tt$ ^vmtt, fo ent^Ut biefelbe vou 
jit0dn)eife.dne trepc^e ©eneftd ber naeionalen <5age, bie ben i&ntf 
dften einunontaftbared ^eiiigti^m amb bie&ueOe i^r gungenSitero' 
tur n}ar* 2)iefe ®age fft^rt «n» in ba6 i^et) ber S^off^trabition 
^inein^ {te iß in bergorm ber $i^antaf{e eine erf^ö))fmbe $^tIofop^te 
bed gne(^tf(^en 9^attonaIgeißed unb }ei(^net mit fefier ^anb aOc 
®ninbformen beffelben. SBie barau6 aOm&^Iig unb gd^eimnt^oQ 
eine Steige loon ©ef&ngen enom^d, bie jule$t ein gottbegeifterter ®tf 
^ in ben ©arten feinet Stufe t>erpp[an)te unb bort unter bem toat* 
men ^immel feiner oQumfajfenben iitbt jur 9ieife brachte ^ fonntt 
nic^t gartet, anmut^iget unb lebenbiger audgefpro(^en tverbeii, ott e^ 
^0n ^tbet gef(^e^en ifi. 

. S. 34« „ä»it ber ®ef(^i(^te\ fogt gerbet, ,,^t bie (Spopit 
ni(&t« ju fc^affen; fte fc^afft bie n>a^re, bie «M>Qfommene; bie emig 
bduernbe ©efc^ic^te, abet inbem fte auf ba^ (Singefote, n)ie ed i^, 
onberd nic^t 9iu(fftd||t nimmt, ald fofetn im Sefonberen bad SUgf 
meine liegt, bad fte ,,in jenem be^anbelt^ .^Dol^er, ba$ alte ival^t^aft 
epif(^en 6&nget i^ren @tof fo fetn i)a ergriffen unb in i^m toit 
übet Seimen in il^tet ^anb loalteten« ®eit bie ©efc^ic^te ouff am, be^ 
flanben in ©riec^enlanb feine epifc^en ©ebic^te''* äßenn ed l^ti^t, 
baf in bem @pod nicf^t bie enblii^e, eingelne ®ef^{c^te, fonbern bit 
ewige bargefießt njerbe, fo ifi barin golgenbed enthalten* 2)er ©pifet 
bcfc^äftigt fic^ gwar mit einer be|limmten, eingelnen 9lei^e von Sege* 
ben^eiten, tooxin bie ®t\^i6}it oon bem SBoIfdgeniud aufbenoa^rt 
unb gugieict) burc^ (StfüHung mit feinem gangen &ti)a\tt unenblic^ 
nmittxt i% Stber bet (Spifer ^at biefen @toff nut fo gu bearbeiten, 
baf er barin ein 33ilb beö ®efc^ef|end unb ^anbelnd fibetl^aupt eine 
Ueberfidjt über bie gormen unb ©efcfee beö menfc^lic^en Sebend unt) 
®(^i(ffald gut !Datfleaung bringt, äßte e« überhaupt untet ben 



9l<nf(||eti ^fl^t, wa^ it^xt Statur entölt, uittctr midien Setitur 
gungen fie ^ tn^iädt, miUft %olqm mi intern ^ttbebi mt> 
fprmgin, M <nt^üUl md btr (Epffer; inbem er bm fibcrliefertoi 
@t0ff jum Jdmßwerfe formt Slbec in 8<)ug auf bad gef(^ii^ttMK 
6o(orU «erfuhr ^omer, t)on bem bo<|> inte Segrtff^bffHmmttnft tnt^ 
le^nt i^, mit glel^n Sitresig^ aiie ein ®ef(^{4>t6fdSirfib<r« Sid in 
bif fbinfini unb leifefien digc bilbtte er immer nur bie Wenfc^n 
feiner deit ab, ni(|^t beßimmte, einlebte äRenfdjien, obs(e{<6 audji biefr 
feineu @em&Iben jur ©runblage gebient l|yaben m&ffen (benn oM 
ber blefen $ftantafie fc^reibt fein Achter !X>{4^ter), fonbem toit bte 
9Renfc^en bomoM fiber^)>t tparen^ lebten, gingen unb ßanben* 
Unter biefem ®efe(e ^ei^t aber leber ebiecti^e !X)i(|)ter, unb felbfl ber 
fubiectiDe ifl n>enigfiene an bie @eful^lemeife fetner Seit, u^ie an bie 
eigene gebunben. 3)enn iebe Ac^te ^efie, UMid ifi fie onberd, aie 
6nt^üOung ber äBirflic^feit im Sicf^te ber 3bee? 3n biefem 6inne 
fagte 9Rer(f gu ®oet^: »beine SRonier ifl e6, au6 ber aBirflic^feit 
tie $0efie )u f(|>affen; bie Slnberen i»oDen bad fogenannte $oetif(|fe 
tarfie&en, unb ba faun nur fd^flec^teö 3^ug J^eraudfommeu^ äBenu 
fd nun mit ^rbem {ugeflanben n>erbett muf, ba^ bie ^efc^ic^te, 
}»it fie »on bem 9pittx mtK^üHt mtt, bie ett>ige ®ef(^i(^te i% bop 
olfo in feinem SSßeitbilbe fi(|> aUe Sa^rl^^unberte fpiegeln f6nnen, fo 
mi^U er bo(^ leicht ju a)tif)>er^iiibniffett Slniaf geben, n)enn er bie 
^om tpi\^tn (9eniu6 umgearbeitete ©efc^ic^t» al6 bie t^oOfornmene 
begeic^et* ^ei ber $egrat}t^t be« eingelnen SRenfc^engeiße« n)irb 
audl^ bie grof artigße fDarfleOung ber saSirHic^feit immer hinter bem 
unenbli(^en 9iei(l^tl|yume M Urbilbee juväcfMeiben« SBo« bei 
^4}oefle in i^rem SSerbiltnife gur SHealit&t be6 itbtni ben Sorjug 
t>or ber $rofa gibt, ifl i^re gr5iere aeberfi(^t({(^feit unb ^ut4y 
fi^tigfeit in ber Slufaftiing be« SaSirfÜcften. ^ie tt>eifl burc^ flarfe 
9)?trfgei(^en auf bie SebettdDunfte M 9&itiliiim f)in unb u>irft auf 
biefelben bad Sic^t ber ton i^r erfaften ^Mii^n 3been* Slber fte 
erläßt ed bem ®eifle ni(^t, )ur OtteUe ber ®ef(^t(^te unb Statur 
gurttd juge^n unb bort, freiließ mit iencr 3^iefe, bie er befonbere ben 
@inn>i(fungen ber poetifd^en ®enien gu banfen l^at, fi<l^ eine immer 
reichere grfenntntf ju f^6))fen« 3n gleid^em Sinne fann e« nic^ 
toUft&nbig zugegeben mrben, t»tnn ^erber bie e)>if4ie @ef(^t(^te toc^ 
}ug0weife atö bie toalS^re be^eic^net« @{e iß voafixn M bie profaifilie 
®ef4^i<i}t0barfieaung, n>ei{ ber S){(|ter Hn feinere^ Sluge ber ^0b(ki)f 

9lK^iv f. It. €yra^m. XYII. 10 



146 ^crber'l ^t^ttil 

tung f)<it, alt ber ^rofatfrr* Slber n)&^rtnb ter 3>{(^tet bae aSBirf^' 
It(|)f na^ ber inttfrett; ibealen äBa^r^eit abgurunben unb gu t)trffi^ 
rm fu(^t, I&pt er bie Sarbr ber Äußeren SBtrfftcbfett nur gu Uii)i 
erblafffn, unb e» bleibt unfere uner(&pl{4)e Slufgabe^ biefm SRongel 
burc^ Beobachtung }u erg&ngem 

9Biafu^rIt(^ unb aud beut einfettig ^omerifd^en Segrife %u 
fc^dpft iß ^erber'd 9el^au))tung, baf mit bem Sluffommen ber ®t^ 
f(^i(^te bie ^pifer in ©ried^enlanb aufgel^irt Ratten* §omcr »urjdt 
n>eit me^r in ber ®ef(^{dS)te; aM bie S^ragifer. Unb warum foO in 
3eiten, n)0 bie ^Ammerung ber Sagen fic^ auf^eOt unb gef(^i<^t{i(^fr 
3^ag toirb, in ber get^eimnif ^oQen 9la^t bed btc^terifc^en ©emüt^t« 
bie @age nid^t jum jmeitenmale aufleben fönnen? SBarum toAre ed 
eine Unmöglic^feit; au4) bad moberne Seben gum X^eil in bie ©e^ 
jialt ber ©age ju t)em)anbeln? SBon Saffo bel^auptet ^erber, aB 
ein Äenner ber ®ef(^i(^te l^abe er fic|| )Dergeben6 abgemüht, bie fyU 
ben unb Z\)atm ber Äreugjflge ju beftngen ; fein lAutember, milbember 
$Iei^ fei an t^nen t)erIoren gen)efen* (St t)erfennt mit biefer S(nft(^t 
ben ®eifl be6 befreiten 3erufalem ganj unb gar; er ))erfennt tt, baf 
biefe 2)i(^terfeele einen {Rahmen in ber freien, tomantifc^en ßtit bct 
Äreujgüge fue^te, um bie tjerflArten Silber einer ft^mArmerifc^fn, 
feurigen, ritterlid^en Siebe barin nieberjulegen, ba fte in ben tonven* 
tioneden 6(^ranfen i^rer ©egenwart ftd^ gu eng ful)(te. Sßer mochte 
t)on biefer bi(^tenben 9ta^tiQaü, bie fld^ ind ©unfel jurfidfjog, ttra i^rt 
gerriffene Sru^ burc^ ®efAnge gu feilen, n>er möchte "oon xf)x )>erlaiu 
gen, baf fie auf breiten unb fü^nen Slblerflügeln, wie ^omcr, übet 
bem SSaterlanbe unb ber ffiergangenl^eit ^infc^webe? 

9loi) »erbienen ^erber'e Semerfungen Aber bie 9Reffiabe ani) 
in biefem 3wf<>n^menbange unfere Hufmerffamfeit. 3)ie Slbflc^t unb 
bie einfalt be« ßl^riflent^ume, fagt er, gemattet e« nic^t, bo# feine 
®ef(^icbte „bae gelb wiKffi^rlid^er ©idjtungen" »erbe* 2ln ber 
„einfachen, garten, nur burc^ H)tt (ginfalt befiel^enben fWenfc^enge^ 
fc^ic^te^ M gebend €^rif}i ifi nidlitd, toat auf eine ungegkvungenc 
SSJeife ,, Stoff gu ^omerifc^en ober aSirgilift^en @po)>öen gAbe*. 
^iemac^ mu^ bie 3)?eff{abe im ®ange ber Anbeten SBegeben^eiten 
ber ®efcf)ic^te folgen* „jflopftodt fonnte nic^t bie Segebenl^eit ^er? 
fommen laffen, n>ie fie ^omer I)erfommen lAft, ber aber eine munb« 
lic^e @age unb ®efc^{4)te eine fetbf) fc^on gur gäbet gen)orbene @^ 
f(^i(^te bi(^tete* 93ef(^eiben lief er alfo fielen, xoat fielet, unb tooütt 



^etbct'l «cflieHf. 147 

ffine IHcfituitg bet ®tf(^i(^tr nur anfügen, nur )n){f^enf(^ieben« 3){ei 
{fl fo auffaaenb, baf man bie bibltfc^e Segeben^feit aue i^m ^eraud# 
^ebtn fonntf, unb bie Xii^tung, bad 9Berf feinet 9Rufe, fl&nbe in 
cinjelnen Situationen beinal)e flanj \)a\ ^5)ie J&anblung, b* l ber 
ganje ®anfl ber (Spopit be« 2)ic^ter« unb bic biWifc^e ®efd^i(^te 
ffatb jtt)ei ganj t)erfd^iebene 3>infle\ 

3n biefen Sleu^entngen, bie befonberd barauf l^inaudgel^en; baf 
bie biblif(|ien @rjA^lungen M ein re(ig{dfe6 ^etligt^um ber ^rt^ 
liefen Sßelt feine Entfaltung bur^ bie bic^terif^^e <5(^d))ferfraft gu« 
laffen, liegt benn freiließ bie jiarfjle «pologie ber ÜRefflabe gegen 
^erber'e obenertD&l^nte Eingriffe« !Die 9ibe( fe(bp gewA^rt und burd|# 
aud fein (Sem&Ibe t>on bem bamaligen 3titi)atalitx M 3ubent^um6, 
bad für bie reiche {DarfleHung einer (Spepit au(^ nur öon ferne 
genägen fönnte. SEBoDte alfo ber (Spittt ^ier ber S^^^^^^fl rntf))re^ 
c^en, ein nationalee 3^tbi(b ju entroDen, fo muf te er in fo iDeitem 
Umfange combinatorifc^ erftnbeU; baf bie iieüigen ®ef4)i(^ten unter 
feiner f(^äpfertf<^en <^anb gur poetifc^en @age würben* Sd blieb 
alfo bem frommen 2)i(^ter gar ni<^t6 anbered übrig, aW eine JRei^^e 
\>on ^i^mnen, Kantaten unb fSütt^tn, bie er im äRefjtad mit mufifo^ 
lifc^er Jhtnfl erbaute, bur(^ bad fc^wad^e Sanb einer @rjA^(ung; bie 
er ni^lt abfd^reiben unb au^ nic^t umbic^ten, aber boc|> Ivrifcb^r^etorifc^ 
beleben bur^e, mfll)felig gufammenju^alten« SBenn auf biefem S93ege 
nid^t ®pit, aber epifcfee SRujif ober g^rif entftanb, gegen welche Slu 
geln foOte ber 2)i(^ter baburc^ gefftnbigt l^aben? ffiie er feinen ©toff 
bearbeitete, fo »erlangte e« ber ©toff felbfi, ber nur in e^rfurc^tetjoßen 
Sl^nungen ergriffen werben fann, fo »erlangte ed bie 3eit, bie ba« 6^ri* 
fient^um mit feiner bibttfcben ®ef(^i(^te bur^ bad ^erj fic^ menfc^lic^ 
nä^er rfidfen wollte, fo »erlangte e« »or Slllem ba« 5)i(^tergemütl^, bem 
feine anbere SBcife bequem war, fl^ »on feinem unenblic^en 3n^alte 
gu befreien.*) 

%. 35. 3>ae @pod Jorbert gleit^fam bie ^IRitwirfung ber gan^^ 
gen »atur, bie gange anfleht ber SBelt gwifc^en §immel unb ©rbe, 
mitl^^in au(^ bie gange Sßi^enfc^aft unb ®eele M !£)i(^terd. 3m 
bergen unb ®eiji ber SRatur foU e« ein ©(^auplaft bed saSettaDe, 



*) ©Triften gur ßtle^ifd^en ßiterötur ®. 304—306. gtü*tc öu8 Den fcgenaitnt 
flolbcnen Seiten n. 6. 52. Sl^eoIogifdSie ©riefe L, H. ©, 244, IIL IV. e. 244 
f., 247 f. 

10» 



148 «cvbn'f fHi^ttit. 

ein Uitniiiti SBott fftc Mt, in SlDm mx\>m\ an töftr »e^ 
tnevfung ift angebeutet, ba^ bte (S^o))de ben (Straftet bet Unhtt^ 
falttdt an fii^ tragen mfiffe« Slud^ ba0 2)rama fann lool^t ben gangen 
Sbeengt^alt eined 3({ta(tere tn fii) fc^Iie^en; aber bitf gefd^ie^t bo(|f 
nur auf eine tntenfiioe SSSeife, in bem Sen^uftfein ber gelben, ba6 
»on ^dt ju Stit tt)ie auf ben ®^nUtm fce« Ma^ bie gange Sürbe 
M 3(itgetf)e6 trägt, in einüetaen @^orgef&ngen, bie aM Slugtn bed 
»ewußtfeind oud ber ^anblung ^ert)orMi(fen* 3)ae Spoe bagegen 
fiberf(^aut bie gange 93reite unb ^8e ber S^i^^^^^i^i^^Q ^nb legt 
f{e in ber Steige ber Segebenl^eiten au^einanben Sreiltc^ fann bief 
nur in fo((^en Seiten ))o([f)&nbig geft^el^en, mo bie Slnfu^ten unb 
©efinnungen ber ®ngelnen burcft bie aügemeine SSolWtl^unilic^feit 
nod^ gebunben flnb, n)o bie SBeie^eit M 3eita(terd noi^ eine eim 
fac^e, leicht überfdiaulic^e, gm)erfl<^tli(^ geglaubte i% 3n ben 3rttcn 
ber tt)iffenf(^aftnd)en SBertiefung, btr ipoIitif<t)en Sertoirflung, ber 
focialen SSerfeineruftg, bei ber Sntfeffeiung ber 3nbit)ibualitäten fann 
bie eoif(^e SlOfeitigfeit bee !Di(^terd t)i^^m^ eine Siegion bee Seit' 
geified umfaffem 3) ante »ermod^te ee notfc, ein ©pifer bec @^t>^ 
lafUr unb aOenfaU« ber $o(itif gu fein, n>&I^renb ba9 gefeOfc^aftlic^e 
unb gemut^Üc^e Seben t)on bem Spiegel feiner !Dic^tung nic^t gufam^ 
mengefa^t n)urbem Sei ber S^rennung, bie in ^loDßoif'd ßtit 
gtt)if(^en ben Sbealen ber (Sebilbeten unb bem Sötte befionb, fonnte 
ba^ @po$ nur bad Sebfn ber (Srfleren i^eranfc^aulic^en, unb er tl^ot 
au(^ bieß nur in religiöfer Segiel(|ung. SBenn tt)ir bie obige Se^ 
griffdbefiimmung ^erber'd mit t^oOfommener Strenge in Slnu^enbung 
bringen n)oOen, (d l^at boc^ eigentlich nur ^omer eine ^ooQ^nbige, 
n)eltlic^e Sibel för bae Solf aufgeßeOt, unb auc^ bti biefem ^i^ttt 
I&^t ft(^ bie @ad|^e nic^t mit t^oOiger Seftimmt^eit entf(|feiben, ba 
feine S93erfe bie eingige beglaubigte Urhmbe aM ber £iteratur feinet 
Scitaltere jtnb. ?lu6 biefem ®efl(^tepunfte ifi weiterhin 9UIe« gu 
beurt{)eilen, n>a6 J^erber &ter bie großen @pifer bemerfte* 9la^ fei^ 
ner Slnfic^t ftnb bie epopSen ^orner'«, 2)ante'«, SRilton'« 
unb jflopfiod'd ^^(Snc^dopibieen unb nnit)erfa au6 bem ^ergen 
unb ®ci|l i^rer 3)icl^ter: fle entnwwfen We itarte i^rer inneren unb 
Äuferen SBelt", fte „umfoßten" „jeber in feinem ®eiic^t6freife ^im^ 
mel unb Srbe". ^omer inebefonbere l^at jiebe i,®eite bed menfcfi^ 
licIieR Sffiiffen«'' «berü^^ er ^at „wn Mm, mi im ®eßc^t^ 
freife feiner Station lag, gleic^fam bie Ärone erfapt"* 3)anle'0 giStt* 



«erbet*! «e^ffetif. 149 

Kd^ Stomiiit ,,umfaft Me 6iicvc(ot>aMe'" M »aSiffnte feiner 3eU^ 
^fead i^er) feinee Sebrnd itnb feiner (Srfa^rung^ tie 9IötI)e aOtt 
SlVfletien unb StorisKt&ten; J^inraiel unb Srbe«'' 3n biefen Semer^ 
fungrn aber !Dante ftnbrn tt)tt ba6 Stic^Hge, baf er rinerfritd ba6 
SBiffen feinet 3^^/ b<^^ ttodji ganj t^eologifd^i unb f(||0lafKf(^ mar, 
t)oafl&nbig gufammenfiif t, n>A[^tenb et hai bamalige Seben nut in feinen 
großen @tunbfotmen barfkOt, baf et onbetetfeitd bie (Stfal^tung unb 
ünfc^attung feinet inbiiolbueQen teben^^ kDenn an^, reit Sdop^od, 
mit )>ome^met üagemein^eif; auefptic^t SKiIton'6 «, größte ®ebt(^t", 
fahren n>it mit ^l^etbet fort, „follte fein SÄfi^rAen bet alten ^tit, 
fonbetn in ^orm bet (Sr)&lS)(ung ein Reuige« ©ebic^t aber ^immei 
uttb ^btit, fibet $arabie«, Unfc^ulb unb 6änbe; mithin eine Sluefic^t 
fibet unfet ganjee ®ef<^(e(^t tt)erben\ (St sollte »feine (Snc^clopöbie 
))on SBa^r^etten in einet ^eiligen (Sprayt fefiftellenb t>eren>igen^*) 
§• 36. »2)ie Seele be« ej)if(^en ©ebic^te«*, fagt gerbet, ift 
M^ Seben bet @6ttet mit 9Renf(^en; bie Sinmirfung bee ^immeto 
auf bie @rbe^« SBenn bad Drama, wenigfiend mdi unfeter {et^igen 
Siuffaffung; baju befiimmt i% ben Wenfdien fo baj^ußeOen , toit et 
burd^ feine 9latur unb burd^ feinen fireien SSBiKen fi(^ felbfi baS 
@((|i^al bereitet, fo geigt un6 baiS @t)od, baf ed no(^ eine 
eherne €d^ranfe gibt, bie ber Sinaelne nur feiten überwinben 
fann, n&mli(^ ba6 ®(^idfal bed ganjen SSoIfed, ja ber gan^ 
^en ®attung. 2)ad @po« Upt ftc^ a(d «»olitifd^e !Dic^tung im 
meiteiien 6ittne be« SBortee, bad !Z)rama hingegen ale inbit>{bueae 
Di^tung begeic^nen« 3ened (Sc^icffal, bad bie SlOgemeinl^eit trift 
unb bie Steit^r&fentonten berfelben ))orjugdn>eife beräl^rt, mirb im 
teligiifen @inne von ber ®ott^eit ober t)on ben ®ottern abgeleitet» 
Die ^omerifd^e &popit f)at namentlid^ einen gang t^eologifc^en 
Urfprung unb ifl ald religiofe Urfunbe i^ree ßntaUtxt gu httxai)Un^ 
Die 3R^t{|oIogie, fagt ^erber, ifi ^mit bem dltejien ffipo« eine^ 
b« ^« bie ®6ttergef(^i4)te finben n)ir bort mit bet aSoifegefc^ic^te auP« 
©ngjie t>ertoa(l)fen* ,,§omer'« ®6tter n^aren feiner aßelt fo »c» 
fentlicl) unb unentbelbrüd^, a(S bet 5ldtpern)e(t bie JtrAfte ber SSetoe^ 

*) S^4t< <tu0 ben fogenannt golbeneii d^^cn, II. €. 38. 6((riften )ttt 
drif<|tf(^eH Stteratut e* 30» f., 244 f., 266. Stm^ont I. e. 184. S^een dur 
®ff(^ic^te jinb Äritif ber ^oefie u. f. ». 11. 6. 8K, 127 — 130. SBirfung Der 
S)i*tfuiifl auf bie «itten ber »öller e. 268, 276. Jt^eclogifd^e ©riefe IH., 
IV. ©. 24» f. 



gung. D^nc ixt @ntf(^(fiffe unb Sßirhtngen be« D(i;m)>tte gtf<^^e 
nic^td auf fetner Srbe^ ma^ unb n>te e6 bem Dichter gefc^eben 
fo^te^ ^abei unterf(^etbet fic^ aber isomer )i>on ben tf|eologtf(||en 
3)ic^tem ber früheren 3«ten babur^; ba^ et bad ÜRen[(|>lic^e ju 
feinem 3)l{ttelpunfte ma(^t unb bte ®6tttx ftd^ nur um bte Sd^ttf« 
fa(e ber 9lenf(^en bewegen (&ft. ferner „&nberte bcn alten @e» 
f^mad baburc^^ baf er glei^fam ben ^immel auf bte @rbe gog unb, 
tnbem er jene ungeheueren; abgelebten %abtln ber Urtoelt an t^rem 
Drte Ite^; aOe feine ®efla(ten rein menf^Iidb machte''« 3>en religio* 
fen S^arafter be« i&omer bejeicftnet ^erber t)ortreffIi(^ in folgenben 
SBorten: ,,9ßae ber ©laube an ein @(^{<ffa(, toad bie Zi^aUn ber 
®6tter, i^re $u(fe unb Seinbfc^aft gegen Sölfer unb Vlm^^tn in 
bie @om^0fition ^omer'e an Stu^e; äRtlbe unb ^o^er Ergebenheit 
bringen, ifi unfaglic^". 

$ln bte ©teOe be« rein ®mii)tn trat aber na^ J^erber'd SIu6' 
einanberfe^ung im @po0 »juerß bad d^uberl^afte, beffen^gtmt man 
fc^on in berDbi^ffee n>a^rnitnmt« 3n ben bunflen 3^i^tn na^m 
ber ®Iaube baran fe^r gu\ Sin bte ©tette ber religiöfen ober 
prot)ibentieaen Slnftc^t br&ngte {t(^ ba« poetif^e 9{a4)grubeln über 
bie ©e^eimniffe bed 5Raturlebene, über bae Unlieimlic^e bed 5Wenf(^en* 
gefc^ided« 3}ian glaubte nic^t Siaed auf bie 93ernunft eined gottlt^^en 
äBiaend ober auf bie S^^i^^it bed menf(^(t(^en ^anbelne jurucffü^ren 
)tt fonnen; man entbedte bunfie Stegionen, in koelc^en ^aturgemal« 
ten, unerreicht ))on ber ®ott^eit unb bem SRenfc^en unbezwingbar 
^errfc^en folltem 5)a« JReic^ bee Dftmonlf^en ti^at fid) auf, bad »on ber 
@age Auf erlief aufgefaßt unb ))^antafiif(^ bargefiellt, aber t>on bem 
p^ilofop^tfc^en 2)i^ter bie in bie Slbgränbe bed ®emät^ed hinunter 
^erfoigt würbe« ©oetl^e l^at biefed innere iD&monif^e, mte er e^ 
in äQal^rl^eit unb 3>i^tung betrad^tenb au0einanberfe$t, in feinem 
@gmont gumftnfieren ®eniu^ einer @taat%ki>a(t gemad[)t, bie aUa 
^eOe, Sreie unb Steubige nieberf(^(&gt unb erfiidt. Jtel^ren mir ju 
^erber'0 Betrachtungen gurfid, fo faOen und in biefem Sufammem 
l^ange feine Urt^eile fiber bie Spifer ber romifc^en, ber italienlfc^en, 
ber fc^ottifc^en unb ber beutfc^^en Literatur in bie Slugen. Sßon 
8ufan'$ ))t|arfa(if(i^em Jtriege fagt er, biefed ®ebid^t ^abe 
feine epopöe werben fönnen, „weif ber 3^'* Sufan'« bae ®dttlic^ 
einwirfenbe im ®(auben ber Urgeit, bed alten lebenbigen SQorte gefep 
^abe\ Db btep ber ®runb war, ber bie Slbftc^t bed römtfcffen 



^ctDcf'l «cfi^ctif. 151 

!D{(^tert "oatittlU, laffett toir bal^mgffleat fdn. Sd \oat {llym lebtn^ 
faOd loergönnt, timn anbeten ultgiofen ®(au6en an bie @te((e bet 
untergegangenen ^olfdreligton gu fe^en^ unb idAk ee in biefem SaDe 
eine abfotute UnmigUc^feit gemefen, an bad 93oIfebett)nptfein an)!!^ 
fnüpfen unb bemfetben burc^ bie Sntmidlung be« im iteime ^tu 
breiteten geizigeren ©(aubend eine neue ©e^aft ju geben? 3n 
£affo'd befreitem 3etufa(em ftnbft ^erber bie Sffiirfung bed 
religiös SQSunberbaren la^m; l^ter tifftten »(Sngel^ fagt er^ i,U)a0 
Slenfc^en tl^un foQten, uttb toa^ fte auc^ o^ne 6nge( tD&rben geti^an 
^a6en^ ^3n Cffian'e ©ebic^ten {inb itoax feine ®DtteT, beflome^r 
aber bie ©chatten ber abgef^^iebenen f&hta gegenwärtig mirffam; 
^tmmlifi^e ®efia(ten bei Unoelt \ »Die 9Bo(fengegenb, ber luftige 
Slufent^alt htx SS&ter iß i^r einziger Zxo^\ auf ber @rbe fe^en fte 
traurige WHxfim, erlofi^ene Stritte , fie ^ören oerflingenbe 2:6ne«'' 
9(n 5fl0pß0(f'6 epifc^er 9Retap^i;{if unb Steligion ftnbet ^erber 
^Ran^t^ ou^aufieDen« Seine (Sngel ftnb meiflent^eiie »weibifc^e, 
garte, liebe jhtaben, bie fc^meben unb umherflattern; o^ne re(^t in 
ben JCemin^lt M @tüd6 eingefIo<|)ten ju fein^ 9Rafc^inen^ bie 
i^r potti\^tt @(^dpfer ni^t gu gebrauchen n>eif« SBenig ))on bem 
^o^en, n>a0 ein (£ngel ^at\ n^a er fein ^auptaugenmerf nur im^ 
mer auf 9)}oralit&t gerichtet''; fo oergift er »mit feinen Engeln 
manchmal", »toad er felbft fagt: »Sin (Sngel foH me^r al6 ein 
Supiter fein, ber eben gebonnert ^at\ 8lbgefe§en ^on itlopfJocfd 
ÜRangel an plaflifc^er jhafi; ber feine äJhife immerfort im Si^rtfc^ 
9Rurtfalif(^en aur&tfl^ielt, muffen toir bie Unfic^er^eit iener d^ic^nun« 
gen aud ber oben erw&^nten aarten Sd^eu ableiten, in ber !Be^anb# 
lung einer ®ti^i4fit, bie i^m oon ber Sibel fc^on genau oorge^ei^^net 
n>ar; f(^ö))ferif(^ 2u oerfa^ren« (Sr befd^r&nfte flc^, bad eigent^ 
Ii(^ (Splint bei Seite feftenb, barauf, in ienen @ngeldgeflalten fein 
beßänbig erregtet religiöfed ®mnif^ abjubilben unb i^nen bie ^atU 
^eit, ja bif @(^n)A(^e feiner 6m))ftnbungen eingu^auc^en« ^at Seben 
f)(\tU iffn einmal fo geformt, baf er immer nur auf fc^n)tnbelnben 
Sßolfen^o^en über ber @rbe flanb, ba^ er fic^ in bie 93etra(^tung 
eined ©eifterreic^ed einn)iegte, ^ot bem bie irbifc^en Sarben erblaf« 
ten, baf er alfo m^ feine @ngel nur in ber Smpftnbung, nic^t in 
ber ©efialt oermenft^lic^en fonnte* 3)ieß war ein ®ef(^i(f für ben 
^iä)itt unb für feine gange ^tit, ba« er nic^t bejwingen fonnte. 
»Älopfiorf'e ^bür, fagt J^erber, »beruht auf einer pf^d^ologifc^en 



UnUHi^t^clt WM, to^Vi Stlop^d iit %t\s^tl brauet, l^tfe et 
and ket mettfc^Il^en ®ee(e unb ivm mit grdfmr SBIt&tng tnU 
toidtln Mnneti« 3u ter potHii^tn Bo^fitit, iit er i^nen btUt^t, tfl 
mel^ fflugl^ett unb Sp^tt ju u>{rfen crforbetlicli^. »!Da6 tt>Are 
dn S^tmm))^/ koenn ber !£eufe( me^t ber ®ott biefet Sßeff, bei ^etr 
ber Elemente; ber ®en>a(tl^abet aber %oh unb Ungtüif toitt"*, „ben 
na(^^r 3efud äben^ftnbe*« 3Xe J^dOe i^ ^fei; ,,tm tlnfange fo 
präi^dg eröffnet; um immer S)>{fobe )u bleiben ^ ^ittna^ toätt ee 
eigentlich bie Slufgabe be6 e))if(^en fDic^ter« getoefen, ben Stampf 
icoifi)tn bem ®uten unb bem S^feu/ ber btefe SBelt im ännerfien 
bemegt; bi^ auf ben ®runb }u t)erfc(gen unb fa an bie Söfung ber 
fd^n>{erigf)en 9l&t^fe( f{(^ gu mögen« @r ^tte ba» ®6ttl{(^e mit ber 
ganjen @t&rfe ber religiifen @mpfinbung in fic^ aufnehmen unb 
entfalten^ er l^&tte gugleid^ mit bem gefc^Arfießen Wät ben !}>&mon 
in aUe feine @^lu)>fn>infel \)erfoIgen möffen. Dief ^Atte aber eine 
®enia(it&t ber Sebendbeobac^tung t)orau«gefe$t/ bie unferem 3){<^ter 
ganj fremb n>ar« Slu^erbem m&re l^iergu bie Sttaft erforbert n^orben, 
fi(^ aue ber ^tii)f)tit unb bem ®enuf[e ber religiöfen Smpfhtbun^ 
gen aufjuraffen unb bie f(^toere Arbeit bed ®ebanfen6 auf ^^ gu 
nehmen« Unrecht n>Are e0 aber, ein fo(<^ed Sßerlangen an bie garte, retg" 
bare, empflnbli(^e 9latur gu fleOen, bie üd^ nur baburd^ gegen bie rau^e 
Sßirflic^feit gu ben)al^ren mu^te^ baf fie ba6 fUirmif(|)e i^erg in (ieblic^e, 
berul|yigenbe, feierliche 2;ine einluKte« Sßer md^te ti if^m üerffim^ 
mttn, baf er mit ungebro^enem ^ergen, mit ungeträbtem Seelen« 
frieben feine Pilgerfahrt bur(^manberte, baf er bie ^AtotUt Ui 
®reifenalter0 enei(^te, ol^ne baf bie Slbgränbe bed ®emät^ unb 
bed Sebend wt i^m fid^ aufget^an l^otten, baf er l^armloe, im &t^ 
nuffe einer fentimentaten SBeltanfi^t, gu ben 93e^etten unb ®eei{gen 
l^infiberging? Sin ber 9}ait>etAt feiner fentimentalen Stimmung toirb 
M U^^^ flttte (Sitatiffy gern erbauen, unb n>enn ti gerriffen i% 
bmäf bie @ngel6fHmmen bee 2)i^terd n)enig{Hn» auf Kugenblitfe 
gefunben unb gur Jtinbl^ieit genefen. @ine l^iflotifc^e, oufbauenbe, 
erftArenbe, alfo eine mt^re Jhitif mtrb ben @&nget bed SReffiad, ben 
Urheber unferer claf^f((>en ?Poejle, niemaW anber« betrachten Knnem*) 

*} Srüd^te aud t>vx fogenannt goltenrn deitm IL 6. 3Ö— 38, 93. ^cbriften 
gut griec^ifdS^rn Siteratut @. 264^ 300-302, 306 f. itaQtgotK L 6. 183. Sbeen 
gur (3t\d)\^tt nnb StxiÜf u. f. to. I. 6. 04. ©eifl ber ^ebraifd^en $oef{e I. €. 
^7 f. gfragmentc gnr tnttfd^en l^tnutur n. 6« 46—48. 



% 37« S>er toU^Hifkt SeßonM^ it» 9p^ Ift na^ ^erbt? 
ber 9l9t^o8, eine 9te(l^e ttn 9i6etttl^euent tmb mtthoMiim 9tqu 
benl^eiten; Me Sljfaraftere nehmen bagegentie jtoeite CteOe eiiu i,!&ie 
Segebeti^t, ha» «bentl^eiier Ulbet S^taltece; e« fibet unb t^ififet 
ffe\ »3n bie ^Abel loerßod^teit, bieiten tt>(r aBe bem tUberirb^en, 
bae but^ vm ti>ftft, ba« Aber ittt« f<|itt>ebet; bie ^i(||^en 6ieget 
gtDingnt snb fibenDinben bae ®Aitffa(\*) SEBetm im !Z)tatna ba6 
SnbMbuum btit 9Htle(Dunft Ulbet uitb 0116 bet 3>ialeftir feine« 
3nnem etfl fein G^itffal l(ien>orflel^en Uff, l^at ba* ^0^ bie 9e# 
fHmnntng, bod einjelne 3nbit){buttm t)on t)om [|ietdn bem ®d^itffa(e 
untcrsttotbnen unb \>on bem lebteren ben ®an9 ber J^nnblungen unb 
Segebm^eiten t>or)ei(^mn ju laffen« 3){e einzelnen (S^araftere 
etfcl^eimn l^iev aÜ bie 2){ener be6 e^iSfalt, bie baju befHmmt finb, 
bemuf t ober unbrnu^t, freiwlflig ober QejtDnngen bm flBiOen beffel^ 
ben ju wUj^tdtn. Snfofem (&$t fi(|> bae @d^iiffal ol^ bet eigent^ 
lidgfe i^att)>i^e(b ber C^opie begeicbnen. Sine noti^n>enbigf %olQt 
iceocn i% baf Ifier auf bie Sreigntffe unb X^atfo^n bid in if^re 
feinfte 6tnietur ein n>eit gtSf eree ®ttoiift f&Of; a(e in bem !3)rama. 
Um bae allgemeine 6(f|tiffal be« Solfee unb bet SRenfcfi^eif redS)t 
lebenbig «»etanf(l^att(i4)en ju Knnen, muf bet !Di(^tet eine fe^t tei(be 
SfiOe )>on StjA^bingen unb 9ef(^te{bungen auebteiien unb infofetn 
bie S^Atigfeit bee ®ef(^i(^tef(^teibete ganj nal^e betü1|yten« 

»5)ae alte (Spoe*, f allsten tt>it miti&etbet gu teben fort, „wufte 
gu gut, n)ie )){e( in ben n^id^tig^en, grißten, fi^wetflen IDingen ee 
auf bae JHeinfle; auf SufADe anfommt^ bie ni(^t in unfetet Wta^t 
{tnb; bie unfete JHugllyeit nit^t otbnet« 3)ieg fo oft bem i^elben 
Uebetlegene, aOe feine 5Kugbeit unb Jltaft Uebenoiegenbe ober gat 
9finbli(^e btflcft bae alte @poe aue. !3)em i^elben flonb eine Vtaift 
entgegen, ein ^Ufegott il^m gut Seite ^ bet bO(^ immet oie ein 
SSetmittlet bee @dl»i(tfa(e gebadet mutbe; ,,auf feinen (S^ataftet, auf 
fein S9enel^men fam"* „nic^t aOee an; gule^t entfc^ieb bae Set^ 
^dngnip*.*^ 

2)ie »weitete Oefümmung bet im @)>oe aufttetenben QH^aftete 
i)at ^etbet aue ben i^ometlfiben Oebic^ten gef<^6))ft: i^Sin ®ott^ 
etgeugtet, ein (Sottgeliebtet ifl bet e^ifd^e ^e(b; gottR^et 9ltt finb 
feine ®ebanfen, feine ÄtÄfte, feine ®e|ialt, fein ®ang, fein »etuf 

•) €>d^xifttn pvt 0rie4<f4>en «iteratur ©. 297 f., 302. 
**) e^tiftcn gut ^üt^^^tn Siteratut e. 290 f. 



iMiif. aSermo^t hit^ti Xbc^rmn^ mh ter t^m imtemo^itenbrn 
Slft Abermintet tx ^inbemtffe, f(iil&gt Wtifint (Sf^ataftttt nitttx, 
gelangt jum dielet D^ne baf tr an tragif(()cn ge^Itritten 9btt^ei( 
ne^mtn muf , barf er bD(^ auf ,; feiner glorreii^en 9a^n'' „mit bem 
@4i(ffa( fAmpfen^ «SDer ntft>ruttg ber ^omertf(^en ®ebi(^te au9 
bem SR^t^oe bringt e« not^n>enbig mit f{(^, baf bie gonje SEBett ber^ 
felben im iii^tt ber ®6tter erfc^^etnt; baf biefe ni^t blof in ber 
%atur unb im Seben ber SRenfc^en ftberaO gegentD&rtig ftnb, fonbem 
baf au^ allen 2)ingen ber Urft>tung \>on i^nen aufge^r&gt i% !Dad 
t>erf(^n)enberif(^ auftgetl^eifte (ßrAbtfat ber ®dttlt(^feit tDiO nic^t« 
onbered auMrinfen^ a(e baf aOe (ebendf&i^tgen Srf4ietnungen ber 
SBelt bem l^eiligen Staturgrunbe entßammen unb auf irgenb eint äßeife 
ber göttlichen 9Beltorbnung entfpred^en* !X>ie ®ött(i(^feit iber Jpe(ben^ 
gehalten mij^ aber immer barauf jurfitf^ baf fie ber unbeugfamen, 
r&t^fe(i|aften, t)ere^rten äRac^t bee @(|^i<ffa» bienem SBerben nun 
biefe Reiben au^ gum Jtam))fe mit bem ®4ii(ffa(e fortgeriffen^ fo muffen 
am @nbe bcc^ aUe gur SBer^enIt(^ung beffelben beitragen. @ie f^^ei^ 
tem aber an ber Rlipift be^ @(^i(ffale0 nic^t^ toit bie tragift^en 
gelben, burd^i eigene @c^ulb, fonbem buri^ bie Kot^menbigfeit, bie 
glei(|> einer ehernen äRauer um aOe Sterblichen fi4> ^erjie^t. 

Unter ben G^l^arafteren, bie in ben fpAtem (Spcifotn auftreten, 
untem)irft ^erber ^au)>tfa(^tliil^ bie ber äReffiabe einer fc^l&rferen 
9etra4>tung: ^2)er SRefftad erf^eint nac^ ben SBeiffagungen bed 
alten unb ben @r)&l}lungen bed neuen 3^efiamented t)iel menfc^Uc^er, 
al6 i^n jtlopftoct malt« !Die (Spopot forbert nit^t ein 3beal, mad 
übermenf(^li(^ n>&re, fonbem toae bie j^oc^ße S^äl^rung t>erurfa4|t« 
9lun aber entgeht bem ®ebi(^te M Sttopfit^ "oitl wn biefem itbtn, 
tt^eil n){r ben ^eilanb ju n)enig merifc^lic^ fel^n; unb ed bleibt bo(( 
immer toaf^t: 9li(^t6 betpegt eine menf(^li(^e @eele, al« n)a« felbß 
in i^r t)orge^en fann. €&^en toit öfter unferen Sruber, ben gröf ten 
9)lenf(^enfreimb, fo tt>ürbe bief e^er bae 3i(l erreichen ^ ,,bie ganje 
Seele ju bewegen unb iebe Saite ber ©mpfinbung ju treffen". »Sefud 
n>irb entWeber aber ber SRenfc^^eit gefc^ilbert, ober mit bem wUtn, 
tt>eid^en ^er^en, bad ba f)>ri(^t unb bulbet, abjer gu wenig ^anbelt". 
»aSieOeic^t ifi aber bie ^o^eit 3efu me^r eine füQe ®r6fe! 9{ur 
freili* börfte flc^ biefe me^r im «ntlift, in SRienen unb ©efpric^eji, 
ald in ben menfc^lic^en, c^arafteriftifc^en ^anblungen geigen, bte aber 
nictit äBunber fein bürfen\ »2)er SDtenfc^enfo^n ifl, wie mi4> bänft, 



9if( )tt rmfKnnig, f(i|Ie<^t tmb gering, baf frine itnc^Wg^aU (l))o)»^ 
merben tDoOte; bet-So^n ®ottM, bcr oufemeAe Adnig bcr (^xt, 
(An {fl t>ie( gu nl^aben Aber unfercn ®efi(^Mlrri«, aM baf i^n ba« 
fluge Dcrfolgctt, bie $l^ant<ifif b{c|ftcrif<|| ((^Ubcin iannte\ 3n bie^ 
fen Sancrhtngen ifl ^fmM>tf&<^U4^ ba« Sßa^re mquerfcnnen, baf bet 
9tangel an menfdliH^er Haftung, on fefler Snbtoibualtt&t imb tl^at^ 
frifiigrr @egemi)Art{gfrit ben (Sinbruif bee jnopftocffdjien (Edofcrt 
f4i9A<|^t 3>a r0 bie t>0Qöglt4>fle 9Ittfgabc ber $oefie xfk, bte Statte! 
bed menf^Uc^en 3)afem« gu Ufen^ um baburc^ greibeit unb JHari^eit 
iber itnfet änneree oudgttbrdten, fo t>erirrt {i(^ bie abftrafte @M(idi)^ 
feit einer $erfon ober Sabel über bie (Stengen biefet Xm% unb n>ir 
^oben bef |alb ben bi(^terif(^en SBert^ ber 9)leffiabe f<||on frfi^er auf 
i^re l9Hf(^en SteOen etngefd^rAnft. 3efue mupte; m^ bem 9Ube 
bed neuen Zt^atntnM, gong unb gar atö 9)tenf(|> erfd^einen, um 
einen e)>tf(|fen (Sinbtuct, überhaupt einen tt)a^r^aft bi^terifc^en in 
und gurädfgulaffen« Die unfd^ulbige Sinfa^^eit fetner bibttfcben 
@t{lalt l^inbert aber ben Diä^ttt burc^aud nic^t, ilS^r bie rei(^fle QnU 
faltung gu geben« Sluf bet anbeten Seite n)irb hmi} bie tetn menfcb«' 
Ii(^e Haltung bed Weffiae bie e)>if(^e 2)atfleaung feiner 9dMi^Uit 
ni^t audgefc^Ioffen, t)ie(mrbt but^ ben au6 bem dornet abgelttteten 
Segrif fo felS)t bebingt, baf n)it in bem ^eilanbe bie t)onfommenfie; 
bie abfolute $erf5nli(^{e{t eined e)>if(^en gelben t)Dt un6 l|yaben- 
3nbem et atö aUgemeinet 3Renf(^ aOe Stabien bee 9Renfc^H(^en in 
ft(^ gufammenfaft, tt&gt et gug(ei(^ ben gangen Dl^mp bed ®öttl{^ 
4en in feinem Snnetn unb (&f t e« bie Jtnec^tdgefiaU in 9intUi^, 
Sliene unb ®ebetbe butcbleuc^ten. S)a in i^m bie ®ott^eit erfl 
gang Wtm^i) tomit, fo ift er bet menfc^Iiifefie t>on aUen göttli^en 
S^atafteten, unb ba flcb bie gutte bet ®ottl)eit, bet «ogo« felbp, in 
feinen 8eib einfenfte, fo bebatf ti feinet gottlid^en 9R&ilbte aufet 
i^m, um bie ®(^i(ffale ber i^n umgebenben SBelt gu leiten» 98a0 
öbrigend bie banb(ung6(ofe @mt)ftnbfamfeit bed ^eilanbee betrift;- 
fo muf ed eben pf^c^ologift^ etfl&tt metben, baf Xlop^od in biefed 
göttliche !ERenf(^enbi(b fein anbetet 3bea( l^ineinttagen fonnte^ a(d 
ba« eigene feine« ^etgen« unb »eben«» 5)et ÄCopftocffc^e SReffta« 
iii bie Sncatnation bet contempIatit)en 3;^atIoflgfeit, bie im 3eitaltet 
feinet @ntfiel)ung bei un« t)ot^ettf(^te. 6« ifi bie beutfc^e ©c^ulb 
unb ba0 beutfcbe ©^ficffal, bie f!d^ barin abfptcgefn» (Sin ^immel 
^oQ glangenbet 3beale, bie ba« Sluge i^ctblenben/ o^ne Se^auptung 



M udm 90Uta, 4uf hm fle erfl tat 9ßa^tl^t unb SBirttic^frft 
kiHtbctt* 

3n biefem ®iime greift auc^ ^txitt iit !)Dn Jt(o))#0d borge* 
{leUten Slpoßel mt: n ^Attc „fU n{(^t fotoo^I tiac^ feinioi wri^tn 
^erjm ald liebt; gttte äfinglinge maten foOett, fonbem tl^cR me^i 
mit fftofm Sel^Iem ait(^ bae @rope g&tt(t(^er $ro))^n gc^ea — 
0ber |ie menigßend a(6 &^tüai)t maltn foQett; bie etn^ gu €att(rtt 
ber 5t{n^e bcflimmt {htb, tmb bei brtteii er toentgfien« bte Slnlage jn 
il^rer lAnftigen i&ti^t im SBorgnuibe gcic^Ren foQte\ SBcmi btr 
3>{dl»ter and) oue reKgijfer e^tu Sebenfen trug, bie ®^^aü M 
Sriofetd mit bentli^en, (rftftigen 3%en fc^dpferifc^ oue^uf&^rcn, 
fo (&ft fid^ bO(() bie der^offen^t in ben Silbern btt Söngn 
ni^t mit gleichem 9te(^te entfdl^ulbigeti» $ier ^inberte i^it bie 
9lengfUi(|)fe{t, momit er bem bt^imtntm, berben Dafetn au» bem 
Sßege ging, an aOer frAftigen Snttoitfiung feine» barfleOenben %o^ 
lented* (St f^attt tdi)t bie @t&rfe ber 6eeie, um in einen l^anbcbi' 
ben @^arafter eingubringen; ber npt^n>enbig manche» ®(|)toffe unb 
9$erleftenbe an fUf tragt Ott malte ficb eine mi^Uä^t @tiai^if4 
wxi, ber bie Steligion in f&^en, fe^auerlic^en (Sm))ftnbungen lutb ni^t 
in Setl^&tigung be« SSiOm» befielt* !Die Stetigion ifl aber bisr(^aud 
^anblung, ^ert)orbringung tmb a3ermirf(i(feung ber g&ttlic^en 916^ 
pd^ten, p(afHf(()e ®efla(tung ber fiber ba0 Seben gebietenben fttt^ 
liefen ®enien.») 

i. 38« Unter ben @igenf^aften M ^omer bebt ^erbcr 
ganj befonber» bie erhabene $oit)u(arität J)ttoot. 3>ie epif^e ^tcb" 
tung \)ertangt jwar eine «l^ö^ere ^ptai^t", „ha fie l^eUige, göttiicbe 
3)inge t)erliittbigt; unb ber epift^e ©Änger aie Vertrauter ber ©otter, 
ait SIttdIeger ber Segebenl^eiten unb SSeri^Angniffe rebet". S3ei aller 
®6ttli(^feit war aber ^omer'd @i)ra(be Jm ®anjen t)er^4ttbli(ti/ 
6ie n)ar ,;bie ®pxa4)t ber ®ötter unb iug(ei(|) eine i^erebelte Sprache 
te» $6bele\ !Die 3Rufe be» ^omer biente ^bem ®eringflen unb 
glei4)fam jebem Älnbe\**) 



*) S(Tg(ci(^e ^erter'd %xüdtU aud Un fogenannt goldenen Seiten n. &. 56, 
60. gragmcHte gur t>tüt\^tn l^iteratur IL 6. 43—46. S^eologif^e Sricfc I., 
n. S. 249. 

••) grüßte an« Un fogenannt golbenen Seiten H. ®. 54 f. ^agmente gut 
^tf^n eitcratttr H. e. 66. 6limmm ber SdlCrr I. e. 70 f. 



«erbet'« Kefl^eiif. 187 

2>af bie fpateren ^ii^ttt M (St>oe t)on biefet Solfetl^ünu 
It(^fftt be0 ^omet abgegongm fbtb, baf fie mit i^nt t>erfemrr<' 
ten fu6ie€t{t)en äBelt m ber epftitt ber ®thH\>tttn unb ®tkf)tttn 
allein fianben, finben n>{r bei .^etber feinfinnig unb geifheic^ 
tntxoxikit tmb mt6 ben Onfflen bed lieferen gefc^cf^klfen fiebend 
abgeleitet 93enn feine @rele fftr ttim^ glft^i^/ fo toar ed betr 
Stationaturgnmb aüer ^oefie, befDnber6 aber ber epift^em 60 
rrigenb eS fein m%, einem ^emätl^e in bie t)erborgeneren ®&nge 
feinet @mpftnbungdleben6 na^juge^en, unb fo fe^r un6 bie mober^ 
nen 3u{iAnbe nöt^igen, gu biefer äfoUrung ber eigenen S^ßAnbe in 
ber 3)ici)tung juruitgufe^ren : vooütn mir unfer 2)afein fr&ftigen unb 
erfrif^en, fo mfiffen mir immer ben l^eimif(||en Soben ber 9lationa^ 
lit&t noieber <mffn(^en* 9Ui bert erlangen mir bie g^rfunb« Statur^i 
bitbung, bie bur^ ein einfome« Seben t)erffiiiimert unb )»erfommt 
%ur wtt in bett ^etgen tmb <Beifiem flOer lebt, fann fi(^ b^n ben 
Sefd^rftnld^eitett itnb ®imbcrbarfeiten feinet 3nbit)ibua({tat reinigen« 
9tur er fmbet ben SRofftnb ber magren 9Renf(|(i4)feit; t)or bem bie 
^imge{)nnnße einer brülenben, trAumertf^^en $^anta|ii Derf^^min^ 
ben« SStf Unnen barAber nid^t l^inaudge^en, ba| unfere einzelnen 
3ufiinbe ^fyxt ben frif^Kn Suftflrcm ber C)effentU(|feit geifiig unb 

(Sf^ttffbnnd im n^^tn $eft.) 






IV. 

Tineent Carlotx« 



(Sang loerfc^ifbm wn ben Sommentarien Wtonilnc^^ ifl M 
biograp^ifc^e äßerf, ml^t^ Sincent Sarlotir (obei toit et fic^ felip 
VI, 10 fc^refbt Carloys) fldiefert f)aU 5)er »erfaffcr ^at e« §iet 
mit bem Se ben dned Slnbmt ju t^un ; er ^at ixoat bad aReijte ))on 
bem, »a» er fc^Ubert, aud^felbfi gefe^n unb erlebt; ober ba6 lit^ 
rar{f(^e SetDU^tfetn unb ber äberlegte @ompof{tion6p(an treten W 
fd^on me^r ^er^or unb rauben ber 2)arflettunfl bie Unrtiittelbarftit 
unb.9tabetAt; totl^t und bei ^ontluc in fo l^o^em @rabe anjie^tn. 
2)aju fommt, baf Sartoir offenbar eine me^r (iterarifc^ 8ilbuii$ 
beft^t, a(e iener ^ann ber 3;^at. @r gefdOt ftc^ in l^ißcrifc^en 
Slnfpielungen unb gelehrten Steminidcengen unb ^erfdOt be^^alb/im 
SBerlangen gelehrt unb beiefen gu erfd^einen, bidweilen wenigfiend in 
Iiterarifc|e ^ebantereien, \>m^ ml^t bie gefeierten ©c^riftfleller M 
fec^ge^nten SaJ^rl^unberte i^re literarifc^e Berechtigung gu bocuineii'' 
tiren fudjten* 

Ueber bie Sebendtjerl^ältniffe Sarloirt ift un« ni^it eben tne^r 
befannt, aW tt>ad wir gelegentlich in feinem SBerfe felbji erfal^rcii 
3)arau6 erfe^en wir, baf er 36 Sa^re lang ©ecretair in 3)icn|len 
be« berühmten unb treffliti^en ^arfc^aUe 93ieiae))iae ßanb, beffen Sei^ 
trauen er genof unb ber il^n feibji ^eranlaßte^ fein t^atenreix^ee 2eto 
nac| gegebenen äJtaterialien gu bearbeiten* ©c^iüer, ber t>on biefer 
biograp^ifc^en SIrbeit eine (ängere Slnal^fe gegeben ^at, bemerft mit 
Stecht, baf 6ar(oir im SlQgemeinen einen etmad gu panegi^rifiifc^ai 
Zon ange^immt ^abe unb offenbar auf fflerl^errlid^ung feinet ^cftcn 
audgel^e, aber nid^t au» Schmeichelei, fonbern angetrieben oon k« 
^Regungen ber 3)anf barfeit gegen ben 9Rann, ber i^m oiele 



tl^attn emiefen unb if^n mit fdnent »erttoum seellfrt l^otte* Uebri^ 
gettd begann Sarlotr aud^ fdn SBetf erfl einige 3aire na(^ bent 
Xobt $ieine)>{ae'e* Sluferbem miffen n)it ^oon bem 2eben bed SStri^ 
faffetd nut no(^, baf er im Saläre 1569 auf %ixt\pxadit unb Se?^ 
n>enbung be^ aRarf<|aHd jum €ecretair be» jfinige ernannt würbe* 
^a^ 3a^r feinet S^^bed ifi une ebenfo unbefamtt; atö bad feinet 
©eburt. !D{e erfle Sludgabe feiner „Memoire» snr la yie da ma- 
r^chal de VieilleviDe" »urbe 1557 in fünf 2)uobejbÄnben wn 
^. ®riffet V)eranflaltet* 

9Bir ^ben f(^on bemerft, ba# bie !£)ar^eaung (Sarloir'6 koeniger 
nat\> ijl, aie bie aÄontluc'd; aber »ir burfen ni(f|t t>erf(^n)eiflen, ba# 
fein SBerf flc^ bur^) Sorrect^eit unb an man(|)en SteOen feibfi burc^ 
tint gewiffe 9inmut^ au^geic^net; bie bei ben gelehrten ^ißorifem 
be6 fec^ge^nten 3al|frl|funbert^ jur Seltenl^eit gel|f6rt* 

9lu(^ l^ier citiren mir lieber nac^ ber loon 93ud^on im Panth^oa 
litt^raire gelieferten Slu^gabe unb }n>ar na^ Sfic^em unb Sapitein* 

A. 

©rammatifc^e Semerfungen; 

1* 6ubflantit^a« ^iurolbilbung: faire planter les patdx, 
I^ 31 1 nWst-il qua des aulz, et des raves k rhespaignoley 
VI^ 33; ®enu6: duch^ aM Femininum: en la duohö d'Anjou 
I^ 4, ebenfo comt^: UI, 20; couple ald g^ininum: U s'en 
trouve enoore tme couple de semblables en tout mon royaume, 
LK, 48; popu^ce a(6 9Radeu(inum: qu'il n'y avoit qae ce po- 
pulace de Paris, VUI, 35; p^riode: nous eommes au vrai 
piSriode de toute perdition, IX, 31; Eigennamen: Charles le 
Grand, dit Cfaarlemagne, I, 43* Steigerung bc6 6ubfiantio« 
0>qU WtmÜüt): et d'une fort femme de bien, I, 29; la main 
d'iin fort homme de bien, I, 40; la fortune d'un si homme de 
bien, II, 15; ung tr^s-homme de bien, IV, 29; mais plus homme 
de bien, VI, 24 ; une fort fomme de bien et d'honneur, VI, 37, 

% S[bj[ecti)>um* @ut)erlattt)a: de profondisaime sfavoir, 

I, 45; Premier a(d Goraparotit) (t)gL ©onjunction) : k quoy eile 
m'a t-epondu qu'elle en avoit la promesse premier que moy, 

II, 6; Slu^Iaffung t)on plus: mais au reste Fang des beaux et 
agr^bles gentilshommes qu'on seeu regarder, III, 26. 



3, Sumetale: l'finpeieor Quirle« mqvibfn»f I» 16, 48, 
0btt M^ Charles le quisit, I, 145; Sf^^img )^on et: qu estoit 
de vingt et dnq pi^cee, IH» 21; vmgt et quatre heures, IV, 14; 
iriDgt unb oent mit ^luraldgri^^c» : six-vingts, -dix, VI, 8; 
Pan mil cbq centa sabcante, YlII, 7; onze opoflro^l^ft: en 
l'unziöfime chapitre de ee livre» III, 13; neufieme; au diz- 
neufitene diapitre, I, 23. 

L $frfitt({d|>e« Pronomen. CteOimg itt DH^ti^tom 
men: qui le yous rembarrent de teile fa^oo, yj> 2$. 

b* 3>eini>ii{lratt»iini: ieelay eo^erwr, V, 2; ieevilx trois 
eapitaiiiefl) VIL 2. 

6* Seim 9telatt)>isiii ce att6gela(frn: et usa d'aultres pa- 
rollea, qui n'est pas besoin de redire, IV, 17; qui fiit cause 
que tou8 868 soldata se desbandoient, YU 25; iateinif^ @tbxanäi 
bf6 9ir(atit)um6: pour k hquelle respomdre, IV, 22; aufaOenbc 
üßS^xucH^n: en fort brave equippaige; desquels tous enaemble 
il fut conduit en son lo^s, X, 5« 

?♦ Unbejiimmtcd ^ronomcm ©teUung »on mfeme: eher- 
chants les anges et la mesme dato, lU, 7 ; il sembloit que h 
mesme terre deust fondre et se transmuer en eau, III, 22; oe 
qu'ils eatimerent plos que le meame argent, IX, 48; ch^cun: 
appreudre des nouTelles et veoir les criminelles exiecutioiUy 
chacun k leur tour, UI, 14; SteUimg tott quelconque: nj de 
queloonque promesse, VIII, 5. 

8* 83erba* fuire, ^artidpinm taj: s'en estrient fuyes i 
Melun, VIU, 31 ; faire ffir rendre: pour les fiiire saiger, IX, 33; 
Touloir, veuil: la beautä de laquelle je ne veiul poetiquement 
oelebrer, III, 7; envoyer: et envoyera, V, 25; VI, 22; ac- 
coutumer mit avoir: qui n'oat pas acooutum^ de suffrir, VI« 19. 

9« ^ih'Otihitn: auounement: pour aacuneaieot le re- 
compenser, I, 32; gueres; et ne tat gueres saus rendre l'es- 
prit, I, 47; piifa: car il s'en fiist pi^ saezy, II, 11; psr 
ainsi: par ainsi, monsieur, remettez la partye ä jeudy, V, 23; 
premier; que premier il n'eust eu son advis et un bon con- 
seil, V, 27; du tout: qu'il se porte trfes bien ei du tout hon 
de daagier, V, 29; & Tapr^s: k Tapr^s, les monstree Aireat 
fidotes, V, 32; tout en tout: fust qixaai du tout ea tout 
tary, VIII, 1; se remettant, de tout en tout, sur la parfaicte 



fiance^ VII, 6; en apris: en apiis, il lui demsnda, VU, 21; 
prou: estimant eetre prou fort avec ce, »IX, 4; d'entröe de 
jeu: et d'entrfe de jeu, il prit, k la barbe du marquis, I, 40; 
de teile 8orte, que d'entr^ de jeu, il leur pr^enta la que8tio% 
VI, 19. 

10« $tdpoftttonen: sous: et n'a pas sa pareille eous 
rnnivers, I, 2; avec: avec aussi Tavantage qu'ils avoient, I, 
37; par: cela s^voit-il par de sea parents et amis, III, 2; 
ayant 'oox Snftnittt): avant se lever et rompre rassembl^, VI, 
35; rez wn la nuser» rez-pied, rez-terre, VII, 15; devers: 
comme Ton voaloit marcheir dev«r8 Lnxembourg, VII, 16; sur: 
vüles qtd sont sur la ri viere, VIII, 7; joignant: d'une porte 
de la ville qui est derriere et joignant ladicte abbaye, IX, 13. 

11. (Soniuncttonen: tandis que: tandis qu'il a veca, 

I, 46; Premier que (t)g(« 9i^0' i^aais premier que s'y ache- 
miner, mons^ieur le connestable fist appeler le sieur da Thiers, 

II, 9; car il avoit quarante-deux ans premier que d'avoir gou- 
vemement, 11, 10; luy promettant, premier que Fan expirasty 

III, 10; meurissez bien ceste consideration en vous mesme 
premier que de condure le reffiia, IV, 9; mar6 premier que 
de 8*y acheminer, IV, 21; car: ils s'en retoumerenf trfes-con- 
tent, car avec riches presents, X, 21. 

12» ©onfi bemetfcnömcrt^e Sonfiructioncn: pour k quo! par- 
venir ils s'esvertuent, I, 2 ; et ayant fait ces pröparatifs , mis 
ordre k son equipage, et s'estre muny abcmdaiument de finanCjBB; 
I, 2; se souvenants de la prise du roy, I, 3; et en atteadant, 
tous et toutes d}8iiei*ent avecques luy, II, 13; c'est chose que 
nous ne vouldrions pour mourrir permettre, IV, 22; inexorable 
aux contrevenants ä.ses commandements, VUI, 11; aussi de 
TavoiT; £^at sortir de FiOEbtainehleau en si terriblö et non accou- 
tum^e de UhA temps diUgence, IX, 85. 

3(offarittt9* ; 

A. ■ . • '" 

abander;(se) (togt. s'abandir 6ci ßocitiefort) : et.apri§s infinis Sa- 
luts, reverances et embrassements ils s'abanderent toüs ensemble, IT, 7. 
abbatis, »erattct für destruction: qui firent un grand abbatis, 
VI, 15. 

9lr(^io f. n. eptaä)m. XViL il 



abbreT^r (abreoTer), f^iidu^: ks leCtres d» IL de YieiBeTiUe 
OHitenoieDt qoe k ooor estoit abbrevee de son maiiage avee le marquis 
de Salace (^. ^., taf man überad bavon f^tr^e), I, 26. 

abloqaer: mais senlement voas aabloqae en gros que oes trois 
aoldata j ont bonne nitelligeiioe, I, 87. 

abordade: de prime abordade, III, 14; de premiere abordade, 
Vni, 12, 

abraser, daneben abbraser (tri Sttbmi atufe araser) t= demoHr: 
qoi devoient surprendre oeste ville et Tabraser, YI^ 26; qaand je de- 
YToisabrazer tonte la ville, YUIy 12; ponr abbrazer la ville, VI, 36; 
avOi ba# @ttb{lantiv 

abrazement: nog abnicetDent de feo, VIII, 12. 

acertiorer (oertioreoi fiioere): afiii anari d'eatare asertioree de 
aa maladie, VI, 50; de qnoj monsieiir le marsschai fot acertiore par 
ses gens secrets, IX, 7. 

acbeminement: et nsa de teile diligence ponr racfaeminement 
des vivres, IV, 16. 

aoquester (aftfr*tt)dflfi^ aeqnaiateir, aoqoesir, aoqneter, acqnetir, 
Boqnefort): defflüre defl^se de j^ns aoqiMeter, III, 20. 

affliger: se vojant ainsi a£flig6 sur afOiction, IV, 26. 

affrontement für effrontement: qa'elle demande affront^ment, 
IX, 16; l^gT. ba0 altfranj. afronter, afi&ontenr für efi&onte. 

agenoillement: et qaant aux testes ones et agenoülements, 
n, 2; unb ta^ aCtfrang. s'agenoiller (Roquiffort): mais üs tte s'age- 
noillent miUement^ II, 2. 

alea alt für aloi (vgl. M Roquefort unter frano-alea): qui est de 
nature et oondition libre et de franc alen, II, 7. 

al gar ade, no^ fam. : une fort belle et tres plaisante algarade, V, 3. 

allichement: mais, par fimpoftmiit^ et allichement de dem 
gr&ndes promesses^ III, 1. 

alte (O0l. Moaüuc): et foot alte, m, 21. 

ambrassade (embrassade) : et apr^ toutes earesses, ambrasn- 
des et bonnes oberes, III, 6 ; vg(. ambrassee bei Roquefort. 

ambuscade (embuscade): afin qu'il ayt loisir de dresser pieges 
et trappnces, autrement ses ämbtiscades, V, 11. 

amendement: si bien que Ton eogtieas% etf moins" cfo hoict jonrs 
qu'il sejouma avec eux Fameadeiiieiit de l?c&fant„ MH, i7« 

angoisseux, ^txoMtX : mais .la plus angoisseuse, VIII, 82 ; une 
tres angoisseuse perplexit^, IX, 51; en ceste angoisseuse perplexite, 
VII, 4; vgl. jusqnes aux parHes dhm& tnort tres angoisease, Mon- 
taigne, I, 20. 

animeux, veraltet: madame la regente, qoi estoit fort animeose 
advorsairoy I, 15. 

ani.meusement (animose): mais animeusement bände, VI, 16; 
in ben Sänften bet l&tßue fe^ir ^auffg. 



apostvr (pffi. Mofttltte, feivjl «u^ appostor) : pitf ks dnsdits apos- 
tee, IX, 7. 

»pparant (von appluraitre): r^orttit paNdl nombra poor lü;^ 
et les ploa af^wrants d« sa tronppe, V, 6. 

apparenter (parant) v. a«: j'aurois 2k oa oottif^le,' dit-ü, b^Miooup 
de parens, si tous les eofana de oeux qui ont espouaö des princesse^ 
du aasg me Tonkneont apparenter, 11^ 8; = fuf ritten StmaaHm f^aU 
ttn, ä^enoantten nennen. 

apprantif («gl« appreirtif M MonÜiic): n'estant pofinct Itppran- 
tif ä ce mestiev^ VII, 10. 

apparement (apwreiamil n«4^ {e^t im^^antel): aa tni(jebt6 depnta 
pouT oommissaires de rappurement deedicteB debtes, III, 9. • 

argoulet {att auiftttgcmU) =: arqnebusier k cho^al: ü y avoit 
cinqnante harquebusiere a oheval, qui servoient a !Mr^ leg d^^s^UVei^ 
tes et escannoaches 9a et lä lee appeloit-on argontots^ TII, 17; 

arrasaer: lesqoels potnr le gain de oe trafBqae se fibnt ^ toute 
aaciennet^ arraaes et mariöa, X, S. 

arriguet: et «voient pm les amguett), YII, 7. 

as, ®pTd^«rl: qui fut cause qn'il demeura Sür Yb»a)re hA sus- 
pens, et oomme Ton dit, entre dexa et as, II, 8« 

asprement (Aprsment): le oonnetable se eonrrou^ aSßfbment 
deyant le roy, IV, 24; im ^(tfran). aspre ganj ge»öWÄ(^. 

assaroir: assavoir de ne battre tambour, VII, IS. 

assiatte=r ^|en: sa tr^s-b^e assiette k cfaevü^ I, 46; 

as8c>n|)ir (adBOpire)s qui im pouyoit assonvir de contentemebt, 
III, 7;M Roquefort: = achever, contenter, conclure, acoomplir. 

ast: totites sortes d'ast, X, II. 

ath eiste = ath^: ayeo un tel ath^iste, VU, 11. 

attrampanoa (atlrempanoe) : leroy qui eonnaissoit assez avoir 
pluatost suivj le feu de sa jennesse que rattrampanee de son conseil, 
I, 48. 

attrayer: ayant jamais faict servioe qui tous y ait deu attraye^^ 
VI, 87. 

ayerment = area d'une teimre^ Boqtieifort: Turgente oeeai^io^ 
qui le meme pour le trds-exprds servioe du roy e« d^ ?abttli de iM 
finanees et de raverqieiK d^iceiks depitis doui^ AM, Ij 8^. 

avitaillement: parce qu'elle fut fonnee sur Fsrvitiüllet&<^t dti 
C^avff^B, I, 42. 

ayne: qui estoit nn peu bless^ en Tayue, III, 21. 

B. 

bacba: il estoit aeoompagne de deuz bachae, I, 89. 
baoule (9g(. baoonler, baculer hd Roquefort): de tous ienir 
pres des herses, trappes et bacnles, V, 12. 

bagues, in Oem VfMflettn 9iirm («»#n bagne: bagagd), t^et nur in 

11 • 



bei Oleben^ait sortir vie et baguea saQvee npi) »ottommt; seffete, har- 
des: ils se sauverent dedans Bouloigne en diligenoe aveoques leun 
bagaigeSf bagae8,/femmes et enfans, III, 21 ; Dgl. il est bien vray qae 
Celle qui est eschappee bagaes sauvea d'un escholage, Montaigne, III, ö. 
baisseaul (vaissean?): les grands navirea et aütrea baisaeaiils, 

I, 31, 

balizer (baliser, ))g(* aUfroit). baliseir, Boqttoibrt): et faictbali- 
zer la riviere en quatre endroicts, VII, 7. 

barbacane (mUteUatfin. barbacan»), Mä): et tizer har(|oebiisa- 
des aus fenestres, auxqaelles n'y avoit une seule barbacane, Y, 6. 

barbarem ent, no(^: Ton ne usoit qiie de la Beule langae la- 
tine, encore fort barbarement, I, 46. 

barisei, ^ier koo^( für barigel = capitaine de aergens d'archers: 
ayant envoye le barisei ayec tous ses sbirres, VII, 1. 

bas: car il eatoit basse heure, V, lö, 

bastide, in ®ü^franfrci(^ = £anb^aud (Dgf. Roquefort), (^el FrcHs- 
sart für fort, bavon bastiUe): car ils n'avoient point de terres ny de 
seignenries, mettairies, dozeries, borderies, casaines ny basddes, II, 17. 

bay? ainsi monsieur le mareachal fast bay fort Icmg espaoe de 
temps dedans le pays, IX, SO. 

baye (Dgt. Montluc): disant qoe c'estoit une baye, I, 18; c'est 
une baye, X, 10. 

bestial, ungebräu^fti^fer @ingit(.% tirer meublea ny bestiai (ab« 
au^ meubles ny bestiaux) , IV, 22 ; de venir enlever le bestial de la 
Tille, VI, 14; Dgt* 4 leur retour ilsiev^nt es prairies graiid bestial, 
Froissart. 

bienveigner (ugl. Fail): vindrent bien-yeigner celluy, IX, 19; 
pour le bien-yeigner, V, 1. 

' bigotise, gan^ veraltet : soules bigotise et faincte devotion, V, 26. 

billonneux (billonneux Don biUonneur, mie aittre auf eur ge- 
WM, Dgt. Pasquier) : la plus-part faulx-monnoyeurs, Souffleurs d'alque- 
myl et billonneux, VI, 34. 

bisoigne, für reime (au^f bei Roquefort): n'eust-il pour tontes 
troupes que des bisoignes fiolantes et pionniers, I, 25; et qa'il n'eust 
pour rien endure ung bisoigne occuper la place d'ung homme de bien, 

II, 17; car il ne demeure rien ici que des bisoignes et ä aix ürancs 
de paye, VI, 45. 

blanderesse, veraltet: par ses blanderesses et flatteosea persua- 
sions, Vm, 16. 

bolingne: car ils n'y sont pas si propres ny exerees comme a 
la boÜDgne, II, 4. 

borderie, no(^ iej^t = $a(^tH in gtmtfin $ri>DiBgen (og(. boide 
iti Fail): car il n'avoient point de terres ny de seigneuries, mettairies, 
dozeries, borderies, cassines ny bastides, II, 17. 

bourque, f)>rü(||Q).: mais ils ne ae montrerent en ceste negoda- 



tion si mal entendiiB amc rases et pratiques de gnefre, qn'ils vindrent 
de botirques toaidy trouva monsieur le oonnestable dodaas ses trän- 
chees, III, 21. 

boulanger: principalement de farhies et de pain desja boalan- 
ges, ni, 20. 

bonlevert = bonlevard: denx bonleverts, II, 13. 

boarrier=rfem(jrd8, ni^i mt^X: ceux qni gesentoient le0 moin- 
dres bonrriers, X, 8. 

brassart (von bras): cuyssot, brassarts et Parmet en teste, 
VII, 13. 

brarade, no^: ponr avoir reranobe de ceste bravade, VUI, 36. 

bravasche, a(d ?(bj. ganj vtxalitt (a(« ©ubjl. aflenfatt« nod^ = 
fanfaron) : une reponse fort bravasche, X, 10. 

brarerie, mtf^t )»ttaUtt (og(. bravet^'bei Roquefort): sa majeste 
est si ayse et contante de la braverie qne von« avez faite au dnc de 
Somerset, II, 8 ; v^U qni establit son disoonrs par braverie et oom- 
mandement, inontre qne la raison y est foible, Montluc, III, 11. 

bruire, je^t befecHv: en depit de laquelle toutesfois la jeanesse 
de la cour bmyoit de ce voyage et s'en rejoaissoit, IV, 10; il faict 
bruyre ses tamboars, VT, 1 6 ; ce feray brnyre mon partement, VI, 40. 

butiner: qni se revolteront poar botiner, VI, 22. 

baye (baie) = crudie, teraHet (Vj^f. Roquefort), de laquelle on 
puisoit le vin a buyes, crnches, barils et bouteilles, VI, 26. 

bycoqa6= bicoqae: ü se trouvoit souvent quelque bycoque 
prise, IX, 99. 

€. 

cabalesque = cabalistiqne: qui a merveilleasement profondy 
ceste cabaHsque science, IV, 3. 

calamite = S^agnetnaM, beraftet: ang chef d'arm^e ne doli 
Jamals mardier sans ane carte, non plus qa'un bon pilote ou patron 
de galere sans sa calamite, IV, 24. 

campanne (campane): fit mettre toutes les campannes et son- 
nettes des mulets dedans les ooffires, I, 7; fottß auif campanier = 
clocher. ^ 

carroux (t)g(. carous bei Fail): qui ne mist jamais le nez 
qu'en ang poisle pour boire carroux, IV, 14; faire carroux, c'est k 
dire boite d'auhant avec eax, IX, 24. 

easanier ()>0n casa), no(^ fontil« : estants pour la pluspart casa- 
niers, IX, 31. 

casmate = casemate: des moinaulx, casmates et ravelines, 

vn, 10. 

ca 8 Serie (je^t nur in ber Winerafogfe): la plus grande part 

s'estoit yenu rendre k monsieur le mareschal apres la casserie, .X, 4. 

castilleux, au^ im SHtfrait}* fät chatouüleox: car ü appointa 



plus de dix quereUes estre bc»TB8 et vaillftats'geiittithomiiies ei ca{»- 
tajnes, pcnir le pc^inct d'iM»iiHBup, qni estoirat aflsee castflieases, 

III, 18. 

castiller (t^gl. eatiller, catoiller im SHtfran}.) ' '^ i^® s'esment 
une seule querelle, fors de deux soldats qni an jen se eastillerent, VI, 2. 

c a 1 1 e Bß (cateKia) : qui son oompagnon serTit mis k la cattene, 1, 4. 

cavereau: dedans uog cavereau qne j'ai fait xnurer, III, 12. 

cay = quai: afin de dresser en diligence un spacieox caj, I, 31. 

cedule (ugt aii^ bad aUc oedulor), maltet: qnand img marchaDd 
apporteroit une cedule, V, 32. 

certifier (Dgl. aoertiorer, oevliorem faoere): il monta a dieval 
et vint trouyer au grand galop sa majeste laquelle ä certifia de tont 
ce qu'il avoit veu et entendu, IV, 23. 

oeufliYe: les h^midaiges, fiefii, denr^s de oenaves et tons les 
aatrea dmU seigneoriaux, IV, 31. 

chanoine: tous les ooiotes de l'^lise eathedrale de St. Jean 
de Lyon, que Ton appelle aux aultres eglises de Fittnee chanomes, 
X, 3. 

clieTaleureux, pn) t^eralttt (6ei Oudin, Dict. des trois langnes: 
cb^aleureux unb chevalearenaeaii^it) =: courageüx: car il n'estoit anl- 
cun besoing d'y en installer luig pl^s ehevaküreüx, II, 17. 

chicänesque, ixraltet: fist cesser eeste ohieanesqae entreprise, 

IV, 28. 

Chi m ade: et firent une ohinade ou aalye i mode de ohionne de 
galere, III, 9. 

circonvoisin: des pays circonvoisins, VT, 34. 

Clin er: car, du coste de la terre ferme, tout luy dinoit, I, 14; 
et affin qua tont le royaume luy clinast, 3 peij^la les cours de parle- 
ments . . de presidents, II, 5; qui pense que sous ombre de sa 
gra&dear elfaveur, tout iuy doiye cliiier, II, 6» 

eolloquer = flcHeti/ it^t ^l^ränft: cenx qni ont «Eerc6 les 
charges oü ils sont colloques, IV, 14. . 

oomite, n^ in Ut S^tavtne: le comte de PhilipiB fit venir le 
Iteutenant de ladite galere, nomme Napolion GotBe de nätion, les com- 
mites mariniers et soldats, I, 8; le patron et tous les comites de la- 
dite galere, I, 10. 

comminatdire, noi) ita ^ttri^fd^en: la tettre coiHminatoire de 
sa majeste, VII, 7 ; ceste commynatoire creanoe, X, 21. 

commitoiro: pour la tres-gruide et comaiitoire instanoe, > IX, 43. 

compaignonner: je m'en retoume en mon quartier oom- 
paignanner et sires avec mes deox oents gentibtommes, IV, 18; non 
pour compaignonner, mais pour suyvre et obeyr k ses commendements, 

IX, 27. '.'..:. 

comparois, fnt oomparahi», nod^ imSuH^fdm: et ea laqnefle 
il n'a ose se tiouver ny comparoir,^VI, 34. 



competiteur, neif : oes deux oompetitears et corrivaulx, VI, 87. 

concnbinairement: a cause des femmes qne Ton detenoit 
concubinairaneiit pftr fofce, VI, 6. 

condigne: si je ne toqs faisois une rteompense condigne i^ 
▼oAtre neriie, VIT, 21; eondignes d'une teile souvenance, IX, 26. 

coBferanee (oonfirence), ito^f im SurifHf^ca fut SBcrgUtc^ : maia 
si voas faisiez en vostre esprit nne conferanoe de la yalenr, de Tenteo^ 
demeni et des preaves de Tun et de l'autre, I, 47. 

conquester, J^ttaUtt für oonqnerir: pour conquester la flan- 
dres, IX, 39. 

consanguinite, niN^: en qaelqne degre de eonsangiiiiiite, 

vni, 4. 

contat für oomte: en Avignon nj en tont le contat, X, 14. 

eontemptlble, maltet für m^prisable: de rendre ma diarge 
tres-odieuse et oontemptible, X, 1. 

coBtraste, aU ffir ^ySTerend, dispate: sans ancan contraste ni 
apparenoe de refTos, lY, 19; de tous les ineidents, oontraates et trau« 
bles, X, 25. 

cop f&rooup: cependant parea ee oop de vostre roj, I, 19; blesse 
de G8 eop de lanee angSsdie« II, 14 ; qui estoit son premier oop d'essay, 
in, 19. 

oordeiier, S^rti^. : mais on ne se pouT<Ht garder de ijre de 
oeste Sorte de oonfession, qui tomba en proverbe a la eour; ear, quaad 
on YCfoki pttgBs on laqnaia a'entregoui'mer, on diaoit qu'ils se oonfes- 
soient oomme les cordeliers de Metz, VI, 36. 

eorrival: ob» deux oompetiteurs et oorrivaulx, VI, 37. 

corroborer, no4i: oe qui corrobora bien oeste opinion, VII, 5« 

conardise (aUftan^f, autd couardie unb ooardise): qui leur 
&it impute ä grande laschete et oouardise, lY, 28. 

eonlourer: ponr mieux coolourer Tostre dire, Y, 12. 

courra: de leur oourre sus, I, 42; pour nous courre sus, YI, 17« 

cousteau fir coteau: et oampions le long des oouAteaux et col- 
lines, lY, 25. 

coj, Scmte* wyt Qdf/i. Pasqnier) elke se turent tontes coyes, 
Vn, 28. 

creance: et qa*il venoit de la part du roy leur dire quelque 
creance, lY, 20; la trompette respond qu'il luy va porter oeste cr^ancd» 

vn, 13. 

creon (craTon? gri^ntmg): et pourmetire la demiere main k oe 
tres «cBDellent creon, III, 7. 

cretine, uxaütt = alluvion (Sdtfrau). crestine, cresture l90ft «re* 
fieeee): par Üb r5Ti^es et orelinos d'eanx, I, 31* 

crevecuenr: ä son tres grand regret, voire creveeueur, IX, 47» 

CAeiUir: ü se cueult toua les ans eiiTiroa deux eents queues 
de yin blanc et dairet trda-exoellent, II, 10, 



tos ehiHeit ito bie fnmjdf. ei^til^ntt m fcilic^tm Ski^i^iii^nt«. 



dace (Dgf» Pasquier) : seroient exempts aperpetaite de tonsdaees 
et tribata, I, dl; et imposoit-on deterribles daoes et snbsideSy VI, 28. 

dam er et, au^ mdf, bo^l me^r Derattet (für coqaeteffemme): qm 
faisoient plus grande profession de oourtisan et dameret ä sc caxieuse- 
ment vestir, II, 12. 

dea (t^gf. Fail): oui dea (je^t oui-da), monsieiir, r^pandit-il, 
V,7. 

debonnairete, faß pii) t»era(tet: qn'il ne rons fermera les 
portes de sa debonnairete acoouatum^, IV, 2. 

declinaison für declin: prindpalement quand il vient ä la de- 
dinaison de sa vie, I, 25. 

decrampoiQiier, im anberit Sinne a(0 ie^: les mariniers se 
decramponnent de la Begente, I, 10. 

deffroneer (defroncer), antcrft a(^ itj^t: il en osa oomme le boii 
kbooreur qui trouvant son champ remply de landes, genests, ronoes 
et fougeres, deffronce tout cela, Ü, 18. ^ 

deinonrant = demeurant: trds-hardy au demoorant, VI, 17. 

departie (bg(. despartie Ui Montluc): de croire que oette de- 
partie n'est que de corps seulement, I, 27. 

depestrer (d^petrer) : en son offire qu'il n'amt advaacö que pour 
8e depestrer de eeste traditoire sucoession, II, 15. 

deplaisant, an^erd M ic^t: de quoy il fnt fort deplaisBiit, 

ra, 8. 

des an er er, f{gnT(i$: car sans doubte Pamiralle deBryon Tavoit 
desancre du coeur et de l'amitie du feu roy, II, 9. 

desassembler, ie^t bef^röntter: qui n^estoieut poinct desas- 
sembles, IX, 51. 

descelement (d^c^lement), nur menig ie^: et que x^ur le des- 
celemeDt du cavereau il n'estoit pas des plus fins, III, 12. 

deseeu: car tont oe fait se mania au desoeu du roy, I, 82; au 
desceu de tout le monde, IV, 31. 

deseeu, ten decevoir : en quoy il ne fut aocunement desoeu» X ^ 9. 

deselairer (declarer): et les forts et faibles endroits de la place 
y estoient fort amplement desdaires, VII, 6; auif dedairer: sans lui 
dedürer Toccasion, YII| 6. 

descueur (ettta.decoeur) = degoüt, f(6ott Ui Oudin jweifef^fl: 
car il ävoit trö{> a descueur tous perturbateurs, YIII, 14. 

desmenterie (von dementir): qu'il alloit vomir ses desmento* 
ri^B aillenrs, IX, 12. 

desmerite (demente no^): qu'il devroit perdre pour sea dea- 
merites, 11, 13. 

desmeu (demonvoir nutttoi^ im Suri^fc^en) : Foceasion quavoit 
desmeu leur capitaine de son service, III, 20. 



despeadre: lesqüelleB eossoit despendti tons lean mojenB, 
rX, 20. 

despitensement (d^pitensemmt) r= avec d^pit: tl £uit bien 
dire qu'il fust despiteiuement presse en son ame, I, 44. 

despoailler (t^L Montluo): qm n'avoit jamais abaiidoiui6 son 
lict saus se deepooiller, VII^ 28. 

destorce (vgU detordre^: a caoae de la longuear et graade 
destoroe des chemins, VIII, 20. 

de8trie = detroit: sinon qn'ils sedisent desenvirons du destrie 
de Gübadiar, Y, 21. 

destroict: a canee des destroicts et passaiges mal aocewfbles, 
IV, 24; et lear &ire passer les monts, la mer et aultres dangereaz 
destroicts, VI, 84. 

diablesque: pur quelle diablesqae subtilitd {aitt ffüif \oot^n 
arti£ce diaboliqne), YI, 47. 

diane (vgl. Fafl): d^ la diane, IX, 28. 

dietum, lim no^ im 3nri9ifi|en: qnand le greffier. 

dilayer: ne pourant plus dilayer, I, 40. 

dispenser 0>(|L Pasquier): sa majest^ se dispensa de passer 
les limites devingt lieues ä la ronde de Paris, IX, 35. 

do banne (douane): car les daces, gabelles, troiotes, dohannes, 
subsides, I, 45. 

domestiquement, a1Ienfe06 no^ : qni estoit dcnnestiquement 
ä son serriee, I, 88. 

donaison (don, donation): la donaison demeura en sa force, 
oomme faite entre vivants, I, 82 ; pour le faire plier a ceite donnaison, 
I, 33 ; ponr une seerete donnaison, Till, 32. 

dorveiller (dormir uab veiller): snr quoy il fitntastiqaa tant 
de cboses qae toute la nuit il ne feist qne dorreiUer, TV, 4. 

denloir: avoit une juste ocoasion de se donloir, I, 32; qu'il 
avoit JQste oocasion de se douloir, UI, 20; et adjousta que sa miijeste 
n'avoit de quoy se douloir, IV^ 22. 

doyann^ = doymn^: quiote le sejour d'Aagiers et resigna son 
doyanne et d'aultres benefioes ä son jeune nepveu de Kourry^ III, 26'. 

dragonner, nur (dtf 9ttflf%. aanifafl« no^: oe qui me dragonne 
l'esx»rit, I, 38. 

dru, f))ru^tt)«: et enabbattent dru oomme desmousohes, VI, 25« 

dy aprer (aiid^ diaprer): en son palais episoopal, que je trouvai 
si djapre, Inisant et enrichy de peintures, VI, 34; n'espargne aulcime 
despenoe.pöuF deoorer et diaprer sa maison et ses eouches, II, 12. 

diapfeure (diaprure), gmq Ijeroftet : pour toutes aultres dyapreu- 
res dont les dames se S9avent embellir, VI, 89. 

61aboiir^, ato abjecH»ifd^ ^ortidp; w^ fam.: tous ^bour^ 
de tr^-exoeUents et tr^ ingenieuz artifices, III, 20. , 



emfUmbers le oommMH» «rrirB au Loayro toat enifl«nible, 
IX, 83. 

Emotion ts Qw^tfptM: pcmr apaiier qiMl<|ne 4meikm entre la 
noblesse et le peopk, II, 1« 

encbarger: les enehargeant de b'j pourmener, VT, 14« 

enfieller: de pavur d'enfieUer eeste tre9*doaOB BcitiyttQe de la 
siorl d'oB ei ezeeUenl penonnaige, YIII, 40. 

enfourner: s'adTanoe par une d^nninfe reeolntba de s'y ea* 
fotmer, VI» 95. 

enganner, stattet für sednire u. f. n>. : da s'estre ainn kisee 
iafttner et enganner de ton oppinion, VU» 14. 

engeoller (enj^ler ttod|^ fan.): il eetoit encore plus trahiaüe, 
repondmonsieor lemareschal, de vous engeoller de oestepromesee, II, 11. 

engonlfre? tinb engoulpkrer'(e^eiigoiiffinQr):, en ocnnbien de 
perils et dangiers nous allons engoulfrer, lY, 24 ; Toiey tonte la flotte 
arriv^ qui s'engoulphe dane le boie, VI, 25, 

enmanteler: pour mieubc convrir eon deeaeing et emnanteler 
son entreprisO) VI, 45. 

enqnerir: et le laisaer paeaer sane e'enquertr nidkment de Inj, 

V, 10. . 

eüBemencer, ft(||ä((«: oa brave etai^wibeToyaige^ enaeaienoe de 
tant de prinoes, IV, 28. 

enth^riner (enterioer), ie^t attt Ittri^fi^: snr qney ea majeete 
repliqoa qn'il enth^rinoit et confirmoit tont presentemeut des pfomeeaea, 

VI, 88. 

entre-advertir: ponr s*entre*adTertir, VI, 85* 

entre- appeler (se): a^entre-appekoent bei oacle, I, 84. 

entre-confesaer: qn'ila a'entre-eonfeaaeni, VI, 85. 

entredirä =3 intredire! maia eile endemenm oomme entre^ote 
aana ayanoer aulcune repliqne, IV, 15/ le reate dea eapitainnea . . . 
demeurermt toua entredieta, VI, 8; aUt au^ cigetttti^: il prit conge 
de luy a'entre-diaanta adieu, V, 5. 

entrefaire: an maniement deaqiiellea ctergea äa a'entrefaiaoient 
müle bona o£ficea, IX, 88. 

entrefeatoyer: et a^entrefeatoyoit^n, IX, 9. * 

entregent: et anivoit par aon entregent, lea tablea des priseM 
et aeigneura de la oour, IV, 8. 

entregnerroyer (ae); veu que leiira maiatrea a'eBtregQenoieDt 
k tonte oultrance, VT, 18. 

entreharqnebuaer (ae): de a'entreharqneboaer, VII, 10« 

entrepardonner (ae): en s'entrepardoBnant leaeonraeB, X, 6. 

entrepromettre: (ae): et a'entFepvomirent la fuf^ VUI, 16. 

entresaluer: ponr a'entreaalier et careaser, V, 24. 

antreten ement = entretiea: et aurtont de l'eatmtiQoaaBt de 
la paix, IX,^85. 



«ntrdtirer: Farlülerie de eilttiqiie oo0fe6 qoi i'enlNtiraiMit in- 
eesfaaiineDt, Y, 6, 

entretvert k ifentretner, X, 1. 

entreWaitart da g'tatre-vinter par ane amyible eongntaktioii, 
VIII, 17; oa s'ciitrevifliteni, IX, 49. 

epoovftiitail, bft0 Sprä^lvfftf id^e : et lervireat poor le noina 
tant que la joam^ dura, d'epouTaatafl de dieBeyiena, I, 41. 

esbahissementC^bahiaaement), nur no^ fom« : avec miesMiia- 
sement tres-grand de toate la coar du peuple». Uf , 9. 

esbattre: taadisque le roya^tbatoh par son royanme, IX, 86. 

eabonrrer (^oamr): et lea eakrarra ai bien, IX, 19. 

eaoalade: qai ae pieaentoont k l^scakda da eotte da pont« 
VI, 22. 

esearpe no4 in ter Vf^trftvr: joaqaea anx fera d'or anr ka es- 
caxpes de velonni, Y, 32. 

eachale ()^U esehaller sc monier a FedieUe (ei Boquefbrt): ila 
oat avee eoix douaa chasrattea d'eacbalea, YI, 28. 

escharsetnent (echaroement bei Boqurfort = a?ec ^Mi>rgBe)is 
mais le vin du pröaeDt de Spire noua eatoit fort esoharaamant diatribne 
par lea eompaigiiies, lY, 25. 

eschevinaige =: ®(65^pendtMt : anasi qa'ib avoient fbrt mal 
entendu le traict de reaebevinaige, YI, 7 ; i cause de FescbeTinaige 
dont OD Ta prive, YI, 22. 

eaeroaelles (ÄeroueUba, Sfro^^ftt) no(|: de laqneUe Benfraine 
ils prennent leur vertu de toucber et querir des eaerooeüea, HI, 4. 

esguillon = aigmllon: fourmaiges de Milan, oervelata et autrea 
esguillOTS a vin, YIII, 18. 

ealargir (etegir): Toyant que i'annöe a'efldargiaBCMt bien avant 
dans le comt6 d'Oye, UI^ 20. 

e spare: k la faienr de la laue qui noua eaelairoit en äel htt 
espare, YI, 25. • 

eaparaer: qui avoit-de grandea fereea eaparseea par lea TÜlea 
de son gonyemement, YI, 1. 

espaTa]ite(6pomrante>: oar depuis que Fespayante sataetenun 
royaume, I, 18; togL apayante. 

espayanter (se) = a'^uvanter: qu'il n'y aroit que oa popu- 
lace de Paris, qui s'ei^yante inoontinent, Ym, 85. 

esplanad^, vmfßMv^Wäfit ^artiei)^: une plaine rase et ei^ila« 
nad^, Yn, 9; oar lea trancheea estoieat toutes. esplanad^ YII, 16. 

eapotivaatemeni (^uTantement) , ttngebfäa^Hd^: par Teapoo^ 
vantement, "^I, 18v 

eatttB^on (etaa9Qn, estanee): a eause deadita eatan^ona, n, 16. 

estan^onner: d'estan^onner la grosse tour dudit chasteau, 11, 1 6; 

estomaoh: de ie (rerdra) veoir perdro aanlement uae faeure sur 
voatre e8toniM^Y,14^atac]^aavmeftd'Aii«ra€b&e«vie«pa^tcHBaeb, YI^ S4i 



est omi^e quer (estomaqner) no^: de qnoy plnsienrs bien graods, 
se trouvant audessoubs, a'estomacquerent bien fort, VI, S9; car leroy 
s'estomaoquoit bien fort de oe qullsavoient eti la hardiesse, VIZI/12. 

estonner (Stornier, ))g(; Pasquier) : si bien que oe bmict les es- 
tonna de teile sorte, V, 6. 

estonnement (elonnenieiit): dnrant leqnel innmlte et estonne- 
ment les forces susdites devoient Tenir, VI, 23. 

estrader, ungebr&uAfiAe« ^ttfmm: qni ftit exüvder avecqaes 
deax Cents saladea bien pr^s de Calais, 11^ 13. 

estrange (etrange) für ^tranger: pour avoir tonjonrs oai dire 
qn'il n*j a ehose en ce monde qni plus arreste toutes personnes en 
pais estrange que Tamotir, I, 26; abtt auf esirangier: que toates les 
troupes estrangieres estoient joinctes en Tarm^, III, 20. 

estrieax r= etiiers: qnicter les estrienx, VII, 27; tont le har- 
nois complet de velonrs ... et estrieux dorea, III, 29. 

estrif (etiif, Mtattet): saus anlcon estrif ou difficolte, V, 8. 

estriviere; le roy Inj röulnt faire domier les estrivi^res gq le 
fönet k la cnisine, Ul^ 20. 

expngnation (expngnateur, ezpngner ^ütnfMtneü), gang 1>fra(' 
ttt: Sjmay, Trelon etGIajon, en rezpng&atiöh desquels nous pei^ 
dismes beaucöup d'hommes, IV, 32. 

ezqnisition: oultre la.peine qa'ils ayoient prise an reoon- 
vrement de telles exquisitions, III, 30. 

extoller, Deraf tei: ila devoient grattifier nj «xtoUer monsieur 
le mareschal, X, 14.- 

F. 

facetien sement, ito$: avec ce langmge tonlefois faeetiniseinent 
et comme par raillerie, II, 16. 

facherie, )mciiti: sc» ayse cfaangea en nne facherie inexpri- 
mable, V 13; Softaire gekaufte ba9 SBort ü^rtgend no(^. 

^ f a m a i 1 (ferome) : et ramena oe funäil sonbs la banderoUe blanche, 
IV, 25 ; tont ce famail, V, 2. 

fanfare, M ^tmlit. (D^T. Pasqnier): ayec telles fmfares, V, 32, 
toä^renb es fonfl im 16* Sa^r^unbert meijl d« aßadcultnum. 

fantastiqner, cr^ a(6 9teo(og{«m* xoMtt t^etftt^tr une aoltre 
entreprise qu'il venoit tont preaentement de fantastiqner, V, 12; ngL 
niaiser et fantastiquer, comme je fais, doit ^tre douter, Montaigne, llL, 2. 

fanterie für infanterie: et a tonte la fanterie en general, IH, 9; 
aooompaig^e d'nne grosse tronpe de caTalerie et fiin terie , lU, 10; 
tant de gendarmerie, cavalerie ligiere, que de fantefie, Vll, 6. 

fäulconnean, mi): trds faakonneaolx et qnatrs arqaeboses, 

vin, 7. 

f^able, ntitn feal unb fiable; comme parents :et feabks amys, 
IX) 15 ; de «es plus feanx conseiUere, IV, 5^ unbgens fiables, VIII, 1 1. 



feslaige: poor randraoe.feBtaig» agreable a toiu, VI, 7. 

festoyer: durant lesqneb ü fut fort magnifiquement festoj^ 
dea prinoes €l inillorts, n, 2 ; il ie festoyerent, IV, 11 ; maiB tous de 
cheval se fostoyerent d'embrassades, V, 8. 

finablement: finabloment, im soklat des nostres, V, 5. 

fineir, DerolHt fitt finir: et oomment on en pouToit finer en teile 
abondance, III, 26. 

flamber, ie^.im anbcrn Sinne: attendu Ja tr^-dangereuse oom- 
bufition que pouyoit faire flamber eii iceUay ceste dirersit^ de religion, 
VIII, 16. 

f la te res «e für flatteaee: avec dee lonanges inBmes^ qoi n'estoient, 
a Tray dire, flatereeses ny a tort, III, 15. 

fleehade (von fleche): ils avoieilt fait passer par les flechades 
ung prestre, lU, 16. 

fleurir: en sa premiere et fleurissante spkndeor, IX, 81. 

fondri^re, al>ircti)»if(i^: paroe que ktplaine ia Dompdiamp estoit 
si fondiiere, V, 26« 

forban: puis chasses de la ville avec forban, VI, 86 ; aveo le 
forban ponr jamais de Ia province, X, 7. 

fornicatoire, gan) utalitt: ne voulant le pape approuver ce 
fomicatoire mariage, 11, 2. 

forvayer (fonrroyer): qae ]a paUIardise de fea sonpere le fit 
forvoyer en sa retigion, II, 2. 

foQgade: mais on dit que ks parens et amys da oapitiöne Mag- 
dalon et Michalt flrent cette fcmgade^ I, 89« 

foale: connne ndtnx oognoissant lesaffiiires, foules et necesait^s 
de Ia Oermanie, IV, 2. 

fourmage = fromage: des femmes cfaarg^ de fourmages, 
IV, 25; eeste oollation finie, en laqaelle jambon de Mayenoe, car 
c'en est le pftys, foünnaiges de MiSan . • . ne maaquerent poinct, 
Vm, 18* 

franchimant, ^tanjofe (Dgl. ®(^a!(obure, S^iomnt): mais 
ceux quine parknJb qne allema&d, ne se venlent laisser tromper par des 
Franchimants, IV, 17. 

franohise: tyci^ä tronvera toirjours firandiiae asseur^ ep son 
royaume, VIII, 82. 

frasquerie (t^gL frasque): car lesoloment il ne. les pent jamais 
Toir ny aimer depnis cette frasquerie deeourerte par Briandas, I, 47 ; 
auquel il flst une infinite de frasquerie et tradiments, VII, 26. 

frayer (attfion}* firayer = effleorer): sur son casqne qui ne flst 
que ^yer, IX, 28. 

friandement, im^iitM %^l). : oü ils farent aussi opulöment et 
friandement traictes pour six plats, III, 15. 

frisosner: dfanltiteit^qae le menton dei;||a luy fnsoiHioit, H, 17. 

fustereau (fustuarius) : pour desoottvrir si'l.ne passoit point de 



bateauiz * * . «ncom que oe ne f«0B«Dt qne fostoManfac on petkes ga- 
baffM, Vin^ 7. 

ftijard, ab)eftü>if(^: snr le debgem«nt üiytffd 4« prinoe d'Onm- 
ges, M. de Lautrec fit une faute^ I^ 7^ k» gakires- fdj^M^dea, I, 11. 

fuye (p%L M Boqmfott au^f fme) =s colottiikr: le toorrillon 
aTestoit perd^ ny flanquö en üeii qnakxmqiie at avint pkislost fa^on 
d'iine fuye que d'nne forteresse, VU, 12. 

.■"'".«•, /.. 

g abare (cabaras) t)g(« fastereau. 

gabionner: les pkie-fermes reyestaea et gabbienn^es, Vll, 16. 

gaillard: ayant bien considere la gaillfode aomptnositd, 111, 27. 

gaillardise: ^ par gaitiardiie luy fist lerer la main, III, 15. 

galopper: ils renvoyerent querir et tous deox le galopperent 
de teile fa9oti d'iffjuseS) IQ, 13« 

gardi nr3 Oailcti Q^U Roquefort) : lamuraiUe d'on gardio, VII, 10. 

gastadour (t)gl. Montläc): k y mettre enviroii deux eents ga- 
staäours, I, 31; les gastadonrs et pkninierS) IV, 26* 

gausser (t)g(« gosser f^ei FaiUaid}, tu» ne^ fom.: en se gaos- 
sanlv IX, 24. 

gayable (p^t Montluc): la riyiere est gayabla, VU, ^10; Vgf. 
M(|l gtia}^r: po«r ^ay^r d'fme rire k Fautro, YII, 7. 

gehenne: ils fufeut i'uoontineiit resseires en priioo et toimnen« 
t4s paar «aruotlds gehennes, ¥111^ 5. 

gehenner (gener): ear il üb toob la demaoide pas» dist-il, poor 
VOM gehetmer en finances, III, 5; pour eontnuxidre et gebeimer sa 
conscience, VIII, 20. 

genouillere, ixcäft sans brailier ny ehocqaer des genonilleres 
la bMriere^ VII, 24. 

gentih aind nqus perdsnnes ee geotil seigneur, VI, 39. 

geste (gesta), iingebTäu(^U(|f : oü il fit de braves gestea, I, 42; 
ses'braVes gestes, VIII^ 18. 

gluau, figurii^f ^^fmnifii po«r aervir de gluauxf k com: de Vsr- 
mee imperiale, V, 15. 

/gorrrer (Dim ibinafttteii gorpr =£t. robni, litr^) ss ^legamt: car 
nos plus mignons et gorriers courtisans ne sont ndeux aoDusMs sy 
plwp lestrasent ymBit&y Wß^ 27.^ 

;^otijar ffk gonjat: la pidspart des gongars, V;, 6. 

goulet (iJfif. göulot), WtaWeft: jusques an goulet de» rivieres de 
Gkrofine etOivende^ I^ 43; «toqtte goulet par laquelle on rentre ea 
ladite riviere, VIH, 24. 

gonrmarttds maöt II estoit tant impoüttm^ de plaaieiurs hat- 
dis demandeurs et gourmandi de glpire et de biMis, II, 10. 

grouflyeieT sz gromiaadier: entvd eoolt^Ui'il y en avoit trois qni 
f<»!diimt gt>eitti^ri II, 18« 



gnat^tre ctr gn^M: aTw an Tieü ohappMo toat jfwk, de- 
stainct et sans rabat^ Tieilles guaistrat et sabots, VI, 20. 

guerite^ ffri^tt». : ats aoldats, le vojant maet, gaignent la gae- 
rite et iherekent k ae sanlrer) X, 12. 

g«errier^ a^fefL: laissant le tont rar la guerriene experience, 
IX, 5 ; de toutes lee diligenoes gaertiers, IX, 6. 

gRiUedine.(geldiiig est nn mot anglais = cheval ^ngre, Bu- 
chon) : deox ceflts giilledines, ni, 29 ; il k qoictoit ponr qaatre goilltf- 
dines d'Angletetxe, HI, 23; et augmenta deux gniUedines Btir les 
quatre, in, 28. 



hareng, f^tu^W«: TOjrez si ee meeohaztt seyt desgcaeer le harang- 
sor, VI, 23. 

hardemeat (haldimeiit ?) t le roy Inj va dire aeee« hardement 
telles parolles, V, 80. 

harqaebneier (ftnpiebiuier)! qiiatfe oompaigaiee de harqaeba- 
siers k cheval, I^ 41. 

harrö SS ^a^t: qa^ l'oa.eiiet pris ce qtd en restoit plostost 
poiir pelerins que pour soldats, tant etoient maigres, bayres et appau^ 
vris, I^ 14. 

herital, mattet: pour avoir reconrs sur le» biene heritaaiX| 
X, 12. 

herpaille, netfi maages etdevor^ par aneinfiait^ de berpaUle, 
11, 12. 

hoetaige ^ ^taget de le mettre en libert^ moTenne&t hostai- 
ges, ni, 1. 

bot ottt bdl fftc oet: mais ajant le prinee de Saleme decouvert 
le bot de M. d^An^NB^ I, 42 ; deffiut et pris par nn gros bot decava- 
lerie, I, 44; en oe höt de cavallerie, VI, 14. 

bottrqlie (nßmM^nlUftx bonere): qn'il j avtoit au pas et destroit 
de Calais quatorze bourques de Flandres avec d'aultttes vaisseanx Ugiets 
arm^ «a goente, III^ 27. 

hourvari: ppur les ruses, fainctes et hourvaris, T, 9« 

boHssieri Ü cauae de» bojs, hallidr» et gio»»e» beassier» qui 
neu» couTTOient au sortir de la Tille, V, 6. , 

liumainemdnt' 1= (tatftHd: de -^uej »a Boifest^ le» Mmerda 
fort hnmainement, lY, 5. 

byperboliser: mai» quand on vient k contempler oelles qu'ils 
out tant hypeHboliB^ (ponr user du mot de leuv plu» riebe figure et 
Sans laqjtt^e kur poäsie detneute fort seiehe) on trottve . . . III, 7. 

I. 

iraboa^i»de (embteoasb) : qu'ü d^vreieestEe »n quelqne imboQ- 
cade, VIII, 86. 



impetrer, M^ jtttift«: les.ctispeiuieff de t^ d«gn68 de paientelle 
s'impetrent fort facilemeot en eoor de Borne, m, 5. 

itnproTtte für ünproviste: et ne fttut denuinder ei sa Tenne, 
ainsi a l'improvite et inopinee, troubla M. de Chmteaubriand, I, 32. 

inaequitable, %cm% nnge^tftu^flk^ : par one gmndissiBie et i 
Jamals inaoqui table Obligation, II, 11. 

inaudiot (inaudit) für inomi pour leor eetre -chose maodicte, 
.y, 26; one faveur iaaiidicte, y, 31 ; choae inandite, X, 26* 

incredible fttt iii€ro3rable, ji^t unge&tau(|f(i$: dHinemerveiMease 
et incredible grandeur, I, 43 ; mais la passerent en une Jncredible aUai- 
gresse, VI, 25; en receurent nng incredible oontentement, VI, 31; 
abtx ^näi incroyable: l'aise incroyable, VI, 48 ; tad ^ItDetb 

incrediblement: qne tönt le monde en fnst incrediblement 
ravy, VI, 39, Ui Froissart fie^lt incredible für incridule. 

Indissolubie, no<^ k^t: son indissolabk et 'tres - ancienne 
amyti^. 

r^ inenarrable, für ineffid>le (nur no^ in Z^eoIO* ^veo une admi- 
ration inenarrable, VIII, 31. 

inexpuisable für inepoisable : car la France est inexpnisable, 

rv, 7. 

infatuer, noft: de s'estre ainsi laiss^ infataer et enganner de 
mai oppinion, Vn, 14. 

innover: et le fais garder en un logis, afin qu'il neinnove rien, 
I, 17; Sans rien innerer davanlaige, VI, 48. 

inquerir (DgL inqnerir) : Ton s'inquiert d'oü ü vient, V, 10. 

intemperature (etwa mit intemperie) f(^(t#e ilemyieratar: toQS 
ces millorts mauldissoient l'iDtemperature de leur climat, III, 28. 

invahir, für envahir: de inTahir le royaame, I, 16. 

investir, n^if: eile (lagalere) n'eutmoyen de faire Toille, mais 
fut investie et prise, I, 4. 

investiture: les raisons qiii ayent meu sa majest^ ^ faire ceste 
investitnre, IV, 21* . 

irremissiblement, no^ ie^t: je le ferois irremiseibleineBt 
dandre, III, 20. 

irretrac table, ne(|: ceste condttsion qui est irretractable, 
VI, 6. . 

Lteratif: saus aoltres lettres iteratives, IX, 6. 

jaetance, »rraUete«» ober nenerbinid tt^ie^er in Snfita^nif gcfo»« 
mened IBort: et qni tenoit de la jactanee de son pai's, III, 26. 

jojcondale, 9Rän}art: et nevoid-on en leur place qaejocondales, 
dolars, florins de Bhin, VI, 9. 

jonchee, jläfeart (n^^): des femmes eharg^s de fonrmages, de 
jonchees, IV, 25. 



JQBsion, loniig 0eMiid^(id^: qndque mandement oa jnssion, 
Vn,' 6 ; ny de seconde jussion, IX, 6. 

lancespessade: car il estoit lanoespessade, VI, 19. 

largae: que lay^ avec le reste des galeres, prendroit le largue, 
1,37. 

leans (no(( bei Möllere unb Lafontaine gebrdu^tiAf 6 ^9(t «er b) : tous 
les sei^eurs de leans, III, 2 1 ; tout ce qui estoit leans, Vi, 44. 

liberaliser, fr^t tm antern Sinne: il estoit tres neoessaire qu'il 
Inj liberalisast qoelqae bonestete, Yll, 7 ; au liea de liberaliser comme 
il a faict, IX, 48. 

librement (libenter) = volontiers: ce que monsieur le marescbal 
luy accorda fort librement, III, 28. 

ligier = leger: six mille cbevaox ligiers, IV, 10. 

lege, fprucbn).: qui estoit fort bien gamy de toutes commodites 
et tous les au tres k löge qui peuit, V^ 1 2. 

iogeable: dedans les villaiges, qui sont beanlx, grands et bien 
ables, IX, 36. 

luminaire, iingebräud)I{(^ed VtU» titoa = erläuternt: par les 
espitres luminaires de leurs livres, ä^orrebe jum 8. Su$. 

Ijesse (p^t Hesse bei Calvin): en tres grande Ijesse, Y, 27. 

M. 

mailloter: et brusl^, mais trois d'unefa^on dont nons n'avons 
jamais ony parier, qu'on appeloit mailloter, III, 1. 

mal a(d ^bi. : que ä miüe peine en pourront-ils reschapper, IV, 19 ; 
ä male peine, lY, 17. 

malette (mallette), nO(||: soldats portants valises et malettes, 
IV, 17. 

mal-succeder: de deplaisir que l'entreprise avoit si mal-suo- 
cede, I, 38. 

malversation, ned): de le cbastier de ses malversations, I Y, 7 ; 
snr les malversations de ses subjects, X, 2. 

manutention (maintien): tr^s-affecdonnes k son servioe et k 
la manutention de l'bonneur, I, 24 ; pour la manutention de mon estat, 
vn, 22 ; pour la manutention de tout son estat, IX, 22. 

marcbandise = Setrug, SCnfc^flag (ijgl. Montluc): parce qu'il 
conmien9oit k desoouvrir sa marchandise, U, 13. 

marcbe = SWorf : car ce chatean estoit sur les marches de Cham- 
paigne pour aller au Pays-Bas, lY, 29. 

marcbir = angränjen: et du mecontentement que le royprendra 
de la perte d'un si grand et puissant serviteur qui est en sa liberte de 
suivre tel party qu'il luy plaira, comme marchissant et limitrophe entre 
TEmpipe et la France, H, 7 ; »gt. Northonbrelande et Galles qui mar- 
chissent assez pr^s de la, Froissart. 

«rdji» f. n. ©pradjen. XVH. ^^2 



masse: oombattirent plus de demie-heure h pi^d aveo la masse 
et le coutelas, I, 42. 

matin, fiH)erIati»if(^ : le mardj, au plus matin, II, 7. 

matter: comme si elles eussent voulu faire ung long sejour et 
se matter Tune l'autre par temporiser, VII, 17. 

mesfaire: mais le roy lerenvoya sans luy'mesfaire et en remet- 
toit la punition ä l'empereur, III, 20. 

millia^se: alleguant un milliasse de Services, II, 6; an milliasse 
de vülaiges, IV, 24; et ung milliasse d'aultres propos, IX, 37; qui 
nous eust apporte une milliasse de commodites, IX, 3d. 

monarche für monarque: qui estoit un tres-grand et tres-puis- 
sant monarche, I, 43; de sorte qu'il n'y a roy ny monarche sur la 
terre, I, 46. 

mon taignette: le long d'une montaignette, YI, 15; unb (6en[o 
V, 11. 

montaison: en outre, que le premier navire qui viendroit tous 
les ans a la montaison, I, 31. 

motet: La Barre 8*en vaavec cemotet, incertain s'il l*osa redire, 
VIII, 11. • 

mousquetade: il luy avoit pleu le preserver de la mousqne- 
tade, VII, 16. 

moyenner: a causes desinfinies depences que leur moyennoient 
ces guerres, I, 1. 

muance (vgL muer, muage, im ^(tfronj.) : mais a la muance de 
seigneurs, changement de paix,«VI, 6. 

munnitionnaire: dercs et marchants munnitionnaires, UI, 20. 

müsse = cachette (Dgl. Roquefort) : le fbroerent , la dague sur 
la gorge, de leur descouvrir ceste müsse, III, 14. 

musser = cacher: les habitants du villaige assommerent cenx 
qui s'estoient mussös aux greniers, VUI, 7. 

mutuelliser neben mutualiser: pour mutuelliser tant de coor- 
toisies, VI, 11; ä quoy il tient qu'il ne mutuaiise ceste frateniite, 
Vin, 26. 

my tant: on les attacha par le mytant du corps sur l'eschaffanct, 
III, 11; les portenseignes avec leurs drappaulx, au mytant, VI, 32; 
qu'ainsi ne soit, il est entoure, et au mytant, du roi de Ferse, VUL, 22. 

ST. 

naif (Sem. naifve) = maturel: et qui ne cedoit ä pas une en 
beaute, principalement en naifve btancbeür qui est le traict le plus 
excellent et recommande eo yisaige de femme, IV, 31. 

nave (naive?): mepriserune sipure, sinave et tantfidelle affeo- 
tion, II, 6. 

nea pol itain ftk napolitain : six gentilshommes n^apolitaios, 
VI, 13. 



etvUcn iUx tu franaftf. edtriftfttntx Itt fe^^ntrn Sa^r^nnbnrtl. 179 

nombrer: de sorte qne Fon nombroit lee denx arm^s a deux 
oents sQJxante vsisseaiix, I, 89. 

nourrison: qui estoit le premier nourrison de cette amiti^, I, 84. 

novaliser: poiir j avoir vonla novaliser beauooup de choses, 
YI, 48. 

novalite: oeste novalii^, V, 2; ponr la noyalite de Statute, 
VI, 48. 

nuict^e (nuitee, ftei Froitsart nuittie) : et commenoea M. le mare- 
schal le nuictee, IX, 27. 

O. 

obsery^trice; oü j'aye trouT6 les personnes install^ en si 
dignes et sablimes estats, tant observatrices des edictes, X, 16. 

oceane, mer (mare ooeanum): jusques k sa chente en la mer 
ooeane, I, 48. 

ombre: sons ombre de lenr donner a disner, I, 82; sons ombre 
d'j acoompaigner le jenne Dndley, III, 24. 

omologuer: pour la faire omologaer et publier, IX, 51. 

oncle, bei oncle, a(d ^(nrcte: il l'appella tonte sa yie son bei 
oncle: terme d'alliance de tous temps usit^ entre les anciens parents 
de Franoe; car les dncs de Bretagne, de Berry, Bonrgogne, Gnyenne, 
d'Orleans, d'Anjou et de Bourbon, s'entre-appelloient bei oncle, beati 
coQsin et beau neveu ; eoutnme qni dare ^enoore entre les grands, 
1,34. 

orfenvre, deux tr^s-expers orfeuvres, VII, 16. 

orge, f)>rä(^n)drt(t^ : faisoient leurs orges, comme l'on dict, en 
lenrs charges, VI, 17. 

oubliance (oubli): une si lasche et malheureuse oubliance, 
VI, 48. 

oye (oie), fprud)n>örtli^ : qui mange de Foye du roy, en cent ans 
fl en rend la plnme; qui feroit que sa posterite en seroit k jamais 
recherchable, I, 32. 

P. 

pai'sandaille (von paysan): je les ensse plustost oombattu tont 
seul que de fuir devant une teile paisandaille, I, 43. 

paix, ©prü^löort: suivant cest andien proverbe, que qui a la 
paix dedans, il ne peut faillir de l'avoir dehors, IX, ö. 

pal (|jg(. Montluc): oü il avoit faict planter les paux, V, 4. 

palliation: 6 quelle palliation de meschant homme, II, 13. 

pannade: et viennent k grand trot, k pannades et a ruades, 
Vni, 13. 

panaardement: le marquis est . • . pansardement gros, mal 
propre, 1, 28. 

paour = peur: de paour, VIII, 40. 



180 6tut)ieii über Die frana^f. ®c^riftfl(aet M f(%(»nten Sa^rbunbert«. 

paraige (vgl* parage bei Roquefort): il ne fit autant en Thostel 
de yille, oü le maitre echevin, les sept paraiges et les treize comparu- 
rent en diligence) V, 26. 

parantaige: et apr^s avoir obtenu la dispenfie du parantaige du 
quart vis-avis, III, 18. 

pardurable neben perdurable: qu'ils en auront nng (ambassa- 
deur) qui sera pardurable, VIII, 27; la paix sera pardurable entre vos 
maisons, VIII, 25; qu'il fust perdurable, X, I. 

pardurablement: sa reconciliation avec eile par l'entreinise de 
M. de Vieilleville pardurablement faicte, 11, 9. 

parmente: et ses soldats selancerent k corpsperdu sur la par- 
mente et entrerent dedans, I, 10. 

partialite, $ai1eiung (»gl. Pasquier): sans auloune partialite 
ou di Vision, IX, 5. 

particulariser: comment vous en voulez doncques aller en 
vostre maison sans me particulariser vostre Charge, X, 26. 

patouilleux: car l'on estoit sibattu du vent, trampe de lapluye 
et les terres si patouilleuses ez fondrieres, III, 22. 

patriote: tant estoit ofBdeux a tous, principalement a ses pa- 
triotes, III, 25. 

pecunieux: car c'estoit le plus pecunieux capitaine da la France, 
VI, 23. 

pegme (pegma), car il n'y avoit place, canton, carrefour, ny 
carroy, qui ne fust garny ou d'un theatre ou d'un arc triomphant, ou 
d'une Pyramide ou d'un obelisque ou d'un colosse de nos anciens roys 
ou d'un pegme, III, 20. 

peloter, ftgurlit^ in einem anbern «Sinne o(e jc^t: et pdotoit-on 
ce nom de Vieilleville par le Louvre et tout Paris, III, 40. 

permuter, jf^t bef^ränft : quand ils sceurent qu'il vouloit per- 
muter son evesche avec monsieur le cardinal, VT, 35. 

persuasible: me fist quitter par ses persuasibles remonstrances 
le Service de l'empereur, III, 10. 

pertinent, nodj): le roy trouvoit les raisons de M. de Vieille- 
ville fort pertinentes et tres-bien deduictes, 11, 8; qui sont les plus 
pregnantes et pertinentes raisons, IV, 21. 

piapbeux (piaffeux), uerörftet; 4 la piapheuse oppinion du feu 
mareschal, VII, 11. 

pietre: et quand je dis tres-pietre et tr^s object, j'approprierois 
la chose k son vray poinct, II, 17. 

picoureur (picoreur) = SWarobeur, toeraltet: de tous les cou- 
reurs, voleurs et picoureurs, VI, 8. 

pistolade, nur no(^ fam. : qui lui donna d'une pistolade dedans 
les reins, IX, 37. 

pistollier (pistolier): de quatre mille reithres, que l'on appel- 
loit lors pistoUiers, III, 1. 



©tuMen über Mc fransöf. e^xifi^tütr ^f« fed^jf^nteti 5ö^r6unl>«rt«. 181 

piain fär plein: oe qai Inj yint k piain sonhait, I, 5. 
plat, Sub^antb, f^röc^».: et joua si bien du plat de la langne, 
Vn, 19. 

plat (a) = eile pria le röy son fils de le luy refnser tont k plat, 

vni, 5. 

platissade, ^\tf>t mit ber fTa^rn j^ingr: mesme le baston et 
platissades d'espees ny furent pas espargn^s, VIII, 13. 

pleiger (pleger) = cautionner: car je la vous pleige antant 
complette que compagnie de cinquänte bommes d'armes, 1, 22. 

plombin er; e t n'onl pas la oervelle plus plombinee que les 
anitres nations, Vlll, 83« 

pointiller: mais pour rorapre le chemln ä toutes subtilites dont 
vous S9avez pointiller une pai'ole, I, 29. 

poiser, t)fraUet für peser, abttägcn, ermefffn: que ce murmure 
sort d'une ivroignerie populaire qui ne sceit pas poiser, considerer, 

IX, 34. 

poisle (fßr po^le, aUx a\i^ no^poile), Satta^in: de marcher le 
premier apres poisle du roy, III, 8. 

portal für portail: de le faire pendre au portal de son cbasteau, 
IV, 29. 

portement, nur noc^ befi^ränft: pour l'advertir du bon porte- 
ment de tout son estat, lY, 21. 

poste = goüt (\>^U Pasquier) qu'il a basty k sa poste, 11, 2; 
ou qu'il en voulust forger un autre k sa poste, IIT, 20. 

postposer: en postposant leur ambitieuse affection, IX, 89. 

pouille, im $(uraf no^^>opuf. : d'injures et de pouilles, III, 13. 

pou, ©prü^roort: mais n'y gaigna que des pous, I, 43. 

poulce (pouce): et faisant une basse reverance se retira, luy 
estant tombe le poulce dans la main, I, 29. 

pre all o quer: suivant l'advis duquel pr6alloque, IV, 16. 

pregnant, nur in Der STOetidn no*: une infinite de considera- 
tions, dont la premiere et la plus pregnante estoit, II, 9 ; qui sont les 
plus pregnantes et pertinentes raisons, FV, 21; et tous deux commen- 
cerent k donner ordre aux afiaires, desquelles les plus pregnantes d'alors 
estoient celles >d'Angleterre, II, 1. 

probable für Ibhiiäf: mis en bonne et probable forme, IX, 21; 
Dergfricbe Damit le tout en forme probante, X, 2. 

profiondir == d'avoir sitost profondy ce qui luy pouvoit nuyre, 

X, 2 ; pour profondir la v6rite de ceste menace, X, 1 4 ; mais je m'apper- 
9018 bien que M. de Grignan n'est pas homme de bon entendement, 
et qu'il ne l'a pas bien profondie, I, 37; avoit fort mal profondy la 
consequence de cest evenement, IV, 23; en faisant profondir la riviere, 
1,31. 

prophete, Spruen).: encores qu'il ne soit prophete ny fils de 
propheie qu'il en mourra, IX, 86. 



provide (providus), ni^t me^r: qui est un prince fort ppovidc, 
n, 3; qui estoit une maistresse dame, provide et tres-avisee, III, 6; 
en provide et avise capitaine, VlII, 36. 

providence für prudence: ceste providence de M. de Vieille- 
viUe, IV, 25. 

proditoirement (Wgt. Fail): et devoient confesser Tavoir in- 
humainement, proditoirement et meschamment tue, III, 13. 

quasi: devant quasi tous les priuoes et seigueurs de l'armee, 
IV, 15; car de lieue en lieue il s'en trouvoit quasi, IV, 31 ; que Ton 
ne pouvoit quasi marcher, IV, 32; mais la pluspart de oeux-cy, et 
quasi tous, V, 1; ou Ton passa quasi toute nuict, VI, 11. 

R. 

raboulliere (t)g(. rabouliers bei Roquefort): apres avoir vea 
licencier une raboulliere de medecins, VI, 50. 

rabourer, loo^( für rabrouer (vgl. Fail): carl il avait afifaire a 
ung seigneur qui en ung mouvement de ooliere eust raboure le plus 
brave prince de France, II, 9. 

racueil für accueil: l'honneste racueil, HI, 18; qui luy fist le 
racueil accoustume, in, 13; quant au traictement, racueil et cheres 
magnifiques, III, 27 ; racueil que le povre prince trouve assez etrange, 

vm, 15. 

ramade: qui fustsoubs uneramade qu'il avoit faict industrieuae- 
ment dresser, III, 15. 

ranc für rang: au premier ranc de la maitresse main, III, 2. 

rauder (roder): avoit huit galeres qui raudoient par toute oette 
mer, I, 7. 

rayer: pourront ligierement passer, voire rayer beaucoup de 
difScultes, IX, 49. 

rebeyne = debat, discussion (iti Roquefort = revolte) : paroe 
qu4l seit bien que estes en rebeyne et divorce pour la religion, VIII, 32. 

rebrissement: avec un tres-grand creve-cueur de la prevoyance 
d'un si maulvais rebrissement de leur folle entreprise, IX, 14. 

rebuffe (t)g(. noc^ rebuffade): ä ce vilain et indiscret rebufie, 
IX, 45 (t)on buffe = soufflet, ügt; je conseille qu'on donne plustost 
.une buffi k la joue de son valet un peu bors de saison que gehenner 
sa fantaisie, Montaigne). 

recherchable: qui feroit que sa posterite en seroit a jamais 
recherchable (= fönne in %n\pxviä^ genommen werben), I, 32. 

reconvalescer: ayant la reyne sa mere en compagnie qm 
estoit bien reconvalescee, IX, 42. 

redender, jejt »enfg gebraui^tid^ : en faveur de sa brave response, 
qui redondoit ß, Thonneur de son maistre, IH, 26; quelque twcte qui 
redondera au bien commun de France et d'Angleterre, III, 30, 



etuNen nbit Ht fhm^hl ^(^rifrfitaer M fe^ie^nkn SadrffunbrH«. 183 

refection: quelques seignears qui avoient pris leur refectian 
ayecques luj, U, 9. 

regaillardir jjtati regaillarder: taut d'importantes affaires qui 
plus luy regaillardissoit l'esprit, V I, 1 1 . 

regnardier = fu(^jtfcfc. lijlifl (renard, »gl. Subfl. renardier;: de 
Sorte que telles louanges deviennent fort regnardieres, III, 7. 

regnicole, no^: la recbercboit a vive folx» par l'entreprise d'un 
Florentin nomine Guidotti, regnicole d'Angleterre, III, 24. 

reg rapper: qu'il ne falloit pas regrapper. apres un si exoellent 
et tres-expenmwite capitainne, VII, 10. 

reithesmetre (fRütmeif^er): il fist presents k chascun de oolo- 
nels, reithesmetres ) eapkaines, III, 4; anä) reitennestre : oolonels et 
reitermestres^ capitaines de lansquenets, VI, 41. 

remembrance: toutes fois il n'y avoit une seule remembrance 
de nos roys, VI, 34. 

remeinorer: pour rememorer vostre majeste des choses pass^es, 

V, 39. 

reinener = ramener: que monsieur le connestable remena au 
Cbesail, IV, Ö. 

renasquer (üg(. renAder): renasqaent et maudissent le mares- 
chal de Strozzy, VII, 14; il renasque, tempeste et se veult deffaire^ 

VI, 46. 

renne: rompirent rennes, biides, coupieres et sangles, III, 9» 

repatriement: oe doulx repatriement, VI, 50. 

repatrier: qui leur fust un attraict de reconeiliation , et se re- 
patrierent avecques luy, II, 16; s'estoient venus repatrier en leur 
siege, X, 4; et se repatria avec le connestable, VIII, 16. 

requester: pour les reqnester, V, 9. 

rescourre: sans se presenter k les venir resoourre, VI, 13. 

resipiscence, neäf: il pourroit venir ä resipiscence, VIII, 23. 

ressemblance: ces medaiUes portants la ressemblance du roy, 

VII, 16. 

reuscissement: craignant un maulvais reusdssement de cette 
affaire, II, 9. 

reussir: mais la chose r^ussit tout au rebours, I, 37; ne se 
soulciant pas beaucoup de ce qui en pourra reussir, IX, 84. 

riblerie = cn^ule, d^bauche de la nuit: aussi que c'estoit la 
vigile de Noel, que Ton ne dort guerres, les ungs, comme les rienx 
par devotion, mais la jeunesse par desbaucbe et riblerie, V, 19. 

risee: toutefois ils ne pnrent "empescher la populace de Lyon 
d'en faire mal risees, V, 17. ^ 

rondache, 8luntf4ilt: Vepee au poing, sans rondache, I, 7. 

ronder: le lendemain on monta k cheval pour ronder la ville 
par dehors, V, 4 ; qu'il luy feist veoir en rondant la ville, IX, 48. 

route (»gl. Pasquier): toute l'armee en route, I, 44. < 



ruade, ncäf: et vienuent a grand trot, k pannades et rnadeS) 
Vm, 13. 

runge: M. de Yendosme, auquel ce langaige revenoit souvent 
au mnge, cogneust bien, III, 23. 

rustrerie: ceste rustrerie dura neuf ou diz ans, 11, 17. 



sac: empeseher le sac de la ville, lY, 28. 

saccagement, l^naltet: et semblablement des seditions, sacri- 
leges^ saccagements, meurtre, pilleries, X, 2. 

sacment: car on 7 vit de ses gens qui faisoient offioe et devcHr 
de sacments, I, 39. 

saesir: que Ton se saesist des coupables, III, 1. 

sanctimonie: faisoient de c6r6niqnieuses sanctimonies par lee 
eglises et maisons, YI, 22; et reverable traict de sanctimonie, X, H. 

satanesque: ceste scandaleuse et satanesque parolle, VII, 11. 

saulvet^ (sauvete), veraltet 1 nous vojant a .saulvete, III, 22. 

savoysien: trois soldats savoysiens, I, 36. 

saye, att: leur fönt porter leurs couleurs sur les sajes en toutes 
faQons de broderies et bigarrures, III, 20. 

scariffication (scarification) : purgations , caatheries , scugn^ 
et scariffications, VI, 50. 

schloffongue (Me Stnmcrfung fagt: du mot allemand jschlaffung, 
sommeil) : et l'heuse qu'ils sont en leur schloffongue qui est entre huict 
et neuf heures du soir, VIII, 35. 

scintille (etincelle): sans nne seule scintille de regret, IX, 26; 
qui en eust peu ailumer la moindre scintille du monde, III, 18; une 
seule scintille d'une si meschante volonte, X, 21. 

scopeterie; une scopeterie d'harquebuzades, II, 4; durer oq 
filer une scopeterie de harquebusades plus d'une heure, III, 10; de 
rartillerie et de scopeterie^ III, 21; le tambour battant, fanfares de 
trompette et scopeterie sans cesse, VI, 32. 

scouadre: qui menoient les scouadres en garde, VI, 48. 

scouadrille: compaignes de gens de pied et de cheval, et 
quelques scouadrilles de gens ramasses, V, 3. 

senatoire, unge6räu(^(. 9(^1.: la trouppe senatoire ne furent pas 
des demiers, IX, 21. 

sens, fpru(|H)ort(i^ : d'y ouvrir vos dnq sens et vous evertaer, 
VI, 21. 

sentile: il n'y trouvoit une seule sentile de dignite, encores 
moins de charite, III, 19. (3neinanberft)lel«n »on scintille (»gtO «nb 
sentin.) 

serviny?: et apportent certificat de leur Service que Ton ap- 
pelle attestation du serviny, VIII, 3. 



seulet: entrants senlets en une chambre, Y, 11; et marcherent 
bien environ une lieoe seulets ei k part, 11, 7. 

siranlte: qu'il n'y avoit ny fard ny simalte, VI, 42; anä) sy- 
malte: sa mi^est^ desoonviit assez toates ces faintises et symnltes, 
VI, 33. 

sondre (sonder): profbndir la playe et sondre l'endroict da cer- 
veau oü les esqoilles du trousson de la lance ponvoient avoir donnö, 
Vn, 28. 

soudrille: n'estants soldats, pas seulement souldiilles nydignes 
de oeste qaalite, VIII, 11. • 

souratter: par oette rase fat surratt^ oette succession, I, 82; 
et que, par une ruze, ü luy enst sourratt^ an honneur que le roy, de 
son propre mouvement^ aicoit resolu de luy faire, V, 2; qui mettoit 
son advancement snr le mord d'un aatre et luy au sourratoit ung 
autre, V, 29; de lay avoir sourrate de ceste fa9on mille escuB, 
VI, 18. 

spavente (p^U bei Roquefort spaventable) : ü prennent la ^pa- 
vente, VI, 15; depuis que la spavente se met en une trouppe, 
VI, 16. 

staffier: sans espargner les staffiers, que l'on appelle en nostre 
langue lacquets, V, 12. 

stolnacquer: car il est une incroyable oolere de la guerre que 
vous luy faietes avec ses enseignes , armes et devises , et stomacque 
i^erveilleusement que vous ayez faict tuer domp Alpbonce, V, 17. 

strapade: il n'y escheoit que la strapade, VI, 22. 

strapontin: il se va ooucber sur ung strapontin, VII, 18. 

stropiat (estropiat): aux stropiats qui avoient perdu bras et 
jambes, III, 9. 

subreptice: de la subreptice et cauteleuse &9on, VllI, 6. 

subroger, nut inti% ncif: que de subroger M. d'Espinay en 
sa place, VI, 49. 

süffisant, o^ne fd^Iec^te Sebeutung: qui estoit homme snüßsant 
et bien entendu anx afiaires, VIII, 29. 

sumptueux für somptueux : avec ung si süperbe, riebe et sump* 
tueux appareil, III, 20. 

sumptuosit6 = somptuosit^ : avec une si grande sumptuosite 
et magnificence, 11, 11. 

süperbe (im (atrinifd^en Sinne): picque de ce süperbe langage, 
m, 8. 

supernaturel: et sur-tout la vari^te des supematnreUes Cou- 
leurs de l'aube du jour, III, 7. 

suraccueillir: de quoy, celui qui tenoit M. de Vieilleville pri- 
sonnier, adverty, fut incontinant suraccueilli de la j)eur, I, 10. 

surattendre: qui fust cause qu'ils firent alte en le snratten- 
dant, V^ 17; car ils ne marchoient que le pas pour surattendre leurs 



1«6 emUn übtr We frfttt|6f. ediriftfhffer tef fed^y^tm 3o*t^uitb«tt> 

gens de pied, VI, 14; pour le sur-attendre, VII, 21; »gf. on snratten- 
dit un petit ä parlementer, Froissart. 

Burcueillir: se .voyant surooeilly de oo8t^, VII, 18; sur- 
cneilly cependant de la crainte de Dien, VH, 18; M. de Vieilleville, 
se voyant sarcueilly, voire surpris en son oflfre, II, 15. 

T. 

talart = £^a(fr: desqnelles le revenu monte par an a quinze 
ou seize cents mille talarts, IV, 6. 

tallonner: discretion bien contraire k oelle du Fran^ais qui 
taillonne bien sonvent son prince pour entrer a la foule apr^s lai, 
VIII, 21. 

tancer: qui n'oublia de les bien tanoer, IX, 50. 

tapineifaent: mais il se relaissa tapinement et s'en retouma k 
Metz, VII, 8. 

tapoter = peitf({ien: il aimeroit mieux avoir perdu tout son 
biq§ plustost que son nom fnst tapote par toutes les oours, barres, 
auditoires, parquets et jurisdictions, III, 19. 

• tau p in: car ils s'appelloient au temps passe francs-archiers et ea 
Bretaigne francs-taupins, VII, 3. 

tavernerie: qu'il y avoit fourbe sbubs oeste tavemerie, VI, 43. 

temporisement: sur le temporisement de la constrüction da 
fort, n, 13. 

terrestre (ju 8anbt): qui leur ouvriront yilles, ports, hayre^ 
et tous passaiges terrestres et maritimes, IX, 31. 

terrien fvgf. Pasquier): du roi de Perse qui est un poissant 
prince et grand terrien, VIII, 22. 

testifier: mais qu'il leur testifiast, quand il seroit en son goa- 
vemement, VIII, lö. 

tiercelet: qui n'estimoient pas moins que tieroelets de prinoeSi 
VI, 39. 

tigresque: tigresque Canaille, IV, 82. 

tippe, für type: et qui ont passe sous le tippe de l'imfHression, 
I, 46. 

tirrannesque: vous accusant de pilleries et de tirrannesqnes 
exactions sur le peuple, X, 10. 

tocsainct: pour battre le tocsainct, VIII, 12. 

tolepace: oeste si longe tolepace, IX, 24. 

tourbe: sans tenir rang mais comme en tourbe, V, 26. 

tourrillon: et monstra ung tourrillon, VII, 9. 

tradiment: qui par ses tradiments harzarda la vie de tant de 
seigneurs, I, 26 ; en une affaire si perilleuse que celle-lä et n'est pas 
exempte de tradiment, I, 37 ; sondain que l'on s^appercevroit de qnel- 
que tradimenty I, 37 ; k un tel bomme convaincu de tradiment et de 
peifidie, II, 14; mais par tradiment et .y«[idition, HI, 22; qui leur 



enst pen estre iinpnt«e ä tradinieiit on perfidie, VI, 19 ; qae flon tra- 
diment Bst plos qu'& demj desoouvert, VI, 28. 

traditoire: de oeste traditoire sacoession, ü, 15. 

trahistre = traitre: car nous tenons prisonnier m la BastiBe 
de Paris les trahistres qui la voas out vendn, ü, 18. 

traiete = Station: i^ cause de la longaeur . • des cheminB, 
sterilit^ dn pays et tres-mal aise ponr les coches, d'aultant qa'il est 
montaeoz et qae les traictes . . . sont oommunement de cinq k siz 
lienes d'Allemaigne, qni en valent bien dix et douze de France, enoore 
fort mal traiete, Vm, 20. 

trapuce, au(tf trapusse = amorce, app&t: afin qu'il eyt loisir de 
dresser ses pieges et trappoces, Y, 11; et yoiis supplie de vous gar- 
der de ses trappuoes,'y, 25. 

trelaisement: car leurs esdairs, rayons et trelnisemens, VI, 89* 

t r e m e u r , Deraftet für peur : * ceste grande justice donna une tre- , 
meur merveilleose a toute la gamison , VI, 8 ; cogneust bien que la 
tremeur de l'advertissement, VI, 43 ; qui donna beaucoup de tremeur 
aux plus oonpables, VII, 2. 

triomphamment, unge6riu^(i<(i0 9CtD. I>cn triomphant: oi!i il 
a passe si triomphamment, II, 14. 

trompette, fpräi^m«: de lä il est venu le proverfoe, desloger 
Sans trompette, I, 7. 

trotouer für trottoir:'pais je les remettray bientost sur le tro- 
touer, VI, 9. 

turquesque: l'arm^ turquesque, I, 85. 

turquiser: trouvant trop inhumain, tant estoit homme de bien, 
que l'on turquisast ainsi le* christianisme, V, 21. 

IJ. 

nmbre (ombre): et sous umbre de ceste Visitation, VI, 22. 

undee (ond^e): en temps de plnye, principalement comme ceste- 
la qni tomboit incessamment a grosses undees, III, 22. 

usufruict (usufruit), figurf . : ne se pouvant passer si longtemps 
sens jnyr de Tusufruict de son saige conseil, IX, 31. 

uxorieux: madame de V. ne sQavoit pas aussi ce qui s'estoit 
passe entre monsieur son mary et le comte de Sault, car il estoit si 
peu uxorieux qu'elle ne S9avoit jamais de ses secrets que la demiere, 
VI, 37. 

V. 

vague: pour la garde d'une teile et si vague ville, IX, 48. 

valeter: et faire valeterM. de V., VI, 35; et quant au gouver- 
nement de Bretaigne, il n'estoit pas raisonnable de le plus faire veleter, 
car il avoit assez ob^y pour Commander en son rang, V, 80. 

valetudinaire, ncS): encore qu'il fust fort valetudinaire et 
goutteux, I, 22. . 



▼ alider: yalidant les quittanoes, I, 82; poor le valider davan- 
tasge, VI, 35. 

valser, atittri aH itf^t: La Tronsse se valBe et jecte de haat en 
bas de Teschele, VI, 19. 

vantance, toeraftet: par une desbord^e vantance et trop anda- 
deuse presomption, Y , 4 ; mais il se doubte bien que les vantanoes da 
Cardinal, VI, 29. 

vendition: toutes oes venditionSy VII, 17; mais par tradiment 
et yendition, DI, 22. 

yindicte: car il j ya de layindicte de son propre sang, V, 10; 
qaelque traict de yindicte, IX, 48. 

yineux: en telles yineuses desbauches, Vlll, 29. 

yisceraille: en Tinterieur de ces yisceraill'es et de toute sa per- 
sonne, II, 11. 

ylsitation: ceste fayorable yisitation, Vlll, 80. 

yoisinance: k cause de la yoisinanoe des terres, IV, 81; par 
le mojen de ceste yoisinance, IX, 48. 

yolontairement: madame la danphine entreprit fort yolontai- 
rement ceste Charge, I, 28. 

yulpin: ses yulpines ruses et cauteleux deportemens, IV, 7. 

ynjdange ()>gl. ynidange Bfi Pasquier): tant a caofle de oeste 
ynjdange indnstrieuse, IX, 28. 

z übel ine: de martres zubelines, X, 15. 

Sernbura* @. $. @ünfbet. 



9m altftaniS^fdit SilttiMliti. 



!l>ad ^ier mttgetl^etUe a(tfranj6ftfc^e Sieb auf brn Iftiüqjtn Sllmud 
mürbe jum erfien 9ta(e )>on 98U^. -^üaer in ©otttngen in ^aupt'd 
Seitfi^irift für bfutf(|)ee aitertljjum »anb V., t845, p. 299 ff. nad^ 
einer in ^ilbe^^eim beftnbtt<^en ^anbfc^rift l^ierau^gegebem Seit^ 
bem ip biefed »egen feinet ^lo^en 8lltet6 (tt)ol)l ba^ 11* 3a^r^0 
für romanifc^e Sprac^forfc^ung fo toH^ii^t ©ebic^t meined SSiffend 
nietet mieber befproc^en morben« @d fc^ien mir bal^er nic^t äberßfifflg, 
baffelbe noci; einmd ju veröffentlichen, gumal ha bie forgfAItige äJer^ 
gleic^ung ber ^anbfc^rift an Ort unb Stelle fo mand^e Slbmeic^ung 
t)on bem von SRäQer gegebenen Xert barbot 

Ueber bad SBanufaipt fe^e man ba6 9ld^ere in ber furgen 
SSorrebe von ^üütx, Aber bie Segenbe vom. ^eiligen SKeriud: Staf« 
mann, €anct 3lleriu6 Seben, JDuebKnburg unb itipiiq, 1843« 

3)ie SRunbart ifl na^ brn von Fallot, recherches p. 21 ffl 
aufgefleUten ^erfmalen im äUefentlic^ett normannifc^; boc^ tveifen 
bad niä)t feltene 2)ur(^bre(^en bed o flatt u, bie ^in unb mieber 
vorfontmenbe 2)i)>l()t^ongirung von e in ie, ba6 Eintreten von ai 
fiatt e bei (at^inifc^em a, mie in laisser, pais, unb einige anbere 
3üge auf ben <)icarbif(^en Dialect l^iin« (Sigent^ftmlic^ iji bem ®e* 
biegte ber au^erorbenttic^ i^äuftge 3lu6laut a fiatt e in pedra unb 
anberen SQBortern« 

!Dad aSeremaf ifi bad belannte epifc^e je^nfllbige mit €&fur 
nctc^ ber vierten @i(be* !Die ^rei^eit, fiatt ber männlichen Säfur bie 
meiblic^e eintreten }u (äffen, fommt in bem ®ebic^te fe^r ^Auftg gur 
Slnmenbung. ©e^r oft fe^It nac^) bem einfc^nitt eine Silbe (32, 5; 
48, 4), beren aSBegfatt ftd^ burd^ bie mittelft ber SAfur I^er6eigeffil)rte 
^a\x\t erWiren liefe j allein aud^ ba« erfle ^emifiic^ bietet biefe (Sx^ 
fc^einung nidjjt feiten, mie 15, 5} 60, "3; 93, 5, im Oanjen etma 
jmölf ÜRaL (Si f<l)eint fiber^au»)t für bie aitefien SJenfmdler eine 
gröfere grei^eit in metrifc^er S3ejie^>ung angenommen merben ju 



Beginn bei @trot)^m hm^ einen, gra^n -Su^Men. !Die nit^t 
feltenen Slbfürjungen finb btd auf bm (e^ten bunflen 9kt6 -loerniieten 
n)orbm* 

S(b{urjungen« 

afr* = altfranjjflfc^* 

af)t>. = aItllSio4)beutf(||* 

franj. = franjoftfc^. 

lau = lateimf(^* 

mlat = mittellateinifd^* ' 

pro»» = i)rot>encaIifc|)^ 

Alix. = li romans d'Alixandre ed. H. Michelant. 

Am. ) Amis et Amiles unb 

JBl. ) Jourdains de Blaivies ed. C. Hofmami. 

DC. := Du Gange, glossarium. 

GOR. = Guillaume d'Orange ed. Jonckbloet. 

Har. = Lai d'Havelok le Danois, Paris 1833. 

J&. = roman de Jaufire in Lexique Boman. 

Leod. 1 8fobfi^ar unb ^affton 6^>rijii in: jwei altroraanif(|c 

Pass- i ~ ©ebic^jte t)on gr* 5)ieg, ©onn 1852. 

LB. = Lexique Boman t>on Baynouard. 

Bd. = chanson de Boland ed. Fr. Michel, Paris 1837. 

Boqf, = glossaire de la langue romane par Boquefort. 

Bs. = les quatre livres des rois ed. Le Boux de Lincy, Pa- 
ris 1841. 

TCbr. = geben be6 1^. Thomas t>on Canterbury ed. Bekker, 
»erlitt 1338. 



1. Bons fut li secles al tens andenur, 
quer feit i ert e iustise et amur, 

si ert creance dunt ore ni at nul prut; 

tut est muez, perdut ad sa oolur, 

ia mais niert tel cum fut as anceisnrs. 

2. AI tens Noe et al teus Abraham • 
et al Dauid qui deus par amat tant 
bons fut li secles, ia mais nert si uailant; 
uelz est e frailes, tut sen uat remanant; 
dist ampairet, tut bien uait remanant. 



3. Piiis ioel tana qoe dena nm$ «ml saliMr, 
nottia aoceuur ourmit criatientet; 

si fut un sire de Bome la citet, 
rioM bom fad de grttnt nobilitet ; 
purhoc uaa di, dan aoD filz uoil parier. 

4. Eufemien*) si out annnm li pedre, 

cons liit de Rome des melz ki dune i oret, 
sur tnz ses pers lamat li emperere; 
dune prist mniler uailatite et honurede 
des melz gentils de tuta la cnntretha. 

5. Pais oonuerserent ansemble longanient; 
Dourent amfant, peiset lar en forment, 
e deu apelent andui parfitement: 

^e retis oeleste, par ton cumandement 
amfant nus done ki seit a tun talent.' 

6. Tant li prierent par grant hatnilitet, 
qiie la nuriler dnnat ieeanditet; 

nn filz Inr dniiet, si len soarent bont gret; 
de aain batesma hiiit fiot rog^oM^r, 
bei nnm li metent sur la cristientet. 

7. Fud baptizet, si out num Alexis, 
ki lui portat suef le fist nurrir; 

puis ad escole li bons pedre le mist; 
tant aprist letres que bien en fut guamit; 
puis uait li emfes leiuperethur seruir* 

8. Quant ueit li pedre que mais nausat arofant 
mais que oel sul que il par amat tant, 
dune se purpenaet del sede an auant; 

or uolt que prenget mojler a sun uiuant, 
dune li aoatet filie dun noble frane. 

9. Fud la puleela nethe de halt parentet, 
fiUe ad ua conpta de Rome la ciptet ; 
nai mala amfant, lui uolt mult honurer ; 
ansemble an uunt li dui pedre parier, 
lur dous amfanz uolent faire asembler. 



*) 3)tc^bf^. |at Qfemien; oifenbar |at ber Sßalw maeffen, ben für baeE offen 
cicIaffencn-Sliium auSsufttUen. 
?lrd)ii) f. u. (Svra^cn. XVn. 13 • 



104 Z)a# altfr«n^^nf4f Klci;itt9Uel. 

10. Dointiit lor Umm dn liir adaisMBeDt; 
qoaDt nint al fare, donc le fant geBtemeat, 
danz Alexis leepii«et belament; 

mais CO est tel plait da&t ne nolsist niont) 
de tat an tot ad a den mm talent. 

11. Quant li iiirz passet et il fat. aouitet, 

CO dist 11 pedres: 'filz, quar ten uas oolcer 
auoc ta spuse al cumand deu del cieL' 
ne uolt li emfes sum pedre corocier, 
uint en la cambra ou ert sa muiler, 

12. Cum ueit le lit, esguardat la pnlcela, 
dune H remembrefde sun seinor Celeste 
que plus ad eher que tut aueir terrestre. 
'e deus', dist il, ^cum fort pecet mapresset! 

se or ne men fui, mnlt criem que ne tem perde.' 

13. Quant an la cambra furent tut sul remes, 
danz Alexis la prist ad apeler; 

la mortel uitbe li prist malt a bUusimer, 

de la eelsst^ li mostret ueritet; 

mais lui ^t tart q<ieit ü sen seit tarnet 

14. ^Oz mei, pulcele, celui tien ad espus 
ki nas raens de sun sanc precius. 
an ices secle nen at parfit amor; 

la uitbe est fraisle, ni ad durable bonur; 
cesta letbece reuert a grant tristur«' 

15. Quant sa raisun li ad tute mustrethe, 
pois li cumandet les renges de sespethe 
et nn anel; a dea li ad oomitndetbe; 
duno en eissit de la eambre sum pedre, 
ensur nait sen fiiit de la cotttreChQ. 

16. Dune uint errant dreitement a la mer. 
la nef est preste ou il deueit entrer ; 
dunet som pris et enz est aloet. 
drecent lur sigle, laisent curre pac mer, 
la pristrent teere o deus les, uolt menor. 

17. Dreit a la lice eo fut dtet mult bele, 
iloec ariuet sainement la nacele. 
dune an eisit danz Alexis a certes. 
00 ne ^pL\ io cum longes i oonuerset; 
ou que il seit, de deu seruir ne cesset. 



IDft» o(tfr«n|«fifi|f Mtiim^HtM. 

18. DOoc alat an Akis 1a oipM 

pur «De knagine dnnt il oit parltr, 
qaed angale» firont par ovnuäiieiiieiit den 
el Dom la akpne li partat taloatat, 
flamta Maria ki pertat danuM den. 



19. Tat sau auar qnad aai an ad portet, 
tat le dapart par Alm la citet; 

largas aimoflMe qae gens ne len retnaBt 
donet as pooree v qoil las poot trooer; 
par niü aaer na naU «atra anaambret. 

20. Quant am aner hur ad tot depcurtit, 
entre les poorea m siat dans AlaziB, 
recut lalmoaaa, qaant deoa k li traoolat; 
tant an retint dnnt aas oora puet gnarir; 
sa Ittin lamaint ail leat aa poaeritia. 



21. Or rsMndrai al padra et a la meän 
et a la spttae <pnd fl oat aapnsethe. 
qoant ü oo aoarent qaed ü fad n alet, 
00 fut gnmz dols qott il not damestt 
e goane d^laina par tnta la eiti^ 

22. Co dist 11 padreai 'dier fih» ewn tat pefdät!' 
respont la medre: ^lassei qued eet deaflüotl' 
CO diät la spnae: ^peohet le oMt ttdut; 

e cbers amiavsi pon ooa ai out! 

or aai ai gfaime qne ne pob estra plaa.' 

28. Dune prent li pedre de ae xaeihna dei|[anz^ 

par multaa tersei fait querre son amfiiat; I 

iusque an Alsia an uiadrent dni enant; 

iloc tnmcmnt dans Alexis sedant, 

mais naconnrent smn uis ne sum seaoblaBt» 

24. Des at ü anfes sa tendaa earn mudoda, 
nel reoonurent tf dni sergant snai pedre, 
a Ini medisme «ni lalsMelie dunetlie; 
il la reoeoi^.miikie li.idtre firere; 
nel reoonurent, saMsres sen xatoniscvnt. 



25. Nel reeoganrant ne nel nnt antwciet. 
danz Alexis an kthet deu del eiel 
dioez sens sers qai ü est proaanders; 
il füt lur sire, or est lur almoeners. 
ne uns sai dire cum il sen firet lies» 



19* 



26. Cil sen repairenl « Börne ki dtet, 
nnnoent al pedre qne nel poorant tnnwr. 
sei il fot gfum, nel estot demsoder; 

la bone medie aempiist a dementer 
e sun ker filz «inent a v^reter: 

27. 'Filz AMs, piirqiiei portai ta inedie? 
tu mies fuit, dolente an sui remeae; 
ne sai le leo ne nmi sai la cofitreda 

u talge qaem^ tute en soi esgaarethe; 

ia mais niere lede, ker filz, nul ert tan peiire.' 

28. Vint en la cambre plaine de marmnent, 
61 la despeiret que ni reisest nient, 

ni renkest palie ne aelil oraonent; 

a tel tristur atamat snn talent, 

nnches p«in 4»! di ne se oontint Mement 

29. 'Cambra', dist ela, ia ma» aestras pacede, 
ne ia ledece nert an tei demenede.' 

si lat destruhe cum dis lait liQst .depredetiie ; 
sas i'fittt pendle, cartmes deraniedes; 
sa grantkonur-A grant dol ad atomede. 

30. Del dnel sarist la niedre insqoe a terre ; 
si fist la spuse danz Alezie a certes. 
'dama', dist ^, io i ai ^i grast parte, 
ore niurai an guise de tartrele; 

qua»! nai tun fila, ansemblot tei uoil eatva.' 

31. Go di la medre: 'se a n»t te ttotetemr, 
sit gaandarai par amür Alexis; 

ia nauiias mal dunt te pniBse gnaiir. 
plainums ansonble le doel de neatre ami, 
ta de tun aeinia*, iol frai pur mun fik.' 

32. Ne poet estra aHea, toment el eonrisver^ 
mais la dcrfnr ne pothent ublier. 

danz Alexis en Aisis la estet ^ 
sert snn seim» par bone' uolratet, 
ses enenis nel poet angmer. 

33. Dis e seat anz, nen fut nient a dire, 
penat sun cors el damne den seraiae; 
pur amistet ne dami ne dainie 

ne pur honufs ki len fassent tramise 
nen tiolt tumer tafit cum il ad a uiure. 



34. Quant tot snii qtibr en ad si afbrmet, 
qne ia suin noil' nistrat- de la oitiedv 
deu8 fl0l ümagiB» por sue imiQr parier 
al seraitor ki seraek al alter; - 
«»- li omnaiidet : «^apele knne .doiL' 

85; Co dist HfBagnm: 4y ]«me den aenir, 
qnar il ad den bim seroit et a gnt 
M il est dignes dentrer en paradis.' 
eil aait, etil qnert, raais il nel set covsir 
ioel Bamt. hdme de e«i llnagen^ ükt, 

36. Beuint U oosire al imegine el mnster. 
^certes', dist il, ^ne sai cui antercier/ 
respoDt limagine: ^coi est eil qni tres Ins est, 
pres est de dsa e des regnet d^ ciel, 
par invle gniee neisen nelt eslnmer.' 

87. Cil oait, eil qvert, falt lel master uenir. 
est aus lesampl» par tieetot le pais» 
qoe cele imaginis partat pur Alexis, 
l^tait lonorent, li gvant « li petit, 
et tuit le prient que de eis ait mercit« 

SS, Quant il co tKit quil nolent onnrer^ 
^certes', ^st il, hii ai mais ad ester, 
dioest honnr nen reuoil ancnmbrer/ 
eosnr nnit« sen iiiit de la ciptet, 
dreit a la lioe- reuiht U sonff edren. 

39. Danz Alexis entrat en une nef. 
ourent lur uent, laisent curre par mer; 
andreit Tärson espeii^t ariner, 

mais ne puet estm, ailurs lestot aW: 
andreit a Rome les portet H ores. 

40. A Uff deir poi^ ki plus est pres de Bome, 
iloec ariuet la nef a loel saint home. 
quant uit mn regne, dureinent den redutet- 
de ses parens, q«ied il nd recunurssent 

e delhoffur del eede nel encumbnentj 

41. ^E dens', d&t ä, belff reis qai tut gu^iertres', 
se tei ploust, ei ne uoHsse estral 

sor me conuissent mi parent dicesta terre^ • 
il me prendmnt par pri on par poeste; 
se ios an creid^ il me trs^nt a perdra.'- 



42. 'Bfais nepwiime ttnii pedbe nn «tesnrel, 
n fiiit ma owdiA ftos qve fcmn« qai niaet 
aaoc na 8piii6 ^pie^io ter at gmnT^iie. 
or ne lairai neo mete aa lar baiiie; 
nen oonnistnmt, laus inra ad qua noi oiicat' 



48. Eist de la imC e lant andrait a Borne, 

nait par ka rnes dwift il ia hmnk fnt oointe, 
naltra pur aUea, mais aon padre i aaeantral, 
aasembibt hak gmnt bum6 de aes kqsMa, 
flu reooottty par sau diait mm la mmata 



44. 'Enfeimtii, bei nie, rieheB he», 

quar me becbai^iei pur den an tue. maieoiiy 
eae tOD degret ine M an grafaalam 
empnr loli £Ia dual in as tel dolor; 
tat soi aiafenn, BÖn paia pnr ane aaioc !' 

45. Qnant ot li pedre le damor de stm fll% 
plurent ai oil, ne aen pnet aatenir. 
^or amor dea e pur man eher anii 

tot te daraif boeos hom» qoanqoe mtm qok, 
lit et oBtel e pain e oem e mmJ 

46. 'E deosS dtot il, ^qaer ooeee un eetgant 
kil me goardratl io len fereie fraoe^' 
an en i out ki semprea oint aoani« 

<a8 me', dist il, 'kil gaard par- tan oamaad^ 
par toe aamt an 0<rfevai lahan,' 

47. Dune le meiMut andreii sna le degret, 
fait 1} awi lit o il pot r^soisen 

tot 11 amanuet qoanqoe besuiaz li ert. . 
contra aeinar ne sen oolt rnes ider^ ^ 
par nule gaiee de lern puet harn blasmei^ 

48. Soowt le «irent e le pedre e la medra 
e la pulcele qaet li ert eepoaede; 

par nole goise oaees nel anisereat, 
' nil ne lor dist, n^ nel deraandarent 
qoels bom esteit ne de quel teere il erel. 

49. Soaeates feia lor oeit graut dt«el menet' 
e de lor oilz molt teodremeüt pimrer 

e tii:t4>ar loi, unces nieaat pov eil« 
danz Aleds le met el coneirrer? 
ne len est rien, iesi est atomet. 



50, Soz le dfl^rvi ou ü gkt sur sa. nato, 
ilaec paist lom del relef de la täbla, 
a grani posarta dadoU ami grant parage. 
00 ne uolt il qua 8% mafe k aaeel, 
ploa aioiel da« <|Qa tut aim liaagi» 

51* De la «iaiida ki de) herbere li öint 

tant an teümA dunl sau oora aD auaiiiit ; 
se lui en joeaiaint) sil leat aa pomins, 
nen ^t nmsgode pur aim con engraissar. 

52. £b sainte eglise omoeraet aolenters, 
^ caacoBe feste se fait aoomunier, 

sainte escriture co ert ses conseilers; 
del deu seruise se nolt mnlt efibrcer, 
par nnlc guise ne sen uolt esluiner. 

53. Sqz le dagEat ou il giat e oonaersei, 
' iloc deduit lederoent sa pouerte. 

li serf snm pedre ki la maasaede seraenl» 
Itur laoadorea ü getent aur la teste; 
ne sen eornoet net il nes en apalet. 

54. Tuz le scarnissent, sil tenent par bricao, 
legua li getent, si moilent sun lincol; 

ne sen oorucet giens eil saintiamea honij 
ainz priet den quet il le lur parduinst 
par sa mercit, qaer ne seuent que funt. 

55. Doc oonuerset eisi dis e set ana; 
nel reoonut nala aons apairtenanx, 
ne nuls hom ne sout les sons ahanz. 

56. Tränte quatre anz ad si sun cors penet 
deus sun seruise li uolt guereduner, 
mult li angreget la sue a^fmnetet^ 

or set* il tuen qued il sep deit aler; 
cel son seruant ad a sei >pelet. 

57. ^Quer mei, bei frere, et enca e parcamin 
et nne penUe, co pri tue mercit.' 

eil li aportet, receit le Aleis, 

escrit hl cartra tute de sei medisme, 

cum sen alat e cum il sen reumt. 

58. Ttes sei la tint, ne la mü demaatoar, 
ne reconuissent naque ä sen seit alet 
parfitemoit se ad a deu cfuaaodet ; 
sa fin aproismet) ses cors est agrauet, 
de tut an tut recesset del parier. 



eo« «ftfr««ilfif4e «fesU«ftct. 

59. An la aammm qoed 11 mb dot akr, 
uint ooe uois lieis feuen la eitet 
hon dd MCnrie par emnaodciiMBt dm, 
In 868 fedflik li ad ins aamiet; 

pre8t est la glorie qaed ü li qoII duMr. 

60. En laltia adz lor dist allim sumininiae, 
qne lome den qoeigoiit ki esl an Boom; 
81 depreient qoe la ettet ne ftindet» 

ne ne perissent la gent ki ens fregnndent 
Id Ion oid remainent en gnoi date. 

61. Saiojs Innocenz ert idnnc apostolie; 
a Ini repairent e li lioo e li poure, 
8i li requerent oonseil dicele cose 
qnil ont oit, ki malt les desoonfortet ; 
ne gnardent lore qne terre nes angintet 

62. Li apostolie e li emperew 

(li uns Achariea, li altie Anories ont mim) 
e tut le pople par commune orawqn 
depreient deu que conaeil lur an doins 
dicel Saint hame par qui il guariront. 

68. Co li deprient la sue pietet, 

qne lur anseinet ol poissent recourer. 
uint une uoiz ki lur ad anditet: 
^an la maisun £ulemi«:i qoereiz, 
quer iloec est et iloc le trouereiz.' 

64. Tnz sen retument sur dam Eufemien. 
alquanz li prennent fbrment a blastengcir: 
4oe8te cose nus douses nuocier; 

a tut le pople ki ert desconseilet 
tant las oelet, mult i as grant pechet' 

65. n lescondit cume dl kil nel set^ 

mais nel en creient, al herbere 8u^t alet* 
il uat auant la maisun aprester, 
forment lenquer a tuz ses menestrelsf 
icil respondent que ueuls dds nel set. 

66. Li apostolie e li empereur 
sedent es bans pensif e plurus ; 
iloc esguardent tuit eil akre seinors, 

si preient deu que conseil lur an duins 
dicel Saint hume par qui il guarirunt. 



Dm« 4ttftafiaff<f4« nux^^iur. 



67. An tan« denaütrae onni il S9«c mit sisi 
desdnret laoeme de! oors Mise Alekk, 
tut drntenieiit «n «aii en pandk 

a Bun fiemor <|iiü antii tant aerait« 
e reis delMte, to nns i fai uonir! - 

68. Li boens sergaaa kil aerndt uoleatiin, 
il le nimeal snin pedre fiofemieD; 
snef lapelet,' n li ad conseilet: 

'sire', diat il, ^mors est te» ptooenden, 
e CO sai diie qoU iat bons enstimm** 

69. ^Mnlt longament ai a Im eonnerMt; 
de nule cose certes nel sai blasmer 
e CO mcBt iiis qne co est Inme deu.' 
tut sul MO est Enfemien turnet, 

nint a snn filz on il giat snz la degiet. 

70. Le9 dras fhz leitet dam il esteit cunert, 
mt del sftin home le uis e der e bei ; 
en stim poing tint le cartre le deu serf. 
Eufemien uolt saueir quet espelt 

71. II la uolt prendra, eil ne li uolt guerpir, 
al apostolie reuint tuz esmeriz. 

'ore ai tronet co que tant auums quis; 
suz man degret gist uns merz pelerins, 
tent une cartre, mais na li puis tob'r.* 

72. Li apostolie e li empereor 

uenent deuant, ietent sei an ureisuns, 
metent lur cors en granz afOictiuns. 
^mercit, mercit, mercit, saintismes hom! 
nen coneumes net uncore nen cpnuissum.* 

73. 'Ci deuant tei eatunt dui pechethoor, 
par la deu grace nocet amperedor; 

CO est sa merci quil nus consent lonor; 
de tut cest mund sumes iugedor, 
del ton conseil sumes tut bu^uinua^' 

74. ^Cist «postolies deit les anames baiUir, 
CO est ses meaters dunt il ad a semir; 
dune li la cartre par tue mercit, 

CO nus dirrat queiiz troumt escrit, 

e CO doinst deua quor en poissam grarir.' 



%§ t)af aftfraiialfif<»e MlttiMtUh: 

75. Li apoBti^e tent sa maEm-a la cartra; 
sainz Alexis la sae li alMoet, 
lai le oonseat kt de Room esCeH piqM». 
.il Be la liit na il dedens na goardcity 
anaiit la tent ad nn boea detc 



76. Li caaealere oni fi metten an erat, 
cQ list le cartra, li altra leseakenst; 

le nnm Inr diet del pedre e de la atiedre, 
e CO lar dist, de qnela pamna il evet, 
dicele gemne qoed iloc «ni tranade. 

77. E 00 Inr diflt, «an sen fak par mer 
e cam il fbt en Alns la ekel» 

e qne limagine dens fist pnr Itii parier, 
e pnr lonor dant nes oolt anoamfanr 
sen reftiit en Borne la cket. 

78. Quant ot li pedre oo que dit ad la cwk% 
ad ambes mains derampet ea blaoce berbe» 
^e ßlz% dist il, ^cnin dolenia message] 

io atendi qnet a mei repairassesy 
par den merci qne tnn reoonfortasses.' 

79. A halte noiz prist 11 pedra a crier: 
^filz Alexis, qaels dols mest apresentetl 
malneise guarde tai faite suz raun degrßt; 
a las pecables, cam par fiii auoglet! 
tant lai nedud, si nel poi auiser!' 

80. ^Filz Alexis, de ta dolenta medraf 
tantes dolurs ad pur tei andurede 
e tantes fains e tantes oonsireres, 

e tantes lermes pur le ton cors pluredes! 
dst dols laurat en quor paracurede.' 

81. 'O filz, cui erent öaes granz ereditez, 
mes larges terres dunt io aueie asez, 
mes granz paleis de Rome la dtet! 
puis mun deces en fnsses enoret, 

et enpur tei men esteie penet.' 

82. ^Blanc ai le dief e le barbe ai oaao<te; 
ma grant honur taueie ret^rade 

et anpur tei, mais nen andes cm» ; 

si grant dolor or meet apanidel 

filz, la tue anaaa d cid ßek absohitlie !' 



9ü4 iiltfraiiiK(f4< ITfexfttffte^ M» 

88« 'Tci dUMOiit heiiM 6 VH*imi9 & poptor^ 
espede ceindra eiiroe toi ahm per, 
6 graut naisiiecle dotosee giraeriMir, 
cam fist ti» p«di« e K Mis {ünMtM, 
le gaalkim lempcradiir yortar.' 

84. *A M dsahir «tan graat p«i«pCe^ 
itts, tiea dedail par afienas torrtat 
6 diert Man ki toea doost «stra, 

qder amper sei es «n ta paiue Herberga, 
se dea plowt faroH ea ^onasaa eatra.' 

85. De la doiar qaen demenat ü pedra 
giairt ibt ii dol«, d lantendit la niedre; 
la oiat cnrante cam femme forseaede, 
batant sas pahaea, eriant, esehenelede; 
mt mort ainii lila, a teffa efaat pataiede. 



86. Chi dant 11 nit »an grnat duA demeaer, 
sam piz dabatre e aan eore daiater, 
ses Clin» derampre e ien nia maiaalar, 
aon mort aaifani da<»tira et aeoler: 
malt fnst U dnr ki QMtoaal plnrer« 

87. Trait ses cbeuek e debat sa peitriae, 

a grant duel met la sue cam medisme. 
^ filz*, dist ele^ <eum moas enhadithe! 
e io dolente^ cum par fui auogUel 
nel cannisBeie plns que unches nel uedisse.'' 

88. Plurent ei oil e sietet granz criz: 

^sempres regret, mar te portal bels filz; ^ 

e de ta medre quer aueies mercit ! 
purqujem' uedeies desirrer a murrir! 
CO est grant merneile que pietet ne ten prist.' 

89. ^A lasse mezre, cdni cn fort auenture! 
or uei io motte tute ma porteure, 

ma lunga atente a grant duel est uenude. 

purquei portal doiente, mal feude! 

CO est granz merneile que li mens qoori tant duret' 

90. ^Filz Aleadi^ anüt ona dar curage, 
com auilas tat ton gentil Haage! 

set a mei sola uala an« M» parlasses^ 

ta lasse niedre d la eeafortaases 

ki sist dolenta; ehsr fik^ bof 1 atoaes.^ 



91. 'FOx Aleu«, de la ttte mm ttaidr»] 
a quel dolor dedvot a« ta laooital 
purquem, üob^ ia te portai «d nisii uentre! 
• deos 1^ «et qne tute $m doleote, 

la maifl nerc kde pur home ae pur femne/ 

92. 'Ainz qae tei nediaie, foi nralt denmue) 
ainz qu6 ned fiisses, sin lui muh angnssoae; 
quand io nid ned, sin Ini iede e goinse* 

or te nei mort, tote en sni d^^eroee; 
00 peiset mei qne ma fiiü taat donoret»' 

93« ^SeinuTS de Rome, pnr amor den merat, 
aidiee «lei a plainte k dudl de mnn ami, 
ne puls tant faire qne mee qaora sen aasit; 
granz est U dds ki sor mai est nertiz, 
nest memcäe, nai mai» filie ne fik.' 

94. Entre le dol del pedra e de la tnedre 
nint la puloele qne il ont espusede. 
*sire', dist ela, ^cum longa deranrere 
ai atendude an la maisun tnn pedra, 
on tnn laisas dolente et eguaredef 

95. 'Sire Alexis, tanz iurs tai desirret 

e tantes feiz pur tei an luinz guardet, 
si renenisfies ta spuse conforter, 
pur felunie nient ne pur lastet!'. 

96. 'O kiers amie, de ta iuuente bela! 
CO peiset mei que si purii*at terre. 

* e gentils hom, cum dolente puis estra! 
io atendeie de te bones noueles, 
mais ore les uei si dures e si posmes.' 

97. ^O bele bnce, bei uis^ bele faitare, 
cum est mudede uostra bela £gnie! 
plus uoa amai qne nule creature» 
si grant dolnr or mest apanide, 

melz me nenist, amis, qne morte fasse.' 

98. Se io sousse la ins ens lu degrel 
on as geud de lang amfermetet, 

ia tute gent ne men sonsetit tQliier, 
qua tei ansemble nonsse eosnersel; 
si me leust) si toosse bieo guardet' 



^# aUfran|»nr4( SlfestvfIUK 



99. K>re toi io ncdiM, aii^, dkt la p«d<M^ 
^ iiMiis ledM» iMuinU) qwor ne pot estra, 
ne ia mais Ihidm nanrai an tute terre ; 
dea ssniirei, la rei ki tot gmieriMt, 
fl n^ ftUrat, aü uait qne io lui saraa.' 

100. Tant i plmat e la padra e la madra 
a ]a pokxla, qua tae ^n alaaaarant 

an tant damaatrea la aaint cors oonraiarant 
toit dl aainnr a bd laenalomarant 
com ftliz oala ki pav ftit lanoraventl 

101. «Saignora, qo» ftutas?' oo diät K i^Kwtolia, 
^qne nalt dat crit, dat del na caata noiae? 
dii Chi ae doilat, a noatros ast il goia, 
qnar par oastni aonim boen adintoria, 

. 81 li praimia qna da tnz mala noa tolgat* 

102. Treatnz U praient ki pourant ananir, 
cantant ea portant le ochts saiot Alazia 
e toit H praant qua dala aiat marck. 
nestot 8om<»idra icala ki innt oit, 

tnit i aeorant U grant a li paüt. 

103. Si sen coromonrant tota la g^nt de Rotna, 
plns tost'i umt ki plus tost i pont euire. 
par milas nies ananent ai granz turbes, 
ne reis ne qtions na poet faire antra rote, 
ne le saut cors na ponrent pasaer ultra. 

104. Entrels an prennant dl sdnor a parier: 
^grana eat la presse, nns ni poduns passer 
oest Saint oors que dens nus ad donet; 
liez est li poples ki tant lat desirret, 

tuit i acorent, nnls ne sen nolt tumer.* 

105. Cil an respond«it ki lampirie biaf^steiit: 
bereit, seninrs, ntls an querretims medne; 
de noz andrs feruns largas departies 

la main mennde-ki lalmosne desiret; 

sil nns font presse, unoores an ermes deHüres.' 

106. De kir Iresors prenent lor e largent, 
sil funt ieter denant la ponre gent. 
par ico qnident aaer dfscnmbrement; 
mais ne pnet estra, eil nen rolient nient, 
a oel Saint hume trestut est Inr talent. 



107. Ad «M iioiz Griimt k gent tMnades 
^de cest «ueir oertM nns aauitm atire; 
81 graul kdeoe nna Mt apatmd« 
dioest saini ooni qne attom attibaüade; 
par lui «iinlin m den pkifit bone »ade«' 

108. ÜDcbes fB Boifie imi out ai g^rami ledM» 
oun out le ium as poures «( aa nebas 
pur dal eaint eora qnü «nt €A Inr bailia. 
00 lur est uia «qua teogaat deu oMdiaiue; 
treatut la j^ofi» lodat deu a graeietb 

109. $atoa Alaxia out Iwne uokotet, 
poroac eu aat Ol oaat ium oneurat. 
la cora an est wi Borna la eitat 

6 lanama ea aat ai» al paradia den. 
bieo po|H Uas aatoa ohi ei ^% aloez» 

110. Ei fait ad i^hatj bien a^ pot r^oxdar« 
par penitanoa aen poit treabien aaluar» 
bries eat 4ßB secüas, plus durabia «teadaia: 
CO preiums den la aaiuta tnaÜMt^ 

que deu anaeaüsle.poiafUin el cid i^aguer^ 

111. Surx BjB Kuoglaa ne contraiz na leproa 
ne mus ue orbs na aeuls palazinua 
ensur tut ne nala langoerua^ 

nuU neu i at kin alget malendus; 
cel ^en ni at kin raport aa dolur, 

112. Ni uint amferm da nul asnfermetet, 
quant il lapelet, aemprea nen ait aanotot» 
alquant i uont/aquant se funt portar; 

ai ueirs mirades lur ad deua mualaret, 
ki uint plurant, cantant kn faili nüar» 

113. Cil dni aatttar kl lampude guuaroa^ 
qua&t il i uaient lea uertue si apartes^ 
il le receiuant, sil plfxeat e all aarueot; 
alques par pri e le phaa par podeate 
uunt en anant, ai derumpant la pveasai* 

114. Sainz Bpne£»ce qioa Ium maiik apalaiv 
aueit an Bome na eglise nult bala; 
iloec an portent daD2s Alans a -oanbea 
et attement le posent a la terre. 

felix le liu u aun aaint oora harbeijget. 



Dal altfrani»nf4e «Uiia«licl. WT 

115. La 9BMI de BMe ki <Mit loni dmnttt» 
aeat inrz le tenent aor terre a podestel. 
grant est U praaae» nal «dtott demander; 
de tates pars kint ai animoel, 

oest aoia, uadies hom ni poei habiter« 

116. AI sedme idm fat iUta la herhtrge 
a cd aaint eon a la ganme oelMte. 
ensns sentiaMnty 31 alasoat la preaae, 
Qoillent o muit ȟ laiatOit metra an terra; 
00 peiaet ela, sMia allre ae poal < 



117. Ad anoenaera) ad oriaa eaodelabcaa 
clera reneatnz aa albee et ao capea 
metent le eore ans eo aaiqpe« de marbre. 
alquant i oantstil» li pküaitf latent leniiea« 
ia k Ittr ooil de lui ne deafgaraaefPt 

118. Dor e de gemmea fut li aarqnena pares 
pnr oel aaint cora qnil i deiuent poaer; 
en terre el metent per niae poestet; 
plnrel ii poplea de Borne la dtet, 

aoz ciel nat home kia puisaet atarger. 

119. Or neatot dire del pedra e de k medra 
e de la apaae, com ü seo doloaerevt; 
qoer tuit en nnt lor oou ai atenpredea,, 
qua tuit le plainstrent e tuit le doloaerent. 
oel iurn 1 out cent mil lairmes pluredes. 



120« Beaur teere nel pcmrent maia tenir, 
uoikat o non, afl laiaaent enfodir; 
prenent conget al cbra aaint Alexis^ 
e ai li preient que dels ait mercit, 
al son seignor il lur aeit boens plaidiz. 

1^1. Yait sen li pople, le pere la media 
e la pulcela unchea ne deaeurerent; 
ansemble furent, iusqua deu sen ralerent. 
lur cnmpainie fut bone et honorethe, 
per ed aamt oors annt Itti* anamea aeümdoe. 

122. Sainz Alexis est el ciel senz dutanoe 

ensemblot deu e la compaignie as angeles, 
od la pulcela dunt il se fist si estranges; 
07 lat od sei^ ansemble sunt Inr Anamea, 
ne una aai dirre, com lor kdece est grande. 



Da« aftfran)0fif4c %Uiin$iUh. 

128. Cnm bone peiiie tau e n boen Meram 
fist oel Mint homo en oesta mortel iiidel 
quer or «st BuuuBe de g^rie replenithe; 
00 ad qnes uolt, nieiit nest a dire, 
ensor tat, e si oeit den medkme. 

124. Las malkknxy cum esmes aaogleel 

qner co Hednns, qne tuit ftunes desnez, 
de noz pecliez fames si aacombrez, 
]a drehe uide nns fant tresoWer; 
par cest samt h(»ie deussum ralmoer. 

125* Aiuns, sei^ors, cd saint home en memoria, 
si li preinns qne de toz mals nos tolget, 
es icest siede nos acat pals e glorie 
et en cel altra la jrilns dnrable glorie. 
en ipse nbe sin dimes. pat.'' fir. lun. 



Slnmerfungeiu ^ 

1, 1. al tens andenur. 2)cr mif latettrffi^fr Srt gebilbett 
Somparattt) ancianor, befonbetd in ber SSerbinfcung mit tens, tß 
nid^t feiten« 3^ ^<n bei S)te} &xam, JI., 59 aufgefötirtm dompa^ 
tatiun tiefer Slrt fieüt man noc^ bad feltner fidl^ finbenbe primur^ 
ne fu unches oi des le siede primur TCbr. 160. 

2, 2. et al Dauid unb jur Seit !Da))ibd. 9Bo bte heutige 
&ifxai)t t>or bem attrtbuttt)en ©entttt) bad !£)emonfirattt)pronom(n 
ni^t entbehren fann, genägle bcr alten @)yrai^c MS) t>{elfa(^ bcr 
blo^e Slrtifel; bem ba6 ^au))tU)ort wie ed fc^eint immer o^ne de 
folgte; li Fromont (b« L ceux de Fromont), des Jordain JBL 
840 unb 1207. 

2, 4. remanoir l^ier^ mt ^äuftg; in ber Sebeutung aufboren* 

4, 1. si out annum li pedre uhb unten 7, 1 si out num 
Alexis ; avoir nom fc^eint ba« nbHi)txt gewefen ju fein^ no(^ Ba- 
cine fagt j'ai nom Eliacin, Athal. 2, 7. 

4, 2. cone fyd de Borne. !l)ie $orm com begegnet 103, 4 
no4) einmal unb t)erbient Seac^tung, ba ftc^ fonji afr. für ben 9io^ 
mtnatit) fc^werlic^ eine anbete gorm finbct a(d ba* abgefc^liffene 
quens. 

d^s melz t>on ben SBeßen^ !Dtefer auffallenbe ®ebrauc^, bem^ 
jufolge gefd^tecfytdlDi'e gornieit mie plus., mienx bmd) älnna^me M 



8)af attfrana^fifd^e «(fsio^fteb. 209 

ärtifctt im ^Imal eine 5ßerfonaIbfjie]^ung au«brü(fcn Knnen, ip 
m(f^ fetten unb f^at ftc^ i\iemlic^ lange ermatten; noc^ Comines fagt: 
aucuns en eschapirent et les plue se perdirent. ^ad ^rot)^ 
Spanifc^e unb 3ta(ienif(^e fennt btefen ®ebrau(^ ntc^t minber al^ 
M »fr. 

ki dune i eret. (g6 tfi offenbar erent ju lefcn, 

5, 3. e deu faßt 9Rüner a(« SBorte ber Altern, fo baf ape- 
lent andui parfitement eingefcbobener Saft Ȋre unb bie birecte 
3lcbe mit ben SBorten e reis fortgefeftt n>firbe. 3c^ loffe bie SBorte 
ber @ttem erfi mit e reis beginnen. @inma( unterfci)eibet bad ®t^ 
bicbt burc^aud regelmäßig ben 9lcc. deu t)on bem 9{om« unb SSoc* 
deus; bann aber f)at meinet äBiffend apeler nie bie Sebeutung 
aufrufen in ä^nlid^en eingefc^obenen €Ä^en» kleben ber SBebeutung 
rufen fommt i^m allerbing« fel)r f)Äuftg bie t)on anreben, anrufen 
ju, boc^ faum anberd, art mit einem Slcc. bed angerebeten ®egeni» 
ftanbe^^ fo baf bie SBorte nachfolgen unb ftäufig noc^ burc^ ein 
fingefc^obened fait-il, dist-U erflirt werben^ n>ie in folgenben S3ei^ 
fpielen: 

desor la chartre s'est venus apoier, 

si en apelle £remborc et Benier: 

^sire Benier, nobiles Chevaliers.' JBl. 542« 

unb 

U Ten appelle tost et isnellement. 

^Dex', fait-il, aperes, reis gloriouz puissans/ JBl. 2448. 

6, 3. 2)er ®ebrauc^ t)on si gur QSerfniipfung beigeorbneter 
Subjecte im Slfr. ip hinlänglich befannt. ^ad) Diej ®räm. lU, 
370 foO ftc^ bie SSerfnupfung mit biefer ^artifel nur auf ©äfte mit 
gleichem ©ubject bejie^en; inbef gefiatten fie, wie ^ier, auc^ Säfte 
mit »erfd^iebenem ©ubjectv SÖteifiend ifi bie aSerbinbung eine [cici)te 
copu(atit)e, gleich lat. et, n>ie: si l'enuined iloc li prestres Sadoc 
k rei 8ur Israel, si sunerez une busine (et canetis buccina) 
Ks. 224; mais li rfegnes est de mei translatedz, si Fad mis 
fr^res (sed translatum est regnum et factum est fratris mei) 
ib. 228. ©eUner ifi ber %<iü, wo fc^ärfer getrennte Säfte bie ®er* 
Mnbung mit si gulaffen: de un poi de afaire te vienc requerre 
e pr^er, si Fme otrei (petitionem te deprecor: ne confundas fa- 
ciem meam) Bs. 229. 

6, 5. sur la cristientet, bei ben S^aufn» Dad 3^i^ort chre- 
stiener, J>rot). chrestianar, taufen (ba^er engl, to Christen) iji 

«rc^iö f. n. ®<)ta*fn. XVU. *4 



810 Da« «ltfr«iiadftt>< «Usiailic». 

^uftg« Slud) bad Subßanlfo chrestient^ finbct {t<^ neben ber g(^ 
n>6^nU(^en Sebeutung Sl^rißen^dt jutoeticn in berienigcn, bte e6 in 
unferer SteQe ^ot 

raotrier le üb baptiser et lever 

et maitre el chief sainte chrestiente. JBL 180. 

9u(^ inlat« guu>ei(en: BoUo dax cnm toto exerdtu 8uo devote 
christianitatem soscepit DC. christianitas. 

8, 5. acatet Do^ ^ort fommt 125, 3 no(^ etnma( ))or, an 
beiben SteOen in ber Sebeutung )>erf(^a{fen; e6 ifl bad heutige 
adieter. 

9, 1. de halt parentet Daf parent^ ^eute n>eib(i4) tfl, t^ 
eine Unregelmä^igfein I)ie ju ©ruube (iegenbe gorm ifl bad miat. 
parentatns, woraud fi(^ nad^ allgemeinen ®efe^en nur bie männliche 
gorm parentä entn)i(fe(n fonnte, bie afr« auc^ bie burc^au^ ^errfc^enbe 
iß, ma^renb auffaOenber Sßeife fc^on prot)* parentat jiDifc^en m&nn^ 
liebem unb toeiblid^em ®t\diU^t fc^wanft« SieDei^t ^at bie ftc^ 
Dielfac^ barbietenbe Slnalogie ber ^auptmortrr mit berfelben Snbung 
aM lau as, atis )u ®ef4^(e(^tdänberung t>erfu^rt 3^ bemerfen iß 
jieboc^, bap ftc^ an^ afr. bei @ubfldnt{t)en, bie auf tat atus ^tn^ 
weifen, bad weibliche ®ef(^{e<^t Dorfinbet; fo nennt Diea Ju Leod. 
21, 2 eyesch^, duch^, comt^ au(^ nM weiblid) ; (e^tered ^ot biefe0 
Oefc^Icc^t in la Franche-Comt^ befanntlic^ bi^ ^eute bewahrt. • 

13, 4. mostret ueritet unb 15, 1 quant sa raisun li ad 
tute mustrethe. 3n ber Sebeutung fagen, mitteilen ifl afr. mon- 
strer ^e^r nblii), ba^er auc^ gerabeju mit dire gufammengeflellt: 
fi^re reieon lor a dite et mostr^. GOR. 348. 

14, 1. oz mei, l^öre midf. Sine feltene gorm bed Smpcra^ 
tit>d neben ber gen>ö^nlicben oi, ba oz,, os fonfl nur ber gmeiten 
q?erfon ^4Jraf. jufommt^ ©n anbered öeifpiel ifl GOR. 360: 

li uns a Fautre Ta pris ä regreter: 
'oz del deable, com 11 set sermoner.' 

14, 3. nen a parfit amor, in biefer SBelt giebt e^ feine t)oII^ 
fommene iitbt^ nen fie^t ^ier nic^t für ne en, ba en jebed bcnf^ 
baren Sejugee entbehren würbe, fonbern t)ertritt nat^ einem eigcm 
t^ümlic^en ®ebrauc^ bie einfache Slegationj »eitere 33eifpielc bei 
3)ieg ®ram. III, 403 »nm* 

ioes. g6 ifi icest gu lefen* 
. parfit amor. 2)ie alte Sprache erfannte bem tontofen e t)or 



Da» filtfranadnf^e 9l(esitt»(U^. 911 

folgenbttn Socal ^&ufig t>oOe ®e(tung na, toit unten 37, 5 de el»; 
öfter fanb leboc^ mfe ^eute Slifton ^att, bie {t(^ nt^t feiten au^ 
auf bie @(^reibung erfhedte; parfit ifl bemnac^ noeiblic^e ^orm, nic^t 
tttoa amor ald ni&nn(t(^ gu faffen. Setfpiele mie .nul alme (nnlle 
äme), tut iniquit^, k cel ure finb äberaud ^Auftg; berfetben SBer^ 
fürjung unterliegt ber unbeflimmte Slrttfel »ie in uneioe; no(^ bei 
Marot: un aatre asnour fai de moy aperceue, un ombre unb 
\on% (Sbenfo fpan« un arma flatt una arma. 

15, 2, DaJ aieriue feiner Sraut ben 3)egengurtel jugieic^ 
mit bem SRinge öberreic||t, iji ein 3u9/ ^^n «nfer ®ebic^t mit me^* 
reren lateinifc^en Bearbeitungen ber ®age gemein f}at'y bei ben 93oU 
lanbiften, (Wafmann, Slleriue) lautet bie betreffenbe @teBe: deinde 
tradidit ei annuluin suum aureum et rendam i. e. caput baltei 
quo cingebatur. Btait bed auffadenbcn renda, bad t)ieQeid^t eine 
^{ac^btlbung bed frang« 3Borted ifi, ifl ber gen>6^n(i(^e mlat« 9iMf 
imä ringa, beutf^ien Urfprungd» 

15, 5. ensur nuit. !Die S&^igfeit, mit en ^rdpofitionaljU' 
fammenfe^ungen ju bitben, befa^ bie alte Sprache in ^ö^erem ®rabe 
atö bie heutige , meiere bie bamit gebilbeten $r&pofttionen bid auf 
n)enige aufgegeben l^at« !Die 3ufammenfe^ungen t)on in mit pro 
unb mit super, supra, befonberd bie mit pro, grl)5ren nur ber iU 
tefien @))rad[)))eriobe an unb fc^einen im Branj* überhaupt nie rec^t 
Sßurgel gefaxt ju ^aben« Unfer ®ebi(^t bietet ensur fonß %\o6), in 
ben Pass. ftnbet ftc^ öfter ensobre, in Kd. ensurquetut. 9luc^ 
empur begegnet öfter, fo 44, 4; 81, 5, ©in fpäteree 93eifpiel: li 
miens coÄ est tenus en por oil Am. 1125; für bad $ro)>, ton* 
tetz cascus yostr' aventura emper se Jfr. 78, b. 

17, !• Der ©inn fann nur fein : gerabe am ©ejiabe »ar eine 
f^öne 6tabt, bort lanbet wo^Ibel^alten bae ga^rgeug* aber toit 
txttaxt jlc^ babei co? @elb|i wenn man hinter lice ein Äomma feftt 
unb CO fut citet mult bele ald eingefcfeobenen @aft betrachtet, ifl 
biefe« SlBörtd^en einer paffenben Ueberfeftung ^inberli(^, 

18, 1. Alsis, »ad für eine ©tabt? Dbm^l bie (ginjel^eiten 
nii)t in atten fünften übereinjiimmen, fo tt>irb t>odi fonfi in allen 
Bearbeitungen ber aieriuöfage Edessa atö bie Stabt angegeben, in 
ml^tx flc^ ber SSorfaD mit bem ©ilbe ereignete* 

19, 5. pur nul auer. ©infamer unb treffenber tt>firbe ber 
Sirin be» SSerfe« burd) par nul auer begeic^net, burc^ feinen ©ejift 

14* 



212 2)a9 altfran)6fif(^e fUniniUt^, 

»in er beiailiflt fein. 6« »äre t>M ein »eifpiel »on bet befanntfi«^ 
fc^on in lat. Urfunben früher Sa^r^unberte ^auftgen aSerwec^fclunä 
))on per unb pro, bie an^ in bad Stomantfc^e übergegangen i^ 
unb jlc^ im granj. in einzelnen Buf^n^inenfe^ungen noc^ bid ijtm 
erhalten l)at.' ^ier nod^ einige »eifpiele: purvers (fiatt pervers) 
Rs. 208, apurtenance ib. 150, Merob pur nuin fiatt ted häufigen 
par nom ib. 71, que je ne Taille por le paÄ cerchier JBl. 2396. 
no uolt estra ancumbret, ein Seleg fär ba^ Sltter bed ®ttiijM, 
ta ftcb bie jum 3ci^<>i^^ ge^orenbe Negation fc^on frübjeitig in ne 
abfd^liff unb in ber ^ooümn gorm non fonfi nur in ben ©traf bw* 
ger @iDen unb in bem Siebe auf bie ^eilige Suialia t)orfonintt* 

22, 5. graime. !Dad ^eute aud ber Sprache ))erfcbn)unbent, 
)oon bem a^b« gram flammenbe Slbieclit) graim mit feinen SIMei^ 

# tungen gramir, engramir, gramoyer unb anberen iji afr» giemli(|| 
^l^äufig ; neben ber Sebeutung betrübt, »elc^e unferer SteHe gulommt, 

l^at ed noc^ bie ))on unn)iOig; erjümt, in SSerbinbungen toit grams 

et iriez, iri^ et engrami. 

23, 1. se offenbar in ses gu beffern* 

23, 5. naconurent. 2)er @d)reiber l^atte nanconurent ge» 
fc^riebeU; aber bad n hinter a audgelöfcbt, fo bap bie ^anbfc^iift 
na conurent bietet» TlMn l)at bad noc^ beutlid^ erfennbare n mie^ 
ber aufgenommen unb tieft nan conurent; inbep bleibt in biefem 
gaUe bie ©d)tt>ierigfeit ber 5ßartifel en i^ren Segug an}Utt)eifen; 
benn n>enn biefe auc^ oft anticipirenb auf einen folgenben ®enitiv 
ge^t ober auf einen t)orf)erge^enben gurüdweifi (wie hinten 51, 2 
dunt 8un cors an sustint), fo liefe fi^ boc^ f(^mer(i(^ t^re Se^ 
gie^ung auf ben Slcc sum uis ne sum semblant recbtfertigem 3)ad 
3eittt)ort aconoistre fann ii) gtoar nic^t burc^ Seifpiefe belegen; 
bod) fann bie 9»6gli(^f eit feiner Srijienj feinem 3«>eifel unterliegen; 
verbürgt n>irb e6 iibrigend burc^ pro))* aeonaysser. 

24, 1. 34) faffe des aW Gonjunction fiatt des que: fdtbetn 
Sileriue (tnxi) Sntbe^rungen) feinen Äorper geanbert l^atte, erfannten 
i^n bie !t)iener nicbt* !Die audfc^lieflic^ prapofttionede 9{atur t)cn 
des gefiattet faum eine anbere Sluffaffung; auc^ barf bad fe^Ienbe 
que bei ber grei^eit, bd gen>iifen 6on|unctionen biefeö SOSort au^gu* 
laffen, faum befremben; fiatt bed begreiflich naf)e t)ertt)anbten tempc* 
raten puis que ftnbet ftc^ ^ii)t feiten puis: car ferit ni residat 
m'as, pos m'avias asegurat (bap bu mi(^ gefcfelagen unb aufgf 



Da» aftfrans^nf^e fLU^in^litl. 913 

tütdt ^afl, nac^bem tu mii) flehet gemacht ^atttfl) Jfr. 83b unb 
fonft. 

25, l. ne nel unt anterciet, fic ^abm l^n nic^t crfannt. 
3n bicfcr ©cbcutung finbct fic^ entercier unb fein (Sompojitum ren- 
tercier ni^t feiten. Urfprünflli(^ bejefc^net entercier eine (jefioblenc 
©at^e mit Sefc^lag belegen unb in tie i&änbe eine« britten über/ 
antn)orien^ um fte baburd^ ju reclamiren; t)on m(at« intertiare, nic^t 
wie ein franj* ©prac^forfc^er will, t>on intercedere, gletcf^fam gegen 
ben Sejift ber gefio^Ienen ©a(^e einfc^reiten* 3n biefer iuriflifc^en 
Sebeutung f^at ia» SBort t)or^anbene Silbungen noie entercement, 
enterceur loeranlaßt* SBergL no(^ Diej SBörterbucb p. 616. 

25, 5. firet, baö tat, fecerat, tim nur ben Ältejien Bpxai)^ 
benfmälem eigene gorm für ba« ?ßr4teritum, ba bad lat. ^ludquam* 
l>erfectum be« Snbicatit)«; fc^on frü^ burc^ bic mit bem ^ilf«jeitn>ort ^ 
gebilbete gorm erfe^t^ nur furje 3^'^ ben 2)ienfl M ^erfecte mit 
»erfa^. Da« S^ä^ere bei Diej: ßtoti altromanifc^e ©ebic^jte p. 3- 

27, 5. ia mais nierc lede. 3)ie auf lat* ero l^inweifenbe 
guturform ere für bie-^rfie unb ert, ere für bie britte ^erfon ©ing* 
neben ber üblichem gufammengefe^ten gorm serai ifl befannt genug; 
ju merfen ifl nyr bie ©nbung c, bie fxd) auc^ anbenveitig nlc^t feU 
ten finbet unb befonber« bem picarbifc^en 3)ialect eigent^ümlic^ 
f^eint. ®o flnben fic^ peuc (je peux), seuc (je sus), euc (j'eue), 
faic (je fais), moerc (je meurs) unb befonber« oft bei t)orl)erge/ 
lienber SRafalitüt wie renc, preng, plaing, crieng, vieno. 

nul ert. 6« ifi xoofjl unbebenflic^ nü ert, ni lert ju fc^reiben» 

28, 3. nelil tt)ol)I t)erfd!)rieben flatt neul. 

29, 4. sas, l^eute sacs. iftad) einer allgemeinen Siegel faOen 
afr. t)or flerit)if(^em s bie mutae gewöfenlid^ au«, 3n 93egug f)ier/ 
auf eine binbenbe Siegel aufjufleUen, ifl bei bem @(^u>anfen ber 
Schreibung in ben alten Xerten bebenflic^, Burguy, gramm. de 
la langue d'ofl I, 85 bemerft, in ber Altefien ©pra^periobe ^aben 
bie @ubftantit)a auf 'c , d , f , p ben 9lom* ©ing* unb 2lcc. ?piur* 
regelmäßig burc^ Sln^ängung t>on s gebilbet, unb erft mit bem Se^ 
ginn be« 13* Sa^r^unbert« fei ber 8lu«fan biefer ßonfonanten »or 
flieritiifc^em s eingetreten, 3)ie allgemeine Slid^tigfeit biefer 9Reinung 
wirb nic^t in äibrebe gefieUt werben fonnen, aüein nic^t ohne ben 
aSorbe^alt ga^Ireic^er au«nal)men, Unfer ®ebic^t bietet aufer sas 
noc^ sers (25, 3), dras (70, 1), bries (110, 8)5 aber auc^ in 



214 Da« oltfrangdfif^c fffesinSUefe. 

onbfren 35enfmaifrn tfl biffc Äegri Wnc^töcg^ genau befolgt; bic 
Rs. bieten dras unb bu^s al« fie^enbe %oxm, cers, t>on cerf, p. 240, 
bad 9lo(anbd(teb cols p. 52 neben bem freiließ ^iufigeren colps. 

cortines deramedes, ni^^t der amedes n>te bei 9K0rr* fßm 
lat ramus fiammenb (pxo'o. ramar, ftcft belauben) ^at deeramer, 
prot)* desramar, gun&^ß bie Sebeutung be« goubee berauben, 
»orau« ftc^ bie t)Ott jerfiören, t)erni(l^ten, geneiften entwirfelte» aSgL 
il no TaaBeron deramar, mais aura sort an agitad Pass. 68. 

29, 5. atumede. Sed Serfed wegen tfl turnede gu [(^reiben. 
a3a||rf(6ein(t(^ mürbe ber Schreiber burcb bad illj^m im ®ebft(|ftnt| 
gebliebene atumat von 28, 4 ju ber SBem>e(^felung t)erfii^rt, bie 
um fo leichter toax, ale atumer in ber biefer @teOe {ufornmenbcn 
Sebeutung au^erorbcntlic^ gen^ö^ntic^ iH. 
» 30, 1. dd dael sasist la medre iusque a terre, ))erg(* M 
fonfl toörtlti^ entfpre(^enbe vor rmmaht si nider saz bei 3)^afmann 
p. 50. 

37, 2, & t)erbreitet fi^ bie Siebe bur(^ ba6 ganje Sant. 
exemple bebeutete früher nic^t blod SBetfptef, fonbem aud^ l^auftg 
eine*@rga^Iung mit moralifdjer Stu^antoenbung, 8e^re* Äuc^ bö« 
^ro\)* fannte biefen ®ebrau^: 

vers es Peixamples de Bainart: 
tals se caida chalfar qoi s'art. 

gfir bad grang* biene aW SBeifpiel eine 6teDe aud bem Bomans 
des sept sages ed. Keller p. 65 : 

qnant li rois cest example oi, 

sachois que pas ne sesioi, 

»0 von einer jener (grgfi^Iungen bie Siebe ifl^ burcli bie ber Äönig 
balb bejiimmt »irb, ben Sefe^f jur S^öbtung feine« @o^ne0 ju ge^ 
ben, balb i^n gurudgune^mem ®o fommt auc^ noc^ ^eute im Qpo^ 
nifd&en bem 2lbj[ectit) ejemplar bie 93ebeutung le^rreic^, moralifc^ ju. 
88, 3. nen reuoil ancumbrer. nen flatt nem, ne me. @d 
ijl eine ®gentf)ümlic|)feit in ber ®prad[)e M Oebic^ted, baf b« 
S5u(i^flabe m, befonberd bad aud me entjianbene 5ßronominalaf|ir 
jic^ oft in n abf(^Ieift, eine ©rfAeinung, beren^ Srflärung fc^tDicrij; 
fein burfte; vergf. unten 42, 4 unb 5; 78, 5; 94, 5; 108, 2 {cun 
fitatt comme). Umgefel^rt tritt aber aucl& ber %aü tin, baf fl(^ floit 
bed gu erwartenben n ein m geigt, xoit lern 47/5, sam 70, 3 unfc 
85, 5 unb fonfi« 



2>a« aUfxan^bUfdft KfesitUfiet. 215 

38, 5. edrers. ®erabe jum Ufer fftl^rtc iffn fein ©ang gururf* 
@o t>erfiel^c i^ tt>fntfljlfn« edrers. ^a^ afn errer cntflanb na* 
DIcj SBöttefb* p. 619 aue lau iterare, bad fc|>on bei Venant. 
Fortun. in ber Sebeutong reifen t)orfommt, ba^er bie t)on Dieg otd 
altejic begeic^netc gorm edrar mit noc^ feflge^aUenem 3ungen(aut; 
i^r entfpric^t genau edrer mit frang. SnftnititJenbung. 

40, 5. del honur. DieÄ ifl bie @(^reibung ber ^anbfc^rift 
unb i^ i)abt fte btobaiittt, o6g(ei4^ bad n>eibli(be honur rigentlid^ 
de rhonur gu [((^reiben aufforbert, tt)ie e« Seffer in TCbr. 89 t^ut» 
3nbef finbet {t(|^ del Patt de V t>or n>eibli(^en @ubfiantit)en mit 
9}ocaI fo l^iufig; baf ic^ fein 33ebenfen trug, ber ^anbf4)rift gu 
folgen» !Der ®enitit) del aliance, del espalde, del arche, del esli- 
ture unb ^atm tt>ie al ure jinb unter älnberen in ben Ks. etn>a6 
fo ®mihnli^tp, baf ed feined ditaM bebarf. 

41, 1. !Die ^anbfc^rtft ^at bels sire unb über sire reis; ic^ 
l^abe bad (entere aufgenommen/ bad' o^ne^in bem Steutrum beffer 
cntfpricbt« 

41, 4. poeste mit bem iton auf ber »orleftten Silbe* SSon 
tiefer grei^eit, bei gewiffen SBörtern au« metrifc^en ©rünben ben 
äccent gururfjugie^en, mac^t ba« Oebic^t nocfe mehrere ÜJiale ®e^ 
brauch, fo pou^rte 50, 3; 53, 2; 84, 1 unb pod^ste noc^ 113, 4 
neben podest^t unb poest^t 115, 2 unb 118, 3. I>ie ^at)l biefer 
SBorter f^eint nur eine befc^ränfte gu fein, ba man au^er ben auc^ 
fonji ^äuftg üorfommenben povret^ unb poest^ nur wenig Seifpiele 
finben tt)irb* 35enn ba« oft tjorfinblic^e abes im 9?om/ neben bem 
^(c. ab^ tt)irb, af« au« lat, abbas fiammenb, al« ©ubftantio mit 
fortrörfenbem 2lccent gu betra^^ten fein, unb ba« ebenfall« nicfct feltenc 
ätjectit) Öse (culvert paien, cum tus unkes si os Rd. 89) neben 
ose tt)eifi entfc^ifben auf lat» ausus gurüd , wd^renb os^ ba« au« 
bem romanifc^en ß^itwort geflioffene ?Particip ifi. 

42, 1. nepurhuec unb nonpurhuec, nic^t«be|ion)eniger, au« 
purhuec mit bet SRegation gebilbet, -wie ba« l^äufigere öleicf^bebeu^ 
tenbe neporquant mit feinen 9?ebenformen» 

43, 2. cointe in feiner bem fat* ©t^iiton cognitus nd^er lie^ 
genben ©ebeutung : befannt mir, au« welcher ft^ fpater bie Sebeutung 
anmutl^ig entn>i(felte. !Die (Sonfiruetion mit de finbet ft(^ a\x6) fonft 
noc^, cuinte de parole (prudens in verbis) Es. 60. 3)iefelbe 
SJebeutung t)at auc^ ba« afr. ^auftgc ßeitwort acuinter, mittl)eilen; 



316 Z)a« altfranaöfif^e 9lf(X<tt0Ucb. 

nuls n'est ki rien me vuille acuinter Bs, 86 ; et une chose bien 
V08 doi acointier GOR. 83. 

43, 3. naltra pur altre, eine ©träfe um bie anbere; in bb 
fem Sinne finbet ftc^ pour and) fonfl: vers les anfans pas por 
pas en ala Am. 2988. 9Bad aber ifi ant ber ®(S)xdbvinQ naltn 
3U machen? 

45, 1. le damor. !£)er SIrttfel le fiatt la, ber befonberd ben 
norbfranj« SRunbarten eigen fd^eint, fommt nodi einigemal i>ox, fo 
48, 1; 70, 3 u» [• tt)* 2)te Serbunfelung M a in e bt^d^thnb 
fic^ äbrigend nic^t auf ben Slrtifel, fonbem erflredt ftc^ anä) auf 
bad Särtt)ort unb ergeugt neben la, ma, ta, sa bie formen le, me, 
te, 86 ; [p 86 iniquit^ Ks. 12; me afHictiun ßs. 207; tute se 
08t Rs. 127; roi8 fait le (ta fille) ardoir, la poudre en soit 
vent^e Am. 732, too ber Herausgeber ftc^ bte unnot^ige 3Rü§€ 
mac^t le in la ju corrigiren« 

46, 2. au(^ in anberen Bearbeitungen ber Sage t)frfprid)t 
ber Äaifer bie grei^eit, »i^renb fonfl nur ber ®oIbfpenbc gebaut 
wirb* @o bei SWafmann: 

testor et non pejero oesaris salutem 
quod de servo liberum tali pacto mutem. 

46, 4. as me, me voilä. 2)ad auS fat* ecce entfianfccne 
romanifc^e SQBort fiellt jltfc unter fe^r üerfc^iebenen gormen bar, bie 
ftc^ burc^ bie ©emination mit lat. vide nod^ meieren; neben ben 
gewö^nfidjen ez, es, este, est (oben 37, 2) finbet jtc^ ani) feltencr 
as: Franceis se taisent, as-les-vus aquisez Rd. 11; ebenbafelbfi 
17 unb öfter* 

46, 5. !Die ^anbfc^rifi ^at an ferai mit bajn>ifc^en überge^ 
fc^riebenem so (an •* ferai). tt)onad& üRüUer an so ferai ebirt; o^nt 
3n>eifel ift an soferai lahan gu Icfen» ©elbji mnn man pc^ so 
Patt CO gefallen laffen wollte, würbe ber ©inn fein befricbigenbtr 
fein, ba faire Fahan fc||tt)erlic^ gefagt würbe« 3c^ überfefte: um 
ber Siebe gu bir wfflen, werbe ic^ bie SKü^waltung erbulbcn b, L 
fiberne^mem sufrir l'^ian iji genau ba6 l^eutige souffrir la peine, 
fo li cuens Guillaumes i soffri granz ahans GOR. 215. lieber 
bie neben ber gewöl^nlic^en 93ebeutung Äummer, SWu^e ft(& »orftn* 
benbe M fßlural ahans afö bebaute gelber ^ergl. !Diej SOBörterb. 
p. 5, woju ji^ bad 3^i^tt)ort ahaner, anbauen, pflanjen peHt: mar 



entrastes es föves, li poures hom les avoit ahan^s 60B. 403; 
si les ont entasa^ com garbe k ahanier Alix. 469. 

48, 3. aviser l^at afr, bic Setcutung bcmrtfm unb ertennen; 
ald btmtxfm ^at cd fldi noc^ 6id licute crl|^altm in bem famiU&ren 
je Favisai dans la foule, Academ. 

48, 4. Statt nelf ip augenf(^einlid!i nels gu (efen; bie SSeti^ 
)9(c^fe{ung t)on f ünb s ftnbet ftc|i no(() 70, 1, mo suz ßait fuz 
ju (efcn i% StuffaUcnb tfi nur eis atö 9tomtndtit> für bad ficl^enbe 
3, gerabe toit 100, 5 cels a(d 9{ominattiD fiatt eil eintritt« !Darf 
man eis unb cels offnt äBcitered a(d feltene 9{pminatit>fonnm neben 
il unb, eil betrachten, ober flnb fie aW blofc aSerwec^ feiung ber Sa* 
fu0 anjufel^en wie beim ©ubftantit)? gajl f4>eint bad gefttere, totnn 
man bebenft, n>ie ber fa[f(|^e Safudgebrauc^ be6 @ubflantit)d*au(^ 
für ben bem ?ßronomen loerwanbten Slrtifel bie SJerwecftfelung t>on 
Sominatit) ünb Slccufatit> l&erbeifül)rt« ©afte n)ie v^ud avum li 
(fiatt le) orguillus reis Carles Rd. 121, ki puis v^ist li (flatt 
les) chevaler d'Arabe Rd. 134 jtnb nic&td »eniger al« feiten unb 
jcigcn für ben ärtifel biefelbe Srfciieinung, bie ^ier bei bem ^-ßrono^ 
men auftritt* 

49, 3. eil fiatt bed gen)öt)nli(^en el, lat, aliud, mit bip^t^on^ 
gittern e toit adeis flatt ades, anceisur, fideilz (59, 4). . 

50, 1. nate, aM laU matta, beffen m fc^on fe^r früf) ju n 
mürbe, tt)ie bie ©teile in Gregor v. Tours jeigt: illud quod in- 
textis junci virguHs fieri solet, quas vulgo nattas vocant, citirt 
in !Diej SBorterb, p. 695. 

50, 2, relef, miat« relevium, gun&c^fi bie ?lbgabe, bie bem 
Je^ndl^erm \>on bemjenigen gufam, ber bad burc^ S^DbedfaÖ erlebigtc 
Se^en erl^ielt, unb übertragen bie SSele^nung mit einem erlebigten 
?e^en; fo in ben ®efe$en SOBilbelln^ bce Sroberer«: de relief al 
cunte que al rei afiert. 3)ie anbere unferer Stelle jufommenbe 
Sebeutung Ueberbleibfel, 2lb^ub be^ ÜJial)tee, erifiirt noc^ ^eute in 
relief; ein »eiteret afr* »eifpiel in Am, 2182: 

de son avoir un hospital me face, 
et si m'otroit le relief de sa table. 
^rot>« releu in gleicher S9ebeutung, t)ergL LR. releu. 
51#3. lui en einftlbig gu lefen wie oben 20, 5* 

51, 4. musgode, ©ci^ttjelgerei* 2)ad SBort fenne ii) au0 
anbeten Seifpielen nic^t» Ueber afr, goder, jec|)en unb anbere ba^ 



Itin Da« altfrana^fifc^c 9(les<u«ffe^ 

mit gufdmmenljÄngenbc SBilbungcit \)erflL 3)lfi\ SBöttett, p. 645 \w 
itx goda. 3fi in ©ejug auf He erfte @«be an attgelf» moth, enjl 
month }u benfen? 

52, 2. ax^omunier, nic^t n>{e bei WäOer a comunier. aco- 
munier neben comunier auc^ fonf): oent lur messe» e snot aca- 
miniez Bd. 149 ; del pain que j'ai fust acomenianz GOR. 236. 

52, 4. eflTorcer \)at einen großen S^^eil feinet i^m frfi^ j«'- 
fommenben ©ebeutungen aufgegeben. 3nttnnitHt) bejei^nete c« junfl)' 
men, Parf »erben: li emfts de membres esfbr^a Hav. 150; in 
tranfftitjem Sinne gunSd^fi fiarf mad^en, befeHigen : K reis prist la 
cited e mult la esfor^ad e Jerusalem Tapelad Rs. 137; ffinfr 
gtt>ingen, nötl^fgen (fe^r gen)8l)nllc^)5 entließ bejn>ingen: croixne 
puet estre efforci^e Roqf. eflforci^. äln ben tranfitiven ®fhaii4 
fnflpft fl(^ ber refleritje, »ie in unferer ©teile* 

53, 2. Die gewöhnliche SSebeutung \)on deduire pw. unt 
afr, ifi ergoßen; in unferem Oebic^t f)ai bad SBort, bne noc^ 50,3; 
84, 2; 91, 2 t)orfommt; bie urfprängli*ere, bem lat ducere (aeta- 
teiA in litteris ducere) entfprec^enbe Sebeutung jubringen, aud tfr 
ficft bann ber ©egriff, feine 3rit angenehm jubringen, ficb ergojen, 
let^t entn)l(felte; se deduire unten 84, 2 in ber Sebeutung M 
^infc(|Ieppen,'fonfi ^ei^t e6 ft(^ betragen: io susciterai k mun oes 
pruveire fedeil ki sulunc mun quer se d^duirra Rs. 10. 

56, 3. angreger, bad {)eutige rengr^ger t)on lat. gravis, 
gleiAfam ingraviare mit bem befannten (Eintreten t)on j jiatt hu 
tt)ie in aD^ger, abr^ger. Daneben bie bem laU ©t^mon nd^er p 
l^enbe, au6 grief gebilbete gorm agrever: dune agreva Deus sa 
mainRs. 18. 3n Rd. 85 ftnbet |i* agreger, agraver unten 58,4. 

57, 1. ence, bie ältefie Sorm für bad l^cutige encre, no(| 
oftne bad unorganift^e r, ba ba6 S33ort t)on eyxavazov fommt, 3)ta 
aaSörterb, p. 193. 

58, 2. usque. Der afr* ®ebrau(^ toon jusque für jasopi 
ce que ifi befannt; n?ic^tig iji ^ier nur bie S^tm usque neben btin 
aud lat* deusque gejiojfenen dusque, jusque; jle ifl nur ben aIt^ 
flen ©prad^benfmälern eigen unb finbet ftcb noc^ in Päss. 96. 

58, 4. Dad lat. appropinquare finbet fid) prot). unb flfc 
burc^ gtt)ei aud lat. prope fiammenbe 2B6rter erfe^t, ba6 (»6 pro- 
pius (propiare, jt(^ nü^em, fc^on im 5* 3al^r]^* Diej SBorterb. p 
710) gefloffene prot>. apropchar, afr. aprocer, unb bad au6 pros* 



mus (approximare, näf)t fommen; bri TertulKan) entflankenc 'pro'o* 
aprosmar, afr« aproismer. 

59, 4. amuiet. ©n fd^wetc« SBort, ba« ct^molofjffdl^ gunÄcfefl 
auf \aU mutare ^Inn^etfi, wie commuer, remuer (remuier Rs. 364). 
Doc^ »clc^e ©ebeutung I)Stte ein fotc^ee amuier? tölit bfmfdbm 
Siechte n>ie an mutare barf an laU mutus gebac^t iverben, bad in 
bcr Zf)at j)rot>. ein 3^l*tt)ort mutir unb afr* amuir abgefegt \)ai 
(Hylaire de licestre ueimes amuir TCbr. 93), unb ein 93erb 
amuier mä) ber erflen Sonjugation t)an biefem Sh;mon n>Sre m^ 
nigfleitö fe^r feicfct benfbar, obgleich ic^ ed nid^t belegen fann, 3«* 
bef aud^ gegen biefe Ableitung fprlt^t ber Sinn ber Stelle, «»elc^e 
augenfc^emllc^ eine anbere Sebeutung tjerlangt, @6 barf loieBeld&t 
an gofgenbed gebadet »erben. Da^ 3^ltiDort muer mit feinen S^* 
fammenfe^ungen ifi aüerbingd . au6 lat. mutare gesoffen; jeboc^ 
fc{)eint ftd^ in einjelnen (Sompofltionen fc^on frfl^ bet lantliii) na^e 
Hegenbe Segriff movere elngefd^Ilt^en ju ^aben, unb bei remuer 
menigjlend fann tro$ ber SSe^auptung t)on 3)lej SBorterb. p. 693 
unter muer bie bem laU removere, auferre genau entfprecbenbe 93e* 
beutung nicbt geleugnet werben j ^ler nur einige ©etege : pur <?o re- 
muad le cors d^s le chemin (et amovit Amasam de via) Rs. 
199; ne volt fouir diluec ne remuer GOR. 191; que le rfegne 
seit del tut remued de Saül (ut transfefatur regnum de domo 
Saiil) Rs. 129. Jpiemac^ würbe ftrf) amuer in ber Sebcutung \)on 
Int. admovere faffen laffen , unb ber Sinn w&re : auf ben ©efebt 
Ootte«, ber (i^m) feine ®I4ubigen ade tjerfammelt \)aU 3n ber 
S^at ifi ber Segriff einer ja^lreic^eu SBerfammlung ber Stelle wU* 
fommen angemejfen unb wirb burc^ bie folgenben 98erfe gefifltit. 
?lngefü^rt mag nod) werben, baf in anberen Bearbeitungen ber Sage 
an ber betreffenben Stelle einer großen SWenfc^enmenge oft (Srwa^* 
nung gefc|)iel^t; t)ergl. bei SWafmann: 

an eime sunnentage daz 

geschach, dö in der kirchen was 
* allez volc gemeine. 



ferner: 
unb: 



daz volc was gesamt 

ze hoerene der messe amt. 



daz münster daz was liute vol. 
60, 2. an Rome. 3)er Unterf(^ieb, ben bie heutige ^pta^t 



290 ^ 2)a< atifrans6nrd^e 9llesfu«neb. 

jmifi^eii en unb i bei ben Warnen ber ?*nbet unb ©tibtc mai^t, 
ifl ber alten Sprache jtemlic^ freinb; bei Stäbtenamen treten afr. 
betbe ^rApoftttonen o\)nt n)efent(tc^en Unterfc^ieb auf, unb en fc^cint 
foflar in ber älteflen 3«t ba« Uebli4>ere flen)efen ju fein; menigflen« 
ifl ed in ben Rs. bad entfc^ieben Uebern)iegenbe unb auc|| ffir unfn 
iDenfmat liefert eine genauere Beobachtung bad gteicfie @rgebnif« 

60, 5. lun offenbar in lunt gu beffeni, toit Qi, 4. 

61, 3. lieber ben ^aU ber ^erfon unb Slcc* ber ©acf^e W 
3eittt)irtem bed Sitten^, ^rbemd unb fragend ira 81fr» (neufranj. 
erl^alten bei demander) t)ergL 3)iej Oramm, III, 119. 

65, 1. e^ ip ki flatt kil gu lefen: er weifl bie Sefi^ulbigung 
juräd tolt 3emanb, ber t>on Wic^td n>eif. !Der (Stbranif bed ^o 
monflratit)6 mit folgenbem 9te(atit)pronomen flatt eine6 unbefitmmten 
%&xtoottt^, toxt f)itt, iß Prot)* unb afr. fe^r gewö^nlit^. 

65, 4. menestrels, 3)iener, in feinem bem tat* (Stinten ju* 
nac^fi entfprec^enbem Sinne, wefd&er fd^on fru^ t>or ber 95ebeutung 
6piefmann, 8ufligma*er jurüdftrat* 

66, 3. tuit eil altre seinors. Die Seb^aftigfeit unb Slnfcb^u- 
lic^feit M audbruded führte im 9lfr. gu einem ungleich audgebe^« 
teren ®ebrau(^ bed Denionflratit)^ ald e6 in ber neuen Sprache ber 
%aü ifl; feine SteOe ifl nidj^t b(o$ bei ber ($m)&^nung f(^on frübrt 
genannter ®egenflAnbe, cd bient au^, befonberd bei epifc^en ®(^i(' 
berungen, gur SSejeic^nung oft »ieberfe^renber, mel^r ober weniger 
allgemeiner, bem Sefer aW befannt t>oraudgefe0ter ©egriffe; ber tjer* 
fc^wenberifcbe Oebrauc^ briidft ba« Pronomen in folcben gäflen fofl 
gur ®e(tung bed blofen Slrtifetö ^erab« ^m Slnfc^auung mögen 
folgenbe auf bad ©erat^etoo^I aM bem 9ioIanb6(iebe genommenen 
©tetten bienen: 

. Franceis i ferent par vigur e par ire, 
tretacfaent ces poinz, ces costez, ces eschines, 
ces vestemenz ^entresque as chars vives . . . 

unb 

Luisent eil elme as perres d'or gemraees 
e oes escuz e cez bronies safrees 
e ces espiez, ces enseignes fermees; 
sunent cez greisles .... 

67, 1 u» 100, 3. an tant dementres, ingwifc^en, mit abunbirenfc 
eingefcftobenem tant fiatt M gen)öl^nli(^en endementre mit feinen 
^Dielfad^en 9lebenformen, worüber !X)ieg äBorterb. p. 224 unter mentre. 



a)a« aftfranaöfifc^e Sllesinllieb. 121 

68, 3. si li ad oonseilet» unb er f)at ifftn }UgefIäflert. con* 
seiller f)at ofr. neben ber ©ebeutung ratzen nid^t feiten bie t>on 
^alblaut fprec^en^ fififlem« <So enz en ForeiUe li conseilla souef 
Amr. 345, ein SSerd, ber ftc^ in biefer fiereotJs>))en gorm in afr* ro- 
mans oft n>ieber^olt« 3u merfen i^, ba| aud) k /K)ii8eil in biefer 
^ebeutung t)orfommt: li emperferes li ad dit a cunseill Bd. 134, 
entfprec^enb bem pro\>« dir a cosselh, in^gel^eim fagen^ traire a 
cosselh, Semanb bei Stitt nehmen» 

68, 4 unb oben 25, 3. prouenders, baffelbe toa^ almosners 
25, 4, b* ff* bcrienige, ml^n provende, 9?a^rung, Unterhalt em* 
pfangt; ba^er aprovender, mit Sla^rung verfemen GOß. ^5. fftaij 
Diej SBörterb» p. 271 t>on lati praebenda mit Sinmifc^ung von 
providenda. 

69, 5. lu, eine nid^t feltene SRebenform ffir ben 2lcc le, lo 
bee 8lrtifel6, jte finbet ftc^ noc^ einmal 98, 1. »emerft mag ^ter 
werben, baf jl(^ bie 3tominatit)form le für ba« regelmÄpige il t)eri» 
]^&(tni^m&fig ^Aufig (ttxoa ac^t maO in bem ®ebi(^te ßnbet, ein 
S3en>eid, bof biefe gorm nidS)t erfi, wie Burguy gram. I. p. 47 
unb p. 57 will, mit bem 13* 3a^rf)unberte auftrat* 8lu<^ fonfl 
pnbet e^ jt(^ »ereinjelt, fo le temple Rd. 69 neben li temple. 

70, 1. Statt fuz offenbar suz gu corrigiren, um fo me^r aW 
leuet M Metrum« wegen ni^t 5ßarticip fein fann. SSergU bie 
Slnmfg au 84, 4. 

70, 4. Supl^emian wiO wijfen, wa« ber Srief melbet» espe- 
1er, I)eute öpeler, t>on a^b* spellön, erj&^Ien, ba6 f!(^ in bem 
SBorte SSeifpiet erhalten l^at, ^ei^t afr^ melben, bebeuten, gur bae 
Se^tere vergU cest num espelt citä de soleil Bs. 22 SInmfg« ; co 
espelt en franceis ocianz e vivifianz ib. 149 Slnmfg* 

73, 1 unb 2. SBor bir flehen gwei ©ünber, burcf^ ®otte« 
®nabc ^aifer genannt» @o t>er|ie^e icft bie Stelle, inbem tc^ bae 
®ange aW SBorte ber Äaifer fajfe* äinberd SJiüller, ber na^ peche- 
thuor (bie ^anbfc^rift f)ai ba« rid^tige th in bem SBorte, nid^t wie 
bei 3Jlütter pechetuor) einen ^unft mac^t unb nun fo interpungirt : 
'par la deu grace' uocet amperedor, 'co est sa merci . .'. äib^ 
gcfe^en t>on bem allgemein ®ejwungenen biefer Sluffaffung bietet fo 
ber erftc SBer^ einen ganj ungenügenben ©inn, ba man nac^ ber in 
ber \)or^erge^enben ©tropfe gef4)e^enen (grwÄ^nung ber jwei Äaifer 
unb bee 5Papjieö nic^t einfielt, wie ^ier nur oon jwei ^erfonen bie 



Stebe fein foQtc* (Sntfc^cibenber ifl iebo(| bcr Qtammai^t imn^ 
bcr burc^ biefe Sluffaffung bem äBorte amperedor anget^an t^iik, 
inbem bied SRominatiP bcr Sinja^l fein mupte* %un t^ in \m 
©ebic^le itoax bte Siegel bee flertt)if(^en s fetne6n)eged fireng bttril' 
geführt; attein baffelbe jetgt eine fo genaue Unterfi^eibung M M 
unb 3Icc* bei @ubflantit)en mit forträcfenbem SIccent (nur (inmal 
fommt ber 9loin. ume flatt um t)or 69^ 3), ha$ f(|)on biefe Siiij^ 
jic^t für bie gojfung t>on amperedor ofö 5ßlufal entfAeiben müjte, 
felbfl ^uenn bie0 nur bei einer gezwungeneren (SrflArung mogtic^ m 
aü bie gegebene ift. 

73, 5. busuiaus, 33ei SKülIer aM äJerfel^en bueuins; liit 
^anb|c|)rift bietet mit einer 9lbfürjung busuia'« 

74, 5. grarir wol^t \>erfcbrieben ftatt ber im ©ebic^tc ^tmiß' 
li^en gorm guarir. Srfldren liefe ftd^ ubcigend grarir iuxij te 
@igent^Am(i(^{eit ber romanifd^en SRunbarten, ben 1Su(^ßaben r ju^ 
milm unorganifc^ aufjunel^men^ äJergU 3)ieg Oramm* I. p. 269. 

_ 75, 5. Der giame be« Schreiber« iji in ben lateinifcjen fe 
g&^(ungen Aethius ober Ethius. Sle^nKc^ iß oben 62^ 2 Aicadios 
in Acharies entfleUt« 

78, 2. ad ambes mains. !Dad laU cum, n)e{(bed in td^ 
$rot». unb Slfr« nid^t überging , n>irb in biefen 9Runbartm ktm\f 
licl) burclf apud erfeftt, bad fic^ proö* afö ab, afr» aW ab (in fcw 
©traf burger ©iben), ad unb a barffellt, »ogu noc^ bad nur lautlil 
))erfc^iebene od unb o unb bad aud ab hoc gebilbete avoec fomoii. 
ajlit ?lu6na^mc bed nur ben älteßen DenfmÄlern jufomraenben ab, 
ftnben jld^^attc genannten ^auptformen in bem Oebic^te: adnol 
117, 1; od 122, 2, 3 unb 4; auoc 42, 3; a 69, 1. 

80, 1. 2)ie SBorte de ta dolenta medra faffe i(^ att Mn\, 
tt)ie unten 91, 1 unb 96, 1. I)tefer abfolute ®ebraud& ber $# 
fltion de iji bem ^rot>» unb 8lfr* nid^t gang frembj i^) fü^tenoi 
folgenbe prot>. SSeifpielt an: 

e dieus, dis el, d'aquesta jon I 

baron e quo avetz auzit? Jfr; 90, 2. 

ai dieusi dis lo rei, santz EsperitI 
de Jaufre, con.a ben servit! Jfr. 128, 1. 
SBergU für neufranj*: fi du docteur maussadel D&augiers. 
80, 2 unb 3. »ergl. bie A^nlic^e ©teUe: 



06, voB avez taute peine enduräe, 

taDt fein, tant soif et tante oonsiree. GOB. 273. 

Sluffadenb ifl (X>n8irere8, beffen ^efferung in bae na^eliegenbc 
cousiredes fe^r naturK^I i^ixt, wtnn nii)i bie ganj entfprec^enbe 
gorm demurere ftc^ unten 94, 3 fdnbe» Sle^nltc^e, no(^ baju mib^ 
lii)t ^Übungen aM bem Snflntttt) f{nb mir noif nic^t t)prgrfonimen 
unb fc^etnen um fo t)erba(^tiger, atö ber abflracle SBerbalbrgriff fxi) 
aft. )>i)riugdivcife gern in tt}eibli4ien Hauptwörtern tatfttUt, bie ber 
gorm nac^ aud partic. praeterit. ber erfien Sonjugation flammen« 

80, 5. Diefer ©cljmerj wirb fte im ^erjen umi^Ut ^abeh, 
b. u n)irb fte \>oOenbd tobten« paracurer n>&re bemnad^ ein tt>eitere9 
S3eifpiel für ba« ju aSerben tretenbe »erflarfcnbe par, mie in par- 
croietre unb einigen- »enigen anberm acorer t)on tat, cor (ba^er 
la cor^e, ba« 6ingett>eibe) ^at afr* bie Sebeutung tobten, ba^er ed 
auc^ mit mourir t)etbunben n>irb: male mort le puisse acorer 
Born, du Kenart III, 87; maint povre ont mort et acorö Fabl. 
et cont. I, 283. " 

81, 4. 92acf) meinem !£obe n)ürbefl bu bamit geehrt n)orben 
fein« (Sin feltene« 93eifpiel t)on bem Oebrauc^ be« Soni« 3mperf« 
fiatt bed <Soni« $lu6quampetf« , aud bem ed entflanb« 2)ie auöi) 
anberweitig fic^ flnbenbe Slnwenbunj M 3»nperf« fiatt be« ^fu6^ 
quamperf* in gonbitionalf&^en ifi an^ unferem ©ebic^te nic^t fremb; 
fo 87, 5 (uedisse); 90, 3 ff«; 98, 5 (leuet).. SSergl« baröbet 3)iej 
©ramm« III, 302 Slnmfg« unb 326, 5« 

83, 1. a3ei bem unperf3nli(^en il convient fle^t prot>. unb 
afr« bie 5ßerfpn gern im 2lcc. unb ber 3nflnitit) balb mit, balb o^ne 
ä, fo baf im Unteren galle, ber ber gewö^nli^ere fcfeeint, bie Son^ 
ftruction einen ))onf)änbigen accus, cum infinit.. bi(bet« 9l(d 93ei^ 
fpiel: au dessevrer la convint larmoier JBL 1780; prot)* loe 
covenc morir: brev. d'amor« 

83, 2. tui, eine altertl^ümlic^e, unmittelbar aue bem 8at« ge^ 
floffene gorm, ju ber ft(^ nur in ben ältefien 5)enfm&fern einige 
Seifpiele finben: toi inimic Pass. 15; li toi caitiu ib« 17; li soi 
fidel ib. 91 unb einige anbere ©teilen« 

84, 4. Statt nei ifi mei gu lefen« 3n amper tritt bie gorm 
per ein, ba ba« ©ebid&t fonfi par bietet; bie alttfien 2)enfmftler 
fc^toanfen gtoifc^en per unb par. 



224 2)a9 aftfrans6fif<^e 9lles<u9lieb. 

87, 3. enhadithe, bie Altefie ^orm für bad fpAtere hair, m 
bct bttoafyxk S^ngenbuc^flabe bed got^* Stpmond hatan geigt 

87, 5. 3(^ crfanntc i^n nfc^t me^r, aW wenn ic^ i^n niemoM 
gtfe^cn ^ättt^ Ueber uedisse jiatt be« ©onj* ^Jludquamperf^ t>er9L 
gu 81, i. 9taif que fe^ft bae bebmgenbe si, n)ie afr* ^Äuftg na^ 
bein ))erglet(^fnben comme: e de dras bien la cuvrid, came 90 
fiist David, al« tt>cnn ee 3)at>ib »Are, Rs. 75. 

88, 2. regret faffe i(^ a(d erfle ^erfon, niefct tt)ie gRöBer öW 
ble britte; bie altert^ümlic^e ©prad^e be« ©ebic^tee würbe für tic 
brttte ^4)erfon regretet t)er(angen, ba ber Sludfad )>on e unb t in 
biefer ^Jcrfon fc^on einer fpdtem 3^** angehört 

88, 3. quer aueies mercit iß n>0^( in que naueies merdt 
ju bejTern, warum ^attefl bu mit beiner SWuttet nic^t ÜRitleib! 

89, 1« mezre, bad (at miser, jum Seweife, baf neben im- 
sellus auc^ bad Simpler miser in ba6 ,9iomanifd^e fibergegangen ifr 

fort auenture, böfed ®ef(^t(f« Slfr« fommt bem Slbiectit) fort 
au^er ber nocb ^eute übli^tn SBebeutung ber Sinn un^ettood, bift, 
t>er^&ngnift)on gu: 

ahi parrains, come dure dessevr^e 

et de male höre et de fort destinnee! JBl. 2537. 

lasse, dist elle,*con sui maleour^el 

con de fort höre je fui de mere n6e ! JBl. 3373. 

89, 4. mal feude. 2)ad SBort feude fenne i6) fonfl niijt] 
ed jiellt jtd^ et^mologifc^ gu got^« fodjan, angelf. ftdan ergeugen, 
ernähren (mgl. to feed), fo baf mal feude begriffli(^ bem ^dufigfn 
mar n^e gu entfpred^en fdjieint« Sinen weiteren Seleg fßr ben Ucbti* 
gang bee beutfc^en SBortee in bad Stomanifi^e bietet bad mlot. 
fidere in ber 93ebtutung esse, fieri bei DC: placuit michi libenti 
animo et spontanea voluntate et propter amorem quod bene 
fideat tutela populata et totas gentes veniant ibi populäre. 

90, 3. SBenn bu wenigjien« einmal mit mir gefproc^en ^Ättcll 
set vels, befannt.aud prot)« sivals mit berfelben ^ebeutung : wenige 
fien«, iji entflanben aue laU vel (2)ieg SBSrterb. p. 742 unter veaus) 
unb t)erbinbet ^öt gern mit si, t>on bem ed in unferer ®teDe getrennt 
iji. »eifpiele M Sffiortee o^ne si bei 2)ieg 1. 1. aSergl. noc^ Ks. 
83: mais si tu as rien k main, dune le mei, si veals eins pains 
(si quid habes ad manum, vel quinque panes, da mihi). 

93, 3. sazit, ber Soni. 5ßraf. t)on sazier, wie prit vpn 



t>a9 aftfran}dfif<^e fLlniu^Ut^. 22ft 

prier, mit bfm UUnnitn Sintrüt t>on t in ber 3, 5Perfon ber Sfm 
laljU 2)ad @tmp(er sazier finbet fic^ neben asazier afx., xoit pro\)* 
saziar neben asaziar. Selbe SBörter gufammen Rs. 6: ki primes 
farent saziez, or se sunt pur pain luez; e li fameillus sunt 
asaziez. 

94^ 3. longa demurere if) Dbfect ju atendude, nicbt ntit 
SlüUer ald Sluemf ju faffen* 2>te Srci^eit; ben SerbiUbegriff burc^ 
ein ©ubftantit) beffelben Stamme« ober n>enlflfiend beffelben SegriffeC 
ju »erfiärfen (laU risum ridere) fft afr. etwa« fe^r ®ett>6^n(ici(>ed 
unb häufiger aW neufrang»; fo finbet (t(^ plaindre le duel 93, 2 
unb oben 31, L Ueber demurere \>ac^U gu 80, 2 unb 3* 

. 96, 2. purir tranfttfe, n)te in biefem SSerfe, ift mir fonfi n\d)i 
fcefannt; jebo^ !d^t bie factitbe 53ebeutung t)iefer anberer urfprung* 
lic^ intranfitioer ^tittoötttx, xoit croistre, morif, tomber, nlc^t an 
ber STOöglic^feit eined tranfiti\>en purir jweifeln* 

96, 4. te tt)o^I t>erfd)rieben fiatt tei. 

98, 4. (Die $anbf(f)rift l^at I)inter nousse ba6 Sßort cousse 
untertrieben; ed ifl ein augenfc^einfic^e^ SJerfe^en be^ ©c^reiberd* 

99, 3. hom fiatt man, n>ie noc^ beute franj. in ber Sprache 
M 5Joffe6; tjergl. ein miat* ©eifpiel: quod vero scribitis ut ex- 
celleutissimae filiae meae Gurdiae et sanctissimae filiae ejus 
domnae Theotistae et magnificis earum hominibus domuo Ma- 
rino et domno Christodoro scribere debeam: Gregor. M. VI, 
epist. 27. 

101, 3. a nostros ftatt a nostre ös, ju unferem 9Ju^en, für 
un^» !Die gewöhnliche gorm biefed aud laU opus entfianbenen fSioxM 
ijl oes, ues; boc^ finbet ftc^) bie gorm os auc^ fonfi nod), fo Es. 
p. 113: bien le sai que tu es prudum e utle e profitables k 
mun os, si cum angeles deu, n>0 ber laU Xnt bonus es tu in 
oculis meis nicöt t)erfut)ren möge an Sluge gu benfen. 

105, 4. main menude ßatt M gen)o[}nI{c^eren gent menue 
toie 107, 1} ein anbere* ©eifpiel biefed bem lat. manus in ber 33e* 
beutung ©iaar, Jpaufe entfprec^enben SlBorte« fenne ii) xiii)U 

105, 5. ermes, lat* erimus. 3)ad afr* estre l^at neben fei^ 
Item romanifc^ gebilbeten guturum einige aM bem fiat. l^erfiberge* 
nommene guturformen* ?116 folcfte n)erben gett)6t)nlic^ nur bie 1* 
unb 3* ?ßerfon ber (Sinjal)! unb bie 3. ber SKe^rga^I genannt (Diej 
®ram* II, 188). 2)af auc^ bie 1* ber SRe^rja^I ^ier^er ju rec^* 

«rdji» f. tt. epra(^cn. XVU. 1^ 



226 2)ad aftfrangefifc^e 9lit%in\ntt>. 

nen Ifi, bewcifl blefe Stelle^ Burguy Gram. I, 270 l^ätt ennes 
für 92e&enform t)on esmes mit Uebergang t)on, b m r; aOein uxnn 
auc^ in ber t)on il^m au6 bem 9io(anbd(iebe citirten Stelle ba6 $rä^ 
fen* t>erfianben »erben fann, fo lajfen bie formen ere, ert, erent 
boc^ a priori feinen ^miitl über bie SWoglidjfeit ber gututfonn 
ermes, bie unferer ©teile entfc^ieben jufommt; fiberbied ifit im So- 
manife^en auc^ ber Uebertritt bed s in r gar nidS>t aflju ^iufig, 
3c^ fu^re no^ au« TCbr. 24 ein »eifpiel an, in bem ba« gutu^ 
rum ebenfalls fafl not^menbig erfc^eint: 

s'un ocit l'arceuesqae, uu3 en aurez le cri: 
car tuz li pais seit qae uus l'auez hai. 
se uns nel deliurez, nus sumes mal baiUi : 
li reis e saint iglise e nus iermes hunL 

109, 2. oi cest iurn, nid^t tt)ie bei SWilller ci cest iura. 
2)ie pleonafiifc^e Bufammenfiellung t)on oi (hodie) mit jour ijl ofr. 
fiberau6 ^äuflg; ba« heutige aujourd'hui jeigt benfetben ?ßIeona6mu6, 

110, 5. regner f^at afr* n>ie pro»* regnar oft bie 93ebeutunj 
bauern, leben* SergL unter anberen: 

mais er proi Deu qui tout a a bailiier 
que ne me laist trop longuement regnier 
en ioeste maniere« Am. 2786. 

©0 auc^ mlat. regnare: dixit quod non, quia non regnaverat 
seu conversatus fuerat in partibus illis DC. regnare. 

111, 2. palazinus, mlat« polesenus, nac^ DC. t»ön piu seni 
is cujus membra minus firma sunt. Sle^nlid^ in St. Nicholas 
ed. Delius, 1460 ff.: 

uns hom estoit paladnos, 
tant iert feibles, tant dolores, 
qu'il ne poeit sor piez ester 
ne ses meins a sun chief lever. 

111, 4. Da« ki naiget ber ^anbft^rift f(^reibe i^ bee Itic^ 
teren aSerfidnbniffe« n)egen kin alget toxt 111, 5 unb oben 12, i 
unb 3. 

113, 4. alques, lat* aliquid, tt>ar gunSd^fl Pronomen, um 
balb in bie Sebeutung eine« 3lb))erb« uber)ugel)en, gan} \m beutfi 
etn)a«; kar alques fud le dol amesurad e atempred de la mon 
Amon Ks. 167 unb oft. 

114, 5. !Die ^nnbfd^rift })at le le liu. 



2)a< altfrans^fif^e mnin%ütt>. 227 

117, 1. ad ories cftndelabres, mit flolbenen itndfUtn. 3)ad 
äbjectte orie, tat. aureus, ^^tint frül^ aud bem 2lfr* »crfi^wunben 
2U feilte (S6 finbet f{(^ einigemal in £d. : des oriez esperuns 48 ; 
en Poriet punt 91; en son puign destre par Torie punt la tint 
19, n>o ber Herausgeber fälfc^Iic^ ori^ f4>reibt; banebeti bae ^arti* 
dp or^ 70 unb oft. 3« bemerfen iji, ba$ ba« SBort gemeintoma# 
ntfc^ iji; prot)* aure (luna aurca) in LR.; \paniii), portuflieftfc^ 
unb italienifd^ nod^ ^eute aureo. 

118, 3. 5)ie ganj uner^rte äccufatit^form el mac^t eine 83ejfe^ 
rung nötl^ig; man lefe en terre le metent, ipenn man nic^t en 
terre El metent tjorjiel^t^ 

123, 2. !Die ^anbfc^rift l^at homo ^att home. 

123, 4. mient nest a dire faffe ic^ atS eingefc^obene Semer^ 
fung; fo baf ensor tut ju co ad ques uolt gehört ; ebenfo )>erf!ebe 
i^ oben 33, 1 nen fut nient a dire. Slebnlic^e @infdE)iebungen 
ftttb ber alten ©prad^e im bJcftflen ®rabe gelAuflg; befonber« f)äwjtg 
finbet fid^ ja n'en estuet parier, nel estuet demander fo gebraucht. 

124, 2 unb 3. 2)ic ^anbfc^rift bietet t>or desuez ein beut# 
lic^eS fumes, nic^t sumes tt)ie bei ÜRüKer; im fo(genben SSerfe ifl 
bie ®c^reibung toeniger beutlic^ unb gefiattet aUenfaDd sumes ju 
lefen* Ueber bie formen iji SRid^t« ju fagen, ba sumes unb fumes 
ffir ?ßr&fenS unb 5ßerfect ganj genjo^nlicb jinb; bad ^ßrAfend fc^eint 
alierbingd bem ©inne angemeffener, inbef f(^Iieft bie greif)eit bcr 
alten Spxa^e im Oebrauc^ ber 3eiten bie 9»6gli(^feit M $erfect« 
an biefer ©teDe nic^t gerabe aM. 

124, 5. ralumer bejiel^t jic^ begrifflid^ auf auoglez. 2)aS 
3eitn)ort t)at ^)roo* unb afr. guweilen bie Sebeutung : ba6 Slugenlic^t 
toieber geben; in unferer ©teile iji e6 intranfitio, ba« ?lugenli(^t 
»ieber ermatten» SSergl. 

segner, c'alumnar volguist 

lo paure quo non avia vist. LB. alumnar. 

com grant joie cr^ez que la mere Diu ^ut quant ele vöoit par 
la vertu son 'fil . . les avales ralumer. Boqf. palasineus. 

»reeUu* Dr. @e#tter« 



15* 



9tpimmunitn fibrr ^it ridjttjie lPtllrnn0 Im jfntutum 
im ^ttgUf4)fn 

nebjl 

{Regeln über Me englifc^e Ueberfc^ung be8 beutfc^en 3^tttt)orte§ 

„foöen". 



eine ber größten ©(^itierigfeiten für ben fic^ ber englifc^cn 
Sprache befleifigcnben Deutf4)cn i% in ber Slnmenbung ber §ülfe^ 
jeitTOorter, mit mli^tn 1) bad guturum unb baö fogenanntc Äonüt 
tiona(e gebilbet werben unb 2) bad beutfc^e 3eitn)ort ^ioütn" }it 
überffften i|i, bie richtige SBal^l ju treffen* Die meinet SBiffend M 
ie^t barüber aufgefteQten Siegeln reichen ni(^t aud; fte treffen, fo ju 
fagen, nic^t ben SRaget auf ben ifopf» SBenn g* ©• bie 9legel # 
gejieöt tt)irb : nac^ geroiffen Sinbewortern (tili, as soon aa, no eoon- 
er than, if n. a. nu) n)erbe bad futurum burc^g&ngig mit shall 
gebilbet, fo lajfen fic^ bagegen manche ©teilen anführen, wo »on 
englifc^en ©c^riftfleBem md) biefen 93inbett)örtem mit JRecbt will 
angewanbt ift» 3Wan finbet tiU it shall be too late unb tili it 
will betoo late, obg(ei(^ gwifc^en beiben Slu^brucfen ein fetner Untere 
fc^ieb ©tatt finbet* 3« erfidren, worin bergleic^en feine Unterfc^ieDc 
liegen, fo wie manche irrige SSorjießungen über bie Slnwenbung bct 
erwähnten iQülfdjeitworter gu berichtigen, ^abe ic^ in ben folgnu 
ben ^Paragraphen mir jur Aufgabe gefteUt* Um meine Slb^ant* 
Jungen in ben angemeffenen ®ranjen gu ermatten, l!)abe ic^ mic^ b 
fc^eiben muffen, manche« jtc^ änfc^Iiefenbe ungefagt gu faffen* ^ij 
^abe nic^t burc^au« alle t)orfommenbe S3ebeutungen ber 3eit»6t' 
ter shall unb will erflart, nicbt audeinanber gefeftt, in wcld)nj 
gaOen ber (Sngl&nber bie Umfc^reibung mit ehould anu^rm 
bet (g. S9* I am surprized that he should not have in- 
formed you of his intention ,,mic^ wunbert, baß er 2)ir feine 
2lbrtc{)t nid)t mit9etl)ei(t f)at"). 3c^ I)abc nic^t gefagt, in mU 
c^en gatten bad bcutfc^e 3eitwort „wollen" refp* burc^ ba6 befef* 



Sefüramungen aber He dd^tige Siltnng tr« ^utnrumd im (fngtif^en ic. 229 

tit)e 3rftwort will (would), burd^ baÄ t)oHjiÄnbiflc unb rcgcU 
n^S^'gf 3^ih»ort to will (willed), bur(^ to want, to choose 
u, [• »♦ gu überff^ftt feu Diefcd äfttfd gtbtnfe i(^ in einer fltöfe^ 
Ten 9lb^anb(ung gu tl^un, n)e(ct)e {t(^ aber in bte engen ®rängen, 
bie bergleic^en Slb^anblungen in einem ärc^ip gugemeffen jinb, nid)t 
fügen n>ia. 

(Se giebt eingelne Stetfen in englifc^en Scftriftflettem, »efd^e 
mcini)tn t5on mir aufgepeUten Siegeln gu n)iberfprec^en [(feinem 
Diefe ©teilen ^en)orgu^olen, bie ©ett)anbtntg berfeiben gu erflären, 
unb gu geigen, baf ber SBiberfpruc^ nur fc^einbar, ift and) eine 
aufgäbe, bie i(^ mir in jener größeren Slb^anbfung "ootbthaUt, info^ 
fern iii) fte nic^t fc^on in ben mit NB. uberfc^riebenen B^fa^en ge^» 
löfft ^abe» Sluc^ laffen ftc^ eingelne ©teilen anführen, »o engtifc^e 
Sc^riftfieller jid^ eined nic^t gu redjtfertigenben SSlu^brurfd bebienten. 

©oute mancher ber geehrten Sefer bed Slrc^ivö mir ben SJorwurf 
machen, ic^ fei gu febr in'd Singeine gegangen, ic^ ^abe ber Seifpiele 
ju t)iele aufgeführt, ic^ ^abe ein unb baffelbe Seifpiel wieberl^oft 
aufgeführt — tt)ennglei(^ t)on t>erf(^iebenen ©eiten beleuchtet — , fo 
bitte iij berücffic^tigen gu tooUtn, baf bie Deutlic^feit biefed erfor^ 
bette, unb baß ii) mein ^itl baburc^ gu erreichen ^offe, Ätar^eit 
über einen ©egenjianb gu geben, über »eichen bi^^er tjiel Ut\Har^eit 
^errfc^ite» 

STbrbemerfung* 

(dine tuti^ Scifpiefe erläuterte IReget anffteflenb, loel^er bie {n ben fotgenben $a^ 

ragrap^en aufgefleflten IRegeln tveicben müfTen). 

SBenn in bem 9leben^®liebe einee aud gn)ei ®liebern befte^em 
ben ©a^e6 bie Sieben ober ©ebanfen irgenb einer $erfon tnbireft 
angeführt n)etben, fo n^irb bae 3^i^^o^i ^^ bemfelben gemö^nlic^ 
mit bemfelben ^ülfdgeitworte fonjugirt, welche« biefe ^JJerfon, 
frlbfi rebenb, gebrauchte ober gebraui^en n)ürbe« g« $* 
Obgleich 

,er würbe 1000 i. gewinnen* 
(laut §. I, ©. 233) burc^ 

he would (nic{)t shoidd) gain L* 1000 
ju überfe^en ift, fo ifl boc^ 

vÄarl fagte, er (namlic^ 5tarl) loürbe 1000 i. gewinnen* 

burcl) 

Charles said that he should gain L. 1000 



i'4'U«? 
/ 



230 SffHmmBngcB nhn Ut d<^Hge ^ütnng ^e« gvtiiniiii« im Gngfif^en u. 

ju ubrrfe^en, mil er (laut S« I, 2) gefagt ^aben mtrb I shall 
(jii^t will) gain Z. 1000. «hingegen tfl » JCatl fagte, baf er (Sit 
^dm) 1000 L. gewinnen würbe'' burc^ Charles said that he 
wouldgam L. 1000 gu überfejjen, mil Äarl (laut S. I, ©♦ 232 u. 
233) gefagt ^aben wirb William will gain L. 1000. 
Obgleich 

vi(^ iDurbe 1000 L. gekDtnnen" 
(laut S. I, 2 ®. 234) Reifen muf 

I Bhould (ni^t would) gain L. 1000 
fo tfl bo4) 

^3;om fogte gu SBill^elm, baf ic^ (ÄarO 1000 £. gewinnen 

würbe* 

burd^ 

Tom 8aid to William that I would gain X. 1000 

gu fiberfeften, weil Zm (laut $. I, ©♦ 232 u. 233) gefagt ^abcn 

Wirb Charles will (nic^t shall) gain X. 1000. 

Obgleich 

„aaSurbe er »erlin t>or 5 U^r eneic^en?* 
gu äberfe|en iß burd^ 

Would (nic^t should) he reach Berlin before 5 o*clock? 
fo iji bo4> 

' , jfarl fragte ben SBil^elm, ob er (aBil^elm) »♦ üor 5 U^r 

emid&en würbe" 
bur<^ 

Charles asked William whether he should reach B. 

before 5 o'clock. 
gu überfe^en, weil Äarl (laut §. I, 3 @. 234) gefagt ffabm »itt 
shall (nic^t will) you reach Berlin before 5 o'dock? 
Dbgleic^ bie »om ©d^neiber gurüdfe^renbc SRagb gu xf)xem ^m 
(laut %. n, 1 ®. 240) fagt 

You are to (nict>t shall) have your frock next Tuefi- 

day. ^6ie foUen 3^ren fftoä näc^jien 2)icnflag l^abcn*, 
fo fagt fte boc^ (wenn fte jtcft in einem aue gwei ©Hebern btfiti^ 
ben ®a^e audbrüdt) 

The tailor promises that you shall (nic^t are to) have 

your frock next Tuesday. 
ober 

The tailor said that you should (ni^t were to) haye 

your coat next Tuesday, 



S^e^mmundm iUx Mc ti^ü^t dUtung U% gutuninid im Qtn^ii\^tn k. 231 

tütxl fcer @dS>ncibfr (laut %. II, 1 ©♦ 240) gcfagt ^aben wirb Your 
master shall (nic^t is to) have his frock next Tuesday. 

,3* fott ben »od n&(|>ftcn 2)ienfla9 ^aben* 
(laut §. n, 1 NB.) burc^ 

I am to (ntd^t shall) have my frock next Tuesday 
gu übctfe^cn \% fo ift boc^ 

»!Der JCleibermad^er l^at r>tr\pxod)tn , baf t(^ meinen äiod 

am n&c^jien ^itnftaqt ^aben foUe" 
burd^ 

The tailor has promised that I shall have my coat 

next Tuesday 
ju überfeften* hingegen ift 

»aReine üRagb fagt [fagte], baf i* meinen fRod am nftc^^ 

Pen 3)ienflage l^aben folle [foHte]" 
JU übcrfeften burclS> 

My servant says [said] that I am [was] to have my 

frock next Tuesday. 
Dbgleic^ 

„2)u tt)trfl t)or 8 U^r anfommen* 
(taut §. I, ®. 232 u. 233) gu überfeften iji burd^ 

You will (nic^t shall) arrive before 8 o'clock, 
fo iji bo(^ 

«.«Weinfl 2)u »o^l, bap !Du t)or 8 Ul^r anfommen »erbefi?« 
bur^ 

Do you think that you shall. arrive before 8 o'clock? 
2U uberfe^en, mil bed SIngerebeten ©ebanbn, in SBorte gefaxt, (au^ 
ten noürben: I shall (nicl)t will) arrive (ober rcfp* not arrive) 
before 8 o'cloct ^ierburc^ erHArt ftc^ »a^rfc^einlic^, warum bic 
än>eitc ?ßerfon be« futurum«, mld^t fonp (§. I, 6. 232 u. 233) mit 
will gebilbet wirb, in ber grageform (§♦ I, 3 ©. 234) mit shall 
gebilbet toirb. ^SHJirfi 5)u t)or 8 U^r anfommen?" t)cift Shall 
you arrive before 8 o'clock? weil bie^ »icUeic^t eine GUipfe iji 
für Do you think that you shall arrive before 8 o'clock? 
Obgleich 

^!Du follji biefen »rief jum SSal^nl^ofe bringen* („ic^ "otu 

lange ed") 



332 iBeflimmunarti über tfit richtige $B{(bitng M gfuturnml int dngftfd^cii k. 

(laut §♦ II, 1 e. 240 u* 241) bur* 

You Bhall (nt4)t are to) take this letter to the raüwaj 

Station 
gu übetfeften i% fo mup boc^ 

„2)u n>ei^t ja noc^ nic^t, ob 2)u biefen ©rief guni Söa^n^ 

^ofe ober jur 5ßoii bringen follp" 
burc^ 

Why, you don't know yet whether you are to (ni(^t 
. shall) take this letter to the railway Station, or to the 

post-office 
fiberfe^t »erben, »eil ja ba« SBiffen M Slngerebeten, in SSBorte gc* 
faßt, (taut §• n, 1 NB. ©. 241) lauten würbe I am to (ni*t 
fehall) take this letter to the post-office ,,i(^ foll biefen Srief 
gur *^ofi bringen \ 

S« I. Silbung bed ^uturumd im (Snglifc^en. 
S3ei freiwilligen ^anblungen ge^t ber SBille ber ^anblung 
i>oxf)tx. !I)er 3Bitle i|i alfo gleic^fam ber erfie Slnla^, bic 98or^ 
bereitung ju ber ^anblung* 3n gewiffer S3ejiel)un9 gilt bad 
©efagte auc^ t)on ergwungenen ^anblungem !I)enn, bet>or bera 
3n)ange bie ergwungene Z\)at folgt, entf erlieft jlc^ gemeiniglich bct 
SQBiUe, fiel) bem Spange gu fügen» 2)a ber 9BilIe nun gemeinigliA, 
wenngleich nicbt in allen gaöen, ber frühere Slnlaß, bie Sorbe* 
teitung gur ^anblung ifi, fo ift eö ba^in gefommen, baß man 
guweilen auc^, wenn bad ©ubjeft be6 ©afte« ein abjirafter 93egriff 
ober ein leblofer, folglich wiüenlofet Oegenfianb ifi, ben erflen an- 
laf gu einem SSorgange ald ttwa^ bem äBitlen Slnaloged betrachtet 
unb Ttc^ bemgemap auebrücft» So g» 83* fagt man, anftatt ^bei 
Schnee lißt ficft noc^ nidS)t gum ©d^melgen an", gewöf^nli^ »ber 
Schnee will noc^ nicl>t fcbmelgen"; anpatt „t^ laßt fie^ no4 
nic^t gum Sdjneien an** „t^ will noc^ nic^t f^neien"; anftatt 
„wenn bie Umfiänbe fic|| bagu anließen, meine JRürffe^r nac^ 
ßnglanb gu gejiatten": „wenn bie Umfiänbc meine SRüdffc^r mi) 
S\ gefiatten wollten"* @e liegt augenfc^einlicfe ein feiner Unter* 
fc^ieb gwifdjen biefem ©aftc unb bem ©afte ,,wenn bie Umflänfce 
meine 9iücffel)r m^ 6. gcfiatteten\ ©rflerer l&eißt auf englif$ 
if circumstances would permit my retum to England; le^terer 
^eißt auf englifc^ if circumstances permitted (ober did per- 
. mit) my return to E. 3lod) anberd wirb ber ®inn, wenn man 



ScfHmmitBgni ibtx He riesige mtnn^ M flfatimtm« im tngHff^fii }(. 933 

fagt: »toenn bie Umft&nbe meine Mdtt%x mdi @. gefiatten foH^ 
ten" (if ciroumstances should permit my retam to E.)« 3n 
trficren betten @&ften n>trb t>orau6gefe(t, tood n{(^t bergaQ tfi, im 
(r(ten Sa^t noixh )oorau«gefe(t; n)ae t)ielle{(^t ber f^aO fein mirb* 
Die englifc^e ©praAe ge^t in ber anwenbung be« ^xitwoxM 
.ftoHen* (will), um ben erften anla$ ju einem ajorgange ju be^ 
jrtcbnen, bebeutenb metter aM bie beutfd^e* 6te fe$t n{(t)t nllein bei 
funftigen freih>i((igen ^anblungen, fonbern au4> bei unfrei^ 
tt)i(Hgen i^anblungen unb bei (etbenben 3uf)&nben ber 3ufunft, 
rinrn erflen Sln(af im Subjeft be6 (^a^ed vorauf unb bejeic^net 
Mefen eriien 8lnlo0 tuxdf bae befeftive J&ülf^jeitwort will; g. S* 

„er wirb einen SBerweid befommen* he will come in for 
a reprimand; 

„i(^ erwartete, ba$ er einen 93em)eid befommen würbe'' I 
expected that he would come in for a reprimand; 
»fein 93orfd}(ag wirb bewunbert werben* his proposal 
will be admired. 
2)a6 futurum wirb a(fo im @ng(if(^en burc^ will gebilbet. !Daf^ 
fflbe ^ülfdgeitwort wirb in \>eränberter gorm angewanbt, wenn man 
oudbrucfen will, baß ein SBorgang Statt finben würbe unter ^ox* 
oudfe^ung gewiffer UmfiAnbe, wel(^e aber tttd^t obwal^" 
tem 3» »* 

„er würbe einen SJerweld befommen, wenn K** he would 
come in for a reprimand, if etc. 
Jein aSorfc^log würbe bewunbert werben, wenn ic* his 
proposal would be admired, if etc. 
3Ran pflegt biefe gorm in ni(t)t ganj bejeic^nenber SGBeife Conditio- 
nal Mood ju nennen* • 

2)ie Siegel, baf ba« ^fllfejeitwort will jur SBilbung bee gutu* 

rum6 unb bed fogenannten Conditional Mood angewanbt werbe, iji 

aber einigen 93efc^r&nfungen unterworfen. . 9{&mlic^ : 

1) 2)a0 im !Deutfc^en mit „werben" gebilbete guturum wirb nur 

bann burdj) will gebilbet, wenn eine Mofe Erwartung ober 

98ermutl>ung ber rebenben ^ßcrfon au6gefprocben wirb* SBenn 

aber t)on me^r ate einer Erwartung bie Siebe iji, j. 93 »on 

einer SBerabrebung, «nfeftung ober gefiflellung, fo wen* 

bct man, ftatt will, lieber ba« §üIf«geitwort to be an. 3)er 

Unterfc^ieb wirb ftc^ bur^ folgenbe »eifpiele ^eraudfieUen* 



234 SBefHmmtingeii ober bie ri^tige iBiftuna te« gNitiirnml im (fuglifd^en u. 

v@r tt>tri) (b, ü „xif ^abe bie 2(^nung'') noc^ einmal gelängt 
vottttn" He will be faanged one day ober He will come 
to be hanged. 

„(St koütbe ge^&ngt toerben, mnn k*'' He woald be 

hangedy if etc* 
^tegegen 

„(St njirb morgen gelingt »erben* (ber morgenbe %a% i^ 
ju feiner Einrichtung angefe^t) He is to be hanged to- 
morrow. 

„^tt morgenbe Xag mürbe gu feiner Etnri(|)tung ang^ 

feftt fein, wenn iC* He were to be hanged to-morrow, 

if etc. ' 

2) 9Benn bte erfle $erfon @ubj[eft bed @a^ee i% fo n)irb bad im 
3)eutf4(en mit ,, werben* gebUbete guturum ni^t mit will, fon* 
bern mit shall gebilbet. 3* ». 

(r3ci^ tt)erbe einen 93em>ei^ befommen* I shall come in for 
a reprimand. 

»3<^ würbe einen Servoefd befommen, wenn jc* I should 

come in for a reprimand, if etc. 
NB. jtömmt bennodl^ will in ber erjien ?ßerfon t>or, fo ifl e« nit^t 
lurc^ bad futurum (a(fo ntd^t burc^ ;, werben*)^ fonbern burc^ „toeU 
Un" ju überfeften (I will do so „i^ toHl ed tl^un*)* Äömmt 
l^ingegen shall in ber gweiten ober brüten ?ßcrfon "oox, fo ift 
ed gememigUd) audb ntc^t burd^ bad gutuntm, fonbern burd[> , fei- 
len" gu überfe^en (he shall go out ,,er folt audge^en*)* 

3) 3n ber grageform wirb bad im !Deutfc^en mit »werben* 9^ 
^ilbete futurum auc^ mit shall gebilbet, wenn bie gweite ^tx* 
fon ©ubieft bed ©afted ifi. 3* ®. 

ttSBirfl 3)u fru6 genug anfommen?* Shall you arrive in 
time? 

„SBürbefl Du frü^ genug anfommen, wenn k,?* Shonld 

you arrive in time if etc.? 

4) @d giebt g&lle; in welchen bad gutürum, o^ne ätücffic^t bar- 
auf ob bad ©ubjeft erfie, jweite ober britte ^erfon fei, mit shall 
(flatt mit will) gebübet wirb; nämlic^: 

A) wenn bie ätebe einen prop^etifc^en ober wa^rfagerifc^en S^a^ 
rafter annimmt» 3» ©♦ 
I, @d w i r b jtc^ empören ein SSolf über bae anbere unb ein Stini^ 



rt{(|| fiber bad anbete^ Nation shall rise against nadon, 
and kingdom agamst kingdom. 

Fear not, Macbeth; no man that's bom of a woman shall 
(wttirb*) e'er have power on thee. 
B)3tt 9eau0 auf bad 9teben»®(ieb eined aM ^toti ® liebem 
beftei^enben ®a^ee iß golgenbed ju bemerfen« 

93enn bie but(^ bad 3^i^ort M ^auptgliebed au^gebräcfte 
i^anblung in bet 3ufunft liegt unb bie burc^ ba^ 3^itn)ott be« 
Sieben^® liebet audgebrutfte ^anblung gleichfalls in ber dufunft, 
fo ifi gu beräiffi^tigen ob in bem 9Roment, in toelc^em 
bie buf^ ba6 3^ittt>ott bee ^ait)}tgliebed audgebrä(fte X^&tigfeit 
eintritt, in n^elc^en fie fpiett, ober bis )u welchem fte reicht , bie 
t>nx(i) bad 3(itn>ott M 9teben«®(iebed audgebrfitfte £^&ti(^ 
feit ttCd^ jufunftig fein, ober ob (entere bann f4)on ber 9} ergänz 
genl^eit ober ®egenn)art angel^oreit tt>erbe* 3n erjierem 
%aUt bleibt ed bei ber oben aufgefteOten 9tege(; b« 1^« bad 3eit^ 
n>ort bed 9{ebengliebe« tt)irb in ber erfien ^erfon mit shall, in 
ber britten unb (Srageform aufgenommen) gt^eiten $erfon mit 
will gebilbet. 3n Unterem galle aber wirb baffelbe, o^ne 
9lüctft(j^t auf bie iperfon, mit shall gebilbet, ober au(^ burc^ 
ba0 einfache $r&fend audgebrütft« 3« ®* 

„^u mugt nur fol(^e Sebingungen annehmen, n^elcbe ^Deinen 
®egner in 2)eine ©ewalt geben »erben* You must accept 
onlj such conditions as will give you a hold upon your 
adversary. !Denn in bem SWoment, in welchem ber 8lngerebfte 
eine ©ebingung eingebt, liegt ber SKoment, iu »eitlem biefelbe 
feinen ®egner in feine ®en>alt giebt, mi) in ber 3ufunfh 
hingegen 

^^u muft nur folc^e Sebingungen annehmen, ivelc^e deinen 
®egner in 3)eine ®ttoalt ju geben t)erfpre4)en* (bie !Deut^ 
fd^en gebrauchen aut^ ^ier guweilen bad guturum ^t)erf>)re(^en 
»erben ", aber tt>o^l unfc^icf lieber 3Beife) You must accept 
only such terms as bid fair (ober as shall bid fair) to 
give you a hold upon your adversary. 2)enn bie ©ebin^ 
gung t) er f priest fc^on bet>or fie angenommen ift« 

i,®enn ic|| in ©einer 8age »Are, tt>ßrbe i^ nur folc^e ©e* 
bingungen annehmen, welche meinen ®egner in meine ®e^ 
»alt geben würben* If I were you, I should accede 



to only such tenns as would give me a hold upon 
my adversary; 

(»ffienn i(^ in !£)emfr StcOe tp&re, xoütU iif nur folc^e 
Sebingungen eingeJ^tn, mlä^t meinen ®egner in meine 
®ett>alt gu geben t)erf»t&(()en (t>erfpre(^en würben)* 
If I Avere you, 1 sbould accede to only such terms as 
should bid fahr to give me a hold upon my ad- 
versary. 
A reward is proclaimed to be given to any one who will 
venture (ober who shall be willing to venture) to cross 
the river befagt, ba^ bie S3eIo^nung 3egli(^em gegeben xctXf 
ben foDe^ ber ftc^ berettmilltg erfl&rt, iiber 6en $(uf ju 
fe^en» 
(Sbenfo mit bem 3ra^erfeftum 

A reward was proclaimed to be given to any one who 

would venture to cross the river. 

A reward is proclaimed to be given to any one who 

shall venture to cross the river befagt, baß bie Selo^nung 

erft nac^ auöfü^rung be6 aBagepüdd ertt)eilt »erben foBe. 

Gbenfo 

A reward was proclaimed to be given to any one who 
should venture to cross the river. 
I will, without a sigh, endure what you shall inflict 
(„auferfegen tt)irfi'0 muß ed l^eißen; weil in bem aRoment, 
bavbie ©träfe erbulbet wirb, bad Sluferlegen ber Strafe 
fcfcon ber SSergangenl^eit angel^ört 
. He will tarry there tili it will be too late (gleicl)bebeutenb 
mit tili it shall be very near being too late) to escape 
I)eißt „Qx wirb bort jögern bie e6 ju fpfit fein wirb (ober 
,,bi« ed beinal^e gu fpät iji'O gu entrinnen \ 
He will tarry there tili it is (ober shall be) too late to 
escape I)eift „@r wirb bort gogern bie ed (abfolut) gu fpit 
ifi gu entrinnen''* 

Till a glass of Water will eure a man öf the cholera 
würbe l^elfen ,,bie ee babin fommt; baß ein ©Ui« SBSaffer 
einen SRenfd^en t)on ber Spolera l^elft"» 3n bem SWoment, 
in welchem eine folcJje SSeränberung ber menfcfelic^en 9?atur 
eintreten wärbe, wärbe bie Slnwenbung biefee äRittetö, nlfo 



au(^ btt ti>ir{U(b< (Sttitfin htt in btcfer SSSdfe bmirften ^tu. 

lungen nod^ bn)orfle^m« 

Till tbifl g]iu9$ of wine eures (obei shall eure) him of 

the fever weifet auf bem 3Rommt, in tDel(|em bie Teilung 

fc^on eintritt« 

»SBenn ein ®lad SBein !Di(^ «om gieber l()eilen n>irb, fo 

xoixt) mein SSater !Z)ir gern eine Si<>f4^ fenben" If a glass 

of wine will eure yoii of the fever, my father will with 

pleaaure send you a bottle. 2)enn in bem SRoment, in 

mld)tm bie glafc^e SBein abgefanbt mirb, iß be6 @m))fdnger6 

Rettung ))om lieber noc^ jufünfttg. 

3enn bied ®la^ ^dn ^ic^ t)om gieber ^eilt (ober ^^ei^ 

Jen fo Ute*); n>irb mein SBater fid) fe^r freuen" If this glass 

of wine eures (ober shall eure ober should eure) you 

of the fever, my father will be very glad. ^ier ijl t)on 

ber greube bie Siebe ^ n^elc^e ber fßattx empfinben mirb nai)* 

bem bte jpanbiung gefc^e^en \% 

The sooner he will come, the happier shall I be weifet 

ouf bie aJorfreube ber Srwartung. 

The sooner he com es (ober shall come), the happier 

shall I be Weifet auf bie burc^ bie fc^on erfolgte Slnfunft 

bereitete greube« 

8lel)nlic^ ifi ber Unterfd^ieb gwifc^en The sooner he would 

come, the happier should I be unb The sooner he 

should come, the happier should I be. 

NB. 3utt)eilen wirb in bem ^auptgüebe baö S^itwort, weld^eö in 

Squg auf bie aufgefießte Siegel ben 2luöfc^)lag giebt, nic^t audge^ 

brürft; fonbem int)olt)irt* 3* S3. 

^erinnere it)n an baö ©(^irffal aller berer, welche in i^ren 
Sünben fterben werben" Warn him of the fate of all 
those who shall die in their sins. Jpier ifi shall bedf)alb 
ricbtig, weil ber ©inn ift Warn him of what will be the 
fate of all those who etc. 

In writing down these incidents of my life 1 provide 
subjects of amusement for those (gleid^bebeutenb mit sub- 
jects which will amuse those) who shall read my 
auto**biography. 
„6r iji ein nüftli^er Vorarbeiter berer, welche mi) i^m fom^ 



988 »cflimmnngen iä>tx bic ri<^% iBUbund t)ff ^tuntmS hn dttflttfileii m. 

mm tDerben* He is a usefbl pioneer to those who 

shall come after him (b. L His researches will prove 

useful to those who ahall come after him)« 

C)(Slie grgftnjunfl gu B). ©elbfi bann, tt>enn in bcm tWomtnl, 

in toeld^em bie bur^) bad d^i^ort bed ^au^tgtiebee audge^ 

brßcfte Sl)Ätiflfcit eintritt; bie tnx^ bae 3eittt)ort bcd «tbcn^- 

gliebed audgebrüdte S^^atigfeit no(^ juf&n^'g bleibt, n)irb bad 

3eittt)ort M Äebengliebe« o^ne JRudfld^t auf bie ^JJerfon mit 

shall gebilbet ober au(^ bur^ ba« einfache 5ßr&feit6, wenn toi 

9}ebeng(ieb fl^ burc^ eine Jtcniunftion an bad ^auptglieb fnüpft, 

unb biefe itonjunftion eben baju bient gu fagen, baM« 

burc^ bad 3^^^^^^ ^^^ ^auptgliebe^ audgebräcfte S^ätigfeit 

* frftber eintrete aW bie bur^ bad 3^i*^ort be6 9lebcngliebed ouö» 

gebrüdte* 3» »• 

ff3<^ ^«Jfff/ ^^ wirb anfommen bevor biefe U^r 9 fc^Iäg^* 
I hope he will arrive before this clock strikes (ober 
shall strike) 9. 

»3^ ^öfF^^/ ertt)ürbe anfommen bevor biefe U^r 9 ft^Iügc* 

I hoped he would arrive before this clock should 

strike 9. 

»3)u erga^Ift mir !Dein ©e^imniß jeftt, bevor bie Untri^ 

fuc^ung vorüber unb ber Unfc^julbige verurt^eilt ift" Thoo 

teilest me thy secret now, ere the trial be (b. f)^ shall 

be) over and the innocent condemned (33ultt)ci:)* 3)af man 

nur bie ^tittooxttt shall unb maj^ nie aber will, audla(t, 

um bergleic^en SQipfen gu bi(ben, mirb weiter unten bemerlt 

»erben (f* »• lU, NB. 3 gu Schema D. @. 250:). 

D)@d fommen aber ani) ®&^e vor, in welchen bad ®lUb, »d^ 

c^ed ber Sorm nac^ ba6 9tebeng(ieb ifi, bem @tnne ui 

ba6 ^auptglieb tfi unb umgefe^rt« 9Benn bied ber %all i% \t 

fommen bie unter s« I« "i B unb S* I» 4 C aufgefieUten StejelB 

ni^t in Slnmenbung; b* 1^* ed tvirb bie gleite unb bie britrf 

ißerfon M guturumd mit will gebilbet^ 3» ©♦ 

,,9Bil^eIm kvirb ebenfo frä^ inäBien fein aMgrtebridl^ Seilic 
erreichen tt>irb\ 

SSSin man bur^l biefen @a^ einen SRafflab angeben m 
f(f)nen Sffiil^elm reife, fo ifi berfelbe gu fiberfeften burdi 



Sr^mmtnigfn Aber bfe rid^tige ^il^uno M ^turum« <m (Endüfc^en k. 239 

William will be in Vienna as soon as Frederic reaches 
(ober shail reach) Berlin. 

äBiO man bur^ benfelben aitx emm Vta^j^ah j^tUtn, toit 
langfam Sriebri(^ reife, fo fagt man William will be 
in Vienna as soon as Frederic will reach Berlin. 

If William were to set out tkis forenoon alreadj, he 
would be in Vienna as soon as Frederic should reach 
Berlin. 

If Frederic were not to set out tili to-morrow evening, 
William would be in Vienna as soon as he (Frederic) 
would reach Berlin. 
I fear she will die before the Doctor arrives (ober shall 
arrive) bebeutet ^3^r 3ujianb Ift fo f(^lfmm, baf fle be« ?lrj^ 
M anfunft nic^t me^r erleben wirb** 
1 fear she will die before the Doctor will arrive bebeu^ 
M „btx 8lrjt wirb fo lange unterweg« jaubem bid jle geflor^ 
ben tji\ 

The sun will no sooner set than you shall be within 
5 miles of Branden fagt man, wenn man einen Stapftab 
fieOen xoiU, ivie lange ed S^ag bleibt. 
The sun will no sooner set than you will be within 
5 miles of B. fagt man, njenn man einen 5Dlapiiab fieUen 
tt>iD, wie frü^ ber ?lngerebete 33* errei^en tDerbe, 
NB. gu §♦ I, 4» 3n einer englifc^en S^itung pnbet ftc^ folgenb« 
©teile, ml(i)t einen Seleg abgtebt ju ber unter g. I, 4 B aufgefleH^ 
tcn JRegeL 

It is notorious that rent in Ireland has reached its maxi- 
mum, and that the tenant can contribute no more and live 
(vbaß ber ^ßad^ter bei nod^ ftärferen ©eitrigen nic^t befielen fann"). 
In this event, and under the Operation of the plan of levying 
one half of the rate on the proprietors , and the other on the 
occupier, new paupers would be ultimately created, without 
there existing an alternative by which a compulsory provision 
adequate to their maintenance could be at onee secured. We 
grant that the assessment would ultimately fall on those who 
could pay it; but then through what a labyrinth of processes 
of fictions AwAi it pass before that end could be accomplished. 
The overseers, or collectors, should continue increasing their 



SMO IBeftimmitngeti über btc ri^tige Silbnng bei ^titunfmf im Hn^l^^tn u. 

asseesmente on both parties, one half unable to pay» or paying 
only partiallj, and tbe other balf discontented with tbe increas- 
ed penalty arising from tbe msolvency or inabüity of tbe for- 
mer. Tbe macbinery would work cumbrously if there were 
not some provision obligmg tbe landlord to make good the 
deficiency on bis own property, 

aScnn man biefc ©tcHc »erbcutfc^t; fo fommt fünfmal ^tofirbe' 
))or« 98arum tfi biefed „toArbe" bad brüte unb ba6 ))terte Wld 
burd^ sbould (fiatt burc^ would) flegeben? — Slntwort: Dtt 
erfte mit would gebitbete ®a$ ,,neue Slrme n>urben gule^t jum 
aSorfc^cm fommen* weifet auf bie Sulunft ^in; ber gweite mit 
would gebilbete ©aft auc^ auf eine noc^ »eiter entlegene 3 ufunft, 
2)te bann folgenben jmei @ä^e fpringen n)teber jutücf, inbfm 
fte gtt)ar auc^ auf bie 3ufunft ^inweifeU; aber auf eine 3ufunft, 
welche in bem iD^oment, auf welchen in bcm tjor^erge^enben 6ajf 
^ingewiefen wirb, ntc^t meör3ufunftiji, fonbernfc^on Vergangen* 
l^eit geworben iji; be6f)alb werben biefe beiben 6dfte mit sbould gebil-' 
bet. 2)er fünfte ©aft fpringt wieber weiter t)orwartd; inbem bie itii, 
auf welche er l)inweifet; auc^ bie weiter ^inaudliegenbe 3wfunft mit 
umfapt» !Darum wirb in bemfelben wieberum would angewantt 

§. n. JRegeln über bie englifc^e Ueberfeftung beö beut* 
fc^en 3ntwortee ,,fottett^ 

1) SBenn mit bem 3eitworte Jollen" ein SSefe^l ertl&etlt ober 
ein a3erfpred[)en geleifiet wirb, fo iß ed burc^ sball }u übri* 
feften. 

aBenn aber mit bemfelben ein ©efe^l ober ein SBerfprecben ubtr* 
bracht ober beffelben crwd^nt wirb, fo iji ee burd) bae ^ulf«^ 
geitwort to be gu uberfeften* 
SBenn alfo ber ^err gu feiner 2Ragb fagt 

„3)u foUfi einen Srief gur ^oji bringen" 
fo ^eißt bie6 auf ©nglifc^ 

You sball take a letter to tbe post-ofBce ober I wffl 
bave you to take etc. ober I want you to take etc. 
But tbat 1 bave anotber job for you (»SBenn id) ni^t 
gerabe etwad SlnbereÄ fürDic^ gu tbun Httt") you sbould 
take (ober I would bave you to take) this letter to the 
post* 



Sc^immmigeii il^er b{e richtige !Bi(t>ting M ^uittnimf im dngKfi^en 3c. 241 

SBmn hingegen bed ^erm netnet So^n, t)om SSatet abgefanbt^ jur 
äXagb fagt 

.2)u foUfl einen »rief jur ?ßofi bringend 
fo f)ti^t bied 

You are to take (b» t My father wanta you to take) 
a letter to the post. 

But that there is another job for you, you were to 
take (b. ü my father would have you to take) a let- 
ter to the post. 

„9&enn nii)t eben tttoa^ Slnbered f&r 2)t(^ gu t^un v^&it, 
folUefl !Du einen »rief gut 5poji bringen*^ 
SBenn mein Stlti\>txmai)tt mit ))erfpri(bt/ 

,,i^ie f ollen ä^ren 9to(f näd^flen !X)ienf)ag ^aben% 
fo ^ti^t bie6 auf englifc^ 

You shall have your frock next Tuesday. 

But that my joumey-man has left me, you should 
(fffollten ©ie*) have your frock next Tuesday. 
äBenn meine t)om iMeibermac^er gurucffommenbe 3Ragb fagt 
„Sie f ollen 31^ren SRod näc^fien 2)ienjiag ^aben\ 
fo ^ei^t bied 

You are to have your frock next Tuesday. 

But that Mr. E. has'discharged his joumey-man, you 
were to CfoHten Sie*) have your coat next Tuesday. 
SBie man bri ber grageform t)erf&^rt, ergiebt jtc^ "oon felbji. 

,@oll ic^ biefen ©ri^f gur ^oü bringen?« 
Sticktet bie ÜRagb biefe grage an i^ren ^errn, fo fagt jte 
Shall I take this letter to the post-office? 

Sichtet fle biefelbe an if)re6 Jperrn Keinen ©o^n, aie feinee SBatete 
SBitten miffenb, fo fagt jic 

Am I to take this letter to the post-office? 

NB. 3)a (n)ie au6 bem SBotl^ergel^enben ^ert)orge^t) ba^ 5ßrÄfen0 
M Seitworteö ^Jotfen" (bie gragefom aufgenommen) nur bann 
burd^ shall gu uberfeften ifi, mm ber Kebenbe befiehlt ober t)er* 
fpric^, ber Slu6bru(f M foH" ober „Wit follen* aber nie einen 
Scfe^t ober ein aSerfpre^en ber rebenben ^erfon begric^net, fon^ 
bem immer ben Sefel^l einer anberen ^erfon, ober an6) be6 
®(^i(ffal6 ober ber gebietenben Umjiänbe, fo leuchtet ein, baf 



242 öffltetiimttgftt üUx M« ridS^tta« ÖWbung M guturum« im (fngaWen «. 

,,i* fon% »ttfe foHen" nie butc^ I ahaU, we ahaU ju ubet^ 
feften iji, fonbetn bur^ I am to, we are to; j* ©♦ 

,3c^ foll mcmeii fRod am nÄ#en 2)tenpag ^abm* I am 
to have my frock next Tuesday. 

But that my tailor has discharged his journey-man, 

I were to (Jolltc {(^'0 have my coat next Tuesday. 

„3* foU einen »rief jur qSofi bringen" I am to (ni* 

8hall) take a letter to the post-office (I shall take a kt- 

ter to the post-office njürbe t)eifen „i^ tt)erbe einen Sritt 

jur ^ofi bringen")* 

^gaSenn mein J&ett nic^t eben ttcoa^ «nberee för mi(^ jß 
t^utt ^atte; follte id) einen »rief gur 5ßofi bringen" But 
that my master has some other Job for me, I were 
to take a letter (ober he would have me to take a let- 
ter) to the post-office (1 should take a letter totk 
post tt>firbe Reifen Jo tt>ürbe i* einen »rief jur ipop 
bringen"). 
2) aOBenn Jollte" 3m>)erfeltttm M Snbtfatto i% wirb ed nit 
burc^ should, fonbem burc^ to be (b. i. I was to, thou wast 
to, he was to, we were to, you were to, they were toi 
ou^gebriidt !Denn nur wenn rined »efe^Id ober f8tx\px(i)t^ 
ertt>ä^nt wirb, nic||t wenn fie ert^eilt ober geteifiet wcrtw, 
fann JoDte" aW 3mperfeftum be« 3nbi!a tit>d vorfomrocn, 
gleichviel ob »efe^I unb SSerfprec^en t)on ber rebenben ob« 
\)on einer anberen $erfon ausgegangen fetm 3* ^- 
. „Oeflern Slbenb folltefi 2)u einen »rief jur ^o^ bringen; 
ic^ fonnte 2)i(^ aber nirgenbd flnben" Last night you were 
to have taken a letter to the post-office; bot I could 
not find you anywhere. 

^©ejiern Slbenb foIIte er einen »rief gur ^ßofl bifngen; ahm 
K." Last night he was to bare taken (Bi(^t shouM 
take unb auc^ nic^t were to take) st, letter to the post: 
but etc. 
NB. eine anbere »ewanbtnif f^at ed mit »eifpielen, wie foIgenW: 
„3Rein (Snt[(|luf war foglric^ gefaxt, 3c^ ^oük SBü^tto 
rufen, ßr follte augenbli(flic|> meinen »rief gur qjofi brii' 
gen u. f. w." 
2)iee würbe ju überfeften frin burc^ 



\t 



ScfHnnttiigeii thtt l\t ri^tfgc WtViVi^ M gattmim« im (Ing((f4fn k. 943 

My mind was made up direodj/ I would call for Winiam. 
He should (nic^t was to) take my letter to the post 
instandy etc. 

^ier (aben wir n&mlic^ etne (Sat))fe, inbem bie @teOe t^ollß&nbig 
tauten tt)urbe 

My mind was made up directly. 1 resolved that 1 
would call for William^ and that he should take my 
letter to the post-office instantly etc. 

J&ieraue etfliebt fl^ baf bad l^ier tjorlommenbe »follte* bad 3m- 
perfcftum be« Sonjunftit), ntc^t be« 3nMfatte, \% (S* fcmint 
a([o bie in bet 93or6einerfungX@« 229btd231) anfgefleate Stege! 
in Snwenbung. »Sollte'' muf burc^ should öberfe^t tDerben, 
»til »er foUtc k.* bem @tnne na<| ein Slebenglieb be6 
6a^ed tf}^ unb in biefem ÜtebengKebe bie innere 9tebe einer ^rfon 
inbireft angefö^rt tt>irb» 2)iefe innere »ebe muf {\mi %. U, 1) 
gelautet l^aben: I will call for William. He shall (ni(^t is to) 
take my letter to the post instantly. 

3) SBenn »fo Ute* giemlic^ gleid[)bebeutenb ijl mit »müpte*, b* ^* 
tt)enn e6 einen guten ^ail} ober ein SRal^nen an eine ^flid^t 
au6brudt, fo mup e^ burc^ should ober ought to uberfe^t 
»erben. 3* 33. 

i»3^r folltet (müftet) (gurem SSater gel^orc^en'' You should 
(ober ought to) obey your father. 

»3^r mattet eurem 98aler ge^ori^en f ollen (muffen)* You 
should (ober ought to) have obeyed your father. 

?luf bie SBa^l gn)ifc|ien should unb ought to fommt e^ nic^t 
fe^r toefentlic^ on. 3)ocl^ iji should fc^idlic^er, toenn bie JRebe 
me^r ben €^arafter eine6 guten Slatl^ee, ought to, tt>enn jte mel^r 
ben ß^arafter bed SKal^nenö an eine 5PfIic^t annimmt, ober wertn 
Jonte* t)öHig gleich bebeutenb ifi mit „miiptc*. 

4) 3)ie ^P^rafen, in voelc^en bad Umgel^en eined ®zmi}M burc|i baö 
3eittt)ort »[offen" au6gebrü(ft »irb, giebt ber SngWnber burc|) ba* 
3eit»ort to say. 3. 33. 

»er foll »ertounbet fein* He is said to be wounded. 
»er follte oertt>uwbet fein* He was said to be wounded. 

16* 



244 »rfUmiiittii0tn ü^r tie rii^tige »Ubttng M gutucumd im (liigUf4eii :c 

8, m. Slufflefiellte ®<^emata übet »etfc^iebene SBott* 
»erbinbunflen mit bera Sinbeworte if an ber ©pifteber^ 
* felbeii; unb (Störtetunflen baruber» 
(üRan xooUt bemetfen, baf bie folgenben Siegeln unb ^t^w 
mungen nur bann i^re ©eltung ^aben, wenn if »tt>enn* ^eipt, 
ni^t aber^ »enn if ,,ob* l^ei^t> 
A)lf mit bem refpeftit)en Seitworte in ber gorm M Smper^ 

feftumd* 

If I had wenn ic^ ^atte 

if thou hadst wenn bu ^ättefi 

if he had wenn er ijMtt k« 

if I loved wenn i^ liebte k« 

if I had loved wenn i^ geliebt i^itit tc. 

if I were (ober was) wenn id) wfire 

if thou wert (ober wast) wenn bu w&refi 

if he were (ober was) wenn er wäre 

if we were wenn wir wären 

if you were wenn i^r wäret 

if they were wenn fie wären 

if I had been wenn ii) gewefen Wäre k* 
B)If mit bera refpeft* S^itworte in ber fflerbinbung mit hm 

3eitworte to be in ber 8orm I were, thou wert, he 

were, we were etc. 

If I were to have wenn ic^ ^aben würbe 

if thou wert to have wenn 2)u ^aben wurbefl 

if he were to have wenn er ^aben würbe >c* 

if I were to love wenn i(^ lieben würbe %u 

if 1 were to have loved wenn ic^ geliebt l)aben würbe u. (• »• 

if I were to be wenn i^ fein würbe 

if thou wert to be wenn bu fein würbejl k* 
. if I were to have been wenn ic^ gewefen fein würbe ic* 
C)If mit bem refp» 3«tworte in ber fflerbinbung mit would. 

If I would have wenn ic^ l^aben wollte 

if thou wouldst have Wenn !Du ^aben wollteji 

if he would have wenn er I)aben wollte tc. 

if I would have had wenn ic^ l^ätte l^aben wollen ic 

if 1 would love wenn i^ lieben wollte k* 

if I woüld give wenn ic^ geben wollte k* 



fk^nntitteeii i6cr ^U ri^tigc Sibung bei ^utHmiii« {m dnglif^en sc. 245 

if I woald have giyen totm i^ h&ttt geben n>ol(en jc« 
if I would be tt>enn i<^ fefn wollte 
if thoa wonldst be wenn bu fein rooUttft tu 
if I would have been »enn t^ I^Ätte fein Wollen tc 
D)Hmü bem refp* 3^Jtworte in ber SBerbinbung mit ahould. 
If I should have wenn iä) l^aitn follte 
if thou shouldat have Wenn bu l^aben folltefl 
if he shoald have wenn er l^aben foIIte tc. 
if I should have had wenn idf gehabt ^aben follte ic. 
if I should love wenn t(^ lieben follte k* 
if I should write wenn id) fc^^reiben follte k. 
if I should have written wenn i(^ gefc^rieben ^«ben follte :c 
if I should be wenn üf fein follte 
if thou shouldst be wenn bu fein folltef) k. 
if I should have been wenn id^ gewefen fein folHe k« 

Erörterungen über bie Slnwenbung ber in biefen ©c^eraaten (A, B, 
C unb D) aufgefül^rten gormem 

A) fe^t tjorau«, wa« ni*t ber galt i% 3- »♦ 

If I had any relations well to do, I should not be so 
utterly helpless ,;9Benn i(^ wo^l^abenbe SSerwanbte ^dtte, 
würbe id^ nic^t fo ganj l^ölfloe fein". 
If I had Seen him before, I should know him now. 
If he loved me, he would comply with my request. 
NB. 1 ju Schema A. 8116 Sefc^rftnfung M ^ier ©efagten wolle 
inan golgenbe^ bemerfen* 

!Diefe gorm fe$t ))oraud wa^ t)ielle{(^t ber gall fein mag 
a) wenn bad ^auptglieb bed @a^e6 ni^t im fogenannten con- 
ditional mood ftel^t« 3« ^« 

K you had heard of bis amval, why did you not flee? 
„SBenn Du wn feiner Stnfunft gehört l^attefl, warum flol^efi 
2)u ni(^t?" 

If you had heard of bis amval, you are to blame 
for not having told me „SBenn !Du k* gel^ort l^atteft, 
fo ifl ed unt>erantwortli(^; baf Du mir 9?ic^t6 gefagt f)afi\ 
J£ the expedition was intended to keep up the delusion 
of military glory — then will it be still more blame- 
able ^SBenn man im Sinne l^atte, burc^ biefe« Unternel^* 



246 ötftfmnittngeii über r>\t titjtige SBttbimg M gtttunt«« im dttgHWeii ic. 

men bad Slenbtoetf miUt&rifc^en 9lu^me6 aufregt ju Pen, 
fo ifi baffclbc no(^ njeniger gu t>erantn)Oftctt\ 
^inflegen 

If you had („I^Ättefl'') heard of bis arrival, you would 
have fled. 

If the expeditiön was (ober were) intended to keep 

up the delusion of military glory, — theu would it 

be still more blameable „ SBenn man im @inne 1^ & 1 1 c ic k., 

fo wäre K» K.\ 

b) jwttjeUen au^, mm nii^t aMn ber gange @aft au6 $011))^ 

gKeb unb 9lebengHcb befielet; fonbem au(^ btefcd »ebenglW 

Wieberum in jn>ei ©lieber (^auptglieb unb Siebengrieb) p 

fant; tt>enn bann bad Slebenglieb be0 Sflebengliebe« mit if an* 

^ebt, unb ba« in bem mit if anl^ebenben OHcbe t>otfommcnt( 

3eit»ört, wegen ber gorberung ber Uebercinjlini^ 

mung ber ßtit^oxmtn, in ber gorm bed Smperfeftuin^ 

pelzen mug^ Slel^men toix j* 33* an, ifarl ^abc gefagt: If 

William has 10 Dollars in cash, he will certainly lend 

them to poor Tom ,,9Benn SB* 10 J^aler in Äaffe |flt, 

wirb er fte gewif bem armen X^m leiten ^« SBenn bitfe 

äieuferung StaxV^ inbireft angeführt tt)irb^ fo entfielt folgenbfr 

@aft: 

,,Xaü fagte, baf, mm SSSil^tlm 10 3:i^aler in M^ 
l^abe (^&tte), er fte gewif bem armen Slom leif^en mxU 
(»firbe)\ 
Da ber !Deutf(^e eö mit ber gorberung ber Uebereinßimmung 
ber 3eitformen nic^t fo genau nimmt, fagt er ^ier au^l ir^<>^^' 
fiatt M^W unb .werbe* fiatt ,»arbe\ 3m ©nglifc^ 
muf, weil Charles said im Smperfeftum fte^t, has in had 
unb will in would t)erwanbe(t werben* @[6 ^tipt alfo 
Charles said that, if William had 10 Dollars in casb, 
he would certainly lend them to poor Tom. 
«Climen wir ferner an : ©ir SRobert ^eel l^be gefagt : If 4e 
expeditiön is intended to keep up the delusion of military 
' glory, ~ then will it be still more blameable, fo ftnttf 
ft(^ aßeranlaffung gu folgenbem Safte: 



„®ir aiobert *4JeeI fagte: „wenn man im Simie ^abc 
0)attt), burcl> biefe« Unternehmen ba^ ©lenbwerf milöi 



IkpKiROiigeii ABcr Wc rii^üge SiCbung b(« gutoniiii« im dngdf^en k. 247 

rif4l(n Sttt^med oufrec^t ju galten, fo fei (wAte) baffclbe 

noi) mni^tx )U DttannDortm" Sir Rob. P. said: if the 

ezpeditioB was intended to keep up the delusion of 

etc. etc., — then would it be still more blameable. 

®efeftt ahtt, 5JeeI felber l^abt ba^ 3mj)etfeftum angctoanbt 

unb gefagt: J£ the expedition was intended to keep up 

the delusion of militaiy glory — then will it be stiU 

more blameable ^gaW man Im Sinne f)atit K. tc, — fo 

tfl bnffelbe no(^ tDeniger }U ^erantnoorten; fo t>em)anbelt man 

bei bet inbireften tlnfft^rung ba6 was gern in wer e unb fagt: 

Sir Rob. P. Said: if the expedition were intended 

to keep up the delusion of m. gl. — then would it 

be still more blameable. 

NB. 2 2U &^ma A. Sßenn in einem mit if an^ebenben ®a^^ 

gliebe, in totl^tm ^oraudgefe^t toitt, n)a6 ntc^t ber gall i^, ba^ 

Seittbott to be t)orfommt; fo tt)anbe(t man bie görm bed Sitiperfef^ 

tum0 beffelben gen>6^n(t(^ etuoae um (obgldd^ man ee oft auc^ in 

bcr anbeten gönn Ifift), Inbem matt meifiend I were, thou wert, 

he were fagt jiatt I was, thou wast, he was. 3» 33* 

Were he (ober If he were) content, he would not grum- 

ble. ^oi) tann man m^ fagen If he was content, he 

would not etc. 

NB. 3 gu ©d&ema A. Sie unter NB. 2 ern)A^nte t)erdnberte gorm 

I were, thou wert, he were nertnt man gewö^nlic^ ba^ Smperfef^ 

tum bed ftonjunftit). Ttan (äffe ftc^ bnrc^ btefe "oitüti^t nic^t 

ßang f(J)i<fll<^e ©enennung ni^t t)erleüen, ba« einfache beutf(|ye 3m^ 

<)trfeftum be6 Äonjunfti» burcft biefe gorm öberfeftcn gu tt)oUen. 

iBiefe« i^, fo »ie bad bed 3ttbi!ati», itt ber Siegel bttre^ I was, 

thou wast, he was jtt öbetfeftett* 3. ^. „et ibäfy«te; i^ toaxt 

im angrenjenben 3^1^^^^^ ^^i^^ ^^^^ ^^ supposed that I were 

in the adjoining room, fonbern he supposed that I was in the 

etc. ober he supposed me to be in etc. 2)te %otttl I were, thou 

wert, he were wirb angenoänbt ttur 

a) mnn Setriartb, »ie ^Jßttl in bem unter NB. 1, b gule^t angei* 

führten ©eifpiele, was in aSerbiubung mit if ober fi^nlic^en 

JFdniunftt^nen angett)anbt f^ai, atib fftxna^ beffen Siebe inbt^ 

reft angeführt wirb; g. 33. mt oben: 

Sir Rob. P. said that, if the expedition were in- 



248 ^tftimmnngtn übet bic xi^Ü^t Mtm^ M gfutütum» Im (Sofllif^eit x 

tended to keep up the deluaion of military gloiy — 
theo would it be still more blameable. 

b) bei \>tt Slu^fprac^e be6 fBim\i)t^, bad (Stmad n>&re, mliit^ 
niäjt iP; ^ »♦ 

I wish I were (ober was) in London now. 

c) in bem unter NB. 2 angeful^rten gaUej j^ ©♦ 

Were he (Ifhewere) content, he would not grnmble. 

d) ate eine furjere gorm be6 fogenannten conditional mood, 
beffen 9{atur {!e bann annimmt. 3« ®* 

If ehe loved me, 1 were (glei(|)bebeutenb mit I should 
be) the happiest of men. 

If you loved him, he were (would be) the happiest 
of men. 

B) feftt \>oxaM, tt)a6 ni^t ber gall fein tüirbj j* ©♦ 

The meeting is to take place {„toixi @tatt ftnben^) on the 
20th, not on the I8th of this month; if it were to take 
place on the 18th (^tt)enn (te am 18ten Statt ftnben mürbe*) 
I should endeavour to dissuade my brother firom attend- 
ing it. 

If the meeting were to take place 0,@tatt ftnben noärbe") 
on the 18th, the debates would probably be cut short by 
an intrusion of the Friday-revellers. 

C) feftt »oraud entweber 

1) einen SBiflen, ber nid^t gelg^egt wirb, g* S3. 

If he would come to-morrow, he would have sent me 
notice ,,9ßenn er morgen fommen moUte; mürbe er mit 
I)aben Sef^eib fagen laffem* 

If he would have come on the 18th, he would bare 
sent me notice ^SBenn er I^Ätte am tStcn lommen tooU 
Un, mürbe er u. f. m\ 
ober 

2) etmad bem äBiOen Slnaloged (S- I. ®* 232), mel^ed ni(^t 
befleißt. !Do(^ mirb biefe gorm meiflen^ nur ba ongemanbt, 
mo audb ber ^tut\^t bad d^itmort „motUn'' anmenben 
fann* 3» 33. 

If the snow would melt ^SBenn ber Q^ntt f^mdim 

moHte\ 

If circumstances would d^mottten ") pei:mit my return etc. 



9cfHmmttl^J«l Übtt bic tic^tigf «Übung M ^atunraif im itn^iifd^tn u. 3i9 

NB. jtt ©^<ma C. — 3)o4i ftftt blefc gorm auif tintn aBiOm 
iDoroud; bei ^itlUi^t flcfagt morben fein mag; 

a) menn ba6 ^ou^tgUeb bed Saftet nid^t im fogcnanntm con- 
ditional mood fielfft 3« S« 

If he would go out, why did he not teil 70a so? 
»SBenn er ouege^en xoolUt, «Darum fagte er !Dir'^ nic^t?"* 

b) n>enn ber unter A NB. 1, b ermähnte Umflanb eintritt Kel^ 
men wir j« 93. an^ 993i(^e(m ^abe gefagt »993enn ein ®lai 
SSein ben Zorn Dom Silber feilen tDirb, fo mirb mein SSater 
i^m gern eine %\a\^t fenben«" !Die6 giebt Seranlaffung gu 
folgenbem ®a^e: 

»aSil^elm fagte: n>enn ein ®Ia^ SBein ben !£om Dom 
gieber feilen »erbe (würbe); fo »erbe (würbe) fein 
Sater i^m gern eine %lai^t fenben" William said that, 
if a glass of wine would (f» Sorbemerfung ©♦ 229 
bi0 231) eure Tom of the fever, his father would with 
pleasure send him a bottle. 
»Sßenn k* wärbe" wirb in biefem %aUt alfo bur^ if etc. 
would überfe^t; weil ber ®a^ fonjunftiDifd» i% unb folglich 
bie in ber SJorbemerfung aufgehellte Stegel ju berücffic^ti^ 
gen i% SBenn aber ber @a^ nidft foniunftiDifc^ ifl, fo ifl 
»wenn ic. würbe" (laut B) burc^ if etc. were to 3U über^ 
feften. 3* »♦ 
,9Benn ein ®(a^ SBein ben Xom Dom $. I^eilen würbe, 
fo würbe mein Sater i^m gern eine glafc^e fenben* K a 
glass of wine were to eure Tom of the fever, my 
father would with pleasure send him a bottle. 
D) fe^t Dorau6; wad DieHeic^t ber galt fein mag; g. S. 

If he should be at home, give him this letterl «^SBenn 
er gu ^aufe fein follte, gieb i^m biefen »riefl'' 
If he himself should be prevented firom Coming, he will 
send his Bon««99Benn er feiber am i(ommen Derl^inbert fein 
follte, wirb er feinen ©o^n f(()i(fen\ 
NB. 1 gu Schema D. — 2)er Unterf(^ieb gwifc^en should unb 
were to leuchtet a(fo ein. Should wirb angewanbt; wenn man 
einen %a% fttüt, ber Dietteid&t eintreten mag; were to, wenn man 
einen %aU ^t% g(ei(^fam nur um einen galt gu fttlUn, beffen 
Eintreten man gar ni<^t erwartet. 3« %• 



380 9e^tiitiiiingrii ü^er Me H<^tige Sifbnng M gfntunttnd im (Svgfif^it u. 

»aSmn er mir 20 ®uineen fttr mein $ferb bitten fo'llte 
(meld^ed i(^ ni(|)t f&r unmdglic^ l^a(te), fo merbe ic^ bad $ln« 
erbieten onnel^imen'' If he should offer me 20 guineas for 
my horse, I ehall dose with the offer. 
^aßenn er mir 20 ®» für m* ?ßf* bieten würbe (»oron i(| 
flar nic^t benfe), fo tt)flrbe id^ fein ä* annel^men* If he were 
to offer me 20 g. for m. h., I should dose with the offer. 
NB. 2 ju ®(^ema D. — !£)ad in biefer SSerbinbung \>orfoinmfnbc 
should fann man au6), o^ne ba$ ber Sinn baburd^ verftnbert iDäibt, 

a) mit shall )>ertauf4)en (obgleid^ should gewöj^nlid^et ifl); g. 9. 

If he shall be prevented from commg, he will send 
his son. 
ober audS^ 

b) auelaffen, j. ©♦ 

If he be prevented from Coming, he will send his son. 
!Die Sorm, mli)t burd^ folc^e $(ud(a{fung von shall ober should 
entfielt, ppegt man ben itonjunftio ju nennen* 
NB. 3 JU ©d^ema D. — 3n aUen bergleicben ellipttfcf^en ©i^ra 
ifk ba^ audgelaffene unb ^ingujubenfenbe 3(itn>ort shall (shonid) 
unb in einigen gAHen anbcrer 8lrt may, niemaf« aber will (would), 
ba wiH unb would nie auÄgelaffen n)erben* 3* ©♦ 

The sooner he come, the happier shall I be. ^itx {lebt 
he come nic^t fär he will come, fonbern fdr he shall 
come, unb e« ^anbelt ftc^ a(fo, laut ber %. I, 4, B aufgefle^ 
ten Siegel, nic^t von ber SBorfreube ber Erwartung, fon^ 
bem ton ber burdi^ bie fc^on er folgte Slnfunft berriteten greubt 
They appointed that a meeting be (K 1^. should be) 
held „3)ian feftte fefj, baf eine itonferenj obgel^atten »erben 
follte^ As for the money which you have found, yoo 
must deposit it tili the owner appear (b. 1^« shall ap- 
pear). Sd ifl obtn %. I, 4, B bemerft worben, bdf man tu 
i^nli^m %iVitn mit tili auc^ bae einfädle $r&feRd aimenben 
fönne* ^emgemA^ »ärbe man ^ier aud^ fagen fonnen tiD 
the owner appear s. 2>o(^ toenbet man bod einfädle ^lu- 
fen6 I^a«pff4(^lic^ nur bann an, wenn ba^ mit tiH an^benkc 
6a9g(ieb Sttoae att6brudft, mlä^ man mit-giemtit^er 9mrp 
beit erwartete 3* S* Wait here tili my brother comes. 
wenn x6) an meinet Sruber^ Jtommen nid^t jtoeiße» 



3[n Solge tet liAufigen flueia^ung «on shall (shonld) ifl ee 
aOerbingd bal^m gefommen, baf bet (Sngl&nbcr )un)ri(en vergift, baf 
biefe ^orm clltptifc^ ifl unb fie atö eine einfache befonbere 9orm bed 
j^onjunftit) auffaft !Dtee ge^t baraud ^er^or, ba$ btefe Snfmiti)^ 
%oxm t)on (Stmgen audS^ angen)dnbt notrb bei d^itiDörteni, tDeld^e fei^ 
ner jufammengefe^ten %ox\n f&^ig finb — fxtili^ eigentlicf^ au^ 
feinet 3nfinttit>* 3* 83* He made a motion GSJorfd^log") that 
the House do resolve itself into a committee. !Da ba^ ipülft^ 
jeitwott do feine gufammengefeftte 3«tformen J)at, barf man nl<|^ 
fagen should do resolve. 

NB. 4 ju Schema D. — 3Ran wirb bemerfen, baf tn ben untet 
D ange^^rten 93etf)>{e(en bae ^ait)>tgl{eb be6 @a^ed meiflene im 
futurum fielet (if bis unde shoald forsake him, he will be 
in a sad dilemma) ober aud^ im ^}rAfen6 (If he shonld have 
heard of your arriral, you are a dead man)^ in ben unter B 
angeführten Seifpielen aber im fogenannten conditional rnood (If 
his unde were to forsake him, he would be in a sad di- 
lemma. Xo6) gebrau(i)t man 2un)ei(en auc^ in ben unter D ge^i^ 
renben ^AOen bad conditional mood. !X)ied g^f^ie^t bann, n>enn 
bie ÜRöglidbfeit M tjorau^gefeftten gatfed tttoa^ fern liegt, 

If bis unde should forsake bim, be would be in a 
sad dilemma G^SBenn fein D^eim il>n Derlaffen follte, 
würbe er in einer fd^Iimmen 8age fein'') 
]^&(t alfo gemiffermafen bie ^itte gmifc^en F his unde should 
etc. be will etc. unb If his uncle were to etc., he would etc. 
3n biefem %afit barf man augenfc^einlid^ if he should nid^t mit 
if he sball t^ertaufdKn unb auci^ nic^t f&g(i(|^ should auf laffem 
NB. 5 gu S^ema D. — 6« giebt t>Mt g&tte, in mlijtn ba« in 
bem unter B oufgeftellten ©d^ema burt^ ,,»ürbe* überfe^te were 
to burc^ Jt^llte* gu überfeinen i% Slber biefc« „follte* Ut eine 
ganj anbere ©ebeutung aW ba« „follte* in bem unier D aufge^ 
fieBten ^ma unb beutet auf einen 8efel()I ober ein Serfpre^ 

If I were to take the letter to the railway Station ,,tt>enn 
i6) ben »rief jum Sa^n^ofe bringen follte* (K u „mm e6 
mir befal^Ien w&re*)* 
If I were to have my coat next Tuesday etc. „mm i0f 



meinen Slocf am n&4)flen 2)* ^aben fodte k. (b« u totm er 

mir gum 2)ienflage tjerfptod^en »Are"). 
(Se liegt auf ber^anb, baf bae in Schema D loorfommenbe ,rfoHte' 
eine gang anbere Sebeutung f^aU 

a»)»)enbir 
gu %. m, A, B, C unb D. 

NB. 1« 3Bad von ben obigen SSetbinbungen mit if gefagt i% gilt 
mif, n>enn man if au6(Aft unb bem Sa^gliebe bur(^ 93er&ttberung 
ber 9Bortfo(ge ben ®{nn giebt, a(d n>enn ein if an ber ®pi^e ^&nbe. 

Had I (flatt K I had) seen him, I would teil you. 

Were the meeting (jiatt If the meeting were) to take 

place etc. 

Would he (flott K he would) come, he would have sent 

me notice. 

Should he (flatt If he should) be at home, give him this 

letter. 
NB. 2. äQenn man fein ip&If6geittoort l^at^ fo muf man bei ber 
unter NB. 1 erwähnten SJerfinberung ber SBortfoIge bie Umfc^yreibung 
mit bem ipüIfdjeitn>ortc to do anwenben. 3* ®* 

Did he approve (jiatt If he approved) of the proposal, 

he would not look eo gloomy. 
NB. 3. 3)iefflben Siegeln, mlift unter 8. III über bie SJerbInbung 
mit if aufgeßeKt finb, ^aben, unter einigen Sef(^rinfungen, au(( 
i^re ®eltung in einem jeben Slebengliebe einee ©aftee. 3- S3» 

Any one who should (ober shall) find my lost purse etc. 

Any one who were to achieve arailroad tothemoonetc 

(ipier ifi were to fiatt should angemanbt, tt>etl etn>ad t)o^ 

audgefe^t toixi, baf gang gen)if nic^t ber %aü fein mtrb«) 
2)oc|) n)irb t^, toenn bad Siebenglieb ni^t mit if C^enn'O ober oiu 
beren SBortern »on äl^nKc^er S3ebeutung wie if (g. ©. supposing 
,,t)orau«gefeftt'0 anbebt, mit biefcn Siegeln nicb* f» fl^nau genommen. 
!X)ie 9ef<|r&n{ungen biefer Siegeln angugeben, n>ärbe l^ier gu n>eit 
fäl^ren. 

NB. i. 3n einigen englifc^en Sprad^Iel^ren ifl folgenbed @(^ema 
aufgefieOt: 
If I should love wenn ii) liebte („ober lieben tofirbeO 



aetinimtiiacn dto hit ri^Hge mtnn^ bei gntttnimi int «neUfd^m u. 9S3 

if thou wouldst love xotm ISu litbttft (Heben vofirbefl) 
if he would love wenn er liebte (lieben n)firbe) 
if we should love wenn mit liebten (lieben m&rben) 
if you would love mnn i^r liebtet (lieben mätbet) 
if thej would love menn fie liebten (lieben mfirben)* 

Sbenfo 
if I should have u)enn ic^ f^ittt (l^aben m&rbe) 
if thou wouldst have wenn bu If&tteß (^aben mftrbefl) tu 
if I should be menn ic^ fein mürbe 
if thou wouldst be menn bu fein märbefi ic« 

3n biefem Schema ^aben bie ^tmn 93erfaffer fid^ einer Unric^tigfeit 

fc^ulbtg gemad^t, unb fann fol(^e0 leicht ju einer Sermirrung ber 

begriffe ffil^rem !X)enn 

1) If I should love ^eift meber »menn ii) liebte* no(^ 
»menn i^ lieben mörbe^ fonbem (laut S. Ul, D) »menn 
ic^ lieben follte.'' 

If thou wouldst love» if he would love, if you would 
love, if they would love l^eift ni4>t »menn bu lieben mür# 
beH* (»menn bu liebteji*), »menn er lieben mfirbe* (»menn 
er liebte*) Wv fonbem »menn bu lieben mollteji*, »menn 
er lieben mcllte* tc (laut 8. III, C.) 
(9{ur einige feltene %iüt fommen vor — Al^nlic^ bem unter 
%. in, C, NB. 6 angeführten, — mo if thou wouldst 
love, if he would love etc. I^eifen fann „menn bu lieben 
mfirbeft^ »menn er lieben m&rbe" k* 

2) If I should love ifi parallel, nic^t mit if thou wouldst 
love, if he would love, fonbern mit if thou shouldst 
love, if he should love (laut S. III, D), obgleich, menn 
fein if an ber ®pi0e M (Sliebed fieH ^^o in bem i^aupt# 
gliebe eined @a0e0 I should love aUerbing^ parallel if) mit 
thou wouldst love, he would love laut S. I, 1 unb 2« 
If thou wouldst love, if he would love finb parallel, 
nic^t mit if I should love, fonbern mit if I would love 
(laut S. m, C). 

3) »SBenn ic^ liebte-, „menn bu liebtefl* u*f-m.(f*».in, A) 
^b nif^t gleii^bebeutenb mit »menn i6) lieben märbe", »menn 
bu lieben mörbeji* u. f* m- (f- 8. in, B.) 

4) »äBenn ic^ liebte", »menn bu liebteft* u. f. m. l^eift nic^t 



if I shoald love» if thou wouldst love tt* f« tDv fenbtin 

if I loved, if thou lovedet u* f. »♦ (laut «. III, A.) 

5) ..aGBmn i^ Heben wüxit% »wenn ta lieben t»öfbtß^ 

»menn et lieben n)ürbe'' u« f« n>. beift nic^t if I should 

love, if thou wouldst love, if he would loye u« f, n)., 

fonbem if I were to love, if thou wert to love, if hc 

were to love u* f* ». (lout %. III, B.) 

NB. 5. Dbglei<^ e« in »ejug auf bte SSa^l jmlfcNn ben ^Aif6^ 

jcitmörtern shall unb will (laut %. I, 4, B. ®. 235) einen Untafilitl) 

maift, ob bte bur^^ bad d^ltwort bed ipaut)t9ßebee audflrbrfiAc liih 

Hgfeit t>Of ober nac^ ber burc^ ba6 3rttn>ort bed 9tebengltebed oüi* 

gebrüdten X^ttgfeit eintrete ; ^at btefed bo(^ in Sejug auf bte Sln^ 

»enbung ber gorm If I were to, if thou wert to, if he were to 

{einen Sinßuf, ba biefe in iebiDebem 9a\k angen)anbt n>erben tarn. 

S>od) ifl folgenber Unterfc|^ieb ju beebad^ttn. 3n eifietem %ait 

barf man bie )>erAnberte $orm I were, thou wert, he were beliebig 

mit ber ^mi^lüftn %0na I wiM, thou wMt, he was verlaufenen, 

in le^terem ^aOe aber nic^t. 3. 9« 

If I were (ober waa) to take the letter to the Station, I 
should request you to stay in mj room duriog my ab- 
sence. 2)enn bie fbittt toüxtt tyor Beibringung bed Stiefel 
audgefprod^en werben mäffen* 

If Üke meeting were (ober was) to take placte on the 18th, 
I fihould endeavour to dissuade my broth^ firom attending 
it. 2)enn ber Serfnc^ M Slbrat^end n^äcbe vor Slbffaltims 
ber Jtotiferenj gemad^t werben muffen« 
i&ingegen 

I£ the meeting were (nid^t was) to take place on the 

18th, the debatea would probably be cut short by an in- 

trusion of the Friday-revellere. De»n eine Unterteec^tmg 

n>firbe et^ na^ Unfang ber Jtonferenj ®tatt fbibeK tonnen. 

If any body were (nt^t was) to ask me if I tras as- 

tonished at it, I should say „No^ (Si^fpift \>9n S« S)ance). 

2)enn bie Slnttoort No würbe erfi na^ ber grag« gegeben 

Wötben. 

NB. 6. «6 giebt jwar einigt SAHe, in wdifm bie unter %. TU 

A, B, C unb D aufgefüllten Siegeln bei Seite geft^t imben« 2)o(^ 

»Albe bereu SU^inanbrrfe^ung ^ier ju mit fü^rem 



IBetik]mm($cn ö^tr Me ti^H^t 9U^tmd M guttinun« im (inglifc^ii k. 155 

S. IV. @intge fprac^Uil^e Semerfungen, Deranlaft burc^ 
eine ©teUe in 3ol|fnfon'e SlaffeU«« 
Statt f&l^rt fo(gmbe SteKe aue bem Slapae an, ali Wtu^tt 
timx i^iHi^tn SSa^( gtoif^^en ber Sltwenbmtg )>t)n shall (should) 
unb T?ill (would): 

KI had the choice of life, I shoald be able to fill every 

day with pleasure. I would injure no man, and should 

proYoke no resentment I would relieve every distrees 

and should ei^oy the benedictions of gratitude. I would 

choose my friends among the wise and my wife among 

the virfuous, and therefore should bein no danger from 

treachery or unkindness. My children should, by my 

care, be learned and pious, and would repay to my age 

what their childhood had reoeived* What would dare 

to molest him who might call on every side to thousands 

enriched by bis bounty or assisted by bis power?. And 

why should not life glide quietly away in the soft reci- 

procation of protection and reverence? 

!Do(^ bietet Hefe SteUc me^r Sngl&nbem unb 2>etttf(^en ein dufter 

bar, ft(^ m i^ren ufp* a»utter*(Sprac||en, aW iDeutfc^en, flc^ im 

(SngUfclien r{(^t{g audiubrfictem 2)ef ^eutfd^e, wtli^ct in feinet 

^utterfpradge ti^tig jtDtfc^en ber SlntDenbung von »toärbe'' unb 

f^moKle" n>&^U, mu$, n>enti er engftfc^ lernen toiü, ^^ no6) 

^iaiii^eit baiuber «erf<^ffen^ in meldten g&Qen bae richtig ongcmanbte 

„tDÜrbe'' burc^ should unb tn mlii^tn gAden bur^ would gu 

uberfefien fei« ^terju nun giebt bie angeföl^rte ®teOe i^m eine nur 

fe^r bärftige Anleitung; n>ol^( aber gemährt fie ein treffli^KS äRufler 

einer f(^{(f liefen 3Ba^ p>l^^tn »mfitbe'' unb ,i9oUte\ 3)a$ 

bem fo i% ergiebt fic^ aM ber $erbeutf(^ung biejfer Stelle^ toel^K 

ungefAl^r n>te folgt (auttt: 

ly^&tle iif meine Sebenebal^n gu toÜf^U», fo m&cbe (nic^t 
„vooUti"*} idi mir leben S^ag genufreic^ )u mai^ai miffen. 3^ 
toolltt (f(^i(f(i(^er aü »n)urbe'0 9liemanb bedieibigen unb 
n>ärbe (ni(it „voQUtt\ mil ta» in biefem Q^Iiebe ®efagte 
a(d eine vom äBiden bed äfebenben unabl^ängi^ Solge bed 
im vorl^^gel^enben ©liebe ©efogten aufgefaft n)erben foU) 
folglich 9{iemanb aum ©roO reiaen. ^^ «oollte (f(^idli(^ir 
ale „toüttt") iebe9lotf> linbern unb u>ärbe (ni4)t i.n^oOte'') 



S86 9e{Hiiimitiigen ober Me richtig« SSfffenng M ^itnrttm« im Chigfif^ett u. 

bic ©egnunflen ber 2)anf6arfelt gemefen* 3(^ wollte (f(^it 
Hd^er aW „würbe*) meine greunbe unter ben aßeifen unb mrinc 
grou unter ben JEugenb^aften nri^len unb »firbe (niijt 
,,n>oate*) alfo 93errat^ unb Unfreunbltc^fett nid^t gu befürchten 
l^aben* SWeine Äinber follten (ntd^t „würben*, weit Slafff^ 
(ae bad in btefem ©Hebe ©efagte aü etwae burt^ feinen SBil^ 
(en 2U (Srgwingenbed barfleaen wiQ) — bafür wollte i6) \ou 
gen — gelehrt unb fromm fein unb würben (nic^t „fofften*, 
weil er bae in biejfem ©Hebe ©efagte aW eine ^on feinem 
SBiOen unabhängige golge i^rer ©elel^rfamfeit unb ?pietit bat^ 
jieUen wiK) meinem Sllter erfeften, wa6 i^re Äinbl^eit empfangen 
l^&tte* 99Sae würbe bem befc^werlic^' faOen bürfen, ber ftc^ 
t>on JEaufenben umgeben fÄ^e, bie bur(& feine greigebigfeit 
bereichert ober burd^ feinen ©inpuf unterjiüftt wären? Unfc 
warum foUte im (ieblid^en S(u6tauf(|e oon @(i^u$ unb @^^ 
.erbietung bad geben nic^t ru^ig ba^in piefen?* 3)ie anwcn* 
bung bed „foUte* in bem testen Safte liegt begrunbet in btr 
©eneigt^eit bed 2)eutf(l^en, feinen ß'wti^tl an irgenb ein« 
©ac^e baburclf auejubrücfen, baf er ben bezweifelten gall in 
einen Sragefaft Heibet, mei^en^ mit „warum" an ber ©pijc 
beffelben, unb ba6 3^iiwort be6 gragefafte« mit „follte* um* 
f(|reibt* 2)iefe ©eneigt^eit l^at er mit bem ©nglftnber gemein, 
welcher in ül^nlit^er SBeife should anwenbet» 8lud biefeni 
©runbe fann man auc|| in bem oorleftten ©afte (What 
would dare to molest him etc. „SBa6 Würbe bem be» 
f(^werli(^ fallen bürfen w**), wenn man wiß, would mit 
should unb „würbe* mit „follte* tjertaufc^em 
®ei ber aSerbeutft^ung ber angeführten ©teile oerfä^rt man na6) foP 
genber einfa^en Siegel: 

Would in ber U «ßerfon ^eift „wollte* 

would in ber 2* u. 3* „ „ „würbe* 
should in ber !♦ „ „ „würbe* 

should in ber % u* 3. „ „ „follte*, 
ba fein etngiger ber tjielen g&lle, in welchen biefe einfache Siegel eint 
weitere (Srörterung erl^eifc^t unb »efcl^r&nfungen erteibet, ^ier ©tan 
finbet. golglid^ lüf t biefe ©teHe ben 2)eutf(j^en, weld^er in berfelben 
eine Anleitung gu einer richtigen Ueberfeftung "oon „follte* unt 
„würbe* fuc^t, im ©tic^e in Sejug auf alle bie gätte, in welchen 



Sefltoiintii0en über bie richtige SHtnng Ui gutitnim« im dttglifd^en u. 357 

bie einfache Siegel ntc^t audreid^t. !D{e angefftl^fte SteUe tfi aber eine 

SÖufiration folgenber Kegel : 

9Senn ber 9tebenbe melbet, ba$ irgenb ein SJorgang Statt ftn^ 
ben n>i^b ober n)ürbe unb gugUic^ ini^obiren n>in, baf biefed 
in golge feine« eigenen SBiBene gefd^el^e, fo l^at er flc^, beutf^) 
rebenb, in ber 1« $erfon be6 StitXf^cxM „wollen'*, in ber 2« 
unb 3* $erfon be6 ^tiixccxit^ .rfoDen* ju bebienen, englift^ 
tebenb, exceptis excipiendis^ in ber 1, ^erfon be« 3^itW>orte« 
will (would), in ber 2* unb 3* ?Perfon be« 3^itw>ortee shall 
(should). 

aSenn berSlebenbe melbet, baß irgenb eiaSorgang Statt finben 
wirb ober würbe, o^ne fn^obiren ju wollen, baf biefe6 in 
golge feine6 eigenen SBillend flff^^^^ fo W «t, beutfc^ rebenb, 
bae 3fitwort „werben* anguwenben, englifd^ rebenb, exceptis 
excipiendis, in ber 1. ^^erfon ba« 3^i^^ort shall (should), in 
ber 2* unb 3. ?Perfon ba6 3«iiwort will (would). 

9Jic^t au6 ben äugen ju lajfen ifi ^ier golgenbe6 : 

1) aBenn ber 3lebenbe einer gufünftigen Jpanblung erwd^nt, wetdbe 
gänjlic^ t)on feinem Tillen abhängig ifi, ed i^m aber inbifferent 
i% ob ber Slngerebete erfal)ren, baf nur fein SBiUe barfiber 
JU entfc^eiben l^at, brurft er flc^ bennoc^ oft eben fo au6 wie 
er flc^ au6brücfen würbe, wenn fte nic^t t)on feinem SE&iUen 
abginge* 3^®* ^in iungcr SÄann, welcher für feine afabemifc^e 
8aufba^n unbevormunbet bie Unioerptat ^allc w&^It, wirb 
na^ Selieben fagen fonnen 

I shall („werbe'') go to Halle 
ober 

1 will („will'O go to H., 
wÄbrenb ber, welcher nur in gotge be« SBillend feine« aSater« 
biefc Unioerjität befuc^t, nur wirb fagen lönnen: 

I shall („werbe*) go to H., 

wenn er nidb* f^fl^n w^^tl* 
I am to („foll'O go to H. 

2) Dft üeHt ber 9iebenbe einen nid^t t)on feinem SBiOen ab^ängi^ 
gen SSorgang fo bar, al« ob berfelbe tjon feinem SBillen ab* 
^inge. Dbgleic^ g. 93- bie grinnerung ni(l)t« aUittfürlic^ee i% 
ieift ed bod) in SB. 6cott'd Äenilwort^: 

«r^i» f. n. &vxa^tn. XVU. ^"^ 



288 ScfUntmiiiigen »(fr bie ri^tige ^Ubung M %ui\itvm% im Qn%^^n «. 

That 18 Varre/s gelding. I would (^tt>oUtc*)kiiow 

him among a thousand nags. 
3)er JRebenbe will alfo fagen: I should Gtoörbe*) loiof 
him among a thousand nags; and to do so wonldre 
quire only an exertion of my will- !Dig:4| bitSu^ 
^ituirung M would für should xoixt dfo Ut 9ttht, o^ne ^ 
cd bed langen 3ufa^cd bebarf, ber jum S^orafter ge^öccniit 
leichte 3lnflri(|| )Don ^ral^lerei gegeben. 
Dbgletc^ ©tauben ober 9{i(^tglauben nx^t$ StUfätiiilcd % 
f^ti^t ed bod^ in Old Mortality: 

I would not have believed this („3<^ W^^ ^i^ ^'^^ 

glauben wollen") of Henry Morton , if half mankiBJ 

had swom it. 
3)ie Dtebenbe will alfo fagen: I should not have belie?el 
this (i,3(l^ Würbe bied nic^t geglaubt ^aben") of H. Mit 
etc. etc. for in case belief should have offerei 
to take hold of me, I should have contrivedt« 
check belief by an exertion of my will. 2)itf« 
3ufaft liegt in ber ©ubjiituirung bed would für should w 
»obirt. 

3)er Unterf(^ieb gwif(^en He will succeed in his endeavoorä 
(« (Seine 53eraü^ungen werben if)m gelingen") unb Heshall 
succeed in his endeavours (^ Seine 93. fotlen i^m geling«') 
befleißt barin, baf leftterer Sluöbrurf fo »iel ^eif t afö He will 
succeed in his endeavours ; for I have itinmy power 
to make his endeavours successfull, and Iwill 
exert that power. 3n ber ©ubfiituirung bc^ shalliiff 
will liegt biefer ^n\ai imoMxU 

©tettim e:. g. @. <j^]iff. 



Vicüitn übet ixt dl)tf4irn ^rtitiblaten 



Ux 



franjößfc^en Siteratur feit Der ^nli * ditoolntioiu 



!Dae gememfame ®ntnbprtndp ber frangöftfc^en Literatur bed 
19, Sa^r^unbertö iß, na6) 2>etnogeot (Hist de la litt^r. fran^aise, 
p. 561), ber 6ultud ber SBa^r^eit »ermittdfi ber freien Vernunft: 
„Ce principe commun c'eet, au XIXe sitele, le culte du yrai en 
soi, reconnu librement et interprSt^ par la raison, dans la. me- 
sure de ses forces". (Sr fiiflt bie ))araborole »el^auptung l^inju, 
bap bie franiöftfc^e Literatur ben SSoltairianidmud abgefireift unb 
ben @;i^arafter ber portHt)en S(fftrmation angenommen l)abe« (S^ iji 
fjonberbar, baf 5)cmofleot, bet>or er feine Duinteffenjformel flibt, tjon 
bet Umn6g(i(||feit fpric^t, eine unvoQenbete 3beenret>olut{on aOfeitig 
ju tt)ürbi9en, unb jic^ fliei* barauf, inbem er bad ®runbprindp 
ber gottgen Siteratur audfpric^t, eigenm&c^tig auf ben ®tanbpunft 
einer ?ßerfpectit>e tjerfeftt, ben bie in unmittelbarßer 5»dl^e flel^enbe 
@egentt)art nic^t annehmen fann* 3fi benn bie t)on S^ateaubrianb 
unb SÄabame be ©tael begonnene Devolution ber Siteratur, ber 
9lomanticidmud mit feinen Solgen^ iDirHic^ fd^on berge{}a(t abgelau^^ 
fen, baß ieftt ein titerarifc^yer SmperialidmucJ bie entfeffelten ®nb^ 
ifctc gufammenf)äJt? Unb l^at eine, t][)eiltt)eife unter ber ®ewalt^ 
^errjc^aft einer ^erjlofen 3nbu|irie fie^enbe Siteratur, in »eld^er, ju^ 
iUii) mit ben @inpffen aOer europ&ifd^en 6ultur))ölfer, bie t)erf(^ie^ 
benartigfien n)iffenfc^aftlic^en, politifdjen unb religiöfen S^fteme unb 
Sejirebungen in buntem ®en>irre gum Sludbrucfe fommen, ^noirflit^ 
nur jiene6 eingige gemeinfame ®ninbprindp? 2)ann w&re in ber 
Zijat bie mobeme frangöftfc^e Literatur mc|)t, n)ie fonji behauptet 
tt>irb, ein ungel^eurer JJrömmerl^aufen ber f)eterogenßen Stoffe, ba« 
$robuct ber Serfplittcrung ber gdfligen ÄrÄfte einer gangen Station, 
fonbem ein großartiger SSSujiberbau, unb nur ju »ergleic|)en einer 
got^ifc^en Äat^ebrale, bem fleinemen ©J^mbole ber mittelafterlidben 
Sin^dt- 

17 • 



260 9loti)en ober t)ic (t^if^fn ®runt)Iagen ber franaöfifdS^en Literatur u. 

Sd^ beabfic^tige ni^t über bie Slnfprüc^c ber franj, iiitioM 
auf iene« ®runbj)rinci> a priori gu entfc^eiben unb tixoa mitt« 
S3eanttt)ortunfl ber grage gu beginnen, wie fii) ber S38abr^cit6cuW 
tjermittflfi ber freien SSemunft ober, furj gefagt, bie ©mancipation 
ber aSernunft in bet romanifc^en 9Be(t Aber^aupt geltenb mai^ 
muffe* ajorliegenbe »lätter follen nur Äotijen über bie Supt 
unb Sbeen liefern; welche bie et^ifc^e Slic^tung unb änft^auunjj^ 
weife ber ©(^riftfleßer »orjugdweife befiimmt ^aben; au« btnfelta 
wirb ftcl[> jeboc^ in ^inl&nglic^ überjeugenber SBeife unb burd) argn- 
merita ad hominem ergeben, wel^e 9ere(|^tigung auf ient6 $ri^ 
cip ber frang* Siteratur guerfannt werben barf* 3nbem id> fo ti( 
Sbeologen granfrei(^6 einmal bei i^rer 8l(^iDe6ferfe angreife, bicb 
fanntlid^ aud^ fc^on ben Slltmeifier @)>inoga gum ^infen gM 
^at, ^offe ic^ bei manchem gefer eine freunblic^ere aufnähme unt 
me^r 9la(^ft(i)t gu erhalten, al6 ic^ burc^ SBorfu^rung einer ^^ 
tadmagorte t)on neumobifc^er gef(^i4)tdp^iIofop^ifc^er Slßronomie a< 
warten bßrfte* 

3n neuerer 3eit f(^enft bie frangöfifd^e 5trttif ber et^ifitfli 
. ©eite ber Literatur weit mef)r Slufmerffamfeit, afö jte bi^^ci jt^ 
tl^an, befonber6 feitbem ber t)erberbli(f)e @influf ber Siteratui aii' 
bie 2)enfungdart M 9Sotted in fo beunru^igenber SBeifc ju ^t 
getreten ifi* 5Rifarb unb 5ßlan(fte fielen nic^t me^r \)ereinjdt M, 
ee ^aben fid^ i^nen taientt)oBe 9R&nner, wie Siigault, ßrampen, 
@mil 9Äontegut, aWenc^e be goi^ne u* a. gugefeüt, wel(^e bie Safc 
ber fiRenfc^enwürbe bem fc^lec^ten mobemen (Spifureidmud gegmii^ 
gidngenb »ertreten* 3)ie Äritit ift gegwungen, i^ren eng^crji^ß 
äftl^etif^en ©tanbpunft immer me^r aufgugebcn unb nicfet mcJir Ui. 
xoa^ bem innern aSenfc^en feinen wahren Oe^alt unb äbel ^% 
ca^aliermäfig bei ©eite gu fdjieben* SÖlon tji ber leeren, fritif*« 
Sfpritmac^erei k la Jules Janin unb ber nufrlofen (aubatit)en Sfi^ 
l^ommie'i la Sainte-Beuve mube unb fuc^t bie im 93oIKbn»iij«^ 
fein felbfl pulfenben Slbern bee geifligcn gebend fowie ben focialß 
ßinflu^ ber Literatur tJoUfi&nbiger fennen gu lernen, um fo, »icO* 
ber 3ufunft eine bieder loergeblic^ gefuc^te, neue literarifi^c 8iiR 
gu gewinnen* 

Sine -foI(6e ifcnntnifna^me tfi um Jo nöt^tger, ba feit M* 
bie a^enbengliteratur bae gange literarifc^e ®ebiet urfurpirtbai 
bie ©efc^ic^te ale politifc^e« ^Parteiorgan, bae 3)rama aie Sclfi* 



9lotia«n thn bi« et^«f*eii ^mntla^tn Der franjiflfdjfn «Heratitr it. 261 

If^tcr, ber »oman afe SBorfed^ter p1)ilo^0p\)x\6)tt unb focialcr S^co^ 
ritm aaSelc^e Slnfprfidjic bad 2)rama babei tnac^t, fpri(i)t SBictor 
^ugo am beutltc^ßcn aM: JLe drame, fagt er in ber SBonebe 
jum Sngelo, sans sortir des limites impartiales de I'art a une 
mission nationale, une mission sociale, une mission hu- 
maine. — Le drame doit donner k la foule une philosophie, 
aux idöes ime formule, k la po^sie des muscles, du sang et de 
la yie, k ceux qui pensent une explication d^sint^ress^e ^ aux 
Imes alt^r^es un breuvage, aux plaies secrites un bäume, k 
chacun un conseil, k tous une loi^. 3B\x \tf)tn, baf bad @d)au# 
fpieK)aud S*ulc unb Xixä^t bed aSoIfcd »erben foll. 2Bic l^at aber 
M Drama biefe l^o^e 3Kifjion bi6l)er erfuKt? 3* »iH ^ier nur 
einer Sl^atfat^e ertofi^nen, ba fc^ in einem ber näc^jlen Sluffd^e aud/ 
fu^rlicfeer barauf jurfirffommen merbe, 3n ?ßarid unb in ben gro^ 
fem @t&bten »eig ba« UJoIf t>on ben l^ö^ern Stanben nur ba«, 
m^ bif 33u^ne i^m »orfu^rt. !Da« 3)rama f^at aber bidl^er, um 
einem blaftrten publicum Sntereffe abjugen)imten; feine ÜRotbe mei^ 
iien« nur au6 flctiioen ober tt)irlli(^en @(|)attenfeitett ber ©efeDfc^aft 
genommen unb fct auc^ "oon ben l^ö^em ©tdnben tin fd^euflic^e« 
ßerrbifb flefd^affen, meiere« ganj bagu geeignet ifi, ben trabitioneDen 
Mh ber untern Älaffen gur 9Serad[)tung unb jum §affe gu fieigerm 
3tt einer Ungal^I »on ©tücfen »erbanfen atte reichen 8eute \i)tt 
®(^a^e irgenb einem geheimen SJerbrec^en; bie SReic^t^umer bienen 
flfte gur Sefrlebigung »erbrec^ertfc^er Seibenfc^aftenj alle grofen 
Samen ftnb ß^ebred^erinnen ober noc^ ©c^Iimmere«^ jeber SBelt* 
mann betra(f)tet bie SRenfe^en nur aW a»af(|)inen für feine ^ßldne; 
Sntrigue, ^euc^elei, bie gemeinden Oefinnungen unb Safier l^errfd^en 
überall. — Diefe ^öKenbreugl^elfc^e ^arrifatur l^at {i(^ aUmA^Ug im 
Semu^tfein be« 5Bplfe6 fefigefeftt unb, wie bie legten 3al)re gegeigt 
^aben, ben Doctrinen be« Umfiurge« einen empfinglic|)en ©oben be^ 
reitet 2)ie untt)iffenbe SKcnge glaubt flc^ berufen unb bered^tigt, 
baö ämt ber gflttlid[)en ©erec^tigfeit gu äbernef)men, um biefe »er^ 
borbene OefeHfc^aft gu t)ernic^tem !Die grangofen ^abcn e« erleben 
muffen, ba^ im SWdrg 1848 ein aSolWrcbner üor einer ga^lreic^en 
3u^6rerfc^aft »on §anb»erfcrn gerabe biefe Slnfdöauungen mixou 
(feite unb am Sd^luffr „un million de t^tes" »erlangte* ®lMlu 
i)tx ggSeife rief ein ®amin üon ber S^ribüne l^erab: „Et les cha- 
peliers, monsieur"?! voor^luf bie SSerfammlung unter allgemeinem 



®e(&d^ter aueetnanbtt ging. 9tii}t immer wirb ber gefunh ii( 
unb aSerfianb be6 aSoIfe« foId[)e Serfuc||e jur Srrdeitung ^)arafi)jim. 

3)ie Äomanenfc^reibcr treten nic^t minber offen ol« 9M\h 
ner unb Oefeftgeber auf. ©e^r trefftnb fc^ilbert »e^baub bmi 
gange6 Oebal^ren: „Sous Tempire de renivrement littiraire, fe 
romanciers ont rdv^ les palmes de l'apostolat. Certes, dm 
Ik une Prätention singuli&re de la pari de ces esprits qui ost 
abu8^ de tout, mdme du talent, et qui ont fait da coinmetce 
des lettre« l'industrie la plus vulgaire. Les romanciers de cet 
ordre devenir des moralistes^ des r^formateurs de la 6wM- 
En yhiti la pr^tention est Strange; eile est digne de notie 
temps. Avant de regarder autour d'elle, cette litt^rature aunit 
mieux fait peut-6tre de s'interroger , de sonder ses reins, ponr 
employer une expression biblique. Aprfcs avoir M sceptique, 
railleuse, blasse en toutes choses, avide et peu scmpuleaee, 
il ne lui manquait plus que de devenir hypocrite, de prendn 
la morale en guise de manteau et la r^forme sociale comme m 
demier exp^dient pour battre monnaie; ce serait un scandale 
de plus ajoutö k tant d'autres scandales. Moraliste, celaiqui 
a emprunt^ la langue de Rabelais pour infecter le public d( 
r^cits ind^cents et de contes cyniques I Moraliste, celui qui 
s'est fait un jeu de condure au succis et k Timpunit^ ^ 
crime 1 Moraliste , celui qui, aprfes avoir compoe^ un chapelet 
de femmes adultöres, d^clare que la chute est oblig^ pour toate 
fille d'flve, et que la chastete, exception rare, est un motqii 
peut toujours se traduire par un manque d'occasion. Oui, i^ 
moralistes, moralistes de mfeme trempe, qui reviendront i li 
vertu, si la vertu a du d^bit et fait mieux les choses que levice.* 

9Ran fann »o^l fagen, baf ber bei »eitern größte S^ ^^ 
für ben großen Raufen fc^reibenben Sc^riftfieaer auf biefe Wninl^ 
»oOe SBeife bie Literatur }U einem blofen Snbujhiegtt^eigf M? 
würbigt ^aben: bie franaöftfc^en «iteraten fpeculiren auf bie0; 
ten 8eibenf(^aftett ber SWenge, n)ie bie übrigen Snbuflrierittfr (ttt* 
bie 2)umm^eit unb «eit^tgl&ubigfeit berfelben* 3)ie ®ef*i*tc W 
W^^er fein »eifpieC t)on einer gangen ©eneration Sc^rifljWff 
U)e((^e blod bee ®en)innee unb eine^ augenblicffidS^en Srfolgf^ i^ 
gen eine »al^r^aft gigantifcfte Sl^itigfeit enttt>icfelt ^aben, um ^ 
morolif^ien unb politifc^en Stuin i^red SBolfed ^erbeiauffi^rrit ^' 



9leti|CTi ühtt tfit ttW^ta €(ninMagen Ux fttm^bfii^in Siteratur k. 263 

enct^nojjabiftei, iit mm tl()nen etwa gur ©cite gellen Knnte, ^attm* 
bod^ no(^ eine Uebetjeugung unb unternahmen nur i^retit>egen Jienen 
großartigen Stavupf gegen bie alten Slutorit&tegemalten« Unb tDelc^e 
SRänner fuhren ie^t biefen Kam))f? 3)te ^angofen fennen unb 
f(|t{bem fl(^ felbß am beften, ic^ laffe ba^er Sram))on [predigen: 
^Quant aax hommes de lettrea pris en masse ma surprise a 
^t^ päiible. J'avais entenda souvent parier de cee brillantes 
bohfemes qui existent & Paris; j'ai iti compl^tement dösabas^. 
J'ayais entendu parier de ces tr^sors d'intelligence, de cet esprit 
in^pnisable , de ces talents qui encombrent Paris , et en fönt, 
disait-on, la reine de Punivers et l'Ath^nes de la France. Je 
n'ai rien trouv^ de pareil; j'ai trouv^ des inteUigences dislo- 
qu^Sy des cerveaux fatiguös ayant d'aj(roir pens^; des expö- 
dients et des ficelles au lieu d'id^es^ du mutier au lieu du ta- 
lent. Chez beaucoup cependant il y a de la p^n^tration et la 
pr^cieuse facult^ de l'observation, mais cette facult^ m^me est 
pervertie comme toutes les autres. — Ils ont beau se tour- 
menter pour paraitre ori^aux^ vains efforts! leur origine date 
de la dernifere moit^ du XVlIIe sitele qu'ils ont du reste sp^- 
cialement Studio k peu pris tous^. 3(^ fönnte eine ganje Steige 
J^nlic^er ®efi4nbniffe anführen* Sonberbar Hingt ee baneben, wenn 
ein S^orud anberer franj. Sc^rift^eDer ntd^t mfibe- wirb, ben 3tu 
frain ju wieberl^olen: De nos jours la France absorbe FAlle- 
magnel unb noc^ fonberbarer, wenn in le^er 3eit felbfl beutfc^e 
©c^riftjieKer anfangen, von ber Ueberlegen^eit be« frangofi^ 
f^en Oeijiee gu fprec^em 

(gine merfwürbige (grfd^einung ifi bei bem allgemeinen SWangel 
an Driginalit&t bie unge^eüerli(|>e , franfl^fte gru^tbarfeit ber* 
©^riftfleHer; 9lomanfc^reiber arbeiten iti^t wie ©enebictiner; ©aJgac 
^at SWabiUon lAngfi überflügelt. 2)a0 bei biefer gruc^tbarfeit unb 
bei ber Ungeheuern Verbreitung tt>of)Ifeiler ®ü(faer ber fociale &xn^ 
fluß ber Literatur ein unberec|>enbarer fein muf , brauche ic^ faum 
JU fagen. SBer f!c^ bat)on t)oBftänbig fibergcugen Witt, ber lefe ein^ 
mal ben offtcieHen fRappoxi über bie {e^t gludli^cr SBeife abge* 
ft^afte 33fid()crcoIportage; biefelbe Utit in wenigen Sauren mcl^rcre 
SWiUionen f^Icc^ter »fidler in ben $ro»ingen au«geftreut* 2)ieffr 
einfluf greift um fo tiefer, ba bie frangoftf^en aaßeltmbefferer baö 
®ift i^rer neuen Doctrinen bem l^albgebilbcten, nur emotionen t>er^ 



264 aiotlgen übtt Die ctW*en ©nmblagen Ux franaöfifd^tn ^iUtatüx u. 

tonflcnbeti »olfe unter ber lotfenben, fc^inbor fo ^arm{ofen gönn 
«Ott 2)ranien unb JRomonm tropfeniDtife einfliofen, ittbem ftc m 
jdne ©op^iemett, offen ober »erflerft, fo unabliffig »icbcr^olen, H 
biefelben enbltc^ aOgemetn bie ®e(tung t>on @laubenearttfeln ttlm 
gen^ Siele berfelben drculiten fleflenwÄrtig auc^ in Deutfc^lonb, 
burd^ bie Sournale unb eine ganje gegion \)on Ueberfeftern (200* im 
t>origen 3a^rel) fortwä^renb t>erbreitet unb t)on »euem n)leberauf((^' 
frifc^t SBir fonnen leiber ben flt^tbaren ©nfluf bcr franjöjtfc^fn 
Sbeen in unferer Sontrecoup^epod^e nic^t (Augnen, menn tt)ir au(( 
bie 93el^auptung einer Slbforbirung !Deutf(^Ianbd burc^ %tanht\i 
mit 5Re(i)t a» abfurb jurfi(fn)eifen* S)a« ©c^limmfie babei ifl, fcaf 
gur ?Ibtt)e^r biefe6 ©npuffee fe^r.n)enig gefc^ie^t unb baf ber ^rit 
lofe 2)ilettanttdmud unjerer p&bagogifc^en ®c|)riftfieaer nidit einmal 
unfere Sugenb tor bemfelben ^ftd^er flellt* SBad foH man baju fa« 
gen, wenn noc^ immer in ®d^ulbü(^ern bie Srjeugitiffe eine« 6uf, 
©ouli^, SSolgac, Jtarr, u« a* a(d SÄeiflerwerfe gepriefen »erben? 
@e ifi unglaublich, mit votld)tx Seic^tfertigfeit man babei ))erfä^rt 
(Sogar ^hnntx, benen man fonfi @a(^fenntniß unb )>dbagogi(((( 
©emifTen^aftigfeit jufpre(^en muf , (äffen fi(6 bie gröbflen SKifgrife 
gtt ©(^ulben fommem ÜWan traut feinen äugen nic^t, »enn man 
in einer ber neueflen franj« £iteraturgefc(^ic^ten folgenbe (Sl^arafteriftil 
SBaljac'^ lieft: A une connaisance exacte de la soci^t^ moderne 
et & im talent d'invention peu eommun il Joint pres4g[ue tou- 
jours une tendance morale. Ses meilleurs öcrits sont: 
Physiologie du Mariage, etc.*) 3<^ tt)iU ben e^reniüm 
t^cn aSerfaffer nid^t nennen* 98on entfc^iebencn ^Dilettanten liepcn 
fic^ n^al^re SDtonßruoftt&ten ju Du^enben anf&^ren. !Do(^ fe^rm 
•tolr t>on ber Reinen 8lbfc^tt>eifung , bie mir ber Se^rer im Sntertfc 
unferer Sugenb gett>if gerne »ergei^en n)irb, gum Sl^ema aurürf* 

Wifarb unb aße Vertreter bee «lafftciemue bejeidjncn tie 
moberne frangöfifc^e Siteratur unbebingt otö eine bed aSerfaU^, 
mit.benfelben S^arafteren, voie bie ber griec^ifi^en unb romifc^)« 

*) ^an vergteid^e Damit ein franadflf(^ed Urt^eii : M. de Balzac ne sembk 
voir dans Tanion de l'homme et de la femme qn'ane simple association dont b 
volnpt^ est l'object. B a ^rit nn des livres les plns immoraux de cette 
^poqne, la Physiologie du mariage, ponr prourer math^matiqneineni 
qu'aucane femme ne poavait rester fid^e ä ses devoirs et a la vertn. Mencke 
de Loisne. 



93frfaDdf))0(^en: ^txfiixuni aUtx $(tttorit&tcn unb aUtt trabitio^ 
neden formen bur«^ bie $^iIofo))^ie; Ueber^anbne^men bed WlaU^f 
ttaltdmud, äifgeU unb gormloft^feit brr (iterarifc^en (Stbiltt, ^ang 
gum %bttilanbtn unb }u geheimen 9Biffenf(baften neben auöge^ 
btlbetem ^^rrJ^onidmud« 8(nbere unb gmar bte SBortfu^rer bet 
^^d^fl^^d^f^t^^^^n dttc^tungen gelten nocd miter: in $o(ge ber 
grofen Srftnbungen unb (Sutbeifungen feit bem 16« Sa^r^unbert 
äber^ut^et bie ®egenu)art eine dQgemeine 3n\>a{ton ber Sbeen, unter 
beten Slnarcftie bie mobeme @it)i(tfation gu ®ninbe ge^en muf; 
Novg, ber S^obedengel ber alten ©ötterttelt; f^at feine legten SSanbe 
gefprengt unb f4)tt)tngt fein S(ammenfc^)t>ert nun aud^ über und« 

Pr^tez Toreille» et dites-moi d'oü vient'ce bruit confuSy 
vague, ötnmge, que Ton entend de tous cöt^s? 

Posez la main sur la terre, et dites-moi pourquoi eile a 
tressaiUi? 

Quelque chose que nous ne savons pas se remue dans le 
monde: il y a lä un travail de Dieu. 

£st-ce que chacun n'est pas dans Tattente? est-ce qu'il y 
a un coeur qoi ne hatte pas? 

iDerienige, weldjjer biefe SBorte gefproc^ien, 8amenaid, ifi mit 
bem )i>erin)eip[ungdt)oaen SBewu^tfein ^ bie SBa^rl^eit nac^ rafUofem 
^orfd^en ni4)t gefunben gu J^aben, unb mit bem ®(auben an einen 
„unbefannten ®ott" in bad ®rab gefHcgeU; ein Sooft; welche* 
er ben fommenben ®enerationen pxopi)tit\U — 

Sraucfet man biefe Befürchtungen unb Iciber aud^ Hoffnungen 
ni4it gu treuen unb tann fi4) beruhigen in bem feßen SSettrauen^ 
baf ber enblic^e; \>oaf)&nbige ®ieg ber c^rißlic^en 3bee ®efeaf(^aft 
unb Literatur retten unb neu verjüngen xotx\it, fo mup man bod^~ 
geftel^en, baf fc^on bet>or bie Sturmvögel t>on 1848 aüfeitd am 
^origont l^eraufßiegen , eiu bangeft garten ber 3ufunft nic^t b(ofi 
auf ^ranfreid^ aOein gelafiet I)at* SBeft^alb l^at gerabe ber (Singeine 
biefed aHgemeine Angfilit^e ®cfü^l fo lebhaft get^eilt? 2luf biefe 
grage gibt e6 nur eine Slntwort: ?l(ft bie frangojifc^e 9let)oIutiott 
bad 3nbit)ibuum emancipirte, ol^ne ben innern SÄenf^enum* 
guge Palten, führte jie einen Srudi^ gwif^enTSntelligeng unb ®e* 
miffen l^erbei unb ^ob bie ^Integrität ber menfc^Iic^en Statur auf* 
3)ad freigeworbene 3nbit>ibuum tt)arf alle ©d&ranfen nieber unb 
ftanb bann, ifolirt unb l^altioft, auf untermul^Uen Krümmern. !Da 



MI 9tcti^tn ühtx He etbffc^en (SUnrnMogeti ber fTaii)5fif^cn Sitfratnr ic. 

bet ^(if alle ^i|h)rifd^en Sanbe jerrfffen l^atte, fo griff bet (Sinydnt, 
um f{(^ felbfi ju retten^ ben @tn}f(nen an: bte @tAnbe l^atten i^rt 
6(l&ufttt)el)rm t)erfortn; ber ®{njelne \>ttl0x jtc auc^ Im afffltmrinen 
JFampfe. Unb fo rntßanb )ene6 aU^mtim Smuf tfrin ber UnfK^ei^ 
l&elt unb 3erfaDenl^eit, fo ber mit JRed^t atomiftifc^ genannte 3u^ 
ffanb ber mobemen C^efeüfd^afi« 

3)ie ®ef*i(^te biefed ©rud^ee unb biefee 3erfl6nmg«proceffe« 
Hegt in ber franjöfift^en 8tteratur offen gu S^age; in feiner Der 
euro)>&tf$en Literaturen l^at bie 9(6n>efen^e{t eined tnnern mo^ 
ralifc^en ?ßrincij)d eine fo.allfeitige ßerfa^renl^eit unb gei^tftr:^ 
tigfeit; eine folc^e ©finbßut^ ))on SnormitAten aller SIrt 1^en>orgeni^ 
fen* 3)ie (tterarif^e 3nbüfhie l^at t>on 1830 bie 1848 ungehemmt 
an ber SJemoralifation be6 Soffed gearbeitet; t)0n feinem grofcn 
©^riftjieHer, t)on feinem f)ifiorif<^en greigniffe au* tf^rer moralifcften 
apatl^ie aufgerüttelt; öaben bie Sranjofen fti) Mt^ bieten ta^tn unb 
}U SlOem a)))>(aub{rt. jtein Sop^i^ma fann ed n)egl&ngnen, baf 
bie fittlic^e (Sntwirfelung mit ben gortfc^ritten ber SBiffenfc^aften unb 
ben aSerbefferungen ber materiellen 3wPfinbe nic^t gleichen Schritt 
gehalten l^abe* L'^tat mat^riel e'am^liore, fc^rieb ber We^or ber 
mobemen franjififc^en giteratur fc^on t>or gmJlf Sauren, le progres 
intellectuel s'accroit, et les nations, au lieu de profiter, s'amoin- 
drissent: d'oä vient cette contradietion? — Cest qüe nous 
avons perdu dans Tordre moral. En tous temps 3 y a 
eu des crimes: mais ils n'^taient point commis de eang-froid, 
comme ils le sont de nos jours. A. cette heure ils ne r^vol- 
tent plus, ils paraissent une cons^quence de la marche du 
temps; si on les jugeait autrefois d'une mani^re difiiSrente, c'est 
qu'on n'etait pas encore, ainsi qu'on Tose affirmer, assez avance 
dans la connaissance de l'homme; on les analyse actueUement; 
on les ^prouve au creuset, afin de voir ce qu'on peut en tirer 
d'utile, comme la chimie trouve des ingr^dients dans les voiriee. 
Les corruptions de l'esprit, bien autrement de- 
structives que Celles des sens, sont accept^es comme 
des r^sultats n^cessaires; elles n'appartiennent plus a 
quelques individus pervers, elles sont tomb^es dans 
le domaine public. — VoiUt comment s'explique le d^p^ 
rissement de la soci^t^ et l'accroissement de Tindividu: Si le 
sens moral se d^veloppait en raison, du d^veloppement de Ym- 



teDigence, 3 j aurait contre-poids et Thumanit^ grendirait sans 
danger, mais il arrive tout le contraire: la perception du bien 
et du mal s'obscurcit k mesure que Tintelligence s'^^lftir©, la 
conscience se retrfeit k mesure que les id^s s'flargissent." 

(M^m. d'Outre-Tombe). 
2)te nuffallenbe Serfd^Kmmcrung Der moraltf^en 3wP&ttbe fn 
granfrfi(ft bewerfen bte 98ert|anblungen ber %xibnnalt unb bie 9legi* 
fier ber ^pit&Ux unb ginbell^&ufer, o^ne t)on bft neueften 3^1*9^^ 
fc^t^te ju fpre^en* 3u bieberl^oüen Wtalm l^aben gewittrige ©tfnu 
nun ouf bie junel^menbe SSewiJberung ber untern SSoIKHaffen auf^ 
merffam gemacht; mel^rmaW ft^on erflärten bie Sournale, bie 3^^I 
ber ©elbpmorbe nicf^t me^r regiflriren gu fönnen*); babei »erben 
früher unbefannte ©omMnarionen t)on ©erbrechen immer l^äufiger* 
2)ie[en JE^atfacf^en imb 3wPftnben gegenüber wollen nun ®ufgot unb 
feine beutfc^en Ueberjeugungdgenoffen bie ©upremarie bed franj* 
©eijie« unb ber franj* Sit)iIifarion burd^ bae fc^finHingenbe Sfrgu^ 
ment begrftnben: ba^ in granfreicli bie inbitjibuelle unb fociale (SnU 
tt>i(felung, ber ÜRenfc^ unb bie ©efetlfdiaft, jiete gleiten Schritt 
gel^alten* 2)ie granjofen befi^en feit Olim* 3^iten bae ^ritjile^ 
gium bie 5p^rafier6 t>on ©uro^ja gu fein, i)attm ja borf) fd^on 
bie SfWmer JRefpect t>or bem „argute loqui" ber ©aJIier; unb wir 
fönnen Ouigot'd ?lrgument ber langen ?ifle ber „grand mots« ^in^ 
guffigen; mit welchen fle fo oft ben 3fac^bart)oIfern ®anb in bie 
Slugen gefreut f)abem 2)ie Ueberlegen^eit ber granjofen wollen wir 
accepriren, puisque sup^riorit^ y a, biefelbe aber ^ifiorifc^ bere^* 
tigt in bem Sliirffc^reiten ber ©efeflfc^aft unb ber gleichmäßig t>or^ 
angefd^rittenen gmanciparion unb SSerfc^ired^terung be6 3nbit>ibuum6 
fe$em Uebrigen* Würbe ©uigot felbfi, wie ftc^ in ber SSorrebe ju 
ber neuen Sluögabe feiner ©tu bie über So rn eilte jwifd^en ben 
Seilen lefen laßt, feine Sel^am)tung gegenwärrig nic^t mel^r wieber^ 
I)otem 



•) ®elt 1848 t>Vixä}^ä)nMiä) 3600 ©ftbllmotbe {Sfittid^ ; in ben gtoanaföer 
Sauren IK — 16001 $^. (S^adled fagt: H est oonvenn qne.Ia ciyilisation ao- 
tneile fait des progr^; pois, lonsqne cette dnlisation mat^eUe donne an r^tdtat 
de crimes effirayants, lorsquMl est pronv^ par les tables jndiciaires qne le penple 
devient plus vicieux, on Cache ces tables, on Toile ces r&ultats; — on se fait 
mutuellement signe de se taire. 6d famen im forigen 3«^r« «»f 34,049 ®fbur* 
ten itt 4Pari8 10,833 une^elic^e. 



!Dte Literatur, fagt ®0ftl^e, \>erb{rl)t fl(^ mir in bem Sladfie, 
M bie 9Renf(^en \>erborbener toerben; man tann oOgemciner fagen, 
SUeratut unb SSolf ^aben. bcnfclben et^ifd^m ©el^altj benn bic 8itt* 
tatut {{I eine Jhiflalltfation beffelben 3eitgeijled, bet im {ittUi^tn 
Seben gu S^ge tritt Sßenn n)ir ba^er ben fitrltcfien unb focialen 
Suft&nben ^ranfreii^d auf ben ®runb fe^en tooUm, fo mäffen n)ii 
biejenigen literarifc^en Sbeen fennen, »el^e t>orjugdn>eifc bicfe S^ 
ß&nbe befiimmen unb l(|etbeif&6ren« 

2){e Hauptaufgabe unferer ^tii ifk, na$ Slicfielefd neueßtt 
©d^rift : Les femmes de la r^volution, ber Äampf be6 9ieuen gt* 
gen bad Sl(te ober ^la guerre de la jeone foi sociale, de Tocd- 
dent contre le christianisme barbare de rorient". @(^on früher 
haitt 9Ric(|eIet in feiner Introduction k rhistoire universelle ge* 
fagt: ^Le christianisme a fait son temps, dösormaiB c'est aa 
verbe social qu'appartient Tavenir''. !Der c^riflli^^e 8ogod 
l^at fein SBerf t)oOenbet, ber fociale wirb eine neue, reinere SttlU 
gion fc^iaffen unb in granfrei(i& biefe neue Offenbarung gut @ntl^iU^ 
lung fommen* ^Au point du plus parfait m^lange des raees 
europ^ennes, sous la forme de l'^galit^ dans la libert^, ^ate 
ce verbe social. Sa r^v^lation est successive, eile doit trans- 
porter le ciel sur la terre, et c'est k la France qtfil appartient 
de faire ^ater cette r^v^lation nouvelle et de Texpliquer". 
!Die 9iet)oIut{on, fagt W^tUt, ifi nic^t bie natürliche (Sntmicfelung 
ber db^fiPIic^en 3bee, fonbern t>ie(me^r ber ^rotefi gegen biefelben. 
9,Si la r^volution etait cela, rien de plus, eile ne serait pas 
distincte du christianisme, eile en serait un äge; eile serait 
son äge viril, son äge de raison .... Mais non, il n'en 
est pas ainsi. La lutte n'est que trop r^Ue. Ce n'est pas 
id un combat simuld entre le mfeme et le mfeme. II y a 
deux combattants , deux principes , deux esprits , l'anden 
et le nouveau .... La r^volution n'est antre chose que la 
r^action tardive de la justice contre le gouvemement de la fa- 
veur et de la religion de la gr&ce^'. äQ&l^renb SRic^elet bie neue 
Offenbarung »on einer franjöfifc^en 3iet)oIution erwartet, l^ojft 
Ouinet (G^nie des religions), ba^ 3ung*8(niertfa ber S38elt 
biefelbe geben werbe» L'Asie et TEurope ont fait leur temps, 
elles ont pass^ avec leur religion: TAm&ique est encore neuve, 
c'est k Celle qu'est r^servö le r61e de donner naissance k la 



9icHitn übtx W et^ifi^cn (BrunbCagcn Ux fransftfifi^en iSitetattir k. 969 

nouvelle religion qui r^oonciliera le g^nie de Torient et oelui 
de rocddent (Die Ü){ormonen ifabm gegenm&rttfl bitfeö SRirtunt^ 
Gonipofitum fc^on geliefert unb beti unbefriebtgten ®tniM M Z)ccU 
fcentd enblt(^ burc^ @infu6rung ber ^ol^gamie mit bem Orient t>er' 
fö^ntO 

iBom S^riflentl^um n>irb loieOeic^t nur no(|^ bie Sibel »aud 
Utilttatöru(ffi(^ten bleiben: L'£vangile, fagt Sllp^onfe S^quiro« 
(Hist. des Montftgnards)^ demeurera un livre ^ternel, dans le- 
quel les chartes et les Codes publics iront chercher le germe 
de quelques lois utiles k l'humanit^^ voilä tout. A la philo- 
sophie, k la science politique appartient d^sormais le droit 
d'organiser la dömocratie et de continuer l'oeuvre de nos p&res^S 
— !Dad grofe SBerf ber ieftigen unb ber f&nftigen (Generation be^ 
fie^t aber 2Ut)5rber{l in ber SSernic^tung ber ^IRonarc^iem itein Sti^ 
itig {inbet 3utritt in iai mm 3erufa(em: 3e^ot)a (in Ouinet'd 
$l^adt>erttd) n)ei{l fte an ben X^oren mit ben !Donnern)orten }uru(f: 
^yAnihre, arrifere! loin d'icil Vous avez assez longtemps rong^, 
comme le comte Ugolin, le crAiie de mes peuple»! Maudits, 
disparaissez ! Je ne veux point de Vous dans ma nouvelle 
cit^I — Wt ber legten SKonard^ie mx\> bad S^riflent^um in ba« 
®rab jleigen gu ber tobten orienta(if(^en unb grie(^if(^en S93e(t^ unb 
S^rifhid, t)er(affen unb aQein am leeren $immeldgen>ölbe aufrufen: 
y^Le doute remplit ma coupe et mouille mes l^vres. Si je ne 
mettais pas le doigt dans ma plaie, ma bouche ne saurait plus 
dire mon nom, et le Christ ne croirait plus au Christi* 
Qui ai-je iti? qui suis-je? qui serai-je demain? 
Verbe sans vie ou vie sans verbe; monde sans dieu 
DU dieu sans monde? M6me N^ant . . • . tout est fini, 
mets-moi dans le söpulcre de mon pöre . . . • Le ciel est yide, 
je suis seul au firmament. L'un apris Tautre tous les anges 
on pli^ leurs ailes, comme l'aigle quand il est devenu vieux« 
Ma mire Marie est morte et mon^ p^re Jöhova m'a dit sur son 
cbevet: Christ, mon äge est venu. J'ai y^cu assez de si^les 
en si^cles • • • • J'ai froid . . • ., je suis las . . . ., j'ai soif. 
Ma vieillesse est trop grande, je ne vois plus m^me ton auräole. 
Va! ton pöre est mort> et le firmament a secoüä son dieu de 
sa brauche comme le figuier ses feuilles/^ 

Sltöbann^ tt>irb ber 9Renfc^ erß toa^r^aft frei n)erben unb in 



S70 ^oti^tn ühtx bic ct^if^fen ^rusMagcn Ux fniii)diif(^cn Siteratttr u. 

bicfer grei^dt gut SBoDfornmen^it feinet 3>^eaI6 getangcnb an ik 
®teUe ttx ®ott^eit treten: ,^Tec le temps, et par les lamiires 
que j'aurais acquises, par le perfectionnement de ma libert^ 
je me sacrifierai, j'idädiserai mon etre, et je deviendrai le 
chef de la cr^ation, T^gal de Dieu . • . . Dequel droit 
Diqp ine dirait-il encore: Sois samt, parceque je suis, saint? 
Esprit menteur, lui r^pondrais-je, Dieu imb^cile« ton 
r^gae est fini. Cherche parmi les b^tes d'autres yictimes 
• • . . P^re ^temely Jupiter ou J^hova, nous avons appris a 
te connattre: tu es fou» tu fus, tu seras k jamais le jaloux 
d'Adam, le tyran de Prom^th^. Maintenant te voilä de- 
tronö et bris^. Ton nom si longtemps le demier mot da 
savant, la sanction du juge, la force du prince, Tespoir du 
pauvre, le refuge du coupable repentant, eh bienl ce nom in- 
communicable, d^sormais vouö au nK^pris et k Fanatheme sera 
sifflö parmi les hommes. Car Dieu c'est sottise et 
l&chet6; Dieu, c'est hypoerisie et mensonge; Dieu, 
c'est tyrannie et misfere; Dien» e'est le mal. Tant 
que rhumamt^ s'inclinent devant un autel, rhumanite, esclaye 
des prßtres, sera reprouvfe . • . Dieu, retire-toi! car des 
aujourd'hui, gu^ri de ta erainte et devenu sage, je 
jure, la main ^tendue vers le ciel, que tu n'es que le 
bourreau de ma raison, le spectre de ma con- 
science! 

SBiH man SSBrondfi'd (Prodromus. Pröfaoe) Ueberjeugung t^eu 
(en^ baf feit btei^unbcrt Salären bämontfc^e ^nfluenjen fcie ^xifilii^ 
t0manif4)e 9Be(t untemu^Ien^ fo fann man ^iec einen Sludfemd^ htxf 
felben erfennen. $roub^on'd färc^terlic^e ^la^p})m\tn ftnb nidit m 
!X)eIirium gefd^rieben, fie ftnb nur firenge Sonfequengen bed $^i(o[o' 
p^idmud bed 19. 3al^rl(|unbertd : bie gange Literatur l^at feinen @ib 
mitgef(^^oren. @ie ftnb nic^t einmal neu^ benn bie @nc)^cIo)>abifleR 
lehrten auc^ f^on: La cause universelle, ce Dieu des philoso- 
phes, des juifs et, des chr^tiens, n'est qu'une chimäre et un 
fantöme. — L'imagination enfante tous les jours de nouvelles 
chimeres qui exeitent les mouvements de la terreur, et tel est 
le fantdme de la diyinit^. (Fröret, Lett* de Tbrasyb. p. 
164, 254). greret'd „fantöme** tx^iftint im ^roub^on att 
„spectre"; unb SSoUaire'd „Ecrasez Tinfame"! bie facramentole 



Sormel auf bem Sännet ber Sittratur M 18« äo^r^unbert« ^eift 
itac^ l^ttigef Sedart: »»Dieu, c'est le mal'M 

3n !Deutf(^(anb ^egen tro^bem SRanc^e nix|> bie irrige äRei^ 
nung, ber jtampf ber heutigen SSoltatrtaner gelte blop bem bogma« 
tif^en g^riflent^ume unb fei nic^td anberee, olft bad gett)a(tfame 
Streben ber 4>rifUic^en äbee, bie %t\\tln ber alten !Df>gmen abjun>er# 
fen unb eine me^r ^rei^eit getDä^renbe, »bem inteUectueOen Sort^ 
fi^ritte M 3a^r^unbertd angemejfenere" 9leuge{ita(tung angunel^men* 
^a^er nimmt j* 93. Ouinet in @(^u^, »koeil er im S^rißent^ume 
eine Srandformation a^ne, bad (S^iiftent^um felbfi aber niAt ab# 
f4^affen woUt\ @d ift f(^n>er eingufe^en, u>ie bad (S^rtßent^ura 
mit &utnet'd ®ott erifliren fonn, ber mittx nic^td ifit, a(d bie fo# 
genannte S^randformationdfraft ber äRaterie* ^La matiire a donnö 
naissance k tous les Stres corporels; sa puissance de trans- 
formation, qui est Dieu, a pass^ dans Thonime; par eile 
il cröa les religions et les soci^t^s qui naissent les unes des 
autres*). (G^nie des religions). 3n mli)tx SBeife bie neue 
Dffenbarung bie Xrandformation be0 S^rifitentl^umd «)erf)el^t, m^gen 
no^ einige 2)ogmen berfelben jeigen: 

9ta(^ @anb (Consudo) ift ®atan f,\me p&le et douloureuse 
figure, soeur du Christ, l'ami des hommes. — Dans le com- 
bat avec Lueifer, Dieu ne Pa pas d^truit. Homme aveugle, 
vous n'en vojez pas la raison: c'est que Dieu combattait 
Dieu; c'ötait la lutte d'une portion de la divi^it^ con* 
tre Tautre. hiermit ftnb tt)ir bid gu 3oroafier öorwÄrtd ge* 
brungem !Der !Duaii6mu6 iß iebod^ nid^t bad (e^te SSort t)on 
@anb'd $^ili>fcp6ie; biefed (&ft ^e im ^€piribion\ totliftt bad 
))oOftanbige QHmbtMpxoQtamm i^rer „soci^ö ideale de T^galite^« 
ent^äit, tnx^i ben ipebroniud audfprec^en : Dans k nature d'esprit 
d'H^bronius l'idöe d'un Dieu pur esprit, tirant de liu«m6me 
le monde materiel et pouvant le faire rentrer en lui par un 
anöantissement pareil k sa cr^tion, lui semblait ^tre le pro-* 
duit d'une Imagination malade. Sl(6 ®rttnb fägt er ^inju: 
car l'homme peut-it concevoir qu'on fasse de rien quelque chose 

*) S)ie aQerneuefle teutfd^e fp^üofop^ie ifl mit einer antem ZtxminoU^it auf 
tenfel^en 6tant>tpunft angelangt, ^aä) ©d^open^auer nn^ ^omtow ift ber SiOe 
bad inner^e 2Befen ber ilraft unb ber göttlid^e SBiQe immanent ber ^attxit, bem 
mtiH ober ^tibt ber göttli^^en %tbßtx\bniiäfUit. 



272 9{oti|en ühn bie rt^ifc^en (Sruntfagen Ux frana^fifc^en l^iteratur ic. 

et de qudque chose rien? Sllp^onfe Xan ift gu berfdben Ileitis 
geugung getommrn^ aQein 4ud bem ©runbe, n)eU ed i^tn lä(^erli(| 
t)or{ommt, fic^ un Dieu dans le vide, un cr&teur oisif gu beti^ 
fen: man fttüt fic^ einmal feine 2angen)ei(e t>or* ftan tei^lt ^ier 
unferm Sefjing bie ^anb, bet ebenfafl«; tt)ie Sacobi (Ueber bie ?e6rt 
bee Spinoja p. 36) berichtet, »mit ber 3tee eine6 perfönlit^cn, 
fcf)Ie(^terbingd unenbltc^en @otted eine fo(c^e fBorßeQung wn unent^ 
(i^et 2angek))ei(e t>etbanb, ba^ i^m Slngß unb Sße^e babei tomW. 
Slllerbingd; fagt Xaxx, gibt ee einen ®ott, allein feinen folc^en, trn 
ali ^oligeicommiff&t fpedell bamit beauftragt ifi, bie SSerle^ungen bn 
))on ben 9){enf4^en fe(bß gemad^ten ©efe^e gu betrafen, fonbem einen 
®ott, t>on bem toit felbfl einen X^eil au^inac^en unb ben toix mit 
ber 2uft einat^men »»un Dieu qui est k la fois Teau qui roule et 
le vent qui mugit, et la fleur qui s'ouvre au soleil et Fabeille 
qui se roule dans le calice de la fleur« Ce Dieu, hasard, 
nature, comme nous voudrez l'appeler^ comment voidez-vous 
Foflenser! Äurg t>or^er fagt er: Je ne vous dirai pas que Dieu 
Yous punira, pour cela il faudrait admettre qu'un homme puisse 
offenser Dieu, que Dieu e&t nos vani^^s et nos passions. — 
Ne croyez pas que vos priferes puisseut Stre agr^ables k Dieu, 
et qu'il vous en doive de la reconnaissance; pas plus que vos injures 
Di vos blasph^mes ne peuvent ^^mouvoir^^ • 9{ac^ Xaxt gibt ed frine 
göttliche Drbnung in ber fBtU, feine in ber ®ef(^id[)te; bie ^enfc^^ 
^eit ein ^ptelbaU bed SufaQd fc^afft fi^) felbfi aUe i^re ©efc^tA. 
Begardez autour de vous> et tout vous dit l'indiff^rence 
de Dieu pour rhomme. Les objets de vos plus grandes 
terreurs, de vos plus grandes r^pugnances sont par^s de bril- 
lantes Couleurs .... Cette eau croüpie dont vous d^toumez, 
regardez4a de pres; eile est couverte d'une v^g^tation gra- 
cieusement d^coupöe et du vert de F^meraude. Osez quelques 
instants arr&ter vos regards sur un cadavre; oubliez que vous 
ötes homme et que vous deviendrez bSte, ou plutöt songez que 
cet objet de votre horreur, ce que vous appelez la mort, n'est 
qu'un changement de forme, qu'en cessant d'Stre homme vous 
devenez arbre, fleur, oiseau; songez que la mort n'est pas m 
d^sordre, ni un mal, mais une tansition. Et dites-le: oü avez- 
vous Jamals vu de plus riches couleurs que sur le cada- 



Stoiiaen Utx He ct^ifi^en Orun^fagen Ux ftansftfif^fn Sittratnr ic. 273 

vre*)? 3)ie SSewunberung, mit welcher ftd^ Statt am «inblirfe eine« 
t>em>efenben Seic^namd treibet, ifi feine juf&dige* Sefanntlid^ t^eilen 
eilte SWenge franjöftfc^er JRomanciere, Äaraiben, wie fie ajfreb Cram* 
pon nennt, bie iu% auf ifirc||f|öfen unb ®4>inbangern unter Caba* 
»ern fterumjuwü^len^ ©autier, ber gö^rer ber fogenannten „Phan- 
taisistes" (fie ^aben jejt ein eigene« 3ournaI: le Divan, r^dig^ 
par Füllte (!) des jeunee ecrivains d6 notre temps), ercettirt be^ 
fonberd barin* ®ne« Jage« begibt er |i4> «ac^ SWontfaucon* Sin 
gefi wartet feiner äugen : in einem ^ofe „entre les murs les plus 
croustillants du monde, murs oü la moisissure cotonne, en pe- 
luche rouge" finbet er ba« Oerippe eine« ^olbgef(^unbenen 5?f«^ 
be«« 9,Quelle trouvaillel quel bonheur . . . la peau ^tait dijk 
presque k moitiö d^tach^e et la chair luisait au soleil sous la 
moiteur sanglante. On ne peut rien imaginer de plus 
splendide; c'^taient des tons nacr^s, roses, laqueux, violets, 
bleu de ciel, vert-pomme^ argent^s comme le plus beau et le 
plus riebe coquillage. SSIof feinen garben, feinem %Ui^i)t »er*» 
banft e« ber 3Kenfd); baf fld^ (Sautier unb bie literarifd^en „Rou^s« 
mit il^m befd^dftigem @r mai^t, um bie „femme blonde« be« 
Stuben« gu fe{)en , abftc^tiic^ eine 9teife nac^ ^oUanb unb t)erfo(gt 
einen fc^änen ^aäm Punbenlang „pour donner une fl&te k ses 
yeux et chercher k graver dans son souvenir, comme une belle 
Strophe ou un beau tableau une nuque diarmante qu'il ne devra 
plus revoir". 

?l(pl^onfe Srampon begeic^net ben craffen^ mobemen SWateriali«* 
mu« fe{)r treffenb : „Jean Jacques ne r^trogradait qu'i T^tat sau- 
vage, nos jeunes novateurs remontent au cinquifeme jour de la 
Genfese; c'est m^me de leur part quelque peu de mod^ration, 
et & leur amour du föroce, du truculent, des touches 
heurt^es, des tas de couleurs jetös auhasard, je les 
soup^onne fort de regretter le chaos". 

3(ib t)erji<^te barauf, nodb »fiter, auc^ an ben !Dic^tcm, nac^^ 
gun>eifen, baf bie gegenwärtige fd^riftpeflernbe ®eneration bie @nc^^ 

♦) 3n ®*»üb^a>otte'« fmitj, (5^r<jlömnt(^i« (für t>ie ^n^tnt>) »«rt> Äarr folgen^ 
termapen dj^arafteriflrt : A. Karr se distingue avantageusement aa müieu de 
cette g^a^ration d*aateurs contemporains qui, charg^ de pourvoir au jour le 
jour h. la dävorante consommation des cabinets de lecture, jettent par bribes, dans 
des ouvrages improvisÄ, des ^hantillons de leur talent et de lenrs travaux (!). 
SlrAi» f. n. ©^jrac^en. XVIL - ^8 



clop&btfim in il^ret antt^tißlic^en 9li(i^tuttg rc^ctirt unb no^ thttf 
bietet; i^ bemerfe tim, baf felbfl bet giebüngdbic^ter ber Stonsofeit 
feine Slu^na^me mac^t* Seranger'^ Stanbpunft liegt t>oa^&nbi9 in 
feinen aSBorten 

Sttr la cfoix qne 8on sang inonde 
Un fovL qni menrt nons l^e nu Dien. 

(Les Font.) 

SBelt^e ptaftifc^en Sonfequenjm biefer Se^ren ber ®efeDf(fea^ bro^m, 
l^aben bie legten Saläre and) bein l^attn&tfigfien O^timifien ßar md^ 
Aen ranffen* 2)erfelbe 5ßroub^on, njelcfier !|}toclamirte: Dieu, c'est 
le mal! fc^Ieuberte auc^ bie Q&i^t: ,>La famille, c'est la prosd- 
tution. — La propri^t^, c'est le vol" oM Scanbfacfeln unter M 
SSoIf* !3Rager fpric^t irgenbn)o ^on bem ©d^auber, ben bie romo« 
nifclien Stationen em))finben/ fo oft i^nen bad tt)al^r^aft geiflige M^ 
lift t)on 2)eutfc^lanb gegeigt tt>irb : gegen bergleic^en ©i^uber iji W 
^aut ber Srangofen f(^on (&ngfl I)&men; {ie fönnen und me^r aB 
einen SRebufenfopf k la Seuerbac^ unb @tirner entgegenl^dten, uit^ 
noc^ baju mit einer ©uiOotine ald 9tal)men. Des v6rit^, fagt 
SalgaC; ne sortent de leurs puits que pour prendre des bains 
de sang! — 

@d ifi natürlich, baß bie l^errfd&enben ,4d^e8 du siede" in meint 
Äöpfen bie ganje Sluffaffung ber ®ef<^i(^te unb ber ©eft^ic^tfefercu 
bung umgeflalten unb t>erfe^ren mußten* Samartine befinirt in fti^ 
ncn „Girondins" bie Oefc^id^te at6 ein „rÖQit vivifi^ par rimagina- 
tion, i^fl^chi et jug^ par la sagesse" , n)ed^alb feine ^iftortf(|m 
SSerfe au(^ aie reine ^^antafiejiöcfe erfdiielnen. 93on meifer Dhitä* 
"oiiht, bie tt)ir axn wenig nac^geal^mten Sarante fo fe^r bett>unbeni, 
ift leine ©pur barin* 2;^ierr^, ber »ietgerü^mte »§omer ber ®p 
fc^ic^te", wiH bie ©cfAicbte ju einem paibotjer für bie »erfc^iebc^ 
nen potitif(|)en ^Parteien mac()em §ier ifi fein 5ßrogramm: „Ce 
que je lui demande, c'est de rechercher la racine des int^r^. 
des passions, des opinions qui nous agitent, nous rapprochent 
ou nou8 divisent; d'^pier et de suivre dans le pass^ la trace 
de ces ^motions irr^sistibles qui entrainent chacun , de neos 
dans nos divers partis politiques^ ^I^vent nos esprits ou les 
^garent. SSon 9Äid^etct war e6 nad^ feiner obm angeführten lEf 
finition ber Slufgabe unfered 3al^rl)unbertd gu erwarten, baß er fc« 
©efc^ic^te gum ^amp^la^e für bie 3ntereffen ber 9ie))olution benu^ 



ten toütbf. duft feiner 6d^u(e ging eine Qd^aat begeiferter ^ant^ 
g^rifer ber Sieooltttion «)on 1792 ^ert>or; ten Seigrer ^at jieboc^ UU 
ner übertroffen. SKan urtl^eile aM folgenber, ^tf^x bejeicj^nenben 
®teOe (Histoire de la Bövolution): „Sur son drapeau de guerre, 
la r^volation ^crivit la paix .... Ce caractire profon« 
dement pacifique, bienveillant, aimant de la r^vo- 
lutibn, semble un paradoxe aujoiird'hui , tant on ignore ses 
originesy tant sa nature est m^connue, tant la tradition au beut 
d'ün tempa si court se trouve döjä obsourcie! . . . Ce fut sa 
glorieuse erreur, sa faiblesse touchante et sublime; 
la rÖYolution, il faut l'avouer, commen9a par aimer 
tout. — lieber iouit blatte, Sl. @dquirod unb Sonforten mag ic^ 
fein 99ßort \)erlieren. 3)ie I^itigfeit bicfer @efc^tc^tf(|)reiber ifl um 
fo t)erberbli(^er gewjefen, ha \)iele berfelben 3«^te lang al6 Unit>erfl^ 
tatefe^rer fungtrt f^aben* ©elbji 3RÄnner tt)ie Ouijot fel)en tt)ir eine 
Seit lang auf 2lbtt)cge geratf)cm ©uijot gef)örte mit goufln, 3ouf^ 
fro9, !Duboie u. a. feit 1825 jur JRebaction be6 ®Iobe, xoti^tx na^ 
ber bur<^ g^ateaubrianb fo micbtig geförberten religiöfen JRenaijfance 
bie enc^clopÄbijiifclie 3;rabition juerji njieber aufna{)m unb bie (Sman* 
cipation auf ben ©ebieten ber 5PoIitif, ber Literatur unb ber fRtlU 
gion \)erfod^t**) 3n bem berühmten 8lrtifel ber 9tx. 11: „Comment 
les dogmes finissent« fftnbigte Duboi« ba« SWanifefi ber „v^t^ 
nouvelle" ale voDjidnbige »egation be« pojitiöen (£J)ri|ient^umd an. 
Spater, aW Staatsmann, fa^> Ouijot praftifi^ ein, ba^ bie ©efell^ 
fc^a^ bei rtinen Negationen nic^t bejiel&en Knne unb er bettmpfte 
nun biefelben Senbenjen, mli)t er früher fo entfc^ieb'en vertreten 
^atte. Sn folgenber SteHe iened benfwfirbigen 3Ranifefle6 ifi ba6 
ganjc Streben ber aWeftrgaW ber frangöüfc^en Sc^rifttieUer aufge-» 
berft: „Nous sommes de ceux auxquels une foi nouveUe s'est 
fait pressentir; de ceux qui out foi k la vöritö et i la 
vertu; de ceux qui libres du soin d^jä renapli de r^fiiter le 
vieux dogme, se sentent appel^s k d^couvrir et k pro- 
pager la doctrine nouvelle k laquelle toutes les intelli- 



*) a)ie ffttmt 3nUäpetiDante fefttc 1841 Die unterbrochene Uekriteferunö 
M ®{oht fort unt> reprobucirte alö a:enl>enaprogramm baö SWanifefl »on 1825. 
S)fe gietacteure $ierre «crous, ®eorge0 €ant) unb ^oui« astnrbot fügten jetoc^ 
«18 neue Xenbena bie Smancipatlon ber grauen ^ingu, für ml^t pe laut bie 
Jaberi6 d'aimei*< ))erkngten. 

18» 



276 9lotlaen Aber Mc ei^tfc^c n ^xunlU^tn ber franaBf!|<^rn l^Heratur k. 

gences aspirent ä leur insu, qui remplacera le yide laiss^par 
rancienne et terminera TiDterr^gne illegitime de la force." U 
htm tcttbcnjiofen S^araftcr bcr ganjen Literatur unb bei ber p^ 
3a^I bct ©Ariftfieaer, bfe bad alte iDogma abget^an ^aben, »irt 
man [(^merlic^ irgenb ein SBerf ber franjöfifc^en ®ef(^i(^tf(^reili« rt 
Slomancier^ lefen, ot)ne auf gormein biefet neuen Doctrin ju po^tn; 
aUerbinge fuc^en blof bie ©ocialipen unb Sommuniflen biefribt in 
[^Pematifd()er SBeife^ aSon biefen gormein, bcn fogenannteH untfi* 
irbif4)en 3been unfered 3al)rf)unbert6, l^aben wir bereit« bi# 
gen fennen gelernt, welche man föglic^ al6 bic Jeftten fflortc'te 
neuen SSJa^r^eit bejeic^nen fann : wir »iffen , ba^ hinter bem 3li?' 
f(^leier, ber biefe SSJa^rf^eit nod^ bem SBolfe ^er^uttt, ba« graffe 0t' 
fpenfl bed 2lt^ei«mu6 lauert. 

Die t)orf)er{[ltgangene Unterfuc^ung berechtigt und furjwtj ju 
fagen: bie etf)ifcte ©runblage bed gropern Zi)tiM ber franjöjiMfli 
Literatur ifi eine 5Regation .ber *4Jrincipien ber c^iriftltdjen SKotal 
allein ed ift gu intereffant, bie franjojtfc^e Dialectif auf biefcmS^ 
biete fic^ audbrürfen ju f)ören, al6 baf wir und mit biefer furjoi 
Slbfertigung begnügen foHten ; aupcrbem fönnen tt)ir nur na* 9*^' 
rer Äcnntnifnabme biefer !I)ialectif über beren fociale S9eDcutii»ä 
urtl^eilen. 

3ut)örberfi bic Semerfung, bap ^ier eine gett)iffe Seite ber fran^ 
jojifc^en fiiteratur nic^t befprocben werben foDf, tnbem iij benW« 
nid^t in ^föften unb ©Alammbaber gu führen gebenfe. di row 
genügen, über bic SJertreter biefer JRic^tung ®. ^ßlanc^e'd tteffrf 
Urtl)eil gu »crnel^men : „IIa observent magistralement les vice 
les plus odieux et expriment gravement les impuretfe 1^ 
plus r^voltantes. Les combinaisons inconcevables de la vo- 
luptö sont assez de leur goüt , leur Imagination est un reto 
amoindri de celle de de Sade, leur esprit d'observation estip«" 
prfes le m^me que celui des „Liaisons dangereuses" 
seulement il n'est aussi ferme ni aussi moral. Race ignorantt 
d'ailleursy ils ont la science des temps de d^cadence. 
la science de Su^tone et de Patrone, de K^tif de la Bretonß« 
et de Laclos. Voilä quels sont leur lecture favorite et leur: 
maitres ch^ris. Ils ont la science des temps de d^dence, c> 
cette science qui a fait döji de beaucoup d'entre eux de peöt-- 



Hdiogabales de bas ^tage, peut un jour ou Fautre en faire de 
petits Nörons." 

3)ie beutfclie Stteratur f)at no* immer ben erfreulichen Untere 
fc^ieb t>on ber franjofifc^en, baf fRoman unb !Drama bie ^ulbigutu 
gen ber Siebe faß nur ber Sungfrau mibmen, n>&^renb bie ubem^ie«' 
genbe äRe^rja^l ber franjo^fc^en @c^riftßeaer ben @^ebru(^ aie 
J^aulptmotit) ju ®runbe legt. 3)ie (^riflli(^>en Segriffe t>on ber Siebe 
unb »on ber @^e finb in ber franjöftfc||en Literatur fc(|on I&ngfl 
foffti geiDorben unb exiftiren uur no(^ ald antebi(ut>ianif(^e $robucte 
^te unb ha in einem obfcuren 9tarit&tencabinette. Unter ben je^t 
^errfc^cnben 8(nf{c(|ten über bie (Sl>e f)at man bie SBal^l jwif^jen ber 
^roub^on'f4)en : „Le manage, c'est la prostitution" , ober ber 
"^on @(orged @anb: „Le mariage est un d^gradant eervage.^^ 
— yyLte mariage, fagt <5anb, est tonjours, selon moi, ime des 
plns odieuses institutions. Je ne doute pas qu'il ne soit aboli, si 
l'esptee humaine fait quelques progrös vers la justice et la 
raison. Un lien plus humain et non moins sacr^ remplacera 
celui-Iä, et saura assurer Texistence des enfants qui naitront 
d'un homme et d'une femme, sans enchidner k jamais la li- 
bert^ de Tun et de Tautre." Die tt>a^rc Siebe, bad »atfre ®lüi 
ftnbet ficff nur im Soncubinate. 3u if)rem 93ul^(en fagt bie ^ freie 
grnu*: Sache que j'aurai pour toi un amour dont tu n'as pas 
Tid^e, et que jamais je n'aurais soup^onn^, si je t'eusse ^pous^ 
lojalement et si j'eusse v^u avec toi en paix au sein de ta 
famille. 

3)ie gelefenfien ©c^riftjieOer, befonber« »aljac unb ©ouli^, 
fc(){(bern nic^t feiten gerabe ben 9)tann ald ben unglä<i(i(^{}en , votU 
(^er eine tugenb^afte, pfli^tgetreue ®attin befiftt* Oibt ed aber 
au(^ n>o^I tixoa^ Sangn)ei{igered fflr einen Ieben6(u{ligen SRann, a(e 
einen Icbenbigen ©ittencontrafi, eine laute ober fiitlf(f>tt)eigenbe DppOi» 
fttiott gegen ben eigenen Seben6wanbel forttt)Äf)renb t>or jld^ gu J^o-» 
ben unb l)at Saljac nic^it ?Hti)i, wenn er t)on einem fo ^eimgefuc^^ 
ten ®atten fagt: Son malheur ötait immense, car il ne 
pouvait m^me pas se plaindre? Qu'avait-il k dire? II 
poss^dait une femme jeune, jolie, attachee k ses devoirs, ver- 
tueuse, le modfeie de toutes les vertus. @d ifi bal^er aud^ gang 
in ber Drbnung, wenn ber junge ^err feine unaueiie^Iidf) tugenb^ 
^afte grau mlh^t unb mit einer Sourtifane umgebt* — 3n Se^ 



278 9loti|en thtx t<e ct^ifd^en ^rnntlagm (er ftan^^^tn IBHcratiir %. 

tteff ber grauen fagt Soult^ (le Conseiller d'JBtat): „üne femme 
peut , quand les devoire du mariage sont devenns trop lonrds 
pour eile, les jeter k bas. (^amlüa, ixt tiefer Slnjtil^t x% ge^t ju 
t^rem ®e(ie(ten 9,et lui tendant la mam avec un soorire triste I 
et douX) un regard confiant et sereiiiy eile lui dit: ,^e nm 
Yous demander si vous voulez m'emmener en Italie avec vous/' 
6ou(i^ fugt ^in)u: Que'celui de vous qui est sans p^ch^jette 
la premifere pierre ä cette femme. 

©eit SStctor ^ugo gegeigt l^at: combien Thomme est injuste 
et le fait social absurde, lorsquÜs fl^trissent la courtisane, ijl 
tad $reubetim&b(^en im iDrama unb im Stomane looajiAntiig # 
bilitirt*) unb ein ga^oritc^araltec ber ©c^riftjleUer geworben; nmii 
f^at nic^t 6(op bte \>pmel^me (Sourtifane, fonbern anif bte.accrochea- 
ses unb bie ®ef&l^rtinnen ber SBagnoß&cdtlinge t)er^enli(i)t (6u('^ 
g{eur^be*9Äarie, ©algac'e (gfi^er «♦ cu). I)ie ^Xranefotmatwn«^ 
traft' unferer ^tit ft^eint bte alte ^^toaUxlt in einer fonbertotn 
Umgeßaltung unter ben mobemen ätittern 9on ber gebet u^teber b 
löorgerufen gu ^aben» — 

@d n>irb nicfit ubenaf^en, menn tDir unter ben aufgtgebtnn 
moralifc^en ^JofUionen bie bi^^crigen, »t)eralteten* Segriffe von Iw 
greunbfc^aft unb t^on ber ftnblic^en Siebe finben. S)ie ^xmh 
fc^aft: c'est un sentiment bätard dont la nature n'a pas besois, 
une Convention de la soci^t^ que le coeur a adoptä par i^ivm- 
(A. Dumas). !D{e finblic^e Siebe: Baymond aimait sameR 
k cause du besoin qu'il avait d'elle et du bien-^tre 
qu'il en recevait; c'est ainsi que tous les enfants 
aiment la leur. (Sand)**). 

aSSie in ber Sttmtni^ M innem Wenfc^en über^attt)t, [o ^ 
wir aud^ in ber feiner Stetste nod^ mit jurutfgewefen; wir ^linjfli 
nocli an einer SWenge confufer IBorurtl^ieile* ©o ip j* 8v riai) te 
Sen)ei0ffil^rung i^ieler frang« Siteraten, ber ®e(bßmorb nii^taltiii 



*) Sad tiefe ffttf^Mlitation bisher ge^inl^ert i^at, ifi mi^ eatiD (L^):» 
reste de cette insurmontable pmssanoe de la vaait^ sociale qni s'app«!!' 
l'honiiearl 

••) SWan ffe^^t, bag feiafl Ut fefd^te $etvetfu8 not^ «Ra^beter bat. «uä Äw 
fagt: Une triste exp^rience voiu feia roir qne ramotir est nne fictioD,Mi'^ 
une daperie, les vertns nn pacte qne chaqne homme exige des antra sut il 
soomettre Ini-m^e. 



9toti}m vdm tic ei^i^n •ranHaflen Ux frona^fif^Kn SÜerotuT k. 279 

tia fyaiptooxttift, fonbem unttt UmflAnben fogar eine ^fli^t Ded 
Steilfeuern 3(^ cttire Mo$ @anb: ,,Ce qui fait la principale 
supö^iorit^ de Phomme 8ur la brate, c'est de compreadre 
oh est le remede de tous les mauz. Et ce remede, c'est le 
suicide. Le baptäme da malheur a assez purifi^ dos ämes; 
rendons-les k celui qui nous les a donnees. — Quand la yie 
d'un homme est nuisible k quelques^uns, k Charge k lui-m^me, 
inutile k tous, le suicide est un acte legitime , et qu'il peut 
rempfir, sinon sans regret d'avoir manqu^ sa vie, du moins 
Sans remords d'y mettre un terme. (Sand, Indiana. Jacques.) 
9Sitb ed ie^t {(ar, n)ed^alb fic^ Die S^^I ^er @e(bflmorbe in Sranf^ 
rei(^ tm 9Sergiei(^ gu 1820—30 me^r a(e t>erbop)>eIt (}at? 

Sßtt finb mit ten neuen äBa^rffeiten no(|) nid^t ju @nbe unb 
toetben fogleic^ ben (Sriminaicober ber ßufunft in einigen feinet 
^aupt)>afagra))^en fennen lernen* SSictor ^ugo unb eine SRei^e fei^ 
net 9ta^ttUx l)a6en in il^ren !Dramen unb äiomanen ben ©runbfa^ 
geltenb gemacht, ba§ ein einjiged ,,reined ©efttJ^l" auc^ ben '^tu 
tt^orfenflen SRenfd^en (einen Sanbiten^ eine ©iftmifc^erin, einen Wtk^ 
bei) nic^t b(of entfc^ulbige, fonbern fpgar ju einem großen unb 
fc^önen S^orafter mac^e« Wan fennt f&ktot ^ugo'6 %oxmd, nac^ 
U)e((^er er mehrere ^ouptc^araftere feiner !Dramen gef(^affen l^atf 
,^renez la difformitä morale la plus hideuse .... 
mSlez k toute cette difformit^ morale un sentiment pur • • . . et 
le monstre int^ressera, et le monstre fera pleurer, et cette cr^- 
ture qui faisait peur, fera piti^, et cette äme diffbrme deviendra 
presque belle k vos yeux.'^ 3Ran fenni ebenfaOd bie Sladpl^e^ 
raie am ®c|)Iujfe feiner Sorrebe ju feiner 8ucretia S3orgia ,^ la 
chose«la plus hideuse m^lez une id^e religieuse, eile deviendra 
Saint e et pure. Attachez Dieu au gibet, tous aurez la.croix*^ 
2)urc^ i^ugo lernten bie granjafen aUerbingö fc^on Sucretia unb 
A^nlid^e fa^ fc^one S^araftere bewunbern/ allein fie brangen noc^ 
ni^t bid jur t)oafl&nbtgen SBa^r^eit t)or. !Diefe entfaltete fic^ ev^ 
in %u Souliö, bem unjterblic(>en 93erfaffer ber „ämi 8eic||ttamc*» 
Stanfreic^ fonn firij auf einen üRann fein, ber unter ben 993e(ttpeifen 
aKcr Slötionen unb 3titen folgenbe jwei @Ä^e juerfi audgefproc^en f)at: 
1. 2)er SSerbrec^er ift ber t)olIfommcnjie SBenfd^* 
2* 3)ie übrigen orbentlic^en moralifc^en SWenf^en fmb eigent^ 
lic^ ftanj iämmerlic^ conftituirte ©efc^opfe* 



280 9toii^rn nUx Ht ttW^tn ®rnnb(agfn Ut frati|d{if4^n l^Ucrator u. 

!Denfe(ben gem&f {leQt ber franjöftf4ie $^t(ofo^^ ^t b<n (Sriminal^ 
cobex M ituanjtgflcn 3^<i^¥^unt)ertd »orl&uftg blo^ ^mi neue ®# 
auf: §♦ 1* ein 9Rcnf(^ ber tn ber Somee^ifte einen Sobtfc^lag fc 
gel^t; t)erbient ben Sob. §♦ 2. Sin 9Keu<^elmSrber bageflen, »rii« 
Salute (ang über einen 9ta(^e^(an brütet unb il^n enbH(^ mit ft(|erfr 
^anb aueföt)rt, muf d« tin mit l^ö^ern Oaben auÄgeflfltlelfr 
SRenfc^, ol^ tin Suwel ber aRcnfc^^eit; ber OefeHfc^aft cr^tai 
(coneervö) tt)erben* — 3)er unbejümmte SBegriff „coaserv^" »to 
mit ber ^tit tt)o^l noc^ meiter entwicfelt unb »ießeic^t in „patente'* 
umgeflaltet n>erben* ^ier ift @ouli^'6 SIrgumentation : 

„La loi a öt^ en tous points hors de justice et du bon 
sens, et nous avan9ons que celui-lä yaut mieux^ qui peut coo- 
cevoir, m^diter et pr^parer une vengeance pendant de longues 
ann^es, que l'^tourdi qui, sous le coup de sa cdere, frappe 
Sans voir et sans savoir. Celui-lä est un homme d'one pre- 
cieuse nature, k qui une pens^e peut rester longtempsaa 
coeur, y mürir, s'y ^tendre et s'y accomplir comme eile a ete 
r^solue ; et celui-ci est une möprisable cr&ture, qui fait au ba- 
sard tout ce qu'il fait sous Pinspiration, qui ne luilaisseni 
concevoir, ni m^diter, ni diriger son action. Et si cela est 
vrai, gardez k la nature supörieure sa sup^riorite, 
m^me quand eile arrive au crime, et, puisque la loi aTait 
k faire un choix entre ces hommes , eile aurait du au moim 
conserver les mieux oonstitu^s." (5lbt)ocaten mögen ft(| fcKJf 
Slrgumente für bie näc^fte „cause cäfebre" mertenO 

Die ©efftngniffe muffen gef^Ioffen ober »enigfiette bic 6rip 
na(gef^^e t)oQfl&nbig umge&nbert n)erben. Sßie oft l^at ntc^t bie i^ 
föI)Uofe Sujlij in einem galeerenflft^tigen SBerbreti^er einen »ei)* 
3Renf(^en »erbammt unb ber ©efeßfc^aft entjogen»*) S^el^menwi 
einmal ben „Chourineur" (assassin) @ugen @ue'6. 9Ran to 
flc^ feine el^rlid^ere, bieberrte ^aut benfen; im Sagno unb im tieffoi 
Slenbe bewaf^rt er feine eble ©ejtnnung* 3utt>«if^n morbet et pm, 
fo eine^ 3^age6 auf ber SBad^e feinen Sergeanten unb etliie Sol» 
baten; aber n)a6 fann er bafür? @r toirb iebe6mal un^eitoiOio )?(" 

•) SBenn ein SWenfd^ au§er&aI6 Der ®efeflf*aft jie^t, fo Hegt, mäi 3J. W 
unt anl>eren fRomanciex^, Ut^ä)u\t> an ben abfurten gefeflfi^afllidjfen 3#äntfl: 
e« ifl ^aä)t tes modernen ©d^rfftjleHer«, l>en 3Jerad^teten jit rc^abilitfren. cf. ^ 
^cxxtt>t ju Angelo. 



9lot<|fii Übtt Me (t^filKti €hmti»(agett ^cr frona^fifitcii Literatur k. 981 

rtnet tamÜtt^O^iUlfm 2etbenf4iaft baju l^ingeriffnt: ber arme 9tann 
ifi 9Rö(bn aud Ztmptxamtnt, U)ie ein Slnberet tien)60 ober fcrop^u^ 
[öd if}* Seim Slnblide be6 Sluted fliitimerld i^nt t)or ben Slugen, luib 
tr tjerliert bot Äoiof; voili tout. ^ctt boc^ ben «wiefern SWönn felbfi: 

9,QuaQd le sang me monie aux jeux, il faut qne je frappe. 
Quand j'ai eu environ seize ans» est^ce qae ce n'est pas devenu 
pour moi une rage, une passion de chouriner (^gorger)? J'en 
perdais le boire et le manger, je ne pensais qu'ä cela. H fal- 
lait me voir au milieu de Fouvragel A part un vieux pantalon 
de toile, j'ötais tout nu. Quand, mon grand couteau bien ai- 
gm&6 k la main, j'avais autour de moi, je ne me vante paa^ 
jusqu'ä quinze et yingt chevaux qui faisaient queue pour at- 
teindre leur tour, tonnerre ! quand je me mettais k les ^gorger, 
je ne sais pas ce qui me prenait . . . c'^tait comme une furie; 
les oreilles me bourdonnaient, je voyais rouge, tout rouge, et 
je chourinais ... et je chourinais . . • jusqu'ä ce que le couteau 
me füt tomb^ des mains, tonnerre I . . . C'^tait une puissance! 
J'aurais et^ millionnaire, que j'aurais pay^ pour faire ce m^tier- 
Ik. Quand j'ai eu seize ans , cette rage est devenue si forte, 
qu'une fois en train de chouriner, je devenais comme fou et je 
gÄtais l'ouvrage."*) 

@d t)er{le^t fid!) t)on felbfl; ba$ in unferer \i)Xf^&ä)lx^m 3eit 
bcr 9let)a(enta axahka bie grauen gu fold^en energffd^en SÄenfd^en 
bie l^eftigften 8e{benf(^aften fajfen: bfe 9i6mer{nnen ber Äaiferjeit 
[oUen ntd^td t)orau6^abem**) Um nic^t gerabe aObefannte Se{fpie(e 

*) 3u^ 9$ero0af!änt)f(iung ted dinttuM nod^ fo(g(n^e Stelle : ün jous mon 
sergent me bonscnle ponr me faire oh€ir plos vite; il ayait raison car je faisais 
le clampin; 9a m'emb^te; je regimbe; il me poune« je le ponsse; il me prend 
au coUet, je lai enyoie nn conp de poing. On tombe aar moi; alon la rage me 
prend, le sang me monte aax yeuz, j'y vois rooge .... j'avais mon oonteau k la 
main, j'^tais de cnisine, et aüez donc t . . . . Je me metf k chouriner . . . . k chou- 
riner comme k l'abattoir .... J*entaille (tue) le sergent, je blesse deux soldate .... 
une vraie boucherie! . . . onze coups de couteau k eux trois . . . oui onze! ... da 
sang ... da eang oomme dans an ehamier! . . . 

**) 9(iidE^ für tirfc (irfc^dnung f^ahtn bie 9ran§ofen, ihm befanntcn SRanie 
P %o\^t, htxtii^ (ine ^onnel aufgc^rat. (£d ijl ))f^ioIogif<6 inUxtf^ant au i^bxtn, 
roit $ciuC be (0lol^n(9 (Lliomme abandonHd) tit^tiht ftnbet: L'esp^ d*homme 
qae Madame d'Epinal avait präför^ jnsqu'alora n'^tait point pr^sis^ent Celle qui 
brille dans les chasses k conrre et dans les steeple-chases, mais eile venaik de 
rompre avec an des demier» ooryphte de la causerie fran^aise, et eile avait 



an)uffil)rm, n>{fl t(^, augfeic^ aM $robe mobemer e^orafterf^ttbc 
rungetunfl; jnxi Xtfptn au0 be6 ))telfle(efenetr b'Slrlincourt*^ Stomant: 
„La tache de sang^ jufammenfleQm* 



Silvia. 
(64»c{ier be< rci4fn Don $aMe.) 

Trente ans, cl*vne staUire ^er^; 
graadfl yeuz noin, taiU^ en amand«, «t 
d'mn delat remarqiutble; pied charmant; 
mains d'une d^icatesse admirable; pean 
d*ane blancheur incomparable. 

Le ciel lui arait d^parti l6 coear le 
plna tendre et les sentiment« les plus 
d^voa^ Ses idte ^taient d'nn roma- 
nesqne exag^r^ et son caractbre d'ane 
ind^pendance effravante. 

Point de sncc^ d*amoar, point de 
mari, point d*amant. 

Lee longa mtemptes de aa vie, sa 
triste tolitude de ooenr et sa chastet^ 
forc6e, n'avaient nnllement aigri son 
caract^re. Elle €tait bienfaisante et 
loyale. II 7 avait sans doute beancoup 
de choses r^pr^ensibles dans le vagne 
de ses principes, l'exaltation de ses vnes 
et le laisser- aller de son langage; mab 
le fond de sa natnre €tait bon. 



Lorenzo. 
(9R<iiif(fe(trei6er, tfttmaU^n Mtl] 

Vigonreux montagnard d*Diie tio- 
taine d'ana^; nne statore adü^i 
dott€ de la mse du renard et de k forte 
dn lion ; front martial d*an b^ro6; epai« 
chevelure; dents blanches et aigsä-, 
soarcils noirs; grands yeux Doin qn 
semblent habitn^ It Commander; vffA 
d*aigle. (Les Blairs qui jaülisnieBt ds 
son regard, habitnellement faroocbeet 
passionnd, donnaient h, ses tnits forte- 
ment pronone^ nn ^at ^ange H 
saisissant.) Son maintien manqoait pir- 
fois d'^^nce; mais sa phTnooooiie 
avait eonstamment de la distinctioo. - 
N€ anx jours mythologiqoes, cet hotDoe 
extraordinaire eüt 4ti pris, »ns w 
hnmbles vdtements d'arri^ro, poor m 
Dieu, chass^ de TOlympe. 

N'ayant anonn principe arrßrfpo« 
r^er sa coaduite, il ne coonaisait ib- 
cnn frein qoi pftt mettre obstade l » 
r^lntions. 

Pas an obstacle n'^tait de forcei 
Commander nne panse k son coong^ 
pas an moyen n'^tait de natnre 1 0^ 
an effort ^ son d^voaement 

Sa vie ne fixt qa'nn ticsu d'hoiniciiie' 
et ponrtant il n'ayait Jamals frapp^ <I^ 
poor des canses justes, il n'avait jan» 
ta^ qne por force oa empört^ nuif^ 
loi ; il avait to^jours le crime en luv* 
renr. 

jar^, disait-eUe, nne haine ^ternelle ik tons les plaisirs de Teapn^ 
Elle afifirmait qne, si eile hononüt encore nne cr^atnre mortelle de son ttt^' 
06 sentit nn de oes dtres ^nergiqnes et bom& qoi sentent'fortement et n'aoaljsn' 
rien de ce qn*ils sentent. Parmi les femmes qoi ont men^ la vie de Med. d*^ 
il n'en est point da reste It qni oette phase ne soit connue. Oetts sonditkn^ 
certaines ezistenoes a fait formaler par qnelqn'nn oet anome: II y a faUli- 
ment nn joar 0)1 la belle se met k la i^eoherehe de la bite. 



eornijo begleitet 6i&9ia unb i^rc mit einem fratii^fifcden OffU 
ciece f^timliit ^tmäffitt Xtd^te auf t^rer gluckt »on ©atagoffa nod^ 
Sranfrei<^ imb tobtet ))or il^ren Slugen nac^einanbet {{eben SlenfdKn, 
mei^ unter entfeDlid^en Umft&nbem ®(ei(6 nae^ ber erßen V^at 
ftnbet fie, que cet arri^ qui totir k tour excitut son admiiation 
et la gla^ait d'eSroi, exer^ait Bur eile nne mooncevable fasci- 
nation.*) 3Rit jebem neuen Storbe fleigt i^ Sewunberung, iDe((l|ie 
iu(e$t gut (etbenfc^aftUc^en Siebe n)irb* 9Ba« foOte fie aud!) ^inbern, 
i^n gu Ueben? @ie weif ja, baf er nur für gerechte Sachen ben 
!Do(^ gef&^rt ober (mte ber (S^ourineur oben) t)on einem Saume! 
^ingeriffen unt9iHfurli(^ gugeftofen f^ai; que sa destin^e non 
moins implacable que ea nature, est toujoure plus forte que sa 
Yoloutö. @{e entfc^Ueft fic^, ben ^beau montagnard^ gu I)eirat^en 
unb mac^t felb# i^m ben Antrag* Sorengo g6gei1: Sa pens^e ^tait 
pleine de reeonnaissance, mus son äme ^tut vide d'amoor« 
Sie geigt i^m eine glangenbe Sufunft atö $erf9ecti)>e ; ber ebelben^ 
fenbe SRautefeltreiber erfl&rt {{d(> immer nt>^ niii)t (SnMic^ fagt {le: 
cTu sur moi tant en billets qu'en or et en pierreries une 
somme de dix k douze mille douros (50 — 60,000 fr.)> 
disposez-en k votre gr^: je vous les remettrai ce matin. — 
Ah! a'^ria le montagnard^ saisi d^enthousiasme et tombant k 
ses pieds, vous 6tea la plus noble et la plus g^n^reuse des 
femmes! qui pourrait ne pas vous aimerl tous Temportez, 
domia Silvia! Me voici k vous Corps et &mel — !Cad Hingt 
tomifc^; aber mm man bebenft, baf feit fünf unb gwangig 3a^ren 
in Saufenben t^on 2)ramen unb Siomanen A^nlic^e Slpot^eofen be6 
$erbred^en6 geprebigt unb mit benfelben Slrgumenten aOe {Ittlid^en 
unb Afl^etifc^en Segrife auf ben Jtopf gefieOt n)erben, fo wirb man 
tintn Dergweifeiten @mß barin finben mflfen« 

Ueber bie ©eringft^ä^ung^ mit ml^tt bie frangöfifc^en ütoman^ 
derd bae 9tenf4)en(eben be^anbeln, liefe j^öf tin fär 9leufee(&nber 
fc^r intereffante^^apitel fd^reiben; icb ^ergicbte barauf« 2)ie t)erbor^ 
benen 9tömer l^atten i^re 9imp\)itfftattt: man weif, wad ba6 Sßort 



*) S)ie 3a»dnation iß fe^t in %xanftt\df gn einem 6^flem au«ge^i(^et. Sßir 
ixrbanfen bie erße „Thione des fafldnatioiis^ einem $errn X>t\vitu, in bem \^ 
tfnen nid^t ond ber Slrt gef^Iagenen Urenfel be« alten Delrio, be« Serfajfer« ber 
fürslid^ i^on ^eine fo f^tib^d^ andgeftfiriebenen „Disqaisitiones r. magicanun** oer« 



bebeutet; bie moberne 9laffinerie i)at fU äbertreffen« 2)tt ftmß\iß 
Sc^rift^eUer l^aben in t^ren !Dramen unb diomarten eine %itm gt^ 
fAafen, tt)ortn {te bem SSoIIe @(^uf))te(e bieten, bereit SlnUid )a 
ertragen bie Werken eine« Köraera nic^t »ermaii&t Rättern Sut, 
9al}ac, @ou(i^; 93. ^ugo unb eine gange Sieibe anberer 9lomanci(t$ 
liefern Kombinationen t>on üRorbfcenen, wie fle nur bie mt\i)m 
fenbfle ^bantafie ober t>telme^r ba« fiberreigte ®ebim ^on SSüpnp 
gu erftnnen im ©tanbe iji. 3n einer großen 3^^^^ ^^n SDraracn iji 
ber ÜÄorb in feiner fc^euglic^flen ©efialt ba6 bominirenbe tragifit 
3Hotio. 2)iefe ©d&riftjieaer malen bie entfeftfic^fien S3lutfcntcn mit 
toa^rer äBoOufi. Siie fcbwelgt nic^t @ugene @ue, wenn er [tinflii 
Sl)ourineur ben ÜRorbjia^I in bie ^anb gibt, unb aSictor ^iijo, 
n>enn er ^an t)on 36(attb feine ©djifacbto^fer mit ben ii\jm\i p 
fleifc^en lAft? Sagt boc^ ®autier gerabe b^rau«: „qu'U aimele 
sang, parceque le sang est rouge, qu'il doit s'ennuyer dana 
les yeines, qu'il est fait pour se montrer." — 

SBa« liegt biefer aße« menfc^Kc^e ®efüW emi)3renben Seite te 
frangSftfc^en Literatur gu (Srunbe? 3fi e6 Hm unbewußte gortfü^raij 
ber l)ifiorif(^en Srabition (1793-1815!), ober, woran fic^ nur mit 
®rauen benfen läßt, eine audgebilbete !Sidpofition ber gegentüWä« 
©eneration? Iroft ber t>or]^anbenen Snbicien für bie festere Slnna^mt, 
wollen wir boc^ einer britten 2ln(tcbt beitreten, welche in ber JRort' 
luji ber frangoftftben giteratur nur eine natürliche Sonfequenj ^ 
3lomantici6mud jtebt, beffen englifcl)er Slltmeifltr betanntli(^ W 
Slut aucb nie^t Qt^patt Ijat 

»lof e» ^ß^antaftefpiel obne ginflufi unb golgen ifl Mefe fe 
fd^einung nic^t, unb aQe übrigen (Snormit&ten ber Literatur fönnen 
ee m^ nic^t fein. SWerbingö bilbet bie Literatur nic^t in allen iV 
ren Oefialtungen ba6 gacfimile ber OefcKfcbaft, wie jte leibt # 
lebt; aDein, wenn wilbe t^ierifc^e 3njiincte unaufl)ßrli(b flereijtunü 
genal^rt, SJerbred^en unb Safier offen gerechtfertigt unb loer^enW 
©efefte unb SWoral t&glid) in ben Äotl) gegogen werben, mi ^ 
nii)t, bei ber attmil^Iicben Slbfc^wAc^ung unb SugrunbericbtMng W 
allgemeinen unb M inbit>ibuenen ftttlic^en Sewuf tfein6 , eine fo* 
Siteratur fiel) gule^t im SSolfe tJoDfianbig incarniren? «ffierbennilt 
eined 3;age^ alle i^re ®c^re(fcn«j)f)antome in gleifcb unb Sno¥ 
auffielen, um ben aSernid^tungdfampf gegen bie ®efeKfc|)aft ju h* 
ginnen? — 2)a^ 3a^r 1848 galt nic^t politif(^en ?ßrincipien aDtiir 



9loti|en After tit rt(<f(^en <0rnnb(a0(ti ^cr fran|6fifc^cn iditeratuc ic. 985 

m 1830, fonbetn ber @rif}eng bei ®efeOfc^aft felb^« — Sin einju 
)e^ aber fttrd||t6are« factum ^aben bie (e|ten 3a^(e mtl^äOt: bte 
^e^ren ber mobernen (Sncptiop&tii^tn beginnen in bie 
intern SSoIfdfc^id^ten eingubringen* 

3(^ (äffe eine (Sc^itberung bed ©efammtetnbruded ber jeitgenof'' 
tf4)en franiofifcfeen Literatur t)on Smil üKontegut folgen; biefelbe 
)urfte manchem Sefer aud!) atö @tt(probe eine« ber audge}ei(^netefien 
Frangöftfc^en Äritifer ber @egenn>art »iDfommen fein: 

La litt^rature moderne n'est pas matiere k amusements: 
3'est un T^ritable cauchemar, une navrante et fatigoante fantas- 
nagorie. Entendez-vous oes cris, ces blaspfa^mesy ces plaintes 
jui retentissent dans les oeuvres modernes comme les plaintes 
i'enfants orph^lins et de b&tards abandonn^s airmilieu d'une 
plaine immense et aride, sous un ciel d'airain» scell^, ferm^ k 
jamaisy sans un Dieu patemel, juge r^parateur et vengeur? 
Voyez-vous passer ce long cortöge de personnages de tout &ge 
et de tout sexe, pftles, maladifs, en proie au däire, ceux*ci 
soufirants de tous les maux de Fesprit, ceux-lä paralys^s par 
toutes les souffrances du corps, les uns et les autres racontant 
de longues histoires d'abstinences involontaires, de privations 
morales et physiques, d'isol^ment et d*abandon? La litt^rature 
moderne, en v^rit^, ne raconte qu'une seule chose: c'est que 
rhumanit^ est atteinte doublement dans son corps et dans son 
&me, dans sa sant^ physique et morale. Longtemps les jeunes 
d^sespör^s, les femmes sans religion, les h^ros byroniens ont 
tenu seuls le monde attentif. Peu k peu et successivement 
sont venus se joindre k eux une foule compacte, hideuse, tr^s- 
m^Iang^e et trfes-suspecte , d'enfants d^guenill^s, de fiOüies s^ 
duites, d'aventuriers ^quivoques, de prolötaires enfiell^s et de 
bourgeois enfi^vr^s, toute une troupe de malheureux purs ou 
impurs, honn6tes ou criminels, doux ou cyniques. Le clinquant 
des vanit^s, les gueniües de la mis^re, les boues du rice, en- 
tass^s pdle-m61e forment comme le sol empest^ sur lequel vi- 
vent et parlent ces personnages, qui tous, chose remarquable, 
n'expriment que des sentiments extremes, excessifs, violents. 
Ce spectacle est tout nouveau. Jadis les ^crivains et les po^tes 
Be contentaient d'exprimer les sentiments moyens de Fftme hu- 



^ pbß 9teti^en ober He et^ifid^en ^nmbftfgen Ux franadfif^m 9itmim tt. 

maine, ou de coarir l^g4rement autour des affections du coeur, 
circum praecordia cordiis. ün certain öptimisme bien- 
veillanty temp^r^ quelquefoia par une finesse malicieuse itait 
leur caractfere dominant ; nn certain amour de ce qa'3 j a de 
s^dentaire et d'uniforme dans les passions humaines, uoe 
grande^ timidit^ k s'aventurer dans ce qu'elles ont dWgeux 
et de violent .... Dans les anciens Berits que peut-on 
citer qui ait rapport soit k ces soucis et k ces anii^t^s 
contemporaines, soit k cette perp^tuelle d^nonciation 
desinjustices sociales ou des souffranceshumaines: 
Quelques lignes de la Bruyire sur la conditioD des paysans, 
quelques passages de F^nelon, et puis 9a et l&l'ex^plede 
quelque grand döbauch^ qui, comme Kochester, aurs fbiiki 
par ennui, lassitude et d^goüt, dans quelques-uns des sentets 
exprim^s par Lucrice et par Byron. Mais comment comparer 
ces quelques pages et ces quelques traits exceptionnek i U 
yiolence des passions, k la nudit^ des expressions, k la cruclite 
des descriptions et des tableaux, k cet efiroyable m^langede 
bien et de mal, d'anathimes et de priores, que nous troavoos 
chez les ^crivains modernes? 

üWontegut fibertretbt ni^t; jebet 3ug feine« büflem ©emilW 
ip »a^r unb treffenb* 2)fc ^anjö|tfc^€ Sitetatut; in ber Änci^tfW 
einer ^erjlofen Snbufhrie, toitt auf i^ter bie^eriflen Sa^n m^ 
mitn fdireiten; benn nicftt aHein jeigt jlc^ in neuejlet 3«' ^*^ 
®pur einer beffern Slid^tung, fonbem ed tauchen an^ foflarSRonlta»» 
fttaten auf, bic man bidfier nur in ber gegennjärtigen araerifaniftt« 
8iteratur für möglich gel^alten* 3c^ erinnere nur an bad ,r»ön ^ 
«rbfeele bictirte'' 93u(^ SBictor ^ennequln'«: „Sauvons le geni« 
humain^. 3)ie grage: tt)a« foH in 3utunft barau6 werken? 1« 
fl^ aucft bie frangöfifc^e Slfabemie gejiettt unb fftr biefed Mi «»« 
5ßreie auögefeftt auf bie «ufflnbung eine« ?ßrindp«, »el^rt Wi 
to&xt, in ber Literatur einen neuen ?luff(^tt)ung l^ertjorjurufcn» ^ 
lein aBe« ®a(t>aniftren tt)irb nic^t Reifen: bie franjörtf*« 8»«"^ 
bleibt moralifd^ tobt, fo lange bie *ri|«i(&e 3bee, bie MngM«^^ 
triebene, berfelben nic^t nme« Seben einl^au^t 

eoblenj. % aiaumgarteii. 



lPetirtl)etUin0(n nnli Kur^e Sin^ti^tn. 



@ng(tf(^e ®rammatif nebfl einer lüerarifc^en Einleitung in ba6 6hu 
bium ber englifd^en ©prad^e fiber^am)t 98on Dr. ©ern^» 
©(feraifr^ 3* «ufl* («fue »earbeitungO »erlin* 

S)a» genannte SBerf ift ein m5gli4ft entfpre^enDer ^entant gu ber febr enM»fe^» 
lendwent^en fran^. <i)rammatir ltf\tibtn Serfafferd (iBerUn 1847), turc^ weld^e Clin« 
ric^tung ncn it\}xtxn Ut neueren ©{»rächen eine gewi^ fe^r erwünfc^te (Kelegenf^eit 
iu vergleidi^enber 9ei)anMuna »crfelben geboten »hrD. Sie d^nlic^e arbeiten von 
5(^mi| ^ieftnet au^ tiefe ft4 tur4 d^etiegen^eit unt ®runMid»f(it au«. — 

äSenii n>ir nac^ Hefen *43euteTfungen und fofort an He ^fpre(tuna ted 0in« 
leinen wenden, fo (nrfen nrir feine SRigtcutung befürchten, n>enn mir t)abei nament» 
i^ Dad b<in?i>rbeben , »ad wir ni>((» txrmifTen oOer worin »ir oon Um Skrfaffer 
ibmei^en |U muffen gfauben. 

S)ad 3nbaItdoerj(ei(&nig (p. V •— XU) erf^eint und n{((it uberfi((itCi4 genuj, 
namentlich }um $(ufftuten mancher (Sinjelbeiten, ^umal nur für He ilapitel felbft, 
%id^i aber für teren mannigfaclf bezeichnete Unterabtbettungen He Seiten^abl ange« 
jeben tfi. Clin alpb<kbettfd) geordnete» 3nbalt»oeraeid^ni§ »ürte af» 
)ad 9lad9fd^(ageu »efentiid^ erleid^ternb , für (ünftige Auflagen geioi0 eine »iflfouu 
nene 3ugabe fein. 

Z>it ^literarif^e dinleitung'' — über 6prad^batt, @prac(»fd^a^ unb €prac(M 
jefcbi^te — (p. 1 — 8) bietet Mt^, wad man bifligenoeife auf fo wenig Seiteu 
verlangen (ann. 

S)er erfle S^il ber eigentUcben ®rammati( ( p. 9 ~ 60) bebanteU in 5 Sta* 
}iU\n bie Sautlebre, bauptfäcblicb nad^ ®mart (vgl. re0 SBerf.'d febr empfebiendwertbe 
,(fngl. §lu«fpra4e" Berlin 1840.). — Sir befc^r&nfen und bier auf einige (Sin« 
iel^etten: $Die p. 11 bei |^ unb J angegebene ^ejeiclrnung bfc^ (f. He deridbti« 
)ung 337!) iji irrefeitenb; p. 14. war unter ten 9{amen ber Sucbftaben neben 
:ed Quci) izzard §u erw&bnen (f. Salfer), ). $. Goldsmith, The select Works 
)f, Leipzig, Tauchnitz 1842 p. 376: Bat whether the next be an ieaard, 
)r an B^oonfound me, I wanoi telL — P. 18, ß. 3. SBaifer betont pdütdate 
mf ber erfien 6ilbe ; über posterior u. f. w. mit furgem o f. p. 3tt. — P. 41 
)ätte für bie Kudfpracbe ber ©Rotten oieüeid^t au9 6cotfd Guy Mannering Ch. 
Siym. folgenbe ^tefle angeführt werben fönnen : «Is the yoang lady a Scotch- 
KToman, papa?** Tes, drily enoogh. — »Has she much of the accent, sir?* — 
>f the deyil! answered my father hastily; do yon think I care aboot »'s and 
aa*8, and i's and ee's? — SebenfaOd aber war He ^(udfpra^e bed ch bervor» 
lUbeben (f. p. 15: ,,ber Saut A »ie in 3cb unb 9((f} fe|^U im dngl.). 9)gi. i^ie 
Bemerlung §u bem Glossary in The Works of Robert Bums, Leipaig, 1835; 
>. 564: «ch and gh have always the gnttnnil soand.'* 

P. 42. 3u cockney (He fcber^b^fte dt^mologie oon The oock neighs ft. 
srows ifi befannt) b^ite man ®^a!fpeare (wir citiren bier immer nacb ber 9(u«g. 
n 1 ^b., geipj. 1824) p. 731a: Gry to it, nnncle, as the cockney (i{öc(|in) did 
the eels u. a. m. — ogl. jtücf^eniatein — unb namentlich 69b, wo ber Clown 
^fii* »▼®nt my follyl He has heard that word of some great man, and now 
ipplies it to a fool. Vent my folly! I am alndd this great Inbber, the world, 
vill prove a cockney. 



S88 ^tuxii^tilnn^tn nnb ftir$e Sdijetgcn. 

P. 54. vm. Z)er (ingf&nbcr toenbet groge 9(nfdngdi>u4)laBen bfim fk^in 
Ux tiref ten 9tct)e an , Mc er — a^iocid^ent oom £)rutf((»en — oft fiatt mit lolra. 
mit iiomma eröffnet, »ad p. 57 nachzutragen \% €>. a* ^« P' ^^' ^^ V^ 
lawgiver sajB, Take np thy cnm daily. — When onr visiton wonld say, ,¥eIL 
npon my word, Mrs. Primrofle, you have the finest children in the whole ooan* 
tryx' — «Ay, Deigbbonr/ ehe woald answer etc. (Groldsm. p. S). — TbeoM 
man cried out, Tbe Athenians imderstand what is good,- bat th« LaeedemoDuiu 
practue it (Spectator in 8 9tn. £onDon 1777 I. p. 36.) u. a. AlloldGfDtl^ 
man . . . cried out» 'Oh Jack, tho§e were happy days. ib. ü, S29. — It m 
prettily said, *lle that would be long an old man, mosC begin eariy to be ok: 
It is too late u. f. xo. ib. 898. £)er Sefer bat aud^ »obl f^on in (ini^» m 
S^etfptelc ^ie großen 9tnfangftbu4{iaben na^ ^em Stoion bemerft. Sir f^m jkA 
ein ^eifpiei l^inju : When we ran a race, he who arriyes at the goal fiist is 
entitled to the reward: On the contrary etc. Spect. 8, 67. — ^n dltcrn S^t; 
!en »erDen übrigen« viel me^r gro§e 9lnfang9bu4fiaben angewenret als in la 
neueren. 

F; 59. „t>tx foaenannte rei^e Steint (j. 9. eye nnb I) iH im $ii#^ i 
ni*t guläffig", — e8 loüte »oW ^Ißen: in ter nenern ?Joerw. €o lKi§i « « i 
einer Nonvelle Grammaire Anglaise par William Dackett rfdtitig p.l68: QaoiqBi 
oes rimes fiusent permises du temps de Spenser et d'aatres Tienx poHes, eiles » 
le Bont ploB anjonrd'hui etc. — ! 

P. ÖO. »eifp. üon «üiteration §. ». »^rim (Mar. FaUero, Act I;: B 
Is a word — nay worse — a worthless« by-word tt. o. m. 6^it|p. w- l 
fpottet tie übertriebene ^nwenbung biefed J^iangfpiel« m ungelehriger 6t(ll(, i \ 
16. p. 129b: 

Whereat with blade, with bloody blameful blade, 
He bravely broach'd his boiling bloody breast. 

p. 130b: That liv'd, that lov'd, that lik'd, that look'd with cheer. B. fmft 
p. 141a in Loves' Labour Lost (»0 fc^on im Stitel bie Siaiteration W'**) ^^ 
lleberma§: The praisefnl princess pierc'd and prick'd a pretty pleasant pricka 
v. n. m. £)0(6 füt^ren und bergfeid^en üin^tU^tiUn Uidft gn xotit 

2)er af. Zm (p. 61 — 116) urafafet tann in 9 Jlapiteln tie „Sort((ljrf.' 

— Sti\p. I. 3ett»örter. — p. 66. „Die gorm beest fomrat aud[> bei SRÜtcn nfi 
bor, aber al9 (Sonjunctio: If thou beest he. — Slnflatt is, are, were, been^ 
brau(^t JBpron juweilen bie veraltete gorm bin.« SDie erllere gorm finwu* 
ober ni*t blo§ me^r bei SWilton (Parad. Lost, 1 y. 84) — aud; bei 6Nfi>«« 
wo^l faft nur nad^ if, ). S3. IIa: If thon beest a man, show ihyself in J^J 
likeness; if thou beest a deyil etc. — 16a: If thon beest Proepero. - 1''*' 
If that thou be'st fonnd. — 182b : If thou be'st not damnM for this - 
200b: But if thou be'st not an ass etc. — 201 b: If ever thou be*8t bonmic 
thy scarf. — 215b: If thou be'st yet a fresh uncropped flower. — 442a : IfaftR 
thrce days* space, thou here be'st fonnd. — 443a: If thou be'st death.-6l3!i 
If thou be'st not immortal, look about you. — 620b : If that thou be'st a Rom» 

— 810b: If thou be'st valiant — 828a: If thou be'st a man. — 829a: l^^, 
thou be'st a devil u. a. m. — Cowley: Even Lust . . . Blushes» if Aon [I#. 
be'st in the place. — Slu* ©^ron fagt no* (3lu«g. (n 1 ©b. gronffurt jf 
1829) p. 280a (Don Juan XI, 2): If thou be'st Doubt. — ®ar ntctit enri» 
ift bti ®dS>miJ bie gorm bees, 3. ö. Goldsm. 334: If so be that a gentlen«: 
bees in a concatenation accordingly. 2)ie gorm bin (fo j. 53. Percy IWJf^ 
Lond. 1845 p. 92a aud C^iueer: That ye ben of my lifie and deth'theqne* 
finbet fl* aOerbingö au^ Ui ©^ron p. 299a (Don Juan, XIII, 26): Aüso^ 
bin another pious reason. 5lber baju Wirt) in ber 9lnm. (p. 764) auf tlt 61* 
Aud ®^a!))). ^ingewiefen: 

With every thing that pretty bin 

My Lady sweet arise. (® Sh. 660b.j 



9(tt4 Me anbrrn (ier angfflrBnien {Ifomirn ivie 7011 was (f. §. 9. British Theatre, 
in 1 y^A. Leipz. 1828. p. 884a: In short, madam, 70a was seen u. a.) forrcrn 
nod) IVL nandycr Semerfung auf, tte u>ir ober mit SXäctfid^t m Un SRattm unter« 
^rä({nt. — P. 67. ^dfo. l^on Um fdb^änHgra l^rrb to will: Shaksp. 389a: 
Be wills yon, in the name of Ood Almyghty, Tliat etc. — 408b: She . . . 
Wiird me to leave my base vocation etc. — 409b : „We do no otherwise than 
we are willM.« — Who willed von? — u. a. — ferner Byr. 408a: If thou 
wiirst ä State nnto thy widow'd princess u. a. m. 

jD<e ^^rmen I conld have written etc. entfprec^en bem I shonld have written 
Keffer a(d unfer: 3(^ ^ätte fdjreiben fönnen, tem: „l(ft »ürte flefdjrieben baben." 
Heber l»en 3nf. ^ftf. tobei fpre^en wir' unten. — SWit »ofleni 9led?t wirb geilen 
mancbe ®rammatit mnst unb onght au(b aU 3nt)>f. nacbg^tviefen. (S. p. 337.) ^tU 
fpie(e fitib fo bäuftj), ^q% ber Strtbum ber ®ramm. fauin begretfltd^ erfd^eint : Tbey 
must ineritably have become despots, nnless they had been etc. Macaulay 
1, 43. — If they were rcfractory, he mnst relinqnish etc. % 237 «. f. ro. — 
^(i ter ,,unregelm. (Sonjug." p. 70 ff. txrmiffen wir, jum ®d)lu§ wenigflen«, ein 
^cn Ueberblitf erlci^tembe« alpbabetif^e« »erjeid^nig. — P. 72 unten : ©ei Keep 
iit »obl ebtr M an faufen an j?iepe (f. b. in 9(b((ungft Sdrterbu(^), Jtober, 
Äoffer unb anbcre Se^&ltniffc (itoben) ju benfrii. — P. 70. SJon bem „»er? 
attften wend« waren wo^l mebr ^eifpiele §u geben: Percy 28 ▼. 68 unt» 70; 
29b (n 199); 91; 92a; llOb (v. 32); i22a (v. 86); 128a (v. 8); 2l2a (v.23); 
a65a (y. 70) ; 286b; 288b; 289a. — Shaksp. 90a; l2Sb. — Scott, Bokeby (Canto 

3, 16). — Lord of the Isles 1, 19; 3, 11; 3, 12; 3, 24. — Last Minstr. 

4, 12. —Byr. 6b unb 7a. (Ch. Harold 1, 30 unb 45.) Childe Harolds wend's 
throngfa many a pleasant place. — FuU swiftly Harold wends his loncly way. 
— gerner Sc. Waverley Ch. 31 ... . who wended dolorons and mal- content 

back to his own dwelling. Clinjelbeiten übergeben wir duct \^\tt. P. 78. 

2)ie 9lotij über bie dntflebung von to cozen fdjeint und faum in eine ®rammatif 
IVL Aeb^rcn. 9Bir beraerfen übrigens außer ©baffp. 338: and «Kind consin«, 
~0 the devil take such cozeners, bad betannte ©prüd^wort : Catt me cousin, 
bat cozen me not, unb ferner j. ©. Macaulay 3, 313: I am for King James.... 
»And I for the Prince of Orange,« wed Camphell. — „We will prince you** etc. 
(Mt^ bepTiffjen). — 

P. 79 ~ 92. iJap. II. Hauptwörter. — SDie ©enierfung p. 80: „©a» engl, 
©ort adder 9latter, altengl. noc^ nadder, ift baburc^ entftanben, ba§ man anflatt 
a nadder: an adder gefagt ^^at'\ fd^eint un« ni*t ridjtig. 2öir verweifen ber 
Äörje falber bi« auf unfere fritifcbe öeleutbtung be« ®rimmT*en SBorterbu*», 
|>cft 2, P.-164 über Sitter (Otter) unb 9latter unb p. 161 über bie gönnen 
9laj! neben 9lji, «eflting = 9leji(ing. e. «beiung unter ^* — 3Jnmr 
Slatur ift ^a^ bei ©baffp. bäufig nnncle (f. Lear), ba« alö auS mine nncle 
cnt^onben erüdrt wirb, ^ierm U\it man Goldsmith p. 393: Pray what hecomes 
of „mother's nonly son?« offenbar au» berjärtlid^en Slnrebe mine only son ent? 
tofen. P. 81. „^luralbiiDung."' 58on SBörtern auf o geben wir einige 5öei* 
fpifie: Peccadilloes Sterne (The Works of, in 7 voll. Dublin 1779) 1, 217; 
Scott Waverley (wie alle Slomane ^ier nad^ ber Slu«g. 3n><*flW — @fb«cfmann 
citirt) 4P, 138. — Bravoes ib. 124; Desperadoes 28; Rob. Roy 3, 38; Re- 
formadoes Waverley 3, 122. — Those zealous Noes 1, 45. The Committee 
divided, Ayes 175; Noes 68. — Bravoes (f. 0.), Bloomfield, Farmer's Boy, 
Leipz. 1801, p. 34. Bravos Byron 753b. — Grottos Spectator 6, 100; 
8, 382; bagegen im 3nr»ej Grottoes. — Cantos Byron 288a; 571a unb b; 
579a; Preludios 293; Frescos 48b; (Frescoes Mac. 1, 351.) Volcanos 
279a; 362b-; Bustos Gay's Fahles, Lond. 1746. L p. 70 U. f. f. Cavaleroes, 
Shaksp. 379b; magnificoes 165a; crnzadoes 818b; bilboes 799b; huri- . 
canoes 733b u. a. m. SWan bea*te uamentli* 124a: Fair Helena who more 
engilds the night Than allyour fi^ry Oes and eyes of light, Pgl. 382a: this 
wooden O. — gerner by twos (ij. 93. Shaksp. 239b u. fl.) banditti. — Por- 
ticos Dryden's Virgil. (The Works of the Engl. Poets. By Sam. Johnson 
«r<^to f. lu ®pra<^cn. XVn. ^^ 



290 ^tuti^tiiun^tn^u^ rurje $(naeig€n. 

23 p. 56 V. 452.) Bnffalos ib. 22 p. 134 v. 518 u. ä. m. - ThePoloa 
(Washington Irving, The Complete Works. Paris 1834. p. 903a.) Säeißc? 
Ußen^eit biefe« (ligeunamend (f. p. 86. 7: The Ciceros of onr age) kmertta 
wir, tag Ui ©d^raift jeDe IReg«! übtx Die gorraation fe^It. Die meinen OramBwti; 
fcr verlangen , tag Der (Slaennnme ni*t »citer aU Durcft 5(nWngang einr« s m 
dntert werDe, toc^ finDet jt* j. ». bei^haksp. 415a; ThePeicie» ofthe north. 
(5lnDere empfehlen ^ier — unD wo^l mit Siecht — Den anä^ in andern gattra «lu 
gewanDten Slpoilropß Percy's, cf. Genius's u. a. m.); like three doctor Faustn. 
ses 52a; Lycurguses 584a; with six Aufidinses 605a, felbjl Goliasseg 
403b. ■— Venusee Byron I43b (Beppo ©tr. 11.); »g(. Pope's Iliad 2 v. laO . 
The boW Ajaces unD 3 v. 1 : The Aj-axes u. 9t. m. — SWan Mte ^'. 
(f. p. 87. 9) The ifs. — Proud of bis „Hear bims!« Byron 305b; more b^ 
all mores Shsksp. 72a; Ha's 240a; as's 799b; The shes of Italy 655b-' 
'Twixt two such shes 658a lt. a. m.; ferner Dryden, Tables antient aadmoi; 
Glasgow 1771, 2 p. 147: The King of elfs unD p. 148 where wicked elves 
have been. — Pope's Odyss. i, 19 (2 v. 90): For twenty beeves by greatLaer- 
tes won u. 91. m. 

P. 82. m finDet fl* brothers a(d SWitbrüDer, j. 33. Spect. No.253:A 
man seldom sets np for a poet without attacking the reputation of all hii 
brothers in the art; Byron 250. (Beppo 76) S-tt, R-s, M-re, and all the 
better brothers; Shaksp. 177b: Now, my co-mates and brothers in exileB.4. 
— umgcfe^rt au(^ brethren (aufeer Der Öibell>radi>c ; fo »erattet »ic Die ®ii» 
mat. behaupten, iji Do« äöort nicbt, f. g. 33. Macaubiy i, 40) j. ». Scott Bob 
Boy 6, 149: Sir Hildebrand spoke... against Rashleigh, now his cnly snniTing 
child; laid upon him the ruin of his honse, and the deaths of all his bretbren 
(teibU(be S3rüDcr) u. a. — SBir i>eruuiTcn bei ©cbmi^ ferner Den Piw. donnicc: 
With tongues of carps, dormice, and cameis heels (Ben Jonson's Alcbymist}. 
3n S3ejug auf Die gremDwörter begnügen wir un« bier beifpielSweife Da^ W*^ 
anpfübren: monsieurs Shaksp. 509b; intervallums 387a; .dracbm^s 
620a; chateaus Sterne; effluviums Spect. 7, 369; modicums Shaksp. i^äia; 
pyramyd, — ses 635a. — Anemonies» auriculas. Thomson's Seasoa 
(Campe's edit.) p. 29; strata 108; 120. — SUraphims Milton Par. Lost 1t- 
129; The cherubs and the seraphs Byr. 417b; Cherubims Shaksp. 5i3* 
(Spect. 8, 229!!); Chernbims Shaksp. 662b. — Memorandums Sterne 
6, 64; Irving 226; Scott Waverl. 2, 187. Memoranda Sc. Eob Boy 1, 35; 
37; Guy Manner. 1, 132; 3, 182; 4, 97. — Encomiums Waverl. 1, H^f 
Sterne 7, 251. ~ Minutiae Waverl. 4, 205; 3, 205; Guy Manner. 2, l^iJ 
Bceletons Irving 2 (D. ^. Tour on the Prairies) p. 3 unD eine SWeage önm«. 
3n S3eju^ auf Genius f. j. SB. Guy Manner. 4, 8 : in coiitroversy with the 
gen iuses (Spect. 7, 442 genius's) of the northern metropolis; 132 Sorcetes- 
ses, witches, and evil genii. — .,3u antipod« ifl Der $(ur. antipod'es*. 
SBalfer begweifelt Da« SSorforanien De« Singular«, Doci^ f. j. S3. Borns 148«: 

thou antipode of grammar. 3« P- 83. 5, (äffen jicb nocb mon^ie S«t« 

fugen, J. ^. : The thlckets of alders, poplar« and birch Sc. Bob Boy i 
61. A sylvan amphitheatre waving with birch, young oaks, and hasels Waven- 
2, 65. — Trouts, gilses, salmon Rob Roy 1, 115. — -In the fish-pooäs 
are kept tarne carp etc. Montague Letter 49. Most of tho small rivers.- 
are füll of beaver Irving 2, 170. — After the buffalo 174 (p. 173 »a conpl« 
of huge buffalo bulis). — Einging the wild horse 179; And away tb«f 
went pell-mell — hurry-scurry -— wild buffalo, wild horse, wild bantj- 
man, with clang and clatter etc. 182 (a troop of wild horses 178); Athousai» 
horse — and none to ride Byron 140b. — Lest ,it should alarm the el^ 
(D. i. toMtw) Irving 2, 103. — Tho game... cousisted of six deer ot tl^' 
two boars, and six or eight tnrkeys 106. — They had hunted the deer, ti« 
bear, the elk, the buffalo, and the wild hojse 242 U. a. nt. f. ($-^ 
^122.) 

P. 84. Businesses finDet fi* ©^affp. 195a; 206b; 209a; 247b; f. l* 



gigeil 178b. — Hk (Cioero's) silver hairs will purchaae us ft good (^nion. 

— frrnet Sha^. lila; e41a; 661b. — Byr. 303b. These hairs of nüne are 
grey. — Scott Laet Ministel 2, 30: My hairs are grey u. a. m. — F. 85. 
Brains (fflUncr im ^ing.) Der 6ing. \\t nic^t fo fflttn, mic Hc ®ramniat. 
bfbaupttn; er finM ft(^ j. 33.: Sterne 7, 19; 21; 139; 267. — Scott Bob B. 
1,61; 71. — Waverley 4, 136; 21Ö; 3, 210. — Guy Manner. 4, 18; löl.— 
Pope, Odyss. 2, 84; 91. — IHad 1, 107; 2, 27; 3, 107 u. a. dine aKaffe antrer 
^trflen baben wir in ^errig'ft ^Arc^iu gufammen»^efleat. 

P. 87 ff. Som „&t\6^ltd)t" f. ju p. 102. ^ier bemerftn »ir nur, ta§ 
coantess ta^ %tm, ju oount unt earl iii, oon tenen ieneft mebr ttn au4lÄn^t« 
[(ben, (tefed t»en engUfd^en ®rafen be^eid^net. Witch ftntet fid; au4 madc. Sb. 
626b fagt ^f^armian ^u einem 9Ba(^rfager: Cot, fooll I forgiTe thee for a 
witch. — Goose fintet ftc^ (aOgemetn) aud> maic, 3. 9. $ope (The Works 
of^ Lond« 1757)3, 87: As far as gooso could do, he, reasonM well; ebenfo Bee, 
}. ^. Spect. 8, 177. — Byron 22b. — Gay, Fahles 2, 92 ff. Moore, Fahles 
for the Fem. Sex. p. 92. — ^0 finM fid^ aud} duck uiadc. SS^ir bemerfen bier 
nur no<^ (ad ^ännd^en ter toilDen (lütt mallard (fr^. malari^, j. fß. Shaksp. 

940b. 3n Sejug auf Die t)ur4^ tit üntüibt ess gebÜDete }^em. iß rie @trUe 

(Sc. Bob Boy 4, 22) febr inflruftio: The Chieftainess, if T may presume to 
call her so withont offence to grammar (nad^b^r the female chief). — $2an 
bdicbte hier aud) fair, J. fd,: The Fair Fenitent. — ihe fair huntress Sc. 
Bob Boy 4, 163 u. a. m., Waverl. 1, 56: I do not invite my fair read er s 
who6e sex and impatience gire them the greatest right etc. — F. 90. Gib-cat Sh. 
335b u. f. tD. Jack-rabbit; jack-curlew. (Jack-an-apes ^an^affe) Doge-ape Shaksp. 
180a u. a. m. JackaU iPtrD männi. gebraucbt, a- ^* ^^ ^y 3, 13: The 
jackall, who only Claims what the hon is pleased to leave bim. keltere ^id)s 
ter traben Un Slcceut auf Der dnrfilbe, j. 53. Gay 2, 84: 
Once, stndious of bis private good 
• A proud jackall opprest the wood; 
muere betonen He erfle ®tlbe, g. ^. Byr. 610a: The Saxon Jackall leaves the 
Lion's [Napoleon's] side. — 118b: So lions o'cr the ja ck all sway; The jack- 
all Points; he felis the prey. — 266a: However the poor jackalls are less 
foul (jackall, KReim pack all, attack all) tt. f. f. •>- %[^ (itn^elbett bemerfen wir 
no(b ju p. 93: „hnrricaae (fran^. onragan, Örcan, ug(. engl.harry)«, Da§ tiefer 
%anie nad^ Irving 744a urfprüngHcb iutianifc^ ifl: It was one of those awfol 
whirlwinds which occassionaUy rage within the tropics, and wbich were called by 
the Jndians „furicanes^ or ^^uricans^S a name which they still retain with trifling 
Tariation. (ügl. fpanifcl» uracan). — 

F. 93 — 100. Aap.. III. eigcnft^aftdwörter. — (Reben an Englishman fluliet 
ficb auc^ (Sterne 7, 53): There is a clever young fellow, who would be very 
proud of die honour to serve an B-nglishman. — Bat why an English one 
(f. p. 2\)&) more than any other? — ^Ujx beachte ten $lur. Chineses bei 
MUton Farad. Lost. 3 v. 438, glugel (®ramm. p. 157) fubrt — aber ohne 8e« 
legficüe — ten $lur Malteses auf. — P. 94. ^icr^er geboren namenllic^f au«^ 
tic 33eiei^nungeu Pon uferten nat^ Uv garbe, j. 93. Irving 2, 13: The grey I 
had bought. — The dark bay ib. u. a. ra. — So findet ficb aucb im <6ing., j. S3. 
Byron 136b: His junior she by 30 years, Pgl. Thine eider 3o8b, — „9lur im 
^lur. »eruen gebraust ... My betters." — »Rein! 3. ö. S^affp. 431b: The 
Cardinal is not my better in the field; — thy better 552b. His better doth 
not breathe upon the.earth 478b; I am your better 474b; Thy better 
must 552a. SDl. Pgl. Sir knight, now I*m your betters Percy Beliques 176 u. a. 

— P. 95. Söeaitung pevCicnt Scott Bob Boy 4, 154: The more near we 
approached. — 3n *43fiug auf l>ie Komparation ^aben wir audfübrlicber in ^crrig'« 
Slrc^io in ter OlejenRon ter ^euffi'fdjen ©rammatit gebantcU, toorauf wir oerwei^ 
fen. gsir fübren einige SSeifpicle gegen Die Pon ©c^mift gegebenen [Regeln an: 
Knowingest Irving 2, 170. Never was a man more busy or more cheerfnl 
(^räDitat!) 5. — A more simple worship. Macaulay 1, 58j more corrüpt 

19* 



292 93ettrt^cUttnden unb fnx^t Knaclfleti. 

44; the most eompl^te within itself aad the most secdre from attick68. 
— In language more precise and laminous than has ever, been empknfed 
177 u. a. m.; cleverest Sc. Rob Eoy 1, 30; honester 3, «ML — 161.- 
modestest Goldsm. 332; 356. — 9Ran ^ead^te namentlidif Un Untetfi^üd }iü 
fdl^cn $lttnbut nnt fprdDifat, §• ^- Byron 387a: 

tiU 
Some wort hier shoold appear: if I have found sach 
As yoa yoarselves shall own more worthy u. a. m. 

T>tx iintfArclbenbe domparatie mit more (oter rather) ift gewö^nlici, iwmi m 
®(gfnfliln^ ^n>ft (Si^^rnfd^aften in oerfd^ictenem ®xavt Ui^tU^t werDen. 9)ln k 
adite He SSerfc^lebenf^eit <n ter eteflung lieö rather (more ftr^t immer Mt!K Y« 
was the independence of the h'ttle kingdom neoessarily rather nominal thanreiL 
Macaulay i, 18f. — Qnalities which tend to make men interesting rather tbu 
prosperous 64 (ügl. to obey God rather than man 185. — Acts 5. — The de- 
feat . . . might be regarded as a deliverance r a th er than as a calamity 169). tM 
fin^et M auc^— 'folewo^nmSDeütWcn, wenn aadj^ feltner — This liberality prond 
worse than aseless. Macanlay. 1, ISS. Sir, yonr Company is fairer than bonot. 
Shaksp. 90b. — Avessel ofagatebroader than deep. Arab. Nights' EnterUinineot, 
Lond. 1827, p. 114 u. o. m. — P. 99 f. ju p. 293 unten. — P. 100. Oompos.,!? 
fire-new Shaksp. 481b; coal-black 329b; stone-still 304a; cock-snre 339bD.(i.i 
P. 100 — 106. giirwßrtet. ^iet »ermiffen »ir, wie freili(^ in aörn ®ni' 
matifen ta« fubft. *pron. its. S5gl. p. 102. — d« liegt in ter 9latur Ui^. 
t>a§ He ältere ©prad^e für ta* Pron. poss. its, bis oterher anwandte; tenfliaw 
iö) mir irgent) einen (Segenflant» aU Sefi^er tenfe, ifi er tamit eben f4on)»(t' 
fonifijirt. SDa§ Hefe Sluffaffung, nicftt pie p. 102 gegebene SCftrftettaMg, t««* 
freilieb j. 33. autb bei SBagner, aSoOjidnDige engl, epraifttebre, (öraunfd)»., 1«B 
p.l44) fintet, bie rid^tige ifJ, erbfflt fcbon t>arau«, l>a§ filr its eben nadjMW» 
ft^iettenen 2luffaffuna boID bis, bdt hef jiebt, je nad^Dem t>a ©egcnfanHlJ 
masc. eUx femin. tn lier fPerfonififation auftritt. SWan Pgl. a- S5. mit M m 
©d^mift ongefübrten ©teile au« ©baffp.: There is not a white hairony<«r 
face, bnt ßhould have bis aflfect of gravity; bei t>emfelben ®d^rtftflefler532b: Tto 
white hair is my father and all the rest are bis sons. (Ebenfo btadjtt 
man gu The fig tree pntteth forth her green figs (Solomon's Song 2, 13) t« 
anDre Bitüt t>tx ©ibel (Revelation 6, 13): Even as a fig-tree casteth h« 
nntimely figs, when she is shaken of a mighty wind III, ferner Milton Par.Loft 
9, 1100 ff.: The fig-tree .... spreads her arms . . . and danghtersgn'' 
About the mother-tree. Obgleid^ »ir un« bi« nid^t auf dinjelbcitw i^? 
weitläufig einlaffen (dnnen (wir beabftc^tigen an andrer ©teile eine an^fvi^ 
SWonogropbie über bad engl. ®enu«), fo »oDen »ir Dod^ in öejug anf treeti^ 
golgente anfübren. 55eifp. »on Masc (t»gl. Scott, Quentin Dnrwaid Ch. 2, w 
er fie sons of the earth nennt) Daniel 4, 14 ff.; S. Matth. 12, 33; Sb*ks? 
285b; Dryd. Virgil Georgic. 2, v. 397 ff. —Bums 35a: ThoMaige the forest' 
monarch throws His army shade. gerner: Everich tree well from hl« fellu' 
grew. Chauöer (Scott Antiqn. 1, 178) U. a. m. Söeifp. »on Fem., ^l Bnlwer- 
Pelbam (itauc^ni^) 1, p. 265: You might have imagined it [the tree] an Mtefr 
Invian transformation, or a danghter of the Titan race etc.; Drydcn's Affl» 
3, 45: With prayer and vows the Dryads I atone; With all the sistersof*« 
wood u. a. m. »efonber« inflrufti» ift ^ie ©egenüberfiellung \)on ®enc|i« i «J' 
Thefrnit-tree yielding fruit after.his kind, Wbose seed is in itself. ttU^Mt 
ton Par. Lost 7, 309: And fruit-tree yielding fruit after her kind, Wh*« 
seed is in herseif. ^Dagegen fpfalm i, 3 unD aWilton (The Poet Works (»i 
Leipz. J827) p. 332 : 

He shall be as a tree which planted grows 
By watery streams, and in his seasons knOws 
To yield his fruit, and his leaf shall not fall etc. 



93ettrt^ei(iingcti nitb tux^t fLu^ti^tn. 903 

Sn Ux metrifAen Bearbeitung Wogegen (The whole Book of Fsalmfl, CoUeeted into 
Engl. Metre, bj Thomas Sternholcl, John Hopkins and Others) lautet tie ©teQe: 

He shall be like a tree that is planted the rivers nigh; 
Which in dae season bringeth forth its fruit abundantly. 

(Spalding, History of Engl. Literatnre, p. 151: The whole ooUection was not 
pnblished tili 1526.) ^dyon tiefe furgen StuNutungen totxUn genügen, tnd 3tnge 
in t^er @d)mi^'f4en IDar^ellung ^ervcrju^eben unb ju befeitigen; roix fugen nur 
no^ ein Seifptel aud Dryden's Fables 2, 189 bei, wo nid^t Mo§ her unt'it 
)0e4feln, fontern md^f^tx witttx her, she unt herseif t^orfcmmen : 

Thns Troy for ten long years lier foes withstood: 
And daily bleeding bore th*expense of blood: 
Now for thick streets it shows an empty Space, 
Or only fill*d with tombs of lier own perish'd race, 
Herself becomes the sepolchre of what she was. 

^0 bte etaMSroja )^erfonifiairt ijt, intern ton ibren geinten, i^rem ®ef(^(edS^t 
«fpro^en itirt, ift t^ Fem., »o ed taitoifd^en ald bloget Otaum betracbtet »irt, 
fad^ltcb — unt f4((»(id^. — Sir fugen nun nur nocb bingu, ta§ ta« nbfolute $ron. 
its aaertingd feiten ift, aber ta§ tie ®rammatifer to(^ Unxt^t t^un, ed immer 
al9 gani fe^^Ient anzugeben. ^. g. S3. Shaksp. tf05b: 

Each followiDg day 
Became the next day's master, tili the last 
Made former wonders it'9. 

uttt Byron 285a pon Jnan XI, 54) : 

Also the eighty „greatest hving poets^, \ 

As eveiiy paltry magazine can show itS. 

^. 101. d« Uttt Semerfung tertlent, ta§ ni^t attjufelten 9eominatio* unt Siccu^ 
fotitfonnen hti ten ^ron. terwe^felt werten, j. 58.: She'd make two of she 
Goldsm. 356. Here's none bat thee and I Shaksp. 430b. — None Can less 
have Said or more hare done, Than thee, Mazeppa, Byr. 130a (f. U. Über than 
whom). — Did you neyer see the pictnre of we three? Shaksp. 60b. — If this 
should be thee, Malyolio, ib. — Whcn him we serve's away 637a. — Is she 
as tall as me 638a. — And damn'd be him 291b; We came, our parents 
and US twain 675b unt an febr tielen ©teüen. ®. g. S3. ou^ ©innett'« 
(Jlementarbucb p. 118: One about the seize of he; — 128 give to he (Mary 
Edgcworth). 2)amit aufaramenbängt the M^, the Not me, tergfeicbe Shaksp. 239b: 
I am appointed him to murder you; — 364b: And him — O wondrous 
himl O mirade of menl him did you leave — mit 459b: Here I stand to 
answer thee Or any he the proudest of the sort. — A sort of moral me 
Byron 20öb. — Now that*s something more abstruse than geometry to poor 
me (Banim). — He has two livings worth 400 L. per annum, while poor I 
am fain to do all his drudgery. — And to poor we Shaksp. 602b. A hun- 
dred opon poor four of us 342b. Poor our siz 553a u. f. f. iDo^tt Hut 
mon tie SSerwec^öIung oon who unt whom, j. S5. Gk)ld8m. 376. Who does it 
come from? — Do you know who it is from ib.; Sh. 441a; 511b; 805a; 
823b u. a. m. ©efontere ©ead^tung »erticnt tie 5lccufatitform na(b than, j. 23. 
Bloomfield Rural Tales, Leipz. 1803. p. 49: But George was older by a year 
than me. — But I . . . could not be expected surely to be wiser than her 
Scott Guy Manner. i, 10. — There are worse things betwixt earth and heaven 
Than him who rules etc. Byr. 486b. — Can I do less than him Who never 
flash'd a scimitar 494a. — You know that giants have much stouter hearts 
Than us 684b u. a. m. @o au(b immer than whom, j. 23.: Two subjeets 
than whom none Hayl9 been more zealous Byr. 485b. — MiUon Par. Lost 
2, 299; 5, 805. — Sonn. Xu. Vane . . . Than whom a better Senator ne'er 



lield etc. — ShalDsp. 139a Th an whom no nörtal so magnificant (h. Whc 
overcame he? the beggar). -^ Thieves than whom no men vfrho live are man 
vindictive Sc. Rob Eoy 1, 200 unt »Ule antfrc ©tfflca. — P. 104. SWan bt 
merfc tad allein ileb<nDe seif (= one's seif). The love of God, the love of coan- 
try... were... deUcate and convenient synonymes for the love ofself. Mac. 
i, 66. There are some fine women ... with whom seif is so predoxninant (Tom Joe 
3, 184.) t»ö(. Spect. 8, 117; Sh. »00a (selves of themselves); Byr. 401b.- 
Thyself is seif misnsM Sh. 499b. Blood to blood, seif 'gainst seif 487b (6flbÜ^ 
Jlebf). — Who are safe? Byr. 81b. — Who can judge of their own hetrt? 
Sc, Eob Boy 1, 49. — Who are in the gallery besides? Woodstock Ch. 8 
l>g(. None had been so sanguine as Fergus Mac. Ivor; none, conseqnenüj. 
were so cruelly mortified etc. Waverl. 4, Ö8. — P. 105. „Ilk (each) ift MWlTer 
— im €(feottifc^fn ftebräudjlic^. Sm «^oliteinifc^en ^)ci§t c« nod) fi>rüd)n>örtlid» i^ Win 
upp melk — is god for elk; Melk upp Win — datt is venm (venennm, ©ift) - 
P. 106 — 108. Jlap. 5. 3aljlfn. — ^^l p. 289 ff. ^icr i\t mant^fS nai- 
§utrafteu; wir bcfdjränfen un« auf goIftenDt*. P. 106: The cry of hundred« 
of thonsandfl. Mac. i, 40. — Cries from tens of thouaands. Byrcs 
400a (Mac. 221) u. a. m. She is still in her teens nocb ntd^t 20; ta^t^-^ 
Miss Tiddy in half a year's time will be in her teens (Spect. 7 , 33S) i3 
3abre. — X)ie ^ntung teen beginnt n&mli(^ mit thirteen un^ rn^^t mit mt- 
teen. — P. 107. Firstly findet fi^^ J. ©. GWdsmith p. 23: and firstly, 
of the first; nammtUi^ oft aber Ui S3vron. j. JB. 371b; firstly becaoa 
he was a nobleman, and secondly etc. — 399a: And firstly that I migtt 
not yield again to such emotions. — 762b; 303b (Don Juan 13, 73); 30fo 
(,, 98); 313b (14, 66); —Wogegen first 269b (9, 66). — Slber au* j^. ». Scott 
Bob Boy 3, 45: Firstly, I hae thoaght my ain thoughts on the Sabbath etr. 
9lamentlid^ war auc^ p erwäbnen: In the first place etc. P. 108. lUbcr Sraife 
jablen, j. 53. : one sixth. Mac. i, 40; a third part 184 u. a. m. ©. Spect. 
No. 200: not above a tenth part of the whole; a fifth part of the whde 
rerenue; one tentth (fourth) part u: a. m. ,,^dbrfnD t>ct anl^ertbalt 
3abrbunDfrte, He auf bie Eroberung tolAten'' i}ti%t engl.: Döring the centarvand 
a half which followeid the conqnest (Mac. i, 13) u. % m. 3u brace etc. — * 
Crabb's Engl. Synonymes by Hedley, Leipz. 1839, p. 166 — War ju benierfen M 
unver4n^erte $Iur. two brace of pistols. Guy Manner. 4, 149 (f. u.); ferner tri 
®ebraii(b hH ^ba^P* <iu4 von ^Mm^d^tn, j. 9. 811b; a brace of Cyprns galaats. 
@. ferner 304b: The ntterance of a brace of tongnes Mnstneedes want pkad- 
ing for a pair of eyes (^ugen jinb paarweife, ^i^ng^n nid^t); ait<^ fon^ p 
Slbwe^Mung: I kiUed 50 brace of ducks and 3 couple of teals ii. 91. n 
©onft beben wir no4> f)ttr>ot felbDritt u. f. w. Can you lie three in a bed? 
(Goldsm. 83.) There we used to go with ten Shillings amongsix ofns (Spi- 
talfield's Weaver« a Farce), f. B. §u p. 207. SBgi. Le roi de Polonge n'eut qoe 
le temps de monter k cheval lui onzi^me (Voltaire's Charles XXI Liyre ii 
wa« 6m0flet ttberfe^t (^ont. 1839, p. 83) The king of Poland had bnt jo^ 
time to get on horseback, with ten others u. f. f. — Uni) wtnn er 20mL 
®ir 3. %, Wäre. And if he were twenty Sir John Falstaflfe Sh. 35a. — Tr. 
erftebefte: Any mathematician can explain it to you. — I hav« faeard thee 
asking the first man they have met with. Spect 1, 54. As they lie attik 
mercy ofthe first man they meet. ib. 55. The first phrases that offer- 
ed 4, 198. It made him resolre to marry the first girl that feil in li> 
way (Sheridan) u. f. f. (fin gweiter (anDrer) ßäfar u. f. f. A second Ihwd 
6h. 169b; a second Hector 413a; a second Land, Macaulay 1, 195. Cvsm 
is second natnre. ©pricbwort: Habit has become a second natare. Bob Sc 
1, 195. Like a second Oharles V, Guy Manner. 3, 75. She has been as^ 
cond mother to me etc. Tom Jones 2, 15 nnt 16. — Another Penelope Sk 
580a; another natare 662a u. f. f. — 3um crften, jum anOern unD <w 
dritten! (bei Sluftionen) (A) — going I a — going I göne! f. Sheridan's Scfac^ 
for «Scand. IV. 1. — (Einerlei: It is all one (the same) to me. SmetcrUi 



9(]trt$til«ngen ttnb furae Slnaeigen. 295 

"Wbs and is are two very different matten. Saying and doing are two tbings. 
To promise is one thing, and to keep is another. — 1000 unü aber 1000: She 
attracts a thousand and a thousand adorers, and listens to the insipid 
flatteiy of a thonsand and a thousand coxcombs (Lady Montague). — 
9ld)t f leine SReüen poor eight milea; a cool hundred (Tom Jones 2, 132; 
141). Thore's more than two good hundred of flies in his craw (Banin); füll 
ten days; a whole sennight u. f. W. 14 Za^t a fortnight; within fourteen 
days Sh. 339b. — Help me this once Sh. 421a u. f. f. 972an beadjte ten 
5lpofhropi: The commercial treaties of '87 (jii p. 55). Slni^tf dornen : too cere- 
xnonions by half. They talk of country girls, these here look more rosv and 
healthy by half. Brit. Theatr. 860a: „Were they as bad in your time?** Not 
by half. ib. — And every ihing is left at six and seven Sh. 320b u. a. m. 

(e(^(u§ folgt.) <D. Satiberö* 



%t. Sl. Sallttt, (SUmtntaxbvii) bcr* fran;\ofl[c^cn Sprache» Srjler 
©ang* 2)ritte »erbeffcttc Sluflage* ^annotjct 1854. 

2)ad 9u(( erinnert beim erflen flucdtigen $lnhli(f an t)ai befannte Bvtcid)h\i^ 

»on Dr. 9Rager, mit fcem e« (n Ux SWetf^ote eine iinverfennbare Sle^nfid^feit ^>at, 

aber trof Diefer SerwanMfd^aft muffen wir fleftc^en, in i^ra ein fc^r braud^^ 

f>ared unt ))rartif(^ed ^xbnlbud^ gefunden ju ^aben. Man erfennt in Ux gan^ 

gen ^(ncrDnung unt SBe^antiung Ui ^toffrd ten vraftifc^en @(^u!mann, ter 

nic^t irgent ein abflrofte« ^xi^iP, fontern ta« ©etürfni§ te« llnterric^tg jur 

^au»>tfo^e mad^t, ter fein S^tl War tor 2Jugen t)at unt auf tem fürjeften SSege 

bet'äc^tig, aber fidler tarauf (odfleuert. >Dad Stt(^ ifl nacb einem terflänti« 

gen ^lant unt mit tielem ^jätagogifcben ®efc^i(f gearbeitet. Der gjerfaffer bat 

tie SSorgöge ter grammatifd^en uRetbote mit tenen ter fogenannten genetif4)en 

ju »ereinigen gefugt, dt fängt, wie SWager mit tem Pr&cnt ton parier an, 

entroitfeit taran tie Seteutung tion <6tamm, i^ennlaut, $erfona(entung, gebt 

t'onn unmittelbar jum @ubftantio unt jum Slrtifel le, la, un, une über, Ic^rt au« 

tem ©ing. ten (piur. bitten, nimmt ta« Pr&. ter 4. unt 2. ßonjugaticn binju, 

jetgt ten Dnxd) tie bioge ©teüung te« 8ub(lantio« betingten Itnterfdjiet ton ®ub* 

jeft unt Objeft unt i^at fo fdjion auf ten erfien trei 6eiten afle Elemente jur S3i(* 

Dung ton toOflönttgen ®ä^en gewonnen. «S. 4 folgt tann tie erjäblfnte ^tiU 

form (je parlai, je p^ris, je r^pondis), itnt fo fd)reiten tann gormenlebre unt 

Bvntas in engem 53unte mit einanter fort, ter einfacbe ®a^ erweitert flcb tur(^ 

Da« Einzutreten immer neuer ftrammatifdjjer gormen, bi« er jule^t ju einem tofl^ . 

ftäntig ouÄgebiiteten ©a^e mit hieben» unt 3TOifcbenf(5^en b^rangewac^fen ift. — 

^adi einem ?(nbange über tie franjöflf^e llu»fpra(^e unt Ortbogrctpbte folgt ta« 

Sefebu* (e. 147 — 185) unt ten Sefcblug mad)t ta« taju geborige SSörterbuc^ 

(e. 184 — 198). m iii bler auf einem ter()altni§ma§ig geringen 9flaum (ton 

no* ni*t 200 @.) in ter Ziat tiel errei*t. £)ie (Regeln unt (frläuterungen fint 

in einer einfad^en unt Haren 6pra*e abgefQ§t unt tur(^ lablreidje Slufgaben jum 

Ueberfefeen au« tem SDeutft^en in« granjöflf^e tft tafür gejorgt, tag ta« ©elernte 

feft eingeprögt »irt (tie Sofabein ju tiefen Hebungen fint ebenfaflfi in einem flei« 

nen SS6rterbu(^e mit c 1000 SSortern binten angereibt). 5Damit tie jufammen* 

gebortgen grammat. 5?ormen, j. 93. te« «erbi ni^t aa^ufebr s^nffen unt jerflreut 

werten — ein Uebelftant, an tem. mand[)e antere, nacft ter fogenannten grammoti« 

fdjcn SWetbote bearbeitete, dlementarbü^er laboriren, •— fint tiefelben an ten ge* 

eigneten ©teDen in überrtdjtlicben Slabeflen no* einmal gufammengefleat. @o 

S 195 fl. tie trei regelm5§iacn jlonjugationen )tie tritte ^Konjugation ijt mit 

(Rec^t §lnfang« übergangen, wie au^ bei ÜRager, unt »irt erjl § 304 na(bgebra*t). 

a)ie unregelmä§igen SSerba ftnten wir § 386 fl. 6ie fint febr jwetfmagig 

na* g^wifffn 5lnalogien in 14 Ätaffen aufammengejleHt. 5Borau«gef*icrt aber tft 

ibnen eine Ueberfl*t über tie terf^ietenen Wirten ter Unregelmd§ig!citen unt worin 

tiefelben betle^en »nnen. Ueberl^au^>t muffen wir tie« al0 einen befontern SJorjUg 



296 8curt(ci(nnfl(n unb tnrge f(ii§(igcii* 

bei 9üA(ein# (erbor^rbcn, ba§ ter Strf. (ei bem Gd^fiUt ft^eraU 
eine rationede Suffaffung» tin n>{rtU((^e« Scriiäntnig t'er i>orn<« 
genten fpra^lic^en (Irf((einungen gu erreid^en oDer toenigßend veu 
gnbeceiten fuc^t unD ^ar nidjt ^ur(b lange gelehrte (Sp^iifatioütn, ionUtn ^t^ 
xob\)nlid> Durd» fiir^e, anfpruc^dlofe Sfnfe unD iOemerfungen. 

2)ur4 )me(fmä§ige (ftnfad)be{f empfiet^lt f!^ gleid» im Slnfange (6. 4) tie 
93ebanMung ter fpgrnannten fVang. Z)efUnation, ebenfo ter 9lbfd)nitt über Un 
St^eiliingdartifel ($ 280 — 87), über lai Slbjertio (S 200 — 227, wobei au^ 
über tie Stellung Derfelben Da« 9{otbwenrig{te gefagt »ir^, $ 206), tMn He 
9(bf(bnitte über Die pronoms conjoints unt disjoints ($129—140 unD 252 — 258), 
über ttn i&ebraudj De« beitimmten Urtifel« (8 273 — 78), über Den attribntiMn ©enitii» 
($ 290 — 93), foroie über Den attributiven 2)atiD (g 294 — 300). *ier i» jero* 
Die ^eftimmung von 9{o. 4, $ 297, oonac^ Der attributive X>it\r> eine (figenfcbaft 
orer Xbätigfeit be^eicbnen fofl, t)ur(^ Die fofgenDen Seifpiele ni(bt gerecbtjfertigt). 
dinfa^ unD verft&nDig ift aud» tad, »aft $ 114 ff. über Die $artieipien gefagt 
»irD. $ier werten j. ®. fe^r paffenD g(eid> Die gebrauch licf^jlen unter Denjenigen 
Part, passes gufammengefteöt, Die mit 0tre üerbunDen werDen (8 117) unD $ 124 
wirD geiegentlicb bemerft. Dag von Den c. 600 frang. Serbin intranf. nur ttma 50 
Die temps compos^ mit §tre büDen. (®ana paftenD i|i bierbei au(b Dad „ja fogar 
j'ai 4t£ id^ l^abt gewefen. IDenn Da0 bleibt für Den Anfänger Do(^ flet« Da« non 
plns ultra Der $lb|onDerIi(bfeit.) ®ut TtnD aud^ Die Semerfungen ^u avoir ($ 186, 
87) unD ju 6tre (189, 90) ^itx werDen namentlicb Die im 2ateinif(ben gu futb^n« 
Den Stämme (^ur (Irflärung Der buntfcbecfigen formen) btrporge^oben unD Dann 
werDen Die gebräu(bli(bften Der SerbinDungen angegeben, in Denen Die $ilf«perba 
mit €)UbftantiP obne Slrtifel erfcbeinen (avoir chand, ßtre marchand etc.). ®lei(( 
Darauf folgt eine ^wecfmägige UeberjtAt Der ^iesiondenDungen in Der 1. 2. unD 4. 
jtonjugatien mit Den Daju gebörigen ^rlduterungen (8 191 — 93). 3n Dem9lb$ 
fcbnitte über Die reflesioen Serben, wirb (8 352) Die für Den Slnfdnger febr notb^ 
wenDige Semeifung gemacht, ta% im ^ran^öfifd^en ju Den reflr$ipen Serben au4 
Diejenigen geboren, hti Denen ©ubjeft unD J)atip Diefelbe $erfon finD (se propo- 
8er> se donner de la peine ete.). Stuf Dad ^eDürfniß De0 Anfängers bered^net fmD 
ferner Die drläuterungen gum JnfinitiP (8 369 fliOf ^i« ©emerfungen über Den 
$(blaut Der unregelmäßigen S^erba ($ 382, 83), fb wie Dad, wad 8 621 über 
Dad 1. unD 2. $articip gefagt wirD, Da§ nämlid^ cbassant fl(b ebenfowobi auf Die 
vergangene oDer gufünftige, wie auf Die gegenwärtige S^it belieben, alfo = qui 
chasse, qui chassait, qui chassera, unD ebenfo chags^ = qui a 6t4 cbass^, qni 
avait 6t^ chass^ qui aura ^ chass^ fein fann. £)a Die fpntaftifcben Siegeln in 
Dem Sud^e immer {)anD in $anD gebn mit Der Sebre vom ©a^e, fo wirD ter 
®*üler von vorn f)extin an eine verflänDige 5luffaffung Derfelben gewobnt, 
unD Der Itnterricbt wirD für ibn wirf(i(b bilDenD\ wad man beim fpract^lid^en Un$ 
terricbt (wie bei mancbem auDeren) ni^t immer behaupten fann. Jenem ®runN 
fa^e angemeffen ift 3. S. Die Sebre vom ®ebraud^ Ded @ubjonctiP mit Der ^ebre 
von Den 9lebenfä^en unD untergeorDenten Sä|en oerbunDen (8 434 fl., 8^^' 
8 457, 8 476 fl., S AU jc), unD e« ift Da« »(btigfte b<erüber in einer Dem 
©tanDpunfte De« SInfängerd angemeffenen SBeife gufammengefleHt. 9lur b^tte in 
Diefem ^^Ibfcbnitte viefletcbt Mandjti etwa« fürger bebanDelt werten fdnnen. 

9läber auf (Singelned einzugeben ift und nid^t geflattet. dtwaige 9(ud^eIIuii« 
gen. Die wir an Den a5u(be au mad^en bätten, betreffen meift nur 9iebenDinge. 3« 
Den »eifpielen bätte Der 3nbalt vieüeidjt etwa« me^r Serücfftdjjtlgung perDient. 
9lu(b würDe Die IDarfteHung , befonDer« im ?lnfange^ an itürje gewonnen baben, 
wenn Die bäupge SBieDerfebr von folgen fragen wie; SSeWe« finD Die ©tämwe 
unD iTennlaute Der Serben.. .? 9Bie werDen Diefe Serba im Pr^. imparf. etc. tom 
jugirt? Söie bfi§t auf grang. . . . ? SBie Vi§t auf ©eutfd^ . . . ? ober foI(be S3emer* 
fungen wie: SRan lerne bingu u. 91. permieDen worDen wäre, wa« ftd^ febr lei^t 
bätte tbun laffcn. (Jbenfo waren im Äefebuc^e Die »ofabeln binter Den eingelnen 
«efeftücfen unferer SWeinung nad^ entbebrii*. Da fte fämmtlii^ in Dem angebängten 
Sofabularium gu fluDen fuiD. Wt Der im Slnfange De« Sefebud!;« angewant)ten 



Beartieidtage« nn^ fttrge Svieigt «. 997 

3n ter(iitear«UrBerfrj|titiig »nneii n»<r mil ni^t bffrcmibeii. Sol Me Kuitvad 
toer Mfftüdt htttifft, fo m bitfe Aang »affenb; nur ««Le TieilUurd mendiant^ rrfcfitiiit 
unft etwa« gn fenHmenta(«0frf<6»immfitt um ofine eine re^te $o<nte. dl bat feinen 
$(at fretli^ »obl aucf» einer foedeflen fRndMt — auf tie »iaCoflif^e gorm ^ 
|n rertanfen; ti><6 Httt e# an<^ in Dicfer ^nfidyt an einer paffenDen 9(n#wa(( 
bem 9erf. nid^t fehlen fdnnen. — IDie 2:erniinoUgie, bie ber Qerf. im gram« 
natiftt^en Sbeile angewanbt \^i, »eicftt j|»ar »ieifaA von tem benfd^enten ®ebrand^ 
ab — »a# beim Unterridyte |n»ei(en fl5ren» fein fann, ^ ift aber an üd^ Iwä^ 
an« nicbt nnnwecfmdfii) |n nennen.*) — IDie $ 24S anfgefteOte SRegel ift in tiefer 
allgenteinen S^tffung ni^t gan^ ri<6tig, infofem He Serba anf ^r ba# e ferm^ nber« 
aQ (ancb vor bem e muet) bebaUen unb bie öbrigen Qerba biefer itfaffe ba# ^ oavert 
and^ nnr i>or ten ^nbungen ent» e nnb et annebmen, ni<6t aber Don bem e moet 
ted gut. nnb Gonbit. S)ie <!(enu««9tegeCn in ber Raffung, »ie fie $ 246 ge« 
geben »erben, finb a^ftr einfacb, aber faum praüifc^ gn nennen. SRan t>g(. bie 
0nnfte unter a. unb c. (!Rdnnli(ben <Bef<6(ed>tg finb a. bie meiften S6rter Ixt auf 
einen Sofa! audfauten nnb e« bie meiften Sörter, bie auf einen itonfonanten 
aud(auten. 9{un ifi aüerringd gu a nod^ ein I9i(^tiger dufäft ^tam^X, wenn, man 
jtd!^ aber bie @a4e genauer anfiebt, fo bitten flc^ eigentli^ aOe brei $untte 
(a. b. c.) in einen gufammenfaffen laffen; bagegen wdre 5U münfcben geioefen« ba§ 
bie Siegeln im Sflgemeinfn etwa« ooflftdnbtger gegeben »örben. @{e finb fad gn 
bürftig.) 3n S 247 liege fidi erinnern, 1)a§ reine ni((t (wie ^nae ou# ^uz, 
prinoesse 9iVA prince) turd» SRotion au# roi, fonbem gundd^fl bo<6 aud regina 
entflanben ift, »eld)e« feinerfeitd freilieft burcb Stotion au« rex gebilbet ift. dbeu^ 
fo servante nicbt au« sefviteur, wenn aucft beibe benfelben @tamm baben. SS^enn 
chantona $ 104 grabegu mit ,,i(b wiQ fingen"* äberfe^t unb biefe Ueberfefrung in*« 
$arabigma aufgenommen wirb, fo ift bie« wobf ni^t ganj gu billigen. £)a6 e« 
in biefem ®inne angewanbt wirb, wie ja juweilen 9^4^ unfer „lagt un« flu« 
gen", ba« lonnte nebenbei erwdbnt werben. 

3n bem Sta^^M über bie 9{u«f)>ra(be be« Srana. l^iat ber SSerf. ftc^ bem in ber 
neueren 3(it btrrf(ftenb geworbenen ®ebrau(fte angef(ft(ofTen, oon ben Sauten au«p^ 
geben nnb bann bie oerfdSiiebenen 3<i(6<n für benfelben Saut anzugeben, alfo g. 9. unfer 
g wirD gefcbrieben a) s in sac, sanver etc., b) %n in coisse etc., c) e in ced etc., 
d) e in pla^ant etc., e) t in assention. f) se in science, g) x in six etc. 34 weig 
nt«t, ob biefe SRetbobe grabe in allen f^äQen gu empfeblen fein mo^te. ®. 141 
mügte man na4 be« 93erf. Sorten annebmen, bag alle re^t« ftebenben Sdrter au« 
bem ^eutf((en abzuleiten wdren, wa« er bo4 wobl ni(ftt oon allen bebanpten wirb. 

JDer Drutf ift burcftgängig nicftt blog beutlid^, fonbem au4 lorreft, nnb ba« 
ift Bei einem 6(6ulbud^e febr oiel wertb. 9{ur gegen ba« (inbe be« Sädilein« ftnb 
nn« einige 2)ru^febler aufgefallen, a* S. ®. 159, SRitte: 1. done ft. dont, e.l75 
nnb @. 179 fehlen bei cet homme-Ut unb M qu'k moi bie 9lccente über bem 
k nnb Bl 



2« 9tu))red&t !t){e beutfd^e 9ied&tf(^tettortfl wm ^tanb))uti!te ber 
l^ifiortfdftm ©rammatif. ®6ttingen 1854. 

IDa« €4rifi(ben ift befonber« Sebrern au empfeblen. IDer Serf. fu^t %\6ii unb 
Drbnung in l^% (S^bao« ber beutfcften Ortbograpbi« iu bringen, unb er ift babei ebenfo 
befonnen al« Porurtbeil«frei gu Serfe gegangen. @ic^ fern baltenb oon allen extremen 
unb ebenbedftalb unpraftif(ften fRabtfalfuren wie bie be« Dr. Wtbiin im 14. Sanbe be« 
9r6io« für neuere @pradiien, l^^i e« ft(b ber S^erf. gur Aufgabe gemalt, ba« Beftebenbe 
mdglicbft ivi fcbonen unb nur mit ber grögten Sorft(ftt dnbemb unb oerbeffemb ein«~ 
augreifen. €elbft an ofenbare 3rrtbümer (ereignen, ^ünbftutb) foH man Die <&anb 
ni^t legen, wenn fte burdjf langiäbrige ®ewo^n^eit in ber @pra(fte ober Ortfto^ 

*) Pr^ieut imparfait ft. Pr^sent^ Fnt. parfait ft. Fat. pass^ U. bgl. 



^M 9e«rt(€flttiigeii ttnb fBt§e ftngeigetf. 

i^ai^ic fi(^ dngebärdfrt Men «n^ irf^t o^ne gftoaftfdme !0HHff Befdti^tt vntfo 
ttonen. ,,3(^ nia§ Dor ollm bie Serec^tioung »er SSifTfnfftaft in 3wdff( litbra, 
to§ P« fid^ onma§t in du«« (&<W<te ontern ju ivoacn, w«It|^<8 nf*t i6r, fcntmi 
bem fldn^fn S^oife unb feintm (Sultitrlettn anftt^ört. 6U mag bie ^cBreJ^nnit 
Ttfldn wo fie fc^wanft, wo bUfe aber Durd^^erfommen unb®(braB(6 
fi(^ feftftefffct f^at, t>a foICte fie biefefbc iinanftftaflet laffen" (6. 4). 
DUfm <Brnnbfaj|) t^at Ut fßttf, in allen gwtifefftaffen f?ällen fid^ gur fRf^tfd^mi 
denenimen. Srnn alfo brn ^orbeninden ter SSiffenfif^aft eine entfc^ieten dn^e; 
böri^erte, »enn au(6 feM(tbaft>, @<ferdbwdfe {^eqenüberftetit, fo mn§ bic ^im 
ftbaft i»dd|eii; iKit üd^ aber neben ber irrt^ümiid^en ^(brdbmeife an^ bie nötige 
nodi erbaften, fo i^ t>\t freiere {U ftü^tn unb mu§ aflm5Mt4 trieber gur Kflrin' 
benf(^aft (gelangen, ©et fßtxf. bat ober fdnen ©egen^anb bie forgfdttigften 6tit 
bien gemacht, unb feine $ietät gegen tat ^eflebenDe iil um fo bober gu atzten, h 
fle meinigt ifl mit e<<^ter ©tffenf*aftIiAfdt. T>abt\ finb feine Sludeinanberfefenng«! 
fo dnfa(( unb t^erinngen fo wenig SSorfenntniffe, ba# aud^ derjenige, ber mit M 
<S(ef[bi(^te unferer ®^rad)e nid^t genauer brfannt i9, bem ®ange ttx Unterfii6tni$ 
in ten ^auptvunften folgen fonn. 3n ©etreff be« ^injefnen Detweifeu wir M 
gefer auf ba« 9u(b(ein fdbft, ba8 gewig Wiemanb obne Sdebrunfj atid ber ^ani 
legen wirb, fdbfl wenn er mit ben diefultaten nidit überall gang etnberflanben fdi 
foQte. SS^ir erlauben uii# bier getegentftd^ ebenfaOl dnige 3$unfte ben»or§nbeto, 
wo wir bem !Berf. nid)t beiflimmen f6nnen. 1. itdnnen wir nid>t bifliaen Ht 
SBiererberftellung te« ^ im Sntaut ber ©firter na<^ fitrjen SJofaten (lagen, SBafer, 
wifien fl. laffen, ®affer, wiffen), unb jwar um/o weniger, ba auij in 
8Ritte(bo<bbeutf^en fcbon eine bem ieftigen ©ebraii^e ion g unb ff gan| «t- 
fprecbenbe tlnterfd)dbnng gu ftnben i|i (ogt. schieze, schdz, schozzen. Ich boite 
ein wazzer diezen und sach die vische fliezen). 3ni 9Äbb. ifl freili^ birr 
Tdn ff. fonbcrn ein boppeited a «>^f^ 6/ «ö'^w ^« ^^t wn« jefct §§ ganj auger @^ 
brnu^ gefommen ift (ebenfo wie ^d^), fo \itirii e8 und ganj paffenb, ff an frl« 
©tfCle treten gn taffen. @o bat man ben praftiftben Sortbeil, Sänge nnl 
Äürje au^ teffdben ©ofa!« im Sniaut fdd^t unterficiDen ^u Wnnen 0>(^{. j^äffei 
imb ©efäge; ®dSiIo§en unb fibloffen af« $rdt. bou f*tie§en; gififfe irnt 
Rħe u. f. w.). 2. 9lud> in bem »ergeiAnig e. 42 ftnben ftc| meljrete »6itfT, 
in benen bie ©ieberberftellung be« urfprüngUAen § un« ^t^aib niäit «ere^tferti^t 
erfdjeint weil ba« § i« ibnen bem einfad^enf gewiien ifl; fo namentlidb inloien 
«ortiri, maugen unb mau§ern <l. lofen, maufcn, maufern. S)aflegett wärr« 
wir unbebenfli(^i er bogen unb ni^t, wie ber ®erf. wiH, erbofen fd^reibtn, cbiwM 
ta^ ©ort bon bös! böfe abjuldten ijl. £)«nn wir fpre^en je^t nic^t me^r et 
bofen.*) 3. dbenfo Wnnen wir un« mit bcr ^cbreibweifc gieng, bi^ng, fie»- 
ft. ging, bing, fing nid&t befreunben. J)fnn wenn g(ei^ ba« e hier organi^'i 
unb feineffweg« du bloger Debniaut i(l (mbb. gicng, hieng, fieng), fo ift eS M^* 
in ber 9ludfprad>e be« 9lbb. ooflftänbig oerfcbwunbcn unb borum aucb in ber B&rr. 
obne SSebeutüng. Sinber« M fiel, 1)itU, lief jc, wo man e« atd SDebnniij;* 
jd*fn mit grögerem Ol^cbte beibebaiten bat.»*) 4. ®d)eint e« und nicbt üirrf 
mägig, wenn ber ajerf. ba8 ie in grembwörtern wie bifttren, r onjlruiren (in: 
nm reijnet ber 8eff. jnbiiiren unter bie eÄt beutfcfien SBbrter wie bantieren, ba- 
fieren?) u. a. wiebcrberfteflen Witt, ©er Ufir« ift bem e bier entf^teben unj^ic» 
ftig, unb ba e« au^ fonft ganj entbebrlicb crfcbdnt, fo ift fdn ®runb e« ju itK 
bititiren. (3n einigen SBortern, rok regieren, fpctjieren, ^t e« oHerbing« ma 
$(aj bi« beute bebauptd.) — 5. 3n bie illagen über bie grogen 5lnfflng«bud)5: 

•)3n SBörtem wie 53ebärfnig, gewig u. a. würben wir ebenfalT« für ?f 
be^altung be« # fein, öfo« ft. blog ift ganj unbegrünbet. 

♦♦) ©er ©ej^er bat übrigen« bem 95erf. jum trc^e ®. 21 ba« e in ai'JJ 
weggelaffem 2)ur(6 eine fibntttbe Opbofition be« @e^er« fÄeint ©. 24, 3. lör:: 
oben ba« muffen in ben Xtxt gefommen au fein, ba ber SJerf. nur bie ©^reibr* 
mügen fennt (cf. e. 42). (NB. SSergi. aber bierju bie SBorte vier unb ricni: 
Slnm. b. gieb-) 



« 
bffl Hvmtn »fr nf*t dnffimmen. »a« frtt r« Wa^en, »<nn man tw *fliH)t* 
»örter 0tD§ f«rribt? (?« ^«t Mf« für Un Unterri*t (offat inanÄe« mu. ^cA 
erffnnt ou<f» ter »erf. an; bennod» bctwdjtft <r W« ganje ®<ttc al« rtn UeW, 
ba« man i>u(ttn rau§, totii Mf ttföiin« tffj<Ibcn je^t fefer f^wer, j« nnmdglid^ 
^eTP(^T^en fd: e. 50. (StuffaDml) war nnft babd tie €^d^reibuiig „Urberbant 
nebmen ft. nbtr^ant nebiitn, ©. 40. 6*on tfc »etimuni» ;\d«t l>a§ übcr^n^ 
nidjt fubftantbtfA gu fafftn ifl, »ie in ber JRebnrtart: „Me Obtröonfe gewinnen*. 
^Intrerfeft« fAreibt ber »erf.: „nur f(|i«De, ^a#... gn «uter lejjt n. a.) 0. 3n 
Der 3nten>unfHi>n Ut t>tx %erf. unfrer 9)ieinnng nac^ and^ efnif^e nnn6t6{(fe 9{eue« 
rtingen amac^t, »ie t){e SliCgung Ded ^omma tor tien untergeorbentcn ^6^en mit 

3m UeBrfgen »dre ti nÄmenilid^ im 3«t«reffe ber B^nUn febr gu »ihifc^n, 
ba§ ber jeji^e SuftonD, i»o jeter in ter Ortboflrajj^ie feinen eigenen SBe« fle^t 
(nicfct feltfti n>irt in einer Ätaffe aU genfer angepriesen, wa« in ter Dorberge^enten 
erfl mnbfam einge^jrägt war!), reAt balt> ein (5nte nebmen m6(bte, tod^ wagen 
wir ni^t, und in tiefer $inß<^t aflgu großen Hoffnungen ^fnpgeben. 



1. Nouvelle m^thode g^n^tique. — Grammaire fraiwjaise k 

l'ussige des AUemands par Joseph Gischig, Prof. de 
!a langue franQaise etc. Vienne 1852. 

2. Pr^cis de la grammaire fran^aise k Fusage etc. Premier 

cours, par Joseph Gischig. Vienne 1854. 

3. Manuel de litterature fran<;aise k l'usage etc. par Joseph 

Gischig. Vienne 1853. 

2)er ISerf. ^at )>on feiner nouvelle m^thode g^n^tique eine auSerortentHi^ bol^ 
Meinung, unt wenn man in ter dinfettung ^\i ^x. 1 feine eignen Semerfungen 
über tie gnn^ befontern unt eigentbümti(^ien SSorjilge terfelben lieft, fo foflte man 
meinen, tag er ten Stein ter SBcifen, ten fo SJiele oergeblid^ gcfud^t baben, nun 
entlieft entterft imt jitm $eil unt frommen ter SBelt in ten oben be/^ei^neteu 
©erfen nietcrgeiegt babe. „3n fürüefter S^it wirt ter ßernente im toKfornrnnen 
SeRbe jener moternen SBeftfpracfte fein, teren oberfläcfeticbe ^enntni§ ten meiften 
??rcmten fo oictc Sebrjabre foftet unt $u teren »ollfommnen (foO Reifen »oflfomm* 
ner!) *^netanung tie SBenigften gelangen (®. XIII)." S3ei tem Unterridfrt nacft 
tes Sßerf. 3Rett>ote fint tie J^ortfcbritte „riefengro§" (®. XIV). „3bre 2Jor^ 
treffllcbfeit ift liber jetem ßweifel erbaben unt mug Stilen oon felbft einleudbten." 
(e. I.) — lieber tie riefen großen f?ortf*ritte I5§t p(^ mit tem SJerf. ni4t 
fireiten — tenn er fnnn »le turd) ©eifpiele au8 feiner lang jäbrigen ^raji« beweifen l 
— aber gegen tie 3roc(fmä§igfeit ter neuen ÜJletbote, wie fie un« in 9lo. 1 tor« 
liegt, nißcbte ficb to* gar man^erlei Bweifel erbeben laffen. $?aft fommt man in 
^erfucbung, tfe Nouvelle mahode gen^tiqae, tie in goü^oben ^u4^ftdben über tem 
Eingänge teS 53ucbe8 prangt, für nicbt« weiter gu balten al8 für ein neue«, Iccfen* 
te« 5la8^angefrf>t(t für unifuntige Äunten. Darum wirt omä) Sliemant jurücf^ 
gewiefen, ter in ten Stempel eintreten will. Seter oftne SluÄuabme fann taS 
j8u(^ gebrauchen; e« betarf ta;\u gar feiner JBorfenntniffe, fontern nur guter 
epratborgane unt te« ®etä*tniffc« (©.XI). „(!« ift für aUe®prac{i^ 
befliffene, tie ju tenfen fäftig fint"; e« ift „ter Slrt bearbeitet, ta§ e« 
Don Slnfangern fowobl, tie noi nicftt lefen fönnen, at« aueb »on ge« 
biiteten, ter franjßfifAen epradje feftr luntigen SWdnnern ftutirt 
werben fann : von jenen jur drlernung tiefer firemten 6pra<lbe, oon tiefen gur toll* 
enteten 9tu«biltung in terfelben." (e.*X.) 25a^rli(^, fann e« wo^l «ine wirf* 
famere (Sm^fe^lung für ein f&u^ geben? 



300 Seitrt^eiftmgen ttnb fnrge Sfnseigen. 

S^f^rht Bftf^t nun ato bad (Sif^tnMmMt ber t)if(arprirfenfTi nfttm {^enetf^ 
f*fn9Wftbobe? 5)flriiB^r ertaCten »fr ebmfall« fn ber dlnWtunfl Me ndtWge «ufc 
fünft. Äant iinb dtcufffau nnt» ©«con iint anbew ^roge t)cnfer wer^e^ ^fr^ri^ 
fterufpn, um un« für t>a« ©erftSnbnif t>f« ^rofien Ofbrtmnifff« \>er^uf>treiUn. Sit 
»ofltn iin« inbfft M i^nen nicht. länger auföatten a(« gur öeantwortuni^ ber o^ü 
flfn j^ta^e nfttbfft fft. — SDer Serf. öf6t »on tem rfAtigen <5nint>fo^ an« 
^fe b«nn ü6er(io«»t bie ^inCdtunc^ ein fonberbare« ©rntlf* von „SBaBr^Ht iinli 
2)<Atttnfl" ift), bo^ man ttn @»Tfl(^untfrrf(it ni6t bamlt anfan«fn l)iirfe, bnn 
®<BfiIcr fertige fllfflfln i|U geben, fonbern bng Wefer fte au« gegebeneit ^MfMn 
felbft muffe ^ierau«ftnben lernen. „t)er befte ?e^rer ifl berjenifle, ber fei« 
nen ©tbölern bilft, ba« fefbft gu entbetfen, »nö er fie lehren wfd.* 
liefen t)ortreffl[f«ben S(u8f)>ru4 be« ©acon (lat ber JBerfaffer gWdi'am jum dfrfÄea 
feine« 53aue« au«erfeben. Demnach foff 3fber, ber na<^ fetner SÄetbobe eine ©proAc 
erlernt, „felbft gum drfinberunb jum ©(bdpfer ber ©rammatif bfefer 

©praAe gemalt »erben.'' (Parturiunt montes I) „IDer ©Äfilrr alfo, 

ber bie fran/|öf!fcbe ®))rad^e na«^ )>0Tflegenber (Btammatff lernt, »irt> fe(6fi gnm 
franjöfifÄen ®rammatifer, unb ifl überbie« babei gezwungen, %n (siel) ber 
a:^eor(e ber Siegeln audf bie fßrasi« be« franjöfift^ ©Drec^en^ ju bereinigen. '"^ 

£>a« »äre flfle« reAt fcbön : tpenn nur bie ^ueföbrnng biefem fßro(^rainm ani^ 
wirfli* entfDra^e! SleuferllA freili* ^dlt ber Serf. fidb fcbeinbar ftreng an baS 
foeben »on ibm flu«gefi)rodjene fßrinjip. „2)er genetif^en SWetbobe f^ufolge f^abt \i 
meine ©rammatif in brei 3:beile einaetbeift: in einen praftifAen, ber jur »n« 
ftbauung bient, in einen tbeoretifA^^jraftifAen, ber bie dlegeftt, rottet im 
S^orberge^enben entbalten flnb, feflfe^t unb erflärt, unb in einen angen>anbtea 
Jbeil ber j»ur Hebung be« ®elernten befHmmt ifl.**) 2)en erjlei St^e« Wlben He 
$$. Exemplcs, ben gleiten bie SS- R^gles, ben britten bie SS- ApplicatioiL' 
(®. vni.) • 

©iefe fReibenfolge nun ift, tt»ie iebermann fAon au« bem 3n6alt«ber3eiÄnitTe 
feben fann, mit ^xoin (Bewiffenbaftiafeit burA ba« gange Suc^ beoba^tet. Exem- 
ples sur . . . , R^gles 8ur . . . , Application des r^Ies sar . . , , Ezemples sar . . ., 
Rfegles sur... etc. etc. ©0 tangenb fcblingen f!c ben öleiflen .... Unb feierli^ 
nai alter ^iiit um»anbefnb be« SE^ieater« DUunb mit langfam abgemeffnem 
©(britte »erf^winben fie im ^intergrunb. 9ieu ndmlicb ift im (S(ninbe nur tie 
©tellung ber einzelnen 9lbf(bnltte. SSabrenb tit ae»56nlic§e fRtii)tnfo\^t biefe 
ift: IRefleln, frang. Seifpiele, beutfcbc Ueberfefeung«* Hebungen, bat ber 3Jerf. ia 
?^oIae jener tiefen @rfenntni§ ber »abrcn *-8ebeutung ber genetifcten ÜRetbobe He 
33eif»)iele überall »or bie Siegeln geftellt, bamit ber ©Aüler biefe aud jenen ablei^ 
ten lerne. 3m Jtebrigen ift'« aang ber alte ©dbtenbrian, unb gwar bie ^norb« 
nung nadb ben eingelnen Ötebetbeilen: Cfaap. I. de l'article, Chap. n. du 
substantif, Chap. III. de Tadjeetif, Chap. IV da pronom, Chap. V. du verbeetc 
2)abei ifl jeber Slbfcbnitt mßi^ltdjft reicb au«geflattet mit 91flem, wa« fiA unter ber 
Sluffcbrift irgenb unterbringen lie§. SDo« i?apftef v>cm Slrtüel g. 35. umfafit circa 
46 ©eiten. SDa wirb benn ber »igbeaierige ©4üler mit einem ©prunge gfeiA in 
bie ©)>ec{alitäten ber ©^nta; l^ineini^erfe^t: et in medias res, non secns ac notas 



*) ©ergleidjen beutfcje @))raÄ))roben liegen fi^ mebrere beibringen: cf. ©n* 
leitunaVn, WD berSSerf. ficb rü^mt, an ber Slufibilbung ber ©eelenfabigf eiten fei* 
ner ©*üter auf^ ba« SSirtfamfle beigutragen. 3n ben t^orlaufigen 9?emerfunfleB 
ftjor ber 3ntrobuction) fpric^t er Den ben [Reaeln, bie ber ©cbüler bnrd& eigne« 
giacftbenfen felbft gefunben, ibm üielfeiti« ertfärt unb »oflfommen flar geworbea 
finb. ©. IX rebet er »on einem f^nto^if*en Stbeile ber ©rammatif. 

♦*) ©. vn belebrt un« ber SJerfaffcr mä) über ben Urfjjrung bed SBorte« 
«g«netif4>" unb bemerft babei, bog ber ,,au«ftegei*neie, üerbienfteofle ^MIoIoä. 
Dr. SWager, ein üortreffltcbe« S3u* über biefe SWetbobe gefcbrieben" , bag er barin 
guerfl ben 9lu«brutf gefunben unb i^n bann auf feine eigne SWet^obe übertragen ^be. 



inditorem n^it; ta# »et qaae desperat trectata nitescere posse lelinqiiit* f^at bo« 
}ti freilid^ nid^t gu feinem dtec^te (ommen tonnen. Z)a« lag aber audj^ gar nid|^t 
n U^ $erf. iftbfic^t dr fc^neb ja ni<^t blo§ für Die Slnfän^er, fon^ern au«^ 
ür ren gebüDeten, ber franko jtf^en @pra(^e fe^r (unbigen äRann. SBa« alfo 
>cm einen ntebt pa^t, Witt fc^on bem anbern gu <S)ute fpmmen, unb fo fann au# 
)eni reicben )öorrat^ leber „etwad mit nad[^ «^attfe tragen." — ,,$lber bie 9tegein 
utb \a fdmmtiicb in fran|. <6pra4^e abgefaßt^ unb von ibr Der))ebt ber Äntän« 
jer ia fein )2Bort." — »^u\t dtgentbumlid^teit", antwortet ber Serf«, ^,»äre obne 
)ie genetifdS^e ^Dietbobe ein Unfinn gewefen, mittelft biefer SRetbabe aber \\t fie ein 
Borjug, ber 'Anerkennung verbient/' ä&ie gefcbiebt M^^ „3n bem $. Exempks bat 
)er 0(bä(er fc^on bie Otegeln, Don welcben grbanbeit toirb, burcb eigned 9{adi^benten 
elbft gefunben unb eben bedwegen au(b grünt^Ucb oerjlanbcn. ^Ifo in bem $. R^lee 
lucbt er ni(bt mebr etwad ibm uöQig Unbetannte0, fonbem er finbet barin ta^, »a« 

IX fdS^on »ei§ unb bad er blog lieft, um gu feben, ob er ricbtig geurtbeiU b^be." 
^(liuleitung XIL) — „flber mirb benn ber @(bu(^i^ im Staube fein, au« ben 
öeifpielen grabe tit Siegeln btTaudguftnben, bie ber SBerf. im ^inne bat, jumal 
)a biefelben oft von gang fpeciefler ^rt flnb?" SKan ne^e a(d $robe glei^ bie 
:rfien ®d$e: la rose est une plante. J'aime les roses blanches. Mon fr^re a 
3erda la rose que voas lüi avez donn^. La yerta fait le bonhenr da sage. La 
(agesse est pr^f(^rable anx richesses. SS^elcbe Stege! fofl ber iftnfänger aud biefen 
Ba^en ableiten? iitwa, ta^ bie Sörter auf ein ftummed e meibltcb Rnb, ober 
)a^ blanc im gem. blanche bat, ober ta^ in gewiffen gäflen an tai Part paas^ 
locb ein e gebangt »irb? £)er 'Jlnfänger wirb überbauet gar nicbtd flnben, wenn 

X nicbt f(bon einige S^orteantnifft/ toenigfiend in ber gormenlebre, mitbringt. 
Dbne btefe fann er ja gar feine ^ergleicbe anjieflen, mitbin meber Siegeln, no^ 
{Ibweicbungen ober ^vanafftatn Uiiter|cbeiben. „$lber ber üiebret foCl unb wirb ibm 
Hi !ftufftnbung ber Siegeln bebüiflicb f^i«*" ^ii^ Sweifeln nur, t^i ed mit bloßer 
>la^büife abget(^an |ein wirb; er wirb wobl r>ai SHeifie ober iKUed tbun 
nuffen, unb i^er <6(buler wirb fld[^ audj^ b^er oorgugdweife rereptio ober wenigfteu« 
reprobuftio oerbalten. ^ebenfaUd würbe, wenn e« anberd wäre, tai S!^erbien]t ta* 
}cn weniger bem ^u^e aU bem gefcbicften (S^ebraud^e be0 ü^ebter« augu« 
c^reibrn fein, ber ed jtd^ gewig immer unb überall wirb vorjugdweife angelegen 
ein laffen,ben 6d^iller )ur Selbfttbätigfeit anzuregen unb ibm ni^te iu'fagen voaf^ er 
)ur€l^ eigned 9ta(bbenfen ftnben fann. 

SSad.ifi alfo mit jener $lnorbnung gewonnen? Ober glaubt ber Serf., baf 
>ad ®ebeimnig in ber ®ebrau4)danweifung liegt, bie er unter ber Heber« 
'^rift: „Vorläufige unb b^4li wichtige ^emerfungen über bie ä^et^obe 
>ei bem ®ebrau(b biefer ®rammattf", bem Sucbe felbfi Doraud^efc^icft bat?' 
Die t>ier SJorfc^riften, bie ^ier bem !i^ebter gegeben werben unb in benen „tk gange 
jenetif^e ^etbobe'' berufen fofl, belieben ftc^ nur auf $(eugerli(bfeiten unb entbal^ 
:en ni^td, wad nidj^t andf au0 ber (#.in(eitung fc^on befannt wäre. Sie f6nnen 
lud^ an bem ^uc^e felbfi nicbtd änbern. >Dtefed aber (9lo. 1 nämlidl;) f^^eint 
in« nid^t blo§ nid^t für beibe — Slnfänger unb geübtere ©cbüler, — fonbern 
ür feinen »on beiben geeignet gufein. gür reifere ©cbüler ifi t>it gange 
Bebanblung gu breit, gu anfängermägig, gu oberflächlich, gu wenig 
rationell, gu mec^anifc^; ber 'Anfänger aber miig erliegen unter ber 
i^affe'ber (Sigelnbeiten, bie gewö^nlict» noc^ bagu obne alle ^tx* 
nittlung gan^ äuierlicb gufammengefiellt finb. dd i^ al« wollte man 
jinem, ber nod^ feinen Saum gefeben bat, einen begriff bon einem folcf^en geben, 
lött ibm aber tit *au))ttbeile beffelben, ©tamm, Sßurgel, 3wcige gang im »Aflae» 
ueineu gur Slnfc^auung gu bringen, nä^me man etwa ein eingelnrd ^latt unb anal^« 
trte bied bi« in bie fcinjlen gafern, um bann ber fRtit)t m^ ein anbre« ©latt 
jber einen ßweig »orgune^men. 

2)a6 ber Slnfänger mit bem größeren SBerfe nic^t biel anfangen fann, i)cit ber 
8erf. aucb fef>r wobl gefüblt. 5Daber ber Sludgug, Un ber SJerf. gwei jabr fpä* 
tcr „auf ben oielfeitig audgefproc^ncn SBunfcb facfefunbiger SWänner fowobl, al« aucl^ 
leiner ga^lreic^en e^^üler" fpegiett für ttn Slnfäufler bearbeitet ^at. SJiefer 5lue« 



309 ^tntiiftiiut^tn un» furac ^ilnitigcH. 

attg f41i(§t ft4 jtpar in Ux Vltt^oU trab in ber 9(n«tbnmi(| te< Stefft^ im 9UI< 

Semctncn (est grogeren äBerIc an^ iji aber cntf^iteDcn ^raftijdl^er unD brauchbar«. 
IX untcrfd^eiDit fidf von itnem fc^on äugerlic^ burc^ größere Ueb<rftd^tlt(|^teit uii( 
bUTci) eine eigrnti^iimUci)^ aber nid^t unawecfinägige Einrichtung. 2)ie Öiegeln nän^ 
Ud) kvcrDcn »ic bti 9ii>. 1 fran|6rif4^ gegeben , mr> gleicb iKinebcn fiel^en auf M 
gefpaltenen leiten He H^u ge^öMnDen Seiipiele, unter beiDen aber €ine fuijt 
Ueberfe^ung Der erfteren, Die (nebenbei bemerft) au Den f4)ipäd^ften leiten 
bed ^tt(^leindge^£rt. S)aau fonimen bann nod^ Me nctbigen "Sluf^aben ^uo 
Ueberfe^en aud Um JDeutfc^en ind Sranaoilfc^; in ibnen ift unfere ä){utterfpra(|7e mit 
me^r Oiä(f|l(bt bet^anteit, ald man nac^ fonftigen ^prad^proben ^e^ ä^crf. ern^atttn 
tonnte, — iDie ^nortnung nac^ ben S&örtertiaffen ift beibehalten, toib ^at m 
$erf. mit fRtd^t bad 93erbum i^orauge^eUt, überi^aupt auf bie gcrmenlebre m 

S6§ere« ®tmd}t gelegt unb bur^ $araDigmen unb SabeOen für tit diaübung itv 
ben geforgt. ®lei(^ im anfange finben »ir bie <£>ülfdoerba avcur unD ^tre tt^ 
jlänbig burd^eonjugirt unb gwar nebeneinanber; bann folgen t>it regelmäßigen 6(ii; 
jugationen mit ben not|;»enbigen drlduterungen , auerlt in ber einfachen %im, 
IPdter in ber oerneinenben, fragenben unb fragenD^oerueinenben; (hierauf ^. 26%, 
bie unregelmäßigen Serben, in ux gewd(^nlic^en SBeife aufammengefteflt, enMid) tu 
mangelbaften unb tit unperfonlidjen 3<iin)ört(r. iDanu weiter Chap. II. de rar- 
tide, Chap. IIL du substantif, Chap. IV. de l'adjectif etc. 3ni 6. ^ci)>itei mv 
.ben unter ber Ueberfd^rift : Syntaxe du Terbe juerfi bie ^griffe „Bubjeft unt 
Objett" ertlärt, bann »irb oon i>er Uebereinftimmung bed äcüioortcd mit frinro 
€)ubiefte, oon ber 9leftion ber ß^itw^rter, Dom ®ebraud|fe ber 2:eiu)?ora um> flo(i 
unb aulej^t \>on ben beiben $articipien ge^anbelt. 3m ^xctittn t^auptt^etle fol^tB 
bie mots invariables, Ht etwad au bürftig abge^nben ftnb. jDie S^örter gu rro 
Ueberfe^ungd ^ Slufgaben finb in einem befouDern Vocabulaire aufammeniiritfili 
{€>, 165 — 168). S)en 6d;lu§ bed ^ud^ed bilben brei gro^e nid^t ungwec^äpij 
eingerid^tete Sla bellen, von benen bie erjte eine Ueberfid^t ber ^tuefpradK-Olf; 
geln, bie arbeite eine Ueberfe^ung ber gefammten Formenlehre unD Die trifte nc^ 
im ^efonbern eine Ueberfe^ung aller regelmäßigen d^onjugationen (mit iSiniAiti 
ber verbes r^^bis unb verbes passifs) entl^ält. — 9luf eine Derftdnbi^e ^utm^ 
M Stoffes ift mebr gleiß oerwanDt aU in bem größeren Serfe. S)er ^^i^^ 
^at in ben meißen gälten tai rechte Sükß nic^t überfc^ritten, unb bieg ift fetBc 
befie Seite. 2)agegeH fiuren n>ir in i^m bod; aud^ )>iele Don t>tn ^läu^tin, 
an benen bie größere <3^rammati! leibet, ba btii>t im (^«ina^n nadi» terieibta 
SR et^obe bearbeitet finb. -S)ied gilt namentlich »on ben ^egriffdbetltmmungfo 
unD Definitionen, t)on ben dinti^eilungen, t)on t^er ^bfaffung tti 
ütegeln^fura bon ber rationellen Btitt einer i^rammatif. ^)lu(^ tit Ztmv 
nologie (im beutfc^en $tbf4nitte) ift oft aiemltc^ ntunberlic^. iDie ä^erbältnißmimtr 
nennt ber SBetf. ä^orwörter (€>. 2), bie mots variables unD invariables abänl^eriidbt 
unb unabänDerlid^e (<S. 3), Dad Imparf. He ^alb vergangne 3eit, t>ad passe 
d^ni Die beftimmt i^ergangene Qtit, la^ passd ind^äni Die unbeftimmt w* 
gangne ätit. (S. 6, 7 . . .) e. 13 »erben äöurael unb etomm ol* gana gl«d>* 
beDeuteuD gebraud^t. ®. 22 »erben bie Seitwörter in t^dtig^übergebenDeunt 
tl)ättg^unäberge^enbe getf^rilt. £)ad r^me direct nennt ber S^erf- üher» 
au ,;bie oierte (^nbung'', unb @. 23 ftnben mir unter mebrern anbern d^nlid^en auä 
folgenbe ^Definition: „bie untätigen orer, beffer gefügt (? !), unüberge(>enKB 
3eitn>örter Tmb jene, bie fein birefted Objeft, b. ^. feine oierte ^nDung, hn 
fid? l^aben fönnen." SDergleicfeeu fü^ne »^prad^bereic^erungÄoerfudije ftnD ntdj^t gjn< 
feiten. Die SDeftnitionen finb oft nicbt fd^arf genug, geben um tk ©adjc beruw, 
o^ae ben, ileru au treffen: cf. @. 12, 13 (*jevfon unb «Rumcrufi.), @. 23 (i?erfd}K^ 
bene Sitten ber 3«twürter), 6. 98 (adj. ind^fini), ©. 111 (pron. rflat.) u. Ä. 
C^igent^umlid^ ift ferner bie ^egrenjung ber Oiebet^eile (parties du discoms) 
gegen« unD untereinanber. S)em '^Dieftio giebt ber ^etf. einen afl^uioeiten Uia 
fang, tuDem er ^ierl;;er außer ben 3a(^ln>örtern aud^ einen großen Stbeil fer proQoms 
(coDJoints) red)net: U y a cinq esp^s d'adject. determinat.; ce sont les adj. no- 
m^raux, d^monstratifs, possessifs, interrogatifs et ind^finis: ^uaug 6. 89. iLi- 



E^ttT^ mxUn nalEie D^mavltc unb gitfaminfiigf^fridc SirtetKaffeit (wie bU pioD. 
DterrogatifiB mt Adj. interrogatifs) Dbnc 9toti) audeinantergevtffen. @o »tfl ter 
^nl au^ Don einem «nbe^iiimten 9LxtiUi r\iä)t^ »iffen: ixms n'arons ea 
fran^s qn^nn senl article qai est le pour le maac. et la ponr le fem. ete.: 
S^roge ^rammattC 17, ^u^jug 47. £)cn unbe^immten ^rtitti nennt et adj. pr^ 
jositif: Ta^j. pr^p. qae tant de grammairiens appeUent ib tort Tarticle iDddfini 
jiofe ©rammatit e. 19). 

Set Den SSer&nDerungen unb Stbfürgungen im ^itdjuge (92o. 2), fo gwe(find§ig 
te tm ^flgemeinen fein mdgcn, bat ft(b Der ^erf. Docb cft ^u fe^r vom Zufall lei« 
eil laffen. 3n Den (S^enu«« Siegeln g. S. tfi ^war mit (Hec|t Die 3abl Der Sud« 
labmen im ^Indguge mögti«^^ befcbrdnft, man^^mal ßnD fte au4 gan^ weggefafien, 
iber man (ann ni^t immer einen binveicbtnDen (l^rnnD für Dad Sine oDer Dad ^n« 
)ere tntDetfen. 3^erglei()^e Su^ang 63, 2 mit Der grogen ®ram. 71, 5. Samm 
eblen i)ux SS^örter wie poisson, septentrion, arr€t^? Sebn^i^t^ g^^t Dom ^linif 
\vi^t 62, 6 Derglicben mit Der großen ®ram. 69, 6.*) ®anj feblen Die i^udnab^ 
nrn, j. 3. ^udjug 62, 2 unD 62, 5 (la cage, Timage, la page, la rage, la plage, 
a vigne, fomie TaySaire, la chaire, la paire waren immer nennenfwertb l). ^a? 
)egen ifi bier im %n^u^t Die (£nDung age bin^ugefe^t, Die in Der großen (S^ram. 
tbtt. 3^g(. Sludjitg 64, 3 mit Der großen ü^ram. 70, 3. 4. SBarum febfen bier 
i. S. mibe, le P^loponn^, le Borysth^ne (Der S^erf. fc^reibt Boristh^e, P^lo- 
)on^se( groge ®ram. 70**), n>arum ferner le troph^> le concile, Tasile, le lib«slle, 
'e^angile u. a.? ^Dagegen ifi im ^udpge le mensonge aufgefübit, Dad wir im 
\xbim\ SBerfe i^rgebli^^ fu(ben. 2)erg(ei(ben SBiatttrÜcbteiten in Der ^udwabl liegen 
i(b Dteie na(bweifen, Do<b wir woQen Damit Den i^cfer nicbt ermüDen unD fügen 
)(o§ nod^ einige (Sin^elbeiten in Setref De» Sucbed 9lo. 2 bin$u. €>. 11 bei 
{luf^dblung Der dteDeweifen (koodes) fcblt $(nfangd Der imperativ oDcr, wie Der $erf. 
^n nennt. Die gebietenDe gorm; in Den Darauf foIgenDen ^Definitionen wirD Der 
^mmatio awar aufgefdbrt. Dagegen wieDer Der Snftnitiv weggeiaffen (@. 12). 
Bei Der ^intbeilung Der Sterben (6. 14) werDen verfcbieDene (lintbeitung«grui|De 
mtet einanDer gemifebt* @. 21, 2 waren unter Den Sludnabmen nid^t btoö 
icheter unD geler jtt nennen, fonDern no(b mancbe onDre (celer, crocheter, 
:eailleter, ^pouweter u. a.)* Ungenau ift 6. 86 Die Siegel über Den &ts 
)rau(b Don que uuD de na^^ (Somparatioen („si un a$. nnm^ral snit, on em^ 
)loie de et non qne.^ £)ana{b tonnte man atfo ni(bt fagen: tm'cheral traine 
)lus que deux molets. ^an^cxlti wdre über Die «labeQen Der unregelmdgtgen 
Serben €>, 28 fl. gu bemerfen, an Der wir namentlicb Die rationeQe S5ebanDiung 
>cr Unregefmdgigfeiten gan§ DermifTen, Do(b wir bred^en bi^i^ ab unD erwäbnen 
)log Md) eined UebelftanDed , an Dem Da« grdgere ^erf am meinen leiDet; wir 
neinen Den febr incorrecten SDru(f. 2:ro^ US Drei Seiten langen iDrucffebUrDer« 
iet(b^e0 ifi Docb no^ febr Dteied unuerbeffert geblieben. (6. 18 l. jonra ft. onra, 
5* W l moia % moi, la flenr {t. la fleure; @. 20 1. eben fl. eben, €>, 39 I. 
)r^c^ent % pr^Menty ®. 40 (. au poovoir fl. aux ponvoir, d'immenses treson 
], des immenses tr^., ®. 46 feblt 9^0. tf, <5. KO 1. une femme ft. un femme ic.) 
Beniger SDrutffebler pnDen ficb in Dem 2lu«juge (@. 30 I. Part. prös. fl. ps«^. 
B.34 I. enfreindre, S.65 l fR^cnt fl. diobne, €>. 121 I. il m'avait % il m'aves, 
B, 133 I. dans tous les cas fl. tous le cas }c. %ntxt9 fcbon oben erwdbnt). — 

9lo. 3 enDU(b oerfprtcbt auf Dem 5lite( audb >nebr aU ed wirfli^ • leiftet , e« 
mü fein ein „^anDbuiib ^^^ franj^fifcben Literatur", ift aber Docb nur ein 
i^efebn^ oDer eine Sammlung oon Scefeftücfen (gabeln, Qrgäblungen, SBrucbftüden 
xU Der ©efcbicbte, ^Briefen) nebfi einer 3lnjabl oon ®cDi(bten. SWancbe« Daoon 
DirD fi(b aucb für jüngere ^^üUx gang gut eignen (j. S3. 9io, 64, Prise de 

. •) J)ie an Diefer ©tefle DorfommenDe arge S5erwe(|«(ung Don la chaire Die 
(?angel unD la chair) caro, fo xoit la foii» Die £reue (ft. la foi) ftnD gwar binten oer« 
^effert, aber ed ift immer fcbiimm, wenn fol^e S)tnae im 3:ei;te fleben bleiben. 

**) ^ie Scbreibart Bosptaore flatt Bospore fann man Dem ä^erf. nic^t $tt 
i^afl legen, Da fte im Srang. allgemein gu fein i^tint 



aoft ' Senri^eifangeti unb furae ftnaeigen. 

CoQStani pur Mah. IL 68. Conjnrat. de Marino Vüh4xi, 72. lies en&ns do 
nn Edonaid IV. 84. Marie Stnart k Elisabeth, reine d*Angleterre. 86. L'aoge 
de la mort. 88. Ex^ution de Charies I. 91. Letter de plaintes : C, Cokn&b 
k Ferdinand, roi d^Espagne n. Ift.). Ucbrigcn« ift Die 9lu»n>a^l ^itmiidi gmÄfiig 
nnD wiUtürUA; oer S3erf. f^at Dabei weDer ein befHmmte« ^rin^i^ noc^ au^ übet; 
aft eine befiiinmte ^tlDung«flufe dot klugen gehabt. Z)ie Diene iftbtl^etluBg |. $. 
(Histoire et critiqne litt^raires) iji DUTCbaud ni<bt fät Unfäiiaer. 9{ebenl>et bemerft 
aiebt att(^ {!e nicbt wa« fie Derfpd((t, fonoern nur einaelne lanffd^e ton B. ^ugc, 
»oltaire n. S(., Die fld> auf Die frangöjtWe Äiteratnr beaieben. SCud^ unter w 
»efeftücfen ifl SWan^e« für eruier nicbt glüdlicb gewd^t. (9lo. 90. Lettre d'afl&u«: 
Voltaire k i'abb^ Monsdnot 99. Apparition an roi Charles VL 100. Lettre d» 
cottseils: MUe. Aüs^ k Mme. Saladin u. 91.) — IDnicffebler finDen f!«^ au(^ \jm 
^itviii^ Diele, nmtntlxö^ in Der legten (literar(^ifiorifd^en) Slbtt^cilund. 



Dr. guufle, 8efebu^ ber fronjoftfc^en Spraye. Sraunefterg 1854. 

JDer iSerf. f^at „\>it fi<^ bon feibfl ergebenDe $au)>teintbei(nng in dt^moitf^tt 
nnD C^ntas, fomie Die Unterabt^eilung nacb Den Slereti^eiien" (diuleitnng IV} betr 
bebalten. 9{ad|^ Dem grammatifc^en 3:beite' folgt ein SefebudSi, Dad „Den ro)>peltci 
3»e(f \^at, einerfeit« Dem Slnfdnger al« Uebung (jumUeberfe^en!) ou« l>em S^an). 
ind S)eutf(^e, anDrerfeit« Dem Dorgefd^rittenen 6^üler atö erweitertet Seleg für H( 
Siegeln Der vorfie^enDen ®rammatt( gu Dienen." 9la(b Dem ü^efebudE^e folgt „ta 
UebuugdbudSr (jum Ueberfe^en!) an« Dem ^eutfd^en ini Rrana^jtfct^e'' unb beiDn 
finD Die n6tbigen S6rterberaeid;ni{Te in a(p^abetif<t^er OrDnung (wad gevii 
Dad 3n>e(tmä$tigfie ifi) beigefügt. 

S)nrd^ Die oben be^ei^bnete SnorDnnng tDirD Die Ueberfld^t t>H dnfammens 
geb^renDen aüerDingd febr erleid{^tertr nnD ed iflDied ein großer aSor^ug Der ^rei^ 
grammatifc^en SRet^oDe, Der f!d^ Dur^ nid|^t« ^inwegDiSputiren fä§t. 3n^ 
lann man Dotb au^ nicbt in iftbreDe fleHen, Da§ Diefe SRetboDe für Die $rast« M 
Unterricht« mand^e @4iwierigfeiten unD UebelfidnDe Darbietet. SBed^alb \o&xu ma 
fie aud|^ fonfi fo Dielfa((^ angefeinDet traben? S)a§ man Darin in unferer 3ett oft 
»ieDer gu n>eit ge^^t unD and ^dS^eu Dor Der grammatifcben-SltetboDe unD i^rer „diu« 
feitigfeit" in ta^ tntgeaengefe^fe C^strem berfäHt, ifi wieDer eine €>a^e für fvb. 
3eDenfaQ# ifi fttr Den l^e^rer ein ^udf, worin ibm Der grammatifc^e @toff na^ 
^u6wabl unD 9(norDnnng gleich fertig unD fo gu Jagen muuDgered^t bargeboten mt, 
weit bequemer, aU wenn er fi(^ Die« %üti erft felb^ ^nrec^t ma^^en mu§t Qr 
lann Dann mit BtiU 1 anfangenD, gemdc^lid^ mit feinen 6d^ü(ern ton $aragra)»b 1* 
^aragrapb u^eiter ge^en unD ^at nic^t ndtbig, flcb ^it Steine ju feinem Sa^U 
binten, balD oorn, balD in Der SRitte gufammenaufud^en. SnDeg, unt gere^ §1 
fein, e« ifl Dod^ wobt ni^it blog Die <5orge fär Die Sequemlidf^feit bed Sebrni 
nnD Der ©cbüler, wad im (Slementamnterri^^t bon Der fireng grammatifi^n Vtt^ 
t^oDe abgefäbrt ^at, fonDern H fommen Dabei biel emftere SeDenfen in !8etra(bt/ 
auf Die wir biet JeDo^ ni((t weiter eingeben lönnen. '£)en Sßertb De« Bu<^e» felbt 
aber tonnen Die ^((wierigteiten, mit Denen Die SlnwenDung Deffetben fnr etn^dic 
Qtütät oerbunDen fein mod|;te, in feiner SS^eife beeinträ^tigen, unb Dad BerDicBt 
einer fold^en ®rammatit ifi um fo >ö^er angufd^Iagen, Da man oon ibr niebt bUi 
eine relative «(wie bti (ülementarbüc^em), fonDern eine abfolute 9k>Qftanbtateit tu 
wartet. 2)arum fe^t Die Bearbeitung einer folcben ®rammati( unb menn% glri«! 
nur eine ©c^ulgrammatil ifi, wofern fie irgenD genäsen foil, biet umfaffenm< 
6tuDien boraud, ald Die« bei einem für Den $lnfdnger ju)ammengefiellten (Itementac 
bud^e Der %aü iff. dbeuDaber fommt e« mdf, Da§ Der €cbuler, wenn er ^<^ nbei 
einen einzelnen 4^unft genauer unD ooflfidnDiaer infiruiren will, immer wieber gar. 
®rammati( feine 3uflu4t nebmen mug. — vbit borliegenDe ®rammatif be« ^m 
Dr. ^uuge oerDient o^ne Qmifti Den S^or^ug bor oielen anDeren: ^errfAafi nbct 
Da« f)>ra^li(^e 3Haterial i^ ^ier bereinigt mit toiffeufc^aftlic^er S^ttrcf^bÜMmg, eis 



ßorgui), b^n man erat»c auf biefem (S^cbiete fo (i&ufi() i^(rm{§t. t>af>ti ift anA ba# 
fin^elne mit gro§et Sorgfalt audgeart^rittt, un^ man whrt) in Nn ^auptfa6tn 
ii(^t (ft^t eine Sütfe bemerftn. O&mo()l 0er grammatifd^e Zhtii nur circa 150 
Griten umfaftt, fo M ter Serf. he^ uo6 SRaum genug gefunren, mand»e gute 
3(merfung ein^fhenen, Die man felbß in audfä(^rli<^eren 9ü(^ern Ut ixt oft 
*ergcbli4^ fuc^en würOe. *) 

Hin UebeljlanD, ten aber bie »orliegeube @rammatif mit oielen antern tf^dit, ifi 
tr, ra§ fie \\^ in oer Sel)an^iung ter ^ormeniebre mie ttx Si^ntas afljufebr an ra9 
^ateinifcbe anWitit, (i^ iji abpc aümai fd^limm, wenn man eine ^vrad^e 
iber Den Seiften einer anbern f^lagen will, bie {enec in vielen 6tikfen 
lanj undbnlic^ ifi. Unfere eigene ^JRutterfpracf^e bat fi4^ bad au4^ (^u ibrem großen 
fladbtbcil) fange genug muffen gefallen laffen, unb^jie^ mie bie onrern modernen 
Spracben »erben ba« frembe 3o(^ au4^ nicbt eber PofljiänMg ab^uftbüttein im 
Stan^e fein, ald bid {ie au# ibrem eigenen ®eiße ^erau9 {!4 neue formen unb 
pra4li(|^( i^ategorictt merbcn crfi^affen (^aben. 



ailb. ^amanm 2tttfabm juc (Stiemung bet franjofifc^en 9iM0 
ipta^t $ot6bam 1854. 2 ^tfte« 

Z)ad porliegenbe Serl perbient fc^on barum, mil ed neu in feiner 9(rt ifl, 
ine forgfdf tigere Seacbtung, befonber« pon leiten bed @(bulmannd; benn e9 ift 
undd^fi för Pen 6(^ttlgebratt(b bejlimmt. „©c^on frub. fagt Per ^txt, fei er auf« 
nerffam geworben auf bie 6(bmierigfeiten Per frangöftf^en $(udfpra(be unb babc 
id fd^mer^licb Permi§t, ba§ fein $ulf9mittel Pon Per ®rnauigfett Per englifcben 
Börterbäcber nac^ SS^alfeffc^er SRetl^obe für Pa6 Sran^öftfcf^e porbanPen fei/' 2)irfem 
Dlangel mia er Pur^ feinen l^eitfaPen abbelfeu. „^tx d^pecf Ped SBertc^enl 
\t draieUng einer genauen unb äbereinfiimmeuPen Siudfpracbe Pe« 
$ranjöfif(^en, übereinfiimmenb ni<bt nur in Pen PerfcbiePenen illaf« 
en ein unP Perfelben Sc^uianfialt pom erfien Unterri(bt an, fonPern 
lud) in Pen peTf4^iePenen 9lnflalten, bie Per d^flüng natbeinanPer 
>efu(ben fbnnte." 3ur dneicbung Piefe« 3wetfe9 bat Per 9^erf. Päd SaU 
'er'fc^e Sautbegei(bnungd«®uftem auf Päd Jfranj^djifcf^e übertragen unP la* 
>ei pornebmlidl^ Pen Grand Dictionnaire Fran^au-Anglaie Pon Jflemming unP ^ib> 
nu benu^t. ^ad (Ban^e beflebt au0 ^wei heften: i^eft L (für (Elementar« unb 
intere il(a{[en) entbdit: 1) eine Ueberficbt Per franAofifcben SotaU unP i^onfonant« 
ante unp 2) ein Sofabular, aeorPnet nadf^ Pen SBörterflaffm unP Per dufammen« 
|[et}örigfeit ibrrr ^ePeutung. ^tftll, (für obere jtlajfen) giebt 1) genauere Wcbtx* 
icbt Per fran^ojifcben fßofaU nnp ilonfonantlaute, 2) eine Anleitung i|ur '^(u«fpro(^e 
:'cd 6a^ed unp 3) eine StabeKe über bie i^udfpra(be aller franiöfit'cfaen IBorter, 
>ien {te regelmdgig oPer unregelmäßig, tbeif« an fid), tbeiU in ibrer S^rrbintung. 

)Dag Päd J^ran^^nfcbe bet und im 91Qgemcinen nicbt graPe febr rein unp gut 
ludgffprodS^en »irP, Päd merPen Pie SReiflen Pem S^erf. gern jugeben. 9Ran braucfat 
^abei nicbt bloß an bandlrbrenPe Sbeologen unP.$farrer auf Pem ^anre }u Penfen, Pie 
^f^tn ibrer patrtarcbalifc^en ^udfpracbe Ped gran^dflfd^en ft4 <ined befonPern 9)ufcd 
erfreuen, fonPern ed gilt Pied wobl bdufig genug aucb Pon Pen öffentlicben Unter« 
cic^tdanftalten^ nnP bie ®vi>^naften modelten aud^ mc|^t eben immer unter Pie ^^ud« 



*)^ei tiefer ®elegenbeit will i(b einer etwad auffallenten (frfcbeinnng er« 
vd^nrn; ed betrifft Pie 9(udUffung einer SRegel, Pie fo febr nabe ju lie^^cn f(betnt 
Bn^ Pie in Per (Srammatif pon gunge ®. 93, Vlo. 4 gu pnPen ift, fonft aber febr 
i^dnfig feblt (Ppg ndmlid) nad) yons, wenn ed ^nrePe einer $erfon iji, Päd $rd^ 
Difat««8lpifltip oPer 9Jarticip im Singular flebt: vous fites content, voos fitea 
um^ etc.). Wian meinte wa^rfd^einlic^, tad per)HnPe fiä) Pon [elbft. 
««l^iB f. n. ©prad^eii. XVU. 20 



906 Sentt^eifungen «ti^ tut^t %n^t\^ttL 

nahmtn p xtä^ntn fein. S)iinad^ wixt t>ad Uvtemc^men beft ^mn ^. Siden gdi 
a{0 fr^r )ntgemä§ erfil^einen*), nni)' man loi^ um fo <^r gentt^ fdn, ^M. 
xciüfernmn }u feigen, »a cd tad Uebf( bd ber Surael §tt faffeit un^ pnMiilii 
befeitigen »erf^ricbt. 9{a4 Nö SBerf. SReinttiig -^ unt I9er fDÜte \i^m, Dans ni^t 
Stecht geben! — wirb Da« äReifle im crften Untenk|t mborbcn, teNm MM 
von )>orn ^trein an eine falf4^e Sludfprac^e gewöhnt wirb. IDem itinbe, tain»^ 
feinen fran$6ftf(^en £ant in fic^ aufgenommen ^be, -ivtrbe el perft gaoj ebtn [( 
f(^wer, einen faifc^en aU einen rii^tige« Saut §u lenun. 2)arum müfetil 
SHic^ttge gtei^ im 9(nfange tüchtig unb feji c^ngepcägt werben, t^atm^ M 
man tem ©d^üUr bte ^übe, M eine febtecb^fie 9M^ra(^ fpätet^in tar(|alI(Rfl 
a^ittel, wie burcb (^onoerfationd^^tunben M ,,geb«niea^ g^ansofen otec (ä 
Steifen md^ $arid, wieber ftb^iMcwö^nen. Oamit werbe i^ne^iR it Ut ^^ 
nicbt i^iei gewonnen. JDenn berienige, beffen O^ einmul «erwögt fei, »etlx W 
turc^ einen mebrjäbrigen 9Uifent(Krtt jn $«i^ bie '^d^ttrnngen t>a e »00 lo^ 
h\9 iU nimaU richtig anwenben (fcu wobi ^f « »^tmleif^eilifn'') kmes. ^ 
aber bad ^d^Ummfle fei, ber ^rembe nebme ton $arid al# feine ^udj>ra4; ^ 
liebflen ba0 ^uffaflenbe mit mä) «&anfe unb fo werben manierirte uro ^^^ 
,,9lu«fpra*cn" al« ba« 9leuefle unb flW^tigfh in ber *eimat^> verbreitet. 

K^iefe unD wandle anbere 93emerfttng, bufi^ bie ber aSerf. H^ drf^rä« («• 
ned SBerfd }u rechtfertigen ft»^, Uwun wir «nbcbttilK^ mkif^iiai. Si| 
nun baS ^üd) UM betrifft, fo ifi bajfelbc offenbar rin^ %Uid^t ia^relanget, d# 
mübfamer unD fleißiger ^43eobad^tnngen unb ^tubien, unb man mu§ lie ®tMlt 
unD Sludfauer bewundern, mit ber ber Skrf. fein 5teC iKrfoi^ ^t ^itund' 
mübtid^er ®ewif)enbaftigfeit bat er bit «tndfpra^e ber ein^dttar Ilaute, m ijssf 
SBörter unb Sßortverbinbungen bid in bie feinten 64K(ttmingen ju belauften, p 
vergleid^en unb burd^ aOeriei ßdc^en unb äu^e ^litfdmittei bar^ftedto ^^ 
mübt. ^d lanu ba^er ni(^t febien, bag Wir ü^er t(eft S)inge in tem $»<(( 1'^' 
viele« ®ute finDen, wa» wir anberdwo (in Sei^icU, ^^ramnodfen wiD tltna^' 
bücbern) vergeblicb fuc^en würben nnb wad befonberd ^r fM^e von Sert^ |«i 
Wirt, tit (eine ®e(egenbeit Ratten, ibre 9l««fpracbe tmä^ k^enbigen Slufient }« Sil- 
ben, ober bie ficb über einzelne ^äfle genauer informiren wofm. 9leben6Äbii 
e« benen, bie ft^ gewdbnt bdben, bie $(n«fpradtK be« Sr^Q^^fif^^ al9 t^- 
)temii4[ Öinfa^e« angufe^en, bad man in wenigen ^tunben eriernn tön», «i 
eine beilfame älKla^nung bienen, ba§ ed ibabei fo mancherlei |u betteten giebt, m^ 
fte früber nic^t im (Entfernteren gel>a(^t bitten. 3n Ifiefer ^in<td^t §at Ui ^' 
flcb turd^ feine %xbt\t ein gro§ed IBcrbitti^ «rWiorben, ba4 an fo \^bi^X9Ji^0f 
ift, ta er ^uerfi ben von i^m. eingef^iagentn SSeg betreten ^at S0ec W 
aber tfi f^wer, unb fo ^at benn aucb bie« Unternehmen mit fe^r großen ^w^ 
feiten gu fämpfen gebabt, bie gewig Sliemanb beffer gefib^ ^at al« ber Stif. [d^f 
(Sr Wirt fttb aber au<^ fagen muffen, Va% titft 6(^ierigfeiten von ibm noi 'P 
weife unb unvoQflanVig überwunben worben ftnb , unb ta% feine Arbeit noi^ f 
vieles gu wünf^en übrig lägt. Und ober erf(beint ed namentlich febr gweiftlti"' 
ob vad SBcrf als ©d^ulbudSi — «nb ba« fott e« bo* fein] — ff* btÄBifwi« 
weifen wirb. Wtan geftatte und, bie« burd^ einige SBorte nd^r gu begrünen. , 

SSa« gunä<bfl bag ©ebürfnig biefcr 5lrt von eautbejeid^nung 6«trlft,y 
wirb wobl fliemanb be^aH)>ten, bag man ha% ^ransöftfcbe bierin mit tm W 
fc^en auf gleiche iJinie p flefle« babe. IDenn in bem leäteren ^errfcbt ^t^^f^ 
in biefer Segtebung eine unüberfebbare iD^annigfaUigfeit, |a man mö<bi<fA^I'f 
eine gängltcbe [Hegeaofigfeit IDa^er iji biet ein fold^e« ©^fiem wie ba« Bi^^^ 
befonber« für ben Slnfdnger, in ber Slbat unentbe^jrlid^. Slnber« beim ?raiijf'= 
fdjen. 9J?an mag über bie Slu^fprad^e bejfelben unb ibre eigentM««!''*'! 
©cbwierigfeiten benfen wie man will, fo wirb man jebenfofl« zugeben m(p, ^^ 
fte tbeil« von gang anberer *4rt, t^eit« aber os^l bei weitem ai^t fo v^ 

•) S)a« JBebürfnig einer genaueren öe^antong ber fronjöfif4e« *««];"* 
ift in neuerer 3eii tielfacb anerfannt worben; vgl. bie ^b^onblung vottSJwrf" 
Programm ber ^o^eren ^ürgerfc^ule ju $re«lau 1854. 



falHg nnt Wbettteii^ finb, ivi( hd jener. 9{ameMt(i4 wirb man im %nhn^t beim 
J^an^dfifi^en mit oer^atttiifmdSli Vbeitigett nnb rftifiiK^en SI^A^^n au«rri(^en. Z)a« 
Setle muij t){er M Stirer t^urt, beffm ttt^fm^t tn ed^Altr fld) balb unbeipu§t 
anetfttwn'ioflrt, hWl^ »it ba9 ilinb in btt Wtttttrfprdti^e Betonung nnb 9lu0« 
fpra^^e unmilirärfid) oft li« ^u ben fbecieaihn C^i^eMbetten von ber IKutter annimmt, 
obne tag bfefe Hdtbig ^dtte, ibnt ba^u btfonbere Unweifun^ 9U geben. IDarau« 
ergiebt fi4^ für ben Sebrer aflerbin^O tU ^tb<rrun(|, bag er auf feine ffu^fprac^e 
bie ardgte @orAfa(t verwenbe unb feibfl bie feineren Unterfc^iebe nnb ^attirunAen 
ber Saute mdgticbfi f<bnrf unb beuHid; hervortreten taffe> wobei er fid^ jeboc^ 
9tnfan(|< m6fllid^^ »enig auf eine tbeoretifcbe Searünbung cin^u« 
(äffen bat. 2>iefe mtt§ fbdter unb geiegentli^ nacbfoigen. (fin befonterer Mit 
faben über ^k tluftf)»ra(l^e aber fc^eint un0. gUmal auf btn unterflen Stufen bed 
Unterrid^td, gang entbebtti^ gu fein. 9(nfana« |at man M in betreff ber ^nif 
fprad^ auf bie aflereinfad^fhH nnb wM^tigflvn 9tegr(n ju brfAränfen. S>ifl man }u 
viel auf einmai erreid^en, fo wirb Uran bem ^d»ü(er bie (^Kernung ber €prad^ 
Don vomberein verleiben. SBenn S^manb ibn g. $. gleicb 9(nfangd mit (^aarfdjarfen 
Uttterfdjeibungen aOer einaetnen 9{uancen eine! Saute« i^udlrn »oflte, fo »urre er 
über aflen @4^attirungen ba« i^idyt, über allen SIbweidyungen bie einfa(^e (Regei 
veriieren; fein C(»r »urbe bie feinen Unterfd»iebe nid^t mebr beutlicft gu faffen oer^ 
wö^tn, unb fiatt fiarer gu werben^ würbe er nur in ä^enoirrung geratben. —^Uf 
er^ mng ber Ü^runbrig be« ®eb&ube« fertig baüebrn, tbe man an ben 
9lu«bau ber einzelnen Zhtilt, an ba# Slbglatten, Scbmücfen unb 
^ergieren ge^n tann. 2)ad iji ber natürltd^e ®ang in allen IDingen, unb 
bantm ift au$ ta^ gewdbnli^e unb bergebrad)te Serfabren im fran^öjtftben Unter« 
rid)te gan| oerfidnbig: man gtebt über bie ^udfvrnd^e guerfl nur ^<i^ ^agemeinüe 
unb <^infa(bfle, obne ängftticbe 9iü(ffld)t auf ^oaftänbigfeit. iDie ®efabr, tag bann 
ber €d)ü(er SInfangd einen l^aut oielleid^t einmal weniger genau nnb fd^arf au0« 
fprec^en f5nnte, fann ni(^t febr in Setra^t fommen gegen ben grogen Sorgug eine« 
aümdligen J^ortfdiiritte« vom Seichteren |vm ^d^wereren» bom dtnfac^cn gum 3u« 
fammengefelften, vom 9{abel{egenben )um dntfernteren. 

2)iefe weife 6ef(^rdnfung auf ba« 9{otbwenbigjle, biefe 9iä(tfi<4t auf bie pata* 
gogift^e Sn'etfmdgigfeit ifl e«« wa« wir an bem ducde oermitTen unb wa« wir ber 
9latur ber 6ad»e nacf^ au4 taum von bemfelben erwarten tonnen. 2)enn will man 
Ttd) auf ba« 9{otbwenbigfle befd)rdnfen, fo bebarf e« eben für ben $lnfdnger feine« 
befonbem Seitfaben« über bie $(u«fpra<^e. @(bon bie @xi fleug eine« fo au«ge« 
bebnten ^udje« biefer Srt für ben llnfdnger fiebt gewiffermagen mit jenem @^runb< 
fa^e in Si^iberfprud». din md in t<ii SBerf feibft aber i(i burdyau« nid)t geeignet, 
utt« auf eine anbere Slnfi^^t gu föf^ren. ^nn vgl. g. ^. aleid» auf ber erüTen £>eit( 
pon ^eft I. bie UeberßdE^t ber SofaUaute. ^ier werben nid^t weniger al« fe^« ver« 

fc^iebene Ü^Sante unterf^ieben (e, e, e, e, e, e,) unb im 2. ^efte gar no4i einige 

mebr, inbem « wieber in brei Saute §rrfpa(ttt wirb (e, e, e). IDa« ijl offenbar 
bc« ®uten gu oiel. IDie Suft am $Di«tinguiren unb bie ^reube an ber fÄarfen 
^Beobachtung an6> ber feinflen 6d)attirungen bat ben $erf. über bie (^renaltnie be« 
Bwecfntdgigen binau«aefäbrt. ^ür bte ^^uU wenigjten« möchte eine folc^e ^tx* 
fplitterung faum gwedrmdgig fein. *) 

Unt nun febe' man bie weitere Durtbfübmng biefe« €^ftem« unb bie 9(nwen> 
bnna beffelben auf bie einzelnen S&drter unb SBortverbinbungen 1 !Bie fofl ^ier ber 
Slnfanger ^ö^ bnrc^arbeiten ! 

eu inoerte e9poaar (= nn incertain espoir) 



*) 9Ran barf bierbei ni(()i auger 91d)t (äffen, bag man^e biefer Sciui« €(iftattii 
rungen lld) fafi von felbfi ergeben, ^elbjl mit bem bejien Sillcu fann man g. $B. 
im 3L)entfd9en ba« e in 9 ef^/ ^efl u. f. w. nicbt fo fpred^en wie in gel^n ober in 
2ntit, cbenfo im grang. e in servir nic^t wie in th^ etc. 

20» 



308 ^tnxitftiiun^tn unb tut^t fin^ti^tn, 

an komen intere (=r nn commnn inter6t) 
an koür non ninterrömpa (= an coars non interrampo.) 
3tt ber Zi^ai, wenn man tiefe frembartigen unb enMofen ^uäifiaUüxtif^n mit to 
ganzen unt gebtoc^nen S^^i^Un über fb^en Häuptern unb mancfterUi anttro trab 
tenartig nebenberlaufenben ^tid^tn iu (Btfi^i bttommt, fo glaubt man (bn (in 
oliiebraifcbed Sebrbu(b mit unjäbHgen unbefannten ®r6§eR, (ßotenjen, (Sjipoiiflita, 
SBur^elgeicben, ^arentbeftn unt fcnfligem matbemattf4^en ^pparatuMoi pi^is 
febfn, a(0 eine b^rmlofe Anleitung jur fran^öfifcben $(u6fpra(be für Sbifängti. - 
6cbon ber natürUcbe ^6}bi\f^tiH\inn firäubt ftcb gegen eine folcbe (SHtjlefluna M 
SßortbilDeft. £)enn Sörter f!nb bad nicbt me^r gu nennen, fontern nur m 
Aarrifaturen. 9){an b^Ite biefe ®eite ber 6a(be ni^^t für gletd^igältig. Sie m 
aber au(b baruber benfe, jebenfafld märe ed ein nid^t eben erfireulii^ed 3(i4<n ^ 
erlöfcbenren iebenttgen ®))racbgefubU/ koenn man gu fo fänflü(ben unb ninoticjd 
9^itteln feine 3ttjlu(^t nehmen müßte, um ein i^ert^dltniimäfig einfa^td ^ |i 
erreid^en. 

S)aju fommt nun nocft etmad Snbered, wad für ein €4u(bu4 i'on # 
SSid^tigfeit i% Sßa« n&miic^ in ber e(bu(e geiebrt merben foO, mu§ in ^ ft 
fefl begrünbet, abgefcbloffen unb fidler fein, wie einmatbematif^n^- 
fati ober ber i(ate(bi«mu« !^utbert. ®oba(t ttxoai bi9 ju biefer Jllar^t, M 
ftcbtigfeit unb ^efiigfeit no(b nicbt gelangt ift, foHte man baffelbe nnrniit||nia 
SBorfubt in t>en i^reid ter ®(bu{e gteben. £)a9 engiifcbe l^autbeaei(bnttnafl«€iijta 
von Si^alfer bat in biefer iSBejiebung einen unoerlennbaren SSor^ug: im ^t^^ 
engiifcben 9{ation entflanten unt burd^ (angjäbrige ^rüfuna bewä^^rt, iiai rt w 
otel aflgemeincre Leitung erlangt unb baburc^ feinen fubfeftioen (^{faraftti # 
fireift. SBad und' bagegen \>en $rn. ^. geboten wirb, berubt botb ardBtntl'<i^ 
auf eignen, mebr ober minHer fdl^arffinnigen SBeobad»tungen, unb tiefe inr# 
meinen 9lorm für ben Unterriebt )u erbeben, bleibt immer bebenfiid^, anmal m 
berjenige, ber ed und bietet, über mand^e fünfte felber nodSf ni(bt gani itn Skn 
\9 (»gl. C^inieitung extr.). UttD Darüber Darf man fl(^ bei einer (ebenwn, * 
einem fleten Sec^fel unterworfenen ®prad^e au(b> gar nic^t wunbern. ®flflt tti 
ber JBerf. fetbji,.Da§ „geborne" granjofen oft eine fe^r »erfc^iebene 9lirtf»>M(^ t* 
ben, unD Da§ oon Den renommirteflen Sebrern, Die er feiner 3eit iu ©etlin ja Ä«* 
gebogen , ber eine getaDeit b^be, »ad ber anbere gelten lief unD umgtte^rt. ji 
berfelben Seife wirD man bei einer 9^ergUi<^ung unfered !^eitfaben« mit itn ^^ 
ben in anbern frangdfifd^en «^anDbüd^ern, ®rammatifen ober einzelnen 9lbM(li>- 
gen mebrere nid^t unwefentU^e $(bwei(bungen finDen, bie wir jeDocb (ier ut^^ 
fönnen. Da eine ^eurt^eilung ber cinaelnen IRegein unb SSeoba^ftangen nid)t< 
unferer.^bfld^t liegt. 

S)agegen fonnen wir einen anbern Uebelfianb nidlit gan§ unberö^rt (af)(fl> ^ 
Dbwobl an ficb nic^t graDe beDeutenD, bo* geeignet ift. Die Unf[(b«riitit ff« 9^ 
©Aftern« ju erböb^n «nD grabe Den ^auptoorjug DejTelben — Die f<<^arfe 55tgrfn}iiij 
unD gijlrung Der einjelnen. ßaute -— bi« ju einem gewiffen OraDe jn becintr^ 
gen. 2)iefe gijirung Der Saute ijl ndmlid^ feineöwcg« fo flc^er unD ^0^ 
Da§ jcDe« ©cbwanfen unmöglicb wäre, ©enn einerfeit« werDen Die Deutf^m Sljmt 
Die jur ^eftimmun^ De« granjöjiftben gewäblt werDen, nidjjt oon oflen M*^ 
unD in oflen ®egenDen aan^ gleid^ gefproc^en (wenigften« nid^t fo bflörf^an»' 
e« nötbig wäre, wenn jte al« gang DoIIgültiger örfafe De« fremDen Wrf fW 
Dielme^r Der eingetnen, Dem Obre oft faum bemerfbaren »aut*9lüaDcen ti««"^ 
leu), anDrerfcit« finDet Der »erf. felbfl oft im JJeutfd^en feinen genau ent|>r#w 

üani, fonbern mug [i^ mit einer annä^ernben (S^arafterißif begnügen (»ä^li^ 

bem a in baDen, a dbnlic^ Dem a in ®aiU u. f. w.). UnPoDfommen ffnU-* 
aud^ ©fjiimmungen wie ®. 2. i. Da« für je i, wie $tefe, aber für^er, m^ 
Darauf oü, Da« fur^e u wie in ^ub, aber turj. 9locb mangelbaft« it ^^f 
flimmung eine« Saute« Dur^ 33efcj>reibung Der Stellung oDer S3e»«B«"ö"' 



Sentt^eifitiigen ttnb («r^e 9lii)c{gen. 309 

6)»rftd^werf$ciige, mit Untn Ux^tlht f^tv»tt^thtaäft toerten foll: t^^I. & 2 
9Rittt, 6. 8 trdal. @o etwad »ir^ in ter 9iegef rrfl tann t^trfiantfn, n>rnn man 
^en !^oitt fclf^ft f^^on frnnt; frnnt man i^n abtr, tann tfl n^ieter ^it ^efd^reibung 
entbe^rti*. 3«^fnfoa« »trD audft <>ier ba« aReijle »ff^er auf Ha« «or)>red)cn l>e« 
ISfbrerd anfommen, nnb (# ift fomit HnT(( bad ganje ^^ßem för bU €d!;u(e nid^t 
viel (^ewonnfn. 

S^id^tiger a(d bU §nk|t befl^rod^rnen erfcfieint und ein anbre« iBrbtnfen, bad 
ber »trf. in ber Sombe tDenfaO« berührt, aber, »ie »Ir glauben, !eine«»eg« ge* 
^drig ge»nrbigt bat. (Fd betrifft ben SBert^ unb bie Sebeutung bed erfhebten 
3ie(ed för bie Bä^nU, im 9Ser(^ältni$ gu ben auf bie drrei^iung beffeiben Dern^enbe« 
ten aHittein. (Sine ri^tiae unb gute ^udfprad^e ift ebne 3^(if(i (in n>efentiicbed 
unb witbtiae« (frforbemif bei (frlemung einer fremben ©brache, unb fle »erbient bas 
ber, leie fcbon oben bemerft, eine forgfditige Sea^^tung unb Pflege, aber ed fragt 
fiä), ob barüber ni(bt anbre, nocb wichtigere 2)tnge oerfäumt werben, unb namrnt^ 
fi(b i9 e0 fe^r )Wftfe(baft, ob e« ben 3n>e(fen be« UnterricbtS entfpri^t, afle ^bs 
fonbcrii4rfeiten , ®iflförHd^feiten unb SWarotten in ber ©etonung, ber 2lu«fpra(be 
unb im Vortrage be« fremben 3biom« auf Mi ®ennuefle nacbabnten ju wollen. 
®tatt 3U bilben, fönnte man auf biefe SBeife feiert ^ur 9{a(bäfrerei am 
leiten, fbtx ^d^ntunterridS^t bat, felbft bei ben (ebenben ^pracben^ ein böbered 
3ieC oor 9(ugen, a(« in ben ©cbülem einen bfogen Slbflotf(b ber fremben 
Sprache mit allen jenen (Sigen^eiten barjujteQen, oon benen man^e tbeii« un^ 
widbtig, t^eitd ber 9Robc unterworfen ftnb, anbere und wobt gar ald feblerbaft 
erffbeinen. Cl« ifl genug, wenn ber ®(bä(er auf berg(ei(ben SDinge gelegentlich; auf* 
merffam gemacbt wftb, um fie ju fennen — benn fie finb aflerbing« für ben db«* 
rafter be« «o!f8 wie ber ©pracj^e oft febr begeic^nenb, — abtx man foflte i^n nicftt 
anleiten, bad grembe k tont prix gu copiren unb nad^inaffen, gumat wenn bie 
eigene Snbioibuaiitdt unb ber 9{at{onal(barafter bem wiberftrebt, wie ^iti im Sldge« 
meinen bei bem ©eutftben im 5BerbÄltni§ jum gfran*6Pf(ben ber gaö gu fein pflegt. 
SBenn man meint, ber S)eutfd^e macfie fi(b bur^ feine [(bleckte ^ludfpracbe bed ^^an^dfl^ 
fcben bem grangofen gegenüber fe^r oft Idd^eriid^, fo mag bad wabr fein, aflein riner^ 
feitd gebt und bad bier ni^td an, anbrerfeitd fragt ed ficb, ob er fid^ nid^t nocb me^r 
lädl^erlid^ mad^t, wenn er aQe SD^arotten ber fremben $(u«fpracbe aud^ invitd, Minerv& 
nadygumadj^en ^d) abnifibt. 9Wan benfe g. 33. an bie etgentf)ümli<ä^e frangcjifcbe 
Süecitation, ^it einem beutfc^en O^re fcbwerlid^ jufagen Tann, unb bie *eft II. ®. 
4 febr bejei^jnenb mit bem Oefd^rei ber ^ü^ner tjerglidjen wirb. Sluf biefe unb 
man^e anbre (Eigenheiten ift unferer ^nficbt nad^ ein gu gro§ed ©ewicbt gelegt. 
2)ergleid^en wirb o^nebin wegen feiner Siuffafligteit oon ber SWenge oft niebr a(d 
n5tbig beaibtet, &bnli(^ wie man an grofen ÜRännern in ber üteget au(b aflerbanb 
fleinUcfte (figenbeiten ober ©cbwdcben am erften bemerft unb — am liebften nicbt 
nur, fonbem oft aud^ am treffenbften nadja^mt. ?lber fo wenig man burc^ ^cid^f 
abmung fol^er äu§eren SWanieren eined großen SÄanned fcJbft gu einem gro§en 
^amt, fonbem e^er gu einem Plärren wirb, eben fo wenig wirb man baffen bür* 
fen, burdji genaue (Sopirung biefer ober Jener digen^eit in Sludfprad^e unb Se« 
tonnng ben ®ei{i einer ^pradjfe gu erfaffen. 

3um ©d^iuffe muffen wir ncä^ eined Uebelpanbed gebcnfen, ber befonberd M 
einem €*ulbudS>e fe^r ftörenb i|t — wir meinen bie oieien 2)rucffebler. Der 
«erf. felb^ iWi bereu tinter ber (Anleitung eine gange Legion auf, aber man 
fann S* bed SJerbo^ted ni*t erwe^iren, ta^ noä) ofele anbre unbemerft burcbge* 
fcbiüpft fein mögen (unb bod ijt Ui ben unenblid^ oie|en 3ei(ten unb 3tffern faum 
anberd möglich !), unb fo lann fi(f> benn ber Sernenbe nie redjit flc^er fübien, ob er 
an<^ wirfii* bad {Richtige oor fiä) hat unb ob er fic^i niä^t etwad galfd)ed ober 
Unaenaued einprdgt.' 3n Piefen gfillen wirb man nic^t einmaf mit eicberbeit 
entidSjeiben tonnen, ob man einen wirüid^en 2)ru(ffet(er oor \{ä} bflt ober eine 9lb# 
weid^una oon ber gewöbnlidiien Sludfpracbe. Unb wdre bied au* mögJicb, wer 
wirb fi* einer fofc^en Arbeit unteraiefjen, bie in ber Zb(^i '««m weniger mübfam 
wäre, a{9 bie ber flfc^enputtel (prubel), »enn fie bie «Wo^ntörner aud ber 5lfd^e 
^erandfui^cn mu§. 



9iO SeurttfeUtttifleit «nb fttrae KHiiiftin. 

SSir f^fic§eit 6ietmit unfre 9eitifrfun§ai v8er ein Su^, bejTm IkrMevit 
tn>t^ Ux eben A^rugten S^ängel in anterer ^ejte^uuj) m<^| bod) gtaug miih^ 
fdiinen. ')lld @c^utbu(^ aber »irD e9 (4n?erlt(^ tiefenige l^efbreitung ur( M 
lennun^ finren, auf rte feinem Qv^ät rntfprec^enD gerechnet wenden mnitt, hk 
tie« getd^eben, fo wägte 1) nad)gen>iefen »erren, ^ni ftd» tad vorgefte^Pte JiH «r 
einem nnreren un^ einfad^eren SS^ege Durc^aud nic^t erreichen liege, 2) abtr Biiii( 
ba« elftem felbit 0(b vorbei mä^ Snbalt m^ Sgtelbote m gr^ierer' ^mM, 
ittarbeit unb ffeftigteit burd^gebUbet uno taburd^ bie ^nx ^infü^und i« tle 6(til< 
erforrerlid^e (Reife unb Cbjeieioitit eiUngt (^aben. 

Sutfau. $. 9[«jeSagler* 

Etudes sur U prononciation fran^ise ou traitä de prononciate 
fran^aise, par Joseph Gischig. Vienne 1853. 

ecbon ber bloge 9(nb(i(f biefed ^öc^tein« (175 6. in W) Wi, MtUti 
SCnfpru^ ni^t ma6t , eine erfd^öpfenre ^nweifung v^m »ie fran^filde 9it^ 
fprad^e ^u geben. S)er eigentlid^e tratt^ de pronoi^iation ealbält $3 Seite«, \m 
folgt ein petit dictionnair« d|e prononciatiou unb ben ®(blui (9ad»t einetabledt 
prononciation'de p^r^ipa ^oma piropres. Der S^ei^fafVer bot ^ffen^i; Dl» eint U 
tt>abl red SBincnf müifbififtett geben n^oQen. (Sigennan^en» w9 fremden 6vradiei ^' 
genommen ober fefte^e ^Mer, fo »ie te^iMe ^i^iblücfi fii^b f^tg^^<^^^ 
trait^ weggeblieben. Öiniged baoon ftnbei man ifn dicüoni^itira o^r in hx taUeib 
proDonciation etc. £)er Serfaffer M e« and^ öerftbrnäl^t, w eiftei; SpcrO^ Sw^i^i 
etanrountt feine« ^ud^e« anjugeben, er ^§t e4 9^ fg^tiMxtf, m i^ ^^^ 
fein ®lü(f beim ^ubtifiim oerfud^en. 

$ieaeid)t iß t>iefe ä^erftänrig^ung mit bem ^.ttbHfum bedbal^ medg^^f"' ^ 
dwed unD etanrpainrt feineäi ^ud^e« bem ^Berfaffer felbfi n{d)t g^na ^^^^ 0'"^'^'' 
finD. d« ifi bied menigüend ber ^auptoorm^rr; ben m btef^i; ^ifb^ti jo iBi<^ 
baben , bag fie einen fold»en f (aren unb befiimmten ^(anbpvinft ni(^ N i»^ ^^ 
^alb ficb nic^t an btftimmte ^ei^v^fniffe eine« ^eftimmtcn ükbrfifeij^ x^^^- ^ 
ben elementai^en Unterrid^t giebt e» ^u »iel 7)etaU unb t(l ni|d)t meilip^ifd 0(«^ 
für ein 9tepertorii|tm fämmtli^er gäOe ber ^lu^fpifadiLe , n^elfli^d m^.9 int »»<i^ 
ten %^nt befragen fann, giei^t ed. ^n, Doeuig. d« ift eine %ud«»)M- ^r 
xotidtm $rir^ip gemacht? (i^ ift eine aiemü^ teiflfilrlidje üonipilAtien m 
tt>ad rem ^^erfaffer ald bad io^ osage volgalre ber ®ebi(t)eten S3e^it(i(h un^ ^ 
balb Siffendwertbe porgefdutoebt ^at^ uuD wad feinedxne^gd einmal mit (er n^ib^i 
^larbeit unD lleberRc^tlt^feit barg.^peat ijt Sic werben i^ecfu^^eii; lte$ W 
nät)er ju begninren. 

S)ie SiUriir unb Itnbefiimmtbeirt ^efgi fi<|b a^i^Ädifß: in b<m %e#^i>l) ^^ 
trait^ gum dictionnaire unb ber table 4^ proiion<^a,tion. ^er tca^^ M&i<^^^' 
über bie 2luÄfprad>e in metboMfdl^er OrNiMUij gebiiiv ben dictionja^ii^ iftj«'"**"' 
fdjiagen folc^er ©.öi;ler benimmt, ^ber beren ^uifj^rifdje leid^^ ein. iwjiiti w? 
fann , wie g. 33. ob tai c final eine^. Sf&ar;te| gctpro(^^en m^b ober ftanw * 
ob in gai ta^ u b(o.g. bo^u bient, bei^ g. Di^ ^arle ^u^fp^ra^e ^tt geben fi^^f 
e« felbftftiinbig lautei vl, bg(. 2)emgeii|fift ftnb^t man bie meitteg %äk VV*^ 
nad)rem fie bereits im trait^ bebai^r^lj; n)are;n, im di/ctionn^ii;« n)iel}^. ^^^^* 
feblen g. ^. bei q final SBorter wie caduc, public, trafiQ, tarc, gree, io ^(aü^*^ 
c lautet, »dbrenb j. 53. aapic, bivac, froc, lac etc. bajcin aufgenomiHen fwJ' '• 
gleicb nad» ben 9i;egtln bed, trait^ bie erftereit el|en fp uiel ober eben, fo ^ 
6cbmierigteiten nuicben aU bi^ lederen. Spaffelbe 'finbet rt4 e;be^ fi^, ia dSe», "^ 
lieben gäOen. Der SDiftionnaire f^eint fern^^r boiu beftiijimt, ben V%».M i« ^^P^ 
aueft wobl bie r^QXi (;ingefd)licbenen ^fi^kx ivi^tr4glid^ p Pi^i^efjfyej^. ^^^ 
iß a- *^* ^0^^ s in fib atd ^mm h^Mntt, (p. 72) im Dif^onnaiire M^^ 
fprid) fice. — «hierbei ifi ou4^ in ben Siegeln beft trait^ bie 3(u$Iaf]^nii ^l 
bräuebltcber ^udbrücfe auffitllenb, bie fobalr man überf^aupt auf folc^e ^aQe eiop 
nic^t oergeffen »erben bürfen. Bo oermipt man j. 33. unter Utk ^4^t0^ 



Stmi^eitttnden »n^ flirre ftnaeifl^n. 91t 

>A e dm Btiiu% M 9BorM ntbin amiet accroe laes etc. boft SBott baiic^ toef^l f!d^ 
r(Ui(6 im ^tionnairo beftn^t. $tfl(in tk SSerflummung tiefcl d^onfonanten in 
tu Seimen te^ prds. de Tlnd. üon Tainere fielet mttt im trait^ nad^ im dictioa- 
laire. ^ben fo »cnig in 9(rltM p ))i^ Sörkt corp»,, temps, romps. SRan fc^e 
erner bie SlegciK üiMf tie 9Mi9ttl^ M s final unr Hx (InDung en an, um M 
m tU\tt U&iütüx in ter ^(udioaftl ku übtr^euacn. 

(Sin i>iel tiefe« greifcnbct Ueft«lf|an0 ticd 9ii4»cd ifi ber SXangel einer benimm« 
en mt> flattn Segcid^nun^ t«r fun^bfi^ä^n l^aitte. IDer SSeifaffer fe^t bereit« eine 
temlicl genaue Sttnntni^ rerf«lben M feinta Sefiern »otan», benn er (ebrt ibre ^u^ 
pxctä^t an fron^fiffben SPVufifiiiaN^ctcni, |. ^. p^ 5*, a oral grave in p&te, ^ oral 
prave in töte, en oral gram in jeüne ete. 9k>n t»en C^onfonanten ^ei§t ed g. 9. 
». 9: g. valeur propre, goe, obgleid^. beim S^ofaf n ni(bt9 t>on feiner ^erfhimmuna 
lefagt iü. S)tefer Uebelftanb m&d^t |i(b lei<i^t befei^d«« ^^^tn, xotnn man Daö Su<9 
mter Einleitung (ed l^ebrer« bemiftt, atleia ei9< ^<gt jt(b eben bierin Die llnHarbeit 
cd gangen ^tanb)>unfted, ba ber dictionnaire na«^ feiner Anlage offenbar ben ^t^xtx 
lic^lt mebr twraudfett. SebeiiCli(ber akti M bieftr Unfloiib notb ifl t>it Segei(bnnng 
er ^olatt burib aoa aigv uni^ son gjcavei — £er 93erf. (ennt ndmüd^ nad) (er in 
(ranfrei(^ übHc^en ^eift bei b«n voix yariaUes nur ben son aiga, son grave unb 
on nasid. Yoixi variablea ftnb ibjn a, e oorert, ea, o, Toix coostantes: 6 ferm4, 
, n, oa. S)a^ Stvcben wi^ ^^einfocbung be« ®h>ffed mag ibn bewogen baben, 
uf bie genauere Untearfd^ftümmorn ber &Htte unb ibrer Se^id^nungen, wie fie oon 
leneren fraii|6fif^ Orommalifeai, tok yHoidn^daicA unb l^efaint, mit (Erfolg oer^ 
tubt »or^en. ftnb, ^ iHi^cbten, allein imt ^ani^ti^n finb nic^t einmal für ben 
lementaren 6tanbtHm!t, ber bi>4^ wenigfbnft mi^rUid^ ocrfd^iAbene Saute jtnterftbeiben 
emen xoiü, genugenb. äRan; fann fid^. i unb n olfr voix constantee gefaflen laffen, 
a ber S^erf., um bie eigenüic^ Steoel abguluc^ (obgieic^ man biergu ebenfafld fei« 
[en genugeaben ®ruflb Mt% bi^^dfle!, me am amt dn^ft (ateinifdl^er SB5rter = 
•ine (antet, in ben £)iHiionnajire »erliefen bctt. ^ud^ bie 3u^ü(tfäbrung ber e$Saute 
luf vier «^aut^tnüancen mag man ^nnebmeu, miewobi fid» be^ ^e^f* feibfi bier unb 
»a gen6tbigt ftebt,. nodlf einen e^l^aut augev bem e maet, 4 h aiga un& ^ grave 
mgunt^^men, Wit ^ ^. p. 9, mo er l>i>n einem e grave in aloes, Bodriguez etc. 
mb einem e moyen in 4g^ j. 93. coU^ fpritbt. ^flein biefe i^utbe^eid^nung un? 
erfdl^eibei hd bem voyeUes o unb en bit gefcblofftne unb offene ^udjpracbe nicbt, 
»ie bem o g. ®. in tKone unb aioi»! unb bem eu in pent unb soeur (inen burcb« 
iu8 s>erf(bietenefi Saut giebi- Unfec i^ecf. bot bie fd}»anfenbe SB.cbeutung von son 
prave unb son aiga »enigflend in feinem (^ebraud^ fo ftsirt, ba§ erj^erer tit ^eb« 
tung bed^ ^oUi^, (ej^terer feine JCuriung be^eicbnet, aber ben Unterfd^ieb be« o 
erm^ unb o oavert (o sonoin D«n aXtalotn^CCa^O fennt er ni(bt. 9t<iä) ber fUt* 
tl (p. 19): la voyelle o repr^nfce la voix o grave... 2^: lorsqu'eile est soivi 
. la fin dee mots d'une oa de plnsieani consonnes maettes, baben mot itnb ot, 
ficroc unb tr^is ^lowt dehors etc. biefelbe ^udfpradje. 9ei en ftnb unter ben 
3eifvielen §um son gra^ eben fi^ »obi- meable, penple, nentre, oeuvre »ie dieo, 
a veux, 11 peat angefübri SBit gDbtnfen ^ier ber gdOe nid^t, »o bei e unb ben 
nbern ©((^reibarten biefed' Sant^ ai» ei etc. biefe Seaeid^nungömrife fcbwierig unb 
erwirrenb ift, bap ftHmne» no^ bi^ observations sur la quantit^ p. 44, wo aU* 
.emeine Siegein über^ S^ebnung von voix graves unb voix aignes gegeben werben, 
ie notbwenbig e4ne K^oOflänbige ^erminung im S3erfl&nbni§ be» grüberen anri(b« 
m muffen. — S)ie Skreinfa((^ttng, fie^t man, ^üi ni^t gur drfeict^terung bei« 
etragen. — 

%ei ber Sludarbeitung be^r Siegeln^ felbfi ifi nad^ Mx^t unb $rägnang, m^^* 
ber au4 nad^ 9$oa(i&nb4gfeit geftrebt worben. Qu ®runbe gelegt ifi bie (£intbei« 
ang na^ ben: deid^en ber Saute* unb KttifuIatiDnen. 2:(»ei( I. ent^&lt tit SBofaU 
ei^en unb gwar Qu^trel. bit' d<idifen für einfädle (f rang.) 93ofaIe a, h, 4 i, ea, 
, a, oa, in a»ei Slbf^nitten, r>i>n betten $(bfdiinitt L bie einfacben 3eid^en a, e, i, o. 
it 79 $(bf(bnüt IL bie ^fammengefej^ten », ai, ay, ao, an, ia, ei, ey, eo, ea, 
m, oe, OS, oi, oa unb bie ^eid)t» für tit Her 9lafaUaute an, ein, enn, on entbält. 
Jhap. IL SDi^j^tongen, b. ^. bie franj^jlfd^en, in brei Slrtifeln, je nacj^bem i, o, ober 



812 Settrt^eUiingcn ttnb Ht^t fCii§eigeii. 

00 ttx toorgtffjitf Sofaf ift, dl fofgen bann noA einige ol»enratioii8 stu la 
qaantit^ Z\it\{ IL ^anDelt t>en Den S'^^'R f^^ ^<^ (Sonfonantlaute. 9l(i(^ notions 
pr^minaires über ihre 9rjei4)nung nac^ t>en Spracbvrrfjfugen unt ted ftärterrn 
ottx fc^wäcDeren ^au6ed, wit Dem fie fiulgemrod^en wrrrrn, folgen Die (Sonfo^ 
nanten, ^nerfl tie einfa^en, bann DU aufammengefe^ten deinen in alpbaf»etif(i(r 
Orrnung. 

SeDer eini|efne Sud^ftoBe ift nnn na^ feiner Stellung im Sßorte oter ber 
gongen Stete für tie 9(ii«fpra4e betrautet. — dl ünD atfo eigentlid) tie ^dutt 
felbft, na4 weld^en Der 6toff getMlt loirD, aflein biefel $rin)ip ift nic^t vtUUnt 
Dig turtbgefiibrt, fonDern nur in Den Unterobtbeilungen treten Die einzelnen 3ei(ben 
Der 9aute Dafür ein , unD Der 8aut fefbft ifi Durc^ Dal gange 9n(b bin geritreut nnD 
tritt balD in Diefer balD in jener 9u<bftabenconibination ^roor. — 2)tefer fanget an 
donfrgnenj fönnte wobi ein Vorwurf för Den 9$erf. fein, Der offenbar natb einer rrd^t 
eonfrquenten. »iffenfc^a filieren iDurd^fübning geftrebt M, für ein praftifd^el ^ütfd; 
mittel aber fönnte el fogar ein Sorgug werben, wenn nur Damit xcixliid^ ein prafti; 
ftbfB 9iefu[tat gewonnen wäre. 2)iel ift aber nidl^t Der %aU, Sßir befommen ^en 
©toff in einer abftraft oerftänDigen SlnorDnung, Die »eDer Der ga§ii(bfeit unD Ueber« 
fii^tlit^reit Der [Regein Dient, nod» ibren inneren 3ufammenbang teutli(6 ma(bt. 

3unäd^ft bat Diefe SlnorDnung Den 9lad^tbei(, Da§ Der 9}erf. DaDurc^ genötbigt 
WurDe, gänjiicb auf Die $ulfe Der Sccente, Die Dotb, menigftenl beim e^lBaut, Da» 
Sernen wefentlic^ erleichtern, jn oergtcbten. dl ift DaDnrtb ferner ein Sinlein^ 
anDerrei§en Don dufammengeb&rigem eingetreten, wefd^el Dal $erftänDni§ erfcftwert. 
^0 ftrbt j. $B. p. 11 Die utegel: la voyelle e, aaivie d'nn« doable consonne, dont 
la premi^re ne Be prononce et dont la seconde commence nne sjllabe mas- 
cnline repr^nte: !<> la voix e onvert dans err. $lber erft p. 69 ftnDet man l>ie 
dtegri über Die Slulfprac^e Del DerDoppelten r. SDie ^lulfprac^e Del g unD g. n>irD 
mit ^ttlfe Del ^ofall u erflärt, obne Da§ bei Der ^Inlfpradje Der ^lafaüaute iri^rnb 
dtwal über feine Serftummunc^ gefagt märe. Sei Der 9lulfpra(|»e Der Stafaflante 
lernt man guerft aOe %äüt, in meieren m unD n feinen folgen büDen, erft Dann folgen 
Die mirffitlen ^äfle Der 9tafaIcombination. — Qu bemerten ift Dabei aud», Da§ ter 
nafate Ston im donfonanten nnD nid^t im S^ofai liegt unD Del^atb bei jenen ^dtte 
bemäntelt merDen muffen. 

X>it angeftrebte SJoQftänDigreit ift femer ungeachtet Diefer ^üOe oon fRegefn 
unD äulnabmen nid^C erreid)t. SRan fucftt unter SlnDerem Dergebenl Die ^ulfprad)e 
Del e in enne, eile« esse, erre. S)ie Ungu(äng(td)feit Der dtegeln (ftaratteriftrt H 
f(^on Dur(^ Die 9lrt Der Raffung, wie g. S3. p. 25: ai gefoigt Don einer €f\fih 
weiche mit einem donfonanten anfängt, repr^nte .. 2« la voix e ouvert-grave, 

dans air, aiss, aitr, aich et dans qaelqes aatres mots etc. — $6d))i 

mangelbaft finD Die Siegeln über Die comlMiiaisoii Del dnDconfononten, Die Der ^nort? 
nung gemäg bei jeDem einzelnen donfonanten g(ei4^ mitgegeben merDeh. Unter t 
g. d. ift Der S^erf. naio genug, S^^enDel a(l [Regeln aufgufteQen : le t ne se lie 
jamais avec la voyelle snivante qoand Toreille en serait bless^. — €tat inqni^tant 
ma6}t g. $. liaison, mäbrenD Derfelbe in d^faut incorrigible Dal frangdRf(be OI^t 
Derleftt. (Ramentü* in s unD t ift, wol Der SBerfaffer über Diefen ©egenftanD fagt. 
fo ungenügenD, Da§ el eben fo gut gang weggeblieben wäre. 3n einem trait^ 
weldjer fo genau Den SBertß Der 33udi^ftaben in ibrem JJautoerbältnip betrad^tet, Darf 
man über liaison nic^t einige flücfttige Semerfungen, Die ftc^ eben fo Darbieten, W* 
gufugen. l^efaint f)at Diefen ®egenftanD fe(^r einge^enD bebanDelt unD fowobl t'ort 
all anDerIwo ^ätte ft(^ Der 3$erf. ^ath Darüber ^olen fonnen. ^ie gegebenen 
Semerfungen oertienen aber Den Sitel dtudes nidS)t. — 

2Bic wenig präcll enDlic^ Die [Regeln gefagt, wie unguoerläffig Diefelben finfc, 
Davon nur ein ''prägnantel ^eifpiel. p. 22, $. III ^ei§t el : la combinaison ai 
suiTie d'ane syllabe qni commence par nne consonne repr^nte — — 3® la vcaz 
4 ferm^ a) dans les verbes aider, aimer, trainer et compos^, enchainer, d^iainer 
et aatres coropos^ de chaine et de gaine, k tons les temps oU la syllabe qni soit 
ai' comprend la voix e ferm^. — b) dans les mots oh la syllabe qni snit ai com- 



9eiirt(eifutigeit unb fnr^e 9naeigeii. $13 

prand im de« qnatre sons e, i, o, a, de qaelqne nani^re qua oes sona soient ra- 
pr^nt^ et fasaent-ils indne s^par^ de al par nnd syllabe mnette, pomm qne 
ces voix ne fieuaent point partie d'nne diphtonge. exempl. — except^ ^dairer et 
ddrivÄ, oü la Toix e onvert est tonjonra aigne. 

(Bx^tn% Witit h ben Jfafl ein utit) madit i^n fomit unndtbiA/ Stt^eitenB aUx 
ift Me ^adit folii, benn wenn freiließ prairie, plaiair, j'aimerai vmt antat ben 
tot e fem^ entbnften, fo i^abtn bo^ j. 9. mafrie, rafaon, maiton, imin, 
Mc Sörter auf aie etc.,»el(be ade unter tiefe Utei^el fallen, ein entjfAiebene« fe oavert. 

®ir entbaUen und, auf tt^eiterefl 2)etai( eini)uaeben, namentlidb auf J^äfle, wo 
ti un« ftbeint, a(9 würbe t^cm Serf. ni6t bie abliefe 9(tt«fpra(^e flele^rt. 3m 
9!ni^f meinen nt5(bte biefe @eite ber ^(rbeit no^ bie aefungenfle fein, unb wo 
nicbt bie Itnj^nfänofiibfeit ber Sejeid^nuna binbernb baüwifd^en tritt, meift fRiittiae« 
unb bem $arifer €pra(bftebrau<b ber ^nttn ®efellf(baft dntfvretbcnbe« ae^^eben fein. 
5]fl(b aflem ©efaflten f^nnen wir ber torliepenben ®(brift einen praftifAen ^tv^tn 
nur in febr bebinfttem SRao^e juftefteben. ®ie maa ben J)erf6n(i(ben SJebörfnifTen 
M S^erf. bei feinem Itnterricbt entfpredben unb benfelben oieOeicbt feine d^ntftebung 
üfrbanfen, allein biefer ®tonb»)unft ifl ein fo fubjeftiver, bag wobi wenifl onbere 
Sebrrr fle mit ^rfofa ibrem Itnterricbt gu ®runbe (eaen burften. 9(m wenigften gtt 
empfebten aber ifl ba€ ^ucb jum $ri9atflubium. Wtan finbet barin, wa€ man in 
ben gjrivatftunben bei einem gebornen ffranj<ofen etwa »on fRe^efn über bie 9lu«* 
f))ro(i)e fernen wirb, b. b. manibe nditi^^e 3:batfa£e, aber feine metbobifcb fixere 
3lnfeitunfl, unb entbebrt babei ben ©orjufl, für bie fiftwacbc ^b^^rie be« Sekret« 
bur(^ bie gute $rasid feiner ?lu«f^rad^e entfd^fibigt gu werben. — 

2) e ff au. C* 9Be{#» 



ZamÜM^tx. (Sin ®ebi^t t)ott emtl Zf)H\>a. itip^iq, 3m- 

(5mil Jtbilva ift ber «Pfeubontjm eine« ber jungen Dieter, bereu eifrige« ©tre* 
ben wir in ber ^eurtbeiinng be« 9((bum« au« bem Sn))))ertbale gebacbt 
\)Cihtn, unb ber fein ®ebi(bt einem gfeidiflrebenben 3ugtnbfreunbe, CS^mil SHitterbau« 
wibmet. ©iefleiit weil eine einfeitige S3furtbeilung nad) bo<)<)efter Seite bin , einer 
fffii!Ii(ben unb weftfidien , in feiner SSaterfiabt, wenn autb ni*t grabe )ßtt* 
fßnfitb für ibn, unangenebm beriibren wiirbe, b^t er feinen wabren 9lamen ter* 
fd)wiegen, nidit aber um bie jfritif t^on fi(b abjnfeiten, bie ibm, ba« bärfen wir 
annebmen, wiflfcmmen i% an(b »enn fle, toit oft ibre ^anbbabung, mebt tabeft, 
al« befebrt. <5« wirb in unferer ^tii unb in unferem Stbofe jumal, fo oft SBeft 
unb <5*ott. a(« ©egenfafe borgefleflt, bafi für eine §(uffaffung, bie ®ott in ber ®elt, 
unb bie Seit im ®bUMm finbet, fein 9)aum gelaffen, unb eine IDicbtung, bie 
nidit in bie €»ra** unb S(nf^auung«weife ber Cfjcfui^oen einnimmt, für uncbrifMi*, 
ja für irreligiö« gebaften wirb. Die« fonnte allerbing« aucb mit bem JannbÄufer 
ber %nU fein, ber einer f(||iefen ^eurt^titung nid^t entgegen möchte, obgIe{6 er;.{m 
erllen SWinnetiebe fingt: 

£)rum bab gefernt bie SBelt i* ia^tn ! 

©er gröfte gfu(b ift ber aflein : 

9li(^t ®ott! nic^t ^b^er! ~ ein 9Renf4 ^u fein. 



unb fp&itt: 



3* Bin, wie jeber 9Wenf4 8<rriffen. 



©ie eage vom a:annÄ5ufer, bie unfer ©i*ter Wer bebanbelt, rubt befannttt* auf 
ber d^rf jlii*en Söeltanf^auung be« ORittelafter«, iinb ffe ijl burdj^ (Ric^arb Sagnef« 



SU deurt^eiluitgen ittib furge Slngclgen. 

Optt in nnifftfr 3ftt fo »fei MtHritei 1>ä§ el SWebertcfmi^ »dre, bmÄffn^fr^ 
frH^n in feinnr r»ahxtn (9({la(t gn entbüflrn vnb ^it ^teU^thnt in ^ra $c# 
Ur^t Ui 9(xan Senn« unb auf Ux ^l^rxf^aft mäf fkem ^tc^tntman^ iMp^^ 
»DÜrit. SSir brff^ränffn und tahn darauf, Wn ®ang an)iat»fitttn. brn onfrrtii^ 
trr in frtnrn fiebrn dtümanj^ra nimmt, Don bmcn bie (e ^e, a(6 ^d^^grfattji, vit 
(in dbor Drr 9(lten, Dm Qhtunt^tHnkn an9fpxiä;it» 9lad^m ^er in trf ts {idi 
fe^nftt^( 3:antt^&uf(r im §k9(iten 

„feft in ben öetg hinein" 

'geaoaen ift, in bfm bie i^cAfle eäibnUÜ thront unb bic ^l^fle Sie^e, fdetiffii 
tritten bal (Sötterfefi tet Soüentun^: 

,,tlnb bie aßollenbnng ^ei^ ümn^!'' 

9(&er f^ott in bcr Stbingung: 

«bodft mu^t bu jebem 3!r<inm entfagen!" 

liegt ber r>itxit ®efang angebeutet, bec mit ben SBorten an^edt: 

SBenn SWenfAen gtntflit^ »erben 
3m JRfiÄe biefer Cfrben, 
®o lädjeft bad ®ef(bi(fe, 
llnb ed finb 9(uaenb(itfe. 
2)onn »irb bie ©eele truBet: 
,,95oruber, ^ei§t'«, öorüber!'' 

Gr« treibt ben ^dn^er (inaufl an^ ben Umarmungen unb ben .&errIi(B!ritt!i H 
SBeraed nnb er ftnbet fit^ wifber om Cli(&eiibaum« tt>o ft^ ^^Un um ein ^antM 
ranft, S)fr fünfte ®efcing fübrt ibn und a(d $i(ger im 9ü§ergett>an^e uiiM 
wo $(i))ft Urban in gro§er ^roceffton 9lb(ag giebt, nic^t aber bem Wimt\W^ 
Stannbdufer, ber erft »ornebm abgewiefen, bnnn bem fpapjle eine wabrljaftt Wft 
(ibiegt, unb »om Statthalter Gbrifti , beffen Sluge bti ber @d»i(berung iti %nii> 
berge« lüftern fprübt, verworfen unb oud bem Su^t bed bebend gejirittKO ^' 
$on ber Stefle an: 

„JBerborrte ©tdbe grflnen nidjt" — 

tritt ber abweiifcenbe 9lu«gang ein, ben JRic^arb SBagner, üieflei<Ät bebeutenter «i 
a(d $oet, benn aid ^om^ontft, ber Sage gibt« unb ben unfer (Smtl Sfiitea ((«o 
2:ann^ä4ifer ne^imen lägt. £)enn er (ä§t ten $a^ft weiter fagen : 

Cfin biirrer ^taf>, ba« ifl ber Sinn, 
3fl biefer a)lenf(5, ben wir oerbammen, 
^i^ti.m^t a(d gu ew'gen ^(ammen. 

Unb im. fedjillen ®efang ^eigt'ö bann gleich ^u SCnfang: 

eo fpra* bie ^eiligfcit. 
©a« fromme S5olf bereit, 
§iuf jcren SBinf ju merfen, 
SDrojigt fi* au guten 5Serfen. 
SSifl morfcbe, börre ^täbt 
*&at balb ed aufgefd) teiltet, 
Sluf bag ber ni^t mebr lebe, 
2)en e^riftuö Ut gerietet. 

5tannbÄufer leibet ben Oi»fertob unb ben RIu* be« «Priefier«, gu beffen ^^ 
fi4^ ni(|t befe^rt unb i^erfc^eibet mil; ben Sdi>rten: 

©aft bleibt bem jlarfen ^er^en offen? • 
9^ur eine*, eined: hoffen, hoffen! 



9eiirt(ef(niigen mb fnrge ttiseigfii. 8iS 

)Dir (KfanBe ber Mrcftr, gn ttm er fiäfenb gurüdff^^rte, Hi ibm A^n)! enff(f»tt>unt»m, 
af« Ht Mfxdtt ^en Slmenben ati«f(i)«e§l nnb »on feien brei <9ninbrfd)tuvAeR M 
Ant(i(6rn 9ef»en«: ®(auBe, Siebe, ^offnuna, ift ^{e (r^te Ibm oflein flebfieben. 
9(&eT üe verflirt ibii, fein lieben «n» feinen ®efang, benn im 6d^(ttggefang f^d((t 
Xann^ufer* 0eifi anibentend: 

„(Erfanden »irt ber SRenf^ b^rr immer 
92ur eitlen S(bein nnb eitlen ^cbimmer, 
l)0(b »eig i6. »enn er aufv&rtfl ftrcbt, 
S)a§ er be»tt§t(od ou<^ {!4 b^bt.'' 

nnb unfet IDi^ter »kb an biefer Stelle ft;rif(| : 

dl rtibt fein C^ctt in feinem streben, 
Unb obne Streben i^ fein Seben ! 

6fin bcetifAel streben \ft fein ))0etifd)e« lieben nnb tt>irb ibn bcffentfi^ nod» bnrcft 
man(be J^racbt erfreuen! Z>ie doncevtion biefer et>ifdien 2)i(btun9 ift einfadi unb 
ffar, bie ^anb(un(^ fortfc^reitenb unb bie %exm (^efäOifl. Sir börfen erwarten, 
bo§ gu ben reinen fReimen, (ebbaften Serfen nnb (tef(bma(fD ollen 9i(Dem ficb über« 
afl au(b eine fiebere unb (^en»anbte ®pra(be gefeilt ba eben ber S)i(^ter ein Ürebem 
ter, fein fertiger, ein febenbiger unb frifAer, fein wrileinerter unb »elfer ift; »ij 
dürfen ferner ern»arten, ba§ er in @id)erbeit ber ^orm unb in 9lei(btbum bed 3n« 
boft« immer fortftbreitet , ba er immer tiefere ®ebanfen entmirfelt unb »abrbafl 
menfcblicbe (SJeföbie in ©orte fleibet; bann vor Slflem einen freien ®eiil geigt, ber 
ibn ani jeber ®efangenf(baft befreit, bie irgenb eine ^Awlt ober Jtirc^e, irgenb 
fine (Soterie ober irgenb ein <9^rif!e9tribuna( ibm anfeaen würbe, ba er gu feinem 
!?rlfben ftrf» von aflen ungehörigen ffinffüffen unb JRiitfficbten Io«ma*t nnb n«(b 
eigener Sßfife fingt, wie'» ibm ber $(ugenbli(f eingibt unb ber ©eifl, ber in ibm 
lebenbig ifi. 

(IIberfe!b. Dr. €!. «« 9»« Atnfe« 



9lcue ©d&riftem SSon Stöbert 5Jruft^ 3tt)e{ »Änbe* ^aUt, ®. 
S*n)ftfdS)fe'f*er ffierlag. 1854. 

£)ied !8u(b f(b(ie§t ficb fowobt &nfierIi(B Wie innerti^ ber Gammfung „Heiner 
©Ariften" an, wefAe 9lcbert fPrufe, jeftt befanntli* fPrjjfejTor in 4c»aße, 1847 ber^ 
ausgegeben Ui. ®(ei(b jener früberen Sammfung entb&ft au(b biefe eine 9(ngab( 
ucn $luffäfefn, wefAe fcbon früber in 3eitf(briften unb gwar bie«ma( namentfirf» in 
Hm von 55rut fetbfl hti g. 91. ©rorfbau« in ?eipgig erfdjeinenben „bentfAen 
IRufeum" abgebnirft waren. 5^aft obne 9lu»nabme finb fle inbeffen in ber Art er* 
witert unb umgearbeitet, ba§ ^e filglicb für neue 5lrbeiten gelten bürfen unb bag 
mcfi bie 5?reunbe be« beutfcben SWuf^eum« f!e mit emeuetem Sntereffe wieber gur* 
5anb nebmen fönnen. Der Snbaft ber neuen €(briften gebort ber beutfAen Site« 
atur^ unb duitnrgefAiAte an. $(uf tiefem (Gebiete ifl $ru^ eine ber erften $ltt< 
crftdten unb namentliA a(8 Siteraturbiflorifer wirb er feit feiner ®ef*i(bte be« 
S6ttinger Dicbterbunre« unb nocb mebr »ielleidjt feit bem drftbeinen be« erflen 
Banre« fetner ©efcbicbte be« beutfcben 3oumafi8mnd mit 5l(btung neben Oeruinu« 
lenannt. Die üorgngdweife' journaliftifcbe 3:bätigfeft bat ben 9lrbetten biefe« \>tt^ 
»ienten ©«ftriftfleller« feitbem nocb eine etwa« anbere Haltung gegeben; biefefben 
poIIen je^t üorgug«weife oon ber Seite ber fcbönen, ja gfängenben Äform betrautet 
ein unb wenn wir un« feibfl no* reAt wobi erinnern, wie SWanAen früber bie 
irfifterett literarbiflorifAen ®erfe Don OJru^ gum ©tubium biefer gBiffenfcbaft an* 
egten, fo muffen f!e in ber eleganten Rorm, in ber ber ©erf. feine ©tubien mt« 
rjt bietet, noA ungleiA mebr bagu beitragen, ba« 3nterefTe für bicV SBiffenfAaft 
u ^verallgemeinern. SBie inbeffen $nt^ noA immer auA bie 9SiffenfAaft beträd^t« 
[d^ an Sn^alt gn erweitern nnb in ber fi^dnen gorm einen tüchtigen Sttm gu 



816 9eiirt(ei(tinfi(n mtbfttrie Knseigen. 

bieten \tthi, tfi€ leigt util fodfeid^ bic erfte umfangreiche 9(6b<mMitng, ttdit bn 
betttf<(»en 3ournaU«mul, feine Sergangenbeit, feine SBirffamfeit unb SInfgabefir 
tie Sufunft bebantelt. (Si mbd^U äbetpau))! fcbmer fein, Itterarbtfionfd» ^iv- 
* f^ungen bem $(uge M IBeferd febbafter unb anfcbaulidber al# in tiefem Unflate 
oorgufubren. 92d(bftbrm bat und bie 9bbanb(nng über ^einc am beften flffaOa 
tt>el(be $ru^ ^ber fterbenbe $(riflopb'^nei'' äberfdyretbt. jebo^nur um aU Ai\i\k 
$bilologe unb geifboOer beutfcbei ^ritifer in einer $erfon gu geigen, Ui fyxat 
ben 9lamm eines beutfcben '^riftopbaned nur nacb ber $(blettung tti locus a noo 
Inoendo oerbient. Unter ben übrigen Sluffäfeen beftnben fid) fotcf^e über Ul Mt 
f(be OSolfdtieb, über Bdnütfi Sötte, über £)idster unb aRobebic^ter unb (ine ^ 
rafterifttf von ®uftao 3uliu«. Sßir emt>feb(en m S3u4 ber gefenxit auf M« 9(ft 
unb n>unf(ben bem S^erfaffer, ba§ er mit SuH unb obue Störung binfcrt aufm 
^ahn fortf(breite, auf brr er nun f((fcn feit einer nic^t unanfe^nli^^n 9tntK ^ 
3abren ebrenvoQ einbertritt. 



}ßv0Qvammenfd)^n. 



Friedrichs des Grossen Verhältniss zu Garve und dessen Ueber- 
setzun^ der Schrift Cicero's von den Pflichten nebst einer 
Betrachtung über das Verhalten der Schule gegen die Ueber- 
setzungen der alten Classiker von Karl Eduard Bon- 
nell, Director und Professor. Berlin 1855. .Programm 
des Friedrichs- Werderschen Gjrmnasiums daselbst. * 

Unter ten ja^lrcic^en Bä^uipxe^xammtn, Die afljd^rU^ erf^einen, ifi t)ad vexlitf 
genle De« ^errn £)ir(ctor ^onntü gemtg ein« t)er fettenden fitt, (Id verbindet nämH<( 
auf eine Uebendmürtiige unD gefc^icfte 9Betfe Die aitclaffifi^en ®tuDies mit Der neuern 
Deutf^fen IgitcrcUur unD verpflichtet fo beiDe, Die altc(af|if<(en ^l^iiologen tt>ie Die 
jermanifc^en, glei^ fe^r ^u ftnerfennting unD £)anf. dfr mtrD Danach für Die Sefer 
^e« Slrc^iD«, Denen Diel Programm ni^t 8Ugängli(|i i^, Don großem Sntereffe fein, 
Den Sn^alt Deffelben audfül)rli((^ tennen m Urnen. 

X)ie wieDert^oiten l^obfpräc^e Ded gro§ten ^büofop^^n unter Den itönigen aber 
K)n ami Cic^ron unD befonDer« über Deffen Offtden erregte in l^o^^em ®raDe Die 
ftufmerffamfeit Ded SSerfaffer« unD Den ffiunfd?, Die näheren Se^tebungen gu 
rrmittefn, in welchen Der gro§e ifdnig gu Diefer 6(brift dicero'd geftanDen unD »a« 
tfn au einem Urtt;ei(e Deran(a|t ^abe, ml^ti felbft Da« Der eifrigften ^nbänger 
Eicero'« unter Den 9l(tertbum«freunDen »eit übertritt. Sei Diefen Unterfu((»uugen 
vurDe er vcrjugemeife auf Den je^t fdft gang Dcrgeffenen $opuiarpbilcfopb<u au« 
>tx jweiten •Hälfte De« vorigen Sat^rbunDertd (Ebriftian ©arve geführt uuD erbieit 
lUd Deffen Briefen manclien intereffanten ^^(uffd^iug fowobl über fein 93er^ältnii gu 
^xit^xi^ Dem d^ro^en, ol« aud^ über Die literarbi^orifdl^e SBurDigung Der Dnr<( Den 
tänig Deranta§ten Ueberfe^ung ®arDe'd Don Dem genannten Serfe (Eicero'«. 

3lad^ einigen turjen Zotigen über Garoe'« Seben (er ift geb. gu Sre«(au am 
'. 3anuar 1742, geft. 1798), SebenlDerbaltniffe , etuDien unD greunDe ((Ebri« 
tian^geHsSeige, IRcia, dollitofer, a»enDel«fobn, epalDtng, mcc* 
a{, Sieger) »irD tl^eil« nac^ Der Siograpl^ie ®an)e'« Pon ©^licbtegroU, 
auptfäc^lic^ aber au« Den Originalqueflen !^Ue«, »a« auf Die Ueberfe^ung Der 
knieten Segug f^at, gn einem anfdl^autidiKn SitDe aufammengefleat. 

3n einer Der UnterreDungen, Die Der Äönig (Sinter 1778 — 1779) mit Oarve 
u Sre«iau (atte, forDerte Derfelbe ibn auf, eine mft Slnmerlungen berei^erte Ueber» 
(^ung Der €4rift dktxo'i Don Den $fli(bten gu unternebmen. SRit gro§em SeDen« 
m ging d^arve an Die $(rbeit, unt n>enn ^err Dir. Sonned Dabei Die rügenDe Se^ 
lerfung nicbt gurücfbält : „man mug bei Der6cl^neaigfeit, mit Der gegenwärtig Die Ueber« 
'jungen Der alten (^laffiter angefertigt merDen, entmeDer über Die ^cbmerfäfligfeit unD 
einlid^e ®en>iffenbaftigreit )ener 3eit oDer ü^er Die ^iüd^tigfeit unD Den li^eicbtjlnn 
tx unfrigen erjtaunen'', fo fann man einmal Da« befannte tempora mutantar \)tx* 
eigieben, aoDererfeit« auc^ Die Stbatfacbe, Dag Dief meiften Ueberfe^ungen gan| 
»Deren Smpulfen aU Die d^aroe'f^e ibre dntftebung oerDanfen unD nur fei;^r 
«nige eine fo lange 2)auer unD fo weite SSerbreitung ftnDen, a(« jiene. ®ai?be 
>ar übrigen« gu Der 9(rbeit wenig ober gar nid^t oorbereitet« )6ie« eiuerfeit«, Dann 



318 9t0gTasscaf4aH. 

Me Unh^amitH, ntt »d^ec er an He «rbeit ging, IhtpMdft €4»ä4e val 
fttiliilf an^ ric grefe Eorgfalt nnr OcwitKn^ftigtctt, mit (er et arbeitete, bewirf« 
ten , l^i tit Uebetfe^nng not fe^t langfam fortfibntt. 9{a4r gnni(li<^et nnb fcrg; 
falttgfter SIrbett, na^ Maniit||fa(^en 6turien, (ie et in S5rr«laii, fßtxiin uüV itip* 
|tg Ma^te (an le^tetem Ctte, «nni an4 befonreti von ^etm ftfelang in ^bfit^t 
auf ^prait^tid^ttgteit" Seifkonb |u erbalten) , erf<bien en(li4r noc^ vor SIblauf iti 
eommer« 1783 (er er^e ibanb, loel^er tit Ueberfe^nng enthielt, gegen (lu(e te« 
3abre« baa Uebrige. 

£ro( (et itlage be« Set(egerft übet dnfkrß geringen 9lbfa| erf^ien no4» in 
benfelben Sa^re (ie 2. %ufl. ; im Sa^n^t 1787 tie (ritte, 179t (ie vierte iHudgabf. 

jDie le^te »nr(e von (S^arve no<b einmal forgfältig überarbeitet un( nady \tu 
neniXo(eno<( IweiSlal, 1801 nn( 1819, abge(ru(ft; 1802 in SBien na(bge(ru(ft. 
^ert Tonnen vei| feine Uebetfe^nng eine« alten itlaftifctd, loeld^e häufiger aufge; 
legt »dre. 

e. 8 t^tlt ber ^en Serf. (ag 2)e(ication«fi(retben dkrve'g an Bt, aRajefldt 
ben Uvuig mit, ebenfo (ie anerfennenre Antwort (e« itonig« un( mehrerer 6teQen 
an« tarieren d^arve'« an ^ennre übet (ie Ueberfe^ung. ueber (releftlbfl nrti^rilt 
er, (a^ fte in >ct 2:bat mei^et^aftfei, «ennglet<( fie n>egen ibre« ÜKan^ 
geU an Sotttrtne (en ürengeteH iSnfotHetnngen (et heutigen ^\)U 
lologie oeniget aU fpätet angefettigte genüge. 

Itx \dfiuit (ie interefTante 9b^an(lnng mit einer fur^ unb tnap}^ abgemeffe; 
nen, aber, «ie ft^^ etwatien Id^t, gtün(ltJb<n (Ebataftetiftif (et Ofticien (£iare'd. 
11n( in(em er rem UrtbeiU (e« großen üontg« über (ad moraCspbtlvf(pbt)dK 
SBerf (e« großen [Ke(ner« nur be(ingt beiftimmt, glaubt er, „(a§ an^t (et Sirbe 
|ut ^eibeit, (ie grie(ri(b an (em gro§en 9le(ner )(bä]^te, gera(e.(er vornebmm 
^tanrvunft, oeliben fEicero in feiner $fli(btenlebre einnimmt, in(em er (ie ftttii« 
4Kn Obliegenheiten fttti von (et ^dbe eine« etaatamanne« an« bettai^tet nnl 
nbetatt (en in (en bödl^^en €taat«verbältni||en erfabrenen SXann geigt, — (a^ 

Seta(e (iefe glei^^fam fönigticbe Betrachtung einet Sebre, (ie fon^ nur von 
:beoretifem be(Kin(eit gu ver(en pfitat, (en großen üöntg fo fttt*(a« Si^erf ein« 
aabm, (a§ er e« für (a« be^e erflarte, »elcbe« über (ie Sittenlehre gef<brteben 
»et(en tonne.'' 

2)er gmeite Zf^tä (et 9(b^an(lnng befpric^t, »ie fc^on an« (em Ititel bervor« 
gebt, in audfübrliiber SSkife (en Sertb «n( Unwertb ber aKaffe von Uebetfe^angen 
nnb fc^lec^ten ^ülf«mitteln, (ie ^entgutage (em e<bület f0 woblf^ü geboten n>er(ett, 
(a| er, er mag woOen, o(er ntcbt, (ie ^n( (arnac^ auajtretft* Diefer ^e^fiu 
^ant liegt aber gang au§erbalb (er ®rengen (e« Ülrcbiv«^ Docb »iO t^ (ie eine 
^metfnng nt<(t guröifbaUen, (a§ (te gange ^bbandung, fo »ertbwQ (nr4 ibre 
gtün(li(^«|4Kirfe tibfertignng (e« lei<btfertigen JPrd)»aration«« unb lUberfr|^ungMon« 
(er«, fo bea(||ten«wertl^ wegen (er forgfdltigen drndgung (er €lefabr nn( Slb^ölfe 
(erfeiben, (o<b in (em le^teren $nnfte gundtbfinur für (ie Berliner Scbnien, cm 
überbaupt für (ie grö§eren etü(te €^eltung bat. 2)a« beße O^egenmtttel ml 
übetaa ein tüi^tiget, um(icjtiget, (ie Älaffe («Oig be(^erfi^en(er «el^rer fein. 



!X)ad aftefle !£)rama in 2)eutf(^lattb; ober bie Somobien ber %onne 
^xotiwit\)a t>on ©anbetd^eim, uberff^t unb erläutert 9on 
3* »enbfrem ©rfle Raffte 1850» gortfe^ung unb ©cfjluf 

^ ._. 1853* Programme beö ältonaer O^mnaflume. 

^ert BenHsen, SDirector (e« d^i^mnaflttm« gu Sltona, bat fid^ bnr4 (crlit« 

Senbe Ueberfe^ung un( drlduterung (er frcb« (£om5(ien (er berübmten !Ronne von 
l^an(er«^eim ein unbestreitbare« 93er(i(nft erworben. ($r ^at (iefe vietgenannteo, 
aber wenig gefannten, fafi gang vemad^läfrtgten, no4 nie voflfläavig in« 2)eutf(bt 
üSetfe^ten /Dramen gitm erften SRale uberfe|^t un( (urd^ (Einleitungen ur( ftnmen 
fangen (ie 2)i(^teriu je(em @ebil(eten gnganglic^ unb vcrftdnblic^ gemai^t^ 



$rogrammc;nf^aii. 319 

3n ntnr^n 3eU f^^itt auerfl grei^tag in feiRct iDiRcrtation : De iniüit 
soenicae poesis apnd Germanos, Berlin 1838 ouf tte 3^crna(^lä||igung unt» ^a« 
faß uoaftänDtge aiergtftenfein Derfdbfn aufmtrrfam %tmadft; im Satire 183tt folgte 
tann tcfitibtn ^abUitatton«fd[^rift nu ^re«lau: De Hrotswitha poetria, in mi^x 
Der ^rf. über Seben unD S^rtftcit Der £)t^terin sientUd^ audfu^rlici^ banDelt unD 
am ^d^luffe eine Der <iomöDien, Slbrabam, im Originaiteste folgen lägt. 

gafl ein 2)ecenmam fpäter fanD Die £)id)tertn aa ^mi ^ran^ofen, (S^arUd 
^agnia nnD ^f^ilar^te d^aiit^, begeiferte iSobreDner, wie fie Deren ja sumeilen 
[c^on in fniberen 3titen auc^ in 2)eutf(^lanD gefünDen b^t. 

•&err denDijen iß nic^t gewillt, in Da« ungemeffene l^ob Diefer Scanner ein^u« 
jtimmen. dr wiü Die dom^Dien aud^ ni<(t na(^ if^rem äftbettfd^en Sertbe allein 
betrachtet nnD abgemtffen wtffen; ed ifl ibm mef^r um Die 'jluffajfung unD üxUntiU 
niB Der dinflüffe „U9 DerwanDten (ird^ltcben unD 9{attonal4aratter9 auf ibre SDar« 
fiellung" m tbun. Ueberbaupt ifi ein maglofed ^enunDern in folc^en 2)ingen, 
Die fo fernab liegen. Die fo Derf((»ieDene @eftd^tdpnn(te aulaffen, immer mi§li<(; unD 
man fann nur btaigen, Dag Dor Willem juerß ein grünDlic^ed ä^erftänoniB erhielt 
unD gewonnen werDe. 

ibk Srage, ^ welcliem 3we(fe Diefe dcmoHtn eigentlich gefc^rieben feien, ob 
fie Den 9lonnen nur yn erbaulichen Seetüre t;abe Dienen f ollen, oDer ob ibre fceni« 
fcbe £)arfhflung beabficbtigt gewefen, ja ob fie wirflieb aufgefübrt worDtn feien, 
bringt <&m ^enDisen nic^t gur drleDigung (6. 13 Ded erften Programm«, @. 
49 Ded ao^eiten), Docb fcbeint if^m Die IDic^terin an manchen 6teQen nic^t unDeutlid^ 
dlücfjtcbrattf eine wirfli^e ^uffüf^rung genommen gu baben. di \}t fc^wierig, ja 



obne beßimmte ^eweife unmoglt^, eiue (IntfcbetDung ju geben. Die alle iBeDenten 
unD 3i)>cif<^ t^<^be.. hoffen wir, Da§ bei Dem regen (lifer , Der in Den legten iik\)xtn 
geraDe Diefem Sa^tbURt^«^^ ^^^ fa^fMci^tn ilaifer unD Der lateinifcben 45oejte Diefer 



Beit fid^ ^ugeweuDet b^^ unD Der in Der politifcl^en ®efc()tcbte fc^ion fo reicblic^ 
grüct^te getragen, aucb Diefed nid^t gerate töHig uncultioirte, aber Doc^ nocb lange 
nietet forgfälttg unD umfaffenD genug beßeflte ^elD Der S)ic^tfunfi jener 3<it balD 
feine ienügenDe Jöearbeitiing ftnren werDe. — 

^ie Ueberfe^ung ifi in turnen Oleimpaaren abgefaßt ju Dier Hebungen mit balD 
männlichem, balD weiblicf^em 9leime. „S)ie freien Oib^tbmen Der ä^erfaJTerin'' b^t 
Dabei Der Ueberfc^er, xoit er €>. 14 Ded erjien Programm« fagt, „in Dad (dewanD 
unfered 9lürnberger »J^etflerfängerd einjutleiDen fic)^ erlaubt/' ä&arum Doc^ Diefe 
gierlicb'fünfitlic^e ^Benennung für eine fo allgemein befannte unD alt(^ergebracbte 
©ac^e? 3n t^^n gweiten Programme tommt er auf Diefen @egenfianD nocb einmal 
gurüct unD bebanDelt namentU^ Die grage fpecieQer, ob Die ^prac^e Der .^rotewitba 
$rofa gu nennen fei, oDer xck Die frana^ftfd^en ©elebrten ed Durd^aud woUen, 
gereimte $rofa. dr entfdS^eiDet ftc^ Dafür, Dag ed eine ä^ermtfd^ung unD 9)i(tteU 
gattung oon rb^tbmifct^ gebunDener unD metrifc^ ungebunDener €)pxaä)t, äbnlid^ Den 
tRecltatiöen mancher Oratorien unD Dielen Partien unferer moDernen Operntejte fei. 
Dag wir ibre fpracblicf^e 2)arßeilung ebenfowenig Der $rofa aU Der ^oefie au»fc^lieg« 
11^ bei^äblen Dürfen, fouDern beiDen gleic^mägig ober feiner oon ibnen. 9){ir fcbeint 
Docb/ M wäre Dad gu oiel bebauptet. <ld lägt ^ä^ nid^t leugnen, Dag ftc)^ Der 
®leicb!lang am ®((flu))e Der SBörter, ein me^r oDer weniger genauer 9leim, gar 
oft flnDet, ju oft, um nid^t auf Denfelben aufmerffam au werDen. i^onnte nic^t 
aber. Da fl* nirgenDd nadjweifen läftt. Dag Derfelbe abftt^tlic^ beflimrate metrifcbe 
[Reihen abfcf^liegt uuD DerbinDet, Dag er an befouDeren, geeigneten SteUen gur i&Xf 
jeugung eine« bcjlimmten (SinDrud«, toit Da« j, ©. ©t^tUer fo meifter^aft oerftebt, 
angewenDet ijl, aud^ unabfic^tlic^} mugte nic^t Ui Dem 9letd^tbum Don ®leicb* 
flängen in Der röm. ©prad^e, bd Der jtc|)erlidS> grogen OewanDtbeit im ©ebrauc^e 
Derfelben eine SKengc Don JReimen o^ne alle Slbftc^t, obne beftimmte 9legel uuD 
jtunfl ftc^ einfinDen? Slber weDer gereimt, noc|> rb^tl^mifcb mocbte ic^ Die 
©pracbe nennen. Slud^ ^ier mug nad^ grünDlici^cr Unterfu(^^ung bie (£ntic^eirung 
Dorbebalten bleiben. ^ 

£)ag aud^ Die SJorreDe Der 2>ic&terin unD ein iBrief Derfelben in furgen SJerfen 
gegeben i% mac^t einen titoa^ unangenehmen (SinDrucf^ man fü^lt fic^ unwiUfüdid^ 



320 fprogtammeiif^att. 

an Mt mä) fRtdtxti fßox^an^t ^eut ju Za^t ^fieri Dcrnommtne Statoinesiiotiit 
erinnert. « 

%n Ut Ueberfej^uitd, He fld^.gnt un^ flle§enb (efen Idft, an ^en %mtM 
gen bied unD jene« mafein $n »oUen, würoe Ui Um Ser^if nilfic^en M ganjm 
eac^e Untanf oerrat^en. £)ad üinaige, »a« nn» 9lott) it^ut, jeren ^rettigen em 
gn^eifeUaften $unft grüntH^ 8U erledigen, tfi eine t)t))(omatifd^ genaue {nti|((ie9B<i 
gäbe Ui Original«, unt man fann nur n^ünfc^en, ta§ eine lolc^e xt^t M^i 
S:age geförtert werte, ^dtte t>ad @(^i(f|al ed ni(^t anferd gewollt, nio^te ebne 
3n>etfel woM S^e^tag Hefem fühlbaren ^eDürfni§ ab^ebolfen l^aben. ä^UQ(id}t bc 
fl^t UV ^erfaffer aRu§e unD SDlittel, nac^ ter oerHenUlid^en Seiftung für Da« # 
tete fpubUcum aud^ tad geief^rte Sntereffe wal^rgunet^men. ®o i^tci titi möüliit 
ifl, [ei er hiermit freunMi^ft Darum gebeten. 

Dt. efa^fe« 



*4Jro8ramm ber JRealfc^uIc ju ©tralfunb^ Setoäge gut 6^aralteriiiil 
bee $aul 2ouie Sourier, \)on bcm 3)ircctor Dr. {Rif^. 1855. 

9nfnä))fenb an ein in Den dcTermann'fclien d^efprdd^en mitgetbeifteS Urt|eil 
®ötf^e'9 über (Sourier, weiche« beiläufig gefagt, fo wenig Deutfd^ ft^liftrt \% H ti 
Hingt a(d fei ed au« Dem {^ranaöftfcben überrej^t, fprid^t Der 3}erf. l^en äBun[4 aui 
Daß Diefer ^cbriftftefler, Dem er mit Stecht eine gre§e ^eDentnng guf(brribt, m 
Sebrern Der franj5ftf(^en ^pxad^t in S)eutf4(anD mebr beamtet werDen ncditr 
ald Died bid^er gefdbeben. Sollte Der SBerf. Da unferen (j^oflegen ni(bt Unitäst 
t^un? £)ie gebraucblid^en $anDbti(|er Der $!iteratur ^aben fämmtlic^ SnK^jtöift 
and feinen ^d^rtften aufgenommen, unD wenn er au4 nid^t auf Soften anmn 
wid^tigerer ^dl^rififtefler in Den S^orDergrunD geDrängt wirD, fo uberfcblagni tel 
gewt§ weDer ISc^rer no4 ^d^üler bei Der IBecture Dad näc^tlidS^e Abenteuer in 6)' 
fabrien. S)a§ man übrigen« fcfion aud Dem üon SRager unD 3Deler S^tititcMn 
ein xtd)t lebenDige«, roCl|tänDige« SilD von (Courier befommen fann, bemtM^ 
%erf. felbfl DaDurcb, Dag feine (Zitate ftc^ innerbalb DiefeS ^xtifti i^alten. 

$11« bumoriftifd^er ecbriftßefler wirb dourier mit 3ean $au( t^ergiü^en v^ 
a(« ItnterfcbieD unter ^nDerem angegeben, Da§ (Sourier al« Offtcter Die SSelt grfeixi 
^abe, ^tan $aut auf einen engen Jlrei« befcbrdnlt gewefen fei. d« erf(b»nt bb^ 
aber geraDe c^arafteriflif^ an dourier, Da§ er nur Den fRod De« Dfftcier« getragc&i 
nie aber Don Dem J^rieger« oDer ®tanDe«geifie Deffelben befeelt gewefen ift, üi tt- 
wat^rte feine Originalität unD bilDete feine bumorifllfd^e IDarfleHungdgabe ssi. 
tro^Dem Da§ er Offtcier war. dourier'« 6tuDien De« flafflfc^en 9(ttertbum«, jtm 
Slbatigfeit für Läuterung unD 9$erfiänDni§ Der ZtiU werDen eingebenD befprp(^i; 
Docfe jcbeint un«, b«tte Der Sßerf. mebr ®ewi4t auf Da« dourier gana digentbäii^ 
liebe legen muffen. Dag er Den ^eroDot geraDe in Da« 9(ltfrana6flfc(»e übrTJt|it. 
«tat man Den ^eroDot De« dourier »or 5lugen, fo ftnDet man e« gerechtfertigt, »i 
Die franjörtf^en giterarbificrifer grotffart Den franaö|lf*fn ^eroDot nennen. U 
fadenD ift e«. Dag Der S^erf. Die lAbweifung dourier'« oon Der $ltaDemie gar oii^t 
erwäbnt. 

dourier'« gjorliebe für 9laturf*ßn^eiten unD Die eelbPäuDigfeit feine« Urt^iü 

finDen gebü^renDe SSürDigung. ©e^r ju beDauern ift — Der SBerfjffer ftiuirat dej 
elbfl Darin bei — Dag dourier al« politifd^er ©d^riftfteller nicbt au^rubrlit^ft ^■ 
^anrelt worDen iftj e« wäre Die« nitbt allein eine an^iebenDe neue ©eite, iwWf 
aWager unberüt>rt gelaffen ^atj Der SJerf. fd^eint bierfür aud» befonDer« 33enif JJ 
^aben: oieOeicbt befcbenft er un« mit Der ^oi^tfe^ung feiner Arbeit nac^ Diefer 9li(ft' 
tung in günfiigerer ätit 

• 1>* ^« 



$rogramiitenfd^att. 321 

Programm ber 65ciKenf(^uIc in DIbcnburg. SiUranber JBtnet 
über bic Aufgabe bcr ttjeiblic^en S3übuna »on bcm 3lcctor 
Dr. Äönig. 1855. 

2)er Serf. hat 8e{ fdnem 9(nfentba(t( in Saufanne tie Stttme iQfnefd fennen 
gelernt un( Don tiefer eine „Notice sor l*^ole superieure des jeunes filles k Lau- 
sanne, par M. A. Vinet, lue it la sod^t^ vaudoise d'atilit^ publique dans la s^- 
ance du 26 ayril 1842 erbalten. SDiefen intereffanten ©eridjt über Die jur »Bilfung 
tücbtiger (frxie berinn en errid^tete $lnfta(t überfe^t Dr. iltcnig unD be^^leitet ibn 
mit einigen »nmerfungen , tit fi* auf unfere feutfcben, gum Stbeit aui nur auf 
t\t olrenburjifd^en ettx fperieO perfönli^en SJerbältniffe De« SJerf. be^^ieben. Die 
Ueberfe^nng, rie wir bed ®egen^anre« wegen nid^t Aflein aOen an $0d)terf6u!cn 
^rbeiteuDen, fouDern au4 SRüttern unD namentitd) tenen empfebien, t>ie für ibre Jiin^ 
tier frangoflfd^e (frgieberinnen fudS^en, lieft f\6) ftüfflg. ®ie mit tm Originale $u 
t^ergleidyen, bitten wir feine ®elegenbeit — Der ajerf. fagt nidi^t, ob SBinet'8 »Auf* 
fa^ germcft oDer SRanufcript ift — ; wob! aber bitten wir in tiefer 9}erg(ei(bnng 
Da« ©eDürfnif, U t>n »erf. ouf ©. 24 ein gragegeid^en te« 9lid)t»erfläntni|Te«, 
nicbt aber v>\t an anderen ® teilen^ gnr driduttrung, Un franidjifcben Slndtrucf 
eingefc^altet bat. 



Semcrfungcn gur ZtxMhxtit einiger ©teOen in S^affpeare'« 2)ra* 
men \>on ?13rof* Senbircn, Slector* ^Programm ber 5pi6ner 
©elebrtenfcbule. 1855, 

3n ber dinleitung p tiefen fe^r intereffanten Seiträgen pr drflärung 6bnf« 
fpeare'd erinnert ter äJerfaffer an ben bellagen^wertben ST^angel einer eigent^ 
lidjen autbentifcben Stejteftüberlieferung, welcbe ficb »on ren (Ititionen te« 17. 3bt8. 
lai ^orrecbt Der dntfcBettung erworben ^ätte, unt weift tabei auf Die be tannte Xbatfacbe 
bin, ta§ tie ilritit beim Siterfprud^ ter alten ^olio« unD Ciuartaudgaben mei^ 
{tend gu inneren (S^rünten ter dntfcbeitung ibre 3uflu4t b^t nebmen muffen. 
3weifelbaft bleibt e« tabei nun aber no(b Kbr oft, ob ber SDic^ter aucb ber in 
9tete ftebenben $erfon ein fad)gemd§e« ter^änbiged SS^ort bat in ben SRunt legen 
wollen iint ob' er niibt tieHeic^t gerate abfid^tlicb einen albernen, finnentttellenten 
^)>ra(bf4ni|ier gewäblt bat. ^r. Sentisen giebt nacib $(nfübrung einiger febr 
)pa\}mx> gewäblten SSeifpiele (Merch. of Venice IL 2. Launcelot: I will try con- 
clusions ft. confusions; K. Henry VI. P. 2. IV. A. Sc. 2. Cade: And thereby 
18 England maimed oter mained. u. a. m.) gu, ta§ flcb tie ^rage nicbt in allen gäU 
len bi» gur »ofligen (Soiteng entf(beiten laffe, unt tie dntfdjeitung and? nidjt gerate 
immer \>s>n groger SBicbtigteit fei; ter.3$erf. fprid^t inteffen fcbürgücb febr ricbtig 
tie einriebt aus, tag tie gange %xt ted bei tem 3)id?ter fo üblicben Sort« 
wi^ed eine mebr eingebente ^ead^tung tertiene, als terfelben im allgemeinen bid? 
ber }u 3:b«l geworten ijt. Slu« tem Sntereffe an tiefer grage, weld^e ter 3Jerf. 
böcblt befd^eiten mit tem $räticate gelegentlicher Semerfungen belegt, ifl 
tie nun folgente 93etrodS>tung bertorgeganjen , Weldje und übtx tie fogenannten 
'Wunders' bä ©baffpear« ffbr guten «lufl^lug gewdbrt. Der SBerf. weift tarin 
gtttorterft in audfübrlidjjer SBeife na*, tag ter SDid^ter tiefe eigentbumlicbe 3lrt 
teg SBortwige« au« feiner unmittelbaren Umgebung unt ©cgenwart genommen babe. 

SDer dinflug, welcben tie normdnnifcbe Eroberung rücfficbtlicb ter Spradje 
ausgeübt bat, wirt furg angeteutet, unt ed beigt tann weiter: „9licbt wie in ten 
alten ßulturldntern unt bei ten germanifcben ©tdramen, tie P<b nadb ter JBölfer* 
wanterung tort nieterliegen, — wurte bier ta« aflmdblige, faft untermerfte unt 
unwiüfürlic^e ©erlernen ter SKutterfpracbe ter langfame Seg gur Slneignung 
einer neuen . ©pradj^e mit einer bii tabin unbefa unten (Sultur. ilrdftige 
anfange einer tielfeitigen öiltung waren im ßonte fc^on tor^anten, unt tie alte 

«rcbi» f. n. epta^tn. XVn. 21 



$2S 9T0graiiimenf4a«. 

^aä^ftnfyraä^t hiUh im ®anj(n tiittoergeffen. %f>tt mit einemmal fehlte i^rn 
taufend ^äOen Hi SBort, oft felbjl für Die getingfügiaften ®eg(nftdnDc, um üdi 
mit ^InftQiiD öuSjufprecfceit. JDenn nid5>t He ^emn uut Sirger wonn c§ ^w 
gitnä^ü, n>{e bei jenen Solfern t>er romanif((fen Qm^t überall, ^ie nad) SRao^gadt 
eine« wirfli(^ empfundenen Seturfniffe« fidb herbeiliefen aur aOm&^ügen Scrtaiu 
fc^ung ted eignen SBort« mt Itt eignen (Sprache mit ber fremt)en; ^ie iBefiegta 
tie Untergebenen waren ee »ielme^r, bie fiid beeilten unb breifem muffen, übmll 
(er bie fremben SBorte auf^Ubafe^en, um nur felber eined SBorted oon &itrn in 
neuen ^ad^tbaber unb eine« Serfib^d mit ibnen geu>ürbigt$a werDen. Unit \c 
blieb benn aOerbing« fa(i ber gange ®runbj}od unb Stoflen bev angelfäcbfiftto 
Sprache im Sanbe, mürbe aber von jener 3<it an überbaut dos einer Bä^\&t, 
unb burdiibrungen Pon taufettb Slbem eine« burd^aul fremben 9RetaQd. Kud tw 
fem äRetoa aber prägten unb münzten bie melfd^en «Sperren be« ISanDed, gunadijt 
au«f(tlie§li((, bann fe^r lange übermiegenb, für ibren Serfe^r unter einanber, naifc 
oben unb nacb unten. Unb SIQed nnb 3ebe«, ma« f!(( im SRunbe t>ed SolfS aü 
(offäbig unb b6fli4, ald fein unb t>omebm, ja nur al0 gebilbet nn^ ftäbttfd^ (« 
normännifcften 9bel unb dteaiment unb bem neuen fflefen ber Qtit empfeljten voOtr, 
mu§te in ifurgem aud biefem SHetall geborat,. fpäter menigflend mit Neffen ^m 
xtii oerfe^t uuD mit beffen Stempel ge^eiapnet fein. Unb ta9 ^innb bt« |tt ta 
Wörtern M gubrmannd auf feinem ifarren unb bed S3auem binter feinem ^^ 
^fitbin mufte ba natürli((^ ber alte $au«rat( ber 2Rutterfprac(>e fortan au« ^n 
ilreifen felbft bed bürgerlidiien gebend faff Pdflig perbrängt, unD aufd S)orf nntc 
bie Säuern Permiefen, unb mit einer gang neuen ^udfleuer pertaufd^t »eiten. 
S)ad mar fein Serbältnif unb fein Söanbel, mie bie übrigen, Ht romanifc^en, gff- 
manifcben unb ffanbinaüifcben , Sänber unb Sipffer duropad benfelben fon^ etv: 
im Mittelalter ober in neuer 3Ht mögen erfahren b^bet). Jlein SS^e^fel etma mti 
^ialectd ber gemeinfamen SRutterjpracbe' mit bem anbern, feine ^ntmxddni 
einer gemeinfamen €4riftfpra4)e aud Pielen, oerwanbten 2)ta(ecten, feine 
$au«genoffenf(^aft gmeier in einem Sanbe, aber in gef^iebenen ilreifen, m 
einer berrfcbenben unb einer gefnec^teten 9{ation guglei^^ gefprod^ener Spra^ti. 
feine Einübung unb Slngemdbnung einer befdl»ränften angabt oornrl^nier ^kim 
— ponr devnlgaruer la langae — nad^ ber l^aune eined medt»felnl)en ^ktu^t- 
fcbmacfd. UnenMi(( oiel grdfer, ald in Pen beiben erflgenannten fällen, mar m 
urfprüngli^e Slbftanb ber ®egenfä^e; nnenl>Ii4 )>ie( reifer unb burdi^greifenrer oü 
in Den beiben gutej^t genannten fallen, mürbe bie Sereinigung uuD we^felfcitije 
S)urd^bnngung jener beteroacnen ülemeute gu einem (&\\%, gu einem Sl^olf, js 
einer Sprad^e. Daf aber biefer grofartige, eigent^ümli^^e Sneinigun^if 
proeef in ben SRitteljiabien feiner ®äbrung andf feine eigent^^ümfic^ fomififeeB 
Seiten raüfife bargeboten b^ben, i^ an ficbeinKUd^tenb^ unb mer r>4 f^ie mit biefm 
dntmicfelungdgange für 3^aufenbe pon 3nbioibuen ungdbligemal uerbunbenen SerCegenbri' 
ten, SerfucbKUgen unb ®efabren red}t oergegenmärtigt, ber mirb mo^l nid^t lange fra^c 
nad^ ber nationalen ^erfunft unb ^bflammung jener Sßortoerbre^er im i^rbut 
ber eignen SÄutterfprat^fe, bie und beim ©baffpeare fo oft begegnen, \m 
J^alfcbmünger unb itipper, möchte man fogen, felbfl an ber f leinen, orbinaim 
Sd^eitemünge Ui (eimif(4en TlaxtU unb SpradS^oerfebrd. 2>er mirb jened sc» 
^röfe S3aSar{):: unb ilrüppelgemäd^d ber Sprad^e, meinem mir in bem SNnnbe i» 
ner Slröpfe fo oft begegnen, jene eigentbümlid^en dtebeblumen unb SlcObeeren aci 
bem Irrgarten feiner milb gemorbenen $rofa meber für blofe $bantafieblumea üt^ 
ner poetifcben 2iceng, no* für ejotifdjtf 3ier:j unb a:reib^audp9aHgen, fonbem, t« 
iät fo fage, für $lbfenfer galten loon mand^em nadj^ jenen Stürmen ber ßeit os: 
Slltenglanrd eignem ®runb uub Soben, in ben $arfd unO Üücbeng&rten ber brt' 
tifd^en Bunge, üppig mutbernbcn Jlraut unb Unfraut. JDer mirb enMti^ jene 'c 
oft mielterbolte Sebauptung, ba§ S^affpeare'd $erfonen mefentlid^ CInglanKt 
feien, nirgenDd mebr beftdtigt finben unb anerfennen, ald eben bier." 

3n bem meitern Serlaufe ritztet nun bie Slbbanbiung ibve ^nfmerffamfdt iv 
bie SBörter felbft unD ftnPet bei ibnen eine St ftatigung für badjenige, mad fidi «i* 
ber «ilDungdgcfd^itbtc ber Sprad^e nur ald Semiut^ung (eraudgejieat ^at. Sefc» 



fptogtammeiif^a«. 8S3 

Uxi tß\W^ ifl ed enbli«, t)a§ ttr Serfaffer anm e^fuffe noifi ten Setoetö liefert, 
ta§ ^baffprare tea fomifd^cn 9ietctrcpu« nid;t nur ald treued 9bbt(D einer i)\ttüxU 
[(brn (^rfc^einung, fonDern ^n^itiii^ aU tid^terifd^ed ^2ittel ^ur C^rreid)ung eines 
fünitierifd^en 3n>e(fe0 ongemenDet f)(ibt, ^1« 9lequiftten tiefed (Surtalf^Vled eitler 
^^orniit^eit »eif't Ht Slbbanrluni) mit feinem Zactt md^i ^efd)ränftbeit, nietere 
^bfunft, Serübrunj mit ren i^^beren @tdnten unD ^efliffeu^eit, jtd) jenen glric^^u« 
ftellen. — 92ad) tiefer Darlegung betrad^tet $r. S. nun noc^matö Die in ter (^inlei« 
tung citirten Qttüm uuD giebt über Die (Irflärung l^erfelben man^e gute SSinfe. 



De syllaba a ad formanda adverbia substantivis vel adiectivis 
in lingua Anglica praefixae origine ac natura, scripsit 
C. Kegel, ^rogtamm bed ©^nmattum* in ®ot^a* 1855* 

SS^enn man einen Süd in He beuifd^en ®rammatifen ter engfif^en ^^ra^e 
»irft, fo wirb man über Den in unferer ^cfenft bebantelten OegenftanD meiftentijeü« 
tad abgefc^matfteße Qtm üorflnten, unb fetbfl bie le^te Sludgabe pon Sagner iji 
ravcn nic^t ganj frei, lii laffen fic^ nun einmal eine gan^e dieibe von &4in>ierig^ 
fetten Der englif^en ©prat^e o^ne Me j(enntni§ ted ^Angeljäd^ftfc^en rurdyaud nic^t 
aenügenb erfidren, utit Darum loünfcl^en mir, Da§ rec^t Piele SBerfaffer von engti? 
fd^en ©rammatifen unb €pro4bäd^ern Die tleine ©d^rift De« ^errn Siegel einmal 
durcharbeiteten, um DaDurd^ eine i^nDeutung über Die beDenfUd^e Sütfe in ibrem 
©iffen )u erlangen. Heber Die eigentüdje ©eDeutung Der Präfixe » ift in Den 
gebrbüc^ern ganj befonDer« Diel aefaoelt »orDen, »a« wir ^ier inDeffen nid)t »ieDer« 
^olen n)oflen, unD 9lef. wenDet m g(^i<^ 8U Der $lnfl(^t De« Serf., nad^ welcher 
jroar bti Den meijlen 2Börtern Der JBofal » auö Dem 9lngelfdd?r!W«n unD €fam 
^tnavtf(^en abzuleiten i% bei manc^^en jeDod) aud) Die i^bleitung auf Die fran^ojlfc^e 
^prad)e (lat. ad, frg. k oDer in fr. en) jurücfgefübrt werDen mu§. 9{ad) einer 
'urgcn 'Befpre(^ung Der ^erbergebörigen SlueDrücfe ipenDet M tie '^bbanDlung ^n 
denjenigen Wörtern, in weld^en Dad a Don germanifd^er 9lbtlammung ift. iSi wirD 
jegcigt, Da§ in Dielen jener 3lDDerbien Der SSofal a Der befannten ©plbe ge ent* 
prid}t, ,,qaae, fo fagt Der 93erf., ad aogendam verboram sabstantivornm et ad- 
iectivorum vim ac notionem per omnes Germanornm dialectos excepds solum Scan- 
iinavicis in frequentissimo nsa est Quae particnla ge qaum in veterom Frisi- 
)ram lingaa formas ^i^ ie, ly e» a» promiscue induerit, non miram, quod 
am veteres Angli, licet alias in vocalem y eam convertere soiiti sint, qnam re- 
sentior einsdem popnli lingua, qaamvis in plurimis bnius modi vocabalis per 
iphaeresin hanc syllabam penitns abiecerit, eandem in nonnnllis a vocali incipien* 
ibns adiectivis vel deformem retinaerint.'' 2)abin red)net Der ä^erf. g. 'B. alike, 
deiche, alyche, ylyche, y-like (dngl. like, 9lgf. lic, gelic, SlDperb gelice, 6fanDiuap. 
ikr^ glikr, ®ot^. galelks^ $lDDerb galeiko) u. a. m. 

dlAÖ9 beflimmtcu €(e|e(en georDnet n>erDen Die $lDDerBien nun auf folgende %b* 
eitungen jurücfgefubrt : 

1) ?lud Dem ?lgf. ft» ftva (unqnam, semper) j. S3. awhit == qoidqnam, (angbt 
>Der ooght) ^gf. ftvhit, ävebt, anht,'abt 

2) 5?lu« Dem Cfngl. as *^lugf. ealsva j. 33. athogh = qua» ((Jngl. though, 
hoghe, thagh tbegb, ^ngf. theäh = qaamvis. 

3) ^ud Dem 'Angf. and (gegen), $. *^. along, alang, o-lonk& (^ngf. andlang, 
»ndlang, ondlong, onlang). 

4) »Äu« Dem Slngf. an (lat. unns), 3. 35. aday8 = per dies 9lngf. ftndäges. 
ö) 2lud Der 3lngf. ^rdpofition of, ^. ö. adown, adoune, adun, adawe, o-dawe 

= deorsnm (Slngf. adüne, adün, adünveard). 

6) $lud Der #igUfd)en $rdporttion at (i^ngf. ät), g. ^. alast, at last ^ule^t 
Sdc^t- ^^ lezt, at laztan). 

^üe Diefe %äüt werDen im weiteren SSerlaufe Der Slb^anDlung auf Die angelf. , 

2\* 



324 ^rogrammenf^iau. 

$r&p0{ition on mit fRtäit gurütf geführt, »qnippe cui non solum in antiqna Scan* 
dinaviae liDgna praepositio A et apud Frisios an, h respondeat, sed cam in 
loco apud ipsos etiam Angloraxones rocaiis ik in nonnullis adverfaiis reperiatnr, 
Qtiae cum similibus fonnis in lingna Anglica plane conveniant.*' (Sine Stcibe t'cn 
Sfifpiden geigt nun, toit turd^ Die Serbinrung Ux ^räpofittDn on (ft) mit 6ti&; 
ftantivrn ot»rr audf ^tjectiürn tie (etreffrnttn engl. $(Dt)(Tbien entftanten ^1R^ on( 
t<r $(rf. fudiit bann mit gro§em G^arfftnnc bar^ut^un, toie na<( Dem Scrbtl^e ti^ 
fer auf bafl Stngelfäd^fifd^e gurütfjufä^renDen Sortbtibungen, aad) mi mani^an 
anderen 9lomtn neue StM^erbten gang analog entüanben flnD. 

9lef. begnägt fic^ mit btefer oorläuftgen furgen Slngeige einer btaditun^iiWt^ 
^ibrift, intem er ed ftd^ oorbebält, gelegentlich auf dingetned gurücfgufommen n» 
tinbti oerfd^ietene fßunfte »eitlduftiger gu erörtern, in x»t{0)tu er i^on Ux 9# 
M ^erm Serfafferd abweisen mu§. 



iK i c ( 1 1 ( ti. 



ö< 



iZ'A^ ^ ^Z^^', 



»aUabe iwn Ch ®olbimit^h *) 



9^W meinen fiiflen ©eg-, 

drtjeat De« S^afe« ©teg. 

J)enn ()ter »erforen unb vnixxt, 
6d;n>anf langfam id^ einher, 
SBü, wie {(ft ^tf), We SB«Dnl§ »IrD 
6tft« ßroufet, me^r iinD me^^r." — 

„?a§ ob, eobn !" — ruft Der dtemit — 
„»erfut^^' Den 3trfl(an| ni(tt ! 
J)i(b in Den StoD gu locfen, fTieJt 
2)a« ft^^wanfenD irre Sic^t. 

^ed SD^angeCd ^eimatblofem JTinD 
6d}Iü§ iäf Die Sl^üre nie; 
Ob flein aucb meine 93on&t(^' flnD, 
Do4 gerfte tbeir i^ f!e. 

ilebr einaur9{a(f)tl tbeif o^ne ®(^eu 
Der BeOe ®aben, ®afl! 
fin mdgig SRabl unD ©infenflreu, 
Den eegen nnD Die ffla% 

Die frei Da« Zfyil Dur*jheift, Die <>eerD' 
Dpfr' id) Dem ItoDe nie; 
:^te Tiad^t, Die meiner fronet, (e^^rt 
Jlid} au4/ SU f(^onen f!e. 

SBom grafigen liBergbang bring' i^ 2)ir 
fin fd)iilD(o« a){abl ahx eteU, 
)en itorb mit grü^r unD Jiräutern j>ier 
!nD S&offer au« Dem Oue0. 

ilcntnt, fßilgrim ! ©orgen wirf von S)ir ; 
)enn irD'fcbe €org' unD 8eiD 
ft unrecbt; wenig brauet man ^ier, 
)a« SBenige für je 3eit.''**) — 

Tiiit wie Der 3:bau vom ^imme(, quoll 
^m ou« Dem 9RunD Da« Sort. 



S)er gremDe neigt f!4 anmut^DolI 
UnD folgt jur 3ea' i^m fort. 

d« lag in Dunfier SBüDnig Dort 
S)ie äSobnung eiufam fern, 
6o armen 9lacbbarn 3ufIu(^t«ort, 
Sie irren SßanDerern. 

itein S^orratb unterm nieDern X>a^ 
^eifcbt Ferren'« Sorgfamfeit; 
9luffünft Die 2:biir' unD nimmt gema(^ 
SDie 3wei auf, (^armlo« beiD'. ~ 

9{un'« aSolt Da« emfig fi^ gerd(frt, 
^eimjiebt jur SlbenDrafl, 
2>er illau«ner '« Heine Steuer fc^urt, 
(£rqut(ft Den trdben ®a{i. 

UnD breitet feine ilräuter ^er 
UnD nötbigt, IdcbelnD frob; 
SewanDert in li^egenDen |ebr, 
Z&n^d)t er Die 6tunDen fo. 

SDer Suft tbeilnebmenDer ®ef&brf , 
^treibt Mf^dftn feine S^eif; 
S)a« 4&eimcben girpet auf Dem ^erD, 
9uffla(fert fc^neO Da« 0lei«. 

2)odb fonnte (inDem feine ^uft 
S)a« 3Beb Dem ftemDen SRann; 
Qdfxotx lag ibm itummer auf Der Srufl, 
3u weinen er begann. 

S)er (Sremit fp&bt forgfam natb 
S)em (S^runD von .@0r0 upD ©cbmerg. 
„^oi)tx'\ unfeliger Jüngling, •— fpra<J 
dx — ,,fam ®ram in Dein $erg? 

Srrft wiDerfhrebenD Du Derbonnt 
93 on ®(bldf[ern? fränff« Di4^ bart, 
S)a§ greuuDfcbaft nicbt ürwieDrung fanD, 
Serf(^md^t Dein Sieben warD? 



*) Z)er Serfud^ einer m«gli((f^ eng an Da« Original fi^ anf(^lie§enDen Uebertra« 
mg von ,,®olDfmit^*« liebendwürDiger, im SanDpreDiger von SBafefielD eingefugter 
omange/' — au« Der unfere« ®oetbe Oper drwin unD dlmire entjlonDen (f. 
oet^e 22, 391), beDarf wobl Der dntfcbulDigung nicbt. 

**} !Bg(. Toang, Night. 4 v. 118: Man wants bnt little, nor that little long. 



336 



gtiicetfen. 



Bim nid^tig afle (04, 

Und wrr tie ditrlfeit begehrt, 

2)er i^ weit nic^ttger no4. 

9n4 9r(unt»f4aft tft ein 9tamtn bto§, 
8iifl, He in e^Iaf un« luflft: 
(Tin e^atten, — folgt fie »e i^ unb ®ro§ ; 
Den 9mien U§t Die ^ul». 

ISieb' ift ein Bd^aU, mit Uixtx no^, 
editti junger aXägrelein, 
3^ ntrgrnDvo, fonft wärmt fie toc^ 
Z)tr Surtei ^tft aUein. 

e*ära' juniier Ibor, Di* ! ©orgenfort ! 
»fro*i* He graun!" — JlOeiu 
Gcbamrötb' Derrätb bei tiefem SBort 
JDed Cremten !?iebe«pein. 

drftaunt ftebt neuen 9ie{§ er f^neU 
2)a« ^ntlil äber^iebn, 
S^ie färben, tie im Cflen ^efl 
drglübn unb raf* entfliebn. 

2)er fcbämtge SIttf, be« Sufen« SBan'n 
SRacbr Unrub bciterfeit«. 
2)a ftebt ber (S^aft ald a)?aib mit aO'n 
JDem fn^en Siebe«rei|. 

,,ttnb a*! vergieb ber gred^en mir, 
Der Firmen fonrer SRub, 
Z)ag i*, Unbeilige, einbrang ^ier, 
So ®0tt nur wo^nt nnb 2)u. 

Do* eine Ttait bemitleib Hnb, 
Die £irb' nmirribd Wfit, 
Die SRub fu(bt nnt Sergweifbing ftnb't 
911« i^re« Begd <9eleit. 

a){ein Sater lebte an ber ^t^ne, 
SBar reid) unb mäd)tig febr 
llnt afl fein 9{et(btbum warb einfl mein. 
9Ri* einzig nur ^M er. 

^d) wollt' bem Ueben 3(rm ent^ie^n 
Unjäbliger J^rder ed^aar; 
Die rrieffn fRfij, ben fie mir lic^n, • 
3n ®lutb, falf* ober wabr. 

(Sd überbot wettfiffrnb ft* 
6tünbli* ter eöirner ^ttt, 
aRtt ibnen neigte drwin fi*, 
92ie fpra* oon Sieben er, 

Strng niebred, einfacbed ®fWanb; 
Unb SRa*t unb dteid^t^um ni*t, 



^aW eingig Seidftcit Hat Ser^anb, 
Do* all' auf mi* gerieft. 

Senn neben mir in 3:^al(d @41itft 
Chr Siebedlieber fang, 
eo lieb fein ^au* bcm SBeße Dnfi, 
Den ^aine fu^en itlang. 

Die ft* bem ei*t erf(*{ie§t bie 9m\ 
Der %^an, oom Fimmel ber, 
9*, üe enei*ten fein ®eiiiüt^ 
Ün Steinzeit nimmermehr. 

Der Zf^an reigt unb ber Stütze iia 
9Rit unbejiänbtgem ©*fin. 
3br Steig war fein; bocb, loe^e mir! 
3^r Unbeftanb war mein \ 

m trieb mit letztem Uef^ermut^ 
9*, eitle jtunfi mein 4c>erg. 
Obgleid) gerubrt t>on feiner i&ln% 
Sauctijt' i* bei feinem ^c^merg. 

3ule^t verf6eu*t ^cn meinem ^th, 
iiti meinem 6tolg er mtc^; 
3n dbe (finfamteit entflo^n, 
Sebf fttH er unb »erbli«^. 

Do* mein bie $ein , bie ^^ulb iß meis. 
3* gabr al« Sügerin, 
eu*, tic er fu*f , bie SBüfhneio, 
Seg, wo er lag, mi* ^in. 

Dort lieg »erflecft, )>ergmctfe(nb i^ 
SRein Seben foQ eut^iebn. 
Bo ftarb mein Qrwin ja für nri*, 
6o fterb' au* i* für i^n!'' — 

. ,,öerWt ®ottl'' — ruft ber ertmii, 
fßreßt an bie Srufl fie warm; 
i^a ftaunenb, f*mdb'nt fie um ft* fiebt - 
dmin bdlt fie im '^nu. 

„91* Singelina, ftetd mir »ertb, 
O bliife f^er, mein ®{i\ä[ 
Dein längft verlorner ^rwtn (ebrt 
Der iW unb bir gurücf ! 

&a§ balten bi* an meine Sru9 
Itnb jebe ®orge flieb! 
SReiu 9iae«, meines Sebend Su^, 
Sir trennen nie und, niel 

9{etn nie ! »on biefer ^tunb' ab niibt: 
Itreu Itebenb leben wir. 
Der ©eufger, ber bod ^erg bir bri*t. 
Da^ treue, bre**« au* mir!" — 



Wti%ctiUn, W 

S>lt ®€niap*Uhnnq btt ÜbtUnamtn. 

S)ie mti^n €Dra4Ie(ren fttütn tie Dtegel auf, baC wenn ctn {f amiHenname ebne 
orangel^enbcn flxÜUi mit einrm Sornamen Dcrbunt>en frf, nur Ux ^amUitimamt (3u# 
tarn«) gebcMgt »erl>f. (Bö^IngcrS, <37; *«ifc, 18. «ujl. e. 126; 3u(^, tentf^e ©pro(^* 
<^rc §. 10. ®. «4. — Dltfterwtg pracHf*<r »c^raang für Den Unterricht in tn 
i<utfd)eR ^prac^c n. 2:^<ü, 4. STuflage unD ^nbm l^nbrn bicfe [Regel bedaftbar 
audgebrü(ft: Sefte^t Ut (Sigenname auf mehreren 9iamtn, fo ttirt, venn t>et 
Irtifel nid^t oor^ergeftt, nur Ut (e(te Dfcitnirt. Secfer ern>d^nt eine foid^e 9lege( 
li^t, unt .^offmann in feiner neu^oditeutfc^en ^(bufgrammatif f^ai fle $. SO, 54. 
tid^t angefät^rt. ilocf^ erfl&tt fid^ S- 186. feiner ®rammatt! fo: £)ä je^t ber ^t>ti 
lur burd^ bad oortretente von BeAeid^net xoixt, fo brücft man t>ie dafud an Uta 
(omiHennamen aul : bie ®el)i(^te SS^elfgang von ®dt^e'd , bo^ au(^ 2)ietrid!^« oon 
Ralfen berg (Sdl^. XIV. 252.) S)ieffenba^ weicht aber bier t^on ben obenge« 
lannten ®rammattfern ab. (fr fagt beutfd^e <9rammati( ®. 217: S)ie mit fßbU 
txi nnb Ortsnamen n. bergl. jufammengefeftten SRenfc^ennamen, »ie t^on (Sieb, 
tarl Don Sfenburg, grang oon ber ^eibe merren je a(0 ein9lamc betracb« 
et nnb bangen ta^ be« dinga^^igenitiod an ben legten IRamen, wenn ba« ^ort, 
üxd^ meii^ed ber ®enitio beftimmt wirb, nadj^flebt, |. 3. grang ben ber «{)eibe'l 
'tarnen. ®tebt aber bied regierenbe Sort ooran, unb ber Ortdname :c., mä^ 
7tid^tja eine g^milie benannt ift, ift irgenb befannt, fo wirb beffer nur ber SBor« 
lame gebogen, meifman ben 6inn ber gangen 3ufammenf!eflung nad[^fäf)lt, g. 9. 
er fRnhm j?ar(d von 3fenbura. 9Ce^nlt4^ bti ben wiberfinnigen SCbeldnamen obne 
•rtlid^e Se§ie(^ung, g. S. bie Sd^riften griebridl^S t^on Gc^ifler, bod^ biege man im 
(^tevn %aüt ben (etftern 9lamen (Familiennamen), wenn wir bad 9Ri§uerftänbnif 
ürc^ten, ein Sd^iOer ^abc bie 6d^riften ^riebri^»« (»eraudgegeben. — SBenn ber 
Sor:: unb 3ttname obneä^orwort verbnnben ftc^en, wirb nur ber Familienname 
ebogen, j. ». bie 9Berfe grieDrid^ ©d^ifler«. 

2)ieffenba(^ fiimmt alfo babin mit ben übrigen (S^rammatifern dberein, baf, 
Denn ^oxs unb 3nname obne SBorwort oerbnnben fteben, unb .wenn fonft bad 
!Bort, burd^ wel^e« ber ®enitii? beftimmt wirb, nadjfiebt, bad ®eniti9gel(^en an 
en F<t°t^liennamen gefegt werbe, dine abwei(^enbe Q3e^anb(ung (&§t er nur ein# 
reten, wenn bei ben mit fßbittXf unb Ortsnamen gnfammengefegten 
D'tenf^ennamen unb bti ben 9(be(«namen bad regierenbe SBortoorani» 
Übt, wobei aber bei ben erfleren toraudgefe^t wirb, ba§ ber Ortsname ic, 
la^ welchem eine F^^milie benannt ift, irgenb befannt fei. 

Diefer (e^te 3uf^fr if^ <>^er för ein ®efe^ burd^auf ungure{((enb. S)a nämi> 
[<^ ber ^od^beutfd[>e ©prac^gebraut^ au« bem ©prad^Ieben ber gebilreten ^oc^beutfc^ 
ebenben £)eutf((en feine <§)efet|e em))fängt, fo fann nur, tca^ in allgemein gebad^« 
er Verbreitung bei ber überwiegenten ^ttfx\)dt ber grbilbeten 2)eutfdiien fl$ ^^^ 
et — nid)t aber, wa« irgenb befannt! — für i{in ma§gebenb fein. 

dine ^ebingnng bei ber Uebergabe ber (f bernburg , welche gu einer 3eit abge? 
a§t würbe, wo 3ebermann bie ©tammburg ©irfiligen befannt war, lautet würtli(| : 
^Qe befangene mit ^udnabnte ^ani t^on ©icfingend unb «&an8 «^ild^en von 
;or*8." ^aä^ ©iejfenbac^« Slnfid^t würbe biefe« unrichtig fein, bo ba» regierenbe 
Bort voranffe^t. 9ber wie unbequem ift ed nid)t für bie 3Hnde, wenn man 
trva „mit Slu«na^me ^anfen« ober gar .^anfe« von ©itfingen jc." fagen wifl. 
Die« fübrt un« auf einen ?unft, ber für bie ©enitirbilbung nic^t unbead^tet blei* 
en barf: e« ift baS gaut»er(>dltni§ ber tarnen. SSir werben flet« fagen: ba« 
s*reiben llrban« iJon 4>atftabt, unb noc^ beute, wie grang von -©icfingen , fcbfei* 
en: 85fegelb, mir wegen ^einri*« von ^i^, meine« (befangenen, begablt; bage;5 
en werben wir nid^t anber« al« »on 3ot)anne« »on SWülIer« JHebe über 
frifbri* ben ®ro§en, unb 9lee« von dfenbetf« Arbeit über $ilge unb ®*wamme 
el^en, au* wenn Ixii regierenbe SSort »oranftejt. 5lu« ben angegogenen »eifpie* 
tn eraiebt fic^, ba§ mit ben ©efe^en ber angeführten ©rammatifer ni(^t au«giifomj 
len ift. ©udi^en wir aber, tbt wir weiter einem ©efefce nacbforfdjen, gunä*jt feft^- 
nfteüen, wann bie dujere SWac^t ber fiautoerjältniffe einem fonjl »ietteid^t aflge^ 



329 m^cttUn, 

meinrn €)>ra4ftff^lK in ^i< (Srf^dnung )ii tretm iiidfti.Def^atte, fo (Iffiai {i^ 
un« M« jirel Rdflc »er: 

1) S&enn (imx Ux |ufamm(nfteben^fll (fiAennamrn ouf tin • anfllanttt, fe 
credit 9tU ttx anttxt Hi ^enittDjddyen. mx faftcn alfo |. S. in ieNt @tti; 
iunit ter fRttt tad Snrenfen Suca« »on (Sbrenbergdr Sol^onn« rcn 
^obcnfddgfbtebriff, a){attMa« von 9lttUnt)tim9 ^Ibfagebrief: t^enn fefljt 
wärrf ux. &tnitw gar nid^t fcnntlt^ fein. 

2) ®rnn rurcft a» 6T^§< 9nb&ufung von 3if<&{<>uten ein Uc^ellaut enterbt, \t 
wirb rad (&tn\tw^ti^tn an brnjenigen ber guTammfnflf^enbfn Cf taennamfn grfr^t. 
tffffn Sauti>erbd(tni§ am empfängticbflen für tit SCufna^me beffelben i% Sii 
fagrn tr^balb ^(Tmannd von ^nnbddbauftn, @{tti(^l oon (fringd^aufen, 3<^^iud 
von SRe^enbaufen. 

Sit wirb U aber gebalten, wenn feiner ber bier unter 1. ]In^ 2. ge^ato 
gäOe eintritt? 3ft bier bie Siegel ber erficrw&bnten ®rammaeifer , toenad^ nur M 
legte 9{ame tedinirt werben foll, ricbtig? —ober nur ricbtig mit Ux ^efdiTai: 
!ung, wel^e I^itffenbacb binpfügt, wonacb» wenn bad regierende S&ort voran 
#ebt, nur ber ajorniime — alfo ber erfte 9lame — gebogen wirl>. „^txa anrnt 
fen SBübelm von «^umbolbt^" bat 9e(fer bie II. Auflage beft Organtönui« gfviN 
met; bie „Briefe Sübeim von <{)umbolbtd" an eine J^reunbin ftn^ tn vielen ^^ 
ben. — ^Dagegen fagt 9llesanber von |)umboIbt, Sorrebe ju S^. lo. ^umbolttf §. 
e. I. VL (/rinen ^beil ber 8onette S&ilbelmd von l^umbolbt — unD ä^orrebe jn tn 
eonetten S. v. ^umbolbtd „9rief SBilbelmd von «^umbolbt."' — Z>U 0eiMk 
„jtarl^ von 93urgbetm unb (£milien<( von dtofenau" ifl ber Zittl ctned ^maii 
von SWüfler. — Unter ben Slufricien Älejanberö von $umboIt»t/ fagt Sa^cW, 
vermtfcbte @(briften Vin. ®. 7. 3n ber '2lugdburger aflgemetncn S^itung tra 
28 gebr. 1854. ®. 841 beißt e« : (BeRnnung, welcbe in jever 3file ber €en(tt< 
SBilbelm« von «{)unibolDt atbmet. 6. 842 bajelbfl: für bte ^rfenntnii Silbclni 
von ^umbolbt. 3« ber 3"b«lt«angeige ju ®. v. ^unibolbt« S^riefen ijl 6. vm 
XIII. von einem 9rief ^lesanverd von ^umbolbt unb ®. XI. 99. 9rief m 
einem Liebling S&il^elmd von <&umbolbt bie 9lebe. dlifa Wicin in tbrem ^odK 
S^ilbeim von {>umboIbt zc. gebentt ber d^eif^eifäbigfeiten SBUbelm« von ^im- 
boirt. {»enriette <&erj fagt e. 149: S)ielebbafte (^mpfängiicbfeit SBilMmd v. Ihb: 
bolbt für ben Umgang mit grauen — von ber ^anb Silbelmd von ^umbciH. 
„3^r feib ber Später Staxi^ von 'IRoor" fagt ^ermann in ©djiHerd 9{äubern. S. 
II. e. 59. SDer Serlufl IDiebric^« von ®emmingeu, unter '^Infübrung Stibelai 
V. ^aber. SDie S3egeillerung Ulricb« von "Butten. — J5er ^udgojig ^artmutbl 
von Äronbcrg, fagt »JWiin*, fieben ©icfingen« V. e. 167, 265, 269. 

3(b glaube, biefe ^eifpiele genügen, um bargutbun, t>ai, wenn t>a^ regiermt^ 
SBort voran flebt, oft ber erfte 9lamt bedinirt werbe.*) 2>urc&gcingii< it 
r«, wie bie bdben erften ber obenangefü^rten ^eifpiele geigen, nidS^t ttx gofl. 
®iebt ed bier nun einen llnterfcbiet? 

®öt^e benterft in feinen Siegeln für 6dS>aufvieIer (53b. XXXV. e. 438): 
^$(uf bie (Eigennamen mu§ im SlOgemeinen ein fl&rferer 9(uflbnidf in bet ^nit 
fvrad)e gelegt werben ald gewöbnltcb, weil fo ein 9lame bem 3ubörer befoaMi 
aufTaOen foH." 6oII von gwd Flamen einer befonberd ^ervorgeboben werten, ff 
mu§ auf ibn ber S)ru(f ber 9lebe gelegt werben unb ^a^ gewtcbtignc SBort girfet 
au(b bie SlesionSbe^etc^nung §u fi^ beran: fo foO in ber €>ttüt aud S<biOfr 
„Sater ilarld von SRoor'' — bad Bort itarl ganj befonberd hervorgehoben ner; 

*) Serben ^wd SSomamen gebraudS^t, fo tritt in biefem galle bie gle^ion ai 
beif jwdten 3^ornamen. „f&txi^t unb 53itt f^and 2:^oman$ von dlofenberg" > 
^nfuc^en unfer wieberweittgen fransen von 6i(fingen aucb 3vbann ^tlÄin<( trn 
ISorc^" fagt ber (Srabifc^of [Reid^arbt von ^rier (1522) in einem 53ef(^werbefi|»reibeii. 
$fr. V. ^icfingend 2:baten :c. bur4^ ($. SRün<b, 53b IL @. 248. bte Slngriirt 
griebrid^ iJeopolbd von ©tolberg, SBiflmar, ®ef(bic^te ber beutfd^en 9ta tionaflitero^ 
lur II. 6. 270. äBogegen, wenn bad regiereube Bor? nachfolgt, ber ^amiliennaBt 
flectirt wirb : 9tugu|i Bll^elm von @(^legel^ S^erbienfi, SSiUmar a. a. C S. 344. 



fBtiUtlUn. n9 

beti vnt (at M&a(( ba« Genitity^Hd^n. S){e ^nvor^Bnna M Hncn 9Bor« 
te« fann aber au4 in ten ticferrn ^tmüibüitn Sejfrfiungen ipren ®run^ Baben, 
unb fo ftn»cn mir ed natürlich* ta§ Sllesanber von ^umboltt l^en 9tn\H\> „SBiIbefm« 
i>on ^umbolM" anwendet. 9iid>t aflc ter obfnangrfö^rtrn Seifpiclc faffen fi(( aber 
fo erflärfn« bri DicUn ift ber Sorname fifctirt, obne bafi man (ine brfonberc ^rr« 
t^orbebnng beftetbrn annebmrn fbnntt, ^m fangen tonrte, me fo((be befonterc 
®rü^^e für bie ^ert^orbebun^i bed ^ornamend ni^t fprecbcn, ber ((|^(e 9tamt, bec 
^amiHoiname, bad (SafuǤ(idb(n tragen, weit fi(^ biefel bem gemeinen ^xau^t 
M ter %U}s^on börgerCicber 9lamtn anf4Iie§t ! >- 

^inNt aber eine foI(^e f>en>orbebung n{(bt an4 9att, wenn ba# regierenbe 
S^orft tem 9(l>eldnamen nacbfolgt? 3n bem neueren ^ocbbeutfd^ wirb fie, foviel mir 
befannt, nicbt an ben Sornamen be^eicbnet. Co wirb oon Slngufl SBitbeim t>on 
6(^(ege(« 3^ert{en{i gefpro(6en unb (&btU fagt 9b. XXVm. ®. 296: (Beogra« 
pbifi&e (Sbarten ^ur finn(id)en S^arfteOnng ber aber bie 9Be(t oertbeilten 6pra$en 
würben mit SBtIbefm von $umbo(btö 3:beUnabme bearbeitet, begrenzt un^ iflumi« 
nirt, ebenfo war^ idt oon 9((esanfer oon ^umboltt oeranlagt, tie Bergb^^en ^er 
alten unb neuen SBelt in ein Perg(ei(benbe4 lanbfd^aftlttbed ^ii^ ju bringen. 9{ut 
wenn gwei Gräber juglei4 genannt unt ber J^amtfienname nur üin 9^a( ange« 
fübrt Witt), habtn bie SBornamrn tad ®enttio$ei(ben, g. 9. „^elfi unb £>iebrii< 
von ^(bdnberg ©cbreiben an %xan^ von Gicfingen.'' 

Steflen wir nun no4 im furgen Iteberblitf U9 drgebnig unferer Betrachtung 
über bie ®emttobiIrung ter 9[re(0namen gufammen. 

I. Senn diner ber gufammenftebenben digennamen auf ein auslautet, fo 
er^äCt ber wintere ftet« ba« ®en{tio/(ei(ben. 

IL Senn burcb afl^ugroge Slnbäufung von difcbi^uten bei bem einen ober anbem 
fRamen ein Uebeflaut entitrben würbe, fo wirb bad ®enitivjtei(ben an benjenigen 
Ver ^ufammengebdrenben digennamen gefegt, reffen $autverbältni§ am empfänglich« 
ften fiir bie 5lufnabme beffetben ifl. 

IIL ^oigt bad regirrente Q!3ort bem (DeniHv na(( unb tritt feiner ber ^^de 
unter L unV n. ein, fo wirb ber lebte ^lame beclinirt. 

IV. ®ebt.ba0 regierenbe 9Bort bem Genitiv voran unb tritt feiner ber ^äUe 
unter L unb lt. ein, fo fcbwanft ber CpraAgebraucb , inVe§ mit vorwiegenb ent« 
fcbtetener Haltung für bie 2)ecHnation be« Bornamen«. ®o aber ein ®egenfa|^ 
oter ein gemütbüc^ed Berbältni§ baburcb fofl befonber« bervorgeboben werten, 
erbdlt bier ter erfte 92ame ftetd ba« (Benitiv^ei^en. Cteben in biefem ^alle ^mi 
Bornamen bei bem ^Familiennamen, fo wirb ter gweite Borname gebeugt. 

V. Senn ^wei gamilienglteter ^ugtei^ genannt unt ter gemeinfame Jfamilien^ 
name nur diu SKal angeführt wirb, fo ^aben beite Bornamen be« ®enitiv)eic^en. 

3ever. Dr. 9l^ i^o^et. 



ftleitte fSßtittä^t für 9Bdtterbttd6 titib ®ratittnatif* 

1. Biete S&drter im S)eutf((en gelten bafb ate tCbjective ober 9bverbe, M^ 
a(d eubftantive, g. B. 

fett — schade — nutz — gelenk« adj. G.: 41, 4. — stürm, Jer. Gott- 
helf: ihr fahrt gleich so stürm zu. — frevel, der frevle leu. Opitz (?) — 
werth — glüh, der glühe brand der leidenschaft. — teig, das Brod ist mir 
zu teie. (?) — diät, thüringer provinc. : ich soll diät leben, du musst mehr 
diät leben. — gram, er ist mir gram. — ungefähr, eine ungefähre angäbe. 

2. Der Bu^ftabe 9t ifi balb guttural balb bental, je nac^ S)ialecten unt fßbU 
Um verfcbieben. 

a) 3m «^fbräifc^en beißt ed Ui einem befannten Slfßmilationdgefe^ : die gut- 
turalen und Besch.— -b) 3nt ®r{e(bif(ben f^rint ta« aAlautente 9t tarum . afpirirt, 
»eil e« gutturaliftrt wirt. — c) Der Berliner unb (Söttinger verwecbfeln im 
fc^nellen ®prec^en jagen — jähren. — d) 3m fßlattbentfc^en entfielt aud bem 



890 ^HcttUn. 

Snfljf. badde = habebam Mc »«ffitjte %cxm hat, olfo ttntaL — e) 3m ßöitrtnrgu 
fd^en unt in Cftfrie«lant> (labe {<^ bemerft, t>a§ tie Sewofiner \>tx aRarf^ges^ 
^a9 m eentalifiren, bie Ux @ant)« unb (DeefKant^e c0 gutturaltflrett , fo au(^ in 
SWittelteutfc^fanb. — f) £)ie ©onberbarWtew l»<« «iij^Iifcben fR fdSKtnen aaf @nttii; 
raliimud au ruben. S)ie ^i'^njcfen fpret^en faf! tnrcbwtfl t)a« 9t bental. — 2)i(fe 
(Srfcbctnung »tNrfpri^t meiner Seobad^tung e, ta in <lni)(anb ber ^Rca^^UM, 
in granfreic^ ber ©anb überwiegt. — g) Die Serwedj^^üing be« JR mit S if 
bentai. 

Qintx »on beiben ^udfpra^en ben abfointen SSorgug geben n>te ^d^mtt^ennn 
(ttrfbrad^ie^re) t^ut, tfl ungerecht. Zfit $(rticti(ation bed bentafen 91 ifl anUntent 
fUrer, tie M gutturalen dagegen im 3n(aut oerne^mtic^er, bo&er arüi, wara 
bei a)enta(retenl>en oft flingt wie a*m, wa'm, wenigHen« im oflfirfclifd^fn $latti 
beutf(b. ßuweilen ifl (iu(^ im $(uMaut t>a« bentale fft nnt^ernebmlic^.. 9m iäiin 
ften, iitU ffangvoQ articutirt, ^abe id^ b(i9 gutturale 91 in ^raufen t^ernommcB, 
am »itrigilen in (SJöttingen unb Jöerlin. 

3. Seltene gäde \>on S^egiaffung einer 6 übe in 3ufammeitfe^uugen ebrt 
9lMcttungen: 

Portrait = porte trait. — rytuigen holld. = ryd(e) tuygen, Sielt* unb fRäiv- 
jeug, ®efpann. — e^airos (? iiatrfiros), — ^voioyvcofiixog (? fvaioyv<o(iovinOi). 

— multoties = multi toties. Ober ifl oties ju nebmen wie in qn-oties? 

4. Die moberne gorm ich dn erkenne i(l unbeutf^, »ieüeicbt bem xemm 
fcben ö^influ§ in ©ütbeutfcbtanb §n banfen (je reconnais, je compose). 2JiiT(t 
ble Bettungen ijl blefe wibrige f?orm ou(b in 9^orbbeutf(b(anb fingebrun.vH. 
Dro^fen fdjreibt in ben Rreibeitöfriegen (ben 5titel be« S3uAe« fenne i^ ui^t 
\^^bt ba« €itnt nur in 3iff«rn bemerft) : 

\, 434 fte auferlegten ber (Ration, — i, 401 e« auferbautc ft*, — ♦, 307 
e« umgeftrtitete ficb, — % 263 i(b üorbebalte mir, — % 54 er aufw<i(ibt minnifbr. 
(?(beraud) Sutberbat: durchgehet, Smperat., ^xob. 32,27; dnrchdringet, J&fbr. 

4, 1*2.) Itnb G^dtbe, 33, 245: anerkennst du seine Macht? unb 14, 104: Sie 
voretitbalten euch euer Erbtheil. 

5 Parcival, 491, 41: mit sinfzebaeren witzen = in feufgenbet SSeife, feuf' 
jenb, 9lM)rb. 5BgI. ^^([^ franjöflfc^e tranquillement = tranquilla mente. 

6. Da« ©erb haben wirb im ©d^wäbifcben, baber in öfterrei(^if(bfn €54rifc 
ten unb bei ^egel, auffäütg gebraucht in ber 9(leben«ort: es hat zu aein. — « 
hat zu geschehen. — Ein acht Gespenst auch classisch hats zu seip. ®h\%t is 
gaufi IL 

7. Sil ba« ©ubft. Vogt wirflic^ au« advocatns entjlanben? SBarum nii^t 
einfacb beutfcb »on fügen? 5BgL a^/uoorr^s öon a^fio^at, 

8 3« ®öiht'i @pradbe, promiscue gufammengefteflt, bat* nic^t 3«* bat«, 
bie (Soöcctaneen gu orbnen: 3lu«gabe te^ter ^anb, Ab. JJ7: 132. flohene finen- 
den, Partie, archaist., — 118. haben sie ein Schauspiel .des Glückes beg^net? 

— 151. hat's ihm nicht geglückt? — 197. 177. wärst du über*8 Gitter; er 
ist gleich fort, — rbeinlSnbifcb ftatt: fortgegangen, über gef)>run gen k. 

— 233. Werden wir uns nicht betrügen, fut. hypotheticum, ftatt: S&enn irir 
nicbt tivxi un« betrögen foQten. — 135. iph n^idscht = neidischte, quälte am 
^ieib, invidiose egi. — 119. ich ritte, Snbicati» ; hielte, 2, 206. »gf. girtb«, 
ritte, Reg. 1, 13, 13; Job. 12, 14; Jes. 63. 10; beschnitte. Gen. 17, 24; Hcbr. 

5, 8; sähe, Gen. 1 , 10. — 14, Fräulein, femin. — Sb. 60: 223. strahlannig: 
Herders Buch ist ein mystisch weitstrahlsinniges Ganze. — S5b. 41: 87. ^(böBB- 
bifb = imago levis quasi spumea. — 12. geht selbst die Majestät zu Raub, = 
periclitatnr, gebt fo bng fie geraubt werben fann, fe^t ^äf ber ®efabr be« SRant« 
au«. (Die anbere ^rfiärung: „ber ilönig felber gebt au« um gu rauben," — »iw- 
fpricbt bem poetifcben 3uf«nimfnbdnge.) — 5tebniid^c 9i?eben«arten, wenngfeicb nidi 
grammatif(b oerwanbt: sitzen gehen, tod gehen, im SRecffenburgifd&en für: it4 b« 
Sto^e au»fejen, gum Stöbe ge^en: war di, dat du nich dod gaist. — 56. Die 
wilden ÄTänner sind's genannt: 's für sie, fd)Wabifcb. — 71. 96. so =r oifo. ff 
Wie. — 55r. 4A: 379. allschönst — 401. gegen mir =s gegenüber. — 327. die fro- 



9t«celhtt. »1 

hen Bewohner gewies mteht, isUfitidtit oerte ineolfli iMtos ladt; fonbrr^at 
^art unD iiberpffitt Der %xtiU\, nadi 6cl!;tllfr'«' Steife. —252. Nicht einen jeden 
betrifft es » trifft es. -* 9». 28: 147. gesthröde, SRaffen ff^l^fe« 6eroH fllf<4^ 
[aiq stramentarinm, stranientiiitf ? — St). 27: 108. der den Algeirem den Krieg 
macht, franj6f. faire la gnerre. — 189. e« wat wm ^iUa^^itit Der dbbt. 
—258. naäf verff fetten tini^tn (atdnif^en OeHd^ten, ®tfUnng mie: lectis quibn»- 
dam lat carminibns. — $9. 26 : 206. stoffartig. — 26. Zum Aergemiss der tan- 
senden Geistlichen. Of)frirf!f<|> nut (^ofl&n^if^: der weren dosenden Minsken 
= Da TOoren JCaufenbe von OWenf^tn, »iet tflnffiiD 9Wcnf*fn. — ©J>. 23: 99. 
Schwerte, $(ur. — ®t>.17: 381. ein 2a Geschehendes. ~I6M 6: 9. )*ad$(flfd M 
tivoa^ $(njugn(B(d, rtivad ^d^ciurrffd^e«. — 43, trn alten Saum toiffen wir 
nid^t nter l^eit gey^ffanjf (at. •— 6^. 7: 13. Was hilfts dich? cf.Snt^er, Hehr. 4,2. 
Jac 2, 16. Jes. 65, 3. Jes. 64, 10. — Sü. 1 : 277. Trümmern, Acc. plor. 
9. ,Htt ^ntbrxi ©pradie. 

a) 8lcfcen«arten, ßonfhructionen tt, — - thnt fleiss, 2 Petri 3, 44; — wenn 
lu des, so dich hasset, Esel siehest unter der Last liegen, Exod. 23, 5. (^itU 
fiing); — ein Tag oder zehn, Gen. 24, 55; — machest dich einen Gott, Ey. 
Ich. 10, 33; Ehr. i, 7; Gen. 17, 5; Act. 10, 38; — dienende den Lüsten, 
Tit. 3, 31 ; — denselhigen meinten sie, Panlns hätte ihn in den tempel gefahret, 
ict. 21, 29 ; — ist das euer Sohn, welchen ihr saget, er sei blind geboren, Er. 
Ich. 9, 19; Dan. 4, 6; — diesen aber wissen wir nicht von wannen er ist, 
b. 9, 29; (cf. 8, 54) [acc. graece constructus.] — hehl haben, c. accus.: 
ihr Wesen hat sie kein hehl, Jes. 3, 9; — wie = {ugsi, Apoc. 5, 6; — nr- 
;heilen, trans. urtheilest du das' Gesetz, Jac. 4, 11. 

b) Praepositionum rectio: gegen der, Phil, 3, 8; Gen. 16, 12; Eph. 6, 3; 

— bei die, Act. 9, 26; Num. 23, 3; Lucas 24, 4; — bei dem, Act. 10, 43; 

— glaube an dir, Rom. 3, 26; theil haben mit, Joh. 13, 8; entschlafen mit. 
Reg. 1, 2, 10; — 1. 14, 31. 

c) flexi o et significatus verborum: verbirge, imperat. , Ps. 51, 11: 102, 3; 
119, 19; Prov. 7, 1; beschnitte, ritte, praet. indit., Gen. 17, 24; Ehr. 5, 1; 
^g, 1, 13, 13; Joh. 12, 14; Jes. 63, 19; hat gefolget, Num. 14, 24; ^fob 
)i. 7 ; Judith 8, 15; — frage von ihm, Esther 4, 9; — helfe, c. acc. Ebr. 4, 2; 
;. dat. Matth. 27, 40. 42; entrüsten, intrans., Gal. 5, 26; — entrüsten, 
rans., Act 14, 2; Jes. 65, 3; 63, 10; [greten, Hesek. 16, 25;] g&lte, Dan. 
l, 16; — verbärge, Hiob 31, 33; würfe, Dan. 3, 20. 

d) Genus & flexio, sahst.: das Erkenn tniss, yvmaig. Cor. 1, 13, 8; — die 
PTachholder, Reg. 1, 19, 4; — Gotte, dativ. , Cor. 1, 14, 2; Marc, 12, 17; 
iiatth. 22, 2t; Ps. 81, 1; — das Gesänge, Luc. 15, 25 (vulgo Gesinge). 

e) flexio adjectivorum : starke unt Aeltesten, Jes. 3, 2; — die dünne Aehren, 
5en. 14. 24; — Petri 1, 3, 5; Dan. 5, 4: Apoc. 1, 20; Prov. 23, 8. — 
1er sechshunderte, Gen. 7, 11 ; liebe brüder, Rom. 10, 1 ; Gal. 5, 17. 

f) greniripörtet: Creatur, Ehr. 4, 13; ~ qnit, Gen. 24, 8; — Rentmeister, 
leg. 1, 12, 18; — studiren, Sir. 39. 1; — Trabanten, Reg. 14, 28; — 
[iibrarey, Macc. 2, 2, 13; Testament, Matih. 19, 24 ; — (Bastart, Ebr. 12, 8;) 
^erson, Ps. 73, 7; Act. 10, 31; Rom.'2, 11; Deut. 1, 17; — Regent, Sir., 
iO, 24; •— Element, Weish. 7, 17; Apotheke, Hoheslied 5, 13; — Philosoph 
:;oL 2, 8; — Item, Num. 31, 38. 

^tiri^f. e* .fttüger« 



Sitti^e 9Borfe ftBet eitte hUl^et nnanfqtfiätU stelle att6 ^aft* 
fl^eate*« »,AU'« well, tHät enün well«^ 

SR Ut 9. 0eene M 8. %tM t)on » AH's well, that ends weil" fügt (er üönfg : 

„Well excus'd: 
That thoa didst love her, strikes some scores away 



From the 'great cömpt: Bat love tliat comes too late, 
Like remoraefbl pardon slowlj carried, 
To tl^great sender tarns a sour (sore) oif^nce, 
Crying, tbato good, tbat*8 gone: out rash faulta 
Make trivial prioe of serious things we have> 
Not knowing tbem, until we know tbeir grave; 
Oft onr displeaaares, to oaraelTes anjast, 
Destroy oar friendB, and after weep their dost: 
Our own love waking cries to see wbat's done, 
"Wbile shameful bäte sleeps out the afternoon*. 
UtUt Me htiUn U^Un ^tiitn faftt ^abnfon : 

„Tbese two lines I sbonld be glad to call an Interpolation of a plsjH. 
Tbey are ill connected witb tbe former, and not very clear or proper in 
tbemsclTes. I believe tbe aütbor made two Couplets to the same porpose, 
wrote tbem botb knowing tbat be might take bis choioe, and so tbey h^ 
pened to be botb preserred. 

Fpr sleep I tbink we sbould read slept. Love cries to see what 
was done while hatred slept and suflTered miscbief to be done. Or th« 
meaning may be, thatbatred still conti nues to sleep at ease, while Ion 
b weeping« and so tbe present reading nuiy stand."* 

X^itU\bt &Uüt flicht ^cnt SRafon 9Seran(afTun(^ gu folgenben SBortfit: 
«I can not comprebend this passage as it Stands, and have no doabt, 
bat we sboold read — 

Oar old love waking etc. 
Extinctos amabitur idem. 
Our own love can mean nothing but our self-love, which wodd 
not be sense in this place; bot oar old love waking means oar fonoer 
affection being revived.** 

S)iffrm fd)ffrfit f!(ff 9)ta(one an: 

„This conjecture appears to me extremely probable; bat waking wi 
not, I tbink, here admit of Mr. M. Mason's interpretation, being reviTed: 
nor indeed is it necessaij to bis emendation. It is clear from tbe snbse- 
qaent line tbat waking is here used in it's'ordinary sense. Hate sleeps 
at ease, unmolested by any remembrance of the dead, while old love, rt- 
proaching itself for not having been suffidpntly kind to a departed fnend 
«wakes and weeps"; crying «tbat's good tbat's gone^ 

iSctiitx frtat in feiner <Sb(iffpf(irt*9(u8flflb< ; (v. III, pag. 304, note 2>: 
„Monk Mason would Substitute old for own<*; but perhaps »own* mn 
be taken in the sense of real or true*. 

ttnb in feinen „notes and emendations'' (pag. 168): 
„ . . . . the two Strange lines .... are erased (by the corrector), gir- 
ing some countenance to Johnson*s ,bope« tbat tbey were „an inteTpob- 
tion of a player*. though we believe it to be an inexplicable cormptionr 
Sir hahtn im Obiaen fo giemli^ ^a^ («anje !rittfd)e flDVateriaf toieDeraej^ri^E. 
»etcfte« un« über Mefe ©teile »orlieat. 'iTnig^t, fowie Stietf mt> SDetiuö ilber;jf(w 
fie mit ©tittfdliweij^en, unD «ucfc Rrefe, in feiner Searbeiinn« ber (Süaieffirt 
dmentationen, Die redbt Die( Serbienftlic^ed ent^ätt, fdiliegt fidi nur doflier » 
— 35et>or »ir nunmebr an unfere SDeutnnfl Der angeführten Qdtm neben, fr: 
un« Die S3emerfitnft fleftattet, Dn§ Der afte C^orrector, »a« Die 9lctbwenDiafcit n* 
Den ^raftifiben SBertb Der ©teile betrifft, ^ax nicbt fo Unrecht aetban ^aben nu 
fte gu Dnrdjlheidjen . wnD Da§ fl^ eine »eitere (f rörterunfl Darüber tUn nur in ': 
fem recbtfertigen Idgt, nl« e« immerbin »on 3ntereffe hitihi, Den ©inn einer 6ieCt 
gn ergrünDen, Die im ©baffpeare DorgefunDen, unD Do$ Dnrdbaud ni<^t aH abfrlc: 
unfbflffpearifd» erliefen ift. — (prüfen »ir, toa» Die Kommentatoren fogen: D 
Sobnfon fRtAi bat, wenn er fie „ill connected with thefonner, and not verv 
clear or proper in themselves« nennt, »crDen »ir erft feben fönnen, »enn w 
un« ibren einn.erflÄrt ^^aben: din 3rrt^um, in Den So^wfon un^ aRalcnew 



m^ttiUn. 9321 

falen, mu§ vor aOrti IDingfn Beffttigt werben: S^ic Sorte »hate sleeps« glani^en 
fie aU eine <C)iniPet)ttng auf Du {»artnätfigreit, anf Den Sngrimm unD Die Dlud« 
Dauer Ded ^ajfe« Deuten xu oiöfTen; 3o0nfon fagt: «Love cries .... while 
hatred slept and soflerea mischief to be done*"; ^atone: »hate sleeps at 
eas'e, unmolested etc.«* Bit meinen atfo 9eiDe, Dag, menn Der $a§ ni(^t ge« 
fd^lafen, menn er gewacht l^ätte. Da« UnMl nic^t gefdl^el^fn wäre; Dad ifl aber 
eine fai)(^e Auffaffung oon Der ^eDeutung De9 ^affed! )Der ^ai fann, fo lange 
er watl^t, nur unl^eilüiftenD fein — unfd^äDli^^ wirD er erji, wenn er 
etnfd^läft. ^ir erinnern l^ier an eine ®tejle in unferer Bearbeitung Der (Soflier'^ 
fd^en (^menDationen (®eite 130), wo bei Beleuchtung einer« 3<tle im «King 
John« V, 7: 

„Death« having prey'd apon the outward parts« LeaT€8 ikem in- 
Tisible . . . .« 
gefagt wirD: 

^^tx XoD, ^ier sugleicf» a(l eine $erfon, wie in feiner SBirfung geDa^t, Der« 
\&^t Die Äußeren a:i9etle, nad^Dem er fle erbeutet; er mtt§ fte aber natöriid^ auf 
unfld^tbare i2&ei|e veriaffen. Denn fte fidj^tbar Derlaffen l^iege ja, fie wieDer 
beleben; Der aRenfd;, Den Der 3:oD fid^tbar vertagt, wirb wieDer tebenDig". IDal 
analoge in beiDen eteOen ifi leidet Durc^sufü^Ien.'' — 

Sttir febren ^n unferer grage gurutf : l^iebe unD $ag, auf Daffelbe diel (inge« 
rid^tet, fdnnen nicf^t ^u gletd^er 3<it im wachen 3uftanDe fein — Dad (£rwa(^en 
Ded (iinen Driücft Dem ünDern Deti ©d^laf auf Die fingen. $114 Der ^ag erwachte, 
fehltet Die l^iebe ein, unD fonme lebenDig erfi wieDer erfteben, al« Der ^ag in 
(Sd^lummer fan!. 9(ber freiließ ! !Rid^t untf^ätig war Der ^ag geblieben ; er f)üitt 
fic^ gefdttigt, ^atte eine reid^e äXal^l^ett gehalten; unD fo gefdttigt 
er^ eutjc^lummerte er! — UnD ^ier nun if) Die Stelle, wc wir, g^gernD unD 
befangen. Dem ©^affpeare eine £)eutung unterlegen möd^ten, Die Die angefül^rten 
Berfe aUerDingd ni(^t geraDe gn einer ®d}önl^eit feiner Z>ramen matten wüiDe; 
wir„mdd{;ten Daran erinnern. Dag ein ®efragiger, ein ®ourmanD — unD ald foU 
(^en fönnen wir Den $ag wo^l be^eic^nen — na4 eingenommener SRa^l^eit, nadff 
Dem er fic^ gefdttigt, boa, unD unfäl^ig ^ur S:i^dttgteit, gern Der Olu^e f^flegt 
uno 9lad)mittag9 ein 6d^ldfd!^en ^dlt! 

I, While shameful hate sleepa out the afternoonl" UnD Darum mug Die 
l^iebe aud; weinen! £)ad, wa« Den ^ag enDli(^ entfd^lummern gemadj^t l^at, i{^ 
it^r grdgter Beriufl, Den fie im ^rwac^en weinenD ald unwieDerbringlid!^ erfennt! 

®ci;en wir nunmehr §u Den anDeren Bemerfungen Der (Kommentatoren über: 
3undd^fit werben wir Dad 3Dt^nfon')d^e «slept« a\i unndt^ig ^uriidweifen fdnnen, 
Denn Der <{>ag f erlief nid^t, fouDern er fd{;ldft, fo lange Die ü^iebe wadf ifi. 

üRont 3Kafon'd BerwanDlung von „own love« in »old loTe« ifi gleic^faül 
nid^t erforDerlidj. ä&ebfier begeic^net »own« — «usaally expressing property 
with emphasiis« — unD fo ifi ed aud!^ ^ier §tt berfiel^en. S)ie ^iebe ift Mt eigne, 
tief innewol^nenDe, wa^re ®eful^l, Da# erfi in (6d^lummer fanf, aU Der ^ag, all 
etwa« gremDed, aber ®ewaltiged, iened in toDtend^nlid^en 6dblaf nieDerDrüdte. 
SeoenfaUd aber würbe Durd^ »old« ntc^td gremDed in Den ®inn gelegt werben, 
wenngleich ed weniger beDeutenD erfc^einen mag, aid Da« frühere »own«. 

äRalone'd Bemerfungen, „waking will not, I think, here admit of Mr« 
Mason's interpretation, being revived .... wakin g is here used in ita 
ordinary sense«, f^eint in fofern überflüfftg, ald Die BeDeutung Ded Sorte« „re- 
vived« an Diefer ©teile unmöglich eine anDere fein fann, al« eben Der „ordinary 
sense** De« Sßorte« „waking« und bietet, unD wenn 9)lafon un« Da^er aud^ nic^t« 
AnDere« bringt, aU voa^ Die Sßorte Ded Berfed eben fo Deutli^ fagtn, fo ifi feine 
drtldrung Dod^ feine unrid^tige. 

S8ir werDen nun bieHei^t au4 finben. Dag 3o^nfon'd 9e^au))tung, Die htU 
Den Stiitn feien „iil connected with the former, and not very dear or pro- 
per in themselyes« minDeflend einem 3n>etfel unterworfen werDen f5nne; fte 
fc^Iiegen P(^ Dem grüneren ergdnjenD an, unD erfldren Do« Didjt »or^ierge^^enDe, 
inbem fie e« Durc^ ein 9ilD gleidiffam V(rf5r))ern unD beraflgemeinern. 



SM 9i%tt\Un. 

Qint (IMiit« Smnfinig M ne« in 9qva anf Ht SHtea: 

«Oft our displeasores, to ounelyes luijast, Deskoy onr firiends, and 
aller weq) their dost' gemad^t: jDa« «aiid «fter weep their dost" foll fid^ 
d^fntUi^ auf »un«" bthititn (D. b. »ir bcvcncn ibre ^fdK)^ ivgie(yt ftd» aber 
bei cbiger ^^ni onf »(Üspleasoras'', f0 ta§ btefH fa)i aU 6ubifct erfc^ctnt un^ 
fcmtt ta« richtige SkrftdnrntB bH 6a(€i rrfd»ii>cTen fönnte, toenn »ir nxibt, Htfer 
auf ^ctt €inB Ui 2)id^krd eingcbenb, partem pro toto, b. b. «dupleasores' 
ald SRcbrdfentiintcn bH «omvelTes« betrachten nnb ben ^^ et»a fo con^uircn 
»neben : 

»In oor displeaaures . . . . we often destroy our friends, and alter (not 
nnder tbe inflaence of displeasnres) weep tbeir dust.* 

3nnt &i^lu|[e »ollen mx nnn nccft'on tit €>UUt utZM^^ Ueberfe^ung: 
„Seweint bie »abre Sieb' ein tbeured !^ben, 
£^irb rober ^a§ ftd) ^arrem Bdfiaf ergeben.' 
bk üOerbingd ntd^ nnverftänbliiber 19, aK bo« Orgtnal Mitn Wta, eine itit 
art fe|en, bie fi^ unferer 2)entune ber betrrffenben Qtücn fooiel aU mdglid^ ntb 
^rt, c\fut fid^ »om Si^^edgen afl^nfet^r ju entfernen : 

„(irwadyt, beveint bie Sieb' ein tbeure« l^ben, 
Z)a rc^er ^§ ft4^, fatt, ben ^laf ergeben". 

»erlin. Hr. 3» 9. «eo* 



Bxblio^vapi^xfäfev 3iniei^ev. 



R. Lepsins, das aUgemeine linguistische Alphabet. (Berlin, Hertz.) 12 Sgr. 
J. Zacher, üeber da« gothische Alphabet. (Leipzig, Brockhaas.) 



®vatntnatif« 

K. G. Andresen. über deutsche Orthographie. (Mainz, Kunze.) 27 Sgr. 



fiiteratut* 

3. ®. (Rönnefa^rt. ®öt(ie'« ga«^ unD e^ittcr'« SB. SCett nadS> t(>rer »eltgc^ 

f((id^t(. SBe^eutung unD »((^felfeütdrn (irgänpng. (^iict^gig, S)^!.) IV4 ^^ti^« 

3. ®. iRönnefat^rt. e^iütx'^ f&aütn^tin aud feinem 3ni;alte erdärt. (Mpf 

iia. ^9 f.) Vj mx. 

%. ^. (Sung. ©ef^^idSite te6 ^eutf^en ilic((enllet)(d, 2. 2:^(. i^tip^i^, 2b\(iftt.) 

IV4 ^^Ir. 
©ebenfbudSi an %x, \>, ©(^iller. •herausgegeben Dom ©(^iOer^S^ereine in Setpatg. 

(gelpgfg, J^oma«.) . 1 STI^lr. 

3. Ttüitil ©eiflUd^e Steter t>tx ei^angelifi^en iltr^e au0 Dem 16. Sa^r^untert. 

3. 93anD. (öedüi, en«lin.) 2 ST^r. 

3. 2t. Wartung. Ungele^rte (SrfWrimg M ®6t^e'f(^en gaufl. (Sei^Jjig, ^ngeU 

mann.) . IV2 St^Ir. 

W. Grimm. Thierfabeln bei den meistersängem. (Berlin, Dum ml er.) 12 Sgr. 
G. A. Heinrich. Etüde sar le Farcival de Wolfram d'Eschenbach. (Paris, 

Franck.) 
C. A. F. Mahn* Die Werke der Troubadours in provenzalischer Sprache. IL 

Bd., L Lfrg. (Berlin, Dümmler.; Va Thlr. 

Dieselben. Epische Abtheilung. I. Bd. Girartz de Eossilho, hersg. v. C. Hof- 
mann. L Lfrg. (Berlin, Du mm 1er.) ., Va Thlr« 
^(. ^üd^ner. d^ef^ic^te Ux englifd^en ^oefte. ^b. I mt> n. (2)armftai)t, 

2)iebl. . , 2 aiblr. 

F. Schiller. Wallenstein's camp; translated by E. T hörnt on. (Frankfurt, 

Hermann.) 6 Sgr. 

Sroc^i'8 »riefe über SDante'ö göttli^e ilomöDie, au« Dem 3talienifdf|en über»: 

fffet. (33onn, «öenr^ & (5o§en.) 18 egr» 



W. Pnts, altdeatachet Leiebiicb mit Sprach- und Sacb-BrUniiigen för höhere 
LehnniUlten. (Cofalenx. Bädeker.) 12 Sgr. 

W. Fatx. Uebenicht der Geschichte der deatachen Literattir. (Coblenz, Bäde- 
ker.) 6 Sgr. 

Der Nibdonge liet, herausgegeben tod H. Nähert. Zum Gebranch für Schulen. 
(HumoTer, Bampler.) Y4 Thlr. 

it. Sangncr. Z)fntf<^e ^rammatü für (Bt^nmafün. (Sini« SraumiiUfr.) 

iVs StWr. 

E. Faschier. Le coear d'nne m^re. Choix de lettres de Mme. de S^vign^, ^ 

Piuage dee toles. (Stuttgart, Neff.) 12 Sgr. 

^olgapfel. . Cofun de mythologie. 9ran|. Sefrbiu^ für ffttai\^vHtü. VlagUhm^ 

«tfii>.) 17 Vs ©ar- 

9(Mer«9{clnarb. Anleitung ^nx betitf<^en mt fran^iftf^cn Umgangifpra^t* 

Srnffrf, Stitiiin^, €>^nit & domp. 10 e^r. 

Dr. (S. ^16 1^. et^rai^fu^rer fär Dcntf^e in %xaa!t[ti^. (ßttiin, ^erbtg.) 

Vs a:bir. 

M. Selig. Die Sprache der Franzosen. [Nene Methode.] (Berlin, Adolf.) 

12Vj Sgr. 
9i,9iihu^t ^rafHfdjie engtiff^e e)>ta(|ff<^n(t. (Sri^aig, Sie it(o)»f& {y arte (.) 

12 6^1. 

F. G. B. Centarione grammatica elementare de la b'ngoa italiana. (Roma.) 
Fioretti di letteratnra e di morale ossia 502 brani di Prosa o di Foeaa. 

(Roma.) 



(goitfeftung.) 



St 39. „Wiit Hat mup cd in itt @eele $ o m e r ' d gcnoefen fein; ia 
er fein ganjed ®ebt(||t j^inbur^, gleic^fam bie äBage 3u))tter0 in 
ber ^anb ^altenb, bie Steigungen unb Sl^araftere ber 3Renf(|en 
gegen einanber im Streite unb in folgen abtoo^V* Unbefangen \a^ 
er bie ^ntanc^ierlei, einanber oft entgegengefeftten ©cenen ber Witlt, 
unb fc^ilbert fle glänjenb unb unt>ergängli(^*" „Unangefirengt,' 
fanft^ iji bie m, mit welcher §omer, „frei al« ein ®ott, aße 6^a^ 
raltere fte^t unb i^re 8ajier unb JEugenben, i^re ®{urf^«' unb Un^ 
glü(f«f&ae erj&^Iet/ „Äeine Se^re, feine SBarnung entfließt« feinen 
„8ipi>en, al« ob fte bie feinige wäre", ,;iebe^ Safier, {ebe 8eibenf(^aft 
felbfi lehret unb warnet" J&omero« „i\t bloß ein (graä^Ierj fein 
^erameter fc^reitet eim unb t)ielf6rmig ba^in, ol^ne alle 3;i)eilnaf)me, 
ate bie i^m berSnl^alt auflegt. 8ln biefem gleic^gel^altenm J&exameter 
haftet glciclifam bie ganje Äunfi ^omer'«; in i^nt tragt er alle 2ei^ 
benf(^aften ^ox, in i^m fc^ilbert er aQe ®egenfl&nbe unb (Situationen 
im ^immet, auf erben unb im Drfu«; mit i^m miffet er ®otter, 
Reiben unb SRenfc^en gleir^formig*" ^omer'ö SSer« ifl ^fo um^ 
faffenb toie ber blaue J&immel unb fo oielfa^l ^^ mittl^eilenb 
SlBem^ toa« unter i^m wohnet." ^SBem §omer'« «Kufe ben SRebel 
))om Sluge nimmt; getoinnt aber bie !D{nge ber äBelt gett)i|i eine 
große, toeife unb am ©nbe fro^li^e 8lu*fl(^t.« ©ö iji ,,in beiben 
©ebid^ten Jpomer'd eine ©umme rul^iger Vernunft unb be^ unbefan^ 
geneU; fri^li^en ©elbflgenuffe« merfbar, wie in feinem anbern 
^i^tttJ' 2>abei enttoicfelt {{(^ ber ^aben feiner ©ebi^te „au« 
bem Sin&utl ber ®ef(^i(||te fo ununterbrochen unb rul^ig; al« ob bie 
Jpanb ber ißarge i^n führte»)/' 2)ie ^eitere, gleichmäßige Dbj[eftit)itÄt 

•) 3l>eftt 8Ut Oeft^td^te «nb Sttitil Ut ^ocflc I. ®. 97 f., 111 f. gtü(^te 
aue Den fogenannt goltenen Seiten II. 6. 87 — 89. stimmen Der SMfer I. 
%x(fiw f. n. epta^tn* ZVn. 22 



336 fßihlio^xapf)iiä)tx Stn^tiger. 

W. Pütz, altdeatsches Lesebuch mit Sprach- and Sach-Erkläniiigeii för höhere 
Lehranstalten. (CoUenz, Bädeker.) 12 Sgr. 

W. Füta. Uebenicht der Geschichte der deutschen Literatnr. (Coblenz, Bäde- 
ker.) 6 Sgr. 

Der Nibdunge Uet, herausgegeben von H. Kabert. Zum Gebrauch für Schako. 
(Hannover, Bümpler.) V« '^^ 

St. ^an^ntx. S)cutfd^e iS^rammatü für ®t^mnafien. (^itn, ^ramnüllfr.) 

E. Faschier. Le coeur d*une m^re. Choix de lettres de Mme. de Sevigne, i 

Tusage des ^les. (Stuttgart, Neff.) 12 Sgr. 

^oI|a))feC. . Conrs de mythologie. %xan^. Scfebuc^ für SteaCfc^utm. SlagbtbiiTg, 

«reuj^.) 17'/2% 

9(bUr«92e«narb. Slnleitung gor bcntfc^en unb fran|i|if<^e]i Umgang^Mt* 

Sruftfl, ^ie^Ung, e^n^c & dotap* 10 e^r. 

Dr. (S. $ldt^. e))fad!^fu^rtr fär 2>ctttf(^c in granfrcit^. i^txiin, ^rrbi^) 

Vi m 

M. Selig. Die Sprache der Franzosen. [Neue Methode.] (Berlin, AdoK) 

ISVj Sgr. 
9. %ihxt^t $rafHf^c rngliff^c e)>ra(|ff<^nU. i^ni^, Sreit(o)>f&f^ärtrU 

F. G. B. Centnrione grammatica elementare de la lingua itaUana. (R<hiul) 
Fioretti dl letteratnra e di morale ossia 502 brani di Prosa o di Foes^ 

(Borna.) 



(goitfeftung.) 



%. 39^ „aaSie Har mup e« In ber Seele §om er'« getDefen fem, ba 
: fein ganje« ®ebi(||t l^inbur^, gleic^fam bte äBage 3u))iter0 in 
tx ^anb i^oltenb, bie Steigungen unb S^araftere ber SRenfc^en 
rgen einanber im Streite unb in folgen abtooQl^ Unbefangen fal^ 
: bie f^mand^erlei, einanber oft entgegengefe^ten Scenen ber SBelt^ 
nb fd&ilbert fle glänjenb unb unt)ergdnglic^»" ,,Unangefirengt,' 
mft'' ift bie m, mit welcher J&omer, ^frei al« ein ®ott, aße 6^a^ 
(ftere fte^t unb i^re Safler unb S^ugenben, i^re ©ludf««* unb Un^ 
üdef&Be erjä^Iet/ „Äeine Se^re, feine SBarnung entfließt" feinen 
iippttt, ale ob fte bie feinige wäre", ,,iebe« 8afier, {ebe 8eibenf(^aft 
Ibji leieret unb warnet" J&omero« „i^ blof ein Srai^Ier; fein 
•erameter fc^reitet ein* unb t)ielf6rmig bal^in, ol^ne alle a;i)eilnaf)me, 
Ä bie i^m berSnl^alt auflegt» 8ln biefem gleic^gel^altencn Hexameter 
iftet flleiclifam bie ganje Äunfl ^omer'«; in i^nt tragt er aOe 8ei^ 
nfc^aften t^or, in ü)m fc^ilbert er alle ®egenf)&nbe unb Situationen 
t ^immet, auf erben unb im Drfu«; mit i^m miffet er ®6tter, 
elben unb aWenfc^en gleir^forraig»" ^omer'ö SSer« ifl ,;fo um^ 
ffenb toit ber blaue ^immel unb fo oielfa^) ^^ mitt^eilenb 
ü^m, xoa^ unter if^m wohnet»" ^SBem ^orner'« SRufe ben SRebel 
m aiuge nimmt, getoinnt über bie 2)inge ber JHJelt gett)i|i eine 
o^t, weife unb am ©nbe fro^li^e Sludfic^t/' ©ö ifi „in beiben 
ebid^ten ^omer'd eine Summe ruf^iger SSernunft unb bed unbefan* 
nett, frol^li^en Selbftgenuffed merfbar, wie in feinem anbern 
icl^ter»" 3)abei entwitfelt ftc|> ber gaben feiner ®ebi^te ,,aud 
m Ätt&uel ber ®ef(^i4|te fo ununterbrochen unb rul^ig, alö ob bie 
anb ber ißarae i^n führte»)/' 2)ie ^eitere, gleidjmafige DbJ[eftit)itÄt 

•) 3t>eett 8ur ®ef<^i^te unt Äritif ter ^oefie I. ®. 97 f., ill f. gru*te 
S ten fogenamit gotl)eneii QtiUn II. 6. 87 — 89. ©timmtn Der SJMfer I. 
9lT(^iY> f. n. ®)^ra(^en. ZVn. 22 



338 Berber'« Sleji^tif. 

M gried[)if(|)en Sätifler^ t>te in ben obtgen fleijireid^m Semetfunp 
bejefc^net tt)ttb, xoax eine ®abe beö l^ö^fien ©lurfed, »on bemnur 
ein Sterblicher beflönjiigt tverben fann. gür bie aRöglic^frit, tnj 
ein folcfeer ©anger geboren ttjerbe, fic^ erl^alte unb gcbci^c, »irbdn 
potii\d)tx ßn^ani ber ganjen Station »oraudgefeftt* 9lur k, »c 
bie ©eele jebed §örerd bem 9if)apfoben no(^ einen unbebinjtfE 
®Iauben an bie SBa^rl^eit ber 5ßoefie entgegenbringt, lann et mii 
bfefer ©ic^er^eit unb Unbefangenl^eit in bad §erg ber ®cfellf(|itii 
l^inuntertaucfeen unb fein 3nbit)ibuum barin loerfc^winben lafa 
2)en Eingebungen ber SWufe gel^orfara, bie aud ber aSoIfövctfaint 
lung, aud ben Surfen ber Su^öret, aud ben erwa^cnken grofoi 
9{attonaIerinnerungen i^m guminft, fleigett et in macbfenbeiSeg^ 
rung SBort für SBort ju immer reineren gorraen be^ SSilbeö unb 6^ 
banfend. aber um bad Urtl^eil ber SKenge ip er unbefuimnert, im 
freubigen Sewuf tfein, ba^ i^rer Siebe unb Eingebung feine 3le|lfficH 
bed »erjiänbigen 3tt>eifeld entgegentreten »erbe* Sie Sefttgtliflij 
feiner SBa^r^eit unb feinet göttUci^en 93erufed liegt in ben glü^entts 
surfen ber fc^njeigenben, at^emlofen SSerfamralung* aber ju bicfii» 
poetifct)en 9lationaI^®Iürfe muf auc^ ein befonbere^^ intbibutlltJ 
®lürf mit l^uIbtJoUem iä^tln ftc^ gefeßem ü»it aßen ©enient« 
l)erfönlicl[)en geben« au^gefo^nt rau^ ein 3)i(^ter fein, ber mit gW^' 
mäßiger göttlicher Siebe aUe gormen bet 9iatur unb be6 SRenfi^«'^ 
bend umfängt unb in ben reinen, unbewegten 8let^er feinetSttiJ 
eintaucht» So iji bie ^ocbjie Äinblic^feit unb 3tamt!a eine« to0 
3tt)ingenben ®eijie«, bie ^ier »oraudgefeftt tolti. ?lur i^rfaimtk 
t)erborgene ©c^ön^eit afler SDinge jtc^ auffc^Iiepen unb ber flctiii# 
®egenjianb feinen göttlichen Urfprung t)erratt)ett* 3Rit einmi rt 
tenben Urbtlbe im ^erjen, breitet er bie golbetten ©tral^len beffdta 
tt)ie eine ©onne, jütt, grop unb unbemufit über bie @(^öj)fttngfl«*; 
tm Ueberma^e ber ©eligfeit jireift er feine inbi»ibueHe 8epim# 
ab ober läpt nur ba« ®öttlid^e bat)on gurüd unb toanbelt jt(|into 
5ßlan beö 2)afeine um* 6d tt)dre einfeitig, einen foldjien i4^ 
blof »on ber ©tärfe be6 @cniu6 abjuleiten; au^ bie ^o#9liti«» 
fraft beö fc^opferifc^en ®eifieö xd^t nic^t au&, einer in fw^ tn^w^ 
ten ©eele biefen grieben, biefe ©tiUe, biefen §immel einjuloa*^ 
„SBem eö neibifd^ bie S^arie gekoeigert, ni^t erj^ing^ « ^ 

e. 70 f. Steen gur ©efd^ic^te Der aJlenf(^^e{t IH. @. 133 f. e<^«ft« f 
grie^if^en Siteratuc e. 269. 



«etbet'l «efl^eti!. 341 

im \oilitn @^(a(|itgetAtnnieI bad Vuge be6 3uf(|iauet6 ol^ne 9lebel 
itnb Semimtng bleibt/' Wt Jtinm »Ittfe'' l^at ^omerod „Mt^ 
gefeiten ; {eben ©tgenpanb nic^t fhaff angezogen, fonbern in feinem 
Hinten, reinen Umriffe, ridjittg unb Ui^i gemeffen, gegei4)net" 3n 
feinen fteinßen Sefc^reibungen fd^ilbert er, „xoit m&dfttig bie Seibem 
fcf^aft burcf^ eine eingige ®eberbe unb bie freie @eele Inx^ einen 
freien Äorper fi)ri(^t" „^ox feinen «ugen fprad^ ber ®eifi." ,,3n 
^omer (eben aOe Silber berge{)a(t, bafi er felbf) feine ®let4)niffe in 
Sewegung feftt; jeber ßwg ift «« ^auc^ feine« ÜKunbed/' 5)ie 
,;flel^enbe gorm aller feiner giguren ifi aufgehoben; jie bewegen ftd^, 
fte (ebem ®enau in bem Wla^ fc^reiten fte an und "ooxübtt, a(d un^ 
fere ?ß^anta|ie fle faffen, unfere enH)finbung jie fefi^altcn f ann ; fein 
3Romtnt länger/' Dabei brficft er .,,iebe ©c^ön^ett feiner Silbung 
tief ein/' Seine ®eflalten ,,flra^Ien üon üRorgenröt^e/' üRit biefer 
))Ia{}if(^en £ebenbigfeit unb gl&njenben ®i)dnlit\t ber ®efia(ten t>er^ 
einigt ^omer bie gröfte Slaturroa^r^eit* ,;9fiiemanb in ber SBelt 
l^at befFer, aM isomer ben>tefen, n)ie man bie einfac^fte ^abtl mit 
ber rei(^fien 9latur beleben, mit ber gro^eßen (Sinfalt fo "oitl^ad) 
machen fann, atö bie wette @(^6))fung/' @r folgt ,;in bem jfom^ 
men unb &nimii)tn ber Silber faji unerreichbar ber Statur." Qx 
f)&lt jic^ „au^ in ben fleinfien Bugen, ik \oix fennen, fo unenblic^ 
an Statur unb SBa^r^eit/' 3n SlHem finben wir bei i^m „bad 
leierte, ric^^ttge, natürliche 93ert)&(tni$« '^ ®lü(f(ic^ unb natärlic^ iß 
bei il^m bie Slufeinanberfolge ber ©mpfinbungen. Sinen iEon ber 
@eele entwitfelt er aud bem anbern unb (oft i^n in einen anbern auf* 
8luc|> ber 5ßlan unb bie Drbnung feiner ®ebicl)te ftnb, bei ber fein^ 
ften Jhtnfl, wegen i^rer Stnfac^^eit unb Staturlic^feit im l^öc^fien 
@rabe ju bewunbern* ^erber preifi „bie SBal^r^eit unb SBeid^eit," 
womit ber 2)icbter „aUe ®egenfiänbe feiner 2Belt ju einem lebenbtgen 
©anjen »erwebt/' „SBie einfacli leitet er ben 5ßlan fort unb lä^t 
il)n am gaben feiner ^anb immer wad^fenl SBie weife üertf)cilt er 
Sid^t unb @c|iatten, f&^rt ieben ®ott unb iebe Gegebenheit gur 
rechten 3^^ l&erbei unb eilt immerbar gum ßitUV 

8luc^ bei Dff ian jinb aUe ®egenpänbe ^perfonificirt, 'ooU geben, 
üoH Bewegung/' 8lber er ifl „furj, fiarf, mdnnlic^, abgebrochen in 
SBilbem unb empftnbungen/' ©eine Srjä^lungen l&aben einen 
„nieberen J&immel," eine „fd^male Sinfaffung/' „SBie aud ber 
Seme, aud einer ^o^te, über bad SReer, t)om !£^al ober )>om ®e^ 



340 ^ttUx*§ 9lefl^etif. 

lod^ten SSoIfe fortgefungtn n>orben fM>, ba« fi(^ am Stit^m ttnb an 
ber ©ludfeUfifeit feiner Sorfal^ren unm&c^ttg labte.'' r/^fflati'd ^t^ 
biegte bejeici^nen ben ^erbft feined Solfed« 2){e 931&ttet f&iben unb 
frummen ftc^; fle faOen unb faQen. !Der Suft^auc^, ber fie ablofd, 
f)ai feine Srquicfung be6 St&^Itngd in fi(^; fein <Spitl mbeffentli 
traurig^angene^m mit ben finfenben ^liitttnJ**) 

9Bie Reiter unb la^tnh ifl bagegen bae ©itb, ba6 ^erber m 
ben 1^ ojn er i f (|^e n 3«ten entwirft 1 „^omer entjianb in einem ßtMtaf 
ba er bie erjien Schritte gu einer feineren Silbung fa^ unb t>on bra 
fiarfen Sitten ber früheren aBett in lebenbigen Sagen i^orte* iEie 
^elbenfabeln lebten bamald im SJIunbe ber ©riechen unb nahmen in 
einer ^üt, wo Schrift unb $rofa noc|) ni^t erfunben tt>aren, wtt 
fclbji eine bic^terif^e Oefialt an." „SDie griec^ifc^e ©prac^e ttirf 
bamald in aftatifc^er ^immetöluft 93(üt^em !Die SR^t^oIogie formte 
jtc^ gu einer fc^önen menfc^li(i^en Oefialt; bie 8eibenf4>aften ber 
SWcnfc^en n>irften freier, i^re Seele war offen** — 3m ©egenfa^eguber 
mmn Unmittelbarfeit ^omer'd fie^t auc^ in feiner SBeife SOtilton, 
ber nad[) ^erber „bie Summe beffcn" geigte, „toa^ SRefllerion in bei 
3)ic^tfunji gu teijien" vermag, ber nic^t etwa blop „geitfürgen unt 
vergnügen, fonbern belcl^ren unt erbauen" wollte, beffen grofed ®c^ 
bici)t ein auf alten Säulen rul^enbed, burc^bac^ted ©eb&ube x%^) 
„^omer fang, wie er fal^ unb i^orte/'***) 

§• 40*t) „S3ei Jp omer treten alle ©efialten wie unter freiem mi 
^eiterm Fimmel in fettem Sichte l^er»or." „Sie fcfjreiten ^anbelnb fort, 
leibhaftig, in .»ßUiger SBa^rl^eit* aiud^ aüe feine ©leit^niffe unb 
SRaturbilber nel^men an biefer Si^tbarfeit S^l^eilj langfam waljOJ 
fte jtc^ umf)er, um gleicl[)fam t)on allen Seiten i^re Waturbeftanb^cit 
in ewig fefien 3wgfn bargufiellen unb gu gewäl^ren/' „Sluc^ fb 
bie Sonberung ber ®ru^)>)en ^at §omer bergefialt geforgt, baf fettft 



*) Srüd^te aud ben fogenannt golbenen Seiten, n. ®. 93 f. 

*♦) Sfceen jur ®ef*. unt> Stxitit Der ^ocfle u. f. ». ü. e. 127—130, l» 
***) Urfad^en De« ßcfunfencn ©cfc^macfeö ©. 22 f. 

t) grüc^te auÄ ben fogenannt golbcnen 3«<ten n. @. 89. Fragmente j» 
teutf*cn Literatur L e. 157. n. ©. 64 f., 267. ^fattigone L ©. 181, IL g- 
131 f. 3:^eologif(^e ^xitft Ut, IV. @. 184 f. Soeen gur <8^ef<^i^te Ht SXcnfüM 
^eit ni. ©. 133 f. mm^ SBdlber II. 6. 40. 



««rbef« %t9f)tt\t 343 

eine» rollen 3eÜo(ter« erjA^lt/' 3a „hk flnrtjc Sttabe ifi eigentlich 
einSöb" „gefÄBiger, n!enf(f)enfreunt>Iidl)er ©eftnnung/'*) »irgiliu» 
bejetc^net „xoo tx tann, feine ©efänge mit einem garten !Drutf ber 
SRenfd^enliebe/' **) a)iefelbe Humanität ftnbet Jperber axxi) in ben 
3)i^tungfn Dffian'» unb Älopjiotf'«; Dffian, fagt er; l^at 
„ein ^era tJoH SBel^mut^, Siebe unb Unfc^ulb." 3n feinen ®efott<^ 
gen waltet ,;ein ßöuber ber Sinfamfeit unb »iebe^ be^ aJlut^d unb 
ber Schonung/' SlKentlialben feigen wir bei il)m ,,©cencn ber Uruf 
fcfeulb, ber greunbfdSiaft, ber tjäterlic^en, üntlx^tn, ber »rubere unb 
©dt)tt>efierliebe" unb l&oren „t>on ber SBel^mut^ getrennter Siebenben 
unb ®atten bie rü^renbfien Xöne/'***) Älo»)jiocfd garte g»ufe 
burdbfhomt „unfere gange @eele, ben ®iittelpunft i^rer SBelt/'f) 
,;5!»oraIif(^e ©c^on^eit, fiille ©r^aben^eit, bie bie gange ©cele bcwe^- 
get^ einfältige SBürbe unb emfte Sieblii^feit; bie ben mic^tigfieH @in^ 
brucf nac^Iaffen/ ftnb ittopjiocfd eigenti^ümlic^e SBorgüge* ,,9?it 
genb» ifl biefer !£)ic^ter gröfer^ al6 mnn er, m Kenner bed 
nienfc^li4)en ©etfte», je^t einen ©türm t>on ©ebanfen unD (Srnpfin«' 
bungen aud ber S^iefe ber ©eele l^olt unb il^n bid gum ^immel 
braufen lapt; wenn er einen Strubel t)on 3w>eifefn, ©efümmcrniffen 
unb Slengften erregt/' „Unb im 3&^tlic^en ftcbt man Älopftoef im^ 
mer fein §erg fc^ilberm'' 2)ie §SRefftabe ift „ein 3<iwbergemdlbe, 
' ba0 in ben gartejien SWcnfd^enempftnbungen unb 9Renfcf)enfcenen von 
©etl^femane aud über @rb' unb §immel fd^webet." „3)ie befien 
©cenen" ber erfien ©efänge M 3Äef(tad ftnb „bie erjie, überftrömenbe 
guCc eine6 fanften, garten bergend/' ft) 

S.42. Sluö bem SSegriffe bed l)omerif(^enepo^ abgeleitet ifi^er^ 
bef» Semerfung, ed liege in ber SBeftimmung biefer !Di(^tart, nic^t 
gelefen, fonbern gebort gu werben* ,,®etefcn gu werben, jtnb'* §o^ 
mer'» „®cfÄnge urfprünglicft nit^t gebic^tet; jte würben gefungen; fte 
fönten gel^ört werben. 2)al)in jircbt ber gange Sau be» ^erameter», 
ber abwed^felnbe, immer fortfc^reitenbe ®ang feiner Silber unb Jone» 



'j 



•) 3t)een gur ©efc^: unb mtit ber fpocfle u. f. w,, I. @. 93. f., 97 f., 111 f. 
♦♦) 3«>een aur @ef(i«*te unt> Mtil ber fpoefle u. f. »., L @. 67. 
***) grüc^te aus ben fogenannt goltenen QtiUn IL @. 97 f. ©timmen ber 
g55l!er I. 6. 9. SBirfung ber t^id^tfunfl anf bie ©itten ber SSMfer €>. 255. 
t) Sbeen awr ®ef(^l(^te unb Äritif ber «poepe u. f. w, DL e. 149. 
+t) gragmente aur beutfc^en Siteratur IL ®. 50. Sbeen a«r ©eft^fd^te unb 
Äritif ber ^oefle u. f. ». H. ®. 149. SC^eologif^e »riefe IE., IV. e. 247 f. 



34A Berber'« 9it^ttit 

S)at)on geugen bie immet tDieberfornmenbrn SBorte unb SeitDDtte, bie 
wteberfe^renben SScrfe unb ^albt>crfc; bie Ui^tt ©ilbung bcr ©tkoB* 
fcn burc^ eine 9Renge und überflüfjtfl f^^einenber 5ßartifeln, Me bnn 
lebenbigen 93ortrage Haltung unb ScbnHtng gaben, enbli^ bie gonjc 
Slrt lofer ^ßenoben, in ber ^icr 8lfled erf^eint gfir ben ©ingtr 
war ber Hexameter gemac^jt ^it fonnte, nie burfte er fiorfen unfc 
ausbleiben; ber @efang gog mit fort (Sben jene leiifttn unb einto« 
nigen SlueHänge bed 93erfe6 luben ol^ne Wiäf)t gur gortfe^ung be§ 
33tlbed ober ber ©efc^ic^te ein; eine Steil^e "oon mieberfornmenbai 
Sludbrücfen unb aSerfen gaben bem ©dnger ^tit, weiter gu benffn, 
inbem fie immer noc^ bad fOijt ber SSerfammlung angenel^m fulbai 
SteQen fonnten ))erfe^t, ungäl^Iige Heine ßü^t wieber angebrai^t 
werben; fo bap, wer einige ©efdnge ber Stiabe gefungen fyütt, 
ben gangen Siroianifc^en jfrieg in biefer SRanier fingen fonnte; Ui 
©änger f(i)wamm unb bewegte ftc^ in einem fel^r freien (SUmmit' 
@o firdmt in ben großen ®ebic()ten be6 ^omeroS bie SRuftf un# 
l^odicf) t)on ben Sippen beS @ängerd; fie wirb i^iebem Silbe, ieben 
Älange feiner SQSorte eingel&auc|)t,* „Unermubet irret ^ er „immo 
auf berfelben lieblid^en ®aitt unb warb auf il^r ein fDhtßer M 
Sßo^(nangS für aUe ®egenfi&nbe unb (Situationen/^ »©eine 9i^a)>fü' 
bieen blieben" „im Df)x unb im^ergen lebenbiger Sänger unb^orer/*) 
3Iu(^ auf bad mufifalifc^e Clement ber Dffianifc^en $oefte ub^ 
Sprache mac^t ^erber mit befonberem 9la(^bru(fe oufmerffoin. 
Dfitan'd „Oefang änbert fid[) m^ jeber ©mpfinbung; bie ©4>ott» 
fonnen bad Siul^renbe ieber unerwarteten Slbwec^Siung bed fanftes, 
traurigen ober wilben unb fü^nen ©^(benmapeS nic^t genug )>reifeiu' 
^!Der jfiageton ift biefer ^lufe fo eigen, bap er bid in bie SSurgcbi 
ber Sprache, in bie Slbteitung unb 93erfettung i^rer Sßorte einge» 
brungen ift; ber Älang berfelben unb bie ©efangweife ber 8ieber tfii 
mi) allen Scric^ten benfclben Sludbrutf."**) ÜRilton fcbuf W 
„eine eigene, alt*neue, Hafftfcf^e @prac|)e nad^ SKuftern ber Sitten ali 
5ß^ilofopl) unb aWeifter aM\ „2)en prächtigen 3ambu6 wählte er*, 
brauchte i^n aber nic^t, wie ©l&afefpeare, leicht unb ffiepenb, 
fonbern, „wie im l^eroifc^en ®4)ritt, obwol^I abwed&felnb unb mait' 

*) ©d^rlften gur gried^ifc^en fiiteratur 6. 299, 246 — 248. ^Htn §ot ®e* 
f*i*te bcr SWcnfc^^eit m. ©. 133 f. SC^eofogifc^e »riefe L, H. e. 238. 
etimmen tcr ajölfer I. @. 65, 69 — 71. 

**) grü(|fte au« t>en fogenannt gotbenen Seiten n. ®. 88, 94. 



ni^falH^, bmt^ riittoittg, «»tft^tig tmb ebrf.* »3ebe ftabenj, je^ 
bee 93t(b unb ®ltl^nl^, |ebe ungetoo^nte 9tebeart ifl ^on bem bKtu 
beti 9Rann forgfälHg audgebac^t unb an ifire SteOe geotbnet*) 
„©»raclie unb Serdort M *Io»)florf'f(^en SWeffia«* ,,jlnb 
neugefffiafen, tmiftnbge^alHg, ent^ unb litiliä^.'* „epxadft unb 
@eele f^tit ficfi'', toenn im ,r9Reffia6 ®ef&nge, @m))finbungtn; @Ie^ 
gteen, ^i^mnen tönen; «Oe« toirb Subel, Zf^thnt, Sffio^Iflang^ »3m 
STudbrud bet fUUm Tlaitftht, ber fonften ®fite iß JMopflocf t>{eaetd(|t 
bcr rrjle 2)i4iter,**») 

S« 43« SBir f^aittt oben bemerft, baf bie urfptfingli^en (Spopden aM 
bem nationalen ®runb unb Soben ermat^fen ^nb, baf fie gun&c^fi ein 
»oDfl&nbige« 93t(b ifired SSoIfed unb t^ret t)oirdt^äm(i(^en ®efc^{d|)te 
im Spiegel bet aud bet ^^tabition gef(||öpften @age bat^eOen. 
3l^re gef4|t(^tl{(^e Untmfalit&t f&^rte t>on felbfi barauf, ba^ biefe 
®ebi(^te n>te in einer ßnc^cIopAbie bad gange aEBiffeU; ®Iauben 
unb a^nen il^rer 3eit barfieHen. 2)ief xft ber metapl^jjfifc^e ^inter^ 
grunb, ben befonberd bie l^ometif^en ®tti^tt f)abm. di^f^t 
^d) nun bie teiij^e unb bunte göDe ber ®eflalten auf einen engeren 
jtreid )>on furjunb fireng umriffenen Silbern gufammen; ttiUi^tn 
unb t)erf(|in)inben bie färben be6 gef(||i($tltd||en £ebend )Dor ber 6t&rfe 
unb ^o^eit feligiJfer unb p^{Iofopl^if4)er SbeeU; fo txitt jener 
metopl^^ftfd^e ^intergrunb immer beuttic^er })trt>ox. !Da6 ^txou^U 
fein ber geifiigen, unüd^tbaren 9ße(t bilbet ben be^errf(||enben 
^JRittelpunft bed ®ebid^t€d unb mac^t bie pOe bed irbifc^en !Dafeind 
2um Slbglange i^red ii6)M, gum @aume an bem ®eu)anb i^rer 
^enlicbfeit* Die epif(|ie SSelt concentrirt fii) in n>enige, firenge, 
gigantifd^e SWaffen; bepo breiter mad^t jid^ bie erhabene Sprif^ unb 
eine prop^etifc^e Se^re I&fit i^re ©timme o^ne Siermittlung bur4> 
bie @innli*feit ertonem Daö (Spod »irb jura Sludjuge aue ber 
ganjen göttlidgien ©d^öpfung, bie e« mit arc^iteftonifc^er Strenge, 
^ol^eit unb i&eiligfeit barfteüt^ ©e erl^ebt jidSi aue ben ®renaen be« 
irbiW^n 98oIfee unb Staate« in „bad 93ater(anb bed SWenfc^enge^ 
fc^Ieclitee^ ia ber ®eifler überhaupt; ed ergebt jic^ in bae Keic^ 



♦) 3t>een jur ©ef^id^te «nb SttiUf tcr qjoefle tt. f. ». IL ®. 124 — 130. 
Sergl. 9rü(^te aul ben fogenannt golbenen Reiten n. ®. 46« St^eologif^c Briefe 

L, n. e. 288 f. 

•^ St^eoloftif*« ©riefe L, H. e. 258, m., IV. e. 247. 



346 ^erber'l STefi^etii 

©otW* ®ol*e »eltumfaffenbe (Spoifbtn fd^ufcn «titet ben bleueren 
(Dante, SWiIton unb Älo>)jio(f* 8lber fic mtf(|tm boi) t)idrt 
\)on bcr nationalen unb Qti^xi)tli6)tn g&rbung i^rer 3eit ein unb 
nÄl^erten ft(^ babur(^ fel^r l^äuftg bem »egriffe be« »olfet^üm^ 
liefen epo«, 3cne pxopf^tii^^t Urgefialt, jene unmtttelbate emWfr 
lunfl ber göttlid^en SBeltorbming, fene bjjranenattifle Sluffaffung aM 
«eben« unb !Dafetnd aW einer t)on ®ott ^eworgtl^enbcn auöfho^ 
lung begegnet und, unt)eraif<^t mit ber natJonaUgef(^i4)tHc^en SSolfe 
fage, in bem SBuc^ «ipiob, bad une bie reine SKetaplj^itf au6t>tt 
j)oetif(t>en SErabition bed 3ubentt)ume« barfleHt* SSon tiefem 8u(|c 
fpri4)t Jperber, toit überl^anpt »on ben eri^abenen !Dic^tu«gen M 
alten S^eftamented, mit großer 8egeiflerung* SBie eine ,,aCte, c^r^ 
tt)ürbige ^p^ramibe" ragt §iob in unfere Seit l)erüber^ 2)ad ®^ 
bic^it iji »oH tton ©c^toung unb „gelfenjiärfe/' ,,furj, flnnrei*, 
flarf, lieroifd)/' „immer auf bem ]tjbi)^m fünfte be« Sludbrude 
unb »ilbee." ©eine ©timme „tönt, fdbaHt raul^ unb abgebro^m 
jwifc^en ben geffen fitrooxJ* „»ilb für 33ilb i^ eine neue ^erfonm* 
bid)tung*" 9JJit „<)atriarcl)alif(ber (Sinfalt/' „t)inreifenber Äurjc' 
unb „fc^weigenber er^abent)eit* jtnb namentlidl) bie etflen Äapitcl 
gef({)rieben, unb bae 28»jfaj)itel ifl „eind ber erbabenjien ©tfirfc bti 
SBelt.'' !Die ,,Denfart" biefee Suc^ed ifl „foniglic^ unb gottli*/ 
„!Die I)6c^fie Slufricbtung unb Se^re i^" ,,bie einfaffung ted »u(brt 
felbji; epopSe ber SMenfcb^eit, 2;f)eobicee ®otted, ni<^t in SBortra, 
fonbern im 9Serl)ängniß, in feiner ftitten %t^atj* r,^iob war riß 
großer pl)iIofop^iftber !Di(i^ter; er t)erfianb'd, »ad bad SÄcnfc^enlelieB 
fei unb ni(t)t fei, unb tt>a^ toit am ©nbe gu l^offen ^abem" 5)al 
Su(^ §iob iji baö „Altefie unb erfeabenfte Sebrgebic^t oller 9ltttio^ 
nen," »,beffen 8lu«ft(^t mir balb tt)ie ber bejiimte ^immel „tjorfommt,' 
balb tt)ie ber fro^Iic^e, milbe S^umult ber ganjen ©(^öpfung, boft 
tt)ie bie tiefte Älage ber SWenfc^ljeit; loom 8lf(^en]^aufen eine« gfc 
fien, bie gelfen ber SBüfie «rabiend f)tvoox. 3n ber legten fe' 
f(|)einung tritt „aUed ®rofe unb SBunberbare ber ©t^öpfüng* 
jufammen, ,;ben majlefiattfc^en S^^ron ®otted ju tragen** Da« 
»ucb §iob iji „ein l^o^er SRa4)]^an ber erjien Seiten ber S98elt unt 
ber einfältigen, unfc^ulbigen, in tl^rer 8lrmut^ rei(^l^altigen Sfato 
toeidljeit ber SJolfer unb ber Patriarchen***) 

*) ®ci(l t>er ^chdifc^cn qjocfle I. @. 101, 122, 124, 135 f., 183, 245- 
IL e. 123. Sl^eologifc^e »riefe I., H. 6. 141, 143 f. 



bb) S)ae 8Ba^t4iett unb bie Sage* 
S.44 S)ie alteren äS&i^rcien aUer aSoKer tDoren Jo6mf>gontfd^;'' 
,,f{e n>arm (Srfläntngen bet Statur in bem, n>ad man t&glic^ ober 
idferlic^ ttor fld^ fa^^* 

^Äeine Dichtung twmag bem menfc^Ud^en ^erjcn fo fdne 2)tnge fo 
fein gu fagen, al6 bet äiomon unb t)or,onen 9tomünm bad gern« 
m&^d&nt. 3tt ifyxi ifi bic ganje SBelt unb tl^re innere SBerfftätte, 
ba$ 9Renf(^nl^trj, al^ eine 3<iu6em)eU gong unfer« 9{ur fei man 
felbft ein üon ber gee begabter ©Ifirfli^er, um in biefer ^anbtmtlt 
\f)tt ®efd^&fte gu ))em)atten« 9ttrgenb me^r, al6 in i^r loirb bad 
©cmeine abgeft^madt; fjh^li^, unerträgliii). Die (S.a'pxictn unb 
Saunen biefer äBelt forbem ben feinfkn 93erf)anb; bie unern)artet{le 
aSenbnng^ 

„ 9Uift etwa nur »on 3rit unb Ort binben und »al^reüRä^rt^en M, 
fonbem ))on ber ®terb(i(^fe{t felber; toit finb burd^ fie im fRtii^t ber 
©eifler» 2)ad S^roumreicl^ gibt und über und felbp bie emjieflen 
aSinfe^ 3ebe6 SW&brcben l^abe alfo bie magift^e, aber aud^ bie 
moralif(l[>e ®ewalt M Zxaumt^*'' 

9Jlititditn unb 9tomane überhaupt foQm „toit S^räume, urn^ 
Aber bie gemeine Sffielt erl^eben»* „SBogu, o ^ii)tn, tr&gji bu ben 
magifc^en @tab unb bie £rone, aM ba^ bu und in eine anbere 
SBelt gaubern unb magif^) erfreuen unb belel^ren foUfi"? „3e gar«* 
ter bad SBunberbarc SRdi&rt^en unb fRomane tt>ie ein Äoifcfccr glor 
webt unb fiberwebt, bejio anmut^iger fInb fte/' ,/3ebed SBunber 
muß neceffltirt werben, fo bdf ee ieftt unb alfo nic^t anberd, att 
erfolgen fanm" SBie ber 2;raum ,,aue bem tieften ®runbe" „bie 
^eimlic^feiten unb Steigungen unfered ^ergen«" I)ert)orl>oIt, „Amfere 
ajerfäumniffe unb aSernac^läffigungen and «i<^t* fieUt, ,;Unfere geinbe 
und t)or 8lugen* bringt, ,,und werft unb warnet unb firafet/' Jo 
t^ue ed aud^ unabMfrtg unb un^ermerft ber 9ioman, bad SW&^r(feen** 
„^ieburt^ gewinnen fie ein magif(^ed fowo^I, ald moralifc^ed Snter^^ 
ejfe, an wel(^ed, auf er bem 5)rama, feine anbere !Di(^tungdart 
reichet 3)er Sraum mad^t und ^ßerfonen ttmtUi), unb jte jlnb'd 
ioä) nid^t} hf^nliä) unb t>o^ nid&t biefelbenj er geid^net im «lonb^ 
lic^t, ©0 au(^ ber 3ioman, bad 9R&l)rcJ)em Sie jirafen «ajier unb 
3;^or^eiten, aber an fc^webenben ©ejialten^ ,2)ie SSergangen^eit, 
Wie bie Sufunft fieOen im 3auberfpiegel ber Sl^nung fte bar, unenb^ 
li^, un^oöenbet, unfere Seele foU fie t)oaenbem SBfinfi^e bed §er^ 



318 «er^er'l flt^tiil 

)md tnhlidf — bet Zxanm btfbet ii^intt, aV^ ^xoxiMti unb ^^y, 
er malt f(^6ner aM 9ta)>l^ael unb ®uibo, t>0r}äoU(^ gdflige ®e|lall(n: 
bie Stimmen in il^m ^nb wn magifc^et Xtaft unb SBirfuttg. 3|i 
3)idS}ter, pil^rt euem »erufl 93oO ®eiM t^« fieiligen (Sotter, ttiiaiiii 
glitcfiiifi« Um alfo gu trAumen, feib nacktem/'*) 2)te motgen^ 
I&nbifd^en SR&brd^en finb „gtoftentl^eitö bie tDal^ten^ gmiolifitfli 
StA^t^en, aud ber (ebenbtgen S93e(t, n>{e ein 3:raum bet $^ai# 
genf>mmen; bem Ol^r bed i^dtenben angemeffen, frei t)om Sui^^ 
ßaube fott>ol^l; aü t)on gu freien Speculationen« Sie ge^en i^m 
flrofen Schritt gtt>ifc||en i&immel unb 6rbe****) 

!Dad 9R&l^rd[)en iß a(fo bie (Srl^ebung bed ^4}^antaf}if<^en)urM 
geflalt; ber Zxanm ifl feine ®eburt6fl&tte« 3m 3^raume }ie^t jü 
bie ®eele t)on ber 93ü^ne bed l^anbelnben 2ebend gurfic!, fie tii|t 
üttd t)on bem JCamt>fe, ben fle mit fic^ felbfi unb ber üufenmll ii 
f&f)xm l^atte; fie fd||Iieft toie eine mübe Slume am Slbenbe ft(| )ii, 
um in il^rer eigenen Siefe gu rul^en, um {i(^ ben>uf t(o« in l)i( 
Unenbli(||feit bed 9laturlebend gu t>erfenfen. 3)ie Segrenjt^eit M 
3nbi))ibuum6, bie toix am S^age bel^au^ten, toixt und amM 
gur dual, n)ir fernen und hat^ ber SlQgemein^eit M to 
lebend guräd^ aud ber toxx ()ert)orgegangen finb; f4)(ummemb ülxi' 
geben n>ir unfere @ee(e bem äBeltall* !DIit einem b&mmembeti/ tu» 
ber Seftimmt^eit bed 2)afeind abgefd^iebenen SetDuftfein mbtint^ 
toirft bie @eele in biefem SEBeltaU fort» @ie ergibt ftcb (^ 
unbebingten grei^eit, inbem fie aUe Silber bed 2)afeind »iOfiriiil 
burcbeinanber mengt. Slber in ben feltfamen unb biganen ®e|talt«i, 
bie fte formt, fiellt fie boc^, freiließ mit großer 93ern)orrenbeit, iW 
eigenen 3n^alt fid^ wx Slugen. 2)er betou^tlofe Slbgrunb ¥ 
Statur, ber unter ber bunten Oberfläc^^e bed Saged »erborgen m, 
tbut fl^i auf, eine ge]^eimni|i))oIIe Steige t)on ®ebanfen unb Setrait' 
tungen, in fliQer Siefe genährt unb ge))f{egt, fleigt baraud tm 
mt burc^ ein Sßunber offenbart ftc^ bäd äiefultat biefe« U 
beulend in ®ejic^tcn unb 5ßrop^>egeiungem $erfonen unb S«' 
^ältntffe, bie ber 3;ag ))er^öat l^atte, toerben burc^fic^tig* ^ 
9Renf^ t^ut einen 93Ii(f, toie in bad ^erg feined 6(6i#: 
ber !Z)&mon ober ®eniud gie^t ben @(^(eier bet €e(b^iu[4i>^S 



•) %tü^tt aud Un fogenönnt gottencn Seiten L e. 90, 106, 111, 120-^^ 
**) Srüc^te and ten fogenannt gottenen Seiten I. @* 94. 



^ox fetntit aiitgen ^intoeg; »ie t>or Ut @timme M WitUitd^M 
erbebt ed mancf^mal in feinen ®ebeinen* 3n ber (Stftalt ber ^toigß 
Uit tritt fein eigened SBefen ^or tm @(^auenben l^im 

Siegt nun in bem Slbgrunbe ber pf)antafti^^tn äßelt aOed ®e^ 
Q>altige, Ungeheure unb gur^tbare, t»a^ ber SRenfc^ fi$ jum 99^^ 
tt)ugtfein bringen fann, fo ifl ed bie Seftimmung M äR&^rc^end; 
biefen $roteud mit Siofenfetten gu binben unb gur finblid^en 
aXilbe }u bef&nftigen« 3a, unfere innere Ztaummlt in ben bäm^ 
memben ^rieben ber j(inb^eit surüdjuffi^ren , ifi bie Seßtmmung 
bed äRäl^rd^end. ßd geigt und bie Unenbli(^feit unb bad freie 
Spiel ber 9tatur{räfte im golbenen Stal^men freubiger, l^armlofer Un^ 
fc^ulb* @d &berf(||reitet bie 9laturgefe^e, um aud ber ^oefie bed 
9laturlebend neue ®efe^e gu bilbem Ueberl^aupt fleQt ed bie abfoi* 
lute $oefie bed 9laturlebend bar, bie t)on ber $rofa bed ^tainvott^ 
flanbed t)öaig abfielt. fBxt nai) bem Urbilbe bed $arabiefed formt 
ed bie n>irni(^e SBelt um, negirt unb «»erfriert il^re Seflimmt^eit, 
um bie @eele baran gu erinnern, baf nur in i^r ber le^te unb enb^ 
giltige SRafflab ffir bie Sßelt liege. !Dad ^erg gefunbet in biefer 
t>^anta^f(^en Sßelt 'oon ben ®(^mergen, meiere bie 6ont>enieng 
bed Sebend in i^m gurädl&f t* (Sd äbem>inbet im poetifc^en Silber«» 
fpiele bie el^jemen S^xanltn, bie feine gürtejien Hoffnungen, feine 
i^eiligfien 9Bunf(^e umgießen» (S6 ))ergifit feine Letten im ^n^ 
bliät ber feeligen Stei^eit, gu ber bie 9Rufe bad ^tüaü fi(^ ^tX0 
jungem Idpt* SBie in i^m bie ®enien ber Sftatur, »on i^ren ^at\^ 
ben gelofi, ava if)xm ®räbem erßanben, in Sic^tgett>&nbern iaf^in 
f4)tt)eben, fo bur^bri(||t l&ier bad ^erg bie ^arte JRinbe feined 
!X)afeind unb f^tt>ingt {ic^ auf freien Slägeln in aUe H6^en unb 
in aQe liefen ber Schöpfung« 

Kur bie anmutl^eoollfien, tiefpen unb reinjien ®eifler öermö^ 
gen ba« iiftt 3R6i)x^tn ^enjorgubringem 3)enn bie Siebe iji bie 
eingige Sfluberma^t, beren ®4llüffel ba« verborgene SBefen ber 
S)inge und auftl^ut» Sin gerriffene«, gerfattened ©emütl^ fann auf 
feinen ©aiten ben golbenen Älang bed 5Dla^rc^ene niemaW flnben. 
SBer gu Äinbern fprec^en, wer bie SRenfc^^eit gur Äinb^eit gurü* 
führen n){II, ber muf felbft in bad ^immelreid^ ber j(tnb^eit gurud^ 
gefe^rt fein^ 3n ben 3eiten auffnofjjenber, garter »cigung, m bie 
gerührte unb entgüdte 6eele aHe SBelt umarmen möchte, in bem 
gleiten, fc^Jneren Äinb^eitdtraume be« Sebend liebt ber 5)icJ>ter ba« 



380 gerbet'! %t^f^ttii. 

äR&^fd^en; ja bad Sluge ter @ecle in iebem 2te6e6flebi(^tt i^ em 
JHnbemuge M 9?äl[fT(^end : S)te gtofttn mtifd^ett ^iijiUx, @^alu 
iptaxt mt ®it\)t, f)abtn aai) ixt ^cixat M^äfft^tni boboiu 
gettagtm 

cc) 3)a6 Sb^ir* 

$. 45* 2)ad Sb^O bet 9Utm ^at f^ im Smtfe ber 3eiten wilOMii 
Jn ®efeaf(|aften autädgejogen; in bcnen o^iie poHtifc^e Stmifi bie lub 
((^ulbige Statut regieret \ @o ifi bad äb^O »S)ar^eattttg ober Si# 
(ung einer menfc^Hc^en Sebendn>fi(e i^em @tanbe bet Statut gemif, 
mit (Sr^ebung berfelben )u einem 3beal t)on ®(ftd unt tbigUtif,' 
nic^t.aber jum flttliiften 3be«l; bad nac^ J&erber'^ »cmctfungtn in 
ben ^agmenten jur beutfc^en ^itterätur nur Unfrui^tbarfctt unfe 
Sinf6rm{gTett f(^af t unb bie @rfinbung einf(i^r&nft« !X>er 3«ml M 
3bvW, fagt er bort, ergebt fi(^ ^bie jur SOujion unb aum J^ei^ijtei 
^o^IgefaOen/ ,,n{^t aber bi« gum^iu^brutf ber (fittlic^en) SoOfouu 
menbeit; ober gur moralifc^en Sefferung/' „^t nA^er tc|| ber Statur 
bleiben fonn, um bo(^ biefe Sllufion unb bief 9Bo^(gefaacit ju (i> 
reichen: je fc^Sner ifl meint Sb^tte/' ®<)4ter fo^e ^erber, o|w 
jener früheren SSefHmraung untreu ju ttjerben, boc^ bo« 3bi^tt t)on 
einem ibea(eren @tanb))unfte auf, inbem er ed mit ben St^t^en t)ODt 
golbenen 3eitalter ibentipcirte* ^3n ber Äinbl^eit/' fagt er, ^ijl bie 
Sb^IIenwelt unfer füfefier (Sinbrutf/' ,,8ln ber aiunterfeit iwb bcu 
neuen grüi^ting^leben iebe« ®ef(l^ö»)f6 nel^men Äinber ixiibtAi(S)*\^ 
ftixli^tn 9ina)tiU Sbi^Ken finb bie ^rfi^ling«^ unb JKnber)>oefie to 
SBelt; ba6 Sbeal menfc^lic^er ?piyantaf!e in ityttx Sugenbunf^utt/ 
2)ie Steigerung be« Sb^W führte gu Silbern be« golbenen ßtitol^ 
tere, bed 5|}arabiefe« in ®(^&fergebi4)tem !£)a« »ilb be6 «Porobiefc« 
umfaßte ,bad 3beal menfdjli^er ©likffeligfeit/ „Sinfalt unb Ite 
f4)ulb/' ben ^Sraum il^rer Äiebe, i^rer 3ugenb; i^rer i&opung« 
unb enbli^ gar ber juffinftigen SBelt/'*) 

„8ange noxf^tx, e^e i&irten in Slrfabien ober ©idlien fanjen, 
gab e« im 3» or gen l an b ipirtengebic^te. 3)a» Seben ber 3eltbc» 
mf)ntx führte bal^in; bie Silber i^rer &pxa^, felb^ i^re 9tasm 

*) Steen gur ®ef^{^te unb j^ritil ber $oefle u. f. n>. I. @. 146. gragmau 
jur beutfc^en Literatur II. ®. 118, 121. ^xn^tt aud ben fogenannt gclbeoa 
Seiten I. ®. 128 f., i28, 130. Oelft ber ^tMi\^m ^oejie I e. 139 f., lU 
146. 



«erbcr'l ITet^ctff. 351 

)»atm auA btcfer Sßelt genommen; bad ®IM, iit ScKgfeÜ, Me jie 
füllten, fonnten fie nur in biefer SSBelt tealtfiien. Sei äSoIfetn foU 
^tt SIrt mt bad 3b)^n fo tme bte 9laturfpra(^e, fo auc^ bad ein«« 
fad^e 3beal i^rer 2)i(|ftfunß« Slud^ n>enn üe üud biefir einfachen 
Stben^art in eine fänfllid^ete äbetgingen; Spxaä)t unb 2)enfart f)aU 
im fi4> e^^>^in^; 9^^ d<"d ^<^n i^t bi^ Qitttn unb @agen, ine 
Slnbenfen älterer Bitten gurä^f, ba man in einem fo glätflic^en du^ 
^anbe gelebt l^atte« 9{ur bie Silber \>mMUn fid^ nid^t; ee toarb ein 3bea( 
^6l§Krer 8lrt, ein Sraum bed «nbenfend alter, glücKic^er ^titm.** *) 
^a)te ©agen, *ie tt)ir t)om 5ßarabiefe, ben SS&tern, ben Alteften ©c^idfo^ 
len unfered ©efc^c^tee ^ben/ finb ^^irtenfagen doU fonfter (Sm))fin<' 
bungem^**) ^8anb^ unb ^irtenmfif ig ifi bie^poejle ber ^ebrfter bem 
größten Steile nac^, länblic^ finb i^re Silber, im ^irten^ unb Slderle^ 
ben ber grofefle Sttii)tljnm i^rer Sprache (id^ nel^me bie &ptaä)t M 
^eiligt^ume au«)j felbfi bie ©iegeeiieber ber ^ebr&er finb urfprüng^ 
lid^ lanfem&|ig; unb bie ^rop^eten bem groften Steile nac^ no(^ 
mel^r« !Die(e ©proffe ifl bei ben Hebräern l^o^ l^inauf gebläßt, n)ie 
oiele ^folmen unb bad ^ol^elieb, ia bad ©iegedtieb ber S)ebora^ 
felbfi bejeugen/' ^3)er ^almjweig bee ^eiligt^umd'' fc||tang flc^ 
„mit bem frieblic^en Delgtpeige ber 8anbpoeflc" jufammen» ***) 

^2)ie gcibenfc^aften, bie JS^eofrit feinen ©d&dfem gibt, finb 
burd^aue menfc^lic^ unb nad^ i^ten deinen ©efellfc^aften, nac|) i^rem 
3ufianbe, nic^t aber morolif^ unfc^ulbig*" „^latonifc^ »oHfommen 
benft, enipfinbet unb liebt Uin ©c^äfer in i^m* ©r überlägt fte 
il^rer Sßatur, bie nac^ i^rem 3«talter unb nac^ i^rer OefeUf^aft 
unf(^ulbig ift" „©eine Siebe tt)irb ftürmifc^; toirb 3iaferei bie gum 
2;obe; felbfi feine ©rajien finb nickte weniger aie l^öc^fi »erf(^onerte 
3beale\ „S^^eofritf^ilbert Heinere moralifc^e®efellfc^aften, nid^t wie 
fte ber SBeltweife in ber Defonomif moralifc^ betrachtet, fonbern wie 
er fie aW Dichter loon feiner 3^^ abfiral^iren fonnte, um ftnnlid& gu 
reigen unb gu uberreben. ©eine ©ittlic^feit ifi alfo au^ nickte 
rainber aie moralif^, fonbern politifc^)} biefen Heineren OefeUfc^aften 
fofern angemeffen^ bamit fie reigen unb illubiren/'f) 



*) %tviä)tt aud ben fogenannt goldenen Seiten I. €>. 124 f. 
••) ®ciji t>er ^el^rdifc^en ^oejle IL e. 121. 
***) Som ©tuDinm t>er S^eologfe ®. 80 f. 

t) gr. a. t>. ». n. ©• 119, 122. 



3tfS «Cfect'l «efi^etit 

Xaffo unb ®uat{no flrebtm in i^ren Sb^Om kern M^ 
Um'* nac^, bad in unfcten ^ctgen too^nt*) 

3m ))tertenSu(^e t>0n Stiltond i^crlotenem $arabiefe U)ttl) .Ik 
felige Siebe ber @tammt)&teY bed SKenfc^engefc^Iec^ted in (Sben' kdi^ 
geficat; mit einn ©äfigfeit, einer Slnmutl^ bet ®t>ra4ie; „bie lort 
in bad $arabied felbfl mfe^et'' Die Silber Sben'd Riefen »oic 
Salfam in unfete @eelel meine $^antafie i{l erf&Ot: mein % 
O^r unb ade ®inne gef&ttigt: i^ ((^mimme im S^rmtme kt 
äBottufl* Unb Wlton toiQ mi4^ in biefem Siaum efl^alten* 'k 
meine ®inne gefättigt finb, fo f))tic^t er ju meiner @eele; erruft 
aüt äbeen fc^öner ®egenben unb 2u{l6rter, bie in meiner 6W 
bungdfraft f^lafen, auf/'*^ 

!Der allgemeine Segtif M äb^Od ge^t alfo barauf juiH baf 
biefe 3)ic^tart ein menf(^li(^e0 SBet^&Itnif na(^ feiner 9laturbefiiiniiit^ 
l^eit gut Darfieaung bringe« 9ix\^ bad @ittli(|e fann ^ier nur untci 
bem ®efi(^t6punfte btd 9latär(i(^en auftreten, alfo nur infofem, d^ 
e6 bur(^ bie inneren unb &uf eren 9tatutgefe$e unb beren 6nt»iif& 
lung gegeben ift« 2)araud gel^t "oon felbji bie 9ef(|ft&nfung ^e»«, 
)>on n)etc^er iebed ®emAlbe biefet Slrt eingefaft wirb« SSoDfornmcn 
natitrli(^e S^ii&nbe (äffen feine feinere @nttt>i(fe(ttn^ ber gefellf(|<iti' 
ticken unb ))o(itifc^en SSer^&ttniffe, fein complicirtered Seben M 
menfc^Iic^en ©emüt^e^ gu. 3Rit befonberer SJorliebe mup ber # 
lif^e 2)i(^ter bei länbli^en ©emätben t>ertt)cilen, n^eil bie Setto^n« 
be« 2)orfee, bie Säger, J&irten unb gif(^er in einem unmittclbatmr 
Serfe^re mit ber Äußeren 9latwc ftif)tn, a(6 bie gebtlbeten St&btn. 
3ur »eurt^eilung ber ib^Hift^en ^jJoefle ifi e« babei »on gto^ß 
9ßi(^tigfe{t; ouf bad 9$erl^&(tnip bed na{t)en unb fentimentalen ^b 
mmM in berfelben aufmcrffam gu machen« Sei ben naiven 2)l(itfni 
be« Slltert^ume, g* SB* bei bem ^omer, finben mx ib^Uifc^ie St* 
len ))on ber l^dc^^en 9{amm>a^r^ett unb ®^inf)tit Slber ber eige» 
tpm(t(^e 3^uber ber ib^Uifc^en unb namentlich ber (Anbtic^^ib^IIif^a 
^ßoefie ifi bo^ bei biefen 2)i^tern nur feiten gu finbem 2)er ^dc^iftcStÄ 
bed Sb^Ud be^el^t namlic^ barin, baf bie ®eele M ^i^ttx^, bie dci 
aQen ©egenf&^en ber Kultur ergrifen unb in i^re J^&mpfe \>miä 
ifi, bie einfädle, finblic^e unb ^armonif(^e 9latur auffu(^t, umii 



*) %t^U aud ben fogenannt ^ciUnm Qtitm L @. 129. 
♦) Äritifc^c SBält)« L ®. 51. 



«erber'l Slefl^etit. 353 

tl^r ^^ iüifjt itnb bm eigenen gtieben toieberjufinben. Stur biefee 
^eimiDel^ na(^ ber t>etloi:enen 91atätlt(^fett t)etbrettet übet ein 
®ebi(^t iened äRAgenrotl^) bet Seffeiung^ Ut äBiebergeburt, ier 
Sefeeligung, n>obui(^ und bie fentimentalen ober mobemen äb^Oeni* 
hi^ttx entj&den* %üx bie gel^eimeren 9Ieije bed 9latärli(|)en erhalten 
toit bad feine Organ ber Sluffaffung nur baburc^, baf n>ir bie 
Statur old ein SSerlorened emp^nben, bap n)ir bie Slrme ber Siebe 
fe^nfuc^tig nac|^ i^r auebreiten, bap n)ir na(|» @(^i(Ier'e Sejeic^^ 
nung bie Rotten unferer Sugenb, bae t)er(orene ®IM ber Unfc^ulb 
in i^r ani\ui)tn, baf n)ir in i^ren Slrmen und ))on ben falten 
ätegtln ber (£ont>enieng er^f>Ien« @o begräpt und bie (Anblicke glur 
mit i^ren {liOen, frieb(i(^en Sc^in^eiten, n>ie ein 9R&^r(^en aud ber 
Jtinbergeit* @in magifi^er ®(anj; n)ie ))on ber @onne bed ^j^aro^ 
bicfed, breitet über bie 93(umen ber äBiefe, aber ben gef(i^tt>ä0igen 
93a(^, über ben grünenben äBa(b, ber t)on ben Siebem ber SBögel 
n>iebert&nt, breitet aber ®ebirg unb %f)al, aber bad S(au bed ^im^ 
meld unb aber ben nvmoltitn @aum bed ^orijonted {i(^ aud« 
Die gange @(^it>fung fe^rt juräcf gu bem reinen Urgrunbe i^red 
Dafeind, ju bem ^eiligen, bunfeln @(^oo|ie; aud bem fie entf))run^ 
gen i^ $[u(6 bad gealterte, getrübte unb gebrod^ene 3)ienf(^enl^erj 
taucht {{(^ in biefe golbenen giut^en ber %erj[&ngung unb ber @e(b{t# 
^ergeffenbeit. ^ie in bem ©arten @ben, begrübt ^ier ber SRenfc^ 
in aQen Sreaturen feine )>ertrauten ®t\pitlm unb Uefl in ber ge^eim^ 
nifiDoUen @(brift aüt6 2>afeind* @in ^auc^, U)ie ^on ben Si^tge^ 
filben ber en)igen @eeligfeit, im^mf^i feine Srufi unb (öfc^t mit 
tüfjUtt @(^u)inge bie flammen ber Dual, loon ber fte t)erjel^rt n)irb* 
Diefe l^öljere S^önl&eit bcd fentimentalen Sb^Bd finben toix g^ »♦ 
in @^affpeare'd @innmema(f)tdtraum; in (Salber on'd (£(1^0 
unb Sftarciffud, in eingelnen Stellen bed JEaffo, in ©ottfrieb'd 
Xri^an unb 3foIbe, aue^ in ©otl^e'd ^ermann unb 
SDorotl^ea, u* f* n>* *@d tjer^e^t jic^ übrigend »on felbji, baf 
n>ir bei biefer S9ei>orgugung ber fentimentalen 3bi^tletti)0efte \>on Jenem 
93egriffe ber Sentimentalität audge^en, ben Schiller in feiner 
berühmten Slb^anblung aufgeßeDt l^at, unb baf n>{r bie meic^Itc^e 
©emüt^dfeligfeit eined @efner ntc^t in 6(i^u^ nel^men tt>Daen, bie 
mit ber ©efunb^eit unb 2)erb^eit bed Äaturlebend im fc^ärfjien Son^ 
trafle fte^t*- 

9lTAiv f. n. epta^ta. xyn. 23 



3M ^etber'« 9(efltetff. 

dd) Die gfabel. 
8. 46. !Die Sfoi){f*e %abtl, „bie fabelnbe 9laturmufe/ in«(^tiiitf 
„bie ett)ig ffflflfl)enbe Drtnung ber Watur* in ^anblungcn »Itb- 
big« 6f)ara!ttre* aW ,, ewiger S^t^pcn" anf(^auli(^* »SWrt/ »«ö 
ju fjjrec^enben 9laturt9<)|n gel^Jrt/' faun „und, me^t ateber# 
fettige, \)eränberli(^e SWenfd^, eine Slnfid^t bet Sloturortminj in 
f^rcr ^ermanenj unb golge anf(f)auenb jeigen"* ,,5)er 6l)at(ite 
biefer Sffiefen'' „unb i^x 93erl)dltnif gegen einanb« ijl'Mt« 
Statur befHmmt: fte ^anbeln in biefem (S^arafter unb muffen inih 
^anbeln, ni€l[)t aud SBtQffir, fonbern aM 9lot6n>enb<gfeü'. ,6 
geißlet fort burc^ t^r geben, unb fein ®ef(^Iec||t fann l^n inten 
2)a er nun jugleit^ fiarf audge<)rSgt unb ni(^t, wie bei bem fflfB' 
fcben, unbefiimmt, wanbelbar unb t>erPedt ifl; ba i^n ^titrm 
auc^ ein Äinb, fennet, unb t>on 3ugenb auf mit ber ©tflalt W 
®otted, beö Saume unb J^iered auc^ fein innere^ ©eprije, ja « 
ber ®efcJ)lc^te beffelben gugle^ fein unwanbelbared 6(^i(ffa( w 
binbet: fo ifl'd eben bie gabel, ble und ieftt eine ge^re, Wm 
erfa^rungdfaft aud biefer ®ef(^i^te ald notl^wenbig' barfteD^ mift 
t)on ben ewigen ®efeötafeln ber ftatur und ein SBort ober* 
Silbe unaudlöf^Ii* in'd ®emüt^ präget\ S)er aWenf* erfiW« 
in ber Afopifcjjen gäbe! immer „feinem ganjen Jgjabitud nij aB* 
bto^ed g?aturwefen\ Sc^on «effing geigte, „ba# ble 9ef»anb|* 
ber S^ierc^araftere biefelben tjorjüglld^ ju l^anbelnben ?Perfonw tu 
%abtl empfehle \ 3n ieber ®attung ber J^mbolifc^en Sptai(t' 
fd^ilbern S^ierbltber „am meifien ben S^arafter, bie «aturart,lß 
audgejeidSinete Sejianb^ett rined eingelnen ffiefend"* ,y Die erfleh 
tuition t)on befonberen ®emütlE>6arten unb g^arafteren ^ottc tc 
5!Renf4) in 3;f)icren.^ „SBIe wir U^t bür^ ©rfa^rung fltwiW 
werben, bKbete jtc^ ber fflerfianb bed notörticfiett 3Renf(^en «itu 
®efc^icfll(^feiten ber Spiere/' „?luf i^rem ®eftc^t, in i^rem®«? 
unb ganjer Sebendweife ip i^r SnbteibueKed eigent^ümli(^, perfi* 
befiel)enb unb unt)eränberR(l& gebllbet.'» 3^r ©^arafter ifl fteinf^ 
fiimmt, flarf audgebrütft, ftanb^aft". ,,5)ie ®ottl^eit fpielte #*« 
bem ÜKenfc^en eine fortw&^renbe dfopifd^e gabeU^ 3n ber i\nP 
gäbet „fpric^t iebed Jll^ier genau nur in feinem Jtreifc, ni)\^' 
nem ß^arafterj ni(^t ald aWenfc^), fonbern nur menft^enÄ^»^'* 
a)ic menfc^Iic^e ©eele ifl gleic^fam unter alle a;^ierc|)arafttre »crti* 
unb ble gabel fuc|>t biefe mÜ)tHU Vernunft nur ^ie woii^f 



einem Longen ju hilttn^. ,,3^r fAfeßer 9ie{} tfl eben btefe treue 
Stnfolt, btefe Seurfunbung aM treuen d^d^n ber %atur unb aM 
ber gangen ®)fif)äxt M t^ai\^tn bebend. ^' 3n ber Atzten Säbel 
tfi ed und: r^at^ ob ber Katurgetß aud btefem 9Befen fpr&^e"« !D{e 
gäbet ma(||t ^eine Se^re aM 9}aturgefe^ in einem eingelnen SaU ber 
grofen SBeltorbnung anfc^aubar^ (S€ fommt ^ter „auf ^o^ere, aU* 
gemeine 9laturgefe$e, auf bie unn>anbelbare SSerbinbung ber 9Befen 
im Steige ber ®(()6))fttng an, reo fein ©lieb ber Xtttt entn)ei(||en; 
U)o iebed aber an feiner @teae t^un foO, n^od ed }u t^un ^erma^^'. 
aOen 9latutt>olfem tt>ar bie gabel „ein «e^rbudSi ber «atur'». „9»it 
fu^r 9laturgema(t gn>ingt^' fie „und bie Seigre, bie fie in ber Xiiat 
geigt^ onguerfennen, inbem fein ©efc^öpf {i(^''. ber „grofen Stttt^ 
ber Statur „entgie^en fann unb menfc^lic^e SBemunft eben barin* be<» 
fte^t, Drbnung ber 3)inge anguerfennen unb fi(^ i^rer @onfequeng 
gu ^gen^ Slefo:t> lief bie 9Renf(^en ben @inn feiner gabeln „felbß 
abprol^iren'^ 3)ie gabel fü^rt i^re SBäefen „n)irfenb ober rebenb ein, 
bamit fie bem Srägli(||en bed SSeifpield, bem 9)<tangel^aften ber ^a* 
xabtl entmeit^e unb und tm^ biefe ^anbelnben 9latum>efen bie mo^ 
ratifc^en ®efe^ ber Sd^öpfung felbfl in i^rer innern Stot^n^enbigfeit 
geifle'^ 

2)ad iffiefen ber fid^ten gabel liegt in ber „fibergeugenben 8lnfi<|>t 
ber grofen S^Jaturorbnung^/ Sie mai)t und ®efe^e M ^^en)igen 
@9ftemd ber 5)inge" anf^jaulic^* ©ie ifl „Äe^rerin reiner aSerl^alt^ 
niffe"* Sie flellt bie grofe in ber Statur bejlel^enbe „^aud^altung 
be0 Strebend unb ber l^iebe in etngelnen audgefuc^ten gäOen unb 
SWomenten bar"* ©ie iji ,,bie 5ßerle,bcd SJortragcd in ber 3KoraI, 
S3eTebtfamfeft unb ^i6)itm% (Semiffermafen ift fte ber ^eim aller 
fc|)6nen (Sinfleibung, alled wal^ren ©c^muded ber Siebe* Die beflen 
Sßortblumen, bad $itb unb bie SlKegorie finb eine furgere gabel* 
^nä) ber wal^re ®ang ber ®efc^i(^te unb @rj&^Iung, fomie bie fur^ 
gefie 8lnf(^auli(^fe{t afler SÄoral unb allgemeinen Se^re liegen in i^r^ 
„einfatt iji bie ©ragie ber* Statur, bo^e Slaiöet&t bie ®ragie ber 
gäbet" „3^t ]^6(||jicr unb bauembfier Sieig iji jiitte ®röfe, ^^mU 
genbe anmutig, befonberd in ben gabeln bed ©(^{(ffald*^ 2)rei 
§au))tgattungen ber gäbet jtnb gu unterf Reiben : 1) 3;^eoretifc^e 
ober intellectuetle gabeln: „bad gactum ber Statur fotl ald 
®efe$ unb aSeltorbnung" ben „SSerfianb üben''* 2) $raftif(^e 
gabeln: „gabeln bed grcfen Stoturet^od, et^ifc^ie gabeln, bie aud^ 

23* 



3tt6 Werter'« Keü^etif. 

und unfere $fli(^ten aM ®efet ber ®(&(ffe({fifctt oOet (ebentigai 
in eiDigen S^araftcten t)oqet(|>nen^ Die &fo))if(^e S^M tnat^t^fiR 
einen gegebenen %aü M menf(||{i^en Seiend in einem anbeten am^ 
gruenten %aUt einen allgemeinen Srfa^nmgdfa^ oitt eine praftifit 
2e^re na(|| innerer 9lotbn)enbigfeit berfefben fo anfd^aulic^; baMü 
@ef le nid^t etwa nur überrebet, fonbern f raft ber t)orge^lIt(n Si4t< 
^eit felbfl finn(i(^ überjeugt n>erbe''. „3»^ Sitbung"" bet ,,))raftifitwi 
JHug^eit erfanb Slefop feine fabeln: nic^t jum Se^uf ber SUPiiK^ 
tion einer aQgemeinen moralifd^en Sßa^r^eit^ 3) X^coretifit^ 
)>raftif(||e ^®di)i(ffaUfabe(n^ »b&monifc^e'' %ahth,,i^^ 
betn ber sibraflea ober Slifa^ ^bie ben ^6^ren ®ane M 
®(^i(ffald unter ben Sebenbigen beüeitfinen''« „9tUi^t immer üt&W 
fann ber innere Hergang eined äRomented aM bem ilnbtren > 
9t/iturgange felbfi anfd^aulic^ gemacht n)erben^ „(Da tritt nun bit 
grofe, ^ö^ere $oIge ber Segebenl^eiten, bie toix bolb ^nfcXi, M 
@c^idfal nennen, in'« ©piel unb geigt '^ toit bie ftomente „\fä 
eine ^i^ere ünorbnung* ,,mo nid^t au6, fo na^ einanber' foij|A 
2)ie @^icffa(dibeen {inb %aturibeen^ bie und ben Sinn unb eäij 
ber grof en ÜRutter im SlDgemeinen geigen« 9S[bra9ea'9temtit^, ^ 
len tt)ir" bei fold^en gabeln, ,,iji bie, bie im Verborgenen älM w 
giebt, SlOe« lenfet, Mt» regieret "•*) 

3m Orient Jft bie gäbet' erfünben, bort ffnb bfc Spri*»«' 
ter, Sinnfpröc^e, Siatl^fel, felbji bie gßurgeln ber ©prat^e wl ^«^ 
beln; bie gange ^oefte l^at bei i^nen ein gnomotogifc^e« gabelgewant 
bad t)on unferer periobifc^en Oebanfentrac^t tt>eit abweicht ^^ 
flnb auc^ biefe ©ebic^tarten bie reicbfien, bie fc^finflen/ ,^\t'^ 
Pen unb fc^änflen gabeln ftnb befanntermafen inbif c^en Ux^pmf 
„2)ie gabel 3ot^am'6 ifl, aW ^erolfc^e gabel, in i\)xmi^ 
betrachtet, bie fc^onjie, bie je gemacht ttjarb«***) 

3n ber frangöfifc^en Literatur ip Lafontaine .ein wW 
Äinb ber Statur", »n)o^I bad eigent^fimli^jjie Oenie*, grojiod/.li« 



*) %tüdiU oud Un fogenannt goltenen Seiten L e. 63 f. 66, 73, 74,^ 
bi« 80, 84, 86 f., 220. 9la*Icfc jur (ebenen «fteratur unD Äunft 6. 33-^ 
42 f., 46 f., 64 f., 87 f., 200. ©eifl Ux ^cbräifd^en f oeflc L ®. m.t'i 
98 f. SfefotofliWe ©riefe I. n. 6. 64. in. IV. @. 182 f. 

♦♦) ©fift ber <>ebräff*en ^oepe H. ©. 100. »fumcntefe and mcrgenlfluf^!*^ 
iDii^tent e, 200. ^t^eotoflifcbe ©riefe L n. e. 103. 



Berber'« STefi^etir. 8K7 

fKg*; „Mhfiinli\^Q\ Die «atut f(||fm i^it felbf» M ©c^ern qo 
bübet gu ^aben\*) 

»^et alte ©eifl bet beut f eben (Srg&^Iung {{!'' »bet At^te ®e{ß 
bet %ahtl\ ^ru^ig Reiter*, ^tteu unb emjl*, Jc^df^aft, tt)iftig^ 

Sttintdt gu<^« ifl ^cfiie ber erften (£onH)oflttottm, bJe fd^ in 
irgmb einer neuem ©prai^e feime** ^^iet tfi SWce fortfle^enbe 
fpifc^e ®ef(^icftte»* »S)fe Sljjterc^ataftere l^anbeln in i^rer ©e^immt*' 
l^eit mit ber angenel^mfien Slbn)edl)fe(ung fort, unb äteinecfe" Jfi unb 
bleibt bad ^auptrab; bad SlOed in SBetoegung erl^&ft unb mit feinem 
unübertrefflichen gud^^cftarafter bem ®anjen ein immer tuec^felnbee 
3ntereffe mitt^eilt. a»an liefet eine gnbel ber 3Belt; aOer »erufe^ 
arten, @tinbe, 2eibenfd^aften unb g^araftere. @ine Jtenntnif ber 
Stenfcl^en, ber ^ofe, ber ©efcftlet^ter , bed 8auf« ber Gegebenheiten 
i^ in t^m bemerfbar, baf man befl&nbig t)or bem fun{Mi(^en ®pie^ 
gel gu Qel^en glaubt, t)or wetcbem ber Su(^d fo angenel^m läget''. 
^SiQe« ifl mit 5(unfl angelegt, obne im minbeften fdl)tt>erf&Oig }U 
n)erben; bie Seidbtigfeit M $u(^d(|ara{terd ^alf nic^t nur bem 9tei^ 
necfe, fonbern and} bem 2)i(^ter aud; fie ^alf i^m gu finnreic^en 
äBenbungeU; in einer Seidl)tigfeit unb Slnmut^, bie i^n bid gur legten 
Seile begleitet** »3n ber «ueffibtung, ie langer ber gucb^ f^iwaftt 
unb betrugt, ie gelehrter unb fünf)li(ber er läget, b'eflo angenehmer 
wirb er. Dur<^ unmerflic^e ®rabationen würben n>ir auf äUed gu^ 
bereitet; unb bie ®ef(^icbte t)om ®(ba$ unb t)on ben jtteinobien, bie 
3^ren beiben SRaieß&ten beflimmt waren, ifl ^ieOeic^t bad Srgo^i^ 
Hc^fie, bae in biefer ®attung ie gefcbrieben werben fonnte.* „2)ie 
anmut^ige 9iube enblic^, bie in biefem gangen ®ebi(bte l^errfcbet, 
bie UumoralitAt, ia fogar bie (Scbabenfreube bed 8u^fed, bie leiber 
gum luftigen ®ange ber 3Belt mitgepret; fie machen bad 9u(^ gur 
lel^rrei(bfien ©nfleibung eben babur^, baf fte e« aber eine enge, 
eingelne gnbmoral erl^ebem* „3ion fonberbarer ©äfigfeit unb 8ln^ 
mut^, fafl o^ne gewöbnlid^e glidreime, fliefen bie Serfe, wie tin 
fanfter 6trom; ba« 8ufiige, «aiüe, *4Joffierlid^e wirb in i^m fJeben* 
faA natürlich unb luftig. "••♦) 

♦) 3t>««n aur ®ff*ld^te unt Ärittt ber ^oefie u. f. ». H. ®. 69. grüd^te 
au# ben [»d'^annt goltenrn QtiUn I. .@. 60^ 83 f. 

*•) %tVLäiit ou« ben fogenannt gotbenen Qtiitn II. ®. 193. 
•^) 9ta*Ufe §nr Wönen »itcratur unb Äunfl e. 200—203. 



368 Berber'« 9it^ttif. 

2)te (Srja^Iungen M »urf^atbt 3Ba(bid f{nb Jonaübliii 
unb leicht; er ^at eine fo fc^one Slnfc^auung ber iDingt mk 
l^er; feine Sentenjen^ bte oft I&nger aü bte fabeln jfaib, f^ütini 
ein ganged pUfiorn ))on Seiten, Semerhtngen, ®))Ti(^n)orttm, Sr^ 
fa^rungen aM\*) 

Seffing'd fabeln finb steine ünefboten eined !Di(^t(r6, tn 
gleic^fam ein d^uge unb Sote in ©itter unb (StQftrer bn Xniui 
ift*- 3^t ^glänjenbet 6li;>l* ifl in einer iebem Oegenflanbt »luiy^ 
meffenen ^rofa bie fd^önfle 5Poefle\**) 

S(ud biefen eftvad t)ertt>Drrenen Sefiimmungen ^abm m ^< 
genbed atö ba6 ^af^xt unb aßefentli(|ie feflau^altem iDtcpiiii 
ein Sruf^flfid aud ben fibi^ninifc^en $I&ttem ber Statur; fie tiit« 
^äOt und bie $(ane unb ®efe^e berfetben in i^ren einjetnrn 3»' 
gen unb fu(||t und baburc^ in eine naturgemAfie Se^anbliin; 
unb Uebung unfered bebend einjitttvei^en« äBenn bad MW 
und bie geheimen Steije ber in ber 9fatur ))erborgenen 6i)iM 
audeinanberbreitet, mm und bie Statur n>ie mit eiebedaugnt to 
aud anb(i(f t unb und i^re innigften unb f)iDf}en ßntjäduttgen im 
ttt: fo ifl bie gabel eine Sprache bed in ber aßeltorbnung ^ettW«' 
ben SSerflanbed unb feiner atrc^iteftonif-, bie unferen SBerflonb jw 
Sett)ttnberung fortreifit. @ine unmittelbare ft(tli(^e SBirfung fann ji( 
nic^t ^eroorrufen; fle lÄl^mt unferen ßnt^uftadmud für M 8«« 
»eil jie ed nur nad^ feinen golgen bered^net unb unfere %n^t im 
auf bie Singet bed ®d^abend oufmerffam mac^t* 9iu^ atö ^^ 
bed S^icffald fann fle eine freie Siebe gum @uten ntc^t «itjünta 
^a^ ®i)id\al, bad in ber gabel auftritt, erfi^eint bein * 
nen, fü^nen junb. reinen SRenfc^enfinne tjieffat^ n>ie eine to 
Helle, tüififc^e Wla^t, bie bad ®rof e in ©anbe f(^l4gt unb b« ii 
bere^nenben, f(|>lei(^enben iflugl^eit bur^l^ilft. 3n biefem 9«* 
fc^Iflpft 9leinerfe guc^d immer unter bem ®algen l^inburij unb f 
langt gu @^ren, n)a^renb ber 8öme geprellt tt)irb* 3)er flbfcr H* 
mit ber burc^fd^nittenen ©e^ne feined glugeld gefnirft unb gfhw" 
am JBoben liegen unb mu^ bie pl^ilijierl^afte 8ebendtt>ei0l|cit W 
S^auberd, wÄ^renb bad §erg i^m f>xt6)m mdc^te, -gebulbfg init«^ 
Igoren. Slber ,,ein el)erner 9iing begrengt unfer 3)afein"5 w« ^f 

♦) 5^a*Iefc jur [(^önen Literatur unt) Stm^ ®. 260. 
**) ?fragmentc jur Deutfd^en «(terfttitr IL e. 242 f. grüßte ftu« H» 'f?^ 
nannt öottenen Seiten I. @. 7Ö f., 88. IRad^Iefe ^i|lortfd^er ©i^rifleH €• lii- 



<&ert)ev'd^e9(etir. 359 

tat (SMfit unb Stuf^n^t, toix mögen ba« ®dtUt€^e felbfi in unferer 
8ruß tragen, immef merben n)tr auf bie gemeinen, )}rp[aif({)en ^t^ 
binflungen ber (SnbUi^fett 2urft(igen)iefem (Sin l^ober @inn t)er^ 
ächtet bie jtlug^eit unb fann fte boc^ nur mit i^ren eigenen SBaffen 
bef&mpfen« SBie fe^r fte unferer fittlic^en @(^on^eit n>iberf)reitet, 
fte »irb jur ißjJic^t im Snterejfe unferer ^eiligjien ^totdt, !Die 
XinUt ber ^inflernif ftnb gef(^eiDter, atö bie iltnber bed Stc^ted; 
bie ^inber bee 2i(^ted muffen gefc^eibt mxUn um be^ Sic^ted miOen; 
benn ber !DÄmon lauert ber forglofen ©röfe, ber finblid^en ^o^eit 
mit ber grdften Slrglifl auf. 

@r^e6t fic^ bte gabel — mt tint ©elten^eit ifl — in bad m^ 
ber freien @^ön^eit, fo toixb tt gang eigentfiümlic^ bie Aufgabe be^ 
^umor6 fetU; biefen 98iberfpruc^ bedlDafeind auf)u^eben* @r begroi« 
birt bte aufgebrungene £(ug6eit, inbem er fte burd) bad fd^amlofe unb 
gemeine itbm ber fixiere t)erfo(gt« 3nbem er bie unenblic^e Sad^erlid^^ 
feit berfetben ent^äOt unb ber SBeluftigung prei^ giebt, rettet er gerabe 
ben unfterUi(^en Zf^tll ber 9latur, ber fxify gereinigt aM ben äBiber^ 
fpruc^en M 2)afein0 guriicfgiel^t« 

2)af öbrigene bie $abel auc^ an bad finblic^e äR&^rd^en mit 
feinen fä^n unb traulichen 9{aturgel)eimniffen anftreifen fann, unb 
baft bie Z^itmtlt felbft tnan^m gropen unb l^erjer^ebenben dug 
barbietet, foH ni(^t in Slbrebe gefteUt mxt>tn. 2)ie SBeifpiele ber 
Sabel, bie ^erber bei feiner S^^eorie t)or Slugen ^atte, geben nic|)t 
immer ben reinen i)oetif(l^en 95egriff biefer ©attung, unb feinen eben 
mitgetl^eilten 2)eftnitionen fe^lt bti ber Un^oHfommen^eit feiner tra^ 
gifd&en ffleltanftd^t unb ber Slbwefen^eit bed ^umor^ gerabe ber 
6(^t9er^unft* 

b. Die l^rffd^e ^oefie* 

«. 47. 2)te f^rifc^e ^oefte, eine ©d^t^efter ber SWuftf, barf 
,,etgentlt4> niä^t fc^Ubern^ fte f,f)&U ftc^ lebigltd^ an ben Saben unb 
®ang ber @mt)ftnbung" unb ergebt ftc^ hiermit „in eine unftc^tbare, 
geifiige Qp^hxu SS^ad ftc^ ber $^antafte. irgenb barfteden mag, ift 
wt xixyMt^ abtr nur in Sewegung, inleibenfd^aftli^jerSIÖirfungV) 

♦) Sgl ©effl Der ^ehdifd^en ^0e|le IL €>. 109 — 111. „mc muftfalifdSie 
$oc(le xoiü eine 5lrt ^ö^ere (£nnjfint»unö: wenn-fie f&ilUx jlnact, wollen tiefe mit 
Slffect Belebt fein; ^ieDurd^ wart) alfo Der flolje ©ang Der 93ilDerreDe gebdnDigt 
un( in eine (üattung ^d^erer «Harmonie geaogen/' ,,€ogIei(fi ergibt fid^'d, Dag 
Diefer ©efang eine ^t S^leloDie, mithin Fortgang ^ $(an, (Entwurf in Da9 ©an^e 



360 «etber'« kt^^tiif. 

X){f üufgafre ber SRufif ifl t^, ba« @m^flnbung«Ieini ju mm 
©ebäube t)on %ontn au orbttrit; auf ben Sttttelpunft betSbttju 
brjie^fit unb burc^ biefe ju t)erf(&ren. !D{e ®en{en bet 6iii)){inbitti' 
gen {tnb r^^ bte ^ier b<m ®emfit^e entgegenfornmen ttnb \\ß^ 
bur$ feine Stei^eit unb @6UUi)Uit bdr^eOen unb t)erburp. %t 
(oß ÜRufif unfere innerfie @ee{e t)on ben Sanben^ mit benenii 
felbfl, bie 9taivix, bad ©c^idfal f{e gefangen Uralten. 9i6tt midi 
fällen mir und bei bem 9[n^6ren biefer )derg6ttU(||tett Sine t)on kn 
Slnf^auung einjelner, befltmmter^ ^^thaxtx ®egenfl&nbe (odgmUo!; 
unfere iß^antafie n)irb in eine f(^ranfen(ofe ^ret^dt gefegt, pe n^ 
flä) in bem SGBeltaO, um bie 93(üt^n aOed erofen, @b(en, ^m 
unb ®6ttK(^en gu brechen. !£)ad Sanb bet fänfi(erif(|en 9tt«im 
bigfeit liegt l^ier ni(||t in einem abgegrenjten ®ebjete "ton ftnnliditii 
®egenft&nben, nid)t in einer beflimmt audgefproc^enen 6ritt to 
Sbee, fonbetn in ber ®runbfHmmung bed ©emotive«, imi) bieitit^ 
ber ÄünfMer in einem gen>i|fen Äreife feiner (Smpfinbungen ot« 
bo(^ in t)ern>anbten (Srnpfinbungen fefibannt. 3nbem numbie ii^rifitt 
$oe{te aud bem unenbli%n, gel^eimnif locUen ®runbe ber Sttifü (» 
porm&c^ß/ gibt fie aOerbingd ben (Smpfinbungen bur(^ @pra((ciiiit 
bilblid^^ (DatfleDung eine beflimmtete dtic^ung; butd^ bad Son 
tt)irb überall bie ©rfenntnif ^ert>orgentfen ober nal^e giclegt; bejHiniiA 
Sbeen muffen aud ber Zontoüi auftauchen , bie plafitf^e ^W^ 
))erlangt i^r Stecht unb fteOt fid^ mit l^in^ unb J^erf(^n)anfenben, loi' 
begrenjten ©ilbern nid^t me^r jufrieben* Stber ber i^on ©ra^iJi»' 
gen erjitternbe Soben be6 ®emüt^ed bleibt boc^ immer ber @nin^ 
aud bem tt>ie ein jarted ®en>&(&6 ber fic^tbaren $^antafte(i(Din^ 
nicbt ol^ne Sc^ä^tem^eit, ba« (^rifc^e ©ebic^t fic^ ergebt« iDennii 
t)erfc^Amt unb feufc^ {{nb feine Smpfinbungen; um in "ooüis^tt 6iit' 
barfeit, o6ne ben Schleier bee SKtjjleriumd, an'« 8i*t ^ert)orjuMflt 
SBenn e« nun ani) in bie »eflimmt^jeit M ®ebanfene unb W 
»übe« übergebt, fo gef4)ie^t bief ioi) immer fo, baf auif biete 
fe^c Sc^attirung beffelben xoit "oon bem J&auc^e ber mufifalif*« 
(Smpfinbung bur4))ogen ifi unb in i^rem Sletl^er fic^ beweget. Ai^ 
Jen SRei^en ber bilbenben ?pt)antafte gibt fie nur einen Sludjug, »» 
er bem liebetJoKen unb begeiflerten ^erjen Seburfnif ifl» QM'^ 
ber ?ßinbarif(^en Dbe, wo bie anbetenbe Seele mit i^rem @(p 

tc« iitui bringe, Don Dem bie »«Derrebe, oufer fofem e« ber ^nf^U f<Wff* 
tocniger wu§te." 



Berber « %tfti^ti\l 961 

panbe t)nf4^mU)t in i^m untergel^t unb i^rer felbfi t>erg{^, malt fie 
benfelbtn bcc^ nur toit auf bem aSBeOenft^iegfl bed unmb({(|| bewegten 
®emätll^ee ab; {ie gebiert i^n gum jweiten 9Ra(e; aber nur au^ bem 
^ergen unb ffir bad i^erj* 9Re^r aK trgenbmo ht ber $oef{e, waui^ 
beft {{(^ ftt ber Si^rif bie Sßelt ju einem ®efi(be ber 6eKgen, ber 
®en{en unb (Sngel um. 3n ben reinflen 2i(||tglan) ber SerfUrung 
ßttan^t, bur(^ bie onfc^auenbe Siebe wn aOen irbifcfien ©c^Iacfen 
gereinigt, tritt ^ier guleftt un9 iebed Dbfect entgegen« SBenn 
gerbet fagt, Älo»)flocf0 3iel fei „bie ^öc^fle 5Poejle*; ndmliili ,,bie 
!ßoe{ie bed bergend unb ber Smpflnbung'' getvefen, fo bfirfen mir 
i^m namentli(|> infofern beijpflid^ten, aü au(^ in ben tpi^^tn unb 
tramotifc^en fDic^tungen bad eigent(i(|»e S(uge ber ®eele und au^ 
ben I^rift^en SteOen anblidt. 

,;3)ie Iijrifi^e S)i(^tfunfi^, fagt ^erber an einer anberen Stelle, 
„VüiO )>erfanli^e Sln^angHc^reit; fie toiH freie Siebling^pt&fte bed 
bergend ; mit {ebem Sigenfinne, mit {eber Slbmet^felung M ®(ä(fed 
ber «iebe forbert fie greunbe unb Oeliebte". 3ebe« I^rifd^e ®ebi(^t 
t>erlangt a(fo einen inbi^ibueüen Sfu^gang^punft; olS)ne bie 93egeifk^* 
rung ffir einen geliebten ®egenflanb i^ bie bagu erforberlic^e mufifa^ 
lifd^e Stimmung unmiglii^. @in (ieblofed, mit ber SSelt gerfaüened, 
in feinen garte^en @mpftnbungen gefnitfted ®emät^ fann tooi^l feine 
t>erf4^n>inbenben SttiHt no(|| gu einer ))oetif(^en 9ta(^a^mung ber 
Slufenu)e{t gufammenne^men ; gu einer ^erflArten Slbbilbung ber in^ 
nem 993elt wirb ed fic^ nicbt mebr auff^wingen fönnem S3er no(^ 
im fettem, unentwei^ten Sfinbniffe mit ben (Senien feinee bergend 
fielet, wem bie Kamen ber ®eliebten, bed greunbed unb bed SSater^ 
(anbed no(^ nidfi gu wefenlofen Schatten geworben ftnb, ber l^at 
^ut^, jhaft, %tntt unb Sugenb, um ft(^ auf bie f^ii^fim Sonnen^ 
bahnen M (Befanged gu wagen« 

aSon bem Silbe feiner ©eliebten ge^t eine unenbli(^e Steigerung 
feiner iß^antafle an^*j feinen ^totd be« 2)afeine fcnnenb, a(d iftre 
a3er^en(i(bung, tautet er in bad $euer, tai t)on t^ren *SB(i(fen aud« 
Qttji, i^re eigene ®ejialt unb reinigt fie gu bem Silbe eine^ ®nqM 
<$r felbft aber Iheift bei biefem SBerfe me^r unb me^r bie geiler 
unb ©ebrec^en ber Sterblicbfeit ab, wanbelt fic^ in fein eigene« 
3beal um, unb wie \>on ber STOorgenröt^e brennt t)on l^immlifc^er 
©c^ön^eit feine Seele unb fein ®ebic^t« Sebe Sinie in bemfelben 
w>irb eine geheime Sopie feine« vergötterten Urbilbe« fein; ber ?lt^em^ 



36S «erbet'f SCeß^eiit 

}ug beffelbnt nnrb febed 9t(b unb ieben %on befeelett/ unb bte 1&^ 
d^Inbe @(^ön^eit bed ©anjen benn bod^ {»{e^t ^on bett Slt^iencn b(t 
©elfebten geborgt feim*) 

> !Die ^o^rit unb göttliche SIbfunft bet t^tifc^en fßoeße fdEiUbert 
^crber mit gtof er ffidme unb Snnigfeit: „5)ie I^rift^e SBeifc* .bricht 
bie 8(umen ber fd)infien ©efinnung unb orbnet {te mit ®ragien^anb 
gum jtranje« Ueber ben gemeinen ®ang ber !£)inge erl^aben, gibt 
bie li^rtfc^e SRufe und eine ^6ll[|ere Slnfic^t biefer Dinge"« @te fiellt 
und, n>ie fc^on oben angebeutet, bie Sßelt ald tint ©aUerte )>on ®t* 
nien bar unb gibt und bie reinflen €eetenaudjäge ber $erfonen unb 
!£){nge* Da^er verlangt fte ein gereiniated, er^abened, für aM 
®ittixi)t fc^m&rmenbed ®emflt^, eine ixppt gleidb bem ©riffel bte 
@(^reiberd, eine 3unge, bie mit ber J(ol^(e ber äBal^r^ett unb Sugenb 
gereinigt if). SSon aßen (Gattungen ber $oe{te ße^t bte S^rif «ter 
Eingebung ober 93egei{lerung am n&(^flen, inbem fte eigene ©efu^It 
fingt, n)ie ber Moment fie gibt unb gleidbf^tm [(^ranfenlod ben ®etft 
tx^tUt", JFein'er anberen ®attung ber $oefie gelingt ed in gleichem 
'®rabe, und auf bie l^eitigfien S^iefen ber @eele gurficfjuful^ren, un6 
9on bem 3)ru(Ie ber irbifc^en ®emein^eit unb (SnUUftdi gu Ibefreien 
unb in tin ^ßarabied ju t)erfefren, tt>o bie Sbealgeftalt ber 3)inge wie 
wn bem ginger ber ®ott^eit gegeic^net x% „3)er Ufxi\^t 3)i(^tet 
ifl 8Ii)ono'd ^rie^er, ber nid^t in eigenem »amen, fonbertt aud Jhaft 
bed i^n begeißemben ®otted ben Sterblichen Se^re unb Zxo^ on'd 
■^erg legt unb SBa^r^eit tjerfünbet/' „öud i^m fpri^t bie SRufe, 
ber ®ott felbfi** (St finge „in ewigen gormen ber Sprache nii^t 
(gmpfinbungen bed 8»enf(^en, fonbern ber 3»enf(^l^eit\ äBenn ^ 
ber i)ic^ter mit ber unmittelbarften €ee(enflimmung, mit ber ^im 
gebenbfien, fc^ranfenlofefien Siebe in feinen ®egenf}anb »erfenft, 
wenn er fein Sßort audfprid^t, bad i^m nic^t feine intter^, 
glä^enbflen @mpftnbungen ein^aud^en, fo wirb er gerabe ober bie 
@4)ranfen feiner Snbimbualit&t l^inaudge^en, er wirb feine (Smpftm 
bungen ju üncm Urbilbe ber fWenfc^enempfinbttngen emeitem unb 



*) 9lur auf Me (Battutig te« ^itM Idgt {id^ Berber'« fd^dne Semotmid n 
Ux e^rlft „©alomon'« »ieter ber ^kU" @. 61 f. antteRben: ^SBk 9U<^tidal[ 
unt) ilurteltaube nur fur^, in abgefegtem ©irren unb klagen fingen: fo tvä^ftc 
unb etfanb ^ä)" ,M^ fürgefle ®ttid}t immer Die ^\tW\ „^iä)t» in ^er Seit 
forbert alfo aud^ fo innige, gan^e ©egenwart, af« l^iebe, unb tiefe i^re fuijea 
^u«trätfe unt ^^jurett. 6ie ifl" „flamme tefi ^ervn, ©fi^pra^I, gnnfe". 



toit eine 9i0xmütptt^inli^h\i, in ber ^if UM ^rj fpiegeln uttb 
ti>tefeetfinben fonn, an bie SteOe ber gonjtn ®attung treten.*) 

%. 48. !Da ^erber feine 3;i^eone ber S^df ^au))tfA(^(t(^ au« 
ber l^ebrAifc^en Siteratur i^op^t, fo tt>trb ed nic^t ungeeignet 
fein; ben Snl^olt bed t)ortgen $aragra)>^en burt^ feine Semerfungen 
über ben aUgemeinen ®eifi unb (Sntividelungdgang ber l^iebr&tfc^en 
S^rif gu beleuchten. ♦•) 

!Dte ^ebr&ifc^en ®ef&nge „lingen äu6 bem ^erjen unb itt^i^mtU 
gen bad ^erg, ober fie flifen £e^re ein, burc^ ben ffifen !£ran{ ber 
Sone*. 3n ben ,,n)olS)ren, t)oetif(^en 3«ten'' ber Hebräer „ftcomtt 
il)re Siebe in mufifatifd^en aSeOen ^erau«: ber ®e{fl i^red ^Dhtnbed 
flof mit bem ©eifie, ber i^r Saitenfptel; i^re Xuba belebte, gttfaivk 
men, unb ol^ne 3t^(if(I ^^^^ tia bte mAc^tig^e äBirfung, n)o t)ieQei(^t 
ber fu^nfie ä3ru(h bed ®{(benmafed, ber flArfße Stampf ber Sorte 
war". — 3n ben Seiten ber »ic||ter tt>ar bie ^ebrAifc^e ^oejle 
^uiufifalift^er ®efang lebenbiger Zf^attn, (eibenf(()af4li(^ naci^i' 
al^menbe !I>i(|t{unfi'', ein ^rAbifat, burc^ mläft^ bie (^rifc^ie 
2;^Atigfeit bed !X)i(^terd mit furgen SSBorten am tref enbflen begei(||net 
wirb. „®o tvirften feine 5ßro))]^etenc^6re auf ©aul: fo »irfte 
mit feiner {eiferen §arfe 3)at)ib.'' „3n biefem 3eitatter bläßte bie 
3ugenb ber l^ebrAift^en ÜRufe.^ ,;3u !£)at)ib'« 3"*^« gelangte bie 
l^rif^fe ?ßoefle ber ^ebrAer gu i^rem ®lange: bte gerpreuete »ilbe 
Sanbblume n^arb {eftt ald eine Jfonigdbtume auf ben Serg 3ton ge* 
ppanget.'' ^ge^rreic^e Sntmicfetungen ber ®genf(^aften ®ottee, ber 
menf^liclien 9latur, eingelner Xugenben unb Safter, bee ©lüde unb 
Unglöde ber grommen unb S3öfen fangen mit ben ?ßfalmen an, 
ba lle im ®efefte 3»ofe0 unb in ben toilben 3etten ber JRi^ter 
noc^ nidjt ^laft fanben. !Die friegerif^e a:uba warb burc^ ben ®e^ 
fang ber Hirtenflöte unb fanftom S^rauerl^arfe gu einem mUbem 3;on 
geftimmt: benn fo ^arte ®eflnnungen auc^ no^ in einigen friegeri^ 
fc^en ^falmen t)orfommen mögen, fo ift bod^ ber allgemeine Ueber^ 
gang in fonftere unleugbar. @e n)irb fc^on bie $rad)t eine« Äönig« 
unb einer bürgerlichen Slegierung befungen : ba« milberte unb regelte 

♦) »erglefd^e %ti^U av» Un fofienannt gofDenett Seiten I. e. 193, 204 f.. 
STerjjfic^ore ©. 76 f. 200. m^U\t |ur f*5nen ßtteratur unD itunjl ©. 129, 
463. ©d^dftcn jur römifd^en Sitcratur 6. 99. 

•0 Oeifl ber ^cbräifd^en $oefic H. e. 111 f. m. ©. 137, 140, 175 f., 
178 f., 247 f. a:^eoIogif*e »riefe I. H. 6. 128. 



964 «etbet*« %ttUiit 

We Ifjeftiflr fflut^ btr arten »hife^^ ^Diwfb'e »egfenrnfl nia(|t* 
bie „^eriobe bei da^^^tn $oe{ie bet ^ebtAet, toelc^et 6alomott 
uttb bie ^topf^tttw fdflten* — Snbeffen ifl e« auc^ uwerfenn^ 
bat, baf bamit bie ro^ ®t&rfe, ber (ebenbige %ani unb iBMfiM 
bet alten ?ßoefle faum erreicht »atb: ®ef&nfle, toit TOofcd unt 
betSDebota^, eine ©ilbetfprat^e, wie ^iob'6, »ileam'd uab 
Sct^m'e, fu(^t man t>etfleben6 in ben ^falmem Offenbar 
^errfi^t @inf5rmigf eit in benfelben, mil SlQed nm ben Strg ßion 
wrfammelt toax, unb «Be« ftc^i in ben Ärei« ber ©efänge 2)at)ib*6 
einf4>f4nfte. 3ene J&ügel bet 5ßto^ ^eten ^oB fteiet «atunjoffie 
tourben leer* 5)ie ©el^et 5)at)ib'« »aten feine Dieter; fern 
wotbnetet »ffa»)]^ nur n>eiffaflte auf Saiten, unb etfl nai^ Sa^i^ 
l^unbetten fanb fic^ bie 5ßoefie bet ißtop^eten ttiebet'^ ^SEBaeWe 
$oef{e an gottedbtenfUic^et, pofitifc^et, I^tifc^et @u(tut getoatm, r^u 
tot He »ieBei*t an natfitlit^et Stdt!^" „3t^ tt>ü|te fein SBoK, bri 
bem bet Ätieg^gefang mit fo fanflen .3been \)etmifc^t tt)4rc^ oI« 
bad ^ebt&ifc^e; ,,bie gattefle Sitte unb StlaQt tarn an bie tcep^tx^, 
au(^ «90^1 (^ätte^e ©efinnung grengen« Offenbat n>at'd bie feinen 
motalifc^e SSoIf«üetfaffung STOofed, bie felbfi ben ihriegdflefäng« 
fo ftii^et Seiten biefen fanften Xon gab, ba« ^atte in i^nen ijl 
©e^ulb bet"3eit, ba« Sftttete, geinete, 3ieIigion«tt)itfung\ i,3)a^cr 
fe^en tt>it auc^, baf ,bte fanftefien SteQen wm ^Audlic^en SSo^ie 
mit ftiegetifcben SBefd^teibungen n)e(^fe(n, unb oft bie tapferften ®tß 
flnnungen gut (SIegie »etbem" 

aa) 2)ie Dbe unb bet $);mno6. 

§♦ 49* 2)ie aBgemeinen Segtiff^bejiunmungen, bie gerbet »on 

biefen ^Dtc^tgattungen auffteBt, finb Ijb^fi b&tftig; beflo teid^^alttga 

etfc^einen und feine ©emerfungen übet bie gu biefen Gattungen %t* 

l^itenben I^tifc^en @tgeugniffe bet ^e^r&et, bet ©decken, ber Stmtx 

unb bet 2)eutfc()en* Se^t tteffenb begeic^net et übrigen^ bie Du 

ate eine „feurige", ben ^t^mnod al« eine „fiaunenbe* a)ic^tatt*) 

^at SBefen bet Dbe ifl nämlic^ eine glu^enbe äJetel^tung unb 8e* 

geiftetung, bie fi* in i^ren ©egenftanb gang »erfenfcn unb in Ufa 

'untergeben mß^te; bagegen fü^lt ftc^ ber ^ijmnod t)on e^tfiiribt 

•)>or bem ®6ttUcben gang niebergebeugt unb in ^eiliger @c^eu \)on 

i^m ferne gel^altem Sin ber Dbe ^ebt ^erber aufecbem ^^bie f(^öm 



*) ®ei{l ber ^thtäi\6)tn $oef{e n. e. 109. 



«erbet'« Kefifietit. M 

tln^rbnung^ ben ambitus/ „ben Slug, ber {{<^ irret; bO(^ nic^t t>er^ 
imt/ ^ert)or unb htiti^ntt ffeaM ,,rin ^anblungei^cUed ®cmA(be''/) 
^iemac^ fc^wingt fidii alfo bie £>be ))or2ugdn)eife, t^ie au(^ ber^^itb 
no^ in bad Steic^ bn Unetiblid^feit auf; fte öberfliegt gern bie ®(^ratu 
fen ber gen>il^ttU(^en 2eben6gufl&nbe unb reift manc^moi bie Srätfm 
ab, ml^t bie 3bee }ur (Snblicliffit führen; aber immer fe^rt {ie, 
burcli ein ^(^ere6 ®effi^( geleitet, menn i^r ®ei{i ein n)a^r^a^ poe^ 
tifc^er ifl, in bie ©renaen ber f(|>6nen Drbnung jurftd, nnb feintet 
ber SHegeUo^gfeit i^rtr formen birgt fi(^ bie {ic^erfte StegeL du 
i^rem 993efen gehört auf erbem bie be^Anbige Sen)egung, bie X^&tig^ 
feit; bie innerli^e unb &ufer{i(fee^anb(ung; unb nic^t feiten ge^t 
bad t)on Segeiflerung erf(feätterte ®emötb gur ^(aftifc^eU; {a jur epi^ 
fc^en Sd^ilbentng M angebeteten ®egen{ianbee über* !X)en )>orn>aU 
tenb religiofen Sfearafter beutet ^erber bur(fe bie Semerfung an: 
„bie $oefte fei fo fe^r jtinb M ^immeU, baf ße f{(^ nie teiner 
unb t)oaer in il^rem Urfprunge f&^(e, aK mnn fie fid^ in ^^mnen, 
im unenblic^en 91II t)er(iere\**) Dafeer ftnben n)it au(|^; baf ber 
^V^n<>^ beft&nbig aber bie ©renken ber $9ef{e l^inau^firebt unb im 
93egriffe fle^t, bie le^te ^utte ber j^örperlic^feit abjuflreifen; baf er 
und befi&nbig ben ^intergrunb einer reinen ®tifttxmü eröffnet unb, 
n>{e bei Stlopft^ä, auf bie färben ber fDarfleOung ^ergic^enb, ficfe 
nur bur(fe jiammeinbe Smpftnbungdtaute noi^ audbrüdt* S)af bie 
Dbe, n>ie ber $v^^^^ ^&ufig an bie ©ebanfenpoefle anflreifen, liegt 
in i^rem bur(fel^enf(benben (S^arafter bed (Sr^abenen; aber ^erber 
ge^t "oitl 2U mit, mnn er im SlÜgemeinen bel^au))tet: i^^i^ toaJ)xt 
Dtt, ja felbfi ber ^i^mnod fei nur ein ^ö^ered 2e^rgebi4)t mit einem 
bejiimmten pane, in einem ^ß^eren ginge ber SSegeiflerung "♦***) 

8. 50. ,;3n feiner ^ebr&if(^en Dbe finbet man ben abge^ 
meffenen ®c^n)ung; ber eine grie4)if(^e unb no(^ me^r eine rö^ 
tnifd^e (^arafterifirt; in feiner bie ausgemalten ^inbarifc^en 
äSitber, bie feier immer flfidmeife erf(feeinen, abbtt^tn unb mieber^ 
fommen/' Die l^ebrÄifclien „Sieber unb gobgefÄnge, bie ®ott befln«» 
Qtn, greifen ifen in feinen S^J^aten, in ben aSoIIfommen^eiten feiner 
SBerfe; mit ben Symbolen feiner ^^aben^eit f^mücfen fie fi(^ nur 
fparfam, unb bie $[udfu^rli4;feit biefer Büge nimmt }U; {e me^r bie 

♦) ®cfjl Der <>cbrd(f(^cn $0ef!c m. ®. 188 f, 
**) fötrfung ter Z)t<^tfun^ auf t>it Sitten Ux ?ßbiUx @. 265. 
*^) a:^eo(ogiWe »riefe IIL IV. @. 230. 



uralte dr^aften^dt tiefet ^oefie ahi{mmt\ i,2>ie SKImiffenl^ett, P^ 
weie^ett; SWgegentDatt^ bte emjelne Sorforge unb Sluffic^t ®ottc6 
finb in ^topf)tttn unb ^falmen mit einer Snnigfett gef(||t(bnt, 
baf man ^^ in ^^ felbfl glet(|^fam )>or bem Sluge ®otte« nicf^t }u 
t)erbergen n)etp/*) 3u ben ^i^mnen be6 alten Z^ammM xtifud 
gerbet au^ bie @(^d))fun86gef(|){(|)te ber ®eneftd: din »iicb 
t)oII alter, bUben^oKer, erl^abener !£)i(^tfunß^ ba6 ^im ©eifi unb in 
ber Sprache ben 2:on ber (Sngel tdnet! ipo^e Slccente ber Sonfun^- 
fifben pr&^tige G^orel'' „^itx i% aü ob einer ber (Slo^im fdbfl; 
ber ®eniud ber Wttni^\)tit vax^^tbat leierte.'' 3)ie i, feinen Sbecn* 
biefed ®eb{<^ted »jinb, feibfi bem Serl^Altnif na^, in bem fte ^ia 
erft^einen, f(^on in ben SSurjeln ber Spxa^t ba: ed ift, a(d oi 
biefe auf fie geppangt, in il^nen ertoac^fen U)&re\**) 

^3n fc^önem, »at^fenbem ©^iwunge'* erl^ebt ft(|| ,,ber ©it^u* 
fia^mue" tm @egen Safobe, ^ben Stofed in bem feinigen \Abi 
nail^a^met unb ntc^t ju fibertreffen t)ermag •♦•♦*) 

2)ie 5poeile bed 9Rofe6 ijl „tjlcfumfaffenb, aber ^art, emfi unb 
einfam^ ©ie glänjt, toit fein angeflt^tj aber eine -Dedfe ^ängt wr 
\f)x\ „fßa^ bei ben ©ried^ien ^omer, i^ bti ben Hebräern fWofe«/ 
SWofe^' ®efang am rotl^en SWeere ifl ber ^SSorflang aOer i^ 
raelittfc^en Siege^Keber, ß^orgefang eine6 txxttttttn ^eered »ielct 
JEaufenb, bie mit iPaufenfc^aH unter arabifc^em ^immel i^ren 3e^oüa 
greifen — wo ifl ein emporfliegenber ®efang toie btefer ! " „ Die größten 
?Poef!ett unb ©ilber in 5ßfalmen unb ben !ßrop^eten ftnb au^* 
bem „3uge SWofeö' burc^ bie SBfifle, infonber^ett au6 fei^ 
nem legten" ,,glammenliebe* ^genommen: benn bief Sieb ijl' 
„glei^fam bie Urweiffagung unb ber Äanon aller 5Prop^eten\ & 
atl^met.,,bie ^arte, eifrige, b{6 jum 2;obe gequälte ©cete SKofe«'; 
barin erf^eint „ganj ber fliammenbe S3erg, bie geuer^ unb aSBotfem 
fftule, bie t)or 3«rael gog, unb in i^r ber ©iget beö »ngeftc^td 3f* 
^oöa^'dM) 



*) %Tü^vmU s«r beutfdjfcit Sitevatir n. ®. 33 f. &ti^ Ux ^Mif#(9 

4)ixf!e n. e. 134. m e. 8. 

**) Getiefte Urfunte M Tltn^^tn^t\6fU^ti l. ®. 9 91* *. ®el{l Ux Uim 
fdjicn ^oefte H. e. 118 f. 

♦♦*) a:^eo(ogff*e Jödcfe I. H. ©. 76, 79. 
t) ä^om etiU^ium ber a:^e»(ogie e. 79 f. (Btift ber ^r&ifd^ei ^ocficE 
e. 68 f., 71, 74, 111 f., 157. St^fotoöifdjfe ödcfe L IL ©. 90. 



S)ad im »®ie9<# unb Subelton'' gebic^tete Sieb bet ^tiotaf) 
ifl ^ber fc^dnfle ^elbengefonfl ber J&ebräer^ ,,8ob unb ZaM, 
Spott unb 9ttt^m fliegen ou^ bet J^anb bet Siegerin in mt\)t ali 
^inbarif(l>ett 5ßfeilen/'») 

3n bem ^faltetion liegen „aUt Zim, beten unfete Statut 
f&^ig tfi"; ^ttiotqtn. „^lii^ti ift f(^n>etet }u übecfe^en, ald ein 
^ebr&{f(^et $fa(m, gumal im Xanj unb S^otgefang bet ft&^eten 
Seiten: bie Zint in il^m {liegen im fteieflen Si^^ti^mud; bie fc^toeten 
%ü^t unfetet Bpraö^t, ifftt langen ^ garten Bulben \diUpptn fic^ im 
(Staube* 2>ott mac^t ein luftige^, flingenbed äBott eine ganje Stt^ 
gion; l^iet f)at man gel^n not^ig, bie itoax älDed beut(i(||et, abet 
ani) t)iel ^dftomx fagem^' !£)ie meiflen ^falmen {tnb ,;e{ne ungefun^ 
fiette fDatfleOuttg inbivibueOfet, malztet Situationen^* „Xtin Iocub 
»on ®ott )»ixi in ben $fa(men bet Seien) U)egen entmirfelt* (Sott 
ifi'd; bet ben S&nget aOgegenm&ttig but^blidft; bet bie äBa^tl^eit 
unb tlnfc^utb feined ^etaend, fon>ie feine geheimen äßunben unb 
9toif) fennt: bad mo^^t i^m Seib unb St*eube, bad mac^t i^n ttoft^ 
teic^ unb bettÄbt/' „aifo merben feine Siebet wiiä) Sluöbtöcfe bet 
innetflen; bet inbit)ibueOjien ^etienefptad^e*" ,,3)a bie meißen* 
$fa(inen ^©ebete finb^ fo gelfiött j[ene finb(ic^e, fonfte (Stgebung bed 
^etgen^ ju il^tem ©ebtauc^e^ bie bie äRotgenIdnbet bei i^ten fRtiiß 
gtondfibungen unb ©ebtAu^en fotbetn, jlened ftide 3(nfiaunen ®otted 
unb feinet Sßerff; bad fic^ balb jut @ntjü(fung ^ebt^ balb gut tieften 
Untenoetfiing ^etabfenfet* 3)et ®efang eilt ^on Spruch ju. Sptud^, 
noie \)on ©ebitge gu ©ebitge; et betu^tt \^mVi, abet tief, unb n)ie^ 
bct^olt bie ©etfi^tung liebet; et malt feine ©egegjlÄnbe im ginge» 
ÜUt Siebet doU ^ittenunfc^utb unb Sc^äfetempfinbung ti>olim eine 
fiiöe unb tul^ige Seele****) 3n biefem aDgeraeinen ©emälbe, bad 
!^etbet wn ben $fa(men entmitft, etfennt man bie gange (Sigenti^um^ 
[ic^feit feinet Statut* Wt fel^t gattem teptobuctit)em Sinne ful^ti et 
t>en inbi)>ibueaen Qtfptung biefet Gef&nge unb ben ^au<!^ bet innige 
»en JReligioptit in if)ntn f)txaM. Slbet et faft fle nut mit ben 
Dei^eten dmpftnbungen, be6 ©emfit^ed auf unb ^at feinen Sinn 
m ba« (Sxfßbmt unb @igant{f(^e i^tet SSilbet unb Sbeen, füt bie 

*) Sölrlung ber Dit^tfunjl auf Ut BitUn Der »olfer 6. 221. ®ef|l Ut 
itf)x&i\d}m fpocfle lU. e. 125. Jt^eologifd^e »riefe L II. ®. 91, 102. 

*•) ^ü*te ou« Un fogenaimt ßoltenen Seiten I. @. 190 f. (Btift ter ^e* 
tdifc^cn «JJoefle H. ®. ilO f. HI. ©..301, 211 f., 214, 204. 



368 «efbevr Keß^ctit 

Wffxt, üM bm Hefflen ShiQeln ber @pta^t uni btt ^aimm 
fd^auung entfptungene Pa^it Db^UUf et bte ^falmeti in Dben, 
eicber, (Sltiittn unb 8e^(bi(||tungett eitU^iU,*) fo geboren 
fic bo(^ aQe t^rem ®runbtone tta(^ bem ®ebiete bed i^^mnod im^ 
bet Dbe oiu Slud ipecber'd Urt^etl äbet bie einitlnen ^4}fatmenbi(|« 
trv ^ebcn toix Solgcnbed j^enoor. Set „feine tobtoibtttOe @in))fb 
bungen liebt, toicb 2)a9ib'd ®efang, tott itf^tt ütbt, Slffa))^'^ 
$falm, mer l^rifc^e Stetion liebt, n)itb bad ®ebi^t tet AinWi 
J(ota^ ^oqie^en, bad {i(^ übet bad @c|>t(ffa( bet Sdfen bie M 
3;obtentei(^ tt)a0te\ !Da))ib'e Siebet {{nb ,;eb(e Slumen auf »il^ 
ben Setgen, wn man^^etlei SBinben bed ^immetd erregt tinb gc 
f(^üttett, alfo ftif(() unb gt&n unb ß&tfenb\ „SDet ^aupt^ug feinet 
e^ataftet^ ifl Sßal^t^eit;' feine ®ef&nge ftnb tin tteuet @)>iesel feine« 
^ 2ebene, feinet (Smp^bungen, feinet ßtitj' i^Uebetall ^eigt ftd^ Iti 
^at)ib ein gatte^ ^et), eine &upetfi empftnbbate Seele» Setb unb 
Steube fc^ipft et au6; unb ed finb Suß&nbe M @(^merged tn feinen 
$falmen, fät bie toix faft feine äBotte §abm/' „& merbe ))on 
®ott obet ^on feinen $einben geAngßigt'^* „toit fcAmmet fic^ fein 
®eifl! n>ie kDimmett feine ^atfel et fcfimUjt untet ®c(|metg unb 
S^r&nen^ »3u ®ott n>utben biefeS^r&nen abet batb d^Auen, 
9Rutl^ obet {inbli(^e Stgebung/' ,;3nbit)ibueaee duttouen auf feinen 
tteue^en« beften ^teunb'' „ fingen feine $fa(nten* ®ie finb €timinen 
einet petfönlic^en ®otte«freunbf(^aft\ «3)a)>ib fa^ ®ott aie ben 
$tti»atift(unb feinet $etfon unb feine6 inbit)ibuenen @(^i(ffalee an; 
in bem Stempel abet.ttitt et mit feinen Sefenntniffen unb Sieben 
atö t)ot bad 3[|}ge^(^t be6 fftiif^tM.'' »3n Sel^rfpalmen äbettnft 
Slffap^ ben ^mb: feine €ee(e wax ni^t fo gatt, abet leibenfe^ia^ 
lofet, fteiet» 3)ie befien feinet 5Pfalmen flnb na^ einem f(^>6nen 
(Snttoutfe angelegt, unb an^ feine Kationaliiebet fbib t>otttep4, 
tut) et ^etbient ben Kamen eined 9Bei{fagete, b» i. tint^ ®otte^ 
meifen auf bet ^atfe." Sßet au$ bie ®ef&nge bet Ainbei 
Xoxaf) gebi(|^tet ^aben mag, et ifl »^oitM^t bet pt&4^tigfle Siebet' 
biegtet ^' bet ^fatmen* „®eine %ationa{gef&age finb futg,' runb, fea^ 
tig/' Einige biefet $falmen „enthalten SteOen, bie bei aUen $a^ 
tionen fut bie er^abenften gelten mäffen''. 3Bad bie einzelnen ^fol' 
men bettifft, fo erflärt Jpetbet ben j weiten füt bie J(tone bet gom 

^ ♦) ©fift Ux ^ebrdif^en ^oefie HL e, 195, 201 f., 216 f., 224, «f« 

etutium Ux Z^islo^it e. 79 f. ®a(i9ton*d Sit^et t>tt Siebe e. 72. 



«erber'« »efi^etif. 3<» 

jm @amm(ttng; für ein ft^oned ®emA(t)e; tad in iebem SBotte tref e 
unb fortfc^rettej bie Did^ofitfon unb „Slünbe^ biefe« ®eb{(^tee flnbct 
er bencibendnE)ert]^* Slber auc^ ben 90f)en ^fofm jeic^net er ganj 
befonber^ aud, tnbem er benfttbrn a(d ben ..Urfpalm'', a(d bad 
„Sieb ber (Swiflfcif prei^l. Diefer ^ßfalm, f«flt er, gebe M^ Wufier 
göttlicher SSSeie^eit im fliUen 93Ii(f über bad menfc^li^e 8eben\*) 
3n biefen fi)ecietten S^arafteriflifen t)ermiffen wir bie fefle 3nbit)ibua^ 
lität ber S^i^bnung unb bad @ingel^en in ben religio fen unb t>\ä)tt* 
rifc^en ®t^alU SReifien« begnügt ji^ ber Äritifer, mit fc^ßnen "^t* 
clamationen ben aDgemetnen li)xi^6)m (Sinbrud ber !Di(^tungen }u 
fcl^ilbern* (St ifi ebenfoweit bat)on entfernt, fie nad^ dp^etifc^cn ffa^ 
tegorien ju analijftren, ald er auf bie eigentlich t^eologifd^e Subjianj 
bei feinen Setra^itungen tiefer cingef)t* 6« ifl eben bie Älopflod' fc^e 
©entiinentalitÄt ol^ne fefle anfc^auung unb o^ne fc^arfe^ ©inbringen 
bed, 9Serfianbed, »otjon wir bie oben mitgetfieilten SKjgen ganj be^ 
i^errfc^t finben.. Daju fommt noc^ bie grofe gefc^ic^tiic^e Unorbnung, 
in ber biefe Urt^eile auftreten. 

3n berfelbeft SBeife gibt und ^erber auc^ bie (Sinbrfide »ieber, 
bie bad Sefen ber propl^etifc^en $oef{e in i^tn juräcfgelaffen ^at 
,,S)ie meiften ^fbräifc^en ^\ä)Ux\ fagt er, „waren l^eilige ^ßerfonen, 
SSBeife bed SBolfed, 5ßropl^eten\ ,,9Siflon, unmittelbare Segeiflerung 
unb f^mbolifcbe^anblungc^arafterifiren'' bie ?Propl)eten^ „!Dic iteime, 
aud benen ber 93aum ber propl^etifc^en 5ßoefte hervorging/' n)aren 
„äibral^am'e, 3ubad\ Datjib'd ®egen\ Sefaia« i|i ber 
„erl)abenfle ber ?Prop^eten\ „ber ?lbler mit bem glammenblirf unb 
bem ät^erifcben @onnenfc^n>unge\ „ein föniglic^er Sowe in SBeiffa* 
gung unb Schreibart \ „3eremiad ift ftuferfl fanft, n>ei(f) unb 
»epagenb** „§ofea6 ifl furj unb l^inteifenb, 8lmod lanbmÄpig/' 
Da0 S3uc^ 3ona6 „l^at eine (Sin^eit, Äftrje, JRunbung, wie fie 
ba6 bejie morgenlänbift^e ?Poem ^aben fann, unb »ad me^r aU 
Slttee i% auc^ ©n^eit im ^md, in feiner moralifc^en 8e^re\ §a^ 
baful'6 5ßoefte ifl furj unb ergaben. Sein ®ebet mod^te Jperber 
„ben itranj l^rifc^er ©efÄnge ber Hebräer nennen". „2)er 2lu6gang 
bed ®ebi(^t«^ fagt er, „ifi i)atriotif^, fc|>6n unb ebeL SlBe dm^ 



•) ©alomon'« gfcber ber 8ie6c ®. 72. ®eijl Der ^ebr. $oeftc m. @. 210 f., 
216 f., 223 f., 23i, 242, 252, N. ss. 254, N. y. 257. %f)tolo^i\dft 33ricfe LH. 
©. 122—126., fBom etuDium t>cr St^eoloftie ®. 79 f. 

ÄrAi» f. tt. epxaöitn. xvn. - 24 



870 «txtftx'i nt^f^ttit 

pftnbungm unb ®(^t(ffa{e M SSolfd in ®{M unb Unglücf tt&gt btc 
3)i4>ter in feiner g3rufi\ »(Sjedjiere SWanier \% ein 33ilb ganj 
unb »eitl&uftg auftjumalen, feine SSorfiellung fd^ien grofie ®ejid)te, 
t)on aUen ®eiten uinfc^riebene 93i(ber, fogar (angmierige, fc^mm, 
f^mbolifc^e ^anblungen ju forbern/'*) 

•) ®cifl Der ^ebräiWen ^ceRelL ©. 70, 126, 141, 183, N.q. ni.6.M 
J^cologif*« »riefe I. H. ©. 68, 109 f., 115, 119. «om ©tutium Nr J^eol^ 
gie 6. 79 f. 

(Sortfe^nng im ndc^flen ^eft.) 



ßÜnniatt. 



(SSergL ,,2)ic aSofoIc bcr »efl^^nieberb* Wunbart« S9b* IV, 
^fft I unb II biefcr 3dtf<^rift*)/ SBir mUm, t>a bie folflenbc WU 
t^eilung eine gortfeftung ^on {ener tfl, ^ier aud) fortfal^ren ju pata^ 
grap{)iren)^ 

Einleitung« 

SBir unterfc^etben bie itonfononten in ^erMmmlic^er SBeife erfiend 
na^ ben ©teflen i^rer Slrtifulation : in ite 1)11 ante (Outturalen),. 
Sungenlaute (lingualen); unb Lippenlaute (Sabialen); gleiten« 
nac^ ben Stufen i^rer Entwirf clung : in fiarre Äonfonanten (üRutÄ) 
ober @d[|laglaute; in ^aucl)Iaute (Spiranten) unb in Sc^melg^ 
laute (Siquibä)« 3)er @cl)laglaut tfi entroeber l^art (tenuis = 
kj t, p), weid) (media = g, d, b), ober ge^aud^t (aspirata = 
ch, gr» &, engl th, beutfc^: f, f)- 3)ie eigentlichen Spiranten (j, s, 
w) t)er]^alten ftc^ aber, »cnn man bie ©efe^Iic^feit M SBec^feld 
berücfftd[)tigt^ gu ben ge^auc^ten @c^(ag(autcn, tt^ie bie u^eic^en 
©c^laglaute gu ben garten, fo baf man in biefer 9iü(fflcl)t bie ge^ 
f)a\i^tm Scl)(ag(aute aud) ald ^arte ^auc^(aute anfe()en fann^ fo 
baß ft(^ nai) unferer 2lnfc^auung6n)eife folge Ueberfic^t ber Äonfo^ 
nanten ergibt: 

*) 2)er aJerfoffcr etkubt fic^i, l>f« ©rurfff^iler önsuflcben, bie fld^ in fdnm 
früfeern Sluffafte fintcn: *eft I, ®. IßO, 3. 9, I. »ie fie — 6. 163, J. 1, 
unter 2, 3. 6, (. ie — 6. 164, 3. 4, (. a ober u — taf. 3. 13 ». u. I. sat 
für statt — ©. 165, S 2, 3. 4 ü. ii. I. paul (palns) — ®. 166, 3. 1, f. 
nad, nädde — 6. 169, $. », 3- ». I. nfd^t Dipf^t^ongifd^ — faf. 3^ 1». i. 
fleisk. ^cft n. ®. 402, 3. i, l pertica — Daf. 3. 9 D. «. I. hirat — ©. 
403, 3. 9 ». u. (. i?or: « — ®. 404, §. 10. 3- 7, I. (»cCdS^e« aä lautet) — 
Daf. 3- 14, I. Ott gefproc^ien — baf. 3- 2 \>. u. !. bl6z (nudus) — ®. 406, 
S. 12, 3. 11, I. nutsen — Daf. 3- 1 »• tl. (. jüngeHng — 6. 407, 3- 2, l 
filii — l>af. S. 13, 3. 8, I. au« — ®. 408, 3- 13, (. ströggen — ®. 409, 
3. 5, I. beadelerigge — baf. S- lö- 3- 1 «• 3- 3, 1. gebrochenen Sante — 
baf. 3. 4 ». u. l. $. 18. 

24* 



372 fbit Äonfononten ter »efJf&iff^^niebctfceiitfi^cn 9Runtttrt. 



Xtl)Ha\xtt. 3ungenlaute* Sippcntautc. 



1* @(^tne(j(aute 
2. @(||(a9laute 



1, r, n C«afcnL) m («afenL) 



3« ^auc^Iaute 



a. ^arte 

b. »cic^e 

a. ^arte 

b. mi^t 



k 


t 


P 


g 


d 


b 


•• 

ch 


(th) BZ 


f(v) 


• 

J 


(dh) 8 


w 



!Der Spirant h gehört aW reiner ^and) feinem befonbcm Dr* 
gane an* 

8. 19. 
!Der Saut be^ 33uc^flaben^ v trifft im 2)entf(^en gang mit f 
gufammen. SBir ^aben »orgejogen, und be^ v bei ber @*reibung 
ber tt)eflfÄlifc^en 8aute gar ni^t gu bebienen, unb fader, fon, 
ferga-en für ^oc^b* SSater^ t)on, t)ergel^en gu fc^reibem 

§♦ 20. 

!Der qfpirirte 3ungenfaut (gr.^ *, gt^. engU th) ifi tm JDeut* 
fd&en nicl)t me^r t)or{)anbem 2)er* 3if<^'<iut z gebort ber oberteut^ 
fc^en aKunbart an, unb ifi au« biefer bem §oe^beutfd&cn überfoni' 
men; ber nieberbeutfd^en ÜMunbart iji er fremb. 2lucfe ber 30'«^'^"^ 
ßch fommt in ber tioeftfalifc^en 3Jlunbart ald einfacher Saut niii 
t>or. 2)ie Saute qu, x, che fc^reiben n>ix, toit jte gehört »erben 
kw, ks, j. 33* kwelle, luks, fluks, bükse. 

§. 21. 

!Der itel^IIaut g tt)irb in SBefifalen aI6 8lnlaut ber ©nbung gf* 
fproc^en tpie j — g. ©♦ dreagen toit dreajen , fragen xoit frajen 
-- al6 Slnlaut be6 Stammet aber unb^ M fiumpfer 2lueiaut fajl 
ganj tt)ie ch — g. 33. Gös toit chös, garen toit charen, dag m 
dach. 3n oberfd^fifc^er ÜRunbart ifi baö SSerl^altnif umgefcbrt: 
g tt)irb ate Slnlaut bed Stammet fafi toit k, ate 8lnlaut ber Sn^ 
bung toit ch gefproc^en: gern toit fern, bringen n)ie brin^ 
(^en. — Der mit bem 9?afenlaut n gufammengefloffenc Äe^Uaut g, 
ba6 ng ber ©nbung, wirb im SRieberb. nk gefproc^en, sprang, ge- 



Z){e i(onfonaItten^^er i9efifA({f<^^nteDer^eutfi^en SRunbart. 373 

sang toit sprunk, geeank, in ber SBcrlängerung berfetben SBorter 
aber bem ^oc^beutfcften gleich : Sprünge, ®efÄnge*)* 

«. 22^ 

Der aippenfpirnnt w »irb in aBcfifalen in eigentl^ümlic^er 
SBeife ^erjorgcbrat^t, inbem bie Unterlippe nic^t an bie Oberlippe, 
fonbem an bie obere ßal)nxt\\^t gelegt tt)irb, tolt bei t 2)a^er 
Fommt e«, baß in einigen ®egenben bad w ftdj) bem f fe^r nÄl)ert 
unb j» 8. wi (wir) beinahe n>ie fi lautet* »ud^ ifi ba« in Sllieber* 
facbfen ben Slnlaut t>erfiÄrfenbe w (wringen) in 98eflfalen ein f 
(fringen). 

«. 23. 

Der organif(^e SBec^fel ber Äonfonanten finbet befanntlic^ nur 
in ben @(^lag{auten ®tatt; unb mnn man bie SIntaute bed ®o^ 
tbifc^en, Jpocfebeutfc^en unb SRieberbmtfc^en vergleicht, nur in ben 
Sippen* unb 3wngl«uten; benn bie ®aumentautc g (a^b. k) k (a^b* 
ch) unb h (a^b. g) fiimmen im ®ot^v §oc^b. unb 9iieberb. über^ 
ein, J* ©• gotl)* gairdan, n^b.^ gürten; gards (ba^ ^au6), l)oc^b. 
©arten (a^b.karto), mejif. garen; got^* gatvo, l^oc^b. unb nieberb* 
©äffe; got^. gavi (a^b* kouwi, m^b. gouwe), nl^b. unb nbb^ 
®au; — got^. kinnus (a^b. chinni, ml^b. kinne), n^b. unb nbb. 
Äinn; got^. kniu (a^b. chniu), m^b* unb n^b* 5tnie, »ejl^ knei; 
— got^. himins (al^b. himil, ml^b* himel), n^b» Jpimmel, wefif. 
hiemel; got^. holund,»nl^b. ^6Ie, m^U h6el (ic^). Da6 got^. 
th ifi {)b. unb nbb. d; g. S3* got^. thiubs, ^b, Dieb, nbb. d6w, 
deiw; got^t theins, I)b. bein, nbb* din. 

8. 24/ 

3n ben übrigen ©c^Iaglauten flimmt ba6 SRieberbeutfc^e mit 
bem ©ot^if^en ^fiberein ; n&mli^: 
1. @otb* t = ^b. z = nbb. t. »fple. ®ot^* tunthus, ftb* 3al)n, 

nbb« tän, au(^ tand; got^* tarn, l^b* ja^m, nbb. tarn; gotl^« 

taihuns, l|b* je^n, nbb* teine; got^* taikns, ^b* 3^'^^"/ n^^* 

Ifeken; got^. tiuhan, l^b. gießen, nbb* teien. 

d = ^b* t = nbb» d* Sfple* ®otf). ddupjan, l^b* taufen, 



*) aWan \)bxi in SBeftfafen »on fpcrfonen, bie i)oäiUüt\6) fpre*en, Den Saut 
ng oud^ »0^1 in ein n unb g, ober uielmeftr in ein n unD j ober ch jetlegen, 
fingen »ie fin^-jen, (SJefang 'mit ®efön.'(^. JDiefe unb a^nli*e «erfe^rt^eiten 
finb fogat in einet 6ptadSiIe^te, bie in SBejlfo!en nnb »on einem ffiejifalen betau«« 
getoramen;ifl, ffit ti<i>tig auÄgegeben unb gefe^tt »otben. 



874 DU Äonfonanten feer tt)eflfd(if<ft*nfeberb<!itf(^eit S5lunfeatt. 

nbb, dopen; got^^ diabulaus, ^b* Ztu^tl, nbb* düwel; goft» 
dals, dal, ^b^ Zi)al, nbb. dÄl; flot^. dails, ^b^ Sbril, nbH. 
dfel; flot^» daur, ^b* Zi^nv, nti. döer. 
3» f (v; jiimmeu iotf). , ^b» unb nbb. übetein* ®fpU. fiü, ^t 
gfU, nbb^ feil; flot^. finthan, ^b^ flnben, nbb. finnen; flot|, 
fulls, t)b^ t)oa, nbb^ füll. 

4. ®oti p = ^b. pf = nbb^ p. »fplc. ®ot^. pund, Ijt. 5ßfunl), 
nbb. pund; ijt. W^if ^^^* plög5 ^*^* pPanjfii» nbb» planten. 

5. ®ot^^ b = ^b. b = nbb. b. »fple. ®ot^. balgs, ^b. öalg, nbt. 
balg; got^* bauan (tt)ol^nen) ^b* bauen, nbb^ buggen; got^, 
bagms, l^b* ^anm, nbb. böm* 

!Det IE)b. difc^Iaut fc^ tfl im Slnlaute: 

!♦ aud bem Spiranten f ^ert>or9e9an9en, wenn er t)or einer Xiquiba 
unb t)or einem w auftritt Diefem fc^ entfpric^t auc^ im @o^ 
t^ifc^en, ait^oc^beutfc^en, «ngelfÄc^jifcfecn; 2»tf&<^if(^en; im 
Slorbifc^en unb Kieberbeutfc^en ber Spirant f* 33fple. ^l 
fc^Iec^t, got^« slaiths, a^b« sieht, angf« slith, f(^n>b* elät, 
bftn^ slägt; ^b. fc^Ieic^eU; af)b^ slihhan, sleihan, angf, slin- 
can, fc^b* slika; l^b« f (plagen, got^. slahan, a^b« slahan, 
m^b* slahen, slachen, a(tf« slahan, slaan, angf« slaegan, 
slän, altnorb. slä, fc^n)b* sla, bAn* slaae; l^b« @d|mie^ 
al^b. smid, altnb* smidhr, f^n)b^ smed, angf^ engL smith; 
^b« Schnee, got^* snaiys, angf« snav, snau, al^b«: sni, sneo, 
altnorb* snaer, fc^tpb» snö, altf^ snfeo, snfeu; ^b. ©(^»fper, 
got^* svistar; altf^ suestar; ^b. fc^marj, got^* svarts, o^t. 
suarz, angf. sveart, altnorb* svartr, svört, svartt, tngL 
fcfewb* \)0Ü. swart, bän^ sort. 66 t>erjiel)t ft(^, baf M 
9?ieberbeutf(^e in aDen biefen gAllen auc^ ein einfac^ed s ^at: 
siecht, sliken, nbf» slaan, wejlf* sla-en, nbf* smid, n)f|lf 
smled, nbf* snö, tt)efif^ sn^i, swart. — 8luc^ »or einem t 
unb ^or einem p n)irb im ^o(^b. bad s wie fc^ gefproc^tn, 
bad s in ftreben, ©tanb, fprec^en, Span ifi nur buri 
bie @cl)rift t)on bem f(!) in [«^reiben, fc^lafen unterfttie^ 
ben. 3)ad Siieberb« l^at ^ier natürlich auc^ ein blofe« ß im 
SInlaut: s-treawen, s-tand, s-preaken, span. 

2, ein s \)or bem ©c^meljlaut r wjiberftrebt ber a[u«fpta(^e u»t 
fonnte in ber Sprache niö^t t>orfommen; alfo {ann ba6 ^b. (4 



K>it ücnfonantcn htx ivcfif&fif^^nieDertctttfd^en aRuntart.^ 375 

vor tem @(^me(i(aute r ni4)t aud bem Spiranten s entßonten 
fein; man mug ed i>idmt\)x a(d eine SSerfiärfung ber anlauten^ 
ben "Stnta k ober g anfel)en; n>ad au(^ burc^ bad 3I(tb*, Slngf., 
9lorb^ beftätiflt wirb; tt)ien)o^I auffaUenber SSBeife bie ^b» Slud^ 
fprac^e be« f4) \)or r ntc^>t oerfct)ieben ift t>on ber aiu^fprac^e 
bcffelben Sauted Joor anbern ©c^meljlauten» Sfple* ^t>. \^xtU 
btn, al^b, ecripan, scriban, bret* skriva, gn ygacpet^Vy »er», 
mit graben; f)t, [(freien ; a^b* scrian, screian, t)ertt)* mit 
fräßen; ^b* ©c^rein^ a^b« scrini, angf« acrin, fd[in)b* skrin, 
i^U skryn, mlat« escrinium, crineum; ^b» fd^rappen, angf\ 
screopan, ivo^I mie [(^reiben ju graben; ^b« ((^reiten; angf* 
graeat ber @(^ritt; ()b* [erröten, gotl^* skreitan, angf« screa- 
dan iji griutan (üergL @rü$e) mit t)orgetrctenem b; fo ge* 
llört aud; ^b« fc^runben ju ®rinb. !Diefed urfprunglic^e 
k ober g, bem tin s t)orgetreteu iji, ge^t in weftf^ üRunbart 
in ein loirMic^d ch Aber, bad ))on s getrennt audgefproc^en 
toirb, n>ie k üon s getrennt in ® flaue, a(fo: s-chriwen, 
s-chreien, B-chrein, s-chrappen, s-chiiden, -s-chroden, ober, 
ba bad g in n^eflf* ^JDtunbart n>ie ch audgefproc^ien toirb, 
auc^ Jtt [(^reiben: sgriwen, ßgreien, sgrein, sgrappen, sgrt- 
den, Bgröden. 
3* @ben fo t)aben bie l^b. SSJörter* in »eld^en bad fc^ t)or einem 
aSofale erfclieint, im ®otI)., ai)b., 2lngf., 2lltf. unb in ben 
norbifc^en Sprachen ein sk. Sfple. §b. ©c^ilb, gt^» skildus, 
angf. altf* scild, altnorb. skiöldr; ^b^ S(f)utb, gotl^^ skula, 
a^b. sculd; ^b, fc^eiben, got^» skeidan, angf* scaedan; l^b* 
@cbaif, gotl^* skalks (servus, famulus), angf* scalc, i^U 
skalk, a{|b« scalc, scalch^ ^b« [(Raffen, gotl^« skapan, angf« 
scapan, a^b« scafibn, fc^mb* skapa; ^b« ®c^ul^, gotf)* skohs, 
angf» SCO, scoh, altnrb» skor, a^b. scuoh. 3n nieberb^ 3D?unb^ 
art toirb and) in bicfen SEBörtern auf s-ch- bad s t)on bem ch 
getrennt gcfprod^en: s-child, s-chuld, s-cheiden, s-chalk, 
B-chaffen, s-chö, ober: sgild, sguld, sgeiden, sgalk, sgaff, 
flgÖ*). 

*) 5h ten.mfifien Oeflenten SBcflfafen« jle^t Dö« *od^Deutf*c fo fe^r unter 
Hera d^fnflufie ber nieDerU. SSoIWramiDcirt, t)a§ «ic^t feiten au* gebilDete «Perfcnen 
t>m f* im ^o*D. ganj Die nietert. 5lu8fpra*e geben: ©gflt, €g<nfen, 
fgteiben, fgra))»)en unD fwanfen, fweben, ffafen, fneiDen, f-'pred^en, 



376 IDic i^onfonantcn ttx tPf{lfdUf<t«nieterl)etttf<^(n aRunbari. 

«. 26. 
!X>et Sßec^ffl bet 5(onfonanten ftnbet in ben 9ludlautm unb in 
bm Slnlauten ber Snbun