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Full text of "Archiv für Naturgeschichte"

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MTUE&ESCHICSTE. 

GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN, 

FORTGESETZT VON 

W. F. E R I C H S N , F. H. T R S C H E L 
UND E. VON HÄRTENS. 



HERAUSGEGEBEN 

VON 

Prof. Dr. F. HILGENDORF, 

CUSTOS DES K. ZOOLOG. MUSEUMS ZU BERLIN. 



ISIEBENUND!SE€HZlG$!iTER JAHRGANlii. 



I. BAND. 



Berlin 1901. 
NICOLAISCHE V ERL AGS - B UCHH A N D LUN G 



R. STRICKER. 



Inhalt des ersten Bandes. 



Seite 

T)r. von Linstoiv. Taenia horrida, Tetrabothrium macrocephalum und 

Heterakis distans. (Hierzu Tafel I— n.) 1 

P. Speiser. Ueber die Nycteribiideu, Fledei-mausparasiten aus der Gruppe 

der pupipareii Dipteren. (Hierzu Tafel m.) 11 

Dr. phil. Carl W. Verhoeff. Beiträge zur Kenntniss paläarktischer 
Myriopoden. XVII. Aufsatz : Diplopoden aus dem Mittelmeergebiet. 

(Hierzu Tafel IV— V.) 79 

Dr. B. A. Fhilippi. Ueber die Schlangen Chiles 103 

Dr. B. A. Philippi. Die Seeschildkröten Chile's 109 

Karl Schulz. Untersuchungen über den Bau der Bryozoen mit besonderer 

Berücksichtigung der Exkretionsorgane. (Hierzu Tafel VI — VII.) . 115 

/. Weise. Ostafrikanische Criocerinen 145 

J. Weise. Ein Beitrag zur Kenntniss von Paropsis Oliv 164 

Dr. Günther Enderlein. Zur Kenntniss der Nycteribiiden ..... 175 

Dr. W. Vävra. Die Ostracoden vom Bismarck- Archipel. (Hierzu Taf. VIII 

bis IX.) 179 

Dr. Günther Enderlein. Neue Evaniiden, Stephaniden, Mutilliden (Aptero- 
gyua), Proctotrupiden und Chalcididen, mit einer Bestimmungstabelle 
der africanischeu Stephaniden. Aus dem Kgl. Zoologischen Institut 

zu Berlin. (Mit 9 Abbildungen im Text) 188 

Dr. Karl W. Verhoeff. Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 

XIX. Aufsatz: Diplopoden aus Herzegowina, Ungarn und Bayern. 
(Hierzu Tafel X und XI) 221 

Dr. Karl W. Verhoeff. Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden 

XX. Aufsatz: Diplopoden des östlichen Mittelmeergebietes. (Hierzu 
Tafel Xn— XIV) 241 

Dr. B. A. Philippi. Beiträge zur Kenntniss der Knochen von Giypotheriura 

domesticum Roth. (Hierzu Tafel XV) 271 

Dr. B. A. Philippi. Tursio? chiloensis Ph. (Mit einer Textabbildung) . 276 

P. Obst. Berichtigung zur Synopsis der Coleopteren-Gattung Anthia (Weber) 279 



2213-5 



Taenia horrida, Tetrabothrium macrocephalum 
und Heterakis distans. 

Von 
Dr. von Linst ow in Göttmgen. 



Hierzu Tafel I— n. 



Taenia horrida n. sp. 

Fig. 1—4. 

Zu dem Subgenus Hymenolepis gehört eine Taenia, die ich im 
Darm von Mus decumanus fand. 

Die Länge beträgt 80 mm, ganz vorn sind die Glieder 0,17 mm 
breit und 0,021 mm lang, in der Mitte der Gliederkette 1,54 und 
0,18 mm und hinten 2,14 und 0,26 mm, so dass die Länge sich 
durchschnittlich zur Breite verhält wie 1 : 8, der Dorsoventraldurch- 
messer der geschlechtsreifen Glieder aber beträgt 0,39 mm, so dass 
hier die Dicke sich zur Breite verhält wie 1 : 3. Der Körper ist 
sehr zart und zerreisslich, die Muskulatur ist schwach entwickelt 
und Kalkkörperchen fehlen ganz. Die Contouren der Glieder sind 
rundlich , nicht sägeförmig. Die Hauptlängsgefässe sind gross, 
0,091mm breit und sehr stark verschlängelt, so dass man auf Quer- 
schnitten von GKedern mitunter Längs- statt Querschnitte der Ge- 
fässe sieht; an jedem Rande ist nur ein Gefäss entwickelt^ an Stelle 
der sonst bei Tänien gewöhnlichen zwei; nach aussen von ihnen 
hegt der Hauptlängsnerv (fig. 2, n). Die Cuticula ist 0,0028 mm dick. 

Der Scolex ist 0,25 mm breit: die Saugnäpfe, welche mehr nach 
vorn als nach den Seiten gerichtet sind, berühren sich fast und 
haben einen Durchmesser von 0,12 mm, ein Rostellum ist nicht vor- 
handen (fig. 1). 

Die Geschlechtsöffnungen stehen einseitig und ganz vorn am 
Gliedrande; Cirrus und Vagina münden unmittelbar neben ein- 
ander an demselben Punkt. 

Die Girren sind schon 7,5 mm vom Scolex entfernt sichtbar; 
dahinter sind sie weit vorgestreckt, 0,078 mm lang und 0,010 mm 
breit; die Innenwand des Canals ist dicht mit nach aussen gerichteten 

Aich. f Naturgesch. Jahrg. 1901, Bd. I. H. 1. 1 



2 Dr. von Liustow: Taenia horrida. 

Dornen besetzt und die Wandung kann sich nach aussen umschlagen, 
so dass die Spitzen der nun aussen liegenden Dornen dann nach 
innen oder nach der Cirruswurzel gerichtet sind; häufiger ist nur 
die äusserste Spitze des Cirrus so umgestülpt, mitunter aber das 
äussere Drittel, welches dann entsprechend verdickt ist, während 
die Länge des Organs verkürzt ist (fig. 3). In jeder Proglottide 
liegen 3 sehr grosse Hoden, deren Durchmesser von vorn nach 
hinten 0,088 mm, der quere aber 0,16 mm beträgt; der eine liegt an 
der Seite der Geschlechtsöffnungen, die beiden anderen dicht neben 
einander an der entgegengesetzten Seite (fig. 2, h) ; die Samenblase 
ist 0,089 mm lang und 0,035 mm breit und endigt 0,'24 mm vom 
Gliedrande entfernt (fig. 2, s) ; der Cirrusbeutel ist viel kleiner (fig. 2, cb). 

Der flügeiförmige Keimstock ist etwas mehr nach dem Glied- 
rande ohne Gesehlechtsöffnuugen gerückt (fig. 2, o); die rundlichen 
Keimzellen sind gross, sie messen 0,012 mm und ihr Kern 0,0054 mm, 
letzterer färbt sich schwächer als die Zelle. Der Dotterstock (fig. 2, d) 
liegt in dem Winkel zwischen den beiden Keimstocksflügeln, seine 
Zellen sind 0,0058 mm gross. Die Vagina führt in ein grosses Re- 
ceptaculum seminis, das längsoval ist; die Länge beträgt 0,19 mm 
und die Breite 0,07 mm; das innere Ende ist 0,44 mm vom Glied- 
rande entfernt (fig. 2, r). 

Die Eier (fig. 4) haben aussen die Form von Nematodeneiern; 
sie sind 0,068 mm lang und 0,034 mm breit; die ovale Oncosphaere 
misst 0,0156 und 0,0104 mm, die Häkchen sind 0,01mm gross; sie 
liegt in einer an beiden Polen mit einem spitzen Ausläufer versehenen 
Hülle; letztere sind hohl, denn sie erscheinen im optischen Quer- 
schnitt als Ringe; die Hülle ist von einer plasmatischen Masse um- 
geben. Tänien-Eier mit langen Fortsätzen der äusseren Hülle, wie 
sie bei Monostomum vorkommen, beschreibt Krabbe bei Taenia clavi- 
gera Kr., T. variabilis Rud., T. innominata Kr. und T. citrus Kr., 
ähnliche Fortsätze der inneren Eihülle, wie sie hier gefunden sind, 
sah Krabbe bei Taenia stylosa Rud., deren äussere Eihülle aber 
kugelrund ist. 

Unsere Art ist nahe verwandt mit Taenia diminuta Rud. und 
Taenia relicta Zschokke, welche in das Genus Hymenolepis gesetzt 
werden, für mich eine ünterabtheilung oder ein Subgenus von Taenia. 
Blanchard^) führt als Kennzeichen von Hymenolepis u. a. auch an, 
dass der Scolex ein mit Haken besetztes oder unbewaffnetes, rudi- 
mentäres Rostellum besitze, dass die innere Eihülle eines birnförmigen 
Apparates entbehre; der Cirrus scheint immer glatt zu sein. Die 
bei unserer Art hiervon abweichenden Verhältnisse würden genügen, 
für dieselbe ein neues Genus zu begründen; ich verzichte aber darauf 
und halte es für richtiger, die Art Taenia (Hymenolepis) horrida zu 
nennen, und die Diagnose des Subgenus Hymenolepis dahin zu er- 
weitern, dass am Scolex das Rostellum auch ganz fehlen kann, dass 

^) R. Blancliard. Hist. zool. et med. des Teniades du geiire Hymenolepis 
Weinl. Paris 1891, pag. 48—51. 



Tetrabothrium macrocephahiiii uud Heterakis distans. 3 

der Cirrus mitunter bedornt ist, dass die " innere Eihülle an den 
Polen fadenförmige Anhänge zeigen kann und dass man jederseits 
statt 2 Gefässe nur 1 finden kann. 

In Mus sind bisher 10 Tänien- Arten gefunden; 2 von ihnen 
sind am Scolex bewaffnet, das Rostellum von Taenia microstoma 
Duj. trägt 30, das von Taenia (Hymonolepis) murina Duj. 23 — 
24 Haken. Von den unbewaffneten Arten gehört Taenia (Meso- 
cestoides = Ptychophysa) lineata Goeze = Canis lagopodis Viborg 
zu den Arten, deren Geschlechtsöffnungen in der Mitte der Glied- 
fläche liegen. Dass diese Art, die in Canis und Felis lebt, auch in 
Mus vorkommt, ist sehr unwahrscheinlich, aber Leuckart^) giebt es 
an, obgleich ich in Krabbe's-) Arbeit, über welche Leuckart re- 
ferirt, nichts über dss Vorkommen von Taenia Canis lagopodis in 
Mus finden kann. Unregelmässig abwechselnde Geschlechtsöffnungen 
haben Taenia imbricata Dies., Taenia pusilla Goeze und Taenia um- 
bonata Molin., bei Taenia brachydera Dies, sind die Geschlechts- 
öffnungen nicht gesehen, am Scolex wird aber ein cylindrisches 
Rostellum beschrieben; Taenia Ratti Rud. macht auf Artrechte keinen 
Anspruch und ist nach unbeschriebenen, Scolex-losen Fragmenten 
benannt. 

Zwei Arten aber sind mit der hier beschriebenen nahe ver- 
wandt; beide gehören zum Subgenus Hymenolepis und haben in 
jeder der sehr kurzen Proglottiden 3 Hoden; beide haben ein un- 
bewaffnetes, rudimentäres Rostellum am Scolex, bei beiden ist der 
Cirrus unbedornt, die Geschlechtsöffnungen stehen einseitig und die 
Eier sind kugelrund. Taenia (Hymenolepis) diminuta Rud. = lepto- 
cephala Crepl. = flavopunctata Weinl. wird 200 — 400 mm lang, die 
Länge der Proglottiden verhält sich zu ihrer Breite wie 1 : 12 — 15 — 20. 
Taenia (Hymenolepis) relicta Zschokke erreicht nur eine Länge von 
25 — 40 mm, die Glieder sind ungemein kurz, denn ihre Länge ver- 
hält sich zur Breite wie 1:40 — 80; beide sind von Zschokke 3) in 
vorzüglicher Weise beschrieben. 



Tetrabothrium macrocephalum Rud. 

Fig. 5-9. 

Die ältere Litteratur findet sich bei: 

Diesing, Systema helminthum I, Vindobonae 1850, pag. 599 — 
600, und 

Diesing, Revision der Cephalocotyleen, Abth Paramecocotyleen, 
AVien 1864, p. 256. 



^) Leuckart, Bericht über die wissensch. Leist. Naturgesch. d. niederen 
Thiere 1864—65, Berlin 1866 pag. 87—88. 

2) Krabbe, Recherches helminthologiques, Copenhague 1866, p. 22 27. 

3) Zscbokke, Recherches sur les Gastodes, Geneve 1886, p. 63 -91, tab. I 
fig. 22, tab. II fig. 22-30. 



1* 



4 Dr. von Linstow: Taenia horrida, 

Später ist diese Art nur erwähnt von 

Mo ntic elli, Proceed. zoolog. soc. London 1889, p. 324, welcher 
angiebt, sie sei identisch mit Taenia sulciceps Baird und vielleicht 
mit Taenia Diomedeae v. Linstow. 

Baird') beschreibt und zeichnet einen Scolex mit 4 kreisrunden, 
convex hervortretenden Saugnäpfen, ohne Erwähnung oder Wieder- 
gabe der so charakteristischen Bildung am Scolex vor den Saug- 
näpfen, die doch nicht zu übersehen ist; die Figur, welche den 
Scolex von Taenia sulciceps wiedergiebt, hat mit dem von Tetra- 
bothrium megacephalum nicht die geringste Aehnlichkeit; Taenia 
Diomedeae (nicht diomedea) war das Scolex-lose Fragment einer 
Taenia aus Diomedea, dem ich die genannte provisorische Be- 
zeichnung gab, weil das Material zu einer Artbeschreibung nicht 
ausreichte. 

Fuhrmann, welcher das Genus Tetrabothrium Prothe- 
cocotyle nennt, beschreibt 5 neue Arten desselben, die besonders 
nach der Anzahl der Hoden in jedem Gliede und der Stränge, 
welche die äusseren und inneren Längsmuskelbündel bilden, unter- 
schieden werden; im ganzen werden 16 Arten der Gattung auf- 
geführt (Centralbl. für Bakter., Parask. u. Lifkr. XXV, No. 24, pag. 868 
-877, fig. 1-3). 

Die Art ist gefunden im Darm von Colymbus glacialis, Co- 
lymbus septentrionalis, Colymbus arcticus, Podiceps cristatus, Po- 
diceps cornutus und Uria troile, von mir in Colymbus arcticus. 

Die Länge betrug 45 mm; der sogenannte Hals ist 0,62 mm breit; 
bei den Proglottiden betrugea Breite und Länge ganz vorn 0,85 und 
0,032 mm, in der Mitte 1,50 und 0,16 mm und hinten 0,99 und 
0,32 mm, die Breite nimmt also nach hinten zu ab ; bei geschlechts- 
reif en, 1,23 mm breiten Proglottiden, betrug die Dicke 0,35 mm. 
Die Glieder sind hinten breiter als vorn, so dass die Contouren 
beiderseits sägeförmig sind. Die Cuticula ist 0,0039 mm dick. Der 
Scolex (fig. 5) ist 1,26 mm breit; an der Scheitelfläche sieht man 
eine nach der Dorsal- und Ventralfläche nach hinten geschlagene 
Platte, die sich links und rechts weit zwischen die Saugnäpfe 
schiebt, welche sich in der Dorsal- und Ventrallinie berühren. Auf 
Querschnitten erkennt man (fig. 7 — 8), dass die Saugnäpfe an der 
Dorsal- und Ventrallinie verdickt sind und nach aussen dünn aus- 
laufen, im Gegensatz zum Genus Taenia, bei dem die Saugnäpfe 
sich den Median- und Laterallinien gegenüber gleich verhalten. 

Unter der Cuticula liegt eine Ring- und unter diese eine 
1. Längsmuskelschicht (fig. 9 11); von den Paremchymmuskeln sind 
eine 2. und 3. Längsmuskellage am stärksten entwickelt (fig. 9 12 
und 3), schwächer eine unter der letzteren liegenden 2. Ringmuskel- 
lage (fig. 2 rm) und die Dorsoventralmuskeln ; die Fasern der 2. und 
3. Längsmuskelschicht sind sehr kurz und dick. Die Gefässe, 2 an 
jeder Seite, haben starke Muskelwandungen, besonders die Längs- 



^) Baird, Proceed. zool. soc. London 1859, pag. IH, tab. 56 fig. 1, la, Ib. 



Tetrabothrium macrocephaluin iiud Heterakis distans. 5 

muskeln sind sehr entwickelt; sie liegen etwa im 2. und 4. Fünftel 
des Querdurclimessers und dicht ausserhalb von ihnen verläuft der 
Hauptlängsnerv. Die ovalen Kalkkörperchen sind durchschnittlich 
0,0143 mm lang und 0,0104 mm breit. Die Geschlechtsöffnungen 
stehen einseitig auf einem rundlichen Vorsprung im vorderen Drittel 
des Gliedrandes. Die Oeffnung führt in einen etwas vom Glied- 
rande entfernten, von mächtigen Muskelwandungen, besonders Radiär- 
muskeln, umgebenen Genitalsinus, in den neben einander der Girrus 
und die Vagina münden (fig. 9, g). 

An der Innenseite des Genitalsinus liegt der rundliche, dick- 
wandige Cirrusbeutel (fig. 9, cb), in dem Schlingen des Samenleiters 
aufgerollt liegen; der vom Cirrusbeutel entspringende Cirrus ist 
kurz und dick; ersterer ist 0,091 mm lang und 0,073 mm breit. 
Das Vas deferens liegt in vielen, engen Windungen aufgerollt etwa 
im 2. Sechstel des Querdurchmessers an der Seite der Geschlechts- 
öffnungen (fig. 9, vd). Die Hoden nehmen den vorderen Theil der 
Glieder ein; auf einem Querschnitt trifft man etwa 10 und ihre 
Grösse beträgt 0,07 mm (fig. 9, h). Die Vagina erweitert sich dicht 
hinter den Längsgefässen zu einem spindelförmigen, 0,22 mm langen 
und 0,088 mm breiten Receptaculum seminis^). Der Keimstock 
(fig, 9, 0) liegt im mittleren Drittel der Markschicht und die Keim- 
zellen sind 0,013 mm gross, während der Dotterstock in der Mittel- 
achse am einen Rande der Markschicht gelagert ist und im Quer- 
durchmesser l — ^ des Gliedquerdurchmessers einnimmt; seine Zellen 
messen 0,0065 mm (fig. 9, d). 

Die Grösse der Eier ist wahrscheinlich 0,039 und 0,034 mm in 
Länge und Breite; sie waren noch nicht völlig ausgebildet. Der 
innere Bau gleicht sehr dem von Tetrabothrium cylindraceum, der 
Scolex beider Arten aber ist wesentlich verschieden; das Rostellum- 
artige Gebilde fehlt hier, während T. cylindraceum ohne die Scheitel- 
kappe ist; die Gefässe sind bei T. macrocephalum kleiner, der 
Keimstock ist viel weniger ausgedehnt, die inneren Längsmuskeln 
bilden hier 2 Lagen. Dass beide Arten in das Genus Tetrabothrium 
gehören habe ich bei Besprechung von T. cylindraceum gezeigt. 



Heterakis distans Rud. 

Fig. 10—22. 

Ascaris distans Rudolphi, Entoz. histor. natur. II, Amstelaedami 
1810, pag. 128. 

Ascaris distans Bremser, Icones helminthum, Viennae 1824, 
tab. IV, fig. 12—15. 



^) In der schematischen Zeichnung des Querschnitts von Tetrabothrium 
cylindraceum, Centralbl. für Bakter., Parask. u. Infkr. Bd. XXVII, 1900, No. 10 
—11, pag. 364, fig. 4 hätte das Receptaculum seminis an der Seite des Vas 
deferens dargestellt werden müssen. 



G Dr. von Linstow: Taenia horrida, 

Heterakis distans. Schneider, Monographie der Nematoden. 
Berlin 1866, pag. 73—74, tab. IE fig. 10. 

Diese Art habe ich auf ihren anatomischen und histologischen 
Bau untersucht, da das Genus Heterakis hierin noch so gut wie 
unbekannt ist; nur eine Arbeit 

Eberth, zur Organisation von Heterakis vesicularis, Würzburg, 
naturwissensch. Zeitschr. I, Würzburg 1860, pag. 41 — 60. tab. H — IV 
hat sich mit dieser Gattung beschäftigt. 

Heterakis distans lebt im Darm der Affen und ist gefunden in 
Hapale jacchus, Hapale chrysoleucos, Hapale nielanura, Hapale 
bicolor, Callithrix caligata, Cercopithecus sabaeus, Cercopithecus 
fuliginosus, Cercopithecus cephus und Cercopithecus coUaris; aus 
letzterer Art stammen meine Exemplare. 

Der Körper ist im Tode ganz gerade gestreckt, nur das 
Schwanzende des Männchens ist nach der Bauchseite hakenförmig 
gekrümmt. 

Das Männchen hat eine durchschnittliche Länge von 23, das 
Weibchen von 29 mm, während die Breite 0,57 und 0,79 mm beträgt. 

Die Cuticula ist in Abständen von 0,0016 mm sehr fein quer- 
geringelt; sie ist zweischichtig; die äussere Lage ist 0,0018, die 
innere 0,0039 mm dick und, wie mitunter auch die Eischale, von 
braunen Pigment-Conci'etionen durchsetzt. 

Die Mundöffnung (fig. 10) ist dreischenklig und ohne eigentliche 
Lippenbildung; sie führt in einen 0,079 mm langen und hinten 
0,070 mm breiten Mundbecher, der hinten weiter ist als vorn; an den 
3 Lamellen, welche die Mundöffnung begrenzen, stehen je 2 feine, 
langgestielte Papillen, zwischen denen noch eine kleine, ungestielte 
sichtbar ist; im Umkreise sieht man 6 länglichrunde Papillen, 4 in 
den Submedian- und 2 in den Seitenlinien (fig. 10). 

Die Muskeln werden durch die 4 Längswülste in ebensoviele 
Felder getheilt, und in jedem der Felder stehen 6 — 7 Muskelzellen im 
Querschnitt; die Marksubstanz besteht aus 2 Schichten, einer fein- 
körnigen, sich schwach färbenden und einer von dieser umschlossenen, 
hyalinen, unfärbbaren (fig. 11, ma i, 2); die Kerne stehen in der 
ersteren, granulirten Schicht. Sehr merkwürdig sind 2 mächtige, 
an der Dorsal- und der Ventralseite gelegene Stränge, welche den 
ganzen Körper durchziehen, mit der granulirten Schicht der Muskel- 
marksubstanz in Zusammenhang stehen und sich histologisch nicht 
von dieser unterscheiden. Sie wurzeln am dorsalen und ventralen 
Längswulst und hier erkennt man absatzweise in das Gewebe 
führende, schräg nach innen verlaufende Gefässe (fig. 11, ms); die 
Stränge sind an der dem Oesophagus und Darm zugewandten 
Fläche mit nach innen concaven Rinnen versehen, an der äusseren, 
den Muskeln zugekehrten Fläche mit convexen Vorwölbungen ; 
ganz hinten im Körper endigt der dorsale Strang breit (fig. 12), 
während der ventrale in 2 im Querschnitte dreieckige Zipfel aus- 
läuft. Die beiden inneren, Oesophagus und Darm zugewandten 



Tetrabothrium macrocephalum und Heterakis distans. 7 

spitzwinkligen Kanten der Stränge gehen unmittelbar in die Mark- 
substanz der Muskeln über; das Gewebe ist feinfaserig, mascbig, 
runde Vacuolen bildend. Die Dorsal- und Ventralwülste sind 
schwach entwickelt und tragen an ihrer Innenseite die Hauptlängs- 
nerven, welche Eberth bei Heterakis vesicularis für Längsgefässe 
hält. Die Seitenwülste sind schmal, nach innen kaum verbreitert, 
und convergiren nach der Ventrallinie, um dem Darm und den Ge- 
schlechtsorganen Kaum zu lassen ffig. 11, s); sie sind durch eine 
Scheidewand in eine dorsale und ventrale Hälfte geschieden und 
an der Innenseite verläuft das dickwandige Gefäss (fig. 11, g); zahl- 
reiche Gefässe ziehen nach der Scheidewand hin und an der Basis 
stehen kugelrunde Kerne mit Kernkörperchen ; nach vorn hin 
werden diese Kerne zahlreicher; meistens ist die ventrale Hälfte 
des Seitenwulstes stärker entwickelt und der transversale Durch- 
messer ist etwa doppelt so gross wie der dorso ventrale. In der 
vorderen Oesophagusgegend nähern sich die Innenseiten der Seiten- 
wülste einander mehr und mehr und ihre Gefässe vereinigen sich 
endlich in der Mittellinie zu einem Stamm, der 0,66 — 0,79 mm vom 
Kopfende entfernt in der Ventrallinie im Porus excretorius (fig. 11, p) 
nach aussen mündet. Eberth findet bei Heterakis vesicularis keinen 
solchen Porus und lässt die Excretionsgefässe vorn und hinten im 
Körper in je 2 kleinen Oeffnungen nach aussen münden. 

Der breite Nervenring liegt in der Entfernung von 0,26 — 0,44 mm 
vom Kopfende um den Oesophagus und sendet 4 Nervenstränge 
nach vorn; die zahlreichen im Nervenringe liegenden Ganglienzellen 
sind spindelförmig; ihr Zellleib färbt sich schwach, der Kern kaum, 
das Kernkörperchen aber intensiv. 

Der Oesophagus, welcher beim Männchen |, beim Weibchen 
^ der Gesammtlänge einnimmt, hat eine Breite von etwa ^ des 
Körperdurchmessers; hinten ist er kolbenartig angeschwollen, dar- 
auf folgt eine schmale, halsartige Einschnürung, und ganz hinten 
endigt er in einen Bulbus, der mehr als doppelt so breit ist wie 
der Oesophagus vorn; im Bulbus liegen 3 Ventilklappen. Die 
vorderste, 0,08 mm lange Strecke ist verdickt; das Organ erfüUt 
hier den ganzen Raum bis zur Cutieula und das Gewebe ist von 
Drüsenkörpern erfüUt; 0,1 mm vom Kopfende wird das bisher 
regelmässig dreischenklige Lumen spiralig (fig. 13); von hier bis 
zur Entfernung von 0,16 mm ist das Lumen wieder regelmässig 
dreischenklig (fig. 14); man sieht in der Muskulatur zahlreiche 
Kerne und 3 Drüsen, welche den Oesophagus seiner ganzen Länge 
nach durchziehen und 0,14 mm vom Kopfende entfernt in das 
Lumen münden. Dann wird das Lumen 6 schenklig (fig. 1 1 , ö) und 
3 der Schenkel sind aussen cylindrisch erweitert; der 0,088 mm 
breite halsartige Theil hat ein weites, dreischenküges Lumen (fig. 15) 
und enthält noch die 3 Drüsen; der 0,28 mm breite Endbulbus ent- 
hält 3 Ventilklappen (fig. 16, v) und 3 stark färbbare, gekernte 
Drüsen, dazwischen aber ungekernte, unfärbbaren Drüsenkörper, 



g Dr. von Liustow: Taeiiia liorrida, 

nur an den Stellen, wo 2 Klappen zusammenstossen, stehen je 
2 kleine, stark färbbare Kerne. 

Der Darm beginnt mit einer Anschwellung, der hintere, dünnere 
Theil ist etwa j2_ (Jes Körpersdurchmessers breit; aussen zeigt er 
eine Hüllmembran, dann folgt ein hohes Epithel, in dem aussen 
runde Kerne mit zahlreichen Kernkörperchen stehen; bei ^ der 
Entfernung zwischen Peripherie und Mittelachse finden sich feine 
Spalträume zwischen den Epithelzellen; ein Lumen fehlt hier fast 
ganz (fig. 17); weiter hinten schwindet dieses innere Drittel der 
Epithelzellen bis auf einen schmalen Saum. Bei beiden Geschlechtern 
fehlt dem hintersten Ende des Darms das Epithel ganz; beim 
Männchen wird diese Strecke hinter der Einmündung des Vas 
deferens und der Girren die Gloake genannt, beim Weibchen könnte 
man diesen 0,22 — 0,31 mm langen Abschnitt als Rectum bezeichnen; 
am Beginn des Rectum liegt an der Dorsalseite eine 0,106 mm lange 
und 0,053 mm breite, gekernte Drüse und dicht vor dem Anus eine 
zweite, kleinere; beim Weibchen stehen hinter dem Anus nach 
hinten und dorsalwärts gerichtete Muskeln, die den Anus öffnen 
können. 

Das Schwanzende ist in beiden Geschlechtern zugespitzt; beim 

Männchen nimmt es ^^, beim Weibchen j-^ der ganzen Thier- 
länge ein. 

Beim Männchen sind die Schlingen des Hodens so gelagert, 
dass sie die vorderen -^j des Körpers frei lassen; der Durchmesser 
des Organs beträgt vorn 0,070, in der Mitte 0,097, hinten 0,105 mm; 
die gekernten ürsamenzellen messen 0,013 mm; die Spermatozoon 
sind oval mit grossem Kern und 0,0035 mm gross. Die beiden 
Girren sind 1,76 mm lang, die 0,97 mm langen nach aussen vor- 
gestreckten, säbelförmig gebogenen Enden messen 0,97 mm; die 
Breite beträgt 0,029 und 0,047 mm; auf Durchschnitten erkennt 
man, dass der eine eine einfache, der andere eine doppelte Röhre 
im Innern führt (fig. 20); an die Wurzel setzen sich jederseits 
2 lange, neben einander liegende Retractores, die 2,68 mm lang 
sind und vorn der Körpermuskulatur in der Rückenlinie anliegen 
(fig. 18, r); der Protrusor ist röhrenförmig und 0,79 mm lang; vorn 
ist er mit der Wurzel des Girrus verwachsen (fig. 18 u. 19, p), hinten 
mit der Gloake; der Girrus gleitet in der von dem Muskel gebildeten 
Röhre und wird bei der Gontraction desselben aus dem Körper 
herausgedrängt; man erkennt am Protrusor die contractile Substanz 
und die Marksubstanz mit Kernen. Dicht vor der Gloake Hegt 
am Darm eine rundliche, 0,035 mm grosse Drüse (fig. 18, dj), wie 
sie ähnlich beim Weibchen gefunden werden; am Anfang der 
Gloake aber liegen 2 grosse, spindelförmige, einzellige Drüsen 
(fig. 18, d2, 3), von denen die eine 0,11 und die andere 0,31 mm 
misst; die Gloake (fig. 18, c) ist vorn erweitert und ihre Wandung 
entbehrt des Epithels. Auch die Girren zeigen, wie die Guticula, 
die Ovarien und die Eischale, Pigmenteinlagerungen. Am männ- 
lichen Schwanzende stehen jederseits 11 Papillen, 1 dicht vor der 



Tetrabothrium macrocephalum und Heterakis distans. 9 

Cloakenmündung stehende unpaare hat Schneider übersehen, der 
die übrigen so genau gezeichnet hat, dass ich es unterlassen habe, 
eine Zeichnung zu geben. An der Bauchseite steht ein lang- 
gestreckter, saugnapfähnlicher Spalt, dessen Mitte 1,58 mm vom 
Schwanzende entfernt ist; die paarigen Papillen sind so angeordnet, 
dass jederseits 5 prä- und 6 postanale stehen; die vorderste steht 
neben der Mitte des Spalts, die 2. in der Mitte der Entfernung 
zwischen diesen und der Cloake, die 3. — 5. dicht vor letzterer und 
die 6 hintersten auf dem Schwanzende. 

Beim Weibchen mündet die Vagina etwas vor der Körpermitte; 
sie theilt den Körper so, dass sich der vordere Abschnitt zum 
hinteren verhält wie 4:5, oder genauer wie 101:127; sie ist sehr 
dickwandig und die Wandung ist an der Mündung verbreitert 
(fig. 21); an der Mündung bemerkt man einen Kranz frei heraus- 
tretender Borsten (fig. 21), eine Bildung, die an Oxyuris curvula 
erinnert, wo ein reich verzweigtes, Byssus-artiges Geäst aus der 
Vulva hervortritt. Die 0,06 mm breite Vagina besteht aus einer 
Tunica propria und 2 breiten Schichten; die äussere enthält Kerne, 
die innere ist dicht vor der Mündung unfärbbar und zeigt an der 
dem Lumen zugekehrten Seite die Anlage der an der Vulva frei 
hervortretenden Borsten (fig. 22), Ein Uterus verläuft vom Ende 
der Vagina nach vorn, der andere nach hinten; sie sind 0,24 mm 
breit und biegen wieder nach der Körpermitte zurück, die vorderen 
und hinteren ^ des Körpers frei lassend, so dass die wenig Raum 
einnehmenden Ovarien bis 2,2 mm vor und ebenso viel hinter der 
Vaginamündung reichen; am Ende sind sie 0,039 mm breit; die 
Hülle ist pigmentirt. Die doppelschaligen Eier sind 0,078 mm lang 
und 0,057 mm breit; sie entwickeln im Uterus den fertigen Embryo; 
dieser ist pigmentirt und an beiden Körperenden abgerundet. 



10 Dr. von Linstow: Taenia bon-ida, etc. 

Erklärung der Abbildungen. 



Fig. 1—4. Taenie horrida. 1. Scolex; 2, schematischer Proglottidendnrchschnitt; 
g. Gefäss, n. Nerv, h. Hoden, cb Cirrusbeutel, s. Saraenblase, v. Vagina, 
r. Receptaculum seminis. d. Dotterstock, o. Keimstock, 3. Cirrus, 4, Ei. 

Fig. 5 — 9. Tetrabotbrium niacrocephalum. 5. Scolex, a. Scheiteliolatte; 6. Scbeitel- 
platte desselben; 7. Querschnitt durch die Sangnäpfe und die lateralen 
Anhänge (a) der Scheitelplatte; 8. Querschnitt durch die Saugnäpfe 
weiter hinten; 9. schematischer Querschnitt durch eine Proglottide; 
g Gefäss, n Nerv; 1 1, 2» s» drei Lagen der Längsmuskeln, rm. innere 
Ringmuskeln, ds. Dorsoventralmuskeln; g. Genitalsinus, c. Cirrus, cb. 
Cirrusbeutel, vd. Vas deferens, h. Hoden, v. Vagina, r. Receptaculum 
seminis, o. Keimstock, d. Dotterstock. 

Fig. 10— 22. Heterakis distans. 10. Kopfende von der Scheitelfläche; 1]. Quer- 
schnitt durch die Oesophagusgegend, p. Porus excretorius, ö. Oesophagus, 
d. Dorsalfeld, s. Seitenfeld, g. Gefäss, m. Muskel, contractile Substanz, 
maj u,,. Marksubstanzen; 12. Querschnitt vom Schwanzende, ms. Mark- 
strang; 13—17. Querschnitte, 13. Oesophagus ganz vorn, 14. etwas 
weiter hinten, 15. halsartiger Theil, 16. Bulbus, v. Ventilklappe; 
17. Darm; 18. männlicher Apparat, s. Schwanzende, c. Cirrus, 

r Retractor, p. Protrusor, v. Vas defereus, d. Darm, d j 3 Drüsen, 

cl. Cloake; 19. Wurzel des Cirrus (c); r. Retractor, p. Protrusor, 
m. dessen Marksubstanz; 20. Quer.schnitte durch die Cirren; 21. Vagina; 
22. Querschnitt durch dieselbe. 



üeber die Nycteribiiden, 

Fledermansparasiteii aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 

(Aus dem Zoologischen Museum der Universität Königsberg.) 

Von cand. med. P. Speiser, Königsberg i. Pr. 



Hierzu Tafel III. 



In gleicher Weise, wie ich im I. Heft des Jahrgangs 1900 des 
„Archiv für Naturgeschichte" die kleine Familie der Strehlidae einer 
Durcharbeitung unterzogen habe (28), möchte ich hier versuchen, 
die zweite Hauptgruppe der Fledermausparasiten, ebenfalls zu den 
Diptera pupipara gehörig, zu behandeln. 

Das Material, welches ich den Untersuchungen zunächst zu 
Grunde legte, wurde im Frühjahr 1898 von Herrn Privatdozenten 
Dr. M. Luhe in Tunis gesammelt; ausserdem aber standen mir die 
unbestimmten Materialien des Museums für Naturkunde zu Berlin, 
die reichhaltige Pupiparensammlung des Museo Civico di Storia 
naturale in Genua und eine kleine, sehr interessante Sammlung 
im Besitze des Herrn Dr. C. Hilg er -Karlsruhe zur Verfügung, 
ferner einige Stücke aus dem zoologisch-zootomischen Institut zu 
Göttingen, dem zoologischen Museum zu Königsberg und dem herzog- 
lichen Naturhistorischen Museum zu Braunschweig, sowie aus meiner 
eigenen Sammlung und der des Herrn Dr. med. L. Weber in 
Kassel. — Den genannten Herren sowie den Vorständen der ge- 
nannten Institute, insbesondere Herrn Professor Dr. M. Braun- hier, 
Herrn Dr. R. Gestro in Genua und Herrn Dr. C. Hilger-Karlsruhe 
sage ich hiermit meinen ergebensten Dank für die Ueberlassung der 
werthvoUen Sammlungen. 

I. 
Geschichtliches. 

Nach der Beschreibung: „Pediculus thorace angulato-cruciato, 
pedibus ungulatis corpore longioribus; habitat in Vespertilione mu- 
rine ; animal insuetae structurae, acaro aut phalangio simile, in piano 



12 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

non procedere valet" lässt sich Linnc's Pediculus vespeHüionis (b^') 
unzweifelhaft als zu der hier behandelten Familie gehörig erkennen; 
die dazu citierte Figur bei Frisch (8) stellt allerdings ein ganz 
anderes Thier, eine Milbe aus der Gattung Pteroptus Duf., vor. Welche 
*Art der späteren Gattung Nycteribia Linne aber vor sich gehabt 
hat, lässt sich nicht erkennen, wenn auch die von Müggenburg 
geäusserte Ansicht, dass es sich um N. vexata Westw. (= montaguei 
Kol.) gehandelt habe (21), nicht ganz unwahrscheinlich ist. Auch 
aus den späteren Deutungen oder Beschreibungen, die das Thier bald 
als Pediculus (Scopoli, Fabricius olim), bald als -4can<s(Gmelin), 
Bippobosca (Schrank, Nitzsch), Phthiridium (Hermann, v. 01- 
fers, Leach) oder endlich Nycteribia vespeHilionis (Latreille, 
Fabricius 1805, Dufour, Meigen, Macquart, Zetterstedt, Neu- 
haus u. a.) aufführen oder abbilden, geht nur soviel hervor, dass 
mit diesem Namen sehr verschiedene Thiere bezeichnet wurden, von 
denen viele garnicht, manche nur unsicher erkennbar sind, so- 
dass der Name vespertilionis als Artbezeichnung nicht gebraucht 
werden kann. 

Nachdem Latreille 1795 in seinem „Precis des Caracteres 
generiques" etc. für Pedindus vespertilionis die Gattung Nycteribia 
geschaffen hatte, führte er 1804 in seiner „Histoire naturelle des 
Crustacees et des Insectes" neben Nycteribia vespertilionis noch eine 
N. pedicidaria auf, welche indessen nur äusserst mangelhaft be- 
schrieben und sehr schlecht abgebildet wird; es fehlt sogar jede 
Massangabe. Die Art scheint fast mit Penicillidia dufouri Westw, 
identisch zu sein, doch hat die andere Möglichkeit, welche von 
Leach zum Ausdruck gebracht wird, dass es sich um Nycteribia 
(Listropodia) latreillei Leach handle, ebensoviel für sich. Da nun in 
V. Olfers' Phthiridium pediculare^ welches die Latreille'sche Art 
genauer beschreiben soll, Nycteribia (Listropodia) latreillei Leach 
mit Sicherheit zu erkennen ist, muss wohl letzterer Name dem von 
Latreille gewählten weichen. 

Die erste sicher erkennbare Art beschrieb Hermann 1805 in 
seinem „Memoire apterologique"^ als Phthiridium biarticulatum neben 
einem nur unsicher zu deutenden Ph. vespertilionis. Es ist dieselbe 
Art, welche Nitzsch 1803 dXs Hippobosca vespertilionis hQ^chv'iQh&ü 
hatte. 

Kurz erwähnen möchte ich hier, dass der mehrfach citirte 
Name Celeripes Montague keine irgendwie charakterisirte Gattung 
darstellt. Montague führt den Namen gelegentlich der Bemerkung 
„ . . . while I was searching for some curious insects which were 
observed to move . . . amongst the für of Bats ..." (60) nur in 
einer Fussnote an: y, Celeripes vespertilionis, a newly discovered in-. 
sect". Späterhin beschreibt er selbst diese Parasiten als Nycteribia 
vespertilionis (61). 

Der von Hermann gebildete Gattungsname Phthiridium wurde 
von V. Olfers (64) und Leach (52) angenommen. Ersterer führt 
nur Ph. biarticulatum Herm. und Ph. pediculare Latr. auf, über 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 13 

welch letztere Art schon vorhin gesprochen wurde. Leach tauft 
beide Arten unnötigerweise in Ph. hermanni und Ph. latreülei um 
und beschreibt unter dem Namen Ph. blainvillei zum ersten Male 
eine aussereuropäische Art, von Mauritius. 

Ebendaher beschreibt Latreille unter demselben Namen im 
„Nouveau Dictionnaire etc." (51) eine Art, welche indessen nach 
Westwood mit Leach 's Art nicht identisch ist, und welche 
Westwood daher in Nycterihia dubia umtauft. Auf diese Art 
komme ich später genauer zurück. 

Der nächste, welcher etwas neues für unsere Familie brachte, 
war L. Dufour, welcher für eine sehr ausgezeichnete und leicht 
kenntliche Art leider wieder den alten Namen N. vespertüionis 
gebrauchte. 

Im Jahre 1835 fasste dann J. 0. Westwood alles, was bis 
dahin über die Nycteribien bekannt geworden war, zusammen in 
seinem Aufsatze: „On Nycteribia, a genus of wingless Insects", 
der die Anzahl der aussereuropäischen Species auf 6 erhöhte und 
zugleich an der Hand einer besonders grossen Art aus Indien Auf- 
schlüsse über die Morphologie und die Fortpflanzung gab. Nycte- 
ribia blainvillei Latr. nee Leach wird in N. dubia, N. vespertilionis 
Duf. in N. dufouri umgetauft und von einer Anzahl von Arten 
werden zur Wiedererkennung ausreichende Abbildungen gegeben, 
die zum Theil in viele spätere eucyclopaedische Werke übergegangen 
sind. Z. B. giebt Guerin-Meneville einige Einzelheiten von Cyclo- 
podia sykesi (Westw.) in seiner „Iconographie du regne animal" (45) 
wieder, welche auf dem Titelblatt von 1829 — 44 datirt ist. Seine 
auf derselben Tafel abgebildete Nycteribia westwoodi ist daher sicher 
jüngeren Datums als Westw oods N. dufouri, mit welcher sie 
identisch ist. 

Für N. biarticulata Herrn, schafft Westwood 1840 eine eigene 
Untergattung, indem er sie in seiner „Introduction" etc. (78) als 
Stylidia biarticulata aufführt. 

1844 bildete dann Gervais (42) eine neue Species aus West- 
afrika ab, ohne doch eine weitere Beschreibung zu geben, und 1850 
bringt Macquart (56) eine neue Art aus Aegypten unter dem Namen 
N. aegyptia, nicht N. aegyptiaca, wie spätere Autoren schreiben. 

Danach folgen einige Entdeckungen auf europäischem Gebiet. 
Zunächst beschrieb Schiner 1853 eine N. schmidli (nicht schmidti, 
wie später mehrfach geschrieben wird), aus dem Banat und Serbien, 
dann brachte Kolenati eine N. frauenfeldi, welche er späterhin 
selbst als synonym zu N. dufouri Westw. eingezogen hat. In seiner 
ziemlich ungenau compilirenden Arbeit: „Die Parasiten der Chirop- 
tern" (13) stellte Kolenati dann den Namen N. blasii für eine 
kleine Art der Gattung auf, welche sich späterhin als die fast am 
weitesten in Europa verbreitete erwiesen hat, und benannte hier 
ferner N. hyHli und N. fitzingeri aus Aegypten, sowie N. westwoodi, 
welche er von der ähnlichen N. dufouri Westw. = frauenfeldi sibi 
unterscheidet. Diese übrigens wohl charakterisirte Art muss, da 



]^4 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

der Name N. westwoodi schon durch Guerin-Meneville vergeben 
ist, anders benannt werden (vgl. weiter unten). N. fitzingeri zieht 
Kolenati später selbst als synonym zu N. aec/yptia Mcq. ein. 

Auch weiterhin sich besonders mit den Flederraausparasiten 
beschäftigend, versuchte Kolenati 1857, die Gattung in Unter- 
gruppen zu zerlegen (47); zugleich wurden wieder '3 neue europäische 
Arten benannt. N. (Acrocholida) hechsteini ist aber auf so minutiöse 
Unterschiede begründet, dass ich Zweifel hege, ob diese nicht in den 
Rahmen der individuellen Variation fallen; sicher ist dies der Fall bei 
N. leachi^ welche als sjmonym zu Penicillidia dufouri (Westw.) 
fällt, wie ich späterhin ausführlicher begründen werde. Weiters 
war der eine der von Kolenati gewählten Gruppennamen, Megisto- 
]>oda, schon durch Macquart (57) praeoccupirt und wurde daher 
später von Kolenati selbst in Penicillidia umgeändert. 

Auch Walker, dem die Dipterologie eine so grosse Zahl von 
sehr ungenau charakterisirten Arten verdankt, hat eine Nycteribia 
beschrieben , und zwar so oberflächlich . dass die Beschreibung 
eigentlich auf alle kleineren Arten dieser Familie passt; sie umfasst 
genau 10 Worte (77). 

Zum zweiten Male das über die Familie Bekannte zusammen- 
zufassen versuchte Kolenati 1862 in seinen „Beiträgen zur Kennt- 
niss der Phthiriomyiarien" (15), wobei er nur die eben erwähnte 
N. parilis Walk, und Guerin-Meneville's N . westwoodi anzuführen 
vergisst. Im Uebrigen wird die 1857 begründete Gattung Encampsi- 
poda weiter zerlegt in Cydopodia und Eucampsipoda s. str. und für 
Megistopoda der Name Penicillidia eingeführt. Diese drei Gattungen 
sind, wie ich schon hier bemerken will, die einzigen, welche wirk- 
lich als Gattungen aufrecht erhalten werden können, während Acro- 
cholidia Kol., Listropodia Kol. und Stylidia Westw. nur als Unter- 
gattungen der alten Gattung Nycteribia Latr. betrachtet werden 
dürfen. — In dieser Arbeit werden auch für die vom Autor selbst 
untersuchten Arten Bestimmungstabellen gegeben und von den ihm 
nicht vorliegenden wenigstens die Beschreibungen abgedruckt, sodass 
mit dieser Arbeit ein gewisser Abschluss erreicht war. 

Seitdem sind nur mehr einzelne Arten beschrieben und, von 
Schiner (70), Rondani (66) und v. d. Wulp (33), einige Angaben 
über N. ienynsi Westw. gemacht worden, welch letztere sich zum 
Theil sicher, zum Theil wahrscheinlich nicht auf diese Art beziehen. 

Bis dahin war die Familie nur in Arten aus der alten Welt 
bekannt, 1878 brachte zuerst Rondani in N. hellardii eine ameri- 
kanische Species zur Kenntniss, nebst A'^. ferrarii von Java und 
Cydopodia alhertisi von der Molukkeninsel Goram. Derselbe Autor 
bereicherte im Jahre darauf die europäische Fauna um eine N. 
ercolanii^ die indessen zu N. (Stylidia) biarticulata Herrn, in dem- 
selben Verhältniss zu stehen scheint, wie N. (Acrocholidia) hech- 
steini Kol. zu N. (A.) vexata Westw. 

Eine zweite amerikanische Art beschrieb 1881 Weyenbergh 
unter dem Namen ISI. flava aus Argentinien. 



Pledermausparasiteu aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 15 

V, d. Wiilp charakterisiert im Bericht über die Sumatra -Ex- 
pedition eine N. mimtta aus Sumatra. Was er aber über N. ienynd 
Westw. sagt, bezieht sich nicht auf diese Art, welche sicher keine 
Cyclo'podia ist, sondern, wie ich einem Briefe des Herrn Dr. J. de 
Meijere in Amsterdam entnehmen darf, auf die von diesem 18i:'9 
beschriebene Cyclopodia horsfieldi. 

Als westlichste Art der Gattung Cyclopodia beschreibt dann 
Greeff in einer kleinen Uebersicht über seine Keise nach den 
Inseln San Thome und Rolas eine von Karsch benannte C. greeffi. 
Möglicherweise mit dieser identisch ist die 1891 von Bigot aus 
Assinia an der Sklavenküste beschriebene C. i'ubiginosa. 

Bigot hatte schon vorher drei neue Arten unserer Familie be- 
schrieben, darunter als Nyderibia oceanica die erste australische 
und eine dritte amerikanische, diesmal aus Mexiko. 

Noch weiter nördlich in Amerika ist die Heimat der von Tyler- 
Townsend beschriebenen N. ontrozoi. 

Schon vorher erwähnt wurde die von de Meijere beschriebene 
Cyclopodia horsfieldi aus Java, in welcher de M. die Art sehen 
will, welche schon Westwood in der vorletzten Anmerkung zu 
seiner Arbeit „On Nycteribia" erwähnt. 

Ich selbst habe gelegentlich einer kleinen faunistischen Zu- 
sammenstellung (7'2) eine Fenicillidia monocerof^ m. aus Ostpreussen 
benannt und in einer vorläufigen „Uebersicht der Dipterengattung 
Cyclopodia Kol." (73) vier neue Arten dieser Gattung aus Neu- 
Guinea kurz charakterisirt; die ausführlichen Beschreibungen aller 
fünf Arten bringt diese Arbeit. 



Früher wurden den Nycteribiiden noch einige andere Formen 
zugezählt, welche ich daher der Vollständigkeit wegen hier noch 
anführen muss, nämlich die Gattungen Strebla Wied., Megistopoda 
Mcq., nee KoL, Bruchytarsina Mcq., Raymondia Frfld., Trichobivs 
Gerv., Towns. und Folyctenes Gigl.; auch neuerdings wurden noch 
zwei Gattungen als hierhergehörig aufgestellt: Pterellipsis Coqu. und 
Asjndoptera Coqu. Alle diese, ausser Folyctenes Gigl., bilden aber 
mit einigen anderen Genera die Familie der JStreblidae, welcher ich 
schon eine eingehende Besprechung gewidmet habe (28). Folyctenes 
Gigl. dagegen, die noch 1895 von v. d. Wulp unter den Nycteri- 
biiden aufgeführt wird (34), gehört überhaupt nicht zu den Dipteren, 
sondern ist sicher eine Hemipterengattung, wie schon 1880 Water- 
house ausgesprochen hat. Meine Ansicht über ihre Stellung im 
System werde ich demnächst an anderer Stelle, gelegentlich der 
Beschreibung einer neuen Art dieser Gattung darlegen. 



16 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

II. 
Allgemeines über die Nycteribiiden. 

a. Morphologie. 

Der Schilderung der Morphologie dieser Familie lege ich im 
wesentlichen Nycterihia (Listropodia) blasii Kol. zu Grunde, von 
der mir ein ziemlich reichliches Material zur Verfügung stand. 
Wichtige Ergänzung boten einige Schnitte, welche ich durch 
2 Exemplare von Cyclopodia similis m. anfertigte; leider hatte ich 
gerade da unter für diese Zwecke ungenügender Conservirung 
und der SpHtterung des Chitins zu leiden. In der folgenden 
Schilderung will ich nicht erst alle die älteren verkehrten Ansichten 
anführen, sondern lieber gleich das Thatsächliche geben. 

Der Kopf ist im Verhältniss zum Thorax auffallend klein, läng- 
lich, er sitzt mit einem dünnen Halse dem Thorax am vorderen 
Theil von dessen oberer Fläche sehr frei beweglich auf; sehr häufig 
ist er an praeparierten Exemplaren ganz nach hinten hinüberge- 
schlagen und liegt dann mit seiner Scheitelfläche direkt dem 
Thoraxrücken auf. Antennengruben sehr tief, Rüssel und Maxillar- 
taster in eine tiefe ventrale Rinne eingesenkt, die hinten nur in 
einem schmalen Schlitz, nach vorne zu immer breiter sich öffnet. 
Die vordere Begrenzungslinie des Kopfes wird also hauptsächlich 
von dem Rande über der Antennengrube, dann von deren seitlichen, 
leistenartig vortretenden Rändern gegeben, welche dann als mehr 
oder weniger breite Backen heruntertretend schliesslich hinter der 
Basis des Rüssels sich vereinigen. Der „Mundrand" tritt als eine 
Art schmalen Brettes unter der Antennengrube ziemlich weit nach 
vorne, ist aber bei äusserer Betrachtung nur schwer zu sehen. — 
Das Chitin des Kopfes ist auf der Oberseite und den Backen fein 
gerunzelt und trägt am Scheitel über den Antennen und bisweilen 
an den Backen Gruppen von Borsten. Die innere Wand der Rinne, 
in welcher der Rüssel liegt, ist mit einer eigenthümlichen Cuticula 
bedeckt, wie sie sich bei den Nycteribien überall da findet, wo die 
Cuticula weich und biegsam ist, auch auf den Antennen. Die an 
sich dünne Cuticula ist dicht überzogen mit einem System von ganz 
feinen Chitinleistchen, welche sich unregelmässig durchschneiden 
und so in Flachschnitten eine zierliche polygonale Felderung er- 
scheinen lassen. Die Schnittpunkte dieser Leistchen erheben sich 
zipfelförmig zu kleinen braunen Höckerchen, welche sehr fein aus- 
laufen in eine kurze gekrümmte Spitze. — Die Stirnblase, von 
welcher Müggenburg ('21) bei Penicillidia dufouri (Westw.) „auch 
nicht die geringste Andeutung" gesehen hat, ist nur auf Schnitten 
sichtbar als ganz seichte Einstülpung der Cuticula über der 
Antennenwurzel; ihre Innenfläche ist mit der eben beschriebenen 
höckrigen Cuticula ausgekleidet. Sie scheint rudimentär zu sein, 
was verständlich wäre, da sie bei der geringen Grösse des 
Nycteribienkopfes wohl nur wenig Kraft bei der Sprengung der 



Fledeniiauyparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 17 

Puppenhülle entfalten könnte. — Augen fehlen einem Theil der 
Arten Yollkommen, bei einigen steht jederseits von der Antennen- 
grube ein einfacher Ocellus, bei Cyclopodia sind es jederseits 2 — 3 
in einem dunkel pigmentirten Hof. Stirnaugen sind nirgend vor- 
handen. — Die Antennen sind zweigliedrig, in einer sehr tiefen 
Grube der Stirn eingelenkt. Das erste Glied umfasst in einer 
Höhlung vollkommen das zweite. Es ist verschieden gebaut. Man 
kann überall ein dickes Basalstück und einen mehr oder weniger 
deutlich abgeschnürten dorsalen Fortsatz unterscheiden, welcher 
bei Cyclopodia eine nach vorne zu wieder dicker werdende Lamelle, 
bei den übrigen Formen einen medialen annähernd drehrunden 
Griffel darstellt (vgl. Tab. HI f. 14- — 15). In einer nur nach vorne offnen 
Höhlung, die das dicke basale Stück beinahe ganz einnimmt, liegt dann 
das etwa zwiebeiförmige zweite Glied, welches durch die vordere 
Oeffnung der Höhlung eine reich verzweigte Borste heraussteckt. — Die 
Mundtheile bieten fast genau dasselbe Bild, wie die der Strebliden, 
und ich kann daher auf meine Arbeit über diese Familie verweisen 
(28 pag. 34). Auch bei den Nycteribiiden fehlt der „Kopfkegel" 
(Müggenburg) und der Rüssel zerfällt in zwei Abschnitte, einen 
kolbig dicken Basaltheil und ein fein pfriemenförmiges Endstück, 
das hier etwa drei Fünftel der Gesamtlänge ausmacht. Er ist sicher, 
wenn überhaupt, nur ganz wenig vorstreckbar, scheint aber in dem 
Sinne beweghch zu sein, dass er in der Sagittalebene vom Kopfe 
mehr oder weniger abgeklappt werden kann. Ferner sind sicherlich 
die beiden Lamellen des Labium gegeneinander in derselben Weise 
verschiebbar, wie Müggenburg es für Melophagus ovinus (L.) 
schildert. In dem kolbigen Basalteil des Rüssels, der fast aus- 
schliesslich durch eine Verdickung des Labiums gebildet wird, sind 
wenigstens die Muskeln, welche Müggenburg (21) als Mm. 
labiales obliqui posteriores bezeichnet, ganz besonders stark ent- 
wickelt, viel stärker als bei Melophagus^ sodass man hier sogar 
noch zu einer Unterscheidung in protrudentes und retrahentes be- 
rechtigt ist. Die obere Lamelle des Labium bietet dabei den 
Fasern der ersteren noch durch eine quer zur Sagittalebene ge- 
stellte, in das Lumen des kolbigen Theils hineinragende Chitinleiste 
reichlichere und wirksamere Insertionspunkte. Die Annäherung 
des abgeklappten Rüssels an den Kopf wird besorgt durch ein sehr 
langes schmales Muskelpaar, welches seiner Lage und Funktion 
nach dem Muse, retractor prohoscidis inferior bei Melophagus ent- 
spricht. Ueber einen M. retr. prob, superior und einen dem 
M. protrusor proboscidis homologen Muskel kann ich nichts genaues 
aussagen, da diese Theile des Präparates für eine genauere Unter 
suchung unzulänglich waren. Der Muse, dilatator fulcri entspringt 
hier wie bei den Strebliden von der hinteren Wandung der 
Antennengrube, und des ganzen leisten- oder simsartig vorspringen- 
den Theils zwischen dieser und den Maxillarpalpen. Diese letzteren 
bilden auch bei den Nycteribiiden keine Scheide für den Rüssel; 
sie sind lange, schm^tle, leicht nach innen und oben gebogene 

Arch.f. Natiiigetich. Jahrg. 1901. Kd.I. Hft.l. 2 



18 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

Organe, welche zu beiden Seiten der Rüsselwurzel entspringen 
und auf ihrer Fläche mit grossen (Tast- ?) Borsten spärlich besetzt 
sind. Je zwei besonders lange Borsten stehen auf ihrer Spitze. 

Der Thorax der Nycteribiiden gewinnt dadurch eine sehr merk- 
würdige Configuration, dass nur seine untere Fläche stärker chitinisirt 
ist, während die obere aus weichem Chitin von weisslicher oder 
weissgelbUcher Farbe und der oben geschilderten Struktur besteht. 
Dabei schiebt sich die Ventralplatte vorne ganz unter den Kopf und 
die Insertion der Vorderbeine und hinten unter die Wurzel des 
Abdomens, ähnlich wie ich es bei der zu den Strebhden gehörigen 
Pterellipsis aranea Coqu. (= Mexfisto'podu desirhrata m.) beschrieben 
habe. Auch seitlich ist die Ventralplatte des Thorax derartig er- 
weitert und mit ihrem Rande unter Mittel- und Hinterhüften hinunter- 
geschoben, dass diese gewissennassen auf der Oberseite des Thorax 
eingelenkt sind; so konnte die Anschauung zustande kommen, als 
sei die Unterseite eigentlich die Oberseite des Thorax, und so er- 
klärt sich dann auch ein Theil der verkehrten älteren Angaben, die 
von einem Cephalothorax mit schwarzen Augen zu erzählen wissen 
(Schrank 27). Die Ventralseite zeigt eine stets deutliche mediane 
Längsnaht, an welche am Ende des vorderen Vierteis oder Drittels 
unter verschiedenem Winkel die Naht zwischen Meso- und Metasterum 
herantritt. Letztere w^urde früher als „Winkelleiste" bezeichnet. 
Die Ventralfläche ist ausserdem fein sj^erunzelt und mit feinen Börstchen 
mehr oder weniger dicht besetzt. Auf der Rückenseite des Thorax 
fallen sofort eine Anzahl dunkelbrauner Chitinleisten ins Auge, welche 
die weissgelbliche Fläche in 5 Felder zerlegen, ein langgestrecktes 
mittleres und je zwei hinter einander gelegene seitliche. Das mittlere 
Feld, welchem der Kopf in rückwärts geschlagenem Zustande auf- 
liegt und das dementsprechend ausgehöhlt ist, ist vorne breiter als 
hinten, hinten flachbogig verrundet. Es verbreitert sich vor der Insertion 
des Kopfes noch mehr und umfasst noch die Insertion der Vorder- 
hüften. Dieser vordere Antheil ist schon von Westwood richtig 
als Prothorax gedeutet und schematisch durch die kleeblattförmige 
Figur in seiner Arbeit „On Nycteribia" (32), p. 279 unten, wieder- 
gegeben worden. Die hintere Grenze des Prothorax ist durch eine 
um ein Geringes dunklere, gebrochene Linie gesetzt, welche hinter 
der Insertion des Kopfes liegt. Der hintere Abschnitt des Mittel- 
feldes ist dann wohl als Mesonotum zu deuten, das hier aber nicht 
die geringste Spur einer Theilung im Praescutum, Scutum und 
Scutellum zeigt, vielmehr sind die Nähte, welche diese drei Abschnitte 
sonst von einander trennen, ganz geschwunden. Die übrigen Nähte 
des Thorax sind vorhanden und zwar hier um so deutlicher, als sie 
der Fläche des Thorax gegenüber erhaben hervortreten, als eben 
jene Chitinleisten, welche den Thorax in Felder zerlegen. Es sind 
also die beiden Längsleisten, welche vorne zu beiden Seiten des 
Kopfes die mesothoracalen Stigmen umschliessen, homolog den Dorso- 
pleuralnähten (Terminologie nach Brauer 2), die auf der Mitte des 
Thorax senkrecht von diesen abzweigenden Querleisten homolog den 



Pledermausparasiteu aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 19 

Mesopleuralnähten , und die weiter hinten, vor der Halterengrube 
abzweigenden , allmählich in die weichere Cuticula auslaufenden 
entsprechen der Grenze zwischen Meso- und Metathorax. 

— Au einem starren Thorax, wie es der der Dipteren ist, bilden die 
Segmentgrenzen stets auch echte Nähte von ganz derselben Configuration 
wie die anderen Nähte. Ich halte es daher für zweckmässig, auch sie 
kurz als Suturae, und zwar als S. interannularis anterior und posterior 
zu bezeichnen. — 

An die der Mesopleuralnaht entsprechenden Leiste setzt sich 
über der Insertion der Mittelhüften winklig von vorne herantretend 
eine Leiste, welche der Sternopleuralnaht zu homologisiren ist. Unter 
dieser Leiste, und zwar zwischen ihr und dem ziemlich scharfen 
Rande der ventralen Thoraxplatte, liegt dicht hinter der Vorderhüft- 
pfanne eine Grube, in deren hinterer Wand ein Organ eingelenkt 
ist, welches allen Nycteribiiden zukommt und nur ihnen eigenthümlich 
zu sein scheint, das zuerst von Hermann (11) ausführlicher be- 
schriebene, früher oftfürdasAugegehaltene „Thoracal-Ctenidium" 
(Kolenati), für welches v. d. Wulp neuerdings (33) den Namen 
,,Stethidium" gebrauchte, üeber die Bedeutung dieser Organe, die 
gleich genauer beschrieben werden sollen, ist man sich zunächst 
unklar gewesen, Curtis (3) deutete sie zuerst als Rudimente der 
Flügel, und dieser Deutung haben sich dann Westwood, Kolenati 
und die späteren Autoren angeschlossen. Ihre eben genauer präcisirte 
Lage spricht aber mit Bestimmtheit gegen diese Deutung, die Organe 
gehören dem Sternaltheil des Thorax an und sind Bildungen sui generis, 
die sich allenfalls von gewissen Theilen des Thorax ableiten und 
mit solchen, aber nicht mit Flügeln homologisieren lassen. Die 
Darstellung Westwoods, als stehe das Ctenidium in Zusammenhang 
mit dem Mittelbein, ist irrig und muss auf irgend einen Fehler in 
der Präparation zurückgeführt werden. — Das einzelne Ctenidium 
stellt eine plattellipsoidische Kapsel dar, die der Wand der vorhin 
erwähnten Grube mit ziemlich schmalem Stiel aufsitzt, und an ihrem 
vordem und lateralen Rande mit einem Kranz eigenthümlicher Dornen 
besetzt ist. Diese Dornen, 9 — 22 an der Zahl, bei den einzelnen 
Arten wechselnd, strahlen von der ventralen Platte der Kapsel 
fächerförmig aus und sind ganz nahe an ihrer Basis nahezu recht- 
winklig nach aufwärts eingeknickt. Ihre Form ist die eines spitzeren 
oder stumpferen Kegels, und sie sind eigenthümlich gerillt. Diese 
Rillen gehen bald der Achse des Kegels annähernd parallel, bald bilden 
sie spirahge Gänge um den Kegel. Zwischen der Dornenreihe und der 
Insertionsstelle des Ctenidiums ist die dorsale Wand der Kapsel nur 
weich chitinig, während die ventrale Wand derb chitinisirt ist. An 
dieser ventralen Wand inseriren einige Muskelbündel, welche schräg 
vor- und abwärts laufend, von der dorsalen Thoraxwand, aus der 
Gegend der Dorsopleuralleiste herkommen. Diese Muskeibündel 
müssen bei ihrer Contraktion das Ctenidium dorsal aus seiner Grube 
herausklappen, und in einer ähnlichen Stellung habe ich es denn 
auch bei Eucampaipoda hyrtli Kol, einmal gesehen, (vgl. Tab. III 

o* 



'20 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

fig. 7). Ausserdem enthält der Hohlraum des Ctenidiums einige 
Läppchen des Fett -Körpers und Tracheen, nervöse Elemente habe 
ich nicht sehen können. Ich halte demnach die Thoracal-Ctenidien 
lediglich für Haftorgane, deren Domen -Kamm vielleicht bestimmt 
ist, das Ankrallen im Pelz der Fledermaus zu unterstützen. Mit 
Flügeln aber, um es noch einmal zu wiederholen, haben dieselben 
nichts zu thun; Flügel fehlen vielmehr sämtlichen Nyteribiideu 
vollständig. Auch die direkten Flugmuskeln scheinen dementsprechend 
vollständig zu fehlen, doch reichen meine Präparate zum Studium 
dieser Verhältnisse nicht aus. Diejenigen grossen Muskelzüge, welche 
bei geflügelten Insekten als indirekte Flugmuskeln bezeichnet werden, 
sind auch hier vertreten, nämlich der Mvsc. longitudiyialis und die 
Muse, dorso ventral es lateralen, letztere allerdings ganz schräge, nahezu 
horizontal verlaufend. — Stets vorhanden sind Halteren, deren 
Existenz früher bezweifelt, aber von Gerstäcker (9) sicher erwiesen 
w^urde. Sie bieten nirgends Abweichungen vom Bau des Dipteren- 
schwingers überhaupt und sind durchweg lang gestielt, auch bei 
Peniallidia, wo sie nach Kolenati „sitzend" sein sollen. 

Einige besondere Eigenthümhchkeiten bieten die Beine bei 
den Nycteribiiden. Dass sie infolge der Verbreiterung der ventralen 
Thoraxplatte scheinbar auf der Oberseite des Thorax eingelenkt 
erscheinen, wurde schon vorher erwähnt: sie schlagen darum beim 
Tode des Thieres oft über dem Rücken desselben zusammen, und 
dies hat wohl in Verbindung mit der Stellung irgendwie zu der 
Anschauung Veranlassung gegeben, als seien sie zum Laufen untaug- 
lich; „in piano non procedere valent" sagt Linne. Schiner hat 
daher seinerzeit Versuche angestellt und gefunden, dass das nur 
Erfindung sei, dass die Thiere vielmehr ganz gut und schnell sich 
auch auf einer Tischplatte fortbewegen können; ich kann das aus 
eigener Beobachtung nur bestätigen. Im Allgemeinen zeigt das 
Bein bei den Nycteribiiden dieselbe Gliederung wie sonst bei den 
Dipteren, in Coxa, Trochanter, Femur, Tibia und Tarsus, doch 
treten hier einige besondere Eigenthümhchkeiten auf. Die Femora 
nämlich weisen durchweg bei allen Arten eine ringförmige Furche 
etwa am Ende ihres ersten Drittels auf, welche durch helleres Chitin 
auffällt und nicht immer ganz senkrecht zur Längsachse des Beines 
stellt, vielmehr dorsal etwas näher der Basis liegen kann als ven- 
tral. Ob der Schenkel hier wie in einem Gelenk beweglich ist, 
kann ich nicht angeben. Kolenati nimmt es an. Die Tibien 
weisen bei zwei Gattungen eine ganz ähnliche Bildung auf. Bei 
Eucampsipoda sehen wir nämlich je zwei und bei Cyclopodia je 
drei ähnliche helle Ringe die Tibie in 3 resp. 4 Theile zerlegen. 
Doch gehen diese hellen Ringe nicht ganz durch, lassen vielmehi* 
auf der dorsalen Kante einen kleinen schmalen Streifen aus. Bei 
den übrigen Nycteribiiden ist diese Ringelung der Tibien nicht vor- 
handen, nur durch einige Gruppen von stärkeren Borsten auf der 
Ventralseite schwach angedeutet. — Die Tarsen sind fünfgliedrig, 
das fünfte Glied ist besonders gross und kräftig, hat zwei grosse 



Fledeimausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 21 

Piilvillen und kräftige einfache Krallen mit ziemlich stark ent- 
wickeltem Basalhöcker, Besonderes Interesse beansprucht aber 
das oftmals als Metatarsus bezeichnete erste Tarsenglied. Es ist 
bei allen Nycteribiiden mit alleiniger Ausnahme meiner später zu 
beschreibenden Archinycteriina actena ausserordentlich lang, fast so 
lang oder gar länger als die Tibia, dabei dünn, drehrund, manchmal 
gebogen. Es zeigt auf seiner ventralen Fläche eine sehr grosse 
Zahl von helleren Halbringen im Chitin, deren Zwischenräume oft 
nicht breiter sind, als die Ringe selber. Diese auf Tibia und Meta- 
tarsus sich wiederholende Unterbrechung der ventralen Kante durch 
Stellen weicheren Chitins legt den Gedanken nahe, das Bein könnte 
dadurch die Fähigkeit erhalten, sich noch mehr zu biegen, als es 
die gewöhnlichen Gelenke gestatten, doch kann ich dies weder be- 
stätigen noch bestreiten. Aehnliche Verhältnisse finden sich übrigens 
auch in der ebenfalls auf Fledermäusen schmarotzenden Hemipteren- 
gattung Polycfene« Gigl., wenigstens bei den beiden von mir' unter- 
suchten Arten, wo auch die Tibien geringelt sind, und bei der 
Mehrzahl der T ar an tuliden- Arten. 

Das Abdomen der Nycteribiiden ist bei c? und 9 sehr ver- 
schieden gebildet, indem es beim 9 mit Ausnahme einzelner kleinerer 
Flecke ganz weich häutig-chitinig ist, während beim c? die Dorsal- 
und Ventralplatten von starkem Chitin gebildet werden. Die Ver- 
schiedenheit ist dadurch bedingt, dass das weibliche Abdomen dem 
Wachsthum der in ihm zur Entwickelung kommenden Larve genügend 
nachgeben muss. — Man findet auf geeigneten Präparaten 7 Paar 
Stigmen, muss also eine Zusammensetzung aus 7 Segmenten an- 
nehmen, doch ist deren erstes so schmal und ganz weich chitinig, 
ventral auch unter dem hinteren Thoraxrand verborgen, dass es 
bei trocken aufbewahrten Exemplaren fast nie zu sehen ist. Es ist 
daher zweckmässig, es bei der Beschreibung der Arten ausser Acht 
zu lassen, und als erstes Segment das erste sichtbare, also eigent- 
lich das zweite, zu bezeichnen, welches noch ganz besonders deut- 
liche Merkmale besitzt, und demgemäss weiter zu zählen, sodass 
das Analsegment das sechste wird. Das zweite, im systematischen 
Theil also stets als das erste bezeichnete Segment ist meistens auch 
beim Weibchen derber chitinisirt und trägt bei beiden Geschlechtern 
am Hinterrande seiner Ventralplatte eine dichte Reihe ähnlicher 
kurzer stumpfer Chitindornen, wie sie beim Thoracalctenidium be- 
schrieben wurden. Dieses Abdominalctenidium kommt allen 
Nycteribiiden mit alleiniger Ausnahme meiner Archmycferihia actenu 
(s. u.) zu, und ist ihnen allein eigenthümlich. Allenfalls kann man 
in den kräftigeren Borsten auf der entsprechenden Stelle bei 
Pierellipsis aranea Coqu. (Strehlidae) eine Andeutung davon sehen. 
Die Anzahl der Dornen in diesem Abdominalctenidium ist mehrfach 
systematisch verwerthet worden, sie schwankt jedoch selbst inner- 
halb der einzelnen Art ganz bedeutend und ist daher für Artunter- 
scheidungen unbrauchbar. ■ — Beim Männchen liegen dann zwischen 
diesem und dem Analsegment, welches die später zu beschreibenden 



22 P- Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

Hilfsorgane des Genitalapparates trügt, dorsal 4, ventral 3 Segment- 
platten. Ventral sind nämlich die Platten der beiden vorletzten 
Segmente mit einander verschmolzen, während die Dorsalplatten 
derselben getrennt bleiben ; nur ArHdnycteribia m. weicht wiederum 
von allen anderen Nycteribiiden dadm'ch ab, dass bei ihr diese Ver- 
schmelzung auch ventral unterbleibt. — Diese durch Verschmelzung 
entstandene vorletzte ventrale Platte bietet nun wiederum durch 
Entwickelung eigenthümlicher Merkmale besonderes Interesse. In 
der Mitte ihres Hinterrandes sind die Borsten bei allen Nycteribiiden 
ausser Archinycterihia kräftiger als sonst; bei PenicilUdia nehmen 
sie sogar die Form von Stacheln an, und hier stehen auch auf der 
Fläche der Platte solche Stacheln in verschiedener Anordnung, die 
jedoch niemals den Charakter einer bestimmten Figur annimmt (vgl. 
das weiter unten bei P. dufow'i Westw. Gesagte). Bei den Arten 
der Gattung Cydopodia ist die Mitte des Hinterrandes dieser Platte 
durch ganz kleine stumpfe Chitinhöckerchen oder Knöpfchen ein- 
genommen, und bei C. dubia (Westw.) kommt es auch an dieser 
Stelle zur Ausbildung einer Ctenidiums, ganz gleich dem am zweiten 
(ersten sichtbaren) Segment. Bei einigen Arten der Gattung 
PenicilUdia Kol. steht jederseits noch ein merkwürdig griffel- oder 
plattenförmiges, etwas gestieltes Gebilde, welches auf seiner End- 
platte dicht mit kurzen stumpfen Chitin-Höckerchen besetzt ist; 
Kolenati bezeichnet diese Gebilde als „Haftscheiben" und behauptet, 
sie seien vorstreckbar. Das Analsegment zeigt keine Theilung in 
Dorsal- und Ventralplatte, es trägt an seinem Ende die AfteröfFnung. 
Ventral von dieser stehen die Haltzangen, welche bei manchen 
Arten an ihrer Basis miteinander so verwachsen sind, dass sie eine 
zweizinkige Gabel bilden. Ihre Gestalt ist wechselnd und nebst 
der Form des Analsegmentes selbst sytematisch gut verwerthbar. 
Auf der Ventralfläche steht dann die Genitalöffnung, aus welcher 
der komplicirte Genitalapparat hervorragt, der weiter unten genauer 
beschrieben w-erden soll. 

Das Abdomen des Weibchens bietet nicht so einfache Ver- 
hältnisse, vielmehr ist die Segmentirung in verschiedener Weise 
entwickelt je nach dem Grade, in welchem bei den einzelnen Gattungen 
das Abdomen der Funktion, die wachsende Larve bis zur voll- 
ständigen Reife zu beherbergen, angepasst ist. Leider kenne ich 
das Weibchen von ArcJiinycterihia noch nicht; man kann annehmen, 
dass bei ihm die Verhältnisse relativ einfach liegen, nachdem auch 
das Männchen vielfach ursprünglichere Charactere bietet, wie die 
andern Nycteribiiden. Unter den andern Gattungen kann man einen 
Typus, der durch die Gattung Nycterihia Latr. selbst vertreten 
wird, scheiden von einem andern, der bei Cydopodia vorliegt. Bei 
der ersten Gruppe ist als wesentlich zu bemerken, dass auf der 
\'entralseite des Abdomens die 6 Segmente ganz deutlich von ein- 
ander abgegrenzt sind, während dorsal mehrere miteinander ver- 
schmolzen erscheinen. Bei der Untergattung Listropodia Kol. haben 
wir dorsal nur 4 Segmentplatten, wobei die zweite den Segmenten 



Flederniausparasiten aus der Gruppe dei' pupiparen Dipteren. 23 

2 — 4 der Ventralseite der Lage nach entspricht (auch hier zähle 
ich so, als wären nur 6 Segmente vorhanden, lasse also das ganz 
schmale Basalsegment ganz ausser Acht). Bei Penicillidia glaube 
ich andererseits die 5 abgrenzbaren Dorsalsegmente als Segment 1, 
2, 3, 4 + 5, 6 deuten zu können, 3 ist übrigens von 4 + 5 auch 
nur schwach abgesetzt. Auf 4 + 5 stehen „Haftscheiben" (Kolenati), 
welche hier nur einfache sehr derbe Chitinplatten von etwa ovaler 
Gestalt sind. Bei Cydopodia Kol. und Eueumpsipoda Kol. ist eine 
Abgrenzung wde vorher durch derbe chitinige Stellen der Cuticula 
nicht mehr möglich, hier ist die ganze Haut des Abdomens mit 
Ausnahme des ersten Segmentes weich, mit kleinen braunen Höcker- 
chen besetzt, aufweichen kleine Borsten stehen (vgl. Taf. HI f 13 u. 5). 
Diese braunen Borstenhöckerclien lassen nun drei rund um das Abdomen 
gehende schmale Streifen ganz frei, und diese Streifen muss man unter 
Zuhilfenahme der Lage der Stigmen als Segmentgrenzen deuten. Sie 
trennen demnach Segment 2, 3 und 4 + 5. Letzteres ist hinten 
ausserdem gegen das Analsegment durch eine deutliche Ver- 
schmälerung des Hinterleibs abgesetzt. Am Rande vor dieser Ver- 
schmälerung stehen Borsten in nicht selten charakteristischer An- 
ordnung; ebenso stehen auf der Mitte des 3. Segments nicht selten 
grössere Borsten, w^elche systematische Bedeutung haben können. Das 
Analsegment trägt ganz terminal die Afteröffnung und ventral ein 
Stück vor derselben die Genitalöffnung, welche von einer verschieden 
gestalteten Platte ventral bedeckt wird. Diese Platte kann übrigens, 
wenn sie breit und dabei nur kurz ist, namentlich bei den kleinen 
europäischen Nyoterihia -Arten, leicht für ein Segment gehalten 
werden. 

Das Nervensystem der Nycteribiiden zeigt denselben Typus 
wie das der Hippobosciden und Strebliden; es besteht im Wesent- 
lichen aus zwei Ganglienmassen, deren eine im Kopf, die andere 
im Thorax gelegen ist, und den davon abzweigenden Nerven. Im 
Kopfknoten ist eine Unterscheidung im Ober- und Unterschlund- 
ganglion nicht möglich, der Oesophagus durchbohrt die ganz kom- 
pacte Masse in ihrem oberen Drittel. Der Thoracalknoten macht 
im Längsschnitt den Eindruck, als sei er nur aus drei Ganglien- 
knoten vereinigt. Sein Hinterrand liegt etwa 20 ^w vor der vordem 
Kuppe der Halterengrube. Er entsendet ausser den kräftigen Nerven 
für die Beine zwei kernreiche Nervenstämme ins Abdomen, welche 
nur eine ganz kleine Strecke an ihrem Ursprung mit einander ver- 
einigt sind, dann aber zu beiden Seiten des Darms verlaufen; ich 
habe sie nicht weit genug verfolgen können, um genaueres auszu- 
sagen. 

Das Tracheensystem bietet einige sehr eigenthümliche Züge, 
Es sind 2 Paar Stigmen am Thorax und 7 Paare am Abdomen vor- 
handen; die abgehenden Tracheen vereinigen sich in gewöhnlicher 
Weise zu 2 Längsstämmen, welche ihrerseits im Thorax durch 
2 Commissuren, dicht vor dem mesothoracalen und dicht vor dem 
metathoracalen Stigmenpaar, verbunden sind; im Abdomen habe ich 



24 P- Speiser: Ueber die Nycteiibiiden, 

keine Qnercommissnren sehen können. Die abdominalen Stigmen 
sind ähnlich denen von Me^ ofhagxin ovijms (L.) gebaut, wie sie 
Krancher(]6) abbildet, aber wesentlich einfacher. Es fehlt näm- 
lich die kuppelartige Scheidewand, welche dort den Hohlraum 
hinter der Stigmenöffnung in zwei Theile trennt, und dem Anfang 
der Trachee fehlt die sackartige Ausweitung mit faltigen Wänden. 
An den genannten Hohlraum schliesst sich vielmehr gleich die hier 
mit einem starken und deutlichen Spiralfaden versehene Trachee an. 
Ganz anders sind die Stigmen des Thorax gebaut, welche zu beiden 
Seiten etwas hinter dem Kopfe in der der Dorsopleuralnaht ent- 
sprechenden Leiste und am vorderen Ende der Halterengrube liegen. 
Ein Querschnitt durch ein solches Stigma von Cyclopodla similis m. 
ist Taf. ni flg. 3 dargestellt. Das Stigma von Nycteribia (Listropodict) 
hlasii Kol. bietet nur unwesentlich abweichende Verhältnisse, Ein 
einfacher, mit dichter reusenartiger Beborstung versehener Trichter 
führt in eine kleine platte Ausweitung und von hier ein kurzer 
Gang in die eigentliche Trachee hinein. Die Tracheen selbst bieten 
nun im Thorax die besondere Eigenthümlichkeit dar, dass ihnen 
der Spiralfaden fehlt, dass ihr Lumen ausserordentlich wechselt 
und imregelmässig durch Leisten verengt und wieder bauchig er- 
weitert wird. Im Thorax des c? von Cijclopodia f^imilis m. machen 
die beiden Längsstämme sogar den Eindruck grosser Luftsäcke, 
was für das 2 und Nyct. {Listropodia) blasii Kol. nicht zutrifft. 
Die ganzen Wandungen sind dicht besetzt mit feinen Härchen oder 
Börstchen; letzteres trifft auch auf die Tracheen des Abdomens zu, 
doch ist dort, wie gesagt, der Spiralfaden deutlich vorhanden. 
Aehnliche Verhältnisse sind mir nur nach der Angabe Gerstaecker's 
(10) von Lampyris und Prionus coriarms L., beides Käfern, bekannt. 
Sonst kennt man solche Büschel von Chitinborsten oder ähnliche 
Gebilde, die im Lumen der Trachee vorspringen, soviel mir bekannt, 
nur ans der unmittelbaren Nachbarschaft der Stigmen, und hat sie 
dort als Schutzorgane g^g&n das Eindringen von Staub betrachtet; 
bei den Nycteribiiden aber findet sich eine solche „spongiöse Chitin- 
schicht", wie Enderlein neuerdings (7) eine ähnliche Bildung bei 
der Larve von GaHrns equi (L.) bezeichnete, in der ganzen Aus- 
dehnung des Tracheensystems, bis in die Extremitäten hinein etc. 
Der Nah rungscanal bietet keine besonderen Abweichungen dem 
gewöhnlichen Typus gegenüber; bis zum Fulcrum ist er schon bei 
Gelegenheit der Beschreibung des Rüssels erwähnt worden. Der 
Oesophagus steigt dann, die Kopfganglienmasse durchbohrend, ab- 
wärts, durchläuft den Thorax und erweitert sich alsbald im zweiten 
Abdominalsegment zum Chylusmagen, welcher bis ins vorletzte 
Segment reicht. Der daraus hervorgehende Dünndarm verläuft 
dann zur einen Seite des Magens (bei den von mir untersuchten 
Exemplaren auf der rechten) wieder nach vorne bis in den hinteren 
Theil des ersten Segments, bildet dann unter den Chylusmagen 
einen Bogen und läuft auf der anderen (linken) Seite des Magens 
wieder nach hinten. Dicht hinter dem Hinterende des Chylus- 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 25 

magens mündet er nebst den Malpighischen Gefässen ins Rectum, 
welches in ziemlich gerader Eichtiing zur Analöffnung verläuft. 
Zu beiden Seiten des Chylusmagens resp. des Endteils des Oesophagus 
im ersten (ganz kurzen) und zweiten Abdominalsegment liegen die 
Speicheldrüsen, deren Ausführungsgänge ich leider nicht weit 
genug nach vorne verfolgen konnte, um genaue Angaben darüber 
zu machen. Sie liegen dicht über den Nervenknoten des Thorax 
in der oberen Furche, welche die abgehenden starken Nei^venstämme 
für die Beine mit den Ganglienknoten bilden. 

Von den männlichen Genitalien habe ich mir nach meinen 
Präparaten leider kein ganz klares Bild machen können. Die 
Hoden liegen als zwei ziemlich grosse Körper, die aus vielfach 
durch einander gewirrten Schläuchen bestehen, zu beiden Seiten 
des Darmkanals.. Als Anhangsdrüsen deute ich zwei grosse, blasen- 
artige Gebilde, welche der ventralen Abdominalhälfte angehören, 
ein niedriges einschichtiges Cylinderepithel und einen Inhalt auf- 
weisen, welcher maschig schwammartig geronnen ist, etwa wie ge- 
ronnenes Fibrin. Die Ausführungsgänge dieser auffallend grossen 
Blasen scheinen sich mit denen der Testikel zum Ductus eiaculatorius 
zu vereinigen (genau habe ich dies nicht sehen können), und dieser 
mündet dann auf der Bauchfläche des Analsegments zwischen zwei 
verschieden gestalteten Klappen, welche aneinanderliegend eine Art 
Scheide um den Penis bilden. Cyclopodia similis m. zeigt noch 
eine merkwürdige Struktur, deren Verbindung mit den andern 
Theilen ich leider in Folge der argen Splitterung des Chitins und 
dadurch bewirkter Zerreissung und Verlagerung der Theile gerade 
an dieser Stelle nicht genau bestimmen kann und deren Bedeutung 
mir daher unklar geblieben ist. Es handelt sich um eine tiefe 
taschenartige Einstülpung der Körperhant (?) welche etwas links 
von der Mittellinie, nur beim d*, bis hinauf in das Hinterende des 
dritten Abdominalsegments reicht, und hier mit ihrer Kuppe dicht 
unter der dorsalen Körperwand liegt. Ihre Innenfläche ist nun 
auf der dorsalen Seite und den beiden Seitenkanten im oberen 
''vorderen) Abschnitt dicht besetzt mit kräftigen langen Chitin- 
stacheln, welche eine Art Reuse bilden; der weiter nach aussen 
(hinten) liegende Theil zeigt einfache weiche Cuticula ohne besondere 
Bildungen. Wo aber die Ausmündungsstelle liegt, vermag ich 
nicht zu sagen; sie scheint dicht hinter den beiden Klappen, welche 
die Genitalöffnung flankieren, zu liegen, doch kann sie auch mit 
der Genitalöffnung selbst identisch sein, und die Tasche dann einen 
Recessus des Ductus eiaculatorius bilden, üebrigens setzen sich an 
seine ventrale und dorsale Fläche ziemlich reichliche Muskolbündel 
an, deren Contraction eine wenigstens theilweise Ausstülpung der 
Tasche bewirken müssen. Ohne hier die mögliche Bedeutung dieses 
Gebildes erörtern zu wollen, glaubte ich doch es erwähnen zu 
müssen, da mir etwas ähnliches an dieser Stelle nicht bekannt 
ist. Bei Nycterihia (Listropodia) hladi Kol. habe ich nichts davon 
gefunden. 



26 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

Die weibliclien Genitalien sind fast genau so gebaut, wie 
die von Melophagus ov/'nus (L.), welchen Pratt vor Kurzem eine 
ausführliche Besprechung gewidmet hat (20). An der Vagina ist 
als abweichend bemerkenswert, dass dieselbe eine Art Sphincter 
besitzt, welcher bei Melophagus fehlt. Seine Fasern entspringen 
von der dorsalen Körperwand zu beiden Seiten des Rectum mit 
einigen Fasern zusammen, welche dem Muse, (lorsalis vaginae bei 
Pratt („dorsal vaginal muscles") entsprechend zur dorsalen 
Vaginalwand ziehen. Die Hauptmasse aber läuft in zwei kräftigen 
Bündeln erst etwas vorwärts auf der Vaginalwand entlang und 
schlingt sich dann sphincterartig um die Scheide herum, um auf 
deren ventraler Fläche an einer derben chitinigen Gräte zu inseriren; 
einige Fasern scheinen auch rund herum zu laufen und ihre beiden 
Insertionspuncte in der dorsalen Körperwand zu haben. Der Quer- 
schnitt der Vagina hat dabei annähernd dieselbe Form wie bei 
Melophagus^ ist also flach und breit. Uterus und Oviduct bieten 
keine Besonderheiten; die Ovarien bestehen auch hier aus je 2 
Eiröhren, über die Anzahl der Eier kann ich nichts bestimmtes 
angeben, da ich nur eingefangene, nicht erzogene Weibchen unter- 
suchen konnte, die also möglicherweise schon mehrfach geboren 
hatten. Den als Receptaculum seminis bezeichneten vordersten 
Abschnitt des unpaaren Oviducts konnte ich leider an meinen 
Präparaten nicht genau genug studiren und auch über die „ Milch "- 
Drüsen kann ich nichts bestimmtes aussagen. Bei dem $ von 
Cyclopodia similis m, welches ich auf Schnitten untersuchte, ist der 
ganze freie Raum des Abdomen, welche nicht durch Darm oder 
den leeren Uterus ausgefüllt ist, eingenommen von Drüsenschläuchen, 
welche auf dem Schnitt ganz das Bild des secernirenden Theils des 
hintern Paares dieser Drüsen bieten, wie es Pratt auf Taf. III 
Fig. 8 seiner Arbeit (26) darstellt. Bei Nijderihia {Listropodia) 
hlasii Kol. habe ich dagegen von diesen Drüsen nur wenige An- 
deutungen gefunden, die mir kein klares Bild ergaben. 



b. Die Larve der Nycteribiiden. 

Westwood, Kolenati und Osten-Sacken sind bisher die 
einzigen, welche etwas zur Kenntniss der Fortpfianzungsart und der 
Larve der Nj^cteribiiden beigetragen haben, doch ist dies nur wenig 
und unvollkommen. Westwood (ä2) präparirte die Larve, die er 
„pupa" nennt, aus dem Abdomen von Cyclopodia sykesi (Westw.) 
heraus und bewies damit, dass auch die Nycteribiiden sich in der 
Art der Fortpflanzung an die Hippobosciden anschliessen, dass sie 
also in einem uterusartig erweiterten Theil der Scheide ihre Larven 
bis zur Verpuppungsreife einzeln nach einander austragen; er giebt 
auch ein paar Abbildungen von dieser Larve. Kolenati bildet 1857 
(13) ohne jede Erläuterung das„Puparium" von A^;j/c^m&fa(7.*.«!!ro/>oo??'a) 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupipareu Dipteren. 27 

pedicularia Latr. ab^) und beschreibt 1862 (15) die leeren Puppen- 
hülsen. Osten-Sacken endlich reproducirt (22) in dankenswerther 
Weise die Zeichnung und Notiz eines Herrn Humbert, der lange 
Zeit vorher Gelegenheit gehabt hatte, eine Nycteribie, oder vielleicht, 
da es in Ceylon war, eine Cyclopodia^ beim Ablegen der Larve zu 
beobachten und diese zu zeichnen. Mir selbst gelang es, aus mehreren 
Exemplaren von Nycterihia (Listropodici) hlasii Kol. und Penicillidia 
dufouri (Westw.) reife Larven herauszupräpariren und auf Schnitten 
zu untersuchen. 

Die Larve hat eine ellipsoidische, dorsoventral etwas abgeflachte 
Gestalt mit einem ganz flachen Höcker am Vorderende, der sich 
durch eine leichte Bräunung vor der übrigen gelblichweissen Körper- 
bedeckung auszeichnet. Am Hinterende finden wir hier keine 
Stigmenplatte wie bei AJelophagus ovinus (L.), sondern die Stigmen, 
hier nur vier an der Zahl, nicht 6 wie bei Mdopliagus^ stehen einzeln 
in sehr characteristischer Stellung. Am Hinterende, dicht über der 
Afteröfi'nung stehen nur 2 Stigmen nahe bei einander, nur um etwas 
mehr als das Doppelte ihres ümfanges von einander entfernt. Das 
andere Paar ist dagegen auf die Dorsalflächö gerückt und liegt hier 
bei einer 1 ,5 mm langen Larve 0,4 mm vor dem terminalen Paar. 
Die beiden Stigmen dieses Paares liegen etwas weiter auseinander 
als die terminalen. Diese Vertheilung der Stigmen trifft möglicher- 
weise nicht für alle Njxteribiiden zu, wenigstens zeichnet West- 
wood 1. c. bei Cyclopadia syke.^i (West.) vor dem eben beschriebenen 
dorsalen Paar noch ein unpaares Stigma, was an die von mir bei 
einer Larve von Nyctenbosca cjigantea m. beschriebenen Verhältnisse 
erinnern würde (29). In Osten -Sacken 's Figur sind die dorsalen 
Stigmen sicherlich zu weit nach vorn gezeichnet. jMan bemerkt an 
der Larve ferner die Ring- und die Bogennaht und ventral von der 
letzteren die Mundöffnung, aus welcher bei einzelnen Exemplaren das 
von Pratt (25) bei Melophagw^ als ,, Sauglippe" bezeichnete Organ 
hervorgestülpt ist. Ferner ist die Larve auf den hinteren zwei 
Dritteln seitwärts 6 bis 7 mal symmetrisch leicht eingeschnürt und 
nahe der Ventralfläche steht jeweils mitten zwischen zwei solchen 
Schnürfurchen eine kleine grubige Vertiefung. Sehr merkwürdig 
configurirt ist aber die Bauchfläche selber. Hier ist nämlich ein 
mittleres Feld von der Form einer elliptischen Scheibe, welches fast 
der ganzen Bauchseite der Larve entspricht, der übrigen Körper- 
oberfläche gegenüber versenkt und wird seithch und in besonders 
hohem Grade hinten von den wulstig hervortretenden angrenzenden 
Partien überwölbt. Daraus, dass diese sich darüberschiebenden 



*) Die Figur stimmt so genau mit Westwooil's Wiedergabe der Larve 
von Cyclopodia sykesi (Westw.) in der „Introduction" (78) überein, andererseits 
so wenig mit der Larve der näcbstverwandten Nycteribia (Listropodia) hlasii Kol., 
dass icb fast vermutben möcbte, Kolenati bat nur Westwood copirt, zumal 
Kolenn,ti's Angaben über die Larven in seiner späteren Arbeit (15) den Ein- 
druck erwecken, als babe er nur die trockenen Puppenbülsen vor sieb gehabt. 



28 P, Speiser: Ueber die !Nycteribiideii, 

Partieen nicht einfache Duplicaturen sind, sondern mehrfach durch 
Septen mit dem versenkten Stück verbunden sind, ihre Ränder zu- 
dem oft eine viel mächtigere Cuticula aufweisen als die übrige Körper- 
fläche, schliesse ich mit Sicherheit, dass es sich hier um eine con- 
stante Bildung handelt und nicht etwa um ein Produkt der 
Conservirung. Diese Configuration der Bauchfläche ist übrigens, 
wenn auch mangelhaft, schon von Osten-Sacken 1. c, tab. XVI, 
fig. f. dargestellt, doch wurden die seitlichen Falten für Beinanlagen 
gehalten. 

In Bezug auf die Anatomie der Nycteribienlarve muss ich mich 
leider auf die Angabe einzelner topographischer Verhältnisse be- 
schränken, da das geringe, mir zu Gebote stehende Material zur 
genauen Untersuchung nicht ausreicht und die mangelhafte Con- 
servirung das Studium histologischer Einzelheiten garnicht erlaubt. 
Im Allgemeinen ist der innere Bau der Larve ganz derselbe, wie 
ihn Pratt (25) für die Larve von Melophagvs ovimis (L.) schildert. 
Die dort beschriebenen Zapfen neben der Mundöffnung, welche Pratt 
mit Leuckart (17) als rudimentäre Mundtheile deutet, fehlen hier 
vollkommen. Dagegen ist, wie schon vorher bemerkt, die muskulöse 
Sauglippe, welche Pratt bei der MelophagKS-harve beschreibt, und 
welche als eine Neuerwerbung der Pupiparenlarve zu betrachten ist. 
hier ganz ebenso entwickelt. Auch die langen Längsmuskeln, welche 
sich an die dorsale Kopftasche ansetzen, sind vorhanden, doch 
konnte ich weder von ihnen, noch von der dorsalen Kopftasche 
selber, ein genügend klares Bild gewinnen, um genaueres aussagen 
zu können; dasselbe gilt von der ventralen Kopftasche. Oesophagus 
und Mitteldarm zeigen dieselben Verhältnisse wie bei Melophagus, 
letzterer wird auch hier von 7 Paar Dorsoventralmuskeln seitwärts 
eingeschnürt und reicht bei einer 1,5 mm langen Larve bis dicht an 
das Hinterende, wo er 0,04 mm vor der Körperwand blind endet. 
Der Enddarm steht also auch hier mit dem Mitteldarm garnicht in 
Verbindung, er liegt diesem in seinem hinteren Theile dorsal auf, 
ist 0,34 mm lang und dient im Wesentlichen nur als Ausführungs- 
gang für die Vasa Malpighii. Diese sind wie gewöhnlich bei den 
Dipteren, nur in 2 Paaren vorhanden, deren eines vom vorderen 
Ende des Enddarmes 0,56 mm nach vorne reicht und hier noch 
eine kleine Schleife einwärts und rückwärts macht, sodass sein 
blindes Ende afterwärts weist; dieses Paar liegt dorsal auf dem 
Mitteldarm. Das zweite Paar geht vom Vorderende des Enddarraes 
schräg abwärts nach hinten; es bildet dann zu beiden Seiten der 
hinteren Kuppe des Mitteldarmes je eine Schleife, um noch auf die 
Ventralfläche überzutreten und dort nahe der Umschlagsstelle der 
hinteren, die versenkte Bauchplatte überwölbenden Falte zu endigen. — 
Von besonderem Interesse ist das Tracheensystem. Die vier Stig- 
men zeigen gleichen Bau, ähnlich dem der Abdominalstigmen der 
Imago von Alelophuf/us, wie sie Kran eher (16) schildert; Pratt 
sagt über ihren Bau bei der Melophagns-Larye nichts aus. In den 
kugligen Hohlraum, in welchen man durch die rundliche Stigmen- 



Flederraausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 29 

Öffnung gelangt, ragt ein Hohlcylinder hinein, der auf seiner Innen- 
fläche dicht mit reusenartigen, unregelmässig stehenden Haaren oder 
Chitinborsten besetzt ist, und dieser Hohlcylinder bedeutet den An- 
fang der Tracheen (vgl. Taf. IH f. 2). Diese selbst gehen von den beiden 
terminalen Stigmen geschlängelt, aber ziemlich steil auf- und vor- 
wärts und haben noch hinter den dorsalen Stigmen, bei der Larve von 
1,5mm Länge 0,25mm vor dem Leibesende, eine Quercommissur, deren 
Lumen den Stämmen an Weite gleichkommt. An der Stelle dieser 
Quercommissur münden dann auch, etwas geschlängelt von vorne 
kommend, die Tracheenstämme von den Dorsalstigmen ein, und von 
hier aus ziehen, allmählich schwächer werdend, die beiden Längs- 
stamme nach vorne, wo sie sich mehr und mehr verästeln. Eine 
Andeutung eines vorderen Stigmenpaares habe ich nicht sehen können, 
ebensowenig solche rudimentäre Stigmen an den Seiten, wie sie 
Pratt für Melophagu-s beschreibt, wenn man nicht die voher be- 
schriebenen, punktförmigen Eindrücke zwischen den Seitenfurchen 
dafür ansehen will. Auch die feineren Tracheenverzweigungen, ausser 
den beiden Hauptstämmen, konnte ich nicht verfolgen. Sehr merk- 
würdig aber ist, dass auch bei der Larve den Tracheen ein Spiral- 
faden vollkommen fehlt, dass vielmehr, wie ich das für die thoracalen 
Tracheen der Imago beschrieben habe, die Tracheenwand nur eine 
ganz dünne chitiuige Intima hat, auf welcher ein dichter Filz feiner 
Chitinhärchen aufsitzt. Einen Wechsel des Lumens, wie im Thorax 
der Imago, habe ich übrigens hier nicht beobachten können. — Vom 
Nervensystem kann ich nur berichten, dass die Bauchganglienkette 
bei der 1,5 mm langen Larve deutlich die Segmentirung in 3 Thoracal- 
ganglieu, die zu einer compacten Masse vereinigt sind und 7 (oder 8?) 
Abdominalganglien erkennen lässt, welch letztere unter einander durch 
ziemlich dicke und kurze Nervenstränge verbunden sind, die sich aber 
zwischen je zwei zu je einem einzigen Ganglion verschmolzenen Gang- 
lienpaaren stets deutlich von einander trennen. Das hintere Ende des 
centralen Nervensystems reicht bis fast 'Vi der Körperlänge. — Zu 
weiteren anatomischen Feststellungen reicht mein Material nicht aus. 

c. Parasiten. 

Nachdem Kolenati schon 1856 auf der 32. Versammlung 
Deutscher Naturforscher und Aerzte in Brunn einer Mermis nycte- 
ribiae Erwähnung gethan, beschrieb er diesen Parasiten 1857 unter 
dem Namen Arthror/ii/nchus nov. gen. (14), wobei er zwei Arten 
unterschied, A. westrumhi n. sp. und A. diesingi n. sp. Die Para- 
siten sitzen dem Körper der Nycteribien mit einer hufeisenförmigen 
Platte äusserlich auf und bevorzugen nach Kolenati dabei die 
Thoracalctenidien. Man unterscheidet an ihnen einen langen schlauch- 
förmigen Körper und einen kürzern, auf derselben Basis ansitzenden, 
gegliederten Anhang, der als Rüssel gedeutet wurde. Kolenati 
betonte den ganz merkwürdigen Bau dieser Würmer, für solche 
hielt er nämlich diese Parasiten, und schlug vor, für sie eine eigene 



30 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

Untergruppe in der Klasse der Würmer zu schaffen, unter dem 
Namen Enterocohta. Diesing (4) fasste die Gattung Atikrorhynchus 
Kol. als Vertreterin einer eigenen Untergruppe AHhrorhyngodea 
seiner Bhyngodea auf, welch letztere Elemente vereinigten, die heute 
im zoologischen System weit getrennt von einander stehen (ausser 
denArthrorhynchen die Gregarinen, Acanthocephalen undGephyreen!), 
und gab zuerst Abbildungen dieser Thiere. Auf Grund dieser Ab- 
bildungen äusserte zunächst Leuckart (18) Zweifel daran, dass 
dieselben überhaupt selbstständige Thiere seien. 1870 wies dann 
Brauer darauf hin (1), dass ein von Karsten (12) inzwischen 
unter dem Namen Sfigmatomyces muscae beschriebener Pilz der 
Stubenfliege „mit dem von Kolenati als Acanthocephalen be- 
schriebenen Arthrorhynchns auf Nycterihia identisch sein dürfte." 
Diese Anregung wurde von Pey ritsch aufgenommen, und dieser 
konnte dann (23) die Arthrorhynchen Kolenati' s mit voller Sicher- 
heit als Ascomyceten erkennen; er beschrieb sie als Laboidhenia 
nycterihiae n. sp. und stellte später die eigene Gattung Helmintho- 
p/iana für diese Art auf (24). Seitdem sind nach Lindau (19) diese 
Parasiten nicht wieder beobachtet worden. 

Mir ist es gelungen, die Hehni?ithop/iana wieder aufzufinden. 
Ich fand Exemplare davon am Abdomen und Thorax von Cyclopodia 
macrura m. von Neu-Pommern in grösserer Anzahl, ferner auf 
Kucampsipoda hi/rtU Kol. aus Aegypten, beide aus dem Berliner 
Museum für Naturkunde, auf derselben Art von Burma aus dem 
Museo Civico di Genova, und auf Nycterihia (Listropodia) blasii Kol. 
aus meiner eigenen Sammlung, ostpreussischer Herkunft. — Kole- 
nati hatte seine Exemplare awi PenieilUdia conspiaiu m. aus Serbien, 
Dalmatien und dem Banat gefunden, Pey ritsch auf Nycterihia 
(Acrocholidia) vexata Westw. aus Oesterreich und auf Penicillidia 
dufouri (Westw.) aus dem Banat. 

III. 

Specieller Theil. 

a. Archinycterilbia nov. gen. 

Eine sehr auffallende Gattung, die sich vor allen übrigen Nyc- 
teribiiden durch das Fehlen zweier Merkmale auszeichnet, die sonst 
sämtlichen Arten zukommen. Es fehlt nämKch das Ctenidium am 
ersten Ventralsegment, und die Metatarsen sind ganz kurz, kaum 
so lang als die drei nächsten Tarsenglieder zusammen. 

Kopf von eigenthümlich kapuzenförmiger Gestalt, mit je einem 
einfachen Ocellus jederseits über der Antennengrube. Antennen wie 
bei der Gattung Nycterihia Latr. Rüssel kurz, der distale, dünne 
Theil, nur etwa ein Fünftel der ganzen Länge betragend. 

Thorax dorsal ohne besondere Eigenthümlichkeiten; Ctenidien 
und Halteren vorhanden. Die ventrale Platte jederseits vor den 
Mittelhüften tief eingebuchtet. Vorderhüften so lang als breit, 
ziemlich dick. 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupipareu Dipteren. 31 

Abdomen der <S mit der gewöhnlichen Anzahl von Segmenten, 
nur sind hiei' die Ventralplatten der beiden vorletzten Segmente 
nicht mit einander verwachsen. Kein Abdominalctenidium. 

Typische Art: A. actena n. sp. 

Arcliinycteribia actena n. sp. 

Taf. in fig. 6, 8 und 12. 

Nur 4 c? aus dem Berliner Museum für Naturkunde, von Herrn 
Professor Dahl am 10. 8. 189G bei Ralum auf Neu-Pommern mit 
Ci/clopO(Ua macruni m. zusammen auf Dobsonüi peronii (Geoffr.) 
gefunden. 

Körperlänge 2 mm. 

Die Kopfwand wölbt sich mit einer kappenartigen Chitindupli- 
catur dorsal und seitlich über die Antennen, zwei Drittel der 
Maxillarpalpen und den Rüssel hinüber. Die Augen stehen daher 
vom vorderen Kopfrande weit entfernt. Zwischen den Augen stehen 
einige ganz kleine Börstchen, jederseits zwei längere am Rande der 
Wangen in der Nähe des Rüsselgrundes. 

Thorax etwas länger als breit. Die Ventralplatte seitlich vor 
den Mittelhüften so weit ausgeschnitten, dass die Thoracalctenidien 
und der dorsale Rand ihrer Grube von imten her deutlich sichtbar 
sind. Die Naht zwischen Meso- und Metasternum steht zur Median- 
furche senkrecht, ihre beiden Hälften treten aber durch eine ganz 
kurze Knickung nach vorne doch unter spitzem Winkel an die 
Mittelnaht heran. Dorsal vor den Halterengruben jederseits drei 
Borsten; Halteren deutlich, kurzgestielt. — Die Vorderhüften sind 
durch eine Verbreiterung nach vorne und oben etwa so breit als 
lang, sie erinnern in ihrer Form an die Vorderhüften der Strebliden ; 
Mittel- und Hinterhüften von gewöhnlicher Bildung. Die Schenkel 
sind alle etwas verdickt, mit der gewöhnlichen Impression, die 
Tibien etwas kürzer, ohne characteristische Beborstung; die drei 
Querreihen von Borsten auf der Ventralseite sind auch hier deut- 
lich. Die Metatarsen kurz, kaum so lang als die drei nächst- 
folgenden Tarsenglieder zusammengenommen, diese und das End- 
glied, welches eben so lang als das erste ist, von gewöhnlicher 
Bildung. 

Am Abdomen fällt die schwache Chitinisirung auf, indem 
wenigstens auf der Dorsalseite^ mit Ausnahme der beiden letzten, 
jedes Segment aus zwei lateralen Chitinplatten besteht, die nur am 
Hinterrande beborstet sind. Auf der Ventralseite fehlt als auffälliges 
Merkmal das Ctenidium am ersten Segment, und infolge der all- 
gemeinen geringen Chitinentwickelung sind hier auch die bei den 
übrigen Nycteribiiden stets verschmolzenen Ventralplatten des vierten 
und fünften Segments von einander getrennt. Allerdings ist das 
vierte Segment nur durch zwei seitliche schmal dreieckige Chitin- 
platten, deren Spitzen sich in der Mitte beinahe berühren, und 



32 P. Speiser: lieber die Nycteribiideii, 

durch einen schwachen Borstenkranz dargestellt, und das fünfte 
Segment lässt fast gar keine derberen chitinigen Antheile mehr 
erkennen, ist aber durch seinen Borstenkranz noch genügend ange- 
deutet; es ist in der Mitte des Hinterrandes bogig ausgeschnitten. 
Haltzangen lang und schmal, sehr spitz. 

b. Die Gattung Penicillidia Kol. 

Als Kolenati 1857 zum ersten Male eine Trennung der alten 
Gattung Nycterihia Latr. versuchte (47), fasste er drei Arten unter 
dem Namen Megistopodu zusammen, welche nebst der dort ebenfalls 
begründeten und später in zweie zerlegten Gattung Eucampsipoda 
das Merkmal ,, sitzender", d. h. ganz kurz gestielter Schwinger 
gemeinsam haben sollten. An Stelle des schon vergebenen Namens 
Megistopoda setzte er 1862 selber Penicillidia, doch wurde von den 
späteren Autoren diese Gattung als nicht genügend begründet ange- 
sehen und nicht angewandt. Dieselbe unterscheidet sich jedoch in 
einem sehr wesentlichen Punkte von dem Reste der alten Gattung 
Nycterihia Latr., und ich erhalte sie demnach aufrecht. Penicillidia 
besitzt nämlich deutliche Augen, welche den übrigen Nycteribiiden 
(mit Ausnahme der auch sonst genügend unterschiedenen Gattungen 
Cyclopodia Kol., Evcampsipoda Kol. und Archinycterihia m.) fehlen, 
und dieses möchte ich als das wichtigste und massgebende Merkmal 
hinstellen. Die Form der Halteren ist erstens nicht immer leicht 
zu erkennen, zweitens aber, was das Wichtigste ist, bei Penicillidia 
nur ganz unbedeutend von Nycterihia abweichend. Ausserdem 
kommt dieser Gattung noch in der Mehrzahl ihrer Arten eine wesent- 
lich robustere Gestalt zu, sowie eine besonders an den Beinen auf- 
fallende kräftigere Bsborstung, von welcher auch der Name Peni- 
cillidia entnommen ist. Typische Art der Gattung ist Nycterihia 
dufouri Westw. 

1. Penicillidia dufouri (Westw.). 

Für identisch mit dieser Art halte ich P. leachi Kol. Unter 
dem Material, welches Herr Dr. Luhe mitbrachte, waren nämlich 
85 Exemplare, welche entweder zu P. dufouri oder P. leachi Kol. 
gehörten. Nach deren Untersuchung glaube ich bestimmt sagen zu 
können, dass die Unterschiede zwischen den genannten Arten, wie 
sie Kolenati 1857 und 1862 angiebt, innerhalb der Grenzen 
der individuellen Variation liegen. Es war schon auffällig, dass die 
eine der beiden Formen sehr häufig und weit verbreitet sein sollte, 
die andere, längst bekannte dagegen von Kolenati als eine ,, seltene 
Erscheinung" bezeichnet wurde. 

Die Vergleichung nach Kolenati's Figuren wird dadurch sehr 
erschwert, dass Kolenati das 9 seiner P. leachi nach einem 
Exemplar mit durch Gravidität stark aufgetriebenen Abdomen ab- 
bildet, das 9 von P. dti/m/ri (Westw.) mit nicht gefüllten Abdomen. 
Umgekehrt ist das Abdomen des abgebildeten (S von P. dufouri 



Fledennausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 33 

(Westw.) durch aufgenommene Nahrung oder dergl. derartig auf- 
gebläht, dass Kolenati das erste Segment fast garnicht mehr hat 
sehen können, während das c? von /< leachi Kol. geradezu platt- 
gedrückt erscheint. — Ich will übrigens gleich hier bemerken, dass 
diese letztere Figur bis auf geringfügige, durch genauere Kenntnis 
der Morphologie erkläi'bare Abweichungen mit der von Guerin- 
Meneville (45) abgebildeten Nycteribia westwoodi so genau über- 
einstimmt, dass ich beide für ganz dieselbe Art halten und daher 
auch N. westwoodi Guer.-Men. als synonym zu Penicillidia dufoui'i 
(Westw.) betrachten muss. — Kolenati's Figuren kann also eine 
wesentliche Bedeutung bei der Entscheidung der Identität beider 
Arten nicht zugeschrieben werden, sie können nur ganz gelegentlich 
herangezogen werden. 

In der Beschreibung erscheint als wesentlichstes Merkmal, 
dass bei P. leachi Kol. der Thorax von der Ventralfläche aus 
gesehen an seinem hinteren Rande dreimal geschweift sein soll. 
Die Figur 25 c (15 tab. XII) zeigt denn auch diese dreimalige 
Schweifung, zeigt aber zugleich, dass Kolenati (oder sein Zeichner 
Müller) etwas für eine Einziehung im ümriss der unteren Thorax- 
fläche gehalten hat, was thatsächlich nur durchschimmert und 
nichts anderes ist, als die schrägen Wände der Gelenkgrube für 
das Hinterbein. Diese erscheinen von unten her in der Verkürzung 
gesehen dunkel und wie wirkliche Ränder am Thorax, aber nicht 
nur bei F. dufoun Kol., sondern bei gewisser Einstellung des 
Microscops bei allen Nycteribiiden. — Das Abdominalctenidium soll 
bei F. leachi Kol. 48 Zähne haben, bei F. dufouri (Westw.) da- 
gegen nur 44, die zu je zweien einander genähert sind. Auch 
dieses Merkmal ist unhaltbar, denn die Zahl der Zähne in diesen 
Ctenidien variirt bei allen Nycteribien arten innerhalb recht weiter 
Grenzen, sodass es wohl nirgend als Hilfsmittel für die Species- 
trennung benutzt werden darf. Das mir vorliegende Material ent- 
hielt Individuen mit je 38 — 45 Zähnen mehrfach, aber es fand sich 
auch je eines mit 32 und mit 48. Dabei war von einer durchweg 
paarigen Anordnung dieser Zähne, wie Kolenati sie in der Be- 
schreibung seiner Nydenbia jratienfcldi zeichnet (46), welche er 
später selbst für identisch mit N. dufouri Westw. erklärt, nichts 
zu sehen. Es stehen wohl hie und da einmal zwei Stacheln dichter 
beisammen als die andern, auch einmal 2 oder 3 solcher Paare 
nebeneinander, die Regel aber ist das nicht. Nicht einmal, dass 
die beiden mittelsten Stacheln deutlich kleiner sind, was nach 
Kolenati beiden Arten zukommen soll, war constant, ich fand es 
sogar eher als Ausnahme. Meine Meinung bestätigte Herr Professor 
Dahl-Berlin, welcher die Liebenswürdigkeit hatte, auf meine Bitte 
hin ein im Berliner Museum für Naturkunde aufbewahrtes, von 
Kolenati selbst herrührendes Stück von Nyderihia fraiienfeldi 
Kol. = N. dufouri Westw. daraufhin zu untersuchen; er schreibt: 
„Die Chitinstacheln sind etwa gleich weit von einander entfernt, 
nicht deutlich paarweise." — Und in Bezug auf ein anderes, von 

Arch. f. Natnrgesch. Jahrg. IWl. Bd. I. H. 1. 3 



34 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

Kolenati besonders hervorgehobenes Merkmal schreibt er: „Die 
Figur zwischen den Haftscheiben des Abdomens (d') scheint keine 
regelmässige zu sein, .... jedenfalls stimmt sie mit den beiden 
Zeichnungen Kolenati's nicht überein." Auch ich fand bei dem 
mir vorliegenden Material, dass diese aus kurzen Chitindörnehen 
gebildete Figur ganz erheblich variirt, namentlich in der Stellung 
und Anzahl der Dornen, die sich häufig garnicht irgendwie in 
Querreihen gruppiren, wie es Kolenati als Regel angiebt. Jedes 
Individuum zeigt ein anderes Bild. 

Ebenso ist es mit den Dornhöckerchen auf den „Haftscheiben." 
Von 13 oder 6 deutlichen Reihen ist da keine Rede. Wo man in 
dem Gewirr überhaupt einigermassen Reihen erkennen kann, sind 
es bald 8, bald 10, bald 7 oder 9, aber bei jedem Thier in anderer 
Richtung verlaufend; bei einem Stück erschienen diese stumpfen 
Dörnchen sogar in concentrischen Ringen angeordnet. Ein einziges 
Exemplar hatte annähernd deutlich 6 Querreihen, wie l\ leaclu 
Kol. es nach Kolenati haben soll; dessen Haltzangen waren aber 
nur innen beborstet, wie es nach Kolenati gerade F. dufouri 
(Westw.) zukommt. Auch dieses Merkmal variiert individuell sehr 
stark, ebenso die Beborstung auf dem Kopf, wo von Reihenbildung 
ebenfalls garnicht die Rede ist. — Wenn ich nun noch hinzufüge, 
dass das erste Segment des Rückens je nach dem Grade der 
Füllung des Abdomens länger oder kürzer erscheint, da man es 
bei stärker gefüllten Abdomen von oben her mehr in der Ver- 
kürzung sieht, dass ferner die scheinbare Länge des dritten und 
vierten Ventralsegments ebenfalls nur von dem Füllungsgrade des 
Abdomens abhängig ist, so glaube ich genugsam dargethan zu 
haben, dass, beim c? wenigstens, alle wirklich stichhaltig er- 
scheinenden Unterschiede lediglich individueller Natur 
sind. Aber auch das 2 von P. leachi Kol. gehört unbedingt sicher 
zu P. dufouri (Westw.); eines der augenfälligsten Merkmale nämlich, 
das einzige unter den nur dem 9 entnommenen, welches stichhaltig 
erscheinen könnte, dass der Hinterrand des ersten Abdominalsegments 
dorsal nur an den Seiten und nicht am ganzen Rande beborstet 
sein soll, trifft nach Westwoods und Dufours Abbildung gerade 
für P. dufouri (Westw.) zu, wird aber von Kolenati für 
P. leachi Kol. in Anspruch genommen. Auch die beiden symme- 
t/ischen Gruppen von Stachelborsten am Hinterrande des zweiten 
Rückensegmentes, die nach Kolenati bei beiden Arten verschieden 
geformt sein sollen, können nicht für eine Unterscheidung mass- 
gebend sein, da ihre verhältnismässige Grösse ebenso schwankt wie 
ihre Zahl. Ich fand ausser wenigen Exemplaren, die die von 
Kolenati angegebene Anzahl von 5 Stacheln jederseits hatten, 
solche mit 3 — 8 Stacheln auf beiden Seiten in verschiedener Com- 
bination dieser Zahlen. 



Fledermausparasiten aus der Grupjie der pupiparen Dipteren. 35 

2. Penicillidia monoceros m. 

Diese Art fand ich am 27. 10. 1897 in 4 Exemplaren, 2 c? 2 $, 
auf einem Exemplar einer leider unbestimmt gebliebenen Myotis- 
Art, welches ich hier in Königsberg gefangen hatte. Im Berliner 
Museum für Naturkunde sind ferner 2 Exemplare ohne Vaterlands- 
angabe vorhanden, deren eines von „Dr. Jachno" gesammelt 
wurde. 

Ich habe die Art in einer kleinen faunistischen Zusammen- 
stellung (72) schon kurz mit folgenden Worten characterisirt: „Zur 
vorläufigen Characteristik dieser Art genügt es zu sagen, dass sie 
im Allgemeinen mit P. dufouri (Westw.) übereinstimmt, dass aber 
der Kopf, wenn man von Antennen, Palpen und Rüssel absieht^ 
ganz die Form hat wie das Halsschild des Notoxys monoceros (L.) 
(Coleopt.), d. h. in der Mitte seines Vorderrandes einen unpaaren 
dornartigen Fortsatz von des Länge des übrigen Kopfes trägt." 
Hier gebe ich jetzt die ausführliche Beschreibung, 

Der Kopf bietet in seiner Form ein ganz eigenthümliches Bild; 
die Gesichtsleisten zu beiden Seiten der Antennengrube treten näm- 
lich ganz besonders stark hervor, namentlich in ihrem oberen Ab- 
schnitt, sodass die Augen etwas weiter vom Vorderrande entfernt 
stehen als bei P. dufouri (Westw.). Die Gesichtsleisten vereinigen 
sich endhch mit einem Fortsatz der Stirn zu einem unpaaren, me- 
dianen, konischen Hörn, welches vorne stumpf zugespitzt ist. Dasselbe 
ist, von den Augen bis zu seiner Spitze gerechnet, nur wenig kürzer 
als der übrige Kopf (von den Augen bis zum Hinterkopf) und ist 
auf seiner Oberfläche mit Ausnahme der Spitze undicht mit eben- 
solchen Borsten besetzt, wie sie auch zwischen den Äugen stehen. 
Sonst stehen am Kopfe nur wie gewöhnlich auf den Gesichtsleisten 
und den Wangen selbst Borsten. Die Maxillarpalpen sind besonders 
auf ihrer unteren Fläche auffallend langborstig. 

Der Thorax bietet keinerlei Besonderheiten, die Beine sind von 
gewöhnlicher Bildung, die Metatarsen bogenförmig gekrümmt. Die 
Beborstung ist auf den Tibien am dichtesten, buschig mit einzelnen 
besonders lang hervortretenden Borsten auf der Dorsalkante, deren 
Zahl jedoch ebensowenig constant ist, wie die der langen Borsten 
auf der Ventralseite der Schenkel. 

Am Abdomen des d^ sind die drei ersten Segmente auf der 
ganzen Fläche gleichmässig kurz beborstet, das zweite und dritte 
am Rande mit langen Borsten versehen, was auch für das vierte 
und fünfte zutrifft, die auf der Fläche selbst nur je eine einzelne 
unregelmässige Reihe feinerer Börstchen tragen. Das Analsegment 
ist in seinem vordem Abschnitt kahl, hinten dicht mit kleinen 
Börstchen besetzt, am Rande langboistig. Auf der Ventralseite ist 
das erste Segment gleichmässig kurz beborstet und trägt ein Cte- 
nidium von kurzen kräftigen Zähnen, auf den seitlichen Partien 
stehen ebenso wie auf den folgenden Segmenten einzelne längere 
weichere mehr gelbe Borsten. Das zweite und dritte Segment sind 

3* 



36 P. Speiser: Ueber die I^ycteribiiden, 

auf der Fläche kahl, am Rande mit langen Borsten besetzt, das 
vierte trägt zwei dicht mit stumpfen Chitinhöckern besetzte 
„Haftscheiben" wie bei P. dufouri (Westw.) und zwischen diesen 
eine unregelmässige Reihe von kurzen kräftigen Chitinstacheln, sowie 
vor diesen einzelne längere dünne Borsten. Die Haltzangen sind 
kräftig und kurz, ebenso gestaltet wie bei P. dufovri Westw., auf 
ihrer ganzen Aussenkante und dem proximalen Theil der Innenkante 
beborstet. Sie liegen divergent mit ihren Spitzen unter dem Rande 
des vorletzten Segments. 

Am Abdomen des 9 ist das erste Segment dorsal auch nur zu 
beiden Seiten seines Hinterrandes beborstet, das zweite zeigt am 
Hinterrande neben einer medianen Einbuchtung jederseits ein paar 
Chitinzähne, von welchen aus dunkle braune Bänder durch die hell- 
braune Fläche nach dem Vorderrande des Segmentes laufen, wo 
sie sich stark verbreitem. Das dritte Segment ist kahl, nur am 
Hinterrande durch einen Kranz längerer Borsten gegen das folgende 
Segment (4 + 5) abgesetzt, welches die von Kolenati als „Haft- 
scheiben" gedeuteten, glatten bohnenförmigen Chitinplättchen trägt, 
übrigens gleichmässig kurz beborstet ist. Die Ventralfläche bietet 
keine Besonderheiten ; sie ist gleichmässig kurzborstig, nur die Hinter- 
ränder der Segmente tragen längere Borsten, insbesondere an den 
Seitenecken. Die Platte vor der Genitalöffnung ist hinten quer ab- 
gestutzt und ein ganz klein wenig ausgebuchtet. 

Länge 3 — 3,5 mm. 

3. Penicillidia conspicua n. nom. 

Fenicillidiu xoestwoodi Kol. nee Gruer. Men. 

Nachdem der Name Nycterihia vjestwoodi durch Guerin-Mene- 
ville schon 1844 (in der letzten Lieferung seines 1829 — 44 datirten 
Werkes) vergeben ist, muss Kolenati's 1856 benannte N. westwoodi 
einen anderen Namen erhalten, wenn auch A'. westwoodi Guer-Mem., 
wie vorher erwähnt, als synonym zu i'enicülidia dufouri (Westw.) 
wegfällt. Da die Art sich vor den übrigen europäischen Nycteribiden 
durch ihre Grösse auszeichnet und auch sonst von den verwandten 
Arten durch sehr markante Merkmale in beiden Geschlechtern leicht 
zu unterscheiden ist, habe ich obigen Namen gewählt [conspicuus 
= ansehnlich). 

Der Beschreibung und Abbildung, wie sie von Kolenati gegeben 
wird, habe ich nach Untersuchung von 3 Exemplaren aus Tebourba 
(Tunis) nichts hinzuzufügen. 

4. Penicillidia fulvida (Bigot). 

Untersucht 2 <S aus dem Museum für Naturkunde von Berlin; 
das eine mit der Bezeichnung „Centralmadagaskar, Hidebrandt 
leg." in Alcohol, das zweite trocken auf Nadel mit dem Etikett 
„Afr. austr., Drege." 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupipareii Dipteren. 37 

Bigot beschrieb die Art vom Cap der guten Hoffnung (35). 

Als Ergänzung zu Bigot' s Beschreibung ist folgendes zu be- 
merken: 

Die Farbe ist ein helles Rothbraun mit fuchsiger Behaarung. 

Der Kopf bietet nichts besonderes, er ist zwischen den Augen 
dicht mit dunkeln Borsten besetzt, sonst kahl. — Thorax ventral 
breiter als lang; die Grenze zwischen Meso- und Metasternum bildet 
einen sehr stumpfen Winkel, Vorderhüften dick und kurz. Die 
Schenkel zeigen alle die gewöhnliche Impression (von Bigot nicht 
gesehen), sind nur sehr fein behaart, mit Ausnahme des distalen 
Drittels, welches namentlich dorsal Büschel sehr starker Borsten trägt. 
„Haftscheiben" fehlen. Tibien ausser der proximalen Hälfte der 
Ventralfläche stark und gleichmässig beborstet. Metatarsus an seiner 
Wurzel stark gekrümmt, so lang als die Tibia; die vier letzten 
Tarsenglieder ohne Besonderheiten. 

Abdomen dorsal sehr buschig beborstet, nur auf den ersten 
beiden Segmenten kurz und hier auch die Randborsten nicht lang. 
Am Rande des dritten, vierten und fünften und auf den Hinterecken 
des Analsegments stehen dann aber sehr starke und auffällig lange 
Chitinborsten, welche zusammen als dichter Busch über die Seiten 
und das Hinterende des Abdomens herüberragen, wie die Stacheln 
bei Hystrix. Ventral ist die Beborstung spärlich, nur auf dem vor- 
letzten Segment (4 -'- 5) bilden wie bei /-*. dufouri (Westw.) kürzere 
dicke Dornen eine unregelmässige Figur. Das Ctenidium am ersten 
Ventralsegment ist aus sehr kurzen^ sperrig stehenden Stacheln 
zusammengesetzt und hat in der Mitte eine kleine Lücke. Die Halt- 
zangen sind kurz und dick, dicht beborstet. 

Länge der von mir untersuchten Exemplare etwas über 4 mm; 
Bigot giebt 5 mm an. 

5. Fenicillidia pachymela n. sp. 

(jjta'xyq dick, rä [liXrj die Glieder). 

2 c? in der Sammlung des Museo Civico di Storia naturale di 
Genova, am 21. 2. 1896 bei Sancurar im Somalilande von Bottego 
gesammelt. 

Länge 4 mm. 

Der vorigen Art sehr ähnlich, aber doch deutlich unterschieden. 
Die Farbe ist wesentlich dunkler, schwarzbraun mit schwarzer Ab- 
dominalbeborstung, während P. julvidu (Big.) mehr rotbraun ist 
mit hellrotbrauner Beborstung. Kopf wie bei der vorigen Art, 
Thorax ohne Besonderheiten, Achselctenidien mit über 20 feinen, 
langen Zähnen. Beine mit sehr auffallend dicken Schenkeln, 
die doppelt so dick sind als die Tibien, während sie bei P. fulvida 
(Big.), wenn auch deutlich, so doch nicht sehr viel dicker als diese 
sind. Die Mittelschenkel sind im proximalen Theil nur wenig 
schwächer beborstet als im distalen. Die Beborstung der Tibien 
erscheint spärlicher, und ebenso ist die Beborstung des Abdomens 
nicht ganz so dicht und lang. 



38 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 



6. Peniciliidia seuegaleusis (Gerv.). 

Diese von Gervais (42) ohne nähere Beschreibung abgebildete, 
von Kolenati (15) nicht erwähnte und fast verschollene Art, die 
ich allerdings nicht aus eigener Anschauung kenne, gehört sicher 
auch zu dieser Gattung. Das abgebildete Exemplar scheint mir ein 9 
zu sein, wie aus dem Fehlen der nicht übersehbaren Haltzangen am 
letzten Segment hervorgeht, und wenn man der im Allgemeinen 
nicht schlechten Abbildung folgen darf, hat die Art keine Haft- 
scheiben und sicher keine irgendwie auffällig verdickten Schenkel. 
Sie schliesst sich immerhin am nächsten den beiden eben be- 
sprochenen Arten an und wurde darum hier erwähnt. 

7. Peniciliidia ienynsi (Westw.). 

Diese Art hat im Laufe der Zeit verschiedene Deutungen er- 
fahren; sie wurde zuletzt von v. d. Wulp (33 und 34) sogar zur 
Gattung Cyclopodia Kol. gebracht, obgleich in Westwood' s Figur 
von einer Ringelung der Tibien nichts zu sehen ist. Wie schon 
früher erwähnt, gehören die von v. d. Wulp als zu dieser Art ge- 
hörig betrachteten Exemplare zu Cyclopodda horsfieldi de Meij. 
Westwood's Figur zeigt aber ganz deutlich das Vorhandensein 
von einfachen Augen, und ich ziehe daher die Art hierher zur 
Gattung Peniciliidia Kol. Dabei möchte ich bemerken, dass Ron- 
dani ebenfalls eine nicht hierher gehörige Art als Nyctenhia 
ienynsi Westw. bestimmt und beschrieben hat (66); ich habe das 
betr. Exemplar aus der Sammlung des Museo Civico di Genova vor 
mir und komme später noch darauf zurück. Ob Schiner (70) that- 
sächlich unsere Art vor sich gehabt hat, lässt sich nicht entscheiden, 
mir ist es auch nicht sehr wahrscheinlich, da West wo od sie aus 
China beschrieb und Ceylon immerhin weit genug abliegt, um die 
Annahme einer andern Art zu rechtfertigen. 

Ich selbst betrachte als hierher gehörig 12 c? aus der Sammlung 
des Museo Civico di Genova, von Modigliani in den 90"'' Jahren 
auf Fledermäusen aus der Höhle von „Lian si Paghe" auf Sumatra 
gesammelt. 

Länge 2,5 mm. 

Kopf zwischen den Augen dicht buschig beborstet, sonst nur 
an den Wangenrändern mit einigen Borsten. Die Maxillarpalpen 
an der Spitze auffallend langborstig (von Westwood besonders 
betont). Thorax ohne Besonderheiten, seine Ventralfläche etwas 
stärker von vorn nach hinten gekrümmt mit einer schwarzen Mittel- 
linie. Beine lang und dünn (von Westwood hervorgehoben), Vorder- 
hüften kurz. Schenkel kurzborstig, nur im distalen Drittel ihrer 
ventralen Fläche mit längeren Borsten, von denen einzelne besonders 
auffallend abstehen. Tibien oben und unten recht dicht beborstet, 
auf der Dorsalseite stets einzelne, meistens drei Borsten besonders 
gerade und steil abstehend. Metatarsen leicht gekrümmt, Tarsen 



Fledermausparasiteu aus der Grruppe dei' pupiparen Dipteren. 39 

von gewölmlicher Gestalt. Das erste Abdominalsegment ist au 
fallend lang, auf der Fläche kahl, am Hinterrande mit braune 
langen Borsten nicht besonders dicht besetzt. Die 4 folgenden Sag 
niente sind ebenfalls nur am Hinterrande beborstet, die Borste ^. 
sind, wenigstens in der Mitte des Randes, sehr lang und schwarz 
Das Aualsegment nur an den Hinterecken mit spärlicher, nicht 
langer Beborstung. Ventral zeigt das Abdomen keine Besonder- 
heiten; das Ctenidium ist sehr schwach entwickelt, aber deutlich, 
die Segmente sind ganz kurz beborstet und auch an ihrem Hinter- 
rande nur mit feinen Borsten besetzt. Haftscheiben fehlen. Die 
Haltzangen schlank, leicht gebogen, am äusseren Winkel der Wurzel 
je eine lange Borste. — Das 9 ist immer noch unbekannt. 



8. Penicillidia enxesta n. sp. 

3 Exemplare in der Sammlung des Museo Civico di Genova, 
ein d* von den Karenni-Bergen bei Toungoo in Burma, von Fea 
im Februar 1888 gesammelt, und ein Pärchen, welches derselbe 
1886 auf Phyllorhina armigera Hodgs. von „Catein Cauri" fand. 

Länge 3,5 mm. Farbe ein gelbliches Rothbraun. 

Auf dem Scheitel nur sehr wenige Börstchen, ebenso auf den 
Wangenrändern. Maxillarpalpen am Ende mit ausserordentlich langen 
Borsten. 

Thorax dorsal ohne Besonderheiten, ventral länger als breit mit 
fein schwarzer, hinten grubig endigender Mittellinie, die ganze 
Fläche vertieft punktirt. Mesosternum auffallend lang, vom Vorder- 
rande des Thorax bis zur Naht fast halb so lang wie das Meta- 
sternum. Vorderhüften ziemlich gross, mehr als ein Drittel so lang 
als die Schenkel, diese selbst nur spärlich kurz beborstet. Tibien 
dorsal und in der distalen ventralen Hälfte mit stärkeren Borsten, 
von denen dorsal einzelne steil abstehen. Metatarsen nur schwach 
gebogen. 

Das Abdomen habe ich an den trocken aufbewahrten Exemplaren 
nicht genau studiren können. Beim o sind die Segmente dorsal 
durchweg fein beborstet, und tragen am Hinterrande je eine Reihe 
stärkerer brauner Borsten, die jedoch nicht die auffallende Dicke 
haben wie bei den andern Arten. Ueber die Haltzangen vermag 
ich keine Angaben zu machen, da die beiden d^ mit der Bauchseite 
auf Carton geklebt sind. Beim 2 wiederum ist nur die Ventralfläche 
sichtbar. Sie zeigt ein fein beborstetes erstes Segment mit einem 
dichten schwarzen Ctenidium und eine sehr auffällig gebildete Platte 
vor der Genitalöffnung. Dieselbe ist ausserordentlich breit und lang, 
am Hinterrande mitten scharf eingezogen und durch eine Längsfurche 
in zwei Hälften getheilt. Auf ihrem hintersten Abschnitt stehen 
einzelne feine Börstchen verstreut, sonst aber ist die ganze Platte 
wie polirt, ganz glatt und spiegelnd; ich habe daher der Art ihren 
Namen, von sv^EOToq wohlgeglättet, gegeben. 



40 P. Speiser: lieber die Nycteribiiden, 

9. Penicillidia nattereri (Kol.) 

Auch diese, von Kolenati zu Listropodia gestellte Art, bringe 
ich hierher, da sie deutliche Augen besitzt. Ich konnte ein auf 
Myotis {VeHpertilio) nattererilL\x\i[ am 3. 8. 1897 gefundenes Pärchen 
aus der Sammlung des Herrn Dr. Hilg er -Karlsruhe untersuchen 
und stelle hierher, wenn auch mit einigen Bedenken, 1 9 von Myotis 
myotis Bechst. (=: Vespertilio murinus Schrlb.), 3. 8. 1897 gefunden 
und 4 Exemplare, 1 d*, 3 9, welche am 28. 9. 1897 auf Myotis 
(i= \'esp. bechsteini) J.eisl. gefunden wurden. Die letztgenannten 
5 Stück sind allerdings wesentlich kleiner als die ersten beiden, 
2 mm gegenüber 2,3 — 3 mm, stimmen aber sonst gut mit jenen 
üb er ein. 

Die Art steht den beiden zuletzt besprochenen am nächsten und 
vermittelt in gewisser Weise den Uebergang zur gleich zu be- 
sprechenden Gattung Nycierihia Latr., indem das Abdomen des 9 
eine Segmentirung zeigt, die mit Listropodia eher übereinstimmt als 
mit den übrigen Penicillidien. Auch die Augen sind etwas anders 
als bei den andern Arten dieser Gattung, sie haben deutliches Pig- 
ment. Im Uebrigen ist Kolenatis Beschreibung nichts hinzuzufügen. 

c. Neue und genauer zu beschreibende Arten der 

Gattung Nycteribia Latr. 

Wenn auch die alsbald zu besprechenden Gattungen Cydopodia 
Kol. und Evcampsipoda Kol. allgemein als berechtigt anerkannt 
sind, und auch Ptnicillidiu Kol., wie ich soeben zu zeigen versucht 
habe, als eigene Gattung Berechtigung hat, so möchte ich doch 
andererseits die weitere Zerlegung der alten Gattung Nycteribia 
Latr. als zur Zeit unthunlich betrachten Die Merkmale, welche 
die drei Gruppen Acrocholidia Kol., Listropodia Kol. und Stylidia 
Westw. trennen, sind meiner Auffassung nach nicht durchgreifend 
genug, um diese Gruppen als Genera neben den genannten andern 
aufrecht zu erhalten. Wenn man aber diese drei Gruppen lediglich 
als Subgenera zu Nycteribia Latr. betrachtet, dann characterisirt 
sich letztere Gattung recht gut durch das Fehlen der Augen. Es 
sei hier bemerkt, dass Kolenati allerdings bei sämtlichen von 
ihm abgebildeten Nycteribiiden Augen zeichnet, dem gegenüber kann 
ich nach mehrfacher Untersuchung bestimmt versichern, dass weder 
N. (^Listropodia) blasii Kol., noch N. (L.) pedicvlaria Latr., noch 
N. (Acrocholidia) vexata Westw. oder N. (Stylidia) biartictf Iota Herrn. 
Augen besitzen; von A^. {Listropodia^ schmidli Schin. hatte Schiner 
das schon in der Originalbeschreibung selbst gesagt, ich kann auch 
das bestätigen. Nur N. {Acrocholidia) bechsteini Kol. kenne ich 
nicht, doch ist wohl anzunehmen, dass auch sie sich darin ihrer 
nächsten Verwandten, N. (A.) vea ata Westw. anschliesst; oder sollten 
etwa die eben erwähnten von mir zu Penicillidia nattereri (Kol.) 
gestellten kleineren auf Myotis {~ Vespertilio) bechsteini Leisler gefun- 



Pledermausparasiten aus der Gruppe der pupipareu Dipteren. 41 

denen Exemplare zu dieser Art gehören? Die Configuration des Ab- 
domens würde stimmen. — Man sieht am Kopf einzelner Exemplare 
der genannten Ai'ten, besonders bei N. {J.istropodia) j^edicularia Latr. 
bisweilen etwas vor der Stelle, wo sonst die Augen stehen, einen 
dunkleren Fleck, doch ist dieser sicher auf ein Durchschimmern 
des zuweilen besonders dunkeln Grundes der Fühlergrube zurück- 
zuführen, die feine Runzelung der Chitindecke geht darüber gleich- 
massig hinweg. 

Im Folgenden sollen nur diejenigen Arten genannt werden, zu 
deren Characteristik ich etwas neues hinzufügen kann; im übrigen 
will ich noch bemerken, dass, soweit die zum Theil recht oberfläch- 
lichen Beschreibungen ein ürtheil darüber zulassen, die bisher 
beschriebenen exotischen Arten alle zur Untergattung Acrocholidia 
Kol. zu gehören scheinen. Allenfalls könnten N. mexicana Bigot 
und N. antrozoi Towns. Listropodien sein. 

1. N. (Acrocholidia) oceanica Bigot. 

Untersucht ein d^ aus des Sammlung des Zoologischen Instituts 
zu Göttingen, gefunden auf Chalinolohns gouldi Gray 1841 aus 
Smithfield, Neu-Süd-Wales. 

Länge 2,6 mm. 

Kopf auf der Mitte der Stirn mit einigen längeren, am Wangen- 
rande mit zahlreichen kurzen Borsten, sonst ohne Besonderheiten. 
— Thorax ventral breiter als lang, fein beborstet, die Medianfurche 
gegen das Hinterende etwas erweitert und mit einer tiefen Grube 
endigend. Auf der Dorsalfläche vor der Halterengrube 12 — 18 
Borsten. Vorderhüften etwa 1 ' '« mal so lang als breit, ein Drittel 
der Schenkellänge erreichend, dicht beborstet. Schenkel und Tibien 
mit gleichmässiger kurzer Boborstung, auf den Mittel- und Hinter- 
schenkeln die proximale Hälfte dorsal nackt. Tibien dorsal mit je 
3 senkrecht abstehenden langen Borsten hinter der Basis, auf der 
Mitte und etwas vor dem Ende, wovon die basale die längste ist; 
ventral im distalen Abschnitt mit drei Querreihen etwas kräftigerer 
Borsten. Die Metatarsen zeigen an allen Beinen zu beiden Seiten 
eine eigenthüm liehe ganz feine Bewimperung; sie sind übrigens nur 
7:3 so lang als die Tibien und fast ganz gerade. Die übrigen 
Tarsenglieder von gewöhnlicher Bildung. 

Nur das erste Abdominalsegment ist auch auf der Fläche be- 
borstet und zwar auf deren vorderer Hälfte mit 3 unregelmässigen 
Reihen ganz kurzer Börstchen. Am Hinterrande stehen, ziemlich 
regelmässig abwechselnd immer 2 lange und eine ganz kurze Borste, 
die langen bis etwas über den Hinterrand des nächsten Segmentes 
reichend. Die 4 folgenden Segmente sind auf der Fläche kahl, am 
Hinterrande in ähnlicher Weise beborstet, nur dass am dritten bis 
fünften die kleinen Borsten zahlreicher und am fünften die mittelsten 
der langen Borsten auffallend sind. Analsegment an den Hinter- 
ecken mit je 2 sehr langen und einer grösseren Anzahl kurzer 



42 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

Borsten. Das erste Ventralsegment in der Mitte seicht vertieft, in 
der hintern Hälfte mit 4 Reihen kurzer Börstchen. Das Ctenidium 
mit 60 schlanken kräftigen Stacheln. Segment 2 auf der Fläche 
kurzborstig, am Rande wie das sonst kahle dritte Segment mit einer 
einfachen Reihe längerer Borsten. Das vorletzte Segment kahl, vor 
dem Rande eine Reihe langer Borsten, am Rande mit einer Gruppe 
von kurzen Stacheln, mit ein paar langen dünnen Borsten dazwischen. 
Analsegment an den Seiten reichlich kurz beborstet. Haltzangen 
lang und schlank, auf der Aussenseite mit spärlichen schwachen 
Borsten besetzt. 

2. N. (Acrocholidia) dispar n. sp. 

4 Exemplare in der Sammlung des Herrn Dr. C. Hilger- 
Karlsruhe aus Kaiser- Wilhelms-Land : 1 c? und 2 9 von Vespertüio 
(= Vesperit.go) ahramus Temm., 1 9 von Kiodotus minimiis (Geoffr.). 

Länge 2 — 2,5 mm. 

Kopf ohne Besonderheiten, wenig länger als hoch; auf dem 
Scheitel und den Wangenrändern spärlich, auf den Seitenflächen 
etwas reichlicher beborstet. 

Thorax breiter als lang, rundHch, die Ventralplatte spärlich 
mit verhältnissmässig langen Borsten besetzt, in der Mitte des Hinter- 
randes und unter den Hinterhüften je ganz leicht eingebuchtet. 
Ctenidien mit dünnen, schlanken Zähnen, den Rand des Thorax 
etwas überragend. Schwinger lang gestielt. Vor der Halterengrube 
nur ein paar ganz feine Börstchen. — Vorderhüften 1 V2 Qi^l so 
lang als breit, etwas gekrümmt. Vorder und Mittelschenkel etwas 
verdickt; an den Mittelschenkeln des c? ein stumpfer breit sporn- 
artiger Fortsatz von der Form einer Platte, die von vorn 
her das Gelenk überragt, dieselbe findet sich ebenfalls, aber 
nur angedeutet und ganz klein, an den Hinterschenkeln des c? und 
an Mittel- und Hinterschenkeln des 9. Die Tibien der Vorder- 
und Hinterbeine von gewöhnlicher Form, die grösste Breite (Höhe) 
im Beginne des letzten Drittels erreichend und hier ventral mit drei 
Querreihen stärkerer Borsten besetzt; die Mitteltibien des c? von 
der Basis gegen des Ende zu gleichmässig sich verschmälernd, beim 
9 wie die anderen geformt. Metatarsen besonders beim <^ auffallend 
kurz, an den Mittelbeinen kürzer als die drei folgenden Tarsen - 
glieder zusammen, an Vorder- und Hinterbeinen kaum länger als 
diese; beim 9 an allen Beinen so lang als die übrigen Tarsenglieder 
zusammen. Diese ohne Besonderheiten. 

Erstes Abdominalsegment des d' auf der Fläche mit wenigen 
kurzen und schwachen Börstchen, am Hinterrande undicht mit 
schwachen Borsten besetzt. Die übrigen kahl und nur am Hinter- 
rande mit Borsten, die jedoch nur in der Mitte des fünften Segmentes 
eine etwas beträchtlichere Länge erreichen. Analsegment an den 
Hinterecken mit einigen längeren und davor mit ein paar kürzeren 
Borsten. Erstes Ventralsegment mit wenigen längeren Borsten auf 



Fledenuauspaiasiten aus der Gruppe der pupiparen Diptereu. 48 

der Fläche, das Ctenidium mit 33 schlanken Stacheln; das zweite 
und dritte Segment ebenfalls mit einigen Börstchen auf der Fläche, 
besonders auf den Seitenthoilen, der Hinterrand mit verschieden 
langen Borsten besetzt. Das vorletzte Segment vor dem Hinter- 
rande mit einer unregelmässigen Reihe verschieden langer Borsten, 
am Hinterrande in der Mitte mit einer Gruppe von 14 kurzen dicken 
Dornen, Analsegment an den Seiten spärlich beborstet, Haltzangen 
lang und schlank. 

Erstes Abdominalsegment des $ dorsal eigenthümlich breit 
lappenförmig nach hinten ausgezogen, auf der ganzen Fläche dicht 
kurzborstig, am Rande seitlich mit undicht stehenden längeren 
Borsten, in der Mitte des Hinterrandes mit einem Schopf sehr 
langer schlanker Borsten, die in der Mitte eine Lücke lassen, jeder- 
seits 8 — 9. Das ganze erste Segment ist braun chitinig. Weitere 
Segmentierung ist kaum zu erkennen, nur das Analsegment ist 
noch abgesetzt. Die übrige Fläche ist gleichmässig dicht beborstet, 
nur an den Seiten des Hinterrandes stehen Gruppen von stärkeren 
und längeren Borsten, jederseits 4 solcher, durch eine Lücke von 
einander getrennt, auch in der Mitte des Hinterrandes. Ventral ist 
das erste Segment auffallend breit, auf der Fläche undicht kurz 
beborstet, am Hinterrande ein sehr dicht gezahntes Ctenidium mit 
gegen 70 Zähnen, die in der Mitte kürzer sind als an den Seiten; 
zu beiden Seiten davon noch je 4 sehr lange Borsten ; das Ctenidium 
erreicht also den Seitenrand nicht. Weiter lassen sich die übrigen 
fünf Segmente durch leichte Bräunung des Chitins ihren Hinterrändern 
entsprechend und durch Reihen von schwachen Borsten abgrenzen; 
nur auf den Seitentheilen stehen längere Borsten und auch die Klappe 
über der Genitalöffnung ist am Rande mit längeren Borsten besetzt. 

Trotz der mannigfachen Verschiedenheiten im Bau. insbesondere 
der Beine und des Abdominalctenidiums, betrachte ich doch die 
beiden Geschlechter als zu einer Art gehörig, da sie auf demselben 
Wirth an derselben Stelle gefunden wurden. Die grosse Ver- 
schiedenheit soll durch den gewählten Artnamen zum Ausdruck 
gebracht werden. 



3. N. (Acrocholidia) miuuta v. d. Wulp. 

Zu dieser Art stelle ich das Exemplar aus der Sammlung des 
Museo Civico di Genova, von Beccari 1873 in Amboina auf 
Rhinolophvs euryotis Temm. gefunden, welches Rondani (66) als 
PeniciUidia ienynsi (Westw.) bestimmt hat. W^ie schon bei Be- 
sprechung der eben genannten Art gesagt, besitzt dieses Exemplar 
keine Augen, ist auch viel kleiner. Sein Erhaltungszustand ist 
leider nicht derart, dass sich genaueres über die Art sagen Hesse. 
Es stimmt aber mit v. d. Wulps Beschreibung gut überein und 
ich stelle es daher zu dieser Art. 



44 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

4. N. (Acrocholidia) stichotricha n. sp. 

Untersucht 1 $ aus der Sammlung des Zoologischen Instituts 
zu Göttingen, auf Emhallonura monticola Temm., v. d. Hoev. von 
der Insel Nias gefunden. 

Länge ohne den Kopf 3,25 mm. 

Farbe ein helles Ockergelb, auf dem Abdomen weisslich. 

Kopf sehr lang und schmal, mit ganz spärlicher Beborstung. 

Thorax länger als breit, dorsal ohne Besonderheiten, die 
Mittellinie der Ventralplatte hinten tief grubig, Unterseite spärlich 
fein beborstet. Ctenidium mit 1 1 langen schlanken Zähnen, die den 
Seitenrand des Thorax überragen. Vorderhüften so lang als der 
Kopf, etwa '/s so lang als die Schenkel. Der Ring an den Schenkeln 
steht am Ende des ersten Viertels, und dies erste Viertel ist rings- 
um gleichmässig kurz beborstet. Auf dem distalen Abschnitt da- 
gegen sind die Borsten in sehr characteristischer und zierlicher 
Weise in 2 ventralen und 2 bei dem Exemplar nahezu vollkommen 
abgeriebenen dorsalen Längsreihen angeordnet, nur auf der Ober- 
seite der Hinterschenkel nicht ; auf der Unterseite der Hinterschenkel 
ist femer die hintere Reihe aus merklich kräftigeren Borsten ge- 
bildet als die vordere. Die Tibien sind nur im ventralen distalen 
Abschnitt etwas kräftiger borstig, sonst fast kahl. Tarsen von 
gewöhnlicher Bildung. Die Seiten der Schenkel sind fein quer 
gerillt, und bei stärkerer Vergrösserung erscheint der Umriss wie 
eine feine Säge, in deren Zahnlücken ganz feine Börstchen stehen. 
Ich habe ähnliches bei keiner andern Nycteribiide bemerkt. 

Am Abdomen ist dorsal eine Segmentirung ausser einem derber 
chitinigen, in der Mitte seines Hinterrandes tief eingezogenen Basal- 
segmente nicht zu erkennen, es ist gleichmässig fein beborstet. 
Ventral beobachtet man mehrfach Querreihen stärkerer Borsten, die 
die normale Segmentirung andeuten und vor der Genitalöffnung 
ausser der gewöhnlichen, auch hier mit langen und stärkeren Borsten 
besetzten Platte noch zwei Paare von derber chitinisirten Stellen, 
welche mit langen Borsten besetzt sind. 

Ich halte diese Art für sicher neu, da von den bisher be- 
schriebenen südasiatischen Nycteribien höchstens A^. roylei Westw. 
in Betracht käme, der Grösse wegen, welche aber erstens in Ost- 
indien gefunden wurde und zweitens „obscure nigra" sein soll. 
Immerhin mag die Möglichkeit zugegeben werden, dass meine Art 
das Weibchen zu der bisher nur im männlichen Geschlecht und un- 
genau bekannten A^. roi/lei Westw. ist. 

5. N, (Acrocholidia) blainvillei Leach. 

Untersucht zwei Exemplare aus Aegypten, dem Zoologischen 
Museum zu Königsberg gehörig, 1 S von Taphozovs perforatus Geoffr. 
und 1 9 von Rhinolo: hvs feninn-eqtnnvm L. 

Ich stelle die Exemplare zu dieser bisher nur ungenau be- 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 45 

schriebenen Art, welche Leach ans Mauritius erhielt, auf Grundlage 
der Angabe der Diagnose „pedibus longis tenuibus", welches Merk- 
mal in der That bei meinen Stücken besonders auffallend hervortritt. 

Länge 2,4 mm. Farbe ein helles Dottergelb. 

Kopf ohne Besonderheiten. Thorax ventral auffallend länger 
als breit, spärlich fein beborstet, die Mittelnaht verbreitert sich 
vorne und hinten zu zwei kleinen grubenartigen Flecken. Die 
Leisten des Thorax sind fast bis an die Mesothoracalstigmen heran 
besetzt mit einer einfachen Reihe von Borsten. 

Beine sehr lang und dünn, je von Körperlänge, ohne besondere 
Eigenthümlichkeiten. Auf der Ventralfiäche stehen vor dem Ringe 
im Schenkel eine und auf der distalen Hälfte der Tibien 3 Quer- 
reihen von etwas grösseren Borsten ; sonst ist die Beborstung einfach 
und spärlich. 

Die Abdominalsegmente des d^ sind dorsal alle gleich breit, 
an den Hinterrändern mit massig langen Borsten undicht besetzt, 
die drei ersten auch auf der Fläche und zwar in einem dreieckigeu 
Feld in der Mitte mit ein paar kurzen Borsten besetzt. Die drei 
ersten Ventralsegmente auf der Fläche mit reihenweise gestellten 
kurzen Börstchen, das erste mit einem etwas geschweiften Ctenidium 
von 42 Zähnen, die andern beiden am Hinterrande mit längeren 
Borsten; das vorletzte ausser einer Reihe verschieden langer Borsten 
in der Mitte des Hinterrandes mit einer unregelmässigen Gruppe 
kurzer stachliger Borsten. Haltzangen lang und schlank, auf der 
Innenseite beborstet, gerade. — Beim 2 ist das erste Abdominal- 
segment in der Mitte seines Hinterrandes seicht eingebuchtet und 
hier borstenfrei, zu beiden Seiten mit ziemlich langen Borsten be- 
setzt. Das dann folgende Segment (2 — 4) ist leicht gelb chitinig, 
in der Mitte jedoch weiss, mit ein paar einzeln stehenden Borsten 
auf der Fläche und abwechselnd je 1 — 2 kurzen und einer langen 
am Rande; das vorletzte Segment kahl, am Rande langborstig. 
Das Analsegment obenauf mit ein paar kurzen Börstchen. Ventral- 
seite: Erstes Segment auf der Fläche mit kurzen Borsten, Ctenidium 
nicht geschweift, 46 Zähne. Die übrigen Segmente durch lange 
Beborstung, die jeweils ihren Hinterrändern entspricht, angedeutet, 
nur das erste auch auf der Fläche beborstet. 

6. N. (Acrocholidia) scissa n. sp. 

1 d^ in der Sammlung des Zoologischen Museums zu Königsberg, 
auf Rhinolophus capensis Licht, von „Gnadenthal in Südafrika" aus 
dei" Sammlung des zoologischen Instituts zu Tübingen gefunden. 

Die Art steht A^. (A.) vexata Westw. sehr nahe, unterscheidet 
sich aber von ihr durch die Form der Ventralplatte des Thorax 
und der Haltzangen, sowie des vorletzten Ventral Segmentes ganz 
entschieden. 

Länge 2,75 mm ; Farbe ein dunkles Ockergelb mit helleren Beinen. 

Kopf ohne Besonderheiten; Thorax ventral länger als breit. 



46 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

während der von N. ve.vata Westw. breiter als lang ist, gleichmässig 
kurz beborstet, die Ctenidien den Seitenrand etwas überragend. 
Vorderhüften viel länger als breit, fast halb so lang als die Schenkel. 
Schenkel, Tibien und Tarsen ohne Besonderheiten; auf den Tibien 
stehen dorsal einzelne, 2 — 3, längere und steil abstehende Borsten. 
Abdominalsegmente annähernd gleich lang, die drei ersten am 
Hinterrande mitten etwas eingezogen, auf der Fläche unregelmässig 
kurzborstig, am Hinterrande langborstig. Segment 4 und 5 kahl, 
am Hinterrande mit abwechselnd 1 — 2 mittellangen und einer sehr 
langen Borste. Analsegment stumpf, nur an den Hinterecken leicht 
beborstet. Ventrale Fläche: Erstes Segment mit zwei unregel- 
mässigen Reihen kurzer ßörstchen, Ctenidium etwas geschweift, in 
der Mitte eine kleine Lücke, mit 46 — 48 Zähnen. Segment 2 und 3 
am Hinterrande undicht langborstig, vor dem Hinterrande eine 
Reihe ganz feiner Börstchen. Vorletztes Segment durch eine me- 
diane tiefe Einziehung des Hinterrandes in zwei breite seitliche 
Lappen geteilt, diese Lappen auf den Seiten mit langen Borsten, 
nahe der Mitte mit je 3 unregelmässigen Querreihen von kurzen 
Dörnchen, hinter diesen ebenfalls noch Borsten. Analsegment spärlich 
beborstet, Haltzangen schlank, nicht gebogen. 

7. N. (AcrochoHdia) bellardii Rnd. 

2 9 aus dem Museum für Naturkunde in Berlin, in Brasilien 
von V. Olfers auf Phyllostoma spec. gefunden, zusammen mit der 
an anderer Stelle (28) von mir beschriebenen Aspidoptera 
phyllostomatis (Perty) und PtereJlipds aranea Coq. (= Megistopoda 
desiderata m.j. Die Exemplare waren beide nur schlecht erhalten, 
etwas maceriert und machten eine genaue Untersuchung recht 
schwierig. 

Länge nicht ganz 2 mm. 

Kopf ohne Besonderheiten. Thorax ventral w^enig breiter als 
lang, rundlich, die Mittelnaht hinten grubig vertieft. Unterseite 
gleichmässig fein beborstet; dorsal ohne Besonderheiten, vor der 
Halterengrube je 5 Börstchen. Thoracalctenidium mit sehr zahl- 
reichen und sehr feinen Zähnchen; Halteren deutlich, lang gestielt. 
Vorderhüften kurz, wenig länger als '/o des Schenkels. Beine sonst 
ohne Besonderheiten, auf den Tibien dorsal vor dem Ende 2 Borsten 
hintereinander, ventral die gewöhnlichen 3 Querreihen. 

Abdomen: Dorsal eine spärlich beborstete Basalplatte mit leicht 
eingezogenem Hinterrand, der zu beiden Seiten mit je 6 sehr langen 
Borsten besetzt ist, deren äusserste von den andern durch eine 
Lücke getrennt ist und etwas weiter vorne steht. Auf der Mitte 
des Abdomens zwei symmetrische, etwas derber chitinige Platten 
mit lang beborstetem Hinterrand. Dahinter nur spärlich fein be- 
borstetes weiches Chitin. Die ganze Ventralplatte ist ebenfalls 
gleichmässig fein beborstet, das erste Segment trägt ein sehr dicht- 
zähniges Ctenidium von 56 Zähnen; vier weitere Querreihen von 
Borsten deuten die übrigen Segmentgrenzen an. 



Pledermausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 47 

8. N. (Listropodia) allotopa n. sp. 
(ä^Xog ein anderer, tojcoc der Ort.) 

1 Pärchen aus der Sammlung des Museo Civico di Genova, aus 
der Höhle von „Lian si Paghe" in West-Sumatra; beide Exemplare 
auf Carton geklebt, sodass nur die Bauchseite sichtbar ist. 

Sehr ähnlich der N. (L.) schinidU Schin., mit welcher sie auch 
in der Grösse übereinstimmt. Doch ist die Art immerhin ausser 
durch ihre weit entlegene Heimath noch durch einige, wenn auch 
geringfügige plastische Merkmale verschieden. 

Thorax ventral länger als breit, im Umriss ganz mit A'. schviidli 
Schin. übereinstimmend; spärlich mit feinen Börstchen besetzt, das 
Ctenidium überragt den Rand nicht. Am Hinterrande einzelne längere 
Borsten wie bei der genannten Art. Vom Abdomen kann ich nur 
die Ventralseite beschreiben. Erstes Segment beim d^ mit 3 unregel- 
mässigen Reihen kurzer Börstchen. Ctenidium in der Mitte etwas 
eingebuchtet, mit 37 Zähnen. Zweites Segment mit einer Reihe 
kurzer Börstchen auf der Fläche, am Rande mit abwechselnd je 
zwei mittelstarken und einer langen Borste. Auf der Fläche des 
dritten Segments drei unregelmässige Reihen kurzer Borsten, am 
Rande abwechselnd lange und kurze. Vorletztes Segment auch auf 
der Fläche mit einzelnen unregelmässig zerstreuten kurzen Börstchen 
(bei N. schmidli Schin. kahl), am Hinterrande mit langen Borsten, 
auf der Mitte mit einzelnen kürzeren, kräftigeren, die aber noch 
nicht den Charakter von Dörnchen haben, wie bei N. schmidli 
Schin. Analsegment vor der Grube, in welcher die Haltzangen 
liegen, auffallend lang, sodass es fast den Eindruck macht, als liege 
hier noch ein Segment vor; auf den Hintertheilen dieser sonst kahlen 
Fläche Büschel von langen Borsten. Die Haltzangen sind lang und 




Textfigur 1. 

Haltzangen von Nycteribia (Listropodia) schmidli Schin. : a 
und „ „ allotopa n. sp. : b. 

schlank mit stumpfer Spitze, etwas nach aussen durchgebogen, nicht 
gerade und parallel wie l3ei JV. schmidli Schin. Das erste Ab- 
dominalsegment des 9 ist ebenso gebaut wie das des d*, vom zweiten 
kann ich nur den mit langen schlanken Borsten besetzten Hinter- 
rand sehen; drittes mit 2 unregelmässigen Reihen kleiner Borsten 
und langen schlanken Borsten am Hinterrande. Das vierte Segment 
durch zwei seitliche, symmetrische, querovale Chitinplatten mit 
mehreren kleineren Borsten auf der Fläche und je 4 langen am 
Hinterrande repräsentirt, zwei lange, schlanke Borsten mitten 



48 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

zwischen diesen beiden Platten. Der Eand des fünften Segments 
ist ganz braun chitinig (nicht nur an den Seiten, wie bei iV. schmidli 
Schin.) und mit 2 Reihen kurzer, am Hinterrande mit langen unter- 
mischter Borsten besetzt. Die Platte vor der Genitalöffnung quer 
abgestutzt, mit zahlreichen kurzen und einigen langen Borsten am 
Hinterrande. 

9. N. (Listropodia) parvula n. sp. 

2 9 in der Sammlung des Museo Civico di Genova, von der- 
selben Stelle wie die vorige Art, aus der Höhle von Lian si Paghe 
in West-Sumatra, von Modigliani gesammelt. 

Die Art steht der N. hlusii Kol. nahe, ist aber von ihr haupt- 
sächlich durch geringere Grösse und einige Verschiedenheit in der 
Form und Vertheilung der Abdominalsegmente verschieden. 

Länge 1,5 mm. 

Kopf ohne Besonderheiten. Thorax so lang als breit, gleich- 
massig kurz beborstet, ohne besondere Eigenthümlichkeiten. Die 
Beborstung der Beine, die in ihrer Form mit denen von N. hlasii 
Kol. übereinstimmen, bietet nichts characteristisches; ich habe 
überhaupt gefunden, dass die einzeln steil aufrecht stehenden 
Borsten auf der Dorsalseite der Tibien, auf welche Kolenati und 
ihm folgend auch Schiner (69) soviel Werth legen, durchaus 
nicht constant sind, also für die systematische Trennung nicht 
brauchbar sind. 

Abdomen: Die beiden ersten dorsalen Segmente deutlich von 
einander geschieden, auf der Fläche spärlich mit kurzen, am Rande 
mit längeren Borsten besetzt. Dann folgt ein langes Segment 
(34-4), das auf seiner vorderen Hälfte kurzborstig, auf der hinteren 
kahl ist und am Rande mit kurzen und einzelnen sehr langen 
Borsten besetzt ist. Fünftes Segment nur an den Seiten des 
Hinterrandes mit einzelnen längeren Borsten. Analsegment kuglig, 
nicht wie bei iV. hladi Kol. in zwei Lappen endigend; an den 
Hinterecken je 2 lange, am Hinterrande oben seitlich noch je eine 
kurze Borste. Erstes Ventralsegment mit 4 unregelmässigen Reihen 
kurzer Börstchen, das Ctenidium ziemlich dicht, die Zahl der Zähne 
kann ich nicht genau angeben. Zweites Segment auf der Fläche 
spärlich, am Hinterrande wie die 3 folgenden mit abwechselnd 
langen und kurzen Borsten. Platte vor der Genitalöffnung gerundet, 
mit langen Borsten am Hinterrande. 

d. Die Gattung Cyclopodia Kol. 

Die best characterisirte Gattung der ganzen Familie, die sich 
durch eine ganze Reihe von Merkmalen wesentlich von den übrigen 
unterscheidet. Ihr allein kommen Augen zu, die von mehreren 
Ocellen gebildet werden und regelmässig Pigment besitzen; die 
Antennen haben einen breiten lamellenförmigen statt eines schmalen 
mehr dornförmigen Fortsatzes am ersten Glied. Am Thorax ist 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 49 

die Halterengrube durch eine Verbreiterung der der Sutura inter- 
annularis posterior (s, oben) entsprechenden Leiste fast ganz über- 
deckt. Die Vorderhüften sind regelmässig lang kegelförmig, die 
Tibien tragen die sehr auffallenden 3 weichen Ringe. Am Abdomen 
des 9 endlich ist die Segmentirung bis auf geringe Andeutungen 
durch regelmässige Lückeu in der Beborstung ganz verwischt. 

Zu dieser Gattung gehören neben einigen kleineren die grössten 
Arten der Familie, welche sich hauptsächlich in der indo-australischen 
Region verbreiten. Ihre Unterscheidung gründet sich hauptsächlich 
auf die Form des Analsegments und der Haltzangen beim c? und 
die Abdominalbeborstung beim 9. 

1. Cyclopodia sykesi (V^estw.). 

Obwohl es mir nicht gelungen ist, ein Exemplar dieser für die 
Gattung typischen Art zu sehen, und ich daher auf Westwood 
selbst und einige Angaben angewiesen bin, die mir Herr Ch. 0. 
Waterhouse-London in ausserordentlich liebenswürdiger Weise 
über das Originalexemplar Westwoods machte, möchte ich hier 
doch einiges über die Art bemerken. 

Karsch sagt gelegentlich der Beschreibung seiner C. greefft, 
(44) dass er „nach Exemplaren im Berliner Museum von Neu- 
irland (Schiff Gazelle) auf rteropu., edulis Geoffr. Cyclopodia hopei 
(Westw.) Kol. als ^ zu C. sykesi (Westw.) Kol. stelle"; eine Auf- 
fassung, die schon Westwood als möglich zugegeben hat und der 
auch Kolenati (15) zuneigt. Ich kann dieselbe nicht th eilen. 
Von der Gazelle-Expedition aus Neu-Irland mitgebrachte Thiere 
habe ich selbst gesehen; die c? sind weder C. hopei (Westw.) noch 
die $ C. sykesi (Westw.); sie bilden vielmehr eine eigene Art, 
die ich weiter unten nebst zwei andern aus derselben Region be- 
schreiben werde. Wenn nun dort, auf Neu-Guinea und dem 
Bismarck- Archipel mehrere nah verwandte Arten neben einander 
vorkommen, warum soll nicht Vorder-Indien auch zwei beherbergen? 
West wo od giebt zudem für C. sykesi Ost-Indien und für C. hopei 
Bengalen als Vatei'land an. Ich bin nach allem der Ansicht, dass 
man beide Arten auseinanderhalten muss, bis etwa auf demselben 
Wirthsindividium 9, die zu C. sykesi (Westw.) und c?, die zu 
C. hopei (Westw.) gehören, gefunden werden. In Bezug auf die 
Ringelung der Tibien dieser und der folgenden Art möchte ich noch 
hervorheben, dass Westwoods Figuren in diesem Punkte ungenau 
sind und mit dem Texte nicht übereinstimmen. Rondani nämlich 
unterscheidet seine C. alhertid dadurch von den andern Cyclopodien, 
von welchen damals nur Westwoods beide Arten in Betracht 
kamen, dass die Ringel in der basalen Hälfte der Tibien liegen 
und diese nicht in 4 annähernd gleiche Theile zerlegen, sichtlich 
gestützt auf Westwoods Figuren. Im Text pag. 282 sagt aber 
Westwood selbst: „The tibiae . . . having three rudimental 
articulations towards the base." 

Arch.f.Naturgesch. Jahrg. 1901. Bd. I. Hf.l. 4 



50 



P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 



2. Cyclopodia liopei (Westw.) 

Zu dieser, nach dem soeben Ausgeführten nur erst im ^ be- 
kannten Art ziehe ich 2 Stcüke, die ich auf einem Pteropus celaeno 
Herrn. (= edulis auct.) aus dem Königsberger Thiergarten fand, 
dessen Herkunft leider nicht zu eruieren war. Ausserdem standen 
mir auch über diese Art Angaben und eine Zeichnung zu Gebote, 
die Herr Ch. 0. Waterhouse-London in ausserordentlich liebens- 
würdiger Weise dem in Oxford aufbewahrten Originalexemplar 
entnahm, wofür ich ihm auch hier meinen ergebensten Dank aus- 
sprechen möchte. 

Danach ist Westwoods Figur bei dieser Art recht ungenau. 
Dieselbe zeigt nämlich am ganzen Hinterrand der einzelnen Hinter- 
leibssegmente Borsten, während auch bei dieser Art stets die Mitte 
borstenfrei bleibt, was de Meijere (59) als unterscheidend für 
seine C. hoi^sfieldi hervorhob. Das wesentlich Characteristische der 
C. hopei (Westw.) ist aber die Form des Analsegments und der 
Haltzangen. Das Analsegment ist nämlich schlank, nach hinten 
zu geradlinig verschmälert, nur etwa IV4 bis 2 mal so lang als an 
der Basis breit und endet ziemlich schmal; die Haltzangen sind 
ebenfalls lang und schmal, und schlank zugespitzt. 






Textfigur 2 a. 



Textfigur 2b. 



Textfigur 2 c. 



a. Ajaalsegment des Originalexemplars von C. hopei (Westw.) nach einer mit einem 
Zeichenapparat hergestellten Skizze des Herrn CO. Waterhouse. 

b. Analsegment und Haltzangen eines von mir untersuchten Exemplars derselben Art. 

c. Dasselbe von 0. aimilis m. 



3. Cyclopodia albertisi Rnd. 

Untersucht die 3 von Rondani beschriebenen Exemplare in 
der Sammlung des Museo Civico di Genova, alle trocken aufbewahrt. 

Dunkel schwarzbraun (ausser der Thoraxoberseite), nur das c? 
auf dem Analsegment etwas heller. Das Analsegment kurz, stumpf, 
mit breiter Spitze ; die Haltzangen, die ich leider nur von der Seite 
her sehen konnte, da das einzige männliche Exemplar mit der 
Ventralfläche auf dem Carton aufgeklebt ist, scheinen etwa die 
Gestalt derer von C. hopei (Westw.) zu haben, d. h. lang und schlank 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupipareu Dipteren. 51 

zu sein. Die langen Borsten an den Hinterrändern der Abdominal- 
segmente stehen auch hier nur an den Seiten des Segmentes, und 
lassen eine kleine Stelle in der Mitte frei. — Die Beborstung des 
9 Abdomens ist spärlich, indem nur auf der Mitte des Rückens 
vier kurze Borsten stehen, wie bei C. sykesi (Westw.); dagegen 
ist der Hinterrand des vorletzten Segments nicht der ganzen Länge 
nach, sondern nur an den Seiten beborstet. 

4. Cyclopodia horsfleldi de Meij. 

Untersucht 3 $ aus der Sammlung des Museo Civico di Genova, 
von der Insel Engano, und 1 2 von Java aus der Sammlung des 
Herrn Dr. med. L. Web er -Kassel. Ausserdem hatte Herr Dr. 
de Meij er e selbst die grosse Liebensw^ürdigkeit, mir auf eine An- 
frage hin sehr werthvolle genauere Aufschlüsse über diese Art 
zu geben. 

Die Art ist im männlichen Geschlecht der vorigen sehr ähnlich, 
sie ist jedoch heller braun. Das Analsegment ist ein klein wenig 
länger gestreckt, als die C. albertisi Rud., endet jedoch auch hier 
mit breiter stumpfer Spitze und erinnert eher an die Form bei 
C. similis m. als bei C. hopei (Westw.), welche beiden etwa die 
Extreme repräsentiren. Dass der Hinterrand der einzelnen Abdominal- 
segmente auch hier nur an den Seiten beborstet ist, hat de Meij er e 
selbst schon hervorgehoben (59). Die Abdominalbeborstung des 9 
bietet insofern einen neuen Typus C. sykesi (Westw.) und C. albertisi 
Rnd. gegenüber, als hier nicht nur der Hinterrand des vorletzten 
Segments Borsten trägt, sondern sich an diese Stelle nach vorne 
zu ein dreieckiges, lang beborstetes Feld anschliesst, dessen Spitze 
an der Stelle liegt, wo die beiden genannten Arten die 4 kurzen 
Dorsalborsten tragen. Bei dem Exemplar, welches mir Herr Dr. 
Weber zur Ansicht sandte, ist die Spitze dieses Dreiecks noch 
durch ein borstenfreies Band schmal von dem hinteren Borstenfelde 
getrennt, das sich ausserdem hier deutlicher als bei den andern 
Exemplaren in zwei seitliche von ovaler Form zerlegen lässt. 

Herrn Dr. de Meijere verdanke ich die sehr wichtige Mit- 
theilung, dass nach Ausweis der in der Sammlung des verstorbenen 
van der Wulp noch vorhandenen Exemplare dieser unsere Art für 
Penidllidia ienynsi (Westw.) gehalten und als Cyclopodia ienynsi 
Westw. in den Dipteren der Sumatra-Expedition (33) aufgeführt 
habe; sie stammen von Padang und Kota Baroe auf Sumatra. 

5. Cyclopodia similis m. 

Taf. ni, Fig. 5. 

Untersucht eine grössere Anzahl von Exemplaren aus dem 
Museum für Naturkunde zu Berlin, alle in Alcohol conservirt, die 
Mehrzahl aus Neu-Pommern, u. zw. zum Theil von Professor Dahl 
bei Ralum auf Fteropus neohihernicus Peters gesammelt; ein Exemplar 

4* 



52 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

von Ft. melanopogon Schleg. ans der zool. Sammlung zu Göttingen 
stammt ebenfalls von Neu-Pommern. Ferner 3 Exemplare aus Neu- 
Mecklenburg (Neu-Irland), von der „Gazelle"-Expedition mitgebracht, 
auf Pt. celaeno Herm. (=^edulia auct.) gefangen: hierher gehören also 
w^ohl auch die Exemplare, welche Kar seh (bei Greef 44) als 
Cydopodia sykesi (Westw.) resp. C. hopei (Westw.) ansprach. Ein 
Exemplar in der Sammlung des Zoologischen Museums zu Königs- 
berg fand ich auf Pteropus tonganns Quoy u. Gers, von den Viti- 
Inseln. — Endlich ziehe ich, wenn auch als fraglich, hierher ein 
sehr blasses, anscheinend frisch aus der Puppe geschlüpftes d^ aus 
Macassar, von Beccari auf Ft. alecto Temm. gefunden, aus dem 
Berliner Museum. 

Länge 5 — 5V2 miii. 

Hell rothbraun, die Schenkel bis etwa zur Mitte heller, gelb- 
braun : die weich chitinigen Theile des Thorax und des 9 Abdomens 
sind wie gewöhnlich weisslich grau, Augen, Ctenidien und Krallen 
schwarz. 

Kopf, Thorax und Beine bieten nichts besonderes; auf den 
Seiten des Thorax jederseits 2 — 3 Borsten. 

Abdomen des d': Die drei ersten Dorsalsegmente annähernd 
untereinander gleichbreit, auf der Fläche mit feinen Börstchen 
unregelmässig besetzt. Segment 4 und 5 sehr schmal, zusammen 
etwa zwei Drittel so lang als das dritte. Analsegment breit und 
stumpf, wenig länger als breit und an der Spitze mehr als halb 
so breit als an der Basis; seine Dorsalfläche zeigt eine feine Quer- 
runzelung; an den Seiten trägt es stärkere Beborstung, die an den 
Hinterecken länger wird. Der Hinterrand des ersten Segments ist 
borstenfrei, der der 4 folgenden an den Seiten mit langen Borsten 
besetzt, die etwa ^5 der Breite in der Mitte frei lassen. Erstes 
Ventralsegment mit 3 Reihen feiner Börstchen und einem starken 
Ctenidium, dessen Zähne der Anzahl nach von 36—42 schwanken. 
Die beiden folgenden Segmente auf der Fläche mit feinen Börstchen 
unregelmässig, am Hinterrande und an den Seiten mit etwas längeren 
dicht besetzt, am Hinterrande in der Mitte die zuerst von de Meijere 
bei seiner C. horsfielrli beschriebene kleine Ausrandung, welche hier 
mit 9 — 12 stumpfen schwarzen Dornhöckerchen besetzt ist. Das 
Analsegment auf der ganzen Vorderseite beborstet. Die Haltzangen 
bleiben mehr als bei den andern Cydopodia- Arten vom Hinterrande 
des vorletzten Segmentes entfernt; sie sind stumpf, gedrungen und 
nur etwa viermal so lang als jede an der Basis breit. — Die Be- 
borstung des Abdomens beim 9 vermittelt zwischen C. horsfieidi 
de Meij. und C. alhertisi Rnd., indem die Mitte des Rückens, wo 
bei der letztgenannten Art und C. syke.v (Westw.) die vier kurzen 
Dörnchen stehen, von einem grossen, rautenförmigen oder drei- 
eckigen Feld mit langen Borsten eingenommen ist und, von diesem 
Feld stets breit getrennt, am Hinterrande des vorletzten Segments 
jederseits eine grössere Anzah] von langen Borsten steht. Zu jeder 



Fledennausparasiteu aus der Gruppe der pupipareu Dipteren. 53 

Seite der Analöffnung liegt ein dunkelbrauner ovaler Fleck, zwei 
ebensolche auf der halbkreisförmigen Platte, welche von der Ventral- 
seite her die Genitalöffnung deckt. 

6. Cyclopodia macrura m. 

12 d', 3 2, bei Ralum, Neu-Pommern, von Professor Dahl auf 
Dohsonia peronii (Geoffr.) gefunden, in Alcohol; Museum für Natur- 
kunde zu Berlin. 

Länge des d' 5 mm, wovon 1,5 mm auf das letzte Segment 
entfallen; des 9 4 mm. 

Der Kopf bietet nichts besonderes, die Augen bestehen aus je 
zwei Ocellen. 

Thorax ventral etwas länger als breit, gleichmässig kurz be- 
borstet; dorsal vor der Halterengrube jederseits 3 Borsten. Halteren 
deutlich, langgestielt. Beine lang und dünn. Tibien etwas kürzer 
als die Schenkel, auf der Dorsalseite kurzborstig mit 2 längeren 
Borsten vor der Spitze und einer solchen im ersten Drittel, ventral 
vor den drei Ringeln mit je einer Querreihe von Borsten. Meta- 
tarsen etwas länger als die Tibien, jedoch nicht ganz so lang als 
die Schenkel; die letzten Tarsenglieder von gewöhnlicher Bildung. 

Das letzte Abdominalsegment des cT ist so lang als die 4 vor- 
hergehenden zusammen, aber nur halb so breit als diese, sodass es 
sich auffallend schwanzartig vom übrigen Abdomen absetzt; übrigens 
ist es bei den in Alcohol conservirten Thieren stets stark auf die 
Bauchseite heruntergeschlagen. Die Haltzangen sind so lang als 
das Analsegment, an ihrem Grunde mit einander verwachsen und 
bilden so eine deutliche Gabel, deren beide Zinken^ welche gegen 
die Spitze hin an Breite zunächst zunehmen, am Ende ziemlich 
breit schräg nach aussen abgestutzt sind; auf diesen schrägen 
Kanten stehen jederseits 8 — 9 lange dunkelbraune, auffallend gerade 
und starre Chitinborsten. — Erstes Abdominalsegment des $ am 
dorsalen Hinterrande zweimal eingebuchtet: in diesen Buchten stehen 
jederseits ein paar Borsten, eine einzelne ausserdem auf dem me- 
dianen Lappen zwischen den beiden Buchten. An der Basis des 
Segments liegt ferner eine derber chitinisirte, zweilappige Platte, 
an deren beiden Hinterlappen ebenfalls je einige stärkere Borsten 
stehen. Weiter ist die Segmentirung auch hier durch die kurze 
und spärliche Beborstung angedeutet, das Analsegment noch, wie 
gewöhnlich, durch eine stärkere Einziehung abgesetzt. Am Hinter- 
rande des vorletzten Segments stehen jederseits auffallend starke 
Büschel stark nach einwärts gekrümmter langer Borsten, welche 
dorsal durch eine doppelte Reihe weniger kräftiger mit einander 
verbunden sind. Dem vierten Segment entsprechend steht dann 
noch auf der Mitte des Rückens ähnlich wie bei C. dmilis m. eine 
Gruppe von längeren Borsten, welche hier deutlich symmetrisch 
angeordnet sind, jederseits 7. Die beiden ovalen Flecke neben der 



54 P. Speiser: Ueber die Nycteribiideii, 

Afteröffnung sind auch hier vorhanden, aber heller braun; die ven- 
trale Platte vor der Genitalöffnung ist schmal, abgerundet und am 
Hinterrande mit zahlreichen, ziemlich langen Borsten besetzt. — 
Abdominalctenidium mit 28 — 34 Zähnen. 

7. Cyclopodia greeffl Karsch. 

Es ist mir leider nicht gelungen, von dieser westafrikanischen 
Art Exemplare zur Ansicht zu erhalten, ihre Einreihung unter die 
andern lässt sich daher nur nach der von Karsch genauer gege- 
gebenen Beschreibung des männlichen Analsegmentes und der Halt- 
zangen erreichen; über das $ sind die Angaben leider nicht ausreichend. 
Ich möchte hier nur noch einmal der Meinung Ausdruck geben, 
dass C. ruhiginosa Bigot, die nur in 1 d^ bekannt ist, soweit man sich 
nach der sehr flüchtigen Beschreibung ein Bild machen kann, sehr 
wahrscheinlich mit C. greeffi Karsch identisch ist. Vorläufig aller- 
dings muss man sie noch getrennt lassen, wenn man auch aus der 
kurzen Beschreibung Bigots keinen rechten Unterschied gegenüber 
der andern Art, die Bigot sicher nicht gekannt hat, erkennen kann. 

8. Cyclopodia dubia (Westw.) 

Zu dieser bisher nur sehr ungenau bekannten und von Walker, 
der sie von Celebes und den Philippinen gesehen haben will (76), 
sicher falsch aufgefassten Art ziehe ich 2 <S' und 1 9 aus der 
Sammlung des Herrn Dr. Hilger-Karlsruhe, welche in Madagascar 
auf einer unbestimmten Fteropus-kxi gefunden wurden. 

Länge 4 — 4,5 mm. 

Die Art hat gewisse Merkmale mit der gleich zu beschreibenden 
C. minor m. gemein, ist aber deutlich grösser und vor allem viel 
heller braun, gelbbraun gefärbt. 

Kopf, Thorax und Beine bieten keine genügenden Unterschei- 
dungsmerkmale; die Thoracalctenidien haben 15 Zähne, die Maxillar- 
palpen sind vorne etwas schärfer abgestutzt als bei den andern 
Arten. Sehr characteristisch ist aber, dass die (5* ausser dem 
gewöhnlichen Ctenidium am ersten Ventralsegment noch ein ganz 
ähnliches, aus 17 resp. 21 langen Zähnen bestehendes Ctenidium 
am vorletzten Segment tragen, wo sonst nur 9 — 12 kleine stumpfe 
Höckerchen zu stehen pflegen. Das Analsegment ist massig lang, 
etwa IV2 Dial so lang, als an der Basis breit, aber seine Spitze 
ziemhch breit, halb so breit wie die Basis. Die Haltzangen sind 
kurz und stumpf, an ihrer Spitze mit stachligen Borsten besetzt. 
Auf dem Rücken sind die Segmente am Hinterrande durchgehends 
auch in der Mitte lang beborstet, ausserdem aber sind sie mit 
Ausnahme des ersten und des auf seiner ganzen Fläche beborsteten 
Analsegments ganz kahl. — Auf dem Abdomen des 2 ist von 
grösseren Borsten überhaupt nichts zu sehen, nur am Analsegment 
finden sich einzelne. 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 55 

Dass Nycteribia dubia Westw. (= hlainvillei Latr. nee Leach) 
sicher zur Gattung Cyclopodia gehört, geht aus Westwoods 
Diagnose mit Sicherheit hervor: „coxis anticis elongato-conicis, .... 
abdominis segmento postico conico-elongato postico attenuato et 
truncato." Da es sich um eine grosse Art handelt, käme ausser 
Cyclopodia nur noch etwa FcnicUlidia Kol. in Betracht, wozu aber 
die eben citirten Merkmale nicht passen. — Die Angabe „India?" 
bei "Westwood scheint sich auf die Anmerkung p. 364 in 
Latreille's Genera et Species Crustaceorum et Insectorum: 
„speciem alteram, indicam, possideo," zu beziehen, indem Leach 
in der Beschreibung seines Phthiridium hlainvillei sagt: „this is 
probably the species alluded to by Latreille in his Genera p. 364," 
Da nun Latreille später eine exotische Art beschreibt, meint 
Westwood, das müsste nun die früher erwähnte indische sein, 
obwohl Latreille selber Mauritius als Vaterland angiebt. 

9. Cyclopodia minor m. 

3 c?, 2 2 von Professor Dahl im März 1897 in Matupi, einer 
kleinen Insel bei Neu-Pommern, auf Pteropus admiralitatum Thomas 
gesammelt; Museum für Naturkunde zu Berlin. 

Kleiner als die bisher besprochenen Arten, 3,7 mm lang; 
dunkel schwarzbraun, nur die weichhäutigen Partieen des Thorax 
und Abdomen des 9 grauweisslich. 

Kopf, Thorax und Beine bieten nichts besonderes, \_dagegen ist 
die Abdominalbeborstung in beiden Geschlechtern characteristisch. 
Das Ctenidium hat 33 — 38 Zähne. Beim c? sind die Hinterränder 
der Abdominalsegmente alle durchgehends beborstet, ohne Lücke 
in der Mitte, doch sind die Borsten hier gewissermassen gescheitelt. 
Das Analsegment des c? ist ziemlich stumpf, an der Spitze etwa 
halb so breit wie an der Basis und etwa IV4 mal so lang als an 
der Basis breit, auch bei ihm reicht die Beborstung der Seiten 
mehr nach der Mitte hinauf als bei den andern Arten. Die Halt- 
zangen sind kurz, ziemlich schlank und bleiben um etwa ein 
Drittel ihrer Länge vom Hinterrande des vorletzten Segmentes ent- 
fernt, welches in einer kleinen medianen Ausrandung einige stumpfe 
Hornzähnchen trägt. — Der Rücken des Abdomens beim 9 ist 
gleichmässig glatt nur mit den gewöhnlichen kleinen Börstchen 
besetzt, grössere Borsten fehlen gänzlich, nur auf den zu beiden 
Seiten der Analöffnung gelegenen dunkleren Platten stehen ein 
paar ganz vereinzelte. Die ventrale Platte vor der Genitalöffnung 
ist hier einfach halbkreisförmig, klein und nur spärlich mit feinen 
Börstchen besetzt. 

10. Cyclopodia ferrarii Rnd. 

Untersucht das Originalexemplar in der Sammlung des Museo 
Civico di Genova, ferner 1 <^ und 7 9 aus derselben Sammlung, 



56 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

welche im Juni 1886 von Fea bei Bhamo in Burma gesammelt 
wurden. 

Die Untersuchung des Originalexemplar ergab zur Gewissheit, 
was ich schon aus den Worten der Beschreibung „coxis anticis 
satis longis" vermuthet hatte, dass nämHch trotz der Versicherung 
Rondanis „tibiis haud circulariter impressis" (66) dessen 
Nyctenhia ferrarii zur Gattung Cyclopodia Kol. gehöre. Die drei 
Ringe auf den Tibien sind thatsächlich vorhanden, ebenso aus 
mehreren Ocellen bestehende pigmentii'te Augen. Ich kann hier 
das bisher noch nicht bekannte $ beschreiben und möchte auch 
der bisher ziemlich ungenauen Beschreibung des c? einiges 
hinzufügen. 

Länge 2,25 — 2,5 mm. 

Kopf und Thorax bieten nichts besonderes. Die Beine erscheinen, 
von oben gesehen, auffällig lang und dünn, bei seitHcher Ansicht, 
resp. von vorn erkennt man aber, dass die Schenkel sogar etwas 
dicker sind als ihrer Länge entsprechen würde, doch sind sie immer 
noch mindestens viermal so lang als breit. Die Vorderhüften sind 
nur halb so lang als die Schenkel und die Tibien einfach, nicht 
verdickt. 

Das Abdomen des d* gewinnt durch eine enorme Verlängerung 
des dünnen Analsegmentes eine gewisse Aehnlichkeit mit C. macrura 
m., doch ist das Analsegment den andern gegenüber nicht so ver- 
schmälert. Die drei ersten Segmente dorsal sind kurz, auf der 
Fläche kahl, nur am Hinterrande undicht mit langen Borsten besetzt. 
Sehr lang, so lang als 1 — .3 zusammen, ist das vorletzte Segment, 
welches ausser ähnlicher Beborstung am Hinterrande auf den 
Seiten noch zerstreut stehende ziemlich lano;e Borsten trägt. Von 
der Ventralseite war bei beiden Exemplaren nichts zu sehen. — 
An der Basis des Abdomens beim 9 eine derber braun chitinige, 
hinten in der Mitte ganz leicht ausgerandete Platte, welche am 
Hinterrande mit kräftigen Borsten besetzt ist. Der übrige Rücken 
gleichmässig mit kurzen Dornbörstchen besetzt, ohne längere Borsten. 
Am Hinterrande des vorletzten Segments zwei symmetrisch zu 
beiden Seiten liegende halbmondförmige, dunkelbraune Chitinplatten, 
welche am Hinterrande je 6 lange Borsten tragen. Analsegment 
mit einer Andeutung von Zweilappung wie bei Nycterihia (Listropodta) 
blasii Kol., ziemlich reichlich beborstet mit je 4 langen Borsten 
an den Hinterecken. Erstes Ventralsegment am Hinterrande leicht 
eingebuchtet, kurzborstig, das Ctenidium dicht, mit etwa 40 ziemlich 
langen und dicken Stacheln. Vor dem Hinterrand des vorletzten 
Segmentes ist eine kleine Strecke nicht beborstet, derber chitinig 
und quer „nadelrissig", der Hinterrand etwas eingebuchtet und 
spärlich mit langen Borsten besetzt. Die Platte vor der Genital- 
öffnung ist gerundet viereckig, in der Mitte mit einer vertieften 
Linie wie bei Penicillidia euxesta m., am Rande jnit einigen sehr 
langen Borsten besetzt. 



Flederniausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 57 

11. Cyclopodia inflatipes m. 

In der Sammlung des Herrn Dr. Hilger-Karlsruhe ein 2 von 
Kiodotvs minimus (Geoffr.) aus Kaiser-Wilhelms-Land. 

Die kleinste Art dieser Gattung, von nur 2 mm Körperlänge. 

Thorax, Schienen und Tarsen hell gelbbraun, Kopf, Schenkel 
und Abdomen dunkelbraun. 

Kopf und Thorax bieten nichts besonderes; Thoracalctenidium 
mit je 15 Zähnen. Beine von auffallender Bildung. Die Vorder- 
hüften, sowie sämtliche Schenkel und Schienen sind spindelförmig 
verdickt, die Schienen am wenigsten, die Schenkel derart, dass sie 
höchstens dreimal so lang als breit resp. dick sind. Dabei sind die 
Vorderhüften nur um ^/^ kürzer als die Schenkel. Die Ringelungen 
der Tibien stehen an normaler Stelle. Mittel- und Hinterschenkel 
sind dorsal \ie\ spärlicher beborstet als ventral; auf den Schienen 
stehen längere Borsten nur ventral vor den Ringeln und zweie auf 
der Dorsalseite; sonst ist die Beborstung ziemlich kurz. 

Abdominalctenidium mit 42 Zähnen. Das Abdomen ist sonst 
gleichmässig mit den gewöhnlichen kleinen Börstchen besetzt, die 
hier auf besonders auffallend warzig hervortretenden Basalstücken 
sitzen, die Segmentirung ist nur andeutungsweise zu erkennen. Nur 
das Analsegment ist, wie gewöhnlich, von diesen Börstchen frei; es 
trägt neben der Analößnung jederseits auf einer dunkler braun 
chitinigen Stelle einen Halbkreis langer Borsten neben einigen 
kleineren. Die Platte vor der Genitalöifnung ist hier ähnlich wie 
bei C. macrura m. nur seitlich in zwei Feldern dunkler chitinisirt 
und mit Borsten besetzt. 



e. Die Gattung Eucampsipoda Kol, 

Auch diese Gattung ist gut characterisirt durch die nur zwei- 
mal geringelten Tibien und Augen, welche nur aus je einem ein- 
fachen Ocellus bestehen. — Der Name muss übrigens Eucampsipoda 
und nicht, wie Kolenati 1862 schreibt, -podia geschrieben werden, 
da Kolenati 1858 die erste Form als neue Gattung gebildet hat. 

1. Eucampsipoda aegyptia Mcq. 

Ich habe diese Art nicht selbst untersuchen können, möchte 
aber hier doch einiges über Kolenatis Auffassung derselben sagen. 
Zunächst lautet der Speciesname nicht aegypfiaca^ wie Kolenati 
schreibt, sondern aegyptia. — Dann aber möchte ich hier einem 
leisen Zweifel Ausdruck geben, ob Kolenatis Ni/cterlbia /itzingeri, 
welche er 1862 (15) als Eucampdpoda synonym zu Macquarts 
N. aegyptia zieht, thatsächlich mit dieser Art identisch sei und A^. 
aegyptia Mcq. zu dieser Gattung gehöre. Kolenati besitzt 1862 
„das" Originalexemplar der Art nicht mehr (1856 beschreibt er beide 
(jeschlechter, muss also doch mindestens 2 Exemplare besessen 



58 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

haben) und seine Beschreibung stimmt im Wesentlichen wörtlich 
mit der früher (13) gegebenen überein; aber in dieser früheren Be- 
schreibung steht nichts von einer Kingelung der Tibien, welche 
auch von Macquart nicht erwähnt und nicht gezeichnet wird. 
Immerhin muss man Kolenatis Deutung der Nycterihia aegyptia 
Mcq. und ihre Stellung in dieser Gattung vorläufig wenigstens an- 
nehmen, solange nicht weitere Befunde vorliegen, die etwa dagegen 
sprechen. 

2. Eucampsipoda hyrtli Kol. 

Die Art bietet insofern ein besonderes Interesse, als sie mir 
ausser in Exemplaren aus Aegypten, von wo sie ursprünglich be- 
schrieben wurde (2 c?, 4 2 von Cynonycteris aegyptiaca Geoffr. aus der 
Sammlung des Museums für Naturkunde zu Berlin) auch aus Burma 
und Sumatra vorlag. Wenigstens kann ich bei 3 c? aus der Höhle 
von Lian si Paghe in West-Sumatra und 3 9 aus den Farm-Gaves 
bei Moulmein in Burma, sämtlich aus der Sammlung des Museo 
Civico di Genova, keinen Unterschied von aegyptischen Exemplaren 
entdecken. 

Der Beschreibung Kolenatis möchte ich nur folgendes wenige 
hinzufügen: Die Haltzangen des c? sind sehr lang und schmal, mit 
plötzlich verbreiterter Basis, dabei gerade. — Das Abdomen des 9 
hat dorsal ein dunkel chitiniges Basalsegment mit zweifach einge- 
buchtetem, mit mittellangen Borsten besetztem Hinterrand. Das 
folgende Segment (2 — 5 entsprechend) ist gleichmässig mit den 
gewöhnlichen kurzen Börstchen besetzt, nur am hinteren Viertel 
nicht; auf der Mitte stehen symmetrisch in zwei von vorne innen 
nach aussen hinten verlaufenden Reihen je 4 lange dünne Borsten. 
Das Analsegment wie Kolenati es beschrieben, glatt, mit 10 langen 
Borsten am Ende. 



IV. 
Uebersicht. 

a. Aufzählung der bisher beschriebenen Arten. 

Auch in dieser Aufzählung habe ich mich, wie seinerzeit bei 
der Aufzählung der Streblid garten, bemüht, diejenigen Formen, 
welche ursprünglichere Charaktere zu besitzen scheinen, zuerst zu 
nennen und Arten, die seitlich abzuzweigen scheinen, gleich hinter 
denjenigen aufzuzählen, an welche sie sich anschliessen. In der 
Untergattung Acrocholidia Kol. habe ich eine Anzahl von Arten, 
die ich nicht selber gesehen, durch einen Strich von den übrigen 
abtrennen müssen, da ich über ihre Stellung den andern gegenüber 
nichts ausfindig machen konnte. Dreie davon sind mit Fragezeichen 
versehen, um zu zeigen, dass sie möglicherweise doch anderswohin 
gehören können. Die Nomenclatur der Wirthsfledermäuse ist auch 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupiparea Dipteren. 59 

hier nach Trouessart (30) angegeben, nur bei den Fteropus -Arten 
habe ich mich an Matschie (20) gehalten; wo dieser und Trouessart 
im „Appendix" von der Nomenciaturin Trouessart's Text abweicht, 
ist diese letztere, bekanntere, in Klammern beigefügt. 

I. Archinycteribia m. 

actena m. — Wirth: Dohsonia (= Cephalotes) peronii Geoffr. — 
Vorkommen: Ralum auf Neu-Pommern (Prof. Dahl). 
IL Penicillidia Kol. Horae Soc. Ent. Ross. II. 1862 p. 69. 
Nycterlhia auct. pp. 

Megistopoda Kol. Wien. Ent. Monatsschr. I. 1857 p. 62. 
ienynsi Westw. Trans. Zool. Soc. London I. 1835 p. 291, tab. 36, 
fig. 29—34 {Nycteribia). 
Macqu. (Dipt. exot. 11) Mem. Soc. Sc. Lille 1843 p. 281, 

tab. 36, fig. 11 {Nycteribia). 
Kol. Paras. d. Chiropt. 1856 p. 44 (Nycteribia). 

— Horae Soc. Ent. Ross. II. 1862 p. 88 tab. XIV f. 31 
(Nycteribia). 

PSchin. Novara 1868 p. 375 {Nycteribia). 

Wirth: noch unbekannt. — Vorkommen: China 

(Westwood), Sumatra (Mus. Genua); ? Ceylon 

(Schiner). 

euxesta m. — Wirth: Phyllorhina armigeraHodgs. — Vorkommen: 

Karenni-Berge bei Toungoo und „Catein Cauri" in Burma. 

nattereri Kol. Wien. Ent. Monatsschr. I. 1857 p. 62 (Listropodia). 

— Horae Soc. Ent. Ross. II. 1862 p. 57, tab. VII u. VIII 
fig. 19 {Listropodia). 

Schin. Fauna Austriaca IL 1864 p. 655 (Nycteribia). 

Wirthe: Myotis (Leuconoe) davhentoni Leisl., M. 
(= Vespertilio) nattereri Kühl; ? 71/. (= Vespert.) 
bechsteini Leisl., ? M. myotis Bechst. {= Vespert.) 
mvrinus Schreb). — 
Vorkommen: Mähren, Schlesien; ? Baden, 
senegalensis Gerv. Atlas de Zoologie 1844 p. 14, tab. 53 fig. 2 
(Nycteribia). 

Wirth: Phyllorhina tridens (Geoffr.). — Vorkommen: 

Am Senegal. 

fulvida Bigot. Ann. Soc. Ent. France VI. 5 1885 p. 246 (Nycteribia). 

Wirth: noch unbekannt. — Vorkommen: Südafrika, 

Kapland, Madagascar. 

pachymela m. — Wirth: noch unbekannt. - Vorkommen: 

Sancurar im Somalilande. 
conspicua m. 

westwoodii Kol. Paras d. Chiropter. 1856 p. 34 (Nycteribia). 
— Horae Soc. Ent. Ross. IL 1862 p. 69, tab. X 
—XI fig. 23. 

— Schin. Fauna Austriaca IL 1864 p.651 {Nycteribia). 

— Rond. Bull. Soc. Ent. Ital. XL 1 879 p. 8 (Nycteribia). 



60 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

Wirt he: Rhinolophus evryale Blas., Rh. hlasii Peters, 
Myotis myotis Bechst. (= Vespertilio murinus Schreb.), 
Miniopterus schreihersi Natt. — Vorkommen: Un- 
garn, Balkan-Halbinsel, Italien und Sicilien; Tunis; 
Aniienien, Georgien. 
dufouri Westw. Trans. Zool. Soc. London I. 1835 p. 290, tab. 36 
fig. 49 — 50 {Nycterihiä). 
Kol. Horae Soc. Ent. Ross II. 1862 p. 72 tab. XI-XII % 24. 
Schin. Fauna Austriaca II. 1864 p. 654 {Nycterihiä). 
vespertilionis Dufour. Ann. Sc. Natur. XXII. 1831 p. 381 

tab. XIII fig. 4. 
westwoodi Guer.-Men. Iconogr. III. 1829 — 44 p. 556, Bd. II 

tab. 104 fig. 9. 
frauenfeldi Kol. Zool. bot. Ver. VI. 1856 p. 189 tab. I fig. B 

{Nycterihiä). 
— Paras d. Chiropt. 1856 p. 35 {Nycterihiä). 
Plateau. Bull. Acad. Roy, Belgique. 2. Ser. 36. Bd., Jahrgg. 

42; 1873 p. 332— 335 {Nycterihiä). 
Jeachi Kol. Wien. Ent. Monatsschr. I. 1857 p.62 {Megistopoda). 

— - Horae Soc. Ent. Ross II. 1862 p. 75 tab. XII 

bis Xni fig. 25. 

— Schin. Fauna Austriaca IL 1864 p. 653 {Nycterihiä). 

— Rond. Bull. Soc. Ent. Ital. XL 1879 p. 8 {Nycterihiä). 
Wirthe: Rhinolophus hlasii Peters, RJl. hipposideros 

Bechst., Rh. ferrum-equinum Schreb., Myotis {Leu- 
conoe) capuccinii Bonap., M. myotis Bechst. ( = 
Vespertilio murinus Schreb.), Miniopterus schreihersi 
Natt. — Vorkommen: Banat, Krain, Italien, Frank- 
reich, Belgien, Mähren, Schlesien; Tunis (Dr. Luhe). 
monoceros m. Illustr. Zeitschr. f. Entomologie (Neudamm) V. 
1900 p. 278. 

Wirth: Myotis {= Vespertilio) sp. — Vorkommen: 
Ostpreussen. 
in. Nycteribia Latr. Precis des Caract. generiques 1795 p. 176. 

— Hist. nat. Crust. Ins. XIV. 1804 p. 403. 
Westw. Trans. Zool. Soc. London I. 1835 p. 275. 
Kol. Paras. d. Chiropt. 1856 p. 34. 

— Wien. Ent. Monatsschr. I. 1857 p. 62. 
Schin. Fauna Austriaca H. 1864 p. 650. 
Rond. BuU. Soc. Ent. Ital. XL 1879 p. 8. 
Bigot. Ann. Soc. Ent. France VL 5. 1885 p. 234. 
Phthiridium Herrn. Mem. apterol. 1804 p. 120. 

— V. Olfers, De vegetativis et animatis cor- 
poribus, Dissert. 1815 p. 79. 

— Leach, Zoolog. Miscell. III. 1817 p. 55. 
CeJeripes Montague, Trans. Linn. Soc. IX 1808 p. 166 

(nomen nudum). 



Fledermausparasiten a\is der Gruppe der pupiparen Dipteren. 61 

Subgen. Acrocholidia Kol. Wien. Ent. Monatsschr. I. 1857 p. 62. 
— Horae Soc. Ent. Ross IL 1862 p. 60. 

vexata Westw. Trans. Zool. Soc. London I. 1835 p. 291, 8. 
Schin. Fauna Austriaca IL 1864 p. 652. 

? vespert Uionis L. Syst. Nat. Ed. X. 1758 (Fediculus). 

? — L. Fauna Suecica 1761 uo. 1941. 

? — Scop. Entoniol. Carniolica 1763 no. 10.58. 

? _ Fabr. Syst. Entom. 1775 p. 812. 

? — — Spec. Ins. n. 1781 p. 487. 

? — - Mautissa n. 1787 p. 373. 

? — — Ent. syst. IV. 1794 p. 429. 

? — Gmelin Ed. Syst. Nat. I. Pars V 1788 p. 2927 (Acarus). 

? — Schrank Fauna Boica HI. 1803 p. 375. (Hippohosca). 

? — Herrn. Mem. apterolog. 1804 p. 120 tab. V fig. 1 {Phthi- 

ridium). 
? _ Fabr. Syst. Autliat 1805 p. 350, 1 {Nycteribia). 

? — La tr. Gen. Crust Ins. IV 1809 p. 364 tab.XVfig.il. 

? — Macqu. Hist. nat. Ins. Dipteres (Suit. ä Buff.) 11. 1835 

p. 647 tab. 24 fig. 16. 
? — Meig. Syst. Beschrbg. VI. 1830 p. 238 tab. 64 fig. 19. 

? — Zett. Dipt. Scand. VII. 1848 p.2917. 

montaguei Kol. Paras. d. Chiropt. 1856 p. 38. 

— ~ Horae Soc. Ent. Ross II. 1862 p. 61 tab. VIII 

bis IX fig. 20. 
Wirthe: Rhinolophus euvyale Blas., Rh. hipposideros 
Bechst., Rli. ferrum-equinum Schreb., Myotis my- 
otis Bechst., {=Veyjertilw murinus Schreb.), Miyii- 
opterus schreibersi Natt. — Vorkommen: „Ganz 
Europa" (Kolenati); Tunis (Dr. Luhe). 
bechsteini KoL Wien. Ent. Monatsschr. I. 1857 p. 62. 

— Horae Soc. Ent. Ross II. 1862 p. 63 tab. IX fig. 21. 
Schin. Fauna Austr. II 1864 p. 654. 

Wirth: Myotis (— Vespertilio) bechsteini Leisl. — 
Vorkommen: Mittelrussland, Mähren, Oesterreich. 
oceanica Bigot. Ann. Soc. Ent. France VI. 5. 1885 p. 246. 

Wirth: Chalinolohus gouldi Gray. — Vorkommen: 
Neu-Caledonien, Neu-Süd -Wales. 

bellardii Rnd. Ann. Mus. Civ. Genova XII. 1878 p. 152. 

Wirth: Phylio^toma spec, — Vorkommen: Süd- 
amerika (Rondani), Brasilien, 
dispar m. — Wirthe: Vespertilio (Vcspenigo) abramus Temm., Kio- 
dotus (= Macroglossus) minimus (Geoffr.). — Vorkommen: 
Kaiser-Wilhelms-Land . 
scissa m. — Wirth: Rhinolophus capensis Licht. — Vorkommen: 
Südafrika. 



62 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

minuta v. d. Wulp. Diptera; Midden-Sumatra 1884 p. 58. — 
f ienynsi Rnd. Ann. Mus. Civ. Genova XII 1878 p. 151. 
Wirth: ? Rhmolophus euiyotis] Temm. (nach Ron- 
dani). — Vorkommen: Sumatra; ? Amboina. 
blainvillei Leach. Zool. Miscell. III 1817 p. 55 {Phthiridium). 

Westw. Trans. Zool. Soc. Lond. I 1835 p. 289 tab. 36 fig. 42. 
KoL Paras. d. Chiropt. 1856 p. 45. 

— Horae Soc. Ent. Ross. II 1862 p. 87 tab. XIV fig. 29. 
Wirthe: Rhinolophits ferrum-eqm?ium Schreb., Tapho- 

zoKs perforatus Geo&r. — Vorkommen: Mauritius, 
Aegypten. 
stichotricha m. — Wirth: En>.baIlonu7'a monticola Temm. — Vor- 
kommen: Nias. 
roylei Westw. — Trans. Zool. Soc. London I 1835 p. 290 tab. 36 
fig. 35—36. 
Kol. Paras d. Chiropt. 1856 p. 45. 

— Horae Soc. Ent. Ross. II 1862 p. 87 tab. XIV fig. 30. 

Wirth: Noch unbekannt. — Vorkommen: Indien. 



flava Weyenb. Ann. Soc. Cientif. Argentina XI 1881 p. 194. 

Wirth: Vespertilio (=■ Vesperugo) velatus Geoffr. — 
Vorkommen: Argentinien. 
? mexicana Bigot. Ann. Soc. Ent. France VI. 5. 1885 p. 245. 

Wirth: Noch unbekannt. — Vorkommen: Mexico. 

? antrozoi Townsend. Journ. New York Entom. Soc. I 1893 p. 79. 

Wirth: Antrozous pallidusheconte. — Vorkommen: 

Las Cruzes in Neu-Mexico. 

? ? parilis Walk. Journ. Proceed. Linn. Soc. London V 1861 p. 300. 

Wirth: Noch unbekannt. — Vorkommen: Batchian. 

Subgen. Sty/idia Westw. Introduct. modern Classif. II 1840 Generic 

Synops. p. 154. 

— Kol. Wien. ent. Monatsschr. I 1857 p. 62. 

— — Horae Soc, ent. Ross. II 1863 p. 65. 
Phthiridium Herrn. Mem. apterologique 1804 p. 120 p.p. 

V. OLfers Dissertatio 1815 p. 79 p. p. 
— Leach Zool. Miscell. III 1817 p. 55 p. p. 
biarticulata Herrn. Mem. apterol. 1804 p. 124 tab. 6 fig. 1. 
V. Olfers Dissertatio 1815 p. 80. 
Westw. Trans. Zool. Soc. London I 1835 p. 292 tab. 36 

fig. 37—41. 
Macqu. Hist. nat. Ins. Dipt. (Suit. ä ßuff.) II 1835 p. 647. 
Rond. Bull. Soc. Ent. Ital. XI 1878 p. 8. 
vespertilionis Nitzsch, Voigts Magazin VI 1803 p. 365 tab. X 
fig. 4 — 5 {ffippobosca). 
— Montague, Linn. Transact. XI 1815 p. 11 tab. 3 

fig. 5-7. 



Fledennausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 63 

hermanni Leach Zool. Miscell, III 1817 p. 55 tab. 144. 

— Kol. Paras d. Chiropt. 1856 p. 38. 

— — Horae Soc. Ent. Ross. II 1862 p. 66 tab. IX— X 

fig. 22. 

— — Schin. Fauna Austriaca II 1864 p. 653. 
Wirthe: Rhinolophus euryale Blas,, Rh. hladi Peters, 

Rh. hipposiderosBechsi., Rh. ferrum-equinu7nSchreh., 
Plecotus auritus L., Myotis myotis Bechst., (= Vesper- 
tilio murinus Schreb.), Miniopterus schreihersi 
Natt. ; Neomys (Crossopus) fodiens L. — Vor- 
kommen: „Ganz Europa" (Rondani), England, 
Deutschland, Oesterreich, Krain, Steiermark, Schweiz, 
Italien, Naxos; Afrika; Kleinasien, 

ercolanii Rnd. Bull, Soc. Ent, Ital, XL 1879 p. 7. 

Wirth: Myotis myotis Bechst. {= Vespertilio murinus 

Schreb.). — Vorkommen: Prov. Emilia in Italien, 

Subgen. Listropodia Kol. Wien. Ent. Monatsschr. I. 1857 p, 62. 

- Horae Soc, Ent, Ross II. 1862 p, 49, 

Rnd. Bull, Soc. Ent. Ital, XI. 1879 p. 5. 

blasii Kol. Paras. d. Chiropt 1856 p. 41. 

~ Horae Soc. Ent. Ross IL 1862 p. 49 tab. V fig, 16. 
Schin. Fauna Austr. 11. 1864 p. 656. 

Wirt he: Rhinolophus euryale Blas., Pterygistes {=Ve- 
sperugo) pipistrellus Schreb., Myotis (Leuconoe) cappa- 
ccinii Bonap., M. daubentoni Leisl., M. (Vespertilio) 
nathusii Blas., Miniopterus schreihersi Natt. — Vor- 
kommen: „Europa" (Kolenati), Niederlande, 
Berlin, Ostpreussen, mittleres Russland, Ungarn, 
Banat, Serbien, Dalmatien, Oesterreich, Schlesien; 
Tunis (Dr. Luhe), 
parvula m. — Wirth: noch unbekannt. — Vorkommen: West- 
Sumatra. 

pedicularia Latr. Hist. nat. Crust. et Ins. XIV, 1805 p. 403 tab. 112 
fig. 14. 
V. Olfers Dissertatio 1815 p. 79 (Phthiridium). 
Westwood. Trans. Zool. Soc, London L 1835 p, 290, 
? vespei'tilionis Latr. Nouv. Dict. d, Hist, nat. XXIII, 
latreülei Leach. Zool, Mise, III. 1817 p. 56. 

— Curt, Brit. Ent, 1829 VIII tab. 277, 

— Westw. Trans. Zool. Soc. London I. 1835 p. 291 

tab. 36 fig. 43—48. 

— Kol. Paras. d. Chiropt. 1857 p. 40 tab. IV. 

— — Horae Soc. Ent, Ross IL 1862 p. 55 tab, VI 

bis VII fig. 18, 

— Schin, Fauna Austr. IL 1864 p. 655. 

— Rnd. Bull. Soc. Ent. Ital. XL 1879 p. 6. 



64 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

Wirthe: Rhinolophus hipposideros Bechst., VespertiUo 
{= Vesperugo) serotinuH Schreb., V. nocLula Schreb., 
Myotis {Leuconoe) dasycneme Boie, M. (L.) daubentom 
Leisl., AJ. myotis (= VespertiUo murinus Schreb.), 
Miniopterun schreihersi^aii. — Vorkommen: „Ganz 
Europa" (Kolenati), England, Belgien, Krain; Tunis 
(Dr. Luhe), Kapland (Zool. Mus. Königsberg). 
schmidli Schin. Zool. bot. Ver. III. 1853 p. 151. 

Kol. Horae Soc. Ent. Ross. IL 1862 p. 52 tab. VI fig. 17. 

Schin. Fauna Austr. 11. 1864 p. 656. 

schmidti Rnd. Bull. Soc. Ent. Ital. XL 1879 p. 6. 

Wirt he: Pterygistes (= Vespemgo) pipistrellus Schreb., 
Myotis {Leuconoe) daubentoni Leisl., M. myotis Bechst. 
(= VespertiUo murinus Schreb.), Miniopterus schrei- 
6ersiNatt. — Vorkommen: Pommern (Mus. Berlin) 
Krain, Banat, Serbien, Ober- und Mittel-Italien; 
Tunis (Dr. Luhe). 
allotopa m. — Wirth: Noch unbekannt. — Vorkommen: West- 
Sumatra. 
IV. Cyclopodia Kol. Horae Soc. Ent. Ross IL 1862 p. 82. 
Eucampsipoda Kol. Wien. Ent. Monatsschr. I. 1857 
p. 62 p. p. 
similis m. Entomol. Nachr. (Karsch) XXVI. 1900 p. 292. 

Wirthe: Pteropus celaeno Herrn. {=ed.ulis auct.), Pt. 
melanopogon Schleg. Peters und var. neohibernicus 
Peters, Pt. tongamis Quoy u. Gers. (=keraudrem 
Qu. u. G.); f Pt. ulecto Temm. — Vorkommen: 
Neu -Pommern, Neu - Mecklenburg , Viti- Inseln; 
? Celebes. 
albertisi Rnd. Ann. Mus. Civ. Genova XII 1878 p. 150. 

Wirth: Pteropus spec. — Vorkommen: Goram 
(Molukken). 
horsfieldi de Meij. Tijdschr. voor Entom. XLII 1899 p. 153. 

ienynsi v. d. Wulp. Diptera. Midden Sumatra 1884 p. 58. 
Wirth: Noch unbekannt. — Vorkommen: Java, 
Sumatra, Engano. 
minor m. Entomol. Nachr. XXVI 1900 p. 291. 

Wirth: Pteropus admiralitatum Thomas. — Vor- 
kommen: Neu-Pommern. 
dubia Westw. Trans. Zool. vSoc. London I 1835 p. 289 {Nycteribia). 
Kol. Paras. d. Chiropt. 1856 p. 45 {Xycteribia). 

— Horae Soc. Ent. Ross. II 1862 p. 86 (^Nycteribia). 
blainvillei Latr. Nouv. Dict. d'Hist. nat. XXHI 

Wirth: Pteropus spec. — Vorkommen: Mauritius, 
Madagascar. (Die Angaben „Indien" bei West- 
wood, „Philippinen" und „Tond" bei Walker be- 
ziehen sich wohl sicher auf irgend eine andere Art). 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 65 

greeffi Karsch. Greeff. Sitzgsber. Ver. Beförd. ges. Naturwiss. 
Marburg 1884 p. 77. 

Wirtli: CynonycterisstramineaGiQO^r. — Vorkommen: 
San Thome und Rolas. 

rubiginosa Bigot. — Ann. Soc. Ent. France Vol. 60 1891 p. 386. 
Wirth: Noch unbekannt. — Vorkommen: Assinie an 
der Guineaküste. 

sykesi Westw. Trans. Zool. Soc. Lond. I 1835 p. 288 tab. 36 
fig. 1 — 25 {Nycterihia). 
Kol. Paras, d. Chiropt. 1856 p. 46 {Nycterihia). 

— Horae Soc. Ent. Ross. I? 1862 p. 82 tab. XIII fig. 27. 
Wirth: Noch unbekannt. — Vorkommen: Indien. 

(Walkers Angabe „? Natal" ist wohl sicher auf 
eine andere Art, vielleicht C. dubia Westw. zu 
beziehen). 

hopei Westw. Trans. Zool. Soc. Lond. I 1835 p. 289 tab. 36 fig. 26 
bis 28 {Nycterihia). 
Kol, Paras. d. Chiropt. 1856 p. 45 (Nycterihia). 

— Horae Soc. Ent. Ross. II 1862 p. 83 tab. XIV fig. 28. 
Wirth: Fteropus celaeno Herrn. (= edulis auct.) — 

Vorkommen: Bengalen. 
ferrarii Rnd. Ann. Mus. Civ. Genova XII 1878 p. 151 (Nycterihia). 
Wirth: Noch unbekannt. — Vorkommen: Java, 
Burma. 
inflatipes m. Entomol. Nachr. XXVI 1900 p. 291. 

Wirth: Kiodotus (= Macroglossus) minimus GeojSr. 
— Vorkommen: Kaiser- Wilhelms-Land. 
macrura m. Entomol. Nachr. XXVI 1900 p. 292. 

Wirth: Dohsonia (= Cephalotes) peronii Geoffr. — Vor- 
kommen: Neu-Pommern. 
V. Eucampsipoda Kol. Wien. ent. Monatsschr. I 1857 p. 62. 
Eucampsipodia Kol. Horae Soc. Ent. Ross. II 1862 p.78. 
hyrtli Kol. Parasiten d. Chiropt. 1856 p. 42 {Nycterihia). 

— Horae Soc. Ent. Ross. II 1862 p. 78 tab. XIV fig. 26. 
Wirth: Cynonycteris aegyptiaca Geoffr. — Vor- 
kommen: Aegypten, am Senegal; Sumatra, Burma, 
aegyptia Mcq. Mem. Soc. roy. Sciences de Lille 1850 p. 282 tab. 28 
fig. 16 {Nycterihia). 
ßzingeri Kol. Paras. d. Chiropt. 1856 p. 43 (^Nycterihia). 
aegyptiaca Kol. Horae Soc. Ent. Ross. H 1862 p. 80 {Eu- 
campsipodia^. 

Wirth: Phyllorhina tndens Geoffr. — Vorkommen: 
Aegypten. 



Arch. f.Naturgesch. Jahrg. 1901. Bd.I. H. 1. 



6g P. Speiser: Ueber die Nycteriibiden, 

Ohne Beschreibung werden noch genannt folgende 4 Nycteribiidae: 
Ni/cteribia sipec. von AJolossus s-pec. aus Jamaica. Walker 
List. IV. 1849 no. 1149. 

— spec, von NoctiUo leporinus (L.) var. mastivus 

(Dahl) aus Jamaica. — ibid. 

— spec. aus Natal. — ibid. 

? — spec. aus Neu-Caledonien. Bigot Ann. Soc. 
Ent. France 1885 p. 246. 

b. Bestimmungstabelle. 

Bei der Aufstellung dieser Bestimmungstabelle habe ich leider 

nicht überall morphologischen Characteren folgen können, da ich 

nicht alle Arten selber untersucht habe und die Beschreibungen 

meist zu unvollständig waren, um daraus Schlüsse auf die Einordnung 

zu ziehen; dies gilt besonders von der Untergattung AcrochoUdia 

Kol. In diesem Falle habe ich mehr oder weniger weitgehend die 

geographische Verbreitung zu Hilfe genommen und bin so zu einer 

Tabelle gekommen, die wenigstens alle Arten umfasst, wenn sie 

auch in der genannten Gruppe sicher grosse Mängel hat. 

1' Am ersten Ventralsegment ist kein Ctenidium vorhanden; die 

Metatarsen aller Beine sind kurz, höchstens so lang als die drei 

folgenden Glieder zusammen. Die dorsale Kopfwand wölbt sich 

in Kapuzenform über die Mundwerkzeuge und Antennen herüber. 

Genus Archinycteribia m. 
Einzige Art: A. actena m. 

1, Das erste Ventralsegment mit einem Ctenidium; die Metatarsen 
aller Beine mehr oder weniger verlängert, nur wenig kürzer 
bis etwas länger als die Tibien, meistens viel länger als die 
übrigen Tarsenglieder zusaromen. Die dorsale Kopfwand lässt 
Antennen und Mundtheile frei. 

2' Die Tibien sind nicht geringelt, auf ihrer ventralen Kante 
stehen häufig drei Querreihen stärkerer Borsten nahe dem 
distalen Ende. Die Vorderhüften sind selten länger als breit. 
3' Kopf mit deutlichen, aus je einem einfachen Ocellus be- 
stehenden Augen. Abdomen und Beine mit langer pinsel- 
artiger Beborstung. Genus Penicillidia Kol. 
4' Abdomen ohne „Haftscheiben" (vgl. 4,) 
5' Beine nicht auffallend dick. 

6' Kleinere Arten von weniger als 4 mm Länge. 
7' Thorax länger als breit. Tibien von ge- 
wöhnlicher Form. 

8' Ventrale Thoraxfläche von vorne nach 
hinten gekrümmt, gelblich mit deutlicher 
schwarzer Mittellinie. Beborstung des 
Abdomens beim c? lang, die Borsten 
dunkel. Körperlänge nur 2,5 mm. 

P. ienynsi (Westw.j 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren 67 

8, Ventrale Thoraxfläche eben, dunkel- 
kastanienbraun. Beborstung des Abdomens 
beim c? kürzer, die Borsten mehr gelblicb, 
Körperlänge 3,5 mm. P. euxesta m. 
7, Thorax ventral breiter als lang. Tibien 
etwas yerbreitert. P. nattereri (Kol.) 

6, Grössere Arten von mindestens 4,5 mm Länge. 
7" Beim $ ist der Hinterrand des fünften 
Dorsalsegmentes gerade. 

P. senegalensis (Gerv.) 
7„ Beim 2 ist der Hinterrand des fünften Seg- 
mentes in der Mitte lappenförmig nach hinten 
vorgezogen. P. conspicua m. 

5, Beine auffallend dick (bisher nur c? bekannt). 
6" Hell rothbraun mit fuchsiger sehr langer Be- 
borstung auf dem Abdomen. Mittelschenkel 
in den proximalen zwei Dritteln ganz kurzborstig. 

P. fulvida (Big.) 
6„ Dunkelbraun mit schwarzer, nicht ganz so langer 
Beborstung auf dem Abdomen. Die Schenkel 
noch etwas dicker als bei F. fulvida (Big.). 
Mittelschenkel im proximalen Drittel nicht 
schwächer beborstet als im distalen. 

P. pachymela m. 
4, Abdomen mit sog. „Haftscheiben", d. h mit kleinen, 
ovalen, derber dunkelbraun chitinigen Platten, welche 
beim d* ventral auf dem vorletzten Segment stehen 
und mit stumpfen Chitinhöckerchen besetzt sind; beim 
2 liegen sie dorsal. 

5" Stirn vorne fast gerade abgestutzt, ganz schwach 

nach vorne bogig. P. dufouri (Westw.) 

5„ Stirn vorne in ein medianes ziemlich langes Hörn 

ausgezogen. P. monoceros m. 

3, Kopf ohne Augen. Die Beborstung nirgend pinselartig. 

Genus Nycteribia Latr. 
4" Tibien von gewöhnlicher Form, nicht auffallend ver- 
breitert. 

b'" Analsegment des d^ konisch, mehr oder weniger 
spitz zulaufend, des 9 ohne Anhänge auf seiner 
dorsalen Fläche. • Subgen. Acrocholidia Kol. 
6'" Grössere Arten von wenigstens 1 ,5 mm Länge. 
T" Arten der alten Welt resp. Australiens. 
8" Palaearktische resp. aethiopische Arten. 
9' Thorax ventral breiter als lang. 
10' Längsfurche des Stemum nur 
hinten grubig. 

N. vexata Westw. 

5* 



68 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 



10, Längsfurche des Sternum an 
beiden Enden grubig. 

N. bechsteini Kol. 
9, Thorax ventral länger als breit. 
10" Vorletztes Ventralsegment des 
c? in der Mitte des Hinterrandes 
tief eingekerbt. Dunkel ocker- 
gelb, ziemlich plump gebaut. 

N. scissa m. 
10„ Vorletztes Ventralsegment des c? 
mit geradem Hinterrande. Hell- 
gelb, auffallend schlank mit sehr 
schlanken Beinen. 

N. blainvillei Leach. 
8„ Südasiatische resp. australische Arten. 
9" Körperlänge unter 2 mm. 

N. minuta v. d. Wulp. 
9„ Länger als 2,5 mm. 

10'" Australische Arten von Neu- 
Guinea und Australien. 
11' Mittelbeine des c? von ge- 
wöhnlicher Form. 

N, oceanica Big. 
11, Mittelbeine des d' auffallend 
gebildet, mit einem platten- 
artigen Fortsatz am Schen- 
kel vor dem Gelenk mit den 
Tibien, diese selbst gegen 
das Ende zu verschmälert. 
N. dispar m. 
10,,, Arten von Sumatra und Lidien. 
11" Hell ockergelb, 3,25 mm, 
von Sumatra. 

N. stichotricha m. 
11„ Dunkel schv^^arzbraun, 
2,8 mm lang, von Indien. 
N. roylei Westw. 
7,„ Amerikanische Ai'ten. 

8'" Arten aus Südamerika. 

9"' Tibien mehr als halb so lang als die 
Schenkel. N. bellardii Rnd. 

9,„ Die Tibien erreichen wenig mehr als 
ein Drittel der Schenkellänge. 

N. flava Weyenb. 
8,„ Arten aus Mexico oder Nordamerika. 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 69 

9"" Vorderschenkel dorsal unbeborstet, 
Mittel- und Hinterschenkel mit je 
einer langen Praeapicalborste. Am 
Analsegment zwei auffallend lange 
Borsten. N. mexicana Big. 

9„„ Vorderschenkel dorsal beborstet, 
Mittel- und Hinterschenkel ohne Prae- 
apicalborste, Analsegment ohne auf- 
fallend lange Borsten am Ende. 

N. antrozoi Towns. 
6,„ Kleine Art von nur 1 mm Länge. Batchian. 

N. parilis Walk. 
5,„ Analsegment des <^ dick, kuglig mit sehr stumpfem 
Ende, des 9 dorsal mit einem Paar langer griff ei- 
förmiger, am Ende langborstiger Anhänge. 

Subgenus Stylidia Westw. 
6"" Tibien fast so lang wie die Schenkel und 
ebenso lang wie die Tarsen. 

N. biarticulata Herrn. 

6„„ Tibien nur wenig mehr als halb so lang wie 

die Schenkel und deutlich kürzer als die Tarsen. 

N. ercolanii Rnd. 
4„ Tibien auffallend verbreitert, sodass sie bei einigen 
Arten wenigstens an den Vorderbeinen fast so breit 
als lang sind. Subgenus Listropodia Kol. 

b„„ Ventralplatte des Thorax rundlich, so breit als lang. 
6* Grössere Art von 2 mm. Analsegment des 2 
in zwei Lappen neben der Analöffnung aus- 
gezogen. Europa. N. blasii Kol. 
6;i: Kleinere Art von nur 1,5 mm Länge. Anal- 
segment des 2 einfach, rundlich. Sumatra. 

N. parvula m. 
5„„ Thorax ventral entweder länger als breit oder 
breiter als lang. 
6*' Thorax ventral breiter als lang. 

N. pedicularia Latr. 
6^, Thorax ventral länger als breit. 

7"" Vorletztes Ventralsegment des c? am Hinter- 
rande mit einigen dornartigen kurzen 
Borsten, Haltzangen gerade. Am Hinter- 
rande des fünften Ventralsegmentes beim 
9 nur seitlich zwei derber chitinige Stellen. 
N. schmidli Schin. 
7„„ Vorletztes Ventralsegment des d" am Hinter- 
rande ohne Dörnchen, Haltzangen gebogen. 
Der ganze Hinterrand des fünften Segmentes 
beim $ ventral derber chitinig. 

N. allotopa m. 



70 P. Speiser: Ueber die Nycteriibiden, 

2, Die Tibien mit 2 oder 3 helleren Ringen. 

3" Die Tibien mit 3 Ringen; die Augen aus je 2 Ocellen 
zusammengesetzt. Genus Cyclopodia Kol. 

4'" Grössere Arten von mehr als 3,5 mm Länge. Schenkel 
niemals auffallend verdickt. 
5* Westafrikanische Arten. 

6*" Von den Inseln San Thome und Rolas. 

C. greeffi Karsch. 
6^,, Von der französischen Elfenbeinküste (Assinie). 

C. rubiginosa Big. 
5^ Indoaustralische oder südafrikanische Arten. 

6** Beim S sind die Hinterränder der drei vor- 
letzten Dorsalsegmente auch in der Mitte be- 
borstet; Abdomen des 9 ohne irgend welche 
grösseren Borsten auf der Mitte des Rückens 
oder am Rande des vorletzten Segments. 
7* Am Hinterrande des vorletzten Ventralseg- 
ments stehen beim d^ nur wenige, 9 — 12, 
ganz kleine und stumpfe Chitin dörnchen. 
Kleinere Art von 3,7 mm Länge, dunkel 
schwarzbraun. Neu-Pommern. 

C. minor m. 
7^ Am Hinterrande des vorletzten Ventralseg- 
ments stehen beim ^ 17 — 21 lange Chitin- 
stacheln, ähnlich denen am ersten Ventral- 
segment im sogen. Abdominal - Ctenidium. 
Grössere Art von 4 — 4,5 mm Länge, hell 
rothbraun, Südostafrika, Madagascar. 

C. dubia (Westw.) 
6^;^ Beim d^ bleibt die Mitte des Hinterrandes der 
drei vorletzten Dorsalsegmente von Borsten frei 
(ob auch beim <^ von C. sykesi Westw.?); 
Abdomen des 2 mit mindestens 4 gröberen oder 
längeren Borsten auf der Mitte des Rückens 
und mit mehreren solchen am Hinterrande des 
vorletzten Segments (ob auch beim 9 von 
C. hopei Westw.?) 

7* Analsegment des d* an der Basis nur wenig 
breiter als an der Spitze und nur halb so 
breit als das vorletzte Segment;' das 9 trägt 
am Rande des vorletzten Segments jederseits 
ein Büschel sehr stark gekrümmter Borsten, 
auf der Mitte des Rückens stehen zwei 
symmetrisch angeordnete Gruppen von je 
7 langen Borsten. C. macrura m. 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 



71 



Analsegment des c5^ an der Basis beträchtlich 
breiter als an der Spitze und nur wenig 
schmäler als das vorletzte Segment (ob auch 
beim c? von C. sykesi Westw.?) Die 
Borsten am Kande des vorletzten Segmentes 
beim $ (auch bei C. hopei Westw.?) sind 
nicht auffällig gekrümmt. 

8"" Haltzangen des d* kurz imd dick, stumpf, 
vom Hinterrande des vorletzten Segments 
entfernt bleibend. Analsegment stumpf 
gerundet, wenig länger als an der Basis 
breit, an der Spitze mehr als halb so 
breit als an der Basis. Beim 2 auf der 
Mitte des Abdomens eine grössere Anzahl 
von Borsten, sowie zwei Büschel solcher 
an beiden Seiten des Hinterrandes des 
vorletzten Segments; doch stehen diese 
drei Borstenfelder mit einander nicht im 
Zusammenhang. C. similis m. 

8„„ Haltzangen des cT (auch bei C. sykesi 
Westw.?) schlank und dünn, spitz, bis 
nahe an den Hinterrand des vorletzten 
Segments heranreichend. Beim 2 (ob 
auch bei C. hopei Westw.?) auf der Mitte 
des Rückens nur vier gröbere Borsten, 
oder, wenn dort mehrere längere vor- 
handen sind, steht diese Borstengruppe 
durch ein ebenfalls mit solchen Borsten 
besetztes Feld mit denen am Hinterrande 
des vorletzten Segmentes im Zusammen- 
hang. 

9* Analsegment lang und schmal, stark 
kegelförmig zugespitzt, sodass es an 
der Basis mehr als doppelt so breit 
ist als am Ende. C. hopei (Westw.) 

9^ Analsegment lang, aber breiter, an 
der Spitze mehr als halb so breit 
als an der Basis. 

10"" Dunkel schwarzbraune Art. 

C. albertisi Rnd. 

10„„Hell röthlichbraune Art. 

C. horsfieldi de Meij. 



72 



P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 



9a* Die längere Beborstung des Rückens 
beschränkt sich auf den Rand des 
vorletzten Segments; auf der Mitte 
stehen nur 4 längere Borsten. 
10a"" Der ganze Rand des vorletzten 
Segments ist mit einer ein- 
fachen Reihe starker langer 
Borsten besetzt, nur in der 
Mitte stehen noch zwei weitere 
vor dieser Reihe. 

C. sykesi (Westw.) 

10a,„, AmHinterrande des vorletzten 

Segments steht nur jederseits 

ein Büschel langer Borsten, 

die Mitte des Randes ist frei 

von solchen. C. albertisiRnd. 

9a^ Die längere Beborstung des Rückens 

erstreckt sich in einem dreieckigen 

Felde vom Rande des vorletzten 

Segments bis zur Mitte. 

C. horsfieldi de Meij. 

4,„ Kleine Arten von 2 mm Länge oder wenig darüber, 

mit mehr oder weniger verdickten Schenkeln. 

5* Vorderschenkel nur wenig verdickt, Vorderhüften 

halb so lang wie die Schenkel. C. ferrarii (Rnd.) 

5^ Vorderschenkel stark spindelförmig verdickt, 

höchstens dreimal so lang als breit, die Vorderhüften 

nur um ein Drittel kürzer als die Schenkel. 

C. inflatipes m. 

3„ Die Tibien mit 2 Ringen; die Augen nur aus je einem 

Ocellus bestehend. Genus Eucampsipoda Kol. 

4"" Mittellinie des Thorax nur am hintern Ende grubig. 

E. hyrtli Kol. 
4,,„ Mittellinie des Thorax vorne und hinten grubig. 

E. aegyptia (Mcq.) 



c. Uebersicht über die geographische Verbreitung. 
1. Palaearktische Region. 



1. Penicillidia nattereri (Kol.). 

2. — conspicua m. 

3. — dufourii (Westw.). 

4. — mcnwceros m. 

5. Nycteribia (Acrocholidia) vexata 

Westw. 

6. — — bechsteini Kol. 



7. Nycteribia {Stylidia) biarticulata 

Herrn. 

8. — — ercolanü Rnd. 

9. — {Listropodia) blasii Kol. 
0. — — pedimlariu 

Latr. 
— schmidli 

Schin. 



11. — 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupipareu Diptereu. 



2. Aethiopische Region. 



FenicilUdia senegalensis (Gerv.). 

— fulvida (Big.). 

— pachymela m. 
Nycterbiia (Äcrocholidia) scissa m. 

— — blainvillei 

Leach. 
(Stylidia) biarticulata 
Herrn. 



6. - 



7. Nycteribia (Listropodia) pedietdaria 

Latr. 

8. Cyclopodia greeffi Kai'sch. 

9. — ruhiginosa Big. 

10. — diihia (Westw.). 

11. Eucampsipoda hyrtli Kol. 

12. — aegyptia (Mcq.). 



3. Indische Region. 



1. Penicillidia ienynsi (Westw.). 

2. — euxesta m. 

3. Nycteribia{Acrocholidiä) minnta v. d.W. 

4. — — stichotricha m. 

5. — — roylei Westw. 

6. — (Listropodia) parvula m. 

7. — — (Ulotopa ni. 



8. Cyclopodia albertisi Rnd. 

9. — Jmsfieldi de Meij, 

10. — sykesi (Westw.). 

11. - hopei (Westw.). 

12. — ferrarii (Rnd.). 

13. Eucampsipoda hyrtli Kol. 



4. Australische Region. 



1. Archinycteribia actena m. 

2. Nycteribia [Äcrocholidia) oceanica Big. 

3. — — dispar m. 

4. — — minuta v. d, W. 

5. — — 1 parilis Walk. 



6. Cyclopodia similis m. 

7. — minor m. 

8. — inflatipes m. 

9. — macrura xn. 



5. Nearktische Region. 



1. Nycteribia mexieana Big. 

6. 
1. Nycteribia (Äcrocholidia^ 



2. Nycteribia antrozoi Towusend. 



Neotropische Region. 

bellardii | 2. Nycteribia 
Rnd. i 



{Äcrocholidia) flava 
Weyenb. 



74 P. Speiser: Ueber die Nycteriibiden, 

Litteratur-Verzeichniss. 

(Die mit * bezeichneten Schriften habe ich nicht selber vergleichen können.) 

1. F. Brauer. Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgesch. d. In- 
sekten während des Jahres 1869. — Arch. f. Naturgesch. 
36. Jahrgg. 1870. IL Bd. p. 71—72. 

2 — Ueber das Segment mediaire Latreilles. — S.-B. d. Kais. 
Akad. d. Wiss. Wien. Math. - nat. Cl. 85 Bd. I. Abt. 1882 
p. 218—244, m. 3 Tafeln. 

3. J. Curtis. British Entomology. London 1823 — 40. 

4. K. M. Diesing. Revision der Rhyngodeen. — S.-B, d. Kais. 

Akad. d. Wiss. zu Wien. Math. -nat. Cl. 37 Bd. 1859 p. 719 
bis 782 m. 3 Taf. 

5. L. Dufour. Description et figures de la Nyeteribie du Vesper- 

tition et Observations sur les stigmates des Insectes pupipares. 
— Ann. Sciences natur. T. XXII. Paris 1831 p. 372—384 
m. 1 Taf. 

6. — Etudes anatomiques et physiologiques sur les insectes 

Dipteres de la famille des pupipares. — ibid. 3® Ser. Zoologie 
T. m. 1845 p. 49—95 m. 2 Taf. 

7. G. Enderlein. Die Respirationsorgane der Gastriden. — S.-B. 

Kais. Akad. d. Wiss. Wien. Math.-nat. Cl. 108. Bd. I. Abth. 
1899 p. 235—303 m. 3 Taf. 

8. J. L. Frisch. Beschreibung von allerley Insekten in Teutsch- 

land. Berlin 1721—38. 

9. A. Gerstäcker. — S.-B. d. Gesellsch. naturf. Freunde zu Berlin. 

vom 18. 2. 1862. 

10. — Die Klassen und Ordnungen der Arthropoden. Bronn' s 

Klassen und Ordnungen des Thierreichs. V. Bd. I. Abth. 
Leipzig und Heidelberg 1866 — 1879. 

11. J. F. Hermann. Memoire apterologique. Publie par F. L. 

Hammer. Strasbourg, an XII. (1804). 
*12 H. Karsten. Chemismus der Pfanzenzelle. 

13. F. A. Kolenati. Die Parasiten der Chiroptern. Brunn 1856; 

dasselbe mit 4 Tafeln, Dresden, Kuntze, 1857. 

14. — Epizoa der Nycteribien. — Wien. Entom. Monatsschr, 

I. 1857 p. 6Q. 

15. — Beiträge zur Kenntniss der Phthiriomyiarien. — Horae Soc. 

Entom. Rossicae. IL 1862 p. 1—109 mit 15 Tafeln. 

16. 0. Krancher. Der Bau der Stigmen bei den Insekten. — 

Zeitschr. f. wiss. Zool. 35. Bd. 1881 p. 530 ff. m. 2 Tafeln. 

17. R. Leuckart. Die Fortpflanzung und Ent Wickelung der 

Pupiparen. — Abhandl. d. naturf. Gesellsch. Halle. IV. 
1858 p. 145—226. 

18. — Bericht üb. d. wiss. Leitungen in d. Naturgesch. d. nieder. 

Thiere während des Jahres 1859. Acanthocephali. — Arch. 
f. Naturg. 26. Jahrg. 1861. Bd. II p. 131—132. 



Fledermausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 75 

19. G. Lindau. Laboulbeniineae in: Engler-Prantl, Die natür- 

lichen Pflanzenfamilien etc. 159. Lfrg. Leipzig 1897. 

20. P. Matschie. Die Fledermäuse des Berliner Museums für 

Naturkunde. 1. Lfrg. Die Megachiroptera. Berlin 1899. 

21. F. H. Müggenburg. Der Rüssel der Diptera pupipara. — 

Arch. f. Naturg. 57. Jahrgg. 1892. Bd. I. p. 287-328. m. 
2Taf. — Auch als: Inaug.-Dissert. a. d. Universität Leipzig 
1893. 

22. C. R. V. Osten- Sacken. On the Larva of Nycteribia. — Trans. 

Entomol. Soc. London. 1881 p. 358—361 m. 1 Taf. 

23. Pey ritsch. Ueber einige Pilze aus der Familie der Laboul- 

benien. — S.-B. d. Kais. Akad. d. Wiss. zu Wien. Math.- 
nat. Cl. 64. Bd. L Abth. 1871. p. 441—458 m. 2 Taf. 

24. — Beiträge zur Kenntniss der Laboulbenien. — ibid. 68. Bd. 

L Abt. Jahrgg. 1873, Wien 1874 p. 227—256 m. 3 Tafeln. 

25. H. S. Pratt. Beiträge zur Kenntniss der Pupiparen. Die 

Larve von Melophagus ovinus L. — Arch. f. Naturgesch. 
59. Jahrgg. 1893. Bd. I. p. 151 ff. m. 1 Taf. — Auch als: 
Inaug.-Dissert. a. d. Universität Leipzig 1893. 

26. — The Anatomy of the Female Genital Tract of the Pupipara as 

observed in Melophagus ovinus L. — Zeitschr. f. wiss. Zool. 
66. Bd. 1899. p. 16—42 m. 2 Tafeln. 

27. F. Schrank. Fauna Boica. III. 1. Landshut 1803. 

28. P. Speiser. Ueber die Strebliden, Fledermausparasiten aus 

der Gruppe der pupiparen Dipteren. — Arch. f. Naturg. 
66 Jahrgg. 1900. Bd. L p. 31—70. m. 2 Taf. 

29. — Ueber die Art der Fortpflanzung bei den Strebhden, nebst 

synonymischen Bemerkungen. — Zool. Anz. Bd. XXIII 
No. 610 vom 19. 3. 1900. 

30. E. L. Trouessart. Catalogus mammalium tarn viventium quam 

fossihum. Nova editio, prima completa. Fase. I. Berolini 
1897, Fase. VI (Appendix) 1899. 

31. Ch. 0. Waterhouse. Description of a new species of the ano- 

malous genus Polyctenes. — Trans. Entom. Soc. London. 
1880. p. 319-320 m. 1 Taf. 

32. J. 0. Westwood. On Nycteribia, a genus of wingless Insects. 

— Trans. Zool. Soc. London I. 1835 p. 275—294 m. 1 Taf. 
*33. F. M. V. d. Wulp. Diptera in: Midden-Sumatra Natuurl. Hist. 
9. Abt, Leyden 1884. 

34. — Catalogue of the described Diptera from South Asia, 

The Hague 1896. 
Ausserdem wurden folgende Schriften benutzt, welche nur die Art- 
beschreibungen und nomenclatorisches enthalten: 

35. J. M. F. Bigot. Dipteres nouveaux ou peu connus, 276 partie No.XXXV. 

Anomalocerati. — Ann. Soc. Entomol. de France. 6e Ser. T. 5. 1885. 
p. 225-246. 

36. — Dipteres. Voyage de M. Ch. Alluaud dans le territoire d'Assinie 

(Afrique occidentale) en 1889. — ibid. Vol. 60. 1891 p. 365 -886. 



76 P. Speiser: Ueber die Nycteribiiden, 

37. J. Ch. Fabricius. Systema Entomologiae. Flensburg 1775. 

38. — Species Insectorutu. Vol. 11. Hamburg 1781. 

39. — Mantissa Insectorum. Vol. 11. Hamburg 1787. 

40. — Entomologia systematica. Vol. IV. Hafniae 1794. 

41. — Systema Antliatorum. Brunsvigae 1805. 

42. P. Gervais. Atlas de Zoologie, ou coUection de 100 planches etc. — 

Paris 1844. 

43. J. F. Gmelin. Linnaei Systema Naturae. Ed. 13. ßd. 1.1788. 

44. R. Greeff. Ueber die Fauna der Guinea- Inseln San Thome und Rolas. 

Sitzungsber. d. Gesellsch. z. Beförderg. d. ges. Naturw. zu Marburg. 1884 
p. 41-79. 

45. F. E. Guerin -Men^ville. Iconographie du Regne auimal de Cuvier. 

Paris 1829-44. Vol. U u. HI. 

46. F. A. Kolenati. Eine neue mährische Nycteribia. — Verh. d. zool -bot. 

Vereins zu Wien VI. 1856 p. 189—190 m. 1 Tafel. 

47. — Synopsis prodroma der Nycteribien. — Wiener Entom. Monatsschr. 

I. 1857 p. 61—63. 

48. P. A. Latreille. Precis des caracteres generiques des Insectes. Brive. 

an 5 (1796). 

49. — Histoire naturelle des Crustac6s et des Insectes etc. vol. XIV. 1805. 

50. — Genera Crustaceorum et Insectorum etc. Vol. IV. 1809. 

*51. — (?Article Phthiriomyies?) in: Nouveau Dictionnaire d'Histoire natui'elle. 
Ed. n. Paris, Deterville 1816 -19. 

52. W. E. Leach. The Zoological Miscellany. Vol.m. 1817. 

53. C. Linne. Systema Naturae ed. 10. Tom. I. Holmiae 1758. 

54. — Fauna Suecica. ed. 2 Stockholmiae 1761. 

55. J. Macquart. Histoire naturelle des Insectes. Dipteres. Vol. 11. Paris 

1835. 

56. — Dipteres exotiques nouveaux ou peu conuus. 11. — Mem. d. 1. Soc. roy. 

des Sc. de Lille (1842) 1843 und (1849) 1850. 

57. — Notice sur un nouveau genre des Diptöres de la famille des Pupipares, 

tribu des Phthiromydes, sous le nom de Megistopoda. — Ann. Soc. 
Entomol. de France 2e Ser. Vol. X 1852 p. 331—333 tab. IV. 

58. J. W. Meigen. Systematische Beschreibung der europäischen zweiflügligen 

Insekten. Bd. VI. Hamm 1830. 

59. J. C. H. de Meijere. Cyclopodia horsfieldi n. sp., eine neue Nycteribüde 

aus Java. — Tijdschr. voor Entomol. 42. Deel 1899 p. 153—157. . 

60. G. Montague. An account of larger and lesser species of Bats proving 

them to be distinct. — Trans. Linn. Soc. IX 1808 p. 166. 

61. — Description of several neve or rare Animals principally marine, disco- 

vered on the south coast of Devonshire. — ibid. XI. 1815 p. 1 — 76. 

62. G. H. Neuhaup. Diptera Marchica. Berlin 1886. 

63. C. F. Nitzsch. Nachricht von einem neu entdeckten Schmarotzerthier auf 

dem Vespertilio murinus. — Voigts Magazin f. d. neuest. Zust. d. 
Naturk. Vol. VI. Weimar 1803 p. 365 ff. Tab.X. 

64. J. F. M. V. Olfers. De vegetativis et animatis corporibus in corporibus 

animatis reperiundis. Goettingae 1815. 



Fledennausparasiten aus der Gruppe der pupiparen Dipteren. 77 

65. F.Plateau. Uu parasite des Cheiropt res de Belgique. — Bull. d. l'Acad. 

roy. de Belgique. Jahrgg. 42, 2e Ser. Bd. 36. 1873 p. 333. 

66. C. Rondani. Muscaria exotica Musei civici Januensis observata et distincta. 

Fragm. IV. Hippoboscita exotica non vel minus cognita. — Ann. del 
Museo Civico di Storia natur. di Genova. Vol. XII. 1878 p. 150—169. 

67. — Hippoboscita Italica in familias et genere distributa. — Bull. d. Soc. 

Entomol. Italiana. XI. Bd. Firenze 1879 p. 3ff. 

68. J. E. Schiner. Dipterologische Fragmente. — Verb. d. zool. bot. Ver. zu 

Wien in. 1853 p. 150-154. 

69. — Fauna Austriaca. Die Fliegen. 11. Bd. Wien 1864. 

70. — Diptera. — Reise d. österr. Fregatte Novara. Zoolog. Theil. II. Bd. 

1. Abtb. B. Wien 1868. 

71. J. A. Scopol]. Entomologia Carniolica. Vindobona 1763. 

72. P.Speiser. Ergänzungen zu Czwalinas „Neuem Verzeichniss d. Fliegen 

Ost- u. Westpreussens". — Illustr. Zeitschr. f. Entomologie (Neudaram). 
5. Bd. 1900 p. 276-279. 

73. — Uebersicht der Dipterengattung Cyclopodia Kol. — Entom. Nachricht. 

(Karsch). XXVI. Bd. 1900 p. 289—293. 

74. C. H. Tyler-Townsend. A Nycteribid from a New-Mexico Bat. — 

Journal of the New- York Entomological Society. Vol.I 1893 p. 79— 80. 

75. F. Walker. List of the Diptera in the Collection of the British Museum. 

Vol. IV 1849. 

76. — Catalogue of the Dipterous Insects collected at Manado in Celebes and 

in Tond by Mr. A. R. Wallace. — Journ. of the Proceed. of the Linn. 
Soc. London Vol. 5 1861 p. 263-270 

77. — Catalogue of the Dipterous Insects collected in Batchian, Kaissa and 

at Tidon in Celebes by Mr. A. R. Wallace. — ibid. p. 270 ff. 

78. J. 0. Westwood. An Introduction to the modern Classification of Insects, 

Vol. n 1840. 

79. D. H. Weyenbergh. Dos nuevas especies del grupo de los Dipteros 

pupiparos. — Anales d. 1. Sociedad Cientifica Argentina. Tome XI. 
1881 p. 193—200. 

80. J. W. Zetter ste dt. Diptera Scandinaviae disposita et descripta. Vol. VII. 

1848. 



78 I*- Speiser: Ueber die Nycteriibiden, 



Tafel -Erklärung. 

Fig. 1. Thoracal - Ctenidium von Nycteribia (lAstropodia) blasii Kol. im 

Sagittalschnitt. 
Fig. 2. Schnitt durch ein dorsales Stigma einer Larve von N. (Listropodia) 

blasii Eol. 
Fig. 3. Schnitt durch ein Thoracalstigma von Cyclopodia similia m. 
Fig. 4. Thorax von Cyclopodia von oben! Kopf und Vordercoxen sind bei a 

abgetrennt (halbscheraatisch, aus 2 Bildern combinirt). 
Fig. 5. Thorax und Abdomen des ^ von Archinycteribia actena m. von unten. 

Kein Ctenidium! 
Fig. 6. Abdomen eines 9 von Cyclopodia dmilis m. von unten. Ctenidium! 

Segmentirung ! — Das Exemplar ist im Alcohol geschrumpft, daher 

der eigenthümliche Umriss. 
Fig. 7. Ein aus seiner gewöhnlichen Lage gerücktes, herausgeklapptes Thoracal- 

ctenidium von Eucampsipoda hyrtli Kol. von der Ventralseite her 

gesehen. 
Fig. 8. Kopf von Archinycteribia actena m. 
Fig. 9. Mittel bein des (^ von Nycteribia' (Acrocholidia) dispar m. 
Fig. 10. Mittelbein von Cyclopodia similis m. in kleinerem Massstabe als das 

vorige und die beiden folgenden. 
Fig. 11. Mittelbein von Nycteribia (Listropodia) blasii Kol. 
Fig. 12. Mittelbein von Archinycteribia actena m, 

Fig. 13. Ein Stück der Abdominalbedeckung des $ von Cyclopodia similis m. 
Fig. 14. Kopf von Cyclopodia similis m. (Zur Demonstration der Antennenform.) 
Fig. 15. Kopf von Nycteribia (Acrocholidia) vexata Westw. (Zur Demonstration 

der verschiedenen Antennenform.) 



Beiträge 



Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 

XVII. Aufsatz: Biplopoden aus dem Mittelmeergebiet. 

Von 
Dr. phil. Carl W. Verhoeff, Bonn a./Rh. 



Hierzu Tafel IV— V. 



Inhalt: 



1. Paectophyllinae. (Paectophyllini, Catamicrophyllini). 

2. Catamicrophyllum: caifanum und hamuligerum. 

3. Pachyiulus (Geopacliyiulus): oraniensis und comatus. 

„ (Dolichoiulus): Vosseleri und sinaimontis. 

„ (Pachyiulus): speciosus. 

4. Leptophyllum: dentigerum. (Leptophyllum-Schlüssel). 

5. Julus (Leptoiulus): Roettgeni; alemannicus; aleman- 

nicus Simplex; helveticus; riparius;_montivagus saxi- 
vagus; rubrodorsalis; germanicus; fallax; Vieirae; 
Krüperi; Brölemanni. 

6. Brachyiulus (Chromatoiulus): unilineatus Hercules und 

naxius. 

7. Cylindroiulus: generosensis; apenninorum montire- 

pens; appenninorum; tirolensis; Verhoeffi; nitidus; 
Latzeli. 



In einer Arbeit über „Diplopoden aus Kleinasien", Verb. d. zool. 
bot. Ges. Wien 1898, beschrieb ich u. A. die neue Julidengattung 
Paectophyllum aus der anatolischen Steppe. Dieselbe besitzt als 
sehr auffallendes Merkmal am 7, Ringe des c? hintere Stützen, deren 
Ende, nicht wie gewöhnlich mit den Mittelblättem verschmolzen ist, 
sondern gelenkig dagegen abgesetzt. Ich habe nun aus Palästina 



80 Dr. Carl Verhoeff: 

eine andere neue Julidengattung erhalten, Catamicrophyllum 
mihi, welche dasselbe auffallende Merkmal zeigt und auch sonst 
ganz ausgesprochene Beziehungen zu Paectophyllum aber schon 
durch den Mangel der Flagella sehr ausgezeichnet ist. Die Gelenke 
der Stützen sind auch hier ziemlich weit endwärts und ebenfalls 
entschieden nach vorn gerückt. Auffallende Beziehungen zeigen 
auch die Hinterblätter. Sie sind (wie bei Paectophyllum) verhält- 
lich klein und schmal, niedriger als die Mittelblätter und der Me- 
dianebene parallel gerichtet. An ihrem Ende bemerkt man einen 
wurmförmigen Fortsatz, (h Abb. 1 und 2) den ich als Enterhaken 
(Hamulus) bezeichnen will, welcher nach hintenzu absteht und ein 
unverkennbares Homologon bei Paectophyllum aufzuweisen hat in 
dem Fortsatz h meiner Abb. 3 a. a. 0. Die mikrosk. feinen Zähn- 
chen, welche die Enterhaken bei Catamicrophyllum besitzen, erinnern 
sehr an die kleinen Dörnchen am Flagellum von Paectophyllum. 
Da nun bei letzterer Form die Enterhaken glatt sind und schwächer, 
bei Catamicrophyllum aber die Flagella fehlen, so liegt der Gedanke 
nahe, dass die Enterhakenspitzchen (Abb. 2 a) den Flagellumdörn- 
chen physiologisch gleichbedeutend sind, nämlich das Festhalten 
der Gonopoden in den Vulven bei der Kopula erhöhen. Solche 
auffallende und mehrere Theile betreffende Aehnlichkeiten zeigen 
die nahe Verwandschaft der Gattungen Paectophyllum und Catami- 
crophyllum und lehren uns, dass wir nicht etwa die erstem zu den 
Jalini und die letztern zu den Pachyiulini stellen können, sondern 
dass sie zusammen eine besondere Gruppe und zwar 3. Unterfamilie 
der Juliden bilden müssen, da sie nicht im Rahmen der Deutero- 
iuliden unterzubringen sind. In der äusseren Gestaltung der beiden 
Gattungen findet sich nichts, was dem Gesagten entgegenstände, 

Unterfamilie Paectophyllinae mihi. 

Rücken der Hinterringe oben längsgestreift, 1. Beinpaar der 
(S<^ mit Unkus endend. Vordere Gonopoden ohne Femora. Mittel- 
blätter der Gonopoden mit den hinteren Stützen nicht verschmolzen, 
sondern durch ein Gelenk gegen dieselben abgesetzt. Die Gelenk- 
grube liegt auf der vorderen Fläche der Mittel blätter. Hinterblätter 
einfach, klein und schlank, niedriger als die Mittelblätter, am Ende 
mit Enterhaken. 

(Den beiden andern Unter familien, den Protoiuhnae und Deu- 
teroiulinae ganz entsprechend, lassen sich auch die Paectophyllinae 
nach den Flagella in zwei Sippen eintheilen: 

a) Paectophyllini n. trib. : Vorderblätter mit Flagella. 

b) Catamicrophyllini n. trib.: Vorderblätter ohne Flagella. 



Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 81 

Es ist sehr merkwürdig, dass in allen 3 Unterfamilien die 
Sippen durch dasselbe Merkmal unterschieden sind, nämlich Fehlen 
oder Vorhandensein der Flagella und es könnte vielleicht jemand 
einwerfen, es wäre dann richtiger, auf eben diesem Gegensatze die 
ganzen Juliden in zwei Unterfamilien zu bringen. Man versuche 
es aber nur einmal und die also zusammengebrachten heterogenen 
Elemente, — man denke nur z. B. an Julus und Paectophyllum einer- 
seits und Leptophyllum und Catamicrophyllum andererseits — 
werden das Verkehrte von selbst zeigen. Die übereinstimmenden 
Gegensätze werden nun aber weniger auffallend, wenn man sich 
der vergleichend-morphologischen Natur der Flagella erinnert und 
bedenkt, dass die Coxalorgane (nach dem was ich im XIII. Auf- 
satze u. a. erörtert habe) ursprünglich allgemein vorkommen. Bei 
den Juliden ohne Flagella sind diese Organe also offenbar als rück- 
gebildet zu betrachten, womit aber nicht nothw endig gesagt sein 
soU, dass diese Rückbildung eintrat, als die Coxalorgane bereits 
Flagella waren, obwohl es, nach dem oben bei Catamicrophyllum 
Gesagten, denkbar ist. Dass flagelloide Gebilde ganz unabhängig 
von einander haben entstehen können, beweisen uns übrigens die 
Juhden und Polydesmiden. (Flagella und Hüfthörnchen!) 

Sind nun die Mittelblättergelenke der Paectophyllina% ein 
primärer Charakter gegenüber dem sonstigen Verschmelzungsvor- 
kommniss, oder ist es das Letztere? 

Die Tracheentaschen münden bekanntlich an der typischen 
Bauchplatte in diese selbst. Am hinteren Segmente des 7. Ringes 
aber mussten die Tracheentaschen, nach frühzeitiger, sehr starker 
Umwandlung oder gar Rückbildung der Ventralplatte, selbständig 
werden, in Folge dessen aber einen anderen Stützpunkt suchen, da 
sie Hebel der Gonopodenmuskeln sind. Ich erinnere an das, was ich 
hinsichtlich der Erklärung der Gonopodenglieder bei den Juliden 
im IV, Theil meiner ,, Diplopoden aus Bosnien, Herzegowina und 
Dabnatien" (Archiv f. Naturgesch. 1898, Bd. I, H. 2 auf S. 125 u. 
s. w.) auseinandergesetzt habe. Es ergiebt sich, dass mit der Ver- 
kleinerung der hinteren Hüfttheile und dem Herangedrängtwerden 
der Schenkeltheile an die vorderen Gonopoden, die hinteren 
Tracheentaschen sich nothwendig an diese Schenkeltheile 
anlehnen mussten. Eine Trennung war aber selbstverständlich 
das Ursprüngliche. Bei den meisten Juliden ist sie verloren 
gegangen, nur bei den Paectophyllinae hat sie sich erhalten und zu 
einem Gelenk ausgebildet. Wegen dieses Gelenkes aber können die 
auf die hinteren Gonopoden wirkenden Hüftmuskeln sowohl Mittel- 
als Hinterblätter bewegen. Die Verwachsung von hinteren Schenkel- 
stücken mit den Stützen musste aber die Wirkung dieser Muskeln 
herabsetzen. Um das zu verhindern haben sich eben bei so 
vielen Juliden die den Hüftstücken zunächst liegenden hinteren 
Theile der Schenkelglieder bis auf eine schmale Brücke abge- 
spalten, d. h., die Hinterblätter haben sich von den Mittelblättern 
getrennt. Die Hinter blätter sind nun um dieVerbindungsbrücke 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1901. Bd. I. H. 1. Ü 



82 Dr. Carl Verhoeff: 

drehbar. Die Selbständigkeit der hinteren Tracheentaschen hat 
bei den Paectophyllinae die Ausbildung von Hinterblättern übrigens 
nicht verhindert und so scheint dieses Gelenk seine Hauptbedeutung 
schon hinter sich zu haben. Thatsächlich habe ich auch bei Ca- 
tamicrophyllum den Eindruck gewonnen, dass die Mittelblätter trotz 
des deutlichen Gelenkes, ziemlich fest auf den Stützen sitzen. Viel- 
leicht gelingt es der Zukunft noch Paectophyllinae zu finden, deren 
hintere Gonopoden noch ungespaltene Schenkeltheile aufweisen. 
Jedenfalls müssen wir annehmen, dass es solche giebt oder ge- 
geben hat. 

Catamicrophyllum n g. 

Körper dick, gedrungen, Beine ziemlich kurz. Beborstung fast 
fehlend. Ocellenhaufen deutlich. Stirngruben fehlen. Wehrdrüsen 
in der Naht gelegen, dieselbe von vorne berührend. Vordersegmente 
ohne Streifen, Hintersegmente allenthalben längsgestreift. Analseg- 
ment mit oder ohne dorsalen Fortsatz. 

Mundtheile wie sonst bei Juliden. Die Backen des ^ deutlich 
aber nicht stark nach unten vortretend. Uncus am 1. Beinpaar des 
c? gedrungen und stumpf, ohne Seitenhöcker. Hüften des 2. Bein- 
paares des c? ohne besondere Auszeichnung. 

An den Gonopoden fehlen die FlagoUa. 

Die Vorderblätter sind einfach, länglich, (nicht sichelartig nach 
hinten herübergekrümmt). 

Mittelblätter an der Vorderfläche durch ein Gelenk gegen die 
hinteren Stützen abgesetzt, das über das Gelenk endwärts ragende 
Stück ist beträchtlich länger als breit. 

Hinterblätter mit langem Hamulus vor dem Ende, übrigens 
schmal, hinten im Bogen abgerundet, vorne sehr zart häutig, vor 
dem Hinterrande mit Längsrinne. Hüftstücke klein oder undeutlich. 

1. C. caifanum n. sp. 

60 — 61 mm lg. Das 2 5V27 das <^ 5 mm br., beide mit 
65 Rumpfsegmenten, 9 mit 120 Beinpaaren. Farbe (wegen nicht 
sehr guter Bewahrung der mir vorliegenden Stücke) nicht ganz 
genau angebbar, doch scheint es, dass eine graubraune Farbe vor- 
herrscht. Kopf mit 5 Labralgruben, Scheitel mit Längsfurche und 
von deutlichen queren Nadelrissen besetzt. 

Ocellen sehr deutlich, von unten nach oben in 7 Reihen ange- 
ordnet. Backen des c? einen länglichen, vortretenden, niedrigen 
Lappen bildend, der aussen eine Längsbeule besitzt. Stipites gna- 
thochilarii beim (3' in der Mitte mit einer filzig behaarten Stelle. 

Collum an den Seiten nur mit 2 abgekürzten Strichen. Vorder- 
rand desselben seitwärts beim 9 gerade, beim c? stumpfwinkelig, 
leicht eingebuchtet, 

Foramina repugnatoria sehr deuthch, ebenso allenthalben die 
Nähte. Vordersegmente der Doppelringe fein längsgeritzt und 
punktirt, Hintersegmente fein und dicht, theilweise etwas unregel- 



Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 83 

massig längsgestreift, zwischen den Streifen fein punktirt. Vorder- 
und Hintersegmente in einer P"'luclitlinie verlaufend. Analsegmente 
mit abgerundeter Bauchplatte, rückenwärts mit kräftigem, dachigen, 
dreieckigen, etwas spitzen Fortsatz. Die Beborstung fehlt meisten- 
theils und ist selbst am Analsegment nur an den Rändern der 
Afterklappen deutlich. 

1. Beinpaar des S mit sehr stumpfem Uncus, in dessen Krümmung 
eine dichte Gruppe Tastborsten. Zwischen Uncus und Coxa kein 
deutliches Zwischenglied. 2. Beinpaar des d^ am 2. Tarsale mit 
deutlichem, eckig vortretenden Polster. Penis am Ende abgestutzt, 
die hyalinen Mündungsröhrchen schräg nach aussen und vorne 
gerichtet. 

Vorderblätter länglich, am Ende abgerundet, leicht gekrümmt, 
hinten am Ende mit kleinen Läppchen (Femoralrudiment) und über 
demselben mit einigen Tastborsten. 

Mittelblätter (Abb. 2) etwas keulenförmig, die Keule in einem 
hornartigen Fortsatz aufragend, der mehr nach hinten gerichtet ist. 

Hinterblätter vorne sehr glasig und zart, daselbst theilweise fein 
gestrichelt. Die Längsrinne ist nur in der Endhälfte deutlich. Vor 
dem Ende, das nach hinten in eine glasige Spitze vorspringt, steht 
vor demselben der stark gebogene Hamulus, der feine Widerhäkchen 
besitzt. (Abb. 2 a). 

Vorkommen: Einige Stücke mit dem Zettel ,,Caifa, Palästina, 
(Simon 79) erhielt ich durch Herrn Prof. Vosseier in Stuttgart. 

2. C. hamuligerum n. sp. 

$ 28 mm lg., 2,9 mm br., mit 46 Rumpfsegmenten und 
83 Beinpaaren. 

cT 22 V2 mm lg., 2^/3 mm br., mit 44 Rumpfsegmenten. 

Körper graugelb. Kopf mit 6 Labralgrübchen. Scheitel mit 
Furche, sonst glatt und glänzend. Ocellen sehr deutlich, dicht gedrängt. 

Backen des d^ mit vorstehendem länglichen, aber niedrigem Wulst. 

Collum seitlich ausser der Randfurche ungefurcht, beim c? nicht 
eingebuchtet. 

Vordersegmente fein punktirt, hier und da auch geritzt, Hinter- 
segmente ziemlich kräftig aber weitschichtig längsgestreift. 

Analsegment mit abgerundeter Ventralplatte, am Rücken mit 
sehr kurzem, stumpfen Fortsatz, der, von der Seite gesehen, nur 
wie ein kurzes Zäpfchen erscheint. Beborstung sogar am Anal- 
segment sehr schwach. 

L Beinpaar des <3' mit abgerundetem Uncusende. An der 
Ejrümmung des Uncus aussen mit vorspringendem Höcker, innen 
mit wenigen Tastborsten. Kein deutliches Zwischenglied vorhanden. 

2. Beinpaar des c? ganz ohne Tarsalpolster. 
Penis in der Mitte zugerundet, die hyalinen Mündungsröhrchen 
völlig nach aussen gerichtet. 

Vorderblätter wie beim Vorigen, aber kürzer und nicht gebogen. 

Mittelblätter (Abb. 1) hinter dem Gelenk mit einer Mulde (x) 

6* 



48 Dr. Carl Verlioeff: 

deren Rand eine quer verlaufende Kante bildet. Im üebrigen 
bleiben sie fast gleich breit und sind am Ende abgerundet. 

Hinterblätter mit sehr deutlicher Rinne, vorne äusserst zart 
glasig begrenzt, am Ende in einen Stachel auslaufend, neben 
welchem sich vorne ein Spitzchen befindet und hinten der sehr 
lange, erst gegen das Ende gekrümmte Hamulus, der wieder mit 
winzigen Häkchen bewehrt ist. Hüftstücke sehr klein, aber noch 
deutlich. 

Vorkommen: Auch diese Art verdanke ich Herrn Prof. Vosseier. 
Auf dem beigegebenen Zettel war vermerkt: „Jaffa, Simon 79". 

Anmerkung: Die bisher aus Vorderasien bekannten Paecto- 
phyllinae dürften in diesem Gebiete gewiss noch manche Ver- 
treter aufweisen. Da die bisher bekannt gewordenen Vertreter 
offenbar Steppentiere sind, so können sie weit nach Asien hinein 
vermuthet werden. 

In Europa dürfte diese Juliden-Gruppe nicht vorkommen. 



3. Pachyiulus (Geopachyiulus) oraniensis n. sp. 

c? 20 mm lg , kaum 1 mm br., mit 61 Rumpfsegmenten, 

Jung 9 1772 ^^ lg) 1 mm br., bei 50 Rumpfsegmenten. 
Körper grauweiss, glänzend, ohne Ocellen. 

Scheitel mit deutlichen, einander ziemlich nahe stehenden Grüb- 
chen. Backen des c? ohne Fortsatzlappen. 

Seiten des Collum nur mit wenigen kurzen Strichen. Vorder- 
segmente der Doppelringe glatt, Hinters egmente bis zur Rückenhöhe 
deutlich aber nur massig dicht längsgestreift. 

Saftlöcher sehr deutlich, weit hinter der stark ausgeprägten 
Naht gelegen. Die Seiten der einzelnen Ringe sind schwach gewölbt. 

Analsegment zugerundet, ohne Fortsatz. 

Beborstung sehr spärlich, nur am Analsegment reichlicher 
und lang. 

1. Beinpaar des (^ mit typischem Unkus, der aussen an der 
Krümmung ein schwaches Spitzchen besitzt. 2. Beinpaar des d' 
ohne Polster. 

Vorderblätter (Abb. 3) keulenförmig, in der Grundhälfte innen 
und hinten mit vorspringenden Zapfen (a), an dem dreieckig vor- 
ragenden Ende hinten mit einem zurückgekrümmten und nach 
aussen gerichteten Zapfen (b). 

Hinterblätter, an welche sehr ki'äftige Hüftdrüsen gehen, 
mit deutlichem Mittelblattfortsatz, dessen Ende plötzlich stark ver- 
schmälert ist. Am Haupttheile unterscheidet man ein sehr zartes, 
in feine Spitzchen zerschlitztes Blatt und einen Stiel, der darüber 
hinausragt und am Ende verbreitert ist. 

Vorkommen: Auch diesen Juhden verdanke ich Herrn Prof. 
Vosseier, welcher ihn im Juni 94 im Orängebiet sammelte, (bei 
„Hammann bou Hadjar"j. 



Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 85 

4. P. (Geopaciiyiulus) comatus Attems*) 
(non Typhlopachyiulus!) 

Stammt ebenfalls aus Nordafrika (Tunis). 

Ich möchte den Autor auf die Backen des d* aufmerksam 
machen, über welche er nichts angegeben hat. (Vermuthlich fehlen 
vorspringende Lappen.) 

Kührt die dunkle Körperfarbe vielleicht von einer Wirkung des 
eigenen Wehrsaftes her, wie man das z. B. bei Typhloblaniulus 
guttu latus bisweilen beobachten kann? 

5. Pachyiulus. Untergattung Dolichoiulus mihi. 

Die Charaktere gebe ich in Zusammenstellung mit den anderen 
Untergattungen : 

A. Körper gross und verschiedenfarbig dunkel pigmentirt. Ocellen 
zahlreich. Tarsalpolster des (5^ kräftig, Backen des (5^ lappen- 
artig vorragend. Kücken deutlich gefurcht. Vorderblätter 
ziemlich gleichbreit bleibend, gegen das Ende höchstens 
etwas und ganz allmählig verbreitert. 

Untergatt. Pachyiulus Verh, 

a) Analsegment ohne Fortsatz. Scheitelgruben fehlen. Hinter- 
blätter mit langen Pseudoflagelloiden. 

Sectio Megaiuli^) Verh. 

ß) Analsegment mit spitzem Fortsatz. Scheitelgruben vor- 
handen. Hinterblätter mit kurzen oder massig langen 
Pseudoflagelloiden. 

Sectio Oxyiuli ^) Verh. (=Acanthoiulus Verh.) 

B. Körper klein bis mittelgross und verschiedenartig dunkel 
pigmentirt. Ocellen zahlreich. Tarsalpolster des d* fehlend 
oder vorhanden. Backen des d^ schwach oder kräftig vorragend. 
Rücken deutlich gefurcht. Foramina hinter der Naht gelegen. 
Vorderblätter in der Endhälfte plötzlich viel breiter werdend, 
daher stark keulenförmig. Scheitelgruben fehlen. 

Untergatt. Dolichoiulus mihi. 
[Hierhin Barroisi Porat, Kraepelinorum Latz., cyprius 
BröL, Vosseier i n. sp. und sinaimontis n. sp.] 

C. Körper klein und grauweiss, mit wenigen Ocellen. Tarsal- 
polster und Backenlappen des (^ fehlen. Foramina in der 
Naht gelegen. Scheitelborsten vorhanden. Vorderblätter schmal, 
gegen das Ende nicht verbreitert. Hinterblätter ohne Mittel- 
blattfortsatz. Untergatt. Micropachyiulus Verh. 



1) Zoolog. Jahrbücher 1899, S. 328. 

2) Diese beiden Gnippen sind unter einander so aiisgesprochen näher ver- 
wandt als mit den übrigen, dass ich sie als Sectionen aufführe. Gleichzeitig 
habe ich, um das schon äusserlich anzudeuten, die Pluralendung „iuli" gebraucht 



86 Dr. Carl Verhoeff: 

D. Körper ziemlich, klein und graiiweiss, ohne Ocellen, Tarsal- 
polster des (5* fehlend, Backen vorragend. Foramina hinter 
der Naht gelegen. Scheitelborsten fehlen. Rücken glatt. 
Vorderblätter annähernd gleichbreit bleibend. Hinterblätter 
mit Mittelblattfortsatz. Untergatt. Typblopachyiulus Verb. 

E. Körper massig gross und grau, ohne Ocellen. Tarsalpolster 
vorhanden oder fehlend, Backenlappen des ^ fehlen. Foramina 
hinter der Naht gelegen, Scheitelborsten vorhanden. Rücken 
gefurcht. Vorderblätter wie bei Dolichoiulus, also keulenförmig, 
Hinterblätter mit Mittelblattfortsatz. 

Untergatt. Geopachyiulus Verh. 



Dolichoiulus Pachyiulus 

I I 

Geopachyiulus Typhlopachyiulus 

Micropachyiulus 



Vorstehend die phylogenetischen Beziehungen der Untergattungen 
von Pachyiulus. 



P. (Dolichoiulus) Vosseleri n. sp. 

c? 45 mm lg., 2V4 mm br., mit 57 Rumpfsegmenten. 

2 40 mm lg., SVs nim br., mit 54 „ 

Körper braunschwarz, die Hinterränder der Segmente braun 
und gelblichbraun. 

Labrum und anstossender Teil der Unterstirn sehr auffallend 
ausgezeichnet durch zahlreiche, zerstreute, ausgestochene Grüb- 
chen, bei d* 2 auch Behaarung, Labrum mit einer Anzahl Längs- 
runzeln. Scheitel mit schwacher Furche. 

Ocellen sehr deutlich. Backen des d^ mit abgerundet- dreieckigem, 
vorspringendem Lappen. 

Collumseiten mit mehreren abgekürzten Furchen. Foramina 
deutlich und ein gut Stück hinter der Naht gelegen. Vordersegmente 
fein punktirt, die Punkte z. T. wie feine Längsrisse erscheinend. 
Hintersegmente deutlich und dicht längsgestreift. Analsegment ohne 
Fortsatz, aber allenthalben dicht behaart. Sonstige Beborstung 
fehlt an den Rumpfringen. 

L Beinpaar des d^ mit typischem Unkus. 

2. Beinpaar des d^ innen am 1, und 2. Tarsale mit einem fein 



Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 87 

gestrichelten Saume, der den Anfang zu einer Polsterbildung vor- 
stellt, wirklich vortretende Polster sind aber nicht vorhanden. 

Vorderblätter (Abb. 4) mit länglicher Keulenendhälfte, an 
welcher der kräftige Endzapfen schräg nach innen gerichtet ist. 

Die Hinterblätter (Abb. 5) besitzen einen starken aber stumpfen 
Mittelblattfortsatz. Der Haupttheil ist am Ende rechtwinkelig ge- 
krümmt und läuft in zwei zarte, spitze Läppchen aus, von denen 
das grössere wieder endwärts gerichtet ist und mit sehr feinen 
Börstchen besetzt. 

Vorkommen: Die Art erhielt ich durch Prof. Vosseier mit dem 
Vermerk: ,,Guimar^), Teneriffa, 16. V. 89, von Dr. Krauss gesammelt". 

6. P. (Dolichoiulus) sinaimontis n. sp. 

9 bis 24 mm lg., 1 mm br., 63 Rumpfsegmente. 

d* 17 — 18 mm lg., etwas dünner noch. 

Körper braun bis braunschwarz, Kopf grösstentheils und das 
Collum gelbbräunlich, Flanken heller als der Rücken. Oberflanken 
bisweilen mit schwärzlichen Drüsenfleckchen. Bei dunkleren Stücken 
erscheinen diese nur an einigen Ringen vor dem Analsegment, indem 
diese heller braun sind. Ocellen schwarz, Beine gelblich. 

Labrum mit 4 — 5 Grübchen. Ocellen sehr deutlich. Scheitel 
mit schwacher Furche. Backen des c? mit dreieckigem aber 
schwachem Vorsprung. CoUumseiten mit mehreren Furchen. Saft- 
löcher sehr deutKch, weit hinter der tiefen Naht gelegen. 

Vordersegmente glatt, Hintersegmente kräftig und massig dicht 
längsgestreift. 

Analsegment ohne Fortsätze, nur auf den Afterklappen behaart, 
nicht an der Rückenplatte. 

1. Beinpaar des d^ mit typischem Unkus endend. Derselbe 
aussen an der Krümmung mit vorspringendem Kegel. 

2. Beinpaar des d^ völlig ohne Tarsalpolster. 
Vorderblätter keulenförmig (Abb. 6), die Endhälfte so lang als 

breit, der Zapfen vor dem Ende (b) innen und aussen mit kleinen 
Spitzchen. Der Längswulst (a) in der Grundhälfte ragt mit dem 
Ende ein wenig nach aussen. 

An den Hinterblättem ist der lange und schmale Mittelblatt- 
fortsatz, namentlich mit seinem Ende, dicht an den Haupttheil 
gedrängt und daher nicht immer leicht erkennbar. Der Haupttheil 
selbst enthält eine deutliche Rinne, die am Ende in einem kurzen 
Fortsatz mündet, der daneben zurücktretende, zarte Lappen ist mit 
winzigen Randspitzchen besetzt. 

Vorkommen: Diese für die Gattung Pachyiulus auffallend 
schlanke Form verdanke ich Prof. A. König in Bonn, welcher sie 
in der Nähe des Klosters auf dem Sinai unter gefällten Phönix- 
Stämmen sammelte. 



^) P. Kraepelinorum Latz, ebenfalls von Guimar angegeben ist bedeutend 
kleiner, hat auch anders gestaltete Hinterblätter. Ueber mehrere wichtige 
Merkmale aber schweigt Latzel. 



gg Dr. Carl Verhoeff: 

7. P. (Pachyiulus) speciosus n. sp. 

(Sectio: Oxyjuli Verh.) 

9 von 85 mm mit 123 Beinpaaren. 

<S' 51 — 65 mm lg., mit 105 — 117 Beinpaaren, 

Die Art steht zwischen oenologus und hungaricus, letzterer 
aber etwas näher als ersterer. 

In Farbe und Skulptur dem hungaricus sehr ähnlich, die 
Furchen der Hintersegmente sind ebenso fein wie bei diesem, aber 
ihre Anordnung ist eine entschieden dichtere. Der Analsegment- 
fortsatz ist noch kürzer als bei hungaricus, indem er aus der 
dichten Behaarung garnicht hervorragt. Trotzdem kann man ihn 
leicht erkennen und auch mit dem Finger die vorragende Spitze 
deutlich fühlen. 

Scheitelgruben sind deutlich vorhanden. 

In der Farbe erinnert speciosus ganz besonders an hungaricus, 
namentlich besitzt er an den Hintersegmenten dieselben rotbraunen 
Ringel, die übrige Farbe ist nur etwas mehr grau. Auffallend sind 
aber die Beine durch ein schönes Weinröthlich, während sie bei 
hungaricus stets dunkel sind. Gonopoden sehr an die des oeno- 
logus und oenologus Asiaeminoris erinnernd, aber schon durch die 
Vorderblätter sofort zu unterscheiden, welche bei jenen am Ende 
innen eine vorragende Spitze besitzen, die hier fehlt. Die Vorder- 
blätter besitzen am Ende überhaupt nur den schmalen, länglichen 
Lappen hinten an der Innenkante, wie er in schwächerer Weise 
auch bei hungaricus vorkommt. Weiter aussen aber fehlt der 
Zahn vollständig. (Bei hungaricus ist er vorhanden, ragt aber nicht 
vor.) Die Vorderblätter sind auch etwas keulenartig gegen das 
Ende verbreitert, (was bei h. nicht der Fall ist, sie bleibsn viel- 
mehr ziemlich gleich breit). 

Hinterblätter (Abb. 7) von denen des hungaricus (Abb. 8) 
unterschieden durch kurze, gedrungene Pseudoflagelloide (psfl.), 
welche nur unbedeutend über den mit Haaren besetzten Lappen 
vorragen. Die Aussenarme (Mittelblattfortsätze) sind gegen das 
Ende allmählig verschmälert, (bei h. vor dem Ende etwas ein- 
geschnürt). 

Vorkommen: Mittelgriechenland. Unweit des Korasberges 
beim Dorfe Anomusinitza (Leonis.) — 

Anmerkung 1: Im I. Aufsatze meiner ,, Beiträge" Wien 1895 
habe ich auf S. 13 bereits darüber gesprochen, dass das vor dem 
Ende der Hinterblätter von Pachyiulus gelegene Säckchen, welches 
Spermazellen aufnimmt, (Abb. 7 und 8 pfo) nicht mit der Fovea 
anderer Juliden homologisirt werden kann. Heute, nachdem ich in 
5 Jahren viele weitere Juliden kennen gelernt habe, kann ich das 
früher Mitgetheilte nur vollkommen bestätigen und schlage vor, 
diese Gebilde von Pachyiulus durch den Namen Scheingruben, 
Pseudofoyea zu kennzeichnen. 

Anmerkung 2: Ich besitze von P. speciosus mihi ein c5^, das 
abnormer Weise drei beinahe gleich grosse Hinterblätter besitzt. 



Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 89 

während die beiden Vorderblätter nichts Ungewöhnliches aufweisen. 
Es sind auch drei mit braunen Spermazellen erfüllte Pseudofoveae 
ausgebildet und jedes Hinterblatt besitzt seine eigene Stütze. Im 
Samengange sind auch ziemlich viele Spermazellen bemerkbar. 

Anmerkung 3: Bei einem 9 fand sich eine Anzahl ein- oder 
beiderseitig regenerirender Beine. Ich hebe hervor, dass, im Gegen- 
satze zu den Chilopoden, die Hüften mit abgestossen und also mit- 
regenerirt waren. 

8. Leptophyllum dentigerum n. sp. 

(5* von 10 Vs nun mit 79 Beinpaaren. 

Habitus und Färbung wie bei andern Arten. 

Ocellen flach, aber deutlich erkennbar. 

Foramina hart an der Naht gelegen, dieselbe von hinten 
berührend. Vordersegmente glatt, Hintersegmente deutlich und 
massig dicht längsgestreift. 

Analsegment lang beborstet, Rückenfortsatz desselben kräftig, 
spitz auslaufend, auf dem Querschnitt rund und schwach nach 
unten gebogen. 

1. Beinpaar des S mit Unkus endend, derselbe ist aber recht 
gedrungen. (Abb. 9). 

2. und 3. Beinpaar ohne eigentliche Polster, aber am Rande 
des 1. und 2. Tarsale mit feiner Strichelung. 

Penis hinter dem Grunde und vor dem Ende, d. h. am Beginn 
der keulenartigen Verbreiterung, mit einer feinen Querlinie, die nicht 
ganz vollständig sind, aber dennoch drei Abschnitte begrenzen, i) 
Die beiden Endspitzen sind dreieckig, stumpf. 

Vordere Gonopoden als längliche Vorderblätter entwickelt 
(Abb. 10), die hinten ausgehöhlt sind, am Ende abgerundet und 
hinten vor dem Ende eine nach rückwärts gerichtete Spitze haben. 
Am Seitenrande, hinter der Mitte, bemerkt man noch einen spitzen 
Zahn X. 

Hintere Gonopoden mit schwach S-förmig gebogenen, spitz 
auslaufenden Mittelblättern, die durch ein schmales Band (vb) mit 
den Hinterblättern zusammenhängen. Letztere sitzen auf ziemlich 
grossen, abgerundeten Hüftstücken von beinahe halbkreisförmiger 
Gestalt. Sie selbst sind annähernd fünfeckig, enthalten eine gebogene 
Rinne (r) und springen am Ende in einem kräftigen, gebogenen 
Haken vor, an welchem sich sehr feine Härchen befinden. 

Auffallend sind die beiden Paare von Stützen Tr und Tri durch 
ihre Zartheit. Es sind die dünnsten Stützen die ich je bei Juliden 
gesehen habe. 

Vorkommen: Ein einziges cS entdeckte ich im Sept. 99 auf 
einem moosigen Abhänge am Mt. Salvatore bei Lugano unter einem 
Mooskissen. Die Art scheint aber recht selten zu sein, da meine 
weiteren Nachforschungen an jenem Abhänge erfolglos blieben. 



^) Vergl. meinen Aufsatz: „Ueber den Häutungsvorgang der Diplopoden". 
(Nachschrift!) 1901. Nova Acta d. Leop. Karol. Akad. d. Naturforscher. 



90 Dl'- Carl Verhoeff: 

Auf S. 149 des IV. Theiles meiner „Diplopoden aus Bosnien" 
u. s. w. habe ich Leptophyllum in zwei Untergattungen getheilt. Von 
der einen, Chaetoleptophyllum ist bisher nur eine Art bekannt, 
montanus Verh. Von der andern aber, Leptophyllum s. str. giebt 
es bereits 6 Arten zu vergleichen, welche sich folgendermassen unter- 
scheiden lassen: 

Schlüssel zu Leptophyllum s. str.: 

A. Mittelblätter einfach C 

B. Mittelblätter zweiarmig D 

C. a. Vorder- und Mittelblätter ungefähr gleich lang, die 
ersteren mit Haken und Stachel, die letzteren spitz auslaufend. 

1. L. dentigerum n. sp. 

b. Vorderblätter kürzer als die Mittelblätter, die ersteren ohne 
Haken und Stachel, die letzteren am Ende hakig gebogen. 

2. L. styricum Verh. 

c. Vorderblätter länger als die Mittelblätter d 

d. «. Mittelblätter am Ende stumpf und in eine Grube der 
Vorderblätter greifend, indem diese hinten mit ihrem Ende höcker- 
artig vortreten und über die Mittelblätterenden weggreifen. Hinter- 
blätter mit langem Fortsatz. 3. L. pelidnum (Latzel). 

ß. Mittelblätter dünn und nicht in die Vorderblätter eingreifend. 
Hinterblätter mit zwei kurzen Fortsätzen. 

4. L. transsilvanicum Verh. 

D. a. Hinterblätter am Ende mit einer Zähnchenreihe, ohne 
grossen Haken, neben dem Rinnenende mit deutlicher Spitze. 

5. L. nanum (Latzel). 

b. Hinterblätter am Ende ohne Zähnchenreihe, aber mit einem 
grossen, stark hakig gebogenen Fortsatz, neben dem Rinnenende 
ohne Spitze. 6. L. austriacum Verh. 

Anmerkung 1: Es sind hiermit nicht alle, aber doch die be- 
merkenswertesten Unterschiede hervorgehoben. 

Anmerkung 2: Die Untergattung Leptophyllum s. str. hat 
sich offenbar hauptsächlich im mittleren und östlichen mittleren 
Europa ausgedehnt. L. nanum ist die einzige Art, welche häufiger 
und verbreiteter ist. 

9. Julus (Leptoiulus) alemannicus simplex Verh. var. 
langkofelanus mihi. 

9 von 20 mm mit 83 Beinpaaren, 

c? „ I5V2 DQ^a mit 75 Beinpaaren. 

Körper kohlschwarz, Beine grau. 

Collum ohne Furchen. Foramina deutlich hinter der Naht ge- 
legen. Die Naht sehr scharf ausgeprägt. 

Hinterringe massig stark und massig tief gefurcht. Beborstung 
im letzten Viertel des Körpers reichlich und lang, besonders stark 
am Analsegment, dessen Rückenfortsatz kräftig und spitz ist. Bauch- 
platte des Analsegmentes hinten mit deutlich vorragendem Spitz - 
chen, bei d^ und 9. 



Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 91 

1 . Beinpaar des c? mit typischem Unkus endend. 

2. Beinpaar ohne Polster, an den Hüften mit dreieckigem, nach 
aussen gewendeten Fortsatz, wie bei alemannicus, aussen mit 
deutlichem, abgestutzten Drüsenfortsatz. 

Vorderblätter 3 mal so lang als breit, mit schmalem, kleinem, 
griffelartigem Innenfortsatz, der noch nicht Ve der Vorderblattlänge 
erreicht. Femoralfleck pigmentirt. 

Flagella von typischer Lauge. 

Hinterblätter (Abb. 11) mit kräftigem Schutzblatt, das dreieckig 
nach innen vorspringt und aussen eine spitze Zahnecke besitzt d. 
Innenstachel spitz. Velum stachelartig. 

Rinnenblatt mit zwei Fortsätzen, die über das Schutzblatt vor- 
ragen, einem längeren, ziemlich gleich breiten, der am Ende ab- 
gerundet ist und innen am Grunde noch einen Vorsprung x besitzt 
und einem kürzeren c, der recht spitz ausläuft. In der Bucht 
zwischen beiden Fortsätzen giebt es noch ein kleines Zähnchen y. 

Vorkommen: Freund Roettgen fand das Thier in der Um- 
gebung der Vajoletthütte im Rosengarten (Tirol). Gesammelt in 2 (5* 
19 2j. 9 bei 2300 m. lieber seine weiteren Funde bei der Lang- 
kofelhütte berichte ich erst später. 

(Auch kann erst weiteres Material sicher entscheiden, ob hier 
eine Form des simplex oder eine eigene Rasse vorliegt.) 

10. J. (Leptoiulus) alemannicus (gen.) Verh. 

Folgende, für die Verbreitung dieser Form wichtigen Funde, 
verdanke ich Freund Roettgen: 

Vajoletthütte 2300 m 1 d^ 1 j. (5" 6 9 (d* 2473 mm 89 B., 9 31 mm 
103 B.). 

Franzenshöhe 2150 m (nördlich vom Stilfserjoch) 1 c? 2 9 5j. 9 
(d^ 26V2 mm 95 B.). 

Am Pick Umbraü 2200 m 1 d' 1 9 (J 26 mm 101 B.). 

Tre Croci 2400 m auf Alpenweide 2 d" 1 j. d' 2 9 (d" 34 mm 
101 B., 9 40 mm 105 B., j. <3' 25 mm 93 B.). 

In meinem IX. Aufsatz der „Beiträge" u. s. w. habe ich auf 
S. 203 bereits darauf hingewiesen, dass derechte alemannicus ein 
viel geringeres Verbreitungsgebiet hat, als die Rasse simplex. Im 
Verein mit neueren Funden ergiebt sich folgendes Schema: 

N 
auiaicus^^^^ 



2h 







92 Dr. Carl Verhoeff: 

Innerhalb der Buchten W S N hat man sich das Alpengebiet 
vorzustellen. Bemerkenswert ist ferner, dass: 

a. der eigentliche alemannicus ein echtes Alpentier ist, das 
niemals unterhalb der Baumgrenze gefunden wurde, 

b. alemannicus simplex ein fakultatives Alpen tier, das man 
ebenso unter wie über der Baumgrenze antrifft. — Das phylo- 
genetische Verhältniss ist Folgendes: 

alemannicusx /baconyensis 

simplex 

Es entspricht dies auch der Geographie. 

11. J. alemannicus simplex Verh. 

Auf dem Mt. Generoso bei Lugano erbeutete ich alpin unter 
Steinen 3 c? 2 9 (d' 28 -32 mm 101 und 103 B., 9 SGVgmm HIB.). 

12. J, (Leptoiulus) helveticus Verh. 

1 c? fand ich auf den Rochers du Naye am Genfer See. 

13. J. (Leptoiulus) alpivagus Verh. 

Jaufenpasshöhe (Roettgen) 2094 m 3 (5^ von 15^2 — 16 nun und 
81 und 83 B. 

Diese Stücke stimmen überein mit den Engadinern, höchstens 
ist der zarte Innenlappen der Hinterblätter etwas spitzer. 

Ein ^ zeigte an den Hinterblättern das Sekret der Hüft- 
drüsen zu einem glasigen, zähen Faden geronnen, der an einer 
Seite zwischen den Theilen der Hinterblätter ausgebreitet war und 
ein Blatt mit Zähnchen vortäuschte. Sehr schön ist hierbei die 
Mündungsstelle der Drüsen zu sehen, nämlich auf halber Höhe, 
wie ich das für Bertkaui (wo es anfangs von Rothenbühler be- 
zweifelt wurde) und andere Arten mehrfach angegeben und ab- 
gebildet habe. 

14. J. (Leptoiulus) riparius Verh. 

Kommt in kleineren Stücken auch hochalpin vor, Franzenshöhe 
2150m l^ 39 (Roettgen). 

(S 20 mm 85 B. Rückenstreifen ziemlich breit, scharf begrenzt. 
Pic Umbraü (R.) 2 ^ in 2200 m H. 

15. J. (Leptoiulus) montivagus saxivagus n. subsp. 
c? 23 V2 inD3 93 Beinpaare, 

9 24 mm 95 B. 

Körper tiefschwarz, mit Einschluss der Flanken. Foramina 
deutKch hinter der Naht gelegen. Furchung der Hinterringe dicht 
und ziemlich kräftig. Beborstung hinten am Körper reichlich. 

Endfortsatz typisch. Bauchplatte des Analsegmentes ohne 
Spitzchen. 1. Beinpaar des d^ ohne auffallendes Merkmal. 2. Bein- 
paar mit deutlichen, fein gestrichelten Polstern, die Hüften innen und 



Beiträge zur Keuntniss paläarktischer Myriopoden. 93 

aussen ohne Fortsatz. Vorder- und Mittelblätter länglich, ohne 
Besonderheit. Flagella wie gewöhnlich, 

Hinterblätter (Abb. 12) sehr an Latzeis Abb. 140 erinnernd, 
aber doch nicht ganz damit übereinstimmend Charakteristisch sind 
besonders die drei über das Schutzblatt vorstehenden Stachel b y c. 
Die Aussenecken des Schutzblattes sind deutlich umgekniffen, be- 
sitzen aber keinen Zahn. 

Das Velum ist in eine Anzahl Stachelchen zerschlitzt 

Ueber einige Einzelheiten der Hinterblätter des typischen monti- 
vagus wäre eine Aufklärung sehr nöthig. Trotzdem ist es un- 
zweifelhaft, dass hier eine besondere Rasse vorliegt, zumal sie auch 
durch Farbe, Segmentzahl, Grösse und Skulptur abweicht. 

Vorkommen: Auf dem Mt. Generoso fand ich alpin 1 (5* 1 9 
unter Steinen. 

16. J. (Leptoiulus) rubrodorsalis n. sp. 

9 bei 42 mm mit 107 Beinpaaren, 

d* „ 29—32 mm mit 103, 105 und 107 Beinpaaren. 

Seiten des Körpers oben schwärzlich, unten grau bis graugelb- 
lich. Rücken (im Leben!) ziegelroth bis rothbraun, in der Mitte 
mit einer feinen dunkeln Längslinie. (Bei Alkoholstücken geht das 
schöne Roth in ein trübes Gelbbraun über.) 

Steht dem germanicus am nächsten, die Furchung der Hinter- 
ringe ist aber entschieden stärker und die Fortsätze an den Hüften 
des 2. Beinpaares des c? sind kürzer, nämlich einfach abgerundet, 
endwärts gerichtet und kaum vorragend. Aussen finden sich deut- 
hche, schräg abgestützte Drüsenfortsätze. Das 1. Beinpaar hat die 
charakteristische, gestreckte Gestalt wie bei germanicus, mit dem 
ungewöhnlich hoch gekrümmten Unkus. 

Bemerkenswerthe Unterschiede bieten die Gonopoden: 

Vorderblätter gedrungen, innen mit grossem, dreieckigem, an 
der Innenkante gekerbtem Zahne, der bis über die Mitte der Blätter 
emporragt. Flagella typisch. 

Mittelblätter gedrungen, durch eine Einschnürung ist ein End- 
theil mit Felderstruktur abgesetzt, derselbe ist etwas breiter als lang. 

Hinterblätter mit einem auffallend grossen Velum (Abb. 13), 
wie es in ähnlicher Weise wieder nur von germanicus bekannt ist. 
Bei germanicus ist aber das Velum kräftiger gezähnt und stärker 
abgespalten. Im Uebrigen fallen noch folgende Unterschiede an 
den Hinterblättern auf: Am Rinnen blatt sind endwärts nur ganz 
schwache Fortsätze zu bemerken (z), ein kleiner Innenstachel ist 
vorhanden und der Stachel b ist länger, dünner und spitzer als 
bei germanicus, auch mehr gekrümmt. Die Innenecke des Schutz- 
blattes springt dreieckig vor. 

Vorkommen: Diese prächtige Art, welche auf den ersten 



94 Dr. Caii Verhoeff: 

Blick sehr an Bracliyiulus bosniensis erinnert, entdeckte ich in der 
Umgebung von Lugano und zwar in etwas trockenen Gebüschen 
unter Laub, so bei Kassarate und am Fusse des Mt. Salvatore. 

17. J. (Leptoiulus) germanicus Verh. [=vagabundus Silv. 
non = vagabundus Latz.]. 

Ist in Nord- und Mittelitalien verbreitet, die Stücke von dort 
stimmen mit den Tirolern fast ganz überein, namentlich ist an den 
Hinterblättern das Fehlen oder höchstens schwache Andeutung der 
Innenstachel, die kräftige Bezahnung des grossen Velum und die 
Zurundung des zahnlosen und nicht umgekniffenen Schutzblattes 
hervorzuheben. Dagegen sind an letzteren die beiden Endfortsätze 
zwar auch kurz aber spitzer. An den Vorderblättern sind die Innen- 
zähne etwas breiter. 

Das 2. Beinpaar des <^ besitzt wieder die schlanken Hüftfortsätze. 
Dieselben sind übrigens zart, so dass sie leicht umknicken. Cha- 
rakteristisch für diese Art sind auch die Stipites gnath. des c?, 
welche beulenartig stark aufgetrieben sind. Der Name germanicus 
ist zwar nicht glücklich gewählt, da diese Art offenbar hauptsächlich 
in Italien heimatet, er ist aber gleichwohl nicht unrichtig, da sie 
auch auf deutschem Gebiet vorkommt. 

Vorkommen: Bei Vallombrosa in Nadelwäldern erbeutete ich 
3 d" 3 j. d" 7 2 (d^ 31—32 mm 103 Beinp. KoUum grösstentheils braun). 

Albanergebirge bei Fraskati 5 d' 5 2 1 j. 2 (d' 25 mm 101 B.). 
Gonopoden ganz übereinstimmend mit denen der Thiere von Vallom- 
brosa. Die Flanken dieser Thiere sind aufgehellt. Das 2 ist über- 
haupt heller und zeigt feine dunkle Rückenlinie und Drüsenfleckchen, 
sodass es in der Färbung sehr an trilineatus var. obscurus erinnert. 
Bei Pisa fand ich am Fusse von Platanen 1 d* 1 j d^ 12 unter deren 
Rinde. 

18. J. (Leptoiulus) fallax Mein. 

Bei Vallombrosa in Wäldern häufig (d' 33 mm mit 109 B.). 
Häufig auch im Albanergebirge bei Fraskrati unter Laub und Genist. 

19. J. (Leptoiulus) Vieirae n. sp. 

2 27 — 28 mm, 59 Segmente, 103 Beinpaare. 

<^ 23—25 mm, 56 „ 97 „ 

Körper am Rücken grau und braun geringelt, im Braunen 
stehen unregelmässige graue Fleckchen, Flanken fast ganz grau. 
Auch der grösste Theil des Kollums und der Hinterkopf sind auf- 
gehellt, der Kopf ist überhaupt hell und besitzt nur eine breite 
braune Querbinde zwischen den Ocellenhaufen. Hinterränder der 
Ringe reichlich beborstet, besonders natürlich am Hinterende des 
Körpers. 

Foramina deutlich und ziemlich dicht gestreift. 

Analsegment mit typischem, kräftigen Fortsatz, an der Bauch- 
platte mit schwachem Spitzchen. 



Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 95 

Gnathochilarium des c? flach, nur ganz vorne an den Stipites 
mit kleinem Knötchen. 

1. Beinpaar des d' mit typischem, eingekrümmten Unkus. 

2. Beinpaar ohne Polster, mit Hüftfortsätzen wie bei alemannicus, 
auch Drüsenfortsätze deutlich, 

Vorderblätter (Abb. 14) länglich, mit kräftigem, massig 
breiten Innenfortsatz. 

Mittelblätter kürzer als die Vorderblätter, mit durch Einschnürung 
abgesetztem Ende. Dasselbe ist etwas breiter als lang. 

Hinterblätter (Abb. 15) mit einem deutlich nach innen und 
endwärts vorragendem Schutzblatt, das aussen keine umgekniffene 
Ecke besitzt, am Endrande aber eine eigenthümüche Anordnung 
feiner Bogenstriche, die längliche Feldchen einschliessen, welche 
dadurch entstanden sind, dass der Rand an diesen Stellen dünner 
ist. Rinnenblatt mit einem langen und spitzen Fortsatz, an dessen 
Grunde sich noch ein kleines Nebenspitzchen befindet. Velum 
typisch in Zähne zerschlitzt. Innenstachel deutlich. Hüftstücke 
stark abgerundet. 

Vorkommen: Mehrere Pärchen erhielt ich, mit dem Zettel 
„Bussaco X. 98" von Dr. Lopez Vieira aus der Gegend von Coimbra. 
Ihm ist auch die Art gewidmet worden. 

Anmerkung: Unter dem Titel „Alcuni Miriapodi del Portogallo" 
Padua 1898 hat G. Leonardi von Bussaco einen „Ophiiulus Sil- 
vestrii n. sp." beschrieben, der diesen Namen in sofern zweifellos 
verdient, als die Diagnose ganz nach Silvestri'schen Vorbilde aus- 
geführt ist. Der Verf. scheint eine ganze Anzahl neuerer Arbeiten 
überhaupt nicht zu kennen. Man kann nach seiner Diagnose nicht 
einmal die Untergattung feststellen. Ueber die Foramina und das 
2. Beinpaar des d^ erfahren wir nichts. Bei den Hinterblättern 
heisst es: „La parte posteriore e nella parte distale, laminare un 
po' assottigliata ed ancora all' apice presenta una incisura della 
forma di un uncino". 

Vor 16 Jahren, [d. h. ehe ich die Reform der Juliden-Gattungen 
durchführte], hat Latzel bereits Diagnosen gegeben, die unver- 
gleichlich viel besser waren, als solche von Leonardi (und 
seinem Vorbilde Silvestri), im Jahre 1898. Dass die Gruppen 
„Ophiiulus" und „Diploiulus*' unbrauchbar sind, weil es keine 
genügende Charakteristik derselben giebt, kann ich hier nur wieder- 
holen. In der Diagnose Leonardi's finden sich nun einige Punkte, 
welche es sehr wahrscheinlich machen, dass es sich um einen 
Leptoiulus handelt, aber eine nur halbwegs sichere Identificirung 
der Art ist unmöglich, deshalb gehört der ,,0. Silvestrii" in den 
grossen Schrank der Vergessenheit, in welchem sich ja bereits eine 
reichliche Silvestri'sche Abtheilung vorfindet. 

20. J. (Leptoiulus) Krüperi n. sp. 



96 Dr. Carl Verhoeff: 

2 28, d* 25 V2 iiim, 107 Beinpaare. 

Körper schwarz, Beine grauweiss. 

Furchung der Hinterringe recht fein und massig dicht. Vorder- 
und Hintersegmente stark gegen einander abgesetzt. Foramina weit 
hinter der Naht gelegen. 

Beborstung schwach, sogar am Analsegment spärlich. Fortsatz 
des Analsegments typisch, kräftig und spitz, Bauchplatte desselben 
ohne Spitze. 

1. Beinpaar des c? mit kleinem, stark eingekrümmten ünkus. 
2. Beinpaar mit kräftigen, fein gestrichelten Polstern, Hüften ohne 
Auszeichnung Penis mit dreieckigen Spitzen. Vorderblätter länglich, 
innen mit kräftigem, ziemlich schlanken, bis über die Mitte empor- 
ragendem Fortsatze. Auch hinten am Grunde ein kleiner Höcker. 

Mittelblätter (Abb. 16 M.) mit einem durch eine Einschnürung 
abgesetztem Endtheil, welcher länger als breit ist, vorne gruben- 
artig vertieft und am Rande der Grube (x) noch etwas höckerig 
vorspringend. Von der Einschnürungsstelle an (y) läuft eine feine 
Kante noch weit an dem Endabschnitt hin. 

Hinterblätter mit einem sehr charakteristischen Schutzblatt. 
Dasselbe ist auffallend schmal und lang, am Ende abgerundet, ragt 
aber trotzdem nicht über das Rinnenblatt hinaus, sondern bleibt 
eine Strecke hinter dessen Ende zurück. Innenstachel lang, dünn 
und spitz. Yelum in Gestalt eines dreieckigen Lappens ausgebildet. 
Rinnenblatt schmal, am Ende nur mit zwei kurzen Höckern. Die 
Hüftstücke scheinen sehr kurz zu sein. 

Vorkommen: Am Korasberge in Mittelgriechenland, auf 
alpinem Gebiet, wurden von Leonis 1 c? 2 9 gesammelt, die mir 
Dr. Krüper aus Athen zuschickte. Ihm ist die Ai't in dankbarer 
Erinnening gewidmet. 

21. J. (Leptoiulus) Brölemanni Verh. 

Lebt in stark von Castanea durchsetzten Laubwäldern bei 
Lugano unter Laub und ist dort nicht selten. 

d* 25 — 25\''2 ^^1 ^3iit 93 und 95 Beinpaaren. 

Junge d*d* ('nicht Schalt-c5^^ von 22 V2 caDci, niit 89 und 91 Beinp. 

9 von 38V2X2V3 mni, mit 101 Beinpaaren. 

Kassarate und am Salvatore. 

In den Hinterblättern, welche durch Abb. 17 veranschauHcht 
werden, bemerkte ich einige kleine Unterschiede gegenüber der 
Abb. 17 im IV. Aufsatze meiner „Beiträge", entworfen nach Präparaten 
von Thieren, die ich von Brölemann aus der Lombardei erhielt. Es 
fehlt hier nämhch der Höcker H am Grunde von ß, dagegen ist 
ein deutliches, stachelartiges Velum ohne Zähnchen vorhanden, das 
in meiner früheren Abb. 17 fehlt, weil es in dem betr. Präparat 
zufällig beiderseits abgebrochen ist. Der in äusserst winzige 
Spitzchen vorspringende, sehr zartrandige Zipfel ce ist hier zwei- 



Beiträge zur Kenntuiss paläarktischer Myriopoden. 97 

lappig, dort einheitlicher. Diese Unterschiede setze ich aber auf 
individuelle Variation. Sollten sie beständig sein, so müsste das 
genauer an grösserem Material geprüft werden und könnte doch 
wohl nur eine var. begründen. 

Anmerkung: H. Rothenbühler hat in seinem „2. Beitrag 
zur Diplopodenfauna der Schweiz" 1900 vom Ufer des Luganer 
Seees Julus „trilineatus" (C. K.) Latz, angegeben. Es ist kaum ein 
Zweifel zu erheben, dass er diese Art mit Br öle manni verwechselt 
hat, d. h., dass er auch Brölemanni vorliegen hatte, zumal er die 
„Färbung" als „typisch" bezeichnet. In der That sind manche 
trilineatus dem Brölemanni sehr ähnlich gefärbt. Die Innen- 
lappen der Vorderblätter dürfte er übersehen haben, was immerhin 
leicht geschehen kann. Im Uebrigen hat er Brölemanni nicht 
verzeichnet, während ich selbst bei Lugano keinen trilineatus zu 
Gesicht bekommen habe. Ich bin überhaupt überzeugt, dass diese 
Art nicht so weit westwärts vorkommt. 

22. Brachyiulus (Chromatoiulus) unilineatus hercules 
n. subsp. 

$ 43 X 41/2 nim mit 101 Beinpaaren. 

2 48 X 43/4 „ « 97 

Im Verhältniss zum gewöhnlichen unilineatus auffallend gross 
und stark, auch mit zahlreicheren Beinpaaren und Ringen, sonst 
aber, ausser den Gonopoden, vollkommen mit ihm übereinstimmend, 
auch in der Ausdehnung und Farbe der Rückenbinde. 

Vorderblätter länglich, gegen das Ende nur wenig ver- 
schmälert (bei unilin. stark), der umgeschlagene Innenrand ist unten 
nicht erweitert, (bei unilin. in der Mitte erweitert.). 

Hinterblätter (Abb. 18) denen des unilin. (Abb. 20) sehr 
ähnlich, aber die Aussenarme A sind kürzer und breiter, das Ende 
des Haupttheiles ist mit zahlreichen kleinen Wärzchen besetzt und 
die beiden Endfortsätze, (welche man übrigens nur dann deutlich 
sieht, wenn man die Aussenarme abschneidet) sind von etwas anderer 
Gestalt, namentlich weniger gebogen. Hüftdrüsen sind gut entwickelt. 

Vorkommen: Mittelgriechenland bei Anomusinitza 2 j. c? 4 2 
3j. 9 von Leonis ges. 

j-d^ 38x3'/3nim mit 93 B. Backen schon deutlich etwas 
vorragend. 

Das reife c? verdanke ich Freund Apfelbeck, der es bei Karpenisi 
(Thessalien) 23, V. 1900 sammelte: ein einziges reifes (S unter 
22 2 10 j. 2 20j. d^. 

j. c5^ (grösstes) 37 X 3 V2 ^^'^ 97 Beinpaare. 

j.d^ 33 X3 „ 93 „ 

j.c? 26V2X2V2 „ 85 

Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1901. Bd.I. H. 1. 7 



98 Dr. Carl Verhoeff: 

Es ergiebt sich hieraus, dass es noch viel grössere reife Männ- 
chen giebt als das geschilderte, wahrscheinhch Gross- und Klein- 
männchen. 

Offenbar giebt es auch bei dieser Form im Winter und ersten 
Frühjahr (wie bei Schizophyllum sabulosum, Pachyiulus fuscipes 
var. arcadicus und Julus trilineatus var. obscurus) keine oder doch 
nur ausnahmweise reife Männchen. 

23. Brach. (Chromatoiulus) naxius n. sp. 

2 21 1/2 mm 79 Beinpaare, 

c? 17 V2 75 79 „ ,45 Rumpfsegmente. 

Körper gelbbraun, mit drei schwarzen Binden, von denen die 
beiden seitUchen, fast in Flecke aufgelösten in der Höhe der Wehr- 
drüsen verlaufen, die mittlere auf dem vorderen Theile der Ringe 
annähernd dreieckige Erweiterungen zeigt. 

Collum gelbbraun, vorne dunkel. Kopf gelbbraun, mit braun- 
schwarzer Binde zwischen den Ocellenhaufen. Beine gelb. 

Kollumseiten mit 1 — 2 abgekürzten Strichen. 

Borstentragende Scheitelgruben deutlich. 

Vorderringe glatt, auch unten in den Flanken, Hinterringe 
ziemlich fein und verhältlich weitschichtig längsgestreift, d. h. 
weitschichtiger als bei den meisten andern Arten der Gattung. 

Foramina dicht an der Naht gelegen, dieselbe von hinten her 
berührend. Beborstung an den meisten Segmenten fehlend, oder 
auf 4 Rückenborsten beschränkt, selbst am Analsegment dünn und 
spärlich. 

Analsegmentfortsatz dreieckig, dachig, spitz, Bauchplatte ohne 
Fortsatz. 

Backen des d' lappenartig vortretend. 

1. Beinpaar mit typischem ünkus endend. 

2. Beinpaar mit kaum merklich gestrichelten Polstern, die Hüften 
einfach. 

Vorderblätter länglich rechteckig, mehr als dreimal so lang 
wie breit, am Ende innen mit einem abgerundeten Zipfel vorragend, 
Ungefähr in der Mitte befindet sich eine feine, gebogene Querfurche. 
Hinten über dem Grunde bemerkt man die bekannte Kante, sie ist 
kurz und etwas gebogen. Flagelle typisch. 

Hinterblätter (Abb. 21) von sehr auffallender Bildung. Die 
Aussenarme A sind als spitze Zipfel ganz nach vorn gewendet und 
stehen in ungefähr rechtem Winkel nach vorne ab. Die Haupttheile 
sind länglich, hinten mit Papillen, vorne mit spitzen Warzen besetzt, 
auch springen sie nach vorne in einen starken, gabeligen Ast vor 
z (vergl. silvaticus). Ausserdem bemerkt man einen ohrartigen, am 
Rande in Spitzen vortretenden, daher etwas gesägt aussehenden 
Nebenlappen K. 



Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 99 

Vorkommen: 2 d* 4 9 dieser charakteristischen Form erhielt 
ich durch den Sammler Leonis von Naxos. 

24. Cylindroiulus generosensis n. sp. 
$ 24 — 27 mm mit 93 Beinpaaren, 
(5^16-21 „ „ 79 

Körper schwarz und graubraun geringelt, im Schwarzen grau- 
braune Spritzfleckchen, die Flanken etwas heller. 

Kopf graugelblich mit dunkler Binde zwischen den Ocellen. 
Erinnert etwas an Cyl. londinensis. 

Borstentragende Scheitelgruben fehlen, Ocellen deutlich unter- 
scheidbar. 

Kollumseiten mit mehreren Strichen. 

Vordersegmente äussserst fein punktirt, Hintersegmente ziemlich 
fein und ziemlich dicht längsgestreift. Foramina dicht an der Naht 
gelegen, dieselbe von hinten her berührend. Beborstung fehlend, 
bis auf vereinzelte Borsten am Analsegment. 

Analsegment ohne Rückenfortsatz, nur bei grossen Stücken bis- 
weilen mit einer Andeutung, die aber nie eine deutlich vorragende 
Spitze bildet. Bauchplatte abgerundet. 

1. Beinpaar des c? typisch, an der ünkusecke etwas vortretend. 

2. Beinpaar mit äusserst fein gestrichelten Polstern. 
Vorderblätter kaum länger als die Mittelblätter, die ersteren 

nicht viel länger als breit, am Ende dreieckig zugerundet. Mittel- 
blätter einfach abgerundet, mit der bekannten Grube für den Höcker 
der Vorderblätter. 

Hinterblätter (Abb. 22) mit breitem Hüftstück, der Lappen 
hinter der Rinne ist abgerundet und springt vorne in einem starken 
Haken vor H. Vor der Rinne liegt endwärts ein rundliches Feld, 
in dem wenige sehr kleine Spitzchen zu erkennen sind. Ganz vorne 
liegt ein abgerundeter Vorsprung, der am Ende in die Endlinie des 
Hüftstückes auf gleicher Höhe übergeht. 

Vorkommen: Auf dem Mt. Generoso bei Lugano fand ich das 
Thier auf Alpenmatten nicht gerade selten unter Steinen, dabei auch 
3 d^. Vielleicht haben wir es hier mit einem echten Alpenthier 
zu thun. 

25. Cyl. apenninorum montirepens n. subsp. 
2 21 — 22 mm, 91 Beinpaare. 

d^ 17—22 mm, 83 und 89 Beinpaare. 

(j. d' 15 mm, 79 B.) 

Durchschnittlich dunkler als der in den tieferen Gebieten 
lebende apenninorum, aber sonst äusserlich ganz mit ihm über- 
einstimmend. 

Vorderblätter in der Grundhälfte entschieden schmäler als in 

7* 



100 Dr. Carl Verhoeff: 

der Endhälfte, (bei apenninorum gleichbreit). Hinterblätter (Abb. 23) 
vor der Rinne mit kleinem Spitzchen und sofort ansteigenden ohr- 
artigen Lappen H, hinter der Rinne mit zartem, fast halbkreis- 
fi)rmigen Läppchen, dahinter höckerig vortretend. (Bei apenninorum 
vor der Rinne ohne Spitzchen und mit eingetiefter Bucht den Ohr- 
lappen stärker absetzend — angedeutet durch die Linie a — hinter 
der Rinne mit kleinem, schmalen, am Ende verbreitertem Fortsatz, 
dahinter abgestutzt.) 

Anmerkung: Die Zeichnung, welche Brölemann 1897 im 
Bull. soc. entomol. lieferte, ist zwar ungenau, lässt aber immerhin 
apenninorum erkennen, auch erhielt ich von ihm ein Belegstück. 

Vorkommen: 3 c?, 1 j. d^, 6 $, 8 j. 9 habe ich in den Wäldern 
bei Vallombrosa unter Moos und Gräsern aufgefunden. 

26. Cyl. apenninorum Bröl 

Ist in der Umgebung von Florenz nicht selten und kommt in 
Parkanlagen bei der Stadt selbst genug vor. Er wühlt sich gerae 
ganz in Humus ein, namentlich in Hainen und an Stellen mit Laub 
und sonstigen Pfanzenabfällen. 

27. Cyl. tirolensis mihi. 

[= J. italicus Verh. Diplopoden Tirols 1894, Abb. 7!] 

[non = J. italicus Latzel 1884.] 

Julus Dalmaticus Berl, = italicus Latz, nomen n. Ich kenne 
diesen italicus (Berl.) Latz, nicht, habe mich aber durch genaue 
Prüfung der Berieseschen Abbildungen überzeugt, dass die bisherige 
Annahme nicht haltbar ist, d. h., dass italicus Latz, und italicus 
Verh. ganz verschiedene Arten sind, weshalb die letztere einen 
Namen erhalten musste. Berlese sagt nun in seinem bekannten 
Tafelwerke von italicus: „In agri tridentini, Langobardiae, Siciliae, 
Sardiniaeque udis". Es unterliegt für mich keinem Zweifel, dass 
Berlese mehrere Arten vermengt hat, indem er von der 
annähernden äusseren Uebereinstimmung her einen voreiligen Schluss 
machte. Seine Angabe ,,agri tridentini" beziehe ich auf meinen 
tirolensis, halte seinen itaHcus aber für ein süditalienisches Thier, 
dessen genaue Verbreitung erst noch aufzuklären ist. 

28. Cyl. Verhoeffii Bröl. 

Diese hübsche Art fand ich auf einer Bergwiese bei Lugano 
unter Moospolstern in 3 d', 18 9. 

<S 24 mm, mit 81 Beinpaaren. 

Kopf und Collum grösstentheils röthlichgelb, ebenso bisweilen 
die Analklappen, die letzteren aber meist grau. 

29. Cyl. nitidus Verh. 

Kommt in ganz typischen Stücken ebenfalls noch am Mt. Sal- 
vatore bei Lugano unter Moos nicht selten vor. 2. Beinpaar des 
d^ mit den von Rothenbühler entdeckten Fortsätzen. 



Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 101 

d* 16 Va J^J^j Dait 87 Beinpaaren. 

30. Cyl. Latzeli Berl. 

Ist ein ausgesprochenes Mulmtier, in derselben Weise wie 
boleti. 

Bei Kassarate (Lugano) fand ich es durchaus nicht besonders 
selten und zwar im Moder und faulem Holze von Castanea und 
Quercus. 

1 9 hatte sich frisch gehäutet (Anfang September). 

d' 23 V2 mm, mit 81 Beinpaaren. 



Ich bin leider gezwungen, diesen Aufsatz hier abzuschliessen, 
da die Arbeitszeit dieses Sommers für mich zu Ende geht, doch sei 
noch hervorgehoben, dass ich so bald als thunlich eine neue Durch- 
arbeitung von Cylindroiulus vornehmen werde. Inzwischen hat 
College Attems meine Gattungsfassung bestätigt. Dass die Unter- 
gattungen noch nicht alle so sind, wie sie sein müssen, habe ich 
ebenfalls bemerkt. Es ist aber kein Grund vorhanden, auf dieselben 
zu verzichten. 

Bonn], 16. September 1900. 



102 



Dr. Carl Verhoeff: Beiträge zur Kenntniss etc. 



Tafelerklärung. 



H = 

M = 
psfl = 
Tr = 
Vb = 
ve = 
d = 

Abb. 

Abb. 

Abb. 

Abb. 

Abb. 

Abb. 
Abb. 
Abb. 



Abb. 
Abb. 
Abb. 
Abb. 
Abb. 
Abb. 
Abb. 

Abb. 

Abb. 
Abb. 
Abb. 



A = Aussenarm an Hinterblättem. 
Co = Hüften (Coxa), 

r = Rinne, 
pfo = Pseudofovea, 

h = Hamulus, Enterhaken, 
Seh = Schutzblatt, 

I =: Inuenstachel. 



Abkürzungen; 
= Hinterblatt, 
= Mittelblatt, 
= Pseudoflagelloid, 
= Tracheentasche, 
= Vorderblatt, 
= Velum, 

= äussere Zahnecke des Schutz- 
blattes, 

1. Catamicrophyllum hamuligerum n. sp. G = Gelenk zwischen 

Stütze und Mittelblatt. 

2. Cat. caifanum n. sp. G. wie vorher. 2a ist das Ende des Enter- 

hakens, stärker vergr. 

3. Pachyiulus oraniensis n. sp, Vorderblätter von hinten ges., a = 
Innenhöcker. 

4 und 5. Pach. Vosseleri n. sp. 4. Ein Vorderblatt von hinten ges. 
5 Endhälfte eines Hinterblattes. 

Pach. sinaimontis n. sp. Ein Vorderblatt von hinten ges., a = 
Inuenhöcker. 

Pach, speciosus n. sp. Ende eines Hinterblattes. 
Pach. hungaricus Karsch, ebenso, 
und 10. Leptophyllum dentigerum n. sp. 9. Endhälfte eines 
Häkchenbeines. 10. Hälfte beider Gonopodenpaare von innen ges. 
vb = Vei bindungsbrücke von Mittel- und Hinterblatt. 
Julus alemannicus Simplex var. langkofelanus m. Hinterblatt. 
„ montivagus saxivagus m. Hinterblatt. 
„ rubrodorsalis n. sp. Hlnterbiatt. 
14 und 15. J. Vieirae n. sp. 14. Vorder-, 15. Hinterblatt. 

16. J. Krüperi n. sp. Mittel- und Hinterblatt. 

17. J. Brölemanni Verb, Hinterblatt. 

18 und 19. Brachyiulus nnilineatus hercules n. subsp. 18. Hinter- 
blatt, 19. Ende des Haupttbeiles, stärker vergr. 

20. Br. uniliueatus CK. Endhälfte des Hinte) blattes. 

21. Br. naxius n. sp. Hinterblatt. 

22. Cylindroiulus generosensis u. sp. Hinterblatt. 

23. Cyl.apenniuorum montirepens n. subsp. Hinterblatt. e= vorderer 
Vorsprung, 



11. 
12. 
13. 



Ueber die Schlangen Chile's. 



Von 

Dr. R. A. Philippi. 



Der Abt Molina ist der erste, welcher eine chilenische Sehlange 
mit Namen erwähnt; er erklärt sie in seinem Werk über die Natur- 
geschichte Chile's für identisch mit der europäischen Coluber Aescu- 
lapii, ein Irrthum der wohl verzeihlich ist, wenn man die Umstände 
berücksichtigt unter denen er schrieb. Im Jahre 1834 hat Wieg- 
mann die erste wissenschaftliche Beschreibung einer chilenischen 
Schlange gegeben, die Chamisso bei seiner Reise um die Welt in 
den Jahren 1815 — 1818 von Talcahuano nach Berlin gebracht hatte. 
Er hat ihr den Namen Coronella Chamissonis gegeben und bemerkt, 
sie habe das Gebiss von Liophis. Es ist mir nicht klar geworden, 
aus welchem Grund er sie nicht in dieses Genus gestellt hat. 
Schlegel hat sodann 1837 et seq. die Coronella chilensis beschrieben. 
Im Jahre 1848 erschien der zweite Band der Zoologie des Werkes 
von Gay „Historia fisica y politica de Chile" in welchem Herr 
Guichenot acht chilenische Schlangen behandelt, von denen aber 
sechs niemals wirklich in Chile gefunden sind. Im Jahre 1854 be- 
schrieben Dumeril & Bibron in der Herpetologie general die beiden 
wirklich chilenischen Arten unter den Namen Dromicus Temminckii 
und Dipsas Chilensis (Coronella Schlegel) = (Dromicus Temminckii 
ist die Coronella Chamissonis Wiegmann). Ein Jahr später erschien 
der zweite Band von der „Naval Astron. -Expedition" in welchem 
Herr Girard zwei chilenische Schlangen beschreibt, die Coronella 
chilensis unter den Namen Tachymenis chilensis und eine zweite 
für die er ein neues Genus „Taeniophis" aufstellte, die T. tantillus. 

Im Jahre 1858 erschien der Catalogue of Colubrine snakes in 
the collection of the British-Museum, in welchem Günther nur zwei 
chilenische Schlangen aufführt: Tachymenis chilensis gleich Coronella 
chilensis und Dromicus Temminckii gleich Coronella Chamissonis. 

Gegenwärtig besitzt unser Museum mehr als achtzig Schlangen 
aus Chile, also ein Material wie es gewiss in keinem andern Museum 
existirt und ich habe mich in den letzten Monaten ausschliesslich 



104 Dr. R. A. Philippi: 

mit Untersuchung derselben beschäftigt, eine Arbeit die ich lange 
zurückgestellt hatte. Als Herr Ferdinand Lataste, der seinen Ruf 
als Herpetologe doch zum Theil seiner Arbeit über die Vipern ver- 
dankt, im Jahre 1889 Chef der zoologischen Sektion des Museums 
wurde, hatte ich gehofft, er würde mir diese Arbeit abnehmen. 
Leider hat meine Hoffnung sich nicht erfüllt. Er hat zwar, wie 
das Reglement des Museums vorschreibt, einen Katalog derselben 
angefertigt und an jedes Glas in welchem Schlangen enthalten sind, 
ein Papierchen mit einer Ordnungsnummer und dem wissenschaft- 
lichen Namen angeklebt, aber, da er von der fixen Idee befangen 
war, dass die chilenischen Schlangen sämmtlich im britischen Museum 
existirten, so hat er, weil der Catalogue der Colubrine snakes nur 
zwei Arten chilenischer Schlangen kennt, die Schlangen unsers 
Museums auch nur auf zwei Arten vertheilt und die langschwänzigen 
Dromicus Temminckii, die kurzschwänzigen Dipsas chilensis ge- 
nannt. Als ich ihm einst sagte, sie seien sehr verschieden, wurde 
ich von ihm mit den Worten abgefertigt: „Oh, je connais ^a, ils 
varient beaucoup, et les petits serpents sont les jeunes des grands." 
Eine Untersuchung der Zähne u. s. w. hielt er für überflüssig. Zu 
dem hat er den angefertigten Katalog der Schlangen niemals ab- 
gegeben. Nachdem ich eine Partie unserer Schlangen untersucht 
hatte, stellte sich bei mir der graue Staar ein, so dass ich bald 
nicht mehr lesen, schreiben oder zeichnen konnte. Seit zwei Jahren 
hat die Krankheit aber keine Fortschritte gemacht, und ich kann 
grössere Gegenstände noch sehr deutlich erkennen, auch habe ich 
in der Person des Herrn Bernard Gotschlich, stud. med., der mir 
seine Augen und seine Hand borgt, einen sehr geschickten Gehilfen 
gefunden. Uebler ist der Umstand, dass dieser kein Englisch ver- 
steht, so dass ich den neuen Katalog der Schlangen des britischen 
Museums nicht habe benutzen können. Ich verkenne keineswegs, 
dass meine Arbeit eine unvollkommene sein wird, aber sie dürfte 
immer von Nutzen sein und so gebe ich sie um so mehr, als es 
zweifelhaft ist, ob sich bald ein Zoologe für unser Museum finden 
lässt, der Lust hat sich mit den chilenischen Schlangen zu be- 
schäftigen. Ich habe mich genöthigt gesehen, mehrere neue Genera 
aufzustellen, da die betreffenden Schlangen in keines der mir aus 
beschränkten literarischen Hilfsmitteln bekannten Genera passen. 
Im Nachfolgenden werde ich mich begnügen die Unterschiede der 
Genera nur in den wesentlichsten Merkmalen anzugeben, da mein 
Gesundheitszustand glücklicher Weise derart ist, dass ich hoffen 
darf, eine ausführlichere Beschreibung der chilenischen Schlangen 
in den Anales del Museo de Santiago geben zu können. 

Ein paar allgemeine Bemerkungen mögen vorangehn. Es giebt 
in Chile keine giftigen Schlangen. In den bald 49 Jahren, die ich in 
Chile verlebt, habe ich nie gehört, dass Jemand von einer giftigen 
Schlange gebissen ist, ausser in einem Fall, wo nach dem Biss 
einer Schlange der Vorderarm angeschwollen sein soll. 

Was die Dimension der chilenischen Schlangen betrifft, so ist 



Ueber die Schlangen Chile's. 105 

die grösste die, welche ich Draconiscus flavus genannt habe 
und welche 2 Meter misst; darauf folgen: 

2. Pythoniscus Wiegmani Ph. mit 1,55 mm; 

3. Stegonotus occidentalis „ 1,53 „ 

4. Pythoniscus lemniscatus „ 1,50 „ 

Ueber einen Meter lang sind noch zehn andere Schlangen. 

Alle chilenischen Schlangen haben einen länglich eiförmigen 
Kopf mit abgerundeter Schnauze; die Augenbrauen bilden bei den 
meisten eine hervorragende Kante, die sich oft bis zu den Nasen- 
löchern fortsetzt, so dass der Kopf passend subtetragon genannt 
werden kann. Mit Ausnahme von dreien haben alle glatte, 
rhomboidale Schuppen die in neunzehn Längsreihen gestellt sind. 
Der chilenische Stegonotus hat zwölf Reihen grosser, länghch 
viereckiger, rechtwinkliger Schuppen. Mein Leptaspes hat nur 
dreizehn Reihen Schuppen; und Dromicus? albiventris nur sieb- 
zehn Schuppenreihen. Der Rumpf ist bei allen Arten cylindrisch 
und meist etwas zusammengedrückt mit einziger Ausnahme von 
Stegonotus, wo er bekanntlieh dachförmig ist. Die Augen stehen 
bei drei Geschlechtern auf dem 5. und 6. Oberlippenschild; bei den 
meisten auf dem 4. und 5., bei andern auf dem 3. u. 4. Die Stellung 
der Augen ist ein leicht erkennbares Merkmal zur Unterscheidung 
ähnlicher Geschlechter. Ich lasse nun eine Uebersicht der 
chilenischen Genera folgen. 

I. Die beiden hintersten Zähne des Oberkiefers sehr lang, ge- 
bogen und hinten gefurcht. 

1. Tachymenis Wiegmann. 

II. Alle Zähne solid, weder hohl noch gefurcht. 

A. Diacranteren, die hintersten 1 bis 3 Zähne durch eine 
Lücke von den vorhergehenden getrennt. 

a) Die Augen über dem fünften u. sechsten Schild: 

2. Stegonotus, zwölf Schuppenreihen, Rücken dach- 
förmig. 

3. Leptaspes Ph., dreizehn Schuppenreihen; Schwanz 
sehr lang. 

b) Augen über dem 4. — 5. Lippenschild. 

4. Dromicus, Afterschuppe ganz, Schwanz lang. 

5. Liophis Wagler, Afterschuppe ganz, Schwanz kurz. 

6. Taeniophis Girard, Afterschuppe getheilt (bifid). 

7. Pachyurus Ph., Afterschuppe eingeschnitten, 
Schwanz kurz, bis zur abgerundeten Spitze dick. 

8. Stenodeiros Ph., Rumpf von der Mitte bis zum 
Kopf allmählig verschmälert, der Nacken sehr viel 
schmaler als der Kopf. 



106 Dr. R. A. Philippi: 

9. Pythoniscus PL, Kopf vorn flachgedrückt. 

10. Euprepes Fh.., die vordersten Zähne des Unter- 
kiefers dreimal so lang als die folgenden. 

c) Die Augen über dem 3. u. 4. Lippenschild. 

11. Aspidula Ph., Gaumenzähne zahlreich in zwei 
Reihen gestellt; bald in grader Linie, bald paralell 
den Rändern des Kiefers. 

B. Syncranteren, Oberkieferzähne ohne Lücke. 

12. Draconiscus Ph., Augen über dem 5. u 6. Ober- 
lippenschüd. 

13. Coronella Laur., Augen über dem 3. u. 4. Ober- 
lippenschild; zahlreiche Zähne im Oberkiefer. 

14. Colubellus Ph., Augen über 3. u. 4. Lippenschild; 
nur vier Zähne im Oberkieferknochen (Gaumenzähne, 
auch nur vier). 

Ich muss nur noch ein Bekenntniss ablegen, nämlich, dass es 
mir nicht klar geworden ist, welches der wesentliche Unterschied 
zwischen Dromicus und Liophis ist. In der Klavis der Dia- 
kranteren-Schlangen, welche Dumeril u. Bibron in der Herpetologie 
generale Band VII a, pag. 645 geben, sagen sie, die Schuppen von 
Stegonotus, Periops, Dromicus und Liophis seien viereckig (carrees); 
aber in der Charakteristik des Genus Liophis pag. 697 werden sie 
hexagones genannt. Sechseckig und viereckig ist doch nicht das- 
selbe. In der Charakterisirung des Genus Dromicus, pag. 646, 
sagen sie auch „ecaiiles carrees". 

In Wirklichkeit sind die Schuppen von Dromicus Chamissonis 
(Coronella Ch. Wieg.), welche Art meiner Ansicht nach irrthümlich 
mit Dromicus Temminckii verwechselt ist, romboidisch und an der 
Spitze abgerundet. 

Nach der Klavis ist der Kopf bei Dromicus und Liophis wenig 
vom Körper abgesetzt (peu distincte); nach den weiterhin gegebenen 
generischen Kennzeichen beider sind sie aber senau so breit wie 
der Körper. Nach pag. 697 ist bei Liophis der Kopf von der Breite 
des Halses und bei Dromicus nach pag. 646 das Occiput so breit 
wie der Hals; in diesem Falle müsste man aber sagen, der Kopf 
ist gar nicht abgesetzt vom Hals. Unter den chilenischen Schlangen, 
welche ich unter diese beiden Genera rechnen muss, ist nur eine 
einzige, welche ich Liophis luctuosa genannt habe, bei der der 
Rumpf die gleiche Dicke bis zum Kopf zeigt und dieser genau die 
Breite desselben besitzt. 

Nach der Klavis von Dumeril und Bibron liegt der Hauptunter- 
schied (oder sollen wir sagen der einzige Unterschied?) zwischen 
Liophis und Dromicus darin, dass Liophis einen kurzen und 
Dromicus einen langen Schwanz hat. Aber was ist kurz und was 
ist lang? Jederman wird einen Schwanz der beinahe den dritten 



Ueber die Schlangen Chile's. 107 

Theil der Körperlänge einnimmt, lang, einen solchen der nur den 
fünften Theil der Körperlänge oder noch weniger einnimmt kurz 
nennen; wie ist es aber mit einem Schwanz der den vierten Theil 
der Körperlänge einnimmt? Ist dieser lang oder kurz? Und wir 
haben vier verschiedene Schlangen in Chile, bei denen der Schwanz 
genau den vierten Theil der Körperlänge beträgt. 

Die beiden Namen Psammophis oder Dromicus Temminckii 
und Dipsas oder Tachymenis chilensis können auf keinen Fall 
bleiben. 

Guichenot sagt in dem oben citirten Werk von Gay bei Psam- 
mophis Temminckii Schlegel „man sagt, diese Art findet sich in 
Chile'^ und hat kein Exemplar dieser Art in Händen gehabt, was 
sehr wunderbar ist, da Dumeril & Bibron sagen (Herpet. gen. 
Tom. Vlla pag. 666), dass das Pariser Museum zahlreiche Exemplare 
derselben besitze, die von den Herren Gay, Gaudichaud, d'Orbigny, 
Leson, Garnot, Niboux etc. aus Chile gebracht sind. 

Die Arbeit von Wiegmann ist ihm unbekannt geblieben. Ich 
glaube, dass diese Psammophis oder Dromicus Temminckii eine 
brasilianische Schlange ist, aber selbst, wenn diese identisch mit 
der chilenischen Coronella Chamissonis wäre, müsste der specifische 
Name Chamissonis vorgezogen werden, da er drei Jahre früher der 
Schlange gegeben ist, als das Werk von Schlegel erschien. Es 
sagen zwar Dumeril & Bibron (Herpet. gen. Tom. Vlla pag. 665): 
„Unter dem Namen Coronella Chamissonis hat Wiegmann den 
Dromicus Temminckii beschrieben, da sich seine Beschreibung auf 
die Art bezieht, welche Hemprich Chamisso gewidmet hatte". Aber 
Wiegmann sagt ausdrücklich, dass Hemprich irrthümlicher 
Weise den Namen Chamissonis einer brasilianischen Schlange 
gegeben habe, die im Berliner Museum unter dem Namen Coluber 
regius stehe. 

Auch Tschudi begeht in Beziehung auf diese Schlange zwei 
kleine Irrthümer, die berichtigt zu werden verdienen. Er sagt in 
seiner peruanischen Fauna, Herpetologie pag. 52 unter Psammophis 
Chamissonis, Meyen habe diese Art von der Westküste Peru's nach 
Berlin gebracht (offenbar in Verwechslung mit Tachymenis peru- 
viana), da doch Meyen gesagt hat, Chamisso habe sie von Talcahuano 
gebracht. Ich glaube, dass Psammophis oder Dromicus Cha- 
missonis aus der Liste der peruanischen Schlangen zu streichen ist. 
Unbedeutender ist ein zweiter Irrthum Tschudi's. Er behauptet, 
Hemprich habe den Namen Chamissonis einer im Museum von Breslau 
befindlichen Schlange gegeben; es muss heissen Wien anstatt Breslau 
(siehe Wiegmann a. a. 0.). 

Die Coronella chilensis von Schlegel ist von mehreren Herpe- 
tologen in das Genus Dipsas (gleich Tachymenis) versetzt worden 
(Tachymenis hat wohl die Priorität), obgleich diese Schlange nicht 
die langen, hinten tiefgefurchten Zähne von Tachymenis, sondern 
eine grosse Anzahl gleich langer, kleiner Zähne besitzt und zu den 
Syncranteren gehört. Sie haben offenbar das Maul derselben nicht 



108 Dr. R. A. Philipp! : lieber die Schlaugen Chile's. 

untersucht und sind ohne weiteres Dumeril & Bibron gefolgt, die 
die Coronella chilensis zu Dipsas gestellt haben mit der irrigen 
Synonymie Tachymenis peruviana Wiegmann. 

Ich schliesse mit der vorläufigen Bemerkung, dass die Zahl 
der chilenischen Schlangenarten 45 beträgt, nämlich: 

Tachymenis = 1 Stenodeiros Ph. = 1 



Stegonotus = 1 
Leptaspes Ph. = 1 
Dromicus =11 

Liophis = 6 

Taeniophis = 3 
PachyurusPh. = 1 



Pythoniscus Ph. = 2 
Euprepes Ph. = 1 
Aspidula Ph. = 5 
Draconiscus Ph. = 1 
Coronella Laur. =10 
ColubellusPh. = 1 



Ich wiederhole, dass ich hoffen darf, in nicht allzulanger Zeit 
eine ausführliche Arbeit über die chilenischen Schlangen in den 
„Anales del Museo" geben zu können*). 



Santiago, den 4. August 1899. 



*) Aum. des Herausgebers. Das M. S. eingegangen am 6. X. 1899. Eine 
mir freundlichst übeisandte Notiz des Autors „Sobre las serpientes de Chile" 
in den „Anales de la Universidad, Tomo CIV. 1899", Santiago, 11 Seiten 8°, die 
am 15./5. 1900 in Berlin eintraf, entspricht an Umfang und Ausführlichkeit der 
oben gegebenen, deutschen Mittheüung. — F. Hf. 



Die Seeschildkröten Chile's. 

Von 

Dr. R. A. Philipp! *). 



Der alte Molina sagt (siehe S. 190 der deutschen Uebersetzung), 
es gebe in Chile zwei Arten Schildkröten, die Lederschildkröten 
(Testudo coriacea), die sich in der See befinden, und die Sumpf- 
schildkröten (Testudo lutaria), die in den Seeen der südlichen 
Provinzen leben. Gay dagegen behauptet (Eist, de Chile, Zool. II 
p, 8), „in Chile existire keine Schildkröte, trotzdem es Molina be- 
haupte." Die Angabe von Molina, dass Sumpfschildkröten in den 
Seeen der südlichen Provinzen gefunden wurden, ist gänzlich aus 
der Luft gegriffen; diese fehlen durchaus. Als Gay obige Zeilen 
schrieb, hatte er vollkommen recht, auch was die Seeschildkröten 
betrifft, denn die ältesten Leute erinnerten sich nicht, dass jemals 
an den chilenischen Küsten Seeschildkröten gesehen seien, aber vor 
etwa zwanzig Jahren erschienen solche in ziemlicher Menge und 
sind seit dem alle Jahre gefangen worden. Es ist räthselhaft, wo 
ihre eigentliche Heimath ist, und welcher Umstand sie veranlasst 
hat, jetzt alljährlich die chilenischen Küsten zu besuchen. Ich kenne 
fünf Arten Seeschildkröten aus dem chilenischen Meer, zwei Leder- 
schildkröten, zwei Thalassochelis und eine echte Chelonia. Unser 
Museum besitzt beide Arten Lederschildkröten: erstens die längst- 
bekannte Sphargis coriacea Rondelet und zweitens eine Art, die ich 
nach den mir hier zu Gebot stehenden litterarischen Hilfsmitteln 
für noch unbeschrieben halten muss, und die ich Sphargis angusta 
nenne. 

1. Sphargis coriacea. 

Diese Art hat einen dicken Kopf, ein flaches, ovales Rücken- 
schild, dessen Breite -/s der Länge ausmacht, und dessen Spitze 
kurz und abschüssig ist, einen kurzen Schwanz und Hinterfüsse, 

*) Das M. S, des Autors ging im Mai 1899 bei der Redaction ein. — Im 
Mai 1900 erhielten wir einen Abdruck einer ziemlich gleichlautenden Arbeit in 
spanischer Sprache, publicirt in „Anales de la Universidad, Tomo CIV, 1899", 
Santiago, 12 S, 8 ". Sie giebt als Abb. noch die Copie der Seitenansicht von Sphargis 
coriacea nach Dum6ril und Bihron und die Rückenansicht nach Rondelet. F, Hf. 



HO 



Dr. R. A. Philipp!: 



deren Zehen ziemlich gleich lang sind, so dass ihre Form abgerundet 

ist. — Das Exemplar unseres Museums stammt von Iquique und 
hat folgende Dimensionen: 

Gesammte Länge des Thieres .... 1,70 m. 

Länge des Rückenschildes Ij43 „ 

Breite — ,96 „ 

Höhe vom Rücken bis zum Bauch . . — )28 „ 

Länge des Kopfes — ,26 „ 

Breite „ „ — ,24 „ 

Länge der Vorderflossen — ,97 „ 

Breite „ „ —,18 „ 

Länge der Hinterflossen — ,43 „ 

Breite „ „ —,21 „ 

Es stimmt so genau mit der von Dumeril und Bibron gegebenen 
Beschreibung überein, als ob diese nach unserem Exemplare gemacht 
wäre. Ich kenne nur eine Abbildung, welche diese Schildkröten 
vom Rücken gesehen zeist. Es ist die des alten Rondelet in seinem 
Werk De Piscibus vom Jahr 1554, Pag. 450, ein ziemlich roher 
Holzschnitt, aber vollkommen genügend die Art zu erkennen. Alle 
neueren Figuren zeigen das Thier von der Seite und scheinen 
Copien von der im „Regne animal" von Cuvier, edit. accompagnee 
de planches, Reptil pl. 7 zu sein, die nach einem ganz jungen nur 
10 cm langem Individuum gemacht ist. Nach demselben Exemplar 
sind die Abbildungen in Dumeril und Bibron angefertigt. 

2. Sphargis angusta Pli, n. sp. 

Das Rückenschild ist beinahe lanzettförmig, etwa Vs so breit 
wie lang, sehr gewölbt, seine Spitze verlängert, etwas aufgerichtet; 
der Schwanz sehr verlängert weit darüber hinausragend, die Hinter- 
füsse spitz, indem die äussere Zehe länger ist als die folgenden. — 
Unser Exemplar stammt von Tocopilla nicht weit von der Mündung 
des Rio Loa und misst von der Spitze des Kopfes bis zum Ende 
des Schwanzes 187 cm. 




Die Seeschildkröten Chile's. Hl 

Das Rückenscliild ist 1,48 m lang und in grader Linie 70 cm; 
wegen seiner starken Krümmung aber ergiebt die Messung mit dem 
Bandmaasse 97 cm; die Höhe vom Kücken zum Bauch 38 cm. Der 
Kopf ist 26 cm lang und nur 18 cm breit. Der Hals ist fast doppelt 
so lang als bei Sph. coriacea. 

Die Vorderflossen sind . . . 87 cm lang. 
„ „ „ . . . 22 „ breit. 

Die Hinterflossen sind ... 36 „ lang. 
„ „ „ . . . 20 „ breit und enden 

in eine Spitze. Die Spitze des Schwanzes ragt 30 cm über die 
Spitze des Rückenschildes hinaus, welch letztere etwas in die Höhe 
gerichtet und weit länger als bei Sph. coriacea ist. 

Die Färbung ist weit dunkler und erscheint in einiger Ent- 
fernung gesehen fast ganz schwarz; betrachtet man das Rücken- 
schild in der Nähe, so sieht man aber, dass es ebenfalls mit einer 
Unzahl gelblicher Flecke gesprenkelt ist. 

3. Thalassochelis tarapacana Fh. n. sp. 

Das Rückenschild ist 61 cm lang, 56 cm breit und 20 cm hoch; 
es ist in der Rückenlinie nur schwach gewölbt, an den Seiten stark 
abschüssig, der Rücken ist gerundet ohne Spur von Leib; nach 
vorn verläuft jederseits eine seichte Furche; der Rand ist nicht aus- 
gezackt; nur die beiden Schwanzschilder sind durch einen schwachen 
Einschnitt von den angrenzenden Randschildern getrennt. 

Der Umriss des Schildes ist im Ganzen eiförmig, der Vorder- 
rand ist concav und durch einen auffallenden, wenn auch stark ab- 
gerundeten Winkel von den Seiten geschieden, die Ausbuchtung 
über den vorderen Extremitäten ist ziemhch stark, die über den 
hinteren Extremitäten sehr schwach. 

Ich zähle sechs Vertebralschilder, von denen das zweite, 
dritte und vierte gleich lang und von gleicher Gestalt sind, nämlich 
oblong, schwach sechsseitig, anderthalbmal so lang wie breit, der 
Vorderrand ist in der IVJitte in ein Spitzchen vorgezogen. Das 
erste Vertebralschild ist kürzer und breiter als die folgenden, sechs- 
eckig, nach vorn etwas verschmälert; die vorderen Seitenränder 
sind fast dreimal so lang als die hinteren. 

Das fünfte Vertebralschild ist sehr kurz, reichlich doppelt so 
breit wie lano;, beinahe halbmondförmig. Das sechste Vertebral- 
schild ist viel breiter als alle vorhergehenden und sechseckig; der 
vordere Rand ist der kürzeste, die vorderen Seitenränder sind fast 
zweimal so lang wie die hinteren ; der Hinterrand ist eingebogen, 
indem der Vorderrand der beiden hintersten Randschilder einen 
Kreisbogen beschreibt. 

Es sind jederseits sechs Rippenschilder vorhanden. Das 
erste ist so breit wie lang und von trapezoidischer Gestalt; das 
dritte ist das längste (von vorn nach hinten gerechnet), das vierte 
nur wenig kürzer; das kürzeste von allen ist das sechste. — Ich 



112 Dr. R. A. Philippi: 

zähle nur 23 Randschilder; es ist indessen möglich, dass es 25 
sind, da das dritte sehr lang ist; indessen kann ich keine Trennung- 
linie in demselben bemerken. 

Das Schild ist nicht mit eigentlichen Hornplatten bekleidet, 
sondern nur mit einer ziemlich dünnen Epidermis überzogen, und 
die Trennungslinien der einzelnen Schilder sind nicht sehr vertieft. 

Der Kopf ist nicht zugespitzt wie bei Ch. caretta Gay und oli- 
vacea Eschsch, Er zeigt ein sehr grosses Scheitelschild, und 
zwischen diesem und den beiden Nasenschildern liegt noch ein 
schmales Zwischenschild. Die vorderen Extremitäten zeigen nur den 
Daumennagel deutlich, und den Nagel des Zeigefingers ganz rudi- 
mentär; an den hinteren Extremitäten ist nicht nur der Daumen- 
nagel, sondern auch der des folgenden Fingers deutlich vorhanden, 
letzterer freilich nur klein; die vorderen so wie die hinteren Daumen- 
nägel sind hakenförmig nach vorn gekrümmt. Der Schwanz ist 
sehr kurz und hat keine Schilder. In der Eschscholtz'schen Figur 
von Th. oHvacea sieht man keine Nägel, ungeachtet die Beschreibung 
sie angiebt). Die Färbung ist ganz einförmig, olivenfarbig, etwas 
ins Gelbliche ziehend. 

Diese Art unterscheidet sich von Th. corticata Rond. (oder 
caretta Gm.) durch stumpfen Kopf, der ganz andere Schilder trägt, 
durch die starke Einbuchtung des Rückenschildes für die vorderen 
Extremitäten, durch verschiedene Gestalt und Verhältnisse der 
Rückenschilder. — Von Th. olivacea unterscheidet sie sich durch 
den stumpfen Kopf und ganz andere Kopfschilder, durch die schmalere, 
mehr eiförmige Gestalt des Rückenschildes und durch andre Form 
der dieses bekleidenden Schilder, durch den nicht ausgezackten 
Rand, durch den Mangel der Schilder auf dem Schwanz ; Eschscholz 
sagt ausdrücklich: „der Schwanz ist mit schwarzen, runden Schilden 
bedeckt." 

4. Thalassochelis controyersa Ph. n. sp. 

Die grösste Länge des Rückenschildes beträgt in grader Linie 
55 cm, mit dem Bandmaass in der Krümmung gemessen 60 cm, die 
grösste Breite ebenfalls in grader Linie 55 cm und in der Krümmung 
60 cm, die Höhe beträgt 21 cm. Die Form ist im Allgemeinen die 
eines sehr breiten Ovals, die Seitenränder der hinteren Hälfte ver- 
laufen aber beinahe gradlinig, so dass das Oval hinten spitz ist; 
die Ausschnitte für den Kopf und die vordem Extremitäten sind 
ziemlich tief, die für die hintern Extremitäten schwach angedeutet. 

Die erste Vertebi-alplatte ist sechseckig, die beiden hintern 
Seiten sehr kurz, die zweite und ebenso die dritte sind anderthalb- 
mal so lang; das vierte Rückenschild ist dreiviertel so lang wie 
das dritte, seine Hinterseite schmaler als die Vorderseite, sein 
Seitenrand hat zwei schwach vorspringende Winkel; bei einem 
Exemplar ist es durch eine Quernaht in zwei getheilt. Das fünfte 
Schild ist so lang wie das vierte, und fast anderthalbmal so breit, 



Die Seeschildkröten Chile's. 113 

nach vorn läuft es in eine abgerundete Spitze aus, die in die vierte 
Platte eingreift, hinten greifen die beiden Schwanzplatten des Randes 
bogenförmig hinein; es ist ein vorderer und hinterer Seitenrand zu 
unterscheiden, die durch einen scharfen Winkel getrennt sind, der 
vordere ist doppelt so lang wie der hintere. Es sind sechs Rippen- 
platten vorhanden, indem der vierten Vertebralplatte jederseits zwei 
Rippenplatten entsprechen; die erste ist kaum halb so lang wie die 
zweite, bald ist die vordere, bald die hintere etwas breiter, der 
Rand zeigt keine Vorsprünge wie bei Th. caretta, höchstens ragt 
die vorletzte Platte mit ihrem hintern Winkel etwas hervor. Ich 
zähle 27 Randplatten. Was die Wölbung des Rückens betrifft, so 
bilden die zweite, dritte und vierte Platte eine Ebene, von der die 
Seiten durch eine stumpfe, aber deutliche Kante getrennt sind, 
während die nach hinten abschüssige fünfte Platte einen deutlichen 
abgerundeten Kiel zeigt. Die Schwanzplatten sind kaum stärker 
geneigt als die fünfte Platte. 

Der Kopf ist ziemlich spitz, er ist 12,2 cm laug und 9,8 cm 
breit. Das Stirn schild ist siebeneckig, vorn abgestutzt, hinten spitz, 
mit parallelen Seiten, vorn schliesst sich ein kleines fünfeckiges 
Schildchen an, die Nasenlöcher sind sehr klein. Das Scheitel schild 
ist so lang wie das Stirnschild, aber doppelt so breit und hat vorn 
einen spitzen Ausschnitt für die hintere Spitze des Stirnschildes, 
hinten einen doppelt so breiten runden Ausschnitt für die beiden 
Hinterhauptsschilder. An den Vorderflossen finde ich nichts Be- 
merk enswerthes ; der Daumennagel ist klein und nach unten gebogen. 
Der Hinterrand der Hinterfüsse ist nicht ausgezackt wie bei Th. 
tarapacana; beide Nägel sind weit stärker als die der Vorderflossen, 
der Daumennagel ebenfalls nach unten gerichtet, der Nagel des 
Zeigefingers nach aussen und nach hinten. Der Schwanz ist sehr 
kurz, so dass er nicht über die Spitze des Rückenschildes hervor- 
ragt. Die Färbung ist schwärzlich, sehr dunkel. 

Unser Museum besitzt ein Rückenschild und zwei vollständige 
Exemplare. Das eine bekam ich lebend vom Fregattenkapitän 
Francisco Vidal Gormaz geschenkt, das andere erhielt der Präparator 
des Museums, Herr Albert, im Fischerdorf Guinteros etwas nördlich 
von Valparaiso. Ich habe diese Schildkröte controversa genannt, 
weil ich mit Herrn Ferdinand Lataste über ihre Berechtigung, als 
Art angesehen zu werden, verschiedener Meinung bin; er behauptet 
nämlich, sie sei eine blosse Varietät von Th. caretta und die Ver- 
schiedenheiten seien von keiner Wichtigkeit. Ich bin der entgegen- 
gesetzten Meinung und will die Verschiedenheiten hier kurz angeben. 

1. Das Rückenschild von Th. controversa hat einen ganzen, 
hinten nicht ausgezackten Rand, welcher bei der Th. caretta, wenn 
sie dieselbe Grösse hat, sehr auffallend gezackt ist. 

2. Die Schwanzplatten sind bei Th. controversa vorn bogen- 
förmig gekrümmt und kaum mehr abschüssig als das letzte Vertebral- 
schild, bei Th. caretta sind sie vorn grade abgeschnitten und sehr 
stark abschüssig. 

Arch. f. Natuigesch. Jahrg. 1901. Bd. I. H. 1. 8 



114 Dr. R. A. Philippi: Die Seeschildkröten Chile's. 

3. Eine Folge von der verschiedenen Begrenzung der Schwanz- 
platten ist die verschiedene Gestalt der fünften Vertebralplatte bei 
beiden Arten. 

4. Th. controversa hat sechs Rippenplatten jederseits, Th. caretta 
nur fünf. Hiermit hängt die verschiedene Gestalt der vierten Verte- 
bralplatte zusammen. 

5. Die Schilder des Kopfes sind bei beiden Arten sehr verschieden. 

Mit Th. tarapacaua ist die Th. controversa nicht wohl zu ver- 
wechseln, da die Gestalt des Kopfes und des Rückenschildes sehr 
verschieden ist. 

5. Chelone lata Ph. n. sp. 

Seit fast zwei Jahren besitzt unser Museum zwei Rücken- 
schilder einer bei Valparaiso ab und an vorkommenden Seeschild- 
kröte des Genus Chelonia, ohne dass es mir bisher möglich gewesen 
ist, das ganze Thier zu erlangen. Das eine Schild hat, mit dem 
Bandmass gemessen, eine Länge von 66 cm und eine Breite von 
65 cm; das andere ist 76 cm lang und 68 cm breit. Ich möchte 
diese Schildkröte für eine von Ch. Mydas verschiedene Art halten; 
sie unterscheidet sich meines Erachtens hinlänglich durch folgende 
Merkmale : 

1. Ist sie bedeutend breiter als Chelonia Mydas, 

2. ist der Vorderrand trotz der grösseren Breite des Schildes 
bedeutend kürzer, 

3. endet das Schild mit einem deutlichen Spitzchen, indem die 
Schwanzplatten des Randes dreieckig und doppelt so lang wie bei 
Ch. Mydas sind; das erste Vertebralschild ist kürzer, die vier folgenden 
breiter. 

Hoffentlich bringt ein glücklicher Zufall später einmal das ganze 
Thier in meine Hände. — 



Untersuehungen 

über den 

Bau der Bryozoen 

mit besonderer Berücksichtigung der Exkretionsorgane. 



Von 
Karl Schulz, Berlin. 



Hierzu Tafel VI. 



Vorliegende Untersuchungen habe ich hauptsächlich an der in 
der Ostsee häufigen Bryozoe Membranipora membranacea L. (0. F. 
Müller) vorgenommen. Es wurden aber auch andere See- und Süss- 
wasserbryozoen, sowohl Ecto- als auch Entoprocta, berücksichtigt. 

Die Art Membranipora membranacea wurde zuerst nach 0. F. 
Müller (1) von Linne unter dem Namen Flustra membranacea be- 
schrieben. Später wurde die Gattung Flustra von Blainville auf- 
gelöst und in die beiden Gattungen Flustra und Membraaipora zer- 
legt. Smitt (2) beschreibt Membranipora membranacea als eine 
Varietät von Membranipora pilosa und giebt folgende Diagnose: 
„cuius colonia crustiformis zooeciis reetangularibus vel inaequaliter 
hexagonis, unispinosis vel inermibus, quincuncialibus conficitur, 
quorum area aperturae elliptica totam fere frontem occupat". 

Hinks (3) beschreibt in seiner Zusammenstellung der britischen 
Seebryozoen unter Membranipora membranacea eine völlig andere 
Art, auf die ich hier nicht näher eingehen kann. 

Die erste monographische Abhandlung über eine chilostome 
Bryozoe ist von Nitsche (4) veröffentlicht worden und handelt von 
Flustra membranacea. Auf diese Arbeit und ebenso auf eine Nach- 
untersuchung von Freese (5) über Membranipora pilosa wird im 
folgenden mehrfach hingewiesen werden müssen. 

Die Thierstöcke von Membranipora membranacea bilden dünne 
Ueberzüge verschiedener, hauptsächlich auf dem Meeresgrunde 
hegender Gegenstände. 

Meistens findet man die Kolonien auf Rothalgen (Florideen), See- 
gras, Steinen und Muscheln, sehr oft auf Mytilus edulis. 

Die Grösse und die Gestalt der einzelnen Thiere variirt sehr. 

8* 



116 Karl Schulz: Untersuchungen üher den Bau der Bryozoen 

Ziemlicli konstante Grössen kommen nur dort vor, wo die Thiere 
in parallelen Reihen nebeneinander liegen, es sind dies die normalen 
oder typischen Formen. Die Form des Skelettes ist im Allgemeinen 
die eines Rechteckes, dessen längere Seite ungefähr dreimal so lang 
ist als die kürzere. Von der Unterseite des Skelettes, die den be- 
treffenden Gegenstand, worauf das Thier sitzt, überzieht, erheben 
sich vier Wände, zwei Seitenwände, eine vordere und eine hintere 
Wand. Die Oberfläche, welche sich mit diesen vier Wänden ver- 
bindet, ist convex gewölbt. 

Bei mikroskopischer Ansicht einer Kolonie findet man, dass die 
ziemlich kalkreichen Hüllen der Einzelthiere einen völlig weissen 
Farbenton zeigen. Bei Membranipora pilosa fand ich immer das 
Skelett gelb gefärbt, sodass ich durch oberflächliches Anschauen 
dieser Thiere beide Arten auseinander halten konnte. 

Die einzelnen Thiere liegen dicht aneinander und bilden, ebenso 
wie Freese von der verwandten Art Membranipora pilosa geschrieben 
hat, in ganz jungen Stöcken Spiralen um das Mutterthier herum. 
Erst bei älteren Kolonien sind die Thiere in parallelen Längsreihen 
angeordnet, und zwar liegen die Thiere zweier nebeneinander lau- 
fender Längsreihen alternirend, sodass die Vorder- und Hinterenden 
der Hüllen einer bestimmten Reihe mit der Mitte der Hüllen der 
beiden anliegenden Reihen in gleicher Linie liegen (Fig. 1). Das- 
selbe Verhalten hat Nitsche (4) schon bei Flustra membranacea 
beschrieben. Am hinteren Ende der Hülle findet man fast bei jedem 
Thiere einen kurzen Stachel, der aber in mehr oder geringerem 
Grade reduzirt sein kann und oft sogar ganz fehlt. 

Das Skelett des Thieres hat die Gestalt eines Parallelepipedons. 
Die Leibeswand des Thieres wird von einem einschichtigen ekto- 
dermalen Epithel gebildet, das nach aussen das Skelett abge- 
sondert hat. Innen liegt dem ektodermalen Epithel das Mesoderm 
an, welches die Leibeshöhle des Thieres theilweise auskleidet. An 
der Oberseite des Thieres findet man eine Oeffnung, die gewöhnlich 
durch einen Deckel verschlossen ist. Kommt das Thier aus dieser 
Oeffnung hervor, so sieht man den Anfangstheil des Verdauungs- 
kanales (Fig. 2). Er beginnt mit einer Mundöffnung, die von einer 
Tentakelkrone umgeben ist, und setzt sich in einen gebogenen 
Schlauch fort, der mit dem Rectum ausserhalb der Tentakeln nach 
aussen mündet. Von der Leibeswand aus ziehen Muskeln zu den 
verschiedenen Organen. 

Das Ektoderm und seine Deriyate. 

Das ektodermale Hanptepithel stellt ein einschichtiges Platten- 
epithel dar. Es sondert eine chitinartige Substanz ab, die zum 
grössten Theile später von Kalksalzen durchsetzt wird. Diese 
äussere Hülle bildet einen ausgezeichneten Schutz gegen Angriffe 
von anderen Thieren und verleiht überdies dem ganzen Stocke 
Festigkeit. 



mit besonderer Berücksichtigung der Exkretionsorgane. 117 

Die Cuticula bildet die Begrenzung des Thieres nach aussen 
und bestimmt infolgedessen seine Form. Im jugendlichen Zustande 
besteht dieselbe nur aus einer dünnen chitinösen Membran und 
zeigt keine besondere erkennbare Struktur. Später aber weist sie 
mehrfache Schichtung auf und speichert Kalksalze in sich auf; nur 
die Unterseite und zum Theil auch die Oberseite bleiben von dieser 
Kalkeinlagerung verschont. An den beiden letzteren Flächen bleibt 
die Cuticula vollkommen durchsichtig. Besonders gleichmässig und 
dünn ist sie auf der Unterseite; auf der Oberseite ist sie dickerund 
zeigt im hinteren Theile Kalkeinlagerungen. An den vier übrigen 
Wänden sind dagegen stets Kalkeinlagerungen in der hier stark 
verdickten Cuticula zu finden. 

Um die eigenthümlichen Formen dieser Kalkeinlagerungen 
kennen zu lernen, kocht man am besten die Stöcke ungefähr eine 
viertel Stunde in ziemlich conzentrirter Kalilauge, wobei alle Weich- 
theile aufgelöst werden und verschwinden. 

Die Oberseite ist in dem hinteren Theile verkalkt, im vorderen 
nur chitinös. In der Nähe des vorderen Randes befindet sich die 
Oeffnung, durch welche das Thier einen Theil seines Körpers heraus- 
stülpt, um mit den Tentakeln die Nahrung ergreifen zu können. 
Vielleicht funktionirt dieser Theil gleichzeitig auch als Respirations- 
organ. Die Oeffnung stellt eine schlitzförmige Querspalte der 
Cuticula sowohl wie auch des Ektoderms dar. Hinter der Austritts- 
öffnung des Thieres findet sich ein Deckel, die sogenannte „Lippe", 
ein Produkt der Cuticula. Dieser Deckel kommt nur bei den 
chilostomen Bryozoen vor, zu denen unser Thier gehört. Er stellt 
eine Verdickung der chitinösen Hülle dar. Seine Form ähnelt einer 
Mondsichel (Fig. 3), wobei die Spitzen der Sichel nach hinten ge- 
richtet sind. Die vordere Deckelseite ist convex und stark verdickt; 
die hintere concave Seite wird schnell dünner und geht in die 
Cuticula der Oberseite über. Die Spitzen der Sichel sind stark nach 
unten gekrümmt. Sie ragen also kegelförmig in das Innere der 
Leibeshöhle des Thieres hinein und dienen als Ansatzpunkte für die 
Opercularmuskulatur. Der hintere Theil der Oberseite, der verkalkt 
ist, ist convex gestaltet. Der vordere Theil der Oberseite ist etwas 
nach vorn zu geneigt, während der hintere Theil nach hinten zu 
abfällt. Die Oberseite geht allmählich in die Seitenwände über. 
Diese zeigen ebenfalls starke Kalkeinlagerung. Der obere Theil 
besitzt auf der Innenseite dicke warzenförmige Erhebungen, die in 
Reihen angeordnet sind. Auch auf der Oberseite finden sich der- 
artige Wärzchen; sie sind aber dort weniger zahlreich und nur im 
hinteren Theile vorhanden. Diese Wände, die mit den warzen- 
förmigen Hervorragungen ausgestattet sind, sind nicht massiv gebaut, 
sondern zeigen Hohlräume (Fig. 4). Bei dem Aufbau dieser Wände 
sehen wir das Prinzip verwirklicht, bei geringem Aufwand von 
Material möglichste Festigkeit zu gewähren. Die äussere Wand 
wird von einer dünnen Kalklamelle gebildet, die innere dagegen 
von einer dickeren. Zwischen beiden Wänden sieht man ab- 



118 Karl Schulz: Untersuchungen über den Bau der Bryozoen 

wechselnd die verkalkten Strebepfeiler und die genannten Hohl- 
räume. Zuweilen sieht man auch, wie ein Strebepfeiler einen kleinen 
Spalt zwischen sich lässt, so dass man an dieser Stelle von innen 
direkt auf die äussere dünne Kalklamelle gelangen kann. 

Zwischen den beiden Kalklamellen von zwei aneinander 
stossenden Thieren ist eine chitinöse Zwischensubstanz gelegen. 
In der unteren Hälfte der Seitenwände finden sich jederseits zwei 
zuweilen auch drei verdünnte Stellen, die von einem wulstigen Rand 
umgeben sind und eine weniger körnige Beschaffenheit zeigen als 
der Rest der Seitenplatten. Reichert bezeichnet diese Stellen als 
Rosettenplatten. Jede dieser Platten wird von fünf oder sechs 
runden Poren (Fig. 5) durchbohrt, die gleichfalls einen gewulsteten 
Rand besitzen. Diesen Poren entsprechen Poren in den Seitenplatten 
von benachbarten Thieren desselben Stockes. 

Die Oberseite geht aber auch in die Vorder- und Hinterwand 
über. Die Vorderwand ist überall von ziemlich gleicher Dicke. 
In ihrem unteren Theile wird sie von ungefähr zwanzig Poren durch- 
bohrt. Ich möchte diese Gebilde mit Freese nach Smitt „Communi- 
kationsporen" nennen, um keine Verwechselungen mit den anders 
gebauten Rosettenplatten hervorzurufen. Ihre Grösse beträgt etwa 
ein Sechstel von der der Rosettenplatten. Jede Pore stellt ein 
kleines Loch dar und ist von einem niedrigen Wall umgeben. Die 
Hinterwand zeigt denselben Aufbau wie die Vorderwand. Der 
einzige Stachel ist auf der stark mit Kalkeinlagerungen versehenen 
Hinterwand gelegen; nach vorn zu geht er in den verkalkten Theil 
der Oberseite über. Der Stachel ist hohl und verschieden stark 
ausgebildet (Fig. 6). Manchmal ist er ziemlich gross, kegelförmig 
und dann nach der Spitze zu zugespitzt, oder er ist kleiner und 
dann mehr kugelförmig; zuweilen kann er, wie gesagt, auch fehlen. 
Die Stacheln bestehen aus Chitin und zeigen nur an ihrer Basis 
Kalkeinlagerungen. Innen ist der Stachel von dem ektodermalen 
Hautepithel ausgekleidet, das bis in die Spitze hineinreicht, lieber 
dem Epithel sieht man eine dünne Chitinschicht, welche bis zur 
Spitze des Stachels reicht. Scharf abgegrenzt von dieser dünnen 
Schicht und über ihr liegt eine dickere, die nicht bis zur äussersten 
Spitze verfolgt werden kann, sondern schon in einiger Entfernung 
von ihr aufhört. Es ist dies die Schicht, in welche die Kalksalze 
eingelagert werden. Die äussere Bekleidung wird von einer dritten, 
dünneren, chitinösen Schicht gebildet, die oben nach dem Aufhören 
der kalkreichen Schicht mit der inneren chitinösen Schicht zu- 
sammenstösst. Beide bilden gemeinsam die Spitze. Wir sehen also 
bei den Stacheln ganz deutlich, dass die Cuticula mehrfache Schich- 
tung zeigt. Zuweilen konnte ich an der Spitze der Stacheln einen 
Kanal nachweisen, der parallel in der Mitte des Stachels (Fig. 6) 
nach der Spitze verlief, und eine Verbindung des den Stachel aus- 
kleidenden, ektodermalen Hautepithels mit der Aussenwelt darzu- 
stellen schien. 



mit besonderer Berücksichtigung der Exkretionsorgane. 119 

Bekleidet ist die Innenfläche der Cuticula von dem ekto- 
dermalen Hautepithel, der sogenannten Matrix der äusseren 
Hülle; denn von diesem Epithel wird die chitinöse Substanz ab- 
gesondert. Das Hautepithel stellt ein flaches Plattenepithel dar. Es 
ist zart und durchsichtig, mitunter tritt in seinem Protoplasma eine 
feinkörnige Struktur auf. In dem Protoplasma findet man grosse 
runde und zuweilen auch kleinere runde Zellkerne mit deutlichem 
Nucleolus und Chromosomen (Fig. 7). Die Zellgrenzen waren bei 
der gewöhnlichen Behandlung nicht nachzuweisen, zwar habe ich 
Silber- und Goldimprägnation nicht angewendet. Das Plasma er- 
schien in retikulärer Struktur. Um die Kerne war es in grösserer 
Masse angehäuft (Fig. 8), von der sich verzweigende Stränge aus- 
gehen und sich mit den Nachbarzellen zu verbinden scheinen. Die 
übrigen Ausläufer verzweigen sich, kreuzen sich oder anastomosiren 
miteinander. An den Stellen, wo das Epithel die Rosettenplatten 
überzieht, zeigt es einen anderen Charakter. Hier findet man das 
Epithel verdickt (Fig. 9). Die Kerne sind an diesen Stellen etwas 
grösser und liegen in grösserer Anzahl nebeneinander. An anderen 
Stellen der Rosettenplatten, wo Muskeln sich anheften, sieht man 
das Epithel verdünnt und ohne Kerne (Fig. 10). Das ektodermale 
Hautepithel der unteren Körperwand ist mit dem cuticularen Skelett 
nur locker verbunden. Auch zeigt dieses Epithel eine kleinere Ab- 
weichung den anderen Seiten gegenüber. Man findet nämlich, dass 
jeder Zellkern von einer grösseren Menge protoplasmatischer Sub- 
stanz (Fig. 7 b) umgeben ist. Diese protoplasmatische Substanz bildet 
eine grössere Anhäufung um den Kern nach der Leibeshöhle zu, 
während nach aussen der Kern beinahe direkt der Zellgrenze an- 
liegt. Die netzförmige oder besser wabenförmige Struktur des 
Plasmas wird dadurch bewirkt, dass in den Maschenräumen ein 
homogener, heller Zellsaft abgelagert ist, der dem Vacuoleninhalt zu 
vergleichen ist. Drüsenzellen habe ich im ektodermalen Hautepithel 
nicht nachweisen können. 

Die Tentakelscheide stellt einen cylindrischen Schlauch dar, 
welcher die Tentakeln des Thieres umgiebt, wenn es sich in die 
Leibeshöhle zurückgezogen hat. Mit dem hinteren Theile inserirt 
sie sich an die Basis der Tentakeln und den Anfangstheil des 
Oesophagus , an dem anderen Ende geht sie in der Nähe der 
vorderen Körperöffnung in das ektodermale Hauptepithel über. 
Hat das Thier sich ausgestreckt und infolgedessen nach aussen 
ausgestülpt, so wird die Tentakelscheide umgekehrt und umgiebt 
nun nicht mehr den vorderen Theil des Thieres, also die Tentakeln, 
sondern legt sich jetzt um den Oesophagus, einen Theil des Magens 
und um das Rektum. 

Histologisch stellt die Tentakelscheide ein einschichtiges, flaches 
Epithel dar, in dem man die Zellgrenzen nicht deutlich unterscheiden 
kann. Die Zellkerne sind deutlich ausgeprägt (Fig. 11). Man sieht 
einen und zuweilen auch zwei Nucleoli und viel chromatische Sub- 
stanz. Der Tentakelscheide aufgelagert finden sich faserige Stränge, 



120 Karl Schulz: Untersuchungen über den Bau der Bryozoen 

die auch Nitsclie (4) schon bei Flustra membranacea für Muskelfasern 
angesprochen hat. Es sind sowohl Längs- wie Quermuskeln. Ich 
verweise auf die Abbildung von Freese (5) (dort Fig. 9). Die 
Längsmuskelfasern entspringen an der Basis der Tentakelscheide 
als helle, stark glänzende und scharf konturirte, dünne Fasern. Sie 
sind bis dicht vor die Körperöffnung ziemlich gleichmässig auf die 
Tentakelscheide vertheilt, erst hier ordnen sie sich zu vier Bündeln, 
deren Fasern in die noch später zu besprechenden Parietovaginal- 
bänder übergehen. Die Ring- oder Quermuskelfasern ziehen in 
grösseren Intervallen wie die Längsfasern um die Tentakelscheide 
herum. Ihr Bau ist der gleiche wie der weiter unten behandelte 
der Längsmuskelfasern der Tentakelscheide. 



Textfigur. Längsschnitt durch 
das Diaphragma der Tentakelscheide. 
Vergrösserung 800. 

kö. Körperöffnung. 

tb. Basis der Tentakelkrone. 

ts. Tentakelscheide. 

d. Diaphragma. 



An der Tentakelscheide entwickelt sich in einiger Entfernung 
von der Körperöffnung das sog. Diaphragma. Es stellt eine einfache 
ringförmige Einfaltung der ektodermalen Tentakelscheide dar und 
erscheint in der Gestalt eines abgestutzten Kegels (Textfigur). Die 
Basis, an der das Diaphragma in die Tentakelscheide übergeht, ist 
nach vorn gegen die Körperöffnung zu gerichtet; die offene Spitze 
des Kegelmantels, durch welche die Tentakeln hindurchtreten 
müssen, ist nach innen und hinten gekehrt. Der histologische Bau 
des Diaphragmas ist dem der Tentakelscheide ähnlich. Es besteht 
aus einem einschichtigen Plattenepithel, in dem man starkgefärbte, 
ovale Zellkerne sieht. In letzteren findet sich ein Kernkörperchen 
imd eine grössere Anzahl von Chromosomen. Muskelfasern konnte 
ich in diesem Theile der Tentakelscheide nicht nachweisen. Bei 
Membranipora pilosa fand Freese (5) dieses Diaphragma komplicirter 
gebaut. Er sah zwischen dem Plattenepithel, welches die Wand 
dieser Ausstülpung bildet, ein Cylinderepithel eingeschoben, über 
dessen Ursprung er allerdings nichts aussagt. An der inneren und 
hinteren Seite des Diaphragmas sah er zwischen dem Platten- und 
Cylinderepithel eine Ringmuskelfaserschicht verlaufen. Aehnliches, 
wie es Freese für diese Art beschreibt, konnte ich für die von mir 



mit besonderer Berücksichtigung der Exkretionsorgane. 121 

untersuchte Art nicht feststellen. Das Diaphragma ist hier nur eine 
einfache Ausstülpung der Tentakelscheide. 

Die Tentakeln sind um die Mundöffnung des Thieres gelegen. 
Umhüllt werden sie, wie schon gesagt, beim eingezogenen Thiere 
von der Tentakelscheide. Für gewöhnlieh fand ich zwölf Tentakeln, 
die zu einem Kranze angeordnet sind, die sogenannte Tentakelkrone 
(Fig. 12). In der Nähe der Mundöffnung zeigt jeder Tentakel auf 
dem Querschnitt die Form eines gleichschenkligen Dreieckes, wobei 
die Basis nach aussen gerichtet ist; nach der Spitze zu wird jeder 
Tentakel rundlich. Im Innern sind die Tentakeln hohl. Dieser 
Hohlraum setzt sich nach hinten in den Ringkanal fort, der die 
Mundöffnung umgiebt. Die Tentakeln (Fig. 13) werden aus zwei 
Gewebeschichten gebildet: dem äusseren ektodermalen Epithel 
und dem mesodermalen Epithel, welches den Hohlcylinder der 
Tentakeln innen umkleidet. Das äussere Epithel jedes Ten- 
takels besteht aus sieben Zellreihen. Die Basis des gleich- 
schenkligen Dreieckes wird von drei Zellen gebildet, die je einen 
grossen, runden, hellen Kern mit Kernkörperchen zeigen. An den 
Seitenschenkeln ist auf jeder Seite eine Zelle gelegen, welche wieder 
einen grossen runden und hellen Kern mit Nucleoli führt. Die 
eigentliche Spitze des Dreieckes wird von zwei Zellen ausgefüllt. 
Hier sind die Kerne oval und dunkel gefärbt und oft in Kerntheilung 
begriffen. Da man nun gar keine Kernspindel auf dem Querschnitt 
zu sehen bekommt, so scheinen dieselben senkrecht zu diesen zu 
stehen. Diese beiden Zellen tragen einen Geisselbelag und gehen 
an der Basis der Tentakeln in das flimmernde Epithel des Oeso- 
phagus über. Man hält diese borstenartigen Wimperhaare für 
Sinneshaare. Genaueres hierüber konnte ich nicht beobachten, da 
die Thiere sehr empfindlich sind und überhaupt kaum jemals aus 
ihrer Hülle herauskamen. Dem inneren Epithel dicht anliegend 
findet man auf Querschnitten kleine runde Körper, welche Längs- 
muskelfasern darstellen. Ein ähnliches Verhalten habe ich auch 
an meinen Präparaten auf Längsschnitten gefunden, dies sind also 
Ring- oder Quermuskeln. Der Hohlraum wird von einem sehr 
durchsichtigen Epithel ausgekleidet, welches von dem mesodermalen 
Epithel der Leibeshöhle abstammt. Jeder Hohlraum eines Tentakels 
stellt nämlich eine Ausstülpung der Leibeshöhle dar. Dieses meso- 
dermale Epithel ist sehr flach; nur da, wo die Kerne liegen, 
erscheinen die Zellen etwas verdickt und buckeiförmig in das 
Tentakellumen vorgebuchtet. Es machte mir den Eindruck, als ob 
an diesen Zellen die Zellenwandungen durch dickere Membranen 
gebildet würden. An der Basis setzt sich das innere Tentakelepithel 
in die Wandung des Ringkanals fort. 

Die Hohlräume der Tentakeln münden an der Basis der Tentakel- 
krone alle in einen ringförmigen Kanal. Dieser Ringkanal um- 
giebt den Oesophagus, während er selbst von aussen her von der 
Tentakelscheide umfasst wird. Sein Lumen ist, wie schon gesagt 
worden, von mesodermalem Epithel ausgekleidet. Innerhalb dieses 



122 Karl Schulz: Untersuchungen üher den Bau der Bryozoen 

Ringes ist auch das Gehirnganglion gelegen und zwar regelmässig 
an der analen Seite des Ringkanals. 

Das Gehirnganglion ist ein ziemlich rundliches Gebilde, an 
dem man eine innere Punktsubstanz und eine Rindensubstanz unter- 
scheiden kann (Fig. 14). In der letzteren Schicht sind die Ganglien- 
zellen gelegen. Sie zeichnen sich durch einen sehr grossen Kern 
aus. Innerhalb des Kernes ist ein Nucleolus deutlich zu erkennen; 
zu ihm sieht man ein Liniengerüst ziehen. Umgeben ist der Kern 
von einer geringen Menge schwach färbbarer protoplasmatischer 
Substanz; sie setzt sich in verschiedene Ausläufer fort, die ich immer 
nur über sehr kurze Strecken verfolgen konnte. 

Das Faserwerk in der Punktsubstanz vermochte ich nicht klar 
zu legen. Umgeben scheint das GangUon von einem sehr feinen 
membranartigen Gebilde. Nur ganz vereinzelt vermochte ich in 
diesem an einigen Stellen äusserst flache Kerne nachzuweisen, und 
ich glaube daher, dass es sich dabei um Mesenchymzellen handelt, 
die zu einem Plattenepithel zusammen getreten sind. Allerdings 
scheint nicht an allen Stellen im Umkreise des Ganglions das 
Plattenepithel zur Entwicklung zu gelangen, denn mehrfach bemerkte 
ich das Ganglion nackt, ohne periphere Hülle. 

Während meiner Untersuchungen des Exkretionsorganes bei 
den entoprocten Bryozoen habe ich auch dem Gehirnganglion von 
Pedicellina meine Aufmerksamkeit zugewandt. Das Gehirnganglion 
liegt bei diesen Thieren zwischen dem intratentakulären Theil der 
Leibeswand und der Darmwand einerseits und zwischen den Genital- 
organen und dem Oesophagus andererseits. Auf medianen Längs- 
schnitten stellt es ein annähernd rundes Organ dar, von dem mehrere 
Nervenstränge ausgehen (Fig. 15). Es ist umkleidet von einem 
plattenförmigen Epithel, welches das Gehirnganglion von dem Körper- 
parenchym trennt. Die Mitte des nervösen Organes ist von Nerven- 
fasern gebildet, die auf Schnitten längs- und quergetroffen findet. 
Diese Fasern setzen sich weiter nach aussen zu in die Nerven- 
stränge fort, die sich vom Gehirnganglion abzweigen. Die Ganglien- 
zellen sind an der Peripherie des Organes gelegen. Das Protoplasma 
dieser Zellen ist schwach färbbar, ziemlich homogen; es lässt 
mehrere Ausläufe erkennen. Die Kerne sind gross und rund. Sie 
färben sich stark und lassen ein deutliches Kernkörperchen erkennen. 
In den Nervenfasern kann man deutlich eine Längsstreifung wahr- 
nehmen, die sich aus den die Fasern zusammensetzenden feinsten 
Fibrillen erklärt. An ihrem Anfangstheil im Gehirn sind die Nerven- 
fasern kolbig verdickt. Bald nach ihrem Austritt aus demselben 
werden sie dünner. Umgeben sind die Nervenfasern von demselben 
Epithel, das den Nervenknoten überzieht. An dem unteren rechten 
Strang in meiner Zeichnung schien es mir, als ob diesem eine 
Ganglienzelle aufläge; der Kern sowohl wie das Protoplasma ver- 
hielt sich ähnlich einer Ganglienzelle. Untersuchungen über das 
Nervensystem der Entoprocten sind zuerst von Nitsche (6) gemacht 
worden. Weiter hat sich auch Ehlers (7) mit den Pedicellinen be- 



mit besonderer Berücksichtigniig der Exkretionsorgane. 123 

schäftigt, der gleichzeitig die Literatur, die weiter über diesen 
Gegenstand veröffentlicht, näher angiebt. 



Das Entoderm. 

Der Verdauungskanal beginnt mit der Mundöffnung, ihr folgt 
der Oesophagus, der Magen mit seinem Blindsack und das Rektum, 
welches mit dem After in die Tentakelscheide einmündet. 

Die Mundöffnung stellt eine etwas ovale, ziemlich kreisförmige 
Oeffnung dar (Fig. 16); die einzelnen Zellen zeigen im Leben auf 
der Innenseite "Wimperhaare. Der innere Rand der Zellen ist glatt. 
Das Protoplasma der Zellen ist granulirt. Der Kern ist rund und 
besitzt ein Kernkörperchen. Ab und zu sieht man zwischen den 
Zellen einen Zwischenraum, der wahrscheinlich nur ein durch die 
Präparation entstandenes Kunstprodukt sein dürfte. Die den Mund- 
rand bildenden Zellen setzen sich nach vorn zu in das Ektoderm- 
epithel der Tentakeln fort und zwar in die Zellen, die — wie 
oben beschrieben wurde — an den Spitzen der gleichschenkligen 
Dreiecke liegen. Nach hinten zu geht die Mundwandung in den 
Oesophagus (Fig. 17) über. Dieser stellt einen Hohlcylinder dar, 
dessen Basis nach vorn gerichtet ist Sein vorderer Theil ist wulst- 
förmig verdickt. Die anale Seite des Oesophagus ist etwas länger 
als die abanale. Seinem vorderen noch bewimperten Theile folgt 
der übrige unbewimperte Abschnitt. Auf dem Querschnitt sieht 
man das Lumen dreikantig, an Nematoden erinnernd. Die Zellen 
bilden ein Cylinderepithel und erscheinen bei Flächenansicht des 
Epithels in polyedrischen Umrissen. Das Protoplasma dieser Zellen 
ist ganz fein granulirt und sehr durchsichtig; nur an der Peripherie, 
wo die Kerne in ihm eingebettet sind, ist es dunkler gefärbt. Zu- 
weilen sieht man einige Kerne mehr dem Lumen des Oesophagus 
genähert. Jede Zelle zeigt auf der dem Lumen zugekehrten Seite 
eine HeiTOrwölbung, so dass man einen gekerbten Epithelrand 
erhält. Umgeben ist der Verdauungstraktus von dem mesodermalen 
Epithel der Leibeshöhle. Dieses stellt ein flaches Blatt dar, 
welches den Oesophagus und den ganzen übrigen Darmkanal voll- 
kommen überzieht; er zeigt das Protoplasma nur dort in grösserer 
Anhäufung, wo die Kerne zu finden sind. Zwischen dem Darm- 
traktus und seinem epithelialen Ueberzuge kann man eine Ring- 
muskelschicht nachweisen. Der Oesophagus wird gegen den Magen 
durch einen kreisrunden Sphinkter verschlossen. Hinter diesem 
Verschluss folgt der Anfangstheil des Magens, der Cardi altheil, 
welcher in dem zurückgezogenen Thiere eine Schleife bildet, deren 
grössere Wölbung nach hinten gerichtet ist. Diesem Cardialtheil 
folgt der eigentliche Magen, der mit einem Blind sack versehen 
ist. Weiter nach vorn zu setzt sich dann der eigentliche Magen 
in den Pylorustheil fort, der mit dem Rektum durch eine runde 
Oeffnung verbunden ist. 



124 Karl Schulz: Untersuchungen über den Bau der Bryozoeu 

Am Cardialtheil des Magens, sowie überhaupt an dem 
ganzen übrigen Magen erscheinen die Zellen bei Flächenansicht in 
polygonalen Umrissen. Das Lumen dieses Theiles ist ziemlich rund 
(Fig. 18). Die Magenwand stellt ein kubisches Epithel dar, dessen 
Zellgi'enzen deutlich zu erkennen sind. Dem feingranulirten Proto- 
plasma ist an der Aussenseite ein runder Kern, der ein Kern- 
körperchen enthält, eingelagert. Nach dem Lumen sind die Zellen 
kuppeiförmig vorgewölbt und die Zellgrenzen etwas verschwommen. 

Einzelne Zellen sind zu Sekretzellen umgewandelt. Am meisten 
tritt der sekretorische Charakter an dem folgenden Abschnitte, dem 
Blindsacke des Magens in den Vordergrund. Die Zellen in 
diesem Theile sind cylinderförmig und ragen mit ihrem inneren 
Theile in die Darmhöhlung hinein (Fig. 19). Die Zellgrenzen sind 
deutlich wahrnehmbar, nur nach dem Lumen zu sind sie undeutlich 
verschwommen. Nicht alle Zellen nehmen den Farbstoff in gleicher 
Weise auf. Die stärker färbbaren zeigen ein feinkörniges Proto- 
plasma, das nur in der Nähe der inneren Enden etwas heller bleibt, 
an den äusseren die runden Kerne führt. 

Zwischen diesen dunkel gefärbten Zellen sieht man solche mit 
hellem grob granulirten Protoplasma. Diese Zellen haben sekretorische 
Funktion. Es schien mir, dass zuweilen der ganze Zellkörper ab- 
geschieden worden sei, und dass an seine Stelle neue Zellen treten, 
die man an der dem Lumen abgekehrten Seite eingekeilt findet. 
Diese Ersatzzellen sind dunkel gefärbt; in ihnen sieht man deutlich 
einen runden Kern mit Kernkörperchen. 

Die hauptsächlich verdauende Wirkung möchte ich diesem 
Theile des Magens zuschreiben. Berücksichtigt man die eigen- 
thümliche Beschaffenheit des Epithels, so ist es nicht schwer, diesen 
Schluss auszusprechen. Auf diesem Theil des Magens folgt der 
Pylorustheil, der mit einem Wimperepithel ausgekleidet ist. Das 
Epithel dieses Theiles ist etwas abgeflacht. Die Zellgrenzen sind 
deutlich erkennbar, und die wimpertragenden Zellflächen sind scharf 
konturirt. Der Kern ist rund und mit Kernkörperchen ausgestattet. 
Der Uebergang in das Rektum ist durch eine ringförmige Ein- 
schnürung gekennzeichnet. Diese kann vollständig geschlossen 
werden, so dass das Rektum von dem übrigen Theil des Darmes 
getrennt ist. Das Rektum hat eine flaschenförmige Gestalt und ist 
mit einem Flimmerepithel ausgestattet, das ziemlich flach ist (Fig. 20). 
Die Zellen sowohl wie die Zellkerne liegen in regelmässigen Ab- 
ständen neben einander, wie man an dem Flächenschnitt in Fig. '21 
sehen kann, ab und zu kann man die Zellgrenzen erkennen. Die 
Mündung des Rektums nach aussen in die Tentakelscheide ist zu 
einer Spitze ausgezogen und kann dicht vor ihrer Mündung gleich- 
falls abgeschlossen werden. Sind beide Oeffnungen verschlossen, 
so kann man sehr oft am lebenden Thiere sehen, wie die Flimmern 
in diesem jetzt allseitig geschlossenen Rektum mit den hier an- 
gesammelten Stoffen eine kreisförmige Bewegung ausführen. An der 
Einmündungsstelle in die Tentakelscheide (Fig. 22) sieht man das 



mit besonderer Berücksichtigung der Exkretionsorgane. 125 

Epithel des Rektums in das Ektoderm der Tentakelscheide über- 
gehen. Das mesodermale Epithel, welches die Darmwand überzieht, 
hört an der Uebergangsstelle auf. 

Bei Alcyonidium mytili konnte ich ähnliche Verhältnisse der 
Einmündung des Rektums in die Tentakelscheide feststellen. Hier 
wird die Einmündung von einer weiten Oeffnung (Fig. 23) gebildet. 
Die Zellen des Entoderms haben beinahe cylinderförmige Gestalt. 
DerKern ist nahe dem Aussenrand der Zellen gelegen. Die Rektalwand 
geht gleichfalls in die vom ektodermalen Epithel gebildete Tentakel- 
scheide über. An dem oberen Theile unseres Schnittes geht der 
Uebergang ganz plötzlich, dagegen sehen wir im unteren Theile den 
Uebergang allmählich erfolgen. Dicht hinter der Einmündung sieht 
man auch auf diesem Schnitte der Tentakelscheide auf jeder Seite 
je eine Mesenchymzelle angelagert. 

Das Mesoderm. 

In der Jugend wird die Leibeshöhle jedes Thieres von einem 
mesodermalen Epithel ausgekleidet. Später jedoch wandelt es sich 
zum grössten Theile in andere Gebilde um, so dass man nur Theile 
von dem urspiünglichen Epithel auffinden kann. Als zusammen- 
hängende Hülle kommt es nur noch als das den Hohlraum der 
Tentakeln auskleidende Epithel und als das den Darmkanal um- 
gebende Peritonealblatt vor. Beide sind schon bei der Besprechung 
der betreffenden Organe berücksichtigt worden. Aus dem um- 
gebildeten mesodermalen Epithel entstehen verschiedene Gebilde; es 
sind dies die Mesenchymzellen, die Muskelzellen und andere Stränge, 
die die Leibeshöhle durchziehen, und die Geschlechtsorgane. 

Die Leibeshöhle wird von einer Flüssigkeit angefüllt, in der 
man eine ziemlich grosse Anzahl von frei beweglichen Mesenchym- 
zellen findet (Fig. 24). Diese Zellen können ihre Gestalt verändern : 
bald sind sie rund, bald strecken sie Fortsätze aus; sie zeigen einen 
amöboiden Charakter. Das Protoplarma dieser Zellen ist körnchen- 
reich und stark färbbar. Ein ähnhches Verhalten zeigt der Kern. 
Dieser ist sehr gross und kann an beliebiger Stelle im Protoplasma 
liegen. 

An den verschiedenen Körperstellen findet man Muskelzellen 
in grösserer Zahl und wechselnder Anordnung. Je nach ihrer Lage 
und Wirkung sind sie bezeichnet worden. Die Muskelfasern setzen 
sich mit dem einen Ende an das ektodermale Hautepithel an. Man 
sieht an diesen Stellen die einzelnen Fasern sich verbreitern und in 
einzelne Fibrillen auflösen (Fig. 25). Auf feinen Schnitten schien 
es mir, als ob an der Peripherie der Muskelzellen eine feine 
contactile Schicht zur Absonderung gelangt sei, und dass diese 
periphere Lage an den eben erwähnten Orten in eine wechselnde 
Anzahl feinster Fibrillen sich spalte (Fig. 26 a), die sich ebenso 
wie die zwischen ihnen gelegene sarkoplasmatische Substanz mit 
dem Hautepithel verbinden. Die Querstreifung der Fibrillen ist nur 



126 Karl Schulz: Untersuchungen über den Bau der Bryozoen 

bei besonders günstiger Konservirung nachweisbar (Fig. 26 b). Das 
Sarkoplasma stellt eine körnchenreiche Masse dar. Es ist nach 
aussen von einer dünnen Hülle, dem Sarkolemma, abgeschlossen. 
An der Stelle, wo in der Muskelfaser der Kern gelegen ist, sieht 
man die Faser eine buckelartige Auftreibung bilden (Fig. 26 b), so 
dass es scheint, als ob der Kern völlig abgesondert von der Faser 
liege. Der Kern stellt einen ovalen Körper dar. Er zeigt ein 
Kernkörperchen, aber ausserdem noch viel chromatische Elemente, 
so dass er granulirt erscheint. Mit dem anderen Ende setzen sich 
die Muskeln an verschiedene Organe an. 

Die Tentakelscheidenmuskeln habe ich schon oben be- 
sprochen, so dass ich gleich zur Beschreibung der Parietalmuskeln 
übergehen kann. Diese stellen drei bis fünf Paare von Muskelbündeln 
dar, die man an den Seiten wänden des Thieres sieht (Fig. 27). 
Sie inseriren sich am unteren Theile des ektodermalen Hautepithels 
der Seitenwand und verlaufen quer durch die Leibeshöhle bis zur 
oberen Leibeswand des Thieres. Oefter inserirt sich auch ein 
Bündel an den Rosettenplatten (Fig. 10). Jedes Muskelbündel ist 
aus drei bis sechs Muskelfasern zusammengesetzt. Die einzelne Faser 
ist deutlich im Bündel zu erkennen und verläuft getrennt von den 
anderen Fasern. Die Ansatzstellen zeigen die vorhin erwähnten 
Verdickungen. Treten die Muskeln gemeinsam in Wirkung, so wird 
nach Nitsche (4) die Oberfläche des Thieres der Unterfläche genähert 
und dadurch ein Druck auf die Leibeshöhlenflüssigkeit ausgeübt. 
Dieser Druck pflanzt sich fort und bringt infolgedessen das Thier 
zur Ausstülpung, da ja die Flüssigkeit der Leibeshöhle incompressibel 
ist. Zurückgezogen wird das evaginirte Thier durch den grossen 
Refraktor, (Fig. 27 und Fig. 2), der sich an verschiedene Stellen 
des Darmkanals anheftet. Es ist dies der grösste Muskel, den das 
Thier besitzt. Er setzt sich ungefähr aus siebenzig Fasern (Fig. 17) 
zusammen. Die Muskelfasern stellen lange, cylindrische, in un- 
getrübtem Zustande stark glänzende Stränge dar. Ihr histologischer 
Bau verhält sich wie der der Parietalmuskeln. Die Fasern ent- 
springen an der Hinterwand des Thieres, zum grössten Theile alle 
in unmittelbarer Nähe; es trennen sich aber auch mehrere Fasern 
ab und entspringen an einer anderen Stelle der Hinterwand. Bei 
langgestreckten Individuen habe ich gleichfalls, wie Freese für 
Membranipora pilosa festgestellt hat, gefunden, dass sich ein Theil 
der Fasern an dem hinteren Theile der Seitenwände ansetzt. Von 
hier verlaufen sie frei durch die Leibeshöhle und heften sich rings- 
herum um den Anfangstheil des Oesophagus und die Basis der 
Tentakeln an, nur die anale Seite bleibt verschont. Oft findet man, 
dass sich viele Fasern mehr an die Vorderseite des Oesophagus 
ansetzen, oft aber auch mehr an die Seitenteile desselben. Einige 
Fasern inseriren sich auch am Cardialtheil des Magens. 

Das Thier wird, wie schon früher gesagt worden ist, an der 
Austrittsöffnung von einem Deckel verschlossen. Dieser besitzt gleich- 
falls eigene Muskeln für seine Bewegung, die Opercularmuskeln 



mit besonderer Berücksichtigung der Exkretionsorgane. 127 

(Fig. 27). Sie werden gebildet von zwei Muskelbündeln, welche 
jederseits an den Seitenwänden im vorderen Viertel des Thieres 
entspringen. Sie verlaufen nach innen und oben durch die Leibes- 
höhle und heften sich an die sichelförmigen Enden des Deckels, 
die in die Leibeshöhle hineinragen, fest. Die einzelnen Muskelfasern 
gleichen den anderen schon besprochenen Muskeln in ihrem Bau. 
Eine massige Contraktion dieser Muskeln soll nach Nitsche (4) die 
Austrittsöffnung des Thieres verschliessen, eine starke Contraktion 
soll die ganze Umgebung des Deckelapparates deprimiren. 

Dicht in der Nähe der Ursprungsstelle der Opercularmuskeln 
an der Seitenwand entspringen Muskelbündel, welche wieder paarig 
vorhanden sind. Es sind dies die Parietovaginalmuskeln 
(Fig. 27), Von ihrer Ursprungsstelle verlaufen sie durch die Leibes- 
höhle zur Tentakelscheide, wo sie sich an dieselbe inseriren. Von 
dem beschriebenen Typus zeigen sie keine Abweichungen. Bei 
ihrer Contraktion ziehen die Parietovaginalmuskeln die Seiten- 
wände der Tentakelscheide auf jeder Seite — nach Nitsche (4) 
— in zwei kleine Säcke aus. Von der Tentakelscheide ent- 
springen gleichfalls noch andere Faserbündel, die man als Pa- 
rietovaginalbänder bezeichnet hat (Fig. 27). Es sind dies zwei 
Paare Faserbündel, welche sich an das ektodermale Hautepithel 
anheften. Das untere Paar geht aus den Längsmuskeln der 
unteren Seite der Tentakelscheide hervor und verläuft nach vorn 
und aussen durch die Opercularmuskeln nach dem Hautepithel des 
unteren Theiles der Vorder wand. Die Bänder des oberen Paares 
nehmen ihren Ursprung aus den oben auf der Tentakelscheide hin- 
laufenden Längsmuskelfasern und setzen sich, nach oben und etwas 
nach aussen laufend, an die Oberwand des Thieres an. Das obere Paar 
ist kürzer als das untere, entspringt aber weiter hinten von der 
Tentakelscheide als das letztere. Die unteren Bänder stellen in die 
Länge ausgezogene Kegel dar, deren Spitzen an der Vorderwand 
des Thieres gelegen sind, während die Basis derselben der Tentakel- 
scheide aufliegt. Die oberen Ligamente stellen breite Bänder dar. 
Der histologische Bau der Bänderpaare ist der gleiche, Sie setzen 
sich aus dünnen, stark glänzenden Muskelfasern zusammen, welche 
ovale Kerne in geringer Anzahl erkennen lassen. 

Ein Theil des Mesoderms hat sich zu Strängen umgebildet, die 
man Funiculi laterales und Funikularplatte genannt hat. 

Die Funiculi laterales oder Seitenstränge (Fig. 27 und 
28) entspringen mit gemeinschaftlicher, etwas verdickter Wurzel an 
einer Rosettenplatte und verlaufen dicht an der Unterseite des 
Thieres sich hinziehend, an den nach vorn und hinten gelegenen 
Rosettenplatten, wo sie sich mit dem ihnen entgegenkommenden 
Strang verbinden. Bei meiner Art habe ich gefunden, dass sich die 
Seitenstränge nicht blos an die Rosettenplatten ansetzen, sondern 
dass sie sich auch zwischen diesen an das ektodermale Hautepithel 
ansetzten. An diesen Stellen bildete der Strang eine buckelartige 
Erhebung, die sich mit dem ektodermalen Epithel verband (Fig. 28), 



128 Karl Schulz: Untersnchungeii über den Bau der Bryozoen 

An den Vorder- imd Hinterseiten lösen sich die Seitenstränge zum 
grossen Theil auf, so dass nur ein dünner Strang übrig bleibt, der 
sich mit dem der anderen Seite verbindet. 

Ausserdem werden diese Stränge in ihrer Lage noch durch 
Verbindungen, welche die noch zu besprechende Funikularplatte mit 
ihnen eingeht, festgehalten. Die Funiculi laterales stellen fast 
cylindrische Gebilde dar. Sie setzen sich aus spindelförmigen Zellen 
zusammen, die mit ihren spitzen Enden aneinander stossen und bei 
schwachen Vergrösserungen eine eigenartige Längsstreifung vor- 
täuschen. 

Das Plasma der Spindelzellen ist fein granulirt. Die Kerne 
dieser Zellen sind oval oder kugelig und lassen ein deutliches Kern- 
körperchen erkennen. Führt man durch diese Stränge feine Quer- 
schnitte, so lässt sich leicht erkennen, dass jeder Strang aus zwei 
oder höchstens drei nebeneinander gelegenen Zellreihen besteht. 
Die Zellen umschliessen keinen abgeschlossenen Hohlraum, sondern 
stossen in der Mitte aneinander (Fig. 28 c). 

Die Funiculi stellen demnach keine Röhren dar, sondern sind 
solid. Die peripheren Zelltheile erscheinen in den Querschnitten 
nicht immer glatt construirt, sondern erheben sich in feineren 
oder gröberen Fortsätzen. Die von Nitsche bei Flustra membrana- 
cea gemachte Beobachtung, dass das Innere des Cylinders in ver- 
schiedenen Fällen zu einer chitinösen Substanz umgewandelt wird, 
konnte ich bei meiner Art nicht bestätigen. 

Eine andere Umwandlung des Mesoderms stellt uns die Funi- 
kularplatte dar. Sie ist eine dünne Platte, welche vielfache 
unregelmässig verzweigte Ausläufer erkennen lässt. Sie ist ebenso 
wie die Funiculi laterales der Unterseite des Thieres mehr genähert, 
als der Oberseite. Wie schon gesagt, geht diese Platte Verbindungen 
mit den Seitensträngen ein. Der grössere Theil dieses Gebildes dient 
aber zur Befestigung des Darmkanales in der Leibeshöhle. Man 
sieht Stränge nach den verschiedenen Theilen des Magens bei den 
verschiedenen Thieren in mehr oder geringerer Anzahl ziehen. 

Die Funikularplatte (Fig. 29) stellt ein Geflecht von spindel- 
förmig an einander gereihten Zellen dar, die ungefähr dieselbe 
Grösse wie die der Seitenstränge haben. Der Inhalt der Zellen ist 
fein granulirt und lichtbrechend. Die Kerne sind immer oval ge- 
staltet und mit einem oder zwei Kernkörperchen ausgerüstet. Nitsche 
schildert die Funicularplatte bei Flustra membranacea als ein un- 
gemein dauerhaftes Gebilde. Bei meinem Thiere konnte ich dieselbe 
Beobachtung machen. Ich fand die Funikularplatte gleichfalls noch 
erhalten, nachdem das Thier sich zu dem sogenannten „braunen 
Körper" umgewandelt hatte. Der braune Körper wird dann durch 
die Funikularplatte, mit der er verbunden ist, an einer bestimmten 
Stelle in der Leibeshöhle festgehalten. 

Die Seitenstränge und die Funikularplatte wurden von Fr. 
Müller (5) als „Kolonialnervensystem" aufgefasst. Dieses rührt 
vielleicht daher, dass er seine Untersuchungen zum Theil an rück- 



mit besonderer Berücksichtigung der Exkretionsorgane. 129 

gebildeten Tieren angestellt liat, wo man die Verbindung der Funi- 
kularplatte mit dem mesodermalen Epithel des Darmkanals nicht 
feststellen konnte. Später wurden sie von Reichert (5) als „commu- 
nales Bewegungsorgan" angesprochen. Aus der vorhergehenden 
Beschreibung dieser Organe wird man aber schon gesehen haben, 
dass man es hier nicht mit einem Nervensystem zu thun hat. 
Nervöse Elemente hat man niemals in diesen Gebilden gefunden. 
Die Ansicht, welche Nitsche (4) über diesen Gegenstand kundgiebt, 
genügt vollkommen, um ein klares Bild zu bekommen. Er hält 
die Funikularplatte für ein Organ, welches hauptsächlich dazu be- 
stimmt ist, den Darmkanal in eine bestimmte Lage zum übrigen 
Thiere zu halten. Schon die fortwährende Zerrung der einzelnen 
Stränge bei Bewegung des Verdauungstraktus macht es unwahr- 
scheinlich, dass diese Gebilde ein Nervensystem darstellen sollen. 
Darnach sind beide Gebilde (Funikularplatte und F. laterales) als 
ein etwas eigenartig gestaltetes Bindegewebe aufzufassen, dessen 
zellige Elemente, wie die Entstehung der Geschlechtsorgane beweist, 
einen völlig indifferenten und ursprüngHchen Charakter behalten haben. 
Uebrigens ist aber ein nervöses Centralorgan festgestellt worden, 
welches an einer ganz anderen Stelle liegt, und welches ich schon 
im Vorhergehenden beschrieben habe, so dass jeder Zweifel gehoben 
ist, dass es sich nicht um ein nervöses Centralorgan handeln kann. 

Zur Zeit der Geschlechtsreife, die in den Monat Juli fällt, sieht 
man, wie sich ein Theil der Funikularplatte zu den weiblichen 
Geschlechtsorganen, den Ovarien umwandelt oder vielmehr 
diese letzteren aus jenen ersteren sich bilden. Hauptsächlich ent- 
stehen die Geschlechtsorgane am Funiculus in der Gegend des 
Pylorustheiles des Magens. Hier liegt das Ovarium nun wieder 
mehr nach vorn oder mehr nach hinten. Man findet es aber auch 
an anderen Stellen am Funiculus sitzen. Es bildet sich oft in Mehr- 
zahl aus. Man sieht z. B. wie das Ovarium in einen Funikular- 
strang, der von Pylorusteil des Magens zur äusseren Leibeswand 
zieht, eingebettet ist. Von diesem Strange ist oft nur noch der 
centrale Theil, d. h. der Theil, der mit dem mesodermalen Epithel 
des Darmkanales in Verbindung steht, erhalten; der periphere Theil 
ist dagegen resorbirt worden. In ganz jungen Ovarien weisen die 
einzelnen Zellen keine Verschiedenheit auf. Dasselbe Verhalten 
ist schon von Prouho (8) bei Alcyonidium albidum gefunden worden. 

An Totalpräparaten schien es mir, als ob das Ovarium von 
einem mesodermalen Epithel überzogen würde. An Schnitten 
konnte ich das Epithel nur bis kurz vor das Ovarium (Fig. 30) 
verfolgen. Nach einiger Zeit differenciren sich die Zellen im 
Ovarium, und es bilden sich die am meisten im Ovarium central 
gelegenen Zellen zuerst zu Eizellen um. Die Zelle wird von dem 
sehr grossen, runden Kern zum grössten Theile ausgefüllt. Das 
Protoplasma ist fein granulirt, der Zellkern wird von einer Kem- 
membran umgeben und zeigt im Innern einen deutlichen Nucleolus. 
Durchzogen wird der Kern von einem Netzgerüst sich kreuzender 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1901. Bd. I. H. 2. 9 



130 Karl Schulz: Untersuclmngen über den Bau der Bryozoen 

acliromatisclier Fäden, welche sich strahlenförmig zwischen der 
Kernmembran und dem Nucleolus ausspannen und die Chromosomen 
führen. Die Eier erreichen allmählich ein noch grösseres Volumen 
und lösen sich schhesslich aus dem Zeilverbande ab und fallen 
in die Leibeshöhle. Die jüngeren Eier machen denselben Prozess 
durch. 

Die männlichen und die weibKchen Geschlechtsorgane kommen 
zu derselben Zeit in einem Thiere zur Reife. 

Die Hoden entstehen zum Theil aus der Funikularplatte, zum 
Theil aus dem dem Hautepithel in der Jugend anliegenden meso- 
dermalen Epithel. Einen bestimmten Entstehungsort kann man 
für sie nicht angeben, da ihre Ausbildung an allen Stellen der 
Leibeshöhle zu Stande kommt. Die Hoden stellen grössere Zell- 
packete dar, die oft noch mit einander zusammenhängen können 
(Fig. 31). 

In diesen Zellanhäufungen sieht man die Ursamenzeilen mit 
einem grossen ovalen Kerne ausgestattet, der im Innern neben 
einem Nucleolus schwach färbbare chromatische Substanz enthält. 
Die Zahl der Chromosomen vermochte ich hier ebensowenig wie in 
den Spermatocyten festzustellen. Die Spermatocyten , welche 
etwas grössere chromatische Elemente in ihrem Kerne zeigen, finden 
sich vorwiegend mehr an den inneren, der Leibeshöhle zugekehrten 
Seiten der Hoden, während die Ursamenzellen grösstentheils mehr 
auswärts, dem Ektodermepithel benachbarter liegen. Zwischen den 
Spermatocyten begegnet man den Spermatidenmutterzellen und 
zumeist ganz peripher an den inneren Seiten den Spermatiden; 
letztere zuerst noch in den Vierergruppen angeordnet, solange ihre 
Umbildung zu Spermatozoen noch nicht vollzogen ist. Die Sper- 
matozoen bestehen aus dem länglichen Köpfchen und einem langen 
beweglichen Schwanz, der aus einem Theil der protoplasmatischen 
Substanz der Spermatidenzellen hervorgegangen ist, 

Prouho hat durch seine Untersuchungen festgestellt, dass eine 
Selbstbefruchtung bei drei von ihm untersuchten Arten stattfinde, 
es sind dies Hypophorella expansa, Alcyonidium albidum und die 
meinem Thiere nahestehende Art Membranipora pilosa. Da bei 
meinem Thiere gleichzeitig beide Geschlechtsorgane zur Reife ge- 
langen, so möchte ich annehmen, dass bei Membranipora mem- 
branacea auch Selbstbefruchtung vorkommt. 



Der Exkretionsapparat der Bryozoen. 

Schon lange ist man nicht mehr im Zweifel, das bei den 
entoprocten Bryozoen ein Exkretionsapparat existirt. Er be- 
steht aus einem unpaaren Ausführungsgang und aus zwei blind 
beginnenden Kanälchen. Zuerst sind diese Gebilde von Nitsche (6) 
bei Pedicellina gesehen worden. Er hielt sie aber für ähnliche 
Gebilde wie die Nervenfasern, die vom Gehirnganglion ausgehen. 



mit besonderer Berücksichtigung der Exkretionsorgane. 131 

Er sagt, „von dem Rande der Ovalseite des Ganglion scheint ausser- 
dem noch ein impaarer Strang zu entspringen, welcher sich aber 
sofort in zwei einen stumpfen Winkel miteinander bildende Aeste 
theilt." Weiter schreibt er: „Die Struktur dieser Stränge weicht 
bedeutend ab von den übrigen Nerven. Sie sind viel dicker und 
gerundeter, und man kann häufig an ihnen eine hellere Hülle und 
eine dunklere Centralmasse unterscheiden," Richtig erkannt worden 
sind diese Gebilde jedoch erst von Hatschek (10). Später folgten 
die Untersuchungen von Joliet (11) und Harmer (12). Von Foet- 
tinger (13) wurde nachgewiesen, dass die paarigen Anfangskanäle 
sich zu einem unpaaren Gange verbinden, der dann nach aussen 
mündet. Des Genaueren geht auch Ehlers (7) in seiner Abhandlung 
über die PediceUinen auf den Exkretionsapparat ein. 

Der Exkretionsapparat liegt bei PedicelHna oberhalb vom Magen 
zwischen dem Gehirnganglion und dem Anfangstheil des Verdauungs- 
kanales, dem Oesophagus. Jede PedicelHna stellt einen Kelch dar, 
der seitlich abgeplattet ist. Legt man nun laterale Längsschnitte 
durch das Thier, so folgt, wenn man die Serie von vorn durchsieht, 
dem Oesophagus das Exkretionsorgan, diesem das Gehirnganglion 
und am Ende der Serie das Rektum. 

An den Schnitten von diesen Thieren konnte ich die Flimmern 
an den Zellen nicht überall erkennen. Ich folge daher Ehlers (7), 
der schreibt, dass er an lebenden Thieren den Flimmerstrom von 
den Seitenlinien gegen die Mediane des Körpers gerichtet sah. 

Der unpaare Ausführungsgang des Exkretionsorganes liegt 
in der Medianebene des Körpers, er steigt senkrecht von unten 
nach oben auf und mündet innerhalb der oberen Kelchfläche nach 
aussen. Die Zellen dieses Theiles sind stark abgeplattet und wenig 
scharf von einander abgegrenzt. Die Kerne dieser Zellen zeigen 
verschiedene Gestalt, entweder sind sie rund, oval oder mehr oder 
minder unregelmässig geformt (Fig. 32). In jedem Kerne konnte 
ich ein Kernkörperchen erkennen und in einem Kerne sah ich ein 
deutliches Kerngerüst. Der Kernsaft ist wasserhell und ziemlich 
durchsichtig. Im Gegensatz hierzu konnte Ehlers bei Ascopodaria 
macropus an diesen Zellen kein Kernkörperchen nachweisen. Das 
Protoplasma färbt sich in Karmin nur schwach und zeigt eine Längs- 
streifung in der Richtung des Kanales. 

Die Fortsetzung des unpaaren Ausführungsganges wird nach 
unten hin von den paarigen Anfangskanälchen gebildet. Ueber 
die Beschaffenheit dieser Kanäle habe ich dieselbe Auffassung wie 
Ehlers gewonnen. Ich fasse ihre Lumina gleichfalls als inter- 
celluläre Räume und nicht als intracelluläre Perforationen auf. Die 
einzelnen Zellen sind nicht von dem Kanal durchbohrt. Ehlers 
schreibt in seiner Abhandlung darüber Folgendes: ,,Die Lichtung 
liegt (bei Hypophorella) nicht im Innern von Zellen, die man als 
durchbohrte aufzufassen hätte, sondern zwischen den Zellen. Die 
Zellen sind äusserst platt und nur in ihrem, den Kern um- 
schliessenden plasmatischen Theile derartig verdickt, dass sie im 

9* 



132 Karl Schnlz: Untersuchungen über den Bau der Bryozoen 

Quer- oder Längssclinitt hier das Bild einer Spindel zeigen, welche 
in feinste Spitzen übergeht; eine solche platte Zelle ist dann offen- 
bar um die Lichtung des Kanals herumgebogen und begrenzt diese, 
indem sie sich an gleichgestaltete Nachbarzellen mit den äusserst 
dünnen Randtheilen anschliesst. Auf den gefärbten Präparaten 
findet man nun die plasmatischen Strecken dieser Zellen meist nicht 
in unmittelbarer Berührung untereinander, und der Länge nach am 
Kanal oft nicht einander gerade gegenüber, sondern alternirend, so 
dass die einzelne Zelle mit ihrer Wandnng offenbar einen grossen 
Theil des Kanales umfasst." 

Auf dem Längsschnitt durch die paarigen Kanäle sieht man in 
Fig. 32, dass die Zellen spindelförmig gestaltet sind und nur an 
dem Theile, wo der längliche Kern im Plasma liegt, verdickt sind. 
Mit ihren zugespitzten Enden stossen die benachbarten Zellen an- 
einander und bilden dadurch den Kanal. „Sie kleiden ringsum den 
Kanal aus, in solcher Weise, dass die Kerne der Zellen an der 
Kanalwand alternirend gegenüberstehend getroffen werden" (Ehlers). 
Es ist daher auch erklärlich, dass man zuweilen auf Quer- 
schnitten durch den Kanal zwei Zellkerne getroffen hat (Fig. 33 c). 
Aus dieser Abbildung ist gleichfalls verständlich, dass man die 
Zellen nicht als durchbrochene auffassen kann, denn sonst könnte 
man unmöglich zwei Zellkerne auf einem Querschnitte finden. Die 
lateralen Enden der Kanäle sind geschlossen. Dieser Theil ist etwas 
breiter als der übrige Abschnitt der Kanäle. An den lateralen 
Enden habe ich auf einem Längsschnitte durch die beiden letzten 
Zellen eine deutliche Bewimperung gesehen. An der Ursprungsstelle 
der langen Wimperhaare, die sich zu Büscheln vereinigen, war das 
Prototoplasma der Zellen in gi'össerer Anhäufung vorhanden (Fig. 34) ; 
an dem übrigen Theile bildete das Protoplasma eine dünne Haut. 
An den lateralen Enden der Schenkel konnte ich gleichfalls die von 
Ehlers gesehenen kugeligen Mesenchymzellen nachweisen. Das Proto- 
plasma dieser Zellen ist mit Körnchen angefüllt; es zeigt um den 
runden Kern herum eine strahlige Anordnung. Ehlers spricht 
die Vermuthung aus, es mochte durch diese Zellen ein Trans- 
port von Exkretstoffen aus der Substanz des Kelches an den Ex- 
kretionsapparat erfolgen. 

Bei Urnatella gracilis wird nach den Untersuchungen von 
Davenport (14) das Exkretionsorgan aus zwei auf sich selbst 
zurückgeschlagene Schläuche gebildet, deren laterale Endzellen mit 
einer Wimperflamme ausgestattet sind. Der Kanal soll intracellulär 
verlaufen, die Zellen sollen also durchbrochen sein. Wie ich über 
diese Zellen denke, habe ich schon oben bei Pedicellina beschrieben. 
Die paarigen Kanäle vereinigen sich zu einem gemeinschaftlichen 
Ausführungsgang, der in eine Kloake ausmündet. Es ist dies der 
einzige Fall, wo bei Entoprocten eine Kloake vorkommt. Es sind 
nämlich in einer Tasche des Vestibulums der Anus, die Oeffnung 
des Nephridiums und der Ausführungsgang der männlichen Ge- 
schlechtsorgane gelegen. 



mit besonderer Berücksichtigung der Exkretionsorgane. 133 

Man kann die Exkretionsorgane der Entoprocten mit den 
Protonephridien der parenchymatösen Würmer vergleichen. Bei 
beiden sind die Anfänge geschlossen und mit Wimperbüscheln aus- 
gestattet. Bei Urnatella gracilis ist gleichfalls eine Wimperflamme 
vorhanden. — 

Von den ektoprocten Bryozoen, die man ja bekanntlich in 
die beiden Unterabtheilungen der Phylactolaemata oder Süsswasser- 
bryozoen und in die der Gymnolaemata eintheilt, will ich jene zuerst 
berücksichtigen. 

Innerhalb der Gruppe Phylactolaemata ist man nicht im 
Klaren, ob man es bei diesen Thieren mit einem Exkretionsorgan 
zu thun hat. Meine Untersuchungen, die ich zur Förderung dieser 
Frage angestellt habe, erstrecken sich auf die Arten Plumatella 
und Cristatella. 

Zuerst machte Verworn (15) in seiner Arbeit über Cristatella 
auf sogenannte Segmentalorgane bei dieser Art aufmerksam. 
Danach wurden von Cori (16) bei derselben Art nähere Unter- 
suchungen über diese Organe angestellt, die später (17) noch er- 
gänzt wurden. Er ist derselben Meinung wie Verworn. Inzwischen 
wurde eine Arbeit von Braem (9) herausgegeben, in der die an- 
geblichen Exkretionsapparate mehrerer Süsswasserbryozoen be- 
handelt sind. Der Verfasser kommt zu dem Schlüsse, dass bei 
Süsswasserbryozoen überhaupt keine Exkretionsorgane vorhanden 
seien. 

Eine Untersuchnng an lebenden Thieren konnte ich nur bei 
Plumatella wahrnehmen, da ich mir zur Zeit, als ich meine Be- 
obachtungen anstellte, kein lebendes Material von Cristatella beschaffen 
konnte. Bei Plumatella stellte ich Versuche mit Farbstofflösungen 
an. Einen Theil der Versuchsthiere brachte ich in eine Lösung von 
Indigokarmin, einen anderen Theil in eine Lösung von karminsaurem 
Ammoniak. Alle paar Stunden wurden die Thiere untersucht. Nach 
Verlauf von zwei Tagen wurden die Thiere aus den Farbstoff- 
lösungen herausgenommen und in reines Flusswasser gethan. Bei 
Betrachtung unter dem Mikroskop zeigte sich, dass die Thiere über- 
haupt keine Farbstofflösungen aufgenommen hatten. 

Die Thiere, welche ich zu Schnitten verwenden wollte, betäubte 
ich vorher, um sie im ausgestreckten Zustande konserviren zu 
können. Ich setzte zu dem Wasser, in welchem sie sich befanden, 
nach und nach Chloralhydratkrystalle zu, sodass allmählich eine 
stärkere Lösung (etwa 5Voig) davon im Wasser entstand. Hierin 
liess ich die Thiere kurze Zeit (V2 Stunde) und beobachtete sie, bis 
sie sich ausgestreckt hatten und auf Reiz nicht mehr reagirten. 
War das der Fall, so goss ich über die betäubten Thiere eine 
konzentrirte Sublimatlösung, in der ich die jetzt abgetöteten Thiere 
einige Zeit liess, um sie dann unter Beobachtung der gebräuchlichen 
Methoden in Alkohol überzuführen. 

Die konservirten Thiere von Cristatella waren mit Cocain be- 



134 Karl Schulz: Untersiichimgen über deu Bau der Bryozoen 

täubt und nachher mit Sublimatlösung und Alkohol konservirt 
worden. Die Thiere waren vollkommen ausgestreckt erhalten. 

Alle Süsswasserbryozoen zeichnen sich dadurch aus, dass ihre 
Tentakeln auf einem sogenannten Tentakelträger, dem Lophophor, 
befestigt sind. Jedes Thier besitzt zwei Lophophorarme, die an 
der Basis dicht bei einander entspringen. Sie bilden die Form 
eines Hufeisens. Innerhalb der konkaven Seite der Lophophorbasis, 
oberhalb von der Ausmündung des Rektums und in der Nähe des 
Gehirnganghons soll der Exkretionsapparat gelegen sein. Zwischen 
Lophophorhöhle und der eigentlichen Leibeshöhle ist ein Diaphragma, 
das aber auf wenige Bändchen reducirt ist, ausgespannt. Es findet 
also noch eine direkte Communikation zwischen beiden Theilen statt. 

Ehe ich zur Schilderung der Exkretionsorgane übergehe, möchte 
ich eine Beschreibung des Theiles vorausschicken, in welchem diese 
Organe gelegen sind. Da diese Region schon genau von Braem (9) 
beschrieben ist, und ich im wesentlichen zu den gleichen Ergebnissen 
gelangt bin, so folge ich diesem Autor: „Durch die Bildung des 
Epistoms ist in der Lophophorregion mittlerweile ein Hohlraum ein- 
geschaltet, der zur Lophophorhöhle selbst in keiner Beziehung steht 
und vielmehr wie diese direkt aus der Leibeshöhle ausgegangen ist. 

Das Epistom, eine Vorstülpung des analen Mundrandes, 

erscheint bei Cristatella breit zungenförmig, nimmt das äusserste 
Ende eines grösseren Hohlraumes in sich auf, der allseitig ge- 
schlossen hinter dem Nervenknoten herabläuft und dicht unter 
demselben, zwischen den beiden Oeffnungen der Lophophorhöhle in 

die Leibeshöhle einmündet Durch die Einschaltung der 

Epistomhöhle inmitten des Lophophorarmes entsteht nun eine 
Schwierigkeit bezüglich derjenigen Tentakeln, welche als die 
mittelsten der innersten Bucht des Hufeisens anal über dem Mund- 
deckel zur Bildung gelangen sollen. Denn da die Tentakelhöhlen 
insgesammt Derivate der Lophophorhöhle sind, der Platz zwischen 
Mund und After jetzt aber gegen die letztere gleichsam eingedämmt 
erscheint, so ist diese genöthigt in irgend einer Weise die Epistomhöhle 
zu umgehen und sich über dieselbe hin einen eigenen Weg zu 
bahnen. Dies geschieht vermöge eines Kanales, für den ich 
(Braem) an anderer Stelle (Zool. Anzeiger 1889 No. 324) die Be- 
zeichnung „Gabelkanal" vorgeschlagen habe, weil er nach Art einer 
Klammer oder Gabel die Epistomhöhle überbrückt. Die Lopophor- 
höhle verengt sich zu beiden Seiten der Epistomhöhle zu zwei 
kurzen Kanälen, welche über die Epistomhöhle aufwärts und gegen 
einander streben und sich in der Medianebene zu einem unpaaren 
Abschnitt vereinigen." 

Zu dem letzten Satze habe ich zu bemerken, dass ich bei 
Plumatella die Verhältnisse des Ursprungs der beiden Kanäle aus 
der Lopophorhöhle gleichfalls gefunden habe; bei Christatella gehen 
die beiden Gabelkanäle aber direkt aus dem Diaphragma dicht 
neben dem Gehirnganglion hervor (Fig. 35). 



mit besoiiderei' Berücksichtigung der Exkretiousorgane. 



135 



„Nach oben führt der Gabelkanal in die Tentakelhöhlen, welche 

der Reihe nach in ihn einmünden Die Wand des Kanales 

ist eine direkte Fortsetzung der inneren Auskleidung der Lopophor- 
höhle und erscheint als solche bei Fredericella und Plumatella weit 
weniger differenzirt als bei Cristatella." 

Cori (16, 17). der seine Untersuchungen an Cristatellata angestellt 
hat, behauptet, dass der Exkretionsapparat von den beiden paarigen 
Kanälen (Gabelkanal) und dem über ihnen liegenden unpaaren 
Theile, in den sie einmünden, gebildet wird. Dieser unpaare Theil 
soll eine Ausmündung nach aussen besitzen. 





Fig. 1. Plumatella. Fig. 2. Cristatella 

Schema für den Verlauf der Gabelkanäle, 
gk. Gabelkanal. 



at. analer Tentakel, 
ut. unpaarer Theil. 
eh. Epistomhöhle. 



Lh. Leibeshöhle. 
Ih. Lophophorhöhle. 
gg. Gehirnganglion, 
nh. Nervenhöhle. 



Meine Untersuchungen bei Plumatella haben ergeben, dass 
es sich bei dieser Art um kein selbständiges, besonderes Exkretions- 
organ handelt. Die paarigen Kanäle (gk), die von dem Lophophor 
(lh) jederseits ihren Ursprung nehmen (siehe Fig. 1 im Text), bilden 
hier die einfache Forsetzung des Lophophorepithels. Von den 
paarigen Kanälen sieht man die analen Tentakeln (at) entspringen. 
Das Epithel dieser Tentakeln geht aus dem Epithel der paarigen 
Gänge hervor. Der unpaare Theil (ut) ist bei Plumatella, wie oben 
gesagt, schwach entwickelt. Er zeigt dasselbe Epithel wie die Gabel- 
kanäle und die Lophophorarmhöhle (Fig. 36). Eine Mündung nach 



136 Karl Schulz: Untersuchungen über den Bau der Bryozoen 

aussen habe ich an diesem Theile nicht nachweisen können. An 
der Spitze geht er vorn in den analen nnpaaren Tentakel über 
(siehe Figur 1 im Text), der gerade in der Medianebene des Thieres 
steht. Starke Ausbildung von Flimmern in den paarigen Kanälen 
habe ich nicht gesehen. Ebenso fand ich keine Ansammlung von 
Zellen in dem unpaaren Theile des Kanales. 

Es stimmen also meine Untersuchungen bei Plumatella voll- 
kommen mit denen von Braem überein. Bei Plumatella hat man 
es also mit keinem Exkretionsorgan zu thun. Es stellen vielmehr 
die Gabelkanäle und der unpaare Theil eine Verbindung der Lo- 
phophorhöhle, resp. Leibeshöhle im weiteren Sinne, mit den Ten- 
takeln dar, die analwärts gelegen sind (Textfigur 1). 

Eine Süsswasserbryozoa, welche in Japan vorkommt und von 
Oka (18) unter dem Namen Pectinatella gelatinosa n. sp. be- 
schrieben worden ist, zeigt ganz ähnliche Verhältnisse wie Pluma- 
tella, nur gehen hier die Ursprungsstellen aller analen Tentakeln 
aus dem unpaaren Abschnitt hervor, während sie bei Plumatella 
ihren Ursprung aus dem Gabelkanal nehmen. Das Epithel des 
Gabelkanales ist auf der der Medianebene zugekehrten Seite kubisch, 
an der anderen flach. Die Bewimperung in dem Gabelkanal fand 
Oka gut entwickelt, sie reichte bis in den kurzen unpaaren Ab- 
schnitt hinein. Die Wimpern schlagen nach der Leibeshöhle zu. 
Im Gegensatz hierzu schlagen die Wimpern bei der noch zu be- 
sprechenden Cristatella nach den Tentakeln zu. Der Verfasser 
vergleicht diese beschriebenen Theile mit den Segmentalorganen von 
verschiedenen Würmern. Da er keine Oeffnung nach aussen ge- 
funden hat, so glaubt er annehmen zu können, dass vielleicht 
ähnlich wie an den Spitzen gewisser Actiniententakeln hier an den 
Spitzen der zwei oder drei innersten Tentakeln auf der Analseite 
Poren bestehen, welche eine Verbindung mit der Aussenwelt her- 
stellen. 

Bei Cristatella gehen die paarigen Kanäle direkt aus dem 
Diaphragma, welches die eigentliche Leibeshöhle von der Lophophor- 
höhle trennt, hervor. Sie beginnen in der Nähe des Gehirnganglions 
mit einem Trichter (Fig. 35), der starke Bewimperung zeigt. Man 
sieht wie das Epithel der Leibeshöhle in das der Trichter übergeht. 
Die paarigen Gänge sind gleichfalls mit langen Wimperhaaren 
ausgekleidet. Die Wimpern schlagen nach dem unpaaren Abschnitt 
zu. Das Epithel der Wandungen ist kubisch gestaltet. Die Kerne 
liegen dicht gedrängt an einander. Sie sind rund, chromatinreich 
und haben einen deutlich sichtbaren Nucleolus. Das Plasma ist 
schwach färbbar, Konkretionen oder sonstige Einschlüsse waren in 
ihm nicht zu finden. Von den paarigen Gängen sieht man jeder- 
seits, wenn man die Serie verfolgt, zwei anale Tentakeln entspringen 
(Textfigur 2). An diesen Stellen sieht man, wie das Epithel der 
Gänge sich allmählich abflacht und zum inneren (mesodermalen) 
Epithel der Tentakeln wird (Fig. 35). 



mit besonderer Berücksichtigung der Exkretionsorgane. 137 

Nach oben gehen die paarigen Kanäle in den unpaaren Ab- 
schnitt (Fig. 35, 37a) über. Dieser Theil liegt direkt unter dem 
Ektoderm in der Medianebene des Thieres. Jederseits von dem 
unpaaren Theil, der blasenartig aufgetrieben ist, bildet das ekto- 
dermale Hautepithel eine Falte (Fig. 35). 

Das Epithel dieses blasenförmig erweiterten Abschnittes hat 
sekretorische und exkretorische Bedeutung, und ist je nach dem 
Zustande, in dem die Zellen sich befinden, verschieden gestaltet 
(Fig. 37 a). Mit Wimperhaaren ist dieser Theil nicht ausgestattet. 
Man findet in dem gezeichneten Schnitte die Zellen, welche zwischen 
der Einmündung der paarigen Kanäle gelegen sind, cylinderförmig. 
Die Zellen selbst sind in Theilung begriffen ; die Kerne sind stark mit 
Chromatin angefüllt. An anderen Stellen treten kubisch geformte 
Epithelzellen auf, welche im Protoplasma Vacuolen zeigen. Man 
sieht aber auch Plattenepithel. Dies ist dort zugegen, wo sich die 
mit Flüssigkeit und Exkret angefüllten Zellen von dem Epithel ab- 
gelöst haben und in das Lumen des unpaaren Kanalabschnittes 
übergetreten und nur die jungen Ersatzzellen zu sehen sind. An 
diesem Schnitte sieht man gerade, wie zwei Zellen sich aus dem 
Zellverbande loslösen wollen. Die eine Zelle steht noch mit der 
Wand in Verbindung (Fig. 37 a). In dem Lumen des unpaaren 
Theile sammelt sich eine grosse Anzahl von Zellen an. Diese 
Zellen sind mehr oder weniger rund. Sie lassen oft noch in sich 
einen Kern erkennen. In dem Protoplasma sieht man an ver- 
schiedenen Zellen Vacuolen; ausserdem ist es stark granulirt und 
dunkel gefärbt (Fig. 37 b). Die Granulation rührt von den in ihm 
enthaltenen Exkretionsorganen her. Ob die Zellen allein durch die 
exkretorische Wirkung dieses Abschnittes sich hier angesammelt 
haben, oder ob noch Zellen aus der Leibeshöhle durch die Flimmer- 
bewegung der paarigen Trichter hierher gebracht worden sind, 
konnte ich natürlich an den Schnitten nicht feststellen. Cori (16, 
17) glaubt, dass die hier angesammelten Zellen überhaupt nur aus 
der Leibeshöhle abstammen und durch die paarigen Kanäle bis in 
den unteren Theil befördert werden. Er hat nichts von der ex- 
kretorischen Wirkung dieses Abschnittes erwähnt. Eine Mündung 
des unpaaren Abschnittes nach aussen, wie sie von Cori beschrieben 
wird, habe ich niemals gesehen. Weiter nach oben setzt sich der 
unpaare Theil in den median gelegenen analen Tentakel fort, dessen 
inneres Epithel er bildet. 

Wir haben es also bei Cristatella mit einem Exkretionsorgan 
zu thun, ähnlich wie es das geschlossene Nierenbläschen bei vielen 
Tunicaten darstellt. Die abgeschiedenen Produkte des Stoffwechsels 
bleiben hier bis zum Lebensende des Thieres aufgespeichert. Der 
Ansicht Braem's, dass wir es bei Cristatella nur mit einem blossen 
Verbindungskanal der Leibeshöhle mit den analen Tentakeln zu 
thun haben, kann ich hiernach nicht beistimmen. 

Innerhalb der Gruppe der Phylactolaemata sehen wir, wie sich 
ein Exkretionsorgan zu entwickeln beginnt. Bei Plumatella stellt 



138 Karl Schulz: Untersuchungen über den Bau der Bryozoen 

der Gabelkanal mit dem unpaaren Theil nur einen blossen Ver- 
bindungsweg der analen Tentakeln mit der Lophophorhöhle resp. 
Leibeshöhle dar; bei Pectinatella gelatinosa sind die Cilien in 
diesen Theilen schon stärker entwickelt, sie schlagen aber nach der 
Leibeshöhle zu; bei Cristatella kommt zu dieser Funktion noch eine 
exkretorische Wirkung des blasenförmig gestalteten Abschnittes 
dazu. An eine Homologisirung dieser Gebilde mit den so völlig 
verschieden sich bildenden Segmentalorganen der Anneliden ist da- 
her nicht zu denken. 

Bis jetzt sind in der Gruppe der Gymnolaemata, zu der auch 
Membranipora membranacea gehört und ebenso Alcyonidium mytili, 
die ich auch bei den folgenden Versuchen berücksichtigte, noch 
keine eigentlichen Exkretionsorgane gefunden worden. Verschiedene 
Autoren haben wohl das Intertentakularorgan , welches bei ver- 
schiedenen Arten aufgefunden ist, als Exkretionsorgan aufgefasst. 
Die folgende Beschreibung wird aber zeigen, dass dies nicht zu- 
lässig ist. 

Der erste, der das Intertentakularorgan der Gymnolaemata 
fand, war Farre (19). Er beschreibt es bei Membranipora pilosa als 
„flaskshaped body" (flaschenförmig gestalteter Körper). Später ist 
es noch von Hincks und Smitt (20) gesehen worden. Genauer 
untersucht hat es aber erst Prouho (21). 

Ich werde im Auszuge berichten, was Prouho darüber schreibt. 
Das Intertentakularorgan liegt zwischen den beiden Tentakeln, welche 
dem Gehirnganglion am nächsten liegen. Es hat urnenförmige Ge- 
stalt und zeigt zwei Oeffnungen, wovon die eine am centralen, die 
andere am distalen Ende des Organes zu finden ist. Infolgedessen 
ist eine Verbindung der Leibeshöhle mit der Aussenwelt hergestellt. In 
seinem mittleren Theile ist er angeschwollen ; an seinem distalen Ende 
läuft es nach einer Einschnürung in einen Trichter aus. Das Lumen 
des Organes sowie der Trichter sind mit lebhaftem Flimmerepithel 
ausgekleidet; die Oeffnung in der Leibeshöhle zeigt keine Be- 
wimperung. Man findet das Intertentakularorgan nur bei Thieren, 
die geschlechtsreif sind. Die Geschlechtsreife dauert z. B. bei 
Alcyonidium albidum mehrere Tage. 

Bei Alcyonidium duplex (n. sp.) ist das Intertentakularorgan 
an derselben Stelle gelegen wie bei A. albidum, nämlich zwischen 
den dem Gehirnganglion am benachbartesten Tentakeln. Histologisch 
setzt es sich aus zwei Zellreihen zusammen. Aussen liegt ein Epi- 
thel, was ähnlich wie das der Tentakelscheide beschaffen ist; innen 
findet man ein starkes Flimmerepithel. Das Organ kommt nur bei 
den Thieren zur Entwicklung, die Ovarien haben. Das Interten- 
takularorgan spielt nur die Rolle eines Eileiters. 

Bei Membranipora pilosa findet man das Intertentakular- 
organ ebenfalls wie bei Ale. albidum nur an geschlechtsreifen 
Thieren. Die bewimperten Zellen sind bei M. pilosa kleiner und 
flacher, die Cilien aber ebenso kräftig entwickelt. 



mit besonderer Berücksichtiguug der Exkretiousorgane. 139 

Nach Hincks fehlt das Intertentakularorgan oft bei allen Thieren 
einer Kolonie ; ein anderes Mal kommt es wieder im Ueberfluss vor. 

Prouho selbst sagt, dass das Intertentakularorgan keinExkretions- 
organ ist, sondern nur ein Ausführungsgang für die Geschlechts- 
produkte. 

Drüsenzellen sind von ihm niemals in dem Kanal gefunden 
worden. ZufäUig erfüllte er einmal die Funktion eines Exkretions- 
kanales bei Ale. duplex, indem die Reste des „braunen Körpers" 
durch ihn nach aussen entfernt wurden. 

Prouho kommt zu dem Schlüsse: „L'organe intertentaculaire 
des Gymnolemes est un conduit genital n'existant que chez les 
bryozoites sexues, ne possidant jamais la structure d'une nephridie, 
mais occupant la meme place que l'orifice des metanephridium des 
Phylactolemes et servant, accessoirement, ä evacuer les debris des 
polypides degeneres." • 

Bei meinen Untersuchungen an Membranipora membranacea 
und Alcyonidium konnte ich nie ein Intertentakularorgan finden. Erst 
als ich geschlechtsreife Thiere zu beobachten Gelegenheit hatte, sah 
ich das Intertentakularorgan bei verschiedenen in voller Geschlechts- 
reife stehenden Thieren. Es stellt bei M. m. ein fiaschenförmiges 
Gebilde dar, das im oberen Drittel des distalen Endes etwas ein- 
geschnürt ist; es hat ungefähr die Länge eines halben Tentakels. 
Im übrigen gleicht es dem Organ der vorhin beschriebenen Arten. 

Aus allen diesen Beobachtungen sehen wir, dass das Inter- 
tentakularorgan der Gymnolaemata nichts mit einem Exkretions- 
organ zu thun haben kann. Wäre dieses Organ ein Exkretionsorgan, 
so müsste es andauernd bei allen Individuen zu finden sein und 
nicht nur während der Geschlechtszeit. Nähme man wirklich noch 
an, dass es ein Exkretionsorgan sei, wie könnte man es sich dann 
erklären, dass es bei geschlechtlich getrennten Thieren, wie es die Art 
Ale. duplex darstellt, nur bei weiblichen Thieren vorkommt, bei männ- 
lichen Thieren aber fehlt? Wenn ein Exkretionsorgan vorhanden ist, so 
muss es bei allen Thieren nachzuweisen sein. Das Intertentakular- 
organ der Gymnolaemata funktionirt nur als Oviduct. 

Um einen Exkretionsapparat bei Membranipora membranacea 
aufzufinden, stellte ich bei dieser Art Versuche mit Farbstofflösungen 
an. Es wurden hierzu Methylenblau, Indigocarmin und Ammoniak- 
carmin verwandt. Aber alle Versuche verliefen resultatlos. Hamer (22), 
der Versuche mit Farbstofflösungen bei Flustra papyrea, Bugula 
neritina und B. avicularia anstellte, kam zu dem Resultat, dass das 
mesodermale Epithel dieser Arten eine exkretorische Thätigkeit 
entfaltet. Bei Flustra papyrea, die meiner Art doch immerhin nahe 
steht, wurde Indigocarmin von dem Darmkanal aufgenommen und in 
ihn in Form von Pigmentkörnern abgelagert. Ausserdem wurde aber 
noch Farbstoff von den in der Leibesliöhle sich frei umher bewegenden 
Mesenchymzellen und von den Funiculi laterales aufgenommen. Die 
Behandlung mit Bismarckbraun führte bei Fl. papyrea zu ähnhchen 
Resultaten. In Ammoniakcarmin färbten sich die Thiere sehr wenig. 



140 Karl Schulz: Untersuchungen über den Bau der Bryozoen 

Die freien Mesenchymzellen in der Leibeshöhle von M. membr. 
scheinen mir gleichfalls wie bei Fl. papyrea eine exkretorische 
Wirkung zu haben. Verschiedenfach ist es mir auch aufgefallen, 
dass die Zellen des mesodermalen Epithels der Tentakeln beim 
Uebergang in den Ringkanal besonders stark entwickelt waren. Sie 
waren kugelig angeschwollen. Ich spreche diesen veränderten 
Epithelzellen gleichfalls exkretorische Bedeutung zu. 

Die Thatsache, dass freie Mesodermzellen bei vielen Gymno- 
laemata exkretorische Stoffe in sich aufnehmen, ist ein Beweis, dass 
das Peritoneum der wirbellosen Thiere vielfach exkretorisch thätig 
sein kann. In einer Abhandlung von Grobben (10) findet man 
diese, auch noch von vielen anderen vertretene Ansicht wieder. 

Aus unseren Betrachtungen an Gymnolaemata sehen wir, 
dass diese Thiere kein besonders differenzirtes Exkretions- 
organ besitzen, sondern dass mesodermale Epithelzellen der Leibes- 
höhle die Funktion eines solchen übernehmen. — 



Literatur. 



1. 0. F. Müller, Zoologica Danica seu Animalium Daniae et 

Norwegiae rariorum ac minus nostrum descriptiones et historia. 
Havniae 1789. 

2. F. A. Smitt, Kritisk förteckning öfver Skandinaviens Hafs 

Bryozoer. Stockholm 1865—1878 (1867). 

3. Th. Hincks, A History of the British Marine Polyzoa. 

London 1880. 

4. Nitsche, Beiträge zur Kenntniss der Bryozoen. III. lieber die 

Anatomie und Entwicklungsgeschichte von Flustra mem- 
branacea. Zeitschrift für wissenschaftl. Zoologie, Band XXI. 
1870. 

5. Freese, Anatomisch-histologische Untersuchung von Membrani- 

pora pilosa. Inaug. Dissert. Berlin 1888. 

6. Nitsche, Beiträge zur Kenntniss der Bryozon. IL Ueber die 

Anatomie von Pedicellina echinata. Zeitschrift für wissen- 
schaftl. Zool. Band. XX. 1869. 

7. Ehlers, Zur Kenntniss der Pedicellinen. Göttingen 1890. 

7a. — Zur Morphologie der Bryozoen. Nachr. Göttingen. Gesell. 
1 893. 

8. Prouho, Contribution ä l'histoire des Bryazoaires. Arch. de 

Zoolog, exper. et generale. Tome X 1892. Paris. 

9. F. Braem, Untersuchungen über die Bryozoen des süssen 

Wassers. Cassel 1890. 



mit besonderer Berücksichtigung der Exkretionsorgane. 141 

lü. Hatschek, Embryonalentwicklung und Knospung der Pedi- 
cellina echinata. Zeitschrift für wissensch. Zoologie. Bd. 29. 
1877, Seite 515. 

11. Joliet, Organe segmentaire des Bryozoaires endoproctes. 

Archiv, de Zool. experim. T. VIII, 1879 — 1880. 

12. Hanner, On the Structure and the Development of Loxosoma. 

Quart. Journ. of microsc. Science. New Series Vol. XXV. 
1885. 

13. Foettinger, Sur I'anatomie des Pedicellines de la cote d'Ost- 

ende. Arch. de Biologie. T. VII. p. 308—312. 1887. 

14. Davenport, On Urnatella gracilis. Bulletin of the Museum 

of Comparative Zoology. Vol. XXIV, No. 1. 1893. 

15. Verworn, Beiträge zur Kenntniss der Süsswasserbryozoen. 

Zeitschr. für wissenschaftl. Zoologie. Bd. 46. 1887. 

16. Cori, lieber die Nierenkanälchen der Bryozoen. Lotos XI. 1890. 

17. — Die Nephridien der Cristatella. Zeitschr. für wissensch. 

Zool. Bd. 55. 1893. 

18. Oka, Observations on Fresh -water Polyzoe. Journ. of the 

College of Science. Imper. Univ. Japan, Vol. IV, Pt. I. 
1890. Seite 108—111. 

19. Farre s. Prouho weiter unten. 

20. Hincks und Smitt s. Oka (18). 

21. Prouho, Contribution a l'histoire des Bryozoaires. Arch. de 

Zool. experim. et general. 2® ser. X. p. 557 — 656. 1892. 

22. Hanner, On the nature of the excretory processes in marine 

Polyzoa. Quaterly Journ. of Microsc. Science. XXIII. 1891. 

23. Grobben, Die Pericardialdrüse der chätopoden Anneliden, 

nebst Bemerkungen über die perientrische Flüssigkeit der- 
selben. Sitzungsber. der kaiserl. Akad. d. Wissensch. in 
Wien. Math, naturw. Klasse. Band 97 Abt. I Juni 1888. 
Vorliegende Arbeit wurde im Zoologischen Institut der Uni- 
versität Rostock angefertigt. Angeregt zu den Untersuchungen 
wurde ich von meinem hochverehrten Lehrer, Herrn Professor 
Dr. 0. Seeliger, der mir auch während der ganzen Dauer der 
Untersuchungen mit seiner anerkannten Liebenswürdigkeit zur Seite 
stand. Es ist mir daher eine angenehme Pflicht, ihm an dieser 
Stelle meinen tiefempfundenen Dank auszusprechen. Herrn Professor 
L. Will möchte ich gleichfalls für sein mir entgegengebrachtes 
Interesse herzlich danken. 



142 Karl Schulz; Untersuchungen über den Bau der Bi70zoeü 

Erklärung der Abbildungen. 



Alle Abbildungen sind mit der Camera lucida entworfen. Für gewöhnlich 
habe ich Alauncarmin als Färbungsmittel angewandt. 
Fig 1. Skelet von Membr. membr. Hergestellt aus einem Macerationspräparat 

mit Kalilauge. Vergr. 60. 

V. w. Vorderwand. 

h. w. Hinterwand. 
Fig. 2. Ein einzelnes Thier von M. m. bei 105 Vergr. 

t. k. Tentakelkrone oder Tentakelkranz. 

m, ö. Mundöffnung. 

oe. Oesophagus. 

c. m. Cardialtheil ^ 

b. m. Blindsack \ des Magens, 
p. m. Pylorustheil I 

Fig. 3. Deckel. Vergr. 105. 

Fig. 4. Theil einer Seitenwand von zwei aneinander stossenden Thieren. 

Vergr. 480. 

a. k. äussere Kalklamelle. 

i. k. innere „ 

Str. Strebepfeiler, 

h. Hohlraum, 

sp. Spalt zwischen zwei Strebepfeilern. 

c. z. chitinöse Zwischensubstanz. 
Fig. 5. Rosettenplatte, Vergr. 325. 

w. r. "Wall der Rosettenplatte. 

w. p. Wall der Poren. 
Fig. 6. Stacheln. Vergr. 275, 

a. s. äussere chitinöse "j 

m. s. mittlere verkalkte i Schicht. 

i. s. innere chitinöse. I 
Fig. 7. Längsschnitt durch das Ektoderm. Vergr. 1000. 

a) Längsschnitt durch das Epithel an der Oberseite. 

b) „ „ „ ., „ „ Unterseite, 
Fig. 8. Ektoderm, Flächenschnitt, Vergr, 1000. 

Fig. 9. Ektoderm an den Rosettenplatten. Vergr. 1000. 

Fig. 10. Ektoderm an den Rosettenplatten mit Muskelanheftungen. Vergr. 1000. 

Fig. 11. Tentakelscheide. Flächenschnitt, Vergr. 1000. 

Fig. 12. Querschnitt durch die Tentakelkrone. Vergr. 480. 

t. s. Tentakelscheide. 
Fig. 13, Tentakelquerschnitt. Vergr. 1000. 

e. e. ektoderm. Epithel, 

m, e, mesoderm, „ 

m. f. Muskelfasern. 
Fig. 14. Querschnitt durch die Basis der Tentakelkrone mit Gehirnganglion. 

Vergr. 800. 

p. s. Punktsubstanz. 



mit besonderer Berücksichtigung der Exkretionsorgane. 143 

Fig. 15. Gehiruganglion v. Pedicellina. 

Combinationsbild von zwei aufeinander folgenden medianen Längs- 
schnitten. Vergr. 390. 
n. s. Nervenstränge, 

d. w. Darmwand. 

Fig. 16. Mnndöffnung. Querschnitt. Vergr. 570. 

Fig. 17. Querschnitt durch den Oesophagus. Vergr. 570, 

m. e. mesoderm. Epithel. 

m. f. Muskelfasern. 
Fig. 18. Cardialtheil des Magens. Querschn. Vergr. 570. 
Fig. 19. Blindsack des Magens. Querschn. Vergr. 570. 
Fig. 20. Querschnitt durch das Rectum. Vergr. 570. 
Fig. 21. Flächenschnitt durch das Rectum. Vergr. 1000. 
Fig. 22. Einmündung des Rectum in die Tentakelscheide. Vergr. 570. 

r. Rectum. 

t. s. Tentakelscheide. 

Fig. 23. Einmündung des Rectum in die Tentakelscheide bei Alcyonidium 

mytili. Vergr. 1000. 

r. Rectum. 

m. z. Mesenchymzelle. 

t. s. Tentakelscheide. 
Fig. 24. Mesenchymzelle aus der Leibeshöhle. Vergr. 1000. 

k. Kern. 

p. Protoplasma. 

Fig. 25. Muskelfasern mit Auflösung in Fibrillen an der Anheftungsstelle. 
Vergr. 1000. 
m. f. Muskelfaser, 
m. fi. Muskelfibrille. 
k. Kern. 

e. e. ektoderm. Epithel. 
Fig. 26. Muskelfasern. Vergr. 1000. 

a) Querschnitt : 
c. s. contr. Substanz, 
fi. Fibrillen. 

s. s. sarkoplasmatische Substanz. 
k. Kern. 

b) Längsschnitt: 
q. Querstreifung. 

Fig. 27. Ganzes Thier mit eingezeichneten Muskeln. Vergr. 105. 

r. Retraktor. 

o. m. Operkularmuskeln. 

p. V. m. Parietovaginalmuskeln. 
p. V. b. „ bänder. 

f. 1. Funiculi laterales. 
r. p. Rosettenplatte. 

Fig. 28. Funiculus lateralis. 

a) bei Totalansicht. Vergr. 480. 
e. e. ektoderm. Epithel. 



144 Karl Schulz: Untersuchungen über den Bau der Bryozoen etc. 

b) Längsschnitt ^ ,^ ^^„„ 

c) 2 Querschnitte / ^«^g^' ^^OO. 
Fig. 29. Stück von Funikularplatte. Vergr. 480. 
Fig. 30. Schnitt durch ein Ovarium. Vergr. 570. 

k. Eikern. 

n. Nucleolus. 

m. e. mesoderm. Epithel. 

d. w. Darmwand. 

j. e. junge Eizellen. 
Fig. 31. Hoden. Vergr. 1000. 
u. s. Ursamenzeile. 
s. c. Spermatozocyten. 
s. m. Spermatidenrautterzelle. 

e. e. ektoderm. Epithel. 

Fig. 32. Exkretionsapparat von Pedicellina. Lateraler Längsschnitt. Vergr. 800. 
u. a. unpaarer Ausführungsgang, 
p. a. paariger Anfangskanal. 

d. w. Darrawand. 

Fig. 33. Querschnitte durch die paarigen Kanäle des Exkretionsapparates von 
Pedic. Vergr. 1000. 

a) \ 

b) / dieselbe Zelle bei verschiedener Einstellung. 

c) ] 

Fig. 34. Längsschnitt durch das laterale Ende eines paarigen Exkretionskanals 

von Pedicellina. Vergr. 800. 

t. z. Terminalzelle. 

V. z. vorletzte Zelle. 

w. b. Wimperbüschel oder Wimperflaumen. 
Fig. 35. Cristatella. Längsschnitt (combiuirt) durch die Gabelkanäle und den 

unpaaren Abschnitt. Vergr. 275. 

g. k. Gabelkanal. 

u. t. unpaarer Theil. 

t. 1. Tentakellumen. 

e. p. Epistomhöhle. 
L. h. Leibeshöhle. 

g. g. Gehirnganglion. 

n. h. Nervenhöhle. 
Fig. 36. Plumatella. Zwei Querschnitte combinirt; der eine vom unpaaren, der 

andere vom paarigen Theil. Vergr. 480. 

Benenmmg wie in Fig. 35. 
Fig. 37. Cristatella. 

a) Querschnitt durch den unpaaren Theil. Vergr. 570. 
e. e. ektodermales Epithel. 

b) einzelne Zellen aus dem Lumen dieses Theiles. Vergr. 800. 



Ostafrikanische Criocerinen. 

Von J. Weise. 



Die grössere Anzahl der unten besprochenen Arten wurde von 
meinem Sohne Paul in Westusambara bei Kwai und Mombo ge- 
sammelt, einige andere Arten aus der Pangani - Steppe und den 
Ukami-Bergen verdanke ich dem Gouverneur Herrn von Bennigsen, 
während die Arten aus Ostusambara, z. B. von Derema, von Herrn 
Hintz, namentlich aber aus den noch unbestimmten Vorräthen des 
hiesigen Königlichen Museums stammen, die mir Herr Prof. Kolbe 
zur Mitbenutzung zusammensteckte. 

Die Beschäftigung mit diesen Thieren ist sehr zeitraubend und 
gewährt keine rechte Befr-iedigung, weil man sich auf die vorhandene 
Literatur nicht fest stützen kann. Da viele Arten, ähnlich wie ihre 
europäischen Verwandten, mit einem bedeutenden Flugvermögen 
ausgestattet sind, welches sie befähigt, sich über weite Gebiete aus- 
zubreiten, so ist von vornherein anzunehmen, dass sie, namentlich 
die häufig auftretenden Formen, nicht, auf Deutsch-Ostafrika und 
dessen nächste Umgebung beschränkt, sondern nördlich bis Abyssinien 
und südlich bis zum Kaplande verbreitet und von dort bereits 
beschrieben sein dürften. Aber die älteren Autoren, wie La- 
cordaire und Clark, haben oft zu viel Gewicht auf die vielfach va- 
riable Körperfärbung gelegt und zu wenige positive Unterscheidungs- 
merkmale, die in der Stirn- und Halsschildbildung zu suchen sind, 
gegeben, so dass es oft nicht gelingt, eine Art mit rechter Sicherheit 
auf ihre Beschreibungen zu beziehen, besonders wenn dieselbe nicht 
gerade von dem angegebenen Fundorte vorliegt. Bezüglich der 
Färbung hat sich allmählich die Überzeugung Bahn gebrochen, dass 
alle afrikanischen Criocerinen mit metallisch blauer oder grüner 
Zeichnung auf hellen Flügeldecken nur Varietäten solcher Arten 
sind, die einfarbig blaue oder grüne Decken haben. 

Zuweilen wird die Unsicherheit auch durch eine zu allgemeine 
Vaterlandsangabe hervorgerufen. So hat Lacordaire beispielsweise 
für Lema pnbescens^) p. 322, „Afrique australe" angegeben. Im süd- 
lichen Afrika kommen aber drei, wahrscheinlich noch mehr ver- 
schiedene Arten vor, die augenblicklich als piibescens bezeichnet 
werden, und auch ich habe die Art aus Kitui fraglich darauf be- 



^) Für den Ausdruck in der Diagnose p. 321 : pubeque tenui „depressa" ist 
wohl erecta zu lesen. 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1901. Bd. I. H. 2. 10 



146 J- Weise: Ostafrikanische Criocerinen. 

zogen, da ich nicht heraus bekomme, welches Thier Lacordaire be- 
schrieben haben mag. 

Im allgemeinen ist das d^ kleiner, schlanker gebaut als das 2 
und hat einen flachen Bauch und breitere Tarsenglieder, namentlich 
an den Vorderbeinen; einige Lema-Arten besitzen ausserdem noch 
ein sehr sicheres Kennzeichen des Männchens in der Bildung des 
ersten Bauchringes. Auf diesem befindet sich ein Längskiel, welcher 

a) sehr kurz, wenig länger als der Zipfel des Ringes ist, der sich 
zwischen die Hinterhüften schiebt, beim d^ von L. armata, 
Bennigseni^ Regimharti, macrodera; 

b) bis zur Mitte des Segmentes nach hinten reicht, bei L. plica- 
ticollis, hottentotta^ glyptodera^ sulcicollis^ aeneocyanea Thoms., 

c) erst kurz vor dem Hinterrande endet: chalcopteva. In L. azu- 
rea Lac. hat der erste Bauchring des c? in der Mitte eine tiefe 
Längsgrube mit scharfen Rändern. 

Bestimmungstab eile. 

1. Körper plump gebaut. Flügeldecken gereiht punktirt, die erste 
Punktreihe einfach. Bradylema 2. 

V. Körper mehr oder weniger cylindrisch, Flügeldecken punktirt- 
gestreift, die erste Reihe vorn verdoppelt. Lema i. sp. , 3. 

2. Stirnhöcker oben allmählich abfallend und kaum begrenzt. 
Zwischenräume der Flügeldecken namentlich hinter der Mitte 
gerunzelt und weniger glänzend. Hinterschenkel des c? ver- 
dickt, gezähnt. Röthhch gelb, Fühler (ohne das Basalglied), 
Schienen und Tarsen schwarz. — L. 10 mm. Mombo riisticella. 

2^. Stirnhöcker oben plötzlich abfallend und deutlich schräg be- 
grenzt. Zwischenräume der Flügeldecken glatt, glänzend. 
Kastanienbraun, Fühler, Brust und Beine schwarz. — L. 9 mm. 
Ost-Usambara suhcastanea. 

3. Hals hinter den Augen nicht abgeschnürt, letztere wenig vor- 
tretend. Rothbraun, Halsschild und Flügeldecken mit grünem 
Metallschimmer, stark glänzend. Fühler schwarz. Brust, Bauch 
(ohne Seitensaum) und Schenkel (mit Ausnahme der Basis) 
schwarz, grünlich angelaufen. — L. 6 — 6,5mm. Kitui macrodera. 

3^ Hals hinter den Augen abgeschnürt 4. 

4. Halsschild in der Mitte des Seitenrandes mit einer nach unten 
laufenden Quergrube, welche oben tief ist und von der Scheibe 
durch einen gebogenen scharfen Längskiel oder eine ähnliche, 
unten deutlich begrenzte Längswulst geschieden wird . 5. 

4^. Halsschild in der Mitte am Seitenrande entweder mit schmaler 
Quergrube, die oben allmählich in die Scheibe übergeht, oder 
ohne Grube 13. 

5. Halsschild ohne Querfurche vor der Basis, an Stelle derselben 
leicht vertieft, mit einer Grube vor dem Schildchen. Unserer 
L. lichenis Voet. ähnlich, Halsschild fast glatt, Vorderwinkel 
einzeln punktirt, Flügeldecken in den Reihen vorn kräftig, nicht 



J. Weise: Ostafrikanische Criocerinen. 147 

dicht, hinten feiner und dichter punktirt, Zwischenstreifen fast 

eben. — L. 3,5 mm. Kwai firma. 

5^ Halsschild mit Basalfurche 6. 

6. Die Seitengrube des Halsschildes wird von mehreren nach 
vorn gebogenen Runzeln durchzogen. Schulterbeule klein, niedrig, 
innen kaum abgesetzt. Breiter gebaut und gewölbter als L. hotten- 
totta Lac, schwarz, Flügeldecken durch pechbraun, rothbraun 
bis gelbbraun variirend, grob punktirt. — L. 9 mm. Dar es 
Salaam. Ukami Bennigseni. 

6^ Seitengrube des Halsschildes einfach; Schulterbeule kräftig, 
innen durch den verbreiterten und vertieften fünften Punkt- 
streifen deutlich abgesetzt 7. 

7. Der Längsstreifen in der Mitte des Halsschildes fällt jederseits 
zu einer tiefen Grube oder Rinne ab 8. 

7^ Der Längsstreifen seitlich nicht durch eine Grube begrenzt 9. 

8. Diese Gruben sind lang, furchenartig, hinten mit der Querfurche 
verbunden. Rothbraun, Vorderkopf, Fühler, Brust, erster Bauch- 
ring und Beine schwarz, Flügeldecken stark punktirt. — L. 6 mm. 
Delagoa-Bai sulcicollis. 

8^ Gruben kurz, rundlich, von der Querfurche deutlich getrennt. 
Flügeldecken schwarz, metallisch violett, blau, grün, goldig, 
kupferroth, Kopf und Halsschild schwarz, grün, roth, Fühler 
Beine und Unterseite schwarz, oder letztere, nebst den Schen- 
keln, grösstentheils roth. — L. 5 — 6,6 mm. Ost- und Südafrika. 

chalcoptera Lac. 

9. Stirn zwischen den Augenrinnen eben, dicht punktirt und be- 
haart. Rötlich gelbbraun, Fühler dunkel, Hinterbrust, erster 
Bauchring und die vier Hinterbeine in der Regel schwarz. — 
L. 4 — 5 mm. Usambara, Zanzibar planifrons. 

9^ Stirn zwischen den Rinnen gewölbt 10 1). 

10. Halsschild fast glatt, lackartig glänzend. Körper gelbbraun 11 



^) Hierher noch eine Art vom Quango (Mechow): Lema Mechowi: Sat 
elongata, parum convexa, subtus nigro-, supra saturate coerulea, ore, antennis 
crassiusculis pedibusque nigris; tuberculis frontalibus convexis, bene discretis, 
punctatis, prothorace obsolete punctulato, medio longitudinaliter biseriatim pun- 
ctato, fovea laterali lata, parum profunda, ruguloso-punctata, supra acute ter- 
minata, elytris punctato-striatis, interstitiis angustissimis. — Long. 4 mm. 

Fühler vom fünften Gliede an verhältuissmässig stark verdickt, jedes der 
Glieder 5 bis 10 nur wenig länger als breit. Halsschild dicht und verloschen 
punktulirt, die Yorderwinkel und die zwei Längsreihen über die Mitte nicht 
dicht, ziemlich fein punktirt, Basalfurche schmal, tief und scharf, jederseits in 
der Seitengrube erlöschend. Diese ist auffällg breit, flach, runzelig punktirt und 
oben durch eine scharfe, gebogene Längsleiste begrenzt. Von der Vorderecke 
dieser Leiste zieht sich ein kurzer Quereindruck nach innen auf die Scheibe. 

10* 



148 J.Weise: Ostafrikanische Criocerinen. 

10^ Halsschild kräftig punktirt. Körper zweifarbig . . . 12^). 

11. Fühler und Beine einfarbig gelbbraun, Stirnböckerchen hinten 
schwach abfallend und schlecht begrenzt. — L. 4 — 4,6 mm. 
Usambara, Buessa, Kitui, Westafrika pauperata Lac. 

11'. Fühler pechschwarz, die ersten 3 — 4 Glieder theilweise, das 
Endglied ganz röthlich gelbbraun, Spitze der Schienen und 
der Tarsenglieder schwärzlich. Stirnhöcker hinten deutlich und 
nach aussen zu fast rinnenförmig begrenzt. — L. 5 mm. Tanga, 
Delagoa-Bai, Natal. (Proceed. 1887. 240.) fuscitarsis Jac. 

12. Längsstreifen des Halsschildes 3- bis 4 reihig, dicht und leicht 
runzelig punktirt, daneben jederseits zahlreiche Querrunzeln. 
Schwarz, Stirn, Halsschild und Flügeldecken rothbraun. L. 8,5 
bis 9,5 mm. Ostküste von Afrika hottentotta Lac. 

12^ Längsstreifen unregelmässig zweireihig punktirt; diese Punkte, 
sowie die in den Vorderwinkeln nicht dicht. Gesättigt röthlich 
gelbbraun, Flügeldecken metallisch blau oder grün, Fühler 
(ohne das erste Glied), Schienen, mit Ausnahme der Basis, und 
die Tarsen schwarz. — L. 7,5mm. Ostusambara: Derema Kolhei^). 

13. Oberseite dicht grau behaart. Schwarzblau oder violett, Flügel- 
decken verschossen dunkelgrün mit Messing- oder Kupfer- 
schimmer, ihre Zwischenstreifen breit, eben, dicht gerunzelt. — 
L. 8 — 9 mm. Kitui ? pubescens Lac. 

131. Oberseite kahl 14. 

14. Halsschild mit einem flachen, drei- bis vierreihig dicht punk- 
tirten Längsstreifen in der Mitte, neben demselben jederseits 
kräftig quer gerunzelt 15. 

14^. Halsschild ohne deutliche Querrunzeln 16. 

15. Halsschild in der Mitte unbedeutend verengt, die Seiten in 
flachem Bogen ausgerandet, Zwischenstreifen der Flügeldecken 
dicht und deutlich gerunzelt. Schwarz, grünhch oder bräun- 
lich metallschimmernd, Fühler, Schienen und Tarsen schwarz, 
Oberseite des Körpers ziemlich matt, Flügeldecken in der Regel 
rothbraun, häufig mit einem grünen, gelblichen oder kupferigen 
Metallglanze überflogen, selten schwarz, mit grünlichem Bronce- 
schimmer. — L. 7,8 — 9 mm. Usambara: Kwai, Mombo. Abes- 



^) Durch ihre Einzelbeschreibiuig leicht zu übersehen ist die hierher ge- 
hörige L. longula Quedenf., Berl. Z. 1888, 212 : Auffallend gestreckt, cylindrisch, 
Unterseite und Kopf metallisch blau bis violett, die beiden letzten Abdo- 
minalringe gelblich roth, Fühler und Beine schwarz, Halsschild metallisch 
dunkelgrün, äusserst dicht punktulirt, die Vorderwinkel und zwei bis drei etwas 
verworrene Längsreihen in der Mitte grob und tief punktirt. Flügeldecken 
messingfarbig grün mit Kupferschimmer, stark punktirt-gestreift. — L. 8— 9 mm. 
Kassai, Niams-Niams: Semmio. 

Ob von L. inconstans Clark, Append. 26 specifisch verschieden? 

^) Die sehr ähnliche westafrikanische Art (Ashante, Simon), mit ein- 
farbig gelbbraunen Fühlern und Beinen, dürfte zu L. calabarica Clark, Ap- 
pend. 39, gehören. 



J. Weise: Ostafrikanische Criocerinen. 149 

synien (Ann. Mus. Civ. Genova 1895, 433; Jacoby, Proceed. 1898, 
212) Regimbarti Gestro. 

15'. Halsschild in der Mitte massig verengt, die Seiten winkelig 
ausgerandet, Zwischenstreifen der Flügeldecken glatt, oder 
sparsam und sehr verloschen gerunzelt, glänzend. Metallisch 
schwarz, Oberseite kupferig, bläulich oder grün metallisch. — 
L. 9 mm. Delagoabai, Cap. Dregei Lac. 

16. Stirn ohne Augenrinnen, an Stelle derselben ein breiter Raum, 
der weiter als bei allen übrigen Arten hinter die Augen reicht, 
stark vertieft, gerunzelt und behaart, matt, die Stirnhöcker 
bilden eine grosse, hochgewölbte und an den Seiten fast über- 
hängende Beule, welche eine massig feine Mittelrinne besitzt. 
Halsschild dicht punktulirt, ohne Querfurche, nur vor dem 
Schildchen ein Längsgrübchen, die Seiten nicht eingeschnürt, 
sondern in sanftem Bogen ausgerandet, Glied 6 bis 10 der 
Fühler quer. Einem Salpingus mutillatus Beck, in Form und 
Farbe nicht unähnlich. — L. 3,5 mm. Dar es Salaam (Paul 
Weise), Natal, Mashonaland. (Proceed. 1897,240) hrevicornis Jac. 

16^ Stirn mit Augenrinnen 17. 

17. Stirn zwischen den Rinnen eben, sehr dicht punktirt und 
behaart 18. 

17'. Stirn wenig gewölbt und kahl oder stark gewölbt, dann oft 
massig dicht punktirt und behaart 19. 

18. Die Punktirung und Behaarung der Stirn endet in einer Quer- 
linie, welche den Oberrand der Augen verbinden würde. Röth- 
lich gelbbraun, glänzend, Oberlippe, eine Stirnmakel, Brust 
und Bauch schwarz, an letzterem der Hinterrand der vier 
ersten Ringe, am vierten auch die Seiten, der fünfte ganz röth- 
lich gelbbraun. Halsschild mit deutlichen feinen Punkten in 
den Vorderwinkeln und auf dem Längsstreifen in der Mitte, 
hier in 3 bis 4 unregelmässige Reihen geordnet. Der L. plani- 
frons ähnlich, aber die Seiten des Halsschildes ohne deutlich 
begrenzte Quergrube. — L. 4,5 mm. Zanzibar (Archiv 1871, 
79) nigriventris Gerst. 

18'. Punktirung und Behaarung der Stirn setzt sich in einem breiten, 
hinten allmählich etwas verengten Streifen über die Mitte des 
Halses fort. Schwarz, Fühlerbasis, Beine, Halsschild und Flügel- 
decken gelbbraun oder röthlich gelbbraun, Schienen nach der 
Spitze hin und die Tarsen angedunkelt. — L. 4 — 5,3 mm. 
Kwai, Mombo hirtifrons. 

19. Die vordere Borstenpore steht auf einem kurzen, deutlich ab- 
gesetzten Cylinder 20. 

19^ Dieselbe Hegt auf einer Erhöhung, die zu den Ecken selbst 
gehört, also nicht wesentlich abgesetzt ist 22. 

20. Halsschild mit einer tiefen, aber ziemlich schmalen Seitengrube, 
die oben allmählich in die Scheibe übergeht. Lebhaft gelb- 



150 J.Weise: Ostafrikanische Criocerinen. 

braun bis röthlich gelbbraun, Flügeldecken höchstens doppelt 
so lang als breit, metallisch grün oder blau, selten bräunlich 
gelb, mit blauer oder grüner metallischer Zeichnung. — 
L. 4 — 4,8 mm, Ostusambara usamharica. 

20^ Halsschild ohne Seitengruben. Unterseite des Körpers und 
Beine schwarz, Oberseite metallisch grün, blau, broncefarben 21. 

21. Fühler schlank, einfarbig schwarz. Stimhöcker durch eine 
massig tiefe, oben allmählich verflachte Rinne geschieden. 
Flügeldecken reichlich doppelt so lang als breit. — L. 4 mm. 
Mombo fugax. 

211. Fühler massig gestreckt, Glied 2 bis 5 bräunlich gelb, das dritte 
und vierte Glied an der Spitze, das fünfte in der oberen Hälfte 
schwarz, auch die Basis des sechsten röthlich. Stirnhöcker 
durch eine tiefe und scharfe Rinne geschieden, Flügeldecken 
um die Hälfte länger als breit. — L. 3,5 mm. Nguelo acutangula. 

22. Stirn sanft gewölbt ohne Längsfurche, wie der Hals und das 
Halsschild äusserst fein gewirkt, aber nur sparsam und fast 
•erloschen punktulirt. Stirnhöcker nicht angedeutet. Oberseite 
gesättigt metallisch blau, selten grünlich, Stirn mit zwei röth- 
lichen Makeln oder nebst dem Halsschilde roth. — L. 5,5 — 6 mm. 
Ost- und Südafrika azurea Lac. 

22'. Stirn mit einerLängsfurche, welche die Höcker deutlich trennt 23. 

23. Halsschild in der Mitte wenig eingeschnürt, davor schwach er- 
weitert, in den Vorderwinkeln und auf dem Mittelstreifen ver- 
hältnissmässig stark punktirt, Querrinne vor der Basis breit, 
punktirt, nicht scharf begrenzt. Flügeldecken massig stark, 
aber tief punktirt-gestreift, Zwischenstreifen schmal, gewölbt. 
Strohgelb, Fühler, Schienenspitzen, Tarsen, zuweilen auch 
Hinterbrust und Bauch angedunkelt, Halsschild und Flügel- 
decken mehr oder weniger metallisch dunkelgrün gezeichnet. 
— L. 4,8 — 5,5 mm. Usambara, Transvaal icterica. 

23'. Halsschild in der Mitte bedeutend eingeschnürt, davor stark 
erweitert, fein punktirt 24. 

24. Fühler gelbbraun, die einzelnen Glieder an der Spitze ange- 
dunkelt, Schwarz, die vier Vorderschienen und Tarsen theil- 
weise gelbbraun, Flügeldecken blau, mit rother Längsmakel 
auf und hinter der Schulter. — L. 3,5 — 3,8 mm. Kwai Pauli. 

24'. Fühler schwarz 25. 

25. Körper ziemlich kurz gebaut, schwarz, Halsschild und Flügel- 
decken rothbraun, matt. Koj)f gross, Stirn grob punktirt. — 
L. 5,5 mjB. Zanzibar (1. c. 79) morosa Gerst. 

25', Körper gestreckt, metallisch gefärbt, glänzend, Stirn fein punk- 
tirt 26. 

26. Halsschild fast gleichmässig, fein punktirt, vor der Einschnürung 
in schwachem Bogen nach vorn erweitert und gleichmässig 
querüber gewölbt, Beine schwarz. — L. 3,2 mm. Mombo 

suahelorum. 



J.Weise: Ostafrikanische Criocerinen. 151 

26^ Halsschild vor der Einschnürung gradlinig erweitert, nicht 
gleichmässig querüber gewölbt, sondern j euerseits hinter den 
Vorderwinkeln flach gedrückt, oder mit einer weiten und 
schwachen Schrägvertiefung versehen. Die vier Hinterschenkel 
mehr oder weniger roth. — L. 4 mm. Kwai aurifrons. 

In die Gruppe mit einer oben scharf begrenzten Quergrube 
an den Seiten des Halsschildes gehört vielleicht L. seriefoveata 
Fairm., Ann. Belg. 1891. C. R. 303 aus Britisch Ostafrika. 
Schwarz, sehr glänzend, Flügeldecken blau, violett schimmernd, 
mit Reihen von grubenförmigen Punkten, von denen die erste, 
sowie die zweite und dritte an der Spitze in Streifen stehen. 
Zwischenstreifen sparsam, fein punktirt. — L. 10 mm. 
Bradylema t'usticella: Robusta, testacea, nitida, antennis (arti- 
culo primo exepto), tibiis tarsisque nigris, prothorace medio valde 
constricto, disco lineatim, antice posticeque fasciatim punctulato, 
foveolis quinque (duabus pone apicem tribusque ante basin) sat ob- 
solete impresso, elytris mediocriter striato-punctatis, interstitiis uni- 
seriatim punctulatis antice subtilissime-, postice evidentius rugulosis, 
femoribus posticis incrassatis, dente valido armatis. — Long. 10 mm. 
Mombo, Juli 1899. 

Mit L. crassipes Ol. von Madagaskar verwandt, ohne Zahn an 
den Hinterschienen. Fühler ziemlich kräftig, kaum halb so lang 
als der Körper, Glied 1 gelbbraun, dick, 2 bis 4 kurz, 2 breiter als 
lang, 3 und 4 etwas länger als breit, die folgenden matt, dicht be- 
haart, verdickt, jedes mindestens doppelt so lang als breit. Hals- 
schild etwas länger als breit, in der Mitte stark eingeschnürt und 
von hier nach vorn und hinten stark erweitert, fein punktirt. Neben 
dem Längsstreifen in der Mitte, der aus ungefähr 6 sehr unregel- 
mässigen Punktreihen besteht, liegt jederseits eine flache Grube 
hinter dem Vorderrande, neben welcher nach aussen ein breiter 
Querstreifen punktirt ist. Ebenso befinden sich vor dem Hinterrande 
3 Grübchen, ein grösseres vor dem Schildchen, dicht daneben ein 
kleineres. Vor diesen Gruben ist ebenfalls ein Querstreifen punktirt. 
Fld. vorn massig stark gereiht-punktirt, mit sparsam und sehr fein 
gerunzelten, glänzenden Zwischen streifen, hinter der Mitte schwächer 
gereiht-punktirt, mit dicht und kräftig gerunzelten, matteren Zwischen- 
streifen. Die dicken Hinterschenkel reichen bis zum Hinterrande 
des vierten Bauchringes und haben einen starken, massig zugespitzten 
Zahn, die Hinterschienen unterseits vor der Mitte am Aussenrande 
eine feine Längsleiste. 

Das vorliegende Thier weicht von vielen der übrigen Arten 
durch die einfache erste Punktreihe der Fld. ab, die sich vorn nicht 
gabelt, so dass also die abgekürzte Punktreihe fehlt. In diese 
Gruppe, Bradylema^ gehören wahrscheinlich die vier plumpen afri- 
kanischen Arten der groupe 1 von Lacordaire, Mon. 309, zu denen 
Baly noch eine, Clark, Cat. Append. 21 — 23, noch 3 Arten hinzu- 
fügte, ferner vielleicht noch Lema grossa Thoms., die ohne Angabe 
von Gründen im Münch. Catal. unter Crioceris aufgezählt wird. 



152 J- Weise: Ostafrikanische Criocerinen. 

Amerikanische Arten mit einfacher erster Punktreihe, z. ß. 
apicalis, ornata^ nigrovittata^ trilineata^ sind schlanker gebaut. 

BraclyUma siihcastanea : Sat robusta, castanea, nitida, palpis, 
antennis (articulo basali rufescente excepto) pectore pedibusque ni- 
gris; tuberculis frontalibus postice oblique terminatis, prothorace 
subquadrato, in medio coarctato, parce punctato, foveola ante scu- 
tellum impresso, eljtris striato-punctatis, interstitiis sublaevibus. — 
Long. 9 mm. Usambara orientalis (Fischer) Mus. berolin. 

Vom Ansehen unserer Crioc. merdigera L. , aber grösser, 
dunkler gefärbt, kastanienbraun, lackartig glänzend, Brust, Beine 
und Fühler schwarz, letztere stark, bis hinter die Schulterbeule 
reichend, das erste Glied röthlich, die Spitze des letzten Gliedes 
gelbbraun. Stirnfurchen breit, tief, scharf, Stirnhöcker in der unteren 
Hälfte schmaler als gewöhnlich, verbunden, in der oberen getrennt, 
mehr gewölbt, zum Scheitel stark in einer Schräglinie abfallend. 
Halsschild etwa so lang als an der Basis breit, in der Mitte durch 
die Seitengrube massig verengt, vor dieser gerundet-erweitert, oben 
mit einem sehr sanften und verloschenen Quereindrucke vor der 
Basis, der in der Mitte eine kleine Längsgrube hat, einigen zer- 
streuten Punkten an den Vorderecken und in dem Längsstreifen 
über die Mitte der Scheibe, letztere in 3 unregelmässige Reihen 
geordnet. Flügeldecken in Reihen punktirt, von denen die erste in 
einem feinen Streifen steht. Die Punkte sind nicht dicht gestellt, 
auf dem Abfalle zur Spitze und die der äusseren fünf Reihen in der 
Mitte etwas feiner als die auf den übrigen Theilen. Bauch fast 
glatt, jedes der vier ersten Segmente mit einer Querreihe von Punkten 
vor dem Hinterrande, das letzte Segment an den Seiten punktirt. 

Leyna macrodera: Subcylindrica, testaceo - rufa , supra aeneo 
micans, nitida, antennis nigris, articulo primo interdum rufescente, 
pectore, abdominis medio femoribusque basi excepto aeneo-nigris; oculis 
magnis parum prominulis, fronte ruguloso punctata tuberculis 
deplanatis, collo lato, antice haud constricto, prothorace parum 
elongato, medio coarctato, ante basin transversim sulcato, disco 
punctato lateribus transversim rugosis, elytris subdepressis punctato- 
striatis, interstitiis antice leviter convexis postice subcarinatis. — 
Long.6 — 6,5mm. Africa or.anglicana: Kitui (Hildebrandt). Mus. berolin. 

Der L. cephalotes Lac. 328 am nächsten stehend, kleiner, Stirn- 
beulen abgeflacht, Fühler schwarz, Halsschild quer gerunzelt. Schienen 
und Tarsen hell gefärbt. 

Verschossen röthlich braun, der Kopf vorn schwärzlich, das 
Halsschild ziemlich stark metallisch grün angelaufen, die Flügel- 
decken weniger. Fühler kurz, bis zur Schulter reichend, schwarz, 
erstes Glied zuweilen röthlich, Glied 3 und 4 kurz, jedes so lang 
als 1, 5 bedeutend, 6 und 7 etwas länger als 4, 8 bis 10 quadra- 
tisch. Stirnfurchen tief, der dreieckige Raum zwischen ihnen flach 
gedrückt, mit vorn abgekürzter Mittelfurche, runzelig punktirt, be- 
haart. Augen vorn ziemlich stark, hinten wenig gewölbt, daher 
nicht so stark heraustretend wie in den meisten übrigen Arten, der 



J. Weise: Ostafrikanische Crioceriuen. 153 

Hals hinter ihnen nicht eingeschnürt, kaum verengt. Halsschild 
wenig länger als breit, hinter der Mitte durch eine breite, leicht 
gerunzelte Quergrube massig eingeschnürt, nach vorn fast gradlinig, 
(beim 9 stärker als beim c?) erweitert, die Querfurche vor der Basis 
schmal, massig tief, seitlich mit der grossen Quergrube verbunden, 
die oben durch eine schwache Längskante begrenzt ist. Der Längs- 
streifen in der Mitte gereiht-, die Vorderwinkel verworren punktirt, 
dahinter quer gerunzelt. Flügeldecken massig gewölbt und auf dem 
Rücken etwas abgeflacht, kräftig punktirt-gestreift, ohne Basalbeule, 
mit niedrigem Schulterhöcker, der innen wenig abgesetzt ist. 
Zwischenstreifen einreihig punktulirt, vorn wenig, hinten stark gewölbt. 

Das d^ hat einen gelblichen kurzen Längskiel auf dem nach 
vorn gerichteten Zipfel des ersten Bauchringes. 

Lema Bennigseni: Subcylindrica, nigra, nitidula, antennis cras- 
siusculis, articulis quatuor primis cinereo-pubescentibus, fronte inter 
oculos bicallosa, prothorace convexo, medio constricto, disco cebre 
subtilissimeque punctulato et lineatim-, antice fasciatim punctato, 
medio utrinque oblique impresso, ante basin transversim sulcato, 
elytris punctato- striatis, punctis sat magnis, profundis, striis pone 
medium sulciformibus, interstitiis convexis apice subcostatis, parce 
subtilissimeque uniseriatim punctulatis, tuberculo humerali minimo. 
— Long. 9 mm. Dar es Salaam, Montes Ukami (v. Bennigsen). 

Var. a. Elytris rufo-piceis vel testaceis, lateribus infuscatis. 
Stirnlinien tief, der dreieckige Raum zwischen ihnen gewölbt, durch 
eine tiefe, vorn abgekürzte Mittelrinne in zwei runzelig punktirte 
Beulen getheilt, die oben durch einen klamm erförmigen Quereindruck 
schwach begrenzt sind. Halssch. wenig länger als zwischen den 
vorderen Borstenporen breit, in der Mitte am engsten, von hier aus 
nach hinten wenig, nach vorn stark und fast gradlinig erweitert, 
so dass am vorderen stumpfen und kaum abgesetzten Borstenkegel 
eine scharfe Ecke entsteht; die Scheibe gewölbt, überall dicht und 
sehr fein punktulirt, in der Mitte mit einem breiten Längsstreifen 
von stärkeren Punkten, ebenso die Erweiterung neben der vorderen 
Borstenpore stärker punktirt; hinter der Mitte eine massig tiefe, in 
der Mitte grubenförmige Querfurche und zwischen dieser und der 
Basis mit mehreren durchgehenden Querrunzeln, vor der Mitte mit 
einem Schrägeindrucke jederseits. Der Vorderrand bildet eine breite, 
aber ziemlich schwache, hinten deutlich begrenzte Querwulst, die in 
der Mitte unterbrochen ist. 

Flügeldecken ziemlich grob punktirt, die Punkte rund, vorn in 
Reihen mit schmalen, leicht gewölbten Zwischenstreifen, hinter der 
Mitte in Streifen gestellt, deren Zwischenräume stark gewölbt sind. 

Ich hielt dieses Thier anfangs für eine kleine Form von rufi- 
pennis Lac, bin aber davon zurückgekommen durch die Ueber- 
zeugung-, dass der sorgfältige Lacordaire unbedingt die Vertiefungen 
des Halsschildes erwähnt hätte, wenn sie an seinen Exemplaren 
vorhanden gewesen wären. Nach der Beschreibung ist rufipennis 



154 J.Weise: Ostafrikanische Criocerinen. 

ausserdem durch grösseren Glanz der Oberseite, ein kürzeres Hals- 
schild und längliche Punkte der Flügeldecken verschieden. 

Lema sulcicollts: Subelongata, modice convexa, ferruginea, supra 
nitida leviter aurichalceo splendens, capite antico, antennis, pectore, 
abdominis segmento primo pedibusque nigris; tuberculis frontalibus 
convexiusculis , crebre rugoso-punctatis, griseo-pubescentibus, pro- 
funde separatis; prothorace medio valde coarctato, anguHs anticis 
subtuberculatis, supra parce obsoleteque punctulato, sublaevi, ante 
basin profunde transversina sulcato anticeque sulcis binis longitudi- 
nalibus impresso, elytris antice fortiter seriatim-, postice striatim 
punctatis, interstitiis apice elevatis. — Long, 6 mm. Delagoa-Bai: 
Monteiro (Mus. berolin.). 

Neben glyptodera Lac. 331 gehörig, kleiner, oberseits glänzender, 
die beiden Längsfurchen des Halsschildes tiefer, länger, hinten mit 
der Querfurche verbunden, Flügeldecken viel stärker punktirt und 
die vier letzten Bauchringe röthlich gelbbraun gefärbt. 

Stirnbeulen dicht runzelig punktirt, etwas sparsamer als die 
übrigen Theile des Kopfes weisslich behaart, auch der Hals hinter 
ihnen ein Stück punktirt. Halsßchild etwas länger als in den Vorder- 
ecken breit, wenig hinter der Mitte stark eingeengt, davor allmählich 
und fast gradlinig erweitert, die vordere Borstenpore auf einer leichten 
Beule eingestochen. Die Scheibe sehr uneben: Auf dem Basalstreifen 
befinden sich zwei bis drei durchgehende kräftige Querfalten, dann 
folgt eine tiefe, glatte Querfurche, seitlich mit der Quergrube ver- 
bunden, davor liegen zwei Längsfurchen, welche den Mittelstreifen 
begrenzen und nahe dem Vorderrande endigen. Sie divergiren leicht 
nach vorn, sind in der Mitte am breitesten und tiefsten und senden 
von hier aus einen schwachen Schrägeindruck nach aussen. Die 
Punkte der Flügeldecken sind vorn gross und tief, dicht neben ein- 
ander gerückt, die Reihen daher durch äusserst schmale Zwischen- 
streifen getrennt, hinter der Mitte und über dem Seitenrande werden 
die Punkte kleiner, länglicher und stehen in deutlichen Streifen. 
Die Schenkel sind etwas metallglänzend, der erste Bauchring ist 
auf dem Zipfel zwischen den Hinterhüften und vor dem Hinterrande 
verloschen röthlich gefärbt. 

Lema firma: Subcj'lindrica, aeneo-vel coeruleo-nigra, antennis 
crassiusculis tibiis tarsisque nigris, capite prothoraceque aeneo-viri- 
dibus, sublaevibus, elytris aeneo-coeruleis ; fronte parce punctulata 
et pubescente, minus convexa, fovea elongata impressa, vertice utrinque 
linea transversa obsoleta fusco-rufa signato, prothorace subquadrato, 
lateribus pone medium foveam profundam excavatis, dorso convexo, 
puncto medio ante basin impresso: elytris striato-punctatis, extus et 
postice subtiliter punctato-striatis. — Long. 3,5 mm. Kwai. 

Durch die Form des Halsschildes ausgezeichnet. Dasselbe ist 
etwa so lang als in den Vorderecken breit, fast gleichmässig quer- 
über gewölbt, ohne Querfurche vor der Basis, nur mit einem punkt- 
förmigen Grübchen vor dem Schildchen. Die Seiten werden hinter 
der Mitte durch eine glatte, tiefe Quergrube eingeengt und sind vor 



J. "Weise: Ostafrikanische Criocerinen. 155 

derselben in schwacher Rundung erweitert. Die Punkte der Flügel- 
decken nehmen nach hinten an Stärke ab, sie sind vor der Mitte, 
namentlich auf der inneren Hälfte gereiht, massig dicht, dahinter 
und aussen in schwache Streifen gestellt. Die Fühler reichen bis 
hinter die Schulterbeule und sind vom fünften Gliede an verdickt, 
so dass jedes der folgenden Glieder wenig länger als breit ist. 

Die Art gehört neben L. viridiaenea Lac. 353. 

Lema chalcoptei'a Lac. Mon. 352. Mit ihr ist L. foveicollis 
Gerst. et var. a, Archiv 1871, 79 identisch. Es ist eine häufige 
Art, die an den beiden Gruben auf der Scheibe des Halsschildes 
vor der Mitte ohne Weiteres zu erkennen ist. Unterseite schwarz 
metallisch, Fühler, Schienen und Tarsen schwarz, Kopf und Hals- 
schild metallisch dunkelgrün, die Stimbeulen oft rostroth, Flügel- 
decken von metallisch grün, braun oder goldig mit Kupferschimmer, 
durch gesättigt kupferroth bis schwarz, mit bläulichem Kupferglanze, 
variirend. 

In einer zweiten Farbenreihe sind die Flügeldecken schwarz- 
blau, kornblumenblau, grünlich blau, dunkelgrün, mit bläulichem 
oder mit Bronceschimmer, Kopf und Halsschild entsprechend dunkler 
gefärbt. var. Gerstäckeri, 

In der dritten Reihe färbt sich allmählich der Kopf über dem 
Munde, der Basalstreifen des Halsschildes, dann der Seitenrand vor 
der Mitte, zuletzt das Halsschild völlig roth, auch werden die vier 
Hinterschenkel, ausgenommen Trochanteren und Spitze, sowie die 
ganze Brust roth. Die Flügeldecken können alle Farbenmischungen 
der vorigen Reihen durchlaufen. (L. foveicollis Gerst. var. b.) 

var. sanguinicollis Lac. 

Bei der Diagnose der letzten Farbenabänderung ist, Lac. Mon. 
379, die Breite von V4 IJii- ^^ 1^/4 liii- zu verbessern. 

Lema pauperata Lac. und ft/scitarsis Jac. Ob die ostafrikanischen 
Thiere wirklich zu den genannten Arten gehören, ist unsicher, ich 
habe jedoch aus den Beschreibungen keinen Unterschied heraus- 
finden können. Von fuscitarsis kenne ich nur Exemplare (auch von 
Addah), deren Fühlerendglied, wie in der von Jacoby angeführten 
Abänderung, röthlich gefärbt ist. 

Lema planifrons: Elongata, testacea vel rufo-testacea, nitidula, 
antennis, tibiis apice tarsisque infuscatis, pectore, abdominis seg- 
mento primo pedibusque quatuor posterioribus (bis plus minusve) 
nigris; fronte planiuscula dense punctata et ochraceo-vel cinereo- 
pubeseente, "prothorace pone medium valde coarctato, disco sublaevi 
transversim bisulcato, sulco anteriore obsoleto in medio late subin- 
terrupto, elytris basi sat elevatis, punctato-striatis, interstitiis apice 
convexis. — Long. 4 — 5 mm. Usambara: Mombo, Nguelo, Derema. 
Africa or. anglicana: Kitui. 

Var. a. Subtus tota flavo-testacea. 

Mit der nur 3 mm langen L. 'pubifrons Jac, Proceed. 1898, 215, 
von Natal, wahrscheinlich sehr nahe verwandt, aber kaum identisch, 



156 J- Weise: Ostafrikanische Criocerinen. 

weil die Fühler stets dunkel und die Hinterbeine wenigstens theil- 
weise schwarz gefärbt sind, wenn die Brust letztere Farbe besitzt. 

Röthlich gelbbraun, unten meist etwas heller als oben, das 
zweite bis vierte Fühlerglied an der Spitze (selten ganz), die fol- 
genden einfarbig schwärzlich grau, ebenso die Spitze der Schienen 
und der grösste Theil der Tarsen. Die Mittel- und Hinterbrust, 
der erste Bauchring in der Mitte und der Rücken der vier Hinter- 
schenkel schwarz. Oft sind diese Schenkel mit Ausnahme der Basis 
schwarz, dann färben sich die Schienen bis nahe an die Basis dunkel. 

Kopf dicht grau oder ockergelb behaart, die Stirn eben, bis 
zum Anfange des Halses dicht punktirt. Halsschild äusserst zart 
punktulirt mit einigen grösseren Pünktchen in den Vorderwinkeln 
und auf dem Mittelstreifen, fast glatt, so lang als breit, an den 
Seiten durch eine oben gut begrenzte Quergrube eingeschnürt, vor 
dieser gradlinig bis zu den massig scharfen Vorderecken erweitert, 
vor der Basis mit kräftiger, glatter Querfurche und dicht vor der 
Mitte mit einem ähnlichen, viel schwächeren Quereindrucke, welcher 
in der Mitte fast erloschen ist. Flügeldecken punktirt - gestreift. 
Zwischenstreifen massig breit, an den Seiten und vor der Spitze 
gewölbt, die Basis durch eine gerundete Quergrube an der Naht 
beulenförmig erhöht. Unterseite und Beine dicht und fein punktirt 
und grau behaart, bisweilen einfarbig gelbbraun. 

Lema hirtifrons: Elongata testacea vel rufo-testacea, nitidula, 
antennis articulis quatuor primis apice, sequentibus, omnino, capite, 
pectore abdomineque nigris, tibiis apicem versus tarsisque infuscatis, 
fronte planiuscula medioque colli dense punctatis et cinereo-pubes- 
centibus, thorace medio coarctato, disco sublaevi transversim bisul- 
cato, sulco anteriore minus profundo in medio subinterrupto, elytris 
punctato-striatis, interstitiis apice elevatis. — Long.4 — 5,3mm. Mombo, 

Var. a. Antennis leviter infuscatis. 

Der vorigen sehr ähnlich, aber in folgenden Merkmalen sicher 
verschieden: Kopf und Hals sind schwarz, ersterer in den Stirn- 
rinnen meist rostroth, die Punktirung und Behaarung der Stirn setzt 
sich auf einem breiten, nach hinten verengten Streifen über die 
Mitte des Halses nach hinten fort; das Halsschild hat an den Seiten 
eine kleine Grube, die oben nicht durch einen deutlichen Längswulst 
begrenzt ist, und der vordere Quereindruck ist tiefer, viel deulicher, 
in der Mitte nur auf einem schmalen Räume abgeflacht, so dass er 
hier, in gewisser Richtung gesehen, fast unterbrochen ist. Die 
Flügeldecken sind an der Basis kaum beulenförmig, dahinter nicht 
grubig vertieft, Brust und Bauch einfarbig schwarz, während die 
Schenkel und die Basalhälfte der Schienen stets gelbbraun gefärbt 
bleiben. Bisweilen sind die Fühler gelbbraun, vom fünften Gliede 
ab massig angedunkelt. 

Lema Kolbei: Modice elongata, laete testaceo-rufa, nitida, an- 
tennis (articulo primo excepto), tibiarum apice tarsisque nigris, ety- 
tris aeneo-coeruleis vel viridibus , infra basin impressis, striato- 
punctatis, apice punctato-striatis; prothorace medio valde coarctato, 



J.Weise: Ostafrikanisclie Criocerinen. 157 

sulco basali transverso in lateribus abrupte foveiformi, disco crebre 
subtilissimeque punctulato,punctismajoribus biseriatis. — Long.7,5 mm. 
üsambara orientalis: Derema (Conradt, Fiscber). 

Der grösseren L. calaharica Clark ^) sehr ähnlich, die Fühler 
dünner, die Querfurche vor der Basis des Halsschildes tiefer, seit- 
lich nicht verflacht, sondern tief mit der Quergrube verbunden, die 
in beiden Arten oft etwas angedunkelt ist und oben von einer leicht 
gebogenen, scharfen Längsleiste begrenzt wird. 

Lebhaft bräunlich roth, glänzend, Fühler schwarz, ihr erstes 
Glied mehr oder weniger hell röthlich, die Spitzenhälfte der Schienen 
(an den vier Vorderbeinen noch etwas mehr), sowie die Tarsen 
schwarz. Schildchen roth oder schwarz, Flügeldecken metallisch 
blau bis grün. Halsschild länger als breit, äusserst dicht und fein 
punktulirt, die Seiten vor der Mitte gerundet, kräftig punktirt, in 
der Mitte der Scheibe 2 oft nicht ganz regelmässige Längsreihen 
von starken Punkten. Flügeldecken vorn in Reihen, an der Spitze 
in Streifen punktirt, hinter der Basis mit einem ziemlich tiefen, 
grubenförmigen Eindrucke nahe der Naht, welcher aber die Basis 
kaum beulenförmig emporhebt. Schulterhöcker gross und ziemlich 
hoch, innen von der vertieften und verbreiterten fünften Punktreihe 
abgesetzt. 

Lema usambarica: Minus elongata, rufo-testacea, elytris aeneo- 
viridibus vel coeruleis, tuberculis frontalibus laevibus, haud sepa- 
ratis, prothorace subtransverso, medio coarctato, sulco basali trans- 
verso lato, profundo, punctato, angulis anticis breviter cylindrico- 
prominulis, disco medio longitudinaliter-, in angulis confuse punctato, 
elytris striato-punctatis, infra basin profunde impressis, tibiis tarso- 
rumque articulis apice extreme fuscis. — Long. 4 — 4,8 mm. Üsam- 
bara Orientalis: Derema (Conradt), Nguelo (Hintz). 

Var. a. Prothorace angulis nigris. 

Var. b. laetifica'. Elytris stramineis, limbo suturali et laterali 
(hoc latior, pone medium abbreviato, basi oblique usque ad suturam 
dilatato) maculaque pone medium nigro-viridi-aeneis aut coeruleis. 

Eine kleine, wenig gestreckte Art, deren Halsschild kaum so 
lang als breit ist, während die Flügeldecken nur doppelt so lang 
als breit sind; sie ist an dem kräftig punktirten Halsschilde zu er- 
kennen, dessen vordere Eckpore auf einem kurzen, aber deutlich 
abgesetzten und nach aussen gerichteten Cylinder liegt. 

Lebhaft gefärbt, bald röthlich gelbbraun, bald weisslich gelb. 
Schildchen rothbraun bis schwarzgrün, Flügeldecken metallisch grün 
oder blau, die äusserste Spitze der Schienen, die Spitze der beiden 
ersten Tarsenglieder, das dritte und vierte Tarsenglied nebst den 
Klauen in der Regel ganz schwärzlich. Stirn zwischen den Augen- 
rinnen fast glatt, gleichmässig schwach gewölbt, die Höckerchen 



^) Vielleicht umfasst calaharica Clark, Cat. App. 39, zwei Arten, denn 
alle meine Stücke von Ashante (Simon) haben einfarbig hell rostrothe Fühler 
und Beine. 



158 J.Weise: Ostafrikanische Criocerinen. 

daher nicht ausgebildet, auf dem Scheitel ein kurzes Längsgrübchen. 
Halsschiid in der Mitte durch eine nach unten laufende ziemlich 
schmale Grube jederseits eingeschnürt, die oben allmählich in die 
Wölbung der Scheibe übergeht. Letztere hat vor der Basis eine 
breite und tiefe, punktirte Querfurche, vor derselben einen Längs- 
streifen von Punkten, welche in 3 bis 4 nicht regelmässige Reihen 
geordnet sind, sowie jederseits in den Vorderwinkeln zahlreiche 
verworrene Punkte. Flügeldecken fein punktirt - gestreift, an der 
Spitze stärker und tiefer, die Zwischenstreifen vorn fast eben, an 
der Spitze gewölbt. Der Eindruck neben der Naht hinter dem 
Schildchen bildet eine grosse, massig tiefe Grube zwischen der ersten 
und vierten Punktreihe und hebt den Basalraum nur schwach em- 
por. Schulterbeule kräftig. 

Die Färbung ist variabel. Bei einem Stücke haben die Vorder- 
und Hinterecken des Halsschildes eine grosse schwarze Makel 
(Var. a), woraus zu schhessen ist, dass die Art auch mit schwarzem 
Halsschilde vorkommt; ein anderes Exemplar hat strohgelbe Flügel- 
decken, mit metallisch grünem Naht- und Seitensaume. Ersterer 
schmal, auf die Nahtkante beschränkt, endet in der Spitze, letzterer 
umfasst die Epipleuren nebst dem letzten Zwischenstreifen und endet 
in 2/3 Länge. Hier liegt neben ihm eine massig grosse, gerundet 
viereckige Makel zwischen dem vierten und achten Punktstreifen, 
vor deren Vereinigung. Im Basalviertel reicht der Saum über die 
Schulter weg bis zum fünften Punktstreifen und verlängert sich 
hinter der Schulter in dem grubenförmigen Eindrucke nach innen 
bis neben die Naht: var. laetifica. 

Lema acutangula: Breviter oblongo-parallela, subtus coerules- 
centi-nigra, supra saturate coeruleo-viridis vel brunneo-aurichalcea, 
nitida, antennis basi testaceo - variegatis, tibiis tarsisque obscure 
testaceis ; fronte punctata sulco medio sulcisque lateralibus profundis, 
prothorace sat crebre inaequaliter punctato, valde coarctato, antice 
utrinque acute tuberculato, elytris prothorace duplo latioribus, infra 
basin sat profunde impressis, sat subtiliter punctato-striatis, inter- 
stitiis crebre obsoletius punctulato-alutaceis, fere laevibus, duobus 
interioribus et exterioribus apice convexis, abdomine dense subrugoso- 
punctulato, subopaco. — Long. 3,5 mm. Nguelo (Kraatz, Hintz). 

Durch schlanken Vorderkörper und breite Flügeldecken aus- 
gezeichnet, unten schwarz, mit blauem oder grünlichem Schimmer, 
oben gesättigt blau oder bräunlich broncefai'ben. Fühler massig 
schlank, schwarz, Glied 1 an der Spitze und unten, 2 ganz, 3 bis 5 
in der Basalhälfte gelbbraun, Glied 5 das längste, 2 das kürzeste, 
die übrigen unter sich ziemlich von gleicher Länge oder 7 etwas 
länger als die beiden einschliessenden Glieder. Halsschild so lang 
als breit, ziemlich dicht aber ungleichmässig punktirt, der Quer- 
eindruck vor der Basis seicht, an den Seiten verbreitert und vertieft, 
schnürt das Halsschild bedeutend ein; davor ist es gradlinig er- 
weitert, mit spitzen Vorderecken, deren Borstenpore auf einem ab- 
gesetzten kurzen Cylinder liegt. Auch hinter dem etwas verdickten 



J.Weise: Ostafrikanische Criocerinen. 159 

Vorderrande ist ein schwacher Quereindruck bemerkbar, welcher 
sich nach der Mittellinie bedeutend verbreitert und verflacht. Flügel- 
decken doppelt so breit als das Halsschild, mit scharf heraustretenden 
Schultern und einem ziemlich tiefen Eindrucke in 1/4 Länge neben 
der Naht, die Stelle davor, am Schildchen, beulenförmig. Die 
Scheibe ist ziemlich fein punktirt-gestreift, die Streifen sind in dem 
Eindruck und hinten etwas stärker, die Zwischenstreifen ziemlich 
eben, nur die beiden inneren und äusseren vor der Spitze gewölbt, 
verbreitert, der dritte bis achte Punktstreif davor in eine grosse 
Grube abfallend. Schienen und Tarsen, erstere namentlich auf dem 
Kücken, dunkel und verloschen gelbbraun. Bauch sehr dicht und 
äusserst fein runzelig punktirt, fast matt. 

Lema fugax: Oblongo-parallela, subtus coerulescenti-nigra, su- 
pra saturate coerulea, nitida, antennis gracilibus, tibiis tarsisque ni- 
gris, fronte punctata sulco medio sat obsoleto, prothorace inaequa- 
liter dense punctulato, valde coarctato, antice utrinque acute tuber- 
culato, dorso linea media laevi vix impresso, elytris prothorace 
sesqui latioribus, infra basin profunde impressis, sat subtiliter punctato- 
striatis, interstitiis laevibus, duobus, interioribus et exterioribus con- 
vexis, ventre minus dense punctulato, nitidulo. — Long. 4 mm, 
Mombo. 18. 7. 1899. 

Der vorigen sehr ähnlich, aber von ihr in folgenden Stücken 
abweichend: Der Körper ist schlanker, die Längsfurche der Stirn 
nur unten massig tief, oben sehr flach, die Fühler einfarbig schwarz, 
schlank, das Halsschild feiner, seichter, weniger dicht punktirt, mit 
glatter Mittellinie, die vor dem massig tiefen und breiten Quer- 
eindrucke vor der Basis leicht vertieft ist, die Zwischenstreifen der 
Flügeldecken glatt, der Eindruck hinter der Basis tief. Schienen 
und Tarsen schwarz, der Bauch auf den ersten Ringen sparsam, 
auf den letzten im vorderen Theile massig dicht, fein punktirt, 
ziemlich glänzend. 

Lema azurea Lac. war im März 1889 bei Mombo häufig und 
kam mit chalcoptera Lac. unter einander vor. Sie ist etwas schlanker 
gebaut als diese, viel glänzender; die Flügeldecken sind feiner 
punktirt-gestreift, vorn durch einen Eindruck neben der Naht beulen- 
artig erhöht; das Halssch. hinter der Querfurche stärker als vor 
derselben gewirkt, mit einigen, nur unter stärkerer Vergrösserung 
sichtbaren, in 2 bis 3 Reihen geordneten Pünktchen vor der Mitte 
und ähnlichen Punkten in den winkeligen Vorderecken. Stirn ge- 
wirkt, sanft gewölbt und hinten allmählich in den Hals übergehend, 
höchstens mit einer sehr feinen, kurzen Mittelrinne, so dass die Höcker 
kaum angedeutet sind. 

Die Farbe der Oberseite ist in der Regel ein lebhaftes und 
glänzendes Stahlblau, selten nach veilchenblau oder metallisch grün 
variirend, die Stirn mit zwei rothen Makeln oder grösstentheils roth. 
Diese rothe Färbung dehnt sich allmählich über den Hals, das Hals- 
schild, die Unterseite und Beine aus; an letzteren bleiben nur die 
Hüften, Knie und Tarsen schwarz : var. mombonensis. 



jßQ J. Weise: Ostafrikanische Criocerinen, 

Lema idertca: Modice elongata, flava, antennis articulis 3'^ et 
4'^ apice, pectore abdomineqiie plus minusve infuscatis, labro, clypeo, 
femoribus tibiisque nigricantibus, thoracis angulis anticis et posticis, 
scutello elytrisque nigro-aeneis, subaurichalceo-micantibus, bis ma- 
ciila basali parva in singulo flava; prothorace parce subtilissime-, 
in medio et latera versus fortius punctato, ante basin subconstricto, 
strictura crebre punctulata, elytris infra laasin impressis, subtiliter 
sed profunde punctato-striatis; interstitiis angustis, apicem versus 
convexioribus. — Long. 5 mm. Mombo. März 1899. 

Var. a. Straminea, antennis (basi excepta), femoribus quatuor 
anterioribus in dorso, tibiis apicem versus tarsisque fusco-nigris, 
macula media elongata apicali limboque laterali protboracis, vitta 
communi lata limboque laterali elytrorum macula metasterni utrinque 
et abdominis medio nigro-aeneis. — Long. 5,5 mm. Botschabelo, 
Transvaal (Niemeyer). Mus. berol. 

Kopf, Halsscbild, eine kleine Makel an der Basis jeder Flügel- 
decke, zwischen der dritten und sechsten Punktreihe, kaum hinter 
die Schulterbeule reichend, und die Tarsen bräunlich gelb, Oberlippe 
und Kopfschild schwarz. Stirn zwischen den Furchen ziemlich 
flach, kaum punktirt, mit einem Längsgi'übchen auf dem Scheitel. 
Fühler schlank, halb so lang als der Körper, gelbbraun oder röth- 
lich gelbbraun, Glied 3 und 4 an der Spitze dunkel, Glied 1 bis 4 
kurz, 4 so lang als J, 3 und besonders 2 kürzer, 5 und die fol- 
genden länger, fast so lang als 3 und 4 zusammen, beim 9 etwas 
kürzer als beim c?. Halsschild vor der Basis mit einer breiten, 
wenig scharfen und massig tiefen Querfurche, die runzelig punktirt 
ist; von hier aus allmählich zu den stumpfen Vorderecken erweitert, 
auf der Scheibe punktulirt und sowohl längs der Mitte als auch in 
den Vorderwinkeln kräftig punktirt, eine Makel in den Vorder- und 
Hinterecken grünlich schwarz. Flügeldecken sehr dunkelgrün, mit 
Messingschimmer, tief punktirt-gestreift. Zwischenstreifen schmal, 
hinten stärker gewölbt als vorn, äusserst fein runzehg punktirt. 
Unterseite dunkler bräunlich gelb, die Hinterbrust und jeder Bauch- 
ring an den Seiten angedunkelt, Schenkel und Schienen schwarz. 

Dies ist für den Augenblick die dunkelste Form der in der 
Färbung sehr variablen Art. Es werden noch Stücke vorkommen, 
bei denen einerseits die gelbe Basalmakel jeder Flügeldecke ge- 
schwunden, andrerseits weiter als oben angegeben nach hinten aus- 
gedehnt ist. Die hellste mir bekannte Form, Vai-. a, ist blassgelb 
oder strohgelb, Glied 2 und 3 der Fühler rostroth, oben leicht an- 
gedunkelt, die folgenden Glieder schwärzlich, eine schmale Längs- 
makel an der Vorder- und Rückseite der vier Vorderschenkel, die 
Spitze der Schienen und die Tarsen ebenfalls schwärzlich; eine 
Längsbinde an den Seiten des Halsschildes, die sich in den Vorder- 
ecken bogenförmig nach innen erweitert, und eine Längsmakel hinter 
dem Vorderrande des Halsschildes schwarzgrün. Dieselbe Farbe 
besitzt auf den Flügeldecken ein Seitensaum, der den letzten Zwischen- 
raum und die Epipleuren umfasst, sowie eine breite gemeinschaftliche 



J. Weise: Üstafrikanische Criocerinen. 161 

Längsbinde. Letztere erweitert sich von der Vorderecke des Schildchens 
schräg nach aussen bis zum fünften Punktstreifen, hinter der Mitte 
bis zum sechsten, und verengt sich hinten schnell bis in die Naht- 
ecke. Unterseits ist eine Makel auf der Hinterbrust jederseits, am 
Innenrande der Episternen, sowie der Bauch (die Ränder mehr oder 
weniger breit ausgenommen) grünlich schwarz. 

Lema Pauli: Oblongo-parallela, subtus nigra, tibiis tarsisque 
plus minusve testaceis, antennis obscure testaceis, articulis apice 
leviter infuscatis, capite prothoraceque nigro-viridi-aeneis, hoc inae- 
caliter punctulato, linea media sublaevi, pone medium coarctato im- 
pressione transversa obsoleta, angulis anticis acutiusculis, elytris 
saturate coeruleis, macula elongata humerali rufa, infra basin ob- 
solete impressis, modice punctato-striatis , interstitiis sublaevibus, 
duobus interioribus et exterioribus apice elevatis, ventre creberrime 
punctulato. — Long. 3,5 — 3,8 mm. Kwai. 

Die rothe Längsmakel jeder Flügeldecke beginnt an der Basis 
sehr schmal, aussen, neben dem fünften Punktstreifen, erweitert sich 
dann schräg nach aussen, so dass sie auf der glatten Schulterbeule 
den Raum zwischen dem 5. und 9, Punktstreifen umfasst. An dem 
letzteren zieht sie sich nach hinten, innen aber erweitert sie sich 
hinter der Schulter bis zum 4. Punktstreif, und endet, abgerundet, 
hinter Vs der Länge, so dass sie wenig weiter nach hinten reicht 
als der Quereindruck neben der Naht. Der Basalstreifen des Hals- 
schildes ist vorn von einer deutlichen Querleiste begrenzt, vor dieser 
liegt ein sehr schwacher Quereindruck, welcher sich an den Seiten 
verbreitert und das Halsschild einschnürt; davor erweitern sich die 
Seiten fast gradlinig zu den spitzwinkeligen Vorderecken. 

Lema mahelorum: Sat elongata, subtus coeruleo-nigra, supra 
obscure coerulea, antennis gracilibus pedibusque nigris, fronte dense 
punctulata postice foveola profunda elongata impressa, prothorace 
inaequaliter dense punctulato, pone medium constricto, antice utrinque 
subtiliter tuberculato, elytris punctato-striatis, infra basin profunde 
impressis, interstitiis sat angustis, convexiusculis. — Long. 3,2 mm. 
Mombo. Juli 1899. 

Kleiner und viel schlanker als fugax, oben bedeutend dunkler 
blau gefärbt, das Halssch. hinter der Mitte weniger eingeschnürt, 
davor an den Seiten schwach gerundet, die vordere Eckborste auf 
einem sehr kleinen Höckerchen eingefügt, die Stirn ohne Mittel- 
rinne, nur mit einer Längsgi'ube auf dem Abfalle zum Halse, die 
Flügeldecken in den Streifen stärker punktirt, daher die Zwischen- 
streifen schmaler, gewölbt. 

Lema aurifrons: Oblongo-parallela, subtus aeneo-nigra, creber- 
rime subruguloso-punctata, subopaca, pleuris meso- et metasterni 
densius albido-pubescentibus, femoribus intermediis basi posticisque 
omnino rufis, antennis gracilibus, nigris, articulis duobus primis in- 
ferne rufescentibus, capite prothoraceque aeneo-viridibus, fronte vix 
convexa subtilissime alutacea, punctulata, brunneo-aurichalcea, linea 
media impressa; prothorace subtilius inaequaliter punctato, pone 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1901. Bd. I. H. 2. 11 



162 J- Weise: Ostafrikanische Criocerinen. 

medium coarctato, ante basin sulco transverso, medio foveiformi, 
latera versus dilatato, impresso, angulis anticis obtusiusculis, elytris 
coeruleo - viridibus, subtiliter punctato-striatis, interstitiis sat latis, 
planis, exterioribus apice subconvexis. — Long. 4 mm. Kwai. 

In der Körperform unserer L. trlstis Herbst ähnlich, aber etwas 
grösser; unten schwarz, Brust und Bauch schwach grünlich schim- 
mernd, dicht runzelig punktirt, matt, nur die Mitte der Hinterbrust 
etwas glänzender; fein und sehr kurz, auf den Seitenstücken der 
Mittel- und Hinterbrust viel dichter und stärker weisslich behaart, 
die Hinterschenkel und die Basalhälfte der Mittelschenkel roth. 
Kopf und Halsschild dunkel metallisch grün ; Stirn fast eben, bräun- 
lich messinggelb, matt, durch eine Mittelrinne halbirt. Halsschild 
hinter der Mitte kräftig eingeschnürt, die Vorderecken stumpf, ohne 
Borstenkegel, die Querfurche vor dem Hinterrande ziemlich tief und 
breit, aber ohne scharfe Räuder, in der Mitte grubenförmig, nach 
aussen allmählich verbreitert. Die Scheibe ist ungleichmässig fein 
punktirt, nahe der Mittellinie fast glatt, nach aussen, in einem sehr 
flachen und weiten Eindrucke an den Seiten sind die Punkte stärker 
und dichter. Die Flügeldecken sind hinter der Basis an der Naht 
kaum merklich niedergedrückt, der 5. Punktstreifen an der Basis 
nur schwach vertieft, die Öchulterbeule aber gross und hoch. 

Crioceris livida Dalm., Anal, 73, von Sierra Leona, scheint in 
der Grösse, der Punktirung und Färbung sehr zu variiren, denn der 
Autor nennt sie doppelt so gross als merdigera^ „fere 4 lineas longa", 
also fast 9 mm, während Lacordaire, 568 ein Stück von SVs lin. 
= 7,5 mm beschrieb, welches nicht die von Dalman als normal 
betrachtete Färbung und Punktirung hatte, da Fühler und Unterseite 
dunkel und die mittleren Punktstreifen auf der Scheibe der Flügel- 
decken verworren genannt werden. 

Aus dem hiesigen Königl. Museum liegt mir ein Exemplar vom 
N.O.Victoria Nyansa (Kawirondo?) Neumann, vor, welches ich zu 
dieser Art stelle. Es ist 8 mm lang, von der Form unserer Crioc. 
lilii Scop., rostroth, Fühler an der Spitze und die Seiten der Hinter- 
brust angedunkelt, die Flügeldecken verschossen strohgelb, matt. 
Der Kopf ist dicht blond behaart, der Hals glatt, hinter der Mitte 
punktirt. Halsschild runzelig punktirt (sehr dicht namentlich an den 
Seiten), vor dem Hinterrande mit einem schwachen Quereindrucke, 
welcher hinten an den Seiten durch eine Querleiste begrenzt wird. 
Die Punktreihen der Flügeldecken sind regelmässig, aus grossen 
und tiefen, dicht neben einander stehenden gebräunten Punkten ge- 
bildet, mit sehr schmalen, leistenförmigen Zwischenstreifen. Die 
abgekürzte Punktreihe ist sehr regelmässig, tief, und hebt einen 
gemeinschaftlichen Längsstreifen an der Naht hinter dem Schildchen 
beulenartig empor. 

Crioceris crassicornis: Oblonga, nigra, limbo ventraü, collo, pro- 
thorace elytrisque saturate brunneo-rufis, nitidis, antennis crassis, 
articulis 4'* — 10 "^ transversis, prothorace medio leviter coarctato, 
supra ante basin obsoletius transversim impresso, parce inaequaliter 



J. "Weise: Ostafrikanische Criocerinen. 1(33 

punctato, elytris basi striato-punctatis, postice punctato-striatis. — 
Long, 9,5 — 10,5 mm. Delagoa-Bai (Mus. berolin.), Tscliinde (Mus. 
bruxellense). 

Neben Cr. puncticollis Lac, 567, gehörig und dieser Art sehr 
ähnlich, jedoch Fühler und Beine einfarbig schwarz, erstere viel 
dicker, die Glieder vom vierten bis zum zehnten quer, Brust und 
Bauch schwarz, ein verwaschener Saum an den Seiten der Bauch- 
ringe, öfter nur auf den letzten Ring beschränkt, zuweilen aber 
hinten über die letzten 2 bis 3 Ringe verbreitert, rothbraun. Die 
Flügeldecken sind vorn in Reihen ziemlich stark punktirt, hinter 
der Mitte treten die Punkte in Streifen und werden dann allmählich 
kleiner, aber dichter. 

Bei dieser und den verwandten Arten stehen auf jeder Flügel- 
decke zwei abgekürzte Punktreihen neben dem Schildchen, die innere 
hat feine, die äussere stärkere Punkte. 

Crioceris kwaiensis: Oblonga, miniata, nitida antennis crassis 
(articulis tribus vel quatuor basalibus exceptis), tibiis apice tarsisque 
nigris; prothorace inaequaliter punctulato, medio coarctato, elytris 
striato-punctatis, punctis a medio usque ante apicem evanescentibus. 
— Long. 7 mm. Kwai (April 1899). 

Zinnoberroth, Fühler, Tarsen und etwas mehr als die Spitzen- 
hälfte der Schienen schwarz, die ersten 4 Fühlerglieder roth, das 
dritte oberseits, das vierte grösstentheils schwarz; Glied 3 und 4 
kurz, jedes nur wenig länger als 2, die folgenden verdickt, 5 etwas 
länger als breit, 6 und 7 so lang als breit, schief viereckig, 8 bis 
10 quer. Kopf dreieckig, Stirnfurchen tief, scharf, der Scheitel 
mit einem Längsgrübchen. Halsschild klein, schmal, länger als 
breit, an den Seiten in der Mitte bogenförmig ausgerandet, oben 
nicht dicht, ungleichmässig punktirt, die Mittellinie glatt, vor der 
Basis ein verloschener Quereindruck. Flügeldecken wenigstens 
doppelt so breit als das Halsschild, schwach gewölbt, in Reihen 
punktirt, die Punkte von der Mitte bis vor die Spitze sehr schwach, 
fast erloschen, nur die erste und neunte Reihe, sowie die andern 
an der Spitze in Streifen gestellt. 



W 



Ein Beitrag 

zur 

Kenntniss von Paropsis OKv. 

Von J. Weise. 



Die Heimath der hauptsächlich von Eucalyptus lebenden Paropsen 
ist Australien, mit den der Küste dicht vorgelagerten Inseln. Sie 
verbreiten sich von hier aus in wenigen Arten über die Sunda- 
Inseln, Hinterindien, Ostchina und Korea nördlich bis zum Amur, 
während man Vertreter der eigentlichen Chrysomelen, die sich von 
Pflanzen aus den verschiedensten Familien ernähren, auf der ganzen 
Erde antrifft. Auch die Verbreitung der einzelnen Arten ist, wohl 
in Folge von dem lokalen Vorkommen ihrer Nährpflanze, mit we- 
nigen Ausnahmen eine ziemlich beschränkte, obschon die Thiere 
gerade durch stark entwickelte Flügel zu weiter räumlicher Aus- 
dehnung veranlagt erscheinen. Seitdem Fabricius 1775 die erste 
Species als Coccinella detrita^) beschrieb, Syst. Ent. 85, hat sich 
die Anzahl derselben auf ziemlich 300 gesteigert und etwa in dem- 
selben Maasse hat auch die Unsicherheit im Wiedererkennen der 
Arten zugenommen, deren zum Theil ganz ungenügende Diagnosen 
einen befriedigenden Schluss nicht gestatteten und so die Entomo- 
logen von der Beschäftigung mit den interessanten Thieren abhielten. 
Ein weiteres erschwerendes Moment liegt in der Einschachtelung 
solch enormen Materials in zwei Gattungen, die, obwohl schon 1807 
und 1861 aufgestellt, nach heute Schemen sind. Ich will hier ver- 
suchen, beide mit Sicherheit zu umgrenzen, auch noch einige andere 
zweifellose Gattungen heraus zuziehen, die das Erkennen der Arten 
zum Theil vereinfachen werden. 

Von den Chrysomelen unterscheiden sich die Paropsen durch 
die Summe folgender Merkmale; 1. Das Endglied der Maxillartaster 
ist zusammengedrückt, anfangs sehr stark verbreitert, beilförmig, 
ähnhch wie bei den Coccinellen, zuletzt nur noch halbeiförmig und 
dann dem entsprechenden Gliede der Chrysomelen schon recht 
ähnlich; 2. Epipleuren der Flügeldecken tief liegend, die steil ab- 



^) Baly Iiält diese Paropsis für eine Malacosoma, Transact. 1889, 299. 



J. Weise: Ein Beitrag zur Kenntniss von Paropsis Oliv. 165 

fallenden Seiten der Decken weit über sie hinaus verlängert, ähnlich 
wie in Oides und vielen Cassiden; 3. Schenkel in Vertiefungen der 
Brust mehr oder weniger eingelegt, die Hinterbrust daher an den 
Seiten häufig als eine dicke Querwulst erscheinend; 4. Episternen 
der Hinterbrust am Aussenrande mit einer breiten Längsfurche; 
5. zweites Tarsenglied oberseits an der Spitze mehr oder weniger 
weit vorgezogen und jederseits davon ausgeschweift; 6. Klauen nahe 
der Mitte mit einem Zahne, der bei wenigen Arten auf eine winke- 
lige Erweiterung beschränkt ist, oder verschwindet. 

Diese Thiere wurden eingetheilt a) von Motschulsky nach dem 
Habitus von 19 Arten, Schrenck, Reise 2, 192, 1861 in 6 Gattungen, 
von denen ich Paropsis und Paropsides annehme, die übrigen 4 bis 
auf Weiteres bestehen lasse, obwohl ich bis jetzt ihren Werth nicht 
erkenne (Chromodora und Tritaenia aus Brasilien gehören nicht 
hierher); 

b) von Baly, Journ. Ent. 2, 1864, 293, in 2 Sectionen: 

1. Flügeldecken verworren punktulirt, oft tuberculirt, 

2. jede Flügeldecke mit 10 Punktreihen ; 

c) von Chapuis, Ann. Belg. 1877, 67 ebenfalls nach der Skulptur 
der Flügeldecken in 4 Gruppen: Flügeldecken 1. verworren, 2. weder 
ganz verworren noch ganz regelmässig punktiit, 3. mit je 10 regel- 
mässigen oder 4. verdoppelten bis unregelmässigen Punktreihen. 

Ich zerlege die Gruppe vorläufig in 7 Gattungen nach fol- 
genden Merkmalen: 

1. Halsschild ohne Borstenporen in den Ecken 2. 

1^- n mit „ „ „ „ 5. 

2. Das Prosternum fällt jederseits steil zu einer Vertiefung vor den 
Vorderhüften, weiter nach aussen plötzlich zu einer grossen 
und tiefen Grube ab, in welche die Spitze der Vorderschienen 
eingelegt wird 3. 

2^ Das Prosternum fällt seitlich steil oder allmählich zu einer 
Fläche ab, die bis zu den Seitenstücken eine gleichmässige 
nach hinten geneigte Ebene bildet 4. 

3. Mesosternum vorn und hinten tief ausgerandet, zweibeulig. 
Flügeldecken verworren punktirt, oft gerunzelt Paropsis Ol. 

3^ Das Mesosternum bildet eine Querplatte, die vorn gerade ab- 
gestutzt oder nur in sehr leichtem Bogen ausgerandet ist. 
Flügeldecken in 9 Streifen oder Reihen punktirt. Procris. 

4. Schienen zur Aufnahme der Tarsen mehr oder weniger lang 
und flach ausgeschnitten, die Ränder daselbst dicht bewimpert 
oder bedornt Paropsipaeha^ Paropsistcrna^ Dicrunosterna^ 

Niliosoma Motsch. 

4'. Schienen vor der Spitze in einen grossen Zahn ausgezogen, 

dessen Vorderrand ausgerandet und nicht dicht, kurz bedomt 

ist Faex. 

5. In allen 4 Ecken des Halsschildes eine Borstenpore. Klauen 
gezähnt 6. 



166 J.Weise: Ein Beitrag zur Kenntniss von Paropsis Oliv. 

5\ Nur in den Hniterecken des Halsschildes eine Borstenpore. 

Klauen gezähnt bis einfach Pyrgo^ 

6. Prosternum an der Basis bogenförmig ausgerandet. In diese 

Ausrandung legt sich die hohe, vorn abgerundete, mondförmige 

Mittelbrust fest ein Paropsides Motsch, 

6^. Das Prosternum, vorn hoch und spitz, ist lang dreieckig, hinten 

abgestutzt, die Mittelbrust bogenförmig ausgerandet 

Philhydron opa. 

1. Paropsis OL, Motsch., Baly. 

Foveae setigerae prothoracis nullae. Tibiae anticae sat breves, 
apice foveam profundam prosterni, interne abrupte declivem, receptae. 
Mesosternum subbicallosum antice posticeque profunde emarginatum. 
Elytra inordinatim saepe ruguloso-punctata. 

Eine fast gleichartige, durch Habitus und Punktirung leicht zu 
erkennende Gattung, von dermir 28 Arten vorliegen. Diese sindzumTheil 
schon in der sehr sorgfältigen Arbeit von Baly, Journ. Ent. 2, 1864, 
p. 291—310, besprochen und in der Synopsis von Chapuis, Ann. 
Belg. 1877, p. 67 — 69, Gruppe 1, aufgezählt. Als fremde Bestand- 
theile müssen, soweit ich augenblicklich die Thiere kenne, Par. 
Waterhovsei Baly = crocata Boisd. 1835 und pictipes Chap. aus der 
Gattung unbedingt entfernt und neben die mit nobilitata Er., casd- 
doides Boisd., M.-fuscum Boh., obovata, vulgai^is, hectica Chap. ver- 
wandten gcllDbraunen bis gelben Thiere gestellt werden, die im 
Leben prachtvoll goldgrün, smaragdgrün oder kupferroth aussehen 
und für die ich deshalb den Namen ChrysophtJiarta vorschlage. Nun 
bleiben als extremste Formen der Gattung Paropsis einerseits die 
ornata Marsh., andrerseits paphia Stäl, irrorata Chap. übrig. Die 
erstere hat ein kaum zweibeuliges, sondern ziemlich ebenes Meso- 
sternum, welches zwar vorn sehr tief, aber hinten schwach bogig 
ausgerandet ist, während die mit paphia verwandten Arten glänzende, 
fein und nicht dicht punktirte Flügeldecken besitzen. Zu einigen 
Arten noch folgende Bemerkungen: 

1. Paropsis atomaria Baly 1864 und Marsham 1808 = P. amhoi- 
nensis Oliv. 1807 und Fabricius, Syst. El. 1, 433. 

2. P. chavyhdis Stäl 1860 = ohsoleta Oliv. 1807. Die Beziehung 
der charyhdis auf atomaria Marsh., die Chapuis p. 68 angiebt, 
ist unbegründet. 

3. P. aegrota Boid. 1825 halte ich für lutea Marsh., 1808, mit 
sehr dunklen, fast einfarbig schwarzen Beinen. 

4. P. grannlosa Boisd. = reticulata Marsh. 

5. P. miliaris Boid. = ornata Marsh. 

2. Procris Ws. 

Foveae setigerae prothoracis nullae. Prosternum utrinque ante 
coxas foveatum. Mesosternum transversum, antice truncatum aut 
leniter sinuatum. Elytra striatim vel lineatim punctata. 



J.Weise: Eiu Beitrag zi;r Keimtniss von Paropsis Oliv. 167 

Der Typ dieser Gattung ist P. piciipennis Boh., Res. Eugen. 173, 
welche Chapuis, Synops. 100, ohne Berechtigung mit minor Marsh. 
vereinigt; letztere ist nur 2 lin. = 4,5 mm lang und muss einfarbig 
helle Fühler und 3 schwarze Querbinden der Flügeldecken haben. 
Wahrscheinlich rührt obige Verwechselung, die man jetzt in allen 
Sammlungen antrifft, von Boisduval her, welcher in der Voy. Astro- 
labe 572 eine minor Marsh, aus Dejean's Sammlung beschreibt, die 
unzweifelhaft Boheman's, aber nicht Marsham's Art ist. 

Die hellsten Stücke von pictipe7inis Boh. haben einfarbig glän- 
zend rostrothe Flügeldecken, später färben sich die Punkte in den 
Streifen dicht hinter der Basis, in der Mitte und hinter der Mitte 
bis vor die Spitze dunkel, wodurch die Streifen dort etwas breiter 
erscheinen und die späteren Binden andeuten: Var. laeta. 

Bei einer zweiten Procris, der Par. trifasciata Boisduv., sind die 
Flügeldecken nur gereiht-punktirt. 

3. Paropsipacha, Dicranosterna etc. Motsch. 

Die Klassificirung dieses Theiles, der die grösste Zahl der Pa- 
ropsen umfasst, ist mir noch nicht gelungen, da ich nicht heraus- 
finde, was Motschulsky unter Paropsipacha und Niliosoma verstanden 
hat. Paropsisterna Motsch., auf P. sexpustuluta Marsh, gegründet, 
würde an der Grube zu erkennen sein, welcher den stärker punk- 
tirten und meist hell gefärbten Seitentheil von der dunklen Scheibe 
des Halsschildes trennt, aber dann müssten z. B. lineota Marsh., svh- 
costata Chap. und intacta Newm. aus der Gattung scheiden, obwohl 
sie habituell dahin gehören, namentlich auch durch trimaculata Chap. 
eng damit verbunden sind. 

Dicranosterna Motsch. zeichnet sich durch das Prosternum aus, 
welches weder eine Mittelrinne noch Seitenleisten besitzt und hinten 
flach gedrückt ist. Die Punktirung des Halsschildes ist sehr cha- 
rakteristisch: Die stärkeren Punkte am Seitenrande sind durch ein 
Band von Punkten längs des Hinter- und Vorderrandes {picea Oliv., 
immaculata Marsh., oblonga Chap.), oder nur an letzterem (semi- 
puncfata, aeraria Chap.) verbunden, während die Mitte der Scheibe 
zwar oft gewirkt, aber nicht punktirt ist. 

Hieran reihen sich habituell und durch die bewimperte Innen- 
randkante der Epipleuren die mit Circe Stäl, hipunctata und umhrosa 
Chap. verwandten, grossen, gerundeten, hoch gewölbten und ober- 
seits dicht und fast gleichmässig punktirten Arten, die ich unter 
dem Namen Trochalodes zusammenfasse. Ihr Prosternum ist vorn 
schmal, leistenförmig, hinten allmählich schwach erweitert. 

Sodann folgen die rothbraunen, auf den Flügeldecken mit Tu- 
berkeln versehenen, endlich die gelben, im Leben prächtig metall- 
schimmernden Arten, Chrysophtharta, in unendlicher Mannigfaltigkeit 
und Artenzahl. Leider hat Chapuis dieselben in der Synopsis p. 78 
bis 85 so unzulänglich beschrieben, dass ein Wiedererkennen aus 
den Diagnosen allein selten möglich ist. 



168 J.Weise: Ein Beitrag zur Keniitniss von Paropsis Oliv. 

Die braunen Arten führen ein gesättigt rostrothes Blut, die 
gelben haben weisslichen, farblosen Körpersaft. 

Durch Herrn Jung in Yorktown erhielt ich eine Anzahl von 
Chrysoijlithada^ die in frischem Zustande eine Farbenpracht besassen, 
welche man bei ihnen nicht voraussetzt, wenn man sie nur ein- 
getrocknet in den Sammlungen sieht. Einige Arten haben eine 
smaragdgrüne Scheibe der Flügeldecken, und bräunliche Punkt- 
streifen oder Reihen, andere nur einen nach innen erweiterten Fleck 
hinter der Basis von der Schulter bis neben die Naht, oder die ab- 
wechselnden Zwischenräume theilweise, oder nur den zweiten und 
letzten Zwischenstreif (beide an der Basis und hinten verbunden), 
grün, matt goldgelb, metallisch weisslich gelb, blass kupferig gelb etc. 
Eine Art, die ich für cnssidoides Boisd. halten möchte, ist auf der 
Scheibe des Halsschildes metallisch, leuchtend gelblich weiss, jeder- 
seits mit einem winkeligen braunen Flecke i) neben der Mittellinie, 
eine gemeinschaftliche, hinten dunkel abgesetzte und an der Naht 
oft fein unterbrochene dreieckige Basalmakel der Flügeldecken, von 
einer Schulter zur andern, blassgelb, mit Kupferschimmer, die 
Zwischenstreifen dahinter leuchtend weisslich gelb, durch dunkle, 
unregelmässige Querstriche in eine Reihe von Makeln getheilt. 

Diese schöne metallische Färbung erlischt viel schneller als bei 
den Cassiden. 

P. tithercvlata Chap. 1877 = castunea Marsh, 1808. 

P. cirncmdata Newm. 1842 = rvf.pes Fabr. 1801 und Oliv. 1807. 

Die kleine Dicranosterna immacuLata Marsh., nach einem 2 be- 
schrieben, und deren hellere Varietät hiplagiata Boh. unterscheiden 
sich von der einfarbigen picea Oliv, {atropos Stäl) absolut durch die 
doppelt so dichte und feine Punktirung auf der Scheibe der Flügel- 
decken. Der Penis von immaculuta ist nach der Spitze allmählich 
verengt, der von picea erweitert. 

4. Faex Ws. 

Prothorax margine simplex, foveis setigeris nuUis. Prosternum 
ante coxas aequaliter deplanatum. Tibiae apice dentato-productae, 
dein abrupte emarginatae et inaequaliter, haud dense denticulatae. 

Hierher gehören notatipmnis, subfasciaia, coadmda Chap. und 
mehrere andere Arten, die ich aus der vorhandenen Literatur noch 
nicht herausgefunden. Die Fühler sind massig lang, die Glieder 
vom fünften an verbreitert. 

5. Paropsides Motsch. 

Prothorax angulis omnibus fovea setigera praeditus. Proster- 
num ante coxas aequaliter deplanatum; mesosternum transversim- 
lunatum, margine antico rotundatim producto. Unguiculi dentati. 



') Die braunen Flecke können nach dem Austrocknen des Thleres bei einer 
und derselben Art sichtbar bleiben oder völlig schwinden. 



J. Weise: Ein Beitrag zur Kenntniss von Paropsis Oliv. 169 

Die Gattung ist durch die 4 Borstenporen des Halsschildes und 
den Bau der Mittelbrust ausgezeichnet; die Klauen sind genau so 
gezähnt, wie bei den meisten übrigen Paropsen, obwohl Chapuis, 
Genera 442 und 445 das Gegentheil behauptet, die Fühler ver- 
bal tnissmässig kurz, mit sieben erweiterten Endgliedern. 

Die beiden Arten, die in die paläarctische Zone hineinreichen, 
wurden von Jacobsohn, Horae 1892, p. 123 und 124, durch 13 Ab- 
bildungen zusammengezogen, aber ich vermisse dabei ein Bild der 
wirklichen V2-pustulata Gebl., welche an der runden gelben Makel 
in der Spitze jeder Flügeldecke sicher zu erkennen ist. Diese Makel 
wird nebst der entsprechenden der andern Decke vorn durch eine 
gemeinschaftliche schwarze Querbinde begrenzt, deren Vorderrand 
durchaus gradlinig ist. Bei hieroglyphica (jebl. liegt an der Stelle 
der runden Spitzenmakel, wenigstens in der vorderen Hälfte der- 
selben, eine schwarze Makel, die in Jacobs. Zeichnung 3, 4, 6, 7, 
8, 9, 10 angegeben ist, so dass die dahinter übrig bleibende helle 
Farbe (bei Ausdehnung der schwarzen Flecke) eine Quermakel bilden 
muss. Das Halsschild der V2-pustidata ist relativ kürzer, an den 
Seiten stärker gerundet. 

Ausserdem gehören zur Gattung nigrofasciata Jac. von Korea, 
pardalis und nigropunctata Jac von Birma, macttlicoUis Jac. aus 
China, umhrosa Chap. von Sydney und die beiden folgenden Arten: 

Paropsides sinvata: Breviter ovalis, convexa, dilute castanea, 
antennis basi testaceis apice nigris, capite prothoraceque alutaceis, 
parce inaequaliter minute punctatis et crebrius punctulatis, hoc ma- 
culis tribus minimis nigris, scutello polito, elytris nitidis, striolis 
nonnullis nigris ; margine laterali antice longe et leniter emarginatis, 
omnino crebre subtilissimeque punctatis. — Long. 7 — 10 mm. Cook- 
town, N.-South-Wales (Staudinger). 

Sofort an dem langen, nicht tiefen, bogenförmigen Ausschnitte 
im Seitenrande der Flügeldecken zu erkennen, der von der Schulter- 
ecke bis hinter die Mitte reicht und bei der Seitenansicht besonders 
auffällig ist. Lebhaft hell kastanienbraun, die ersten vier Fühlerglieder 
gelbbraun, die folgenden schwarz, drei kleine Flecke des Halsschildes 
in einer Querreihe über die Mitte schw^arz. Die Seitenflecke sind 
rund, punktförmig, der Mittelfleck ist länglich, strichartig. Ausser- 
dem sind auf jeder Decke 3 bis 6 kleine, kurz-strichformige Makeln 
schwarz, 3, 2, 1. Die ersten 3 stehen bald hinter der Basis, der 
äussere auf der Schulter, die beiden andern zwischen dieser und 
der Naht ungefähr in gleichem Abstände von einander, aber der 
zweite schon weiter von der Basis abgerückt als der Schulterfleck, 
der dritte noch weiter. Sodann liegen zwei sehr feine Striche in 
einer Querreihe in der Mitte, einer hinter dem Schulterflecke, der 
andre hinter dem Mittelflecke der Vorderreihe, doch der Naht etwas 
näher als dieser. Zuletzt kann noch ein feiner schwarzer Strich in 
der Verlängerung des äusseren Striches der Mittelreihe vorhanden 
sein. Von diesen wenig hervorstechenden Flecken sind die der 



170 J- Weise: Ein Beitrag zur Kenntniss von Paropsis Oliv. 

ersten Reihe am beständigsten, namentlich, der äussere und innere 
derselben, während die übrigen bei vielen Stücken fehlen. 

Kopf und Halsschild sind etwas matt, fettig glänzend, dicht 
gewirkt und sehr fein punktirt. Es sind einige grössere Punkte 
zwischen kleineren ungleichmässig dicht vertheilt. Schildchen spiegel- 
glatt. Flügeldecken stark glänzend, dicht fein punktirt. Ausser 
diesen eingestochenen Punkten, die auch an den Seiten nicht stärker 
werden, scheinen grössere, sehr dichte Punkte von unten durch, 
die öfter einige feine, heller durchscheinende Längslinien frei lassen. 

Paropsides pellea;: Breviter ovalis, sat convexa, rufo-ferruginea, 
antennis nigris articuUs quatuor basalibus testaceis, capite protho- 
raceque subtilissime alutaceis, punctulatis, hoc prope basin punctis 
nonnullis fortioribus, ad latera punctis grossis parce impresso, scu- 
tello polito, elytris nitidis, striato-punctatis, interstitiis punctulatis. — 
Long. 8 mm. Australia: Somerset (D'Albertis I, 1875). 

Etwas heller gefärbt und weniger gewölbt als die vorige, ge- 
sättigt rostroth, Fühler schwarz, die ersten vier Glieder gelbbraun. 
Kopf und Halsschild äusserst zart gewirkt, ziemlich dicht punktulirt, 
massig glänzend, letzteres mit einigen stärkeren Punkten vor der 
Basis, jederseits vom Schildchen, die Seiten, die durch eine schwache 
Grube von der Scheibe geschieden sind, mit grossen, aber nicht tiefen 
Punkten sparsam besetzt. Schildchen glatt. Flügeldecken glänzend, 
regelmässig gestreift-punktirt, die abgekürzte und die folgende erste 
Reihe an der Naht sehr verloschen, die übrigen deutlich, die fünfte 
Reihe an der Basis und die neunte Reihe in ihrer ganzen Länge 
stärker punktirt als die übrigen (die Punkte oft dunkel) und leicht 
streifenförmig vertieft. Ausserdem befindet sich eine stärkere, un- 
regelmässige, verdoppelte Punktreihe, deren Punkte dunkel durch- 
scheinen, dicht über der Kante des Seitenrandes. Die Zwischen- 
streifen sind ziemlich dicht, fein punktulirt; die Randleiste der 
Hinterbrust ist oft pechbraun. 

6. Philhydronopa Ws. 

Prothorax angulis fovea setigera impressus. Prosternum lon- 
gitudinaliter sulcatum ante coxas aequaliter deplanatum; mesoster- 
num breviusculum margine antico rotundatim emarginatum. Ungui- 
ciüi dentati. 

Die einzige, mir bis jetzt bekannte Art hat die Körperform 
eines Philhydrus, es ist 

Philhydronopa suhuenea: Oblongo-ovalis, minus convexa, testa- 
cea, supra subtiliter alutacea, nigro-aenea, sat nitida, fronte protho- 
racisque lateribus testaceo-rufis, capite subtiliter punctato, prothorace 
punctulato lateribus punctatis, scutello laevi, elytris subtilissime 
striato-punctatis, interstitiis parum subtilius punctulatis. — Long. 
5,5 mm. Australia felix. 

Länglich - eiförmig, wenig gewölbt, unten nebst Fühlern und 
Beinen röthlich gelbbraun, glänzend, der Kopf dunkler roth als die 



J. "Weise: Ein Beitrag zur Kenntniss von Paropsis Oliv. 171 

Unterseite, mit grünem Metallschimmer überflogen, das Kopfschild, 
welches oben scharf abgesetzt ist und ein sehr breites, kurzes Drei- 
eck bildet, ist schwärzlich grün, kräftig punktirt, die Stirn, in der 
Mitte mit zarter Längsrinne, ist fein, nach den Augen hin stärker 
punktirt, alle Punkte scharf eingestochen. Halsschild in der Mitte 
schwärzlich grün, nach den Seiten allmählich in rostroth übergehend, 
sehr fein, dicht punktirt, an den Seiten mit zahlreichen groben 
Punkten. Schildchen wie die ganze Oberseite zart und dicht ge- 
wirkt, aber nicht punktirt. Flügeldecken dicht, fein und verloschen 
punktulirt, mit neun regelmässigen Reihen wenig stärkerer und 
deutlicherer Punkte, und einer unregelmässigen, verdoppelten Reihe 
über der Kante des Seitenrandes. 

Dieser Art scheint aeneipennis Chap., Synops. 82, von Rock- 
hampton nahe zu stehen. 

7. PjTgo Ws. 

Prothorax angulis posticis tantum foveatus. Corpus ovatum, 
plus minusve convexum. ünguiculi mutici, rarius appendiculati vel 
dentati. 

Eine umfangreiche Gattung, deren Arten von Chapuis, Synopsis, 
in Gruppe 3 und der ersten Abtheilung von Gruppe 4 untergebracht 
wurden, da ihre Flügeldecken durchaus oder zum Theil regelmässig 
bis verworren punktirt sind. Diese verschiedene Punktirung ist 
nicht zur Bildung von Gruppen zu verwenden, da sie mit der varii- 
renden Klauenbildung nicht Hand in Hand geht. Es haben nämlich 
einige Arten, z. B. oceanica^ trilincata Boisd., 'picturata Chap. etc. 
einen Klauenzahn, der kaum schwächer als bei den übrigen Paropsen 
entwickelt ist, delicatnla Chap. und namentlich orphana Er. einen 
schwachen Zahn, der in hamadryas Stäl und anderen Species nur 
noch auf eine zahnförmige, später gerundete Erweiterung der Basis 
reducirt, in viridtda^ perpiexa^ festiva^ rubiginosa Chap., nigropicta 
Clark, suturalis Germ, gänzlich geschwunden ist. 

Paropsis lachesis Stäl 1860 = Chrysomela oceanica Boisd. Voy. 
Astrol. 1835, 580. Hier giebt der Autor nur 3 schwarze Makeln 
auf dem Halsschilde an, er hat also eins der nicht seltenen Stücke 
vor sich gehabt, bei denen die normalen beiden mittleren Flecke zu 
einem grösseren vereint sind. Wenn die vorderen 3 schwarzen 
Makeln der Flügeldecken zusammengeflossen sind und den ganzen 
Raum bis zur Basis einnehmen, die winkelige Makel hinter der 
Mitte bis zur Spitze ausgedehnt ist, so bleibt auf der Mitte jeder 
Decke eine rothe, winkelige Quermakel übrig. Dies ist die Var. 
picturata Chap. Synops. 89. 

Chrysomela trilineata Boisd. 1. c. 579 ist ebenfalls eine Pyrgo, 
welche drei schwarze Längsbinden auf den Flügeldecken, eine ge- 
meinschaftliche an der Naht und eine auf jeder Decke von der 
Basis bis in den Spitzenwinkel reichend, sowie 4 grosse schwarze 
Makeln auf dem Halsschilde besitzt, die in einer Querreihe mit ihrem 



172 J- Weise: Ein Beitrag zur Kenntniss von Paropsis Oliv. 

grössten Theile hinter der Mitte liegen. Dieselben fliessen oft, so 
auch an dem Stücke, welches Boisduval beschrieb, zu zwei ge- 
buchteten Quermakeln zusammen, die nur noch durch die Mittel- 
linie getrennt sind. 

Pyrgo ohtusata: Ovalis, minus convexa, testaceo- flava, sat ni- 
tida, capite crebre subtihter punctato, prothorace dense subtilissime 
et obsolete, latera versus fortius punctato, elytris regulariter striato- 
punctatis, punctis fuscis, interstitiis obsolete punctulatis; secundum 
marginem lateralem crebre punctatis, apice rugulosis. — Long. 6,3 
bis 7 mm. Yorktown, Melbourne (Nauwerck). 

Bedeutend grösser, namentlich breiter, viel weniger gewölbt als 
orphana^ vorn und hinten breit, kurz abgerundet, gesättigt und leicht 
bräunlich gelb, auf dem Halsschilde zuweilen 3, 5 bis 9 Makeln 
verloschen dunkel durchscheinend, die Punkte in den Reihen der 
Flügeldecken bei ausgereiften Exemplaren angedunkelt, daher scharf 
hervorstechend, ein rothbrauner punktförmiger Fleck zwischen der 
ersten (ganzen) und zweiten Punktreihe in 74 Länge, ein ähnlicher 
Fleck, schräg nach aussen und hinten in der Vereinigung der dritten 
und sechsten Reihe, sowie einige unbestimmte, variirende, dunkel 
durchscheinende etwas grössere Flecke, die über die Zwischenstreifen 
sparsam und unregelmässig vertheilt sind, in der Regel zu bemerken. 
Kopf stärker und tiefer als die Scheibe des Halsschildes punktirt, 
dieses am Seitenrande mit zahlreichen grossen Punkten dicht be- 
setzt. Schildchen glatt oder vereinzelt punktulirt. Flügeldecken 
ausser den regelmässigen Punktreihen, von denen sich 4 + 5) 3 + 6 
hinten vereinigen, noch mit zahlreichen verworrenen, kräftigen 
Punkten über dem Seitenrande besetzt. Zwischen diesen Punkten 
und der letzten Punktreihe bleibt ein breiter Längsstreifen übrig, 
der fein, doch deutlich punktirt ist. Die Zwischenstreifen äusserst 
fein und verloschen punktirt und gerunzelt, weshalb die Flügeldecken 
nur massig glänzen. Vor der Spitze sind die letzten Punkte der 
Streifen und die des abgesetzten Seitenrandes durch schräge Längs- 
runzeln getrennt. Klauen an der Basis winkelig erweitert. 

Diese Art steht neben Hera Stäl, die in den Zwischenstreifen 
der Decken deutlich punktulirt und vor der Spitze mit einer, den 
Rändern parallelen, gebogenen schwarzen Binde versehen ist. 

Pyrgo longula: Oblongo-ovalis, depressiuscula, brunnea, nitida, 
capite crebre subtiliter punctato, prothorace sat dense et obsolete 
punctulata latera versus crebre fortiterque punctato, elytris regu- 
lariter striato-punctatis, seriebus internis subtilioribus sex interioribus 
picescentibus, interstitiis parce obsoleteque punctulatis; margine la- 
teral! fere omnino crebre fortiusque punctato apice evidenter rugu- 
loso. — Long. 7 mm. Australia. 

Der vorigen nahe verwandt, gestreckter und flacher, hell braun 
gefärbt, glänzend, die Punktreihen der Flügeldecken sind innen fein 
und werden nach aussen allmählich stärker, die inneren sechs stehen 
auf einem dunkelbraunen Striche, der ein Stück hinter der Basis 



J.Weise: Ein Beitrag zur Kenntniss von Paropsis Oliv. 173 

beginnt und sich nach hinten etwas verbreitert, die beiden Zwischen- 
streifen, die von der dritten und vierten, sowie von der fünften und 
sechsten Punktreihe eingeschlossen werden, an ihrer Vereinigung 
ganz überzieht. Zwischen der letzten, starken Punktreihe und den 
sehr zahlreichen Punkten am Aussenrande bleibt nur ein schmaler, 
fein punktirter Längsstreif übrig, die Punkte, die ihn aussen in einer 
unregelmässigen Keihe begrenzen, sind schwärzlich, die schrägen 
Längsrunzeln vor der Spitze der Flügeldecken viel stärker, regel- 
mässiger und länger als die der ohtusata. 

Pyrgo personata: Ovalis, minus convexa, flavo-testacea, fronte 
punctata postice nigra, prothorace obsolete punctulato ad latera 
punctato, scutello nigro, elytris striato-punctatis, macula communi 
pone scutellum et in singulo macula basali annuloque sat magno 
suturah pone medium nigris, pectore abdomineque nigro-variegatis. 
— Long. 3,5 mm. Australia. 

Von den kleinen Arten durch die Zeichnung der Oberseite leicht 
heraus zu finden. Der Kopf ist schwarz, ein mehr oder weniger 
breiter Saum am Vorderrande der Stirn, Mund und Fühlerbasis 
gelbbraun oder rötlich gelbbraun, Spitze der Mandibeln und die 
letzten 7 Fühlerglieder schwärzlich. Schildchen schwarz. Auf den 
Flügeldecken ist die Naht neben und dicht hinter dem Schildchen 
schwarz gesäumt, sodann plötzlich in eine gemeinschaftliche, quer 
ovale Makel erweitert, die etwa in V4 der Länge steht. Ferner hat 
jede Decke eine unregelmässig viereckige Makel, welche an der 
Basis nur den 4. Zwischenstreif einnimmt, dicht dahinter aber nach 
aussen verbreitert ist; sie wird innen von der dritten Punktreihe 
begrenzt, reicht aussen bis neben die niedrige, undeutliche Schulter- 
beule und endet in gleicher Höhe mit dem Vorderrande der gemein- 
schaftlichen Makel. Hinter der Mitte liegt auf jeder Decke, un- 
mittelbar an der Naht eine schwarze Kreislinie. Dieselbe ist nicht 
ganz regelmässig, verschieden breit, aussen nicht ganz geschlossen 
und wird von zwei Bogen gebildet. Der vordere ist grösser, nach 
hinten geöffnet, zwischen der dritten und vierten Punktreihe und 
am äusseren Ende zwischen der siebenten und achten Reihe ver- 
breitert und nach hinten ausgezogen; der hintere Bogen kleiner, 
nach vorn geöffnet, endet auf dem fünften Zwischenstreif, ohne den 
Vorderbogen zu berühren. 

Bei sehr hellen Stücken sind nur 2 Flecke zwischen den Augen 
und der Scheitel schwarz, das Schildchen ist schwarz gerandet, die 
gemeinschaftliche Makel der Flügeldecken sieht wie ein Querstrich, 
die einzelne wie ein kurzer Längsstrich auf dem dritten Zwischen- 
streifen aus, und die beiden Bogen, aus denen die hintere Zeichnung 
besteht, sind ebenfalls nur schmal angegeben. IJnterseits sind die 
Vorderbrust theilweise, die Seiten der Mittel- und Hinterbrust und 
zwei Reihen von Quermakeln auf den Bauchringen schwarz ; während 
in der dunklen Form die Unterseite schwarz ist, mit kleinen hellen 
Flecken in der Mitte der Hinterbrust und an den Seiten der Bauch- 
ringe. Klauen an der Basis stumpfwinkelig erweitert. 



174 J- Weise. Ein Beitrag zur Kenntniss von Paropsis Oliv. 

Pyrgomansueta: Elliptica, convexiuscula, testacea, nitida, pectore 
marginisque anticis segmentorum ventralium nigris, capite parce 
punctato vertice nigro, prothorace sublaevi latera versus punctato, 
maculis binis transversis (prima basali, secunda apicali) scutelloque 
nigris; elytris subtiliter striato-punctatis, punctis subinfuscatis, su- 
tura (apice excepto) nigro. — Long. 2,5 mm. Australia, 

Vielleicht mit modesta Chap. am nächsten verwandt. Der Kopf 
ist einzeln punktirt, ein Querstreifen des Scheitels, in der Mitte und 
neben den Augen wenig nach vorn erweitert, schwarz, Halsschild 
fast glatt, über dem Seitenrande massig dicht und etwas stärker 
als der Kopf punktirt, mit je einer schwarzen Queniiakel am Vorder- 
und Hinterrande. Die vordere Makel nimmt nicht ganz die Ent- 
fernung von einem Auge zum andern, und wenig mehr als das 
vordere Viertel der Länge ein, ist doppelt so breit als lang, hinten 
mit gerundeten Ecken und in der Mitte in schwachem Bogen aus- 
gerandet. Die zweite Makel vor dem Schildchen ist etwa so lang als 
dieses und dreimal so breit, an den Aussenecken verschmälert. Der 
feine schwarze Nahtsaum beginnt hinter dem Schildchen sehr schmal, 
ist dann bis an die abgekürzte Punktreihe ausgedehnt und läuft 
ungefähr in derselben Breite, von der ersten Punktreihe begrenzt, 
bis zu drei Viertel der Länge. 



Zur Kenntniss der Nycteribiiden. 

Von Dr. Günther Enderlein, Berlin. 



Auf der Deutschen Tiefsee-Expedition unter Leitung von 
Prof. Dr. C. Chun (1898/99) wurde auf den Malediven an einem 
als Pteropus edulis bestimmten fliegenden Hunde eine Anzahl 
Nycteribiiden gefunden, die der Gattung Cyclopodia Kolenati an- 
gehören. Es sind & (^<^ und 1 9. Das 2 weiclit von den be- 
schriebenen Formen ab, auf die SS dagegen passt die allerdings 
nicht sehr eingehende Beschreibung Westwood's von Cyclopodia 
hopei mit den Ergänzungen durch Speiser i). Die Original- 
beschreibung von Westwood-) lautet: „Nyct. abdomine concolore 
nitido, in medio obscuriore, 5-articulato , ovato-conico, depresso, 
segmento ultimo conico-truncato, aj)ice lateraliter setigero subtus 
stylis duobus conico-elongatis inflexus armato (c?). Long. corp. 
lin. 2. Hab. in Indiae Orientalis Bengalä. Mus. Dom. Hope. 
Praecedenti (N. Sykesii) valde affinis at minor. Forsan illius mas." 

Speiser fügt nach 2 SS und nach einigen Bemerkungen über 
die Type Westwood's durch Waterhouse hinzu, dass die Mitte des 
Hinterrandes der drei vorletzten Dorsalsegmente von Borsten frei- 
bleibt (im Gegensatz zu der Abbildung Westwood's), dass das letzte, 
langgestreckte Abdominalsegment an der Basis über doppelt so breit, 
als am Ende ist und die Haltezangen lang, schmal und zu- 
gespitzt sind. 

Die Männchen der vorliegenden Schmarotzerfliege (Fig. 2) 
stimmen völlig in diesen Punkten mit Cyclopodia hopei Westw. 
überein. Ein Vergleich mit den typischen Exemplaren von Cyclo- 
podia similis Speiser zeigte ferner, dass die Behaarung der drei 
vorletzten dorsalen Abdominalsegmente stärker, länger und dunkler 
als bei dieser ist; die durch diese dunkle Behaarung viel dunkler 
rescheinende mittlere Partie des Abdomens entspricht dem „in 
medio obscuriore" Westwood's. Das Ctenidium der Unterseite des 



^) P. Speiser. Ueber die Nycteribiiden; in: Archiv f. Naturgesch. 1901. 
Bd. I Heft 1 p, 11—78. 

-) Westwood: Transactions of the Zoolog. Society of London. Vol. I 1835 
p. 289 Taf. m Fig. 3 



176 Dl"- Grünther Enderlein: Zur Kenntniss der Nycteribiiden. 



ersten Abdominalsegmentes tritt an den Seiten noch etwas auf die 
dorsale Seite über, wie übrigens auch bei C. similis Speiser. Die 
Richtung der Stacheln ist nach aussen. Hinterrand dos 2. Segments 
nur an den Seiten schwach beborstet. Die 3. ersten Segmente mit 
schwachen Haarrudimenten bedeckt. Die beiden vorletzten Seg- 
mente sehr kurz. Die Basis der Femora ist nicht aufgehellt, wie 
es meist bei similis der Fall ist, sondern dunkel. Die Haltezangen 
sind sehr spitz und schmal; eine schwache Biegung nach dem 
Körper zu ruft einen schmalen Zwischenraum hervor, die schwarzen 
Spitzen liegen aber wieder fest auf dem Körper; bei C. similis 
Speiser ist diese Biegung nicht vorhanden. 

Von besonderem Interesse ist das eine Weibchen, da die Frage 
wiederholt aufgeworfen wurde, ob Cyclopodia hopei (Westw.) [c?] 
und sykesi (Westw.) [$] Männchen und Weibchen einer Art sind 
oder nicht. Westwood selbst hält es für möglich, wie aus der 
Originalbeschreibung ersichtlich ist. Vorliegendes Weibchen stimmt 
mit der Abbildung VVestwood's in der Behaarung des Hinterrandes 
des vorletzten Abdominalsegmentes ziemlich überein, 
es sind eine ganze Anzahl von Reihen borstenförmiger 
Haare. Wie beistehende Abbildung (Fig. 1) des 
Abdomens zeigt, ist das ganze übrige dorsale Feld 
gleichmässig bedeckt mit schwarzen Punkten, die 
Rudimente von Haaren darstellen ; in der Mitte des 
Rückens bleibt ein rundliches Feld frei von diesen 
Rudimenten und wird umgrenzt von 5 grossen 
schwarzen Dornenrudimenten (bei C. sykesi nur 4). 
die als schwarze Hügel erkennbar sind. Die in der 
Westwood'schen Figur bei C. sykesi angegebenen 
seitlichen grösseren Dornenrudimente fehlen vor- 
liegendem Thier. Abdominalspitze seitlich mit 
einigen Haaren. 

Die L'rage, ob C. sykesi Westw. eine oder 
mehrere Reihen Haare am Hinterrand des vor- 
letzten Abdominalsegmentes besitzt, glaube ich zu letzterer Annahme 
entscheiden zu dürfen; obgleich die Figur bei oberflächlicher Be- 
trachtung den Eindruck macht, als wäre nur 1 Reihe langer Haare 
vorhanden, so lässt sie doch bei genauer Betrachtung noch einige 
Striche zwischen den schematisch hingeworfenen längeren Linien 
erkennen. Jedenfalls ist aber C. sykesi Westw. eine sehr nahe mit 
C. hopei Westw. verwandte Form. Ob die vorliegenden Ver- 
schiedenheiten aus individuellen Schwankungen hervorgegangen 
sind, kann ich nicht entscheiden. Dazu wäre ein grösseres Material 
nothwendig. 

Körperlänge (S' und 9 5 mm. 

Malediven. Von Pteropus edulis. 20.2.1899, 

(Deutsche Tiefsee-Expedition). 




Fig. 1. 

Abdomen von 

Cyclopodia hopei 

Westwood 2. 

Malediven. 



Dr. Günther Enderlein: Zur Kenntniss der Nycteribiiden. 



177 



Bei Durchsicht des Materials, das Speiser vom Kgl. Zoolog. 
Museum in Berlin zu der dankenswerthen monographischen Be- 
arbeitung der Nycteribiiden erhalten hatte, zeigte es sich, dass die 
Typen der Cyclopodia macnira Speiser 1901 (p. 53 u. 70), die Prof. 
Dahl im Bismarck-Archipel bei Ralum (Neu-Pommern) am 18. 7. 1896 
und 10. 8. 1896 auf Dobsonia peronii (Geoffr.) gefunden hat, nicht 
in die Gruppe passt, in die sie Speiser stellt (p. 70). Er gruppirt: 

„6** Beim c? sind die Hinterränder der drei vorletzten Dorsal- 
segmente auch in der Mitte beborstet; Abdomen des 2 ohne 
irgend welche grösseren Borsten auf der Mitte des Rückens 
oder am Rande des vorletzten Segments. 
6^^ Beim (5* bleibt die Mitte des Hinterrandes der drei vorletzten 
Dorsalsegmente von Borsten frei ; Abdomen des 9 mit mindestens 
4 gröberen oder langen Borsten auf der Mitte des Rückens 
und mit mehreren solcher am Hinterrand des vorletzten 
Segments." 
Trotzdem nun bei sämmtlichen 12 d^c? die Beborstung der 

3 vorletzten Abdominalsegmente in der Mitte nicht unterbrochen 

ist (Fig. 3), sind sie in die zweite Gruppe eingeordnet (p. 70). 

Es ergiebt sich hieraus, dass es für eine Bestimmungstabelle 

der Cyclopodia-Arten vortheilhafter wäre, die (3'(S' und $2 getrennt 

zu behandeln. 




Fig. 2. 

Cyclopodia hopei Westw. 1835. 

Abdomen des ^. Oberseite. 




Fig. 3. 

Cyclopodia macrura Speiser 1901. 

Abdomen des (^. Oberseite. 



Ein Vergleich der Typen von Cyclopodia greefi Karsch über- 
zeugte mich, dass auch diese Art hierfür spricht, denn bei den d'd' 
dieser westafrikanischen Art sind die Hinterränder der drei vor- 
letzten Dorsalsegmente auch in der Mitte beborstet, während bei 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1901. Bd. I. H. 2. J2 



178 Dr. Günther Enderlein: Zur Kenntniss der Nycteribiiden, 

den 22 das ganze zwischen Mitte des Abdomens und Rand des 
vorletzten Segmentes gelegene Feld lang und dicht beborstet ist. 

Da Speiser die Beborstung der Oberseite des männlichen 
Abdomens bei der Artbeschreibung der C. macrura gänzlich ver- 
nachlässigt, die meines Erachtens als wichtig hervorzuheben ist, 
wie auch schon ein Vergleich von Figur 2 und 3 erkennen lässt, 
und so das Thier nach der Diagnose Speiser's nicht zu bestimmen 
ist, besonders in Folge der unrichtigen Gruppirung, füge ich noch 
einige Ergänzungen zu derselben hinzu. 

Die Hinterränder des 1. — 5. Segmentes sind mit einer Reihe 
massig starker Haare besetzt, die nicht unterbrochen wird. An 
den Seiten des stark ausgebuchteten 1. Segmentes tritt das ventrale 
Ctenidium etwas auf die dorsale Seite. Die Richtung der Stacheln 
ist nach innen (cf. C. hopei Fig. 2). Ein Streif am Vorderrande 
jedes Segmentes ist blass, dass übrige chitinös gelblich gefärbt. 
Diese gefärbte Zone ist beim 2. — 4. Segmente mit feinen rudi- 
mentären Härchen besetzt, beim vierten bleibt jedoch ein schmaler 
Streif vor der Borstenreihe frei. Letztes Segment lang und ab- 
stehend behaart, mit Ausnahme der Basis. 

Eine sehr auffällige Differenz der C. macrura Speiser möchte 
ich noch hervorheben. Während bei C. hopei Westw. (Fig. 2) und 
similis Speiser das 4. und 5. Abdominalsegment sehr kurz aus- 
gebildet ist, weist das 4. Segment bei Cydopodia macrura Speiser 
(Fig. 3) eine mächtige Entwicklung auf, so dass es, abgesehen vom 
Analsegment, das grösste Abdominalsegment ist. 

Sollte dies nicht zu einer Gruppirung zu verwerthen sein. 



Die Ostraeoden vom Bisniarck -Archipel. 

Von Dr. W. Vävpa, Prag. 



Hierzu Taf. VIII u. IX. 



Vom Kgl. zoologischen Museum in Berlin wurden mir 5 Gläs- 
chen mit den von Prof. Dr. F. Dahl im Jahre 1897 am Bismarck- 
Archipel gesammelten Ostracoden. 

Die kleine Sammlung enthielt eine bisher nur von Tasmanien 
bekannte Art und zwei noch unbeschriebene Arten, von denen eine 
auch eine neue Gattung bildet. 

1. Gatt. Newnhamia King. 

1855. Newnhamia, King. On Australian Entomostracans (Pap, a. 
Proc. Roy. Soc. Van Diemen's Land) Vol. III Part I. Plate IX. 
fig. A no. 1 — 12. 

Die vorliegende Gattung habe ich in dem von Prof. F. Dahl 
am Bismarck-Archipel gesammelten Materiale wiedergefunden. Die 
Diagnose von King ist selbstverständlich gänzlich unzureichend, 
aber die einzelnen Abbildungen lassen mich über die Identität der 
vor mir Hegenden Form in keinem Zweifel, so dass ich eine hin- 
reichende Diagnose der Gattung aufstellen kann. 

Die Gattung steht dem Notodromas sehr nahe und ist von 
diesem in folgenden Merkmalen verschieden: 

Die Schalen des Weibchens und des Männchens fast von der- 
selben Form, bei Notodromas ist die Schale des Weibchens in der 
hinteren unteren Ecke gezähnt. Die Schalenstructur stark granu- 
Hrt, bei Notodromas fast glatt. Die zweite Antenne beim Weib- 
chen mit einfacher Endborste, die beim Männchen auffallend stark 
gesägt ist, während bei Notodromas die Endborsten in beiden Ge- 
schlechtern fast gleich gestaltet sind. 

Maxillarfuss mit stark verbreitetem Kaufortsatze mit eingliedrigem, 
nur eine Endborste tragendem Taster, während bei Notodromas der 
Kaufortsatz sehr schmal ist und der Taster zweighedrig mit zwei 
Endborsten. 

12* 



180 Dr. W. Vävra: Die Ostracoden vom Bismarck -Archipel. 

Die Greiforgane des Männchens nur wenig asymmetrisch, 
während dieselben bei Notodromas stark asymmetrisch gebildet sind. 

Penis triangelförmig, bei Notodromas quadratisch. Furca bei 
einem oder bei beiden Geschlechtern mit der vorderen Endborste, 
bei Notodromas fehlt dieselbe vollkommen in beiden Geschlechtem. 
Bei den beiden in Rede stehenden Gattungen entfernt sich der Saum 
vorn weit vom Schalendenrand und nähert sich dem Innenrand. Es 
sind zwei getrennte Augen vorhanden, die zweite Antenne in beiden 
Geschlechtern sechsgliedrig, mit langen Schwimmborsten und einer 
eigenthümlichen Sensitivborste am vorletzten Gliede, MaxiUarfuss 
entbehrt vollständig der Athemplatte, der Putzfuss mit zwei langen 
Borsten am letzten Gliede, der nicht schnabelförmig gebogen ist. 
Der Ductus ejaculatorius trägt zahlreiche , dicht nebeneinander 
stehende Chitinkränze. 

Ich habe^) eine Art als Notodromas patagonica beschrieben, 
die den eben angeführten Merkmalen nach in die vorliegende Gat- 
tung Newnhamia einzureihen ist, so dass dieselbe bisher zwei 
Arten, nämlich Newnhamia fenestrata King von Tasmanien und vom 
Bismarck- Archipel und N. patagonica Vävra aus Patagonien ausweist. 

1. Newnhamia fenestra King. 

1855. N. fenestrata, King, On Austral. Entomostr. (Pap. Proc. R. 
Soc. Van Diemens Land) Vol. III Parti Plate IX fig. 1—12. 
(Taf. VIII. fig. 1 — 15). 

Die Schale des Weibchens: In der Seitenlage. Das Ver- 
hältniss der Länge zur Höhe und Breite ist 8:6:5. In der Seiten- 
lage (Taf. VIII. 1) ist die Schale sehr hoch, die grösste Höhe liegt 
etwa in der Mitte des Dorsalrandes, der sich in einem flachen Bogen 
mit dem hohen Vorderrande verbindet. Der Vorderrand trägt eine 
ziemhch breite, durchsichtige Randzone, die von derselben der rechten 
Schale, die viel breiter ist, überragt wird, und verschwindet dorsal 
vor dem Auge, ventral vor dem Munde. Der Hinterrand ist viel 
niedriger als der Vorderrand und verbindet sich fast in gerader 
Linie mit dem höchsten Punkte des Dorsalrandes. Der Ventralrand 
gerade, die hintere untere Ecke regelmässig abgerundet. Ansicht 
von oben (Taf. VIII. 2). Die Schalen sind fast so breit wie hoch 
(5 : 6), die grösste Breite liegt im letzten Drittel. Hinten sind die 
Schalen in regelmässigem Bogen abgerundet, nach vorne mit schwach 
gewölbten Seiten vereinigt. An der vorderen Spitze treten die hya- 
linen Ränder vor, der der rechten Schale überragt die linke. Die 
Augenbecher stehen weit von einander getrennt. 

Ansicht von unten (Taf. VTII. 3): Derselbe zeigt ähnliche Ver- 
hältnisse als bei Notodromas. Die untere Fläche ist in grossem Um- 
fange vollkommen flach und gegen die Seiten mit scharfen Leisten 



^) Vävra V., Süsswasser - Ostracoden. Hamburger Magelhaensische 
Sammelreise. 1898. 



Dr. W. Vävra: Die Ostracoden vom Bismarck -Archipel. 181 

abgegrenzt. Ad den vorderen Seitenrändern treten ebenfalls deut- 
liche Leisten vor, die eine leierförmige Figur bilden und hinten in der 
Mitte zusammentreten. Die Fläche zwischen den Seiten- und Innen- 
leisten ist mit vier concentrischen Bogenreihen von viereckigen 
Grübchen ausgefüllt. Diese ganze Fläche mit ihrer eigenthümlichen 
Structur bildet eine vortreffliche Adhaesionsfläche, mit deren Hülfe 
das Thier sich an der Oberfläche anhalten nnd auf dem Rücken 
schwimmen kann, ähnlich wie bei Notodromas. 

Die Schalenstructur ist sehr eigenthümlich. Die ganze Ober- 
fläche der Schalen ist mit stark lichtbrechenden Kalkkörnchen be- 
deckt, die von der Fläche gesehen (Taf. VIII. Fig. 4 u. 5), von etwas 
unregelmässiger Form sind, und von der Seite schief betrachtet als 
breite Kegel erscheinen. 

Die Farbe der Schalen ist nach den konservirten Exemplaren 
graugelblich. 

Grösse: Länge 0,8 mm, Höhe 0,6 mm, Breite 0,5mm. 

Die zweite Antenne (Taf. VIII. fig. 6 u. 7): In beiden Ge- 
schlechtern ist dieselbe sechsgliedrig, mit den die Spitze der End- 
klauen erreichenden Schwimmborsten. Beim Weibchen ist das letzte 
Glied länger und um die Hälfte schmäler als das vorletzte. Die eigen- 
thümliche Sensitivborste am distalen Ende des vorletzten Gliedes 
stark und von der Länge des letzten Gliedes. Ausserdem sind da 
zwei Borsten vorhanden, die äussere erreicht fast das Ende der 
Endklaue, die andere ist etwas kürzer. Beim Männchen (Taf. VIII. 
fig. 7) sind die zwei letzten Glieder längs der Vorderkante gleich 
lang, das letzte Glied nur um ein Drittel schmäler als das vorletzte. 
Die Borsten am distalen Ende des vorletzten Gliedes sind von denen 
des Weibchens verschieden gebildet, indem die Sensitivborste kürzer 
als das vorletzte Glied ist, die vordere Borste ist ganz kurz, die 
andere in eine ziemlich starke Klaue von der Länge des letzten 
Gliedes verwandelt. Die Endklaue beim Weibchen zart, glatt und 
von der Länge der zwei letzten Glieder (Taf. VIII. 6). Beim Männchen 
(Taf. VIII. 7) ist die Endklaue an der Basis stark und der ganzen 
Länge nach scharf gesägt Jedes Zähnchen ist im rechten Winkel 
nach hinten gerichtet. Die Mandibeln und die Maxille sind denen 
bei N. patagonica ähnlich. 

Der Maxillarfuss (erste thoracale Gliedmasse) (Taf. VIII. 8) 
beim Weibchen mit verbreitertem, steife, gefiederte Borsten tragendem 
Kaufortsatze. Der Ventralrand trägt zwischen dem Kaufortsatze 
und dem Taster eine kürzere und eine sehr lange, dicke, am Ende 
gefiederte Borste. Der ziemlich kurze, conische Taster läuft am 
Ende in eine einzige hyaline Borste aus. Der rechte männliche 
Greiftaster (Taf. VIII. 9) walzenförmig, mit fast parallelen Seiten. Vor 
dem Ende des Unterrandes steht nur eine Borste. Der Hackenglied 
(Finger) ziemlich schmal, nach der Spitze zu allmählig verjüngt und 
mit einer blassen Spitze endigend. 



182 Dr, W. Vävra: Die Ostracoden vom Bismarck -Archipel. 

Der linke männliche Greiftaster (Taf. VIII. 10) ist um ein Viertel 
länger als der rechte mit fast geradem Dorsalrande. Der Ventral- 
rand ist im ersten Viertel convex, im letzten Viertel plötzlich durch 
eine rechtwinkelige Einkerbung auf die Hälfte der ursprünglichen 
Breite verschmälert und da am unteren Ende mit ziemlich grossem, 
hyalinen Höcker versehen, mit einer Borste unter dem Ansatz des 
Fingers. Der Finger ist schmal, kürzer als die Länge des Tasters, 
mit feiner, blasser Spitze. 

Das erste Bein (Taf. VIII. 11) (zweite thorakale Gliedmasse) mit 
kurzer Borste am Vorderrande des zweiten Gliedes. Die Endklaue 
länger als drei letzte GHeder des Beines. Die vordere Endborste 
erreicht ein Drittel, die hintere die halbe Länge der Klaue. 

Der Putzfuss (Taf. VIII. 12) mit starker, in dem basalen Drittel 
verbreiterter Klaue am letzten Gliede, die zwei Drittel Länge des 
vorletzten Gliedes erreicht. Die vordere Borste um die HäKte kürzer. 

Die Furkaläste: Beim Weibchen (Taf. VIII. 13) sind dieselben 
nur schwach gebogen, die vordere stark gebogene Klaue von der 
halben Länge des Stammes. Die hintere Klaue schwach gebogen, 
fast so lang als die vordere. Die vordere Endborste fehlt gänzlich. 
Die hintere Borste ziemlich stark, fast so lang wie die hintere Klaue. 

Beim Männchen (Taf. VIII. 14) sind die Furcaläste stark ge- 
bogen. Die Furcalklauen schwach, ein Drittel der Länge des Stammes 
erreichend, nur schwach gebogen. Die vordere Borste vorhanden, 
nur winzig klein. Die hintere Borste wohl entwickelt, von der 
Länge der Klauen. 

Penis: An der Taf. VIII. 15 lege ich eine Mikrophotographie 
vor, die über die complicirten Verhältnisse dieses interessanten Organs 
die gewünschte Auskunft giebt. Der distale Anhang läuft in eine 
löffeiförmige Platte aus, die in der Axe durch einen chitinigen Stab 
gestützt ist. Vas deferens ist durch starke, chitinige Leisten um- 
geben. Am Innenrande des Mittelstückes liegt eine starke Leiste, 
die am Stamm befestigt ist. Für den bei der Anfertigung dieses 
Mikrophotogramms geleisteten Beistand sage ich meinem Freunde 
K. Kovaf in Prag meinen verbindlichsten Dank. 

Fundort: Coli. Dahl. Bismarck- Archipel, Ins. Neu-Pommern. 
Matupi gegenüber Fingafalls im Kessel Zahlreich, 5. III. 1897. 

Vorkommen: Ausserdem in Tasmanien von King gefunden. 



Taf, VIII. fig. 1— 15 Newnhamia t'enestrata King. 

Linke Schale des Weibchens in der Seitenlage. Vergr. 67/1. 

Weibchen von oben, 

von unten gesehen. Vergr. 67/1. 

Schalenstructur von der Fläche, 

von der Seite in schiefer Lage gesehen. Vergr. 470/1. 

Die zwei letzten Glieder der zweiten Antenne vom Weibchen, 

dieselben vom Männchen. Vergr. 220/1. 



Fig. 


1 


Fig. 


2. 


Fig. 


3. 


Fig. 


4. 


Fig. 


5. 


Fig. 


6. 


Fig. 


7. 



Dr. W. Vävra: Die Ostracoden vom Bismaick Archipel. 183 

Fig. 8. Maxillarfr.ss 'erste thoracale Gliedinosse) vom Weibchen. Vergr. 300/1. 

Fig. 9 Rechtes, und 10. linkes Greiforgan des Männchen,^. Vergr. 300/1. 

Fig. 11. Erstes Bein (zweite thoracale Gliedmasse) vom Weibchen. Vier letzte 

Glieder. Vergr. 220/1. 

Fig. 12. Putzfuss (dritte thoracala Gliedmasse). Zwei letzte Glieder. Vergr. 330/1. 

Fig. 13. Furca vom Weibchen, 

Fig. 14. vom Männchen Vergr. 220/1. 

Fig. 15. Penis von NewnhamiafenestrataKing. Mikrophotographie. Vergr. 250/1. 

2. Gatt. Cypretta Vavra. 

1895. Cypretta^ Vavra, Süsswasser-Ostr. Zanzibars (Beih. z. Jahr. 

d. Hamburg, wiss. Anst. XII). 
1898. Cypretta^ Müller, G. W., Ostracoden. Voeltzkow, Erg. e. 

F. in Madagascar u. O.-Afr. (Abb. Senk. Ges. XXL 2). 

Ausser der von mir gefundenen Art tenuicaudis von Afrika 
und der weiter neu beschriebenen Art papuana vom Bismarck- 
Archipel gehört zu dieser Gattung die von G. W. Müller be- 
schriebene C. costata aus Madagascar, und von G. 0. Sars be- 
schriebene viridis und turgida von Neu-Seeland und Australien, 

Die Arten globulus Sars, minna Sars und dubiosa Daday ge- 
hören der Gattung Cypridella Vavra und Pionocypris Brady an. 

2. Cypretta papuana n. sp. 
(Taf. VIII. fig. 16, Taf.IX. fig. 17—20). 

Die Schale von der Seite (Taf. VIII. 16) um ein Drittel länger als 
hoch. Die grösste Höhe liegt etwa in der Mitte, der Ventralrand 
seicht gebuchtet, der Hinterrand nur wenig höher als der regel- 
mässig gerundete Vorderrand. Der Dorsalrand ist hochgewölbt. 
Der Innenrand ist nur gering vom Schalenrand entfernt. Nur am 
Vorderrande tritt derselbe weiter zurück. Längs dem Vorderrande 
treten die für die Gattung characteristischen Quersepten auf. 

Die Farbe der conservirten Schale blass gelblich. 

Von oben sind die Schalen so breit (Taf. IX. 17) als hoch. Die 
grösste Breite liegt im hinteren Drittel. Die Seiten vereinigen sich 
nach vorne in einem breiten Bogen. Die rechte Schale umfasst 
die linke. 

Grösse: Länge 0,78 mm. Höhe und Breite 0,55 mm. 

Die Eierstöcke sind spiralig aufgerollt. 

Die drei letzten Glieder des ersten Beines (Taf.IX. 18) sind ziemlich 
verschmälert, die Endklaue sehi- stark und länger als die vier letzten 
Glieder des Beines zusammen. 

Der Putzfuss (Taf. IX. 19) mit sehr kleinem letzten schnabel- 
förmigen Gliede. Die Endklaue stark, fast gerade und halb so lang 
als das vorletzte Glied. 



184 Dr. W. Vävra: Die OstrafOflen vom Bi.smarck-A.rchipel. 

Furca (Taf. IX. 20) schwach s-förmig gebogen, schmal, mit zarten 
Endklauen, von denen die längere schwach gekrümmt ist und von 
drei Viertel Länge des Stammes, die andere um die Hälfte kürzer. 
Die hintere kurze Borste steht in geringer Entfernung von derselben 
am Hinterrande. Die vordere Borste fehlt gänzlich. 

Fundort: Bismarck-Archipel. Kalum, Sumpftümpel. l.VI. 96., 
29. XH. 96. — Tümpel auf dem Komben. 6. HI. 97. 

Taf. Vm. 16, Taf. IX. 17—20. Cypretta papuana n. sp. 
Fig. 16. Rechte Schale vom Weibchen. 
Fig. 17. Von oben gesehen. Vergr. 53/1. 
Fig. 18. Erstes Bein (zweite thoracale Gliedmasse). Vier letzte Grlieder. 

Vergr. 220/1. . 
Fig. 19. Putzfuss des Weibchens. Vergr. 530/1. 
Fig. 20. Furca. Vergr. 220/1. 



3. Gatt. Pontoparta n. g. 

Schale weiss, durchscheinend und glänzend, mit dichten Pigment- 
ablagerungen. 

Die Verwachsungslinie und die Saumlinie sehr nahe dem Rand. 

Die zweite Antenne mit das Ende der Klauen erreichenden 
Schwimmborsten. 

Maxillarfuss mit sehr breitem Kaufortsatze und wohlentwickelter 
Athemplatte. 

Das letzte Glied des Putzfusses cylindrisch, nicht schnabel- 
förmig, mit zwei terminalen Borsten imd einer langen, lateralen, 
gegen die Basis des Putzfusses gerichteten Borste. 

Furcaläste stark, mit zwei Endklauen, einer vorderen Borste, 
und mit zwei Borsten am Hinterrand. 

Die Schale dieser neuen Gattung erinnert an die der Candona, 
die Gliedmassen an die der Gattungen Cypria und Cyclocypris, 
besonders im Bau des Putzfusses. 

Eigenthümlich sind die Furcaläste mit zwei Borsten am Hinter- 
rande, was bei den Süsswasser-Gypriden, sonst noch bei (Cyprois) 
dispar Chyz. vorkommt. Dieses Merkmal ist aber auch charakte- 
ristisch für die den Süsswasser-Gypriden nahe stehenden marinen, 
von G.W. Müller (in den Ostrac. d. Golfes v. Neapel) zu dem TribusII 
vereinigten Gattungen Aglaia Brady, Paracypris Sars und Phlycteno- 
phora Brady, bei den am Hinterrande der Furca zwei deutliche 
Borsten entwickelt sind. Besonders mit der marinen Gattung 
„Phlyctenophora Brady" (Ostrac. Challenger) von Neuseeland 
und Australien hat die vorliegende neue Gattung einige Beziehungen, 
als im Bau der Maxille, des Maxillarfusses, des Putzfusses und der 
Furca. 



Dr. W. Vävra: Die Ostracoden vom Bismarck -Archipel. 185 

3. Pontoparta rara n. g. n. sp. 
(Taf. IX. flg. 21—30). 

Die Schale (Taf. IX, 21), von der Seite betrachtet, lang gestreckt, 
die Länge 2V4 nial grösser als die Höhe der Schalen beträgt. Die 
Länge der Schalen 0.73 mm, die Höhe 0.33 mm, die Breite der 
Schalen bei der Ansicht von oben 0.32 mm. 

Der Ventralrand in der Mitte seicht eingebuchtet, der Dorsal- 
rand bildet einen flachen Bogen, der in der Mitte der Schalen die 
grösste Höhe erreicht. Der Vorderrand höher als der Hinterrand. 

Die Verwachsungslinie und die Saumlinie verläuft parallel und 
sehr nahe dem Rand. 

Die Schale ist durchscheinend, weiss, ähnlich wie bei der 
Candona und mit dunkel pigmentirten Zellen der Matrix, die unter 
dem Auge in einigen vertikalen Reihen geordnet sind. 

Von oben gesehen (Taf. IX. 22) sind die Schalen in der vorderen 
Hälfte breiter als in der hinteren, die grösste Breite, die fast der 
Höhe der Schalen gleicht, liegt etwas vor der Mitte der Schalen. 

Die zweite Antenne (Taf. IX. 23) mit fünf, das Ende der Terminal- 
klauen erreichenden kahlen Schwimmborsten und mit langer Sinnes- 
borste am drittletzten Gliede. Das letzte Glied beträgt ein Viertel 
der Länge des vorletzten Gliedes, das lateral am Ende zwei 
schlanke und lange Klauen und eine um die Hälfte derselben kürzere 
Klaue trägt. Das letzte Glied trägt eine Endklaue und eine zarte 
Sinnesborste. 

Mandibel (Taf. IX. 24) mit spitzen Zähnchen am Kaufortsatz. 
Das erste Tasterglied stark und breit, mit schmaler Athemplatte und 
steifen Borsten am Innenrande. Das zweite Glied vom dritten un- 
deutlich abgesetzt. Das letzte Glied schmal, mit zarten Endborsten. 

Maxille (Taf. IX. 25) mit grosser Athemplatte. Taster mit sehr 
kurzem Endgliede, das zwei lange und einige kürzere Endborsten trägt. 

Maxillarfuss (erste thorakale Gliedmasse) mit sehr breitem 
Kaufortsatze, mit ziemlich langen und steifen Borsten (Taf. IX. 26). 
Taster (Taf. IX. 27) kurz, breit, mit drei sehr kurzen Endborsten. 

Erstes Bein (zweite thorakale Gliedmasse) (Taf. IX. 28) mit 
schmalen, langen GHedern und mit glatter Endklaue. 

Putzfuss (dritte thorakale Gliedmasse) (Taf. IX. 29) deutlich 
fünfgliedrig. Das vierte, vorletzte Glied ist am Ende bedornt. Das 
letzte, cylindrische Ghed erreicht die halbe Länge des vorletzten 
Gliedes. Die zwei Terminalborsten sind sehr kurz, die laterale, 
abwärtsgerichtete Endborste verhältnissmässig stark, sehr lang, die 
Mitte des zweiten Gliedes erreichend. 

Furca (Taf IX. 30) ziemlich breit, mit zwei starken, im letzten 
Drittel gezähnelten Endklauen. Die hintere Klaue nur um ein 
Fünftel kürzer als die vordere. Die vordere Terminalborste sehr 
kurz. Am Hinterrande des Stammes in dem letzten Drittel zwei, 
in einer Entfernung von einander stehende, kurze, stachelförmige, 
kleine Borsten. 



186 Dr. W. Vävra: Die Ostracoden vom Bismarck -Archipel. 

Die Eier im Ovarium sehr gedrungen, ähnlich wie bei den 
marinen, oben erwähnten Gattungen. 

Das Männchen habe ich nicht gefunden. 

Fundort: Bismarck - Archipel. Matupi-Farm. Sumpftümpel. 
5. III. 1897. Coli. Dahl. 

Taf. IX. fig. 21— 30. Pontoparta rara n. g. n. sp, 
Fig. 21. Linke Schale vom Weibchen. 
Fig. 22. Von oben gesehen. Vergr. 90/1. 

Fig. 23. Drei letzte Glieder der zweiten Antenne. Vergr. 330/1. 
Fig. 24. Mandibel. Vergr. 330/1. 

Fig. 25, Die drei Kaufortsätze und der Taster der Maxille. Vergr. 330/1. 
Fig. 26. Kaufortsatz des Kieferfusses (erste thorakale Gliedmasse) (Vergr. 830/1) 

und 
Fig. 27. Taster derselben. Vergr. 530/1. 
Fig. 28. Die vier letzten Glieder des ersten Beines (der zweiten thorakalen 

Gliedmasse). Vergr. 220/1. 
Fig. 29. Die vier letzten Glieder des Putzfusses. Vergr. 330/1. 
Fig. 30. Furca. Vergr. 330/1. 



Neue EYaniiden, Stephaniden, 
Mutilliden (Apterogyna), Proctotrapiden und Chalcididen, 

mit einer 

Bestimmnngstabelle der africanischen Stephaniden. 

Aus dem Kgl. Zoologisclieii Museum zu Berlin. 

Von 

Dr. Günther Enderlein. 



(Mit 9 Abbildungen im Text.) 

Gelegentlich des Ordnens der Ecaniiden^ >Stepha?iiden etc. fand 
sich unter dem noch unbearbeiteten Hymenopteren-Material des 
Königl. Zoologischen Museums zu Berlin eine Anzahl neuer Formen. 
Sie stammen hauptsächlich aus den Sammelergebnissen von L. Con- 
radt in Kamerun und Togo, von Dr. Fülleborn in Deutsch- 
Ostafrika, von Micholitz in Neu-Guinea (Milne Bay), von 
denen ein Theil durch Herrn Dr. Richard Krieger in Leipzig 
dem Museum überlassen wurde, sowie eine neue Species aus der 
Sammlung der von Richard Haensch in Ecuador erbeuteten 
Hymenopteren. Eingefügt wurden ferner einige Beschreibungen von 
ungenügend charakterisirten Arten und von Formen, die bisher nur 
in einem Geschlecht bekannt waren. 

Inhalt. 

FrintUditf. Eouviu: Müggenburgi, villosa, fumipennis, 

medianaSchlett.jimpressaSchlett., 
argenteocaudata, Haenschi, chal- 
cidides, parva. 

Gasteruption: Taschenbergi, Kriegen, virescens. 

Tngonalyii: natalensis Kriechb. (d*). 
Sfrj/hduio'yrc, Stephanits: damellicus Westw., pygmaeus, 

globiceps, Schlettereri, brevicoUis, 
Conradti, togoensis Stdlm., var. 
fasciatus, terebrellus, flavomacu- 
latus, brevipetiolatus. 

Stenophasmus: FüUeborni, ingens, camerunus. 



188 Dr. Günther Eiiderlein: Neue Evaniiden, Stephanidcn, 

MiiWlidne, Apterogyna: miniaticornis. 

Prorfotrii2>i(l ac. Pristocera : subviolacea,rugosa,decemdentata, 

Calyoza: Ashmeadi. 

ChaJvUHdae. Lencospis: Kriegen, mysolica Kirby, macro- 

don Schlett. (c?), similis, nyassica. 
Bestimmungstabelle der africanischen Vertreter der Gattung Stepha- 

nm Jur. Seite 198. 
Bestimmungstabelle der africanischen Vertreter der Gattung Steno- 
phasmus Smith. Seite 206. 



Evaniidae. 

Evania Müf/getümrgi nov. spec. 

Gesicht dicht mit feinen, grauen Härchen besetzt. Stirn vorn 
ebenfalls dicht pubescirt, hinten nicht sehr deutlich längsgerimzelt, 
an den Seiten deutlicher, Scheitel zerstreut punktirt. Fühler lang 
(circa 10 mm). 2. Geiselglied länger als der Schaft und etwas länger 
als das 3. Erstes Geiselglied sehr kurz. Schaft etwa halb so lang 
als der Abstand der inneren Netzaugenränder. 

Thorax oben weit und massig seicht punktirt. Schulterecken 
ziemlich spitz. Pronotum verhältnissmässig lang und hochgezogen, 
mit scharfer, etwas concaver Kante hinter dem Kopf, welche das 
Mesonotum nicht tangirt; ziemlich dicht punktirt. Parapsidenfurchen 
etwas geschwungen. Seiten des Mesonotums glatt, ohne Punkte. 
Pleuren und Mittelsegment weit netzrunzlig, oberer Theil der Meso- 
pleuren mit einem grossen, dreieckigen, glatten und glänzenden Feld, 
das völlig unbehaart ist. Mittelsegment oben dicht und ziemlich 
grob punktirt. Metapleuren vom Mittelsegment nicht abgesetzt, mit 
einem kleinen, glatten, glänzenden Feld, ebenfalls unter den Flügeln, 
dass jedoch dicht grau pubescirt ist. Thorax und Mittelsegment 
unten mehr als oben mit feiner, grauer Behaarung. Hinterleibstiel 
runzlig, an den Seiten ein wenig längsrunzlig, fast doppelt so lang 
wie der Abstand seines Ursprungs vom Hinterrücken und etwas 
länger als der Metatarsus der Hinterbeine (cf. Evania divergens Kohl 
1894 aus Westafrica). Abdomen doppelt so lang als breit. Tibien 
der Hinterbeine mit 2 Dornen, der längere fast halb so lang als 
das erste Tarsenglied. Dieses ist länger als die 4 obigen zusam- 
men. Mittel- und Hinterschienen sowie das 1. Hintertarsenglied in 
der ganzen Länge mit einer Keihe stärkerer Borsten besetzt. 

Flügel wie bei Evania appendigaster L., etwas dichter pubescirt, 
Geäder wie bei Evania villosa nov. spec. 

Schwarz; Antennen braun bis dunkelbraun, die Unterseite der 
Glieder meist heller, Basalglied (Schaft) gelbbraun; die beiden 
vorderen Beinpaare hell gelbbraun, Oberschenkel meist etwas 
dunkler. Hinterbeine schwarz, Tarsen zuweilen etwas bräunlich. 

Körperlänge 6 — 7 mm, Flügellänge 7 — 7'/2 mm, Länge des Ab- 
domens ohne Stiel S^/g mm. 



Mutillideu (Apterogyna), Proctotrupiden uiul Chalcididen. 189 

Nord - Kamerun, Johann Albrechtshöhe. 3. Juni 1896; 
14. Juli— 17. August 1896. 4 <^^. L. Conradt Sammler. 

(Catal. Nr. 30344). 

Gewidmet sei diese Art dem Andenken meines lieben CoUegen, 
des leider so früh verstorbenen Herrn Dr. Hans Müggenburg. 

Evania villosa iiov. spec. 

Kopf, Thorax, Hinterleibstiel und Beine dicht und sehr lang, aber 
fein behaart. Stirn, Gesicht und Wangen ausserordentlich tief längs- 
gefurcht, die Furchen convergiren etwas nach vorn zu. Der Scheitel 
bildet eine scharfe Kante. Fühler kurz (etwa 5 mm lang), dick und 
keulenförmig. Keule in der Mitte am dicksten. Schaft etwa V., mal 
länger als der Abstand der inneren Netzaugenränder von einander, 
2. Geiselglied länger als die Hälfte des Schaftes, 3 und letztes (12.) 
länger als dick, die übrigen so lang als dick. 

Prothorax kurz, seitlich tief punktirt, in der Mitte längsgefurcht, 
vorn mit scharfer Kante. Mesothorax und Skutum unregelmässig 
tief runzlig längsgefurcht. Mittelsegment in der Mitte runzlig, 
seitlich mit tiefen, ziemlich parallelen, im Zickzack gewundenen 
Furchen. Mesopleuren gerunzelt mit einem glatten, glänzenden 
Felde unter den Flügeln, das nur sehr seicht quergefurcht ist. Meta- 
pleuren netzrunzlig, Grenzfeld zwischen dem Mittelsegment und den 
Metapleuren schwächer querrunzlig. Hinterleibstiel vmregelmässig 
tief runzlig, etwas länger als der Abstand seiner Basis vom Hinter- 
rücken. Beine punktirt, Hinterschenkel stark runzlig. Tibien der 
Hinterbeine mit 2 Dornen, der längere halb so lang als das 1. Tarsen- 
glied; dieses ist etwas länger als die übrigen Tarsenglieder zu- 
sammen. 

Flügelgeäder wie bei Eoania uppendigostcr L. Membran der 
Vorder- und Hinterflügel dicht und lang pubescirt; braun angeraucht, 
an der Basis und am Pterostigma dunkler. 

Schwarz, Mandibeln und Antennen braun, Schaft dunkelbraun. 
Beine blassbraun, Hinterbeine schwarz. 

Körperlänge 5' ., mm, Flügellänge 6 mm, Länge des Abdomens 
ohne Stiel H 2 mm, Breite 2 mm. 

Südost-Kamerun, Lolodorf. 15. Juni 1895. 1 d^. 

L. Conradt Sammler. 
(Catal. Nr. 30342). 

Voriiegendes Exemplar weicht durch die lange und dichte Be- 
haarung von allen übrigen Evania-Arten ab, besonders auch durch 
die Behaarung der Beine. Mit Evania Mü(/ge7ihurgi nov. spec. stimmt 
es durch den scharfkantigen Prothorax und das Verhältniss der 
Hintertarsenglieder überein. Es wäre vielleicht trotz der völligen 
Abweichung der übrigen Charaktere, besonders auch der Struktur 
nicht unnsöglich, dass beide c? und 2 einer Species sind. Es müsste 
hierzu jedoch ein umfangreicheres Material der noch wenig be- 
kannten africanischen Evaniiden zur Verfügung stehen. 



190 Dr. Günther Enderieiii: Neue Evauiideu, Stephaniden, 

Evania fnniiiiennis uov. spec. 

Wangen und Gesicht glatt, Stirn schwach punktii't, Scheitel 
runzlig. Vor dem vorderen Ocellus eine flache Einsenkung ziemlich 
glatt, mit einer Crista in der Mitte, die vom vorderen Ocellus aus- 
geht und zwischen den Antennen endigt. Fühler etwa 1 1 mm lang. 
2. Geiselglied die Hälfte länger als der Schaft, etwas kürzer als 
das 3. Schaft etwas länger als die Hälfte des Abstandes der inneren 
Netzaugenränder. 

Prothorax ohne scharfe Kante, Schulterecken abgerundet. Meso- 
notum vorn dicht punktirt; nach hinten zu, Skutum und Mittel- 
segment eng netzartig, runzlig punktirt. Parapsidenfurchen flach. 
Mesopleuren mit einem eliptischen, glatten, glänzenden, unbehaarten 
Felde, Metapleuren nicht vom Mittelsegment abgesetzt. Tegulae 
sehr glatt und glänzend. Hinterleibstiel punktirt, die einzelnen 
Punkte sind tief, doch isolirt. Erstes Tar&englied der Hinterbeine 
fast so lang wie die 4 letzten zuzammen, Tibie mit 2 Dornen, deren 
grössere '/g der Länge des 1. Tarsengliedes besitzt. Die 4 letzten 
Tarsenglieder der Hinterbeine mit je einem kurzen Enddorn. Kopf 
und Thorax sehr minimal pubescirt, Pleuren nnd Mittelsegment fein 
grau behaart. 

Flügelgeäder wie bei Evania appendigaster L. Membran braun 
angehaucht, dicht pubescirt, zwischen Costal- und Radialader dunkler. 

Schwarz, Mundtheile, Gesicht, untere Wangenpartie und Vorder- 
beine blass orangegelbbraun, ebenso die Unterseite des Fühler- 
schaftes. Mittelbeine blass gelbbraun, Schenkel schwarz. Hinter- 
beine schwarz, Dornen hell gelbbraun, letzte Tarsenglieder bräunlich. 

Körperlänge 10 — 11mm, Flügellänge 10 mm, Länge des Ab- 
domens ohne Stiel 5 mm. 

Nord-Kamerun, Johann Albrechtshöhe. 2 cTci'. 

L. Conradt Sammler. 
(Catal. Nr. 30343). 

Evania mediana Schlett 

Eine Anzahl c? und 9 aus Neu-Süd- Wales unterscheiden sich 
von der Beschreibung der Evania mediana Schlett. aus Neu-Bri- 
tanien durch folgendes: 

Auf dem Vorderrande des 3.-6. Abdominalsegmentes (Stiel 
mitgezählt) finden sich auf jedem Segment seitlich der dorsalen 
Mittellinie 2 dreieckige Felder, die in der Mittellinie fast zusammen- 
stossen und fein matt silbergrau pubescirt sind. 

Durch die Freundlichkeit des Herrn Dr. von Brunn erhielt 
ich auf meine Anfrage nähere Auskunft über die im Hamburger 
Museum befindlichen beiden Typen. Hiernach besitzen auch diese 
die angegebenen pubescirten P^'elder auf den Seiten des Abdomens. 
Es hat demnach Evania mediana Schlett. eine weitere Verbreitung 
über die australische Region. 



Mutilliden (Apterogyiia), Pioctotrupiden und Chalcididen. 191 

Evania inipressa Schlett. 

Auch bei der Type von Evania impressa Schlett. finden sich 
auf dem Vorderrande des 3. — 6. Abdominalsegraentes auf jedem 
Segment seitlich der dorsalen Mittellinie 2 dreieckige Felder, die in 
der Mittellinie fast zusammenstossen und matt silberglänzend tomen- 
tirt sind, ebenso das ganze 7. Segment. 

3 Exemplare (2 d^ und 1 $) aus Neu-Guinea, Milne Bay, unter- 
scheiden sich nur durch einen stärkeren Silberglanz dieser Felder, 
der besonders beim 2 sehr intensiv ist. 

Evania argenteocaudata nov. spec. 

Gesicht dicht grau pubescirt, mit einem scharfen, medianen 
Längskiel, der sich nach vorn abschwächt und auf die Stirn sich 
bis zum vordersten Ocellus fortsetzt. Stirn ein wenig eingedrückt, 
fast glatt, nur an den Seiten einige grobe Längsi'unzeln. Scheitel 
und Hinterkopf glatt, glänzend, seicht und zerstreut punktirt. 
Schläfen rauh, fein punktirt und pubescirt. Abstand der hinteren 
Ocellen so gross wie das erste Geiselglied, der Abstand von den 
Netzaugen etwas grösser. Schaft sehr lang (9), 2. Geiselglied etwa 
5 mal so lang wie das erste, 3. Geiselglied kürzer als das 2. 

Schulterecken des Pronotums sehr spitz, rechtwinklig. Das 
Pronotum bildet oben eine scharfe Kante, die in der Mitte von dem 
Vorderrande des Mesonotums tangirt wird. Die Seiten des Pronotums 
hinter der Kante grob und dicht punktirt, sonst glatt. Mesonotum 
polirt glatt, glänzend, mit nur einigen wenigen sehr seichten 
Punkten. Parapsidenfurchen seicht und nicht scharf. Skutura polirt 
glatt, glänzend, in der Mitte fast unpunktirt, seitlich sehr zerstreut 
punktirt. Die obere Hälfte der Mesopleuren polirt glatt (äusserste 
obere Spitze rauh), die untere Hälfte mit grossen, kreisförmigen 
Punkten. Die obere Hälfte der Metapleuren polirt glatt mit zer- 
streuten, grossen, kreisförmigen Punkten (oberste Spitze mit einigen 
sehr feinen Querkielen), untere Hälfte mit grossen, kreisförmigen 
Punkten dicht besetzt bis weit netzrunzlig; vom Mittelsegment nur 
durch einen etwas schärferen Kiel abgesetzt. Mittelsegment oben 
dicht und tief punktirt, der übrige Theil sehr, weit netzgerundet. 
Das hintere Feld ziemlich eben, nur ganz gering eingedrückt, sehr 
dicht silberglänzend pubescirt. Hinterhüften weitstehend punktirt, 
ein Streifen oben aussen glatt polirt. Hinterleibstiel IV2 mal so 
lang wie die Entfernung der Insertion vom Metanotum, sehr scharf 
längsgefurcht. Schienen und Tarsen der Hinterbeine aussen schwach 
bedornt, der längere, hintere Schienensporn kürzer als das halbe 
1. Tarsenglied, Die Oberseite des 2. bis letzten Abdominalsegmentes 
(Stiel mitgezählt) dicht silberglänzend pubescirt. 

Flügel hyalin farblos; Geäder wde bei Evania impressa Schlett. 
Die Radialader trifft nahezu rechtwinklig auf den Vorderrand. 

Schwarz; Spitzen der Schenkel, Schienen und Tarsen der 
Vorderbeine, 4. — 7. Geiselglied rostgelb; die übrigen Tarsen und der 
Oberkiefer bräunlich schwarz. 



192 Dr. Günther Enderlein: Neue Evaniiden, Stephaniden, 

Körperlänge D mm, Länge des Vm-derflügels T'/g mm, Länge 
des Abdomens ohne Stiel 3 mm, Höhe 2' 2 Dam. 

Südspitze von Neu -Guinea, Milne Bay. 1 (5*. 

Micholitz Sammler. 
(Catal. Nr. 30323). 

Evania Haenschi nov. spec. 

Kopf mit dichten aber nicht sehr tiefen Punkten. Gesicht fein 
gelb pubescirt, durch 2 seitliche Längsfurchen dreilappig. 

Hinterkopf mit ziemlich steiler Kante abfallend, polirt glatt, 
Wangen wenig punktirt. 

Fühlerlänge ÖVs nim. 2. Geiselglied etwas kürzer als der 
Schaft und etwa 5 mal so lang als das erste. 

Thorax stark runzlig, Skutum an den Seiten längsrunzlig, 
Schulterecken fast rechtwinkhg, abgerundet. Prothorax stark nach 
unten gedrückt, Parapsidenfurchen scharf; Pleuren gerunzelt, Meso- 
pleuren in der Mitte glatt und glänzend. Metapleuren durch, eine 
glänzende, glatte Linie vom Mittelsegment abgegrenzt. Mittelsegment 
netzrunzlig. jHinterleibstiel grob längsgerunzelt, doppelt so lang 
wie der Abstand seines Ursprungs vom Hinterrücken. Thorax, 
Mittelsegment und Hinterleibstiel mit feiner, schwarzer Pubescirung, 
die nicht grau sondern dunkelbraun glänzt. Hinterschienen mit 
2 Dornen, der längere über - 3 des ersten Tarsengiiedes, 1. Tarsen- 
glied mit kurzem Enddorn. 

Plügel hyalin farblos, Membran zwischen Costa und Radius 
schwach braun angehaucht. Membran der Vorder- und Hinter- 
flügel dicht schwarz pubescirt. Im Vorderflügel sind die 3 basalen 
Zellen, die äussere Submedianzelle, die Discoidalzelle, die Cubital- 
zelle und die Radialzelle vollständig abgegrenzt. 

Speckig glänzend schwarz, Kopf bräunlich orangegelb, Hinter- 
kopf schwarz, Augen und Ocellen schwarz. Fühler orangegelb, die 
4 letzten Glieder schwarz, das fünftletzte Glied nur oben schwarz. 
Tegulae, die Tibien und 4 ersten Tarsenglieder der Vorderbeine, 
die 4 Tarsenglieder der übrigen Beine hell gelbbraun, die letzten 
(5,) Tarsengheder dunkelbraun. 

Körperlänge 6 mm, Flügellänge 6 mm. 

Ecuador, Santa Inez, Mitte September bis Mitte December 1 899, 1 c^. 

R. Haensch Sammler. 

(Catal. Nr. 30345). 

Evania chalcidides nov. spec, 

(5*. Gesicht rauh und massig fein punktirt. Stirn und Scheitel 
grob und dicht punktirt. Schläfen mit je 2 erhabenen Kielen pa- 
rallel dem Netzaugenrand und nach unten divergirend, dazwischen 
grob punktirt. Innere Netzaugenränder nach hinten zu schwach di- 
vergirend. Die hinteren Ocellen liegen vor der Geraden, die man 
sich durch den Hinterrand der Netzaugen gelegt denkt. Abstand 
der hinteren Ocellen von den Netzaugen etwas grösser wie das erste 



Mutilliden (Apterogyna), Proctotrnpiden und Olialcididen. 1<)3 

Geiselglied. Fühlerschaft so lang wie das 2. und 3. Geiselglied zu- 
sammen. 3. Geiselglied so lang wie das erste, das 2. wenig kürzer 
wie das 3. 

Pronotum vorn scharfkantig abfallend, die Vorderfläche glatt, 
Schulterecken fast rechtwinklig. Mesonotum und Skutum dicht mit 
grossen runden Punkten besetzt. Parapsidenfurchen in Form je 
einer etwas tieferen Punktreihe, hebt sich von der sehr groben um- 
gebenden Skulptur wenig ab. Meso- und Metapleuren glatt, letztere 
oben seicht punktirt und vom Mittelsegment durch eine etwas er- 
habene Linie getrennt. 

Mittelsegment an den Seiten und hinten sehr weit gegittert, 
oben dicht und grob punktirt. Hinterleibstiel verhältnissmässig dünn, 
fast doppelt so lang wie der Abstand der Insertion vom Skutum, 
glatt, glänzend, sehr fein und seicht längsgestrichelt. Schienen und 
Füsse der Hinterbeine unbedornt. Der längere hintere Schienen- 
sporn etwa von der halben Länge des 1. Tarsengliedes. Gesicht, 
hinterar Theil des Mittelsegmentes und Hinter-Schienen und -Tarsen 
äusserst fein pubescirt, der übrige Körper völlig unbehaart. 

Flügel glashell, Pubescens sehr wenig deutlich, im Vorderflügel 
ist nur die Costal-, Subcostal- und ein Stück der Medialader vor- 
handen und vollständig abgegrenzt (wie bei Evania ruficeps Shuck). 

Schwarz, Wangen, unterer Theil der Schläfen und die beiden 
vorderen Beinpaare rothbraun. Fühler braun. 

Körperlänge 21/9 mm. 

Peru. Marcapata, 1000 m hoch. 1(5^. 

(Catal. Nr. 30394). 

Evania parva nov. spec. 

c?. Kopf, Thorax und Beine lang behaart. Gesicht, Stirn und 
Schläfen polirt glatt, Wangen schwach längsgerieft. Unten in der 
Mitte des Gesichtes 2 kurze Längsfurchen nach dem Clypeus zu ge- 
richtet. Vorderer Ocellus in einer flachen Grube. Fühler etwas 
keulig, Fühlerschaft verhältnissmässig kurz. Fühlerschaft so lang 
wie die 3 ersten Geiselglieder, diese untereinander gleichlang. 

Thorax stark punktirt, Mittelsegment massig erhaben gegittert. 
Der längere hintere Schienensporn länger als die Hälfte des ersten 
Tarsengliedes, dieses so lang wie die 2 folgenden Tarsen zusammen. 
(Hinterleib fehlt). 

Flügel verhältnissmässig grosslappig, farblos, ziemhch lang und 
dicht pubescirt. Im Vorderflügel sind nur Costal- und Subcostal- 
ader und ein Stück der Medialader ausgebildet, es ist also nur die 
Costalader völlig abgegrenzt (wie bei Ev. ruficeps Shuck). 

Schwarz, Beine und Basalhälfte der Fühler braun. 

Von der Körpergrösse der vorhergehenden Species. Vorder- 
flügellänge 3 mm. 

Bogota. Lindig Sammler. 1 d^. 

(Catal. Nr. 20398). 

Äich. f. Naturgesch. Jahrg. 1901. Bd. I. H. 3. 13 



194 Dr. Günther Enderlein: !Newe Evaniiden, Stephaniden, 

Für die von Taschenberg 1891 (Berl. Ent. Z. 1891 p. 15) be- 
schriebene südafricanische Gasteruption-Art Gaster. Schlettereri schlage 
ich den Namen Gaster. Taschenbergi vor, da der Name Gaster. Schlet- 
tereri schon 1890 von Magretti für eine neue Form aus Damaskus 
verwendet worden ist (Mus. Civico Genova 189Ö 2. ser. IX p. 529). 

Gasterttptioii Kriegeri nov. spec. 

Kopf matt glänzend, unpunktirt, Gesicht und Wangen pubescirt, 
sehr fein nadelrissig. Hinterkopfrand scharfkantig. Abstand der 
hinteren Nebenaugen von einander gleich der Länge des zweiten 
Geiselgliedes. Zweites Geiselglied 1,5 mal so lang wie das erste, 
das 3. so lang wie die beiden ersten zusammen. 

Hals dünn und kurz, fein lederartig rauh. Vorderrücken mit 
kleinen, spitzen Dornen an den Schulterecken. Die 2 divergirenden 
Linieneindrücke vorn auf dem Mesonotum deutlich, zwischen ihnen 
sehr feine Querrunzlung. Mesonotum und Skutum fein rauh und 
matt. Parapsidenfurchen nur angedeutet, in der Mitte zwischen 
ihnen eine deutliche mediane Längsfurche. Mittelsegment massig 
grob netzrunzlig mit einem deutlichen Längskiel. Hinterhüften 
schlank, in der ganzen Länge mit feiner Querriefung. Das erste 
Tarsenglied der Hinterfüsse länger als die übrigen zusammen. Lege- 
rohr etwas länger als der Hinterleib. 

Flügel hyalin farblos, an der Spitze schwach angeraucht. Ge- 
äder und Stigma dunkelbraun, letzteres sehr schmal. Die Cubital- 
ader ist der Discoidalader so nahe gerückt, dass die Discoidalquer- 
ader gänzlich verschwunden ist. Die 1. Discoidalzelle ist nur noch 
äusserst schmal und spitz. Meist mündet die Cubitalader ein wenig 
vor Abschluss der 2. Discoidalzelle in die Discoidalader, in einem 
Falle (Fig. 1) sogar in der Mitte der Länge der 2. Discoidalzelle. 




Fig. 1. 

Schwarz, Vordertheile des Halses, die 4 Vorderbeine, Legerohr, 
Hinterränder der Sternite und Seiten der Hinterränder der Tergite 
vom 1. — 4. Abdominalsegment rostgelb. Ein länglicher Fleck auf 
der Unterseite der Basis der Hinterschienen, sowie die beiden 
ersten Hintertarsengiieder weisslieh, Basis des ersten Tarsengliedes 
schwarz. Die Scheiden (morphologisch die Cerci) des Legerohres 
schwarz, mit weisslicher Spitze. 

Körperlänge 12 — 15 mm. 

Südspitze von Neu-Guinea, Milne Bay. 9 $9. 

Micholitz Sammler. 

(Catal. Nr. 30336). 



Miitilliden (Apterogyna), Proctotrnpiden und Chalcididen. 195 

Das Geäder von Gast. Kriegen erinnert an Gast, latigenale 
Sclilett., nur ist bei Kriegeri die Verschmälerung und Reduction der 
1. Discoidalzelle noch weiter fortgeschritten. 

Gewidmet wurde diese neue Species meinem verehrten Freund, 
dem um die Ichneumonidenkunde verdienten Herrn Dr. R. Krieger 
in Leipzig, der einen Theil der Ausbeute von Micholitz dem Kgl. 
Zoologischen Museum in Berlin überlassen hatte. 

Gastertiiitioii virescens iiov. spec. 

Kopf glatt, matt glänzend, Hinterkopfrand scharfkantig. Zwischen 
den Fühlern ohne Längskiel. 2. Geiselglied doppelt so lang wie das 
erste, das 3. so lang wie die beiden ersten zusammen. 

Hals leicht rauh, mit Andeutung von Querrunzlung. Vorder- 
rücken in 2 seitliche, spitze und lange Dornen ausgezogen. Meso- 
notum und Skutum eng und dicht unregelmässig netzrunzlig, letzteres 
seitlich lederartig rauh ohne Runzeln. Die beiden divergirenden 
Linieneindrücke vorn auf dem Mesonotum schwach, doch noch 
deutlich sichtbar. Mittelsegment dicht und rauh punktirt gerunzelt, 
mit einem scharfen Querkiel und einem schwächeren Längskiel 
durch die Mitte, es entsteht so ein etwas erhabenes Kreuz. Hinter- 
hüften quergerieft. \. Tarsenglied der Hinterbeine länger als die 
übrigen vier zusammen. Die Klauen der Tarsen sehr kurz. 5. Tarsen- 
glied so lang wie das 3. (bei Gast, pedunculatum Schlett. so lang 
wie das 2. und 3. zusammen). 

Flügel hyalin farblos, an der Spitze schwach braun angehaucht. 
Im Geäder fehlt die kleine (1.) Discoidalzelle völlig, wie es nur 
noch bei Gast, pedunculatum Schlett. der Fall ist. Das Geäder 
stimmt mit dieser Species völlig überein (Schletterer, Monogr. der 
Evaniiden, 1889 Taf XXI Fig. 114 c). 

Schwarz, grün metallisch schimmernd; Mundtheile, die beiden 
vorderen Beinpaare, Spitzen der schwarzen Fühler, Legerohr rot- 
braun. Die Scheiden (Cerci) des Legerohrs schwarz, die etwas ver- 
breiterten Spitzen weiss. Hinterhüften, Schenkel und erstes Hinterleib- 
segment violett glänzend. Hinterschienen schwarz, an der Basis 
auf der Unterseite mit einem länglichen, weissen Fleck. Hinter- 
tarsen weiss, Basis des ersten und das letzte (5.) Glied schwarz. 

Körperlänge 16 mm. 

Südspitze von Neu-Guinea, Milne Bay. 2 29. 

Micholitz Sammler. 
(Catal. Nr. 30337). 

Trigonaljjs natalensis Kriechbaumer 1894. 

(Berliner Ent. Zeitschr. 1894 p. 318 2). 

c?. Pubescirt; Gesicht dicht aber fein punktirt. Scheitel, 
Hinterkopf und Schläfen glatt, glänzend. Clypeus in der Mitte 
etwas eingebuchtet. Erstes Fühlerglied (Schaft) dick, so lang wie 
das 3., das 2 halb so lang. Thorax und Mittelsegment runzlig 
punktirt. Prothorax sehr kurz, vom Mesothorax überragt. Para- 

13* 



19ß Dr. Günther End er lein: Neue Evauiiden, Steplianiden, 

psidenfurchen tief. Abdomen glänzend, massig seicht punktirt, 
doch stärker wie der Hinterleib der europ. Trigonalys Halmii Spin.; 
die Punkte berühren sich nicht gegenseitig. Erstes Tarsenglied 
etwa so lang wie die 4 übrigen zusammen, Tibien der Vorder- 
beine mit 1 Dorn, die übrigen mit 2 Dornen. 

Flügelgeäder wie bei Trigonalys pictifrons Smith von Celebes. 
Flügelspitze braun angehaucht nach der Basis zu hyalin, wenig 
bräunlich. 

Schwarz; Augen und Ocellen blassbraun, 2 kleine elliptische 
Flecken an der Seite des Clypeus, 2 kleine Flecke an der inneren 
Seite des Fühlergrundes, die Maxillartaster und die Mandibeln 
weisslich gelb, die Spitzen letzterer schwarz. Am vorderen Ende 
der beiden Parapsidenfurchen auf dem Mesothorax je ein kleiner 
gelber Fleck, ebenso an der Basis der braunen Tegulae Vorder- 
rand des Metanotum 2 seitliche Punkte am hinteren Ende des 
Mittelsegmentes, eine in der Mitte unterbrochene Binde auf dem 
2. Abdominalsegment, die von der Medianlinie schräg nach hinten 
verläuft, sich verbreitert und an den Seiten den Hinterrand des 
Tergites erreicht, gelb. Diese Binde setzt sich in eine gelbe Ventral- 
binde fort, die etwa ^ >, des Hinterrandes des 2. Sternites einnimmt. 
Am Hinterrande des 7. Segments stehen dorsal seitlich 2 zapfen- 
artige Anhänge, die dicht pubescirt und wohl als Cerci zu deuten 
sind. Sie sprechen für das männliche Geschlecht des Stückes. 
Beine schwarz, Trochanter weisslich gelb, ebenso die Tarsen und 
die Innenseite der Tibien der Vorderbeine. 

Körperlänge 9 mm. Länge des Vorderflügels 8 mm. 

Delagoa-Bai 1 d'. (Catal. No. 30341;. 

Vorliegende Species erinnert in Form und Färbung an Tri- 
gonalys pictifrons Smith von Celebes, die Westwood in Thesaurus 
Entom. Oxoniensis 1874 Taf. 23 Fig. 6 abbildet. Das Weibchen, 
das Kriechbaumer zur Artcharakteristik vorlag, ist in Port Natal 
am 24. 4. 1893 gefangen worden. Das Männchen war bisher noch 
unbekannt. 

Stephanidae. 

Stephanus damellicus We.'itw. 

Gesicht verhältnismässig grob punctirt, runzlig, nach den Seiten 
querrunzlig, die vorderen 3 Dornen auf der Stirn sehr spitz, die 
hinteren sehr klein, Scheitel und Hinterkopf querrunzlich, Schläfen 
polirt glatt. Fühler sehr dünn. 2. Geiselglied doppelt so lang als 
das erste und länger als der Schaft, das dritte so lang wie die 
beiden ersten zusammen. Hinterkopfrand scharfkantig. 

Der halsartig verengte Teil des Pronotums grob längsgefurcht, 
der hintere halbringförmige Theil vorn schwach runzlig, hinten 
polirt glatt. Mesonotum weitstehend grob runzlig punktirt. Scutum 
in der Mitte glatt polirt, das dreieckig glatte Feld von einer Reihe 
grosser tiefer isolirt stehender Punkte umsäumt. Metanotum längs- 
gefurcht. Mesopleuren pubescirt, fein und weit punktirt, mittlere 



Mutilliden (Apteiogyna), Proctotnipiflcn und Olialcididei). 197 

Coxalglieder polirt glatt, hintere dicht quergerimzelt. Mittelsegment 
grob netzriinzh'g, von den Metapleuren durch eine Punktreihe ab- 
gesetzt. Beine sehr fein, lang abstehend pubescirt. Hinterrand der 
Hinterschenkel ganz mit feinen Dornen besetzt, in der hintei'en 
Hälfte 2 grössere Dornen. Hinterleibstiel ein wenig mehr als 
doppelt so lang, wie die Entfernung der Insertionstelle vom Hinter- 
rücken und so lang wie das übrige Abdomen, fein quergefurcht, am 
Ende meist etwas polirt. Legerohr so lang wie der ganze Körper. 

Flügel völlig hyalin farblos, Pterostigma braun. Geäder nicht 
ganz vollständig, es fehlt die Subdiscoidalader; die Analader reicht 
nur bis zur 2. Discoidalzelle und schliesst dieselbe nicht ab. Die 
Cubitalader reicht nur bis zu ^/g der Entfernung zwischen 1. Cubital- 
zelle und Aussenrand, die Radialzelle endet kurz vor dem Apex. 
Pterostigma lang gestreckt und schmal. 

Schwarz; Gesicht, Oberkiefer ohne die Spitzen, die Wangen, 
die 4 — 5 ersten Glieder der Antennen, Vorder und Mittelbeine, 
Tarsen der Hinterbeine rothbraun, ebenso neigt der schwarze 
Hinterleibstiel zu solcher Färbimg, auch die Hinterschenkel haben 
zuweilen einen röthlichen Ton. Legestachel rothbraun, Scheiden 
schwarz (ohne hellere Zeichnung). 

Körperlänge d'cj' 6 — 11 mm, $9 11 — 12 mm. 

Neu-Guinea, Milne Bay, Micholitz Sammler. 12 S(3'- 

Bismarck Archipel, Neu Lauenburg. 14. 11. 96. Prof. Dr. 
Dahl Sammler. 1 2. 

Borneo, Grabowsky Sammler, 1 cT 1 9. 

(Catal. No. 30339). 

Die Beschreibung Westwood's passt völlig auf vorliegende 
Exemplare. Ob sie doch specifisch verschieden sind, kann ich 
nicht entscheiden, da mir keine australischen Exemplare zur Ver- 
fügung stehen. Es dürfte sich jedoch um nichts anderes als um 
Farbenabweichungen handeln. 

Sfejyhanus pygtnaeiis nov spec. 

Gesicht äusserst fein und dicht punktirt, die 5 Dornen auf der Stirn 
spitz, die hinteren kleiner. Scheitel und Hinterkopf microscopisch 
fein und seicht quergeritzt, Schläfen polirt glatt, l'ühler sehr dünn. 
2. Geiselglied kaum l^/o mal so lang wie das erste und so lang wie 
der Schaft, 3. kürzer als die beiden ersten zusammen. Hinterkopf- 
rand scharfkantig. 

Der halsartig verengte Theil des Pronotums ziemlich glatt, der 
Hinterrand polirt glatt. Mesonotum runzelig, Skutum polirt glatt. 
Metanotum längsgefurcht, Mesopleuren glatt, pubescirt, nur vorn 
weit punktirt. Metapleuren grob und tief runzlig, von dem Mittel- 
segment durch einen glatten glänzenden Streifen abgesetzt, der mit 
einer Punktreihe an dasselbe angrenzt. IMlttelsegment dicht punktirt. 
Hinterleibstiel doppelt so lang, wie die Entfernung der Insertions- 
stelle vom Hiiiterrücken und kürzer als das übriu:e Abdomen, fein quer- 
gefurcht. Legerohr etwa ^ 3 der Körperlänge. Beine mit sehr feineu 



198 D»"- Günther Ende r lein: Neue Evaniiden, Stephaiüden, 

und lang abstehenden Haaren pubescirt. Hinterrand der Hinter- 
schenkel in der vorderen Hälfte ziemlich glatt, hintere Hälfte fein 
bedornt und mit 2 grösseren Dornen. 

Flügelgeäder wie bei Steph. damellicus Westw., Pterostigma 
jedoch kurz und breit. Flügel hyalin farblos, Pterostigma dunkel- 
braun. Die 2. Discoidalzelle ist braun angehaucht. 

Gelbbraun. Die letzten 2 Drittel der Fühler, ebenso die Spitzen 
der Mandibeln, Meso- und Metathorax, Pleuren, sowie das Mittel- 
segment gelbbraun bis schwarzbraun. Legestachel röthlichbraun. 
Scheiden schwarz, 

Körperlänge c5'd' 5 — 7 mm, 2$ 7 — 8 mm, 

Südspitze von Neu Guinea, Milne Bay. Micholitz Sammlr. 
7 c?d^, 3 22. 

(Catal. Nr. 30340.) 

Aus der von Dr. R. Krieger dem Königl. Zoolog. Museum zu 
Berlin überlassenen Hymenopterensammlung aus Neu Guinea. 

Dunklere Exemplare dieser kleinsten aller bekannten Stephaniden 
sind im Habitus den helleren Exemplaren von Steph. clamelUcvs 
Westw. ähnlich, unterscheiden sich, abgesehen von Strukturunter- 
schieden, jedoch leicht durch das breitere und kürzere Pterostigma 
und durch die braune 2. Discoidalzelle, die 22 durch die kürzeren 
Legestachel. 



Der Beschreibung einer Reihe neuer Stephaniden aus Afrika 
schicke ich eine Bestimmungstabelle der afrikanischen Arten der 
Gattung Stephanus Jur. und Stenop>hasmvs Smith voraus. Step)h. 
Äntinorii Grib. und natalicvs Westw. haben mir nicht vorgelegen. 
Für Steph. Ayitinorii Grib. habe ich nach Analogie unter Berück- 
sichtigung der Grösse und der dicken Hinterschenkel angenommen, 
dass das Geäder vollständig ist. Die Originalbeschreibung lässt 
diesen Punkt unberücksichtigt. 



Bestimmimgstabelle der afrikanischen Vertreter 
der Gattung Stephanus. 

(Kpl. = Körperlänge) 

L Geäder vollständig. 

1. Kopf und 3. Hinterleibssegment 
roth. Legerohr länger als der 
Körper. 

Antiuoi'ii Grib. Kpl. 26 mm. 

2. Schwarz, Legerohr kürzer als der 
Körper. Hinterkopf quergefurcht, 
ohne Längsrinne. 

pachyloinerus Schlett. Kpl. 28 mm. 



a. 



Mutilliden (Apterogyna), Proctotrnpideii imd Chalcididen. 199 

IL Nur die Medianzelle, Submedianzelle und Radialzelle 
vollständig. 

A. Auch die zweite Discoidalzelle vorhanden, doch hinten 
ojffen. Radialzelle geschlossen. Das übrige Geäder an- 
gedeutet. Metanotum mit Längsfurchen. 

3. Hinterkopf rauh punktirt, ohne 
Längsrinne. 

insignis Schielt. Kpl. 14 mm. 

4. Hinterkopf bogig quergestreift, mit 
scharfer Längsrinne. 

fflobiceps nov. spec. Kpl. ca. 13 mm. 

B. Das übrige Geäder nicht angedeutet. 
Discoidalader vorhanden (von der ganzen Länge der 
2. Discoidalzelle). 

«. Flügel bräunlich getrübt. 

5. natalicus Westw. Kpl. 8-12 mm. 

ß. Flügel hyalin farblos. 

6. Metanotum ohne Längsfurchen. 
Hals lang. Hinterkopf unregel- 
mässig runzlig, ohne Längsrinne. 
Gesicht undeutlich netzrunzlig. 

Schief tei'erinoY.s^ec. Kpl.lO— 11 mm. 

7. Metanotum mit sehr feinen Längs- 
furchen. Hals kurz. Hinterkopf 
dicht punktirt runzlig, ohne Längs- 
rinne. Gesicht dichtkörnig runzlig. 

brevicoUis uov. spec. Kpl. 7 —10mm. 

8. Mittelsegment und Metapleuren 
durch eine gebogene glatte und 
glänzende Furche getrennt. Hinter- 
kopf mit sehr undeutlicher Längs- 
rinne. Gesicht wellig verschlungen 
unregelmässig längsrunzlig. 

Conradti nov. spec. Kpl. 15 mm, 
Discoidalader nicht vorhanden oder nur an der Basis 
angedeutet. Flügel hyalin farblos. 
ct. Gesicht querrunzlig, Metanotum längsgefurcht. 
* Hals an den Seiten schräg quergerieft. 

9. Mittelsegment und Metapleuren 
kaum getrennt. Hinterkopf mit sehr 
feiner nicht sehr deutlicher Längs- 
rinne. 

togoensis Stdim Kpl. 8 11 min 



200 Dl"- Günther Eiulerlein: Neue Evaniideii, Steplianideii, 

** Hals glatt. Legerohr sehr kurz, V2 der 
Körperlänge. Mittelsegment und Metapleuren 
kaum zu trennen. Hinterkopf ohne Längsrinne. 

10. terebrelliis uov. spec. Xpl. 8\'o mm. 

*** Hals in der ganzen Länge quergestreift, Mittel- 
segment und Metapleuren durch eine äusserst 
feine Linie getrennt. Hinterkopf ohne Längs- 
rinne. 

11. flavotnactilatus iiov. spec. Kp]. 

12V2 mm. 

ß. Gesicht unregelmässig netzrunzlig. Metanotum ohne 
Längsfurchen. jMittelsegment glatt. Hinterleibstiel 
kurz und dick. Mittelsegment und Metapleuren 
nicht getrennt. Hinterkopf mit sehr undeutlicher 
Längsrinne. 

12. brevipetiolattis\\ov.&\}t^i.. Kpl.Smm- 

Stephaniis globiceps uov. spec. 

Kopf gross, kugelig, die Längsachse sehr lang, Schläfen und 
Hinterkopf sehr lang und gewölbt. Gesicht mit etwas langgezogenen 
Punkten skulptirt, die Punkte reihen sich zu Bögen an einander, die 
nach hinten offen sind. Die 5 Stirndornen deutlich. Scheitel grob 
quergefurcht. Hinterkopf mit einer medianen Längsrinne, sehr fein 
bogig gefurcht, die Bogen sind nach vorn zu offen und werden an 
der Längsrinne etwas nach vorn gezogen. Nur der äusserste Hinter- 
kopfrand etwas glatt, scharfkantig. Schläfen polirt glatt. 2. Geisel- 
glied doppelt so lang wie das 1., das 3. fast so lang wie die beiden 
ersten zusammen. 

Hals lang, glatt, nur seitlich mit schräg nach hinten conver- 
girenden Querriefen, Hinterrand des Pronotums in der Mitte polirt 
glatt. Mesonotum stark unregelmässig querrunzlig punktirt. Skutum 
in der Mitte polirt glatt, seitlich stark punktirt. Metanotum längs- 
gefurcht. Mesopleuren pubescirt, glatt, untere Hälfte mit sehr ver- 
wischten Andeutungen von zerstreuten Punkten. Metapleuren vorn 
lederartig matt, hinten mit einigen groben Punkten, vom Mittel- 
segment durch eine Punktreihe getrennt. Dieses wenig dicht und 
ziemlich seicht punktirt, hinten stärker punktirt. Hinterhüften sehr 
fein quergestreift. Hinterschenkel verhältnissmässig lang. Das Ab- 
domen fehlt dem einzigen vorliegenden Exemplare, an den Sgliedrigen 
Hintertarsen ist es jedoch als 9 zu erkennen. 

Flügel hyalin, sehr wenig braun beraucht. Adern und Ptero- 
stigma dunkelbraun. Geäder wie bei Steph. msignis Schlett. vom 
Capland: im Vorderflügel ist die Median-, Submedian- und Radial- 
zelle geschlossen, die 2. Discoidalzelle ist nach 3 Seiten abgegrenzt, 
nur der Hinterrand ist offen. Die übrigen Adern sind, ebenfalls 
wie bei der citirten Species, deutlich als braune Linien wahr- 
nehmbar. 



Mutilliden (Apterogyiia), Pioctotrupideu und Chalcididen. 201 

Schwarz; Kopf rostgelb, nur die Oberkieferspitzen und ein 
Querband am Vorderrand des Hinterkopfes zwischen den beiden 
Netzaugen schwarz; die 5 ersten Fühlerglieder, die beiden vorderen 
Beinpaare, sowie die Schenkelspitzen, Schienen und Tarsen der 
Hinterbeine rostgelb. 

Körperlänge: etwa von der Länge von Steph. insignis Schlett. 

Flügellänge 10 mm. 

Nord-Kamerun, Johann Albrechtshöhe. März 1896. 1 2. 

L. Conradt Sammler. 

(Catal. Nr. 30325). 

Stephanns Schlettereri nov. spec. 

Gesicht verhältnissmässig grob und nicht sehr eng undeutlich 
netzrunzlig. Die Querrunzeln sind stärker, und es erscheint daher 
das Gesicht mehr querrunzlig. In der Mitte eine schwach erhabene, 
nicht sehr deutliche Längslinie. Von den 5 Stirndornen sind die 
hinteren sehr klein. Scheitel grob querrunzlig, Hinterkopf unregel- 
mässig fein runzlig punktirt. Schläfen glatt, am Netzaugenrand 
etwas rauh. Hinterrand des Kopfes scharfkantig, ein wenig um- 
gerandet. 

Hals ziemlich glatt; hinterer Theil polirt ßlatt, seitlich punktirt. 
Mesonotum und Skutum dicht und rauh punktirt, nur ein kleines, 
dreieckiges Feld in der Mitte des letzteren polirt glatt. Metanotum 
ohne Längsfurchen. Mesopleuren ziemlich glatt, nur mit wenigen 
seichten Punkten, ein breiter Streif am oberen Rande polirt glatt. 
Mittelsegment und Metapleuren mit massig dichten, seichten, kreis- 
runden Punkten, beide nicht von einander zu trennen. Hinterleib- 
stiel und Hinterhüften fein quergerieselt, ersterer fast 3 mal so lang 
wie die Entfernung zwischen Insertion und Hinterrücken, und kürzer 
wie das übrige Abdomen. Legestachel nicht ganz so lang wie 
der gesammte Körper. 

Flügel hyalin farblos, Geäder wie bei i<t. togoensis Stdlm., doch 
fehlt die Discoidalader nicht gänzlich wie bei dieser Species, sondern 
erstreckt sich etwa so weit, wie bei vollständigem Geäder die 1. Dis- 
coidalzelle reichen würde 

Schwarz, basale Fühlerhälfte, Mundtheile ohne die Oberkiefer- 
spitze, Tegulae, Schienen, Tarsen und Legestachel (Spitze schwarz) 
gelbbiaun, ein Streifen an den Schläfen längs der Netzaugen gelb. 

Körperlänge 10 — 11 mm. 

Nord-Kamerun, Johann Albrechtshöhe. L. Conradt Samm- 
ler. 4 99, Januar, Februar, I.April 1896 und 18. Nov. 1895. 

(Catal. Nr. 30334). 

Stephauus brevirolUs uov. spcc. 

Gesicht dicht körnig runzhg. Scheitel querrunzlig, Hinterkopf 
dicht punktirt runzlig. Schläfen polirt glatt, am Netzaugenrand 
punktirt. Hinterkopfrand glatt polirt mit scharfer Kante. 2, Geisel- 
glied wenig länger wie das erste, 3. und 4. gleichlang und wenig 



202 Dr. Günther Enderlein: Neue Evaniiden, Stephaniden, 

länger wie die beiden ersten zusammen. Fühlerschaft so lang wie 
die beiden ersten Geiselglieder zusammen. 

Pronotum kurz, dicht runzlig punktirt, ebenso Mesonotum und 
Skutum dicht punktirt, letzteres ohne irgend eine polirte Stelle. 
Metanotum mit sehr feinen Längsfurchen. Die Pleuren des Pro- 
thorax sind, wie es bei keiner anderen der verwandten Species der 
Fall ist, durch eine scharfe, stumpfwinklige Furche vom Pronotum 
abgetrennt und laufen hinten in eine scharfe, freistehende Kante 
aus, von der Seite betrachtet erscheinen dieselben als 2 Spitzen. 
UntereHälftederMesopleuren mit kreisförmigen Punkten, obere ziemlich 
glatt und mattglänzend, microscopisch fein nadelrissig quergestrichelt. 
Metapleuren und Zwischensegment mit etwas grösseren, kreisrunden 
Punkten nicht sehr dicht besetzt, beide kaum von einander getrennt, 
nur ein verschwommener, etwas mattglänzender Streifen an der Ver- 
wachsungsstelle. Hinterhüften fein quergestrichelt, etwa '^U mal 
länger als die Entfernung zwischen Insertion und Hinterrücken und 
so lang wie der übrige ffinterleib. Legestachel etwas kürzer als 
der Körper. 

Flügel hyalin farblos, Geäder wie bei Steph. Schlettereri nov. spec. 

Schwarz; die 3 ersten Fühlorglieder, Oberkiefer (ohne Spitze), 
Tegulae, Tarsen, die Schienen der 2 vorderen Beinpaare, Lege- 
stachel und Scheiden (Spitzen schwarz) gelbbraun. 

Körperlänge 7 — 10. 

Togo, Bismarckburg. L. Conradt Sammler. 

2 22 21. Febr.— 3. März 1893; 3.-6. März 1893. 

(Catal. Nr. 30335). 

Stephanus Conradti nov. spec. 

Gesicht sehr dicht und wellig verschlungen, unregelmässig 
längsrunzlig. Scheitel mit 3 — 4 groben Querrunzeln, Hinterkopf 
dicht verschlungen runzlig mit sehr undeutlicher, nur angedeuteten 
Längsrinne. Schläfen polirt glatt, am Netzaugenrand kaum etwas 
rauh. Hinterkopfrand glatt, scharfkantig. 2. Geiselglied fast doppelt 
so lang wie das erste, das dritte so lang, wie die beiden ersten 
zusammen und etwas kürzer wie das 4., Schaft etwa so lang wie 
das 3. Geiselglied. 

Pronotum vorn schräg querrunzlig, in der Mitte und Hinter- 
rand zerstreut punktirt. Mesonotum verschwommen querrunzlig, 
Skutum fast glänzend mit kleinen seichten Punkten zerstreut punktirt. 
Metanotum verhältnissmässig lang und deutlich sichtbar, scharf 
längsgefurcht. Die Pleuren des Prothorax durch eine sclmaale 
Furche vom Pronotum getrennt. Mesopleuren rauh, zerstreut seicht 
punktirt. Metapleuren rauh, am hinteren Ende unten quergefurcht, 
oben grob netzrunzlig. Mittelsegment nicht sehr eng punktirt, 
Metapleuren von demselben durch einen vertieften, etwas gebogenen 
Streifen getrennt, der polirt, glatt und glänzend ist. Hinterhüften 
und Hinterleibstiel fein quergerieft, letzterer doppelt so lang wie 



Mutillideu (Apteiogyua), Pioctotrupiden und Chalcidideii. 203 

die Entfernung von der Insertion bis zum Hinterrücken und etwa 
so lang wie der übrige Hinterleib. Legerohr etwas kürzer als der 
Körper. 

Flügel hyalin farblos, Adern braun, Geäder wie bei StepJt. 
Schlettereri nov. spec. 

Schwarz, Mundtheile ohne die Oberkieferspitze, die 6 ersten 
Fühlerglieder, die beiden Vorderbeinpaare, Spitze der Hinterschenkel, 
Basalhälfte der Hinterschienen, die Hintertarsen und das Legerohr 
ohne die Spitze röthlich gelbbraun. 

Körperlänge 15 mm. 

Togo, Bismarckburg. 16.— 25. März 1893. 1 9. L. Conradt 
Sammler. 

(Catal. No. 30330). 

Stephanns togoensis Stadelmaiiu 1895. 

Ent. Nachr. 1895 p. 80. ^. 

d* u 9. Gesicht sehr fein bogig quergerunzelt (die Bogen 
sind nach der Stirn zu offen). Die 5 Dornen auf der Stirn von 
der Seite betrachtet, spitz, das Feld zwischen ihnen kreisförmig 
gerunzelt. Scheitel grob querrunzlig, Hinterkopf fein runzlig, an der 
Basis eine mediane meist sehr undeutliche Längsfurche. Die Schläfen 
polirt glatt, der an die Netzaugen stossende Vorderrand sehr fein 
punktirt. Kopfhinten^and scharfkantig, ein wenig umgerandet. 

Halsartig verengter Theil des Pronotums vorn an den Seiten 
schräg querrunzlig, der übrige Theil zerstreut punktirt, auch der 
Hinterrand. Mesonotum grob punktirt. Scutum in der Mitte glatt 
polirt, von einer Linie tiefer Punkte umrahmt. Metanotum längs- 
gefurcht. Mittelseg'ment mit kreisrunden grossen und seichten 
Punkten massig bedeckt. Hinterleibsstiel doppelt so lang wie die 
Entfernung zwischen Insertion und Hinterrücken und so lang wie 
das übrige Abdomen, fein quergerunzelt. Mesopleuren seicht und 
zerstreut punktirt, oberer Rand glatt polirt; Metapleuren wie das 
Mittelsegment, kaum von diesem getrennt. Hinterecken micro- 
scopisch fein quergerieselt. Hinterschenkel mit 3 grösseren Dornen, 
dazwischen feinere. Der Legestachel des 9 ist so lang wie der 
Körper und von brauner Farbe mit schwarzer Spitze. Die Länge 
des Hinterleibstiels scheint übrigens einigen Schwankungen unter- 
worfen zu sein. 

Flügel glashell, mit dunkelbraunen Adern. Geäder gleich dem 
vom Steph. mdicus Westw.; im Vorderflügel ist nur die Medial- 
und Submedialzelle abgegrenzt, während die Radialzelle an der 
Spitze offen ist. 

Schwarz; Kopf, die 5 ersten Fühlerglieder, Basis der Mandibeln, 
Prothorax, Tegulae, die beiden ersten Beinpaare, Tarsen, Tibien und 
Schenkelenden der Hinterbeine rostrot. 

Körperlänge 8 — 11 mm, 

Togo, Bismarckburg, L. Conradt Sammler. 



204 I^i- Grüiithcr Euderleiu: Nene Evaniideii, Stephauiden, 

1 c? (Type). 29. 3.- 4. 4. 93 (nicht 29. 3.-4. 2. 94, wie in 
der Beschreibung angegeben). 

2 92. 8.— 13. 3. 93; 30. 3.-2. 4. 1893. 
(Catal. No. 30331). 

Stephanus togoensis var. fasciatus iiov. 

Unterscheidet sich von der Stammform durch eine rostbraune 
Binde, die sich über die Vorderhälfte des 3. Abdnminalsegmentes 
erstreckt. Ferner ist der hintere Theil der Hinterschenkel ebenfalls 
rostbraun. Die Körperform scheint etwas schlanker zu sein als 
die Stammform, doch konnten strncturelle Unterschiede nicht ge- 
funden werden. 

Nord-Kamei'un, Johann Albrechtshöhe. Conradt Sammler. 

2 99. 17. 12. 95; 23. 4. 96. 

(Catal. No. 30332). 

Stephamis terebrellus nov. ?pec 

Kopf klein, Gesicht bogig quergerunzelt, schärfer wie bei Steph. 
togoensis Stdlm. Scheitel grob quergerunzelt, Hinterkopf fein quer- 
runzlig, Hinterkopfrand polirt glatt mit scharfer Kante. Schläfen 
polirt glatt. 1. und 2. Geiselglied gleichlang, 3. und 4. ebenfalls 
gleich lang und jedes so lang wie die beiden ersten zusammen. Schaft 
kürzer als die beiden ersten Geiselglieder zusammen. 

Pronotum lang, polirt glatt, nur vorn etwas rauh. Mesonotum 
ziemlich glatt, nur vorn und eine verkehrte V-förmige Linie um das 
Skutum herum punktirt. Skutum glatt polirt. Metanotum sehr 
schmal, grob längsgefurcht. Mittelsegment glatt, sehr fein leder- 
artig rauh, nur an den Seiten einige sehr verwischte Punkte, mit 
einer sehr feinen, medianen Längslinie, die nur in gewisser Be- 
leuchtung sichtbar ist; von den Metapleuren durch eine schwach 
erhabene Linie abgesetzt. Metapleuren glatt, zerstreut punktirt, 
nach hinten zu dichter punktirt. Mesopleuren oben glatt polirt, 
unten dicht grau pubescirt, mit sehr seichten, zerstreuten Punkten. 
Hinterleibstiel und Hinterhüften sehr fein quergestrichelt, ersterer 
nicht ganz doppelt so lang, wie die Entfernung der Insertion vom 
Hintorrücken. Die Länge des Legerohrs beträgt nur die Hälfte der 
Körperlänge. 

Flügel hyalin farblos, Adern und Stigma sehr blass gelblich, 
Geäder wie bei SfepJi. togoensis Stdlm. 

Schwarz; Gesicht, Wangen, Schläfen, die 5 ersten Fühlerglieder, 
die 2 vorderen ßoinpaare (Schenkel aussen schwarzbraun), ""4 der 
Unterseite der Hinterschenkelenden, Legerohr und das dritte Viertel 
der Scheiden rostroth, ebenso das Sternit des 3., 4. und letzten Ab- 
dominalsegmentes. Die ersten Tarsengiieder der Mittel- und Hinter- 
beine weisslich. Fühler vom 6. Fühlerglied an braun. 

Körperlänge 8V2 Toam. 

Südost-Kamerun, Lolodorf. 1 9. L. Conradt Sammler. 

(Catal. Nr. 30326). 



Mutilliden (Apterogyn.i), Proctotnipiden und Chalcididen. 205 

Steithanus flavotnacülatus iiov. spec. 

Gesicht fein, undeutlich bogig gerunzelt, die 5 Stirndornen von 
der Seite betrachtet spitz, Scheitel grob queri'unzlig, Hinterkopf fein 
querrunzlig, ohne mediane Längsfurche. Wangen glatt. Hinter- 
kopfrand scharfkantig, etwas umgerandet. 

Hals verhältnissmässig lang. Pronotum fein querrunzlig, nur 
am äussersten Hinterrande polirt glatt, vor diesem glatten Streifen 
an den Seiten tief punktirt; der halsartige Theil ziemlich scharf 
vom übrigen Pronotum abgesetzt. Mesonotum unregelmässig grob 
querrunzlig, Skutum punktirt, in der Mitte polirt glatt, Metanotum 
nicht sehr scharf längsgefurcht. Metapleuren fein netzrunzlig, ebenso 
das Mittelsegment, beide durch eine sehr feine, erhabene Linie ge- 
trennt. Hinterleibstiel und Ilinterhüften sehr fein quergerunzelt. 
Hinterleibstiel fast 3 mal so lang als die Entfernung der Insertion 
vom Hinterrücken, etwas länger als das übrige Abdomen. Länge 
des Legestachels kürzer als die Körperlänge. 

Flügel hyalin farblos, Adern blassbraun, Geäder wie bei ütepli. 
togoensis Stdlm, 

Schwarz; Gesicht, Wangen, die 5 ersten Antennenglieder, 
Unterseite des Prothorax, die 2 vorderen Beinpaare und die Hinter- 
schienen rostroth; Medianlinie und Seitenränder des Gesichtes, Vorder- 
rand der Wangen, Basis des Hinterleibstiels, die 3 Dornen und ein 
Fleck am Apex des Hinterschenkels, je ein seitlicher Fleck auf den 
Tergiten des 3. und 4., und ein kleinerer auf dem Tergit des 5. Seg- 
mentes, sowie der Hinterrand des letzten Sternits gelb. Legebohrer 
und Scheiden rostgelb, Enden letzterer schwarz. 

Körperlänge I2V2 moa. 

Nord-Kamerun, Johann Albrechtshöhe. Jan. u. Febr. 1896. 
2 92. L. Conradt Sammler. 

(Catal. Nr. 30333). 

Stejihanus brevipetiolatus iiov. spec. 

Kopf klein, Gesicht sehr fein bogig quergerunzelt (Bogen nach 
der Stirn zu offen). Von den 5 Stirn dornen ist der vorderste sehr 
lang und spitz, die übrigen ziemlich undeutlich. Scheitel grob 
quergerunzelt. Hinterkopf sehr fein und dicht punktirt, etwas rauh, 
Hinterrand scharfkantig, schwach glänzend. Schläfen polirt glatt. 
1. Geiselglied so lang wie das 2., beide zusammen so lang wie das 3. 
Das 3. und 4. gleichlang. 

Pronotum glatt und matt. Vordere Pleuren durch eine seichte 
Linie abgesetzt. Mesonotum unregelmässig querrunzlig, Skutum 
in der Mitte matt, nicht punktirt, die nach vorn convergirende 
Punktreihe tief. Metanotum ohne bemerkbare Längsfurchen. Meso- 
und Metapleuren matt, sehr fein lederartig skulptirt, ebenso das 
Mittelsegment, das mit den Metapleuren völlig verwachsen ist. 
Hinterkopf sehr fein quergerieft. Hinterleibstiel matt lederartig, 
nur hinten eine sehr feine Querriefung erkennbar. Er ist kurz und 
dick keulenartig, etwa IV2 der Entfernung zwischen Insertion und 



206 Dr. Günther Enderlein: Neue Evaniideii, Stephanideii, 

Metanotum und halb so lang wie der übrige Hinterleib. Durch eine 
Verdickung ein wenig vor dem Ende erscheint er etwas keulenartig. 
Legerohr etwa von der Körperlänge. 

Flügel hyalin farblos, Adern blass braun; Geäder wie bei 
Steph. togoensis Stdlm. 

Schwarz; Kopf (ohne die Stirn, Scheitel und Oberkieferspitze), 
die 4 ersten Fühlerglieder, Beine (die Basis und Oberseite der 
Schenkel und die Mitten der Hinterschienen schwarz) sowie ein 
Band um die Basis des 3. Abdominalsegmentes rostbraun. Legerohr 
gelblich, Scheiden braun. 

Körperlänge 8 mm. 

Nord - Kamerun. Johann Albrechtshöho. 7. 8. 1896. 1 $. 
L. Conradt Sammler. 

(Catal. No. 30324.) ■ 



Bestimmuiigstabelle der afrikanischen Vertreter 
der Gattung Stenopliasmus Smith. 

I. Vorderflügel ohne Discoidalzelle. 

1. oticophorifs Schlett. Kpl. 16 mm. 
n. Vorderflügel mit Discoidalzelle. 

A. Hinterkopf polirt glatt. 

2. Büttner i Stdlm. Kpl. 16 mm. 

B. Hinterkopf mehr oder weniger quer gefurcht. 

a. 2. Abdominaltergit vorn in der Mitte dicht unregel- 
mässig runzlig, der übrige Theil fein und seicht längs- 
gefurcht. 3. Füllehorni nov. spec. Kpl. 19 mm. 

b. 2. Abdominaltergit polirt glatt, nur am Vorderrand eine 
sehr schwache Runzlung angedeutet. 

4. ingefis nov. spec. Kpl. 29 mm. 

c. 2. Abdominaltergit vorn in der Mitte fein punktirt ge- 
runzelt, der übrige Theil mit halbkreisförmigen bogigen 
Furchen. 5. cameruniis nov. spec. Kpl. 13 mm. 

Stenopliasmus JFüUeborni nov. spec. 

Fein und lang pubescirt. Gesicht massig grob körnig gerunzelt, 
an den Seiten wenig quergerunzelt. Zwischen Neben- und Netz- 
augen je ein langgestreckter scharf quergefurchter Stirnhöcker. 
Schläfen glatt, oben quergefurcht. Hinterkopf scharf quergefurcht, 
äusserster Hinterrand polirt glatt; mit einer ziemlich schai'fen 
Mittelrinne. 

Pronotum grob runzlig, seitlich schräg querrunzlig, am Vorder- 
rand in der Mitte mit einer tiefen Einbuchtung. Die vorderen 
Wülste vorn und die hinteren seitlichen Wülste des Mesonotums 
fein lederartig, sonst das Mesonotum unregelmässig und grob ge- 
runzelt, nach hinten zu sehr grob quergerunzelt mit 2 seitlichen 



Mutilliden (Apterogyna), Proctotrupiden und Chalcididen. 207 

Längsrunzeln, welche die Querrunzeln kreuzen. Die Rinne zwischen 
den vorderen Wülsten schmal und wenig punktirt. Skutum fein 
lederartig körnig, Metanotum undeutlich punktirt, Mesopleuren oben 
massig grob netzrunzlig, unten wenig glatt, fein und dicht punktirt. 
Metapleuren rauh und undeutlich netzrunzlig, am Innenrand schwach 
querrunzlig, vom Mittelsegment nur durch eine sehr feine Linie 
(Kiel) getrennt. Mittelsegment massig grob und unregelmässig ge- 
runzelt. Hinterhüften innen glänzend, fein punktirt, aussen fein und 
undeutlich quergerunzelt. Erstes Tarsenglied der Hinterbeine so 
lang wie die übrigen 4 zusammen. 1. Abdominalsegment fast 2 mal 
so lang wie die Entfernung der Insertion vom Hinterrücken, oben 
massig grob und sehr dicht punktirt gerunzelt, hinten (auch seit- 
lich) feiner und sehr dicht punktirt; am äussersten Hinterrande in 
der Mitte ein schmales Querband polirt glatt. Stigmen des Hinter- 
leibstieles am Ende des 1. Drittels der Länge, massig scharf ab- 
stehend, bis zur halben Entfernung von der Basis erstreckt sich je 
ein scharfer polirt glatter Kiel. 2. Abdominalsegment in der Mitte 
des Vorderrandes dicht unregelmässig gerunzelt, der übrige Theil 
fein und seicht längsgefurcht, äusserster Hinterrand glatt; seine 
Länge ist etwa 1 V2 i^al so gross als seine Breite an der Basis, die 
grösste Breite (hinten) ist etwa so gross wie die Länge. 3. Ab- 
dominaltergit am Hinterrand mit sehr flachem Winkel wenig aus- 
gebuchtet. Legerohr etwas länger als der ganze Körper. Enden 
der Scheiden ein wenig verbreitert und zugespitzt. 

Flügel braun beraucht, Basis hyalin, die Adern von dunklerer 
Färbung begleitet. Geäder wie bei Stenoph. Büttneri Stdlm., doch 
ist der Stiel der 2. Cubitalzelle nur sehr kurz, seine Länge ist 
wenig länger als seine Dicke. 

Schwarz; Kopf, die vorderen Enden der beiden vorderen Wülste 
und die hinteren Wülste des Mesonotums, Unterseite des Mesothorax 
und die untere HäKte der Mesopleuren rostroth, Vorderbeine braun. 

Körperlänge 19 mm. Vorderflügellänge 13 72112131, Flügel- 
spannung 29 mm. 

Langenburg am Nyassa See, Deutsch Ost-Afrika. Ende 
Dec. 1898 bis Jan. 1899. 1 9. Dr. Fülleborn Sammler. 

(Catal Nr. 30317.) 

Dem eifrigen und rastlosen Sammler in Deutsch Ost - Afrika 
Herrn Dr. med. Fülleborn widme ich diese neue Art. 

SfenojiJiasmus iuf/ens uov. .spec. 

Fein und lang pubescirt. Gesicht ziemlich grob körnig ge- 
runzelt, an den Seiten quergerunzelt. Z^vischen Neben- und Netz- 
augen je ein langgestreckter, scharf quergefurchter Stirnhöcker. 
Schläfen polirt glatt. Hinterkopf massig scharf quergefurcht, Seiten 
und Hinterrand polirt glatt. An der Stelle der Mittelrinne findet 
sich nur eine feine Linie, die durch Erhebung der einzelnen Quer- 
furchen in der Medianlinie gebildet wird und den Hinterrand nicht 
erreicht. 



208 I^i*- G^üiither Endeiiein: Nene Evaniiden, Stephaniden, 

Pronotum grob runzlig, seitlich schräg querrunzlig, am Vorder- 
rand in der Mitte sehr wenig und undeutlich eingebuchtet. Die 
vorderen Wülste vorn und die hinteren seitlichen Wülste des 
Mesonotunis ziemlich glatt glänzend, mit microscopisch feinen und 
seichten Pünktchen, letztere mit einigen unregelmässig verth eilten 
warzenartigen Erhebungen. Die Mitte des Mesonotums grob un- 
regelmässig gerunzelt, hinten deutlich längs gerunzelt. Von den 
hinteren Wülsten strahlen nach den vorderen Wülsten parallele 
und scharfe Längsfurchen aus. Die Rinne zwischen den vorderen 
Wülsten scharf quergefurcht. Skutum fein lederartig körnig. Meso- 
pleuren durch einen ziemlich scharfen, von hinten zu schräg nach 
unten laufenden Längseindruck in eine obere und eine untere Hälfte 
getheilt, wie bei keiner anderen Species. Der oberste Theil der 
oberen Hälfte massig glatt und seicht und sehr weitstehend punktirt, 
unten scharf schräg längsgefurcht; die untere Hälfte ziemlich glatt 
mit sehr seichten und zerstreuten Punkten, unten sehr seicht und 
undeutlich schräg län^tisgefurcht, ünterrand wie bei den übrigen 
Arten durch eine Punktreihe abgegrenzt. Metapleuren grob und 
unregelmässig gerunzelt, vom Mittelsegment durch einen feinen Kiel 
in einem breiten und tiefen Längseindrucke abgegrenzt. Mittel- 
segment massig grob, hinten grob und unregelmässig gerunzelt. 
Hinterhüften innen glänzend, fein punktirt, aussen unregelmässig 
gerunzelt, hintere Hälfte sehr scharf und deutlich quergerunzelt. 
Erstes Tarsenglied der Hinterfüsse so lang wie die übrigen 4 zu- 
sammen. 1. Abdominalsegment 2 mal so lang wie die Entfernung 
der Insertion von Hinterrücken, vorn weit und unregelmässig netz- 
runzlig, hinten fein körnig runzlich. Am Vorderende entstehen 
einige unregelmässige Längsrunzeln. Die Seiten des hinteren Endes 
quergerunzelt, am Hinterrand in der Mitte ein massig breites Quer- 
band polirt glatt; Stigmenränder des Hinterleibstheiles seitlich kaum 
etwas abstehend. 2. Abdominaltergit polirt glatt, nur am Vorder- 
rand eine sehr schwache Rnnzlung angedeutet; seine Länge ist 
mehr als 2 mal so lang, als seine Breite an der Basis, die grösste 
Breite (hinten) ist nur wenig mehr als halb so lang wie seine Länge. 
3. Abdominaltergit am Hinterrande mit stumpfem Winkel scharf 
ausgebuchtet. Der übrige polirt glatte Hinterleib durch eine micro- 
scopisch feine Pubescierung bereift, die bei den anderen Arten 
weniger hervortritt. Legebohrer 2 mal so lang wie der Körper, 
Enden der Scheiden ziemlich stark verbreitert und zugespitzt. 

Flügel stark braun; die Medianzelle der Voider- und Hinter- 
flügel gelblich hyalin, die 1. Cubitalzelle und die Basalhälfte des 
Pterostignias ockergelb, das übrige Pterostigma dunkelbraun. Ge- 
äder wie bei Stenoph. FiUkhonii nov. spec. mit sehr kurzem Stiel 
der 2. Cubitalzelle. 

Rostroth ; Mittel-Hüften und — Beine röthhch braun, Hinter-Hüften 
und — Beine schwarz. Fühlergeissel vom 2. — letzten Geisselglied, 
die Oberkieferspitzen, 2. — letztes Abdominalsegment, Legerohr und 
Scheiden schwarz; Innenseite der Scheidenenden erdfarben braun. 



Mutilliden (Apterogyna), Pioctotnipiden \\m\ Chalcididen. 209 

Körperlänge '29 mm (mit Legerohr 86 mm), Vorderflügellänge 
20 mm, Flügelspannung 43 mm. 

Togo, Bismarckburg. 23.-26. 6. 1893. 1 2. 

L. Conrad! Sammler. 
(Catal. Nr. 30316). 



Stenophasmus camerunus nov. spec. 

Fein und lang pubescirt. Gesicht massig grob körnig gerunzelt. 
Zwischen den Neben- und Netzaugen je ein langgestreckter, scharf 
quergefurchter Stirnhöcker. Oberer Theil der Schläfen und Hinter- 
kopf bis zum Hinterrande fein aber sehr deutlich quergefurcht, 
letzterer mit einer nur sehr feinen Mittelrinne. Unterer Theil der 
Schläfen glatt. 

Pronotum grob runzlig, seitlich schräg querrunzlig, am Vorder- 
rand in der Glitte mit einer tiefen Einbuchtung. Mesonotum vorn 
mit zwei beulenartigen, fein lederartig rauhen Wülsten, zwischen 
ihnen eine scharfe, nach hinten zu sich verflachende Längsfurche 
Die mittlere Partie des Mesonotums, die Seiten und der Hinter- 
rand der vorderen Wülste grob und unregelmässig gerunzelt, an 
den Seiten 2 langgestreckte, beulenartige Wülste fein lederartig 
rauh, Skutum fein lederartig körnig, Metanotum rauh punktirt 
runzlig, Mesopleuren oben ziemlich grob schräg quergerunzelt, unten 
glatt, fein zerstreut punktirt, der untere Rand durch eine scharf 
punktirte Linie begrenzt (wie bei Stenoph. Büttner i Stdlm., Ent. 
Nachr. 1893 p. 226). Metapleuren rauh runzlig punktirt, am Innen- 
rand schwach querrunzlig, vom Mittelsegment nur durch eine 
äusserste feine Linie getrennt. Mittelsegment massig grob und un- 
regelmässig gerunzelt. Hinterhüften innen glänzend, fein punktirt, 
aussen rauh, fein und undeutlich querrunzlig. Erstes Tarsenglied 
der Hintei'beine kürzer wie die 4 übrigen zusammen. Erstes Ab- 
dominalsegment etwa l'/a mal so lang wie die Entfernung der In- 
sertion vom Hinterrücken und länger als der dritte Theil des ge- 
sammten Hinterleibs, oben fein und sehr dicht punktirt gerunzelt, 
hinten bis zum Hinterrand dicht und undeutlich querrunzlig; Stigmen 
am Ende des 1. Drittels mit seitlich spitz herausstehendem Rand, 
bis zu demselben erstreckt sich jederseits eine scharfe und deutliche, 
von 2 Längskielen begrenzte Furche. Das 2. Abdominaltergit in 
der Mitte des Vorderrandes ebenso fein und sehr dicht punktirt 
gerunzelt, der übrige Theil des 2. Tergits mit bogigen Furchen be- 
deckt, die das gerunzelte Feld umschliessen ; seine Länge ist nur 
wenig grösser als seine Breitean der Basis, die hintere, grösste Breite 
ist etwa doppelt so gross wie die Breite der Basis. 3. Abdominal- 
tergit am Hinterrand nicht ausgebuchtet. Legebohrer so lang wie 
der ganze Körper. 

Vorderflügel braun beraucht, Pterostigma braun, an der Basis 
gelb. Geäder wie bei Stenopluismuti Büttneri Stdlm., also mit einer 
Discoidalquerader. 

Arch. f. Naturgescb. Jahrg. 1901. Bd. I. H. 3. 14 



210 Dr. Günther Enderlein: Nei\e Evaniiden, Stephaniden, 

Schwarz; Gesicht, Mundtheile ohne die schwai'zen Oberkiefer- 
spitzen, die 4 ersten Glieder der P^'ühler, Beine mit Ausnahme der 
schwarzen Hintersehenkel und das Sternit des 1. — 5. Abdominal- 
segmentes rostbraun. 

Körperlänge 13 mm, Flügelspannung 22 mm, Vorderflügellänge 
10 mm. 

Südost-Kamerun, Lolodorf. 12. L. Conradt Sammler. 

(Catal. Nr. 30329). 

Vorliegende neue Species unterscheidet sich, abgesehen von der 
Skulptur und von der Färbung, von dem südafricanischen ^tenoph. 
oncophoriis Schlett. durch das Geäder (bei St. oncophonis fehlt die 
Discoidalquerader) und das Verhältniss der Tarsenglieder der Hinter- 
beine. Stenoph. Büttneri Stdlm. (Type im Zoolog. Museum) hat da- 
gegen einen längeren Legebohrer, eine mehr quergerunzelte, mittlere 
Partie des Mesonotums und einen völlig glatt polirteu Hinterkopf. 
Letztes Characteristicum wurde von Stadelmann in seiner Diagnose 
nicht angegeben. 



Mutillidae. 

Apterogyna ininiaticornis nov. spec. 

Der ganze Körper und die Beine dicht und durch starke Ver- 
tiefungen punktirt, doch noch nicht runzlig, sowie gänzlich mit 
langer, weissgrauer und feiner Behaarung dicht bedeckt, doch nicht 
ganz so dicht wie bei Ajjt. glohidariu Fabr. Die Ocellen bilden 
einen fast rechten, stumpfen Winkel, vor dem vorderen Ocellus ist 
eine kleine, nach den Antennen zu verlaufende, grubenartige Ver- 
tiefung vorhanden. Basalglieder der Antennen ebenfalls punktirt 
und behaart. Auf dem 3. Abdominalsegment sind die Vertiefungen 
ein wenig nach hinten zu nadelrissartig ausgezogen. 4. — 6. Segment 
mit microscopisch feiner Querliniirung, Hinterrand etwas fein und 
dicht punktirt. Unterseite des Abdomens nur stellenweise und weit 
punktirt, auf dem 6. Segment befindet sich jederseits ein grosses, 
dreieckiges Feld, das dicht mit feinen, nach hinten gerichteten, 
orangegelbeu Chitinnadeln besetzt ist; 7. Segment seitlich mit je 
einem feinen, spitzen Dörnchen. 

Flügel hyalin mit einem bräunlichen, subapicalen Wisch am 
Vorderrand des Vorderflügels. Adern braun. Geäder wie bei Apt. 
glohularia Fabr. Die 1. Cubitalzelle verhältnissmässig kurz und 
stumpfwinklig. Am Vorderrand des Hinterflügels stehen am Ptero- 
stigma 6 — 7 umgekrümmte Haftborsten zur Befestigung der Hinter- 
flügel am Vorderflügel (bei Apt. glohdaria Fabr. sind es 10 — 12). 

Schw^arz; Fühler, Tarsen, Mundtheile, Clypeus, 1. Abdominal- 
segment und der schwach nach aufwärts gekrümmte Stachel bräun- 
lich roth. 

Körperlänge 10 mm, Flügellänge 7 mm. 

Delagoa-Bai. \^. (Catal. Nr. 30346). 



Mutilliden (Apterogyna), Proctotrupiden xmä Chalcididen. 211 

Apt. glohiilaria Fabr. unterscheidet sich leicht durch seine 
ganz schwarze Körperfarbe, durch die dichtere Behaarung und 
Punktirung und durch die braune Färbung der Apicalhälften der 
Vorder- und Hinterflügel. Die Nadelrisse der Oberseite des 3. Ab- 
dominalsegmentes sind dicht und lang gezogen, die dreieckigen 
Felder mit orangegelben Chitinnadeln sehr klein, die 1. Cubitalzelle 
ist spitzer ausgezogen. Der Kopf ist sehr dicht und lang behaart. 
Ocellen bilden einen sehr stumpfen Winkel, vor dem vorderen 
Ocellus eine vertiefte Grube, die sich nach den Antennen zu er- 
streckt. Körperlänge 12 — 15 mm. 

Apt. Mlokoscwitzi Rad. aus dem Kaukasus mit ähnlicher Flügel- 
zeichnung und Grösse hat ebenfalls rothe Fühler. Sie ist jedoch 
dichter punktirt und behaart, das 1. Abdominalsegment ist schwarz. 
Vor dem vorderen Ocellus ist eine kleine Grube. Die seitlichen, 
dreieckigen Flecke der Unterseite des 6. Abdominalsegmentes sind 
klein und nur mit kurzen, blass gelblichen Chitinnadeln besetzt. Am 
Vorderrand des Hinterflügels steht eine Reihe von 9 umgekrümmten 
Haftborsten. Verwandt mit Apt. Mlokosewitzi Rad. ist auch Apt. 
dorsostriatus Andre 1898 aus Algier. 



Proctotrupidae. 

Von der interessanten Unterfamilie der Pristocerinen liegen 

3 neue africanische Arten von ziemlicher Körpergrösse vor. Leider 
sind auch von diesen neuen Formen nur c5*d^ bekannt, wie über- 
haupt von den meisten bekannten Arten, auch von den Vertretern 
der Gattung Dlcrogenium Stadlm. mit den beiden riesigen west- 
afrikanischen Formen. Ebenso sind die neuerdings von Magretti 
beschriebenen birmanischen Arten nur d'cS' (Annali del Museo Civico. 
Genova. 1897. Ser. 2. Vol. XVII p. 315— 17). Die (ungeflügelten) 
$$ sind bisher nur bekannt von den nordamerikanischen Frist. 
armifera Say und Frist, atra Klug, sowie von unserer europäischen 
Frist, depressa (Fabr.) Klug. Es wäre demnach von grossem 
Interesse, wenn Sammler auf die $9 der gerade in Africa (besonders 
Westafrica) grosse Körperformen erreichenden Species achten würden. 

Interessant ist besonders Friotoce.ra decemdentata nov. spec. mit 
den 5 zähnigen Oberkiefern, da bisher nur Formen mit 3 und 

4 zähnigen Oberkiefern bekannt waren. Dicrogenium Stdlm. hat 
übrigens sehr lang gestreckte schmale Mandibeln, bei D. rosmarus 
Stdlm. mit 2 grossen Zähnen, von denen der obere bei Dicr. Conradfi 
Stdlm. innen noch einen kleinen Zahn trägt, so dass die Gattung 
Dicrogenium demnach 2 — 3 zähnige Mandibeln besitzt. 

JPristocera subviolacea nov. spec. 

Gesicht grob und dicht punktirt, Scheitel glänzend glatt, zer- 
streut punktirt, Schläfen glatt mit zerstreuten, seichten aber grossen 
Punkten. Hinterkopf polirt glatt mit scharfem Rand. Fühler nicht 

14* 




212 Dr. Günther Ender lein: Neue Evaniiden, Steplianiden, 

sehr lang, etwas kürzer als Thorax sammt Mittelsegment, verjüngt 
sich nach dem Ende zu wenig. Schaft stark nach aussen zu ge- 
krümmt. Das 1. Geiselglied fast die Hälfte des 2., 2. — 11. ziemlich 
gleichlang, letztes (12.) etwas länger. Oberkiefer mit 4 gleich- 
massigen Zähnen (Fig. 2). 

Pronotum rauh punktirt, Rücken mit unregel- 
mässigen rauhen Querkielen. Mesonotum sehr grob 
punktirt, Skutum in der Mitte ebenso punktirt, seit- 
lich tief ausgehöhlt und polirt glatt. Metanotum seit- 
lich längsgefurcht. Mittelsegment unregelmässig quer- 
gerunzelt, mit 4 feinen nach hinten zu convergirenden 
Längskielen, die hintere steil abfallende Fläche scharf 
-' quergerunzelt. Metapleuren nicht abgesetzt. Abdomen 
Fig- 2. völlig polirt glatt und glänzend, 1. Segment oben mit 
einer Längsfurche. Klauen der Endtarsen mit 2 langen und spitzen 
Zähnen. 

Flügel dunkelbraun, massig stark violett glänzend. Pterostigma 
dunkelbraun, an der Basis ein gelber Querstrich. Die Median-, 
Submedian-, Anal-, Radial-, 2. Discoidal- und Apicalzelle sind voll- 
ständig abgegrenzt, die übrigen Adern sind nur angedeutet. Der 
nach dem Apex zu verlaufende schwächere Theil des Radius etwas 
umbiegend sehr spitz am Apex endend. 

Schwarz; Fühler, Kopf, Thorax gelb pubescirt, Mittelsegment, 
Beine, Hinterrand der Abdominalsegmente unten, und an der Seite 
oben grau pubescirt. Fühler hellrostgelb, Vorderbeine rostbraun, 
Mittelbeine braun, die letzten Tarsenglieder rostbraun, Hinterbeine 
schwarz, die 2 letzten Tarsenglieder rostbraun. 

Körperlänge 15 mm, Flügelspannung 24 mm, Vorderflügellänge 
11 mm. 

Nord-Kamerun, Johann Albrechtshöhe. 27. 3. — 7. 10. 95. 1 (5*. 
Südost-Kamerun, Lolodorf. 15. 6. 95. 1 d^. L. Conradt 
Sammler. 

(Catal. Nr. 30390). 

Pristocera riigosa nov. spec. 

Gesicht massig dicht mit grossen kreisrunden Punkten besetzt, 
Scheitel zerstreut punktirt, Schläfen glatt, zerstreut, nach vorn zu 
dicht punktirt. Hinterkopf polirt glatt, mit einer 
medianen abgerundeten Vertiefung. Fühler wie bei 
Prist. siihüioJacea nov. spec, doch viel dünner, 2. Geisel- 
glied ein wenig länger als das dritte. Oberkiefer 
(Fig. 3) mit 4 nicht sehr spitzen Zähnen, von denen 
der hinterste weiter von den übrigen entfernt ist, wie 
d ese unter einander. 

Prothorax glatt, zerstreut punktirt, Mesonotum 
p. o in der Mitte glatt, gering und seicht pvmktirt, seitlich 

'^" ■ etwas dichter punktirt. Parapsidenfurchen dicht quer- 
gestrichen punktirt. Skutum polirt glatt, mit wenigen Spuren von 




3Iutilliden (Apterogyiia), Piocfotrupiden und Chalcididen. 213 

Punkten, seitlich tief ausgehöhlt und polirt glatt. Metanotum seit- 
lich längsgefurcht. Mittelsegment sehr rauh und dicht runzlig, hintere 
abfallende P'läche scharf und verhältnissmässig grob und etwas ge- 
bogen quergefurcht. Metapleuren nicht abgesetzt. Abdomen völlig glatt, 
I.Segment oben mit einer Längsfurche. Klauen sehr klein, mit 2 Zähnen. 

Flügel hyalin farblos, Pterostigma dunkelbraun, an der Basis 
ein kleiner gelber Fleck. Geäder wie bei Frist, ^iihviolacea. 

Schwarz: Fühler, Mundtheile und Tarsen rostbraun; Fühler 
und Oberkiefer nach dem Ende zu dunkler. Beine braun. Kopf 
und Thorax spärlich pubescirt. Hinterrand der Abdominalsegmente 
unten, und oben seitlich braun pubescirt. 

Körperlänge 11 mm, Flügelspannung 16 mm, Vorderflügellänge 
6V2 mm. 

Togo, Bismarckburg. 3. — 18. 2. 18U3. \<S. Co nr ad t Sammler. 

(CataL Nr. 30391). 

Prisfocera deceuidentafa iiov. spec. 

Gesicht massig dicht und ziemlich seicht punktirt, Scheitel 
polirt glatt, wenig und zerstreut punktirt, Hinterkopf polirt glatt. 
Schläfen polirt glatt, zerstreut punktirt. Fühler nach der Spitze 
zu sich stark verjüngend. 1. Geiselglied V;j der 2., vom 7. Geisel- 
glied an werden die Glieder immer länger und dünner. Oberkiefer 
mit 5 Zähnen, Endzahn sehr lang und spitz (Fig. 4). 

Pronotum polirt glatt, weitstehend und seicht 
punktirt. Mesonotum polirt, nur in der Mitte ohne 
Punkte. Skutum glatt, seithch punktirt, die Seiten 
ausgehöhlt und polirt glatt, Metanotum schräglängs 
gefurcht. Mittelsegment vorn längsrunzlig, nach 
hinten zu mehr querrunzlig, die hintere etwas 
schwächer abfallende Fläche dicht quergerunzelt. 
Metapleuren durch einen schwachen Kiel abgesetzt. 
Abdomen pohrt glatt, 1, Segment oben mit einer 
Längsfurche. — Schwach grau pubescirt, Hinter- 
ränder der Abdominalsegmente unten und an der 
Seite oben, erstes Segment oben gänzlich grau 
pubescirt. -^^S- *■ 

Flügel hyalin, vom Pterostigma verbreitet sich ein brauner 
Hauch über den Flügel, der am Pterostigma am dunkelsten ist. 
Pterostigma dunkelbraun, an der Basis ein kleiner gelber Fleck. 
Geäder wie bei Prist suhviolacea nov spec. 

Schwarz; Mundtheile und Tegula gelbbraun, Oberkieferzähne 
schwarz. Tibien und Tarsen braun, Tarsenendglieder heller. 

Körperlänge 12 — 16 mm, Flügelspannung 19 — 24 mm, Vorder- 
flügellänge 8V2 — 11 Dim. 

Nord-Kamerun, Johann Albrechtshöhe. 21.4.96. 1 cT, 24.6. 
—13. 7. 96 Ic?. L. Conradt Sammler. 

Togo, Bismarckburg Oktober 1893. 2 Je?. Büttner Sammler. 

(Catal. No. 30392). 




2 14 Dl'. Grüuther Ende rl ein: Neue Evaniiden, Stephaniden, 

Calyoza Ashnieadi nov. spec. 

Kopf glatt glänzend, zerstreut punktirt. Oberkiefer des <3' 
4-zälinig, sehr schlank, unten lang behaart (Fig. 5), das 2 gedrungen, 
stark, kürzer behaart, unterhalb des grossen, untersten der 4 Zähne 
noch ein 5. Zahn angedeutet (Fig. 6). 





Fig. 5. 

1. u. 2. Geiselglied sehr kurz. Fühlerschaft gross und dick, 
beim <^ kleiner, glatt und zerstreut punktirt. 3. — 11. Geiselglied 
des c5^ mit langen, lamellenartigen Auswüchsen, wie bei Calyoza 
staphylinoides Westw., beim $ ohne diese. 12. (letztes) Geiselglied 
des (5* sehr langgestreckt. 

Pronotum rauh. Mesonotum langgestreckt, beim ^ ziemlich 
lang pubescirt, beim 9 kürzer pubescirt, glatt, wenig glänzend, 
zerstreut und ziemlich seicht punktirt. Skutum durch 4 tiefe Längs- 
furchen in 5 annähernd gleichartige Theile getheilt, massig dicht 
punktirt, Vorderrand glatt; Hinterschildchen rauh, ziemlich dicht 
punktirt, in der Mitte unpunktirt. Mittelsegment in der Mitte mit 
7 Längskielen, zwischen ihnen feine Querrunzeln; die Seitenränder 
mit je einem scharfen Längskiel, Das Feld zwischen Seitenkiel 
und Mittelkielen glänzend, beim c? hinten quergerunzelt, vorn nur 
an der Aussenseite quergerunzelt, beim 2 nur an den Seitenkielen 
kurz punktartig quergefurcht. Mesopleuren glatt, sehr zerstreut 
punktirt, Hinterleib glänzend glatt polirt. Beine dicht grau pu- 
bescirt. 1. Hintertarsenglied etwa so lang wie die beiden folgenden 
zusammen. 

Vorderflügel braun beraucht, Adern braun, Geäder wie bei 
Calyoza staphylinoides Westw., Hinterflügel hyalin nur sehr schwach 
beraucht. 

Schwarz; Fühler und Vorder-schienen und- tarsen rostroth, die 
übrigen Schienen und Tarsen rostroth bis bräunlich. 

Körperlänge d*: 6V^2 ^i^j 9:11 mm, Vorderflügellänge d^: 4 mm, 
$: 5 — 6mm, Flügelspannung c?: 10mm, 9: llVi- — 14mm. 

Nord-Kamerun, Johann-Albrechtshöhe. 1 c? und 2 99. 

L. Conradt Sammler. 

(Catal. Nr. 30393). 

Gewidmet wurde diese Art dem um die Kenntniss der Procto- 
trupiden so verdienten Hymenopterologen Herrn W. Ashmead. 



Mutilliden (Apterogyna), Pioctotrupiden und Chalcididen. 215 

Der einzige bekannte Vertreter dieser interessanten Gattung 
Westwood's, Calyoza staphylinoides Westw. aus Natal, unterscheidet 
sich von vorliegender Form durch das Fehlen der Querrunzeln auf 
den Seiten des Mittelsegmentes und durch die rothe Hinterleibspitze 
sowohl des (S als auch des $. Weitere Unterschiede zeigen sich 
auch an den von Westwood abgebildeten Oberkiefern (Thesaur.Entom. 
Oxon. 1874 Taf. 29 Fig. la u. 2b u. c). Leider ist diese Art zu kurz 
diagnosticirt, sodass auf weitere Differenzen nicht hingewiesen 
werden kann. 

Chalcidae. 

Leucospis KriegeH iiov. spec. 

Gesicht dicht silbergrau pubescirt. Stirn und Scheitel ziemlich 
grob, doch nicht runzlig punktirt, die einzelnen Punkte stehen noch 
isolirt ; nach hinten zu weniger dicht punktirt. Netzaugen innen 
oben kaum merklich ausgebuchtet. 2. Geiselglied P/2 mal so lang 
wie das erste (bei Leuc. funera Schlett. ist das 1. Geiselglied sicht- 
lich länger wie bei vorliegender kleineren Species). Hinterkopf 
steil abfallend runzlig, bogig in Furchen punktirt. Dieser wie der 
ganze Kopf fein pubescirt. 

Pronotum wie bei Leuc. fmiereu Schlett., doch ist der vordere 
der 3 Querkiele nur halb so breit, wie bei dieser Form; dicht und 
massig grob, nach vorn zu weniger dicht punktirt. Mesonotum 
dicht und massig grob punktirt, Mitte und nach hinten zu gröber 
punktirt, hinten sind sehr grobe Punkte zu deutlichen Querfurchen 
ausgezogen. Skutum ziemlich glatt zerstreut und grob punktirt. 
Mittelsegment sehr grob und dicht runzlig punktirt. 1. Abdominal- 
segment glatt, zerstreut und grob, die übrigen dicht punktirt. Die 
Legeröhre reicht bis zum Hinterrand des Skutums. 
Hinterschenkel glänzend glatt, oben sehr zerstreut unten 
dichter grob punktirt; der Unterrand trägt einen sehr 
breiten Vorderzahn, dahinter befindet sich eine Reihe 
von 10 Zähnen, welche nach der Mitte zu an Grösse ...^ 
zunehmen, nach hinten an Grösse dagegen sehr ab- ^^a- 
nehmen (Fig. 7.) 

Vorderflügel stark schwärzlich braun, röthlich, '^' ' 

violett bis blau irisirend; Hinterflügel ebenfalls violett irisirend, 
dunkelbraun angeraucht, Spitze ebenso dunkel wie die Vorderflügel. 

Schwarz, ein Längsstreif auf der Unterseite des Fühlerschaftes, 
2 Flecke seitlich der Mediallinie auf dem Pronotum vor dem vor- 
dersten Querkiele, 2 halbmondähnliche grosse Flecke am Hinterrand 
des 4. Abdominaltergits, die sich in der Mittellinie fast berühren, gelb. 

Körperlänge 12 — 13 mm, Vorderflügellänge 9 — 10 mm. 

Südspitze von Neu-Guinea, Milne Bay. 2 29. 

(Catal. Nr 30319). Micholitz Sammler, 




216 Dr. Günther Eiulerlein: Neue Evauiiden, Stephaniden, 

Von der verwandten völlig schwarzen Leucospis funerca Schlett. 
von Amboina unterscheidet sich diese neue Species, abgesehen von 
der gelben Zeichnung, vor allem durch die viel längere Legeröhre, 
sowie durch die aus der Diagnose ersichtlichen Skulpturunterschiede. 
Die 3 Querkiele des Pronotums hat Levc. Kriecieri nov. spec. ferner 
noch gemeinsam mit L. procern Schlett. und malaica Schlett, 

Lencospis mysolica Kirby. 

Gesicht dicht goldgelb pubescirt, in der Medianlinie unterhalb 
der Fühler eine schwache kielartige Erhebung. Stirn und Scheitel 
dicht körnig punktirt, ausserhalb der hinteren Ocellen je ein kleines 
unpunktirtes Feld, etwa von der Grösse der Ocellen. Innenrand 
der Augen hinter der Mitte deutlich eingebuchtet. Die Entfernung 
der hinteren Ocellen von einander doppelt so gross, wie ihre Ent- 
fernung von den Netzaugen, letztere so lang wie der Fühlerschaft. 
3. Geiselglied doppelt so lang wie das 1. und etwas länger wie 
das 2. Vorletztes Geiselglied nur etwa ^/^ so lang wie breit. 
Hinterkopf mit sehr scharfer Kante, steil abfallend, bogig und eng 
gefurcht. 

Pronotum sehr fein, seicht und ziemlich dicht punktirt, mit 
einem Querkiel am Hinterrand, ein zweiter dicht vor diesem, und 
vor dem 2. die Andeutung eines sehr schwachen und schmalen 
dritten. Mesonotum und Skutum fein und ziemlich dicht, die Mitte 
gröber und weniger dicht punktirt. Mittelsegment dicht rauh und 
runzlig punktirt. Abdomen fein und ziemlicli dicht punktirt, mit 
Ausnahme des ziemlich abgeschnürten Stieles fein gelblich pubescirt. 
Die Spitze des Legerohrs erreicht nicht den Vorderrand des 4. Ab- 
dominalsegmentes (des 3. Schletterer's). Hinterschenkel äusserst 
fein punktirt, mehr als doppelt so lang als breit; unterer Kand mit 
11 Zähnen, der vorderste breit und lang, die 4 folgenden lang und 
spitz, die nachfolgenden werden immer kürzer und stehen dichter 
(Fig. 8). 




Schwarz; Stirn und Scheitel stark metallisch grün, Mesonotum 
schwach metallisch grün ; Gesicht dicht goldgelb pubesciert; Fühler- 
schaft, die beiden ersten Geiselglieder, ein breites Querband in der 
Mitte des Pronotums, 2 Längslinien an den Seiten, und 2 rundliche 
Flecke in der Mitte des Mesonotums nahe der Mittellinie, die 
hintere Hälfte des Skutums, ein grosser dreieckiger Fleck der 
Mesopleuren, die Metapleuren gänzlich, das 1. Abdominalsegment 
mit Ausnahme des Vorderrandes und einer feinen schwarzen me- 
dianen Längslinie, ein schmales, gebogenes (nach hinten zu offen) 



Mutillideii (Apterogyna), Proctotnipiden und Chalcidideu. 217 

Band auf der 2. Hälfte des 4. Abdominalsegmentes, ein länglicher, 
in der Mitte dnrcli eine feine Längslinie getheiltei' Fleck an der 
Hinterleibspitze an der Basis des Legerohrs, von den beiden vorderen 
Beinpaaren die Enden der Schenkel, die Tibien und Tarsen gelb. 
Die Spitzen der Hinterhüften, die Hinterschenkel mit Ausnahme eines 
schwarzen Fleckes auf der Aussenseite, die Hinterschienen mit Aus- 
nahme eines schwarzen Striches längs der Unterseite und die Hinter- 
tarsen ebenfalls gelb. Die übrigen Fühlerglieder sind röthlich braun. 

Körperlänge 9 mm. Vorderflügellänge 7 mm. 

Südspitze von Neu-Guinea, Milne Bay. 2 99. Micholitz, 
Sammler. 

(Catal. No. 30320). 

Trotz der Angabe Kirby's „hind femora with one large and 
about seven small theath" scheinen die vorliegenden 99 doch der 
Levcospis mysoJica Kirby anzugehören. Das 2. Abdominalsegment 
ist oben fast ganz verdrängt, das 3. nur sehr kurz, dagegen das 
4. gross kugelig aufgetrieben. Lencospis antiqua Walker aus Neu- 
Caledonien dürfte dieser Species ähneln, doch hat sie nur 5 Hinter- 
schenkeldornen. 

Leiieospis inacrodon Schlett. 

(5*. Von der Beschreibung der bisher nur bekannten 99 weicht 
ein (5* aus Neu-Britannien nur in der Färbung ab, und zwar ist der 
Fühlerschaft nur auf der Unterseite gelb, das letzte Fühlerglied ist 
rothbraun, von der vorderen Querbinde des Pronotums ist ein Ru- 
diment in Foim eines in der Mitte unterbrochenen kurzen Quer- 
streifens vorhanden. 

Die Ränder der Hinterschenkel sind gelb, mit Ausnahme des 
Zahnrandes, vor diesem ein ovaler gelber Fleck. 

Die ventrale Rinne des Abdomens matt und sehr dicht punktirt. 

Körperlänge 10 mm. Vorderflügellänge 8 mm. 

Neu-Britannien, Kakatra - Dorf. 11.3.1897. l <S. Prof. 
Dr. Dahl Sammler. 

(Catal. No. 30321). 

Leucospis similis nov. spec. 

Gesicht dicht und matt goldgelb pubescirt, sodass die Struktur 
nicht erkennbar ist. Stirn ziemlich grob und dicht punktirt. Scheitel 
seicht und ein wenig zerstreut punktirt. Innenrand der Netzaugen 
in der oberen Hälfte verhältnissmässig tief eingebuchtet. Abstand 
der hinteren Ocellen ein wenig länger als ihr Abstand von den 
Netzaugen. 2. Geiselglied fast doppelt so lang wie das 1., 3. — 5. 
ein wenig länger als dick, die übrigen so lang wie dick. 

Pronotum grob und massig dicht punktirt, der äusserste Vorder- 
rand besonders in der Mitte polirt glatt, Hinterrand sehr wenig 
gekielt, sehr nahe vor diesem ein 2. sehr feiner Querkiel; an den 
Stellen, auf denen sich die beiden gelben Quei'bänder befinden, ist 
die Punktirung nur seicht und sehr zerstreut. Mesonotum vorn dicht 



218 Dr. Günther Enderleiu: Neue Evaniiden, Stephauiden, 

und fein, hinten dicht und sehr grob punktirt, in der Mitte ein 
glätteres Feld mit seichteren und zerstreuten Punkten. Skutum matt, 
mit grossen und tiefen, kreisrunden zerstreuten Punkten; die gelb 
gezeichneten Stellen ebenfalls seichter punktirt; der Hinterrand mit 
einer Reihe längsgestellter, tiefer Strichpunkte, der äusserste Hinter- 
rand glatt. Metanotum längsgefurcht, mittlerer Theil wie bei Levc. 
macrodon Schlett. Mittelsegment mit einem medianen und zwei 
seithchen, nach hinten zu convergirenden Längskielen, am Hinter- 
rand dicht dem Mittelkiel an liegen 2 grosse kreisförmige Wülste, die 
völlig polirt glatt sind (mit gelber Färbung); der übrige Theil des 
Mittelsegmentes ist runzlig punktirt. Die Seiten des Mittelsegmentes 
und der Metapleuren sind lang graugelb pubescirt. 1. Abdominal- 
segment pohrt glatt, deutlich abgeschnürt, mit sehr weitstehenden, 
zerstreuten Punkten, das übrige Abdomen massig dicht punktirt. 
Die Rinne auf dei- Ventralseite des Abdomens (c?) polirt glatt mit 
wenigen zerstreuten Punkten (bei Lenc. macrodon Schlett. matt und 
sehr dicht punktirt). Hinterhüften mit einer hinteren, glatten Fläche, 
die polirt glatt ist und nur auf der unterhalb der Längsachse 
liegenden Hälfte fein und sehr zerstreut punktirt ist 
r — -^^^^ (bei Levc. macrodon Schlett. ist die obere Hälfte fein 

( N. und sehr zersteut punktirt, die untere dagegen dicht 

V \ punktirt). Die Hinterschenkel sind nur äusserst fein 

\r\rN^„^ und seicht, ziemlich dicht punktirt: Bezahnung des 
Unterrandes (Fig. 9) sehr ähnlich wie bei Leuc. ma- 

^^^' 9- crodon Schlett. 

Flügel schwach rauchig getrübt, Flügelspitze schwärzlich braun 
angeraucht, Adern braun; gelblichgrün bis roth irisirend. 

Schwarz ; Unterseite des Fühlerschaftes, Hinterrand des Pro- 
notnms, ein Querband hinter dem Vorderrand desselben, je ein 
schmaler Längsstreif an den Seitenrändern des Mesonotums, nicht 
bis zum Vorderrand reichend, 2 dreieckige, seitliche Plecke nahe 
dem Hinterrande des Skutums, 2 kreisförmige, in der Mitte mit- 
einander verschmolzene Flecke am Hinterrand des Mittelsegmentes, 
etwa ^/^ der Länge einnehmend und auf den polirten, glatten 
Wülsten sich befindend, ein Längsstreifen der Hinterhüften, der 
Rand der Hinterschenkel mit Ausnahme des gezähnten Randes und 
die Oberseite der Hinterschienen gelb. Die beiden vorderen Bein- 
paare bräunlich gelb. Das hinter dem ersten Abdominalsegment 
gelegene übrige Abdomen, das aus mehreren verwachsenen Seg- 
menten besteht, mit einer mittleren, gelben Querbinde, in der Mitte 
zwischen dieser und der Abdominalspitze eine sehr schmale, in der 
Mitte unterbrochene, gelbe Querbinde, sowie eine Andeutung einer 
bräunlichen Querbinde hinter dem vorderen Rand. Aeusserste 
Fühlerspitze schwach röthhch. 

Körperlänge 10 mm, Vorderflügellänge S^'g ™^' 

Südspitze von Neu -Guinea, Milne ßay. 1 c?. 

Micholitz Sammler. 

(Catal. Nr. 30318). 



Mntilliden (Apterogyna), Proctütnipideu und Chalcididen. 219 

Leucospis similis nov. spec. steht der Leucof<}ns umuuroptera 
Schlett. von Celebes sehr nahe. Beide weichen durch den polirt 
glatten Wulst des Mittelsegmentes von allen übrigen Leucospis- 
Arten ab. Sie untei-scheidet sich von ihr durch das Fehlen des 
vorderen Querkieles auf dem Pronotum, durch die seitlichen Längs- 
kiele des Mittelsegmentes, durcb feinere Skulpturunterschiede und 
durch die verschiedene Bezahnung der Hinterschenkel (Fig. 9), in 
der Färbung vor allem durch die gelbe Färbung der polirt glatten 
Mittelsegmentswülste. Die Bezahnung der Hinterschenkel erinnert 
sehr an Leucospis macrodon Schlett., der aber die polirten Mittel- 
segmentswülste fehlen. 

Leucospis nyassica nov. spec. 

9. Gesicht und Wangen nur sehr fein aber dicht punktirt, 
ersteres dicht grau pubescirt. Scheitel fein und dicht punktirt. 
Netzaugen innen etwas ausgebuchtet. 1. Geiselglied kugelig, die 3 
folgenden so lang wie dick, die übrigen dicker als lang. 

Pronotum dicht und massig fein punktirt, ohne Querkiele. Meso- 
notum sehr dicht, etwas gröber punktirt, die Parapsidenfurchen sind 
bei dieser Art in Form von 2 äusserst schwachen Längseindrücken 
bemerkbar. Skutum etwas weniger dicht punktirt, äusserster Hinter- 
rand glatt. Metanotum ziemlich grob punktirt, mittlerer Theil 
(Hinterschildchen) sehr klein, ungezähnt. Mittelsegment verhält- 
nissmässig langgestreckt und schmal, mit einem ziemlich scharfen 
mittleren und zwei seitlichen, nach hinten zu convergirenden Längs- 
kielen. Abdomen sehr schlank, hinten keulig aufgetrieben; erstes 
Segment in Form eines walzigen und schlanken Stieles, der nach 
hinten zu sich wenig verstärkt, am hinteren Ende ein deuthcher, 
medianer Längskiel. Der übrige Hinterleib mit einem scharfen 
medianen Längskiel. Das 2. Abdominalsegment ist kurz, doch im 
Vergleich mit anderen Leucospis-Species lang (etwa doppelt so breit 
als lang). Das 3. Abdominalsegment (das 2. Schletterers) oben in 
der Medianlinie sehr spitz und lang nach hinten ausgezogen und 
längs der hinteren Begrenzung schwach gekielt. Legerohr sehr 
kurz (Länge von der Hinterleibspitze aus V/^"^"^^-! steil aufsteigend in 
tiefer Rinne, nur ein sehr kurzes Stück der Spitze ragt aus der Rinne 
hervor. Die Länge beträgt etwas über die Hälfte der Entfernung von 
der Insertion bis zur lang ausgezogenen, am Ende glatten Spitze des 
3.Abdominalsegmentes. Hinterhüften mit ziemlich scharferLängskante, 
unterhalb derselben dicht grau pubescirt, oberhalb verhältnissmässig 
glatt, seicht und dicht punktirt. Hinterschenkel amünterrand mit einem 
sehr grossen Vorderzahn, dem 12 kleine Zähne folgen, die in der 
Mitte am grössten sind und nach der Seite zu an Grösse abnehmen. 

Vorderflügel hyalin farblos (nicht gelblich), Aussenrand mit der 
Flügelspitze mit einem ziemlich scharfbegrenzten, schwarzbraunen 
Randsaume, der oben etwas mehr als V3 der Entfernung von der 
Basis der Subcostalgabel bis zur Flügelspitze breit ist und sich 
nach hinten zu verschmälert. 



220 Dr. Günther Enderlein: Neue Evaniiden, Stephaniden etc, 

Schwarz, je ein schmaler Streifen am Vorder- und Hinterrand 
des Pronotums und am Hinterrand des Skutums, eine dorsale, in 
der Mitte unterbrochene Quorbinde in der Mitte des 3. Abdominal- 
segmentes (des "2, Schletterers) und eine schmale, in der Mitte durch 
das Legerohr unterbrochene Querbinde vor dem Hinterrand des 
4. Abdominalsegmentes, je ein Streifen am Vorderrande (unten) der 
Hinterschenkel und auf der Oberseite der ganzen Länge der Hinter- 
schienen, ein kleiner runder Fleck an der oberen Spitze der Hinter- 
schenkel, alle Schienen und Tarsen gelb. Ein schmaler Streifen an 
der Aussenseite der Vorderschienen braun. Die seitlichen Ränder 
des Pronotums, die Hinterränder der Meso- und Metapleuren, der 
Hinterhüften und das Hinterende der Hinterschenkel rothbraun. 

Körperlänge ß'/anim, Vorderfiügellänge 472 imn- 

Deutsch-Ost-Afrika. Nyassa See, Langenburg. 2 92, 19. — 
30. März 1898; 1.— 26. Juli 1898. Dr. Fülleborn Sammler 

(Catal. Nr 30400). 

Vorliegende Species hat einen noch kürzeren Legestachel wie 
die verwandten Leucospis brevicauda Fabr. und Leucospis micrura 
Schlett., und nimmt durch seine ausserordentlich schlanke Gestalt, 
durch den Längskiel in der dorsalen Medianlinie des Abdomens, 
sowie durch die Flügelfärbung eine ziemlich isolirte Stellung ein. 
In einer gewissen Entfernung betrachtet, erweckt sie durch Körper- 
forra, Zeichnung und Färbung den Eindruck einer kleinen Pompilide, 
nicht einer Wespe, wie die meisten Arten der Gattung Leucospis. 

Berlin, 15. Juni 1901. 



Beiträge 



zur 



Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 

XIX. Aufsatz: 
Diplopoden aus Herzegowina, Ungarn und Baiern. 

VOD 

Karl W. VerhoefT, Berlin. 



Hierzu Tafel X und XI. 



Die meist neuen Formen, welche ich im Folgenden erörtert 
habe, wurden sämmtlich Yon mir selbst gesammelt, die Mehrzahl 
im Frühjahr 1899 in der Herzegowina, einige in Oberbaiern im 
Frühjahr 1900. Die Bearbeitung erfolgte zum kleineren Theile in 
Bonn, zum grösseren Theile in Berlin, im Museum für Naturkunde. 
Letzteres hat einen bedeutenden Theil meiner Ausbeute erhalten 
und sämmtliche im Folgenden behandelte Formen sind dort durch 
Belegstücke vertreten, auch befinden sich daselbst alle diejenigen 
Typenpräparate, welche ich dort ausgeführt habe. 

Eine vollständige, vergleichend faunistische Behandlung aller 
meiner Diplopoden- und Chilopoden-Funde in Bosnien, Herzegowina 
und Dalmatien wird eine besondere Arbeit bringen, welche die 
Ergebnisse meiner fünf Reisen in dieses Gebiet hinsichtlich dieser 
beiden Thierklassen zusammenfassen soll. 

Aus den folgenden besonderen Mittheilungen meine ich hier 
Einiges herausgreifen und hervorheben zu sollen: 

1. Microdesmus n. g. mit 2 Arten enthält Polydesmiden, welche 
zu den kleinsten gehören. Dieselben können mit Strongylosoma (und 
Trachydesmus), von der Segmentzahl abgesehen, auch wegen der Rücken- 
skulptur und der Tibien des c? nicht zusammenfallen. Paradoxosoma 
weicht ebenfalls in der Beschaffenheit der Rückenschilde ab, besitzt 
auch kleine Seitenkiele. Sehr auffallend sind ferner die beiden 
grossen Seitenborsten von P. Neotrachydesmus Silv. ist nichts weiter 
als Paradoxosoma. 



222 "D'-- Kf^i-1 W. Vei-lioeff: 

2. Lysiopetalum mostarense ii. sp. mit höchst complicirten 
Telopoditen entspricht durchaus dem von mir bestimmten Typus 
der Untergattung Callipodella. 

3. Die Craspedosomiden-Ünterfamilie Neoatractosominae 
mihi errichte ich für die Gattungen Neoatractosoma (von Silvestri 
recht schlecht beschrieben und nur durch die Speciesmerkmale 
erkennbar) und Trimerophoron (von Rothenbiihler meist zutreffend 
charakterisirt). Sie zeigt Beziehungen besonders zu den Masti- 
gophorophyllinae und Anthroleucosominae. Eine Vereinigung mit 
diesen ist aber auch unmöglich, ebensowenig lässt sie sich als 
Vorläufergruppe für diese oder irgend eine andere behandeln. Die 
hinteren Gonopoden für sich allein Hessen sich recht wohl als Vor- 
läufer derjenigen der beiden genannten Unterfamilien betrachten, 
aber andere Merkmale, wie die Pseudoflagella und die Tarsal- 
papillen zeigen das Einschlagen einer besonderen phylogenetischen 
Richtung, wenn man nicht etwa annehmen will, dass die Pseudo- 
flagella bei weiterer Entwickelung und durch Ausbildung von anderen 
solchen an den hinteren Gonopoden eine Lageverschiebung erfahren 
hätten, das müssten dann etwaige Uebergangsformen zeigen. Tri- 
merophoron ist in jedem Falle bereits auf einem eigenartigen Ent- 
wickelungswege. Neoatractosoma und Trimerophoron sind übrigens 
wieder so abweichend gebaute Gattungen, dass ich für jede eine 
besondere Tribus aufgestellt habe. 

4. Die Untergattung von Julus, Pachypodoiulus Verh. ist 
von Micropodoiulus auch durch den Mangel eines Schenkel- 
gliedes am umgewandelten 1. Beinpaar des d^ unterschieden. 

5. Cylindroinlus abaligetanus n. sp. stimmt in den Gono- 
poden vollkommen mitHorvathi überein, zeigt daher den bei den 
Proterandria seltenen Fall, einer Unterscheidung nach auffallenden 
äusseren Merkmalen, trotz jener Uebereinstimmung. 



1. Brachydesmus doboiensis n. sp. 

Lg. des grauw^eissen Körpers 6V2— '7 mm, ziemhch glänzend, 
mit deutlichen Börstchen, namentlich am Hinterrande der Segmente. 
Kollum nur vor dem Hinterrande mit kleinen Knötchen. Ränder 
der Seitenflügel nur schwach 3 mal gekerbt, die Hinterecken stumpf- 
oder rechtwinkelig, nicht mit Zipfeln vorspringend. Die Felder 
der 2. und 3. Reihe sind massig deutlich abgegrenzt, die der 1. 
undeutlich. Auf den Seitenflügeln befindet sich um die Foramina 
eine etw^as knotige Auftreibung. Telopodite der Gonopoden (Abb. 5) 
in der Grundhälfte recht breit und innen etwas eckig vorspringend, 
in der Endhälfte schmäler und annähernd dreieckig, am Ende mit 
spitzem Haken, aussen mit Höcker b, der zwei hufeisenförmig 
gebogene Verdickungslinien enthält, innen mit 3 kleinen Zapfen 
oder Zähnchen und einem kleinen Haarpolster. Die End- und 
Grundhälfte gehen innen in stumpfem Winkel in einander über. 



Beiträge zur Keiintniss paläarktisclier Myriopoden. 223 

Vorkommen: Anfang April 1900 erbeutete ich 1 c? 1 2 unter 
Laub in einem Walde bei Doboi in Nordbosnien. 

2. Brachydesmus glabrimarginalis Verh. 

Diese von ihren Verwandten durch glattere Seitenfiügelränder 
und schmalere Gestalt unterschiedene Art war bisher nur im weib- 
lichen Geschlecht bekannt, ich bemerke daher über die Gonopoden 
(Abb. 8) noch Folgendes: 

Telopodite mit einem deutlich abgesetzten Tarsaltheil T, der 
in einen am Ende abgerundeten, ziemlich langen Lappen a ausläuft. 
Der Tibialtheil springt vorne in einen abgerundeten, dreieckigen 
Höcker b vor, hinten befindet sich am Rande in der Mitte auf 
einem Zapfen das Polster p, endwärts ein dreieckiger Zahn c und 
grundwärts ein kräftiger Stachel sl. 

Vorkommen: Radobolja bei Mostar fand ich unter Steinen 
1 d^ 1 9. 

Microdesmus n. g. (zu Unterfam. Strongylosominae). 

Rumpf mit 19 Segmenten, bei c5^ und $ das 5. 7. 9. 10. 12. 
13. 15. — 17. mit Wehrdrüsen. Seitenflügel fehlen, Kiele auf den 
meisten Segmenten ebenfalls fehlend, am 2.- — 4. vorhanden, am 2. 
etwas tiefer stehend als an den andern. Rückenplatten ungekörnt, 
aber mit 2 Reihen Knötchen, welche ziemhch lange Borsten haben 
oder derselben entbehren. Die hintere Reihe weit vor dem Hinter- 
rande, Kollum ohne oder mit 3 Borstenreihen. Querfurchen der 
Rückenplatten deutlich. Analsegment mit vorragendem Spitzchen. 
Antennen massig lang, das 4. und 5. Glied verdickt. 3.-8. Bein- 
paar des S am Tibiale innen mit vorragendem Knöpfchen. Telo- 
podite der Gonopoden mit scharf abgesetzten Schenkelgliedern, die 
Spermarinne endet ohne Polster und ohne Spermahöhle in einem 
Fortsatz, der von einem schützenden Lappen überragt wird. 

3. M. albus n. sp. 

Körper weiss etwas glänzend, 5 — 6 mm lg. 

Kopf reichlich behaart. 4. und 5. Antennenglied aussen mit 
einer starken Gruppe von Stiften. Die Borsten der Rückenplatten 
sitzen auf kleinen Höckerchen. Der Analsegmentfortsatz ist etwas 
nach abwärts gebogen. Die Knöpfchen an den Tibien des (5* stehen 
(Abb. 16) gegen den Grund des Gliedes und sind endwärts etwas 
verdickt. 

Die Gonopoden sind im Ganzen (Abb. 15) mit dem Telopodit 
etwa rechtwinkelig gegen das Gonocoxit gekrümmt. Femora stark 
beborstet. Das Endglied ist länglich- dreieckig, etwas gebogen und 
von einem hinter dem Grunde entspringenden, grossen und läng- 
lichen Lappen überragt, der am Endrande einige feine Spitzchen 
besitzt. 

Vorkommen: Dieser kleine Diplopode ist in der Herzegowina 
nicht gerade selten. Ich fand ihn sowohl im Oriengebirge im 
Buchwald unter Laub, wie bei Bilek und in der Schuma in einer 



224 Dr. Karl W. Verhoeff: 

Höhlendoline im Humus, als auch im Radoboljathale bei Mostar 
unter Pflanzenabfällen. Das zarte Thierchen scheint sich früher als 
die meisten andern Diplopoden gegen den Sommer in den Spalten 
der Erde zu verbergen. 

4. M. bosniensis n. sp. 

In Segmentzahl, Farbe, Grösse und Gestalt mit albus über- 
einstimmend, aber durch Folgendes unterscheidbar: 

Die 2 Reihen ven Knötchen auf den Rückenplatten sind kräftiger 
als bei albus und ohne Borsten (die Querfurchen sind deutlich), 
der Kopf ist schwach behaart, aber die Antennen wie bei albus, 
Kollum unbehaart. Rumpfseiten an den meisten Segmenten mit 
einigen kleinen Knötchen. Analsegment mit spitzem Fortsatz. Der- 
selbe ist noch etwas stärker vorgezogen und nicht herabgekrümmt. 
(c? unbekannt). 

Vorkommen: Ein einziges 2 erbeutete ich im April bei 
Serajewo in einem Buschwalde unter Laub, am Rande der Serajewo- 
Ebene. 

5. Lysiopetalum (Callipodella) mostarense n. sp. 
c? 22— 23mm lg. mit 41 Rumpfsegmenten. 

2 25 mm lg. mit 41 Rumpfsegmenten. 

Körper braunschwarz, auf der Rückenmitte mit einer Längs- 
reihe gelblichrother Plecke, längliche, gelbliche Flecken befinden 
sich auch in den Flanken unterhalb der Foramina auf den Vorder- 
ringen. Stirn des d* tief eingedrückt, glatt, des 9 gewölbt, kräftig 
punktirt. Kollum nur seitlich mit einigen Furchenstrichen. Skulptur 
der Doppelsegmente, namentlich die fingerartigen Längswülste der 
Hinterringe, wie bei fasciatnm. Foramina weit hinter der Naht 
gelegen. Beborstung recht deutlich. 

Analsegment deutlich vorragend. 

Hüften des 7. Beinpaares des S etwas nach aussen gerichtet, 
am Ende mit deutlich vorragendem abgerundetem Fortsatz. Hüften 
des 8. B. des c? ebenso, aber einander mehr nach der Mittellinie zu 
genähert, sodass die Innenränder fast parallel verlaufen. 

Gonocoxite mit kräftigen Fortsätzen, die am Ende mit spitzem 
Zahne nach aussen ragen. Innen an den Gonocoxiten befinden 
sich ausser 2 + 2 kleinen Stacheln 2 annähernd dreieckige Höcker, 
ein glasiger vorne, ein dunklerer hinten. 

Die Ventralplatte stellt einen breit herzförmigen, durchsichtigen 
Schild vor, dessen Ecken abgerundet und dessen Endrand beinahe 
gerade ist. 

Telopodite (Abb. 9) mit den charakteristischen von der Grenz- 
stelle zwischen Femoral- und Tibialabschnitt abgehenden Neben- 
ästen (t ti). An derselben Stelle geht auch der lange aber verdeckt 
liegende Kanalast sa ab. Die Basen aller dieser Aeste laufen in 
einer ungefähr dreieckigen Platte zusammen, an welcher innen sich 
ein Anhanglappen / befindet, der am Rande (Abb. 10) unregel- 
mässig stumpf gezahnt ist und eine zierliche Struktur von welligen 



Beitiäge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 225 

Linien aufweist, die theilweise sich zu Zellstruktur anordnen. Von 
den Nebenästen bildet der grösste, welcher dunkelbraun gefärbt ist, 
einen rechten Winkel mit dem Kanalast und ist mit einer Anzahl 
Zähnchen am endwärtigen Rande versehen. Diesem Aste gerade 
gegenüber befindet sich ein anderer, ungezähnter und hellerer e, 
welcher sichelartig gekrümmt ist und gleich hinter seiner Ursprungs- 
stelle noch einen Stachel entsendet, 6. 

Der Femoralabschnitt ist in seiner endwärtigen Hälfte zerstreut 
mit Tastborsten besetzt und von diesen sind wieder die grund- 
wärtigen durch ihre Länge ausgezeichnet. Der Tibialabschnitt ist 
reichlich mit Stiften besetzt, die sich an mehreren Stellen zu Grannen 
verlängern. Man kann mehrere Lappen unterscheiden. Von diesen 
überdeckt der grundwärtige a ß den Kanalast so, dass nur die 
Spitze vorragt, ein anderer // ragt auch noch über diese hinaus. 
Das Ende des Tibialabschnittes 6 ist in einen dritten Lappen um- 
gekrümmt, der der Stifte entbehrt, aber am Rande in Spitzen zer- 
schlitzt ist. 

Vorkommen: In der Radobolja-Oase bei Mostar in der Nord- 
Herzegowina erbeutete ich die zierliche Art theils in einem Busch- 
walde unter Steinen, theils zwischen Pflanzenabfällen am Grunde 
einer Felswand. Es scheint, dass wir es hier mit der, allerdings 
recht abweichenden, nordherzegowinischen Vertretungsform des 
südherzegowinischen L. herzegowinense Verh. zu thun haben. 

Fam. Craspedosomidae Verh. 

Unterfam. Neoatractosominae n. subf. 

Ocellen vorhanden, 3. — 6. (7.) oder 3. — 9. Beinpaar des cj' mit 
Saugpapillen. Körper mit 28 oder 30 Rumpfsegmenten rosenkranz- 
förmig oder mit deutlichen Seitenflügeln. 

Hintere Gonopoden eingliedrig, als einfache Gonocoxite aus- 
gebildet, welche völlig getrennt sind und mit Muskeln vorsehen. 
Hintere Ventralplatte niedrig und einfach. 

Vordere Gonopoden ohne Cheiroide, mit Syncoxit und Femoriten. 
Das Syncoxit trägt entweder deutliche, in einer Rinne der Femoriten 
geführte versteckte Pseudoflagella, deren Grundanschwellungen durch 
ein häutiges Polster weit getrennt sind, oder Fortsätze, die in eine 
Grube der Femorite greifen. 

Anmerkung 1. Es war mir unmöglich, diese Gruppe in eine 
der bekannten Unterfamilien einzuordnen. Die versteckten Pseudo- 
flagella der vorderen Gonopoden erinnern natürlich sehr an die 
Mastigophorophyllinae, aber ihre Insertionsweise ist eine andere und 
im Uebrigen sind noch gewichtige Unterschiede gegeben durch die 
hinteren Gonoj.oden, die Tarsalpapillen und die Art der Be- 
borstung. Auch zu den Anthroleucosominae giebt es einige be- 
merkenswerthe Beziehungen, aber von diesen sind Pseudoflagella 
nicht bekannt, die hinteren Gonopoden sind in Abschnitte zerlegt 
und die Tarsengheder entbehren des Papillenbesatzes. Die Unter- 

Arch f NMuigoBch .Jahrg 1901 Bd. I. H. 3. 15 



226 Dr. Karl W. Verhoeff: 

schiede in der Segmentzahl und der Beschaffenlieit der Seiten der 
Rumpfsegmente sind natürlich auch zu beachten, aber sie allein 
könnten keine Unterfamilie veranlassen. 

Anmerkung 2. Dass ich im Folgenden einen Vertreter der 
von F. Silvestri in seinen „Chilopodi e Diplopodi della Sicilia" 
beschriebenen Gattung Neoatractosoma (Bull. soc. entom. Ital. 1897) 
vorliegen habe, geht aus seiner Darstellung unzweifelhaft hervor, 
trotzdem sind die Gonopoden so mangelhaft beschrieben, dass von 
den Pseudoflagella z. B. nicht eine Spur zu sehen ist. 

6. Neoatractosoma herzegowinense n. sp. 

Rumpf aus 38 Segmenten bestehend, beim S 6, beim 9 9 
bis 9^/2 mm. 

Körper braun, am Rücken mit gelber Längsbinde, in den 
Unterflanken grau. Seitenflügel klein aber deutlich, beim d* stärker 
als beim 2 vortretend. Beborstung kräftig. Das 6. und 5. letzte 
Segment nur mit Andeutung von Seitenflügeln, die 4 letzten ganz 
ohne dieselben. Stirn des d* gewölbt. 

1. und 2. Beinpaar des (S am Endgliede mit Borstenkamm. 
Die Hüften des 2. B. werden von den Vasa deferentia durchbohrt 
und es ragen kleine abgerundete, glasige Penes vor. 

Das 3 — 6. Beinpaar ist innen am 3. Tarsale dicht mit Papillen 
besetzt, das 7. nur mit wenigen vereinzelten. Am 7. B. springt das 
Tibiale in der Grundhälfte etwas nach innen vor und ist hier mit 
Tastborsten dichter besetzt. Dasselbe gilt für das Tibiale des 6. 
und in geringerem Grade für das des 5. und 4. Beinpaares. 

Das 8. und 9. B. besitzt keine auffallenden Hüfthöcker, aber 
in den bekannten Hüftsäcken dieselben schwach bläulichen Sperma- 
körnchen, wie sie in dichter Masse die Vasa deferentia anfüllen. 
Die langen 3. Tarsalia des 8. und 9. Beinpaares völlig ohne Papillen. 

An den vorderen Gonopoden (Abb. 13) steht auf dem Kissen 
des Syncoxit (Sco) ein zitzenartiger, häutiger Fortsatz. Hinter dem 
Kissen bemerkt man innen 2 zarte Läppchen b, welche zum Syn- 
coxit zu gehören scheinen. Die Pseudoflagella beginnen aussen 
vom mittleren Kissen mit einem grossen Knoten h und gehen dann 
in starkem Bogen nach innen und in die Rinne des Femorit (fe). 
Die Femorite sind annähernd dreieckig, am Ende stark hakig 
zurückgekrümmt und besitzen vor dem Haken einen stumpfen, 
zurückgebogenen Zahn a. 

Die hinteren Gonopoden (Abb. 14) sind als längliche Gonocoxite 
ausgebildet, welche am Ende sich in einen Zapfen ausziehen. Die 
Grundmuskeln m sind zart aber deutlich erkennbar. 

Vorkommen: Diesen zierlichen kleinen Craspedosomiden er- 
beutete ich in wenigen Stücken in der Südherzegowina, Orien- 
Gebirge im Buchenwalde, im April unter Laub, das vom neben- 
liegenden, abschmelzenden Schnee sehr nass war. 



Beiträge zur Kenntnlss paläarktischer Myriopoden. 227 

7. Polymicrodon narentanum n. sp. (Dyocerasoma). 

In der grauen Farbe, in Gestalt, Grösse und Skulptur dem 
P. nivisatelles höchst ähnlich und vielleicht als Unterart desselben 
zu behandeln. Am G. Beinpaare des c? fehlen die Hüftfortsätze. 

Die Cheiroide (Abb. 1) weichen beträchtlich von denen des 
nivisatelles ab. Der Hauptast ist wesentlich schmäler als dort, 
aber länger und stark sichelartig gekrümmt, das Ende eingebogen 
und mit einer Endspitze versehen. Der Innenast I liegt ganz in 
der Krümmung des Aussenastes, ist am Ende abgerundet, seitlich 
mit kleinem Zähnchen, und am Grunde mit einer Gruppe sehr 
kleiner Spitzchen versehen. 

Am Syncoxit steht neben der Zahnsäge ein gedrungenes Haar- 
polster, sonst entspricht es dem von nivisatelles. 

Die Reste der hinteren Gonopoden sind denen von nivisatelles 
sehr ähnlich, nur in der Mitte auf etwas längerer Strecke verwachsen. 

Vorkommen: In der Grabovica-Höhle am rechten (westlichen) 
Narentaufer fand ich das Thier an morschem Holze und an den 
Wänden laufend, sowohl im Finstern als im Halbdunkel. 

Polymicrodon, Xylomicrodon n. subg. 

Ich theile die bisherige Untergattung Dyocerasoma Verh. in 
die folgenden beiden Untergattungen: 

A. Dyocerasoma Verh. (s. str.): Körper grau, Seitenflügel 
der Rumpfsegmente am Grunde ohne Gruben. Syncoxit der vorderen 
Gonopoden innen mit zwei grossen, aufragenden, aussen hohlen 
Lappen. (Vergl. Diplopoden aus Bosnien u. s. w. 3. Theil, 1897 
Archiv f. Naturg. Taf. XVIII Abb. 8 1). Leben unter Steinen oder 
in Höhlen. 

(Hierhin: P. furcilliferum, nivisatelles und narentanum Verh,). 

B. Xylomicrodon mihi, Körper braun, Seitenflügel der Rumpf- 
segmente am Grunde mit Gruben. Syncoxit der vorderen Gonopoden 
innen mit einem Höcker der eine Rinne besitzt und seitlich mit 
niedrigem Lappen. (Abb. 50 in meinem VIII. Aufsatze der „Bei- 
träge" u. s. w. 1809 a. a. 0.). Leben in feuchtem morschem Holze 
oder unter Baumrinde. 

(Hierhin: P. lignivorum Verh. und herzegowinense m.). 

Vordere Gonopoden von Polymicrodon. 

Die Zahnleisten, welche für den Namen Polymicrodon Ver- 
anlassung gaben und bekanntlich am Syncoxit der vorderen Gono- 
poden stehen, besitzen auf der Aussenfläche einen mehr oder weniger 
starken Haarfilz. Dieser Haarfilz leAit sich dicht an den Innenast 
(I Abb. 17 und 18) der Cheiroide. Das Sperma aber fliesst offen- 
bar zwischen dem Innenaste und dem Haarfilze grundwärts und 
gelangt dann einerseits zwischen die Falten der häutigen Polster 
des Syncoxites und andererseits in eine Grube am Grunde der 

15* 



228 I>r- Karl W. Vcrhoeff: 

Cheiroide, welche etwas hinter der Stelle Hegt, wo die Tracheen- 
tasche eingewachsen ist (Abb. 18 x.). Ich habe diese Grube bei 
Xylomicrodon besonders ausgebildet gefunden und immer mit Sperma- 
körnchen angefüllt. Auch giebt es an den Cheiroiden eine deuthche 
Rinne r, welche aus der Endhälfte her gegen die Grube fo zieht. 
Bei Polymicrodon s. str. habe ich am Grunde der Cheiroide theil- 
weise auch Spermakörner gesehen, aber keine so deutliche Grube 
wie bei Xylomicrodon und eine Rinne habe ich nicht bemerkt. 
Die häutigen Polster hinten am Syncoxit kommen bei Poly- 
microdon allgemein vor (vergl. im VIII. Aufsatze meiner „Beiträge" 
1899, (Abb. 50 w) (Diplop. a. Bosnien u. s. w. III 1897 Abb. 8 pp. i). 
Ich halte sie, zumal Muskeln heranzugehen scheinen, für die ver- 
wachsenen Coxalsäcke. Man erkennt auch deutlich zwei äussere 
Polster und ein mittleres mit mehr oder weniger auffallender Ein- 
kerbung in zwei Theile. Bei Heterolatzelia Verh. haben wir 
übrigens ähnliche häutige Polster und ich habe auf S. 143 meines 
VIII, Aufsatzes bereits darauf hingewiesen, dass dieselben, zumal 
sie „vierlappig" sind und Retractoren besitzen, auf Coxalsäcke 
zurückzuführen sind, deren Naht die Aneinanderwachsung noch an- 
deutet. Bei Heterolatzelia bildet das Syncoxit ein loses Doppel- 
näpfchen, bei Polymicrodon sitzt es fest auf. 

8. Polymicrodon lignivorum herzegowinense n. subsp. 
Körper mit 30 Rumpfsegmenten, beim 9 13, beim (5* 11 mm lg. 

In Farbe und Skulptur mit lignivorum übereinstimmend, nur sind 
die Gruben am Grunde der Seitenflügel zwar deutlich aber nicht 
so tief wie bei lignivorum. 

Die Cheiroide (Abb. 17 und 18) der vorderen Gonopoden sind 
reichlicher mit Riefen und Zähnchen besetzt und aussen auf der 
Endhälfte sitzen zwei abstehende Läppchen. Das Syncoxit besitzt 
in der Mitte einen Längshöcker mit Rinne (Abb. 19), aber die 
Rinnenränder sind gerieft und jederseits zweispitzig, auch ragen 
die Enden nicht so weit vor wie bei lignivorum (Abb. 20). Die 
Gonocoxite der hinteren Gonopoden sind denen von 1. auch sehr 
ähnlich, aber in der Mediane stärker verwachsen, auch springt 
innen kein stumpfer Höcker vor. Endfortsätze wie bei lignivorum. 

Vorkommen: Im Buchen walde bei Ubli, Herzegowina war 
das Thier in Holz und unter Rinde nicht selten. 

9. Trimerophoron grypischium germanicum n. subsp, 

(5* IIV2) ^11 i^m lg. Körper mit 30 Rumpfsegmenten, bei den 
Erwachsenen am Rücken glatt und glänzend, bei den Jungen fein- 
körnig, rauh und matt. Graugelb mit 3 dunkeln Längsbinden, von 
denen eine ziemlich breite, dunkelbraune über die Rückenmitte 
zieht, zwei hellbraune über die buckeligen Seiten. Diese seitlichen 
sind mehr in Flecken aufgelöst und hinten dunkler als vorne. (Die 
Jungen entbehren der 3 Längsbinden und sind einfach grau, doch 
zeigen die von 28 Segmenten schon eine Andeutung der Mittelbinde). 



Beiträge zur Keuntiiiss paläarktischer Myriopodeu. 



229 



Stirn des $ gewölbt, des d* beulenartig eingedrückt, der Ein- 
druck länglich von oben nach unten. Körper rosenkranzförmig, 
mit kurzen und schwachen Borsten, welche auf manchen der 
vorderen Segmente kaum zu sehen sind. 

Das 1. — 7. Beinpaar des c? wie bei grypischium und alpi- 
vagum, auch das 6. B. besitzt dieselben eigenthümlichen Hüft- 
fortsätze, nur sind die grundwärtigon, inneren Hüftfortsätze, welche 
gleich an der Ventralplatte liegen, dicker als bei grypischium, 
ungefähr so dick Avie bei alpivagum. Während diese Fortsätze dort 
aber grundwärts von einander abstehen, sind sie hier der ganzen 
Länge nach dicht an einander gepresst. Die Hakenfortsätze sind 
denen des alpivagum gleich. 

Vordere Gonopoden wie bei alpi- 
vagum, nur ist der Rand mit den 4 
bis 5 stumpfen Zähnen am P^emorit 
mehr schräg gestellt und die Grannen 
an den in die Femoritmulde hinein- 
reichenden seitlichen Syncoxitfortsätzen 
sind stärker und zahlreicher. Auf- 
fallender weichen die hinteren Gono- 
poden ab (Abb. im Text), indem bei 
ihnen der endwärtige, vorspringende 
Lappen vollständig fehlt, das Ende dieser 
Gonopoden ist einfach abgerundet, aussen 
befindet sich der kleine Rest R eines 
rückgebildeten Gliedes. Die Papillen 
sind auch hier auf die etwas keulige 
Endhälfte der hinteren G. beschränkt, 
ebenso die langen Tastborsten. Die 
Papillen sind aber viel stumpfer als 
bei den anderen Formen. 

Vorkommen: In gemischten Waldungen bei Partenkirchen in 
Oberbaiern erbeutete ich Mitte April unter Laub 1 d' 2 2 und eine 
Anzahl junger Thiere. 

Anmerkung: In der Beschreibung Rothenbühlers von gry- 
pischium „zweiter Beitrag zur Kenntniss der Diplopodenfauna der 
Schweiz" Genf 1900 S. 187 finde ich einige Mittheilungen, die zu 
berichtigen sind. 

Das Vorkommen von Hüftsäcken „nur am 8. Beinpaar" wäre 
ja höchst auffallend; ich habe mich aber überzeugt, das beide 
Beinpaare des 8. Ringes, also das 8. und 9. Paar in typischer Weise 
Hüftsäcke besitzen, wobei ich noch hervorheben will, dass auch an 
diesen beiden Beinpaaren die Tarsalia reichlich mit Papillen be- 
setzt sind. 

Man kann nicht, wie Rothenbühler, das 6. Beinpaar als „Neben- 
gonopoden" bezeichnen, denn Nebengonopoden sind von mir (wie 
aus S. 117 des VIII. Aufsatzes meiner „Beiträge" hervorgeht), die 




230 Dr. Karl W. Verhoeff: 

umgebildeten 7. und 8. Beinpaare genannt worden, während die 
Umbildungen an anderen Beinpaaren einen andern Namen führen 
müssen, etwa accessorische. 

Die „federbuschartigen Gebilde" scheint R. zu den Femoriten 
der vorderen Gonopoden zu rechnen. Ich betone daher nochmals, 
dass sie seitliche Ausläufer der Gonocoxite sind. 

An den hinteren Gonopoden hebt R mit Recht hervor, dass 
die Endhälfte eine auffallend andere Beschaffenheit zeigt wie die 
Grundhälfte. Trotzdem und obwohl ich es auch für wahrscheinlich 
halte, dass die Endhälften von Femora abstammen, muss man doch 
die hinteren Gonopoden schlankweg als Gonocoxite bezeichnen, da 
durchaus keine Absetzung in 2 Glieder vorhanden ist. Am Grunde 
der Gonocoxite fand ich sehr feine Kreuzungsmuskeln. 



Ich rechne Trimerophoron zur Unterfamilie Neoatractosomiiiae 
Verh. welche dann allerdings in 2 Tribus getheilt werden muss. 
Die grannentragenden seitlichen Syncoxitfortsätze erinnern nämlich 
ausserordentlich an die Pseudoflagella von Neoatractosoma, einmal 
ihrer allgemeinen Lage nach, sodann auch in sofern als sie zwar 
nicht in eine Femoritrinne aber doch in eine tiefe grubenartige 
Mulde der Femorite hineinragen. Man kann sich recht wohl vor- 
stellen, dass durch Verengung und Abschliessung dieser Grube und 
Verdünnung des Grannenfortsatzes eine Neoatractosoma ähnliche 
Bildung entstehen konnte. Ich betrachte daher Trimerophoron als 
einen theilweisen Vorläufer von Neoatractosoma, der dieser Gatt, 
in den hinteren Gonopoden sehr nahe steht, im 6. Beinpaare aber 
eine eigenartige Richtung eingeschlagen hat. 

A. Sippe Neoatractosomini mihi: 8. und 9. Beinpaar des d' 
ohne Saugpapillen. Rumpf mit Seitenflügeln. 

6. Beinpaar des <3' mit einfachen Hüften. Sj^ncoxit der vorderen 
Gonopoden mit Pseudoflagella, welche in Rinnen der Femorite ihre 
Führung finden. 

Hierhin: Neoatractosoma Silv. (mit 28 Rumpfsegmenten). 

B. Sippe Trimerophorini mihi: 8. und 9. Beinpaar des c? 
mit Saugpapillen. 6. B. des d^ mit eigenartigen Hüftfortsätzen. 
Rumpf rosenkranzförmig. Syncoxit der vorderen Gonopoden mit 
seitlichen Fortsätzen, die in eine Grube der Femorite reichen. 
Hierhin: Trimerophoron Roth, (mit 30 Rumpfsegmenten). 

10. Brachyiulus podabrus KrohniiVerh. 
tritt in der Herzegowina in 3 auffallenden Varietäten auf, die sich 
leicht folgendermassen unterscheiden lassen: 

1. Die Grundform: Segmentstreifung ziemlich fein, Grund- 
farbe grau bis graugelb, Unterflanken grau bis graugelb, einfarbig 
oder höchstens mit kleinen Wolkenfleckchen. In der Höhe der 
Wehrdrüsen verläuft eine verwaschene, schwärzliche Binde, die 



Beiträge zur Kenutiiiss paläarktischer Myriopoden, 231 

auch in einzelne Flecke aufgelöst sein kann. Rückenmitte mit 
ziemlich breiter, schwarzer Binde, welche an jedem Segmente 
eine fieckenartige Erweiterung zeigt. 

2. var. jablanicensis mihi: Segmentstreifung ziemlich fein. 
Unterflanken grau (oder graugelb) und schwarz geringelt. Rücken 
ebenfalls graugelb und schwarz geringelt, nur ist das Schwarz in 
der Höhe der Foramina und das Graugelb zu Seiten der schwarzen 
Mittellinie etwas stärker. Beim (S kann der Rücken auch ganz 
schwarz sein und das Graugelb beschränkt auf Fleckchen zu Seiten 
der Mittelbinde. (Gonopoden ganz wie bei der Grundform). 

Nordherzegowina. 

3. var. Haas ei mihi: Segmentstreifung etwas dichter imd 
kräftiger als bei den Vorigen. Die dunkle Rückenbinde ist braun 
und schmäler als sonst, auch sind die fleckenartigen Erweiterungen 
schwächer. Die Flanken sind fast einfarbig graugelb. In der Höhe 
der Foramina eine verw^aschene, graubraune Färbung, in der braune 
Fleckchen stehen. Rücken ockergelb und graubraun geringelt. 
(^ etwas dunkler als das 2. 

Gonopoden auch ganz wie bei den Vorigen (Abb. 3), höchstens 
ist zu bemerken, dass an den vorderen Ecken der grossen Lappen 
der Hinterblätter sich eine winkelige Einbuchtung befindet, w. 

Südherzegowina. 

11. Br. (Chromatoiulus) Dahli n. sp. 

9 von 28 — 29 mm mit 50 Rumpfsegmenten. 

(5^ „ 25 mm mit 50 Rumpfsegmenten, 

(5^ „ 30 mm „ 53 „ 

Steht dem Br. austriacus recht nahe und kann vielleicht als 
Unterart desselben behandelt worden. 

d^ und $ annähernd gleich gezeichnet. 

Rücken mit schwarzer, ziemlich breiter Mittelbinde, zu Seiten 
derselben mit gelben bis graugelben Flecken, die seitwärts im Be- 
reich der Hinterringe spitz auslaufen. Die Flanken sind oberhalb 
der Foramina dunkelbraun, unterhalb derselben dunkelbraun und 
grau bis graugelb geringelt. 

Skulptur und Gestalt wie bei projectus, austriacus u a. Vorder- 
ringe fein punktirt. 

2. Beinpaar des c? mit kräftigen Tarsalpolstern. 

Vorderblätter länglich, denen des austriacus recht ähnlich, aber 
am Ende schräg abgestutzt. Die Hinterblätter (Abb. 7) stimmen 
mit denen des austriacus (Abb. 6) in mehreren wichtigen Punkten 
überein, so dem länglichen Fortsatz, in dem die Rinne mündet, und 
in dem sehr kurzen, versteckten Aussenarm A. Auffallende Unter- 
schiede liegen aber darin, dass das mittlere Polster bei Dahli viel 
schmäler ist, einen schlankeren und am Ende nicht gezähnelten 
Innenlappen L und ausserdem noch einen kürzeren Aussenlappen 
besitzt K. Derselbe erhebt sich bei austriacus kaum, hier aber be- 



232 Dr. Karl W. Verboeff: 

trächtlich über den Aussenarm. Am Kinnenblatt findet sich ferner 
ein Besatz mit zierlichen Spitzchen, die ich bei austriacus nicht be- 
merkt habe. 

Vorkommen: Diese nach dem Kollegen Prof. Dahl (Berlin) 
benannte Art erbeutete ich unter Laub in der Herzegowina, bei 
Mostar die kleinere, im Orien-Gebirge die grössere Form. 

12. Julus (Microiulus) imbecillus Latzel 

steht J. Moebiusi Verh. äusserst nahe, in den Gonopoden finden sich 
nur geringe Unterschiede, der innere Höcker auf der Hinterseite 
der Vorderblätter ist bei imbecillus (Abb. 22) entschieden schwächer 
als bei Moebiusi (Abb. 21). Die Skulptur der Hinterringe ist bei 
imbecillus so schwach, dass man sie als fast erloschen bezeichnen 
kann, bei Moebiusi dagegen sind die Hinterringe deutlich längs- 
gestreift. Ich halte es für richtiger, die letztere Form als 

13. J. (Microiulus) imbecillus Moebiusi Verh. zu be- 
zeichnen. 

J. imbecillus Latz, fand ich in wenigen Stücken bei Abaliget. 

Xestoiulus Verh. = Microiulus Verh.: Ich halte es für an- 
gebracht, die letztere Bezeichnung beizubehalten, da sie sachgemässer 
ist und da die Diagnose von Microiulus vollständig, die andere 
unvollständig ist. 

Die nahe Verwandtschaft von imbecillus und Moebiusi lässt 
auch die Sectionen Folionudi und Foliolobati Verh. als in der jetzigen 
Fassung unhaltbar erscheinen. 

14. Julus (Microiulus) Matulicii n. sp. 
9 von 22 mm mit 58 Rumpfsegmenten, 

c? „ 18 mm „ 55 „ 

Unterflanken grau, Rücken grau und braun geringelt, im 
Braunen stehen unregelmässige graue Fleckchen. 

Borstentragende Scheitelgruben und Ocellenhaufen deutHch. 

Vorderringe glatt, Hinterringe kräftig und massig dicht ge- 
furcht. Beborstung deutlich. Analsegment mit kräftigem, dachigem, 
spitzem Fortsatz. 1. Beinpaar des c? typisch, aber der Unkus klein 
und stark nach hinten gekrümmt. 2. Beinpaar ohne Hüftfortsätze, 
mit kräftig gestrichelten Polstern. 7. Beinpaar ohne Hüftfortsätze. 
Vorderblätter (Abb. 2) länglich, in der Endhälfte auf der Hinter- 
fiäche mit einer Anzahl zähnchenartiger Warzen besetzt. Solche 
sind aber besonders an der schlanken Endhälfte der Mittelblätter M 
entwickelt und bilden an deren Innenrand eine zierliche Säge. Die 
Grundhälfte der Mittelblätter ist plötzlich verbreitert und diese Ver- 
breiterung greift innen hinter einen vorspringenden Lappen der Vorder- 
blätter. Am Grunde dieses Lappens (k) liegt auch das Gelenk der Fla- 
gella. Den Hinterblättern fehlen Hüftstücke und Schutzblätter voll- 
ständig. Die Endhälften sind deutlich und regelmässig gebogen, am 
Endrande haben sie erst ein Läppchen mit sehr kleinen Spitzchen, 



Beiträge zur Keuntiiiss paläarktischer Myriopoden. 233 

dann eine tiefe (mit Spermakörnern angefüllte) Grube, dann einen 
kurzen Zapfen und schliesslich einen dreieckigen, ziemlich spitzen 
und leicht gebogenen Zahn. Vor dem Läppchen befindet sich noch 
ein velumartiger Lappen mit einigen stumpfen Zähnen. 

Vorkommen: 4 d* 4 2 nnd 3j. erbeutete ich in einem Buchen- 
walde bei Ubli unter Laub, unweit der montenegrinischen Landes- 
grenze im Ürien-Gebirge. Ich widme sie meinem lieben Arbeits- 
und Reisegenossen Prof L. v. Matulic. 

15. Typhloiulus (Typhloiulus) dolinensis n. sp. 
2 von 20 mm Lg. mit 57 Rumpfsegmenten, 

c? „ 17\/omm Lg. mit 56 ,, 

Körper grauweiss, glänzend. Borstentragende Stirngrübchen 
vorhanden. Backen des o einfach. Vorderringe glatt, Hinterringe 
recht fein und massig dicht gestreift, aber auch am Rücken noch 
ganz deutlich. Foramina in der Naht gelegen, nicht leicht erkenn- 
bar, zumal die Naht fein ist. Beborstung deutlich, aber die ein- 
zelnen Borsten sehr zart. Analsegment mit kräftigem, ziemlich 
spitzem, geradem Fortsatz, auch die Bauchplatte mit kleiner Spitze. 

1. Beinpaar des c? mit ziemlich gestrecktem, abgerundetem 
Unkus, 2. B. mit einfachen Hüften und ohne Tarsalpolster. Vorder- 
und Mittelblätter (Abb. 12) gedrungen, die ersteren innen mit 
kräftigem Lappen nach hinten vorragend. 

Hinterblätter denen des coeruleoalbus ziemlich ähnlich, aber 
nicht so einfach, übrigens mit Andeutung eines Hüftstückes. Hinten 
findet sich ein abgerundeter Lappen «, der etwas an das Schutz- 
blatt von Leptoiulus erinnert und einen schmalen Haken besitzt. 
Die Rinne endigt in einem zartrandigen Läppchen /3, davor befindet 
sich ein kurzer, haariger Fortsatz / und ein schräg abgestutztes 
Blatt d, welches am Rande feine Spitzchen trägt. 

Vorkommen: Diese Art scheint selten zu sein, ich habe sie 
in der Schuma der Südherzegowina nur in einer Höhlendoline ge- 
funden, wo ich wenige Stücke aus dem tiefen Humus hervoi'holte, 
in welchen sie sich eingraben. 

16. Von Julus eurypus Attems erbeutete ich ein mit den steier- 
märkischen Thieren ganz übereinstimmendes c? in einer Schlucht 
bei Partenkirchen in Oberbaiern. Eine erneute Prüfung dieser 
merkwürdigen Art veranlasst mich, die Untergattung Pachypodoiulus 
durch einige Bemerkungen im Verhältniss zu Micropodoiulus zu er- 
gänzen: 

A. Untergattung Pachypodoiulus Verh.: 

1. Beinpaar des d^ nur aus einem Hüftgliede bestehend. Fla- 
gella am Ende fein auslaufend. Hinterblätter mit breitem, abgerun- 
detem Aussentbeil. 2. Beinpaar stark verdickt, die Femora am 
Grunde dünn, stielartig. 7. Beinpaar des d mit verdicktem, drüsen- 
haltigen Tibiale. (eurypus Att.). 



234 Dr. Karl W. Veihoeff: 

B. Untergattung Micropodoiulus Verh.: 

1. Beinpaar des c? auf der Hüfte mit deutlich abgesetztem 
Schenkel. Flagella am Ende mit Bezahnung oder Anker, Hinter- 
blätter mit schmalem, schlankem Aussentheil. 2. Beinpaar nicht 
verdickt, die Femora am Grunde nicht sticlartig dünn. 7. Beinpaar 
des (S mit einfachem Tibiale. 

Anmerkung: Micropodoiulus ist in allen angeführten Merk- 
malen, mit Ausnahme der Flagella, der Vorläufer von Pachypodo- 
iuhis. — Zu dem 1. Beinpaar des c? von eurypus sei noch be- 
merkt, dass die starken Borsten auf den Hüften mit äusserst feinen 
Knötchen besetzt sind, einige schlankere und weiter vorragende 
Haare ausgenommen. Innen auf der Hüfte sitzt auch noch ein 
kräftiger Zahn, der leicht zu übersehen ist, weil ihn die Borsten 
grösstentheils verdecken. 

An den Hinterblättern liegen wieder die Mündungen der Coxal- 
drüsen auf halber Höhe und ich sah aus ihnen beiderseits das 
Sekret als einen langen Cocon faden hervorragen, wie ich es in 
ähnlicher Weise auch mehrfach bei den Hüftdrüsen des 2. Bein- 
paaren von Leptoiulus nachweisen konnte. Das Sekret beider 
Drüsen ist also ein sehr zähes. 

17. Cylindroiulus partenkirchianus n. sp. 

9 von 32 mm Lg. mit 46 Rumpfsegmenten, 

d; „ 24 mm Lg. „ 43 

Körper glänzend, am Rücken schwärzlich und braun geringelt, 
das Schwärzliche befindet sich an den Vorderringen und enthält 
noch kleine braune Fleckchen. Flanken hellbraun bis gelblich- 
braun, an den Vorderringen schmale, braune Ausläufer der Rücken- 
farbe, Wolkenfleckchen enthaltend. 

Vorder- und Hinterende des Körpers orangegelb, nämlich der 
grösste Theil des Kopfes, das Kollum und der 2. Rückenring vorn, 
das vorletzte und das Analsegment hinten. 

Borstentragende Scheitelgruben fehlen. Backen des J deutlich 
vorragend. Kollum mit wenigen Seitenstrichen. 

Vordersegmente fein aber deutlich punktirt, Hintersegmente 
massig dicht und deutlich gestreift. Foramina in der Naht gelegen, 
aber in der vorderen Körperhälfte ausgesprochen vor derselben, 
also von vorne sie berührend. 

Analsegment mit deutlich vorragendem, aber nicht spitzem 
Fortsatz, dessen Querschnitt ungefähr rund ist. 

1. Beinpaar des c? mit gewöhnlichem Unkus, das 2. mit kräfti- 
gen Polstern, welche dicht aber sehr fein gestrichelt sind. Vorder- 
und Mittelblätter (Abb. 24 u. 25) sind wieder in der charakteristischen 
Weise aneinander gefügt, indem in eine Grube der letzteren ein 
Höcker h der ersteren greift. Die Vorderblätter, welche keine 
Fenstergrube besitzen, sind am Ende abgerundet-abgestutzt. Die 
ein wenig keulenförmigen Mittelblätter zeigen die Grube g stai-k 
grundwärts gerückt. 



Beiträge zi;r Kenutniss paläarktischer Myiiopoden. 235 

Die Hinterblätter (Abb. 23) besitzen ein vollkommen abgerun- 
detes Hüftstück CO. Der Haupttheil ist hinten zngerundet, am Ende 
abgestutzt und fällt vorne plötzlich ab, wodurch ein dreieckiger 
Lappen entsteht, unter welchem der Rand sehr glasig dünn ist. 
Vor dieser Stelle mündet die Rinne r, in welche grundwärts das 
Flagellum wieder durch einen dreieckigen Spalt d eingeführt 
werden kann. Der vor der Rinne gelegene Theil der Hinterblätter 
entsendet nach vorne einen grossen und langen, armartigen Ast SA, 
welcher in der Mitte etwas angeschwollen ist und reichlich mit 
kleinen Stacheln besetzt. Das schmälere Ende ist stachellos, 
schliessHch abgerundet und etwas umgebogen. Grundwärts bemerkt 
man an der oberen Seite des Armes noch einen abstehenden, glasi- 
gen Zahn z. 

Vorkommen: Nicht weit von Partenkirchen in Oberbaiern er- 
beutete ich unter Fagus-Laub von dieser hübschen Art nur ein 
Pärchen. 

Anmerkung: Im Habitus sehen C. Verhoeffi und allo- 
brogicus dem partenkirchianus, namentlich durch die Rötung 
von Vorder- und Hinterende, sehr ähnlich, in der äusseren Ge- 
staltung nimmt p. eine Mittelstellung ein, die Gonopoden aber sind 
recht eigenartig gebildet, sodass eine besondere Annäherung an 
irgend eine bekannte Form nicht vorliegt. 

18. Cylindroiulus abaligetanus n. sp. 

9 und (5^ 10 mm Lg., 9 mit 40, d^ mit 38 Rumpfsegmenten. 

Stimmt in allen Theilen der Gonopoden vollständig mit Hor- 
vathi überein, auch im 1. und 2. Beinpaar des c?, nur besitzt das 
letztere fein gestrichelte, schmale Tarsalpolster. Trotzdem ist die 
Art sehr leicht erkennbar, ein bei Proterandria immerhin seltener 
Fall. Die Unterschiede von Horvathi bestehen in Folgendem: 

1. ist der Analsegmentfortsatz sehr eigenthümlich gebildet, 
indem er einen kugeligen, am Grunde stielartig verschmä- 
lerten Knopf darstellt, welcher deutlich vorragt und völlig ab- 
gerundet ist. 

2. besitzen die Hinterringe eine an und für sich nur massig 
dichte, im Verhältniss zu Horvathi aber entschieden dichtere 
Längsfurchung. 

3. ist der graue Körper, ausser kleinen, dunklen Fleckchen 
in der Nähe der Wehrdrüsen, am Rücken mit einer dunkelbraunen 
Mittellängslinie geziert. — Scheitel fein nadelrissig. 

Vorkommen: 4c? 5$ erbeutete ich unter Laub an einem 
Waldrande im Mecsekgebirge, nicht weit von Abaliget. 



Diplopoden aus Südbaiern: 

In der zweiten Hälfte des April dieses Jahres besuchte ich auf 
einige Tage die Gegend von Partenkirchen in Oberbaiern und habe 
bei dieser Gelegenheit versucht, die noch so sehr unbekannte 



236 I>i'- Karl W. Verhoeff: 

Diplopoden-Fauna dieser schönen Theile unseres Vaterlandes auf- 
zuklären, um damit einen weiteren Beitrag zu einer allgemeinen 
Fauna Deutschlands zu gewinnen. Obwohl ich sehr unter schwanken- 
der Witterung zu leiden hatte, indem freundlicher Sonnenschein 
und stundenlanger Schneefall bunt mit einander wechselten und ein 
nicht enden wollendes Schneegetriebe, das alles Sammeln unmöglich 
machte, mich schliesslich ganz von dannen jagte, war die Ausbeute 
dennoch eine weit über Erwarten werthvolle. Freilich habe ich 
die günstigen Witterungspausen, mit Sonnenschein und Schnee- 
schmelze, mehrfach fleissig ausgenutzt und die bewaldeten Schluchten 
sowie auch freiere Mattengebüsche abgepürscht. An einen Besuch 
höherer Gebirgslagen war natürlich nicht zu denken. Mehrfach 
schneite es die ganze Nacht. Die Morgensonne zeigte dann selbst 
die Thalwiesen dicht beschneit. Der Schnee war aber in 2 
bis 3 Stunden auch in einigen l'heilen der unteren Waldgebiete 
wieder verschwunden nnd ich konnte zwischen dem vom lastenden 
Schnee zusammengedrückten und noch nassen Ahorn- und Buchen- 
laube manchen guten Fund verzeichnen, Dass das eigentliche 
bairische Hochgebirge uns noch manche üeberraschungen bieten 
wird, ist zweifellos zu erwarten. 

Ausser der für Deutschland neuen Gattung Trimerophoron 
Rothenbühler, die überhaupt noch nicht lange bekannt ist, sind für 
Deutschland ferner neu: 

Julus eurypus Attems, Atractosoma sp., Orthochor- 
deuma pallidum Roth, und Cylindroiulus partenkirchianus 
mihi. 

I. Glomeridae: 

1. Glomerus conspersa connexa C. K. 

In der Partnachklamm fand ich nur 1 9, mit ungeflecktem 
Kollum und 2 durchlaufenden Brustschildfurchen. 

II. Polydesmidae: 

2. Polydesmus complanatus Latz. 
Partnachklamm 1 9 unter Laub. 

3. P. denticulatus C. K. 
Partnachklamm 1 j. c? mit 10 S. u. L. 

III. Chordeumidae: 

4. Chordeuma silvestre C. K. 

Garmiscli, in Gebüschen u. L. 1 9, dunkelbraun. 

5. Orthochordeuma pallidum Roth. 

Partnachklamm u. L. 1 cJ 4 9, Garmisch u. L. von Corylus 
1 d^ 1 9. Stimmt in den Gonopoden mit den Thieren aus der 
Schweiz überein. 



Beiträge zur Keniitiiiss pnläaiktischer Myriopoden. 237 

IV. Craspedosomidae: 

6. Craspedosoma Rawlinsii simile Verli. 
Partnachklamm 1 9 u. L., 1 c? u. L. an der Strasse nach 

Mittenwald. 

7. Atractosoma sp. 

Unter einem Felsstück fand ich in der Partnachklamm das 
Hinterteil einer abgestorbenen ju'ächtigen, "i^A, mm breiten A. Art 
mit grossen Seitenflügeln. Dies könnte leicht ein neues Thier sein. 

8. Ceratosoma Karoli Roth. 

Partnachklamm u. L. 1 (5* 3 2, d^ mit 30 Rumpfsegmenten, 
10 mm. Cheiroiden 4-zähnig. An den hinteren Gonopoden liegen 
die Femur-Rudimente versteckt, entsprechend Rothenbühlers Abb. 2 
in seinem 2. Beitrag zur Diplopoden-Fauna der Schweiz. 

9. Trimerophoron grypischium germanicum Verh. n. 
subsp. 

Während die Erwachsenen ein glattes und glänzendes Aus- 
sehen haben, sind die Jimgen matt und feinkörnig rauh, was ich 
auch schon von andern Craspedosomiden-Gattungen nachgewiesen 
habe. — 

Partnachklamm u. L. 1 c5^ 2 $ 7 j.. Garmisch u. L. von Corylus 
5 j. Junge mit 28 Rumpfsegmenten 8 mm lg. Das 2. S. mit kleinem 
Seitenwulst, die andern ohne. Junge mit 26 S. 5V-, mm lg. Reifes 
(S" und 9 11— IIV2 mm. 

V. Julidae. 
Isobates varicornis C. K. 

Lebt unter Platanenrinde u. a. Partenkirchen, Landstrasse 1 9. 
Partnachklamm 4 d^ 4 j. 2 9. Gonopoden typisch, 
d* 8V2 mm mit 36 Rumpfsegmenten, 
j- c? 6V3 „ „ 33 
j. d^ 52/3 „ „ 31 

11. Leptophyllum nanum Latz. 

Bei Garmisch u. L. und in der Partnachklamm n. s. 
1 d^ 1 9 u. L. an der Strasse nach Mittenwald. 

12. Schizophyllum sabulosum var. bifasciatum Fauz. 
Nur 1 j. 9 in der Partnachklamm. 

13. Brachyiulus projectus Verh. 

In Farbe und Gonopoden mit den typischen Stücken Oesterreich- 
Ungarns übereinstimmend, also: 



238 Dl'- Karl W.Verhoeff: 

(^ von 34 V2 mni mit 51 Riimpfsegmenten kohlschwarz, 9 mit 
schwarzer Rückenbinde, zu Seiten derselben schmal grau bis grau- 
gelb. Unterflanken grau oder grau und braun gestreift. Part 
nachklamm u. L. an sonniger Stelle 1 (5* 2 j d^ 5 9, 1 9 u. L. am 
Wege nach Mittenwald. 

14. Cylindroiulus Meinerti Verh. 

Partnachklamm 1 j. 9, im Walde bei Garmisch u. L. von Fagus 
19 1 j. d', an der Strasse nach Mittenwald u. L. von Fagus 5 9 
1 j. c?. 

15. C. partenkirchianus Verh. 

(=fulviceps Attems, 1900 Archiv f. Naturgeschichte. 

non = fulviceps Latzel!). 

Unter Fagus-Laub fand ich nur 1 d^ 1 9. 

16. C. nitidus Verh. 

Garmisch u. L. von Fagus 2 c? 19 1 j. von gewöhnlicher 
Färbung. 1 9 ist ganz grauweiss mit dunkeln Drüsenfleckchen. 
Partnachklamm 1 S (15^2 ^^^ 48 S.). 

17. Julus (Pachypodoiulus) eurypus Att. 
Nur 1 d^ u. L. in der Partnachklamm. 

18. Julus (Leptoiulus) alpivagus Verh. 

In der Partnachklamm u. St. u. L. nicht selten. 

2 (^ von I8V2 D3Da mit 49 S. 85 Beinpaaren. 
9 „ 231/2 „ „ 51 S. 
bei Garmisch u. L 1 9. 

Die Vorderblätter völlig ohne Innenlappen. 

Diese Art ist also keine hochalpine, aber ihr Vorkommen auf 
der Rauhen- Alp bleibt dennoch ein merkwürdiges, um so mehr, da 
die dortigen Stücke etwas abweichen, diese bairischen aber mit den 
hochalpinen übereinstimmen. 

19. J. (Leptoiulus) sp. 

1 d* 1 j- 9 schwarz, gedrungen, massig stark gestreift. Part- 
nachklamm, 

20. J. (Leptoiulus) sp. (fallax?). 

1 9 bei Garmisch unter Fagus-Laub. Braun, sehr tief gefurcht. 
1 9 Partnachklamm. 

[In der Partnachklamm fand ich auch Scolopendrella Imma- 
culata Newp.J. 



Beiträge zur Kenntiiiss paläarktischer Myriopoden. 239 

Erwähnt sei schliesslich noch der drei folgenden Juliden, 
welche ich unter Laub in einem Eichen walde bei Landeshut a./J. 
erbeutete, nämlich: Julus fallax Mein, nicht selten, 

„ alemannicus simplex Verh. 1 c?, 
Oncoiulus foetidus C. K. 1 c? 1 $. 



Erklärung der Abbildungen. 



Allgemein gültige Abkiiizniigen sind: 
A = Ausseuarni. Vo = Vorderblatt, 

I = Innenarm. M = Mittelblatt. 

r = Spermariune. fo = Fovea, 

fe = Schenkel. bl = Spermahöhle, 

psf = Pseudoflagellum. Sco = Syncoxit. 

CO = Coxa. coa = Coxalorgan. 

ti = Tibia. h = Höcker. 

Abb. 1. Polymicrodon narentanum Verh. ein Cheiroid. 
Abb, 2. Julus Matulicii Verh. Vorder- und Mittelblatt von innen gesehen. 

g = Grube. 
Abb. 3 und 4. Brachyiulus podabrus Krohnii Verh. var. Haasei Verh. 
3. Endzipfel am Hinteiblatt. 4. Der Winkel zwischen dem Mittel- 
blattabschnitt und dem übrigen Hintei-blatt. 
Abb. 5. Brachydesmus doboiensis Verh. ein Gonopod, s =: Spermagang_ 
Abb. 6. Brachyiulus austriacus Latz. u. Vei'h. (Fiumara) Endhälfte eines 

Hinterblattes. 
Abb. 7. Brachyiulus Dahli Verh. ebenso. 

Abb. 8. Brachydesmus glabrimarginalis Verh. Gonopod, p = Polster. 
Abb. 9 und 10. Lysiopetalum mostarense Verh. 

9. ein Tolopodit, sa = Kanalast, G = grosser Seitenarm. 10. Der 
Lappen y noch stärker vergrössert. 
Abb. 11 und 12. Typhloiulus dolinensis Verh. 

11. Endhälfte eines Hinterblattes, 12. Seitenansicht von Vorder- 
und Mittelblatt. 



240 Dr. Karl W. Verhoeff: Beiträge zur Keiintniss etc. 

Abb. 13 und 14. Neoatractoaoma herzegowineiise Verh. 
13. ein vorderer, 14. ein hinterer Gonopod. 

Abb. 15 und 16 Microdesmus albus Verh. 

15. ein Gcnopod, m = Muskeln des Hüfthörncheiis, L = Schutz- 
lappen. 16. eine Tibia der vorderen Laufbeine des (^. 

Abb. 17— 19. Polymicrodon lignivorum herzegowinense Verh. 
17. und 18. Cheiroide, von verschiedenen Seiten gesehen. 
19. Theile des Syncoxit, R = Höcker mit Mittelrinne, S = Seiteuhöcker. 

Abb. 20. Pol. lignivorum Verh. wie Abb. 19. 

Abb. 21. Julus Moebiusi Verh. Vorderblatt von hinten gesehen. 

Abb. 22. Julus imbecillus Latz, ebenso. 

Abb. 23— 25. Cylindroiulus partenkirchianus Verh. 

23. ein Hinterblatt, 24. Vorder, 25. Mittelblatt, g = Grube. 



Beiträge 



Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 

XX Aufsatz: Diplopoden des östliclien Mittelmeergebietes. 



Von 
Dr. Karl "W. Verhoeff, Berlin. 



Hierzu Tafel XII— XIV. 



Inhalt. 

1. Vorbemerkungen, 

2. Besondere Faunistik. 

3. Vergleichende Faunistik. 

4. Verzeicbniss der neuen Formen. 

5. Neue Gruppen und Arten. 



1. Vorbemerkungen. 

Mit diesem Aufsatze will ich. die fortlaufende Reihe meiner 
„Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden", welche sich 
durch sechs Jahre hinziehen, abschliessen, nicht weil mich diese 
so formenreiche und in vieler Hinsicht äusserst interessante Thier- 
gi'uppe nicht mehr fesseln könnte, sondern neben anderen Gründen 
der Wunsch, den Namen „Myriopoda" in der Ueberschrift zu ver- 
meiden. Ich kann denselben nur noch als einen historischen und 
einen Kollektivbegriff betrachten, nicht aber als einen solchen, der 
eine phylogenetische Einheit ausdrückt. Ueber das Verhältniss der 
Chilopoda zu den Pi'ogoneata spreche ich mich an anderer Stelle 
aus, hier will ich nur kurz erwähnen, dass die Chilopoda ein Theil 
der Opisthogoneata sind und den Hexapoda näher stehen als den 
Progoneata. 

Arch. f. NaCuigesch. Jahrg. 19ul. Bd. I. H. 3. 16 



242 1^1-. Karl W. Verhneff: 

Da die einzelnen Aufsätze meiner „Beiträge" an verschiedenen 
Orten erschienen sind, dürfte es zweckmässig sein, hier im Schluss- 
aufsatz eine Ueborsicht derselben zu geben: 

I. Ueber einige neue Myriopoden der österreichisch-ungarischen 
Monarchie. Verh. d. zool. bot. Ges. Wien 1895, 16 S. 10 Abb. 

II. Ueber mitteleuropäische Geophiliden. Archiv f. Naturgesch. 
1895, US. 4 Abb. 

III. Zusammenfassende Darstellung der Aufenthaltsorte mittel- 
europäischer Diplopoden. Daselbst, 1896, 1- S. 

IV. Ueber Diplopoden Tirols, der Ostalpen und anderer Ge- 
genden Europas, nebst vergleichend -morphologischen und biolo- 
gischen Mittheilungen. Daselbst, 1896, 55 S. 5 Tafeln. 

V. Uebersicht der mir genauer bekannten, europäischen Chor- 
deumiden-Gattungen. Daselbst, 1897, 10 S. 

VT. Ueber paläarktische Geophiliden. Daselbst, 1898, 27 S. ITaf. 

VII. Ueber neue und wenig bekannte Polydesmiden aus Sieben- 
bürgen, Rumänien und dem Banat. Daselbst, 10 S. 1 Taf. 

VIII. Zur vergleichenden Morphologie, Phylogeuie, Gruppen- 
und Artsystematik der Chordeumiden. Daselbst, 1899, 59 S. 5 Taf. 

IX. Zur Systematik, Phylogenie und vergleichenden Morphologie 
der Juliden und über einige andere Diplopoden. Daselbst, 1899, 
47 S. 5 Tafeln. 

X. Zur vergleichenden Morphologie, Phylogenie, Gruppen- und 
Artsystematik der Lysiopetaliden. Zoologische Jahrbücher, 1900, 
34 S. 3 Taf. 

XI. Neue und wenig bekannte Lithobüden. Verh. zool. b. Ges. 
V^ien 1899, 9 S. 7 Abb. 

XII. Ueber Diplopoden aus Griechenland. Zoolog. Jahrbücher 

1900, 33 S. 1 Taf. 

XIII. Zur vergleichenden Morphologie, Phylogenie, Gruppen- 
und Artsystematik der Ascospermophora. Archiv f. Naturgesch. 1900, 
56 S. 4 Tafeln. 

XIV. Ueber Glomeriden. Daselbst, 1900, 10 S. 

XV. Lithobüden aus Bosnien, Herzegowina und Dalmatien. 
Berliner entomolog. Zeitsclir. 1900, 27 S. 

XVI. Zur vergleichenden Morphologie, Systematik und Geo- 
graphie der Chilopoden. Nova Acta d. deutschen Akad. d. Natur- 
forscher. Halle 1901, 105 S. 3 Tafeln. 

XVII. Diplopoden aus dem Mittelmeergebiet. Archiv f. Naturg. 

1901, 24 S. 2 Taf. 

XVIII. Ueber Diplopoden aus Süddeutschland und Tirol. Jahres- 
hefte d. Ver. f. vaterländische Naturkunde in Württ. Stuttgart 1901, 
31 S. 3 Taf. 

XIX. Diplopoden aus Herzegowina, Ungarn und Baiern. Archiv 
f. Naturgesch. 1901, 18 S. 2 Tafeln. 

XX Dieser Schlussaufsatz. 



Beiträge znr Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 243 

Die Natur ist so reich, dass auch die kleinste Thiergruppe, ja 
jede eiuzebie Art im Stande ist, einem Menschen für sein ganzes 
Leben lang reichliche Anregung zu geben, falls es immer recht an- 
gegriffen wird. Wenn ich daher jetzt, wo etwa 12 Jahre verflossen 
sind, seit ich begann, den Tausend- und Hundertfüsslern meine Auf- 
merksamkeit zuzuwenden, bald ausschliesslich, bald theilweise, wenn 
ich jetzt, im Rückblick auf die verflossene Zeit, meine vollste Zu- 
friedenheit ausspreche, so geschieht es u. A. auch deshalb, um eine 
Arbeitsfreude zu bekennen, die ich dem Reichtbum und der Gross- 
artigkeit auch dieser kleinen, verachteten Wesen verdanke. Es ist 
nothwendig, dass wir Naturforscher es immer wieder betonen, dass 
die Natur überall unermesslich reich und unergründlich tief ist, und 
dass sie deshalb auch jedem denkenden und nicht gemüthlosen 
Menschen eine unversiegbare Quelle der Freude wird. Dies hervor- 
zuheben ist um so wichtiger, weil man beobachtet, dass von den 
riesigen Fortschritten in vielen Zweigen der Naturwissenschaften 
nur ein verhältlich sehr geringer Theil zur Kenntniss der nicht 
fachmännischen Kreise gelangt und dass der Nachwuchs, insbesondere 
an jungen Thierfors ehern, nicht so gross ist, wie er bei der Be- 
völkerungszunahme im Allgemeinen sein könnte. Aber ist das ein 
Wunder? Unsere Städte wachsen in unheimlichem Maasse. Mit 
dem Wachsthum dieser wird fortgesetzt an der urwüchsigen Natur 
abgebröckelt, der einzelne Durchschnitts- Mensch hat in Folge dessen 
immer weniger Gelegenheit, in der freien Natur zu leben, er wird 
nervöser, blasirter und für die Dinge der Natur weniger empfäng- 
lich. Doch es ist hier nicht der Platz, eine Violine anzuschlagen 
von der theilweise unrichtigen und traurigen Lebens- und Ent- 
wickelungsgeschichte unseres Volkes, es könnte sonst durch das 
Anfangen des Spieles ein ganzes Koncert entstehen. Nur das möchte 
ich noch betonen: jeder normal beschaffene Mensch wird 
durch die liebevolle Beschäftigung mit irgend einem Ge- 
biete des Pflanzen- oder Thierreiches an Verstand, Gemüth 
und Charakter nur gewinnen können, ist das nicht der Fall, 
so liegt es an dem betreffenden Menschen selbst. Gewinnt aber 
der Mensch durch die Beschäftigung mit der Natur, so kann man auch 
wünschen, dass mehr Menschen solcherlei Freude zu Theil werde. 
Um das zu ermöglichen, müssen die Menschen erst empfänglich ge- 
macht werden für die Dinge der Natur. Das kann aber neben 
erzieherischen Einflüssen nur die Natur selbst durch ihre unmittel- 
bare Einwirkung, wobei ich die sehr verschiedene Veranlagung der 
Menschen durchaus nicht vergessen habe. Wenn ich der Natur 
selbst aber den Löwenantheil in der Gewinnung junger Naturfreunde 
zusprechen muss, so liegt es auf der Hand, dass unsere jetzigen 
Zustände in Mitteleuropa für die Förderung eines urwüchsigen 
Naturverständnisses keine sondeiiich günstigen sind. Aber es kann 
da noch viel geschehen, ohne dass man unsere ganze Kultur- 
entwickelung umzudrehen brauchte. Setzen wir in unsere 
grossen Städte mehr Natur hinein, so werden wir auch die 

16* 



244 Dr. Karl W. Verhoeff: 

Menschen in vielfältiger Hinsicht bessern. Der Mensch wird noth- 
w endig durch seine Umgebung beeinfliisst, in einem Meer von 
Stein und Eisen wird auch der Mensch in gewissem Sinne ein Stein. 
Jeder grüne Baum aber und jeder Garten, den wii" erhalten oder neu 
anlegen, wird unschätzbar sein. Erhalten wir also unsern grossen 
Städten die Natur, die sie gegenwärtig meist immer mehr verlieren, dann 
werden wir dei' ganzen Bevölkerung nützen, dann werden wir mehr 
Boden schaffen für die Entwickelung von Jüngern unserer Wissen- 
schaft und dann werden wir unter ihnen auch wieder mehr finden, 
die nicht lediglich Arbeitsmaschinen sind, um Ruhm und Ehre zu 
erlangen, sondern die mit Lust und Liebe bei der Sache sind. 

Es sind aber nicht nur Missstände unserer Kulturentwickelung, 
welche der Ausbreitung des Interesses für die Dinge der Natur 
hinderlich sind, es ist auch in der Wissenschaft selbst Manches, 
was anders werden muss. Ein sehr bekannter Botaniker klagte 
mal, dass die jungen Botaniker früher mehr Lust und Liebe für 
ihre Pflanzen gehabt hätten. Ich zweifle daran in keiner Weise 
und meine, dass das gerade für die Fachleute und für vStudenten 
mehr gilt als für die Liebhaber und Dilettanten. In der Zoologie 
liegt es ähnlich. Die Gründe sind glücklicherweise leicht aufzu- 
decken. Einmal lässt man, wie mir scheint, den Einzelnen zu wenig 
in seiner Eigenart und Neigung sich frei auswachsen, sodann ist die 
Arbeitsweise in den für den Nachwuchs doch so wichtigen zoolo- 
gischen Universitätsinstituten zu sehr in bestimmte Geleise gebracht. 
Wenn der Dilettant das Mikroskop häufig zu wenig benutzt, so wird 
es in den Instituten zu viel gebraucht. Dem Leben und der Ein- 
theilung der Thiere schenkt man gar zu w^enig Aufmerksamkeit. 
Wenn ein Anfänger an einer Pflanze oder einem Thiere aber Freude 
haben soll, so muss er sie doch zunächst einmal als Ganzes 
gründHch kennen lernen und als ein Bild in sich aufnehmen. 
Dass durch die systematische Zoologie der Seele zahlreiche Bilder 
eingeprägt werden, die, wenn sie haften, immer wieder zu Ver- 
gleichen anregen, das sollte man nicht vergessen. Alles Morpho- 
logische was Vielgestaltigkeit aufzuweisen vermag, ist für den Geist 
geniessbarer und erfreulicher als das gestaltlich Eintönige. Die 
vielfältige Ausbildung z. B. der Krebsbeine hat daher mehr An- 
regendes als etwa die Gewebehistiologie. Nur „mathematisch" ver- 
anlagte Menschen werden sich durch eine Vertiefung in diese und 
ähnliche Gebiete befriedigt fühlen können. Man lasse also den 
Studenten mehr ganze Thiere und ganze Organe sehen und er- 
sticke ihn nicht in seinem Gemüth durch Summen von Zellen. 
Gewiss ist das Thier eine Summe von Zellen ebenso wie jedes 
Organ, aber das Thier ist vor Allem ein Ganzes. „Immer strebet 
zum Ganzen" und der menschliche Geist ist für die Thiere als 
Ganzes weit empfänglicher als für die Theile, weil er das Ganze, 
leben sieht, die Theile für sich aber meist nicht leben können. 
Ich bin also der Meinung, dass bei den Pflanzen- u. Thierforschern 
und bei den Studenten mehr Lust und Liebe erzielt werden kann 



Beiträge zur Keuiitiiiss paläarktischer Myiiopoden. 245 

durch reichlichere Betonung des Lebens und des Gestalt- 
lichen. Was hilft uns alle Wissenschaft, wenn sie nicht im Stande 
ist uns Freude und Befriedigung zu schaffen und so das Leben zu 
verschönern und zu heben. 



2. Besondere Faunistik. 

Der faunistisch reichste Theil Europas ist offenbar die Balkan - 
halbinsel, aus vielfachen Gründen, die zu erörtern mir aber hier 
nicht der Platz zu sein scheint. Die nordwestlichen Gebiete sind 
mir selbst ziemlich gründlich bekannt geworden und in verschiedene 
Theile Griechenlands konnte ich wenigstens einen interessanten 
Einblick thun. 

Jetzt will ich über zwei Sammlungen berichten, welche nicht 
von mir selbst herrühren. Die eine verdanken wir Hen^n von 
Oertzen aus dem Jahre 1887, die andere meinem Freunde Kustos 
V. Apfelbeck in Sarajevo, der sie 1900 mitbrachte. Die von 
Oertzen'sche Sammlung, Eigenthum des Berliner Museums für 
Naturkunde, habe ich ausschliesslich in diesem bearbeitet, die 
Sammlung Apfelbeck's zum kleineren Theile in Bonn, zum grösseren 
Theile ebenfalls im B. Museum f. N. In diesem werden auch alle 
dort angefertigten Originalpräparate aufbewahrt. Von der Apfel- 
beck' sehen Sammlung erhielt ich einen Theil durch meinen Freund, 
wofür ich ihm auch an dieser Stelle meinen Dank ausspreche. 

Dadurch erklärt es sich zugleich, dass von diesen Apfelb eck- 
schen Thieren sich eine Anzahl Originale im B. Museum befinden. 
Herr von Oertzen hat besonders Inseln des aegäischen Meeres, 
einige Orte in Albanien sowie das Korasgebirge berührt, Kustos 
Apfelbeck sammelte bei Konstantinopel und durchquerte Thessalien 
und Epirus. In v. Oertzen's Sammlung stechen die Lysiopetalum- 
Arten hervor, bei Apfelbeck die beiden neuen Juli den- Gattungen, 
von denen Mach eiroiulus zugleich der erste in Europa gefundene 
Vertreter der sonst vorderasiatischen Paectophyllinen ist. 

Wie viel Neues aus den Ländern der Balkanhalbinsel noch zu 
erwarten ist, ergiebt sich schon daraus, dass von den 24 Nova 
keines in beiden Sammlungen zugleich vorkommt. 

Die beiden Sammlungen enthalten folgende Diplopoden: 
V. Oertzen. V. Apfelbeck. 

Heterozonium hirsutum n. sp. 
Polydesmus sp. Polydesmus sp. 

„ sp. „ herzegowinensis Verh. 

„ mediterraneus „ illyricus Verh. 

Oertzeni n. subsp. 
Leptodesmus cyprius Humb. 
Strongylosoma creticum n. sp. 
„ samium n. sp. 



246 Dr. Karl W. Verhoeff: 

V. Oertzen. V. Apfelbeck. 

Microchordeuma albanicum Mastigophorophyllon (?) sp. 

n. sp. 
Lysiopetalum scabratum pe- Lysiopetalum scabratum K.K. 
loponnesia cum Verb. (Psubsp.) 

„ argolicum monti- „ fasciatum Latz. 

vagum n. subsp. „ sp. 

„ cycladicum n. sp. „ sp. 

„ nicarium n. sp. „ thessalorumn.sp. 

„ Oertzeni n. sp. 

„ lurculigerum n. sp. 

„ euboeum n. sp. 

„ sp. 

Dorypetalum sp. 
Pachyiulus cattarensis Latz, x^benso. 

„ marmoratus n. sp. Pachyiulus unicolor K.Koch. 

„ flavipes F. x^^^nso. 

^ sp. PachyiulnshungaricusKarsch. 

„ creticus n. sp. „ Apfelbecki n. sp. 

„ sporadensis n. sp. „ valonensis n. sp. 

„ dentiger n. sp. 

Brachyiulus littoralis Verh. Brachyiulus byzantinus n. sp. 
,, sp. „ rubidicollis n. sp. 

„ uniliueatus her- 

cules Verh.xebenso. 
montivagus n.sp. Brachyiulus transsilvanicus 
Müggenburgin.sp. Verh. 

sp. „ sp. 

Karschi n. sp. 

Apfelbeckiella byzantinum 
n. g. n. sp. 
Macheiroiulus compressi- 

cauda n. g. n. sp. 
Julus trilineatusvar. obscurus 

Verh. 
Glomeris herzegowinsis Verh. xebenso. 

4 Arten gemeinsam. 

A. Sammlung v. Gertzens: 

1. Polydesmus sp. Albanien, Aulona, 12. 

2. „ sp. Süd-Euböa, 3 9. 

3. „ mediterraneus Oertzeni Verh. 
Albanien, Aulona, Anfang März, oc^, 14 2. 

4. Leptodesmus cyprius Humb. (subsp,?). 

Rhodos 23. V. 12, 1 j.d' mit 19 S. am Berge Hagios Elias. 

5. Strongylosoma creticum Verh. 
Kreta bei Wiomo 25. IV. nur 1 (5*. 



Beiträge zur Keuntniss paläarkti.scher Myriopoden. 247 

6. St, samium Verh. 

Samos. bei Marathokampos, Juni 87 : 1 d* 19. 

7. Microchordeuma albanicum Verh. 

6 <S 4:9 Albanien, Aiilona Anfang März 87. 

8. Lysiopetalum scabratum peloponesiacum Verh. 
3 9 von Athen. 

9. L. argolicum montivagnm Verh. 
Korasgebirge, Mitte August 2 d^ 3 2 1 j, 

10. L. furculigerum Verh. 

Kreta, Lasithi Gebirge, Ende April, 1 cT. 

11. L. cycladicum Verh. 
Syra, 1(5^. 

12. L. nicarium Verh. 

Nikaria, südliche Sporaden, 1 9, 7. Juli. 

13. L. Oertzeni Verh. 
Mitte Mai 2 9 von Karpathos. 

2j.d' von 48 S. (60 X 4 '/o mm) 10. V. Insel Kasos. 

(Diese letzteren haben ausgedehntere dunkle Flecke, subsp.?) 

14. L. euboeura Verh. 

24. III. von Stura in Süd-Euböa, 1 9. 

15. L. sp. (carinatum verwandt). 
1 j. 9 mit 47 S. von Kandia. 

16. L. sp. (? Schizopetalum). 

3 9 von Andros, dunkle Rippen auf hellem Grunde. 

17. Dorypetalum sp. 

1 9 mit 44 S. und vorgestülpten Vulven von Auiona in Al- 
banien, Anfang März. 

18. Pachyiulus cattarensis Latz. 

Phthiotis, Mitte August 3 9, Doris bei Lideriki nicht selten, 
1 9 3 j. aus dem Korasgebirge, Albanien bei Auiona nicht selten. 

19. P. flavipes F. 

Kreta b. Wiomo 25. IV. 2 (^ 2 9, Keos Cykladen, März 1 9. 
Andros 1 ^ 5. IV. Nikaria 12. Juli 1 9 3 j. 9. 
1 j. d' Kos, Chios 1 9, Syra 3 9, Samos 1 9 Juni. 
Südeuböa nicht selten, März. Kappari, Südsporaden 2 (5* 1 9. 

20. P. marmoratus Verh. 

1 d^ 3 9 aus dem Karasgebirge. 

21. P. (Dolichoiulus) sp. 
Andros, Cykladen 1 9. 

22. P. (Dolichoiulus) sporadensis Verh. 
Nikaria 2 d' 19. 

23. P. (Dolichoiulus) creticus Verh. 
Kreta, b. Wiomo 25. April, 1 d'. 



248 Dr. Karl W. Verhoeff: 

24. Brachyiulns littoralis Verh. 

Albanien, Aulona, Anfang März 1 c? 1 2 (d* 34 S.). 
Gonopoden typisch, höchstens die Mittelblattfortsätze etwas 
breiter als sonst. 

25. Br. (Microbrachyiulus) sp. 

4 9 Südeiiböa, am See bei Dystos, 20. III. 

26. Br. Karschi Verh. 

Albanien, Aulona, März. 2 (^ 2 9 2j. 

27. Br. sp. (naxius?). 

1 9 von Nikaria, 7. Juli. 6 9 1 j.c? von Samos, Ende Juni. 

28. Br. unilineatus hercules Verh. 
Korasgebirge, Mitte August n. s. — Aulona Mäi'z 1 c?. 

29. Br, montivagns Verh. 
Korasgebirge, Mitte August 7 J 36 9. 

Hierhin gehört auch die in meinem XII. Aufsatz unter No. 25 
auf S. 195 als „sp." bezeichnete Form, die ich am Ithomeberge fand. 

30. Br. Müggenburgi Verh. 

1 d" 2 9 Mitte Mai, Insel Karpathos. 

31. Glomeris herzegowinensis Verh. 

2 9 von Aulona, Albanien, 

B. Sammlung V. Apfelbecks: 

1. Heterozonium hirsutum Verh. 
Belgrader Wald bei Konstantinopel 1 d^ 1 9. 

2. Pol^'desmus herzegowinensis Verh. 

Epirus, Peristeri „alpin" 1 d^ 1 9. Paschaliman <S 9. Karpenisi 
Bach d* 9. 

3. Polydesmus sp. 

Veluchi, „alpin" 1 9, habituell an Brachydesmus subterraneus 
erinnernd. 

4. P. illyricus Verh. 

1 d* aus dem Belgrader Wald bei Konstantinopel. 

5. (?) Mastigophorophyllon sp. 
1 9 von Konstantinopel. 

6. Lysiopetalum scabratum K.Koch (? subsp.). 
Reifes 9 mit 45 Segmenten und 29 mm von Janina, 9. VI. 
3j. von Veluchi, „subalpin". 

7. Lys. sp. 2 9 von Konstantinopel. 

8. L. fasciatum Latz. (? subsp,). 

Plioca bei Valona 1 9, lanina Prosgoli 1 d*. 

9. L. thessalorum Verh. 

Plioca b. Valona 1 d', Paschaliman 1 d*. 

10. L. sp. Veluchi, „alpin" 1 9 30. V. am Schnee 

11. Pachyiulus unicolor K. Koch. 
Paschalimom 1 d', hellbraun. 



Beiträge zur Kenntuiss paläarktischer Myriopoden. 249 

12. P. valonensis Verh. 
Valona 2 d' 1 j. d' "2 2. 

13. P. flavipes F. 

Bei Konstantinopel nicht selten. Chalkis nicht seiton. 
Stylis b. Lamia 1 d*, Festung Lamia n. s. 

14. P. hnngaricus Karsch. 
Karpenisi 1 c?- 24. V. 

15. P. dentiger Verh, 
Valona 1 d' 1 9 5 j. 

16. P. cattarensis Latzol. 

Janina, Friedhof und Prosgoli nicht selten, ebenso bei Karpenisi. 
Mehrere Stücke von Oxyä „alpin", 1 d^ Peristeri „alpin". 
Veliichi, subalpin im Wald 3 9. Valona 1 d* 4 9 1 j. 9. 

17. P. Apfelbecki Verh. 

Im Olivenwald bei Prevesa nicht selten. 

18. Apfelbeckiella byzantinum Verh, 
Belgrader Wald bei Konstantinopel nicht selten, 

19. Macheiroiulus compressicauda Verh. 
Veluchi, „Wald subalpin" 2 d^. 

20. Brachyiulus byzantinus Verh. 

Im Belgrader Walde bei Konstantinopel anscheinend nicht selten. 

21. Br. rubidicollis Verh. 

Veluchi subalpin 2j. d^ 3 j. 9, „am Schnee alpin" 3 j. d' 10 9 
u. j. 9, 30. V. 

22. Br. unilineatus hercules Verh. 

Berat 18. V. 19 1 j. d- Janina Prosgoli 12. VI. nicht selten. 

Veluchi subalpin 2 9, Valona 1 9, Karpnuisi häufig, Peristeri 
in Epirus 3 9 „alpin", Han Driskos 1 j. d', Oxya 1 c? „alpin". 
Janina 2 9. Dukati 7. V. 19 1 j. d (bei diesen beiden ist die 
Rückenbinde sehr schmal). 

23. Br, transsilvanicus Verh, 

Belgrader Wald bei Konstantinopel 3 d^ 4 9 1 j. 

24. Br. sp. 

1 9 schwarz, Stylis b. Lamia, 

25. Julus trilineatis var. obscurus Verh. 
Konstant. Belgrader Wald häufig, 9. V. auch 1 d', 
Janina Prosgoli 3 9. Bei Lamia 12, VI. 99 und j. d*- 
Karpenisi am Bache 23. V. 5 9 1 j. d*. 

26. Glomeris herzogowinensis Verh. 
Valona 2 9, Prosgoli 12. VI. 2 9 1 d". 
Veluchi subalpin 1 9, Karpenisi 3 d* 4 9, 



250 Dr. Karl W.Verhoeff: 



3. Vergleichende Faunistik: 

Die Fauna der Inseln des aegäischen Meeres ist zwar hin- 
sichtlich unserer Thiere erst sehr unvollständig bekannt, aber 
dennoch lässt sie bereits sehr charakteristische Züge erkennen, 
nämlich 

1. das Vorherrschen der Gattungen Lysiopetalum, Pachyiulus, 
Brachyiulus und offenbar auch Strongylosoma, 

2. das Fehlen der Glomeriden, Chordeumiden und Craspedo- 
somiden, schwaches Auftreten der Polydesminae und Fehlen der 
Gattung Julus (wahrscheinlich mit Ausnahme von trilineatus), 

3. scheinen endemische Insel-Gattungen nicht vorzukommen, 
desto mehr endemische Arten, aber aus den obigen Gattungen. 

Wir haben es also zweifellos mit vielen Inseln einer schon 
lange eigenartigen Entwickelung zu thun, doch sind diese Inseln 
noch nicht so alt, dass sie nicht in ihrer Gesammtheit einen Faunen- 
charakter zeigten, der nach der positiven Seite im Grundzuge mit 
den Nachbargebieten östlich und westlich übereinstimmte. Nach 
der negativen Seite haben wir den Einfluss des Meeres in Rechnung 
zu ziehen. Ganz besonders sind die Ascospermophora dem 
Meere abhold und scheinen schon auf Korfu zu fehlen, wo ich mir 
viel Mühe gab einen Vertreter zu finden. Mit dem Kleinerwerden 
zahlreicher Inseln und dem Abnehmen der Wälder und feuchten 
Jjaubplätze sind diese Thiere gewiss meistentheils ausgestorben, 
doch dürften sie auf Kreta und vielleicht auch auf einigen anderen 
grösseren Inseln sich erhalten haben. Welch eine Sonnenglut auf 
vielen Inseln des aegäischen Meeres herrscht, davon konnte ich 
mich auf Aegina schon im Mai sattsam überzeugen, wo unter 
Hunderten von Steinen kein lebendes Wesen zu sehen war. Es 
scheint mir ausgeschlossen, dass auf solchen Inseln Ascospermophora 
fortkommen sollten. Dasselbe gilt für die meisten zarten Juliden. 
Wenn die Glomeriden wirklich fehlen, so kann ich auch das nur 
auf die Sommerglut zurückführen, die solche kleinen lebenden Kugeln 
ausdörrt. An die feucht bleibende Strandzone aber können sie 
sich nicht zurückziehen, weil sie das Salzwasser nicht vertragen. 
Pachyiulus flavipes macht davon eine Ausnahme. Diese über 
den ganzen Mittelmeerosten verbreitete Art kommt auf zahlreichen 
Inseln vor und kann w^ohl auf allen nicht gar zu kleinen erwartet 
werden. 

Von den aegäischen Inseln und Kreta liegen vor: 

1. Lysiopetalum cycladicum, 

2. „ nicarium, 
3i „ Oertzeni, 

4. „ furculigerum, 

5. „ euboeum, 

6. Brachyiulus Müggenburgi, 



Beiträge zur Keiintniss paläarktischer Myriopoden. 251 

7. Pachyiulus flavipes, 

8. „ sp. 

9. „ creticus, 

10. „ sporadensis, 

11. Strongylosoma creticum, 

12. „ samium, 

13. Leptodesmus cyprius 

Alle diese Formen, mit alleiniger Ausnahme des Pachyiulus flavipes, 
sind nur von den Inseln des aegäischen Meeres (Kreta, Cypern) 
bekannt. 

Ein auffallender Unterschied zwischen den Inseln und dem 
europäischen Festlandc betrifft die Gattung Pach3iulus: Während 
nämlich alle festländischen Arten zur Untergattung Pachyiulus 
gehören, sind alle Insulaner (ausser dem weit verbreiteten flavipes) 
Angehörige der Untergattung Dolichoiulus, welche aus Nord- 
afrika, Palästina, von Cypern und den atlantischen Inseln bekannt ist. 

Das eine scheint mir für alle kleinen und mittleren aegäischen 
Inseln festzustehen, dass sie nämlich nicht mehr Charakterformen 
besitzen als viele über einen ähnlich grossen Raum ausgedehnte 
Hochgebirge. 

Die Fauna bei Konstantinopel näher zu erforschen, wäre sehr 
erwünscht. Die vorhandenen Funde zeigen mit Polydesmus illyricus 
und Pachyiulus hungaricus austro-ungarische Ausläufer. Hetero- 
zonium ist aus Herzegowina, Krain und Italien bekannt. Die Länder 
Albanien, Mittelgriechenland, Epirus und Thessalien haben offen- 
bar genug Eigenartiges, doch zeigen sie ihre Verwandtschaft mit 
der Herzegowina durch die Gemeinsamkeit von Polydesmus 
herzegowinensis, Glomeris herzegowinensis und Pachy- 
iulus cattarensis. 

Macheiroiulus ist eine höchst auffallende Erscheinung. 

Apfelbeck hat auf seinen Zetteln verschiedene thessalisch- 
epirotische Plätze als „subalpin" und „alpin" bezeichnet. Ich weiss 
jedoch nicht, um welche Höhe in Metern über dem Meere es sich 
handelt, die gefundenen Formen, so Pachyiulus cattarensis, 
Brachyiulus unilineatus hercules und Polydesmus herzego- 
winensis haben nichts Alpines an sich. Wirklich alpine Formen aber, 
nach den Erfahrungen aller andern Hochgebirge, liegen nicht vor, 
obwohl ich solche aus dem noch weiter südlich gelegenen Koras- 
gebirge durch Leonis kenne. Dass ausgesprochen mediterrane Arten, 
wie die eben genannten und auch Lysiopetalum in subalpine 
oder gar alpine Gebiete, also doch wohl in Höhen von wenigstens 
1300 m vordringen, ist sehr bemerkenswerth und stimmt überein 
mit meinen eigenen Beobachtungen in der SüdherzegOAvina (Orien- 
gebirge), worüber ich bereits im XYI. Aufsatze Einiges mittheilte. 
Diese Thatsachen zeigen uns, wie schwer den Diplopoden in der 
That die Ausbreitung auf der Erde gemacht ist. Im Laufe 
der Zeit sind solche mediterrane Formen allerdings in den Gebirgen 
die nahe beiliegen, weit aufgestiegen, aber in weiter abgelegene 



252 Dr. Karl W. Verhoeff: 

Länder konnten sie, obwohl dieselben ein milderes Klima haben 
als jene rauhen Gebirge, dennoch nicht gelangen, weil ihnen die 
Verbreitungsmittel fehlten und BodenbeschalTenheit, Gebirge oder 
Flüsse hindernd im Wege standen. 



4. Yerzeichniss der im Folgenden neu beschriebenen Formen. 

[Oe. bedeutet, dass das Thier durch von Oertzen, A. dass es 
durch V. Apfelbeck gesammelt wurde]. 

1. Heterozonium hirsutum, (A.) Konstantinopel, 

2. Polydesmus mediterraneus Oertzeni, (Oe.) Albanien, 

3. Strongylosoma creticum, (Oe.) Kreta, 

4. „ samium (Oe.) Samos, 

5. Lysiopetalum (Brölemannia) Oertzeni, (Oe.) Karpathos, 

6. „ „ nicarium, (Oe.) Süd-Spo- 
raden, 

7. „ „ euboeum, (Oe.) Euböa, 

8 „ (Acanthopetalum) argolicum, monti- 

A'agum, (Oe.) Korasgebirge. 

0. Lysiopetalum (Acanthopetalum) furculigerum, (Oe ) 
Kreta, 

10. „ „ cycladicum,(Oe.)Cy- 
kladen, 

11. „ (Lysiopetalum) thessalorum, (A.) Thes- 
salien, 

12. Microchordeuma (Chordeumella) albanicum, (Oe.) Al- 
banien, 

13. Macheiroiulus compressicauda, (A.) Thessalien, 

14. Apfelbeckiella byzantinum, (A.) Konstantinopel, 

15. Pachyiulus (Pachyiulus) dentiger, (A.) Thessalien, 

16. „ „ valonensis, (A.) Thessalien, 

17. „ „ marmoratus, (Oe.) Korasge- 
birge, 

18. „ (Dolichoiulus) sporadensis, (Oe.) Süd-Spo- 
raden. 

19. „ „ creticus, (Oe.) Kreta. 

20. Brachyiulus (Chromatoiulus) rubidicollis, (A.) Epirus. 

21. „ „ byzantinus , (A.) Kon- 
stantinopel, 

22. „ „ Karschi, (Oe.) Albanien, 

23. „ „ montivagus, (Oe.) Koras- 
gebirge, 

24. „ (Cerabrachyiulus) Müggenburgi, (Oe.) 
Karpathos. 

[Wir verdanken mithin 16 Nova von Oertzen und 9 Nova V. 
Apfelbeck]. 



Beiträge zur Kenutmss paläarktisclier Myriopoden. 253 



5. lieber neue Gruppen imd Arten. 

F. Silvestri hat in seinem Buche „1 Diplojtodi Sisteraatica" 
1896 drei Unterfamilien der Polyzoniiden unterschieden, nämlich 
Polyzonini, Hirudisomini und Siphonocryptini. Die Berechtigung 
der letzteren kann ich nicht prüfen, die Unterscheidung der beiden 
andern ist aber ganz unbrauchbar. Hirudisoma ist eine ganz un- 
klare Gattung, was auch Berlese (Acari Myriopoda Scorpiones Ita- 
liae 1882 — \Sd2) dadurch bezeugt, dass er sie nicht aufführt. Sil- 
vestri aber stellt die Hirudisomini nur auf die Gattung Hirudisoma. 
Der Gegensatz z. B. „Foramina rep. in dorsi latera se aperientia" 
und „F, rep. in facie supera carinarum" ist gar kein Gegensatz, die 
übrigen Gegensätze aber sind von derselben Unbrauchbarkeit. Die 
Aufstellung der Platy desmidae als besondere Familie ist, 
wenigstens nach der erhobenen Begründung, auch unhaltbar. 

Ich unterscheide nun folgende beiden Unterfamilien der Poly- 
zoniidae: 

A. Polyzoniini mihi: Analsegment klein, die Rückenplatte 
noch nicht so lang als die des vorhergehenden Segmentes. Ocellen 
nahe zusammen gerückt, Foramina nahe bei der Naht. Die Vasa 
deferentia liegen hinter den Hüften des 2. Beinpaares, daher auch 
die Penes hinter den Hüften sitzen. Die vordersten (1. — 3. oder 4.) 
Beinpaare des d^ mit einfachen Endkrallen. Polyzonium u. a. 

B. Heterozoniini mihi: Analsegment gross, die Rückenplatte 
doppelt so lang als die des vorhergehenden Segmentes. Ocellen 
deutlich aus einander gerückt, Foramina fern von der Naht liegend. 
Die Vasa deferentia durchbohren die Hüften des 2, Beinpaares, 
daher die Penes in den Hüften sitzen. Die vordersten (1.- 3. 
oder 4.) Beinpaare des J" mit verbreiterten, platten Krallen, 

Heterozonium. 

1. Heterozonium hirsutum n. sp. 

d nnd 9 4 mm lg. mit 23 Rumjjfsegmenten. 

An Gestalt dem H. carniolense Verh. ähnlich, also auch mit 
vorspringenden, abgerundeten Hinterecken der Rumpfsegmente. Der 
Rücken ist ziemlich glänzend und auffallend ausgezeichnet durch 
wimperartig geborstete Hinterränder der Segmente. Die einzelnen 
Borsten sind ziemlich lang und etwas gekrümmt. Am Rücken be- 
merkt man ausserdem eine unregelmässige Punktirung. 

Die Wehrdrüsen münden etwas vor dem Seitenrande, weit von 
der Naht entfernt. Ocellen 2 -f 2, deutlich auseinander gerückt 
(Abb. 15). 

Zwischen den Ocellen steht jederseits eine sehr feine Kante k. 

Das 1.— 4, Beinpaar des cJ* besitzt blattartig verbreiterte Krallen, 
diese Blättchen sind fein gerieft, vor der Spitze ein wenig aus- 
geschnitten. Am 1. und 2. Beinpaar sind die Hüften stark genähert, 
springen am Ende etwas dreieckig vor und sind innen mit kleinen 



254 Dr. Karl W. Verlioeff: 

Stiftchen besetzt. Die Vasa deferenlia durchbohren die Hüften des 
2. Beinpaares und die kleinen glasigen Penes, welche einen aus- 
gestülpten Hüftsack vortäuschen, sind nach innen schräg gegen 
einander geneigt (Abb. 17 pe). An den weiter folgenden Beinpaaren 
sind die Hüften mehr auseinander gerückt. 

Vordere Gonopoden stark eingekrümmt 6 (7) gliedrig, die Hüften 
mit aufragendem dreieckigen Endlappen, der stark mit Borsten be- 
setzt ist. Diese Borsten stehen dicht und so gegen das ein- 
gekrümmte Ende gerichtet, dass sie der dort befindlichen schwachen 
Rinne gegenüber die Rolle eines das Abfliessen des Spermas ver- 
hindernden Polsters übernehmen können. Das Endglied besitzt 
einen eingebogenen, aus einer Borstengruppe vorragenden Fortsatz. 
Die Spitze der die vorderen Gonopoden tragenden Platte besitzt 
zwei kräftige Stifte. Die hinteren Gonopoden (Abb. 14) sind 
4-glieding, ohne den langen am Ende gezähnten Endstab U zu 
zählen, der eine umgewandelte Kralle ist, wie sich deutlich 
aus dem Krallenmuskel ergiebt, dessen Sehne s sich am Grunde 
ansetzt, Irn Vergleich zu carniolense ist der Krallenstab bei hir- 
sutum länger und die Zähnelung ganz ans Ende gerückt. 

Vorkommen: 1 d' 1 9 sammelte Freund V. Apfelbeck im 
Belgrader Walde bei Konstantinopel. 

2. Polydesmus mediterraneus Oertzeni n. snbsp. 
Stimmt im Uebrigen mit mediterraneus Dad. überein, unter- 
scheidet sich aber durch 

1. die grauweisse Körperfarbe, 

2. die Hinterecken der Rückenschilder, welche an dem 1. — 7. 
völlig abgerundet sind, am 8.- 18. aber nur ganz schwach vor- 
treten (bei mediterraneus treten die Hinterecken vom 5. an 
deutlich vor), 

3. weichen die Gonopoden ab (Abb. 27). Die Gabelung des 
Hauptastes nämlich ist schwach, am Innenast ist das Ende nicht 
mit einer zahnartigen Spitze versehen, der Grund nicht angeschwollen, 
das Polster aber viel grösser. 

Vorkommen: 3 (5^ 14 2 hegen vor von Aulona in Albanien, 
V. Oertzen Anfang März 87. 

3. Strongylosoma creticum n. sp. 

d^ von lO'/g mm Lg. mit 20 Rumpfsegmenten. 

Körper weiss, matt, etwas rauh, unbehaart, doch gewahrte 
ich bei mikroskop. Betrachtung 2 Reihen von je 6 kleinen Poren, 
in denen auch keine Borsten stehen. 

Querfurchen der Rückenplatten recht tief, Seitenkiele durch 
tiefe Furchen als längliche Wülste abgesetzt. Diese Wülste sind 
hinten verbreitert und abgerundet, aber nur an den porentragenden 
Segmenten. Poren typisch vertheilt. Einschnürungsring („Naht") 
ungeperlt. 

Vordere Beinpaare des d^ am 3. Tarsale innen dicht behaart. 



Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriododen. 255 

1. Beinpaar des J* mit länglichen, dicht an einander gerückten 
Hüften. 

2. B. des c? mit kürzeren, aber ebenfalls sehr nahe bei einander 
stehenden Hüften. Dieselben (Abb. 20) entsenden endwärts innen 
einen stumpfen Höcker pr, in welchem nach innen zu (M) in einem 
Grübchen das Vas deferens mündet. Die letzte Strecke 
desselben ist auffallend eng, was offenbar damit zusammen 
hängt, dass dieser und verwandten Formen kein Polster zur Auf- 
nahme des Sperma an den Gonopoden zukommt. Die Mündungs- 
stelle des Vas deferens ist ungefähr so eng wie die Spermarinne. 

3. und 4. Beinpaar des c? mit weit getrennten Hüften und stark 
angeschwollenen Tibialgliederu. Dieselben enthalten eine 
Drüse, deren Kanal innen in einem behaarten Fortsatz ausmündet. 

Die Ventralplatte des 3. Beinpaai'es ragt mit einem abgerundeten 
Lappen vor. 

Die Gonopoden (Abb. 28) sind deutlich vieigiiedrig und denen 
von Str. iadrense recht ähnlich, aber der dünne Tarsal - Inuen- 
lappen p ist schlanker, der Rinnenhaken stärker gekrümmt und 
innen mit spitzeren Zähnchen versehen. 

Vorkommen: Das einzige d* sammelte v. Oertzen am 2ö. IV. 
auf Kreta, beim Dorfe Viano. 

4. Str. samium n. sp. 
<^ 20, $ 21V2mm lg. 

Körper hellbraun, am Rücken jederseits auf den meisten Ringen 
mit einem rundlichen, graugelblichen Fleck. 

Rumpf glänzend, unbehaart, mit feinen aber doch deutlichen 
Querfurchen, welche aber nur an den mittleren Ringen ausgeprägt 
sind. Einschnürungsringe ungeperlt. Seitenkiele vorhanden, am 
2. S. schräg und tief unter den andern stehend. 

Die Seitenkiele sind als Wülste nur am 1.— 4. S. ausgeprägt. 
Vom 5. — 17. S. finden sich die Seitenkiele nur durch Furchenstriche 
angedeutet. Dieselben stehen etwas oberhalb der Wehrdrüsen, 
sind aber nur in der hinteren Hälfte der Ringe ausgeprägt, also im 
Bereiche der Hinterringe der Doppelsegmente. Analsegment mit 
kräftigem, am Ende etwas abgestutzten Fortsatz. 

Das 3. und 4. Beinpaar des cT besitzen keine Drüse im Tibial- 
gliede, sind an demselben also auch nicht besonders angeschwollen. 
Die 3. Tarsalia der vorderen Laufbeine des d^ innen dicht behaart. 

Gonopoden (Abb. 30) ohne deutliche Grenze zwischen Tibial- 
und Tarsalabschnitt, an der betr. Stelle ragt unter ungefähr rechtem 
Winkel ein etwas keulenförmiger Ast a nach innen, der am Ende 
einige kleine Zähnchen besitzt. Der Hauptarm mit der Rinne ist 
wieder eingekrümmt, am Ende schräg zugestutzt. Eine Mulde trennt 
das Ende von dem weiter griuidwärts gelegenen Theile, der innen 
eine Kante k ausschickt. 

Vorkommen: Beim Dorfe Marathokampos auf Samos sammelte 
V. Oertzen Juni 87 ein Pärchen. 



256 Dr. Karl W. Veihoeff: 

5. Lysiopetalum Oertzeni n. sp. 
(WahrscheinKch zu Subgen. Brölemannia gehörig.) 

2 von 48 Rumpfsegmenten, 70 X 5 mm (reif wahrscheinlich 
mit 49 S.). 

Körper graugelb, die Hinterränder der Segmente, namentlich 
der vorderen, bräunlich. In den Rückenseiten finden sich oberhalb 
der Foramina längliche dunkelbraune Flecke, welche sich theils 
über die Vorderringe erstrecken, theils über den vorderen Theil 
der Hinterringe. Diese braunen Flecke sind bei den Stücken von 
Karpathos weit getrennt und in den Unterflanken stehen nur An- 
deutungen von Streifen, bei den Stücken von Kasos sind sie in der 
Mitte stark genähert und ausserdem stehen in den Unterflanken 
schmale braune Längsflecke. 

Skulptur der von L. byzantinum Verh. sehr ähnlich, KoUum 
ohne Rippen, aber hinten mit deutlichen Streifen, davor mit einigen 
kleinen Knötchen. An den Hinterrändern stehen dünne aber 
ziemlich lange Borsten. 

Foramina zwischen zwei Rippenstreifen gelegen und der oberen 
derselben stark genähert, übrigens in der Mitte zwischen Naht und 
Hinterrand, dem letzteren ein wenig genähert. 

Beim 9, dessen Vulven deutlich erkennbar, aber nur wenig 
vorgestreckt, haben die Seiten des 3. Segmentes keine Spur von 
Auftreibung. 

Das ungerippte Analsegment ragt weit vor. 3 Endsegmente 
drüsenlos. 

Vorkommen: 2 9 von Karpathos, 2 junge c? (48 S.) von Kasos. 
Wahrscheinlich sind auch diese 29 noch im letzten Entwickelungs- 
stadinm. (Vergl. Verhoeff, Diplopoden aus Bosnien, Herzegowina 
und Dalmatien, 2. Theil, Archiv f. Naturgesch, 1897, S. 153.) 

6. Lys. (wahrscheinlich Brölemannia) nicarium n. sp. 
9 von 90 mm mit 47 Rumpfsegmenten. 

Körper graubraun, die Rückenseiten oberhalb der Foramina 
und vor denselben mit hellbraunen länglichen Flecken, von denen 
schmale Ausläufer bis in die vorderen Unterflanken ziehen. 

Skulptur und Lage der Saftlöcher wie bei L. Oertzeni und 
byzantinum, ebenso das Analsegment. 

Beborstuno; sehr schwach. Die Seiten des 3. Seo-mentes des 9 
sind stark beulenartig aufgetrieben und bilden vorne einen runden 
aufgeblähten Wulst, der die Seiten des 2. Segmentes merklich vor- 
drängt. Die 3 letzten Segmente sind drüsenlos, das 4. letzte besitzt 
auch keine deutlichen Drüsenöffnungen, sondern nur punktartige 
Andeutungen solcher. 

Die Art ist zweifellos selbständig und kann mit Oertzeni schon 
der geringeren Segmentzahl halber nicht zusammen fallen. 

Vorkommen: 1 reifes 9 von der südlichen Sporadeninsel 
JSikaria. 



Beiträge zur Kenntniss paJäarkfcischer Myriopoden. 257 

7. Lysiopetalum (wahrscheinlich Brölemannia) eu- 
boeum n, sp. 

Reifes 2 94 mm mit 47 Rumpfsegmenten. 

Körper am Rücken schwarz, in der Mitte mit einer schmalen 
gelblichen Längsbinde, welche an jedem Doppelsegmente, in der 
Gegend der Naht, rundlich erweitert ist. Vor und unter den Wehr- 
drüsen stellen rundliche gelbliche Flecke, welche von den grössten- 
theils graugelben Unterflanken durch eine verwaschene braune 
Stelle getrennt sind. Kopf und Beine gelb. 

Skulptur wie bei L. byzantinum, die Foramina zwischen zwei 
Rippen gelegen und zwar hart an der oberen derselben, doch sind 
sie der Naht etwas mehr genähert als dem Hinterrande, namentlich 
im vorderen Theile des Körpers. 

4 Endsegmente sind drüsenlos, das Analsegment ragt weit vor. 
Die Seiten des 3. S. des 2 sind wie bei nicarium vorne unten 
beulenartig aufgetrieben. 

Ob sich diese Form vielleicht als Subspecies von nicarium 
behandeln lässt, muss erst das d^ lehren. 

Vorkommen: 1 2 von Stura auf Süd-Euböa (v, Oertzen). 

8. Lys. (Acanthopetalum) argolicum montivagum n. subsp. 
c? bei 42 mm mit 46 Rumpfsegmenten. 

2 bei 45—48 mm mit 46 R. 

Körper schwärzlich, die Hinterränder der Segmente etwas heller, 
in den Seiten stehen graugelbe, rundliche (im Leben wahrscheinlich 
röthliche) Flecke unter und vor den Foramina. Das KoUum ist 
vollständig dunkel. 

Skulptur derjenigen von L. albidicolle und argolicum sehr 
ähnlich, aber in dem Rinnenthal hinter den Wehrdrüsen fehlen ab- 
gekürzte Rippen beim c? vollständig, beim 2 kommen sie nur in 
der hinteren Körperhälfte vereinzelt vor. Analsegment nur sehr 
wenig vorragend. 5 Endsegmente sind drüsenlos, das 5. letzte 
zeigt aber punktartige Andeutungen von Foramina. 

Gonopoden an den Coxopoditen mit schlanken, am Ende 
hakig zur Seite gebogenen Fortsätzen. 

Die Telopodite (Abb. 1) erinnern sehr an diejenigen des ar- 
golicum (vergl, Abb. 40 im X. Aufsatze meiner „Beiträge" u. s. w. 
Zoolog. Jahrbücher 1900). Der Tibialabschnitt ist, ganz wie dort, 
innen in zwei Stachel getheilt, aber der endwärtige (d) hat noch 
eine kleine Nebenspitze. Statt des Nebenstachels c ist das Ende 
nicht einfach abgerundet, sondern springt höckerig vor. 

Der neben dem Grunde des (ganz wie bei argolicum be- 
schaffenen) Kanalastes befindliche etwas grössere Lappen a ist nicht 
in zwei Stacheln gespalten, sondern läuft in eine Spitze aus, die 
ganz zurückgebogen. 

Vorkommen: Koras-Gebirge, Mitte August 87 (v. Oertzen). 

Arch. f Naturge;^ch. Jahrg. 1901. Bd. I. II 3. 17 



258 Dr. Karl W.Verhoeff: 

9. Lys. (Acanthopetalum) furculigei'um n. sp. 

cT von 521/2 mm mit 51 Rumpfsegmenten. 

Körper gelblichgrau, die Hinterränder, namentlich der vorderen 
Segmente, braun. 

Die Rippen sind etwas flacber als bei den verwandten Arten, 
daher erscheinen die Rinnen hinter den grossen Saftlöchern flacher, 
auch sind dieselben schmäler und enthalten keine abgekürzte Rippe. 
An den Hinterrändern stehen kurze Borsten. Kopfbildung des c? 
wie bei den Verwandten. 4 Endsegmente sind drüsenlos, das 5. 
letzte besitzt kleine Drüsen. 

Die Hüften des 7. Beinpaares des c? (Abb. 3) am Ende in zwei 
Höcker vorragend (also gegabelt, woher der Name der Art), deren 
äusserer mit kleinen Wärzchen besetzt ist, während der innere glatt 
ist, länger und spitzer. 

Gonopoden mit schlankem und am Ende hakig gebogenem 
Gonocoxitfortsatze. Die Telopodite (Abb. 2) besitzen einen ver- 
hälthch dicken Femoralabschnitt, an dessen Ende, innen vom Anfang 
des Kanalastes ein kurzer gebogener Zapfen a steht. Der Kanalast 
ist am Grunde und dem Ende sichtbar, während der mittlere Theil 
vom Tibialabschnitt verdeckt ward. Der Kanalast ist gegabelt, aber 
während der eine Ast sehr kurz bleibt, erreicht der andere, welcher 
die Rinne enthält, eine bedeutende Länge. Der Tibialabschnitt ist 
recht breit und springt innen in zwei Lappen vor, b und e, End- 
wärts am Rande des Lappens b ragt ein Stachel vor, während ein 
anderer vom Rande des Lappens e her rückwärts gerichtet ist. 
Aussen am Tibialabschnitt befindet sich ein fingerartiger Fortsatz c. 

Vorkommen: Das einzige c? stammt aus dem Lasithi-Gebirge 
auf Kreta (v. Oertzen). 

10. Lysiopetalum (Acanthopetalum) cycladicum n. sp. 

iS von 61 mm Lg. mit 51 Ruiüpfsegmenten. 

Die Farbe des nicht sehr gut erhaltenen Stückes ist schwer zu 
beschreiben, die Rückenmitte gelblich, ebenso Fleckchen in der 
Gegend der Wehrdrüsen, oberhalb und unterhalb derselben herrscht 
eine mehr braune Farbe, die Unterflanken sind grau, die Rippchen 
der Hinterringe sind meist ein wenig dunkler als ihre Umgebung. 

In Gestalt und Skulptur dem L. furculigerum sehr ähnliph, 
auch fehlen die abgekürzten Rippen hinter den Foramina, diese sind 
der unteren Nachbarrippe mehr als der oberen genähert. 

3 Endsegmente sind drüsenlos, das Analsegment ist versteckt. 
5. Beinpaar des <^ an den Hüften innen mit einem kräftigen nach 
innen und hinten gerichteten Zapfen. Die Hüften des 6. B. d. c? 
springen nach innen in einen Höcker vor, die Hüften des 7. B. 
ragen endwärts in einen grossen abgerundeten Lappen vor, an 
dessen endwärtiger, innerer Ecke eine kurze glasige Spitze steht. 
Die Schenkel des 7. B. sind stark keulenförmig, indem die Endhälfte 
innen etwa dreieckig stark vorragt. Am 8. B. d. c? treten die 
Schenkelglieder innen etwas höckerig vor. 



Beiträge zur Kenntniss paläarktiscber Myriopoden. 259 

Gonocoxite mit kräftigem Fortsatz, der in der Grundhälfte ein 
breiter Lappen ist, in der Endhälfte ein leicht gebogener Stab, dessen 
Ende dreieckig, spitz ausläuft. Am Grunde dieser Fortsätze befindet 
sich ein kleiner, dreieckiger Dorn. 

Telopodit (Abb. 31) mit besonders scharf abgesetztem Tibial- 
abschnitt, dessen Seitenräuder auffallend ganzrandig sind und bei- 
nahe parallel verlaufen. Am abgestutzten Endrand befindet sich 
nur ein kleines Zähnchen. Der Femoralabschnitt ist in der End- 
hälfte auf einer Seite kräftig beborstet. Von dem Grenzgebiet 
zwischen Femoral- und Tibialabschnitt entspringen drei Gebilde, 
1. der Kanalast, welcher auffallend gerade ist und theilweise vom 
Tibialabschnitt geschützt; er besitzt einen kleinen Nebenhöcker und 
Nebenspitzchen und ragt mit dem die Rinne führenden, dünnen 
Ende noch ein Stück über den Endrand des Tibialabschnittes hin- 
aus; 2. liegt in der Mulde des Tibialabschnittes ein sehr gerader, 
nicht über das Ende hinaus ragender Stab rh; 3. wendet sich in 
entgegengesetzter Richtung wie die beiden vorigen Gebilde ein 
starker Lappen, der in zwei Zähne c und d vorspringt und noch 
einen Nebenlappen b besitzt. 

Vorkommen: Das einzige c? verdanken wir wieder Herrn 
V. Oertzen, der es auf der Cykladeninsel Syra sammelte. 

11. Lysiopetalum fLysiopetalum) thessalorum n. sp. 

c? von 55—62 mm Lg. mit 46 Rumpfsegmenten. 

Dem L. comma Verh. in Farbe, Gestalt und Skulptur höchst 
ähnlich, aber 4 — 5 Endsegmente sind drüsenlos. Die Hüften des 
7. Beinpaares des 3' springen mit einem starken Lappen vor, der 
am Ende vollkommen abgestutzt ist, nach aussen ein wenig ab- 
fallend; an der inneren Ecke steht ein scharf abgesetzter spitzer 
Stachel. Schenkelglieder keulenförmig. 

Die Hüften des 8. Beinpaares des c? haben ebenfalls einen 
vorragenden Fortsatz. Derselbe ist aber weniger hoch, abgerundet 
und nach aussen gebogen, der Endtheil nicht besonders abgesetzt. 
Die Femora sind keulenförmig, haben aber keine besonders vor- 
springende Ecke. 

Die Gonocoxite besitzen ähnliche Fortsätze wie bei comma, 
doch sind dieselben stärker hakig gebogen. 

Die Telopodite (Abb. 11) unterscheiden sich von denen des 
comma am auffälligsten durch den mit dem Lappen Sj völlig ver- 
schmolzenen Stachel s, die sonstigen Ecken und Vorsprünge b, bj 
und X weichen weniger ab. Die Beborstung des Femoralabschuittes 
ist endwärts reichlich und dicht. 

Vorkommen: 1 c? von Plioca bei Valona, ein Paar von 
Paschaliman (Apfelbeck). 

12. Microchordeuma (Chordeumella) albanicum n. sp. 
In Farbe, Grösse und Skulptur mit Brölemanni überein- 
stimmend. Rumpf mit 28 Segmenten. 

17* 



260 Dr. Karl W. Verhoeff: 

Vordere Nebengonopoden zwei kurze, beborstete, dicht an- 
einander stehende Höcker darstellend. Ventralplatte des vorderen 
Gonopodensegmentes von vorne gesehen quadratisch, am Ende nur 
mit kurzem dreieckigen Höcker vorragend, die Seiten deutlich 
eingebuchtet, vor der Bucht jederseits mit behaartem, eingekrümmtem 
Läppchen, welches viel kleiner ist als bei Brölemanni. Die stäbchen- 
artigen vorderen Gonopoden (Abb. 4) haben am eingebogenen Ende 
eine etwas zurückgekrümmte Ecke h, in der Mitte ragt der Rand 
als breiter Lappen 1 deutlich vor, am Grunde befindet sich eine 
vorspringende Ecke (wie bei Brölemanni). Die hinteren Gonopoden 
sind denen von Brölemanni sehr ähnlich, weshalb ich auf Abb. 4 
in den „Diplopoden aus Bosnien" u. s. w. verweise, Archiv f. 
Naturgesch. 1897, doch sind die Gonocoxitfortsätze c und d 
stärker gebogen und spitzer. Die hinteren Nebengonopoden besitzen 
die bekannten grossen Hüftsäcke und tragen gelbbraune Spermato- 
phoren. Die Femoralabschnitte ragen als kräftig beborstete, ab- 
gerundete Wülste stark vor und werden endwärts überragt von 
einem zapfenartigen Höcker, seitwärts von einem viel kleineren und 
niedrigereren Knoten. (Bei M. Brölemanni sind Höcker und 
Knoten annähernd gleich stark. 

Vorkommen: d* und 9 sammelte v. Oertzen bei Aulona in 
Albanien, Anfang März 87. 

Macheiroiulus n. g. (Unterfamilie PaectophyUinae). 

Gnathochilarium wie gewöhnlich. Backen des c? mit kleinen 
vorspringenden Lappen. Ocellenhaufen deutlich. Wehrdrüsen in 
der Naht mündend. Hinterringe auch am Rücken deutlich gefurcht. 
Analsegmentfortsatz dreieckig, oben mit hoher, messerartiger 
Kante, die sich nach vorne fast bis zum Vorderrand des Seg- 
mentes zieht. Beborstung grösstentheils fehlend. L Beinpaar des d^ 
mit Unkus endend, das 2. ohne Hüftfortsätze. Die Gonopoden be- 
stehen aus Vorder-, Mittel- und Hinterblättern. Die Vorderblätter 
sind einfach, an ihrem Grunde stehen verhältlich kurze, gegen ein- 
ander gerichtete Flagella. Die kurzen aber kräftigen Mittelblätter 
sind durch ein deutliches Gelenk von den hinteren Tracheentaschen 
getrennt. Die kleinen, schmalen Hinterblätter besitzen einen 
Enterhaken und sind deutlich gegen die Mittelblätter abgesetzt. 

13. Macheiroiulus compressicauda n. sp. 

c? 40 — 41 mm lg. mit 50 Rumpfsegmenten. 

Körper glänzend, schwärzlich und graugelblich geringelt, Kollum 
und Kopf (ohne die Augen) gelblich. Beine gelb. Antennen ziemlich 
kurz, Ocellen deutlich unterscheidbar. Labrum mit 8 Grübchen. 
Scheitel ohne borstentrageude Grübchen. Kollumseiten nur mit 
einigen schwachen, abgekürzten Strichen. Vorderringe der Doppel- 
segmente, namentlich am Rücken mit feinen, etwas unregelmässigen 
Längsstrichen, im Uebrigen fein nadelrissig zwischen den Strichen 



Beiträge zur Keniitniss paläarktischer Myriopoden. 261 

punktirt, Hinterringe kräftig und massig dicht gefurcht. Foramina 
in der Naht gelegen. Beborstung grösstentheils fehlend, nur an 
den Analklappenrändern steht eine kräftige Behaarung. Der End- 
fortsatz ist abgerundet, ragt aber weit vor, der messerartige Kiel 
ist oben abgerundet. 

Der Unkus am 1. Beinpaar des d^ ist hinter der Biegung ein 
wenig endwärts gerichtet und am Ende abgerundet. Das 2. Bein- 
paar des (5* entbehrt der Polster, besitzt aber recht kräftige End- 
krallen. Die Vorderblätter sind (wie die Gonopoden überhaupt) 
recht gedrungen, am Ende abgerundet und etwas verbreitert, die 
Verbreiterung springt nach innen vor. Auf der Hinterfläche stehen 
am Grunde aussen einige Tastborsten. Die kurzen Flagella stehen 
wie ein Paar gekreuzte Degen gegen einander, sind annähernd 
gerade und am Ende mit einigen Nebenspitzen versehen. Die 
Mittelblätter sind beinahe rund (Abb. 8 M), durch ein deutliches 
Gelenk G von den Stützen getrennt und bis x deutlich von den 
Hinterblättern getrennt. Ein rechtwinklig gebogener, kräftiger 
Balken trägt die Hinterblätter H, welche einen langen, spitzen, ge- 
bogenen Enterhaken ha besitzen, der offenbar passiv beweglich ist, 
da er durch eine gelenkartige Grundeinschnürung G 1 abgesetzt ' ist. 
Am übrigen Hinterblatt bemerkt man noch zwei glasige Spitzen. 

Vorkommen: Freund Apfelbeck hat diesen ersten europäischen 
Vertreter der Paectophyllinae in 2 1^ von seiner thessalischen Reise 
mitgebracht, gesammelt „subalpin bei Veluchi", im Walde. 

Apfelbeckiella n. g. (Unterfamilie Deuteroiulinae). 

Gnathochilarium wie gewöhnlich. Backen des d^ mit deutlich 
vortretendem Lappen. Ocellen fehlen vollständig. Wehrdrüsen 
weit hinter der Naht gelegen. Hinterringe nur in dem unteren 
Theile der Flanken gestreift, sonst glatt, also auch am Rücken. 
Analsegment ohne Fortsatz, Beborstung am Analsegment vorhanden, 
sonst fehlend. 

1. Beinpaar des c? mit Unkus endend, 2. Beinpaar ohne Hüft- 
auszeichnung. Gonopoden aus Vorder-, Mittel- und Hinterblättern 
bestehend, die vorderen ohne Flagella. Vorder- und Mittelblätter 
am Ende mit beilartiger Verbreiterung, Mittelblätter bedeutend 
grösser als die schmalen und niedrigen Hinterblätter, welche noch 
nahe an jene gedrängt stehen. Hinterblätter mit schraubig ein- 
gedrehtem Psendoflagelloid. Hintere Tracheentaschen durchaus mit 
den Mittelblättern verschmolzen. 

Anmerkung: Durch den letzteren Umstand bekunden sich die 
Angehörigen dieser Gattung entschieden als Deuteroiulinen , die 
kleinen Hinterblätter dagegen erinnern sehr an die Paectophyllinen, 
zumal deren Endfortsatz dem Enterhaken verglichen werden kann. 
Es kommen aber bei den bekannten Paectophyllinen Merkmale wie 
die beilartigen Anhänge der Vorder- und Mitcelblätter, Mangel der 
Augen und der Rückenfurchung nicht vor, sodass ein phylogene- 



262 Dl- Kall W. Verhoeff: 

tischer Zusammenliang mit Typhloiulus um so wahrscheihlicher 
ist, als wir von dort auch die emporragenden und endwärts be- 
borsteten Höcker auf der Hinterfläche der Vorderblätter kennen. 

14. A. byzantinum n. sp. 
c? und 2 21/2 X 28—29 mm. 

(^ mit 44, 9 mit 45 Rumpfsegmenten. 

Körper grauweiss, glänzend. 

Scheitel mit kräftiger Mittelfurche, borstentragende Grübchen 
fehlen, Kollum seitwärts mit einem Furchenstrich, der ein drei- 
eckiges Läppchen abgrenzt. Vorderringe der Doppelsegmente glatt, 
ebenso grösstentheils die Hinterriuge, doch besitzen dieselben unten 
in den Flanken (älmlich Isobates varicornis) deutliche und weit- 
läufig stehende Furchen. Die Naht ist durch abgekürzte Striche 
zierlich gekerbt. Borsten fehlen, nur das fortsatzlose Analsegment 
zeigt ziemlich reiche Behaarung auf den Afterklappen. 

Die Haken am 1. Beinpaar des (S stehen verhältlich weit aus 
einander und sind ganz nach hinten gerichtet, ziemlich klein und 
am massig eingekrümmten Ende abgerundet. Sie sind von den 
grossen Hüften durch einen schmalen Femoralring getrennt. 2. Bein- 
paar des <3' mit deutlichen, aber sehr fein gestrichelten Tarsalpolstern. 

Vorderblätter (Abb. 12) in der Grundhälfte und innen mit 
grossem, dreieckigen Höcker Hr auf der Hinterfläche, welcher mit 
dem beborsteten Ende b am Innenrande liegt. Das übrige Stück 
der Vorderblätter ragt mit einem grossen, abgerundet-beilförmigen 
Lappen a vor und aussen in einem dreieckigen Höcker c. Die 
Mittelblätter (Abb. 13) sind länglich und biegen am Ende unter 
beinahe rechtem Winkel in einem grossen, beilartigen, am Ende 
schwach gezähnelten Lappen L um. Die kleinen Hinterblätter H 
ragen nur halb so weit empor und enden in einen schraubig ein- 
gebogenen, schmalen Pseudofiagelloidfortsatz Sp, an den sich eine 
feine Rinne anschliesst und ein Grübchen, welches an die Pseudo- 
fovea von Pachyiulus erinnert. IViit der Grundhälfte des Pseudo- 
flagelloid ist ein sehr zartes, am Ende sehr fein gezähneltes Blatt 
verwachsen. 

Vorkommen: Die interessante neue Gattung widmete ich 
Freund V. Apfelbeck (Serajewo), der sie im Belgrader Walde bei 
Konstantinopel erbeutete. 

15. Pachjaulus (Pachyiulus) dentiger n. sp. 

$ bis 35 X 3 mm, (3' 2972 1"^™ nü^ ^"-^ Rumpfsegmenten. 

Körper tief glänzend schwarz, nur die Hinterränder schmal 
gelblich aufgehellt. Beine gelb. 

Borstentragende Scheitelgruben fehlen. 

KoUumseiten mit einigen kurzen Furchenstrichen. 

Vorderringe glatt oder doch nur sehr schwach punktirt. 

Hinterringe kräftig und ziemlich dicht längsgestreift. Foramina 
deutlich hinter der Naht gelegen. 



Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myiiopoden. 26o 

Analsegment völlig ohne Fortsatz, reichlich lang behaart. 

1. Beinpaar des d^ wie bei den Verwandten. 

2. Beinpaar desselben ohne Tarsalpolster. 
Vorderblätter der Gouopoden (Abb, 5) sehr schlank, etwas 

gebogen, am Ende hinten mit Zahn z an den sich eine zum Grunde 
ziehende Kante anschliesst. Ausserdem springt hinten am Ende 
ein Lappen L vor, der eine etwas spitze Ecke besitzt, 

Hinterblätter ebenfalls sehr lang und schlank, die Aussenarme 
ragen so weit auf wie die langen Rinnenfortsätze. Die Innenlappen 
sind wieder in der bekannten Weise in Fasern zerschlitzt, welche 
nicht ganz bis Ende der vorigen Theile reichen. Neben dem 
Grunde der Innenlappen befindet sich ein kurzer, vorspringender 
Lappen. 

Vorkommen: 1 c? und mehrere 99 sammelte Freund V. Apfel- 
beck bei Valona in Thessalien. 

IG. Pachyiulus (Pachyiulus) valonensis n. sp. 

9 bis 39 mm lg., c5^ von 25^2 nam mit 47 Rumpfsegmenten. 

Körper gelblich und graubraun geringelt, sonst äusserlich ganz 
mit d entiger übereinstimmend, die Streifen etwas weniger tief. 
1. und 2. Beinpaar des c? w'ie bei dentiger. 

Auch in den Gonopoden schliesst sich diese Art eng an die 
vorige an, ist aber doch leicht von ihr zu unterscheiden. 

Vorderblätter schlank und gebogen, der endständige Zahn auf 
der Hinterfläche (z Abb. 6) ragt viel stärker vor und ist etwas 
hakig gebogen, der daneben stehende Lappen springt weniger vor 
als bei dentiger, fällt nach grundwärts schräg ab und endigt dann 
mit einem kleinen Zapfen L. 

An den Hinterblättern sind die Aussenarme in der Grundhälfte 
ziemlich breit, die Endhälfte ist plötzlich viel schmäler und am 
Ende spitz. Ueber die Rinnenfortsätze ragt noch eine kurze Haken- 
spitze hinaus. Der Lappen am Grunde der zerschlitzten Innen- 
lappen ist lang und stachelartig spitz. 

Vorkommen: Ebenfalls von V. Apfelbeck bei Valona ge- 
sammelt, (5*9 und 1 j. c?. 

17. Pachyiulus (Pachyiulus) marmoratus n. sp. 

9 von 60 mm Lg. mit 61 Rumpfsegmenten. 

^ V ** ji 11 11 '^'^ n 

Körper mit auffallendem Farbengegensatze zwischen den Flanken 
unterhalb und dem Rücken oberhalb der Foramina, die Flanken 
sind nämUch einfarbig braunschwarz und nur die Hinterränder etwas 
heller, der Rücken dagegen ist schmutzig gelb und im Gelben mit 
zahlreichen graugelben Fleckchen unregelmässig besprenkelt, 
eine für Juliden recht eigenartige Zeichnung. Labrum mit 4 Grüb- 
chen, Scheitel mit 2 borstentragenden Gruben. Kollum sehr fein 
punktirt, an den Seiten ohne deutliche Striche, Vorderringe der 



264 Dr. Karl W. Verhoeff: 

Doppelsegmente beinahe glatt, Hinterringe fein und massig dicht 
längsgestreift, die Streifen stehen auf der Rückenhöhe ebenso deut- 
lich wie in den Seiten. 

Die grossen Foramina liegen deutlich eine Strecke hinter der 
Naht. Analsegment mit spitzem aber sehr kurzem Fortsatz, welcher 
aus der dichten Behaarung nicht hervorragt. 

Das c? besitzt eine feine, schwarze Rückenmittellinie und die 
Backen ragen mit deutlichem Lappen vor. 

1. Beinpaar des ^ wie bei den Verwandten, das 2. mit kräf- 
tigen Tarsalpolstern. 

Vorderblätter länglich, in der Endhälfte etwas breiter als in 
der Grundhälfte, die Endhälfte ist aussen im Bogen gerundet, innen 
gerade begrenzt, an der inneren Ecke steht am Ende ein etwas 
vorragender Zahn. 

An den Hinterblättern enden die Aussenarme mit etwas stachel- 
artiger Spitze. Diese wird noch etwas überragt von dem massig 
langen, am Ende abgerundeten Pseudoflagelloid. Im Uebrigen ist 
das Rinnenblatt am Ende schräg zugestutzt und endwärts aussen 
wieder in bekannter Weise in Fäserchen zerschlitzt. Der aus- 
gehöhlte Nebenlappen ist kurz, innen findet sich kein vorspringendes 
Läppchen. Die kleine Pseudofovea ist deutlich erkennbar. 

Vorkommen: Die auffallende Art sammelte Herr v. Oertzen 
in 1 c? 3 2$ Mitte August im Korasgebirge. 

18. Pachyiulus (Pachyiulus) Apfelbecki n. sp. (Sectio 
Megaiuli). 

c? 53 mm lg., 105 Beinpaare, 58 Segmente, 

2 48 „ „ 101 „ . 

Körper grau, die Segmenthinterränder braun, Kollum und Anal- 
segment röthlichgelb, Beine braun. 

Schwänzchen und Scheitelgruben fehlen vollständig. 

5 Grübchen über dem Labrumrande. Kollum mit 2 schwachen 
Seitenfurchen. Vorderringe glatt, Hinterringe weitläufig gestreift. 
Foramina gross und ziemlich weit hinter der Naht gelegen, die 
Naht vor denselben buchtet sich entweder garnicht oder nur sehr 
schwach nach vorne. Änalsegment dicht behaart. Vorderblätter 
gegen das Ende allmählig verbreitert, doch merkt man in der 
Mitte eine leichte Einschnürung, am Ende schräg abgestutzt und 
innen mit endwärts ragendem Zahn. Hinterblätter mit sehr langen, 
dünnen, weit über die schlanken Rinnenlappen vorragenden Pseudo- 
flagelloiden. Die Rinnenlappen wieder ragen beträchtlich über den 
bekannten inneren, in feine Fasern zerschlitzten Lappen vor, sind 
aber ebenso lang wie die recht dünnen Fortsätze der Aussenarme. 
Diese Fortsätze sind am Grunde stark und durch plötzliche Ver- 
schmälerung gegen den übrigen Theil der Aussenarme abgesetzt, 
am Ende in 2 — 3 kleine Zähnchen gespalten. 



Beitiäge zur Keiintniss paläarktischer Myiiododeii. 265 

Vorkommen: Thessalien, im Olivenwalde bei Prevesa nicht 
selten, von V. Apfelbeck gesammelt, dem auch die Art ge- 
widmet ist. 

19. Pachyiulus (Dolichoiulus) sporadensis n. sp. 
cT von 131/2 nmi Lg. mit 42 Rumpfsegmenten, 

9 breiter und länger, mit 50 Rumpfsegmenten. 

Körper braun, mit dunkleren Drüsenflecken, hellem Kopfe und 
röthlichgelbem Analsegment. Borstentragende Scheitelgruben fehlen. 
Ocellen zahlreich und leicht unterscheidbar. KoUumseiten mit 
einigen Purchenstrichen. Foramina sehr gross, weit hinter der 
Naht gelegen. Vorderringe glatt, Hinterringe deutlich und massig 
dicht gestreift. Analsegment ohne Fortsatz. Beborstung fehlend, 
nur am Analsegment reichlich und ziemlich lang. 

1 . Beinpaar des ^ mit typischem, ziemlich stark eingekrümmtem 
Unkus, 2. Beinpaar ohne Tarsalpolster, das 2. Tarsale am Innen- 
rande nur mit schwacher Strichelung. 

Vorderblätter (Abb. 18) von der bekannten, keulenförmigen 
Gestalt, am Ende ohne zurückstehenden Zahn, nur mit kleiner 
Einkerbung x. Am Grunde innen zieht die Längskante k, deren 
Ende aber nicht besonders vorragt. 

Hinterblätter (Abb. 19) mit schlankem, zweimal leicht gebogenem 
Aussenast A, der am Ende 3 Spitzen trägt. Innenast ziemlich breit, 
am Ende schräg abgestutzt, innen mit einem sehr zarten, in feinste 
Spitz chen zerfaserten Lappen. 

Vorkommen: Nikaria, südliche Sporaden, 2 (5^ 1 9, 7. Juli 87, 
V. Oertzen. 

20. P. (Dolichoiulus) creticus n. sp. 
(5* von 13-/3 iiim mit 42 Rumfsegmenten. 
Körper grau und dunkelbraun geringelt. 
Borstentragende Scheitelgruben fehlen. Ocellen zahlreich und 

leicht unterscheidbar. Steht dem sporadensis äusserlich recht nahe 
und stimmt in den meisten Punkten mit ihm überein. Beboi'stung 
fehlend, selbst am Analsegment verhältlich spärlich. 

1. und 2. Beinpaar des c? wie bei sporadensis. 

Vorderblätter (Abb. 23) stark keulenförmig, am Ende hinten 
mit zurückstehendem Zahn b und daneben mit schräger Kante a. 
Der innere Längswulst k in der Grundhälfte springt am Ende 
zapfenartig vor. 

Hinterblätter (Abb. 22) recht einfach, der Innenarm gerade, 
stachelartig und spitz, der Hauptarm mit deutlicher Rinne, am 
Ende ohne Zahnbildunoen, innen mit zartem Lappensaum s, welcher 
sehr feine Strichelchen erkennen lässt. 

Vorkommen: 1 c? sammelte v. Oertzen beim Dorfe Viano 
auf Kreta, 25. IV. 



266 Dr. Karl W. Verhoeff: 

21. Brachyiuliis (Chromatoiulus) rubidicollis n. sp. 
Grösstes 9 bei 36 mm Lg. mit 50 Rumpfsegmenten. 

Rücken schwarz und grau geringelt, die Flanken etwas heller, 
Collum und Hinterkopf trüb röthlich. Rückenmitte mit feiner 
schwarzer Linie. 

Scheitel mit Mittelfurche und 2 borstentragenden Grübchen. 

Seiten des KoUum mit mehreren abgekürzten Furchen. 

Vorderringe der Doppelsegmente mit deutlichen ziemlich dicht 
stehenden, kurzen Nadelrissen bis in die unteren Flanken. 

Hinterringe deutlich und ziemlich dicht längsgestreift. Foramina 
in der Naht gelegen, welche an dieser Stelle dreieckig vorspringt, 
was in der vorderen Körperhälfte besonders deutlich ist. 

Beborstung sehr schwach, auf den Afterklappen lang aber 
spärlich, Analsegment mit spitzem, dreieckigen, dorsalen Fortsatz, 
der seitlich nicht eingedrückt ist, sondern in gleichmässiger Run- 
dung abfällt. Im Verhältniss zu verwandten Arten ist dieser Fort- 
satz nur massig lang. 

Vorkommen: Freund Apfelbeck sammelte die Art in mehreren 
Weibchen und jungen Männchen bei Veluchi (Epirus) am 30. V. 
subalpin im Walde und „alpin" am Schnee. 

Anmerkung: Durch Gestalt und Skulptur giebt sich das Thier 
als Chromatoiulus unzweifelhaft zu erkennen, ich habe es, auch ohne 
Kenntniss des d^, beschrieben, da es einige auffallende Merkmale in 
Farbe, Gestalt und Skulptur besitzt. 

22. Er. (Chromatoiulus) byzantinus n. sp. 
9 von 30 mm Lg. mit 47 Rumpfsegmenten. 

(3' von 32 mm Lg. mit 45 Rumpfsegmenten. 

Körper tiefschwarz, glänzend, die Beine röthlich gelb. 

Die Foramina liegen an der Naht, dieselbe springt nicht nach 
vorne vor. Vorderringe mit feinen Nadelrissen, Hinterringe deutlich 
imd ziemlich dicht längsgestreift. Beborstung der letzten Segmente 
recht lang. 

Analsegmentfortsatz spitz und lang, die Seiten schwach ein- 
gedrückt. 1. Beinpaar des (3' wie gewöhnlich, das 2. mit deutlichen 
gestrichelten Tarsalpolstern. 

Vorderblätter lang dreieckig, das Ende stark verschmälert, ab- 
gerundet und ein wenig nach innen gebogen. Innen vor dem Ende 
beginnt eine Kante auf der Hinterfläche, die schräg nach aussen und 
grundwärts zieht. Hinter dem Grundknoten der im Uebrigen auf- 
fallend gleichmässig dünnen und am Ende nicht zugespitzten Fla- 
gella (die dunkelbraunes Pigment enthalten) befindet sich ein kurzer, 
etwas nach aussen gerichteter Lappen. 

An den Hinterblättern (Abb. 7) fällt sehr auf die kolossale 
Entwickelung der Aussenäste A, welche in der Endhälfte bedeutend 
verbreitert sind und ein abgerundetes Blatt dai'stellen, welches man 
bereits in situ mit der Lupe aus dem Genitalsinus hervorragend 



Beiträge zur Keuntniss paläarktischer Myrioiioden. 267 

leme'kt. Von dem Endblatt der Aussenäste läuft eine Kante 
herau, der die die Samenrinne enthaltenden Innenäste I parallel 
ziehen. Die Innenäste sind am Ende einfach abgestutzt und bleiben 
bedeutend hinter den gross-^n Lappen der Aussenäste zurück. 

Vorkommen: Die Art wurde von V, Apfelbeck im Belgrader 
Walde bei Konstantinopel gesammelt und scheint dort nicht selten 
zu sein. 

23. Brach. (Chromatoiulus) Karschi n. sp. 
d* von I5V2 DQoa mit 44 Rumpfsegmenten. 

9 von 19 mnt mit 45 Rumpfsegmenten. 

Körper gelblich weiss mit drei dunkelbraunen Längsbinden, 
von denen die mittlere ziemlich scharf begrenzt ist, die seitlichen 
mehr verwischt, mit kleinen Wollrenfleckchen und auf den Vorder- 
ringen nach oben und unten etwas ausgezogen. 

Gestalt wie bei den meisten Chromatoiulus. Vorderringe glatt 
oder doch nur mit sehr schwacher Skulptur, Hinterringe dicht und 
deutlich gefurcht. Foi'amina in der Naht gelegen. Analsegment 
mit geradem und spitzem Fortsatz, die Bauchplatte ebenfalls mit 
spitzem Fortsatz, besonders beim c?, er ragt aber nicht über die 
Analklappen vor. 

1. Beinpaar des <S mit typischem Unkus, 2. Beinpaar mit 
kräftigen, fein gestrichelten Polstern, die Hüften einfach. 

Vorderblätter recht lang, am Ende völlig abgerundet, ohne 
Zähne, hinten in der Grundhälfte nur mit einer Kante. 

Hinterblätter recht einfach (Abb. 20), mit kleinem, knotigen 
Aussenarm A (21). Am Endrande neben dem Rinnenrande zeigt 
der Haupttheil ein kleines Läppchen und neben demselben einige 
kleine Spitzchen und winzige kurze Härchen. 

Vorkommen: Albanien (Aulona") Anfang März 87 sammelte 
V. Oertzen 2 c? '2 2 2 j. 

24. Brachyiulus (Chromatoiulus) montivagus n. sp. 
2 von 39 mm Lg. mit 50 Rumpf Segmenten, 

d" „ 26—27 mm Lg. mit 49 R. 

Körper schwärzlich und gelbbraun geringelt, Rücken bisweilen 
bräunlich aufgehellt. Collumseiten hinten mit deutlichen Streifen. 
Borstentragende Scheitelgruben vorhanden. Vorderringe ziemlich 
dicht nadelrissig punktirt, Hinterringe kräftig und ziemlich dicht 
längsgestreift. Foramina die Naht von hinten berührend oder doch 
nur sehr wenig davon abgerückt. Analsegment mit spitzem, drei- 
eckigem Fortsatz, die Analklappen lang aber zerstreut und nur 
innen behaart, ventrale Analplatten mit sehr kleinem Spitzchen. 

1. Beinpaar des c? wie gewöhnlich. 

Vorderblätter länglich, gerade, gegen das abgerundete Ende 
wenig verschmälert. Auf der Hinterfläche zieht eine unbezahnte 
Kante bis fast zur IMitte grundwärts, dann folgt eine Stelle mit 
vielen Poren. Die Hinterblätter (Abb. 9) stehen denen des monti- 



268 i^i-- Karl W. Verhoeff: 

coliis am nächsten, docli ist der dreieckige Lappe b, der am Rande 
fein gezähnelt ist, nicht länger als das faltige und zweitheilige 
Kissen x. In der Samenrinne bemerke ich auch hier eine feine 
zweizeilige, reusenartige Behaarung r. Weiter grundwärts gegen 
den Aussenarm springt ein gekerbtes Kissen p vor. 

Vorkommen: 7 d^ und zahlreiche 92 sammelte v. Oertzen im 
Korasgebirge. 

Brachyiulus Untergatt. Cerabrachyiulus n. subg. 

Steht der Untergattung Cyphobrachyiulus Verh. am nächsten 
und stimmt mit ihr namentlich überein in dem Besitze von Coxal- 
drüsen am 2. Beinpaare des c? und den plötzlich verschmälerten 
Enddritteln der Vorderblätter, unterscheidet sich aber durch eigen- 
thümliche, ausgehöhlte und schraubig gekrümmte Fortsätze der 
inneren Endrandecken der Vorderblätter und den Mangel von Mittel- 
blattfortsätzen an den Hinterblättern. Unkus des 1. Beinpaares des 
d* mit schwacher Einkrümmung. 

25. Br. (Cerabrachyiulus) Müggenburgi n. sp.*). 

9 von 39 mm Lg. mit 53 Rumpfsegmenten, 

cy „ 35 „ „ „ 54 „ 

Körper gelblichw^eiss mit 3 schwarzen Rückenbinden, eine 
über die Rückenmitte, die andere in der Höhe der Wehrdrüsen. 
Ocellen sehr deutlich, Scheitelgruben vorhanden, Kollum mit wenigen 
Seitenstrichen. Foramina in der Naht gelegen. Vorderringe sehr 
schwach punktirt, Hinterringe dicht und massig stark gestreift. Be- 
borstung nur an den Analklappenrändern deutlich , sonst ganz 
fehlend. Analsegmentfortsatz lang und spitz, nicht dachig, daher 
auf dem Querschnitt ellipsisch. Ventrale Analplatte mit ziemlich 
starkem, stumpfem Fortsatz. 

2. Beinpaar des (^ mit kräftigen, fein gestrichelten Polstern, 
die Hüftdrüsenkanäle durchsetzen die Hüften der ganzen Länge 
nach, ihre Mündungen sind sehr deutlich, gelegen in der abgerun- 
deten, schwachen Vorwölbung am Ende der Hüften, ohne dass da- 
selbst ein eigentlicher Fortsatz zu bemerken wäre. Vorderblätter 
(Abb. 24) mit ungefähr parallelen Seiten, auf der Hinterfläche mit 
einer gebogenen Kante k , welche zwei vertiefte , grubenartige 
Felder trennt. Der schräg nach innen abfallende Endrand trägt 
zwei starke Fortsätze. Der äussere Fortsatz pr, welcher grösser 
ist und am Ende abgerundet, besitzt eine feine Längskante und 
zierliche, warzige Struktur, der innere Fortsatz entbehrt solcher, 
läuft spitz aus und ist in der Mitte schraubig gewunden, in der 
Windung mit einer Rinne versehen. Aussen und innen neben dem 
Grunde des Fortsatzes steht ein kurzer Stachel ab. In der Fort- 
satzrinne bemerke ich jederseits eine eigenthümliche braune Masse 



*) Benannt zu Ehren des Anfang Juli 1901 verstorbenen Kollegen Dr. Müggen- 
burg am Berliner Museum für Naturkunde. 



Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 269 

(S Abb. 25), welche kleine Körncilen enthält. Ob dieselben Sperma- 
körnchen sind, vermag ich nicht zu entscheiden, vermuthe es aber. 
Vielleicht haben wir es mit einer durch Drüsensekret zusammen- 
geklebten Spermapatrone zu thun. Dann würde der unter den 
Juliden bisher noch nicht beobachtete Fall vorliegen, dass die 
Vorderblätter an der Samenübertragung Antheil haben. 

Hinterblätter (Abb. 26) länglich uud recht einfach, mit deut- 
licher Rinne, in welche nahe dem Grunde (M) eine kräftige Coxal- 
drüse dr einmündet. Am Hinterblattende befinden sich nur 2 kleine 
Zapfen und daneben ein schwaches, etwas gerieftes Läppchen. Vom 
Mittelblattfortsatz ist nur eine Andeutung zu sehen in Gestalt eines 
schwachen Höckers x. 

Vorkommen: Von dieser merkwürdigen Brachyiulus - Art, 
welche wir ebenfalls Herrn v. Oertzen verdanken, liegen nur 2 $ 
und 1 (S' vor, stammend von der Insel Karpathos. 

Anmerkung: Die Cyphobrachyiulus des Peloponnes sind 
die nächsten Verwandten, Man kann also wahrscheinlich den 
Schluss ziehen, dass Karpathos zwar einst mit dem Peloponnes 
zusammenhing, abei" schon eine lange eigene Entwickelung hinter 
sich hat. 



Erklärung der Abbildungen. 



Allgemein gelten folgende Abkürzungen: 
CO = Coxa. V = Veutralplatte. 

fe = Femur. vd = vas deferens, 

ti = Tibia. m = Muskel. 

r = Rinne. sa = Kanalast. 

A = Aussenarm, I = lunenast. 

coa = Coxalorgan. Tr = Tracheentasche. 

Abb, 1. Lysiopetalum argolicum montivagum n. subsp. Telopodit. 
Abb. 2 und 3. L. furculigerum n. sp. 

2. Telopodit, der Grundabschuitt fortgelassen. 

3. Grundglieder eines 7. Beines des ^. 
Abb. 4. Microcbordeunia albanicum n. sp. 

Ein Gonopodeustäbchen vom Vorderring des 7. Doppelsegmentes. 
Abb. 5. Pacbyiulus deutiger n. sp, Endbälfte eines Vorderblattes. 
Abb. 6. ,, valonensis n. sp. Ebenso. 

Abb. 7. Brachyiulus byzantinus n. sp. ein Hinterblatt, 



270 Dl'- Karl "W. Verhoeff: Beiträge zur Kenntniss etc. 

Abb. 8. Macheiroiulus compressicauda n. g, n. sp. 

Ein Hinterblatt H , bis x vom Mittelblatt M abgespalten, ha = 
Enterhaken, im Gelenk G, drehbar. G = Gelenkkopf der hinteren 
Tracheentasche, auf welcher das Mittelblatt sitzt 
Abb. 9. Brachyiulus mon tivagus n. sp. ein Hinterblatt, x ein häutiges 

Kissen. 
Abb. 10. Scolopendra clavipes ein Endbein (nach K.L.Koch 1863). 
Abb. 11. Lysiopetalum thessalorum n. sp. Telopodit. 
Abb. 12 und 13. A pfelbeckiella byzantinum n. g. n. sp. 

12. ein Vorderblatt, 13. Mittel- und Hinterhlatt, Sp = spiraliger 
Pseudoflagelloidfortsatz des letzteren. 
Abb. 14 — 17. Heterozonium hirsutum u. sp. 

14 Ein hinterer Gonopod, 15. Stirn mit 2 + 2 Ocellen, k = Stini- 
kanten, a = innerer Rand der Autennengruben. 

16. Bauchplatte und Grraidtheile eines 3. Beines des ^, \i = 
Mittelknoten. 

17. Dieselben vom 2. Bein des (^, pe = Penis. 
Abb. 18 und 19. Pachyiulns sporadensis n. sp. 

18. Ein Vorderblatt, 19. ein Hinterblatt. 
Abb. 20 und 21, Brachyiulus Karschi n. sp. 

20. Ein Hinteiblatt, 21. der kleine Aussenhücker desselben. 
Abb. 22 und 23. Pachyiulus creticus n. sp. 

22. Ein Hiuterblatt, 23. ein Vorderblatt. 
Abb. 24— 26. Brachyiulus Müggenburgi n. sp. 

24. Ein Vordei'blatt, 25. der Hornfortsatz desselben, stärker vergr. 
in seiner Rinne einen zähen Körper S enthaltend, fl — Flagellum. 

26. Ein Hinterblatt, dr = Drtisenkanal, M dessen Mündung. 
Abb. 27. Polydesmus niediterraneus Oertzeni n. subsp. Telopodit. 
Abb. 28 und 29. Strongy losoma creticum n. sp. 

28. Endhälfte eines Telopodit. 

29. Hüfte eines 2. Beines des ^, M Mündung des Vas deferens. 
Abb. 30. Strong. samium n. sp. Telopodit. 

Abb.31. Lysiopetalum cycladicum n. sp. Telopodit, das zuständigste 
Stück fortgelassen. rh = Stabfortsatz in der Mulde des Tibial- 
abschnittes. 



Beiträge 

zur 

Kenntniss der Knochen 

des 

Grypotherium domesticum Roth. 



Von 

Dr. R. A. PhUippi. 



Hierzu Tafel XV. 



Unter den von Dr. Reiche im Januar mitgebrachten Knochen 
dieses Thieres befinden sich einige, welche in der grossen Anzahl 
der von Dr. Hauthal nach dem Museum de la Plata gebrachten 
und von Dr. Roth (Revista del Museo de la Plata IX, 189i), p. 411) 
beschriebenen Knochen nicht vertreten sind. 

I. Wir besitzen nahezu vollständige Unterkiefer äste, einen 
rechten und einen linken, die ich beide kurz beschreiben werde. 
Taf. XV Fig. 1, in V^ der natürl. Grösse. 

Dem rechten Unterkiefer fehlt ein kurzes, vielleicht IV2 c^^ 
dickes Stück der Symphysis, das äusserste Ende des Kronfortsatzes, 
der Gelenkfortsatz und das Ende des unteren Winkels. Der obere 
Rand und sämmtliche vier Zähne sind wohlerhalten; ebenso wohl- 
erhalten ist die untere Kante, soweit der Unterkiefer selbst er- 
halten ist; die Alveolen der Zähne, an denen kein Zahnfleisch mehr 
sichtbar ist, nehmen zusammen 9,5 cm an Länge und 19 mm an Breite 
ein. Der obere Rand verläuft fast horizontal längs der Alveolen- 
reihe, dann wendet er sich hinten nach aussen und in die Höhe. 
Wäre der vordere Rand des Unterkieferastes erhalten, möchten 
vielleicht 4 cm mehr herauskommen; hinter den Alveolen erhebt 
sich der obere Rand bis zur Bruchstelle des Kronenfortsatzes 
9,5 cm weit. Der untere Rand biegt sich von der Gegend senkrecht 
hinter dem ersten Backenzahn ziemlich stark einwärts und bildet mit 
dem mittleren, nur schwach gewölbten Theil des Randes eine seichte 
Einbuchtung; vor diesem mittleren Theil des Randes biegt sich 
dieser wieder ziemlich stark nach innen, um sich mit dem Unter- 
kieferast der anderen Seite zu verbinden. 



272 T)r. R. A. Philippi: Beiträge zur Keniitniss 

Stellt man den Unterkiefer auf den Tisch, so sieht man, dass 
die ganze mittlere Hälfte ziemlich stark nach aussen gebogen ist, 
und der letzte Theil der Alveolengegend weit mehr nach innen 
vorspringt als bei Grypotheriuni (Mylodon) Darwinii, Voyage of 
the Beagle, Tab XVIII. Die Höhe des Unterkieferastes beträgt vor 
den Zahnalveoleu gemessen 6,5 cm, hinter den Alveolen gemessen 
8,7 cm, in der Mitte 8,1 cm. 

Der Unterkiefer ist also verhältnissmässig bedeutend höher als 
bei Mylodon Darwinii, 1. c. tab. XIX. Die grossen Löcher für den 
Eintritt der Adern etc. sind wie bei dieser Art gebildet. 

Der linke Ast des Unterkiefers (s. Fig. 1) ist von einem anderen 
Thier. Vom Kronfortsatze fehlt ebenfalls die obere Hälfte; dafür ist 
der Gelenkfortsatz in seinem obersten Theile ganz erhalten und ebenso 
ein grösseres Stück des unteren Winkels; vom vorderen Theile ist 
der untere Rand in derselben Länge wie bei dem Ast der rechten 
Seite erhalten, aber der obere und vordere Rand vom vorderen 
Zahn an abgebrochen, und zwar zeigt die hintere Hälfte des 
vorderen Randes einen ganz frischen Bruch, der offenbar erst beim 
Ausgraben oder Einpacken des Knochens entstand. 

Das Zahnfleisch ist zwischen den Zähnen erhalten und ein- 
getrocknet. Der Condylus des Gelenkfortsatzes ist quer gestellt, 
sein längerer Durchmesser ist 5,1 cm, der kürzere Durchmesser 
2,1 cm; er ist ganz horizontal und etwa 2,5 cm höher gestellt als der 
Alveolarrand. Der hinterste Theil des Unterkieferrandes ist merk- 
lich nach innen gebogen, aber, wie schon bemerkt, der Winkel ab- 
gebrochen. 

Die Zähne sind ganz genau gebildet wie bei Grypotherium 
(Mylodon) Darwini. Am linken Oberkiefer ist eine offenbar indi- 
viduelle Anomalie; der Vorderrand des ersten Zahnes ist IV2 naal 
so lang als der der folgenden und die Kaufläche schräg von vorn 
nach hinten geneigt, so dass eine scharfe Spitze entsteht. 

Vermuthlich war am ersten Zahn des Oberkiefers ein vorderes 
Stück abgebrochen und dadurch die Kaufläche des Zahnes im 
Unterkiefer schräg abgeschliffen. 

Die drei Unterkieferstücke, welche Dr. Hauthal gefunden hat, 
sind nur kleine Bruchstücke, die aus den Alveolen mit den Zähnen 
und einem geringen Stück des anhängenden Maxillarknochens be- 
stehen, so dass unsere beiden Unterkiefer die Kenntniss dieses 
Knochens ein gut Theil weiter fördern. 

IL EinKlauenglied des Hinter fuss es nebst dem gross ten 
Theil der hornigen Klaue selbst. Taf. XV Fig. 2 u. 3, in Y^ der 
natürl. Grösse. 

Die Länge dieses Stückes beträgt 16,3 cm. Die Länge des 
Knochens aber beträgt nur 12,5 cm; die grösste Dicke desselben, 
etwa in -jr, der Länge, beträgt 47.2 cm. Die knöcherne Scheide für 
die Wurzel des Nagels ist oben etwas abgebrochen und mag oben 
etwa 2 cm lang gewesen sein; unten reicht sie bis 7,4 cm weit. 



der Knochen des Grypotherium domesticiim Roth. 273 

Der von der hornigen Klaue bedeckte Theil des Knochens ist oben 
nur schwach gebogen und in der Mitte seiner Länge 2,4 cm breit; 
die untere Seite vom Ende der Nagelscheide bis zur Spitze ist 
noch schwächer gebogen als die Oberseite und 5,2 cm lang; das 
Ende des Nagels ziemlich spitz, aber abgenutzt durch den natürlichen 
Gebrauch. Jederseits verläuft vom Grunde der Furche, die die 
Wurzel des Nagels umfasst, eine scharfe Kante bis zur Spitze, die 
auf der untern Seite von einer merklichen Rinne eingefasst ist. 

Die untere Seite dieses Knochens zeigt zwei tiefe 3 cm lange 
Gelenkgruben für die zwei Gelenkcondyli des vorletzten Zehengliedes. 
Vor diesen Gruben ist eine fast horizontale ebene Fläche, die sich 
nach hinten zu bis zu den Gelenkgruben stark erhebt und nach 
vorne zu mit der Nagelscheide zusammenfällt; sie hat im hinteren 
Theil zwei grosse Löcher für den Eintritt der Gefässe etc. Die 
hintere Fläche bildet mit dem Rücken einen rechten Winkel; sie 
ist etwas ausgehöhlt, 3 cm breit, aber nur 1,8 cm hoch, da der 
obere Rand der Gelenkgruben des unteren Theiles des Knochens 
so w^eit in die Höhe reicht ; sie ist von dem übrigen oberen Theil 
des Knochens durch eine stumpfe Kante abgesetzt. 

Der hornige Theil der Klaue hat, wie schon bemerkt, den 
hinteren Theil verloren; der Rest zeigt eine 7,5 cm lange Grube für 
die Spitze des knöchernen Zehes, die obere Seite ist in demselben 
schwachen Bogen gewölbt wie der Knochen, und die untere Seite 
ist in der Strecke von der abgenutzten Spitze an 5,3 cm lang und 
nur 2,7 cm breit; von hier erhebt sich der Nagel in gleichmässiger 
Wölbung, erst seitwärts, so dass die Dicke an dieser Stelle 3 cm 
beträgt; die Spitze selbst ist, wie gesagt, abgenutzt und beinahe 
halbkreisförmig. 

III. Der zweite Rückenwirbel ist fast ganz vollständig erhalten. 
Der Körper dieses Wirbels ist hoch 5 cm, an der vorderen Gelenk- 
fläche ist die Breite ebenfalls 5 cm, an der hinteren aber 772 cm; 
die Länge des Körpers beträgt ö'/a cm. Der Bogen hat vorn die 
Höhe von 4^/o cm, hinten 5,3 cm, die Breite 6,5 cm hinten und vorn. 
Die Entfernung der Gelenkfortsätze von einem Ende bis zum andern 
beträgt 14 cm. Die Höhe oder Dicke derselben beträgt an den 
Enden 2,5 cm; sie stehen im Allgemeinen in einer wagerechten 
Linie, die kleinen Querfortsätze sind an der Wurzel abgebrochen; 
die inneren Ränder stehen 7 cm auseinander; die Breite der Bruch- 
fläche beträgt etwa 1 cm, die Länge 4 cm. Der Dornfortsatz ist 
unter einem Winkel von etwa 45 '^ nach hinten geneigt; seine obere 
Länge vom hinteren Rand des Bogens bis zur Spitze beträgt 13,5 cm, 
die untere oder hintere 8,5 cm; die Höhe oder Breite in der Mitte 
2,5 cm. Der Endkopf ist natürlich etwas dicker und höher. 

Man erkennt deutlich die Gelenkflächen für die Artikulation 
mit dem vorhergehenden und folgenden Wirbel. 

IV. Der wunderbarste unter unseren Knochen ist der, den ich 
jetzt beschreiben werde. Von der Seite gesehen bildet derselbe 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1901. Bd.I. H.3. lg 



274 ^^- ^' ^- Pliilippi: Beiträge zur Keiintniss 

beinahe ein rechtwinkliges, ungleichseitiges Dreieck ; die Hypothenuse 
ist 15,5 cm, die längere Kathese 13 cm und die kürzere, der Gelenk- 
fläche eines Wirbelkörpers zugehörig, misst 10 cm und erscheint 
fast vollkommen gradlinig. Dieser Körper besteht aus zwei mit 
einander verwachsenen Lendenwirbeln. 

Die sehr tiefe Furche, welche beim Verwachsen der beiden 
Wirbel übrig geblieben ist, und welche die beiden Seiten und den 
unteren Theil umzieht, ist im oberen nur durch eine Linie an- 
gedeutet. Die senkrechte Fläche des Knochens ist genau die 
Gelenkfläche eines Lendenwirbels; die Breite des Wirbelkörpers ist 
7,7 cm und die Höhe 7 cm. Der Bogen des Wirbels ist abgebrochen. 
Der Durchmesser des Kanals für das Rückenmark beträgt nahe 5,4 cm. 
Die Länge des Wirbels beträgt oben im Kanal 6,7 cm und 
unten 5,5 cm. 

Sonst hat der Knochen nichts auffallendes als die Löcher für 
den Eintritt der Gefässe etc., von denen namentlich fünf in der 
Mitte der untern Seite u. zwei am Anfang des Rückenmarkskanals 
sehr gross sind. Der letzte Wirbel ist schräg von oben nach unten 
und hinten abgebrochen und zeigt nur ein 2 cm langes Stück des 
Rückenmarkskanals, an welcher Stelle, wie oben bemerkt, die 
Trennung zwischen den Wirbeln nur durch eine Linie angedeutet 
ist. Dieser Wirbel ist seitlich stärker zusammen gedrückt als der 
vorhergehende, und die Löcher für den Eintritt der Blutgefässe etc. 
sind ganz enorm zu nennen; in der Mitte der unteren Fläche des 
Kanals ist ein Loch, das eine Länge von beinahe 8 mm hat; in der 
Mitte der unteren Seite ist ein 8 mm langes u. 2 mm breites Loch 
und dicht daneben jederseits ein 12 mm langes und G mm breites 
Loch. Auf der oberen Seite, 2,5 cm von der präsumptiven 
Trennungslinie der beiden Wirbel entfernt, ist ein 7 mm im Durch- 
messer haltendes Loch, welches mit den drei Löchern auf der 
Unterseite des Knochens in Verbindung steht. 

Die Adern, welche durch diese Löcher führen, waren offenbar 
sehr viel zu gross, um blos den Knochen zu ernähren, wie ja auch 
die entsprechenden Löcher im Körper unseres oben beschriebenen 
Rückenwirbels nicht halb so gross sind. Auf den ersten Blick 
könnte man wohl diesen Knochen für das Schwanzende des Thieres 
erklären und dies ist manchen Personen und sogar mir selbst 
passirt; allein, bei einer näheren Besichtigung fällt sogleich auf, 
dass der Kanal für das Rückenmark in dem vorderen Wirbel noch 
sehr weit ist und sich in den zweiten Theil, welcher dem letzten 
Schwanzwirbel entsprechen müsste, fortsetzt. Wir haben es also 
offenbar hier mit einer pathologischen Erscheinung, mit einer Anky- 
lose zweier Lendenwirbel zu thun. 

Schwer ist zu begreifen, welche Gewalt die Bogen des vorderen 
Wirbels und die ganze obere und hintere Hälfte des folgenden hat 
abbrechen können. 



der Knoclen des Grypotherium domesticuin Rotli. 275 

V. Ich gebe nun das Verzeichniss der übrigen Knochen dieses 
Thieres, welche unser Museum, ausser den oben beschriebenen, 
besitzt: 

Zwei Fragmente vom Unterkiefer mit erhaltenen Alveolen. 

Ein Fragment des Oberkiefers. 

Zwei sehr beschädigte Wirbel. 

Ein Fragment des Beckens mit der Gelenkfläche für den 
Oberschenkel. 

Ein etwas defektes Schulterblatt. 

Das unterste Stück eines Oberarmknochens. 

Die Epiphyse des Oberschenkels (?). 

Bruchstücke von Rippen. 

Ein einzelner Zahn. 

Die Knochen stammen alle, ebenso wie die von Dr. Hauthal 
gesammelten und dem Museum de la Plata einverleibten, aus der 
grossen, am Eingang 30 m hohen und 170 m tiefen Höhle, in 
welcher sich ausser den Knochen des Grypotheriums und Stücken 
des Felles, zahllose Exkremente des Thieres und Steinfragmente, 
Pfriemen etc. gefunden haben, die die gleichzeitige Existenz einer 
primitiven Menschenrasse beweisen. 

Herr Dr. Roth hat geglaubt, daraus folgern zu können, dass 
diese Urmenschen das Grypotherium gezähmt und als Hausthier 
benutzt hätten, und hat das Grypotherium deshalb domesticum ge- 
nannt. — Dr. Reiche, der diese Höhle ebenfalls untersucht hat, 
theilt seine Ansicht nicht, und ich möchte mich der Meinung von 
Dr. Reiche anschliessen. 

Ich kann nicht einsehen, zu welchem Zweck sie diese Thiere 
hätten zähmen können. Um darauf zu reiten? Gewiss nicht. 
Ebenso wenig zum Last tragen; die Milch der Thiere haben sie 
auch schwerlich verwendet. Kein Volk in ganz Amerika hat vor 
dem Erscheinen der Europäer in diesem Welttheil die Milch eines 
Säugethieres benutzt, und der gänzliche Mangel an Scherben von 
Gefässen in der grossen Höhle kann wohl auch als ein Beweis 
dafür angesehen werden, dass die Urmenschen, welche diesen Theil 
Amerikas bewohnt haben, die Benutzung der Milch nicht kannten. 
Sie hätten also das Grypotherium nur als Schlachtvieh zähmen 
können, was mir höchst unwahrscheinlich ist. 



18* 



TuFsio? ehiloensis Ph. 

Eine neue Art cliilenisclier Delphine. 

Vou 
Dr. R. A. Philippi. 



Mit einer Textabbilduug. 



Herr Nathanael Schott, welcher in der Nähe von Ancud ein 
Landgut besitzt, fand im Sommer vorigen Jahres in der Erde — 
wahrscheinlich in reinem Sande — den Schädel eines Delphins und 
schenkte denselben dem Museum. Der Schädel ist im allgemeinen 
sehr wohl erhalten, es fehlen aber: die äusserste Spitze der 
Zwischenkieferknochen, der hintere Theil des Gaumens, Gaumen- 
beine und Keilbein und die untersten Stücke der Schläfenbeine; 
das Hinterhauptsloch ist vollständig vorhanden. Das Pflugscharbein 
und der hintere Theil der Maxillarknochen sind ebenfalls vollständig 
erhalten. 

Die gesammte Länge des Kopfes beträgt , . . . 35,5 cm. 
Von dem unteren Rand des Nasenloches oder vom 
vorderen Rand des Spritzloches bis zur Schnauzen- 
spitze 21 „ 

Länge der Alveolenreihe 15 „ 

Breite zwischen den Einschnitten der Oberkiefer- 
knochen 10 „ 

Breite in der Mitte der Länge der Schnauze . . . 5,5 „ 
Breite der Zwischenkieferknochen in der Mitte der 

Mitte der Länge der Schnauze 4 „ 

Breite der Gehirnkapsel 17 „ 

Höhe des Schädels 14,5 „ 

Aus diesen Dimensionen ergiebt sich, dass der Schädel sehr 
viel Uebereinstimmung hat mit dem, welchen ich als Tursio Pauope 
in den Anales del Museo Nacional de Chile beschrieben und ab- 
gebildet habe, und auch die Verhältnisse der einzelnen Schädeltheile 



Dr. R. A. Philippi: Tursio? chiloensis Ph. 277 

stimmen ziemlich gut überein, aber es sind doch so bedeutende 
Verschiedenheiten vorhanden, dass ich mich genöthigt sehe, unseren 
Schädel als einer neuen Art angehörig zu betrachten. 

Die auffallendste ist unstreitig die Bildung des Pflugscharbeines, 
welches im Gaumen zwischen den Intermaxillarknochen in seiner 
ganzen Länge bis nahe an die Schnauzenspitze sichtbar ist. Das 
hintei'e Ende ist aufgetrieben und fast 5 cm dick; der Knochen wird 
aber bald dünner und in -/■. seiner Länge hat sein unterer Rand 
nur die Dicke von 1,2 cm, und dann laufen die beiden ihn be- 
grenzenden Linien in gerader Richtung bis zur Spitze, die S'/s cm 
vom Schnauzenende entfernt bleibt. Wenn man den Schädel von 
der Seite betrachtet, so sieht man, dass die Mittellinie des Rückens 
von den Nasenbeinen an bis zur Spitze der Schnauze eine einzige 
schwach gebogene Linie bildet, während bei Tursio Panope Ph. 
diese Linie von den Nasenknochen bis zur Gegend des Einschnittes 
des Oberkieferbeines eine ziemlich tiefe Einbuchtung zeigt, dann 
convex wird und sich am Ende nach der Schnauzenspitze hin senkt. 




Gaumenfläche in V4 ^^^ natürlichen Grösse. 

Wenn wir nun den Schädel von oben betrachten, zeigen sich 
folgende wesentliche Verschiedenheiten: der Schädel und besonders 
die Schnauze sind bedeutend breiter und letztere ist fast in der 
ganzen Breite eben. Die Nasenknochen zeigen in ihrem oberen 
Theile zwei sehr starke Vertiefungen, von denen bei Tursio Panope 
keine Spur ist; es findet sich ein unpaarer Knochen zwischen den 
beiden Nasenbeinen und dem Stirnbein, der bei Tursio Panope 
fehlt, und der so breit ist, wie die Nasenknochen zusammen- 
genommen, und eine Länge von 3,7 cm hat. Es ist keine Spur 
der Leisten vorhanden, welche die Seiten der Nasenöffnung ein- 
fassen und sich dann über die hintere Seite der Schnauze fort- 
setzen und dort das sogenannte Dreieck bilden. 

Es ist zu bedauern, dass es nicht möglich ist, die Anzahl der 
Zähne und noch viel weniger deren Form anzugeben. 

Da die Intermaxillarknochen gegen die Spitze ziemlich weit 
auseinander stehen, besonders auf der untern Seite, so scheint es, 
dass eine ziemliche Lücke zwischen den Zähnen beiderseits vor- 
handen war. 



728 l^i"- R. A. Philipp i: Tursio? chiloeusis Ph. 

Anfangs hatte ich geglaubt, dieser Schädel könnte vielleicht 
der von Delphinus eutropia Gray sein, welcher in den Proceedings 
of the Zoological Society of London 1849 p. 1 beschrieben ist. 

Aber Herr Gray führt unter anderen Kennzeichen auf: „Schnauze, 
. . . . sehr convex und oben abgerundet", und unsere Art unter- 
scheidet sich grade durch seine oben abgeflachte Schnauze. 
Ich halte es für überflüssig, auf die übrigen Verschiedenheiten 
einzugehen. 

Ich habe auf der beigegebenen Figur den Gaumen (in \/^ der 
natürlichen Grösse) abgebildet, damit man um so deutlicher die Gestalt 
des Pflugscharbeins sieht, soweit es zwischen den Intermaxillar- 
knochen zum Vorschein kommt. 

Santiago, den 2. Juli 1900. 



Bemerkung: Ende des Jahres 1900 erschienen die obigen 
zwei Mittheilungen in Santiago de Chile unter dem Titel: Contri- 
bucion a la osteolojia del Grypotherium Doniesticum Roth i un 
nuevo Delfin por el Dr. R. Ä. Philippi, 12 S. 8'\ 3 Taf., mit wesent- 
lich gleichem Inhalt; die Abb. sind etwas grösser (Vh, Vd Vu Vi) 
ausgeführt. 

Der Herausgeber Dr. F. Hilgendorf. 



Berichtigung 

zu 

Synopsis 

der 

Coleopteren-Gattung Anthia (Weber) 



von 

P. Obst. 



Archiv für Naturgeschichte, Jahrgang 1901, Beiheft. 
(Festschrift für E. von Märten s.) 



Auf p. 28 des Sep.-Abdr. (p. 292 des Heftes) ist irrthtimlich 

die Art ooptera Bates unter actaeon Er. als mit der letzteren sy- 
nonj^m aufgeführt. Die Art ooptera Bates ist deutlich von den 
anderen zu unterscheiden und ist auch an allen anderen Stellen 
der Synopsis als eigene Art aufgefasst. 

Ferner ist auf p. 32 des Sep.-Abdr. (p. 296 des Heftes) der 
Autorname für die Art omostigma nicht: Bates, sondern Chaudoir 

Berlin, im November 1901. 

P. Obst. 



Gedruckt in 

Kroll 's Buchdruckerei, Berlin S., 

Sebastiansirasse 76. 



ARCHIV 



FÜR 



lATUR&ESCHICHTE. 

GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN, 

FORTGESETZT VON 

W. F. ERICHSON, F. H. TROSCHEL, 
E. VON MARTENS UND F. HILGENDORF. 



HERAUSGEGEBEN 

VON 

Prof. Dr. W. WELTNER, 

KUSTOS AM KÖNIGL. ZOOLOG. MUSEUM ZU BERLIN 



II. BAND. 

(Jahresberichte.) 



Berlin 1901. 
NICOLAISCHE VEELAGS-BUCHHANDLUNC4 



R. STRICKER. 



Inhalt des zweiten Bandes. 

Jahresberichte. 



Erstes Heft. 

(Ausgegeben im Juni 1907.) 

Seite 

A-ves für 1899 von C. E. Hellmayr. 

Allgemeines, Sammlungen und Museen, Personalien, Reisen, 

Taxidermie, Nomenclatur 1 

Anatomie, Physiologie, Entwicklung 8 

Paläontologie 12 

Federn, Färbung, Schnabel- u. Fussform, Flug, Mauser ... 12 

Hahnenfedrigkeit, Spielarten, Bastarde, Abnormitäten .... 15 

Thiergebiete (Faunistik) 17 

Wanderung, Zug 76 

Lebensweise 80 

Jagd, Schutz, Einbürgerung, Pflege, Krankheiten, Parasiten . 89 

Systematik 95 

Aves für 1900 von Aut. Reichenow. 

Allgemeines, Geschichte, Zeitschriften 133 

Museen, Sammlungen 134 

Taxidermie 135 

Versammlungen 135 

Eeisen 135 

Todesanzeigen, Lebensbilder 135 

Anatomie, Physiologie, Entwicklung 136 

Fuss- und Schnabelform, Federn, Farben, Mauser, Flug . . . 139 

Bastarde, Missbildungen 140 

Paläontologie 141 

Verbreitung, Wanderung , . . 142 

Thiergebiete 142 

Lebensweise 165 

Einbürgerung, Jagd, Schutz 169 

Pflege, Hausgeflügel, Krankheiten, Schmarotzer ...... 170 

Systematik, Nomenclatur 171 



IV 

Seite 
jnLollnsca (Geographische Verbreitung, Systematik und Bio- 
logie) für 1905 von Dr. W. Kobelt. 

Verzeichniss der Publikationen 197 

Geographische Verbreitung , 215 

Systematik 

Cephalopoda 223 

Gastropoda 224 

Scaphopoda 250 

Lamellibranchiata 250 

Biologie, Verwendung etc 254 

naminalia für 1897 von Dr. Gurt Hennings. 

Verzeichniss der Veröffentlichungen 257 

Uebersicht über den Stoff. 

Ethologisches. Nutzen und Schaden. Ausrottung. Miss- 
bildung. Varietäten- und Bastardbildung. Färbung . 287 

Hausthiere. Jagdthiere. Acclimatisation 288 

Haut- und Hautgebilde 288 

Skelett: Allgemeines. Rumpf und Extremitäten . , . 289 

Schädel 290 

Zähne 291 

Gelenke, Muskulatur, Bänder 292 

Nervensystem 293 

Sinnesorgane 296 

RespiratioBSorgane 297 

Circulationsorgane. Blut u. Lymphe 298 

Verdauungsorgane. Leibeshöhle 299 

Drüsen 300 

Harn- und Geschlechtsorgane 301 

Ontogenese (excl. Organogenese) 302 

Degeneration u. Regeneration 303 

Phylogenese u. Palaontologiscl.es 304 

Zoogeographisches 308 

Verzeichniss der Nova und Nomenklatorisches 310 

llauimalia für 1898 von M. E. Meissner. 

Verzeichniss der Veröffentlichungen 317 

Uebersicht nach dem Stoff. 

Lebensweise 383 

Nutzen u. Schaden 383 

Einheimische Namen 384 

Ausrottung, Krankheiten, Missbildungen 384 

Variabilität, Bastarde 384 

Gefangene u. acclimatisirte Thiere 385 

Hausthiere 385 

Nomenclatur 386 

Jagd und Jagdschutz 387 

Allgemeines über geographische Verbreitung 387 



V 

Seite 

Faunistisches 387 

Phylogenetische Entwicklung u. Paläontologie .... 395 

Ontogeuetische Entwicklung 397 

Muskeln, Bänder u. Gelenke 398 

Haut und Hautgebilde 399 

Schädel (incl. Geweihe, Gehörne) 399 

Gebiss 400 

lurapf und Gliedmasseu 401 

Nervensystem 401 

Sinnesorgane 405 

Athmungsorgane 405 

Blut- und Lympfgelässe 405 

Verdauungsorgane u. Leibeshöhle 406 

Drüsen 407 

Harn u. Geschlechtsorgane 408 

Uebersicht nach den Arten 

Primates 409 

Prosimiae 410 

Chiroptera 410 

Insectivora 413 

CaiTiivora 415 

Pinnipedia 423 

Rodentia 424 

Ungulata 438 

Cetacea 447 

Edentata 448 

Marsupialia 449 

Monotremata 450 



Zw^eites Heft. 

Erste Hälfte. 

(Ausgegeben im Mai 1902.) 

Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete der Entomologie 
während des Jahres 1900. 
Insecta. 

Allgemeines von Dr. Georg Seidlitz. Seite 

Vorbemerkung 1 

Autoren in alphabetischer Ordnung 1 

Uebersicht nach Zeitschriften 27 

Arbeiten nach Inhalt 37 

Coleoptera von Dr. Georg Seidlitz. 

Vorbemerkung 47 

Autoren in alphabetischer Ordnung 48 



VI 



Seite 

Uebersicht nach Zeitschriften 100 

Arbeiten nach Inhalt IIB 

Die behandelten Coleopteren nach Familien geordnet (Familien- 
Übersicht s. p. 47) 124 

Zweite Hälfte. 1. Lieferung. 

(Ausgegeben im Dezember 1904.) 

Hymenoptera von Dr. Robert Lucas. 

Allgemeines (Publikationen mit Referaten) 289 

Uebersicht nach dem Stoff 332 

Systematischer Theil 342 

Lepidoptera von Dr. Robert Lucas. 

Allgemeines (Publikationen mit Referaten) 547 

Uebersicht nach dem Stoff 650 

Systematischer Theil. 

Rhopalocera 680 

Heterocera 761 

Microlepidoptera 852 

Nachtrag (Hymenoptera, Lepidoptera) 943 

Verbesserungen 944 

Zweite Hälfte. 2. Lieferung. 

(Ausgegeben im Juni 1905.) 

Diptera von Dr. Benno Wandolleck. 

Publikationen mit Referaten 945 

Systematik. 

Diptera orthorapha 985 

Diptera cyclorhapha 998 

Siplionaptera von Dr. Benno Wandolleck 1017 

Trichoptera von Dr. Robert Lucas. 

Allgemeines (Publikationen mit Referaten) 1019 

Uebersicht nach dem Stoff 1022 

Systematischer Theil 1023 

Panorpatae von Dr. Robert Lucas 1026 

Neuroptera-Planipennia von Dr. Robert Lucas. 

Allgemeines (Publikationen mit Referaten) 1027 

Uebersicht nach dem Stoff 1029 

Systematischer Theil 1030 

Rhyncliota von Dr. Th. Kuhlgatz. 
Hemiptera-Homoptera und Heteroptera. 

Allgemeines (Publikationen mit Referaten) 1033 

Uebersicht nach dem Stoff 1093 

Systematischer Theil. 

Heteroptera 1141 

Homoptera 1171 

Phytophthires 1183 



vn 

Seite 

Mallophaga von Dr. Robert Lucas 1195 

Thysanoptera von Dr. Robert Lucas 1196 

Corrodentia von Dr. Robert Lucas 1200 

Orthoptera von Dr. Robert Lucas. 

Allgemeines (Publikationen mit Referaten) 1211 

Uebersicht nach dem Stoff 1229 

Systematischer Theil 1233 

Plecoptera von Dr. Robert Lucas 1252 

Odonata von Dr. Robert Lucas. 

Allgemeines (Publikationen mit Referaten) 1255 

Uebersicht nach dem Stoff 1264 

Systematischer Theil 1266 

Agnatha von Dr. Robert Lucas 1279 

Dermatoptera (Forflculidae) von Dr. RobertLucas . . . . 1281 

Apterygogenea von Dr. Robert Lucas 1289 

Jüyriopoda von Dr. Robert Lucas. 

Allgemeines (Publikationen mit Referaten) 1309 

Uebersicht nach dem Stoff 1321 

Systematischer Theil 1325 

Arachnida von Dr. Robert Lucas. 

Scorpioues 1359 

Pedipalpi 1373 

Araneae 1377 

Solifugae 1414 

Pseudoscorpiones 1416 

Opiliones (Phalangida) 1418 

Acarina 1422 

Tardigrada 1464 

Linguatulidae .... 1464 

Protracheata von Dr. Robert Lucas 1465 



Drittes Heft. 

(Ausgegeben im April 1907.) 

Anthozoa für 1897. Nebst Nachträgen für 1896 

von Prof. Dr. Walther May. Seite 

Litteraturverzeichniss 1 

Technik 4 

Anatomie 5 

Ontogenie 6 

Phylogenie 8 

Physiologie 10 

Riffbilduug 10 

Systematik und Chorologie 12 



vin 

Seito 

AnthosEoa für 1898 von Prof. Dr. Walther May. 

Litteraturverzeichniss » 18 

Technik 20 

Anatomie 20 

Phylogenie 21 

Physiologie 22 

Oekologie 22 

Riffbildung 23 

Systematik und Chorologie 29 

Foraminifera (Testacea reticnlosa) für 1891—1895 

von F. W. Winter. 

Schriftenaufzählung 37 

Technik der Behandlung 67 

Gestaltung, Wachsthum und Fortpflanzung 69 

Faunistik und Systematik. 

Allgemeines 89 

Systematisches Verzeichnis der neuen genera, species und 

varietates 135 

Systematisches Verzeichniss der Synonyma 142 

Kemathelminthes, drordins und Mei'mis, Trematodes, 
und Cestodes für 1904 von Dr. v. Linstow. 

Allgemeines 147 

Nematoden 152 

Neue Arten 171 

Gordius und Mermis 172 

Neue Arten , 174 

Acanthocephalen .... 175 

Neue Arten 176 

Trematoden 176 

Neue Arten 188 

Cestoden 188 

Neue Arten 195 

Cestodarier 196 

Termes (excl. Xemathelminthes, Gordins nnd Mermis, 
Trematodes nnd Cestodes) für 1894 von Dr. Ant. Collin 
und Dr. Th. Saling. 

Verzeichniss der Publikationen mit Inhaltsangabe 199 

Uebersicht nach dem Stoff 235 

Faunistik 239 

Systematik. 

Polychaeten 248 

Gephyreen 253 

Oligochaeten 254 

Hirudineen (incl. Branchiobdelliden) 257 

Nemertinen 259 

Turbellarien 262 



IX 

Seite 

Enteropneusten 266 

Echinoderen 267 

Protozoa, mit Aasschlnss der Foraminifera tnr 1894 

von Br. Robert Lucas. 

Publikationen mit Referaten 269 

Uebersicht nach dem Stoff 351 

Systematischer Theil 363 

Ciliata 366 

Choanoflagellata 370 

Flagellata 370 

Dinoflagellata 374 

Heliozoa 376 

Sporozoa 377 

Rhizopoda 381 

^^pongiae für 1905 von Dr. W. Weltner. 

Verzeichniss der Publikationen über recente Spougien mit 

Inhaltsangabe 385 

Uebersicht nach dem Stoff 400 

Faunistik 401 

Systematik 403 

Litteratur über fossile Spongien 421 

Hydroidea nnd Acalephae (mit Ansschlnss der Sipho- 
nophora) für 1901—03 von Thilo Krumbach. 

Vorbemerkung und Zeichenerklärung 423 

Verzeichniss der Publikationen mit Inhaltsangabe 423 

Bibliographisches 496 

Analytischer Theil, 

Artenkunde, Neue Arten 497 

Allgemeine Anatomie 525 

Synthetischer Theil. 
Physiologie. 

Sinnesphysiologie 533 

Physiologie des Wachsthums (Entwickelungsmechanik) . 533 

Oekologie und Ethologie 542 

Faunistik 550 

Phylogenie. 

Klassifikation 557 

Vergleichende Anatomie 562 

Technisches 565 

Tanicata für 1904 von Dr. Carl Matzdorfif. 

Inhaltsverzeichniss 569 

Schriftenverzeichuiss 570 

Allgemeines u. Vermischtes (Geschichte ; Sammlungen ; Züchtung 

lebender Thiere; Fang, Conservirung u. Präparation) . . . 575 

Bau lind Entwickelung 575 

Physiologie, Oekologie u, Etologie 582 



X 

Seite 

Systematik 584 

Faunistik 589 

Verzeichniss der neuen Gruppen, Formen u. Namen .... 594 
Bryozoa für 1904 von Dr. Carl Matzdorff. 

Inhaltsverzeichniss 597 

Schriftenverzeichniss 598 

Allgemeines u. Vermischtes (Geschichte; Sammlungen ; Züchtung 

lebender Thiere; Fang, Conservirung u. Präparatiou) . . . 604 

Bau und Entwickelung 605 

Physiologie, Oekologie u. Ethologie 609 

Systematik 610 

Faunistik 614 

Verzeichniss der neuen Gruppen, Formen und Namen .... 619 

Die in den Berichten mit einem * bezeichneten Arbeiten 
sind den Referenten nicht zugänglich gewesen. 



Aves für 1899. 

Von 

C. B. Hellmayp. 

(Inhaltsverzeichniss siehe aui Schlüsse.) 



I. Allgemeines, Sammlungen und Museen, Personalien, 
Reisen, Taxidermie, Nomenklatur. 

Acquisitiou of Mr. H. E. Dresser's CoUection of Birds by the 
Manchester Museum; Ibis (7) V. p. 663—665. 

J. A. Allen. „Truth versus Error"; Auk XVI p. 46—51. — 
Tritt für die unbedingte Befolgung von Canon XL des A. 0. U. 
Code ein. 

*L. Azzolini. Elenco degli uccelli esistenti al civico Museo di 
Rovereto al 3 Dec. 1898. Rovereto. 1899, 4°. 

George Baur's Life and Writings. Nachruf von W. Morton 
Wheeler; Amer. Natural. XXXIII (1S99) p. 15—30. — Nachruf 
an den früh verstorbenen, verdienten Forscher. 

W. Borrer. Obituary; Ibis (7) V p. 168. 

F. Braun. Bewegung und Veränderlichkeit; Orn. Monber. 
VII. p. 105 — HO. — Verf. geht von der These aus: „Die Ver- 
änderungen in der Körperform einer bestimmten Species entsprechen 
in Art und Umfang den Veränderungen in den Bewegungen, welche die 
Mitglieder der Species vornehmen müssen" und schliesst mit dem 
Satze, dass alles thierische Leben in Bewegung besteht. 

Derselbe. Zur Entstehung der Vogelarten; Journ. f. Ornith. 
XLVII p. 434 — 448. — Weist u. a. darauf hin, dass für die Ent- 
stehung der Arten nicht günstige, sondern ungünstige Bedingungen 
von besonderer Bedeutung, sowie dass die Vergleichungen zwischen 
Domestikation und Fi eileben unbrauchbar sind. 

Derselbe. Zur geschlechtlichen Zuchtwahl der Sperlings- 
vögel; Journ. f. Ornith. XLVII p. 293—306. — An verschiedenen 
Beispielen versucht Verf. zu beweisen, dass die Deckfarben der c?c? auf 
die Sinne des $, die Kontrastfarben auf die Rivalen desselben Ge- 
schlechtes berechnet seien. Ferner wird darauf hingewiesen: 
„überaus selten findet sich der Besitz ausgesprochener Kontrastfarben 

Arch.f. Naturgesch. 67. Jahrg. 1901. Bd. II. H. 1. 1 



2 C. E. Hellmayr: 

bei guten oder wenigstens lauten Sängern." „Bei den in Deck- 
farben gekleideten Arten sind die ^9, bei den in Kontrastfarben 
prangenden die c?c? der aktive Theil bei dem Zusammenbringen 
der einzelnen Paare/' Verf. kommt zu dem Schlüsse, dass „bei den 
Hochzeitstänzen die 9$ der aktive Theil bezüglich der geschlecht- 
lichen Zuchtwahl sind." 

Sig. Brogi. Nachruf: Avicula III p. 93 — 95. 

William Edwin Brooks. Obituary; Ibis (7) V. p. 468. 

Hermon C. Bumpus. The elimination of the Unfit as illu- 
strated by the Introduced Sparrow, Passer domesticus. A Fourth 
contribution to the study of Variation; Biological Lectures delivered 
at the Marine Biol. Laboratory of Wood's Hall. Session of 1897 and 
1898 (1899) p. •209—226. (Ref. vgl Auk XVII. p. 87). 

W. Ruskin-Butterfleld. (On the life of William Turner); 
Ibis (7) V p. 153 — 155. — Kurze Skizze der mannigfachen Lebens- 
schicksale des verdienten Forschers. Seine naturwissenschaftlichen 
Publicationen sind kurz berührt. 

Geo. K. Cherrle's Reise nach Venezuela; Auk XVI p. 302—303. 

Charles Cliublb. Stray Feathers, a Journal of Ornithology for 
India and its Dependencies. XII. Systematic and General Index 
to vols. I-XI. London 1899. 8". pp. IV 4- 168. 

James G. Cooper. A Sketch by W. 0. Emerson; Bull. Cooper 
Orn. Gl. I. p. 1 — 5. — Biographische Skizze des verdienstvollen 
nordamerikanischen Ornithologen mit Portrait. 

John Cordeaux. Obituary; Ibis (7) V. p. 665—666; Auk XVI. 
p. 377—378; Zoolog. (4) III p. 415—416. 

Eduard Gzynk. 1851—1899; Nachruf von Stefan Ghernel vor 
Chernelhaza; Aquila VI p. 70 — 81. — Mit Portrait imd Schriften- 
übersicht. 

A. Dubois. Synopsis Avium. Nouveau Manuel d'Ornithologie. 
Fascicule I (Psittaci, Scansores, Pici). Bruxelles. 1899. pp, XV. 
und p. 1- 80, pl. 1. — Eine Uebersicht aller bekannten Vogelarten. 
Der vorliegende Theil enthält die Aufzählung der Papageien, Indi- 
catoridae, Bart- und Faulvögel, Pfefferfresser, Jacamars, Kukuke 
und den grössten Theil der Spechte. Bei jeder Art und Subspecies 
(welche letztere als „var." bezeichnet werden) ist das Habitat, meist 
noch di3 wichtigste Synonymie angegeben. Auf der Tafel ist Tiga 
borneonensis Dub, abgebildet. 

Wladimir Graf Dzieduszycki. Todesanzeige; Orn. Monber. 
VII. p. 184. 

Th. Eimer und C. Fickert. Die Artbildung und Verwandt- 
schaft bei den Schwimmvögeln, nach deren Zeichnung dargestellt. 
Mit 65 Textabbildungen; Nova Acta Acad.Caes.Leop.-Carol. LXXVII. 
No. 1 (1899) p. 1—110. — Eingehendes Referat vgl. Zool. Gentralbl. 
1900 p. 534—536. 

D. G. EUiot. Truth versus Error; i^uk XVI p. 38-46. — 
Bricht für die ,, Verbesserung" sprachlich unrichtig gebildeter Genus- 
namen eine Lanze. 



Aves für 1899. 3 

Derselbe. On some Genera and Species; Auk XVI. p. 226 
—232. — Verf. bespricht die Unterscliiede zwischen Cygnus und 
Olor, wie sie von Stejneger auseinandergesetzt worden waren, 
wendet sich dann zu den Genuscharakteren von Exanthemops (für 
Chen rossii), erörtert die Nomenclatur von Symphemia semipalmata 
specuHfera und schliesst mit Bemerkungen über die Benennung des 
nordamerikanischen Truthuhns (Meleagris). 

Carlo von Erlanger und 0. Neumann. Reise nach Nordost- 
Afrika; Orn. Monber. VII p. 196. 

0. Finscli. Systematische Uebersicht der Ergebnisse seiner 
Reisen und schriftstellerischen Thätigkeit (1859—1899). Mit An- 
merkungen und Anhang: Auszeichnungen. Berlin 1899, pp. 153. — 
Die einzelnen Kapitel behandeln A) Reisen, B) Ausstellungen, 
C) Schriftenverzeichniss, D) Neubenennungen (1. Zoologische, 2. Geo- 
graphische), E) Anmerkungen, F) Anhang. Verf. hat 170 Vogel- 
arten (davon 59 zusammen mit G. Hartlaub) in die Wissenschaft 
eingeführt. 25 sp. tragen seinen Namen. 

The late Sir William Henry Flower. Obituary by P. L. 
Sclater; Zoolog. (4) III p. 337—340, tab. IL — Nachruf an den 
verstorbenen Zoologen mit Porträt und Schriftenverzeichniss. 

Josbua L. Fowler. Obituary; Auk XVI p. 377. 

T. (xill. The Generic Name Pediocaetes and Poocaetes; Auk 
XVI. p. 20—23. — Es wird nachgewiesen, dass die Namen Pedioe- 
cetes und Pooecetes „page priority" über Pediocaetes und Poocaetes, 
und überdies eine ganz andere Etymologie haben. 

Derselbe. The Longevity of Birds and other Vertebrates; 
„The Gsprey" III. p. 157—160. — Verf. wirft einen Rückblick auf 
die Hypothesen der verschiedenen Autoren, von Buffon bis auf 
unsere Zeit, die versuchten, die Lebensdauer der Thiere festzustellen. 
Er ist der Ansicht, dass zwischen Grösse des Vogels und Dauer 
der Bebrütung der Eier kein Zusammenhang im Allgemeinen be- 
stehe und erläutert dies an einigen Beispielen. 

J. H. Gurney. On the Comparative Ages to which Birds 
live; Ibis \1) V p. 19—42. — Behandelt ein sehr vernach- 
lässigtes Gebiet der Ornithologie, nämlich das Alter der Vögel. Die 
Notizen sind nach eigenen Beobachtungen, Angaben in der Litteratur 
und Mittheilungen von Fachgenossen zusammengestellt. Eine Ueber- 
sicht giebt das Alter, das einige Vogelarten erreichen, z. B. Cacatua 
galerita mit 80, Bubo maximus mit 68, Anser cinereus mit 80, 
Corvus corax mit 69 Jahren u. s. w. Die drei ältesten Vögel, von 
denen das Geschlecht bekannt ist, sind 22. Anser domesticus (80), 
Bubo maximus (68) und Coracopsis vasa (54 Jahre). Am Schlüsse 
empfiehlt Gurney folgende sechs Fragen der weiteren Forschung: 
1. Leben die Arten einzelner Familien länger als die anderer? 2. Leben 
Weibchen länger als Männchen? 3. Sind Arten, deren Bebrütung 
länger dauert, langlebiger? 4. Leben grössere Vögel länger als 
kleine? 5. Leben Vögel ebenso lange wie Säugethiere? 6. Leben 

1* 



4 C. E. Hellmayr: 

Vögel, die nur eir Ei legen, länger als solche, die eine grössere 
Anzahl von Eiern legen? 

M. Härms. Reisenach Transkaspien ; Orn. Monber. VII. p. 19(3. 

J, A. Harvie-Browii. On a correet Colour-code, or Sortation 
Code in Colours; Proc. Internat. Congr. Zool. Cambridge 1898 (1899) 
p. 155 — 15G. — Vorschläge verschiedener Farben zur Bezeichnung 
der zoogeographischen Regionen und Subregionen. 

Karl Gottlieb Henke. Nekrolog von A. B. Meyer; Abhandl. 
Bericht. Mus. Dresden VII no. 10 (Dec. 1899) p. 1—4. — Skizze 
des Lebenslaufes und Schriftenübersicht des Verstorbenen. 

R. Hermana. Piaben Vögel Geschmack?; Orn. Monatsschr. 
Ver. Vogelw. XXIV. p. 59—68. 

Jahresversammlung der Deutschen ornithologischen Gesell- 
schaft; Orn. Monber. VII. p. 185 — 189. — Vorträge von Schalow, 
Koenig, Hartert, Nehring, Kleinschmidt, Berlepsch, Suschkin u. 
Anderen. Reichenow beschreibt Caccabis petrosa koenigi aus 
Tenerifla. 

J. H. B. Krohn. Sammler imd Sammlungen; Orn. Monber. 
VII. p. 49—52, G6— 72, 85-88, 181—182. — Enthält Mittheilungen 
über Privatsammlungen von Vogelbälgen und Vogeleiern in Europa 
mit kurzen Angaben über Umfang, Werth und Inhalt. Meist ist 
ein Verzeichniss der hauptsächlichsten Veröffentlichungen der Be- 
sitzer beigefügt. 

Krüger- Veltliusen. Todesanzeige; Orn. Monber. VII. p. 16. 

Oscar von Löwls of Menar. Todesanzeige und Nachruf von 
0. Kleinschmidt; Orn. Monber. VI. p. 183—184. 

Derselbe. Nachruf von C. R. Hennicke; Orn. Monatsschr. 
Ver. Vogelw. XXIV. p. 365 -.367. 

Othniel Charles Marsh. Obituary; Zoolog. (4) III. p. 234; 
Auk XVI. p. 211; Ibis (7) V. p. 467—468. 

E. Minä-Palumho. Todesanzeige; Avicula III p. 89—91. 

A. Newton and H. Gadow. Dictionary of Birds. Contributions 
from R. Lydekker, C. S. Roy, R. W. Shufeldt. Cheap issue, un- 
abridged. London 1899. 8^ 1088 pg. 

H. C. Oberholser. Some untenable Names in Ornithology; 
Proc. Acad. N. H. Philad. vol. 51 (Juni 1899) p. 201— 216. — Verf. 
weist nach, dass eine Anzahl in Gebrauch stehender Gattungsnamen 
durch andere zu ersetzen sei, und zwar: Micruria durch Endoray- 
chura n. nov. ; Euhyas durch Zapterus nom. nov.; Defilippia durch 
Hemiparra Salvad.; Phyllopezus durch Actophilus nom. nov.; Or- 
thocnemus durch Idiornis n. nov.; Tapinopus durch Diatropornis n. 
nov.; Peristera durch Claravis nom. nov.; Harpe durch Nesierax n. 
nov.; Pachynus durch Graydidascalus; Hemilophus durch Mulleri- 
picus; Dendrobates durch Veniliornis, Aufzählung der Arten; Har- 
pactes durch Pyrotrogon; Amazilia durch Amazilis; Heteropelma 
durch Scotothorus nom. nov.; Metopia durch Antilophia; Gymno- 
cephalus durch Perissocephalus nom. nov.; Heterocnemis durch 
Sclateria nom nov.; Homorus durch Pseudoseisura; Linmophyes 



Aves für 1899. . 5 

durch Thryolegus nom. nov.; Oxjurus durcli Aphrastura nom, nov. ; 
Eroessa durch Neomixis; Ellisia durch Nesillas nom. nov.; Phlexis 
durch Cryptillas nom. nov. ; Amytis durch Diaphorillas nom. nov.; 
Hemixus durch Ixos; Cassinia durch Stizorhina nom. nov.; Philen- 
toma durch Drymophila; Symmorphus durch Diaphoropterus nom. 
nov.; Xerophila durch Aphelocephala nom. nov.; Euthyrhynchus 
durch Timeliopsis; Stictoptera durch Stizoptera nom. nov.; Chera 
durch Diatropura nom. nov.; Eucorystes durch Zarhynchus nom. 
nov.; Calornis durch Lamprocorax; Dilophus durch Perissornis nom. 
nov.; Cuphopterus durch Horizorhinus nom. nov. 

Derselbe. Family and Subfamily Names based on Subgenera; 
Auk XVI. p. 285— 28G. 

Derselbe. Piranga rubra and Carpodacus mexicanus frontalis 
preoccupied?; Auk XVI. p. 185 — 186. — Erörtert an den beiden 
Beispielen die Frage, ob homonyme Combinationen (also nicht 
Originalbeschreibungen) praeoccupirend sind. 

Ornithological Meeting at Serajevo, Bosnia. Zoolog. (4) 
III. p. 511—512. 

Ornithologische Versammlung in Sarajevo. Ürn. Monber. 
VII. p. 103—104. 

Dasselbe. Im Jahre 1899 vom 25. bis 29. September; Aquila 
VI. p. 127—132. 

Dasselbe. Vom 25. bis 29. September 1899; Aquila VI. 
p. 380 — 400. — Bericht über die Sitzung und die abgehaltenen 
Vorträge. 

E. Oustalet. Notes sur la longevite des Oiseaux; Ornis X 
no. l (1899) p. 62. — Ueber die Lebensdauer einiger im Jardin 
des Plantes zu Paris gehaltenen Vögel. 

"■ . von Pauberg. Verhältniss der Geschlechter in der Vogel- 
welt; Orn. Monatsschr. XXIV p, 32 — 33. — Der im Zeugungsakte 
stärkere Theil soll Nachkommen des anderen Geschlechtes erzeugen. 

Proposecl Memorial for Macgillivray; Ibis (7) V p. 166; 
Ann. Scott. N. H. 1899, p. 45—46. 

X. Raspail. Le Sens de Todorat chez les oiseaux; Bull. Soc. 
zool. France XXIV (1899) p. 92—102. — Beobachtungen hinsichthch 
der Ausbildung des Geruchsinnes bei den Vögeln. 

C. W. llichmond. On the Date of Lacepede's „Tableaux"; 
Auk XVI p. 325 — 329. — Die genauen Erscheinungsdaten der 
einzelnen Lieferungen mitgetheilt. 

Scientific Expedition to Alaska; Ibis (7) V p. 484. 

P. L. Sclater [üeber die Fortschritte der Ornithologie im 
Jahre 1S98/99]; Bull. B. 0. C. X p. 9—15. 

R. B. Sharpe. A Hand-List of the Genera and Species of 
Birds. [Nomenciator Avium tum fossilium tum viventium]. Volume I. 
London, 1899. 8". p. XXI -j- 303. — Eine systematische Auf- 
zählung säm ratlicher recenten und fossilen Vogelarten. Der vor- 
liegende erste Band umfasst die Saururae, Ratitae sowie von den 
Garinatae die Tinaraiformes, Galliformes, Hemipodii, Pteroclidiformes, 



6 0. B. Hellmayr: 

Columbiformes, Opisthocomiformes, Ralliformes, Podicipedidiformes, 
Colymbiformes, Hesperornithiformes, Sphenisciformes, Procellarii- 
formes, Alciformes, Lariformes, Charadriiformes, Gruiformes, Stere- 
ornithes, Ardeiformes, Phoenicopteriformes, Anseriformes, Gastornithi- 
formes, Ichthyornithiformes, Pelecaniformes, Cathartidiformes und 
Strigiformes. Neue Genera sind folgende aufgestellt: Mezotreron 
(type: Ptilinopus dohertyi Rothschild); Alopecoenas (A. hoedti Schi.); 
Pseuduria (für Cepphus columba, C. snowi und C. carbo) und Nanno- 
pterum (type: Phalacrocorax harrisi Rothsch.). Anas benedeni neuer 
Name für A. creccoides Bened. (nee King). 

R. B. Sharpe. Avium Generum Index Alphabeticus: an alpha- 
betical Index to the Genera adopted in the twenty - seven volumes 
of the Catalogue of the Birds in the British Museum; Bull. B. 0. C, 
IX (April 1899) pg. 31. 

C. Davies Sherborn and T. S. Palmer. Dates of Charles 
d'Orbigny's „Dictionnaire Universel d'Histoire Naturelle", 1839 — 1849; 
Ann. Mag. Nat. Hist. (7) III, 1899 p. 350—352. 

C, Davies Sherborn. A Note on the Date of the Parts of 
Humboldt and Bonpland's Voyage: Observations de Zoologie; Ann. 
Mag. Nat. Hist. (7) III, 1899, p. 428. 

Derselbe. Dates of Jardine and Selby's „Illustrations of 
Ornithology"; Ibis (7) V p. 483 — 484. — Die genauen Erscheinungs- 
daten der einzelnen Theile mitgetheilt. 

ß. W. Shufeldt. Observations on the Classification of Birds; 
Proc. Acad. N. H. Philad. v. 50, 1898 (publ. January 1899) p. 489 
— 499. — Allgemeine Betrachtungen über die Classification der 
Vögel nach anatomischen Merkmalen, vv^obei die Versuche der ver- 
schiedenen Autoren seit Linne kurz gestreift und die systematische 
Stellung einiger Vogelordnungen discutirt wird. 

Frank B. Simsou. Obituary; Ibis (7) V p. 666. 

Sixteenth Congress of the American Ornithologist's 
Union; Auk XVI p. 51— 55. 

Alfred Charles Smith, Obituary; Ibis (7) V p. 332. 

T. Southwell. Some Additions to the Norwich Castle-Museum, 
in 1898; Transact. Norf. & Norwich Nat. Soc. VI. 5 (1899) p. 469 
— 472. — Von den Erwerbungen sind besonders Astur butleri, 
Microhierax melanoleucus, Ninox fusca und N. rudolphi zu erwähnen. 

W. Stone. Some Philadelphia Ornithological Collections and 
Collectors, 1784-1850; Auk XVI p. 166 — 177. — Im Anschlüsse 
an seine Studien über die im Museum zu Philadelphia vorhandenen 
Typen gibt Verfasser in vorliegender Arbeit einen kurzen 
Abriss der Geschichte und Entstehung des ornithologischen Theiles 
der Sammlung, der viel interessante Details über die Ornithologen 
der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts enthält. Erwähnenswerth 
sind auch die Angaben über Entstehung und Untergang von Peale's 
Museum. 

Derselbe. A Study of the Type specimens of Birds in the 
CoUection of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia, with 



Aves für 1899. 7 

a biiel History of the CoUection; Proc. Acad. N. H. Soc. 51 (April 
1899) p. 5 — 62. — Die Sammlung wurde im Jahre 1812 begonnen, 
machte aber zunächst wenig Fortschritte. Erst von 1846 an, als 
T. B. Wilson sich des Museums annahm, erlangte sie eine grössere 
Ausdehnung. Nach und nach wurden mehrere umfangreiche 
Collectionen angekauft, so: die des Hei'zogs von Rivoli, Gould's 
Australische Vögel, Bourciers Sammlung von Tangaren u. Papageien, 
die Boys Sammlung (Indien) u. s. w. Verf giebt einen Ueberblick 
über die historische Entwicklung des Museums und über die Er- 
werbungen bis zum Jahre 1897. Im Anschluss daran ist eine 
kritische Liste aller in der Sammlung befindlichen Typen, nach den 
einzelnen Autoren geordnet, mitgetheilt. Sie enthält Originale von 
Alex. Wilson, T, Say, Bonaparte, Townsend, Andubon, Nuttall, 
Gambel, Harris, Mc Call, Leib, Hoy, Jones, Heermaun, ßaird, 
Lawrence, Sclater, Bryant, Cabot, Krider, Hoopes, Ogden, Gentry, 
Stone, Rhoads und besonders fast aller von Cassin beschriebenen 
Arten. Ferner solche von Peale, Jardine, Strickland, J. & E.Verreaux, 
Lafresnaye, Massena & Souance, J. Gould (auch sämratliche von 
ihm in the Birds of Australia beschriebenen Species), zahlreiche 
Originale von Sir A. Smith, sowie einzelne Typen von mehreren 
anderen Autoren. 

The Bird CoUection of the British Museum; Ibis (7) V 
p. 658-663. 

The Bird Collections of the British Museum; Ibis (7) V 
p. 161 — 168. — Uebersicht der Eingänge im „Bird - room" im 
Rechnungsjahre 1897 — 1898, die sich auf 12 783 Exemplare 
belaufen. 

The Cambridge Natural History, edited by S. F. Harmer 
and A. E. Shipley. Volume IX. Birds. By H. A. Evans. London 
1899. 8". pp. XVI + 635. — Eine gedrängte Naturgeschichte der 
Vögel. Im ersten Kapitel ist das Wichtigste über Färbung, Mauser, 
Anatomie und Zug sowie die Terminologie des Vogelkörpers mit- 
getheilt. Die übrigen Kapitel behandeln die einzelnen Ordnungen 
und Familien in knapper Darstellung. Biologie und Fortpflanzungs- 
geschichte sind ebenso wie die geographische Verbreitung gebührend 
berücksichtigt. Zahlreiche Textfiguren schmücken den Band. 

John Tan Yoorst. Obituary ; Ibis (7) V p. 1 68. 

Adolf Walter. Nachruf von H. Schalow; Orn. Monber. VII 
p. 53 — 58. — Ein in warmen W^orten abgefasster Nachruf an den 
besonders um die Erforschung der Biologie des Kukuks verdienten 
Forscher. Mit Schriftenverzeichniss. 

Derselbe. Nachruf von K. Junghans; Orn. Jahrb. X p. 157; 
Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 120—122. 

J. Whitehead. lodesanzeige; Bull. B. 0. C. VIII p. 53—54. 

C. 0. Whitman. Animal Behavior; Biolog. Lectures of the 
Marine Biol. Laboratory, Wood's Hall. Session of 1897 and 1898 
(1899) p. 285 — 338. — Beschäftigt sich mit dem Instinct der Thiere 
[vgl. Auk XVII p. 87-88]. 



8 C. E. Hellmayr: 

J. Bickerton Williams. The color of certain Birds, in relation 
to Inheritance; Ank XVI p. 318—322. — Verf. bespricht an der 
Hand einiger Beispiele die Bedeutung der Farben für die Classi- 
fication der Vögel und kommt zu dem Schlüsse, dass sie bisweilen 
wohl ebenso werthvolle Fingerzeige gebe, wie die Schnabelform 
oder Anordnung der Zehen. 

Joseph Wolf. Obituary; Auk XVI p. 301-802; Ibis (7) V 
p. 468—470; Zoolog. (4) III p. 234—236. 

Derselbe. Todesanzeige; Orn. Monber. VII p. 102 — 103. 

Graf Max t. Zeppelin. 1856—1897, Nachruf von 0. Herman; 
Aquila VI p. 119. 



II. Anatomie, Physiologie, Entwicklung. 

F. E. Beddard. Notes on the Anatomy of the Genus Apteryx; 
Nov. Zool. VI p. 386—402, tab. XV, XVI. — Behandelt 1. „Certain 
external characters". Die wichtigste Feststellung hierin betrifft das 
Vorhandensein einer Bürzeldrüse, worin die Apteryx von allen 
Eatiten abweichen. Ferner Bemerkungen über die Schwingen und 
Krallen. Weitere Abschnitte beschäftigen sich mit Eigenthümlich- 
keiten des Skelettes, des Muskelsystems und der Luftröhre. Im 
Schlusskapitel sind die anatomischen Unterschiede der einzelnen 
Arten erörtert. Bürzeldrüse und Becken abgebildet. 

Derselbe. On a Hybrid between a male Guinea -fowl and a 
female Domestic Fowl, with some Observations on the Osteology of 
the Numididae; Ibis (7) V p. 333 — 344. — In der Einleitung berührt 
Verf. kurz die früher bekannt gewordenen Fälle von Bastardirung 
zwischen Numida meleagris und Haushuhn. Sodann erläutert Verf. 
die Unterschiede zwischen den beiden Gattungen an den einzelnen 
Skelettheilen: Wirbelsäule, Schädel, Becken, Sternum, Schulter- 
gürtel und Vorderextremitäten, und schliesst mit der Beschreibung 
der Osteologie des Bastards, der auch in dieser Hinsicht intermediär 
zwischen seinen Stammeltern ist. Zahlreiche Textfiguren beigegeben. 

W. Blaxland Beuham. Notes on the Internal Anatomy of 
Notornis; Proc. Zool. Soc. London 1899 p. 88 — 96. — Beschreibung 
des Darmkanals, der Zunge, des Larynx und des Syrinx, durch 
eine Anzahl von Textzeichnungen erläutert. 

Derselbe, Notes on certain of the Viscera of Notornis; 
Transact. New Zealand Inst. XXXI (June 1899) p. 151—156, pl. XII 
— XIII. — Beschreibung de§ Verdauungstractus von Notornis. Auf 
den beiden Tafeln Abbildung der Viscera »md des Zwölffingerdarmes. 

R. Boyce and W. B. Warringlon. Observations on the Anatomy, 
Physiology and Degenerations of the Nervous System of Birds; 
Proc. Roy. Soc. London 64, Bd. (1899) p. 176-179. 

A. J. Campbell. On the Trachea of the Freckled Duck of 
Australia (Stictonetta naevosa); Ibis (7) V p. 362 — 364, — Be- 
schreibung und Abbildung, 



Aves für 1899. 9 

*U. Deganello. Asportazione dei canali semicircolari, e de- 
generazioni consecutive nel bulbo e nel cerveletto. Contributa 
sperimentale alla fisiologia dei canali semicircolari e all' origine 
del nervo acustico negli Uccelli. Con 2 tav.; Riv. sperim. 
Freniatria XXV (1899) fasc. 1 p. 1—26. 

C. J. Econorao. Zur Entwickelung der Vogelhypophyse ; 
Sitzungsber. Akad. Wissensch. Wien, Math. Physik. Cl. 108. ßd. 

1899 Abth. III p. 281—297 mit 4 Tafeln [Referat v^l. Zool. Centralbl. 

1900 p. 578—574]. 

L. Ediuger and A. Wallenberg. Untersuchungen über das 
Gehirn der Tauben, Mit 12 Abbildungen; Anat. Anz. XV p. 245 
—271. 

C F^re. Deuxieme note sur le developpement et sur la 
Position de l'embryon de poulet dans les oeufs ä deux jeunes; C. R. 
Soc. Biol. Paris (10) V p. 922 924. 

Derselbe. Influence du repos sur les effets de l'exposition 
prealable aux vapeurs d'alcool avant l'incubation de l'oeuf de poule; 
1. c. (10) VI p. 255—258. 

Derselbe. Note sur la tolerance de l'embryon de poulet pour 
l'iodure de potassium; 1. c. (11) I p. 454—457. 

Jul. A. (jrober. Ueber die Athmungsinnervation der Vögel; 
Pflügers Archiv ges. Physiol. 76. Bd. (1899) p. 427—469. — Verf. 
wollte den Melanismus und die Innervation der Athmung bei der 
Taube feststellen, doch musste die Arbeit vorzeitig abgebrochen 
werden. Eingehendes Referat vergl. Zoolog. Centralbl. 1900 p. 182 
—183. 

F. H. Herrick. Ovum in Ovo; Amer. Natur. XXXII, 1899, 
p. 409—414. — Verf. beschreibt zwei von ihm untersuchte Fälle 
(in einem lag ein kleines beschältes Ei im Eidotter eines Hühnereies, 
im andren im Ei weiss eines anderen Eies), und bespricht die 
anderen, bisher bekannt gewordenen ähnlichen Fälle und die 
Theorien zur Erklärung dieser Abnormität. 

F. Iminermann. Ueber Doppeleier beim Huhn. Inaugural- 
Dissertation. Basel 1899. 43 pp. mit 5 Abbildungen. — Verf. hat 
16 Doppeleier beobachtet und der Bebrütung ausgesetzt. Davon 
besassen 11 getrennte Dotterhäute, 5 nur eine gemeinsame. Für 
die Lage der Zwillinge (nach der Polseite) war keine Norm zu 
constatiren. Verf. beobachtete in einem Eierstock zwei Eier, in 
einem Graafschen Follikel. Die Doppeleier mit gemeinsamer 
Dotterhaut entstehen wahrscheinlich aus einem solchen Follikel mit 
zwei Dottern, die anderen vielleicht auch oder aber durch gleich- 
zeitiges Platzen zweier Follikel. (Nach Zool. Centralbl. 1899 p. 947). 

S. Kaestner. Neuer Beitrag zur Casuistik der Doppelbildungen 
bei Hühnerembryonen. Mit 2 Figg. ; Arch. Anat. u. Phys , Anat. 
Abth. 1899 p. 28—32 

ß. Kolster. Ueber Höhlenbildungen im Rückenmarke von 
Embryonen der Sterna hirundo und Larus canus. Mit 5 Abbildungen; 
Anat. Anz. XV p. 342—345. 



10 C. E. Hellmayr: 

J. Lafite-Dupont. Morphologie generale des oiseaux; Ac. Soc. 
Linn. Bordeaux LIV (6) IV p. 281—294. — Galliformes. Columbi- 
formes und Accipitres behandelt. 

F. A. Lucas. Notes on the Mj^ology of Hemiprocne zonaris; 
Auk XVI p. 77-78. 

P. Miiigazziiii. Anomalie dell' estremita posteriore del midollo 
spinale nell' embrione di pollo. Con I tav.; Bull. R. Acad. Med. 
Roma XXV (1899) fasc. ?,J1. p. 709—718. 

R. Moiiti. Su la fina distribuzione e le terminazione dei nervi 
nella milza degli üccelli; Boll. Seient. Pavia XX (1899) p. 114 
— 117. 

A. Nicolas. Sur la crete et la gouttiere hypochordales des 
embryons d'oiseaux. Avec 17 figures; C. R. Assoc. Anatomist. 
Nicolas 1. Sess. (1899) p. 134—152. 

W. P. Pycraft. Contributions to the Osteology of Birds. Part 11 
Impennes; Proc. zool. Soc. Lond. 1898 (pnbl. 1899) p. 958—989, 
pl. LIX — LXI. — Verf. beschäftigt sich in eingehender Weise mit 
der Osteologie der Impennes. Die Arbeit zerfällt in 11 Kapitel: 
1. Introdnctory Remarks. 2. The skull of the adult. 3. The skull 
of the Nestling. 4. The Vertebral Column. 5. The Pectoral Girdle 
and Sternum. 6. The Pelvic Girdle 7. The Pectoral Limb. 
8. The Pelvic Limb. 9. Summary. 10. Schlüssel zur Osteologie der 
Impennes. 11. Literaturverzeichniss. In Kapitel 10 gibt Verf. 
Schlüssel für die Genera und Arten für die einzelnen Skelettheile. 
Auf den Tafeln Abbildungen der Schädel einer Reihe von Arten. 

W. P. Pycraft. Contributions to the Osteology of Birds. 
Part III. Tubinares; Proc. Zool. Soc. London 1899 p. ?81 — 411, 
pl. XXII & XXIII. — Behandelt in ausführlicher Weise die 
Osteologie der Gruppe. Die 12 Capitel beschäftigen sich mit dem 
Schädel der alten und jungen Vögel, der Wirbelsäule, den Rippen, 
dem Sternum und Schultergürtel, dem Beckengürtel und den 
Extremitätenknochen. Am Schlüsse Zusammenfassung der ge- 
wonnenen Resultate, und Schlüssel zum anatomischen Bestimmen 
der Familien, Subfamilien und Gattungen nach den einzelnen Skelett- 
theilen. Auf den Tafeln sind Schädel dargestellt. 

Derselbe. Contributions to the Osteology of Birds. Part IV. 
Pygopodes; Proc. zool. Soc. London 1899 (publ. 1900) p. 1018 
— 1046, pl. LXXII. — Schhesst sich in der Anordnung und Be- 
handlung des Stoffes an die vorhergehende Arbeit an. Auf der 
Tafel sind Schädel abgebildet. 

A. Rizzo. Sul numero e sulla distribuzione dei pori nel guscio 
deir ovo di gallina; Ric. fatte nel laborat. Anat. norm. R. Univ. 
Roma VII fasc. 2. 1899 p. 171 — 173, con 3 fig. — Die Zahl der 
Poren der Eischale schwankt um 7000 herum, der spitze Pol zeigt 
die wenigsten, der stumpfe die meisten. 

M. J. Ross. Special structural features in the airsacs of Birds; 
Trans. Amer. Micr. Soc. XX p 29 -40, tab. I— III. 



Aves für 1899. 11 

L. Sala. Sullo sviluppo dei cuori linfatici e dei dotti toracici 
neir embrione di pollo; Mouit. Zool. Ital. X (1899) p. 244—252. 

J. Salvioli. Sulla resistenza dell' ovo di pollo alle variazioni 
di teniperatura: studio sperimentale; Atti R. Ist. Ven. Sc. Lett. Arti 
58. Disp. 4. (1899) p. 501—519. 

M. Schüller. Epithelien auf der Innenfläche der Schalenhaut 
des Hühnereies. Mit 7 Abbildungen; Anat. Anz. XYI p. 460—467. 

R. Shelford. On some Hornbill Embryos and Nestlings. With 
Field-Notes by C. Hose; Ibis (7) V p. 538—549, pl. VIII— X. — 
Beschreibung und Abbildung eines 14 Tage alten Embryos von 
Anthracoceros malayanus; zweier fast entwickelter Embryos von 
Buceros rhinoceros und Rhytidoceros undulatus; eines eben aus- 
geschlüpten Nestlings von B. rhinoceros und zweier von R. undulatus; 
eines sechs Wochen alten B. rhinoceros und zweier eben flugfähig 
gewordenen Jungen von A. malayanus. Im Anhange gibt Hose 
einige Daten über das Brutgeschäft von Buceros rhinoceros. 

P. Suschkin. Beiträge zur Classification der Tagraubvögel mit 
Zugrundelegung der osteologischen Merkmale (vorläufige Mittheilung) ; 
Zool. Anzeig. XXII (1899) p. 500—518. — Verf. untersuchte bisher 
44 Gattungen und basirt darauf seine Schlüsse, von denen die 
folgenden wohl am wichtigsten sind. Die Falken weichen im 
Skelettbau vielfach von den übrigen Accipitres ab, viele ihre 
Charactere finden sich auch bei den Polybori. Falken und Polybori 
sind also von den übrigen Gattungen weiter entfernt als die Vul- 
turidae und Pandion. Zwanzig den B^alken und Polybori gemeinsame 
und den übrigen Tagraubvögel meist fehlende diagnostische Merk- 
male sind aufgeführt. Die einzelnen Gattungen der beiden Gruppen 
sind des Näheren auf ihre Specialisirung und Verwandtschaft hin 
erörtert. Microhierax verbindet Charaktere der beiden Gruppen und 
ist am besten als Vertreter einer besonderen Gruppe zwischen sie 
zu stellen. Aus dem Formenkreise Buteoninae sind Elanus und 
Machaerhamphus am interessantesten. Ersterer ist nicht mit Milvus 
verwandt, ebensowenig wie letztere Gattung mit Pernis, wohin man 
sie vielfach gestellt hat. Sie bilden wohl eine Gruppe für sich. 
Der nächste Verwandte von Pernis ist Pandion. Gypohierax steht 
dem Genus Neophron sehr nahe u. s. w. Die Arbeit enthält im 
Ganzen eine Fülle von werthvollen Hinweisen. 

D'Arcy W. Thompson. On characteristic Points in the Cranial 
Osteology of the Parrots; Proc. zool. Soc. London 1899 p. 9—46. — 
Vergleichende Osteologie des Schädels der verschiedenen Familien 
der Psittaci, durch zahlreiche Textzeichnungen ej'läutert. 

W. Tonkoff. Zur Entwicklung der Milz bei Vögeln; Anat. Anz. 
XVI p. 405—406. 

H. D. Tjeenk Wiiünk. Die Zahnleisten und die Eischwiele 
bei den Vögeln; Tijdschr. Nederl. Dierk. Vereen. (2) VI. Afl. 3 (Dec. 
1899) p. 243—252, Tafel XL — Untersuchungen über die Zahn- 
leisten bei Embryonen von Gallinula chloropus, Sterna hirundo. 



12 C. E. Hellmayr: 

St. cantiaca, Haematopus ostralegus, Oedicnemus crepitans, Numenius 
und Limosa aegocephala. Im zweiten Abschnitte der Arbeit macht 
Verf. auf das Vorhandensein einer Eischwiele bei den Embryonen 
zahlreicher Vogelarten aufmerksam. 



III. Paläontologie. 

€. W. Andrews. [On bird-remains from Somersetshire]; Proc. 
zool. Soc. Lond. 1898 (publ. 1899) p. 852. - U. A. wurden Reste 
von Pelecanus crispus in grosser Zahl vorgefunden. 

Derselbe. On the Remains of a new Bird from the London 
Clay of Sheppey; Proc. zool. Soc. Lond. 1899 p. 776—785, pl. LI. 
— Die Reste, bestehend aus Schädel, Pelvis und einigen gebrochenen 
Extremitätenknochen, sind ausführlich beschrieben. Auf der Tafel 
Totalansicht des Stückes. Verf. weist nach, dass es sich um eine 
mit Phaeton verwandte Form handelt, und schlägt den Namen 
Prophaeton shrubsolei vor. 

Derselbe. On the Extinct Birds of Patagonia. — I. The 
Skull and Skeleton of Phororhacos infiatus Ameghino; Transact. Z. 
S. London XV. Part III No. 1 (October 1899) p. 55-86, pl. XIV 
— XVII. — Eingehende Beschreibung der einzelnen Skeletttheile 
von Phororhacos inflatus. Verf. kommt zu dem Schlüsse, dass diese 
Form am nächsten verwandt sei mit den Falconiformes und den 
aberranten Gruiformes, z. B. Cariama und Chunga. Schädel und 
andere Skeletttheile sind abgebildet. 

0. C. Farrington. A Fossil Egg from South Dakota; Field 
Colomb. Museum, Geology, Vol. I No. 5 p. 193—200, tab. XX, XXI 
(April 1899). — Das Ei, das bei Dakota City gefunden wurde, ist 
beschrieben und abgebildet. Verf. hält es für ein versteinertes Ei 
eines entenartigen Vogels aus der frühen Miocänperiode. 

*A. Mercerat. Sur les Stereo rnithes; Comm, Mus. Nac. Buenos 
Aires I (1899) p. 161—164. 

*Derselbe. Die fossilen Vögel Patagoniens. Ein Beitrag zur 
Entwicklungsgeschichte und systematischen Stellung derStereornithes; 
Veröffentl. deutsch - akad. Vereinig. Buenos Aires 1. Bd. 1. Heft 
(1899) p. 1—14. 



IV. Federn, Färbung, Schnabel- und Fussform, Flug, 

Mauser. 

B. Altum. lieber die Kleider unserer Wildhühner; Orn. 
Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 169 172. — Allgemeines und 
specielle Angaben über die Kleider von Perdix saxatilis. 

F. J. Birtwell. An example of Aptosochromatism, as influenced 
by Diet, in Megascops asio; Auk XVI p. 313—318. — Verf. will 
durch verschiedene Fütterung Veränderung in der Färbung der 



Aves für 1899. 13 

Federn (ohne Mauser) hervorgebracht haben, doch ist aus der Dar- 
stellung nicht ersichtlich, weshalb die beschriebenen dunklen und 
rothen Flecken nicht auf Mauser zurückzuführen sein sollten. 

J. L. Bonhote. [Ueber die Mauser von Colymbus septentrionalis 
und C. glacialis]; Bull. B. 0. C. X p. 7. 

H. Lyniau Clark. The Number of Rectrices in Grouse; Auk 
XVI p. 181. — Die Zahl der Schwanzfedern beträgt häufig zwanzig. 

Derselbe. The Feather-Tracts of North American Grouse 
and Quail; Proc. ü. S. Nat. Mus. XXI (Jan. 1899) p. 641-653, 
tab. XLVII — XLIX. — Verf. studierte die Pterylose der nord- 
amerikanischen „Gamebirds" an der Hand von 65 frisch getöteten 
Exemplaren, die 18 Arten aller unterschiedenen Genera repräsentirten. 
Die beiden Subfamilien Odontophorinae und Tetraoninae sind leicht 
unterscheidbar nach ihren pterylotischen Charakteren, ebenso die 
einzelnen Gattungen der beiden Gruppen untereinander. Die Kenn- 
zeichen jedes Genus sind erörtert, und Schlüssel zum Bestimmen der 
Gattungen der beiden Subfamilien beigegeben. Die Cracidae (Ortalis) 
entfernen sich bedeutend von allen anderen nordamerikanischen 
Gattungen. Auf den Tafeln ist die Pterylose von Colinus vir- 
ginianus, Dendragapus obscurus und Ortalis vetula macalli dargestellt. 

J. Dwiglit. Sequence of Plumages: Illustrated by the Myrtle 
Warbier (Dendroica coronata) and the Yellow-breasted Chat (Icteria 
virens); Auk XVI p. 217 — 220. — An der Hand dieser beiden 
Beispiele erläutert Verf. die verschiedenen Kleider der Passeres, für 
die er die folgenden Ausdrücke vorsehlägt: 1. Natal Down, 
2. Juvenal Plumage, 3. First W^inter Plumage, 4. First Nuptial 
Plumage, 5. Adult Vi^inter- und 6. Adult Nuptial Plumage. 

K. Eckstein. Zur Mauser des Storches; Orn. Monatsschr. Ver. 
Vogelw. XXIV p. 353. 

W. Farren. Note on the Moulting of the Flight Feathers in 
the Divers; Ann. Scott. N. H. 1899 p. 114—115. -— Verf. weist 
darauf hin, dass Colymbus septentrionalis gleich den Enten alle 
Schwungfedern auf einmal verliert, also für einige Zeit flug- 
unfähig wird. 

F. Finn. Note on the Seasonal Change of Plumage in the 
males of the Purple Honeysucker (Arachnechthra asiatica) and of 
an analogous American Bird (Coereba cyanea); Avic. Mag. V. 
p. 41—43. 

W. Storrs Fox. The Coloration of British Birds and their 
Eggs; Zoolog. (4) III p. 164 — 175. - Behandelt die Schutzfärbung 
der Eier und der Brutvögel. Verf. weist besonders auf mehrere 
Punkte hin, die Beachtung verdienen. Bei Vögeln, die offene Nester 
bauen, sind beide Geschlechter oder mindestens das Weibchen in 
schützende Farben gekleidet. Höhlenbrüter zeigen meist bunte 
Färbung; alle Britischen Vögel, die geschlossene Nester bauen, 
haben unscheinbare Färbung und sind in beiden Geschlechtern gleich. 
Nächtlich lebende Vögel tragen ein Gefieder, das sie am Tage 



14 • C. E. Hellmayr: 

schützt u. s. w. In ähnlicher Weise ist die Färbung des Eies er- 
örtert. Mit Recht weist Verf. auf zahlreiche Ausnahmen hin, die 
sich mit Schutzfärbung nicht in Einklang bringen lassen. 

E. Hartert. On the First Primary in Passerine Birds; Zoolog. 
(4) III p. 129-130. 

0. Heinroth. Ueber die Kleider des Eleonorenfalken (Falco 
eleonorae Gene) Offener Brief an Herrn Othmar Reiser, Sarajewo; 
Orn. Monber. VII p. 19 — 23. — Beschreibung der verschiedenen 
Kleider: 1. Junger, eben flügge gewordener Vogel. 2. Einjähriger 
Vogel vor seiner ersten Mauser. 3. Der zweijährige Frühjahrs- und 
Sommervogel. 4. Das Alterskleid. Dieses lässt bezüglich der 
Färbung der Unterseite drei „Phasen" erkennen, die aber nicht vom 
Geschlecht abhängig sind. Der Uebergang von einem ins andere 
Kleid erfolgt durch Federwechsel oder durch mechanische Ver- 
änderungen der Federn. 

0. Kleinsclimidt. [Ueber die sogenannte „Umfärbung"]; Journ. 
f. Ornith. XL VII p. 116. 

J. V. Madaräsz. Die Pneumaticität der Vögel und ihre Rolle 
beim Ziehen; Orn. Monber. VII p. 160—162. 

P. Chalmers Mitchell. On so-called „Quintocubitalismus" in 
the Wing of Birds; with special reference to the Columbae, and 
Notes on Anatomy; Journ. Linn. Soc. (Zool.) XXVII (July 1899) 
p. 210 — 236, tab. 12 u. 13. — Bekanntlich finden sich bei den Vögeln 
zwei Arten von Anordnung der Armschwingen, welche man als 
Quintocubitalismus bezw. Aquintocubitalismus bezeichnet hat. Im 
ersteren Falle sind alle Armschwingen mit ihren zugehörenden 
Ober- und Unterflügeldecken von gleicher Länge und in gleichen Ab- 
ständen von einander angeordnet; beim Aquintocubitalismus sind 
die ersten 4 Armschwingen ganz ebenso geformt und disponirt, dann 
aber folgt eine Lücke, indem die fünfte Armschwinge fehlt und an 
ihrer Stelle nur die Ober- und Unterflügeldeckfeder steht. Verf. findet 
nun, dass die beiden üblichen Bezeichnungen irreführend seien und 
schlägt für acquintocubital den Ausdruck „diastataxic" und für 
quintocubital „eutaxic" vor. Verf. bespricht diese Verhältnisse mit 
besonderer Berücksichtigung der „Columbae" und stellt fest, dass 
obwohl die Arten dieser Gruppe im Allgemeinen diastataxisch sind, 
sich Eutaxie doch bei 7 Arten findet. Ausserdem kommen inter- 
mediäre Stadien vor, die anzudeuten scheinen, dass Eutaxie ein 
vorgeschrittener Zustand sei. Die Betrachtung der anatomischen 
Verhältnisse lehrt denn auch, dass die eutaxischen Tauben höher 
specialisirt und wohl von diastataxi sehen Formen herzuleiten sind. 
Dies ist an den einzelnen Organen nachgewiesen. Verf. schliesst 
mit einigen Bemerkungen über Diastataxie und Eutaxie bei den 
Vögeln im Allgemeinen. Textfiguren und zwei Tafeln erläutern die 
Abhandlung. 

W. T. Page. Period of Moulting and assumption of Breeding 
Plumage of the Common Avadavat, Sporaeginthus amandava; Avic. 
Mag. V p. 162—163. 



Aves für 1899. 15 

G. Pascal, lieber eine Beobachtung, welche das Kreisen der 
Vögel erklärt; Journ. of Ornith. XL VII p. 207—213. — Mit Text- 
zeichnung. 

W. P. Pycraft. Some Facts concerning the so-called „Aquinto- 
cubitalism" in the Birds Wing; Journ. Linn. Soc. (Zool.) XXVII 
(July 1899) p. 236— 256, tab. 14— 16. — Verf. behandelt denselben 
Gegenstand wie Mitchell, geht aber von den Verhältnissen beim 
Embryo aus. Die Schlussfolgerungen sind insofern dieselben, als 
auch Verf. die Diastataxie als ursprünglich betrachtet. Es wird des 
Näheren auseinander gesetzt, dass Diastataxie niclit durch Fehlen 
der 5. Armschwinge hervorgerufen wird, wie man angenommen 
hatte, sondern dadurch, dass eine Verschiebung der 1. — 4. Schwinge 
und der horizontalen Reihe der Flügeldecken 1 — 5 erfolgte, so dass 
die fünfte grosse Flügeldeckfeder von ihrer Schwinge (5) getrennt 
wird, welch letztere mit der 6. Flügeldeckfeder in Verbindung tritt. 
Alle Flügel sind im Embryonalzustande quintocubital (stichoptilisch) 
und werden erst später aquintocubital (apoptilisch), 

W. Stone. Winter-Plumages. — Illustrated by the Rose-breasted 
Grossbeak (Zamelodia ludoviciana); Auk XVI p. 305 — 308, tab. IV. 
— Verf. weist nach, dass Z. ludoviciana eine doppelte Mauser 
(eine davon wohl unvollständig) durchmacht und von einem „colour 
change without moult", wie es Sharpe behauptet, keine Rede sein 
kann. Auf der Tafel sind das erste Winterkleid und das Winter- 
kleid des alten Vogels (im zweiten Jahre) abgebildet. 

W. E. de Winton. On the Moulting of the King Penguin 
(Aptenodytes pennanti) in the Society's Gardens; Proc. zool. Soc. 
London 1898 (publ. 1899) p. 900—902. — Der Vogel mauserte im 
August-September. Die Mauser ist kurz beschrieben. 

Derselbe. Further Notes on the Moult of the King Penguin 
(Aptenodytes pennanti) living in the Society's Garden; 1. c. 1899 
p. 980—981. 



V. Hahnenfedrigkeit, Spielarten, Bastarde, 
Abnormitäten. 

G. Angelini. Anomalia di colorito in un' Anas boschas; Boll. 
Soc. rom. stud. zool. VIII (1899) p. 67—69. 

A. W. Anthony. Hybrid Grouse; Auk XVI p. 180—181. — 
Beschreibung eines Bastardes von Dendragapus obscurus fuliginosus 
und Phasianus torquatus. 

F. Braun, lieber monströse Finkenschnäbel; Orn. Monber, VII 
p. 4—7. 

H. J. Charbonuier. Some interesting Variations in the Plumage 
of certain Birds; Zoolog. (4) III p. 138 — 139. — Albinismus von 
Fringilla coelebs, Pyrrhula europaea und Phasianus colchicus 
beschrieben. 



16 C. E. Hellmayr: 

Wm. Eagle Clarke. Remarkable Variety of the Black Grouse; 
Ann. Scott. N. H. 1899 p. 50. — Graue Farbenabänderung. 

G. B. Corbin. Variety of Song Thrush in the New Forest; 
Zoolog. (4) III. p. 417-418. 

C. Gronau. Kreuzungen unter den Hühnervögeln; Zool. Garten 
XL. p. 99-108, 136-144. 

C. Fischer. Varietät des Mäusebussard; Ornith. Monatschr. 
Ver. Vogelw. XXIV. p. 155. — Albinistische Exemplare. 

R.Hall. Note on a Hybrid Duck; Vict. Nat. XVI. No. 7 
(Nov. 1899) p. 115. — Anas superciliosa X Nettion castaneum. 

Baron d'Hamonville. Breve Description de quelques varietes 
de Trochilides; Ornis IX No. 4 (August 1899) p. 323—328. — 
Beschreibung von Melanisroen und Albinismen bei 8 sp. Trochiliden. 

C. B. Horsbrugh. Gurions Variety of the Green Woodpecker; 
Zoolog. (4) III. p. 419. — Eine gelbgrüne Varietät von Gecinus 
viridis beschrieben. 

Ch. van Kempen. Sur une serie de Mammiferes et d'oiseaux 
presentant des varietes de coloration, des cas d'hybridite et des 
anomalies (5. serie); Bull. Soc. zool. France XXIV. (1899) p. 213 
— 219. — Albinismen, Farbenabänderungen und Hybride aus ver- 
schiedenen Vogelfamilien. 

Derselbe. Notes sur quelques oiseaux hybrides ou ä plumage 
anormal et observations biologiques; Ornis IX. No. 3 (April 1899) 
p. 251 — 255. — Ueber Hybride: Anas boschas X Mergus merganser; 
Fringilla coelebs X F. montifringilla; Cannabina linota X Ligurinus 
chloris; C. linota X C. flavirostris; und über Farbenaberrationen bei 
Tetrao urogallus, Fringilla coelebs und Merula nigra. 

S. Medreczky. Die Farbenveränderungen der Singvögel im 
Freien und in der Gefangenschaft; Aquila VI. p. 374 — 379. — All- 
gemeine Betrachtungen über Farbenveränderungen sowie spezielle 
Einzelheiten über verschiedene Arten mit besonderer Berücksichtigung 
der leuchitenden Farben. Roth, Braun und Blau verändern sich 
stark, Weiss wenig, Schwarz fast gar nicht. 

Fr. Minä-Palum))0 e M. Morici Mina. Avifauna Sicula Meta- 
cromatismo; Avicula III. p. 16 — 20. — Mittheilungen über Farben- 
varitäten bei sizihanischen Vögeln. 

A. B. Möschler berichtet über eine lehmgelb gefärbte Nebel- 
krähe [Corvus cornix]; Gm. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV. p. 37. 

0. Neumann. (Ueber eine Varietät von Turacus macro- 
rhynchus); Journ. f. Ornith. XLVII. p. 122. 

E. Ninni. Sopra lo schelectro di un Uccello mostruoso; 
Avicula III. p. 141—143. — Beschreibung und Abbildung des 
Skelettes eines vierbeinigen Huhnes. 

L. Y. lünonapoli. Vorzellino (Serinus hortulanus) albino; 
Avicula III. p. 65. 

R. Schlegel. Einige Fälle von Hahnenfedrigkeit bei Tetrao 
tetiix, Tinnunculus tinnunculus, Phasianus colchicus und Otis tarda; 
Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV. p. 16—19, tab. I u. II. — 



Aves für 1899. 17 

Beschreibung und Abbildung einer hahnenfedrigen Birkhenne aus 
Russland, und Notizen über Hahnenfedrigkeit beim Turmfalken, 
dem Edelfasan und der Grosstrappe. Auf Taf. II ist ein hahnen- 
fedriges Fasanenweibchen abgebildet. , 

W. Serie. Peculiar Variety of Jackdaw near Edinburgh ; Ann, 
Scott. N. H. 1899 p. 238. — Cremefarbige Varietät. 

Baron 11. Snouckaert Tan Schauburg. Ueber einen Möven- 
albino; Orn. Monber. VII. p. 76 — 77. — Beschreibung eines an der 
Groninger Küste gefangenen Albinos von Larus argentatus. 

H. S. Swarth. Two Albinos from Los Angelos, Cal,; Bull. 
Cooper Orn. Gl. I. p. 6. — Albinos von Carpodacus mexicanus 
frontalis und Zonotrichia leucophrys intermedia. 

W. Wurm. Hahnen- und Hennenfedrigkeit; Orn. Monatsschr. 
XXIV p. 11 — IG. — Beschäftigt sich mit Hahnen- und Hennen- 
fedrigkeit und deren mutmaasslichen Ursachen. 



VI. Thiergebiete (Faunistik). 

Paläarktisches Gebiet. 

F. Anzinger. Die unterscheidenden Kennzeichen der Vögel 
Mitteleu ropa's in analytischen Bestimmungs-Tabellen. In Verbindung 
mit kurzen Artbeschreibungen und Verbreitungsangaben. ^Heraus- 
gegeben vom ,> Verein für Vogelkunde" in Innsbruck. — Innsbruck. 
1899 80. XVI + 208 pp. mit 23 Abbildungen im Text. — Dicho- 
tomisch - analytische Bestimmungstabellen für die Ordnungen, 
Familien, Gattungen und Arten. Ausserdem sind bei jeder Art 
c5^, 9 und junger Vogel kurz gekennzeichnet; knappe Verbreitungs- 
angaben beigefügt und die Art des Vorkommens angegeben. 

L. Coulon. Catalogue de la classe des Oiseaux (coUection 
Europeene), Museum d'histoire naturelle d'Elbeuf. ; Bull. Soc. Elbeuf. 
XVII (1899) p. 65—96. — Fortsetzung der Arbeit (vgl. Bericht 
1898 p. 80). 

Naumann. Naturgeschichte der Vögel Mitteleuropas. Neu 
bearbeitet. Herausgegeben von C. R. Hennicke. Band V Gera. 
[1899] pp. IV + 334, mit 75 Tafeln. — Band VII. Gera [1899] 
pp. 207, mit 20 Tafeln. 

Deutschland. 

B. Altiim. Schwarzkehlige Drossel (Turdus atrigularis) bei 
Eberswalde gefangen; Zeitschr. f. Forst- u. Jagdwesen (Dankel- 
mann) XXXI. (1898) p. 63. 

W. Baer. Das Schlawaer Meer und Einiges aus seiner Um- 
gebung; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV. p. 310 — 317. — 
Schilderung der Vogelwelt auf dem Schlawaer See, im Nordosten 
Niederschlesiens gelegen. 

Freiherr yon Berg. Siehe p. 76. 

Arch. f. Naturtjesch. 66. Jahrg. 19UÜ. Bd.JI. H. ]. 2 



18 C. E. Hellmayr: 

*R. T. Besserer. Budytes borealis in Bayern; Jahresber. Ornith. 
Ver. München 1897/98 (publ. 1899) p. 153—155. 

F. Braun. Die Ammern des Weichseldeltas; Orn. Monber. VII. 
p. 172—173. 

Derselbe. Zur Ornis des Danziger Höhenkreises; Orn. Monber. 
VII. p. 126 — 128. — Behandelt die Weiterverbreitung des Girlitz 
und der Grauammer im Osten Deutschlands, die Verf. mit dem 
Verschwinden zusammenhängender Forsten in Verbindung bringt. 

G. Clodius. Ein Ausflug nach der Insel Poel; Orn. Monatsschr. 
Ver. Vogelw. XXIV. p. 228—236. — Enthält zahlreiche ornitho- 
logische Beobachtungen. 

Derselbe. Ornithologisches aus der Umgegend von Grabow 
in Mecklenburg im Jahre 1896; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. 
XXIV p. 78—85. 

F. Dietrich. Taucherkolonieen in Holstein; Orn. Monatsschr. 
Ver. Vogelw. XXIV. p. 116—118. — Ueber eine Haubentaucher- 
(Colymbus cristatus)-Kolonie auf dem Mözener See. 

H. Friedrich. Omithologische Beobachtungen aus dem Riesen- 
gebirge; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV. p. 282—285. 

H. Gätke. Die Vogelwarte Helgoland. Herausgegeben von 
R. Blasius. Zweite vermehrte Auflage, Liefr. 1 — 6. Braunschweig. 
1899. 80. 

0. Haase. Omithologische Notizen aus „St. Hubertus". (Juli- 
Dezember 97); Orn. Monber. VII. p. 153—159. — Ueber Spiel- 
arten, Vorkommen oder Erlegung seltenerer Arten, Zugnotizen und 
Biologisches. 

H. Hocke. Ueber das kleine Sumpfhuhn (Ortygometra parva 
[Scop.]) und seinen Aufenthalt; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. 
XXIV. p. 236 — 241. — Schildert in seiner bekannten, drolligen 
Weise das „Havelluch" in der Mark und seine Bewohner, besonders 
Lebensweise und Brutgeschäft des Zwergsumpfhühnchens. 

R. Hocke berichtet über das Brüten von Fuligula fuligula bei 
Berlin; Orn. Monber. VII. p. 113. 

R. Hörning. Omithologische Mittheilungen aus dem Thüringer 
Walde; Ornith. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV. p. 51—54. 

Derselbe. Ornithologisches aus dem Thüringer Walde; Orn. 
Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV. p. 322—325. 

A. Ibarth berichtet über omithologische Vorkommnisse bei 
Danzig; Orn. Monber. VII. p. 162. 

J. Itzerodt. Einige Vogelkolonien in Hamburg's Umgebung; 
Verhandl. Ver. Hamburg X. p. 30—39. 

Koepert berichtet über Erlegung von Larus canus im Alten- 
urgischen; Orn. Monber. VII. p. 41. 

0. Koepert. Der Storch (Ciconia ciconia) Brutvogel in Ost- 
thüringen; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV. p. 309. 

P. KoHibay. Muscicapa parva Bebst, im mährisch-schlesischen 
Gesenke; Orn. Jahrb. X. p. 230—231. 



Äves für 1899. I9 

Derselbe berichtet über Brüten von Nycticorax griseus in 
Pr. Schlesien; Orn. Monber. VII. p. 162. 

F. Koste. Ornithologischer Jahresbericht über Pommern für 
1898; Zeitschr. Ornith. prakt. Geflügelzucht Stettin XXIII p. 
(Sep. 22 pp.). — Beobachtungen aus Pommern während des Jahres 
1898. Anordnung und Behandlung des Stoffes wie in früheren 
Jahren. 

H. Krohn. Die Dohlenkolonie bei Reinbek; Orn. Monatsschr. 
Ver. Vogelw. XXIV. p. 111—114. 

Derselbe. Ausflug nach den Höckerschwan-Brutplätzen im 
Wesseker See; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV. p. 222—228. 

F. Lindner. Winterliche Beobachtungen während der Zeit 
vom 1. November 1898 bis 8. Februar 1899; Orn. Monatsschr. Ver. 
Vogelw. XXIV. p. 217 — 220. — Beobachtungen aus dem Fallstein- 
gebiet. 

A.Markert. Ornithologische Beobachtungen aus dem sächsischen 
Erzgebirge; Ornith. Monatsschr. XXIV. p. 54 — 55. 

A. Ne bring berichtet über Erlegung von Falco lanarius in 
Ostpreussen; Orn. Monber. VII. p. 111. 

*C. Parrot. Kann unsere einheimische Forschung annähernd 
als abgeschlossen betrachtet werden; Jahresbericht Orn. Ver. 
München I p. 1 — 5. — Die Frage wird verneint. 

*Derselbe. Materialien zur bayerischen Ornithologie. Zugleich 
1. Beobachtungsbericht aus den Jahren 1897 und 1898; 1. c. 
p. 83—152. 

E. Paske. [Ueber das Nisten von Fringilla serinus bei Stettin]; 
Zeitschr. Ornith. u. prakt. Geflügelz. Stettin XXIII. p. 164. 

ßeichenow berichtet über das Auftreten von Nucifraga in 
Norddeutschland; Orn. Monber. VII. p. 192. 

Y. ßoberti. Pastor roseus in preussisch Ober-Schlesien; Orn. 
Jahrb. X. p. 156. 

Otto le Roi berichtet über Wintergäste am Niederrhein; Orn. 
Monber. VII. p. 98—94. 

H. Sclialow. Ueber das Vorkommen von Thalassidroma 
pelagica (L.) in der Mark Brandenburg; Orn, Monber. VII. p. 17 
— 19. — Giebt im Anschlüsse an eine Mittheilung Nehrings eine 
kurze Uebersicht der bekannt gewordenen Fälle des Vorkommens 
der Art in der Mark. Bisher ist sie achtmal daselbst gefunden, 
Erlegungsdaten und Fundorte sind für jeden einzelnen Fall namhaft 
gemacht. Verf. macht darauf aufmerksam, dass die meisten Meer- 
vögel, die im Binnenland der Mark vorgekommen sind, im Fluss- 
gebiet der Oder erlegt wurden. 

*F. W. Schuler. Die Vogelwelt von Schweinfurt und Um- 
gebung; Jahresber. Ornith. Ver. München 1897/98 (publ. 1899) 
p. 35—59. 

Sonnemann. Ornithologische Ausflüge in das Gebiet der 
unteren Wümme und Hamme; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. 
XXIV. p. 85—92. 

2* 



20 C. E. Hellmayr: 

J. Thieuemann. Hirundo rustica pagorum Chr. L. Br.; Orn. 
Jahrb. X. p. 227 — 229. — Bei Rossitten und Athenstedt (Kreis 
Halberstadt) erlegt. 

Derselbe. Lanius excubitor major; Orn. Monatsschr. Ver. 
Vogelw. XXIV. p. 354-355. — Ein 2 bei Athenstedt, 22. Aprü 
1897 erlegt. 

T. Tschiisi zu Schmidthoffen. Neue Nachrichten über Steppen- 
hühner; Orn. Monber. VII. p. 128—129. — Nachrichten über Auf- 
treten von Syrrhaptes paradoxus in der Mark. 

0. Wüstnei. Beiträge zur Ornis Mecklenburgs; Joum. f. Ornith. 
XLVII. p. 125 — 151. — Aufzählung von 57 sp. mit Angaben über 
Vorkommen und Brüten. Einige Arten neu für Mecklenburg. 

W. Wurm. Anatomische und biologische Besonderheiten der 
Waldhühner; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV. p. 159—169, 
196—213, Tafel XII— XV. — Behandelt ausführlich die deutschen 
Waldhühner: Auer-, Birk- und Haselhuhn. Färbung, Unterschiede, 
anatomische Eigenthümlichkeiten und Lebensweise sind eingehend 
geschildert, mit besonderer Berücksichtigung des Auerwildes. 

es ter reich- Ungarn. 

A. Bonomi. Lo Zigolo dal CoUare (Euspiza aureola Fall.) 
catturato per la prima volta nel Trentino; Atti J. R. Accad. Sei. 
Lett. Rovereto (3) V, fasc. 2 (1899) p. — (12 pg.). — Verf. liefert 
eine monographische Studie über E. aureola, wozu der Fang eines 
<3' juv. bei Rovereto am 23. Sept. 1898 Veranlassung gab. [Nach 
Orn. Jahrb. X. p. 199]. 

F. A. CerTa. Ortigometra pygmaea Naum.; Aquila VI. p. 81 
— 85. — Schilderung des Brutgeschäfts nach Beobachtungen im 
Pester Comitat. 

St. Chernel zu Chernelhäza. Bemerkungen über die Arbeit 
Dr. J. v. Madaräsz' „Further Contribution to the Hungarian Ornis"; 
Aquila VI. p, 315- 322. — Zusätze und Kritik der Madarasz'schen 
Arbeit. 

Derselbe. Edelreiher; Aquila VI p. 368—372, Tafel 1. — Ab- 
druck in deutscher Sprache aus des Verfassers Werk: „Magyarorszag 
Madarai". 

Derselbe, Magyarorszä-g madarai Különös tekintettel gaz- 
dasägi jelentösegökre. A Földmivelesügyi Magyar Kiralyi Minister. 
Kepekkel Ellättak Häry Gyula es Necsey Istvan. Intezte Herman Otto. 
Budapest. 1899. 4o. 2 voll.: XX + 830; XXXIV -f 188 pp. tab. 41. 
— Ein Werk über die Vogelfauna Ungarns, mit Unterstützung 
des Kgl. Ungarischen Ackerbauministeriums und unter Leitung 
von Otto Herman herausgegeben. Der erste Band enthält die 
Geschichte des Buches, aus der Feder 0. Hei-mans, und den 
allgemeinen Theil, das die osteologischen Kennzeichen, Mus- 
kulatur, innere Organe, die äusseren Theile des Vogelkörpers, 
Schnabel-, Fuss- und Schwanzformen sowie Lebensweise im All- 



Aves für 1899. 21 

gemeinen, Nestbau, Vogelschutz und Vogelfang behandelt. Der 
zweite Band umfasst den speciellen, faunistischen Theil. 340 sp. 
sind für Ungarn sicher nachgewiesen. Bei jeder Art sind die 
ungarischen und der wissenschaftliche Name angegeben, dann folgt 
die Beschreibung, Darstellung der Verbreitung und eingehende An- 
gaben über Lebensweise, Fortpflanzung u. s. w. Nutzen und 
Schaden der einzelnen Arten mit Bezug auf die Landwirtschaft sind 
eingehend erörtert. Die beigegebenen Tafeln sind künstlerisch her- 
vorragend. 

K. Eder. Ornithologische Notizen aus Neustadtl bei Friedland 
in Böhmen; Orn. Jahrb. X p. 161 — 175. — Beobachtungen über 
Vorkommen und Zugzeiten aus den Jahren 1897 und 1898. Am 
Schlüsse einige Berichtigungen anderer Publicationen über das 
Gebiet. 

Derselbe. Notizen aus Torna bei Kaschau in Ungarn; Orn. 
Jahrb. X p. 154 — 155. — Notizen über Vorkommen von 8 sp. 

Gr. ErtL Die Spiegellerche in der Umgebung von Lipto- 
Ujvar; Aquila VI p. 326. — Alauda sibirica in Ungarn erlegt. 

C. E. Hellmayr. Beiträge zur Ornithologie Nieder-Oester- 
reichs. I. Aus dem Thale der Ybbs und ihrer Zuflüsse; Orn. Jahrb. 
X p. 81— 113, 136—154, 175-182. — 153 sp. sind aufgeführt. 
Biologische Beobachtungen, Angaben über das Brutgeschäft, Eier- 
masse, Zugdaten und bei einzelnen Arten systematische Bemerkungen. 

E. V. Hetzendorf. Pastor roseus in Ober-Ungarn ; Orn. Jahrb. 
X p. 156-157. 

L. V. Loreiiz-Liburnau. Falsche Daten; „Die Schwalbe". 
Neue Folge I p. 129 — 137. — Unterzieht Prazaks Arbeit „Materialien 
zu einer Ornis Ostgaliziens" (vgl. Bericht 1898 p. 86 und 1897 
p. 226) einer eingehenden Kritik und weist nach, dass dieselbe 
wegen offenbarer Unwahrheiten wissenschaftlich unbrauchbar ist. 

J. T. Madaräsz. Magyarorszag Madarai, a hazai madarvilag 
megismeresenek vezerfonale. 1-70 eredeti szövegrajzzal es 9 mümel- 
leklettel. Budapest. Füz. I und IL Budapest 1899 p. 1 — 88. [Ungarisch] 
tab. I und IL — Eine Ornithologie Ungarns. Die beiden Hefte be- 
handeln die Corvidae, Oriolidae, Sturnidae, Fringillidae, Alaudidae, 
Motacillidae und Sylviidae. Ptilocorys nom. nov. für Galerida. Ab- 
gebildet: Ptilocorys senegalensis (tab. I.) und die Köpfe von Bu- 
dytes campestris, flavus, borealis, taivanus, beema und paradoxa. 
^Tafel IL) 

Derselbe. Further Contribution to the Hungarian Ornis; 
Termesz. Füzet. XXII (1899) p. 344—360. — Beschäftigt sich mit 
einer Anzahl (35) für die Ornis Ungarns neuer oder interessanter 
Vogelarten. Es seien nur folgende Einzelheiten hervorgehoben. 
Lycus coliaris vertritt in Transsylvanien und an der unteren Donau 
die gemeine Dohle, Galerita senegalensis im ungarischen Litorale 
die mitteleuropäische Haubenlerche. Neu für Ungarn sind ferner: 
ßudytes beema, B. taivanus, Cinclus albicollis, Aegithalus castaneus, 



22 C. E. Hellmayr: 

Dendrocopus cissa, D. lilfordi, Cygnus bewicki, Marmonetta angusti- 
rostris u. Larus affinis. Einige Arten, deren Vorkommen in Ungarn 
zweifelhaft ist, werden gleichfalls besprochen. 

Derselbe. Ueber den in Ungarn vorkommenden gemeinen 
Star (Sturnus vulgaris) und seine verwandten Formen: Orn. Jahrb. 
X. p. 225 — 227. — Bemerkungen über S. vulgaris, S. v. intermedius, 
S. menzbieri und S. poltoratzkii, die nach Verf. alle in Ungarn 
vorkommen ! 

M. Marek. Ornithologisches aus Zengg; Orn. Jahrb. X, p. 201 
— 213. — Zengg liegt an der kroatischen Küste der Adria am 
Ausgange des Zengger Thaies im Karstgebiet. Verf. gibt in der 
Einleitung eine kurze Schilderung der topographischen Verhältnisse 
des Districts. Im speciellen Theile sind Notizen über 90 sp., mit 
besonderer Berücksichtigung des Zuges, mitgetheilt. Parus cyanus 
wurde im Spätwinter bei Borawetter „beobachtet". 

C. Parrot. Zur ungarischen Avifauna; Orn. Monatsschr. Ver. 
Vogelw. XXIV p. 33 — 37. — Beobachtungen vom Velencze See. 
Verf. will Larus argentatus michahellesi „beobachtet" haben, was 
wohl sicher auf einem Irrthum beruht. 

W. Peiter. Das Vogelleben in Flur und Wald des deutsch- 
böhmischen Mittelgebirges; Journ. f. Ornith. XL VII p. 151 — 207. — 
Mittheilungen über 165 Species. 

A. Pohl. Muscicapa parva in Oesterr.-Schlesien; Orn. Jahrb. 
X p. 192— 193. 

F. Schulz. Massenhaftes Erscheinen des Rothfussfalken (Ery- 
thropus vespertinus) im Jahre 1897 und 1899 in Krain; Orn. Jahrb. 
X p. 155—156. 

V. TOn Tschusi zu Schmidhotfeu. Einige Bemerkungen zu 
Madaräsz' „Further Contribution to the Hungarian Ornis"; Orn. 
Jahrb. X p. 182 — 186. — Kritische Notizen über Lycus collaris, 
Sturnus vulgaris in Ungarn, die sogen. Galerida senegallensis aus 
Fiume, Budytesformen u. s. w. 

Derselbe. Neue Nachrichten über Steppenhühner (Syrrhaptes 
paradoxus (Fall.) in Oesterreich-Ungarn; Orn. Jahrb. X p 67 — 69. 
— Steppenhühner wurden bei Brunn im Monat September 1890 
und 1892, sowie bei Rohrau, Niederösterreich und Nadliget, Ungarn 
im Juli 1898 angetroffen. 

Derselbe. Sperbereule (Nyctala ulula (L.) in Galizien, 
Habichtseule (Syrnium uralense (Pall.) in Oesterr.-Schlesien ge- 
schossen; Orn. Jahrb. X p. 187. 

Derselbe. Pastor roseus in Oesterreich-Ungarn 1899; Orn. 
Jahrb. X p. 231 — 232. — Daten aus Siebenbürgen, Süd-Tirol, Krain, 
Mähren und Böhmen mitgetheilt. 

U. 0. C. Der Zwergschwan, Cygnus bewicki Yarr.; Aquila 
VI p. 108—109. — Ein (^ wurde am 29. Oktober 1898 in Alibunär 
erlegt. Neu für Ungarn. 

Dieselbe. Der Rosenstaar; Aquila VI p. 325. — Ueber das 
Auftreten von Pastor roseus in Ungarn. 



Aves für 1899. 23 

Dieselbe. Sterna cantiaca Gm.; 1. c. p. 325 — 326. — Im 
Hafen von Fiume drei Stück erlegt- 

Dieselbe. Nucifraga caryocatactes macrorhyncha Brm. ; 1. c. 
p. 407. — Vorkommen in Ungarn. 

A. Ritter von Worafka. Buteo ferox L. (leucurus Naum.) 
in Ungarn erlegt; Om. Jahrb. X p. 69 — 72. — Beschreibung eines 
im März 1898 bei Semlin erlegten Weibchens. 

Derselbe. Zwei seltene Erscheinungen der steierischen Ornis 
(Aquila clanga Pall. und Lestris parasitica (L.); Orn. Jahrb. X p. 72 
— 74. — Beschreibung eines bei St. Margareten erlegten d^ von 
Aquila clanga und einer im Sept. 1898 unweit Weig geschossenen 
Lestris paratisica. 

Grossbritannien. 

C. H. Alston. Bramblings in ArgyUshire; Ann. Scott. N. H. 
1899 p. 109. 

P. Anderson. Bird Notes from Tiree; Ann. Scott. N. H. 1899 
p. 46 — 47. — Tringa subarquata, Cygnus bewicki, Anser albifrons 
und Gharadrius pluvialis. 

C. W. Andrews. On some Remains of Birds from the Lake- 
dwellings of Glastonbury, Somersetshire; Ibis (7) V p. 351 — 358. 
— Behandelt Vogelreste, die in einem keltischen Pfahldorf aus der 
Periode vor der Occupation durch die Römer gefunden wurden. 
Am interessantesten ist das Vorhandensein von Knochen des Pele- 
canus crispus, welche Art somit vor gar nicht langer Zeit in Eng- 
land heimisch war. Die Knochenreste sind eingehend beschrieben. 
Eine Liste der anderen mitvorgefundenen Arten beigefügt. 

0. Y. Aplin. [On Sylvia nisoria near Bloxham, Oxon]; Ibis 
(7) V p. 160—161. 

Derselbe. Cirl Bunting in Carnavonshire ; Zoolog. (4) III 
p. 322. 

Derselbe, Notes on the Ornithology of Oxfordshire, 1896 
—1898; Zoolog. (4) III p. 433—442. 

E. C. Arnold. Icterine Warbier and Buff-breasted Sandpiper 
in Norfolk; Zoolog. (4) III p. 475 — 476. — Erlegung von Hypolais 
icterina und Tryngites rufescens. 

(j, E. H. Barrett-Hamilton. Occurrence of the Golden Oriole 
(Oriolus galbula) and Night Heron (Nycticorax griseus) in Co. Wex- 
ford; Irish Nat. VIII p. 230. 

Derselbe. Notes on Bird Bones from Irish Caves; Iris Natur. 
VIII (Jan. 1899) p. 17—18. 

B. M. ßarrington. [Notes from Ireland]; Ibis (7) V p. 158 
— 159. — Notizen über das Vorkommen von Lanius pomeranus in 
Irland, sowie über einige Arten, deren Auftreten daselbst ungewöhn- 
lich ist. 

W. Berry. White-fronted Geese in Fife; Ann. Scott. N. H. 
1899 p. 182. — Anser albifrons. 



24 C. E. Hellmayr: 

Gr. Bolam. A List of the Birds of Berwick-on-Tweed, with 
Special Reference to „the Birds of Berwickshire", and Notices of 
the occurrences of some of the rarer Species in the adjoining 
Districts; Ann. Scott. N. H. 1899 p. 65—72. — Fortsetzung der 
Arbeit (vgl. Bericht 1897 p. 228), den Schluss der Singvögel, die 
Picariae und Eulen behandelnd. Bei selteneren Arten genaue An- 
gaben über Erlegung oder Beobachtung, 

J. A. Bucknill. Nesting of the Common Snipe (Gallinago 
coelestis) near London; Zoolog. (4) III p. 225. 

Bruce CampbelL Notes on the Birds of Balliuluig District, 
Perthshire; Ann. Scott. Nat. Hist. 1899 p. 11—14. 

John CampbelL Increase and Decrease of certain Species of 
Birds in the Tay Area: Ann. Scott. N. H. 1899 p. 198—206. — 
Verf. behandelt zunächst fünf Arten: Fuligula cristata, Nyroca 
ferina, Mareca penelope, Spatula clj^peata und Columba oenas, deren 
Bestand in Pertshire als Brutvögel in den letzten Jahren gewachsen 
ist, und wendet sich sodann drei anderen zu: Carduelis elegans, 
Eudromias morinellus und Picus major, die aus dem Gebiete fast 
verschwunden sind. 

D. C. CampbelL Rose-coloured Pastor near Inch, Co. Donegal; 
Irish Nat. VIII p. 186. 

W. Eagle Clarke. On the Occurrence of the Lesser White- 
throat (Sjlvia curruca) in the Outer Hebrides, with Remarks on 
the Species as a Scottish Bird; Proc. R. Phys. Soc. Edinb. XIV 
(1899) p. 158 — 162. — Die Art kommt nur ausnahmsweise als 
Brutvogel vor. Am 24. Okt. wurde ein Vogel auf Barra gefangen. 

Derselbe. On the Occurrence of the Asiatic Houbara (Hou- 
bara macqueeni Gray & Hardw. in Scotland; Proc. R. Phys. Soc. 
Edinb. XIV (1899) p. 162—163. — Ein Exemplar wurde am 24. Oct. 

1898 in Aberdeenshire erlegt. 

Derselbe. On the Occurrence of the Asiatic Houbara (Houbara 
macqueeni) in Scotland; Ann. Scott, N. H. 1899 p. 73 — 74. — Das 
als Otis tetrax erwähnte (vgl. weiter unten sub Walker) Exemplar 
erwies sich als zu obiger Art gehörig. Es ist das vierte Stück, 
das in Grossbrittanien erlegt wurde, und das erste für Schottland. 
Alle vier Exemplare wurden nahe der Ostküste erlegt, das erste 
im Oct. 1847 in Lincolnshire, das zweite im Oct. 1892 in York- 
shire, das dritte ebenda im Oct. 1896, und der in Rede stehende 
Vogel im Oct 1898 in Aberdeenshire. Verf. weist daraufhin, dass 
die in Nordafrika beheimatete H. undulata noch nie auf den Brit. 
Inseln festgestellt sei. 

Derselbe. Lesser Whitethroat in the Outer Hebrides; Ann. 
Scott. N. H. 1899 p. 109—110. — Sylvia curruca auf Barra 
Island. 

* J. Cordeaux. Birds notes from the Humber District; Natural. 

1899 p. 21—26, 30—35, 173—176. 

Derselbe. [On Syrrhaptes paradoxus in England]; Ibis (7) 
V p. 472-474. 



Aves für 1899. 25 

Derselbe. A List of British Birds belonging to the Humber 
District (having special reference to their migrations). Revised to 
April 1899. — London 1899. gr. 8". pp. VIII4-40. — Das Gebiet 
umfasst den von der Humber durchströmten Theil von York- und 
Liucolnshire. 322 sp. sind während der letzten 50 Jahre für das- 
selbe festgestellt. Bei jeder einzelnen Art kurze Bemerkungen über 
Häufigkeit, Zugrichtung, Ankunft und Abzug, Brütezeit u. s. w. 

W. T. Crawshay. White Wagtails in County Cork; Zoolog. 
(4) HI p. 418. 

Alan F. Crossman. Notes on the Birds observed in 
Hertfordshire during the year 1897; Transact. Hertfordsh. 
N. H. Soc. X Part. 2 (Febr. 1899) p. 33—43. — Zwei Arten: 
Sylvia undata und Otis tarda, werden zum erstenmale für die 
Grafschaft festgestellt. Diesen beiden Nachweisen folgen Notizen 
über eine Anzahl interessanter oder für das Gebiet ungewöhn- 
licher Erscheinungen, und Daten über Ankunft und Abzug der 
Zugvögel. 

Derselbe. Notes on Birds observed in Hertfordshire during 
the year 1898; 1. c. X Part. 4 (Sept. 1899) p. 136—142. — Notizen 
über das Vorkommen von 41 sp. und Daten über den Zug der Vögel 
in der Grafschaft. 

Derselbe. A List of the Birds of Hertfordshire; Transact. 
Heitfordsh. N. H. Soc. X No. 3 (May 1899) p. 84-102. — Liste 
aller für die Grafschaft nachgewiesenen Vogelarten, 216 an der 
Zahl. Das Vorkommen einiger Arten ist jedoch noch zweifelhaft 
und bedarf weiterer Bestätigung. Bei jeder Species kurze Notizen 
über Häufigkeit, Art des Vorkommens (ob Stand- oder Zugvögel) u.s. w. 

* C. Dixou. Bird-life in a southern country. Eight years gleanings 
among birds of Devonshire. London. 1899. 8*^. p. 314, with Portrait 
and illustrations. 

J. B. Dobbie. The Summer Birds of the Summer Islands: 
Proc. Roy. Phys. Soc Edinb. XIV. I (1899) p. 46—57. — Liste 
von 35 Arten. 

*W. H M. Duthie. Birds of the Mountain Tops; Trans. 
Pertshire Soc. Nat. Sei. IL pt. VI (1898) p. 191—196. — Beschäftigt 
sich mit den Nistplätzen von Plectrophenax nivalis, Eudromias 
morinellus und Lagopus rautus in Schottland. 

A. H. Evans and T. E. Buckley. A Vertebrate Fauna of 
the Shetland Islands. Edinburgh 1899. 8". pp. XXIV -1- 248. 
Birds p. 69 — 215. — Umfassende Darstellung der Vogelfauna der 
Shetlands-Inseln. Nach eigenen Beobachtungen der Verfasser und 
nach den älteren Angaben von Saxby, Edmonston, Garriock etc. 
Augenscheinlich hat auch Harvie Brown viele Beiträge geliefert. 
Bei jeder Art genaue Nachweise über ihr Vorkommen in dem be- 
handelten Gebiete. Photographien landschaftlicher Szenen und eine 
Karte der Shetlands Inseln beigegeben. 

H. Evans. Great Shearwateis at St. Kilda; Ann. Scott. N. H. 
1899 p. 239. — Puffinus major. 



26 C- E. Hellmayr: 

W. Evans. The Pied Flycatcher in East Lothian etc. ; Ann. 
Scott. N. H. 1899 p. 181. — Muscicapa atricapilla. 

Derselbe. The Greater Spotted Woodpecker (Dendrocopus 
major) in the South east of Scotland; Ann. Scott. N. H. 1899 
p. 47—48. 

Derselbe. Rough-legged Blizzards in East Lothian; Ann. 
Scott. N. H. 1899 p. 50. 

Derselbe. Note on the Eggs of the Wood Sandpiper (Totanus 
glareola) taken in Elginshire in 1853; Ann. Scott. N. H. 1899 p. 14 
— 16. — Erörtert die Authenticität eines von C. Thurnhall auf- 
gefundenen Geleges. 

Last C. Farman. Notes from the Haddiscoe Marshes (Nor- 
folk); Zoolog. (4) III p. 366—367. 

J. D. W. Gribson. Bird Notes from Carmichael, „Clyde" Area; 
Ann. Scott. N. H. 1899 p. 109. — Alcedo ispida, Fringilla monti- 
fringilla, Fuligula ferina und Passer montanus. 

F. S. Graves and P. Ralfe. Notes on Shetland Birds; Zoo- 
logist (4) ill p. 72—77. — Verf verbrachten 14 Tage auf den 
Shetlands zum Zwecke ornithologischer Beobachtungen. Besucht 
wurden Scalloway, Unst, Foula und Papa Stour. Die beobachteten 
Arten sind aufgezählt. 

Great Spotted Woodpecker (in Scotland); Ann. Scott, N. H. 
1899 p. 48- 49. 

J. H. Gurney. Ornithological Record from Norfolk for 1898; 
Zoolog. (4) III p. 113 — 128. — Nach allgemeinen Bemerkungen 
über die ornithologischen Erscheinungen des Jahres giebt Verf. 
nach Monaten geordnet, seine eigenen und seiner Mitarbeiter Wahr- 
nehmungen. Interessant ist die Zusammenstellung der Abnahme 
einiger Brutvögel in den letzten 40 Jahren. So waren von Machetes 
pugnax 1868 etwa 14 Nester in Norfolk bekannt, von Circus aeru- 
ginosus 5 Nester: beide zählen nicht mehr zu Norfolk's Brutvögeln. 
Während man von Panurus biarmicus 1858 noch 150 Nester kannte, 
wurden 1898 deren nur 33 festgestellt. Von Querquedula circia 
waren in 1858 20 Nester gefunden worden, in 1898 nur zwei. 

Derselbe. The bearded Titmouse, Panurus biarmicus (Lin.); 
Transact. Norfolk & Norwich Nat. Soc. VI Part. 5 (1899) p. 429 
— 438, mit Karte. — Die Bartmeise brütet auf englichem Boden 
nur mehr in den Sümpfen von Norfolk, wo ihr Bestand in den 
letzten Jahren stark zurückgegangen war, Verf. stellt fest, dass 
1848 noch 160, 1898 nur mehr 33 Nester nachgewiesen werden 
konnten. Seit Einführung des neuen Vogelschutzgesetzes (1895) 
hat sich die interessante Art erfreulicherweise wieder vermehrt. 
Verf. schildert Lebensweise, Nisten und Brutgeschäft, und schliesst 
mit einer Zusammenstellung der Verbreitung der Art in anderen 
Theilen Englands in früherer Zeit. Dies ist auf der beigegebenen 
Karte dargestellt. Photographie des Nestes. 

J. H. Gurney and T. Southwell. Fauna and Flora of Nor- 
folk. Additions to Part XL, Birds (Third List); Transact. Norf. 



Aves für 1899. 27 

& Norwich Nat. Soc. VI, 5. (1899) p. 501—514. — Ergänzungen 
zu früheren Abhandlungen über dasselbe Thema. Nunmehr sind 
308 sp. für das Gebiet bekannt. 10 sp. werden in der vorliegenden 
Arbeit zum erstenmale für dasselbe aufgeführt. Von diesen 308 sp. 
sind 108 regelmässige, 8 gelegentliche Brutvögel; 10 sp. sollen 
dort gebrütet haben, 14 andere sp. nisteten früher in der Graf- 
schaft. Die übrigen 168 sp. kommen nur ausser der Brutzeit vor. 
Nach allgemeinen Bemerkungen über Häufigkeit, Zu- und Abnahme 
einzelner Arten folgen genaue Daten über eine Anzahl interessanter 
Erscheinungen. 

C. H. Caton Haigh. Flamingo in Merionethshire ; Zoolog. (4) 
III p. 29-30. 

Derselbe. Radde's Bush Warbier (Lusciniola schwarzi) in 
Lincolnshire; Transact. Norfolk Norwich Nat. Soc. VI 5. (1899) 
p. 492 — 493. — Ein Exemplar dieser Art wurde bei North Cotes 
in Lincolnshire erlegt. Neu für England und Europa. 

J. A. Harvie-Brown. Scaup-Duck nesting in Scotland; Ann. 
Scott. N. H. 1899 p. 215—216. - Brüten von Fuligula marila in 
Sutherlandshire festgestellt. 

H. E. Howard. Ornithological Note from the Northwest of 
Ireland; Zoolog. (4) III p. 481— 485. 

Derselbe. Notes on some Birds from North Worcestershire; 
Zoolog. (4) III p. 259—261. 

*C. Mc Intosh. Notes by a Naturalist round Dunkeid; Trans. 
Pertshire Soc. Nat. Sei. IL pt. VI (1898) p. 223—237. — Einige 
Notizen über die beobachteten Vögel sind eingestreut. 

L. H. Irby. Observations on the Birds of the Islands of Tiree 
and Coli; Ann. Scott. N. H. 1899 p. 206 — 210. — Giebt ver- 
gleichende Listen der Brutvögel von Coli und Tiree, sowie der nicht 
Brutvögel, die auf beiden oder bloss einer der Inseln festgestellt sind. 

F. C. R. Jourdain. Breeding of the Tufted Duck in South- 
west Derbyshire; Zoolog. (4) III p. 476 — 477. 

R. Kearton. Our rarer British Breeding Birds, their Nests, 
Eggs and Summer Haunts. Illustrated from Photographs by 
C. Kearton London 1899. pp. XVI + 149. — Prächtige Photo- 
graphien von Nestern und Nistplätzen einer grösseren Anzahl seltener 
Britischer Vögel. Im Texte kurze Notizen über Vorkommen und 
Brutgeschäft derselben. Das Buch soll als Supplement zu des 
Verfassers ,. British Birds' Nests: How, where and when to find 
and identif}' them" dienen. 

W. J. Knowles. Piemains of the Great Auk from Whitepark 
bay, County Antrim ; Irish Natural. VIII p. 4 — 6 pl. 2. 

T. G. Laidlaw. Whimbrel in the Firth of Forth in Winter; 
Ann. Scott. N. H. 1899 p 113. — Numenius phaeopus. 

Siehe auch unter VII p. 78. 

*K. Mc Leaii. The avifauna of Staithes and Loftus-in-Cleve- 
land, Yorkshire; Naturahst 1899 p. 129—147. 

Oswiu A. J. Lee, siehe p. 86. 



28 C. B. Hellmayr: 

W. London. Rose-coloured Starling at North Berwick; Ann. 
Scott. N. H. 1899 p. 238. — Pastor roseus beobachtet. 

H. A. Macplierson. A Note upon the Changes of Plumage 
of the Little Gull (Larus minutus); Ann. Scott. N. H. 1899 p. 16 
— 22. — Verf. bespricht zunächst die bekannt gewordenen Fälle 
des Vorkommens der Art im Gebiet des Solway Firth, West 
Britannien und behandelt sodann die verschiedenen Kleider. Es 
ist zu bemerken, dass, obwohl L. minutus bisher als Brutvogel in 
Westeuropa nicht festgestellt wurde, die in England erlegten Exem- 
plare alle möglichen Stadien vom Nestkleid bis zum vollen Winter- 
und Hochzeitskleide repräsentiren. 

Derselbe. Iceland Gull near the Solway Firth; Ann. Scott. 
N. H. 1899 p. 114. 

Derselbe. Pomatorhine Skua in the Solway Firth; Ann. 
Scott. N. H. 1899 p. 52. 

Derselbe. (On the Occurrence of Anthus richardi and Ruti- 
cilla titys on the coast of Cumberland); Ibis (7) V p. 155 — 156. 

H. W. Marsden. Grey Phalarope in Co. Armagh, Ireland; 
Zoolog. (4) III p. 477. 

C. B. Moifat. The Wood cock (Scolopax rusticula) as an 
Irish-breeding Bird; Irish Natural. VIII p. 109—112. 

R. Newstead. Crossbills in North Wales; Zoolog. (4) III p. 28. 

Occurrence of tbe King Eider (Somateria spectabilis) in 
the Shetland Islands; Ann. Scott. N. H. 1899 p. 111— 112. — 
Nach einer Zeitungsnachricht. 

C. Oldham. Pied Flycatcher in North Wales; Zoolog. (4) 
III p. 135— 1H6. 

J. Paterson. The White Wagtail (Motacilla alba) in Ayr- 
shire; Ann. Scott. N. H. 1899 p. 238—239. 

Derselbe. Notes on the Lesser Whitethroat (Sylvia curruca 
Linn.) as a Clyde Species; Ann. Scott. N. H. 1899 p. 210—214. — 
Kritische Prüfung aller darauf bezüglichen Litteraturangaben. 

J. Paterson and J. Robertson. Spotted Kedshank, Ruff and 
Curlew Sandpiper in Fast Renfrewshire; Ann. Scott. N. H. 1899 
p. 51—52. — Tringa subarquata, Machetes pugnax, Totanus fuscus. 

A. Patterson. Spoonbills near Great Yarmouth; Zoolog. (4) 
III p. 270. 

Derselbe. Natural History Notes from Yarmouth; Transact 
Norfolk & Norwich Nat. Soc. VI 5 (1899) p. 484—488. 

(j. H. Pentlaud. Little Tern (Sterna minuta) in Ireland; 
Zoolog. (4) III p. 182. 

*E. C. Phillips. Birds of Breconshire. Brecon. 1899. 8». 
pp. 200. 

P. Ralfe. Terns in the Isle of i\Ian; Zoolog. (4) III p. 32. 

(x. Renshaw. Cirl Bunting (Emberiza cirlus) in North 
Cheshire ; Zoolog. (4) III p. 222—223. 

H. Rüssel. Birds in Kensington Garden, 1897—1898; Zoolog. 
(4) III p. 84—86. 



Aves für 1899. 29 

Howard Sauiiders. An illustrated Manual of British Birds. 
With 384 Illustrations and 3 coloured maps. Second Edition, revised 
and enlarged. 8°. pp. XL + 776. London 1898—1899. — Ein aus- 
gezeichnetes Handbuch der britischen Vögel. 384 sp. sind darin 
behandelt, wovon 199 (einschliesslich des ausgestorbenen Grossen 
Alks) als Brutvögel während des letzten Jahrhunderts anzusehen. 
Von den übrigen Arten sind 45 regelmässige Durchzügler, (iß mehr 
oder weniger häufige Erscheinungen, während 74 sp. als ausnahms- 
weise Besucher zu betrachten sind. Bei jeder Art Kennzeichnung, 
gedrängte, aber concise Angaben über Brutgeschäft, Verbreitung 
im Allgemeinen und auf den Britischen Inseln im Besonderen. Eine 
hübsche Textfigur ist in jedem Falle beigegeben. Mit drei Karten. 

Derselbe. On the Occurrence of Radde's Bush-Warbler 
(Lusciniola schwarzi) in England; Ibis (7) V p. 1 — 4, pl. I. — Ein 
Exemplar dieser ostsibirischen Art wurde am 1 . Octolaer in Lincoln- 
shire erlegt. Das Stück ist auf Tafel 1 abgebildet. Verf. bespricht 
die Verbreitung, die Winterherberge, fügt daran eine kurze Be- 
schreibung der Art und schliesst mit einer Aufzählung der im Brit. 
Mus. befindlichen Exemplare. 

R. Service. The Spotted Redshank on the Solway; Ann. 
Scott. N. H. 1899 p. 112—113. — Totanus fuscus. 

Derselbe. Golden Oriole in the „Solway" Area; Ann. Scott. 
N. H. 1899 p. 182. 

Cir. Sim records the occurrence of Surnia ulula and of Pernis 
apivorus, in Scotland; Ann. Scott. N. H. 1899 p. 49. 

H. U. Slater. Birds of Northamptonshire and neighbourhood. 
Report for 1897; J. Northamptonshire Nat. Hist. Soc, 1898 p. 14 
—18. 

T. South welL Little Bustard and Great Shearwater at 
Lowestoft; Zoolog. (4) III p. 31. 

Derselbe. Nesting of the Goshawk in Yorkshire; Zoolog. (4) 
III p. 28 — 29. — Brüten von Astur palumbarius. 

W. W. Spelman. Occurrence of the Ruff (Machetes pugnax) 
in Winter; Transact. Norfolk & Norwich Nat. Soc. VI 5 (1899) 
p. 551—552. 

E. A. Swainson. The Grasshopper Warbier in Breconshire; 
Zoolog. (4) III p. 221—222. — Locustella naevia. 

C. Trollope. The Haunt of the Ring-Ouzel (Turdus torquatus) ; 
Zoolog. (4) III p. 403 — 406. — Schilderung eines Brutplatzes im 
westlichen Herefordshire, England. 

J. G. Tuck. Demoiselle Crane on the Norfolk Coast; Zoolog. 
(4) III p. 419. — Grus virgo bei Brancaster erlegt. 

ß. J. Ussher. The Great Auk, once an Irish Bird; Irish 
Nat. VIII (Jan. 1899) p. 1—3, with 1 plate. 

Derselbe. The Rufous Warbier (Aedon galactodes) a bird 
new to Ireland ; Irish Natur. VIII p. 52. 

J. 0. Walker. Little Bustard in Aberdeenshire; Ann. Scott. 
N. H. 1899 p. 51. — Otis tetrax (vgl. dazu Eagle Clarke, p. 24). 



30 C. E. Hellmayr: 

R. Ward. Grey Plover in Summer Plumage in Yorks.; Zoolog. 
(4) III p. 419. 

R. Warren. White Wagtails [Motacilla alba] at Bartragh, Co. 
Mayo; Irish Natur. VII p. 186. 

Derselbe. Ornithological Notes from Northwestern Ireland; 
Zoolog. (4) III p. 364—365. 

Derselbe. Birdrecords in Co. Tipperay; Irish Nat. VIII 
p. 185. 

J. Whitaker. Notes from Rainworth; Zoolog. (4) III p. 557 
—558. 

E. Williams. Montagu's Harrier (Circus montagui) in Co. 
Wexford; Irish Nat. VIII p. 232. 

G. Williams. The occurrence of the Sociable Plover in Ire- 
land; Irish Natural. VIII p. 233—234, tab. 10. 

W. Wilson. Ornithological Notes from Aberdeen; Zoolog. (4) 
III p. 271—272. 

Claude W. Wyatt. British Birds: with some Notes in reference 
to their Plumage. Coloured illustrations. Vol. II. London 1899. 4*^. 
'^- Pg- — ^^^ vorliegende zweite Band enthält Text und Abbil- 
dungen der Singvögel, Picariae, Eulen, Tagraubvögel und Tauben. 
Die Tafeln sind z. T. ganz hervorragend. 

Schweiz. 

V. Fatio. Faune des Vertebres de la Suisse. Volume IL 
Histoire naturelle des Oiseaux. 1. partie: Rapaces, Grimpeurs, 
Percheurs, Bailleurs et Passereaux. Avec 3 planches hors texte, 
dont 2 en couleurs, 1 carte geographique colorioe, 135 figures dans 
le texte, dont 127 originales, et 26 tableaux. Geneve et Bäle. 1899. 
8 ". pp. XII + 839. — Das Buch bildet einen Band der von dem 
Verf. herausgegebenen Naturgeschichte der Schweizer Wirbelthiere. 
Von den 360 für die eidgenössische Republik nachgewiesenen Arten 
sind 197 in dem vorliegenden Bande behandelt, u. z. die Tag- und 
Nachtraubvögel, Kletter-, Schwirr- und Singvögel. Bei jeder Art 
ist neben ausführlicher Synonymie der französische, deutsche und 
italienische Trivialname angegeben. Darauf folgen die Lokalnamen 
in den verschiedenen Gegenden der Schweiz, eine kurze Beschreibung 
der verschiedenen Kleider, und eine eingehende Schilderung der 
Verbreitung und Lebensweise, wobei auf die Mittheilung von Zug- 
und Brutzeiten besonderer Werth gelegt wird. Im Texte Figuren 
von charakteristischen Körperteilen der Vertreter der einzelnen 
Gattungen, In der Einleitung: allgemeine Kennzeichnung der Classe 
der Vögel, Mauser, Wanderung, Nestbau und Eier gleichfalls kurz 
behandelt. Am Schlüsse Schlüssel zum Bestimmen der Gattungen 
und Arten. Eine sorgfältige oro-hydro-Karte der Schweiz ist dem 
Werke beigegeben. Auf den beiden farbigen Tafeln sind Parus 
palustris borealis (= P. m. montanus !), P. p. alpestris und P. p. communis, 
Certhia familiaris costae und C. f. brachydactyla abgebildet. 



Aves für 1899. 31 

H. Fischer- Sigwart. Das Storchnest auf dem Chordach in 
Zofingen (Kanton Aargau) im vierten Jahre (1898); Zoolog. Garten 
XL p. 297-302. 

Percy E. Freke. [On the Occurrence of Gypaetus barbatus in 
Switzerlandj; Ibis (7) V p. 658. 

A. Girtanner. Der Lämmergeier in den Schweizeralpen und 
in den Zeitungen; „Diana" 1899 p. — (sep. 12 pg.) — Genaue 
Nachweise über das ehemalige Vorkommen der Art in der Schweiz. 
In den 20 er und 30 er Jahren war sie keine seltene Erscheinung, 
ist aber jetzt als ausgestorben zu betrachten. 

Derselbe. Der Lämmergeier in den Schweizer Alpen und in 
den Zeitungen; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 140 — 150. 

— Verf. giebt genaue Mittheilungen über die frühere Verbreitung 
des Vogels in der Schweiz, und Daten, wann die letzten Exemplare 
in den einzelnen Kantonen erlegt oder erbeutet wurden. 

Frankreich. 

*A. Acloque. Faune de France, contenant la description de 
toutes les especes indigenes disposees en tableaux analytiques, avec 
4000 figures. Avec une preface par E. Perrier. Vol. V. Oiseaux. 
Paris. 1899. 8 ". pp. 200 mit 300 Figuren. 

Brissy berichtet über Erlegung von Colymbus glacialis L. bei 
Montauban; Ornis IX No. 3 (1899) p. 256. 

W. Eagle Clarke, siehe p. 77. 

Baron Albert Crette de PallueL Notes sur quelques oiseaux 
de la Faune du Midi et du Nordouest de la France; Ornis X, 1899, 
p. 39 — 44. — Beobachtungen über Eierlegen zu ungewöhnlicher 
Jahreszeit, welche Erscheinung Verf. mit dem Vorgange der Mauser 
in Zusammenhang bringt. Notizen über einige Arten und Farben- 
abänderungen in der Vogelwelt der Provence. Melizophilus are- 
moricus aus der Bretagne wird als neue Form gegenüber M. pro- 
vincialis unterschieden. 

W. Warde Fowler. Notes on Birds of the Valley of the Somme ; 
Transact. Norf. Norwich Nat. Soc. VI. 5. (1899) p. 444 — 448. — 
Ornithologische Beobachtungen aus der Gegend von Amiens und 
Abbeville, Frankreich. 

Baron d'Haraonville. Sejour de la Mouette de Sabine sur 
les cotes de la Bretagne; Ornis IX No. 3 (April 1899) p. 257— 260. 

— Im Herbst 1896 erschien eine grosse Scbaar von Xema sabinei 
an der Küste der Bretagne zwischen Saint-Nazare und Croisie. Verf. 
erwarb 7 Exemplare für seine Sammlung und giebt eine kurze Be- 
schreibung der verschiedenen Kleider. 

E. Olivier. Un oiseau nouveau pour l'AUier [Charadrius 
morinellus]; Rev. Scient. Bourbonn. XII (1899) p. 248. 

E. Oustalet berichtet über Erlegung von Falco communis L. 
bei Fecamp, Seine -inferieure; Ornis IX No. 3 (April 1899) p. 256. 



32 C- E. Hellmayr: 

Derselbe berichtet über Vorkommen von Pterocles arenarius 
bei Boulogne-sur-Mer; 1. c. p. 256. 

*C. lleroUe. Rechercbes sur l'histoire, la repartition, la dimi- 
nution des mammiferes et des oiseaux des Alpes Frangaises; Bull. 
Soc. Isere (4) IX Oiseaux p. 316- 336. 

L. Teniier. Observations faites en Baie de Seine sur le 
Corlieu (Numenius phaeopus) appele aussi „Livergin" et „Petit 
Courlis"; Ornis IX No. 3 (April 1899) p. 191—196. — Verf. schildert 
kurz Lebensweise und Betragen von N. pliaeopus und erörtert so- 
dann das Vorkommen der Art in Frankreich, Die Daten sind nach 
den einzelnen Departements p;eordnet, 

Derselbe. Note sur des Barges rousses (Limosa rufa); Ornis 
IX No. 3 (April 1899) p. 197-198. — Vorkommen im Mai bei 
Pennedepie und Villerville. 

Derselbe. Distribution geographique en France du Vanneau 
huppe (Vanellus cristatus) d'apres les donnees de l'enquete terri- 
toriale de 1885 et 1886; Ornis X No. 1 (Dec. 1899) p. 77— 96. — 
Detailhrte Darstellung der Verbreitung des Kibitzes in Frankreich. 
Mit Verbreitungskarte. 

Derselbe. Etüde sur les passages en France du Pluvier dore 
(Charadrius pluvialis), migration et distribution geographique d'apres 
les donnees de l'enquete territoriale de 1885 — 1886; 1. c. p. 97 — 118. 
(Siehe p. 80). 

Derselbe. Distribution geographique de la Mouette Rieuse (Larus 
ridibundus) d'apr«''S les donnees de l'enquete territoriale de 1885 et 
1886; Ornis IX No. 3 (April 1899) p. 271—284. — üebersicht der 
Verbreitung der Lachmöve in Frankreich. Verf. theilt das Land in 
drei Zonen: 1. jene Gegenden, wo die Art regelmässig nistet u. das 
ganze Jahr verweilt, 2. wo sie nur gelegentlich auf dem Zuge er- 
scheint, und 3. wo sie überhaupt nicht vorkommt. Mit Karte. 

Derselbe. Distribution geographique en France de l'Hirondelle 
de Mer Pierre-Garin (Sterna hirundo) d'apres les donnees de l'enquete 
territoriale de 1885 — 1886; 1. c. p. 285— 296. — Anlage und Be- 
handlung des Stoffes wie in der vorigen Arbeit. Mit Karte. 

Holland. 

F. E. Blaauw. [On the Occurence in Holland of Emberiza 
pusilla]; Ibis (7) V p. 330-331. 

Baron R. Snouckart van Schaubiirg. Ornithologie van Neder- 
land. Waarnemingen van 1 Mei 1898 tot en met 30 April 1899 ge- 
daan; Tijdschr. Nederl. Dierk. Vereen. (2) VI. Afl. 2 (Aug. 1899) 
p. 137 — 155. — Fortsetzung der bisher von Albarda geheferten 
Berichte über seltenere ornithologische Vorkommnisse in den Nieder- 
landen. 33 sp. werden besprochen, darunter Dendrocopus minor, 
Larus argentatus, Uria lomvia var. ringvia u. s. w. 

Derselbe. Zur Verbreitung von Sterna macrura Naum. ; Orn. 
Monber. VII p. 3 — 4. — Obwohl einzelne Exemplare bereits mehr- 



Aves für 1899. 33 

mals in Holland erbeutet worden waren, stand der Nachweis des 
Brutvorkommens der Art noch aus. Verf. stellte sie durch Auffinden 
eines Geleges auf der Insel Texel als holländischen Brutvogel fest. 

Belgien. 

0. V. Aplin. Notes on the Birds of Belgium; Zoolog (4) III 
p. 149 — 163. — Beobachtungen aus dem Meusethale (Juni 1898). 
In der Einleitung topographische Schilderung des Gebietes. 

Italien, Malta, Corsica. 

0. Altobello. Rapaci del Molise. Gatture di specie rare; 
Avicula III p. 176 — 177. — Notizen über Circaetus gallicus, Aquila 
chrysaetus, Gennaja feldeggi, Cerchneis vespertinus, C. naumanni 
und Circus aeruginosus. 

E. Arrigoni Degli Oddi. L'Aquila rapax (Temm.) ed il Buteo 
desertorum (Daud.) per la prima volta osservati in Italia; Avicula 
III p. 1*25 — 128. — Von Aquila rapax wurde ein 2 juv. bei Cagliari, 
Sardinien, am 20, November 1898, erlegt ; von Buteo desertorum ein 
2 ad. auf dem Markte in Foggia (Puglie) erstanden. Beide Exem- 
plare sind beschrieben. Beide Arten neu für Italien. 

Derselbe berichtet über Vorkommen von Stercorarius parasiticus 
(L.) auf dem Gardasee, und knüpft daran Bemerkungen über die 
Verbreitung der vier Arten des Genus in Italien; Ibis (7) V 
p. 156—158. 

Derselbe. Materiali per una Fauna Ornitologica Veronese, 
con note di Vittorio dal Nero; Atti R. Istit. Veneto-Trent. Sei. Lett. 
ed Arti, LVIII, 2. 1898/99 (1899) p. 387—437. — Verf. giebt einen 
üeberblick der Avifauna der Provinz Verona, die er in 5 Regionen 
eintheilt, jede kurz characterisirend. Darauf folgt eine Aufzählung der 
in der Provinz vorhandenen ornithologischen Sammlungen, die Be- 
sprechung der üblichen Jagd- und Fangmethoden; Liste der nach- 
gewiesenen Arten, die in Stand-, Sommer-, Winter- und Zugvögel und 
zufällige Erscheinungen eingetheilt sind. Am Schlüsse Aufzählung 
der fraglichen oder irrthümlich in die Veroneser Fauna aufgenommenen 
Arten. 

Derselbe. Elenco degli Uccell rari ou piü difficili ad aversi, 
conservati nella sua collezione ornitologica italiana al 31 dicembre 
1898; Ornis IX No. 3 (April 1899) p. 199—249. — Ein wichtiger 
Beitrag zur Ornithologie Italiens. Verf. bespricht 179 sp. seiner 
Sammlung. Bei den einzelnen Exemplaren Fundorte und Erlegungs- 
daten. Zahlreiche Arten verdienen wegen ihrer Seltenheit in Italien 
Beachtung. Es seien nur hervorgehoben: Falco punicus, <S' Sardinien; 
Circus swainsoni (13 Exemplare); Merops apiaster (19 ExempL), 
Anthus cervinus (18 ExempL), Plectrophenax nivalis (19 Exempl.), 
Emberiza leucocephala (5 Exempl.) u. s. w. 

Ä.rch. f. Naturgesch. 67. Jahrg. 1901. Bd. H. H. 1. 3 



34 C. E. Hellmayr: 

Derselbe. Note ornitologiche sulla Provincia di Verona; Atti 
Soc. Ital. Sc. Nat. XXXVIII Fase. 1 '^ e 2 « (1899) p. 75—191. — 
Gewissermassen die Fortsetzung der vorigen Arbeit. Die 330 für 
die Provinz nachgewiesenen Vogelarten sind eingehend behandelt mit 
genauen Daten über Vorkommen, Brüten u. s. w. 

Derselbe. The Nesting of the Black Kite (Milvus migrans) in 
the Territory of Verona; Zoolog. (5) III p. 241 — 253. — Verf. giebt 
zunächst eine Uebersicht über das Vorkommen und Brüten der Art 
in den einzelnen Provinzen Italiens und bespricht sodann ausführlich 
einen Brutplatz bei Grezzano im Veronesischen. Brutgeschäft, 
Nahrung, Lebensweise, Zugzeiten u. s, w. eingehend geschildert. 

A. de Boni. Note ornitologiche per la provincia di Belluno; 
Avicula III p. 6—7. 

P. Bonomi. Circaetus gallicus (in Sardinien); Avicula III 
p. 33. 

Derselbe. Nuov^a accertata conquista per l'Avifauna Sarda- 
Italiana; Avicula III p. 3 — 4. — Sula bassana an der Küste Sardiniens 
gefangen. Beschreibung des Stückes — ein altes 2. 

Derselbe. Della Sardegna; Avicula IQ p. 97 — 99. 

Derselbe. Della Sardegna; Avicula lU p. 11 — 12. — Ornitho- 
logische Notizen aus Sardinien. 

S. Brogi. II Gracchio nel senese (Pyrrhocorax alpinus); Avi- 
cula III p. 12. 

Derselbe. Merula alpestris Brehm e Merula torquata auct; 
Avicula III p. 12. 

Derselbe. Da Siena; 1. c. p. 12. 

E. Cannaviello. Uccelli che nidificano nella prov. di Napoli; 
Avicula III p. 99—100. 

A. Carruccio. E in continua diminuzione il Porphyrio coeruleus 
in Sardegna? Indicazione di una nuova localitä; Boll. Soc. rom. 
stud. zool. VIII (1899) fasc. 3/5. p. 182—186. 

(j. Damiani. Cenni sugli Uccelli dell' Elba della collezione 
Toscanelli; Avicula III p. 70—75, 103 — 109. — Bemerkungen über 
Vögel der Insel Elba. 

Derselbe. Note ornitologiche dell' Elba (1898); Avicula III, 
p. 157 — 163. — Bericht über ornithologische Wahrnehmungen und 
ungewöhnliche Erscheinungen auf Elba während des Jahres 1898. 
53 sp. sind aufgeführt, bei den selteneren Arten genaue Daten über 
Erlegung u. s. w. 

Derselbe. A proposito della frequenza in Italia, della Rissa 
tridactyla L. ; Avicula III p. 169 — 171. — Zusätze zur Arbeit von 
C. Picchi mit besonderer Berücksichtigung des Vorkommens auf der 
Insel Elba. 

C. Fabani. II Pastor Roseus in Valtellina; Avicula III 
p. 63—64. 

Cr. Ealconieri di Carpegna. Cattura di un Tringa canutus 
neir Agro Romano; Bull. Soc. rom. stud. zool. VIII (1899) p. 70—71. 



Aves für 1899. 35 

0. Ferragni berichtet über Erlegung von Strepsilas interpres 
in der Provinz Cremona; Avicula III p. 140. 

G. Gioli. Sulla comparsa di alcuni Pastor rosei nel Piano di 
Pisa avvenuta il 5 e 6 giugno 1899; Avicula III p. 95—97. 

Derselbe. Sulla scoperta di alcuni nidi di Pastor rosei nel 
Pisano; 1. c. p. 97. — Ueber Auftreten und Brüten des Rosenstares 
im Pisanischen im Frühjahre 1899. 

G. Arrighi Griffoli. Note ed appunti di un cacciatore sui 
nostri uccelli migratori. Parte secunda; Avicula III p. 13 — 16, 46 
—48, 76—81, 113—117, 151—153, 171 — 175. — Bemerkungen 
über Lebensweise, Zug, Vorkommen in Italien u. s. w. 

E. Imparati. Uccelli del Piacentino; Avicula III p. 20 — 23, 
40—46. — Schluss der Arbeit (siehe Bericht 1898, p. 98), den 
Rest der systematischen Aufzählung enthaltend. Im Ganzen sind 
148 Sp. aufgeführt. Am Ende Zusammenstellung der behandelten 
Arten nach den Ordnungen und Literaturübersicht. 

Derselbe. Uccelli del Piacentino. 2* nota; Avicula III p. 128 
— 139. — Nachträge und Zusätze zu der vorhergehenden Arbeit. 
Weitere 85 Species sind aufgezählt, so dass die Gesammtsumme 
der für Piaceuza festgestellten Arten sich auf 233 erhöht. 

A. König. Eine neue Vogelart von der Insel Corsica; Orn. 
Monber. VII p. 120. — Neu: Citrinella corsicana, von der Alpen- 
form durch geringere Grösse und braunen Rücken abweichend. 

A. Lucifero. Avifauna Calabra. Elenco delle specie di uccelli 
sedentarie et di passagio in Calabria; Avicula III p. 24— 27, 35 
—39, 81—85, 109—113, 144—151, 164—169. — Fortsetzung der 
Arbeit (vgl. Bericht 1898 p. 98), behandelt die Singvögel, Macro- 
chires, Specht- und Kukuksartige Vögel, Eulen und Tagraubvögel. 
Anordnung des Stoffes wie im ersten Theile der Abhandlung. 

Hugh Mackay. Ornithological Notes from Malta; Zoolog. (4) 
III p. 254—258. 

G. Martorelli. Merula obscura (Turdus pallens Ralv.) ; Avicula 
III p. 10. — Ein Exemplar — das fünfte für Italien nachgewiesene 
— wurde am 28. Oktober auf dem Markte in Mailand gefunden. 

R. Meloni. Cattura di un Falco pecchiaiuolo (Pernis apivorus) 
in Sardegna; Avicula III p. 10 — 11. 

G. Moschella. La Sula Bassana a reggio Calabria; Avicula 
III p. 4—5. 

P. Payesi. L'Uccel delle tempeste nel cuore d'Italia; Avicula 
III p. 1 — 3. — Ueber die Erlegung von Arquatella maritima am 
Ticino, nicht weit von Pavia. 

Derselbe. Di un altro uccello nuovo per la Lombardia. 
Calendario ornitologico Pavese per 1897 — 98; Boll. Scient. Pavia 
1899 p. 97 — 101. — Ein $ von Arquatella maritima wurde am 
15. Nov. 1897 am Ticino erlegt. Neu für die Provinz. 

C. Picchi. Breve nota sulle catture della Rissa tridactyla 
(Linn.), „Gabbiano terragnolo" in Sardegna e suUa sua frequenza 
in Italia; Avicula III p. 153 — 156. — Zusammenstellung der (5) 

3* 



36 C. E, Hellmayr: 

bisher bekannten Fälle des Vorkommens auf Sardinien und im 
Anschluss daran Bemerkungen über das Vorkommen der Art in 
Italien nach der Literatur. 

E. Ronna. Chiurlo piccolo (Numenius phaeopus Linn.); Avicula 
III p. 65. — Vorkommen in Parma. 

F. ßossi berichtet über Erlegung von Himantopus candidus in 
Cremona; Avicula III p. 140. 

E. Untersteiner. L'anno ornitologico al piede delle alpi. 
Scene all' aperto e fiori di lettura (continuazione) ; Avicula III 
p. 49—53. 

F. Tenezia berichtet über Erlegung von Pastor roseus in Sizilien ; 
Avicula III p. 139. 

A. Voigt. Ornithologische Beobachtungen in Italien; Orn. 
Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 344—351. 

J. I. S. Wliitaker records the occurrence of Caprimulgus 
aegyptius in Sicily, the second specimen for Italy; Ibis (7) V 
p. 475—476. 

Dänemark, Faröer, Island, 

£nud Andersen. Meddelelser om Färöernes Fugle med särligt 
Hensyn til Nolsö; Vidensk. Meddel. naturh. Foren. Kjebenhavn 
1899 p. 239—261. — Fortsetzung einer früheren Abhandlung des 
Verf. (siehe Bericht 1898 p. 99). Die meisten Beobachtungen 
stammen von P. F. Petersen auf Nolsö. Die Arbeit zerfällt in 
zwei Abschnitte. Der erste behandelt die Beobachtungen über 
Nolsö's Vögel aus 1897/98, der zweite allerlei gesammelte Beob- 
achtungen von den anderen Inseln der Gruppe. Auffallend war der 
starke Zug von Kleinvögeln Anfang Mai 1898, zum Theil von Arten, 
die sehr seltene Gäste auf den Faröern sind oder noch gar nicht 
nachgewiesen waren. Sicher waren diese Zugschaaren, auf dem 
Wege nach Norwegen, durch den starken östlichen oder südöstlichen 
Sturm von ihrer Richtung abgedrängt und auf die Faröer geworfen 
worden. Die bezüglichen Beobachtungen Petersen's sind in 
Tagebuchform mitgetheilt. Neu für die Faröer sind Pratincola 
rubetra, Cyanecula suecica, Phyllopneuste rufa und Emberiza schoe- 
niclus und Motacilla melanope, andere 6 sp. sind zum erstenmale 
für Nolsö nachgewiesen. Die Zahl der von Nolsö bekannten Arten 
erhöht sich dadurch von 117 auf 126. Der zweite Theil der Arbeit 
enthält genaue Zugnotizen und Notizen über auffallende Er- 
scheinungen auf anderen Inseln der Gruppe, u. A. Loxia bifasciata. 
(Nach Orn. Monber. VII p. 193—194). 

0. Haase. Ueber angebliches Vorkommen des PeUkans in 
West Jütland; Orn. Monber. VII p. 173—174. 

0. Helms. Ornithologische Beobachtungen vom nördhchen 
atlantischen Ocean. Uebersetzt von 0. Haase; Journ. f. Ornith. 
XL VII p. 75 — 95. — Uebersetzung der dänischen Originalarbeit 
(siehe Bericht 1897 p. 238). 30 sp. sind aufgeführt. 



Aves für 1899. 37 

H. Winge. [On the alleged occurrence in Danemark of Pelecanus 

onocrotalus] ; Ibis (7) V p. 658. 

Derselbe. Fuglene ved de danske Fyr i 1898. 16<^° Aars- 
beretning om danske Fugle; Vidensk. Meddel. naturh. Foren. 
Kj0benhavn 1899 p. 337—406. — Von 33 Leuchtthürmen wurden 
940 Vögel in 60 Arten an das Museum in Kopenhagen eingeliefert. 
Darunter befinden sich drei, die bisher nicht gefallen waren, 
nämlich: Totanus ochropus, Corvus frugilegus und Loxia curvirostra. 
Die Zahl der Arten steigt dadurch auf 136 sp. Ungewöhnliche 
Erscheinungen in Dänemark im Jahre 1898 sind: Somateria specta- 
bilis, Porzana minuta, Phalaropus fulicarius, Lestris pomatorhina, 
Mergulus alle, Milvus migrans, Circus pallidus, Turtur auritus u. s. w. 
Die genauen Daten sind bei jeder Art angegeben. 

Derselbe. Danmarks Pattedyr og Fugle Frem. Den Danske 
Staat p. 353 — 476 mit 75 Illustrationen und 1 Farbendruck (Kopen- 
hagen 1899). — Verf. schildert die Säugethier- und Vogelwelt 
Dänemarks von der prähistorischen Zeit an bis auf die Gegenwart. 
Die ältesten Bewohner unter den Vögeln sind wohl die abgehärtetsten 
Arten, die auch am meisten nach Norden vorgedrungen sind; aber 
späterhin haben das Land wohl jene Arten besiedelt, die wie 
Ruticilla titis und Oriolus galbula sich auch heute nur in den süd- 
lichen Theilen desselben finden. Die Untersuchung der Küchen- 
abfälle aus der Steinzeit hat ergeben, dass 56 Species Vögel und 
Säugethiere vom Menschen in jener Zeit getötet worden sind, also 
schon vor 3 — 4000 Jahren im Lande vorkamen. Von diesen sind 
3 Arten: Tetrao urogallus, Alca impennis und Pelecanus crispus 
heute verschwunden. Im Laufe des 19. Jahrhunderts sind in 
Dänemark gegen 300 Vogelarten beobachtet worden, davon aber 
nur etwa 225 jährlich oder fast jährlich zu sehen. Mindestens 
165 sp. brüten im Lande. Verf. gibt von allen Arten eine kurze 
Kennzeichnung und bespricht dann die Erscheinungen des Zuges in 
ausführlicher Weise. 

Skandinavien. 

0. V. Aplin. [On the ränge of Motacilla alba and P'alco 
aesalon]; Ibis (7) V p. 159. — Beide Arten wurden brütend bei 
Tromsö festgestellt. 

*J. M. Hulth. Öfversikt af faunistisk och biologisk vigtigare 
literatur vorande Nordens Fuglar. Stockholm 1899. gr. 4*^. 

Cr. Kolthoff und L. A. Jägerskiöld. Nordens Fäglar (— die 
Vögel des Nordens). Stockholm 1895—99 p. XV + 343, Taf. 1 
— 69. — Dies ist gewissermassen eine erweiterte Neuausgabe von 
Sundevall's Svenska Foglarna. Während in diesem Werke aber 
nur die Vögel Schwedens berücksichtigt wurden, umfasst die vor- 
liegende Arbeit auch diejenigen von Norwegen, Finnland; Dänemark, 
Faröer, Island und Spitzbergen, und liefert überdies Daten zum 
Vorkommen der besprochenen Arten auf Grönland. Besonders aus- 
führlich ist die geographische Verbreitung der einzelnen Arten be- 



38 C. B. Hellmayr: 

handelt. Es sind nicht nur alle die in den verschiedensten Zeit- 
schriften zerstreuten Angaben zusammengefasst, sondern die Verf. 
setzen viel Neues aus ihrer eigenen Erfahrung hinzu und unterziehen 
die bestehende Literatur einer kritischen Prüfung. Für die Ver- 
breitung in Schweden liefert die Arbeit somit werth volles Material. 
Die Biologie ist gleichfalls eingehend dargestellt. Erwähnenswerth 
von Einzelheiten ist die Beschreibung eines Bastardes von Tetrao 
urogallus und Lagopus mutus, sowie eines Hybrides von Clangula 
glaucion u. Mergus albellus (Kopf abgebildet). Neu für Schweden 
sind Oedicnemus oedicnemus (Öland Nov. 1898) und Aix galeri- 
culata (3 ad. bei Staburnäs in Lappmarken erlegt). Das Dunenkleid 
von Branta leucopsis ist (wohl zum erstenmale) beschrieben. 

J. H. Salter. Ornithological Notes from Northern Norway; 
Zoologist (4) III p. 54 — 71. — Schilderung eines Ausfluges nach 
Tromsö und der Lofoteninsel Svolvaer im July 1898. Die beob- 
achteten Vögel sind aufgezählt mit eingehenden Notizen über Vor- 
kommen, Häufigkeit und Lebensweise. 

Europäisches Russland. 

M. Härms. Chelidon urbica orientalis Somow; Orn. Monber. 
VII p. 93. — Wiedergabe der Originalbeschreibung. 

Henry J. Pearson. Notes on the Birds observed on the 
Northern Parts of the Murman Coast, Russian Lapland, in 1899; 
Ibis (7) V p. 520—538. — Verf. verbrachte die Zeit vom 18. Mai 
bis 12. Juni an der nördlichen Murmanküste. Da der Winter sehr 
streng war und ungeheure Schneemassen gebracht hatte, war das 
Vogelleben nicht so reichhaltig als zu erwarten stand. In der 
systematischen Liste sind 74 sp. besprochen. Mehrere Gelege von 
Strepsilas interpres wurden gesammelt. Am Schlüsse der Arbeit 
Listen der an den verschiedenen Stationen beobachteten Vögel (bloss 
englische Trivialnamen!). 

W. Sawitzky, Beiträge zur Kenntniss der baltischen Ornis; 
K. B. Ver. Riga XLII p. 191—218. — Die Arbeit zerfällt in drei 
Theile: I. Brut, Durchzugs- und Wintervögel von Riga und Um- 
gebung (p. 194 — 212); IL Speziell für Riga constatirte Arten (p. 213 
—216); III. Irrgäste (p. 216—218). — Im Ganzen sind 217 sp. für 
die weitere Umgebung von Riga festgestellt. Für die Stadt selbst 
sind 93 sp. verzeichnet, wovon 35 im Stadtbezirk brüten, 51 als 
Durchzügler und 7 als regelmässige Wintergäste zu betrachten sind. 

R. Schmidt. Somateria spectabilis (L.) provenant du gou- 
vernement de St. Petersbourg; Ann. Mus. zool. St. Petersbg. IV. 
1899 p. IX. [Russisch!]. 

West- und Mittelasien. 

Y. Bianchi. Uebersicht der Arten der Gattung Tetraogallus 
Gray. Aus dem Russischen übersetzt von Michael Härms; Journ. 
f. Ornith. XL VII p. 421—434. — Man kann zwei Gruppen unter- 



Aves für 1899. 39 

scheiden, von denen eine T. altaicus, T. tibetanus und T. henrici, 
die andere alle übrigen Formen umfasst. Die Unterschiede der vom 
Verf. anerkannten 8 Formen sind in Schlüsselform auseinander- 
gesetzt. Neu sind: T. himalayensis grombczewskii, aus der west- 
lichen Kuen-Luen Kette, u. T. h. koslowi aus dem Altyn-tagh, der 
Humboldt Kette und den südlichen Kukunor Bergen. Die^geo- 
graphische Verbreitung der 8 Arten ist eingehend erörtert. 

H. E. Dresser und E. Delmar Morgan. On new Species of 
Birds obtained in Kan-su by M. Berezovsky; Ibis (7) V p. 270—276. 

— Englische Uebersetzung der in russischer Sprache beschriebenen 
sechs Arten, die Berezovsky in Kansu entdeckte: Trochalopterum 
sukatschewi, Suthora przewalskii, Larvivora obscura, Poecile hyper- 
melaena, P. davidi und Sitta przewalskii. 

H. J. Elwes. On the Zoology and Botany of the Altai 
Mountains; Journ. Linn. Soc. (Zool.) XXVII (April 1899) p. 23—46. 

— Allgemeine Bemerkungen über die Fauna der Altaikette. Auf 
p. 38 einige Notizen über Vögel. Verf. will u. A. Oidemia stejnegeri 
brütend gefunden haben. 

Derselbe. [On the Fauna of the Altai Mountains]; :; Ibis (7) 
V p. 657. — Bemerkungen über die zoogeographischen Regionen 
des Altaigebirges. 

H. Johansen. Ornithologische Beobachtungen im Gouvernement 
Tomsk während des Jahres 1898; Orn. Jahrb. X p. 121—136. — 
Sorgfältige Angaben über Vorkommen interessanter oder seltener 
Arten im Tomsker Gebiet, Westsibirien. 

*N. Th. Kastsclienko. Ergebnisse der zoologischen Expedition 
des Jahres 1898 in den Altai. Wirbelthiere. Tomsk, p. 1 — 158, 
Taf. I — IV [Russisch!]. — Der ornithologische Theil umfasst p. 68 
— 100 und enthält Angaben über 144 Species. Als neu für das 
Gouvernement sind aufgeführt: Buteo vulpinus fuliginosus, Motacilla 
alba dukhunensis, Lusciniola fuscata, Accentor collaris erythropygius, 
Cinclus cinclus cashmeriensis, Charadrius geoffroyi, Columba livia- 
intermedia. [Nach Orn. Jahrb. XI p. 36]. 

P. K. Koslow. Itineraire de l'expedition de Mr. Pievtzow au 
Tibet (1889 — 1891) et la distribution geographique des Mammiferes 
et oiseaux dans les regions explorees; Ann. Mus. zool. St. Petersbg. 
IV, 1899 p. 257—287. — Auf p. 270—281 Uebersicht der Ver- 
breitung der 234 sp. Vögel in den einzelnen Gebieten in Tabellen- 
form. Text russisch. 

Gr. Radde. Die Sammlungen des Kaukasischen Museums. 
Band I. Zoologie von G. Radde. Mit 5 Portraits, 24 Tafeln 
Phototypen und Lithographien und 2 Karten. Tifiis 1899. 4». Aves: 
p. 121 — 270. — Die Vogelsammlung des Kaukasischen Museums 
besteht zur Zeit aus 508 sp. in 4206 Bälgen, 259 Nestern und 
1738 Eiern. In Tabellenform gibt Verf. eine Uebersicht über den 
Bestand. Geschlecht, Fundort und Datum sind bei jedem auf- 
geführten Exemplar sorgfältig verzeichnet. Im Ganzen sind 498 sp. 
registrirt. Am Schlüsse systematische Bemerkungen über interessante 



40 C. E. Hellmayr: 

und seltenere Arten und deren "Variation. Eine Photographie der im 
Kaukasischen Museum aufgestellten Gruppe von Wasservögeln aus 
dem Tiefland von Lenkoran beigegeben. 

*K. A. Satunin. lieber die Verbreitung einiger Vögel in 
Transkaukasien. I. 1899 p. 1 — 4 [Russisch]. — Beobachtungen 
aus dem östlichen Transkaukasien. Ueber 14 sp. liegen Angaben 
vor. Saxicüla deserti Brutvogel bei Tiflis, S. finschi an der persischen 
Grenze u. s. w. [Vgl. Referat in: Ornith. Jahrb. XI p. 35]. 

Ostasien. 

A. Owston. Swallows in Mid Winter; Annot. zool. japon. III 
(1899) p. 29. 

*C. Parrot. Die Vogelfauna von Japan; Jahresber. ornith. 
Ver. München 1897/98 (publ. 1899) p. 66—78. 

Nordafrika. 

Carlo Frhr. von Erlanger. Beiträge zur Avifauna Tunesiens; 
Journ. f. Ornith. XL VII p. 213—286, 309—374, 449—532, tab. II 
— XVII, und 1 Karte. — Fortsetzung der Abhandlung (vgl. Bericht 
1898 p. 103), die sich mit den Singvögeln, Cypseliden, Caprimul- 
giden und Spechten beschäftigt. Anordnung und Behandlung des 
Stoffes wie im ersten Theile. Bei jeder Art Synonymie, Notizen 
über Vorkommen und eingehende Mittheilungen über Lebensweise 
und Brutgeschäft. Die meisten Arten sind überdies von kritischen 
Bemerkungen über ihre systematische Stellung und die Unterschiede 
von ihren Verwandten begleitet. Besonders ausführlich sind die 
Haubenlerchen (Galerita cristata und G. theklae) behandelt. Verf. 
weist nach, dass die beiden Arten getrennte Formenkreise repräsentiren, 
in weiten Gebieten nebeneinander vorkommen und geographische 
Formen bilden. In N. W. Afrika giebt es 9 Vertreter von G. theklae 
und 4 von G. cristata. Jede derselben ist gekennzeichnet, ihre 
Verbreitung und ihre Beziehungen zu den benachbarten Formen 
erörtert. Sorgfältige Maasse der gesammelten Exemplare sind bei- 
gegeben. Bei den meisten auch Gelegezahl und Eier eingehend 
besprochen. Auch hierin ist ein auffallender Unterschied zwischen 
den Vertretern der beiden Formenkreise wahrnehmbar, indem 
G. theklae immer nur 3 Eier legt, während man in den Nestern 
von G. cristata deren 4 oder 5 findet. Die Unterschiede zwischen 
Saxicola 1. lugens u. S. lugens halophila sind ausführlich dargestellt. 
Neu beschrieben sind: Phylloscopus sibilatrix flavescens, Galerita 
thecklae harterti, Nord-Tunesien; G. cristata kleinschmidti, Nord- 
Marocco; G. c. reichenowi, Süd-Tunesien; Passer simplex saharae, 
Tunis; Petronia petronia barbara, Tunis, und P. p. madeirensis, 
Madeira; Caprimulgus aegyptius saharae, und C. ruficollis desertorum. 
Abgebildet sind: Lanius s. Senator und L. s. rutilans, Picus v. vaillanti 
und P. V. koenigi, Phylloscopus s. sibilatrix und P. s. flavescens; Alauda 



Aves für 1899. 41 

arvensis, Calandrella b. brachydactyla und C. b. itala, Alaemon d. 
duponti und A. d. margaritae, die verschiedenen Formen von Galerita 
cristata und G. theklae, üpupa epops epops und U. e. pallida, Capri- 
mulgus r. ruficoUis und C. r. desertorum, C. a. aegyptius und C. a. 
saharae, Petronia p. puteicola, P. p. barbara, P. p. petronia und P. p. 
madeirensis, Loxia curvirostra poliogyna, Merops persicus subsp., 
Alcedo i. ispida, A. i. spatzi, A. i. bengalensis und A. i. taprobana. 
P. Spatz. [Ueber seine Reise in Tunis]; Journ. f. Ornitb. XL VII 
p. 119—120. 

Madeira. 

C. W. Bichmond. Thalassidroma Castro of Harcourt; Auk 
XVI p. 177 — 178. Wiedergabe der Originalbeschreibung. 

P. Ernesto Schmitz. Zur Ornis von Madeira; Orn. Jahrb. X. 
p. 186 — 187. — Ciconia ciconia, Luscinia luscinia und Lanius Senator 
[rutilans] neu für die Insel. 

Derselbe. Beobachtungen aus Madeira; Orn. Monber. VII, 
p. 77 — 78. — Ueber allerlei interessante Erscheinungen auf der 
Insel, darunter Ciconia alba, zum erstenmale daselbst festgestellt. 

Derselbe. Die Vögel Madeiras; Orn. Jahrb. X p. 1 — 34, 
41 — 66. — Verf. giebt zunächst eine Liste aller bisher für die 
Insel nachgewiesenen Arten, von denen 38 Brutvögel, die übrigen 
(116) Durchzügler, Wintergäste oder gelegentliche Erscheinungen 
sind, und schliesst daran ein Verzeichnis der wichtigeren Litteratur. 
Im speciellen Teile werden für einige interessantere Arten wertvolle 
Beobachtungen über Verbreitung, Lebensweise und Brutgeschäft 
mitgetheilt, gelegentlich auch systematische Fragen erörtert. Bei 
den Durchzüglern und Wintergästen genaue Angaben über Ort und 
Zeit des Vorkommens. Eine sorgfältige, für die Ornis Madeiras 
grundlegende Arbeit. 

Capverden. 

T. Salvador!. Collezioni ornitologiche fatte nelle Isole del 
Capo Verde da Leonardo Fea; Ann. Mus. Civ. Genova (2) XX (XL) 
1899 p. 283—312. — Behandelt eine Sammlung L. Fea's, die 47 sp. 
in 308 Exemplaren umfasst. 10 sp. : Cypselus apus, Cuculus canorus, 
Glareola pratincola, Totanus glareola, T. calidris, Comatibis comata, 
Bubulcus lucidus, Nettion crecca, Nyroca ferina und N. africana sind 
zum ersten Male für den Archipel nachgewiesen. Neu: Oestrelata 
feae. Bei jeder Art ist die auf den Archipel bezügliche Literatur 
citirt, die gesammelten Exemplare aufgeführt und meist noch 
kritische Notizen beigefügt. Die Identität von Puffinus mariae mit 
P. edwardsi, Estrilda jagoensis mit E. astrild und von Passer bran- 
coensis mit P. jagoensis auseinandergesetzt. Literaturverzeichnis 
geht der Arbeit voraus. 



42 0. E. Hellmayr: 

Tropisches Afrika. 
(Aethiopische Region), 

B. Alexander. An Ornithological Expedition to the Zambezi 
River; Ibis (7) V p. 549-583, tab. XL — In der Einleitung 
Schilderung der Reise und des Beobachtungsgebietes. Der vorliegende 
Beginn der systematischen Aufzählung der gesammelten Vögel be- 
handelt 72 sp.: Pittidae, Nectariniidae, Paridae, Motacillidae, 
Alaudidae, Ploceidae, Sturnidae, Oriolidae, Corvidae, Dicruridae, 
Prionopidae und Laniidae. Bei jeder Art Notizen über Aufenthalt, 
Vorkommen und Lebensweise. Unterschiede von Pyromelana oryx 
und P. sundevalli. Cinnyris shelleyi ist beschrieben und abgebildet. 

W. R. Ogilvie Grant and H. 0. Forbes. The Expedition to 
Sokotra. I. Descriptions of the new Species of Birds; Bull. Liver- 
pool Mus. n (May 1899) p. 1 — 3. — Neu: Scops socotranus, Frin- 
gillaria insularis, F. socotrana, Caprimulgus jonesi, Phalacrocorax 
nigrogularis von Sokotra; Passer hemileucus und Motacilla forwoodi 
von Abd-el-Kuri. 

E. Hartert. List of a coUection of Birds made at Gambaga, 
in the Goldcoast Hinterland, by Capt. W. Giffard; Nov. Zool. VI 
p. 403 — 422. — In der Einleitung schickt Verf. einige kurze Be- 
merkungen über die Beziehungen der Fauna "Westafrikas voraus 
und weist darauf hin, wie unvollkommen unsere Kenntnisse bezüglich 
der Grenzen zwischen dem west- und dem nordostafrikanischen 
Gebiete noch sind. 150 sp. sind aufgeführt, darunter Accipiter 
ovampensis und Petrochelidon rufigula, bisher nur aus Südafrika 
bekannt. Kritische Notizen über zahlreiche Arten, z. B. Columba 
gymnocyclus, Francolinus albogularis und F. buckleyi, Cerchneis 
alopex, Bessonornis gambagae u. s. w. Uebersicht und Schlüssel 
der Formen von Lanius Senator. Neu: Pytelia phoenicoptera emini, 
von Ladö. 

Derselbe. On the Birds collected by Dr. Ansorge during his 
recent stay in Africa; Appendix zu: Ansorge, Under the African 
Sun, 1899, p. 325 — 355, mit 1 Tafeh — Die Sammlungen wurden 
theils in Brit. Ostafrika, theils in Uganda zusammengebracht, der 
grösste Theil stammt aus der Landschaft Unjoro im Osten des 
Albert-Sees. Faunistisch schliesst sich diese eng an Uganda und 
Karagwe an. 216 sp. sind aufgeführt, von denen die folgenden als 
neu beschrieben : Numida ansorgei vom Nakuru-See (p. 331) ; Colins 
leucotis berlepschi, von Ostafrika und dem weissen Nil (p. 333); 
Pyromelana ansorgei, Unjoro (p. 344); Cinnyris ansorgei, Nandi 
(p. 350) und Cinnyris gutturahs inaestimata, Ostafrika (p. 351). 
Abgebildet sind auf Tafel II: Pyromelana ansorgei und Cinnyris 
ansorgei. 

R. Mc D. Hawker. On the Results of a Collecting-Tour of 
Three Months in Somaliland; Ibis (7) V p. 52—81, pl. IL — 
Resultate einer Sammeltour im nordwestlichen Somaliland. In der 
Einleitung Topographie des Gebietes und Verlauf der Reise kurz 



Aves für 1899. 43 

geschildert. Die systematische Aufzähking enthält die Namen von 
110 sp., bei jeder derselben Liste der gesammelten Exemplare mit 
Angaben über die Färbung der unbefiederten Körpertheile, gelegentlich 
auch Notizen über Vorkommen, Häufigkeit und Lebensweise. Unter- 
schiede zwischen Mirafra marginata und Geocoraphus simplex an- 
gedeutet. Abgebildet: Mirafra marginata und Apalis viridiceps. 

F. J. Jackson. List of Birds obtained in British East Afrika. 
— Part I. With Notes by R. Bowdler Sharpe; Ibis (7) V p. 587 
— 640, tab. XII, XIII. — Behandelt die Sammlungen, die Verf. 
zwischen 1892 und 1898 in verschiedenen Theilen von Britisch Ost- 
und Centralafrika zusammenbrachte. Der vorliegende erste Theil 
umfasst 127 sp.: Corvidae, Sturnidae, Oriolidae, Ploceidae, FringiUidae, 
Motacillidae, Nectariniidae, Zosteropidae, Paridae. Bei jeder Art 
Aufzählung der gesammelten Exemplare mit Angabe der Färbung 
der nackten Körpertheile, gelegentfich biologische Beobachtungen, 
so bei Drepanoplectes jacksoni. Kritische Notizen aus der Feder 
Sharpes. Neu: Sycobrotus nandensis, Anthus latistriatus und Parus 
barakae. Abgebildet: Pholidauges sharpii und Parus nigricinereus. 

0. Neumann. Neue und wenig bekannte afrikanische Vögel; 
Orn. Monber. VII p. 23 — 26. — Neu: Zosterops jacksoni Mau; 
Z. scotti, Ruwenzori; Cinnyris mariquensis hawkeri, Somaliland; 
Nectarinia jacksoni. Mau; Poicephalus meyeri erythreae, ßogosland; 
P. meyeri transvaalensis, Transvaal; Numida somaliensis, Somaliland 
und N. transvaalensis, Transvaal. Bemerkungen über Numida papillosa 
und N. marungensis. 

Derselbe. Die schwarzstirnigen Nigrita- Arten, Orn. Monber. 
Vn p. 62 — 63. — Verf. weist nach, dass der von ihm gemeinsam 
mit Reichenow beschriebene und unter die Fliegenfänger gestellte 
Atopornis diabolicus auf ein junges Stück von Nigrita kretschmeri 
zurückzuführen sei. Uebersicht der Unterschiede der schwarzstirnigen 
Arten in Schlüsselform. 

Derselbe. Neue und seltene Arten des genus „Sigmodus" 
Temm.; 1. c. p. 89 — 91. — Bemerkungen über S. rufiventris mentalis, 
S. scopifrons, S. retzii und dessen Formen, wovon Verf vier: S. retzii 
nigricans n. subsp. aus Nord- Angola; S. retzii (typ.) ; S. r. intermedius 
n. subsp., Tanganika; S. r. tricolor und S. r. graculinus unter- 
scheidet. 

Derselbe. Beiträge zur Vogelfauna von Ost- und Central- 
Äfrika. Die von mir auf meiner Expedition durch die Massailänder 
und in den Ländern am Victoria Nyansa 1892 — 1895 gesammelten 
und beobachteten Vögel. IL Theil; Journ. f Ornith. XL VII p. 33 
— 74, tab. I. — Der vorliegende Theil behandelt die Geier, Falken, 
Eulen, Papageien und Musophagiden. In der Anordnung des 
Stoffes schhesst er sich an den ersten Theil an. Bei jeder Art 
Aufzählung der gesammelten Exemplare mit Angaben über Färbung 
der nackten Theile. Besprechung der geographischen Verbreitung 
und gelegentlich mit kritischen Notizen über verwandte Formen. 
Für Chizaerhis leucogaster wird die Gattung Corythaixo'ides wieder 



44 C. E. Hellmayr: 

hergestellt. Abgebildet: Falco fasciinucha. Neu beschrieben: Cory- 
thaixoides concolor pallidiceps, Angola und Pisorhina ugandae. 

Derselbe. Beiträge zu einer Revision der Laniarinen; Journ. 
f. Ornith. XLVII p. 387—417. — Verf. schliesst sich in der Um- 
grenzung der Gruppe am meisten an Shelley an, eliminirt aber die 
Genera Telephonus, Bocagia und Nicator, sowie Neolestes torquatus 
und Sigelus senegalensis. Die übrig bleibenden Arten vertheilt er 
in 6 Genera: Malaconotus, Cosmophoneus, Chlorophoneus, PeHcinius, 
Laniarius und Dryoscopus. Die erste Gattung (Malaconotus) um- 
fasst 9, die zweite (Cosmophoneus nov. gen.) 1 5, die dritte (Chloro- 
phoneus) 4, die vierte (Pelicinius) 3, die fünfte (Laniarius) 20, die 
sechste (Dryoscopus) 13 Formen. Bei jeder derselben kurze 
Charakteristik und Angabe der Verbreitung. Eingehende Aus- 
einandersetzungen über die Variation in der Färbung der ver- 
schiedenen Körpertheile bei Laniarius aethiopicus. Für Dryoscopus 
stellte Verf. die interessante Thatsache fest, das bei verwandten 
Formen die c?c? kaum zu unterscheiden sind, während die $9 sehr 
auffallende Merkmale zur Schau tragen. Neu beschrieben sind: 
Malaconotus haematothorax, Südkamerun; M. catharoxanthus, Gebiet 
des oberen blauen Nil; Cosmophoneus preussi, Kamerun; C. liberianus, 
Liberia; C. reichenowi, Kamerun; C. sulphureopectus suahelicus, 
Ostafrika; Laniarius aethiopicus hybridus, Transvaal u. Sambesi- 
gebiet; Dryoscopus malzacii nyansae, Kavirondo und Uganda; 
D. cubla occidentalis, Angola; D. c. suahelicus, Ost- Afrika; D. malzacii 
erythreae, Abyssinien. 

H. C. Oberholser. Notes on Birds from the Cameroons District, 
West Africa; Proc. U. S. Nat. Mus. XXII (Oct. 1899) p. 11—19. — 
Ueber eine kleine Vogelsammlung aus Efulen (Bates coli.). 32 S[). sind 
aufgezählt und z. Th. mit kritischen Bemerkungen versehen. Für 
Andropadus virens Cass. wird das neue Genus: Eurillas vor- 
geschlagen. 

Derselbe. A List of Birds collected by Mr. R. P. Currie in 
Liberia; Proc. ü. S. Nat. Mus. XXII No. 1182 (Oct. 1899) p. 25—37. 
— Die Sammlung stammt vom St. Paul's Fluss und enthält 39 sp. 
Neu: Dendromus caroli arizelus, Anthreptes idius, Dicrurus modestus 
atactus und Fraseria prosphora. Neue Genera: Stelgidillas (type 
Andropadus gracilirostris) und Horizocerus (type Toccus hartlaubi). 
Ein alter Vogel von Dryotriorchis spectabilis wurde erlegt, das 
neunte bekannte Exemplar. Liste aller in der Literatur aufgeführten 
Stücke. 

Louis Petit. Sur la presence simultanee au Congo de l'Hirundo 
cucullata Bodd. et de l'Hirundo rustica L. ; Ornis X No. 1 (Dec. 
1899) p. 51 — 52. — Ueber einen Zug der südafrikanischen Hirundo 
cucullata nach dem Kongogebiet. 

Derselbe. Ornithologie Congolaise; Mem. Soc. zool. France XII 
(1899) p. 59—106, pl. letll. — Verf. verbrachte 8 Jahre (von 1876 
bis 1884) im französischen Congo und sammelte 277 sp. von Vögeln. 



Aves für 1899. 45 

In der vorliegenden Arbeit giebt er eine Liste derselben, mit An- 
gaben über Art und Häufigkeit des Vorkommens, Lebensweise, 
Stimme u. s. w. Auf Tafel I ist Hirundo poucheti, auf Tafel II 
Cisticola landanae abgebildet. 

A. Reichenow. Neue Vogelarten; Orn. Monber. VII p. 7 — 9. 
— Neben neuen Formen aus Queensland und dem ßismarckarchipel 
sind die folgendenden Novitäten aus Afrika beschrieben: Cinnyris 
fülleborni, Symplectes olivaceiceps und Xenocichla chlorigula, alle 
drei aus dem Rovuma Gebiet. 

Derselbe. Neu entdeckte Arten von Kamerun; Orn. Monber. 
VII p. 40 — 41. — Neu beschrieben: Picathartes oreas und Campe- 
phaga preussi, beide von Victoria am Fusse des Kamerungebirges. 

Derselbe. lieber einen merkwürdigen ßuschwürger von 
Kamerun; 1. c. p. 130. — Lanarius dubiosus (von unsicherem Fund- 
ort) wird auf einen ganz jungen Vogel im Uebergangskleide be- 
gründet, der besser unbenannt geblieben wäre! 

Derselbe. Nachprüfung einiger afrikanischer Arten der 
Gattung Cinnyris; Orn. Monber. VII p. 169 — 172. — Uebersicht der 
C. chloropygia-Gruppe in Schlüsselform. Neu: C. chloropygia orpho- 
gaster von Bukoba u. s. w.; C. c. lühderi von Kamerun, Gabun, 
Loango; C. subalaris, Pondoland; C. minullus, Kamerun. Ein ähn- 
licher Schlüssel für die Formen der C. venusta-Gruppe. Neu: C. affinis 
stierlingi, Uhehe; C. a. niassae, Niassaland; C. a. angolensis, Angola; 
C. cyanescens, Sansibar und Mapapua; C. igneiventris, Karagwe; 
C. aequatorialis, Victoria Niansa; C. gutturalis damarensis, Damara- 
land. Verschiedenheit und Verbreitung von C. kalkreuthi aus- 
einandergesetzt. 

Derselbe. Zur Thierverbreitung in Afrika; Orn. Monber. VII 
p. 189 — 190. — Bespricht eine Sammlung aus Mangu im Hinter- 
lande von Togo, die deshalb von besonderer Wichtigkeit ist, als 
durch sie zum erstenmale die Grenze zwischen Wald- und Steppen- 
gebiet in der Nigerregion festgestellt wird. Die Fauna von Mangu 
schliesst sich eng an die des Senegalgebietes an. 40 sp. sind neu 
für Togo nachgewiesen. Neu: Centropus thierryi, Passer diffusus 
thierryi, Cerchneis alopex deserticola. 

Derselbe. Turacus finschi Rchw.; Orn. Monber, VII p. 190 
— 191. — Der Vogel, für welchen der obige Name vorgeschlagen 
wird, stammt aus dem Niamniamlande. Da er in der Färbung 
zwischen T. emini und T. sharpei steht, und auch der Fundort 
zwischen den Verbreitungsgebieten der beiden Arten liegt, spricht 
Verf. die absonderliche Vermutung aus, dass es sich um einen 
Bastard derselben handeln könnte!! 

Derselbe. Ueber afrikanische Raken; 1. c. p. 191 — 192. — 
Bemerkungen über Coracias abyssinicus senegalensis, C. loquax, 
C. weigalli und C. naevius sharpei n. subsp. aus Deutsch-Ost-Afrika. 

Derselbe. [Ueber neue afrikanische Vögel]; Journ. f. Ornith, 
XLVII. p. 418. — Neu beschrieben: Colins colius damarensis, 



46 C. E. Hellmayr: 

Damaraland; Zosterops stierlingi aus Uhehe; Tricholaema nigrifrons, 
aus Süd-Meatu. 

Alex. Ross. Strange Nest of a South African Bush Shrike; 
Zoolog. (4) III. p. 80. — Bradyornis silens. 

P. L. Sclater. [Ueber Vögel beobachtet bei Capstadt]; Bull. 
B. 0. C. X. p. 29—33. 

W. L. Sclater. On a Collection of Birds from Inhambane, 
Portuguese East Africa. With Field-Notes by H. F. Francis; Ibis (7) 
V. p. 111 — 115. — Aufzählung von 16 sp. mit Bemerkungen des 
Sammlers über Färbung der nackten Körpertheile etc. 

Derselbe. On a second Collection of Birds from Inhambane, 
Portuguese East Africa. With Field-Notes by H. F. Francis; Ibis (7) 
V. p. 283—286. — Aufzählung von 8 sp. Neu: Xenocichla debilis, 
nahe X. flavostriata. Cossypha quadrivirgata neu für das Gebiet. 

R. B. Sharpe. [On birds obtained by Colonel Henry P. North- 
cott at Gambaga and in the Hinterland of the Gold Coast]; Bull. 
B. 0. C. X. p. 6—7. — Aufzählung von 38 sp., darunter Lanius 
gubernator. 

Gr. E. Shelley. On a collectien of Birds from the vicinity of 
Zomba, British Central Africa, forwarded by Lient.-Col. W. H. 
Manning. With a Note by P. L. Sclater; Ibis (7) V. p. 281—283. 

— Namenliste von 58 sp. Notizen über Coracias spatulata vel 
weigalli, Totanus stagnatilis, Gallinago major und Coturnix dele- 
gorguei. 

Derselbe. On a Collection of Birds from the Tanganyika 
Plateau, in British Central Africa; Ibis 7 (V) p. 364—380, tab. V u. VI. 

— Die Sammlung umfasst 220 Exemplare, die 99 sp. repräsentiren. 
Darunter drei neue: Malaconotus manningi, Cisticola alticola und 
Melanobucco macclounii. Erwähnenswerth ist ferner der Nachweis 
von Anthothreptes anchietae, Anaplectes gurneyi, Cichladusa bocagei, 
Accipiter ovampensis etc. Kritische Bemerkungen über Parus niger 
und Verwandte, Salpornis salvadorii u. s. w. Poliospiza striati- 
pectus = P. reichardi; Xenocichla pallidigula = Andropadus flavi- 
gula; Rectirostrum hypochondriacum und K. zenkeri = Macro- 
sphenus flavicans Cass. Schlüssel für die Arten von Malaconotus, 
die afrikanischen Pycnonotiden-Genera u. s. w. Abgebildet: Mala- 
conotus manningi und Melanobucco macclounii. 

*R. B. and J. D. S. Woodward. Natal Birds (including the 
Species belonging to Natal and the Eastern Districts of the Cape 
Colony). Pietermaritzburg. 1899. pp. 216. 

Madagaskar. 

E. Oustalet. Note sur le male de l'Uratelornis chimaera; 
Bull. Mus. Paris V. (1899) p. 280—282. — Beschreibung des bisher 
unbekannten (S und Notizen über die Verbreitung. 



Aves für 1899. 47 

Indisch-orientalische Region. 

E. C. Stuart Baker. The Birds of North Cachar. Part X; 
Journ. Bombay N. H. Soc. XII. No. 3 (July 1899) p. 486—510. — 
Fortsetzung der Arbeit, die Hühnervögel, Rallen, Strand- und 
Wasservögel umfassend. In der Behandlung schliesst sie sich den 
vorhergehenden Teilen an. 

Derselbe. Indian Ducks and their Allies. Part. VI, with 
plate VI; Journ. Bombay Nat. Hist. Soc. XII. No. 2 (March 1899) 
p. 235-261. Part. VII, with plate VII; 1. c. XII. No. 3 (July 1899) 
p. 437-464. Part. VIII, with plate VIII; 1. c. XII. No. 4 (Nov. 
1899) p. 593 — 620. — Fortsetzung der Arbeit. Behandelt die Arten 
der Genera Mareca, Nettion, Dafila, Querquedula, Spatula, Mar- 
monetta, Netta und Nyroca, im Ganzen 11 sp. Bei jeder Art Be- 
schreibung der verschiedenen Kleider, Verbreitung, Lebensweise 
und Brutgeschäft abgehandelt. Schlüssel der Gattungen und Arten. 
Abgebildet sind: Nettion albigulare, Marmonetta augustirostris 
und Nyroca baeri. 

E. L. Barton. Occurrence of the Clucking Teal (Nettium for- 
mosum) in Guzerat; Journ. Bombay N. H. Soc. XII. No. 2 (March 
1899) p. 429. 

R. M. Betham. Occasional Notes on Birds' Nesting in the 
Neighbourhood of Poona; Journ. Bombay N. H. Soc. XII. No. 4 
(Nov. 1899) p. 778—782. — Notizen über das Brutgeschäft indischer 
Vogelarten. 

A. L. Butler. The Nidification of some Malayan Birds; Journ. 

Bombay N. H. Soc. XII. No. 4 (Nov. 1899) p. 772—773. — Nest 
und Eier von 4 sp. beschrieben. 

Derselbe. The Nidification of some Malayan Birds; Journ. 
Bombay N. H. Soc. XII. No. 2 (March 1899) p. 421—423. — lieber 
Nest und Eier von 5 Arten der Malakka-Halbinsel. 

Derselbe. Occurrence of the Black- winged Kite (Elanus 
caeruleus) and the Short-toed Eagle (Circaetus gallicus), in the 
Malay Peninsula; Journ. Bombay N. H. Soc. XII. No. 2 (March 1899) 
p. 423—424. 

Derselbe. The Birds of the Andaman and Nicobar Islands 
Part. I.; Journ. Bombay N. H. Soc. XII. No. 2 (March 1899) p. 386 
—403; Part II; 1. c. No. 3 (July 1899) p. 555—571; Part III; I.e. 
No. 4 (Nov. 1899) p. 684—696, with plate. — Verf. hielt sich 
9 Monate auf den Inselgruppen auf und sammelte bei Port Blair 
(Andamanen), und auf Camorta, Nancowry, Teressa, Katchall und 
Gar Niccobar (Nicobaren). In der Einleitung kurze Schilderung 
der Reise und der physikalischen Verhältnisse der Nicobaren. Die 
vorliegenden Theile behandeln die Passeres, Spechte, Bienenfresser, 
Eisvögel, Macrochires, Papageien, Kukuke, Eulen, Raubvögel, Tauben, 
Hühnervögel und Rallen. Bei jeder Art Notizen über Vorkommen, 
Lebensweise, Brutzeit etc. Von Rallina canningi wurden 80 Expl. 
erbeutet. Astur butleri abgebildet. 



48 C. E. Hellmayr: 

G. Falconieri di Carpegna. Catalogo e riferimento sulle 
specie di Uccelli dell'isola di Borneo (Saravak) mandati in dono 
da S. M. il Ke al Museo Zool. della R. Universitä di Roma; Bull. 
Soc. rom. stud. zool. VIII. (1899) fasc. 3/5 p. 104—126. 

W. D. Cumming. Occurrence of the Green-billed Shear- Water 
(Puffinus chlororhyncus) on the Mekran Coast; Journ. Bombay N. 
H. Soc. XII. No. 4 (Nov. 1899) p. 766. 

C. H. Donald. Occurence of the Nepaul Kali] Pheasant in 
Kashmir; Journ. Bombay N. H. Soc. XII. No. 3 (July 1899) p. 577. 

— Gennaeus leucomelanus in Kashmir erlegt. 

F. Finn. [On a new Weaver Bird]; Proc. Asiat. Soc. Bengal, 
July 1899, p. 77 — 78. Neu: Ploceus rutledgii nahe P. baya, von 
Naini Tal. 

Derselbe. On a new Species of Bhimraj (Dissemurus), with 
some observations on the so-called family Dicruridae; Journ. Asiat. 
Soc. Bengal. LXVIII. Parti! No. 2 (Sept. 1899) p. 119— 121, plate IL 

— Dissemurus alcocki, nahe D. paradiseus, von Segowli, Gorakhpur 
District. 

0. Finsch. On three apparently new Species of Birds from 
the Islands Batu, Sumbawa and Alor; Notes Leyden Mus. XX. 
(Febr. 1899) p. 224— 226. Neu: Pachycephala Vandepolli von Batu; 
Geoffroyus Lansbergei, von Sumbawa; und Trichoglossus alorensis, 
von Alor. 

Derselbe. Merula javanica (Horsf.) and M. fumida (S. Müll.) 
two distinct species; Notes Leyd. Mus. XX. (Febr. 1899) p. 227—230. 

— Unterschiede, Verbreitung und Synonymie der beiden Arten. 

Derselbe. Das Genus Gracula Linn. und seine Arten nebst 
Beschreibung einer neuen Art; Notes Leyden Mus. XXI. (Dec. 1899) 
p. 1 — 22, Tafel 1 u. 2. — Auf die Kennzeichnung der Gattung 
folgt die Uebersicht der „Arten". Verf. unterscheidet deren 14: 
G. religiosa (Süd-Indien u. Ceylon), G. venerata (Inseln zwischen 
Bali und Timor), G. javanensis (Süd-Tenasserini, Malakka -Halb- 
insel, Sumatra, Java, Borneo etc.), G. enganensis (Engano), G. ro- 
busta (Nias), G. batuensis n. sp. (Batu), G. palawanensis (Palawan), 
G. andamanensis (Andamanen u. Nicobaren), G. intermedia (Central 
Indien), G. ptilogenys (Ceylon), G. lidthii (hab. ign.), G. dubia (hab. 
ign.), G. sinensis (Südwestchina) und G. hainana (Hainan). Bei 
jeder Art Kennzeichen, Verbreitung, Synonymie und Maasse. Aul 
den Tafeln Umrisszeichnungen der Köpfe und Kopfanhänge. 

W. R. Ogilvie Grant. Description of seven new Species of 
Birds from the Interior of Hainan; Ibis (7) V. p. 584 — 587. — Neu 
beschrieben sind: Cittocincla brevicauda, Dryonastes castanotis, 
Gecinus hainanus, Chrysophlegma styani, Lepocestes hainanus, 
Nycticorax magnifica und Gennaeus whiteheadi, sämtlich von 
Whitehead auf dem Fünffingergebirge in Hainan entdeckt. 

G. Hartlaub. Zwei Beiträge zur Ornithologie Asiens; Abhandl. 
Nat. Ver. Bremen XVI. 1898 (publ. 1899) p. 241— 273. — Der 
erste Abschnitt betitelt: Nachträgliches zur Ornithologie Chinas und 



Aves für 1899. 49 

insbesondere Hainans (p. 245 — 256), beschäftigt sich mit Vögeln 
aus China und Hainan aus dem Nachlasse ß. Schmackers. 20 sp. 
sind aufgeführt, davon als neu beschrieben: Siphia styani und 
Temnurus Oustaleti (= Temnurus niger [Styan]) aus Hainan. — 
IL Ein Beitrag zur Avifauna der Insel Mindoro. • — Verf. giebt 
zunächst eine Namenliste der 177 von der Insel bekannten Arten 
und knüpft daran Bemerkungen über 17 sp. Im Anhange Be- 
trachtungen über die philippinischen Ninox-Arten, wobei N. plateni 
von Mindoro als neu beschrieben, und die Verschiedenheit von 
N. macroptera und N. japonica auseinandergesetzt wird. 

C. M. luglis. Birds collected during five years' residence in 
the Hylakandy District, Cachar. Part VI: Journ. Bombay N. H. 
Soc. XII.No. 2 (March 1899) p. 286-291; Part VII; I.e. XII. 
No. 4 (Nov. 1899) p. 676—683. - Fortsetzung der Arbeit, behandelt 
die Eulen, Raubvögel, Hühner-, Wasser- und Strandvögel. 

Derselbe. Occurrence of the Alpine Swift (Cypselus melba) 
in the Darbhanga District, Tirhoot; Journ. Bombay N. H. Soc. XII. 
No. 2 (March 1899) p. 414. 

Derselbe. Breeding of the Whiskered Tern (Hydrochelidon 
hybrida) in the Darbhanga District, Tirhoot; 1. c. p. 414. 

Derselbe. Occurrence of the Eastern Stock Pigeon (Columba 
eversmanni) in the Madhubani Siibdivison, Darbhanga, Tirhoot; 
Journ. Bombay N. H. Soc. XII. No. 2 (March 1899) p. 429. 

W. Jesse. A Day's Egging on the Sandbanks of the Ganges; 
Ibis (7) V. p. 4—9. 

Derselbe. Birds'-nesting in and around Lucknow. — No.III; 
Ibis (7) V. p. 344 — 351. — lieber das Brutgeschäft von 16 indischen 
Vogelarten, 

J. D. D. La Touche. Notes on the Birds of Northwest- 
Fohkien; Ibis (7) V. p. 169—210, 400—431. — In der Einleitung 
kurzer Reisebericht und Schilderung der physikalischen Verhältnisse 
und der Vogelwelt im Allgemeinen. Der spezielle Theil behandelt 
109 sp. Passeres in ausführlicher Weise. Bei jeder Art Notizen 
über Häufigkeit, Vorkommen, Zug, Lebensweise und meist eingehende 
Mittheilungen über Brutgeschäft und Eier. Auch systematische 
Bemerkungen über einzelne Arten, s. z. B. über die Formen von 
Suthura bulomachus, Oreocorys sylvanus. etc. Beschreibung von 
Brachypteryx carolinae. Neu: Sitta montium, ähnlich S. sinensis. 

Eugene W. Oates. A Manual of the Game Birds of India. 
Part. IL — Water Birds. Bombay 1899 (May) pp. VI -{■ 506. — 
Der zweite Band dieses vortrefflichen Handbuches (cf. Bericht 1898 
p. 111) behandelt die Schwäne, Gänse, Enten und Schnepfen. Bei 
jeder Art kurze Charakteristik der verschiedenen Kleider, der 
wissenschaftliche und die Vulgärnamen in Indien, sowie eingehende 
Angaben über Lebensweise, Fortflanzung etc. In einem Nachtrage 
sind zwei seit Erscheinen des ersten Bandes für Indien nach- 
gewiesene Fasane behandelt, wovon einer Gennaeus wickhami, von 

Arch.f. Natuiiresch. 67, Jahrg. 1901. Bd.U. H. 1. 4 



50 C. E. Hellmayr: 

den Chin Bergen, Burma, als neu beschrieben ist (p. 495). Neu 
ferner: Anser mentalis aus Japan. 

E. Oustalet. Note sur quelques Timeliides du Yun-nan et du 
Setchuan; Bull. Mus. Paris V (1899) p. 117—119. — Unterschiede 
von Trochalopteron cinereiceps (Fohkien u. Tschekiang) und 
T. styani (Yunnan); sowie Unterschiede zwischen Stachyridiopsis 
ruficeps (Sikkim), S. praecognitus (Formosa) und S. davidi n. sp., 
West Szetschwan. 

Derselbe. Note sur un ancien type d'Alcedinide du Museum 
d'Histoire naturelle de Paris; Ornis IX. No. 3 (April 1899) p. 188. 
— Veif. weist nach, dass der im Pariser Museum befindliche Typus 
von Buffon's „Martin-pecheur du cap de Bonne Esperance" (PI. enl. 
590) auf Pelargopsis Fraseri zurückzuführen ist. Demzufolge hat 
diese Art Linne's Namen Alcedo capensis anzunehmen. 

Derselbe. Les Oiseaux du Cambodge, du Laos, de l'Annam 
et du Tonkin; Nouv. Arch. Mus. Paris (4) I. (1899) p. 221—296, 
pl. VII — X. — Das Pariser Museum besitzt aus den genannten 
Gebieten sehr umfangreiche Sammlungen, die der Abhandlung zu 
Grunde liegen, und deren Anfänge bis auf Diard (1824) zurück- 
reichen. Der vorliegende erste Theil behandelt die Papageien, 
Raubvögel, Eulen, Faulvögel, Spechte, Kukuke, Trogons, Nashorn- 
vögel, Eisvögel, Bienenfresser und Hornrachen. Bei jeder Art 
wichtigste Synonymie, genaue Daten über Vorkommen in der 
beregten Region, und gelegentlich kritische Notizen über Variation 
und Beziehung zu verwandten Formen. Abgebildet: Picus rabieri, 
Carpococcyx renauldi, Arboricola Henrici und Gennaeus Edwardsi. 

R. H. Rattray. Birds collected and observed at Thull during 
five months in 1898, and notes on their nidification; Journ. Bombay 
N. H. Soc. XII. No. 2 (March 1899) p. 337—348. — Namenliste 
mit nur wenigen biologischen Beobachtungen. 

Derselbe. Occurrence of the Rufous-bellied Niltava (Niltava 
sundara) at Murree; Journ. Bombay N. H. Soc. XII. No. 3 (July 1899) 
p. 579. 

H. C. Robinson. Note on three rare and not hitherto figured 
Species of Zosterops in the Derby Collection; Bull. Liverpool Mus. 
II (Sept. 1899) p. 47—48 plate I. — Bemerkungen über Zosterops 
aureiventris (West Java), Z. chlorates (Süd Sumatra) und Z. grisei- 
ventris (Tenimber), alle drei auf der beigegebenen Tafel abgebildet. 

J. H. SewelL ßird of the Kyaukse District; Journ. Bombay 
N. H. Soc. XIL No. 4 (Nov. 1899) p. 758—760. 

R. Shelford. [On the male of Sasia everetti]; Ibis (7) V. 
p. 152-153. 

r. W. Styan. Additions to the List of the Lower Yangtse 
Birds; Ibis (7) V. p. 286—289. — Bemerkungen über 17 sp. Die 
Gesamtzahl der aus dem Gebiete bekannten Arten stellt sich nunmehr 
auf 385. 

Derselbe. On Birds from West China; 1. c. p. 289—300, 
tab. IV. — Ueber eine kleine Sammlung (12 sp.) aus Szetschwan, 



Aves für 1899. 51 

und über umfangreichere Sendungen aus Schensi (22 sp.) und der 
Nordwestecke von Szetschwan, Hier wurde interessanteres Material 
erbeutet, über welches Veif. kurz berichtet. Kritische Be- 
merkungen über einige Arten. Pyctorhis gracilis Styan wird auf 
Moupinia poecilotis zurückgeführt. Abgebildet sind: Proparus fucatus 
und Schoeniparus variegatus. 

J. Whitehead. Field-Notes on Birds collected in the Phi- 
lippine Islands in 1893-0; Ibis (7) V p. 81-111, 210—246, 381 
— 399, 485 — 501. — Verf. behandelt 359 sp., die er auf seinen 
Reisen im Archipel gesammelt hat. Bei den einzelnen Arten 
Notizen über Art und Weise des Vorkommens, Häufigkeit, Lebens- 
weise und Färbung der unbefiederten Körpertheile; gelegentlich 
auch kritische Bemerkungen über Beziehungen verwandter Formen. 
Neu: Scops mindorensis, Mindoro. In der Einleitung kurze Ueber- 
sicht der Reisen des Verfassers und allgemeine Betrachtungen über 
die faunistischen Gebiete des Archipels. 

N. F. T. Wilson. Nesting in Kashmir; Journ. Bombay N.H. 
Soc. XII No. 4 (Nov. 1899) p. 634—641. — lieber Nistweise und 
Eier einer Anzahl indischer Vogelarten. 

H. C. Wood. Note on Hume's Bush-quail (Microperdix mani- 
purensis); Journ. Asiat. Soc. Bengal. LXVIII Part II No. 2 (Sept. 
1899) p. 110. — Notizen über Vorkommen, Lebensweise und Brut- 
geschäft. 

E. H. Young. On „Indian Ducks and their Allies"; Journ. 
Bombay N. H. Soc. XII No. 3 (July 1899) p. 572—573. — Er- 
gänzungen zu Stuart Baker's gleichnamigem Aufsatz. 

Australische Region. 

E. D. Atkinson. The Scrub-Tit in North-West-Tasmania; 
Vict. Nat. XVI No. 7 (Nov. 1899) p. 114. — Sericornis (Acanthornis) 
magna. 

L. Birö. Ueber Stimme und Namen der Vögel auf Neuguinea; 
Orn. Monber. VII p. 73 — 76. — Mittheilungen über die Stimmen- 
laute und Eingeborenennamen einiger Vogelarten von Deutsch Neu- 
Guinea. 

D. Best. Note on the Magpie; Vict. Nat. XVI No. 1 (Mai 
1899) p. 4 — 6. — Ueber die Nahrung von Gymnorhina leuconota. 

Brandeis berichtet über einen starken Vogelzug auf de» 
Marschallinseln; Orn. Monber. VII p. 41. 

C. C. Brittlebank. Birds of Myrniong and Surrounding 
Districts; Vict. Nat. XVI No. 4 (August 1899) p. 59—61. — 
Namenliste. 

A. CampbelL List of Birds observed at Burnley; Vict. 
Nat. XVI No. 3 (Juli 1899) p. 49-55. — Namenliste und Bio- 
logisches über einige Arten. 

Derselbe. Field Notes from the Lower Wimmera; Vict. Nat. 

4* 



52 C. E. Hellmayr: 

XVI No. 8 (Dec. 1899) p. 121 — 130. — Enthält zahlreiche Notizen 
über die beobachteten Vögel. 

A. J. Campbell. Provisional Description of a new Emu-wren; 
Victor. Natur. XV No. 9 (Jan. 1899) p. 116. — Neu: Stipiturus 
ruficeps, vom Nordwest Cap, Australien, nach einem 9 beschrieben. 

Derselbe. Description of a new Emu-Wren; Ibis (7) V 
p. 399 — 400. — Beschreibung und Abbildung beider Geschlechter 
des zuerst nach einem 9 aufgestellten Stipiturus ruficeps. 

Derselbe. Descriptions of three new Australian Birds; Vict. 
Nat. XVI No. 1 (Mai 1899) p. 3—4. — Calamanthus rubiginosus; 
Ptilotis carteri und Acanthogenys flavacanthus vom Nordwest Cap 
District. 

Derselbe. Nests, Eggs and Play-Grounds of the Australian 
Ptilonorhynchidae, or Bower Birds; Proc. Roy. Phys. Soc. Edin- 
burgh XIV (1899) p. 13—46 tab. I-III (Siehe p. 84). 

Derselbe. Nest and Eggs of the Carter Honey-Eater, 
Ptilotis leilavalensis North; Vict. Nat. XVI No. 5 (Sept. 1899) 
p. 87—88. 

Derselbe. Nests and Eggs of the Honey-eaters or Meliphagous 
Birds of Australia; Rep. Austral. Assoc. Advanc. Sei., Session 
1898 (1899) p. 578-655 (Siehe p. 84). 

Derselbe. Nest and Eggs of the Wattle-cheeked Honey- 
Eater, Ptilotis cratitia Gould; Vict. Nat. XVI No. 7 (Nov. 1899) 
p. 111-112. 

Derselbe. Discovery of the Nest and Egg of the Scrub- 
Robin, Drymaoedus brunneopygius, Gould; Victor. Natur. XV No. 10 
(Febr. 1899) p. 130—131. 

Derselbe. Description of the Eggs of the Russettailed Ground- 
Thrush, Geocichla heinii Cabanis; Vict Nat. XVI No. 3 (Juli 1899) 
p. 55. 

Th. Carter. Notes from Point Cloates, Northwest Australia, 
December 1898; Zoolog. (4) III p. 139—142. 

K. Collett. On a second collection of birds from Tongoa, 
New Hebrides; Forh. Selsk. Christian. 1898 No. 6 p. 1—7. — 
Ueber 7 sp., darunter Puffinus obscurus, neu für die Inselgruppe. 

F. Dahl, Das Leben der Vögel auf den Bismarckinseln, nach 
eigenen Beobachtungen vergleichend dargestellt; Mittheil Zool. Mus. 
Berlin I. 3. (Juli 1899) p. 107 — 222. — Im Anschlüsse an 
Reichenow's Arbeit (siehe Seite 56) schildert Verf. auf Grund 
söiner Beobachtungen die Lebensweise der Vögel auf den Bismarck- 
inseln und zieht Vergleiche zwischen der dortigen und der euro- 
päischen Vogelfauna. Die Arbeit stellt den Versuch einer ver- 
gleichend ethologischen Untersuchung dar. Der allgemeine Theil 
behandelt I. die Beziehungen der Vogelwelt zur Oertlichkeit, II. zur 
Jahreszeit, III. ein Vergleich der Vogelfauna der Bismarckinseln 
mit der Europas. Beigefügt eine Uebersicht (in Schlüsselform) der 
Vogelfamilien nach der Lebensweise. Im IV. Capitel beschäftigt 
sich Verf. mit den Nestern der Vögel (gleichfalls mit biologischem 



Aves für 1899. 53 

Schlüssel), im V. mit den Stimmen der Vögel. Im speciellen 
Theile schildert Verf. die Lebensweise der einzelnen Arten in aus- 
führlicher Weise. 

B. Friedländer. Ueber die Nestlöcher des Megapodius prit- 
chardi auf der Insel Niuafu; Orn. Monber. VII p. 37 — 40. — 
Siehe p. 85. 

R. Hall. A key to the ßirds of Australia and Tasmania. 
With tabuLir Synopsis and glossary. Melbourne. 1899. S'\ pp. XII 
-4-116. — Ein gedrängtes Handbuch der Vögel Australiens, 767 
Arten, mit besonderer Berücksichtigung ihrer Verbreitung. Der 
Continent ist in drei Faunenregionen eingetheilt: Die „Eyrean", die 
„Torresian'" und „Bassian", welche wiederum in 9 „areas" zerfallen. 
Systematische Reihenfolge und Nomenclatur schliesst sich eng an 
den Brit. Cat. an. 

Derselbe. Some South-western Australian Birds; Vict. Nat. 
XVI No. 2 (Juni 1899) p. 27—30. — Notizen über Xerophila sp., 
Pomatorhinus sp. und Acanthochaera rufigularis aus dem Kalgoorlie 
District, S. W. Australien. 

Derselbe. Notes on the Magpies; 1. c. No. 3 (Juli 1899) 
p. 40 — 45. — Biologische Beobachtungen über Gymnorhina leuconota 
und G. tibicen. 

Derselbe. Notes on the Birds of the Box Hall District; 
Victor. Natur. XV No. 10 (Febr. 1899) p, 127— 130; No. 12 (April 
1899) p. 156-159. 

Derselbe. Birds new to South-Western Australia; Vict. Nat. 
XV No. 11 (März 1899) p. 145— 146. - Neu für das Gebiet: 
Cerchneis cenchroides, Cracticus destructor, Cliraacteris superciliosa, 
Chalcococcyx basalis und Psephotus multicolor. 

Derselbe. Extended Distribution of Gerygone albigularis, 
Gld.; Vict. Nat. XVI No. 7 (Nov. 1899) p. 114—115. 

Derselbe. Notes on three Phases in the Plumage of Poma- 
torhinus superciliosus V. & H.; Vict. Nat. XVI No. 5 (Sept. 1899) 
p. 89 — 91. — Beschreibung der verschiedenen (Alters- und Jugend-) 
Kleider der Art. 

Derselbe. Note on the Occurrence in Victoria of a phase 
of the subspecies ParJalotus assimilis, Ramsay; Proc. Linn. Soc. 
N. S. V^ales XXIV Part. III (Dec. 1899) p. 472—475. — Genaue 
Beschreibung des 9 ad., c? ad., c? u. 9 jr. und (^ juv. und Kenn- 
zeichen der Form im Vergleich zu P. ornatus. 

E. Martert. On the Birds coUected by Mr. Meek on Rössel 
Island in the Louisiade Archipelago; Nov. Zool. VI p. 76 — 84. -- 
Rössel ist die östliche Insel der Gruppe, ihre höchste Erhebung 
steigt etwa bis 3000 Fuss auf. Trotz der geringen Entfernung von 
der Sudest Insel besitzt sie eine ganze Anzahl eigenthümlicher 
Formen, von denen die auffallendsten bereits früher beschrieben 
wurden, Im Ganzen sind 36 sp. aufgeführt, darunter neu: Rhipi- 
dura louisiadensis, Gerygone rosseliana u. Geoffroyus aruensis cyani- 
carpus. Kritische Bemerkungen über andere Arten und ausführliche 



54 C. E. Hellmayr: 

Beschreibung der bereits bekannt gemachten: Pachycephala rosse- 
liana, P. meeki, Edoliisoma rostratum, Myzomela albigula, Zosterops 
pallidipes, Pitta meeki u. s. w. 

Derselbe. On the Birds collected by Mr. Meek on St. Aignan 
Island in the Louisiade Archipelago; Nov. Zool. VI p. 206 — 217. — 
St. Aignan (oder Misima) liegt nordwestlich von der Sudest Insel. 
Das Innere ist dicht bewaldet und steigt bis zu einer Höhe von 
3300 Fuss an. 64 sp. sind aufgeführt, davon als neu beschrieben: 
Gerygone rosseliana onerosa, Zosterops aignani, und Macropygia 
doreya cunctata. Uebersicht der Formen von Monarcha chaly- 
beocephalus, und kritische Bemerkungen über Collocalia fuciphaga. 
Am Schlüsse vergleichende Uebersicht der von St. Aignan, Sudest 
und Rössel Insel nachgewiesenen Arten. 

Derselbe. On the Birds of New Hanover; Ibis (7) V p. 277 
— 281, pl. IIL — Behandelt die von Capt. Webster zusammen- 
gebrachte CoUection. Bei einigen Arten kritische Bemerkungen, 
z. B. über Cacomantis websteri u. Lorius hypenochrous devittatus. 
Beschreibung und Abbildung von Alcyone websteri. Verf. führt 
aus, dass die Genera Globicera und Carpophaga nicht trennbar 
sind. 

Derselbe. On Myzomela rubrocucullata; Nov. Zool. VI p. 428. 
— Verf. vermuthet, dass die Fundortsangabe St. Aignan irrthüm- 
lich ist, und dass der Vogel vielmehr von einer der Salomon 
Inseln kam. 

Derselbe. On some Birds from Cape York, North Queens- 
land; Nov. Zool. VI p. 423 — 428. - Bemerkungen über 28 sp. 
Neu beschrieben: Artamus leucorhynchus parvirostris, Zosterops 
westernensis vegeta, Bathilda ruficauda clarescens. Beschreibung 
von Pachycephala peninsulae. 

Derselbe. On some Species of the Genera Cyclopsitta and 
Ptilinopus; Nov. Zool. VI p. 219, tab. IV. — Abbildung der Köpfe 
von Cyclopsitta macleyana, C. virago, C. aruensis und C. insepara- 
bilis, sowie von Ptilinopus hyogaster und P. granulifrons. 

S. W. Jackson. Discovery of the Nest and Eggs of the 
Rufous Scrub-Bird; Victor. Natur. XV No. 9 (Jan. 1899) p. 115 
— 116. — Atrichia rufescens. 

0. A. Keartland. Pritchards Megapode; Vict. Nat. XVI 
No. 3 (Juli 1899) p. 56. 

B. Le Souef. Descriptions of some new Birds'-Eggs from 
Northern Australia; Ibis (7) V p. 359 — 362. — Beschreibung der 
Eier von Chlamydodera nuchalis (hiervon auch die Lauben be- 
schrieben), Ptistes coccineopterus, Trichoglossus rubritorquis, Myzo- 
mela pectoralis, Podargus marmoratus und Cacomantis castanei- 
ventris. 

Derselbe. Descriptions of some Australian Birds' Eggs; Vict. 
Nat. XVI No. 6 (Oct. 1899) p. 101—103. — Beschreibung der Eier 
von Astur leucosomus, Entomyza albipennis und Callocephalon 
galeatum. 



Aves für 1899. 55 

Derselbe. Description of the Eggs and Nest of the Silvery- 
crowned Friar-Bird, Philemon argenticeps Gould; Vict. Nat. XVI 
No. 3 (Juli 1899) p. 56. 

Derselbe. On the Habits of the Mound-building Birds of 
Australia; Ibis (7) V p. 5 — 19. — Fortpflanzungsgeschäft von Lipoa 
ocellata, Catheturus lathami, C. purpureicollis und Megapodius 
duperreyi eingehend geschildert. 

Derselbe. Ornithological Notes from the Northern Territory. 
A List of the Birds, with the Nests and Eggs, obtained by Mr. E. 
Olive on the Katherine River; Vict. Nat. XVI No. 4 (Aug. 1899) 
p. 61 — 72. — 27 sp. sind in dem Aufsatze behandelt. Notizen 
über Vorkommen und Lebensweise, meist sind auch Nest und Eier 
beschrieben. 

J. YOn Madaräsz. Description of a new Ground-Thrush : 
Geocichla frontalis; Termesz. Füzet. XXII (1899) p. 111-113. — 
Die neue Form steht der G. erythronota nahe und stammt von 
Celebes. 

Derselbe. Astur novae-guineae n. sp.; Orn. Monber. VII 
p. 27, — Die neue Art stammt aus Kaiser Wilhelms Land. 

Derselbe. Ornithologische Sammel-Ergebnisse Ludwig Biro's 
in Neu-Guinea (Sendungen in den Jahren 1897-98); Termesz. 
Füzet. XXII (1899) p. 375—428, pl. XV— XVII. — Behandelt 
weitere Sendungen des eifrigen Sammlers L. Birö von Deutsch Neu 
Guinea aus der Umgebung von Stephansort (Erima). In der Ein- 
leitung Schilderung der Sammelstation nach brieflichen Mittheilungen 
des Collectors und Bemerkungen über die landesüblichen Vogel- 
namen. Im systematischen Theile sind 103 sp. aufgezählt, mit 
Angabe der Färbung der unbefiederten Körpertheile. Die Kenn- 
zeichen von Halcyon elisabeth sind erörtert, Arses fenicheli ist auf 
A. insularis zurückzuführen. Abgebildet sind: Rhipidura leucothorax. 
Astur novae-guineae und Halcyon elisabeth. 

A. B. Meyer. Notiz über Vögel aus Deutsch Neu Guinea; 
Orn. Monber. VII p. 144. — Neu: Pseudogerygone wahnesi aus 
Bongu. Zum erstenmale für die Kolonie nachgewiesen sind: Eupetes 
caerulescens und Munia grandis. 

A. Milne Edwards et E. Oustalet. Note sur l'Emeu noir 
(Dromaeus ater V.) de l'ile Decres (Australie); Bull. Mus. Paris V 
(1899) p. 206 — 214. — Eingehende Angaben über den ausgestorbenen 
Emu der Kinginsel nach einem im Besitze des Museums von Havre 
befindlichen Manuscripte des Reisenden Lesueur. Es geht daraus 
hervor, dass auf dieser Insel eine Emuart lebte, die mittlerweile 
völlig ausgestorben sein muss, es ist aber zweifelhaft, ob es sich 
dabei um D. ater oder D. novae-hollandiae handelte. 

A. J. North. Ornithological Notes. VIII. Description of a new 
Species of Honey-Eater from North Queensland. IX. Description 
of the Nest and Eggs of Microeca pallida. De Vis; Rec. Austral. 
Mus. III No. 5 (April 1899) p. 106—107. — Neu: Ptilotis leila- 



56 C. B. Hellmayr: 

valensis vom Fullertonfluss, Nord Queensland. Besclireibuug von 
Nest und Eiern der Microeca pallida, ebendaher. 

Derselbe. Description of the Nests and Eggs of Six Species 
of Australian Birds; Vict. Nat. XVI No. 1 (Mai 1899) p. 9—13. — 
Nest und Ei beschrieben von: Chlamydodera guttata, Rhipidura 
albicauda, Psophodes nigrogularis, Munia pectoralis, Triehoglossus 
rubritorquis und Melithreptus laetior. Chlamydodera orientalis wird 
von C. nuchalis gesondert. 

A. ßeichenow. Neue Vogelarten; Orn. Monber. VII p. 7 — 9. 
— Ausser einigen neuen afrikanischen Arten sind in dem Artikel 
beschrieben: Pachycephala finschi von Neu Pommern: P. queens- 
landica aus Nord Queensland und Myiagra novaepomeraniae von 
Ralum. Pachycephala melanura dahli wird auf P. melanura zu- 
rückgeführt. 

Derselbe. Neue Arten von Kaiser Wilhelms Land; Orn. 
Monber. VII p. 130-131. — Neu: Lyncornis elegans und Pachy- 
cephala aurea, beide vom Ramufluss. 

Derselbe. [Ueber zwei von Herrn Tappenbeck am Ottilien- 
fluss in Deutsch-Neu-Guinea entdeckte Vogelarten]; Journ. f. Ornith. 
XL VII p. 118. — Ausführliche Beschreibung der bereits früher kurz 
gekennzeichneten Arten: Colluricincla tappenbecki und Sericornis 
Sylvia. 

Derselbe. Die Vögel der Bismarckinseln; Mitteil. Zool. Mus. 
Berlin I 3. (Juli 1899) p. 1—106. - Die umfangreiche Arbeit 
zerfällt in 7 Kapitel. I. Geschichtliches. Dieser Abschnitt enthält 
einen gedrängten Ueberblick über die Erforschung des Archipels in 
ornithologischer Hinsicht, beginnend mit dem Besuche der französischen 
Corvette „La Coquille". II. Schriftenübersicht. III. Die Vogelwelt 
der Bismarckinseln im Allgemeinen. Betrachtungen über die 
Zusammensetzung der Vogelfauna. IV. Sammelorte. Verzeichniss 
der Orte, wo bisher ornithologisch gesammelt wurde. V. Systematische 
Uebersicht der Vogelarten. Liste von 178 sp., die dem Archipel 
eigenthümlichen Formen sind durch besonderen Druck kenntlich 
gemacht. VI. Schlüssel zum Bestimmen der Familien. VII. Be- 
schreibung der einzelnen Vogelarten, deren Verbreitung und Lebens- 
weise. 178 sp. sind in diesem Kapitel behandelt, bei jeder Art 
Synonymie, Beschreibung, genaue Verbreitungsangaben und soweit 
bekannt, Mittheilungen über Lebensweise und Brutgeschäft. 74 sp. 
sind den Inseln eigenthümlich. Bei artenreichen Gattungen sind 
Schlüssel zum Bestimmen der Arten beigefügt. Die Beschreibungen 
sind durch Zeichnungen von Köpfen charakteristischer Formen er- 
läutert. Beigegeben ist ferner eine Karte der Inselgruppe und eine 
Tafel, auf der Myiagra novaepomeraniae, Rhipidura dahli und das 
Nest von R. setosa (fast unkenntlich) dargestellt sind. 

W. Rothschild. Note on Casuarius casuarius sclateri; Nov. 
Zool. VI. p. 75. -- Verf. setzt die Unterschiede zwischen C. c. sclateri 
und C. c. beccarii auseinander. Letztere Form ist nur auf der Vokan- 



Aves für 1S99. 57 

Insel, Am Gruppe, zuhause, während C. c. sclateri in Süd- und 
S. Ost-Neu-Guinea vorkommt. 

Derselbe. On some rare Birds from New-Guinea and the 
Sda Islands, Nov. Zool. VI p. 218—219, tab. II und IIL -- Be- 
schreibung eines zweiten Exemplars von Charmosyna atrata, das 
vom Typus etwas abweicht. Bemerkungen über Oreostruthus 
fuliginosus; Ifrita coronata, die nicht von Port Moresby, sondern 
vom Mount Knutsford stammt, und über Pitta dohertyi. Alle vier 
Arten sind abgebildet. 

Derselbe. Ein neuer interessanter Vogel aus Neuguinea; 
Orn. Monber. VII p. 137. — Neu: Mellopitta gigantea vom Berge 
Maori westlich der Humboldt-Bai. 

Derselbe. [Abstract of a Memoir on the Cassowaries]; Proc. 
zool. Soc. London 1899 p. 773 — 776. — Auszug aus des Verfassers 
Abhandlung, die in den „Transactions of the Zool. Soc." erscheinen 
wird. 

W. Rotliscliild und E. Hartert. Ein kleiner Beitrag zur 
ferneren Kenntniss der Ornis von Neu-Hannovei", Orn. Monber. VII 
p. 138 — 139. — Notizen über 7 sp. Neu: Nasiterna viridifrons und 
Munia nigerrima. Unterschiede von Megalurus interscapularis und 
M. macrurus. Weitere Notizen über Cacomantis websteri. 

T. Salvadori. Nota intorno ad una piccola collezione di Uccelli 
della Nuova (juinea Orientale; Boll. Mus. Zool. Anat. comp. Torino 
XIV No. 360 (1899) p. 1—3. -- Aufzählung von 19 Arten, darunter 
eine neue: Pachycephalopsis hypopolia. 

Derselbe. Intorno ad una piccola collezione di uccelli fatta 
lungo il fiume Purari nella nuova Guinea Orientale -meridionale 
(Viaggio di Lamberto Loria nella Papuasia Orientale XXII); Ann. 
Mus. Civ. Genova (2) XIX (XXXIX) 1898 (publ. 1899) p. 578—582. 
— Ueber eine kleine Vogelsammlung vom Purariilass in Brit.- 
Neu-Guinea '^3 sp. sind aufgezählt, darunter eine neue: Ptilotis 
diops. Das vermuthliche 9 von Rhectes raeridionalis beschrieben. 

H. Schauinsland. Das Vogelleben auf der Insel Laysan; 
Orn. Monber. VII p. 121 — 126, 140—150. — Anschauliche Schilderung 
des Vogellebens auf der einsam im Pacifischen Ocean gelegenen 
Korallen insel. Interessant sind des Verf. Mittheilungeu über die 
Zutraulichkeit der Vögel und über das Bruto-eschäft der verschiedenen 
Arten beevögel. Dieses geht nicht gleichzeitig vor sich, sondern zu- 
erst brüten die Seeschwalben (Haliplana fuliginosa); wenn diese ihre 
Brut vollendet haben, erscheinen die Sturmtaucher (Oestrelata hypo- 
leuca) und ergreifen von der Insel Besitz, nach ihnen die Albatrosse. 
[Auszug aus des Verf. Brochure: Drei Monate auf einer Korallen- 
Insel (Laysan). Bremen. 1899.] 

David G. Stead. A Ramble near Sydney; Zoolog. ^^(4) III 
p. 4r07 — 414. — Enthält zahlreiche eingestreute ornithologische 
Notizen. 

Scott B. Wilson [assisted by A. H Evans]. Aves Hawaiienses. 
The Birds of the Sandwich Islands. Part VII (June 1899), VIII 



58 C. E. Hellmayr: 

(July 1899). London. 4 «. — Schluss des Werkes. Part VII ent- 
hält die Tafeln von Oestrelata phaeopygia, Himantopus knudseni, 
Vestiaria coccinea, Chasiempis sandvicensis, Himatione sanguinea und 
H.virens, Text und Abbildungen von Viridonia sagittirostris, Himatione 
maculata, Pennula sandvicensis und P. wilsoni, Anous hawaiiensis, 
sowie den Text von Rhodacanthis flaviceps, Hemignathus lanaiensis, 
Phaethon rubricauda, P. aethereus, Fregata aquila, Ardea sacra, 
Nycticorax griseus, Plegadis guarauna, Sterna fuliginosa, S. lunata, 
Gygis alba, Anous stolidus, Diomedea immutabilis und Bulweria 
{injinho. Auf einer Tafel sind Eier von Himatione sp. und Chasiempis 
sp. abgebildet. Part VIII enthält Einleitung, Inhaltsverzeichniss, 
Liste der Tafeln und Index. In der Einleitung, auf p. XIII, ein 
neuer Name, Phaeornis oahensis, für einen ausgestorbenen, von 
Bloxham beschriebenen Vogel vorgeschlagen. Eine Karte der Insel- 
gruppe ist beigegeben. 

Neuseeländische Region. 

C. W. Andrews. A nearly complete Skeleton of Dinornis 
maximus. With 1 plate; Geolog. Maga^. N. S. (IV) 6. p. 395—397. 

W. Blaxland Benham. Notes on a fourth Skin of Notornis; 
Transact. New Zeal. Inst. XXXI. (June 1899) p. 146—150. — Be- 
schreibung des vierten, bekannt gewordenen Exemplars. 

W. L. Buller. Capture ofa fourth livingSpecimen of Notornis; 
Ibis (7) V p. 165-166. 

Derselbe. On the Ornithology of New Zealand; Transact. 
New Zeal. Inst. XXXI (June 1899) p. 1—37, pl. I. — In der Ein- 
leitung Rückblick auf die ornithologischen Ereignisse des ver- 
gangenen Jahres, und über Ab- und Zunahme einiger Arten. Daran 
schliessen sich specielle Notizen über 56 sp., die hauptsächlich 
Vorkommen, Häufigkeit und biologische Beobachtungen enthalten. 
Gelegentlich auch Angaben über das Brutgeschäft. Auf der bei- 
gegebenen Tafel eine Photographie von Notornis hochstetteri. 

T. F. Cheeseman. Notice of the Occurrence of the Australian 
Snipe (Gallinago australis) in New Zealand; Transact. New Zeal. Inst. 
XXXI (June 1899) p. 105—106. — Ein Exemplar wurde im März 
an der Westseite von Aukland erlegt. 

A. T. Pycroft. Birds of the Bay of Island; Transact. New- 
Zeal. Inst. XXXI (June 1899) p. 141—146. — Aufzählung von 45 sp. 
mit Notizen über Art und Häufigkeit des Vorkommens. 

W. Rothschild. The Genus Apteryx. With a chapter on the 
Anatomy of the Kiwis by F. Beddard; Nov. Zool. VI p. 361 — 402, 
pl. IX — XVI. — Monographie der Gattung. Verf. unterscheidet 
5 Formen: A. australis, Süd-Insel und Stewart-Insel; A. a. mantelli, 
Nordinsel; A. haasti, Süd-Insel; A. oweni, Südinsel, und A. o. occi- 
dentalis, Nordwesten der Südinsel und Nordinsel. Bei jeder Art 
erschöpfende Synonymie, Beschreibung, Maasse, Verbreitung und 
alles, was über Lebensweise, Fortpflanzung, Vorkommen u. s. w. 



Aves für 1899. 59 

bekannt ist. ßeddard giebt eine kurze Uebersicht der auf die 
Anatomie bezüglichen Litteratur und bespricht sodann einige Eigen- 
thümlichkeiten des Gefieders, die ßürzeldrüse, einige osteologische 
Charaktere, das Muskelsystem, die Luftröhre und die nnatomischen 
Unterschiede der einzelnen Arten. Auf den Tafeln sind die ver- 
schiedenen Species, die Bürzeldrüse und das Becken abgebildet. 

Nord- und Mittelamerika. 

J. A. Allen. Eepublication of Descriptions of new Species and 
Subspecies of North American Birds; Auk XVI p. H38 — 350. 

Andrew Allison. Sprague's Pipit near New Orleans, La; Auk 
XVI p. 82-83. 

Derselbe. The Sparrows of Mississippi; Auk XVI p. 266 — 270, 
— Notizen über Vorkommen von 14 sp., darunter Ammodramus 
henslowii und A. leconteii. 

J. W. Atklns. Columba corensis at Key West, Florida; Auk 
XVI p. 272. 

0. BangS. The Labrador Spruse Grouse; Proc. New Engl. Zool. 
Ol. I (Juni 1899) p. 47 — 48. — Neu: Canachites canadensis labradorius, 
aus Labrador. 

Derselbe. The Florida Meadowlark; Proc. New Engl. Zool. 
Ol. I (1899) p. 19 — 21. — Neu: Sturnella magna argutula, von 
Florida. 

Derselbe. A new Barred Owl from Corpus Christi, Texas; 
1. c. p. 31 — 32, — Syrnium nebulosum helveolum n. subsp. von 
Texas. 

Derselbe, A new Rail from Southern California; 1. c. p. 45 
— 46. — Neu: Rallus levipes, nahe R. obsoletus und R. beldingi, 
von Los Angeles. 

C. Barlow. Nesting of the Hermit Warbier in the Sierra 
Nevada Mountains, California; Auk XVI p. 156—161. — Beschreibung 
des Nestes und der Eier von Dendroica occidentalis. Es ist das 
zweite, bekannte Gelege. 

P. Bartsch. Xema sabinii and Chordeiles virginianus sennetti, 
Two additions to the Jowa Avifauna; Auk XVI p. 86. 

Derselbe. Ammodramus nelsoni in Jowa; Auk XVI p, 276 — 277, 

E. Blackwelder. Note on Kirtland's Warbier (Dendroica 
kirtlandi); Auk XVI p, 359—360. — Ein d' wurde bei Chicago 
erlegt. 

J. Lewis Bouhote. A List of Birds collected on the Island 
of New Providence, Bahamas; Ibis (7) V p. 506—520. — Auf- 
zählung von 59 sp., davon drei: Mimus polyglottus, Oporornis agihs 
und Totanus solitarius neu für die Insel, Pyranga rubra zum 
ersten Male für die Bahamagruppe festgestellt. 

F. Bond. Capture of the Brown Pelican in Wyoming; Auk 
XVI p. 351. ^ 



60 C- K. Hellmayr: 

Wm. C. Braislin. Notes on Long Island Birds; Auk XVI 
p. 190 — 193. — Notizen über Vorkommen von 10 sp. 

(x. F. Breninger. White-tailed Hawk in Arizona; Auk XVI 
p. 352. 

W. Brewster. An undescribed Clapper Rail from Georgia and 
East Florida; Proc. New Engl. Zool. Cl. I (June 1899) p. 49—51. — 
Neu: Rallus crepitans waynei, von Georgia. 

A. W. ßrockway. The little blue Heron (Ardea caerulea) in 
Connecticut; Auk XVI p. 351. 

A. Brooks. Winter Birds of the Okanagan district, B. C. ; 
Ottawa Natural. XIII p. 143—146. 

H. Brown. The Scarlet Ibis (Guara rubra) in Arizona; Auk 
XVI p. 270. 

Derselbe. The California Vulture in Arizona; Auk XVI p. 272. 

— Erlegung von Pseudogryphus californianus. 

Wm. Alausoii Bryan. Pinicola enucleator canadensis and 
Tryngites subruficollis in Illinois; Auk XVI p. 276. 

Derselbe. Melanerpes erythrocephalus wintering in Chicago; 
Auk XVI p. 272-273. 

F. M. Chapman. Further Notes on Dendroica kirtlandi; Auk 
XVI p. 81. — Nachträge zu des Verf. Arbeit (vgl. Bericht 1898 
p. 123). 

Derselbe. Description of two new Subspecies of Colymbus 
dominicus Linn.; Bull. Amer. Mus. XII (1899) p. 255—256. — Nebst 
einer Form aus RIattogrosso (C. d. brachyrhynchus) wird die des 
unteren Rio Grande-Thaies, Texas, als C. d. brachypterus gesondert. 

Derselbe. The distribution and relation-ships of Ammodramus 
maritimus and its allies; Auk XVI p. 1 — 12. tab. I. — Verf. unter- 
scheidet ausser den zwei entfernt stehenden A. nigrescens und A. 
sennetti noch A. m. maritimus, A. m. peninsulae, A. m. macgillivraii, 
A. m. fisheri subsp. nov., Grande Isle, Louisiana. Die beiden erst- 
genannten Arien sind nur kurz rücksichtlich ihrer geographischen 
Verbreitung besprochen, während die Formen der A. maritimus- 
Gruppe eingehender behandelt werden. Am Schlnsse Uebersicht 
der Unterscheidungsmerkmale derselben. Abgebildet sind: Ammo- 
dramus maritimus fisheri und A. sennetti. 

C. K. Clarke. Tlie Green Heron breeding in Ontario; Auk 
XVI p. 351 — 352. — Ardea virescens brütend in Nord-Ontario. 

W. W. Cook. More new Birds for Colorado; Auk XVI p. 187 

— 188. — Net; für den Staat: Astragaliuies psaltria mexicanus, 
Branta canadensis minima und Junco montanus. 

C. B. Cory. The Birds of Eastern North America known to 
occur east of the ninetieth Meridian. Part I. Water Birds. 4'^. pp. IX 
4- 142. Part II. Land Birds. pp. IX + 131—387. Chicago 1899. 

— Ein populäres Handbuch der Vögel des östlichen Nordamerika. 
Erklärung der technischen Ausdrücke und Allgemeines über die 
einzelnen Theile des Vogelkörj^ers gehen dem eigentlichen Texte 
voraus. Dieser besteht aus Bestimmungsschlüsseln für die Familien 



Aves für 1899. 61 

und Species. Die Kennzeichen sind kurz und knapp angegeben. 
Zahlreiche Figuren ganzer Vögel, Flügel und anderer Körpertheile. 

E. Coues. The finishing Stroke to Bartram ; Auk XVI p. 83 
— 84. — Verf. weist auf zwei noch in der A. 0. U. Checklist vor- 
handene Namen Bartram's hin, die, da der genannte Autor kein 
Binominalist war, durch andere ersetzt werden müssen. Catharista 
atrata muss in C. urubü (Vieill.) umgewandelt werden, und Aphelo- 
coma floridana in A. cyanea (Vieill.). Gleichzeitig ist für Corvus 
americanus var. floridanus Baird (nee Bp.) der neue Name C. a. pascuus 
vorgeschlagen. 

Derselbe. Note on Meleagris gallopavo fera; Auk XVI p. 77. 

Derselbe. On certain Generic and Subgeneric Names in the 
A. 0. U. Check-List; Osprey III (May 1899) p. 144. — Verf. ist der 
Ansicht, dass eine grosse Anzahl der Subgenera der A. 0. U. Check- 
List Genus-rang verdienen und zählt von solchen 21 auf. Neue 
Subgenera: Pallasicarbo für Phalacrocorax perspicillatus, und Psilo- 
scops für Scops flammeola Kaup. 

M. Davis. Lapland Longspur (Calcarius lapponicus) in Massa- 
chusetts in Winter; Auk XVI p. 80. 

K. l)eane. Notes on the Breeding of the Wilson's Snipe 
(Gallinago delicata) in Illinois and Indiana; Auk XVI p. 270 — 272. 
— Zusammenstellung der bekannt gewordenen Fälle des Brütens 
in den beiden Staaten. 

Derselbe. Record of a fifth specimen of the European Wid- 
geon (Anas penelope) in Indiana; Auk XVI p. 270. 

Derselbe. Cid Squaw (Clangula hyemahs) in Indiana; Auk 
XVI p. 178—179. 

John Yan Deiil)erg. Notes on some Birds of Santa Clara 
County, California; Proc. Amer. Philos. Soc. XXXVIII, 1899, p. 157 
— 180. — Die Beobachtungen wurden in einem Zeiträume von 
14 Jahren in der westlichen Gebirgskette von Californien angestellt. 
Es sind nur die „Landvögel", 110 sp., berücksichtigt. Eingehende 
biologische Mittheiluugen. 

0. Dug^s. Hirondelles de Guanajuato, Mexico; Auk XVI 
p. 357 — 359. — Notizen über Progne subis, Petrochelidon lunifrons 
und Chelidon erythrogaster. 

L. S. Foster. The Black Tern (Hydrochelidon nigra suri- 
namensis) in New York Harbor; Auk XVI p. 351. 

R. G. Hazard. The Carolina Wren (Thryothorus ludovicianus) 
at Peace Dale, R. J.; Auk XVI p. 83. 

W. F. Henninger. Two rare Birds for Southern Ohio; Auk 
XVI p. 284. — Archibuteo lagopus sancti - johannis und Harelda 
hyemalis. 

Derselbe. The Purple Gallinule (Jonornis martinica) in Ohio; 
Auk XVI p. 75. 

0. Holstein. Leconte's Sparrow (Ammodramus leconteii) in 
Kentucky; Auk XVI p. 356. 



62 C. E. Hellmayr. 

R. Helber Howe jr. and E. Sturtevant. The Birds of Rhode 
Island. lUustrated. 1899. 8^'. p. 1 — 111, frontispiece and 5 halftone 
plates. — Das Buch zerfällt in 1) Review of former publications 
on Rhode Island Birds, and of State collections (p. 7—9); 2) Mi- 
gration, with List of breeding Birds (p. 10 — 16), und 3) die 
Schilderung von „Cormorant Rock" (p. 17 — 22). Darauf folgt die 
Liste der 291 nachgewiesenen Arten. Angehängt ist eine Liste der 

3 ausgerotteten und eine solche von 10 weiteren Species, deren 
Feststellung nicht sicher ist. 

K. Helber Howe. The Hooded Warbier at Montville, Conn.; 
Auk XVI p. 360. 

Derselbe. On the Birds' Highway. With photographic 
Illustrations by the author and a frontispiece in color frora a 
painting by Louis Agassiz Fuertes. Boston 1899. 12''. p. VI + 175 
und 14 full-page illustrations and 45 text cuts. 

Derselbe. Notes from Rhodes Island; Auk XVI p. 189 — 190. 

— Notizen über 4 sp., darunter auch Ammodramus princeps. 

A. H. HowelL Notes on two rare Birds from Long Island, 
N. Y. ; Auk XVI p. 85. — Geothlypis Philadelphia und Turdus 
aliciae bicknelli. 

Herbert K. Job. Some Observations on the Anatidae of North 
Dakota; Auk XVI p. 161 — 165. — Notizen über Verbreitung und 
Vorkommen zur Brutzeit. 

C. A. Keeler. Bird Notes Afield. A Series of Essays on the 
Birds of California. San Francisco 1899. 12«. pp. VIII + 353. — 
In dreizehn Kapiteln behandelt Verf. verschiedene allgemeine 
Themata aus der Avifauna Californiens, worin sich im Appendix 
(p. 235—353) „a descriptive List of California Land Birds with 
Keys" schliesst. 204 sp. sind darin besprochen. 

F. C. Kirkwood. The Stilt Sandpiper in Maryland; Auk XVI 
p. 76. — Micropalama himantopus. 

Ora W. Kliight. The Short - billed Marsh Wren (Cistothorus 
stellaris) in Maine; Auk XVI p. 281—283. 

E. KnobeL Field Key to the Land Birds. Illustrated. 
Boston 1899. 12'^. pp. 55, pll. I — IX coloured, and various text cuts, 

— Ein populäres Handbuch zum Bestimmen der Landvögel des 
nordöstlichen Nordamerikas. Die Arten sind nach der Grösse in 

4 Kategorien eingetheilt. 

A. Koch. Capture of the Black Seaside Finch (Ammodramus 
nigrescens) in 1889; Auk XVI p. 277—278. 

H. H. Eopman. The Bird Fauna of two sections; The Gulf 
Fauna u. Flora Bulletin I No. 2 (Dec. 1899) p. 50—57. — Ver- 
gleich der Vogelwelt zweier Districte von Louisiana. 

A. Lano. The Turnstone (Arenaria interpres) in Minnesota; 
Auk XVI p. 76-77. 

D. E. Lautz. New and Rare Birds in Kansas; Auk XVI 
p. 187. 



Aves für 1899. 63 

Derselbe. A List of Bird collected by Col. N. S. Goss in 
Mexico and Central America; Transact. Kansas Acad. Sei. 1896 
— 1897 (publ. July 1899) p. 218—224. — Aufzcählung von 256 sp. 
aus Mexico, Guatemala, Nicaragua und Costa Rica. Der Liste 
voraus geht eine kurze Uebersicht der Sammeltouren des ver- 
storbenen Colonel Goss. 

Derselbe. A Review of Kansas Ornithology; Transact. 
Kansas Acad. Sei. 1896—97 (publ. July 1899) p. 224—276. — Der 
erste Abschnitt (p. 224—244): „The Bibliography of Kansas Orni- 
thology" enthält eine chronologische Liste aller Arbeiten, die sich 
mit der Ornithologie von Kansas beschäftigen, sowie die Publicationen 
aller aus Kansas stammenden Ornithologen. Sie beginnt mit Pike's 
Expedition, deren Resultate 1810 publicirt wurden, und enthält 
etwa 200 Schriften. Am Schlüsse zusammenfassende Uebersicht. 
Der zweite Theii: „An Historical List of Kansas Birds" (p. 244—276) 
giebt eine kritische, mit Bemerkungen versehene Liste der 351 nach- 
gewiesenen Arten. Bei jeder derselben Angaben über Vorkommen 
und Nachweis, wann und durch wen sie für den Staat zuerst fest- 
gestellt wurde. 

J. LiiidahL The Black-Capped Petrel (Aestrelata haesitata) 
on the Ohio River at Cincinnati; Auk XVI p. 75. — Drei Exem- 
plare wurden im October 1898 kurz hintereinander erlegt. 

*W. E. Loucks. The life history and distribution of the 
Prothonotary Warbier in Illinois; Bull. Nat. Hist. Illinois IV p. 10 
— 35, with map. 

(j. H. Mackay. The Turkey Vulture (Cathartes aura) in 
Sommerville, Mass.; Auk XVI p. 181. 

Derselbe. The 1898 Migration of the Golden Plover (Chara- 
drius dominicus) and Eskimo Curlew (Numenius borealis) in Massa- 
chusetts; Auk XVI p. 180. 

Derselbe. The Terns of Muskeget and Penikese Islands, 
Massachusetts; Auk XVI p. 259 — 266. — Berieht über den Stand 
der Müvenkolonie zur Brutzeit 1898. Die Zahl der festgestellten 
Gelege der einzelnen Arten auf den einzelnen Inseln der Gruppe 
angegeben. 

W. T. Macoun. Winter birds and early spring arrivals; 
Ottawa Natural. XIII p. 50—51. 

Derselbe. Bird notes for April and May; 1. c. p. 73 — 75. 

Derselbe. Bird notes for May; 1. c. p. 126— 129. 

*C. J. Maynard. Appendix to Catalogue of Birds of the West 
Indies, Nov. 1899. — Laut „Auk" 1900 p. 187 sind als neu be- 
schrieben: Colinus bahamensis, Speotyto bahamensis, Dendroica 
bahamensis von New Providence, und Haemotopus (sie) prattii von 
Flemming's Key. 

R. C. Mc Oregor. A new Race of the Brown Towhee; Bull. 
Cooper Ornith. Cl. I (1899) p. 11. — Neu: Pipilo fuscus carolae, 
Californien. 



64 C. E. Hellmayr: 

Derselbe. Notes on California Song Sparrows; 1. c. p. 87 — 88. 

— Neu: Melospiza melodia cleonensis, Küste von Mendocino Co., 
Californien. 

Derselbe. Pica pica hudsonica in California; Aiik XVI 
p. 78—79. 

James Mc Kiiilay. The Corn Crake [Crex crex] in Nova 
Scotia; Auk XVI p. 75—76. 

R. B. Mc Laiil. Philadelphia Vireo in West Virginia; Auk 
XVI p. 859. 

C. Hart Merriain. Results of a Riological Survey of Mount 
Shasta, California; North American Fauna No. 16 p. 1 — 179, tab. I 

— V and 46 text illustrations. Washington 1899. 8°. — Mount 
Shasta erreicht eine Höhe von l-i,500 Fuss und ist wegen seiner 
Lage (zwischen der Sierra und den Kaskaden) in zoogeographischer 
Beziehung hoch interessant. Verf. schildert in den einzelnen 
Kapiteln die physikalischen und topographischen Verhältnisse des 
Berges (p. 17 — 30), die Zusammensetzung seiner Thierwelt und 
deren Beziehungen zur Fauna der Sierras und Cascades u. s. w. 
Auf p. 109— 1S4 sind die Vögel von „Shasta und Vicinity" be- 
handelt, im Ganzen 136 sp. 

H. JUerrill. Black Gyrfalcon (Falcon rusticolus obsoletus) in 
Maine; Auk XVI p. 182. 

C. H. Morrell. Some Winter Birds of Nova Scotia; Auk 
XVI p. 250 — 253. — Notizen über 33 Species. 

K. 0. Mooris. Springfield, Mass., Bird Notes; Auk XVI 
p. 85—86. 

C. W. Nash. Nelson's Sparrow (Ammodramus nelsoni) at 
Toronto, Ontario; Auk XVI p. 277. 

E. W. Nelson. Descriptions of new ßirds from Northwestern 
Mexico; Proc. Biol. Soc. Wash. XIII (May 1899) p. 25—31. — 
Verf. weist auf die nahen Beziehungen einiger Sonora - Formen 
zu solchen der Cap S. Lucas-Region hin. Neu beschrieben: Amazona 
albifrons saltuensis, Sonora; Antrostomus goldmani, Mazatlan; 
Aphelocoma grisea, Chihuabua; Pipilo fuscus intermedius, Sonora; 
Cardinahs cardinalis affinis, Sonora; C. c. sinaloensis, Sinaloa; 
Arremonops superciliosa sinaloae, Mazatlan; Basileuterus rufifrons 
caudatus, Sonora; Thryothorus felix pallidus, Durango; Heleodytes 
stridulus, NO. Sinaloa; Myadestes obscurus cinereus Sonora; und 
Catharus olivascens, Chihuahua. 

Derselbe. Description of new Birds from Mexico; Auk XVI 
p. 25 — 31. — Neu: Colinus virginianus maculatus, Tamaulipas; 
Callipepla gambeli fulvipectus, S.W. Sonora; Aphelocoma sieberi 
colimae, Jalisco; A. s. potosina, San Luis Potosi; Pachyrhamphus 
major uropygialis, Sinaloa; Melospiza adusta, Michoacan; M. gold- 
mani, Durango; Spizella socialis mexicana, Chiapas; Vireo nove- 
boracensis micrus, Tamaulipas; Geothlypis flaviceps, Tamaulipas. 

Derselbe. Natural History of the Tres Marias Islands, 
Mexico. General Account of the Islands, with Reports on Mammals 



Aves für 1899. 6'5 

and Birds. North American Fauna No. 14 (1899) p. 7—62. — 
Die Inselgruppe liegt etwa 65 Meilen westlich vom Hafen S. Blas, 
und besteht aus 4 Inseln. Die verhältnissmässig geringe Tiefe der 
sie trennenden Meeresarme und die Zusammensetzung ihrer Fauna 
und Floia lässt auf früheren Zusammenhang untereinander und mit 
dem Festlande schliessen. Von den 59 Landvögeln sind 18 ver- 
schieden von den Festlandsvertretern. Die 83 festgestellten Arten 
sind ausführlich behandelt. Eine Bibliographie der Inselgruppe 
und eine Liste der irrthümlich für die Tres Marias angegebenen 
Arten sind beigefügt. 

Nintli Supplement to the American Ornithologist's Union 
Check List of North American Birds; Auk XVI p. 97—133. — 
Zusätze, Berichtigungen und Ergänzungen zur Check List der nord- 
amerikanischen Vögel. 

VVillard Nye. A Bahauian Bird (Centurus nyeanus) apparently 
extinct; Auk XVI p. 273. 

H. C. Oberliolser. The Flammulated Screech-Owls, Megascops 
flammeolus (Kaup) and Megascops fiammeolus idahoensis Merriam; 
Ornis X, 1899, p. 23 — 38. — Monographische Darstellung der beiden 
seltenen Formen. Die typische Form lebt in Guatemala, Mexico, 
Texas, Colorado, New Mexico, Arizona und California, während M. 
f. idahoensis sich in Idaho, östl. Washington und Süd Californien 
findet. Genaue Beschreibung der verschiedenen Kleider, Besprechung 
der Variation, Synonymie, Verbreitung und Masse der untersuchten 
Exemplare. 

Derselbe. Description of a new Hylocichla; Auk XVI p. 23 
— 25. — Neu: Hylocichla ustulata oedica vom inneren und süd- 
lichen Californien. 

Derselbe. The Names of the Song Sparrows; Auk XVI 
p. 182 — 183. — An Stelle von Melospiza fasciata (präoccupirt) hat 
M. melodia (Wils.) zu treten. Für M. fasciata guttata Nutt. (nee 
Vieill.) wird der neue Name M. melodia morphna vorgeschlagen. 
Liste der bekannten Formen. 

Derselbe. Description of a new Geothlypis; Auk XVI 
p. 256 — 258. — Neu: Geothlypis trichas arizela, von der pacifischen 
Küstenregion (British Columbia bis nördl. Niedercalifornien). Ver- 
breitung, Kennzeichen und Masse sorgfältig angegeben. 

Derselbe. A Synopsis of the Genus Contopus and its allies; 
Auk XVI p. 330—337. (Siehe p. 112). 

W. H. Osgood. Chamaea fasciata and its subspecies; Proc, 
biol. Soc. Wash. XIII (May 1899) p. 41—42. — Verf. weist nach, 
dass C. f. henshawi die typische Form darstellt, wogegen die bisher 
C. f. fasciata genannte nördliche Subspecies als C. f phoea neu 
beschrieben wird. Synonymie und Verbreitung beider Formen kurz 
angegeben. 

W. Palmer. The Avifauna of the Pribilof Islands in: David 
Starr Jordan, The Für Seals and Für -Seal Islands of the North 
Pacific Ocean. Part 3. Washington 1899 p. 355— 431, pl. XXXVIII 

Aith-l.Nat.urgesch. 67. Jahrfr. 1901. Bd. II. II. 1. 5 



66 C. E. Hellmayr: 

— XLI. — Eingeleitet ist die umfangreiche Arbeit durch die Liste 
der (69) für die Inselgruppe nachgewiesenen Arten. Darauf folgt 
die Einleitung, worin die topographischen Verbältnisse der vier 
Inseln: St. Paul, Otter Island, Walrus Island und St. George ge- 
schildert, und ein kurzer Ueberblick der ornithologischen Er- 
forschung mitgetbeilt ist. Daran schliessen sich Listen der von der 
Inselgruppe beschriebenen, sowie derjenigen Arten, welche innerhalb 
der Vereinigten Staaten nur auf diesen Inseln vorkommen. Ferner 
giebt Verf. eine Uebersicht der Arten, die wohl beobachtet wurden, 
von denen aber Belegstücke noch fehlen, endlich ein Verzeichniss 
der Brutvögel und der Durchzügler, In einem weiteren Abschnitte 
sind die geographische Verbreitung der Vögel auf der Inselgruppe, 
die Beziehung der Avifauna zu denen der Nachbarländer, und die 
Zugverhältnisse erörtert. Im speciellen Theile sind die 69 Arten 
eingehend behandelt. Erschöpfende Synonymie, ausführliche Aus- 
einandersetzungen über Lebensweise, Verbreitung auf den einzelnen 
Inseln, Häufigkeit, sowie über Wachsthum der Federn und die 
verschiedenen Kleider der einzelnen Arten. Die Gattung Arenaria ist 
besonders eingehend behandelt, und Arenaria morinella für ver- 
schieden erklärt von A. interpres. Am Schlüsse Literaturverzeichniss. 
Auf Tafel XXXIX Eier von Uria lomvia arra abgebildet, 

T. Gilbert Pearson. Preliminary List of the Birds of Chapel 
Hill, N, C, with brief Notes on some of the species; Journ. Elisha 
Mitchell Sei. Soc. XVI, I, (1899) p. 33—51. — Liste von 132 sp, 
mit Notizen über Zeit und Art des Vorkommens. 

Derselbe. Notes on some of the Birds of Eastern North 
Carolina; Auk XVI p. 246 — 250, — Genaue Angaben über 
9 Species. 

Neil F. Posson. Some Birds of Unusual Occurrence in Orleans 
County, N. Y.; Auk XVI p, 193 — 196. — Bemerkungen über Vor- 
kommen von 27 Arten, 

James B. Purdy. The Golden Eagle and Barn Owl at North- 
ville, Wayne Co., Mich. ; Auk XVI p. 77. 

S. N. Rhoads. Notes on some of the rarer Birds of Western 
Pennsylvania; Auk XVI. p. 308 — 313. — Notizen über seltenere 
Arten theils nach eigenen Sammlungen, theils nach Mittheilungen 
ornithologischer Freunde und nach Exemplaren in deren Sammlungen, 

C. W. Bichmond. Over-looked Descriptions of Five Humming- 
birds; Auk XVI. p, 323 — 325. — Wiedergabe der Beschreibung von 
fünf durch de la Llave benannten Kolibris aus Mexico. Vier sind 
Synonyme von bereits vorher publizirten Namen, einer aber: 
T. tzacatl muss als Speciesbezeichnung für Amazilia fuscicaudata 
angenommen werden. 

R. Ridgway. New Species etc:, of American Birds, — III. 
Fringillidae (Continued); Auk XVI, p. 35 — 37. — Nebst zwei Arten 
aus Südamerika: Sicalis chapmani (Santarem) und Spinus alleni 
(Mattogrosso) sind die folgenden aus Nordamerika als neu be- 
schrieben: Melospiza fasciata cooperi, CaLfornien; M, fasciata 



Aves für 1899. 67 

pusillula, San Francisco Bai; M. fasciata caurina, Alaska; Passerella 
iliaca fuliginosa, Washington. Für Zonotrichia gambeli auct. (nee 
Nuttall) wird der neue Name Z. leucophrys nuttalli vorgeschlagen. 

Derselbe. New Species etc., of American Birds. — IV. Frin- 
gillidae (concluded); Corvidae (Part); Auk XVI, p. 254-256. — 
Neu: Pipilo maculatus atratus, Pasadena, Cala.; P. fuscus potosinus, 
centrales Hochplateau von Mexico: Äimophila rufescens sinaloa, 
Sinaloa; Cyanocorax affinis zeledoni, Costa Rica; Perisoreus obscurus 
griseus, Washington ; Cyanocitta stelleri azteca, Vera Cruz, Mexico. 
Ferner wird als neuer Name für Cyanolyca ornata Less. (nee Wagl.), 
die Bezeichnung C. mitrata vorgeschlagen und nachgewiesen, dass 
Cyanura macrolopha Baird mit Cyanocitta stelleri diademata zu- 
sammenfällt. 

Derselbe. On the Genus Astragalinus Cabanis; Auk XVI. 
p. 79 — 80. — Ueber den Typus der Gattung und Aufzählung der 
unterschiedenen Formen. 

Derselbe. On the Generic Name Äimophila versus Peucaea; 
Auk XVI. p. 80 — 81. — Beschäftigt sich mit der Umgrenzung 
der Gattung Äimophila. 

T. S. Roberts. The Protonotary or Golden Swamp Warbier 
(Protonotaria citrea) a common Summer Resident of Southeastern 
Minnesota; Auk XVI. p. 236-246. — Verf. stellt zunächst die 
bisherigen Angaben über das Vorkommen der Art im Gebiete fest 
und beschreibt die topographischen und physikalischen Verhältnisse 
des Districts, wo er sie zahlreich brütend fand. Es scheint, dass 
P. citrea sein Brutgebiet nach Norden ausdehnt. 

T. S. Rolfe. Nesting of Nelson's Sparrow (Ammodramus 
nelsoni) in North Dakota; Auk XVI. p. 356—357. — Beschreibung 
von Nest und Eiern. Das erste authentische Gelege aus den 
United States. 

F. Russell. Explorations in the Far North. Being the Report 
of an Expedition under the Auspices of the University of Jowa 
during the years 1892, 93 und 94. Published by the University 
1898. 8*^. pp. IX -L 290, map and numerous half-tone plates. Birds 
p. 253 — 270. — Enthält eine Liste von 122 sp. aus dem Nord- 
westen von Nordamerika. Einige Bestimmungen (z. B. Anas pene- 
lope, Spizella pallida, S. socialis arizonae, Sayornis phoebe, Acanthis 
linaria etc.) scheinen der Nachprüfung zu bedürfen. 

0. Salvin & F. D. Oodman. Biologia Centrali-Americana, 
Aves, vol. IIL p. 41 — 56 (June 1899). — Behandelt die Genera 
Circus, Astur, Accipiter, Geranospizias, Archibuteo und den Beginn 
von Buteo. In der Anlage schliesst sich die vorliegende Lieferung 
den vorhergehenden an. 

W. E. Saunders. Henslow's Sparrow in Ontario ; Auk XVI. 
p. 80. — Ammodramus henslowii für Canada festgestellt. 

C. F. Stone. Some rare Occurrences in Yates County, N. Y.; 
Auk XVL p. 284—285. — Notizen über 10 Sp. 

5* 



68 C. E. Hellmayr: 

W. Stone. A new Species of Coccjzus from St. Andrews; 
Proc. Acad. N. H. Pbilad. 51 (Julj 1899) p. 301. — Neu: Coccyzus 
abbotti, nahe C. minor. 

Derselbe. Proper name for Macgillivray's Warbier; Auk 
XVI. p. 81 — 82. — Weist nach, dass Sylvia Tolmiei die Priorität 
über Sylvia macgillivrayi hat; die Art hat sonait Geothlypis tolmiei 
(Towns.) zu heissen. 

Derselbe. Winter Plumages. — Illustrated by the Rose- 
breasted Grosbeak (Zamelodia ludoviciana); Auk XVI. p. 305 — 308, 
pl. IV. — Siehe p. 15. 

E. Sturtevant. The Carolina Wren breeding in Rhode Island; 
Auk XVI. p. 284. — Thryothorus ludovicianus. 

H. Tufts. Notes on the birds of King's Co., Nova Scotia; 
Ottawa Natural. XIII p. 229—233, 259—262. 

Oscar Bird Warren. A Chapter in the Life of the Canada 
Jay; Auk XVI p. 12 — 19. — Beschreibung von Nestbau und Auf- 
zucht der Jungen bei Perisoreus canadensis. Vier photographische 
Aufnahmen sind beigegeben. 

A. T. Wayne. Notes on Marian's Marsh Wren, Cistothorus 
marianae, and Worthington's Marsh Wren, Cistothorus palustris 
griseus; Auk XVI. p. 361 — 362. — C. marianae in Süd Carolina 
erlegt. Bemerkungen über Brüten von C. p. griseus. 

Sidiiey S. Wilson. Some additional New Mexican Birds; Auk 
XVI. p. 188—189. — Notizen, über 19 sp. 

W. W. Worthington. Rare Birds on Eastern Long Island; 
Auk XVI. p. 85. — Strix pratincola, Falco peregrinus anatum und 
GaUinula galeata, 

C. J. Young. The solitary Sandpiper, Totanus solitarius; 
Ottawa Natural. XIII. p. 203—206. 

Südamerika. 

*r. Albert. Estudios sobre la Ornitolojia Chilena; Revista 
Chilena Nat. Hist. Valparaiso III. p. 25—26. 

0. Bangs. On a small collection of Birds from San Sebastian, 
Columbia; Proc. New Engl. Zool, Cl. L (Dec. 1899) p. 75-80. — 
Die Sammlung (334 Vögel) stammt aus Höhenlagen von 6600 bis 
9000 Fuss. Aufzählung der gesammelten Arten mit Angabe der 
Lokalitäten und Erlegungsdaten. — Neu: Acestrura astreans, nahe 
A. heliodori. 

Derselbe. On the Subspecies of Manacus manacus (Linn.); 
Proc. New Engl. Zool. Cl. I (1899) p. 33 - 37. — Verf. unterscheidet 
vier Formen: Manacus manacus manacus (Trinidad, Venezuela, 
Guiana und wahrscheinlich auch Ecuador und Peru); M. m. abditivus 
n. subsp., Santa Marta; M. m. purus n. subsp., Santarem; und M. m. 
gutturosus, Südost-Brasilien. 

Derselbe. The Gray-breasted Wood Wrens of the Sierra 
Nevada de Santa Marta; 1. c. (Dec. 1899) p. 83—84. — Verf. unter- 



Aves für 1899. 69 

scheidet Henicorhina leucophrys aus den tieferen Lagen, und 
H. anachoreta n. sp. vom Paramo de Chiruqua, 12 000 Fuss. 

Derselbe. The Humming Birds of the Santa Marta Region 
of Colombia; Auk XVI. p. 135—139 tab. IL — Verf. schildert 
y.unächst den Verlauf der Reise seines Sammlers, W. W. Brown, 
berührt kurz die Zusammensetzung der Avifauna und giebt sodann 
eine Liste der für die Region charakteristischen Kolibris. Leucuria 
phalerata ist abgebildet. Das einzige Exemplar wurde bei Maco- 
tama, 8000 Fuss hochgelegen, erbeutet. 

Derselbe. On some new or rare Birds from the Sierra 
Nevada de Santa Marta, Colombia; Proc. biol. Soc. Wash. XIII. 
(Nov. 1899) p. 91 — 108. — Ueber weitere Sammlungen aus Höhen- 
lagen von 3000 zu 15000 Fuss. Neu: Pharomachrus festatus, Metal- 
lura districta, Ochthodiaeta pernix, Hapalocercus paulus, Myiopatis 
montensis, Pipreola aureipectus decora, Sclerurus albigularis pro- 
pinquus, Conopophaga browni, Scytalopus latebricola, Haplospiza 
nivaria, Cinclus rivularis, Troglodytes monticola, Merula albiventris 
fnsa. Eine Anzahl seltener Arten wie Anthocephala floriceps, 
Rhamphomicron dorsale sind aufgeführt. Sycalis browni wird auf 
Pseudochloris citrina zurückgeführt. 

F. M. Chapmaii. Description of five apparently new birds from 
Venezuela; Bull. Amer. Mus. XII. (1899) p. 153—156. - Fünf neue 
Arten aus San Antonio, Cumanä beschrieben: Setophaga verticalis 
pallidiventris; Chlorospingus (Hemispingus) canipileus; Mecocerculus 
nigriceps, M. urichi; Synallaxis striatipectus. 

Derselbe. Description of two new subspecies of Colymbus 
dominicus Linn.; 1. c, p, 255 — 256. — Neu: C. dominicus brachy- 
rhynchus aus Mattogrosso; und C. dominicus brachypterus, Lower 
Rio Grande, Texas. 

0. Finscli. Ueber die Arten der Gattung Theristicus Wagl.; 
Notes Leyden Mus. XXI. (Dec. 1899) p. 23—26. — Verf. unter- 
scheidet vier Arten: T. columbianus n. sp. (Colombia); T. caudatus, 
T. melanripis und T. branickii. Am Schlüsse der Arbeit sind die 
Unterschiede der vier Formen in Schlüsselform zusammengestellt. 

Philip Gosse. Birds of the Aconcagua Valleys in: E.A.Fitz 
Gerald, the Highest Andes. A record of the First ascent of Acon- 
cagua and Tupungato in Argentina and the exploration of the 
surrounding Valleys. London 1899. 8*^. p. 342—352. — Die Samm- 
lungen stammen 1. von den Thälern am Fusse des Aconcagua und 
2. von Lujan, in der Provinz Mendoza. In der ersten Liste sind 
26 sp. aufgeführt. Atticora cyanoleuca geht in den Bergen bis zu 
1 1 000 Fuss hinauf, Thinocorys dorbignyanus wurde noch in einer 
Höhe von 18 000 Fuss angetroffen. Oreotrochilus leucopleurus 
wurde im Deceraber-Januar brütend gefunden. Die Liste der Vögel 
von Lujan zählt 11 sp. auf. 

E. Hartert. Einiges über die Kolibri-Gattung Agyrtria; Orn. 
Monber, VII. p. 139 — 141. — Bemerkungen über die Abgrenzung 



70 C. E. Hellmayr: 

der Gattung, mit welcher Verf. auch Polyerata vereinigt. Auf- 
zählung der 28 vom Autor unterschiedenen Arten mit Angabe der 
Verbreitung. Neu: Agyrtria leucogaster bahiae, Bahia. 

Derselbe. Notiz über die Kolibri -Gattung Polytmus des 
„Catalogue of ßirds". Orn. Monber. VII. p. 159—160. — Verf. 
weist nach, dass Smaragdites für P. theresiae nicht angewandt 
werden kann und schlägt als neuen Gattungsnamen Psilomycter vor. 

Derselbe. Further Notes on Humming Birds; Nov. Zool. VI. 
(1899) p. 72 - 75. — Neu beschrieben: Spathura underwoodi bricenoi, 
Merida; Metallura smaragdinicollis septentrionalis, Nord Peru; 
Chalcostigma ruficeps aureofastigatum, Loja, S. Ecuador; Psalido- 
prymna juliae, N. Peru. Bemerkungen über Geschlechtsverschieden- 
heiten bei Eriocnemis russata und E. aureliae, über die Unterschiede 
der Gattungen Chalcostigma und Ramphomicron, und über einige 
Formen des Genus Psalidoprymna. 

H. TOn Ihering. Critical Notes on the Zoo-geographical 
Relations of the Avifauna of Rio Grande do Sul; Ibis (7) V. p. 432 
— 436. — Verf. corrigirt zuerst die Angaben über Vorkommen von 
Trogon aurantius (ist T. surucura) und Rhampastos ariel (ist R. toco) 
und weist sodann nach, dass die Fundortsangaben Pelotas des Brit. 
Cat. falsch sind. 

Derselbe. As Aves do Estado do Rio Grande do Sul; 
Annuario do Estado do Rio Grande do Sul para 1900 (publ. 1899) 
p. 113—154. — Systematische Aufzählung der für den Staat nach- 
gewiesenen Vogelarten, deren 363 angeführt sind. Einige (wie 
Geositta cunicularia, Limnophyes curvirostris u. s. w.) sind wohl zum 
erstenmal für den Staat und für Brasilien nachgewiesen. 

Derselbe. Zur Biologie der brasilianischen Glaucidium- Arten ; 
Zoolog. Garten XL. p. 376 — 381. — Verf. erörtert die Frage, ob 
Glaucidium ferox sich an andere Thiere zu Nahrungszwecken 
heranwagt. Nach Besprechung der darauf bezüglichen Literatur- 
angaben führt er einige Beispiele dafür an. Am Schlüsse Be- 
trachtungen über die geographische Variation, wobei eine neue 
Varietät pauhsta gesondert wird. 

Derselbe. As Aves do Estado de S. Paulo; Revist. Mus. 
Paulist. III. 1898 (publ. 1899) p. 113—476. — Die umfangreiche 
Arbeit giebt eine systematische Uebersicht aller für den Staat 
S. Paulo nachgewiesenen Vogelarten, 590 an der Zahl. Bei jeder 
einzelnen Art sind die Fundorte vermerkt, von denen Stücke im 
Museum zu S. Paulo vorhanden sind, die dieser Sammlung fehlenden 
Species durch einen Stern gekennzeichnet. Eine sehr verdienstliche 
Arbeit, die als Grundlage für die Ornithologie des Staates S. Paulo 
zu betrachten ist. Neu beschrieben: Chrysotis schniidti aus dem 
nördlichen S. Paulo zwischen den Flüssen Rio Morto und Itapura 
und Crax sulcirostris, S. Paulo (?). 

Derselbe. On the Ornis of the State of Säo Paulo; Proc. 
zool. Soc. London 1899 p. 508-517, plate XXVII. — Verf. führt 
aus, dass die von Pelzein vorgenommene Eintheilung von Südost- 



Aves für 1899. 71 

brasilien in Faunengebiete nicht aufrecht zu erhalten ist, und be- 
spricht in kurzen Zügen die Elemente, welche die Fauna des 
Staates S. Paulo zusammensetzen. Die für jede Region charak- 
teristischen Arten sind zusammengestellt und besprochen. Auf der 
beigegebenen Karte sind die drei vom Verf. unterschiedenen Gebiete 
S. O.-BrasiHens dargestellt. 

(j. Martorülli. Nota ornitologica sullo Spiziapteryx circum- 
cinctus, Kaup.; Atti Soc. Ital. Milano X. p. 169 — 175, tab. IV. — 
Beschreibung und Besprechung der systematischen Stellung der 
seltenen Art. Verf. schlägt vor, sie zum Vertreter einer besonderen 
Unterfamilie, Spiziapteryginae zu machen. Abbildung beigegeben. 

H. C. Oberholser. A Synopsis of the Genus Contopus and 
its allies; Auk XVI. p. 330—337. (Siehe p. 112). 

Derselbe. A Synopsis of the ßlue Honey-Creepers of 
Tropical America; Auk XVI. p. 31 — 35. — Verf. weist nach, dass 
keiner der für die Gattung in Gebrauch stehenden Namen Geltung 
hat und schlägt daher Cyanerpes nom. nov. vor. Daran schliesst 
sich eine Uebersicht der bekannten Formen mit Angabe der Synonymie 
und Verbreitung. 

R. A. Philipp! . Kritische Bemerkungen über einige Vögel 
Chiles; Arch. Naturg. Bd. 65 I. 1899 p. 165—174. — Behandelt 
die chilenischen Arten der Gattungen Buteo, Spheniscus und Phala- 
crocorax. Von Buteo unterscheidet Verf. 8 Species, wovon B. me- 
lanostethus, B. poecilogaster, B. macronychus, B. ater, B. (Asturina?) 
aethiops, B. pictus, B. (Asturina) elegans und B. albigula als neu (!) 
beschrieben werden. Von Spheniscus werden 5 sp. unterschieden, 
davon zwei: S, modestus und S. flavipes neu beschrieben. Ferner 
kennzeichnet Verf. 7 sp. von Phalacrocorax, zwei davon: P. eume- 
gethes und P. Promaucanus neu. 

A. Reichenow. [Ueber Diomedea platei Rchw.]; Journ. f. 
Ornith. XLVII. p. 118 -119. — Unterschiede zwischen D. platei 
und D. bulleri auseinandergesetzt. 

C. W. Richmoud. New Name for the genus Tetragonops; 
Auk XVI. p. 77. — Pan wird vorgeschlagen an Stelle des prae- 
occupirten Tetragonops. 

R. Ridgway. New Species etc., of American Birds. III. Frin- 
gillidae (continued); Auk XVI. p. 35 — 37. — Neu beschrieben: 
Sicalis chapmani (Santarem) und Spinus alleni (Mattogrosso). 

W. Rothschild and E. Hartert. A Review of the Ornitho- 
logy of the Galapagos Islands. With Notes on the Webster Harris 
Expedition; Nov. Zool. VI p. 85—205, pl. V und VI. — In der Ein- 
leitung kurze Mittheiiung über die Entstehung der Expedition. 
Kapitel II und III enthalten die Tagebücher von C. M. Harris und 
F. P. Drowne (zwei Mitglieder der Expedition) mit Umrisszeich- 
nungen der besuchten Inseln im Text. Darauf folgt eine Liste 
der wichtigsten Literatur über den Archipel. Im vierten Abschnitte 
beschäftigen sich die Verf. mit der Entstehung der Galapagosfauna 



72 '^- ^- Hellmayr: 

und kommen zu den Ergebnissen, dass sie gewiss von Amerika her- 
stamme, es aber ungewiss bleiben müsse, ob die Inseln je unter- 
einander und mit dem Continent in Zusammenhang gestanden haben. 
Kapitel V. bringt eine erschöpfende Darstellung der 108 für den 
Archipel festgestellten Arten. Bei jeder derselben Kennzeichen, 
Masse, Verbreitung und meist kritische Bemerkungen. Schlüssel 
für die Formen der Gattung Nesomimus. Neu beschrieben sind: 
Certhidea olivacea ridgwa}d, von Charles; Geospiza darwini, von 
Culpepper; G. fuliginosa minor, Bindloe und Abingdon; G. scandens 
septentrionalis, Wenman und Culpepper; Nesopelia galapagoensis 
exsul, Culpepper und Wenman; Creciscus sharpei, von Indefatigable 
Identität von Porzana galapagoensis mit Creciscus spilonotus aus- 
einandergesetzt. Die Tafeln enthalten Photographien, Scenen aus 
dem Thierleben der Hood Insel darstellend, und Figuren der 
Schnäbel von Geospiza-arten. 

T. Salvador!. Viaggio del Dr. A. Borelli nel Matto Grosso 
e nel Paraguay I. Nuove specie del Genere Pyrrhura, Bp.; Boll. 
Mus. Torino XIV No. 363 (Nov. 1899) p. 1-2. — Neu: Pyrrhura 
hypoxantha, von Urucüm bei Corumba, Mattogrosso. 

T. Salvador! e E. Festa. Viaggio del Dott. E. Festa nel 
Darien e regioni vicine; Boll. Mus. Torino XIV No. 339 (März 1899) 
p. 1 — 13. — Aufzählung von 123 sp., meist vom Isthmus von 
Darien. Einige wenige Arten stammen von Colon, Chiriqui, Porto 
Cabello, Cartagena und Curagao. 

Dieselben. Viaggio del Dr. Enrico Festa nell' Ecuador. XX. 
Uccelli. Parte prima: Passeres oscines; Boll. Mus. Torino XIV 
No. 357 (Aug. 1899) p. 1 — 31. — Behandelt die umfangreichen 
Sammlungen Festas (bestehend aus 2892 Vogelbälgen). Der 
Forscher sammelte in den vier Regionen, in die Ecuador faunistisch 
getheilt werden kann, nämlich auf der Westseite der Anden, auf 
dem Hochplateau zwischen den beiden Andenketten, auf den Ge- 
birgen selbst und auf dem Ostabfall der östlichen Kette. Die Er- 
gebnisse in zoogeographischer Hinsicht sind daher bedeutend. Der 
vorliegende erste Theil beschäftigt sich mit den eigentlichen Sing- 
vögeln, von denen 165 sp. aufgeführt sind. Neu beschrieben sind: 
Turdus conradi, Cuenca; Thryophilus leucopogon, Peripa; Certhiola 
intermedia, Gualaquiza und Zamora; Spermophila aequatorialis, 
Baizar; Cyanolyca angelae, Pun. Neu für Ecuador sind: Entomo- 
destes coracinus, Geothlypis auricularis, Basileuterus luteoviridis, 
Euphonia minuta, E. melanura, Spermophila minuta, S. castanei- 
ventris, Poospiza bonapartei, Chrysomitris mexicana und C. spi- 
nescens ? 

Dieselben. Viaggio del Dr. Enrico Festa nell' Ecuador. XXI. 
Uccelli. Parte seconda — Passeres clamatores; Boll. Mus. Torino 
XIV No. 362 (Nov. 1899) p. 1—34. — Der zweite Theil der Arbeit 
umfasst 180 sp. Neu beschrieben sind: Elainea cinereifrons, Guaya- 
quil; Pseudomyiobius (n. gen.) annectens, W. Ecuador; Synallaxis 
subspeciosa, W. Ecuador; Sclerurus salvini. W. Ecuador; Dendro- 



Aves für 1899. 73 

cincla macrorhyncha, Ost- Ecuador; Acropternis inliiscatus, Central 
Ecuador. Zum erstenmale für Ecuador nachgewiesen sind: Euscarth- 
mus zosterops, E. granadensis, T3'rannulus elatus, Pitangus lictor, 
Synallaxis subpudica, S. unirufa, Gymnopithys ruficeps. Die Identi- 
tät von Dendrocincla brunnea mit D. tyrannina wird festgestellt. 

W. A. Sclmlz. Ueber Nest und Eier von Celeiis jumana 
(Spix); Journ. f. Ornith. XLVII p. 306— b08. 

W. Stoiie. Ochthoeca frontaKs (Lafr.) and Cardinalis grana- 
densis Lafr.; Auk XVI p. 78. — Mit ersterer Art fällt Ochthoeca 
citrinifrons zusammen, letztere ist identisch oder sehr nahe ver- 
wandt mit Cardinalis phoenicurus Bp. 

Derselbe. Note on Coccyzus euleri; Ibis (7) V p. 476 — 477. 
— Kennzeichen der Art. Das Museum in Philadelphia erhielt ein 
Exemplar aus Britisch Guiana. 

Derselbe. On a collection of Birds from the Vicinity of 
Bogota, with a review of the South American Species of Speotyto 
and Troglodytes; Proc. Acad. N. H. Philad. 51 (July lSi)9) p. 302 
— 313. — Die Sammhmg stammt zum Theile aus dem Thale des 
Magdalenenstromes, z. Theile von den Anden bei Ibague und vom 
Tolima. Einige wenige Stücke wurden an der Ostseite der östl. 
Cordillerenkette im Territorium von S. Martin und an den Quellen 
des Rio Meta gesammelt. Neu: Speotyto cunicularia tolimae, Tolima 
und Troglodytes columbae, von Bogota. Uebersicht der südameri- 
kanischen Formen von Speotyto cunicularia, von denen Verf. 5 
unterscheidet, und von Troglodytes musculus, deren 8 anerkannt 
werden. 

Arktische und Antarktische Region. 

F. M. Chapraan. Report on Birds received tbrough the Peary 
Expeditions to Greenland; Bull. Amer. Mus. XII (1899) p. 219 
— 244. — Das Material (500 Exemplare) wurde auf drei Reisen 
zusammengebracht. 48 sp. sind vertreten, bei jeder derselben Bio- 
logisches und Notizen über Vorkummen nach Angaben der Sammler. 
Die Unterschiede von Rissa tridactyla und R. t. pollicaris, und die 
Kennzeichen von Somateria mollissima borealis sind eingehend dar- 
}2;estellt. Genaue Beschreibung der verschiedenen Kleider von Uria 
lomvia, Rissa tridactyla, Somateria mollissima, borealis u. Somateria 
spectabilis. 

W. Eagle Clarke. An Epitome of Dr. Walters Ornithological 
Results of a Voyage to East Spitsbergen, in the year 1889; Ibis 
(7) V p. 42 — 51. — Zusammenstellung der im Journal für Ornitho- 
logie 1890 veröfientlichten Arbeit des verstorbenen Dr. Walter, die 
von Trevor-Battye in seiner Uebersicht der Vögel Spitzbergens 
übersehen wurde. Sie enthält einige Arten, die sonst nicht für die 
Insel festgestellt sind. 

Derselbe. Birds of Franz Josef Land, with Notes by W. S. 
l^ruce; Proc. R. Phys. Soc. Edinb. XIV (1899) p. 87—112. 



74 C. E. Hellmayr: 

Derselbe, On the white phase of plumage in the Iceland 
Gull (Larus leucopterus Faber); 1. c. p. 164 — 167. 

ß. Collett and Fridtjof Nansen. The Norwegian North 
Polar Expedition 1893 — 96. Scientific Results, edited by Fridtjof 
Nansen. IV. An Account of the ßirds. London 1899. p. 1 — 54, 
Tafel No. 4. — Die Arbeit zerfällt in 4 Abschnitte: I. The Siberian 
Coast (Autumn 1893). In diesem Kapitel sind die Arten auf- 
geführt, die auf der Reise längs der sibirischen Küste, von der 
Yugorstrasse, Juli 1893, bis zur Einschliessung des Schiffes im 
Eise im Nordwesten der neusibirischen Inseln, Ende September 
1893, beobachtet wurden. Es sind 25 sp., die meist auf dem 
Zuge nach Süden begriffen waren. Unter den Landvögeln sind 
erwähnenswerth : Plectrophenax nivalis, Falco aesalon, Archibuteo 
lagopus, Nyctea scandiaca, Lagopus lagopus. Kapitel II: „The first 
Summer (1894) in the Ice", behandelt die während des Treibens 
des Schiffes im Eise während des Sommers 1894 — März 1895 
unter 84° n. Br. beobachteten Vögel. Es sind: Plectrophenax 
nivalis, Rissa tridactyla, Rhodostethia rosea, Larus glaucus, Pago- 
phila eburnea, Fulraarus glacialis, Cepphus mandti und zweifelhaft 
Stercorarius crepidatus und Alle alle. Genaue Angaben über das 
Auftreten und die Nahrung der Rhodostethia, deren Jugendkleid 
beschrieben ist. Kapitel III: „The Sledge-journey and Franz Josef 
Land (1895, 1896)" enthält die ornithologischen Aufzeichnungen 
der beiden Forscher während der Schlittenreise vom Frühjahre 1895 
bis August 1896. Rhodostethia wurde zwischen dem 11. Juli und 
14. August 1895 an der Nordostseite von Franz- Josefs-Land an- 
getroffen. 15 sp. sind im Ganzen behandelt. Das Schlusskapitel: 
„The last two Summers in the Ice North-east of Franz Josef Land, 
1895; North of Spitsbergen, 1896" enthält die Beobachtungen auf 
der „Fram" vom März 1895 bis August 1896, 18 Arten betreffend. 
Am nördlichsten wurde Fulmarus glacialis unter 85° 5' beobachtet. 
Auf der beigegebenen Abbildung ist Rhodostethia rosea juv. ab- 
gebildet. 

H. 0. Forbes. Birds in the Derby Museum collected in the 
Antarctic Regions; Bull. Liverpool Mus. II (Sept. 1899) p 48—50. 
— Aufzählung von 9 sp., durch die Expedition des Erebus und 
Terror heimgebracht. Davon neu für das Gebiet: Nettion flavi- 
rostre, Aegialitis falklandica, Prion banksi und Podicipes calipareus. 
Am Schlüsse der Arbeit Aufzählung der (27) bisher für die Ant- 
arktis nachgewiesenen Arten. 

F, W. Frohawk. Notes and Descriptions of the Eggs, collected 
by Frederick G. Jackson and the Jackson-Harmsworth Polar Ex- 
pedition in Franz Josef Land, 1894 to 1897; in: F. G. Jackson, 
A Thousand Days in the Arctic, vol. II, 1899, p. 389—396. — 
Beschreibung der Eier von Plectrophenax nivalis, Tringa striata, 
Larus glaucus, Rissa tridactyh., Papophila eburnea (abgebildet), 
Stercorarius crepidatus, Uria bruennichi, U. gryUe u. Mergulus alle. 



Aves für 1899. 75 

C. Hartlaub berichtet über Erlegung von Stercorarius catarr- 
hactes auf Spitzbergen; Orn. Monber. VII p. 9. 

0. Helms. Ornitbologiske Meddelelser fra Grönland; Vidensk. 
Meddel. naturh Foren. Kjobenhavn 1899 p. 231— 237. — Im An- 
schlüsse an frühere Arbeiten bespricht Verf. weitere Sendungen an 
Vogelbälgen aus Ostgrönland und dem Süden Westgrönlands. Für 
Ostgrönland neu: Anas penelope, durch ein S juv. belegt. Anas 
crecca liegt nur in einem d" aest. vor, die Form lässt sich daher 
nicht feststellen, doch vermuthet Verf. die europäische, die sie zu- 
sammen mit A. penelope (aus Europa) angetroffen wurde. Aus 
Westgrönland nachgewiesen Colymbus glacialis adamsi, neu für 
die Insel, desgleichen Dolichonyx oryzivorus, von welcher Art ein 
2 oder juv. erlegt wurde. 

F. (j. Jackson. Notes on the Birds of Franz Joseph Land 
seen by the Jackson-Harmsworth Polar Expedition 1894 to 1897; 
A Thousand Days in the Arctic vol. II, 1899, p. 397—412. 

Gr. KolthoflF. An den Nistplätzen der Eismöwe (Pagophila 
eburnea); Naturwiss. Wochenschr. XV p. 55—58. — Auszug aus 
des Verfassers schwedischem Werke „Ur djurens lif" (Stockholm 
1899). Schilderung der von der „Antarctic" Expedition auf König 
Karls Land und Neu Island entdeckten Brutplätze der Elfenbein- 
möwe. Eingehende, biologische Mittheilungen. (Nach Orn. Monber. 
VIII p. 76). 

D. Meinertzhagen and R. P. Hornby. Bird life in an Arctic 
Spring. London. 1899. 8o. pp. Ill-f-löO. — Tagebuch einer Reise 
nach Lappland. 

Priuce Albert de Monaco. Exploration oceanographique aux 
Regions Polaires (Extrait); Ornis IX No. 4 (Aug. 1899) p. 297 
— 302. — Ornithologische Beobachtungen von der Reise der 
„Princesse Alice Ile" in die arktische Zone, lieber Rissa tridactyla, 
Fulmarus glacialis etc. Photographien der Brutplätze im Texte. 

J. Murdocli. A Historical Notice of Ross's Rosy Gull (Rhodo- 
stethia rosea); Auk XVI p. 146— 155. — Verf. gibt kurz die 
Kennzeichen der seltenen Art an, bespricht die Geschichte ihrer 
Entdeckung und Beschreibung und stellt sodann zusammen, was 
über ihr Vorkommen bekannt war bis zum Aufbruch der Point 
Barrow Expedition, welche bekanntlich eine grosse Anzahl von 
Exemplaren heimbrachte. Verf. schildert ausführlich ihr Auftreten 
im Herbste bei Point Barrow und knüpft daran Bemerkungen über 
die seitherigen Nachrichten und über ihr vermuthliches Brutgebiet. 

E. Oustalet. Liste des Oiseaux recueillis dans le cours de la 
derniere campagne scientifique de S. A. S. le prince Albert ler de 
Monaco; Bull. Mus. Paris V (1899) p. 16—17. — Liste von 15 sp. 
von Spitzbergen, Amsterdam, Bären- und Barents-Insel. 

Derselbe. Liste des Oiseaux recueillis dans le cours de la 
derniere campagne scientifique de S. A. S. Le Prince Albert ler 
de Monaco; Ornis IX No. 4 (Aug. 1899) p. 303— 305. — Auf- 



76 C. E. Hellmayr: 

Zählung von 15 sp. von Spitzbergen, Amsterdam, Bären- und Barents 
Insel. 

H. J. Pearson and H. W. Feilden. „Beyond Petsora east- 
ward", two Summer voyages to Novaya Zemlya and the Islands 
of Barents Sea. London. 1899. 8^ XIV + 336 pg., with 2 maps. 
Appendix G. Ornithology p. 811—324, pl. I. — Im ersten Theile 
des Abschnittes „Ornithology" Mittheilungen über die während der 
zwei Reisen 1895 und 1897 beobachteten Vögel. Daran schliessen 
sich Listen der auf Waigatsch (38 sp.), der Südinsel (44 sp.) und 
Nordinsel von Nowaya Zemlya (32 sp.), auf der Dolgoi Insel (20 sp.) 
und bei Habarova, Lappland (25 sp.) beobachteten Arten mit An- 
gabe der Gewährsmänner. Auf der Tafel sind 12 Eier von Tringa 
minuta abgebildet, 

H. Schalow. Einige Bemerkungen zur Vogelfauna von Spitz- 
bergen; Journ. f. Ornith. XLVII p. 375—386. — Verf. gibt zu- 
nächst einen gedrängten Ueberblick über die Arbeiten der letzten 
Zeit, die sich mit der Fauna der Arktischen Region beschäftigen 
und wendet sich dann der Bearbeitung der Ausbeute der „Helgoland" 
zu. Römer und Schaudinn, die Zoologen der Expedition, entdeckten 
zwei für die Fauna Spitzbergens neue Vogelarten : Numenius phaeopus 
und Xema sabinei. Nunmehr sind 35 sp. von der Insel bekannt. 
Im systematischen Theil sind 12 sp. besprochen. Eingehende Be- 
schreibung der Eier von Gavia alba. 



VII. Wanderung, Zug. 

Freiherr von Berg. Omithologische Beobachtungen aus 
Elsass-Lothringen für 1893 bis 1897; Ornis IX No. 4 (August 1899) 
p. 329 — 411. — Zugbeobachtungen aus den Reichslanden. Für 
das Jahr 1893 liegen Daten über 30 sp., für 1894 solche über 
26 sp., für 1895 über 28 sp., für 1896 über 25 sp., für 1897 über 
26 sp. vor. 

*R. T. Besserer. Entenzug in Lothringen; Jahresber. ornith. 
Ver. München 1897/98 (publ. 1899) p. 25—35. 

*A. Bonomi. Ueber den Vogelzug in Süd-Tirol; „Die 
Schwalbe" Neue Folge I p. 113-115. 

Brandeis berichtet über einen starken Vogelzug auf den 
Marschall Inseln; Orn. Monber. VII p. 41. 

F. Braun. Der Vogelzug II; Journ. f. Ornith. XLVII p. 95 
— 103. — Verf. stellt die Thesen auf: „Die Heimath unserer Zug- 
vögelarten ist nicht in den Ländern ihres Sommeraufenthaltes, 
sondern in südlicheren Breiten zu suchen" und „Das ganze Trieb- 
leben der Vögel bildet ein Ganzes, in dessen Mitte die Fort- 
pflanzung und das Brutgeschäft steht. Das Brutgeschäft ist in 
seinem Verlauf von den Nahrungsbedürfnissen der betr. Art ab- 
hängig, sodass diese das kausal bedingende beim Vogelzug sind 
und bleiben". 



Aves für 1899. 77 

Adam von Buda. Anmerkungen zum Frühlingszuge der Vögel 
im Jahre 1897; Aquila VI p. 85—89. — Zugbeobachtungen auf 
einer Reise nach und in Palästina. 

E. P. Butterfleld. Arrival of Spring Migrants in Yorkshire; 
Zoolog. (4) III p. 323-324. 

L. Buxbaum. Der Vogelzug im Frühjahre 1899; Orn. 
Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 370—371. 

W. Capek, L. v. Lorenz, A. Steuer und B. Wahl. Daten 
über den Zug der Vögel vom Frühjahr 1897 nebst anderen Notizen 
über deren Lebensweise; ,,Die Schwalbe", Neue Folge I (1899) 
p. 1—102, mit Karte. — Uebersicht der eingelaufenen Zugsdaten 
(Frühling 1897) aus Oesterreich. Sie sind nach den einzelnen 
Kronländern und innerhalb dieser nach den Stationen alphabetisch 
geordnet, bei jedem Beobachtungspunkte ist die geographische 
Lage vermerkt und eine Nummer beigefügt, welche ihre Lage auf 
der beigegebenen Karte andeutet. Im ganzen kamen Berichte von 
441 Stationen. 

M. Cary. A phenomenal Flight of Hawks; Auk XVI p. 352 
— 353. — üeber einen auffallenden Zug vor Buteo swainsoni in 
Nebraska, Ende August. 

W. Eagle Clarke. Ile d'Ouessant as an Ornithological Station 
with Notes on Migratory and other Birds observed there; Ornis 
IX no. 4 (Aug. 1899) p. 309—322. — Die Insel Ouessant liegt an 
der Westküste der Bretagne, also gerade auf der Strasse der 
Wanderer vom Norden nach dem Süden. Verf. hielt sich eine 
Woche auf der Insel auf. Während dieser Zeit kamen 15 sp. 
Standvögel und 2 sp. Sommervögel zur Beobachtung, ausserdem 
eine ganze Anzahl Durchzügler. Nach Angabe der Leuchturm- 
wächter findet jährlich im Herbste ein stai'ker Vogelzug statt, wo- 
bei zahlreiche Exemplare an den Leuchttürmen ihren Tod finden. 
Die Arbeit schliesst mit der Aufzählung der auf Ouessant und bei 
Le Conquet, Bretagne, beobachteten Vogelarten. 

Derselbe. Ushant as an Ornithological Station. — Notes 
on the Birds observed on Ushant, at Le Conquet on the west 
coast of Brittany, and at Alderney; Ibis (7) V p. 246—270. — Er- 
weiterter Abdruck der vorhergehenden Arbeit. In die Liste der 
87 beobachteten Arten sind auch die auf der Kanalinsel Alderney 
festgestellten Vögel aufgenommen. 

F. Coburn. Early Appenrance of Chiffchaff in Warwickshire 
and late Stay of Whitethroat; Zoolog. (4) III p. 132—134. 

J. Cordeaux. Early Spring Migration; Zoolog. (4) III p. 193 
—197. 

E. Czynk. Der Vogelzug im Alutathai (Fogarascher Comitat); 
Aquila VI p. 57 — 65. — Allgemeine Schilderung des Vogelzuges. 

0. Buges. Emigration accidentelle d'oiseaux; Auk XVI p. 287 
— 288. — Ueber einen auffallenden Zug von Chrysotis levaillantii 
and Columba flavirostris in Guanajuato, Mexico. 



78 C. E. Hellmayr: 

H. Fischer-Sigwart. Ueber den Zug des Kukuks in der 
schweizerischen Hochebene und in angrenzenden Gebieten der 
Schweiz; Aquila VI p. 252—261. 

C. Fioericke. Der 98 er Frühlingsziig im Alföld; Aquila VI 
p. 262-315. — Eingehende Darstellung mit besonderer Berück- 
sichtigung der Fluctuation des Zuges von 20 sp., die durch Schemata 
im Text erläutert wird. 

H. A. (xaylord. Spring Migration of 1896 in the San Gabriel 
Valley; Bull. Cooper Orn. Gl. I p. 7—8. 

A. Oodez. Beobachtungen über den Vogelzug auf der Insel 
Pelagosa im Adriatischen Meere; ,,Die Schwalbe", Neue Folge I (1899) 
p. 115 — 127, mit zwei Tafeln. — Verf. weilte vom 27. IX bis 8. 
XL 1897 auf der Insel Pelagosa, um Zugsbeobachtungen anzustellen. 
Nach einleitenden Worten, in denen die Reise geschildert wird, 
bespricht Verf. den Zug und die sich daraus ergebenden Resultate. 
Darauf folgen sehr genaue Zugdaten — nach den Arten geordnet 
— und für einige Arten sind die Beobachtungen aus dem October 
in zwei Tabellen zusammengestellt. 

R. Uänisch. Massen-Rückwanderung von Zugvögeln in die 
Küstengebiete von Triest und Zara zufolge Wettersturzes während 
der dritten Märzwoche 1899; Orn. Jahrb. X p. 214—217. 

Jakob Hegyfoky. Der Vogelzug in Frankreich; Aquila VI 
p. 41 — 56. — Behandelt den Frühjahrszug der Rauchschwalbe und 
des Kukuks. 

0. Herman. Vom Zuge der Vögel auf positiver Grundlage; 
Aquila VI p. l — 41. — Verf. erörtert zunächst die aus der grossen 
Rauchschwalbenbeobachtung sich ergebenden Schlüsse. Die wich- 
tigsten davon sind: 1. Je nördlicher der Punkt, je höher die Lage, 
desto später die Ankunft. 2. Sowohl das Ankunftsverhältniss als 
auch die Temperatur weisen die grösste Differenz bei den am 
frühesten ankommenden Zugvögeln auf: daher die grosse Schwankung 
in der Ankunft an den verschiedenen Punkten. Im Anhang werden 
die Ansichten der älteren Autoren über den Vogelzug kritisch be- 
leuchtet. 

Alexander von Homeyer. Schwalben im Schnee; Orn. Monber. 
VII p. 1 — 3. — Ueber spätes Wegziehen der Hirundo rustica im 
Herbste 1898, wo sie noch am 16. Oktober bei starkem Schneefall 
beobachtet wurde. 

W. von Jahn. Zum Vogelzuge und über Windverhältnisse: 
Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 318—322. 

T. G. Laidlaw. Report on the Movements and Occurrence of 
Birds in Scotland during 1898; Ann. Scott. N. H. 1899 p. 140— 
158. — Am Anfang Verzeichniss der Beobachter und allgemeine 
Bemerkungen über den Vogelzug im Jahre 1898. Den Haupttheil 
der Arbeit nimmt die Mittheilung der Zugdaten der einzelnen 
Arten ein. 

0. G. Libby. The Nocturnal Flight of Migrating Birds; Auk 
XVI p. 140 — 146. — Verf. beobachtete den Herbstzug der Vögel 



Aves für 1899. 79 

in einigen Septembernächten und kam zu interessanten Resultaten. 
In einer Nacht wurde durch Zählen des Rufes das Ziehen von 
3800 Vögeln festgestellt. Eine andere Methode, um die Zahl der 
ziehenden Wanderer zu eruiren, war die Beobachtung der Mond- 
scheibe durch ein Teleskop. In drei Nächten wurden hierauf 
583 Vögel gezählt. Zwischen 10 und 11 Uhr war der Zug am 
stärksten und sank um Mitternacht bedeutend, um dann allmählich 
ganz aufzuhören. 

F. Lindner. Ankunftstermine auffallender Zugvögel nach 
sechsjährigen Beobachtungen in Osterwieck a. Harz; Orn. Monatsschr. 
Ver. Vogelw. XXIV p. 118-1-20. — Zugsdaten von 28 Arten. 

Harald Baron London. Ankunftsdaten in Keysen, Livland; 
Orn. Jahrb. X p. 191—192. 

G. H. Mackay. The 1898 Migration of the Golden Plover 
(Charadrius dominicus) and Eskimo Curlew (Numenius borealis) in 
Massachusetts; Auk XVI p. 180. 

*K. Möbius. Das Wandern der deutschen Sommervögel; 
Himmel und Erde 1899 p. 1—8. — Nach des Verf. Ansicht leitet 
das Auge den Flug und den Willen des Vogels. Auge und Ge- 
dächtniss geben ihnen die Richtung des Zuges an. Den wandernden 
Vogel leiten also gegenwärtige Gesichtseindrücke und Erinnerungen 
an frühere. (Nach Orn. Monber. VIII p. 26). 

J. Palacky. Quelques idees sur l'evolution geographique des 
Oiseaux; Ornis IX no. 3 (April 1899) p. 177—187. — Theoretische 
Betrachtungen über die muthmassliche Entstehung des Vogelzuges. 

J. Pungür. Vorbereitung der Bearbeitung von Kukuksdaten; 
Aquila VI p. 90—106. 

*N. M. Richardson. Report on the observations of the first 
appearances of birds in Dorset in 1898; Proc. Dorset Club XX 
p. 182—192. 

G. de Rocqnigny-Adanson. Le retour du Loriot dans le 
centre de la France; Ornis X no. 1 (Dec. 1899) p. 53 — 61. — Be- 
handelt den Frühjahrszug von Oriolus galbula in Mittelfrankreich. 

E. Bzehak. Der mittlere Ankunftstag einiger Zugvögel für 
die Umgebung von Jägerndorf (in Oesterr. Schlesien); Aquila VI 
p. 55 — 70. — Daten für den Frühjahrszug von 35 Arten. 

Alex. Schaffer. Erste Ankunft der Zugvögel in Mariahof in 
Steiermark (1840—1899); Orn. Jahrb. X p. 188—190. — Zugsdaten 
von 22 Arten. 

Jakob Schenk. Der Vogelzug in Ungarn während des Früh- 
jahres 1898. V. Jahresbericht der Ung. Orn. Centrale; Aquila VI 
p. 167 — 251. — Das Verzeichniss der Beobachter, und die Liste 
der neu hinzugekommenen Stationen mit Angabe ihrer geographischen 
Lage und Höhe über dem Meeresspiegel leiten die Arbeit ein. 
Darauf folgt der specielle Theil, der den Frühlingszug von 169 sp. 
behandelt. Am Schlüsse Tabellen, woraus die Abweichung des 
1898 er Zuges von denen der vorhergehenden Jahre ersichtlich 



80 C. E. Hellmayr: 

wird. Es kamen im Frühjahre 1898 70 Arten früher, 19 später 
an als im Jahre 1897: der Zug war also ungewöhnlich früh. 

A. Steuer. Betrachtungen über die Ergebnisse des Vogel- 
herdes des Don Giov. Salvadori; „Die Schwalbe'-' Neue Folge I (1899) 
p. 110-113, mit 3 Tafeln und 1 Textfigur. — Verf. hat auf Tafel I 
die 21 Jahre umfassenden Fana-erg-ebnisse Salvadori 's bezüglich 
Fringilla montifringilla, Chrysomitris spinus, Turdus musicus und 
Cocc. coccothraustes graphisch dargestellt, woraus sich ein vorzüg- 
liches Bild des allmählichen Anwachsens und Abnehmens des Zuges 
ergiebt. Die Tafeln '2 — 4 verzeichnen graphisch den Zug von F. 
montifringilla, F. coelebs und F. spinus für jedes einzelne Jahr. 
Der Text befasst sich mit Erklärung der Tafeln und mit den aus 
den Curven sich ergebenden Schlüssen. Verf. glaubt, dass das 
Zugphänomen in meteorologischen Verhältnissen seine Ursache hat. 

L. Ternier. Etüde sur les passages en France du Pluvier 
dore (Charadrius pluvialis) migration et distribution geographique 
d'apres les donnees de l'enquete territoriale de 1885 — 1886; Ürnis 
X no. 1 (Dec. 1899) p. 97—118. — Eingehende Darstellung des 
Durchzuges und der Verbreitung von Ch. pluvialis in Frankreich. 
Verf. theilt das Land daraufhin in drei Zonen ein, die auf einer 
beigegebenen Karte ersichtlich gemacht sind. 



VIII. Lebensweise. 

a) Lebensweise im Allgemeinen. 

Magaud d'Aubussou. Siehe p. 90. 

P. Bernard. Un trait de moeurs de l'hirondelle de Chemi- 
nees (Hirundo rustica L.); Ornis X no. 1 (1899) p. 50. 

H. S. Davenport. Original Sketches of British Birds; Zoo- 
logist (4) III p. 1—17, 198-212, 506-510. — Biologische Schil- 
derungen einzelner Arten. Stimme, Benehmen, Nestbau u. s. w. 
sind ansprechend beschrieben. Die vorliegenden Theile behandeln 
Turdus viscivorus, T. musicus, T. iliacus, T. pilaris, T. merula, 
T. torquatus, Saxicola oenanthe, Pratincola rubetra, P. rubicola, 
Erithacus rubecula, Daulias luscinia und Sylvia cinerea. 

F. Finn. Notes on various Species of Grebes, with special 
reference to the power of Walking and digestion possessed by these 
birds; Avic. Mag. V p. 102-107. — Die beobachteten Arten sind 
Podiceps cristatus, P. (Aechmophorus) major, P. nigricolhs, P. flu- 
viatilis und P. albipennis. 

A. Oirtanner. Plauderei über den Steinadler (Aquila fulva 
[L.] s. chrysaetus [L.]); Orn. Monatsschr Ver. Vogel w. XXIV p. 101 
— 111, Tafel VIII. — Biologisches aus der Schweiz. Schwarz- 
drucktafel. 

0. Holstein. A musical Woodpecker; Auk -XVI p. 353. — 
Melanerpes erythro cephalus. 



Aves für 1899. 81 

V. Hornung. Beiträge zur Kenntniss des Lebens der Schwarz- 
amsel (Turdus merula); Zoolog. Garten XL p. 164—173. — Ein- 
gehende biologische Beobachtungen über die „Waldamsel" und 
.,Stadtamsel". 

E. (j. Potter. A Habit of the Roseate Tern (Sterna dougalli); 
Zoolog. (4) III p. 83- 84. — Verf. beobachtete, dass die gen. Art 
anderen Seevögeln ihren Raub abjagte. 

G. S. Rodon. The Courting Dance of the Moonal Pheasant; 
Journ. Bombay N. H. Soc. XII no. 3 (July 1899) p. 573—574. 

E. Selous. An observational Diary of the Habits of Nightjars 
(Caprimulgus europaeus) mostly of a sitting Pair. Notes taken at 
time and on spot; Zoolog. (4) III p. 388—402, 486—505. — Verf. 
beobachtete ein Brutpaar des Ziegenmelkers und theilt die Auf- 
zeichnungen eines Tages, die von 15 zu 15 Minuten gemacht wurden, 
ausführlich mit. 

L. Ternier. Note sur le Pygargue ordinaire; Ornis IX no. 4 
(Aug. 1899) p. 307-308. 

W. Wurm. Auerhahnduelle; Ornith. Monatsschr. Ver. Vogelw. 
XXIV p. 19—24. 

Derselbe. Anatomische und biologische Besonderheiten der 
Waldhühner; Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 159—169, 196 
— 213. — Beschäftigt sich mit verschiedenen Fragen, die deutschen 
Waldhühner betreffend. Die Kleinwüchsigkeit hochnordischer Individ. 
sei auf knappe Aesung und rauhes Klima zurückzuführen. Grösse 
und Gewicht wechseln ausserordenthch. Abnormitäten in der Fbg. 
sind beim Auerwild äusserst selten. Die Zahl der Stossfedern 
schwankt zwischen 18 und 20. Die Specieskennzeichen liegen im 
Verhältniss zwischen Stossfedei'n und Ünterschwanzdecken, in der 
Schillerfärbung der Brustfedern und in der Fbg. der Rose. Vieles 
Biologische über Balzen, Ehe, ßrutgeschäft. 

b) Nahrung. 

*F. E. L. BeaL Economic Relations of Birds and their Food. 
Reprinted from the Proceedings of the 24 th Annual Meeting of the 
New Jersey State Horticultural Society. 1899. 8«. pp. 27. 

D. Best. Note on the Magpie; Vict. Nat. XVI no. 1 (Mai 
1899) p. 4 — 6. — Ueber die Nahrung von Gymnorhina leuconota. 

E. Christoleit. Der Pirol als Vertilger von Raupen des 
Kiefernspinners; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 246—247. 

Gr. Cocu. Observation sur le regime alimentaire de divers 
oiseaux de France; Ornis X no. 1 (Dec. 1899) p. 45 — 49. — Unter- 
suchungen über den Mageninhalt von Raubvögeln, Spechten, Sperlings- 
vögeln. Tauben, Hühner-, Schwimm- und Strandvögeln. 

0.' Grabham. Food of Grebes; Zoolog. (4) III p. 32. 

H. von Iliering. Zur Biologie der brasilianischen Glaucidium- 
Arten; Zoolog. Garten XL p. 376 — 381. — Ueber die Nahrung von 
Glaucidium ferox. 

Aich. f Natuigesch. 67. Jahi-T. 1901. Bd. 11. H. 1 fi 



82 C. E. Hellmayr: 

S. D. Judd. Birds as weed destroyers; Yearbook U. S. Dep. 
Agric. for 1898 (publ. 1899) p. 221—232, pl. XV. fig. 1 -4. — Verf. 
führt aus, dass eine ganze Anzahl von Vogelarten sich mit Vor- 
liebe von dem Samen schädlicher Pflanzen nährt. 50 sp. sind als 
Zerstörer dieses Unkrauts aufgeführt, ihre Nahrung vertheilt sich 
auf 60 sp. Pflanzen. 

Derselbe. The Efficiency of Some Protective Adaptations in 
Securing Insects from Birds; Amer. Natur. XXXIII (1899) p. 461 
— 484. — Verf. hat den Mageninhalt von 15 000 Vögeln untersucht 
und erörtert auf Grund dieses Materials die so oft ventilirte Frage, 
ob „Schutzfärbung" und „Mimicry" die Insecten wirklich davor 
schützt, von den Vögeln gefressen zu werden. Verf. vermag den 
„protective adaptions" nicht die ihnen gemeiniglich zugeschriebene 
Bedeutung beizumessen. 

Jb'. Lindner. Beitrag zur Magenfrage „nützlicher" Vögel; Orn. 
Monatsschr, Ver. Vogelw. XXIV p. 74 — 78. — Nahrung der Gras- 
mücken. 

H. A. Macpherson. The Food of the Brown-headed Gull; 
Ann. Scott. N. H. 1899 p. 113— 114. — Nahrung von Larus ridi- 
bundus. 

M. Manu Miller. Birds feeding on Hairy Caterpillars; Auk 
XVI p. 362. 

Thomas H. Montgomery. Observations on Owls, with 
particular Regard to their Feeding Habits; Amer. Natur. XXXIII 
(1899) p. 563 — 572. — lieber die Nahrung von Asio accipitrinus 
und A. wilsonianus. 

Raveret-Wattel. Les Martins - Pecheurs et la Pisciculture, 
observations faites ä la Station aquicole du Nid-de-Verdier (Seine- 
inferieure); Ornis IX No. 3 (April 1899) p. 189—190. — Ueber den 
Schaden des Eisvogels in Fischkulturen. 

Gr. Rörlg. Ansammlung von Vögeln in Nonnenrevieren; Orn. 
Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 42—51. — Die Ansammlung 
einer ungewöhnlichen Zahl von Vögeln in dem von Nonnen heim- 
gesuchten Revier Felseneck veranlasste Verf. zu einer Enquete bei 
einer Nonnenplage in Brandenburg und Ostpreussen. Die Ergebnisse 
der Umfrage sind nach den einzelnen Forstämtern zusammengestellt. 
Kukuke und Meisen erwiesen sich als die wirksamsten Vertilger der 
Raupen. 

W. B. Tegetmeier. House Sparrow (Avian Rat) in relation 
to Agriculture and Gardening: Practical Suggestions for lessening 
its numbers. Appendix by Eleanor A. Ormerod. London. 1899. 
8°. 98 pg. 

L. von Thaisz. Kritische Bestimmung der Nützlichkeit oder 
Schädlichkeit der pflanzenfressenden Vögel auf Grund des Kropf- 
inhaltes; Aquila VI p. 133 — 168. — Untersuchungen über den 
Mageninhalt von 38 Vogelarten. 



Aves für 1899. 83 

c) Gesang, Stimme. 

F. Braun. Der Gesang der Vögel; Orn. Monber. VII p, 33 
— 37, 58 — 61. — Theoretische Betrachtungen über das Wesen und 
die Bedeutung des Vogelgesanges. Verf. ist der Ansicht, dass er 
nicht sowohl als Paarungsruf, sondern vielmehr als Kampfruf auf- 
zufassen sei, und stützt diese seine Behauptung durch allerlei Hin- 
weise und Betrachtungen. 

E. Christoleit, Zum Gesänge des Zwergfliegenfängers (Musci- 
capa parva); Orn. Jahrb. X p. 217 — 224. — Verf. bespricht zu- 
nächst die Angaben der verschiedenen Autoren über den Gegen- 
stand und theilt sodann seine in Ostpreussen angestellten Be- 
obachtungen mit. 

Derselbe. Der Gesang des Pirols; Ornith. Monatsschr. Ver. 
Vogelw. XXIV p. 114—116. 

0. E. Cresswell. Mimicry by Birds in a wild State; Avic. 
Mag. V p. 116-118. — Nachahmungen von Tönen und Rufen 
durch Vögel. 

E. D. Downer. The Song of the White-crowned Sparrow 
(Zonotrichia leucophrys); Auk XVI p. 355 — 356. 

R. Hermann. Die Vogelstimme; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. 
XXIV p. 285 — 295. — Bedeutung und Ursprung der Vogelstimme 
erläutert. 

C. L. Hett. Dictionary of Bird Notes: with a Glossary of 
Populär, Local and Old-Fashioned Synonyms of British Birds. 
London. 1899. 12 <>. 154 pg. 

K. Heber Howe. Revival of the Sexual Passion in Birds in 
Autumn; Auk XVI p. 286—287. 

J. R. Nowell. Song Season of the Cardinal (Cardinalis cardi- 
nalis); Auk XVI p. 278, 279—280. 

E. Regalia. Sul canto degli Ucelli; Avicula III p. 33 — 34. 

B. C. Robbins. New Song of the Baltimore Oriole; Auk XVI 
p. 351—355. 

C. A. Witchell. Cries and Call-Notes of Wild Birds: a populär 
Description of the Notes employed by our commoner British Birds 
in their Songs and Calls. With Musical Illustrations. London. 1899. 
8 ". XI + 84 pp. — Ein populäres Handbuch über die Vogel- 
stimmen. Verf. bespricht die einzelnen Arten in der Folge : Stadt-, 
Wald-, Hochland- und Wasservögel. Die Stimmen sind durch 
Noten wiedergegeben. 

d) Nisten, Eier. 

C. Barlow. Nesting of the Hermit Warbier in the Sierra 
Nevada Mountains, California; Auk XVI p. 156 — 161. — Be- 
schreibung von Nest und Eiern der Dendroica occidentalis. 

B. H. Beck. Nesting of the Santa Cruz Jay ; Bull. Cooper Orn. 
Cl. I p. 6. — Beschreibung von Nest und Eiern. 

6* 



84 0. E. Hellmayr: 

R. Berge. Amselnest in einem Schuppen; Orn. Monatsschr. 
Ver. Vogelw. XXIV p. 215-217. — Mit Textzeichnung. 

Derselbe. Ueber das Nisten der Mehlschwalbe in Gebäuden; 
Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 55—59. 

E. Bidwell. [On an egg of the Great Auk (Plautus impennis)]; 
BuU. B. 0. C. X p. 33. 

Derselbe. [Ueber abnorme Nester britischer Vögel]; Bull. B. 
0. C. VII p. 36—37. 

F. J. Birthwell. Another Example of Gurions Nesting of the 
American Redstart; Auk XVI p. 184 — 185. — Merkwürdiger Nist- 
platz von Setophaga ruticilla. 

A. W. Brockway. Odd Nesting of Maryland Yellow-throat; 
Auk XVI p. 360—361. — Auffallende Nistplätze von Geothlypis 
trichas. 

A. G. Butler. Chiffchaff building on the top of smaU Yew 
and Box Trees; Zoolog. (4) lU p. 517. 

A. L. Butler. The Nidification of some Malayan Birds; Journ. 
Bombay N. H. Soc. XII No. 2 (March 1899) p. 421—423. — Ueber 
Nest und Ei von Corydon sumatranus, Hydrocichla ruficapilla, 
Batrachostomus affinis, Cryptolopha butleri und Caprimulgus 
macrurus. 

Derselbe. The Nidification of soflle Malayan Birds; Journ. 
Bombay N. H. Soc. XII No. 4 (Nov. 1899) p. 772—773. — Nest und 
Ei beschrieben von Arachnothera crassirostris, Osmotreron fulvicollis, 
Cymborhynchus macrorhynchus, Merops sumatranus. 

A. J. Campbell. Nests, Eggs and Play-grounds of the 
Australian Ptilonorhynchidae, or Bower Birds ; Proc. R. Physic. Soc. 
Edinburgh XIV (1899) p. 13—46 pl. I— III. — Eingehende Be- 
schreibung der Nester, Eier nnd Lauben der australischen Arten 
der Gattungen: Ptilonorhynchus, Aeluroedus, Chlamydodera, Sceno- 
poeus, Sericulus und Prionodura. Zahlreiche prächtige Photo- 
graphieen erläutern die Arbeit. Die Lauben von Ptilonorhynchus 
violaceus, Chlamydodera maculata und C. nuchalis sind abgebildet. 

Derselbe. Nest and Eggs of the Honey-eaters or Meliphagous 
Birds of Australia; Rep. Austral. Ass. Advanc. Sei., Session 1898 
(1899) p. 578 — 655. — 70 sp. kommen in Australien vor. Eier und 
Nester der Mehrzahl derselben sind ausführlich beschrieben. 

Derselbe. Description of the Eggs of the Russet-tailed 
Ground-Thrush, Geocichla heinii Gab.; Vict. Nat. XVI No. 3 (July 
1899) p. 55. 

Derselbe. Discovery of the Nest and Egg of the Scrub- 
Robin, Drymoaedus brunneopygius, Gould; Victor. Natur. XV No. 10 
(Febr. 1899) p. 130—131. 

Derselbe. Nest and Eggs of the Carter Honey-Eater, Ptilotis 
leilavalensis. North; Vict. Nat. XVI No. 5 (Sept. 1899) p. 87—88. 

Derselbe. Nest and Eggs of the Wattle-cheeked Honey-eater, 
Ptüotis cratetia, Gould; Vict. Nat. XVI No. 7 (Nov. 1899) p. 111 
-112. 



Aves für 1899. 85 

F. A. Cerva. Ortigometra pygmaea Naum.; Aquila VI p. 81 
— 85. — Schilderung des Brutgeschäftes. 

E. Christoleit berichtet über abweichende Nistweise von 
Muscicapa parva; Orn. Monatsschr, Ver. Vogelw. XXIV p. 377 — 379. 

J. H. Clark. Nest of Long-billed Marsh Wren [Cistothorus 
palustris] lined with a Snake Skin; Auk XVI p. 281. 

A. Crette de Palluel. Note sur quelques cas de nidification 
anormale; Le Naturaliste, XXI (1899) p. 125—126. — Bespricht 
eine Anzahl abnormer Nistplätze bei verschiedenen Vogelarten. 

W. D. Cumming, Notes on the HypocoHus ampelinus (The 
Bulbul Shrike); Journ. Bomb. N. H. Soc. XII No. 4 (Nov. 1899) 
p. 760—765. — Beschreibung des Nestkleides und genaue Daten 
über Brutgeschäft und Brutzeit. 

B. Davis. Fecundity in each Avine Species, varying according 
to aceidents of locality; Zoolog (4) III p. 164 — 167. 

Ernst berichtet über Auffinden eines Geleges von Caprimulgus 
europaeus im August; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 247 
—248. 

W. Storns Fox. Varying Fecundity in Birds; Zoolog. (4) III 
p. 23 — 26. — Theoretische Betrachtungen über die wechselnde 
Gelegezahl der verschiedenen Vögel. 

Benedict Friedländer. lieber die Nestlöcher des Megapodius 
pritchardi auf der Insel Niuafu; Orn. Moftber. VII p. 37 — 40. — 
Die Insel Niuafu Uegt zwischen der Samoa- und Fidschi-Gruppe und 
gehört zum Königreiche Tonga. Sie ist vulkanischer Natur. Ihr 
Inneres ist von einem mit Brackwasser erfüllten See eingenommen, der 
der Krateröffnung entspricht, der ihn umschliessende Landring stellt 
also die Kraterwände dar. An der Innenseite der Uferabhänge 
des Binnensees graben die Vögel ihre Nisthöhlen, in denen sie 
ihre Eier ablegen, die durch die vulkanische Wärme ausgebrütet 
werden. 

F. W. Frohawk. Notes and Description of the Eggs coUected 
by Frederick G. Jackson and the Jackson - Harmsworth Polar 
Expedition in Franz Josefsland, 1894 to 1897 in: F. G. Jackson, 
A Thousand Days in the Arctic vol. II, 1899, p. 389—396. — 
Beschreibung der Eier von Plectrophenax nivalis, Tringa striata, 
Larus glaucus, Rissa tridactyla, Pagophila eburnea (abgebildet), 
Stercorarius crepidatus, Uria bruennichi, U. grylle und Mergulus aUe. 

H. H. Godwin-Austen. Observations on the Habits of a 
Cuckoo during the breeding Season; Zoolog. (4) III p. 135 — 136. — 
Man beobachtete, dass die Kukuksmutter den jungen Kukuk fütterte. 

0. Grabham. Abnormal Nesting Sites of the Willow-Wren; 
Zoolog. (4) III p. 555. 

E. C. Harington. A Bush Quail and Rain Quail laying in the 
same nest; Journ. Bombay N. H. Soc. XII No. 2 (March 1899) p. 410. 
— Perdicula asiatica und Coturnix coromandelica legten in das- 
selbe Nest. 



86 C. E. Hellmayr: 

H. Hocke, üeber das kleine Sumpfhuhn (Ortygometra parva 
[Scop.]) und seinen Aufenthalt; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV 
p. 236 — 241, — Lebensweise und Brutgeschäft geschildert. Eier- 
masse. 

C. M. Inglis. Abnormal Number of Eggs in a Nest of the 
Bengal Green Pigeon (C. phoenicopterus. Lath.); Journ. Bombay N. 
H. Soc. XII No. 3 (July 1899) p. 577. — Gelege von 3 Eiern. 

S. M. Jackson. Discovery of the Nest and Eggs of the 
Rufous Scrub-Bird; Victor. Natur. XV No. 9 (Jan. 1899) p. 115—116. 

Alexander M. Japp. Our Common Cuckoo and other Cuckoos 
and Parasitical Birds. An attempt to reach a true theory of them 
by comparative study of habit and function, with a thorough criti- 
cism and exposure of Dai'win's views and Romanes' views and 
those of their foUowers. With various illustrations. London 1899. 
8 ''. XI + 292 pg. — Besprechungen dieses merkwürdigen Buches 
siehe Zoolog. Centralbl. VII (1900) p. 574—573 und „Ibis", 1900, 
p. 386—387. 

W. Jesse. A Day's Egging on the Sandbanks of the Ganges; 
Ibis (7) V p. 4—9. — Schildert den Besuch eines Brutplatzes von 
allerlei „Wassergeflügel" auf den Sandbänken des Ganges. Be- 
merkungen über Brutzeit, Gelegezahl und Eiermasse von mehreren 
Arten. 

Derselbe. Birds'-nesting in and around Lucknow. — No. III; 
Ibis (7) V p. 344 — 351. — Ueber das Brutgeschäft von 16 indischen 
Vogelarten. 

H. Krohn. Cursorius-Eier; Orn. Monber. VII p. 141—143. — 
Beschreibung und Masse von 38 Eiern von Cursorius isabellinus aus 
Nordafrika. 

Oswin A. J. Lee. Among British Birds in their Nesting Haunts. 
Illustrated by the Camera. Parts XIII, XIV und XV, Edinburgh 
1899. — Fortsetzung des Werkes, enthaltend Text und Tafeln von 
folgenden Arten. Part XIII: Turdus viscivorus, Larus marinus, 
Lanius collurio, Alauda arvensis (2), Buteo vulgaris, Rnticilla phoeni- 
curus, Gecinus viridis, Linota cannabina, Sylvia hortensis. — Part XIV: 
Turtur communis, Strix flammea, Acrocephalus streperus, Passer 
montanus, Oedicnemus scolopax, Perdix cinerea (2), Fuhgula cristata, 
Garrulus glandarius, Alcedo ispida. — Part XV: Pratincola rubetra, 
Pandion haliaetus (2), Procellaria pelagica, Emberiza citrinella (2), 
Columba livia, Puffinus anglorum, Motacilla melanope, Lagopus 
scoticus. 

Stanley Lewis. Abnormal Nesting Place of Spotted Flycatcher; 
Zoolog. (4) III p. 556. 

Derselbe. The Moorhen (Gallinula chloropus) nesting in 
Trees; 1. c. p. 557. 

Derselbe. Starling nesting in Fir Trees; Zoolog. (4) III. p. 370. 

List of Indian Birds' Eggs in the Bombay Natural History 
Society's collection on 1. August 1899; Journ. Bombay N. H. Soc. 
XII. No. 4 (Nov. 1899) p. 734-743. 



Aves für 1899. 87 

0. von Löwis of Menar. Störungen im Brutleben der Vögel 
auf einem livländischen Gutshofe; Orn. Monatsschr. Ver. Vogel w. 
XXIV. p. 25—30. — Biologisches. 

C. Loos. üeber Nisthöhlen des Schwarzspechtes; Om. 
Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV. p. 241-242. 

A. Nehrkorn. Katalog der Eiersammlung nebst Beschreibungen 
der aussereuropäischen Eier. Mit 4 Eiertafeln in farbigem Stein- 
druck. Braunschweig. 1H99. 8». pp. VII + 256. — Die berühmte 
Eiersammlung des Verf.'s die bezüglich der Anzahl der Arten nur 
hinter der des Brit. Museum zurücksteht, enthält die Eier von 
3546 sp. Diese sind, nach der Reihenfolge des Catalogue of the 
Birds in the Brit. Mus. aufgeführt, bei den aussereuropäischen 
Arten sind kurze Beschreibungen und die Maasse angegeben. Aus 
der Fülle des werthvollen Materials sei bloss hervorgehoben, dass 
zum erstenmale Eier von Rhamphastiden, nämlich die von Ptero- 
glossus flavirostris beschrieben sind. Auf den 4 Tafeln sind die Eier 
von 50 sp. abgebildet, 

T. H. Nelsou. Large Clutch of Wheatear's Eggs; Zoolog. (4) 
III. p. 321. — 8 Eier in einem Gelege von Saxicola oenanthe. 

Nesting Habits of the Moorhen [Gallinula chloropus] ; Zoolog. 
(4) III. p. 30—31, 81—83. 

J. A. North. Ornithological Notes. IX. Description of the Nest 
and Eggs of Microeca pallida De Vis ; Rec. Austral. Mus. III. No. 5 
(1899) p. 107. 

Derselbe. Descriptions of the Nests and Eggs of six Species 
of Australian Birds; Vict. Nat. XVI. No. 1 (Mai 1899) p. 9—13. 

— Nest und Eier beschrieben von: Chlamydodera guttata, Rhipi- 
dura albicauda, Psophodes nigrogularis, Munia pectoralis, Tricho- 
glossus rubritorquis und Melithreptus laetior. 

D. E. Owen. A Family of Nestlings; Auk XVI. p. 221—225. 

— Verf. beobachtete ein Nest von Melospiza fasciata, und das 
Wachsthum der Jungen. Die Gewichtszunahme derselben wurde 
durch tägliches Wiegen festgestellt. Beobachtungen über Häufigkeit 
des Fütterns durch die Alten. 

C. J. Patten. The Construction of the Nest of the Little Tern 
(Sterna minuta). With 1 plate and 2 figures in the text; Irish 
Natur. VIII. p. 189—197. 

X. ßaspail. Duree de l'incubation et de l'education des jeunes 
chez le Bouvreuil; Ornis X. No. 1 (Dec. 1899) p. 65—70. — Genaue 
Beobachtungen über die Zeit der Bebrütung und Aufzucht bei 
Pyrrhula vulgaris. 

E. Rey. What is the reason of the great Variation in Cuckoo's 
Eggs; Zoolog. (4) III. p. 176 — 178. — Uebersetzung aus dem 
Deutschen (vgl. Bericht 1895 p. 54). 

Derselbe. Rhea-Eier aus den Pampas von Buenos Aires; 
Orn. Monber. VII. p. 92. — Beschreibung und Maasse von 22 Rhea- 
Eiern aus Buenos Aires, die durch deutlich gelbe Färbung von 
denen der R. americana und R. darwini auffallend abweichen. 



gg C. E. Hellmayr: 

Derselbe. Die Eier der Vögel Mitteleuropas. 1. Lieferung 
p. 1—24, Tafel 1—5 (Sommer 1899). 2. Lieferung: p. 25—40, 
Tafel 6, 7, 8, 9 und 13 (August 1899). Gera-Üntermhaus. — Eine 
Oologie aller in Mitteleuropa vorkommenden Yogelarten. Die 
beiden vorliegenden Lieferungen enthalten Text und Tafeln von 
Gyps fulvus, Vultur monachus, Neophron percnopterus, Gypaetus, 
Falco-Arten, Circaetus, Haliaetus, Pernis, Pandion, Buteo, Elanus, 
Milvus und einiger Aquila-Arten. Bei jeder Art Legezeit, Be- 
schreibung und Maasse der Eier soM-ie ein Verzeichniss einheimischer 
und fremder Localnamen. Die beigefügten Verbreitungsangaben 
und Synonymie strotzen von den gröbsten Fehlern. 

E. S. Rolfe. Nesting of Nelson's Sparrow (Ammodramus 
nelsoni in North Dakota; Auk XVL p. 356 — 357. — Beschreibung 
von Nest und Eiern. 

Alex. Ross. Strange Nest of a South African Bush Shrike; 
Zoolog. (4) IIL p. 80. — Bradyornis silens. 

W. A. Schulz. lieber Nest und Eier von Celeus jumana 
(Spix); Journ. f. Ornith. XLVIL p. 306—308. 

Geo. C. Shattuck. An unusual Set of Song Sparrow's Eggs; 
Auk XVL p. 182. — Ein Gelege zu 8 Eiern von Melospiza fasciata. 

R. Shelford. On some Hornbill Embryos and Nestlings. With 
Field Notes by C. Hose; Ibis (7) V. p. 538-549, tab. VIII— X. — 
Im Anhange giebt Hose einige Mittheilungen über das Brut- 
geschäft von Buceros rhinoceros. 

Derselbe. The Egg of Pityriasis gymnocephala; Ibis (7) V. 
p. 167. — Beschreibung und Maasse des Eies. 

A. M. Shields. Nesting of the Fulvous Tree Duck; Bull. 
Cooper Orn. Gl. I. p. 9—11. 

D. Le Souef. Description of some new Birds'-Eggs from 
Northern Australia; Ibis (7) V. p. 359 — 362. — Beschreibung der 
Eier von Chlamydodera nuchalis (auch die Lauben geschildert), 
Ptistes coccineopterus, Trichoglossus rubritorquis, Myzomela pecto- 
ralis, Podargus marmoratus und Cacomantis castaneiventris. 

Derselbe. Descriptions of some Australian Birds' Eggs; Vict. 
Natur. XVI. No. 6 (Oct. 1899) p. 101—103. — Beschreibung der 
Eier von Astur leucosomus, Entomyza albipennis und Callocephalon 
galeatum. 

Derselbe. Description of the Nest and Eggs of the Silvery- 
crowned Friar-Bird, Philemon argenticeps Gould; Vict. Nat. XVI. 
No. 3 (July 1899) p. 56. 

Derselbe. On the Habits of the Mound-building Birds of 
Australia; Ibis (7) V. p. 5— 19. — Verf. beschreibt das Fort- 
pflanzungsgeschäft von Lipoa ocellata, Catheturus lathami, C. pur- 
pureicolhs und Megapodius duperreyi. 

Derselbe. Ornithological Notes from the Northern Territory. 
A List of the Birds, with Nests und Eggs, obtained by Mr. E. Olive 
on the Katherine River; Vict. Natur. XVI. No. 4 (Aug. 1899) p. 61 
— 72. — Nest und Ei beschrieben von Eurostopus argus, Oriolus 



Aves für 1899. 89 

affinis, Sphecotheres flaviventris, Grallina picata, Collyriocincla 
brunnea, Graucalus melanops, G. mentalis, Rhipidura tricolor, 
R setosa, Chlamydodera nuchalis, Pomatorhinus rubeculus, Cracticus 
picatus, Entomophila rufigularis, Trichoglossus rubritorquis, Ptistes 
coccineopterus, Ceiitropus phasianus u. s. w. 

Paul W. H. Spatz, lieber Cursorius-Eier; Orn. Monber. VII. 
p. 174. — Verf. weist darauf hin, dass das Gelege stets nur aus 
2 Eiern besteht. 

0. Strassberger. Molothrus bonariensis (Gmel.) als Pflegling 
von Zonotrichia plicata (Bodd.) ; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV. 
p. 317—318. 

*C. Struck. Doppelnest der Kohlmeise (Parus major L.); 
Arch. Ver. Fr. Naturg. Mecklbg. 52. Jahrgg. 2. Abt. (1899) p. 82. 

Yicomte L. de Tarragon. Hirondelles et Moineaux; Ornis 
IX. No. 3 (April 1899) p. 250. — Ueber das Einmauern der Sperlinge 
in Schwalbennestern. 

*ß. Tliielemann. Biologisches und Chronologisches aus dem 
Brutgeschäfte unserer bekannteren Raubvögel; Jahresber. ornith. 
Ver. München 1897/98 (publ. 1899) p. 15—25. 

Derselbe. Zwei Märztage 1899 in der Mark Brandenburg; 
Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV. p. 186 — 192. — Ueber Brüten 
im Februar von Ardea cinerea. 

J. D. D. La Touche. Notes on the Birds of Northwest 
Fohkien; Ibis (7) V. p. 169—210, 400—431. — Behandelt 109 sp. 
Bei vielen sind Nestbau und Eier eingehend beschrieben. 

Oscar Bird Warren. A Chapter in the Life of the Canada 
Jay; Auk XVI. p. 12 — 19. — Verf. beobachtete ein Paar Perisoreus 
canadensis und beschreibt in der vorliegenden Arbeit den Nestbau 
und die Aufzucht der Jungen. Vier photographische Aufnahmen 
sind beigefügt. 

J. Whitaker. Tree-Creeper nesting in Roof; Zoolog. (4) III. 
p. 556. 

F. C. Wiliiard. Notes on Eugenes fulgens ; Osprey III p. 65 
— 66. — Beschreibung und Abbildung des Nestes. 

N. F. Z. Wilson. Nesting in Kashmir; Journ. Bombay N. H. 
Sog. XII. No. 4 (Nov. 1899) p. 634-641. — Ueber Nistweise und 
Eier einer Anzahl indischer Vogelarten. 



IX. Jagd, Schutz, Einbürgerung", Pflege, Krankheiten, 

Parasiten. 

L. E. Adams. A plea for Owls and Kestrels; J. Northampton- 
shire N. H. Soc. 1898 p. 45—55. 

R. Alderson. Notes on my Shämah; Avic. Mag. V. p. 132 
—134. 

F. Anzinger. Das neue Tiroler Vogelschutzgesetz; Orn. 
Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV. p. 331—336.' 



90 C. E. Hellmayr: 

H. D. Astley. Notes on the Rock Thrnsh in Captivity; Avic, 
Mag. V. p. 50 — 52. — Gefangenleben von Monticola saxatilis. 

Magaud d'Aubusson. Le Courvite Isabelle. Description, Moeurs, 
et chasse; Le Naturaliste 1899 p. 248 — 249. — Beschreibung der 
verschiedenen Kleider, Schilderung der Lebensweise und der Jagd 
von Cursorius isabellinus. 

Derselbe. Le Guillemot ä capuchon, ses moeurs, ses habi- 
tudes sur les cotes de France. Une montagne d'oiseaux; Le 
Naturaliste 1899 p. 65 — 66. — Ueber Lebensweise und Vorkommen 
von Uria troile an den Küsten Frankreichs. 

Derselbe. L'Oedicneme, ses moeurs, ses habitudes, chasse 
au fusil et chasse au faucon; Le Naturaliste XXL (1899) p. 221 
— 222. — Beobachtungen aus der Normandie. 

G. E. H. Barrett-Hamilton. The Introduction of the Black 
Grouse and other Birds into Ireland; The Irish Nat. VIIL p. 37 — 43. 

Hans Frhr. von Berlepsch. Der gesamte Vogelschutz, seine 
Begründung und Ausführung. Mit 8 Chromotafeln und siebzehn 
Textabbildungen. Gera-Untermhaus. 1899. pp. II + 89. — Ein um- 
fassendes Werkchen über den Vogelschutz. In der Einleitung 
erläutert Verf. seinen Standpunkt in der Frage und weist darauf 
hin, dass der Misserfolg aller bisherigen Versuche auf die ungesunden 
Maassnahmen zurückzuführen sei. In dem Haupttheil des Buches 
(II) behandelt Verf. ausführlich die wichtigsten Punkte. A. All- 
gemeines. Betrachtungen über ein internationales Vogelschutzgesetz. 
B. Schaffung von Nistgelegenheiten. In diesem Kapitel sind be- 
sonders erörtert a) der Nutzen der Höhlenbrüter, b) Verzeichniss 
der mitteleuropäischen Höhlenbrüter, c) die nützlichsten derselben 
und ihre nothwendige Hülfe bei Wald- und Obstbau. d) üeber 
Nistkästen im Allgemeinen, e) von Berlepsch'sche Nistkästen, ihre Ent- 
stehung (Nachbildung der Spechthöhle) und Erfolge mit denselben. 
f) Beschreibung der verschiedenen Grössen der von Berlepsch'schen 
Nistkästen, g) Aufhängen von Nistkästen. C. Naturgemässe Winter- 
fütterung. D. Vernichtung der verschiedenen Feinde der zu 
schützenden Vögel. Im dritten Abschnitte (Schlusswort) erörtert 
Verf. die verschiedenen Mittel und Wege, einen praktischen, 
gesunden Vogelschutz allgemein durchzuführen. Zahlreiche Holz- 
schnitte erläutern den Text. Auf den beigegebenen Tafeln ist eine 
Anzahl der nützlichsten Vögel hübsch dargestellt. 

*Rol). Biesenbach. Praktischer Bathgeber für Geflügelzüchter. 
Mit über 100 Abbilduugen, zum Theil nach Originalzeichnungen 
von Jean Bungartz. Nach laesten Quellen und eigenen Erfahrungen 
bearbeitet. Berlin. 1899. 8«. pp. VII + 310 pg. 

F. E. Blaauw. On the breeding of the Weka Rail and Snow- 
Goose in Captivity; Proc. zool. Soc. Lond. 1899 p. 412 — 415. — Ueber 
Brüten von Ocydromus australis und Chen hyperboreus in Gefangen- 
schaft. 

H. L. Alph. Blanchon. Manuel pratique de l'eleveur de 
pigeons contenant: les Races de pigeons; l'habitation; la tenue du 



Aves für 1899. 91 

Pigeonnier; nourriture et soins; Elevage; produit de l'elevage; 
Pigeons voyageurs; maladies; lois et decrets roglementant les 
colombiers de pigeons voyageurs. Avec 44 figg, Paris 1899. 8^. 
pp. VI + 206. 

J. L. Bonhote. Notes from the Zoo; Avic. Mag. VI. p. 12 
— 13, 32 — 34. — Bespricht die neuen Eingänge im Zoologischen 
Garten in London. 

H. Bolau. Das neue Vogelhaus für deutsche Vögel im Zoo- 
logischen Garten zu Hamburg; Zoolog. Garten XL p. 129 — 136. 

Jobs. Borchart. Der Papagei. Eine übersichtliche und leicht- 
verständliche Anleitung zur naturgemässen Pflege, Zucht und Unter- 
richtung der als Zimmervögel empfehlenswerthen Papageienarten im 
gesunden und kranken Zustande. Leipzig 1899. 8''. pg. VIII 4- 116. 

M. Bräss. VogeUiebhaberei und Vogelschutz; Orn. Monatsschr. 
Ver. Vogelw. XXIV. p. 126—134. 

M. Braun. Ein neues Distomum aus Porphyrio ; Zoolog. Anz. 
XXII. p. 1. — Neu: Distomum heterolecithodes aus den Gallen- 
gängen von Porphyrio porphyrio. 

A. G. Butler. A Yellow-fronted Amazon; Avic. Mag. V. 
p. 161—162. 

Derselbe. The Blue Sugar-Bird, Dacnis cayana; Avic. Mag. 
V. p. 113—114. — Schilderung des Käfiglebens, mit Abbildung. 

Derselbe. The Chinese ßulbul, Pycnonotus sinensis; Avic. 
Mag. V. p. 184—185. — Käfigleben. 

St. TOn Chernel. Vogelschutz; Aquila VI. p. 329 — 367. ~ 
Deutsche Uebersetzung des gleichbetitelten Aufsatzes aus dem in 
ungarischer Sprache erschienenen Werke des Verfassers: Magya- 
rorszag Madarai. (Siehe p. 20). 

L. Cohn. Zur Systematik der Vogeltaenien III; Zoolog. Anz. 
XXII. p. 405-408. 

0. E. CresswelL Notes on my Doves in 1898; Avic. Mag. V. 
p. 66—70. 

C. Debreuü. Sur un cas d'affection conjugale entre deux 
oiseaux d'ordres differents; ürnis X. No. 1 (Dec. 1899) p. 63—64. 

F. O. Button. Parrot Notes: Amazons; Avicult. Mag, V p. 44 
—46, 83—85, 128—1.32. — Gefangenleben der Chrysotis-Arten. 

G. Eisman. Der Sekretär (Serpentarius secretarius L.) von 
einer Truthenne erbrütet; Zoolog. Garten XL p. 173 — 175. 

P. W. Farmborough. On the Jay as a Cage-Bird; Avic. 
Mag. V p. 52—54. 

C. ß. Farrar. The Nesting of the Pennant; Avic. Mag. V. 
p. 176 — 178. — Die Geschlechtsverschiedenheit bei P. pennanti 
ist augenscheinlich darauf zurückzuführen, dass Verf. P. adelaidae 
für das 9 gehalten hat! 

Derselbe. Nesting oi the Dhyal; Avic. Mag. V p. 145 — 147. 
— Nisten in Gefangenschaft. 

Derselbe. Bicheno's or Double-Banded Finches; Avic. Mag. 
V p. 107-109. 



92 C. E. Hellmayr 

E. Festa. Allevamento della Crax panamensis in Piemonte; 
ßoll. Mus. Torino XIV No. 361 p. 1—3. — Ueber Aufzucht in 
Gefangenschaft. 

H. R. Fillmer. The Australian Wood-Swallows ; Avic. Mag. 
VI p. 26 — 27. — Artamus sordidus im Käfig. 

H. J. Fulljaines. The Princess of Wale's Parrakat; Avic. 
Mag. V p. 168— 1G9. — Mit Bunttafel. 

*A. Gille. Anleitung zum Fange des Raubzeuges. 5. Auflage. 
Liegnitz 1899. 8*^. 160 pp. mit vielen Abbildungen. 

*W. P. Greene. British Birds for cages and aviaries. Hand- 
book relating to all british birds which may be kept in confine- 
ment. London 1899. 8«. 368 pp. with illustr. 

A. C. Haagner. Cape Scops Owl (Scops capensis) in Capti- 
vity; Zoolog. (4) III p. 420-421. 

C. R. Hennicke. Internationaler Thier- und Vogelschutz- 
kongress zu Graz vom 5. bis 9. August 1898; Ornith. Monatsschr. 
XXIV p. 3—10. 

H. Herde. Meine californischen Schopfwachteln; Zeitschr. 
Ornith. u. Geflügelzucht Stettin 1899 p. 17—26. 

R. Hermann. Die Zwergohreule, Pisorhina scops (L.); Orn. 
Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 336—343, Tafel XX. — 
Schilderung des Gefangenlebens. 

*J. Hlawensky. Die zahme Fasanerie. Leitfaden für den 
angehenden Fasanenzüchter und Freunde des Fasanensports. Neu- 
damm. 1899. 8*^. pg. 81. — Verf. gibt in gedrängter Form eine 
Anleitung zur Anlage von Fasanerien, wobei er sich auf vieljährige 
Erfahrungen und Aufzeichnungen seines Vaters stützt. Das Bruthaus, 
die Behandlung der Fasanen zur Gewinnung vieler und guter Eier, 
die Aufzucht der Vögel, das Aussetzen der Jungen und ihre Be- 
handlung, die Futtermittel, die Krankheiten, deren Vorbeugung und 
Heilung, das Einfangen der Fasanen etc. werden in einzelnen 
Kapiteln beschrieben. (Nach Orn. Monber. VIII p. 25—26). 

V. Hornung. Einiges über das Leben der Hohltaube (Columba 
oenas) in der Gefangenschaft; Zoolog. Garten XL p. 144 — 145. — 
Gefangenleben. 

Derselbe. Zum Vogelschutz; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. 
XXIV p. 134—138, 361—365. 

C. Kayser. Zur Verpflegung der insektenfressenden Stuben- 
vögel; Orn. Monatsschr. Ver Vogelw, XXIV p. 367—369. 

Cr. A. Keartland. Quail Breeding in Captivity; Vict. Nat. 
XV No. 11 (März 1899) p. 146—147. — Synoecus australis brütend 
in Gefangenschaft. 

Vernon L. KeUogg. A List of the Biting Lice (Mallophaga) 
taken from Birds and Mammals of North America; Proc. U. S. Nat. 
Mus. XXII (1899) p. 39 — 100. — Man kennt bisher 282 sp. in 
Nordamerika, wovon nur 18 auf Säugethieren schmarotzen, alle 
anderen aber den Vögeln eigenthümlich sind. Mallophagen wurden 
bei 257 sp. nordamerikanischer Vögel festgestellt, die 167 genera 



Aves für 1899. 93 

angehören. Eine vollständige Liste aller nordanierikanischen Arten 
und ihrer Wirthe bildet den Haupttheil der Arbeit. 

Derselbe. Some Parasites of Birds; Auk XVI p. 232 — 236. 
— Behandelt die Mallophagen. Bisher kennt man etwa 1000 
Arten, die in vier Familien und 21 Gattungen vertheilt werden. 
Davon sind zwei Familien (nicht mehr als 50 sp. umfassend) 
Schmarotzer auf Säugethieren, alle übrigen leben auf Vögeln. Verf. 
weist darauf hin, dass von den 257 amerikanischen Arten 105 auch 
auf europäischen Vogelarten leben, und versucht dafür eine Er- 
klärung. Er führt desgleichen aus, dass in den meisten Fällen, wo 
ein Mallophage von mehreren Arten festgestellt ist, diese unter- 
einander nahe verwandt sind. 

D. Lange. Our Native Birds. How to protect them and attraet 
them to our Homes. With lUustrations. New York. 1899. 12'^. 
pp. XII-}- 162. 

Herbert Maxwell. Recent Legislation on the Protection of 
Wild Birds in Great Britain; Proc. Internat. Congress Zool. Cam- 
bridge 1898, (1899) p. 148—154. 

E. 0. B. Meade-Waldo. The Siberian Jay, Perisoreus 
infaustus; Avic. Mag. V p. 101 — 102. — Schilderung des Gefangen- 
lebens. 

Derselbe. Nesting of the Scops Owl (Scops giu); Avic. Mag. 
V p. 159 — 160. — Brüten in Gefangenschaft. 

Derselbe. The Ages to which birds attain in confinement; 
Avic. Mag. V. p, 81—82. — Erörtert einige Beispiele von Lang- 
lebigkeit in der Gefangenschaft. 

"P. Megnin. ün Tenia du Pigeon Ramier (Palumbus torquatus); 
C. R. Soc. Biol. Paris L. p. 279-281. 

P. Millet. Les causes de la disparition des oiseaux insecti- 
vores; moyens de l'enrayer; Revue scientif. (4) XI (1899) p. 45 
—48. 

C. L. W. Noorduyn. De Kanarie in zijne verschillende 
rassen. Met 22 afbeeld. in zwarten kleurendr. Groningen. 1899. 
80. 58 pg. 

*R. Oettel. Kalender für Geflügelfreunde. Herausgegeben 
von der Verlagshandlung. 18. Jahrgang. München, Wilh. Köhler. 
1899. 80. 96 pp., 6 Tafeln, 20 Holzschnitte, Tabellen. 

*C. W. Ohler. Die Tuberkulose der Vögel; Jahresb. ornith. 
Ver. München 1897/98 (publ. 1899) p. 78-82. 

W. T. Page. Chaffinch Nesting in Captivity; Avic. Mag. VI 
p. 8 — 9. — Brüten im Käfig. 

*T. S. Palmer. The Danger of introducing noxious Animals 
and Birds; Yearbook U. S. Dept. Agric. for 1898, p. 87— 110, 
pl. VIII, and text cuts. (Referat siehe: Auk XVI p. 294—296). 

R. Phillipps. The Golden-shouldered Parrakeet; Avic. Mag. 
V. p. 157 — 159. — Gefangenleben von Psephotus chrysopterygius. 

Derselbe. The Black Lark, Melanocorypha yeltoniensis; Avic. 
Mag. V p. 169 — 176. — Brüten in Gefangenschaft. 



94 C. E. Hellmayr: 

Dorselbe. The Black Cassique (Cassidix oryzivora); Avic. 
Mag. VI p. 19 — 26. — Leben in Gefangenschaft. 

Derselbe. The Blue-fronted Amazon; Avic. Mag. V p. 185 
— 188. — Gefangenleben. 

R. Phipps. The Indian Roller; Coracias indicus; Avic. Mag. 

V p. 64 — 66. — Käfigleben. 

Derselbe. The European Roller (Coracias garrulus); Avic. 
Magaz. V p. 46 — 49. — Gefangenleben. 

Derselbe. The Cordon Bleu, Estrilda phoenicotis; Avic. Mag. 

V p. 141-144. 

Alex, von Prosch. Einbürgerungsversuche fremdländischer 
Vögel; Ürn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 172—176, Tafel XI. 

W. H. St. Quintin. Eider Ducks in Captivity; Avic. Mag. V 
p. 115-116. 

M. Rausch. Die gefiederten Sängerfürsten des europäischen 
Festlandes. Ein Handbuch für alle Liebhaber der hervorragendsten 
und beliebtesten, einheimischen Singvögel. Mit 3 Farbendruck- 
tafeln und 4 Textabbildungen. Magdeburg. 1900 (publ. Oct. 1899) 
80. pg. VII+184. 

L. Rebentiscli. Vogelheime in England und Amerika; Orn. 
Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 302—306. 

K. Römer. Die Nutzgeflügelzucht. Eine Anleitung zum 
praktischen Betrieb derselben. 2. Auflage. Mit 45 in den Text 
gedruckten Abbildungun. Stuttgart. 1899. 8". VIII+125 pg. 

K. Russ. Die fremdländischen Stubenvögel, ihre Natur- 
geschichte, Pflege und Zucht, 2. Bd. Weichfutterfresser. Mit 10 
chromolith. Tafeln. Magdeburg. 1899. 8'\ pp. XXVIII + 928. 

E. SabeL Pribyrs Geflügelzucht. 4. Auflage mit besonderer 
Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung vollständig neu- 
bearbeitet. Mit 39 Textabbildungen. Berlin 1899. 8". VIII 
+236 pg. 

J. Sabrazes. Pseudo-Tuberculose du Pigeon; C. R. Soc. Biol. 
(2) VI p. 289- -290, 603—606. 

(x. Salvador!. Ergebnisse meines Vogelherdes; „Die Schwalbe", 
Neue Folge I p. 103 — 109. — Verf. gibt uns hierin eine statistische 
Zusammenstellung der Ergebnisse seines „Roccolo" in Pron, Tren- 
tino (Süd Tirol) während der Herbste von 1877—1897 in der 
gesetzlich gestatteten Fangzeit (15. Sept. — 15. Nov.). Die Haupt- 
tabellen verzeichnen die tägliche Ausbeute der regelmässig ge- 
fangenen Arten. Die Gesammtzahl beträgt für Fringilla monti- 
fringilla 26,584, für F. coelebs 21,390, für Chrysomitris spinus 
8710, für Turdus musicus 2603 und für Coccothraustes coccothraustes 
1244 Stück u, s. w. Eine Schlusstabelle gibt die Gesammtzahl der 
in den einzelnen Jahren gefangenen Vögel, die höchste Zahl wurde 
1889 mit 53,816 Stück erreicht. Verf. weist darauf hin, dass das 
Gros der Ausbeute aus Körnerfressern besteht, und das die Ab- 
nahme der Brutvögel im Trentino auf die Ausbreitung der Kultur 
und auf Entziehung der Brutstätten zurückzuführen ist. 



Aves für 1899. 95 

A. Savage. Passerine Doves (Chamaepelia passerina); Avic. 
Mag. VI p. 17—19. 

E. Schaff. Ornithologisches aus dem Zoologischen Garten zu 
Hannover; Orn. Monatsschr. Ver. Vogelw. XXIV p. 213 — 215. 

F. Schlag. Der Dompfaff (Pyrrhula vulgaris) auf Grund 
49jähriger Erfahrung möglichst allseitig geschildert. 4. Aufl. Magde- 
burg. 1899. 8«. 51 pg. 

D. Seth-Smith. The Rufous-tailed Grassfinch, Bathilda 
ruficauda; Avic. Mag. V. p. 61 — 64. — Schilderung des Gefangen- 
lebens mit Tafel. 

D. Seth-Smith, H. R. Fillmer and 0. E. Cresswell. The 
Crystal Palace Show of 1899; Avic. Mag. V. p. 87—95. 

D. Seth-Smith. The American Siskin; Avic. Mag. V p. 125 
— 127. — Schilderung des Käfiglebens. Mit ßunttafel. 

Derselbe. Lord Derby 's Parrakeet; Avic. Mag. V p. 144 
— 145. — Zwei lebende Exemplare im „Zoo" in London. 

R. W. Shufeldt. Notes on the Mountain Partridge (Oreortyx 
pictus) in Captivity; Ornis X No. 1 (Dec. 1899) p. 71-76. — 
Schilderung des Gefangenlebens. 

A. Simon. Gedanken zum Schutze und zur Vermehrung 
unserer nützlichen Höhlenbrüter im „Kunstwalde" : Orn. Monatsschr. 
Ver. Vogelw. XXIV p. 150—151, tab. X. 

C. S. Simpson and D. Seth-Smith. Notes on the Balham 
Show of British and Foreign Birds; Avic. Mag. VI p. 27-32. 

W. Stone. Report of the A. 0. U. Committee on Protection 
of North American Birds; Auk XVI p. 55 — 74. — Bericht über 
die Vogelschutzbestrebungen und Massnahmen in den einzelnen 
Staaten der Union. 

Jäger UnTerdrosseu. Der Krammetsvogel, seine Jagd und 
sein Fang. Mit Abbildungen vom Jagdmaler C. Schulze. Neudamm. 
1900 (publ. Nov. 1899) 8«. pg. 117. 

Joseph J. S. Whithaker. On the Breeding of the Purple 
Gallinule in Captivity; Ibis (7) V p. 502—505. — lieber Brüten 
von Porphyrio caeruleus in Gefangenschaft. 

Derselbe. Sulla riproduzione in cattivitä del pollo sultano 
(Porphyrio coeruleus Vandelli) volg. sie. Gaddo fagiano o Gaddo 
fasciano; Natural. Sicil. (N. S.) III. p. 17— 20. 

*A. Zinck. Unsere Lieblinge aus der Vogelwelt. Deren 
Pflege und Wartung in gesunden und kranken Tagen. Langen- 
salza. 1899. 80. IV-f-77 pg. 



X. Systematik. 

H. 0. Forbes aad H. C. Robinson, Catalogue of the Coraciae: Cuckoo 
Rollers (Leptosomatidae), Rollers (Coraciidae), Motmots and Todies (Moiuotidae), 
Kingfishers (Alcedinidae), and ßee-eaters (Meropidae): and of the Trogons 
(Trogonidae) in tbe Derby Museum; Bull. Liverpool Mus. II (May 1899) 



96 C- E. Hellmayr: 

p. 15 -34. — Die Coraciae sind vertreten durch 211 Arten in 1249 Exemplaren, 
davon 16 Ty^en; die Trogoniden durcli 41 Arten in 220 Exemplaren, 
worunter 2 Typen. Nen beschrieben: Pyrotrogon neglectus von Paliang, 
Malakka- Halbinsel; und Melittophagus gularis gabonensis, Gabun. 
H. 0. Forbes and H. C. Robinson. Catalogue of the Charadriiphormic Birds 
(Charadriiformes): Auks (Alcidae), Gulls (Laridae) and Skuas (Stercorariidae) 
— Lari; Lark-plovers (Thinocoridae), Stone-curlews (Oedicnemidae), Jacanas 
Jacanidae), Sheathbills (Chionidae), Crab-plovers (Dromadidae), Coursers 
(Cursoriidae), Plovers and Snipes (Charadriidae). — Limicolae; Pigeons 
(Columbae), and Sandgrouse (Pterocles) in the Derby Museum ; Bull. Liver- 
pool Mus. II. p. 51—75. — Aufzählung der im Liverpooler Museum vor- 
handenen Exemplare der Ordnungen Lari und Limicolae. 

Stereornithes, 

Ameghinia nom. nov. für Pseudolarus Amegh.; Sharpe, Handlist B. I. p. 184. 

Phot'oracosidae. 

Phororhacos inflatus, Skelett beschrieben; Andrews, Transact. Zool. Soc. London 
XV p. 55-8Ö, pl. XIV-XVII. 

Castiariidae. 

Casuarius, Aufzählung der Formen; Rothschild, Bull. B. 0. C. VHI p. 55— 56. 
C. casuarius sclateri, verschieden von C. c. beccarii; Rothschild, Nov. Zool. 

VI p. 75. 
C casuarius sclateri, vom Brown River, S 0. Neuguinea ; Rothschild, Bull. B. 0. 

C. VIII p. 42. 
C. casuarius moi/coZZ/*, n. subsp., Aru Inseln; Rothschild, Bull. B. 0. C. Vill p. 27. 
C. picticollis liecki n. subsp., Deutsch Neu Guinea ; Rothschild, Bull. B. 0. C. VIII 

p.49. 
C. uniappendiculatus aurantiacus u. subsp., Deutsch Neu Guinea ; Rothschild, Bull. 

B. 0. C. VIII p. 50. 

Droniaeidae. 

Dromaeus ater, Notizen über; Milne Edwards und Oustalet, Bull. Mus, Paris V 
p. 206-214. 

Apteri/ffidae» 

Apteryx, Monographie der Gattung; Rothschild, Nov. Zool. VI p. 361 — 386. — 
Anatomie; Beddard. Nov. Zool. VI p. 886—402; Oeldrüse und Becken ab- 
gebildet; idem, 1. c. tab. XV u. XVI. 

A. australis, abgebildet; Rothschild, Nov. Zool. VI tab. IX, XIV. 

A. a. mantelli, abgebildet ; Rothschild, 1. c. tab. X. 

A. oweni, abgebildet; idem, 1. c. tab. XI. 

A. 0. occidentalis, abgebildet; idem, I.e. tab. XII. 

A. haasti, abgebildet; idem, 1. c. tab. XIII. 



Aves für 1899. 97 

Impennes, 

Aptenodytes pennanti, Mauser; de Wintoii, P. Z. S. 1899 p. 900— 902, 980-981. 
Impennes, Osteologie; Pycraft, Proc. zool. Soc. Lond, 1898 p. 958—989, pl. LIX 

— LXI. 
Spheniscus modestus n. sp., Chiloe uud Valparaiso, Chili; Philippi, Arch. Natg. 

1899 p. 171. 
S. flavipes n. sp., Chili; Philippi, Arch. Natg. 1899 p. 172. 

Alcidae, 

Alca impennis, in Irland; Ussher, Irish Natural. VIII p. 1 — 3 tab. I; Knowles, 
1. c. p. 4—6 tab. II. 

Endomychura nom. nov. fürMicruria; Oberholser, Proc. Acad. Philad. 1899 p. 201. 

Plautus impennis, über ein Ei von; Bidwell, Bull. B. 0. C. X p. 33. 

P. impennis, Reste in Irland; Ussher, Bull.B 0. C. VIII p. 50. 

Paeuduria nov. gen., für Cepphus columba, C. snowi und C. carbo; Sharpe, Hand- 
list B. I p. 131, 

Uria lomvia arra, Eier abgebildet; Palmer in: The Für Seals & Für Seallslands 
in tab. XXXIX. 

U. lomvia, Kleider beschrieben; Chapman, Bull. Amer. Mus. XII p. 220. 

Colytnbidae, 

Colymbus äommicns brachyrhynchus n. subsp., Mattogrosso; Chapman, Bull. Amer. 

Mus. Xn p. 255. 
C. d. brachypterus n. subsp., Lower RioGrande, Texas; idem, 1. c. p. 256. 
Podicipes calipareus, neu für die Antarctis; Forbes, Bull. Liverpool Mus. n p. 48. 

Tubinares, 

T. Salvadori, A few Remarks on Volume XXV of the Catalogue of the Birds 
in the British Museum ; Ibis (7) V p. 640 — 641. — Richtigstellung in der 
Synonymie einiger Arten. Puffinus baroli bezieht sich auf P. obscurus und 
nicht auf P. yelkouan. 

Diomedea platei, Unterschiede; Reichenow, Journ. f. Ornith. XL VII p. 119. 

Oceanodroma castro, Synonymie; Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova XL p. 301. 

Oestrelata feae n. sp., nahe 0. mollis, Cap Verden; Salvadori, Ann. Mus. Civ. 
Genova XL p. 305. 

0. incerta, nicht 0. haesitata in Ungarn ; Sharpe, Bull. B. O. C. VIII p. 26. 

0. phaeopyga, abgebildet; Wilson, Av. Hawai. Pt. VII. 

Prion banksi, neu für die Antarktis ; Forbes, Bull. Liverpool Mus. II p. 48. 

Puffinus baroli = P. obscurus; Salvadori, Ibis (7) V p. 641. 

P. mariae, gleichbedeutend mit P. edwardsi; Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova 
XL p.302. 

P. obscurus, Uebersicht der Formen; Rothschild u. Hartert, Nov. Zool. VI p. 194 
—197. 

P. tenuirostris, in Australien; Vict. Natur. XVI No. 4 (Aug. 1899) p. 76. 

Arcli.f. Naturgesch. 67. Jalirg. 1901. Bd.JI. H. 1. 7 



98 C. E. Hellmayr: 

P. yelkouanus, bei Scarborough erlegt; Saunders, Bull. B. 0. C. VIII p. 29. 
Thalassidroma Castro, Wiedergabe der Originalbeschreibung; Richmond Auk XVI 
p. 177—178. 

Steganopodes, 

Nannopterum n. gen., type: Phalacrocorax harrisi; Sharpe, Hand List Birds I 

p. 235. 
Pallasicarbo n. swbgen., type: Phalacrocorax perspicillatus Fall; Coues, Osprey HI 

(May 1899) p. 144. 
Phalacrocorax eumegethes n. sp., Meerbusen von Reloncabi, Chili; Philippi, Arch. 

Natg. 1899 p. 173. 
Ph. nigrogularis n. sp., Sokotra und Abd-el-Kuri ; Grant & Forbes, Bull. Liverpool 

Mus. n p. 3. 
Ph. Promaucanus n. sp. Chili; Philippi, Arch. Natg. 1899 p. 173. 
Pelecanus crispus, früher in England heimisch ; Andrews, Ibis (7) V p. 353 — 357. 
P. occidentalis vs. P. fuscus, Richmond, Auk XVI p. 178. 
Prophaethon shrubsolei n. gen. et sp. (foss.), aus dem London Clay; Andrews, 

Proc. zool. Soc. Lond. 1899 p. 776; abgebildet; 1. c. pl. LI. 

Laridae, 

E. Arrigoni degli Oddi, [On the geographical distribution of the Stercorarii 
in Italy]; Ibis (7) V p. 156—158. 

E. Oustalet, Note sur la distribution geographique de la Mouette de Sabine 
(Xema sabinei); Ornis IX No. 3, (April 1899) p. 261—270. — Giebt einen 
kurzen U eberblick der geographischen Verbreitung von Xema sabinei mit 
besonderer Berücksichtigung ihres Vorkommens an den Küsten von Frank- 
reich und England. 

Anous hawaiiensis, abgebildet; Wilson, Av. Haw. Pt. VII. 

Gavia alba, Eier beschrieben; Schalow, Journ. f. Ornith. XL VII p. 380 ff. 

Larus atricilla, von Sta. Lucia; Sclater, Bull. B. 0. C. VIII p. 59. 

L. leucopterus, Bemerkungen über die Kleider; W. Eagle Clarke, Proc. R. Phys. 
Soc. Edinb. XIV p. 164—167. 

L. minutus, Kleider beschrieben ; Macpherson, Ann. Scott. N . H. 1899 p. 18—20. 

Pagophila eburnea, Eier abgebildet; Frohawk in: Jackson, A Thousand Days in 
the Arctic 11. Tafel zu p. 392. 

Pagophila eburnea, Bemerkungen über; Bruce, Proc. R. Phys. Soc. Edinb. XIV 
p. 100-103, 

Rissa tridactyla, Kleider beschrieben; Chapman, Bull. Amer. Mus. XII p. 225. 

R. tridactyla pollicaria, Kennzeichen; idem, 1. c. p. 227. 

Rhodostethia rosea, Bemerkungen über die Verbreitung; J. Murdoch, Auk XVI 
p. 146-155. 

Rh. rosea, Bemerkungen über; CoUett und Nansen, Norwegian North Polar Exped. 
rV p. 15—20, 27—29; juv. beschrieben und abgebildet; iidem, I.e. p. 17— 19, 
tab. No. 4. 

Xema sabinei, auf Spitzbergen erlegt; Schalow, Journ. f. Ornith. XL VII p. 379. 

Thinocoridae. 

Thinocorus orbignianus, Ei abgebildet; Nehrkorn. Katalog t. IV fig. 48. 



Aves für 1899. 99 

Charadriidae. 

Aegialitis falklandica, neu für die Antarktis; Forbes, Bull. Liverpool Mus. II p. 48. 
Arenaria, Schlüssel der Arten; Palmer, The Für Seals and Für Seal Islands III 

p. 408—409. 
A. morinella, verschieden von A. interpres; Palmer, 1. c. p. 412 — 418. 
Chettusa gregaria, in Ireland; "Williams, Irish Natural VIII p. 233 — 234, tab. 10. 
Crymophilus fulicarius in Novaja Semija ; Pearson, Bull. B. 0. C. VIII p. 30. 
Gallinago coelestis, Variation; Butler, Journ. Bombay N. H. Soc. XII p. 427. 
G-. media vs. G. major; Oberholser, Auk XVI p. 179. 
Haematopus finschi, ist eine Aberratiou von H. longirostris ; Rothschild, Bull. 

B. 0. C. X p. 4—5. 
H. reischeki u. sp., nahe H. longirostris, Kaiparu, Neu Seeland ; Rothschild, Bull. 

B. C. X. p. 4. 
fl. pratii n. sp. , nahe H. palliatus, Flemming's Key, Bahamas; Maynard, 

Appendix Cat. Birds W. I. 1899 p. -. 
Hemiparra nom. nov. für Defilippia; Oberholser, Proc. Acad. Philad. 1899 p. 202. 
Himantopus knudseni, abgebildet; Wilson, Av. Haw. Pt.VII. 
Numenius phaeopus, auf Spitzbergen erlegt; Schalow, Journ. f. Ornith. XLVU 

p. 386. 
Symphemia semipalmata speculifera, Bemerkungen über; Elliot, Auk XVI p. 230. 
Tringa raaculata, Grössendiiferenz der Geschlechter; R. Heber Howe, Auk XVI 

p. 179—180. 
T. minuta, Eier abgebildet; Pearson, „Beyond Petsora eastward", tab. 
Tringoides macularius in Irland; Curtis, Bull. B. O. C. VIII p. 35. 
Zaperus nom. nov. für Euhyas; Oberholser, Proc. Acad. Philad. 1899 p. 201. 

Parridae. 

Äctophüus nom. nov. für Phyllopezus; Oberholser, Proc. Acad. Philad. 1899, 
p. 202. 

Oedicneniidae, 

Oedicnemus dodsoni n. sp., nahe 0. affinis, Lahej, Südarabien; Grant, Bull. 

B. 0. C. X p. 19. 

Otididae, 

Naumann, Naturgeschichte der Vögel Mitteleuropas, herausgegeben von CR. 
Hennicke. Band VII p. 53-85, Tafel 5—7, 17-18. — Text und Abbil- 
dungen von Otis tarda, 0. tetrax, Houbara macqueeni. Auf Tafel 17 und 18 
Eier abgebildet. 

Houbara macqueeni, in Schottland; W. Eagle Clarke, Bull. B. 0. C. VIII p. 36. 

Houbara macqueeni, in Scotland; W. Eagle Clarke, Ann. Scott. N. H. 1899 
p. 73-74. 

Gruidae. 

Naumann, Naturgeschichte der Vögel Mitteleuropas. Herausgegeben von 

C. R. Hennicke. Band VII p. 86-113, Tafel 8, 9, 17, 18. — Text und 
Abbildungen von Grus virgo, G. leucogeranus and G. grus, bearbeitet von 
Blasius und J. v. Waugelin. Auf Tafel 17 und 18 Eier abgebildet. 

7* 



100 C. E. Hellmayr: 

Rallidae, 

Naumann, Naturgeschichte der Vögel Mitteleuropas. Herausgegeben von 
C. R. Hennicke. Band VlI p. 114—198, Tafel 10—16, 19. — Text und Ab- 
bildungen von Fulica atra, Gallinula chloropus, Ortygometra porzana, 0. pu- 
silla, Crex crex, Rallus aquaticus, bearbeitet von Helm, R. Blasius u. Floericke. 
Auf Tafel 19 sind die Eier der behandelten Arten abgebildet. 

Creciscus sharpei sp. n., nahe C. spilonotus, Indefatigable ; Rothschild u. Hartert, 
Nov. Zool. VI p. 185. 

Diatropornis nom. nov. für Tapinopus; Oberholser, Proc. Acad. Philad. 1899 
p. 203. 

Idiornis nom. nov. für Orthocnemns; Oberholser, Proc. Acad. Philad. 1899 p. 202. 

Notornis hochstetteri, abgebildet; Buller, Transact. New Zeal. Inst. XXXI 
pl.L 

Notornis hochstetteri, beschrieben; Benham, Transact. New Zeal. Inst. XXXI 
p. 146 — 150; Verdauungsorgane, beschrieben und abgebildet; idem, 1. c, 
p. 151—156, pl. XII u. Xm. 

Oenolimnas isabellina, Ei abgebildet ; Nehrkorn, Katalog tab. IV fig. 47. 

Pennula sandvicensis, abgebildet; Wilson, Av. Haw. pt. VII. — P. wilsoni, ab- 
gebildet; Wilson, Av. Haw. Pt. VII. 

Porzana galapagoensis = Creciscus spilonotus; Rothschild und Hartert, Nov. 
Zool. VI p. 184-185. 

Rallus kvipes n. sp., nahe R. obsoletus, Los Angeles, Califomien; Bangs, Proc. 
New Engl. Zool. Cl. I p. 45. — R. crepitans waynei u. subsp., Georgia; W. 
Brewster, Proc. New Engl. Zool. Cl. I p. 50. 

Ibididae. 

Naumann, Naturgeschichte der Vögel Mitteleuropas. Herausgegeben von 
C. R. Hennicke. Band VII. Gera-Unterhaus [1899] p. 1—24, 199—202. 
Tafel 1, 2, 17 u. 20. — Enthält Text und Abbildungen von Platalea leu- 
corodia, Plegadis falcinellus und Geronticus eremita, bearbeitet von Floericke, 
R. Blasius und Kleinschmidt. Auf Tafel 17 Eier von Platalea abgebildet. 

Comatibis comata, auf den Cap Verden; Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova XL 
p. 307. 

Theristicus, Uebersicht der Arten ; Pinsch, Notes Leyd. Mus. XXI p. 23—26. — 
T. columbianus n. sp., nahe T. caudatus, Colombia; Finsch, Notes Leyden 
Mus. XXI (Dec. 1899) p. 23. 

Ardeidae, 

Botaurus stellaris, auf Borneo; C. Hose, Bull. B. 0. C. X p. 33. 
Nycticorax magnifica n. sp., nahe N. leuconotus (!), Hainan; Grant, Ibis (7) V. 
p.586. 

Anatidae, 

E. C. StuartBaker, Indian Ducks and their allies. Part. VI (with plate VI). 
Journ. Bombay N. H. Soc. XEI No. 2 (March 1899) p. 235—261. Part. Vn 
(with plate VII); 1. c. XII No. 3 (July 1899) p. 437-464. Part. VLII (with 
plate Vni); 1. c. XII No. 4 (Nov. 1899) p. 593—620. — Behandelt die 



Avea für 1899. 101 

Genera Mareca, Nettion, Dafila, Querqiiedula, Spatula, Marmonetta, Netta 
and Nyroca, im Ganzen 11 sp. 

F. Lindner, Die Bergente (Fuligula marila [Steph.]); Orn. Monatsschr. Ver. 
Vogelw. XXIV p. 270-282, Tafel XVn. — Beschreibung der verschiedenen 
Kleider uad Abbildung von ^ u. $. Lebensweise, Stimme, Nahrung, geo- 
graphische Verbreitung und Brutgebiet eingehend behandelt. 

Anas benedeni nom. nov. für A. creccoides Van Beneden (nee King); Sharpe 
Hand List Birds I (1899) p. 217. 

Anser inentalis n. sp., nahe A. brachyrhynchus, Yokohama; Gates, Manual Game 
Birds India 11 p. 77. 

Cygnus vs. Clor; Elliot, Auk XVI p. 229. — C. bewicki, in Ungarn erlegt; Aquila, 
VI p. 108. 

Marmonetta angustirostris, abgebildet; E. C. Stuart Baker, Joum. Bombay 
Nat. Hist. Soc. XII No. 3 pl. VIL 

Nettion albigulare, abgebildet; E. C. Stuart Baker, Journ. Bombay Nat. Hist. 
Soc. XII No. 2 pl, VI. — N. flavirostre, nur für die Antarktis; Forbes, 
Bull. Mus. Liverpool II p. 48. 

Nyroca baeri, abgebildet; E. C. Stuart Baker, Journ. Bombay Nat. Hist. Soc. 

xn No. 4 pl. vm. 

Gidemia stejnegeri, im Altai; Elwes, Journ. Linn. Soc. (Zool.) XXVTT p. 38. 
Somateria mollissima borealis, Kleider beschrieben; Chapman, Bull. Am. 

Mus. XII p. 281; Kennzeichen und Beziehungen zu S. mollissima; idem. 1. c. 

p. 234. — S. spectabilis, Kleider beschrieben ; Chapman, Bull. Am. Mus. 

xn p. 236. 
Stictonetta naevosa, Trachea des ^ beschrieben und abgebildet; Campbell, Ibis 

(7) V p. 362-364. 

Mcffapodiidae, 

Callocephalon galeatum, Ei beschrieben; Le Souef, Vict. Nat. XVI p. 102. 
Catheturus lathami, Fortpflanzung; Le Souef, Ibis (7) V p. 14—16. — C. pur- 

pureicoUis, Fortpflanzung; Le Souef, Ibis (7) V p. 16. 
Lipoa ocellata, Fortpflanzung; D. Le Souef, Ibis (7) V p. 10—14. 
Megapodius duperreyi, Fortpflanzung; Le Souef, Ibis (7) V p. 16 — 19. 

Tetraonidae, 

Siehe H. L. Clark, p. 13. 

Canachites canadensis labradorius n. subsp., Labrador; Bangs, Proc. New Engl. 

Zool. Cl. I p. 47. 
Dendragapus obscurus, Pterylose abgebildet; Clark, Proc. U. S. Nat. Mus. XXII 

tabl. LXVni. 
Lagopus, Zahl der Schwanzfedern; Clark, Auk XVI p. 181. 
Pedioecetes vs. Pediocaetes; T. Gill, Auk XVI p. 20—23. 

Phasianidae. 

Arboricola henrici, abgebildet ; Oustalet, Nouv. Arch. Mus. Paris (4) I tab. 9. 
Ärboricola ricketti n. sp., nahe A. gingica, Fohkien ; Grant, Bull. B. 0. C. VIII 
p. 47. 



102 C. E. flellmayr: 

Caccabis petrosa Tcoenigi n. subsp., Teneriffa; Reichenow, Om. Monber. VTI 

p. 189, 
Euplocomus andersoni, Bemerkung über das Originalexemplar; Finn, Bull. B. 

0. C. Vni p. 45 und Ibis (7) V p. 331. 

Francolinus buckJeyi Grant, wahrscheinlich = $ F. albogularis; Hartert, Nov. 

Zool. VI p. 405. 
Francolinus castaneicollis, in den Wagga Bergen ; Lort Phillips, Bull. B. 0. C. 

X p. 33. 
Francolinus harwoodi n. sp., nahe F. natalensis und F. icterorhynchus, Abyssinien; 

Blundell & Lovat, Bull. B. 0. C. X p. 22. 
Francolinus tetraoninus n. sp., nahe F. schuetti, Abyssinien; Blundell & Lovat, 

Bull. B. 0. C. X p. 22. 
Gennaeus edwardsi, abgebildet; Oustalet, Nouv. Arch. Mus. Paris (4) I tab. 10. 
Gennaeus whiteheadi n. sp., nahe G. nycthemerus, Hainan ; Grant, Ibis (7) V 

p. 586. 
Gennaeus wickhami n. sp., Chin- Berge, Burma; Gates, Manual Game Birds 

India II p. 495. 
Lophophorus impeyanus var. mantoui und L. i. var. obscurus, identisch mit L. i. 

impeyanus; Rothschild, Bull. B. 0. C. VIU p. 42—43. 
Microperdix manipurensis, Ei beschrieben; Wood, Journ. Asiat. Soc. Bengal 

LXVin Part. II No. 2 (Sept. 1899) p. 110. 
Tetraogallus, Uebersicht der Arten ; Bianchi, Journ. f. Ornith. XL VII p. 421 

— 434. — T. himalayensis grombczewsMi n. subsp, westl. Kuen Lu