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Full text of "Archiv für slavische Philologie"


'^'' l^L 



ARCHIV 

FÜR 



SLAVISCHE PHILOLOGIE. 



UNTER MITWIRKUNG 



VON 



P.DIELS, F.FORTÜNATOV, C.JIRECEK, L.MILETIC, ST. NOVAKOVIC, 

PRAG, ST. PETERSBURG, WIEN, SOFIA, BELGRAD, 

G.POLIVKA, M.RESETAR, W. SCHULZE, A. SOBOLEVSKIJ, K.STREKELJ, 

PRAG, WIEN, BERLIN, ST. PETERSBURG, GRAZ 



HERAUSGEGEBEN 



V. J A G I C. 



EINUNDDREISSIGSTER BAND. 



5308 70 

BERLIN, 

WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG. 
1910. 



I 

ßo/JI 



Inhalt. 



Abhandlungen. Seite 

Studien znr slavischen Betonung, von Paul Diels 1 

Die Konsonantenverbindungen im Polnischen, von A.Paszkiewicz 102 
Cechische und polnische Wörter in Mikaljas Wörterbuch, von 

K. Strekelj 194 

Slavisches im friaulischen Wortschatze (Nachtrag zu ASPh. XII. 

474 flf.), von K. Strekelj 203 

Das Alphabet Chrabrs, von R. Abicht 210 

Die Übersetzungstechnik der alkirchenslavischen Evangelienüber- 
setzung, von 0. Grünenthal (Schluß folgt) 321,507 

Beiträge zur historischen serbokroatischen Dialektologie, von 

Franjo Fan cev {Schluß folgt) 367 

Nochmals Klagenfurt-Celovec, von L. Pintar 382 

Hans Sachs in altcechischem Gewände, von Franz Spina . . . . 394 

Der Zensor Kopitar und die griechische Zeitung, von T. Ostojic . 409 

Ansiedlungen der Bulgaren in Ungarn, von Aleksa Ivic 414 

Über den liturgischen Gesaug der Glagoliten, IL, von Jos. Vajs. . 443 

Kyrills Sprüche (ITpuTqu), von A. Sobolevskij 443 

Die gespannten (engen) Vokale i und l im Urslavischen, von A. 

Schachmatov . 481 

Nochmals Jura) Habdelic und seine literar. Tätigkeit im XVILJahrh., 

von V. Jagic 529 

Über den Dialekt der Kleinrussen in Backa und Banat Ungarns (nach 

Hnatjuk^, von V. Jagic 554 

Die Vorlage von Celakovskys »Zasvecenec«, von Josef Hahn . . 560 

Die ungedruckte Handschrift von H. A. Gallas, von Josef Hahn . 563 

Kritischer Anzeiger. 

Meillet, Einführung in die vergl. Grammatik der indogerm. Sprachen, 

angez. von V. Jagic 218 

Prugraann, Grundriß der vergl. Grammatik, 2. Bd., angez. von Jagic 223 
Pekmezi. Grammatik der albanesischen Sprache, angez. von Norbert 

Jokl 237 

Dahl, russ. Wörterbuch, neue Ausgabe, angez. von W. Christian! 242 

Buek, Nikolaus Gogol. Sämtliche Werke, angez. von W. Christiani 246 

Relkovics Satir, neu herausgeg. von Bogdanovic, angez. von T. Matic 251 
Zagorsky, Frangois Racki et la renaissance scientifique et politique 

de la Croatie, angez. von V. Jagic 253 

Nordgroßruss. Märchen Oncukovs, angez. von G. Polivka .... 259 
F. L. Petrovic, Usus slav. idiomatis in liturgia etc., angez. von M. 

Resetar 286 

Romansky, Lehnwörter latein. Ursprungs im Bulgarischen, angez. 

C. Jirecck . . . , 448 



IV Inhalt. 



Seite 



Karinskij und Schachmatov, Über den Pskower Dialekt, angez. von 

V. Jagiö 453 

Grubor, Besprechung der serbokroat. gramm. Lehrbücher, angez. von 

V. Jagic 459 

Frinta,, Die neuböhmische Aussprache, angez. von Olaf Bro eh . . 462 

Kondakovs Bemerkungen über die byzantinische Kunst im serb. 

Psalter nach der Ausgabe Strzygowskis, mitgeteilt von V. Jagic 466 

Peisker, Neue Grundlagen der slav. Altertumskunde, bespr. von 

Niederle (mit einem Zusatz von V. Jagic) 569 

Hnatjuk, Ruthen, ethnogr. Material aus Ungarn, angez. von Polivka 594 

Weigand, Bulgarische Grammatik, angez. von L. Miletic 604 

Scepkin, Lehrbuch der bulgar. Sprache, angez. von L. Miletic . . . 612 

Pavic, Restaurierungsversucli der Capitel 29 — 36 de administrando 

imperio, angez. von V. Jagiö 618 

Sobrane diela Svetozära Hurbana Vajanskeho, angez. von V. Jagic 622 

Blattner, Taschenwörterbuch der russ. u. deutschen Sprache, angez. 

von W. Christiani 624 



Kleine IViitieilungen. 

Erinnerungsblätter an IvanBercic undDragutinParcic, von V. Jagic 288 
Die Kirche des heil. Georg in Nagoric, von Baron P. Salis-Soglio 

und V. Jagic 300 

Dr. Balthasar Anton Bogisiö in der k. k. Hofbibl. zu Wien, von Fr. 

Kidric 305 

Ein Brief Safai-iks an Appendini, von H. Bariö 312 

Zur altruss. Bedeutung des Wortes Rubl, von H. Krebs u. V. Jagic 314 

Lückenbüßer, von K. Strekelj 315 

Was bedeutet kuzan als Partizip?, von L. Pintar u. V. Jagic . . 315 
Rang- und Gehaltsbestimmung fürKopitar als Censor, von Tihomir 

Ostojic 317 

Ein Lermontov-Plagiat, von W. Christiani 317 

Wer hat das Wort jVüuäom. sanaÄx' geprägt?, vonW.Christiani und 

V. Jagic 318 

Serbokroatische Lehnwörter, von P. Skok 318,473 

\ ZvQ/jcc — cupMa — cpMa, von St. Novakovic 87^ 

Reduplizierung der Präposition st. in Osijek (Slavonien), v. T. Matic 477 

Wer war Gundulics Mutter?, von M. Resetar 478 

Was bedeutet Hasasi bei M.Drzid?, von M. Resetar 478 

Polnische Parallelen zu den > Serbokroatischen Lehnwörtern«, von 

Franz Krcek 626 

Ist aißct bei Dioskorides mit serb. zöva zu vergleichen?, v. V. Jagic 627 

>Sceljag«, ein altrussisches Geldstück, von H. Krebs u. V. Jagic . 627 
Die Geburtsdaten einiger Fremdwörter im Russischen, von W. 

Christiani 628 

Drei Gedichte des Paul Ritter Vitezovid, von Fr. Snopek .... 629 

Berichtigung. Ad pag. 515, Bd. XXIX, von J. M(elich) 631 

Nekrologe: •;- W. R. Morfill, von H. Krebs • ■ • ; 479 

r Karl Krumbacher, von Const. Jirecek 632 

f Hermenegild Jirecek, von F. Sigel 635 

Sach-, Namen- und Wortregister, von Fr. Krcek 640 



Studien zur slavisclien Betonung. 



Die im Folgenden vereinigten Studien zur slavischen Betonung sind in 
den Monaten Januar bis Juli des Jahres 1908 aus verschiedenen Anlässen und 
ohne direkte Beziehung zueinander entstanden. Sie beschränken sich im all- 
gemeinen auf Dinge, deren Erkenntnis ich glaube fördern zu können. Doch 
enthalten der erste und zweite Teil auch Sammlungen, die nicht unmittelbar 
nur diesem Zwecke dienen. 

Auch nach der Vollendung stehen diese Studien einzeln und für sich. 
Gleichwohl wird man Beziehungen genug zwischen ihnen finden, äußerliche 
und innerliche. Und freilich eint sie auch alle ein gewisses Mißtrauen gegen 
die bisher beschrittenen Wege. Ausdrückliche Polemik hat mir fern gelegen, 
sie wäre diesen komplizierten Fragen gegenüber eine unberechtigte An- 
maßung. 

Für vielfache Anregung und Förderung bin ich vor allem meinen Leh- 
rern V. V. Jagiö, M. V. Resetar, W. Schulze, Vondräk in Wien und Berlin, so- 
dann den Herren Dr. Corovic und Kräl in Wien zu Dank verpflichtet, für 
Überlassung von Büchern denselben und besonders dem Slavischen Seminar 
der Universität Wien. 

I. Zur Betonung der zweisilbigen Feminina im SlOYenischen. 

Die hier niedergelegten Beobachtungen bilden gewissermaßen 
eine Ergänzung zu den Sammlungen von Valjavec, Rad 44, s.31 ff. 
Es soll das Zeugnis der älteren slovenischen Drucke für die Kenntnis 
der Betonung und Quantität nutzbar gemacht werden. 

Die verbreitete Geringschätzung dieser Zeugnisse teile ich nicht: 
aus der Erforschung der Dialekte ließe sich vermutlich mehr und 
besseres lernen, aber diese an sich erfreuliche Aussicht wird uns 
sehr verbittert durch die Tatsache, daß für die Erforschung dieser 
Dialekte bisher wenig getan ist. Einstweilen hat die slovenische 
Schriftsprache noch keinen Danicic, haben die Dialekte noch keinen 
Nemanic oder Resetar gefunden. 

Archiv für slavische Philologie. XXXI. 1 



2 Paul Diels, 

Man kann es also nur billigen, daß Valjavec nachdrücklicli auf 
die gedruckten Quellen hingewiesen hat. Bedenken erregt aber die 
Art, wie er sie ausgeschöpft hat. Die Drucke sind zwar im weitesten 
Umfang herangezogen worden, mitgeteilt werden aber nur — übri- 
gens unvollständig — die Fälle, wo die Endung ein Akzentzeichen 
bekommt. Nun ist ja richtig, daß die diakritischen Zeichen, wenn 
sie auf der Stammsilbe stehn, meist etwas anderes bedeuten, daß 
sie im allgemeinen keine Akzentzeichen sind. Praktisch ist das 
aber ohne Bedeutung, denn einen bündigen Schluß auf die Lage des 
Tons lassen diese Zeichen auch dann zu. Auch da wo gar keine 
Bezeichnung eintritt, wie im usg. glava usw., können Schlüsse auf 
den Ton gezogen werden. Endlich sind Schreibungen wie vudo usw. 
als indirekte Zeugnisse genau zu beachten. Um es kurz zu sagen: 
von den Worten, die Akzentwechsel (oder festen Akzent auf 
der Endsilbe) haben können, sind alle Casusformen zu sam- 
meln. Erst dann tritt das Akzentschema klar heraus, erst dann 
können die Feinheiten erkannt werden. Valjavec' Sammlungen 
lassen im günstigsten Falle einen Schluß ex silentio zu, meist nicht 
einmal diesen ij. 

Eine Probe solcher Untersuchung gebe ich in der ersten Ab- 
handlung für die akzentwechselnden Feminina. Ganz weggelassen 
habe ich den Genitiv Pluralis. Sonst habe ich, wo es sich ohne Be- 
einträchtigung der Genauigkeit tun ließ, öfters dieBelege zusammen- 
gefaßt, unter ZufUgung von »meist«, »stets« oder auch ohne beson- 
dere Bemerkung. Jedes Denkmal wird gesondert betrachtet: das 
ist in gewissem Sinne ein Rückschritt gegen Valjavec, es bietet aber 
der Untersuchung einige Vorteile, und schließlich sind ja doch erst 
die einzelnen Denkmäler letzte Einheiten und müssen zunächst ein- 



1) Die Einseitigkeit und Unmethode der Sammlung kann direkt zu Feh- 
lern führen. lü dem mir vorliegenden 1. Bande des Palmarium Empyreum 
finde ich nsg. röka 219. rblia 315, ganz wie wir erwarten. Valj. findet in dem 
mir nicht zugänglichen 2. Bde. einmal mkä und bucht dies ohne weitere Be- 
merkung, ja mehr noch: im Titelkopf liest man in Sperrdruck: röka i rokä. 
Sollte dies rokä wirklich nur auf dem einen, vermutlich fehlerhaften, rokä bei 
Rog. beruhen? Dann wäre die Methode sehr zu bedauern. Daß rokä in den 
Dialekten vorkommen könnte, glaube ich nicht recht : Der Rosenthaldialekt, 
der sonst die Endbetonung auch im nsg. oft erhält, hat rö'a, s. J. Scheinigg, 
Obraz rozanskega razrecja, Kres 2, 429 u. ö. 



Studien zur slavischen Betonung. 3 

mal mit sich zur Übereinstimmung gebracht werden i). Ich behandele 
folgende Denkmäler: 

Dalm. = Biblia . . . Slovenlki tolmazhena fkusi JuriaDal- 
matina. . . . Wittemberg 1584. Neues Testament, z. T. auch Ge- 
nesis, Exodus, Leviticus. 

Käst. =Bratoufke buquice S.Roshcnkranza . . . sloshenu 
skusi Matthia Castelza . . . u' Lubl'ani . . . 1682, (176ss.) daran: 
Mod. == Modus iuvandi agonizantes . . . (s. 177 — 459). 

Rog. = Palmarium Empyreum seu conciones CXXVI. de 
Sanctis totius anni ... a P. Roger io Labacensi . . . Pars I. . . . Cla- 
genfurti 1731. Nicht ganz vollständiges Exemplar (s. 1 — G52) des 
1 . Teils. 

Jap. = Svetu Pismu noviga Testamenta ... in Slavo- 
Carniolicum idioma translata per Georgium Japel . . . et Blasium 
Kumerdey I^ Labaci 1800. II 1786. 

Küzm. =N6vi zakon ... na sztari szlovenszki jezik obrnyeni 
po Ktizmics Stevani ... V Köszegi 1848. 

Nach dem Umfang des bearbeiteten Materials reicht meine Ar- 
beit, wie man sieht, bei weitem nicht an die von Valjavec heran. Sie 
dürfte ihr aber in andern Punkten tiberlegen sein. Einige wesent- 
liche Beobachtungen werden sich immerhin ergeben, vor allem die 
Gewißheit, daß die ganze Untersuchung noch einmal geführt werden 
muß, sorgfältiger und methodischer als es Valjavec getan hat. Be- 
friedigend kann diese Aufgabe natürlich nur im Lande selbst gelöst 
werden. 

Die zweite Abhandlung betrifft die Geschichte der Vokalquan- 
titäten im Slo venischen. Es wird zunächst gezeigt, daß die krai- 
nischen Texte normaler Orthographie keine Anhaltspunkte für diese 
Frage bieten, alsdann wird die Orthographie des Palmarium Em- 
pyreum besprochen, aus der sich vielleicht ein Fortleben der alten 
Kürzen erschließen läßt. 



1) Voran stelle ich stets die Worte, die in dem betr. Text wirklich mit 
Akzentwechsel überliefert sind, ein Anhang bringt dann jedesmal die an- 
deren, bei denen sich ein Wechsel erwarten ließe, aber doch nicht bezeich- 
net wird. 

1* 



4 Paul Diels, 

1. Die Lage des Tons nach dem Zeugnis der älteren Drucke. 
Die Bibel Dalinatins. 1584. 

dezela: nsg. deshela, gsg. meist deshele, aber deshele Mc. 10. 
Luc. 4. 15. Acta 23. Hebr. 13. asg. deshelo stets. Isg. desheli stets. 
apl. deshele Luc. 15. Ipl. deshelah Luc. 7^). 

drüzba, druzba: gsg. drushbe Acta 10. 15. asg. drushho 
2 Cor. 6 kakovo drushho ima Praviza ä' Krivizo ? 8 ^o dohruto inu 
drushho ieflushbe^ . . . aber drushho 1 Job. 1 r/e imamoshnym drushho^ 
inu hodimo «' temmi^ . . . Isg. t?' drushhi Luc. 2. Eph. 3. 

gläva: nsg. glava. gsg. <7/aye. dsg. k''eni glavi Eph. 1. asg. 
glavo Mt. 6. 8. 14. 14. 26. 27 2). 27. Mc. 6. 6. 6. 6. 12. 14. 15. Luc. 9. 
Job. 19. Acta 18. 18. 1 Cor. 11, aber glavö Mc. 6 Onaje djala: Joan- 
nefa Kärftnika glavö. 6 de ti meni . . . dafh . . . Joannefa Kärftnika 
glavö. Job. 1 3 temuzh tudi roke inu glavö. Rom. 1 2 taku ti shivu ogeie 
fpravlafh na njegovo glavö. Isg. glavi. isg. glavo Epb. 1 de hi vfe 
(pod eno glavo) hilu vkup fprauletiu^ . . . npl. glave Apocal. 9 teh 
Kujti glave fo hile kakor teh Levou glave., inu ... 17 Te federn 
Glave fo . . . 20 - . . fo hile glave vfekane, . . . apl. glave Mt. 27. 
Luc. 21. Acta 21. Apocal. 18. Ipl. glavah. ipl. Mc. 14 . . .fo s' fvo- 
j'emi glavami ftrefsali^ . . . 

gora: nsg. gorra. gsg. is gorre Mt. 8. 17. Mc. 9. Luc. 9, ferner 
Luc. 4 na verh te gorre, na kateri . . . Acta 1 . . . od te gorre, ka- 
teri . . . Gal. 4 . . . od te gorre Sina, . . . Hebr. 1 2 kadar fe je ena 
shivina te gorre doteknila. dsg. gorri. asg. gorro Mt. 5. 14. 15. 17. 
26. 28. Mc. 3. 6. 9. 14. Luc. 4. 6. 9. 22. Job. 6. 6 ... pohegnil na 
gorro, ... 8. Apocal. 21, aber gorrö Mt. 4 Supet je Hudizh njega 
faho pojel na eno f ihm viffoko gorrö, inu je . . . Isg. gorri. npl. gorre 
Luc. 3. Apocal. 6. 17, aber gorre Apocal. 16 inu ohene gorre nefo 
hile najdene. dpi. Luc. 23 K gorram Apocal. 6 A' fem gorram. apl. 
na gorre Mt. 24. Luc. 21. na te gorre Luc. J, ferner 1 Cor. 13 . . . 
de hi gorre preftaulal, . . ., aber gorre Mc. 13 . . . ta heshi na gorre: 
Inu kateri . . . Ipl. gorrah. 



1) Die Schreibung deshela habe ich im NT nicht gefunden, dagegen kommt 
sie im AT vor, z. ß. Isg. v' Desheli Levit. 27. apl. fkusl vfe vafhe Deshele 
Lev. 25. 

-) . . . fo toifto njemu tia glavo poflavili, . . . 



Studien zur sluvischen Betonung. 5 

laza: nsg. lasha 1 Job. 2 de ohena lasha is rifnice nepride. 
2 taku Je tu rifnica inu nikar lasha. asg. lasho Job. 8 kadar oii 
lasJiO govory^ . . . Rom. 1 kir fo . . . p)-emejmli v' lasJio^ inu fo... 
1 Job. 1 taku my nj'ega na lasho ftavimo. Apocal. 22 kateri lasho 
hihio . . ., aber lashö Rom. 3 fkusi mojo lashö ohilnefhapostayie. 
apl. lashe Epb. 4. 1 Tim. 4. lashe Apocal. 21. 

mosnja: gsg. Luc. 11 pres mofhne^ pres . . . asg. moshno imel 
Job. 12. 13, aber mojhnö Luc. 22 kateri ima eno mojhnö tu . . . 

noga: usg. noga^). asg. nogo Apocal. 10 onjefvojo defno nogo 
poftavil na . . ., aber vgl. nogö Exod, 39 Vmivalnik inu njegovo 
nogö^ . . . isg. ?iogo Luc. 4 de fe kej ftcojo nogo na en kamen neter- 
zJiifh^ aber nogö Mt. 4 in demselben Satze-), npl. noge Apocal 1. 
2. 10. 13. 13, sonst noge: Acta 3. 5. Rom. 3. 10. dpi. nogam. apl. 
noge Mt. 22. 28. Luc. 1. 7. 7. 15. 24. 24. Job. 10. 12. 13. 13. 13. 
Acta 14. 21. 26. Rom. 16, bemerke Mt. 15 . . . /o/e Jesufu pred 
nuge metaW^]^ aber 9ioge Luc. 7 . . . je moj'e noge folsami mozhila. 
Job. 13 nikar lefame noge, tenmzh ... 13 kadar Je on vshe hil nyh 
noge mnil, ... 13 kadar Jim . . . vam noge vmil, . . . Acta 14 onje 
imel hude noge, ... 16 inu je nym noge v'klado polushil. 1 Cor. 15. 
15. 1 Tim. 5. Apocal. 11 . . . fta gori ftopila nafvoje noge, . . . Ipl. 
nogah. ipl. Wi.l foojiminogami, ferner: s^ nogami Job. 13. Hebr. 10. 
pod nje nogami Apocal. 12. adu. dvej nogi Mt. 18. Mc. 9. 

ovca: nsg. ouza Mt. 12. Acta 8. asg. ouzo Mt. 12. kir ima eno 
ouzo, . . . Luc. 15 Jeff Jim mojo ouzo najhil, . . . npl. ouce stets. 
dpi. ouzam Mt. 10. Job. 10. apl. ouce^). ipl. s ouzami . . . Job. 2. 

prösnja: nsg. projhnja Mc. 10. gsg. projhne 2 Cor. 1. asg. 
1 Job. 5 . . . de my to projhnjo imamo, . . . Hebr. 5 . . . on Je tudi 
. . . molitou inu proshnjo . . . offral^ . . . isg. projhnjo Epb. 6. 6. 
npl. proshnje 1 Tim. 2. apl. projhne Pbil. 4. Ipl. proflmjah Phil. 4. 
1 Tim. 5. ipl. projhnami Acta 1 . 

roka: nsg. roka. gsg. roke stets ^j. dsg. 1 Cor. 12 k'roki. 



*) Zum gsg. vgl. Levit. 8 . . . inu na palz nyh defne 7to{/e. 

2) Vgl. noch Levit. 8 Vmivalnik slwjegovo nogö. . . . 

3) In der Tat ist dies im NT der einzige Fall, wo noge direkt nach einer 
Präposition steht. 

*; Aber vgl. Genes. 30 inu vfe zherne ouce mej Jagneti, . . . 

5; Aber vgl. Levit. 14 inu na Falz njegove defne rohe, inu na . . . 



6 Paul Diels, 

meist roko ^\ aber rohö Mc. 3 . . . ä' timu Zhloveku^ kateri Je imel 
J'uho rokö : Stopi . . . Mc. 3 Iftegni tvojo rokö. Inu on . . . 1 de hi 
na njega rokö polushil. Acta 3 . . . Je njega priel sa defno rokö^ . . . 

1 Petr. 4 . . . pod to mogozhno rokö Boshjo^ . . . Isg. roki. isg. meist 
roko Luc. 6. Acta 13. 1 Cor. 16. Coloss. 4. 2 Thess. 3, so stets 
sroko Mi 26. Acta 12. 13. 19. Eph. 2. 2 Petr. 1. Hebr. 9, aber 
rokö Luc. 1 on muzh iskasuje 6-' fvojo rokö^ inu . . . Gal. 6 . . . /im 
Je/t vam . . . j^i/sal, s' la/tno rokö. Kateri . . . Philem. ye/i! Paul /im 

tupi/öül s' mojo rokö, Je/t . . . npl. roke Acta 20, aber roke 1 Joh. 1. 
apl. meist roke (ca. 34 mal), aber roke Mt. 17. 26. 27. Mc. 8. 14. 
Luc. 4. 9. 21. Joh. 13. 20. Acta 5. 5. 6. 8. 15. 21. 28. Gal. 2. 1 Tim. 2. 
Hebr, 12. Apocal. 20. Ipl. rokah. ipl. rokami. adu. dvej roki. Mt. 18. 
Mc. 9. 

sanja: 2i^\./ajnje Acta 22). 

sestra: n^^. ß/tra. gsg./e/Vre Acta 23 3), &Bg./e/tro Luc. 10. 
Joh. 11. Kom. 16. 1 Cor. 9. n-pl /eßre Mt. 13. Mc. 6. Joh. 11. 

2 Joh. ai^l/e/tre 1 Tim. 5. 

na posodo: na pu//odo Mt. 5. 

sodba: nsg./odba. gäg. /odbe Mt, 5. 5. 12 (amrde). Acta IG. 
22. 24. Rom. 1. 2 Petr. 2. Hebr. 6. 9. Apocal. 14, ahei'/odbe Mc. 3 . . . 
Je dolshan vezhne/odbe. 1 Joh. 4 na dan te/odbe. dag. /odbi. asg. 
/odho. \Qg. fodbi. isg./odbo. w^\. /odbe Apoc. 15. 16. 19. 

sotza: apl. yb/se Apoc. 7. 21 Bug bo obri/sal v/e/olse od nyh 
ozhy. 2 Tim. 1 kadar /pumnim na tvoje /olse^ . . . i^\./ohami. 

tema: nsg. temma Mt. 6. 6. 27. Mc. 15. Luc. 23. Acta 13. 
Eph. 5. 1 Joh. 1. 2. gsg. meist tenime Luc. 22. Acta 26 [odtemme). 
2 Cor. 4 [is temme). Eph. 5. Col. 1. 1 Petr. 2 [od temme). Jud., be- 
merke temme Rom. 13 della te temme^ ... 1 Thess. 5 . . . ali od 
temme . . . , dagegen temme Luc. 11... de nema obeniga dejla od 
temme., . . . Jac. 1 . . . ni mejne ie luzhy inu temme. dsg. temmi 
Hebr. 12. asg. temmo Joh. d. Acta 2. Isg. v' temmi. npl. temme 



1) Von den 43 Belegen für roko entfallen immerhin 10 auf Verbindungen, 
in denen rokö gar nicht erwartet werden kann, wie za roko prieti Mt. 8. 9. Mc. 
1. 5. 8. 9. Luc. 8. Acta 23. za roko voditi Acta, 13. za roko peljati Acta, 22. 

-) Aber vgl. im AT nBg.faJnd Gen. 41. Ileni/eje ena fajnä fajndla, . . . 
a,pl faßte Gen. 41. 41. 42. 

3) Vgl. aber Gen. 24 fvoje feßre, Reheke, heffede. 



Studien zur slavischen Betonung. ^ 

Joh. 1. 1 Joh. 2. apl. temme Mt. 22 ü' te vunanj'e temme, . . ., aber 
temme Mt. 25 ... v" te temme vunkaj^ . . , 

veza: asg. ves/io Mc. 14. Acta 9, nheTves/iö Luc. 22. Acta 1. ^t. 

voda: nsg. voda. gsg. zJO(/e Mt. 9 . . . s' enim korzem märsJe 
tode. Joh. 4 kateri od lete vode pye, ... 4 ker Je is vode vinufturil. 
7 bodo rejke sJiive vode tekle. 13 . . • Je on vode vlil v''eno mede- 
nizo. . . . Jac. 3 . . . nemore Jlane inuflatke vode dajaii, aber meist 
vode Mt. 3. 14. 26. 27. Mc. 1. 9. Luc. 7. 8. 22. Joh. 3. 4. 4. Acta 8. 
1 Tim. 5. 2 Petr. 2. 3. 3. Jud. Apocal. 14. 21. 22. dsg. vodi. asg. 
vodo Mt. 26 . . . leto vodo na moje tellu islyla, . . . Luc. 2 to vodu 
m' vinu fturjeno. 2 kateri fo to vodo hily sojeli, . . . Joh. 4 t"oc?o ä«- 
Jemat. 4 c?a;' wem* ^q/yi!o vodo, de . . . Apocal. 12 . . . Je vunkaj . . . 
metala sa to slieno eno vodo, kakör ... 22 ... vsami to vodo tiga 
lehna, . . ., ferner: «' vodo Mt. 17. Mc. 9. Acta 8^), aber vodö Joh. 4 
on hi tehi dal shivo vodö. 4 od kod tedaj ti imafh shivo vodö? 5 inu 
Je kalil to vodö, ... 1 Petr. 3 v' kateri Je mallu . . . dufh hilu ohran- 
Jenufkusi vodö. Isg. vodi Mt. 8. Mc. 4. 2 Petr. 3. isg. s vodo Mt. 3. 
Mc. 14. Luc. 3. Joh. 1. 1. 1. 2. Acta 1.11. Hebr. 9, ferner Hehr. 9 
s' zJiifto vodo, aber s' vodö Mc. 1. 1 Joh. 5. 5. 5, ferner 6' zhifto inu 
drago nardovo vodö Mc. 14. npl. vode Apocal. 1. 17. apl. vode 
Apocal. 11. 16. Ipl. 7ia vodah 2 Cor. 11. 

vojska: nsg. vojfka Apocal. 19. gsg. vojfke Luc. 2. Apocal. 9. 
asg. vojfko Mt. 22. 1 Tim. 1. isg. vojfko Luc. 21, aber vojfkö 
Exodus 6. apl. vojfke Hebr. 11. Apocal. 19. 

zemlja: nsg. semla. gsg. semle stets, dsg. semli. asg. semlo 
stets. Isg. semli. isg. pod semlo Philipp. 2. Apocal. 5. 5. 

zena : nsg. shena, bemerke shena Mt. 26, aber shenä Apocal. 19 
. . . inu njega shenä fe Je per pravila, . . . gsg. meist shene, aber sliejie 
Mc. 10 kateri fe lozlii od j'voje shene, . . . dsg. sheni. asg. sheno 
stets, bemerke Luc. 7 vidifhliletoshenno? isg. shetio Mt. 19. Joh. 4. 
Acta 5. 18. 24. 1 Cor. 7, aber shenö Luc. 2 fhazati ä' Mario fvojo 
sarozheno shenö, katera . . . npl. shene. dpi. shenam. ipl. shenami. 

Anhang: 
deskä : Ipl. na defkah Acta 27. 
groza : nsg. grosa Luc. 1. 



1) Vgl. m' vudo djati'LQwit. 11. hodio po vudo Genes. 24. 



8 Paul Diels, 

igla : gsg. ygle Mt. 19. Luc. 18. Igle Mc. 10. 

igra : dsg. k' eni ygri Hebr. 10. 

megla ; dsg. A' tej magli . . A) 

metla: ipl. s' meüami Luc. 11. 

rj a : nsg. erja Mt. 6 (2). Jac. 5. 

slüzba, sluzba: näg. flus/iba. gBg./lus/ibe. däg.ßushbi. asg. 
flushbo. Isg./lushbi. np\. flushbe 1 Cor. 12. 2C^\. flushbe. 

stezä: 2i^\.ßese Mt. 3. Mc. 1. Luc. 2. 

svinja : apl./mV?;e Mt. 7. Mc. 5. 5. Luc. 8. 15. 15. 

sega: nsg.fhega Phil. 4. asg. fhego Mt. 1 (anm.). 2 Tim. 3. 
Hebr. 10. Isg.fhegi Acta 15. 1 Cor. 9. 2 Cor. 10. Eph. 2. a^lfhege 
Acta 6. 13. 26. 28. 

teta: nsg. teta Luc. 1. 

tozba : nsg. toshba Gal. 2. gsg. ^os/^^ie Acta 23. 25. 1 Thess. 2. 

1 Tim. 5 asg. toshbo Job. 14. 18. Coloss. 3 2). 

troha : asg. troho Mt. 7 (3). Luc. 6 (3). 

voznja: nsg. voshnja Acta 27. isg. s' vosJmj'o Mc. (i. 

zelj a : nsg. sJiejla Jac. 1 . isg. sheljo Rom. 7. npl. s/ie;7e Rom. 7. 
Jac. 1. dpi. shejlam 2 Petr. 2. api. sJielje Rom. 1. 6/^e/7e Rom. 7. 
7 (am rde). Gal. 5. Apocal. 18. Ipl. slieljah Rom. 1 . shejlah Eph. 2. 

2 Tim. 4. shelah 2 Petr. 3. ipl. shejlami Gal. 4. 2 Tim. 2. shelami 
1 Thess. 23). 

Kastelec Bratoufke buquice 8. Rosheukranza. 16S2. 
und Modas inrandi agonizantes. 

drüzba, druzba : nsg. drushba 129. dsg. drushbi 31. 96. 
asg. drushbo 281 w' drushbo Chriftufovo . . ., aber drushhö 128 ... 
drushbö ufih fvebiikou^ . . . 376 to Angelsko drushbo^ . . . 406 VJo 
sapuftym drugo drushbö^ . . . ifg. drushbo 449 s' u/ö Nebefhko 
drushbo. 

glava : asg. glavo 22 kateraje Jesusovo prefveto glavo neufmi- 
lenu resbodla, . . . 304. 396. 398. 434. 436. 437. isg. glaw 159 .. . 
s' nagneno glavö tvojo dufhofi gori dal. 

gora : gsg. gorre 167 Neshe Divice s' gorre Polit: ... 391 
Getfemcme olske gorre., . . . asg. gorrö 22 na gorrb Caharie. 79 na 



1) Vgl. nsg. megla Genes. 2. Lev. 16. 

2j Aber doch isg. toshbo Deut. 17, s. Valj. Rad. 44, s. 44. 

3) Aber vgl. apl. sheU Valj. Rad 44, s. 46. 



Studien zur slavischen Betonung. 9 

gorrö nehefhkiga veffel/a. 121 na tcojof. gorrö^ aber auch 36 teshäk 
krish neffel na gorrö, . . . Isg. gorri. npl. gorre 58. 418, vgl. noch 
adv. gori stets. 

groza : gsg. grose 400 ter naißfefhe slü grose, kakör . . . 

igra : isg. s Jigrö, . . . 453. 

noga: gsg. noge 255. 434. tioge 434. apl. 7ioge 52. 149. 151. 
408. 437. 

övca : npl. ouce 435. 

prösnja : nsg. proj7mm 195. asg. skusiproflinjo . . . 147. pro- 
fhnto 216. 233. 426. 429. 442. isg. proßmio 1 13. 431. profhnjo 161. 
apl. />ro/Äme 137. 195. 418. v^l.profhniami 24. 

roka: nsg. roka 124. 199. gsg. roke 138. 198. 442. asg. rokö 
101. 113. isg. roko, . . . 439. npl. roke 101. dpi. rokam 154. apl. 
roke 40. 52. 103. 116. 116. 219. 309. 353. 377. 396. 408. 414. 419. 
422. 437, . . . w' roke moyh fovrasJmikou (ähnl. 143). 134. 148. 151. 
152. 160. 280. vgl. auch 230 nlemu Je daite u^ roke, nai . . .: aber 
u roke: 149 .. . more ta holmjk fhe crucifyx xü roke useti ... 152 
kaclar fe ß)ezha holniku w' roke da, ... 161 dainjegovo hogo dufhizo 
u roke tvojga . . .fynü . . . 269 . . . nlemu fe volnü u' roke dati, . . . 
396 . . . e?i terft v! roke mu davali, . . . aber auch 219 u' tvoje luhesnive 
Boshye Roke prejeti. AAl . . . de bi on fvoj'e roke . . . umival. 427 
II tvoje roke mene tisami. Ipl. rokah 17. 69. 411. ipl. rokami 102. 
115. 206. 

slüzba,sluzba; gäg.fhlusbe 68 sa volo . . . pretefhkeßilushbe, 
ali ... 201. diüg. fhlufkbi 409. 450. asg. ßushbö 453. hg.ßushbi 
204. 455. 

södba: nsg. ßdba 417 (2). 436. gag. fodbe 246. 2L8g. fodbö 
144. 146. 415. 444. Isg.fodbi 129. 

sotza : apl. /b/se 46 milu ßlse Je takala, . . . 436 . . . nufolse 
Materine, aber/o/se 403. 404. folse 194. Ipl. u' folsah 436. 

tözba: isg. toshbö 127. apl. tosbe 85. 116. 395. 

vöda : nsg. voda 141. 399. 437. gsg. vode 398. Isg. vodi 268. 
284. 355. isg. vodo 390 s shlahtno vodo, aber s' vodö 58. s merslo 
vodö, . . . 228. dpi. vodam 58. apl, vode 58. 

vöjska : nsg. voiska 120. dsg. voiskiA?»^. 442. asg. voiskö 128. 
304. 392. isg. voisko \^ pred kugo, voisko, lakoto . . . 'v^\. pred voi- 
skami 450. 

zemlja: nsg. semla. gsg. semle 10. 15. 58. 101. 146. 154. 233. 



1 Paul Diels, 

409, 424. 447. dsg. semli b8. asg. semlo 111 kir fi ftvaril semlo inu 
nehü, ... 112 skusi tvojo veliko müzh semlo inu 7ieheffa ftvriu, . . . 
ferner na semlo 189. 416. 437, u' semlo 403, bemerke u semlo poko- 
pan 420, aber sejnlö 416 = 458 nebü inu semlo. Isg. na semli, po semli. 
zelja: gsg. shele 218. isg. shelö 405. npl. sheU 24. sJiele 104. 
148. 270. apl. shele 30. 117. 279. 282. 

Anhang: 

bräda : asg. h7-ado 436. 

dezela: gsg. deshele 84 ne ho lete frezline deshele ridiu. asg. 
deshelo 83. 84. 86. 131. 441. 448 (2). Isg. desheli 270. 442. 

meja : apl. meje 58 okuli morj'a meje ftavil. 

sestra: n&g.feftra. asg./eßrolZ. npl. fe/tre stets. Apl. feftram 
64. 69. 74. 172. api.feßre 17. 17. 71. 175. 

solza : £ip\. folse 46. 

skoda: g&g.f/ikode 411 (2). dsg. /Moc?« 455. 

teta : asg. tetto 8. 

zena : nsg. shena 96. 305. 390. 395. gsg. sl/ene 221. SiSg.sheno 
195. 359. Isg. s/ieni 455. dpi. sitenam 64. 397. vocpl. s/iene, . . . 429 
ipl. m' mei shenami 6. 46. 

Rogerius' Palmariuin Empyreum, I. 1731. 

brada: asg. hradd 292, s^bex pod hrado 114. fa hrada 278 od 
drugiga Zukajtia fa laffe.,fa hrada. Isg. 285 7ia gläve inu hrade . . . 

cena : gsg. zejie 317 is glihe te zene = ex aequalitate pretii. 
asg. ze?io 294. Isg. ic' zene 444 (2). 

ceda : asg. zkedö 87, aber sonst nur zheda usw. 

deskä : Isg. deske 226. Ipl. deskäh 450. 

dezela : deshela meist in allen Casus i). 

drüzba, druzba : asg. drüsJibo?)'6 li mei drüsliho teJiPrerökou. 
isg. drushbö 95. 

glava : nsg. glaoa, glärni. gsg. gläve 283 od nuh do gläve, . . . 
is gläve 28-9. 291. glave 253 oküli glave. 275 od nug do glave, . . . 
286 is glave (= 287). 302. 315. hres glave 460. asg. glavo 491. na 
glävo 41. 108. 280. 290. 291. 371. 379 [na gläva). 5802). ob glävo 



1) Nur einmal asg. deshilö 248 gegen sonstiges deshelo. 

2) Einmal )i.a glaco 360. 



Studien zur slavischen Betonung. 11 

djati 205. 413. 594. zhes glävo 29ü. 526. 542. 576 [zhes (jläva). 
iC glävo 492, sonst stets (ßatiö^ glavö^). Isg. uagläve^). isg. glavö 12. 
glavö 294, aber glavo 491 (3). 493. npl. glave 615. glave 462. 472. 
apl. glave 616, sonst stets glave^). ipl. glavami 617. 619. glavämi 
615. 617. 

gnäda : zweimal asg. gnadö 167. gnadö 483, sonst stets gnada. 

göra : nsg. <7or« 373. asg. gorro 511, aber ^orro 178. 519. isg. 
gorö 373. npl. göre 389. apl. (/ore 339. na göre = in montana 10. 
ife^dre 338. Ipl. gorrah 481. 632. 634. görah 421, adv. .^dn. 

igrä: dBg.jegre 106, aberjt^re 296. apl. y^^^re 32. 

kosnja : asg. koshnj'o 424. isg. is . . . koshnjo 424. 

meglä : gsg. megle 144. asg. meglö 77. maglb 508. apl. megle 
144. me(7/e 208. 

metla : asg. weit/d 493. isg. is metlö 494. 

noga : asg. nogö 42. 475. wo^d 43. 343, aber stets 7ia7iüga 42. 
43. 137. 226. 474. 475. fa roko inu Ja nügo perhiti 589. isg. nogö^ 
nogö. npl. noge^ noge^ aber einmal nöge 372. dpi. nogam 257. 511. 
wd^am 291. 319. 440. 555. 591. 614. apl. noge 549. 554. nöge 552. 
pred nüge 117, sonst stets noge^). Ipl. nögali. ipl. nogämi. 

ovca : nsg. oe^c;« 91. gsg. owse 567. apl. ouze 88. 563. Ipl. ouzah 
68. 448. ipl. ow;räw^e 321. 

prösnja : nsg. 7^roÄÄw;a 501. 507 (2), aber meist y^rd^Äw/a. 
gsg. od prösJmie 506. dsg. proshnje All. 500. 597. pröslmje 157. 
483. 486. 538. asg. proshnjo 482. 521. pröshnjo 113. 157. 314. 492. 
493 [prösJmio = 501. 502). 502, und so regelmäßig na pröslmjo 71. 
73. 343 [na prösJwJa). 555. 605. skufi prösJwja 235 5), dagegen 
proslinjb 290. 360 [proshnio). 485. 531. 547. 623 [pros/into), meist 
aber jords/i??;o 20. 103. 113 (3). 149. 158. 159. 229 (prös/mid). 277. 
402. 490. 503. 505. 518 {prös/mid). Isg. proshnje 480. 485. 500. 536. 
proshnje 114. 503. pröshni 451. isg. pröshmo., proshnjö^ pröshnjo. 
npl. proshnje 485. proshnje 496. 619. j^'^^oshnje 492. 504. proshnje 
118. 337. 484. ä]^\. proshnja?n 507. pröshniam 441. apl. ^^rdsÄ^yc 



1) Einmal ^ö ^Zavo 417. 

2) na (7^aue 491. 

3) grZaue 10. 

4) no</e 611, merkwürdig iia noge 324. 

5) Vgl. auch 407 yA?<si obeh pröshnja. 



1 2 Paul Diela, 

159. 030. proshnje 478. pröshnje 118. 479. 497. Ipl. proshvjah 482. 
485 (2). 607. ipl. prösJwj'ame 337. proslmjämi 128. 

roka: nsg. röha 219. rbka 315. gsg. roke 605. asg. roÄo 63. 
176. 589. 648 (stets mit Präpositionen). r6ko 309. 350. rbko 315 (4), 
und so stets mit Präpositionen: na röka 20. na röko 74 u. ö., ««' röko^ 
u'roko, fa röko; sonst rokö 94. 167. 301. 310. roko 291. 301. 396. 
Isg. roke 431. 571, aber meist röke, röki. isg. u ro/t-o 315. s' roko 
633. ro/l-ö 116. 291. npl. röke 31 1. ro^e 316 (3), aber roke 118. 488. 
roke 336. dpi. rokam 511, sonst stets rökam. apl. ro^^e 307(4). 308(4). 
309(3). 312(4). 313. 314(2). 315(2). 348. roke 316(3), sonst stets 
roke oditr roke, z. B. 84. 90. 106. u.ö. 306(3). 307. 325.336. 359u.ö.ij 
Ipl. m' rokah 254. per rokah 518, sonst stets rökah [rokah 310). ipl. 
rokami 610, sonst stets rokämi. 

rösa:gsg. roffe 331. 430. 650. 651. rofse 651. ro/*e 652. 
rofsö 412. 650. 651. 652. isg. ro/sö 126. npl. rofse 651. 

sestra : nsg. /e/i(m 213. 2,^^. feftrb 355. \^^. feftre 29. isg. 
/e/#rd 470. npl./^yVre 215. 358. 

slüzba, sluzbä : nsg. shlüshha 223 (2). gsg. shlüshbe 393. 41 1 . 
sJilushbe 424. 636. shlüshhe 181. 425. shlüshbe 181. dsg. shlüshbe 
558. 559. shlüshbe 22. 252. 336. 394. shlüshbe 49. 426. asg. wa 
shlushbo 499, ushlusbo 468. shlüshbo bll. na shlüshbo 14. 52. 126. 
471. 565. 578- u' shlüshbo 81. 165. 173. 447, sonst shlushbo 499. 
shlüshbo 424. 504. Isg. shlüshbe 229. 493. 587. shlüshbe 450. shlüshbe 
129. isg. shlushbo 247. 

smöla : nsg. ymo/a 576. gsg./m6le217./moleb~Q. dag. smöle 
277. SiSg./mold 576. isg. fmolo 574. 577. fmolö 613. 

solza : nsg. /o/sa 401. yb/Ä« 401. npl. /o/se 538. 632, sonst 
/b/se 32. /o/se 400. 404 (2). /ö/se 280. apl. /o/se stets, ipl. /o/A»??: 
400. 403. 507. 611, sonst stets /o/Äam [folsämi 401)2), 

sova: isg. nadfovö 51. 

temä : nsg. temmä 647. 649. 651. gsg. temme 646. asg. temmö 



1) roÄe 22. 

2) Unakzentuiertes a im ipl. von so/sa findet sich, wie man sieht, stets 
nach dem langen /, mit dem es, wie der Augenschein lehrt, zu einer Druck- 
ligatur verbunden war. Offenbar handelt es sich nicht um eine Vernachlässi- 
gung der Akzentbezeichnung, sondern um eine Bequemlichkeit im Gebrauch 
der Ligatur fa, die wohl nur unakzentuiert vorhanden war. Ähnlich ist oben 
der Gegensatz von roffe und 7'ofsc, rofsö zu beurteilen. 



Studien zur slavi sehen Betonung. 13 

523. Isg. temme 19. 101 (2). temme 97. 99. 103(3). 104. 105. 107(2). 
137. 261. 522 (2). 524. 645. 649 (2). temyyie 100. apl. teiyime 106. 646. 

teta: asg. tettö 212. 

tözba: nsg. töshha 127. gsg. iöshbe 56. 576. asg. töshho 497. 
tosJibo 504. töshbu 381. isg. ^osÄid 162. 

voda : nsg. vöda^ voda. gsg. vode 528. t'öc?e 486 (2). 490, sonst 
stets vode^). dsg. vode2%\. vödel. asg. vodo, vodö^). Isg. üof/t^ 216. 
231, sonst vöde. isg. is vödo 7, sonst zJorZo, vodö. npl. «oc/e 629, sonst 
vode 249 (2). 268. 345. 449. vode 263. dpi. fof/aw 244. 345. apl. 
vode stets. Ipl. na vödali 228. ipl. is vodämi 247. 

v6jska:nsg. vojska 380. gsg. vöjske 151. 187. vojske 339. 
dsg. üoy5Ä-z562. asg. üo/äX-o 248. 329. 525. 620. 627. Isg. vöjske 151. 
vöjski TIA. isg. voj'sko 626. voj'skö 374. 375. 431. vojsko 509. vojskö 
239. npl. vöjske 478. vojskämi 329. 

vfsta : gsg. verj'te 525. verfte 343 (2). asg. wa verfto 343 (2). 
m üer/i!o 343. Isg. üer/?e 13. 335. 402. «j^r/ife 351. 

zemlja : nsg. /cw/a. gsg. yew/e stets, dsg. /eTn/e 43.yew/e 447. 
SiSg. femlo meist, aber sewz/o 32. 216. 458 3). hg. femIe,/emU stets. 
isg. 446 iC mej femlo inuneham üiÜQxpodfemlö "bTl. pod femlö 523. 

zelja: npl. shele 515. 554(2). ÄÄe7e 515(3). 516. shelje 138. 
272. 282. 304. 442. 481. shelje 354. 514(3). dpi. shelam 538. s/^e- 
lam 345. apl. sÄe/e 555. 631. shele 345. 4SI. 515. 516. 518. 552. 
>iUle 515. shele 252. 314. 493. 630. shele 138. 442. sÄeZ/e 34. 39 (2). 
113. 129. 133. 143. 150. 159. 514. 521. 555. \^\. shelah^ ipl. she- 
lämi stets. 

zena : nag. fhena. gsg. shene 7. 71. 375, sonst shene 305. 376. 
377. 398 (3). 399. 403 (2). 406. 493. 563. shene 8. 398. dsg. sheni, 
shene, aher /heni 8. asg. shenö stets, shenö 165. isg. sheno 633. 
she7iö 7. 116. 151. 279. 401. 494. npl. she7ie. dpi. shenäm 311. apl. 
shene 108. 192. Ipl. ÄÄewaÄ 259. 492. ipl. shenämi 212. 260. 288. 591. 

1) Einmal i70(7e 622. 

2) So auch po vodö 157. J30 fOf/ö 157. 

3) Dabei ist freilich zu bemerken, daß weitaus die meisten Belege für 
semlo auf präpositionale Verbindungen wie «a semlo entfallen, nur 8 auf den 
unverbundenen Akkusativ: 99. 158. 216. 232. 244. 365. 436. 559. Mit Ausnahme 
von 216. 232 steht se7)tlo hier stets in der Verbindung 7ielti inu femlo; von den 
Beispielen iüi femlö steht keines in dieser Verbindung. Dies ist im Einblick 
auf Küzmics' Betonung festzuhalten. 

4) shljlah 319. 



14 Paul Diels, 

Anhang: 

gröza : nsg. gröfa 280. 348. 

meja : Ipl. w' mejah . . . 213. 
• plöha : nsg. ^^:>/ö/za 348. 

sanja : apl. säj?ie 173. fanje 224. fajnie 606. 

sodba : nsg./ÖG?öa 58. gsg. södhe 107. o.^^. födbo Idl. fodbo 
393. 506(4). Isg.ßdbe 11. 237. fodbe 15. 

söha : \sg.fö/n 456. 

stezä: jisg.ftesa 25. 28. 

s V i n j a : asg. fvinjo 54. 

sega : nsg. s^e^a 53. asg. shego 236. Isg. sTiegi^ shege. 

Japelj - Kumerdey, Übersetzung des Nenen Testaments. 
12. 1800. n. 1786. 

deskä : Ipl. na däfkäh Acta 27, 44. 

dezela: nsg. deshela Mt 3, 5. 4, 15. deshela Mc. 1, 5. gsg. 
deshele Mt. 2, 1. 3, 1. 19, 1. Luc. 8, 37, sonst stets deshele Mc. 5, 10 
u. ö. dsg. desheli Luc. 8, 26. asg. deshelo Mt. 2, 12. 15, 34. Joh. 
12, 54. Acta 7, 3. 4, sonst meist deshelo^ aber auch deshqlo Luc. 
19, 12 V dalno deshelo. 2 Cor. 1, 16 v' Judovfko deshelo. Isg. desheli 
Mt. 2, 2. 9. 22. 4, 16. Luc. 3, 1. 21, 23. Acta 10, 39, sonst stets 
desheli Mc. 1, 28. Luc. 4, 14 u. ö. npl. deshele Acta 12, 20. apl. 
na deshele Mt. 25, 14, aber 7ia deshele Mt. 21, 33. na deshele Mc. 
12, 1. 13, 34. Ipl. deshelah Mt. 24, 7. Mc. 13, 8. Luc. 21, 21. 
Acta 8, 1. Rom. 15, 23. 2 Cor. 11, 10, aber deshelah Luc. 20, 9. 

glava : nsg. glava. gsg. glave Luc. 7, 38. 12, 7. 21, 18. Acta 
27, 34. 1 Cor. 11, 7, aber glave Col. 2, 19 . . ./e we dershy te glavq., 
od katere . . . Apocal. 10, 1 ... okuli njegöve glave, . . . asg. glava 
Mt. 8, 20. 14, 8. 26, 7. Mc. 6, 24. Joh. 13, 9. 19, 2. Acta 18, 6. 18, 
ferner na glavo Mc. 14, 3 . . . inu njemu na glavo islyla. sa glava 
Eph. 1, 22, aber glavö Mt. 6, 17. 27, 29. Mc. 6, 25. 27. 28. Luc. 
7, 46. 9, 58. 1 Cor. 11, 4. 5. Isg. glavi. isg. glavö Joh. 19, 30. 
1 Cor. 11, 4. 5. npl. glave Apocal. 9, 17. 17. 17, 9. apl. glave 
Apoc. 9, 19, aber glave Luc. 21, 28. Acta 21, 24. Apocal. 18, 19. 
Ipl. glavah Apocal. 4, 4. 9, 7. 12, 3. 13, 1. ipl. glavami Mt. 27, 39, 
aihQX glavä77ii Mc. 15, 29. 

gora: nsg. gorra. g^g. gorre Mt. 8, 1. 17, 9. Mc. 9, 8. Luc. 
4, 29. 9, 37. Acta 1, 12. 7, 30. Hebr. 12, 20. dsg. «/örn. asg. gorra 



Studien zur slaviachen Betonung. 15 

Mt. 4, 8, sowie in der Verbindung na gorro Mt. 14, 23, bemerke 
na görro Mc. 3, 13 . . . on je fhäl na görro, inu . . . Luc. G, 12. Job. 
6, 15, dagegen gorrö Mt. 5, 1. 15, 29. 17, 1. 2(5, 30. 28, 16. Mc. 
6, 46. 9, 1. 14, 26. Luc. 4, 5. 9, 28. 22, 39. Job. 6, 3. 8, 1. Apo- 
cal. 21, 10^). Isg. <7onv', vgl. aucb das adv. gori. npl. gorre Apocal. 
6, 14. 16, 20. dpi. gorram Apocal. 6, IG ... fo rekli A' gorram. 
inu . . ., aber gorram Luc. 23, 30 . . . rezhi gorram: Padite . . . 
apl. gorrc 1 Cor. 13, 2. 7ia gorre Mt. 24, 16. Mc. 13, 14. Luc. 21, 21. 
Ipl. na gor ah Mt. 18, 12 . . . 7ie pufty on te devet inu devet desqt na 
gorah, inu . . .na gorrah Mc. 5, 5 . . . inu na gorrah, inu . . ., aber po 
gorräh Hebr. 11, 38 her fo fe . . .po gorräh^ po herUgih . . . potihali. 

iglä : gsg. igle Mc. 10, 25. 

laza: nsg. lashä 1 Job. 2, 21. 27. asg. läshö Apocal. 22, 15. 

meglä : dsg. megli Hebr. 12, 18. Isg. megli 1 Cor. 13, 12. 
npl. megle 2 Petr. 2, 17. 

noga : nsg. noga. asg. nogn Mt. 4, 6. Apocal. 10, 2. isg. nogö 
Luc. 4, 11. npl. noge Acta 5, 9. Kom. 3, 15. 10, 15. Apocal. 1, 15. 
10, 1. 13, 2. 2. dpi. nogam stets, apl. na nöge Acta 14, 7. kateri ny 
7nogel na nöge inu ... 26, 16 ... inu na nöge ftöpi. Apocal. 11, 11 
. . . ftaje na nöge fpratila^ sonst stets noge. Ipl, nogah Luc. 7, 38. 

8, 35. 10, 39. Acta 22, 3. Epb. 6, 15, aber 7iogäh Job. 11, 44. 20, 12. 
ipl. nogami Mt. 7, 6. Rom. 16, 20. Apocal. 3, 9. 12, 1. 19, 10, aber 
nogämi Hebr. 12, 13. 

ovca: nsg. ovza. asg. o-czo Mt. 12, 11, aber ovzö Luc. 15, 6. 
npl. ovze stets, dpi. otzam Mt. 10, 6. 15, 24. apl. ovze stets. 

peta: asg. joe^o Job. 13, 18. 

rja : nsg. rija Mt. 6, 19. 20. 

röka: nsg. roha. gsg. rohe Mt. 8, 15. Luc. 1, 71. Acta 28, 4, 
aber rokq Job. 10, 28. 29. Acta 12, 11. Apocal. 8, 4. 10, 8. 10. 
Col. 2, 14. dsg. Ti roki 1 Cor. 12, 21. asg. roko Mc. 3, 5, sa roko 
Luc. 8, 54, sa röko prieti usw. Mt. 9, 25. Mc. 1, 31. 5, 41. 8, 23. 

9, 26. Acta 23, 19. Hebr. 8, 9. sa röko popafti Acta 28, 3. v röko 
Job. 3, 35 ... inu je njemu vfe v röko däP), sonst stets rokö. Isg. 

1) Dabei handelt es sich meist um näher bestimmte Ortsbezeichnungen 
wie na eno vifsoko gorrö, na ojlfko gorrö, so auch Mt. 28, 16 . . . 7ia gorrö, 
kayner Jim je bil Jesus rekal, nur einmal steht na gorrö, wo wir nu görro er- 
warten, Mc. 6, 46 . . . je prozh fhäl na gorrö molit. 

2) Aber bei näherer Bestimmung Gal. 3, 19 ... r^' rokö tigafr^dnika. 



16 PaulDiels, 

roki meist, röki Apocal 6, 5. isg. rokö. npl. roke Acta 20, 34. 1 Job. 
1, 1. dpi. rokäm Joh. 10, 39. apl. roke Mt. 19, 13. 27, 24. v röke 
Mt. 17, 21 imä isdän hiti ludern v' röke. Luc. 9, 44 ... isddfi hiti ■v' 
röke lud^m. Joh. 13, 3 de je ozha njemu vfe v röke däl^ . . . sa röke 
Acta 9, 8 ... 70 ga pak sa röke vJejkli, . • . ^), sonst stets rok^^). Ipl. 
rokah Mt. 4, 6. 11. Apocal. 7, 9, aber rokdh Job. 11, 44. 20, 25. 
Apocal. 20, 4. ipl. rokami meist, aber rokämi Mt. 15, 20 = Mc. 7, 5. 

sestra : nsg.feßra. gsg.Jeßre Joh. 11,1. Acta 23, 16. 2 Job. 13. 
dsg. feßri Pbilem. 2. asg. ßßro Luc. 10, 39. Job. 11, 28. Rom. 
16, 1. 15. 1 Cor. 9, 5, aber feßtrö Job. 11, 5. ni^lfeßtre Mt. 13, 56. 
Job. 11, 3, aber fe/tre Mc. 6, 3. apl./e/'^re Mt. 19, 29. 1 Tim. 5, 2, 
aherßeßtr^ Mc. 10, 29. Luc. 14, 26. 

na posodo : na pößdo Mt. 5, 42. 

soiza : apl./b/se 2 Tim. 1, 4. Apoc. 7, 17. 21, 4. ipl. /o/6a»2« 
Mc. 9, 23. Luc. 7, 38. 44. Acta 20, 19. 31. 2 Cor. 2, 4. Hebr. 5, 7. 
12, 17. 

steza: ai^\. ßtese Mt. 3, 3. ftese Mc. 1, 3. Luc. 3, 4. 

svinja : napL/^-m/e Mt. 7, 6. 8, 32. Mc. 5, 12. 13. Luc. 8, 33. 
15, 15. 16. 

tema: nsg. tämmä^). gsg. tämme^). asg. tämmö Job. 3, 19. 
Acta 2, 20. Isg. v' tämmi, po tämmi. isg. tämmö 2 Cor. 6, 1 4. Epb. 
4, 18. Jud. 6. apl. iämme Mt. 8, 12. 25, 30. tammq Mt. 22, 13. 

voda : nsg. voda gsg. vode, aber üO(/e Mc. 9, 40 . . . höpytidal 
en kosdrz vode ü' moj'im imeni, . . . Luc. 7, 44 ti nißi vode sa moje noge 
dal. Job. 5, 3 . . ■ ßo zhakali na plivkanje vode. 5, 4. 13, 5 vlye vode 
ü' medenizoj . . . Apocal. 22, 1 enpotok vode tiga shivlenja. dsg. vodi 
Acta 8, 36. asg. vodo 1 Job. 5, ^ ßkusi vodo inu kry. Apocal. 16, 12 
inu je nje vodo poßufhil, de ... v' vödo Mc. 9, 21 . Acta 8, 38, sonst 
vodö Job. 2, 9. 9. 4, 7. 11. Jac. 3, 12. 2 Petr. 3, 6. Apocal. 12, 15 5). 
Isg. v' vodi stets, isg. s' vodö stets, aucb Hebr. 10, 22 & zltißto vodö. 

1) Es heißt offenbar v' röke, wenn die Ergänzung im Dativ steht; ist sie 
genitivisch, so tritt ü' rok§ ein : Luc. 24, 7 möre v' 7'oke grpfhnih ludy isdän . . . 
hiti. Acta 28, 17 ... t;' roke tili Rimlanov isdän. Hebr. 10, 31 ... v' rok( tiga 
shiviga Bogä pafti, zweimal steht v' rok^ allerdings auch vor einem Dativ : Mt. 
26, 45 . . . bö isdän «' rok^ grfifhnikam = Mc. 14, 41. 

2) Zweimal rökr Mc. 9, 42. 10, 16. 

3) Zweimal tä7nmä Mt. 6, 23. 

4) tämme Col. 1, 13. 

5) Merkwürdig ist v' vodö Mt. 17, 14. 



Studien zur slavischea Betonung. 17 

npl. vode Mt. 7, 25. 27. Apocal. 17. 15. apl. vode Apocal. 11, 6 
16, 4. Ipl. Apoc. 17, 1 7ia veliku vodäh . . , 

vöjska: gsg. voj'f/ce Luc. 2, 13. dsg. vojfki Acta 7, 42. 1 Cor. 
14, 8. Apocal. 20, 7. asg. vojfko Mt. 22, 7. Luc. 14, 31. Apoc. 11,7. 
na vöj'fko Apocal. 9, 9. voj'fki 1 Tim. 1, IS. Hebr. 11, 39. isg. 
s' vojfko Luc. 21, 20. vojfkö Apocal. 19,19. npl. vojjke Apocal. 
19,14. apl. voj'Jke Mc. 13, 7. Jac. 4, 2. Apocal. 19, 19, aber vojfke 
Mt. 24, 6. Luc. 21, 9. Hebr. 11, 34. Jac. 4, 1. Apocal. 19, 14. 

vrsta: gsg. vcrfte Luc. 1, 8. verfte Hebr. 7, 3. asg. verftö 
Mc. 6, 40. Isg. verfti Acta 18, 23. apl. verfte Tit. 3, 9. verfte 
1 Tim. 1. 4. 

zemija : nsg. semla. gsg. semle stets i), aber semle Acta 17, 24 
Gofpöd Nebefs inu semle, . . . dsg. semli. asg. semlo, so z. T. auch 
na semlo Mt. 10, 34. 23, 35. Mc. 8, 6. 14, 35. Acta 10, 11. n semlo 
Mc. 4, 31 (6, 53). zlies semlo Jac. 5, 17. Apocal. 7, 1, meist aber 
na semlo, v' semlo-). Isg. semli^). isg. päd semlö Apoc. 5, 3. 13. 

zelja : gsg. s/iele 2 Cor. 7, 7. Phil. 3, 6. asg. shelo Phil. 4, 19. 
npl. shele Rom. 7, 5. dpi. sheldm Rom. 1, 24. 26. Tit. 2, 12. 3, 3. 
apl. shele 1 Cor. 14, 12. 2 Cor. 9, 14. Phil. 1, 8. 2, 26. 2 Petr. 2, 18, 
aber 5^e/e Job. 8, 44. 2 Cor. 7, 11. Ipl. shelah Rom. 13, 14. Eph. 
2, 3. Jak. 4, 3. 1 Petr. 4, 2. 2 Petr. 3, 3. Jud. 18. sheläh Rom. 1,27. 
Eph. 4, 22. 2 Tim. 4, 3. 1 Petr. 1, 14. Jud. 16. 

zena : nsg. sJiena^). gsg. shene meist, aber shene Mc. 10, 11. 
1 Cor. 7, 11. 27. 32. 11, 11. dsg. sheni. asg. shetio meist, aber shenö 
Mc. 10, 6. 12, 19. 19. 20. 23 sa shenö imela. Luc. 17, 32. 18, 29. 
20, 28. 28 sa shenö vseti. 29. 33 imelu sa shenö. 1 Cor. 7, 28. 11, 6 
. . . Je . . . sa shenö gerdtii de . . . 22. Apoc. 12, 15 sa shenö. isg. sheno 
Mc. 2, 5. Job. 4, 27. Acta 24, 24, aber sheyiö Acta 5, 1. npl. she7iq 
stets, dpi. shenam 1 Tim. 2, 10. shenäm Mt. 28, 5. Tit. 2, 3. apl. 
sÄewe stets, ipl. shetiami meist, aber shenämi Luc. 1, 42. 



1) Einmal spmle Acta 9, 4. 

-) Bemerkenswert Luc. 6, 49 . . . syda fvojo hifho na se^nlö bres grtinta, 
wo eine nähere Bestimmung hinzutritt. 

3) Einmal na semli Mt. 23, 9. 

4) Einmal shena 1 Cor. 7, 10. shpna 1 Tim. 5, 9. 

Archiv für slavische Philologie. XXXI. 2 



18 Paul Diels, 

Anhang: 

drüzba, druzba: nsg. drushha Phil. 2, 1. gsg. drushhe Eph. 
2, 12. 5, 11. asg. drushho. 

gröza: nsg. grosa Luc. 1, 12. 5, 9. 26. 

meja: apl. mej'e Acta 17, 26. 

mosnja: gsg. mofline Luc. 22, 35. asg. mofhno Luc. 22, 36. 
Joh. 12, 6. 13, 29. api. mofhne Luc. 10, 4. 12, 33. 

ploha: nsg.pMa Mt. 7, 25. 27. 

prösnj a : nBg.prof/mj'a Luc. 1, 13. 23, 24. npl. pro/'hnj'e Phil. 
4, 6. profhne 1 Tim. 2, 1. apl. profJme 1 Joh. 5, 15. Ipl. profhnjah. 
Eph. 6, 18. 1 Tim. 5, 5. 

rjä: nsg. rija Mt. 6, 19. 20. 

sanja: Isg. v' faj'nji Mt. 27, 19. npl. /'a/we Acta 2, 17. 

slüzba, sluzba: nsg. flushha. gsg. flushhe. dsg. flushhi. 
2i8g. flushho. \Bg. flushhi. -d^X. flushhe 1 Cor. 12, 5. 

sodba : nsg. /oc?5ö!. gäg. fodhe. dBg.fodhi. asg. fodho^). Isg. 
y■oc?5^. isg./oc?5o Mt. 7, 2. Acta 26, 6. npl./oc?5e Rom. 11, 33. Apoc. 
15, 4. apl. /oc?5e 1 Cor. 6, 4. 

sega: n&g. fhega Joh. 19, 40. asg. fhego Acta 16, 21. 28, 17. 
Isg. fhegi. sn^l. fhege Acta 6, 14. 26, 3. \^\. fhegah Acta 21, 21. 

tözba: gsg. toshhe. asg. toshho. apl. toshhe Acta 25, 7. 

vöznja : nsg. voshnja Acta 27, 9. 10. 

Küzmics' Übersetzung des Neuen Testaments. 1848. 

deca : nsg. decza. gsg. decze stets, aber dicze Gal. 4, 27 är je 
vecs dicze te opüscsene, . . . dsg. deczi. asg. deczo stets, isg. z diczöv 
Acta 21, 5. 2 deczov Gal. 4, 25. 

dekia: gsg. z dekle Gal. 4, 23, aber szin dehle Gal. 4, 30. 
asg. <?eÄZo 1 Cor. 7, 37. 

gläva : nsg. glma stets, gsg. ^Za^e Luc. 12, 7 X^'ase gläve pa 
i vszi vlaszke szo zracsünani. oher gläve Mt. 27, 67. Apocal. 10, 1. 
z gläve Luc. 21, 18. Acta 27, 34, aber glave Luc. 7, 38 z vlaszmi 
glave szvoje = 7, 44. dsg. glävi Mt. 21, 42. Coloss. 2, 19. asg. glävo 
Mc. 6, 16. 24. 25. 27. 27. 28. Luc. 9, 9, und so na glävo Mt. 5, 36. 
26, 7. 27, 29. {na glavo Mc. 14, 3), aber glavö Mt. 6, 17. 14, 8. 10, 
Mc. 15, 19. Luc. 7, 46. 9, 58. Joh. 13, 9. 19, 30. Acta 18, 18. 1 Cor. 



1) EmmsLl födbo Apoc. 18, 20. 



Studien zur sl avischen Betonung. I9 

J], 4. 5. 71), freilich auch na glavo Joh. 19, 2. Rom. 12, 20. Isg. 
(/Idvi stets, isg.fflavüv Acta 18, G. glavöv 1 Cor. 11, 4(2). api. glavc^). 
Ipl. fflavdj. ipl. glavami Mt. 27, 39. 

gora: nsg. gora. gsg. «/ore Gal. 4, 24, sonst göre. dsg. gori. 
asg. wa <7oro Mt. 5, 1, ^?a ^oro oliveczko Mt. 26, 30. Luc. 22, 39, 
aber goru Mt. 4, 8. 17, 1. Luc. 4, 5. na gor 6 Mt. 14, 23. 15, 29. 
Mc. 3, 13. Isg. gori, vgl. auch adv. gori. iipl. göre Apocal. 16, 20. 
dpi. goräm Apocal. 6, 16. apl. na göre stets. Ipl. goräj Mc. 5, 5, 
Hebr. 11, 38. 

igla : gsg. igle Mc. 10, 25. Luc. 18, 25. 

meja: apl. meje Acta 17, 26. 

mosnja: gsg. mosnye Luc. 22, 35. asg. mosnyo Luc. 22, 36. 
mosnyu Mc. 6, 8 vu mosnyo. Joh. 12, 6. Joh. 13, 29. apl. mosnye 
Mt. 10, 9 vu mosnye vase. Luc. 10, 4. 12, 33. 

nöga : nsg. nöga Mt. 18, 8. Mc. 9, 45. 1 Cor. 12, 15. asg. nogu 
Luc. 4, 11. Apocal. 10, 2. npl. noge. dpi. nogäm. apl. noge stets. 
Ipl. nogc'tj ipl. nogami. adu. dve noge Mt. 18, 8. Mc. 9, 45. 

övca : asg. ovczo Mt. 12, 11. ovczö Luc. 15, 6. npl. ovcze. dpi. 
ovczäm. apl. ovcze Joh. 2, 15, sonst stets ovcze. 

peta: asg. /»e^u Joh. 13, 18. 

rjä : nsg. erja Mt. 6, 19. 20. 

röka : nsg. röka. gsg. roka Apoc. 8, 4. röke Acta 12, 11 ... 
z ruke Herodesove. Apoc. 10, 10 ^ angelove roke., sonst stets roke. 
dsg. roke 1 Cor. 12, 21. asg. roko^)^ aber za röko pelati = ^Eiqa- 
yioyelv Acta 9, 8. 22, 11. za röko voditi Acta 13, 11 ki hi ga za 
röko vodo =^ xEiQayioyovg^). Isg. roki. isg. roköv. npl. roke. dpi. 
rokäm 2 Cor. 11, 33. apl. rohe^. Ipl. rokäj^). ipl. rokami. adu. c^^/e 
ro>?;6> Mt. 18, 8. Mc. 9, 43. 

rozga: nsg. rozga Joh. 15, 4. 6. asg. rozgo Joh. 15, 2. npl. 
rozge Joh. 15, 5. 



1) £?W«;d Mt. 8, 20. 

2) )ja ^Züüe szvoje Apocal. 18, 19, nur hier in Verbindung mit einer Prä- 
position. 

3) rökö Acta 9, 12. na röko szvojo Apoc. 14, 9. 

4) Aber prijao jo Je za rokö Mt. 9, 25. ähnl. Mc. 1, 31. 9, 27. Acta 23, 19. 
Hebr. 8, 9. 

5) vu roke lüdsztva Mc. 9, 31. na roke czemejo Luc. 4, 11. 

6) rokaj Apoc. 7, 9. 

2* 



20 Paul Diels, 

sestra : nsg. szesztra. gsg. szesztre Job. 11, 1. Acta 23, 16. 
2 Job. 13. asg. szesztro Luc. 10, 39. Job. 11, 5. 28. 1 Cor. 9, 5. 
Rom. 16, 1. 15. npl. szesztre Mt. 13, 56. Mc. 6, 3. Job. 11, 3. apl. 
szesztre Mt. 19, 29. Mc. 10, 29. Luc. 14, 26. 1 Tim. 5, 2. 

na posodo : Mt. 5, 42 na poszodo. 

sölza : apl. szkuze Apocal. 7, 17. szkuze Apocal. 21, 4. Ipl. 
szkuzäj 2 Cor. 2, 4. ipl. szkuzami. 

svinja : nsg. szvinya 2 Petr. 2, 22. apl. szvinye Mt. 7, 6. Luc. 
8, 33. 15, 15 (2). szvi?iye Mc. 5, 12. 13. 14. szvinyämi Mc. 5, 16. 

sega : nsg. sega Job. 19, 40. gsg. sege. asg. sego. 

voda : nsg. voda. gsg. vode. dsg. vodi Acta 8, 36 k niksoj vodi. 
vode Luc. 8, 25 kä i vötrom zajjomdäva i vode^ «... asg. vodö, aber 
vu vödo Luc. 16, 24 1). Isg. vodi. isg. z vodov. Job. 1, 26. Act. 1, 5, 
aber meist z vodov^ vgl. nocb Hebr. 10, 23 z csisztov vodöv. npl. vode 
Apocal. 17, 15. dpi. vodäm Apocal. 7, 17. apl. vode Apoc. 8, 10, 
dih&T vode Apoc. 16, 4. Ipl. vodäj. ipl. nad vodami Apoc. 11, 6. 

vöjska : nsg. vojszka. gsg. vojszke Luc. 2, 13. Apoc. 9, 16, 
aber od vojszke Luc. 21, 20. vojszke Acta 21,31. dsg. vojszki Acta 
7,42. asg. vojszko. isg. vojszköv Luc. 23, 11. Apoc. 19, 19. 

zemlja:nsg. zemla., aber Mt. 24, 35 neha i zemla^). gsg. 
zemle^), aber Mt. 1 1, 25 goszpod nehe ino zemle. Luc. 10, 21 goszpodne 
nebe i zemle. Acta 17, 24 . . . te nebe i zemle goszpod . . . dsg. zemli. 
asg. zemlo*), aber Acta 4, 24 nebo i zemlo = Acta 14, 15 5). jgg, 
zemli^). isg. pod zemlov Apoc. 5, 3. 13. 

zelja : Isg. zeli Rom. 1, 27. dpi. zeläm 1 Petr. 1, 14. 4, 2. apl. 
zele Tit. 2, 12. Ipl. vu zelaj Epb. 2, 3. vu zeläj Rom. 6, 12. 

zena : nsg. zena. gsg. iewe. dsg. ieni. asg. iewo. isg. zenov. 
npl. iewe. dpi. zenam Mt. 28, 5. zenäm Acta 16, 13. Pbil. 4, 3. 
1 Tim. 2, 12. apl. iene. ipl. 2 zenami Acta 1, 14. 21, 5. Apocal. 
14, 4, aber med zenämi Luc. 1, 28. 42. 



1) Dagegen i;m uo<id Mt. 17, 15. Mc. 9, 22. Acta 8, 38. 

2) Aber neba i zemla Mc. 13, 31. 21, 33. 

3) Einmal z zemle Apoc. 13, 12. 

4) na zemlo Apoc. 12, 4. Mc. 4, 26. zemlö Acta 13, 19. Apoc. 19, 2. 

5) Aber Jac. 5, 12 ni na nebo ni na zeinlo. Apoc. 14, 7 nebo i zemlo i mörje. 
21, 1 novo nebo i novo zemlo. 

6) Einmal zetnli Rom. 8, 5 vu nebt alt na ze7nU. 



Studien zur slavischen Betonung. 21 

Anhang: 

gröza: nsg. groza Mc. 1, 27. 16, 8. Luc. 5, 9. 26. 

ploha: usg. ploha Mt. 7, 25. 27. Luc. 12, 54. 

prösnja : nsg. 2^^'<^^^^y<^ Luc. 23, 24. asg. prosnyo Mc. 6, 26. 
hg. prostiyi Eph. 6, 18. Phil. 4, 6. Col. 4, 1. isg. pros?iyov 2 Cor. 
8, 4. npl. prosnye Phil. 4, 6. 1 Tim. 2, 1. 1 Joh. 5, 15. Ipl. prosnyaj 
Acta 1, 14. 1 Tim. 5, 5. 

rja: nsg. er ja Mt. 6, 19. 20. 

slüzba : nsg. szUlzba. gsg. szliizhe asg. szlüibo. Isg. szlüzhi. 

sneha: nsg. szneha Luc. 12, 53. asg. szneho Mt. 10, 35; vgl. 
Luc. 12, 53 proti szneliej szvojoj. 

södba : szödba usw. in allen Casus. 

stezä: apl. szteze Mt. 3, 3. Mc. 1, 3, Luc. 3, 4. 

troha : asg. tröJw. 

Diese Akzentiiationsweisen sind, wie man sieht, von vollstän- 
diger Konsequenz und Durchsichtigkeit weit entfernt. Einiges läßt 
sich jedoch aus ihnen erkennen. 

1. Das Betonungsschema der akzentwechselnden Feminina wie 
voda^ glaca tritt überall deutlich heraus, es braucht nicht im ein- 
zelnen nachgewiesen zu werden. Aber auch die Änderung der 
Akzentstelle, die durch den Vorantritt von Präpositionen 
im asg. apl. bewirkt wird, kommt klar zum Ausdruck, man vergleiche 

asg. pod brado^ fa brada : brado Rog. 

asg. na glävo, ob gidvo djati, zhes glävo, u glävo : glavö^ glavo 
Rog. ; na glävo : glavö Küzm. 

asg. na görro : gorrö Jap. ; 

asg. 7ia nüga, fa roko inu fa nugo : nogö^^ nogo Rog., apl. pred 
nuge : tioge^ noge Dalm.; pred nüge : noge Rog., na nöge : noge Jap. 

asg. na proshijo, sTcufi pröshnja : pröshnjd usw. Rog. 

asg. na röko^ m' röko, fa röko : rokö, roko Rog.; ü' roko, sa 
roko : rokö Jap. ; za roko pelati, voditi : rokö Küzm. ; apl. w' roke : 
roke Kast. ; v röke^ sa röke : roke Jap. ; 

asg. 7ia shhishbo, u shlusbo, na shlüshbo, u sldüshbo : shlüshbo, 
shlushbö Rog. 

asg. u vudo, po vudo, w' vodo : vodö Dalm.; «' vödo (neben 
V vodö) : vodö Jap., 

asg. na semlo : semlö Rog., na semlo, v^ semlo : semlo Jap. 



22 Paul Diels, 

Bei Japelj zeigt sich eine interessante Einschränkung dieser 
Erscheinung. Vermutlich gilt die Einschränkung nicht nur für ihn, 
aber sie läßt sich sonst nicht scharf nachweisen : Die Zurückziehung 
des Akzents ist offenbar daran gebunden, daß Präposition und No- 
men eine formelhafte Einheit bilden: na görro, sa röko 2)rieti, sa 
rö/co popa/'ti, v röko dati (mit dativ), v' 7'öhe^ na scmlo. Tritt aber 
eine nähere Bestimmung, adjectivisch, genitivisch oder sonstwie, 
zum Substantiv, so wird die Formel zerrissen und das Substantiv 
hat alsdann den gewöhnlichen Akzent auf der Endung, so : wa gorrö^ 
kamer Jim je hü Jesus rqkal^ i> rokö tiga frednika^ v' roke grefJmih 
ludy, na semlö hres grunta (s. d. Anmerkungen zu den betreffenden 
Worten). 

2. Zweifelhaft ist die Betonung der Substantiva mit dem 
Suffix -nja. Bei Japelj scheinen weder i^rosnja noch mosty'a 
{mosna ?) Akzentwechsel zu haben, wohl aber bei Rog. prosnja und 
komja (im isg.). Bei Kastelec kann wohl ein akzentwechselndes 
promja angenommen werden i). Für Küzmics (und vielleicht auch 
für Dalmatin) ergibt sich wohl die seltsame Tatsache, daß inosnja 
festen, mosnja [mosna Dalm. ?) dagegen wechselnden Akzent hat. 

3. Die zweisilbigen Feminina auf -ha sind bei Japelj und 
Küzmics jedenfalls stammbetont, vgl. druzha^ sluzha^ sodba^ tozha 
bei Japelj, sluzba und sodba bei Küzmics [szlü-ba, szodba). Bei 
Kastelec haben alle diese Worte Akzentwechsel (im gsg., asg., isg., 
apl.). Bei Rog. ist Akzent Wechsel in ziemlich gleichmäßiger Weise 
belegt für druzba^ sluzba^ tozba, nicht aber für sodba. Bei Dalm. 
^Uididruzba, sodba, tozba mit Akzentwechsel, sluzbayvcihl ohne diesen 
belegt, was aber Zufall sein kann. 

4. dezela flektiert heute wie ein zweisilbiges Wort : asg. dezelo 
statt des zu erwartenden dezelo 2). Ich gebe zu erwägen, ob dieses 
dezelo nicht in unsern Quellen erhalten ist: Dalmatin hat Endbe- 
tonung nur im gsg., nicht aber im asg. deshelo und Japelj kennt die 
Vokalqualität e (= nslov. e oder e) zwar auch für den Ipl., vor allem 



1) Obwohl der Akzent nicht auf den Endungen, sondern, merkwürdig 
genug, als Zirkumflex auf dem i steht. 

-) Zu erwarten nach na nogo usw., vgl. Skrabec, Cvetje z vertov sv. 
Franciska 13, 11 Ako ima taka beseda tri zloge, bi pricakovali " na srednjem, 
ali govori se na poslednjem, dezelo, sramotn, zivino. 



Studien zur slavischen Betonung. 23 

aber für asg. und apl., nie aber für gsg.: deshqlo^ desh{'le gegen ^^^. 
cUshele. Rog. und Küzmics haben ein ausgeglichenes Paradigma. 

5. Von den übrigen Einzelheiten ist vor allem die Betonung 
von zemlja bemerkenswert. Bei Japelj bleibt der Akzentwechsel 
z. T. ganz aus, so stets im asg. semlo — gegen vorherrschendes 
modö^ rokö, fforrö^), bei Kastelec finden wir asg. semlo 111 kir J'i 
J'tvaril semlo inu nehü^ ... 112... semlo inu nehefj'a ffvriu^ . . .'^) 
sehen also wie die Verbindung mit nehü den Akzentwechsel aufhebt. 
Dasselbe läßt sich ziemlich scharf bei Rogerius beweisen (s. dort 
die Anmerkung zur Betonung des acc. sing.) und steht offenbar im 
Zusammenhang mit der Schreibung zhnla bei Küzmics, die auch 
nur in Verbindung mit neha vorkommt 3). An der Tatsache läßt 
sich kaum zweifeln, aber eine Erklärung vermag ich einstweilen 
nicht zu geben; um eine bloße Übertragung kann es sich natürlich 
nicht handeln, da ja 7iel)il (bei Käst, und Rog.) gerade endbetont ist*) 

6. Die Feminina mit o, e in der Stammsilbe zeigen bei Küzmics 
im ganzen den zu erwartenden Akzentwechsel: gora^ gore^ gorC^ 
napl. göre, meja^ apl. meje. tiöga^ nogo^ napl. noge'^). voda^ vode, vodo, 
napl. vode, um nur die wichtigsten zu nennen. Dagegen iena und 
szeszfra schieben den Akzent zwar im gsg. auf die Endung, ferner 
auch im isg. ienov^ im dpi. zenäm^ ipl. Dagegen asg. und napl. er- 
halten keinen Akzent und scheinen also auf der Stammsilbe betont 
zu sein, dasselbe gilt offenbar von decza^ gsg. decze^ isg. dtczöv, aber 
asg. deczo. Die Erklärung kann nicht zweifelhaft sein: ze?ia und 
sestra haben im Serbokroatischen, zum Unterschiede von den meisten 
ähnlich gebildeten, festen steigenden Akzent, haben also im asg. 



^) Vgl. auch das Fehlen des Akzentwechsels im gen. (nicht im acc.) bei 
Rogerius. 

-] Aber im Modus iuv. agon,. zweimal nehü inu semlö. 

^) Bei Küzmics stimmen die Worte, wie mau bemerkt, nicht nur in der 
Schreibung, sondern auch im Geschlecht zusammen, neho ist feminin ge- 
worden. 

■*; Auch die sonstigen Anzeichen des festen Akzentes sind schwer zu 
verstehen, immerhin muß für die Betrachtung im Auge behalten werden, daß 
zemlja im Gegensatz zu allen andern Worten des Typus im Slovenischen ein 
Singulare tantum ist, seiner Bedeutung wegen, denn »Land, Zä7ider< heißt 
nicht zemlja, sondern dezela, dezele. 

5) Daß es nöga und nicht noga heißt, ist offenbar Einfluß von roka. Vgl. 
die umgekehrte Ausgleichung in oberkrain. röka statt röka. 



24 Paul Diels, 

napl. denselben Akzent wie im nsg., d. h. ursprünglichen Endsilben- 
akzent: im Slovenischen mußte der Akzent demnach von dem 
kurzen auslautenden Vokal der Endsilbe nicht nur im nsg., sondern 
auch im asg. napl. auf die Stammsilbe übergehen, während die langen 
oder zweisilbigen Endungen (gsg., isg., dpi., ipl.) ihren Akzent fest- 
hielten. Für sestra und zena gilt das gleiche wie es scheint, bei 
Dalmatin und Kastelec^). Das Material genügt jedenfalls zu dem 
Schluß, daß sich der sbkr. Unterschied der Gruppen zma zenu und 
vöda vodu auch im Slovenischen ausdrückt. 

7. Eine wohl begreifliche Verschiedenheit zwischen den Quellen 
zeigt sich in der Behandlung der a-Endungen im Plural. Es 
wird sich in der zweiten Abhandlung zeigen, daß die normale krai- 
nische Orthographie eine eigentliche Akzentuation, wenigstens auf 
der Wurzelsilbe, gar nicht angestrebt hat, daß ein betontes a in der 
Wurzelsilbe niemals eine besondere Bezeichnung erfährt. Dem ent- 
spricht es, daß die Endungen dpi. -am^ Ipl. -ah^ ipl. -ami bei Dal- 
matin und Kastelec niemals einen Akzent erhalten. Beim Dat. und 
Loc. Plur. könnte dies freilich darauf beruhen, daß die Wurzelsilbe 
betont war; Fälle, die darüber eine Entscheidung zuließen, kommen 
nicht vor. Im Instr. Plur. aber besteht diese Möglichkeit nicht, der 
Endsilbenakzent wird hier also tatsächlich nicht bezeichnet 2). Japelj 
bezeichnet den Endsilbenakzent in allen drei Casus, jedoch mit un- 
gewöhnlicher Inkonsequenz. Rogerius steht auch hier abseits, im 
Dat. und Loc. Plur. hat er offenbar die Wurzelsilbe betont, im Instr. 
Plur. bezeichnet er dagegen ziemlich konsequent Betonung der End- 
silbe -ämi -Cime. 

2. Zur Geschichte der Vokalquantität im Slovenischen. 

Prinzipiell bezeichnet ein Teil unsrer Quellen, wie wir sahen, 
jede betonte Endung; auch «-Vokale (nsg., dat. instr. loc. plur., 
ferner gsg. der akzentwechselnden Masculina) werden gelegentlich 



1) Man vergleiche übrigens das Schwanken zwischen npl. zene und zene 
bei F. S. Metelko, Lehrgebäude der Slowenischen Sprache im Königreiche 
Illyrien. 1825. 

2) Dabei ist allerdings auffällig, daß das betonte -2 als Endung des gsg. 
masc. bei Dalm. gar nicht selten bezeichnet wird: moshd, ßrahu, fvitä usw. 
Ich weiß dies nicht zu erklären. 



Studien zur slavischen Betonung. 25 

mit dem Akzent versehen. Es scheinen hier also wirkliche Akzent- 
zeichen vorzuliegen, zum Ausdruck der Akzentlage. Die Stamm- 
silbe gilt bei den zweisilbigen Feminina im allgemeinen als betont 
und Abweichungen von dieser allgemeinen Regel werden be- 
zeichnet. 

Anders bei den Stammsilben: wo eine solche ein diakritisches 
Zeichen erhält, darf man zwar meist auf ihre Betontheit schließen, 
das Zeichen ist aber an sich kein Tonzeichen uud im allgemeinen 
auch kein Quantitätszeichen, sondern ganz offenbar ein Qualitäts- 
zeichen. Dies darf man wenigstens für die krainische Akzentuation 
als Haupttypus erschließen: Dalmatin, Kastelec und Japelj ver- 
treten ihn: in diesen Quellen wird ein a, w, i in der Stammsilbe 
zweisilbiger Feminina so gut wie nie akzentuiert, wohl aber o und 
e. Darin zeigt sich eine der Grundtatsachen des krainischen Vo- 
kalismus, die qualitative Einheitlichkeit von a, /, u^ die Mehrdeutig- 
keit von o, e 1). 

So haben wir e {= e Skrabec) in heseda: Dalm. hefseda'^). 
Käst heffedo (asg.) 31. heffede (apl.) 30. ä' heffeido 96. 140. Jap. 
befseda; cena: Ja,^. zena', cesta :Dsi\m. zefta. Kast. na ceifti. 
Jap. zefta\ 6eda : Dalm. zhreda Mc. 5 (2). Luc. 2. 1 Cor. 9, aber 
im AT auch zhreda. Jap. zheda. decla : Dalm. dezhla, dejzhla 
1 Cor. 7 (3). Kast. dezhla 38. dckla : Dalm. dekla. Jap. dekla. 
nedelja'. Dalm. na eno nedelo Apocal. 1. Kast. nedela\ pre- 
greha: T>iüm. pregreha. Kast. pregreha. Ja^. pregreha] ke ha 
>Kerker« : Dalm. keha, keha; mrena »Häutchen« : Dalm. mreno 
Lev. 21; mreza : Dalm. mresha. Jap. mresJia. pleva : Dadm.pleve 
Mt. 3. pleve Luc. 3. Jai^.pleve; reka: Dalm. reÄ-a Apocal., aber 
rejke Joh. 8, im AT auch 7'eka. Jap. reka. ohreza »Beschneiduug« : 
Dalm. ohresa^ ohrejsa. Jap. ohresa. senca :T)di\.m.. fenza. Kast. 
fenza. Ja,^. f^nza. skleda : Dalm. fkleda Mt. 14 (2). 23. 26. Mc. 6. 
v\fkledi Mc. 14. ia,^. fklqda\ sreda »Mitte« : DaXm.. fr eda, auch 
freda^ selten frejda. Jaip. fr^da; sreda »Mittwoch'' : Ka&t fr eida, 
freda\ stena : T)a\m. ftena Acta 23. Jap. ftena. streha : Dalm. 



1) Für eine kurze Darstellung dieser Vokalverhältnisse s. Skrabec, Cvetje 
z vertov svetiga Franciska 12,8 Dolgi samoglasniki so ali stanovitni, t.j.skozi 
celo dolzino enaki: d, i, ü, ali prehodni, ki se v izrekovanju prelivajo iz enega 
V drugi glas, e iz i y e, 6 iz u v o, </ iz e v i, o iz o v u, .e iz e v a. .o iz o v a. 

2j Daneben strichweise auch befseda, vor allem in der Apostelgeschichte. 



26 Piuil Diels, 

l'tri'ha. J&i).J'(rc//a; svedaiKast/vez/ia^/veiz/ia; ^jo^reia: Dalm, 
potreba, potreba, Kast. poireba ] vej'a: Dalm. veja Mi 13. 21. Mc. 
4. 11. Luc. 13. Jap. voj'a; nevcsfa: Dalm. nevefta. Käst, nevefta. 
Jap. nevefta\ zvezda: Dalm. sväsda, svej'sda Acta 27. Apocal. 8. 
Jap. svesda. zleza : Dalm. shiesa. 

q (= e ykrabec) m jc6a »Kerker« : Dalm. je^/^a. Kast.yec//a. 
Jap. y<?5:/<'a ; Jeza\ Jap. /ca«; k'epa: Jap. /i:e/?a Eom. 9, 21. lega: 
Jap. /(?^a Rom. 9, 10: nadle ga : Jap. nadlega. mera : Dalm. mera^ 
vgl. aber Lev. 19 s" tnero. Käst, wzcro 40. Jap. wer«; mqta: Dalm. 
meto Mt. 23, Luc. 11 ; presa : Dalm. pre /'ha. Ja^.jJref/ia', prisega : 
Dalm. prißega. Jap. perj'qga ; sreöa : Dalm. J'rezha ; ^eca : Jap. 
tesha\ Vera: Dalm. vera., nevera'^). Käst, vera, neovera. Jap. vera^ 
nevqra\ zaveza, zveza : Dalm. savesa, svesa. Käst, sawesa. Jap. 
savesa, svesa. zeja : Dalm. sheja 1 Cor. 4. 2 Cor. 11. Jap. sheja. 

e^) in dezela : Dalm. deshclaj desheli. Jap. deshela., desheli. 
sestra : Dalm. J'eßra. KuBt. /'e/'tra. Jap. /e/'^ra, feßri. sega: 
Dalm. ßiega, J'/iegi. Ja^). J'/iegi. ^e^« : Dalm. Jap. ^e^a Luc. 1, 36. 
zemlja : Dalm. semla^i semli. Käst. se7nla^ semli. Jap. semla, semli. 
zelja : Dalm. Jac. 1 sliejla. iewa : Dalm. shena^), slieni., Käst. 
shena. Jap. s/ie?ia^), sheni. 

(j [=6 Skrabec) in/>o^ora: Dalm. Käst. /^oÄ-wra. Jap. ^o^ora; 
nadlqga : Dalm. Käst, nadluga. Jap. nadlöga; sola : Dalm. ßiula; 
povodnj'a: Dalm. Luc. Q povudnj'a. 

{:= 6 Ökrabec) in pod^ba : Käst, podobi 148. Jap. pod6ba\ 
gifba : Dalm. goba, gäbe. Jap. goba, gäbe; h^ta : Jap. közha; kgza : 
Dalm. koslia Hebr. 11. Jap. k6sha\ kro7ia: Dalm. Käst, krona. 
Jap. kröna; zaloga: Jap. Äa/o^a; 7?2p/i;a »Mehl« : Jap. möka\ zm?)ta\ 
Dalm. Käst, smota. Jap. sfnöta; p^ta: Dalm. Mc. b pota. sob^ia : 
Dalm.fobbota. 'Ka.st. fabbota. Ja,p. fabböta; posodaiDalm.poßoda. 
Jap. poßöda; sk^da : Dalm. fhkoda. Jap. fJiköda] t^da : Dalm. 
tozha. Jap. tözha. v^lja: Dalm. vola. Käst. vola^). Jap. vola. 



1; Sehr selten vera und, soviel ich sehe, nicht im Text: vera Mt. 7 Anm., 
rere ebda, vero Joh. 8 Marginalnote. 

-, Das sekundär betonte, breite e aus altem <•. 

3) shcna Mt. 26. 

*) shthia 1 Cor. 7, 10. s/if»« 1 Tim. 5, 9. 

») Im d. 1. sg. zweimal wmo^j 102. 147 neben voli. 



Studien zur slavischen Betonung. 27 

0^) in (/öra: Dalm. Jap. gorra^ gorri. Käst. gorri\ gröza: 
Dalm. Jap. grosa\ noga : Dalm. Jap. 7ioga; övca : Dalm. ouza. Jap. 
ovza: plö/ui: JsL^. ploha: prösnja: Dalm. idi^. pro/hnja] röka: 
Dalm. roka^ roki. Käst. roka. Jap. 7'oka^ roki\ vöda : Dalm. Jap. 
voda^ vodi. Kast. voda: vojska: Dalm. voj'fka. Käst, voiska. Jap. 
vojfki\ vöznja: Dalm. Jap. voshnja. 

Das Ergebnis läßt sich mit wenigen Worten ziehen: die sich 
verengenden Laute e, g werden stets bezeichnet, sei es durch einen 
andern Laut oder eine Lautverbindung, g durch u^ e durch e^, ej\ sei 
es durch einen Akzent : 6 (Japelj), e (Dalm.), sei es durch ein be- 
sonderes Zeichen : e (Japelj). Die beiden Laute 0, e^ hervorgegangen 
aus den sekundär betonten Kürzen, werden nie bezeichnet. Die 
sich erweiternden Laute 0, ^ werden bei Dalm. und Kast. ebenfalls 
nicht bezeichnet, wohl aber bei Japelj, wo sie in der Schreibung 
mit e, g zusammenfallen. 

Betonte «, z', u werden in diesen Quellen fast nie bezeichnet: 
i einmal in visho Kast. Brat. 63 2), a m frage Jap. Luc. 22, 44 und 
zweimal in dreisilbigen Worten, wo das Zeichen vielleicht wirklich 
die Akzentlage angeben soll: priftäve Jap. Mc. 15, 21^)^ naväda 
Jap. Joh. 18, 394), u in rüto (isg.) Jap. Joh. 11, 44 s), uro (asg.) 
Dalm. Mt. 8 ^). Wirklich auffällig ist nur die vorherrschende Schrei- 
bung süknja bei Japelj: /^^^^^;"a Joh. 19, 23. füknjo Mt. 24, 18. 27, 
35. Luc. 22, 36. Joh. 19, 23. 1A: fuknj'o kt. 5, 40. Luc. 6, 29. 
Jud. 23. \s^. füknjo Joh. 21, 7. Si^\. fuknj'e Acta 9, 39. 14, 13. 
üdiVi. füknj'e Mt. 10, 10. Mc. 6, 9. Luc. 3, \\:J'uknje Luc. 9, 3. 

Gegenüber der Masse der nichtakzentuierten a, ^, u kommen 
diese wenigen Fälle nicht in Betracht. Es bleibt bei dem Ergebnis : 
in den Stammsilben zweisilbiger Feminina bezeichnet die normale 
krainische Orthographie nur Unterschiede der Qualität. Der Schluß, 
daß Unterschiede der Quantität früher so wenig wie heute bestanden 
hätten, wäre sehr übereilt, wie die Analogie der griechischen Schrift- 
geschichte zeigt. 



1) Sekundär betontes breites aus altem 0. 

2) Dagegen visha 62. 95. 137. vjslta 144. 

3j KhQT prißava Jap. Mt. 22, 5. Luc 14, 18. Acta 28, 7. 

*) Aber meist navuda. 

5) Aber ruto (asg.) Joh. 20, 7. nde Acta 104, 12. 

6] Sonst stets uro. 



28 Paul Diels, 

Diese Abschweifung mit ihrem rein negativen Ergebnis war 
nötig, um das abweichende Verhalten anderer Texte richtig einzu- 
schätzen. 

Daß Ktizmics' Orthographie die alten Längen und Kürzen 
folgerichtig unterscheidet, wundert uns nicht, da es mit der lebenden 
Sprache tibereinstimmt: er schreibt haha, czeszta Mt. 7, 13. 1 Cor. 
12, 31. goha »Aussatz« Mt. 8, 3. Mc. 1, 42. /n'za^), j'ama. hacsa. 
kapla: npl. kaple Luc. 22, 44. o klado Acta 16, 24. kniga'^). kurva. 
mera^]. moka »Marter«, mreia. nywa. passa »Weide« Job. 10, 9. 
pena »Schaum« Luc. 9, 39. pleve Mt. 3, 12. Luc. 3, 17. ftieza. rama 
Luc. 1, 51, Acta 13, 17. rana Luc. 10, 34. riha. szapa Acta 17, 25. 
szila. szlina Joh. 9, 6. siha »Eute^). skoda. tocsa »Hagel«, vera, 

dagegen härka = sbkr. harka. czena = sbkr. cijena. csreda = 
sbkr. creda »Reihe«, dika^). giäva. liräna. hväla. /a(/;a = sbkr. lada. 
pläcsa Luc. 3, 14 z vasov pläcsov. prävda. röka. szreda = sbkr. 
arijeda. ss^raia = sbkr. straza. szvecsa = sbkr. svijeca. träva. zitna. 
zvezda. zeja == sbkr. z'eda. zläjhta = sbkr. zlähta. 



Bemerkenswerter ist, daß auch Rogerius, ein krainischer 
Schriftsteller, die Quantitäten zu unterscheiden scheint. Er schreibt: 
baho (asg.) 50. \^\.is ...britvami'^IA. zefta 25. 27. 28. 33. 104. 105. 
106. 251. 252. 310. 402, aber zi^Jta 347. 348. 458. gsg. te gryve 
»Mähne« 346 = sbkr. grwa. hiska. iskra. jatna 165. 292. 518. kapla 
32. 233. 263 (2). 271. 331. 430. asg. muJio 84. nyva 446 (2). 535. 
pasha 542, 544. tyza. rana stets, riha. fyla. skrwja^\. 599. slyna 
101. 539. 620. sUha 82. 125. 260. 278. 283. 332. 333 (2). 446. 484. 
574. 577. 586. 588. 611. 650, aber shiho (asg.) 334(2). 483. urra. 
npl. vrane 566. apl. shile 527. shilami 278. 324. 586, 

dagegen: na . . . hräno 167. zheda, zheda. düsha, dusha. gläva^ 
glava. hväla [hvala], möka »Mehl« 232. 428 (2). 535. pUzka 36. 37. 
420. prizha, prizha. röka^röki. släne 99. 332. /wa^a, nafnäga.freda. 



1) Aber dsg. Uii Mt. 7, 25. 

2) Aber Ipl. vu knigaj Gal. 3, 10 : Imigaj Mc. 12, 26. Lue. 3, 4. 20, 42. 
Acta 1, 20. 

3) Aber isg. merov Luc. 6, 38 : merov Mc. 4, 24. 
*) Aber isg. szilov Acta 24, 7. szilov Acta 5, 26. 
5) Aber isg. sibov Apoc. 2, 27: sibov 1 Cor. 4, 21. 
fi) Aber dika Mt. 6, 13. vu diki 16, 27. Mc. 8, 38. 



Studien zur slavischen Betonuug. 29 

na f Uno 219. shüshe 334. shüsho 430, aber ./ws/zo 332. fvejzha, 
fcejzha, fvezha. slieja^ sheja 257. sheja 137. 151. 574. 588. 622. 

Hier geht freilich, wie zugegeben werden muß, die Rechnung 
nicht auf. Gar nicht selten finden wir einen Akzent auch auf Worten 
mit alter Kürze ^) : heßeda. buque, hüque. nedela. Jcäzha, kazha 
(gegen Küzmics). küga fast immer, famera = sbkr. zämjera. nevej- 
sta, nevesta = sbkr. nevjesta. fpräva. ?ia mma 620. 621. narämali 
514: na ramo 564 (gegen Küzmics). fkäla »Fels« fast immer, släva 
547: slava 355. 547. frezha^ ^oitoji. frezha. gsg. ffrehe (5ib: ftrehi 
615. ftrelie 638. fühij'a, fuknj'a. tözhe 93. 332. rjera^ vjera"^) 

Vor allem sind die Umstellungsgruppen ra, la usw. von der 
Regel ausgenommen 3). Es heißt dläka 442 (2) = sbkr. dlaka, asg. 
to hlädo 85. m' hlädo 85 = sbkr. klada. mläke 259 (2). apl. mreshe 
347. apl. pUve 442 (2). Ipl. pUvah 442 = sbkr. plfha. asg. slämo 
442 (2)*). 

Die Behandlung der alten Kürzen bedarf für Rogerius jeden- 
falls noch genauerer Untersuchung, einen Zufall halte ich aber für 
ausgeschlossen, so wenig sich die Tatsachen bis jetzt in eine feste 
Regel fügen. 

11. Zur Entstehung der cechischen Yokalquantität. 

Von den beiden hier vereinigten Untersuchungen will die erste 
auf Grund dialektischer Erscheinungen das Fortleben der alten, im 



1) Seltener die umgekehrte Abweichung : ftrcfZa ist dreimal ohne Akzent 
überliefert, ebenso %iet^ f au a, fyma, fhima = zima. luna ist wohl als Fremd- 
wort aufgefaßt und daher unakzentuiert, dafür spricht auch die lateinische 
Schreibung der Endung in gsg lu7ice 447. 650. 651. 652. Das Serbokroatische 
scheint lüna zu betonen, vgl. J. Krizanics FpaMaiHiHO usKasanje (Bodjanskijs 
Ausgabe) s. 154 ^yna. mhcgu. 

2) Diese beiden Schreibungen wechseln, doch so, daß vjera, von S. 153 ab 
etwa, stark überwiegt, ganz selten vjera 590 (2). 615, vejra 103 (2). 104. vejra 
103, aber meist navejra. 

3) Darnach müßte vrane eine zufällige Schreibung für vräae sein, was 
wohl möglich ist. 

*) Daß bei der Längung alter Kürzen die ^or^Grnppe eine besondere 
Stellung einnimmt, zeigt der böhm. Dialekt von Polnicka (s. u.), wo kräva^ 
2näca, släma herrschen gegenüber rana usw., aber freilich auch blato, prah, 
vrana, zdrav, hresa. 



30 Paul Diels, 

Serbokroatischen greifbaren, Vokalkürze für da8 Cechische er- 
weisen. Die zweite sucht die Bedingungen zu ermitteln, unter denen 
ein serbokroatisch langer Vokal im Cechischen durch eine Kürze 
vertreten ist. Der gemeinsame Zweck beider Abhandlungen ist, die 
cechische Quantitäten Verteilung als mit der südslavischen im Grunde 
wesensgleich zu erweisen. 

1. Eine dialektische Abweichung von der schriftsprachlichen 
Verteilung der Quantitäten. 

Es handelt sich hier um den Dialekt des oberen Ostravica- 
thals in Österr.- Schlesien (Teschen), einen cechisch-polnischen 
Grenzdialekt, den Jan Loris ^) beschrieben hat. Die Akzentlage ent- 
spricht dem polnischen, eigentliche Quantitätsunterschiede kennt 
der Dialekt nicht, doch haben sich die Spuren eines solchen Unter- 
schiedes in der Gestalt von Qualitätsunterschieden erhalten: langes 
e ist durch ?, langes a durch o vertreten 2). Die letztere Eigentüm- 
lichkeit ist ein hervorragendes Charakteristikum des Dialekts (s. 5): 
sie soll den Gegenstand unserer Untersuchung bilden 3). 



1) Rozbor podreci hornoostravskeho ve SIezsku napsal Jan Loris. 1899 
(Rozpravy C. Ak. CIsare Fr. J. Tfida III. Rocnik VII. Cislo 1). In Betracht 
kommen der grammat. Abriß s. 7 — 69, das Wörterbuch s. 70 — 81, die Dialekt- 
proben 8. 83 — 89. Ich zitiere die Belege nach den Seitenzahlen. 

2) Vor Nasalen erscheint dafür m, ebenso wie für altes o. Für die relative 
Chronologie der Erscheinungen folgt daraus gar nichts, denn die vielfach be- 
obachtete Verdumpfung des langen ä pflegt vor Nasalen überhaupt weiterzu- 
gehen, als vor anderen Konsonanten, vgl. das Neupersische und über die 
deutschen Dialekte z. B. Mankel, Die Mundart des Münsterthaies s. 8. Kauf- 
mann, Gesch. d. schwäb. Mundart § 61. Die Entwicklung kann also ebenso- 
wohl äw ;> ön >• ün ^ ün wie an '^ ön^ 6n^ ihi gewesen sein. 

3) Eine Reihe von Worten lasse ich fort, weil sie für grammat. Unter- 
suchungen nicht verwendbar, etymologisch dunkel, oder auch nicht ausrei- 
chend erklärt sind. Dahin gehören, abgesehen von den jüngeren Fremdwör- 
tern und den Eigennamen, folgende Einzelworte: ha(/o 10. cmnpulaM. caprok 
71. copkaih. halabacky 8S. harcec, harcim, zharcec =■ vrceti [o psovi) 59.72. 
harkac 61. 72. hartusic = rdousiti 24. Moskac = laskati oder zu hladüi 24. 
hnot, hnotek = spalek, hnotun (val. näton) = spalek 72. chalkac zu chlächoliti 
27. 32. -ehrunac 61. jargac 32. karadajka = reznicky vüz 73. kasunka 34. 
krasula^\. lantasZQ. 14. marovtiaZi. marusac = reptatil5. miacek 19. '6ö. 
miacka 3.5. narcec = miioukati Ih. pac, packa = ruka 76. p^antac 17. 65. po- 
cerky : rüzenec se modli na pocerkach 8. 76. patok 10. piacek 19. 35. ranno 47. 



Studien zur slavischen Betonung. 31 

Die zahlreichen Abweiehiingeu von der schriftsprachlichen 
Quantität hat Loris s. 7 ff. für den «-Laut zusammengestellt. Zur 
völligen Klarstellung war es aber unerläßlich, nicht nur die Ab- 
weichungen zu kennen: ich stelle also im Folgenden alles zusammen, 
was sich über die Vertretung des a-Lautes aus Loris's gesamter Dar- 
stellung ersehen läßt. Hinter jeder Wortgruppe gebe ich die süd- 
slavischen Entsprechungen an. 

Vorauszuschicken ist, daß sich die Verteilung von anlautendem 
ra- : ro-^ la- : lo- in den Gruppen ort und olt nach der bekannten, 
für alle westslavischen Sprachen gültigen, Regel bestimmt; sbkr. 
rä, lii ist durch ro, lo : ra, lä durch ra, la vertreten. Es heißt also 
ramyno 45. npl. lahuce 87, aber iodz 85. iodziÖka 84. iokec 40. 45. 
76. iuni 88. lunsJcy 18. 22. 35. zarovno 69 (als adv.). rovna 34. 
rovyn 83. rovestiica 36. rostu usw. roz- stets, roha 46. 49 u. ö. ro- 
bota 85. 86. rohuju 66. rohic, zrohic i). 

Ich lasse nun die für unsere Untersuchung in Betracht kom- 
menden Worte einzeln folgen, geordnet nach der schriftsprachlichen 
Lautgestalt-). 

A. Einzelne Worte. 

a »und« : ostr. a 83 u. ö. = sbkr. a (enklitisch). 
aby : ostr. ahych^ ahys^ ahy 83 u. ö. 
aj als Interjektion : ostr. aj\ ajl 85 = sbkr. slov. äj. 
ostr. aj als Verstärkung von ^ : aj i jest düraznejsi nez 
pouhe i 70. 



rac, ratka = ratice 19. 44. 77. sakulincko 69. vysmalovac se = vysmrkac se 66. 
80. prestranny 19. strapac ^&. sarpan 34. sarpac = säpati 18. sastac, sascic = 
slehati, svihati 79. skarhoi 34. skarpa 22. skranec 59. 79. spar 83. tanecnik 18. 
potarancic 52. 77. poiapkac^ pocapkovac = slahe potepdvati 76. vantuch 36. 
gsg. zi-aku ^8. ujodio 10. Außerdem eine Eeihe von Worten mit g: gajdos, 
gazdos, gamlac usw. 

1) Beim Substantiv rah, roh ergeben sich hier bekanntlich gewisse 
Schwierigkeiten für die Regel. Dagegen scheint das Verbum >arbeiten«, das 
mit dem Substantiv in der Bedeutung nicht besonders eng verbunden ist, die 
regelrechte Vertretung in allen Sprachen zu haben: sbkr. räbiti, rahlm >fröh- 
nen< = c. robiti, niedersorb. rohis (Mucke S. 34J. poln. robic, r. pööuTi,, klr. 
poöüTH {Zelechovskij\ 

2) Dabei hebe ich die ostr. Worte durch kursiven Druck von den schrift- 
sprachlichen und südslavischen usw. ab, die Fälle von o außerdem durch 
Sperrdiiick. 



32 Paul Diels, 

ale »aber« : ostr. ah 83 u. ö. = sbkr. äli, slov. ali. 

audel : ostr. anei 23. 70. npl. aiiele 38. vanelija, vanelik 11 = 
sbkr. ändeo (aus änideo) ohne Akzentwechsel, slov. angel. 

aui : ostr. ani 84. 87. 88. 89 = slov. äni. 

aspon : ostr. aspun 88. 

at' : ostr. ac 84. 

az : ostr. az 84. 84. 85. 87. 89. 

ha : ostr. ha 88 = sbkr. ba, interj. uzvik u cudu i potvrdivanu 
(Ak. Wb.). 

baba, bäba : ostr. haba, neni rozdilu mezi : bäba a baba 70, 
hahicula = porodni baba 34, babka = vdanä zena drobne postavy 
70, hahusa (krava) 36 = sbkr. bäba ohne Akzentwechsel (gpl. bäbä), 
bäbica »vetula, obstetrix«, bäpka (Ak.Wb.). 

baca m. »Senner« : ostr. baöa 43 (Paradigma), vsg. hado 13 = 
skr. bäc, gen. baca. 

bahno »Sumpf« : ostr. bah^nina = trAya. bahenni 70. 

bachor »Wanst« : ostr. bachoro n. 33. 

ostr. baj\ bajc, bajcic = ano, trebas, wo baj ni »freilich 
nicht« 12. 13. 68. 70. 85. 87. 88. ist eine Verstärkung von ba, dazu 
bajtek = prijmi cloveka, jenz casto rikal baj\ bajc 70. 

balvan m. : ostr. balvan = kotouc dymu 70 = sbkr. bälvan m. 
»idolum, trabs« ohne Akzentwechsel (gpl. bälvänä), bolvan »ido- 
lum«, slov. balvan m. »Götze, Balken«. 

bäne f. : ostr. baiia = bäne, pohlavek 70 = sbkr. bäiia f. »bal- 
neum«. 

bäti se : ostr. boßm se, inf. boc, impt. buj bujce se, part. boi 
(=88), boia 59 = sbkr. böjim se usw., inf. böjati, impt. böj se, 
böjte se, aor. böj ah bqjä böjä usw., part. bojao, -äla, älo. 

baviti : ostr. zbavic se = zdrzeti se, obmeskati se 8 1 , 3 sg. präs. 
i'e . . . zbavi 85 = sbkr. bäviti se usw., slov. izbäviti, -bävim. 

bavlna : ostr. bav^lna 1 6. 

heran : ostr. barun 14, 34, mit a in den übrigen Casus 37, npl. 
harani 38, gpl. truch baranuv 39, baroseh 32. 

bläna : ostr. biana 8. 

bläto : ostr. biato = sbkr. bläto. 

bläzen m. : ostr. biozyn 16, vgl. sbkr. bläzan, bläzna adj. 
»adulatorius, stultus«, slov. bläzen, -zna m. »der Irrsinnige«. 



Studien zur slavischen Betonung. 33 

bniti : ostr. hrac 52. 65, zehrac 25. 88, part. bi-oi hrala 65, 
nahrol 39, pohrali A^^ se vyhroi 87, ke zehroi 84. part. pass. 
hramj 65. subst. Irani 65 = sbkr. bräti, obrati, aor. brah brfi brä 
brasmo usw., sabrab, sabrä, säbrä, ödabrä. part. brao brala brälo, 
nabrao näbräla, ödabrao, odabräla ; part. pass. brän bräna bräno, 
obrän obräna, subst. branje. 

bnina f.: ostr. hrana 8.42, gpl. hriin 42 = sbkr. bräna mit festem 
Akzent »defensio, moles, occa«?, r. öopomi (wie rojioBu] »Egge«. 

bratr : ostr. brater oder brat 15. 38, gsg. bratra oder brata 15. 
brata 46, nompl. bratri, bratrove^ braSo 38. 43. 68, gpl. bratruv 22, 
braterskylh. braterstvo 15 = sbkr. brät ohne Akzentwechsel, nompl. 
braca (coli.), brätski adj. »fraternus«, brätstvo. 

cpäti : ostr. cjmc, praes. rpu cpes . . . cpaju^ impt. cpoj 61. 

carodejnice : ostr. carodijnica 20, vgl. sbkr. cär f. »incantatio« 
ohne Akzentwechsel, cärati eäräm »hexen« , carobija = carolije 
»Hexereien«, vgl. bes. earodjej m. »incantator« (16 Jh., Ak.Wb.], 
slov. carodej, -deja, carodejka, carodejen. 

cas : ostr. isg. dasym 88 = sbkr. cas. 

cäst f.: ostr. ca.sc = sbkr. cest f. »pars, sors« Isg. cesti, gpl. 
cesti, dilpl. cestima. 

cekati : ostr. dekac 9, aber cakac = sladok = cumil pri svatbe, 
ktery ceka na koläc 9. 71, dakacka 35. 80, -dkac, praes. dodkum, 
-kos usw. 61, impt. potkej 11, (/o(5Ä-e;' neben doökoj 11. 61 , ^0- 
ökejce 61 = sbkr. cekati, docekati, cekäc, gen. cekäca »exspectans« 
(Ak. Wb.). 

-citi : ostr. -60c oder 6nuc 56. naioc 10. 75. part. -6ol -6ala 
56. zadaio 83. part. pass. -daty 56, zodotek 88 = sbkr. pöceti, 
aor. poceh pöce pbce pöcesmo usw. zapoceh, zapoce, zapöcesmo, 
part. pöceo pbcela pöcelo, zäpoceo zäpocela, part. pass. näcet, nä- 
ceta näceto, zäpocet, zapoceta, -0, slov. zac^tek. 

cmärati : ostr. cmarac^ imarykovac 32. 

dabei : ostr. diabol neben dzabei, djabel 14. 20 = sbkr. davö, 
dävola. 

dilti : ostr. dac 52. 67. prendac., vyndac, stiidac 19. zanedac = 
nedopustiti 81, praes. dum 66. 83. 85, dos 66. 83, do 66. 83. 86, 
hedo 86, me se zdo^ ze . . . 74, dume^ doce, daj'u 66, impt. doj 
neben dej 11. 66, doj 53. 67. 84. 84. 87, zanedoj 67, dej mi . . . 
72. 83, dej mu 87, dejz to Pambu 85 (3), doj'me : dejme 66, dojce : 

Archiv für slavisclie Philologie. XXXI. 3 



34 Paul Diels, 

dejce 66, dojce 53, dejce 87(2), part. dol 49. 53. 84. 87. 87, nazdol 
53. nenazdoi 84, daia 67. 84. SA, podala 84, daio 87, c^aZe 84 (2), 
dany, vi/dany neben vydaty 67, podany = podobny 76. predoj gsg. 
predaja 8. 9. 39. pHdajny 9. c?aw f. 44. zoldanek = zävdanek 22. 
darmo 86 (2), zdarma 85. iiepodara = nezdarenec 33. 75, iiezdara 
36. zdarny 9. part. darovol 87 (2), podarunek 12. 34. praes. dovum 
71. 83 (3), j9rec?oüoce 71, impt. dovoj'SQ, i^art podovoi Si. od- 
dox>ka = odvod k vojsku 75 = sbkr. däti : praes. dam das da dämo 
däte dädü (prödäm usw.), impt. däj däjmo däjte, aor. däh da da 
däsmo usw., part. däo dala dälo (prbdao, -däla rasprodao), part. 
pass. dän däna däno oder dät data (prbdät prbdäta, rasprodät), da- 
rovati, praes. darujem, dävati, dävämusw., slov.davati,-vam,-vljem, 
dän, dani f. »Tribut«, darovati, üjem. 

däle »ferner, weiter« : ostr. dale 87. 88. daleko 68. 83. 84. 85 (2) 
= sbkr. daleko comp, dälje. 

däsen f. : ostr. dzosno (neutrum) 10. 20. 43 = sbkr. nom. acc. 
voe. desni, g. desni (die andern Casus haben den Akzent des. gen.) 
= desna f., sIoy. dläsna, dlesna f. 

datel »Specht« : ostr. dzacel 10. 20. 71 = sbkr. djetao, djetla 
(so im Ak. Wb.). 

dävny ; ostr. davtio 46. 68 : dovne 13. 46. 68. 85 (3), nedovne 
13. 46. 68 = sbkr. dävno »diu«, dävan, davna, dävni usw. »priscus«, 
slov. davno adv. 

dbati : ostr. iiedbanlivy 19. 

diti : ostr. -dzoc 65 {odzoc, odedzoc, zedzoc), odzoc 10. 75, 
oc?e(;?ioc= svleci 75. ;2ec/ioc = svleci 81, zazdzoc 10, ^art.odzol 
7. 65. odzoia 7. 65. 87, part. pass. odzoty 65, oc?ioce = odeti, 
odev 75. 

dlabati : ostr. diahac, praes. dlahu, impt. dlah und dlaboj 63. 

dlan f. : ostr. dlun, g. dlanS 8. 44 = sbkr. dlän m. 

dläto n. »Meißel« : ostr. diato = russ. äojioto, g. Ao^oxä, plur. 
A0.i6Ta usw. 

draha f. : ostr. draha 8 = sbkr. dräga f., russ. Aopöra ohne 
Akzentwechsel. 

drahy : ostr. npl. drazylb, gpl. drahych kamyniSl, comp, drazi 
33, draMi 23. 33 = sbkr. dräg, draga, drägo, zusammenges. drägi, 
adv. drägo, comp, dräzi. 

dräpati : ostr. dropac, praes. dropum, dropes usw., dro- 



Studien zur slavischen Betonung. 35 

paju^ impt. dropoj ^'h^ drajmuc 8 = sbkr. dnipati, dräpfim usw. 
(ohne Composita), slov. dräpati, -pam, -pljem »kratzen«, dnipniti, 
dräpnem. 

ostr. drazdzec = rmhtii (o reteze, ovoze) 59. 71, imp. drazdzi, 
part. drazdzei, -ela 59, part. pass. vydrazdziny = mnohomluvny 59. 
80, vgl. sbkr. drezdati, drezdim »vibrare«. 

dva, dva : ostr. dva 50. 76. S8, dvanost 51. 76. 87 (2). dvacet 
usw. 27. 40. 50 (öfter). 51. 84. 85 (4). 86 (2). 87 = sbkr. dvä, dva- 
naest, dvadeset, slov. dvä, dvanäjst, dväjset. 

had : ostr. hod gen. hada 8. 37. hod 86. hot 16. gsg. Jiada 86. 
87. vsg. hade 17. 20. isg. liadijm 20 = sbkr. gäd m. »serpens, fa- 
stidium, nausea«. 

hädati : ostr. hodac. praes. hoduni^ hodzes, hodze . . . ho- 
daju. impt. hodoj^i. zhodojS9 = slov. gädati, gädam »erraten«, 
hajny : ostr. hoj'ny 8. hajnica 36. 

halüz : ostr. Imluz 25. haluzka 17. 25. coli. ntr. haluzo (gsg.), 
haluzu (dsg.) 25. 

haneti, haniti : Tianim preslo üplne do IV. tr., inf. hanic 58. 
hahha 18. 24. 

-haneti: ostr. -liuhac^ zhuhum 61. ohunka (= ohanka) 18 
= sbkr. gaujati, gänjäm usw., slov. gänjati, -am. 

hasiti »löschen« : ostr. part. nplf. zhasily part. pass. zhasyny 
83 = sbkr. gasiti, gäsim usw., slov. gasiti, -im. 

hlad »Hunger« : ostr. hiod, gen. hfadu 8. 37. gsg. hladu 38. 
75. 88. hiadny 86 = sbkr. gläd, glada m. »fames«. 

hlava : ostr. gsg. hiavy 11. 11. 86. asg. hiavu 72. 77. 86. isg. 
lilavu 86. Mavity 35. zMavek 22. 35. hiovcoJc = reseto na seme- 
nec 72? = sbkr. glava usw.: asg. glävu, vsg. glävo, npl. gläve, glä- 
vit, -a, -0 »schön«, russ.ro.ioßä : asg. rojioBy, npl. rojroBM, slov.gläva 
mit bewegl. Akzent. 

hnati : ostr. hnac 52. 65. part. hnoi. part. pass. Jmany^ proh- 
naty 65 = sbkr. gnäti (pognati), aor. gnäh gna gnä gnasmo usw. 
(pognah), part. gnäo gnäla, -o, part. pass. gnän, gnäna, -o oder gnät 
gnäta, -0 (prognäu, -äna, odagnän, -äna). 

hrabati : ostr. hrahac^ praes. hrabu usw., 3. pl. hrabaju. impt. 
hrahoj oder hrab^ ohrabdok = reseto na proseväni ohrabkü 75, 
hrabe 8. 51. 52, hrabisko 41 = sbkr. gräblje plur. ohne Akzeut- 
wechsel (gpl. gräbäljä). 

3* 



36 Paul Diels, 

hrad »Burg« : ostr. gsg. hradu 38. p. pass. oliradzyny 20 = 
sbkr. gräd, Isg. gradii, pl. grädi oder grädovi, gradovä, graditi, 
grädim usw., slov. gräd mit bewegl. Akzent, ograditi, -im. 

hri'idka : ostr. hradJca 8. 

hriich : ostr. hrach 8. 37, gsg. hrachu 38. 79, npl. hrachy 85, 
hrachovisko 35. hrachovina 34 = sbkr. grab, grähovina, grähoviste, 
russ. ropox'B, ropöxoBima. 

hrati »spielen« : ostr. hrac 52. 61. 66, praes. hraju, hrajes ,.., 
und hrum hros . . ., impt. hroj\ part. lirol^ hraia, p. pass. hrany 
61. 66, hraty 61. vyhraty 66 = sbkr. igrati, praes. 'igräm usw. 
(zaigräm), igrajü, impt. igräj, -äjte (poigräj), aor. igrab igrä 'igrä 
(zaigrä), part. igrao, -ala, p. pass. -igrän, -äno (izigrän). 

hriti : ostr. hroc 10. 66. part. hroi 7. 66. hroia 66. hroli 7. 
part. pass. hroty = sbkr. grijati, grejati (zagrijati), aor. grijah 
(zägrijab) grijä (zagrijä), part. grijao, -ala (zägrijao), grijän, -äna 
(zägrijän). 

cbabi : ost. gsg. cliaVo 41. 

chalupa f.: ostr. chalupa 46. 72. 89, gsg. chalupy 72. dsg. cJia- 
lupe 84. asg. chaiupu 83. Isg. chalupe 83. apl. chalupy 72. clia- 
iupotko = mala, spatnä chalupa 32. 72. gpl. chaiupotek 88. 

chäm : ostr. cham 8. 37. 

chasnik ; ostr. nsg. chasnik 84 (4), 88. gsg. chasnika 84 (2). vsg. 
chasnidku 85. 

chcäti : ostr. scac 8. 25. 61. praes. scum, sco,i . . .^ impt. sci^ 
part. scoly scaht, p. pass. scany^ scole plur. = cbcanky 25. 78. 

ochladnouti : ostr. ochiodnuc 8 = slov. ohladniti, -blädnem. 

cblap >Kerl, Bauer, Knecht« : ostr. unterschieden: 

1) chiop^ gsg. chiopa usw. = muz, sedlak 8. 37. chlop 49, 
86. dsg. chlopu^ chiopovi 38. 2) cMap 8. 37 = chlap, chlapik, 
hrubec 8. 37. chlapec 32. 49. 84. 88. gsg. clüapca 83. dsg. chiapcu 
83. vsg. cÄ/op Je 39. cJiiapeöek %'i. chiopkove Z^. chlopisko 'hl. 
chiopotko 32. chiapdisko 32. chiapöotko 32. 1) chiopsky = selsky 
(proti panskemu). 2) cMapsky == velky, vjborny = slov. hläp 
»Tölpel«, russ. xojiom,, -li ohne Akzentänderung oder xojoni., pl. 
xojionH mit Endbetonung vom gpl. xo.ionei1 an oder xojronx, -ha 
ohne Akzentwechsel. xo.ioiicküI. sbkr. hläpac, hläpski adj. »koji 



Studien zur slavischen Betonung. 37 

pripada hlapima«. Simplex nur in älterer Sprache: hläp und 
hläp 1). 

cbräuiti : ostr. chranic 8 = sbkr. hräniti, liränim usw., slov. 
hraniti, -im. 

cbrapati : ostr. cJirapac^ praes. chraim^ chrapes . . ., 3. pl. chra- 
jmju^ impt. ehrcqioj 63. 

chvala f. : ostr. clivala Bohu 88. cJivalidzura = imperativ a 
jmeno 36 = sbkr. hvala ohne Akzentwechel, hvaliti, hvälim usw. 

cbA^ti : ostr. chvoc se^ slysel jsem pouze v pisni : tm Se sm^oi, 
az se ch'c'ol 66. 

ja : ostr. yo 48. 83 (4). 86. joh (mit angehängter Aoristpartikel) 
53 (2), 67. 68 = sbkr. ja. 

jablko : Q'^ix, jahko. ^'^l.Jahlek 18. &^\. Jahkum 87. apL/ai^a 
85. 86. 87 (2). jahhSko 32. jahlun 14. 85(2). 86(2). 87(3). isg./a^»- 
iunu 86. jahiunka 14. 17. 18 = skr. jabuko n. (alt) »Apfel« (= jä- 
buka),jäbuka » Apfelbaum «Jäblän m. »populus pyramidalis«, ohne 
Akzentwechsel. 

jak : o^ix. Jak 83 u. ö. jako 83 u. ö. j'akuz Vi.Jaky 88. asg./a^w 
87 (2). nej'aku 88. nix.jakesi 76. 83. vgl. tak. 

jalovina : o&tr. ja hviztia 25. 34. j'afuvka 35 = sbkr. jälov »ste- 
rilis«, jälövka = jälovica »(vacca) sterilis«. 

jäma : ostr. j'ama 8 = sbkr. jäma. 

OBtr.jcww iamo = sem tam 73, vgl. tarn. 

jarina : ostv. j'arma 34. jarky 88 = sbkr. jarina, slov. jarina 
»Sommerfrucht«. 

jarmo : ostr. jarmo 17 = sbkr. järam, -rma m., slov. järem, 
-rma m. 

jasau : mix.jami 12. ^Q^.jasina 39 = sbkr. jasen, -ena m. 
ohne Akzentwechsel. 

jasnj : o^iY.jasne Sluneöko 86 = sbkr. jasan, -sna, -sno. 

javor : o%ix. javur^ gsg.j'avora 13. j'avora 37. 38 = sbkr. jä- 
vör, javora m. ohne Akzentwechsel. 

jeceti : ostr. jaSec neben j'e^ec 10. zaj'akovac A'e = koktati 10. 81 
= sbkr.jecati, jecim »gemere, resonare«, 8lov.j^cati,-im »jammern«. 



1) Auch im Sbkr. Hißt sich bei hlap eine doppelte Quantität 
feststellen, s. Budmani, Ak. Wb. ». . . prema tome sto se u nekijeh pisaca 
nalazi s dva p, premda je u Belinu rjecniku i u Stulicevu a dugo« (s. u.). 



38 Paul Diels, 

jecmen m. »Gerste« : ostj'aimyn 10. 12. 18. 45. j'admynisko 
35 = sbkr. jäcmen m. »Gerstenkorn« = jecmen, -ena, ohne Ak- 
zentwechsel. 

jehne : o&tr. ja/ma 9. jalinica 36 = sbkr. jägnje, -njeta n. ohne 
Akzentänderung. 

jerab : ostr. jarahy 10 = sbkr. järeb, gsg. -eba m. »Stein- 
henne«. 

jeskyne f.: ostr. ^^X.Jaskyh 43. 

jesle : o^ix.Jasle 9. 44 = sbkr. jäsle, -i, gpl. jäsälä. 

jestfab m. : ostr. jastrob, gsg. -aba 9. 10 = sbkr. jästrijeb, gsg. 
-ijeba. pl. jästrebovi »vultur«. 

jester m.: ostr. j'as^ur 9. 10. j'osdirka 9. 10 = sbkr. jaster m. 
isporedi guster . . . u nasemu jeziku vrlo rijetko Ak.Wb. 

jeviti : ostr. j'avic 9. rozavic 25 = sbkr. javiti, jävim usw., 
slov. javiti, -im. 

jezevec m. : ostr. Jazovec 9 = sbkr. jäzavac, jäzävca, ohne 
Akzentwechsel. 

jiti : ostr. yoc 10. 56. snoc = smeknouti 78. ujoc 80. vzoc 
und vzac 52. 56. vzac 10. 25. -^diXi. prij'oi^ -jala 56. vyjoi 19. 
vzol, vzala 56. X)zol 83. 84. part. '^2J&^. pHjaty 56. vzaty 56. ntr. 
viaie 52. 56. subst. vzaci {Je tarn co ku vzacu'?) 56, dazu wohl 
mrzatny = mrzuty 35. 75. adv. mrzatne 86 = sbkr. öteti, üzeti 
usw., aor. oteh ote, ötesmo usw. (preoteh preote usw.), part. üzeo, 
-elay -elo (preuzeo, -ela). p. pass. otet, -ta, -to (öbuzet, -ta, -to). 

kabatek : ostr. kabotek 19. kabis = detsky kabätek 36. 
. käd' f.: ostr. kadz 8. 20. 86. 87. kodka 17. 20 = sbkr. käd 
(Ak.Wb.), slov. kad, kadif. 

kadlub m.: ostr. kadlub^ kadiubek ■= duty sti'om, duty spaiek, 
husi trup vykuchany 73. 

ostr. kady jindze = nekudy (nekde) jinde 73. 

ostr. kaj 39. 83. 84. 85 (4). 87. 88. kaj taj = kdekoliv 73. 
ledakaj = leckde 74. 

kaluze f.: ostr. kalnza Tl = sbkr. käluza f. »Kehrichtplatz«, 
käljuza f. > Pfütze worin sich die Schweine wälzen«, slov. kalüza 
f. > Pfütze«. 

kamen m. : ostr. kamyh 8. 12. 44 (Paradigma), gpl. sedm ka- 
myni 40. drahych kamyni 87. sest kamyn (naMorävce jsem slysel: 
s. k.) 40. 45. kamynek 12. kamynny 19. kamynor 34. kamynok 35. 



Studien zur slavischen Betonung. 39 

kamydek 32 = sbkr. kämen, -ena ohne Akzentwechsel (Isg. ka- 
menu), kamenük, kamenäka »locus saxosns«, kamenär, kamenara m. 
»lapicida«, kilmenar m. (ragus.) = zidar, kamicak, -cka »lapillus«. 

kapati : ostr. kapuc, praes. kapu^ kapek usw., 3. pl. kapuju. 
impt. kapoj 63. part. pass. okapany (od deste) : kury take su oka- 
pane^ kaj Mro stoß 75. vgl. 52. part. nsg. f. kapaia 71. npl. f. ka- 
paly 85. ags. f. kapkii derstve vody S4. kapku als adv. 68. kapytika^ 
kapijneöka 32. asg. als adv. 68 = sbkr. kapati, kapljem usw. 

käse f. : ostr. dac kumu hrezoce käse = biti bfezovcem 70 = 
sbkr. käsa fJ) ■=■ kiisa f. (montenegr.) »Brei«, beide ohne Akzent- 
wechsel. 

kaslati : ostr. kasiac. praes. kaslu ... 3. pl. kaslaju^ impt. kasli 
und kasloj 63, subst. kaslani 9 = sbkr. käsljati, käsljem usw. 2). 

kat: ostr. vsg. kate 17, 19. kata tez tarn = kde pak! 68. vgl. 
88. katac tam^ katac hy tarn 68. zkatovany = udreny 68. 81. 

kavka : ostr. kafka 16 = sbkr. kävka (gpl. kaväkä), slov. 
kävka. 

käzati : ostr. kozac. praes. kozu ... 3. pl. kozaju, ukozu 
und ukozaju^ impt. koz 64. kazovac 66. zkazovac = vzkazovac 
22. 3. sg. kazuje 84. part. kazovol 84. zakoz^ gen. zakazu 8. 37 = 
sbkr. kazati, käzem usw. kazivati, kaziijemusw., slov.kazati, -zem. 

kaziti : ostr. kazic 12. p. pass. zkazyny == zkazeny 25. 81. 
zkaza 9. nakoz gsg. nakazu^) 8. 37 := slov. kaziti, -im verderben«, 
skäza f. »Verderb«. 

kazdy : ostr. kazdy 48. 89. nsg. f. kazdo 83. asg. f. kazdu. Isg. 
m. kazdxjm 89. kazdzunky 14. 33. 88. 

klada : ostr. Mada 8. Daneben klot = klada und coli, kioci 
73 = sbkr. klada > Klotz, Block«. 

klasti : ostr. kiasc 8. 51. 54. praes. /t/ao?M, impt. kiadz 54. part. 
kiod Madla 52. 54. p. pass. kladzyny 20. 54. 3. pl. vyklodaju 
88. vykiodoi ^h.^1. Wj^\. vyklodali^^. skiodha^th. zakiodka 
35 = sbkr. klasti, kladem usw., slov. izklädati, -am. 



1) valja da je ipokoristik Ak.Wb. 

2] So Vuk, vgl. aber ebda prükasljati se und käsljat Resetar, Die serbo- 
kroat. Betonung südwestl. Mundarten s. 159. 

3) Da nakaz m. nach J. Jungmann Slovacismus für näkaza »Ansteckung« 
ist, im Poln. aber nakaz »Befehl« bedeutet, so hätte Loris gut getan, die Be- 
deutung von nakoz anzugeben. 



40 Paul Diels. 

klamati : ostr. hlamac. praes. Jdamu^ -es usw., klamaju^ impt. 
klamoj Q\. 

klaneti se : ostr. klahac. praes. klahum ie 62 = sbkr. klänjati 
se, klänjam se »sich verneigen <. 

klapaty : ostr. klapaty = schliply 73. 

kläpet, -pte m. : ostr. klopec ., klopetek = spalicek 73. kio- 
pec, gsg. klopca 39. 

kleceti : ostr. kladec klakac klaknuc klada 10 = sbkr. klecati, 
klecim, kleknuti, kleknem, slov. kl^'cati, -im »knieen«. 

kliti »fluchen« : ostr. kloc 10. p. -pasa. preklaii/ == proklaty 77 
= sbkr. kleti (zäkleti), aor, kleh kle kle klesmo kleste kiese (zäkleh, 
zäkle, zäklesmo), part. kleo klela, -o (zäkleo, zaklela, -o), klet, 
kleta, -0 (prbklet, prbkleta, -o). 

kliti »picken« : ostr. kloc, praes. klaju {klej'u) klajes ..., part. 
klol, klola, p. pass. klaty. 

krahujec : ostr. kralmJec 11 ='sbkr. krägüj, kragüja »Würg- 
falk«, kragüjak, -jka m. hyp., kragüljac, -üljca (Ak.Wb.), slov. 
kragüljec, -Ijca m. »Schelle«. 

krajeti : ostr. kroc. praes. kraju, krajei ... 66. 74. impt. kroj. 
part. krol, krola. p. pass. kroty. 

kral : ostr. kral 8.39.74.83 u. ö. ^^^.kralovi 83.84.8Ö. 1) kralik 
= maly kral. 2) krolik = kralik 74. kralka = kralovna v kuzel- 
kach. kralova »Königin«, dsg. kralove 84 (4). adj. nsg. f. kralova 
cera 87. isg. m. zacim kralomjra 87. kralovna 84. adj. kralovsky 
84 (4). 85 (2). kmlostvi 22. 34 = sbkr. krälj kralja, kraljev, krä- 
Ijevski, kraljevstvo, russ. KopöjiL, pl. -\i, mit Akzent auf der End- 
silbe, KopojieBa »Königin«, KopojieBHa,KopoJieBCKiH,KopojieBCTBO, slov. 
kralj, mit festem Akzent. 

krasny : ostr. krasny gegen Kro&no (Ortsname) 8. krasny 84. 
nsg. n. krasne 87. adv. krasne 88 (2). Krosno 47 = sbkr. krasan, 
-sna, -sno (kräsni), daneben krasan, kräsna. 

krasti : ostr. part. ukrod ukradia 52. p. pass. tikradzyny = 
sbkr. krasti, kradem usw. 

-krat -kräte : ostr. -krac 8. 20. 78 = sbkr. krät m. (auch f.), 
dvakrät, trikrät, cetirikrät. 

kräva f.: ostr. krava 8. vsg. krana 41. gpl. krov 42. dpi. kra- 
vum 70. apl. kravy 67. 89. Ipl. kravach 89. kraninec 36. Isg. v kra- 
vincu 76. gpl. kravincuv 40. krac^or 8. 17. 21. 34. 39. npl. clkra- 



Stadien zur slavischen Betonung. 41 

c'ori 88. ki-av'' orJca 8. 17. 21. ?A. krav'oredka 17 = sbkr. knivu f., 
krävär, kravära m. »covjek koji cuva krave*, slov. kravär, -rja m. 

krejci : ostr. krajdi (als adj. flektiert) 9. 43. 

OStr. kvapi^ g. kvapo. d. kvapu 41. 

kvasuice : ostr. gpl. kcasnic 42. 

labut' : ostr. npl. Jabuce 87 = sbkr. Itibüd, -a, ohne Akzent- 
wechsel. 

laciny »wohlfeil« : ostr. iactiy = laciny 12. 

ostr. fach 35. 

läti »schelten« : ostr. ioc 65. praes. iaju 15. 65. laj'es laj'e iaj'eme 
lajece 65. hiju 15. 65. impt. toj lojme Joj'ce 65, part. ioi^ iola 
7. 65. part. pass. iany. subst. lani 65 = sbkr. läjati, läjem, betont 
wie grijati. 

ostr. lakac ke^ laknuc se 1 0, praes. zlaknu ie, part. zlaknul (und 
zlak)^ zlakla 58. prelad 10. 

lakomy : ostr. iakumij 54 = sbkr. läkom. 

lapati : ostr. iapac. praes. nalapu . . . iapoj'u; impt. naiapoj. 

ostr. ohiapac 9. 17. ohlapum 62. 

ostr. lapec^ part. lapil : -ela^ praes. lapim. 

lapotati : ostr. laptac 32. 74. lapotac = zvaniti 32. 64. 74. 
praes. lapoces . . . lapotaju. impt. lapotoj 64. laputa laputka = 
zvanil 74, vgl. etwa sbkr. läptati, läpcem »o psu, kad od umora ili 
od vrucine ispustivsi jezik tesko dise^ . 

läska : ostr. laska 8 = sbkr. läska f. ='blanditiae«. 

lätati : ostr. totac 61. 

lävka : ostr. na iavky 83. gpl. favic 43. iaveSka 32. 

laziti : ostr. fazic 12. 60. 8S. praes. iazim 60. 3. pl. iazo 88. 
impt. iaz 60. part. iazil 60. 85 = sbkr. laziti, Tazim. 

ostr. -lozac : rozlozaju se 62. 

lehnouti : ostr. ulohnu s'e, part. ulohnuf^ ulohla 58 = sbkr. 
leci, praes. lezem (legnem), part. legao legla leglo (podlegao, podle- 
gla), slov. 1^'gniti, legnem. 

Lech : ostr. Lach 1 0. 

-Ihati (zelhati) : ostr. zelliac 25 = sbkr. lägati, praes. lazem. 

liti »gießen« : ostr. loc 10. 66. naloc = naiiti 66. part. lol 
iola 7. 66. part. pass. loty 66. naloty 75. subst. loci 74. lo- 
cina 10. 

mtim : ostr. mum 38. 39 (2). 58. 73. mos 58. 84(2). 86 (2). 87. 



42 Paul Diels, 

7)10 49. tyiume 52. 88(2). 89(2). maju 14. 38. 40. 58. mit negation : 
iiimum 12. a zodneho se sehu nimum 84. uz nimo ü/os 39, aber in 
der Bedeutung von neni : nivias 52. 68 öfters. 89. nima 8. 52. 68 
öfter. 86. 87. 88(2). majetek 81. nemajetny 12 = sbkr. imati (nur 
Simplex) ohne Akzentwechsel, aor. imah imä imasmo, nemati praes. 
nemäm. 

maceti : ostr. macac 9. 62. 74 = makati, ohmatävati 9. 62. 74, 
praes. macum 62. po macku = po hmatu 74. 

macecha : ostr. macocha 13. 22. 35 = sbkr. maceha f. ohne 
Akzentweehsel. 

mäceti : ostr. modac 9. part. moöol 16. 

mackati : ostr. m'adzgac 10. 16. 22 (2). 

mäj : ostr. maj 8. 39 = slov. maj. 

mak : ostr. maJc 8. 37. gsg. maku 38. mak^ madidek als adv. 
68. makiwka = makovice 35. 74 = sbkr. mäk, maka mit steigen- 
dem Akzent. 

maly : ostr. ntr. maie clzecko 83. gsg. maleho 88. maie 88. adv. 
hezmala^ hezmal 11. 18. 46. 68. od mala 1 8. 46. pumaiu 46. pumaly 
4. 14. 46. 68. 88. 89. pumalsi 68. iiemal 18. 69. maluöek 14. 38. 
74. maludky 14. malunky W. 33. 74. malutky \A. malutke dzicotko 
84. malusiprny = malininky 14 = sbkr. mäli, -ä, -ö adv. mälo. 

malinik : ostr. malinok 74, vgl. sbkr. malina, slov. malina. 

mama : ostr. mama 8. staro mama = babicka 78. mame 87. 
vsg. mamo 86 (4). gsg. mamidky 87. mamka 32. maminka 32. 73. 
mamulka 32. 34 = sbkr. mäma mit steigendem Akzent, m^mica. 

mdmiti : ostr. mamic 8 = sbkr. mämiti, mämim usw., slov. mä- 
miti, mämim. 

mamlas : ostr. mamlas 11. 36 = sbkr. mamlaz m. mit steigen- 
dem Akzent. 

rozmanity : ostr. rozmaity 19. 

manzel m. : ostr, npl. manzele 38. 

märy : ostr. mary 8. 

maso : ostr. masor 34. maseöko 32. masopust 89 = sbkr. meso 
>Flei8ch«, pl.mesa »nates«. mesär, gsg. mesära, slov. meso, g.mesä, 
mesar, -rja, mesopust, -püsta. 

mastiti, maslo : ostr. part. pass. mascyny 19, vielleicht omoi- 
kac = omäceti v mäsle (osuch, brambory) 76. maslo 8. maslany = 
mäslovy : rehok maslany = fehak, jenz kupuje a prodava maslo 



I 



Studien zur slavischen Betonung. 4'^ 

75. masnica 17, 18. 36. masc 44. 36 = sbkr. mästiti, mastim, mäslo 
ohne Akzentwechsel, masleni, -nä, -nö »Schmalz-« mäslen, -a, -o 
»fett«, mäst f. ohne Akzentwechsel, Isg. mästi, gi)l. mästi, slov. 
mäst, -i f. 

maskrtiti : ostr. maskbrcic^ maskorlny 16. 

-mätka : ostr. pani'otka 10. 17. pamatac 10. 65. zpamatac se 
22. praes. pamacu pamace^ ... 3. pl. pamacu^ impt. pamatuj 65. 
part. zpamatol 84; vgl. sbkr. pämtiti, -im <^ pämetiti, ohne Akzent- 
wechsel. 

matka : ostr. gsg. matkij 86. isg. mafku 16. tnaceriz?ia = podil 
po matce 25. 34. 74. macehmka = materi douska 74. 

ostr. matiac = mazati, spiniti 75. 

mazati : ostr. kolomaz isg. kolomazu 25. mazac 64. praes. mazu 
15. 64. 3. pl. mazu 15. 64. mazaju. impt. maz 64 = sbkr. mazati, 
mäzem, kblomäz m., slov. kolomaz, -maza. 

mäzdra : ostr. nüazgra 20 = slov. m^zdra, m^zdra. 

mlady : ostr. miacly 85. nsg. f. mlado 84. mladelio 20. mladymu 
20. apl. m. ze starych ludzi dzelaju mlade 87. adv. za mlady 14. 
comp. m^ac^sV 20. mlodynec 20. miadzik Sb. omiadzma = m\2idj 
les 75. mladuclia 22. 36. isg. mladuchu 84. miadzicy jahka 85. 86. 
87 (2). ku miadzicymjahkum 87. omiadtiul 85. 86. 87 = sbkr. mläd, 
mläda, -o (mlädi), comp. mlMi, mlädenci »Brautleute«, ömladina 
f. »suboles'. 

mlakita : ostr. mlakita 75 = druh vrby. 

mlaskati : ostr. mlazgac 16. 

mlätiti : miocuju [miocic) 66. p. pass. mlocyny 19. mlacba 
(gespr. }nladzha) 19. 35 = sbkr. mlatiti, mlätim, slov. mlätiti, -im, 
mlätba. 

-mnazeti : ostr. rozninozac = rozmnozovati 78. 

-mraciti : ostr. zamraöil 83. markotny 11 = mrakotny = sbkr. 
mräciti se, mräci se, slov. zamraciti, zamracim. 

mrav : ostr. nimrava 33. 36. 

mravencär : ostr. hravynöor = mravenec 22. 70. 

mraz : ostr. mroz gsg. 7nrazu 8. 37 = sbkr. mräz m. 

na : ostr. praep. na, aherjedytiost 51. dvanost 51. 70. 87 (2). 
osmn ost, oshmnost, osymnost 50. 51. 76. nun = na n 49. ver- 
balpräfix na-, aber nujisc = najiti 25. 85. nundu 19. 66. p. pass. 
nundzyny 20 : part. nasel'6^. 83. nenasel 86. nasli%^ (2). abgeleitet 



44 Paul Diels, 

3. Sg. najduje ie 66. nominalpräfix nahozny 8. nakoz^ gsg. naJcazu 
8. 37, napad^ narada, navai 8: aber nobozinstvi. norud^ gen. 
narodu 8. 13. do rodu zensk. a vzoru duse preslo jmeDO norud 41. 
nouka 8. 33. 75. ita nouku 75 : poncmtac 9. nodynik 12 = sbkr. 
jedänaest dviinaest, osämnaest. uäci, praes. nädem, part. nasao, 
nasla usw., s. u. 

nad : ostr. nad 85 = sbkr. nad. 

Duhj : ostr. npl. 7iazy 25. 47 = sbkr. näg, naga, -o (nägi). 

ostr. wrt/e = no ale 9. 

nas : ostr. nas 48. 88 (3). num 48. 84. 85 (3). nami 48. 88. 89. 
nas 48. 85. nasimu 17. 85. asg. f. nasu 15. Isg. nasim 17. isg. f. 
nasu 84 (2). Ipl. nasich 88 = sbkr. nas (nas), nama (nam), nas mit 
festem Akzent. 

-naseti : ostr. nosac 62. vynosac 9. vynosum 62 = sbkr. 
donasati (und prinasati), donäsäm zu nositi, nbsim. slov. donäsati, 
-am (Simplex fehlt). 

nat' f. : ostr. nac 19. 44. natka 19. hacunka 19. 34 = slov. 
nät, nati f. >perje pri repi, korenju, krompirju itd«. 

-naveti : ostr. ohnovac = obnovovati 62. 75 = sbkr. obnti- 
vljati (za-po-pri-), obnävljäm, zu obnöviti (po-pri-), öbnovim, slov. 
obnavljati, -am »erneuern«. 

pa- : ostr. napajedzyny = dopäleny 75. pam'otka und pamatac 
s. 0. u. -matka. pakeka 24. paskuda 33. paskudny = kdo dela skodu 
76. pasdeka 33. ^jawX-, pau6ina 22. pauz 22. vgl. sbkr. pamet, päm- 
titi 8. 0. pauk m. »Spinne« mit festem Akzent. 

padati : ostr. padac^ 3. sg. padze 64. pripadnuc 77. padnu 58. 
pripadhes. nepripadne 11. impt. padni^ padnice 53. part. padnul 
pädia 58 : spod spadla 58. upod 15. 52. 58. upadla 52. 58. ne- 
vypodlX. rozpadovac rozpaduju 62. opadovac., opadiiju 62, vypa- 
dovaia 85. pasc 44 (subst.) = sbkr. padati praes. pädäm, pästi. 
pädnem (döpasti) ohne Akzentwechsel. 

pacholek : ostr. pachoiek 70. gsg. pacliolka 88. pacholidek 83. 

pak : ostr. opakovol seje 87. naopak 89. vgl. sbkr. päka (ra- 
gus) = opet, näopäko »retrorsum, perverse«, opakivati, opakujem 
»wüten«, slov. naopak adv. 

päliti : o%ix.polic 60. 83. praes. polim. im^t pol palme [pal! 
= hybaj!). ^diri polii, polifa. p. pass./Jo/ew?/ 60 = sbkr. piiliti, 



Studien zur slavischen Betonung. 45 

pälim usw., slov. paliti, -im »absengen«, russ. na-iiixt, praes. na.iK), 
-jiiimB. 

pj'm: ostr. pan (daneben iron. pun) 8. 37. pan 85. dsg. panu 
39. 85. vsg. pane 17. 18. 38. Isg. panu 39. panove 38. 88(2). gpl. 
panuv 39. Pambu 85 (6). 88 (3). isg. s Pamjmlohem 87. pamhuöek 
14. 23. pani 43 (mit Paradigma, gewöhnlicher ist paniöka). 84. (2). 
dsg. jwam 84. SiSg. panu J5. panna 19. pamjn 12. 16. 18. panjinka 
12. 18. panodek 32. pano6cy 26. paniSce 26. /?o panshu und jt?o 
pansky 46. 

papati : ostr. papac 61 = sbkr. papati, -am (ragus.) in Sprich- 
wörtern. 

papratka : ostr. paprutka = spei*ena vetvicka 21. 76 = sbkr. 
päprät f. »filix« g. papräti ohne Akzentwechsel. 

pärati : ostr. poraö 63. 77. praes. porum und jöorw, pores 
. . . poraj'u 63 = sbkr. pärati, päräm »lostrennen«, slov. pärati 
-am »auftrennen ;. 

pära : ostr. para 8. adv. asg. paru 68 := sbkr. pära »Atem, 
Dunst«. 

pas : ostr. pas 8. 37. gsg. pasti 38. vsg. pase 17. 24 = sbkr. 
päs m., Isg. päsu, pl. päsovi, sonst ohne Akzentwechsel. 

pästi : ostr. pa.ic 8. 52. 55. 89. spasc 78. praes. ^jßsw 55. pase 
38. im^t. pas 41. 55. pazmebö. "part.pos pasla 18. 55. pasyny hb. 
pasinek 34. pasa 33. pastyr 16. pastyrka 16. 17 = sbkr. pästi, 
päsem, päsa f., pastir, pastira m. pastirka f. 

päsmo : ostr. pasmo 8. pasnCunka = nit svazujici päsma v pre- 
denu 17. 34. 76 = sbkr. päsmo »filorum numerus^. 

pata »Ferse« : ostr. pata 10. 17 = sbkr. peta f. asg. petu. 
npl. pete. 

-pätek : ostr. nazpadek 16. 20. 87 = nazpätek. 

-patriti : ostr. zaopafrim 86, vgl. sbkr. pätriti (ohne Composita) 
»gehören«. 

patyk : ostr. patyk = kyj, klacek 76, gsg. patyka 38. 76. pa- 
tißek 32. 

pazderi : ostr. pazdzeri 76 = slov. pazd^rje n. coli, »holzige 
Flachsabfälle«. 

pest f. : o%ix.pasc 10. 1 7. 44 = sbkr. pest, f. »Faust« mit festem 
Akzent. 

pet : ostr. zedla sym s pet, ze sest kohzoli 81. dat. pecum 51. 



46 Paul Diels, 

patere 51 (2). pul 'pata 51. patro 10. 17 = sbkr. pet »quinque« pe- 
toro = petero »Anzahl von fünf«. 

pijatyka : ostr. paiijka neben pijatyka 9. 17. 

piti : ostr. poc 10. 56. s^joc = sepnouti 17. 78. pari pol 10. 
56. zapoi 17. pala 56. p. pass. ^3a^y, ^a^o, ^a^e 56 = sbkr. peti 
(zäpeti), aor. peh pe pesmo peste pese (zäpeh, zäpe, zäpesmo), part. 
peo pela -o (zäpeo, zapela. -o), pet, peta, -o (zäpet). 

ostr. plohnuc se, zplohnuc se 77 = lihnouti se, rozmnozo- 
vati se. 

plakati : ostr. plakac 64. 83. praes. plaöu 64. 3. sg. vyplaöe 
83. 3. pl. plaöu und plakaju 64. impt. ^/aJ und plakoj 64. part. 
plakala 87 = sbkr. pFakati, pläcem. 

plamen m. : ostr. plamyn 1 2. 45. Isg. v plamynu 22. 80. pla- 
mydek = plaminek 76 = sbkr. plamen , -ena mit festem Akzent, 
plamicak, -cka. 

plänka : ostr. plunka 17. 18. 

platiti : ostr. piacim 60. nezapiacis 73. zapiaci 83. impt. ^^ac, 
placce. part. jo^aceV 60. 76. part. pass. p^acywy 60. -plocac^vy- 
piocum 62. oplocac 19. asg. odpiatu 85. piatny 19 = sbkr. pla- 
titi, plätim, placati, pläcäm, slov. platiti, -im. placati, -am. russ. 
njiaxHTB, njiaqy, njäxHint. 

platek : ostr. plotek 19. 

platno : o%ix. plotno 19. plotynny 12. 19 = sbkr. platno n. 
mit steigendem Akzent, slov. platno. 

plaziti : plazic = vzplazovati, cumeti, nahledati 76. co plazis 
76, vgl. etwa sbkr. plaziti (jezik) »(die Zunge) herausrecken«. 

präti : ostr. pi-ac 8. pradlo 74 = sbkr. präti betont wie brati 
(s. u. brati). 

prace f.: ostr. praca 8. asg. f. pracu 14. 

präti »vergönnen« : ostr. j^rac 52. proc^ praes. prej'u prejes . . . 
part. j9ro^ prala^ subst. prani 66. 

prah m.: ostr. praA 8. 37. g^^.prahu 38 = sbkr. präg, präga m. 

pramen m. : ostr. pramyh 45. vgl. etwa sbkr. pramen, -ena 
»cirrus« ohne Akzentwechsel. 

prase n. : ostr. praka 46 = sbkr. präse, präseta plur. präsäd f. 
(coli.), slov. prase, -Qta n. 

prav, pravy : ostr. hyh nehyi z heho prov 46. asg. i. pravu 
cesfu 85. adv. pravo 8. spi'ava 8. sprovka 8. pravda 86. 88 (2). als 



Studien zur slavischen Betonung. 47 

adv. 68. spravedelnosc 15. spravovol 84. provic 60. 88. vypravic 
80. pravim 53. 3. ^^.pravi^'d (3). 84 (3). 85. 86(3). 88. 3.pl. sprav'o 
88. prav^o60. imi^t. pro v 53.60. provme 60. provce 53.60. part. 
pravii 60. 68. 83. S4. 85 (3). 86 (2). 87 (3). 88. 89. hej)ravü 86. p. 
pass. jorawyw?/ 60. -prov^ac ^1. rozprov^ac 2\. rozpi'ov^um 1\. 
62. rozprov'oi usw., part. rozprov'ol 21 : vypran''ac kozu = 
louziti 80. oprav''ac svinu z koze = stahovati s ni küzi 76. popra- 
v'ac kumu = prilepsovati na strave, pHdavati 77. vgl. 17 = sbkr. 
präv, -a, -0 (prävi) adv. pravo. sprava f. »apparatus«, prävda f. 
»Recht, Wahrheit«, praviti, pravim = graditi, dopravljati usw. (iz- 
na- 0- po- pre- pri- raz- s- u-) betont wie klänjati, doklanjati. 

prazdny : ostr. proztiy 21. nsg. f. prozno kadz 86 = sbkr. prä- 
zan, -zna, -zno (prazni), comp, präzniji), slov. prazan mit festem 
Akz. in der unbestimmten Form Skrabec, Cvetje 13, 9. 

pfece : ostr. preca 85. 87. 89. preca, prece 24. 

pfisti : ostr. ^ra6'c 10. 52. 55. 75. praes. pradu. \m^i. pradz. 
•psiTt pro d 2)radia 52. 55. pradia 86. part. pass. pradzyny 55. 
prazda 10. 20. 26. praslica 10 = sbkr. presti, predem, preda f. 
»Garn<, preslica f. »Spinnrocken«, slov. presti, prüdem. 

primo : ostr. j^ram 10. 22. 83. 84. vgl. sbkr. prem pram, prema 
prama. 

pfitel m.: ostr. g-pl. protel und jjroteluv 40 = sbkr. prijatelj 
m. mit festem Akzent (nur gpl. prijateljä dilpl. prijatelj ima). 

nibeti : ostr. -roVac 62. vyroh''ac 9. doroh'ac 17. ohro- 
Vac 62. 2. pl. naroVoce 62. nevyroVojce 62 = slov. izrabljati 
-abnützen«. 

rad : ostr. rod 46. 53. 73. 83 (3). herod 8. 70. rada 8. 84. 86. 
nerada 8. 86. adv. rado 8. radze 20. radosc 87. gsg. osci 87. isg. 
-oscu 83 = sbkr. rad, -a, -o. adv. rädo. comp, rädij, -ja, -je. rä- 
döst, -osti f. 

raditi ; ostr. radzic 20. poradzic kumu = poraditi, bjti s koho 
77. praes. radzim 60. poradzis mu? 11. io poradzi = to staci 77. 
heporadzice 11. impt. rodz, rodzce. part. radzii 89 (2). radzili 89. 
part. pass. radzyny 60. 

porad : ostr. gpl. rodkuv 88. Jesce porad 87. porodek. gsg. 
do porodku 11. Isg. v porodku 88. poradny 8. poradne dzivky 
88 = sbkr. pöredan, pbredo = näporedo »nebeneinander«, slov. 
porodek, -dka »Ordnung«. 



48 Paul Diels, 

nij : ostr. raj 8. 17 = sbkr. räj räja usw., slov. räj, räja. i 

rakev f. : ostr. rakev 44. 

räme n. : ostr. ramyno 45 = sbkr. räme, -ena n. pl. ramena 
gpl. ramenä, slov. nime, -eua, n. »Schulter«. 

räna : ostr. rana 8 = sbkr. rana. 

rano : ostr. ra9io 8. 83. 86. 87. do rana 83. k ranu 87 = 
sbkr. räno. 

ras : ostr. vsg. rase 24. 

raz m. : ostr. roz gen. razu = raz, rana 8. 78. roz = jednou 
68. 78. 83 (2). 84. 89. neroz = nejednou 78. gsg. razu 38. zrazu 
68. odrazu 68. 87. naroz 68. 84. TUBijedyn roz 86. zaroz 68. sto 
razuv 78. t?e5/a 7'a;^;^^ü 88. viele andere Verbindungen 78. part. za- 
razii se 84. p. pass. zarazißiy 25. urazlivy = kdo se snadno urazi 
80. vsg. ohraze. Isg. obraze 25. 

rväti : ostr. rvac 52. urvac se na hoho = osopiti se 80 = sbkr. 
rvati, rvem »sich anstrengen«. 

sad : ostr. gsg. sadu 9. 38. praes. 3. pl. presadzo 86. impt. za- 
sadzce 87. sadziiach (part. mit Aoristpartikel) 53. nasadzili zme 38. 
79. sodzac. praes. sodzum 62 = sbkr. säd m., loc. sädu, pl. sa- 
dovi usw., säditi, sädim »pflanzen«, sadati, sädäm, slov. säd mit Ak- 
zentwechsel, saditi-im »pflanzen, setzen«, nasajati -am »ansetzen«. 

sadlo : ostr. sadlo = sbkr. salo. 

ostr. sadec o jemnem desti, mhliti 10. 24. 59. 78, praes. sacim. 
part. sacelo 59. 

sahati : ostr. sohac 10. 61. vgl. aber saJm : zachovana pouze 
1. OS. jedn. ve zkomolenem yjrsize j)risabo/m (= 77). Jinak jjHsa- 
hac 56. sohnuc 10. dosohnuc 56. praes. sohnu. part. sohnui^ 
sohia 58. soha 10. prisaha 10. 24 = sbkr. segnuti »extendo ma- 
num«, aber doseci (dosegnuti), dosegnem »erreichen«, poseci : p6- 
segnem za koga »suscipere«. slov. segniti, s^gnem = s^'ci, sezem 
»den Arm nach etwas ausstrecken«, segati, -am (impf.) dass., aber 
auch prisQga, pris^gati. 

sam sama samo : ostr. sum sama samo und samy sama same 
50. sum 83 (2). 84 (3). 86. 88. 89. sama'Jl. 85. sami 88. same 88 (2) 
= sbkr. sam, samo, samo adv. samo. 

sane f. pl. : ostr. sähe 44 = sbkr. saoni, g. saoni f. pl., slov. 
sani f. pl. »Schlitten«. 

siti : ostr. soc 10. 66. 78. part. hol 7. 66. sola 66. soll 7. part. 



Studien zur slavischen Betonung. 49 

pass. ioty 66. subst. socina = mladj les, mläzi 10. 78 = sbkr. 
sijati, praes. sijem »säen« betont wie grijati. 

skakati : ostr. skokac. praes. skokuryi^ skokos und skodes 
3. pl. skokaju 64. impt. skokoj 64 = sbkr. ßkäkati skäcem be- 
tont wie kiizati, slov. skakati, -cem. 

Skala : ostr. skaki 8. coli, skoli 8. gsg. skolo 41 = sbkr. skäla 
f., slov. skäla. skälje n. 

skfäii f. : ostr. ski-an 8. 17. 22.25. 42. asg. skran und skranu 42. 

släb, slaby : ostr. siahe 68. slahoch 22 = sbkr. släb, -a, -o. 

ostr. slaöec (pol. sl^czec) na koho = hledeti na koho a ocekavati 
od ueho värek 78, -praes. sladi TS. siaSok = cumil pH svatbc, ktery 
ceku na koläc 10. 78; vgl. slov. sl^cati, -im »hocken, lümmeln«. 

släma : ostr. shima 8. slatriany 17. 34. 78. siani'imka = osatka 
17. 34.78. sJam''ok 35 = sbkr. släma f. adj. slämen, -a, -o »Stroh-«, 
slämni »Stroh-«. 

släti : osti: j)os^ol 86. 87 = sbkr. slati (pöslati) aor. släh, slä usw. 
(posiah posla) part. släo släla (poslao, -ala) p. pass. slän, släna (pö- 
slän, -äna, izaslän). 

smati se : ostr. sm^oc se 10. 66. part. sm'oi 7. 66. sm'oia 66. 
sni'oli se 7 = sbkr. smijati se, praes. smijem se, aor. smijah se, 
sm'ijä se (näsmijä se) usw., part. smijao, -äla se (näsmijao, -äla se). 

snad: ostr. sno 21. 78. snoc, snoce 78. snadz Jesöe . . . pre- 
vozo ... 87. nsg. f. vielleicht snadno 86 (2) adv. snadno 85. 

snazny : ostr. snozny (= cisty) : snazny 8. vysnozic 87. 3. pl. 
vystiozo 86 = sbkr. snazan, -zna, -zno (snäzni) »fortis«, snaziti, snä- 
zim, slov. suäzan mit festem Akzent in der unbestimmten Form 
Skrabec, Cvetje 13, 9 »sajiber, hübsch«, snaziti, snäzim »säubern«. 

späti : ostr. sjmc 8. 52. 59. 86. part. spoi 59. 83. hespol 83. 
spala 59. spalo 84. ospala = ospalec 33 = sbkr. späti. 

sräti : ostr. srac., serii 24 = sbkr. sräti betont wie bräti. 

stäti : ostr. stac 58. 86. stac se 52. ziistac 81. 86. stanuc 87. 
praes. stanu 58. dostaiies 51. 71. se staiie 67. dostane 67. -ece 53. 
impt. sfuh 58. zustuii 84. stunme stunce 58. part. stanui 58. 
83. 85. stanuia 58. stoi 58. zustoi 81. 83. 85. 87. dostol 89. 
staia 58. prestala 85. 86. staio se 84. 85 (2). se nestaio 83. prestali 
81. staty., ustaty, dostaty 58. statek 76, iiestaty 8, stoc 52. 59. 73. 
part. stoi stola 59. npl. f. stoly 83. subst. statii (zu stoc) 59. 
Ä^oüac (= vstävati) 22. stovoi SQ. stovovac, stovuj'u Q'2. impt. 

Archiv für slavische PMlologie. XXXI. 4 



50 Paul Diels, 

postov, postovce 53 : aber stavinoha (imperativ a jmeno) 36. sta~ 
vil se 84. stovka (= stavka 13, = sezeni obecniho vjboru 79). 
sfav^ac 9. 21. praes. stax)'um 62 = sbkr. stati, stanuti, praes. sta- 
nem usw. (dostanem) impt. stani (dostani), aor. stäh sta stäsmo 
(üstah, usta, üstasmo) stao stala, -o (dostao). stajati. praes. stöjim 
»consisto« betont wie bojati se neben stajati, stäjem, subst. stajänje 
resp. stäjanje. nastavati, nästäväm, stäviti, -imusw., stävljati, -am: 
vgl. slov. nastavati, -am, vstavati usw. 

stär, stary : ostr. stary 78. 85. nsg. f. staro 78. gsg. f. stare 85. 
87. asg. f. staru 86. isg. m. starym 85. npl. f. stare 83. gpl. starych 
87. stariJc 86 (2). stariöek 86 (5). gsg. staiidka 87 (2). vsg. staricku 
85. starinka 84 (2). 86 (5). 87. dsg. staHnce 86. 87. vsg. starinko 
84. npl. stari?iky 83. zestarniii 86. staroch 22. starucny 33. 5^«- 
rula 34 = sbkr. stär, -a, -o (stäri). 

-starati : ostr. postarimi 83. zastarany = ustarany 81 = sbkr. 
stärati se, stäräm se. 

sträz f. : ostr. straz 42 = sbkr. u. slov. sträza f. 

svadba f. : ostr. svacha 19. 35. svadzha 16 = sbkr. svädba f. 
»nuptiae«, svät m. »sponsi comes«. 

svaty : ostr. svaty 17. wa svaty Jim usw. 38. k svatymu Janu 
usw. 38. sv'acic 17 = sbkr. svet, sveta, -o (sveti). svetiti, svetim, 
slov. svetiti, -im >heiligen«. 

svediti : ostr. sv'adzic 10. 

svrab m.: ostr. svroh 25 = sbkr. svräb, svräba, slov. svräb. 

samtati : ostr. samitac 65. s. bidim = slehati, s. se = potaceti 
se 79. 2. sg. samices, 3. pl. samitaju 65. 

sat : ostr. gsg. satu 38. gpl. tela sot (neben satuv 39) chojich 
sot 51. 

skamrati : ostr. skamrac^ praes. skamru ... 3. pl. skamraju^ 
impt. skamroj 63. 

skareda f. : ostr. skareda 33. 

skleb, sklebiti : ostr. masc. sklah 10. 33. sklahaty = ubreceny, 
kdo hned place 10. 79. sklahic ^e 10, praes. sklahim se, impt. nes- 
kloh se 60. 

skrabati : ostr. skrohac 22. 32. 63. naskrohac 73. praes. 
skrohum^ skrohes . . . skrobaj'zi, impt. skroboj 63. skrobkac 
32. oskrabina 34 = slov. skrabati, -bam, -bljem. 

skvafiti : ostr. skoaric 22. 25. 



Stadien zur slavischen BetonuD};:. j 1 

odtr. sfapa = spodui prazec ua okne TU. 

slapati : ostr. ilapai-^ praea. slapu . . . ilapuju. iuipt. slap 63. 

sparäk : ostr. sparak ^. 37. 

spata : ostr. ^pata 33. 

ostr. spok, gsg. spoka 8. 37, 

st'astny : ostr. idasmj 20. 26. adv. iöasn^ 83. 

st'äva f.: ostr. iduca 2'!, vgl. etwa sbkr. stäva f. »immissio 
pellium subigcndaruin in aquam; metuuo ko/.e u stavu«. 

st'äv : ostr. idob^ scobu 8. 37. idob 21. 

ostr. Dealer, scajir = silne prim6 sidlo 27. 79. 

svarnj : ostr. icorneho 83. 

ta : ostr. nsg. f. tu 48. ta sama osoha 85 = sbkr. tä. 

-tiieeti : ostr. totac^ otoöum 62, dazu otadunka o4. 

-tähuouti : praes. tohnu 10. 19. 58. tohnul 58. cytohnid 81. 
to/tfabS. ci/fo/iiaS4. ca/ift/ 10. IQ. tohnuty h^. natohnuty %Q. 
cozi ie mi 10 = sbkr. istegnuti, istegnem, slo7. tf^guiti, -nem. 

tak : ostr. tak 84 u. ö. beztak 84. takovy 49. 07. 68. 68. Sl. ntr. 
takoce 76. pl. f. takote S3. gsg. takoveho 85 (3). takovny = takovy 
79 = sbkr. takö »sie«, täko mi vjere, täkovi. 

tarn : ostr. tarn 83 u. ö., tamo 9,. Jarno = sbkr. tämo »ibi, eo«. 

tati : ostr. toc. praes. taju tajcs . . . part. toi tola. subst. tani 
66. vgl. sbkr. täjati. praes. tHje »stillo* betont wie läjati. 

täta : ostr. tata 8. i>tary tata = dedecek 78. podany na tatu 76. 
adj. tatuv dum 46. tacinek 38. vsg. tucinku 79. tatulek 32 = sbkr. 
tata (tata) m. = otac, adj. tatin (tätin). 

ti'ti : ostr. coc 52. 79. cycoc = vytiti, vycoc kumu jednu = 
vsaditi ränu 80. 

tkäti : ostr. tkac 52 = sbkr. tkäti. 

tlaciti : ostr. pritladü 84 = sbkr. tläciti, tläcim, slov. pritlaciti, 
pritläcim. 

tlapa : ostr. diapa 16. 20. 

trak : ostr. troky (pol. troki) 8. utrakovac = uväzati, zauzlo- 
vati 80 = sbkr. träk m. (ragus.) >taenia«, g. träka usw. (Isg. traku). 

tn'imovi : ostr. coli, ^r?/??^' 41. gsg. truni'o. dsg. truni'u 22. 41. 

trasti: ostr. irasc 8. fra^c und troic 52. 80. trosc 55, praes. 
(rasu 10. 55, impt. tras 55, part. fros trosia 55. trasfa 52. part. 
pass. trasyny 55 = sbkr. tresti, tresem usw. 

tratiti : ostr. -trocac, utrocum 62. ztrafa 9 = slov. sträta f. 

4* 



52 Paul Diels, 

ti-eba : ostr. ireha, ireja, tra 68. ireja 8. 21. 88. tra 8. 21. S8 
= sbkr. nije trijebe »non est opus«. 

tvaroh : ostr. ttaruh g. tvaroha 13. 

posa-vad, -väde : ostr. posavadz 20. 87. 

-vazeti : ostr. zavadzuc 9. 20. 26, praes. zavadzum 62, -vodzac 
oyvodzum 62 = sbkr. zavaSati (na-od-raz-s-pos-) betont wie kla- 
njati, aber vgl. povadati, povädäm »rui in venerem«, provadati 
>circumduco«. 

vadnouti : ostr. vi'adnuc 10. 17. 21. part. zv'adiy 10 = sbkr. 
v'enuti, venem »marceo«. 

valiti : ostr. zvalic se 16. obalic 18. v zime navalilo nekej snSha 
... 89, podvalina 34, naval 8, potoi gsg. povalu 8. 37. v povale 83. 
volac volum 62 = sbkr. obäliti, öbällm usw., väljati, väljäm usw., 
slov. zvaliti, -im, obaliti, -im, navaliti, -im, väljati, -am »wälzen«, 
poväi, poväla. 

-vaneti : ostr. vutiac^ praes. vunum (mate se se slovesem tu- 
tiic, vunim) 62. 2. 8g. navuhos 86. 

vari : ostr. variti\ misto impt. vari rikä se vara 60. 

vafiti : ostr. varic 68. varuju zu vüHc 66. varka = varka 8. 
varovna == bouda, v niz se vyvaruje platno 34. SO. varecha 22 = 
sbkr. variti, värim >kochen«. värjaca »Kochlöffel«, slov. variti, -im. 

vas : ostr. vas 48. 83. u. ö. vum 4S. 68. 77. 87 (2). vami 48 = 
sbkr. vas (vas) vama (vam). 

vati : ostr. «'od = vati obili 10. 17. 66. 80. part. voi 7. 66. 
ü'oia 66. v'oli 7 = sbkr. vijati, vijem »ventilare« betont wie grijati. 

ostr. vatra = ohniste a oben na nem i bromada bramborü oblo- 
zene slamou a hlinou, aby prezimovala na poli SO, vatrol 34 = 
sbkr. vätra f. 

väzati : ostr. vozac 64. zavozac 77. Sl. praes. vozu .. . vo- 
zaj'u 64. impl. vozojQ4. zavoz 53. 64. zavozce 53. rozvozane 
to nimas 52. v'oznuc 10. 17. 21. praes. v'oznu. part. vozmzi bS, 
uv'oznui 21. uv'oz 52. 58. v'ozla 58. uvozla 52. 58. provoz 
gsg. provazu 8. 37. gsg. provaza und provazu 38. vadzba 25. 35 
= sbkr. vezati, vezem »binden«, slov. v^'zati, v(^zem »binden«, v^- 
zniti, v^znem > stecken bleiben«, v^zba f. »das Binden«. 

-vazeti: ostr. -woiac 62, zvozac^^ prevozac^l, praes. zvo- 
zum 62, prevozum 85, prevozo 86. 87 = skr. uvazati, üväzäm 
»inveho«, zu vöziti, vözim, slov. poväzati »überführen« usw. 



Studien zur elavischen Betonunjr. 53 

vejce : ostr. r.yVo 12. o3. 40. 89. ^sg. rajra S9. gpl. vajcr 40 
= 8bkr. jäjce n. diui. von jj'ije, ohne Akzeutwechsel, ßlov. jajce u. 
jajce, plur. jäjca, »Skrabec, Cvetje Ki, '). 9. 

-vlac- : ostr. urfadis/io 35. 

vhida : ostr. viada 8 = sbkr. vlada f. >douiiuatu8« ohne Ak- 
zentwechsel. 

vhiha : ostr. vlaha 8 = sbkr. \\\\^!X f. >Hiimor<. 

vlas : ostr. vhis sO (3. napl. ii-lvlany 85 (4). 80 (2). 87 (2,. gpl. 
uz nhfw v/os (neben rfasuv) 39, adj. ntr. zfufovfasc ^1. vlasck h. 
rhisdeky = vlai>ij^ k>tdlij 80 = sbkr. vläs ra., gsg. vhisa usw., slov. 
las mit Akzentwechsel. 

vlastui : ostr. vlasni 20. ntr. vhi.'>?ii 84. 85. zlaide 20. 

vlastovka : oßtr. Jasluc/ia 22, vgl. skr. Estavica, -ovica. 

vrabec : ostr. vrabef = d'as 8. eufem. misto dzabef : Jcenj vrahcf 
io zrohil? kylio vrahiu 80. vrohel=^ vrabec 8, vgl. skr. vrabac mit 
festem Akzent, slov. vrabelj, blja m. 

vrany : ostr. dvanost kuni vranych 87. subst. f. vrana 8. 42 = 
sbkr. vrän, vrana, -o (vranl) »ater«. vräna f. ^Krähe< . 

vrata ntr. : ostr. vrata gpl. rroMO = sbkr. vräta n. pl. >fores, 
porta' mit steigendem Akzent, slov. vrata usw. 

kolovrat : ostr. koiovroi g. Ixolovratu 8. 37 = sbkr. kölovrät 
»vortex* mit festem Akzent, slov. kolovrat. 

vrätiti : ostr. praes. rror/s 84, part. hevrocii 87, vrarac 19. 
62. praes. vracum, olracum 62 = sbkr. vrätiti, vrätim >eonverto, 
restituo«, vräcati, -am »converto, rejicio«, slov. vrj'icati, -am, na- 
vnititi se. 

vsak : ostr. saJc 81. 84. 88 (2). vsaj 88 (2), vgl. kaj\ 

za : ostr. praep. sa, verbalpraefix ~a-, 2ihQX ziaiic = dojiti 8. 25. 
54. 81. praes. zundu (= zajdu) S. 19. 54. 81. impt. zundz. part. zuiel. 
p. pass. zundzyny 54 = sbkr. zäci, praes. zädem, part. zasao, zasla 
betont wie naci = ostr. minie, nominalpräfix za- in zakaz (vgl. za- 
koz^ gsg. zakazu 8. 37). zapach, zapai^ zapis, zaahi/ta 9, zazdrok 21, 
od zachodu 86; aber zohun 9. 14, sadzilach ce na zohunkn 53, 
zokun 9, zoruha^= plot kolem pole, aby dobjtek na ne nevchäzel 
9. 81, zollt y = zalety 9. 11, zumek 9. 85. S'i, gsg. zumka 83. 
84 (2). 86, dsg. g zumku 10, zorohek 9, zohlanek 22. 81; zo- 
Öotek 88, zokluk = zätocina 81, zumic = chumelice, zavej 81, 



54 Paul Diels, 

zodrhlica = zadrhel 36. 81, zotka = hadry, jimiz se zatkäva 
trouba od kamen 81, ia Verben: zoviscic = zavideti 59. 81. zo- 
pruhovac = zkusiti, okusiti 81, s. u. 

zabnouti : ostr. -zobac 63, ozobac 25. 55, praes. ozohe mS 
63, zobnuc 25. 55, praes. zohnu 10. 58, zohnes^'b^ part. zohnui^ 
zobia 58, vgl. sbkr. zepsti, zebem, isprozebati, praes. 1. pl. isproze- 
bämo »sich erkühlen«, betont wie ganjati,'slov. zepsti, z^be »frieren«, 
oz^bati »erfrieren«. 

-zadu : ostr. pozad = zadni obili 33. pozady 68. 

zafe : ostr. zara 9. 25. 42 = slov. zarja f. 

zase : ostr. zase 24. 83. 85. 86 (2). 87 (6) : zak 24. 85 (3). 86 (9). 
87 (3). 88. 89. 

zati : ostr. zoc ^= zivati 10. 52. 66. 81. praes. zaju zaj'es 66. 
zaje se mi 25. 81. part. zoi, zola. 

zbran : ostr. zlrah 44. 

zdrav : ostr. zdravy 46. ntr. zdrave 88. api. zdrave 87. gsg. 
zdrav'o. ö.8g. zdrav'u 21. ^raes. pozdravim, im'ptpozdrov 60, aber 
pozdrav Pambu 60. 85 (3), part. ozdravü 85. 86. p. pass. pozdra- 
vijny 60 = sbkr. zdrav, -a, -o (zdrävi und zdrävi) adv. zdravo, ntr. 
zdrävlje, zdräviti (pozdraviti). 

zet' m. : ostr. zac 10. 19. 25. 84. g. zaca 85 (2). vsg. zacii 84. 
isg. zacim 85. 86. 87 = sbkr. zet m. ohne Akzentwechsel, 

zlato : ostr. gsg. zlata 87. adj. zlatovlase (ntr.) 87. adj. zlaty 
85. 86 (3). gsg. f. zlate 86. asg. f. zlahi 86. isg. f. zlatu 86. apl. f. 
zlate 85 (4). 86. 87 (3) = sbkr. zlato n. ohne Akzentwechsel, slov. 
zlato, gen. zlatä. 

znati : ostr. znac 8. 81. part. poznol 85. gsg. znaJcu 38. adj. 
znumy 54. dsg. znamynu 14. 15 = sbkr. znäti, praes. znäm, p. znäo 
znMa znälo (pöznao). znäk m., gsg. znäka. 

zräti : ostr. zdroc 52. 66. 81. praes. zdraju zdrajes ... 66, 
part. zdrol^ zdroia 7. 66, aber zdraly 7. 21 . 

-zrak : ostr. zazdrok (u. zozrak) = zazrak : Ale zazdrok! ale 
zazdroku ! fika se o tom, komu se divime 21. 81. 

zväti : ostr. zvac 8. 52. 65. praes. zvu ... 3. pl. zvaj'u, zvu . . . 
part. zvoi, zvaia. p. pass. zvany 65. nezvany 84= sbkr. zväti. 
praes. zövem, aor. zväh zvä zvä zvasmo . . , (dözvah dbzvä), part. 
zväo zvala, -o (dbzvao, -äla) zvän, zväna, -o (dözvän, nezvän). 

-zväneti : ostr. vyzvuiiaju 62. 



1 



Stadien zur slavischen Betonung. 55 

zaba : ostr. zuha 9. SO. asg. zuhu 86. S7. npl. zaby 70 = sbkr. 
zäba f. 

zadny : ostr. zodyn S5. 80. gsg. zodncho 84. 8ü. asg. n. zodne 
85, 86. 

zahadlo : ostr. zahadio 1 0. 

zal m. : ostr. zol gsg.zalu 8. 10. gsg. od zahsci Sl ^ zalovac 73. 
vgl. sbkr. zäo mi je, zälost, -osti f. (Isg. zalosti). 

zd'i'ir : ostr. zor l'o. 

zlab m. : ostr. zlob gsg. zlabu 8. 37. zlabek 9. vgl. sbkr. zFijeb 
usw. (Isg. zlijebu), russ. acö.-ioÖT., pl. -w und -a, ace.aoCkiKr., -C)Km. 

znouti : ostr. zoi- 1(i. 52. Sl. p. pass. rozaiy 25. 

zn'iti : ostr. 2//?-</e 24. 52. 05, uzhrac = kousnouti 80, part. 
zlirol 05, ozJn'ahj, ozhrida 24. p. pass. zhrany 05. 

B. Snfflxe. 

-ja : ostr. v^la razuv? 88. re/a 21 , kela 1 0. /i;^/a dni^ Mla Jcrokuv 
S4. ^e/« = tolik 10. 19. 49, tela sot 39, tela injniz 83, ^e/a c/a^a 
87 [l),jak . . . teJa ... 73 (vgl. noch «fe/Z;?/ 19), potela, potel = potud, 
az sem 77, ztamodtela, zto?nod(el == tum odtud 21. 81. 

-da : ostr. kklajmda=jmdy »sonst«, Z;^ymc/a=nekdyjindy 73. 

-da : oatr.jej) j'cjda, jcjdana^jejdafied/cy = vjkrik podivu 73. 

-va : ostr. hektere predlozky maji tvar rozsifeny koncovkou-va: 
podlcva, cedlera^ skrzcva (s. genit.) 09, podleva mc \%^ podhva dzi- 
caca 83, vgl. noch : jedva SS, sonst h'dva Tl. 85. 89. 

-ab : o^ir. jaraby 10 = sbkr. järeb, gsg. -eba »Steinhenne«, 
slov. jer^b m. »Eebhuhn«, dazu wohl auch zeroh = vaha, kterou 
se voda vazi ze studne 81. jasirob gsg. -aba 9. 10 = sbkr. jlistri- 
jeb gsg. -ij eba, pl. jastrebovi »vultur«, slov. jästreb m. »Habicht^; 
(neben jastreb), aber -ab in /corab 8. 30, korabu 38 = sbkr. köräb. 

-jacko : ostr. dikdacko 32. pmcho 32. 

-ac : ostr. yma(5 88, vgl. sbkr. luace »alias, sin minus«, slov. 
inäce. i 

-ac : ostr. -o6 (mit Erhaltung des o in allen Casus 39) in gsg. 
koioca^ = sbkr. koläc, koläca. kopoÖ = nästroj o dvou zeleznych 
zubech na kopäni hnoje 8. 36. 39. 74 = sbkr. kopilc, kopaca »fos- 
sor«. kud}o6 = angrest 74. tko6 36 : aber -ad in chrobad 33. kopad 
= kdo kope 36. 74. gpl. kopadi 40 = sbkr. kopäc, -äca. karbaÖ. 
kartaö 39. orad 8. 39. dsg. oradu 14 = öräc, oraca. paviaÖ 33. 



56 Paul Diels, 

rezad 36 = sbkr. rezäc, rezäca. strapad 36. zehrac 33, vgl. sbkr. 
-äc in dem festen Typus däväc, davaca Leskien, Die Quantität im 
Serbischen. A. s. 209 (141). 

-acek : ostr. Plyvaöek 84 u. ö., panoöek 32, panoöcy 26. 
horoöek (zu horok= ubozak) 18. hidodek (: hiöok) 32. 70. hyöo- 
6ek {■.byöok) 70. 

-acina : ostr. ledaöina 33. 

-acisko : ostr. horoöisko 26. 32. 35. 

-acka : ostr. -odka in chudoöka 35 : SihQX -aÖka in dakacka 35, 
sei na 6aka6ku 80. kopaöka = zena, ktera kope (brambory), kopani 
(bramborü) maminka sli na kopaöku^ plur. kopaöky = doba, ve ktere 
se pokopavaji . . . brambory: byio to v kopaöky 35. 73. oradka. 
slaöky. skubaöka 35. trojaöka = bod, ve kterem se. schazeji tri 
plochy, pozemky atd. 80. 

-adisko : ostr. hrumaclzisko 35. 

-aj : ostr. kolaj^. oby6oj\ gsg*. obyöaju 8. 10. 39: aber obyöejny 
= sbkr. bbicäj usw. (Isg. obicäju), slov. obicäj. 

-aj : ostr. keraj 84. 85 (2). teroj 84. 

-aja : ostr. duraj'a 33. 

-ajsi : ostr. neskajsi zu heska 9. 27. töerajH zu videra 9. 27. 
vderajsko 35. 

-ako -ak : ostr. kerak = kterak 1 1 . 20. Jednako 69. 

-ak : ostr. -ok (mit Erhaltung des o in allen Casus 37), stets, so 
in bidok 35. cycok 25. caprok = trapec 71. dzivok = divoch 
35. dzubok = zobak. zert. hubicka : dej mi dzuboka 72. gizdok 
35. chrobok 23. polivok = uädoba na polevani 76. pchok (zu 
jocÄöc) 12. 2:^32^0^11. rehok maslanyl^. slivok'^b. sdedrok = 
stedry den, nasadzili zme hrachu clioc na söedroka 35. 79. söetok = 
vrsok, ut'aty vrch stromu 79. vifok = darek, jejz pfinasi host nebo 
domaci, vracejici se domü : prinisli sce mi vitoka? 38. 80. zebrok 
49. — biöok = bicik 32. 70. byöok = bycek 32. 70. bolok gsg. 
boloka 35. 38. borok = ubozak 18. 26. cedzok 35. droVok 17. 
35. dulok = obyvatel udoli, niziny, dolak 35. 71. dzecok 46. 72. 
hlinok 35. hiovöok = feseto na semenec 72. zhnilok = zhnily 
brambor, zhniloch 81. Jiurok 35. 72. hvizdzok = pistalka 72. 
kamynok 35. krizok = skfizena dve dreva 35. 74. malihok = 
malinik 74. medzok = medeny peniz 75. moröok (vysl. 7)iorsdok) 
= morce 75. mucok vsg. mucoku = kdo ji plnou hubou 75 (2). 



Studien zur slavischen Betonung. 57 

oJirahdok = reseto na prosevüui obrabkü Tö, pcr^i/io/t 12. :i5. 
pnok = malj peii 76. j)(.ilkovfioh- = brcbik do podkovy 76. 
pruzhok = lajdi'ik 77. pudok = palice na mackäni bramborii pro 
svine 77. scdzok = ua zebrinoveni vozc prkno, na ktereni se sedi 
78. slarii'ok 35. sindelok 35. trulilok = trublik 35. bU. npl. 
vojocy 49. zym'ok 12. 17. 25, npl. zyni'oky 62. 71, gpl. zym\kut 
61. 88, vgl. sbkr. -äk in d. Typus brzäk, -i'ika Leskieu s. 1 11 (73) : 
-ak nur in ostr. kparak 8. 37. 

-al : ostr. kovol 34. nosol 31. si/iol 34, gsg. .sinola 38. va- 
trol 3-1 (viell. = sbkr. vatrrilj, vaträlja * Feuerschaufel«) : mustal 
18 (: 7na.sfr)Jka). 

-al : ostr. ca7iiloI = tub'ik, dareba : ty caniboh 34. 71. der- 
«70^ = umounenee 34. 71. sudrboi = otrapa, otrbanec 34. 79. 
ikarhof 34. r?/wic// = nadävka tomu, kdo okouni 71 (vgl. (■y7n- 
botocac = okouuL'ti 71). 

-alka : ostr. kotolka (zena) 35. maktolka (proti maktuT] IS. 
iivolka = voda se syra (ua Moravce) 34. 78. gsg. gorolky 53. 

-an : ostr. -un in harun gsg. harana 8. 34. 37. npl. harani 38. 
gpl. baranuü 39. bocun = cap 34. 70. cygun 68. dechrmiti und 
decJiman gsg. öechmana 8. 37. furmun, ^. furmana S. 37. npl. 
furmani 38 : aber -an in balvan = kotouc dymu 70 = sbkr. bal- 
van >Balken«, russ. öoJBäui, (mit festem Akzent »PerUckenstock«-. 
sarpan 34. trhan 34. — poliani 38 (vgl. krescani ebda). 

-ah : ostr. masc. -un (mit festem u 39) in hrtuh g. Jtrtuha 8. 
34. 39 = russ. ropTÜiit, -11 f. (mit festem Akzent), slov. grtan, -ana m. 
hubuh 34 (vgl. hubuhoruv 38). kubuh 34 : aber fem. kij'tin^ gsg. 
kijan^ 8. 34. öepuh 34 : aber polah = hole travuate misto na ho- 
rach 76, 7ia polani 83. 

-Jan : ostr. Morav''an. Tosmov\m 21. ?nekdan. Zyma?i. Mo- 
rovöan. Moliehndan. Lliocan 34. npl. Bruzoc' ahe 21. FruznCahe. 
Morovdahe. LJiocahe 38. [pohani). krekcani 38. 

-anek : ostr. baranek und beranek 8. 

-ahec : ostr. chovahec. usmrkanec. lepahec 36. lizahec = po- 
blavek 36. 74. 

-anka : ostr. -unka in öepunka 18.34 (vgl. cepuh f.). kijunka 
34 (vgl. kijun^ kijane). kasunka 34. obuhka = oi?'e/w = nadoba 
bubnu podobna 18. 75? — duVunka = dubenka 17. 34. 71. ho- 
iiib'unka = druh houby 17. 72. macerunka =^ matei'i douska 



58 Paul Diels, 

74. mrvunJca 17. 34. hacunha = nat' bramborovä 19. 34. 
ostruzunka 34. otaöunka 34. pasm'unka = nit syaziijici pasma 
V pfedenu 17.34. 76. 5/am'ww>5;a = osatka 17. 34.78. vodzu?zka = 
vodova polivka 80, asg. vodzunlcu 88 : aber -anka m polanka 76 
(zu polah = bole travnate misto na horäch), -janka in kocanha 34. 
metelovi' anka pist'ala pastyrska, jake vyräbeji v Metelovicich 75. 

-jankj : ostr. -unky in kazdzutiky 14. 33. 88. malunky = 
malickj 14. 33. 74. 

-jany : ostr. stets -'any^ so drev'any 9. 17. 34. Jdinany {■= hli- 
neny) 34. koscany (= kosteny) 34. kozany (= kozeny) 34. maslany 
(= maslovy) 75 = sbkr. maslen »fett« masleni »Schmalz-«, medzany 
(= medeny) 9. 34. 75 = sbkr. mjeden. nicany (= niteny) 75. olo~ 
v'any (=oloveny) 75, vgl. skr. blövan,-vna,-vno. sklany (=skleny) 
78. slam\iny (= slameny) 9. 17. 34. 78 = sbkr. slämen. veshany 
(= jarni) 80 (zu vesno = jaro). vosöany 9 (= vosteny), vgl. sbkr. 
kurzes -jan Leskien 95. 

-anica : ostr. -anica, so drev' anica. clwvanica 36. kopanica = 
z lesni püdy nove vzdelana role, püda sneliu prostä 36. 74. muro- 
vanica 36. asg. -u 84. sivanica 36. 

-anina : ostr. -a?iina, so puianina (vgl. pudok) = mackane 
brambory pro vepfe 34. 77. struhanina = stroxihdine brambory 34. 79. 

-ar : ostr. -or in cezor ^^=^ tize 17. 34. 71 (vgl. poln. ci^zar, -u). 
kosor 34 (vgl. poln. koszar, -u). moöor 34 : -ar in grejcar 49. hu- 
dar == psi bouda 34. 70. suchar 34. 

-ar : ostr. -or stets (mit Erhaltung des o in der Flexion s. 39), 
so kunor = tlusta haluz 8. 17. 31. 74 (vgl. poln. konar). kalindor 
12. kamynor ?>^. kuminor ?>^. linior IS. masor S.3-i. miskor 
34. mynor 18. piskor = kdo piskä, hudebnik 34. 76. — hra- 
vendor = mravenec 22. 70. drucor = drotar (poln. drociarz) 71. 
</rü'or 17. 21. IiuVor \1. g-p\. hubunoruv ^8. krav'o?' S.U. 21. 
34, npl. krav'ori 88. krdni'or 17. kurv'or 21. mulor 18. 34. 
ovdor 34. popelor 34. ryVor 17. 84 (3). gsg. ryVora 84, dsg. 
ryh'orovi 84, vsg. ryVoru 84 (vgl. roba ryVorova 84), aber 
cisaf 19. 26, vgl. sbkr. -är mit ursprünglichem Endton bei Ablei- 
tung von Worten mit Endbetonung oder nicht fester Wurzelbetonung, 
8. Leskien s. 87 (19) ff. 

-ara : ostr. klodary 34, vgl. sbkr. ursprünglich betontes -ära 
Leskien 86. 



Studien zur slavißchen Betonun«:. 59 

-arcik : ostr. kolardik. mytiardi/c (vgl. mi/norj. 7nasurdik (: 7??«- 
sor). pekardik 17. 

-arka : ostr. -orka in krurorka 8. 17. 21. IM. vxodorka 18. 
(vgl. An/r'or). musorka 34. ;;.s'o;-/;« == jcdovatä bouba, uezdarenc, 
zakrnele ovoce 34. 77. *• ^o /or^a = zena stohirova 17. vytnin- 
6 orka 34 : aber -arka in hednarka 17. 35. cesarka = tesarskc re- 
meslo 17. kucharka 17. stohirku 17. 35 (aber 6/o/o?7ta, 8. o.). 

-arecka : ostr. krac^orcöka 17. 

-ariia : ostr. letan'ia = Laterne 1 1. 20. hclarnn 34. susarua 34. 

-ursky : ostr. hednarsky. mynarsky 17. 

-arys : ostr. tovaryi 17, gpl. tocarysi 40. 

-as : ostr. inamlas 22. 30. vyhijus (nikoli vyh'as) = nasilnik 30. 
SO. chudzas 30. 

-asa : ostr. klbana 10. 

-as : ostr. lantas = lajdak 30. 74. korhas 30. 

-asek : ostr. barosek 32. 

-at in d. Zablworten: ^ezdcsat 10. 51. 89. 

-aty : ostr. öo/iafy 08, bohateho 19, hohatymu 19, lohaci 19, 
subst. gsg. hohacfva 87 (2), hoJiactci 35. npl. i.Jedovate 70. ipikaiy. 
uziovafy 35. 

-atek : ostr. kabotek 19. 

-atka : ostr. syrvotka IG. 

-atyka : ostr. pijatyka 35. patyka 70. 

-jat- in neutralen Stämmen: ostr. ce/a 19. 40. gsg. celaca 10, 
ce/ac/ und celccy 19. f/i/r« 83, gsg. dzicaca 83. holub'a 40. hrlb'a 
17. 40. gsg. hrib'aca 10. 17. A-wj'ra 40. Äoca 40. 73. gsg. kocaca 73. 
/coc/a 40. Ä«ra 40 (Paradigma], gsg. kuraca 10. 20, isg. ca ... /twru- 
cm 12. gpl. kurot 40. prasa., gpl. prasot 24. 

-jatko : ostr. dzicotko 83 u. ö. dzivÖotko 32. chalupotko 
32. gpl. -o?'<?>t 88. chiapdotko 'i'l. chlopoiko M .'61. kurotko 

32. syndotko 32. ztirotko 32. 

-ava : ostr. pinkava 11, sbkr. im allg. ursprüngl. betontes -iiva, 
Leskien, Quantität im Serbiseben A, s. 81 (13). 

-avy : ostr. -cfy, so hidnavy 33. 35. bridavy 35. brhavy 35. 
cmavy 19. dociska')y = nalehavy 71. drobn.ivy = trocbu drobny 

33. 35. 71. chuderla'-y 33. 35. kvavy 15. 18. pluhavy 14. zarzavy 
1 0. zimavo 40. iZ/öi-y 80 = sbkr. -äv nur in krvüv, bestimmt krvävi, 
sonst -äv, Leskien 81 (13), vgl. nocb rdav. 



ßQ Paul Diels, 

-aYiü : OBtr. kvavic IS. 60. pokvavic \d. ^YSLes. /cvavim. impt. 
/a-ac. part. kvavii 60. p. pass. 2^okvavyny 60. 76. 

-2iwh\i: Q^ix. koavSc 15.59. ^v^Q^.kvavim. imrt. kvavif^ kvavSia 
59. zarzüV/H 16. 

-avica : ostr. bliskavica 3Ö. fujavica = metelice, vanice ua- 
padlvm uz snehem 36. 72. nohatic (gpl.) 42. plaskavica = destive 
pocasi 14. 36. 76. 

-avina : ostr. vrzavina = vrhnute, zorane pole SO. 

-jaz : ostr. retoz gsg. retaza 8. 10. 19. 37. retozka 8. 10. 19. 

-jazg : ostr. droVazcj 35 (vgl. poln. drobiazg). 

C. Deklinationsendaugen. 

nsg. f. -a : ostr. stets -a, aber -o = c. -a im bestimmten Ad- 
jektiv s. 47, z. B. kazdo 83. druho 83. sumno 83. kralovsko 84. 
mlado 84. iifo 85. 87. prozno 86. </o&ro 86. 88. 

gsg. m. ü. -a : ostr. stets -a, aber -jo bei den neutralen -ijc- 
Stämmen: brezo \.\. fojstv'o 41. haiuzo 25. ;s Jiusdo do husdo 

84. cÄaJ'o 41. kvapo A\. lisco 19. oJ27o (dagegen npl. o5?7a) 9. 
ostro 41. pero. podstolo. pruco 41. sv^dum^o 41. skolo 41. 
tru'ni'o 22. 41. «rJ'o 17. 41. s^rav'o 21. se/o (dagegen npl. 2;e/a) 
9.41.71. — meskano 84 (2). — znamyno (aber npl. znamynii) 41. 
— Ferner -0 in einigen Zeitbestimmungen: gsg. dopoledho. od- 
poledho (na rozdil od: od pohdha) 45 (gegen c?2;w gsg.dna). Jedn. 
genitiv of/ veswa (= od jara) se rozlisil od tvaru odvesno (=na jare) 
40. 80. Od vedera se odlisilo od odveöero = po poledni 38. 80. 

npl. ntr. -a : ostr. stets -a. 

Ipl. -ach : ostr. stets -ach (vgl. bes. znamyhach 41). 
ipl. -ami : ostr. stets -ami (vgl. bes. znamyhami 41). 
nadn. -a : ostr. dta s. d., oha 50. 89. 

dida. usw. -ma : dvima. oh'ima 50. instr. der Zahl worte : iruma. 
styruma 51. s pecuma. s desecuma 51. ^jreJ dvacecuma rokami 51. 

85. e zjeho styradtacecuma kunami 87. 

D. Konjugationsendungen. 

Transgressiv praes.: ostr. huda (ve rceui : huda tebu). v oca 
zdra 53. 

Part, praes.: ostr. svicacy 53. 79. hlisdacy = leskly 53. 70. 
3. pl. praes. -ja « -?tx) : ostr. stets -Jo (bei den Verbaltypen 



Studien zur elavischen Betonung. G l 

trpiti: trpOy protifi: pro^^o 3. l<i. 5'.) u. ü. l'fi niiikäni jest krütke 
-a ve vyrazich: c^c/zu, to je tak! ify^a 53. 

Verba (mehrsilbige) auf -ati -ovati : ostr. inf. stets -ac -ovar. 
praes. 1. sg. -um. 2. sg. -os. 3. sg. -o. 1. pl. -umc. 1. pl. -urc. 3. pl. 
-aju. iiiipt. -oj -oj'ce. part. -of, -afa, -a/o, pl. -alf, -abj. part. paBS. 
-lutij -otaivj 8. 52. 61. 62. 06, vgl. Doch tiijilovunij 20. pijdny zw. pic 
bl. podzuhiouj 76. cijpdjduny 52.62. polulane 85. öubst. -atti 9. 52. 
Vgl. snidani 19. bes. mesicaho 81 (2). 



Aus der Vergleichuug unseres Dialektes mit deui KSlUlslavischen 
ergibt sich als erste und wichtigste Tatsache, daß, abgesehen von 
kontrahierten Formen wie l.roc usw., jedes serbokroatische 
kurze a in zwei- und mehrsilbigen Worten durch a, d. h. 
durch die Kürze, vertreten ist. Es handelt sich dabei, zu- 
weilen in Übereinstimmung, öfters im Gegensatze mit der eechischen 
Schriftsprache, um folgende Worte: ale (= c.), ahel (= c.), a7ii 
(= c.), ba (= c.), baha (c. baba), babicula (= c.), babka (= c.), bal- 
vafi (= c.), bona (c. bane), zbacic se (= c.), blato (c. blato), brac 
(c. bräti, aber nabrati, pobrati, vybrati), brater usw., brafersky, bra- 
tershco (= c.), cpac ^c. cpati], das [= c.), dekac (= c.), öakaÖ usw., 
dodkac (= c.), dzabol (c. d'abel), dac (c. dati, aber predati, podati 
usw.\ £/arorac(=c.), dahko (= c.), dale (c. dtile), dzacel (= c.), gsg. 
dlan6 (= c.), draha (c. draha\ comp, f/rc/i/, gsg. hada (= c.), /i^u- 
vity 9 (= c.), Äwac (c. hnati, aber prohnati), hrab^ (c. hräbe), krach., 
gsg. hrachu., hrac/iovisko, hrachovina (= c., aber nsg. hräch), Irac, 
part. fem. hraia (c. hrati, vyhräti, part. hrala und hrala), chfap (= c.), 
chtapec (= c.),jabkOjjabho't usw. (= c.),ja^ovizna,jafucka (= c.), 
j'ama (c. jama), j'asin (= c.), jasny (= c.), j'avur (== c.), j'udmi^n 
(= c.), jahha (= c.), j'araby (= c.), yas/e (= e.), jasirob (= c.), 
Jasöur {= c.), Jazovec (= c.), kaniyh usw. (c. kamen, g. kamene 
usw., kamenek, kamenny, kamenar usw.), A-c^ac (= c.), ^aA'a (=: c.), 
kasiac (= c.), kafka 1= c.), kazovac usw. (= c.), klada c. kläda), 
Ä/air, part. f. kiadia, p. pass. kiadzyny (c. klasti, aber kladl usw.), 
klaiiac se (= c.), klaknuc [= c.), part. f. ukradia., p. pass. ukradzymj 
(= c.), krava usw. (c. krava), labuce (= c.), iakumy (= c.), laptac ? 
(= c.), ^asÄa (c. läska), /af/c (= c.), zelhac (= c.), macocha (= c.), 
maÄ (c. mak, g. mäku), mamlas (= c.), wgs/o usw. (c. maslo), mazac 
(= c.), comp, miadsi? (= c.), gsg. mrazu usw. (= c., nsg. ^«roz = 



ß2 Paul Diels, 

c. mraz), nami (c. nämi), 7ias (c. näs, nase, naseho usw.), padac^ padnu 
usw. (= c.), papac (= c.), paprutka (= c.), para (c. para), pasc., part. 
i.pcafa,^sxxt.pasy}ii/,pasa,2}asfyr{=e.-j^Asti, pasl, pasla, paslo,pasen, 
pastjr), jöa*mo usw. (c. päsmo), -patric {= c.), pasc (= c.), patery 
(= c.), plakac (= c.), piamyh (= c.), 2^faz{c {= c.), ji?rac (c. prati, 
aber opratiusw.), prah, pralm (c.prab, prahu), />ram?//^ {=c.)^ prasa 
(= c.), adv. pravo, sprava, pravic (c. prävo n. »Recht«, sprava), 
prasc, pracUa^ pradzyny (c. pristi, predla, -o, preden), pradza, pra&- 
lica (c. pfize, pfeslice), rada^ adv. rado, radosc (c. rada, radost), raj 
(c. raj, raje), ramyno (c. rame, ramene oder rameno), ra7ia (c. rana), 
rano (c. rano), rvac usw. (c. rväti, aber vyrvati), sadlo (c. sadlo), skaia 
(c. Skala), biama^ slanüany usw. (c. slama, slameny), spac^ spaia, -o 
(c. späti, aber pospati usw., spal, -a,-o), srac (c. srati, aber posrati), stac^ 
staia, -0, stanuc^ stavic, stavi'ac (c. stäti, aber dostati, stal, -a, -o, 
stanu usw., staviti, staveti), -starac (= c.), svadzha (= c.), söava 
(c. st'ava), tanio (= c.), tata, tatiw (c. täta), tkac (c. tkati), zavadzac 
(c. vazeti), v'adnuc (= c.), 'oami (c. vami), vlalia (c. vlaha), iastuvka 
(== c.), iJrawa (c. vräna), vracac (= c.), if/c (= c.), Z7icic (c. znati, 
aber poznati usw.), zaha (c. zaba), zaiosc (= c.). 

In Suffixen: -«?? in balvan, -Jan- in Stoffadjektiven, -ara^ -at 
in bohaty usw., -/a^ in neutralen Stämmen, -ava, -avy^ Infinitive 
auf -ac usw. 

Der Ostravicadialekt steht mit dieser Vertretung der serbo- 
kroatischen Kürze keineswegs allein. Ganz dasselbe bemerken wir 
z. B. im Dialekt von Polna (Böhmen, Bezirkshauptmannschaft 
Deutsch-Brod) i) : a statt ä herrscht in hlato, daka^ d'ama = 
jama, klada, krava, mak, plad, pral/, praskaf, rana, sanc, skala, 
vrana, zaha und in den Infinitiven brat, cpat, dat usw., ganz ähn- 
lich auch in Polnicka (Böhmen, Bezirkshauptmannschaft Chote- 
bor) 2), Der Umfang der Erscheinung, ihre Abgrenzung gegen das 



1) Ignäc Hosek, Näreci Ceskoinoravske I. Podreci Polenske. V Praze 
1900 (Rozpravy C. Ak. Trida III. Eocnik VIII. Öislo 1) s. 13. 

2) Ebda II. Podreci Polnicke. 1. V Praze 1905 (Rozpravy C.Ak. Trida UI. 
Cislo 21) 3. 8. Hier (und vielleicht im Polnaer Dialekt) bemerken wir freilich, 
daß släma und präca (z.T. auch kräva) die Quantität der Schriftsprache haben, 
für die Beurteilung der ganzen Erscheinung ist das relativ gleichgiltig, da es 
sich nur um io?-^Gruppen handelt. Die einfachen Vokale bleiben immer kurz. 



Studien zur elavischen Betonunj?. 63 

Gebiet der Bcliriftspraehlicheu Quautitüt bleibt diirnacb noeb fest- 
zustellen. 

Gestört wird dieses Bild in einsilbii::en Worten : ein sonst kurzer 
Vokal verscbiedeuer Herkunft) erscheint hier als o und /war in 
folgenden Fällen : 

part. hrol usw.: Irafa^ hrali li. bral, -a, -o) und so stets im 
masc. sg. der participia auf -al. Ifn/u gpl. von Lranu (c.bran: bnina;, 
impt. cpoj'il'. cpej), dodkoj neben dodkrj\ ^\. podkejöc, doj nsw. 
neben dej mi, 77iu, dejz to l\imhtt, dojme dojrc neben dcjme dcjvc 
(c. nur dej,dejte), predoj, gsg. -daja. dfu/i, g. diane (e. dlaii 
dlane), /lod, g. /tada (c. bad, bada), ///or/, g. Itfudu (c. hlad, hladu , 
impt. /iroj (e. braj und brej), zuA-oz, g. zakuzu (c. zakazi, nakoz^ 
g. nakazu (c. näkaz?), part. klod : kladla (c. kladl, kladla), impt. 
kroj., pa.rt. -kr od : -krud hl (c. kradl, kradla), gi[)\. krov : krava 
(c. krav : krava), impt. loj hjce (c. laj lajte), tnroz : mrazu (c. mniz: 
mrazu), ymm >un9< (c. näm), -pod: -pädia (c.padl pädia), />«w iron., 
sonst pan i. pan), pos : pcufa (c. pasl, pasla, -o), prov : prava, 
pravo (c. präv : pravy), imp. prov, provfne, provce : praviö (c. 
prav, praviti), prod : pradia ic. predl,predla,-o), rod : rada (e. räd, 
rada!, impt. rodz, rodzce : radzic (c. rad': raditi), roz : razu, od- 
razu usw. (c. räz, nizu), sicin : aayna usw. (c. sam, sama, -o, samy), 
stun : stunde : stanuc, stoi : staia (c. stal, stala), impt. -stov 
'Stovce : stavino/ta, stavic (c. stav, stavte; staviti, stavikrev), sei 
(gpl.) : satuD usw. (c. sat), impt. iieiklob &e : sklabic se (c. skleb : 
sklcbiti se), povol : povahi (c. poval), vum »euch« (c. vam), pro- 
voz : protazu (c. provaz), vios (gpl.): vias, tlasy (c. vlas, vlasy), 
gpl. vrot \ vrata (c. vrata, vrat), koiovrot : vraiu (c. kolovrat), 
imißt. pozdrov : pozdrav Pambu : -zdravic (c. pozdrav, -zdravte, 
-zdraviti), zol : zalu (c. zal), zlob : zlalii (c. zlab). 

Hierher gehören ferner die Suffixe -«i m jastrob : -aha (c. 
jesträb, jesthiba), -^^^ in olijdoj '. ohjdaju (c. obycej), -a7i m ba- 
run : barana (c. heran), bechmun : -ana (c. cechman), furmun 
(c. forman), -ah in f. kijuh : -a?ie, gpl. -j'ot zu ntris auf -/«, retoz: 
retaza (c. fetez), impt. -oj -ojcc zu allen Verben auf -c/c. 

Diese Dehnung unterbleibt nicht selten in anderen ähnlich 
gearteten Fällen, ich konnte keine ganz befriedigende Lösung fin- 
den. Genauere Erforschung dieses oder eines ähnlichen Dialektes 
wird vielleicht die Prinzipien erkennen lassen und auch zeigen, wie 



64 Paul Diels, 

weit dabei die Art des folgenden (wortschließenden) Konsonanten 
von Bedeutung ist. 

Läng-uug einer ehemals kurzen Silbe kann auch durch Kon- 
traktion eintreten. Hierhin gehören vor allem die Verba mit dem 
Infinitivausgang -joc <^-ejati^ nämlich -dzoc^ hroc^ cWoc. se^ loc^ 
soc, sm^oc se, v''oc, zoc, zdroc (c. diti, chviti oder chveti, hfati, siti, 
smati se, vati, zati, zrati). o herrscht im Infinitiv, im ganzen Parti- 
zipium Praeteriti (dagegen in der bestimmten Form des Adjektivs 
zdraly = c. zralj), im allgemeinen auch im part. pass. auf -aty : 
odioty^ hroty, loty, nalofy, soty (dagegen klaty zu kloc)^ im Verbal- 
substantiv auf -a^e: odzoci, loci, ferner in locina und so ctfia. Ab- 
weichend ist proc, das im Inf. auch prac und im Partizipium prae- 
teriti den Wechsel -oi : -ala hat, der sonst die unkontrahierten 
Verba charakterisiert [stoi : staia^ vzoi : viala usw.), Verbalsub- 
stantiv prani, dazu auch protel. 

Hierhin gehört auch der gsg. auf erweichtes o bei den -ija- 
Neutris (Kollektiven, Verbalsubstantiven und Worten wie znameni). 

Im Serbokroatischen entspricht in den meisten Fällen die 
Gruppe -ija-. Hier sei einstweilen darauf aufmerksam gemacht, 
daß diese Lautgruppe auch im Slovenischen z. T. den Akzent auf 
dem zweiten Vokal trägt. Mit Notwendigkeit trat dann auch hier 
langes a ein^), vgl. dejäti, lejiiti, prijätelj, sejati, zijati: aber ogre- 
jati, -am = ogrevati, pogrejati = pogrevati, ugrejati = ugrevati, 
nalijati, -am = nalivati usw., prijati, -am, vejati, -jam, -jem, zre- 
jati, -jam, -jem 2). 

Für znamyno usw. kann ebenfalls an das Slovenische erinnert 
werden, an die endbetonten -ija-Neutra wie zelenj^ gen. zelenja, 
cvrtj^, cvrtja usw. (Skrabec, Cvetje 13, 8). 

Kontraktion von -o/«- ^-0- bemerken wir in hoc,boi,bola sey 



1) In der gesprochenen SjDrache schwindet der erste Vokal dann ganz, 
wodurch die Ähnlichkeit mit dem Ostr. vollständig wird, vgl. z. B. Preseren 
s. 125: In täm na tehtnico svet'ga Mihela s Petrarkom djala sva sonete svoje. 
Übrigens zeigt Kiizmics' Schreibung djäti, -leäti, daß vielleicht auch im Slov. 
hier eine spezielle Dehnung vorliegt, da sein Dialekt sonst die Kürze erhält. 

-) Da von diesen anfangsbetonten Worten -grejati und -Itjati auch im 
Praes. mit -a-, und überhaupt ganz wie die Formen -grrvati, -livati flektiert 
werden, so kommen sie hier nicht weiter in Betracht. Von den Verben mit 
betontem ä hat nur zijüti das -a- Präsens. 



I 



Stiidieu zur shivischen Betouunij. 65 

sfoc^ stof, stoia^ aber im Verbalsubstantiv staut. KUrze dagegen 
zeigt sich in pas, panu, vgl. auch jm/c <^ uo ah'. 

Kontraktion von -aj'a- ^-o- in kj'oc krol krola^ kroty.^ lo^ 
/ol, hfa, aber hni/ nnd Verbalsubstantiv him\ toc, fo/, toia^ 
aber Verbalsubstantiv /«///, ferner im nsgf. des bestimmten Adj. 
dobro usw. 

Kontraktion von -ajc- >> -<>- im Praes. der V. Klasse usw. 

Von allen übrigen Längen des Ostr. darf behauptet 
werden, daß sie serbokroatischen Längen entsprechen. 
Zwar ist bei weitem nicht jedes serbokroatische Ti auch im Ostr. 
oder im Cech., das hier im ganzen mit dem Ostr. übereinstimmt) 
durch (== äi vertreten. Die Übereinstimmung, die wir beim 
kurzen a fanden, legt es aber doch wohl nahe, einen engeren Zu- 
sammenhang und eine Erklärung für die Ausnahmen zu suchen. 
Ich nehme also an, daß die südslavische Verteilung der Quantitäten 
im Grunde identisch ist mit der böhmischen (vielleicht auch mit der 
polnischen). Von da aus lassen sich die Tatsachen, wie ich glaube, 
ganz gut verstehen. Das Serbokroatische hat, als einzige unter den 
slavischen Sprachen, freien Akzent und freie Quantität, es hat also 
hier von vorn herein das größte Eecht, als ursprünglich zu gelten. 

Die bekannte Regel von der Erhaltung der Länge vor dem 
ursprünglichen Akzent halte ich praktisch für richtig. Greifbar 
wird die alte Länge vor allem in einigen lufinitivformen : Wäh- 
rend wir sbkr. -ati stets durch -ac 'und ebenso -jeti durch -t'r) ver- 
treten fanden, sind die wenigen langvokalischeu Infinitive des 
Serbokroatischen auch im Ostr. lang: sbkr. tresti (slov. tr^sti) = 
ostr. ti'osc (neben trasc) i), sbkr. uzcti usw. (slov. vz^ti) = ostr. joc., 
shoc, ujoc, vzoc (neben vzac)^ sbkr. kleti (slov. kl(jti) = ostr. klcc., 
sbkr. zaceti (slov. zac^ti) = ostr. -6oc^ sbkr. pcti (slov. p^ti) =r ostr. 
/)oc, vgl. noch ostr. zoc, coc = slov. tqü 2). 

Bei den Substantiven liegt die Sache nicht so günstig: einige 
wichtige Worte widersprechen der Regel, doch dürften sie keine 
generelle Bedeutung haben: es heißt chvaia Bohu gegen c. chväla, 
sbkr. hväla (mit festem Akzent), doch ist ein solcher formelhafter 



1) trasc mag auf der Analogie von Inf. wie prasc, pasö., kiasc, kraic be- 
ruhen, mit denen t'rasi' im übrigen übereinstimmt. 

~) Über die Partizipia dieser Verba sowie einiger anderer wird weiter 
unten (s. 76) gehandelt werden. 

Archiv für slavische Philologie. XXXI. 5 



56 Paul Diels, 

Ausruf schließlich nicht beweisend für die absolute Form des Wor- 
tes i). Nach sbkr. bräna (mit festem Akzent], c. bräna erwarten wir 
ferner *hruna^ es heißt aber osti*. hnma (gpl. hrun). Hier kann an 
eine dialektische Betonungsverschiedenheit gedacht werden, wie 
sie offenbar zwischen sbkr. bräna und russ. öopoHa (betont wie ro- 
jioBa) obwaltet. Schwierig ist allerdings viada : c. vlada, sbkr. vläda 
(mit festem Akzent) ^j. 

Auch kral und seine Ableitungen (c. kral, kralik, kralovä, krä- 
lovna, kralovstvi = sbkr. krälj kralja mit festem steigenden Ak- 
zent) entzieht sich der Regel. Grundlegend für die Beurteilung ist 
hier der Unterschied, den der Dialekt zwischen krolik »Kaninchen« 
und kralik »kleiner König« macht: offenbar ist in krolik, das seiner 
Bedeutung nach dem Hauptwort ferner steht, die echte Form er- 
halten und kral mit allen seinen Ableitungön ist Cechismus 3). 

cMop dagegen scheint die Regel zu bestätigen. Ich zitierte 
oben s.v. Budmani's Worte, aus denen hervorgeht, daß das Serbo- 
kroatische in diesem Worte ebenfalls eine doppelte Quantität 
kannte : sbkr. hläp = ostr. cMap kann hier aus dem Spiele bleiben, 
sbkr. hläp (mit langem a) hat nach dem Zeugnis Della Bella's ^) stei- 

1) Sonst würde man aus ostr. beda rety! = pomozte! 70 ein Substantiv 
heda erschließen, es heißt aber ostr. lida. Nach hida darf wohl auch *chtcoia 
als echte Form angesetzt werden. 

-) Im Eussischen nicht vorhanden. 

3) Genau so wie das cech. hräl die einheimische Form krol im Sorbischen 
verdrängt hat: krol hat hier nur bis zum Anfang des XVII. Jahrh. existiert, 
hrolestioo etwas länger. Im übrigen sind die Familiennamen Kroll, Gruhl, 
Grollig, Greulich die einzigen Reste der echten Form, vgl. Mucke, Laut- und 
Formenlehre der niedersorbischen Sprache s. 35. 

4) s. 766 b Villano, chi e nato ed allevato in villa . . . Hläp, pa.m. parola 
di disprezzo. Akut und Zirkumflex bedeuten bei D. B. das Umgekehrte wie 
bei Vuk. Della Bella's Zeugnis ist in diesem Punkte absolut unanfechtbar, 
denn wo er in der Verteilung der Akzentqualitäten Vuk widerspricht, steht 
er völlig auf dem Boden der von Resetar beschriebenen Dialekte, so finde ich 
steigenden Akzent in Abweichung von Vuk in folgenden Worten: 652 b schia- 
vina, Sorte di coperta, cento = bjegl, glja. 139a bersaglio — cigl, iglja. 66b 
alocco. 152a bufo = chjuk, üka. 542b parte = dil, la. in parte = koimgod 
djelom. mezza parte = pö djela usw., vgl. Res. s. 53. 344 a giglio = Ijer, ra, 
vgl. Res. s. 54. 442b loglio = gljügl, glja. 579b preda = pljen, pljena. 445b 
lumaca = spüx, xa, vgl. Res. s. 53. 197 b coda = rep, pa, vgl. Res. s. 54. 135a 
beffa = rüg, üga. I35a beffa = smjeh, eha, vgl. Res. s. 54. 344a ginepro = 
smrjSk, eka. 671b servo di corte = zdnr, ra. 360 a grue = xdraal, äla. xdrö. 



Studien zur slavischen Betonung. 67 

genden Akzent gehabt, ostr. rlJop (mit uinvaudell)arem o) ii<t daher 
gauz iu der Orduuug. 

Über szpok, nzpoka läßt sich nicht urteilen, da dies Wort im 
Serbokroatischen fehlt, srob^ srolu (c. st'äv, st ävu) ist zwar im Slo- 
vcuisclien vertreten, doch kann die von Plctersnik verzeichnete 
Betonung scäv, scava unmöglich dem ostr. festen o = h. festem ä 
entsprechen, trokij mag Polonismus sein '-. 

Bei den Neutris folgt plotno (c. plätno -= sbkr. ph'itno, slov. 
phitno, r. no.ioTiio : plur. no.iuTiia) der Kegel, nicht aber dluto (c. 
dlato = sbkr. dlijeto, slov. dleto russ. aojioto : pl. Ao.aÖTa, vgl. auch 
Jarmu (= c., aber sbkr. järam)^). 

Doch wird die IJegel schließlich über jeden Zweifel erhoben 
durch die feste Länge in den Suffixen ostr. -od 3), -oä*), -ci'^]. Da- 
hin gehören vielleicht auch vatrol = sbkr. väträlj, vaträlja, Jco^or 
= slov. kosar > Handkorb«, modor = slov. mocvar m. »Sumpf«. 
Mit den letzten beiden Beispielen mache ich aber bereits eine An- 
nahme, die erst begründet werden muß ^). 



dräla. 160a callo = xügl, üglja, vgl. Res. s. 53. Daß hier auch der nsg. stei- 
gend betont ist, entspricht freilich der heutigen stokav. Betonung nicht, es 
erinnert vielmehr an die cakav. Betonung IjüIJ : Ijüljä usw. Mazuranic, Slov- 
nica Hervatska I-, s. IG. 

1) ostr. 7naj gegen c. mäj, mäje, slov. m;'ij ist natürlich ganz gleichgiltig. 

~] Doch ist c. jarmo wegen r ein Polonismus nach Gebauer, Eist, mluvn. 
I, 8. 344! 

3) So ist offenbar die echte Form des Suffixes anzusetzen, nach dem iso- 
lierten ko^oc = sbkr. köläc. koläca, slov. koläc, dann auch nach kojioc als Be- 
zeichnung eines Instrumentes = sbkr. k6päc, kopäca, slov. kopäc. -ac in den 
nomina agentis beruht offenbar auf Angleichung an die zugehörigen Feminina 
auf -acka wie kopacka, oracka. Vgl. die umgekehrte Ausgleichung bei -or -orka 
und hnoJ: kovclka. 

*) Über das vereinzelte sparak läßt sich nichts sagen. 

'>) Dazu -orka als Bezeichnung der zugehörigen Frau : krav'orka,sto?oi ka, 
aber -arka als Bezeichnung des Handwerks: resarka, sfoiarka. 

C; Aus dem Ostr. käme noch die Behandlung des Vokals e in Betracht. 
Hierfür aber ist das Material gering: im wesentlichen handelt es sich auch 
hier 1) um Erhaltung alter Kürze gegenüber der Schriftsprache: bfeza, veter. 
2) um Dehnung der letzten Silbe: brih : bh-ha, s. d. Zusammenstellung der Ab- 
weichungen von der Schriftsprache bei Loris s. 11. Bei anderen Vokalen sind, 
wie bemerkt, keine Spuren von Quantitätsunterschieden erhalten. 



68 Paul Diels, 

V 

2. Die Behandlung der alten Längen im Ceehisehen. 

Die serbokroatische Quantität zugrunde gelegt, fragt es sich 
nun, wann und aus welchen Gründen einem serbokroatischen ä 
usw. ein cech. ä usw. entspricht. Es handelt sich hier nicht um 
Einzelfälle, sondern um ganze Kategorien, vor allem um die No- 
mina mit wechselnder Akzentlage ^). 

Nehmen wir einmal sbkr. ffkwa, asg. gliivu^ napl. gJuve = c. 
Idava. In den steigend betonten Kasus unterscheidet sich dieses 
Wort nicht von hväla^ hier kann also der Grund für die Verkürzung 
nicht liegen. Man hat daher angenommen, daß der Akzent der 
fallend betonten Kasus durchgedrungen sei. Dagegen erheben sich 
zwei schwere Bedenken: einmal entfällt dadurch jede Möglichkeit, 
die südslavische und die cechische Quantität durch greifbare Pro- 
zesse aus einer gemeinsamen Grundlage entstanden zu denken, 
denn daß die betonte Länge zur Kürze würde, die unbetonte (oder 
sekundär betonte) aber lang bliebe, widerspricht jeder Erfahrung. 
Die angenommene Ausgleichung ist aber überhaupt unwahrschein- 
lich. Wenn der Acc. Sg. im Verein mit dem Nom. Acc. Plur. den 
anderen Kasus seine Betonung aufzwingt, so beruht das auf geisti- 
gen Vorgängen, die im gleichen Falle auch anderswo wirksam sein 
müßten. Das ist aber nicht der Fall. Wo wir sonst eine Ausglei- 
chung im Akzent dieser Feminina finden, schlagen stets die end- 
betonten Formen durch, so im Südgroßrussischen 2) und im Bulga- 
schen3). Allenfalls kann eine Ausgleichung in dem Sinne statt- 



1) Die folgenden Untersuchungen berücksichtigen den Ostravicadialekt 
nur nebenher, weil er mit der Schriftsprache hier prinzipiell übereinstimmt. Es 
wird also vor allem die Entstehung der schriftsprachl. Kürzen untersucht, und 
zwar auch für die übrigen Vokale, nicht nur für n. 

Das Material für die serbokroat. Betonung entnehme ich für die Nomina 
vor allem der Abh. von Pavic Rad 59, für die Adjektiva und Verba den Ab- 
handlungen von Danicic im Ead, für die sloven. Nomina waren mir vor allem 
die Zusammenstellungen von Skrabec, Cvetje z vertov svetiga Franciska 13, 
für die Adjektiva und Verba das Wörterbuch von Pletersnik und in zweiter 
Linie Valjavec' Prinos k naglasu nützlich. 

2) s. Cernysev, OcoöeHuociu MemoECKaro yjapenifl KaKt loacHOBejiHKopyc- 
CKaro Booöme (Izvestija der russ. Abteilung der Kais. Ak. d. Wiss. III, Beilage) 
8. 87 : Hory, pyKV, ro.iOBy, som^io, ccmlio. 

3) s. Miletiö, Das Ostbulgarische Schriften der Balkankommission der 



Stadien zur slaviscben Betonung. 69 

finden, daß der Noni. Aee. Plur. den Akzent des Gen. Pliir. an- 
nimmt '). 

Eine rationelle Erklärung der t-echischen Quantität kann nur 
mit drei Faktoren rechnen: Dehnunj^ alter Kürze unter dem Ak- 
zent, Erhaltung alter Länge unter dem Akzent, Verkürzung alter 
Länge in nicht betonter Silbe. 

Wir sahen oben, daü serbokroatisches kurzes a im Ostr. stets 
durch Kürze vertreten ist. Das gilt sicher nicht nur für das Ostr., 
sondern auch für viele andere ostböhmische Dialekte, jedenfalls 
auch für das Polnische und für das Ostslovenische. Es ist ohne 
Zweifel möglich, hierin das L^sprUngliche zu sehen, und im West- 
böhmischen und Westsloveuischen Dehnung der alten Kürze unter 
dem alten Akzent anzunehmen: die betr. sbkr. Worte haben ja fast 
alle festen (fallenden) Akzent auf dem a. 

Für die übrigen Feminina (um zunächst einmal mit diesen zu 
beginnen) ist ein Zustand vorauszusetzen, in dem Worte vric sbkr. 
/ivü/a einen festen (wenn auch sekundären) Akzent auf der ur- 
sprünglich stets unakzentuierten Wurzelsilbe erhalten, Worte wie 
ffldvn -.glacu dagegen einen (wenn auch sekundären) Akzentwechsel, 
der den Ton z. T. auf die Endsilben treten läßt. 

Ein solcher Zustand ist gewiß merkwürdig, wir brauchen ihn 
aber gar nicht zu erschließen, da er im Sloveuischen tatsächlich 
vorliegt. Daß die slo venische Betonung, als Erklärungsprinzip, 
auch geographisch näher liegt, als die serbokroatische, braucht 
wohl kaum bemerkt zu werden. 

Zur ersten Gruppe (sbkr,, slov. Jivdla mit festem Akzent) 
gehören im Cechischen: hräna (sbkr. und slov. mit festem Akzent, 
anders russ. öopona, vgl. ostr. hrana)^ hräzda (= sbkr. slov., aber 
russ. öopo3ja mit Akzentwechsel), hUsta (== sbkr. slov. russ.', 
cJiväla (= sbkr. slov. russ.), liha (= sbkr. slov. russ.), lüka 
(= sbkr. slov. russ.), louka (= sbkr. slov.), mouha (= sbkr. slov. 
russ.) prouha (= sbkr. slov.), stice (= sbkr. slov., aber russ. 
cBi'iu : npl. CB'L'm), träta (= slov., aber sbkr. träva : npl. tratCy 

Kais. Ak. d. Wiss. in Wien Heft II; s. 54: röA«, dusli, zmijä, zeiliä, glavä, j)eto, 
Jiula usw. mit festem Akzent. 

^) So gelegentlich auf weißrussischem Gebiete ra.iiiEi.T, z. B. in Gatov, 
Kreis Minsk, Gouv. Minsk Jzv. III, Beil. s. lö), Pljusy, Kreis Novo-Alexan- 
drovsk, Gouv. Kovno ebda s. 51;. 



70 Paul Diels, 

russ. TpaBa : plur. TpaoLi), trouha (= sbkr. slov., aber russ. wie 
Tpaoä), vläda (= sbkr. slov.), zäre (= slov. russ.), zläza (= sbkr. 
slov., aber russ. a^e.iesa : npl. acejiesu) u. a. i). 

Der zweiten Gruppe slov. gläva^ g. glave^ dat. loc. glävi, acc. 
glavo \ pod glavo^ instr. glav^, nom. acc. plur. glave^ dpi. gla- 
väm^ Ipl. glaväh, ipl. glaviami entsprechen im Cech, durchweg 
kurzvokalige Substantiva : hrada {■=■ sbkr. slov. russ.) , lüava 
(= sbkr. slov. russ.), lirada (= sbkr. slov., russ. rp;iAä : npl. 
rpflAti), pcda (-= sbkr. slov., russ. naxa : npl. naTti), ruka (= sbkr. 
slov. russ.), Stella (= sbkr. slov. russ.), zima (= sbkr. slov. russ.). 

Kurzvokalig sind aber im Cech. auch einige Substantiva, die 
im Slovenischen der ersten Gruppe angehören. Bei den Schwan- 
kungen, denen die Zahl der akzentwechselnden Substantiva überall 
unterworfen ist, kann das nicht weiter auffallen. Hierher gehören 
cena (= russ. i^inä : u.'^ny, ri,^HLi, aber sbkr. und slov. mit festem 
Akzent), duse (= sbkr. russ., anders im Slov.), hvezda (aber slov. 
sbkr. mit festem Akzent, russ. SBisAa : npl. sbIs^m), chrana (anders 
sbkr. und slov., im Russ. nicht vorhanden), rasa (aber slov. und 
sbkr. 2) mit festem Akzent), rcka (= russ. piKa, asg. p^Ky und p^Ky 3), 
npl.p^KH, im Sbkr. 4) und Slov. mit festem Akzent), ruda (aber sbkr. 
slov. mit festem Akzent, russ. pyAa : npl. py^w), snaka (aber sbkr.^) 
slov. mit festem Akzent), svinS (aber slov. mit festem Akzent, russ. 
und sbkr. cbhiilä : npl. cbhhlh ^). 



1) Möglicherweise kann auch ostr. diosno = slov. dläsna (: sbkr. desna) 
hier angereiht werden. Die neutrale Form erinnert an ostr. vesno =Jaro: 
russ. Becnä, poln. tviosna. 

2) In den grruss. Dialekten scheint piKy selten zu sein, in den »Materia- 
lien« wird fast immer piKy angegeben, so Izv. I, s. 340. 345. 351. 551. 568. 956. 
968. II, 253. 266. 275. III, Beil. s. 23. 47. IV, 1, Beil. s. 5. 7 usw. et. piKy neben 
BT) piKy wird angegeben für einige Kreise des Gouv. Tobolsk (Izv. I, s. 560), 
außerdem für zwei Städte : Ustjuzna, Gouv. Novgorod (Izv. I, s. 994), Olonec, 
Gouv. Olonec (Izv. II, s. 239). 

3) Vgl. dagegen pl. rese bei Vuk. 

4) Aber pl. rijeke bei Vuk. 

5) Aber accsg. snägu bei Vuk. 

6) Im Grunde ist der endbetonte accsg. CBHiiBib aber südgroßrussisch, 
S. Kolosov, Oosop sByKOBLix u $opMa.!ii,HMX ocoöcHHOCTeii HapoÄH. PyccKaro 
asbiKa 1878, s. 135, nordgroßruss. ist asg. cbiihbio, so im Gouv. Olonec (Lem- 
baceva und Muromlja, Kreis Petrozavodsk Izv. I, 345. II, 253, Jezezero, Kreis 
Vytegra, hier neben cbhhlk)), Vologda (Izv. I, 956. 968), Vjatka (Krasnogor- 



Studien zur alavischcn lictonunpr. 71 

Bei den Masculinis eutsprecbfii die (liuppen slov. hialj 
und moz. 

Zur Gruppe sbkr. kralj hräJja^ slov. kralj Icräljn gehören 
im Cechisclien: dil, dilu (= slov., im Sbkr. r/Vo, dyclu, aber plur. 
dijt'lovi^)), arm (= sbkr. slov., aber russ. Aepein., -ciia), //nV/r, /irt- 
r/iu (= sbkr. slov. russ.], cMcv, cldvvu [~ slov. russ.), klid, Mite 
(= sbkr. slov. russ.), kout (= sbkr. slov.), kräl (= sbkr. slov. russ.), 
/ivtr, krize (= sbkr. slov.), Uk^ leku (=sbkr. slov.), pläst' m. (=sbkr. 
slov.russ.), smirh (=8lov., aber sbkr. und russ. mit Stammbetonung), 
str\jc, stryrc '= sbkr. slov.), kiit (= slov. sbkr. russ.) u. a. 

In der Kategorie der wechselnd betonten Masculina, sbkr. 
müz^ müza = slov. 7noz, g. f/tozd, d. mozü usw. ■■^) entspricht da- 
gegen cech. Kürze: hth (= slov. sbkr. russ. 3j), Irch (= slov. sbkr. 
russ.), hrus (= sbkr., aber slov. stets stammbetout, russ. CpycL : 
upycb}i), cep (= sbkr. slov., aber russ. eudbetont ntn-L : ntiiu), 
dien {=■ sbkr., russ. und slov. stets stammbetont), dar (= sbkr. slov. 
russ.), druh (= sbkr., russ. Apyrt Äpyra : pl. Apysba oder Äpyrw, 
slov. stammbetont), dub (= russ., sbkr. düb dübovi^ slov. d<fh mit 
fester Stammbetonuug) , duch (= slov. sbkr., z. T. = russ.), hlad 
(= sbkr. russ., aber slov. stammbetont), hlas (= slov. sbkr. russ.), 
hnus (fehlt sbkr. russ., im Slov. stammbetont), hrad (= slov. sbkr. 
xyxs,B.)yJez {== slov.), knh {== sbkr., russ. kiihgi. ; KnH3h}i, slov. stamm- 
betont), kri/h (= sbkr. russ., aber slov. stammbetont), kcas (= slov. 
sbkr., aber russ. stammbetont in verengter Bedeutung), kvtt {= sbkr. 
slov. russ.), ha {= slov. sbkr. russ.). Hat {= sbkr. list : itstovij slov. 



skqje, Kreis Kotelnie, Izv. III, Beil. s. 14), Simbirsk (ütesovka, Kreis Alatyr, 
Izv. II. s. 2751, Tobolsk Jzv. I, s. 560 . — Übrifj^ens hat auch das Slov. in die- 
sem Worte z. T. Akzentwechsel. So bei Japelj und Kiizmics, s. o. s. lü. 20. 

1) Bei Della Bella übrigens auch im Sg. als steigend bezeichnet; s. 542b. 
543 a. Parte = dlo, dje'a; dil, la m. usw., ähnlich in den modernen elidwcstl. 
Dialekten. 

-, Die Endbetonung ist im Zurückgehen, im gsg. haben viele Worte, im 
dat. die meisten, im instr. sg. jetzt alle den Ton auf dem Stamm, s. Skrabec, 
Ovetje 13, U. 

3) D. h. im Russ. ist der Sg. stammbetont, der Plur. endbetont, dies darf 
als die normale russ. Akzentform dieser Substantiva gelten, ev. ist auch der 
Lok. Sg. endbetont, sbkr. herrscht im allgem. Stammbetonung, es hat keinen 
Zweck, dies im einzelnen anzugeben, da die echten, kurzen Pluralformen doch 
nur zum Teil erhalten sind. 



72 Paul Diels, 

stammbetont, russ. endbetont oder plur. juicTta), luli (= sbkr. rnss., 
aber slov. stammbetont), luk (= sbkr., aber russ. endbetont, slov. 
stammbetont), mech (= sbkr. slov. russ.), mrah (= sbkr. slov.), muz 
( — sbkr. slov., russ. Myatt : plur. Myactii oder myacH My-Keii usw.), 
prach (= sbkr. slov., russ. stammbetont in verengter Bedeutung), 
prut (= slov., sbkr. prüt : pridovi^ russ. npyxi. : npyTLa stammbe- 
tont), sad (= sbkr. slov. russ.), sied (= sbkr. slov. russ.), duch (slov. 
und russ. stammbetont), smrad (= sbkr. slov.), snih : snehu {= sbkr. 
slov. russ.), stein (= slov., sbkr. stcm : sfdnovi, russ. stammbetont), 
strac/i {= slov. sbkr., russ. stammbetont), strap (= sbkr. slov., russ. 
cxpym, : cTpynBH stammbetont), sud (= sbkr., slov. stammbetont, 
russ. endbetont), s«e;!(= sbkr. slov., russ. stammbetont), i:yn{= sbkY. 
slov., russ. ctiHTb : chhoblh), sum {= slov., russ. stammbetont), vül 
{= sbkr., russ. und slov. stammbetont), vlas (= slov. sbkr. russ.), 
zub {= slov., sbkr. züb : züUma^ russ. syöx : pl. syöti, syöoBi., 3y- 
öaMt usw.), zlah (= slov. sbkr. russ.) u. a. 

Von Neutris gehören zur festbetonten Gruppe sbkr. slov 
plätno wiederum langvokalige cech. i) Worte: dldto (= sbkr. slov. 
russ. AOüOTo : pl. AOJroxa), hnizdo (= sbkr. slov., russ. rnisAo : pl 
rnisAa), kridlo (sbkr. slov., russ. Kptijio : pl. KpLuta), Uce (= sbkr 
slov., russ. Jtimo : jii'ma), wiZeA;o (= sbkr. slov. russ.), jo/smo (= slov 
sbkr.), plätno (= sbkr. slov., russ. nojioTHÖ : pl. nojoTna), vino 
(= sbkr. slov., russ. bhiio : Bnaa). 

Die Neutra der Gruppe sbkr. fijelo 2) verlegen den Akzent im 
Slov. im Sg. auf die Endung: meso : mesd^ telg telesa und sind 
entsprechend im Cech. kurzvokalig : blaho (= sbkr. slov.), drevo 
{=z slov. sbkr. russ.), maso (slov. sbkr., aber russ. stammbetontj, seno 
(= slov. sbkr., aber russ. stammbetont), telo (= slov. sbkr. russ.), 
zlato (= sbkr. slov., russ. stammbetont). 

1) Wenn es cech. (und ostr.) vrata heißt, gegenüber dem steigend be- 
tonten vräta des Serbokroatischen, so findet dies eine überraschende Auf- 
hellung darin, daß in den südwestlichen Dialekten des Sbkr. auch fallende 
Betonung überliefert ist : vrata, pröz vräta, s. Eesetar, Die sbkr. Betonung 
südwestlicher Mundarten s. 57, der alte Dualbetonung annimmt, vejce würde 
zwar nach kroat. jajce, russ. aäuö : ääna ebenfalls in diese Gruppe gehören 
und Länge beanspruchen, aber slov. hat das Wort nur im Plur. diesen Ak- 
zent: jdjca, im Sg. ist es endbetont; s. Skrabec, Cvetje 13, 5. 9. 

-] Im Sbkr. haben die Plurale, wo sie existieren, steigenden Akzent, das 
gleiche ist fürs Euss. anzusetzen: Äupeso, ÄcpeBa usw. 



Stadien zur slavischen Betonung. 73 

Bei den /-Feminina fehlt der Typus des unveränderlichen stei- 
genden Tones im Shkr. ganz, für uns kommt hier nur der Typus 
i-tje^- in Betracht, im Shkr. fallend, im Slov. z. T. auf der Endung 
betont, ev. mit steigender Stammhctouung im Loc. Sg. Im C'ech. 
entspricht regelmäßig die Kürze: mast (= shkr. mMA7, -?', slov. w/m/', 
mastl, russ. Macxh : plur. .mucth MacTi'u Macr/iMi. usw. »Farbe«), /)aiS/ 
(=: slov. päsi^ pas/i, russ. uacTb »Kachen*, betont wie Macxh), 7W 
(= shkr. slov. russ.), scd (= slov., aber russ. cL'ih »Kriegslager« 
stammbetont), ilofif (= shkr. slov. russ.), s/u-f {^^^ shkr. slov.), re^Y, 
zti^sf '= shkr. slov. russ.), r/« 7, ob/osf (= shkr. slov. russ.). 

So gelangen wir zu dem Grundsatz: Alte (sbkr.) Länge ist 
im Cech. erhalten, wenn sie im Slovenischeu einen festen 
(sekundären) Ton trägt, dagegen verkürzt, wenn sie im 
Slovenischeu durch Akzentwechsel iu einigen Casus 
tonlos (und kurz) wird^). 

Das Slovenische hilft uns nun auch, die wechselnde Form der 
Nominalpräfixe /la- za- im Ostr. zu verstehen 2). Dem ostr. na- 
entspricht slov. vortoniges na- : nah^zen^ -zna = ostr. nahozny, slov. 
i/akaz, -/idza, vielleicht = ostr. nahoz^ g. nakazu, slov. 7Hipa(J^ -päda 
ostr. napad, slov. /nicd^, -väla = ostr. novaf, dagegen dem ostr. no- 
entspricht slov. betontes ««-: slov. ?/(}roc f. = ostr. norud, vgl. etwa 
noch %\o\.7iä(]mca »Tagelohu<^ usw. mit o?>ix. nodynik^ entscheidend 
ist hier vor allem, daß sich das Verhältnis slov. närod, gen. 71a- 
)yda 3) in ostr. 7iorud^ gen. tiarodu genau wiederspiegelt. 

Bei za- entspricht •*) slov. zaph^ pisa = ostr. zapis, slov. zaslüga 
= ostr. zmhüia^ slow zaldd, h^da = ostr. od zachodu^ dagegen slov. 
zäkoii = ostr. zokun^ viell. zätka = ostr. zotka. Hier ist das Er- 
gebnis, wie man sieht, nicht so günstig. 

Hier fügen sich auch die langvokalischen Adjektiva ein: sie 
sind im Cech. meist durch Kürzen vertreten: bled : ölcdi), bläh : 



1; Natürlich darf aber nicht jedes einzelne Wort nach Maßgabe der heu- 
tigen krainischen Betonung beurteilt werden. 

~, In der cech. Schriftsprache ist Ausgleichung eingetreten. 

3 So nach Pletersnik; Skrabec, Cvetje 13, 9 gibt ndrod nämda an. was 
der Betonung der cech. Schriftsprache entspricht. 

•*) Abweichend zacjöti, gjna = ostr. zohun (aber in anderer Bedeutung , 
zalH, l^ta = ostr. zoJity, zarjbek : ostr. zorobek, zacrtek : ostr. zocotek, zamet, 
m{'ta : zwnec. 



74 Paul Diels, 

hlahy, hluch : Jiluchy, hrub : Jiruhy^ Jmsty, drali : dral/y, ziv : zivy, 
zlut : zluiy^ hrw : krivy^ krut : kriäy, kusy, plcwy, piisf ijncsty, ryzi, 
rudy, slany, such : sucliy, tupy, chud : chudy, 6ast : casiy^ lep : lepy, 
nSm : nimy, cel, cely, Jinily i). 

Es dürfte freilich schwer sein, die Kürze der zusammengesetz- 
ten Formen zu begründen. In den einfachen Formen ist aber alles 
klar. Allerdings geben Vuk und Daniele für alle diese Worte einen 
unveränderlichen steigenden Akzent an: llag^ bläga, hlägo usw., 
von da aus müßte man, nach dem Muster h-alj : krälja^ hväla^ 
plätno^ eine feste Länge im Cech. erwarten. Jedoch seit Budmanis 
Abhandlung über den Dialekt von Ragusa 2) wissen wir, daß diese 
Betonung nicht allgemein gilt : in E. ist, wie dies Resetar 3) genauer 
ausführt, die Betonung vielmehr: drcig dräga drago^ plur. c?ra^^ 
dräge dräga, das entspricht genau der Betonung der akzent- 
wechselnden (oder durchweg fallend betonten) Substantiva: gräd, 
gläva^ meso^ plur. grädi, gläve, mesa »nates«'*). Wir dürfen also in 



1) Dagegen Uly neben hei, -a, -g, liny neben len, lin, vroiici (das freüich 
nach der slov. Betonung vrbc, vrgca gar nicht hergehört), lity, mläd : mlady 
(wohl nach stär : stary?), näh und nah, nahy (das aber nach dem slov. nag, näga 
wiederum nicht hergehört), skoupy, skvpy neben skup, sJioupa, -0 »geizig«. Es 
ist mir nicht gelungen, diese Tatsachen zu den sonstigen Tatsachen der Ad- 
jektivbetonung in eine klare Beziehung zu setzen, doch muß immerhin darauf 
hingewiesen werden, daß b'ijel und vrüc im Eagusanischen (und ebenso 
hei, resp. vrdc im Slov.) eine andere Betonung haben, als die meisten dieser 
Adjektiva, was freilich gerade nur für die nicht zusammengesetzte Form gilt. 

2) Dubrovacki dijalekat kako se sada govori, Rad bö, s. 172. 

3) Die serbokroat. Betonung südwestlicher Mundarten, s. 114. 

4) Diese ragusan. Betonung wird schon durch den ältesten Vertreter der 
stokav. Akzentuation, durch Della Bella, bezeugt: s. z. B. s. 509a fieyro = 
vrän, vrcma, dno. 689a so7-clo = gluuh, üha, uuhn. 150b brutto ... = grub, üba, 
ubo. 698b spesso = güst, gusta, güsto. 173b caro = drdgh, äga, dgo. 772b vivo 
= XIV, tva, ivo. 141b hiondo = xiit, xüta, litn. 202 a colpevole = kriv, iva, ivo. 
25b acerbo = gljiit, gljüta, gljüto. 346b, 347a giovane = mläd, mläda, ädo. 
515 b 7iudo = nägh, näga, dgo. 2 b ahhajidonaio = püst, püsta, mto. 632 b rosso 
che alquanto hiondeggia = rijgh, righja, rijghje. 173 b caro = sktip, upa, üpo. 
639a salso =■ slän, ana, dno. 663b secco = süh, süha, süho. 533a ottuso = ttiup, 
üpa, uiipn. 454 b maligno = huiid, iida, uudo. 536 b, 537 a pallido = blj'cd, eda, edo 
136a hello = Ijep, epa, epo. 504 a tnuto = njem, ema, emo. 167a canuto = .y'ed, 
eda, edo. 414 a intiero = zio, zjela, zjelo. 462 b marcio = ghgnio, gnila, ilo, da- 
gegen 144a bollente = vrüchi, üchja, üchje. 140 hianco = hio, bjela, 
hjelo. 



Studien zur ßlaviscben Betonung. 75 

diesen Fällen ebenso eech. Kürze erwarten, wie bei den entsprechen- 
den Substautivii. Das SIov. ist damit in voller Übereinstimmung, 
wie Kesetar ebda s. 12:-. f. ausführt: es hat teilweise oder gar 
durchgeführte Endbetonung. 

Von den übrigen Adjektiven greife ich nnch die auf aksl. -kirk 
heraus: Daniele' unterscheidet Adjektiva mit dureligefiihrtem stei- 
genden von sulcheu mit durchgeführtem fallenden Stammsilben- 
akzeut, damit ist für uns wiederum nichts anzufangen. Der Dialekt 
von Kagusa (s. Resetar s. 115) trennt dagegen ganz wie bei den ein- 
silbigen Stämmen akzeutwechselnde von durchweg steigend be- 
tonten : die letzteren sind selten. Das Cech. hat meist die Kürze, 
was wir nun vollkommen verstehen : dluzny^ krupny^ masttuj^ mra- 
den : 7}irad/)i/, muten : ?7Uifmj, prasny^ 'presny neben prisny, smdsny, 
.'>7iazen : snazny, stydfiy, strasny , tescn : thny^ chladtnj] hitjny^ 
hurny . diven : div7uj^ hJaviiij, idacni, hneten : Ixnecny^ hyhny?, 
chyttiij, jecen '.Jevuy^ redinj^ shivny, viöen : v^dny^ vidfiy, vlaafm'. 
Lang sind dagegen: Lide/i : bidny, hiisen : /liisny, kreisen : krcisfiy, 
mir/t y, inledny^ mliöny^ präzden : präzdny^ zäden : zädny. Die Ähn- 
lichkeit mit der ragusau. Betonung besteht darin, daß im Cech. die 
Kürze vorwiegt wie dort der Akzentwechsel, als spezielle Überein- 
stimmung nenne ich cech. mirny = ragusan. vniran^ mirna^ mirno 
(Res. 8. 115). In bester Übereinstimmung ist aber das Cech. wie- 
derum mit der slovenischen Betonung, im allgemeinen gilt hier ein 
Paradigma mit teilweiser Endbetonung (s. Valj. Rad 119, s. 149): 
dolzan^ dolznä^ doHno = cech. dluzen : dluzny^ so noch hladan 
ebda s. 152. lastan »eigen« s. 152. mastan s. 153. turadüfi s. 154. 
prasdn s. 155. strasän s. 156. In Oberkrain haben fast alle diese 
den Akut auf der Stammsilbe (ebda 8. 186 ff.), jedoch scheint es 
einige zu geben, die nur diese letztere Betonung haben, und diese 
kehren im Cech. als langvokalische wieder. Dazu gehören, soweit 
sich ex silentio*) urteilen läßt: krcishn^)^ mirm^)^ präzhn^ bedhn^ 
grehn, mlebhn ebda s. 1S7. 

i> D. h. sie fehlen in dem auf älteren Drucken beruhenden Verzeichnis 
der endbetonten Adjektiva s. 14'J ff. 

-] S. a. die Bemerkung von Skrabec, Cvetje 13, 11 krasan : sedaj prilju- 
blena pesniska oblika. Da je beseda domaca, ne vem. ali se ne bi reklo krd- 
san, krüsna, krdsno. 

3) Für miran hat Valj. s. 154 ein Beispiel, mit der Bemerkung: inace 
obicnije mirbii, nnrna, mirno. 



76 Paul Diels, 

In allen diesen Fällen ist die cech. Quantität dieselbe für beide 
Formen des Adjektivs, und es ist nicht notwendig, gerade vom be- 
stimmten Adj. auszugehen, da doch die Bildung und Ausgleichung 
aller dieser Quantitätsverhältnisse sicherlich lange vor der geschicht- 
lichen Zeit lag: damals mag das unbestimmte Adjektiv lebendiger 
gewesen sein, als es heute ist. Ein prinzipieller Unterschied der 
bestimmten von den unbestimmten Formen i) dürfte im Cechischen 
schwer nachzuweisen sein : hihj : hei fügt sich dem, was wir sonst 
wissen, in keiner Weise, es ist mir rätselhaft. Ein Wechsel wie 
zdräü : zdratij ist erst recht ohne Belang, denn auf die Längung 
oder Beibehaltung alter Kürzen in der cech. Schriftsprache hat die 
Klangfülle der folgenden Silben überhaupt einen entscheidenden 
Einfluß 2], und diese war in ^zdravy *zdravä *zdrace jedenfalls 
größer als in zdrav, zdräva, zdrävo. Wir brauchen also auch hier 
keine Akzent- oder Quantitätsverschiedenheit zwischen den beiden 
Reihen vorauszusetzen. 

Eng anschließen läßt sich die Behandlung der langvokalischen 
einsilbigen Partizipia. Es handelt sich um Fälle wie sbkr. brati', 
part. brao, hräla^ hralo^ resp. nährao^ -äla, -alo == c. hrdl., hrala^ 
bralo^ sbkr. zvati : zmo, zväla, zvälo, resp. dozcao, -äla, -älo = c. 
zvaljZvala,zvalo, sbkr. dati, part. dao, däla, dälo, resp.j^rö.'/oo, -äh, 
-älo = c. dal, -a, -o, sbkr. iizeo, -ela, -elo = h.Jal^ vzal, sbkr. peo^ 
pela^ jielo^ resp. zapco^ -ela^ -elo = c. pal, pial. In Wahrheit sind 
auch diese Formen wechselnd im Akzent, in Eagusa haben sie ganz 
die Betonung der entsprechenden langvokalischen Adjektiva, s. 
Resetar, s. 169 über Vio pio vio dao brao prao zvclo : fem. bila: 
ntr. bilo usw., s. 173 über kleo : klela klelo usw. ^). Es ist nicht be- 
sonders merkwürdig, daß das fem. sing, den Ton der anderen For- 
men angenommen hat, denn dasselbe ist ja offenbar im präfigierten 
Partizip auch im Sbkr. geschehen : üzela statt uzela. Dagegen ist 
es allerdings bedenklich, daß die cech. Quantität aus der Betonung 

1) Der eine Anknüpfung an den Akzentwechsel anderer Sprachen 
gestatten würde. 

2) Das lehrt, wie man sich überzeugen wird, die von mir auf s. 61. 62 ge- 
gebene Liste. 

3) Dagegen haben Stämme mit beweglichem a auch im Kagusanischen 
festen steigenden Akzent auf der Stammsilbe: tresö (= ti-esao) : treslo, räsö: 
rdslo, \ükö : viikln. Dies stimmt wieder vollkommen zur Länge in 
c. träsl usw. 



Studien zur slavischcn Betonung. 77 

der Simplizia hergeleitet werden niiili, die bei manclien dieser 
Verba kaum existieren. 

In der ersten Verbalklasse haben wir nur selten mit ur- 
sprUug:licl!er Länge zu rechnen, es gehören hierher die (Iruiipen 
sbkr. /ifasti : krädi-m und frtstt] frcAcfn. Im Slovenischen bilden 
diese eine einheitliche Präsensgruppe: Endbetonung ist im Kraini- 
schen müglich'), im Ungarisch-Slovenischen die Kegel '■^). Das 
Cechische hat dementsprechend ausnahmslos die Kürze im Präsens: 
hrijzu, Jdailu, kradif, pradi/^ scA-u; ?iiafif, roaiu, tlii/cti, (rusu^ vhku. 

Nicht sicher läßt sich über die Verba der zweiten Klasse 
urteilen, da sie meistens, und zwar seit ältester Zeit, mit solchen 
der 5. Klasse assoziiert sind. Meist ist in Übereinstimmung mit der 
sloven. Betonung die Länge erhalten, so in douchnouti : douchati^ 
dijclniouti'^) : dychati = slov. dihniti : dllinem^ kousnouti : kousafi, 
krätnoidi : krdtati, kijchnouti : kijchati, mäcJmouti : mächati^ plü- 
knouti : pldkati, zaprähnouti : zaprähatf, rihnouti : rihati., dosäh- 
iiouti, posähnouti, dotähnouti, zicnouii : zivati. 

Einige isolierte Verba haben die Kürze : vinoiiti se, krikfiouti, 
minouti^ zapomenouti gegenüber sbkr. vinuti : vinem^ krik?iuti\ minuti^ 
pomemiti »erwähnen«. Dies findet eine einstweilen ausreichende 
Erklärung durch das Uugarisch-slovenische, wo einige Verba das 
Suffix -)iou- -ne- betonen, unter ihnen spomemuti^ präs. spomenem^ 
opomenöuti^ minöuti, minem^)^ 8. Valjavec, Rad 65, 58 ff. 10r>, 67. 

Vielfach wurden im Cech. -nonfi- Verba von Adjektiven ab- 
geleitet, so von ursprUugl. langvokalischen : blednouti : bled^ Idudi- 
nouti : hluch^ hrubnouti : Jiruh^ hustnouti : lusti/, chud7iouti : c/iud^ 
krutnouti: krut^ mlädnouii^ mladnouti: mläd^ mladij^ pusinouti :pusf, 
rudnouti : rudi/, tupfiouti : tupij, zicnouti : ziv^ zloutnouti^ zlutnouti : 
zlut, chud. Im Sloven. findet das, soviel ich sehe, keine Entspre- 
chung^), aber einmal ist das Cech. auch in sich nicht konsequent 
und eine Ausnahme wie mladnouti kann immerhin der slov. Be- 



*) Valjavec, Ead 63,36: Ove osnove imaju u kranstini ' na samoglasnom 
prve slovke. . . a u trecoj plnr. n kraöem obliku na zadiioj slovci. U gorenstini 
govori se i s naglasora na nastavku e : pdsem i pasem usw. 

2) Ebda 8. 50: klade,pase, raste, grizc, zivr USW. 

3) Aber dt/chnu, dechnu, tchnii nach J. Jungmann. 

*) Hier gibt auch Pletersnik fürs Krainische : miniti, minem. 

5) Vgl. oblediiiti, ohlednem, oglühniti, ogiühnem, omlddniti, omladnem. 



78 Paul Diels, 

tonuug entsprechen. Dann aber ist die ganze Bildung, in dieser 
Form wenigstens, sekundär und von beschränkter Verbreitung: 
selten im Slovenischen, nicht vorhanden im Serbokroatischen, sie 
ist also zu Vergleichen offenbar ungeeignet, es vrird geratener sein, 
die cech. Kürze in diesen Bildungen auf die speziell cech. Kürze 
der zugrunde liegenden Adjektiva zu beziehen. 

Die langvokalischen Verben der III. Klasse sind im Sbkr. 
vriederum einheitlich betont, und zwar ohne Akzeutwechsel. Im 
Slovenischen entsprechen zwei Typen, teilweise oder gänzliche 
Endbetonung ^). Das Cech. antwortet fast durchweg mit der Kürze : 
heleti (auch lileti)^ hledeti, hreöeti »meckern« usw., hudeti »brüllen«, 
dudeti »sich bergen«, drezdSti »angaffen«, y6■(^e^^ »brausen«, kleSeti^ 
kreöeti »glucken«, kriöeti^ kypHi^ medeti »meckern« usw., nimeti, 
j)isteti, opusteti, stydeti, vrestHi »kreischen«, zudeti »rauschen«, 
pohruhSti. 

Vor allem sind hier die Verba der vierten Klasse zu nennen. 
Der serbokroatischen einheitlichen Betonungsklasse gä&iti, gastni 
stellt das Slovenische zwei verschiedene Betonungsklassen ent- 
gegen: gasitii gasim und hväliti, hvälim. Das Cech. beantwortet 
dies durch die Verschiedenheit der Vokalquautität 2). 



1) Zum Typus brecati -im gehören im Slov. die Schallwörter usw. auf 
-ati: hrpcati »schreien«, i?icai» »brausen«, ff ca^e »schreien«, vrescati »schreien«, 
vrcati »knuri'en«, zc^cati »klingen«, ^fca^j »jammern«, kricati »schreien«, uifcati 
»knurren«, pi-scati »knisternd spritzen«, rpzati »klaffen, murren«, und so auch 
drpzati »müßig dastehen«, llpcati »knieen«, möicati »schweigen«, tiscati 
»drücken«, cncuti, kücati »hocken«. Endbetonung ist mir hier nur bei kvecdfi, 
-im »quäken wie ein Hase«, cvrcuti »zwitschern« aufgefallen. 

Dagegen haben die Verba auf -eti (Wurzelwörter und Denominativa) 
Endbetonung: zaheleti, -im, poMedeti, hrideti »brennen, jucken«, rrteti, ziveti, 
zoiteti, kipeti, nemeti, plaveti^prdeti, zarudeii, slepefi, smrdeti, trpiti, hiteti, po- 
grobeti, pocnieti. So wenigstens nach Pletersniks Angaben. 

2) Eine dritte Betonungsklasse ist slov. gdjiti, gajim. Diese sind im 
Cech. verschieden vertreten: slov. büsiti : büswi »derb stoßen« = c. busiti, 
slov. güjiti = c. hdjiii, slov. drüziti = c. druziti, slov. znuciti := c. znaeiti, slov. 
kn'isiti = c. krustti, slov. leciti = c. leciti, slov. mdmiti = c. mdmiti, slov. rd- 
citi = c. rdciti, slov. sndziti = c. snaziti se, slov. strdziti = c. straziii, slov. 
stjpiti = c. stoupiti, slov. tldciti = c. tlaciti, slov. trilditi = c. trouditi, truditi, 
slov. siriti = c. siriti, slov. scititi = c. stititi, slov. pribUziti = c. pribliziti, 
slov. isprdzniti = c. vgprdzdniti, slov. iJordzi'.i = c. poraztti, slov. osldvi'ii = 
c. oslaviti. 



Studien zur slavischeu lietonuu^r. 79 

So heißt es entspreclieud der sluvenisclieu öulüxbetonung: 
buditt, ciziti, oOdariti, delifi, dluzi/i sc, /tasiti, /ila.sifi, luaditi, Jii'c- 
biti se, hrciiti, chladiti, c/irabriti\ kadtfi, kaliti »härten«, /,rep{ti\ 
kriciti, lepitt, 7naliti\ mastifi, menifi, mladiti^ mraditi^ platifi, phjiiii, 
puditi, opuatiti, 7'uditi, saditi, sladiti, zaslcpHi, osn^ziti, prcsfrcliii, 
sviHi/i, stisiti, caliti, variti^ zlatiii, zhäiti. 

Nur sehr selten tritt die Länge auf: hhisiti, ohhisiti^ polihUiti, 
rozJdäsiti widerspriclit zwar der slnv. Betonung des Simplex glu- 
siti^ -im, stimmt aber zu den Composita slov. of//i'iM'fi. -Im, proglä- 
sitt, razgläsiti. — c. zärifi, rozzariti usw. gegen slov. zuriti, razza- 
riti usw. — c. miriti usw. gegen slov. mirifi, -im usw. ^;. — (•. prd- 
^'Z// gegen slov. prasifi, -im usw. — h.smonditi >breuzliehen Geruch 
verursachen* gegen slov. smoditi. — e. fis}iifi neben tesnifi. 

Dagegen entsprechend sloveuischer Stammbetonung : Liliti^ 
bloudifi > irre gehen«, louriti^ brdntfi, hräzditi, broui>iti^ ddvili, Imiz- 
diti^ za/iouliti usw., chväliti, c/iränifi, kidfiii, km'zifi, koupiti, krdiiti, 
okrouziti^ liditi, louditi, loudifi, misiti, midfiti, moutiii, pdliti, slouziti, 
souditi, foi/ziti, tribiii, potrousiti »besprengen«, vdlifi, idddifi, v7-dfiti. 

Die Zahl der Abweichungen ist hier allerdings nicht gering: 
c. blaziti »beglücken« : slov. bldziti — c. celiti, vyceliti usw. : slov. 
izcciifi, -im — c. ce/iifi »abschätzen« : slov. ceniti, -?';« '^) — c. zaha- 
titi »dämmen« : slov. zagdtiti — c. Jtnusiii »anekeln« : slov. giuhiti 
— h.Jeviti : s\oy. Jdviti, najdviti, objdviti — c. leniti »träge machen« : 
slov. Uiiiti, -17)1 »faulenzen« ^) — h. prasiti [se) »ferkeln« : slov. j!>rd- 
siti, -1771 {se) 4) — c. resifi : slov. drfsiti, odrfsiii usw. — c. osamiti 
»isolieren« : slov. osd/nifi — c. tupiti »stumpf machen« : slov. t^- 

piti, -1771 5), 

Den Grund der Doppelheit und der Abweichungen zu finden, 
muß ich leider anderen überlassen. Eine gewisse, allerdings nicht 
ausschlaggebende Rolle spielt dabei offenbar die Betonung, resp. 
Quantität der zugrunde liegenden Nomina. 

ij Daneben aber auch pomirit', imrim. s. Pletersnik. 

2) Auch ceniti Pletersnik. 

3) Aber dieses leuiti steht der Bedeutung nach offenbar fem. und ohle- 
niti se, -im se »träge werden« stimmt in Akzent und Bedeutung zum Cech. 

■*) Vgl. aber oben das ganz entsprechende hfebiti se, wo cech. und sloven. 
im Einklang sind. 

5, Doppelte Quantität haben z. B. louHii luiiti = slov. lüziti. zakusitr. 
-*kousiii fJnnffmann; »aufessen« = slov. zakösifi, -nu. 



8Q Paul Diels, 

Die Kürzung, die im Imperativ dieser Verba eintritt: chval^ 
chvalte, kup, hupte usw., läßt sich ganz wohl begreifen, wenig- 
stens vom Pluralis aus, denn es bleibt im slov. Imperativ zwar im 
Sing, der Akzent (stets als steigender) auf der Stammsilbe: hväli^ 
geht aber im Dual und Plural als fallender Akzent auf die Suffix- 
silbe über: hvallmo^ -Ite^ -wa, -ita (s. Valjavec, Ead 102, s. 123). 
Von anderen vergleichbaren Klassen gilt das nicht: so geschieht es 
bei den Verben der 2. Klasse (Valj., Rad 102, s. 111) offenbar nur 
unter gewissen Umständen, die in unserem Falle nicht zutreffen, das 
genauere läßt sich nicht ersehen. 

Die Gruppe sbkr. gänjati^ gänjäm ist im Cech. durch feste 
Länge vertreten, in Übereinstimmung mit dem Akzent des Slove- 
nischen, ich zähle nur die ostr. Beispiele auf: dovac (slov. dä- 
vati, -am)j dropac (slov. dräpati^ -am), hodac (slov. gädati, gädam), 
-Imhac (slov. gdnjati, -am), -Modac (slov. izkiddati, -am), -iotac, 
-iozac, modac, -mnozac, -nosac (slov. donasati, -am), -nov'ac (slov. 
ohnävljati, -am), porac {%\oy. purati, -am), -piocac {slov. plddati, -am), 
-prov'ac [s\0Y. pripi'ävlj'ati, -am?), roVac [slov. izräbljaii), -so/iac 
(slov. segati, -am), -sodzac (slov. nasäjati, -am), -stovac (slov. nastä- 
vati,-am), -skrobac, -toöac, -trocac, -vodzac, -volac {s\oY.väljati,-am), 
-vuhac, -vozac (slov. povazati), -zobac (slov. ozebati), -zvuiiac. 

Wo daneben Kürze auftritt, liegt eine alte Verschiedenheit 
zugrunde: so in ostr. rozprov'ac = c. rozprdveti »unterreden, be- 
sprechen« gegen vyprav'ac {kozu) = louziti, oprav'ac [sviiiu z koze), 
po])rav^ac kwnu, wo das Sbkr. Kürze hat ^) und bei ostr. zavadzac : 
vyvodzac, wo das Sbkr. ebenfalls beides kennt 2). 

In der 2. Gruppe der -a-Verba [käzati, käzem) entspricht 
der serbokroatischen Länge ebenfalls cechische Länge, in Überein- 
stimmung mit dem Slo venischen, es heißt: boukati = sbkr. bükati 
bübem, slov. bükati, -6em, douchati, drimati, dychati, dymati, kä- 
zati, koiipati, krätati, lihati »soleo jacere«, litati, lizati, pomähati, 



1) dbpravljati »hinzubauen«, [näpravljaii »machen«, bpravljatl »reparare« 
= pöpravljati, prepravljati »praeparo« = pripavljati, räspravljati »ordnen«, 
sprävljati »bereiten«, itpravljati »regieren«. 

~) zavaäafi »verfeinden«, nävaSati »gewöhnen«, idvaSati »abnehmen«, 
j-ärüafTa^i »trennen«, siäc?«;!» »entzweien« = pöscaäati : povditati »rui in vene- 
rem«, j^rovddati »umherführen«. 



Stadien zur slaviscben Betouunj^. g ] 

märhaii^ plähati, skükuti, iou/iu/i, nfruu/iaii, stipud. räztili. -znünid^ 
zi/vati '). 

Ich liabe den GniiulgodiinkL'ii, den ZiiöanimeiilKuif; der <ecli. 
Quautitiit mit der sluvcuischeu lictoiuiu',', durch eine Jieihc von 
einfachen Bildungen verfolgt und bestätigt gefunden. Ich unter- 
lasse es, die k(inii)lizicrten Gebilde zu untersuchen, weil ich der 
l'bcrzeugung bin, daß hier zunächst die ein/clsprachlichen Ril- 
dungsgesetze erkannt werden müssen. Dafür ist bis jetzt wenig 
geschehen, wenn man von den vorbildlichen Untersuchungen Les- 
kiens über die Quantität der serbischen Nomina usw. absieht. 

Es fehlt bei meiner Auffassung auch nicht an Schwierigkeiten, 
eine ist oben angedeutet: die Quantität von Partizipien vfie po6al, 
-a, -0, die sich nur aus dem unnachweisbaren Simplex erklärt, eine 
zweite Schwierigkeit bildet ollenbar der Genitiv Pluralis der No- 
mina, bes. der Feminina, freilich sind auch die Meinungen anderer 
über diesen schwierigen Punkt mehr oder minder Phantasiegebäude. 
Endlich ist ja die sloven. Betonung selbst, die wir zugrunde legten, 
in vielen Punkten noch unaufgeklärt, vor allem ihr Verhältnis zur 
serbokroat. Betonung hat noch keine evidente und einheitliche Be- 
urteilung erfahren. 

Angesichts dieser Unvollkommenheiteu vermeide ich es, meine 
Ansicht durch eine Kritik der bisherigen zu stützen. Daß sie, als 
Beobachtung und Auffassung, sich sehr wohl neben diesen sehen 
lassen kann, davon bin ich freilich überzeugt. Ob auch andere, 
bleibt abzuwarten. Doch um keinen Zweifel über meine Meinung 
zu lassen, will ich zum Schluß die drei Hauptsätze, die sich mir 
ergeben haben, noch einmal zusammenstellen : 

1) Die serbokroatische Verteilung der Quantitäten 
ist ganz ebenso für das Slovenische und das Cechische, 
wahrscheinlich für das Westslavische, oder für das Slavische über- 
haupt, vorauszusetzen. 

2) Die unwandelbar betonte Kürze ist außerhalb des 
Serbokroatischen z.T. erhalten, soimUngarisch-Slovenischen, 
in ostböhm. Dialekten usw., z. T. gedehnt worden, so im Krai- 

1) Doppelte Quantität bemerke ich in zwei Schallverben: houkuti »heu- 
len< = sbkr. gükati, gücem, slov. gükati, -cem und krdkati, krakati, krkati 
>krächzen« = sbkr. krdkati, kräcrm, slov. krakati, -crm. Nur in diesen beiden 
Fällen, soviel ich sehe, hat das Slov. durchgehenden fallenden Ton. 

Archiv für slavische Philologie. XXXI. g 



g2 Paul Diels, 

nich-Slovenischen und in der cechisclien Schriftsprache. Die Klang- 
fülle der folgenden Silben ist hierbei wesentlich : schwere Endungen 
verhindern die Dehnung der Wurzelsilbe im Cechischen. Diese 
Dehnung unter dem Ton ist ein ganz gewöhnlicher Vorgang, wie 
er sich z. B. im Ausgang des Mittelalters im Deutschen voll- 
zogen hat. 

3) Für die Behandlung der alten Längen ist es 
wesentlich, ob sie im Slovenischen Akzentwechsel oder 
einen festen sekundären Wurzelsilbenakzent erhielten. 
Im ersteren Falle führte die teilweise Endbetonung eine Verkürzung 
der Länge herbei, die sich im Cechischen dann analogisch auf alle 
Casus verbreitete, im andern Falle ist die alte Länge bewahrt. 

IlT. Zur Akzentverschiebung im Präsens der slavischen 

Terba. 

Die Betonungsverhältnisse der Verba auf -iti (IV. Klasse) hat 
A. Leskien, Arch. f. slav. Philologie Bd. XXIV, s. 104—137 ein- 
gehend behandelt. Einige von ihm zur Diskussion gestellte Fragen 
veranlassen mich, dem Problem neuerdings näher zu treten. 

Im Präsens der abgeleiteten Verba (IL— VI. Klasse) tritt in 
verschiedenem Umfang eine Vorrückung des Akzentes gegenüber 
dem Infinitiv ein. Es handelt sich dabei, wenn man von den weni- 
gen Fällen in der 2. Klasse absieht, vor allem um zwei Typen : 
1) das Präsens ist mit -jo- gebildet, der Infinitiv mit -a- (Typus 
Kasäxt, Kaaty, Kaatemt und To.iKOBaTL, To.iKyio, TO.iKyeinL), 2) das 
Präsens ist mit i oder (t. gebildet, der Infinitiv entsprechend mit ?, e 
oder a. Nur von diesem letzteren Akzentwechsel soll hier die 
Rede sein. 

Zur richtigen Einordnung des Vorganges wird es gut sein, die Konfigu- 
ration des serbokroatischen Akzentes einmal in den Grundzügen zu 
überschauen, wenigstens für die einfacheren Bildungen. Dinge, die wir noch 
gar nicht wissen, wie z. B. die Betonung der ursprüngl. kurzen Vokale o, e in 
k'üza, kö)-a, können dabei wohl aus dem Spiele bleiben. Es ergeben sich fol- 
gende Formen von Quantität und Akzentlage : 

1 a. Unveränderliche Betonung der Stammsilbe ist im Grunde 
auf die kurzvokalischen beschränkt. Es ist das Gebiet des Doppelgravis, 
der dem litauischen Stoßton entspricht: brät, zäha, rälo mögen den Typus 
veranschaulichen. Dazu gehören aber nicht die Vertreter der alten etymolo- 
gischen Kürzen o, e, sie gehören im allgemeinen den folgenden Betonungs- 



Studien zur slavischen Betonung. 83 

klasseu an. Das Sbkr. kennt zwar eine Fülle von Maskulina des Typus /«//, 
hö(ia mit unveränderlichem Stamnisilbentou. diese Akzentlage wird aber durcli 
das Kussische nur selten bestätij^'^t, im allgemeinen tritt hier Endbetonung im 
Plural oder doch vom GPl. an ein: <)Orx, CmuI, 'juki., jo.n., ;iiimi,, nxi., rucri. 
xoxh, ywxh, MocTfc, uocx, yov.v, \oyh, pon., \k>\\, seltener ist das ganze Paradigma 
endbetont: ujioat, n.ion., nocTi., nicht häufig stammbetont: Oopi., fipoAT, nioir, 
KpoBT., JOBX, noTT,, poKt, ci.oK ».. coKT., cxropi, 3H0H. Ich nehme an. daß in die- 
sen Fällen im Russ. eine sekundäre Ausgleichung infolge der Seltenheit der 
Pluralformen stattgefunden hat, im Sbkr. aber eine allgemeine Au.«glcichung. 
deren Ausgangspunkt wir nicht erkennen. In beiden Sprachen bildet die End- 
betonung des LSg.. die im Kuss. bedingungsweise, im Sbkr. aber bei den 
nichtbelebten regelmäßig eintritt, einen Ke.'it de.s alten Akzentwechsels. 
Außerdem ist der Prozeß in beiden Sprachen der Beliandlung der landvokali- 
schen Maskulina wie giad, stän analog. 

Ib. Unveränderliche Betonung einer langen Stammsilbe 
wird man als ursprünglich nicht anzuerkennen haben. Es handelt 
sich dabei um den Zirkumflex, der dem litauischen Schleifton z.T. entspricht. 
Das Sbkr. hat hier wiederum eine Fülle von Maskulina des Typus i;räJ:c/iä(!a 
mit unveränderlichem Stammsilbenton, aber wiederum zeigt das Russische 
(und z. T. die Betonung des LSg.,\ daß ursprünglich ein Akzentwechsel vorlag. 
Wesentlich dasselbe gilt für die langsilbigen (-Fc-niiiiina wie v/ä^t. Die Klasse 
der «-Stämme: m'iada, r/iäifa enthält alles mögliche, was noch einer über- 
zeugenden Beurteilung harrt, aber wenig oder nichts Primäres. Von den 
Neutra wie tijelo sind einige primär, aber im ganzen ohne Plural und daher 
für die Frage des Akzentwechsels belanglos, wo der Plural vorkommt, hat er 
mit veränderter Bedeutung auch einen veränderten Akzent: dnjh-a >Schiflfe«. 
sij'i'/ia > Heuschober«, iiu'fsa >Gesäß«. Im übrigen sind es Kollektiva anf-Jf. die 
meist auch nur im Sg. vorkommen und deren Bildung und Betonung noch 
durchaus der Aufklärung bedarf wobei auf die Tatsachen der kel. Betonung 
zu achten ist, s. Karingkij, Oux yjapciiijix-i. m, KicrcKuxt r-iarcuiiecKUXT. 
OTpLiiiica.vT., Izv. VI, 3, 8. 2S.5. 286). Sehr bemerkenswert ist vor allem die Tat- 
sache, daß es Verb a mit durchgeführtem Zirkumflex kaum gibt. Leskien hat 
das ;Archiv XXIV, s. 121' für die 4. Klasse erwiesen, es gilt aber überhaupt: 
entweder liegt ein grammatisch ungreifbarcs. resp. fremdes Nomen zugrunde, 
z. B. J.icosifi sc, oder die Dehnung der betonten Silbe ist sekundär, speziell 
serbokroatisch, z. B. näv'ilciti zu nävilaJc, navilka. 

2. Unveränderliche Unbetontheit, Vortouigkeit einer langen 
Stammsilbe sowie einer kurzen mit o, <■ oder altem Halbvokal kommt in allen 
Geschlechtern vor, und zum Teil recht häufig, vgl. die Typen In 51: Ird/a, 
hrdna, pldtno, höh, sio, p!ro. Im unbestimmten Adjektiv herrscht sie nach Vuk- 
Danicid, ist aber nach der ragusan. Betonung hier allerdings selten. 

3. Unbetontheit einer langen Stammsilbe usw.. woneben aber durch 
jüngere Akzentverschiebung betoute Formen vorkommen, finden 
wir in dem Verhältnis der bestimmten Adjektiva zu ihren unbestimmten 
Grundformen und im Vt-rhältuis der stammbetonten Präsentia zu endbetoLten 

0* 



84 Paul Diels, 

Infinitivstämmen : th-atj drdga drdr/o (resp. dräg druga drago] : dragl, -«, -ö und 
qdsiti : gänm, nbsiti : »ösim. Von diesen Fällen handele ich im folgenden. 

4. Unbetontheit einer langen Stammsilbe usw.. woneben durch alten 
Akzentwechsel betonte Formen vorkommen. Hierher rechneich die 
sab 1 a und 1 b genannten, scheinbar starambetonten Maskulina und Neutra, 
ferner, was keinen Widerspruch finden wir;], die Feminina wie gidca : gläou, 
r/lä'-e, vbda : vüdi, vödu, rode. Das Akzentschema, das die 3 Geschlechter zu- 
sammen ergeben, wiederholt sich in der Betonung der langsilbigen Adjektiva 
nach dem ragusan. Dialekt, sowie ebenda in der Betonung der langsilbigen 
Partizipia, die sonst Ausgleichung in verschiedener Richtung erfahren haben. 
In der Verbalflexion endlich gehört hierher der Akzentwechsel in der 2. 3. Sg. 
Aoristi. 

Daß ich 3 von 4 trenne, folgt nicht nur aus meiner im folgenden dar- 
gelegten Anschauung über die Entstehung von 3, sondern es ergibt sich von 
vornherein aus den Tatsachen der Procliticabetonung. Von einer fallend 
betonten Stammsilbe geht der Akzent stets auf die Proclitica (Präposition 
oder Verbalpräfix) über, aber meist als steigender Akzent, nur in gewissen 
Fällen als fallender. Der letzte Fall scheint sich im ganzen auf den Typus 4 
zu beschränken. 3 steht jedenfalls ganz fern, es heißt: dbnofäs, pbvrätts =^ 
russ. 50HÖC1IIIIB, noBopöTuiiii., ohne Änderung des Akzentes gegenüber dem 
Simplex. Wie weit sich der Fall 4 mit dem Geltungsbereich der Proclitica- 
betonung deckt, soll eine kurze Darlegung der letzteren zeigen, für die ich 
mich wiederum vor allem auf den ragusan. Dialekt in Resetars Darstellung 
stütze (Die sbkr. Betonung südwestl. Mundarten, s. 203 ff.). Ursprüngliche 
Betonung der Proclitica tritt ein: a) bei zwei- und dreisilbigen ä-Stämmen, 
die im nsg. endbetont, im nom. plur. (bezw. im acc. sing.) aber wurzelbetont 
sind: (ddra, glävu, glare, ü glävu; 7ibga, nöge, zä nog?i. — b) bei zweisilbigen 
Stämmen mit natura langer Wurzelsilbe : gräd, ü gräd; zlä'o, öd zWa; maxt, 
mä4i, nä mdst. Sub 1 b habe ich ausgeführt, daß diese Typen Vertreter eines 
alten Akzentwechsels sind, genau so gut wie gldva. — c) bei zweisilbigen 
Stämmen, welche im nom. (acc.) sg. die sonst kurze Wurzelsilbe verlängern : 
hdq, höja, öd hoga; kost, kösti, öd kosii. Sub 1 a ist dargelegt, warum ich auch 
diese Worte als Vertreter eines alten Akzentwechsels betrachte. In Ragusa 
ist die Erscheinung übrigens bei den masc. auf solche mit o, e in der Stamm- 
silbe beschränkt, während raj, z7vaj, krdj den Akzent nicht nach vorne werfen. 
Darin zeigt sich, wenn nichts altes, so doch ein bemerkenswertes Sprach- 
gefühl. — d; bei einzelnen masc. mit o in der Stammsilbe wie vösak, vöska, im 
Russ. verschieden betont. — e) bei den neutris kölo, möre, öko, pöJJe, srre, grlo, 
zruo, lefu, slövn^jütrn, IrJo, drco; nebo,fedro, zvöno, WOZU ev. noch die bei Vuk 
langvokalischen zelj^', gözde, grözde, ülje kommen. Auch hier finden wir also 
fast nur Worte mit o, e oder sonantischem ?• in der Wurzelsilbe, während an- 
dere wie tnäilo, zito usw. ihren Akzent behalten. Im Russ. sind fast alle diese 
Worte mit einem Akzentwechsel ausgestattet, aber freilich nicht nur diese, 
sondern auch iiicTo und anderes, was im Sbkr. den Akzent behält. Ziemlich 
beschränkt ist dagegen der Akzentwechsel im Slovenischen. außer den Sub- 
stantiven mit e, o: kolo, movjp, ol:o, polfp, slovo, nebo gehören noch srcp, gr^o 



Studien zur slavischen Betonung. 85 

und etwa i!rvi> Inorhcr, wälirond ::hw, Ii-io,jüfio, Irdn^jidiij festen Ton liuljeii. 
Das dürfte unjjeführ dem Ureprüiglichen entsprechen. — f) bei dreisilbigen 
masculina und fomiuincn /-Stäimiien. die in der I.Silbe Kürze, in der 2. Natur- 
lünge haben, aber in Kagusa nur dann, wenn diese Worte etwas Lebloses be- 
zeichnen: iib/'i/ii', poil obläKf, i'i'irüc, zu uhriic, itzdühu, öil uzdü/iti, injcnic : iid 
mjesec. Gegenüber diesen Stäinuien und ihrer festen Betonung gilt natürlich 
das gleiche Urteil wie gegenüber den zweisilbigen //»•«(/ und vlüat, und daß 
hier Worte mit altera Akzeutweehsel vorliegen, zeigt ja deutlich die Beschrän- 
kung auf Lebloses: denn nach einer zuerst von Gj. Daniele gemachten Be- 
obachtung sind es ja gerade die Worte für Lebloses, die im LSg. den steigen- 
den Ton, das Zeichen des alten Akzentwechsels hal)eu. — g, es kann bei 
Substantiven, die im nsg. dreisilbig sind, " auf der ersten und Lliiige auf der 
3. Silbe haben, ebenfalls Vorrückung des Tones eintreten, doch wieder nur 
bei Leblosen: i.ä dogmär, ttä isponjest. Der Fall ist dem unter f völlig analog. 
— h) daß in der fallend betonten 2. .'5. sg. aor. stets Vorrückung des Akzentes 
stattfindet, ist bekannt. 

Die beiden Erscheinungen, jjrimäre Akzentverscliiebung und Proclitica- 
betonung, decken sich also so gut, wie wir es nur erwarten dürfen. Mit ihnen 
vereint sich ein drittes Merkmal, die Betonung des russischen Volllauts. 
Die allgemeine Betonung wenn er überhaupt betont ist) ist oini, 0.56, sie 
herrscht da, wo der Akzent von alters her fest auf der Silbe ruhte, in KopoBa, 
ace. Koi^iBV = sbkr. kräca, krücu, »« Jciant d.h. na krücn], und ebenso da, wo 
er durch jüngere Akzentverschiebung auf die Volllautsilbe überging, ohne je- 
mals weiter nach vorne zu rücken, vgl. die Präsensbetonung nach Tj'pus 3 : 
noBoponiiB : noBopuriiuii. = shkr. jiocrdtid, pdcräris (d.h. ^;rti?;-rt<(.v) usw., BD 
wohl auch aacpÖBBc = sbkr. zdi äe'Jc, nä zdräi-fji: Dagegen die Form öjo, öpo 
begegnet nur innerhalb des alten Akzentwechsels: russ. ro.ioBa, acc. röjoBV, 
uä CTopoiiy, z. B. im Kreise Suzdal CuopuuKi. 71, 5, s. 25 = sbkr. gldca, acc. 
f/Idi-u, )iü glävu, russ. rupoai., gen. nipo^a, lis'B-ropoja, z. B. in Ustjuzna, Gouv. 
Novgorod Izv. 1, s. 994 = sbkr. 7/ SJ, gen. giäda, iz gräda, russ. sijjiüto usw., 
isg. nÖAt 30J0T0.MX, z. B. Karaulov, rocopTi rpeöeucKiixT. KasaKoiit, C6opuuKi> 
71, 7, s. 36 = sbkr. zlatn, ü zlälo. Das Wesen dieser Volllautbetonung öpo, 6jio 
ist doch eben nur, daß der Akzent so weit nach vorne rückt wie möglich: das 
ist eben das Charakteristikum der älteren Akzentverschiebung. Ich kann nicht 
finden, daß diese Tatsachen irgendwie über sich hinaus wiesen und gegrün- 
deten Anlaß zu Spekulationen über die Qualitäten des Akzentes gäben. 

Wie ich mir die jüngere Akzentverschiebung entstanden denke, wird in 
der folgenden Abhandlung auseinandergesetzt. Über die ältere Akzent- 
verschiebung mich ausführlich zu äußern habe ich keinen Grund. Die 
Schwierigkeiten sind hier ungeheuer, aber sie sind es in jedem Falle: z.B. mit 
der Stammbetonung des gsg. ra. weiß niemand etwas rechtes zu beginnen. 
Immerhin wunderts mich einigermaßen, daß nie versucht wurde, diesen Ton- 
wechsel an den überlieferten Tonwechsel der idg. Wurzelnomina usw. anzu- 
knüpfen. Es wäre doch nicht gar zu merkwürdig, wenn die aussterbenden 
Wurzelnomina (sowie der Wurzelaorist;, mit ihrem Akzent die neuen 
Ersatzformen (nach der -0-, -(7-, -/-Deklination sowie nach der 2. oder der 



86 Paul Diels, 

5. indischen Aoristklasse) überformt hätten. Die Beschränkung auf die 2. 3. sg. 
aor. beim Verbum und die Verteilung der stammbetonten Casns im Typus 
gläva, vbfla (woneben der Typus övca, asg. övc>(^ npl. occe sekundär ist) lassen 
diese Auffassung immerhin als möglich erscheinen, bei den femininen ist ihr 
sogar das einzelne Material günstig: ztiinija, zlma, rosa, vielleicht auch snjkla 
und nöga sind alte Wurzelnomina, auch vbda entstammt einem akzentwechseln- 
den Paradigma, und ähnlich vielleicht russ. Bccuä. Jedenfalls dürfte es schwer 
sein, von einem dieser Worte nachzuweisen, daß es von alters her ein ä-Stamm 
und kein Wurzelnomen war, höchstens russ. uiuä ist mir aufgefallen. Beim 
Aorist eine ähnliche Übereinstimmung aufzuzeigen halte ich für aussichtslos, 
dazu müßte ja zunächst die aksl. Aoristbildung völlig verstanden sein, wovon 
wir noch weit entfernt sind. Im übrigen wird auch hier die etymologische Un- 
greif barkeit des Materials dafür fsorgen, daß die Bäume nicht in den Himmel 
wachsen. 

Gebt man von der verbreiteten Annabme aus, daß das Präsens 
der IV. (und z. T. der III.) Kl. auf russ. -lo, -nmt, -htx usw., sbkr. 
-I/^^, -U^ -l usw. ein Kontraktionsprodukt darstellt, so fübrt meines 
Eracbtens scbon der Gegensatz zwiscben den betr. Formen und der 
V. Klasse, wie er im Russischen besteht, auf die richtige Deutung 
des Akzentwechsels. Die IV. Präsensklasse des Russischen besitzt 
einen Akzentwechsel wie das Serbokroatische: nomy, höchiul, h6- 
CHT-B = sbkr. nostm, nosU, nost, öyaty, öyAHuiL, öyAHXx = sbkr. 
büdim, büdJs, hüdi^), die V. Präsensklasse besitzt ihn im Serbo- 
kroatischen, aber niemals im Russischen: livati^ Mcäm gegen russ. 
ÖLiBaTb, ÖLiBaH), -aernB, d. h. die überall kontrahierten Formen (IV. Kl.) 
haben den Akzentwecbsel, wenn überhaupt, in beiden Sprachen, 
die z. T. (im Russ.) noch offenen Formen haben ihn nur da, wo sie 
Kontraktion erfahren (sbkr.). Es läßt sich also vermuten, daß der 
Übergang des Akzentes auf die Stammsilbe eine Folge 
der hinter dieser Stammsilbe stattgehabten Kontraktion 
ist und daß der Akzent ursprünglich auf einer der bei- 
den kontrahierten Silben ruhte ^j. Daraufweisen noch fol- 
gende Tatsachen : 



ij Freilich ist der Umfang der Erscheinung in beiden Sprachen beträcht- 
lich verschieden. 

-) Vielleicht erklärt sich so auch russ. Homy gegenüber uociimi,, nur die 
im eigentlichen Sinn kontrahierte Form hat den Akzentwechsel. Da es aber 
auch Ka-,Ky gegenüber KaHcemi, heißt (was freilich durch das Sbkr. nicht be- 
stätigt wird), so ist diese Erklärung von uomy gegen höcuuji. nicht so sicher, 
wie sie zuerst erscheint. 



Studien zur slavischcn Betonung. 87 

1 lu der '.). ri, der eiuzigcu nicht koütraliiertcu Form des 
Indikativ Praes. der V. Klasse, tritt im Sbkr. keine Verschiebung 
ein; es heißt: pituti : pifät>>, piltii, pif^i, pi/ütno, pitäfc, aber pj- 
taju (d. h. pitajn), entsiirceheud den unkontnihierten Formen des 
Uassischen. 

2) Bei der Bildung bestimmter Adjektiva im Serbokroat. 
vertritt der Cirkumtlex auf der Stammsilbe nicht nur den russischen 
Stammsilbenton ' , sondern sehr oft auch den Fndsilbenton: sbkr. 
A/frZ, -ä, -0 = russ. Kpiiüoil, -jüi, -6e; sbkr. gluhl, -ä, -ö = russ. 
r.TYxon, -an, -6c, sbkr. güatl, -«, -ö = russ. rycToii, -aji, -öe: sbkr. 
(h-ag'i r= russ. Aoporöil, ziel = russ. /Kiinoii, /crüti = russ. Kpyron, 
mladl = russ. mojoaöh, mjeml = russ. iitMÖn, püntl = russ. ny- 
(•ToH, sViJepi = russ. c.itnoil, süJn = russ. cyx6i1, tupl = russ. ry- 
rioH, htid'i = russ. xta»'", nit(ß = russ. naroil, f^ljcdl = russ. ctAon. 
Das ist genau das Verhältnis, das zwischen sbkr. hitüm und russ. 
öbiBuio obwaltet 2). 

Diese Akzentverschiebung tritt in den genannten Verbalklassen 
nicht gleichmäßig auf. selbst da nicht, wo sonst völlige Gleichheit 
im Habitus der Formen zu herrschen scheint. Leskien (a.a. 0. s. 1 37) 
stellt das Problem: »Erklärung des urslavischen Typus noniti 
iios'nn gegenüber der Betonung formal gleichartiger 
Verba wie ?)idriti mdrl7n.<^ 

Zugegeben, daß in dem -7- dieser Klasse ein Kontraktionsvokal 
vorliegt, ist es vielleicht möglich, in der ursprünglichen Akzentua- 
tion der kontrahierten Silben den Grund des Unterschiedes zu 
linden. Man kann dieser Frage von zwei Seiten nahe kommen. 

1) Die angeführten Fälle von Akzentverschiebung durch Kon- 
traktion der folgenden Silben zeigen, daß diese Akzentverschiebung 
dann eintrat, wenn von den Kontraktionssilben die erste 
den Ton hatte: iu-Si = ÖLißdemt, draffl ns'w. = joporoir, Aopo- 



K Z. B. sbkr. bijeli, hi/clä, b'ijelö = russ. öt.itiji, fjtjan, 6i.ioc. 

- Von den kurzvokalischen haben im Sbkr. zwei ein ähnliches Verhältnis 
zum Grundwort : los, hosa, -o : bö.s'i, -ä, -ö, und ebenso go. qola, -o : göli. liier 
zeigt russ. 6oci., 6ocä, 6öco, 6öcu : öocöü den von uns erwarteten Zustand, da- 
gegen rojtiü zu rojit, roja, ro-iö : röjio, ro.iLi : rtlJM widerspricht. Es ist aber 
ungerechtfertigt, diesen letzteren Fall zusammen mit anderen ebenso verein- 
zelten zu einem Zeugnis für den angeblich urslavischen Akzentwechsel im be- 
stimmten Adjektiv zu verwenden. 



88 Paul Diels, 

räa, Äoporöe usw. In beiden Fällen haben die offenen Formen un- 
veränderlich diesen Akzent, eine Betonung -aio, -aemt, -aexi. exi- 
stiert (im Euss. wenigstens) nicht und ebensowenig ein bestimmtes 
Adjektiv mit Betonung des determinierenden Anhängsels i). Es liegt 
darnach nahe, für -1- in ndsls ein -*eje- oder etwas ähnliches voraus- 
zusetzen. 

2) Die Verba des Typus mdriti : mdrlm^ die den Ton, wenig- 
stens im Simplex, nicht verschieben, haben im Sbkr. die weitere 
Eigenheit, daß der steigende Akzent in der 1. 2. Plur. auf 
die Bildungssilbe -2- übergeht: morimo^morite. Das weist 
auf ursprüngliche Betonung der Personalendung. Von dieser Be- 
tonung kann man auf Grund der einfachen thematischen Bildungen 
(I. Präsensklasse usw.) nur das eine mit Sicherheit behaupten, daß 
sie sonstige Betonung der unmittelbar vorhergehenden 
Bildungssilbe voraussetzt. Sie erscheint daher in den thema- 
betonten Präsentia wie pletetn pJetis plefe pletemo pletete pleiü'^]^ 
treseni^ es, e, emo, ete, ü 3), sowie in zdvem, es, e, zovemo, zotete, 
zomi 4). Auf Grund dieser Tatsachen ^) darf man vielleicht vermuten, 
daß -i- in morite, lomite ein -eje- voraussetzt. 

Wir formulieren also versuchsweise folgendermaßen: Als 
Bildungssilben der Präsentia der IV. Klasse wie nbslm, 
Idm'im ist -e/e- oder etwas ähnliches vorauszusetzen und 
zwar in doppelter Betonung: -eje- und -eje-^). Bei der 
Kontraktion zu -^- läßt -eje- seinen Akzent auf die nächst 
vorhergehende Silbe übergehen [nbslm]^ -eje- dagegen 
ergibt betontes -^- [Ibmim = lomim). 



1) Auch im Litauischen bleibt der Ton immer auf dem Adjektiv. Ebenso 
ist die persische Izäfet stets unbetont, enklitisch, s. Salemann-Shukovskij, s.3ü. 

Das bestimmte Adj. zeigt übrigens, daß es auf die Qualität der kontra- 
hierten Vokale nicht ankam. 

-) So oder entsprechend verändert in Eagusa und Ozrinici, arbiträr bei 
Vuk, s. Resetar, Die serbokroat. Betonung südwestl. Mundarten s. 1S6. 

3) So ebenda, nipht aber bei Vuk, s. Eesetar a. a. 0. s. 187. 

*) Daniele, Akcenti u glagola s. 13.5 (2 89). 

ö) Es handelt sich nicht etwa bloß um das Sbkr., sondern auch um das 
Slov. (s. Resetar a.a.O. s. 187) und das Russische: Cernysevs Programm (Cöop- 
HUK-L OTÄ. pyccK. H3biKa II cJiOB. Hmh. Ak. iiayKt Bd. 68, 1) s. 15 fragt nach For- 
men wie cniiTc, xoTuie, iÄUTC, ueceTe, resp. cnuie. 

6) Resp. -ye— . % 



Studien zur slavischen Betonung. 39 

Sehcu wir uuu weiter, welche IJedeutiin^ diese D()i)pellieit 
haben könnte '). Ihr Vorhandensein wird dnreh das Russische und 
Slovenische bestätigt; im wesentlichen auch die Abgrenzung der 
beiden Gruppen, doch fehlt es hier nicht an beträchtlichen Abwei- 
chungen. Ich ordne das Material im Folgenden, vor allem mit Kiick- 
sicht auf das Kussische, und füge die nächstverwandten Bildungen 
hinzu : 

I.Gruppe: Der Infinitiv betont die Bildungssilbe -i-, 
das Präsens die Stammsilbe. 

russ. ßpoAHTt : öpojHuii. »umherschweifen« = slov. bröditi Ik^- 
dim »waten, durchwaten«, aber sbkr. Irodifi, -im »waten« : russ. 
ÖpecTu, upe^y »schlendern« = slov. hresti hrcdem »waten«, russ. 
ßpoAT. (stammbetont) = slov. brod = sbkr. hrod^ broda »Furt«. 

russ. joiiTi. : Aoiimi, und aohuii. »melken«, aber sbkr. ddjiti^ -'un 
»säugen (trans.), saugen« = slov. dopli] -im »säugen, Milch geben, 
melken«. 

russ. niaTb : roimmt »jagen, treiben (trans.), schnell fahren« 
(intr.) = sbkr. gbniti^ g'omm »treiben, jagen« = slov. göniti^ g^yiim : 
sbkr. gf/äfi, zemjn = slov. gjiciti^ zenem »treiben«, russ. roiii »Trei- 
ben, Jagd« = slov. gfm^ göna. 

russ. ryöiiTL : ryönmi, »verderben, zugrunde richten«, aber 
slov. guhiti^ -im »verderben, verlieren« = sbkr. gübiti] -Im »ver- 
lieren, umbringen«. 

russ. xoAHTB : xo^niui. »gehen« = slov. hklki^ h^dim = sbkr. 
höditi] hodwi : russ. xoax »Lauf, Gang« = slov. liod^ hoda = sbkr. 
hodj hoda. 

russ. K.ioiinTt : K.iöiiiimb »neigen, lenken« = slov. zaklönitl^ 
-kl^yiim »schützend verdecken«, tiaklöniti^ Id^nim »ein wenig 
neigen, jemanden zu etwas bestimmen«, poJdÖ7iiti^ Jd^nim usw., 



1) Eigentümlich ist freilich, daß die verschiedene Betonung nur in den 
Simplizia zutage tritt [msim : Idm'im], in den Komposita aber aufgeholten wird 
[prilomtm wie dbnosim, nicht prelbmim. Das ist eine Ausgleichung, aus- 
gehend, wie ich vermute, vom Aorist, der keine Verschiedenheit kennt, und 
der eben in d. Klasse Ibnüm nur von den Komposita gebildet werden kann, 
weil die Simplizia meist imperfektiv sind Daniele, Akc. u glagola s. 101 [- 55). 
Diese entziehen sich daher der Analogie. 



90 Paul Diels, 

aber sbkr. kldmti, -Im se usw. : russ. kjiohi, »Beugung« = slov. klon, 
Mona usw. 

russ. KociiTb : KocHiut »mähen« usw. = sbkr. kösifi, Tiosim 
»mähen«, aber slov. kositi^ -im »mähen, zerbröckeln« : russ. Koeä, 
Kocy, Kocti = slov. kösa = sbkr. kösa., kosu, kose. 

russ. .TOMiiTb : ÄÖsuimh »brechen, reißen« = slov. lömiti, Igmim 
»brechen«, aber sbkr. lomiti -Im usw. : russ. jiomx (pl. endbetont) 
»Brecheisen«, jroMi. (anfangsbetont) »Gliederreißen« = slov. ldm,I^ma 
»Brechen, Bruch«. 

russ. MoviiTL : MöiHiub »naß machen« = slov. möditi, m^öim 
»naß machen«, aber sbkr. möditi^ -Im »naß machen«. 

russ. MOJiHTtcH : MÖJiHmLCfl »beten« = slov. wo/eV?', m^lim »beten« 
= sbkr. möliüi mollm »bitten«, m. se »beten«. 

russ. iiocHTB : HÖeiimt = slov. tiösiti, n^sim = sbkr. nösiti^ no- 
slm »tragen« : russ. iiecTii, necy = slov. nesti^ nesem = sbkr. wes^e, 
nesem. 

russ. npocHTi : npöcHuit »bitten, erbitten« = ^qn. prösiti^pr^- 
sim »bitten« = sbkr. joroi/^e", ^jro6im »freien, betteln«. 

russ. ypoHHTb : ypÖHiiuiL »fallen lassen«, sapoHiiTb »fallen las- 
sen«, aber sbkr. rom7e, -Im »tauchen (=?2or2Vi), herabrollen« (trans.), 
izröniti^ odröniti »berabrollen«, ohrbniti se »hinabrollen« (intr.) : 
russ. poiix »das Fällen«. 

russ. nocejiHTb : nocejinmL und noeejiiiiub »ansiedeln (jemanden)«, 
Hace.jiHTb, nacejinuiL und iiacejuiuib »besiedeln (eine Gegend)« ;=slov. 
seliü, selim »jemandes Siedelung besorgen«, poseliti, selim »nach- 
einander besiedeln« = sbkr. seliti^ selim »wegsiedeln«, naseliii nä- 
selim »ansiedeln« usw.: russ. cejio, pl. cejia »Kirchdorf« = slov. selo 
»Baugrund, Ortschaft« = sbkr. selo^ sein »Dorf«. 

russ. cKOTiHTb icKo^Hiub USW. »Springen« = slov. skööiti, skoömi 
»springen« = sbkr. skoditi, skddlm »springen, steigen« : russ. cKOKt 
(stammbetont) »Sprung« = slov. skök^ sk^ka = sbkr. sk'ök, skoka. 

russ. sacjroHHTB : sacjOHHuiL und sacJioHiiinL »verdecken«, nacjio- 
HUTt »anlehnen«, npiicioniiTb »anlehnen« = slov. zaslöniü^ -sl^nim 
»durch Anlehnen verdecken«, nasUniti^ -slonim »anlehnen«, aber 
^\i)LX. zaslöniti »schirmen«, ?iasld}iiti, prislöniti »anlehnen« usw.: 
slov. slön. slöna »Mensch der gerne herumlehnt«. 



Studien zur slavischon Betonung. 91 

russ. TonuTb : Tumiuiii »überschweiumcu, schmelzen« (traus.), 
aber slov. topili^ topim > schmelzen, eintauchen«, zaiopid »über- 
schwemmen, zuschmelzen« usw. = sbkr. topiti^ -Im »schmelzen, 
überschwemmen«. 

russ. ToiiuTh : roimuib »schleifen* (dagegen soll to'ihuii. in der 
Bedeutung »fließen lassen« gebraucht werden) = slov. t<k'-l(i t{)6im 
»fließen lassen, laufen lassen«, aber sbkr. toditi^ -nn »schütten, 
schleifen« : russ. tokt, (stammbetont) »Fluß« = slov. iok^ t{fka »das 
Fließen«, russ. Te'ii., TCKy usw. 

russ. TiiopÜTb : TBopiiuib »schafifen«, iiaTDopiiTi., -TDopiiiiih »an- 
richten«, aber aaTuopiiTbj-TBopnuii. »verschließen«, npiiTnopiiTKj-TBo- 
puLub »(die Tür) nicht ganz zumachen, anlehnen«, pacTHopirib, -tbü- 
jumib »aufmachen, auflösen« = slov. tvoriti^ -im »gestalten« i), 
stcon'ti, -im »hervorbringen«, prctcoii/i, -im »umgestalten«, utvorid, 
-im »gestalten«, aber zaiiyriti, -im »schließen« 2), aber sbkr. nur 
tcorifi, -Im usw. 

russ. yiiiTi, : yiiinnb usw., aber slov. udit'\ -im = ^\lkx.uditi,-tm 
»lehren, lernen« : slov. iik »Unterricht«. 

russ. cojiiTb : BOAUuib = slov. vöditi, lydim = sbkr. voditi, 
vodlm »führen« : russ. bbctii, Be^y = slov. vesti^ vkle7n »führen«, 
russ. BOAt »Führen, Zucht« = slov. vod^ lyda »Führung, Zug 
Soldaten«. 

russ. B03iiTb : Bosnmb = slov. töziti^ lyzim = sbkr. vöziti, vo- 
z'im : russ. BecTii, Besy »führen, fuhren«, russ. Bost (pl. Boau) »Wa- 
gen, Fuhre« = slov. voz, -a »Wagen«- = sbkr. voz drva »ein 
Wagenvoll . . .« 

russ. a:enHTb: aKeiiHmb »verheiraten« = slov. zeniü] zenim »ver- 
heiraten« = sbkr. zeniii, zenlm : russ. yKena (pl. aceiiti) = slov. zena 
= sbkr. 26^205 (ohne Akzentwechsel) 3). 



1) Nach Pletersnik altslavisch. 

-] Nach Pletersnik serbokroatisch. 

3) Zu dieser I. Gruppe gehört ev. noch das eine und andere, so: slov. za- 
Tilöpiti, -klnpim »zuschließen«, razhJöpiti, -klöpim »aufschließen« usw.. aber 
sbkr. zaklbpiti USW. nach Daniele zur II. Gruppe. 

slov. Inzifi, Ijzim, aber polozUi, -im iind so in den Eompositis, russ. jio- 
aarrtcii »sich hinlegen« : jioaciiiiiLCfl, aber noÄO/Kuii, und na-ioyKuth mit Akzent- 
wechsel, sbkr. löztti zui- II. Gruppe. 



92 Paul Diels, 

IL Gruppe: Der Infinitiv und das Präsens betonen 
die Bildungssilbe -i-. 

russ. öo^ipHTB, 6o;tpumb »aufmuntern« = sbkr. hödriti^ -lux 
»acuere« (?) : russ. öo^iptm »munter«. 

sbkr. horiti^ -im se = slov. boriti^ -im se »kämpfen« : slov. lor^ 
löra »Kampf«. 

russ. oÖocHTL, oÖocHuiB »barfuß machen« = slov. ohonti^ -im : 
russ. öocoS = slov. hos, losa. 

sbkr. hröjiti^ -im »zählen«, aber slov. Lröjiti., -im : sbkr. hrdj\ 
broja = slov. brdj\ hröja. 

sbkr. bröciti »färberrotfärben«, aber slov. hr(}6iti^ -im : sbkr. 
b7'dc, hröca = slov. hrbc^ hr^öa »rubia tinctorum«. 

russ. ^lecTHTL, MecTiimt »ehren« = slov. Sastiti, -im = sbkr. 
6ast(ti^ -Im : russ. ^lecxt {stammbetont) = slov. cäat, -i = sbkr. 
6äi>t^ dasti. 

sbkr. zadeJifi »schließen«, sadeliti se = suöeliti se »mit der 
Vorderseite einander zugekehrt sein«, aber slov. zaöeliti, -im »am 
Ende glatt beschneiden« : sbkr. Seh »frons« = slov. deh. 

■ sbkr. zaöepiti »zustopfen«, oöcpiti »aufstopfen«, aber slov. za- 
iepiti^ öepim »mit einem Zapfen verstopfen« : sbkr. dep, öepa 
»Stöpsel« n= slov. 6ep^ cepa. 

russ. yHHHTt : ^iiiHHuib und ymiiimt »verrichten« usw., yiiHHiiTb, 
yuHHHuiB »tun«, iiaiiHHHTt, -^iiiHHLUb »füllcn«, sa'iHiiHTbj-yiiHnmt »aus- 
bessern« usw. = slov. naciniü., -dinim »verfertigen« = podiniti^ 
-dinim usw. = sbkr. öiniti »machen, gerben« : russ. ^ihhi. (pl. yHHti) 
»Kang« := slov. din »Tat« = sbkr. 6vi »Gestalt«. 

sbkr. odöhriti »gut heißen«, podöbriti se »einem gut werden« 
= prodöhriü se, udöbj'iti se »sich gut zeigen« = slov. udobnti, -im 
»begütigen«; aber russ. o^oöpHTb »gutheißen«, yAÖöpHTt »düngen«: 
russ. AoßpuH usw. 



slov. pöstit/,p(pstim und p. se »fasten«, aber rusa. und sbkr. zur II. Gruppe, 
vgl. i'uss. nocTX = elov. pösf, jynsta, sbkr. posf, posta. 

slov. zöriti, zjrim : zjri se »es tagt«, aber sbkr. zöriti zur IL Gruppe, 
fclov. utöliti, utjlim »beschwichtigen«, aber russ. yiojiiiTi. zur II. Gruppe, 
slov. ströjiti, strjjim »zurechtmachen«, aber russ. ctpöutl. 



Studien zur slavischen Betonung'. 93 

sbkr. udomiti »(ein Mädchen) verheiraten« = slov. udomiti si\ 
-im sc »ansässig werden« : sbkr. c/ow, doma,])\.ddmov{ = bIov. dorn. 

russ. Apf'öiiTb, Apoöiimi. »zerbröckeln« = slov. drohiti^ -im = 
sbkr. drobiti = russ. ,Tpof)i., pl. ^yüC^w, Apoöeu f. »liruch.stUck« =^ 
slov. drob m. »kleine StUckchen, Eingeweide« = sbkr. droh, droba 
»Eingeweide*. 

rus9. AiiOHTh, Aßoiiiiii. = slov. dcojt'd] -im = sbkr. dcöjiti, -Im : 
russ. ABoe »zwei« = slov. dro/ = sbkr. dcoji, -Je, -ja (plur.). 

sbkr. gldbiti^ -Jw »nm Geld strafen« = slov. globiti, -im : sbkr. 
gldba, (//öbu, gl übe »Geldstrafe* = slov. glöba. 

russ. rnoiiTB, rnoiiiiii. »eitern« = slov. gnnjifi, -im »düngen« 
= sbkr. yz/'y/V/, -Itn : russ. riioil (stammbetont) » Eiter < = slov. gn[>j\ 
gnojü »Mist« = sbkr. gnoj\ gnoja. 

russ. roAiiTbcn, roAiiuibc/i »taugen, dienen« = slov. goditi, -im 
»zeitigen, gefällig sein, zu statten kommen« = sbkr. goditi »be- 
schließen«, god'i sc »es scheint«, godl mi »tut mir wohl« : russ. ro- 
KÜI »tauglich, geziemend«, slov. god^ g<jda, godü »rechte Zeit«. 

sbkr. gojiti »pflegen« = slov. gojiti^ -im, aber russ. roiiri. (vul- 
gär) »beleben, pflegen« : slov. gpj'a »Pflege«. 

russ. rocTuTb, rooTiiiiib = slov. gosiifi, -im = sbkr. gosfifi, -Im : 
russ. rocTi., pl. tocth, -eil = slov. gosf, gostü ^^ sbkr. gost, gYjsta. 

russ. rposiiTb, rposHuih »drohen« = slov. groziti, -im »drohen, 
furchtbar machen« = sbkr. gröziii, -tm sc »schaudern, drohen« : 
russ. rpo3a, rpojy, rpö3Li »Gewitter« = slov. gröza »das Grausen« 
= sbkr. groza. 

sbkr. ja gmiti = / se »sich um etwas reißen«, »aber slov. 
jagmiti, -im »rauben, sich um etwas reißen« : sbkr. iiajagmu (geht 
die Ware ab, raptim) = slov. na Jagtno »um die Wette«, na jugmi 
»plötzlich«. 

russ. YK-noTiiTb, yKpoTiimi. ^zähmen*': = slov. 7fkroiifi, -im = 
sbkr. uhotiti '. russ. KpÖTKÜl »sanft« = slov. krötek, -tka = sbkr. 
krotuk, -tka, -tka (vgl. aber krotöst »mahsuetudo«). 

russ. KopHTfc, KopHiub »VorwUrfe machen < [m\i acc. der Person) 
= slov. korifi, -im »mit Vorwürfen regalieren, züchtigen«, pokoriti^ 
-im »strafen« = sbkr. kdn'^i, -nn. 



94 Paul Diels, 

ross. KOTiiTLCfl, KOTiimbCH »Junge kriegen« (von Katzen usw.) = 
filov. kotiti^ -im = sbkr. liöiiti : russ. koti, (endbetont) »Kater« = 
slov. köf, köta »Brut« = sbkr. hoi^ kota. 

russ. oKosiixtca, oKosHiutcH »Junge kriegen« (von Ziegen) = 
slov. okoziti^ -im se, aber sbkr. kdziti, kozim, iskoziti, oköziii ^) : russ. 
K03a, npl. KOSH = slov. köza = sbkr. köza. 

russ. KpoiiTB, KpoiiuiL »zuschneiden« = slov. krojiti, -im »spal- 
ten, trennen, zuschneiden« = sbkr. Ä-ro/VVe'j-m »zuschneiden« : russ. 
Kpofi »Schnitt, Facon« = slov. kröj\ kröja »Zuschnitt« := sbkr. kroj\ 
kroja »Schnitt«. 

luss. Kponiixt, KponiiiuL »besprengen« = slov. kropiti^ -im = 
sbkr. kröpiti »spritzen« [= skropiti). 

sbkr. lediti »zu Eis werden«, polediti se »zu Eis werden«, pre- 
lediti se »zufrieren« usw. = slov. leuiti, -im se : sbkr. led, leda = 
slov. Z^ö?, Jeda^ ledu. 

sbkr. löjiti »mit Talg überziehen« = slov. lojiti^ -im. : sbr. Toj^ 
loja = slov. loj. 

sbkr. Idoiä »jagen, fischen« = slov. loviti, -im, aber russ. jio- 
BHTB, jioBHmt »fangen« : russ. jiobt. »Fang« = slov. lov, -i f. »Fang«, 
lov, löva »Jagd« = sbkr. lov, lova m. »Jagd, Wild«. 

sbkr. mägliti, -im »einenNebel verbreiten« = slov. megJiti, -im, : 
sbkr. mägla = slov. meglä. 

sbkr. mediti, -im »mit Honig versüßen« = slov. mediti, -im : 
sbkr. med, meda = slov. 7ned, meda, medü. 

russ. MBiKiiTB »das Land messen« = slov. meßti, -im = sbkr. 
medt'di, -im »begrenzen« : russ. Meacii, npl. MeacH = slov. meja = 
sbkr. viedla, media, m^ede. 

sbkr. mnöziti, -im = slov. mnoziti, -im »vermehren«, aber russ. 
yMHoa^HTb usw. : sbkr. mnögl »mancher« = slov. mnog, mnöga. 

sbkr. mödriti, -Im »blau färben« = slov. modriti, -im : sbkr. 
modar, -dra, -dro = slov. runder, mödra. 

russ. MOKpHTB »naß machen« = slov. mokriti, -im = sbkr. mc- 
kriti »naß machen, harnen* : russ. jioKpBiä = slov. m^ker^ mökra = 
sbkr. mokar, -kra, -kro. 



1) Damit vgl. man sbkr. sit?uVf, stemm »Junge kriegen (von der Hündin!« 
zu sthie, -eia »junger Hund«. 



Studien zur elavischen Betonung. 95 

sbkr. izmoUti »bervorzeigen* = pomolili, yiamuUti sc » hervor- 
kommen < = slov. moliti, -im > hinstrecken«. 

ru88. MopuTh, MopMiiii. »ZU To(lc (juälcn* = slov. mon'fi, -im = 
ßbkr. ftiorid : russ. moiil -Pest« = slov. mö>\, m^ni = sbkr. mor m. 
»obitas«. 

russ. noAMOcTiiTb, -MocTiiuii. »Gerüste aufführen, naclipllastern« 
= ^\)kx. podmostiti »fundo aut lacunari instruo«, prim<\stiti [voüu] 
»Übersetzen«, umosiUi (m. dat.) »es einem recht machen« : russ. 
MocTi. »Brücke, Fußboden« = sbkr. indst^ mosta »lirUcke«. 

russ. oöuouMTb, -iioBiiuib > erneuern« = slov. obnovifi, -im = 
sbkr. obnoviti : russ. iionwil = slov. fiov, növa ^ sbkr. 7idvj -u, -o. 

sbkr. tidciti ȟbernachten' = slov. ?ioditi, -im : sbkr. ndc, nodi 
= slov. no6, no6i. 

russ. pa3oj)iiTL, -opiliiih »zerstören« = sbkr. ohoriti »nieder- 
werfen«, razoriti »zerstören«. 

russ. ocTpiiTb, ocTpiiujb »schärfen« = slov. ostrifi, -im = sbkr. 
dsfrifi, -Im : russ. oexpLiil = slov. f}sfc7-, öitra = sbkr. ostar^ 
os/ra, -0. 

russ. n.io^^iiTb, n.To;iiimb »durch Zucht vermehren, züchten^ = 
slov. ploch'tij -im (und phk/ifi, ph}dim\ »erzeugen, züchten«^ = sbkr. 
plociiti se »sich vermehren« usw. : russ. njiCAi. »Frucht« = slov. 
pl^d^ ploda^ plodii »Frucht, Brut, Erzeugnis« = sbkr. pl od, ploda 
»Fracht«. 

russ. nouTb, noiiuib »tränken'^ = slov. /jo/?7/, -im = ohkr. pojiti, 
-'im : russ. nuTb, nbio, nbeiiib usw. »trinken«. 

russ. 3anoTHTb, -noxiiuib »in Schweiß bringen« = slov. zapofiti, 
-im = sbkr. zapdtiti. 

russ. npocTUTb, -liuib »verzeihen« = f^\oY. prostiti, -im, aber 
eibkr. p7'dstiti, prostlm : russ. npocroil »einfach« = slov. prost, prosfu 
»frei, einfach« ^= sbkr. prost, -a, -o »einfach«, da je presto »es ist 
vergeben«. 

russ. nvcTiiTb : nycTHuib »loslassen« = sbkr. püstiti, püstlm »las- 
sen, entlassen«, aber slov. /j»««////, -/w »lassen« : russ. iiycTÖfi »leer, 
unnütz« = slov.püst, piista »wüst, leer« = sbkr. pT/st, püstu »leer, 
öde, verlassen«. 

sbkr. röbiti, -Im »zum Sklaven machen« = slov. zaroliti, -im : 
sbkr. roh, röha m. »Sklave« = slov. roh, röha [r^ha). 



96 Paul Diels, 

russ. poAHTt, -liuib »gebären, erzeugen« = slov. rodüi, -im 
»zeugen«, aber sbkr. rdditi, rodlm i) : russ. poÄi. »Geschlecht, Gat- 
tung, Geburt« = slov. rqd^ rgda, rodü = sbkr. rod^ roda »Ge- 
schlecht, Verwandtschaft«. 

russ.pouTbCfl, poiimtca »schwärmen« == slov. rojiti, -im = sbkr. 
rdjiii, -Im se : russ. poS »Schwärm« = slov. rdj\ röj'a = sbkr. 
roj] roja. 

russ. pocHTt, pocnxi. >es taut« = slov. rositi, -im »es taut, an- 
feuchten« = sbkr. rositi, -hn »betauen« : russ. pocä »Tau« =^ slov. 
rosa = sbkr. rosa. 

russ. poTHTb, -liuiL »verwünschen«, poTiiTtcü »schwören« = 
slov. rotitij -im »beschwören«, r. se »schwören« = sbkr. rötiti se 
»schwören« : russ. poxa »Schwur« = slov. röta und ro^, r^ta. 

niss. cKopöuTt, -HuiB »stärken« = sbkr. skröhiti, -Im, aber slov. 
skrpbiti, -im : sbkr. skrob, skröba »Stärkemehl«. 

russ. cMOJiHTt, -liuit »pichen« = slov. smoliti, -im = sbkr. smo- 
lifi, -im : russ. cMOJiä = slov. smöla = sbkr. smbla. 

russ. cojiHTB, -Huit »salzen« = slov. soliti, -im = sbkr. soliti, 
-im : russ. coji>, -h f. = slov. sol, soll = sbkr. so, soli. 

sbkr. söpiti, -im »keuchen« = slov. sopiti, -im »den Atem be- 
nehmen : slov. sop »Atem«. 

russ. cnopHTbcfl, cnopiixcH »es gedeiht, geht von statten« = 
sbkr. spöriti, -Im »gedeihen machen« : russ. cnoptin »gedeihlich« = 
sbkr, spor, -a, -o »ausgiebig«. 

russ. cepsöpiixb, -iiiub »versilbern« = slov. srehriti, -im = sbkr, 
srebritiy -Im : russ. cepeöpö = slov. srebro = sbkr. srebro. 

russ. cxeKjriixt »verglasen« = slov. stekliti, -im = sbkr. stä- 
kliti, -im se »glänzen wie Glas« : russ. cxeKJiö = slov. steklg = 
sbkr. stäklo. 

sbkr. svöjiti, -im »sich zueignen« = slov. svojiti, -im, aber 
russ. ocBOHXB »sich aneignen«, cBOHXica »vertraut werden« : sbkr. 
svoj, svöja, -e usw. 

sbkr. sköpiti, -Im »kastrieren« = slov. skopiti, -im : slov. skdp, 
sköpa »Verschnitt«. 



1) Aber rbdim in imperfektiver Funktion, s. Danicic, Akc. u glagola s. 98 
(2 52), Anm. 1. 



Stadien zar slaviscben Betonaog. 97 

ruB8. yxoMihb -liuiL ^ermüden« = sbkr. zatömiti, potomiti 
»unterdrücken*. 

sbkr. topUli, -Im »warm machen* = 8lov. topliti, -im, aber 
rus8. Ten.inrb : sbkr. topal, -pla, -p/u = slov. töpaf, topla. 

sbkr. v'drili sc, trdrl se »es wird heiter« = slov. vedriti, -im 
»aufheitern« : sbkr. vrdar, -dra, -dro = slov. cidor, ridra, vedro. 

russ. DomiiTi. >mit Wachs einreiben« = slov. vosöifi, -im = 
sbkr. fo.sfifi, -hfl : russ. hockt. »Wachs« = slov. vosek, -s/ca = sbkr. 
cosaA-, -ska. 

russ. 311011X1, »brennen, Hitze ausstrahlen« = slov. znojiti, -im 
= sbkr. z/injifi sc »schwitzen« : russ. 3110» »Sonnenhitze« = slov. 
z,-'ij Hitze, Schweiß« = sbkr. znoj] z/ioja. 

russ. SBOHMTh, -nmi> »läuten, klingeln« = slov. zvoniti, -im = 
sbkr. zcdnitl, -Im : russ. 3uoin. »Klang;« = slov. zcon, zvona, zvonä 
»Glocke, Klang« = sbkr. zvono > Glocke«. 

Aus dem Serbokroatischen allein sind hier noch zu nennen: 
hasiti »jemanden bä^a nennen'^', pobä^iti se »bäia werden«; podbo- 
6ifl sc ;»den Arm in die Seite stemmen« : bök, boka: bojili »färben« : 
biija » Farbe •^; dcorifi > aufwarten'« : dvor, dvöra\ hästiitl »nützen«: 
/tasna »Nutzen«; hasiti = udariti u haSu »ableugnen«; kobiti [ixaiaQ.) 
begegnen, den Untergang ahnen« -.k^jh »Begegnung'«; zakoUti vl^w. 
umkreisen« : kulo\ komiti »auskernen- : kum, koma >Treber«; 
okonjiti se »ein Pferd bekommen : konj, kbnja\ polositi »erkran- 
ken« : los »schlecht": : moj'ifi >8agen daß etwas mein ist« : mdj\ 
rnojü, mojc\ iioditi (trans.) -erblicken'« : uko] opäkliH > mit Pech be- 
schmieren« : pakao\ pärbifi {trans.) »verklagen« : pärba -Prozeß' ; 
popiti -zum Popen weihen« : pop, pdpa\ opöstiti (trans.) »Ehre 
machen«« : po^fa; roöiti > einen wohin bestellen«« : rcik, roka »Ter- 
min«; roviti ->einen rov graben«; usädmiti se ^) feste Kürner be- 
kommen« : sädma »Schrot; sibiiti ;> zerkleinem« : sitaii »minu- 
tus«, sdöiii »ausfindig machen« : sok »Ausfinder«; sdköiü »zum 
Sokac machen«; söriti »regulieren« : S^or, sora -Gasse-, ioviti »gut 
füttern« : toL\ tuva »Fettigkeit«; zöbiti »mit Körnern füttern« : zob, 
zohi :> Hafer«. 

Als abnorm verzeichne ich noch: 

slov. oh^flifi, oh^lim se »sich hochmütig benehmen« gegen sbkr. 
pohöliti se »stolz werden«. 

Archiv für slavische Philologie. XXXI. 7 



98 Paul Diels, 

russ. KpecTHTt, KpecTHiiib »bekreuzigen«, KpecTiiuib »taufen«, 
slov. krstiti, -im und krstiti, -im^ sbkr. krstiti^ -Im >taufen«. 

slov. krsiti, krsim »brechen« gegen sbkr. krsitt, -Im. 

slov. popgditi, -podim »bedielen« gegen sbkr. popoditi zu 
Gruppe II. 

russ. ycKöpHTi. »beschleunigen« gegen sbkr. usköriti zu 
Gruppe n. 

slov. fr^siti, -im »ausstreuen« gegen sbkr. tröiiti, -Im »aus- 
geben, verzehren, krümeln«. 

russ. sjioÖHTt »böse machen« gegen slov. zlohiti, -im >böse 
machen«, sbkr. zldhiti (c. dat.) »einem übel wollen«. 

Die Erkenntnis vom Wesen dieser Doppelheit ist sehr er- 
schwert: einmal durch die Discrepanz der verschiedenen Sprachen, 
dann auch dadurch, daß oft eine doppelte Möglichkeit der Herleitung 
vorliegt. Gleichwohl glaube ich, daß der erste Eindruck, den wohl 
jeder von den Dingen hat, auch genauerer Prüfung standhält: bei 
der ersten Gruppe scheint es sich um Deverbativa, bei 
der zweiten um Denominativa zu handeln. 

Neben den Verben der I. Gruppe steht oft ein primitiveres 
Verbum, und zwar gerade neben denen, deren Zugehörigkeit zur 
I. Gruppe am sichersten bezeugt ist i) : hroditi^ goniti, tiositi, voditi^ 
voziti. Zweifellose Deverbativa sind ferner guhiti zu ginidi und das 
entsprechende uöitiiM namknuti"^]. Vgl. ferner das offenbar kausative 
slov. töHti^ t{}dim zu teci >laufen«, wo freilieh die russ. Betonung 
mir nicht recht verständlich ist : allenfalls könnte man denken, daß 
ToqHTb >^ schleifen« seiner isolierten Bedeutung wegen das Alte be- 
wahrt, TO^HTb »fließen lassen« dagegen nach tokt. die Denominativ- 
betonung angenommen habe. Euss. nojroKiixi, nojiöacHiuL und Ha;ro- 
acHTb, HajioacHmb sind Causativa zu jreyb »sich legen«. 



1) Sehr belehrend ist das Verhalten von hroditi: im ßuss. und Slov. ist 
das zugrunde liegende Verbum erhalten und das abgeleitete broditi hat die 
Betonung der I. Gruppe. Im Sbkr. fehlt bresii und broditi hat keinen Akzent- 
wechsel, offenbar weil es als Denominativ zu dem überall vorkommenden 
hrod gefühlt wurde. 

-) So wenigstens im Russ., im Südslav. ist der Akzentwechsel aufge- 
geben, vermutlich weil das Grundwort zu fern lag und der Stammvokal gegen- 
über nosiYi usw. abnorm war: im Sbkr. enthält die I.Gruppe nur Verb a mit 
dem Stammvokal e oder o. 



Studien zur slaviscben Betonung. 99 

Durch Vergleich mit vciwiiudteu Sprachen ließe sich noch das 
eine oder andere als deverbativ erweisen, wie z. H. prositi. 

Es ist ja nun freilieh möglich, viele dieser Verba als denomi- 
nativ aufzufassen, so goniti^ /loditi, /cloniti, lojiiiti^ uronifi\ s/co/^ifi, 
zasloniti, toditi, fcorifi, ui^lfi\ vodift, toziti. Das ist al)er sehr un- 
wahrscheinlich : es handelt sich bei yo«, hod usw. durchweg m\\ 
Verbalsubstantiva, etwa von der Bedeutung des substantivierten 
Infinitivs. Diese Bildungen brauchen ja nicht jünger zu sein als 
gofiiti, /lodifi, sie künneu sogar beträchtlich älter sein, daß sie aber 
die Grundworte für jene Verl)a seien, will mir nicht einleuchten. 
Gewili, ein nominales Grundwort zu Verben yi\c fii/tren^ fahren^ 
(jchen usw. könnte kaum eine andere Bedeutung haben ü\q Führung , 
Gang usw., aber dann wollen wir doch lieber zugeben, daß Verba 
von so primitiver Bedeutung zwar abgeleitet, aber nicht wohl 
denominativ sein können, mindestens nicht denominativ in dem 
Sinne der später zu behandelnden Verba. Ich nehme also an, daß 
selbst so sicher bezeugte alte iSomina wie akoh und lom nicht die 
Grundworte zu ahoditi^ lomiti sind, sondern daß sie selbständig 
neben diesen stehen wie d. Sprung neben springen und Bruch neben 
hrechen ^). 

Ganz anders stellt sich die zweite Gruppe dar. Deverbativa 
sind hier ganz selten: pojiti und moriti^). Unter den übrigen 
Verben sind eine IJeihe offenbar alter, aber isolierter Bildungen, mit 
denen sich nach keiner Kichtuug viel anfangen läßt''. Von den 
grammatisch deutbaren sind weitaus die meisten echte Denomina- 
tiva: die Grundworte sind Adjektiva oder Substautiva: diese haben 
fast stets eine ganz konkrete Bedeutung und stehen in keiner Be- 
ziehung zu primitiven Verben. Sie brauchen hier nicht noch einmal 
aufgezählt zu werden, es genügt, wenn ich gosf^ gnoj, med, megla, 
woc, s7noIa nenne. Es wundert uns zwar etwas, horiti, hrojiti^ roj'iti 
unter den Donominativen zu sehen, aber man denke an d. h'dmpfen, 
züJtlen, schicürmen zu Kampf, Zahl, Schwärm. Wo wir auf Grund 
der Bedeutung gegründete Ursache haben, an dem denominativen 



1) Allerdings scheint die I. Gruppe zwei wirklich echte Denominativa zu 
enthalten : zeniti und seliti. 

-) Das doch wohl nicht von mor abgeleitet ist. 

3, Z. B. goditi, gojiti, koriti. hropiti, izmoliti, razoriti, uiomiti, akopiti. 



IQO Paul Diels, 

Charakter des betr. Verbums zu zweifeln, scheinen die Einzelspra- 
chen z. T. unserer Meinung zu sein, daher russ. .lOBuxt : jicbhiui, 
und sbkr. rdditi : rodim ^). 

Damit bin ich am Ende: es liegt mir fern, jede einzelne Ab- 
weichung mit irgend einer Erklärung zu begleiten und den Dingen 
den Schein einer Klarheit zu geben, die sie einstweilen nicht be- 
sitzen 2). 

Und freilich auch nicht besitzen können: eine wirklich metho- 
dische Vergleichung würde zunächst voraussetzen, daß wir über die 
Betonung der betr. Verba in den Dialekten eingehend unterrichtet 
wären, was nicht der Fall ist. Es fehlt aber auch an Hilfsmitteln, 



1) Bei den mehrsilbigen Verben der 4. Klasse scheint das Verhältnis 
noch weniger rein zu sein. Für die langvokalischen Verba der 4. Klasse so- 
wie für die Verba der 3. Klasse (russ. TepntTi, : Tc-pnumi.) würde man es ver- 
mutlich nachweisen können, aber nur aus dem Russischen. In der 3. Klasse 
kennt das Serbokroatische im allgemeinen keinen Wechsel des Akzentes im 
Präsens, das Sloven. hat entweder Endbetonung im Präsens und Infinitiv (so 
Valjavec fürs Krainische) oder Stammbetonnng im Infinitiv bei den -«-Verben 
(so Pletersnik, auch Valj. fürs Ungarisch-Slovenische). Nur ganz wenige, 
meist mit ursprüngl. kurzem fallendem Akzent, haben Stammsilbenton. Bei 
den langsilbigen der 4. Klasse hat das Sbkr. durchweg Akzentwechsel im 
Präsens, es gibt zwar auch eine Gruppe ohne Akzentwechsel: aber diese ent- 
hält lauter junge und grammatisch ungreifbare Bildungen, Kinderworte usw., 
wie schon Leskien richtig erkannt hat. Im Slov. besteht hier, wie oben aus- 
geführt wurde, eine Dreiteilung, die aber zur russ. Betonung dieser Verba in 
keinem angebbaren Verhältnis steht. In der 5. Klasse (1. Gruppe) haben wir 
im Sbkr. einesteils Verba mit langer Stammsilbe, die stets im Präs. stamm- 
betont und sehr selten denominativ sind, z. B. hivati, hlvürn = russ. ötisäio, 
anderseits kurzvokalische, ohne Akzentwechsel, die z. T. denominativ (u. zwar 
von langvokalischen Grundworten abgeleitet; sind, z.B. brüdati : brädäm 
>Bart bekommen« : hrdda. Den seltenen Typus des akzentwechselnden nicht- 
denominativen Verbs vertritt hier, bei den kurzvokalischen der 5. Klasse, 
vor allem löpati : köpäm = russ. Konäit, -äio. Es kann freilich auffallen, daß 
es Verba des Typus brudati : brädäm überhaupt gibt: nach unserer Auffassung 
setzen diese ja ein Präsens *bradajü, -ojes, -ujct voraus, also eine Betorung, 
die im Russ. ganz unbekannt ist. Aber von den vielen Verben, die dieser 
Klasse im Sbkr. angehören, finden sich nur ganz wenige im Russ. wieder. Die 
Vergleichung hat also gar keinen rechten Boden. 

-} Die Unterscheidung ist von mir selbständig gefunden, stammt aber, 
wie ich nachträglich sah. nicht von mir. Ich fand es trotzdem nötig, meinen 
Standpunkt zu begründen, weil A. Leskien a. a. 0. s. 125 die Unterscheidung 
verworfen hat. 



Stadien zur slaviscbcn Betonung. 101 

die uns die Verbreitung der zui^ebürigeii Hildungeu, Nomiiui und 
Verba, in Zeit und Kaum veranschaulichen könnten. Zum Teil wird 
es unmöglich sein, darüber etwas zu wissen. 

Daraufkommt aber zunächst alles an: denn es handelt sich bei 
der Unterscheidung dieser Klassen ollcnljar nicht um eine längst ver- 
steinerte Kuriosität, sondern um ein Lebendiges, das sich den Ver- 
änderungen der Umgebung anpaßt: einen schönen Fall vuu solcher 
llarnumie lernten wir bei Inuditi kennen. 

Und selbst wenn alles dies festgestellt wäre, bliebe die Methode 
noch äußerlich und wäre den Tatsachen vermutlich nicht ganz ge- 
wachsen: denn die Unterscheidung von Deverbativen und Denomi- 
nativen, oder wie man es nennen will, ist schließlich ein geistiger 
Vorgang, dem wir nicht völlig nachkommen, den wir in seinem Er- 
gebnis nicht immer rechtfertigen können. 

Angesichts solcher Schwierigkeiten und angesichts der mangel- 
haften Hilfsmittel halte ich das Ergebnis noch für ziemlich günstig. 



Stellen wir es mit dem Ergebnis der formalen Untersuchung 
zusammen, so würde sich ergeben: Deverbativa wie voditi, 
vod'im setzen in der Bildungssilbe die Betonung -eje- 
voraus, Denominativa wie gdstiti^ -Im dagegen die Be- 
tonung -c/e-. 

Das bedarf keiner weiteren Rechtfertigung: es ist genau 
der Unterschied, den das Altindische zwischen Causa- 
tiveu und Denominativen in der Betonung macht: dhä- 
räyati, bddhdyuti gegen dvvayäti. 

Berlin, im Januar 19U9. Faul Dieh. 



102 



Die KonsonaiiteiiYerbinduiiffen im Polnischen. 



Die Aufgabe der vorliegenden Arbeit wird es sein, eine Untersuchung 
anzustellen, zu welchen Zeiten und womöglich auch an welchen Orten die 
Lautgesetze, die auf die Umwandlung der Konsonantengrnppen in der pol- 
nischen Sprache Bezug haben, gewirkt hatten. Selbstverständlich berück- 
sichtige ich besonders das XIV. und XV. Jahrh. Denn vor dieser Zeit gibt es 
mit Ausnahme des Wörterbuches bei Band, nichts, das für meine Arbeit von 
Bedeutung wäre ; im XVI. Jahrh. dagegen ist eine Allgemeinsprache in den 
Umrissen bereits vorhanden. Alles nun, was schon vor dem XIV. Jahrh. seine 
Entwicklung dui'chgemacht und selbst in den ältesten Denkmälern keine Spuren 
eines älteren Zustandes hinterlassen hat, übergehe ich notgedrungen mit Still- 
schweigen. Das Material, welches durch Vergleichung des Polnischen mit 
dem Altkirchenslavischen zugänglich war, ist schon in der vergleichenden 
Grammatik von Miklosich (oder in der von Krynski, etc.) enthalten. Dies zu 
wiederholen beabsichtige ich nicht, da ich ohnehin oft gezwungen sein werde. 
Bekanntes heranzuziehen. Desgleichen übergehe ich die Assimilation stimm- 
hafter Konsonanten an die stimmlosen und ebenso die entgegengesetzte Er- 
scheinung; freilich durfte sich z. B. »^wi^toslaw von Wocieszyn eine Schreib- 
art wie szhyeracz (statt zhierac), etc. so oft er wollte erlauben, niemand jedoch 
wird sich der Meinung anschließen, daß er wirklich shierac, etc. mit ursprüng- 
lichem, stimmlosen s diese Wörter ausgesprochen hatte, da er außerdem 
szdrada, etc. schreibt, obwohl er dieses Wort doch nicht anders als zdrada (mit 
stimmhaftem s) aussprechen konnte. Die Denkmäler also aufzuzählen, in denen 
Wörter wie ottqd, sbicrac, etc. mit ursprünglichem s, t. etc. enthalten sind, 
würde nichts anderes als eine Abhandlung über die Orthographie der alten 
Zeiten bedeuten, denn die Präp. ex und otx waren im Polnischen eigentlich 
immer z und odxox stimmhaften, s und ot vor stimmlosen Konsonanten, sobald 
einmal der Vokal t abgefallen war. Hier jedoch interessiert mich nicht die 
Orthographie, sondern ausschließlich die Aussprache. Deshalb auch handelt 
der erste Teil der vorliegenden Arbeit nur über die sog. vollständige Assi- 
milation. 

Ich muß gestehen, daß meine Arbeit betreffs der Abgrenzung der Ört- 
lichkeit ohne mein Verschulden so manchem Enttäuschungen bereiten wiid. 
Der Ort, wo die Denkmäler entstanden sind, ist meistens unbekannt. Die 
polnische Dialektologie ist bis jetzt noch nicht so sehr entwickelt, daß sie 
imstande wäre, die Wirkung der phonetischen Gesetze örtlich festzustellen. 
Viel Material wurde diesbezüglich gesammelt (Kolberg: Lud; Wisla, etc.), 
allein diese Arbeit wurde meistens nicht von Grammatikern ausgeführt, so 
daß dieses Material in sprachlicher Beziehung nur zur Anlegung eines Lexi- 
kons benützt werden könnte. Die wenigen dialektologischen Abhandlungen 



Die Konsonantenverbindungen im Polniechen. lOli 

(die meistens auf die Mundarten Galiziens Bezug haben, erheben wahrschein- 
lich nicht einmal Anspruch als erschürfende Arbeiten Oeltun}; v.n haben aus- 
nahmsweise könnte Kasz. erwähnt werden . Aus diesen Gründen nun mußte 
ich auf eine örtliche Abgrenzung der Lautgesetze meistens verzichten. 

Ich möchte noch erAvähnen, daß ich mich an die Einteilung: 1) Assimi- 
lation, 2) ]'i)hahchuuiHU •>, Hiiisrhufi von Konsonanten, l Dissimilation nicht 
unbedin^'t lialten werde, denn ich würde sonst gezwungen sein, einige Kon- 
sonantengrupi)eu in zwei oder drei Teilen zu behandeln. Um häufige Wieder- 
holungen zu vermeiden, bespreche ich solche Konsonantengruppen mit all 
ihren Wandlungen nur in einem Teile, entsprechend den Veränderungen, die 
sie in der Literatursprache durchgemacht haben. 

Assimilation. 

1. //, (Id. 

Beim Zusammentreffen von tt {dt), dd [fd] tritt in einigen Wörtern 
Verschmelzung zu t resp. d ein, z.B.: pod doafaf/ciem = podosfaf/a'cm, 
ot ticorzyr = otxcorzijr. In oUrorzyc ist die Verschmelzung sehr früh 
eingetreten, die ältesten Denkmäler zeigen nur die vereinfachte Form: 
w^ ohi-orzenyu rryku twojTi Flor. KKi, 29; otworz ib. 50, 16; 
otworzycze ib. Hl, ü», etc. 
Die ursprüngliche Form ist nur in der Bibl. und im Pul. neben 
den gewöhnlichen Formen zu finden: 

ofticorze w powyeßczyach vsta moya Pul. 155 r; odtworz- 
ßczye ib. 236 r; odticorzil bog usta osliczy Bibl. Num. 22; 
odtworziwszi zemyj^ ib. Num. 26; — neben: otworzyl Pul. 
251 r; otwarzaß ib. 2S(iv; otwarza ib. 140 r; y otworzil Ez- 
dras ksy^gi Bibl. Neh. 8: etc. 
Hie und da — besonders ist dies in den Denkmälern Großpolens 
und Kujawiens der Fall — tritt die Verschmelzung zweier t [d] in sol- 
chen Wörtern ein, wo sonst in der heutigen Literatursprache beide t [d) 
ausgesprochen werden, nirgends aber ist diese Verschmelzung in kon- 
sequenter Weise durchgeführt : 

Bibl: wstaly ot^d Gen. 18; odani sr> Num. 3; y odalcye ay^ 
od Amelecha Kr. I, 1 ö ; nye chcyely sy^^ wam podacz dobro- 
wolnye Jud. 10; podany w plon Jud. 10; podany h^^ pod 
myecz Jud. S; podal myasto Asyi'skim Jud. 8; podala w 
nasze r^ce Jud. 11: Nye b^dze podano Jerusalem w rj^ce 
krolya Asyrskego Kr. IV, 19; a podam ge w r^k^ twry Par. 
I, 1 4 : podanysmi y krolowye naszi w r^ce krolyow zemskich 



104 A. Paszkiewicz, 

Ezd. I, 9 — neben: oddalismi Deut. 3; a bil gemu Joachim 
w sluszb^ poddan trsy lyata Kr. IV, 24 ; Y poddani sr^ Aga- 
zensci w gich r^^ce Par. I, 5; poddanysmi Ezd. II, 8; etc. 
Swiet: othichmyast, othant, othyclimyast III, 3 9 ; etc. — neben: 
poddany III, 7 7 ; poddanymy VI, 1 ; oddalicz XII, 1 ; oththat 
lU, 37; etc. 

Kaz. g: odalycz, odalywschy S. 363; 
Kaz. III: wodalenyv S. 181; 

Malin: odalayo 44 b/:?; odalywsj' 45 ba: podany-subdita 
43 a/; podane slnsby-subjeccione servitntis 43 b /; pothakim 
wyloszenym (statt: pod takim w.) 44 a«; — neben: oddalene 
45 a ^; oddana szona 43 b y; 

Lubicz: przetiiwq sywetha miioscza nyemeß nycz thayemnego 
(statt: przed twa usw.) b); 
Anm. Das d der Präposition od fällt in den Zusammensetzungen 
häufig ab, wenn auch das mit der Präposition zusammengesetzte Wort 
weder auf t noch auf d anlautet (z. B.: ostr^powaly ot pana boga Bibl. 
Par. II, 34). Diese Erscheinung ist auch in anderen sla vischen Sprachen 
und im Altkirchensl. zu finden (vergl. Leskien S. 59). 

2. 7in. 

Doppeltes n bleibt gewöhnlich in der polnischen Sprache unver- 
ändert: czynmj^ winny^ Anna, etc. — sogar in Verbindung mit einem 
anderen Konsonanten: 

Ja za prawdo pot7'zebiznm y vbogi iesm Flor. 69. 6; duch 

welnny ib. 106^ 25. 
Hie und da aber, obwohl sehr selten, wird 7in zu w : 

znyva i(^czmyenego Bibl. Jud. 8; Y pocznye Noe oracz zemye 

a plodzycz wynycze ib. Gen. 9 (neben: wynnycz^^ ib. Ex. 22); 

auch in der Literatursprache in einigen Wörtern, z. B. : jede- 

jiascie (entstanden SLWA'.jedeii na scie). 

3. SS. 

Doppeltes s in den mit s auslautenden und mit dem Suffix sM zu- 
sammengesetzten Wörtern wird schon in den ältesten Zeiten za ein- 
fachem s : 

Stk: neb'eskego (niebieskiego) h r\ neb'skego d v\ 
Flor,: nebeskemv /i5, 25; nebeskego prol. i, 5; 
Etc. 



Die KoDBonantenverbiDdunji^en im Polnischen. 105 

In den altpuluischeu Deuktuäleru treten vereinzelte Formen mit 

SS auf: 

nebessky crole Flor. ^7, 15; nebyesskego ib. 10^, :i'J ; 

sie entspringen vielleicht dem Bestreben der damaligen Schreiber, das 

stimmhafte vom stimmlosen s zu unterscheiden. 

Das Wort ss(n/ (c'KC/'^.,\,'K) erscheint mit einfachem oder geminier- 

tem s : 

a iaco ss'^il zdunowi rozbyiesz ie Flor. '^, '.) : ss^d ib. .'iO, lü; 
— a yako i^'^d zdunowy rozbygeß ye Pul. I v; sand skorzauy 
Waci. '.V,i; W s^dze nye brjdze ubiwacz mfjk'i IJibl. Kr. 111, 
17 (2 m.); s^dow mvedzanich ib. Joz. ü (2 m.); myedzi swimi 
Ä^(/</ ib. Joz. 7 ; s^dy ib. Ex. 3.'); s{>^di ib. Ex. 3.'>. 

4. z + z (s). 

Doppeltes ~ [s) in den mit z [s) anlautenden und mit der Präposition 
z zusammengesetzten Ausdinicken geht häufig in einfaches z (ä) über: 

Stk: s/fjpia p". angl bozy. vzastrypy poganske [(z)stapil:, prawi, 

angiel bozy w zastqpy poganskie] a r; Angl . . . stfjpi do galau 

a V ; st(^py c r ; 

Flor: sU^pxjl do pekla S. Ath. 36; d^pay^ s kazayn twoych 

IIS^ 21; st^pai^cz w morze 103^ 8; st^pry w losze /.?/, 3; 

st^pyla 132^ 2; str>pa 132^ 3: st^py 143^ (i ; ne stjipal gesm 

//S, 102, 157: st^pay^cze 12 i, 5; — neben: sst^'pyl lest 

11, 11; sst^pai^^czich 2U, 3; sst(;p(^ 2.'?, 11; sst^pi ^S, 18; 

sstj>pcze Jt/, IG; sst^py 7/, 6; a iusz iesm se sstarzal 36. 26; 

Gn: sz nebosz . . . st^^poualy 1 a,29 — 30; stj^pyly 2 b, G; str>- 

pyla 181 b, 5—6; 

Bibl: 8t(^pisz ogen s nyebyos, sti^tpil ogen s nyebyos Kr. IV, 1 ; 

wst^puy^cz y sf(l>puy('/cz Gen. 28; 3t(>pylesz Gen. 49; zuge 

(zzuje) boti z gego nog Deut. 25; Dom zutego ib.; Zuy boty 

z nog twich .Toz. 5 : — neben: ssU^pil ogen s nyebyos Kr. IV, 1 ; 

sst^pysz ogen s nyebyos ib.; sst^pyl Kr. IV, 20; lSst(^^i>p a 

zaprzyszy^ysz lud Ex. 19: 

Pul: stoipayoi do pyekla 231 v; sU'^pyl do pyekla 312 r: — 

neben: zstepuyatczym 53 r; sst^'puya/ czym 56 r; ssta/py 13 r; 

sßyaülo ßye yako mleko 214 v; etc. 

Wacl: z nyeba stapil 59; sthapyl 97; stampuyanczich 119; 

Naw: znyeba sthapyl 77; sthapyl z nyeba 159; 



106 ■^- Paszkiewicz, 

Nauka: z nieba stapicz raczil S. 328: stampil do piekielnich 
odchan S. 335 : 

Pat: sta/pyl zmayestata 59 v; sta/pyl 94 v. 
In den großpolnischen Denkmälern tritt dieselbe Vereinfachung auch 
dann ein, wenn die Präposition z nicht mit dem Worte verbunden ist: 
Eid: setmonaczcze (statt: z setm.) 1398 f. 220 v. 
Gn: a szob^ thrj[to) dan przynosl 3 a, 27; ony szry szob^ volu 
y osla vedly 3 b, 1 ; sto rzyczerof . . . szoö(j bila mala 5 a, 19; 
mamy szebe odzene sdrzucicz 1 73 a, 24 ; szebe sw^ skorrj sdrzu- 
czyl 173 b, 7; svymi szonamy pospolu ne leszely 174 b, 18; 
szebe sdrucyly 173 b, 13; svini szinkem .'. . chodzila 176 b, 21 ; 
svimij prygaczoly 182 b, 4; sfr^ panr> 183 b, 21 — 22; sv<l>thim 
ganem f ragu byl 184 b, 5, 9; gy on szeme byl stworzil 
174 a, 9; 

Przyb: szwathczimi Jaco Borzivy swym bratem j szvimi sy- 
nowczi netrzima wr>czey kszrjdza Marczinovi cz^szczi Gn. 1404; 
swymy szostramy Cost. 1412; swym synem Pos. 1415; biwal 
na dzedzine swym bidlem Pyzdr. 1400; swymi dzyeczmy Pyzdr. 
1419; swymi pomoczniky Pyzdr. 1420, Pos. 1430, 1432; 
siüim strigem Pos. 1420: sicim synem Cost. 1424; 
H: stvym oczczem I, 34; Swenthoslauem I, 39; sw(imi) siui 
I, 46; sz^em pomocznika(mi) I, 59: swymy syny I, 97; swim 
zjvcem I, 375; swym m^^zem II, 2 3 ; szivymi gidnaczy II, 37; 
swymi zdeczmi II, 17; szioimi penoczmi III, 4; sic(l> braez^ 
IV, 67 ; sicimi pomoczniki IV, 135 ; szj^du IV, 157 ; swimi sini 
IV, 207; sw<^ bracz^, stvimi strigmi VI, 11; swim oczczem VI, 
49, 78; swim bratem VIT, 6; swim oczem VIII, 10; sivym 
pomocznykem VIII, 25; 

Anecd. lU: swim m^yzem 5; stoi7n oczczeczem 6; slawobrawa 
domu 7; Strzeßkoioa domu i s yego sinow 40; swijm oczczem 
74; sczepanem 81 ; 

Bibl: bog stworzil szemy<l> wszitka zwyerz^ta Gen. 2; Ya za- 
tracz(^ ge szemye Gen. 6; Yczcze szemye wodi Gen. 8 ; swego 
ludu Gen. 1 7 ; swoy^^ czeladzr; Gen. 1 ; swima dzewkama Gen. 
19; a yacz synem tam poydr:> Gen. 22; zboru Ex. 12: szlota 
przeczystego Ex. 37; szxoyarczyadl nyewyeszczych Ex. 38; 
skor^r> Lev. 8; skopu ib.; Synow Num. 1 (6 m.); zachodnyey 



Die Konsonantenverbindungen im Polnischen. 107 

strony Num. 2; utanow Nura. 14; .s«<// wok'y Nuin. 15; zo- 
iiami 1 z dzeczmi Num. 1(1; ziwotu Num. IS; skali Num. 2(i; 
szercza Num. 24; i^proaney nyewyasti Deut. 23; szobj^ ib.: 
stoi^ zoufj Deut. 24; skorkaml Joz. 5; sob/j Joz. S; slug Kr. IV, 
10, IS: swimy Kr. IV, 14; Sefuruayra Kr. IV, 17: sinow Par. 

I, 11, 24; stron Tob. 1; sw^ nyeczistot^ Tob. :< ; s rzyrdzmy 
y s^di/ (anstatt: z ssjvdy) Ex. :<5; 

Pat: adam byl Kzijcmije yako spanny uczynyon 12 r. 

In den genannten Denkmälern finden sich nur wenige Beispiele für 
die Erhaltung der Präposition z vor z oder s\ 

8 szeme Gn. 174 a, 2 — ;i : A tak wodi z zemye plyn^ly Bibl. 
Gen. 8 : s szemye ib. Gen. 2 ; z zemye, s 8obj> ib. Gen. S : z 
zaltarzmy ib. Par. II, 2'.»; sswey dzedzini H, V, G; sswimi 
ludzmi ib. V, 30; ssynem ib. V, 42; **wiw/ pomoczniki ib. VII, 
'.VA\ ssynem ib. VIII, oS. 

In anderen Denkmälern tritt diese Erscheinung nur in den seltensten 
Fällen auf: 

mayv tho prawo rowno stryczmij y sczyothkamy Ort. 2; a 
pothym Czyny zmowe stcijm dlusznykyem ib. 50. 

5. roz -\- c, s, 6-, i, Ä. 

Zwischen z des Präfixes roz und folgendem c, *, *-, r, »• tritt Assi- 
milation ein : 

Flor: Gospodzin rosipa radji ludzsk^ 32^ 10; yako popyol 
rosypa 147, 5; ros^dza 57, l : rosziszil 4, 1 ; /7, 40; %7, 10; 
roszirzi 5J, 11; SO, 9; roszirzili 43, 22; w twoiem roserdzii 
0, 1; 57, 1; roserdza 0, 7; roserdze 68, 29; 75, 1; w rosy- 
erdzu SO, 7; Rosiceczili s^ blyzkawicze 76, IS; roszurzali 
(rozurzali statt: rozzurzali) 77, 45; etc. 
Gn: roszyrzylo 2 b, 19; extendit — rosirzil gl. 150 v; 
Bibl: Koszyrzi boze Jafeta Gen. 9: roszyrzon Gen. 2S; w 
roszyi'zenyu Deut. 33; roszirzi Deut. 19: roszyrz^r^ granycze 
twe Ex. 34; roszyi'zycz Gen. 32: roszirzil swe panstwo Par. I, 
18; roszirzil Jud. 1 ; y rosipal popyol Kr. IV, 23; rosipal Par. 

II, 34: rosuli sy(> w doli Piaphaym Par. I, 14; wtargli a ro- 
suli 3j^ w dole ib.; rosuly syj^ po myescyech Par. U, 25, 2S; 
a ogolyl a rostrzigal gich suknye Par. I, 19; a zapelnyaly 



108 ^- Paszkiewicz, 

seyenne rosyedhjni Par. II, 24; rosyedlyni Neil. 4; rostano- 

xoylem lyud w myescye za muri wszr^di okolo Neh. 4; etc. 

Waci: rosipali 39; roszipa 133; rosziiziles S; 

Pul: w roßyerdzyu 4 r, 9 v; od roßyerdzya 10 r; roßyerdzye 

7 3 v; roßyrz3dy 7 r ; etc. 

Swiet: rosypacz III, 42; rosypye IV, 37; etc. 

Dziai: rosadzaya 19; rosad lü; rosaczowanya 131; rosyrze- 

nya 7 : etc. 

Strad: roscliaczowanya (lies: rosacoAvania) I, 131; etc. 

M a m : dispergat — rozenye 6 ; 

Pat: roslodzyla S4 v; etc. 

Kaz. c): dulcorat — roszladza 17; 

Sr. iac.: rostanye 1), 75; roszyepal ib. 212 a: rostanye drogy 

2), 222: seminator — roszewca 4), 84; 

Glos: extendit pedes a se vulgariter roßyrza S. S9: 

iiOp: rosiewacz S. 4 OS: 

Eufr: nyeroszadzyla 72; roszalyla (rozalila) 103; 

Etc. 
Infolge der etymologischen Reaktion Avurde das z wieder einge- 
führt. Wir finden schon im Flor: »Roszuty so wsytky koszcy nasze 
[140^ 9), welches wahrscheinlich »rossuty« zu lesen ist; in größerer 
Anzahl finden sich solche Formen im Pul., obwohl sichergestellt ist, daß 
letzterer derselben Quelle seine Entstehung verdankt: rossipa 63 v; 
rossypy 134 v; rosßyrzyl 6r; etc. 

In der Literatursprache schreibt man heute immer: rozzud, rozsze- 
rzyc etc. In den Dialekten jedoch wird noch heute (besonders in den 
westlichen Provinzen) »rozuc, roserzyc« ausgesprochen: 

rostajne drogi Zak. P, 242; 

rozegac Ciesz. 43; etc. 
6. zz. 

Doppeltes z erscheint in den Formen des Zeitwortes zec. 

zaszsze se ogen Flor. 5S, 4; seszsze (zezze) ognem ib. 46^ 9; 

zesße ognem Pul. 96 r; oszszenye Bibl. Ex. 21; zaszszonjj 

obyatr^ ib. Kr, I, 15; zezze na oltarzu ib. Lev. 4 ; Ognyem . . . 

zazzy Naw. 97; etc. 
zz wird manchmal zu z : 

zaszono Flor. MO, 2; ofi'yery wasze zeszone Bibl. Ex. 20; 

plomyenim uszona b(>dze ib. Lev. 21; szonej (zonej) ib. Lev. 



Die Konsonantenverbindungen im Polnischen. 109 

23; szesze y^ ib. Num. 10; zeszona gest ib. Nimi. 1'.); ße c^- 

niin swini ib. Num. 2b; zezono gest ib. Joz. 7. 
Drei z treten in den Zusammensetzungen des Zeitwortes zec mit dem 
Präfix roz auf; selbstverstäudlich fällt wenigstens ein r ab: 

Gdy ßye rozzc wrycLlye gnyew yego Pul. 1 v. 
Anm. In den altpolnischen Ausdrücken /;^>'?ry.!iC(/t', ici/szej etc. ist 
keine Verschmelzung zweier *• {zs) eingetreten. Es ist dies eine Form, 
welche, da sie auch gewiß ursprünglicher ist, jedenfalls in den 
ältesten Denkmälern in der Kegel auftritt (ilhulieh w'ig po/iiazac, 7Üszej\ 
jetzt nizej, etc.) : 

Flor: Tego ponysza a onego powisza 74, 7; bi w^^cey ne smal 

wiszicz se czlowek na zemi .V, 4 1 ; powiszon b^dz 7, 6 ; powi- 

szono iest 5, 2; powiszasz !>, 13; powisza P, 22; etc. 

Przyb: powyszenya Pyzdr. 1117, 1127; 

Dom: gest przewyschon VII, S; y bog oczecz podwijszijl gest 

gy w szerczach wyernych XIX, 9 ; 

Etc. 
Noch in der Bibl. sind die Formen mit einem .s feste Regel: 

a bog to obroczyl w dobre, abi mnye powüzyl Gen. 50; poczn^ 

cz^ icysycz przede wszim Izrahelem ib.; powiszil Kr. III, 14, lö; 

poiciszono krolewstwo gego nad lyudem Par. I, 14; etc., 
obschon hie und da Formen mit doppeltem i- zu finden sind : 

powiszszcy Ex. 15. 
In der zweiten Hälfte des XV. Jahrh. beginnt die Form powyzszyc 
(gebildet aus icyzszy, das wiederum eine Analogiebildung zu nizszy ist) 
immer mehr Anwendung zu finden : 

Waci: powisszenye 45; powiszszenia 52 — neben: powiszicz 

84; powiszil 139; powiszaia 118; 

Pul: pow}'sßyla 235 v; powysßou 21 v; powyßß^ 23 7 r; etc. 

neben: powyßyl mye 51 v (2 m.); powyßy 54 r; wyßycz cze 

b^d^ 284 v; etc. 

Naw: powyschschenye vpadlych 57; povyszschona 65 — 

neben: thy vyschy kaplanye 103, 115; povyschyl nad kory 

Angyelskye 3 7 ; nawyscha offyara 115; 

Parys: nawyzszemu G4; — neben: wyszej 105; nawyszego 

32, 181, 238, 274; nawyszemu 200; powyszona 279; 

Etc. 



1 10 A. Paszkiewicz, 

Die alte Form hat sich bis heute nur noch in manchen Mundarten 
erhalten : 

vysi Ciesz. 43; etc. 
7. wie. 

Ganz analog der Gruppe zz ist der Vorgang bei iviv; oft tritt Ver- 
schmelzung dieser Konsonantengruppe in lo ein, u. zw. sowohl in den 
mit der Präpos. w zusammengesetzten Ausdrücken, als auch dann, wenn 
die Präpos. lo vor den mit tv anlautenden Ausdrücken steht. Es ist dies 
wieder nur der Fall in den großpolnischen Denkmälern : 

Stk: wbostue (anstatt: w uböstwie, das wahrscheinlich ü ubö- 
stwie, uböstwie gesprochen wurde) C r (2 m.) : vbostue ib. ; 
Gn: ysecz svocy, kedi S(j bily bogacy, v^czcy oni v(>ce S(5 ve- 
selily w^^oi/ye gl. 157 r: 

Przyb: byl on w dzerzenyv ot v:yazania (statt: wwiazania) 
aze do dzyszego dnya Cost. 1425: 

H: vansal se I, 25; vanszoval I, 29; wansoual I, 62; w(^sz(il 
I, 84; vu^zanu I, 121; vrjnszano I, 214; etc. 
Bibl: ty ivyedzesz (statt: wwiedziesz) lud tento w zemyri Deut. 
31 ; wyedze nasz w ny(> Num. 14; tvyedze w zemy^i Deut. 30 ; 
ty wyedzesz Deut, 3 1 ; y powyedzal gemu ta wszitka slowa y 
wyodl Dauida przed Saula Kr, I, 19: loyodl do Egypta Kr, IV, 
24, Par. II, 36; wyodl ge krol Babylonski do Babylona Kr. IV, 
24; ivyedly w ij^czstwo Par. II, 30; wyodl do Babylona Par. 
n, 36 ; y wy('^z^ sy(^ w cz^ Deut. 28 ; — wchodzeniu (statt: w 
wchodzeniu) Ex. 36, 38 (2 m.); widzenyu, wiplywanyu, wlo- 
snosczach Lev. 20; widzenyu Lev. 25, 26, Deut. 19, 26, 28 
(2 m.), 3 1 ; wesczu Num, 3 ; weszczu Num. 1 6 ; wonyjj Num. 1 5 ; 
waszich Num. 22; wyeku Num. 30; wesczu Deut. 18, 31, 33 ; 
winnicz^ Deut. 23 ; wyeliki rod, vyelikyem strachu Deut. 26 ; wo- 
dach Joz. 3 ; wasze r^ce Joz. 24 ; Faruzim Kr. IV, 23 ; hie und da 
schreibt der Bibelübersetzer wio: wwyodl ge k sobye do domu 
boszego Kr. IV, 1 1 ; y wwy^zal sy<> we wszitk^j zemy^ Sedz. 
11 ; w wloszczy Gen. 10, wenn er den Sinn mehr berücksich- 
tigt, allein die oben angeführten Beispiele beweisen sicherlich 
zur Genüge, daß er nicht an die Aussprache eines low dachte. 
Pat: myal przydz vyelkye na/dze y w potrzeby 91 r. 
Andere Denkmäler behalten die Gruppe ww regelmäßig : 

Flor: wwodl ies w sydlo 63^ 10; wwodl 65^ 11; 77, 30; 



Die Konsonantenverbiudungen im ruluiscia'n. 1 1 1 

Rt. Ul: wwansal sye w d/.eilzina 3b: \v waiizal mVo 11 : wwmi- 

sal 37: 

II. Kr: wwyauzali sye 73; 

Etc. 
Wir Hudeii zwar in (Un 11. Kr. also in cinoui kleiiipolnischen Denk- 
mal) zweimal: wyazal 2.'), wanzal 10, welch letzteres wir jedoch der 
niedrigen Entwicklung der Orthogi'aphie jener Zeit zuschreiben müssen, 
ebenso wie die Schreibart rzo, nicz in demselben Denkmale, denn schwer- 
lich könnte man annehmen, daß man bis zur Eidesformel Nr. 8 vom 
Jahre 13!IS sich der Aussprache co und w/r, dann aber rzso und tiirzs, 
ebenso bis zur Eidesformel Nr. 25 sich der Aussprache wiozac^ dann 
aber nur toioiqzac bediente. 

8. kk. 

Diese Gruppe erscheint nur in den Wörtern lekki und miekki. 
Weder das eine noch das andere hat sich in irgend einer Mundart 
erhalten. Kolberg versichert, daß in Großpolen Ictki^ mietki überall 
gesprochen wird (WIkpl. 6). Dieselbe Form haben viele andere Mund- 
arten: Las. 112, Brzez. 200, Zebrz. 1G9, Zak. 1S3, Opocz. 16.5, 
Krze. 347, Przas. Sl, Droho. 59, etc. Krynski nimmt an, daß die 
Form miqtki wahrscheinlich unter dem Einfluß der Assimilation an giqtki 
entstanden ist, an diese wiederum habe das Volk auch den Ausdruck 
lefki (oder Iqtki) angepaßt (Zak. 1S3). 

Eine zweite Art der Vermeidung dieser unbequemen geminierten 
Laute war das Abwerfen eines k. Formen mit einem k verzeichnen: 
Zebrz. 175, Ciesz. 31 ; diese Form ist viel älter als letki^ mietki. denn 
wir finden sie schon im XV. Jahrb.: 

lyeky Dzik. XVI, 25: lekye Sr. }ac. 2), 301. 

9. Äc, sd. 

Folgt ic auf einen Konsonanten, dann assimiliert sich i vollständig 
an das c, so daß der Konsonant mit dem darauffolgenden .yc. Kons. + '^ 
gibt: 

czesc. Gen. czsci (cyebye przythwey czscy ostawy Lubicz I, 
48) = czci: so auch: czcic, uczcic etc. 

Isciwy (vsta Isciwa Flor. //, 3: dolus-lescz vel Isczywoscz 
Hus. 132 b) = Iciwy: yr^zykem Iczywym Flor. 10S, 2: y^izyka 
Iczywego ib. 110, 2; y^zykv Iczywemv ib. 110^ 3: 
dwanadzscie = dwanacscie = dwanaccie: dzvenaczcze H. I, 



tl2 A. Paszkiewicz, 

382 ; trzinaczcze ib. 1, 4, 5, 379 ; we cztirzeclmaczcze grziwnach 

H. Kr. 57: panczinaczcze ib. 27; etc. Mczislaw H. I, 63; 

Etc. 
Geht jedoch sc einem Konsonanten voran, dann assimiliert sich 6 
an diesen Konsonanten oder fällt ganz ab, der Konsonant mit dem fol- 
genden kc gibt k + Kons. : 

z woszmy y s gesczy (jescy statt jesccy, jezdzcy) swogymy 

Flor. Moys. 22; gescze Anecd.S. 22 ; z wozi y ^z geszczi'QWil. 

Joz. 24: geszcza ib. Ex. 15; gesczow ib. Deut. 17: geszczech 

ib. Ex. 14: gescze ib. Deut. 20; 

w czysczu (statt: czysccu) Wig. S. 293; wczyssczv Kaz. g) 

S. 359; czysczowych Gn XV, 2 r, 4 v; 

przypuszczye (statt: przypusc-cie) my(> ku pogrzebu Bibl. Gen. 

23; szeszdzessant (szesdziesiat statt: sze.k-dziesiat) H. I, 106; 

we sczach twoich Flor. i^, 6 (anstatt: scdziach, altksl. CTkSa^ 

vergl. Drog^i vczinil sczdze gnewu swemu ib. 77, 55); we 

ßdzyach twoych Pul. 2 7 v; ßdze moye ib. 280 r; 

Etc. 
Vgl. §§ 31, 33, 42, 61, 63. 
Ähnlich verhält sich die Gruppe s6\ 

ciscba (czyszczba Alex. 213) = cisba = cizba; 

proboscstwo = probosstwo = probostwo (§ 11): pbostwo Gn. 

IIb, 14; Iczacych (Icacych statt: iscacych) coni slonecznych 

Sr. iac. 2), S. 23, Anm. 9; in prosperis — wczesczv ib. 8), 

S. 279: Iczaczego Kaz. h), 34—37. 
Nach r bleiben die Gruppen sc und sc in der Literatursprache un- 
verändert : garsc^ pierscien^ marszczycj barszcz, etc. 

10. 

In den Mundarten geht die Gruppe sc [sd] in c ((5) über, häufig auch 
ohne Verbindung mit einem dritten Konsonanten, ja sogar nach r: 

czalocz Gn. 172 b, 10; sasrzocz (zazroc) ib. gl. 74 v: zadlywocz 
I^az. f) 66; starocz Kaz. III, S. 151: przetszeczrj nedzel Eid, 
1389 f. 16 v; przed szeczfj nedzel H. I, 93; szecz grziuen ib. 
I, 19; szecz ib. I, 184: szecznaszcze ib. I, 161; szecznacze ib. 
I, 366; ßeczz Anecd. III, 54; szecz sed Bibl. Num. 1 (3 m.), 
2 (4 m.), 26; szecz ib. Num. 2, 3, Joz. 6, 7; szecz a szeczdze- 
sy(y()t ib. Num. 2; szeczdzesyrit ib. Num. 2, 26 (2 m.), Deut. 3 ; 



Die Konßonantenverbindungen im Polnischen. \\',\ 

za syecz dny ib. Joz. 6; smarczonym (statt: zmarsconym) St. 

iac. 1), 181: szmarczylsza Kaz. 8. :{72: gafc Por(,ba; baic 

Zebrz. 170: gak', perconek Zak. 1*. 24 1; ga!-d, barö Opocz. 

170: gare, ])ei( eil Krzv- 34 7; etc. 
11. fi' {ssl 

Diese Gruppe ist nicht mehr am Ende des XI V. Jahrb. nachzuweisen. 
Erhalten ist das z nur im Flor, und in den Stk. : 

Stk: uic^zstuo (wyci<j'/.stwo) a r, d r; 

Flor: w mnoszstwe J, 7: 32, lü; mnoszstwo .'Uf, 23; wel- 

mnoszstwo S, 2; 67, 37: nesboszstwo 13, 7; w uboszstwe 30, 

13; 31, 4; vboszstwa 33, 9; ksjiszstwo /3S, Ki : boszstwa 

S.Ath. 33; etc. 
Die Assimilation dieser Gruppe beginnt bereits im XIII. Jahrb. sich 
zu vollziehen: 

Baud: Buzsk, Buzesk 1 1!»0, Buzesk 1250; aber: Bhusc 1207, 

Bnshc 1212; Dlusca 1253, Dlusco 126G, 1288, Dluscho 1276, 

etc. 
Im Flor, finden sich hie und da auch Formen ohne i: 

bostwo S.Ath. ü: bostwa S.Ath. 31 ; mnostwo gwazd 146, 4; 

w mnostvve !Moys. 6; 
dagegen überwiegen dieselben in den Stk.: 

uic^stuo dr: wbostue (uböstwie) er (2 m.): vbostuecr: toua- 

ristuo a v : stouaristua c r ; bostuo c v. 
In den späteren Denkmälern werden regelmäßig die Formen ohne z 
gebraucht : 

Gn: vbostwo 5 b, 26, 27; vbostwem 5 b, 29; pbostwo (§ 9) 

IIb, 14; 

Blas: panostwo a, a, 4; 

Bibl: mnosztwo Ex. 16, 17: A czsoskoly hradzesztwem la- 

gyn^lo Gen. 31; czudzolostwo Lev. 20: wyelmnostwo Num. 14; 

vicz^stwa Num. 23 : kxy^stwo Deut. 33; etc. 

Etc. 
Später treten Formen mit z wieder auf, besonders bei .Swi^t: 

krziwoprzysaszstwa V, 1; drapieszstwa lU, 11,21; bozskemv 

III, 2 1 ; vboszstw UI, 7 7 : etc. 

Wacl: bozstwa 112 (2 m.): 

Lubicz Gl: mazskyem (m^zskiem) 78 r: maschska 77 v; boz- 

skyego 103 v; 

Archiv für slaWsche Philologie. XXXI. g 



114 A. Paszkiewicz, 

sogar im XVII. Jahrb. : 

mnozstwem Hanusz, S. 358. 
Selbstredend ist das die sogenannte etymologische Schreibweise oder 
vielmehr böhmischer Einfluß. 

12. rs. 

Es macht sich hier dieselbe Erscheinung bemerkbar, wie in der vor- 
hergehenden Gruppe. Hz wird heute noch in vielen Gegenden wie rz 
ausgesprochen, früher wird man es tiberall so ausgesprochen haben. Das 
z von rz {r) gibt mit folgendem s immer s, die ganze Gnippe rzs {rs) 
wird also zu rs : cesarzstwo = cesarstwo, igarzstwo = igarstwo, etc. 
Nur chrzest hat in den folgenden Fällen chrztu und nicht chrstu (die 
volle Form chrzstu hat sich auf unerklärte Weise in die Predigten von 
Pat. eingeschlichen: hrzstu 136 r, krsczye 135 v), selbstverständlich 
wird das auf den Einfluß des Nominativs zurückzuführen sein. 

Dialektisch verschmilzt die Gruppe rs (auch aus rs entstanden) in 
einen Laut r, besonders in Kleinpolen und Kaschubien : 

napartek, l^kaitvo Poreba; 

napartek, vaitat Opocz. 170; 

vartva, gospodaitvo, napartek, lekartvo, parkac Krze. 347; 

lekartvo, ryceftvo, etc. Las. 112; 

stolai-ki, cesarki, etc. Brzez. 203; 

karcmartwoe, sedertwoe, po zoJnerku Kasz. XXXVI; etc. 
Ähnliche Formen finden sich schon in manchen Denkmälern: 

cesarztwo Flor. Ann. 16; morzke \h.8. 8; krolya amorzkyego 

Pul. 269 r; wlodarzthwa Kaz. c) 56; 
es läßt sich aber mit Sicherheit nicht sagen, ob sie wirklich: cesartwo^ 
morkie^ etc. und nicht cesarstwo^ morskie zu lesen sind. 

13. 6s. 

Diese Gmppe findet sich in den Wörtern dso und dessen Zusammen- 
setzungen niedso^ nids, etc., ds{t)nota, 6s7iy, podsiliwy, etc., ferner in 
den Wörtern, deren Stamm auf k, d ausgeht, und an welche das Suffix 
bski oder hstwo hinzutritt. 

Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Gruppe im Polnischen einst 
wirklich als ds ausgesprochen wurde; aus keinem der Denkmäler geht 
jedoch hervor, daß sie noch als ds mit Sicherheit zu lesen sei. 



In den Stk. wird für c das Zeichen ch, für d das Zeichen c ge- 



braucht : 



Die Konsonantenverbindungen im Polnischen. 115 

vmoch (w moc) ar; mochucgo ar; uemoch'"'' (uiemocuego), 
neniochuego b r; mochne cv; moch"' cv; mochneysy d r, 
mochne d r (2 m.) ; inoch d r, etc. ; 

iieenego (wiccnego) av; ctuoraki (ctworakim), ctuorodla I) r; 
otuecue (od wieriu'jj, douek (clowiek) (2 m.), cloueka c r; clo- 
uece c V (2 m.), etc. : 
ebenso wird geschriebcu : 

C30 br; csoz b r; csnego er; esuc dr: suadocstuo er; nic3 
b r (2 m.), c v. 

Diese Schreibart ist jedoch uicht Regel, was aus nachstehenden 
Beispielen zu ersehen ist: 

mocnego c v : ctuoracy (ctworacy) 1) r ; otuechue sin'cy (od 
wieenej smierci) er; vstauichne (ustawicne) d r (2 m.); etc.; 
so auch : neustauichstuo a v ; clouechstuo c v. 
In einem so kurzen Texte tritt solche abweichende Schreibweise 
allzu häutig auf, so daß die zitierten Beispiele also nicht als bloße 
Schreibfehler betrachtet werden können. Übrigens läßt sich kaum an- 
nehmen, daß einerseits Schreiber des XIV. Jahrh. c von d unterscheiden, 
andrerseits die des XV. Jahrh. sich damit keinen Rat schaffen können. 
In den Stk. bleibt daher die Aussprache der Gruppe ds zweifelhaft. 

In anderen Denkmälern werden Wörter, die die Gruppe ds enthalten, 
mit czs, o', cz^ etc. geschrieben: 

Flor: czso 2, 10: J, 0; 7, 1; S, 5; .'?, 10: 10, 3 (2 m.) : /.?, 8: 
etc. czsocoli /, 4 ; niczs 22^ 1 : 55, 7 ; czsocz 119, 3 ; neczso 
143, 4; czsnoti 20, 13; swadeczstwo .^S, 8; swadeczstwa 24, 
1 1 ; HS, 24 : swadeczstw US, 111: etc. nevstawiczstwa 54, 
25; w szebraczstwe lOG, 10: dzedziczstwo 2,8; 15, (J : 32, 12: 
dzedziczstwem 36, 36; etc. csocz dadz(> 119, 3 — czo my 
vczjTiy czlowek 111, 6; czosz gest czlowek 143, 4: czosz 
115,d: Ez. 17: czoskoly 113, 11; czokoly 134, 6; swadecztwo 
118, 167: 121, 4; swadecztwa HS, 79, 119, 125, 157, 168; 
swadecztw 131, 12: y dal szem^ gych w dzedzycztwo, w dze- 
dzijczstico yzrahel Ivdv swemv 134, 12. 

H: czso I, 1, 3, 13, 14, 19, 30, 36, 47, 58, 60, etc.; czszo I, 
40; cszo I, 46, 83: niczsz I, 296; Rudniczski I, 50, 52: — 
czo I, 16, 53, 55, 91, 118, 125; co I, 50, 166: czom I, 107, 
129; cczo I, 177; nicz I, 334: etc. 

8* 



116 A. Paszkiewicz, 

H. Kr: czso 29, 33, 39, 55; csokoli 72; — czo 4, 6, 63; 
nicz 47. 

Przyb: czso Pos. 1391, 1415, 1419, 1420; Pyzdr. 1399, 
1403, 1417, 1419, 1420; Gn. 1404; Cost. 1409, 1415, etc. 
czszo Cost. 1417, 1418; czsso Cost. 1422, 1423, etc.; niczsz 
Cost. 1415; swadeczsthwa Cost. 1424: Podrzeczski Cost. 1418; 
etc. — czo Pos. 1397, 1430, 1432; Cost. 1394, 1400, 1424, 
1427; Pyzdi-. 1418; czos Pyzdr. 1403: czom Pos. 1432, Cost. 
1432; czosme wsal (wziai) Pos. 1422; czosz Pyzdr. 1428; na 
swem dzedzicztwye Pyzdr. 1424; etc. 

Eid: czso 1386, 1387, 13&9 (2 m.), 1398 f. 220; czsobi dobil 
1389 f. 43; aczsom uczinil 1399 f. 225; czsosz 1399 f. 229; 
dzedziczstwa 1395 f. 139 v. — czo 1389 f. 15, 47v(2m.); 
1395 f. 139v, 147 v; 1396 f. 145v; 146; czoszm 1396 f. 147. 
Dat. (hier wird stets ohne s geschrieben): czom se gich do- 
pusczil 191; Jacosm co czj^sto sgrzessil 190; czosm sse gich 
dopusczil 191; etc. 

Rt. ül: czso 4, 5, 9 (2 m.), 19,20,25,62,65; niczs 18; niczss 
21; — czo 68; czosz 79; Tako gim Bog pomosi, iaco praue 
the dzelnicze, czossz gey dobitho ta rola k ttey dzelnicza, 
czszosz gey dobila przislucha a k they dzelniczy XVI staiane, 
czossz przisluszalo, nedodal S7. 

Anecd. III: czßo 58, 97, 99, 100, 106; czso 104; csso 115, 
26; cso 21, 24, 27, 28 (2m.), 29, 33, 34, 36, 38, 79, 114; 
cßo 122; niczß 49; — czo 44, 45, 52, 56, 67, 68, 84, 86, 
109, 117, 118, 123, 131; nicz 29, 76. 

Bibl: czso Lev. 24, 25 (3 m.); Num. 1 (2 m.), 3, 15 (2 m.), 
16 (3 m.), 22 (8 m.), 23 (5 m.), 25, 26, 30, 33 etc.; niczs Lev. 
22; czsokole Lev. 25; czsokoli Lev. 22; Num. 3, 19 (2m.), 
23,26; nyeczso Num. 30, 35; czlowyeczstwo Gen. 19; szwya- 
deczstwa Gen. 31; Ex. 34, 35; Lev. 24, Num. 41, 18 (2 m.), 
etc.; dzedziczstwu Lev. 20, Num. 18; etc. — czosz Lev. 19, 
20, 21, 22 (4 m.), 23, 26, 27, Num. 1 (2 m.), 2, 3 (2 m.), 18 
(7 m.), 22 (3 m.), 30 (3 m.) etc. nicz Num. 18, 22, Deut. 23; 
nycz Ex. 12, Joz. 23; — na szwyadecztwye Gen. 21; swya- 
decztwem Num. 17, 35 ; swyadecztwa Num. 3, 17 (2 m.); szwya- 
dzecztwa Ex. 20, 38; dzedzicztwo Num. 27 (3 m.); dzedzicztwa 
Num. 35, 36; etc. 
Etc. 



Die EonsonantenvcrbindaD^eu im Polnischen. ] | 7 

Wir sehen also, daß iu denselben Texten die Formen cro, rzso, 
nicz, niczs, etc. nebeneinander auftreten. Dies kann nur damit erklärt 
werden, daß schon damals die (Iruppe ^'.s- in es überging. Daß die 
Gruppe CS ehedem in der polnischen Sprache überhaupt existiert hat, be- 
weist einerseits die Schreibweise ilzs: 

ludzsky Flor. 7, 7; ludzskich ib. 10^ 5; //, l; ludzskego ib. 

:iO, 25; ludzsky m ib. lOd^ 21: Ivdzskym ib. IOC, :m ; w sj^- 

sydzstwye Bibl. Kr. III, 21; .lo/aphatowi indzskemu ib. Kr. 

III, 22: krolya Judzskego ili. Kr. IV, 1, 13; lyudzske ib. Par. 

I, 21; lyudzsku ib. Kr. IV, 11»; lyudzsci, lyudzskfv ib. Par. I, 

It»; ludzskye pokoleuye ib. Gen. 9; kvlyudzskyeniv zbawyenyv 

Lubicz a) 5ü; lyudzskye ib. 72; grodzskye Dzik. III, 5, 32; 

etc., 

welches nicht anders als es ausgesprochen werden kann, anderseits die 

Schreibweise czs in solchen Wörtern, in denen nur es enthalten sein 

konnte: 

nemeczsky, ponemeczsku Eid. 1395 f. 139 v; nemeczskego 

prawa Anecd. III, 5(); pyrworoczstwo Kaz. UI, S. 155; ludze 

swyeczsczy Dom. XXX, 13; Strzeleczski Rt. ül. 51 ; dzeczstwo 

Lubicz Gl. S2 v; dzyewyczstwa ib. 272 v; nemeczskyego 

prawa Przyb. Cost. 1416; etc. 

Daß schließlich es dort ausgesprochen wurde, wo ursprünglich 6s 

war, ersehen wir am besten aus dem letzten Teile der Bibl.: Der fünfte 

Schreiber nämlich gebraucht neben den Formen czso^ fiiezs, etc. auch 

die Formen eso, fites, etc. : 

csoKr.III, 14, 17,18,20,21,22 (2 m.); csoez uczinyl Kr. 1,28; 
csosz Kr. IU, 15 (2 m.i, 16; csom Kr. UI, IS; nycs Kr. I, 20, 
20, 29; Kr. UI, 22; Jud. 8; pjjtnycstwa Rut. 1; dzedzicstwa 
Kr. III, 2 1 ; Par. 1, 1 6 ; ku wrotnycstwu wrot Par. I, 9 ; swya- 
decstwa Par. I, 9; prorocstwem, prorocske Par. I, 15; etc. 
Nirgends wird aber von diesem Schreiber das d vor einem Konso- 
nanten durch ein einfaches c ausgedrückt. Dagegen wird für das c vor 
einem Konsonanten oder am Ende des Wortes sehr häufig einfaches c 
gebraucht : 

mocnego mj/sza Kr. I, 16 ; moc bj^dzesz Kr. I, 2 t): wyelkonoc- 
nego cyelcza Kr. I, 2S: b^^dze moc Kr. I, 2!»; b^ydzem moc Kr. 
III, 1 S ; wstanj^c, gydj^c Kr. III, 1 4 ; wydz^c Kr. III, 1 6 ; rze- 
k{ic Kr. IU, 17 (3 m.), 18, 20 (,3 m.), 21 (4 m.), 22 (2 m.), Kr. 



llg A. Paszkiewicz, 

IV, 1 (6 m.), 13 (2 m.), 14 (3 m.), 15, 17 (3 m.), 18 (4 m.), etc.; 

syedz^c Kr. III, 22; moc Kr. IV, 1, 10, 14, 18 (2 m.), etc.; 

przymui^c, mairic, tr^by^c Kr. IV, 1 1 ; spyewaijic Par. I, 6, 

etc. ; mocnye Kr. IV, 1 1 : mocnim Kr. IV, 1 5 ; wyelykj^noe, 

wyelkanoc, wyelykanoc Kr. IV, 23; mocny Par. I, 5; mocnoscy 

Par. I, S; kanclerzem Par. I, 18; etc. 
Die Formen ohne s {czo oder co, etc.) finden wir bei diesem Schrei- 
ber überhaupt nicht, folglich hat er also cso^ nies, etc. gesprochen. 

Die aus 6s entstandene Gruppe es geht langsam schon im XIV. 
Jahrh. in e über, da häufig in den Denkmälern dieses Jahrhunderts die 
Schreibweise ohne s vorwaltet. In der ersten Hälfte des XV. Jahrh. sind 
jedoch noch beide Formen in Gebrauch, wie dies z. B. auch in den 
Gnesener Predigten der Fall ist. 

Hier nun haben wir folgende Schreibweise : ö vor einem Konsonan- 
ten kann durch eh oder r, nie aber durch cz ausgedrückt werden: 

chuarthem (cwartem) 4 b, 12; 

chuartecz gl. 165 v; chvorakemu 2 a, 32; etc. 

clouek (clowiek) Ib, 6, 10, 13, 17, etc.; 

clouecze 5b, 6, 24; 14b, 19; etc.; 

clonky 174 a, 14; clonek gl. 169 r; 

vzitecno gl. 64 r; etc., 
für c gibt es sogar drei Schriftzeichen : ch, cz und e : 

cho (co) IIa, 10; chosczy la, 20; 2a, 4; etc. 

moczny 5a, 3; 4b, 22; mocznegszy 5a, 15; v^iczszy 5 a, 15 — 

16; nou(iczsz(^ (nawiecsa) 4 a, 29 ; nelaczno gl. 156 v; mocznego 

gl. 164 v; etc. 

mocnegsze 5 a, 34; mocny gl. 70 r; etc. 
Es sind hier drei Worte zu erwähnen, die die ursprüngliche Gruppe 
6s aufweisen : cnofa, co und nie : 

cnota wird einmal mit cz geschrieben (cznoth(> gl. 153 v), ein 
zweitesmal wieder mit czs (virtutes czsnoti gl. 161 r) ; zu lesen wäre es 
also cnota und csnota ; 

CO wird stets mit ch geschrieben; wir müssen es co lesen, da es 
doch nicht anders verstanden werden kann ; 

nie erscheint immer orthographisch als nix (2 a, 12; 12 a, 9; 170 b, 
10, etc.); X ist hier sicherlich ein Kürzungszeichen für es. Mit Bezug auf 
cznota und czsnota können wir vollständig begründet nies (nicht nids) 
lesen, da doch e vor einem Konsonanten außer 6 auch c bezeichnet. 



Die Konsonantenverbindnngen im Polnischen. 1 1 

Die vollständige Umwandlung des ca in r tritt erst gegen die Mitte 
des XV. Jahrh. ein. Von nun an werden die Formen fzi>ij, ni« zu, etc. 
seltener, wenn auch die Tradition deren Gebrauch fordert: 

Lubicz Gl: czlowyeczstwa 7»jv: czso, nyczs 271 v, 27Sr; 

proroezstwa 97 r: — neben: cznoßczy 9Sr: cznoth 2G2v: 

poczlyvve 1 1 1 v : 

Wacl: swiadeczstw ."i, :U : swiadeczstwom 8: swiadeczstwa 7, 

35, 3G, 39 (2 m.): swiadeczstwach 2.'»; czso 12."»: — neben: 

nicz, nycz 111; nyeczo 04: czo 10, 09: czoszes vczinil III; 

nacznotlywszi 49: cznot Ol, 02: cznoth 58, 79, s'i, loi : w 

cznothach 00; cznothamy 92, 93; 

Ew: czsnoti220b: cz8not223a: czssom221a: cz3so221b, 

222 b; 224 a, b: czsoss 22 1a: nyczss 222 b (2 m.\ 223 a; 

niczs 223 b ; — cznota 22U b ; we cznotach 223 a: cznoth 223 b: 

cznoti 223 b: nycz 221 b; 

.^wi^'t: czsnothlivych III, 81; swyadeczstwo III, 37, 38, 39, 

etc.; czszo III, 74, S4 : czso IV (2 m.) : XVII, 3 ; III, 1 1 1 (2 m.), 

etc.: nyeczso III, 95; IV, S: XII, 0: etc. — neben: cznosczy 

I. S3; cznooth III, 18; cznothach III, 77; czo II, 7.">, etc. czzo 

III, 1 5 : czokoly II, l .'> : nycz IV : etc. 

Naw: (nur einmal) wstawyczstwo 5S; — neben: proroczka 34, 

172; czlowyeczthwa OS; szwyadeczthwo 88: czo 39, 49, 84, 

94, etc.: nycz 80, 84, 85, 88, 89, 122, 157: cznego posla 52: 

cznoth S2 : cznothy 104, 121, 127: cznotha 111; cznotham 

140: w cznothach 177: etc. 

Die letzten Spuren dieser Überlieferung zeigen sich noch im Dzik. 
und Strad.: 

nyeczso Dzik. I, 4S, 115; etc. 
Das XVI. Jahrh. kennt nur noch die Formen ohne s : 

Ort: czo 1, 4 (2 m.), 5,8, 11, etc.: nycz 0, 8, 9, 13, 17 (2m.), 

19 (2 m.j, etc.: nyc 8: oczo 12; zaczo 10: swyadeczthwa 4, 8; 

swyadeczthwo 8, 9, 11 (2 m.); etc. 

Nanka: czo S. 313 (2 m.l, etc. ; nicz S. 314, 315 (4 m.), etc.; 

Pat: proroczthwa 58 r: proroczkyem 58 r: czo 1 v, 2 r, 2v 

(2 m.); nycz 3 v: etc. 

Wig: nycz, czo 294, etc. 

Etc. 



120 ^- Paszkiewicz, 

14. ts (ds). 

Die Gruppe ts [ds) wird nach vorangegangener Verwandlung in es 
zu c : deska = dska = cska = cka : 

cski Bibl. Kr. IV, 21 ; czki, dwye czcze, etc. ib. Ex. 34; gen. 

plur.: desk ib. Ex. 36. 
Ts {ds) ist noch vor dem Beginn des XIV. Jahrh. in es übergegangen : 

Band: Predeslaus 1200, Predslau 1220; Preczslao 1240, 

Precslaus 1264, etc.; Raczslawa 1262, Racslauus 1270, etc. 
Zwar finden sich in den Denkmälern des XIV. und XV. Jahrh. Formen 
wie: hidskiy sivietski, etc., überall jedoch sind es spätere Bildungen als 
die mit es {dzs) : 

Stk: bogachstuo dr; ulodics(tuo) dr: 

Flor: luczske 11, 9; 13, Z: 21,B: luczskich 20, 10: 5Ö, 24; 

luczska 21, 6, 30 ; ludzsky 7, 7 etc. (cf. § 13); Z ust dzeczskich 

8, 3; irjczstwo 13, 11; 67, 19; w newinowaczstwe 25, 11; 

83, 13: w newynowaczstwe 77, 78; w bogaczstwech 36, 3 ; 

bogaczstw 36, 1 7, etc. Die Form ludski tritt allmählich erst 

im dritten Teile zusammen mit den Formen ludzki, czo, nicz 

(§ 13) etc. auf: ludskey 103, 15: ludske 103, 16: ludskym 

106, 8, 15 — ludzkich 16, 5; ludzkv 113, 12; ludzkym 113, 

25; Ivdzky 118, 134; Ivdzkym 144, 12; sweczke Hab. 9; 

sweczky Hab. 10; etc. 

Eid: quileczski 1396 f. 146; chudziczski 1395 f. 147 v; iaro- 

slaw z przeczslawem 1398 f. 220 v; pani polniczska Hanka 

1399 f. 229; przeczlawa 1398 f. 220 v: 

Rt. Ul: Strzeleczski 51; Soleczska 19; Czirnochouiczske 43 ; 

Thsczeneczskyego 59; 

H: Lanczsky, pan l^czsky IV, 94 (1393); — pan landsky V, 

25(1407!); 111,79(1411); y^tstwo IH, 25 (1401); 

Etc. 
Seit 1400 werden die Formen ludski, swietski, etc. immer häufiger: 

Gn: swethsczy IIa, 6; bogadstwo 5b, 28; 173a, 27: 182a, 

3; gl. 78 v; bogadstwem gl. 70 v; 

Bibl: 3 pospolstwa ludskyego Gen. 4: ludskye pokolenye Gen. 

22; krolowye ludsczy Gen. 17; ludskymy Ex. 18; ludska Ex. 

19; w sjj^szedstwye Ex. 13: Galaadskich Num. 36; Moabitski 

Num. 23; etc. — neben: lucBkey Num. 13, 29; luczkim, luczk^ 



Die Eonsonanteuverbindungen im Polnischen. 121 

(2 m.) Num. 10; vszu luczku Deut. 32; Moabiczkem Num. 26; 
Moabiczkicb Num. 33; etc. 

Wacl : lyudske l'lo] — neben: szwveczkye 62; etc. 
Pul: lyudskych l!»v, 20r; yeut.st\vo 22 v, 171 v: gentstwo 
23 v; nyevmyetstwa 17 v; od l)ogat.stw 106 r; — neben: 
lyuczkych 27 v; lyuczky 12 r; lyudzkyc 21 r; IJwyeczka zloßcz 
20 r; yicztwo 161 r; w bogacztwyech 73 r; bogacztweiu S.')r; 
bogacztw 107 r; etc. 

Swi^t: \v yautbstwye I, 5; grodstwo III, .'»; etc. 
Strad: grodskyego, grodskye VII, .'>; etc. 
Sr. Jac: ludsky 9), 50; ludskey, ludskemu 9), 39: 
Etc. 
Da nun aber die Formen mit ds, fs neben solchen wie Iuc/z/,i\ luczki^ 
etc. auftreten, so müssen wir annehmen, daß alle diese Konsonanten- 
gruppen nur zur Bezeichnung des c verwendet wurden, für welchen Laut 
das lateinische Alphabet kein besonderes Zeichen besaß. Man half sich 
in diesem Falle häufig mit den Buchstaben / oder (/. Dafür einige Bei- 
spiele : 

Tszo (co) sze vaam vyczy Hus 3()b; Nyevrzadowo tsos dzersal 
Ul. 1444; tsos by Crczon cupil v sostri ib.; tsos myenil Crczon 
ib.; thczo H. VIII, 75; ocztzowskey Konst. 124av; y^tzstwo 
Flor. 125^ 1 ; s otczsy naszymy ib. 105^ 6; otczsowe ib. 105^ 7 ; 
tczmy (cmy) ib. 103, 121; swadecztstwa ib. / / S, 1 4 4 ; bogatcztwo 
Pul. 227 r; trzczy (cci) ib. 48 v; y^dcztwo Bibl. Num. 14 ; etc. 
Wir finden zwar auch in den Stk. einmal die Form sqdski (uekxf^gach 
s^dskih a v) ; wir müßten aber diese Predigten in ein viel früheres Zeit- 
alter versetzen, wenn wir sadsJd und nicht Sitcki lesen wollten. 

Das aus ts {ds) entstandene es beginnt viel rascher in c überzugehen 
als das es, welches aus ds entstanden war: 

Band: Kicko 12(i2, Predzlaus 1228, Preczlaum 1286, Przecz- 
lao 1252, Radzlauo 1227, Radzlaus 122S, 1230, Ratzlaum 
1270, etc. 
Derselbe Vorgang ist auch bei dem ursprünglichen es zu bemerken : 
Band: Wenzlao 1230, Wenzlaus 1233, etc.i). 



1) Offenbar ist zu dieser Zeit die Gruppe es in es noch nicht überge- 
gangen. 



122 A. Paszkiewicz, 

Daß die Gruppe es sich noch das ganze XV. Jahrh. hindurch in den 
Ausdrücken lucski, hogacshco^ etc. in vielen Denkmälern erhalten hat, 
haben wir wahrscheinlich nur der Analogie von zehracski^ swiadecstwo^ 
etc. zu verdanken, in denen das es aus ds entstanden war : 

Bibl: ludzskye pokolenye Gen. 9; ludzskye Gen. 48, 49; kra- 

gyni luczskye Gen. 1 ; kszy^sz^^t lewyczszkych Ex. 6 ; nye- 

luczskoszczy Ex. 8; etc. 

Wa ci : luczszky 89 ; luczskey 130; bogaczstwach 5 ; yanczsthwa 

68: 

Ew: swyeczska 224b; swyeczschczi 220 a; swyeczskj^e 222b; 

swyeczskych 223 a: luczskye 223 b; bogaczstwa 2 1 9 b ; 

Swiet: sweczskym II; o braczstwach, braczstwo VI, 30: etc. 

Dzik: groczskye III, 24; etc. 

Etc. 
Gegen das Ende des XV. Jahrh. verschwinden beide es gleichzeitig. 

15. pf. 

Die Gruppe pf erscheint ursprünglich nur in den aus fremden Spra- 
chen, besonders aus der deutschen, übernommenen Lehnwörtern. Sie 
geht zuerst in^', später in /"über: opfer = offiera = oßera [oßara): 
offeramy Flor. 56», 17: Oflfera ib. 50, 18; offari 50, 20; oflFarj^ 
ib. 50, 17; etc. 

ofiyer(> Bibl. Gen. 4 (2 m.), 8; ofFyeruge bogu ib. Gen. 8: etc. 
ofera Flor. 49, 24; etc. 
So auch: pfeife = fajka, pfmid = funt, etc. (Lehn. S. 286). 
Manchmal jedoch geht pf in p über : 

pfal = pal, pfeffer=pieprz, pfenning = pieniqdz, etc. 
(Lehn. S. 285). 
Wahrscheinlich sind diese Ausdrücke viel früher entlehnt worden, 
nämlich in der Zeit, als noch die polnische Sprache den y-Laut über- 
haupt nicht besaß; es zeigen darauf die Lehnwörter hin, in denen der^- 
Laut allein im Polnischen in p überging, z. B. : volk =pulk, pfeffer = 
pieprz, etc. (Lehnw. S. 285). So nur wären die zwei verschiedenen 
Verwandlungsarten der /^/-Gruppe im Polnischen zu erklären. 

16. p^c. 

Diese Lautverbindung besitzen die Wörter: pwac (ebenso die Zu- 
sammensetzungen upwac, etc.) und opwity, opwitosc etc., die aus opi- 
wiiy etc. sich entwickelt haben. Das Wort picac hat sich nur in den 



Die Konsonantenverbindungen im Polnischen. 12:; 

Stk. und im Flor erbaltfü (iiuch im Tul., was der Genauigkeit des Ab- 
schreibens zu verdanken ist: : 

Stk: puactwinoch boga uasego (pwacie w moc boga waszego) 

a r: 

Flor: pw(> 2, Ü5 : pwal /.'*, 1 : j)\viii'^kv,i' 7^", S; pwaij^cich /7, 

33; pwa 2Ö, 7: pwali 2/, I (2 m.); etc. 

Pul: pwav^ Iv; pwal 2.'» r: pwair;cze 27 v : rtc 
Die Verbindung pir geht in pf über; solche Formen finden sich 
regelmäßig im Flor., angefangen vom Psalm 111: 

pfacz IJ/, 7; 117, S (2 m.); pfui //.V, 17: //S, 12, 7 1, 1 17; 

/2.'/, 0; J40, 9; pfaly /./."/, 19; nadpfal //S, Sl ; pfala /2.'/, .'.: 

pfay 130j ö: etc. 
/?/'gibt wieder j/': 

dufl'ale Bibl. Deut. 33; duöam Wig. Ps. 2V, 1: bom dvö'al w 

czya/ ib. 24, l : dvflfala ib. 40, 10: dvffalem ib. Ez. 14; dvfla 

ib. y :>.'>, 6: etc. 
Schließlich wird^^zn^" vereinfacht: 

Bibl: abi zuful Saul Kr. I, 27; doufanye Par. 1, 17, Tob. 4; 

ufai^y Par. II, 2."); Jud. 0, 9; doufal Par. I, 10: doufanya, 

doufauye, ufasz (2 m.), ufai^ Kr. IV, IS; etc. 
Zu Beginn des XV. Jahrb. existiert in diesen Wörtern die Lautgi'uppe 
/jw (sowie jo/*) nicht mehr, da wir sie in keinem Denkmale (ausgenommen 
Pul.) dieses Jahrhunderts finden. 

Ganz anders verhält es sich mit den Wörtern ophcittj, etc. L bleibt 
in diesen Ausdrücken noch sehr lange : 

Flor: opl-^itoscy 20, 7; oplwiczi 6V, 14: 72, 12; oplwytoscz 

71, 7: 121, 6: obpliwicze H(>,2>Q: opylwyte 143, 10; oplwy- 

tosczy 144^ 7 ; oplwitosci 77, 29 : ophvit 77, 43 ; ophvitey Ol, 

14: ophvitem Ol, 10; opyhvytim 122, .'>; oplwyta /27, 3; 

ophvyte 120, 7 — die einzige Form ohne i: opwytoscz 12f , 6 

ist wohl nur ein Schreibfehler. 

Pul: oplwytoßcz 143v; oplwytoßczy .ö6v, l.')7v; oplwyczye 

60 v: oplwyczy 127 v, 146r; oplwyt 158v: oplwytym lS7r; 

etc. 

Bibl: ku wszey oplwytoscy Par. I, 12: oplwytoscy wod Par. 

II, 32 ; y oplwytowaly bogaczstvem Neh. 9 : czylyadz oplywyt^ 

Jud. S ; 

E w : opliwyta 224a; 



124 A. Paszkiewicz, 

Wach oplwite 19; oplwitoscz 52; oplphite, oplphyta 86; 

Lubicz Gl: opplwythvyacza 268 v; oplywita 262 r; oplwyth- 

vye 2 7 6 V ; oplwythoßcz 7 4 r ; 

Drob: oplvitha, oplvycze S. 265; 

Kaz: oblwitego e) 142; naoplwiczey e) 188; opiwyte e) 291; 

oplwythy g) S. 362 ; oplwitha c) 78 ; 

Swiet: oplwythvyacz UI, 76; oblwythvyaczy III, 128: ete. 

Kiaz: S(t)udnyo oplwyta, lasky oplwytey XX v; oplwytosc 

XXII V ; 

Etc. 

Der Laut l verschwindet hier erst um die Mitte des XV. Jahrh. Hie und 
da wird es noch der Überlieferung halber auch später geschrieben, aber 
solche Formen Avie oplpldty (Wact.) könnten eben darauf hindeuten, 
daß es nicht mehr ausgesprochen wurde. Nach dem Schwund des l geht 
p%o in raschem Tempo in pf über. Die Formen opwity^ opwitosc sind 
in den Denkmälern sehr selten und treten gewöhnlich neben den Formen 
opßty, opßtosc auf: 

Dom : opwytoscz XLII, 19 ; opwyczey XLIV, 20 ; — opfyczey 

Xn, 23; 

Hu s : opwytosczyan, opfite 224b; 

Bibl: plemy^ opwyte Gen. 22; opwitoscz Deut. 1; — opfi- 

toszczy Gen. 27 ; 

Kaz: opwitowacz b) 53; opwithloszcz c) 53; 

Lubicz Gl: opwithvy acza 2 6 9 v ; 

Ew: opvyta 173 b; 

Anecd: opwitosczi, opphiczie 22 ; 

WacJ: opfitoscz 43 ; 

Sr. lac. 9): opfitney laski 22; opfitnoscz 25; opfitnimi 92; 

Naw: z opphythego myloszyerdzya 91 ; opfythosczy 131 ; 

Etc. 

Dieses ^ geht nie in y über; sicherlich übte das früher geltende 
phonetische Gesetz keine Wirkung mehr aus. Überdies erklärte man 
sich die Ausdrücke als Zusammensetzungen mit dem Präfix oh und man 
begann daher allmählich ohßty zu schreiben: 

obfitowacz, obfitoscz Bibl. Deut. 28; obfitego ib. Deut. 30: 
obfytuyacza Wacl. 81; obfycze ib. 88; obfyte Wig. Ps. 64, 
1 4 ; etc. 



Die Konsonantenverbindnngen im Polniechen. 12;» 

In dieser Gestalt haben sich diese Ausdrücke bis auf die Gegenwart er- 
halten. 

17. hlC. 

Die Konsonantonverbindung hv haben die Ausdrücke, die mit w 
beginnen und mit dem Präfix oh /.nsammengesct/.t sind. Dieses hiv geht 
im Polnischen (wie auch in den übrigen slav. Sprachen] in h über. Es 
bleibt nur in denjenigen Ausdrücken, bei denen die Zusammensetzung 
herausgefühlt wird. Du nun aber dieses Gefühl in den verschiedenen 
Ortschafteu und Zeiten sogar in Bezug auf dieselben Ausdrücke auch 
verschiedenartig in seiner sprachlichen Emptindlichkeit ist, so ist es 
leicht verständlich, warum wir in altpoln. Denkmälern dieselben Aus- 
drücke mit h vorfinden, welche jetzt in der Literatursprache mit bic ge- 
schrieben und auch so ausgesprochen werden: 

Stk: obr^zal s^ (obiazal: si?) b r\ 

H: oheail praue czloueka IV, 21 ; obanzel sz^ IV, 197 ; 

Rt. ül: nye obi/unzal yesm sye dacz za wyny drew 47; nye 

obi/ansowal sye ny podgeden czynsch placzicz 63; 

Gn: obyn^la 176 b, 2; obynon ."> b, 11: obynone 170 b, 22; 

obeszyl 14 a, 2S ; 

Bob: obyeszon V, 3 Str.; obm^ czi? pieluskami C I, 47; w 

przescieradlo obnmo cialo CXXVIII, 181; 

Bibl: a oblek ge Gen. 3; a obyesson b^dze na szibyeniczi 

Deut. 21 ; obynyon plasczem Kr. 1, 2 I ; a nawyedzili ge rana, 

yaszto i gine ludzi pospolicze obihla iest nawyedzacz Num. 16; 

obykl Num. 22, Deut. 28: zawsdi sadzacz obiklekz Num. 22; 

obikl Deut. 1, Par.I, 12; obikli Deut. 1 ; obykli Joz. 4; obikly 

Par. I, 20; Par. II, 34; Neh. 5; 

SwiQt: obykli UI, .5; obykli, obekli UI, 3; obikli UI, 16; 

obykly lU, 110; obikli UI, 8, 38; obykla, obyknyono III, 17; 

obyeszycz VU, 13; obyeschan, obyeschon VII, 14; etc. 

Drob: pyeluchamy obynyon S. 209; 

Ew: obicl 223 a; 

Konst: obyeszyl szye 31; 

Etc. 
Das Gesetz des Übergangs von bic in b wirkte schon seit den äl- 
testen Zeiten. Band, führt an: 

Obora 1252; Obezano 1218, Obeczan 1221, Obechanus 1229, 

etc. 



126 A. Paszkiewicz, 

Die Ausdrücke, bei denen ihre Zusammensetzung allgemein nicht 
mehr herausgefühlt wird, werden auch in der Literatursprache nur mit 
h geschrieben. Zu diesen gehören : oboi'a, ohiecac^ ohlec, ohtok, ohöz, 
obaltc, obyczaj, obojczyk, etc., die in allen Denkmälern in derselben 
Gestalt auftreten : 

Flor: oblok 06, 2; 103, 4; pokrywa nebo ohloky 146, S; 

obiczaia <57, 6 ; oblekl sie zpowedz^ y krasz^ 103, 2 ; etc. 

Pul: oblekl ßye w chAvale 188 r; oblek ßye 188 r (2 m.); oblok 

193 v; oblog 204 v; etc. 

Bibl: y oblekla syry w rucho ucyeszenya Jud. 10; etc. 

Waci: oblekl sie 124 (2 m.); 

AE : oblekli go w poczestnee odzienie 10 r; 

Etc. 
In den Mundarten ging das bw in b über natürlich auch in solchen Aus- 
drücken, die in der Literatursprache noch bw haben. Es hängt, wie 
gesagt, bei jedem einzelnen Worte davon ab, ob in der betreffenden 
Gegend das Gefühl der Zusammensetzung noch existiert oder bereits ge- 
schwunden ist : 

Ciesz: obalic, ob'esic 43; 

Pisarz: objesic 12 ; 

Kolb: oblec VIK, 314; 

Karl: obiesic, obies, obijaki, obijaniec, obijka, obinac sie, 

obiöczyc, obojek, oböd, etc. 

18. gw. 

Im Worte gwözdz geht gw manchmal in g über. Diese Veränderung 
tritt wahrscheinlich nur dort ein, wo w wie u ausgesprochen wird : 

gosdze Gn. gl. 148 v (cf. § 7: wbostve anstatt w uböstwie, 
welches nur damit zu erklären ist, daß es u uböstwie, uböstwie 
ausgesprochen wurde) ; 

b(^d^ warn iako gosdze w oczu Bibl. Num. 33; na pustem 
gosdze ib. Deut. 32; goszdzom ib. Par. I, 22 ; gozmi na krzyz 
przybyano Konst. 60 v; gozdmij okruthnymy przebyto ib. 
178 V. Ebenso in einigen Mundarten: gözdz Opocz. 168, etc. 

19. chio. 

Fast in allen Mundarten geht chiv in einigen Ausdi-ücken in y über, 
in anderen erscheint wieder diese Lautgruppe für das ursprüngliche/': 
fala, lifnik, duchwaja Droho 59; ochwiara, ochwiarowalem, 



Die Konsonantenverbindungen im Polnischen. 127 

Zochwijji Kielee 229; fytac Przas. S2 ; cbwestuiifk, chwi- 

jak-k, cbwigiel Kolb. IV, 2i>l; 

Etc. 
Diese Erscheinung liatte immer Cieltung uinl fiiultt (inlicr amli Hestäti- 
gung fast in allen ultpolu. Deukmäleru : 

Baud: bogufalus, Bogufalus, Bogufalo, etc., Falibogoue, Fali- 

bosizcb, Falibosius, Pbalimirn.s, Fuli/laus, Falislaus, Falcon; etc. 

Stk: faly b v (2 m.); nacescb ynal'al^ (na czesc i na fatc;/ d v\ 

Flor: lufuyk (lifuik) KiS, 10; pofala .?:>, 1; 

H : jacom sza ne phatal Virzbanthi zayego gardlo III. Mj : fa- 

libog IV, 111 ; falislaw V, 2ü; 

Bob: phala XXXVI, 1 IS; fali XXXV, 1 : fahl XXII, c, 11; 

phyle (chwUe) XXXVI, 161; 

Bibl: nye byerz lify od uyego, na lif«}«/ Lev. 2."); pbala boza 

Num. 11; na lif^, lify Deut. 2.3: lyfi Neh. .">; Saul pofacyl 

osczep Kr. I, 20; fatai^cz Par. II, 35; Ufacy i^ za skrzele 

Tob. G; 

Gn: smarthfyfstal (anstatt : z-martwych-wstal) 171b, 23 — 24: 

182 b, 10; und analog dazu: s marthfy byla fstala ISSb, .5; 

s marthfy krzesil lS2b, 5 — 6; s marthvy krzesil lS3a, 2."); 

Sr. lac: phalepnymy 2), 320: vj^haczyla 2), 32S: 

Beitr: falila Fr. 32: 

H u s : lifniczy 4 G a : 

Anecd. III: falibog IS: 

Kaz: falya b) 92 : fali c) l.'>: lifniczi e) 99: h) 90; falbicz 

e) 16 4: falbycz f) 62, 64: zmartwhywstany^i g) S. 360: 

smarthvy wstal h) 7 ;^ : 

Pul: zmärtwy wstav 1 2 7 v : 

Swi^t: lyphye UI, 131: lyffye II, S2 : lU, 81: lyflfa U, S2: 

lypha UI, Sl : phala I, 7 : VI, 30 : falczun I : vfalycz, ufalani I: 

pofaczczya U, 126; fatanye VI, 16: vfaczon I, ."); krotophile 

m, 95; etc. 

Dzik: parachwyy VI, 95: XI, 28: parochwyyey XI, 16: 

Dzial: lypha 85; lipha 138 ; vfalyacza 1 : krotophylacz 101 ; etc. 

Strad: krotofylyacz I, 101: 

Ew: pofaczenye 219 a: w gego fale 221a; fala 221a; fali, 

fale221b; fali 224 b: fala 222 b, 224 b: 
: Drob: pophalila S. 270; lyfiFniczy S. 272; 



128 A. Paszkiewicz, 

Dial: phalye 5, lyphnyky 189, philky 377; 

Erl: krotofilnicli 5 a ; 

Eufr: chwalsywy 106; dvchwaloscz 126; wyelkey waly 133; 

Alex: Wyelika mv phala daly 122; phala 148,205; phyle 161; 

Siow: falebny, ofaci sie S. 40; 

Etc. 
In den altpoln. Wörtern zufaly, zufalosc etc. (zuffalosc Bob. 
CLXIU, 4; zufalcy Kaz. c) 13; zvfaly Sr. iac. 1) 192: zufalstwo 
iiOp. S. 453 etc.) hat dasy, das aus ursprünglichem jow (§ 16) entstan- 
den ist, sogar in der Literatursprache eine Umwandlung in chw erfahren, 
daher: zuchwahj, zuchwalokc^ etc. 

Manchmal jedoch geht die Verbindung chw in ch über: 

Flor: chalcze pana 134^ 3; 135^ 2: chalycz 137^ 2: 139, 14 ; 

Bibl: r^Q.zt pochicyly slowo ust gego Kr, III, 20 : tedi pochi- 

cyw Saul myecz Par. I, 10; chicywszi sy^ Par. II, 23; 

Konst: wszytka w boga zachyczona 253 v. 
Ebenso in den Mundarten: vgl. Karl, chwycic, etc. 

Im Worte wielbic (preisen, erheben, gi*oß machen), altp. chwalbic 
oder yalbic ist die Konsonantengruppe chw wahrscheinlich durch Kon- 
tamination mit dem Worte wielki (groß) in iv übergegangen. 

Abfall TOn Eousonanten. 
20. 

Tritt cl in Verbindung mit zwei anderen Konsonanten , von denen 
einer n ist, auf, dann fällt das d in der Regel ab. 
Zdn [zdti) = zn [zn] : 
prözdny = prözny. 
Die Form prözdny ist nirgends bewahrt : 

Flor: prosznoscz 2, 1 ; 4, 3; prosznich 7, 4; etc. 
Anm. proszdzen Malin. 43b/, entspricht nicht dem altkrchsl. 
npasAbHi), wie Malinowski annahm: es ist vielmehr proscien zu lesen, 
wie es richtig Prof. Nehring (athim mal bicz prosdzen Eid. 1389 f. 43) 
erklärt hat; ebenso: non eris immunis -nye- bädzes prosczen Kaz. g) 
S. 360. Das Wort prözny tritt bei Malin. natürlich ohne d auf: prosna 
43b|5; 44 a y. 

rözdny = rözny^ pözdny = pözny. 
Die Formen rözdny und pözdny haben sich hie und da noch erhalten : 



Die Konsonantenverbindungen im Polnischen. 1 29 

rozdnye na polyu staly Bibl. Par. I, 19: narosdno ib. Niiin.l6; 

rosdnosczi 8wi(;t. III. 13; roszdnosczy ib. III, 11: rosdnego 

ib. III, 116: dividit-roszdnoczyny Kaz. III, S. 1 f)-! ; roHzdnye 

ib. ISU, 183; 

posdne owce, posdnye Bibl.Gen. 30; pozdna ib. Ex. 9; pozdna 

pokutha Kon St. ÜI v; posdnego omyeschkawanya Lubicz Gl. 

lÜSv. 
Auch in anderen Wörtern ist d aus dieser Konsouanteugruppe sehr früh- 
zeitig geschwunden : 

Baud: Gnezdna 1293, Gnezdnaiu 1289, Gnesden 115.'), etc. — 

Gnezan 1000, Gnezni 1015, Gneznen 1120, Gniznensis 1256, 

Gnezna 1250, etc. 
In den Denkmälern tritt die Konsonantengruppe zdti außer in den oben 
erwähnten Beispielen tiberhaupt nicht auf. Ich kenne nur noch ein ein- 
ziges Beispiel : 

gnesduik Bystr. Vokab. 

21. hin = h>. 
zoldnierz = /olnierz : 

zoldnyrze Konst. 37; ieden zoldnyerzow ib. 45 v; — Zoinyrze 
ib. 41. 

22. rdn. 

In der historischen Zeit hat sich diese Gruppe nur in einigen Wör- 
tern erhalten ; 

Pul: Bolyeßczy pkyelnye ogardnely (entstanden aus ogartn^d) 

mye 29 v; ogardnely 41 v; Bo mye ogardnqlo psow wyelye 

42r: ogardn^ 49 v; ogardnales 57 r; ogardnal 62r; ogardnye 

62 v; etc. — neben den gewöhnlichen Formen: ogarnyona 

94v; ogarnye99v, llOv; etc. 

Sr. lac: audacia-oserdna 7), 53. 
milosierdny wurde im XIV. Jahrh. nur in dieser Form gebraucht: 

Stk: skuthkem milosirdl (sie) d r\ 

Flor: myloserdny 102, 8 (2 m.); 110^ 4; ///, 1; 114, 5; 

144, 8 f2m.); 
im XV. Jahrh. ist sie schon sehr selten zu finden, es tiberwiegt bereits 
die Form milosierny : 

miloscherdne Salve, (und Bob. III, 1): 

Ew: milosyerdny 221 a; milossyerdny, mylosyerdnim 221 b; — 

neben: mylossyerni 221 a; 

ArclÜT für glayische Philologie. XXXI. g 



1^30 ^- Paszkiewicz, 

Pul: myloßyerdny 232 r; — neben: myloßyemy 202 v (2 m.), 
226 r, 227 V, etc. 

Wacl: myloserny 41; mylosyerny 131; mylosyernego 59; 
myloszyerna 85 ; 
Quadra: myloszyernj'k ; 

Naw: namyloszyernyeyscha 46, okyem myloszyernym 83, 
myloszyerny 126; 
Etc. 
Die Gruppe rdn ist noch heute in einigen Wörtern geblieben (z. B. 
twardnqc). 

23. dln. 

In den Denkmälern des XIV. und XV. Jahrh. bleibt die Konsonanten- 
verbindung dhi unverändert; desgleichen ist selbstverständlich auch bei 
Band, nirgends In statt dln zu finden: 

Band: Mocidilnice, Mochidlniz, Sadlno, sedlnicha. 

H: swemu opekadlniku I, 283; opekadlnikem I, 389; V, 56; 

opecadlnikem VI, 52 ; 

Przyb : opekadlnikem bil Pos. 1396; 

Bibl: chowatedlnycz(5 pyeny^zn^, w chowatedlnyczi, kadzidl- 

nyce Kr. IV, 12; etc. 

M a m : cenaculum-wy czerzadlney 3 3 ; 

Dom: opyekadlny ky V, 2 ; 

Wacl: kadzidlnycza 121; 

Swiet: opyekadlnyk II, 123 (2 m.), 124; opyekadlnykow 11, 

124; VI, 6; opyekadlny UI, 106; etc. 

Kaz: poczinadlne (principale) a) 14 3; opekadlnik a) 315; UI, 

S. 147, 151; szgodlnosczy h) 66. 
Selbst im XVI. Jahrh. ist dln noch zu finden : 

opyekadlnyk Dzik. XVII, 33; opyekadlny ka ib. XVI, 4; po- 

strzygadlnia Lop. S. 436; 
aber es treten allmählich schon Formen ohne d auf: 

opyekalnyk Dzik. XI, 32 : pan opyekalnyk yest moy Wig.Ps. 

39,23; etc. 

24. dn {t7i). 

Die Gruppe dn bleibt in der Literatursprache in der Regel unver- 
ändert: wiednqc, oioladnqc, sqdny, wygodny, etc. 

Dialektisch fällt d oft aus dieser Gruppe aus ; die meisten Beispiele 
liefert dafür Bibl. und Swiet: 



Die Konsonanteoverbindunpcn im Polnischen. 131 

Bibl: w (jenem nascze niyesy^czu Deut. 1 ; cziyasz syla przi- 
rownawa sy^ gcnorosizoiri Niim. 23 ; ku ienoroaczowi Num. 2 4 ; 
nye ostala ny gena Kx. S; od ienego raye3/(^cza Num. 3 (2 m.); 
do gynego drzewyey ucziuyonich miast Ueut. 1 D ; beBonders bei 
dem fünften Scliieil)er: gena nyewyasta Srdz. 9 : geno pokole- 
nye Sc^-dz. 21 (2 m.); genego pokoienya, pokoleny« geno Si^-dz. 
2 1 ; gena azmyercz vny^ s tobjJ rozdzely Hut. 1 : any genego 
m^sza z nych ostawymi Kr. I, 14; Cyelca genego a dobitka 
weszrayesz, genego s tich to Kr. I, H): geno drewuo, geji(^^ 
akor^ Kr. 1, 19; genego pacbolka Kr. I, 20; ny genego Kr. 1, 
21, 22 (2 m.), 26; geno myaato Kr. l. 2 7 (2 m.): gen^ Kr. 1. 
26; etc. 

Swi^t: geno lU, 44; IV, 48: yeno IV, 9, 37: VllI, 7; yen^ 
IX, 1; gena 111, 81, 91; yenego VII, 8; IX, 5: gyenoatayney 
XVU, 2; genakim III, 116; etc. 
H: ni geny pen^dzi VII, 26; 

Mara: duorum burdorum-dwoge karri a yenokoly 33; 
Drob: yenorodnego S. 270; 
Dzik: Nyepr (Dniepr) V. 
Eine analoge Veränderung erleidet auch tn^ indem manchmal t 

ausfällt : 

oatanye Bibl. Par. I, 2 1; slachenoscz Waci. 47; alachenosczi 
ib. 52. 

Daa Wort jeno ist auch in die Literaturaprache in der Bedeutung von 

nur, aber, itb ergegangen. 

25. zdb. 

Die Gruppe zdb geht in zb über : izdba = izba. Mit erhaltenem d 
findet sich dieaea Wort in : 

w ysdbye Przyb. Gn. 1419: 

izdbycze Kaz. UI, S. 146; izdba Lop. S. 408. 

26. pdJ. 

Die Gruppe pdl Avird zu pl in dem Worte cierplitcy, welches man 
gewöhnlich als ein aus dem Böhmischen übernommenes Lehnwort be- 
trachtet. Bis um die Mitte des XV. Jahrh. kennen die altpoln. Denkmäler 
nur die Form cir{z)piedliwy: 

Dom: cyrpyedlywoszcz II, 5; X, 12: XLIl, 22; czyrpyedly- 
wosczy XIV, 4 : LU, 1 1 : z czyrpyediy"w'oacza XLV, 2 : 

9* 



132 A. Paszkiewicz, 

Bibl: cyrpyedlywi Jud. 8 ; cyrpyedlywoscy Tob. 2 ; czyrzpyj^- 
dlywi Ex. 34 ; 

Lubicz: nyeßczirpyedliwe, czii-pyedliwye S. 616; 
Drob: nyeczyrpiedlywoscz S. 27 5; 
Lubicz Gl: czyrpyetlywoscz 266 r; 

Sr. iac: nyesczyrpyedlive 2) 95; czyrzpetlyvosczy 2) 113; 
nyeczyrpyedlywa 8) S. 279; 
Konst: czyrpyedlywye 88 ; 
Etc. 
Von der Mitte des XV. Jahrb. an beginnt die jetzige Form überhand 
zu nehmen : 

Bibl: nyecyrzplywoscy^ Jud. 8: 

Konst: czyi-plywye 239, nyeczyrplywoscz 156 v; 

WacJ: czyrplywosczi 62; czyrplywosczya 77; czyrpljrwroszczv 

90; 

Naw: czyrplywoscz 162; 

P u i : czyprlywoscz (sie) 1 6 v ; 

Etc. 

27. dlsk. 

Band: Nasidlzk 1155; pouidlsco 1223; — Nasilsko 1065, 
Noszylsk 1254; — Pouidsko 1245. 

28. szdl 

szdi wird zu szl in den Formen szla^ szlo^ szli, sziy. In den Denk- 
mälern findet sieh noch erhaltenes d in einigen archaistischen Formen : 
weszczdla ¥\or. 84, 12: 96, 12: weßdla yest Pul. 194v; 
wesczdlo Bibl. Kr. I, 20; veszcztlo Hus. 34a. 
Sonst werden nur die Formen ohne d gebraucht. 

29. dl. 

Dialektisch schwindet in manchen Wörtern (bes. loedle, podle, dla) 
das d aus der Verbindung dl: 

Przyb: hysza (i^ sif) tobye zaplata ma stacz pole prawa Pos. 

1430: 

Sr. Jac: poleboczny-collateraiis 2) 298; 

Kaz: szpraweliwo c) 26 ; 

Bibl: bi nasze r^ce otpale tego dzala Neh. 6; pole ki'olya 

Saula Kr. I, 20; polye lyczbi dusz Ex. 12. 
Ebenso : 

pole Beskid 359: la, vele Brzez. 206; Zebrz. 172; 



Die KonBonantenverbindoDgea im Polniacben. \',\:\ 

vele Krzt^'. 318; iMaar/. 11: l'orvba; wele Kolb. VUl, 
325: etc. 



30. 



Der Konsonant f schwindet aus der (iruppe stl {stl), stk und stn: 

stl {stl) = sl (67). 
In dem Worte shtp ist das f schon in den iiltcsten Zeiten ausge- 
fallen, so daß wir selbst bei Haud. kein einziges lieispiel mit erhaltenem 
f vorlinden : 

Band: Slup, Zlup, Shipcza, Slupza. etc. 
Ebenso in den Denkmälern : 

vczwerdzil iesm slupy iey Flor. 77, :< ; w slupe ib. US, 7; w 

slupye oblokovem, w slupye ognyowem Hibl. Neh. 9; v slupa 

Hu 3. IIa; etc. 
Desgleichen ist in den anderen Wörtern, die diese Konsonantengruppe 
enthalten hatten, das t schon in den ältesten Zeiten geschwunden. In den 
Denkmälern sind die Formen mit erhaltenem / äußerst selten. Die we- 
nigen, die ich gefunden, will ich hier aufzählen. Es sind dies folgende: 

na postlanu moiem Flor. 02, 7 : losze postlana mego ib. 131, 3 ; 

nyepoczestliwey Hus. !)(ia; vcztlivoscz (entstanden aus uSstli- 

wosc) Kaz. h) 116. 
Die durch Zusammensetzung zweier Wörter entstandene Gruppe 
stl [stl) bleibt gewöhnlich in der Literatursprache erhalten. Im Worte 
j'esli dagegen ist das t ausgefallen, weil das Gefühl der Zusammen- 
setzung sius jesi-li bereits geschwunden war. Im XIV. und XV. Jahrh. 
wird nur die Form j'estli gebraucht, die entweder getrennt oder zusam- 
men geschrieben wird: 

Flor: iestli 7:^, 1 1 ; iestly L'J, 3 ; yestly 52, 3 ; geatly J38, 23; 

Bibl: Gestly sy^ roznyewa Kr. I, 20; gestlybi Lev. 5 (2 m.); 

iestli Lev. 25, Num. 13; gestli Num. 13 (2 m.); etc. 

Bibl. Fr: gestly r 1 ; gest-Iy v2 : 

Drob: yestly, yest lysz S. 265; 

Lubicz Gl: yestly 77 r; etc. 

Etc. 
Die jetzige Form erscheint erst allmählich am Ende des XV. Jahrb., 
aber selbst im XVI. Jahrh. tiberwiegt noch in vielen Denkmälern die 
alte Form : 

Pul: geßly 115r; — neben: yestly 22 v, 108 r, 146 r, 276 v; 

Dzik: yesly XXU, 2, 4, 10, 21, 14; ieszly XXU, 11,22, 24; 



134 A. Paszkiewicz, 

— neben: yesthly IE, 19, 21, 23, 25, 29, etc.; VI, 8; X, 18, 
21, 22, 23; etc. 

Strad: gesly VII, 35 ; — neben: gestly Vn,4, 30 ; gestli VII, 
5, 6, 24; etc. 
Wig. Ps: yestly 7, 13; 
Urban: lest ly S. 67; iesthli S. 68; etc. 
Eufr: yestly 64, 112; yestly 64; gestly 97; yesztly 27; 
Regula: yesthly 2 (3 m.), 3 (4 m.), 7, 11, 13, 14, 15, etc. 
Parys: jezli 348; jeslize 865; — neben: jestli 289; 
Konst: lesly lOv, etc.; — neben: yestly 92 v; 
Amnd : yeszly 10,11,38; yeslyby 151; yesly 171; — neben : 
yesthlyby 64 ; 

Erl: yezlich dala 6b; yezlybych IIa; — neben: iestlybich 
5 b ; iestlich 10b; 

Ort: yesly 3, 13 (3 m.), 14, 16 (2 m.): yeßlyby 13, 17,19; etc. 
Pat: yesly 3 r, 3v, etc. 
Etc. 
Dialektisch fällt das t in einigen Wörtern ab, die mit U anlauten 
und mit der Präposition z zusammengesetzt sind: 

nye slvkla sye Eufr. 86; — sluc, sluce Görka 136; sluc 
Opocz. 167; sl^uc Lub.; etc. 

31. stk [sck). 

\my<I oxiQ JastJcöika hat sich das t bis um die Mitte des XV. Jahrh. 
erhalten : 

yako dzeczy yastkol czyn^ Flor. Ex. 15 ; pysklye yastkolczyno 

Pul. 295 r; Jasthculka Kry. 1426; gnoy iastkolyci gor^ci 

gemu w oczy upadnye Bibl. Tob. 2; — ptasza/^' yaskolczyno 

Wig. Ps. Ez. 15. 
Aus der Konsonantengruppe sck ist das c im Worte sckio ausge- 
fallen, welch letzteres in einigen Mundarten sich jedoch in dieser Gestalt 
erhalten hat: 

iako promien przez sczklo^ tak to slonce wyslo Bob. CVIII, 11 : 

yako promyen przesz 62:r2Ä/o Pat. 102 v; 

sdklo, scklanny, scklannica Przas. 83; sckuo Nitsch. 438. 
In den mit dem Suffix k, ka^ ko zusammengesetzten Wörtern bleibt 
die Gruppe stk erhalten: 

Mesthconem, Mestko Band.; Czestk, Czestko H. I, 48, 96; na 



Die KoDBODantenverbindungen im PolniBchen. 135 

malem ynaatku Gn. i^ a, IH, na dw uialu rnuitAu \\>. 1 b, 

25; etc. 
ebenso in der heutigen Sprache: drobnostka, poiciasika, tiuparstek^ 
pierwiiistek, etc. 

In einigen Mundarten ist selbst in diesen Wörtern das f ausgefallen : 

Mesco, Mesconem, Mescho etc. Band.: powiaska Malin. \\\hß\ 

— chuska, wsyska, w>yskuo (lorka lüt;: etc. 
32. .s7//. 

Bis um die Mitte des XV. Jahrb. füllt das / aus der Konsonanten- 
verbindung stii nur dann aus, wenn vor derselben noch ein Konsonant 
steht. (Eine Ausnahme davon bilden solche Zeitworter wie stristiqc [für 
.swistnac], die wahrscheinlich urslavischcn Ursprungs sind.): 

Band: Pirstnice — neben: Pirznice, Pirsniz; 

Flor: dzen czstny //7, 2G: — neben: czsnoti 2<f^ 13; 

Stk; csnego er, csne dr; 

Gn: czsnoti gl. 161 r; 

Bibl: twich czsnotach, czsnotamy Par.II, 9; czsnoti Jud. 10; 

czsnego m^za Tob. 7 ; 

Etc. 
Sonst bleibt überall die Gruppe stn erhalten: 

Baud: Lestniza, mostne, potrestnicha ; 

Flor : Yczanstnyg 118, 63 ; istne 34, 9: 61,9: 73,1 : szcz^stne 

44, 5; radostnych löO, 5: poczestne 7/, 14; zlostny //6, 

85, 86: 

Gn: vczostnik gl. 52r; sczestna gl. 70 v: poczestnego gl. 105 r; 

poczesthni gl. 156 v; slostnik gl. 105 r: mylostnikem gl. 166 r: 

H: korzistn^ rzeczji VI, 13: corzistn^ rzeczjy VII, 10: VIU, 1 ; 

korzystnj^ rzecz^y VllI, 2 5 ; 

H. Kr: korzistna rzecza 56 ; 

Rt. Ul: korzistna rzecza 50 ; 

Ew: czestnyeyschego 218 b; czestne219b; zalostne 2 1 9 b ; 

Etc. 
Erst gegen die Mitte des XV. Jahrh. treten auch hier Formen 
ohne t auf: 

Rad: korzysnj^ rzecz^ 49; 

Malin: poczesne40b; nepoczesnoacz 45b/S; — neben: cze- 

sthnik 40 b, 44 aa: przepasthnosczo, przepasthnocz 45 ay: 

czosthnye 44 b /^ : 



136 ^- Paszkiewicz, 

Bibl: wlosnye Num. 18; wlosne Num. 19; Nye chodcze wlo- 
snosczach narodow Lev. 20; wlosnoscz Lev. 23 (2 m.); Num. 
18; wlosznego szercza Num. 16; do domu nyepoczesnego Num. 
25; Born ia bil czesznykem krolyowim Neh. 1; — neben: 
wlostni Deut. 26; wlostna Num. 3.5; wlostny Ex. 19, Tob. 1; 
wlostnye Ex. 35; wlostnich Par. I, 9; wlostnego, wlostnem 
Par. U, 3 1 ; wlostnim Jud. 9 ; Wszitki mastnosczi oliwowe 
Num. 18; sczristnye Kr. lU, 22; Par. II, 32; Ezd. I, 8; po- 
czestnim Tob. 8; w poczestnoscy Tob. 10; y bily ucz^stny 
tego grzechu Ezd. II, 8 ; radostny Par. 11, 7 ; radostna Tob. 
10; etc. 

Mam: wlosny 27 — neben: wlostna 27; vczastny 14; bo- 
lestnego 4,5; 

Swiet: zaloba personna, tho gest czaswa lU, 29; — neben 
wlostna n, 33; lU, 30, 31, 70; XIK, 2; wlosthnosczy VI, 29 
namyastnyk I, 5 ; namyestnykowye XIX, 1 1 ; czestnye II 
czestnyk, czestnykowy lU, 84; vczanstnyczi XVII, 3; vczanst- 
nyczka XVII, 2; slosthnyk I, 5; slosthnykow lU, 64; etc. 
Dom: vydzal yest ffi/sznoscz szwyatey troycze XII, 4; w pe- 
wney ysznosczij boga oczcza XIX, 6; sczesne XXIV, 17; my- 
losznyczy XXXIII, 8 (3 m.), 13 ; — neben: vcz^stnyczy XVI, 7; 
Lubicz Gl: nyepoczesne 83 r; nyepoczesnego 270 v; nye- 
poczyesny 264 r; poczesnoßcz 109v; spoczesnoßcza 79 r; po- 
czesnoßcy 78 r; w poczesna loßnycza 250 r; sczesny 74 r; 
wlosna 106 r; wlosnye 102 v; —neben: oczwysthnoßcz 84 v; 
poczesthna staroßcz 97 v; sczestnemv 269 v; sczasthna 266 r; 
wlostnye 102 v; wlostnoscz 302 r; slostnyk 267 r. 
Am Ende des XV. Jahrb. überwiegen schon die Formen ohne t: 

Naw: mymo wszythky czesznyeyscha 33; mylosznego 133, 

142; lasky myloszney 135; o mylosznyku 149; myloszne 151; 

sczasznoscz 151; sczaszne pobydlyenye 156; sproszne 165; — 

neben: ystna 98; vczasthnyky 135; 

Wacl: wcz^^sznyk 27 ; vczesznykowy 125, 138, 143; pocze- 

snosczia 49; poczesnosczi 45; poczesnoscz 56; szczaszny 44 — 

45; wlosznym 146; gysznosczi 8; 

Pul : droga zlosnych zagynye 3 v ; zlosny 15 r, 16 v, 17 r, 18 r; 

mylosny 304 v; myloßnyky 44 r; vczesnyk 243 v; ßczesnye 

93 v: etc. 



Die KonBonantenverbiaduDgen im Polnischen. 137 

Ort: korzyszne rzeczy 2S; 

Etc. 
Allein selbst im X\l. Jahrli. treten noch häufig Formen mit erhalte- 
nem / auf: 

lieg: rozpusthnosczy Ü; wlosthnych 9; 

Konst: bolesthne rostanye 292 v; vczynky ezlostne 156 v; 

A E : poi-estnie 12 r : poczestnee 1 r ; porestnostziit .'> v, 1 2 v ; 

Etc. 
Noch iu der heutigen Literatursprache zeigen viele Worter die 
Gruppe affi, z. B. : korzystny, iat/iy, istntoiie^ istnicc, jiumivi>tink\ etc. 
Aum. Das Adj. cielestny (altkrchsl. T'kAfCkH'k) ist keine böh- 
mische Form, sondern ist einfach analog den zahlreichen Adjektiven, die 
auf stny ausgingen, gebildet. In den altpl. Denkmälern ist die Form 
cielcstny keineswegs die später auftretende; bis zur Hälfte des XV. 
Jahrh. wird sie ausschließlich gebraucht und selbst später erhält sie sich 
eben solange wie die tibrigen Adj., die auf sfny ausgehen : 

Bibl: czyelestnye Gen. 1 ; czyelestnich Gen. S : cyelestne Par. 

U, 32 : cyelestni Ezd. II, 7 : cyelestn^i Tob. G ; 

Bob: czelestney XXI. 3 ; 

Mam: czelestnye 30: 

Dom: czelestne II, S: czelestnych XXllI, 11; celestnym 

XXXV, 19: 

Lubicz Gl: czelestnie 98 v: czelestne schadze 265 v; 

Drob: Qelestne S. 275; 

Sr. iac: czelestnosczy 7), 53; 

Kaz. UI: czelesczny S. 140 (geschr. ähnlich wie: poczescznoscz 

S. 175): 

Hus: czelestuy 55 a; 

Quel: czelestnye S. 485; 

Erl: czelestnich 3b; czielestney 6a, 7a: 

Naw: czyelyesthnycli 59: czelesthnego 126; czelesthne 146; 

czelestne 177; 

Dzik: czyelesthua V, 4 ; 

Reg: czyelesthnych S ; 

Eufr: poczyechy czelesthney 22; o pokvszye czelestney 50; 

Etc. 
33. scn. 

Die Gruppe scn wird über stn zu S7i : 



1 38 ^- Paezkiewicz, 

lescnosc = lestnosc (vgl. Lestniza Baud.) = lesnosc: dolus — 
lesnoscz Sr. Jac. 1) 213b; lesnosczy ib. 1) 119, 211b. 
szeicnascie = szestnascie = szesnascie: in diesem Worte ist 
aber das c länger geblieben als in anderen Wörtern mit der- 
selben Konsonantengruppe, da man noch hier die Zusammen- 
setzung herausfühlte. In älteren Denkmälern kommen nur die 
Formen szescnaccie (szescnascie) oder szecnaccie [szecnascie] 
vor (vgl. § 10): szescznascze H. I, 338; szescznaczcye Bibl. 
Kr. IV, 13; szeszcznaczcze lat Alex. 182; etc. 
Anm. Die Wörter Joo5Jöo/s^^öo, jooÄjoo/tVy erscheinen manchmal in 
der Gestalt postpölstwo^postpoUty (z. B. : s postpolstwa gegosz H. I, 2 7 2). 
Es ist hier eine Präfixvertauschung mit dem \3.i.pGst, welches in manchen 
Lehnwörtern gebraucht wird (z. B. : postponowac) eingeti*eten. 

34. skn. 

Der Konsonant k fällt aus der Gruppe skn aus : prysknqc = pry- 
snqc, cisknqc = cisnqc, etc. : 

werzycz przyczysneny gesmy Flor. S. Ath. 19; sczisn^l ib. 50, 

10; sczisni ib. 5/, 20: wicysn^li ib. 67, 33; etc. 
In den Denkmälern finden sich nur sehr wenige Belege für die Er- 
haltung des k (nyewinne vczyszknya Quadra; Jysknawszy mieczem 
Parys769; theszknosczy Naw. 152 ; tesknosczy WacJ. 7 v; theskno- 
sczy Amnd. 250), selbst in solchen Ausdrücken, wo sonst jetzt in der 
Literatursprache dieser Laut erhalten bleibt : 

parsznal — (risu) sparsus Sr. iac. 7), 4 ; tesnycza Flor. IJ8, 

143; teszny ib. 142, 4; przed teßnycza/; Pul. 240 r; teßnycza 

ib. 252 r; teszny cze Dial. 71 ; tesznica ib. 78; thesznica Malin. 

4a a; teszny dvsza moya Wig. 294 ; tesznycza Drob. S. 265: 

teßnycza Lubicz Gl. 266 v. 
Analog dem Worte tesnic wurde tesliwy gebildet: 

teszlywe bolenye Konst. 104 v. 
Das k fällt manchmal im Worte szkaradny aus : 

Bibl: wszelke szaradnoscy modiebne Kr. III, 15; Y czinyly 

skutki przeszarzedne Kr. IV, 17; — neben : przeskarade Kr. 

IV, 21; 

Swiet: szaradnoscz III, 84; — neben: skarada III, 3; aka- 

rada UI, 84; IV, 8; 

Kaz. III: od szaradnego S. 183. 



Die KoDBonantenverbindoDgen im Polniechcn 139 

35. zgu. 

Wie das Je aus skn^ so fällt auch (j aus der Konsonantengruppe 

zgn: filizguqc = .sbzfun', etc. 

Erhalten bleibt es nur in den zusammengesetzten Ausdrücken: 

zgniesc, rozgnicuac, etc. 

Im Worte rozgnieicuc fällt jedoch das «/ in den altp. Denkmälern 

häufig aus : 

Gn: roszueual 17.'* a, 1: rosne'valy) gl. 15«; r; — neben: 
rosgnewa gl. ir)6r(2m.): 

Bibl : Ale wszakosz nye przestal pan od gnyetou roztigewanya 
swego wyelykego, gesz sy^ roznyeicaJo gnyevxinye gego prze- 
cyw ludowy Kr. IV, 23; A rosnyewaw syjy Moyzes wyelmi 
Nnm. 16: beim fünften Schreiber regelmäßig: Na nyeszto sy^ 
roznyewal pan St^dz. 1 ; Tedi sy^ wyelmy rozuyewal Saul 
Kr. I, 19 ; S tego sy^ roznyewal krol, Gestly sy^ roznyewa Kr. 
I, 20 : roznyewawszi syjy Kr. I, 29; roznyewanya gego Kr. I, 
28; roznyewal Kr. UI, 21, 22: IV, 13 (2 m.), 17; etc. 
Mam: rosznyewaya 52: rosnyewaly 56: 
Kaz: iratus — losnewaw sa b) 47 ; Rosznewawssz^ c) 13. 

36. rgm. 

Der Konsonant g fällt aus der Gruppe rgjn aus : 

burgmistrz (burgmistrzem H. I, 389; borgmystrza Swirt. VI, 

30 : XIX, 16) = burmistrz. 
37. 

G schwindet außerdem vor d in den Wörtern : kiegdy^ i^O^^Vi 
xcszegdy^ wahrscheinlich infolge der raschen, unbetonten Aussprache. 

Kiegdy und tegdy werden bis zum Ende des XV. Jahrh. neben den 
Formen kiedy, tedy gebraucht : 

Flor: kegdi 34, 20; tegdy 118, 92; tegdi 2, 5 : 16, n: IS, 

14; 39, 10: 50, 20 (2m.); SS', 19: etc. — neben: kedi 31, 

1 7 : tedy 118, 6 ; 

H: kegdi III, 59; IV, 31, 116, 117, 156, 166, etc.; tegdi IV, 

116, 125; Vm, 62: — neben: kedym, tedym I, 257; kedi I, 

269: tedi, kedi I, 273: tedi IV, 34: etc. 

Przyb: tegdi Pyzdr. 1418: — neben: kedy Pyzdr. 1397, Pos. 

1414; kedi Cost. 1408, 1418: tedi Pyzdr. 1399; tedy Cost. 

1424: etc. 



140 ^- Paszkiewicz, 

Gn: kekdy 5 a, 33; 179 a, 8—9; nekekdy 177 b, 9; kegdycz 

178 a, 27 ; — neben: kedi gl. 157 r; 

Eid: tegdi 1398 f. 220v (4 m.); 

Bob: kegdi, tegdi U, 16, 17; 

Anecd. III: kegdi 15, 59, 74, 85, 125; tegdi 87, 88, 125; — 

neben: kedi 128 ; 

Bibl: kgdisz Num. 35 (2 m.); tegdi Gen. 2 (3m.), 21, 24; 

Ex. 5, 9, 34, 35; Joz. 2; — neben: tedi Gen. 7, 8, 11, 18, 

21 (2 m.), 22; etc. 

Ew: tegda 219 b; 

Swift: tegdi VII, 13, 14, 20; VUI, 4; X, 3, 4, 5, 7; etc. — 

neben: tedi VII, 3, 4, 7, S, 10, 15; VIII, 6; etc. 

Pul: tegdy 83v, 106r, 113r, 179v, 247r, 261r (2 m.); — 

neben: kyedy 57 r, 123 r; tedy 4 r, 5 r, 57 r, etc. 
Dagegen erscheint nur hie und da die Form wszegdy : 

Flor: wszegdy 15, 8; 39, 22; 10, 15; weszgdy 118, 33; 

weszdghy (sie) lOS, 18; 

Pul: wßegdy71r, 102 r, 140 v; 

Beitr : wszegdi 1407 : 
gewöhnlich geht es in wzdij [xüezdy] über: 

Flor: weszdi2^, 16; 33, 1; 34, 31; 31, 18; 39, 15; wszda 

1, 9; wszdy S. Ath. 32; zawszdy 18, 15, zawszdi 49, 9; etc. 

Pul: wzdy 48 v; wezdy 79 v, 84 r; weßdy 84 v; zawzdy 37 r, 

141 v; zawßdy 104 v; etc. 

Bibl: wzdi Tob. 2; Jud. 5; zawszdi Tob. 4 (2 m.); etc. 

Etc. 
Manchmal jedoch bleibt das g in diesem Worte erhalten, dafür 
fällt d aus: 

Flor: wezghi 104, 4; weszghy 108, 14; 118, 44, 109, 117; 

Bibl: ale zawzgym bil Par.1, 17 ; zawzgy Par.1, 17, Par.II, 31 ; 

zawszgy Tob. 2, 4 ; Jud. 9,11; zawsgy Tob, 5 ; 

Drob: zawszgy S. 263; 
und in einigen Mundarten ist hier sowohl g als z geschwunden : 

szavdy, zawdy Amnd. 172; — zavdy Krze. 348. 
Anm. In den Formen tydnia, tydtii, etc. (sedm tidnyow pelnich 
Bibl. Lev. 23, 25; tydny ib. Num. 28; w swy^ta tydnyowe ib. Par. 
II, 8) ist das g nicht ausgefallen ; diese Deklination des Wortes tydzien 



Die EoDBODantenverbindungen im PolniBcben. 1 .) l 

(gen. lydnia statt tcgoduia] ist analog dem heutigen Jedenastcgo für 
jednegonascie. 

38. 

Der Laut / schwindet in ophvity (vgl. § 16), ferner in mohcic, 
welches wahrscheinlich ziicrst in mouiric und dann in mowic überge- 
gangen ist. Mohcic erscheint mit erhaltenem l regelmilfüg im Flor., 
vereinzelt auch in anderen Denkmälern : 

Flor: molwil prol. i*, 1; molwiez 'J^ .'> ; molvi .V, 2; -/, ; 

molvji .5, G ; etc., einmal nur: b^d^ wimowena /S, 1."»; 

Pul: molwycz 4r: raolwy 5 r, Gv; molvvcze v, lür; mol- 

wymy i.Sr; molwyly id r, 20 v: etc. — neben: mowy^ 8 r, 

r)9 v; movczye 70 v (2 m.', 71 r: mowcze S 1 v; mowyez 2:u» r; 

zmowyl yes 30 l r; 

Drob: moluicz, wymolvy, nyevymolwne S. 265; molvylaaz 

8. 26G; 

Kaz: przemolwa, a molw^ poczwrdzay^cz c, 4; 

Blas: alle nyemolw a /:/, 13; namalwacz a ß^ 29: molwy^cz 

b a, 23. 
Anm. Das / im Worte kolzdij, welches in dieser Gestalt schon in 
den Gn. erscheint ist unbekannten Ursprungs; gewöhnlich wird es für 
das eingeschobene Bindewort // angenommen. Die Form kolzdy tritt in 
den Denkmillern recht häufig auf: 

Gn: kalsde 3b, 12: kalsdacz 3b, 17; kalsdy 171b, 33; 

178 a, 3; kalsdemu 171b, 31; gl. 78 v; kalsdego gl. 70 v; 

kalsda gl. 164 r; kaszldem (sie) 3 a, 8 — 9; 

Bibl. (nur beim vierten Schreiber): kalszdi Lev. 19, 25; kalz- 

dego Lev. 23: Num. 1, 24; kalsdi Lev. 24, 26; kalszde Lev. 

24; kalzdich, kalzdi Num. 1; kalzde Num. 3 ; kalszdego Joz. 3; 

— neben: kaszdi Lev. 25; Num. 2, 16; Deut. 2n : kazdich 

Num. 1 (6 m.); kazdi Num. 1, 17; etc. 

Swi^t (nur im 2. Teile): kalyszdi XII, 5; kalisdego XV, 2; 

kaliszdego XV, 2; XIX, 10, 13; koliszdi IX, 3: XII, 5; XVU, 

l, 3; XIX, 10; etc. 

Dzik: kalzdego I, 69 ; 

Pul. kolßda nocz 10 r; — neben: kaßdy 20 r, 88 v: koßdemu 

123r; 

Lubicz Gl: w kalsdem, kalschdemv 225 r; 



142 A. Paszkiewicz, 

Ew: calisdey 221b, 224b; caliszda 223b; calisda 224b; 

caliszdemu 224 b; — neben: kaszdi 218 b, 219 b; ka3zda219b; 

casde 223 b; etc. 

Mam: nakalsdy rod 36; — neben: nakosdy rok 38; 

Malin: kalyzdym 40b; — neben: w kaszdjj 41a; 

Reg: kolzdego 2, 19 (3 m.); kolzdy 8 (3 m.), 11, 16 (2 m.), 

19; kolzdny 9; po kolzdem psalmye 11; kolzda^ 11 (2 m.); 

Ksiaz: kolzdi XXII r. 
39. ivz + Kons. 

Diese Konsonantengruppen treten besonders in den mit dem Präfixe 
WZ zusammengesetzten Wörtern auf. Die Zahl dieser Wörter ist im Alt- 
polnischen viel größer als jetzt : 

wzhac sie: ne wzboyji sie Flor. 117, 6 ; y wzbaly sy(i wszitczi 

mjizowye wyelmy Bibl. Gen. 20; wzbogi sy(^ ib. Deut. 21; 

wzbaly sy^ ib. Jud. 4 ; 

wzbeiknqc: wßzbelknye Sr. iac. 2) 169; 

wzblogoslawic: wsblogoslavi sobye w serczu swem Bibl. 

Deut. 29; 

wzhor: wsboru krzescianskemu Sr. iac. 9) 37; 

wezhrac'. strumene wezbraly %^ Flor. 77, 23; 

wzbudzic: Wzbudz mocz twoi(i Flor. 7P, 3; wzbudzil sin moy 

slug(i mego przecyw mnye Bibl. Kr. I, 22; Wzbudzaly cy^ 

pan przecywo mnye ib. Kr. I, 26; 

lüschöd: Y stal krol na wschodze Bibl. Kr. IV, 23; wschodi 

w domu bozem ib. Par. II, 9 ; az do wschodow krolyowich ib. 

Neb. 3 ; na wschodze drzewyanem ib. Neh. 8 ; 

wschodzic: Nye wzchoczcze wzgorj^ Bibl. Num. 14; Zatim 

Dauid pocznye wschodzicz ib. Kr. I, 27; 

wschoicac'. wschoway^czi Bibl. Gen. 17; wschowal Pul. 44 v; 

wscliowaniec : wschowanyecz Bibl. Gen. 17 ; Wschow Band.; 

wschopic: richlo wschopywszy sz(^ Bibl. Gen. 31; 

wschylic: wzchylycz Pul. 246 r; 

wsciqgnqc: wscz^jgn^l Flor. 54., 22; wzczogla ib. 79, 12; 

wzczjjgn(i ib. iö7, 10; wsczj^gnal ib, /57, 18; wzczjign^l ib. 

Moys. 13; wscz^gnol H. I, 185, IV, 123; wsczagnacz Przyb. 

Pos. 1420; wsczy(^gn^l ib. Pyzdr. 1429 (2 m.); wsczyjignolesm 

r^k(^ Bibl. Ex. 7 ; wsczy^gny ib. Ex. 7, 8 (2 m.), 9, etc.; wscza- 
gnacz Dom. XXXIII, 10; wsczyangny myloszyerdzye Naw. 35; 



Die KoDBODanteQverbindungcii im Polnischou. |.}3 

u:k'inglixüo.sr: \v3cyagiywo3c Kai^/.. XXIU r; 

toscinac: 8eco-v3czynam Sr. lac. 2) 215; 

trsczynic: y wsc/iuyl myecz swoy w noszni Bibl. Par. I, 2 1 ; 

wzdar: obetnic^^ boj^u vzdah;y (wzdacha , vsdaly 8tk. cv; 

bog!) modl^ iesce vzdaualy ib. av; wzdawayce Flor. /, G; 

wzdam il). //.>. 7; wzdano Przyb. Cost. 14üb; po wzdanii 

ib. Pos. 142u ; wzd:ine za dzy^ky Bibl. Lev. 7 ; wzdal ib. Deut. 

21, Joz. 3; wzdawuycze Pul. <»v; wzdal ib. IUj v; wzdam 

129 r, 233 r; do wadanego czaszu Drob. 8. 26^; yzbych azye 

vy;icey nyeczyathym grzechoiu uyewzdawala Naw. 102; 

u-zdaxcmj: to czao na wzdawueiu lyszcze niowy Przyb. Gn. 

1404; z lystem wzdawnym ib. Coat. 1421; wszdawni Hat H. 

lU, ä'.t; 

iczdraznic: wzdraznyly Flor. 105, 8; 

xcezdriec: wezdrzala zyemya Pul. 30 r, ir)4v; veazdrzysz 

Dial. 223; 

wzdycha7ne: wewzdychanyu Pul. liJr; wewzdychaaach ib. 

58 t; 

tczdziac: vzdzyely mv lanczvch na ramyt^- Bob. CXLIV, 115; 

Wazdzeycze na sz(^' wädraz vczynkow pana Jesu Criata Dom. 

I, 14; 

wzdziaiac: a wzdzalaly aobye twyrdze Bibl. Kr. I, 28; wzdza- 

laly tu oltarze ib. Kr. III, 14; wzdzalala ib. Par. I, 7, etc. 

wzdzieczny: Mzdziaczny Ksiaz. XVIr; njewadzeczne Amnd. 

208; Wzdyeczna Konat. 69 v; wzdzyaczna ib. 239; 

tczdziecznoic: z wvelka wzdzyacznoazczya Konat. 143v; 

tvzdzierzec: wzdzerszecz syfj ot wazelkego grzecha Bibl. 

Tob. 1 ; wzdzierzecz sie iuz nie mogq' Bob. LXVI, 74; wzdzy- 

erzenye akromnosczv Konst. 276 v; 

iczdztcigtiqc: wzdzwygny Pul. 130v; 

xczgardzic: wzgardzil Flor. 2/, 25; wagardzonego Gn. gl. 

161 r; m(5zem wzgardzila Bibl. Lev. 21 ; etc. 

ivzglqdac: wzgl^dai^ Flor. 10, 5; wzgl^^dali a^ ib. 2/, 19; 

wzgl(^dalo ib. .5,V, 7: wzgljidny ib. ^S, 20; wzgladnacz Bob. 

XLIX, 1 ; A on wzgl^dal na uy^ tagemnye Bibl. Gen. 24 ; 

Nye wäglriday na obyat^ gich ib. Num. 16 ; wagl^dali ib.Num. 

16; Wzgladnal Wach 59; wzgladaya ib. SO; wzgladnacz 

Naw. 149; 



144 A. Paszkiewicz, 

wzegnac: wzegnala ye Pul. 159v; 

wzgörq: wezrzal wzgor^ Bob. LXXXV, 97; zwznyozly (sie) 
korab wzgorj^ od zemye Bibl. Gen. 7 ; wzgor^ ib. Gen. 19, Kr. 
IV, 19, 20, Ezd. II, 9; Nye wzchoczcze wzgor^ ib. Num. 14; 
wzwyedly i^ wzgor^ ib. Jud. 10; wsgoran Swiet. XVI, 2; 
wzhuczec: wzchucz morze Bibl. Par. I, 16; 
wzic: acz wzyd^ za Jordan Bibl. Joz. 4; wzidzi ib. Joz. 8; 
wzidze ib. Kr. IV, 20; wzyd^ ib. Joz. 23; 
wzjatüic'. fsgauil (wzjawii) Gn. gl. 101 r: fsgauene ib. gl. 57 r, 
gl. 147 v; pan bog wzyawyl gest Sarze Bibl. Gen. 20 ; wzya- 
wycz ib. Gen. 24, 31; wzyawyl ib. Gen. 35, 48; wzyawyenye 
przyslych rzeczy Dom. VII, 6; wzyawycz Lubicz Gl. 98 v; 
wzgyawyam ib. 73 r, 84 v ; wzyawyasch ib. 83 r ; wziawil WacJ. 
134; wzyawenye ib. 144; wszyawya Quel, S. 503; wzya- 
wyenye Pul. 11 r; wzyawya ib. 54 v; wzyawy ib. 55 v, 56 v; 
wzyawylesm ib. 83 v; wzyawyon ib. 194 v; wisiavil Kaz. b) 
92; a wzyawyly ib. g) 360; wszyawilo Alex. 201 ; 
wzjechac: Wsgedz a pogrzeb otcza twego Bibl. Gen. 50; krol 
Juda wzgedze, abi nawyedzil Jozama ib. Par. II, 22 ; 
wskarmic: wzkarmyß mye Pul. 57 v; 

wsJcazac: Y wskazano krolovi lericho Bibl. Joz. 2; Tedi wska- 
zano to Saulowy ib. Kr. I, 1 9 ; 

wskladac: a nye wskladay krwye nyevinney Bibl. Deut. 21 ; 
wskladayjjcz na nasz przecz^ska brzemyona ib. Deut. 26; 
wsklonic sie: wzclonilismi se Flor. 19^ 9; 
wskopac: Vinnicze wsplodzysz y wskopasz Bibl. Deut. 28; 
wshryc: fskrycz Gn. 183 a, 27; 
wskrzesic: wskrzesz^, wskrzesz Bibl. Kr. I, 28; etc. 
wskrzyczec: Wzkrziczcze Bibl. Joz. 6; 

weskwitnqc: wezkwtlo Flor. 27, 10; wezkwecze swr^toscz 
moya ib. 131^ 19; wezkwczye ßwy^toßcz moya Pul. 267 r; 
wzlec: wzlegnyely czlowyek Bibl. Kr. IV, 18; 
u-zleciec: wzlyeczyal Pul. 30 v; wßleczyal Sr. Jac. 2) 169; 
wzlozyc: wzloszil Flor. 2Ö, 5; 

wzmöc: wzmogli Flor. ^7, 20; wsmogszy Gn. gl. 169v; 
wsmoszona ib. gl. 1 7 1 r ; isze nyemogl Ezechias, a wzmogl 
Bibl. Kr. IV, 20; wzmogly Pul. 31 v; 



Die Konsonantenverbindungen im Polnischen. 145 

wzmnozyc: wzmnoszysz w duszy mogey syl^ albo inocz Flor. 

J37,A- 

toznieic: gdi s^ se wznaszjili Flur. 71'', IS; Wznyeszy r^\i.^^ 

Bibl. Ex. 10; wznyosl sze jiiiyol ib. Ex. 11; wsnoszicze ib. 

Num. IG; etc. 

tczniknqc : yako 3'^ wznykn^li na szerny^y asz de dzyszeyszego 

dnya Bibl. Ex. l(i; wznikalo ib. Niiiii. IM; wznikl ib. Deut. 'M : 

iczuouic: wznowy Pul. lü.'ir; 

wspamiqtac '. wznacz albo wspamyqthacz Naw. 1 ü2 : wspamye- 

tay myly panye Jhesu Konst. I04v: wspamyetav ib. 105, 

1U5 v; 

wspiewac: wspyewaycze, wspyewaycze Pul. 'J7 r; 

wsplakac: Y wsplukali ku bogu Bibl. Joz. 21; wsplakalasta 

oba ib. Tob. 10; 

tcaphdzic: Ne wspladzaycze Flor. Ann. 4; wsplodz szemya 

szyelye (ziele), wsplodzyla szema, wsploczczye Bibl. Gen. 1 ; i 

wsplodzyl sze gest a rozmuoszil wyelmy ib. Gen. 47: y wsplo- 

dzicze 3y^ ib. Lev. 2(3; wsplodzicz ib. Par. II, 'J ; wsplodzysz 

ib. Deut. 2S; 

waplynqc: fspHn^lo Gn. gl. 101 r; wsplywali 3 3zemye Bibl. 

Gen. 2 ; korab wsplin^l na wodach ib. Gen. 7 ; 

wspomagac: wspomoszenye Bibl. Gen. 2; ktoby wspomogl 

tobye ib. Deut. 2S; ktobi wspomogl IsraheloMy ib. Kr. IV, 

14; etc. 

wspominac: wzpomen Flor. 24^ 0; wzpomonfyl ib. 77, 44 ; 

wzpomenono ib. 52, 4; wspominay^cze Bibl. Num. IG; wspo- 

mnyal Wach 130; etc. 

^cöprosic: Y lepak gego wspro33y Bibl. Gen. 20; 

loaprzecitoic sie: wzprzecywyly sy^ przecyw krolyowy Bibl. 

Par. II, 2G; 

Wfipijchac: w3pycliay^ Bibl. Deut. 17: 

Wöpytac: Wydz pan, a wzpitay Bibl. Par. II, 24; 

wzorac : poltora sta zagonow na gego wolwarcu wzoral Przyb. 

Cost. 1425; wzoral Anecd. III. 57: wßorala ib. 95; 

wzraz^ iczdraz: formam nostram — wzraaz lycza naszego 

Dom. LI, 17; wsdraz vczynkow pana Jesu Crista ib. I, 14; qui 

reformabit — na wzdraz pyrzwy przywyedze albo odnowi ib. 

LI, 21 ; na wzrasz 3znyegu Konst. 54 v; 

Archiv für slaväsche Philologie. XXXI. JQ 



146 A.' Paszkiewicz, 

tczdröj: wzdroyu mylosczy Konst. 155; wzdroyu lasky ib. 

155 v; wzdroy Ksiq.z. XXIIr; 

wzrösc^ wzrost: a wzrosczecze Bibl. Lev. 26; wzrostu ib. 

Num. 13; crescens-wsrozwschi Kaz. g) S. 362; etc. 

wzruszyc: ku wzruszenyu Bibl. Lev. 26; wsruszonego slowa 

ib. Num. 30; wzruszil ib. Kr. IV, 21, 23; etc. 

wzrzucic: wzrzuczili Eid. 1399 f. 241; 

wstargnqc: wstargny Sr. iac. 1) 76; 

wstrqhic: j wstr^bisz w tr^b^ Bibl. Lev. 25; wztr^^bili ib. 

Joz. 6; 

wstrqcic; wstr^jcil Eid. 1398 f. 220v; wstr^^cene, wstranczono 

ib. 1399 f. 241; 

wztüiastou-ac: I wzwastui(> nebossa Flor. 49 , 7; ocz warn 

wswyestuy^ Bibl. Gen. 49; wzwyastowano LubiczGl. 83v; 

wzwyastowal ib. 83 v; wszwyastowan Kaz. g) S.360: wzwya- 

stuy^ Pul. 102 r; wzwyestowany ib. 193 r; wszwyastuyacz 

Pat. 64 r; vzuyastoual ib. 75; wszwyastnya ib. 76r; wszwya- 

stoual ib. 86 r; 

wzwiqzac: y wswy^ze na Isaaka Bibl. Gen. 22 ; Y wzwyj^za- 

lem na nye srzebro y zloto ib. Ezd. I, 8 ; 

wzwiedziec'. wzwedz Flor. 5, 1; wzwedzr^ ib. 52, 5; 58^ 15; 

drzewo wswedzenya dobrego i slego Bibl. Gen. 2 ; abi wzwye- 

dzal, yuszli wodi przestali na zemy ib. Gen. 8 ; wzwyedzal ib. 

Gen. 9, 29; wzwyecze pomst(> m(^ ib. Num. 14; wzwyecze ib. 

Num. 16; wzwyedzecz ib. Num. 22; chczal wzwyedzecz ib. Gen. 

24; wzwyesch Lubicz Gl. 272 v; 

wzwielbic: wzwyelbil Bibl. Joz. 4; wzwyelby was ib. Ezd. 

11,9; 

xozxoierzch'. poltora na ssyrz, a wzwirz poltora lokczya Bibl. 

Ex. 37; wzwirz szeszczdzesy^t lokcyow ib. Dan. 3; 

wzwiescj wzwodzic: wzwyodl duch swoy nad zemy^ Bibl. 

Gen. 8; wzwyodl ib. Gen. 28 (2 m.), 31, 35; wzwyedz r^k(y^ 

swf:^^ ib. Ex. 1 ; Y wzwyedze Moyszesz prj^^t . . . a pan wzwyodl 

wyatr ib. Ex. 10 ; wzwyedly ij^ wzgor^ ib. Jud. 10 ; wßwodzeny 

Sr. iac. 2) 247; 

wzwolac: y wzwola anyol bozy s nyeba Bibl. Gen. 21 ; wzwola 

ib. Gen. 22, Joz. 6; wzwolali ib. Ex. 5: wzvolalo wszitko se- 

branye wyelykim glosem ib. Ezd. II, 9 ; 



Die Koneonantenverbindungen im Polnischen. 147 

icezwröric: wezwroczon gesm Flor. //", \'A\ wezwroczon 

yesm Pul. 2;ir) v; 

wzwyszyc: i wzwiszil gy barzo Bibl. Par. II, 33. 

Die meisten Wörter dieser Art werden jetzt ohne ic oder ohne z im 
Anlaute gebraucht. In vielen Fällen ist diese Erscheinung durch die 
Präfixvertauschnng zu begründen, was besonders leicht erklärlich ist, da 
ja im Polnischen ein Präfix w und ein Prälix z existiert, welch letzteres 
den beiden altkirchenslavischen C'K(h) und M3'K entspricht; außerdem 
ist das Prätix irz als selbständige Präposition längst aus dem Gebrauche 
geschwunden. 

So bat sich z. B. das Wort iczorar nicht erhalten, dafür wird heute 
worac, /»■zenrac, Zorac, etc. gebraucht, durch welche das altpl. xczorac 
fast immer sich vertreten läßt : ebenso wird für das frühere wshladaö 
heute xrkfadar, skladac, etc. gebraucht, wenn auch manchmal der Sinn 
des Satzes darunter leidet; man sagt z. B. : ickladac (anstatt: xcskla- 
dac] kapelusz na gIow(^, obgleich hier das Präfix w durchaus nicht am 
Platze ist. 

Diese Präfixvertauschnng macht sich schon seit den ältesten Denk- 
mälern der polnischen Sprache bemerkbar : 

sciqg7iqc statt iciciqgnqd : Aby raczyl raka thwoya szczyagnacz 

Naw. 142; 

wcJiöd statt uschöd: od fchodu sluncza Gn. 2 b, 12 — 13; fchod 

ib. 2 b, 14; 

wdaCj zdac statt wzdac ; sdawal mv sla slowa H. lU, 7 ; wdal 

naueki ib. IV, 3 1 ; 

zdzialac statt tczdziaiac: zdzalal sobye czwyrdze Bibl. Ki. I, 

29 ; zdzalal sobye dorn ib. Par. I, 14 ; zdzalal ib. Par. II, 27 ; 

zdziac statt vzdziac: zdzal gey gymy^i Gezetel Bibl. Kr. IV, 

14; zdzal gemu gymy^y Sedechias ib. Kr. IV, 24 ; 

xcgardzic, zgardzic statt xczgardzic : napelnony gesmy wgar- 

dzena Flor. 122^ 4 ; a przesto yesth wgarczon Chom. S. 145; 

wgarczony ib.; sgardziczeli Bibl. Lev. 26 ; sgardzoney Sr. lac. 

1) 212 b; nye zgardzyl Pul. 43 r; zgardzyleß ib. 1 & 1 r ; zgar- 

dzitz AE. 1 r; 

skrzesic statt uskrzesic: skrzeszyl Lazarza zgrobu Naw. 166; 
wm'esc, zniekc statt iczyiieic: wnyesli se dna Jordanskyego 
Bibl. Joz. 4; A gdisz snyosl oczy swoge ib. Gen, 18; 

10* 



148 -A" Paszkiewicz, 

wpomagac^ spomagac statt wspomagac : fpomaga Gn. gl. 1 2 v ; 

szpomozy Wacl. 85 ; 

spominac statt ivspominac: acz ne zpomeno Flor. 136^ 7; 

spomyonrvl Pul. 203 r; szpomny Waci. 65, 104; spominacz 

AE. 9 r ; 

zrok statt wzrok'. a tobye zrok on nawrocyl Bibl, Tob. 12; 

krazne na srok ib. Gen. 3; Slepi brali zrok AE. 5 r; 

wrost, zrost statt iczrost: wrostu Pat. 120 v; zrost ib. 118r; 

zrostem ib. 118 v; 

zruszyc statt wzruszyc'. a przykazanye gego srusil lest Bibl. 

Num. 15; Zruszil bog rad^ gich ib. Neh. 4; sdrusil (§ 52) 

H. II, 5 ; 

Etc. 
Es gibt jedoch eine Anzahl von Wörtern, in denen das Präfix wz 
durch kein anderes sich vertreten läßt, trotzdem aber entweder ic oder z 
abgefallen ist, obwohl die neuen Präfixe keineswegs der Bedeutung des 
Wortes entsprechen, z. B. : das heutige ziviaatowac statt tczwiastowac^ 
wstac statt wz&tac, etc. Selbstredend handelt es sich bei den erwähnten 
Wörtern nicht um die einfache Präfixvertauschung, sondern um ein pho- 
netisches Gesetz. In den folgenden Paragraphen also handle ich über das 
Präfix WZ, sofern Veränderungen desselben unter Einfluß phonetischer 
Gesetze eingetreten sind. 

40. 

Wenn ein Wort auf z oder s anlautet, dann tritt Verschmelzung 
zwischen diesem und dem z des Präfixes wz ein : wz-stac = wstaCy 
tüz-znac = wznac, wz-zxoac = wezxoac, wz-siaivic = waiawic, etc. 

In den altpl. Denkmälern finden sich in solchen Fällen keine For- 
men mit erhaltenem z, das zum Präfixe tvz gehört, vor : 

wstay^icz Flor. 126, 3 ; wezwal ib. 17, 7 ; 80, 7 ; wezwali ib. 

52, 6; Wzywali &^ ib. 9S, 7: wznacz Naw. 162; etc. 
41. Das z des Präfixes icz assimiliert sich vollständig an folgendes s, z, 
r, dz: 

wz-szia, wz-szio = weszia, tveszlo (vgl. § 45); 

wz-szerz = wszerz (vgl. wzdiuz, wzwierzch, wzgöre, § 39); 

wz-rzazac = wrzazac : wrzazali latorosl s gronem swym, kto- 

res nyosli na zirdzi Bibl. Num. 13; 

wzdzieczny (§ 39) = tcdziecztiy ] 



Die KonsonaDtenverbindaDgen iui Polnischen. 1 49 

wzclziac (§ 3'J) = vdziac: 

tvzdzieriec (§ 39) = vilzierztr . wdzyerschaviicza Luliicz 
Gl. 2(»lv: wdzerzayaczH ib. 27"Jr; 
Etc. 
Anm. Über das zwischen r und .v »'inEreschobeue t vgl. ij .">1. 

Lantet eiu mit dem Prälixe /'~ zusammenjresetztcs Wort auf 6 an, 
dann geht das z des Präfixes uz in *• über, dann in s, wuranf die (Jruppe 
ic entsteht, Avelche in der Kegel nach einem Konsonanten in v verein- 
facht wird i§ 9): 

irz-fi(tf/fi(ic = U'sciqgnqc, wiciagtuic (§ 39) = xcringna^: 

wczyagnol ranko WaeJ. 137; wczyagny prawycza ku mnye 

Naw. Itil. 
Vor d geht das genannte z in *• über : 

n-z-vziiv = WöZcziic. 
Anm. Im Worte viciec^ wsciekiy^ etc. bleibt *'c in der Literatur- 
sprache erhalten : möglicherweise wirken hier zwei Präfixe : wz und z : 
z-ciec = j^ciec (vgl. Scecliza B aud. 1291); wz-.sciec = wssciee = wsciec. 

43. 

Das tc des Präfixes icz fällt ab, wenn das mit diesem Präfix zusam- 
mengesetzte Wort auf IC oder mit einer Konsonantengruppe anlautet, die 
V enthält: aus den altpl. Wörtern: tczdzicig/iac^ tceskidfnqc, irzwia- 
sfoicac, wziciqzac, iczicicdziec, wzicielbic, tczwierzrh ^ tczwiesc, iczico- 
dzic, wzwoiac, tcezicröcic, wzwyszyc (§39); tcstrtoozyc, tcezwrzec (L), 
etc. ist heute kein einziges erhalten. 

Die Anfänge dieses Abfalls des tc reichen schon bis in das XIV. 
Jahrh. hinein: 

Flor: kto swastowal bogu memu prol. 2, 3 : Zwastowano bj^dze 

2/, 34: zwastowacz 21, 34; etc. 

Bibl: zwyastowal Kr. I, 22; zwyastuij/ tobye Par. I, 17: Jud. 

1 1 : zwyastowacz tobye, zwyastowala Jud. 1 1 : 

Pul: zwyestowano bcdze 44 r: zzwyastuy^ 79 v: zwyastowaly 

90 r; zwyastowal InGv; etc. 

Naw: zwyastowal 73; 

Etc. 
In der Regel fällt also das ic des Präfixes icz ab, unbedingt notwen- 
dig ist das aber nicht : 



1 50 -A- Paszkiewicz, 

wzdzwignqc= wzdzignqc : wzdzygny^ Pul. 53 r; wzdzygny- 
cze ib. 268 r; wzdzygne ib. 308 r; 

wz-imiic = lüznic : wznidze we dnoch iego sprawedlnoscz Flor. 
7/, 7 ; wznid^ na wirzch gori Bibl. Num. 14 ; Wznidzi na gorrj 
ib. Num. 27; wznidzesz ib. Joz. 8; wznyd(> Pul. 187 r. 
Selbst dann, wenn das zweite w nicht im An-, sondern im Inlaute 
des Wortes sich befindet, fällt das erste w gewöhnlich ab : 

xozjavjic = zjawic: yzyauil (i zjawii) Stk. cv; ziawona s^ 
Flor. 77, 17; ziawoni ib. 2^, 15; ziawi ib. 25, 8, etc.; sya- 
wyl Bibl. Gen. 18, 35, etc.; zyawy^^cz syr^ ib. Num. 17; zyawia 
Wacl. 134; zyawyon Pul. 48 r; zyaw ib. 81 r; zyawyl ib. 
83 r^ 1 1 3 r ; zyawy^y ib. 1 05 v, etc. ; 

wschowac^ wschowaniec = schowac, scJioicaniec : schowanye 
Bibl. Gen. 14; schowanyce ib. Gen. 17; schowanyecz ib. 
Lev. 22. 
Etc. 

44. 

Wenn das Präfix icz mit einem Worte, welches diese beiden Kon- 
sonanten enthält, zusammengesetzt wird, dann muß selbstverständlich 
wenigstens ein iv oder ein z abfallen: 

wz-zwac = wezwac: wezwal Flor. 17, 7|; 80, 7; wezwali 

ib. 52, 6; etc. 

wz-zicniec (3BkH'kTH) = ^üz^67^^ec: wzwyecze tr^by Pul. 293 r; 

Etc. 
Es kann aber auch ein z und ein w abfallen : 

W noczy wdzgnycze (anstatt: wzözwignicie) r^icze wasze Flor. 

133, 3; wznaly (statt: wzzwniali) ib. 45, 3; zawznyaly ne- 

przyaczele twogy ib. 82, 2 ; Podzmi, uezynymi sobye myasto 

a wyesz^ wisok^^ aze do nyeba a slawynii (statt: wzstawimy) 

swe gymy^ Bibl. Gen. 11. 

45. 

In vielen Wörtern bleibt das Präfix wz erhalten, allein der leich- 
teren Aussprache wegen wird zwischen w und z (manchmal auch zwischen 
z und dem anlautenden Konsonanten des Wortes) der Vokal e einge- 
schoben. Dies geschieht regelmäßig dann, wenn das Wort wenigstens 
mit zwei Konsonanten anlautet und sein Stamm einsilbig ist: cz, sz, rz, 
dz, etc. werden dabei als ein einziger Konsonant betrachtet: 



Die KonsonantenverbindaDgen im Polnischen. 151 

wz-przec = wesprzec (L] 
wz-tchn:jc = we3tchn.-\c (L) 
wz-dr/ec = wezdr/ec (§39) 
wz-wrzec = wezwrzec (L) 
wz-gnac = wzegnac ^§ 39) 
wz-brac = wezbrac (§ 39) 
Etc. 



Aber: 



wz-przeciwiac = wsprzeciwiac (§ 39) 

wz-draznic = wzdra/.nic (§ 39) 

wz-mno/.yc = wzmnozyc (§ 39) 

wz-trwozyc = wstrwozyc (L) 

Etc. 
Wenn jedoch das Wort mit einer Konsonantengruppe anlautet, bei 
welcher der zweite (and zugleich der letzte) Konsonant ein /, /, r, r ist, 
muß das e selbst bei einsilbigen Wörtern nicht eingeschoben werden, z.B.: 

wzglad, wzdiuz, wskrö-^, wstrq4, wstrzasc, wskrj'c (§ 39), wzdroj 

(§ 39), etc. 
Dagegen kann e eingeschoben werden bei mehrsilbigen Wörtern, 
wenn in denselben ein ic enthalten ist: 

weskwitnac, wezwröcic (§ 39), etc. 
In der heutigen Sprache fällt das tc des Präfixes trz in diesen Fällen 
ab (§ 43*. Wörter mit erhaltenem v: haben eingeschobenes e: z. B. : 
wezgfotcie (L). 

Dieses eingeschobene c ist jüngeren Ursprungs als die Verschmelzung 
des Präfix-r mit folgendem z oder s (§ 40): uz-znac = icznac, vsz-ntac 
= tcstac, (in tcezicac ist das e eingeschoben, weil das Wort ein ic ent- 
hält) ; älter dagegen als die Assimilierung des z an andere Konsonanten 
(§ 41): icz-szdio = xcesszdio, tceszczdio (vgl. § 28), tceszlo und der 
daraus gebildete Infinitiv vsejic (altpl. ^czic § 39); icz-zrzec = wezzrzec^ 
icezrzec^ xcejrzec: etc. 

46. 

Zwei w fallen in einer Konsonantengruppe zusammen in manchen 
Wörtern, die auf das Suffix s?'2fo ausgehen, z.B.: kroleic^fico, ]eniv:- 
stwo, etc., welche Formen noch im XVI. Jahrh. gebraucht werden: 

krolewstwo ürban S. 74; krolyewsthwa Dzik. IV; V: VI, 95 
XIX, etc.; lotrowstwo ib. I, S7; mysthrschowstwem ib. V, 3; 
lotrowstwo Strad. I. SS: etc. 



152 -A-. Paazkiewicz, 

Gleichwie in den Wörtern wzwiastoivac^ wzjaxoic^ etc> (§ 43) be- 
gann allmählich schon im XIV. Jahrh. das erste w auszufallen : 

Flor: krolestwa 135^ 21; — neben: crolewstwa prol. /, 5; 

4S^ 8; crolewstwo prol. ./, 12; 2/, 32; etc.; w szidowstwe 

15, 1 ; 

Dat: lenistwe 190; 
in der zweiten Hälfte des XV. Jahrh. überwiegen stark die Formen 
ohne w : 

Lubicz Gl: krolestwye 101 r; — neben : krolewstwa 101 r; 

Waci: krolesthwa 66, 74, 95; 

Gn. XV: lenysthwem 2v; kroleszthwa 4r; 

Chom: krolestva tego S. 14S; krolestva nyebyeskyego S. 148 

(2 m.); w krolestvye nyebyeskym S. 148 ; krolestvo S. 150; 

Naw: w krolyesthwj^e nyebyeszkyem 44; w krolyesthwye 139 

152; krolyesthwa 80, 169; 

Dial: myszthrzosztwa 297 ; 

Etc. 
Im Worte wdowa geht das erste iv durch Dissimilation fast in allen 
Mundarten in g über [gcloiva). 

Ähnlich ist der Vorgang bei anderen Konsonanten: Wenn zwei 
gleiche Konsonanten in einer Gruppe oder in einem Worte zusammen- 
fallen, dann fällt häufig einer ab oder er geht in einen verwandten Kon- 
sonanten über : 

z-z = r, in einer Gruppe: zha = Iza. 
Zlza wurde früher manchmal als kleinrussische Form betrachtet, 
jedoch wird diese im XIV. und XV. Jahrh. mit einigen wenigen Aus- 
nahmen überall gebraucht : 

Stk: siez er; 

Flor: slzami 6, 6; zlzi 55, 16; 55, 8; zlez 79, 6; 83, 6; we 

zlzach 79, 6 ; siez 114, 8 ; we slzach 125, 6 ; 

Bob: slesz lU, 1, 4, 5; CXXXIH, 203; slzami LVÜ, 30; 

Bibl: se zlzamy Ezd. 1, 10 ; Tob, 3, 12 ; po zlzach a po placzu 

Tob. 3 ; slzi Tob. 7 ; lyce slzami polewai^^ Jud. 7 ; se slzami 

Jud. 8 ; poczrjlesta slzicz, pocznye slzicz Tob. 7 ; 

Bibl. Fr : Wiwyeczcye oczi moie slzi v 2 ; 

Hus: wtemto dole siez 1 b; 



Die Konsonanteuverbindungeu im l'oluisclieu. 15;{ 

Sr. lac: lacriine-ßlyßy, ßleß 2) 278: 

Mam: twarz slzaini smuczyl 33; 

Wacl : zlesz 12 : 

Ew: szlsehami 221 h : 

Pul : zlzaiiiy 1 <i r ; zlzy S2 r, S7 r ; 1 l 3 r ; grzechy . . . zelzamy 

swymy omyl 112v; zlo.s, wezlzach Hilv: wezlzach 2iJlv; w 

})ailoly zles ITdv; ze zles 2:12 v : 
im XVI. Jahrb. : 

Dzik: ze zlzamy VIII, 1 ; 

Ell fr: wyelye placzv y zlesz 12; wyelye zlesz K»; 

Kon st: zlez wylcnye 106v; zlszy gorzkoszozy 12 Iv; zlez 

1S(J; zlesz 294 ; goracze zlzy 298; krvavymy zlzamy 298; etc. 

AE: y ktoz mi da studnic^ slzam mym ')y; 

Anecd: zlziwicb S. 21. 
In den Denkmälern des XV. Jahrb. habe ich mir folgende Formen 
ohne z im Anlaute gefunden : 

plakacz b(;dze a wywyedze oko me Iz^ Bibl. Fr. r 1 ; Izy Naw. 

61, IGÜ: ze-lzamy ib. 119, IGS. 
Erst im XVI. Jahrh. beginnt allmählich die Form Iza zu überwiegen: 

Strad: Izamy V, l ; 

Wig. Ps: Izamy moymy ye zmocza/ Oj G; 

Eufr: a Izy od naboszeusztbwa wyelkyego wylewayacz 2S; 

Pat: Izy Glr; 

Amnd: oczy sze Izamy szaczmyly, asze Izy goracze plynely 25; 

Etc. 
z-z = z, in zwei Silben : zazdrosc = zadroic : 

zadrosczy Gn. XV, 2 v; so auch heute in manchen Mundarten: 

zadros, zadrosny Krzc. 3 IS. 

48. 

Ebenso fällt häufig beim Zusammentreffen zweier t eines ab : 

cztery (d. h. tstery), czternascie, czterdziesci = sztery, szter- 
vascie, szterdzieici'. stirzy weprze Rad. 66; sternaste, ßter- 
naste, sterdziesczy, ßterdziesczi, ßterdzieysczi Rozw. Vokab. ; 
Sternasczye Ort. 37; sthyrzy ib. 27; Sternascze ib. 33; 

so auch heute in vielen Mundarten : 

styry Ciesz. 34, Xitsch 324, 364; 
styry Por^ba, etc. 



154 A. Paszkiewicz, 

In cztwarty (d. h. tstwärty), cztwartek^ cztworaJci, cztiooro ist auch 
in der Literatursprache ein t abgefallen (daher: czivarty^ czwartek 
cziooraki^ czicoro]. Die Form czticarty^ etc., hat sich noch in den Stk., 
vereinzelt auch in anderen Denkmälern erhalten : 

Stk: ctuoraki lüde br; ctuoracy, ctuorodla br; ctuarte dv; 

Swiet: czthwarthego VI; 

Dzik: cztwartha I, 74. 
In vielen Mundarten ist auch hier sowie in styry, etc. nicht das 
zweite, sondern das anlautende t abgefallen : 

stvarty, stvoro, stvorak, stwartek Ciesz. 39; stväMi Opp. 

39; etc. 
et (d. h. tst) bleibt in der Literatursprache; in den Denkmälern sowie in 
vielen Mundarten fällt ein t häufig ab : 

Flor: dzedzistwo (statt: dziedzic(s)two) 73, 3; dzedzistwo 78, 

1; dzedzistwem 82, 11; bogastwo 118, 14; 

Bibl: ptasztwo, ptasztwu Gen. 1; ptastwo Gen. 7 (2 m.), 9, 

Kr, in, 14; ptastwa Gen. 7 (2m.]; ptastwem nyebyeskym 

Gen. 9 ; ptasztwa Lev. 7 ; etc. 

Gn: bogastwo gl. 78 v; 

Gn. XV: szwyadeszthwa 3 v; 

Kaz: zarlostwo f) 152; wzarlastwye g)S. 362; 

Drob: wdzyedzystwe S. 271 ; swadesthwa S. 276; 

Ew: czlowyestwa 222 a; 

Sr. lac: zarlostvo 9) 29; 

Reg: bogasthwa Ep. 24 v, 25 r, 25 v; swyadesthva Ep. 25 r; 

Wig: szwyadestwa S. 297; 

Amnd: na swyadesthwo 19; 

Etc. 

bogastwo, etc. Opocz. 167; bogajstwo Opp. 39, slachestwo 

ib. 40; sfadestfo, bogastfo, etc. Nitsch 324, 364; etc. 
Auch das zweite t kann abfallen : 

swadeczwa Flor. 118, 36, 129; bogaczw Pul. 99 v; dzirszal 

gy wyanczwe (w jec(t)wie) Rad. 54; svadeczva Hus. 1 a; 

zarloczswa Sr. lac. 2) 208; dzedziczswa Kaz. g) S. 363. 

Dissimilation ist eingetreten in ochiqc, welches auf octnqc zui'ück- 

zuführen ist (vgl. Mikl. I, S. 541); vielleicht ist auch hieher das Wort 

stygnqc (altpl. stydnqc: zymnych szyercz y ostydlijch Kon st. 53 v) 

und das mundartliche yay?fe?2^ (statt: adicent] zu zählen (vgl. jedoch 



Die Konsonantenverbindungen im Polnischen. 155 

dazu § 7Ii). Octnqc ist in einigen Mundarten zu oruar geworden ("ode- 
cno"c Krz(j. 348), indem hier das / ilhniich wie in swiadccwo, bogacwo 
abgefallen ist. 

r-r [r] = r (r) : 

altkrchsl. KpaTpii (böhm. bratr) = poln. brat ; die Form Inafr, 
welche bisweilen in den Denkmälern vorkommt: 

nye chczal poy^cz zony bratra swego I5ibl. Dctit. '2:>\ hratra 

ib.; Taky byl bratr Egidius Konst. 20U v 
ist aus dem Biihmischen entlehnt. Dagegen bleibt das auslautende r in 
macicrz (altkrchsl. MilTfp-) und in anderen ähnlichen Wörtern, weil in 
ihnen kein zweites ;• enthalten ist. 

harrzmarz = kaczmarz'. 

kaczmarzow Strad. IV, 10; — kacmjVs aber karcma Nitsch 

438; 

krnqbrny = knqhrny : 

Swi(^t: knabrzny UI, 29: VI, 23: knabrznye III, 29; kna- 

brnoscza II, 27; etc. 

jarmark ■= jarmak (jermak): 

iermak Nitsch 359. 
•r-7- = r-/ (/), l{l)-r: 

peregrinus = pielgrzym : 

pelgrzim Flor. 6'S, 11: phylgrzymstwa mego ib. //S, 54; 

mururz = 7nularz: 

mulas Nitsch 359; etc. 

ruhrijka = luhryka Janczy § 32; 

Maryarzeta (margarzeta H. U, 17; Margorzecze ib. I, 344; 

Margorzacze ib. I, 217; etc.) = Malgorzata; 

srebro = sreMo (in der größten Zahl der Mundarten), oder: 

slebro Nitsch 359, 382; 

ordynarny = ordynalny: u^rdynalny Witek, Vokab. ; 
r-r = r-n^ n-r: 

marmur = marmun Janczy § 32 : 

dezerter = dezenter ib. 
l.l{}) = l-r,r-l: 

xcielhiad = wielbrad'. 

vyelbrad Aug. S. 312 (106 r); 
ßanela = franela Nitsch 359 ; 



156 A. Paszkiewicz, 

n-7i = n: 

Jcrnahrny = krqhrny. 
crabrnye Sr. lac. 1) 210; 
p-h = k-h'. 

plehania = klebanijä Nitsch 439; 
Etc. 
50. 

Im allgemeinen macht sich der Umstand bemerkbar, daß die Volks- 
sprache im Abwerfen und in der Vereinfachung der Konsonantenverbin- 
dungen konsequenter und energischer vorgegangen ist als die Literatur- 
sprache. In den Mundarten macht sich die Tendenz bemerkbar, einen 
Konsonanten abzuwerfen, wenn auch schon drei Konsonanten zusammen- 
treffen. Einige Mundarten führen dies konsequent und vollständig durch. 
Es wäre zu weitläufig und zur Zeit auch unmöglich, alle Konsonanten- 
verbindungen und Wörter aufzuzählen, in denen Konsonanten in einzelnen 
Mundarten abgefallen sind ; es möge hier genügen, die Fälle allgemeiner 
Natur zu erwähnen und speziell diese, welche schon in den Denkmälern 
auftreten : 

d fällt ab in garcUo : 

garlo Ort. 1, 7, 16, 27 (3 m.), 44; na Garlye ma bycz Caran 
ib. 18 ; Garlem ib. 26 ; garlye ib. 33 ; garia Parys. 70 7 (neben: 
gardJa ib. 767); podgarlek Pat. 121 v; 
garwo Pisarz. 11; garlo Beskid. 359, Opocz. 167, Ciesz. 
40; garuo Krze. 348; etc. 
d hat sich in diesem Worte wahrscheinlich nur in der Literatur- 
sprache erhalten. 

t fällt häufig ab aus der Gruppe stw in pashctsko : 

pasvisko Brzez. 205; pasfisk^ö Zebrz. 171; paswisko Zak. 
184; päsfisko Poreba; etc. 
ferner aus der Gruppe sir : 

sreka Krze. 348; srasne Poreba; etc. 
ff schwindet in einigen Denkmälern aus der Gruppe wzff in 
wzgardzic : 

non dedignatur-newsarczala Sr. lac. 3) 227 a; contemnat — 
ma wsardzicz ib. 4) 80 b; wsardziczel ib. 4) 84, 85. 
k fällt häufig ab in fknqc, potknqc : 

tnoc se, puötnoc ^e Zebrz. 169; etc. 
l schwindet aus der Gruppe sin: 



Die EoQBonantenverbindangen im PolniBcben. 157 

poktoryni Rzemyesznyhu A zwlascza ku r/.einvoslu Nalyezon- 

czy Ort. 22; szmysznoszczy Konst. 73 v; Porzeinyesznyku 

Ort. 22; 

umysuie Brzez. 20-1, Zeljrz. 175, Opocz. 17U; ienicsnik, 

etc. Ciesz. 10; umysny, umysne, lekomy^Ae Krz(^', 34b; 

smysny Porc^ba, Kolb. VIII, 321; Janczy Vokab.: i-em"ii- 

snik, naumisne Nitscb 21(j, 13(», 43S; etc. 
/ fällt ab fast in allen Mundarten mjahlko'. 

japkuö Zebrz. 17 1; jabko Krz(^. 348; japko Porrba; etc. 
n schwindet aus der Gruppe rnk [rnr] : 

z garcza Eufr. 81 (uoui. garnecz ib. Sl, 85); w gurczv ib. 85; 

garka, garkem, etc. Brzez. 20ü, Zebrz. 17:5, Opocz. IfJb, 

Krz(^\ 348, Porrba, etc. 
auch hier ist w wahrscheinlich nur in der Literatursprache geblieben. 
p fällt ab aus der Gruppe //>//, manchmal auch ans 7pl und mpk : 

Flor: Ne przilnrjlo mi serce zle IO(f, 5; przilnryla lest Wi, (i; 

przyln^la gest JIS, 25; i^zik prziln'^1 iest i?/, KJ; przylny 

J36, 7 ; 

Pul: y^zyk moy przylnr^I ku czelyußczam 12 r; przylncla 19 9 v, 

239 v; przylny 2 7 2 v ; 

Wacl: przylnala 7 ^); 

a naczarly wodi s cysterni Bibl. Par. I, 1 1 ; gnoy iastkolyci 

gor(;ci gemu w oczy upadnye, tak isze r^cze oszIik^I ib. Tob. 2 ; 

oszlnail Pat. ülr; oszlna/wszy ib. 123 r; Arthikuly Prawa 

Maydeburszkye " Albo nyemyeczkyego spostliemkow praw Rosz- 

lycznych Ort. Tit: vystemkyem ib. 33 (neben: vystempku 

ii). 27). 
10 schwindet in sehr vielen Mundarten in der Regel aus der Gruppe 
WZ [ws) + Kons: 

stozka, schöd, stavej (wstawaj), boboski, dzikoski, kvatkoski 

Brzez. 207; stavac, schod, etc. Ciesz. 42; krakoski, krö- 

leski, etc. Krz^. 348; schöd, etc. Opp. 39; skazövka, stazka, 

ki-oleski, etc. Poreba; kroleski Nitsch 139; etc. 
Sogar aus Gruppen, die nur von zwei Konsonanten gebildet werden, 
fällt einer ab. So fällt p ab im Worte psalterz : 



1) Das heutige przylgnqc ist infolge der Volksetymologie, welche dieses 
Wort von przyhyac ableitete, entstanden. 



J58 ■^- Paszkiewicz, 

Flor: szaltarz prol. 2, 2; 2, 5; SO, 1] w szaltarzu 52, 2; 

48^ 4 ; szaltarzu 5^, 1 1 ; etc. 

Pul: w zoltarzu 6 3 r, 99 v; zoltarz 166 r; etc. 

Bibl: w zaltarzoch Par. I, 13 ; zaltarza Par. I, 16: zaltarze 

Par. U, 9; z zaltarzmy Par. II, 29; szaltarza Dan. 3; 

Dom: zaltarz XLVIII, 21; 

Beitr: zoltharz Pass. 61; 

Ew: w saltarzu 219a; 
manchmal auch im Worte psalm : 

a szalmy nasze b^idzem pacz Flor. Ez. 23 (neben: psalm ib. 

11, 53; 2^, 11 ; 5<?, 12; 60, 8; etc.); psalterio-ßalmem Sr. 

lac. 2) 350; psalmiste-zalmw ib. 267; 
das Wort psalterz wird in dieser Gestalt unter dem Einflüsse der ethymo- 
gischen Reaktion erst im XVI. Jahrb. gebraucht : 

na psalterzv Wig. Ps. 150, 3 (neben: na zoltarzv ib. 149, 3); 

Etc. 
h fällt sehr häufig ab aus der Gruppe hi in den Worten hlyskac, 
hlyskawica, etc. : 

lyskavicza Sr. iac. 2) S. 22, Anm. 2; lyskanya ib. 2) 307; 

fulgurum-liskauicz ib. 9) 25; coruscacio-liscanie ib. 9) 27 

(neben: bliskanie ib. 9) 25); lysknawssy mieczem Parys. 769; 

iyska se, iyskawica Zebrz. 172; Opocz. 168; etc. 
i schwindet sehr häufig am Ende eines Wortes nach einem Konso- 
nanten, besonders aber in der 3. pers. sg. : 

abych nawyk Flor. 118, 71; paszarby (pozari by) nas ib. 

123, 3; Tedi rzek V^czenczow Przyb. Pyzdr. 1399; wlek ib. 

Pos. 1417; umar Bibl. Kr. IV, 12; Y rzek Ezechias ib. Ki'. 

IV, 20; etc. 
Es scheint, daß dieses i in der genannten Form in keiner Mundart sich 
erhalten hat, ja selbst in den gebildeten Kreisen wird es häufig nicht 
ausgesprochen. 

In einigen Mundarten schwindet das i selbst im Inlaute nach zwei, 
manchmal auch nach einem Konsonanten: 

do piekielnich otchan (otchian) Nauka. S. 335; 

stuc, pcha, etc. Brzez. 204; Zebrz. 171; Krze. 348; Po- 

r^ba; etc. 
In anderen Mundarten wieder fällt in der Regel einer von den zwei aus- 
lautenden Konsonanten (vgl. Görka 135, Krze. 348). 



Die Kousonantenverbindungen im Polnischen. 159 

Das Einschalteu vou Kousouuuten. 

Das Bestreben, zwischen zwei zum Aussprechen schwierigeren Kon- 
sonanten einen dritten einzuschieben, dauert in der polnischen Sprache 
bis zum XIV. Jahrb. Im XV. Jahrb. bemerken wir in dieser Beziehung 
keine Neuerung, ja man bestrebt sich sogar, die alten Formen mit ein- 
geschobenem Konsonanten aus dem Gebrauch schwinden zu lassen, so 
daß heute in der Literatursprache kaum einige Wörter dieser Art er- 
halten sind. Einige Mundarten haben ihrer mehr, die meisten jedoch mit 
Bestimmtheit die Mundart der Ku.schul)on, die überhaupt die meisten alt- 
polnischen Wörter und Formen bewahrt hat. 

51. 

Der Konsonant / (resp. ü) wurde zwischen z und ä, z und i, z und 
z in den mit der Präposition z oder tcz zusammengesetzten Wörtern ein- 
geschoben. Dieses Gesetz war im Altkirchenslavischen bekannt und 
wurde fürs Polnische von Prof. Brückner entdeckt (Ar eh. XI, S. 176). In 
den Denkmälern sind nur geringe Spuren dieses Gesetzes in einigen 
Archaismen enthalten : 

zs =^ SS = sfs = ad = sd : 

IVsczedl (wz-sedl) iest dym Flor. 17, 10; Prawda z zeme 
weszrzdla iest ib. S4, 1 2 ; Swatloscz weszczdla iest prawemu 
ib. 00^ 12 ; Ale gdisz slunce ^vesczdlo Bibl. Kr. I, 20 ; sczedszi 
sjfj k nyemu tarn ib. Kv. I, 21 : sczedl ib. Kr. I, 26; z gori 
szczedl ib. Kr. IV, 1 ; sczedwszi z Betulyey ib. Jud. 6 ; descen- 
debat-scedl Kaz. b) 62; ssczedl Swi^t. III, 26; sczedl ib. 
XVIIl, 1; veszcztio Hus. 3 1a; aby ktory z nych nyezczcdl 
zstego svyata Reg. 12 ; a zczedl zstego svyata ib. 19 ; 

WTOCzy szkodr^, ktor^y ogyen szdzegl (z-zegi) Bibl. Ex. 22; 

zdzegl ognyem ib. Kr. IV, 23 ; zdzegl ib. Par. 11, 7 : 
zz = zdz : 

*zgzic = zzic = zdzic : 

Tomek nesdzil (nie zgzil) Jancowy weprza H. IV, 2 7 ; czewiey 

ne sdzyl maczegewy ib. U, 44; sdzito pospolicie ib. I\", 'y\ : 

nezdzila ib. VI, 35 ; zdzila ib. VI, 38 (vgl. nie gzyla palowich 

koni ib. II, 17; etc.). 
52. 

zr = zdr, sr = st?' ; 

S t k : zdr^ky wrogow c r ; 



160 A. Paszkiewicz, 

Flor: zdradza 14, 6; zdradzil 2Ö, 2; w zdradze 25, 4; zdra- 
dzili 36, 1 5 : zdradzoni 36, 33 ; zdrad^ 40, 1 , zdradnosci 51, 4 ; 
etc.; wzdruszono 55', 34; — neben: zasroscz^^ zl^ 24, 20; 
H : sdrusil ten dzal 11, 5 ; 

Bibl: w^sz mj^ sdradzyl Gen. 3; sdrady Ex. 22; zdradza 
Kr. I, 20: Ki'. IV, 18; sdradzi Lev. 19; rozdraziw sy^y Kr. 
IV, 1; 

Blas: zdradzilyscye ha 23, 24 ; stradnikv n^dzny h ß 32; 
Swiet: wsdrvszycz III, 45 (2 m.); IV, 22 (2 m.); wszdrvszyl 
in, 52; wsdrvszony III, 105; wsdrvszone VI, 6; 
Dom: w szasdrosczy I, 13; qui reformabit — na wzdraz 
pyrzwy przywyedze albo odnowi LI, 2 1 ; tvsdj'az vczynkow 
pana Jesu Crista I, 14; — neben: twarda zaszroscz XLII, 20 ; 
wzraaz lycza naszego LI, 1 7 ; 

Mam: roadrioaicszy suknye swe 11 ; sdradzenye 50 ; wzdi'ussa 
57; 

Kaz: ludzmi izdra'"^ (izdraelskimi b) 95; wdrostowy swemv 
b) 66; wszdroszthw c) 2; sdraczcze d) 62; 
Malin: ne wszdruszay 43 a ;^; 
Etc. 
Von der Mitte des XV. Jahrb. werden diese Formen immer seltener : 

wzdrok Sr. iac. 2) 149; wßdrok ib. 2) 228; roßethrwe ib. 2) 
158; wzdroy Ksiaz. XXII r; rossdrusczczie, passdroczacz, 
rosdrwali Anecd. S. 24; synom yzdraelskym Fat. 142 v; 
nur die Wörter zdrada, zazdrosc, zdröj, etc. treten häufig neben den 
Formen zrada, zazrosc, etc. auf; 

zdradzyc Ksiaz. XVI; zazdroscya ib. XVIII v; nyesdradzil 
Form. 180 (3 m.); Germana zaszdrosczywa zaszdrosczy wyel- 
kyej Eufr. 97; zdradnego Pul. 8r; zdradnye ib. 8v; zdrada 
ib. 61 r, etc.; zdrad Wig. Ps. 5, 7; etc. — neben: zrad^ Pul. 
49v; szrada Wacl. 75; zazroscz Konst. 156 v; etc. 
Zdrada, zdröj, zazdrosc und die von diesen abgeleiteten Wörter (auch 
einige Lehnwörter, z. B. stragan Lehnw. 293) haben sich in dieser 
Gestalt bis auf den heutigen Tag in der Literatursprache erhalten. All- 
gemein sind diese Formen jedoch nicht, in manchen Gegenden wird 
zrada, zazrosc, etc. gebraucht; 

zrada Ciesz. 40; zräjca, zäzros Krze. 344 f.; zradny Kolb. 
XVII, 214; etc. 



Die Konsonantenverbindungen im rolnischen. l{jl 

Dagegen haben sich in manchen Mundarten in giößeier Anzahl Wörter 
mit dem zwischen z und ;• eingeschobenen (/ oder / zwischen * und r 
erhalten : 

vezdrok, stroka Ciesz. 40; stn^koviny Pisarz. lU; str(»"'b 

Krzr. 347: zdr;jbe Kasz. XXXVI; etc. 
53. 

zir = zdr : 

Gn. sdruczmy 172 b, 20; sdrzuczyl 17:5 a, 12; 173 b, 8 ; sdrza- 

dzyl 173 b, 1 : sdruczy 1 73a, IT); sdrzuczyiy 1 73 a, 20 ; sdrucyly 

173b, 13; wdrzuczona gl. 44 r; sdrzucicz 173 a, 25; sdrzucyl 

173b, 1(>, 22; Dat: rosdrzessicz, rozdrzessenie l'Jl; 

Modi: rozdrzessene S. 353; 

Bibl: y nye sdrzjidzi twich drog Deut. 28; 

Mam: precipitati-stdrzvczeny 52; 

Swi(^t: przes clopothv a rosdrzazv I; rosdrzeschou XIV, 2; 

XVIII, 8: roszdrzeszenye, rosdrzezenya, roadrzeszeny III, 37; 

Malin: rosdrzesszena 44a/:?; 

Aug: rozdrzucza S. 326; 
von der Mitte des XV Jahrh. : 

Sr. iac: rosdrzvczanymy 1) 129a; sczdrzvczona 2) S. 23, 

Anm. 20: ^ 

Pul: rozdrzeßony 23 Ir; 

Anecd: sdrzadzi (zdrz^dzi), zdi'zessal, rozdrznyczie, rosdrzes- 

sas S. 24; 

Reg: badzye rozdrzeszon Ep. 25 v; 
desgleichen in einigen Mundarten: 

zdi-ynac Görka 139; zd'zuc9C Nitsch 125; zdmcic ib. 216; 

etc. 
Anm. 1. rozgrzes-zac für roz[d)rzeszac ist durch Volksetymologie 
entstanden, nach der dieses Wort von grzech (Sünde) abgeleitet wurde; 
diese Form tritt allmählich um die Mitte des XV. Jahrh. auf: 

rozgrzeszyl, rozgrzeszyly Swi^t. II, 38 ; rozgreszyl Gn.XV,3r; 

rozgrzeszenye Dziah 3; rozgrzessenie ib. 4 5, Dzik. I, 5, 46, 

Strad. I, 3, 7, 47 ; etc. 
Anm. 2. Über eingeschobenes f/, / zwischen ir, kr [kr) vgl. § 64. 
54. 

Die Eigennamen Ilanryk und Konrad zeigen manchmal einge- 
schobenes d: 

Archiv für slavische Philologie. XXil. \\ 



162 A. Paszkiewicz, 

Jandrzich (Henricum) H I, 116, 270; — neben: Henrich ib. I, 
271; Hendryka Dzik. VI, 47 ; Kondrath, Kundiatowj Strad. 
I, 48; Hyndrzich, Hindrzich, etc. Bystr. 
55. 

In den altpoln. Denkmälern finden wir sehr häufig ein eingeschobe- 
nes p zwischen m und n (oder auch zwischen <?, e und m^n), manchmal 
auch, was aber sehr selten vorkommt, zwischen anderen Konsonanten : 
Vr^pnt/ {?) wiobraszenym nad sini ludzske Flor. 44, 3; dwe 
prampniczy (canalis) Przyb. Cost. 1422; Vrepny Pul. 93 r; 
sampnyenyu Swi^t. III, 111; sampnyenya ib. IV, 48; VI, 10; 
tagempnye ib. III, SO; VI, 26 ; dompnymanya ib. III, 70 ; dom- 
pnymany ib. III, SO; rzeczy kvpne albo crampne ib. III, 31 ; 
przezvmpni ib. III, 77; we mpnyeyszych ib. III, 44; nyem- 
pnyey ib. III, 101; nienalompny ib. III, 83 ; w nyempnymaczky 
ib. IV, 10; darempnye ib. IV, 37; scröpnoscz (skrompnosc), 
nescrompnoscz Kaz. a) 14; vrapnoscz ib. f) 137; vr^pna ib. 
f) 146; vranopscz (sie) ib. e) S. 349; szompnyenye Sr. lac. 
2) 198; przyempna Hus. 219a; roszüpnoscz (rozumpnosc) 
Malin. 43 b/?; 

semploczil (zemplöcil) Bystr, S. 272. 
Prof. Brückner meint, daß dies unter dem Einfluß des Lateinischen sich 
entwickelt hat: »der Schreiber, der gewöhnt war, erumptiositas^ dam- 
pnum, sompnium, etc. zu schreiben, schrieb auch dann im Polnischen 
sqpnienie, darempny, etc.« (Rozpr. XXV, S. 280). 

56. 

In einigen Mundarten wird ein k zwischen n und s (i) eingeschoben: 

penksyjä, jinksy, ponksowy Krze. 347. 
Anm. Im Worte wszelkny, welches in dieser Gestalt in den Denk- 
mälern manchmal auftritt: 

przesz wszelkney bolesczy Reg. Ep. 26 r; Wszelkny Gn. XV, 
la; wszelkne roszmyszlanye Konst. 104 v; ku wszelknemu 
vczynku ib. 113; na wslenkny (sie) czas Amnd. 30; przez 
wselkne zawady ib. 228; okolo wsselknego Renkoyemsthwa 
Ort. 43; czloweka wßelknego Lubicz b) 
tritt eine häufige Vertauschung des Suffixes i (y), a, e in ny, na, ne. 
Hier einige Beispiele dieser Art: 

morza rudnego Bibl. Num. 14, Joz. 2, Par. H, 8; w morzu 



Die Konsonantenverbindungen im rolniachcn. 163 

rudnem ib. Joz. 1 ; do Morza Kudnego ib. Szijdz. 1 1 : raorzem 
Rudnim ib. Neh. !) ; z Itudncp^o niorza ib. .lud. .'> : opfitney 
laski Sr. tac. 9) 22; oplitninii il». '.>) 92; oczwvstny Kaz, f) 
31 ; czterdzeszyi^thnego dnya ih. f,') S. 3ii0; diiia rzterdzyesnego 
Bob. CXXXV, 7; jedeuuaany l'at. 12 1 r: jfdcnnasna ib. l.')Or; 
yedenuasne ib. ülv, lU3v; dwanasny il). 12 v; dwanasne 
ib. Dlv, 100 r; trzydzesnego ib. 14Ur, l'Mr: kolzdny Reg. 
9; etc. 

desgleichen iu den Mundarten (bes. Kujawiens): 

biahny, ktörny, sczerny, etc. Kolb. IV, 284; oczywisny Kolb. 
IV, 27 1; VIII, 311; etc. 

nnd sogar bei einigen Ausdrücken in der Literatursprache, z. B.: 
altkrchsl. HHTk, altpl. ünj, jetzt i/mt/. 

Dissimilation. 

67. cc, cc, cc, etc. 

Die Konsonantenverbindung cc [die] kommt in den obliquen Fällen 
des "Wortes ociec [ocra, ocru, etc.) vor, ferner in den Wörtern: przy- 
chodzca, zhödzca^ icinotvacra, siei'dzre^ etc. 

Vor allem wäre die Frage zu erörtern, welche Form älter i.st, occa 
oder ofra\ man hat hie und da vermutet, daß die Form ut<a älter ist, 
und dies geschah wahrscheinlich deshalb, weil im Altkirchenslavischen t 
in diesem Worte enthalten ist. Dennoch unterliegt es keinem Zweifel, 
daß in der polnischen Sprache t in diesem sowie in ähnlichen Wörtern 
später auftritt als 6 : 

Stk: sboge occe (z bogiem occem) er; ochce dv; bogu ochchu 

dv; 

Flor: oczcza prol. 2, 1, 3; oczczu /, S: 25, 13; oczczowe 

2/^4; 38, 17; etc. 
Zwar finden wir schon im XIV. Jahrh. Formen mit dem Konsonanten f statt 
c, in größerer Zahl werden sie jedoch erst im XV. Jahrh. gebraucht. 
Wären die ^-Formen älter, so müßten sie mit der Zeit immer seltener 
nnd nicht, wie es hier der Fall ist, häufiger auftreten. Außerdem sind 
mehrere dieser Formen als Entlehnungen aus dem Böhmischen zu be- 
trachten, besonders aber in den Gebeten »ojcze nasz, wierz^«, etc. Diese 
letzteren sind getreue Übersetzungen aus dem Böhmischen ; so z. B. lautet 
der Anfang des Vaterunser in einer böhmischen Handschrift aus dem 
Ende des XIV. Jahrh. : 

11* 



164 - ■^- Paszkiewicz, 

Otcze nass genz gsy w nebesyech oswyet sye gmye twe przyd 
kralewstwye tAve bud wola twa yakoz w nebi y w zemy . . . 
dazu ein polnischer Text, der im Jahre 1475 gedruckt wurde : 

Otcze nass genz gsi na nyebesach oswyentcze gmye twe budz 
twa wuola yako na nebi tako na zemy . . , (Modi. S. 389). 
Wir sehen also, daß die Texte sich wenig von einander unterscheiden, 
obwohl beide ein Zeitraum von fast 100 Jahren scheidet. 

Ähnliche Formen finden sich auch in diesem Gebete in den Denk- 
mälern des XIV. Jahrh. : 

Otcze nas yensech . . . Dat. und Modi. M^ ; etc. 
Möglich, daß die Ansprache otcze als Ausdruck der größeren Achtung 
Gottes betrachtet wurde als die Anrede occze, mit welcher jeder beliebige 
angesprochen wurde, wie auch heute z. B. der Titel pa?i radca als etwas 
bedeutend Besseres gilt als pcm raj'ca und jeder galizische Rat würde sich 
beleidigt fühlen, wenn ihn jemandi pa7i raj'ca titulieren würde. So sagt 
aiich der polnische Hussit, indem er seine Predigten mit Vaterunser 
schließt: Otcze naasz (Hus. 273b), obwohl er in den Predigten aus- 
schließlich die Form occa gebraucht hatte : Czcy maczyerz y oczcza twego 
ib. 1 a, 200a; raczcza 153 a. 

58. 

Die erste Umwandlung, der die Konsonantengruppe cc erlag, war 
der Übergang in cc. Es ist unmöglich, Beispiele dafür anzuführen, da in 
den altpl. Denkmälern nur ein Zeichen für c und c existiert. Mit Sicher- 
heit jedoch ist anzunehmen, daß die Form occa vorhanden war, denn 
sonst wären überhaupt die weiteren Wandlungen der Gruppe cc nicht zu 
verstehen. 

cc wurde entweder direkt zu c vereinfacht, oder es ging in es über : 
s otczsy naszymy Flor. 105, 6; otczsowe ib. 705, 7; serczse 
ib. 103, 16, 17; po oczsu Kry. 1418; oczszu Przyb. Pyzdr- 
1415; naszym vynovaczsom Chom. S. 150 — auch in anderen 
"Wörtern, in denen cc ursprünglich ist: syny swe y czsert/ (statt: 
ccery, altkrchsl. js^'KiUTip-) Flor. 105, 35 — und noch heute 
in einigen Mundarten: cocse (entstanden aus: ciotce, ciocce), 
macse, iedlicse, etc. Janczy § 31; 
CS mußte aber nach § 1 3 in c übergehen, so daß die Gruppe cc auf die- 
sem Wege auch einfaches c ergab : 

oezowye Flor. S. Ath. 23; v swego ocza H. I, 238; oczizna 



Die Eonsonantenverbindungen im Polnischen. I65 

ib. 1,221; swim oczcm ib. VIII, l(t; Junowu oczu ib. VIII, 17; 
ocza Anecd.III, 110; ocza SaWe; sdzada ysocza Rad. 41; 
yancza (j(^ca statt j^c^ca) ib. S6; prziglancza (contemplator) 
Sr, iac. 1) SD; zachocze (statt: zachod/.ce) Swirt. III, 21; 
oczyzna Kaz. g) 8.362; z osaoby ocxowey Pul. :U 1 v; wszy- 
czy Flor. /2S, 4 (statt: irszyrry^ vgl.: wschyczczy Dom. 11,0; 
w'szyczczy ib. XI, 2; wßyczczy Urban 8. '0: wscliyczczy 
Naw. 44; etc. uora. sg. : tcszyriek: wsziczyek Bibl.Kx. 12, IS, 
20; etc.); wsiczy Malin. 8. 102; w.szyczy Kuz. III, 8. 154; 
wszycy, wszyczy Gn. XV, 1 a; Wssyczy svyaczy Chom. 
8. 151; wßyczy Pul. 10 v (so auch in manchen Mundarten: 
vsicy ludze Ciesz. 79); przegl^cza Mal in. 1.") b y\ rzi^ca 
(statt: i'zad/'ca) Dzik. III, 31; moy rzancza Przyb. Pyzdr. 
1424 : izanczya ib. Pyzdr. 1428 ; rzanczy Kaz. c) 26; rzfvncze 
Reg. 14 : serce Flor. 100, 5; sercza ib. 10\ 2; etc. — ähn- 
lich in den Wörtern mit dem ursprünglichen oc: czori Flor..'?, 
13; 47, 1(1, etc. : szwecze statt: sin'crrc) Malin. 14 a y. ludze 
szwyeczy Kaz. g) 8. 360; swieczi liudzie Nauka 8. 318. 

Andererseits geht cc durch Dissimilation in fr über. Die Anfänge dieser 

Erscheinung reichen bis in das XIV. Jahrh. : 

Flor: zasczitcza /7, 3; 30, 5; 36, 41; 39, 24; zaszczitcza 

i7, 21, 23; zasczitczr; 70, 3: zawadcze 26, 3; ia iesm przi- 

chotcza 3S, 1 7 ; ijJtcze 67, 7 ; etc. 

Gn: othcza IIb, 17; 171b, 10, 13, 19; \7'ySi, 12; 177a, 

23; naszim othczom 175 b, 10; 

Rt. Ul: otcza 12, 32: otczowye 12; othcza 55. 

In der ersten Hälfte des XV. Jahrh. treten diese Formen sehr häufig auf: 
Kaz: patris-odczovo b) 41; 

Sr. iac: swiantich odczow 9, 70; bogn odezu 9) 82; ßyTdcza 
6) 230: 

H: swego otcza III, 99; othczysn^ VIII, 46; othczyzne VIII, 
49; yanowa odcza VIII, 71; 

Dom: boga otcza U, 7; otczom II, S; otczv II, 9; otcze, otcze, 
boze V, 6; otcza XXV, 27; XXIX, 9 ; XXXIV, 4 ; 
Bibl: wszitczi otczowye swich synow Gen. 10; otcza Gen. 19, 
33; otcze moy Gen. 27; otczye otczowo Gen. 27; (von Gen. 34 
bis Joz. 23 werden diese Formen regelmäßig gebraucht); 
Etc. 



166 A. Paszkiewicz, 

Ähnlich verhalten sich die Gruppen cc nnd dzdz [cdz) : 
cc = es: sescznaczse Anecd. III, 6; 

cc = c: dwanacze (statt: dwanaccie) H. I, 94; szecznacze ib. I, 
366; oszemnacze ib. II, 41; dwanacze Eid. 1389 f. 16 v; f 
chuarthem na cze lecze Gn. 4 b, 12; f prjthem na cze lecze ib. 
4 b, 13; dwanacze Anecd. lU, 119; oßmnacze ib. 112; dwa- 
nacze Bibl. Joz. 4 (2 m.): etc. 
dzdz (cdz) = dz : szedzesf^d (entstanden aus : szec-dziesiat, vgl.§ 10) 
H. V, 86; pyandzes(:>t ib. I, 105; pyandzessand H. Kr. 52; 
ßdze moye (§ 9) Pul. 280 r; pyandzeszant Kaz. g) 361; 
cc [dzc) = tc: Nye chodcze Bibl. Lev. 20; Nye wchotcze ib. 
Deut. 1; b^dcze Pul. 10 v, 59 v; b^^dczye ib. 59 v; podcze 
ib. 93 v; oszmynathcze Kad, 90; 
cdz = tdz: stdze morzke Flor. 5", 8 ; po stdzach ib. 22^ 3 ; stdzam 

ib. 24, 4; 118, 105; etc. 
Anm. Die Umwandlungen der Gruppe cc [cc, etc.) könnte man sich 
auch nach § 46 ff. erklären: cc = tsts: fällt ein t ab, dann ist cc = es 
(ts-s), fäUt ein s ab, dann ist cc = tc {t-fs), fällt aber f und s ab, dann 
ist cc = c. 

59. 

Die Formen otca, etc. sind niemals allgemein giltig gewesen und 
sind fast aus dem Gebrauche geschwunden, so daß sie bereits in der 
zweiten Hälfte des XV. Jahrh. nur noch im Pul. vorzufinden sind. Allein 
selbst in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts überwiegen die alten 
Formen [occa] vollständig: 

Anecd. IH: oczcza 3, 12, 59; oczczem 9, 12, 74; oczcziste 

pen^dze 8; oczczLßna 108; 

Przyb: oczczem Cost. 1423; chleboyeczcza Cost. 1424; chle- 

boieczczu Pos. 1430; 

Bystr: zachoczcza Vokab. ; 

Bibl: oczcza swego Gen. 2, 50; Joz. 24 (2 m.); oczczowye 

Ex. 10; Joz. 24 (3 m.); oczczow Ex. 34; oczcziszni Deut. 18; 

oczczom Deut. 28; s oczczi swimi Deut. 31; oczcze Joz. 24 

(3 m.) ; etc. (von Joz. 24 bis zum Schluß nur occa, occu, etc.); 

Etc. 
Um die Mitte des XV. Jahrh. beginnt die Gruppe cc in je überzugehen 
(aus der ersten Hälfte d. Jahrh. ist mir nur ein einziges Beispiel dafür 



Die Konsonantenverbindangen im Polnischen. 167 

bekannt: raycza Mal in. -l5a;V, wenn es richtig ist, daß dieses Denk- 
mal aus dem Jahre 142S oder 1 12'.t stammt). Die neuen Formen ver- 
breiten sich ungemein rasch, so daß sie am Ende des XV. Jahrh. fast 
allgemeine Geltung haben : 

Waci: oyczu 73, 7G; oyczowie 59; oyczow 59, S5; oyczom 

103; oycze 1U4; oyczowszkye 104; 

Naw: oycza 31, 55, 50, 140, 149, 107; oyczow 51; oyczu 

55, 103; oycze 81, 94, 133, 143; kv oyczyznye 94; 

Gn. XV: boga oyc/a 1 a: oycza 1 b, 3 v ; v ymya oycza y 

syna 1 a; oycze duchowny '2 t; oyczye duchowny 2 v; 

Kaz. III: procurator-powoycza rzeczy, oyczow S. 143; 

Chom: oyczv S. 144; oyczu S. 145; boga oycza S. 147; 

Oycze nasz S. 150 ; Vyerza w boga oycza S. 150; oycze S. 151 ; 

Pul: boga oycza 3 v, r, 93 r; oyczowye 4 l r, 82 r, 90 r; 

oycza 52 V, 94 v; oyczu 57 r; oycze 95r; etc. 

Etc. 
Anm. Bekanntlich wurde unter dem Einflüsse der Formen ojra, 
oj'cu, etc. die Form oj'ciec gebildet; ebenso wurde früher occiec (von 
occa^ occu) und otec (von otca, otcu] gebraucht: 

occzecz Przyb. Cost. 1418; oczeczecz Gn. 1 b, 34; oezczecz 

Wacl. 18, 109, HO; oczczyec ib. 87; oezczecz Swi^t. III, 

106; rV, 36; oczcecz ib. VI, 4; oczczyecz tego szyna Aug. 

S. 320 (3v); 

moy otecz Rt. Ul. 33. 
60. 

Schließlich ergibt sich in der heutigen Sprache folgendes Resultat: 

1) Die Gruppe cc geht im Inlaute in der Regel in Je über: ojca^ 
xcinoicajca^ zhöj'ca^ etc. Nur einige Wörter der Literatursprache haben 
tc (geschrieben de): radca, kwiqtokradca^ etc., oder auch cc: wy- 
chodzca, etc. 

Mundartlich geht die Gruppe in je auch dann über, wenn c und c in 
zwei Wörtern zusammentreffen: cej co (statt: cec co) Krzc. 344; 

2) Nach einem Konsonanten geht cc in c über: aierdzce = 6(i)erce; 

3) Folgt die Konsonantengruppe cc auf einen nasalen Vokal (</, e), 
dann gehen diese in o«, cn über, c fällt ab und die Erweichung wird auf 
n übertragen: j^cca =jenca (davon wurde der nom. Jeniec gebildet): 
yeyncze Pul. 131 v, 2 72 r; rzqdzia wurde in der Volkssprache zu 
rzonca, in der Literatursprache bleibt rzqdca\ pi^cdziesiqt und dzie- 



168 A. Paszkiewicz, 

vyiqcdziesiqt wird allgemein piet'idziesiqt und dziewiendziesiqt ausge- 
sprochen ; 

4) Im Anlaute geht die Gruppe cc [cc) in tc über (andere ähnliche 
Verbindungen kommen hier nicht vor) : Nom. ciesc (czyeszcz Bibl. Ex. 
18, cyescz ib. Tob. 9) hat in den folgenden Fällen ccia^ cciu (anstatt 
cscia vgl. § 9) : y rzekl gest ku czczyu swemu Bibl. Gen. 29, swemu 
czczyowy ib. Gen. 31, soceri — czcza Mam. 21 ; ccia ist in tcia über- 
gegangen, davon wurde der Nom. fesc und daraus wieder die entsprechen- 
den obliquen Casus tescia^ etc., sowie auch das fem. tesciowa (altpl. cc«a: 
ktosz spy se czczt^ sw^ Bibl. Deut. 27) gebildet. 

Ebenso geht dialektisch die Gruppe cc in tc über, namentlich in den 
Formen des Wortes cze§c : czci (§ 9) wird in den mazurierenden Mund- 
arten cci ausgesprochen ; cci = tci. Dieselbe Umwandlung ist auch in 
den Ableitungswörtern zu bemerken : czcic = tcic, ebenso poczcküy = 
potciwy^ uczciwy = titciwy^ etc. Solche Formen finden sich bereits in 
den altpl. Denkmälern: 

dcy (spr. tci) Gn. 175 a, 13 ; dczy ib. 180 b, 25; gdym geszcze 
fczon, przestrzygl m^ Flor. Ez. 13; ku thczy Bob. VIII, 2 
czyii podciwosc oycu, matce ib. LXXXVI, 32 ; tczy Hus. 200 a 
potciwosc iiOp. S. 436; potczyvoscz Amnd. 81 ; kv svey tczij 
y slavye ib. 145; vtczycye pana boga ib. 148; vtczyvego za- 
konv ib. 166; poswyeczona we tczy wszytkych anylow ib. 200; 
twoye ymye vtczywije tczyl ib. 206; w potczyvosczy, vtczywy 
zakon ib. 207; w pothczivosczi Nauka S. 324; 
diese Formen existieren noch heute in den mazurischen Mundarten und 
ebenso in der der Kaschuben : 

wutcövy, wutcevje, wutcewoesc, poetc^vy, tcec, etc. Kasz. 

XXXV. 

Ähnlich wie die Gruppe cf, cdz^ wurde auch hier manchmal die 

Gruppe cc über cc zu c assimiliert: czil (eil statt czcil) Dat. 191 ; nigedne 

czy ani chualy Gn. 2 b, 25 ; cze (cie statt czcie, d. h. czyta) ib. gl. 153 v; 

mundanis honoribus-sueczkim czam Sr. iac. 7), 88. 

Anm. lu den Zahlwörtern dwanaccie^ trzynaccie^ etc. geht cc seit 
dem Ende des XIV. Jahrh. in sc über; wahrscheinlich ist dies eine 
Analogiebildung zu dwadziescia, trzydziesci^ czterdziesci. 

Das heutige wszyscy stammt nicht vom altpl. wszyccy^ sondern es 
ist ein nom. pl. von tvszystek] das s in diesem Worte ist unbekannten 
Ursprungs. 



Die EonsonaDtenverbindangen im Polnischen. 169 

60. scc: 

8 mesczcza Przyb. Pos. 1 l'i'.t; ii:i fjediio niyeszczcze, na terato 

myeszczczu llibl. Gen. 2b; inyessczczoch Swii t. III, 15; 

myeaczce ib. III, IS; myosczcza ib. II, 15; niyesczycza ib. 

XVI, 2; myesczczach ib. XIX, 10; inyesczcze Keg. Hi, 2! ; 

geszdzcze (je/.dzce) liibl. Ex. 14; geszczczy ib. E.x. 15; etc. 
In dieser Konsoiiantengnippe ist auch i-r enthalten, sie muß also die 
oben genannten Umwandlungen mitmachen : 

scc = scc = sc : mies6ce = miescce = miesce [micscce und 
miesrc können in den Denkmfilern nicht von mic.^rrc und ?nicsce unter- 
schieden werden) ; 

oder scc = scc = */'• : 

myestczv Swic^t. III, 13; myestczoch Dzik. XI, 10; miestce 

kopäliczne l'.op. S. 421 ; gestczy (jestcy), gestezech, gesztcze 

Bibl. Ex. 14; geszdcza ib. Ex. 15; geszdcze ib. Gen. 50; 
nach § 60, 2) oder § 9 ist scc = sc; die Formen micscc^ jcsrc^ etc. 
(oder auch miesce^ jcscc) sind in den Denkmälern die gebräuchlichsten: 

Flor: z woszmy y s gesczy swogymy Moys. 22; 

Bibl: na tem mj^esczu, na to myescze Num. 20 ; na gine mye- 

scze Num. 20, 23 (2 m); k nissim myesczom, na toto myescze 

Deut. 1 ; myescza Deut. 18; z wozi y sz geszczi .Toz. 24; ge- 

szczech Ex. 14; geszcza Ex. 15; gesczow Deut. 17; geseze 

Deut. 20; etc. 

Wacl:: na myesczu 30; myeszcze *»:{; 

Glos: a na them myescze S. 9 1 ; na myesczv S. 94 ; 

Ort: ma myecz myescze 1 1 (2 m.) ; 

Pul: na myeßcze 1 Ir; namyesczu45 v; myescze 50 r; myeßczu 

58 v; myeßcze 170 v, 26Gr; 

Naw: myescze 182; na wschelykyem myesczu 90; 

Chom: na wschelkyem myeszczv S. 143; 

Wig: myescze S. 294 (2 m.): na myesczv S. 295; w czyscza 

(statt czysccu) S. 293; 

Pat: miescze r25r; myesczach 12 r; myesczu 10 r; myescza 

142r, lölv; myeszcza 8 r, 23r, r28v; etc. 

Nauka: miescze S. 319; 

Eufr: namyesczv 46; na myescze 58; na myeszczv 67, 70; 

myeszcze 70, 131, 132; myeszczam 4, 36; 

Etc. 



170 -A- Paszkiewicz, 

ic geht allmählich seit dem Anfange des XVI. Jahrh. in Jsc über : 
Ktori myeiscza s toba nye ma Kom. (Lied nach dem 2. Anfz.). 

Anm. In den Formen jezdzca, czyscca, nsw. ist in der Literatur- 
sprache scc unter Einfluß des nom. jezdziec und czyhiec unverändert 
geblieben. 

62, SS. 

Gleichwie cc =^jc, ebenso ist ss = js : wiessM ■■= wiej'ski. 
Aber gleichwie cc ursprünglich in cc übergegangen ist, mußte ebenso 
Sa in ss übergehen, weshalb wir in den Denkmälern und Mundarten die 
Form loiesJii finden: 

wieski dorn ilop. S. 448; 
vieski Kitsch 216, 324, 364. 

63. scs. 

Diese Gruppe erscheint in dem Worte miescsJci [Zamoscski^ etc.), 
welches noch manchmal in dieser Gestalt erhalten ist: 

A Lot syedzal w myeszczskyey bronye Bibl. Gen. 19 ; myescska 

ib. Par. I, 6 ; myescski ib. Deut. 2 1 ; mesczskych, mesczskye 

Przyb. Cost. 1416. 
Analog den Umwandlungen der früher besprochenen Konsonantengruppen 
wird scs = scs = sc (§ 13) : miescski = miescki: 

na mesczkem glecze Przyb. Cost. 1400; myesczkey Bibl. 

Num. 24, Deut. 22; myesczkego ib.Num. 35 ; vrzand myesczky 

Ort. 16; dom miesczky Lop. S. 426; prawa myeszczkyego 

Pat. 9r. 
Allein der nom. pl. masc. von miescki ist viiesccy (myesczczy Reg. 5); 
analog zu otca (§ 55) entstand die Form miestcy und davon wieder 
wurde der nom. sing, miestki gebildet : 

myestkye Bibl. Num. 35, Deut. 25. 
Aber nach § 9 wird scs = 6-ä, daher also geht miescski in miesski über: 

myeszskim prawem Przyb. Pyzd. 1420; myesskem ib. Cost. 

1426, 
das wieder einerseits in miesski, mieski: 

muri myeskye Bibl. Joz. 6; vrzendnyczy myesczy Ort. 23; — 

m-^-eski Nitsch 216, 364, 439, 
andrerseits aber in miejski übergeht (§ 62), welch letztere Form ähnlich 
wie wiejski erst im XVI. Jahrh. aufzutreten beginnt. 

Anm. In der Zusammensetzung szesc-set ist die Gruppe scs in der 



Die Konsonantenverbindungen im Polnischen. 171 

Literatursprache geblieben ; in den Mundarten ist sie regelmäßig in Js 
übergegangen: se'set Nitsch *ilü. 

64. ir, sr. 

Die bequemere Aussprache dieser Kousonantengruppen wurde zuerst 
durch Einschiebuug von d ev. t enuüglicht: luhc = uzürcr, iroda = 
Hroda. Erhalten sind diese Formen noch heute in den schlesischen und 
großpolnischeu Mundarten, ebenso in der Mundart der Kaschuben: 

we/drene, zdrelie, d„o/.dl*y(', p.sezdrü"tko (Jörka \'M \ zdradlo, 

zdi'odlo, zdhily, stroda,pü3tiedni, postiodek Cicsz. lU; stribro, 

postfedni, uzdrau, zdi:i"diio, etc. Opp. 37; stroda, stredny, 

stfebro, etc. Kasz. XXXVI ; etc. 

Meiner Ansicht nach sind diese Formen, als solche nämlich, die aus 

dem ursprünglichen vzrec, iroda entstanden sind, die ältesten. Zwar 

finden wir dieselben erst in den Denkmälern des XVI. Jahrb. (wessdrzal 

Anecd. 21; w przestrzenyu boskym Pat. 24 r; postiod rzeky AE Sr, 

Sv; w postrzüd miasta ib. 5r; zlotem, atrzehrv y drogim kamienim 

ib. 5 v), allein dieser Umstand schadet der obigen Behauptung nicht. 

Sollte z. B. die Form uzrec^ die so häufig im XV. Jahrh. ist, die ältere 

sein, so müßten wir doch mit Bestimmtheit die Form uzdrec irgendwo 

finden, allein eine solche finden wir weder in irgend einem Denkmal noch 

in den heutigen Mundarten. 

65. 

Analog den früher besprochenen Umwandlungeu wird zr zu zr\ 
uzrzec = uzrzec, welches wieder in urzec [urec] überging, ähnlich wie 
wzrzazac = xcrzazac (§ 41) ; 

bychom icerzehj y znaly Flor. S. Ath. 28; podersan Gn. gl. 

IGlr (d. \x. podcran\ n für r wird hier sehr oft gebraucht); 

bozym przerzenym Swiet. I; Jezus na nie pokornie swym 

okiem icerzal Bob. XXV, 17; Jawnye poderzana Ort. 18. 
Einige woUen icerzcli, poderzan^ etc. lesen (vgl. unten , ich zweifle 
aber, ob das XIV. Jahrh., in welchem wahrscheinlich nicht einmal die 
Form uzrec vorhanden war, schon die Form urzec hatte. Höchstens 
konnte man diese Lesart noch in den Ort. und bei Bob. akzeptieren. 

66. 

Zr und kr gehen allmählich vom XV. Jahrhundert an in zr und 
kr über: 



172 -^- Paszkiewicz, 

Bibl: uzrawszi gy Kr. I, 21 ; srebro Gen. 23, Deut. 29, Joz. 7; 
srebra Gen. 23, 24, Deut. 17, 22, Joz. 6, Par. II, 25; szrebro 
Kr. III, 15 (2 m.); szrebrem Ex. 38; srebrne klenoti Gen. 24; 
w posrotku Num. 3, Joz. 3; s posrotka Deut. 24, Joz. 4; posrod 
Deut. 28, Joz. 4, 6, 7 ; w sposrodku Joz. 1; posrotku Joz. 4, 8; 
possrod Joz. 4 (2 m.); posrodku Joz. 7; etc. 
Malin: obeszrene 44 a/; 
Swiet: vsrale XII, 1; poszrodvyacz III, 38; 
Bob: uzrysz CLIII, 29; 
Sr. iac: obeszrani sa 7) 107; 

Kaz: wesrawsi b) 31; preszrisz b) 50; vsraw b) 58; nenazral 
b) 65; poszsrodkv g) 362; 
Reg: podezyrany 2; ve syroda/^ 7; syrody 8; 
Etc. 
Diese Formen sind in den kleinpolnischen Mundarten erhalten: 
zraly, dozraly Ziemba; obezrec, zazreli, podezrany, etc. Zakop. 
179; '^obezryj se Opocz, 169; srybuo, srybny, uzryc, zrauy 
Krz^. 344; zrec, zreje, etc. BP. 418; zradwo Pisarz. Vokab.; 
zezryc, zezrato N. Sacz; zraly Chocb; üuzrau, zraüy Poreba; 
wyzryc, wyzrat Kolb. VIII, 327; uzryc id. XVII, 210; po- 
dezraty id. ib. 212; etc. 

Anm. In den Denkmälern des XIV. Jahrb. findet sich zwar die 
Form uzrec: uzrely, usrewsy Stk. cv; poszrod Flor. Moys. 23; ne- 
nazral gesm ib. 118, 104; nenazrene ib. 108, 4; Swyrchowanym ne- 
nazrzenym nenazral gesm gych ib. 138, 21; vsrafsy Gn. 180 b, 5; 
überall jedoch soll es wahrscheinlich (mit Sicherheit in den Stk.) uzrec^ 
etc. gelesen werden, da um diese Zeit r und r in der Schrift nicht genau 
unterschieden wurde. 

67. 

In einigen Mundarten ist das aus ir, zr entstandene ^r, zr durch 
Metathesis in rs, rz übergegangen : 

porzic Ziemba; vyrzic, sporzic, ve rsodek, ve rsode Opocz. 
171; rsoda, rsodek, sporzij Kieice 226; etc. 

Anm. In der polnischen Literatursprache lassen sich nur wenige 
Beispiele der Metathesis von Konsonanten anführen; bekannt ist nur 
pchla und drzwi (vgl. Mikl. I, 552). 



Die Kon8onantenviTbiiiduut,'cn im Polnischen. 173 

68. 

Durch (las ganze XV. .lahih, überwicgeu stets die alten rornien 
uirec, iroda^ etc.: 

Blas: vzrzewszy a, «, 1; vzrzely a, {i, 1; vzizew to Sfidza 

a, //, 3 1; b, ß, S ; vzrzicVe b, a, '.• ; 

Bibl: A U3zrzal bog szwyatloszcz Gen. 1 ; weszrzal, w poszrzod 

wod Gen. 1 ; etc. 

Sr. iae: neuaszizy 1) 135; obesrzany 7) 53; szrzenicze 7) 142; 

invisibilis-nyeobesrzanczi ü] 71; srzodek 9^ S!); 

Swi^t: obezrzeecz III, IS, 39; obeszrzecz VI, 1; obeszrzano 

VI, 9; szrzebro, szsrzebrze VI, 2; etc. 

Dzial: obesrzawszy 7; obeszrzal 43; etc. 

Pul; lenz zrzy na zyemyi^' 2()7 v; usrze 7 v; vsrz^ 13 v; weßrzy 

21 v; weßrzal 22 v; w obeßrzenyu 24 v; zrzenycze oka 27 v; 

podzrzany 132 v; ßrzyebro 21 r; ßrzebio 128 v, 230 r; poß- 

rzebrzone 132 r; ßrzyebra 244 v; weßrzy od(^' 261 v; weßrzod(; 

296 r: etc. 

Naw: obezrzysz 25; obezrzala 30, 66: obezrzana 49; obezrzy 

58; wezrzavschy 09; vezrzy 83, 96; vezrzal 83; 

Etc. 
Diese Formen sind noch heute in manchen Mundarten erhalten : 

zrzadlo /yw. ; srzoda, zizodlo Kolb. VIII, 297. 
Von der Mitte des XV. Jahrh. an erscheinen allmählich Formen mit 
vorgestelltem y: ujrzec^ ujzrzec und ujirec: 

podeyrzenu Sr. lac. 4) 85: providus-oyrzany Quel. S. 495; 

szmyercz zawsdy przed oczyma podeijrzana myecz Chom. 

S. 143: veyrzenym, veyrzecz ib. S. 149; veyrzy ib. S. 150, 

151; weyrzi Wacl. 15; przeyrzal ib. 63; przeyrzenym ib. 

127; obeyrzal ib. 139: etc. 

wyeyzrzenye Quadra: poysrzal Sr. iac. 2) 211: obeyzrzecz 

Kaz. lU, S. 143: nyenayzrzy ib. S. 148; nyenaysrzalem 

Kaz. g) S. 360; etc. 

obeyszralego Kaz. g) S. 361 ; przeyzral Wacl. 77 ; weysszrode 

(we-j-srod^) Malin. 40b; etc. 
und im XVI. Jahrh. (also etwas später als die Formen ojca^ rajca) über- 
wiegen sie vollständig: 

Opec: vyrzy, weyrzy, weyrzycie; 



174 A. Paszkiewicz, 

Eufr: nayrzala w garnecz y vyrzala 85; syostry vyrzaly S5; 

vyrzawsy 93; przeyrzala 7S; etc. 

Wig: vyrza/' 294 (2 m.), 297; obeyi'za/^ 294; vyrzi 295; 

Wig. Ps: V obeyrzenyv 5, 9; nyenayrza/; 7, 1; veyrzy 24, 17; 

nyenayrzely 2-i, 20; vyrzi 55, 5; vyrzal 5P, 17; etc. 

Bob: vyrzaJ XXV, 13; veyrzy XV, 2; etc. 

Amnd: vyrzavszy 137; vyrzala 200; vyrzycze 211; vyrzal 

225; etc. 

Etc. 

Opec: uy^rzawszy, przeyzrzal, weyzrzenia, weyzrzy, weyzrzec; 

Konst: nyczego nye nayzrzysz 51 v; 

Amnd: wyeysrzy myely panye 207; 

Bob: poysrzod rynku CLXXXI, 56; poysrzodek CXII, 11; 

s poysrzotku zlich ludzi CXXII, 1 5 ; w poysrzotku CXXV, 131; 

Etc. 

vyzral Bob. CXI, 11; etc. 
Alle diese Formen leben noch in heutigen Mundarten: 

spojryc, dojiyc, wejryc, etc. Görka 133; ujzryc, wyjzryc 

Kolb. VIII, 297; etc. 
außerdem wird auch von uzdrec (§ G4) die Form t/j'zdrec gebildet: 

njzdrzec Wlkpl. 9; ujzdräü, piijzdiäü se Opp. 37. 
In manchen Gegenden ist sr über kr in ks übergegangen : 

ksoeda (aus srzoda), ksoedek Nitsch 187. 
In der Literatursprache geht zr im Inlaute in jr über: uj'rzec, spoj'rzec, 
dojrzaiy, etc. ; im Anlaute dagegen in zr : zrödio, zretiica, zrehiq, etc. ; 
Ar geht stets in sr über : sroda, srodek, posrod, etc. 

69. er. 

Die Gruppe 6r bleibt überall bis um die Mitte des XV. Jahrhunderts 
erhalten : 

Flor: we czrzewecli mich 50, 11; Pody^l iaco owcze lud 

swoy, y przewodl ie iaco czrzod^ na pusczi 77, 57. 

Bibl: po oczrzedzach sinow Leui Par. I, 23; podle oczrzedzy 

swich Par. I, 24; 

Swiet: we czrzedzie II, 75; czrzody III, 74 (2 m.); oczrzedzy 

in, 13; oczrzedza in, 14; we czcrzedzye III, 74; 

Dziai: czrzos 106 ; 

Etc. 



Die Konsonantenverbindungen im Polniachen. £75 

Von nun an beginnt sie aber allm.'lhlich in tr überzugehen : 

IJibl: Ta otrzcdz siuow Leiii l'ar. 1, 24; po swich otrzedzach 
Neh. 7 ; az z cyebye wiplinrj twa trzetca, trzewn^ bolescy^J, 
trzewa z nyego plin^yli Par. II, 21 ; 
8wi(;t: otrzedza III, It; 
Etc. 

Zum letzten Male erscheint rr noch im Pul: we czrzewyech moych 1 05 r. 

70. r?/-, rp. 

Hier ist r schon im XIV. Jahrh. allmählich in /■ übergegangen ; die 
ursprtinglichen Formen behaupten sich jedoch neben den neuen wieder 
bis zum Pnl. : 

Flor: cirzpal iesm 24, 5,22; 68, 9, 25; cirzpi 26, 20; .?2, 20; 

cirzpeli so .55, 7; cirzp^^czy Ui, 14; — neben: czyrpala dusza 

129, 5; czyrp^ Ez. 17; czyrp^yczy 144, 8; cyrpal gestS. Ath. 

36; 

H: pirzw I, 69; — neben: pirwey 1,62; pirwe I, 124; pirwem 

I, 1534; czirpicz II, 42; etc. 

Swi^t: pirzwymy IV; pyrzwey III, IS; czyrzpyecz XVI, 2; 

szirzpem, syrzpye IV, 27; etc. — neben: pirwego II, 13; pir- 

wymi IV; cirpyacemv II, 91 ; czyrpaczemv III, 5; czyrpyecz 

lU, 2 1 ; etc. 

Pul: pyrzwyeßych 175 v; pyrzwyencza ISOr; pyrzwyzn^ 

21 1 r; czirzpyal 47 r; czyrzpy^^czy 1S7 v; etc. — neben: czyr- 

py(i 47 r; czyrpyal 49 r; etc. 
rw und rp ist in einigen Mundarten bis zum heutigen Tage geblieben : 

ceWjony, cervjenic Kasz. XXXVI; sierzp, ci^rzpic Kolb. IV, 

285. 

71. cw. 

Die Gruppe cxb lebt auch bis zum Anfang des XVI. Jahrh., obwohl 
sie bereits im XIV. Jahrh. in tw überzugehen beginnt: 

Flor: sczwirdzene 11, 1; 72, 4; sczwerdzene IS, 1 ; 11, 16; 
3czwirdz(> 31, 10; sczwerdzona 52,6; poczwerdza 36, 18; 
sczwirdzi HO, 1 3 ; sczwirdzili 63, 4 ; sczwirdzil 61 , 1 ; pod- 
zwirdzi 61 , 3 1 ; podzwerdzil 10, 1 8 ; poczwirdzon 10, 7 ; etc. — 
neben: stwirdzy 19, 4; stwerdzil 31, 2; stwerdzili 31, 20; 
stwirdzil 40, 13; stwyrdzy HS, 28; stwyrdzyl 135, 6; 141, 2; 
potwirzona (sie) 13S, 5 ; 



176 -A.. Paszkiewicz, 

H: sczwirczen I, 246; — neben: stwerdze I, 242; ftwirdza^ 

1,322; 

Lubiez Gl: pothwyrdzono 80 v; thwyrdzon 104v; vtwyer- 

dzony 274 r; 

Bibi: czwyrdze Kr. IV,*25; sczwyrdzi Par. I, 17: uczwyrdz;^ 

stolecz krolewstwa gego Par. I, 22; etc. — neben: twyrdze 

Par. I, 14 (2 m.); twyrdz bozich Par. II, 31 ; stwyrdzil Par. I, 

16; utwyrdz(i krolewstwo gego, utwyrdz^ stolecz gego, b^vdze 

poutwyrdzoni na wyeki Par. I, 17; utwyrdzono Par. 11, 25; 

utwyrdzil Par. II, 26; 

Waci: poczwierdzicz 11; sczwyrdzil 133; w czwii'dzi 142; — 

neben: potwierdzi 7; stwierdzU 124; 

Naw : poczwyerdzyczyelko 173; etc. — neben : szthwyerdzenye 

153; 

Pnl: poczwirdzono 52 v; sczwyerdzenye 29 r; poczwyerdza 

74 v; etc. — neben: stwyrdzenye 35 v; stwyerdzy 37 v; 

ztwyrdze 62 r; stwyrdzony sj^ 62 v; etc. 

Wig. Ps : w czwyerdzenyv moczy yego 150^ 1 ; 

Etc. 
Anm. Das spätere cw^ welches aus 6w oder cio entstanden ist, 
bleibt unverändert: cwierc (c(t)wierc), cwiek (deutsch: Zweck), cwiczyc 
(deutsch: zwicken), cwikia (böhm. cvikla), etc. 

72. tö. 

t6 = r6: statczyc (bo ne statczil sw^^ti Flor. 11, 1) = starczyc. 
Ähnlich wie bei den vielen anderen Konsonantenverbindungen, versuchte 
man auch td zu assimilieren ; es ging also in 66 über : 

Gn: dosvaczcza gl. 169 v; 

Przyb: swaczcz^ Pos. 1417, Pyzdr. 1417, 1427; swaczczymy 

Pos. 1417, 1434; swaczcza Pos. 1420, 1421; etc. 
66 ergab wiederum 6 : 

Eid: swacz^ 1389 f. 15; 1391; 1396 f. 146; swaczimi 1395 f. 

147 v; 1396 f. 145 v (3 m.); 

Kry : swacza/^ 1426; 

H. Kr: swaczan 1; swaczimi 3, 4, 5, 6; szwancze 7; szwan- 

czan, szwanczimi 8; 

Przyb: swaczjj Cost. 1400, 1417; swacza Cost. 1427, Pos. 

1434; swaczymy Pos. 1432; 



Die KonsonantenverbinduD^en im rolnischcu. 177 

Auecd. lli : ßwaczimi SO; swacz^ 121; swaczji 120; 

Bob: poswiaczit to vmejczenie CXXX, 65; o nym swiacy pismo 

CII, 14; 

Pul: doßwyaczal, doßwvaczay^ r2Sv; 

Strad: staczii X; 

Etc. — auch in heutigen Mundarten: pfysvacac, zasvacene 

Brzez. 206; 



oder di 



svaczszimy Rt.Ul. 93; swiaczszq Parys. 474; — auch heute: 

prysf'acsyc' (mazurierende Aussprache statt piysf'arsyc^), macs(jn 

(matczyn) Janczy § ^H ; 
welch letzteres sich weiter über c^ zu t^ entwickelte : 

ßwyatßycz Pul. 102 r; swyathssycz Ort. h, 7 (3 m.), 8, 1 1 ; 

Swyathssv ib. S (2 m.), 11; swyathssyl, swathssy ib. 8; po- 

szwyathssycz ib. 11; stathschi^ Dzik. V, 1, etc. so auch: wi^- 

tszej (statt wiQCSzej) Parys. 516; uyatsze Pat. 65 r, 83 v; z 

wya/thszym ib. 3r; vya/thscha ib. 10 r; vy\ajthsza/' ib. 18 v; 

vyjvtszy ib. 47 r, 148 r; etc. 
Das Wort swiadczyc war in seiner ursprünglichen Gestalt immer in 
Gebrauch, da es von siciadek und hciadectico beeinflußt wurde: 

Flor: swatczicz 49^ S; poswatcz^ S^*, 8; etc. 

Kry: swathcz^^ 1396; swatcz^y 1418 (2m.); swyadcz(> 1418 

(2 m.); 

Eid: 3watcz(^ 13S6 (2 m.); 1389 f. 47 v; oswadczil 1398 f. 

220 v; swatczimi 1387 (2 m.): swathczimi 1399 f. 225; 

Przyb: swadczimi Pyzdr. 1398, 1403, 14 05; Pos. 1399, 14 00, 

1405; swatczym Pyzdr. 1417: swathczimi Gn. 1402, 1404; 

Pos. 1396; swatczimi Gn. 1404; etc. 

H. Kr: swatcza 16; swathczimi 24, 26, 69, 71: swyathczimi 

28, 29, 37, 44: swadczimi 68: sswathczimi 70, 72; sswadczimi 

73: 

Swiqt: poswyatczenye, poswyatczi, poswyatczicz, oswyatczicz 

XIV, 2; doswT-athczi XVI, 2: etc. 

Parys: doswiatczony 470; 

Etc. 
So ist es auch in der heutigen Literatursprache: in vielen Mund- 
arten wird dagegen die regelmäßige Form iwiarczyc gebraucht: 

swiarcyc Ziemba: swiarczyc doswiarczenie Lub. : etc. 

Archiv für slavische Philologie. XXXI. 12 



178 ^- Paszkiewicz, 

73. 

In vielen Denkmälern geht dl häufig in gl über in den Wörtern 
mdlec, mdhj^ etc.: 

Bibl: umarlobi albo zemglyalo Ex. 22; 

Mam: imbecilli corpore- m^/ym zywothem 35; 

Swiet: mgleyszi III, 13; 

Chom: wszythska s^ew^/a/a S. 145; 

Drob: in agonia-vomglenyu S. 272; 

Kaz: mgle a) 323; nye semgleli h) 121; 

Beitr: zemglala Pass. 32; 

Bob: cialo mgle LVin, 43; mgia CXXXIII, 115; mglosc 

CXLVIU, 24; czensto omglevala CXLIU, 97; omglala CXLV, 

27; zemglal CXLIV, SO; 

Amnd: czlovyek omglaly 11; zemglalo 65; od mglosczy 74; 

czalo yego tak semglyly 150; Omglawsy 150; mgleyacz 206; 

Wig. Ps: Semglyoni sza/^ oezi moye Ez. 16; 

Dial: mgleya 99; 

Eufr: omglala y na szemya vpadla 119; bocz yvsz mgleya 

128; 

Anecd: mglecz, zemglala S. 22; 

Etc. 
Ebenso in den Mundarten : 

uömglec, zemglol, zemgliio go Görka 139; zemglatem, mglosci, 

etc. Opocz. 167; mgiy, mglosci Przas 82; zemglec Droho 

59; zemglec, mgiy Kielce 229; mglic, mgiy Kolb. IV, 283; 

zemglic, mgiy id. VIII, 294; etc. 
Es unterliegt keinem Zweifel, daß wir dies dem Einflüsse der Volks- 
etj^mologie zuschreiben müssen, die diese Wörter von mgla ableitete. 
Anderseits ist es sicher, daß die Konsonanten d und g sich in anderen 
Wörtern vertauschen lassen und dies nicht nur vor / (/), sondern auch 
vor anderen Konsonanten : 

stygnac statt stydnac (vgl. § 48); moglyla szya (statt modlila) 

Eufr. 7, 34; mogl szya ib. 70; moglczj'^e szya/^ ib. 42; mo- 

glytwa ib. 23, 34, etc.; gdy szya moglyl Dial. 23; gegnego 

(statt jednego) Anecd. S. 22; etc. 

zasmergn^^c se (zasmierdnac) Opocz. 167; nugle (Nudeln), 

langwer (Landwehr), jagwent (vgl. § 48) Ciesz. 39; jeglina, 

tfnagle Przas. 82; hanglowac Kolb. VIII, 294; etc. 



Die KonsoDantenvorbindongen im PolniBchen. ] 79 

Im Allgemeinen lassen sich im historisclion Zeitalter der polnischen 
Sprache in Bezug der Konsonanteuverbindungen zwei Phasen unter- 
scheiden : die erste dauert bis zum Ende des XIV. Jahrb., die zweite 
beginnt ungefilhr am Ende dieses Jahrhunderts. In der ersten macht 
sich das starke Bestreben der Assimilation bemerkbar. Alles dasjenige, 
was heute in der polnischen Sprache assimiliert erscheint, wurde bereits 
vor dem XV. Jahrb. ausijffillirt, selbst die Konsonantengruppen, die die 
spätere Sprache auf dem Wege der Dissimilation abgeworfen hat, ver- 
suchte man im XIV. Jahrh. zu assimilieren ; nur die Gruppe es wurde 
erst endgiltig im XV. Jahrh. vereinfacht, dagegen hat sich z.B. die Gruppe 
pf, die im Worte ohjUij (statt ophcitij) im XV. Jahrh. sich entwickelte, 
bis zum heutigen Tage erhalten, obwohl in der ersten Phase diese 
Gruppe in der Regel in y oder/? übergeht. 

In der zweiten Phase nimmt die Dissimilation stark überhand. Sie 
beginnt am Ende des XIV. Jahrh. und entwickelt sich rasch und allge- 
mein im XV. Jahrh. Dagegen fehlt es in dieser Phase vollständig an 
Assimilationserscheinuugen und an solchen von Konsonanteneinschie- 
bungen, wenn man von solchen Wörtern wie p&zrzola absieht, in wel- 
chem sz in der zweiten Hälfte des XV. Jahrh. aus unbekannter Ursache 
eingeschoben "wurde, jedenfalls nicht zur Erleichterung der Aussprache. 

Es schwinden jedoch Konsonanten aus den verschiedenartigen 
Verbindungen ununterbrochen von den ältesten Zeiten bis auf den heu- 
tigen Tag. 

Abkürzungen. 

Arch. = Arcliiv für slavische Philologie. 

Ar. Pr. = Archiwum Komisyi prawniczej AkademiiUmiejetnosci wKrakowie. 

Baud. = jpeBHC-no.iLCKOMT. ;i3ü'Kt ao XIV CTO-iitia, co^uufiiie Bojyaua j3 
KypTeH3. 

L. = Slownik jezyka polskiego przez M. Samuela Bogumila Linde (Wy- 

danie drugie, Lwöw 1854). 

Lehn. = LucianMalinowski: Zur lautlebre der khnwürter in der polnischen 
spräche (Beiträ;?e zur vergleichenden Sprachforschung, VI). 

Leskien = A. Leskien: Handbuch der altbulgarischen Sprache (vierte Auf- 
lage, Weimar 19Ü5). 

Mat. = Materyaly i prace Komisyi jezykowej Akademii Umiej^tnosci w 
Krakowie. 

Mikl. = Franz Miklosicb: Vergleichende Grammatik der slavischen Spra- 
chen (Wien 1S79). 

Nehr. = Prof. Dr. Xehring: Altpolnische Sprachdenkmäler (Berlin 1887). 

12* 



180 A . Paszkiewicz, 

Pam. = Pamietnik Akademii Umiejetnosci w Krakowie. 

Pr. fil. = Prace filologiczne. 

Rozpr. = Rozprawy i sprawozdania z posiedzen wydzialu filologiczneg» 
Akademii Umiejetnosci w Krakowie. 

Spraw. = Sprawozdania Komisyi jezykowej Akademii Umiejetnosci w Kra- 
kowie. 

Zbior. = Zbiör wiadomosci do antiopologii krajowej (Nakladem Akademii 
Umiejetnosci w Krakowie). 

Altpolnische Sprachdenkmäler. 

A E. = Jan Bystrofi : Zywot swietego Alexego wyznawcy i Zywot swie- 
tego Eustachiusza meczennika (Spraw. V, S. 445 — 469). 

Alex. = Dr. Wl. Wislocki: Legenda o sw. Aleksym. Wiersz polski z r. 
1454 (Rozpr. IV, S. 314—362). 

Amnd. = Zywot ojca Amandusa (bl. Henryka Suso) zakonu S. Dominika, z 
kodeksu XVI wieku wydal X. Ignacy Polkowski (Spraw. IQ, 
S. 198—331). 

Anecd. = A. Kaiina: Anecdota palaeopolonica (Arch. III, S. 1 — 66, 621 — 
636). 

Anecd. 111= A. Kaiina: Anecdota palaeopolonica. III. (Arch. VI, S. 184 — 
215). 

Aug. = Zabytki augustyanskie wydane przez ks. K. Czaykowskiego i J. 
Losia (Mat. n, S. 311—328). 

Beitr. = W. Nehring: Beiträge zum Studium altpolnischer Sprachdenk- 
mäler (Arch. XV, S. 529—545); enthaltend: 

> Fr. = Frohnleichnamslied aus dem XV. Jahrh. 

> Pass. = Passionslied aus dem Anfang des XVI. Jahrh. 

Bibl. = Biblia krölowej Zofii, ^ony Jagielfy, z kodeksu Szaroszpatackiego 

wydana przez Antoniego Maleckiego. 
Bibl. Fr. = Teodor Wierzbowski : Nieznany fragment Biblii krölowej Zofii 

(Pr.fil. IV, S. 293— 303). 
Blas. = Zywot swietego BMeja. Zabytek jezyka polskiego z pocz^tku 

wieku XV. powtöre wydai Lucyan Malinowski (Pr. fil. V, 

S. 309—353). 
Bob. = Bobowski: Polskie piesni katolickie od najdawniejszych czasöw 

do konca XVI wieku (Nakladem Akad. Um. w Krakowie). 
Bystr. = Dr. Jan Bystron: Przyczynek do historyi jezyka polskiego z po- 

cz^tku XV. wieku na podstawie zapisköw sadowych w ksiedze 

ziemi czerskiej (Spraw. IV, S. 243—300). 
Chom. = Wladyslaw Chometowski : Zabytki jezyka polskiego z XV. wieku 

w rekopismaeh biblijoteki Ordynaeyi Krasinskich (Spraw. I> 

S. 142—154). 
Dat. = W. Nehring: Das älteste bis jetzt bekannte datierte polnische 

Sprachdenkmal (Arch. IV, 190 f ). 
Dial. = Ein unbekannter Dialog zwischen dem Tod und dem Magister 

(Nehr. S. 281—293). 



Die Konsonantenverbindungen im Polnischen. 181 

Dom. = WladysJaw Wislocki: Glossa super epistolus per unuuin domini- 

cales. Kodeks Jaoinsko-polski z polowy XV. wieka (Spraw. 

1.8. 1 — 141. 
Drob. = Alexander Brückner: Drobne zabytki jv'zyka polskiego XV wieku 

;llozpr. XXV, S. -iüii— 2'JI). 
Dzial. = Kodeks Dzialynskich (Ar. Pr. III). 
Dzik. = Kodeks Dzikowski (ib.). 
Eid. = A. Nehrinff: Altpolnisclie (Posener) Kidesfornieln aus dem XIV. 

Jahrh. (Arch. IV. S. 177—189). 
Erl. = Z:ibytekj(,'zyka poiskiego z poczatku wieku XVI. z rckojjisu K\h- 

lioti'ki L'niwersytetu \v Erlangen wydai L. Malinowski liozpr. 

XXVIII. S. 1— 32 . 
Eufr. = A. A. Krynski: Zywot S. Eufraksyi. Zabytek j(;zyka polskiego z 

roku 1524 (Pr. fil. III, S. iSl— 28ü;. 
Ew. = Lucyan Malinowski: Ewangelia S. Mateusza R. V, 1 — 12. Kazanie 

na dzien wszech swictych. Zabytki jczyka pctlskiego z wieku 

XV. z rekopisu DLII Biblioteki kapitulnej w Pradze (Rozpr. 

XXII. S. 2.10— :us;. 
Flor. = Psalterii Florianensis parteni polonicara ad fidem codicis recensuit 

Wladislaus Nehriug. Posnaniae 1^83. 
Form. = Jozef Przyborowski: Fonnulae coUoquiorum (l'r. fil. III, S. 176 — 

ISO). 
Glos. = Dr. Hermann Collitz : Polnische Glossen ans dem XV. — XVI. Jahrb. 

(Arch. IV, S. 86-97). 
Gn. = Kazania GnieznieAskie, tekst i glosy z r(jkopisu wydal, uwagami i 

slownikiem opatrzyl Wl. Nehring. I. Tekst kazan polskich. 
> gl. = II. Glosy polskie w kazaniach lacinskich. 
Gn.XV= III. Cztery karty z XV w. wszyte do ksicgi kazan na koncu 

'Rozpr. XXV. 1 — 114). 
H. = Romuald Hube: Zbior rot przysifjg s^dowych poznanskich I), kofi- 

ciai'iskich II, kaliskich III), sieradzkich (IV), piotrkowskich 

(V) i dobrzyszyckich (VI). 
Ilanusz = Jan Hanusz: ksi^^.ce do naboienstwa krölowej Maryi Kazi- 

mierj- i curki jej Teresy Kunegundy (Rozpr. X, S. 349 — 365). 
H. Kr. = Romuald Hube: Roty przysi^g krakowskich z konca wieku XIV. 

Warszawa 1S75. 
Hus. := A. Brückner: Kazania husyty polskiego (Pr. fil. IV, S. 561 — 586). 
Kaz. = A.Brückner: Kazania sredniowieczne. Czesc I (Rozpr. XXIV, 

S. 38—97); enthaltend: 

> a) = Manuskript der Jagiellonischen Bibliothek Nr. 1G19 (S. 59 — 70); 
» b) = Manuskript der Jag. B. Nr. 1297 (S. 70—77); 

» c) = Man. der Jag. B. Nr. 1299 (S. 77—87); 

Czesc II (Rozpr. XXIV, S. 317-390): 

> d) = Man. der Petersburger Bibiothek, lat. Sign. I. Quarto Nr. 244 (S. 336 

-34<V. ; 

» e), f) = Manuskripte des Nikolaus Wioski (S. 349—355) ; 



1 g2 -^- Paszkiewicz, 

Kaz. g) = Exemplar Salutis von Johannes Silwanns (S. 355 — 364); 

» h) = Quadragena Salutis von Job. Silwanus (S. 365 — 369) ; 
Kaz.III= Czesc III (Rozpr. XXV, S. 115—205). 
K o m. = Antoni Kaiina : Komedya o miesopuscie z pocz^tku XVI. wieku 

(Pr. fil. II, S. 538). 
Kon st. = Modlitewnik siostry Konstancyi z r. 1527, z rekopisu biblioteki 

Jagiellonskiej wydal Dr. Wl. Wisiocki (Spraw. III, S. 73 — 

184). 
Kry. = A. Nehring: Das Wort kry, krew im Altpolnischen (Arch. III, 

S. 479—484). 
Ksi^i. = Wl. Nehring: Osm kartek z nieznanej starej ksia^eczki do nabo- 

^enstwa (Pr. fil. II, S. 466—478). 
Lubicz. = RafalLubicz: Kilka zabytköw jezyka staropolskiego: 

> a) = Piesii o Zwiastowanin ; 

> b) == Wstep do spowiedzi powszechnej 

(Pr. fil. IV, S. 587— 638, V, S. 53). 
Lubicz Gl. = Rafal Lubicz: Glosy polskie zawarte w rekopisie z kazaniami 

lacinskiemi z polowy w. XV (Spraw, V, S. 240 — 336). 
Lop. = Najdawniejsze slowniki polskie drukowane (Pr. fil. V, S. 393 — 

454, 5S6— 60.5). 
Malin. = L. Maliuowski: Zabytki jezyka polskiego w rekopisie N. 2503 

BiblijotekiUniwersytetu Jagiellonskiego w Krakowie (Pr. fil. 

I, S. 467—540,11, S. 8.5—118). 
Mam. = Aleksander Brückner: Drobne zabytki Polszczyzny sredniowieez- 

nej. Czesc II (Rozpr. XXXIII, S. 120—187). 
Modi. = JanBystron: Rozbior poröwnawczy znanych dotad najdawniej- 

szych tekstow modlitwy panskiej, pozdrowienia anielskiego, 

skiadu apostolskiego i dziesieciorga przykazania (Pr. fil. I, 

S. 345—390). 
Nauka. = Antoni Kaiina: Prostych ludzi w wierze nauka. Dyalog z reko- 
pisu z poczatku wieku XVI (Pr. fil. III, S. 313 — 356). 
Naw. = Ksia^eczka do nabo^enstwa Jadwigi ksie^niczki polskiej. Wediug 

pierwotnego wydania z r. 1823 powtörnie wydal Stanislaw 

Motty. 
Opee'. = A.A.Krynski: Glossy w dziele Baltazara Opecia z roku 1522 (Pr. 

fil. II, S. 666—758). 
Ort. = AntoniKalina: Artykuly prawa Magdeburskiego z r^kopisn okolo 

roku 1500 (Rozpr. VII, S. 227—318). 
Parys. = Hieronim Lopacinski: Sad Parysa, krölowica trojanskiego (Pr. 

fil. V, S. 455). 
P a t. = Magistra Jana z Szamotul Dekretöw doktora, Paterkiem zwanego, 

Kazania o Maryi Pannie czystej z kodeksu Torunskiego wydal 

Lucyan Malinowski (Spraw. I, S. 161—294). 
Przyb. = Vetustissimam adjectivorum linguae polonae declinationem monu- 

mentis ineditis illustravit Jos. Przyborowski. Posnaniae 1861. 
Pul. = Psalterz Pulawski. Z kodeksu pergaminowego ks. Wladyslawa 



Die Konsonantenverbindnngen im PoIniBchen. 183 

Czartorvßkie;;«) iirzedruk lH»mop;raficzny, wykonali Aduni i 

Stanislaw Pilii'iscy. NakJadem biblioteki K«')rnickiej 18S0. 
Quadra. = Quadrapesiuiale super cpiötulas. (Jlosy poiskie z km'ica picrwBzej 

poJowy wit'ku XV zoltral Liu-yan Malinowaki Spraw. I, 

S. 295—314,. 
Quel. = A. Brückner: Neue Quellen zur Geschichte der polnischen Sprache 

und Literatur (Arch. XIV, S. 4SI— 512 . 
Rad. = Jan Haudouin de Courtenay: Roty przyeiii}? z arcliiwuiu Kadoin- 

skiej^o Mat. II, S. 29.-i— :Jü!)). 
Re^^. = IT. Lopaeinski: Regula i inne drobne zabytki jijzyka polskiego z 

w. XV— XVI. 
> Ep. = Epistola manu dei scripta ;l'r. fil. IV, S. 6S9 — 7'.i4 . 
Rozw. = Jan Rozwadowski: J<:zyk rekopismiennej reguly iei'iskich klaszto- 

r6w ordinis Praemonstratensis z r. l.'^JU (Mat. I, 291— 312 . 
Rt. Ul. = Boleslaw Ulanowski : Roty jjrzysiifg kraknwskich z lat l.'i99 — 141S 

Spraw. III. S. 1S5— 197;. 
Salve. = L. Malinowski: Tekst pnlski hymnu >Salve Re>cina< j)odlug rt;ko- 

pisu Nr. 379 Biblijoteki Ossolii'iskich z v. I4:'>. oraz stosunek 

jego do innych tekstow z w. XV (Rozpr. XIII. S. 303—318). 
Slown = A. Brückner: Sredniowieczne slowuictwo polskie (Pr. fil. V, 

S. 1—52'. 
ör. Jac. = Aleksander Brückner: Sredniowieczna Poezya lacinska w Polsce. 

Enthaltend: 

I. ;Rozpr. XVI. :i04— 372): 

» 1. = Der Kodex des Johann von Slupca (S. 312—362); 

II. (Rozpr. XXII, 1—62): 

> 2) = Manuscript des Martin von Leczyca (S. 6— 2S;; 
» 3; = Manuscript von Maternus (S. 39 f.); 

' 4; = Ein Manuscript, dessen erster Teil von unbekannter Hand her- 
rührt. 

> 5) = von Blatt 101 dagegen von Stanislaus aus Krakau geschrieben ist 

:S. 40—42); 
:- 6) = Kodex des Nikolaus von Lublin (S. 44—62); 

III. (Rozpr. XXm, S. 26S— 3 19): 

. 7) = Text des Stanislaus von Szadek fS. 276—278); 
' S) = Manuscript der Czartoryski'schen Bibliothek Nr. 1315 (S. 279 f.). 
» 9) = Manuscript des Zawisza de Slupcza S. 300—310). 
Stk. = A. Brückner: Kazania Swietokrzyskie (Pr. fil. III. S. 697 — 740). 
Strad. = Kodeks Stradomskiego (Ar. Pr. III). 
Swiet. = Kodeks Swietoslaw6w (ib.'. 
ül. = Kilka aktow polskich z archiwTim krajowego w Krakowie podal 

B. Ulanowski 'Spraw. III, S. 332—349;. 
Urban.= A. A. Krynski: Powiesc o papieiu Urbanie, druk krakowski z 

r. 1514 (Pr. fil. I. 59—90). 
Wacl. = Dr. Lucyjan Malinowski: Modlitwy Waciawa, zabytek jezyka pol- 
skiego z wieku XV (Pam. 11. 



184 -^- Paszkiewicz, . 

Wig. = W. Nehring: Wigilie za umarle ludzie (Arch. VII, 291— 298). 
Wig. Ps. = Die in demselben Manuscript enthaltenen Psalmen, abgedruckt 
im Flor. 

Dialektologische Abhandlungen und Werke. 

(Hier werden stets die Seiten zitiert, wenn nicht anders angegeben.) 

Beskid. = Kopernicki: Spostrze:^enia nad wlasciwosciami jezykowemi w 

mowie Gorali Bieskidowych, z dodatkiem slowniczka wyrazöw 
■ göralskich (Rozpr. IH, S. 343— 379). 
BP. = Aleksander Brückner : Jezyk Waclawa Potockiego. Przyczynek 

do historyi jezyka polskiego (Rozpr. XXXI, S. 275 — 421). 
Brzez. = Eoman Zawilinski: Gwara Brzezinska w Starostwie Ropczyckim 

(Rozpr. VIII, S. 180-234). 
Choch. = Jan Zlo^a: Zbiör wyrazöw u^ywanych w okolicach Chocholowa 

(Spraw. IV, S. 341— 352). 
Ciesz. =0 mowie polskiej w dorzeczu Stonawki i Lucyny w ksiestwie 

Cieszynskim (Rozpr. XII, S. 1—1 lü). 
Droho. = Prowincyonalizmy mowy polskiej w Drohobyczu i jego okoli- 

cach (Zbiör, I, 3, S. 57—79). 
Görka — Jan Leciejewski: Gwara Miejskiej Görki i okolicy (Rozpr. IX. 

108-148). 
Janczy = Wojciech Janczy : Gwara Sromowiec Wy^nich (Mat. I, S. 51 — 

87). 
Kari. = Karlowicz: Slownik gwar polskich. 

Kasz. = StefanRamult: Slownik jezyka pomorskiego czyli kaszubskiego. 
Kielce = Ks. Wlad. Siarliowski: Materyaly do etnografii ludu polskiego 

z okolic Kiele. Czesc I (Zbiör. II, 3, S. 2ü9— 259). 
Kolb. = Oskar Kolberg: Lud. 
Krz^. = Stanislaw Dobrzycki: mowie ludowej we wsi Krz^cinie 

(Rozpr. XXVI, S. 332—409). 
Las. = Szymon Matnsiak: Gwara Lasowska w okolicy Tarnobrzega 

(Rozpr. VIII, S. 70—179). 
Lub. = RafalLubicz: Przyczynki do nowego slownika polskiego (Pr. 

fil. IV, 173—279). 
Nitsch = Kazimierz Nitsch: Dyalekty polskie Prus zachodnich. Czesc I 

(Mat. m, S. 101—284); Czesc II (ib. S. 305—396); Dyalekty 

polskie Prus wschodnich ;ib. S. 397 — 487). 
N. S^cz. = Karol M:ityäs: Slowniczek Gwary ludu zamieszkujacego wseho- 

dnio-poludniow^ najblizsz^ okolice Nowego Sqcza (Spraw. 

IV, S. 318—334). 
Opocz. = Jan Los: Gwara Opoczynska, Studium dyjalektologiczne 

(Rozpr. XI, S. 147—190). 
Opp. = Lucian Malinowski: Beiträge zur slavischen Dialektologie. I. 

Über die Oppelnsche Mundart in Oberschlesien. Leipzig 1873. 



Die Konsonantenverbindungen im PolDisclien. 



i8r> 



Pisurz. = Dr. Whidyslaw KoBiriski: Niektore wlaeciwusfl mowy pisarzo- 

wickiej (Öpraw. IV, S. 1 — 34). 
Por(,'ba = Stanislaw Zathey: mowie ludowej we wsi Porqba Zegoty pod 

Ahveruia !S|)rii\vo/.dania i. czyniKtsci i poBiedzen Akadciiiii 

Umiejt,'tn()sci w Krakowie. MaJ, isui» . 
Przas. = W. Gr/.egorzewicz: i(,v,yku iudowyiii w Powiecie Przasnyskini 

(Spraw. V, S. 72— I2(i). 
Witek. = Jan Witek: Teksty i spostrze/enia f^waroznawcze z poluocuo- 

wschodniej okolicy Tarnowa (Mat. I, S. 1 — 36). 
Wlkpl. = Dakar Kolberfr: Kecz o mowie ludu wiclko-polskiepo Zbior. 1. 

3, S. :i— :iti . 
Zak. = A. A. Kryi'iski : Gwara zakopanska. Studyum dyjalektologiczne 

K(.zpr. X, S. 170— 224 . 
Zak. P. = Wladyslaw Kosinski: Przyczynek do gwary zakdpianekiej 

Kozpr. X, S. 225-309. 
Zebrz. = Jan Biela: Gwara Zebrzydowska. Studyjum dyjalektologiczne 

Rozpr. IX. S. 149—217;. 
Ziemba. = J.S Zicmba: Slownik prowincyonalizmöw powiatu bt^dzinskiego 

Pr. fil. III. S. 302— 312. 
Zyw. = Leon Rzeszowski: Spis wj-razüw ludowych z okolicy Zywca 

(Spraw. IV, S. 353— :{6i;. 



Index. 

(Die Zahlen bedeuten die entsprechenden Paragraphen. 



Adwent. jagwent 48. 73 

amorski, amorzki 12 

anna 2 

Barszcz 9 

bialy, bialny 56 Anm. 

blyskac, Jyskac 50 

blyskawica, lyskawica 50 

bobowski, boboski 50 

bogactwo. bogatstwo 1 4 ; bogastw 

bogacwo 48 
boguchwal, bogufal 19 
bolesny, bolestny 32 
boski, bo^.ski 1 1 
bostwo, boistwo 1 1 
bractwo, braestwo 14 
brat, bratr 49 
burmistrz, burgmistrz 36 
busk, buisk. bu/esk 1 1 
Calosc. caloc 10 
cesarski, cesarzki 12 
cesarstwo, cesarztwo 12 



chlebojedzca 59 
chowalnica, chowatedlnica 23 
chrzest, chrzßtu, chrztu 12 
chudzicki, chudzicski 14 
chustka. chuska 31 
chwalbic. falbic 19 
chwalebny, falebny 19 
! chwalibog, falib<)g 19 
0, 1 chwalic, falic, chalic 19 
chwalimir, falimir 19 
chwalislaw, falislaw 19 
chwala. faJa 19 
chwatac. fatac 19 
chwila, fila 19 
chwilka. filka 19 
chwytac, chytaö, fytac 19 
cielesnosc, cielestnosc 32 Anm. 
cielesny. cielestny 32 Anm. 
cierpiec, cirzpiec 70 
cierpliwosc, cierpiedliwo.sc 26 
cierpliwy, cierpiedliwy 26 



186 



A. Paszkiewicz, 



ciotka, ciocse 58 

cisuijc 34 

ci:^ba. ciszczba 9 

cka = deska 

cnosc, csnosc 13 

cnota, csnota 13; cstnota, csnota 32 

cnotliwy, csnotliwy 13 

cny, csny 13 ; cstny, csny 32 

CO, czso, cso 13 

cora, csera 58 

cudzolostwo, cudzoto:^stwo 1 1 

cwiczyc 71 Anm. 

cwiek 71 Anm. 

cwierc 71 Anm. 

cwikla 71 Anm. 

czcic, tcic, cic 60 

czernichowicki, czernichowicski 14 

czerwienic, czerzwienic 70 

czerwony, czerzwiony 70 

czesc, czsci, czci 9 ; tci, ci 60 

czesnik, czestnik 32 

czesny, czestny 32 

czestko 31 

czlowiectwo, czlowiecstwo 13; czlo- 

wiestwo 48 
czterdziesci, szterdziesci 48 
czterdziesi^tny 56 Anm. 
czterdziesty, czterdziestny, czterdzie- 

sny 56 Anm. 
czternascie, czternaceie 9 ; szternascie 
cztery, sztery 48 [48 

czwartek, cztwartek, sztwartek 48 
czwarty, cztwarty, sztwarty 48 
czworaki, cztworaki, sztworaki 48 
czworo, cztworo, sztworo 48 
czynny 2 

czysccowy, czyscowy 9 
czysciec, czyscca 61 Anm. ; czysca 0, 61 
czytac, czysc, cie 60 
Daremnie, darempnie 55 
deska, dska, cska, cka 14 
dezerter, dezenter 49 
dla, la 29 
dhxsko 11 
dniepr, niepr 24 
dojrzaly, dozraly 66 



dojrzec 68 ; dozdrzec 64 
domniemany, dompniemany 55 
doswiadczac, doswiaczczac, doswia- 

czac, doswiarczac 72 
drapiestwo drapieistwo 11 
drobnostka 31 
drzwi 67 Anm. 
dufac 16; duchwac 19 
dwanascie 60 Anm.; dwanaccie 9; 

dwanacie 58 
dwanasty, dwanastny 56 Anm. 
dziecki, dziecski 14 
dziectwo, dziecstwo 13 
dziedzictwo, dziedzicstwo 13; dzie- 

dzistwo, dziedzicwo J8 
dziewictwo, dziewicstwo 13 
dzikowski, dzikoski 50 
rajka 15 

festunek, chwestunek 19 
figiel, chwigiel 19 
fijalek, chwijaiek 19 
flanela, franela 49 
funt 15 

Galaacki, galaadski 14 
gardlo, gario 50 
garnek, garka, etc. 50 
garsc 9 

gniezno, gniezdno 20 
gospodarstwo. gospodarztwo 12 
grocki, grodski 14; grodzski 13 
groctwo, grodstwo 14 
gwüzdz, güzdz 18 
Handlowac, hanglowac 73 
henryk, hendryk 54 
Inny 56 Anm.; jinksy 56 
istniec, istnienie 32 
istnosc, isnosc 32 
istny, isny 32 
izba, izdba, izdbica 25 
izraelski, izdraelski 52 
Jablko, jabko 50 
jarmark, jermak 49 
jaskolczyny, jastkülczyny 31 
jaskölka, jastkolka, jastkolica 31 
jectwo, jecstwo, jetstwo 14; j^cwo 48 
j^czmienny, jeczmieny 2 



Die Konsouantonverbindungcn im Polnisclien. 



187 



jodeu-jedna, jecluo, jeiui. jcno '24; 

Jejjnef^o 73 
jctlenascie 2 

jedeuasty, jedenastny öC Aiini. 
jedlic zka, jedlicse 58 
jedlina, jegliiia 73 
jednaki. jcnaki 21 
jednok<il, jenokoly 24 
jednnrodny, jenorodny 24 
jednoro^cc, jcnoro^.ec 24 
jeduostajny, jonostajny 24 
jcuiec, J(jciec', jeöca M; jqtca, j(jca 58; 

jeniec, jenca Oü 
jesli, Jestli •iO 
je/dziec Cl Anm.; jezdzca. jestca Gl ; 

jesca !'. <51 
jndzki, judzski 13 
Kadziclnica, kadzidlnica 23 
karczmarstwo, karczniarzstwo 12 
karczniarz, kaczmarz 49 
kaMy. kaUdy, kaliidy, koidy, kol^dy, 

koli'dy 38 Anm.; kolMny 50 Anm. 
kicko, kidsko 14 
kiedy. kicgdy 37 
kourad, kondrat 54 
korzystny, korzysny 32 
kradziestwo. kradzie^stwo 1 1 
krakowski. krakoski 5ü 
kraniny, krainpny 55 
krn^bruy. krabrny, kn^brny 40 
krulestwo, knWewstwo 46 
krulewski, kröleski 50 
krotochwila, krotochwilic, krotofila 19 
krzywoprzysicstwo , krzywoprzysie^- 

stwo 11 
ksiestwo, ksie/stwo 1 1 
ktury, ktörny 5ii Anm. 
kwiatkowski, kwiatkoski 50 
kwilecki, kwilecski 14 
Landwer, langwer 73 
lekarstwo, lekarztwo 12 
lekki, leki. letki 8 
lekkoniyslnie. lekomysnie 50 
lenistwo, leniwstwo 40 
lescnosc, lesnosc 33 
lestnica 32, 33 



lewicki, lewicski 14 

licliwa, lifa l'J 

lichwnik, lifnik 1<.) 

Isciwosc !) 

l.soi\\y, Iciwy '•• 

Iiid/.ki. liuKski, ludzBki 14; liid/.t«ki l-'> 

h^cki, hfdBki 14 

Igarstwo 12 

lotrostwo, lotrowstwo 4ü 

lysnqc, lysknqc 34 

}}'szczi}cy. Icz^cy U 

Iza, zlza 47 

Izawy, ziziwy 47 

Jzic, zlzic 47 

Macierz 49 

malgorzata, margorzata 49 

marmur, marmun 49 

marBzczyc 9 

masno.sc. mastnosc 32 

matczyn, macs^n 7 2 

matka, macse 5S 

mdlec, mglec 73 

nidlosc, mglo.sc 73 

mdly, nigiy 7:; 

mcski, niQ^ski 1 1 

miastko 31 

miejsce, miescce, miescce, miestce, 

raiesce, miesce ül 
miejski, miescski, miescki, miestki, 

miesski, mieski 63 
miekki, mieki, mictki 8 
mickkosc, mietkosc 8 
mieszko, mestko 31 
milosicrnik 22 
miiosierny, milosierdny 22 
miJosnik, milostnik 32 
milosny, milostny 32 
miiostka 33 

mistrzostwo, mistrzowstwo 4H 
mniejszy, we mpniejszych 55 
mnostwo, mno/stwo 1 1 
moabicki, moabitski 14 
moczydlnice 23 
modlic, moglic 73 
modlitwa, moglitwa 73 
morski. morzki 12 



1! 



A. Paszkiewicz, 



mowa, molwa 38 

möwic, mölwic 38 

mscislaw, mcislaw 9 

murarz. mularz 49 

Naczerpac, naczarli 50 

najrzec, nazrzec, najzrzec 6S ; nazrec 66 

najVyiszy, nawyszy 6 Anm. 

namiestnik 32 

naparstek 31 ; naparztek 12 

uic, niczs, nies 13 

niebieski, niebiesski 3 

nieco, niecso 13 

niekiedy, niekiegdy 37 

nieluckosc, nielucskosc 14 

niemiecki, niemiecski 13 

üiemniej, niempniej 55 

nienalomny, nienalompny 55 

niepoczestliwy 30 

nieumiectwo, nieumietstwo 14 

nieustawictwo, nieustawicstwo 13 

niewinowactwo, niewinowacstwo 14 

niezbüstwo, niezboistwo 11 

mie}, niszej 6 Anm. 

nosilsko, nosidlsko 27 

nudle, nugle 73 

Obalic 17 

obejrzec, obezrzec, obejzrzec, obejzrec 

68; obezrec 66 
obfitosc, ophvitosc 38 ; opwitosc, opfi- 

tosc 16 
opfitowac, oplwitowac 16 
obfity, oplwity, opwity, opßty 16; 

oplwity 38; opfitny 56 Anm. 
obiecac 17 
oblec 17 
obtok 17 
obojczyk 17 
obora 17 

obowifi.zac, obwi^zac, obiq-zac 17 
oböz 17 

obwies, obies 17 
obwiesic, obiesic 17 
obwijaki, obijaki 17 
obwijaniec, obijaniec 17 
obwijka, obijka 17 
obwin^c, obinac 17 



obwJöczyc, oblöczyc 17 

obwöd, oböd 17 

obwojek, obojek 17 

obwyknac, obyknac 17 

obyczaj 17 

ocknac, octn^c, ocn^c 48 

oczywistnosc 32 

oczywisty, oczywis(t)ny 56 Anm. 

oddac, odac 1 

oddalenie, odalenie 1 

oddalic, odalic 1 

odpasc, odpa(d;ly 29 

odstepowac, ostepowac 1 

odtad, ot^d 1 

odtychmiast, otychmiast 1 

ofiara, offiara 15; ochwiara 19 

ofiarowac, offiarowac 15; ochwiarowac 

19 
ogarnac, ogardnac 22 
ojciec, ociec, occa 57, 59; otca, occa, 

oesa, oca 58; ojca 59, 60; ojciec, 

oc'ciec, otec 59 Anm. 
ojczyzna, occzyzna 59; odczyzna, 

oczyzna 58 
ojrzec 68 

omdlec, omglec 73 
opiekalnik, opiekadlnik 23 
opiekalny, opiekadlny 2'\ 
ordynarny, ordynalny 49 
osierdna 22 

oslepnac, osl(p)nq.}, osln^wszy 50 
osmnascie, osmnacie, osminatcie 58 
ostatni, ostani 24 
ostygly, ostydly 48 
otchlan, otchai'i 50 
otrzedz, ocrzedz 69 
otworzyd, odtworzyc, ottworzyc 1 
owiadnac 24 
o^^enie 6 
Pal 15 
panostwo 11 
parafia, parachwia 19 
parskac, parzkac 1 2 
parsknac, parsnq,c 34 
pastwisko, paswisko 50 
patnictwo, pqtnicstwo 13 



Die Konsonantenverbindnnpcn im Polnischen. 



189 



pazroczny, pa/.droczny Ö2 

pchla (17 Aniu.; pclia 5ü 

peneya. penlisya ö6 

pitjcdziesi^t, piedziesiit 5S; piendzie- 

siat 6(J 
])ielgrzym 49 
pieni^dz 15 
pieprz 15 
pierscien 'J 

piersnice, pierstnice •'<2 
pierwiastek .'il 
pierwieniec, pirzwieniec 70 
pierwizna. pirzwizna 70 
pierworodztwo, pirworocstwo r< 
pierwszy. pirzwj'. pirwy 70 
pietnascie, pi(jtuaceie 9 
plebania, klebania 49 
poclnvacic, pofacic 19 
pochwala, pofala 19 
pocliwy, pocstliwy 13 
poczciwosc, potciwosc 60 
poczciwy, potciwy 60 
poczesnosc, poczestnosö 32 
poczesny. poczestny 32 
poczynadlny 24 
pod Priip. vor einem mit t anlautenden 

Worte 1 
poddac, podac 1 
podejrzany, podezrzany 68 ; poderzany 

Bö : podezrany 66 
podle. pole 29 

l)odleboczny, poleboczny 29 
l)odostatkiem 1 
podrzecki, podrzecski 13 
podwyiszyc, podwyszyc 6 Anm. 
pojrzec, porzic 67 ; pojzrzec 68 
polnicka, polnicska 14 
poniiac 6 Anm. 
ponsowy, ponksowy 56 
poslanie, poatlanie 30 
pospölstwo. postpolstwo 33 Anm. 
posredni, postrzedni 64 
posrod 66; postrzöd 64; posrzöd, 

pojsrzöd 68 
postepek, postemkow 50 
postponowac 33 Anm. 



postrzy^^•llIlia. postrzypadlnia 23 

poKwiadczac, poswiatnzat-, poswiaczac 
72 

potkni^i'. j)0tni}(? 50 

potrzebiznny 2 

potrzestnica 32 

potwierdzac. pocwirdzac 71 

powiastka, ^jowiaska 31 

powicko. pow idlsko 27 

powod/ea, j)0\\ ()joa 59 

powj'/'szac, powyszat' 6 Anm. 

p6znie, p»V/.dnie 2o 

pözny, pözdny 20 

prampnica 55 

probostw o 1 1 ; proboszczstwo 9 

prorocki, prorocski 13 

proroctwo, prorocstwo 13 

proscien 20 

pröinosc 20 

pröiny 20 

prysnac 34 

przeclaw, przecslaw, przedslaw 1 4 

przed Präp. vor einem mit t anlauten- 
den Worte 1 

przejrzec, przejzrzec, przejzrec 68; 
przezrec 66 

przejrzenie 68; przestrzenie 64; prze- 
rzenie 65 

przeraowa, przeinohva 38 

przepastnosc 32 

przewyiszac, przewyszac 6 Anm. 

przezrotko, przezdrzötko 64 

przezumny, przezumpny 55 

przychodzca 57 

przygl^dzca. przygl^ca 58 

przyjenmy, przyjempny 55 

przylgn^c, przylnac 50 

przypuscic, przypuscie 9 

psalm, sahn 50 

psalterz, zoltarz, zaltarz 50 

ptactwo, ptastwo 48 

pulk 15 

pwac, pfac 16 

Eaclaw, radslaw 14 

radca 57, 60 : racca 57 ; rajca 59 

radosny, radostny 32 



190 



A. Paszkiewicz, 



rozegnac, rozienie, ro:Jenie 5 
rozerwac, rozdnvac 52 
rozerziiq,c. rozdrin^c 53 
rozgniewac, rozniewac 35 
rozgniewanie, rozniewanie 35 
rozgrzeszyc, rozrzeszyc 53 Anm. ; roz- 

drzeszyc 53 
röinie, rö'dnie 20 
roinosc, röMnosc 20 
vöiny, röMny 20 
rozpustnosc 32 
rozradzac, rozdradzac 52 
rozruszac, rozdruszac 52 
rozs^d, rosad 5 
rozsadzac, rosqdzac 5 
rozsiedlina, rosiedlina 5 
rozsiepac, rosiepac 5 
rozsierdzie, rosierdzie 5 
rozsiewac, rosiewac 5 
rozsiewca, rosiewca 5 
rozsladzac, rosladzac 5 
rozstajny, rostajny 5 
rozstanie, rostanie 5 
rozstanowic, rostanowic 5 
rozstrzygac, rostrzygac 5 
rozsuc, rosuc 5 
rozswiecic, roswiecic 5 
rozsypac, rosypac 5 
rozszacowanie, roszacowanie 5 
rozszerzyc, roszyi'zyc 5 
rozumnosc, rozumpnosc 55 
roz^alic, roialic 5 
rozi^cgad, roiegac 6 
rozzuc 5 

roz^urzac, roiurza6 5 
rubryka, labryka 49 
radüicki, rudnicski 13 
rudy, rudny 56 Anm. 
rycerstwo, rycerztwo 1 2 
rzadca, rz^ca 58 ; rzonca 60 
rzemieslnik, rzemiesnik 50 
Sadlno 23 
sadny 24 
sadzki, s^dski 14 

8£\siedzki, sasiedzski 13 [14 

sasiedztwo, Sfjsiedzstwo 1 3; sasiedstwo 



scdzia, stdzia, zdzia 58 ; scia, idzia 9 

seieklica 42 Anm. 

serce58,60; serdce, sercseoS; sierdzce 

57 
siedlnica 23 
sierp, sirzp 70 
skromnosd, skrompnosc 55 
slizn^c 35 
ship 30 
siupca 30 

solecka, solecska 14 
spojrzec 68 ; sporzic 67 
sprawiedliwy, sprawieliwo 29 
sprosny, sprostny 32 
srebrny, srebrny 66 
srebro, srebro 66 ; srzebro 68 ; strzebro 

64 ; sreblo, slebro 49 
sroda 66,68; srzoda, kszoda, wejsrod? 

68; strzoda 64; rsioda 67 
srodek, srzodek, kszodek 68; rsiodek 

67 
sroka, stroka 52 
ssfjd, sqd 3 

starczyc, etatczyc, staczyc, statszyc 72 
starosc, staroc 10 
stluc, sluc 30; stnc öO 
stolarski, stolarzki 12 
stragan 50 
strasznie, srasnie 50 
strzelecki, strzelecski 13, 14 
stygnac, stydn^c 48, 73 
stwierdzic, ecwirdzic 71 
sumienie, s^pnienie 55 
swiadczyc, swiaczczyc, swiaczyc, swia- 

czszyc, swiatszyc, swiarczyc 72 
swiadectwo, swiadecstwo 13; swia- 

destwo, swiadecwo 48 
swiecce, swiece 58 
swiecld, swiecski 13, 14; swietski 14; 

swieccy, swiecy 58 
swi^tokradca 60 
swisn^c 32 

szczery, szczerny 56 Anm. 
szczescie, w czesciu 9 
szczesny, szczestny 32 
szesc, szeo 10 



Die EoDSonantcnvcrbinduDgen im Polnischen. 



191 



szescdziesiijt, szezdziesi^t 0: szet'd/.ie- 

si^t 10; Bzcdziesi^t 5S 
szescset, Bzejset 63 Anni. 
Bzesnascie, szescnascie 3;J ; 8ze(5na'B)cie 

lU; szesnacie, pzescnacsie 58 
szkaradny, szaradny 34 
ezkio. scklo. scklany 31 
szlachetnosc, szlacheuosc 24 
eztreka, sreka 5ü 
szyderstwo, szyderztwo 12 
Tajeiunie, tajempnie 55 
tedy, tegdy 37 
tesc, ciesc. ccia 00 
tesciowa, ccia GO 
teskli«-}', t(;9liwy 34 
tqsknic, tqsnic 34 
tosküica, tesnica 34 
tcsknosc, tesnosc 34 
tkni}c. tn^c 50 
towarzystwo 11 
trzewia, crzewia 69 
trzewny 69 
trznadle, trznagle 73 
trzoda, crzoda 69 
trzos. crzos 69 

trzynascie, trzynaccie 9, 60 Anm. 
trzydziesty. trzydziestny 56 Anm. 
tszczeniecki, tBzczeniecskl 14 
twardn^c 22 
twierdza, cwirdza 71 
twierdzic, cwirdzic 71 
tydzien. tydnia 37 Anm. 
Uböstwo, uboistwo 1 1 
nchwacic. ufacic 19 
uchwalic. ufalic 19 
ucisnac. ucisknac 34 
ucliwosc, HC s^tliwosc 30 
uczcic, utcic 60 
uczciwy, utciwy 60 
uczestnik. uczesnik 32 
uczestny 32 
ufac. dufac, duflfac 16 
ujrzec, uzrzec, ujzrzec, ujzrec, njzdrzec 

GS; uzdrzec 64; urzec 65; uzrec 66 
umyslnie. umysnie 50 
ur^pnosc, ur^pny 55 



utwierdzic, uöwirdzic 7 1 

W Träp. vor einem mit w u, 1" anlau- 
tenden Worte 7 

warstat, warztat 12 

warstwa, warztwa 12 

wdowa. gdowa 46 

wdzi(,'cznosc, wzdzi(,'CznoKC 39 

wdziqczny 41; wzdzicjczny 39 

w^claw 14 

wedle, wele 29 

wejrzec 45, 6S; wc/rzec. wejzrzec, 
wejzrec 68; wezdrzec 64; werzec 
65; wezrec66; wyrzic 67 

wejsc 45; weszczdla, weszczdlo 28,51; 
weszla, weszlo 2S, 41, 45 

welnny 2 

weskwitnac 39, 43, 45 

wesprzec 45 

westchn^c 45 

wezbrac :59, 45 

wezdriec 39, 45 

wezglowie 45 

wezwac 40, 44, 45 

wezwrucic 39, 43, 45 

wezwrzec 43, 45 

wieczerzalnia. wieczerzadlnia 23 

wiednqc 24 

wiejski, wiesski, wieski 62 

wi^kszy, ;wi^cszy), wi^tszy 72 

wielbic 19 

wielblijd, wielbrad 49 

wielmnostwo, wielmnoistwo 1 1 

winnica, winica 2 

winny 2 

winowajca 60; winowacca 57; wino- 
wacsa 58 

wlasnosc, wiosnosc, wiostnosc .'«2 

wlasny, wlosny, wlostny 32 

wiodarstwo, wlodarzstwo 12 

wlodzictwo, wlodzicstwo 14 

wrotnictwo, wrotnicstwo 13 

wrzazac 41 

wschud. wchöd 39; schöd 50 
I wschodzic 39 

wschowac, wschowaniec 39; schowac, 
schowaniec 43 



192 



A. Paszkiewicz, 



wschopic 39 

wschyliö 39 

wsciagnijc, sciagn^c 39; wci^gn^c 42 

wsci^gluvosc 39 

wsciekac, wsciec 42 Anm. 

wscinac 39 

wskarmic 39 

wskazad 39 

wskazowka, skazöwka 50 

wskladac, wkladac, skladac 39 

wsklonid 39 

wskopaö 39 

wskrös 45 

wskryc 39, 45 

wskrzesic, skrzesic 39 

wskrzyczec 39 

wslawic 40 ; slawiö 44 

wspamietac 39 

wspiewac 39 

wsplakad 39 

wsplodzic 39 

wsplynac 39 

wspomapac, wpomagac, spomagac 39 

wspominac, spominac 39 

wsprosic 39 

wsprzeciwiac si? 39, 45 

wspychac 39 

wspytac 39 

wstac 40, 45 ; staö 50 

wstargnac 39 

wstawictwo, wstawicstwo 13 

wstq.ika, st^ika 50 

wstr^bic 39 

wstracic 39 

wstret 45 

wstrwo^yc 43, 45 

wstrz^sc 45 

wszcz^c 42 

wszczynic 39 

wszelki, wszelkny 56 Anm. 

wszerz 41 

wszystek, wszyciek, wszyccy, wszycy 

58; wazyska, wszysko 31 
wwi^zac, wi^zac 7 
wwi^zanie, wiazanie 7 
wwiesc, wiese 7 



wychodzca 60 

wyciestwo, wycie^stwo 1 1 

wygodny 24 

wymowa, wymolwa 38 

wymuwic, wymölwiö 38 

wyst^pek, wysterQkiem 50 

wyiej, wyszej 6 Anm. 

wyiszy, wyszy 6 Anm. 

wy^szyc sie, wyszyc sie 6 Anm. 

wzbac sie 39 

wzbelknac 30 

wzbiogoslawic 39 

wzbor 39 

wzbudzic 39 

wzdac, wdac, zdac 39 

wzdlui 45 

wzdra^nic 39, 45 

wzdr6j 39, 45, 52 

wMy, wszegdy, weMy, weigi 37 

wzdychanie 39 

wzdziac, zdziac 39; wdziac 41 

wzdzialad, zdzialac 39 

wzdzier:^ec 39; wdzieriec 41 

wzdzwignac 39, 43; wzdzignac 43; 

wdzign^c 44 
wzegnac 39, 45 
wzgardzic, wgardzic, zgardzic 39; 

wzardzic, wzardziciel 50 
wzgl^d 45 
wzgladac 39 
wzgöre 39 
wzhuczec 39 
wzic 39 

wzjawic 39; zjawic 43 
wzjechac 39 
wzlec 39 
wzleciec 39 
wzloiyc 39 
wzmöc 39 
wzmno^yc 39, 45 
wznac 40, 45 
wznic 43 
wzniknac 39 

wzniesc, zniesc, wniesc 39 
wznowic 39 
wzorac 39 



Die Koneonantenverbindungcn iui Polnischen. 



193 



wzraz, wzdraz 52 

wzrok, zrok 39 

wzrösc 39 

wzrost, zrost, wrost 39; wzilrost '>2 

wzruszyc, zruszyc 39; wzdruszyc 52 

wzrzucic 39; w;z drzncic 53 

wzwiastowac 39; zwiastowac 43 

wzwiifzac 39, 43 

wzwiedziec 39, 43 

wzwielbic 39, 43 

wzwierzeh '-''J, 43 

wzwiesc, wzwodzic 39, 43 

wzwniec, wzniec 44 

wzwoLic 39, 43 

wzwyszyc 39, 43 

Z, Prüp. vor einem mit z 's) anlauteu- 

den Worte 4 
zachod/ca 59; zachoca 5S 
zachwycony. zachycony 19 
zajrzec, zazrec tiO 
ialosny, zalostny 32 
zamojski, zamoscski (>3 
^arJoetwo, ^arlostwo, ^.arlocwo 4S 
zasmierdnac, zasmiergnac "3 
zaszczycca, zaszczytca 58 
zawadzca, zuwadca 58 
zawMy, zaw^gi, zawdy 37 
zazdrosc, zazrosc 52; zazroc lU; za- 

drosc 47 
zböjca60; zbudzca 57 
zdrada, zrada 52 
zdrajca, zrajca 52 
iebractwo, iebracstwo 13 
iec, zeiie, zaziony, zaiouy, iony 6 
zejsc, zczedl 51 



zewdlec, zemglec 73 

zgniesc 35 

zgodnosc, zgodlnosd 23 

zgzic, zdzic 51 

zjadliwoiii', zjadliwor lo 

zlosnik, zlostnik 32 

zlosny, zlostny 32 

zmarszczony, ziuarczony 9 

zmartwyc'hwstad, zmartwywBtac 19 

zmlocic, zempluciö 55 

zmyslny, zmj'sny 50 

zofia. zoclnvia 19 

^'ohiicrz, ^.oldnicrz 21 

/oluierski, po iolnierzku 12 

zrijb, zdrab, str^b 52 

zradio 0(3: zdrzadlo G4; /rzadlo <J8 

zraly (iO 

zrebie 08 ; zdrzebie 04 

zrec 06, zrzec OS 

zrekowiuy, strekowiny 52 

zrenica, zrzenica 08 

zrodio, zrzudlo 68; zdrzödlo 64 

zruszyc, zdrnszyc 52 

zrzijdzic, zdrzjjdzic 53 

zrzucic. zdrzucic 53 

zrzynac, zdrzynac 53 

zsiadac 4 

zst^pic, atapic 4 

zstarzac 4 

zuchwalosc, zucbwaJy, zuchwalec, zu- 

falosc, zufaly, zufalee 19 
zufac 10 

iydostwo, ^ydowatwo 46 
ziec, zdiee 51 
zzuc, zuc 4 

A. Paszkieioicz. 



Archiv für slavische Philologie. .XXXI. 



13 



Cecliische und polnische Wörter in Mikaljas 
Wörterbuch. 



Schon Dobrovsky hat in seiner Slowanka (I. 226) sich darüber ver- 
wundert, woher die cechische und polnische Form des Wortes für 'Seife' 
[mycllo) in Voltiggis Wörterbuch als midlo sich eingeschlichen habe. 
Doch nicht bei Voltiggi begegnet sie uns zum ersten Male bei den Süd- 
slawen, sondern schon einige seiner Vorgänger haben dem Wort in ihren 
Wörterbüchern die Aufnahme gewährt, so Belostenec, der es als dalma- 
tisch kennzeichnete, dann Della Bella und Stulli. Wie konnte Belostenec 
es zum dalmatischen Worte stempeln ? Offenbar nur deswegen, weil er 
es in der reichsten Fundgrube des dalmatischen Wortschatzes, in Mikaljas 
Blago jezika slovinskoga ili slovnik u komu izgovaraju se rjeci slovinske 
latinski i diacki, Dictionarium Illyi-icum etc., Laureti 1649, verzeichnet 
fand. Außer diesem einen Wort enthält aber dieses für seine Zeit herr- 
liche, mit Recht gerühmte Werk Mikaljas noch eine Reihe von Wörtern, 
die nur den nordslawischen Sprachen eigentümlich und nach meiner An- 
sicht teils dem cechischen, teils dem polnischen Wortschatz entnommen 
sind. Durch die Konstatierung dieser Tatsache will ich der allgemeinen 
Wertschätzung des Wörterbuchs Mikaljas keinen Abbruch tun, nachdem 
ich vollauf überzeugt bin , daß selbst nach weiteren gründlicheren For- 
schungen das von ihm zusammengetragene Material nur in geringem 
Grade wird als befleckt befunden werden: ja ich finde, falls er tatsäch- 
lich ein geborener Italiener war, diese kleine Entgleisung von dem einzig 
richtigen kritischen Standpunkt bei seinem Bestreben, ein möglichst voll- 
ständiges Werk als Hilfsmittel zur Erlernung der italienischen und latei- 
nischen Sprache zu liefern, nur leicht begreiflich. 

Legt man sich die Frage vor, woher Mikalja, von dem wir ja nicht 
wissen, ob er je nach den Ländern gekommen sei, wo cechisch oder pol- 
nisch gesprochen wird, diese Wörter geschöpft hat, so denkt man un- 
willkürlich, nachdem es sich um zwei Quellen handelt, an das von Peter 
Loderecker i) durch den cechischen und polnischen Teil vermehrte Wörter- 



1) Nachdem die Angaben über Lodereckers Wörterbuch bei Dobrovsky 
(Slowanka 1. 191) und die daraus geschupften bei Safarik (Gesch. der südslav. 



Cechische und polniBche Wörter in Mikaljas Wörterbuch. 195 

buch des Faustns Verantius (Vrancic) ans Sibenik. Aber diese Annahme 
erweist sich bei näherer Prüfung als nicht stichhaltig. Von den unten 



Lit. II. 107) zum Teil unvollständig sind, das Wörterbuch aber ziemlich selten 
zu sein scheint, will ich darüber einige Bemerkungen hier anfügen. Es betitelt 
sich: Dictionarium septem diversarum liuguarum, videlicet Latine, Italice, 
Dalraatice, Boheuiic»'', Tolonice, Germanice. & Ungaricc. una cum cuiuslibet 
Linguae Registro sive Repertorio vernaculo. in (juo candidiis Lector, sui 
d ioniatis Vocabulnm facile invenire poterit. Singulari studio & industria 
collectum a l'etro Lodereckero Prageno, Bohemo dtc. Cum gratia -Isi Privilegio 
Imperiali. Das Format ist, wie schon Dobrovsky hervorhob, Querquart. Dem 
Wörterbuch gehen in den verschiedenen Sprachen, die es enthält, Vorreden 
voraus, und zwar in der Keihenfolge der Sprachen, in welcher die Wörter im 
Wörterbuch gedeutet werden lat., ital., dalm.. bolieni.. polon.. germ., hung.). 
I>er Inhalt von 6 Vorreden ist so ziemlich gleich und trägt überall das Datum 
>Prag. am Vorabend Johann des Täufers 16U5<; bloß die dritte, die serbo- 
kroatische Vorrede, hat einen ganz anderen Inhalt und trägt auch ein be- 
deutend früheres Datum >Prag, am Lichtmeßtag 1605c ; sie hat merkwürdiger- 
weise am Kopfe in großen Lettern die Aufschrift >Faurt Vrancfich Sibencfa- 
nin<. Diese Vorrede wird demnach Vrancics eigenes Elaborat sein — 
Loderecker wird ja anch kaum so gut kroatisch schreiben gekonnt haben — 
und, da sie aus Prag datiert ist, ist die Annahme erlaubt, daß sich Vrancic 
zur genannten Zeit wenigstens vorübergehend wieder in Prag befand ; Ru- 
dolf II. hatte ihn ja früher sehr lieb gewonnen und sich seiner vielfach als 
Geschäftsträgers bedient. Loderecker wird sich denn wohl auch damals von 
Vrancic die Erlaubnis zum Nachdrucke des Dictionarium (juinque linguarum 
erwirkt haben. Der Inhalt der Vorrede Vrancics kehrt in vielen Schriften 
jener Zeit Gesenius, Bohoric... wieder und lag ihm als dem Verfasser der 
Schrift >De Sclavinis seu Sarmatis« Ljubic, Ogledalo II. 443; sehr nahe. Da 
die Vorrede nur kurz ist, will ich sie mitteilen: 

Fauft Vrancfich Sibencfanin. 
Niye vechyega yazika nä Szvitu, koliko ffe moxe znati od naafs od Szlo- 
vinyzkoga, yerebo dobar dijl Europee, i Axiee Zauhityuye, kako i Sztaari Kof- 
mographi pifuu, i mij ffadä vidimo. Onuu Zemlyu. koyu raij ITada Ruzkuu illi 
Mofskvu zovemo, fftarij Latini i Garczi zvali yeffu Sarmacziu Afiatiku, ä ovit 
drugu, koyu raij ffadaa Polyacskuu zovemo, oni yeffu zvali Sarmacziu Euro- 
peyu. Iz Rufziee illi ti Mofskvee (tomu yefft vethyee od tiffuchya godifchaa) 
izafal yefft yedan Narod, i prifadfi priko Dunaya. obuyal yefft od Garkow 
Tracziu ko^-uu dö ffadaa uxivaa. Tij ffe zovuu Bulgari yerebo dofli yeffu od 
volgee Kikee. koyaa uticfee u Perfianzkoo Moore, od Latinow zoveffe Mare 
Cafpium. Iz Polyacskee Zeralyee tolikoye izafli yeffu trij veliki Narodi, Par- 
voo, pokole Vandali, od primorya Polunochnyega Nimacskee Zemlyee prog- 
nani od Gottuffev, profli yeffu ü Galliu i potole ü Hifpaniu, h odoulee chyä 
u Aphriku, u Vrime Svetoga Auguftina, na nyihovo miffto ulizli yeffu Szlo- 
vinyi mnogo skodee Nimczem ucfinili, ono Pomoryee chya do Daniee obvla- 

13* 



196 K. Strekelj, 

ausgewiesenen Wörtern könnten mit Hilfe Lodereckers nur fünf an- 
standslos erklärt werden, während für die übrigen die Quelle noch immer 



dali, za too ffe i danafniji dan ona Zemlya Pomerania zovee, Napokon od 
CzelTarov Nimskih Karola Velikoga, i od triyuu Othokarow podloxeni, veru 
Karzchyanzkuu yazik, i chyuud Nimacsku Vazeli, Vechye fl'uza Nimczi dar- 
xani. Drugij Narod Szlovinzkij obuyel yefft, ovuu Zemlyu, Koyaffe ffada 
Cfeskaa, Luxaczia, Sleskaa, i Moravskaa gimenuyee, koyij, buduchi üNimacs- 
koy Zemlyi, uzdarxal yefft ffvoy vlafftiti yazik Szlovinyekij, yerebo Nimacs- 
kaa Zemlya, kako pifuu fftarij Kofmographi, doffigala yefft chya do Viflee 
rikee, Koya tecfee poli Krakova gradaa, ü kome Kraly Polyacskij ffidij. 
Tretij Narod dilivfiffe iz Polyaske Zemlye, priko goree koyaffe Karpath 
zovee, obuyaal yeft Pannoniyu, potom profadfi vechyekraat Dunay, Szavu, i 
Dravu rikee chya do Moora Poludnyega, velike skode i fframote yefft ucfinil 
Rimzkomu Vladanyuu, plinechi i robechi Macedoniu i Dalmacziu i offtalee 
one fftrane napooiik(!) obuyal yefft ffvu Dalmacziu i ffada yu darxij od iftriee 
do Macedoniee i od Moora do Driravee (!) rikee To ffe yezt pocfelo ü Vrime 
Svetoga Gargura Papee. Kakono on ffam pijfee i drugij piffczi, Tolio (!) da 
od Tiyffucha godifchyaa fzlovinyczi vladayuu onu Zemlyu, i uzdarxuyu ffvoy 
yazik, koyi yeztvele cfii'ftiyi nego yezt ffada Polyaskij alUMoskovzkij, Kakö 
moxe ffuditi ffvakij koyi ovi yaziczi razumij ako ga ffvoy vlaztitij neprihinij, 
yerebo yazik Dalmatizkij, Harvatzkij, Szarbskij, illiBoffanzkij, (yere ovo ffve 
yedan yazik yefft) gimaa ricfij illi fslovaa dluga (!j, koyaffe lahko izgovarayu. 
i ffvakoyko (!) prigiblyuyu. A Sztaarij yazik Dalmatizki, fzaffvima yeffu za- 
tarli, kakono i. Eimlyani u Gallij i ü Hifpanij yeffu ucfinili, toliko da ü ovo 
Vrime niyezt cflovika, koyibi umijl povidat, Kakoffe yefft parvoo togaa u 
Dalmaczij, Gallij i Hifpanij govorilo. ii Pragu na dan ocfifhyenya Blaxenee 
Divee Mariee. 1605. 

Sämtliche Vorreden nebst Titelblatt umfassen 8 Blätter, darauf folgt, 
unter Weglassung der Widmung (Admodum reverendo viro D. Alfonso Ca- 
rillio), des Vorwortes und des Lobgedichtes des Hieronymus Arconatus auf 
Vrancics Werk das Wörterbuch selbst avif 92 Blättern, wobei Loderecker den 
cechischen und polnischen Teil hinzufügte. Auf der Vorderseite des letzten 
Blattes des Wörterbuchs steht am Schlüsse der Vermerk über den Drucker: 
Pragae imprimebatur prima pars huius operis apud Nicolaum Straus impensis 
et sumptibus Authoris MDCV. Das übrige Werk nehmen die Register ein: das 
ital. 30, das dalm. 30, das cech. 33, das poln. 34, das deutsche 32, das magy. 
29, zusammen 188 Blätter; gedruckt sind sie in einer anderen Offizin als das 
Wörterbuch, nämlich: Pragae. E Typographaeo Ottmariano. Impensis Au- 
thoris MDCV. Vom letzten Teile des Werkes Vrancics hat Loderecker nicht 
nachgedruckt das Verzeichnis der Vocabula dalmatica quae Ungari sibi usur- 
parunt (p. 118 — 122, cf.Miklosich, Die slaw. Elemente im Magyarischen [DWA. 
XXI] 3), dann die Institutio christiana (123 — 124), das Symbolum Apostolo- 
rum (125—126), die Oratio Dominica (127) und die Salutatio angelica (128). 

Lodereckers Änderungen im Wörterbuch sind nur geringfügiger Natur, 



Cechische and polnische Würtcr in Mikaljas Wörterbuch. 107 

unerschlossen bliebe. Deswegjen muß unacrein Lexikographen speziell 
ein rechisches und ein polnisches Lexikon zur Verfü^un": tr<'standt'n 
haben, da es solche, wo beide genannten Sprachen in einem Wörterhuche 
vereint wären, vom Lodereckerschen abgesehen, überhaupt nicht gibt. 
Für das Polnische könnte man au Ambrosii Calepini Dictiouarium un- 
decim linguarum, Basiloae 1(»27, denken, worin das Polnisclie aus Jan 
Maczyi'iskis in Kiinigsberg !.')() t erschienenem Wörterbuch geschiipft ist. 
Doch weist die Schreibung, oder richtiger gesagt Umschreibung, darauf 
hin, daß !Mikalja nicht daraus geschöpft hat. Vielmehr spricht alles da- 
für, daß ihm (»rzegorz Knapski s Lexikon vorlag, tind zwar dessen The- 
sauros Latino-polonus, Cracoviae lÜ2i;. Dieses war ihm wohl in der 
Bibliothek seiner Soeietät zugänglich, indem dessen Verfasser sowie er 
selbst dem Orden der Gesellschaft Jesu angehörte. Mit geringerer Sicher- 
heit läßt sich die cechische Quelle Mikaljas bestimmen. Da kämen vor 
Willem in Betracht Tom. Kesel (Dictionarium latinobohemicum 1560), Da- 
niel Adam z Veleslavina (Silva quadrilinguis loOS) und Komensky (Ja- 
nua linguarum 1633). Das Fehlen einiger Wörter bei Komensky und 
Resel, soviel ich über letzteren nach den Zitaten bei Jungmann und Kott 
urteilen darf, weist auf Veleslavin als Quelle Mikaljas hin (vgl. nament- 
lich levhart). 

Im nachfolgenden teile ich nun diejenigen Wörter mit, die mir bei 
der Durchsicht von Mikaljas Blago jezika slovinskoga als nichtsüdsla- 
wische Bildungen aufgefallen sind. 



die meisten noch betreffen die deutschen Wörter, namentlich deren Orthogra- 
phie. Neu aufgenommen erscheint axunr/iarium, bei welchem nur die cech., 
poln. und deutsche Übersetzung steht; dann 7)ien/<or, wo die dalm. Übersetzung 
fehlt; ferner .sefh'ci,». vro die ital.. dalm. und magy. Übersetzung fehlt, ein 
Zeichen, daß Loderecker trotz der Herausgabe eines siebensprachigen Wörter- 
buches kein besonderer Mezzofanti war. Ausgelassen hat er Vrancic's dalm. 
Übersetzung bei mereri (bei Vranc. merco dozfoim), bei suburbium ;Vrane. 
varos) und bei tabulatum (Vranc. pod}. Bucola ist bei Vranc. im Ital., Dalm. 
und Magy. für hucula als 'junge Kuh' aufgefaßt, während er es im Deutschen 
richtig mit >Ein meülle< übersetzt; Loderecker hat diesen I^hler erkannt und 
es ital. jnit bucchinn, cech. mit tlamicka, poln. mit gemb/;a, deutscii mit Mäitl- 
lein wiedergegeben, die dalm. und magy. Spalte aber offen gelassen. Wo 
schon bei Vrancic die kroatische Übersetzung nicht angegeben erscheint (in 
25 Fällen), fehlt sie natürlich auch bei Loderecker, der auch die poln. Bedeu- 
tung für socer nicht hat finden können. 



198 K. Strekelj, 

A. Cechische Wörter. 

Dedek 'putpuden, bozji pivac; pupula, lupeca, gallo di paradiso ; 
upupa' (Mik. 61, 25). — Cech. dedek 'upupa, Wiedehopf; das Wort ist 
schon im Altcech. nachgewiesen (Gebauer Slstc. I. 216). Aus Mikalja 
haben es Belostenec und Jambresic, letzterer allerdings mit dem Attribut 
s?nrdcdt, da er wahrscheinlich das Wort mit ded^ in Zusammenhang 
brachte, mit dem es nichts zu tun hat. 

Kalus, kalaus 'sova ptica; nottuela, civetta; noctua' (Mik. 183). 
— Das cech. kahis, kalaus, jetzt kalous, kalous 'Ohreule, Horneule' 
kennen alle älteren gedruckten cech. Wörterbücher (Resel, Veleslavin u. 
Komensky). Aus Mikalja hat d;is Wort Stulli. Eine Etymologie ist 
meines Wissens bis jetzt noch nicht gefunden. Als Suffix ist ein neueres 
slaw. -üs^ cech. -ous anzusetzen, welches wir auch in divous^ morous 
haben. Das Wort dürfte zur Wurzel *qel- 'ertönen, schreien, brüllen' 
gehören, also verwandt sein mit ahd. Imlon (nhd. holen), lat. calo, gr. 
y.ak€Co usw. (vgl. Walde EW. 85) und demnach auf einer idg. wurzel- 
haften Grundform *qdl- in der Bedeutung 'Schreier' beruhen. Die Ohr- 
eule wird vielfach nach ihrem Geschrei benannt, geradeso wie die Rohr- 
dommel, deren Name bukac bei Mikalja möglicherweise gleichfalls aus 
dem Cech. entlehnt ist, wiewohl die Bildung auch autochthon serbokroa- 
tisch sein kann. 

Kuro2)iva 'jareb, jarebica ; perdice; perdix' (Mik. 222). — Cech. 
kuroptva, koroptoa 'Rebhuhn'; bei Kott wird aus Veleslavin zitiert: 
kuroptve do rukävnlku privesti. Das poln. kuropatwa kann unserem 
Worte nicht zugrunde liegen. Stulli hat sein kuroptva aus Mikalja. 

Levharf 'zvier leopardo, panthera; panther, leopardus' (Mik. 
229); auf S. 401 schreibt Mikalja levhrrit, was wohl wie levhart nur 
als levhrt aufzufassen ist. — Jungmann hat aus Veleslavin levhart in 
der gleichen Bedeutung, während Komensky dafür rys gebraucht. Über 
das cech., aus dem mhd. lipharte entlehnte Wort vgl. Matzenauer Cizi 
sl. 240 und Gebauer HMl. 1.419; etwas abseits liegt poln. lampart. Das 
Wort übernahm aus Mikalja Belostenec {leuhart) und Stulli [leichärt). 

Pstros *struc ptica; struzzo; struthocamelus' (Mik. 516, 663). — 
Diese Form kennt nur das Cechische : j^^t'^'os, pstros, stros aus ahd. 
striiz^ 'Strauß' ; das Wort kommt bei Veleslavin und Komensky vor. Der 
Vorschlag des anlautenden p ist noch unerklärt. Hier liegt wohl eine 
lexikale Assimilierung (Adradikation , Volksetymologie) an pstruch, 



Cechische und polnische Wörter in Mil^aljas Würterbucb. 199 

pstruska vor; vgl. namentlich auch pstros in der Bedeutung 'pstry küii, 
der Schecke'. Das Wort ^ing aud Mikalja in die Wörterbücher von Jam- 
bresic {pj'trö/'z), Della Bella {p/'tiösj und Stulli über. 

Spaiek kommt bei Mikalja nur GH vor: »spazek vidi ^quora^«; 
Scquergl (cf. bei Vranric (M'varly) aber wird erklärt ntir mit 'cvorac, 
^vrrigljak ptira, Storno, stornello, sturnus'. — Es ist das rech, .spadck 
'Staar', welches auch Veleslavin undKomensky kennen. Die Etymologie 
aus dem ([.iSpatz, welche .hingmann aufgestellt hat und die auch Gebauer 
HMl. 1. (n3 annimmt, ist zurückzuweisen; ich vermute darin eine von 
der "Wurzel *.sbp- 'lispeln, schwätzen, rauschen, schwirren' mit dem 
Suffix *-ako- abgeleitete Bildung; *.sbpak7j wäre darnach 'der Vogel mit 
schwirrender Stimme, der Schwätzer'; die Entwicklung des Begrifles 'lis- 
peln' zu 'schwätzen' ersieht man daraus, daß 'der Schwätzer [in der 
Schule]' im Slowenischen am besten durch iepetavec wiedergegeben 
wird, übrigens könnte aus Spatz nicht .^pak werden, welche Form das 
Poln., Weißr. und Kleinr. kennt. Das lit. apakas weist schon durch sein 
wurzelhaftes a auf Entlehnung aus dem Slawischen ; für a aus sl. .v vgl. 
spilka aus poln. szpilka (Brückner, Fdw. im Lit. 130). 

[Velnog 'giganat; gigante; gigans (!)'; od velnoga, na nacin od 
velnoga 'giganteus' (Mik. 7G9). — Daß das Wort direkt aus dem Cech. 
entlehnt wäre, kann ich nicht erweisen ; der Pole Knapski verzeichnet 
ein iciclonog in der Bedeutung 'polypus'. Indes glaube ich vermuten zu 
dürfen, daß Mikalja das Wort vehiog eigenmächtig geschaffen hat, wie 
man im Cech. im XIX. Jahrh. für das antidiluvianische Tier mcguptis 
ein velnozec gebildet hat. Dergleichen Bildungen mit veh- sind im 
Cechischen, teilweise auch im Polnischen, ziemlich beliebt; man vgl. 
velmoz (poln. wielmoza, sbkr. velmoza, im Asl., Cech. bisweilen durch 
lexikale Assimilation vclhmqzh^ vchnuz)^ velmistr^ vehnore^ velkiis^ 
velohdan^ velpän^ velprodatec^ veltrh usw. Allerdings sind die meisten 
dieser Bildungen erst jungen Datums ; einige konnte Mikalja indes doch 
auch schon in seiner Quelle finden und sie sich zum Muster genommen 
haben ; so außer velmoz das folgende.] 

Velrib^ velorib 'balena; cetus, cete, cetum, balaena, pistrix' (Mik. 
769). — Dieses Wort ist schon alte, belegt und findet sich in derselben 
Bedeutnng auch bei Veleslavin und Komensky ; Pie.sel hat velryba. Das 
Wort kennen auch die polnischen Wörterbücher, wenigstens hat Knapski 
(Cnapius) icieloryh 'cetus'. Man hat wohl vom slaw. veh- (vgl. vehmoza) 
im ersten Teile auszugehen ; zur Umbildung mag das d. Wallßsch^ ahd. 



200 K. Strekelj, 

walfisc (vgl. Kluge, EW. ^ 413) den Anstoß gegeben haben, welches der 

— natürlich nur gebildete — Slawe des Mittelalters als 'Riesenfisch' auf- 
faßte. Als Beweis dieser Ansicht gelten die Erklärungen anderer Lexiko- 
graphen des serbokroatischen Sprachgebietes; Jambresic gibt ja halaena 
als 'najveksa riba vu morju', Della Bella und Voltiggi als 'velja riba' und 
Stulli als 'veljozvjer' wieder, alles nur Umschreibungen, respektive Neu- 
bildungen. 

Zaklona 'zastori, kojim se miri pokrivaju; tapezzaria; peristroma, 
peripetasma, velaria, aulaeum, stragula vestis' (Mik. 816); daneben aber 
auch p. 834: »zastori, kojim se ogrnjuju miri: zaslone, tapezzaria, pe- 
ristroma, peripetasma velaria, aulaeum etc. « — In der Bedeutung von 
'Tapeten, Vorhang' halte ich das Wort — beachte auch das Femininum 

— für cechisch. Man findet allerdings bei Jungmann aus Veleslavln nur 
ein zaslona angeführt; indes ist schon im Passional 1457 zählona in der 
Bedeutung zäslona, zäclona^ zacloh 'Vorhang, Bedeckung, Verhüllung, 
Blende, Schirm' angewendet und dürfte auch in dem mir nicht vorliegen- 
den Veleslavln gefunden werden. 

B. Polnische Wörter. 

Bodan (boccjan) 'fctrrik (strk); cicogna; ciconia' (Mik. 21, 228, 
589). — Aus dem poln. bocian 'Storch', das Knapski [bocian) und Cale- 
pinus [bockian] bieten. Aus dem Cech. kann das Wort nicht entlehnt 
sein, weil das cech. boöan 'cäp cerny' (in der Slowakei bokän, in Mähren 
und Schlesien bocan^ bocon, bocun., bocian) nicht in Werken aus der 
Zeit vor Mikalja nachweisbar ist. Die cech.-slowakischen Formen schei- 
nen vielmehr aus dem Poln. entlehnt zu sein, vgl. Berneker, EW. 78. 
Die Zusammenstellung mit lat. bldeo 'Bussard' und bütio 'Rohrdommel' 
(wegen des Bedeutungswandels von 'Storch — Falke' vgl. ags. c^/^a 'Rohr- 
dommel — Gabelweihe', mlat. erodiiis 'Reiher — Falke', siehe meine Schrift 
»Zar slaw. Lehnwk.« 51) scheitert am Vokal u {bütire, bübo, bucca, vgl. 
Walde, EW. 75). Wahrscheinlicher ist die Annahme einer hypokoristi- 
schen Abkürzung aus kiobocian, Mabocian 'Storch' von klobotac 'cre- 
pare, crepitare de ciconia', was Matzenauer, Lf. VIII. (1881) 172, mit 
lit. klabeti 'crepare, crepitare, pulsare', lett. klabet, -eju 'crepare, cre- 
pitare' vergleicht: darnach wäre der Storch als klobocian^ Joe««?? nichts 
anderes als 'der Klapperer', vgl. das d. 'Klapperstorch'. 

Kvas (quas) 'pivo; cervosa, birra: ceruisia' (Mik. 415, 531), wo- 
neben auch quas in der gewöhnlichen Bedeutung 'levito, fermentum', 



Cechische und polnische Wiirtor in Mikaljas Würterbucli. ooi 

quasiti 'bagnare, madefacere'. — In eraterer Bedeutnng ist das Wort den 
Südslawen unbekannt, daher haben wir Entlelinunp aus dem Poln. anzu- 
nehmen, da uns das Cechische jeuer Zeit nichts eutsprecheudcs bietet. 
Knapski hat ein kwäs in der Bedeutung piric und identifiziert es vdMJöIi- 
lerznik und cicnku.'-z, welch letzteres er mit 'piwo po-<lednie, ceruisia 
cibaria, secundaria, operaria' erklärt, also 'geringeres Bier, Arbeiterbier'. 
Das Wort ist bekanntlich auch ins Deutsche übergegangen als Quäß, 
(juäße/i, Quäßerci und Quas, quassen. Das niederd. quälten ist nur 
eine Assimilationsbildung, indem das Wort wie ein echtdeutsches behan- 
delt ward und man es in gleiche Linie stellte mit daz^-dut, xcaz^-va( usw. 

MidJo 'sapun; sapone; sapo, pila matriaea' (Mik. 201, 57S). — 
Das Wort halte ich deswegen für aus dem Poln. entlehnt (bei Knapski 
findet man nujdfo 'sapo, smegma', desgleichen bei Calepinus), weil Vele- 
slaviu, nach anderen Beispielen zu urteilen, für </ wahrscheinlich cy 
[meydlo) geschrieben hat, wie es auch Komensky tut; diese P^rm würde 
aber dann Mikalja nicht in midio umgeformt haben. Den t'l)ergang des 
Wortes in andere Wörterbücher habe ich schon eingangs hervorgehoben. 
Das Wort ist auch bei den Slowenen nicht heimisch, wenngleich es aus 
anderen slaw. Sprachen richtig umgeformt aufgenommen ward; die 
Halbintelligenz spricht es, um es vom neutr. adj. milo zu scheiden, viel- 
fach mjilo aus, welche Form sogar hie und da in Drucken erscheint. 

[Podncbje 'baldachino; umbella, thensae'; podnebje od kuce 
'sottocielo, soffito, laquear, laquearium, lacunar, tectum laqueatum vel 
ccelatum' ^Mik. 9, 130). — Das Wort, das ich sonst in dieser Bedeutung 
auf serbokroatischem Gebiete nicht bezeugt finde, ist wohl eher eine 
Übersetzung des ital. sottocrielo (ähnlich gebildetes aopraccielo ist noch 
heute gebräuchlich in der gleichen Bedeutung), als eine Entlehnung aus 
polu. podniehie 'sklepienie, strop, sufit, baldachim, pokrycie ozdobne, 
ktöre si^ zawiesza nad tronem, oltarzem' usw. oder aus cech. podnebi 
nad postele 'der Himmel über dem Bett', die in gleicher W^eise Nach- 
ahmungen der ital. Wortbildung sind. Übrigens kommt das Wort weder 
in der poln. noch cech. Form in dieser Bedeutung bei älteren Lexiko- 
graphen vor. Aus Mikalja ist das Wort auch in das Wörterbuch Stullis 
übergegangen.] 

Rohak 'cmolj, crv, koji grize lozje, verme, che rode le viti' (Mik. 
565, 45), — Da das Wort bei Veleslavin nicht vorkommt (wohl aber bei 
Komensky: rohälc 'cerv v mase a v syru'), nehme ich Entlehnung aus 



202 K. Strekelj, 

dem poln. rohäk 'vermis' an, welches sowolil Knapski als Calepinus und 
Loderecker kenneu. Aus Mikalja hat das Wort Stulli. 

Sep 'ptica avoltore ; vultur'(Mik. 590). Die richtige serbokroatische 
Form i^isiip, welches auch Mikalja selbst p. 669 bietet: sup 'ptica avol- 
tojo, vultur'. — Das Wort ist das poln. sep 'Geier, vultur', das auch bei 
Knapski, Calepinus und Loderecker verzeichnet steht. Mikalja verstand 
das kleine Häkchen am e, das zum Ausdruck des Nasalvokals dient, 
nicht zu lesen. Das Wort ging aus Mikalja in die Wörterbücher Della 
Bellas, StuUis und Filipovics über; Jambresics ser dürfte nur ein Druck- 
fehler für sep sein. 

Stos: 'stos därvä, catasta di legni, strues, strues lignorum' (Mik. 
660). — Das Wort ist nicht direkt aus dem Deutschen, da es sonst im 
Serbokroatischen unbelegt und unbekannt ist. Gegen Entlehnung aus 
dem cech. stos 'Holzstoß' spricht das anlautende s und der Umstand, daß 
es alte cech. Wörterbücher nicht kennen. Wohl aber bietet der Pole 
Knapski ein stos dreto 'na palenie trupöw w stärych pogan, av nas zlo- 
czyiicöw; pyra, rogus', ingleichen Calepinus -Maczynski (»pyra stoß 
drew«). 

Scigjel (sgighjel) 'ptica cardelino, carduelis' (Mik. 590). — Aus 
dem poln. szczygiel 'Stieglitz', das sowohl bei Knapski (szczygiel 'car- 
duelis, chrysomitra') als auch bei Calepinus-Maczynski und Loderecker 
verzeichnet steht. 

* * 

Übersieht man diese Wörter, insofern ihre Entlehnung erwiesen ist, 
nach ihren Bedeutungen, so finden sich darunter merkwürdig viele Be- 
nennungen aus dem Tierreich, namentlich aus der Vogelwelt (11, bzw. S : 
levhart^ rohak^ velrib^ — boda?t, dedek, kalus^ kuroptva^ pstros, sep, 
spadek, sciffjel); eines bezeichnet ein Getränk [kvas], zwei — Industrie- 
artikel [mydlo, zaklona) und dazu kommt noch stos. Da die Entlehnung 
nur eine literarische war und kein volkstümlicher Schriftsteller die Wörter 
aus dem Wörterbuch unter das Volk brachte, sind sie ein totes Kapital, 
nur ein Eigentum der Lexikographen geblieben. 

K. Strekelj, 



203 



Slawisches im friaiilischen Wortschätze. 

(Nachtrag zu ASl'h. XII. 47 1 ff. 



In meiner Abhandlung über die slawischen Elemente im friaulischen 
Wortschatze sprach ich die Meinung aus, der erste Versuch, diese Ele- 
mente zu fixieren, stamme von dem hervorragenden friaulischen Lexiko- 
graphen Jacopo Pirona her, der in seinem Vocabnlario friulano, Venezia 
1 'S? 1 , auf S. XCII eine Liste von angeblich slawischen Wtirtern im Friao- 
lischeu zusammengestellt hat. Mein ehemaliger Schüler, Professur au der 
Lehrerbildungsanstalt in Capodistria J. Kostiäl, hatte die Liebenswürdig- 
keit — wofür ich ihm meinen herzlichsten Dank abstatte — , mich auf 
einen schon im J. lS4b verööentlichten Aufsatz des Giuseppe Domenico 
Della Bona im »Calendario per 1" anno 1S4U, pubblicato dalla societä 
agraria di Gorizia, Gorizia coi tipi di G. Paternolli« aufmerksam zu 
machen, der auf S. 05 — 7S unter dem Titel >Brevi cenni sul dialetto 
friulano e sulle affinitä che ha questo dialetto con altre lingue e dialetti-^ 
veröffentlicht ist. Ein Teil dieses Aufsatzes (S. 7 7 — 7S) befaßt sich mit 
den >Voci friulane che hanno rassomiglianza con voci slave«. Eine 
flüchtige Durchsicht derselben läßt schon klar erkennen, daß Della Bona 
jener im J. 1890 mir noch unbekannte Gewährsmann war, dem MikJosich 
seine Kenntnis der slaw. Elemente im Friaulischen oder, besser gesagt, 
seine Forojulensia überhaupt verdankt. Erwiesen wird dies durch einige 
Wörter, deren Bedeutung mit genau denselben Worten angegeben ist so- 
wohl bei Miklosich wie im Calendario. Solche bei Miklosich wieder- 
kehrende Wörter sind: hritala (Cal. 7 7 durch einen Druckfehler >da 
hrites [statt hritev, britva, cf. auch meine Bemerkungen im ASPh. XXVL 
411]); colaz [kolaÖ]^ meg [me/i], petizza (peiica), podcova [podkoca) 
und alicavizza {slivovicu). Aus Pironas Liste (ASPh. XU. 47.j) findet 
sich in Della Bonas Verzeichnis bereits: /?/<^c//^a 'il pulmone, ^a. j)Uuzha^ 
{pljuda]^ pustot 'terreno incolto, da puschia'' {puiÖa^ unrichtig statt 
pustota) und saha 'ranocchio grande, da saba [zaba). Aus Schuchardts 
Liste hat Della Bona bereits: patoc 'rivo, ^a. patock'' [potok] undy;aÄ- 
sizza 'nna cintura, da passizzd' [pasica). Aus meiner Liste steht schon 
bei Della Bona verzeichnet: cren 'radice forte, ramolaccio da kren^ 



204 K. Strekelj, 

(sie! /irSn), cro77\pir 'patata, da kromp{r\ pitiniz 'rapa arrostita, da 
pezheniV (richtig peöenica) ; ferner racli^ raclut 'pali per le viti, da 
raclcC (slow, rakla^ raklja), doch ist diese meine Etymologie nicht ganz 
sicher, denn ans d. Rahe, Rachl (Schmeller-Frommann II. 8 1) ist leichter 
das friaul. racli als das slow, rakla abzuleiten, wobei der geringe Ver- 
breitungsbezirk des Wortes bei den Slowenen (im Westen) in Betracht 
kommen muß. Aus Gärtners Liste hat schon Della Bona berührt das 
von mir inzwischen (Zur slaw. Lwkde, DWA. L. 50) als romanisch erwie- 
sene razza 'anitra'. 

Das Friaulische, das Della Bona bearbeitet hat, ist der in Görz ge- 
sprochene friaulische Dialekt. Dieser besitzt, da in Görz Slowenen und 
Friauler gemischt nebeneinander wohnen, bedeutend mehr Slawisches, 
als es Pirona überhaupt in sein Wörterbuch aufgenommen hat. Daher ist 
denn auch Della Bonas Liste reichhaltiger als irgend eine. Er leitet mit 
Recht vom SlaAvischen folgende friaulische Wörter ab : 

Chehar 'scarafaggio del mese di maggio, da kehar e forse en- 
trambi dal tedesco Käfer' (Cal. 77), was ganz richtig ist; für die slowe- 
nische Vermittlung spricht der Ersatz des d. f durch h ; falsch ist daher 
Della Bonas Anführung desselben Wortes unter den Entlehnungen aus 
dem Deutschen (Cal. 75). 

Chiuc 'civetta, da zhiuc' [öuk 'Käuzchen'). 

Chizza 'la cagna, iox%t A.^ pesiza . Diese Zusammenstellung ist 
nicht a limine abzuweisen. Da ps [psica 'Hündin') im Slowenischen und 
Slawischen eine unbeliebte Konsonantengruppe ist, wenn sie gleich se- 
kundär ist, wird ihre Vermeidung angestrebt: dies kann durch Einfüh- 
rung eines Dentals geschehen, und da s im Friaulischen wie s (beinahe i) 
lautet, kann aus psica durch ptsica leicht ciaa werden, was eben durch 
die Schreibung zhizza dargestellt wird; p schwand wie im slow, denica 
für pse?iica 'Weizen'. 

Cleb 'una pagnotta, da klep^ (richtig hieb 'Laib'). 

Cluca 'il saliscendi alla porta, da kluca [klj'uka). 

Galufer 'imbroglione, A?i galuffer\ ö.. h.. goljufar, welches im 
Görzschen (ich habe es in Görz und in Solkan bei Görz gehört) neben 
goljuf und slepar zur Bezeichnung des Betrügers gebraucht wird. Das 
Wort ist kaum eine Ableitung von goljuf aii, das von goljuf aus ital. 
gaglioffo 'Schelm' gebildet ist (vgl. über dieses H. Schuchardt, ZKPh. 
XXIX. 327 und XXXI. 21 f.), da wir in diesem Falle den Akzent auf 



Slawisches im friaulischon Wortschätze. 205 

der letzten Silbe hätten ; es scheint vielmehr eine Kreuzung von goljtif 
und üh'pär vorzuliegen. 

Gaugar 'piccaforche, dti gaiigar\ d. h. (jahjar '(ialgenvogel' aiLs 
gaige pl. vom d. Galgai. 

Licnf 'pranzo che da alcnni suol darsi al fine dell' anno rustico, 
da Itcof^ , d. h. Ukof in der 15edeutung, wie sie Pintna 2.'U) angibt: 
'banchetto o pasto che dai padroui si da agli agricoltori al line di un la- 
voro'. Das slow. Wort Ukof, aus mhd. litkouf, ist auch ins istrische 
Italienisch als inkufo neben Unköfo (Ive G4, vgl. ASPh. XXVIII. 522) 
eingedrungen. 

Lonzar 'pignatajo. da lonzhar' [loniar 'Hafner'). 

Matica 'ona piccola zappeta, da matica' [motika, aksl. inotyka)\ 
vgl. über das Wort jetzt meine Bemerkungen im Aufsatz »Slovanski 
elementi v besednem zakladu .stajerskih Nemcev«, CZN. VI. 12. 

Opocca 'schisto argilloso, da opoka'' (Mergelschiefer): vgl. meine 
Bemerkungen im CZN, VI. 47. 

Praja 'canape per filare, Aa,p7'aja\ Das Wort enthält die richtige 
Lautform der Görzer slow. Mundart mit a für den Nasalvokal c: aksl. 
prczda, slow, preja. sbkr. pregja usw. (vgl. päta^ pätok für p(^fo, pc- 
hkb . . .). 

Sciurr 'scarafaggio nero, äa.s/iiurk^; das friaul. ist sdurk zu lesen, 
slow. Sdurek, über welches meine Bemerkungen im CZN. VI. 53, Gl zu 
vergleichen sind. 

Slindra 'carne membranosa, da shlindra' (Cal. 77): auf S. G7 will 
Della Bona slindra 'carne cattiva membranacea da schlimm cattivo o 
forse da schlingen inghiottire' ableiten. — Das Wort ist aus dem Slowe- 
nischen, vgl. zlindra 'schlechtes Fleisch' (Morphol. des Görzer Mittel- 
karstdial. 58); es bezeichnet auch 'Schlacke, Unreinigkeit, Kaffeesatz, 
etwas -weiches, unreines'. Das AVort ist ursprünglich wohl d. Sinter, wel- 
ches aber eine Kreuzung mit einem anderen mit schl- anlautenden Worte 
durchgemacht hat; man könnte an Schlacke denken, doch ist auch der 
Gedanke an schlingen nicht abzuweisen, vgl. bayr. Geschling 'die Gurgel 
mit den daran hängenden Eingeweiden' und bayr. Schlank 'Lappen, 
Fetzen, hängendes Stück, fetziges Fleisch' (Schmeller-Frommann II. 528). 

Smola 'pece, da smola'\ vgl. auch triest-it. smola, worüber ich im 
ASPh. XXVI. 427 gehandelt habe. 



206 K. Strekelj, 

Storcla 'donna sciocca, da storkla specie di befana' (häßliches 
Weib) ; slow, storkla^ storkJJa 'Storch, Schimpfwort für eine ungeschickte 
Person', storkljati 'ungeschickt einhergehen', storka 'ungeschicktes 
Weib'; vgl. über das Wort die Bemerkungen in meiner Schrift »Zur 
slaw. Lehnwk. S. 63 f. Am Karst ist storklja auch ein gespenstisches 
Wesen, gleich der krain. und steier. torka^ torklja. 

Sussigna (auf der ersten Silbe betont) 'frutta secche, da shussitija'. 
Slow. suSina bedeutet 'trockene Dinge', susje 'trockene Dinge, besonders 
gedörrtes Obst', susoba 'getrocknete Dinge, gedörrtes Obst'. Das friaul. 
Wort ist zu trennen vom ital. susina 'Zwetschke', welches friaul. susine 
lautet und neben ciespe gebraucht wird. 

Svitic 'cuscino rotondo a guisa di ciambella, per metterlo in testa 
onde portare il mastello, da savitnik i^.)' \ ein &\o'vj. zamtnik existiert 
nicht, sondern nur svitek und noch dazu in der gleichen Bedeutung. Das 
Wort drang auch ins Triestiner Italienisch ein: zioitick 'cercine' (vgl. 
ASPh. XXVI. 410). 

Zugna 'pezzot, pezza sporca da cucina, da zugna'', slow. sbkr. 
cunja 'Fetzen, Lappen, womit man vgl. candra^ magy. cundra^ condra 
'Fetzen, schlampiges, schlechtes Frauenzimmer'. 

Am Schlüsse seiner Slavica erklärt Della Bona ziemlich richtig 
einige Ortsnamen aus der Görzer Umgebung aus dem Slowenischen (Cal. 
78), so Gorizia (als ob dies die friaul. Form wäre! richtig ist Gurizza) 
von Gorica, Castagfiavizza von costanjouza [kostänjevica] 'castagneto', 
Podgora (richtig friaul. Pudig ori) 'sottomonte' von Podgora^ Mainizza 
aus gmainiza igjnajnica) »che era prato pascolino«; Farra ^^z,farra 
parrochia che estende la sua giurisdizione anche in alcuni luoghi slavi 
al di lä deir Isonzo « ; Gradisca 'fortezza' e Sagrad 'dietro il forte, da 
grad castello'; Savogna da Sauodna 'fra le acque' (richtig Sovodnje: 
*Sqvodb?ija7ie); Pegg (lies Pec] äapezh 'ai forni' (besser wohl Felsen'; 
oder denkt vielleicht Della Bona, es sei das römische »ad fornulos«? 
Dieses lag nach S. Rutar weiter im Nordosten bei Bukovica). 

Unter Della Bonas angeblichen Slavicis (Cal. 77 — 78) findet sich 
indes manche falsche Aufstellung. So rechne ich dazu harigla 'una specie 
di barile portato da cavalli', das er aus slow, harigla erklären will; aber 
dieses ist selbst ein Lehnwort aus dem Romanischen, da sich das g aus 
dem Slow, nicht erklären läßt. Chiast 'granaio' kann nicht auf kas6a 
beruhen, sondern beide gehen selbständig auf d. (Getreide-)Äa5^ew zurück. 



Slawisches im friaulischen Wortschatze. 207 

Fiijazza 'pane cotto sotto la oenere' ist nicht aus poga^a, sondern die 
regelrechte friaul. Form des lat. Grundwortes *f'or(iri(i {{vz. fouti.ssc)^ 
Misseta 'sensalo' ist nicht aus tncsefar, sondern umgekehrt (vgl. Zur 
siaw. Lehnwk. 39). Dasselbe gilt von pantiatia 'ratto, Borcio grande' 
(cf. Körting 2 TiiOl ponticns und (iSIM j)antex). liazza habe ich schon 
oben erwähnt. Jiuhida 'spinaja' ist ursprdnglich romanisch (cf. Zur slaw. 
Lehnwk. 53), allerdings können es die (jörzer Friauler von den Slowenen 
zurtlckentlehnt haben. — Ob im zweiten Teile des sa/famarfinz 'lucer- 
tola, Mauereidechse' das auslautende z auf dem slow. Diminutivsuffix -er 
(aksl. -KHK) beruht, ist fraglich, doch nicht unmöglich, da Ja die slow. 
Bewohner von Görz auch von ihren friaul. Mitbürgern bei iliren Tauf- 
namen angesprochen und angerufen werden; über sa/trmarfin vgl. H. 
Schuchardt in ZKPh. XXXI. 11. Tesa 'utia per pigliar uccelli' ist doch 
ital. tcsa 'Vogelherd' ^). Das Wort tiesa neben chiesa 'fenile, Heuboden' 
(Cal. 7S) ist sicher verschieden, aber slawisch ist es auch nicht. Urr(i 'gri- 
dare per allegria, da ukanje (Cal. TS) Avird wie das von mir im ASPh. 
XII. 4 S6 für slawisch angesehene uirä nnd wie uäcc^ uicc 'cigolio' (neben 
nitä 'zufolare, fischiare') kaum aus dem Slow, abgeleitet werden dürfen, 
nachdem man auf piem. ü'-he^ prov. urär^ afrz. hucJner (Körting ^ 16.5, 6 
*}nicco) hinweisen kann. Die Wörter dürften sich vielmehr im Romani- 
schen und Slawischen als Schallwörter selbständig entwickelt haben. 

Das Wort pissiriad 'rigato a piü colori, buntgestreift' will Della 
Bona von pisan 'bunt' (er schreibt allerdings pis/ten, das er aber nur 
aus dem Präsens piiem etc. abstrahiert hat, ein Beweis, daß er vom 
Slowenischen nicht viel verstanden hat) ableiten; es ist eine Weiter- 
bildung von pisan mit -ata-, wobei Vokalassimilation in der zweiten 
Silbe anzunehmen wäre. 

Viele Slavica hat Della Bona in dem von ihm zusammengetragenen 
Material gar nicht erkannt und bringt sie deswegen in anderen Teilen 
seiner Schrift unter. So will er baba 'la vecchia, avola' aus dem Neu- 
griechischen erklären (Cal. GS), was natürlich zurückzuweisen ist. Von 
sciavina 'coperta da letto' (Cal. 69) ist es zwar sicher, daß das Wort 
nicht griechisch ist, aber eben so sicher auch, daß es nicht auf slawischem 
Boden gebildet ist, vielmehr ist die Bildung ursprünglich romanisch: frz. 



1) Das Wort ist auch ins Steirerdeutsch eingedrungen als Te.se, Tö$e 
'Wäldchen, Vogelherd", im Kompositen Vogeltescu, J'c.s<;j??jei6^e7-(Unger-Khull, 
Steir. Wortschatz 151). 



208 K. Strekelj, 

esclavi/ie, s^a.n. es clavi?ia 'grober Pilgerrock', wie ihn die nach St. Jakob 
de Campostella pilgernden Slawen trugen ; darin ist nur die Basis sla- 
wisch. Die Entwicklung von 'grober Pilgerrock' in die Bedeutung 'Bett- 
decke' ist gerade bei Pilgern, die ihren Rock als Decke benutzten, leicht 
begi-eiflich. Vgl. auch ASPh. XII. 480. 

Besonders unter den von Della Bona in der Abteilung F (Voci friu- 
lane che hanno somiglianza con voci tedesche, Cal. 74 — 76) unterge- 
brachten Wörtern findet sich deren eine ganze Reihe, wo man slowenische 
Vermittlung annehmen muß. So blec (im Udinesischen tacon] 'pezzo da 
rattoppare' aus slow, ble/c, nicht unmittelbar aus d. Fleck (cf. ASPh. 
XXVI. 422 f.). Clanfer (echt friaul. handar) 'bandajo' kann nicht klamp- 
ner sein, sondern aus slow, klamfar (vgl. darüber ASPh. XXVI. 414). 
Cramar 'Krämer' kann so gut slowenisch wie deutsch sein (vgl. darüber 
jetzt meine Bemerkungen im CZN. VI. 30 f.). Ferner comat 'coUaro da 
cavallo' aus slow, komät^ wie schon der Akzent des friaul. Wortes be- 
weist, wiewohl slow, komät aus dem Deutschen, das mhd. kotnat aber 
wieder aus dem slaw. chomqth und dieses wieder aus dem Deutschen 
entlehnt ist (vgl. darüber meine Bemerkungen im CZN. VI. 32 f., 118. 
Auch faros 'casa d' abitazione parrochiale' ist slow, faroz (neben fa- 
rovz) und nicht unmittelbar d. Pfarrhaus. Frajla 'madamigella' kann 
unmittelbar entlehnt sein, ^2.fräuln sowohl der Slowene wie der Friauler 
aX's, frajla auffaßt. Futit 'libbra, pesa di Vienna' weist mit seinem t auf 
slowenische Vermittlung und nicht unmittelbare Entlehnung aus d. Pfund 
hin. Gartusa 'rosa' ist nicht unmittelbar d. Gartrose^ sondern beruht 
wohl auf slow. Formen, deren es im Görzschen nicht weniger als sechs 
gibt: gartozüj gartroza, gajiroza, gavtroza, gatroza und gajtrosd. 
Grappa (echt ixiSivX. fuesse) 'fossa' ist, wie p zeigt, zunächst slow. 
grapa^ dann erst d. Graben. Puspan 'bosso' ist slow, puspafi (puspanj), 
dieses aus Buxbaum. Scarabaz 'la frusta per cavalli' ist nicht d. Ka- 
rabatsche, sondern slow, karabäd., korobäd] der Vorschlag des 5, der 
allerdings im Friaul. vor c auch sonst häufig ist, scheint auf dem slow. 
Instrumental s karabadem zu beruhen. Smettan 'panna di latte' ist nicht 
das d. Schmetten (vgl. darüber meine Bemerkungen im CZN. VI. 54), das 
übrigens nie smettan ergeben könnte, sondern slow, sm'etana (so betont 
in Görz und nördlich davon, im Süden davon smetänd). Snarcai 'moc- 
cio, Rotz' ist nicht von schnarchen 'ronfare', sondern aus slow, smrkelj, 
smrkelj 'Rotz' (der Görzer Slowene spricht den Halbvokal, der im Slow, 
durch e wiedergegeben wird, wie ein reduziertes a aus). Über zespa 'su- 



Slawisches im friaulischen Wortschatze. 209 

sino', i\as nicht unmittelbar auf d. Zwetschge beruhen kann, vgl. jetzt 
meine Bemerkungen im CZN. VI. tiO f. 



Die oben berührten Wörter sind — das muß besonders hervorge- 
hoben werden — meist auf liürz und die dem slow. Sj)rachgebiet zu- 
nächst liegenden friaulischen Diirfer beschränkt. Das Material ist auch 
für dieses Gebiet nicht ganz erschöpft. Ich erinnere mich, daß man in 
Görz statt des friaul. ujivll 'gekochte Rübe' eben so häufig, wenn nicht 
häufiger ulVizza (aus slow, oblica) sprach. H. Schuchardt hat im A8Ph. 
Xlll. lö'J noch crvfv// 'agrostemma githago, Kornrade" hinzugefügt. Im 
ASPh. XXVI. 119 habe ich mit Rücksicht auf istr.-it. rucise 'Wagen- 
runge' noch friaul. ridice^ rutizze^ tirtize 'Kette, welche je ein Rungen- 
paar oben verbindet, Schleuderkette' vom slow, roiica 'Wagenrunge' 
abgeleitet. Über tamar 'chiuso, serrajo, spazio di terreno ricinto da 
palafitte, in cui nella notte rinchiudesi 1' armento nei pascoli montani' 
handelte ich neulich im CZN. V. 7 7 (das Wort scheint auf c. tähor 
zurückzugehen). Über crätmigne^ scrasnigne 'cassa in cui i merciajuoli 
girovaghi coUocano le merci, e che assettano colle cinghie alle spalle' 
(Pirona b2), 'Kasten eines Tabuletkrämers, Tragrefi", slow. Zro-sz/ya, vgl. 
nun meine Bemerkungen im ÖZN. VI. 29. Barhurizze 'Centaurea cya- 
nus' scheint eine volksetymologische Umbildung \ou purpurica zu sein; 
der Name ward von einer im Getreide wachsenden Blume auf ein an- 
deres, eben daselbst wucherndes Unkraut übertragen, dabei aber, da die 
Farbe nicht stimmte, an ein einheimisches Wort {darbe) angelehnt, d. h. 
die slow. Namen der Klatschrose {pwpurica, purpelica, purpela^ pur- 
pelid^ käiTit.-d. Purpulizn) ward im Friaulischen zur Bezeichnung der 
blauen Kornblume verwendet. 

K. Strekelj. 



Archiv für slavische Philologie. XXXI. 14 



210 



Das Alphabet Chrabrs. 



In dem Codex slovenicus rerum grammaticarum S. 29 sagt Herr 
Hofrat Jagic: »h iie BHaty BOSMoatHOCTH piuiHTt na ocHOBaHm cTaTBii 
Xpaöpa, KaKoe nnctMO oht. no;i;pa3yM']&Baji'i«. 

Diesem Satze wird man unbedingt zustimmen müssen, so lange man 
in der Handschrift vom Jahre 1348 (1. c. S. 10 — 12) die treueste Über- 
lieferung des Traktates pismenech voraussetzt. Läßt man aber diese 
Voraussetzung fallen, so kann, glaube ich, auf Grund der Rezension, 
welche die Handschrift Nr. 145 der Geistlichen Akademie in Moskau 
vertritt (1. c. S. 12 — 14), die Streitfrage zugunsten des glagolitischen 
Alphabets entschieden werden. 

Diese Rezension enthält bekanntlich die Worte: »es leben ja noch 
Leute, welche sie (Konstantin und Methodius) gesehen haben«. Diese 
Worte erhärten die vorangegangene Behauptung, daß alle slovenischen 
Schriftkundigen wüßten, wer das slovenische Alphabet erfunden habe, 
sie sind sach- und sinngemäß und stehen an ihrer rechten Stelle. Gegen 
ihre Echtheit läßt sich nur dies einwenden, daß sie in der Handschrift 
vom Jahre 1348 fehlen ^). 

In dieser Handschrift fehlen aber auch die Buchstabenreihen. Diese 
sind so altertümlich, daß man sie unmöglich als späteres Einschiebsel 
betrachten kann. Dagegen läßt sich leicht verstehen, daß sie bei der 
Umschrift aus dem Glagolitischen ins Kyrillische teilweise in Unordnung 
kamen, so daß ein späterer Kopist, der sich mit ihnen nicht mehr zurecht- 
fand, sie einfach wegließ. 

Demnach sehe ich in der jüngeren Handschrift der Geistlichen 
Akademie eine Vertreterin der älteren und besseren Rezension unseres 
Traktates, wofür ja auch der bekannte Umstand spricht, daß diese Hand- 
schrift (wie PH = 9bT = 14 und k = v = 3) beweisen, aus einer gla- 
golitischen Quelle geflossen ist. 

Den besten Beweis ihrer Zuverlässigkeit aber liefert die Handschrift 
der Geistlichen Akademie durch ihren Inhalt, der, wenn nur einige Ver- 



1] Sie stehen dagegen in der von Lavrov angezeigten Handschrift des 
Klosters Chilandar, Jagic-Festschrift S. 357. 



Das Alphabet Chral>r8. 21 1 

sehen des Kopisten bericlitifrt worden, einen gnten und klaren Sinn ^iht, 
welcher dann weiter durch alles das bestätigt Mird, was wir sonst ans 
der Zeit Chrabrs von dem glagolitischen Alphabet wissen. 

Chrabr sagt (1, c. 12), Konstantin habe ',\H Ruchstaben geschaffen, 
die einen nach der Ordnung [■/.urit rü^tv, po cinn) der griechischen 
Buchstaben, die anderen aber entsprechend der slovenischen Rede. Cin 
heißt durchaus nicht Form, einen Hinweis auf das kyrillische Alphabet 
sucht man also in dieser Stelle vergeblich. Dagegen hat schon hier 
Chrabr die Zulil iJb im Auge, die nur zustande kommt, wenn sich mit 
den spezifisch slovenischen Buchstaben die ganze Reihe (Mn) der grie- 
chischen Buchstaben verbindet. 

Chrabr führt (S. i:^) fort: »dies aber sind die slovenischen Buch- 
staben, so soll man sie schreiben und aussprechen a, R, k, ,v,, a;<. Daß 
hier ,v, als Buchstabe nicht an seinem Platze ist, leuchtet jedem ein, 
es bedeutet »do«, also +, e, v bis »€. 

Werfen wir einen Blick auf das Folgende, so finden wir als letzten 
Buchstaben /ä (c), nicht ?f\ (sc). Ein Versehen ist an dieser Stelle aus- 
geschlossen, denn A^ 'fehlerhaft W\ geschrieben) ist der drittletzte Buch- 
stabe. Danach ist unsere Stelle sicher zu restaurieren, sie lautete ur- 
sprünglich : +, Cf, V bis € und wir lernen daraus, daß Chrabrs Alphabet 
mit + begann und mit € endete ^). 

% Chrabr sagt weiter: »von diesen entsprechen (sat podobna) 2 1 den 
griechischen Buchstaben, nämlich a, K, K, r, ,\, f, 3, h , i, k, a, m, h-, 
0, n, p, C, T, OV', \|', \'-, CT' und pe, chh,, tx«. Daran, daß diese 2 1 
mit dem ganzen ein der griechischen Buchstaben identisch sind, kann 
kein Zweifel sein, folglich sind pe, chlx, tx nichts anderes als />, ^, xp 
und zwar p^ = i9-, chlx = B, und tx = i/', denn die Reihenfolge der 
Buchstaben wird in dem Traktat streng festgehalten. 

Gern möchten wir nun wissen, wie der Kopist dazu gekommen ist, 
die in der glagolitischen Vorlage hier stehenden drei Zeichen filr ^, ^ 
nnd ip durch pe, chl-r, und tx wiederzugeben. Hätten wir seine Vorlage 
vor uns, so würde uns dies wohl auf den ersten Blick klar werden, in 
Ermangelung derselben können wir nur Vermutungen aufstellen, auf 
deren Richtigkeit oder Unrichtigkeit im übrigen nicht viel ankommt, da 
die Äquivalente jener Monstra durchaus sichergestellt sind. 



ij Die Ilandsehrift von Chilandar hat: A, R, K \A'A'\i \^ a, welches 
für A verschrieben ist, denn der letzte Buchstabe ist auch hier A. 

14* 



212 R- Abicht, 

An erster Stelle stand also hier ein glagolitisches •^. Dieses kommt 
in den Handschriften vor. Ich verweise auf die Kijever Blätter (Jagic, 
Glagolitica), wo wir auf Tafel III a ein (pi = ^ und daneben Illb ein 
i)^i]Ta = *i) finden, letzteres steht auch auf Taf. Vlla und b, an letzt- 
genannter Stelle besonders breit und unförmlich. Hatte unser Kopist 
etwa ein solches "fr vor sich, so konnte er leicht auf den Gedanken kom- 
men, daß dies Zeichen eine Ligatur von f und a sei. Die Wiedergabe 
desselben durch pe erscheint dann nicht mehr so unbegreiflich. Daß 
aber der Kopist Ligaturen vor sich zu haben glaubte, folgt deutlich aus 
seinem chl-B. Bringen wir das T»., welches er gewohnheitsmäßig dem 
Schlußkonsonanten anhängte, in Abzug, so bleibt zu erklären, wie er auf 
\ und A raten konnte. Leider haben wir nirgends ein glagolitisches ^. 
Daß es bei griechischen Wörtern in glagolitischen Schriften vorkam, 
können wir Chrabr schon glauben. Vielleicht war es üblich in der bi- 
zarren Form, die es im kyrillischen Alphabet angenommen hat, nämlich 
§. Der Kopist deutete die Hörner dieser Figur auf h und riet bei dem 
unteren Teile auf glagolitisches A, das auch als ^ vorkommt, so konnte 
sein chlt entstehen. 

Auch für xp haben wir kein glagolitisches Vorbild, die kyrillische 
Form ist xjf 2]^ vermutlich nahm der Kopist den Winkel für ein umge- 
kehrtes ÜD. 

Doch es hieße Zeit vergeuden, wollten wir länger den Irrgängen 
nachspüren, auf welchen Phantasie und Unwissenheit unseren Kopisten 
von i9-, ^, xp zu pe, chH und ti. geführt haben. Kehren wir deshalb zu 
unserer Buchstabenreihe zurück. 

Anstatt o\f ist \' = ü zu setzen, denn 0^* 3) ist in der slavischen wie 
in der griechischen Schrift ein Diphthong und hat im Alphabet keine 



1) In der kyrillischen Transskription (S. 46) ungenau durch kyrillisches 
4» wiedergegeben, wie auch an den folgenden Stellen. 

2) Auf den nahe liegenden Einwand, daß ein kyrillischer Kopist ein 
•»•, ^, \[' doch wohl auf den ersten Blick erkannt haben würde, ist zu er- 
widern, daß der Kopist die ihm vorliegenden Zeichen eben aus dem Glagoli- 
tischen zu begreifen suchte. Mir selber ist es einmal passiert, daß ich in einem 
russischen Briefe ein Wort für ganz sinnlos erklärte, bis mich ein Freund 
darauf aufmerksam machte, daß es ein polnisches Wort in lateinischer 
Schrift sei. 

3i Damit soll nicht gesagt sein, daß Chrabr hier y [v] gesetzt habe ; wes- 
halb er oy statt \[ in die Buchstabenreihe einschmuggeln mußte, wird sich 
weiter unten ergeben. 



Das Alphabet Chrabrn. 2 1 :> 

Stelle. Im übrigen ist alles in Ordnung. W««shall> aber läßt Cbrubr .>, 
^, ip in der Reihe der den griechischen entsprechenden Buchstaben aus 
and bringt sie als Nachtrag? Einfach, weil sie in dein glagolitischen 
Alphabet keine Steile hatten, und wenn Thrabr gcM'agt hätte, sie an ihren 
(oben durch je einen Tunkt be/.eichneteu) Stellen einzusetzen, jederniann 
gesagt hätte, das ist nicht mehr das Alphabet Konstantins und Methods. 

Chrabr schreibt weiter: und vierzehn gemäß der slovenischen 
Sprache: K, :k, ^, a, h, h, iii, 'k, iiik, Mb, 'k, 'k, i^, ic, a. Das sind 
nun 15 statt 14 Buchstaben. Wir sehen, daß die Reihe saniert wer- 
den muß. 

K ist schon oben dagewesen, zweifellos ist dafür K einzusetzen. 

A ist ebenfalls schon unter den griechischen Buchstaben genannt. 
Hier haben im glagolitischen Texte sicher .« und w gestanden. Bei m war 
der Kopist in Verlegenheit, denn wie sollte er es, selbst wenn er es 
kannte, k}Tillisch wiedergeben? Er scheint es einfach nachgemalt zu 
haben. Daß er aber bloß den ersten Teil malte, scheint darauf hinzu- 
deuten, daß in seiner Vorlage hier die Schrift verlöscht war, oder die 
Würmer ein Loch gefressen hatten, so daß die zweite Hälfte des ,« und 
das ganze w, welch letzteres der Kopist im übrigen Texte richtig durch 
i|i wiedergibt, verschwunden waren. 

Zwischen Tv und k, die beide durch Tv wiedergegeben sind, stehen 
UJk und Mk, beide durch den Querstrich als Abbreviaturen bezeichnet. 
Ich möchte umpoKTv und MaA'k lesen und vermuten, daß schon in der 
Vorlage die beiden Buchstaben <^ und -8 dadurch, daß der volle Ring des 
zweiten leer geblieben war, gleiche Gestalt bekommen hatten, so daß 
tatsächlich zwei T^ (»s) dastanden. Ein aufmerksamer Leser hat dann 
wohl zu ihrer Unterscheidung die Wörter > breit < und »klein« an den 
Rand geschrieben und diese sind dann in den Text geraten. 

Daß für Wi ;r zu setzen ist, sahen wir schon oben. In einem gla- 
golitischen Alphabet mit 14 speziell slovenischen Buchstaben, unter denen 
sich 1« und w befinden, ist für ^ kein Raum. 

So ergibt sich denn e, ä, *, a?, w, t, <?, uj, ^8, -8, a. 9€, p, ■€ als die 
Reihe der 14 spezifisch slovenischen Buchstaben Chrabrs. 

Ordnen wir diese mit den 2 1 gi-iechischen Buchstaben, deren Reihe 
Chrabr oben gegeben hat, in der bekannten Weise zusammen, so erhalten 
wir das Alphabet: +, e, v, %, sh, 3, ä, *, <h, t, 8, ,«, ^, a, g?, -p, d, r, 

b, g, OU, », 4), h, O, W, V, ^, lU, c8, -8, A, »€, fP, €, 



214 R- Abicht, 

Das ist auch das Alphabet, das uns Bischof Konstantin in seinem 
alphabetischen Liede ( Sreznevskij , Drevnie glagoliceskie pamjatniki 
S. 23 ff.) bietet. Einzelne Verse sind dort zwar korrumpiert, aber sie 
lassen sich mit ziemlicher Sicherheit sanieren. Ich erwähne das 
Wesentliche. 

V. 6 muß nicht mit l€JKf, sondern 6>Kt beginnen, da zwischen fi, 
und JK ein i€ unmöglich ist. 

V. 10 ist H>K« = Ta63, und V. 11 h = s; d. h. t ist == h und 
I = s. Hier will ich mir eine kleine Abschweifung gestatten. Nach 
Kopitars Vorgang ^) wird bei der Herausgabe glagolitischer Texte in ky- 
rillischer Schrift T durch i und s durch H wiedergegeben. Wäre es nicht 
angemessener, diese Buchstaben ihrer Reihenfolge in den beiden Alphabeten 
(t, 8 und H, i) entsprechend für einander zu setzen, also für t h, für 
8 I und für s etwa y oder eine ähnliche Figur? 

V. 12 bringt den ersten ernstlichen Anstoß, AtTHTk ist unmöglich. 
Die Handschrift hat hier iaIvTHT'K, im Glagolitischen stand hier wohl 
A^Ä'^TTO-e, studiert, und i/\ sind durch Nachmalung des nicht mehr ver- 
standenen A? entstanden, welches hier seine rechte Stelle hat. 

V. 21 zeigt uns mit seinem ^'nocTdCk = »figou+s-s, daß Kon- 
stantin, wie es recht und billig ist, keine Diphthonge (wie oy oder tu) in 
seinem Alphabet duldete, sondern nur Zeichen für einfache Buchstaben. 
Das ist für die Frage nach dem glagolitischen Alphabet nicht unwichtig. 

V. 25 muß die Interjektion mit W (o) geschrieben werden, (a) 
brachte schon V. 17. 

V. 26 ist n«Hd/\K unmöglich, denn n (f) stand schon in V. 18. Das 
Wort scheint der Abschreiber aus dem Gegensatz des folgenden pa^OCTk 
erschlossen zu haben. Welches Wort ursprünglich dastand (vielleicht 
V!ifa&<a-8) ist für unsern Zweck gleichgültig, uns interessiert bloß der An- 
fangsbuchstabe desselben, imd daß dieser ein w war, ist durch den 
Zahlenwert der glagolitischen Buchstaben genügend festgestellt. 

V. 30 beginnt nach Handschrift R mit cmecTßyio, d. i. Ckiuk- 
CTRoyiiR, und gibt die Belege für Ts. und k, 

V. 3 1 bringt keinen neuen Buchstaben, sondern bloß den Ausgleich 
der Verszahl mit der Buchstabenzahl, da der vorhergehende Vers zwei 
Buchstaben erledigt hatte. 



1) Zografskoe Evangelie de, Jagic VI. 



Das Alphabet Chrabrs. 2 1 5 

V. 32 meint mit laRli uatdrlioh ava. 

V. 33 ist eine offenbare Interpolation, veranlaßt dadurch, daß das 
lOJKi = 9ۀ3 im folgenden Verse ein vorausgehendes Femininum er- 
fordert; dieses steckt aber in caoko, wofür c<\aKA^ zu lesen ist, der 
Vers ist also zu streichen. 

V. 36 (eigentlich 35) ist dann mS'KIK'K als €lV88^»e zu lesen. 

Überblicken wir die Reihe der nach den soeben angegebenen not- 
wendigen Verbesserungen sich ergebenden Buchstaben des Bischofs 
Konstantin, so finden wir sie vollkommen identisch mit der oben aufge- 
führten Reihe der 21 griechischen uud 11 slovenischen Buchstaben bei 
Chrabr. 

Auch bei Chrabr haben wir gesehen, daß er in bestimmter Reihen- 
folge nur 3") Buchstaben zu nennen weiß und n>, ^^ (// im Alphabete nicht 
unterbringen kann. 

Ein Alphabet von 35 nach ihren Namen aufgeführten und zweifellos 
kyrillischen Buchstaben nennt auch das von Bandurius veröffentlichte 
Fragment von der Bekehrung der Russen (Hergenrüther, Photius I 535 
und U, 597, vgl. Bandurius, Annot. ad Const. Porph. lib. de adm. imp. 
ed. Bonn. p. 358 — 364). 

Es ist identisch mit dem Alphabet der Osterbuchstaben (vgl. 
^bflyeiiKO, no.Tiitin i;epKoiino-c.iaB. c.iOBapfc, Moskau 1S99 s.v. kmiout. 
rpainiuT>) : in diesem fehlt \{ ; ijj steht nicht mehr als /-Affrikate {fs) vor 
l^ (/6), snndern als Ä-Affrikate (aV oder s^) nach UJ; für den Verlust 
eines Buchtabens {^^) ist durch Aufnahme eines neuen 'Kl zwischen 
'K imd k Ersatz geschaffen; im übrigen ist die alte Ordnnung von a bis 
/Ä gewahrt, auch y steht noch für späteres ov*. Damals gab es im offi- 
ziellen Alphabet noch kein •e-, ^, \|', ra etc., sonst hätte man nicht nötig 
gehabt, für ,« einen Ersatz zu suchen, konnte man doch mit den genann- 
ten Buchstaben die Zahlenreihe genügend verlängern. 

Chrabr als Philologe kannte auch bloß ein Alphabet von 3 5 Buch- 
staben, aber er hätte mit Recht sagen können: »Davon werden die slo- 
venischen Bücher nicht voll, man findet in ihnen noch 0^, ^, xp*. Ja, er 
mußte es sagen, denn er schreibt als Polemiker und brauchte in seiner 
Polemik für den Beweis, daß das slovenische Alphabet die gleiche Buch- 
stabenzahl wie das griechische habe, die Zahl 3S. Fürs Griechische ge- 
winnt er diese Zahl, indem er zu den 24 Buchstaben von u bis oj die 
drei Zahlzeichen van (c;, koppa (7), sampi (^) und 11 Diphthonge hiu- 
znrechnet. War er nun im Griechischen über das offizielle Alphabet der 



216 R.Abicht, 

2 7 Buchstaben i) hinausgegangen, so mußte er, um wenigstens den Schein 
der Gerechtigkeit zu wahren, auch im Slovenischen etwas zu dem offi- 
ziellen Alphabet hinzulegen, und da boten sich ihm die drei aus dem 
glagolitischen Alphabete ausgeschlossenen ^, ^, ip, welche trefflich in 
seine Rechnung paßten. 

Daß Chrabr als Polemiker sich seine Waffen schmiedet, wie er sie 
eben braucht, zeigt die Art, wie er dem naheliegenden Vorwurf, weshalb 
er dem griechischen ov entsprechend nicht auch das slovenische oy als 
Diphthong (und 3 9**"° Buchstaben) zähle, damit vorbeugt, daß er zwi- 
schen T und cp nicht wie Bischof Konstantin v (§•), sondern oy (») setzt. 
"Wie er sich aber herausgeredet haben würde, wenn ihm jemand den slo- 
venischen Diphthong 'Kl vorgehalten hätte, das ist sein Geheimnis ge- 
blieben. Vielleicht würde er gesagt haben: >ai, et etc. sind feste Buch- 
stabenverbindungen, man kann dafür nicht arj oder srj schreiben, obgleich 
lautlich 1^ von i nicht verschieden ist ; im Slovenischen aber schreibt man 
Tu bald tST bald rss, es sind also zwei verschiedene Buchstaben«. Un- 
willkürlich taucht dabei die Frage auf, ob das 'Kl zu Chrabrs Zeit nicht 
etwa so lautete, daß es auch seinem Klange nach als zweivokalig in An- 
spruch genommen werden konnte. 

Nach dem Gesagten dürfte es kaum noch zweifelhaft sein, daß 
Chrabr, trotz seiner Operationen mit der Zahl 38, kein anderes Alphabet 
kannte, als das glagolitische der 35 Buchstaben seines Zeitgenossen, des 
Bischofs Konstantin. 

Daß diese Reihe von 35 Buchstaben aber auch identisch ist mit dem 
Alphabet des Konstantin-Kyrill, liegt auf der Hand. Es wird bestätigt 
durch die Thessalonicher Legende (Bilbasov, Kyrill und Method II, 
S. 218/9), welche an zwei Stellen berichtet, daß Kyrill 35 Buchstaben 
offenbart worden seien. Nun ist diese Legende ja gewiß ein phantasti- 
sches Machwerk, das schließt aber nicht aus, daß die Nachricht über 
Kyrills Alphabet auf einer guten Tradition beruhe. 

Die Geschichte der slavischen Schrift dürfte demnach in Kürze 
folgende sein. Die heidnischen Slaven gebrauchten zur Festlegung einer 
Zahl Stäbe mit Kerben und zum Loswerfen Stäbe mit Hausmarken. Die 
christlichen Missionare schrieben ihnen Vaterunser, Glauben, Beicht- 
formel usw. mit griechischen oder lateinischen Buchstaben, so gut es 



ij Die drei Zahlbuchstaben konnte er mit gutem Grunde mit einrechnen, 
da ja auch die glagolitischen Buchstaben ihren Zablenwert haben. 



Das Alphabet Chrabra. 217 

eben ging. Konstantin entwarf das glagolitische Alphabet der Ü") Buch- 
staben im Jahre SS'). Wenn wir Chrabr das glauben, so brauchen wir 
für die schnelle Herstellung der slavischen Texte, die Konstantin nach 
Großmähren brachte, nicht mit der Legende ein Inspirationswunder an- 
zunehmen. Die Großmährer waren so überwiegend Analj)habeten, daß 
sie bei Annahme der Glagoüca kein eigenes Alphabet aufziigel)en hatten, 
in Bulgarien aber war das griechische Alphabet sowohl für die Dar- 
stellung des Griechischen als des Bulgarischen seit langem im Gebrauch. 
Hier fand die Glagolica also einen Konkurrenten. Die Partei Chrabrs 
suchte die Glagolica zur Geltung zu bringen, indem sie sagte, mit dem 
griechischen Alphabet könne man weder bog noch zivot usw. richtig 
schreiben — die Bulgaren antworten, die Glagolica hat ,« und w zn viel, 
man kann mit weniger Buchstaben auskommen. Chrabr weiß darauf 
nichts zu entgegnen und hilft sich damit, daß er behauptet, die Glagolica 
habe ebensoviel Buchstaben wie das griechische Alphabet, nämlich 38. 
Ein genialer Kopf hat den Streit auf allseitig befriedigende Weise ge- 
schlichtet, indem er das tiberflüssige ,« fallen ließ, die dem griechischen 
Alphabet fehlenden Zeichen (einschl. v = m) aus der Glagolica ins grie- 
chische Uncial-AIphabet umstilisierte und so ein Alphabet schuf, welches 
dem bulgarischen Dialekt durchaus angepaßt war. Ganz ebenso ist 
ülfilas verfahren, als er für seine Bibelübersetzung das griechische Al- 
phabet wählte und es durch Ilinzunahme einiger gotischen Runen für die 
Darstellung der gotischen Sprache brauchbar machte. Der Überlieferung 
nach gebührt die Ehre, das griechische Alphabet für die Aufzeichnung 
bulgarischer Texte durch die Aufnahme glagolitischer Zeichen vervoll- 
ständigt zu haben, dem Kliment von Velica. Er vermutlich wird es auch 
zum Unterschiede von dem griechischen Alphabet das kyrillische genannt 
haben, d. h. mit demselben Namen, den das glagolitische trug, vgl. Safa- 
lik, Pamätky hlaholskeho pisemnictvi S. XIV. Mit Recht, denn der 
wertvollste Teil der Arbeit Konstantiu-Kyrills bestand ja in der Er- 
findung besonderer Zeichen für die besonderen slavischen Laute und 
eben diese Zeichen hatte Kliment in sein Alphabet aufgenommen. 
Kliment durfte dabei überzeugt sein, daß er ganz im Geiste seines großen 
Vorgängers handle ^). 



1) S. G. Vilinskij in Skazanie Cernorizca Chrabra, Odessa 1901. S. 30 hat 
mich von dem Gegenteil nicht überzeugt. 

li. Abicht. 



Kritischer Anzeiger. 



Einführung in die vergleichende Grammatik der indogermanischen 
Sprachen von A. Meillet. Vom Verfasser genehmigte und durch- 
gesehene Übersetzung von Wilhelm Printz. Leipzig und Berlin 
1909. Druck und Verlag von B. G. Teubner (8», XVIII. 330). 



Grundriß der vergleichenden Grammatik der indogermanischen 
Sprachen . . . Zweiter Band : Lehre von den Wortformen und ihrem 
Gebrauch von Karl Brugmann. Erster Teil : Allgemeines. Zusam- 
mensetzung (Komposition). Nominalstämme. Zweite Bearbeitung. 
Straßburg 1906, 8», XV. 688. — Zweiter Teil. Erste Lieferung: 
Zahlwörter. Die drei Nominalgenera. Kasus- und Numerusbildung 
der Nomina. Pronominalstämme und Kasus- und Numerusbildung 
der Pronomina. Straßburg 1909, 8o, 427. 

Überblickt man die Bibliographie, die in dankenswerterweise im Anhange 
des erst zitierten Werkes auf S. 295 — 304 mitgeteilt ist, so überzeugt man sich 
bald von der Eichtigkeit der Bemerkung des Übersetzers, daß >eine (deutsche) 
Darstellung der indo-germanischen Sprachwissenschaft für Anfänger bisher 
fehlte« (S. VIII). Und wenn schon eine solche Darstellung der deutschen Li- 
teratur, wo man die Wiege der vergleichenden Sprachwissenschaft suchen 
muß, abging, so mag das um so mehr für die übrigen Literaturen gelten. In 
der Tat ist es so. Denn die diesem Werk am nächsten stehenden Hilfsmittel, 
wie z.B. die Einleitung Delbrücks, oder die kurze vergleichende Grammatik 
Brugmanns, verfolgen doch andere Ziele. Das erst genannte beleuchtet den 
geschichtlichen Entwicklungsgang der vergleichenden Grammatik ; das zweite 
ist so streng systematisch angelegt, ohne erklärende Einführung in die ein- 
zelnen Bestandteile, daß man aus demselben eine Gesamtdarstellung der ver- 
gleichenden Grammatik für alle Sprachen gewinnt. In dem vorliegenden Buch 
dagegen erhält der Leser — und als solchen denke ich mir keineswegs bloß 
einen Anfänger, im Gegenteil gerade bei dem Anfänger dürfte die hier ge- 
botene Belehrung vielfach sein Fassungsvermögen übersteigen — eine reich- 



Meillet, Einführung in die vergl. Grauiui. der indog. Spr., angez. v. Jagic. 210 

haitige nach dem nenesten Standpunkt der wisseoBchaftlichen Erforschung des 
Gegenstaudes ausgeführte Holehrung über die versciiiedeustcn Fragen, die in 
den Kreis der vergleicliendeu Si)raeh\vi«8en8cliaft, mit lieecliriinkung auf da« 
Indogermanische, hineingelwireu. Die Kragen, die liier zur Sjirache kommen, 
sind 80 behandelt, daß nur der Eachmaun imstande ist, das Individuelle des 
Verfassers von dem allgemein Geltenden zu unterscheiden. Auf abweichende 
Ansichten wird nicht eingegangen, wohl aber hierund da angedeutet, daß die 
Forscliung nurli nicht zum Abschluß gekommen, ^'(>n den neun Kajjiteln, in 
die das Buch Meillets eingeteilt ist, beschäftigen sich die ersten zwei mit den 
allgemeinen l'rinzipien der Methodik der indogermanischen .Sprachwissen- 
schaft und der kurzen Charakteristik der einzelneu indogermanischen Sprachen, 
ebenso gehen die beiden letzten Kapitel über den Kahmeu der eigentlichen 
vergleichenden Grammatik hinaus, indem sieden indogermanischen Wortschatz 
und die Entwicklung der indogermanischen Dialekte, d. h. die Siialtung inner- 
halb des Indogermanischen, zu charakterisieren suchen. Somit bleiben der 
eigentliclien Grammatik nur die mittleren fünf Kapitel vorbehalten, in denen 
von der Lautlehre, den Prinzipien der Formenlehre, demVerbum, dem Nomen, 
dem Satz die Kede ist. Aber gerade in diesen Kapiteln kann man die bedeu- 
tende Vertiefung in den Gegendstand, die umfassende Kücksichtnalime auf 
verschiedene Faktoren, die einst zur Zeit der Uerrscliaft der Methode Schleichers 
gar nicht in Betracht gezogen wurden, mit gespannter Aufmerksamkeit ver- 
folgen. Man kann nicht behaupten, daß dadurch die wissenschaftliche Analyse 
vereinfacht worden sei. Im Gegenteil, die Darstellung ist jetzt bedeutend 
komplizierter geworden, weil das Beobachtungsfeld an Umfang zugenommen 
und die Summe der der wissenschaftlichen Analyse unterzogenen sprachlichen 
Tatsachen sich sehr stark vermehrt liat. Unter den neu zur Geltung kommen- 
den Faktoren seien erwähnt: die feiner entwickelte lauti)liysiologiöche Beob- 
achtnng. die immer stärker hervortretende Kolle der Betonung, und nament- 
lich die fortwährende Bezugnahme bei einzelnen Lautgebilden und Formen auf 
die damit eng verknüpfte Bedeutung — ein Zusammenhang, um den man sich 
früher, wo man zu stark von der lautlichen Form allein gebannt war, wenig 
kümmerte. Durch alles das gestaltet sich die moderne Betrachtung weniger 
glatt, als sie es einst war, dafür aber besser entsprechend der bunten Mannig- 
faltigkeit der tatsächlichen Erscheinungen. Die indogermanische Ursprache, 
die im Hintergrunde der Forschung als das letzte anzustrebende Ziel steht. 
wird jetzt viel konkreter und realer gedacht, als einst; gerade darum wähnt 
man ihr nicht so nahe zu sein, wie zu Schleichers Zeiten. Dieser realeren Auf- 
fassung trachtet Herr Meillet in allen Punkten gerecht zu werden, so gleich 
bei der Anwendung der Transkription, die er mit der üblichen Praxis des 
Einzellebens der Sprachen möglichst in Einklang zu behalten trachtet, wodurch 
schon a priori manchem Leser seine Darstellung zugänglicher erscheint. Ich 
hätte selbst im Litauischen die Kurschatsche Lautbezeichnung u- der Schleicher- 
schen e vorgezogen. Vom Standpunkte der in unserer Zeitschrift gepflegten 
»lavischen Sprachen darf noch auf einen Vorzug dieses Werkes verwiesen wer- 
den, auf die häufiger, als es sonst in der Regel geschieht, herangezogenen Be- 
lege aus dem Slavischen, da der Verfasser, durch seine früheren, zum Teil 



220 Kritischer Anzeiger. 

speziell dem Slavischen geordnetenWerke, schon längst eine über das gewöhn- 
liche Maß hinausgehende Kenntnis dieses Sprachenkreises bekundet hat, und 
auch hier, gleich der erfreulichen Wendung zum Besseren bei jüngeren Sprach- 
forschern, wie z. B. Berneker, Pedersen, aus verschiedenen Anlässen selbst die 
Erscheinungen der lebenden slavischen Sprachen berücksichtigt. Allerdings 
würde man auch hier noch etwas mehr, d. h. sehr oft einen Beleg aus dem Sla- 
vischen neben dem Litauischen wünschen, zumal dort, wo die Übereinstimmung 
zwischen diesen zwei nächst verwandten Sprachzweigen nicht vollständig ist, 
doch darf man nicht übersehen, daß es dem Verfasser nach der Tendenz seiner 
Einführung hauptsächlich um die >indogermani8chen< Eeflexe in einzelnen 
Sprachen zu tun war, die er als Bausteine zur Wiederaufführung des ursprach- 
lichen grammatischen Baues zu verwerten hatte. 

Auf Einzelheiten bin ich selbst nicht berufen, näher einzugehen, nur einige 
Bemerkungen seien mir gestattet, die ich als Eindrücke von der Lektüre des 
Buches gewonnen habe. Zu den >Allgemeinen Prinzipien* ließe sich aus den 
Beobachtungen des Sonderlebens einzelner Sprachen noch manches hinzu- 
fügen, u.a. läge es nahe, bei den Begriffen von der Sprachverwandtschaft zweier 
Sprachen oder zweier Dialekte (S. 3) auf die Frage einzugehen, was vom Stand- 
punkte der wissenschaftlichen Betrachtung als Sprache und was als Dialekt 
bezeichnet werden kann. Oder bei der Besprechung der sprachlichen Entleh- 
nungen (S. 7) wäre es wünschenswert gewesen, hervorzuheben, daß der Begriff 
einer Entlehnung in der Sprache sehr weit ist, nicht auf die Laute und Worte 
beschränkt, da auch Suffixe entlehnt werden, die Wortfolge und ganze Wen- 
dungen dem fremden Einfluß unterliegen. Mag das vielleicht in historischen 
Zeiten in stärkerem Maße sich geltend machen, ganz anders war es gewiß auch 
in uralten Zeiten nicht, so oft sich dazu Gelegenheit geboten hatte. Am we- 
nigsten bin ich von der Auseinandersetzung des Verfassers betreffs der Laut- 
gesetze erbaut, ja ich wundere mich geradezu, daß er diesen Ausdruck noch 
immer so hoch schätzt. Aus seiner Darstellung (S. 8 — 12) ergibt sich doch deut- 
lich, daß auch er darunter eigentlich nichts weiter als regelmäßig wieder- 
kehrende Lautentsprechungen versteht (vgl. S. 11). Bei diesem riehtigeren 
Ausdrucke wären auch die übertriebenen Vorstellungen von der Ausnahms- 
losigkeit der Lautgesetze auf das richtige Maß reduziert. Die sogenannten 
Lautgesetze durchlaufenjainverschiedenen Einzelfällen Bahnen von ungleicher 
Länge: je länger die Bahn, desto unwiderstehlicher ist die Wirkung, desto 
stärker der Drang, den ganzen Vorrat zu umfassen, doch in der Tat geschieht 
das selten ausnahmslos. Die Wirkung der Analogie nebst anderen Faktoren 
stört sehr oft die erwarteten regelrechten Lautübergänge oder Lautentsprechun- 
gen, also die sogenannten Lautgesetze, und schafft ihrerseits neue Wirkungen, 
die man mit alten > Lautgesetzen« konkurrieren sieht. Ob die Analogie auch 
innerhalb zweier nächst verwandter Sprachen einige Geltung haben darf, sagt 
der Verfasser nicht; jedenfalls würde gegen diese die Annahme verstoßen, 
daß s\3Ly.jes77n auf *esmi (astni, eI/ui), das lit. esm'i aber siufesme zurückzuführen' 
sei S. l.'H), wofür man sich auf das altpr. asinai stützt. Bekanntlich schrieb 
man im späteren Altrussischen sehr häufig auch ccmh, der zweiten Person ecH' 
zulieb, also eine alt aussehende späte Analogiebildung. Leider sagt der Ver-' 



I 



Meillet. Einführung in die vergl. Gramm, der indog. Spr., angez. v. Jagic. 221 

lasser nirgends, ab auch er ifrr/-6cj).h für einen Konjunktiv oder Injuuktiv hält. 
Aufs. 14" war die Gelegenheit gegeben, davon etwas zu sagen, doch ließ er 
sich diese entgehen. Zu der auf S. 12— n illustrierten Wechselseitigkeit zwi- 
schen dem Unterschied der harten und weichen Vokale im Slavischeu und der 
dadurch bedingteu Aiifreciiterhaltung des Unterschiedes zwischen // und i 
möchte ich bemerken, daß das im beschränkten Umfang geschieht. Denn das 
Kleiurussische kennt teilweise noch den Unterscliied derlliirte undWeichheit 
wenigstens bei den Vokalen 1. und i., und doch sind y und i' in einem harten 
j-Laut zusammengefallen. Oder nehmen wir das Niederlausitzserbische: hier ge- 
langt die Silbe ti durch Erweichung selbst bis ii. aber das ursprüngliche si wird 
immer hart, wie sy ausgesprochen. Mit einem Worte selbst bei so nahe ver- 
wandten .'>prachen. wie es die slavischen untereinander sind, wird die theore- 
tisch erwartete Regelmäßigkeit in einem fort durch individuelle Züge durch- 
kreuzt. 

Mit sehr hübscher Vorsicht behandelt der Verfasser die Definition des 
Indogermanischen [S. 14 — 38), hier bewahrheitet sich der Ausspruch, daß wir 
jetzt schon etwas mehr darüber wissen, weil wir nicht mehr glauben, sehr viel 
zu wissen. Dann folgt die Analyse der Laute, die der Verfasser mit den Kon- 
sonanten beginnt ,39 — 4b;, daran reihen sieh die >eigentlichen Vokale< 48 — h'i], 
und zuletzt die Sonanten (-''3 — 68;. Unter den Keduktionsvokalen geschieht 
auf S. 51 auch des Falles Erwähnung, daß für AecjTL wegen der russ. und cech. 
Formen acajuaxB, dvadcet-dcacet eine urslav. Form ♦jlca i l anzusetzen sei. Man 
darf dieser Erscheinung, die ja nur bei Zusammensetzungen aufkommt, keine 
größere Bedeutung beimessen, als wenn die Aussprache aus dosyta ein dosta. 
dosti. dost gemacht hat, oder aus pytati ein ptäti usw. Ins Urslavische reichen 
diese Erscheinungen nicht. Dasselbe gilt auch für das angesetzte cifyre. Unter 
den »Sonanten in Diphthongen< vermisse ich in der altbulgarischen liubrik _i/, 
sei es für das indogerm. *<■'/, sei es für *««. da wir neben ruda auch ryzdb, neben 
ttiJro-iucbno oder tovbm auch ein pretyh haben usw. (S. 58;. Bekanntlich sind 
diese zwei Reihen im Litauischen in dem au zusammengefallen. Bezüglich der 
vokalischen Sonanten /, r, die natürlich für den größeren Teil der indogerm. 
Sprachen nur iu ihren sichtbaren Folgen fortleben, scheinen mir aus dem fein- 
fühligen slavischen Sprachtypus nicht alle Konsequenzen in der sonst richtigen 
Darstellung S. 63 — 65) gezogen zu sein. Warum aber der Verfasser etwas will- 
kürlich auf S.64 altbulgarisch vUM, auf S. 65 altbulg. crtimi, auf S. 67 altbulg. 
dllgü und plihni schreibt — will mir nicht einleuchten. Soll das erste eine Kon- 
zession au das Litauische wegen icil/ias. oder gar wegen des polnischen u-ilJc 
bedeuten, so liegt wieder für dliyu diese Rücksicht nicht vor ^poln. dlugi]; 
anderseits für plutm spricht das polnische pelny nicht stärker, als das lit. p'il- 
nas für plhiii es tun würde. Der altind. Unterschied zwischen dirghäh und 
pürnah scheint doch für die slavische Unterscheidung etwas zu ferne zu liegen. 
Übrigens sagt der Verfasser auf S. 63 ganz richtig, daß die »Bedingungen, 
unter denen im Altbnlgarischen U oder /«< steht . ., unbekannt sind«. 

Unter den »Prinzipien der Formenlehre «wird Wurzel, Stamm und Endung 
auseinandergehalten, also nicht von den Basen und Formantien wirdgesprochen, 
da der Verfasser mit begründetem Maßhalten betont, daß man unter der Wurzel 



222 Kritischer Anzeiger. 

nicht etwa ein primitives Element zu verstehen habe, ans dem die Wörter durch 
Zusammensetzung und Ableitung entstehen. Dieser vorsichtigen Bekämpfung 
des übertriebenen Respektes vor den Wurzeln kann ich nur beistimmen. x\u8 
ihr erklären sich die Benennungen, wie präsuffixale Elemente der Wurzel oder 
des Stammes oder prädesinentielle Elemente, d. h. unmittelbar vor der Endung 
stehende Elemente, mögen sie der Wurzel oder dem Suffixe angehören (S. 107). 
Allerdings verschließt sich der Verfasser bei der allgemeinen Betrachtung der 
einzelnen Bestandteile des vollen Wortes nicht ganz dem Gedanken an die 
Möglichkeit, daß einmal, im Verlaufe des sprachwissenschaftlichen Fortschrittes, 
der Nachweis geführt werden könnte, daß die drei Elemente, Wurzel, Suffix, 
Endung einst, in einer mehr oder minder fernen Vergangenheit, drei voneinan- 
der unabhängige Wörter gewesen (S. 83). 

Bevor auf die morphologischen Elemente im einzelnen eingegangen wird, 
wollte der Verfasser >Lautalternationen< behandeln (S. 87 — 101). Soweit sich 
diese ,Lautalternationen' auf die Vokale beziehen, versteht man darunter die 
Erscheinungen, die man sonst mit dem Ausdruck Ablaut zu bezeichnen pflegte, 
den er auch nicht ganz aus seiner Schrift verbannt hat. Diese ,Lautalterna- 
tionen' werden sowohl für die Wurzeln (einsilbige und zweisilbige), wie für die 
Suffixe und Endungen in Betracht gezogen (S. 90. 108—9, vgl. S. 180—187). 
Stellt man einen Vergleich zwischen der jetzigen Darstellung und jener der 
bekannten drei Vokalreihen, worin Schleicher ein Virtuos war, an, so kann 
man nicht umhin, der jetzigen Vielseitigkeit volle Gerechtigkeit widerfahren 
zu lassen, doch scheint mir dieDarstellung an manchen Unklarheiten, oder we- 
nigstens an Mangel an Übersichtlichkeit zu leiden. 

Sehr ausführlich und lehrreich ist die Bildung und Bedeutung der Verbal- 
stämme (S. 115 — 133) auseinandergesetzt. Das Slavische in den richtigen Zu- 
sammenhang mit den übrigen verwandten Sprachen gebracht, erhält dadurch 
recht schöne Beleuchtung. Einiges scheint mir doch nicht in gehörigen Zu- 
sammenhang gebracht zu sein. So ist, glaube ich, jnsati nicht so durativ, um 
auf gleiche Linie mit -metati, -gnetati gestellt zu werden, eher wäre es mit 
actjaTH oder auch mit lizati zu vergleichen (S. 127), wo man in *lbznqti (serb. 
laznuti, kroat. kaj. oh-leznoti) den reduzierten Vokal findet, während lizq sich 
mit lieziü-Ksixiii deckt. Aus der Darstellung des Präsenz-Aorist-Stammes 
(S. 1 1 5) möchte ich diesen Satz herausheben : »Das Zeichen des Aorists in mor- 
phologischer Hinsicht ist nicht die Stammform, denn abgesehen von den sig- 
matischen Bildungen finden sich alle Stammtypen des Aorists auch beim Prä- 
sens; sondern Aoriststamm heißt in jeder Sprache derjenige, der im Indikativ 
nur sekundäre Endungen aufweist« (S. 148). Nach dieser Definition ist dem 
Verfasser ^jßf/^, da es daneben noch ein padeti gibt, eigentlich ein Imperfekt, 
in der Tat erklärt er auch pade für ein altes Imperfekt. Das will mir vom 
Standpunkte der slav. Sprachen nicht wahrscheinlich erscheinen. Hätten wir 
zu ca;i;<ii oder jAr.ä eine Form mit sekundären Endungen, also caäc, jis^sae neben 
CÄjexi, .üA/iceTB, da wären wir berechtigt, von Imperfekt zu sprechen, bekannt- 
lich hat man aber nur ci/t-B-c^Äxt, daher ist wohl auch naAT.-naa.h ein echter 
Aorist, da sich hier der Vokalismus des Stammes imAorist gegen Präsens nicht 
ändern konnte. 



Brugraann, Grundriß der vergl. Gramm. Zweiter Bd., angez. von Jagic. 223 

Die nominale Stammbildong, worin die hauptsiichlichsten Suffixe durcli- 
genomnicn wurden .S. 151 — I7;i . hat weniger Helej^e aus dem Slavischen ge- 
bracht als wir es erwartet hätten, namentlich würde ich gewünscht haben, daß 
der Verfasser gelegentlich die durch neuere Suffi.\zutritte verdeckten alten 
Stammbildungen aufgedeckt hätte, z. B. hei Jrzi/kü gegenUl)er altpreuß. insutcis, 
lit. lüzüu'is vgl. S. 2S1 , bei slü-ntce gegenüber .v«/, .v<i'//<', bei Adjektiven, wie 
kratiikii, qzükn gegenüber lit. Anr^ii.v, sÄ.amhuh uBw. Allerdings lag es nicht im 
Piano des Verfassers, das Individualinierende. sondern das Verallgemeinernde 
der indogerm. Sprachen zum Hewußtsein des Lesers zu bringen. In der Über- 
sicht der Flexion S. IT.ö - l'.tS konniien zuerst die Kndungen zur Sprache, wo- 
bei ich nur die von Meillet offenttar gebilligte Erkärung des Lokale kamem; als 
aus kamen-e bestehend, hervorheben will (S. 177), die Endung e aoll eine nach- 
gestellte Präposition sein. Mir ist die Erklärung in dieser Fassung nicht wahr- 
scheinlich. Über die Funktion der Form vtukK oder vlikü] als Nominativ spricht 
er sich nicht aus, wold aber billigt er die Erklärung des vluka als Ablativ 'S. 196). 
Auch die rätselhaften slavischen Genetive zvmj, duxr kommen nicht zur Sprache. 
Neben den Endungen wird der so genannte >priide8inentielle« Vokali.snius, der 
Suffixwechsel, derPlatz des Hochtons stark berücksichtigt und durch Beispiele 
beleuchtet. Unter den Pronominalstämmen möchte ich die Erklärung ,lani'- 
inni von dem Element*©/ also *ol-n{ , das im altlat. ollus [illc] und ultra steckt, 
hervorheben (S. 2üO . Beim Stamme ija- würde ich im Nom. sing, entweder 
j'''ze] oder i'z<'^ schreiben, nicht aber ji'zc, das ich dem Plural vorbehalten würde. 
Ob zwischen ct-sn und ciso, Nom. cito, gerade ein solcher Unterschied anzusetzen 
ist, wie zwischen av. ci^ (wer) und 6a in calujä, wie es nach der Darstellung auf 
S. 200 — 1 aussieht, ist mir fraglich. Bei Bildungen mit dem Suffixe -tero-s 
{-tara-h) wäre nicht bloß koton/jb ;S. 163), sondern auch ctem oder jeterii er- 
wähnenswertgewesen. In der Flexion kommt weder tngo noch tnjr zur Sprache, 
da sie abseits stehen. Von der Form des Personalpronomens azu heißt es nur 
(8.204). daß es vereinzelt dastehe; ob man nicht aber einmal dazu kommen wird, 
in ahäm, azam, adam, asz eine Stütze für diese Tatsachen zu finden, diese Hoff- 
nung möchte ich schon jetzt aussprechen. Es folgt ein kurzes Kapitel über den 
Gebrauch der Kasus und etwas über die unveränderten Wörter, ferner über 
den Satz )S. 209 — 23 1 und am Schluß die oben erwähnten zwei Kapitel, auf die 
ich nicht näher eingehen kann. Im ganzen ist das Buch, wie die Analyse zeigt, 
im hohen Grade belehrend und sehr lesenswert. 



Nach der kurzen Besprechung des Werkes von Meillet, das sich als eine 
Einführung in die vergleichende Grammatik der indogermanischen Sprachen 
ankündigt, wollen wir das Hauptwerk selbst, den herrlichen >Grundriß« K. 
Brugmanns, zur Sprache bringen, dessen zweite Bearbeitung, im ersten Bande 
die Einleitung und Lautlehre enthaltend, im Jahre 1S97 erschienen und im 
Archiv XX. 367 — 374 besprochen war. Seit 1!'06 liegt als Fortsetzung der 
erste Teil des zweiten Bandes »Lehre von den Wortformen und ihrem Ge- 
brauch*, und seit kurzem (1009) die erste Lieferung des zweiten Teiles des 
zweiten Bandes vor. Das bisher Erschienene bietet nach der alten Benennung 
die Starambildungslehre des Nomens und seiner Bestandteile (Zahlwörter und 



224 Kritischer Anzeiger. 

Pronomina, mit Ausschluß der Adverbia und Präpositionen), aber auch die Ana- 
lyse der Kasusformen, also den aufs Nomen bezüglichen Teil der Formenlehre. 
In dieser Weise werden jetzt die stammbildenden Elemente mit den Endungen 
in näheren, man kann es schon zugeben, natürlichen Zusammenhang gebracht. 
Schwieriger ist es, dem Bestreben, auch den Gebrauch der Wortformen mitzu- 
behandeln, gerecht zu werden, da man dabei leicht in das der Syntax vorbehal- 
tene Gebiet hineingerät. Brugmann sucht in § 462 (II. 1 S. 583) die Grenzen 
abzustecken. Zum vollen Umfang des zweiten Bandes fehlt noch etwas zur 
Bedeutung der Numeri und Kasus des Nomens und die ganze Behandlung 
des Verbums. Den Nominalstamuibildungen vermittelst der Suffixe wird hier 
die Analyse der Komposition vorausgeschickt, die man sonst im Anschluß an 
die Stammbildungen zu behandeln pflegte. Übrigens nimmt die Analyse der 
Komposita nicht viel Kaum ein (S. 49 — 120), wenn man damit die eigentlichen 
Stammbildungen vermittelst der Suffixe oder nach Brugmanns neuerer Aus- 
drucksweise die Stammformantien (S. 121 — 5S2) zusammenstellt. Diesem ganzen 
Inhalt des ersten Teiles des zweiten Bandes gehen auf den ersten 48 Seiten einige 
allgemeine Bemerkungen voraus, unter dem Titel »Motive und Arten der Wort- 
bildungsvorgänge« und am Schluß (S. 583—685) folgen noch Bemerkungen über 
die »Bedeutung der Nominalstämme«. Dieser äußere Eahmen, der die eigent- 
liche Analyse der »Stammformantien« umfaßt, ist eine Erweiterung der Ge- 
sichtspunkte, hervorgegangen aus der allseitigeren Beobachtung des Lebens 
der Sprachen nicht bloß nach ihrem sich gegenseitig ergänzenden Formen- 
reichtum, sondern auch nach den damit im Zusammenhang stehenden Bedeu- 
tungen. Das ist eben das Hauptmerkmal der neuesten Sprachenvergleichung, 
daß sie zwischen der formalen Entfaltung und den Bedeutungsnuanzen einen 
möglichst weitreichenden Zusammenhang herzustellen trachtet. Daß dabei 
auch die an modernen Sprachen beobachtete Ausdrucksweise in Betracht 
kommt, liegt nahe genug : dadurch wird auch auf ältere gleichartige Erschei- 
nungen erwünschtes Licht geworfen und das wirkliche Verhältnis unserem 
Verständnisse näher gerückt. Zu allerlei Bemerkungen des Verfassers, gerade 
in diesem einleitenden Teile, ließen sich manche Ergänzungen aus dem Be- 
reiche der slavischen Sprachen liefern. Ich erwähne bloß aus dem Polnischen 
zu § 18 »Lautentziehung« wiosc'für miiosc, aus dem Russischen cy^apt und selbst 
et in AacT. Hirci. (für das volle rocysapL, richtiger rocnoiapi,), cech. pry (für 
pravi) usw.; oder zur Doppelung (§ 21) kajkaj in der Bedeutung , allerlei' (kajk. 
kroat.), oder zum Suppletivismus (§ 22) die urslavische Ergänzung des Verbums 
UTH-HÄA durch uita-xoÄ, des Positivs dohry im cech. durch lepsi, im serbokr. 
dohar durch holji usw. 

In den der Komposition gewidmeten Paragraphen wird Worteinigung und 
Univerbierung auseinandergehalten (§18) — eine Unterscheidung, die mit Rück- 
sicht auf die Bedeutung zu ihrem Rechte kommen will. Denn unter Worteini- 
gung faßt Brugmann solche Fälle zusammen, wo zwei Wörter, im syntaktischen 
Verband stehend, eine einheitliche Gesamtvorstellung ausdrücken. Also sprach- 
lich sind es zwei selbständige Wortformen, wie jus jurandum oder wie im Sla- 
vischen die verschiedenen Ortsbenennungen, die ursprünglich aus einem Sub- 
antiv und dem es näher bestimmenden Adjektiv bestanden, wobei allmählich 



Brugmanu, Grundriß der vcryl. Graiuiu. Zweiter I5d.. ai);,^ez. von Ja^'ir. 225 

das attributive Abjektiv ebenso wie das Substantiv ihre aj^itellative Ik-deutung 
abgestreit't and zur Bezeichnung eines bestimmten Ortes eine eiulieitiicbeVor- 
Bteiiung ausmachen. In der Tat können aus solchen W(jrteinigungen allmäh- 
lich echte Bijracliliche Kom|)u.sita liervorgelien. Z. 15. ursprünglicli wurde lloin. 
ropu.Ti. oder Uiipi. rpaAT. sozusagen als appellative Bezeichnung eines (Jrtes an- 
gewendet, mau deklinierte lloua rupoia-IIünl. r.)j).at., Uapi.i riniAu-Uapu rpaat 
usw. Doch je ßchwächer die appellative Benennung gefühlt wurde, desto ein- 
heitlicher gestaltete sich für einen einzigen ganz bestimmten Ort dieser sprach- 
liche Au.sdruck und man machte aus Hobx ropojx einfach Homoiioai., aus dem 
Lokal Uapii rpa.it. wurde ein neues Kompositum Uapiirpaai» usw. Bei weiteren 
Al)leitungen aus solchen adjektivisch-substantivischen Worteinigungen gehen 
echte Koiiipo.sita hervor: >Lepa Glava« heilSt ein Ort in der Volksbenennuug 
und wird dekliniert ,Lepe Glave', .Lepu Glavu' usw., daraus weitere Ableitun- 
gen in der echten Kompositionsform: ,Lepoglavec' .lepoglavski' usw. Als 
slavische Beispiele für die Tmesis der Komposita können hiikto, uth-Nu ange- 
führt werden, die durch die Präpositionen in im ii. KiMi., ut m. kocml, im 3a 
lUTo usw. gespalten werden; cechisch nivi-c kann von neuem die Präijosition r 
bekommen zu einem pleonastischeu niicec, auch polu. nnitcecz zu nichts,. Ahn- 
lich wird im kajkavisclien tutja (aus ue gii),jega (aus^e ga) zu einem Ausdruck 
verschmolzen, der ein nochmaliges fja annehmen kann, und man sagt: ucga ga, 
Jega ga (es gibt, es gibt nicht , das wie ein Iterativkompositum aussieht (§25). 
Zu den in § 28 erwähnten verbalen Kektionskompositen mit dem Verbum als 
regierenden SchluBglied fällt mir das russische Verbum MupuojuiL — nach- 
sichtig sein, d. h. den Frieden vorziehen, ein und zu den Kompositen mit ver- 
balem Nomen als Schlußglied fUge ich aus dem Slavischen die uralte schöne 
Benennung eines Monats 6pi303o;n> hinzu, wo ich in -3o.ai, den sonst nicht vor- 
kommenden Ablaut zu ;ie.TOHx erblicke, mit der Bedeutung: >ein die Birke grün 
machender Monat<. Für die präpositionellen Kektionskomposita (§ 31 kann 
man zu den vom Verfasser zitierten Beispielen noch viele andere sicli vergegen- 
wärtigen, z. B. serbokr. o(/?»«/( neben umuh (sonst aucli einfach im Instrumental 
mahom], oder uitjek — vavi/c — 7iavekc{iu\meT . Aus demPräpositionalausdruck 
k rzeczy entstand im Polnischen das abgeleitete Kompositum grzcczny, davon 
grzeczno.sc; russisch Kcraxu ist ein gleichartig gebildeter Ausdruck. Ein deter- 
minatives Nominalkompositum von der Form Substantiv -f- Substantiv könnte 
sein piiz-mitz (>Schnecke, die ein Mann ist« — so nach dem Sprüchlein: ,puz 
muz kaii roge' das Wort ist ins Albanesische eingedrungen ,. Für Adjektiv -f- 
Substantiv halte ich die Benennung des iJ'evihnnofpi^Tr; als laiiprorok ;wohl aus 
.TLaci, npojiOKx), russ. .iHcecBujixejii, beruht auf .iHcecBiiatTejiECTBO. Für kasuell» 
Bestiramheit '§32b) sei das Beispiel zimzelen serbokr., zwmzel, ziviozilen c., zi- 
inokret c. angeführt (ein im Winter grünender Busch oder Blumej. Ein etwas 
eigentümlich gebildetes Bahuvrihi -Kompositum wäre die Bezeichnung Jo- 
hannes des Täufers als .glavosek', es ist exozentrisch aber im passiven Sinne 
gedacht, d. h. Johannes, der einen abgehauenen Kopf hat. Diese Benennung 
, glavosek' kenne ich aus der kajkavischen Literatur, gebildet ist das Wort wie 
trnokop' u. ä. Zu den vielen slav. Beispielen, wo im ersten Kompositionsteile 
•der o-Stamm die anderen Stammauslaute verdrängt hat, erwähne ich kosiohuija, 

Archiv für slavische Philologie. XXXI. \ .j 



226 Kritischer Anzeiger. 

srdoboija (S. 91) u. v. a. Das im ersten Teile stehende Numerale dca lautet im 
Russischen, Polnischen und Cechischen in der Form des Genitivus dualis als 
diu: ÄByrjaBbifi, ÄBy^HiHtift, p. dwudnioioy , diouglotcy, diouletni, dwuzqb, c. 
dvouhlavy, dcoumesicni, dvoimohy; bei ipu sieht man noch deutlicher die Genitiv- 
bildung in xpexJiiTHiii , TpexMiCTHtiii , TpexcropouniS, auch pol. trzechletm, 
trzechsetny neben trzyletni, trzydnioivy, trzynög, cech. trihlaw neben treiwzka,. 
trirohy neben tremhy [tre- aus troje-) ; im Serbokroatischen dagegen durchgehend 
dvo- und auch tro- (§ 46). Für den vom Verfasser auf S. 95 berührten Ausdruck 
,ein-ander' will ich aus demAltkirchenslavischen und Russischen die stehende 
Bezeichnung apyn. Äpyra, «pyri. Äpyry, Äpyrt ct. apyroiit usw. anführen. 

Die sehr ausführliche Behandlung der Nominalstammformantien (S. 147 
bis 574) wird durch »Vorbemerkungen< (S. 120 — 126) eingeleitet und außerdem 
die reduplizierten und Wurzelnomina (also ohne stammbildende »Formantien«) 
werden vorausgeschickt. Zum Reduplikationstypus X7]&r] (§ 70) wäre zu be- 
merken, daß Ausdrücke, wie tata, inama, zu welchen man noch hhh/i, ähäh, caca 
hinzufügen kann, innerhalb der slavischen Sprachen viel weiter verbreitet sind, 
als es nach den Angaben des Verfassers der Fall wäre. Mit einem Nasallaut 
(§ 72) lautet in Ragusa dundo — der Onkel. Daß dundo und ähäh etymologisch 
zusammenhängen, glaube ich nicht, eher scheint das erste Wort auf c?om (aus 
dominus) zu beruhen. Es ist wohl ein Kinderausdruck, wie im kajkavischen 
potiek für gospo7ieJc u. ä. Zu den Reduplikationen (§71) des Typus rjiarojn> ge- 
hört auch pidpol c., das im § 91 erwähnt wird. Der Vokal « in popel (§ 75) neben 
dem regelrecht sich einstellenden pepel könnte vielleicht dem Vorbilde der 
Präposition po- (im Verbum po-paliti) seinen Ursprung verdanken. Im Worte 
roro.li., c. hohol, dürfte gogo auf Schalllaut beruhen, wie für Gans neben taci. 
usw. auch die Benennung zuga, zuza vorkommt. Sonst müßte man an die Vo- 
kalassimilation, wie russ. TonoTT. neben c. tepot, KjronoxT. neben h.Mepot denken. 
Die Wurzelnomina sind im Slavischen durch die Übergänge in die vokalische 
Deklination, durch Anfügung neuer Suffixe usw. beseitigt, als ein altehrwür- 
diger Rest ragt kpth aus dem Altpolnischen, Altkroatischen, im Neuslovenischen 
noch jetzt gebräuchlich, empor. Das wurzelhafte ^^eö" (ohne Ablaut) muß man 
in nix-oxa, pteszy, pesice wiederfinden ; ein dem Altindischen gavi, gave ent- 
sprechendes gov- erblickt man in roBüao, dessen Suffix -do an sta-do erinnert,, 
das Vorstück ^orf wurde gleich telp, ar/»if gebildet, wie es richtig bei Brugmann, 
§362, gesagt wird, unter Berufung auf § 311 (bei Vondräk ganz mechanisch 
auf Suffix -endo zurückgeführt, Vergl. Gr. I. 454). Mir scheint, daß auch in dem 
Wort sula (die Hündin), verdeckt durch den Suffix -ka, das alte su- (vergl. lit. 
szu] steckt, obschon ich den Vokal u (statt des erwarteten y-i,\) nicht gut erklären 
kann. Yevg\.jpzy-k%, kamy-k, vlady-ka, nach meinem, von anderen abgelehnten 
Dafürhalten aucli mU-kn. 

Die Übersicht und Analyse der Suffixe beginnt Brugmann mit vokalischen 
Elementen oder nach seiner Terminologie Formantien: o-ä (148 — 166), -i (166 
bis 175), -u fl76 — 182), io-iä und iio-iiä (182 — 198), eio-eiä (198 — 99), uo-uä und 
uuo-iiuä oder eM0-cMä(199 — 208), 1 und ü oder ii-uu (208 — 211), {ä: i (211 — 220), 
e-ie (220—223), tu 223—225). Darauf folgen m- und «-Formantien (225—322), 
r- und /-Formantien (323—385), mit labialem Verschlußlaut bho-bhä (386—390), 



Brugmann, Grundriß der vergl. Gramm. Zweiter Bd., angez. von Jagic. 227 

mit dentalem Verschlußlaut: t-, d-, rf^-Formantien .t'.tO— 473', mit gutturalem 
Verschlußlaut: /;-,. 7-, .^/'-Formantien 473 — 514),endlich»-Formautien 514 — 574}. 
Die Grnppiorungnachden suffixalen Elementen bildet den den Stoff zusammen- 
fassenden Rahmen, innerhalb einzi'lner Suffixi* odtT Suflixgruppcn worden ver- 
schiedene Nebenersolieinun;,'eii berücksiditiLCt, auf deren Beobachtung großes 
Gewicht gelegt wird, so auf die (Jestalt des wur/elhaften Teils oder des soge- 
nannten Vorstiickes Auslaut desselben, Ablaut, Dehn- und Schwundstufe des 
wurzelhaften Vokals, auf die Auseinauderhaltnng naeh der Wortkategorie (ob 
Substantiv, geschlechtig oder Neutrum, ob Adjektiv oder Zahlwort, ob l'arti- 
zip\ und vor allem auf die Bedeutung innerhalb einzelner Wortkategorien, die 
sieh nicht bloß auf die allgemeinen Unterschiede beschränkt z. B. ob es Ab- 
strakta, Substantiv- und Adjektivabstrakta, Kollektiva, Nomina agentis, No- 
mina actiimis sind , sondern selbst ganz spezielle Bedeutungsgruppen werden 
auseinandergehalten (z. B. Farbenbezeichnungen auf S. 201, 255, 3S!», 41.3, 505, 
Totalitätsbezeichnungen auf S. 202, Bezeichnungen von Lebewesen auf S. 2^)5 f., 
Kürperteilbeuennungen auf S.2it7, 307, ;i08, 329, Personen- und Standesnamen 
auf S. 305, Verwandtsdiaftsnamen auf S. 331 ff.. Ilypokoristika auf S. 375 ff., 
497. Tiernamen auf S.3Mt, 420 ff., 467 ff., Tier- und Pflanzennamen auf S. 305 f.). 
Durch den Versuch wenigstens für einige von diesen Bedeutungsgruppen den 
gemeinsamen indogermanischen Besitzstand zu sichern, gewinnt selbstver- 
ständlich das Bild der gemeinindogerm. Sprache bedeutend konkretere Züge. 
Mit großer Genugtuung muß dabei konstatiert werden, daß in diesem Teil der 
vergl. Grammatik Brugmanns das Slavische recht stark berücksichtigt worden 
ist, wobei Meillets Formation des noms, Belic's Abhandlung im Archiv XXIII 
u. e. a. sehr fleißig verwertet wurden. 

Ich will zur Darstellung Brugmanns, die ich sehr lichtvoll finde, nur hie 
und da noch einige Zusätze, gleichsam meine Randbemerkungen, liefern, wo- 
bei man nicht außer acht lassen darf, daß seine Darstellung, da sie der ver- 
gleichenden Grammatik aller indoeurop. Sprachen gilt und vorzüglich das 
aller Wahrscheinlichkeit nach seit uralten Zeiten Gemeinsame berücksichtigen 
mußte, nicht auf alle Einzelheiten, die ich hier anführe, eingehen konnte. 

Neben den vielen im §90 mit vokalischer Ablautstufe zitierten Beispielen 
(ich erwähne z. B. noch Moari., poara) würde ich zum § 92 mit vokalischer Dehn- 
stufe solcher Bildungen gedenken, wie tat, isaa im Russ. oder xpaB.i im Urs]., 
oder gedehnte Ablautsstufe in sado, tmsadi, dagegen mit der Schwundstufe russ. 
dial. cTtra (sonst ctt^^a, vgl. S. 160 , daher die Phrase hu am (für cTLm) H<i uuaaxB 
^bei Vondräk wird keine von beiden Formen zitiert . Zu § 93 d, wo jiorca neben 
pnrcus zitiert wird, möchte ich auf die entsprechenden Deminutiven prasac- 
prasica hinweisen, woraus man auf prasz-prusd (wie Nsur-lisira zu lisz-lisa, 
vergl. lett. hpsa. in lis-o ist p ausgefallen, wie in osa gegenüber lit. tcapsa) 
schließen kann. Vom slavischen Standpunkte ist zu §93d (S. 161 — 2) neben 
dem gemeinsl. spstra auch auf c. dcera, poln. cora zu verweisen, wogegen nom. 
und ÄcV (aus dri, hi'i hervorgegangen) noch vom Nomin. .niirru ausgehen. Zu 
§ lOOc, wo von -i Suffix als sekundärem Formans für feminine Abstrakta die 
Rede ist, die im Slavischen reichlich vertreten sind, möchte ich noch skroat. 
duz, uzduz, poln. diuz, tczdhiz, c. dlouz anführen, und bei § 1 1 1 will ich noch 

15* 



228 Kritischer Anzeiger. 

ru88. KpajÄi, npHHca, sloven. kraja-preja, serbokr. Kpaija, npel;a erwähnen, viele 
andere Beispiele beiVondräkl. 403. Vom Standpunkt der ßlavischen Stamm- 
bildung kann man die Suffixe in und iio gut auseinanderhalten, indem man 
russ. MeaB't/Kiii, roBn>Kiii, xeja'iiii von w, dagegen Kosifi, pay'i, pbiciir, xpeTlii 
von iio ableiten muß. Aus kirchensl. nexL'u wurde zunächst neibjak, netjak, 
dann erst necak, beruht also auch auf i^o. Im § 118 S. 190 hätte das bekannte 
russ. Wort xo^aiaii verdient, mitgenannt zu werden, vergl. Yondräk I. 441 — 
die entsprechenden Verba müssen immer auf -a<i auslauten, also *^jrosa^« [vergl. 
kl. russ. npoxaxii), vozati, vodafi, cJiodaii, seihst *lorjafi. Zu den wenigen im 
§ 125d aufgezählten Beispielen aus dem Slavischen, in denen das Suffix iio 
steckt, gehört wohl auch ctapaBt-siiopoBi,, vergl. altind. dhruvas fest. Während 
Beispiele, wie osirovo, plovo, zovo, so auch kroc-b, lov%, osnova u. a. unter die Be- 
lege und Bildungen des § 90 gehören, also mit -o Formans gebildet sind, könnte 
man die Neubildungen, wie russ. nopBiBt, npusLiEt zu iin Formans zählen, vergl. 
weitere Beispiele beiVondräkl. 408. Unter den -m Formantien mag bei § 163 
zu den passiven Partizipien auf -»?ja noch erwähnt werden: BoiguMi., pobratiin, 
posesfrim" . vergl. Vondräk I. 429, wo ich nicht vom Suffixe -imo sprechen 
würde, da auch diese Bildungen von Verbalstämmen auf-« auslautend (poöra^iY/, 
posestritivisyf.) abgeleitet sind. Ob in^Joves?«o c. sloven. ein Suffix -mo oder 
-smo anzusetzen ist, hängt von der etymolog. Deutung des Wortes ab; in der 
Kegel denkt man an das Verbum povesiti, dann würde man eigentlich noBictaio 
wie nucLMO erwarten (lit. auf -imas). Sekundär sind pjesma für nicHB, ebenso 
hannia für 6acHB. 

Sehr reichlich vertreten sind die Suffixe mit dem »^-Element, die im Sla- 
vischen durch weitere Ableitungen verdeckt zu sein pflegen, wie z. B. das auf 
S. 287 erwähnte klänac gegenüber dem einfachen litauischen kähias oder das 
Wort planina, das anf *plri7m aus polna beruht (bedeutete eine dürre Gebirgs- 
höhe, von pel, hat also mit plamis-planities keinen unmittelbaren Zusammen- 
hang). Das im Slavischen stark verbreitete Suffix auf -Ina entspricht dem 
litauischen auf -i/na, aber auch auf -iena, was auch Brugmann auf S. 273 er- 
wähnt. Vondräk bespricht das Suffix etwas zu summarisch (auf S. 419 — 422). 
Will man die Analogie gelten lassen, so sollten wegen der litauischen Bil- 
dungen antiena, iwerienä, parszienu slavische Entsprechungen auf -ina auf 
demselben i = ie beruhen (das ist ja auch die regelmäßige Lautentsprechung), 
also : zverma, govedina, CBHHiiua, öapaHnna, husina, Jelern'na, konma, srnina auch 
srnetina, wie teletina, janjetina, piletina, prcetina. Ob hierher auch die Bil- 
dungen auf -ina gehören, die das einem Tier angehörende Fell bezeichnen, 
wie BJi'LquHa, OBtiHna, kravina, kozina, medvedina, psitia, wohl auch paucina- 
pajpczyna, das weiß ich nicht. Allein die aus Adjektiven auf -ov abgeleiteten 
Substantiva der Holzsorten, wie bukovina, horovina, hrastovi^ia, klenovina,jeIo- 
vina, jaUovina, smrekovina scheinen nach der Analogie der litauischen Bil- 
dungen wie elksnyne das i mit y (langem i) des Litauischen gemeinsam zu 
haben. Die Pluralia wie koline (Schlachttag), novine, KpecxHHti, umchuhbt dürf- 
ten ihr i ebenfalls aus dem langen i ableiten, während MicA^uHa als Mond- 
schein an das litauische menesiena erinnert. Die augmentativen Bildungen, 
wie (jlacina, CKOiuaa, SMiHHa, Kvnquua oder auch Deminutiva, wie dzieicczyna, 



Brugmanu, (irundriß der vergl. Gramm. Zweiter Bd., angez. von Ja{,'ic. 22*.> 

Ixthiiia, gnlpJiiud, sowie die kollektiven mlailinn. iirina. druzitxt, rmlbina UBW. 
Bind wohl auf i = i zarilckzut'ülirt'n. wie im Litauischen die entBjtrechenden 
auf -y«a» and -y"'- Ahnlich »ind wohl auch dieAbHtrakta wie iirhia, tilieitia, 
cisina,dehljinu,dnbuta liUch duf>(/u)a], muoiina U.a. aufziifaBBCD. DiePossCBBiv- 
bilduugen auf -im von Feminiuen, wie zenim, tnaffrim, hahim, alt ucnpuiu- 
Hiiin., möchte ich mit lit. -iiiuti, im Femininum -iV;ji', als den Wortbildungen 
der femininen Antrehtirigkeit in Zusammenhang bringen, also -in in mittnim, 
fem. tnaterina. dürfte ein ähnliches Suffix darstellen, wie -Utu- in asiltini. Hier- 
her gehört wohl auch tias Sut"tix der Singularität -iin. bei den Ausdrücken der 
Standes- oder Völkerbezeichnung: öo.iMpiinx, qe.iuauii'i.. rociiuAuii%, jKauux, 
jKiaoDuin.. Hiiix'inix, riii.»niii'i,. uflw. Da dieses Suffix nur im Singular an diesen 
Wörtern haftet und gewiß die plurale Form ohne -im die ursprünglichere ist, 
so finde ich die Vermutung, daß das Suffix -ittz im gegebenen Falle, wenn 
nicht vielleicht seinem Ursprünge nach, doch sehr früh seiner Bedeutung 
nach mit dem Numerale uii-i> = icihnis = unus identifiziert wurde, nicht bo 
unwahrscheinlich, daß sie ohne weiteres abgelehnt werden müßte; das Wort 
HUT. lebte einst im Sprachgebrauch als unus viel stärker, als nachher, wie die 
Komposita uiiopori,, jiiioiaaT, der präpositiouelle Ausdruck bt. uii.i., das Ad- 
verbium iiiiorja fcech. inhed-hned] zeigen Zum Adjektiv lern, das mit lenis zu- 
sammengestellt wird ;S. 2>S) möchte ich die Bemerkung machen, daß im 
Cechischen neben liny auch lenl, auch im Dialekte des Serbokroatischen 
neben lijvn-lcn auch len gesprochen wird. Diese Doppelform könnte auf einen 
ursprünglichen i"-Stamm hinweisen, substantivische j-Enduug liegt ja ohne- 
dies in -itiii. vor. vgl. russ. mh§ jitni.. wie Mui acajii.. Zu den lit. Bildungen auf 
-es/it« (S. 2S9 möchte ich an das russische poTiccuiiKT. erinnern, dessen s-Stamm 
(in roves- in dem zendischen ravunh wiederkehrt. An das altindische mojj'ä- 
)iam wird man bei der Ableitung des Plurale tantum mn-fy'ani Hirn erinnert 
S. 297 . Bei den griechischen Eigennamen HynfHor, </>iX(j)i' etc. S. 300 wird 
man an slavische Eigennamen, wie l'elikan, Dugan (von .i.iT.n.]. Milan, Zivan 
cf. Vondräk I. 41.5) denken dürfen. Das slavische vodd berührt sich wohl un- 
mittelbar mit iJwp, doch mit Genusw^echsel unter dem Einfluß der neu ge- 
fühlten rt-Endung. 

Unter den r- und /-Formantien begegnen auch viele slavische Stamm- 
bildungen, zum Suffix -tcrn- füge ich den altkirchenslav. Pronominausdruck 
wTcp-b hinzu von dem Pronomen jV abgeleitet,', den übrigens Brugmann S.32« 
nicht übersehen hat, dagegen finde ich Maxopt und Matepi. nicht erwähnt, 
vergl. Vondräk 1.43:3, der vom Suffix -tcro- ausgeht, während ich es vorziehen 
würde, in dem Adjektiv das Suffix -ero zu suchen, ähnlich dem griech. fpoßi- 
(>(>>-, (}(i/.inu;. wenn auch ein Nominalstamm mit Suffix -io oder -ta oder -tu 
von mä ähnlich dem \2Lt.ma-iü-rus im Slavischen nicht nachweisbar ist. Auch 
die Betonung russ. MaTcpMÜ entspricht der griech. Ultimabetonung. Der Laut- 
wechsel c-o ist wohl so aufzufassen, wie in \iTo\>i>n-ict6ry neben vtery. 

Mir will es scheinen, daß Prof. Brugmann ein zu großes Gewicht darauf 
legt S. 336;, daß angeblich prijatclj das einzige '?, allgemeinslavische Wort 
auf -teljb sei. nach Hirt wäre sogar auch dieses Wort aus dem Germanischen 
entlehnt, was natürlich falsch ist. Ich kann selbst das nicht glauben, daß das 



230 Kritischer Anzeiger. 

Wort ratajb alle (allerdings nicht zahlreichen) Nomina agentis auf -aiajb nach 
sich gezogen fS. 336 Anm.), um so weniger könnte ich mich damit einverstan- 
den erklären, daß die zahlreichen durch alle slav. Sprachen verbreiteten Sub- 
stantiva auf -teljb erst durch eine Dissimilation in den Worten zrhteljb, prija- 
teljb zustande gekommen (wo zufällig im Vorstiicke r enthalten ist; und darnach 
weiter verbreitet worden wären. Dagegen ist es auch mir wahrscheinlich, 
daß vetrb ähnlich wie bratr-o aus ursprünglich konsonantischem -!!er-Stamm 
hervorgegangen ist (S. 344). Zum Übergang von tl in kl scheint auch das 
serbische grkljan (neben grlo, vgl. lit. gurklys) ein Beispiel zu liefern. Brug- 
mann sagt, im Slavischen sei das uridg. -tlo ersetzt durch -dhlo (S. 344 und 
§ 272). Die Tatsache eines Suffixes auf -f/^ unterliegt natürlich keinem Zweifel 
bei den vokalisch auslautenden Stämmen, es ist aber sehr auffallend, daß wir 
bei gleicher Bedeutung in den konsonantisch auslautenden Stämmen nicht 
dem Suffixe -dio begegnen in Beispielen wie veslo, po-v7-eslo, poiviqslo, cislo, 
przpslica-preslica, wo Vondrak (I. 435) durchwegs nur mit dem Suffix -slo 
operiert. Ja ist denn das so sicher ? Wir sehen ja selbst dort, wo im Litaui- 
schen deutlich -sla zum Vorschein kommt, im Slavischen -la [zila : gysla, auch 
tesla ist kaum was anderes als tes-la), so daß mir in angeführten Beispielen die 
Annahme eines Suffixes -sh statt der früheren Annahme eines -tlo doch nicht 
ganz unbedenklich erscheint. Ja auch das serb. Beispiel grkljmi scheint doch 
nicht auf dl zu beruhen, da die Lautgruppe dl nicht kl, sondern gl ergeben 
würde, kl ist nur aus tl erklärbar, man vergl. (/lijeto aus dlijeto, glaka aus 
dlaka. Was mpzdra und 7iozdri anbelangt, wo Brugmann vom Suffix -dhro 
ausgeht, finde ich die Kombinationen Vondräks (L3bl) beachtenswert, wenig- 
stens betreffs mpzdra, indem er mezga oder mezga heranzieht. Bei nozdri sollte 
man wegen des lit. nasrai doch bei nosri (Dual von nosrb) verbleiben und nur 
wegen des weichen Auslautes n den Übergang aus s in = annehmen, so daß 
nosrb-nosri einen lautlich möglichen Übergang in vnzrb-twzri ergeben würde; 
durch ;:?• war die Einschaltung von d statt t von selbst gegeben (vergl. zdraka 
für zraka, zdroj statt zröj). Zu S. 357 vergl. mit dem litauischen stagaras-siege- 
rys das slavische stezero, auch stozevh. Beim Suffix -h ergänze ich das Beispiel 
deh fS. 364) mit dem uralten in geographischer Hinsicht wichtigen Ausdruck 
predeh als Wasserscheide, der an vielen Orten der jetzt meist schon deutschen 
Alpenwelt und auch sonst wiederkehrt und offenbar urslavisch ist, wie gra- 
nica u. ä. Unter den verschiedenen /-Suffixen nimmt im Slavischen entschie- 
den die erste Stelle ein das Partizipsuffix -h, das zuweilen in adjektivischer 
Funktion begegnet, wie z. B. cih (nicht von cu-tl, sondern \on ci-)wti abzu- 
leiten, ausgeruht, munter), gtiih, smeh, caijii.ifi, spijit usw. Daraus wurden 
Abstrakta auf -5 (= i) gebildet: CBHpi.ai., M.itqajii., piscah-ka {von piscul], so- 
pelb, rijiöi.i'i. (von *r'H6i-iu-n.i6urtiTii) ; auch konsonantisch im Vorstück aus- 
lautend: teklb, s%chh. Mascul. generis auf -jb [-IJb], ebenso aus dem Partizip 
mit -in weitergebildet: kova-h, vrah, stradah (Vondräk spi'icht vom Suffix 
-alb). In gqsli.Jasli, 7ngslb werden die einen -s/6-Suffix suchen, die anderen 
-tlb, d. h. ein Nebensuffix auf -6 auslautend zu -slo oder -tlo (S. 3S4). Über das 
Suffix mit JÄ-Element (slavisch b], namentlich in der Form -bba gegenüber lit. 
-yba oder -ybe vergl. jetzt die Abhandlung von Freih. v. d. Osten-Sacken in 



Brugmann, Grundriß der vergl. Gramm. Zweiter Bd., angez. von Jagid. 231 

Indogerm. Forsch. B. XXVI: »Zur Entwicklnngsgeschichte der Nomina auf 
ßlavisch -hha, litanisch -i'/ban. -yha, -f/ln'. lettisch -iha<. 

Viel Verwendung findet das ^-Element in der Suffixbildung, so nament- 
lich auch in den slav. Spraclien, vergl. die Partizipialliildungen auf ti: htt%, 
3a-6LiTLiii, is-pitz, jjo-ki i/iz, vttz, si(z usw. Konsonantischer Auslaut des Vor- 
fltückes : »ap<ih, rasprti, slat aus *solt in s/atina, Vit. azaltus], tzvesH, iievesta 
(nicht nove ducta, sondern incognita, als eine in die Familie aufgenommene 
Unbekannte), ^>t^vr^8t^; so auch cist%, cpsth, gnsH u. a. Die slav. Abstrakta aut 
-bstvo werden gewiß mit Recht auch von Vondn'ik) in einen gewissen Zu- 
sammenhang gebracht mit den Adjektiven auf -wAi: bnihsH, Iinihstvo so auch 
serbokr. hozanski-loianstvo, , doch ist das « in -ansito nicht aus dem Suffix 
-bno abzuleiten, wie es Vondräk lehrt I. S. 44») , sondern aus bozh.sti') wurde 
zuerst die belegbare Form bozastvo, dann unter dem Einfluß der Bildungen 
-enstvo wie hlazenstvo und -instvo wie rodhinsivo, trat auch in bozastvo, veli- 
castvo usw. ein n ein : hozitnstvo, velicanstvo usw. 

Welche Fälle mit dem suffixalen ^/-Element auf d und welche auf dh 
zurückgehen, muß aus verwandten Sprachen, welche den Unterschied zwischen 
Medien und Aspiraten wahren, festgesetzt werden, wie es auch bei Brug- 
mann geschieht. Wenn er auf S. 472 tcrbdo mit tvirtas nur als verwandt, nicht 
als identisch ansieht, so kann ich dieses Bedenken nicht teilen; ich halte viel- 
mehr hier den Übergang aus der stimmlosen in die stimmhafte Media auf sla- 
vischer Seite vollzogen, vielleicht unter dem Einfluß des weich klingenden r 
(wie in cttverg-o aus cetvhrtoko). Beachtenswert scheint es, daß bei Suffixbildung 
mit -to auch der vokalische Ablaut häufig begegnet, so in modo (von met- , 
rota, slut, vrata (wenn von vreti abzuleiten und nicht von vrbteti, wie vrat^], 
mlaU, dlalo [von delh, übrigens auch dlefo kommt vor,, nach Brugmann (S. 410) 
auch poH (slub peJcq], pqto [\ou pen), vielleicht auch krasta, testo, russ. npiiOTt 
(von npu-iA-Tu). 

Zu den A-^r-^Ä-Suffixen oder Formantien gehören viele slavische Bil- 
dungen, hauptsächlich in sekundärer Funktion als Deminutiva oder Substan- 
tivierungen der einfacheren Adjektivbildungen, oder auch als Mittel einen 
adjektivischen i- und ?/-Stamm deklinationsfähig zu erhalten. Auf alle diese 
Funktionen ist in der Darstellung des Grundrisses gehörige Rücksicht ge- 
nommen, so daß man kaum noch etwas hinzuzufügen hätte. Einige Einzelheiten 
gibt Vondräk I. 45'J— 473. Zu primären Bildungen auf -kz (auf S. 477) könnte 
aus dem Slavischen auch zrakö gezählt werden, wenn man es aus zir-zer mit 
Ablaut (wie zlako] ableiten will. Vondräk zieht vor, von der erweiterten 
Wurzel zerk- auszugehen. Bei der ganzen Behandlung der hierhergehörigen 
Suffixe finde ich bei Brugmann größere Rücksicht auf die Form der den neuen 
Bildungen zugrunde liegenden Stammworte oder wie sich Brugmann aus- 
drücken würde — Vorstücke, während bei Vondräk vielfach der Stammauslaut 
mit zum Suffixe bezogen wird. Z. B. Vondräk setzt das Suffix -ika an bei 
osika, blizika, uzika. ohne darauf Rücksicht zu nehmen, daß wir zu o^ikn im 
Litauischen einen i-Stamm usis haben, der wenigstens eine gewisse Brücke 
zur slav. Bildung auf -ika darstellt, während ich in «hacuKa und u.auHciiKa ohne 
Bedenken die Komparative Aacu, öjhhcu erblicke, an die das Suffix -ka ange- 



232 Kritischer Anzeiger. 

hängt wurde wie in B.iani-Ka. Die drei Wörter können schon darum nicht im 
unmittelbaren Zusammenhang stehen, weil osika fem., m/KHKa, diuacHKa aber 
so gut wie B-iaÄUKa masculin sind. Während diese Bildungen sehr alt sind, 
sollte man solchen Neubildungen wie z, B. das slovenische sedrika (statt 
sestrica, S. 497) kein Gewicht beilegen. Wenn Vondräk nicb unter dem Suffix 
-ce (d. h. cb), sik^ (und sich] dagegen unter -ik anführt, so halte ich auch das 
für nicht genau, denn sik^ ist ebenso gebildet wie fak^,Jak^, kal-o, nur liegen 
andere Stammesauslaute vor bei den letzteren als bei dem ersten. Brugmann 
hat die Sache richtig erklärt (S. 496 — 498) ; wie dem sich ein s^k^, so steht dem 
nicb ein nik-o gegenüber (vergl. tükom poniknuti). Zu den primären Bildungen 
mit -ga (S. 507) sei noch das Wort snat/a erwähnt (Reinheit und Kraft). Den 
litauischen Adjektiven auf -inga (Brugm. S. 509) entsprechen die russischen 
Bildungen anf j'aga = pga : hednjaga, skrjagn^ skupjnga u. a., wie es bei Von- 
dräk I. 471 richtig angegeben ist. Sowohl Brugmann wie Vondräk halten an 
einem Suffix -g'o wegen des russ. ieTBepn> fest, obgleich ich schon längst 
daraufhingewiesen habe, und auch die Geschichte des Wortes das bestätigt, 
daß das heutige leTBepr-t-ieraeprä auf den zuerst in Casus obliqu. an lepsep- 
TKa-TKy durch Ausfall des t assimilierten leTBepKa-ieTisepKy zu ^lexBepra-ieT- 
Bepry usw. beruht. Daß Vondräk ohne jede Bemerkung unter dem Suffix -za 
die polnischen Ausdrücke jarrecZaicr, odzieza zitiert, nimmt mich Wunder; mau 
muß ja doch auch bei der Analyse der Suffixe nicht bloß auf den Wortlaut, 
sondern auch auf etwas anderes, namentlich auf die slavischen Sprachen 
untereinander Rücksicht nehmen, diese spricht entschieden gegen die Ablei- 
tung der besagten zwei Ausdrücke von einem ^-Suffix, sondern das za muß 
hier, wenn das nicht Russismen sind, irgendwie aus -dza (für dja] hervor- 
gegangen sein. Mag man bei dvizak (aus dviz abgeleitet, wie andere auf -ak^y 
S. 501 Brugm.) oder bei triz [koza triza) auf litauisches dveigj/s, treigys, ketvergis 
verweisen (Brugm. 513, Vondräk 1.470), ich verbleibe bei der Ansicht, daß in 
dem ;: der letzte Überrest des Wortes zima steckt, und daß dviz, triz eigentlich 
Komposita sind. 

Die Suffixe mit -s sind im Slavischen mannigfach verzweigt wegen des 
häufigen Übergangs von s in eh. Man glaubt die Spuren des s-Suffixes auch 
in solchen Bildungen wie rj^zos^s wiederzufinden, indem man *<?;:os mit lat. a?2jror 
zusammenstellt (S. 519), darnach sucht man dann auch für die Suffixe -astif 
neben -ato, -ist^o neben -iH irgendwelche Ausgangspunkte, die das Empor- 
kommen des s erklärlich machen würden. Alles das ist recht lobenswert, wenn 
es auch nicht immer gleich gelingt. Bei azostb z. B. hat Vondräk ;I. 483—484) 
wegen des Vokals o seine Bedenken und sucht das Suffix -ostb durch eine 
Konglutination des Suffixes -th (also ot(a)-tb = ostb) zu erklären, so z. B. daß 
aus milota durch das Hinzutreten des Suffixes -tb ein milostb hervorgehen 
würde. Dieser Erklärungsversuch ist nicht minder bedenklich und noch we- 
niger wahrscheinlich, als der Versuch Brugmanns, das wenig gebräuchliche 
Wort qzosfh zum Anziehungspunkt der ganzen recht zahlreichen Wortgruppe 
zu machen. Warum die Sprache nicht bei Bildungen auf -ota geblieben wäre, 
da dieses Suffix gerade so wie das auf -ostb zumeist Abstrakta bezeichnet, ist 
nicht einzusehen. Ich glaube darum, daß die Substantiva aur -ostb einfach 



Brugmann, Grundriß der vcrgl. Gramm. Zweiter Bd., angez. von Jagic. 233 

Analogiebildungen sind nach solchen ebenfalls Abstrakten auf -stb, wo ^ aus 
lautlichen Gründen berechtigt ist, also nach ctitt,, rlaxfb, alimtb, vhtb, zavinti, 
st rast h, entstanden sladnsfb, railont'., milnsth, paf;os(b UBW. 

Sehr instruktiv ist der die Bedeutungen nach bestimmten Gruppen zu- 
sammenfassende Teil dieses Bandes, auf 8. 582— 6S.i, den ich leider nicht 
näher besjjrochcn kann. 

In dem ersten unlängst lüü'.f; erschienenen lieft Lieferung des zweiten 
Teils des zweiten Bandes S. 1 — -127 kommen zuerst die Zalilwijrter zur Be- 
sprechung S. 1 — ''2), wo der Verfasser bei der Fülle auseinandergehender 
Meinungen tind Vermutungen redlich bestrebt war, das so ziemlich Fest- 
stehende oder Annehmbare von mehr oder weniger scharfsinnigen Einlullen 
auseinanderzulialten. Die richtige Vorsicht tut wohl, durch reichliche Lite- 
raturangaben ist dafür gesorgt, daß der allen Erklärungsversuchen Nach- 
gehende sich leicht orientieren und weitere Auskunft finden kann. Man kann 
bei der Betrachtung von Kardinalzahlen sehr interessante Betrachtungen 
über die Vemandtschaftsverhältnisse zwischen den einzelnen Sprachen an- 
stellen, so z. B. bei der allgemein anerkannten nahen Verwandtschaft zwischen 
dem baltischen und slavischen Sprachzweig fällt sehr auf, daß die Zahlen von 
fünf bis neun im Litauischen ganz anders lauten als im Slavischen, dort petik'i, 
szez'i, septi/n). (iszfun'i. den/n'i. hier nach der Analogie von desrlb = deszimtis 
schon p{ih, .siftt',. devft',. und sedm',, osiub nach den Ordinalzahlen srdii.-o, o.smz. 
Noch merkwürdiger ist der Abstand zwischen den beiden Sprachzweigen in 
der Zählung von eilf bis neunzehn : während das Slavische bei ua desrte bleibt, 
verwendet das Litauische ///.a in Übereinstimmung mit dem Germanischen lif 
nicht bloß für 11 und 12. sondern auch für die übrigen Zahlen von 13 — 19. 
Zum Überfluß muß noch bemerkt werden, daß das Lettische, das doch zum 
Litauischen gehört, die Zahlen U bis 19 in slavischer Art. nur mit der Ver- 
wendung einer anderen Präposition, nämlich pa '= slav. ;j'') statt >ia, zum 
Ausdruck bringt. Man sieht daraus, wie schwer es fällt, eine indogermanische 
Sprache herzustellen. Die slavischen Zahlbezeichnungen sind sehr lichtvoll 
gebildet und bis auf i-anut neben um. erregen sie kein Bedenken über reaimi, 
vergl. S. 327 . Daß i'i.inn. von nauiix getrennt werden sollte, das glaube ich 
nicht. Unter den Zahlen bis lOü vermisse ich die Erwähnung des russischen 
sörokh und devjcinösto. Daß in söroko das griechische Ttaa(co<(xnrT(c aanä- 
xot'Kc] steckt, unterliegt wohl keinem Zweifel, nur darf man nicht diese zwei 
Wortformen in unmittelbaren Zusammenhang bringen, sonst müßte das Wort 
im Russischen *.-'or«/.-7. lauten, es ist vielmehr von 'jin]a((no/.oax6i auszugehen, 
das zu copoKovcTLin umgedeutet wurde 'wahrscheinlich spielte dabei die 
vierzigtägige Fastenzeit die Hauptrolle, wie beim südsl. konzwa : quaresima , 
und davon wurde für vierzig das Wort ciipoKT. abstrahiert. Bei devjannsto 
sollte man derjatb do oder na sto erwarten. Zu § 32 will ich bemerken, daß unter 
dem Einfluß der deutschen Zählung einige slavische Sprachen jetzt schon den 
Einer dem Zehner vorausstellen, also statt jcajuaTt nnxi, — dvadfset pet sagen 
sie petalcacef, petindcajset. Bei den Ordinalzahlen für ,der zweite' oder ,der 
andere' wäre neben dem üblichen slavischen votoro auch druffi, anzuführen ge- 
wesen, da sowohl Serbokroatisch uadSlovenisch heute nur diesen Ausdruck 



234 Kritischer Anzeiger. 

gebrauchen, als auch von den nordwestslavischen Sprachen so gut wie alle 
(polnisch drugi und wtöry). Für ,der hundertste' kommt neben cltlh-l poln. 
setny, russ. coTbiü (nach -aecHTtiii, -ÄuaTtiü), cech. sty und serbokr. slov. eis. 
stofi {stoty) vor; die letzteren Formen sind Neubildungen, an das starr gewor- 
dene sto angelehnt. Auch bei adverbialen Ausdrücken sind mit Hinzufügung 
von Kpan>, uimb (miau), pasi., m.TL-jji<<, die Bildungsarten nicht erschöpft, es 
liegt noch eine Bildung mit Suffix tjb = m-rt, r, c vor (z. B. sloven. drugoc, 
tretic, cetvrtic, petic^ SO auch klruss. alt Tpnqu etc.). Auch für Multiplizität 
existieren neben -guhb, guhbm noch -lik^ (das an lit. linkas erinnert), struk%, 
ndsob und adjektivische Bildungen mit Suffixen: dvojak'b, dvojity, äbohhoii, 
dvojtiaty. 

Nach den Zahlwörtern kommt die Kategorie des Genus zur Sprache : die 
drei Nominalgenera (S. 82 — 109), wobei wieder hübsche allgemeine Bemer- 
kungen zu finden sind über die Entwicklung der drei Genera und ihren Zu- 
sammenhang mit den grammatischen Formen. Die einstige romantisch-poe- 
tische Auffassung von der Übertragung der männlichen oder weiblichen 
Eigenschaften auf die Namen von Leblosem wird jetzt stark reduziert und 
muß einer nüchterneren Deutung Platz machen (S. 86 — 88). In den slavischen 
Sprachen ist jetzt, wenn man von alten Wortbildungen wie Maxu, äxuith 
(MaTB, n.onh, mati, kci) absieht, die Genusverteilung nach dem Auslaut und der 
Deklination geregelt. Dasselbe Wort kann je nach der Deklination auch das 
Genus wechseln, z. B. jetzt gilt die i-Deklination fast durchgehends als 
feminin, darum ist das Wort hatl im Russischen allerdings noch maskulin 
nach der «-Deklination (z. B. gen. ciacTjiHBaro nyiu), aber im Slovenischen ist 
das Wort pot, da es in der i-Deklination verbleibt, feminin, im Serbokroati- 
schen aber maskulin in der o-Deklination [sretna puta). Oder das Wort nemri, 
ist sonst überall feminin nach der i-Deklination, aber poln. piec ist maskulin 
nach der o-Deklination. Das Wort öo.ib kann im Serbokr. als feminin bol-boli, 
als maskulin hol-hola dekliniert werden, also plur. velike hnli und veliki bolovi. 
Die auf S. 102 gegebene Darstellung von wixu und Mixa möchte ich nicht so 
auffassen, daß damit eine Mehrgeschlechtigkeit zum Ausdruck kommt, man 
müßte sonst sagen, daß eine große Anzahl von Maskulinen, die den Nom. plur. 
jetzt schon auf -ä zu bilden vorziehen, im Plural Neutra geworden sind. Wenn 
man von Formen wie cLiHOBLä, Knnstn, MyacLä, shtbk oder sareBLa, KyMOBiii, 
doch nicht wird sagen wollen, daß sie wegen des Auslautes ->i Neutra gewor- 
den, so ist man auch bei porä, roposä, ro.ioaa,uBiTä, Mixä, TeTepeBä,xyTopä usw. 
nicht gezwungen, von Mehrgeschlechtigkeit zu reden, da diese Pluralbildung 
auf betontes -ä nach meinem Dafürhalten dem Vorbilde jener auf -ii nachge- 
folgt ist und nicht dem Neutr. plural auf -a, das ja 1) nicht immer betont wird 
(cüjia, BüÄpa, Bccaa usw.), 2) öfters selbst der Endung -li weicht (yiuKH, jiiiiuKii, 
ÄcpcBULi, niiCBMemii, kojicculi usw.). 

Der Bildung der Nominalkasus (S. 122 — 301) gehen einige Vorbemer- 
kungen voraus (S. 109—122), in welchen namentlich die Frage über die Her- 
kunft der Kasusendungen sehr nüchtern in einigen Punkten zusammengefaßt 
erscheint. Bei der Besprechung der einzelnen Kasus befolgt der Verfasser 
die übliche Reihenfolge und zwar werden die Formen des Singulars von jenen 



Brugmann, Grundriß der vergl. Gramm. Zweiter Bd., angcz. von Jagic. 235 

des Plurals, ferner Maskulina und Feminina von den Nentris abgesondert be- 
handelt, die endungslosen Formen wi-rcU-n überall an die Spitze gestellt. Die 
ganze sehr knajjp gehaltene, mit ausführlichen Literaturangaben ausgestattete 
Darstellung belehrt sowohl über die zahlreichen jetzt schon keinem Zweifei 
betrefls ihrer Erklärung unterliegenden Deklinationsendungen, wie sie auch 
sorgfältig die Fälle registriert, wo man noch nicht mit den Krkläningsver- 
suchen ins reiue gekommen oder wo verschiedene Woge zur Erklärung ein- 
geschlagen worden sind. Ich will einige solche Punkte berühren. Heim 
Nominativ der o-Stümme nimmt auch lirugmann an, daß vhki eine echte 
Nominalform sein kann (S. 129]. Beim Akknsativ der «-Stämme läßt er die 
Form zrziii/ neben Jcrhcb, Irtvb gelten, mit Berufung auf -tan wie iauüm, ix^vy 
(S. 141), Yondräk ist derselben Ansicht (IL öu— .>! . Der neutrale Nominativ 
«V/if wird von dem Ausgang -<■«, nicht von /( abgeleitet so auch Vondn'ik 1.190 
( — beide gegen Pederseu!. I>ei vczii für Nom. iieutr. 8. 14" , das eigentlich eine 
regelrechte Maskulinform ist, wird auf die dopiielte Funktion der Form nthr-b 
für Maek. und Xeutr. hingewiesen als Vorbild. Sollte nicht die Gleichheit der 
beiden Genera durch die Casus obliqui ausreichen, um diese Ausgleichung 
auch für den Nom. mask. neutr. zustande zu bringen<? Vergl. bei Brugmann 
auf S. 107 betrefi's des Lateinischen. Der so schwer einer befriedigenden Er- 
klärung zugänglichen Form des Genit. sing. fem. der «-Stämme [rqlai-zmijr] 
sucht der Verfasser beizukommen durch die Annahme einer Endung -ons, 
ähnlich dem gothischen /i-Stamm: iiu/f/ims, qiubns \S. 155;. Anders kombiniert 
Vondräk (L52— 53), der y aus ös direkt ableitet (nach der Analogie os = us = 
'h:ös = üs = xi). Allein für die Analogie »s-ii liegt nirgends ein Beleg vor, da 
man »ly, vy, die erst selbst Neubildungen nach der femininen Deklination dar- 
stellen, nicht dafür als Beispiel zitieren kann ; dagegen das Gegenüberstehen 
der nasalen Genitive zmijr, dusr entschieden auch bei ryJiy, zt-tiy für den na- 
salen Hintergrund spricht, nach der Analogie des Partizips plety-hhjo, oder 
haunj. Vondräk sucht freilich diesem Parallelismus, der doch so nahe liegt, 
durch die Form dune statt dii.ir auszuweichen. Allein die nicht wegzuleug- 
nende Form du.se ist doch ihrem Ursjirunge nach sehr dunkel; wenn das eine 
uralte lautliche Erscheinung wäre, so würden wir wohl nicht duie, sondern 
entweder dum oder dusi erwarten, du.ie ist also nur als eine Ersatzform laut- 
lich erträglich (wie z. B. russ. juth, altruss. uaiaainc- u. ä.). Es ist auch zu be- 
achten, daß duse nicht bloß für den Genit. sing., sondern auch für den Nom. 
Akk. plur. wiederkehrt, wo doch duse nur auf dusr beruhen und aus diesem 
hervorgegangen sein kann. Da also duse selbst etwas Sekundäres, höchst 
wahrsclieinlich erst aus dust' Hervorgegangenes darstellt, da für einen un- 
mittelbaren Übergang aus -ös in -y sonst kein Beleg vorliegt, wohl aber meh- 
rere für den nasalen Ursprung des y — so ziehe ich die Vermutung Brug- 
manns dem Erklärungsversuche Vondräks vor. Den einer befriedigenden 
Erklärung noch immer widerstrebenden Dativ auf -u der o-Stämme [vhku) läßt 
Brugmann (auf S. 168) offen, indem er sich mit dem Hinweis auf die verschie- 
denen von anderen herrührenden Erklärungsversuche begnügt, zu denen jetzt 
ein neuester von Vondräk IL 4) hinzukommt, der auf mich den Eindruck 
eines verzweifelten Notbehelfs macht, hervorgegangen aus dem Wunsche, 



236 Kritischer Anzeiger. 

unter allen Umständen eine Erklärung zu finden, mag sie noch so wenig wahr- 
scheinlich klinsren. Ich ziehe das non liquet vor. Für die vielen t-Endungen 
im slav. Dat. sing, sucht Brugmann einen vernünftigen Ausweg in der An- 
nahme einer >voreinzel8prachigen< i-Endung (neben -ai], S. 170. Vondräk 
brachte es dagegen zuwege, die Form kosti aus kosteiai zu erklären (II. 3,1. 385 
Anm.). Im Lokal der ««-Stämme syyiu wird gewiß mit Recht von *oii ausge- 
gangen (S. 177), da die Monophthongisierung eines *eu, mag es immerhin als 
urindogermanisch gelten, wenn es nicht durch eine Vokalassimilation zu oh 
geworden wäre, nur ein y hätte geben können. Minder befriedigend ist die 
Erklärung Vondräks (I. 98 — 99). Sehr wohl getan ist die auf S. 185 gegebene 
Erklärung der Postpositionen beim Lokal sing., darunter auch des -e im Sla- 
vischen. Auf S. 190 scheint mir wenigstens vom Standpunkt der slavischen 
Deklination die pronominale Instrumentalendung auf -njq wegen des Zusam- 
menfallens des Instrumentals rqJ;q mit dem Akkusativ (nicht Nominativ, wie 
es bei Brugmann heißt) sehr früh Eingang gefunden zu haben. Zur Bemerkung 
auf S. 193, daß nokbjq vermutlich eine Umbildung von 7iosti nach dem Muster 
von rqkojq darstelle, will ich, völlig damit einverstanden, eine Tatsache er- 
wähnen, wo umgekehrt der Instrumental uni -jq {= serh-Ju) unter dem Ein- 
fluß der «-Endung im Genitiv, Dativ und Lokal ebenfalls auf -z auslauten kann. 
Das geschieht in der heutigen serbokroat. Sprache, wo mau s velikom raäosti 
statt radoscu sagen kann. Diese Ausdrucksweise ist ganz jung und hat mit 
dem theoretischen Ansatz eines noki nichts zu tun. Vondräk erwähnt die 
«■-Endung gar nicht. Auf S. 202 lese ich die Bemerkung, daß oci-usi, die vom 
Verfasser selbst zu «-Stämmen gerechnet werden, besser auf den zugrunde 
liegenden konsonantischen Stamm zu beziehen sind. Das mag die verglei- 
chende Grammatik befürworten, wir sehen jedoch, daß oci-usi nur im Nom. 
Akk. mit kameni^ ijneyii übereinstimmen, dagegen im Genitiv gehen sie aus- 
einander: kametm, imeyiu : ociju [ocbjn), usiju [ushju). Außerdem sei noch be- 
merkt, daß nicht bloß im Litauischen ak), mm, sondern auch im Slavischen 
oci-usi entschieden als Feminina gefühlt werden. Auf S. "204 wird dvetna vom 
Nom.Akk.neutr.tZre abgeleitet, dcoju ist natürlich dasselbe dvoi-u. Es kommt 
eigentlich auf dasselbe hinaus, wenn man sagt, die Kasus dvoju-dcema richten 
sich nach toju-tema, nur wird dadurch der Einfluß des Neutrums einigermaßen 
zurückgedrängt, da ja der Stamm toj^ in der Deklination dieses Pronomens 
nicht bloß beim Neutrum, sondern auch beim Maskulinum zur Geltung kommt. 
Auf S. 250 u. 259 werden Beispiele wie ^o/as, DoTas, gradian, Dnbrovacam be- 
rührt, die deutlich genug statt -ainm, -ans^ (oder auch -cmch^] auftreten. Bei 
der Bildung der Endung mögen Feminina auf -aim, -acJa mitgespielt haben, 
oder man betrachtete im Nom. plur. auf -Jane die Endung -ne als nicht wesent- 
lich zum Wortstamm gehörig, so daß für die drei Kasus (Dativ, Instrum., 
Lokal) an *pora, *dola, *f/rada, *dubrnvca angeknüpft wurde. Die Erklärung 
Vondräks (II. 9) ist verschwommen. Ich möchte nicht von -jam-o, -j'as-o, -JacJiz, 
-jmni reden, da/ zum Stammbildungssuffix gehört. Für den Instr. plur, nimmt 
Brugmann,, vielleicht nicht mit Unrecht, schon für das Urbalt.-Slavische die 
Endung -ml an (S. 263). Ein schwer zu erklärender Kasus ist Instr. plur. auf 
-y in vhky. Es ist nicht leicht, die slavische Form von dem altindischen 



Pekmezi, Grammatik der albanesischcn Sprache, angez. von Jokl. 2'M 

vrkäih, av. daevaii, lat. lupis, lit. vilka'ts zu trenuen, aber aucli uicht li'idit da- 
mit iu Zasamnienliang zu bringen. Auch Brugmann miilit eich damit ab und 
koiniiit zuletzt (mit IJartholoiiiae) zur Annahme eines .Suftixea -ms, aber nur 
für die M-lStiimme, die gerade diese Endung nidit braudien, da sie niclit «ywr/. 
sondern si/nvuii liaben. ^'()nd^;'lk niüdite a\ich hier aus bin zunächat "s haben 
und unter dem KinHuß doB v das " zu ii == «lav. m; sich verdumiifen lassen, 
nur bereitet ihm die Form koin Verlegenii«'iten. Wie er diese zu I)e8('itigeu 
sucht, kann man I. lO'.i lesen. Mich befriedigt kein einziger bisheriger Erklä- 
rungsversuch. Man sieht nur so viel, daß diese »/-Endung mit dem Akk. plur. 
auf -y oder mit dem Partizip auf-// nichts Gemeinsames hat. da dieser haut 
hier keinen nasalen Hintergrund hatte, sondern aus irgend einem Grunde die 
Sprache -ois [— lit. -ms] so behandelte, als wäre ein -ms zu T.i geworden; ein 
-I IS nacli weichem Stamme! könnte ganz gut = i ergeben. 

Leider gestattet mir der Kaum niclit, sciion jetzt auch die Pronomina in 
ähnlicher Weise durchzunehmen. Von der Unentbehrüchkeit dieses Vademe- 
kums für jeden Sprachforscher und Philologen, der mit der Sprachverglei- 
chung in einer gewissen Fühlung bleiben will, konnte sich der Leser aus der 
bisherigen Besprechung vollauf überzeugen. Gewiß werden viele mit mir den 
lebhaften Wunsch hegen, daß der Verfasser in voller Rüstigkeit bald die noch 
ausstehendeu Lieferungen seines großen Grundrisses glücklich vollenden 
möchte. V. Jagic. 



Pekmezi, Grammatik der albanesischen Sprache (Laut- und Formen- 
lehre). Wien, Verlag des Albanes. Vereines >Dija«, 1908, S**, IV -h 

295 S. 

Seit G.Meyers »Kurzgefaßter Albanesischer Grammatik« (Leipzig 1&S8) 
ist in deutscher Sprache keine wissenschaftliche Grammatik des Albanesischen 
verüifentlicht worden. Die linguistische Erforschung der Sprache hat freilich 
nicht geruht. Sind doch außer den letzten Teilen von Meyers »Studien« ins- 
besondere die für die Lautlehre grundlegenden Abhandlungen Pedersens über 
die Gutturale %.Z. :JC), 277 ff.), über die /-Laute (K.Z. :53, hWh ff.), ferner die in 
mannigfacher Hinsicht wichtigen Aufsätze dieses Gelehrten: >Bidrag til den 
alban. Sproghistorie« (Festskrift til Vilh. Thomsen, S. 246 ff.) und >Das alban. 
Neutrum« ;K.Z. 34, 282 ff. seither erschienen. Aber eine Grammatik, die zu- 
gleich Hilfsmittel für die praktische Erlernung der Spraclie und zusammen- 
fassende Darstellung der bisherigen Ergebnisse der sprachwissenschaftlichen 
Forschung — die allerdings auch heute, insbesondere wegen der noch immer 
ganz unzureichenden Kenntnis der Sprache, ihrer Dialekte, ihres Wortschatzes 
künftiger Arbeit ein weites Feld gewährt — vereinigt, war bisher noch nicht 
geschrieben, zumal G. Meyer die ausführliche Grammatik, die er plante, nie 
veröffentlicht hat. Dazu kommt, daß die bisherigen Darstellungen nur einen 
der beiden Hauptdialekte des Alban.. toskisch oder gegisch, berücksichtigten. 
Hahn, Dozon, Kristoforidis, G.Meyer legten ihrer grammatischen Darstellung 



238 Kritischer Anzeiger. 

toekische Mundarten zugrunde, Pisko beschränkte sich in seinem > Kurzge- 
faßten Handbuche« auf das Gegische fgenauer auf das Skutarinische. Wie 
man sieht, kann sich eine Grammatik des Albanesischen recht mannigfaltige 
Aufgaben stellen. Sie alle nach Maßgabe des bisher Geleisteten zu bewältigen, 
ist das Ziel des vorliegenden Werkes. Pekmezis Grammatik ist praktisches 
Lehrbuch, gibt eine Übersicht über die Leistungen der Albanologie und be- 
handelt sowohl das Toskische als das Gegische; und man wird gerne zugeben, 
daß die Lösung dieser so mannigfaltigen Aufgaben dem Verfasser wohl ge- 
lungen ist. 

So ist in rein praktischer Hinsicht die klare, übersichtliche Darstellung 
der Pluralbildungen, der Pronomina possessiva, des Adjektivs und des Ge- 
brauches seiner bestimmten und unbestimmten Form hervorzuheben, durch- 
wegs Partien, die jenen, die Meyers Grammatik benützten, bei der Erlernung 
Schwierigkeiten boten. An der Hand von Pekmezis Grammatik wird der An- 
fänger gewiß bequemer und sicherer in den Gebrauch dieser Formen einge- 
führt werden. Auch die Einteilung des Verbums — abgesehen von den Eesten 
der Verba auf -mi — kommt dem Gedächtnis und dem Ordnungsbedürfnis des 
Lernenden entgegen, wiewohl sie in theoretischer Hinsicht nicht völlig ein- 
wandfrei ist. So gehört Kl. IH, 2 (Verba, die im Präsens auf lautlichem Wege 
vokalischen Auslaut erhalten haben) theoretisch zu Kl. I (Verba auf Konso- 
nanten). Vom theoretischen Standpunkte sind die alban. Verba in zwei Klassen 
einzuteilen: «-Konjugation, Nicht-«-Konjugation (Pedersen, Alban. Texte, 
S. 12). — Desgleichen ist die genaue Darstellung des Gebrauches der Präpo- 
sitionen — bekanntlich bei der Erlernung jeder Sprache eine wichtige Partie — 
im Interesse der Lernenden freudig zu begrüßen. 

Für die Kenntnis der Mundarten enthält das Werk in gelegentlichen 
Bemerkungen manches wertvolle Material. Sei sei hervorgehoben : Die Ent- 
wicklung des Mittelzungenlautes e zu o im Dibranischen (S. 50), der Übergang 
von clj, tj zu k\ g in Elbasan (S. 65), die Feststellung von Nasalvokalen im 
Geg. an Stellen, wo ein solcher bisher nicht beachtet wurde, wie in rr Wolke 
= tosk. re — wodurch, beiläufig bemerkt, G. Meyers Etymologie dieses 
Wortes {-.ahä.rouJi, E.W. 362) zweifelhaft wird. Die Hervorhebung der mund- 
artlichen Bedeutungsunterschiede zwischen längeren und kürzeren Plural- 
formen (S. 92, cf. auch Pedersen, K.Z. 34, 289), der 1. sing, imperf. auf -e (eine 
Bildung, die bei G. Meyer, Gramm, fehlt, sich jedoch bei Hahn, Alb. St. 2, 71 
und bei Pedersen, Alb. Texte, cf. z. B. S. 202, s. vefe findet), die Anmerkung 
der geg. dialektischen Formen des Zahlwortes eins: na bei den Maltsoren, 
ninE in Kavaja und Durazzo (S. 121, 1) — so auch Kristoforidis Lex. — , die 
Feststellung der Nebenform una des pron. pers. der 1. Person für Elbasan — 
bei Kristoforidis mit anderen Formen als skutar. bezeichnet — sind weitere 
Belege dafür, mit welcher Sorgfalt der Verfasser alle dialektischen Sprach- 
varietäten, deren er habhaft werden konnte, gesammelt hat. 

Für die grammatische Theorie der Sprache bietet das Werk in der in- 
struktiven Einleitung kurze, aber interessante Angaben über die Gliederung 
und das gegenseitige Verhältnis der Dialekte, über die typischen Unterschiede 
zwischen geg. und tosk. (S. 13 ff.), wobei insbesondere auch das Verhältnis 



Fekmezi, Grammatik der albanesißchen Sprache, angez. von .lokl. 239 

der Übergangsmunilarten zu den einzelnen Dialektmerkmalen S. 14 erwähnt 
wird, eine Bemerkung, die mit Dank zu begrüßen ist. Von Übergangsdialek- 
ten hatte schon Dozon. .Manuel S. n;2, Iti."« gesprochen, ohne sich jedoch auf 
lautliche Eigenheiten einzulassen. Auch die in der Kiuleituiig untergebrachte 
Übersicht über die verschiedenen ulban. ortho^Taphischen Systeme wird 
jedem, der die von Albanesen — und nielit nur die von europäischen Alba- 
nologen herriilirenden Texte kennen lernen will — , willkommen sein. Es folgt 
eine Darstellung der Bestandteile des Albauesischen vom Standpunkt der 
Lautlehre, also die Lehre von der Vertretung der idg. und rom. Laute. Die 
Arbeiten G. Meyers, Miklosichs, Pedersens werden verzeichnet. Die Dar- 
stellung der Vertretung der idg. Laute fuGt aber im großen und ganzen auf 
G. Meyer. Die Arbeiten Pedersens, die Meyers Lehre vielfach berichtigen. Ja 
von Grund aus ändern, kennt der Verf. zwar, wie z. B. die S. -«'i gegebene 
Etymologie von i ijate lang < tl/atirj-'e, lt. Invgus — so Pedersen, K.Z. :<•'<, 545, 
ferner die Erklärung von jigii woher S. 30, wenigstens alternativ zum Relativ- 
stamm qVn- gestellt) ergibt, eine Erklärung, die Pedersen, K.Z. 36, 317 und 
Festskr. t. Thomsen S. 256 aufstellt, an welch letzterer Stelle übrigens auch 
Gründe angeführt werden, die sie als die allein richtige erkennen lassen. 
Allein es hätte sich empfohlen — dies sei mit Nachdruck hervorgehoben — , 
in diesem Teile, so insbesondere bei der Darstellung der Vertretung der idg. 
Gutturalreihen Pedersens Lehre (K.Z. 36, 292 ff., cf. jetzt hierüber Brugmann, 
K.V.G. 158, Wiedemann, BB. 27, 2ol) und im allgemeinen bei Anführung der 
etymologischen Gleichungen Pedersens andere Arbeiten viel eingehender zu 
berücksichtigen. Eine kleine Liste von Besserungsvorschlägen, die haupt- 
sächlich Pedersens undWiedemanns etymologische Ergebnisse verwerten, sei 
im folgenden zusammengestellt: vtiä Bruder, S. 25 mit G. Meyer, A.St. 3, 36) 
zu idg. hhräter gestellt, erklärt jetzt Wiedemann, BB. 27, 222 wohl richtiger: 
aisl. si'ili brother in law, gr. tiXiot'Ei = ol uSeXtpit; yTi^ayieg, öf^oyäftßQioi fi 
avyyaußQoi. heJc ziehe wird S. 64 auf eine Grundform *selkö (gr. D.xu), lt. sul- 
cus S. 27) zurückgeführt; die Grundform ist *solkejb, da s^ h über s nur vor 
dunkeln Vokalen eintritt Pedersen. K.Z. 30, 27S). scs verkaufe wird S. 27 nach 
Meyer, E.W. 4<i2 mit engl, /o aell verknüpft, eine Etymologie, die Pedersen, 
K.Z. 33. 54S mit Grund ablehnt, si-, so- in sicj'et heuer, söt heute, sonte (S. 28, 
149) heute abends wird nach G. Meyer, A.St. 3, 12 zu lit. sz'is, sl. sb gestellt; 
dagegen Pedersen, P'estskr. 250, K.Z. 36, 311 ff.; es handelt sich um Formen 
des Artikels (.5 < (/'. Dasselbe gilt von pas. bn, geg. hrl Hörn fS. 29 ist wohl 
nur durch ein Versehen in den Abschnitt geraten, der von der Vertretung der 
idg. Gruppen kt, kn. ks handelt: das Wort gehört zu messap. ^iinviiny. lt. froihi 
(Meyer. E.W. 4 f. Walde, Lt. E.W. 247). n sitze S. 29 wird ebenfalls nach 
Meyer zu gT.x'/.u'ü), ht.szlp/ü gestellt, wogegen sich Pedersen, K.Z. 33, 545 mit 
Recht wendet, tigas »berühre« aber auch »treibe»; wird ^S. 30, 2j als Ablaut- 
form mit k'as »nähere« verbunden. Nach Pedersen, K.Z. 36,331 ist es sl. Lehn- 
wort (r. iiükath treiben, antreiben, p. nukar, s.-kr. tviknti). fjemp Dom wird 
S. 31 — nach Meyer, E.W. 140 — mit lit. gi^mhi' Nagel verknüpft, eine Deu- 
tung, die an der gr.-alb. Form glimb scheitert (Meyer. A. St. 5, 80, Pedersen, 
K.Z. o6, 334,. gaj, ga/'i i&ge wird mit Meyer. F.W. 136 zu aksl. zenq, gnati ge- 



240 Kritischer Anzeiger. 

stellt, welche Erklärung von Pedersen, KZ. 36, 336 abgelehnt wird. Cf. auch 
Wiedeniann, B.B. 27, 2ul u. 243. uje Wasser wird S. 32, 63 aus einer Grund- 
form *uibiiä hergeleitet (nach Meyer, E.W. 456). Mit guten Gründen bekämpft 
diese Erklärung Pedersen, K.Z. 36, 339 (Grundform: *ud; j ist hiattilgend). 
Dementsprechend wäre auch die Anmerkung auf S. 21, wonach j im Auslaute 
von muaj Monat, duaj Garbe, i huaj fremd noch unerklärt sei, zu ändern. Eine 
Erklärung gibt nämlich Pedersen, Festskr. S. 247 ; es handelt sich um hiat- 
tilgendesj'. Gegen die Herleitung von ifalt selten aus lt. rallus [S. 35, 1) u. 
39, 4) nach Meyer, E.W. 372] cf Pedersen, K.Z. 33, 593. Die Grundform ist 
darnach lt. rarus, dessen r dissimiliert wurden, perendi Gott auf imperatitem 
zurückzuführen [S. 35, 6) nach Meyer, E.W. 328] ist mit lautlichen Schwierig- 
keiten verbunden, die Pedersen, B.B. 20, 229 hervorhebt. S. 37, Text und 
Anm. 3) wird siper, siiper <^ lt. stipe?- als Beleg für die Kegel angeführt, daß 
lt. ü vor Labialen zu ü werden kann. Doch kann alb. sipsr nicht dem Lt. ent- 
stammen; s. Meyer, E.W. 3S5, wo lautliche Gründe gegen die Annahme der 
Entlehnung vorgebracht werden, und Pedersen, Festskrift S. 250 und K.Z. 36, 
311, wo das Wort in einen weiteren etymologischen Zusammenhang gestellt 
wird (cf o. sivjH). Alb. ter Finsternis, das S. 39, 3) als Lehnwort aus lt. tene- 
brae erklärt wird, ist wohl echt albanesisch und durch Anwachsen des vor- 
gesetzten Artikels aus dem gleichbedeutenden ers entstanden (G. Meyer, E.W. 
97). Ein AViderspruch besteht zwischen S. 42, 5), wo aderöj bete an als eines 
der Beispiele für den Wandel von lt. intervokalischem d^ ö angeführt wird, 
und S. 38, 4), wo dasselbe als gelehrtes Wort neuen Ursprungs bezeichnet 
wird. Die letztere Ansicht ist die richtige (cf auch G. Meyer, E.W. 2). Die 
Etymologie i trak dick << lt. crassus [S. 42, S)] stößt auf lautliche Schwierig- 
keiten (Meyer, E.W. 435). Die Verbindung von vafe Wunde mit lt. vuhms 
(S. 60 als Beispiel für Wechsel von r und l angeführt), wird eben wegen Ver- 
schiedenheit der Liquida von Meyer, E.W. 464 abgelehnt. 

Eine besonders wertvolle Bereicherung der Kenntnis von der alban. 
Sprache bieten die §§ 21 — 24, 27, 29, 37. Man findet hier Beobachtungen über 
die Quantität, insbesondere auch über die neu entstandenen Längen im Geg., 
das Verhältnis zwischen Akzent und Quantität, das Verhältnis in der Stärke 
der Silben untereinander, das Verhältnis von Quantität und Qualität der Vo- 
kale, die Längung von Vokalen vor r, i, j. Gerade in diesen Fragen kam es 
dem Verfasser zustatten, daß es seine Muttersprache ist, die er wissenschaft- 
lich zu beschreiben hatte, und daß er sich in Wien in der glücklichen Lage 
befand, Albanesen aus fast allen Gegenden Albaniens, insbesondere aus dem 
die ursprünglichen Quantitätsverhältnisse treuer bewahrenden gegischen Ge- 
biete, abzuhören. Wie das Vorwort berichtet, erfreute sich der Verf bei Be- 
arbeitung dieser Partien auch der werktätigen Hilfe von Dr. Nachtigall, dessen 
Ohr, an Beobachtung slav. Akzentverhältnisse gewöhnt, sich auch für das 
Alban. als besonders geschärft erwies. Aber auch im Einzelnen konnte durch 
genaue Beobachtung der Quantitätsverhältnisse ein zutreffenderes Bild der 
Sprache, insbesondere der Konjugationsformen, gezeichnet werden, als dies 
bisher der Fall war. S. 159, 1) und S. 160 erfahren wir von geg. Quantitäts- 
nnterschieden zwischen Verbalformen, die sich sonst phonetisch nicht unter- 



Pekmezi, Grammatik der albancBiechen Sprache, angoz. von Jokl. 24 1 

scheiden 1., 2., 3. sing, der konsouant. Verba und der Verba auf-r. Auf .S. I(i3 
werden die Quantitätsunterscliiede in den Fornun der Verba nnr-./,-/;darf:eiegt. 
Und damit gelauj;en wir auf das Gebiet der Formenleiire, ein Gebiet, das 
spraehwissenschaftlich noch recht wenig erforscht ist. Steilen sich der eprach- 
wissensdiaftlichen Erforschung des Albanesischen Uberhaui)t bedeutende 
Schwierigkeiten entgegen Schwierigkeiten, dio z. B. rederaen. K.Z. :tG, .'JOS 
hervorhob;, so sind sie hier doppelt groß. Man wird es daher begreiflich 
linden, daß gerade auf diusfiu Gebiete die Grammatik des Verf. einen vor- 
wiegend praktischen Charakter hat. Von den riuralbildungen, To-sscssiv- 
Fronomina und anderen Partien war schon oben die Kede. Die Darstellung 
der Possessiv-Pronomina (S. 135) kommt mit Pedersens Analyse 'KZ. .'iC, 311), 
die Angaben über ihr Neutrum mit den Feststellungen desBclben Gelehrten 
(K.Z. ■54, 2^4, überein. Einzelnes wäre noch hervorzuheben: Wenn bei der 
Deklination der Femin. ,S. 9^) das im Tosk. erhaltene intervokalische n des 
best. Akkus, als durch Analogie entstanden erklärt wird , so hat Pedcreen, 
Festskr. t. Thomsen S. 249 die ansprechendere, weil aus dem Wesen der be- 
stimmten Deklination sich ergebende Erklärung gegeben : nusenf. <C *.s•M^^säm 
tum. tut wird zu nd, ttd aber wandelt sich in unbetonter Stellung regelmäßig 
zu n ;cf. 3.pl. praes. der Verba . Der alb. Optativ wird S. IKfl — mit G. Meyer, 
Kurzgef. Gr. 41 — auf den lat. ConJ. plusquamperf. zurückgeführt. Allein ein 
ganzes Modussystera als entlehnt zu betrachten, geht insbesondere bei den 
Unterschieden in der syntaktischen Bedeutung nicht an (cf. zu einer ähnlichen 
prinzipiellen Frage Pedersen, Festskr. 2.03). Eine andere, sich innerhalb des 
Alban. haltende Erklärung gab Pedersen, Alb. Texte S. 1". Darnach ist der 
albau. Optativ ein nach dem Muster des Conj. praes. gebildeter Conj. aor. 

Eine kurze Übersicht der Wortbildung bildet den Schluß der Grammatik. 
Daß es dem Verf. bei Behandlung eines bisher so gut wie gar nicht darge- 
stellten Gebietes nicht um Vollständigkeit zu tun sein konnte, ist klar und 
gellt auch schon aus der Kapitelüberschrift > Einige Bemerkungen zur Wort- 
bildung« zur Genüge hervor. Der Verf. behandelt hier häufiger vorkommende 
Suffixe. Präfixe und die Komposition. Künftiger Untersuchung muß die reich- 
haltigere Ausfüllung dieses Schemas vorbehalten bleiben. 

Fügen wir noch hinzu, daß der Verf. durch ein Verzeichnis aller in der 
Grammatik vorkommenden alban. Wörter die Verwendbarkeit des Werkes 
erhöht hat, so haben wir den Inhalt skizziert. Dieses Wortregister zeigt, daß 
das Buch auch in lexikalischer Hinsicht in manchen Punkten über Meyer hinaus- 
geht. So verzeichnet S. 240 neben O-eie tief die geg. Form kO^ti, die bei Meyer 
fehlt. ;So auch schon Kristoforidis. Lexik. S. 1.57.) Ebenso fehlt (jntn f. Vertrag 
(Pekm. S. 244 bei Meyer. E.W. s. godis. maßür (Mirdita. Dibra S. 257) ergänzt 
Meyer, E.W. 25.'), der bloß magdr bietet. S. v. sieJ fgeg. .??/; S. 272. wird nebst 
>bringe< auch die speziell geg. Bedeutung »drehe um« angegeben, was auch 
in etj'mologischer Hinsicht interessant ist. Bestätigt doch diese Angabe in 
schlagender Weise Pedersens Deutung dieses Verbums ;K.Z. .'iO, 322): lt. colo^ 
gr. h'-züJ.w, die aus semasiologischen Gründen noch von Walde, Lt.E.W. 123 
angezweifelt wurde. — Auch die Lautgestalt eines Wortes phonetisch getreuer 
festzustellen, sind wir dank dem Wortregister in der Lage. Man nehme bei- 
Archiv für slavisehe Philologie. .\XXI. Jg 



242 Kritischer Anzeiger. 

spielsweise den Unterschied zwischen r und f, zwischen e und s. Meyer 
schreibt z. B. rus Traube (E.W. 371). Pekmezi (S. 271) — in Übereinstimmung 
mit Kristoforidis, Lex. S. 305 — rus. Meyer verzeichnet S. 11 1 s. frp-ni chfren 
erfreue — in Übereinstimmung mit Kristoforidi, 1. c. 9S — , Pekmezi schreibt 
S. 235 defrej, südt. cn u. a. m. 

Damit sei von dem Werke Abschied genommen. Alle Freunde der alban. 
Studien — und seit Miklosich sind sie ja gerade unter den Slavisten nicht 
»elten — werden gerne zugeben, daß Pekmezis Grammatik, verglichen mit 
früheren Arbeiten ähnlichen Inhalts, einen bedeutenden Schritt nach vor- 
wärts darstellt. 

Wien. Norhcrt JoJd. 



ToJiKOBtiä cjioBapL acHBoro sejiHKopyccKaro asLiKa B-ia^iiMipa ^ajia. 

TpeTte, HcnpaBjieHHoe h sna^HTejitHO Aonoj[HeHHoe, H3;i;aHie uoKh 

pe;!;aKi;ieH) npo*. II, A. Eo;!;y3Ha-Ae-KypTeH3. IIsAaiiie TOBapHiij,ecTBa 

M. 0. Bojii>*i.. C.-üeTepöypri. h MocKBa 1903—1909. 4 Bde. 

Die zweite, 1880 bis 1SS2 erschienene Auflage des Dahlschen Wörter- 
buchs war schon seit vielen Jahren vergriffen und eine neue Auflage dieses 
großen Lexikons der heutigen großrussischen Volkssprache war daher längst 
notwendig geworden. Wie der Verleger im Vorwort zum ersten Bande mit- 
teilt, sprach sich die Mehrzahl der von ihm befragten Gelehrten dahin aus, daß 
das Wörterbuch keiner völligen Umarbeitung zu unterziehen sei, sondern 
Plan und Anlage des Werkes unverändert bleiben müßten. Berichtigungen 
und Ergänzungen dagegen in die neue Auflage aufgenommen werden sollten. 
Diese Ansicht teilte Professor Baudouin de Courtenay, der die mühevolle 
und, wie sich bald zeigte, auch zeitraubende Aufgabe übernahm, die dritte 
Auflage des Lexikons herauszugeben. Er verzichtete daher darauf, die ersten 
Auflagen nur als wertvolle Materialsammlung zu behandeln und aus diesem 
Material ein völlig neues Wörterbuch nach allen Eegeln der modernen Lexiko- 
graphie zu schaffen, und beschränkte sich darauf, das Werk nach zwei Rich- 
tungen hin einer Neubearbeitung zu unterziehen. Erstens waren zahlreiche, in 
den bisherigen Auflagen fehlende Wörter oder Erklärungen von Wörtern 
aufzunehmen. Diese Ergänzungen und Nachträge sind dem »Ontiii. ooJiacT- 
Haro Be.iiiKopyccKaro cjiOEapH< (St. Petersburg 1S52), den »JIono.iueniH Kt ontiTy 
oöjiacxHaro BejHKopyccKaro cüOBapa:« (St. Petersburg 1858). die beide höchst 
unkritisch zusammengestellt sind und deshalb nur mit Vorsicht zu benutzen 
waren, und dem seit 1891 erscheinenden Wörterbuch, das die Petersburger 
Akademie herausgibt, entnommen. Ferner den in den 60er und 70er Jahren 
veröffentlichten Nachträgen von Grot, Danilevskij, Naumov und Schein, 
zahlreichen neueren Idiotika, den eigenen Sammlungen des Herausgebers und 
dem reichhaltigen lexikographischen Material, das diesem von vielen Gelehr- 
ten und anderen Personen aus Eußland, Deutschland und Holland zugesandt 
wurde. Über die benutzten Quellen gibt das im vierten Bande abgedruckte 
Verzeichnis der Abkürzungen Aufschluß. Zweitens galt es manche technischen 



Dahls ru88. Wörterbuch, neue Ausgabe, angez. von Christiani. 243 

Mangel, Unzulänglichkeiten und Fehler der früheren Auflagen zu beseitigen. 
Viele Wörter sind in ihnen nur nach langem Suchen zu finden, weil Dahl aie 
in den W<jrtgruppen [ruiaTa versteckt hat und dazu mitunter in Wortgrup- 
pen, in die sie gar nicht hineingehüren. An den nach der alphabetisclien 
Reihenfolge diesen Wörtern zukommenden Stellen sudit man sie indessen 
vergeblich. Durch diese verkehrte Anordnung ist die I'enutzbarkeit der bei- 
den ersten Auflagen sehr erschwert. Der Herausgeber hat diesen überaus 
störenden Mangel beseitigt, indem er solche Wörter an den ihnen gebühren- 
den Platz gestellt hat und bei jedem Wort auf das Stichwort der betrefTonden 
Wortgruppe verweist. Wörter, die von Dahl fälschlich in (irappen aufgeführt 
werden, wo sie nicht stehen dürfen, sind aus diesen (Iruppen nun entfernt 
worden und haben mit den zu ihnen gehörigen Erklärungen ihren besonderen 
Platz erhalten. Die Zahl der Wortgruppeu ist daher jetzt eine bedeutend 
größere. Dahl hat andrerseits oft Wörter, die zusammengehören, nicht in 
einer Gruppe vereinigt, sondern getrennt. In solchen Fällen ist seine Anord- 
nung beibehalten worden, um das Auffinden nicht zu erschweren. Die Dahl- 
schen Wortgruppen sind überhaupt oft willkürliclie und in unwissenschaft- 
licher Weise geschaffene Gebilde. Was die Behandlung von graphisclien 
Homonymen und der mit Präfixen zusammengesetzten Zeitwörter betrifft, so 
sei auf das Vorwort des Herausgebers verwiesen. In gewissen Fällen hat der 
Herausgeber den Gen. Sg. oder den Nom. PI. angegeben, so beim Akzent- 
wechsel. Der Akzent ist mit großer Sorgfalt behandelt, in einigen Fällen war 
es jedoch nicht möglich, ihn festzustellen. Auch die von Dahl sehr willkürlich 
angewandte Interpunktion ist nach Möglichkeit verbe-^sert worden. Ferner 
wird stets das Geschlecht angegeben, was Dahl zuweilen unterlassen hat. 
Das Zeichen e wird von Dahl überhaupt nicht gebraucht, der Herausgeber 
schreibt es überall, wo die Aussprache es verlangt. Nach jk, q, m und w 
schreibt er dagegen nicht e, sondern o (chott., o qoMi., uiojk-b, hcout., nioiKa). 
Andere Abweichuugen von der Orthographie Dahls erschweren die Benutzung 
des Lexikons ebensowenig, wie die Einführung von o statt e oder e. da in 
allen solchen Fällen gewissenhaft verwiesen wird. 

Die bereits kurz erwähnte Behandlung der Dahlschen Wortgruppen oder 
Artikel ist übrigens nicht konsequent durchgeführt worden. Der Herausgeber 
hat die im Vorwort aufgestellten Grundsätze über seine Behandlung der 
Wortgruppen vom Buchstaben >H€ ab nicht mehr befolgt und, um Raum zu 
sparen, später die Dahlschen Wortgruppen, wenn es nötig war, nicht mehr 
unangetastet gelassen noch auch auf ihre Stichwörter verwiesen, sondern 
die betreffenden Wörter aus den Gruppen entfernt und an die Stelle gebracht, 
wo sie nach der alphabetischen Reihenfolge stehen müssen. — Dankenswert 
ist das Verzeichnis der Abkürzungen. In den früheren Auflagen fehlt ein 
solches. Die Dahlschen Abkürzungen sind aber oft nicht ohne weiteres zu 
verstehen. Zu den technischen Mängeln seines Werkes gehört es auch, daß 
er oft mehrere Abkürzungen für dasselbe Wort gebraucht, statt einer. Die 
Bedeutung einiger von Dahl erdachten Abkürzungen ist auch dem Herausgeber 
unklar geblieben, und das fast vierzehn Seiten füllende, sorgfältig zusammen- 
gestellte Verzeichnis begnügt sich manchmal damit, nach völlig rätselhaften 

16* 



244 Kritischer Anzeiger. 

Abkürzungen bloß ein Fragezeichen zu bringen. Findigen Benutzern wird es 
jedoch nicht schwer fallen, gewisse Abkürzungen Dahls zu verstehen, an deren 
Deutung sich das Verzeichnis gar nicht heranwagt, wie z.B. >yp.-cii6.<, ».licnq.c 
und »Co.30B.« Auf S. V des Verzeichnisses (Sp. 3) liest man Kp6c. — khssb A. 
M. KypcKiü, nucaTc.^iL XVI uiKa. Es muß KypöcKiii heißen ; der Zusatz ist un- 
nötig. Ebenda wird Kotouiiixiihi, als nucaTe.si. XVI üiKa bezeichnet, er lebte 
aber im XVII. Jahrh. Der Zusatz cjiobo hst. cro cogiincHifl ist ebenfalls unnötig 
und fehlt auch gewöhnlich nach den Namen anderer Schriftsteller. Es ist 
überflüssig, solche selbstverständlichen Bemerkungen zu machen, dies ge- 
schieht aber trotzdem zuweilen, z. B. bei den Erklärungen der Abkürzungen 
der Namen Kol'covs, Karamzins, Nekrasovs, Goncarovs, Gogol's, Gnedics, 
SaltykovB, Puskins u. a. m. 

Der Dahlsche Text ist vom Herausgeber nirgends verändert worden; 
alle Zusätze, die vom Herausgeber herrühren, sind durch eckige Klammem 
als solche kenntlich gemacht. Der Benutzer kann somit sofort erkennen, w^as 
ergänzt und hinzugefügt oder berichtigt worden ist. Die vom Herausgeber 
geleistete Arbeit, über deren Umfang im Nachwort mit einer gewissen Selbst- 
gefälligkeit und Selbstzufriedenheit genaue Angaben gemacht werden, ist 
riesengroß. Sie hat volle sieben Jahre beansprucht. An Ergänzungen enthält 
die dritte Auflage allein 33,6 Druckbogen. Es wurden sechs und sieben, zu- 
weilen zwölf Korrekturen gelesen. Trotz dieser anerkennenswerten Sorgfalt 
sind aber noch zahlreiche Druckfehler stehen geblieben, die auch das Ver- 
zeichnis der Druckfehler, das nicht weniger als 26 Seiten umfaßt, nicht 
enthält. 

Bei den Lehnwörtern hatte Dahl meist nur die Sprache angegeben, aus 
der sie entlehnt sind, ohne jedoch dabei stets das Richtige zu treffen. Der 
Herausgeber hat die vielen falschen Angaben berichtigt und gewöhnlich auch 
das betreifende Wort selbst hinzugefügt. Man findet nun in der Regel die 
Form, die das Lehnwort in der betreffenden Sprache hat, richtig augegeben. 
Bei Lehnwörtern aus den orientalischen Sprachen wird nur die Sprache ge- 
nannt. Im ersten Bande vermißt man auch bei vielen Wörtern, die nicht aus 
orientalischen Sprachen stammen, die Angabe der fremdsprachlichen Form. 
Erst vom Buchstaben >r« ab ist die Behandlung der Lehnwörter eine ziem- 
lich einheitliche; sie bildet aber jedenfalls die schwächste Seite des ganzen 
Werkes, das auf diesem Gebiete noch sehr verbesserungsbedürftig ist. Zahl- 
reiche Flüchtigkeiten fallen auf. Bei aorMa fehlt die griechische Form. Bei 
ßoM-L wird auf »Baum< verwiesen, die holländische Form fehlt; rep6i> (poln. 
herb) wird überhaupt nicht als Lehnwort bezeichnet. Bei pucoBaiB wird auf 
poln. rysowac verwiesen, bei piicynoKt fehlt dagegen poln. rysunek. Kurz, die 
Behandlung der Lehnwörter ist unzulänglich. 

Man hat den Herausgeber in Rußland heftig angegriffen, weil er auch 
sogenannte »unanständige« Wörter, die in den früheren Auflagen fehlen, auf- 
genommen hat. Er verteidigt sich im Nachwort gegen diese natürlich ganz 
unberechtigten und haltlosen Vorwürfe. Daß er gar nicht berechtigt war, 
solche Wörter auszuschließen, braiicht an dieser Stelle nicht erst betont zu 
■werden. Auch Dahl hat übrigens einige anstößige Wörter verzeichnet. Im^ 



Diihls ru88. Wörterbuch, neue Ausgabe, angez. von Christiaui. 245 

■ersten Bande sind unter den Stichwörtern (>.ifiM, ctii, /Koiia viele erst jetzt 
auffrenoniiiiene Wörter dieser Art zu finden, die ganze Wortgruppen bilden. 
Andere vulgäre und obscöne Ausdrücke wie n 'imItl, iiu;i.t:i und .\\ ü sucht 
man ebenfalls nicht mehr vergebens. 

Durchaus berechtigt ist dagegen ein anderer Vorwurf, der dem Heraus- 
geber in Rußland von vielen Seiten gemacht worden ist. und sein Versuch, 
auch diesen Vorwurf im Nachwort zu entkräften, ist nicht geglückt. Mau hat 
es getadelt, daß die Erklärungen einiger Wörter von den politischen An- 
schauungen des Herausgebers beeinflußt worden sind. Es genügt, auf das zu 
naprin und naxpioTusMi- vom Herausgeber Bemerkte zu verweisen. Wir lesen 
dort : ,,BcnKan napxin ajusiiociioco'ma .lumi. vh tomx c.iyiat, KorAa oiiu oiiitpacTCÄ 
ua Maccn. üpoK^aMauin »Bt.Taro ncpeAi.ia« — napriii TcppopucTOB'B-KoucepBa- 
TopoBT.. 3to laiiiioe cooömecTBO UMioxi. ccoio npeaiuecTBciiiiuuy — napTiio >Et- 
Jiaro roJiy6Ka<, oöpaaoBanmyioca vo BpcMciia .TopHca-ilciiiKOBa. Ilaprin MoryTi 
6i,:ti. HC TOJtKO no.TuxiiHecKiff, iio xosvc .iiixepaxypubiH, xyso-zKecxceuuMH ujiu b-l 
ofi.iacxu HCKvccTPa. ITo.iuxu'iecKin napriii bo3mo>kui.i coöcxbchuo to^tbko bt. kou- 
cxuxyuioinioMi> rocy.iapcxBi, ct> iiapoauuxi'B npejcTaBuxe.itcxBOMi. ; rj;i iilxi. kou- 
cxiixyuiu, 110 MO/KexT. ötixt u napiiÜBt cxporoin. CMbicii axoro cioBa; xaMt Moryxi. 
cymccxBOBaxBioji.KO cooömecxBa, saroBopti ut. n.jBi, po;it >couia.ii.Ho-peBOJH)aiou- 
110« napxiiK, iio iiiniyxi. iie JiBiii>iyT,o5menpii3iiaHHbi;i u cbooojho jtncrByiomi/X nap- 
xiii." Diese Belehrung über das Wesen und die Existenzberechtigung von 
politischen Parteien gehört nicht in ein Lexikon. Noch seltsamer ist das zu 
iiarpioxitsMi. Bemerkte. Es mag indessen genügen, nur den ersten Teil dieser 
Erklärung hier anzuführen. Sie beginnt ganz unvermittelt, wie folgt : ,,Henpu3- 
Baiiutie iiocuxcjiu ucxuHuo-pyccKUKt ujeajioE'B, Bci 3xu KpymcEaHLi u KapjLi Axia- 
.liu rpunrMyxM, uaxo;iflxT. BOSMoacnuMt Bucxynaxt bi. Kauecißt Bupasuxejieö 
iicxuHHO-pyccKiixT> cxpeM-iciiiii, ucxiiiiiio-pyccKux'B naxpioroBT. h npusLiBaxi, kx 
iisuieiiiK» usMtuiiUKOB'B. E.1UII0BI.1 HC KHHaxcfl CECUMT. naxpioxu3MOMT> II CT. rut- 
TOMX oxmELipnyxT. oxt ce6ii k.iuikv >naxpioxa«, KaKX uttixo rp;i3HOC, aaxBaxauHoe 
OKpoBaB-ieunMMU pyKaMu RpyiiieBauoB-B u um-b nojoöiitixT.. TlaxpiüxusMt oxpau- 
nuKOBt, xy.mraHOB*i. b »lopiioü coxuu€ npaMO nponopuioHajieni. bosmohchocxu 6e3- 
naKasaiuio rpaöiixt." Wollte der Herausgeber in den politisch bewegten Zeiten, 
wo er das Angeführte schrieb, in jenen Wirren, die man die russische Revo- 
lution genannt hat, seine politischen Gegner angreifen und die Krusevans 
und Gringmuths brandmarken, so durfte er für diesen Zweck keinesfalls die 
Spalten des Dahlschen Lexikons benutzen. — Die Zitate und Erklärungen des 
Herausgebers sind oft von unnützer Länge und gehen mehr in die Breite als 
in die Tiefe. So kann von dem Zitat s. v. >3acii.ii.e< die Hälfte gestrichen 
■werden. 

Der Verleger hat das Werk, dessen Subskriptionspreis 20 Rbl. betrug, 
nicht so ausgestattet, wie man erwarten durfte. Er hat die im Vorwort von 
ihm gegebenen Versprechungen nicht gehalten. Das Papier ist minderwertig, 
es scheint auch nicht holzfrei zu sein und ist nicht immer von gleicher Be- 
schaifenheit. Die griechische Schrift ist ein wahres Augenpulver. Der Druck 
ist stellenweise undeutlich, viele Typen sind schadhaft. Wir stellen in West- 



246 Kritischer Anzeiger. 

europa an die Ausstattung eines derartigen Lexikons Anforderungen, die die 
Wolffsche Druckerei zu erfüllen nicht in der Lage ist. 

Posen. Xr. Christiani. 



Nikolaus Gogol. Sämmtliche Werke. In 8 Bänden. Herausgegeben 

von Otto Buek. Band 1 . München und Leipzig bei Georg Müller 

1909. (XXXI, 469 S.); Band 2, ib. (4S9 S.) l». 

Der erste Band dieser ersten deutschen Gesamtausgabe der Werke Go- 
gol's enthält den ersten Teil der »Toten Seelen<. Dem Roman ist eine vor- 
treflfliche Einführung von Nestor Kotljarevskij vorausgeschickt, in der der 
russische Forscher sowohl diese tragikomische Dichtung ausführlich analy- 
siert, wie auch das gesamte Schaffen Gogol's würdigt. Kotljarevskij wird so- 
wohl der romantischen Veranlagung des Künstlers, wie dem großen Talent 
Gogol's zur realistischen Lebensschilderung gerecht. Manches, worauf der 
Herausgeber in seiner kurzen Vorrede hinweist, wird von Kotljarevskij in 
seinem Essay eingehend ausgeführt. Die geistigen Lebenskämpfe Gogol's 
werden verständnisvoll behandelt. Im Anhang werden u. a. die Vorrede zur 
zweiten Auflage des ersten Teils der »Toten Seelen<, der Schluß des neunten 
Kapitels in veränderter Fassung und zwei Fassungen der Geschichte vom 
Hauptmann Kopejkin mitgeteilt. Knappe chronologische Angaben über den 
Inhalt des Bandes beschließen ihn. 

Die vom Herausgeber besorgte Übersetzung der »Toten Seelen« ist an- 
sprechend und gefällig. Dr. Buek hat seine nicht leichte Aufgabe geschickt 
gelöst. Die lyrischen Partien des Romans sind mustergiltig wiedergegeben, 
die amüsante Geschichte vom Hauptmann Kopejkin ist gut übertragen. Der 
Übersetzer trifft hier den Ton ebenso richtig, wie bei der Wiedergabe der 
Reden Selifans oder der Lügengeschichten und des unzusammenhängenden 
Geschwätzes des groben Nozdrevs. Manches ist jedoch nicht ganz einwand- 
frei wiedergegeben. So hat der Übersetzer z. B. das Komische in der Fassung 
des Schildes nicht verstanden, wenn er den Satz: »IIonaaajiHCB do^xh cmlitbiä 
aoacaeMt BbiBicKU et KpeHjejiHMU u canoraMH, Koe-rAi et HapucoBannLiMH cu- 
HHMU öpiOKaMH H noj:nuci>H) KaKoro-TO ApwaecKaeo nopxHoro« wie folgt über- 
setzt : »Hie und da sah man vom Regen verwaschene Schilder [N.B. doith ist 
unübersetzt geblieben], auf denen ein Bretzel [N.B. es heißt die Bretzel] oder 
ein Stiefel, oder eine [N.B. soll heißen ein] Paar blaue Hosen abgebildet waren, 
und die die Unterschrift zierte: Arschawski, Schneidermeister« iS.T u. 8). >Jp- 
tuaecKaeo nopTHoro« ist doch natürlich nur eine komische Verstümmelung von 
yBapmaecKaeo nopxHoro«. Dem Übersetzer blieb es vorbehalten, hier einen 
Familiennamen zu entdecken. »Ein Bretzel« (statt: eine Br.) und »eine Paar 
blaue Hosen« sind wohl nur Druckfehler. An solchen mangelt es leider über- 
haupt nicht. Ich zähle bloß folgende auf: Tulasche = Nadel (S. 2', Charankin 
[XapnaKUHx] (S. 68), Pljeschako [n.iiiuiaKOE-B] (S. 68), ein potenziertes Cliqnot 
[ÄBOHHoe K.1UK0] (S. 100), Gitarre (S. 102), Telhatnikow [TejaiuuKOBx] ;S. 224), 
Popor [IIonoBi] (S. 226), Dimitrwejewitsch [^MHxpieEnqi.] (S. 256), Zararowitsch 



Boek, Nikolaus Gogol. Sämmtliche Werke, angez. von Christiani. 247 

[3axapi,eBHi^] (S. 260), Marha [Mapi./i] (S. 285), Fjoder [ecÄopi] (S. 285), Wos- 
siljewitsch (S. 285), Augenlied (S. 31S\ Makdonald S. 321), Restaurant von 
Palkiku 'IlajiKUHCKiii xpaKrupi.] S. 342\ Schamschajew lIIaMiuaiieux] (S. 407). 
Es sind meist Namen, die Opfer des Druckfehlerteufels geworden sind. Die 
Transkription der Namen ist übrigens eine ganz willkürliche. Man vermißt da 
die philologische Akriliie. So schreibt IJuek z.B.: l'luschkin und l'ljuschkiu, 
Karobotschka und Korobotschka. Sabakewitsch, Seuijonuwitsch, aber .Ssyssoi, 
PatzelujeffundPozelyJew, MitjaJ iilurnri .aber MinjaJ Muiiari,, Kutschinnikow, 
Ponomarjow.Protopopow; er richtet sich also zuweilen nach der Aussprache, 
zuweilen nach der Schreibung. Falsch sind Formen wie >Pet8chaften« ,S. 250), 
der Nominativ der Mehrzalil. und >eine goldene Petschaft« (S. 133); es muß 
>Pet8chafte« und »ein goldenes Pet8chaft< heißen. »TapaK.iin,« (Küchen- 
schabe, Schabe, auch Schwabe; übersetzt Buek mit >Schwabenkäfer< jS. '2 und 
S. 292 . Das ist ein ebenso schwerfälliges, merkwürdiges und häßliches Wort, 
wie etwa »Padelhund« oder >Ponypferd«. Sehr glücklich ist dagegen die 
Wiedergabe der vielen Schimpfwörter. Dazwischen bleibt ein originelles Wort 
leider unübersetzt, so z. B. wenn der Kutscher Selifan seinem Pferde zuruft : 
>Tu 3iiaft CBoc jt.io, naura.ioiinuKT> tu utMOUKiii!« und es dafür (S. 5S,i heißt: 
»Tu deine Pflicht, du deutscher !« Der bekannte Ausspruch des sau- 
groben Sobakevic : >MomeniiiiKT. na Mouioiiuui;i cuairix u MomeiiuiMco.M'L no- 
roHneTX< verliert viel von seiner Urwüchsigkeit und Eigenart, wenn Buek den 
Grobian dafür sagen läßt: »Da sitzt ein Spitzbube auf dem andern« (S. 154). 
Unrichtig ist die Übersetzung von *')t.ia.n KaMeuHas Goraji.itiui« durch »das 
armselige Asyl für alte Frauen« iS. 299). Wenig glücklich erscheint mir das 
Sprichwort »pyc' Kiii ucioBticL sianu-M-L vMOMt KptnoKX« durch »der Verstand 
des Eussen ist von hinten am stärksten« wiedergegeben 'S. 317). Durch ein 
Versehen ist S. 353 die Negation weggelassen. Es muß dort heißen: »weil er 
den Grund nicht einsehe, warum man das nicht tun solle« (»noroMy uro ue 
BUjuTX npuuuiiLi noqe.My uo npo^aii.«). Bei einer sorgfältigeren Korrektur 
wären zahlreiche Flüchtigkeitsfehler vermieden worden. Auch die sehr nach- 
lässige Interpunktion muß getadelt werden: fast auf jeder zweiten oder drit- 
ten Seite fehlt ein Komma, fehlen Anführungszeichen oder stehen dort, wo 
sie nicht hingehören. Oft vermißt man die letzte Feile, denn wohl nur so ist 
an vielen Stellen die Verwendung des schwerfälligen Relativpronomens ,wel- 
cher' zu erklären, wo ,der' diesem langweiligen Wort vorzuziehen ist. In der 
wortreichen Antwort des dummen Bauern auf die Frage nach Manilowka 
(S. 27) fällt das Fremdwort auf, wenn die Behauptung »a SaMauu.ioBKu xyTX 
BOBcc Hill.« so übersetzt wird: »Ein Samanilowka aber existiert hier nicht«. 
So spricht kein Bauer. Ein »Hyuaptiii kohl« oder »^yfiapLiii« ist ein »Scheck« 
oder eine »Schecke«. Die von Buek gebrauchte Form »der Schecke« geben 
die deutschen Wörterbucher dagegen nicht an. Überflüssig ist das »um« im 
Satz: »Das Geld, das dazu hätte dienen können, um das Gut etwas in die 
Höhe zu bringen« S. 419,. Ebenso ist das zweite »sie« zu streichen im Satz: 
»Sie befanden sich in dem Alter, wo man die Kinder schon am Tische mit- 
essen, aber sie noch auf hohen Stühlen sitzen läßt« (S.40). Das Adjektiv »ko- 
pe.ii.cKiü« lautet im Deutschen nicht »korelisch« (S. 3), sondern »karelisch«; 



248 Kritischer Anzeiger. 

>inTyHiii,ifl Bi>TK;ra;iKii us-l Kope;ii.cKoii 6epe3Bic sind eingelegte Verzierungen aus 
Birkenmasern. Buek schreibt > eingelegte Verzierungen aus Korelischem 
Birkenholz«, was der deutsche Leser schwerlich verstehen wird. Unter »ko- 
pejiBCKaa öepesa« versteht der Russe eben Birkenmasern. Von einer Flasche 
>Kislischtschi (Kaltschale)« liest man auf S. 10. Das Getränk heißt aber 
>KHc.'iMa mu«. Mit der Anmerkung auf S. 337 weiß der Leser nichts anzu- 
fangen, denn im Text ist kein Wort mit einem *) versehen. Worauf soll sich 
die Fußnote beziehen? »BapenLe« wird durch »Kompott und Marmelade« 
(S. 159) wiedergegeben; später durch >Eingemachtes«. Daß der Name »Bmii- 
Baa-CnicE«, den Gogol' einem Dorf beilegt, ein Spottname ist, hat der Über- 
setzer übersehen, denn er schreibt >Wschiwaja Spess« (S. 327) und übersetzt 
den Namen nicht. Auch der Name des ebenda genannten anderen Dorfes 
»SaaupaiooEo« ist unübersetzt geblieben. In zahllosen ähnlichen Fällen über- 
setzt Buek dagegen die von Gogol' erfundenen komischen Namen und meist 
recht treffend. 

Der zweite Band dieser Gogol'ausgabe enthält den zweiten Teil der 
»Toten Seelen« und die Novellen >Der Mantel«, »Die Nase« und >Das Porträt«. 
Die Bueksche Übertragung der »Toten Seelen« zeichnet sich auch hier durch 
eine gute, gefällige Sprache aus, ist indessen nicht ganz frei von Fehlern und 
Ungenauigkeiten. So hat der Übersetzer die Bedeutung von urpaii. in dem 
Satz : »H naxt Eciiii. axuMi) coüpauteMi) ÄepeBi> u KpMui'B ciapuHHaa ÄepeESH- 
uaa nepKOBB BOSHOCu^acB cboiimu naiBio nosJiameHHBiMii nrpaiomnMU Bepxyiu- 
KaMH« nicht verstanden, denn er übersetzt: »Und hoch über dieser Masse 
nah beieinander liegender Häuser und Bäume streckte eine altertümliche 
Kirche ihre fünf vergoldeten Türme in die Luft, derenjeder ein Glocken- 
spiel enthielt« (S.2/3). Das Verbum bedeutet hier »funkeln, blitzen«. Auch 
EcpxymKa ist ungenau verdeutscht, es bedeutet nicht ,Turm', sondern , Spitze', 
, Turmspitze', wie BepxT, an einer andern Stelle, wo von den 3o.ioti>ic Bcpxn 
uepKBii (derselben Kirche) die Rede ist und der Übersetzer dafür die Einzahl 
setzt (»die goldene Spitze des Kirchturms«, S. 23). Statt von Wassermühlen 
liest man S. 3 von Windmühlen. »Jlioauoe 6ojiLmoe cejicHte« ist dem Über- 
setzer »ein großes von Menschen bewohntes Dorf« (S. 41. Der Satz: »Äa 
-Bijh qiiHuuiKa Ha ueM-B-apani,« ist vom Übersetzer weggelassen worden (S. 5). 
Mißglückt ist S. 29 die Beschreibung der Tierlaute. »Bt TpaBi jepraeTT. aep- 
ryHi.« = »der Wiesenknarrer pfeift im Grase«. Dieser Vogel pfeift nicht, son- 
dern knarrt. Es ist von der Schnarrwachtel die Rede, die bekanntlich so 
heißt, weil sie eben schnarrt. »E.ieeTT> noaHHBuilüca Ha EOSiyx'B öapameKx« = 
»eine Schnepfe blökt während sie sich in die Luft schwingt«. Die hier er- 
wähnte Schnepfe blökt nicht, sie meckert. Eine arge Entgleisung ist Buek 
passiert, als er den Satz: »Bx KOHui äcpcehh jibicliü IIuMeni., Ä/iaa bc^xi, 
KpecTBÄHü, ;rep»:a.!i'B KaöaK-B, KoxopoMy vlmh öbmo Any^iBKa« wie folgt über- 
setzte : »Am Ende des Dorfes Lyssyer Pimen war eine Schenke, die einem 
gewissen Akulka gehörte, den man den Bauernvater nannte« (S. 48). »Bi 
noaiaca ch Heöo.iBuiHMx« heißt nicht »In einer knappen halben Stunde« 
(S. 57). Wohl nur ein Schreibfehler ist es, wenn der General Betriscev Cicikov 
fragt: »Dir die toten Seelen abzukaufen?« (S.71); es muß »zu verkaufen« 



Bnek, Nikolaus Gogol. Säramtliche Werke, angez. von Clirlstiani. 240 

heißen, denn Gogol' läßt den General fragen: »'ItoC)M oT.iari. reiif. mcptblixt. 
iviuT)?« Kostanioglos Äußerung über die Kathedernozialisten: >jyi>aKi. Ha .ly- 
paKi nun 11. 11 AvpaKüMT. niiroiidcx l« verliert andi liier etwa» an P^igenart, wenn 
es dafür nur heißt: »Ein Narr sitzt auf dem andern« i'S. 1 lü). Wenig sorgfältig 
ist die Korrektur. Von ärgeren Druckfehlern führe ich an: >Die schlanken 
rosigen Mädchen« statt »rassigen« auf S. 4s : ni>i»o.TiicTi.i n ctiiohhi.ih 
.itüKii". S. '.•'• '»T stehen die Worte: »Idi habe nicht Zeit, mich auch noch mit 
Musik abzugeben« zweimal hinter einander: auch ist hier »iiojaniio« ausge- 
lassen, denn Frau Kostanzoglo sagt zu ihrem Bruder: »mv^mkoh Miit h no- 
.laniio HCKona 3aiiiiMaTi.cji«. S. lis muß es statt »kosten« »Karten« heißen. 
Einige Personennamen sind, wie schon in der Lbcrsetzung des ersten Teils 
des Romans. Opfer des Dnickfelderteufela geworden. TeiiTcTHiiKoin. wird 
stets Tentennikow genannt, S. .{2 liest man Ulenka (V-iHHi,Ka;, S. lo9 I'erdr- 
schtschew IIinMiim-m.;, S. 164 »M<>l>ol vom Flombs« 'm'''i-'.iii raMC)c:i . Falsche 
Indikative stJiren auf S.4(»: »Er erkundigte sich nach allem, nach dem Wo und 
Wie und fragte, wie es mit dem Haushalt stehe, wieviel Getreide verkauft 
werde, was im Frühjahr und Herbst für Korn gemahlen wird, wie jeder Hauer 
heißt, wer mit diesem und jenem verwandt ist, wo er seine Kuh gekauft 
hat. womit er sein Schwein füttert, mit einem Wort er vergaß nichts.« 
Aus der r«'i>uoriiii>i .lar.a-ii.cin. ist S. lit'J eine »Gräfin Laveillcre« geworden. 
In dem Satz: »Er erzählte Tschitschikow sofort, es habe gar keinen Zweck, 
ein Provinzgymnasium zu besuchen, er und sein Bruder haben die Absicht 
nach Petersburg zu fahren, weil es sich ja doch nicht lohne in der Provinz zu 
leben . . .< fS. TS' soll haben offenbar einen Konjunktiv darstellen, aber 
dieser Konjunktiv des Präsens ist ein Papiergospenst, er kann gar nicht als 
Konjunktiv gefühlt werden ; das haben muß darum durch ein hätten er- 
setzt werden. 

Die von Mario Spiro und S. Bugow besorgte Übersetzung der Novellen 
ist frei von Russizismen und liest sich glatt, läßt aber recht oft an Ge- 
nauigkeit viel zu wünschen übrig. Die Übersetzer geben sich nicht immer 
die Mühe, den Text des Originals in getreuer Verdeutschung zu bieten. Für 
ihre Art und Weise zu übersetzen ist folgende Stelle bezeichnend: »Ja xp« 
no-icoTiiii c.iinuKOMT. iinjo övAexi. npH.io>KHTi.. CKa3ajT> ITeTpoBuii. h C/Ka-ix npn 
DTOMT. snaiiiTCiino ryöH. Oiii. oieut .iioöiun. ciijituhie 3'M>eKTi.i, jiköhjit. »Apyr-i 
KaK-B-HHöyjB osaaaquTB conepineHHo h hotomt. novjinxiTh ucKOca, Kanyio osaja- 
MeHiiHÜ cj^jaerB poacy noc.it raKuxt c.iobt.. noJiropacra pyöJiefi 3a nmue.ii,! 

BCKpUKHVJtT. ÖtaHtlii AKaKiil AKaKicBUIT., BCKpiIKHy.I'B, M0-/KeTT>-6LITI., BT. nepEMH 

pasT. OT7.-pojy, ii'io or.iuqa.icji Bcerja tiixoctbio ro.(ioca.« — »So was wie liundert- 
undfünfzig Papierrubel werden Sie schon anwenden müssen«, erwiderte der 
Schneider, indem er die Lippen zusammenkniff. Dieser Schneider liebte die 
starken Effekte und fand ein ganz besonderes A'ergnügen darin, seine Kunden 
zu verblüffen und dann mit seinem einzigen schielenden Auge den Ausdruck 
ihres Gesichts zu beobachten. »Hundertundfünfzig Rubel für einen Mantel?« 
sagte Akaki Akakiewitsch. Und der Titular-Rat sprach diese Worte mit 
einem Ton ans, der fast einem Schrei glich, vielleicht dem ersten, den er seit 
seiner Geburt ausgestoßen hatte, denn gewöhnlich sprach er ja mit großer 



250 Kritischer Anzeiger. 

Furchtsamkeit< (S. 243;. Hier ist die Übersetzung, wie überhaupt sehr häufig, 
weit wortreicher als das Original. Mitunter wird auch manches weggelassen 
und anderes hinzugesetzt, z. B. bei der Wiedergabe folgender Stelle: >Äopo- 
roH) aajijit ero bc^mT) uciuctumi cbohmt. öokomt. xpyöoquCT'i. ii EtmepHu.n. Bce 
JiÄ&HO eiiy; nisan luanKa usBecTU Etictina.aaci. Ha Hcro et EepxyiuKH cipoHBina- 
roca aoMa. Oht> uiiqero aioro ne sa.uiiujn,, h hotomt. yace, Koraa Ha.JOJiKnjJica. na 
öyÄO^HHKa, KOTopLiH nocTaBü OKOJio ce6a ajieöopay, HaTpiixHBajni H3i> poacKa na 
MaaoJincTtiü KyjiaKi> TaÖaKy, Torja tojibko neMHoro oinyjicfl, u xo noiOMy, qio 
öyÄOiHUKT. CKasaji'i : „''lero Jiisemh bt. caiaoe pmio? paasi Htix leöi xpyxTyapa?" 
3x0 saciaBUJio ero orjiflHyxLCH h noBopoxuxi. ;;oMoii. Saict xo.xi.ko OHt Haqa.n> 
coöupaxt Mticjiii, yBiiAi.li> bi. hcuomi u uacxo>TineMt ehä^ CBoe nojio>KeHie, ciaJit 
pasroBapunaxB ch coöoio yace ae oxpLiBUCio, ho pascyÄiixeJiBHO h OTKpoBeHHO, 
KaKt Ch CjzaropasyMHBiMT. npiaxejieMi,, et noxopiiM-i mokho noroEopuiB o ai^i 
caMOMT. cepaeiiHOMi. h 6jih3komt,.< — >Ein Schornsteinfeger schwärzte ihm beim 
Vorübergehen den Rücken. Von einem im Bau befindlichen Hause herab fiel 
ihm eine ganze Mütze mit Gips [!] auf den Kopf; er jedoch sah und merkte 
nichts. Erst als er mit gesenktem Haupte [!] gegen einen Wachtposten stieß, 
der ihm mit vorgehaltener Hellebarde den Weg versperrte [!] und ihm [!] aus 
seiner Dose Tabak auf die schwielige Hand schüttete, erwachte er rauh aus 
seinen Träumen. >Was tust du hier?« schrie ihn der brutale Hüter der 
öffentlichen Ordnung [!] an; »kannst du nicht, wie es sich gehört, auf dem 
Trottoir gehen ?< Dieser plötzliche Anruf riß Akaki Akakiewitsch endlich 
völlig aus dem Zustande der Betäubung. Er sammelte wieder seine Gedanken, 
überblickte kaltblütig die Situation und ging ernst und freimütig mit sich zu 
Eate wie mit einem Freunde, dem man alle seine Herzensgeheimnisse anver- 
traut« (S. 244/5). Endlich noch folgender Passus zum Beweis für die ungenierte 
Behandlung des Originals durch die Übersetzer: »n ecjiHÖBi Äaa:e AHpeKTopt 
thijn, xaKt MHJiocxHBt, qxo BMicio copoKa py6.iefi HarpaaHBixx onpcÄ^.aHJi'i 6bi 
copoKt naxB ujia nfiThnecuTh, xo Ece-xaKH ocxaeica KaKOÜ hhöväb caMtiS Esaopi., 
Koxoptiii BT. uiUHe.xBHOMT, KaHuxajii övÄext KaujLsi Et Mopi.< — »Und sollte — 
ein unerwartetes Glück ! — der Direktor etwa die Gratifikation von vierzig 
auf fünfzig Eubel erhöhen, was wäre schließlich dieser magere Überschuß im 
Vergleich mit der unerhört hohen Summe,! die Petrowitsch für den Mantel 
gefordert hatte? Ein Tropfen Wasser im Ozean« (S. 247). In der Übersetzung 
des »Mantels« finden sich eine Unmenge von Stellen, wie die angeführten. Als 
nachahmenswert möchte ich ein solches Umspringen mit dem Urtext nicht 
bezeichnen. Für den periodenreichen, eigenartigen Stil Gogol's haben die 
Übersetzer nicht das geringste Verständnis. Sie zerhacken die Sätze, wie es 
ihnen paßt; ihre Übersetzung des »Mantels« ist nicht stilgetreu und kann da- 
her nur als eine ganz mittelmäßige Leistung bezeichnet werden. Daß das 
Übersetzen eine Kunst ist, muß den Herren Spiro und Bugow erst gesagt 
werden. Die »hohe Persönlichkeit«, an die sich der arme Akakij Akakievic 
wendet, wird von Gogol' später zuweilen renepa-n. genannt; daraus machen 
die Übersetzer stets einen , General-Direktor'. Ich mache noch auf folgende 
Stelle aufmerksam, aus der man sich ein richtiges Urteil über die Arbeit von 
Spiro und Bugow bilden kann: »AKaKia AKaKieBuia csesju u noxopoHUJU. H 



Buek, Nikolaus Gogol. Sämnitliche Werke, angez. von CbriBtiani. 251 

neiepöypri ocrajcn 6o3i. Ah-aKin AKaKienuqa, Kaicx öyaro öu nx ucmx < ro u iiu- 
KoPAa Uli öi.i.io.« = >Akaki Akakiewitöch wurdo in ein Leichentuch gehüllt und 
nach dem Kirchhof gebracht, auf dem man ihn beisetzte. Die grolie .Stadt 
Petersburg fuhr in ilirem gewöhnlichen Leben fort, wie wenn der Titularrat 
niemals existiert hätte« S. 27'2 . Kinheitlirhe .'Schreibungen verschinäiicn die 
Übersetzer. Bald liest man >Titularrat«. bald >Titui:ir-Ivat*. Die Eigennamen 
sind oft entstellt : S. -li" Baschmakscliin I5:iiiim:i'ii;iiiii. , S. 2si ObuliolTbriicko 
(OöyxoD'b MocTX . Ohne auf die Übersetzung der beiden anderen Novellen näher 
einzugehen, will ich bloß auf die falsche Übersetzung des Satzes »Maiop-b Ko- 
Ba-Toi;!. Hocu.ix .Miio;KeorBO cepAOJiiKoiii.i XT. nenatOKX« = > Major Kowalew 
trug an der Uhrkette eine ganze Sammlung von kleinen Korallenber- 
locken« (S. 293, hinweisen. Ccpjo-iuKx beißt nicht Koralle, sondern 
Karneol. 

Im Anhang S. -l^T — 4Sli werden die wichtigsten Varianten zum zweiten 
Teil der , Toten Seelen' und chronologische Angaben über die Entstehung des 
Romans wie der Novellen mitgeteilt. Auch die ursprüngliche Fassung eines 
längeren Abschnitts aus der Novelle >DieNase« und der ursprüngliche Schluß 
dieser Novelle, wie er im >Sovremennik« lautet, sind im Anhang abgedruckt, 
der u.a. noch die Mitteilungen Arnoldis über den Inhalt mehrerer Kapitel des 
zweiten Teils der .Toten Seelen" enthält. — An den Stellen, wo der Text des 
Romans Lücken aufweist 'S. 117 und S. 160', teilt der Herausgeber Anmer- 
kungen Sevyrevs mit, die auch nicht gut weggelassen werden durften. Dabei 
hat Buek aber, wie seine Anmerkung auf S. 71 zeigt, wohl ganz übersehen, 
daß Sevyrev auch die Lücke zwischen dem zweiten und dritten Kapitel aus- 
gefüllt hat, denn diese kurze Anmerkung Sevyrevs wird nicht mitgeteilt. Hat 
der Herausgeber sie aber absichtlich weggelassen, weil der Leser über den 
Inhalt des zwischen dem zweiten und dritten Kapitel fehlenden Stückes durch 
die im Anhang gebotenen Angaben Arnoldis Näheres erfährt, so hätte er auf 
S. 71 am Schluß des zweiten Kapitels auch auf diese Stelle des Anhangs ver- 
weisen sollen. 

Posen. IV. Chriatiani. 



Matije Antuna Reljkovica Satir iliti divji covik. Priredio ga prema 

IL Keljkovicevu izdanju, uvod i biljeske napisao Dr. David Bogda- 

novic. U Zagrebu 1 ÜUD. 

Das Werk R."s, welches sich seit seiner ersten Ausgabe ^Dresden 1762) 
bis in die neueste Zeit einer nicht geringen Popularität erfreute, liegt vor uns 
in einer neuen Ausgabe, die sich von den früheren vorteilhaft unterscheidet. 
Herr Bogdanovic verfolgte vornehmlich den Zweck, das Hauptwerk des po- 
pulärsten literarischen Arbeiters der theresianisch-josefinischen Zeit in Slavo- 
nien dem Verständnis des heutigen Lesers — er hatte vorzugsweise die stu- 
dierende Jugend vor Augen — näher zu bringen. Oline K.s >Safir als Produkt 
der schünen Literatur allzu hoch einzuschätzen, geht man wohl nicht zu weit, 
wenn man dieses Werk zu den interessantesten Produkten der kroatischen 



252 Kritischer Anzeiger. 

Literatur- und iiberhauijt Kulturgeschichte zählt. Mit seinem klaren Blicke 
und seiner gesunden Lebensauffassung versuchte R., ohne in die extremen 
Eichtungen desXVIILJahrh. zu verfallen, zwischen seinem unter dem Drucke 
äußerst ungünstiger Verhältnisse kulturell zurückgebliebenen Vaterlande und 
dem vorgeschrittenen Westen eine Brücke zu schlagen, die seinem Volke den 
Weg der Aufklärung sowie der sittlichen und wirtschaftlichen Hebung er- 
öffnen sollte. 

Unter den verhältnismäßig zahlreichen älteren Ausgaben des Satir (mei- 
stens waren sie nur mit einer Biographie R.'s und Bibliographie seiner Werke 
versehen) vermißt man eine solche, die versucht hätte, den Autor und sein 
Werk im Rahmen ihrer Zeit vor den Leser zu bringen. In der Vorrede ent- 
wirft Herr B. ein Bild der Kulturverhältnisse Slavoniens im XVIIL Jahrb., 
befaßt sich mit der literarischen Tätigkeit R.'s und streift auch die übrige 
zeitgenössische slavonische Literatur. Der Text des Satir ist mit erläuternden 
Noten versehen. Durch diesen Kommentar hat uns Herr B. sehr zum Danke 
verpflichtet, urasomehr als eine ähnliche Arbeit (abgesehen von den kleinen 
Verzeichnissen wenig bekannter Ausdrücke in einigen früheren Ausgaben) 
bisher überhaupt nicht versucht wurde. 

Der Herausgeber sagt ausdrücklich, daß der Text nach der zweiten, aus 
dem Jahre 1779 stammenden Ausgabe redigiert wurde. Dagegen kann man 
nichts einwenden, denn die letzte vom Autor selbst veranstaltete Ausgabe des 
Sntir ist wohl die maßgebendste. Leider hat sich Herr B. stellenweise vom 
Texte R.'s entfernt, weshalb im Falle einer neuen Ausgabe eine genaue Durch- 
sicht des Textes sehr zu wünschen wäre. Ohne auf Vollständigkeit Anspruch 
erheben zu wollen, werde ich nur einige von den von mir bemerkten Stellen 
anführen : 

Bogd. 
(S. 64) Tebi ga je pokarat nemilo 



(S. 65) Ima, brate, u svakomu sein 
(S. 70) Neg bi rade u kolu viditi 
(S. 81) Jer druzince virno ne obara 
kucu gosi, kada virno sluzi 
(S. 87) Hotila sam da ga sucu tuzim 
(S. 132) Nek se zalud kraj Dunaja sece 
(S. 16-5) A kola mu poda trhom skriplju 



IL Ausg. 
Tebi ga je pokarati milo 
Ima, r^/.o, u svakomu sein 
Neg bi räde u kolu viditi 

. . . kad ga virno sluzi 
Hotijao da ga sudcu tuzim 
Neg se zalud usw. 
A kola mu pod trhaom skriplju. 



Die auffallenden Imperfekta (wie hotijao) sind auch in R.'s Prosa nicht selten; 
ebenso kommt die Form »trhaom« (terhaom), die bei Relkovic für drei Silben 
gilt, auch in der Übersetzung der Fabeln Asops und Pilpajs vor. Von dem- 
selben Substantivum sind bei R. noch die Formen terha (als Nora, oder Akk. 
Sing.) und terhaie (als Akk. PI.) belegt. An eine graphische Hervorhebung des 
vorangehenden r ist nicht zu denken, weil R. in anderen analogen Fällen nie 
ein a nach rh einschaltet, und dagegen spricht auch die Form terhaie. 

Zu solchen in der neueren Zeit durchgeführten und fast allgemein ange- 
nommenen Korrekturen der Schreibweise des Autors gehört auch sein Name. 
Er selbst hat sich ausnahmslos nur »Relkovich« unterschrieben, obwohl er 



lielkovic Satir, neu herauef?. von Bogdanovic, angez. von Matic. 253 

sonst / und IJ unteraclieidet, uud auch die älteren Bücher uud L'ikuudeu be- 
stätigen diese Schreibart. 

Wieu, im Juli r.iu9. T. Mud,'. 



Fraurois liacki et hi reimissaiu'e 8cieiitiii(iiie et pulitiquc de la 
Cruatie(li>28— IbUljpar Vladimir Za-ursky. TariH, llacliette. 1909. 

SO. VI. -j:.;. 

Diese Charakteristik eines der hervurrafreudsten Männer, die das kleine 
Land Kroatien iai Laute des XIX. Jahrh. geboren, des trcuesten und intimsten 
Ratgebers des Bischofs Stroßmayer in allen seinen Bestrebungen zur Hebung 
der geistigen Kultur des Landes, des unvergeßlichen Mitbegründers und ersten 
Präsidenten der Agranier Südslavischen Akademie der Wissenschaften, Dr. 
Franjo Kacki — könnte Anspruch erheben auf Berücksichtigung nicht nur 
in den gebildeten Kreisen Frankreichs, sondern auch anderswo, d. h. überall 
dort, wo die Sympathie für den Fortschritt im Bereiclie der Kultur nicht eng- 
herzig auf sein eigenes Volk beschränkt bleibt. Leider muß man die unerfreu- 
liche Wahrnehmung machen, daß in unserer Zeit die Tag für Tag leidenschaft- 
lich behandelten Fragen der nationalen Gegensätze zwischen den großen nnd 
kleinen Vülkern, zumal zwischen den nächsten Nachbarn, das Gefühl für 
gegenseitige Achtung und Anerkennung fast gänzlich abgestumpft haben. Was 
zu Hause beim eigenen Volk als die höchste Nationaltugend gilt, wird beim 
nächsten Nachbarn ganz abfällig beurteilt, als nationale Unduldsamkeit, über- 
triebener Fanatismus, Überhebung mit maßlosen Ansprüchen u. dgl. mehr. Be- 
lege für diese traurige Wahrheit sind kaum anderswo in solcher Fülle vorhan- 
den, wie in der ethnisch pittoresken Monarchie, die derzeit.Osterreich-Ungarn 
heißt. Wo läge es näher, als hier zu Hause eines Mannes, wie Racki, mit Ehren 
zu gedenken, der durch einige Dezennien mächtig in das Rad der Geschichte 
seines Landes eingegriffen und mittelbar auch für die Gesamtmonarchie er- 
sprießliche Dienste geleistet. Denn wer einzelne Teile moralisch und intellek- 
tuell zu heben bestrebt ist, schafft Gutes auch fürs Ganze. Und doch hat man 
sich je um das Andenken eines solchen Mannes außerhalb der engen Grenzen 
des Vaterlandes, oder sagen wir höchstens der Südslaveu, gekümmert? Wie 
hat man ihn bei Lebzeiten, wie nach dem Tode geehrt? Zu Hause allerdings 
wurde bereits im Jahre 1S".J5 den großen Verdiensten des Mannes dankbare 
Anerkennung gezollt in der vom Akademiker Smiciklas abgefaßten Mono- 
graphie >Zivot i djela dra. FranjeRackoga«, doch, soviel mir erinnerlich, haben 
von ihrem Inhalt die Organe der anderssprachigen Völker der Monarchie wenig 
oder gar keine Notiz genommen. Jetzt wird diese Lücke durch die oben zitierte, 
in französischer Sprache abgefaßte Schrift ausgefüllt, die einen Südslaven 
von Abstammung, Russen nach dem Bildungsgang zum Verfasser hat, Herrn 
Vladimir Zagorsky. Sie liefert ein recht anschauliches, mit vielem Detail aus- 
gestattetes Bild der Gesamtleistungen Rackis, wie seine sympathische Erschei- 
nung aus der Mitte der kulturellen und politischen Zustände seiner Heimat all- 
mählich emporsteigt und immer stärker als treibender Faktor in den wichtigsten 



254 Kritischer Anzeiger. 

Fragen des Landes sich geltend macht. Seit den sechziger Jahren bildete er 
geradezu eine wesentliche Ergänzung zur Wirksamkeit Stroßmayers, der viele, 
vielleicht die schönsten Anregungen für seine großen Kulturschöpf ungen seinem 
Freunde und -Ratgeber zu verdanken hat. In der Schrift Zagorskys kommt 
dieses Verhältnis Stroßmayers zu Racki wohl gelegentlich zur Sprache, doch 
ist es nicht scharf genug ausgeprägt. Man bedenke nur, was Stroßmayer für 
die Kultur der Siidslaven geleistet, so lange ihm ein Eacki zur Seite stand, 
und wie sich bald nach dem Tode desselben das Blatt gewendet, und mau wird 
die große Tragweite der Einwirkung Rackis gehörig ermessen und seinen nir- 
gends verzeichneten, aber aus den Tatsachen sich ergebenden Verdiensten 
auch in dieser Beziehung gerecht werden. Ich könnte noch eine andere Tat- 
sache anführen, die für die große Bedeutung Rackis sehr beredt spricht: das 
ist die Südslavische Akademie der Wissenschaften. Ich glaube niemandem 
Unrecht zu tun, wenn ich sage, daß seine rastlose Tätigkeit, seine seltene 
Energie, sein weiter Blick nicht leicht ersetzt werden können. 

Die sehr fleißig ausgearbeitete Monographie Zagorskys macht auf mich 
den Eindruck, daß dem Verfasser zu wenig mündliche Mitteilungen betreffs 
der Person, die er sich vornahm, zu schildern, zur Verfügung standen. Ich 
rechne es ihm als nicht abzuleugnendes Verdienst an, daß er mit Liebe und 
warmer Neigung sein Thema behandelte, doch nach gedruckten Quellen, zu- 
mal wenn ihm die in Agram aufbewahrte Korrespondenz Rackis, wie es 
scheint, nicht zugänglich war, ist dem Gegenstand in ausreichender Weise nicht 
beizukommen. Ich erkenne zwar in seiner Schilderung die Hauptzüge Rackis 
wieder, doch selbst für die verhältnismäßig kurze Spanne der Zeit, während 
ich das Glück hatte, Racki nahe zu stehen (1881 — 19'1), vermisse ich so manche 
Einzelheit, die zur Charakteristik des Mannes wesentlich beiträgt. Wieviel 
müßten erst solche Personen über Racki mitteilen können, die bis an sein 
Lebensende innig mit ihm verkehrten. Es ist sehr zu bedauern, daß der 
fleißige Sammler von Daten notgedrungen an verschiedenen Lücken vorbei- 
gehen mußte, ohne es selbst zu ahnen. Aber auch das, was er aus den ihm zu- 
gänglichen Quellen erfahren, ist nicht immer richtig verwertet. Um nur einen 
Punkt hervorzuheben — Racki repräsentierte in der fruchtbarsten Periode 
seiner Tätigkeit den wissenschaftlichen Fortschritt einer in Entwicklung be- 
griflFenen neuen Generation gegenüber den sehr verdienstvollen Illyriern als 
Repräsentanten der älteren Generation. Der Gegensatz, verschärft durch die 
Divergenz in politischen Ansichten, spitzte sich im Laufe der sechziger Jahre 
immer mehr zu und kam gelegentlich der Gründung der Akademie der Wissen- 
schaften zum Ausbruch. Daraus erklären sich die Bedenken und Zögerungen 
mit der Bestätigung der Akademie, mit der Wahl der ersten Mitglieder, einige 
Ablehnungen seitens der Alten und ähnliches. Es zeugt für die seltene Willens- 
kraft Rackis, daß es ihm gelang, die Opposition niederzuschlagen, wenn es 
auch selbst in der Akademie in den ersten Jahren ihrer Wirksamkeit ohne eine 
oppositionelle Unterströmung nicht ablief, die zu meinem Abgang aus Agram 
wesentlich beigetragen hat. Doch das gehört nicht hieher. 

Herr Zagorskyhat nach richtiger Auffassung seiner Aufgabe als moderner 
Historiker die Analyse der Wirksamkeit Rackis innig verknüpft mit der Ver- 



Zagoreky, Racki et la renaissance de Croatie, angez. vou Jagic. 255 

anschaulichung der kulturellen und politischen Znetlinde des Landes und Volkes, 
die den wißbegierigen und emptanglichen jungen Mann mit ihren Kindrücken 
umgaben und ihm eine bestimmte Kiehtung der geistigen Entwicklung vor- 
zeichneten. Die .Introduction' (S. 1— 24) ist nach meinem Dafürhalten zu kurz 
au.^jgefallen. Der Verfasser I»espricht mehr die politiHche als geistige Be- 
wegung Kroatiens und doeh war die letztere für einen Mann wie Kaeki wich- 
tiger. Namentlich die geistigen Beziehungen des lllyrisuius zn Böhmen hätten 
verdient, mit kurzen Striehen gezeichnet zu werden, aus denen sieh die auf 
den ersten Blick auffallende Erscheinung erklärt, daß Kacki als junger Mann an 
dieAbfassung einer kleinen bühm. Grammatik gedacht hat. Einige Behaujttun- 
gen in der .Introduction" über die älteste Geschichte Kroatiens sind in vollem 
Glauben den vorgelegenen Hilfswerken nacherzählt, so betreffs der zadruga. 
ohcina. staresina, starosta, zupan, knez, ban, ohne jede kritische Prüfung, die 
lieute solche aprioristischen Konstruktionen nicht melir gutheißen kann. Die 
Trennung der Gesamtwirksamkeit Ilackis in kulturell-wissenschaftliche und 
politische konnte nicht umgangen werden, obgleich er selbst in der Politik 
immer der gelehrte Historiker Kroatiens und seiner historischen Rechte blieb. 
Dem Verfasser der vorliegenden Sclirift ist die Schilderung der politischen 
Tätigkeit Rackis besser gelungen als die Würdigung seiner sonstigen Leistun- 
gen. Das dürfte mit seinem Studiengang, als Schüler des französischen Histo- 
rikers Ernest Denis, im Zusammenhang stehen und vielleicht der Rücksicht 
für das französische Lesepublikum, dem die historisch-philologischen Fragen 
ferner liegen als die politischen, zuzuschreiben sein. Das erste Kapitel »La 
Jeunesse de Racki« (lb29 — 1S60> ist etwas zu weit ausgedehnt, seine Jeunesse 
endigte wohl mit der Vollendung der theolog. Studien in Wien ;1S.5."j . höchstens 
könnte man noch die zwei Jahre vor seiner Ankunft in Rom dazu zählen. In 
der Tat beginnt im nächsten Kapitel >Les travaux de Racki jusqu'en l'^<i7«) 
die Darstellung seiner literarischen Tätigkeit bereits mit den fünfziger Jahren, 
in welche Zeit schon sein erster kritischer Versuch über die älteste Geschichte 
der Südslaven fällt, das was später die Einleitung zu seinem Cyrill und Me- 
thod bildete. Diese Gruppe von Arbeiten, worin sich der große Einfluß Safa- 
riks abspiegelt, — ich'raeine seinen Cyrill und Method, seine Slovjensko pismo, 
seinen Aufsatz inTisucnica, seine Ausgabe des Assemanischen Evangeliums — 
hätte man zusammengefaßt in einem, aber getrennt von den späteren Arbeiten 
behandeln sollen, die schon eine andere Richtung verraten. Hier war Racki 
noch der südslav. Spätromantiker, ein andachtsvoller Anbeter Safariks, durch 
dessen verfehlte Wahl Hattalas zum Nachfolger Celakovskys auch ersieh Hat- 
tala näherte und auf ihn Hoffnungen setzte, die dieser eitle und eingebildete 
Gelehrte nicht erfüllte. Herr Zagorsky ist einigermaßen in Verlegenheit (S. 59), 
wie er sich erklären soll, daß nicht Hattala, sondern ich. jene philologisch- 
grammatische Einleitung zum Texte des Assem-Evangeliums geschrieben habe. 
Die Sache war sehr einfach. Durch die Gründung eines Schulrats, an dessen 
Spitze Racki als Vorsitzender stand und ich als Sekretär fungierte, kamen wir 
in nähere Berühning, ich habe den Plan für den Unterricht der kroatischen 
Sprache an den kroatischen Mittelschulen mit Einschluß des Kirchenslavischen 
in die VIL und VIIL Klasse der Gymnasien ausgearbeitet, bekam auch den 



256 Kritischer Anzeiger. 

Auftrag, zu diesem Zwecke eine Chrestomathie (die bekannten >Primeri«) abzu- 
fassen und nahm auch bereitwillig den Antrag an, bei der Publikation des 
Assem. Evangeliums in bekannter Weise mitzuwirken. — Die politische Tätig- 
keit Kackis, die mit seiner Übersiedlung nach Agram begann, zeitigte solche 
literar. Arbeiten, wie seine >Odlomci iz drzavnoga prava hrvat8koga> (1S61), 
seine historisch-politische Studie über Fiume (1867), und wenn man will, kann 
man auch die Gründung des ,Knjizevnik' als ein politisches Unternehmen be- 
zeichnen, da sich in demselben vorzüglich die jüngeren wissenschaftlichen 
Kräfte, die sich um Racki scharten, zur Arbeit vereinigt haben, die an die Stelle 
des bisherigen patriotischen Dilettantismus den fachmännischen Kritizismus 
setzen wollte. Einige Repräsentanten der alten Schule wollten sich an dem 
Organ entweder gar nicht beteiligen, wie z. B. Babukic, A. Mazuraniö, oder 
traten darin polemisch gegen uns auf, wie z. B. A. Veber. Zagorsky konnte 
nicht wissen (S. 112), daß auch ,Knjizevnik' wesentlich vom Bischof Stroß- 
mayer unterstützt wurde, indem er durch Rackis Vermittlung eine größere 
Summe für die Honorare der Mitarbeiter spendete und auch sonst neben der 
Matica ilirska für die Bestreitung der Druckkosten aufkam. Einzelheiten über 
das endliche Zustandekommen der Südslavischen Akademie sind nach den dem 
Verfasser zugänglich gewesenen Quellen richtig erzählt. Die Statuten der- 
selben haben Racki und ich nach dem Muster der Wiener Akademie ausgear- 
beitet. Daß wir bald Danicic in unsere Mitte bekamen, hat man einem glück- 
lichen Zufall, der Danicic aus der Belgrader ,Velika Skola' hinausgetrieben 
hatte, zu verdanken. Dem Verfasser scheint dieser Umstand nicht bekannt 
gewesen zu sein, denn was er auf S. 121 von prince Michel erzählt, bezieht sich 
nicht auf die zweite Ankunft Danicics nach Agram, die zur Zeit stattfand, da 
prince Michel schon längst tot war, sondern auf jene, wie ich gehört habe, 
hauptsächlich durch die Vermittlung der serb. Fürstin Julie zustande gekom- 
mene erste Einladung Danicics nach Agram, die natürlich vom Bischof Stroß- 
mayer mit Einwilligung Rackis ausging. Auch ich wurde in den Plan einge- 
weiht, da ursprünglich, ich darf es jetzt schon sagen, für die Stelle des Sekre- 
tärs ich in Aussicht genommen worden war, gern aber mich mit meiner inne- 
gehabten Stelle zufrieden gab, um nur für einen so tüchtigen Mann, wie es 
Danicic war, Platz zu schaffen. Der Autorität Stroßmayer-Racki fügten sich 
volens nolens auch die übrigen >Unsterblichen«, und so wurde Danicic zum 
Mitglied und Sekretär gewählt. Selbstverständlich bezieht sich auch der Brief- 
wechsel zwischen Racki und Novakovic, von welchem ibid. die Rede ist, nicht 
auf jene ersten, sondern auf die späteren Zeiten des Aufenthaltes Danicics in 
Agram. Auch bei der Nennung meines Namens hat der Verfasser die Zeiten 
verwechselt. Der Wunsch Rackis, daß ich aus Rußland nach Agram zurück- 
kehren sollte, kann sich nur auf den Zeitpunkt beziehen, als Danicic starb. 
Früher, d. h. im J. 1873 — 1874, war nur von der Berufung in die neu zu eröfi"- 
nende Agramer Franz Josef- Universität die Rede. Ich stand damals mit Berlin 
in Verhandlung, doch auf das Drängen meiner Freunde in Agram war ich be- 
reit, die Stelle in Agram jener in Berlin vorzuziehen, wenn man mir erstens oOUO 
Gulden Gehalt (in Rußland hatte ich 3000 Rubel), in Berlin bot man mir und 
gab auch 3100 Taler in Gold), bewilligt, zweitens die im Agramer Gymnasium 



Zagorsky, Racki et la renaissance de Croatie, angez. von Jagic. 257 

verbrachten Jahre in den Dienst einrechnet. Nicht so aehr an dem ersten, wie 
an dem zweiten Punkt scheiterten die Verliandiungen. Wie könnte man einem 
aii3 dem Dienste entlassenen (Jymnasialprot'essor die Dienstjalire anrechnen — 
meinte damals einer meiner lieben bureaukratisch f,'ef<inuten Landsleute Zivko 
Vukasovic . Nach dem Tode Danicics wollte aber liarki, dali ich a la liogisiö 
von liußland einen /.eitlich unbeschränkten Urlaub aber mit Gehaltsbezug) be- 
komme, and in Agram die J^edaktion des Wörterbuchs fortführe. Darauf 
konnte ich nun nicht eingehen, weil ich das einmal mir im J. lUTii) gewährte 
Asyl nicht mißbrauchen wollte, ganz abgesehen davon, daÜ die russ. Regierung 
auf diesen Wuu.sch nicht einjje<raugen wäre, was mir auch der damalige Aka- 
demiepräsideut, (Jraf D. A. Tolstoi nachher, als ich mit ihm darüber sprach, 
bestätigte. In dieser Weise müßte die Darstellung; Zagorskys, was meine Per- 
son anbelangt, richtig gestellt werden. Aber auch betreffs Bogisic ist (auf 
S. 122! nicht richtig gesagt, daß er Racki im Stiche gelassen, als er von Wien 
nach Paris umzog. Man weiß ja, daß Bogisic schon im J. 1S69 nach Rußland 
ging, im Jahre lsT2 vom russ. Kaiser den Auftrag bekam, für Montenej^ro ein 
Zivil-Gesetzbuch abzufassen usw. Der ständige Aufenthalt Bogisic's in Paris 
fällt erst in die zweite Hälfte der acliziger Jahre. Richtig ist es, daß der 
Aufenthalt Dauicics in Agram von besten Folgen für die immer inniger sich 
gestaltenden Beziehungen der Serben zu den Kroaten war, vor allem ging bei 
ihm selbst ein wohltuender Umwandlungsprozeß vor sich, er sah jetzt ein und 
das tiefere Studium der dalmatiniscli-kroatischen Literatur des !ü — IS. Jahrh. 
brachte ihm die Überzeugung bei, daß man den kulturellen Bedingungen der 
Jetztzeit schlecht Rechnung trage, wenn man in einem fort auf den Angaben 
eines byzantinischen Kaisers aus dem X. Jahrh. herumreitet, statt für die Be- 
dürfnisse der Gegenwart und Zukunft ein offenes Auge zu haben. So wurde 
Daniele nicht aus Opportunität, sondern aus inniger Überzeugung ein warmer 
Vertreter der nationalen Einheit der Serben und Kroaten, er stand von nun an 
nicht auf Miklosichs, sondern auf meiner Seite, was die philologi.>chen Fein- 
heiten betrifft, und selbstverständlich auf Seiten so weit blickender Männer, 
wie es ein Stroßmayer und ein Racki waren, die, trotzdem sie geistlichem 
Stande angehörten, doch nicht zugeben wollten, daß die Verschiedenheit des 
Glaubens oder auch des Namens die Ideale einer gemeinsamen nationalen, 
auf dem festen Grunde der sprachlichen Einheit ruhenden Kultur hintertreiben 
könnte. Jetzt sind, wie es scheint, wieder schwere Prüfungen über die Ser- 
ben und Kroaten gekommen, ich werde aber die feste Überzeugung mit ins 
Grab nehmen, daß sie auch den neuesten Anprall siegreich zurückschlagen 
werden, mag das Budapest und Wien gefallen oder nicht. 

Man entschuldige diese Digression, die durch den stark ins Politische 
hineinspielenden Inhalt dieser Schrift hervorgerufen wurde. Ich übergehe 
sonst den politischen Teil der Darstellung Zagorskys, weil ich mich nicht für 
kompetent halte, seine Angaben in bezug auf ihre Richtigkeit zu kontrollieren. 
Ich sehe, daß er ganz abhängig ist von der Darstellung, die er in den Werken 
Polic, Cepelic, Horvat und in den Landtagsberichten vorfand, mir ist aber der 
kritische Wert der angeführten Werke nicht bekannt. Eventuelle Ungenanig- 
keiten mögen andere berichtigen. 

Archiv für slavische Philologie. X5il. 17 



258 Kritischer Anzeiger. 

Im letzten Teil der Schrift »Les travaux historiques de Racki apres 1867« 
wird sehr fleißig über Rackis weitere Arbeiten, die sich vornehmlich auf dem 
Gebiete der ältesten Geschichte der Kroaten und anderer Südslaven bewegten, 
referiert. Der Verfasser hält mit eigenem Urteil etwas zurück, doch finde ich 
ihn in diesem Teil seiner Schrift am selbständigsten, er hat den Mut, hie und 
da auf die schwachen Seiten in den Arbeiten Rackis hinzuweisen, zitiert die 
nachfolgenden, den gleichen Fragen gewidmeten Forschungen anderer Ge- 
lehrten, erwähnt die daraus hervorgegangene Polemik usw. Nicht richtig wird 
auf S. 163 die Polemik Grots und Florinskis mit Racki auf seine >Ocjena« zu- 
rückgeführt, sie bezieht sich vielmehr auf seine im J. 1880 im 52. Bd. des Rad 
erschienene kritische Studie »Biela Hrvatska i Biela Serbija«. Eine Frage 
könnte noch aufgeworfen werden, ob Racki seinen Lebensplan vollständig 
ausgeführt und auch die von anderen gehegten Erwartungen vollauf erfüllt hat, 
Man erwartete von ihm, das war schon damals kein Geheimnis, eine zusammen- 
hängende Darstellung der ältesten kroatischen Geschichte, er sollte Palacky 
der Südslaven oder wenigstens der Kroaten werden. Warum ist dieser Wunsch 
nicht in Erfüllung gegangen? Ich glaube mehrere Gründe dafür verantwort- 
lich machen zu müssen. Einer und nicht der unbedeutendste liegt in seiner 
Stellung als Domherr von Agram. Racki gehörte zu den fleißigsten Arbeitern 
im Agramer »KaptoU, er warum das geistige Ansehen und das leibliche Wohl 
der Agramer Domherren sehr eifrig besorgt und übernahm viele zeitraubende 
Pflichten, die wohl auch ein anderer von minderer Bedeutung und Begabung 
hätte leisten können. Allein er war, wenn man dem Ausdruck das Odiose be- 
nimmt, im guten Sinne sehr klerikal, sehr kirchlich gesinnt. Ich erinnere mich, 
wie er mir einmal auseinandersetzte, welches Glück es für das kleine Land sei, 
daß es gegen die vielen Ungerechtigkeiten, die ihm von Ungarn ohne Wider- 
spruch seitens Wiens zugefügt werden, wenigstens in Rom einen gewissen 
Schutz genieße. Damals war in Rom Leo XIII. Papst und Bischof Stroßmayer 
bei diesem gut angeschrieben. Ob er auch jetzt noch seine Beweisführung für 
stichhaltig erklären würde, das weiß ich nicht. Ein anderer Grund, der ihn an 
der Ausführung seiner Lebensaufgabe verhinderte, war sein starkes Interesse 
an dem politischen Leben. Er opferte viel Zeit demjenigen politischen Blatt, 
das von Stroßmayer beeinflußt uud unterstützt, als das Leiborgan der Stroß- 
mayer-Partei galt. Mir erzählte wenigstens Dr. P. Matkovic, daß Racki anonym 
sehr viel Artikel politischen Inhaltes für das Blatt lieferte. Nicht zu übersehen 
ist auch sein reges Interesse für den Aufbau der durch das Erdbeben stark be- 
schädigten Agramer Kathedralkirche, welchem er gleichfalls viel Zeit opferte. 
Diese Bedingungen seiner Lebensstellung brachten es mit sich, daß z. B. seine 
ausführliche Geschichtsstudie >Nutarnje stanje Hrvatske prije XII stoljeca« 
sehr langsame Fortschritte machte und erst kurz vor seinem Tode zu Ende ge- 
führt wurde, während seine kritische Ausgabe des Thomas archidiaconus : 
Historia Salonitana erst nach seinem Tode, unvollendet, zur Ausgabe gelangte, 
als ein Band der »Monumenta spectantia historiam Slavorum meridionalium*. 
Ursprünglich wollte er das Werk, mit reichlicher Einleitung versehen, auf 
eigene Kosten herausgeben und es der Akademie als sein Geschenk über- 
machen. Die zu starke Inanspruchnahme seiner ganzen freien Zeit hinderte 



Zagorsky, Racki et la renaissance de Croatie, angez. von Jagic. Oj'.t 

iljQ auch an persönlichen Berührungen mit den Gelehrten Europas, die nicht 
zufällig in Agram oder in Italien seine Bekanntschaft machten. Darum war 
er auch im Ausland nicht sehr bekannt, selbst Wien sah ihn selten, Budapest 
wahrscheinlich nocij seltener. Kine lieisc nach Kußland zum Archiiologenkon- 
greß in Odessa 18sl betrieb er so eilig, daß er sellist den Schluß des Kon- 
gresses nicht abwarten wollte und dadurch sich und mich um den genußreichen 
Ausflug nach der Krim brachte. Wir reisten über Kijev und Moskau, wo wir 
bei Nil Popov und .lur. Filimonov sehr [freundliche Aufnahme fanden, nach 
Petersburg, wo er als mein Gast mit Katkov verkehrte und in der Tat das er- 
zielen wollte, was in dieser Schrift auf S. l!<i» erzählt wird, nur irrt Herr Za- 
gorsky, wenn er glaubt, daß Kacki die glagolitische Schrift bei den katho- 
lischen Weißrussen eingeführt wissen wollte. Nein, die Bücher sollten nur 
nach der Art der glagolitischen, aber in cyrillischer Schrift russischer Redak- 
tion des Kirchenslavischen gedruckt und in die Kirche als liturgische Sprache 
eingeführt werden. Katkov war für die Sache gewonnen, allein Fürst Vol- 
konskij und Kantakuzin-Sperankskij führten mir gegenüber dieselben Argu- 
mente an. deren sich Fobjedonoscev gegenüber Montenegro bediente, nämlich 
daß es für die Othodoxie höchst gefährlich wäre, dem Katholizismus zu ge- 
statten, als Konkurrent im russisch-slavischen Gewände, sogar mit russischer 
Predigt, aufzutreten. — Mögen diese flüchtigen Bemerkungen dem Verfasser 
dieser Schrift als Beweis dienen, daß ich seine Studie hoch schätze und ihr 
viele Leser wünsche. Schade nur. daß die schöne Ausstattung durch sehr viele 
Druckfehler in Namen und Zahlen verunstaltet ist. 

Spital am Semmering, 19. Juli 1909. V. Jagic. 



CiBepiiiiH CKa3KH (ApxaiirejBCKa« ii O.TOHeuKan rr.). CÖopnRKt H. E. 

< )HiryTCOBa. C. IIeTep6ypn, 1 908 (SamicKH Ibin. Pyc. Fecrpa'!'. 06m. 

no oTji. BTHorpa^iii XXXIII). pp. XLVIII + 646. 

Während die kleinrussischen und weißrussischen Märchen uns aus 
einer Reihe großer Sammlungen bis in die neueste Zeit ziemlich gründlich be- 
kannt sind, haben wir von großrussischen Märchen außer dem grundlegenden 
Werke Afanasjcvs und der gleichzeitigen Sammlung Chndjakovs neben 
einigen kleineren Sammlungen, wie der von Ivanickij in den Materialien zur 
Ethnographie des Gouv.Vologda u. a.. aus neuerer Zeit nur eine einzige größere 
Sammlung Märchen von Sadovnikov aus dem Gouv. Samara. Das Studium der 
"Volksepik absorbierte fast vollständig das Interesse und schob die Märchen 
vollständig in den Hintergrund. Auch die neuesten Sammler, wie gerade N. 
E. Oncukov, wandten auf ihren folkloristischen Expeditionen fast ausschließ- 
lich den epischen Liedern ihre Aufmerksamkeit zu und zeichneten prosaische 
Erzählungen nur so nebenbei auf. Von einer systematischen Sammlung der- 
selben war bisher kaum die Rede, auch in jenen weiten Landstrichen der groß- 
russischen Bevölkerung, wo die Volksepik vollständig ausgestorben ist. Erst 
die ersten Jahre des neuen Jahrhunderts beschenkten uns mit einer ziemlich 



260 Kritischer Anzeiger. 

bedeutenden Sammlung von Märchen aus Sibirien in den SaniicKu KpacHoap- 
CKaro noÄXOTA^jia BocioqHO-CuÖHpcKaro OiÄijia Hmh. P^x. Teorpa*. Oom. T. I. 
Bbin. 1—2. 

In dem uns vorliegenden Bande dürfen wir hoffentlich eine Wendung 
zum tieferen Studium auch dieses Teiles der Volksliteratur begrüßen. Das 
Buch selbst zeigt an sich den Fortschritt zu systematisch tieferer Arbeit. 

Den Grundstock der neuen Sammlung bilden die Märchen, die der 
Herausgeber bei seiner ersten Expedition in das Gebiet der Pecora, in den 
Ufergebieten des Weißen Meeres und im Gouv. Olonec (1903 — 4) sammelte. Der 
Hauptzweck seiner Reise war die Sammlung epischer Lieder, alter Hand- 
schriften, die Durchforschung der Archive, und nur so nebenbei zeichnete er 
auch Märchen auf. Erst später, 1907, bei seiner Sommerreise in die Gouv. 
Archangelsk und Olonec wandte er den Märchen seine volle Aufmerksamkeit 
zu. Außerdem nahm N. E. Oncukov noch andere Sammlungen in sein Buch 
auf: so die von M. Prisvin bei seiner Expedition in das Vygover Land des 
Gouv. Olonec im J. 1!I06 aufgeschriebenen Märchen und einige ältere: so be- 
sonders die Sammlung A. A. Sachmatovs aus den Bez. Petrozavodsk, Povenec 
und Pudoga des Gouv. Olonec aus dem J. 1884, der bei seiner Niederschreibung 
sprachwissenschaftliche Zwecke im Auge hatte ; dann eine kleinere Samm- 
lung D. Georgijevskijs, gleichfalls aus dem Bez. Petrozavodsk des Gouv. Olo- 
nec aus dem J. 1890; endlich entnahm er noch einige Märchen einer von ihm 
nicht näher bestimmten Hs. der Kais. russ. Geograph. Ges. (nach der unten 
erwähnten Rec. aCMHÜpocB. H. C. XX. 424 aus dem J. 1887). Das von Oncu- 
kov abgedruckte Material ist also aus ziemlich verschiedenen Zeiten. Auch der 
Wert desselben ist recht verschieden und der Herausgeber bekannte das offen 
in der Einleitung. Es ist gewiß fraglich, ob es notwendig und auch gut mög- 
lich ist, die Volkserzählungen so genau wiederzugeben, daß alle phonetischen 
Eigentümlichkeiten möglichst treu bewahrt werden. Auch die Aufzeichnungen 
eines so hervorragenden Phonetikers, wie A. A. Sachmatov, sind nach seinem 
eigenen Bekenntnis nicht einwandfrei. Der Herausgeber schildert dann offen, 
wie es oft dem Sammler geradezu unmöglich sei, treu und rasch der Erzählung 
folgend, den Text niederzuschreiben. Für sprachwissenschaftliche Zwecke 
genügen wohl kurze Notierungen von Phrasen und Gesprächen, und das volks- 
kundliche Studium erschwert gewiß die treu phonetische Wiedergabe der 
Texte. Aber wichtig ist auch für die Volkskunde, daß das lexikalische und 
syntaktische Gepräge der Erzählung treu bewahrt wird. Wichtiger vielleicht ist 
ein anderer Unterschied zwischen diesen Sammlungen. Oncukov selbst und 
auch Prisvin merkten sorgfältig auf ihre Erzähler und gaben deren genaue 
Charakteristik. Auch Sachmatov führte größtenteils seine Gewährsleute an, 
doch ohne nähere Angaben. Oncukov gruppierte sein Material nach den Er- 
zählern, das von anderen gesammelte Material konnte er großenteils nicht so 
einteilen, und so entstand eine ziemliche Ungleichheit seiner Edition. Ich 
glaube, daß das von dem Herausgeber erwählte Prinzip voll berechtigt ist, 
denn um die Erzählungen richtig beurteilen zu können, müssen wir auch über 
deren Erzähler näher unterrichtet sein. In jeder Erzählung äußert sich doch 
vielfach Individuelles, das nur durch die Persönlichkeit des Erzählers und 



Nordgroßrass. Miirchen Oncukove. angez. von P(»livka. 2(1 1 

deren Umgebung erklärt werden kann. Natürlich ist dieeee Prinzip besonders 
wichtig, wenn wir von den einzelnen Krziihlern eine große Reihe von Erzäh- 
lungen vor uns haben. Und das kann leider von der Sammlung Oncukovs 
nicht behauptet werden. 

Der Druck der Edition Oncukovs dauerte einige Jahre. Anfänglich 
beabsichtigte der Herausgeber nur da« Ergebnis seiner ersten zwei E.\pedi- 
tionen herauszugeben — es umfaßte <; l Nrn. — und hieran ältere Sammlungen 
anzuschließen, die aus dem J. l'^'^T dem Archiv der k. russ. (ieograph. Ges. 
(Nr. t>5 — TT; entnommenen. SachmatovB (Nr. 7S — 14h;, und (ieorgijevskijs 
(Nr. 149 — 105). Hieran schlössen sich dann, als sich der Druck verzog, die von 
M. Prisvin im Sommer 1900 niedergeschriebenen (Nr. 166—20.3;, und schließ- 
lich das Ergebnis der neuen Heise des Herausgebers 1907 (Nr. 204— ."JOrj;; und 
in diese Sammlung sind aus unbekannten Gründen vier von anderen her- 
rührende Erzählungen Nr. 224 — 227) aufgenommen, von denen drei aus dem 
Gouv. Perm stammen. Auf diese Weise sind die vom Herausgeber selbst auf- 
gezeichneten Sammlungen voneinander getrennt durch andere Sammlungen, 
und 80 macht das Buch einen nichts weniger als einheitlichen Eindruck. 

Die Aufzeichnungen selbst haben dem Geständnis Oncukovs gemäß ziem- 
lichen ungleichen Wert. Von einzelnen bekennt er in dem Vorwort, daß sie 
literarisch bearbeitet sind S. XIV . Einige wenige Märchen hat Oncukov 
später niedergeschrieben, so weit er sie im Gedächtnis behielt, da es vielfach 
unmüglich war, manche Märchen alsogleich dem Erzähler nachzuschreiben. 

Schlimmer ist, was der Rezensent des )KMHIIpocD. H. G. XX, 424, zeigt, 
daß Oncukov selbst einige aus der Hs. der Geograph. Ges. entlehnten Texte 
stark umgearbeitet hat. Das ist ein Umstand, der leider Mißtrauen gegen 
die Wiedergabe der von ihm gesammelten Texte erwecken könnte. 

Seine Sammlung hat der Herausgeber mit einem lesenswerten Aufsatz 
>Märchen und Märchenerzähler im Nordent SXXI — XLVIII; eingeleitet. Das, 
was er da über die Erzähler des Pecoragebietes mitteilt, ruft bei uns nur um so 
größeres Bedauern hervor, daß er in diesem Landstrich nicht systematischer 
bei dem Niederschreiben der Märchen vorgegangen ist. Doch auch in diesen 
Märchen und Novellen finden wir dieselben Stoffe und Motive, wie aus anderen 
mit der Welt enger verbundenen Gegenden, vgl. weiter unsere Bemerkungen, 
z. B. zu Nr. 41, Nr. 4.3 — eine gleiche, nur stark abgeschwächte Fassung hat 
Sachmatov im Gouv. Olonec aufgezeichnet unter Nr. 140. Dieses, wenn auch 
stückweise Märchenrepertoir aus dem Pecoragebiete, zeigt an undfürsich gar 
nicht, daß es so gänzlich von dem Verkehr mit der Welt ausgeschlossen wäre. 

In dem uns vorliegenden Buche sind durchaus nicht bloß Märchen abge- 
druckt, die im wahren Sinne des Wortes Märchen sind, sondern auch Novellen, 
Schwanke und Anekdoten, darunter einige Nummern, die in den nun so eifrig 
publizierten => Kryptadia*, >Anthropophyteia< u.a. einen Ehrenplatz einnehmen 
würden; weiter Ort- und Schatzsagen, prosaische Erzählungen, epische Lieder 
von Ilja Muromec, Sadko, Gar Ivan Vasiljevic und seinem Sohne Theodor u. a., 
auch noch ein religiöses Lied aus dem Kreise vom hl. Georg, und schließlich 
sogar ein Volksschauspiel Nr. 204,. Zahlreich sind Sagen von Wald- und 
Wassergeistern, wie natürlich von Teufeln usw. Interessant sind die Beuier- 



262 Kritischer Anzeiger. 

klingen des Herausgebers von der Erzählungskunst, von dem Verhältnis des 
Erzählers und der Zuhörer zu dem Erzählten (S. XXXII ff.)- Beachtenswert ist 
auch die Charakteristik der Erzählerin (S. XXXVI ff.), ihr Verhältnis zu dem 
Stoffe von der Untreue und Listigkeit des Weibes u. a. Leider wurde nicht 
berührt, inwiefern überhaupt Frauen Märchen erzählen. Nach dem von On- 
cukov publizierten Material können wir uns kein festes Urteil bilden. Sach- 
matov sammelte sein Material vorzugsweise von Frauen, von 18 Frauen 57 Nrn., 
aber bloß von 5 Männern 15 Nrn. Oncukov sammelte im Pecoragebiete von 
5 Frauen 16 Nrn., aber von 12 Männern 45 Nrn., bei seiner letzten Expedition 
im Gouv. Olonec von 3 Frauen 7 Nrn. und von 3 Männern 13 Nrm., im Gouv. Ar- 
changelsk von 3 Frauen 1 3 Nrn. und von 1 6 Männern 59 Nrn. Übrigens kommen 
da sehr wenige Leute vor, die wenigstens nach dem, was abgedruckt wurde, 
über ein größeres Repertoir verfügen würden. Ganz selten sind die Erzähler, 
im ganzen drei, von welchen lü oder etwas mehr, höchstens IG Nrn. herrühren, 
und das sind dann noch vielfach ganz kurze Sagen oder Anekdoten. Ausführ- 
lichere Erzählungen sind überhaupt recht selten, die längste, Nr. 78, S. 202 bis 
213, hat Sachmatov einer Frau nachgeschrieben. Oncukov bemerkt am 
Schlüsse seiner Einleitung, daß die Märchenerzähler wie die Eezitatoren der 
epischen Lieder — es sind vielfach dieselben — eine hervorragendere Stellung 
in der Dorfbevölkerung, als eine Art Intelligenz einnehmen, als Dichter und 
Künstler vielfach künstlerische Talente bezeugen. Leider beweist das die vor- 
liegende Sammlung nur im geringen Maße. 

Sein Buch hat der Herausgeber mit einemVerzeichnis der lokalen Ausdrücke 
undWörter(S.594 — 608) undeinem Namen- und Sachregister(60S—643)versehen. 
Leider ersetzt das ein wünschenswertes Register der Märchen-Stoffe und Motive 
nur in sehr geringem Maße. So ist im Index, z. B. xmcjii. 400 — 1 angemerkt : d. i. 
eine Geschichte, wie der Held dem Löwen, den er früher vom Drachen befreit 
hatte, die Macht der Trunkenheit an ihm selbst demonstriert, es wird da selb- 
ständig erzählt, was sonst nur als Episode auftritt, S. 91, 447, 449, aber davon 
erfahren wir aus dem Index nichts. Die Worte Epibxo uapcKiii jaKcä, EpioxoBi. 
napcKiii .laKeii, Xpe6eTi,-uapcKin JiaKeir, EpioiuKOBi noBaptu.a. sagen an und für 
sich nichts, aber das charakteristische »Doctor Allwissend« kommt nicht vor, 
nichts, was diesen Stoff mit einem kurzen Worte charakterisieren würde. 
Ebenso fehlt »Meisterdieb«, wir finden unter »Bopt« bloß auf Nr. 17 verwiesen, 
doch von den anderen Fassungen Nr. 59, 92, 168 finden wir da nichts ange- 
merkt. Unter die Versionen der Sage von Vavilongorod gehört noch Nr. 182, 
S. 448 — das wurde im Index vergessen. Wir finden eine Reihe von Ver- 
sionen der Polyphemsage — doch der charakteristische Name wurde nicht in 
den Index aufgenommen. Unterschieden ist KaKÖ^eü-oÖMaHLiBaeii. nona, 
CBiTKaKO*eii npoxoaciü, IIonaÄBH; oiviaei-L KaKO*Lio ÄüHBra, nont . . ero 
oöMaHbiBaei'B KaKo*eii und dennoch ist das im Grunde genommen dieselbe Ge- 
schichte, vergl. unten zu Nr. 43. Wer z. B. im Index suchen will, ob die Samm- 
lung eine Fassung des Märchens von den Pantoffeln aus Lausleder enthält, 
wird es kaum finden, unter bouib oder BuiuBLie öamiiaiKu würde er nichts fin- 
den, und kaum wird er unter uapB suchen y aero äoib uMiexx BiuiiBtie 6aui- 

MaiKU. 



NordgroßrusB. Märchen Oncukovs, angez. von Polivka. 263 

Den einzelnen Märchen, Novellen iisw. sind keine Hinweise anf ähnliche 
FasBunpen, nicht einmal auf Afanasjev beifi^efügt. 

Im folgenden werden die einzelnen Nummern näher besprochen und ihr 
Zusammenhang mit ähnlichen ruHHiechen und tVouiden Märchen nachgcwieHcu. 
Wir wollen hiermit das nachtragen, ohne wuh eigentlich eine Sammlung volks- 
kundlichen Materials, welche Anspruch macht auf ein wissenschaftliches Werk, 
von einer gelehrten und wissenschaftlichen Gesellschaft doch nicht herausge- 
geben werden sollte. 

Nr. 1. 8. 2. »Der Kaulbarsch<. Zu Afanasjev Nr. 41. vgl. die Abhand- 
lung 1. A. Sljapkins im :K"MI1I1imm n. 1901 ai;r. AbOW 

Nr. 2, S. 3. >Der Kaiser-Zauberer«. Wer sich so versteckt, daß ihn der 
Kaiser mit seinem Zauberbuche nicht finden kann, bekommt die Prinzessin zur 
Frau und wird sein Erbe. Vergl. Arch. f. slav. Phil. 1, 272, Köhler Klein. Schrift I, 
407,559. A8aiiaci.L'BT> Ilap. pyccK. CK.'* lI,Nr.l30. PoMaiioiiii lji..iopyc. c'). VI,4S8, 
Nr. 55, SanucKu KpaciionpcK. no;n>OTÄ. I, Heft 2, S. 1 1 1. Der Held versteckt sich 
jedoch nicht, wie gewöhnlich erzählt wird, mit Hilfe der dankbaren Tiere 
(Adler. Wallfisch u. a.), sondern durch seine Verwaudlungskunst, die sehr stark 
an die Metamorphosen des Zauberers und seines Lehrlings erinnern, so fliegt 
,er als Falke zum Fenster der Prinzessin und legt sich schließlich als Ring an 
ihren Finger usw.; zum Kampf des Helden und des Kaisers in diesen Meta- 
morphosen kommt es natürlich nicht, er erkennt aus seinem Zauberbache zwei- 
mal dessen Versteck. 

Nr. 3, S. 7. >Prinz Iwan und die kaiserliche Prinzessin«. Der jüngste 
Prinz kommt weiter, als der Vater war und bringt das Weltwunder. Vergl. 
AeaiiacLeBT. Nr. 104 h, iloöpoBOjitCKÜi C.MO.'ieHCK. C6. 1, 501, Nr. 17, Cöopu. Maxep. 
lüiBKaa. XXXIV, Abt. 3, S. 06, UlyxcBuq ryuyjii.uiHua V, 93, Nr. 60, Jones- 
Kropf Magyar Folk Tales 60, Nr. 13, EocaiicKa Bu.ia XI (1S97) S. 253. Prinz 
Iwan wechselt u. a. Tischlein deck dich gegen einen Stock ein, aus dem drei 
Soldaten herausspringen, sobald er ihn über die Achsel wirft, dafür verjüngende 
Apfel und eine Tote zum Leben rufende Peitsche, dafür ein Kistchen, aus dem 
eine ganze Stadt mit Kirchen und Glockentürmen wird, wenn er es öflfnet. 
Ahnlicher Umtausch 3an. Kpacuo>ipcK. nojxora. I, Heft 1, S. 68, PoMaHOBi. Etjo- 
pyc. C6. VI, SO, 30S. rpiiuqcHKO Üruorpa*. Maxcp. II, 246. Kolberg Pokucie 
IV, 21, Nr. 4. Mater, antropol. archeol. IV, Abt. 2, S. 242, Nr. 15. Clouston 
Pop. Tales and Fictions I, 110 f., 462. 

Nr. 4, S. 16. >FjodorVodovic und IvanVodovic«, d.i. von den Zwillings- 
brüdern Gonzenbach Nr. 39, 40, Cosquin Nr. 5, mit einer eigenen Einleitung. 
Die neugeborene Prinzessin im Kerker aufgezogen, da der Zar bestimmt hat, 
wenn eine Tochter ihm geboren wird, sie nicht auf die Welt zu lassen. Erst 
in ihrem 17. — 18. Jahre wurde sie geheim im Hofe des Zaren herumgeführt. 
Mit des Vaters goldenem Becher schöpft sie aus dem Brunnen zweimal Wasser 
und trinkt es; und nachdem sie noch zweimal in des Vaters Bette ausgeruht, 
gebärt sie zwei Knaben. Von der Empfängnis durch Genuß des Wassers wird 
ziemlich selten erzählt, es ist dann gewöhnlich kein einfaches Wasser, Nowo- 
sielski Lud ukrainski 1, 306, ist es ein Wasser aus Gottes Fußtapfen, Zbior wiad. 
antropol. XVI, Abt. 2, S. 92, Nr. 37, ein wundertätiges Wasser, ähnlich in einem 



264 Kritischer Anzeiger. 

deutschen und schwedischen Märchen, CosquinI, 70, in einem mazedo-bulgari- 
schen Märchen, IHanKapeBi.CöopHUK'i.VIII— IX, 308, Nr. 169, fand die verwit- 
wete Zarin Wasser am Wege zum Grabe in des Zaren »cTäna.z[tKa<. DerHeldwird 
zur Jaga-Baba, die ihn versteinert, anders gelockt, als gewöhnlich erzählt wird, 
oder z. B. PoManoBi. E§.!iopyc. C6. VI, 65, hier nämlich watet der Held, einem 
goldenen Vögelein nacheilend, durch den See bis in die Hütte der Hexe, wo- 
hin der Vogel flog. Zu einer Verwechselung der Zwillingsbrüder durch die 
vom ersten vom Drachen betreite Frau kam es hier nicht. 

Nr. 5, S. 24. >Prinz Fjodor, Prinz Ivan und ihre verleumdete Mutter« 
d. i. von den neidischen Schwestern. Vergl. Arch. XIX, 251, Nr. 25, CyMuoB-i 
3Ti<aw IlymKHui V, 40 ff., Köhler I, 565, Nr. 12. Die gewöhnliche Erzählung 
ist hier mit einem neuen Motiv vermehrt: die junge Mutter wird mit dem einen 
Sohn in einem Fasse ins Meer ausgesetzt, der andere Sohn einem schrecklichen 
Zar, dem flammenden Spieß, dem feurigen Nacken hinter dreimal neun Meere, 
dreimal neun Länder, in das dreimal neunte Reich geschenkt. Er wird vom 
Bruder befreit mit Hilfe desWunderteppiches, um welches er zwei Männer be- 
tört, und des Kammes, des Steines und der Flasche, aus denen, auf der Flucht 
geworfen, ein dichter Wald, Felsen und ein feuriger Fluß wird. AeaHacteBt 
Pyc. Hap. CK.3I, 277, 3an. KpaciioapcK. noÄtoTÄ. I, Heft 2, S. 166, wird ein Feuer-, 
fluß aus Feuerzeug; Äo6poEo.3BCKiH CM0.3eucK. C6. 1, 459, ein Tuch weggeworfen 
und es entbrennt Erde und Wasser, ähnlich Kallas Achtzig M. der Ljutziner 
Esten, S. 213, Nr. 11. 

Nr. 6, S. 31. >Gorcov, der Pole und das treulose Weib < hilft dem Feinde 
gegen den eigenen Mann. PoManoBt Ei.jopyc. 06. III, 386, Nr. 9. 

Nr. 8, S. 37. >Prinz Iwan im unterirdischen Reich«. Der jüngste Prinz 
bringt seinem erblindeten Vater Augenwasser, Wasser des Lebens und des 
Todes. Vergl. Archiv XXI, 299, Nr. 12. Das eigentliche Thema ziemlich ähn- 
lich Afanasjev, Nr. 104 e und 104 h. Die Schöne, aus deren Brunnen die wun- 
dertätigen Wasser geschöpft, trägt hier den Namen CTpariji-uapi.-ÄiBHua- 
30JioTaji rpyÄt. Das erste Wort ist vom Herausgeber leider nicht erklärt. In 
die gewöhnliche Erzählung ist ein anderer ungemein beliebter Stoff einge- 
schaltet : der von den Brüdern Überfallene Held wird in einen Abgrund ge- 
stürzt, fällt in das unterirdische Reich, befreit dort die Prinzessin von drei 
Drachen und zum Dank läßt ihn deren Vater von dem Vogel Greif, der hier 
MaroBefi-nTuua heißt, auf die Welt hinauftragen. Ähnlich heißt in einem Mär- 
chen aus dem Gouv. Archangelsk AeaHacBeBrB Pyc. Hap. ck.3 I, 221, der Vogel 
Moro.Ti.nTima ; freilich hat er da eine andere Aufgabe zu lösen und ist in Diensten 
der Greisin (Jaga-Baba u. a.), die den Tieren befiehlt. ^Z 

Nr. 11, S. 50. »Der Fuchs, der Hahn und der Kranich«. Der Fuchs, vom y^ 
Hahn überlistet, wie bei AeanaoLeBi. Pyc. uap. ck.3 j^ lo, Nr. 4. Dann will des' 
Kranich den Fuchs fliegen lehren, wie PyA'ieHKo lOacHopyc. ck. I, 30, Nr. )n, 
yKunsm CxapHHa V, 443, CaÄOBUUKOBT> CKasKn u npej. CaMapcK. Kpaa 178, Nr. 54, 
CöopH. Marep. KaBKas. XXXII, Abt. 2, S. 55, Mater, antropol. archeol. X, Abt. 2, 
S. 281, Nr. 45 (Adler), vergl. Basset Nouv. contes herberes Nr. 78, 

Nr. 12, S. 53. >Vom unglücklichen Bauern Iwan« d. i. von den drei Rat- 
schlägen, ähnlich wie unten Nr. 155, S. 383, die Einleitung gleich wie bei Aea- 



Nordgroßrnss. Märchen OncakovB, angez. von Polivka. 20.'» 

iiacLcn^ Nr. 102c; der weitere Verlauf iilinlich ib. Nr. H'-a und b, 'JpjicnncHiii 
Nr. lf>. Verfjl. Kubin l'ovidky kiadske Nr. 2'.». Die Kinleitung ist Belbetün- 
dig weiter unten erziihlt S. 24;i, Nr. 91. 

Nr. 13, S. 50. >Die Kaufuianustocbter und die Räuber«. Vergl. Cy.Muoni. 
Drioati IlyiuKuut V, S. 2tT., ;^aii. Ki>aciio)iiiCK. iioalota. I, Heft 2. S. 73, Nr. 40. 

Nr. 14, S. 58. >Der armo Teufel-Hnndeschwanz« d. i. Die Kubbaut wahr- 
sagt von der Untreue des Weibes. .\-';uiiici.fUL Nr. ^'42; der Mann nähte zwar 
die Kuh-, Pferde- und Ilundehaut zusannnen. doch wurde verfressen, daß di(^ 
in der Haut verborgenen Propheten wahrsagen, ebenso, daß die Haut dein 
Hahnrei verkauft wurde. DieGeseliichte scliiießt vorzeitig; naclidem die Nach- 
barn mit dem Kaufangebot der Häute nur Schaden und Spott hatten, kehrten 
sie zu ihrer Arbeit zurück und ließen den Mann in Ruhe. Dafür ist ein anderes 
Motiv eingeschaltet: der Geliebte in den Keller gelassen und zn ihm geht auch 
der Zeuge der l'ntreue des Weibes, sonst gewühnlich versteckt er .sich bei ihm 
nnter dem P.ette, anch hier wechselt er mit ihm die Kleider und verjagt ihn als 
den vermeintlichen Teufel, CyMUOBxPaaBicK.aiieiaor. 7(j, vergl. Fedcrowski Lud 
bialoruski III, 17.'), Nr. 'i'20, Dowojna Sylwestrowicz Pod. zmujdzkie I, 3.1.'), 
Kallas Achtzig Mär. d. Ljutziner Esten 185, Nr. 59, Malinowski Powiesci spis- 
kie (Mater, antropol. VI S. 1 ."{'.t, Rozprawy wydzialu filolog. Ser. II, t. I, S. 323. 

Nr. 15, S. G2. >Der weißbärtige Greis«, getäuscht und betört von seiner 
Gattin und ihrem Liebhaber; die beiden heiraten vor seinen Augen. Vergl. 
Clou.ston Pop. Tales und Fictions II, 214. Chauvin Bibliogr. arab. VIII, 95, 
Nr. fi7, /Kunan Cxapuiia V, S. 421, Nr. 7. Coopii. MaTep. KaBKas. XXIV, Abt. 2, 
S. 91, Nr. 6. Czambel Slovenskä rec S. 405, § 208. 

Nr. 16, S. 66. >Zwei aus dem Ranzen«. Ein armer Mann fängt im Walde 
einen Kranich, vielleicht unvollständig, in anderen Versionen fraß der Kranich 
des Bauern Erbsen, AHaiiactein. Nr. lOS, 109, Xy.tnKOBi. II, Nr. 48, 49. Die 
Wundergaben sind wohl verdorben. 1. bekommt der Mann einen Ranzen, aus 
dem zwei herausspringen, einen Tisch decken, Speise und Trank servieren, 
und dann wieder einen Ranzen, aus dem zwei herausspringen, einer den Mann 
auszieht, der andere ihn durchprügelt. 

Nr. 17, S. 69. »Der Zar und der Dieb«. Die Einleitung ist dem Stoffe 
vom Meisterdiebe entnommen. Weiter rächt sich der Dieb an dem Pfarrer, 
der seine Spur findet, auf die bekannte Weise, bringt ihn als Engel verkleidet 
in den Himmel, vgl. Archiv XIX, S. 256, Nr. 91, S. 2t)3. XXII, S. 307, Nr. 295. 
Coopii. MaTcp. KaBKa3. XXIV, Abt. 2, S.55. XXXII, Abt. 2, S.103; Federowski 
Lud bialoruski III, Nr. 249, 259, 260. Kubin Kladskö povidky I, 45. Endlich 
geht der Zar selbst mit dem Diebe stehlen und erkennt die Anschläge, welche 
seine Bojaren gegen sein Leben beschließen. Vergl. /Kut« i Cjobo 189.'}, Nr. 5, 
S. 172 ; 3aa. losap. IIIceii. X Miscel. S. 13 ; XVI. S. 4. Dowojna Sylwestrowicz 
Podania imujdzkie I, 416; II, 470; Wisla XI, 264. Närodopisny Sbornik VII, 
56, Öesky Lid XI, 6. Bunker, Schwanke, Sag.. Märch. Ileanz. S. 25, Nr. 10. 

Nr. IS, S. 70. »Der Zar, der Greis und die Bojaren«. Der Zar spricht in 
Rätseln mit dem Greise, die Bojaren wollen sie lösen, erkaufen sich von ihm 
die Lösung. Ahnlich iIoupoEo.iBCKiü CM0.30HCKiü C6. 1. 380, Federowski Lud 
bialoruski Lud HI, 60, Nr. 118. Cöopu. Maxep. KasKaa. XIX, Abt. 2, S. 73, Nr. 1 ! . 



266 Kritischer Anzeiger. 

Czambel Slov. rec. S. 425, § 213, ByK Bp^ieEuh Cpn. Hap. npunoB. KpaTKe S. 61, 
Nr. 138, Mijat Stojanovic Pucke pripov. 91, Nr. 20, Crane Ital. pop. tales 
S. 309. Nr. 107. 

Nr. 19, S. 72. Lügenmärchen. In der Einleitung ist das weit verbreitete 
Motiv von dem in der Hälfte zerrissenen und dann wieder zusammengenähten 
Pferde, vgl. Kubin Kladsk6 povidky I, 73, Nr. 38. Weiter bekommt Feuer der- 
jenige, der ein Lügenmärchen erzählt. Vgl. AeaHacBeuT. II, 376, 382. iloöpo- 
BOJLCKiü Cmo.1. C6. I, 467, 663; PoMaHOBi. Eijiopyc. 06. III, 414, 417. CöopH. 
MaTcp. KaBKas. XV, 49; 3an. KpacHoapcK. noÄtora. I, H. 1, S. 33; H. 2, S. 176. 
IIIyKeBH'q: ryuyjii.niHHa V, 151, Nr. 88. ExKorp. 36ipHHK IV, 157, Nr. 37; VI, 
326, Nr. 664; VIII, S. 148, Nr. 76. Zbiör wiad. antropol. IX, Abt. 3, S. 146, 
Nr. 29. 

Nr. 27, S. 79. >Iwan der Sohn des Stieres<. Den gekochten Hecht aßen 
der Zar mit der Zarin und deren Dienstmädchen, die Abfälle der Stier. So 
wurden geboren Prinz Ivan, Ivan Devic (des Mädchens Sohn), und Ivan By- 
kovic (des Stieres Sohn), wie AeaHacteBt Nr. 76, 77, Srnorp. Oöoap. XLVI, 16, 
ÜBaHKUKift Maiep. BoJioroÄ. ry6. 170, Nr. 4. Auf der Brücke der dreiköpfige, 
sechsköpfige und neunköpfige Drache »H3Ä0.5umo« vom Helden getötet. PoMa- 
HOBi Ei.iopyc. C6. III, 112, 123; VI, 250, 258, 264, 336, 349. Federowski Lud 
bialoruski I, 131, Nr. 347, Czambel Slovenskcä rec 449, § 225, Närodopisny 
Sbornik VII, 61. 3an. KpacHoapcK. noÄtOT/i. I, H. 1, S. 57, 89, Nr. 45. Leskien- 
Brugmann Litau. VM. 557. — Es folgt weiter wie gewöhnlich in diesem Mär- 
chen die Verfolgung der Brüder durch die Schwestern der Drachen (die sich 
in ein Bett, eine Quelle u. a. verwandeln) und deren Mutter, die hier 6a5a ürä- 
6uxa heißt. Hiermit ist wie bei AeaiiacLeBi. Nr. 77, ebenso iIo6poEOJii.cKiii 1, 429, 
Nr. 7, ein anderer Stoff verbunden, nur auf eine andere Weise, dort ist der 
Alte, dem Ivan Bykovic die Schöne verschaffen soll, der Vater des von ihm 
getöteten Drachen und dessen Schwestern, hier ist von einem solchen ver- 
wandtschaftlichen Verhältnis keine Rede, wie auch San. KpaciioapcK. moäi-otä. 
I, H. 1, S. 59, PoMaHOBT. Ei.!iopyc. Cf5. VI, 261, Nr. 29, S. 272, Nr. 30. Diese Ge- 
nossen haben alle den gleichen Namen EptnuKo 6§jioH-6ajiaxoHi, der erste 
führt die Leute in einem Löffel über das Meer, Fresser, Trinker, neben ihnen 
auch ein Weib als Läuferin. 

Nr. 28, S. 85. »Marko der reiche Kaufmann«. Vgl. HBaimuKiä Bo.ioroj. 
S. 198, Nr. 28. Köhler Klein. Schrift. I, 417; II, 357, 679, Clouston Pop. Tales 
and Fictions II, 458, 3an. KpacHonpcK. hoät-otä. I, H. 2, S. 144, Nr. 34, Ma.iHHKa 
CöopH. MaTep. S. 291, Nr. 23, Federowski Lud bialoruski II, Nrn. 344, 345, 346. 

Nr. 31, S. 89. Ganz gleich San. KpacHOHpcK. noÄtor/i;. I, H. 2, S. 96 gehört 
mit seinem Anfange zur Polyphemsage. 

Nr. 32, S. 92. »Der Bauer und der Teufel«. Der Teufel flicht am Ufer 
eines Sees einen Strick, um alle Teufel aufzufangen. Der Teufel trägt ihm 
Geld in die durchlöcherte Mütze. Vgl. Archiv XXI, 276, Nr. 71 ; XXII, 310, 
Nr. 692, 693. KypcKifi GöopHiiKi, IV, 101, Nr. 12. Ma.JHHKa Cöopu. Riaiep. 266. 
Hierauf Wettkämpfe, u. a. wer länger ein Liedchen singt, dem wird das Geld 
gehören, ein Motiv, welches in den mannigfaltigsten Variationen sich vor- 
findet, SpjteHBeüuT. Pyc. Hap. ck. 28, Nr. 8, ^oöpoBOJBCKift I, 649, PoMauoBt VI, 



Nordgroßrnss. Märchen Oniukovs, an^ez. von Polivka. 2(37 

254, Federowski III, 190, Nr. 37S, EjHorp. :V.ipii. XIU. 222, Nr. 387; XIV, 313. 
Zbornik za nar. ziv. juz. Slav. IX, ISO, Byx H|iieiiuh Cpn. uap. npanou. npaTKc 
S. 139, Nr. 2ys, IlIaiiKapein. Cr.oi.iiUKL VIII, 93, Nr. 74. 

Nr. 34, S. 94. >Ivan das Bärenohr«. Von seiner Geburt wird nichts er- 
zählt, auch ist der eigentliche Stoff, vgl. Cosquin Nr. 1, Kühler Klein. Sehr. I, 
292,326. 1.(7,543, ziemlich abrupt erzählt. l>er Ik-id wird mit seinen Gefährten 
Gorokat (= Vernigora, Brise-Montague und Devet'pil von der Baba-Jagäba 
(Baba-Jagäbicha gestört. Dieser Stoff ist durch den Stoff von dem Wettspiel 
des Helden mit dem Teufel, der ihm die durchlöcherte Mütze mit Gold ge- 
füllt, unterbrochen, den Stofl', welchen AwauacLoBX Nr. b9 selbständig von 
Ivan Medvedko erzählt. 

Nr. 35, S. 98. »Ivan, der Kaufmannssohn« verkaufte Salz in einem frem- 
den Lande, wo er niclit bekannt war, gleicliwie A'^auacLini. II, IKi, Nr. 135; 
aber mit dem Unterschiede, daß ihm der König nicht die Tochter, sondern 
seine eigene Frau abtrat, und daß den von den Brüdern in das Meer geworfe- 
nen Helden ein Fisch verschlang und am Ufer ausspie. 

Nr. 37, S. 101. >Der Alte, die Alte und der Fuchs«, d. i. -luca n.iaqc« Aea- 
uacBCB-B I, 13, Nr. 6. 

Nr. 38, S. 101. »Aleksanusko«. Der von der Hexe >Jagäbacha« gefangene 
Knabe stößt sie selbst in den Ofen; zu AHaHacLCEi. Nr. (il, 62, 03. 

Nr. 39, S. lu2. >Der Bräutigam — der Ketzer«, d. i. eigentlich der tote 
Bräutigam, Leonore, hier stark abgeschwächt. 

Nr. 40, S. 103. »Der Tod« ist der gerechteste, vgl. meine Pohädkoslovne 
Studie 188 ff. Exiiorp. 36ipuiiK XIII, 33, Nr. 236. IlIyxeBuq ryny.ii,muiia Nr. 97. 

Nr. 41, S. 105. »Der Pfaffe und der hl. Nicolaus«. Ahnlich bulgarisch in 
der Rhodope C6oi>h. uap. y.MOTnop. I, Abt. 3, S. 121, Nr. 4, nur daß hier des 
Pfarrers Frau selbst immer das Obers aufaß und zum Schluß der Statue des 
hl. Johann den Schnurrbart beschmierte, um ihn der Naschhaftigkeit beschul- 
digen zu können. Ähnlich, aber viel kürzer, wird es bei den Huzulen erzählt 
Lud VI, 360, Nr. 8, wo des Pfarrers Frau geizig ihre Milch behütete, und der 
Diakon mit dem Kirchendiener das Spiel aufführten. In der französischen 
Fassung Pineau Cont. pop. du Poitou 227 beschuldigt der Kirchendiener aui 
eine ähnliche Weise den Heiligen der Kirche, daß er des Pfarrers Schwein 
aufgegessen. Auch die Japanesen kennen eine solche Legende Globus 1896, 
S.46,Nr. 2. Der Pfarrer flieht nun, als er das Bild des hl. Nicolaus zerbrochen, 
es schließt sich ihm ein Greis (der hl. Nicolaus selbst] an und nun folgt eine 
ziemlich wenig variierte Fassung der Erzählung vom Schwaben, der das 
Leberlein aufgegessen. 

Nr. 42, S. 109. »Der Pfarrer und die Brüder-Arbeiter«, d. i.: von dem 
Dienstvertrag, wenn der Knecht zuerst sich ärgert, kommt er um den Lohn, 
wenn der Pfarrer sich ärgert, wird ihm der Piiemen aus dem EUcken geschun- 
den u. ä. Vgl. Kubin Povidky kladske I, 96, Nr. 51. Wogegen gewöhnlich der 
Knecht den Hund des Pfarrers Namens Petersil in die Suppe wirft, werden 
hier, gleichwie bei CajoBiiuKOBx CnasKu n npu;iauin Caiiap. Kpaa 123 die Kinder 
des Pfarrers Namens Luka und Pjorsa in den Kuchen zerhackt, wie ähnlich 
noch am Kaukasus erzählt wird Cöopu. KaBKaa. XII, Abt. 1, S. 123 ff. 



268 Kritischer Anzeiger. 

Nr. 43, S. 115. »Der Pfarrer und der Wanderer<. Der letztere legt sich 
einen kirchlich klingenden Namen CBixKaKci^eii bei, und der Pfarrer will ihn 
zur Aushilfe bei dem Gottesdienst anstellen. Wird von ihm betört, um das 
Geld gebracht, und ihn suchend und rufend schreit er den Leuten zu ne-BUM-na 
.111 KaKO't'i.H, was die Leute natürlich verstehen >habet ihr nicht gesehen, wie 
ich aussehe?« Nur die Schlußepisode wird noch unten Nr. 140, S. 340 erzählt. 
Die Geschichte gehört in die Reihe der mannigfaltigen Erzählungen von Wort- 
spielen mit Namen. Eine andere obscöne ist noch unter Nr. 193, S. 458 ange- 
führt. Vgl. Pietro Toldo Aus alten Novellen und Legenden Zs. d. Ver. f. Vkunde 
XV, 70 f., Hackman Polyphemsage 228, Kubin Povidky kladske I, Nr. 69. 

Nr. 44, S. 118. Die Schwester ermordet von der Schwester, als sie Erd- 
beeren sammelte und den goldenen Stein fand. Die Ermordete unter einer 
Birke begraben. Die Mörderin verrät jedoch nicht die sprechende Harfe oder 
der singende Knochen — Köhler Aufsätze 79 if. Klein. Schrift. I, 54. Aeana- 
CBCBT. Nr. 137, sonst es erklingt unbekannt woher die Antwort der ins Bad 
geladenen Tochter, Schwester. Hieran schließt sich ein anderer nicht zu Ende 
erzählter Stoff, wie die Ermordete selbst in der Nacht zum Tore kommt und 
bittet eingelassen zu werden, und der zweite Bruder es zusagt unter der Be- 
dingung, daß sie ihn zum Manne nimmt; weiter von der ganz und gar nicht 
damit zusammenhängenden Flucht vor der Hexe Jagäbicha. 

Nr. 45, S. 122. Der tote Mann frißt seine eigenen Kinder, da die Witwe 
den dritten Abend vergaß zu räuchern. Nur kaum mit Hilfe des hl. Georg 
rettet sie sich mit ihrem dritten Kinde, fällt aber in eine Räuberhöhle, da sie 
gegen den Rat des Heiligen den linken Weg wählte. 

Nr. 46, S. 124. »Davids Sohn Salomo«. Die bekannte Legende von Sa- 
lomos Kinderjahren kürzer erzählt als bei PoManoB-L Ei.iopyc. C6. VI, 447, 
Nr. 51. Vgl. H3B. OTjiiJi. pyc. as. IX, H. 1, S. 438. 

Nr. 47, S. 127. »Die Helden«. Ein Pfarrer und Usynka-der Held, 
Jelinka - der Held (= Tannendreher), Goryhka - der Held. Diese Erzählung 
scheint eine ähnliche Parodie der Geschichte von diesen märchenhaften Hel- 
den zu sein, wie die Erzählungen von Foma Berennikov u. a. als eine Parodie 
auf die russische Heldensage, und schließlich auch die Geschichte vom tapfe- 
ren Schneiderlein auf die Rittergeschichten war, vgl. meine Pohädkoslovne- 
studie 27 ff. 

Nr. 48, S. 129. »Fjodor Burmakov<. Kürzer weiter unten Nr. 282, S. 564. 
Der Zar verspricht demjenigen seine Tochter, der ihm aus Babylon den kaiser- 
lichen Purpur und den Stab bringt. Der Held kommt in die Stadt ohne außer- 
gewöhnliche Schwierigkeiten, der Feuerdrache, der sie ringsum umschlang, 
sodaß Schweif und Kopf im Tore lagen, ließ aus dem Maul den Schweif und 
öffnete das Tor auf die bloße Aufforderung des Helden. Die gesuchten Attri- 
bute der kaiserlichen Gewalt fand er in einer Truhe unter dem Altar in der 
Kirche, nachdem ihm die Mutter Gottes auf seine Bitten die Schlüssel zeigte, 
mit welchen er die Truhe öffnen könne. Er verspielte die Gegenstäiide im 
Schachspiel mit einem Hundekopfmädchen, aber bemächtigte sich ihrer wie- 
der, nachdem er sie ermordet. Der Drache öffnete sich nicht bei seiner Rück- 
kehr, doch er übersprang ihn, erreichte das Schiff und rettete es auch vor den 



Nordgroßruss. Märchen Oncukova, angez. von Pollvka. 209 

sie verfolgenden übernatürlichen Vügeln. Vgl. >Kjaiioin. rycrKiii öLi.ieDoii 
DnocT> S. 1 ff., wo eine Reihe verwandter russischer Märchen analysiert wird. 
Wie in diesen VerBionen, folgen anch in der uordrussischen Fassung andere 
Episoden auf seiner Rückfahrt, das Kencontre mit einem Nachfolger l'oly- 
phenis, dorn auf einem Auge blinden >Luka-dcin Helden, dem Herrn Gene- 
ral«, weiter mit einer AmazKuin. die einen dreiülg Jahre langen erfolglosen 
Kampf mit dem Löwen führt, und den der Held zu ICnde führt, indem er dem 
Löwen hilft. In anderen russischen Versionen entscheidet er den Kampf des 
Löwen mit dem Drachen. Der Löwe bringt den Helden in sein Reich zurück, 
dort droht er ihn aufzufressen, wenn er sich rühmt, wer ihn gebracht hat. Be- 
trunken rühmt er sich dcunodi. dem Löwen hält er vor, nicht er, s« indem die 
Trunkenheit hätte das gesagt; betrinkt dann den Löwen und legt ihm Fesseln 
an. So bewies er dem Löwen, was die Trunkenheit vermag, befreite ihn von 
den Fesseln, und so lief der Löwe weg, wie in den Versionen Sadovnikovs, 
bei Ivanickij ;Bär statt Löwe), in den weißrussischen Versionen. 

Nr. 4'.», S. 135. »Zar Peter und das kluge Weib«. Eine eigene Version 
des Märchens von der klugen Dirne. Es wird hier eine Erzählung verbunden, 
die dem Stoff von der klugen Dirne fremd ist: Der Zar, böse auf seine Frau, 
daß sie gescheiter sein will, als er selbst, reist auf drei Jahre weg, nachdem 
er ihr auferlegt hat, daß ihre Stute ein seinem Hengste gleiches Füllen gebäre 
und sie selbst einen ihm, dem Zaren, gleichen Sohn gebäre, endlich einen ge- 
schlossenen Koffer, dessen Schlüssel er mitnimmt, mit Gold und Silber fülle. 
Die Frau folgt ihm als Prinz verkleidet und löst mit ihrer Klugheit alle diese 
Aufgaben. 

Nr. .50. S. 139. »Kostja«. Der Mann stellt sich blind, verspricht als hl. 
Nicolaus der Frau, daß er erblinden wird, daß sie dann freies Spiel mit ihrem 
Liebhaber hat. Er erschießt dann den Liebhaber, bringt die Leiche zum 
Bauern, steckt ihr eine Rübe in den Mund, daß es scheine, als ob er Rüben 
stehlen würde u.a. Gleich noch unten Nr. 13'.», S.338. Vgl.Moutanus Schwank- 
bücher ed. Bolte 611. Bei AHaiiactcBT, II, 402, Nr. 241 brachte der Mann ähn- 
lich alle Gäste der Frau um, bei Swietek Lud nadrabski 420, Nr. 4'5 verwun- 
dete er bloß den Liebhaber und prügelte dann die Frau weidlich durch ; bei 
Sadok Baracz Bajki i Fraszki -, 30 werden Liebhaber und Frau durchgeprügelt: 
■weiter stark variiert Kolberg Pokucie IV, 188, Federowski Lud bialoruski II, 
344, Nr. 403; ähnlich Anthropophyteia L 448, Nr. 338. EocaucKa Bujia II, 156, 
und schon Rieh. Schmidt Der Textus ornatior der Qukasaptati 28. — Die Epi- 
sode mit dem Liebhaber und dem Kuchen wird weiter unten Nr. 141, S. 341 
selbständig und etwas variiert erzählt. 

Nr. 55, S. 145. »Der Bär und die drei Schwestern«. Es ist bloß das 
Schlußmotiv des Stoffes von den drei vom Riesen u. a. entführten Schwestern 
breiter erzählt. Vgl. IbBictia orj. pyc. >i3. VIU, H. 4, S. 34(>, Nr. 40, Köhler 
Klein. Sehr. I, 312, Nr. 11, Rittershaus Neuisländ. VM. 270, Nr. 69. 

Nr. 56. S. 147, »Pantoffel aus Lausleder«. Diese mir bis jetzt einzige be- 
kannte großrussische Fassung des weitverbreiteten Märchens erzählt bloß, 
daß dem Teufel statt des Mädchens eine Puppe übergeben wurde und daß 
das Mädchen selbst in einem Bock verborgen entfloh, nachdem die aus Kamm, 



270 Kritischer Anzeiger. 

Quarz, Feuerzeug entstandenen Wald, Felsen und feuriger Fluß den verfol- 
genden Teufel zurückhielten. 

Nr. 57, S. 149. »Prinz Danilo und Prinzessin Nastasja<. Mit Hilfe der 
Prinzessin wird ihm in drei Tagen ein Pelz aus Zobelfellen verfertigt, während 
der Nacht eine kristallene Brücke vom Palast des Zaren bis zur Kirche erbaut, 
ein wie zu Wasser so zu Lande gehendes Schiff, das durch ein Nadelöhr 
durchgeht, erbaut. Weiter wird dem Prinzen von dem Zaren, seinem Bruder, 
auferlegt, aus dem dreimal neunten Lande hinter dem dreimal neunten Meere 
die kaiserliche Krone zu bringen. Er findet sie bei dem Mädchen Vassa und 
entflieht mit ihr, ähnlich wie oben in Nr. 48 verfolgt. Kaum daß er diesem 
Mädchen entrinnt, kommt er zu einem Alten, dem Bruder jenes Mädchens, und 
erlebt hier ziemlich das Gleiche wie oben in Nr. 48, da wie dort sind es poly- 
phemartige Wesen. 

Nr.58, S. 153. »Ivan Eepnikov«. Der jüngste von den drei Bauernsöhnen 
fing den Dieb, der die Eübe stahl. Er bekam von ihm ein Feuerzeug: wie er 
Stahl an Feuerstein schlägt, springen zwei Kerle heraus und fragen, was sie 
zu tun haben. SanncKu KpacHoapcK. noÄtoxj. I, H. 1 , S. 72, Nr. 38 bekam Vahka 
vom Teufel, als er ihn beim Stehlen der Rüben ertappte, eine Zauberflöte, bei 
der seine Schweinchen tanzen. So ein Feuerzeug kommt in anderen Stoffen 
vor AeanacBeBi) II, 118, 193, PoManoBt E§.aopyc. C6. VI, 199. In dem nord- 
russischen Märchen wird der Held mit dessen Hilfe Schwiegersohn des Zaren, 
besiegt das Heer seines Rivalen; dann aber entwendet ihm seine treulose Frau 
das Feuerzeug und verbindet sich mit ihrem ersten Bräutigam. Nun folgt ein 
ursprünglich wohl fremdes Motiv: der Held verwandelt sich in ein Pferd und 
läßt sich von seinem Schwiegervater dem glücklichen Rivalen verkaufen; der 
alte Zar verkauft ihn aus Vergessenheit samt Zaum. Er wird von seiner Frau 
erkannt, getötet, aus seinem Blute erwächst ein hoher Baum, ein Splitter da- 
von in den Teich geworfen, daraus ein goldbefiederter Gänserich und aus ihm 
wieder der Held, der sich nun des Feuerzeuges bemächtigte, wie in anderen 
Versionen des von seinem Gegner abgelegten Hemdes, Schwertes u. a. Ahn- 
liches finden wir (mehr oder weniger) in einer Reihe von Erzählungen, am 
Schlüsse der Erzählung Afanasjevs Nr. 120 b (II, 24), die sonst mit der nord- 
russischen Erzählung nicht zusammenhängt. Bp.ieHBeiiH-i. Nr. 14, S. 45, weicht 
in dem ersten Teil ebenfalls ab, ebenso ^paroMaHOBt Ma.!iopyc. nap. npes. 298, 
Ethoi-p. 36ipHHK. XIV, 126, Nr. 14, S. 151, Nr. 17. Sadok Baracz 165, Kolberg 
Pokucie IV, 80, Nr. 16, Dowojna Sylwestrowicz Pod. zmujdzkie II, 191, 220; 
Lemke, Volkstümliches in Ostpreußen III, 142, Wolf, Deutsche HM. 394, Men- 
sik Morav poh. a pov. I, 35; Kres, V, 350, Nr. 52, Fr. S. Krauß SM. Südslav. I, 
228, Nr. 47. 

Nr. 59, S. 157. Meisterdieb. Eingeschaltet ist die in Nr. 17 ausführlich 
erzählte Geschichte von der gemeinsamen Expedition des Zaren mit den Die- 
ben. Hier schließt sie damit, daß der Dieb den Zaren ohrfeigt, als er ihn ver- 
führen will, den Zaren zu bestehlen. Die Geschichte mit der Anführung des 
Erzpriesters, wie wir sie in Nr. 17 lesen, beschließt diese Fassung, wieder et- 
was variiert, der Dieb band ihn zuletzt an die große Glocke. 

Nr. 60, S. 161. Der dem Zar-Samojedin versprochene Sohn. Die Ein- 



Nordgroßruss. Märchen OncukovB, angez. von I'olivka. 27 1 

leitung ist dem Märchen von dem gepflegten verwundeten Adler und dem zur 
Belohnung diilürvon derSchwester bekommenen Kästchen entnommen. Archiv 
f. slav. Phil. XXI, 2bl, Nr. IS.', IbiitcTi)i orx pyc. jij. VIII, H. -1, S. 3-17. Nr. :>] . 
Bap. KiiaeuoiipcK. noxtor.T, I, H. 2, S. 1^9, Nr. .'JS. Gewöhnlich öffnet der Mann 
vorzeitig das Kästclicu, kann alle die demselben entströmenden Herden nicht 
mehr zusammenbringen, es hilft ein übernatürliches Wesen, wenn er ihm ver- 
spricht, wovon er nicht weiß, daß er es zu Hause hätte; hier bringt der Mann 
das Kästchen wieder zusammen, verirrt aber im Walde und verspricht daseelbo 
demZar-SamoJedin. Die Schicksale des Sohnes und der Tochter des Zar-Samo- 
jedin sind recht unvoUkoniuien wiedergegeben. Übernatürliche Aufgaben 
werden ihm nicht auferlegt, bloß das Mädchen unter ■<! Schwestern herauszu- 
finden. Dafür tretYon die auf den Schwiegersohn des Zaren eifcrHÜchtigen 
Ratsherren Ansehläge gegen ihn, und so flieht das junge Ehepaar. Ohne daß 
sie der Vater verflacht hätte, wird doch die junge vor dem Dorfe zurück- 
gelassene Frau vom Manne vergessen, nachdem er von seiner Familie reichlich 
bewirtet worden war. 

Nr. 61, S. 104. Der Diener nahm seiner Frau ihren neugeborenen Kna- 
ben weg, denn es war ihm prophezeit worden, daß jeder Wunsch erfüllt wird, 
beschmiert ihren Mund mit Blut, so daß sie dann selbst glaubt, sie habe ihr 
Kind aufgegessen. Vergl. .ItTünuct ucr. -i'U-iojcr. oCm. uouopocc III, 192, Nr. b, 
/KuBufl Crapuiia XVI, Abt. 2, S. 70. 

Nr. 65, S. 170. »Die Zauberente«. Vergl. meinen Aufsatz Närodopisn^ 
Sbomik VI, 9.D ff. , Antti Aarne Vergleichende Märchenstudien S. 140 ff. Ab- 
weichend von den bisher bekannten Fassungen steht unter dem rechten Flügel 
der Ente »Wer diese Ente aufißt, wird Zar«, unter dem linken »Wenn diese 
Ente zwei aufessen, wird der erste Zar. der andere Minister«. Wie die Brüder 
unter die Lampe vor dem Muttergottesbilde kommen, entzündet sie sich, und 
so wird die Prophezeihung erfüllt. Vergl. Afanasjev Nr. 114 a, llö, Manzura 
S. V^, Chudjakov III, Nr. 11!), Quigstadt-Sandberg Lapiske eventyr Nr. 13, so 
auch in finnischen Fassungen Antti Aarne op. c. 181. 

Nr. 06, S. 173. »Iwan der Bauernsohn«. Der riesenstarke Bursche von 
den eigenen Eltern in den Wald geschickt, wo ein fürchterlicher Bär haust, 
fängt ihn bei den Kinnbacken und bringt ihn nach Hause; dann von den 
Teufeln aus dem See Steuer holen. Sie tragen ihm Gold in den durchlöcherten 
Hut. Er befreit dann eine Prinzessin von dem Teufel, gibt ihm eiserne Nüsse 
mit den Zähnen aufzuknacken, gewinnt gegen ilin im Kartenspiel und gibt ihm 
die ausgemachten Kopfstücke. Ein weiteres AVettspiel ist im Zwicken; der 
Held zog eine Stierhaut an, ähnlich wie bei Ca.ioBuuKOB'b cKasKu u npej. CaMap. 
Kpa« 125, Nr. 26 u. a. Vergl. Närodopisny Sbornik X, 46, 53. Kubin Povidky 
kladskö I, 39, Nr. 16. Endlich macht der Mann eine »Maschine«, eine mensch- 
liche Figur, wenn jemand deren Zunge berührt, so faßt sie so fest die Hand, 
daß sie nicht loszubringen ist. Der Teufel berührt die Zunge, kann sich von 
der Maschine nicht mehr befreien, und wird schließlich auf einem Scheiter- 
haufen verbrannt. 

Nr. 68, S. 178. »Ivan Zapecin« d. i. Ofenhocker. Am Grabe des Vaters 
hütet durch drei Nächte der jüngste Sohn, der Ofenhocker. Vergl. Köhler 



272 Kritisclier Anzeiger. 

Klein. Sehr. I, 551, Archiv XXI, 2ö8, Nr. 161, HaBiciia otä. pyc. as. VIII, H. 4, 
S. 349, Nr. 66, IX, H. 1, S. 440, Nr. 53, Kubin Povidky kladske I, 127, Nr. 65, 
Mater, antropol-archeol. VIII, Abt.2, S.160; X, Abt. 2, S.259, Nr. 33, niyxeBH? 
ryiiy.!iimHHa V, 155, Nr. 66, Ma.3UHKa CöopH. Maxep. 300, Nr. 26, 'SanucKU Kpac- 
HOflpcK. noÄ^OTj. I, H. 1, S. 105, Nr. 54; H. 2, S. 79, Nr. 23. Wie in dieser Er- 
zählung gewöhnlich, verspricht auch hier der Zar seine Tochter demjenigen 
zur Gemahlin, der zu Pferd bis zu ihr ins Fenster des dritten Stockes hinauf- 
spriugt und den Ring von ihrer rechten Hand abnimmt. — Die Erzählung ist 
mit weiteren Motiven ausgestattet: Der Held wird von den königlichen Boten 
nicht gefunden, er tritt den Ring den Brüdern ab, aber schneidet ihnen Riemen 
aus dem Rücken. Nicht so innig sind die zwei Motive verbunden bei PoMaHOBX 
Ei.iopyc. Cöop. VI, Nr. 53, vergl. Hsb. on. pyc. hs. IX, H. 1, S. 440. Es ^vird da 
gewöhnlich den Schwägern, die um den Goldvogel, die Nachtigall, den gold. 
gehörnten Hirsch, um Lebensmilch, oder bloß um Jagdbeute ausgeschickt sind, 
von dem jüngsten, verachteten Schwager die Beute abgetreten, aber gegen ein 
Zeichen an ihrem Rücken, Finger, Riemen aus dem Rücken u. ä. Vgl. Näro- 
dopisny Sbornik VII, S. 220, Nr. 15, Gonzenbach Nr. 61, Zeitschrift d. Ver. f. 
VKund.VI, 164, Sklarek UngerVM. 155, R. Basset Nouv. cont. herberes Nr. 109, 
S. 127, Rittershaus Neuisländ. VM. 101, ExHorp. SöipHiiK. XIV, 174. Hier tut es 
der Ofenhocker seinen Brüdern: als sie alle um eine Stute mit den 40 Füllen aus- 
geschickt wurden, trat er sie ihnen ebenfalls ab, aber für je einen kleinen Fin- 
ger. Die Wahrheit kommt schließlich doch an den Tag, der älteste Bruder hat 
zwar den Ring der Prinzessin, aber der jüngste das ihm von der Prinzessin auf 
der Stirn aufgedrückte Siegel. 

Nr. 69, S. 185. Ein Kaufmann nahm aufsein Schiff eine Ladung Stroh, 
dann lagerte er es in einer Höhle, wo ein Drache hauste ; das Stroh fing Feuer, 
der Drache verbrannte und der Kaufmann fand nun in der Höhle lauter Edel- 
steine. Sein Schiff belastete er mit diesen Edelsteinen und auf diese lud er 
Ziegel; in anderen verwandten Fassungen waren die Edelsteine in den Ziegeln 
verborgen, vergl. EiHorp. SoipHUK XIV, 69, Malinowski Powiesci ludu pol. I, 
38, Bosan. nar. pripov. redovn. omlad. bosan. 34, IHanKapeEi. C6opH. VIII, 110, 
Nr. 87, CnpocTpaHOBT. IIpHKasKii 85, Nr. 16, Weigand Die Aromunen II, 217, 
KöHjieHH. CöopH. Bc. MiiJi.!iepa 198, Nr. 47, Hinton Knowles Folk Tales of Kash- 
mir 205, C6opH. Maiep. KasKas. XIX, Abt. 2, S. 107, Nr. 3. 

Nr. 70, 187. »Die Wahl der Braut«. Ein heiratslustiger Jüngling spricht 
den Wunsch aus, daß ihm der Teufel ein Mädchen gibt. Der Teufel führt ihn 
zu einem von den Eltern verwünschten Mädchen. Er bekommt es, wenn er es 
von den elf Mädchen unterscheiden kann. Auf dem Rückwege mit dem er- 
lösten Mädchen darf er sich nicht umsehen, sonst verfällt er selbst dem Teufel. 
Nr. 71, S. 189. Die Schwester fiel durch die Erde, als sie ihr Bruder ehe- 
lichen wollte, bis zur Baga-Jaba, wo sie ein eben solches Mädchen fand. Beide 
Mädchen entflohen mit Hilfe von Kamm, Feuerzeug, Quarz. Der Bruder hei- 
ratete das Mädchen. Vergl. IIsBicTm otä. pyc. hs.VIII, H. 4, S. 350, Nr. 75 — 77, 
AeaHacBCBT. I, Nr. 65, Xy^aKOBt BeJiuKopyc. ck. III, 11, Nr. 83, Weryho Pod. 
bialorus. 55, Nr. 14, Kolberg Lud VIE, 23, Nr. 10, 11, Wisla XIV, 184, Mali- 
nowski Powiesci pol. II, 241 ff. 



NordgroßruBS. Märchen OncnkovB, angez. von PoUvka. 273 

Nr. 72, S. 190. Schatzsage. Ein armer Mann hörte, er könne den gesuchten 
Schatz finden, wenn er den Kopf gibt. Er wollte den Kopf des Sohnes opfern. 
Als er aber die Köpfe der gegessenen Fischloin an dieser Stelle wegwarf, hörte 
er, es sei genug seiner Köpfe und er bekomme den Schatz. 

Nr. 7.'5, S. li'l. Der gefangene Knabe steckt die Töchter der Hexe in den 
Ofen, die Hexe ißt sie selbst auf; dann steckt er die Hexe selbst in den fen 
doch läßt er sie los, nachdem sie ihm alle ihre Schätze versprochen. 

Nr. '4, S. 193. >Der Fürst, die Fürstin« (und die Nonnen). Eine prosaische 
Wiedergabe des verbreiteten Liedes von der jungen, von Nonnen verleum- 
deten Fürstin. vergl.CüöojicBCKiii IJo.TUKopyc.iiap. ntciial, l'i.'i, Nr.Tü, A.lIapKOBT. 
BiJO-MopcKi« fii.ijiuii!.i S. 1G7, Nr. 30, S. ''>61, Nr. 115, S. OTi. 

Nr. 75, S. 194. »Zar Agapij und seine Tochter Jelisaveta«. Eine pro- 
saische Wiedergabe des religiösen epischen Liedes. Vergl. KupnuiHUKOBx Cb. 
Teopriü u Eropiü Xpaöpbiii 176flF., A-jpi. II. HecejiOBKiii PaaucKaiiifl bi> oöjiacTH 
pyc. ayxoiiii. CTUioBt U, 83. 

Nr. 76, S. 1 95. Der Mann fand einen Schatz und sein einfältiges, plauder- 
haftes Weib. Vergl. Archiv XIX, 255, Nr. 87 — 90. Gy.MuoEi, I'asLicK. aucKÄOT. 
83flf., Hy;iuiiCKiii Pyc. uap. ck. 49. Nr. 8, Federowski Lud bialoruski III, 110, 
Nr. 200, Exuori). 36ipiiuK VIII, S. 151, Nr. 77. Ma.iiiiiKa CöopuuKX Marep. 343 
Nr. 61. Chauvin Bibliogr. arabe VI, 126; VIII, 163, Nr. 184. 

Nr. 78, S. 202 — 213. »Iwan Popowic und das schöne Mädchen*. Der 
Held soll nach Wunsch des Vaters die Schwester demjenigen zur Frau geben, 
der zuerst um sie freien kommt, es sind der Löwe, Bär und Adler. Selbst geht 
er die Schöne suchen, bei deren Anblick jeder den Verstand verliert. Vergl 
H3BtcTia oxa. pyc. m. IX, H. 1, S. 431, Nr. 24, 25; XII, H. 3, S. 373, § 118. Die 
Geschichte ist abgebrochen: Solovej Razbojnik entführt dem Helden die 
Schöne; er hütet bei der Hexe ihre Kühe — nicht Pferde, aber für Lohn! nicht 
um das Wunderpferd zu verdienen, macht auch keinen Versuch mehr, die 
Schöne dem »Räuber« zu entreißen. 

Nr. 79, S. 213. »Ivan des Bären Sohn«. Ein Priester verirrt sich auf der 
Jagd nach einem Hirsche im Walde, lebt mit einer Bärin und erzeugt mit ihr 
einen riesig starken Knaben. Vergl. UsEicTin otä. pyc. n3. VIII, H. 4, S. 345, 
Nr. 33. Es folgt schließlich dieselbe Geschichte wie oben Nr. 34. Seine Ge- 
fährten haben hier keine Namen, noch das sie störende, vom Helden in die 
Unterwelt verfolgte Weib. 

Nr. SO, S. 219. »Die verleumdete Schwester«. Die Frau tötet den Hund 
Hengst, ihr eigenes Kind und beschuldigt ihre Schwägerin des Mordes. Die 
Schwester wird in den Wald hinausgeführt, aber die Hände werden ihr nicht 
abgehackt. Im Walde findet sie ein Prinz und heiratet sie. Die Nachricht von 
der Geburt eines Sohnes von der Schwägerin verdreht, wie AeaHacLCBT, Pyc. 
Hap. CK.3 n, 184, Nr. 158b, Esr. oxa.pyc.iia. V, 950, SanucKii KpaciioflpcK. nOÄi>- 
oax. I, H. 1, S. 14. Nr. 2; H. 2, S. 1, Nr. 1. Ma.TUHKa Cöopii. Marep. 306, Nr. 30. 
3THorp. 36ipHUK XIV, S. 181, Nr. 25, Cuopu. Maxep. KaBKas. XIU, Abt. 2, S. 318, 
Nr. 7; XXIV, Abt. 2, S. 34, Nr. 11. 

Nr. 81, S. 222. »Des Popen Frau, der Diakon und der Knecht«. Der 
Knecht kommt unverhofft nach Hause, findet den Liebhaber, der kriecht in 

Archiv für slarisclie Philologie. XXXI. Jg 



274 Kritischer Anzeiger. 

einen Hafersack, ins Federbett, in eine Ochsenhaut und wird mit den Ochsen 
ins Wasser getrieben ; dann bringt die Frau Essen irrtümlich ihrem Manne 
statt dem am benachbarten Feld pflügenden Liebhaber. Vergl. Hse. otä. pyc. 
fl3. VIII, H. 4, S. 357, Nr. 216. 3anucKii KpacHonpcK. noÄtoxs. I. H. 1, S. 31, Ma- 
jiunKa Cöops. MaTep. 335, Nr. 55. Chauvin Bibliogr. arabe VI, 179. 

Nr. 82, S. 224. >Des Popen Frau und die Mönche« d. i. Les trois bossus 
menestrels. Chauvin Bibliogr. arab. VIII, 72. 

Nr. 83, S. 226. »Das Weib überlistete den Teufel«. Der Teufel trifft im 
Walde den Bauer und fragt ihn, was er koche — >sein Glied< lautete die Ant- 
wort. Es schmeckte so dem Teufel, daß er auch sein Glied abhieb. Den anderen 
Tag zeigte das Weib, daß es eine noch größere Wunde hat. Vergl. Einorpa*. 
36ipHHK XV, S. 12, Nr. IS, Nicolaides Cent, licencieux de Constantinople 93, 
Nr. 21. 

Nr. 85, S. 228. Von den drei Ratschlägen ähnlich wie oben Nr. 12. Der 
Held hatte das gleiche Rätsel zu lösen wie in Nr. 12, und die Lösung desselben 
»Stahl und Eisen ist teurer als Gold und Silber« ist ihm als zweiter Ratschlag 
erteilt. Der weitere Verlauf der Geschichte ist wie oben Nr. 31 mit einer ganz 
kurzen Reminiszenz aus der Polyphemsage, auch das die Erzählung ab- 
schließende Motiv von dem Löwen in derselben Nr. 31, wie auch S. 134, Nr. 48 
erzählt. Freilich ist hier dieser Löwe .aest-sBipi, mit der Tradition vom Vogel 
Greif verflossen, der Held hat sich seine Dankbarkeit dadurch versichert, daß 
er dessen Jungen mit seinem Rock gegen Kälte beschützte. Mit Nr. 48 hat 
Nr. 85 noch ein anderes Motiv gemein, auf der Flucht von der Amazonin hilft 
er sich von dem ihm verfolgenden Heer auf die gleiche Weise. 

Nr. 86, S. 232. Vom Tode und Begräbnis des Zauberers d. i. Vampyrs. 
Vergl. oben Nr. 45. Ahnlich wie z. B. rpauieHKo 3xuorpa*. aiaiep. II, lülff., 
Nr. 84, 85. 

Nr. 87, S. 234. »Chloptun«. Wenn die Verwandten von Toten den Lappen 
abnehmen, gehen Teufel in dessen Mund. So wird der »Chloptun« geboren; 
fünf Jahre lebt er brav, aber dann beginnt er Haustiere und Menschen zu 
fressen. 

Nr. 88, S. 235. Prinz Ivan gewinnt mit Hilfe des »grauen Wolfes« den 
Goldvogel, das goldmähnige Pferd und die Schöne, ähnlich wie AeaHacteBt I, 
258, Nr. 102. Diese Fassung ist ziemlich abgeblaßt und verdorben, der Held, 
der einzige Sohn hier, ist nicht vom Vater ausgeschickt für den Goldvogel, 
von welchem der Vater Heilung erhofft; der Wolf hilft ihm nicht, weil er ihm 
das Pferd geopfert; er wird nicht weiter geschickt um das Pferd und die Schöne, 
weil er bei dem Raub des Vogels, des Pferdes.'ertappt wurde, die gewöhnlichen 
Metamorphosen des Wolfes entfielen ebenfalls. Vergl. Nürodopisny Sbornik 
VI, 222, 226; VII, 220, Nr. 18, Närodopis. Vestnik III, 17, Nr. 77. 

Nr. 89, S. 239. »Der fliegende Sohn«. Der Held lernt fliegen, wie sonst, 
wo er einen künstlichen Adler hatte ; flog zur Prinzessin, endlich entfloh er 
mit ihr vom Galgen wie bei XyaflKOBi. III, Nr. 102, Hy;iuncKiii: Nr. 16, Fede- 
rowskin, 122, Nr. 83. 

Nr. 90, S. 241. »Sadko«. Eine prosaische Wiedergabe des bekannten 



Nordgroßruss. Märchen Oucukovs, angez. von Polivka. 275 

epischen Liedes. Vergl. MapKOBx KLaoMopcKin öi.i.tuum Ülü, B. b. Mu-Liepi. 
EujuiiLi uoaoii u uejaBucji saaucii 263, Nr. 95. 

Nr. 92, S. 24:5. >Der Dieb Motrosilka« d. i. der Meisterdieb, er hat 1. den 
Becher und das Tischtuch, 2. den Hengst aus dem Stalle. 3. das Federbett 
unter dem Zaren und der Zarin zu stehlen, zum Schluß noch ein Stück dem 
Erzpriester auszuführen, es ist dasselbe wie ol)en Nr. IT, wieder variiert; der 
Sack mit dem Erzpriester an die Eiugangstür der Kirche gehängt und jeder, 
der vorbeigeht, soll ihm drei Schläge versetzen. 

Nr. '.<3, S. 247. >Die Pfarrerfrau und die Räuber<, wie oben Nr. 13; es 
ist natürlich die Braut des Riiuberhauptmanns, auf ihrer Flucht aus dem 
Räuberhaus hatte sie keine Schwierigkeiten, die Entlarvung des Räubers ist 
dieselbe wie gev/ühulich. Mehr oder weniger gleich noch unten Nr. 29.J, 
S. öSO. 

Nr. 9-4, S. 249. Zu »Doktor Allwissend«. Vergl. Archiv XXI. 29.5; XXII, 
307. DasWeib, welches hier die Stelle des Doktor Allwissend einnimmt, klagt 
»uiTO 6y,io öpioxy, to u xpoöxy«, so Bpioxo und XpeÖen. hießen die diebischen 
Diener des Herrn, wie ähnlich in einer Reihe russischer und orientalisclier 
Märchen, vergl. Wisla XI, 5.5 flf. ; verdorben ist das in den sibirischen Fassungen 
3an. Kpaciio«pcK. noj^orj. I, H. 1, S. 127, Nr. 64 — wo die Diener nur ähnliche 
Namen hatten Cnupa (>cniiHa<), ITerpo (xpeöxy), ib. H. 2. S. 69, Nr. 17 sagt das 
Weib pacTcraiOTT. moio cnuny h nysy — die Diebe hießen K.iumi> und Kyaa. 

Nr. 95, S. 250. »Das böse Weib und der Tenfel<. Aus dem Loch der 
Teufel herausgezogen, aus Dankbarkeit läßt er sich zweimal aus einem reichen 
Hause vertreiben. Vergl. Chauvin Bibliogr. arabe VIII, S. 152, Nr. 152. 

Nr. 97, S. 253. Die Brüder — Räuber und ihre Schwester. Eine prosaische 
Wiedergabe des weitverbreiteten Liedes Coijo.ieccKifi Be.iuKopyc. uap. niciiu I, 
Nr. 178 — 193, MapKOEi. Ei-ioMopcKia öli.ihhli 611; die Geschichte ist hier viel 
ausführlicher erzählt, aber die nähere Ortsbestimmung der Lieder ist von der 
Erzählerin vergessen. 

Nr. 98, S. 256. Die Mutter vergiftet ihre Tochter und ihren niclit ge- 
wünschten Schwiegersohn. Auch das ist eine prosaische Erzählung eines ziem- 
lich verbreiteten Liedes CoöojeBCKiä I, Nr. 82 — 88, mit einigen geringen Ab- 
weichungen. 

Nr. 99, S. 257. »Bin ich es oder nicht?« Dem faulen dummen Weibe das 
Haar zur Hälfte abgeschnitten. Vergl. Archiv XIX, 256; XXI, 28;i, Nr. 19u, 
H3B. OTÄ. pyc. 33. XII, H. 3, S.383, §223. Die Geschichte verläuft ganz einfach 
und friedlich, der Mann nimmt seine Frau gutmütig wieder auf. 

Nr. 100, S. 258. Die Stieftochter in einer Waldhütte zurückgelassen, 
flittert eine Maus und durch deren Hilfe in eine Nadel verwandelt, entrinnt sie 
dem riesengroßen Alten, der sie in sein Bett ladet; 3an. Kpaciio/ipcK. uoj-botä. I, 
H. 2, S. 70, Nr. 18 einem Wolf. 

Nr. 101, S. 259. »Der Zimmermann Mikula und seine Frau«. Die Fran 
läßt den Kaufmann kommen, dann den Pfarrer, versteckt den ersten in einem 
Faß mit Federn, den anderen schickt sie in den Kellerraum mahlen. Die Ge- 
schichte ist ziemlich gleich der von R. Köhler Klein. Schrift II, 444 S. und 
Clouston Popul. Tales and Fictions U, 289 flf. untersuchten, dagegen noch er- 

18* 



276 Kritischer Anzeiger. 

weitert, daß Miknla währenddem noch die Frauen des Kaufmanns und des 
Pfarrers beschläft. Ähnlich noch weiter Nr. 256, S. 537, die obszöne Schluß- 
szene selbständig unten Nr. 259, S. 541. 

Nr. 102, S. 261. Kinderlose Eheleute machten sich aus Ton einen Sohn, 
aus ihm einen Vielfraß. Ähnlich unten S.317, Nr. 130. Ausführlicher San. Kpac- 
HOHpcKaro noÄXOTA. I, H. 1, S. 34, Nr. 11. 

Nr. 103, S. 262. Ein Bruder verkauft Leisten einem Schuster, der davon 
nicht wußte, wie sonst Sichel, Dreschflegel u. a. verkauft. Vergl. Zbior wiad. 
antropol.IX, Abt. 3, S. 144, ErHorpa*. 36ipH. VI, 335, Nr. 9; S. 339, Nr. 3, Mater. 
antropol. archeol. X, Abt. 2, S. 296, Nr. 66. Mitteil, litau. literar. Ges. 11, 345, 
Bunker Schwanke Sag. Märch. Heanz. 31. Dowojna Sylwestrowicz Podania 
zmujdzkie I, 463. — Der zweite Bruder geht ein Kohrgeflecht verkaufen, der 
dritte eine Schaufel. Weiter ist die Erzählung verdorben, sie verfließt mit der 
Tradition vom Teufel, der durch die Stricke am Ufer des Teiches erschreckt, 
dann Wetten eingeht im Laufen mit dem Sohn — dem Hasen, im Werfen des 
Stockes bis hinter die Wolken, ähnlichwieimKypcKiä CöophmkSIV, 101, Nr. 12 
und bei MajiuHKa CöopH. Maiep. 265. 

Nr. 104, S. 263. Der Enkel geht in die Welt noch dümmere Leute suchen 
als die Mitglieder seiner Familie sind. Vergl. Archiv XIX, 255, Nr. 86; XXI, 
269, Nr. 171. EcHorp. 36ipHHK VI, S. 335, Nr. 675; VIII, 43, Nr. 16, 17; XIV, 
S. 302, Nr. 60, KypcKlH CöopH. IV, 102, Nr. 13. aCiiBaK Ciap. XIII, 143. Elpl 
Rada pohädek a povesti 50, 3anncKii KpacHoapcK. no3;i.OT;:i. I, H. 1, S. 122, Nr. 61, 
Wisla XIX, S. 389, Nr. 2. — Die Kuh auf das Badehaus gezogen, das Gras ab- 
zuweiden, in ein fensterloses Haus Licht in einem Sack hineingetragen, wie 
IIIyxeBui ryuyjii.im:Ha V, 3, 8 ; Mater, antropol. X, Abt. 2, S. 297, Nr. 67, EiHorp. 
36ipH. XIII, S. 222, Nr. 386 u. a. 

Nr. 107, S. 264. Ivan Vetrovic >der Windessohn«, geboren von einem 
Mädchen, welches der Wind angeblasen, vergl. HsBicTiH oxa. pyc. aa. IX, H. 1, 
S. 430, Nr. 15, 16; S. 436, Nr. 40. Aus ihm ein Riese, der zuerst einen Bären 
nach Hause bringt, zuletzt um den Pelz des unsterblichen Koscej geschickt 
wird. Er verbindet sich mit zwei wunderbaren Gefährten wie oben Ivan der 
Bärensohn in Nr. 34, 79, sie werden aber nicht von der Baba-Jaga, sondern 
von einem drei-, sieben- und zwanzigküpfigen Drachen gestört. Die gewöhn- 
liche Erzählung ist dann abgebrochen, nach der Bezwingung des letzten 
Drachen verlassen den Helden seine Gefährten. Er fällt dann in eine Grube, 
und aus der trug ihn der Greif, dessen Jungen er vor Kälte geschützt hatte, 
wie oben in Nr. 85. Nun kommt er zu Koscej, wird von ihm in Stücke ge- 
rissen. Seine Mutter kommt durch ein Wahrzeichen, den zerflossenen Ring, 
aufmerksam gemacht, und belebt ihn mit dem von einem Vogel gebrachten 
Lebenswasser. Nun geht er wieder zu Koscej und erfährt von seiner Toch- 
ter, wo dessen Tod ist, und erlangt die Eier der Ente aus einem Koffer am 
felsigen Ufer mit Hilfe der dankbaren Tiere. Diese Fassung ist offenbar etwas 
verdorben, die einzelnen Motive übereinandergeworfen. 

Nr. 108, S. 268. Die Stieftochter in den Wald zum Frost geführt, aber 
von ihm mit Pelz und Rock bekleidet. Vergl. AeanacLeBi. II, S. 71, Nr. 52. 
Mater, antropol. archeol. II, Abt. 2, S. 59, Nr. 30. 



Nordgroßruss. Märchen Oncukovs, angez. von Polivka. 277 

Nr. loy, S. 26S. »Der l'farrur und der Knedit« d. i. wenn Dienatvertrag, 
wie oben Nr. 42, viel kürzer und zum Schlüsse abgebrochen. Der Knecht wird 
zum Teufel um Tribut geschickt, droht den See auszutrocknen, Wette mit dem 
Teufel u. a. 

Nr. 111, S. 272. Der Wind zerblies dem Baner sein Mehl; der Bauer 
geht zu ihm, bekommt 1. ein Fäßchen, aus dem zwei Kerle herau88|)ringen und 
Speisen auftragen, 2. ein anderes Füßchen statt Knüj)i)el aus dem Sack. Das 
Wunderding ist nicht am Wege nach Hause bei einem Wirte u. a. verwechselt, 
sondern von einem Herrn gestohlen, der zum Speisen geladen war. Weiter 
unten S. 320, Nr. 132, bekam der Mann dafür von dem Nordwind nur Knüppel 
aus dem Sack. Ähnlich '.Jan. KpaciioapcK. noAT.0T,i. I, U. 1, S. *5S, Nr. 41. Vergl. 
Archiv XXI, 29'J, Nr. 15; XXVI, 46'J; ETuorp. Söipuuic XIV, S. 161, Nr. 20. 
UlyxiBim Fyny.iLmuiia V, S. 13:5, Nr. 77, Ma.iuiiKa Cöopii. Maxep. S. 301), Nr. 33. 

Nr. 112, S. 274. >Prinz Ivan und der Alte — die eherne Stirn<. Mehr 
oder weniger gleich unten S. 358, Nr. 150. Vergl. Archiv XIX, 250, Nr. 24, 
IbutcTia oTj. pyc. h3. IX, H. 4, S. 437, Nr. 45, Mitteilungen zur Zigeunerkunde 
II, 116. 

Nr. 113, S. 276. Ein armer Mann geht Feuer suchen, bekommt von einem 
Toten Kohlen, daraus Gold und Silber. Es gehen die geizigen Nachbarn hin 
und davon verbrennen ihre Häuser. Vergl. Eiuorp. 36ipuuK XIII, S. 14 ff., 
Nr. 225—230. 

Nr. 116, S. 278. Drei Brüder streiten um das väterliche Erbe. Der 
jüngste bestimmte, daß derjenige, in dessen Hand die Kerze in der Kirche sich 
selbst entzündet, das väterliche Gut erhält. Gewöhnlich wird auf diese Weise 
der Herrscher erwählt. Vergl. '.KjauoBt Pyc. Oi.i.ieBoii snoci. ijü — 62, 177, 191 ; 
NärodopisnySbornikVI, 140, AnttiAarne Vergleich. Märchenforschungen 181, 
HaBtcTifl orj. pyc. nj. IX, H. 2, S. 65; XI, H. 1, S. 152, Eruorp. Söipuiiu XIV, 
210. — Der Held findet nun eine Schwanenjungfrau und mit deren Hilfe löst 
er die ihm von dem älteren Bruder auferlegten übernatürlichen Aufgaben. 
Vergl. AeauacteB-B Nr. 122, 123, 124 a, 178, 179, XyajiKOBX Be-iUKopyc. ck. III, 
29, Nr. 85, 3an. icpacBoapcK. nojtOTj. I, H. 1, S. 13; PoMaiioBi, Eijiopyc. C6. VI, 
S.7Ü, Nr. 7, S. 3GÜ, Nr. 41, ETnorp. 36ipH. XHI, 173, Nr. 353, UlyxcBuq Eyuy.it- 
muua V, S. 40, Nr. 38, Cöopu. Maiep. KaBKaa. XXIV, Abt. 2, S. 59, Nr. 19. Wisla 
XV, 719, Fr6d. Macler Cont. arm6niens 45, Nr. 3. Jones-Kropf Magyar Folk 
Tales 18. Kunos Türk. VM. Stambul 84. Schellerus Rumän. VM., 125, Nr. 55. 

Nr. 118, S. 283. »Demjan und Kuzma«. Gott zu Gast, ladet seinen Gast- 
geber zu sich; es kommt Demjan — Kuzma blieb seinem eigenen Willen nach 
zu Hause; Gott zeigt Demjan sein künftiges Schicksal, dasjenige seines Knech- 
tes Kuzma und die schrecklichen Hüllenquallen seiner Frau; Demjan will sein 
Schicksal mit Kuzma vertauschen, übergibt ihm sein Gut und wird dessen 
Knecht, aber Kuzma ist so gastfreundlich und freigebig, daß er das Gut völlig 
verwirtschaftet. 

Nr. 119, S.2S6. Christus als Gevatter. Christus nimmt sein Gevatterkind 
in den Himmel, schickt ihn mit einem Goldstück zum hl. Marko, der seine ganz 
klein gewordenen Eltern wiegt — vergl. Asbjörnsen-Moe Nordische Volks- und 
HM. I, 82. >Der siebente Vater im Hause« — von ihm zu Gott zurückgeschickt, 



278 Kritischer Anzeiger. 

sieht er verschiedene Martern auf dem Wege, endlich weist ihm Gott eine 
kranke Prinzessin als Braut an und nimmt sie dann beide in den Himmel. 

Nr. 120, S. 290. Das gestorbene Weib kehrt nach sechs Wochen zurück, 
•wird von niemand aufgenommen, nur von dem ersten Geliebten; der pflegt sie 
im Geheimen durch acht Wochen und feiert dann mit ihr in der Kirche seine 
Hochzeit. 

Nr. 122, S. 292. Eine abgeblaßte Variante der Samson-Legende. 

Nr. 12.3, S. 294, >De8 Teufels Arbeiter«. Der Märchenstoff von der Über- 
listung des Riesen, Teufels: Stein (Käse) zerdrückt, daß Wasser fließt u. a. mit 
dem Stoffe vom Dienstvertrag vergl. oben zu Nr. 42, 109. 

Nr. 125, S. 299. »Zar Ivan Vasiljevic und sein Sohn Fjodor«. Eine 
Wiedererzählung des epischen Liedes. Vergl. MapKOBi. Ei.30MopcKiH 6i>i.nHHLi 
S. 190, Nr. 37, S. 613; OniyKOBi. ne^opcKia 6wjriiHi>i S. 204, Nr. 49. 

Nr. 126, S. 302. »Der Kaufmannssohn und die Nachtigall«. Der Held 
löst übernatürliche Aufgaben, bringt dem Zaren ein goldgehörntes Reh, eine 
goldmähnige Stute mit 32 Fohlen, baut eine Stadt, baut ein Schiff, das gleicher- 
weise zu Lande wie zu Wasser geht, entführt die Schöne hinter dem blauen 
Meer, dem feuerigen Fluß. Vergl. oben Nr. 116. Hier hilft dem Helden seine 
eigene, zauberkundige Mutter. 

Nr. 127, S. 307. Ein Weib legt am Nachtlager seinen Bundschuh unter 
die Hühner, den Morgen nimmt sie das Huhn, den anderen Abend legt sie das 
Huhn unter die Gänse und nimmt sich morgens ein Gänschen usw., bis sie 
einen Ochsen samt Wagen einwechselte. Ganz gleich aus dem Gouv. Vjatka 
Maiep. Ä.IH EejiiiKopyc. roBopoBt VHI, S. 5 f. 

Nr. 128, S. 309. »Die goldhaarige Solomonida und der Bock«. Ein 
Kaufmann kann am Meere nicht weiter und verspricht dem Wassergeiste, wo- 
von er zu Hause nicht weiß, daß er es hat: sein Töchterchen. Vor den 
verfolgenden Wassergeistern wird das Mädchen von einem Bock gerettet mit 
Hilfe des an der Flucht weggeworfenen Kammes und Bürste. Weiter gleich 
wie im Märchen von dem in einen Bock verwandelten Bruder und dessen 
Schwester, an deren Stelle » Jehibicha« ihre Tochter geschoben, nachdem sie 
sie ins Wasser gestoßen hat. AeanacBeBi. Pyc. Hap. ck.3 II, 147, Nr. 146. 

Nr. 129, S. 313. »Einäuglein, Zweiäuglein, Dreiäuglein« (vergl. Aeana- 
ci.eBx 1, 77, Nr. 56, 57), verbunden mit dem Aschenbrödelmärchen, der Pantoffel 
auf der eiligen Rückkehr verloren. 

Nr. 131, S. 318. »Der Witzbold«. 1. »Eine belebende Peitsche verkauft, 
2. Ein Gold machendes Pferd, 3. Aus dem Wasser ein Paar Pferde und Wagen«. 

Nr. 133, S. 321. Der Kuchen rollt weg, weiter und weiter, bis er vom 
Fuchse überlistet, ihm auf seine Zunge springt. Vergl. AeaHacteBt I, 25, S. 16. 
Jacobs English Fairy Tales 125, 28; More English Fairy Tales 66, Nr. 57, P. 
Kennedy Fireside Stories of Ireland 19, Loys Brnyere Cont. pop. de la Grande 
Bretagne 349, Nr. 30. Zeitschrift d. Ver. f. Vkunde XVIII, 195; Lemke Volks- 
tümliches Ostpreußen II, 218, Nr. 43. 

Nr. 134, S. 321. »Pantelej«. Altbekannte Stückchen des Dummen : er 
begrüßt alle falsch mit unpassenden Worten, hackt den Ast ab, auf dem er 
sitzt. Die weitere Erzählung ist verdorben: gewöhnlich meint der, als er 



Nordgroßrnss. Märchen Oncukovs, angcz. von Polivka. 279 

heruntergefallen, daß er tot ist, hier aber läuft er dem Manne nach, der ihn ge- 
warnt hat, nud haut ihm den Kopf ab. Seine Mutter schiebt einen Schweins-, 
statt besser einen Bockskopf unter und so wendet sie das Unglück vom Sohno 
ab. Dann tindet er einen Schatz. iJas ist verdorben statt <lc8 gewöhnlichen 
Stoffes: der Dumme schwatzt dem Pfarrer aus, daü er einen Schatz gefunden, 
reißt ihm den Kopf ab, daß er es nicht weiter sage und prahlt sich noch damit; 
weiter in der nordrussischen Erzählung wie gewölinlich, vergl. Clouston 'I he 
Book of Xoodles 154, CyMUOLi. Pa3MCKauiji bt. 06-1. aucKaor. 127, 137, Chativin 
Bibliographie arabe VI, 126, HrauuuKia Bo.ioro,T. 2ul,Nr. 34. KypcKiH CöopiiuKi. 
IV, y4. Crane Ital. Pop. Tales 2yr>, C6oiiuiiKT.3a iiap. -^motpoi). III, Abt. 3, S. 241 ; 
VIII, Abt. 3. S. 1S4, XVI— XVII, II MaTep.330. Rivicre Cont. pop. de la Kabylie 
4.'i, Nr. 3. Die Meinung des Herausgebers über dieses Märchen S. XXVII ist 
ganz unrichtig. 

Nr. 136, S. 325 — 334. Ilja Muromec. Eine prosaische Wiedergabe des 
Heldenliedes: von seiner Jugend, seiner Heilung durch die Pilgrime, Begeg- 
nung mit den Räubern. Zug auf Cernigov, Kampf mit SoloveJ dem Räuber, 
Zug nach Kiew. Solovoj vorgelührt und nach dem lleldenpfiff geköpft; Ilja 
verbrüdert mit Mikita Dobrynic, begegnet dem Pilgrim, kämpft mit dem 
>yjo.iHme€ aus dem Litauer Lande, endlich Sokolik Sokolikov >n3T. Iloacoy- 
HLiiuuo;'o uaptcEac, sein Sohn, der sonst Sokolnik oder Podsokolnik heißt. 

Nr. 138, S. 336. Der Pfarrer und das untreue Weib schicken den Mann 
um türkisches Ol in die Türkei; der Mann von einem anderen zurückgebracht 
in einem Sack, überzeugt von ihrer Untreue. Ahnlich unten S. 48S, Nr. 221, 
wo der Mann in das Römische Reich um Ül geschickt wird. Vergl. AHauacLcm, 
Pyc. uap. CK. 3 Nr. 240, CyMUOBi. PasLiCK. aneiaoT. 61 f, Grimm KHM Nr. 9"), Bun- 
ker Heanz. S. 13, Nr. 5. 

Nr. 142, S. 342. Der Dumme, hier Pfarrer, meint ein Kalb geboren zu 
haben. Vergl. Kubin Kladsk6 povidky 1 , 39, Nr. 1 T. Mater, antropol. archeol. X, 
Abt. 2. S. 307, Nr. S9, 90. 

Nr. 145. S. 345. >Prinz Ivan und die Kaufmannstochter« zu Gonzenbach 
Nr. 35. fast ganz gleich mit Pentamerone III, 4. 

Nr. 147, S. 350. Einem neugeborenen Mädchen bestimmt das Schicksal, 
am 1 7. Geburtstag am Brunnen zu sterben. Ahnlich Malinowski Powiesci pol. 
na .SIcjsku II, 105. Emorp. 36ipuuK XIII, 89, Nr. 277, Schullerus Rumän. VM. 
231, Nr. 106, Apua^-jOBi Bt-irap. uap. njiuKaaKU 84, Nr. 33, Maxep. sa iiapoÄHara 
McjuuuHa ^Cöopn. sa Hap. pioxBop. XXI , S. 33. 

Nr. 14S, S. 351. Eine Fassung des Märchens vom reichen Marko; vgl. 
oben zu Nr. 2S. 

Nr. 149, S. 355. Die Haustiere in den Wald geflohen, der Ochs baut sich 
auf den Winter ein Haus, und in dasselbe flüchten sich auch Widder, Schwein, 
Hahn und Kater. Verscheuchen die Wölfe. Vgl. V. Bobrovs Abhandlung 
Pyc. $11.10.1. BtcT. LIX, 249. 

Nr. 150. S. 35S. >Die eherne Stirn«. Der erste Teil ähnlich wie oben 
Nr. 112. Weiter gewinnt der Prinz im Kartenspiel mit dem Teufel eine nie 
leer werdende Börse. Um diese betört ihn eine Prinzessin; er finder dann 
Apfel, nach deren Genuß Hörner. ja sogar ein Schweif anwächst usw. In der 



280 Kritischer Anzeiger. 

Einleitung steht, daß auf seinem Kopf aufgeschrieben war, daß er seinen 
Vater töten wird. Darauf hat der Erzähler die Geschichte ganz vergessen. 

Nr. 151, S. 363. >Der Diener Jegor'«. Der Zar legt seinem Diener über- 
menschliche Aufgaben auf, um sich seiner schönen Frau bemächtigen zu 
können, und er löst sie mit ihrer Hilfe. Vgl. oben den Schluß von Nr. 116. 

Nr. 152, S. 369. >Der dankbare Tote«. Das Märchen ist mit dem Stoffe 
von den Zwillingsbrüdern verflossen, dessen Fassung wir in dieser Sammlung 
in Nr. 4 gefunden haben. Dem dritten Bruder, der einen Leichnam von dem 
Gläubiger losgekauft hat, schließt sich der dankbare Tote an, nagt eine 
eiserne Mauer durch, und so kommen sie in ein Haus, dessen Tür fest zuge- 
schlossen und mit Ketten umzogen war; auch diese nagte der Gesell durch: 
im Hause fanden sie einen mit Ketten an die Wand angeschmiedeten Greis 
und auf den Tischen eine Menge Edelsteine ; drei Tage nagte der Gesell an 
der Kette und befreite so den Greis. Eine Hexe hatte ihn in das Haus gelockt 
und so saß er 40 Jahre schon angekettet. Der Gesell biß dann noch der Hexe 
den Hals durch, und so war er befreit. Der Held geht nun die Brüder suchen, 
befreit eine tote Prinz;essin, nachdem er sie in der Kirche gehütet nach dem 
Rate des Toten. Doch ist diese Geschichte stark abgeschwächt. Nun belebt 
er noch die beiden versteinerten Brüder — zum Schluß wird fälschlich bloß 
von einem Bruder erzählt — mit dem Wasser aus dem Fläschchen, das er in 
der getöteten Hexe gefunden hat. 

Nr. 153, S. 575. Einleitung wie oben in Nr. 128, nur ist es ein Sohn. Am 
Wege zum Wassergeist trifft er dessen Töchter, jedoch nicht als Schwanen- 
jungfrauen ; auf den Eat eines Greises wählt er aus den Mädchen, denen er 
begegnet, das häßlichste; wie er ihr den Zopf abreißt und sich um den Hals 
windet, verwandelte sie sich in eine Schöne und ihre Schwestern in Frösche. 
Mit ihrer Hilfe löst er die ihm auferlegten übermenschlichen Aufgaben und 
entflieht mit ihr nach dreimaliger Verwandlung; diese ist interessant variiert, 
zum dritten Male vei-wandelt das Mädchen ihre Tüchlein in einen See, de» 
Helden in einen Kaulbarsch und es selbst flog in eine Wolke ; der Alte fängt 
den Kaulbarsch in einen Hecht verwandelt, aber ohne Erfolg; trinkt dann 
als Stier das Wasser aus, will als Rabe den Kaulbarsch töten, aber plötzlich 
flog aus der Wolke ein Pfeil auf den Raben los und vertrieb ihn. 

Nr. 154, S. 379. Sneewittchen, ist jedoch nicht zu Ende erzählt, der 
Vater nahm sie wieder nach Hause und befahl streng der Stiefmutter, sie 
nicht zu beleidigen. Weiter Aschenbrödel — doch ist das Pantoffelmotiv ver- 
gessen. Als sie dann dem Prinzen ein Knäblein gebar, schob die Stiefmutter 
ihre Tochter unter und verwandelte die junge Frau in eine Hirschkuh. 

Nr. 156, S. 386 f. Der König hat seine Krone zu Hause vergessen; der 
Soldat, der sie bringt, bekommt seine Tochter und wird sein Nachfolger. Ein 
Engel hat den Soldaten gelehrt, sich in Hirsch, Luchs, Habicht zu verwan- 
deln. Ziemlich gleich noch weiter unten Nr. 279, S. 538. Ahnlich AeaHacBCB-B 
Nr. 145, ExHorpa*. 36ipHUK XIV, 89, Nr. 27. Pröhle M. f.d. Jugend 204, Nr. 64, 
Ey Harzmärchenbuch 167 f., Gaal Märchen d. Magj'aren 114. 

Nr. 158, S. 392. >Recht und Unrecht«. Der Geblendete hörte außer dem 
Mittel für seine Augen nur noch, wie eine Mühle zu reparieren wäre. 



Nordgroßrass. Märchen Onfukovs, angcz. von I'DÜvka. 2S1 

Nr. 159, S. :i'J4. »Das ScLicksal«. Der Reiche versteckte sein Geld vor 
dem Tode in einem hohlen Baum am Flußufer. Dessen Sohn warf den Baum 
in den Fluß und ihn zielit der arme Bruder heraus. Will dem ehemal.s Reichen 
zum Geld verhellen, wirft ihm es in einem Sack auf den Weg. bückt es in 
einen Kuchen ein. doch das Geld kommt nicht in seine Hände. Vgl. Federow- 
ski Lud bialornski II, ;tT7, Nr. 316, KTiiorp. iir.ipn. VIII, Nr. :j, 4; XIII, 115, 
Nr. 302; XV, 250, Nr. 45, Mater, antropol.-archeol. VI, 133, Cöopii. KaiiKaa. 
XXIV, Abt. 2, S. 21, Nr. 7; Ib«. ota. i-yc na. XII, H. 3, S. :i87. 

Nr. 100, S. 396. >Barma Mei8terdieb<. Ein Schuh am Wege weggeworfen, 
weiter der andere und so der Widder gestohlen. Onkel und Neffe stehlen dem 
Zaren den I'elz. der Neue fragt den Zaren, wer den Pelz zu tragen lias Recht 
hat. Vgl. Archiv XIX, 250.Nr.'Jl,S. 263. Kniorp. 36ii)ii. VIII, 144,Nr.73. Fede- 
rowski Lud bialoruski III, 09, Cöopii. KacKaa. XXIV, Abt. 2, S. 231; XXXII, 
Abt. 2, S. 101, :Ma.iUHKa CöopiiuKT. 348,352, Nr. 07. Weiter vom Schatze Rham- 
psinits. Abgeschlossen ist das Märchen mit einer recht interessanten Variation 
des Stoffes vom Polyphem. Barma war in eine Festung eingesperrt, die von 
einem einäugigen alten Helden bewacht wurde; auf dem Hofe der Festung 
war eine Ziege. Er überlistete ihn. indem er ihn fest an eine Säule im Hofe 
anband und dann in das einzige Auge Blei goß. Samt der Ziege wurde er 
dann über die Mauer hinausgeworfen. 

Nr. 161, S. 400. Drache und Löwe kämpfen mit einander, der Mann hilft 
dem Löwen und dafür wird er von ihm in die Stadt gebracht, darf aber davon 
niclits sagen. Betrunken plaudert er es dennoch aus, und demonstriert dann 
am Löwen selbst, wie mächtig die Trunkenheit ist. Dasselbe wurde oben 
episodenweise in Nr. 31, 4 S erzählt. 

Nr. 162, S. 401. Die Wette eines Bauern mit dem Teufel wie sie oben in 
Nr. 34 eingeflochten ist, nur ist die Reihenfolge der Motive umgeworfen, vor- 
erst der Wettkampf mit dem Hasen, dem Bären, Wette um das Werfen der 
• Keule, dann erst das Füllen der Grube mit Gold. 

Xr. 103. S. 103. Drei Schwägerinnen eifersüchtig aufeinander, wer die 
erste in der Hauswirtschaft sein soll. Welche das Rätsel löst »Was ist weiter 
zu hören V< »Die Stimme des Hahnes< meinte die älteste. »Das Bellen des 
Hundes« sagt die zweite. »Brod und Salz« erriet die jüngste. 

Nr. 164, S. 404. »Abt und Kaiser«. Ziemlich ähnlich 3an. KpacnonpcK. 
noaT.OTX I, H. 1, S. 37, Nr. 10. 

Nr. IGö, S. 4i)5. Doktor Allwissend. Vgl. oben Nr. 94. Hier spielt den 
Doktor ein unwissender Pfarrer, die Diebe gleich erkannt wie oben Nr. 94. 

Nr. 166, S. 412. Der gealterte Zar schickt seine drei Söhne um ver- 
jüngende Eier aus dem Reiche unter der Sonne, wie sonst um Leben, Wasser, 
Äpfel und dgl. Der jüngste bringt sie mit Hilfe des wunderbaren väterlichen 
Pferdchens. 

Nr. 167, S.416. Tierschwäger helfen dem Helden seine vom unsterblichen 
Koscej entführte Frau befreien. Vgl. oben Nr. 78. Hier ist nur ein Bruder 
und vermählt die Schwestern mit dem Bären, Kaulbarsch und Schwan, ohne 
daß sein Vater irgend einen Wunsch behufs ihrer Vermählung ausgesprochen 
hatte. 



282 Kritischer Anzeiger. 

Nr. 168, S. 420. Meisterdieb, Schatz des Rhampsinit. Vgl. oben Nr. 59, 
92. Die Geschichte ist verhältnisinäßig gut erhalten, aber nicht abgeschlossen. 

Nr. 169, S. 423. >Der dankbare Tote«. Die eigentliche Geschichte ist 
hier noch weniger erhalten, als oben in Nr. 152. Der von den Gläubigem los- 
gekaufte Tote tritt zu dem Helden, einem reichen Petersburger Kaufmanns- 
sohn, in die Dienste, fährt mit ihm auf die Jagd, da schoß er mit einem Pfeil 
auf einen Papagei und der ließ eiserne Schlüssel fallen. Sie wären ihnen not- 
wendig, heißt es, aber weiter ist in dem Märchen keine Rede von ihnen. Dann 
kommen sie in ein fremdes Land und der Held bekommt die Hand der könig- 
lichen Prinzessin, nachdem der Tote die einzige vom König auferlegte Auf- 
gabe gelöst, nämlich eine Kirche binnen drei Tagen erbaut hat. 

Nr. 170, S.426. Ein junger Mann vom Hochzeitsbett weggerufen, kommt 
in die Macht des Wassergeistes; es befreit ihn weder Vater noch Mutter, son- 
dern die junge Frau, die sich in das Reich des Wassergeistes ihm nach wagt. 
Vgl. Liebrecht Zur Volkskunde 62, 222 flf. Köhler Klein. Schrift. III, 246, Nr. 5, 
wo der Geliebte das Mädchen rettet. In einem magyar. Märchen Sklavek 256, 
Nr. 36 rettet die Geliebte den jungen Mann, ähnlich in einem kroatischen 
Zbornik za nar. zivot juz. Slav. XII, 137, Nr. 25. JEcTonHC Mai. cpn. 250, S. 27. 

Nr. 172, S. 430. Eine eigentümliche Fassung der Anekdote von der 
Teilung der Gans. Vgl. Archiv XXII, 3ü5, Nr. 121, Federowski Lud bialoruski 
III, 149, Nr. 261, MajiiHKa CoopH. 356, Nr. 72, Reise der Söhne Giaflfers 2o7. 

Nr. 173, S. 432. Der Pfarrer verspricht seine Tochter den Teufeln, wenn 
sie bis Morgen eine Kirche aufbauen. Ein vorzeitiger Hahnenschrei ver- 
scheuchte sie. 

Nr. 176, S. 434. 3>Aschenputtel< vom Prinzen des Hauses wo sie dient 
geschlagen, sagt ihm, sie sei aus der Stadt wo man mit Stiefeln, mit der Mütze, 
mit dem Spiegel auf den Kopf schlägt. Noch mehr ist dieses Motiv in der 
sibirischen Fassung 3an. KpacHoapcK. noatorj. I, H. 1, S. 35 abgeschwächt. 
Das Pantoflfelmotiv ist auch in diesem Märchen vergessen, kommt aber im^ 
sibirischen vor. 

Nr. 178, S. 439. Eine Version zu Amor und Psyche. Das Mädchen hat 
die Probe bei zwölf Brüdern zu bestehen, aber bei dem letzten widersteht sie 
nicht Licht anzumachen. 

Nr. 181, S. 445. :>Fedor Kormakov« ziemlich dasselbe wie oben im zwei- 
ten Teil der Nr. 47 und besonders in Nr. 57. 

Nr. 182, S. 448. >Die Stadt Vavilon«. Ein Fragment von Nr. 48. 

Nr. 183, S. 449. Der Mann macht die Arbeit der Frau und schickt sie 
ackern. Vgl. Archiv XXVI, 4C2, Mater, kom. jezykowej II, 9, Nr. 3. 

Nr. 185, S. 452. Der Zar hat Eselsohren! Der Diener konnte das Ge- 
heimnis nicht ertragen, grub die Erde auf und verstreute es dort. Auf dem 
Orte wuchs dann eine Birke. Der Zar führt dort mit dem Diener vor, die Birke 
verneigt sich und sagt das Geheimnis. >Wenn es die Mutter Erde nicht aus- 
halten konnte, wie kann es dann ein Mensch dem anderen nicht sagen.« 

Nr. 186, S. 453. Der Mann macht solche Stückchen seiner Frau weis wie 
in der Geschichte, in welcher sie ausplaudert, daß er einen Schatz gefunden 
hat. Hier sagt die Fraii, daß ihr Mann noch seinen 110jährigen Vater erhält 



Nordgroßruss. Märchen Oncakovs, angez. von Polivka. 283 

gegen das Verbot des Zaren. Es wird ihm dann vom Zaren anbefohlen zu 
kommen weder zu Fuß noch zu l'ferd mit Freund und Feind. Er kommt auf 
einem Schwein mit Frau und Hund. Vgl. ILutcr. ota. pyc.fla.VIII. H.4, 8.350; 
IX, H. 1, S. -139, UlyxeBUH FyuyjLmuua V, 27, Kxuorp. 36ipiiuK XIV, 217, 
Nr. 42. 

Nr. 197, S. -lt)l. Meisterdieb, wie oben Nr. 92, zum Schluß noch die Zarin 
selbst zu stehlen; das Motiv der Entführung des Priesters »in den Himmel« 
kommt hier nicht vor. 

Nr. 205, S. 476. Der Teufel vom Weibe überlistet, kann nicht ihr Haar 
gerademachen. Vgl. Il3i;icTiii otj. pyc. «3. XII, H. 3, S. 340, Nicolaides Cout 
licencieux de Constantinople 112, llIyxciiH<i ryuy.itmuiia V, \21, Nr. 73, Ho- 
ward Kingscote Tales of the Sun 2Sü. — Er soll ihre Wunde auslecken, vgl. 
oben zu Nr. 83. 

Nr. 210, S. 4S0. Die blinde Braut und der Bräutigam. Vgl. rpHiPUHKo 
9ruorpa'i>. ilaxep. I, 125, Nr. 142, 3an. KpacuoflpcK. no.TXOTj. I, H. 1, S. 40, 
Nr. 22. 

Nr. 215, S. 4S3, gleich Nr. 277, S. 555. Der Hahn erstickte, die Henne 
lief um Wasser. Sehr kurz. Zu Grimm KHM. Nr. bO. Vgl. IbntcTia otj. pyc. as. 
VIII, H. 4, S. 344. Nr. 16. 

Nr. 216, S. 4S4. Der Fuchs überlistete alle Tiere, alle fraßen Fuchs und 
Wolf auf, zuletzt macht der Fuchs dem Wolf vor, als ob er sich selbst esse. 
Vgl. Archiv XIX, 24S, Nr. 4, Pyc. «Piijo.i. Btcr. LVII, 348; LIX, 245. Kaarle 
Krohn Bär (Wolf; und Fuchs Sl, 120. Die Schlußepisode von der Flucht des 
Fuchses mit Hilfe der Meise kommt in dieser Version nicht vor, nachdem die 
Geschichte überhaupt nicht in einem Loche vor sich geht. 

Nr. 218, S. 4S6. Die Dienerin >Jegibicha« zieht beim Baden die Kleidir 
ihrer Frau an und zwingt sie, bei ihren Brüdern als deren Schwester, sich als 
die Dienerin auszugeben, gleich wie XyjaKom. BcjiHKopyc. ck. III, 103, Nr. 218. 

Nr. 219, S. 487. Wie sonst Maus, Frosch, Fuchs, Hase u. a. in einem 
llandschuh, in einem Pferdekopf u. a. sich versteckten und dann von einem 
Bär zertreten werden, so geschieht es hier der Laus, dem Floh, dem Hasen, 
Fuchs u. a. in einem Sieb, vgl. IIsuLct. otj. pyc. ji3. VIII, II. 4, S. 343, Nr. 4. 

Nr. 222, S.490. Zu Doktor Allwissend. Vgl. oben Nr.94, lü5. Die Diener 
heißen Popkov, Brjuskov und Zopkin, aber das Motiv selbst ist nicht durch- 
gearbeitet. Zum Schluß erkennt das Weib noch, daß der Herr einen Käfer in 
der Hand hält. 

Nr. 223, S. 491. Der Zimmermeister rächt sich am Herrn, bindet ihn im 
Walde an einen Baum, prügelt ihn durch, kommt als Doktor verkleidet zu 
ihm etc. Vgl. Archiv XXII, 3u7, Nr. 328; XXVI, 465, Busk Folk Lore of Rome 
336; Asbjörnsen Moe Nordische VHM. III, 148, Jakob Ulrich Romanische 
Schelmennovellen 15 ff. 

Nr. 225, S. 493, Ein armer Bursche freit ein reiches Mädchen. Der an- 
gehende Schwiegervater legt ihm übermenschliche Aufgaben auf, er löst sie 
mit Hilfe eines Ringes, den er von einem Teufel bekommen hat. 

Nr. 241, S. 510. Dieselbe Geschichte im Ganzen wie oben Nr. 34, 79. Es 
sind drei Brüder, die durch keine übermenschlichen Kräfte hervorragen; der 



28-i Kritischer Anzeiger. 

jüngste bezwingt den Daumen lang — Ellenbart, befreit aus der Unterwelt, 
aus dem ehernen, silbernen, goldenen Reich drei Schönen usw. Angeknüpft ist 
der Stoff von dem von Jaga Baba geblendeten Herrn, dessen Herde der Held 
weidet, die Jaga Baba bezwingt und die Augen seinem Herrn wiederbringt. 
Vgl. Archiv XXVI, 461 f.; XXIX. 470, Nr. 1. San. KpacHoapcK. noÄtoiÄ. I, H. 2, 
S. 50. Ähnlich sind beide Stoffe zusammengeflossen bei PoMaHOB-B B§.iopyc. 06. 
VI, 347, Nr. 39, vgl. Hsb. otä^.!. pyc. m. IX, H. 1, S. 435. 

Nr. 242, S. 514. Ein Bauer träumt von einem Schatz; dem Bauer hilft 
ihn finden der Philosoph mit einem zwölfjährigen krüppeligen Knaben. Diese 
beiden sollen dann den Traum des Zaren auslegen; es legt ihn der Knabe 
aus, nachdem er sich die Sicherheit seines Lebens verbürgt, d. i. er wird mit 
der Prinzessin schlafen. Er läßt sich dann, in einen Löwen versteckt, wo er 
auf Musikinstrumenten spielt, in ihr Schlafzimmer bringen. Vgl. Archiv XXI, 
268, Nr. 162. 3euoH Kyadfl nepeßpaHufi xjionem., HayKOBuü 36ipHUK Fpy- 
meBBCK. 565. 

Nr. 243, S. 517. »Der hölzerne Adler«, wie oben Nr. 89. 

Nr. 244, S. 519. »Der Soldat und die drei Offiziere«. Der Soldat geht die 
Wette ein, daß er die Tochter des Königs von Spanien zur Frau bekommt. Er 
erreicht es auf dieselbe Weise, wie der schlechte Soldat, der seine Eltern mit 
falschen Nachrichten von seinem Avancement betört. Vgl. Kubin Kladske 
povidky I, 22, Nr. 4. 

Nr. 245, S. 522. Meisterdieb wie oben Nr. 92, nur abgebrochen. 

Nr. 247, S. 525. Das Weib eine Hexe verwandelt ihren Mann in einen 
Hund. Vgl. Archiv XXI, 278, Nr. 89, Hsb. ota. pyc. «3. VIII, H. 4, S. 354, Nr. 
154, 155. CöopH. Maxep. EasKas. XXXII, Abt. 2, S. 4. Gleich wie Eevue des 
langues romanes IV, 1, S. 554 f., 3an. KpacnoapcK. noÄtoxa. I, H. I, S. 36, Nr. 14 
hat der Mann ausgekundschaftet, daß sein Weib Leichname auf dem Friedhof 
ausgräbt und verzehrt. 

Nr. 248, S. 527. Ein Mann blieb auf Nowaja Zemlja, lebte dort mit einem 
Mädchen — einem unreinen Geiste; als im Frühjahr Schiffe um ihn kamen und 
er wegfuhr, zerriß sie ihr Kind und warf ihm dessen Hälfte nach wie oben in 
Nr. 57, S. 151. 

Nr. 249, S. 527. Der arme Bruder vergrub sein »Elend« — es schaute 
wie eine kleingewachsene Greisin aus — , der reiche Bruder grub es aus und 
verarmte vollständig. Vgl. Archiv XIX, 254, Nr. 75. HsBicx. otä. pyc. h3. XII, 
H. 3, S. 389. 

Nr. 250, S. 529. Der geizige Pfarrer und sein Knecht, vom Knecht ge- 
quält und gepeinigt. Vgl. CunoECKifi PyccKia noEtcru XVII — XVIII bb. I, 286. 
Archiv XIX, 263, 267, Nr. 27. 

Nr. 251, S. 531. Ein Pfarrer sucht einen Knecht. Es erscheint ihm drei- 
mal derselbe unter verschiedenen Namen: »Ich«, »Niemand«, >Wache<. Ähn- 
lich Federowski Lud bialorus. III, 242, Nr. 481, vgl. Zs. d. Ver. f. Volkskunde 
1905, S. 70. 

Nr. 255, S. 536. Die Prinzessin nimmt nur jenen zum Manne, der ihr ein 
Rätsel auferlegt, welches sie nicht lösen kann. Vgl. Archiv XVII, 573, Nr. 50. 
AeaHacteB-B Pyc. nap. ck.3, I, Nr. 116, Federowski Lud bialoruski III, 106, 



NordgroßrusB. Märchen Oniukovs, angez. von PoHvka. 285 

Nr. 194, 3an. KpaciionpcK. hoaxota. I, II. 1, S. 4;t, Nr. 2**. Exiiorp. 36ipuiiK VII, 
26, Kolberg Pokucie IV, 223. Crane Ital. Pop. Tale» 68, Nr. 14. H. Groonie 
Gypsy Folk Tales lo. Kittershans Neuislünd. VM. 82. Nr. 21, 

Nr. 258, S. 54u. Für das II Uten der Hasen Belohnung: — Geld ver- 
sprochen vom Herrn, nicht wie gewühnlicli eine Prinzessin. Vgl. Näntdojjis. 
Sbornik VI, 214, Nr. 12; S. 224, Nr. 04. NArodopis. Vestnik III, 1'.», Nr. loü. 
Singer Schweizer Mür. 1. Fortsetzung 2;t, liittershaus Neuislünd. VM. 4 IS, 
Nr. 118. Anthropophyteia II, J4U, Nr. 421 ; IV, 39;j, Nr. 621. IJaii. KpaciioapcK, 
nojT.OTii. I, H. 1, S. 72, Nr. 3s. 

Nr. 2611, S. 542. Der Pfarrer vergaß, wann Weihnachten sind, wie oben 
Nr. 233, S. 5Ü4 wann Ostern sind. Vgl. Holte Frey (iartengesellschaft 221. 

Nr. 261, S. 543. Dem Teufel gehört die Rühe, wenn er erkennt, worauf 
der Mann reitet : auf seiner eigens zugerichteten Frau. Vgl. Areliiv XXII. ."ioö, 
Nr. 127. Crane Ital. Pop. Tales 368. Anthropophyteia I, 173, Nr. 14 1. 

Nr. 263, S. 544. Hinter dem Muttergottesbilde versteckt antwortet der 
Alten ihr Diener, daß er ihre Bitten erfüllen wird, beraubt alle um ihr Geld. 
Vgl. Bolte Frey Gartengesellschaft 281. Nr. 42. 

Nr. 267, S. 546. Eine Frau versteckt ihren Liebhaber immer so, daß ihn 
der Mann nicht finden kann, so zündet er schließlich das Haus an. daß er 
darin umkommt. Doch die Frau bittet ihn, wenigstens den Koffer mit ihrer 
Ausstattung zu retten — darin war der Liebhaber. Vgl. PoBHHCKiü Pyc. aap. 
KapTiiHKu V, 45. 

Nr. 270, S. 549. >Der Spaßmacher«, gleich A*aHaci.eBx Pyc. uap. ck.3, II, 
356, Nr. 223 a. 

Nr. 271, S. 551. Der Bauer erblickte einen Hasen und rechnet im Geiste 
alle Verdienste aus dem Verkaufe seiues Felles. Vgl. Archiv XXII, 307, 
Nr. 408. Radioff Türk. Stämme Süd-Sibiriens IV, 260, Nr. 11. 

Nr. 276, S. 554. Der Fuchs hat ein Haus aus Eis, im Sommer schmilzt es 
zusammen und so zieht er in das hölzerne Haus desTVolfes. Vgl. KaarleKrohn 
Bär Wolfi und Fuchs lü9; fraß nach und nach das Butterfaß aus. Kaarle 
Krohn op.c.74, 121. Sebillet Folklore de France III, 63. Rittershaus Neuisländ. 
VM. 349, Nr. 96. Pyc. ^>iiJto.i. BicT. LVII, 339; LVIII, 159. Ma.iiiiiKa COopu. 
Marep. 316, Nr. 36. Närodopis. Sbornik VII, 225, Nr. 72. Der Schweif des 
Wolfes in dem im Eise ausgehauenen Loch. 

Nr. 278, S. 556. Kinderlose Eheleute setzen im Garten einen Zweig, da- 
raus ein Mädchen, besorgt geheim den Hausrat; sie wird endlich verheiratet, 
doch wegen beharrlichen Schweigens wird sie vom Manne fast weggejagt. 

Nr. 2S1, S. 562. Von der verwunschenen Prinzessin, die jede Nacht die 
Wache erwürgte, und ihrer Befreiung. Vgl. oben Nr. 152. Hier hilft dem Hel- 
den der hl. Nicolaus. Vgl. Uar. otj. pyc. ji3. VIII, H. 4, S. 359, Nr. 323. Mater, 
antropol.-archeol. X, Abt. 2, S. 269, Nr. 40. .San. KpacHoapcK. nojxora. I, H. 1, 
S. 16, lOU, 125; H. 2, S. 31, Nr. 9. 

Nr. 283, S. 566. In der Pferdehaut Propheten u.s.f. wie oben Nr. 14. Die 
eben gestorbene Mutter getötet, der Leichnam an verschiedene Orte geführt. 
da wiederholt »erschlagen«, wie bei AeanactcBi. Nr. 222 u. a. 

Nr. 284, S. 568. Das oben unter Nr. 255 erzählte Märchen ist hier viel 



286 Kritischer Anzeiger. 

ausführlicher, der Prinzessin werden drei Rätsel auferlegt, die sie nicht lösen 
kann; der weitere Verlauf der Geschichte ist obscön. 

Nr. 2S6, S. 5T0. Der Verstorbene kehrt zu seiner Familie zurück, aber 
Gott ließ nicht zu, daß er mit der Witwe noch sündige, denn sie war gut zu 
den Armen. Vgl. Archiv XXI, 277. Federowski Lud bialoruski I, Nr. 168, 
109,170. >KuB. Crap. VIT, 109. ExHorpa*. 36ipHHK XV, Nr. 216— 220, 2G6. Fr. 
S. Krauss Slavische Volksforschungen 130, 135, Swietek Lud nadrabski 499, 
Dowojna Sylwestrowicz Pod. zmujdz. II, 224. 

Nr. 2S9, S. 57.5. Der tote Bräutigam kam um die Braut. Vgl. oben Nr. 39. 

Nr. 290, S. 576. Das Weib als Hebamme bei dem Waldgeist. 

Nr. 29G, S. 581. Eine Frau schickt Geschenke ihrem verstorbenen Sohn, 
wie öfters dem ersten Mann. Vgl. Archiv XXII, 310. IIsBicxifl oxa. pyc. h3. 
XII, H. 3, S. 381. 

Nr. 297, S. 582. »Der treue Johannes«. Vgl. IIse. otä. pyc. ks. XII, H. 3, 
S. 376, 389. 

Nr. 298, S. 587. Der Dumme verkauft die Leinwand einem Baumstamm; 
plauscht dem Pfarrer es aus, daß er einen Schatz gefunden, und tötet ihn. Die 
Geschichte ist hier richtig erzählt, vgl. oben Nr. 134. Hieran ist die Geschichte 
vom Dienstvertrag, d. h. nur einige Motive daraus angefügt, vgl. oben Nr. 42: 
€s sind gleichfalls zwei Söhne des Pfarrers getötet : sie heißen Luka und Firs ; 
der zweite Name paßt freilich gar nicht als Wortspiel von Pfeflfer-perec. 

G. Polivka. 



Fr. Leo Petrovic, Disquisitio Mstorica in originem usus slavici 
idiomatis in Uturgia apud Slavos ac praecipue Chroatos (Doktor- 
Dissertation). Mostar 1908, XVI n. 88 S. S». 

Die Dissertation zerfällt in zwei Teile : im ersten, wo nur Bekanntes be- 
sprochen, bezw. wiedererzählt wird, behandelt der Autor zuerst die Quellen 
über den Ursprung der slavischen Liturgie (S. 1 — 38;, dann das Wirken der 
beiden Slavenapostel (S. 39—50). Der zweite Teil (S. 51 — 87) dagegen, der 
speziell der Frage über die Einführung der slav. Liturgie in Kroatien ge- 
widmet ist, könnte etwas Neues enthalten, wenn der Autor . . . neue Quellen 
zur Verfügung gehabt hätte ! Da dies aber leider nicht der Fall war, so konnte 
er nur die schon vorgebrachten Hypothesen wiederholen, daß Method, als er 
sieh nach Rom oder nach Konstantinopel begab, möglicherweise über Kroa- 
tien fuhr und bei dieser Gelegenheit die erste Anregung zur Einführung der 
slav. Liturgie unter den Kroaten gab, und daß der letzteren die, allerdings 
nur einige Jahre dauernde, Trennung der Kroaten von Rom und deren Ver- 
bindung mit Konstantinopel Vorschub geleistet habe. Was weiter hinaus ver- 
mutet wird, ist die reinste Poesie : nämlich, daß möglicherweise Method mit 
dem kroatischen Bischof Theodosius befreundet gewesen sei und auf des 
letzteren Einladung seinen Weg nach Rom über Kroatien, speziell über Nona 
genommen habe, von wo ans die beiden Freunde zusammen nach Rom ge- 
fahren seien, wo vom Papste dem Theodosius die Überprüfung der Über- 



Fr. L. Petrovic, Usus slav. idiomatis in liturgla etc., angez. von Resctar. 287 

Setzung Methods anvertraut worden sein konnte. Ja — sobald man der Er- 
zählung Levakovics Glautn'u sclionkt. daß ein für den Erzbiscliof von Spalato 
Theodorus geschriebener glagolitischer P.salter im J. rJ22 abgeschrieben 
wurde, und sobald man diesen Theodorus mit »dem Freunde< Methods Theo- 
dos ins identifiziert der tatsächlich später Erzbischof von Spalato wurde — , 
könnte mau noch weiter gehen und mit eben so großer Wahrscheinliclikeit 
die Hypothese aufstellen, daß Method seinem Freunde nach Nona einen — 
vielleicht gar selbstgeschriebenen! — Psalter gebracht und daß dieses 
Exemplar eben als Vorlage für die S])äter auf Befehl des Bischofs The<tdorus 
verfertigte Ab.schrift gedient habe! Überhaupt will es mir scheinen, daß der 
Autor ursprünglich nur daran dachte, die Einführung der slavischen Liturgie 
»praecipue apud Chroatos« zu be8i)rechen; als er sich aber davon überzeugen 
mußte, daß alles, was wir darüber wissen, sich auf zwei Seiten sagen läßt, 
dürfte er den Plan seiner Arbeit so erweitert haben, daß er auch die Tätigkeit 
der Slavenapnstel kurz darstellte, wobei er sich allerdings redlich bemühte, 
die betreffende Literatur zu benutzen; er hat sogar ein paar kleinere Aufsätze 
in weniger zugäuglichen Zeitschriften herangezogen, die den meisten Slavisten 
unbekannt geblieben sein dürften. Von der Form der Arbeit will ich lieber 
nicht sprechen — sie mußte wohl lateinisch geschrieben sein. 31. R. 



Kleine Mitteilungen. 



Erinnerungsblätter an lyan Bercic und Dragutin Parcic. 

Am 24. Mai 1870 starb leider viel zu früh für das von ihm so eifrig ge- 
pflegte glagolitische Studium der Ehrendomherr der Erzdiözese Zara Pop 
Ivan Bercid. Ich hatte ihm einen kurzen Nachruf gewidmet, der als Ein- 
leitung zu seiner Monographie »Dvie sluzbe rimskoga obreda za svetkovinu 
svetih Öirila i Metuda« (u Zagrebu 1870, S. III — XV) abgedruckt und auch ins 
Italienische tibersetzt wurde. 

Unter den Briefen, die sich aus jener Zeit bei mir erhalten haben, dürf- 
ten die nachfolgenden zwei auch jetzt noch verdienen gedruckt zu werden. 
Ich gebe sie genau nach den Originalen. Ebenso teile ich einige Briefe des 
zweiten gleichmäßig eifrig gewesenen Förderers des kroatischen Glagolismus, 
Dragutin Parcic, der zuletzt Domherr des Collegium illyricum in Rom 
war, mit. 

1. 

Veleuceni gospodine i prijatelju! 

Srdacno sam primio prvi svezak historije jugoslav. knjizevnosti, sto mi 
na dar poslaste, i prostio sto tu divno razabraste, nastojno skupiste i vjesto 
razrediste, pa liepo vam zahvaljujem. Na mjesto kritike G. Rackoga bie, kao 
vec bit cete prostili, osobitim clankom toli u Nazionalu, koli u Narod. Listu 
pohvaljeno vase djelo i priporuceno te spomenuta i kritika istoga gospodina. 

Sto mi pisete, da vam u pomoc dodjem za paleograficki konstatirati 
>kakve su osobine onieh starina (glagolskih) nasega (hrvatskoga) razreda, koje 
Safarik stavlja u 12 — 13 viek«, sa sviem, da nemam pravokad, usilit cu se, da 
vam ucinim po volji. 

Da je «>ij, oQ , <fl tieh nasih starina i og bugarskih rukop. jednoga, te 
istoga oblicja, i da je poglavitiji kriterij istih starina; stvar je bjelodano izu- 
vidjena, niti tomu smeta, sto u poznijih njekih rukopisih XIV i XV v. zatec 
je iznimice pisme ^ kao n. pr. u casoslovnom fragm. XIII il XIV v. na- 
sastom u Eabu, a sad kod mene pod br. 65, 1 to na kraju rieci u ps. 71, 1 : 
f°3/Y\3Jb8/otffl, u misal. fragm. XIV il XV v. nasastom u Ugljanu, ta- 
kodjer kod mene pod br. 19, a priobdenom u Chrestom. i najzad u Citanki 
pod br. 26 na str. 65, red. 10 na kraju rieci: MSrfbSSCTDifl , a u riedko 



Kleine Mitteilungen. 2S'J 

u I vrbnickoni casoslovu i »\ e ua knijii riec-i, ka du biö pristavijeno /a [na] 
nupunit prostor. 

.St(j vi u novoodkritoin fra^'iueiitu nahi/.ite onim ^ neizkljucivo upotri- 

ebljena. kad A\. k:i'l X Je li n. in. M. '1 >' >"• Mlfb '^ . 8 « X '^ ^'^ 
drupo kao j)Ocetno pisnio. 11 popried riei-iy. ^ kao pocetno pisnie? i ^ 
(kao pocetno p.V . i ako k toniu prinijotinu). da ii tri nad]>i»a po Dru Crncicu 
])riobcena u Knjizevnikw. nrie/ana su [»isincna obia i ufjlata. a na po! obla i 
na pol nglata: veci je doka/.. kao sanii kaieto, da nialo ponialo obia se jo 
glagolica u uglatu pretvorila. 

Ovoga sani mnienja vec odvise jrodin i niozete sc uvjerit po 2 biljcici 
pod popisoin rukopisali itd. na str. VII ranjo ("itanke. gdje miniogred napo- 
minjeni, da i u knjigah lirvatskoga ra/rcda najti je oblih pisinena. Idoisto: 
uzmemo li u rnke budi rukopisne, budi tiskaue knjige nasega razr. budi Bko- 
ropisne njeke knjige. i pazimo na pocetna pisinena; sto su Btariji rukopisi ili 
izdanja. to se cestje u njih uoci obli oblik. Necu ovdje navesti nego pocetna 
pismena obloga obiika, kakva ih iiua pasni. casoslov, jer iz Vidova. Nova- 
kova i Vrbnickih nikop. jok mi jo kojo ncdjflje ocekivat koliko u njili iina. i 
kojasu. Evodakle imamo ;+ Z- cTh ■ O- ^o • O' . ^ , ^- S- 6 , ^ , 
tft. ^ Hil. a. §, P, 5^, O' »• ^ W. A, A- U svih skupa frag- 
mentih luoje sbirke iraa ih malo manje. a da iuia ih njekoliko u tiskanih knji- 
gah mozete se sami uvjerit. Ovo bez suiunje svjedoci, da prvi barem jjrepi- 
satelji ovih knjiga, il onili. iz kojih su posriodno il neposriedno potekle, 
imali su pried ocima rukopisä obloga pisma. Uz ovo : ekoropis glagolski sto 
nam predstavlja. ako li ne oblu glagolicuy A njegovu oblost kako cemo iz- 
tumacitiV Je da li, da takova oblost nije nego pretvaranje uglate, il vjero- 
jatnije. da potice nepoeriedno od oble, il da je oko XIV v. a mozda i prije 
postala ugledavsi se u ostavstine oblih pismena. koja se nalaze kao pocetna 
u rukopisih uglatoga pisma. Toliko dakle najstariji rukopisi, koliko rukopiai 
poznijih viekova pa i sama izdanja i isti skoropis glag. sacuvali su oblost u 
njekih pismenih, a u drugih opet oblost obca je bug. i lirv. azbukvi. 

S toga sto ste naumili u Akad. casop. opisivati ruk. glag. a o osobinah 
njihovih govoriti. da se put pokrci nasoj paleografiji, i da se tiem bolje po- 
kaze. kakve li je vaznosti glagolica, ne mogn nego vam povladit i pripomoci 
vam k djelu. Zato vam danas po posti odpravljam najstarije koraade glag. 
koje imam, da vi sami o njih pisete, i da dadete iz njih snimit, .sto budete su- 
dili, pa da mi ih povratite pokad budete se s ujimi sluzili. Kvieri su sliedeci 
t. j. iz Korcule pod br. 99 Br. u Cit. S. iz Birbiuja Mis. •"', u Cit. br. '.'. iz Tkona 
br. 9 B. Cit. 9, iz Cresa 7 B. Chrest. IJ. iz Raba 65 B. ^it. 14. 

Sad uek mi bude prosto zamolit vas za Ijubav. da mi prioböite, kojim je 
pismenom naznaceno z u najstarijih rukopisih hrvatskih latinicom pisauih i 
to prije nego se uvede x, kojim li pismenom dana.snje c ili c a kojim z. 

Ostaje mi da vas liepo pozdravijam ter da vas molim da moje pozdrave 
priobc'ite GG. Rackomu, Mesicu i Knkuljevicu, i budite uvjereni da Vas is- 
kreno stuje 

ü Zadru na 2U/11 S67. Vas prijatelj Ivan Bercic. 

Archiv für sl;ivische Philologie. XXXI. 19 



290 Kleine Mitteilungen. 

B. Da biste uzhtjeli za koju potrebu uzeti u biljezku kojega vasega 
clanka mnenja, sto vam u ovoj poslanici izjavih o postanku uglate glagolice, 
prosto ce vam biti. 

2. 

Castni Gospodine i Prijatelju! 

Ovim pismom zelim na vise vam predmeta odgovoriti, da ne bi vele 
zaostao za tolikom onom dobrostivostju, kojom vi sa mnom postupate. 

I najprij.e radi moje razpravice, koju sam na brzu raku medju mojimi 
posli pismenu ß^ bio napisao, zahvaljujem vam i sto ste se starali, da bude 
uvrstjena u II knj.Eada, i sto ste pri korekturi pripomogli. Nije nego malen- 
kost; al sama objava, da je Ä sluzilo n njegdasnje vrieme za brojku 800, 
dati ce povod novijim iztrazivanjim o glag. i ciril. azbukvi. I s toga zelio sam, 
da bude sto brze utistena ta razpraviea. 

Saljem vam otisak te razpravice, da ga hranite pobaska od Eada s 
djeli, sto se o glagolici bave. Da biste cienili, da bi imao tamb jos komu 
poslati koj otisak iste razpravice, molim vas, da mi javite. 

Jos jednu razpravu malo vecu imam pri ruci, al ne dovrsenu o misalu 
god. 1507, o obredniku iste godine, i o nepoznatoj dosele knjizici glag. bis- 
kupa Kozicica, a jos o jednoj o cudesih (milostih) B. D. Marije; uz koju raz- 
pravu cienim, da ne bi bez koristi, da se utisti posvetba recenoga biskupa na 
bisk. Negria, koja je predstavljena zitjem rim. arh. i cesar. Netom je budem 
dovrsio, molit cu vas, da je prikazete doticnomu odsjeku Akademije, i da je 
preporucite, ne bi li je dali u Rad. 

Sto se tice latinske ortografije starih rukopisa hrvatskih, duzan sam 
vam takodjer veliku zahvalnost, jer sad znam sto u njekih starih hrv. rukop. 
ima, i sto nema, barem u onih, do kojih mogli ste dosele doprieti, dok za 
ostale nadam se u napried izviestju, netom bi vam se zgoda prikazala, i posli 
vam dopustili. 

Za rukopis pjesama Drzic-Minceticevih, koji zelite imati u zajam, i koji 
se cuva u ovdj. gimnazijalnoj knjiznici, upitao sam njeke te svjetuju, da bi 
bolje bilo, da se vi na becko Popeciteljstvo zato obratite. 

Sad cu vam koju u kratko o vasem clanku, kojeg ste se pozurili poslati 
mi otisak, i o kojem zelite moje slabo mnjenje. 

Ne odricem stovanja vasim mnjenjim i razlozenjim, ter se s kojimi i 
slazem, docim o drugih predmetih drugce sudim. 

Gradja za glagolsku paleogra6ju bila je potrebita, niti ce se tko naci, 
koji nece zaliti, sto jos prije nije se tko latio ovoga posla, u kojem vec bismo 
bili dobrim korakom napredovali sto se tice azbukve rukopisne, njegove sta- 
rine, otacbine, i zanimivosti prevoda itd. al bolje ikad, nego nikad; i sreca je 
sto se vasa ruka ovog posla prihvatila a ne koja druga vise pohvaljena, nego 
vjesta. 

Safarik po onom, sto bit ce cuo od Miklosica pisase o Mihanov. frag- 
mentih, da su bila preliepljena na zavitku nomokanona iz Skopje, a >pu- 
vodne« iz Peci, i to g. 1263 n. m. 12G4, a s »jistotou« ne znase Jesu li spadalä 



Kleine Mitteilungen. 201 

prvoj ili drugoj epohi. u bila »a pisana nc ii Teci, nego u Ilovici; a Sreznjov- 
skv vi'li, ila ne simdaju k i>rvoj epolii, sasviiii da dosada i/.nadjcni Hi)oinenici 
hrvatskoga roda niesu s|)adali iztornoinu ol)redu. a da ujeniu ovi Hi>adaja. 
Safaiik dakle ne znase kojoj ih epnlii pridati. a Srezujevhky naniah ih prinudi 
drugoj epohi i iztocnoj crkvi. Jer »ne odnose ee k spouienikoui »taroga pisiua«. 

Vec danas valjalo bi glagolske Bpomeniko dieliti po pisniu, po je/.iku i 
po obredii; i 8 toga: il su obloga, il uglatoga. il oblouglafoga ])i8ma; bugar- 
skog htaroslov. eistog il dosta ^i9t^g . il lirvatykog. il (M'Hkog. il srbskftg je- 
zika; a obreda: il grckoga, il rim>*koga. 

Sad sponienici uglatoga pisiua svi, knjj su dtisele pitzuati, riniskuga su 
obreda, a njihov jezik nije nego jedan su lualo iznimaka. Ako li puk na oble 
spiMuenike paziino t. J. obloga pisnia. ovi su svi upravo bugarskog .starosl.) 
jezika, akt» i niesu svi u jedüoj te istoj zemlji uapisani bili. Oeskumu jeziku, 
ili niti bugarskoiuu. niti iirvatskomu. s njckiui uplivniu ceskoga valja |)ridati 
prazke ub»iuke. Koliko bugarskog jezika, koliko ceskoga spomenici i.Htoc- 
noga SU obreda. 

Istoga t. j. grckoga obreda Jesu i Mihauovicevi fragmenti, il fragmcnat, 
koji nije ni hrvatskoga, ni bugarskoga, ni ceskoga jezika ,t. j, razreda po 
uplivu nariecja', vec srbskoga. Ako velim: srbskoga, s toga je, sto su Srblji 
iuiali övoju knjizevnost crkvenu t. j. srbsko-cirilsku, koje spomenici prem da 
nialo. sto se jezika tice, od hrvatskih odalecivaju, drugce se obicajno zovu, 
pa i drugoga su obreda. Srbskoga dakle razreda i grckoga obreda! drzini, da 
je Mihauovicev fragmenat. al o pisniu malo nize. 

Niti se ovim ulomkom potvrdjuje sto se i dosada. velite. za istinu 
drzalo, da je bilo njeko doba, kada u Hrvata i Srbalja crkveni obredi bjahu 
grckoiztocni: niti ce svak prizuati, sto vi velite, da zuamo iz hiatorije, kad 
niesu neg hipoteze, da je Sv. Ciril sastavio slovensku sluzbu po grckomu 
obredu; jos luanje, da je ista sluzba s istiem obredom za zivota Apostola 
doprla do u nase krajeve. imenito u dolnju i gornju Dalmaciju, niti, da je u 
Hrvata uveden kasnje nijesto grckoga rimski obred. — Sto Aleksandar II. 
veli o manastirih. te su pojedini manastiri, kojih bilo je grckog obreda i prije 
X V. i poslie, i od kojih njeki istoga il sliedecih odmah vjekova bit ce 
popriruili staroslov. jezik po izgledu sebi medjasnjih Bugara, Srbalja, il 
Hrvata, i to glagolicora, il ciiilicom; al koji su zivjeli u tih namastirih, posto 
nam jezik i pisma u njih sacuvana njesto svjedokuju? Ilrvati ili Srbi? 

U Mihan. fragmentu ima doisto prelaza sa obloga na uglato pisino. Uz 
to ja drzim da van Hrvatske, i Bugarske, budi pokraj Srbalja, budi pokraj 
Bugara, budi i dalje od njih. bit ce bila upotriebljivana glagolica, i da dok u 
jednih i n drugih sadrzavase svoj citav oblik s kojom riedkom iznimkom 
t. j. kod Hrvata i Bugara, gdjegod bit ce se mjesala obla s uglatom. Opet ne 
bi ni triebalo pomisliti na treci koji kraj fZetu il Diokleju il jos koji), nego 
na ovo: da dok po njekih stranah vec XI il XII v. il mozda jur prije obla 
glagolica bila se je pretvorila u uglatu, kakvu je predstavljaju nasi hrvatski 
spomenici; po drugih mjestih to se dogadjase malo po raalo, kao nam svje- 
dokuju krcki nadpisi i prazki ulomci; ili, da gdjegod prepisavci hotjahu 
ostati pri staroj obloj glagolici, koje volili su se drzati cim se je cinilo, da je 

19* 



292 Kleine Mitteilungen. 

bolje starije njihovih pradiedova pismo, nego li novo t. j. uglato (preina- 
cenje obloga) kako nam svjedokiiju mnogi rukopisi ugl. pisma da pace svi, 
pa 1 sama izdanja, u kojih za pocetna pismena upotriebljivano bje dosta 
oblih. Napokou, pri ovih najzad napomenutih spomenicih mogli su urizaoci il 
prepisaoci ugledati se postogod na nglatu vec tada upotriebljenu glagolicu 
njim dobro poznatu, kao sto vidimo glagolskib pismena medju cirilskimi, il 
gotickih il cisto latinskih pocetnih pismena u glag. ruk. i izdanjih nglatoga 
pisma. 

Sto vi pak velite, da ce u hrvatskoj glagolici pojedina pismena biti tiem 
vecma nalicno na oblu, cim je spomenik stariji: ovo imalo bi ovako i biti, 
ali. ako je vjerojatuo sto sam predstavio, i ako pazimo n. pr. na jezik i na 
ffl : ima njekih rakopisa iz najstarijih kao ulomci iz Tkona koji predstavljaju 
pismena uglatija i Ijepsa, nego njeki malko pozniji, kao n. pr. creski 
(v. ehrest.), i korcul. (v. Citanku). 

Prilikom kad uvrstih u Chrestom. a najzad u Citanku najstarije hrvatske 
fragmente, odlucise me da im tu starost pripoznam: 1° (fl sto bi cestje dola- 
zio; 2° I sto bi cestje upotriebljivano bilo na svojem mjestu; 3° sto bi pis- 
(mena) manje uglata bila i Hepa; 4° rieci koje su po dvie, il po tri, il vise njih 
ujedno pisane, a od predidudih i sliedecih Jesu mal da ne sve piknjom 
odieljene; ö» piknja, koja se cesto, i posve cesto medju riecimi susrieta; 
6° pocetna pismena koja nijesu Ijepa, pace gruba, i malo il ni malo nakitjena; 
6o jezik. 

Sto slovu /Y\ velite, da u Mihan. fragm. jedan je put sacuvalo i oblu 
formu, i to sa On u svezanici, i da ga u hrvatskoj glagolici nikako neima, 
dok druga dva pismena ^ i -B sa sviem riedko, i samo u najstarijih ruko- 
pisih dolaze: redi cu vam, da pisme ^ u svezanici ima u pasmanskom ca- 

soslovu vise putij i to n. pr. ^rfifTtÄPrliV = Mladcnac', ^§01] I = 
Milosti, itd. '^HDI = Mitvi = Molitvi. Ista svezanica ^ nalazi se u Vi- 
dovu casoslovu i u Novakovu misalu. A i^, t^ = ml i mc i <j^] = mzi = 
muzi ne nalaze li se i u misalu tiskanom god. 1741? Sto se tice pismena 
^ , ima ga u pasm. i u Vidovu casosl. i u vrbnickih itd. ne samo kao pocetno 
pisme koje lekcije il molitve, nego i sriedi lekcije za piknjom, i to u obliku 
malo vecem, nego li je ono ostalih pismena, prem da sto su stariji rukopisi, 
cestje ga imaju, al ne svi. »Q ne znam, kako velite, da sa svim u riedko do- 
lazi u starih hrv. rukopisih, kad ga se nije dosada ni jedan put u njih vidilo, 
ako ga hodemo odlikovat od f^ , koje mozda je mladje, a mozda je i starije, 
al svakako odlikuje se od .Q . 

Ako li velite, da rh n. m. Ä nialo kad dolazi, imam zamirjeti, da to 
biva obicajno, n. pr. vola, pola, Ijublase, ozivlaetr, molah', slavlase se, blago- 
ßlovlahu, evlati se itd. n. m. voIa, polA, itd. a pari, u: umu budi sad. budi 
prosloga vremena svi su nasi rukopisi brv. puni, da pace druga bi forma iz- 
nimka bila. U ps. 135 pasm. cas. ima stvor'sumu, utvrzdsumu, poraz'sumu, 
izved'sumu, razdersumu, proved'sumu, stres'sumu, ubivsumu, davsumu; a u 



Kleine Mitteilungen. 2U;t 

ps. U^i: dajutaumu: itd. Da ./u dolazi za palatinarui. to iiua n. pr. Ijuna n. m. 
luna, ps. ^ lobkovic. strazdjuma tob. 1,17, vzbuzdju 1 reg. 'J itd. Napokon 
n. ru. dvajii u obce nalazi se jedno i\ al najti je i «V n. pr. ustrimicMiii daii. 
14, 'Mi pOniili itd. 

Sad opet njesto o rg. Da uije ovo oponos prania srbskorau b i ^^}^ 
se u srbskih knjigah jediiio nalazi u obce i n. m. '||, kako bo «fl u iniliano- 
viceni tVagm. nalazi n. ni. og i n. ui. rg V" A ne bi ovo sluiiln za ptttvrditi, 
da je onaj fraginenat pisan u kojem arbekom naraastiru, i da je arbskog raz- 
reda, sto se jezika tico. kako je i recenzijo';' A cirilsko pisino H ^i- m. g nc 
potvrdjuje li isto? 

Sto se vieka tire. u ovo uo diram, jer se s vami muraiii slozit. 

Ovo sto sam vam po prijateljski priobcio, po prijatelski cete do6ekat, a 
neka vam sluzi po volji i u clancih vase palaeografije. Da biste mi na to od- 
^ovorili, te druge razioge naveli il primiere. da dokazete netenieljitost mojih 
uavedenja, docekut cii vam odpis dobr«)dosIic(»m. je ovako bisino lak.se kraju 
t j. bistrije bismo dokui-ili stn nani trieba za hrvatsku pala'ofrrafiju. 

Jos uijes. projiinca prosie irod. liio sam vam priobcio stojjod o rukop. 
hrvat.. o pasm. itd. i bio sam vam obecao, da u brzo bi vam stogod pisao i o 
vrbnickih casosl. takodje o Vidovu casosl. i Novakovu misalu, t. j. ima li u 
njih oblih pocetnih pismena. 

Vrbn. oasoslovi imaju: +. 9, §. ^. Qo, ^. <S S- ^. 3- 5 • 
m- <&■ -»WA: ^ Vidovcasoslov.: <{p. Jb, +. 3- ^' ittJ- ^ , 
ö. S^"- "ÖÜ- 3> ^- W- Ä- ^*^*^''i'^^ "'Jsal ima njekoliko od ovili pismenali, a 
medjn njimi /j^. 

Pozdravite mi liepo Presvietl. Eackoga jos Gospodu Danicica i Mesic'a. 
S Bogom. 

U Zadru na IS travnja 1S6S. Vas prijatelj 

Ivan Bereit". 

Br. D. Parcic. 3. 

Vele eienjeni Gospodinel 

Procitao sam prepis Lista precastn. GnaPredsjednika Racki-a plsana na 
G. Brcica o praviliii kojih bismo se imali drzati u popravljanju glagoljskoga 
Misala. Ponjesto je odlucno opredjeljeno, a ponjesto i nasoj razboritosti 
ostavljeno; ali jer vise glava vise znade, i da kad bude u pregledanju radnje 
nebudemo naisli na razna mnenja bolje se odmah s pocetka j)obiize spora- 
zumjeti i o njekojih potankostih, a koje inace cesto dolaze, to jest ponajveö 
o upotrebljavanju i ' jera i o njekojih foniiah. 

Meni se cini da nara se nije drzati posve cista staroslavenskoga jezika. 
koj bi strogo sliedio ideuhm i pravilnu slovnicu, takva jezika necemo naci u 
nijednom crkvenom spomeniku glagoljskom. Vi dobro znate da svaki codex 
ima svoje osebine, a odkad se pocelo uglasta glagoljicu rabiti za crkvene 
knjige uvele su sei ondje njekoje osebine koje nprav razlikuju nasu hrvatsku 
recenziju od starobulgarske. ruske itd. a opet iste knjige glagoljicom pisane 



294 Kleine Mitteilungen. 

od knjiga cirilskih. Otih dakle osebina tuebalo bi nam se drzati da sacuvamoi 
unapried znacaj nasim crkvenim kajigam. Opet mislim da nije samo Misal 
radnja o kojoj nam se baviti nego valjat ce se pak za njim latiti posla oko 
Casoslova, Mucenikoslova, Ritiiala itd. zato nam je unapried dobro promisliti 
i razsuditi da ne bude u malo godina preinaciti po kojugod, jer tako neiz- j 
vjestuosti ni kraja ni konca. Znamo da ni latinske crkvene knjige neimaju 1 
klasicke latinstine, ipak se drze vec od vise vjekova toga jezika, prem da bi > 
se bilo moglo boljega cesagod napisati. Kod nas je priznato da u prvom ' 
tiskanju Misala od god. 1483 je podosta pravilan i dobar jezik, ako i nije naj- '. 
bolji, te i zakljuceno drzati ga se u bitnosti, samo da nam je sada biti dosljed- J 
nijim u pravopisu i u njekojih formah. Ako je tako onda sbog tocnosti i ] 
dosljednosti ja bih predlozio da opredjelimo najprije slucajeve u kojih polu- 
glas I imamo pisati naprosto, u kojih ga zamieniti sa otvorenim +, a u kojih 
posve izpustiti. To znamo dobro da u staro doba, dok se je crkveui jezik i po 
puku obicno govorio, pisalo se i bez sugiasnika (sie !), ili bar sa slovi, koja nisu 
tocno oznacivala samoglas, kako je to bivalo u jevrejskom, ali pökle je crk- 
veni jezik izpao iz puckog govora nastala potreba tocnije naznaciti samo- 
glasnike, tako ja mislim da od prilike imalo je biti i kod nas, da gdje ono 
muklo I je moralo imati kakav izgovor malo po malo se uvela vokalizacija 
mjesto njega; a dan danas meni se eini od prieke potrebe da tu stvar uzdr- 
zimo ali dosljedno. Vrlo dobro kaze gn Predsjednik da ce ove knjige doci u 
ruke svecenstvu ]<nje imade znanstveno jironciti stari jczik i da ce se mnrnt 
uvesti u sjemenista stolice strslv. Jezika gdje ih jos neima ; ali imade vec i 
dosad svecenika koji bi zeljeli, i drngih koji sbog njihove sluzbe drzani su 
rabiti glagoljicu a nijesu bili tocno poduceni; ali mi ne smijemo izloziti sti- 
venje crkvenih knjiga posebnoj samovolji, sto bi najvise smetalo gdje ih vise 
ukupno pieva ili sluzi, pak da jedan izgovara dem, drugi den, treci diin i ovim 
podobna. Ja imam svakdano cuti takvih primiera sada, gdje se upotrebljuju 
rusizani Karaniani, pa ipak imaju kakvu takvu vokalizaciju; a sto ce biti s 
ovim novim Misalom koj bi morao izobilovati muklimi poluglasi Bog säm 
znade! Trebat ce pievati a ne smjeti otvoriti ustiju: visidisu Isusu vi cnkiv 
itd. Skole su dobre, ali svi znamo koliko ih izajde prilicno izucenih. Sbog 
toga ja bih predlozio jos njesto, to jest da bi seu ovom izdanju poput iatin- 
skih crkvenih knjiga nadmetnuli naglasci izgovora u tro-vise-slovcanih riecih 
pak da ne bude razlike npr. glägolati, glagolati, glagoläti itd. 

Opredjelimo dakle ocemo li kadgod taj poluglasnik i zamieniti s punim 
samoglasnikom ? s kojim? pak onda budimo dosljedni u svoj kolikoj radnji. | 
S gosp. kan. Brcicem nisam joste nista poblize o tomu zakljucio zato treba 
nam i vase vazno mnenje. 

Ja bih dakle, uvaziv starije spomenike, predlozio : 
1° Da pred suglasnimi dometci zamjenimo i uvjek sa +, kada riec svrsuje 
poluglasom, a izgovor inace postaje odvec mukao, npr. nacetak, krA- 
pak, krotak, lakat, ligak. Gdje pak riec naraste samoglasnikom po- 
vratit I opet na svoje mjesto: nacetika, krApika, logika itd. 
2» U dometcih -fvi (ivi), +-PI (l-Pl) npr. listac, agnac, otac, ovßc, sndac, 
silan, istinan, pravidan, (a gdje naraste lastica, agmca, istinma itd.). 



Kleine Mitteilungeu. 295 

3° l'red doinetciiua Si-, fivuva ueka ostane poluf^las i n. pr. boiintvo, 

clovAoistvo it(i. 
4" Po tili pravilili pisinio v<m. v« ni, va niic, Inz; cnkuv, cnkavni; Ijii- 
böv; cl'm [gdje naraato dmie. dinas, dini/Hiiji; dannii; vas (visa ; sad, 
prisar/, sisad. (prisastvie?); tan, Da6<'n; dvor, dvflri, dvarnik; last 
'Ii8tip>, prilistiti ; mansi, tim</n ftiiiinica, ttma*; razpatiMe; daid 
(dizda. dizditi Sf/miii, Baniiiiiste: st«/- stiza); S'vt. S'ftnik; Biz^ze; 
vapli; vwnini; 8<78iul; ni(r/,da: t^ta^'na. To Jost zaniieniti i Ba A- {;djo 
slovka sa i nejnia ii i)r(Hliijoj ili sljetlocoj slovki .siiino^rlasa o koga da 
sc prilicno osloiii, ili jrdi dolazc zasebice uaiuo imikli sugiasi (vocalia 
ranta . 
i>° Iza poluglasnika /. r pisirao uvjek i, npr. srulrcc. nptati. tlobn, I'etri, 
vAtri ili dobin, i'ctin?:; pristupli, jtrostri, vskn«, otri»i, uiuirsi, 
iiinirii. 
G» Izostaviiiio 1 posvo u riocih p'tica. ji'senica, c'to, k'to, iii'iiog. in'iiA, 
uiis+ca, s'rebro, posMati, dovMAti.guni'no i oviin ßliciiili, gdje se nikad 
ne pretvara u a. A kako cemo z^dÄ il sidA? 0^*^111 V 
7° Zaiinena si, U ili scr. tu: i veznik ni nu)? 
8° Ncka ostanu sa 9 rieci kogda, togda, kozdo (a ne tikmo?j. 
90 A sta cemo s jerora na krajii rieci gdje ne za8tu])a nijednoga saraoglasa? 

Da ue siueta u stivenju najbolje bi ga bilo po sveraa izostaviti. 
10" Nakon V, ^, Ul, W, asift pisat cemo pravilnije » a ne p»?;. 

Sto se forma tioe : 
11° Dativ na o»)(/, mjesto '///('/ \\ mimu]. 
12" Imperfekt na aah. Aah. Aah ili na ah. Ah, Äh; ? 

svemu sto sam gori napomenuo treba nara sada odmah temelj posta- 
viti takov da u napried mozemo sjegurno i dosljedno postupati. Zato molim 
vas da mi sto prije vase mnenje izjavite, te ako sto Jo.s dnigo vam se shodno 
vidi priobcite, Jer ovakovi i slicni slucajevi dohode u svakom redku. tako da 
dokle se ovo ne razjasni nemoze se ni prireti. 

Zelio bih imati Dnigi Dio vasih Primiera starohrvatskoga jezika, ta- 
kodjer i Gramatiku istoga jezika, sto bih vas prosio da mi dostavite postar- 
skim putem, a stroskova sto bude namjerit cu vam istim putem. 

übjavite sadrzaj ove moje prec. G. Rackiu, komu cete prikazati i siiii- 
reni izraz moga poklonstva, te ujedno pozdraviti i g. Prof. Mesica. Preporn- 
cam se Jeda bi Akademija u svomu Rada oznanila i uzela u jiretres moj Tali- 
jansko-slovinski Rjecnik. 

Medju tim sa stovanjem ostajem 

U Krku Veglia Ponizni vam sluga 

dne 5 Srpnja lSü9. Bratr Dragutin A. Parcic. 

4. 

Odlicni prijatelju! 
Posiao sam vam pod ovitkom cetiri bugarske knjizice sto su ovdje u 
najnovije doba izisle, ne mislim da sam se tom malenkoscu odduzio, da pace 



296 Kleine Mitteilungen. 

zapovjedajte da u cem uzmognem budem vam na ruku. Ako vam je poznat 
kakov Rjecnik sgoljno Ruski, t. j. i protumacen ruskimi riecmi novije date, 
srednje velicine, od prilike kakov rabi po skolali, zelio bih da biste mi po 
laznu oznanili za naslov i auktora, pak bih seja pobrinuo proskrbit ga. Sa 
stovanjera jesam. 

Eim 21/1. 880. Vas iskreni 

Dragutin A. Parcic. 

5. 

Veleuceni Gospodine odlicni prijatelju! 

Od kad ste se premjestili u sirje slavjansko kolo nijesam imao srece, ni 
prilike s vami se porazgovoriti ; nu evo sad me nuka okolnost da vas zapro- 
sim za savjet i odlucno mnienje, koje ce mi naznaciti stazu u mom podhvatu. 

Posiao sam vam preporucen po posti jedan Iztisak »Priloga Rimskomu 
Misaluc, sto sam ovdje priredio i dao natisnuti za crkvenu porabu u nasih 
pokrajinah, a iijedno i da me slovinski ucenjaei upute imam li tim istim prav- 
cem prirediti i sav Misal. Kako vidite, osobito iz odlomaka Evangelja, moja 
je bila nakana drzati se po prilici nase brvatske recenzije zapadn. obreda, 
kakova je u knjigah od XII vieka unapried. Za to sam pridrzao samo S (gdje 
bi imalo biti i 18), eamo jedno A, i jedno l svagdje, gdje mii je mjesto po Mi- 
klosicevu Rjecniku, te Jos pisao + mjesto A iza cft., -p (zemla i t. d.) prema na- 
sim glagoljskim epomenikom. Nu nijesam upotrebio stezanja dvaju S, nego 
oboje napisao o ucenü' i slicna); niti njihove dissimilaeije u 35 ilpde/' ni 
llfdi) nego samo pravilno Ijudü" (u gen. pl.); hvalem/t (a ne hvalemei, i t. d. 

Ovdje deaivsi se presv. Racki odobrio je sa svim moj postupak, i nalozio 
mi da istim smjerom obavim svu svojii radnju za Misal; ocekivat cu ipak i od 
vas doticno i za me prevazno mnienje. — Takodjer se zapodjeo govor i o 
slovih, kakovimi da bude tiskan misal, je li glagoljskimi, je li crkvenom c'irili- 
com; ja sam te misli, da se tako na brzu ruku ne zabaci nasa starina, preina- 
civ slova, koja sa dosad poznata i obljubljena kudgod se dan dauas jos sluzi 
staroslovjenski; a nastade li sgoda rasiriti to isto po Hrvatskoj, Bosnoj. Bu- 
garskoj i t. d. moci ce se prema potrebi i obc'em zahtjevu preinaciti, jer ja se 
temeljito bojim, da bi se tom preinakom jedno zanemarilo, a drugoga ne po- 
stiglo. Ja sam dakle stalno i krepko odlucio pozuriti se da sve to priredim i 
pospjesim, i da se okoristimo liepom zgodom, koju nam pruza sv. Stolica, u 
ovo doba blagohotno susretajuc nase zelje; za to vas molim budite tako do- 
bri cim prije mi svoju misao izraziti. 

Sa osobitim stovanjem ostajem 
Rim 15/VII. 881. Vas oddani sluga i prijatelj 

Karlo A. Parcic. 
(Canonico S. Girolamo Ripetta 108.) 

P.P. Biste li mi znali naznaciti kakov stari Apostolar (osim Sisatovac- 
koga , glagoljskoga poriekla. ako li je tamo tiskan, i da bih ga mogao dobiti 
za prispodabljanje odlomaka iz Apostola? inace morat cu se drzati prevoda 
nasih Misala XIV vieka. 



Kleine Mitteilungen. 2«)7 

ß. 

Odlicni prijateljul 

Duzan ßaiu Vam odpovora na Vase jtii^iuü od '.t Kolovoza. i zalivalc na 
poi^latoj ini knjizi od Sreziijt'vyko^a >IlaM»iTiiiiKii mconaro IIiici.Mii«. Medju tiin 
])ri9i)io nii od veleuc. g. Miklosic'a Sisatovacki Apostol. Za dru^^u knjigu kojii 
Uli naponienuste od Voskresenskoffa »Prievod Apostola« ue znaui bi li rai po 
eadrzaju bila potrobna za sadasniu luoju radiiju; to crto Vi »am pro.>*uditi, i 
prc'ina toinu odliu-iti. 

Ja nt'prekidno nastavljan» svoj posao. tako da warn vcc dohru polovicu 
na eiste prejtisao. Kako Vam onoga puta natukmih, ja sc drzim prilicno 
lirvatske recenzije, upotrcbljujuc dakako. gdje su mi i)ri ruci, najstarije tek- 
stove Assemana — Zografskoga — a sad i Sreznjevskoga, a u Apostolskih 
knji^^■lll Sisatovackoga. Za odlomke iz staroga Uvji'ta, osobito za rrnroke. 
ne iuiaju.^ holjili. drzim se svojih najstarijih glagoljasa. Nu ne smiein itrevec 
odstupiti od Vuigatina teksta. — Pökle bildete koji odloniak ;najsk(di Vang- 
jelja^ u toiu luojeni Prilogu pregledao nadam se da ceti nii javiti jesara li pra- 
vora stazom udario, ili iiuani li u cemgod skrenuti od toga pravca. U svem, 
kako vidite. ja sani nauiuio da ovaj Misal izadje u pravilnoj staroslovjenstini, 
a zaodjeven odjef^om nase lirvatske recenzije, od vajkada, a to bar od XIII 
vieka. t. j. od kad joj ima ijaiuetara u nasili juznili crkvenili knjigah po Rini- 
skom obredu. Za Misal pak. koji bi se iinao. po nmienju Rackoga. tiskati 
cirilicom misle da bi ee imalo taj isti tekst piidrzati doslovce, uu prcinaciti 
pravopis u eraislu srbske recenzije t.j. uzeti i.i, razdvojiti A u u i "t, i uvesti 
prejotirano h:, i jos sta takova [Jer mozda samo jedno i.. 

Ja bih najvolio da cirilica ostane za iztot-ni obred, a koga je volja za- 
padnini sluziii, ncka se potrudi i nauciti glagoljsko pisnio. Pilo sto um drago 
sa cirilskim tekstom, zelio bih bar da cetvrta stoljetnica "2"2 Pervara 18^3) 
prvoga glagoljicom tiskan^ Misala bilde proslavljena ovim novim Izdanjem; 
jer prije ne mislim da bi mogao biti dostanipan: nu o tom cemo se do sgode 
Jos razgovoriti. 

Strossninyer kad je bio ovdje natuknuo je da bi liepo bilo u kojemgod 
Rimskom Zavodu uvesti kao predmet staroslovjenstinu. to najbrze u Propa- 
gandi; ali bojim se da ce to ostati pusta zelja. I ov nas sv. Jerolim imao bi 
svoju crkvenu sluzbu u tom istom obavljati; kamo srece, da su svi moje zelje 
i volje, ali . . . unus, nuUus. — Eto sad i u Bosni s novoin katolickom hierar- 
hijom liepe sgode uvesti i slovjenstinu u Crkvi. nu vidi mi se i tute malo ili 
nijedue nade. Ja tako sudim, ne ])o bisk. Stadlern, koga ne poznam. nego po 
njegovu savjetniku, ovdjesnjem nasem kanoniku, koji kani s njim u Sarajevo. 

Za sad dosta. Primite niedja tim izraz moje oddanosti i stovanja, i vje- 
rujte mi da sam Vas zahvalni 

Rim2XI.bbT. Prijatelj 

Dragutin A. Paröic. 
(Ripetta l»tS.) 



298 Kleine Mitteilungen. 

7. 

Veleuceni Gospodine odlicni Prijatelju! 
Ovo moje pismo, akoprem nescekivano, ipak Vain nece doci nenadano. 
Jur Vara je doprlo do usiju da je sv. Stolica uzpostavila u Crnoj gori staro- 
sloviensko Bogosluzje po rimskom obredu, a zato da se knjige tiskaju gra- 
(Jjanskoin cirilicom. Pak nakon toga sada nastalo njekakvo prepiranje, sto 
bi njeki volili da bi se sdrzala crkvena azbuka, a drugi pametno mniju da je 
bas sgodnije da bude samo jedno pismo za oboju porabu. Meni se cini ta 
l^repirka neumjestna da jos i stetna, najskoli sbog toga, sto nebih rad da se 
nasi protivnici i dusmani, kojih iraamo sa svih strana, ne okoriste nasim ne- 
sporazumljenjem, pak oaujetili sve sto smo velikom mnkom dostigli. Ja sam 
dakako najvolio da bi bilo moguce tiskati nase crkvene knjige najprvo gla- 
goljicom, a toga mnenja ste bili i Vi; nu kad bi se imalo iz nuzde preci na 
cirilicu onda mi se cini sgodnija i prikladnija gradjanska, pak eto sada, kad 
je to izriecno dozvoljeno u Eimu nije kud kamo, zelimo li doci do kakva 
prakticna zakljucka. Za me je ta azbuka (gradjanska i crkvena) posvema 
jedna te ista, osim sto nastaje pitanje kako da se izvedu i oznace oni prejo- 
tirani samoglasi, t. ].ja, je, u cem se ne slaze niski sa srbskim (tj. Vukovim) 
pravopisom. Za to ja sam dao otianuti kan pokus jednu stranicu (sto Vam 
saljem napose po postü, gdje sam izveo tu prejotaciju prema starijoj abecedi, 
onako od prilike kako ste i Vi izpisao ono njekoliko stranica u Zografskom 
Vangjelju, gradjanskom azbukom. Eecenzija bi bila prilicno srbska (po Ni- 
koljskomt, t. j. malim Jt-rom (l) po svuda, i n-om, gdje mu je mjesto, a u osta- 
lora sa svim jednaka nasoj hrvatskoj. Ono m, k (ia, kj imalo bi bit sdruzeno 
crticora, cega ovdjesnji tisak za sada nije iraao. Ne znam bi li bilo u redu pi- 
sati i za vokalom ono w., ili samo e, n. pr. cLteniic, bratii«, tvowie itd. ili 
ci.teniie,tvoee? — Glavna stvar dakle, sto ja zelim bi bila ta, dabiste se blago- 
hotno izvoljeli izraziti o transkripciji, koju vam evo saljem, kojih li preinakä 
u ovom mojem pokusu bi bilo shodno uvesti da se sacuva obiljezje staroslo- 
viensko (dakako u obsegu srbske ili hrvatske recenzije, i koje je Vase mnenje 
glede oboje azbuke. Necu Vara za sad na duze dosadjivati; nu oeekivat cu 
na to od Vas saviet i odgovor, a medju tim ostajem 
sa osobitim stovanjem 
Zadar 30/V bS7. Vas ponizni sluga i stovatelj 

Dragutin A. Parcic. 

P.P. Ako mnijete da mi Vase pismo moze stignuti u Zadar do 5 Lipnja 
pisite mi amo, inace upravite listu Krk (Veglia;. 



Veleuceni Gospodine Odlicni Prijatelju! 
Docim Vam ovo moje pismo stigne jamacno da ce Vam bit prispio i 
postarski Omotak, sadrzavajuci Slavenski Misal po Rimskom Obredu, koji 
sam Vara dao poslati preko Zadra. Necete mi zamjeriii, ako Vas se nisam 
prije sjetio, bila mi je uviek ta nakana; nu sbog premalena broja, sto ih se je 
tiskalo, bilo mi pomucno doci do jednoga istiska. Molim Vas, da pökle ga 



Kleine Mitteilungen. 201» 

prollötate izvoiite mi prijaviti Vase cieujeno mucujo, i oi)aike. Vidjet öete, 
da u odlomcih Evanfrjelja upotrebio eani ponajveö AsBemanovo Evangjelje, 
pak i Marijansko. jtridrzao saiu, frdje saiii ili nasao, i stare aoiiste; na na viäo 
nijesti biiii mi unzdno. jer je tako zahtievala rimyka cenzura. da «e priia^rodira 
prevodu Vuifjate. Zao mi je bilo, sto u Apostolu nisam mo^^ao iinati pri ruci 
drugo osim Sisatovackoga, a u odlonifili staroga uvieta iiiorao sam up(»trebiti 
Brciceve odlomke; odloinke Tt-alaiua po Sinaitti>kom psaltiru Geitlerovu; a 
Molitve prema prvomu izdanjii Misala. U obce drzao saui se hrvatske recen- 
zije, zadrzao sanio A, zamieniv ga sa •»• poslie <ft, -P, b, kako Je to obieno u 
nasili starih , a poluglase uredio i)ienia Miklosicevu Kjerniku. Kto vam u 
kratko mojc osuove. Vi ^amo ujoci cete i)ro9uditi triid i miiku, «to su me sta- 
jale u toj radnji. l'ak Jos euvise imao sani urediti i matice za lievanje pis- 
mena, i prot-aja; a uaj)okon kakovu sam nagradu dobioV Nepovoljue su 
okolnosti za oue, koji se bave slavenskom knjigoui. Nu za sve to i ne uiarim, 
jer mi Jejedina nagrada, sto 8am doujekle doprinio. Jeda bi se sacuvalo jos 
ono malo slavenskoga Bogosiuzja. sto tinja u juzuiii krajevili nasega Naroda, 
a to Je i bio uviek cilj. za kojim sam tezio. Ocekivat cu. da me pneastite Va- 
sim pismom; a medju tim primite izraz moga stovauja, i prijateljske odanosti, 
te vjernjte mi da sam 

Vas 
Eim 25/IX 89a. nezaboravni i iskreni prijatelj 1 siuga 

Dragutiii A. Parcic. 

9. 

V e 1 e u c e n i G o s p o d i n e ! 

Po govoru D""' Vitezica mislim da ce Vas ovo moje pismo naci u Opati ji. 
Pisera Vam tamo. Jer Je stvar presna. a tice se nase stvari. o kojoj zurim se 
da Vas obaviestira. Jedan Svecenik iz Trsta obavjescuje me. da Je ondje kod 
njekoga starinara na prodaju Jedan glagoljski Brvijai tiskan god. 1493. To Je 
dakle pratisak Casoslova, o kojera sam Ja uaslucivao, kad sam pred desetak 
godina u Viencii bio natuknuo. da su mi dosla pod ruke oetiri listica tiskana 
na kozi u arkivn Propagandinu u Kimu. i da Je sva piilika da su od god. 
1492, dakle da Je to Jamacno najprvo izdanje, do sad nepoznato. 

Evo sto ima ovaj trscauski otisak: 

d Ilunc breviarium Ipressit magister Andras de tboresanis j^ 
de asula die 13 Martii 14'.'3. 




Ovo Je u formatujako slicno onomu Brozicevu od god. 15(;2; a tiskarje 
jedan te isti. Kaze Jos da mu s pocetka fall koji arak, a inare da Je vrlo 
dobro sacuvan. 

Nego valja znati da taj starinar Je vjerojatno zid. pak da zahtieva GOO 
forinti, a inace da ga kani poslati n London. Po mom mnienju ta ciena Je 
pretjei'ana, nu, jer se dosad nije uslo u trag nijednomu otisku toga izdanja, 
dobro bi bilo da ostane bar u nasoj drzavi, a da nam se ne izraakne u inozem- 



300 Kleine Mitteilungen. 

stvo, gdje ce nam biti nemoguce proucit ga. Ovo Vam javljam, jeda biste 
mozda Vi htjeli s dotienom osobom ugovorati, bud za Becku knjiznicu, bud 
zaZagrebackuakademiju; ili mozda skociti i do Trsta, da se osobno os^gedo- 
cite o njegovoj vriednosti. 

Sveceniku, koji meni sve to javlja, adresa je = D" Doimo Vuletic — 

Via Giulia Nr. 50 = Trieste. 
Ja boravini ovdje ii Krku u Samostanu sv. Frane, i kauim jos ostati za 
ovaj tjedan, pak cu se dati na povratak u Rim. 

Pozdravlja Vas castni Starjesina ovoga Samostana 0. Brusic, i ja sa 
osobitim stovanjem ostajem 

_ Vas 

Krk (Veglia) 16/VII 94. Dragutin A. Parcic. 



Die Kirche des heil. Georg in Nagoric (oder Nagoridino) hei Ka- 
manovo in Altserhien mit einer slavischen Inschrift, 



'^^Stt^'iSSiMSlgi^'^^Zjk^aSLJlfX.,: fti^-Jt^X^fiSj,-^, 







:.T >'. 



Dem Charakter unserer Zeitschrift entsprechend steht für uns in erster 
Linie und nimmt unser Interesse in Anspruch die prächtige slavische Inschrift. 
Sie war schon lange bekannt. Der verstorbene Belgrader Professor Panta 
Sreckovic sah die Kirche und die Inschrift und referierte darüber im J. 1SS3 
(Belgrader r.iaciiuK LH, S.2(jli). Seine Wiedergabe der Inschrift war ungenau. 
Darum bediente sich Akademiker Ljuba Stojanovic, als er seine wichtige Aus- 
gabe »Ciapu cpncKii sanucii ii naTniicii« (KfbHra I. Eeorpas 1902) veranstaltete, 
einer besseren, d. h. richtigeren und genaueren Abschrift, die ihm Prof. P. A. 
Lavrov aus Petersburg zur Verfügung gestellt hatte. Vergleicht man jetzt die 
photographische Aufnahme mit dem bei Stojanovic abgedruckten Texte, so 
stellen sich auch da noch einige nicht unbeträchtliche Abweichungen heraus. 
Die Inschrift besteht aus fünf Zeilen, mit einem kleinen Zusatz unter der fünf- 
ten Zeile, der mit kleineren Buchstaben geschrieben ist. Das Ganze ist eine 
glänzende paläograph. Leistung, eingehauen in Stein, die noch heute, nach bei- 
nahe sechshundert Jahren, in der photograph. Aufnahme und der darnach ge- 
machten Reproduktion sich prächtig ausnimmt. Die Inschrift ist in schöner 
Unzialschrift gehalten mit vielen typographisch nicht leicht wiederzugeben- 
den Ligaturen. Verbunden sind in der ersten Zeile H und H, A\ und h ini 
Worte H3B0A6NH6A\h, ebenso A\ und h im Worte llo>KII6A\h 
und in ^\^OA\h, das nächste Wort ist abgekürzt GTHT^, ein Abbrevia- 



Kleine Mitteilungen. 3U 1 

tionszeiehen darüber ist auf »kr riiotojjraphie nicht sichtbar. Weiter ist |1 
mit \\ und mit K, dann \\ mit \\ in || |'i(- AIIH'-Mi Ani'i Ihll «* ü- 
j,'iert. In der zweiten Zeile sind die drei l'.uciist.itpcn ||ilK '^''^ Wortes 
A\/^\^l(illllHfI in eine Gruppe verbunden, in rt^Ci')!*!'!!'!'! ist der IUk h- 
stabe 1* in (V) liiueinfreschoben. Dann sieht man tl li;,'iert mit || oder viel- 
leicht mit lil, denn am Knde des Huchstaben sieht man deutlich cineKundun;;, 
80 daß[man Uli ,\Ulil lesen kann. Im nächsten Worte ist O'Po Klirzunf? 
fiir OrirtYrc» ja nicht OI'i/^xTO!, in l'O^V.Hnr'^ Pieht man die Li-atur 
des n mit T^ ferner ist lij^i.Tt Uli;' und i] mit T des Wortes |i HP'lililil- 
QC>|;.\|\\ In der dritten Zeile sind die Buchstaben HAMI li^Mcrt in ,>,'|*C- 
IIHIAVIIA.V, dann T und MN, zusammen AMI A-VTlIlin, f,a kürzt ist 
Tir^^'^AMi A\ i'iid li ligiert . möglicherweise ist || TiT^'^AMi zu lesen, denn 
zwischen fl und li erblickt man auf der Photographie einen i^uiTstriili. der 
Sinn würde die Konjunktion ganz gut vertragen KPnA'li «VIMUlin 
AMIAXTIIIin 11 r.l (hWli (iHAV'^WIMiiKl.U.V, im letzten Wort 
ist n "lif A\ ligiert und in den Huclistalien A\ i'iu kleines »? liineingesclirie- 
ben. Weiter liest man deutlich (J(^lirili()K''''ll nicht ohne |i nacli P und 
3(5A\il »ielit /5(iA\AII ■ wobei AV niit IUI in eine Grnppe von drei 
Buchstaben ligiert erscheinen. Eine recht merkwürdige Gestalt hat das am 
Ende der Zeile stehende h des Wortes IIPII AV^^'^IMi GK'^'*!! j:i nicht 
llOiWOf^'liOKOII ! ■ Iq tler vierten Zeile begegnen die Ligaturen \\i* 
des Wortes IIFII, das nächste Wort ergibt deutlich IW'^HTIlIi'rill 
KPnAIIHIl, wo ligiert erscheinen TUE, HK, All, ebenso in ()||- 
AVOIIIIAI'« [HAV, IUI, ferner |||1P und |||| der Worte || ||(>|| 
lir^'AVÜirii." In der fünften Zeile liest man deutlich nil^Olllil, wo 
H und IJ ligiert sind. Nach |\ATiTO folgt die Jahreszahl ^^^ II |{ || H. 
d. h. tiimo und 20 und 1, offenbar ist hier (V) nach ^^j für S(iü ausgelassen, 
falls man nicht annehmen will, daß der Steinmetz das erste ||, das S bezeich- 
net, irrtümlich für Süu gesetzt hat. Jedenfalls unterliegt nach den sonstigen 
ganz deutlichen Angaben die Jahreszahl 6S21, die li\'i nach Chr. G. ergibt, 
nicht dem geringsten Zweifel. Die Angabe Sreckovic's 6828 war unrichtig. 
Denn es befindet sich noch in der Kirche selbst eine Inschrift, die nach Lav- 
rovs beglaubigter Lesart die Jahreszahl üS2(i ergibt, d.h. 1.31 •^. Darnach ist 
die Kirche im Jahre l^L* erbaut worden unter dem Igumen Andonios und be- 
malt ist sie worden im J. \'.i\S also 5 Jahre später unter dem Igumen Venja- 
min. Da ich die im Inneren der Kirche befindliche Inschrift nicht in Photo- 
graphie vor mir habe, so kann ich über ihr Alter nach paläographischen 
Merkmalen nichts sagen. Beachtenswert ist es jedenfalls, daß wälirend die 
äußere Inschrift in bulgarischer Redaktion abgefaßt ist ()/i\. A\/t\MB- 
HHKflS die innere rein serbischen Typus zeigt. Die äußere schreibt nach 
alter Orthographie KPilA'li, r6QPril'li, auch ;HiA\ll, die innere 
soll schon 16 kennen, schreibt 06, nP6rililO( MUirO oben richtiger 

np'BGUG'^'^K »r«? und als Lokal neiiiinAMiiKi statt cBimn- 



302 Kleine Mitteilungen. 

AVIlH'n. Doch kehren wir zu unserer Inschrift zurück. Der Zusatz 
B T()>K6 AliTO Ti und T sind ligiert KPflAh A und h U- 

gicrt li;jlil \ '^ui Ende der Zeile} T^PKH gibt eine chronologisch ge- 
naue Notiz über einen Konflikt der serbischen Heeresmacht mit den Türken. 
Es ist aber nicht gesagt, wo. 

Durch die große Freundlichkeit des Herrn Baron P.Salis-Soglio. der 
zu wiederhalten Malen jene Gegenden bereiste und an Ort und Stelle pracht- 
volle photographische Aufnahmen machte, sind wir in die angenehme Lage 
versetzt, nebst der Inschrift auch noch die Kirche selbst, als einen herrlichen 
byzantinischen Bau, unseren Lesern veranschaulichen zu können, wozu ich 
nur das bemerke, daß die Inschrift über der auf Bild I sichtbaren Eingangstür 
der Kirche angebracht ist. Der Ort selbst liegt im Kosovogebiet oder Alt- 
serbien, östlich von Kumanovo, westlich vom Fluß Psinja, wird auf den 
"neueren Karten Nagoric geschrieben, auf der Route von Kumanovo gegen 
Makres und Egri-Palanka. Doch darüber lassen wir Herrn Baron P. Salis zu 
Worte kommen: 

»Die dem Kloster zunächst gelegene Eisenbahnstation der Linie Nisch- 
Salonik ist Kumanova. Die Stadt Kumanova liegt ca. 3 km von der Stadt ent- 
fernt im Tale. Die Einwohnerzahl beträgt tSoüO, darunter 7500 Bulgaren, 
1400 Serben und 'JOüü Türken, Albnesen, Tartaren. Griechen und Kutzo- 
walachen 100.« 

»Von der Stadt Kumanova fährt man ca. 3 km auf einer Straße, dann 
geht es auf einem Feldweg, der durch ein ziemlich tief eingeschnittenes Tal 
führt, nach Nagoriciuo etc. Bei trockenem Wetter braucht man IV2 St. zu 
Wagen. Bei Regen kommt man überhaupt schwer hin, da der Boden lehmig 
ist. Kurz vor der Kirche steigt man eine Höhe hinan und erblickt unvermutet 
den prachtvollen Bau des serbischen Klosters Sv. Nikoljani, an eine kleine 
Höhe angelehnt. Außer den in nächster Nähe der Kirche stehenden Pappeln, 
sowie ein paar Obstbäumen in den Gärten der umliegenden elenden Hütten 
ist die Gegend kahl. Bei der Kirche befindet sich ein Friedhof (diese sowie 
der Friedhof sind von einer niedrigen Mauer umgeben) und ein Karakol 'Ka- 
serne) für türk. Soldaten, da der Ort öfters von Banden heimgesucht wurde. 
Der Ort Nagoricino zerfällt in viele, oft mehr als 2 km von einander liegende 
Mahales (Viertel) und ist die Bevölkerung serbisch. Vom Kloster hat man 
einen weiten Ausblick in die Ebene und auf die Berge, die an der bulgarischen 
Grenze liegen. Ein trostloser Anblick. Alles macht den Eindruck der Ver- 
lassenheit, und daß, obwohl der Boden sehr fruchtbar ist, doch der Anbau 
nicht lohnenswert ist, da man nicht weiß, ob nicht alles geraubt und ange- 
zündet wird.* 

»Die Kirche Nagoricino liegt ca. 2V2km nördlich der Straße Kumanova- 
Egri Palanka. Die Pcinja fließt 4km östlich des Klosters.» 
»I. Die Türe mit der Inschrift ist nach Westen gerichtet und ist I. der An- 
blick des Klosters, der sich einem bietet, wenn man von Kumanovo auf 
dem Feldwege kommt. 
IL ist Südseite — von Südwest gesehen.« 



Kleine Mitteilangen. 



3o:t 





II. 



304 Kleine Mitteilungen. 

Soweit reicht die Mitteilung des Herrn Baron P. Salis-Soglio. Inzwischen 
ist das schöne Werk N. P. Kondakov's (MaKCÄOHia. Apxeo.iorHiecKoe nyre- 
luecTBie. CIIö. 1900, 4», 308) erschienen, wo auf S. 195—199 die Kirche von 
Alt-Nagoric ^wie der Ort hier genannt wird) genauer kunstgeschichtlich be- 
schrieben wird. Das Buch reproduziert auch unsere Inschrift, doch nicht so 
deutlich, wie es uns nach der Aufnahme des Herrn Baron von Salis möglich 
war hier zu tan. Auch gelesen und chronologisch bestimmt wird die Inschrift 
auf S. 197 nicht ganz richtig. Die im Inneren der Kirche befindliche Inschrift, 
bei Kondakov auf S. 197 mitgeteilt, soll nach seiner Darstellung das Jahr 
SWKr (also nicht SIVKS, d. h. 6823, und nicht (iS2(i) geben, darnach wäre 
das Innere der Kirche schon im J. 1315, zwei Jahre nach dem äußeren Bau, 
fertiggestellt. Ich weiß nicht, wer Eecht hat. Sehr wertvoll und lesenswert 
sind die kunstgeschichtlichen Bemerkungen Kondakov's. Er gesteht von dem 
prächtigen Anblicke der großen Kirche sehr überrascht gewesen zu sein, und 
obwohl er später, als er die Kirche von Gracanica sah, ein klein wenig von 
dem ersten überwältigenden Eindruck nachgeben mußte, so verblieb dieser 
doch andauernd so mächtig und lebhaft, daß ersieh entschloß, näher auf die 
Architektur der Kirche einzugehen (S. 196 — 199). Wir entnehmen seiner Be- 
schreibung des Inneren der Kirche folgende Stelle: Innerlich ist die Kirche 
vorzüglich ausgeschmückt durch allerlei Details, durch dreifache Fenster, 
Gesimse und Karniesen, Kolonnen, Kapitale und jonische Basen. Überhaupt 
stellt die Kirche innerlich eine äußerst malerische Perspektive von außer- 
gewöhnlich symmetrischen Spannungen und erhöhten Wölbungen dar mit 
einer ganzen Eeihe schlanker, in die Höhe emporragender Säulen. In der Tat 
fällt sie in die Zeit der größten Blüte der serbischen Architektur . . . Die 
Hauptsehönheit der Kirche besteht in ihrer vollständigen Ausmalung, die den 
hohen Wert der erstklassigen Meister verrät. In den fünf Kuppeln der Kirche 
erblickt niian die charakteristischen Darstellungen verschiedener Typen des 
Christus als Erlöser, des Heilandes als Pantokrator, des Heilandes als Emma- 
nuel, des Alten an Tagen, und es wäre sehr lehrreich, genaue Aufnahmen 
dieser Abbildungen einmal zu bekommen. Auf den Wänden ist der historische 
Teil der christlichen Lehre in der Form von evangelischen Ereignissen, wie 
es scheint, in voller Reihenfolge gezeichnet. Charakteristisch ist auch das, daß 
als das Verbindungsglied zwischen dem Evangelium und der Darstellung des 
von himmlischen Kräften umgebenen Pantokrator, als Vermittler zwischen 
dem Alten und Neuen Testament, die Propheten dienen. Als ein eigentüm- 
liches Detail, aus dem XIII. uad XIV. Jahrb., ist der Platz hervorzuheben, der 
in dieser Wandmalerei der Mutter Gottes eingeräumt wird, nämlich: in der 
Absis, in der Altarwölbung ist die Mutter Gottes mit dem Knäblein, umgeben 
von zwei vor ihr stehenden Erzengeln gezeichnet; auf den zwei Säulen zu bei- 
den Seiten des Altars sieht man die übliche Verkündigung; auf der westlichen 
Wand der Kirche im Narthex (Vorhof) die Obdormitio, den Platz des jüngsten 
Gerichtes einnehmend, während das jüngste Gericht schon beim Übergang 
aus dem äußeren in den inneren Narthex Platz gefunden hat. Endlich sind 
die Abbildungen Jesu Christi und der Mutter Gottes auf den großen Säulen 



Kleine Mitteilungen. 305 

des inneren Narthex, gegenüber dem Eingang, angebracht. Die Wölbungen 
um den Altar, wie auch die Trommeln der Kuppel, sind von den Propheten 
eingenommen. Ferner ist in der Absis unter der Mutter Gottes die Euohariste 
und noch tiefer die zwölf Hohen Priester gezeichnet. Im N:irthe.\ kommen 
die Vitae verschiedener Heiligen, hauptsächlich des Georgios und Demetrios. 
zur Darstellung, die letzten in 27 Feldern. Alle Arken und Bogen sind mit 
Zeichnungen der Heiligen in Brustform, im Altar mit vollen Figuren bedeckt. 
Für uns ist es besonders interessant, die Abbildungen der heil. Kyrill und 
Methodios auf einer Arke des Narthex zu beobachten. Sie stehen neben- 
einander: Kyrill in der Dalmatika mit Omophoron, Methodios in dem mit 
Kreuzen bedeckten Sakkos. V. J. 



Dr. Balthasar Anto?i Bogisic hi der k. k. Hofhihliothek zu Wien. 
(Nach Akten der Bibliothek.) 

Nach dem Austritte Miklosichs im J. 1862 verfügte die Hofbibliothek 
über keinen Slavisten ; außerdem erforderten auch außerordentliclie Katalogs- 
arbeiten einen neuen Hilfsarbeiter oder Kollaborator. Der definitiven Auf- 
nahme eines solchen mußte eine zweimonatliche Probepraxis vorausgehen. 
Der Gehalt eines definitiven Kollaborators betrug 525 fl. ö. W., gewährte aber 
vorerst keinen Anspruch auf stabile Anstellung; sondern man war nur für die 
Dauer der betreffenden Arbeiten aufgenommen, bei der dereinstigen Pensio- 
nierung jedoch konnte den Hilfsarbeitern nach der ah. Entschließung vom 
4. Juli 1S57 Nr. 4272 die in dieser Eigenschaft zurückgelegte Zeit in Anrech- 
nung gebracht werden, falls dieselben in eine systematisierte Stelle ^ei dieser 
Hofanstalt eingerückt waren. 

Dem Bedürfnisse der Bibliothek entsprechend hieß es in der Konkurs- 
ausschreibung vom 30. Oktober 1862, welche das >Amtsblatt zur Wiener Zei- 
tung* am 4. und 6. November d. J. brachte, daß »die erledigte Stelle dießmal 
ausschließend nur einem Bewerber verliehen werden (kann), der sich wissen- 
schaftliche Kenntnisse der slavischen Sprachen und ihrer Literatur erworben 
hat«. Der Einreichungstermin war mit dem I.Dezember d. J. festgesetzt. Bis 
zum Ablauf dieses Termins haben sich 2 Kompetenten gemeldet: Karl Freiherr 
Zornberg v. Gallvitz (12. XL, präs. 17. XL), ein 21-jähriger pensionierter 
Lieutenant, und Johann Slanina (14. XL, präs. 17. XL) aus Aujezd in Böh- 
men, gew. Diurnist beim Katasterinspektorat zu Klattau und später Theologe 
zu Budweis, damals aber Schriftführer der Wiener Genossenschaft der Klei- 
dermacher. Da aber der erste Bibliothek-Kustos und Hofrat Eligius Freiherr 
von Münch-Bellinghausen fand, daß keiner der Kompetenten die geforderten 
Eigenschaften nachgewiesen habe, >um auch nur zur Probepraxis zugelassen 
zu werden*, so erbat er sich mit dem Berichte an das k. k. Obersthofmeister- 
amt vom 2. Dezember 18G2 ad Nr. 225 die Bewilligung, den Termin der Aus- 
schreibung bis 1. Jänner 1863 verlängern zu dürfen, was ihm mit dem Erlasse 
vom 4. Dezember 1862 Z. 6258 auch bewilligt wurde; so brachte das Amts- 
blatt am 7., 10. und 12. Dezember abermals die Konkursausschreibung. In- 

Archiv für slavische Philologie. XXXI. 20 



306 Kleine Mitteilungen. 

dessen hatten sich noch auf die erste Ausschreibung gemeldet: Michael B. 
Kfiz (29. XL, präs. l.XII.) aus Svitavka in Mähren, Lehramtskandidat und 
Redakteur der Hvezda in Olmütz; Dr. Johann v. Rosenberg (29. XL, präs. 
1 . XIL) aus Lemberg, Konzeptspraktikant der k. k. Finanzprokuratur in Kra- 
kau. und der Techniker Franz Figura (29. XL, präs. 1. XH.) aus Wielkieoczy 
in Galizien ; auf die zweite Ausschreibung aber meldete sich mit dem Gesuche 
vom 19. Dezember Dr. Balthasar Anton Bogisic »aus Ragusa [Ragusavecchia] 
gebürtig, 27 Jahre alt, katholisch«, >wohnhaftLandstraße Hauptstraße Nr. 339, 
5'e Stiege, P«"! Stock links« allein. 

Seinem Gesuche legte Bogisic bei: A. ein Attest des Lyceal-Gymnasiums 
zu St. Caterina in Venedig als Beweis, daß er daselbst im J. 1859 die Maturi- 
tätsprüfung >mit vorzüglichem Erfolge abgelegt« und »die italienische Sprache 
und Literatur zu seinem besonderen Studium gemacht« habe ; B. ein Zeugnis 
der Wiener Universität über die im Oktober 1861 >mit gutem Erfolge« ab- 
gelegte rechtshistorisehe Staatsprüfung; C. und D. Zeugnisse von den Uni- 
versitäten Berlin und München als »hinlänglichen« Beweis, daß er daselbst 
»außer dem Rechtsstudium Geschichte, Philosophie und Philologie eifrigst 
betrieb« ; E. und F. Dokumente über seine am 4. August 1S62 an der philoso- 
phischen Fakultät zu Gießen erworbene Doktorwürde und über seine daselbst 
bestandene »Prüfung in der Geschichte als Hauptfach und in der classischen 
Philologie und Philosophie mit der Note magna cum laude«; G. eine ihm 
wahrscheinlich von Miklosich gegebene Bestätigung, »daß er außer der ser- 
bischen Sprache, die in seiner Heimat neben der italienischen Volkssprache 
ist, auch aller anderen slavischen Sprachen und deren Literatur vollkommen 
kundig ist« ; H. ein Privatzeugnis, daß er die französische Sprache »gründlich 
studirt« Jjabe; J.und L. Bestätigungen, »daß sowohl sein moralischer Lebens- 
wandel als auch seine politische Gesinnungen in seinem Geburtsorte allge- 
meine Anerkennung gefunden haben sowie er auch während seines Aufent- 
haltes in Wien zu keinem Tadel Veranlassung gegeben hat« ^). Im Gesuche 
weist er noch auf seine Studienzeugnisse hin, als Beweis, daß er »der deut- 
schen Sprache . . . vollkommen mächtig« ist; hebt hervor, daß er »während 
eines längeren Aufenthaltes in Paris Gelegenheit gefunden, sich in dieser 
Sprache allseitig auszubilden« ; erwähnt, er sei »aufs eifrigste beflissen sich 
mit der englischen und spanischen Sprache bekannt zu machen« ; beteuert, 
seine Kenntnis der slavischen Sprachen und Literaturen könne »auch durch 
nähere Erkundigiingen bei dem Reichsrathe Herrn Prof. Dr. v. Miklosich, 
unter dessen Leitung er sich in der slavischen Philologie weiter ausbildete, in 
Erfahrung gebracht werden«. 

Miklosich wird zugunsten seines eben wieder nach Wien gekommenen 
Schülers jedenfalls sein Wörtlein gesprochen haben, was um so leichter war, 
als Bogisic sowohl was wissenschaftliche Vorbildung als auch was Sprach- 
kenntnisse anbelangt, seinen Konkurrenten weit überlegen war. So bezeich- 
nete ihn Münch in seinem Berichte an das Obersthofmeisteramt vom 4. Jänner 



Diese Dokumente sind ihm zurückgestellt worden. 



Kleine Mitteilungen. 307 

1863 Z. 2 unter allen Kompetenten >al9 den tauglichsten« und beantragte 
dessen Zulassung zur piobcweisen Verwendung. 

Nach den üblichen Erhebungen wurde mit dem Erlasse des Obersthof- 
meisteramtes vom 9. Februar 181)3 Z. "00 (erwähnt im näehstzitierten Doku- 
mente) die Aufnahme Bogisics als provisorischen Hilfsarbeiters genehmigt, 
und dieser mit dem Dekrete der Hofbibliotliek vom 11. Fi'l)ruar lS(i:< ad Nu- 
merum 2S aufgefordert, sich wegen des Antrittes seiner Dienstleistung am 
14. d. M. bei der Hof bibliothek zu melden. Pünktlich nach Ablauf der zwei- 
monatlichen Probezeit beantragte Münch mit dem Berichte an das Obersthof- 
meisteramt vom 9. April 1863 Z. 68 unter Hervorhebung des von Bogisic wäh- 
rend seiner provisorischen Anstellung an den Tag gelegten »FleiGes. vielsei- 
tiger Kenntnisse und Anstelligkeit< die definitive Aufnahme desselben als 
Hilfsarbeiter und die Anweisung der ihm als solchem zukommenden Bezüge 
mit 1. April 1863, und schon mit dem Erlasse des Obersthofmeisteramtes vom 
10. April 1803 Z. 1864 wurde Münchs Antrag genehmigt. Zugleich mit dieser 
angenehmen Botschaft aber wurde Bogisic mit dem Dekrete der Hof bibliothek 
vom 14. April d. J. Z. 71 auch eröffnet, daß seine fernere Beibehaltung selbst 
in seiner damaligen > Stellung für die Dauer der außerordentlichen Katalogs- 
arbeiten lediglich von seiner Verwendung abhängen wird«. 

In der zweiten Hälfte des nächsten Jahres erheischten »äußerst wichtige 
und unaufschiebbare Familien-Angelegenheiten dringendst« Bogisics Gegen- 
wart in Ragnsa, und er ersuchte am 16. Juli 1864 um einen 6-wüchentlichen 
Urlaub. Seine Bitte unterstützte er auch durch die Erklärung, daß er im 
Falle der Bewilligung des Urlaubes »bereit sei, auf den Bezug seiner Gebühr 
für den Monat August Verzicht zu leisten«; Münch gegenüber bezeichnete er 
seine Geschäfte in Ragusa als so wichtig, >daß er, um sie zu besorgen, 
nöthigenfalls selbst auf seine Anstellung bei der Hofbibliothek verzichten 
müßte« im nächstzitierten Dokument). Münch befürwortete im Berichte an 
das Obersthofmeisteramt vom 16. Juli 1864 Z. 164 Bogisics Gesuch mit Hin- 
weis darauf, >daß es für die Hofbibliothek und nahmentlich für außerordent- 
lichen Katalogsarbeiten von höchster Wichtigkeit sei, sich die einmahl ge- 
schulten und abgerichteten Hilfsarbeiter zu erhalten, und daß es daher räth- 
lich sei, ihren Wünschen in billigen Dingen Rechnung zu tragen«:, und hob 
hervor, dies gelte »um so mehr von dem Bittsteller, als derselbe seit dem 
Austritte des Prof. Miklosich der einzige wissenschaftlich gebildete Slavist 
ist, den die Hof bibliothek dermalen besitzt, noch überdies ein vorzüglicher 
Mensch ist!« Mit dem Erlasse des Obersthofmeisteramtes vom 18. Juli 1864 
Z. 3543 bekam auch Bogisic den gewünschten Urlaub bis Ende August, natür- 
lich >gegen Rücklassung der auf den genannten Monat entfallenden Quote 
seines Bezuges«. — Mitte des Jahres 1866 war Bogisics Gesundheit so zer- 
rüttet, daß ihm der Arzt den »Gebrauch von Mineralbädern als unumgänglich 
nothwendig« empfahl. Bogisic bat am 2. August wieder um einen 6-wöchent- 
lichen Urlaub, der ihm auf Empfehlung Münchs im Berichte an das Obersthof- 
meisteramt vom 2. August 1866 Z. 179 hin mit dem Erlasse des Obersthofmeister- 
amtes vom 3. August 1866 Z. 3472 bis 1-5. September auch bewilligt wurde, in 
Rücksicht auf seine Krankheit diesmal »mit ausnahmsweiser Belassung der 

20* 



308 Kleine Mitteilungen. 

auf die Urlaubszeit entfallenden Quote seines Bezuges«. — Das dritte Mal 
suchte Bogisic für den Monat Mai 1867 einen außerordentlichen Urlaub zu 
erlangen. Er hatte von der k. k. geographischen Gesellschaft in Wien den 
Auftrag bekommen, in ihrem Namen die ethnographische Ausstellung in 
Moskau zu besuchen. Als findiger Kopf machte er sofort auch dem Unter- 
richtsministerium das Anerbieten, bei dieser Gelegenheit für dasselbe Nach- 
richten und Materialien über russische Lehranstalten zu sammeln. Das Unter- 
richtsministerium war geneigt das Anerbieten anzunehmen, und meldete dies, 
wahrscheinlich mit der Frage, ob Bogisic den notwendigen 3-wöchentlichen 
Urlaub bekommen könnte, dem Obersthofmeisteramt, und dieses schickte mit 
dem Erlasse vom 27. April 1867 Z. 2086 die Zuschrift des Ministeriums an die 
Leitung der Hofbibliothek zur Berichterstattung. So erhielt Münch >von dem 
Anerbiethen des Dr. Bogisic . . . erst nach der vollendeten Thatsache Kennt- 
niß«; dazu hatte das Obersthofmeisteramt mit dem Erlasse vom 8. August 
1866 Z. 3575 der Hofbibliothek >die möglichste Beschleunigung der außer- 
ordentlichen Katalogsarbeiten aufgetragen« : daher sprach sich der Leiter 
dieser Katalogsarbeiten Kustos Birk gegen den an Bogisic zu bewilligenden 
Urlaub aus, und Münch >konnte nicht umhin«, in seinem Berichte an das 
Obersthofmeisteramt vom 30. April 1867 Z. 102 >dieser Ansicht beizutreten«. 
»Ob noch gleichwohl«, fügte Münch in seinem Berichte hinzu, »bey dem Um- 
stand, daß Bogisics nur einen Urlaub von 3 Wochen anspricht, und daß die 
Zahl der Hilfsarbeiter . . . sich auf sieben erhöht hat, von Seite des Obersthof- 
meisteramtes dem Gesuche des Bittstellers ausnahmsweise Statt gegeben 
werden könne, das hängt von der Erwägung der Frage ab, welches Gewicht 
auf den Wunsch der geographischen Gesellschaft, die nicht leicht einen 
geeigneteren Vertreter als Bogisic auftreiben wird, und auf die Geneigtheit des 
Unterrichtsministeriums, die Sendung auch für ihre Zwecke zu benützen zu 
legen wäre«. Das Obersthofmeisteramt legte Gewicht auf diese Wünsche, 
aber auch auf die Stimmen der öffentlichen Blätter über die Tendenzen der 
Moskauer Ausstellung, und erteilte mit dem Erlasse vom 4. Mai 1867 Z. 216S 
der Hof bibliothek »die Ermächtigung, den Hilfsarbeiter Dr. Balthasar Bogisic, 
welcher im Auftrage der k. k. geographischen Gesellschaft die im laufenden 
Monate in Moskau stattfindende ethnographische Ausstellung zu besuchen 
gedenkt, zu diesen Behufe seiner Stelle zu entheben und gewärtiget man über 
den Tag der Dienstenthebung wegen Einstellung der hofzahlämtlichen Be- 
züge des Dr. Bogisic die berichtliche Anzeige«. Als Grund wurde angegeben: 
»Eine Beurlaubung des genannten Hilfsarbeiters zu dem angegebenen Zwecke 
kann nicht stattfinden, da man es nach allem, was die öffentlichen Blätter 
über die Tendenzen berichten, welche mit der ethnographischen Ausstellung 
in Moskau in Verbindung gebracht werden, nicht für angemessen erachtet, 
wenn Dr. Bogisic sich an den anläßlich derselben stattfindenden Versamm- 
lungen in der Eigenschaft eines Hof bediensteten beteiligen würde«. Der Hof- 
bibliothek blieb »es übrigens anheimgestellt, seinerzeit die Wiederaufnahme 
des Dr. Bogisic als Hilfsarbeiter in Antrag zu bringen«. Dies mochte aber 
Bogisic etwas gefährlich erschienen sein, und Münch konnte am 8. Mai 1867 
Z. 106 an das Obersthofmeisteramt berichten, »daß . . . Dr. Bogisic von seinem 



Kleine Mitteilungen. ;{00 

Vorhaben, die ethnographische Ausstellung zu Moskau zu besuchen, abzu- 
sehen erklärt hat<. 

Als Vermittlerin zur Beziehung des wissenschaftlichen Materials aus 
einer fremden Bibliothek nahm Bogisic die Hofbibliothek während seines 
Verweilens daselbst nur für seine Arbeiten über den liagusaner Gelehrteu 
Stefano Gradi in Anspruch. Mit Erlaubnis des .Staatsministeriums hatte er 
sich schon im Herbste 1^02 >im kreitiamtlichen Archive zu liagusa die wich- 
tigsten Schriftstücke, welche sich auf die Geschichte nicht nur Kagusa's, son- 
dern Österreichs undEaropa's überhaupt beziehen, aufgezeichnet< (im nächst- 
ziiierten Dokumente . Am 17. Oktober 1805 wendete er sich an die Hofbiblio- 
thek mit der Bitte, ihm durch die betretfenden Behörden von diesen Stücken 
die Zusendung des Nr. 1255 d. i. >Racoolta di minute di lettere di Stefano 
Gradi relative a vari aftari della republica divise in 4 volumi anno ltJ42 — 
1681 < behufs Ausnützung für wissenschaftliche Zwecke auf die Dauer von 
4 Monaten zu ermitteln. Münch leitete mit dem Berichte vom 18. Oktober 1805 
Z. 241 das Gesuch an das Obersthofmeisteramt und trug >die gnädige Befür- 
wortung« desselben »und dessen nachdrückliche Unterstützung . . . bei den 
k. k. Staatsministerien vor«. Auf die Befürwortung des Obersthotmeister- 
amtes hin ließ das Ministerium des kaiserlichen Hauses und des Äußern das 
verlangte Manuskript von Ragusa nach Wien kommen Obersthofmeisteramt an 
die Hof bibliothek unter 14. Februar 1866 Z. 733) und nach Verlauf von 4 Mo- 
naten seit der Einreichung des Gesuches wurden dem Bittsteller die 4 Bände 
mit dem Dekrete der Hof bibliothek vom 19. Februar 1866 Z. 52 in der >Art 
und Weise übergeben«, daß er »immer nur einen Band benützen« durfte. Er 
überzeugte sich aber bald, daß die Berichte dieser 4 Bände bedeutende 
Lücken aufweisen, die nur durch Beiziehung der übrigen, im Protokolle des 
obgenannten Archives teils »unter Nr. 1254. XI; Periode lOou — 17uo ... Varie 
scritture e minute di lettere . . . riguardanti il commercio Raguseo nello State 
Pontificio, affari trattati dal Gradi«. teils unter den Nummern 548, 549, 635, 
687, 692, 695, 723, 726, 727, 731, 737, 744, 765, 785, 789, 797, 799, 8Ul, 827, 832, 
853, 912,980, 1060, 1061, 1064, 1U65, 106S, lo71, lü77, 1078, 10S5, 1090, 1092, 
1093, 1094, 1107, 1137, 1166, 1177, 1181, 1368, 1407, 1450 und 1468 verzeich- 
neten Briefe Gradis ausgefüllt werden können. Daher stellte er am 9. März 
1866 an die Hof bibliothek die Bitte, ihm für jene Briefe, »welche sich in einem 
Fascikel befinden und im Archiv-Protokolle sub Nr. 1254 Periode 1600 — 1700 
angeführt sind, die Zusendung für die Dauer von drei Monaten vermitteln zu 
AvoUen, bezüglich der übrigen (ihm, aber ... die Erlaubniß zu erwirken, (sich) 
durch den . . . Grafen Niklas de Pozza . . . getreue Abschriften derselben . . . 
besorgen lassen zu dürfen«. Auf dem üblichen Wege kamen zu den früheren 
4 noch 2 Bände (Münch an das Obersthofmeisteramt am 13. HI. 1866 Z. 76; 
Obersthofmeisteramt an die Hof bibliothek am 24. V. 1866 Z.2401] und wurden 
dem Bittsteller mit dem Dekrete vom 30. Mai 1866 ad Z. 143 überlassen; zu- 
gleich wurde ihm auch mitgeteilt, »daß bezüglich der Anfertigung von Ab- 
schriften der von ihm) . . . bezeichneten . . . Schriftstücke durch den Gutsbe- 
sitzer Grafen Nikolaus Pozza der Kreisvorsteher in Eagusa von Seite des 
dalmatinischen Statthaltereipraesidiums entsprechend angewiesen ist«. Bis 



310 Kleine Mitteilungen. 

zum 25. Mai 1867 war seine Studie »trotz mannigfachen anderweitigen litera- 
rischen Beschäftigungen so weit gediehen, daß die einleitende Abhandlung 
von der . . . Akademie der Wissenschaften bereits zum Drucke angenommen 
und unter der Presse (war) . . ., auch (waren) . . , Abschriften vollendet; allein 
nach eingeholtem Kath der sachverständigsten Männer, muß(te; es als wün- 
schenswerth bezeichnet werden, die Druck-Bögen-Correktur nach den Origi- 
nalien zu besorgen«. Mit Rücksicht darauf bat Bogisic am 25. Mai 1867 die 
Hofbibliothek »um Erwirkung einer weiteren etwa sechsmonatlichen Frist 
beim k. k. Kreisamte Eagusa«, was auch geschah (Münch an das Obersthof- 
meisteramt am 25. V. 1867 Z. 120; Obersthofmeisteramt an die Hofbibliothek 
am 20. VI. 1S67 Z. 3069). Die Rückgabe verzögerte sich aber auch noch über 
diese Frist. Bei seinem unerwarteten Verlassen Wiens im Februar 1868 ver- 
traute Bogisic die 6 Bände einem Bekannten an mit dem Ersuchen, »dieselben 
der Hofbibliothek unverw^eilt zur Zurückstellung zu übergeben, welchem 
Wunsche aber nicht nachgekommen worden ist« (Münch an das Obersthof- 
meisteramt vom 21. III. 186S Z. 61). Das Ministerium des Innern urgierte beim 
Obersthofmeisteramt die Rückstellung des Manuskriptes, dieses schickte die 
Zuschrift am 19. März 1868 Z. 1570 der Hof bibliothek >zur sofortigen Bericht- 
erstattung«. Münch ist erst durch diese Reklamation zur Kenntnis der Sach- 
lage gelangt (im nächstzitierten Dokument), erfuhr wahrscheinlich von Bo- 
gisics gewesenen Kollegen den Aufbewahrungsort der Handschrift und 
schickte sie mit dem Berichte vom 21. März 1868 Z. 61 an das Obersthof- 
meisteramt; Bogisic selbst war damals schon in Temesvär. 

In Gemäßheit der ah. Entschließung vom 29. Dezember 1867, mittelst 
welcher die Kreirung von Schulratsstellen für die Militärgrenze genehmigt 
wurde, war nämlich der damalige Reichskriegsminister Franz Freiherr Kuhn 
V. Kuhnenfeld in die Lage gekommen, die Stelle eines Schulrates in Temesvär 
zu besetzen. »Für diesen Posten wurde (seine) . . . Aufmerksamkeit auf den 
auch durch seine literarische Thätigkeit bekannten . . . Bogisic . . . gelenkt« 
(im nächstzitierten Dokument). Er ersuchte daher Münch mit der Zuschrift 
vom 2. Februar 1868 Praesidiale Nr. 3o7, von Bogisic, falls er bezüglich der 
Eigenschaften desselben »gut informiert und dessen Austritt aus der Verwen- 
dung in der k. k. Hof bibliothek keine Hindernisse im Wege stehen, die 
schriftliche Erklärung : ob er die Schulraths-Stelle in Temesvär — mit welcher 
der Jahresgehalt von 1400 fl., das systemmäßige Quartiergeld nach der VIII. 
Diätenklasse, und während der Schulbereisungen eine tägliche Zulage von 
4 fl. verbunden ist, anzunehmen bereit ist, abzuverlangen und (ihm) . . . solche 
gefälligst zukommen zu lassen«. Münch kam dem Wunsche Kuhns sofort nach 
(Dekret an Bogisic vom 4. II. 1868 Z. 25;, und Bogisic erklärte sich bereit, eine 
nach 5 Jahren noch immer nicht stabile Stellung mit dem Gehalte von 525 fl. 
in Wien gegen eine definitive Stellung mit dem fixen Gehalte von 1400 fl. im 
Banat einzutauschen. Schon am 4. Februar 1S6S Z. 24 schickte Münch dem 
Reichskriegsminister Bogisics Erklärung und seine Empfehlung, die lautete : 

»So ungern ich eine Kraft, wie Bogisic, der besonders im Slavischen der 
Hofbibliothek wesentliche Dienste leistet, aus dieser kais. Anstalt scheiden 
sehe, kann ich doch bei der Eigenthümlichkeit seiner Verwendung daselbst, — 



Kleine Mitteilungen. 31 1 

da er in keiner definitiven Anstellung steht, sondern nnr in solange aufgenoui- 
men ist, als die außerordentlichen Katalogsarbeiten währen, — seinem wei- 
teren Fortkommen um so weniger hinderlich im Wege stehen, als ich ihn als 
einen reich begabten wissenschaftlich gebildeten Mann kennen lernte, den ich 
mir E.E.auf das wärmste anzuomptehlen erlaubL'<. Darauf wurde Bogiäic mit 
der Zuschrift des Reichskriegsministeriums vom 14. Februar 18ÜS Z. Ü'J.'j zum 
Grenzschulrate mit dem Amtssitze in Temesvär ernannt (im nächtzitierten 
Dokument), mit dem Dekrete der Hof bibliothek vom 16. Februar 1S6S Z. 36 
seiner bisherigen Dienstleistung enthoben und aufgefordert, an seinen >neuen 
Bestimmungsort unverzüglich abzugehen<. Zugleich wurde ilim vom Präfekten 
der Hof bibliothek erklärt: »Bei dieser Gelegenheit kann ich nicht umhin, mein 
lebhaftes Bedauern über den Verlust auszusprechen, den die Hofbibliothek, 
der Sie durch eine Reihe von über 5 Jahren wesentliche Dienste geleistet 
haben, durch Ihren Austritt erleidet<. 

Aus seiner Hilfsarbeiterzeit aber suchte Bogisic für seine Zukunft noch 
einen letzten Nutzen zu gewinnen. Mit Berufung auf die Anfangs erwähnte 
ah. Entschließung vom 4. Juli 1857 Nr. 4272 reichte er beim Generalkommando 
in Temesvär um die Anrechnung der bei der Hofbibliothek zugebrachten 
Dienstzeit von 5 Jahren und 7 Tagen ein ;im nächstzitierten Dokument). Das 
Reichskriegsministerium ersuchte nun am 29. März 1S68 Praesidiale Nr. 1023 die 
Präfektur der Hof bibliothek ihm >unter Mittheilung einer Abschrift der zitir- 
ten Allerhöchsten Entschließung bei Rückschluß der Communikate ... er- 
öffnen zu wollen, ob die Bestimmungen dieser Allerhöchsten Entschließung 
auch in dem vorliegenden Falle Anwendung finden könnten«. Münch will- 
fahrte mit der Zuschrift vom 31. März 1S6S Z. 71 dem Begehren und unterließ 
es auch diesmal nicht, für Bogisic einzutreten, indem er meinte: >Es unter- 
liegt keinem Zweifel, daß Dr. Bogisic . . . . , dessen Kenntnisse u. Fähigkeiten 
dieser kaiserl. Anstalt von wesentlichen Nutzen waren, seiner Zeit zu einer 
systematisierten Stelle in Vorschlag gebracht u. im Falle der Genehmigung der 
oben em'ähnten ah. Begünstigung theilhaftig geworden wäre, daß derselbe 
daher an seiner Dienstzeit durch den Austritt aus der Hofbibliothek empfind- 
lichen Nachtheil erleiden würde. In Berücksichtigung dessen u. der literari- 
schen Stellung des Bittstellers dürfte sich das Hohe Ministerium vielleicht 
bewogen finden, für denselben im Gnadenwege die Zurechnung der als Hilfs- 
arbeiter an der Hofbibliothek zugebrachten Zeit zu seiner dereinstigen Pen- 
sionirung zu erwirken, in welcher Beziehung ich mir denselben zur H.Berück- 
sichtigung anzuempfehlen erlaube.« Die Erledigung dieser Sache ist aus den 
Akten der Hof bibliothek nicht ersichtlich, wahrscheinlich hängt aber damit 
noch Folgendes im Zusammenhange : In dem Berichte vom 27. August 1868 
Ab. 7 Nr. 2157 an das Reichskriegsministerium bat das Temesvärer General- 
kommando »um die Übermittlung der Qualifikationstabelle über den Grenz- 
schulrath Dr. Bogisic, bezüglich seiner zurückgelegten Dienstleistung bei der 
k. k. Hof bibliothek« (im nächstzitierten Dokumente] , und das Reichskriegs- 
ministerium wandte sich diesbezüglich am 31. August 1868 Abt. 10 Nr. 4186 
an die Hof bibliothek. Da es aber bei der Hofbibliothek nicht Brauch war, 
Qualifikationstabellen auszustellen, antwortete Münch am 7. September 1868 



312 Kleine Mitteilungen. 

Z. 185 nur mit Anführung einiger uns schon bekannten Daten, welchen er bei- 
fügte, >daß Dr. Bogisic während seiner hierortigen Dienstleistung durch seine 
Kenntnisse u. seinen Eifer der k. k. Hofbibliothek wesentliche Dienste ge- 
leistet hat«. 

W i e n , 1 5. Juli 1 909. Bv. Fr. Kidric. 



Ein Brief Safariks an Appendini. 

Auf Grund der Vergleichung S.'s Gesch. d. illyr. u. kroat. Lit. und Ap- 
pendinis Notizie hat H. M. Ivkovic (im 3. IIsrjeiuTaj des Belgrader Privatgym- 
nasiums 1907/8) die Behauptung aufgestellt, Saf. habe als Hauptquelle Appen- 
dinis Werk benützt, u. zw. nicht nur im bio- und bibliograph. Material, son- 
dern auch in der Charakteristik der meisten Schriftsteller, ja mehreres fast 
wörtlich vom App. abgeschrieben. Der Brief, den ich hier mitteile, beleuchtet 
wesentlich diese Frage. In Saf.'s Nachlaß fand man keinen Brief App. 's an 
Safarik, ebensowenig hat Saf. Konzepte seiner Briefe aufbewahrt, doch 
steht sicher, daß Saf mit App. in Korrespondenz war, weil diese in der Kor- 
respondenz mit Anderen erwähnt wird. Obwohl Saf.'s Korrespondenz mit an- 
deren Ragusanem (Palcic und dem russ. Konsul Gagicj erhalten ist, scheint 
von der Korrespondenz Saf.'s mit App. nur dieser Rest (aus Ragusa) sich er- 
halten zu haben : 

Viro Adm. Rever. atque Clarissimo D. Franc. Mar. Appendini 
S. P. D. Paul Jos. Schaffarik Professor. 

Quod ignotus Te, Vir Clarissime, Tuaque studia per has litteras inter- 
pellem, singularis Tua eruditio inprimis autem rerum Illyricarum cognitio, 
tot tantisque publicis operibus contestata, eflfecit. Librum de lingua et lite- 
ratura slavica aliquot ab hinc annis a me editum, hoc titulo : Geschichte der 
slavischen Sprache und Literatur nach allen Mundarten, Ofen 1826, &o, inno- 
tuisse Tibi non dubito. Multis ille et erroribus novisque scatens et defectibus 
laborans, ut solent primitia in re tarn difficili, exceptus nihilominus est magno 
legentium applausu, ut divenditis decursu primi semestris omnibus plene 
exemplis, altera Jam eaque perfectior editio communibus et amicorum et alio- 
rum rerum Slavicarum fautorum votis expetatur. 

Inter alia, qu* in prima illa editione merito reprehenduntur, est rudis illa 
et admodum manca expositio litteraturae Illyriorum in Dalmatia. Longum est 
altius repetere, nee refert, quomodo acciderit, ut Sectio illa tarn imperfecta 
maueret. Satis est dixisse, me, quum illa scriberem, praeter brevissima illa 
Engelii e Tuis operibus excerpta, nullos alios habuisse fontes; nam aureum 
Tuum librum: Notizie istorico-critiche sulle antichitä, storia e letteratura 
de" Ragusei, 1802, nunc demum post quiquennales conatus per bibliopolam 
Vindobonensem Schaumburg obtinere mihi licuit. Utinam hoc praeclaro opere 
in prima editione libri mei adomanda uti potuissem! 

Hoc insigni adminiculo fultus plura nunc et meliora de lingua et litera- 
tura Illyrica in medium proferre potero. Sed sunt tarnen aliqua, in quibua 
auxilium Tuum ardentissimis precibus expetere constitui, meque abs humani- 



Kleine Mitteilungen. 313 

täte Tua iuipetraturum confido. Primum est, quod in egregio opere Tuo 
historia literaturae Illyricae ad annum solum ISüü deducta sit, ego aateni 
eorum quoque librormu Illyricorum, (jui ab ineunte hoc seculo ad praesens 
utque tempus in Dalinatia typis prodierunt, brevem recensum dare vellem. 
Alterum est, quod e re Tua fuerit. auctorum solum, inprimis Raguainorum, in 
re literaria merita strictim commemorare, quin necesse habueris singulorum 
librorum ab iis editorum titulos ad verbum exponere, (juod bibliographi facere 
solent, meai autem novae editionis methodus bibliographica titulos singulo- 
rum librorum accuratius et plenius exhiberi postulet. 

Quamobrem Te, Vir Clarissime, enixe rogo, ut potenti Tuo patrocinio 
hosce meos conatus complecti, meque in concinnanda historia literaturae 
Illyricae doctrina et eruditione Tua adjuvare ne dedigneris. Catalogus libro- 
rum liügua Illyrica typis exactorum, e catalogia publicarum privatarumque 
bibliotecarum, quae Ragusae praestant, excerpendus, aut etiam ex oculata 
librorum ipsorum inspectione concinnandus, maximo mihi usui foret. Nonne 
Te patrono et intercessore aliquem cordatum Musarum slavicarum cultorem 
Ragusae reperire licebit, qui hunc laborem, Musarum illarum et publici eru- 
ditorum apud Slavos emolumenti causa, subire haud recusabit? 

Equidem jam ante plures menses, svasu et hortatu hujatium Serborum, 
D. Jeremiam Gagics, Russicum apud Eagusinos Viceconsulem, per litteras 
humanissime interpellavi, eique totum hocce meum desiderium aperui. Sed 
vereor, ne bonus ille vir, mihi saltem nomine notus, parum in ea re, etiamsi 
velit, praestare possit! Ad te itaque. Vir clarissime, quem nos omnes tam- 
quam praecipuum in Dalmatia literarum Slavo-illyricarum cultorem, immor- 
talibus meritis darum, suscipimus ac veneramur, postliminio confugio. Fac 
pro insigni Tua et doctrinae copia et officii humanitatisque promptitudine, ut 
coUatis, si ita videbitur cum D. Gagics consiliis, quomodo indigentiae mece 
optime succurri possit, dispicias atque necessaria decernas, meque quid spe- 
rare debeam certiorem reddas. 

In votis autem est, historiam literaturae Slavicae, novis curis absolutam 
et in plures tomos divisam, futura liieme prelo subjicere. Quare symbolaa 
hasce Ragusinas decursu proximae aestatis obtinere cupio. Ceterum in descri- 
bendis librorum titulis vellem non tantum loci et anni impressionis, sed for<: 
mae etiam utrum nimirum liber, ut dicere solemus, in folio, quarto, octavo, 
duodecimo etc. impressus sit), imo, si fieri potest, numeri quoque paginarum 
cuiusvis libri [ut de mole et magnitudine aliquid constet) diligentem rationem 
haberi atque omnia haec accurate praenotari. 

Superest, Vir Clarissime, ut Tibi favorique Tuo quum me ipsum, 
tum totum hocce negotium meum, quam maxime possum, commendem, 
tradam, devoveam. Ego certe non desinam, Te ob immortalia Tua in re lite- 
raria Slavica merita, quoad vivam, summa cum veneratione prosequi, atque, 
ut Te Dens O.M. communi nostrum et reipublicae bono quam diutissime 
servetincolumem, toto corde precari. Vale quam optime, mihique fave. Scrib. 
Neoplantae in Hungaria d. 7. Mart. 1831. 

Mitgeteilt von H. Baric. 



314 Kleine Mitteilungen. 

Zur altrussischen Bedeutung des Wortes Ruhl. 

Weder im Lexicon Palaeoslovenico-Graeco-Latinum, noch im späteren 
>Dictionnaire abrege de six langues Slaves« verzeichnet Miklosich ein alt- 
russisches oder kirchenslavisches Wort »RuhU. In seinem Etymologischen 
Wörterbuch der slavischen Sprachen wurde jedoch zuletzt die Vermutung 
geäußert, daß Rubl mit dem persischen Rupie, einer Art Goldmünze, ur- 
sprünglich verwandt sei. Gestatten Sie mir, eine Stelle aus der bekanntlich 
ebenfalls von Miklosich herausgegebenen Nestor-Chronik (Vindobona 1860, 
leider ohne die auf dem Titelblatt angekündigte Versio Latina und Glossar), 
ans Licht zu ziehen, woraus die eigentliche Bedeutung von Rubl im Alt- 
Russischen erhellen mag. In dem A. M. 6579, i. e. A.D. 1071 verfaßten Kap. 
LXV der Chronik, das über ein paar falsche Wahrsager und ihre barbarisch- 
harte Bestrafung ausführlich erzählt, befiehlt Ivan, ein Statthalter des Fürsten 
Svjatoslav, die beiden Zauberer als teuflische Volksverführer grausam zu 
züchtigen, ihnen einen Ruhl in den Mund zu stecken, sie alsdann (wie zwei 
Lasttiere) in ein Joch zu spannen und so zur Richtstätte zu treiben. An der 
Mündung des Schecksna- Flusses ließ Ivan dieselben schließlich erdrosseln 
und an einer Eiche aufhängen. 

Offenbar ist nach dem Zusammenhang dieser Erzählung unter »Rubl« 
gewiß kein Münzstück im späteren Sinne, sondern ein Metallstab oder eine 
Querstange aus Holz zu verstehen, die an das genannte Joch (Upruga im 
Texte) befestigt, und etwa wie das Pferdegebiß mit dem Zaum verbunden 
wurde, um die zur Todesstrafe bestimmten Verbrecher wie ein paar Zugtiere 
bis zur Flußmündung in einem Fahrzeug (Ladjä im Texte) forttreiben zu 
lassen. 

Die wahrscheinlichste, gangbare Abstammung unseres Wortes Rubl von 
rubitj abhauen (mit angefügtem l als einer Diminutiv-Endung?) entspricht im 
übrigen auch der primitiven Form der frühesten Geldstücke, die, wie man 
weiß, nur aus einem von einer Metallstange abgehauenen und später erst ge- 
stempelten Stück bestanden. Vielleicht ist einer Ihrer geschätzten Mitarbeiter 
imstande, das Vorkommen des Wortes Rubl in diesem ursprünglichen Sinne 
noch in einem anderen altslavischen Texte nachzuweisen? 

Oxford, 10/V. 09. H. Krebs. 

Anmerkung. Für das Wort poyöjii. in der vom verehrten Herrn Ein- 
sender gebrauchten Bedeutung gibt selbst das Altrussische Wörterbuch keinen 
zweiten Beleg, als eben den oben zitierten, den Sreznevskij gleichfalls durch 
oxpyöoKT., KjiHni, (Knebelholz) erklärt. Nur aus der slavischen Übersetzung der 
XoiaTiuvixri TonoyQctq:U( des Kosmas h'd'ixon'kevarT,^ zitiert das Altrussische 
Wörterbuch noch einmal poyöJii., plur. oder collectiv poyöjieEue, in der Bedeu- 
tung d^tQjuioy, plur. ^iQuicc, lat. Übersetzung gibt diese Wörter durch massula 
(Klümpchen) wieder. Diese beiden Stellen hat das Sreznevskijsche Wörter- 
buch einfach aus dem fast nie versagenden Wörterbuch Vostokovs abge- 
schrieben. Daraus ist das Wort auch in das Miklosichsche Wörterbuch 
herübergenommen, nur bekam es hier, vielleicht überflüssiger Weise, die 
Form p/iiöjit. Zum altruss. povöuiu hauen kann poyu.ii. ebensogut gehören, wie 
-B-hujih zum Verbum b-luuti:. V. J. 



Kleine Mitteilangen. 315 

lAlckc7ihiißer. 
Zu slow, kaicmar uud istro-cak. koncär (ASPh. XXX. 472 f.). 
In älterer itai. Sprache hat conciajo noch die Bedeutung 'conciatore, 
Ausbesserer, Flicker' und nicht bloß die Bedeutung 'Ausbesserung', vgl. Pe- 
trc)cchi s. v. (unter der Linie . — >Kes8olflicker, Racker und Schiuder sind in 
einer Gilde<, weil die KesselHickerei aucli zu den verachteten und ehrlosen Ge- 
werben gehörte, so schreil)t ^uach Hartwich 522; Frischbier in seinem Preuß. 
Wörterbuch I. 386. — Der kauctner wird auch in einem slow. Volksliede (Slo- 
venske nar. pesmi U. 40, Nr. lOöO) sehr unrühmlich erwähnt. A'. .V. 



Was hedeutet Kuzan ah Partizip ? 

Im zweiten Bande des Archivs f. slav. Phil. S. 725 wird in der bibliogra- 
phischen Besprechung eines glagolitischen Unicums aus der Druckerei des 
Modniser-Bischofs Simon Kozicic diesem fraglichen Worte die Bedeutung 
>gedruckt« zugeeignet. Es wird niimlich dort der Titel des seltenen Buches 
>Oficii blazene devi marie lutzan i popravlen castnimL ocemi. gnomi. Simunom 
biskupomt modruskim s mnogimi cze pridana sutL, kako se v sledecem voji 
kazetb« übersetzt mit: »Officium beatae virginis Mariae imjyressum atque cor- 
rectum a venerando patre domino Symeone episcopo Modrussiensi cum multis 
additamentis, quae in subsequenti indice ostenduntur*. Ich halte diese Auf- 
fassung des fraglichen Ausdruckes, wie verlockend es auch ist, an >cudere< 
(cusare = frequenter cudere?, zu denken, nichtsdestoweniger für verfehlt, 
denn es kommt mir dabei schon die Aufeinauderfolge »kuzan i popravlen« 
(nicht »popravlen i kuzan«!) etwas bedenklich vor. Das »corrigere« soll doch 
jedenfalls dem »imprimere« vorangehen! Noch deutlicherscheint mir dieUn- 
haltbarkeit dieser Auffassung des Ausdruckes >kuzan« (= impressus?) zu 
werden, wenn wir eine Stelle aus dem Missale desselben Modruser-Bischofs 
Kozicic heranziehen. Es heißt daselbst in der bibliographischen Schlußschrift: 
»Svrsueti. misalt hrvacki odi. slova do slova huzanh popravlent i prcpisuL 
castnim va isu krste otcemt gospodinomt Simunomi. Kozicicemt zadraninomt 
biskupom Modruskimt stampan v rici v hizaht ego prebivanija traceniemL 
ego milosti DominikomB i Bartolomeom z brese stanijjuduri. Vldajucu vedre- 
nomu Gnu Frdinandu kralju rimskomn ugarskomu i ceskomu dau 18. (SC') mi- 
seca aprila, leto odB hrstova rojstva 1531 (y(j).«+;«. Das in der Bibliothek des 
Kapuzinerklosters zu Fiume aufbewahrte Exemplar dieses seltenen Meß- 
buches führt bei dem unverstandenen Ausdrucke >ku:an« die Randbemerkung 
»valjda kusan!« Der Glossator unter dem Eindrucke, daß mit »kuzan« (pesti- 
lens) hier nichts anzufangen sei, verfiel auf eine solche Konjektur, da ihm 
eben ein anderes »kuzan« überhaupt nicht geläufig war, indem er, wie es 
scheint, etwa an »missale probatum ad verbum« (verbum de verbo expres- 
sum) dachte. Doch gegen diese Konjektur spricht, abgesehen von anderen 
Bedenken, die ausdrückliche Wiederholung von kuzan in zwei verschiedenen 
Werken des Kozicic, beidesmal mit einem klaren as (nicht lu !). — Wir müssen 



316 Kleine Mitteilungen. 

uns wohl die Sache im natürlichen Verlaufe denken. Das Material für ein 
Buch wird zuerst aus verschiedenen Quellen zusammengesucht, dann geordnet 
und korrigiert, schließlich aber das Elaborat abgeschrieben und so ein druck- 
fertiges Manuskript hergestellt; dies war in unserem Falle Sache des Ver- 
fassers Kozicic. Das druckfertige Manuskript kommt dann in den Druck, und 
diesen besorgten im vorliegenden Falle die aus Brescia nach Fiume ange- 
siedelten Buchdrucker (stampaduri) Dominikus und Bartholomaeus. — Es geht 
also nicht an, sowohl >kuzan« als auch >stampan« in einer und derselben 
Periode der angeführten Schlußschrift als >gedruckt< (impressus) aufzufassen, 
und es muß demnach für kuzan eine andere Bedeutung als impressus und 
auch eine andere Ableitung als die von cudere (cusare) gesucht werden. 

Daß das Wort kuzan höchst wahrscheinlich ein Fremdwort ist, dürfte 
bei dem Umstände, daß sich im Kroatischen weiter keine Spur davon findet, 
als eine natürliche Vermutung erscheinen. Ich glaube im spätlateinischen 
cusire (aus lat. consuere), Italien, cucire, französ. coudre mit der Bedeutung 
»zusammennähen, zusammenheften« die richtige Grundlage für *kuzati und 
das Partizip kuzan gefunden zu haben. Vgl. Du Gange II, 1273. — Oder sollen 
wir an cozzare denken? — Die Bedeutung von kuzan wäre vielleicht dann: 
> zusammengebracht, zusammengestellt, zusammengestoppelt, kompiliert« i). 
L. Tintar. 

1) Der Herr Verfasser dieser Notiz hat gewiß richtig eingewendet, daß 
das Partizip , kuzan' nicht ,impressus' bedeuten kann. Die von ihm versuchte 
Deutung des dunklen Ausdrucks scheint aber auch nicht einwandfrei zu sein. 
Vielleicht gelingt es Jemandem, das Wort noch anders zu erklären ; denn nach 
der zweiten Stelle zu urteilen, >od slova do slova kuzan« wäre es am besten 
im Sinne von »übersetzt« aufzufassen, also kuzan = übersetzt? Doch was ist 
das für ein Wort, das »übersetzen« bedeuten soll? Etwa das italienische 
accusare in der Bedeutung »ansagen, angeben« ? V. J. 



Ra7ig- und Gehaltshestimmung für Kopitar als Censor (aus dem 

Jahre 1817). 
Dekret an den k. k. Censor Kopitar etc. 

Durch die, wegen Besetzung des durch den Tod des Gensors Hall er- 
ledigten Censorsstelle, gepflogenen Verhandlungen fand sich die k. k. allg. 
Hof kammer veranlasst, der k. k. Ga(mmer)al Hauptbuchhaltung die Verfassung 
eines Tableau aufzutragen, worin sowohl die Gehalte als der Rang der gegen- 
wärtig hier bestehenden Gensoren genau ausgemittelt werden. Aus dem diess- 
fälligen von der gedachten Hauptbuchhaltung verfassten und von der k. k.. 
Hof kammer anher mitgetheilten Ausweise ist ersichtig, dass Ihnen der Rang 
vor dem Gensor Hammer deswegen gebühre, weil dieser als mit ganzem Ge- 
halte jubilirter Professor zwar früher als Sie bey der Büchercensur verwen- 
det, Sie aber eher als er in den Gehalt als jüngster Censor, folglich auch eher 
als er in die Reihe der wirklichen Gensoren eingerückt sind. 

Aus derDarstellung der Ga(mmer)al Hauptbuchhaltung hat sich übrigen» 



Kleine Mitteilungen. 317 

noch gezeigt, dass Sie schon vom 17. November 1810, wo Sie 300 f. fixen Ge- 
halt und 200 f. ad persnnam genossen, in den Gehalt von 100 f. hiitten vor- 
rücken, folglich die damals bestandenen Percenten-Ziischüsse von dem vier- 
ten Hundert Gulden erhalten sollen, welche Sie daher noch bis zum 15. März 
1811, wo dieselben aufhörten, mit :{:jf. .{x.Banco/.etteln oder f, 36>/:.'X. W.W. 
anzusprechen haben. Die k. k. allg. Ilofkammer hat daher auch das k. k. allg. 
Ca;mmer;al Zahlamt bereits den Auftrag erlassen, dass Ihnen der Nachtrag 
mit sechs Gulden 361/2 x. W.W. gegen Ihre Quittung bezahlt werde. 

Hiervon werden Ew. Wg. zur Benehmungswissenschaft hiermit in die 
Kenntniss gesetzt. 

Wien den 27.91'" isi7. Graf Sedlnitzky. 

Mitgeteilt von Prof. Dr. Tihomir Ostojic. 



Ein Lerjnontov-Plagiat. 

In der Sammlung illustrierter Romane und Novellen , Kürschners 
Bücherschatz' (Verlag von Hermann Hillger, Berlin und Leipzig) ist im 
Sommer d. J. ein >Zweifelhafte Charaktere* betitelter Roman von 
Tom Freiherrn von Podewils erschienen (Nr. 67;?;. Dieser Roman ist 
eine recht ungeschickte Bearbeitung des vierten Teils von Lermontovs »Fcpoii 
Hamero upcMeuu«. Der Plagiator hat die Namen fast aller Personen durch 
andere russische oder deutsche Namen ersetzt. Pecorin nennt er Dragomirow, 
Grusnickij — Iwanowitsch, die Fürstin Ligovskaja — Fürstin Perepelowna (!), 
ihre Tochter Mary — Eleanor, den Doktor Werner — Taubald, Vera — Na- 
deschda, ihren Gemahl Semen Vasirevic G. — Rawel Michail (!) B. (Rawel ist 
wohl nur ein Druckfehler usw. Den Namen des Taschenspielers Apfelbaum 
hat der Plagiator beibehalten, ebenso die geographischen Namen. Meist lehnt 
er sich recht eng an den Text des Originals, d. h. wahrscheinlich an den Wort- 
laut einer deutschen Übersetzung, an; hier und da fehlen einige Sätze oder 
ganze Abschnitte (z. B. auf S. 6, 14, 44, 76, 83), im ganzen etwa zehn Seiten; 
ferner verändert Herr v. Podewils häufig die Daten der Tagebuchabschnitte 
und gibt zwei französische Sätze und einen italienischen Satz in deutscher 
Übersetzung wieder. Der Schluß des Plagiats rührt vom Bearbeiter Lermon- 
tovs her. Form wie Inhalt der letzten 24 Zeilen der , Zweifelhaften Charak- 
tere' sind sein eigenes Werk, ein plumpes, trauriges Machwerk. Dragomirow 
verspricht Eleanor stets ein treuer liebevoller Gatte zu sein, Eleanor stürzt in 
seine ausgebreiteten Arme, in seliger Verklärung halten sie sich wortlos um- 
schlungen und Dragomirow findet, was er nie mehr erhofft — Glück und 
Frieden. 

Die slavische und die deutsche Tagespresse hat das Plagiat des deut- 
schen Freiherrn nach Gebühr gewürdigt. In der Geschichte des Plagiats 
kommt seinem Roman jedenfalls ein bemerkenswerter Platz zu, und aus 
literarhistorischen Gründen nimmt auch unsere Zeitschrift von der Angelegen- 
heit Notiz. 

Posen. W. Christiani. 



318 Kleine Mitteilungen. 

Wer hat das Wort ,ihuaoü 3ana^^'^ geprägt ? 

In der neuesten Auflage von Buchmanns , Geflügelten Worten' (22. Aufl. 
1905) liest man im Kapitel , Geflügelte Worte aus russischen Schriftstellern' 
S. 395 Folgendes : »Der Ausdruck für geringschätzige Beurteilung westeuro- 
päischer Kultur, Der faule Westen, stammt von dem Professor in Moskau 
Konstantin Sergeevic Aksakov (1817 — 61), dem Mittelpunkt der von ihm und 
seinem Bruder Ivan Sergeevic Aksakov (1823 — 86) gegründeten slavophilen 
Partei. Im S.Kapitel seines Romans , Rauch' (1867) zitiert Turgenev diese» 
Wort als längst bekannt.« 

In welchem Werke Aksakovs der Ausdruck vorkommt, wird leider nicht 
angegeben. Ist aber Aksakov auch wirklich der Urheber? Fürst S. Volkonskij 
bemerkt in seinen , Bildern aus der Geschichte und Literatur Rußlands' (Basel 
1898): >Schewyrew, glaube ich, war es, der den Ausdruck , fauler Westen' auf- 
brachte« (S. 258, Anmerk. 2). In der 2. Auflage von M. Michelsons >XoÄHqiH 
u mItkIh cjioBa« (Petersburg 1896) ist das Wort S. 74 verzeichnet. Michelson 
führt dort zwei Stellen aus dem 5. Kapitel von Turgenevs j^limx' an, verweist 
also auf dieselbe Quelle wie Buchmann. Aber das Wort ist ja viel älter. Viel- 
leicht ist ein Leser des ,Archivs' imstande, den historischen Urheber oder 
literarischen Ursprung des allgemein bekannten Ausdrucks nachzuweisen i). 
Posen. W. Christiani. 



1) Solchen Dingen auf die Spur zu kommen ist möglich nur bei großen 
Bibliotheken und beim entsprechenden Zeitaufwand. Auch ich finde in meinen 
KoUektaneen eine Notiz, die auf Sevyrev hinweist (sie ist aber nicht dem 
Werke Volkonskijs entnommen). In der Tat führt uns auch das inhaltsreiche 
Werk Barsukovs (Das Leben Pogodins B. VIII, S. 259) auf Sevyrev und zwar 
an dieser Stelle bis zum J. 1844 zurück. Da lesen wir: Bi, MocKEHxiiHHHi 
norOÄHHt noMicTKJit xaKace ciaTLio IUeBbipena oot u3;!.aHHbixt Ht 1844 r. Cvio- 
saxT. H PiiaxT. ^luapexa. Ho axa CTaxBH BLisBa^a ijKifl saMiianifl co cxo- 
poHbi 3arpK/KCKaro, nHcaBiuaro IIoroÄiiHy: »CjtJiaö mujocib, yÜMH iti IIIeBH- 
pesa, OHT. noMiuiaHt Ha rniiomeM'B SanaA^i..« Um einige Jahre weiter 
zurück (1841) kommt man abermals auf Sevyrev durch die Worte Nikitenkos, 
zitiert bei Barsukov (ib. VI. 15) : >HyÄaKii sxh Mockbuiu, aaace nieBLipeBi.. Py- 
raioi-B Sanaat na qcMt CBixi. cxouxt. oanaÄt yMHpaeii., yace yiaepi. h 
rHicTt«. Man müßte also in Moskvitjanin für das Jahr 1841 nachschlagen, 
um vielleicht dort, in der kritischen Abhandlung Sevyrevs yüzvjinxh PyccKaro 
Ha EBponeäcKoe oöpasoBanie«, die Quelle des Schlagwortes »thu^ioh 3anaa'i>< zu 
entdecken. V. J. 



Serbokroatische Lehnwörter. 

1. Amhrela sf. Regenschirm (Akc. aus Zumberak). 

Zu der Form ämhrel Ak. Rj. I. 80 ist noch zu notieren ämbrela in Vares^ 

B. Zuljic, Danasnji vareski dijalekat in Sarajevoer Skolski Vijesnik S. 899 Jhrg. 

1908 und in Zumberak martla. Zu den skr. Formen stellt sich dann klruss. 

ambryla, während die anderen slav. Formen den roman. Anlaut zeigen, s. Mi- 



Kleine Mitteilungen. 319 

klosich, Etym. Wbch. 221. Wie ersichtlich, beide italienischen Formen om- 
hrello und omhreUa sind im Skr. vertreten. 

2. Bäul sm. Koffer. 
Dieses Wort, wie man mir mitteilt, wird in der Umgebung von Sarajevo 
und in der bosnischen Krajina gesprochen. Daneben wird noch die Form 
häula sf. gehört. Da es auf einem Gebiete vorkommt, welches dem italienischen 
Einflüsse im Wortschatz nicht so ausgesetzt ist, verdient es notiert zu werden. 
Es ist venez. haul, schriftital. baule, vielleicht durch dalm. Arbeiter verbreitet. 

3. Bükar sm. hül-ara sf. Ak. I. 520. 

A. a. 0. wie auch bei Miklosich, Etym. Wbch. 16 werden diese Wörter 
mit bokal sm. <C ital. hoccale in Zusammenhang gebracht, was schon aus laut- 
lichen Gründen abgelehnt werden muß, denn das ital. -l bleibt oder wird zu o. 
Die Annahme ist auch nicht notwendig, denn wir haben im Mittellatein hacca- 
rium = Vas aquarium. Du Gange, glossarium 1512 und I 508 s. v. hacca 2, bei 
Festus lat. hacar >vas vinearium similebacrioui«, sizil. häcara »kleiner Krug«, 
s. Körting, Lateinisch-roman. Wbch. 1130 und Kluge, Et. Wbch.'''' 32. Dieses 
Wort wird also wohl zu altromauischen Überresten im Skr. gehören. Zu den 
im Ak. Ej. a. a. 0. erwähnten Bedeutungen füge ich noch diese aus Bosnien 
hinzu: posuda za pice, göre siroka grla, ima nos, kuda voda curi (Sarajevo). 
Die Form mit u anstatt o, die vielleicht durch Anlehnung von bukal, huklija^) 
entstanden ist, hat differenzierte Bedeutung: hiikara: sud od drva sa drzalom, 
razne velicine ;Krajina bosanska); hölzernes Gefäß für Butter (Travnik). Da- 
von existiert in Bosnien noch eine Ableitung: hokäruse. Das Wort muß ur- 
sprünglich bedeutet haben ein Weib, welches dem verlobten Mädchen Ge- 
schenke bringt. In diesem Sinne wird das Wort, wie man mir mitgeteilt, nicht 
gebraucht, sondern heißt einfach »Beschenkung des verlobten Mädchens«, wie 
die Redensarten zeigen : »Danas su u Jove bokaruse«. >Kad ce biti bokaruse?« 
>Ajdemo na bokaruse.« 

4. Skr. cavao, dial. cäval Zumberak), slov. cdvclj (Fletersnik), sm. Nagel. 

Dieses Wort wird von Miklosich Et. Wbch. 31 und danach neulich von 
Berneker, Etym. Wbch. 138 auf ital. chiavo zurückgeführt. Es geht vielmehr 
auf venezianische Aussprache von älterem ital. chiavelh (sprich cavello = 
chiodo) zurück, s. Petrocchi, Dizionario S. 451. Das ital. Suffix wurde durch 
ein slav. ersetzt. 

5. Hähar sm. (slov. hahär = der Henker, der Peiniger bei Fletersnik). 

Zu nslov. hahar carnifex < mh. hahaere s. Miklosich Etym. Wbch. 83 ge- 
hört das kajkavische hähar = junger Bursche, der gerne spielt. Es gehört zu 
mhd. Hache = Habgieriger, wozu bekanntlich auch böhm. hoch. 



1) Auch dieses Wort hängt kaum mit it. boccale direkt zusammen, wie in 
Ak. Ej. s. V. angegeben wird, sondern eher mit albanesisch buk'lj s. G. Meyer, 
Etymolog. Wörterbuch der albanesischen Sprache S. 52. 



320 Kleine Mitteilungen. 

6. Jüpa, jüpica sf. 

Dieses Wort wird in Zumberak und im angrenzenden kajkavischen Ge- 
biete neben mäja, mäjica (ital. maglia) Ak.Rj.VI385 gesprochen. Es stellt sich 
zu anderen slav. Entlehnungen, die Miklosich, Etym.Wbch. 106 erwähnt. Alle 
diese Entlehnungen werden wohl nicht unmittelbar mit ital. giuhba, giuppa zu- 
sammenhängen, sondern vielmehr mit baierisch; die (der) Joppen = Jacke, 
Überkleid mit Ärmeln, das den Rumpf bedeckt. Schneller, Baierisches Wbch. 
I 1208, Kluge, Et. Wbch.5, 179. 

6b. Zu Miklosich, Et. Wbch. S.413 zupa 2 und S. 404 zuhimü. 
Daß diese Wörter aus dem Italienischen in die slav. Sprachen eingedrun- 
gen sind, beweist am besten die Form mit dem Suffixe -one. Dem it. giuhhone 
(oder giuppotie, venez. zupbn und zipbn, s. Boerio S. "49 : quest' abito era stretto, 
corto e senza bavero ; cuopriva il busto e vi si allacciavano le calze e i calzo- 
ni) = Wams, Jacke, Rock, entspricht genau skr. zühün (in der kroat. Militär- 
grenze auch zöbün, vergl. auch ungarisch ztihony und zobony = Rock ohne Är- 
mel, bei Ballagi, Ung. Wbch., Bedeutung aus Szarvas, Lexicon linguae hung.) 
= d. Leibchen, wofür in Zumberak lajbac^ lajbak (aus dem Deutschen) ge- 
sprochen wird; dazu s. jetzt auch zübimac, das Leibchen der Frauen bei Rese- 
tar. Der Stok. Dialekt S. 314. Für die Behandlung des Anlautes vgl. Zadar 
-< Jadera. Russ. zipum bei Mikl. vergl. mit venez. zipon. Der Wechsel von 
-bb- und -pp- in ital. giuppa und giübha erscheint auch in slav. Entlehnungen, 
s. Mikl. s. V. zupa, ein Beweis, daß das sl. Wort aus Italien gekommen ist. 

7. Komorana sf. Ak. Rj. V 248. 
Es bedeutet eine Art Krebs. Es ist wohl mit cammarus (gr. xä/ufuccQos) 
port. camaräo zusammenzustellen; s. Körting, Lat.-rom. Wbch. 1792. 

8. Skr. hbmot sm. Ak. Rj. V 249, slov. komat, hotnot bei Pletersnik 

= Pferdegeschirr. 
Es geht nicht direkt auf nhd. kmnmet zurück, sondern auf ältere Formen : 
mhd. komat, frühnhd. kommot. 

9. Skr. kbnoba sf. Ak. Rj. V 268, slov. knnoba bei Pletersnik = Keller. 

In Ak. Rj. a. a. 0. wie auch bei Miklosich, Etym. Wbch. 127, wird dieses 
Wort auf mittellatein. canaha, canava zurückgeführt. Es ist doch besser, es 
mit ital. Formen: toskan. canova »Keller«, venez. ccmeva = stanza dove si ten- 
gono i vini, chiama si anche il luogo dove si vende il vino, Boerio 94 zusammen- 
zustellen. Die vegliotischen Formen s. bei Bartoli, Das Dalmatische 11, 192. 
Auch ngr. Käi^ctßa, G. Meyer, Ngr. Stud. IV 31. Demnach wird skr. slov. ko- 
nobar dem tosk. canovajo, canavajo = cantiniere (Körting, Lat.-rom. 1809) venez. 
canever entsprechen. Es gehört somit mit obigem bokar zu der ältesten Schicht 
der romanischen Lehnwörter. 

(Fortsetzung folgt.) 



Die Obersetzungsteclinik der altkirclieuslavischen 
Evaugelienübersetzung. 



Einleitung. 

Es handelt sich zunächst um das Verhältnis der vier Hand- 
schriften, die der folgenden Untersuchung zugrunde liegen *), des 
Marianus (M), des Zographensis (Z), des Assemanianus (A) und des 
Savva Ev. (S). Vondrak Altslovenische Studien 1890, p. 64 sagt, 
daß die Evangelistarien ASO sich enger an den griechischen 
Text anschließen, während (p. 63) M und Z nicht den alten Text 
im Vergleich zu den übrigen geben und selbst auf verschiedene 
Quellen zurückgehen. Meillet ist dagegen Etudes sur l'etymologie 
et le vocabulaire du vieux slave p. 40 unter — cepSn^ti der Meinung, 
daß Z und M dieselbe Tradition repräsentieren, aber (p. 42) M die 
Spuren von Korrekturen nach dem griechischen Text aufweise. 
Beispiele zur Stütze dieser Angaben sind weder von Vondrak noch 
von Meillet gegeben. 

Es ist nun Tatsache, daß M häufig eine andere griechische 
Lesart bietet als Z (z, womit die interpolierten, von Jagic durch den 
Druck unterschiedenen Teile bezeichnet sind), und zwar folgt M in 
diesen Fällen meist der Konstantinopolitanischen (Lukianschen), bei 
Tischendorf häufig durch unc^ (EFGHKMSUV) repräsentierten 
Lesart, während Z besonders westliche (D it. vulg.) bietet. Dafür 
lassen sich folgende Stellen anführen 2): 7116.2, 10.33, 11.24, 
12.13, 15.12, 16.5, 18.9 und 18 und 28, 20.31 (AS = M) und 30 
(A = M), 21.33 (AS = z), 26.40; ^i 3.18, 5.14, 7.15, 8.21, 10.43 
(AS = Z) und 49, 11.28, 12.3 und 8 und 18, 14.22 (N = Z) und 
43 und 72, 15.8 und 14 und 46 (A = Z), 18.18 (A = M, S = Z); 



1) Gelegentlich sind auch OstromirEv. (0), Decansk. (D) und Nikolsk. (N) 
herangezogen. 

2) Die Bezeichnung der Evangelien mit den griechischen Anfangsbuch- 
staben geschieht nach Nestle. 

AtcMt für slavische Philologie. XXXI. 21 



322 0. Grünenthal, 

A 1.60 (A = Z), 2.33 (AS = Z) und 43 (AS = Z), 5.30 (A = Z), 
6. 8 (A = Z), 7. 24 und 35 (N = Z), 8. 10 (A = M, S = Z) und 12 
(AS = Z) und 37 (SO = Z), 9.55, 10. 16 (A = Z) und 19 (AS = Z), 
11.11 (AS ähnlich Z) und 39, 13.7 (0 = Z), 14.15 und 17 (A = M, 
S = Z) und 22 (A = Z, S = M), 15. 1 und 17 (SA = Z) und 21 
(SN = Z) und 22 (AS = Z), 16.21, 17. 3 (AS = Z) und 7 (S = Z), 
18.21 (AS = Z) und 22 (AS = z), 19.22 und 30 u. 31 u. 44 u. 46, 
20. 5 und 23 und 24 und 28 und 4 1 , 2 1 . 27 (SA = Z), 22. 52 und 63, 

23. 8 und 33 und 45 (AON = Z) ; t 1. 45 (AS = Z), 2. 8 (A = Z) und 
12(0N = Z), 5.4(AON=Z)undl5(A = Z), 13.26, 14.4 (AS =Z) 
u. 14 (S = M, A = Z) u. 29 (ASN = Z), 19. 14 (AS = Z) u. 29. 

Die umgekehrte Erscheinung, daß Z die vulgäre konst. Lesart 
wiedergibt und M eine Minoritätslesart, findet sich bedeutend sel- 
tener: Jf 5.30, 9.2, 10.10, 11.11, 12.22 und 44, 15.31 {rvcpXovs 
ohne Kai wie M nach Scholz i) in 115, 245, it., vulg.), 16.27, 18.35 
(AS = z), 19.27, 20. 9 u. 10 u. 23 u. 26 u. 31 (S = M, A=z), 21.1 u. 
18 (A = z, S = M), 22.45 (AS = z), 24.31 (Z = AS), 25.13 (S = 
Z), 26.2 (AS = M), 27.37 (A = Z); ^t« 1.2 (AS = M) und 21 und 
31, 2.18, 10.34; 2 5.26(S = M), 8.4, 10.11 (AN = Z), 14.24, 
16.16 (N=Z), 19.36, 24.21 (AON = Z); i 16.15(A = M, OS = Z). 

Eine Eeihe von Stellen bietet in M Lesarten, die bei Tischen- 
dorf nicht verzeichnet sind (einige könnten auch unter Stilistik ge- 
hören oder bloß Fehler sein): iJf 6.16, 9.32, 10.33 (ähnlich S), 
11.9, 12.1 und 13 und 41 und 42, 13.19 und 30 und 34 und 42, 

15.9 (= i-i 7.7), 18.29 (AS ähnlich) und 30 (= A), 19.4, 20.10 und 
25 und 28 und 30, 21.2 und 7 (AS = M) und 26 und 32 und 41, 
24.31 und 47 (= A) ; l 21.27 (A = M, S = Z); l 3.19. 

Ungefähr ebensoviel Stellen finden sich mit solchen Lesarten 
in Z: iV/4.3undl6, 11.5, 13.39 und 40, 14. 13 und 14, 15.8, 16.19 
(cf auch ilf 18.18 in S), 19.3 und 17, 20.12, 21.8, 22.27, 23.7 und 
:i4, 25.28, 26.4; A 8.26, 9.42 (= S), 17.8 (= S), 19.45 (= N und 
armenische Übers.), 21.9 und 42, 23.45 (= AN); t 5.4 (= A) und 
44 (A = S), 10.5 (= AN), 11.48 (= A). 



ij Scholz gibt gemäß seiner Ansicht, daß die Konst. Rezension den nr- 
sprünglichen Text am reinsten darstelle, diese in seinem Novum Test, graece 
1830 mit einem umfangreichen Variantenapparat aus den zu ihr gehörigen 
Minuskeln (weit reichhaltiger hierin natürlich als Tischendorf), der bei 
Matth. für diese Untersuchung benutzt worden ist. 



Die Übersetzungstechnik der altkirchenslav. Evangelienübersetzung. 323 

Im übrigen stimmen M und Z Uberein und stehen zuweilen den 
Evangelistarien A und S gegenüber, wobei dann die gewöhnliche 
Konstant. Lesart geboten wird von AS in M 19.5, von MZ in fol- 
genden Fällen: 3/9.22, 14.18, 17.25, 18. 1 und 3 und 15, 24.10; 
A8.8, 12.33,13.11. BeiTischendorf und Scholz nicht verzeichnete 
Lesarten bieten MZ gegenüber AO in 3/1 1.4, gegenüber S iniJ/8. 14. 

Oft steht A oder S mit einer Lesart allein, z. B. A mit Minori- 
täts- (meistens westlicher) Lesart 3/3. 11, 7.16, 13.41, 14.14, 18.2 
und 12, 20.4 und 6 und 32, 21.2, 22.7 und 37, 24.6 (Einfluß von 
A 2.19), 25.19, 26.7; /n.5, 15.45; A 5. 3, 9.42, 19.25; ^6.65, 
7.30, 21.1; mit Majoritäts- (Konstant.) Lesart 3/13.28, 18.15; 
^i 6.20, 12.29 und 37, 15.32; l 2.49 und 5.2, 7.44. Bei Tischen- 
dorf nicht verzeichnete Varianten finden sich in A folgende: 3/ 
11.11, 14.27, 17.17, 18.34, 19.4 u. 12, 26.28 und 51. 

S zeigt Minoritäts- (meist westliche) Lesarten 3/ 7. 24, 8. 7 u. 8 
U.18U.19, 9.6U.7 U.9 u.lO u.l8u.33, 14.19, 17.25, 18.31, 19.16, 
20.6 U.32, 21.6 u. 41, 26.42, 27.1; dagegen Majoritäts- (Konstant.) 
Lesarten 374. 10,6. 30, 9.9 u. 19, 10. 1 0, 14. 15 u. 26, 18. 16n. 29, 20. 29. 
Häufig sind in S Lesarten, für die bei Tischendorf keine griechische 
Entsprechung vorhanden ist (vielfach einfach Fehler, wie diese 
Handschrift überhaupt viel mehr Fehler enthält als die übrigen) : 
3/5.46 und 47, 7.4, 8.3 und 4 u. 33, 9.4 u. 6 u. 10 u. 12 u. 13 u. 
21 u. 22 u. 23 u. 32 u. 35, 10. 8 u. 37, 12. 33, 14. 14—17 u. 23 u. 
26, 15.38, 17.14 u. 22 u. 25—27, 18.4 u. 15 u. 16 u. 18 (cf. auch 
M 16.19 Z) u. 25 u. 31 u. 32, 19. 3 u. 7 u. 9 u. 11 u. 12 u. 21 u. 26, 
21.3 u. 33, 22.17 u. 39; u 9.22; l 2.25, 5.24, 12.37, 17.16. 

In den Evangelistarien AS kommen verschiedene Evangelien- 
abschnitte doppelt vor (cf. den Inhaltsindex von A bei Crncic und 
Scepkin), die in A seltener (z. B. X 6. 17), in S meistens (cf. beson- 
ders L 14 — 17) verschiedenen Text haben und auch zuweilen ver- 
schiedene Übersetzungstechnik zeigen, z. B. 7ie uze statt ko tomu 
«e, ime?n für vh ime, s^ drbznovenhemh statt ne ohinujq sq. 

Wie gelegentlich von BuslaevB und dann von Voskresenski 
Charakteristiceskija certy Evangelija oti, Marka p. 135, 205 und 
298 hervorgehoben, nähern sich die kirchenslavischen Handschrif- 
ten um so mehr der Konstant., im wesentlichen den »textus recep- 
tus« bildenden Rezension, je jünger sie sind, und weisen dement- 
sprechend mehr oder weniger Korrekturen auf zur Erzielung einer 

21* 



324 0. Grünenthal, 

ÜbersetzAing ad verbum. Eine Neigung zu solchen Korrekturen 
scheint sich schon in A zu finden, z. B. an folgenden Stellen: M 
5.16, 12.16, 13.26 und 38 u. 39, 17.21, 18.28, 20.15, 21.2, 23.37, 
25.19, 26.10, 27.15 und 54; /* 1.6, 5.31, 12.37; l 5.19, 9.27, 
10.39, 11.27, 12.33, 13.17, 14.1; i 19.17,21.2. Allerdings finden 
sich auch Stellen, wo gerade A im Gegensatz zu den anderen 
Handschriften eine vom Griechischen abweichende Wortstellung 
zeigt, z. B. M 4.11, 25.14; A 1.34 u. 36, 6.6. Interessant ist M 
13.39, wo AO tibereinstimmend mit dem griechischen Ci^dria . . . 
dh Ix-^Qog b oneiqag avxü loxiv b öidßolog haben pUveli . . . a 
v7-agh v^i>äavy Je esU diahoh, während MZ dafür bieten jo/etjefo . . . 
a vrag^ estb v^sSuvy jq ^) [Z pleveh) mit unverständlicher In- 
kongruenz; ähnlich 31 13.30 pUvely (MZ pleveh) . . . szvezate j^ 
(M i) v^ stwjjy Sko i>^zest^je. Jedenfalls ist ersichtlich, daß auch MZ 
oder ihren Vorlagen das in AO bewahrte, dem griechischen Ct^ao/^a 
mebrkonforme7^Müe/^ vorgelegen haben muß, das dann aber bis auf 
TM 13.37 lilheh sehynjcJa'^) durch den Singular /»/eüefo ersetzt wor- 
den ist. Leider können aus dem gesammelten Material nicht mehr 
derartige Beispiele beigebracht werden. Immerhin besteht die 
Möglichkeit, daß die oben angeführten mehr mit dem griechischen 
Text übereinstimmenden Stellen in A nicht die Spuren von Kor- 
rekturen derselben, sondern vielmehr den ältesten Text bieten. 

Abgesehen von den bisher angeführten Difi'erenzen zwischen 
MZAS ist der slavische Evangelientext in ihnen hinsichtlich der 
Lesart übereinstimmend. Es erbebt sich nun die Frage nach der 
griechischen Vorlage. Wie schon Jagic 1865 in Eackis Assemanov 
Evaugelistar p. LXXXIII hat sich Leskien in Herzogs Real-Ency- 
klopädie für protest. Theologie dahin ausgesprochen, daß im 
wesentlichen die Konstantin. -Lukiansche Rezension zugrunde 
liege, und Voskresenski ist für den von ihm untersuchten Marcus, 
trotzdem er den p. 133 angeführten ca. 150 Stellen nach der 
konstant. Rezension 45 andere Lesarten auf p. 135 gegenüberstellt, 
p. 126 ff. derselben Meinung, so daß also hiernach die slavische 



1) e (etwa für avrä) wird nie mitj^V vertauscht; X 24.27 Z oth vbsech^ 
k^r)J^g^JPze (M eze u) beachq o iijemh zeigt Wechsel der Konstruktion. 

2) M 13. 40 M pUvely i kann für pleveh i stehen (Z ist hier fehlerhaft) wie 
3/22. 7 M. grady ich^ für z gmth ich% Tr]v nöXiv ccijüjy, X 1. 50 Z vh rody i rod'b 
für M f^ rodz i rod^. Andere Beispiele Jagi<5 Codex Marianus p. 421 u. 426. 



Die Übersetzungstechnik der altkirchenslav. Evangelienübersetzung. 325 

Übersetzung den fast allgemeinen Text des IX Jahrh. und des 
Mittelalters (Hort in Westcott-IIort The New Testament in the 
Original Greek II p. 142) wiedergeben würde, der im wesentlichen 
mit dem »textus receptus« übereinstimmt. Dagegen ist Hort p. 86 
der Meinung, daß die slav. Übersetzung Spuren von alten Texten 
trage, und nach dem im Folgenden beigebrachten Material kann 
es scheinen, daß diese Spuren für einen im IX. Jahrh. übersetzten 
Evangelientext recht zahlreich sind, zahlreicher jedenfalls, als bei 
der im IV. Jahrh. entstandenen gotischen Übersetzung i), wobei 
natürlich hier wie dort die Möglichkeit, daß sie z.T. erst später durch 
lateinischen Einfluß eingedrungen sind, im Auge zu behalten ist. 

Zunächst finden wir bei Tischendorf nicht verzeichnete Les- 
arten an folgenden Stellen: M4A, 6.5, 7.8, 8.4 u. 10, 9.7, 10.2 
u. 17, 11.20, 12.11 u. 43 (wohl Schreibfehler) u. 48, 13.23, 15.5, 
16. 7 u. 14, 18. 29, 24.6 u. 18 u. 37 u. 45, 25. 29 u. 41, 27. 58, 28. 1 ; 
fi 1.6, 3.34, 4.23 u. 28, 6.51 (cf. jedoch 8yr^<=^) u. 55, 14.44 u. 69; 
X 3.5, 5.19, 9.13, 13.2, 20.31,22.68, 24.26; t 4.51, 5.35, 19.7. 

Minoritäts- (meist westliche) Lesarten sind ziemlich häufig : 31 
3.9 (Chrysost.), 5.31, 5.39, 6.24 (JL), 6.25, 7.15, 9.17, 9.20 
(Chrysost. nach Scholz), 10.25, 12.3 u. 11 u. 13 u. 14, 13.23 u.29 
u. 54 (nach Scholz Vere. 99, 237), 14.24 u. 28, 15.3 (18* Ir.) u. 10 
(nach Scholz vovg oylovg in A vulg. Chrys.) u. 6 (Ferrar mss.) u. 16 
(157.301 syr<=° C*) u. 33 (C), 16.2 u. 11, 17.1 u.l7, 18.12 (BL 124. 
157.346) u. 23 (D*) u. 28 u. 29. 30, 19.9, 20.7 (/I), 20. 13 (LZ 33) 
U.15U.23 (m)u. 29, 21.32, 22.10 u. 15 u.20 (C) u.43, 23.9u.10u.25 
u. 37, 24. 17 u. 37, 25. 1 u. 16, 26. 28 u. 40 u. 54 u. 55 (1, 209) u. 71, 
27.3 (BL 33.259) u. 16 u. 17 u. 40. In u kommen zu den von Vos- 
kresenski p. 135 fi". aufgezählten 45 noch folgende Stellen : 3. 4, 4. 22, 
6.33 U.38 u. 45 u. 52, 7.27 u. 28, 8.2 u. 7 u. 17 u. 19 u. 21 u. 28 
u. 31 U.36 u. 37, 9.7 u. 12 u.21 u. 41 u.42u.47, 10.27 u. 36, 11.1 
u. 8, 12. 17 u. 37, 14. 6 u. 27 u. 46 u. 59 u. 66 u. 72, 15. 3 u. 4 u. 22 
u. 34 u. 39, 16.18; l 1.29 u. 41 u. 60, 47 u. 12 u. 40 u. 43, 5.9 u. 
29, 6.7 u. 10, 7.11 U.16U. 28, 8.25, 9.13 u. 41 (W^ syr) u. 50u. 51, 
12.56, 13.17, 17.14 u. 34u. 37, 18.14, 19.1 u. 30 u. 42 u. 48, 20.2 
u. 27 u. 32 u. 46, 21. 33, 22. 12 u. 18 u. 61, 23. 14 u. 28 u. 29 u. 35, 
24. 36 u. 43 ; ^ 2. 1 0, 4. 12, 5. 7 u. 8 u. 30, 6. 24 u. 28 u. 50, 7. 26 u. 



») Cf. von Sodens Ausgabe I, p. 1469, Kaufmann in ZfdPh 31, 178. 



326 0- Grünenthal, 

50, 8.31 U.35U.59, 9.25, 10.29, 11.14, 12.6, 13.27 u. 37, 14.16u. 
30, 16.3, 18. 22 u. 33, 19.1 u.l6, 20.20 (13 foss.) u. 23 (Chrysost.hi) 
u. 24 (L syr. cop.), 21.2 u. 6. 

Kombination zweier Lesarten findet sich M 14.29 M Petirb cJioz- 
daase na vodachh ipriti (Z ipride mit B Chrysost. , cet. kX&slv), M 27.23 
i\)emoiVb ze rede i9m, f^i 2.21, 6.4 Z i bratn iV?, 8,24, 9.37 M i hysth ze 
(M 15.10 Z i prizhvavb ze ist ze ohne entsprechendes de in einer 
griech. Variante), ^i 12.29 Z, 14.36; A 7.16, 10.25, 19.22, 24.10 (cf. 
fürs got. Bernhardt zu /.i 3.6 u. 31). 

Die Frage, ob und inwieweit Abweichungen vom griechischen 
Text durch Einwirkung von Parallelstellen zu erklären sind, ist 
systematisch hier nicht untersucht. 

Aus diesem Material ist ersichtlich, daß die slavische Über- 
setzung so, wie sie uns vorliegt, weder mit einer bestimmten Hand- 
schrift noch mit einer Handschriftengruppe (der konstant.) überein- 
stimmt, wenigstens nach den von Tischendorf nach ganz andern 
Gesichtspunkten gesammelten und für die gegenwärtige Aufgabe 
unzureichenden Varianten. Möglich, daß ein slavisch verstehender 
Theologe mit dem hoffentlich größeren Variantenapparat der Soden- 
schen Ausgabe weiter kommt. 

In dem folgenden Teil dieser Arbeit sind die Abweichungen 
der slavischen Übersetzung vom griechischen Text, die nicht durch 
Varianten, sondern als durch die Regeln der slavischen Syntax ver- 
anlaßt angesehen werden, nach grammatischen Kategorien zusam- 
mengestellt, um ein Bild von der Übersetzungstechnik zu geben und 
Bausteine für die slavische Grammatik zu liefern. Freilich ist, wie 
schon oben hei pleveh gezeigt, immer die Möglichkeit im Auge zu 
behalten, daß uns nicht überall unverändert die ältesteÜbersetzung 
erhalten ist^). Die weitgehende Übereinstimmung zwischen dem 
slavischen und dem griechischen Text, die zu einer Vergleichung 
mit der Syntax der modernen slavischen Sprachen auffordert, wird 
nur gelegentlich und summarisch zum Schluß unter Stilistik berührt. 



1) Spätere durch die Schreibung zuweilen bezeugte Lautübergänge sind 
gelegentlich berührt, wo sie von Bedeutung für syntaktische Fragen sind: 
f > ^ p. 14, f >e p. 14, e^- e p. 15, -B vor i>>y p. 4. Sonst sind lautliche Va- 
rianten der einzelnen Handschriften hier nicht notiert, sondern, außer wenn 
ein Kodex speziell zitiert wird, eine normalisierte, in Betreff der Halbvokale 
etymologische, Schreibung angewandt. Abkürzungen sind aufgelöst. 



Die Übersetzungfltechnik der altkirchenslav. Evangelienübersetziing. 327 

§ 1. Kongruenz der Satzteile. 

1 . In Bezug auf das Genus linden sich Abweichungen vom Grie- 
chischen, indem ein pronominales »Subjekt häufig mit dem Prädi- 
katsnomen nicht kongruiert (cf. flirs got. Stroitberg Elemeutarbuch 
§ 236,4) z. B.: 3/7.12 se ho est^ zakom^ 3/10.2 imena sqtb se (Z si), 
il/ 10.38 dobroc ze s^mi', se (A sti entsprechend ovioi) sqt^ (Z esi^) sy- 
noveceaarbstvi^, «6.2 6hto prhniidrosth dana^emu^ ). S.9 iito estzprihda 
sij A 12. 1 ot^ kvasafarisiiska eze estb licemSrie, X 22.53 se estivasa go- 
dina^ / 24.21 trcthi se[^avTl]v)imat^ dhtih] jedoch liegt hier vielleicht 
dieBedeutung»ecce< vor, wie womöglich auch in l\\ .1'^ uditehse est^ 
b diöäo/.cüog TrageoTiv, 1 17.3 se ze est^ v^öbnyi zivoth (S an der einen 
Stelle ebenso, an der andern p. 2 size eslh zizm vSöbtiaJa). Die Kon- 
gruenz des griechischen Textes ist beibehalten, wie schon in den 
oben angeführten Varianten von M 13.2 u. 10.38 in 3/22.38 MAS 
= /< 12.30 si[7j se) esth prhvaSi bohsiS zapovMh, f^t 6.3 ne sh li esth 
tektom, K 8.21 sii (S se] sah slysqstei slovo bozie, A 8.14 padzsee (M 
pad^s ei gegen das Griechische) v^ trhtinsn (S se) sqU slysav^sei und 
A 8. 15 a eze (A ize gegen das Griechische) na dobrS zemi sii (S se) 
sqtz ize (S eze) ^), sowie u 4.15 si (Z se) ze sqth eze (cf. p. 15) na pati^ 
\i 4.16 si takozde sqU ize, a 4.18 u. 20 si sqh seafiii. An zwei Stel- 
len ist Kongruenz hergestellt, wo sie im Griechischen nicht vor- 
handen ist, nämlich 3/6.25 M we dusa li bohsi [rclüov) estz p^ticq und 
3/19.10 S aste iaka (M, z tako entsprechend ovnog) esU vina. — 
a \.^2 Z pozdS byv^si öipiag yevouivtig neben sonstigem Jyi;^*/?^ ge- 
hört vielleicht auch hierher. Rein mechanische Übersetzung findet 
sich /. 2.23 vbseko mJadenbch . . . svqto gospodevi nare6etb se Ttäv 
ccQGev . . . cr/LOv tco Y.vQiio y.).r^S^i]OEraL. 

2. In Bezug auf den Numerus weichen die Sätze mit Neu- 
trum Pluralis als Subjekt vom Griechischen, das meist das Verb 
in den Singular setzt, ab und haben das Verbum im Plural. Fer- 



1) Allgemeines Relativ für alle Numeri u. Genera cf. altserb. jVre); cf. M 
23.2 z kametih na kameni eze, J/2. 16 S po vremejii ize (umgekehrte falsche 
Schreibung, da der Schreiber gewohnt war, ize für sein eze zu schreiben, cf. 
J/ 24. 1 7 A, A 1 4. 2S Z; ; P. 9. 61 M oiresti ini sp eze sqt'o vo domu moemb ; hierher 
vielleicht auch ?. 8. 12 AS eze pri 2}qti slys^stei . . . v. 13 a eze na kamene si sqto 
Ol &e naoa Tr;y o66v ... oi Si enl ttju nixQciy. Cf. Meillet Le Genitif-Accusativ 
p. 103, Slonski Die Übertragung der griechischen Nebensatzkonstruktionen in 
den altbulgarischen Sprachdenkmälern. Leipz. Diss. 190Sp. 21. 



328 0. Grünenthal, 

ner steht zuweilen nach einem Kollektivum auch, wo es im Grie- 
chischen nicht der Fall ist, das Verb im Plural, z. B. M 16.4 
rodh . . . hii (Z emu) yspea . . . avTf], M 8.34 vhsh gradh izidq (S izide 
entsprechend i^fild-Ev)^ t 6. 22 Z narod^ ize stodchq (MA stoSase 6 
£(7r)jxwg), i 14. 17 S egoze mirt ne mozeth prijeti eko ne videtb ego i 
ne razu?nS/qh (ähnlich in N). drug^ druga steht gewöhnlich ent- 
sprechend dem dadurch tibersetzten allrilovs bei einem Verb im 
Plural; eine Ausnahme bildet nur ilf 24.10; i tbgda shUaznqU se 
imnozi i drug^ druga prSdasth i v^znenavidit^ drug^ druga^ wo der 
ZusammenhangdenslavischenÜbersetzer etymologisch (c?rM^^9p//og) 
empfinden und konstruieren ließ. Ebenso hat von den auch später in 
pluralischer Funktion auftretenden Kollektivis (cf. unter Numerus) 
bratrhS das Prädikat im Plural nach sich (cf. Jagic Beiträge zur 
slav. Syntax p. 38) ; bei Ji'4.3 rtci da kamenhe se chUbi bqdqt^ kann 
das pluralische Prädikatsnomen von Einfluß gewesen sein (cf.Brug- 
mann Kurze vergleichende Grammatik d. iudog. Spr. § 879 d). In 
allen übrigen Fällen steht das Prädikat im Singular, z. B. l 19.40 
kamenhe v^piti imatb^ M 27.51 kamenhe raspade se, (.l 13.1 kakovo 
kamenhe, M 24.32 = (.i 13.28 listvhe prozebnetb, M 13.7 = \,i 4.7 = 
2 8.7 v^zide trbnhe i podavi e. 

Ferner steht im Griechischen TcqÖGwrtov, '/.aQÖla usw. häufig 
distributiv im Singular, wenn von mehreren Besitzern die Rede ist 
(cf. Blass Grammatik des Neutest. Griechisch ^ § 32,4 und Brug- 
mann § 818,5). In der slavischen Übersetzung^) steht in diesem 
Falle häufig der Plural (ebenso im ac. cf. Vondrak Vergleich. Gram- 
mat. II p. 67): Jf 22.16 S na lica (MZ lice, ebenso |tt 12.14), dlove- 
kom^, (.i 8.3 aste othpustq jq ne M^se vi domy svojq, X l.ßQ polozise 
7ia srhdhcichi (allerdings in D 49.254. e auch der Plural), l 24.5 A 
imi poklonhsami lica (MZ lice\ in diesem Falle hat aber auch eine 
Anzahl griechischer Handschriften den Plural), X 11.39 a mnqtrh- 
7iSa vasa phna sah, i 7.24 ne sqdite na lica /.ax Öiptv, l 16.6 srhdhca 
vaia (S srhdhce vase), ^5.31 2» ne trSbuJqti sidravii vraöevi (MA 
vra6a\ ebenso (m 2.17 Z vraöevi gegenüber M balije, ASO vrada), 
Ml 3.54 na sinbmistic/n ichi\ hierher gehört vielleicht auch t 1.29 
grSchy vhsego mira rr^v a(.iaqriav tov '/.6of.wv. 

Beispiele, wo wie im Griechischen der Singular steht, sind, ab- 



1) Ebenso im got. ju 6.8, t 12.40 u. 14.27. 



Die Übersetzungstechnik der altkirchenslav. Evangelienlibersetzung. 329 

gesehen von obigen Varianten, folgende: 3/13.15 othstS srhdhce 
Ijudhi sic/n, X 2.31 prMh licemh vbsicJa IJudhi, ). 12.7 (ähnlich 
A 21.18) vlasi glavy vasej\'. 

Paarig vorhandene Körperteile stehen, auch wenn es sich um 
mehrere Personen handelt, meist im Dual, so rqka an 14 Stellen: 
i¥4.G, 7.3, 14.41, 17.22, 26.50; // 7.2 u. 5, 9.36, 14.46; A 2.28, 9.44, 
20.19, 24.7; t 13.4; der Plural kommt achtmal vor: M 15.2 rq/c^ 
svoich^\ /t 16.18 v^ rqkacJa zmijq 'o%zhmqt%^ A 4.1 1 na rqkaclvb v^zh- 
mqth t({, ). 1.71 M s^pasenhe ^z^ rqkh (Z rqkij entsprechend tx /e/^og, 
wie auchM in v. 74 hat), A 21.12 vzzloz(jio na vy rqky avoje^ / 22.53 
7ie prosibrSsie rqkz na m^, i 10.39 izide oti rqkh ich^\ auffälliger- 
weise auch in M 15.20 eze [rö) ne urmvenami rqkami hü ne skvi'hnith 
diovdka. Von 7ioga kommt der Plural an folgenden Stellen vor: 
3/10.14 (= l 9.5) ot^ nog^ va^^ch^, f.i 6.11 prarho ize esth pod^ no- 
gami vasimi, X 1.71 napraviti nogy nasq\ der Dual in Bezug auf 
mehrere Besitzer kommt l 13.12 u. 14 und wohl öfter vor; oko und 
ucho haben überhaupt keinen Plural, sondern verwenden die Duale 
odi und usi regelmäßig auch dann, wenn es sich um eine Mehrzahl 
von Wesen handelt, so z. B. 3/13.15 u. 16, 17.8, 26.43; ^l 8.18, 
14.40; ;. 4.20, 10.23 und wohl öfter. 

Äußerlich herrscht Inkongruenz, wenn khto für rivsg steht, 
z. B. 3/1 2.48 k^to satb hratrbö moä und l 6.64 vMäase ho iskoni Isus^ 
khto sqto ne verujqstei^ oder eliko für ooot^) (mit Verb im Plural 2), 
cf. Jagic p. 40) und ooa: u 11.24 vbsS eliko (cf. malo mit gen. für 
dUyoi). Die Zahlwörter, welche eine Mehrheit bezeichnen, haben 
als Subjekt zuweilen übereinstimmend mit dem Griechischen das 
Verb im Plural bei sich, auch wenn es sich um die formellen Sin- 
gulare /Je^b usw. handelt: 7. 2.21 M egda isphnisq sq (ZA isphni se) 
osmh dhnhi\ andere Beispiele bei Jagic p. 40 f. Meist jedoch steht 
das Verb in der 3. p. sg. unpersönlich, worüber das Nähere unter 
»Verb«. 

3. In Bezug auf den Kasus: l 11.42 desetinq daete otb mety i 
pigam^) i vhsäkogo zeliS^ M. 12.28 o duse bozii, u 11.24 «w^ eliko 



1) Die Inkongruenz ist vermieden durch Gebrauch des deklinablen Rela- 
tirums in J/ 22. 10 vhs§ j^ze, welches auch J/21.22 vbsego egoze zur Über- 
setzung von oaa dient. 

~] Anders (1.12 eliko ze icli^ prijft-o i oaoi 61 a'/.aßou «troV. 

3) Es werden sonst sogar griechische Indeklinabilia deklinirt, z. B. P. 10. 



330 0- Grünenthal, 

moleste sq prosite [prositi regiert den Genitiv der Sache), l 15.17 M 
koliko (ZA koliku) naim^7lik^ oihca moego izbyvajat^ chUhi\ ferner 
zwei Fälle des sogenannten Gerundiums (cf. Vondräk II p. 408): 
3I\b.21iko?iarodudiviiisev{deste üote tov oyXov d-avi-icioca ß'/.ircov- 
rag, l 9.59 jyoveli mi shd^se (A sbd^su)•, dann müßte man, da die 
Präposition do nur den Genitiv regiert, hierher rechnen [.i 6.24 do 
poh (freilich auch L J «wg fji-uav, cf. serb. do po und das ahd. ad- 
verbiell gebrauchte »halb«) und M 18.21 u. 22 do sedmh kraU^ wo 
vielleicht sedmh besonders eng mit kraU^ weil unter einem Akzent 
stehend, zusammengehört, »siebenmal«, oder Serbismus vorliegt. 

Gesondert von den drei vorher aufgeführten Kategorien mögen 
hier folgende vom Griechischen abweichende Beispiele Platz fin- 
den: X 1.78 5b vyse l^vipovg (ähnlich i-t 15.38 u. 40), i 4.41 n^^?^ogo 
pa6e [noXXf^ nXelovg) v^rovase, l 7.33 svobodb hqdete^ J/ 14.20 d^va 
na desete kosa isphnh [SphnS, sc. kosh7iici) TcXr^oEig^ i 16. 32 da razi- 
detb s§ {ay.oQTtio^fJTs) kozhdo. Merkwürdig ist auch ?^. 10.23 M bla- 
zenS o6i videstei (Z -eV). 

§ 2. Genus. 

Sluga vTisQezrjg, öidyiovog, TtQay.tioQ wird zuweilen als Femi- 
ninum konstruiert: t 2.9 A slugy po6r'bp^sejq vodq (MZ po6r'bp%sei\ 
i 18.12 slugy ijudeisky jese Isusa^ i 18.36 slugy ubo moje podvi- 
zaly sq hysq. Als Maskulinum erscheint es /t 14.65 slugy bhj'qste, 
L 18.18 slugy ognh s%t'cor'bse^ M 20.26 vash sluga^ i 12.26 sluga moi. 
sotona b oaxuväg wird maskulinisch behandelt M 12.26, {.l 2.26, 
X 22. 31 ; dagegen k 1 0. 18 hat A sotona s^ nehese szpad^sq (N s^pad^- 
sj'u) gegenüber MZ pad^sa, ebenso hat Nik. a in l 11.18 sotona 
sama. Cf. Miklosich Syntax p. 21, Jagic 25 f. 

Über das Genus der Fremdwörter s. Meillet Etudes sur l'Etymo- 
logie et le vocabulaire du vieux Slave p. 187 f. Das griechische 
Genus wird beibehalten bei Masculinis und Femininis, so daß sie 
dem entsprechend als -^ [-jb]^) und -a^) Stämme auftreten. Davon 
gibt es vier Ausnahmen: 



15 M kaper^naume, häafig paschy, paschq, pasce (aber ?. 22. 15 pascha esti, X 22. 8 
Z ugotovaita narm pascha), allerdings auch i 21.1 oto kana galiUisky. 

1) Die männlichen Eigennamen auf -ag erscheinen mit Ausnahme von 
Lvsanii (S -ija) als -a-Stämme, ebenso 3fa)7asie MayaaaTJg. 

~) Abweichend Elisavetb, Finikisii 0oiyt/.iaaa. 



Die Übersetzungstechnik der altkirchenslav. EvangelienUbersetzung. 33 j 

1. der bei Zahlen auftretende acc. pl. f. ^iräg, der in der sla- 
vischen Übersetzung als Genitiv fungiert, tritt in der P"'orm m^nab^ 
auch als nom. f. auf: l 19. IG, 18 u. 20 rmnaa-b tvoä\ ebenso hat A 
es als acc. l 19.24, wo MZ 7^^^nasq bietet. 

2. a>tnV/2 erscheint 3/ 3.4 und // l.G in maskuliner Form, nach 
Meillet in Anlehnung an prqzi, da an beiden Stellen das Genus 
wegen des Fehlens des Artikels im Griechischen nicht kennt- 
lich sei. 

3. Das Maskulinum skorpii hat A 1 1 . 1 2 in SA skorpijq (derselbe 
Vers kommt in S p. 67 noch einmal mit skorfii vor). 

4. einige Städtenamen sind (wie grad^) masculin: A 10.5 ka- 
pemnaume do nebese v^znesys^ f] vipto dsloa, X 21.20 egda ze uzhJ'ite oZ»^- 
stoirm [y.vy.lovf.i6vr]v) voii Jerusalirm^ thgda razum^ete eko priblizi 
sq zapusUnhe emu [avxf^g)^ il/23.37 M Jerusalitm^ izhivy (zA izhiv^- 
sii) proroky i kamememh pohivajq [zA polivajqsti), Ä 4. 16 v^ Naza- 
ret^ vh njemze [ov). 

Die Neutra auf -ov werden zu Mascul. auf -^ (auch aromatb 
von einem byzantinischen a.q6)i.ia.xov cf. Meillet p. 507) mit Aus- 
nahme von mvro [t 11.2 M mvroju gegenüber sonstigem mvromh)^ 
lepto und evanh\)elbe ; yaQo(pv)Ay.Lov schwankt: a 12.41 sM^ Jsusi) 
pr^mo gazoßlakeovi vidiase kako narodh meteth mMh v^ gazoßiakij'q, 
i 8.20 v^ gazoßlakii Iv rtp yat.ocpvlMv.uo. 

Katapetazma und chrizma sind in die femin. a-Klasse gerückt, 
ebenso pascha (jedoch A 22.8 Z ugotavaita naim pascha^ / 22.15 
pascha Ssti). 

§ 3. Numerus. 

Der im Griechischen des Neuen Testaments nicht mehr vor- 
kommende Dual ist in der slavischen Übersetzung noch ganz le- 
bendig, cf. Jagic p. 35. Bemerkenswert sind folgende Beispiele: 
k 9.34 MO bystb ohlakb i osenije; uhoSsq ze sq (Petrus, Johannes, Ja- 
cobus) vihdisema ima (cf. syr^*^^ cum viderent Mosen et Heliam 
intrantes in nubem) on^ma v^ ollak'o (wogegen ZN das einfachere 
v^shd^sem^ ze irm hat), A 9.12 pristqph^a oba na desqte^ l 9.17 Z 
kosa d^va na desqte (jM koih ßi), l 22.37 Z s^ bezakomnikoma v^mh^i 
sq f^iEza Ttüv avöfiiop eloyla^r] (indem dabei an die beiden Schacher 
gedacht ist, was in M s^ bezakonhniky nicht der Fall ist), A 22. 34 
u. 61 in Z tri krata (M kraty), J/20. 30 glagoljqsta pomilui ny (S 



332 0. Grünenthal, 

na), Jf 18. 19 d^va . . . bqdetb ima (S. irm). sapog^ rb VTtöörjfia steht 
im Dual nur 31 d. 1 1 nSsmh dosioim sapoga ^) ponesti und t 1. 27 (= ju 
1.7 AS) renienh sapogu [tov VTCoörji.iaTog, also vielleicht auch im 
Slavischen dat. 8g.), dagegen 5 mal im Plural: M 10. 10 m sapogh, 
A 3. 16 remene sapog^ ego (ZA sapogu, S sapoga), X 10.4 we nosite ... 
sapogi, l 22. 35 pos^lach^ vy ... be-sapog^, X 15. 22 dadite . . . sapogy 
na 7ioz6 (S. sapog-b, xh. vftodr]f.iaTa). Hiermit ist zu vergleichen vrata 
TivXri, dvhri d-vqa, 6rhla ÖGcpvg, usta gtö/^icc, prhsi (TrJji9-og, wo auch 
wie in odi, usi, s^shca {.laaroi. der Dual zu erwarten wäre. 

Für den griechischen Singular steht der Dual Jf 19. 24 (= X 
18.25 iglinS usi TQfj^ia ßeXövrjg, A 3. 17 ZAS emuze lopata v^ rqku 
(M rqc^, i 7. 30 A nikbtoze ne v%zlozi rqku (M rqky) na nh u. Jf 24.35 
A nebo i zemU mimoidete (cet. mimoidetb Ttaq^Xivo^rai; ebenso hat 
auch Amit dem Griechischen übereinstimmend den Singular M5.18 
pr^idetb nebo i zemU, X 2. 33 bd Josif^ i mati ego öjudesta se, i 2.2 
z^van^ ze bysU i Isus^ i udetiici ego) i 20.3 izide ze Petn i drugy 
u6enik^, in welchen Fällen allerdings beim Aussprechen des voran- 
gehenden Prädikats das folgende doppelgliedrige Subjekt noch nicht 
bewußt gewesen zu sein braucht). 

Für den Plural tritt zuweilen in der Übersetzung ein kollek- 
tiver Singular ein: rozdenhe (neben rod^ X 21.16) oi avyysvslg, orq- 
zhe f.iccxatQai (^1/26.55 = /t 14.47 = X 22.52 Sko na razboinika li 
izidoste sz orqzbemb i drhkohmi, aber M 26.47 = f.i 14.43 narod^ 
m^nog^ s^ orqziii drhkohmi, ebenso l 18.3 s^ orqzii j-istcc djtXcDv), 
listvbe cpvXXa, trhyihe ay.av9-ai, razdbe y.Xr](.iaTa, kamenbe^) Xid-OL, 
Ttixqai. 

Pluralia tantum finden sich zur Übersetzung des Singulars: 
k%7vjigy yqacpi], usta oxö^ia, vrata TivXrj, dvbri^) S-vQa, prbsi aTfjd-og, 
Ijudbe Xaog, zrSbii v.Xf>Qog, Ssli cpccxviq, ztiimve'^) fivXcov. 

Einzelfälle, wo ein Plural für einen griechischen Singular er- 



1) Oder liegt hier sg. vor wie ihn S in Ä 3. 16 u. 15.22 hat? 

2) In zwei Fällen ersetzt es den Singular: A 8, 13 a ize na kamenii (S ha- 
mene) ize . . . , wo entweder ein i zuviel geschrieben sein kann oder vielleicht 
Beeinflussung durch die beiden Parallelstellen 3/ 13. 20 = ^ ^.16 na kamenii 
Inl T« 7iETQ(jj&Tj vorliegt; A 4.3 rbci kameny'u semu da hqdeH chlebh (Z bqdqth 
chlebi), wo die Itala Hdschr. a auch lapidibus und fiunt panes hat. 

3) i 10.7 haben AS dvirb, ebenso A in v. 9. 

*) Aber M 18.6 zrbmvb fxvXoy oviy.öv, den oberen Mühlstein. 



Die Übersetzungstechnik der altkirchenalav. EvangellenUbersetzung. 333 

scheint, sind folgende: A 1.41 radostami tv ceyaXXidoeij 312^). 19 po 
rmnozicli^ ze vremetihcla (A imnozi ze vrhncni) (.itTu di JtoXvv x(iö- 
vov, X 9.39 s^ pSnami uev äcpQoi) {ct^i 9.18 pSny tiititb dg)Qi^ei), 
A 18.4 aife i hoga ne Loja se^ % ^lovik^ ne srumU^'q aq nvöe tüv ür- 
d-Q(x)7tov ivTQe7to(.ic(L (ähnlich X 18,2, wo allerdings Z tlotäka hat), 
A 24.42 oth h'bielb s^t^ ccTtb (xsXiaoiov xr]Qiov, X 24.11 blqdi XfjQos, 
t 2. 15 pinqdzrj ~o -/ÜQ^ia, l 6. 23 ideze Ssq chUby zbv uqtov (aber v. 1 1 
rovg aQTüvg], /.i 10.50 othvr^g^ rizy svoj'q tu i^iütlov avtov. Anders 
aufzufassen ist wohl die gelegentliche (/< 3.29 Z, i 6.51 A, 1 14. 1(5 
SZ) Wiedergabe von elg ruv aiüva neben häufigem v^ v^kh durch 
v^ vdky^ dem sonst, allerdings nur zweimal vorkommend, eiq rovg 
ulCovag entspricht. 

Umgekehrt wird häufig ein griechischer Plural durch einen 
Singular wiedergegeben: drico übersetzt dtvöqa M 3.10 und 21.8, 
(.L 8.24, ). 3.9; dagegen ). 21.29 thsö drSca nüvxa rlt devÖQa, f^i 
11.8 Z ot^ drh^ (M drSva); shrebro steht für aqyvQLa M Tl.b und 
1^A2\pIod^^) für xaQ7tol M 21A3, l 3.8 Z (M plody), 3/21.41 SA 
(Mz plody) ; cf. 3/13. 1'iM. pri7losii^ plodh (Z plody) /MQTiocpoQel; hrahh 
für y6.\ioi (neben yduog) mit Ausnahme von X 12.36 MZ ot^ hrahb 
(S hraka)'^ ebenso zeigt das häufig nach dem Griechischen korri- 
gierte A den Plural 3/ 22. 8 und 10 und t 2. 1 hraky (sie!) hyse^ 
während es 3/25.10 und 22.4 sowie /. 14.8 dg rovg yäfiovg mit 
7ia brakh wiedergibt. ^varoXai und övoual werden in S gewöhn- 
lich durch den Singular übersetzt, während die anderen Hand- 
schriften den Plural haben, so 3/8.11, X 12.54, / 13.29; davon 
weicht ab 3/ 24.27 oth vhsfokh do zapada und 3/ 2.1 oih vhstoJcb. 
(Ev) Tolg oäßßuoLv wird neben vo sqbofy^] oft durch vh sqhotq wie- 
dergegeben, so 3/12.1 Z, 12.10 u. 12, ,a 3.2 u. 4, X 6.2 u. 13.1 OS. 
Ta jtt£'(>^ ist übersetzt durch s^rawa 3/ 16. 13 u. 15.21, i 21. 6, jedoch 
u 8. \0 pride vi strany dalma?iutanhsky ', ähnlich o desfiqj'q, o iujqjq 
für £x de^Liov^ l| aQioreqCbv. Über pUveh für tLtävLU cf. § 1 p. 4. 
Schließlich sind noch folgende Einzelheiten anzuführen: M 14.9 
klqtvy radi^ i.i 6.26 A za klqtvq (MZ kletvy) öiä rovg oQy.ovg, X 16.23 
na lonS ego iv rolg -/.öXnoLg avxov^ A 11.7 we tvori mi truda (M trudh) 
xÖTiovg^ 3/8.28 S oi^ groba (Z grobisth) ix tüv (.ivrif^ieiwv , A 5. 6 

1) Umgekehrt M 12.8 Z duecha plody (M plod^) xaQnöu, vielleicht zur 
Erzielung der Kongruenz mit dem plur. Praed., cf. § 2 Kongruenz p. 8. 

2) Welches M 1 2. 2 für den kollektiven Singular iy außßcao) steht. 



334 ö- Grünenthal, 

protrhzaase ze se mrSza (ZOA protrhzaachq sq mrSze;) duQQrjoasTO 
TU dlxTva, 3/12.34 S pleme aspidovo (cet. istqdhS echichnova) yevvrj- 
(lara exiövCov, M^Ah S na z^lago i na dohrago inl TtovrjQovg y,ai 
dyad-ovg, M 15. 36 S iprierm rybq i%d-vag, M 1 4. 29 S 7ia vodS (eben- 
so serb. u. kleinruss.) kjti tu vöara, f.i 1.11 sz. nehese (0 s^ nehesb) Ix 
rGiv ovgavCov, A 2.8 strSgqHe strazq nosthnqj'q (pvXay.ccg, ü/ 1 3.45 ZO 
istqstju dohra his^ra (MSA dohrb bis^r^\ der sg. vielleicht durch das 
folgende i^e ohrH^ edim rmnogoc^mm Mshn veranlaßt, l 2.37 
postomh vriOTeLatg^ X 11.22 koristh xa a^vXa, "k 24.39 duclvb pVbti 
(ffa^xag) i kosti [darea) ne imatb, i 11.44 ukroemh KEiQiaig. Anders 
können beurteilt werden l bAQ Z v^ pustynjq^ l 8.29 MAS skvoze 
pustynjq (Z -je) xag lQ)]i.LOvg sowie M 6.26 zithnicq (S-ce), k 12.18 
ZAS zithnicq (M -cq), rag äjtod-rjy.ag^ indem hier der mittelbulgari- 
sche Übergang von el>a nach s, i, j vorläge i), wie er sicher vor- 
ausgesetzt wird durch die falsche Schreibung in t 21. 6 ZAS v^vr'bzSte 
o deshnqj'q stranq mrSze ... ne mozaachq privUstieJq (ähnlich 3/ 4. 1 8). 
Häufig werden substantivisch stehende Pronomina und Adjek- 
tiva im neutr.plur. singularisch wiedergegeben: 3/9.17 (=A 5.38) 
ohoe sT)bljudetb sq df.i(p6T£Qa, M 13.30 Z ostavite kuphno rasti ohoe 
do zetvy (in M fehlerhaft), k 6.34 v^sprnmqt^ ravbno xa IW, M 
25.21 male hä vSrhm nad^ rmnogy tq postavljq hrtl bkiya . . inX 
Ttokküv, M 27. 19 rmnogo nokkä (ebenso 3/16. 14, M 13. 3, ^i 1. 45), 
AlO. 41 mnozS TteQlrcokkä] aber jtt 12.41 u. A23. 8 rmnoga^ (.il.Aina 
jmnoga, 1.1 7.S ina podohwia takovatmnoga. Dasselbe Schwanken 
herrscht in der Übersetzung von xavxa durch se und si\ nur scheint 
in S se, in A si zu überwiegen: k 10. 21, A 15. 26, 1 16.1 u. 4 u. 25 u. 
33, 18. 22. Zur Wiedergabe von Jiävxa ooa wird einige Male vhse 
eliko verwendet (3/13. 44, 18.25, 21.22 vhsego egoze v^prosite) neben 
vhsS eliko (3/23. 3, jtt 6. 31 u. /l 18. 22 MZ) ; ebenso steht der Singular 
k 14. 17 S gotovo est vhse, fi 11. 11 M s-bglqda vhse (Z vbse^), (.l 4. 11 
Z vbse byvaet^. Für «', xcc erscheinen gegenüber vielen Beispielen 

1) Solche Bulgarismen zeigen 31 13.50 Sj^, ^a 2. 7 ZA vlasßmijq, X 12.24 
My^, X 18.2 MZ glagoljq nnd die falsche Schreibung jj. 14.51 MJunosfi (ZN-s^). 

2) f und e sind (außer in M) miteinander vertauscht 3/12.42 Z osqdft^ 
xaraxotuel, ^ 7.9 Z und i 10.7 glagolasf 'iXsyey, X 1.45 A eze verujeti, t] nia- 
TBvaaaa, MIO. HZ ize kolizbdo ne prnmet'b vaso 7ii poslusajqH (mit q für f nach 
/ cf. *)) slovesh vas^ch^, X 24. 1 Z eze (MAj^ze) ugotovasf aromaty, X 24.22 Z ze7\y 
. . . uzasise ny, i 4.45 Z prij^se t Galileane, t 15.13 SA bohse sej'p fJuh^ve nik%- 
ioze ne imah, 3/8.4 S prinesi dar^ j^ze (für das allgemeine Eelat. eze). 



Die Übersetzungstechnik der altkirchenBlav. Evangelienübersetzung. 335 

mit ^ze auch einige mit eze: A, 2.49 S eze est othca moego v^ tScJa 
dostoüi mi bijti, fi 1.44 eze poveU Most, /< 10.32 eze chotdaie byti 
emu xa (.lelXovra avz(p ov^ißaivELV^ X 2.20 M vhsicJa eie, X 11.22 
Z vhsS orqzbS ego othmeth na njeze uphvaase, k 9.36 M nidhsoie 
Uchb eze (ZN eze) vicUs^^ i 2.20 M vid^'ste zyiameniS [ta oi^fiüa) ego 
eze (Z ize) tvor^a^e, M 24. 17 eze (A ize, cf. p. 11) esth v^ chramä ego 
xa Ix xv^g oly.iag avxov, k 14.28 Z aste imath eze (M ize^ cf. p. 11) 
estb na s^vrhSen■he xa Ttqog, a;tuQTLa(.i6v. Jedoch kommt hierbei in 
Betracht, daß eze als allgemeines Uelativum gebraucht sein kann 
(cf. p. 7), und andererseits e und ^ von den Schreibern nicht selten 
verwechselt werden *). 

§ 4. Adjektiv. 

Für den Positiv im Sinne des Komparativs, wie er im Neuen 
Test, besonders nach hebräischem Muster steht (Blass § 44,4), wird 
immer der Komparativ gebraucht: iJ/18.8u. 9 dohrSa ti est^ 
'^aUv ooL loTLv, ähnlich M 26.24, ^ 9. 42 u. 43 u. 45, ^i 14.21 (M 
hier jedoch dobro)^ cf. auch A 17. 2 unSe emu hi hylo XvaixeXel avx^j ; 
Jf 22.36 ka^ zapovSdh est^ hohsi {i.teydlri) vh zakonS, M22. 38 si esth 
prhvaS i bohSi^ (A bohiaa) zapovMb, M 20.26 (= i-i 10.44) ize aste 
chostetb vqStii {/.isyag, aber it. maior) byti v^ vasz, X 9.48 ize bo 
estb mhnii (fiLXQÖxeQog) . . . esth vejtii {ueyag), X 7.47 emuze mbne 
[dXiyov) ot^da sq mbnbsbmi {pX'iyov) lJubit^, X 13. 2 grSibnSisi paöe 
vhsichh a(.iaQxi.oXoi Ttaqa jiävxag, X 13.4 dhzb?iSise bäsq paöe vh- 
sSc/a dcpsiXexai syevovxo Ttaqa Ttdvxag; aber X 18.14 opravbdam 
(bei Ulfilas garaihtoza gataihans) paöe onogo Ö£Ör/.ai(üf.ievog 7caQ 
€'/.£lvov. Umgekehrt steht der Positiv zuweilen für den Kompa- 
rativ (und den damit gleichbedeutenden Superlativ), cf. Blass §44,3: 
L 13.27 eze tvorisi^ s^tvori skoro xä/jov, 4 21. 18 egda b& jum veto- 
xBQog^ X 12.26 aste ubo ni mala 6bso mozete IXüy^ioxov (als Elativ 

1) ütf 13. 7 Z e (M e) «ura, auf druga bezüglich ; Jif 15. 2 M predanie (Z -e) 
Trjv naqäSoaiv, Jf 24.3 konbcanie owTeXeitts, 3/24.26 S ne idete (cet. idete) fxr} 
iHXd-tjze, fi 4.15 si ze sqH eze (für allgem. Rel. eze) tia pqti ovtoi öi etaiv 01 
naoa xrju b&oy, fx 4.19 M hagatbstvbe (Z -e) xov nXovzov, X 12.29 M 7ie istete 
(Z -ete) jurj Cltsire, X 14.29 M osnovanie (Z -e) &euiXioy, t 6. 26 M znamenie (Z -e) 
arj/xelu, ^a 1.1 nacflo evangelija Isusa christova . . .jaza estii pisana, t 9. 16 Z sice 
znamenhe (MsjVe) loiuvxa gtjueIu, i 13. 8 A tebe (cet. tebe) ai, Ijudei neben -ei, 
Galilea neben -ee, i li.3 Z i este (M este) idq xccl lav noqev&w, t 14. 11 M verq 
emlete (Z -ete), ^ 1.4 S krbstenie pokaanie. Jlf 23.9 u. 10 zO ne naricaete fxr] y.u- 
i.iai]Te, Jf 10. 11 M prehqdete fieifcae. 



336 0- Grünenthal, 

cf. Blass § 11, 3), 316.19 ize ho razor^itb edinq zapovMii sich^ ma- 
lyich^ [IXaxioxcov) . . . mhnii [kläxtotog] nm-edetz sq. 

Gewisse im Griechischen adjektivisch bezeichnete Bestimmun- 
gen werden zuweilen adverbiell wiedergegeben: t 1.42 ohrSte &h 
prSzde TTQtozog, M 20. 10 K^ prisuhiei prhvSe (MZ pr^shd^se pi'hvii) 
sX-S-övreg ol TtqCoroi, t 1. 30 Sprbvee [cet. prhvSi) mene hyst^, X 24. 22 
zeny hyv%Se . . . rano [dqd-qivai) u groba, A 1.6 chodesta . . . bes po- 
roha ai-ief^iTttoi, M 8. 28 d^va bhhna ischodqita Ijute zelo x^^^~ 
Tcol Xiav. 

Substantivisch gebrauchte Adjektiva werden wiederge- 
geben 

1) durch Relativsatz: X 9.48 ize bo mhnii esh v^ vbsSc/a vas% b 
yaq fXfKQÖTEQog, t 8,7 ize vas^ bez^ grScha esU b avafxaqrYitog 

Vf-löJV] 

2) durch Substantiv: l 19.35 istinq {äXrjS-f]) glagoleth, «4.18 se 
v^ istiiiq (aA./ji9'fg, jedoch Sin E aXT^^tog, ebenso vulg. u. einige ital.), 
X 8.17 v^ avlenie [eig cpavegöv) pridet^^ il.A v^ taiyiS iv y.Qv/tT(p 
[v. 10 faj), ^12.57 ne sqdite pravhdy th (5//a«oj/,J/15.14 vozdisqU sUpi 
(cf. unter 3) slephceim\ slephch ze sUphca aste vodiU, 2 9.60 ostavi 
mrhtvyrm pogreti svojq mrhtvhcq [^ mrhtvyj'e); staruh b nQsaßvTSQog, 
desnica fj Ö€§ia, sjuica f] ccqiOTeQÖ. (aber o desnqjq^ o sjujajq^ cf. unter 
?>)^pravhdhnikh (auch für praedicat. Adj. X 18.9 iko sqtb prav^dhnici 
dixaioL, ebenso l 9.31 a^te hbto bogoöhtbch est^ S-soGsßrjg); cf. auch 
M 20.16 u. X 14. 25 rmnogi bo sqth zhvanii {y.Xr]Toi) malo ze izbhrany- 
ichh (fixAexroi). 

3) durch das mit dem hier als Artikel fungierenden Pronomen-* 
zusammengesetzte Adjektiv, auch wenn im Griechischen nicht der 
Artikel steht, wie in folgenden Fällen: M 19.30 hqdqtb posUdhnii 
prhmi i prhvii posUdhnii (3/20.16 u. /< 10.31 steht an der einen oder 
andern Stelle auch im Griechischen der Artikel), ilf 21.9 Osanna 
{X 2. 14 slava) v^ vyshniichb., Jf 11.5 mrhtvii . . . nistii, M 10.8 = 
X 4.40 bolejtqje cSlite, M 10.% prokazeny je, il/ 13.35 s^kr^venaa.^ M 
7.11 blagaa, M12. 32 nht^ hog^ mrhtvycJn ?iz zivych^, 31 20. 16 malo ze 
izbbranych^,3121.16s^sqitich^JM2^.41prokletiiJ|.lQ.lAot^mr'btvych^, 
A 9. 9 takovaa, Z 3. 4 glasi vbpij'qstaago, A 4. 18 nistiirm., X 6. 35 synove 
vyhn^ago (ähnlich 1. 32 u. 76), X 1. 11 protivwiyj'e, 2 3.5 hqdqtb stnpb- 
tbnae vb pravaS eorai rä axoXia eig sv&eiag, X 4.19 slSpyrm, X 12.48 
dostoinaa ranarm, X 23.41 dostoinaa bo dMorm, A 1 . 52 u. 53 sihnyjq . . . 



Die Übersetzungstechnik der altkircbenslav. Evangelienübersetzung. 337 

s^m^-enyjq . . . aUqSt^jq . . . bo(/at^^tqj\', k 7.22 sUpii . . . chromii . . . 
prokazenii . . . ghisii . . . mrhtvii . . . nistii) ähnlich M 11.5, wo je- 
doch Z chromi, A glusi u. prokaieni haben; M 13. 52 M nova (ZSA 
nov)aa) i vethchaa, M 16.23 z öloviöhska, (aber (.i 8. 33 im gleichlau- 
tenden Verse auch Z Shvidhskau), wo auch das griechische tu töjv 
av^Qw^riop den Artikel zeigt, ebenso M M.S ZM mqk%ka (A — aS] 
%a fiaXay.ü, /< 7.23 M z^la (Z — a^) tcc TtovrjQa, 3/12. 45 M posUdhnS 
(Z — ^^ TU ea^uTU, i 3.12 M zemwia . . . nebeshska (A beides mit 
— aa] TU ETiiyeia . . . r« Itzovqüviu^ 3/22.21 MAS cSsareva {^l — aa) 
T« Tov KaiGUQog^ M 5.30 desna ivoS rakq f] de^ia aov x^^Qt M7.13 
v^chodqHi oi eiasQxöfievoi. Alle diese Fälle brauchen nicht Abwei- 
chungen zu sein, sondern können Kontraktion oder Haplographie 
zeigen, wie dies sicher der Fall ist 31 25. 33 u. 41 ZA o desnqjq . . . 
o sj'uj'q (M Uvqjq^ S sjujqjq) h. öe^iwv ... 1^ uQiaTSQiop, M 27. 39 
A o SJujq (ZM — Jqjq\ l 23.33 S sjujqi^l — j(lj({), il/25.3 u. 8 hujq 
(SO bujej'e) ul (.uoquL^). Jedoch kommen tatsächlich unzusammen- 
gesetzte Formen vor: Mb. 22 bue^ l 12.20 bezumwie, X 1.53 isphni 
hlag^ äya^wv, X 14. 13 zovi niH^e malomoiti chromy sUpy^ il/ 15. 31 
Tivid^sten^myJ^ glagoljqste^ bhhnyjes%dravy i chromy cliodqste isUpy 
videst^ (M nSmy . . . bMwiyjq . . . i chromyjq . . . sUpyJe], M 12.37 
Z v^sSav^ 6 a^reiQiov, J/11.14 tz esfz IliS chot^ prijqti [fehlerhaft 
f^v priti) b /.liXXojv iq^töd^dL, X 22.26 MZ da bqdeth starSi eko duzq 
6 öiuy.ovcüv, X 18. 14 S v^znosq sq (cet. vbsSk^ v^znosqi sq) s^mirieto sq 
a s-bmäräqi sq v^znos^t^ sq, A 21.21 M sq^te (Z sqstei) v^ Ij'udei oi Iv 
rf] ^lovdaiu, M 12.3 M sqsti (Z sqstei) s^ nimh, M 21.41 MA z^Iy 
(ZA — jq) z^U poguhitb jq (fehlt in ZA) v.a/.ovq xa-AÜg uTtoXioEi 
avTovQ\ am ehesten sind noch verständlich; M 12.22 priv^sq bSsh- 
nujqith sq sUpo i n^nvb und M 15.30 imqste s^ sobojq chromy nSmy 
i sUpy i bhhny, weil es sich um unbestimmte Personen handelt (cf. 
dagegen den oben zitierten v. 31); ebenso M 8.28 d^x)a bhhna, 
3/8.16 beuhny m^nogy, /.i 1.34 M u. 6. 13M m^nogy nedqzhny {Z 
nedqzbnyj'q; ähnlich auch M in f.i 12.41 tmnozi bogatii.) 

Von mehreren durch « verbundenen Adjektiven, sofern 
sie Eigenschaften desselben Seienden bezeichnen, steht ge- 



1) Hierher wird auch gehören M 7.29 MZ (= ^ 1.22 MZ, ;i 4.31 MZA, im 
letzten Fall auch einige griech. codd. ohne pron.) he bo uc^ ohnejf (S uc§ ich%) 
Si6äax(iiv avTOVs, ^I 12.6 M zatie für Z zanje ne. 

Archiv für slavische Philologie. XXXI. 22 



338 0. Grünenthal, 

wohnlich nur das erste, wie im Griechischen i), mit dem Artikel 

(Miklosich Syntax p. 148) : M 12. 23 sh estb slysei slovo i razumävajq e, 
il/23. 24 ocSzdaJqStei mbsicq a vehhqch poghtajqUe^ M 23. 37 leru- 
salime izhivy prorokyi kameniemb pohivajq^ k 8.21 slysqsteii tvoreste^ 
L 14.21 imSj'ei zapovSdi mojq i s^hljlldaje je, A 6. 49 a slysavy i ne 
sitvorh, L 5. 24 slusajqi i vSrq emlq (0 emlqi), t 9. 8 tie sb U esth sedqi i 
prose, «11.31 Ijudei sqstei sz nj'ej'q iutSsaj'qstej'q, i li. 45pr^hd^se^ Ta> 
Marii i v^deD^se, i 6. 45 slysavy ot^ othca i navykh, iJf 10. 28 ne uhoite 
se uhivaJqStiicJn tSlo a dusq ne mogqsth (0 — iich^) ubiti^ A 24. 25 M 
o nes^myslhnaa i mqdhna (ZA mqdwiaa) si'bdtcemt d) ävörjzoi '/.al 
ßgadelg rf) xaqöia, A 2.13 AO rmnozbstvo voi nebesbskyicJvh chvale- 
stiichh boga i glagoljqHb (cet. chvalestb boga i glagoljqstiiclvb) ai- 
vovvTiov xal leyövTiop, t 8.50 ZO isiei i sqde (M Ute i sqdq, A iHei i 
sqdei). Einige Beispiele kommen nur in so vor, während die 
übrigen Handschriften abweichen: M 12.39 rod^ Iqkavh [M 16.4 
zoh, ZN z^ly), i IJubodShvb [yEVEa TXOvrjQa y.al /.lotxcxllg) znameniS 
istetb, M24:.4:b M vhbny rab^ i mqdry (S verbm rab^ i mqdrb), 1 10. 26 
vbsSk^ zivy i vSruJei v^ me, 3/11.25 otb pr^mqdrycln i razumbnyclvh, 
2 10. 21 otb prSmqdrh i razumbm\ ebenso weicht auch ab ilf 
17. 17 MS rode nevSrbny i razvrasteny (AO neverbm i razvrastem, 
wie auch M gegenüber S hat A9.41) w yevea aTtiarog -/.cd öisoTQUft- 
(.i€Prj, i 6.40 vbs^kh mdqi syna i virujei v^ nego. 

Daß in den oben angeführten Stellen nicht nur Nachahmung 
des Griechischen, sondern syntaktischer Brauch des Slavischen 
vorliegt, kann man vielleicht aus den allerdings nicht zahlreichen 
Fällen schließen, wo durch i verbundene Adjektiva Eigenschaften 
verschiedener Seiender bezeichnen und im Griechischen 
nur das erste oder kein Adjektiv den Artikel hat, während sla- 
visch nur zusammengesetzte Adjektiva stehen: ilf 11.28 truzda- 
jastqi se i obrSmenii, 3/4.24 vbsq bolestej'e . . . i bhbnyjq i mheöb- 
nyj'e . . . i oslabljenyjq zilami, X 6. 35 na neü^zblagodatbnyJe i z^lyje, 
M Tl. 10 AO zhlyje ze i dobryje (Mz dobry) TtoprjQovg re y.al äyad-ovg, 
k 14.21 nisteje i hMbnyjq i chromyje isUpyje\ ebenso wohl 3/ 23. 17 
u. 19 bui i sUpii (xojqoI y.al Tvq)loi und 3/21. 14 chromi i sUpii (z 
slepi) xcokol y.al TV(ploi, wo beim ersten Adjektiv nur vor folgendem 



1) Wenn im Griech. der Artikel beim ersten Adj. nicht steht, so ist der 
griech. Text hier zitiert. 



Die Übersetzungstechnik der altkirchenslav. Evangelienübersetzung. 339 

i statt ~ii einfach -i geschrieben und gesjjvochen worden sein kann 
(cf. unter Partikeln); vgl. jedoch auch die variantenreiche Stelle 
M 5.45 shnhce svoe s'häet^ na zhly (AO -j(^) i hlagij (S na züago i na 
dohrago) i chzdith na jiravhdhuy (ZASO -j(}) i na (nur in M) ne- 
pravhdny [XO -jq y^ohidhlivyJ{') Irtl TtovtjQovg /mi. ayai^ovg -/.ai (^qsxsc 
e/tl di/Miovg /.ai döiyiovg. 

Von den attributiven Adjektiven stehen in nicht zusammen- 
gesetzter Form die meist einen griechischen nominalen Genitiv 
wiedergebenden possessiven Adjektiva auf -ovh {-Jev^) von -^ {-Jh) 
Stämmen, wobei bemerkenswert sind: kitov^ xuv -/.rjTovg, ec/iidhtiovi 
lyjöviüv, losiovh tov ^hoofj neben Add^ev^ rov Äööi, Mattatiev^ zov 
Marrad^iov und Mattataevh rov Maxrad-ä^ archiereov^ (cf. den Da- 
tiv arcJiiereovi), Ahfeovh tov ^AXrpaiov^ Kesarev^ neben -ov^^ Anh- 
drSov^ neben -ev^ (cf. dat. -oü« neben acc. -Jq)^ Ioa7^a7lev^^) rov 'Iwa- 
väv und nicht besitzanzeigend t 19. 5 trhnom (A trhnovy S trhnSm) 
vSnhch, 3122. 19 S sklqzh kinsovy (Mz kmhsh?iy); cf. Meillet Etymolo- 
gie d. V. slave p. 360; auf -ms von -a und -b Stämmen: ighlim, go- 
Iqbim, neprUznim.^ lonin.^ IrodiMim^i Mar'iim, alguim uXoi\g^ Levh- 
\)iitvb.^ Ijudim (1 mal neben 5 mal IJudov^] cf. AnhdrSov^)\ cf. Meillet 
p. 440; auf -ft«*: gospodmih, materhiih] auf -^/'fc: proroöh (neben -hsh»), 
othdb, pravhdhnidb, mladenhSb^ hbnezh., SrhmbniSb, skadehniöb (neben 
-o«j*), dlovSdb (in A), uöeniöb (in Z), oshlb (neben -bskb), vehbqzdh, 
ovhSb (neben -ii), Solomonb., Salatib rov ^üXa, Taranb rov Qocqu, 
AvUnb rov Aßiä, Aro7ib, Simotib (neben -oü?., / 4.38 beides); cf. 
Meillet p. 377; Matusah rov Mad-ovaala, Siluamh (neben -hskh), 
lakovlb (neben 1 mal -ov^)^ Avraamh (neben 1 mal -ov^\ cf. Aramov^, 
Adamov^, loramovh), auf -bj'b: bozii, ovbdii (allerdings Ml. 15 MZ 
v^ odezdaclrb ovböackb (A Aichrb)., i, 6.2 MZ fia ovbdi (A -ii kqpSli)^ 
vrazii; cf. Meillet p. 377. 

Die von Ortsnamen abgeleiteten Adjektiva SiVLf-bsk^ (cf. Meillet 
p. 330), stehen auch bei griechischem Artikel häufig in nicht zu- 
sammengesetzter Form, so besonders ijudeiskb rCov ^lovdauov^ wel- 
ches bei seinem häufigen Vorkommen nur 3 mal in M die zusammen- 
gesetzte Form zeigt: i 3.22 v^ ijudeiskqjq zemljq^ X 1.65 v^ vbsei 
stranS iJudeiscSi^ l 19.21 archierei ijudeiscii] turbski und sidonhskb 

1) Fremde Eigennamen auf Nasal oder Liquida treten öfter als weiche 
Stämme auf: Zavlonb, Lazan, Tamarb, Aviatan, Izdraih, Natanaih, Zorova- 
veh; daneben Aveh, Azorb, Gavbrih, Da7iiih. 

22* 



340 ö- Grünenthal, 

stehen ebenfalls in M u. S mit Ausnahme von X 4. 26 Sareftq sidonh- 
skqjq rrig 2idiüviag immer in einfacher Form, allerdings griechisch 
auch ohne Artikel; ferner iet^usalimtsko 2mal, samarSmskb^ siluam'bskb, 
chananeishb^kvrineishb^enisarethskb^gudarinht.hb 2mal(aber X 8.37o J- 
lasti gadar^7lhskyJ'^),eleo}^hsk^ Twv elaiä)vSm8i\(8ibeY ll'i} .37 göre eleonh- 
scSi, ebenso Ji 2 1.1 z); bei galileiskb xfis TaAtAa/cfg herrscht Schwan- 
ken, und zwar hat J/10, S 2 zusammengesetzte gegenüber iliS, S 5 
einfachenFormen;2orc?a^?ts%2roi)'/o(>da?/ot;kommtinM4mal,inS2mal 
nur zusammengesetzt vor, ebenso mqzi ]Sinev^\)it'bscii 2 mal avÖQeg 
NivevelTar, cf. noch M 10.15 M zemi sodoimscS (=11.24) ^ (ZN 
zemi) gomorhscei (ZN gomorhscS) ^codöuiov y.al Fof^iOQQcov. — Von den 
übrigen Adjektiven auf -ts^* erscheint 6lovS6hsky entsprechend tCjv 
av&Qwmov meist in bestimmter Form, so daß in M (abgesehen von 
ju 9.31 = A 9.44 v^ rqcd öloveöhscS und X 9.56 dush 6lov^6hsk%^ wo 
auch av&QWTiwv ohne Artikel steht) 74 solchen Formen 8 nicht zu- 
sammengesetzte gegenüberstehen: sym dlovedbskh M 26.24, 20.18, 
11.19; ^i 8.38; t 11.34; i.i d.iSprMh synomh dlovMhskom'b, Jf 23.4 
na plesta dlov^dbska, X 21.36 prM^ synomh ölo'c^dhskom'b; in S ist 
das Verhältnis 20 : 7. Erwähnenswert sind noch in zusammenge- 
setzter Form bei fehlendem griechischen Artikel: IJuda iskariothsky 
^IOKaQLto&^ Ponthsky [Ilövxiog] Pilatb., X 11.34 pedahmi ziteiskymi 
fxeQii.ipaig ßicoTiKcdg, X 21.25 sjuma morhskaago iqyiovg ■d-aXäoorig^ X 
ll.dO cSsai'icaj'uzhskaaßaoüuoGavÖTOv, X20.42v^k^?^^gach^psahmh- 
skyicln Iv ßißXio ipaXf.i(I)v; in einfacher Form bei griechischemArti- 
kel: ilf 16.6u. 11 u. 12 = A12.1 oth kvasaFariseiska rwv (DaQtaaitor, 
X 14.1 k^nqza Fariseiska, ^ 7.28 ot^ krupicb dSthsk^ tüv Tiaiöicov, 
-M"18.35 M othch moi nebes'bsk^ b ovQdviog[zS -y, wie sonst fiebeshsky, 
S auch nehes^ny immer zusammengesetzt erscheint entsprechend 
dem griechischen Artikel). 

Die Adjektiva auf -tnii (cf. Meillet p. 380) kommen nur in zu- 
sammengesetzter Form vor ; allerdings steht auch griechisch meist 
der Artikel, bemerkenswert sind nur 2 9.12 okrhstwiejq vhsi tog 
AvyCXM ■Aibf.iag, X 14.8 na prMhnimh mhtS eig rrjv 7tQioroY.XiOLav. M 
12.45 M posUdhnS xa soyaxa (Z -M) zeigt Haplographie oder-Iogie, 
cf. oben p. 17. szveztnb ist Substantivum, vgl. lit. kalinys > Gefange- 
ner« zu kälti »schmieden«, kaUti »gefangen sitzen«. 

Die Adjektiva auf -hm (Meillet p. 438) erscheinen häufig in 
zusammengesetzter Form da, wo im Griechischen der Artikel nicht 



Die Übersetzungstechnik der altkirchenslav. Evangelieniibersetzung. 341 

steht: immer zivoth vSdhnyJh (S auch zizni v66hnqjq) i) tioi] au'üviog,M 
19.7 u. fi 10.4 k^7^^gy raspustwiyjq ßißliov aTtoaraalov, fi 9.42 
kamefib zrh7l^vhny )Jd-og i.iv?uy.ög, ji/4. 5 glqhiny zemhnyj'q ßäd-og yfjg, 
3/11. 22 = 1 0. 15 = 6. 1 1 v^ chnh sqdbny iv r^(.ieq(f /.qioBwg, M\ 3. 46 
S edm^ rmnogoc&nhny his^rb (MZ m-byiogoc^nbrn] A 16.2 otbvSt^ o pri- 
stavlenn domovbnSemb Xöyov tvsqI zfjg oiy.ovoixiag, M 22.11 MA 
odSanie braH?ioe (z. hradhno) und v. 12 A od^anU hradwiaago (M z 
hra6h7ia) evdvua yätiov, 31 9. 15 = /t 2.19 synove hradhnii oi vlol 
tov vvucpwvog, X 5. 34 syny bradbnyj'q rovg viovg xov vv^icpCovog, X 
3. 22 tSlesbnymb zbrakomb Oiouarr/.M a'iöei, A 1 1 . 24 skvozS bezvodbnaS 
mhta (3/12.43 MZ fehlerhaft hezd^naS) dt upvöqcüv xörttov, l 14.19 
sqprqg^ volovbnyichb tevyrj ßoLuv, A 8.32 S stado svinoe rmnogo (M Z 
svmii) äyilrj yoiQiov r/.avCov, X 14.2 imy vodbnyjb trqdv vögtoTttyiög, l 
8.24 vhneniju vodhnumu x(^ y.X'ijdiovL tov vdarogj i 2.16 domukuplh- 
naago oIy.ov l^inoqiov^ i 17.25 otböe pravbdbtiy rtazriq di/.au] doch 
kommt letzteres Adjektiv auch unzusammengesetzt vor, ebenso fol- 
gende Beispiele: /< 4.37 = 8.23 burS vHrhna laÜMip dvhiou, 5mal 
zrbno go7-jusbtio, 1 12.14 MZ z7%7io pbSeni6b7io (A -woe), 4 mal qze ze- 
Uzbno aXuaig, X b.S (19.7, t 9. 16) mqzb grisb7^^ dvi]Q ccf.iaQZioX6g, 
X 13.11 ducJn tTnqsti 7^edqzb7^^ Ttvevua Eyovoct äaS^svEiag. 

Sonst steht beim attributiven Adjektiv im allgemeinen ent- 
sprechend dem Vorhandensein oder Fehlen des griechischen Ar- 
tikels die zusammengesetzte oder einfache Form. So steht 10 mal 
ducln svqt^ für Ttveüua ayiov 11 mal ducho svqty für 7tvevi.ia to ayiov 
gegenüber; allerdings auch duc/n svetyj'b für Ttvevfxa ayiov X \.]5u. 
35, i 7.39, M 3.11 ZA, M 24.15 S. Abweichend steht bei griechi- 
schem Artikel die einfache Form: 31 13.42 M v^ pesth og7iwiq (Z 
og7%bnqjq\ cf. über die Adj. auf -b7Vb oben und über Haplographie 
p. 17), i¥ 12.35 S oto hlaga shsqda, M 12.8 {= u 4.8, X 8.8) na 
zemi dobr^^ /.i 4.20 ?ia dob7'^ (Z dobrU] zemi, (.i 6. 39 wa trSvS zelen^^ 
X 7. 32 otroöisteTm sMestemh na tr%zistich^^ A 18. 9 rede ze i k edinSTm 
nadij'qsteTmse [Ta etero7m 7iadSjqstei7m se) ; bei fehlendem griechischen 
Artikel die zusammengesetzte Form : /t 2. 22 vi7io novoe (kurz vorher 
vi7io novo, vi7ia nova), M6. 30 si/io sqstee (S trSvq sqStq), 3/9.20 S zena 
knvotodivaja, 3/12.33 S di'Svo dobroe, 3126.7 SA mvra dragago, X 

1) Vielleicht darf man hiermit vergleichen got. libains aiiceino mit dem 
sonst nur beim Artikel stehenden Adj.; Bernhardt' zu 2Thess. 1.9: die 
schwache Form bezeichnet den Begriff als bekannt und bestimmt. 



342 0. Grünenthal, 

12. 33 S vhlagalista ne veUsaJqsta skroviste ne shqdejqstee (A oskqdS- 
Jqstee)^ A 12. 19 S imnogo dohro lezestee, M 26. 12 SZ v^zl^iv^s^S ho si, 
Jf 16. 4 Z rod^ zily, il/lö.lQ Z pomyslenU z^laa l 1.12 MZ zaveth 
svqtoi svoi, l 20. 47 Z osqzdenhe bohsee, l 1 5. 10 MZ o edinorm grSsh- 
nicS kaJqHimh (Z kajqsteimh^ jedoch v. 7 MZ kajqsti) se, Ä 11,13 
ZAS daenU hlagae (M hlaga\ doch ist dieser Vers auch sonst in ZAS 
verändert); xaXov^iEvoo, wird außer X 19.2 immer durch naricaemyjh 
übersetzt, so J/ 27. 16 u. 33, ;. 7.11 u. 9.10, i 19.13. Auch die Or- 
dinalzahlworte haben immer, zuweilen abweichend vom Griechi- 
schen, wo der Artikel nicht steht, die zusammengesetzte Form^): 
H 12.31 v^torae devriqct, M27Ab do devetgj'e godiny ecog wQag 
kvävrjg, (.i 15.25 MA godina tretUa (Z treti^ wqa TQlrrj, Jf 20. 5 vh 
hstqjq i devetqjq^L devetq)godinq rteql e/.Trjv '/.ai Ivütr^v w^aj^, eben- 
so im nächsten Vers und v. 9 v^ edinqjq (z edinq) ze na devqte go- 
dinq\ ähnlich .u 15.33, A 6.1, / 1.36, -^ 23.44, JW 14.25, 1/1 0.3; es 
weichen nur ab isprhva, iV/22.38 Mprhva [ZAO prtvai) zapovedb und 
fx 12.29 MA prhveisi [Z prhvae) zapozklh u. 30 priva [ZA pthteisi) 
v'bsich^ zapovedh. Selten wird der griechische Artikel bei den Kar- 
dinalzahlworten zum Ausdruck gebracht: il/20.24 desetii ol dey.a, /.i 
8.6 sednih tq clileh^ rovg tmu ccQTOvg, /.i 8.20 Z sedmije xovg kmä. 
drugy (neben dem Pronomen im] aXlog hat immer die zusammen- 
gesetzte Form (cf. Jagic, Index zum Marianus) gegenüber drugh 
(pilog und drug^ druga ul.'kri'kiov^ A 7.6 Kpos^la s^thnik^ drugago (S 
drugyj'e) gegenüber MZ drugy (pilovg beruht wohl auf Versehen. 
Das prädikative Adjektiv steht ^ 9.30 o semh ho divhno esth iv 
rovTio yuQ to d-av^iaGröv loriv und M 7. \'6nvbtiozi sqtb v^chodesf^ im^ 
ol sioeQxö^isvoL di avrf^g für substantiviertes Adjektiv. Das Umge- 
kehrte findet sich il/ 1. 23 D (A &%kazaemo) = |tt5.41=15.34M eze 
estb s^kazaemoe {|.l£^^eQ/.lr|V£v6[.lsvov)dSv^cene\)ens^kazaemo {/.i 15. 22, 
i 1.39 u. 42) und 31 20. 16 = l 14.24 m^7^ozi ho sqto z^va?^^^ 7.XrjToi 
(aber M 22.14 z^vani)\ merkwürdig ist, daß hlazem neben 17 mal 
in einfacher Form öfter zusammengesetzt vorkommt : ilf 1 2. 1 6 M hla- 
zenei o6i (Z hlazene)^ A 6.21 MS blazenii 7iistii, hlazenii aUqstei^ hla- 
zenii pladqstei [ZA überall hlazeni)^ 1 11.27 Mblazenoe 6rSvo nohse 
tq (ZA blazeno örSvo noihse te, S hlazenaja qtroha noshSija te] /.lay.aQia 
fj yioiXia rj ßaoTccaaaa oe, X 11. 28 MZS hlazenii slysestei slovo hozbe. 

1) Knrschat hat in diesen Fällen die einfache Form, ebenso fehlt bei 
Ulfilas der Artikel, obgleich immer die schwache Form steht. 



Die Übersetzungstechnik der altkirchenslav. Evangelienübersetzung. 343 

Anhang: Der griechische Artikel wird außer dem bisher be- 
handelten Fall vorm Adjektiv entweder gar nicht übersetzt, wie z. H, 
l 22. 2 u. 4 u. 24 vor indirekter Frage (Blass S. 47. 5) oder in Fällen 
wie ). 14.32 mol^t^ sq mirircc jtQog eigr^vr^v] oder er wird wieder- 
gegeben durch syj\ M 2. 16 sqst^'^ v^ VitJtleemi, /t 3. IG syi vh selS, 
?. 21.21 sqstei vo Ijudei\ oder durch das Relativpronomen ohne 
Kopula: t 5.44 slavy He ot^ edinaago hoga nc istcfej M 15.20 a eie 
ne wmvenami rqkami hti ne skvrbmti dlov^ka, iJf 12.31 a ize na 
ducJvh chula (S duchovwioje chulenij'e), M 19.18 eze ne wifcmusw. ; 
oder mit Kopula ^): A 8. 45 ize si 7iimh hSachq. 01 ovv avry, ebenso /t 
1.36, 2.25, 5.40, 3.21 und für 01 ^ler' avrov ovxeg l 6. 3 (nicht sq- 
Stei\)\ l 10.7 (ähnlich /< 8.33 u. 11.2) ize sqt^ u tiicJa und viele 
andere Beispiele. Vereinzelt steht 3/26.71 glagola irm tu roig Ixet. 
§ 5. Nominativ und Vokativ. 

Sanii steht bei Verbindung mit Personalpronomiua auf das 
Subjekt bezogen zuweilen im Nominativ, abweichend vom Griechi- 
schen: 31 19. 12 ize iskazisq sq samt sawoi/g, (.i 13.9 hljudHe ze vy 
5? samt, i 7.35 resq ze Ijudei 1o) sehi samt, t 8.13 ty sehS sam^ 
s^vMetelbstvues^ , aber v. 14 u. 18 azh s^vMetehstv^lJq mwiä sa- 
momh^ i 1.22 dhio glagolesi o tebe samomh. 

Bemerkenswert sind l 20.20 pos^Iase zasedhniky ttoreMq se 
pravhdhnici sqite (N prathdhniky hyti) V7ioy.qLVO(.iivovg iavrovg öi- 
■/.aiovg eivai, M 23. 10 ne naricaite sq nastavhfiici /^irjds ■Klrjd-fjTS xa- 
S-rjyrjTccl^); dagegen vom Griechischen abweichend t 13.13 vy gla- 
saete mq uditele i gospoda vuelg (piovElxE f.ie ö ÖLÖüa/.alog y.al y.VQiog 

Der Nomioativ steht ferner für den Vokativ bei Adjektiven, 
und zwar steht das Adjektiv außer ijudeiskh in 31 27.29 = 
fi 15. IS = L 19.3 charju ijudeiski (cf. Adjektiva auf ^sk^ p. 19) 
in zusammengesetzter Form: (.l 10.17 = l 18.18 ucitelj'u hlagy 
aya&i^ AI. 3 slavhny [y.QdriaTe] Teoßle, i 17.11 othöe svqty ayie, 

1) Dieser Fall ausführlich bei Slonski Die Übertragung der griechischen 
Nebensatzkonstruktionen in den bulgarischen Sprachdenkmälern, Leipz.Diss. 
1908, p. 17. 

2) Wahrscheinlich auch wenigstens vom Schreiber so empfunden M 1.21 
U. 25 ASD narecesi im^ emu Isus'o, ^3.16 naresq ime Simonie Petn (J lat. vg. 
nixQo^], da sonst Eigennamen auf-^ immer den gen.-acc. auf-a verwenden, 
und ?. 20.44 Bavich i uho gospodb (nie als acc. gebrauchte naricaetz; cf aber -1/ 
10.25 aste gospodina domu Vehzevola nareso und das oben zitierte ( 13.13. Vgl. 
über ähnliche nom. im Got. Bernhardt zu Eph. 2. 11. 



344 0. Grünenthal, 

i 17.25 othde pravbdb?iy dixais; cf. auch wegen der zu sammen- 
gesetzten Form die Plurale M 25.41 prokleßi '/Mtr^gai-ievoi, M 
23.16 u. 24 vozdi sUpii rvcpXoi. Schwanken herrscht bei durch i 
verbundenen Adjektiven (cf. p. 1 7) : f-i 9. 25 nSmy igluchy duse ro ala- 
Xov y.ccl y.iocpbv 7Tvev(.ia, J/ 17. 17 MS = Ä 9. 41 S o rode nevirb7iy i 
razvraSteny (A nevSrhm i raztrastem^ ebenso mit MZ in X 9.41) 
ib ysvEcc ccTiiaTog '/.ai dLEaTQaf.ii,i€pr], und f,i 9.19 o rode Jieverhm 
(S nevSrhny) Co yevea aTttatog ; in diesen Fällen kann auch das eben- 
falls im Nominativ ohne Artikel stehende griechische Adjektiv von 
Einfluß gewesen sein, wie dies auch nahe liegt für den sehr selt- 
samen adjektivischen — X 12.20 hezumwie acpQov^ M 5.22 hue 
(.iü)Q€ sind substantivisch — Vokativ in ilf 25.23 M dobry rahe hlagy 
i vSrhne (Z blagy vertne) eii, dovXe aya^hinalTtiGTs und der dadurch 
wohl beeinflußten, dasselbe Gleichnis von den anvertrauten Pfun- 
den enthaltenden Stelle i) X 19.17 Z blagy rahe dobry vSrhne (M 
blagy rabe i dobry ^ A v&rhny für dobry) svye, dyaS^h öovXs^). 

Beim Substantiv steht im Slavischen der Vokativ auch für 
den in vokativischer Funktion gebrauchten, mit dem Artikel ver- 
sehenen griechischen Nominativ (Blass § 33.4): Jf 11.26 ei othde 
val b TtavrjQ, /t 9.25 ndmy i gluchy duse ro aXaXov '/.al yiutcpov 
jtvevi.ia^ IX 5.41 dSvice to Y.oqäGiov ^ /t 8.54 otrokovice f^ Tialg, 
X 18.11 boze b -dsög; dagegen der Nominativ i 20. 28 gospodh moi, 
bog^ moi und sogar abweichend von der Vorlage X 4. 23 M balii 
(AO vraöju) laxQe. Anders konstruiert ist ^tt 7.6 o vas^ licemeri 

TIEqI Vf-lÖJV V7tEQ-/.QLTC0V. 

§6. Genitiv. 

In der Funktion des ursprachlichen Ablativs steht der 
Genitiv : 



i 
I 



1) Ebenso Jlf 3. 9 AD ne nacinaite glagolati statt ij.t] <f6^t]Ts nach der pa- 
rallelen, in A in der folgenden Lektion enthaltenen Stelle X 3. 8. 

2) In der litauischen, von Kurschat übersetzten Bibel steht außer // 10. 1 7 
= A 18.18 gers mokitojau und A 1.3 miels Tcopile immer das Adjektiv vor 
einem Vokativ in der zusammengesetzten Form : i 17. 11 szwentäsis Uwe, «17.25 
teisüsis teioe, M 2bAijüs prakdiktieji, 3f2S.l6jüs apj^kusieji wadäi, M 11.11 
ak tu netikintiji ir nelahöji gimine, X 9.41 a^ tu netikintiji ir perkreiptoji weisle, 
fx 9.19 ak tu netikintiji gitnine, M 25.23 geräy, tu geräsis ir wiernäsis tarne, 
X 19.17 ak tu geräsis tarne. Bei Ulfilas steht das Adjektiv beim Vokativ fast 
immer in schwacher (sonst durch den Artikel bedingter) Form, cf. Streitberg 
Elementarbuch § 264. 



Die Übersetzungstechnik der altkirchenslav. EvangelienUberBetzung. 345 

1. Nach dem Komparativ, oft auch dort, wo griechisch anders 
konstruiert ist: A 3.13 hole poveUnago 7c).iov jtaqa xo diaxiTuy- 
l^ievov, A 9. 13 vqite p^ti chUbh Ttlslov fj nivre uqtoi, A 13.2 grSsh- 
nSiii pade vhs^c/l^ aiiaqriolol TtaQcc Ttävxag, X 13.4 dhzb?iSise IMq 
paöe vbsSch^ vcpeü.txai lyivovxo 7taqu jtävxaq, A 16.8 mqdr^ise pade 
synov^ svSta VjIeq xovg viovg, X 18. 14 opravhdam pa6e onogo f) yccQ 
i/.elvog ; 

2. nach gewissen Verben der Trennung: A 2 1.36 ubhzati vhsMvb 
sichh cliottisticlvb hyti l/Afvyüv nävxa xceüta xu f-iiXXovxa^ M 19.20 
S 6eso eite lisq sq xi ext vaxeQco, i 9. 22 otblq6hm s^7^'bmiita [ärcoovv- 
äycoyog) bqdeh, A 9. 23 = u 8.34 da ohvrbzeti sq sehe aQvrjadad-io 
kavxöv^ f.1 7.9 of^metaate s^ zapovedi bozijq ccS^Exelxe xt]v evxoXrjV 
xov &£ov, f.1 14.6 ostanite ejq acpexe avxriv\ des Affekts: hoHi sq 
(z. B. M 14.5, 21.26 u. 46), fi 8.38 = l 9.26 ize ho aite postydii^sq 
mene % moiclvb slovesi) og yaq lav kTtaioxvvd^fi (.le y.al xovg lf.iovg 
Xöyovg, M 21.19 pladqiti s^ 6^d^ svoich^ '/.Xaiovaa xu xi-Ava avxfjg 
(ähnlich X 23.27 u. 28, X 8.52), X 18.3 mhsti mene^ v. 5 mh^tq ejq 
ivdL'/.r]oio avT)]v. 

In seiner eigentlichen Funktion steht der Genitiv: 
1. adverbal: nach nehmen, geben, haben: l 2.9 vh/aisi vz- 
na 1), 1 6. 1 1 prijqtb ze cliUl^ (Z chUby) xovg ugxovg (ähnlich die schon 
beiMeillet Gen.-Acc, p.25 zitierten Beispiele in M), A 13.21 Zkvasu 
egoze (Meie) priermSi zena s^kry^), i 6.27 A hraiwio . . . egoze sym 
ölovSdh vamo dastb, f 6. 51 KchUhh egoze darm a;^^, t6.33 dqj'qi zivota 
(A zivoth)^ i 17.2 dast^ irm zicota vidwiaago (A zivot^ vSdb?iy); ebenso 
tmSti zivota v^Öhnaago, was 10 mal in M so vorkommt [i 6. 40 u. 47, 
5.24U.26, 3.15U. 16, 17.2,6.54, 20.21, 10. 10), während Ada, wo es 
die Stelle hat, den Akkusativ zeigt, der auch in M an drei Stellen 
erscheint {i 18.30, t 3.36 u. 5.40; an letzterer Stelle hat aber ge- 
rade A den gen. wie auch X 10.25 zivota vSdb?iaago naslMujq, wo — 
und ebenso bei fehlendem A in den gleichlautenden Stellen 1/19.29 
n. ;it 10. 17 — die anderen Handschriften den Akkusativ haben); 
i 8. 12 MZ imat^ sv^ta zivothnaago (A &v&tb vSdbny), t 16. 33 M da v^ 



1) Das von Vondräk zitierte Beispiel a 5. 39 n^k^toze piv-o vehcha (seil. 
vina) kann durch die Negation bedingten Genitiv haben, cf. P. 8. 16 nik^toze ubo 
svetihnika v^zego. 

-) Gewöhnlich steht nach prij\ti der Akkusativ, einmal sogar abweichend 
vom Griechischen: A ^.il priem o otroce. iniXaßousyo^ nuidiov. 



346 0. Grünenthal, 

mhn^ mira (ZAS min] imate . . . azh pohMiclvb mira^) (S mrt.); nach 
Verben der Wahrnehmung: slu^ati, poslu^ati^), s^motrSti haben 
immer den Genitiv (p. siuchac^ patrzec czego^ cf. Soerensen § 328), 
slysati und videti nie^), zhrSti in X 23.49 zeny zweste sicia %avTa\ 
vielleicht kann man an eine ähnliche Bedeutungsdifferenz denken, 
wie sie im Eussischen vorliegt, wo sluiath und smotrHh für das 
aktive, aufmerksam erwartende Hören und Schauen gebraucht 
werden, so daß sie zur folgenden Verbgruppe gezogen werden 
könnten; nach zielstrebigen Verben: X 23.51 6aase {/.i 15.43 
dq;'e) cesarhstviS bozii, A 1.21 zidqite Zacharije^), X 11.54 lajqste 
ego ^) iveÖQEVOVTEg avröv, M 5. 6 SA alhöqstii i zezdqHei pravhdy 
{7i -\- radi) TteLVwvTeg y.al ÖLXpüvrsg Tr]V diyiaioovviqv^ prositi (gen. 
rei), iskafi^), k 19. 14 A we choUachq ego''} sf-iiaovv avröv (neben ne 
chostem^ semu ov d-£lo(.iev tovtop in z;. 15 ; der Genitiv kann nicht 
durch die Negation bedingt sein, da der Akkusativ bei dem Verbum 
nicht vorkommt), A 7.16 posUi gospodh bog^ Ijudii svoickb %TCf.(5Y.i- 
ipavo b y.VQLog (alii 6 d-eög) rov Xaov avtov (got. gaveisoda gup ma- 
nageins semaizos). 

2. Adnominal: Der griechische Genitiv erfährt durch den 
Gebrauch des Adjektivs und des Dativs für den possessiven, sowie 
seltener der Umschreibung mit oU für den partitiven Genitiv große 
Einbußen. Steht beim possessiven Genitiv noch ein Attribut so 
kann das Substantiv durch das poss. Adjektiv wiedergegeben wer- 
den: M 26.3 v^ dvor% arcll^ereov^ naricaemago kaUfa^ Jf 1.16 AS 

1) Es könnte bei dem KoUektivum der gen.-acc. vorliegen ; jedoch zitiert 
Meillet p. 27 aus Supr. 51,1: pobedim^ tvoego zolok%znhnaago nrava. 

~) Auch gegen Meillet p. 157 in i 8.47 glagoh hozii poslusaeH der Genitiv 
nach Ausweis des Griechischen t« Qr/^icna zov &Eoi, 

3] Jedoch Beispiele mit dem Genitiv aus Supr. bei Miklos. 11, 492. — 
( 10. 12 viditb vhka gr^dqsta und 3/ 13. 19 ize sIl/sit^ slovesa IcAovovxog xov loyov 
bleiben zweifelhaft. 

4) Der Sinn von Meillets Bemerkung p. 160, daß dieser Genitiv als von 
einem persönlichen -o-(!) Stamme formell sich nicht von einem gen.-acc. unter- 
scheide (den es in dieser Form gar nicht gibt, cf. den Akkus. 3Ies)jq), entgeht mir. 

•^) Cf. die Stellen lajqti ho hesi nezlohivych-o, hvb . . laetz vozchystetrija, im 
Kommentar zu Psalm 9.29 u. 30 (Jagic Ausgabe). 

6) ( 6. 25 ^ istete m( vielleicht durch Einfluß von ohresti wie umgekehrt 
M 13.46 A obreto edinogo mznogocenbna hisora. 

■^j Beispiele für den Genitiv bei positiven choteti cf Vondräk II 321, lit. 
noreti, got. gairnjan, luston. 



Die ÜberBetzungstechnik der altkirchenslav. Evangelienübersetzung. 347 

mqza Mariina izo njejqze^ A 8. 32 S stado svitioe {ret. aciftii -wie auch 
S in 3/8.30) rmnogo tr/ü^r; yotQcov 7to'Ü.Cov\ meist bleibt indes der 
griechische Genitiv stehen . M 1.1 A kbnigy rodbstva Imsa Christo- 
sova, fi 14.3 vh domu !Simona prokazcnaago ^ t 1.41 hratrh Simona 
Petra^ X S.28 syne hogavysbneago; ebenso // 15.40, /< 11. 10, /. 1.32 
u. 69, A 16. 27 und Meillet p. 148. Sonst ist der poss. Genitiv von Per- 
sonenbezeicbnungeu sehr selten, z.B./ 16.21 otztrapezy bogataago^)^ 
X 19. 37 vhse imnozhstco uöenikb^ X 10. 19 silq craga (0 vragu^ ZAS 
vrazhjq), X 20.20 ohlasti voevody^ X 11.48 grohy prorokb. Häufiger 
ist er bei Sachbezeichnungen, z.B. X 12.39 gospodimchraminy (S-^], 
A 9. 29 vidhiie lica ego, X 20. 10 ot^ ploda vinograda (Z vinogradhna^ 
ago^ X 14.21 sthgtiy grada (S gradu\ X 24.42 oU h^6elo s^f^ uTtb 
(.uXiaoLov •Ky]Qiov, Meillet p. 149. 

Der partitive Genitiv steht im allgemeinen übereinstimmend 
mit der Vorlage ohne oder mit dem der Präposition 6|^ entsprechen- 
den oh. Abweichend vom Griechischen findet er sich an folgenden 
Stellen: /. 14.8 eda khto disthnii tebe hqdeth zhva7iycJth f.irj7ioT6 Ivtl- 
f.iÖT€Q6g öov fj ■/.£-/.Xr]i.ievog, X 7.28 holii rozde7^ych^ zenami prorokb 
Joanna krhstiteU nikhtoze nSsth (.ielCiov ev y£Vvr]Tolg yvvaiy.wv tiqo- 
(priTr]g, X 22.26 bolii vas^ ö (.leiLcov iv vulr, X 4. 2o eliko sJysachorm 
byx)%sncho ooa \-/.ovoa^iEV ysp6}.ieva, X 17.7 S kotoriji ze vash l| 
v(.iwv, All. 11 Sp. 123 kotoraago vasz (an einer zweiten Stelle in S, 
wo dieselbe Lektion steht, mit oio entsprechend dem Griechischen), 
X 21.18 vlash (A oth) glavy vasejtp-] Iv. xf^g -/.ecfccXr^g, X 18.12 desetinq 
dajq (A ot^) vbsego dn;odey.avevü) Jiävra {X 11.42 ähnlich mit 0^), 
t 6.26 eli este chUby {chUb^ zu lesen, cf. p. 4; N oih chUb^) i na- 
sytiste sf Ix rCov uqtiov. 

Umgekehrt wird ein griechischer partitiver Genitiv anders 
wiedergegeben, indem entweder oio dazutritt (cf. unter Präposition) 
oder attributive Konstruktion eintritt: X 19.^9 edini Farisei riveg 
tCov 0aQiaaiiüv, X 20.39 M edihi khtiizwiici [7i k^7^izhnik^) X 24.1 vh 
edinq ze sqbotq^) iv de fxiä rCov oaßßäxwv, X 14. 1 vh dorrvb edinogo 



1) Ein zweites derartiges Beispiel bei Meillet p. 149 aus Supr. 345.4 sU- 
paago oci. 

2) In diesem Falle konnte absichtliche Variation (cf. diese, vorliegen, 
weil im vorigen Verse schon oH vhsecho (A vbsemi) steht. 

3) Gewöhnlich dafür vh edinq ze sqboto, was i 20. 1 in A zu v^ edim sqboto 
geführt hat; cf. aber auch A 28. 12 A vo sqboto. 



348 0- Grrünenthal, 

kbnqza fariseiska rCov aqyßvxoiv rCov OaqioaLiov, X 18.11 proSii 6lo- 

vSci OL XOLTCOI TÜV aV^QMTCCOV. 

Abweichend steht ferner im Slavischen der Genitiv nach den 
Zahlsubstantiven: il:f 14. 17 /)f^6 c/iM&Ti, ^2.6 vodonos^ kamhvb 
iesth, f.1 8.6 sedmh tq c}iUh%^ A 2.21 ZA egda isphni sq (M isphnisq 
sq) osmb dhnn, M 18. 12 deveti deseU, 1 17. 12 des^th prokazem mqzh, 
Jf 18. 12 s^to ovbch, für tysqsta cf. unter »UnpersönlicheVerba«. Ver- 
einzelt stehen folgende Beispiele : M\A1 vhsScJn ze rod^ (A rodov^] 
ot^ Abraama do Davyda rod^ (A rodov^) 14 Ttäaai al yEveai . . ., A 
19.12 ölov^kb edim dohra roda [evyevrjg], 1 11.20 doma [kv t(^ oiTKp) 
sedSaie^ aber v. 31 IJudei ze sqstei s^ njejq m domu. 

3. Durch Negation bedingt. Das direkte Objekt steht fast 
regelmäßig in negativen Sätzen im Genitiv, selbst dort, wo das Ob- 
jekt von einem Infinitiv oder Partizipium abhängig ist und die Ne- 
gation zum Verbum finitum gehört^) : A 12. 17 we imamt k%de s^brati 
plod^ moichb, A 8. 12 prideth diSvoh ... da ne vSry ermse sopaseni 
bqdqt^, l 6. 43 nSst^ ho drSüo tvore ploda zhla ni drSvo z%lo tvore 
ploda dohra, M14A ne dostoiU ti imSti ej'e {Zj'e], M 8.20 sy7^^ 6lo- 
vSdhsky ne imath kbde glavy pod%kloniti^ itf 26. 40 = |U 14.37 ne voz- 
moze edinogo 6asa poh^dSti] bemerkenswert sind l 13.16 sijq ze 
d^sterh . . . ne podohaeth li razdrSsiti eje xavtr^v xr^v d-vyaxsqa . . . 
ov-K eÖEL Xvd^fjpai, t 18. 11 dasq . . . ne imamb li piti ejq xo Ttoxrj- 
qiov . . . ov (Jt] Ttico avxö^ wo ein am Satzanfang stehender Akku- 
sativ nach einem trennenden Kelativsatz beim negierten Verbum 
finitum durch den Genitiv wieder aufgenommen wird, sowie t 2. 16 
ne tvorite domu othca moego domu kuphnaago (.ti] Ttoislxe xov oly.ov 
Tov naxQÖg /.lov oUov €i.i/toQLov, wo doppelter Genitiv beim negier- 
ten faktitiven Verbum steht. Negativ gebrauchtes eda wirkt nicht 
auf die Satzkonstruktion: üf 27.64 eda . . . ukradqth ^, X 14. 12 eda 
koli i ti tq takozde v^zovqt^, ebenso wenig ne-t^k^mo : t 5. 18 M eko 
ne t^k^mo razariase sohotq (ZA sqhoty), l 13.9 gospodi^ ne nozS m,oi 
tbkbmo m i rqcS^ 1 13. 10 izm^veny ne trSbuet^ t^k^mo nozä umyti ovy. 
eysL yqeiav t) xovg Tiödag vi\paG&aL\ durch Präfigierung ist die 
Kraft der Negation bei dem als Simplex immer mit dem Genitiv 
konstruierten nenavideti aufgehoben in i 15.25 voznenavidHe m?, 
L 17.14 v^znenamd^ je^). Ferner steht nicht der Genitiv, sondern 

1) In den modernen Slavinen besteht hier Schwanken. 

2) Meillet p. 155 führt noch an Ps. 5.6 vbznenavide vbs^ tvor^stej^ hezakonie. 



Die Übersetzungstechnik der altkirchenslav. EvangelienUbersetzung. 349 

der Akkusativ in rhetorischen Fragen: 3/5.6 ne i mhzdoimbci toide 
tvor(ithy M 1 3.27 ne dohro li s6mq s6h est, i 6. 32 we Most dast^ vanih 
cJiUbh (aQTOv), i 6.70 ?ie azh li vas^ d^V(^ 7ia desqte izhhracJn,. 

Neben den bisher angeführten erklärbaren Abweichungen gibt 
es jedoch solche, bei denen ein Grund für die Konstruktion mit 
dem Akkusativ statt des im negativen Satze üblichen Genitivs niciit 
ersichtlich ist und die daher mit den bei Meillet p. 154 angeführten 
litauischen Beispielen zu vergleichen sind: Jf 4.6 ZS da ne kogda 
prSt^knt^H o kanic7ih nogq scqj'q, M 7. 6 S 7ii polagaife his^ry vaS^ 
prhh nvhvhämi da ne poperqtb icJn . . . i poperqth vash (MZ rastrb- 
g?^qt^ vg), 316. 19 ne shkryvaite sebS s^krovifta (S s^krovUth) &i]aav- 
Qovg, 3/18.35 A aste ne ot^puitaate prigrHeni6 ich^ 7raQaTtT0Juura, 
(.1 10.30 Z aste ne ^mat^ prijqti . . . domy, hratrijq^ sestry i otbca i 
materh i dqda i sela, M 22. 46 SN nik^toze emu moiaaie oizvestati 
slovOy A 8. 16 A nik^toze ubo stHilhnika v^zeg^ pokryvaeth i, X 9.62 
S nik^toze v^zlozh rqkq svoj'q^], A 18.13 A ?ie choteas^ odi (cet. odiju) 
v^zoesf^, nidhfo neben fiideso^). 

Ferner steht das Subjekt in negativen Existenzialsätzen^) im 
Genitiv: i 6.22 korabU inogo ne bä tu, t 6.24 M Sko Istisa (ZA Isus^) 
ne bystb tu ni uöen^k^ (A uöenici) ego, i 6.1 d^vSma sztoma pSnqzh 
clil&bh ne dovhlqth (Z dovblqth., A dothleth) irm öiay.ooiwv dr^vaQitov 
(XQToi ovy. uQ/.ovoLv avTolQ; andere Beispiele bei Mikl.IV, 357 und 
499, sowie Jagic p. 18, wo auch Fälle mit beibehaltenem Nominativ 
angeführt sind. 

4. nach dem Supinum: Beispiele sind für gegeben bei Forss- 
mann *j p. 33. Zuweilen erscheint dieser Genitiv auch nach dem 
für das Supinum eingesetzten Infinitiv (cf. unter Supinum): A 11.31 M 
pride . . . slysati pr^mqdrosti Solomonjq, X 17.18 MS v^zvrait'bie sq 
dati slavy öö^av, X 12.51 mhnite li Sko mira prid^ dati na zemlj'q? 

1) Daß in den letzten Beispielen nicht etwa das Fehlen von ne von Ein- 
fluß ist, dafür scheint zu sprechen i lü. 18 nlk^toze vozbmeH ejr. 

2) Cf. die russ. Beispiele bei Tomson Sborn. Fort. p. 66u f. 

3) Im positiven nur i 17.26 S da IJubzve vo ?^^ch^ bqdetz; ebenso bei Ul- 
filas gegenüber mehreren Subjektsgenitiven in negativen Existenzialsätzen 
positiv nur ,« 8.12 atne?i qipa izwis jabai gibaidau kunja painma taikne. Cf. 
noch Miklosich p. 486, Kurschat Lit. Gramm. § 1324, Hübschmann Zur Kasus- 
lehre p. 275 (aus dem Avesta). 

4} Über den Gebrauch des Infinitivs im Ostromirschen Evangelium. 
Straßburg 188 1. 



350 0- Grünenthal, 

7ii glagoljq -oarm m razdSleniS, iI/10.34 ne mtnite Sko prid^ v^vrSit^ 
[Zpoloziti) mira na zemlj'q ne pridh v^vrSst^ [Zpolozih] mira m medb. 
In dem letzten Beispiel ist der vom vorhergehenden abweichende 
Akkusativ nach m bemerkenswert, wie er auch vorkommt Jf 9. 13 
(A 5.32, fi 2.17) tie prid^ ho pravhdtnikb priz%vatb m gräShniky^)\ 
unmittelbar hinter dem Supinum steht ein Akkusativ nur in A 4. 18 M 
pos^la me isciUtrb i>hkrusenyje (A s^k7•usenych^)^ da M2.2 pridorm 
poklonitb se emu'^) wohl besonders zu beurteilen ist 3). Wegen dieser 
wenigen Fälle mit dem Akkusativ *) will Vondrak im Anschluß an 
Zubaty^) das Supinum als verbal gefühlt und den dabei stehenden 
Genitiv als partitiv auffassen. Näher liegt doch wohl die Annahme, 
daß die Schreiber das Supinum als lebendige Form nicht mehr 
kannten und es auch dort, wo sie es nicht durch den Infinitiv er- 
setzten, zuweilen wie diesen mit dem acc. konstruierten. 

§ 7. Dativ. 

Der Dativ steht abweichend von der griechischen Vorlage 
1. adverbal: M 9.38 molite se ubo gospodinu (ähnlich X 5.12 
Tl. 8. 28), M 19.28 sqdeste obStna na desete^ t 12 AI ne prid^ ho da 
sqzdq miru, M 12. 37 M sqdisi si (cet. osqdUi sq^)] Tcaradi/.aod'rja'r], 
M 9,24 rqgachq se emu'^), Jf 5. 11 ponoseU varm (ähnlich ilf 11.20, 
27.44, |tt 15. 32, l 6. 22), il/ 19. 14 we hranite irm^ Jf 3. 14 v^zhran&ase 
emu^ k 20.11 dosazdbie emu avrov . . . aTqiaGavTsg, M22. 16 ^ jtt 
12.14 pqti hozij'u udisi^), J/24.32 nauöite sq pritbÖi (jedoch fol- 
gende Beispiele nicht mit dativ rei: ^i 6.34 tiditije nvbnogo^ f.i 4.2 



1) Meillet p. 162 erklärt es durch Einfluß von neprizovq pravhähniki, m 
gresbniky. 

2) Ps. 17.17 konnte Meillet p. 162 nur anführen, weil er, wie auch sonst, 
die Vorlage nicht vor Augen hatte : poj^t^ und priJ^H sind Aoriste, nicht 
Supina. 

3) Cf. SP im negativen Satz Ps. 3.7 ne uhojq «f nach Meillet p. 155. 

4) Vondräk p. 422 spricht im Gegensatz zu Miklosich p. 489 von zahl- 
reichen Beispielen mit dem Akkusativ. 

5) Sein Aufsatz in den Listy filologicke ist mir leider nicht zugänglich. 
^) So immer entsprechend dem Griechischen mit Akkusativ. 

■*) Cf. rf^«(|<i hiscere, lat. ringi; russ, rugaU, ponositb, branitb mit acc. 

8) Die Etymologie (skr. ucyati er ist gewohnt, er findet Gefallen, got. 
hiuhts gewohnt, Wt.junkstu ich werde gewohnt) zeigt, daß die Grundbedeutung 
in obycai awrjd^eia liegt. 



Die Übersetzungstechnik der altkirchenslav. EvangelienUbersetzung. 351 

udaasejq prithdami rmnogo, JW 1 5. 9 = /i 7.7 ud^ite u6eniS ötdctay^a- 
Xiag, ^i 13.28 M 7iavyhidte prU7,d(f [Z pr^(^^^]), M 20.25 = l 22.25 
ustojqth irm y.ara/.vQuvovoLv avtior, 3/16.18 we udoUjqU ei ovy. 
xaTioxvaovaiv avTtig, X 24,52 poklo7ihse 6^ emu /CQoaxvvrjaavTEg 
avTÖv, L 5. 13 /6W67. bo iikloni sq narodu b yuq^Irjaovg e^evevaev ox^ov, 
X 19.14 7ie chosterm sefmi da cesarhstvueth ov d^iXoiup toütov ßccai- 
XeüaaL (ähnlich l 19.27, u 6.22 u. 10.57, k 5.39, J/ 9. 13 = 12.7; 
abweichend /i 12.38 chot<;^ti^ch^ . . . cSlovanii aa7taa(xovg und der 
einmalige Genetiv in A 19.14 A), ^i 10.35 A cgoie prosivS ti (sonst 
immer mit ?/, o/?»), 3/ 18. 17 Ö odusaet^ invh (cet. ne poslmaeth icla) 
na.qaY.ovoji avtüiv, (.i 3. 9 da ne s^tqzaJqt^ e7nu 'ivct /.ir] d-XLßojOLV av- 
röv^ X 18. 1 M podohaetb vhsegda Tnoliti sq i ne s^tqzati si (Z sq) ly- 
xax£tr, fc 16.2 Z vbs^kh . . . mh7lit^ si (M sq wie auch Z z. B. A 8. 18, 
3/6.7) sluihbq prinositi hogu, i 12.37 Z ne vSrovaachq emu (MA v^ 
nh) sig avTÖp; nach Verben des Affekts (neben der Konstruktion 
mit o) : X7.9 dudi sq bttiu^ X 24. 12 divq sq hyv^sju77^u^ M 18. 31 szzalisq 
si, 3/18.13 S radueth sq ei (cet. o njei)\ respektiver Dativ (com- 
modi) : A 1 7, 3 asteze s^grHit^ tebö elg ae, /t 6. 26 fie ot^resti sq ei d&s- 
rfjaai avzrjv; final: X 20. 17 (= 3/21.42, ,a 12.10) kame7ih egoze 7ie 
vrSdu s^tüorisq aTtEÖoyJ^iaaap, X 20. 43 do7ihdeze polozq V7'agg tvojq 
podnoziju (ebenso 3/22.44 SO gegenüber M hier und ^it 12.36 podno- 
zie) nogama VTioTtödiov, 3/ 5. 1 3 Z 7ii6hso77iuze bqdett elg ovdlv iaxvsL ; 
Ziel: i-i 7.30 sbd^si do7novi dg top oUop; possessiv (nicht immer 
von dem aduominalen Dativ zu scheiden, cf. diesen) : ^t 1 2. 23 koto- 
rumu [ripog] iclvb bqdetb zena, t 10.12 emwie [ov] 7ie sqVb ovhcq svoj'q, 
X 12. 16 dloveku edi7iomu bogatu [upd-Qw/tov ZLPog 7tXovoLov) ogohhzi 
sq njiva, 1 13. 1 p7'ide emu [avTov) godina, f.i 10. 40 nSstb mhnS [hfiöv] 
dati\ cf. aber auch A 9. 13 we imam^ ova bIoIp fji.iip, t 17. 6 u. 9 ivoi 
sqth Goi eiaip, l 15.8 ZM moi (AS mi) udenici (.lOc fÄad^rjTaL 

2. adnominal, und zwar A) nach Adjektiven: ^t ^.29 povinh- 
em est^ vSötnumu sqdu epoxög Igtlv aiiopiov xqioEiog, 3/3. 11 (ähn- 
lich X 3.16 u. L 1.27) emuze nhmh dostoim sapoga ponesti ov ovx. 
si^l ixavog tcc v7todr]uaTa ßaavdaai, 3/3.8 = X 3.8 dostoi7iy po- 
kaaniju, X 12.48 dostoinaa ranam^ ; daneben übereinstimmend mit 
dem Griechischen 3/ 10. 10 ^A 10.7 dostoi7^^ bo esih dSlateh mhzdy 
svoej'q, 3/3.8 plodrt dostoiirb pokaaniS, 31 10.37 u. 38 9iesh mene 
dostoitih. Ein ähnliches Verhältnis ist vorhanden bei bliz^, welches 
mit Dativ in M erscheint t 3.23 bliz^ SaK7novi (A Salima) rov ^a- 



352 0. Grünenthal, 

kei/ii^ i 11.54 hlizh pustynji [kpustynj^) rfjg sQrji.wv, sonst entspre- 
chend der Vorlage mit Genitiv {i 6.19 u. 23, 11.18), sogar ohne 
diese l 19. 11 blizo lerusalima eyyvg 'l6Qovoalr]i.i. Hierher gehören 
auch die adverbialen Ausdrücke jor^mo und protivq: fi 11. 2prSmo 
vanvb -/.(XTivavTi vj-iOJp, /.i 13.3 prämo crhkbvi xaxivavxi rov uqov, 
M 25. 1 protivq zenichu i nev^stS eig VTtdvTrjGip rov rvf.icpiov xat r^g 
vOf^tcprjg. B) nach Substantiven : Hierin besteht ein charakteristischer 
Zug des slavischen ^) Textes gegenüber dem Griechischen 2), wodurch 
er sich, abgesehen vom Lateinischen 3), mit dem Germanischen und 
speziell dem Gotischen-*) berührt, wo bei Bezeichnuugen der Ver- 
wandtschaft, der Dienstbarkeit und von Körperteilen auch der Da- 
tiv in possessiver Funktion steht. Meillets in Gen.-Acc. p. 157 
vorgetragene und von Vondrak in seiner Syntax angenommene An- 
sicht, daß diese adnominalen Dative durch Analogiewirkung der 
gen.-dat. mi ti si zu erklären sind, stützt sich zunächst stillschwei- 
gend auf eine unbewiesene Voraussetzung, indem doch nur fürs 
Arische me te se in Genetivfunktion feststehen^), und vernachlässigt 
das Germanische, sowie das Französische ^j, wo sich, obgleich der 



1) Das von Delbrück für das Litauische zitierte Beispiel aus Leskien- 
Brugmann Lit. Volkslieder und Märchen p. 157 asz esujumem dukte ojus man 
tevas asat, was die Tochter ihrem Vater auf seinen Vorschlag ihn zu heiraten 
antwortet, gehört schon wegen der vorher- und nachherstehenden poss. Gre- 
nitive nicht hierher, obgleich es für die Entstehungsgeschichte des adnom. dat. 
lehrreich ist. 

2) Im älteren Griechisch ist der adnominale poss. Dativ vorhanden, 
nimmt jedoch von Homer, wo z. B. ot viel häufiger als ccvrov, aitüv steht 
(Brugmann Griechische Gr. § 446, 5) bis zu den Tragikern, wo er nur bei Voka- 
tiven steht (v. Wilamowitz Zum Herakles v. 626) beständig ab. 

3) Landgraf in Wölfflins Archiv 8, 62 ff. 

4) Winkler Germ. Kasussyntax p. 21 u. 43. 

5) Hinsichtlich des adnom. Dativs im Arischen läßt sich mangels einer 
umfassenden Untersuchung nur allgemein sagen, daß Altpersisch und Mittel- 
indisch (hier mit Ausnahme von mahyam tubhyam, die auch wie im Epos pos- 
sessiv adnom. stehen) der Dativ überhaupt zugunsten des Genitivs aufge- 
geben, im klass.Sanskr. der Genitiv dominiert, im jüngeren Avesta und in den 
Brähmanas (nur von -ä-Stämmen) nicht streng von ihm geschieden ist, so daß 
er für den Genitiv (Hübschmann Zur Kasuslehre p. 220, Geldner BB. 14.22, 
Kuhn KZ. 15.420) und der Genitiv für den Dativ steht (Pischel-Geldner Ve- 
dische Stud. 1. 173 u. 283 n., Speyer Grundriß § 63 u. 72, Hübschmann p. 274). 

6) Heute nur vulgär : fils ä putaine Hurensohn, in der älteren Sprache ge- 
wöhnlich, mit dem dat. Pronomen provenz. midons, sidons (= mea, sua domina). 



Die Übersetzungstechnik der altkirchenslav. Evangelienübersetzung. 353 

poss.adnom. Dativ in der späten Latinität nur sehr selten als Nach- 
ahmung vorkommt '), mit neuen Mitteln dieselbe Bezeichnungsweise 
des poss. Verhältnisses ausgebildet hat. Nach alledem wird man 
diese Konstruktion als indogermanisch ansprechen müssen, die ur- 
sprünglich zum Unterschiede von dem mehr objektiv konstatieren- 
den partitiven Genitiv, entsprechend der Natur des Dativs-] zur 
subjektiven Bezeichnung eines possess. Verhältnisses bei Hervor- 
hebung der Abhängigkeit 3) und größerer psychischer AflFektion^) 
gedient haben mag, etwa bei Bezeichnungen persönlicher Bezie- 
hungen, und dann bei den im Norden sitzenden Germanen und 
Slaven, denen vor allen anderen Völkern Gemüt zugeschrieben 
wird, auf Körperteile^] usw. ausgedehnt worden sein kann. In un- 
serer slavischen Evangelienübersetzung kann der Dativ scheinbar 
überall statt des adnominalenGenitivs stehen ß], wenn er auch noch 
nicht wie im mittelbulgarischen Zlatoust beinahe ausschließlich da- 
für auftritt. Um ein Bild davon zu geben, möge die folgende Zu- 
sammenstellung dienen, in die auch Beispiele mit dem im selben 
Sinn gebräuchlichen adverbalen Dativ aufgenommen sind, der vom 
adnomiualen nicht immer scharf geschieden werden kann und von 
Delbrück für den Ausgangspunkt dieser Konstruktion angesehen 
wird ') : 

a) Bei Bezeichnung eines persönlichen Verhältnisses , beson- 
ders der Verwandtschaft und Dienstbarkeit: l 8. 34 raho esth grechu, 
A 7.2 shth7iiku ze eteru rahii hole ztH umiraase^ [l 9.35 da hqdetb 

1) Landgraf in Wölfflins Archiv 8, 69. 

2) Die Litauer bezeichnen ihn als 7iaudininhas »Nutzkasns« (Wörterbuch 
von Lalis, Kriausaitis »Lietuviskos Kalbos Gramatika«). 

3) Cf. den Gebrauch im Lat. in der Rechtssprache zur Bezeichnung eines 
Rechts- und Pflichtverhältnisses (Wülfflins Archiv 8, 71). 

4) Buslaevt § 244, 2 : dlja bolbsej zivosti reci. 

^) Hierbei wird der im Germanischen allein gebräuchliche adverbale 
Dativ wie vielleicht auch in anderen Fällen das Ursprünglichere sein. 

6) Sogar mit folgender Apposition im gen.: ). 1.69 Z iz, domu Davyde 
otroka svoego. — Von den modernen Slawinen ist der adnominale Dativ am 
häufigsten im Russischen gebräuchlich (Körner p. 465), weniger im Serbischen 
(Maretic § 541), im Polnischen heute eigentlich nur in j'su brat. 

') Die umgekehrte Erscheinung, daß ein griech. dat. durch gen. wieder- 
gegeben wird, findet sich ,u 12.19 = ?. 20. 28 vzsJ.-resitr, sem( bratra svoego (je- 
doch z in i)/ 22. 24 bratru svoemu) tm icd'£).rp{<> civxov, ). 23.49 znaeinii ego 
(A-cwim), ä 1.69 v^zdvize rog'h Sopasenie tiasego acoxTjoia; rjfxlv. 

Archiv für slavische Philologie. XXXI. 23 



354 0. Grünenthal, 

vhsSch^ mhnii i msSim (Z vbs^ch^) sluga, {.i 10.43 da hadeto varm 
sluga . . . da hadet^ vhserm ral^ (ähnlich M 23. 11), Z 1.2 slugy slo- 
vesi (M slovese), A 11.8 za7i/e esU drugo e?nu (A ego drug^)^ J/11.19 
= X 7. 34 mytarerm dmgii i gr^hnikotivb^ Jf 5.43 S hlizhnjago si, 
A 11.6 drug^ mi, M 10.36 vrazi öloväku, M 9.34 S kbnezi henorm, 
/. 10.21 gosjiodi nebu i zemi, X II.Ti) Z c&sare Jezykoim, X 23.3 
cesarh Ij'udeorm, 2 8.41 k^nqzb s^nhm^Hju Je, 2 6.5 gospodb esto sym 
Siovichsky sobote{= 3112.8, /.i 2.28), M 9.^8 gospodi?iu zetve [eben- 
so l 10.2, aber A zetvy), l 19. 14 Z grazdane emu (M ego), X 19.2 
star ei mytarerm dQyjTehovrrjSj X 19.47 stareisiny Ijudhim, i 18.13 
ize hä archierei letu tomu (ähnlich i 11.49), X 20.36 v^skrese7^iju 
synove sqsie, t 4. 51 sy?^^ ti (ZNO tvoi) ziv^ esU, 31 5.45 S da badete 
nynove othcu vasemu (cet. othca vasego), /t 12.37 ernu est^ syt^^, l 20.28 
= f.1 12.19 aste komu {rivog) bratr^ urnfbreth, M 4.21 brata emu 
(A ego), M 10.2 Z brato emu (M ego), 3111. 1 A z brata emu (M ego), 
L 6.42 emuze my z7iaem% othca, i 18. 13 be bo thstt Kaiefe, M 8. 14 S 
thstq emu, fi 5.40 Z othca otrokovici (M otrokovice), i 4. 18 nest^ ti 
mqzh; cf. noch l 10.2 pastyrh est% ovhcam-h, X 24.48 vy ze este s^ve- 
detele sim^ [tüvtcov), 31 23. 30 ne bim^ ubo ohhstwiici inih byli, /.t 1.17 
= J/"4.19 byti lovhca 6lox>&kom'b, 314.18 besta ho rybamT) lovhca 
aXEüg. 

b) Bei Bezeichnungen von Körperteilen: jit 14.17 ureza emu 
ucho (= Jf 26.51, A 22.50), ;. 7.1 v^ sluchy ljudhm^, J/22.16 
== (.1 12.14 ne zhrisi bo na lice ölonekonvb, 3/16.3 lice ubo nebesi, 
X 12.56 lice nebu i zemi, 3121.49 = c 19.34 emu rebra probode, 
3I2Q.4bpredaet^ se v^ rqcS greshn^kot)^^ (ähnlich 3/17.22, /^i 9.31 Z), 
A 6. 10 A uivbrdi s^ rqka emu, i 9. 15 brbnie polozi mhne na oöij'u, 
iJf 9.30 oi^vreste se ima odi (ähnlich A 24.31, t 9.21), jtt 14.40 
= M 26.43 beste bo oÖi im^ tegothne, 311. Z S v^ odese bratru svoe- 
mu, 2 4.20 vhsem^ v^ s^?^hm^st^ odi beasete zhresti na nh , 3111.21 
ot^vrhz^ usta ei, ^t 14.3 vzzlie emu na glavq, {-i 12.10 v^ glavq qg^lu, 
31 27.29 A na glavq emu, 2 1. 17 obratiti srhdhca othcenvb na 6qda 
(A othci)], il/10. 30 vam^ ze i vlasi, X 2. 35 tebSze samoi dusq proideto 
orqzie, X 24.45 t^gda ot^vrhza im^ um~b\ hierher mögen auch gestellt 
werden Jf 23. 26 o6isti prezde v^natrhuee sthklhnici i poropside da 
bqdet^ i v^nesthnee ima eiste, X 11.39 M v^nesthnee stbkhnici i mise, 
318. 3 emu prokaza, 31 1. 21 naredesi ime emu (ähnlich A 1. 3 u. 13, 
M 1.23 u. 25), J/ 10. 2 obema ze na desqte imena soU se, X 1.5 bysth 



I 



Die Übersetzungstechnik der altkirclienslav. Evangelieuübersetzung. 355 

ime . . . ei Eliaaveio, ). 1.27 imc ilvcc Marie^ A 1.63 Joam estb ime 
e?nu, M 12.25 Z mysli hm, < 4.39 zu slovo zcne {>^vecIe(ehstvuJqst^, 
J/7.24 u. 26 S mi slovesa, u 14.2 e(/<i Icako bqdcih mhva Ijudhrm, 
(Z ü^ ljudhch^ Tov Iccov), /. 6. 29 otemljostjumu tele rizq, ii 7. 27 )iesth 
bo dohro otqti chUha dcdomo, /. 1.G9 Z Vo dorm Davide otroka 
avoego. 

c) Bei »Anfang« und »Schluß« : /< 13.19 = u 10.0 oh nadqla 
zhdaniju, h 1.33 deaarhstvij'u ne bqdeih /conbca (aber r 31 oh konhch 
zemlje), /. 2. 11 se s^tcori na6qthh^ znameniemo, u Id.d nadqlo bole- 
zmrm si (= M 24.8 A), Ä 11.26 byvajqto posledhnea öloveku tomu, 
J/ 15.39 S vh predihj Mog^dalamo (cet. magdalanshy). 

d) im finalen Sinne: A 21.22 dhuhe mhkteniju, l 9.51 dinhe vvs- 
chozdeniju, A 2. 22 S dhnhe oöisteniju, ). 1 9. 44 vrhnene posisteniju 
tvoemu, u 11.13 vreme smokovatm, 3/21 . 34 vrh?ie plodo7no, J/1 3.30 A 
Vo V7'emq zctce, M 2 1 . 1 3 = /< 11.17 cJiratm molitcd . . . v7-itbpo raz- 
boi?i'ikomo, u 1.7 M remejie Örevierm ego, u 12.36 podnozie nogama 
tvoima (ähnlich i/5.35), /. 11.52 kJJuöh razumeniju, l 11.34 sv^tilh- 
nikh Ulu, J/16. 10 cJileho Setgrhim tyaqstayn. 

e) nach Verbalsubstantiven und sonst: /< 1.4 propovHajq kn- 
sfe?iie pokahiiju '\ßpokaa7iie, in A fehlt es) vo othpuste7iie grechoTm^) 
(A v^ ostavle7iie g7'^cUovi^), \l 24.47 ohpuste7iiju gr^cho7m (MA grS- 
chom wie auch Z in l 1.77), Jf 26.28 = A 3.3 vo othdanie (Z oto- 
pustsTiie, A ostavle7iie) grSchorm, X 8.43 Z sqHi vi toöenii k7'hvi, 
J/16.4 Z Z7ia772efiie Jone p7'oroku, Jf 16.3 z7iamenie V7'^7ne7ih7m, t 
5.29 MZ Vo v^sk7^eöe7^ie zivotu . . . sqdu, X 19.37 k^ nizochozdeniju 
gorS eleonsc^ij X 21.20 priblizt se zapustenie emu^ X 22 AI vrbzenie 
kameni, X 2.34 lezih . . . na v^sta?^^e 7mnogoTmy Ml. 21 S 7'azo7'enie 
ei (cet. razdruse7iie eje], /i 7.4 krhstenie sthkhtiicanio i 6hva7iom~o i 
kothlorm i odrorm, X 8.44 Z mskrilii rizS ego^ X Id. 21 dMatele ne- 
pi'avuU, M 10.5 Z 7ia pqih jezyko7m, X 20.25 bqdqh zna77ieni6 . . . 
i tqga JezykoTno, J/14. 14 S nedqzhiiyje irm, J/4.15 Z Galilei j'qzy- 
koTm, M 8.28 Z zemlj'q Ge7'gesino7m, M 19.10 aite tako esh vina 
cloveku, il/9.35 S eva7igelije cesa7'hstviju, p 14.59 ne be ravwio s^v^- 
dStehstvo irm (Z ic/a), t 12.31 ny7i^ sqdo estb mi7'u seTnu, A 21.4 ZS 
dary bogovi (M bozhje], M 16.23 s^blaz7l'b mi est, A 1.4 be sveto 6I0- 



1) Vondräk II p. 365 führt an ac. oäpuscenie hrichöm, ap. odpuszczenie 
mojim ivszystkim grzechom. 

23* 



356 ö- Grünenthal, 

väkon^^, a 7.38 S reky oU rehn ego istekqU vode zive, J/22. 13 
= 8.12 bqdeth skr^zht^ zqbotm^), X 2 AI SZ v^ prazd'btlik^ Pasce, 
i Id.l pr^zde ze prazdwiika Pasce, t 19.14 paraskeviißi Pasce, 
M 14. 20 S izhytbky ukrochorm^ M 12. 35 oU izhytbka ho srhdbcu 
[X 6.45 srhdhca). 

3. Der absolute Dativ steht regelmäßig für den griechischen 
absoluten Genitiv; in J/16.2 veöer^ sqstu öipiag yevoi-tevrjg (ähn- 
lich (.1 6.47 Z) steht veöen adverbiell wie ^i 13.75 für öipe und 
j'utro für Ttqcot, oft steht der absolute Dativ für iv z^ mit folgen- 
dem Inf. (cf. »Infinitiv«) und ^i 2. 33 bysU mimo chodestju emu für den 
a. c. I., während 31 9.10 byst^ emu mzlezestju (S v^zlesti emu) 
auch griechisch das Partizipium steht; A 6.6 byst^ ze vhniti emu 
und A 16. 22 bysi^ ze umrSti nistjumu (cf. auch i)f 9. 10 S oben) ist der 
a. c. I. durch Dat. mit Inf. wiedergegeben. 

§ 8. Akkusativ. 

Der Akkusativ steht abweichend vom Griechischen in folgen- 
den Fällen: Jf 8.3 Isus kosnq i (S kosnq se emh), fi 7.33 kosnq i v^ 
j'ezykh (ähnlich /t 8. 22 u. 1. 41, A 5. 13 ; mit se steht der Lokativ, s. d.), 
u 14. 13 s^restetb vy, MS.2S s^retete i, f^i 12. 28 slysav^je a^tezajqste 
se, n 14.58 my slysacJlom^ i glagoJj'qsth^ A 6.47 slysei slovesa moe^ 
M 26.75 pomenq Petr% glagoh Isusovo, "k 1.12 pomenqti zaveh., 
/l 17.32 pominaite zenq Lotovq^ /, 7. 13 milosrhdova Jq iorcXa-y- 
yviod^ri In avrr^v, A 9.41 do kole . . trhpljq vy äveSouai v/^iwr, 
}y 20.35 v&k^ th uluöiti Tfjs aivjvog l/Mvov tvx^lv, X 9.38 A moljq te 
dioi^iai Gov (aber moliti se komu). 

Die figura etymologica ist beibehalten l 2.8 stregqste strazq, 
fc 9.4 delati dela\ dagegen weichen ab M 2.10 v^zdradovase se ra- 
dosthjq veliejq x^Qi^v (.leyäXriv, Jf 20.23 = (.l 10.38 krhsteniemh \xh 
ßaTcziai-ia) imize azo krhstajq se krhstita se (dagegen X 12.50 M 
krhstenie gegenüber Z krhsteniemh)^ A 2.9 = |it 4.41 uhoese se btra- 
chomh veliemh. 

Ein doppelter Akkusativ steht wie im Griechischen f.i 9.41 ize 
bo aste napoit^ vy 6asq vody (ähnlich Jf 10. 42), A 6.3 Simona egoze 
imetiova Petra^ Jf 4. 19 s^tvorjq va lovhca ölovekonn, sowie mit bei- 
behaltenem a. c.I. A 20.41 kako glagoljqto edini Christusa byti nytia 



*] Vondräk II p. 365 zitiert ac. sJifehot zuhöm. 






Die Übersetzungstechnik der altkirchenslav. Evangelienübersetzung. 357 

Davidoca, A 9. 18 koffo mq nephslujqtb narodt hyti ziva fte Xiyovaiv 
Ol oyloL eivai und mit Participium (s.d.) für Infinitiv M 16. 13 kogo 
glagoJjqth mq dlovici sasta syna dlocv6hsJcaago\ dagegen ist 
geändert i 4. 46 ideze s^toori oti) tody vino utiov tTiohjoev rb 
vdcijQ olvor. 

Der Akkusativ der Zeit findet sieh 31 16.21 tretii dh?ih tf] 
TQiTr] i]ueQ((, ebenso M 17.23 (S vo tretii db?ib), /.i 10.34 usw., ,u 5.5 
dbnh i nostb w/.Tog xal fjfxsQag (aber J/27.64 und 28.13 noHhj'q 
vv/.r6<i)^ fc 8. 2 jutro oq&qov, /ii 13.35 vedet'o li . . . jutro dipe 

i] TtQCOl. 

Nach Verbalsubstantiven : M 26. 12 7ia pogrehenie mq eig rb iv- 
racfiaaai i-ie; cf. auch A 24.18 prisbhch est vi lerusalimi TiaQoiy.elg 
'^l€Qooa?.rju ^). 

Bei Bezeichnungen männlicher Personen durch ein Sub- 
stantiv im Singular steht auch im positiven Satze meist der Genitiv 
statt des Akkusativs ; der Akkusativ findet sich nur in folgenden 
Fällen, die Meillet ^) erklären zu können glaubt ^j : sy?-a (-w-Stamm) 
in M 20 mal neben syna, raho 6 mal (griechisch entspricht mit Aus- 
nahme von A 14. 17 M immer dovlov ohne Artikel ; Meillet p. 59) neben 
ebenso oft vorkommendem raha. J/9.32 dlovekb, J/ 18.15 hratn, 
tvoi, M 20. 11 1^1 na gospodim, l 20.44 M gospodb (vielleicht nicht 
hierhergehörend, cf. unter Nominativ, i¥26. 31 Mpastyrb, MIS. 24 
dhzbmko edhio, '/. 12.21 vo hogu, K 11.5 drugi, /. 17.34 M drugy, 
'/. 16.1 pristavhnikb, '/. Tl.iil M razhoinikb, A 2.12 u. 16 mladenbch, 
^ 4. 16 MO mqzb^ u 3.22 VelbzScoh (aber 31 10.25 Vehz^vola kon- 
gruierend mit gospodina donm) ebenso wie 11 5. 15 le\eom und das 
öfters vorkommende hhi, ferner immer an\eh (in S aber immer 
aggela). 

Beim Adjektiv und Participium verhält es sich so, daß bei 
einem im acc. stehenden Substantiv auch das Adjektiv im acc. zu 
stehen pflegt (Meillet p. 49), das Participium (praes.act.) auch sonst 
(Meillet p. 50 f.), mit Bezug auf ein Akkusativpronomen (bei Meillet 
p. 48 ist es immer i) meist den acc. zeigt. 



1) Dagegen gehört das von Meillet p. 161 zitierte Beispiel A 1. 16 ize hyst-b 
i predatelb nicht hierher, da i nur y.ui der vario lectio wiedergibt. 

2) L'emploi du genitif-accxisatif en vieux slave 1897. 

3) Vgl. hierzu auch HcKpacoBX Hsb. oti. p. as. u cjiöb. X, 2, 39 flF. 



358 0. Grünenthal, 

Die Personalpronomina zeigen mefie tebe sehe (die Meillet 
wegen der entsprechenden baltischen Formen als gemeinsame 
Formen für Genitiv und Akkusativ ansieht und für den Ausgangs- 
punkt des slavischen Genitiv-Akkusativs hält) sehr selten in der 
Funktion des Akkusativs, sodaß hier das umgekehrte Verhältnis 
wie beim Nomen besteht. Die wenigen Fälle sind folgende: i 7.28 
i mene veste /.cqih oXöars^ i 12.44 ZA ne verueto v^ me?ie (M me), 
i 14.9 S videvy mene^ i 15.20 MZ aste mene izg^nase i vaso izdenqth 
(AN me und vy)^ i 16.27 eko vy mene v^zljubiste (AS 7nq)^ l 16.32 
mene (AS me) edinogo ostavite i); i 17. 3 da znaeU tele (A te)^ edinogo 
istinhnago hoga, J/ 18.33 S tehe pomilovachb'^ xmi sehe finden sich 
6 Beispiele, s. Index zu Jagic Marianus; auch für die Pluralformen 
(s.u.) nas~o^ vas^ in acc. Funktion finden sich einige Beispiele: 
J/5. 46 IJubqsticJvb vas^, M \1.\1 do koU trhplja vas^ (SA mj wie 
auch ZM in /« 9. 19 u. k 9.41), i 6.70 ne az^ li vash d^va na deseje 
izhbrachh (in rhetorischen Fragen ist die Negation ohne Einfluß auf 
einen acc; cf. unter Genitiv), l 12.28 = iJf 6. 30 Jcohmi pace vash 
(seil. odeeU), 31 3.11 Z to vas^ krhstiU. 

Vom Fragepronomen lautet der Akkusativ immer Aoyo, wes- 
halb Vondrak hier den Ausgangspunkt für den Genitiv-Akkusativ 
sucht, etwa wie A. Tobler das romanische lux usw. als Analogieform 
nach der Frage cea erklärt hat. Von dem \\i.jis entsprechenden 
Pronomen heißt der Akkusativ meist ?', seltener ego (jedoch ge- 
hört zum nom. ize immer egoze als acc.) ; die meisten Beispiele für 
ego finden sich in f, wo verovati v^ njego 8 mal vorkommt, ebenso 
i 9. 36 da verq imq vi njego \ jedoch hat A immer vi nh. Ahnlich 
ist U als Akkusativ häufiger (in S ausschließlich) als togo [/n 12.4 
und 6, 2 20. 1 1) und sb als sego [l 20. 12, c 4. 6), dagegen wird fast 
immer edinogo (jedoch l 22.50 udari edim ot njicJn^ archiereova 
raha) und samogo (in sam-b se ist es Nominativ) gebraucht ; cf. auch 
noch 2 14. 9 zovavy te i onogo. 

Wie nasi vasi finden sich noch einige Beispiele mit dem gen.- 
acc. plur., so außer dem schon von Meillet p. 118 zitierten l 6.32 
MS Ijuhesteje iclvb (AZ Ijuheßteje mit wahrscheinlich infolge Haplo- 
graphie fortgefallenem /e, cf. unter Adj.) noch J/8. 16 S vbsecho 



1) Die 6 Beispiele mit mene als acc. fehlen bei Meillet p.84, weshalb Ber- 
neker KZ. 37, 366 glauben konnte, mene käme so nicht vor. 



1 



Die Übersetzungsteclinik der altkirchenslav. Evangelienübersetzung. 359 

bolQst^c/^^, J/15. 14 ostandte icJn>{{^i. über u 14.0 ostaiidfe ej\i), A 10. 1 
evi gospoch i in&cla^ t 18.21 S t^proat iihjka'c%slchi> (MZ -(;yV) Tovg 
«x/^xodrag, J/5.44 S hlagoslovite Jd^nqitich^ vasz und die nicht 
sicheren a G.26 ~« . . . vzzlcz^stiic/n, (A -//) und il/24.22 za izhhra- 
nych^ (MAS izhhranyjq). 

Von Bezeichnungen weiblicher Personen finden sich (Meillet 
p. 70 ff.) in SO gewöhnlich motere, d%^terc^ ebenso ilf 10.35 und 
A 12. 53 in Z sveknve in acc. Funktion, wonach auch gelegentlich 
in ZS crhkhve vorkommt. 

Von den selten vorkommenden Tiernamen findet sich neben 
5 echten acc. Formen / 10. 12 MZS vidit7> vhka ^) grednHa (AO vhla, 
grqdajtb), cf. Meillet p. 63 ff., der noch anführt Ps. 90. 1 3 popereü 
hva i zmh^. 

Schließlich findet sich der gen.-acc. manchmal bei Kollektiv- 
bezeichnungen von Personen: i 3. 16 tnira tbv xocr^aor (N vhsb min, 
was schon wegen des Zusatzes von vwb das ursprünglichere ist), 
^16.8 mi7'a (S min), l 21. 10 = ,a 13.8 T^jezykb na Jczyka (M Je- 
zyko), und sogar bei Substantiven, die nicht Personen bezeichnen: 
außer t 20.27 M, wo es sich um einen Fehler (Meillet p. 25) und 
t 19.19 u. 20, wo es sich um ein Fremdwort tHhW^] handelt, noch 
M 12.36 S glagoh prazdh7io egoze^) aste glagoljat^, Ä 2.15 A gla- 
goh egoze gospodh s^kaza nam^, t 12. 36 M veruife v^ svita (cf. das 
in L auffällig häufige vhovati v^ nj'ego). 

§ 9. Instrumentalis. 

Abweichend von der griechischen Vorlage findet sich der In- 
strumental : 

1) adverbal in folgenden Beispielen: / 1.73 klqtvq ej'qze Mqtb 
ov wf-ioaeu (ähnlich J/23.16, 3/5.34, u 5.7), l 1.41 u. 67 isphni 
sq duchomh svetymh (ebenso l 5.26)^) 7trsvf.iaTog ayiov, il/27.39 



1) An echten gen. ist wohl nicht zu denken, da videii in den Ew. nie mit 
dem gen. erscheint. 

-) Vielleicht war der Genitiv in v. 20 sego ze UHla m%nozi cis^. berechtigt 
und ist dann in v. 19 antizipiert worden. 

3) Cf. russ. ego icho auch als acc. neutr. 

*) Aber X 1.15 M isphni sf ducha sv^taago (A duchomb svftomh), A 1.53 



360 0. Grünenthal, 

= ,u 15.29 poTxijtajqste glavatni svoimi^ k 2.2 vladqitju Svriejq 
(ähnlich ^t 10.41, l 22.25, A 3. 1), J/6.25 (= l 12.22) ne phcete sq 
dusejq vasejq, (j. 6.17 iko ozeni se ej'q (ähnlich 31 19.9); für den 
griechischen Akkusativ häufig bei der figura etymologica (s. Akkus.) 
und (neben vh + acc. cf. Präpos.) bei »kleiden« : i 21.7 epe7iditomh 
prSpoesa se, (.i\.% ohhöem vlasy vehhqzdi, k 7. 25 mektkami rizami 
odSna (= 3/ 27. 28 u. 6.31, Z 24.49). 

2) Als Instrumental des Mittels für die im gleichen Sinne ge- 
bräuchliche griechische Konstruktion Iv + dat. (Blaß § 38) : ilf 5. 13 
6i7nh osolit^ se ev rivt alio&r]asraij 31 IZ.Z prihdaftii ev Ttaqaßo- 
Xaig, il/3. 11 az^ uho kristajq vy vodojq . . duchomb svetymb i 
ognjemh (aber t 1 . 26 az^ knstajq vo vode entsprechend der Vor- 
lage), 3/22.43 duchomb gospode i naricaeU^ 3/17.21 molitviojq i 
postomb, 3f 22.37 v^zljuhisi . . vbsemb srbdbcetnb [fi 12.30 auch für 
e^ olr^g Trjg -AaQÖlag], 3/12.42 pokaasq se propovedijq eig tb ^rj- 
(>vy^m usw. (3f 7. 6, 3f 21. 23 u. 27 u. 32,3/22.15,3/12.42, /.f 16. 17); 
ebenso für dieselbe Konstruktion zur Angabe einer Eigenschaft: 
|ti 1. 23 be na s^nbmistich^ 6loveko duchomb necistomb (ähnlich f^i 5. 2), 
(X 16. 12 Svi sq i7iemb obrazomb iv kriqa /.WQcpfj (aber A 4.32 so vla- 
stbj'q he slovo ego); ähnlich 3/27.57 imenbmb losif Tovvof.ia Icoai^cp, 
X 1.59 naricaachq e imenbmb otbca knl %(g ovöiiaxi. 

3) Beim Passiv zur Bezeichnung des Agens (neben ot-b + gen. 
cf. Präpos.): 2 7.28 (ähnlich 3/11.11) holii rozdenycho zenamilv 
yevvr]rolg yvvar/.wr, 3/10.22 nenavidimi vbsemi (=A 21.17, wo 
jedoch 31 otb vbsSchb), A IS.Zl pisana proroky dia rCov TtQocprjTutr, 
fc 3. 5 roditb se vodojq i duchomb yevprj-d-f] 1^ vdarog v.aX TcvEv^iaxog. 

4) Beim aktiven Verbum ähnlich wie in 3) als instrum. causal: 
A 8. 19 narodomb diä rbv byXov^ ebenso 2 5. 19 M (Z naroda radi)^ 
f.1 2. 4 AS (ZM za narodb) u. 2 19. 3 (hier für ano rov oylov)^ l 15. 17 
gladomb gyhlj'q lif^ioi aTtöllvi-iai. Hierher oder zum Folgenden 
kann man die Beispiele mit dovohm und dhzbtib (daneben der Lo- 
kativ) stellen: 2 3. 14 dovohni bqdete obroky vasimi aqy.Elod^e. rolg 
oipiovioLg vf-iüv, 3/18.24 dhzbm tbmojq talanth (ZS tb7ni), l 18.5 
kolic^mb dhzbm est . . . sbtomb tvöoov d(p£il£ig', ähnlich A 7.41 und 
mit dem Substantiv dhzbnik^ A 16. 5 = 3/ 18. 29. 



isphni hlag'h ayaS^wv, i 2.7 naphnite vodonosy vody vSaiog, welcher Genitiv 
indes nicht unslavisch ist. 



Die Übersetzungstechnik der altkirchenslav. Evangclieniibersetzung. :{6 1 

5) Als instrum. der Beziehung: t 6. 10 mqzh dislomb iko 2)<:ti> 
tysqsth xov agiO^aüv, i 1 1.44 ob^'zam nogama i rqkama rovg vtddag 
y.al Tag xelqag^ K 4. 18 s^kr^csenyJq srbdicemh rrjv y.aQÖiav. 

6) Bei Angabe des Preises, womit man eine Sache kauft: 
A 12.6 v^nith sc peni'zbma (hvSma 7ciü).ovi>vaL aaaaoioyv ovo, i ij.l 
= i-i 6. 37 div^ma shtoma p^nqzh cliHhi) diaY.ooUov drivaqiwv aqxoi^ 
t 6.5 dwih [7T(')d-Ev] kupiTm. 

7) Zur Bezeichnung des Weges, auf dem (eigentlich >ver- 
mittelst« dessen) man sich bewegt: /, 10.31 = 3/8.28 shchozdaah 
pqthmh temb ev rfj üÖ(Jj l/.eivi] (ebenso X 9.57 S, cet. po pqti), Ml . 13 
= i 10. 1 qz^kymi vraty öiu rr^g aT€vf]g jtvh]g, t 10.9 rmnojq aite 
kbto v^7ndet^ öi euov, Ml. 13 vhchodeHi imh öi avrr^g (seil. adov). 

8) Zur Bezeichnung eines Zeitraums, ursprünglich vielleicht 
nur, wenn als Mittel angesehen (cf. das erste Beispiel), dann ver- 
allgemeinert (die umgekehrte Entwicklung bei »durch«): J/26. 61 
(ähnlich 3/27.40, /< 14.58, l 2.19) trhmi dhnhmi s^zhdati Jq öia. 
tqlCov f]i.i£QWVj L 17.4 dhnhmb zfig r^}.iiqag^ 3/27.64 noithjq vv/.TÖg 
(= 3/28.13, L 3.2; l 21.37 für rag vvy.rag]] aber ^i 5.5 dbnb i 
nosth vvy.tbg y.al i]ii€Qag. 

9) Als instrum. 7nodi: t 5.2 u. 19.13 ewHsky kßqalöxi, v^tori- 
cejq iy. rov öevreQov {t 21.16 mit folgendem ti'etiici)^ A 8.8 plod^ 
s^toriceJq [31 sifok7'aticejq) y.aQjTov E/.arovn:XaaLOva, 3/18.22 sed- 
micejq ETtray.ig, i 21. 17 tretiici (S tretiee). 

§ 10. Lokativ. 

Der Lokativ steht 1) adverbal: fx 5.27 prikosni se riz6 ego, 
f^i 4. 30 M kito prikosnq se rizacho moickh (Z r^z^ moich~o i) ), X 7. 39 
prikasaeth se emh, M 9. 20 S kosnq se (cet. prikosnq se] visknlii, 
3/ 22. 40 S sej'u ohoj'u (cet. v^ sej'u oboj'u) zapovMi/u vbsb zakom i 
proroci viseU, A 5,12 nalezeßju emh [M emu) narodu, fi 3.10 Sko 
napadachq emh, 316.21 [l 12.2b) prilozüi Ulese svoemb (S tbzloziti 
na ielo svoe) lakhtb edim TtQoa&elvai ItiI Trjv r]Xiy.iap, p, 4. 30 koei 
pritbdi prilozim^ e iv xivi TtaqaßoXfi naQaßükiopev auTrjv, 3/9. 16 



1) Scheint das einzige Beispiel mit Genitiv zu sein, da M 9. 29 S kosnq se 
ociju ima nach M 8.3 S kosnq sp emh entgegen Scepkins Index als Lokativ auf- 
zufassen sein wird. 



362 0. Grünenthal, 

pristavUeto . . . rize vetosS ijtl [(.larui) Ttalaiqj, A 15.15 prilepi se 
edinomh l'/.olXiid-r] tvi, l 10. 11 praclvb pril'hp%8n nas^^ X 10.34 pri- 
leza emh eTCSi^iEXkri&ri avToü, X 20.26 zazhreti glagole ego iniXa- 
ßiad^ai Tov Qrn-iaTog avtov; 2) adnominal: 31 18.24 ZS dhzbm 
thmS talanto (daneben der Instrumentalis, s.d.); 3) bei Ortsangaben: 
vrhcJm ETtavcu^); 4) bei Zeitangaben: J/24.20 = /t 13.18 zimS 
Xeij-iöjvog, J/2o.6 polu nosti ze f.iear]g öh vvy.TÖg, ,a 13.35 Z polu 
nosti [M Vi^ polu nosti) /.leGoviixTiov, M 17. 18 MA tomh 6ase (S ot~o 
togo 6asa) ärto rfjg looag r/.sivr^g, /t l.'dh jutro prohrezgu TtqtoC %v- 
vvxov. 

§ 11. Pronomen. 

Im allgemeinen steht im slavischen Text das tonlose Pro- 
nomen da, wo es Tischendorfs Ausgabe hat; abweichend davon 
steht die betonte Form in folgenden Beispielen: Jf 7. 22 rekqtb 
?nbne, i 6.37 eze dast~o mwie (A mi), i.i 5.9 Le\)eom 7nb}ie esth hne 
ovo(.iä i^ioi, 3111.27 vbse mb?iS (S mi) preda?ia sqti, X 12.d9 gla- 
goljq tehS^ J/16.18 tehe glagoljq., X 10. 13 göre tebe, A 11.7 dati tebe, 
31 16. 19 damh teU, 31 8. 13 hqdi teU (S da hqdeto ti). 

Das Subjektpronomen ist gegen das Griechische wegge- 
lassen in J/5. 48 Z bqdSte uho, wiederholt in l 8. 41 ZA my ot~o IJuho- 
deani^ nesriTb rozdeni^ my (in Jf fehlend) edinogo othca imcmio hoga^ zu- 
gesetzt i 17. 18 Skoze ty me [zccd-wg eae) pos^la v^ m^r^ i azh [■/.ciyto] 
pos^lackb je v^ min^)\ ebenso ist der Dativ zugesetzt X 23.12 hyste 
ze si druga Irodo ze i Pilato v^ t^ db?ib sb soboj'q, 31 20. 15 Vb svoichb 
mi, t 19.27 = 16.32 A vb svoe si. 

In reflexiver Funktion steht auf alle Personen bezogen 
sebe,sebe, se regelmäßig, sodaß nur bemerkenswert sind J/14. 28S 
gospodi aste ty esi lyoveli mi priti kb sebe [po vodamb], 31 5. 29 vrbzi 
otb tebe (v. 30 otb sebe), 318. 10 rede gredqstimb po njemb (Sü^ slMb 
sebe)] dagegen ist der Gebrauch des reflexiven Possessivums svoi 
nicht konstant, sondern es wechselt mit den übrigen Possessivis 
(und mit dem Dativ si, z.B. Jf 9. 1 8 S, Z 23. 4 A) so, daß diese nach 
Buslaevi. § 206 n. 1 ^) in Angleichung an den griechischen Text 



1) Der Lokativ liegt wohl auch vor in 7. 14.35 trebe est £v&ex6v laiiu. 
-] X 6. 47 M s'ökazq azo gegenüber dem mit der Vorlage übereinstimmen- 
den Z sokazq vaim ist wohl nur Versehen des Schreibers. 

3) Ein paar Beispiele auch bei Voskresenskij p. 188 unter 9'. 



Die Übersetzlingstechnik der altkirchenslav. EvangelienüberBCtzung. ;i(33 

um so häufiger sind, je später die Handschrift ist. Oh für unsere 
Texte in solchen Fällen griechischer Einliuß luizunchmen ist, bleibt 
angesichts desselben Schwankens im serbischen Volkslied (Maretic 
§ 467b) und Russischen') zweifelhaft: jedenfalls aber hat S oft 
svoi^ wo die anderen Handschriften 7noi usw. haben: M 6. 17 u. 25, 
7.4, 8.9 u. 15 u. 16 u.21, 19.21, 22, 23 u. 37, 25.21: u 1.2; l 9.42 
u. 59, 10.27, 12. 18 u. 19, 16.25, 18.20; / 13.38, wenn auch moi, 
ivoi, j),a.h, vas^ in reflexiver Funktion nicht ganz in S fehlen. Auch 
ego findet sich neben svoi: J/3. 4 DS Jocm^ iineah . . . pojaii^ usni- 
jam örhUchh ego (ZA svoichi), ,«1.6 b^ ze Joam obhöem vlasy 
velhhqzcU i 2>oh^ nstnem o Öreslec/n ego. 

Andererseits wird svoi auch gebraucht, wo es bemerkenswert 
ist: J/27. 31 = u 15.20'^) shvles(^ s^ njego ddamidq i ohUiq i v^ 
rizy svoje^ wo nur aus v. 28 s^vhk^se i cldamidojq 6rhvlenojq odHe i 
klar wird, daß scoje sich auf i bezieht; A 8.41 moUase i viniti vh 
dorm svoi (aber v. 37 molise i vhsh narod^.. . otiti oth njickb\ MTl. 19 
sedestju ze emu na sqdisfi pos^la k^ njemu zena svo&^ a 13. 1 glagola 
emu edim oh ^l^enik^ svoicJn. Zugesetzt erscheint das Reflexiv 
gegenüber dem Griechischen in J/5.40 chotesfj'umu rizq tvoja 
viz^H und X 18.13 ZS ne chotäase ni oöij'u svoeju v^zvesti na neho^ 
ausgelassen in l 18.20 Z öhti othca ivoego i materh (A othca i ma- 
terh tvojq, S othca svojego i matere^ M othca ivoego i matevh tvoj'q 
entsprechend dem Griechischen), M 15.5 othca li [thv Ttariqa av- 
rov) li matere svoejq und ähnlich ego in 3/27.37 vrhchu glavy ego 
vinq (A ego entsprechend ccutov). 

Das Pronomen der 3. Person ist zugesetzt in /. 7. 42 ne imqsiema 
ze ima v^zdaii ohSma ima (A obema aucpoTeQoig) otida, 3122.27 M 
posUzde ze icJn vhseclvb.i "k 13.16 sijc{ . . . ne dostodse li razdrMiti 
eje oth qzy^ l 21.9 rxjbq na njemh lezestq\l7tLy.tiuEV0V^ i 1. 12 eliko 
ze ickh baoi de; ferner als Objekt in « 15.1 shvezavzse Isusa vhq i 
prMase i Pilatovi, u 4.20 i^e slyseth slovo i priemlj'qto e, 3/ 13.54 



i; Hier allerdings literarisch, nach Buslaevi. § 206 n. 1 durch fremden 
Einfluß; jedoch steht im kleinruss. N.Test, häufig »ni; usw. so (cf. auch Mi- 
klosichs Beispiele p. 102), während es in Vuks Übersetzung abweichend von 
seinen früheren Werken (Maretic § 467 b) nicht der Fall ist. 

2) Hier steht allerdings im Griechischen bei rh lucaia ccvtov noch J'J't«. 
was immer durch svoi wiedergegeben zu werden pflegt. 



364 0. Grünenthal, 

eko divUachq sq emti, J/8. 10 divi se emu^ il/22. 35 z i v^prosi i 
edim otb njiclvb^ iT/13. 23 slyäqi slovo i razumevuje e, l 12.47 aste 
kiio tisiyhiz glagoly moje i ne s^chranit^ ichh^ M22.6 dosadise irm 
i izhise jq (Z ohne je) vßQiaav -/mI ani-/.tEivav, M 14. 36 eliko 
prikosnaße se emh, M. 21.2 privedeta mi e, Jf 22. 13 zA vivrhzete i 
vy thmq\ die umgekehrte Erscheinung-, daß ein Pronomen der 
dritten Person ausgelassen ist, findet sich seltener: l 18.24 MZ 
vid^v^ ze Isus^ {Ki ctiiTÖv) priskr^h^n^ htjvisb, 1 1 .9 posledujqsij'umti 
narodu (S po njemh chodestjumu narodii) T(g u'AoXovd-ovvxi avrto 

'07M9 ^)- 

Das Demonstrativum to dient (neben sam^) zur Übersetzung 
von avTÖg auch in einem Falle wie 31 21. 57 A ize i h (MZ ize i) 
u6i s§ u Istisa. ov^ wird bei Aufzählungen gebraucht für ods : 
J/ 21.35 invhse rahy ego ovogo bise ovogo ze uhise ovogo ze kame- 
niemh poMse (S irrnse raby ego bise a drugyje ubise ovy ze kameniemh 
pohisq) ov \.i\v edsLQav ov öh aTte/.TEivav ov de elid-oßöXr]aap, ähn- 
lich 31 25. 15, ^i 4. 4; ebenso für allog i 9. 16 edtni. , . ovi tiveg . . . 
ä?^koi, t 9. 9 ovi glagolaachq . . . a ini glagolaachq aXXoi . . . älloi, 
?. 9. 19 o?ii ze . . . ini ze . . . ovi ze ol f-iiv . . . aXXoi de . . . alloi de, 
/t 8.28 S ovi . . . ovi ze (MZ i ini, A i?ii ze) . . . a druzii ol de . . . 
y.al alloi . . . alloi de] wie in den beiden letzten Beispielen folgt 
auch sonst das Slavische nicht der griechischen Sitte, verschiedene 
Glieder einer Aufzählung als gleich weit entfernt vom Sprechenden 
anzunehmen und mit demselben Wort zu bezeichnen: i 19.18 sqdu 
i ovqdu (S onqdu) evrsvd^ev vxu evTevd-sv, (.1 8. 28 i ini . . . a druzii 
y.al alloL . . . aXloi öi, 1 9.7 oh eteri . . oto inech vttö tlviov . . . 
vir 6 TLViov. Das Demonstrativum erscheint gegenüber der Vorlage 
zugesetzt in 2 8.44 ZS zena . . . . si pristqphsi, X J 1.36 bqdeU svS- 
tblo vhse Sko se egda [tog orav) svHilhnikh bliscaniemh prosvestaatb 
te, ferner für den Artikel in Jf 13.40 v^ s^konhöanie veka sego rov 
aliörog, M 21.38 Mz delatele ze ii ol de yscogyal, 31 22. 13 A ihgda 
rede charh th slugarm^)] umgekehrt ist ein griechisches Demon- 



1) Nicht sicher gehört hierher M 26.29 egda py'a s-o vami nov-o . . ccvto . . . 
xaiyoy, da i nach va7ni durch Haplographie (cf. Adj.) ausgefallen sein kann, 
cf. fi 14.25 Z pbjq i no (M 1710] vh cesanstvii. 

2) Anders aufzufassen ist vielleicht ^ 12. 37 Z i to kako enm est^ sym (M 
i kako -/.cd Ttw;) in Hinblick auf ). 20.44 to kako emu est'o st/m xcü nü;. 



Die Übersetzungetechnik der altkirchenslav. Evangelienübersetzung. 365 

strativ in der Übersetzuug fortgefallen in J/27.47 lUja zocetb 
(fiüi'el ovTOQj J/21. 10 S khto enih (MZ sb ovrog), K 23.22 6hto ho ää- 
tv)ori zblo Ti yl(() /.u/.oi' l/roir]a€v ovrog, t 15. 5 ize hqdett v^ mb7i6 i 
azh vh tij'cmb tihtvorito [ovrog cpigei) phch m^nog^^ M 10.22 Z .'i7>pa- 
aem (M sh shpasenh) bqdeih^), M 15.11 Z m üc/iodi^'stec iz^ ustv 
(M to) skvrhnitb 6Iov^ka, M 17.27 z ohrejteü staiirb (M tb) vhzhrm 
dazdb irm. Ein Determinativum ist vor einem Relativsätze in fol- 
genden Beispielen zugesetzt: c 0.29 v^ ii egoze po6^la ofi^, t 17.9 
Uc]i^j(^ze^ L 9. 30 nidbsozc o Uclcb eze vidisq, A 17.1 göre ze tomu 
imbze pridqtb, t 19.37 vbzbi'qt^ na nh egoze (Z njego ize) prohasq, 
21 17. 12 cbse eliko ooa; hierher kann man auch stellen 1 11.30 po 
tomuzbdo bqdeth i dbnb ch nbze töTcti fj r^uioa, vrogegen die grie- 
chische Ausdrucksweise beibehalten ist in /. 17.27 = 3/24.38 da 
njegoze dine vonide Noe vh kovbdego, / 1.20 i se bqdesi mlbde da 
njegoze dhiie bqdeto se, t 18.26 qzika sg emuze ureza Pein, i 7.31 
eda bolhsa znamenU s^tvor^i^ Sze [Cov] sh esU s^tvoril^\ ebenso fehlt 
das Determinativ unabhängig vom Griechischen A 9.61 oUre^ti mi 
sq (S teclio] ize sqto vh domu moemb uycoru^aad-ai rolg eig rar ol- 
y.öv uov und bei relativen Adverbien wie ideze (z. B. 3/25.24). 

Das Fragepronomen kgi gibt neben Ttolog das adjektivisch 
gebrauchte rlg (Blass § 50,6) wieder, z. B. A 14.31 kgi cesarb, 
i 2. 18 koe znamenie, X 15.4 kgi 6loväJa)\ ferner steht es tlAl für 
die im Neuen Testament nur einmal vorkommende Fragepartikel 
TZüTEQov (Blass § 77, 2) und für rig vor partitivem Genitiv in / 22. 24 
kgi mbnito se icla bgti bohi und il/21. 31 kgi oto oboju, in welchem 
Falle sonst immer kotorgi gebraucht wird, z. B. / 22.23 kotoriji 
ubo bqdeto oto njicll^, 2 17.7 kotorgi ze oth va&o, A 7.42 koto7'gi ubo 
ej'u, K 11. 11 koteraago ze oto vash othca viprosiih sgm, A 14.5 koto- 
raago vaso oshh, A 20.33 kotoraago iclcb bqdet^ zena (ähnlich M 
22.28), a 12.23 kotorumu ich^ bqdet^ zena. Substantivisch statt des 
gewöhnlichen nik^toze steht nikotergze t 7.13 und nikrjze i 8.10 u. 
11, A 23.4 (neben öfterem adjektivischen nikyze). 

Das Fragepronomen steht für ein griechisches Relativum l 4. 52 
Voprasaase ze goding oto njicla vo kqjq (A + godinq, Z 6asa ot^ 



1) Bei den letzten drei Beispielen könnte man sich das Fehlen von sh (s^) 
vor So durch Haplographie (cf. u 14.25 nn vz für 7^ovo vo, i 5. 5 cajqstei dvizenie 
vode für Vo vode in A) erklären oder in t 15.5 sz tvoriH schreiben. 



366 0. Grünenthal, Die Übersetzungstechnik usw. 

njicivb v^ kotorij) iv fj; es erscheint zugesetzt M 18.25 AS ne imqstju 
ze 6eso (S 6hto) emu v^zdati (ähnlieh l 14. 14) und l%.Q da hq imeli 
na nh 6bto glagolati ^). 

Für dasKelativpronomen erscheinen in Z zuweilen Formen 
mit ie, wo in den übrigen Handschriften ze fehlt; so außer den 
Fällen bei Vondrak 2. 444 noch f.i 9.13 elikoze (an anderen Stellen 
auch in den anderen Handschriften), {.l 1.32 egdaze^ welches nur 
hier vorkommt; ähnlich kommt neben gewöhnlichem za^ije nur 
einmal zanjeze l 19.11 MZ vor; bemerkenswert ist noch l 1.26 A 
pos^lan^ bysti archangeh Gavriih oto hoga v^ grad^ galileiskh ime 
emu (cet. eynuze ime fj ovof-ia] Nazarethz] u 1.2 A 2 (MZ ize og) ugo- 
toviu ist wohl beeinflußt durch die Parallelstelle 3f 11. 10, wo auch 
MZ ents}3rechend dem y.ai einiger griechischer Handschriften i 
haben, ize erscheint für den griechischen Artikel (s. Adj.), für das 
Demonstrativum in Jf 27. 46 eze esto tovx eoTir, für das Indefini- 
tum in t 5.19 ne mozetb sg?i~o o sehe tvo7'iti niÖesoze aste ne eze [xC] 
vid^t^ otbca tvoresta. 

In Bezug auf die Wiedergabe des Indefinitums sind be- 
merkenswert l 12. 15 ne otb izhijtoka komuzhdo {xivi) zivoth ego 
esto und u 9. 1 S sqt^ druzii gegenüber edi7ii eteri der übrigen edd., 
durch welche Änderung in diesem Evangelistar der Anschluß an 
den Schluß des vorhergehenden Kapitels hergestellt ist, der in 
derselben Lektion unmittelbar vorhergeht. 



1) Über die dubitativen indirekten Fragesätze cf. später; oder liegt in 
den obigen Fällen (cf. auch die Stellung in '/. 14. 14 Z ne imat'o ti cbso vizdatt 
ovy. lyovaiv b.vxunoSovvai aoi) indefinites Pronomen vor? 

(Fortsetzung folgt.) 

0. Grünenthal. 



367 



Beiträge zur historischen serbokroatischeu 
Dialektologie. 

Von Dr. Franjo Fancev (Zagreb;. 



Das Kajkavische ist der am wenigsten erforschte Dialekt der serbo- 
kroatischen Sprache und während die anderen zwei, d. h. das Stokavische 
und das Cakavische, in der historischen Erforschung unserer Sprache 
immer gleich berücksichtigt werden, bleibt das Kajkavische meistens 
unbeachtet. Den Grund dieser stiefmütterlichen Behandlung finden wir 
einerseits in der Stellung desselben den anderen zweien gegenüber; oft 
wird es als ein Zweig der slovenischen Sprache betrachtet und damit 
wird auch die Nichtbeachtung selbstverständlich entschuldigt. Anderer- 
seits aber lag die Ursache solcher Behandlung vielmehr in der Unzu- 
gänglichkeit der älteren Texte dieses Dialekts. Nun hat uns ein einziges 
Jahr zwei umfangreiche Sprachquellen gebracht; es liegen nämlich zwei 
neue Textausgaben aus der ältesten kajkavischen Literatur vor. Im 
Jahre 1908 gab die südslav. Akademie zu Agram die »Kronika« von 
Anton Vramec (157S) aus, und schon am Anfang des Jahres 1909 die 
königl. serbische Akademie in Belgrad das >Dekretom« von Ivanus Per- 
gosic (1574). Diese zwei Texte sind nicht zu philologischen Zwecken 
herausgegeben Avorden, sondern das eine von Prof. Vjekoslav Klaic im 
Zusammenhang seiner historischen Forschungen und das andere von 
Dr. Karlo Kadlec als Beilage zur slavischen Rechtsgeschichte, doch dieser 
zweiten Ausgabe liegt auch eine Studie über die Sprache von Prof. Dr. 
Diiro Polivka bei, welche der ersteren abgeht. 

In diesen Beiträgen wollen wir zuerst die Resultate der gelehrten 
Herausgeber vorführen und dann das Bild des Kajkavischen bis zum 
Ende des XVI. Jahrhunderts nach den uns zugänglich gewesenen Quellen 
beleuchten. 

Als Grundlage der Betrachtung dienen folgende Quellen: 

Pergosic Ivanus: Decretum koterogaie Verbewczi Istvan diachki popiszal a 
poterdilghaie Laßlou koterie za Mathiaßem kral bil zeuße goßpode i ple- 
menitih hotieniem koteri pod Wugherßke Corune ladanie ßlisse . . . Stam- 
pan V Nedelifchu . . . 1574. 



368 Franjo Fancev, 

Vramec Anton. I. Postilla na vsze leto po nedelne dni vezda znonich szprau- 
lena Mouenszkim iezikom po — ad calc. Stampano v szlobodnom kralie- 
vom varalTu Varasdine po luane Manliuse MDLXXXVI. 

II. Postilla veszda znovich zpravlena szlovenskim ieszikom po godoune 

dni, na vsze leto, po — . Stampano v szlobodnom kralievom varassu Va- 
rasdinu, M.D.LXXXVI. 

Kronika vezda znovich zprauliena kratka szlouenzkim iezikom po — . 

Stampane v Lublane po luane Manline . . MDLXXVIII. 

Zapisnici Krapinski. Vol. I. 1574—1622. 82 Bl. (Diese Gerichtsprotokolle der 
Stadt Krapina in 3 Bdn. [I. 1574—1622, E. 1635—1665, III. 1664—1675] 
werden in der Agramer Universitätsbibliothek unter der Signatur SM. 31. 
C. 3. aufbewahrt. 

Monumenta histor. episcopatus zagrabiensis . . . edidit loan. Bapt. Tkalcic. 
Zagrabiae 1873—1874. Vol. I— IL (M.E.Z.). 

Monumenta histor. lib. reg. civitatis Zagrabiae metropolis regni Dalm. Croat. 
et Slav. CoUegit et . . . edidit loaa. Bapt. Tkalcic. Zagrabiae 1889—1905. 
Vol. I— XI. (M.Z.). 

Monumenta historica nob. communitatis Turopolje olim »Campus Zagrabien- 
sis«. Collegit et... edidit Emil. Laszowski. Zagrabiae 1904 — 1908. Vol.I — 
IV. (M.T.). 

Vjesnik kr. hrv. slav. dalm. zemalj. arkiva. Uredjuje Ivan Bojnicic Kninski. 
Zagreb 1899—1908. Bd. I— X. (Vj.). 

Kukuljevic Sake. Ivan: Acta Croatica (Monum. histor. Slav. meridion. Knj. I.). 
Zagreb 1863. (Act. Croat.). 

Scriptores volumen V. Antonii Vramecz: Kronika. Prooemio 
de vita operibusque scriptoris praemisso digessit VJekoslav Klaic (in 
Monumenta spectantia historiam Slavorum meridionalium ed. Acad. 
Scient. et art. Slov. merid. Vol. XXXI. Zagrabiae 1908). 

Dieser neuen Ausgabe der Kronika Vramecs geht eine eingehende 
Studie über das Leben und die Werke Vramecs vom Agramer Universitäts- 
professor VJekoslav Klaic voraus. Die Resultate dieser Studie sind 
folgende : 

Antonius Vramec wurde vor dem 9. Juni 1558 geboren; das Ge- 
buiisjahr wird nach einer Gerichtsverhandlung vom 9. Juni 1579, wel- 
cher Vramec als Zeuge beiwohnte, ungefähr bestimmt; es wird da gesagt: 
»Decimus quintus testis R. D. Antonius Vramecz . . . annorum 41 . . .« 
(vgl. S. IV), also in diesem Jahre stand er in seinem 4 1 . Lebensjahre. Etwas 
schwieriger ist es, seinen Geburtsort zu ermitteln. Einmal wird er 
(16. Sept. 1584) mit dem Prädikate »de Ryglnowcz«, dann in den Akten 
des Hospitals des heil. Hieronymus in Rom in den Jahren 1565 — 1567 



Beiträge zur historischen serbokroatischen Dialektologie. 309 

»di Vrbouac«, oder »daVrl)Ovaz« ...(vgl. S.VI — IX) genannt. Ryglnowcz 
ist identisch mit dem Orte Kigonce, Kigoinca, Riegelsdorf in Steiermark 
neben Bresce (Rann). Klaic glaubt als seinen Geburtsort Vrbovec anneh- 
men zu dürfen u. zw. jenes, welches südlich der Save und westlich von 
Podsusjed im Pfarrbezirk Samobor liegt. Auch mit seinem Nameu ist 
man nicht ganz im klaren, da er unter folgenden Formen erscheint: 
Ouranich, Vramiz, Vranich, Uranich aus d. J. 1505 — 1566 in Rom und 
1567 als Vramecz (vgl, S. VI). 

Die ersten Nachrichten von Vramec haben wir aus d. J. 1505 (den 
2. Juli), als er sich in Rom im CoUeg des heil. Ilieronymus befand, wo 
er zum Kaplan gewählt wurde, und als solcher blieb er dort bis zum 
13. Juli 1567; dann begab er sich nach dem Vaterlande zuerst auf Ur- 
laub, aber er kehrte nie mehr zurück (vgl. S. VIII — IX) und somit wird 
er nicht mehr dort erwähnt — damit ist die Behauptung Kukuljevics, 
Vramec sei iu Rom als »zborui kapelan« bis zum J. 1572 tätig gewesen, 
als falsch erwiesen. 

Unter d. J. 1507 sagt Vramec selbst in der Krouika »ouo vreme ia 
iezem v Rime Doctorem postal«, aber an welcher Universität, das sagt 
er nicht. Prof. Klaic konnte dies auch nicht ermitteln. Von nun an bis 
zum J. 1573 mangeln vollkommen alle Nachrichten über ihn. Im J. 1573 
ist er aber schon Kanonikus in Agram und Archidiaconus von Warasdin, 
und daß er sehr geachtet und geschätzt war seiner Bildung und seines Wis- 
sens wegen, ersieht man aus der Tatsache, daß er gewöhnlich als Ver- 
treter des Kapitels und des Bischofs bei verschiedenen Streitigkeiten 
fungierte. 

1574 wurde er Pfarrer des heil. Marcus in »Monte Graecensi« (d.h. 
in der oberen Stadt Agram) und als solcher blieb er bis Ende d. J. 1575 
oder anfangs 1576. Den Grund der Verabschiedung von der Pfarre des 
heil. Marcus kann man nicht sicher wissen, man kann aber annehmen, 
daß sie die Folge eines Streites mit den Bürgern war (vgl. S. XVII). 
Jetzt fehlen wieder über ihn alle Nachrichten bis zum J. 157S. Prof. 
Klaic nimmt an, er sei vielleicht schon im J. 1576 oder anfangs 1577 
Pfarrer von Bresce geworden. Zu dieser Zeit hat er aber schon seine 
Kronika vollendet, welche im J. 1578 in Laibach im Drucke erschienen 
ist. Der Verfasser widmet sein Werk: Reverendissimo, reverendiss . . . 
statibus et ordinibus regni Sclavoniae . . . dominis patronis amicisque 
suis . . . Unter dem »Reverendissimo« glaubt Prof. Klaic den Bischof 
und Banus Georgius Draskovich zu sehen. Die Anempfehlung seines 

Archiv für slavische Philologie. XXXI. 24 



370 Franjo Fancev, 

Werkes der Obhut der »statuum et ordinum regni Sclavoniae« erklärt 
man aus der Furcht vor Verfolgungen, welchen jedes Werk weltlichen 
Inhalts in der Volkssprache ausgesetzt war. Zur Zeit des Erscheinens 
seiner Kronika war er schon Pfarrer in Bresce ; er zeichnet sich am Ende 
seines Werkes mit »ac parochus in Raini«. Den Grund, aus welchem er 
sein Werk in Laibach drucken ließ, sucht Prof.Klaic vermutungsweise in 
der zu protestantischen Richtung der Buchdruckerei von Nedelisce. 

Daß die Furcht vor Verfolgungen seines Werkes nicht unbegründet 
war, finden wir in den weiteren Ausführungen Prof. Klaic's, welcher fest- 
gesetzt hat, daß die Kronika Vramecs — der Tradition nach — wirklich 
verbrannt wurde (vgl. S. XXI). Es ist nämlich sonderbar, daß nur zwei 
Exemplare bis zur Zeit bekannt sind — und noch wichtiger ist es, daß 
auch diese zwei auf der Stelle (Blatt 39 a. b) nicht übereinstimmen, wa 
vom »varas zloboni Gerchka goricza v Zagrebe« die Rede ist. 

Im Jahre 1578 ist er Archidiaconus von Bexyn, 1580 Archidiäconus 
Dubiczensis, doch 1582 ist er weder Canonicus noch Archidiaconus, und 
von nun an bis zur ersten Hälfte des J. 1585, als er wieder ein geistliches 
Amt bekleidete, wird er nur Doctor, sanctae theologiae doctor, oder nur 
mit seinem Namen ohne jede Andeutung seines Amtes genannt. Mit dem 
Jahre 1578 verließ der bisherige Bischof und Gönner unseres Schrift- 
stellers Georgius Draskovich das Agramer Bistum und zu seinem Nach- 
folger wurde »Ivanus Monozloi, kize imenuie prideukom Kranchich« (vgl. 
S. 64) ernannt; dieser enthob mit vielen anderen auch Vramee seines 
Amtes (nach Kovacevic) 22. Dezember 1582, welches Jahr auch Prof. 
Klaic annimmt, weil er seine eheliche Frau nicht vertreiben wollte. Es 
ist festgestellt, daß er wirklich verheiratet war und nach seinem Ableben 
hinterließ er einen unmündigen Sohn Matthias, welcher ihm im väter- 
lichen Besitze folgte. Der Verlust seines geistlichen Amtes brachte ihm 
keine materiellen Verlegenheiten bei, weil er ein ziemliches Vermögen 
besaß. 

Auf dem Landtage vom 12. April 1584 wurde er mit einem welt- 
lichen Amte betraut — er wurde nämlich zum »Assessor tabulae banalis« 
gewählt und er ist auch einige Male in die Gelegenheit gekommen, seines 
Amtes zu walten (so 16. Aug., 16. Sept. d. J.). Nach dem Tode Mo- 
nozlojs (3. Nov. 1584) bestieg den Stuhl der Agramer Bischöfe sein 
Freund Peter Heressinczi (3. März 1585) und schon in demselben Jahre 
finden wk ihn als Pfarrer von Warasdin, wo er mit zwei Literaten zu- 
sammenkam, d. h. mit dem Übersetzer Verböczis Tripartitum Ivanus 



Beiträge zur historischen serbokroatischen Dialektologie. ;{7 1 

Pergossich und mit Blasius Skrinyarich (Skrinjaric?) ^). Von den Be- 
ziehungen Vramecs zu Pergosid ist nichts bekannt, aber desto mehr von 
jenen mit Skrinyarich, und dieser letztere stand zu ihm im Verhältnis 
seines Lehrers. Neben dem Amt als Pfarr.er von Warasdin verrichtete 
er auch weiterhin das Amt des Assessors und au seiner Seite finden wir 
auch seinen Freund Blasius literatus Skrinyarich betraut mit demselben 
Amte eines Assessors. Zur gleichen Zeit befaßte sich Vramec auch 
weiterhin mit literarischen Arbeiten, u. zw. es entstand und erschien im 
Druck zu dieser Zeit in Varazdin seine »Postilla na vsze leto po nedelne 
dni vezda znouich szpraulena sloueuszkim iezikom« in zwei Teilen beim 
Buchdrucker seiner Kronika, der sich inzwischen in Warasdin nieder- 
gelassen hatte. 

Der Buchdnicker Manlius, verbannt aus Lubljana, übersiedelte im 
J. 15S5 nach Warasdin, wo er die Werke Skrinyarichs (De agno paschali 
autore — ), Pergosics (Praefationes et epistolae desiderii Erasmi Rotter- 
dami) und Vramecs (Postilla) im Druck herausgab. 

Im lateinischen Vorworte zu seiner Postilla erklärt Vramec selber 
die Absicht, welche ihn beim Verfassen dieses Werkes geführt hat — • d. b. 
ad obfirmandos contra haereses (vgl. S. XXXIII) ; aber auch mit dieser 
gegen die Reformation gerichteten Tendenz hat sein Buch keine große 
Zuneigung bei den Bekämpfern der Reformation finden können, sondern 
er hatte auch in den katholischen Reihen seine Gegner, welche die Volks- 
sprache überhaupt perhorreszierten ; diese haben auch Vramec sein Ende 
verbittert, als er anfing zu kränkeln. Einer seiner besten Freunde war 
der schon erwähnte Skryniarich, welcher dem kränkelnden Vramec sein 
Werk »De agno paschali« widmete. Zu der Zeit (15. März 1587) war 
Vramec noch am Leben, doch vor dem 4. Februar 1588 ist er schon ver- 
schieden, man sagt nämlich in einem Gerichtsprotokolle der Stadt Wa- 
rasdin unter dem 4. U. 15SS von ihm . . . condam Antonii Wramech, 
plebani apud domum Stephani Czene habitam . . . und Prof. Klaic zieht 
daraus die Folgerung, daß er noch am Ende des J. 1587 gestorben war. 

Bis jetzt hat man geglaubt, daß zwei Ausgaben der Kronika vor- 
handen waren, u. zw. daß das Exemplar der Agramer Universitäts- 
bibliothek den einzigen Rest der ersten, und jenes der Lycealbibliothek 



1) Die Familie Skrinjaric lebte noch in der ersten Hälfte des XIX. Jahrh. 
in Warasdin. Ich selbst kannte als Kind einen Lokalliteraten Skrinjaric vor 
dem J. 1848. jr j 

24* 



372 Franjo Fancev, 

in Laibach der zweiten Ausgabe bildet. Prof. Klaic hat jetzt diese An- 
nahme als unrichtig zurückgewiesen. Es existiert nämlich nur eine Aus- 
gabe (aus dem J. 1578) mit der schon oben erwähnten Variante bezüglich 
der Stadt Agram; das »vezda znovich zpravliena« wird mit dem »nunc 
recens edita« erklärt, womit man überhaupt »izdanje neke nove knjige« 
ankündigte. Daß in einer und derselben Ausgabe eines Werkes solche 
Abweichungen vorkommen können, hat Dr. Kadlec für Pergosic nach- 
gewiesen, von welchem Zwillingsausgaben wirklich herausgegeben wor- 
den sind, und vor einigen Tagen hat man auch eine Abweichung des 
Titelblattes der Evangeliomi Petretics der einen und derselben Ausgabe 
festgesetzt; nach Hrv. Bibliografija von Kukuljevic waren bis jetzt nur: 
»Sveti Evangeliomi, koterimi sveta cirkva zagrebecka slovenska« . . . 
bekannt; mehrere Exemplare der Agramer Universitätsbibliothek tragen 
den Titel »koterimi sveta cirkva katolicka slovenska . . .«, und nur ein 
Exemplar führt den oben erwähnten Titel. 

Was die Quelle der Kronika Vramecs anbelangt, so hat Prof. Klaic 
die Behauptung Mart. Hajnals, Vramec habe aus einer ungarischen 
Chronik geschöpft, widerlegt und bestimmt, daß die Vramecsche Kronika 
von der einzigen bis zu jener Zeit erschienenen ungarischen Chronik von 
Szekely Istvan grundverschieden ist (vgl. S.XLIV). Bei der Yergleichung 
der Vramecschen Kronika auch mit den übrigen zugänglichen Chroniken 
(so von Carion, Melanchthon, Sleidan) konnte Prof. Klaid keine Verwandt- 
schaft finden, weil Vramec besonders bezüglich der slavischen und be- 
sonders der kroatischen und ungarischen Geschichte ziemlich selbständig 
auftritt. Daß Vramec doch irgend welche andere Chroniken benützt hat, 
wird man nicht bestreiten. Die Kronika Vramecs endet mit dem J. 157S. 

Es wurde schon erwähnt, daß von seiner Kronika nur zwei Exem- 
plare erhalten sind, und hier sei es noch erwähnt, daß von dei* Postilla 
5 Exemplare übrig geblieben sind, aber kein einziges davon ist vollstän- 
dig erhalten. 

Die Ausgabe der Ki'onika umfaßt 64 Seiten. Zu loben ist die treue 
Wiedergabe des Textes. Wir müssen dem Prof. Klaic dafür sehr dank- 
bar sein, da er eine große Lücke in unserer ältesten literarischen Ge- 
schichte mit dieser Studie ausgefüllt und eine Persönlichkeit der kajka- 
vischen Literatur schön beleuchtet hat. 

Es wäre wünschenswert gewesen, bei der Ausgabe dieses Werkes 
die Untersuchungen auf eine breitere Basis zu stellen und sich nicht nur 
.auf literar-historische Angaben zu beschränken, sondern gleichzeitig das 



Beiträge zur historischen serbokroatischen Dialektologie. 373 

Werk auch philologisch zu behandeln, und dadurch würde ein vollkom- 
meneres Bild von Vramec erreicht worden sein. Ein so kombiniertes 
Werk über die literar-historische und zugleich über die philologische 
Seite finden Avir in der neuen Ausgabe des Dekretoms Pergosics, von 
welcher gleich unten die Rede sein wird. 

Cxe^aiia Bepöeunja TpiinapTiiTyM. [Tripartitum opus Juris con- 
stcetudi?iarn regni Himgariae.) CJOBencKH npenoA HuaHa IlepromHha 
H3 TOA- 1574. Hsjao ^-p Kap.io Ka^Jeu. C oßjamiLeiLeM Ilepromiihena 
jesHKa OA Ä-pa i). üojHBKe (erschienen in SöopnHK 3a ncTopiijy, jeanK 
II KiLiiyKBBHOCT cpncKora iiapo;ia. IIpBO OAebeite. KiLiira V., heraus- 
gegeben von der kgl. serbischen Akademie. Belgrad 1909. 

Der Textausgabe selbst gehen 7 Kapitel voran ; in den ersten 
bespricht Dr. Kadlec I) die neueste Literatur über das Tripartitum opus 
überhaupt, II) das Verhältnis der kroatischen Übersetzung zum lateini- 
schen Originale, lUj das Verhältnis zur ungarischen Übersetzung, IV) die 
ei'haltenen Exemplare der kroatischen Übersetzung, V) die Terminologie 
Pergosics und VI) die Art der neuen Ausgabe selbst. Im VII. Kapitel 
folgt die eingehende Studie von Dr. Polivka über die Sprache Pergosics. 

Zuerst müssen wir eine Lücke in der Ausgabe konstatieren, d. h. das 
vollkommene Fehlen jeglicher Nachricht über die Persönlichkeit Per- 
gosics selbst; diese Lücke fühlt man um so unangenehmer, weil erst bei 
näherer Kenntnis seines Ursprungs man auch über seine Sprache würde 
richtiger urteilen können. Von seiner Persönlichkeit wissen wir bis jetzt 
noch gar nichts, und es wäre vielleicht nicht unmöglich, doch etwas Licht 
in diese offene Frage zu bringen. In seinen »Praefationes et epistolae 
Desiderii Erasmi Rotterdam . . .« nennt er sich >sedis hujus judicariae 
et Varasd. civitatis notarius« — also seine Bildung war eine juridische. 
In dem Gerichtsprotokolle der Stadt Warasdin aus dem J. 1588 (4.Feber) 
wird unter anderen Anwesenden auch Joannes literatus Pergosych er- 
wähnt und in Warasdin könnte man vielleicht noch mehreres finden. 

Man hält ihn für einen Anhänger der Reformation (Klaic in der 
Ausgabe der Kronika Vramecs S. XXX und Kadlec : Verböczyovo Tri- 
partitum S. 98). 

Über sein Dekretom sagt Pergosic selber »koteroga ie Verbewczi 
Istvan diachki popiszal ... na szlouienßki iezik obernien« und im Epilog 
(S. 223) wendet er sich an lectorem bonum und sagt: »Neghde ter 
neghde naides Tituluffe okraachene, poimene v oneh poßleh koterih nie 
bilo potriebno . . . preobrachati, wkomßam v nekih malih meßteh Veres 



374 Franjo Fancev, 

Balafa . . . naßledoual . . . « Trotz alledem hat man bei uns nur immer 
von einer Übersetzung aus dem Lateinischen gesprochen und niemand 
hat auf diese Stelle aufmerksam gemacht. Der erste, der diese Unrichtig- 
keit beseitigte, war Kadlec in seinem Verböcz. Tripartitum S. 102, dann 
Mart. Hajnal in Nastav. vijesnik (Zagreb 1 907) S. 32 1. Noch eingehender 
als Hajnal hat jetzt Kadlec in der neuen Ausgabe Pergosics im II. und 
lU. Kapitel seiner Studie die Vergleichung aller drei Fassungen, d. h. der 
lateinischen, ungarischen und kroatischen, durchgeführt. Nach ihm steht 
die Übersetzung Pergosics gegenüber dem lat. Originale ziemlich frei. 
»Doöli smo do uverenja, da je Pergosicev prevod, na mnogim mestima, 
samo dosta slobodna prerada latinskog originala« (S.IX). Hie und da läßt 
er manches aus oder er verkürzte einige Stellen oder er änderte die 
Reihenfolge und stellenweise tibersetzte er auch ganz falsch. Gleich an- 
fangs hat er nicht den ganzen Prolog Verböczis übersetzt, sondern er 
ließ die ersten 1 3 Tituli aus und übersetzte nur den XIV — XVI und auch 
in diesen nicht alles und nicht in derselben Ordnung des Originals. Veres 
läßt dagegen den Prolog ganz aus (S. XIX). Im ersten Kapitel des ersten 
Teiles des Tripartitums übersetzte er nicht nach Verböczi, sondern nach 
Veres . . . (vgl. S. X ff.). 

Als Beispiel der umichtigen Übersetzung führt Kadlec unter an- 
deren den Titulus XXXIV an : das lat. Quid literae statutoriae donatio- 
num cum declaratione et quid sine declaratione valeant übersetzt er mit: 
Kakou hasan imaju donacije, koje vunutar v imienje vpeljanja listieh pre- 
tomace i kakovu hasan imaju, ako ih ne pretomace ? Nach Kadlec sollte 
diese Stelle lauten: Kakovu hasan imaju listove v imienje vpelanja, koji 
donaciju pretomace, i kakovu hasan imaju, ako je ne pretumace 
(S. xin f.) . . . 

Im Kap. IV bespricht Kadlec die formale Seite des Dekretoms. In 
der Widmung an den Grafen Juraj Zrinjski sagt Pergosic selber: po 
opomeny nekih dobrih liuudi koiße fzuoie domouine pochteniu i dobru 
ghlaßu raduiu, prieh ta mal truud; das Werk wurde in Nedelisce von 
Rudolf Hof halter gedruckt, welcher auf das Ersuchen Juraj Zr inj skis 
nach Nedelisce kam; dieser Buchdrucker gehörte der Druckerfamilie 
Hofhalter aus Debreczen an, von welcher auch Raphael stammte, bei 
dem die ungarische Übersetzung Veres's 1565 erschien. Von den ge- 
druckten Exemplaren des Dekretom sind auf uns nur 5 gekommen — 
aus dem Grunde hauptsächlich, weil auch dieses Buch von den Gegnern 
der Reformation vernichtet wurde, wie auch die von Vramec, umsomehr, 



Beiträge zur historischen serbokroatischen Dialektologie. 375 

da CS in einer protestantischen Druckerei erschienen war. Trotzdem 
erfahren wir jetzt aus den Gerichtsprotokollen von Krapina, wie dieses 
Buch als ein sehr willkommenes galt ; so lesen wir auf zwei Stellen die 
lierufuug auf dasselbe, S. 42 a: za sto tera sywe orzagh y w decretome 
tako ztoy . . . dann .')5a: zwdecz . . . nemore poterdbe aly lyztha ye- 
maty po zwoym imenom, kako y w decretome thako ztoy . . . Von diesen 
5 Exemplaren befinden sich 4 in Budapest ( 1 in der üuiv.-IJibl. und 3 in 
der Musealbibl.) und l in der Universitätsbibliothek zu Agram. 

Eine Neueruug ist die Feststellung Kadlecs, daß vom Dekretom 
zwei Redaktionen einer und derselben Ausgabe vorhanden sind (S.XXIX), 
die erste soll mehr eine stokavische und die zweite mehr eine kajkavische 
Redaktion sein ; diese Behauptung muß man aber nur im großen und 
ganzen nehmen, da in diesen zwei Redaktionen wieder die stokavische 
stellenweise mehr das kajkavische Gepräge und die kajkavische das 
stokavische aufweist. Als Repräsentant der einen Redaktion ist das 
Exemplar der Universitätsbibliothek zu Budapest, der zweiten das zu 
Agram, das dritte von den gut erhalteneu Exemplaren, welches sich in 
der Musealbibl. befindet, steht zwischen den genannten zweien; bis zum 
Tit. 39 des I. Teiles geht es mit dem Budapester und weiter mit dem 
Agramer Exemplar; die anderen zwei Exemplare der Musealbibliothek, 
welche beide defekt sind, gehen das eine mit dem Budapester, das andere 
mit dem Agramer Exemplar parallel. Die Kadlecsche Ausgabe ist nach 
dem Exemplar der Budapester Universitätsbibliothek, mit den Varianten 
aus dem Agramer Exemplar hergestellt. 

Daß sozusagen drei verschiedene Redaktionen dieses Werkes vor- 
liegen, erklärt Kadlec damit, daß man das absichtlich getan hat, um eiue 
mehr kajkavische und eine mehr stokavische Auflage zu haben, doch 
diese Absicht sei nicht konsequent durchgeführt worden. 

Im V. Kap. bespricht Kadlec die Terminologie Pergosics und tritt 
hier von seiner in Verbocr. Tripart. S. 100 gemachten Behauptung, Per- 
gosic habe die bei ihm vorkommenden Magyarismen der magyarischen 
Vorlage entnommen, etwas zurück, doch nicht für alle Fälle. Da wir im 
Laufe dieser Beiträge zur eingehenden Behandlung der fremdsprachigen 
Entlehnungen kommen werden, so werden wir dort trachten, darüber 
nachzuforschen, was als wirklich von Pergosic entlehnt gelten kann und 
was schon gemeines Gut im Kajkavischen war. Doch schon hier können 
wir sagen, daß den größten Teil der Fremdwörter bei Pergosic auch 
Vramec und die Gerichtsprotokolle von Krapina gekannt haben. 



376 Franjo Fancev, 

Die Sprache. 

Lautlehre. Alle Laute Averden wir nicht besprechen, es ist dies 
auch nicht notwendig, sondern wir wollen nur die charakteristischsten 
Merkmale heraussuchen. Dazu sind jedenfalls zurechnen: die Reflexe 
des serbokroatischen Halbvokals, des Nasalen ;r, des Sonanten l und des 
% ; von den Konsonanten hauptsächlich die Entwicklung der primären 
Gruppen d ■\- J und t -\-j. 

Halbvokale. Die Halbvokale, welche in der serbokroat. Sprache 
zuerst zu einem Laute geworden sind und sich weiter entweder zu einem 
e-Laute oder zu einem a-Laute entwickelt haben, oder sogar als ein ö- 
Laut geblieben sind, gehen in den kajkavischen Dialekten der Regel 
nach in ein e über. Doch damit wird nicht gesagt, daß das e ausschließ- 
lich als Reflex im Kajkavischen herrscht, es kommt auch hie und da seit 
den ältesten Zeiten ein a vor, in den einzelnen Wörtern fast schon auf 
dem ganzen kajkav. Gebiete, und in den Grenzdialekten kommt es auch 
sonst vor. In den älteren Zeiten war es natürlich einfacher als heutzu- 
tage und das e als Reflex auch ausschließlicher. 

Dieser Regel der Entwicklung des Halbvokals im Kajkavischen 
widerspricht entschieden die Sprache Pergosics. Man kann nicht so leicht 
sagen »U Pergosicevu jeziku pojavluju se mnogi tragovi stokavstine po- 
mesani sa medumurskim dijalektom« (S. LVUI). Der Stand des heutigen 
Kajkavischen auf der Murinsel spricht dagegen ; umsomehr spricht die äl- 
tere Sprache der Murinsel dagegen, wie es die später folgenden Beispiele 
bekräftigen sollen. Die Häufigkeit des a in der Sprache Pergosics ist so 
groß, daß wir sie mit dem Hinweis auf die Beeinflussung seitens des 
Stokavischen als erklärt betrachten könnten; wir müssen dennoch die 
Ursache dieser Erscheinung anderswo suchen und sie könnte mit der 
Herkunft Pergosics verknüpft sein, wenn nicht in der Tendenz des Wer- 
kes selbst liegen. 

Aus derselben Zeit haben wir eine Urkunde aus Nedelisc'e (Acta 
Croat. S. 293 — 294), in welcher kein o, sondern nur ein e vorkommt, in 
einer anderen Urkunde aus der Murinsel (Act. Cr. S. 306 — 307) kommt 
neben einem e auch ein a vor in kada^ tada^ chaztij^ possal^ tha (t'k) ; 
in einer Urkunde aus Legrad (ebenda S. 310) kommt ein a nur in tha 
(tTi) vor, sonst nur e. Aus der Umgebung von Warasdin aus derselben 
Zeit kennt eine Urkunde aus Petrusevec (Act. Croat. S. 289 — 290) ein 
a in dem (neben dyen)^ sonst nur e. Vgl. noch die Urkunden im Act. 



Beiträge zur hiBtorischen serbokroatischen Dialektologie. :{77 

Croat. S. 300—301. 28S. 29o— 2!)1, wo e regelmäßiger Reflex ist und 
S. 308 — 310, und 311, wo das a dem e vorgezogen ist. 

Bei Vramec kommt neben dem regelraäliigen c auch hie und da ein 
a vor, u. zw. äußerst selten, beschränkt nur auf einige Wörter. Auch 
sonst braucht uns dies bei ihm nicht zu wundern, nachdem wir wissen, 
daß er zwar in einer echtkajkavischen Gegend geboren wurde, aber doch 
eine Zeit in Rom war, wo er mit den Kroaten aller Dialekte gewiß in 
Berührung stand, und dort waren wohl auch die Vertreter der Aussprache 
des a zugegen; weiter wissen wir, daß er lange Zeit in Zagreb lebte — 
und schon damals war Zagreb das Zentrum des öffentlichen Lebens ganz 
Kroatiens. Trotzdem ist der Gebrauch des a bei ihm äußerst selten, wie 
z.'Q.Kron. zedam^. \3.zq/'gan6 {neben szefg an 8. 1 1). chaztGd. da?iQO. 
Und in seiner Postilla, die verhältnismäßig so umfangreich ist, und welche 
während seines Aufenthalts in Warasdin zustande kam, ist das a äußerst 
selten; es kommt nur in chazt I. lila. 112b. 118a. 225a usw.; dan 
I. 105b. 131b. 122a. 22Sb. daa?i 1. 201 a. U. 1 a.. f/aam 11. 7Ga (doch 
viel häufiger den-deen)\ lasacz I. 216b. läse I, 138b. 216b. laasil. 
10a. lasuchi I. 188b. 11. 105b (aber auch: i ischeie liest 11. 2b): 
lahko n. 60b. lese ter lagle I. 69b, dann 128b. 211b. 218. a (aber 
auch legle I. 196b. 224b. II. 4b). j^ofzalfztuo IV. 118a. 131a (auch 
pozelztuo I. 9 b). 

Die Gerichtsprotokolle von Krapina (aufbewahrt in der Agramer Uni- 
versitätsbibliothek, angefangen mit dem J. 1574 bis 1675 in 3 Bänden 
unter der Signatur SM 31. C. 3.) kennen diesbezüglich — man kann sagen 
— fast ausschließlich ein e [ije in dijen S. 52 a) ; das a ist besonders 
selten und es kommt nur in folgenden Beispielen vor : doklam zam sijio 
7 a. nijzam wezthoivijtha 54 a. ij Philip) nij'e zijn da 15 dan prijze- 
seta, na drwgij 15 dan 54 a. na 15 dan za nije 54 b. thako na drw~ 
gJiiJ 15 dan da ze platij dicgh 54 b. po 6 7iowacz 56a. terije pochel 
po 1 noioacz oddaioaUj 56 a. gornij ziodacz 64 b. moij otacz 64 a. 
poleg nijegowoga zwedochaztwa 51b. 52b. Von vielen Fällen des e 
führen wir nur einige an: den 3 a (oft) 4 a. 9a... 40 a. 42b. 50b usw. 
zneha bh. presezno 28a. pomeiikanija 18a. denesnij den 9a. de- 
nezka 50b. menije 51a. 44b. denez 44b; te (tt^) 3a. 4a ... 43a. 
51b. owe (OKTk) 50b. preze 44b. ze 48a. prede wzom ohchijnom 4a 
usw.; das sekundäre e in: zem (i€CMb) 4a. 37a. 42a . . . nezem 44a. 
rekel 41b. ozem 3 a usw. 

In den Urkunden, die sich auf das kajkavische Gebiet beziehen, 



1 



378 Franjo Fancev, 

begegnet man in den Orts- und Personennamen seit den ältesten Zeiten 
bis in das XVI. Jahrhundert nur einem e (oder nach der ungarischen 
Sehreibweise seinem Reflexe), z.B.: Nova wez MZ. 1.343 (1392). Lepa 
wez MZ. I. 321 (1468). Ztaraweez Vj. Vni. 126 (1560). Materinawez 
Vj. Vm. 134 (1564). HO, 115 (1555, 1557); Clanecz MZ. X. 233. 
3Iikecz Vj. I. 91. 92 (1436) neben MikacJi Vj. I. 90, 91 (Budae 1412). 
Lescoues ME.Z. I. 14 (1201). Gradec ebda, tergowecz MZ. VIII. 201 
usw. Ztezycza MZ. VIU. 15. 20 {zivdecz, sodecz) MZ. VIU. 184. 206 
usw. ; auch die Urkunden aus Turopolje kennen als Reflex des Halb- 
vokals ausschließlich ein e; die Beispiele, welche vorliegen, beziehen 
sich nur auf die Suffixsilbe, z. B. : Wenecz^ Logauech I. 7. Mykech I. 
52 [Mykch 53). Gradecz I. 280. Podrawecz 11.405. Nowozelecz III. 
307; toeznycza III. 522. melynysche 11. 37. III. 149, 345; dann kommt 
ein a in MracJdmacz UI. 45. 63. Ozal (neben Ozel) III. Keinem Reflex 
begegnet man m pazthork III. 559 (auch MZ. IX. 312); bei Vramec im 
Beispiele : doklem ie fial (cTvCdAT^) materme perszi ili mleko Post. U. 
9 a ist das a etymologisch. 

Das aus dem Halbvokal entwickelte lange e wurde derselben Ent- 
wicklung wie das lange e, welches dem akslav. 'S entspricht, unter- 
worfen; deswegen auf dem Gebiete, wo der Reflex des langen 'S einen 
■/-Vorschlag in der Aussprache bekommt, mußte auch der lange Reflex 
des Halbvokals denselben Vorschlag haben; so erwarten wir, daß in den 
Sprachquellen, welche auch in der Schrift diesen Vorschlag beim 'S zum 
Ausdruck bringen, dies auch beim langen e für den Halbvokal geschehen 
wird, und tatsächlich geschieht es, wie folgende Beispiele zeigen: 

Vramec: Post. I. dien 2a. 7b. 9a. U. 48a. vu chiezti 10b. i ako 
sto nih znauuka i schiezti pita 15a [da zrok zuoie cUezti . . . 15a. 
V cJiezti 15a). zesiedsi 84b. posiedsi I. 123a. posieztek I. 123a {ter), 
liest JI. 2b. dyen A.Gy. 290. Krap. 52 a. 

Aus allem dem ersieht man, daß auf dem ganzen kajkavischen Ge- 
biete immer nur ein e [ye] als Reflex des Halbvokals üblich war, und das 
a außer Pergosic tiberall nur als eine Seltenheit vorkommt. Welches von 
den beiden (d. h. a und e) dem Dialekte Pergosics eigen war, ist bei der 
bisherigen Unkenntnis über seine Abkunft und nähere Heimat nicht 
möglich zu beantworten. 

Reflex des 'S. Was die Aussprache dieses slav. Vokals auf dem 
serboki'oatischen Gebiete anbelangt, sind hauptsächlich zwei Zonen zu 
unterscheiden, eine östliche (anschließend an das Bulgarische) mit der 



Beiträge zur hiBtorischen serbokroatischen Dialektologie. ;{79 

breiten uud eine andere (westliche) mit der engen Aussprache. Das Kaj- 
kavische gehört seit den ältesten Zeiten der Zone mit der engen Aus- 
sprache an, also der Rellex des 'S wird als ein enges e (einmal mit einem 
'-Vorschlag, also 't, das andere Mal mit einem '-Nachschlag, also e') aus- 
gesprochen. Dieser Lautwert kommt auch auf dem kajkavischen Gebiete 
in der Graphik unserer Sprachquellen zum Ausdruck. 

In der Sprache Pergosics kommen als ReHexe des 'k-Lautes die 
Laute, welche in der Graphik mit folgenden Zeichen zum Ausdruck ge- 
bracht worden sind : e^ ee, xje^ ie und y. Mit den ersten 4 Zeichen könn- 
ten wir uns auch auf dem kajkavischen Boden leicht versöhnen, und sie 
als die inkonsequente Reproduktion eines engen, mit einem '-Vorschlag 
gesprochenen e, wie es ungefähr auch heutzutage gesprochen wird (vgl. 
Zbornik z. n. z. i o. L 46); darin würde auch die Graphik Vramecs mit 
jener Pergosics stimmen. Somit wüi'de auch die Frage Poli'vkas »koji od 
tih oblika (nämlich mit e und mit ie) pripadase Pergosicevu dijalektu, 
tesko moze da se resi« (S. LXIV) fallen, da die beiden gut der wii-k- 
lichen Aussprache entsprechen könnten, was wir auch wohl berechtigt 
sind für Vramec und andere Sprachquellen anzunehmen. Die Sprache 
Vramecs und der Gerichtsprotokolle von Krapina stand, das können wir 
wirklich behaupten, unter keinem Einflüsse des Stokavischen oder des 
Cakavischen und man begegnet bei Vramec gang und gäbe einem ie nebst 
e uud ee, seltener in den Gerichtsprotokollen. Auch die anderen Urkun- 
den, welche sonst mit der Sprache Vramecs parallel gehen, zeigen die- 
selben Reflexe e, ie (e), so können wir nicht sagen, daß sich Vramec oder 
die Schreiber der Urkunden nur an dieser Stelle durch das Stokavische 
beeinflussen ließen und sonst nicht, sondern wir werden lieber annehmen, 
daß alle diese Reflexe (wenigstens außer i) das Trachten einer inkonse- 
quenten aber treuen Wiedergabe des gesprochenen Lautes illustrieren. 
Auf Pergosic dürfen wir diese Behauptung nicht beziehen u. zw. nicht 
so sehr wegen des ie, welches wirklich auch von den Kaj-Sprechern ge- 
sprochen wird, als vielmehr aus anderen Gründen, welche ihm den Platz 
eines Kaj-Sprechers aus der Murinsel oder aus Warasdin und Umgebung 
streitig machen, und das sind neben dem besonders häufigen a das voll- 
ständige Fehlen des o für den Nasalen 7h (mit nur einer Ausnahme) und 
für den Sonanten / (ausgenommen tomachiti neben tumachiti), dann 
kein J neben d. 

Um das Verhältnis zwischen e und ie^ und i zu veranschaulichen, 
wollen wir hier einige Beispiele anführen: Vramec Post. I. ie; diete 18b 



380 Franjo Fancev, 

[deete 15b). tiele Ib. 3a . . . [v telie moiem I. 6b). zuieta ouoga 2a 
(oft). 3a. b. 4a. 6b. 7b . . . griehe 2b. 9a. griesen 2b. vrieme 18a. 
riech 3 a. 71b. diel 7 a. na hrisnom drieve 10 a. nekoliko iezerie liet 
bil 81 a . . . 07iie7n 7 sl. od vszieh 23 b. szediese 73 a usw. Krön, liejjy 
14, ovoga suieta 3. 64. diel 55. zlovenieh 24. 60 . . . po trieh mesze- 
czeh 1 7 usw. Es scheint ein Unterschied in der Häufigkeit der Anwen- 
dung des ie gegenüber dem e in der Postilla und in der Kronika obzu- 
walten. Während das ie in der Post, häufig genug vorkommt, ist dies 
nicht der Fall in der Kronika, wo man ihm viel seltener begegnet. Ist 
das nur ein Zufall oder hat es einen realen Hintergrund, das ist schwer 
zu sagen, wie auch, ob das ie überhaupt dem stokavischen Einflüsse zu 
danken sei; wir sind vielmehr geneigt, hier die Wiedergabe der wirklich 
üblichen Aussprache in einigen Gegenden des kajkavischen Gebietes zu 
sehen und die Aussprache mit ie ist vielleicht mehr in der Umgebung von 
Warasdin, wo die Postilla zustande kam, als in den Gegenden, wo er 
seine Kronika verfaßt hat, üblich gewesen. 

Wie die Gerichtsprotokolle von Krapina beim Halbvokale haupt- 
sächlich nur einen Reflex kennen, so ist es auch hier. Der regelmäßige 
Reflex des 'K in den langen wie auch in den kurzen Silben ist ein e ; die 
Ausnahmen — mit einem ije — sind auch hier selten u. zw. beschränkt 
auf die langen Silben, Es ist nicht notwendig, solche Fälle als die Be- 
einflussung seitens des §tokavischen anzusehen, sondern es genügt, die 
heutige dort übliche Aussprache zu Rate zu ziehen, welche Aussprache 
von der damaligen gewiß nicht sehr verschieden sein wird. Dem iJe be- 
gegnet man in folgenden Beispielen : nij'ema 43 a. 44b. 47b. 64a. dij'el 
46b, 48a. dijela 45a. b. 47b (bis). 48a (oft), dijelom 48a. 52a. arijezt 
ihomu 24. lijeth 50b (aber od koliko leth 50 b). nije (h'K) 49 b. nije- 
zem 52 a. Man könnte aber in diesen Fällen die Beeinflussung seitens 
der Schreibweise Pergosics sehen, wenn auch die Umgebung von Krapina 
heutzutage nur solche Aussprache kennt. 

In anderen Urkunden kommt ein ye in den Beispielen : Acta Croat. 
dijel 290. nije 300. niezw 307; zlohodye 300; Lyele M,Z.VI. 184. 185 
(1522), >S'nec%c/i ebda 468. myewye M,T. IH. 301.339. Wyednych- 
TVyed?nych (neben TVid?iich und Wednych) M.T. UI. 5. 

Abgesehen vom häufigen Auftreten des i bei Pergosic (vgl. S. LXXV — 
LXXVI) kommt ein i in unseren Quellen noch in den Beispielen vor: 
Vramec Post.I. zlichil {zurachil ili...) 2a, tiraiu 101b (bis), potiraiu 
169a, 176a; vu ognenih ieziczih IL 10b. Turczi vzefse ozteruiczu 



Beiträge znr historischen serbokroatischen Dialektologie. 381 

V Lyrzy Krön. 54. na oztroi Luhj 51 ; tcioika tijraij Krap. .")1 a. /;//- 
7iez (G. pl.) ebda 48 b; zijno/cosstj, zynokossa^ zi/nokosswm^ zytiokosaw 
(bis) A.Cr. 28G i). Ztypana ebda 2 SS. pineze (bis) 30(). Dydichi M.Z. I. 
4!) (1273). BrizouicJta ebda S3 (1311), Sryclia M.Z. IX. 7G (1394). 
Ztipkouich M.Z. U. 158 (1438); hrizth M.T. I. 22S (XV. Jahrb., auch 
brezth S. 228). Bili, Byhj II. 333, 334, 335. 337 (XVI. Jahrb., auch 
Behj). ByJych, Byhjchych ebda 463. 469. Mijdynyrh 431 (neben Me- 
dynych 379), Pynezych M.T. III. 107. 120. 192 (daneben auch Pewj- 
zyc/i), W^erhryka III. 436, 548, 551 (neben Wcrhreka). 

Wie mau daraus ersehen kann, begegnet man einem ie (einem / nur 
bei Pergoöic) neben dem e häufig genug überall im XVI. Jahrb. : wir 
haben auch gesagt, daß ie nicht auf die Beeinflussung des Stokavischen 
zurückgeführt werden muß, sondern es wurde wahrscheinlich — wie es 
heutzutage wirklich wird — auch von den Kaj-Sprechern gesprochen. 

Die umfangreicheren Quellen des Kajkavischen beginnen leider erst 
mit dem XVI. Jahrb., und was die früheren Zeiten anbelangt, sind wir 
auf die einzelnen in den Urkunden zerstreuten Wörter angewiesen. Doch 
das Material, welches uns die Urkunden diesbezüglich geben könnten, 
wäre nicht gering, wenn sich in ihnen immer die wirkliche Aussprache 
wiederspiegeln möchte, aber wir wissen, daß die Schreiber (gewöhnlich 
nicht die Einheimischen) sehr gerne an den älteren Formen (besonders ist 
es zu berücksichtigen beim Nasalen q) festhielten. Deswegen sind auch die 
Urkunden bezüglich des Reflexes des 'S nicht reich an Verschiedenheiten, 
sondern durch Jahrhunderte zieht sich immer ein e und in wenigen schon 
erwähnten Fällen taucht hie und da ein ie oder ein / auf. Die Aussprache 
dieses e ist im Kajkavischen eine enge, doch die Graphik hat kein be- 
sonderes Zeichen für solches enges e zum Unterschiede von einem offenen 
e eingefühi't; nur in einem Beispiele wollte man diese enge Aussprache 
des t durch a u. zw. im Beispiele Rceka M.E.Z. I. S. 3 aus dem J. 1163 
(neben Belypotok ebda S. 124. Belahlata S. 9. Belee S. 4. Ded potok 
S. 18. Drenee 20 usw.) wiedergeben. 

(Fortsetzung folgt.) 

1) Vielleicht mehr in der Umgebung von Warasdin, wo die Postilla zu- 
stande kam, als in den Gegenden, wo er seine Kronika verfaßt bat, üblich 
gewesen. Noch jetzt spricht man in der Warasdiner Gegend ausschließlich 
. tirati, si?}nkosa. 



3S2 



Nochmals Klagenfurt -Celovec. 



Nach der Besprechung dieser toponomastischen Frage seitens der 
Herren Scheinigg und Lessiak (Archiv für slav. Phil. XXVII, 146 ff. und 
412 ff.) möchte ich doch noch einmal das Wort ergreifen und für Cve- 
louc = Stvolovtc eine Lanze brechen. Ich tue das mit dem Versprechen, 
daß es meinerseits, solange keine neuen Beweismomente vorgebracht 
werden können, wohl das Schlußwort sein soll. 

Ohne freilich damit etwa die Richtigkeit der bisherigen von anderen 
Forschern aufgestellten Erklärungen des deutschen Namens Klagenfurt 
anzuerkennen, muß ich ganz offen zugeben, daß die von mir (Arch. f. sl. 
Ph. XXVI, 637) versuchte Deutung, die den Zweck verfolgte, der an- 
scheinend etwas voreingenommenen und leichtfertigen, in der Tat aber 
ziemlich durchdachten Erklärung des slovenischen Namens Celovec vor- 
zuarbeiten und den Weg zu ebnen, — zu voreilig war; ja ich will 
gern gestehen, daß ich mit meinem »Klagenfurt = G'laggenword« einen 
»Schnitzer« begangen habe, aber die Deutung von Celovec als Kalm- 
pflanzengebüsch möchte ich dabei doch nicht leichten Sinnes aufgeben, 
da mir der Glaube an die Richtigkeit derselben durch die oben angeführ- 
ten Ausführungen der Herren Scheinigg und Lessiak nicht im mindesten 
erschüttert wurde und ich durchaus nicht zugeben kann, daß, wenn meine 
Ableitung des deutschen Ortsnamens nicht stichhaltig ist, mit ihr zu- 
gleich auch die gegebene Erklärung des slovenischen Celovec fallen 
müsse. — 

Da man sich meines Bedünkens bezüglich des deutschen Namens 
wohl kaum für die eine oder andere der bisherigen Deutungen wird ent- 
scheiden können, weder für Claudenfurtum resp. Claudi forum (Lazius), 
noch für Glanfurt (Megiser-Jaksch), was ja heutzutage ziemlich allgemein 
als überwunden betrachtet wird, weder für »Furt der Klage« = queri- 
moniae vadum (Abt Johannes von Victring-Baudouin), da diese Namen- 
gebung doch gar zu abstrakten Charakters wäre, noch für »Furt des Klago« 
= vadum queruli (Scheinigg), da ein Mannsname Klago überhaupt nicht 
nachweisbar ist, weder für »Furt der Klaga« = Furt des gespenstischen 
Trauerweibes (Lessiak), noch für »Gloginfurt« = Weißdornfurt vom 



Nochmals Klagenfurt-Celovec. 383 

slav. glog Crataegus (Pogatschnigg in der Grazer Tagespost vom 30. IV. 
1905, Nr. 110): — so müclito ieli, ohne selbst eine strikte Erklärung 
des Namens Klagenfurt geben zu wollen, nur darauf aufmerksam machen, 
daß wahrscheinlich der erste Bestandteil unseres Kompositums ursprüng- 
lich für sich schon den Ortsnamen dargestellt haben konnte uud daß der 
zweite Bestandteil »-fürt« als differenzierender sekundärer Zusatz ange- 
sehen werden dürfte, ähnlich wie wir z. B. neben einfachem Erlach auch 
Composita wie ErlachÄ(/(/, Erlachsk'vi, neben einfachem Franz auch ein 
FranzZ»t';-(7, Franz/>/^/v/, Franzdö)-/, Franz///a/ usw. haben. Oder sollen 
wir sagen, Furt sei in diesem Kompositum einfach verdeutschender Zu- 
satz des Namens Klagen, etwa wie Ponikvaschlucht, Ponorschlund, wo 
die beiden Bestandteile sich in der Bedeutung ziemlich nahe kommen, 
etwa wie in Sumpfmoor oder Moorsumpf, kaluza, mlakuza, skorlupa etc.? 

Zu dem Gedanken, > Klagen« als die ursprünglich selbständige Orts- 
bezeichnung anzunehmen, hat mich der Umstand veranlaßt, daß ich bei 
Hansizius außer dem gewöhnlichen Clagenjurt«m einmal auf pag. GS2 
auch die Variante Cl&gen burgum gefunden habe. Noch mehr wurde ich 
aber in meiner Vermutung bestärkt durch den weiteren Umstand, daß 
Sebastian Münster — der deutsche Strabo — in seiner Cosmographey, 
wenigstens in den Ausgaben, in die Einsicht zu nehmen ich Gelegenheit 
hatte, nur die Namensform ohne »-fürt« anwendet. In der Ausgabe 
vom Jahre 1544 schreibt er (pag. 651): »Streng Gericht zu Klugeti. Es 
ligt ein statt darin (sc. in Kärnten) mit namen Klagen, die hat ein ge- 
wonheit, die gar schwer ist den Dieben« etc. Daß jedoch damit nur 
Klagenfurt gemeint sein könne, liegt auf der Hand, denn wir haben in 
der zitierten Erwähnung der ortsüblichen Bestrafung der Diebe zweifellos 
einen Hinweis auf die bekannte drollige Fabel des Aeneas Silvius. 

"Wohlgemerkt: in den Ausgaben der Münsterschen Weltbeschrei- 
bung vom Jahre 1550 und 1578 steht sogar statt Klagen konsequent 
nur Kladen. Wenn wir nun dieser letzterwähnten Namensform einige 
Wichtigkeit beimessen wollten — und warum sollten wir dies nicht ? — 
so könnten wir mit Berufung auf den bekannten Lautwandel von tn^ tl 
zu kn^ kl und von dn, dl zu gn^ gl einfach annehmen, es sei Klagen 
aus Kladen entstanden und es sei dieser Name in der Bedeutung iden- 
tisch mit den cechischen Ortsnamen Kladen und Kladno (klada, Block). 
Als Beispiele des oben erwähnten Lautwandels führe ich an: knalo, 
Hackblock, aus tnalo, penklja, Masche, aus pentlja, Struggl (Lexer, 
Kämt. Wtb. 244) und Struckel (Schmeller U, 8lo), aus Stradel, slov. 



384 L. Pintar, 

stagelj, serb. stagalj (Tenne) aus ahd. stadal, slov. kangla aus Kandl 
(Kännel, demin. v. Kanne), gleto, Meißel, aus dleto, gnes, heute, aus 
dnes (denes), gnar, Geld, aus dnar (denar) usw. 

Unter klada verstehen wir eigentlich einen Baum, der gelegt wird 
(die Legde, Unterlage, das Geleger, der Lagerbalken), auf Moorgründen 
und sumpfigem Terrain sind es die sogenannten Knüttelbriicken oder 
mit Tacitus (Annal. I, 61) gesprochen »pontes et aggeres umido palu- 
dum et fallacibus campis impositi«-^ d. h. "Wegedielungen oder Bretter- 
decken über den sumpfigen Boden. Eine klada oder ein kladno (sc. po- 
moscenje) ist somit ein Knüppeldamm, ein mit Legebalken überbrückter 
Weg durch die sumpfige Ebene, angelegt, um das Einsinken der Räder 
und Gefährte in den Morast zu verhindern. Dieses Klad'n (Knütteldamm), 
meines Wissens leider nur durch den einzigen Gewährsmann Sebastian 
Münster in den späteren Ausgaben seiner Kosmographie verbürgt, wider- 
strebt durchaus nicht der Zusammensetzung mit Furt, im Gegenteil, es 
eignet sich so prächtig dazu, daß ich keinen Anstand nehmen möchte, 
die Vermutung auszusprechen, daß Klagenfurt in seinem ersten Bestand- 
teile slavisch ist und soviel bedeutet als Knütteldammfurt über die 
sumpfige Ebene. — 

Als ich die stark verbreitete Deutung, Klagenfurt sei soviel als 
Glanfurt, zurückzuweisen versuchte, stellte ich beiläufig auch eine Pich- 
lers Bemerkungen in der Zeitschrift d. Ver. für Volkskunde VII, 4 IS 
entnommene Behauptung auf, nämlich daß in der Regel bei den Furt- 
orten nicht der Name des betreffenden Flusses im Furt-Kompositum vor- 
komme. An dieser mit einiger Begründung vorgeführten Behauptung 
hat H. Scheinigg Anstoß genommen und gemeint, daß mir der Zufall 
einen bösen Streich gespielt habe. Nun, böse Streiche des Zufalls bleiben 
zwar den Etymologen selten ganz erspart, aber gerade in diesem Punkte 
bin ich, wie es scheint, von denselben doch verschont geblieben, denn 
die Richtigkeit meiner Begründung, daß man bei mehreren Furten über 
denselben Fluß nicht leicht würde entscheiden können, welche ■/.at' l^o- 
yj]v die Furt dieses Flusses sein soll — oder soll man nur eine nach 
dem Flußnamen und alle übrigen, die doch das auch wären, was diese 
eine, mit anderen Bezeichnungsmitteln determinieren ? — die Richtig- 
keit dieser Begründung, sage ich, wird sich wohl kaum ableugnen lassen. 
Höchstens in der Nähe eines Gemündes zweier oder mehrerer Flüsse 
wäre eine solche Namengebung für die etwaigen benachbarten Furten 
über verschiedene Gewässer eine leicht begreifliche Determination, sonst 



Nochmals Klagenfurt-Celovec. 385 

wohl kaum. Wenn also die Gemeindevertretung von Pfivoz den cecLi- 
schen Namen des Ortes in Oderfurt abgeändert bat, so möchte ich in 
dieser Namensänderung wohl etwas von übertriebenem Nationalismus, 
aber noch kein Musterbeispiel für die Logik der Ortsnamengebung er- 
blicken ; für die angestrebte Verdeutschung hätte nämlich das einfache 
Furt auch genügt. Übrigens gelten gewöhnlich Oder und Andritz nicht 
für deutsche Namen. — Nehmen wir beispielsweise an, es wären bei 
Breslau oder Brieg, bei Oppelu oder Ratibor Furtstellen und die Stadt- 
väter würden sich, von gleicher Begeistening ergriffen, zu einer Um- 
nennung ihrer Stadt entschließen, so könnten sie alle ebensogut den 
Namen Oderfurt wählen. Es wären aber diese Namen um nichts bezeich- 
nender, als das einfache Furt, denn die Determination mit Oder- brächte 
eben nichts Neues, wirklich determinierendes, in deu Namen, — ja sie 
würden erst recht determinationsbedürftig (vgl. Frankfurt am Main und 
Frankfurt an der Oder). Volkstümliche, d.h. von der natürlichen Logik der 
Volkssprache erfundene Bezeichnungen unterscheiden sich eben sehr vor- 
teilhaft von der häufig stolperigen Namenerfindung in den Ratsstuben. 
Dieses Beispiel eines in der neuesten Zeit erst erkünstelten Ortsnamens 
halte ich also für keine glückliche Wahl. Aber auch die übrigen Bei- 
spiele, die zur Entwertung meiner Behauptung angeführt wurden, dürften 
sich nicht als stichhaltig einweisen. Querfurt (Quirnifurt) ist zwar freilich 
eine Furt über den Mühlbach, aber dem Namen nach ist sie doch nicht 
Furt am Mühlbach überhaupt, sondern nur Furt bei der Mühle. 
NB. ahd. quirn bedeutet wohl Mühle, aber nicht Mühlbach. Desgleichen 
wird auch Wipperfurt nicht bedeuten Furt an der Wipper überhaupt, 
etwa gar an einer zufälligerweise, sagen wir, langsameren, sondern nur 
an einer wippenden, d. h. schnellenden, stürzenden Stelle des Flusses, 
an einer Wellenschnelie (Wipper). Nicht anders wird es sich mit Illfurt 
oder lUerfurt verhalten, d. h. die Furt hat nicht den Namen nach dem 
Flusse überhaupt, sondern von der illenden oder eilenden Strömung 
an der betreffenden Stelle, wo die Furt über den FluE führt. Illerfurt und 
Wipperfurt bezeichnet also nur eine Furt über die Stromschnelle, ganz 
abgesehen davon, daß der Fluß selbst vielleicht nach seiner reißenden 
Strömung, starkem Gefälle und vielen Schnellen den Namen 111 oder 
W^upper führt. Die Zusammensetzung von Namen dient in der prak- 
tischen alltäglichen Verkehrssprache nicht bloß als Zier und Tand wie 
häufig im poetischen Stile, sondern verfolgt den Zweck der Determi- 
nation. Composita wie Hohenfurt, Tiefenfurt, Oberfurt, Niederfurt etc. 

Archiv für slavische Philologie. XXXI. 25 



386 L- Pintar, 

finden wir also begreiflich, aber ein Compositum Flußfurt würden wir 
vorerst für mäßig erachten^ an Inhalt gewänne es erst dann, wenn wir 
z. B. nebenbei auch an eine Sumpf- oder Moorfurt dächten. Das gleiche 
Bedenken bezüglich des nötigen Determinationszweckes drängt sich mir 
bei jenen Furt-Compositis auf, deren ersten Bestandteil man als Per- 
sonennamen darstellen will. Furt (brod) ist ursprünglich wohl nur eine 
seichtere Stelle im Flusse, wo man denselben watend (bresti) oder mit 
Wagen und Zugvieh passieren kann; eine solche natürliche Furt wird 
wohl allgemein zugänglich sein und für jedermann offen, für Dieto und 
Erfo, für Franken und Adoland in gleicher Weise. In zweiter Linie erst 
mag Furt auch eine von Menschen hergestellte, über sonst unpassier- 
bare Tiefen führende Übergangsstelle, eine Fähre oder Gierbrücke be- 
deuten. Da ist es dann begreiflich, wenn eine solche Schiffsbrücke, ein 
Floß nach dem Hersteller und Besitzer den Namen erhält. Und so möchte 
ich z. B. Dietfurt nicht als Furt, an der sich ein Dieto niedergelassen 
hat, erklären, denn die Auffassung als öffentliche Freifurt im Gegensatz 
zu einer etwaigen Privatfähre oder Zollfurt liegt viel näher, und ich 
möchte mich lieber der Ansicht Schmellers anschließen, der (I, 553) 
sagt: »Diet in einigen alten Zusammensetzungen bedeutet soviel als 
puhlicus^ z. B. Dietfurt^ Dietkirchen, Dietweg, Dietstraß und Diet- 
brück«. — 

Ähnliche Determinationsverhältnisse wie bei Furt beobachten wir 
auch bei Brod. Wir haben z. B. an der Krka [Gurk] in Krain zwar meh- 
rere Furtorte dieses Namens, doch keiner wird als Krski Brod (Gurk- 
furt) determiniert, sondern sie heißen alle einfach Brod mit Ausnahme 
von Gutenwörd, wo die Determination mit dem Epitheton hrvaski statt- 
findet. Bezüglich dieses Hrvaski brod (Ki-oatische Furt) vergleiche man 
ValvasorXI, 248. An der Save haben wir ebenfalls mehrere brodi, doch 
werden sie nicht Savski brodi (Savefurten) genannt, sondern einfach 
Brod, oder sie werden durch andere, nicht vom Flußnamen entnommene 
Epitheta determiniert, wie Turski Brod in Bosnien oder Slavonski Brod 
in der Militärgrenze. — 

In Böhmen finden sich auch diesbezügliche Beispiele. Es sind dies 
Cesky brod und Nemecky brod, nicht etwa Zembersky brod und Sazav- 
sky brod (Böhmisch-Brod und Deutsch-Brod, und nicht etwa Zembera- 
furt, Sazawafurt). Auch die Furt an der Olsawa in Mähren wird nicht 
durch den Flußnamen determiniert, sie heißt nicht etwa Olsavsky (01- 
sehawafurt), sondern Uhersky brod (Ungarisch-Brod) etc. etc. — 



Nochmals Klagenfart-Celovec. 3S7 

Doch gehen wir zu Celovec über, denn es handelt sich nns eigent- 
lich doch nur um den slovenischen Namen der Hauptstadt von Kärnten — 
und da muß ich, um meine Erklärung des Namens Celovec zu schützen, 
vor allem die Erklärungsversuche der Herren Scheinigg und Lessiak ent- 
sprechend bekämpfen und die Unhaltbarkeit derselben nachzuweisen ver- 
suchen. Scheinigg will auf jeden Fall von ceh. (integer) den Ausgangs- 
punkt für die Erklärung gewinnen und Celovec als terra integra = festes, 
trockenes Land im Gegensatze zur Moorumgebung uns plausibel machen. 
Dabei geht er auf eine höchst einfache Weise vor, indem er an celt 
nach einem in der 1(3. Terzine der Preserenschen »Nova pisarija« ge- 
botenen Rezepte einfach das Suffix -ovec anfügt. Der gelahrte Schrift- 
steller (pisar) in der Preserenschen Satire meint nämlich, beim bäurischen 
Gebirgsbewohner in Gereuter- Athen sind Wortwnrzeln in Hülle und Fülle 
zu finden, man braucht nur diese mit Suffixen zusammenzuschweißen, 
— da ist schon der reichste Vorrat von Ausdrücken gewonnen. Des 
Meisters Woi'te lauten: 

»Tam pul'jo besedi se korenine; 

K tem deni konce : aca, isce, uha. 

On, ovka, ovec^ druge pritikline« etc. 
So kann freilich der Schriftstellerei-Meister (pisar) in der Satire ver- 
fahren, der Philolog jedoch darf das nicht, denn er soll wissen, daß es 
ein einheitliches Suffix -ovec gar nicht gibt, sondern nur ein adjekti- 
vierendes Suffix -ov, -ova, -ovo und ein substantivierendes Suffix 
-ec und daß allenfalls eine Verbindung dieser beiden Suffixe nach einan- 
der erfolgen kann in der Weise, daß mittelst -ov aus einem Substantiv 
ein Adjektiv gewonnen wird, welches sich weiter mittelst -ec substanti- 
vieren läßt. Von dab (quercus) haben wir z. B. das Adjektiv dabov 
(quernus) irnd daraus wieder das Substantiv dabovec (quercetum); das 
Substantiv breza (betula) ergibt das Adjektiv brezov (Birken-) und dieses 
Avieder das Substantiv brezovec (brezov gozd) und brezovica (brezova 
hosta), beide auch in der Bedeutung Birkenrute (brezov prot und brezova 
siba = brezovka) usw. Das alles hat schließlich ja schon Metelko in 
seinem Lehrgebäude (pag. 55) richtig beobachtet, wo er das Suffix »-ec 
mit -ov verbunden« erwähnt. 

Wir nannten oben das Suffix -ov ein adjektivierendes, das will so 
viel besagen, als ein Suffix, das an substantivische Stämme angefügt, aus 
denselben Adjektiva entstehen läßt oder, kürzer ausgedrückt, Substantiva 
adjektiviert. Man kann zwei Hauptgruppen von Adjektiven auf -ov unter- 

25* 



388 L- Piötar, 

scheiden, die aus Substantiven gewonnen werden : A) Adjeetiva posses- 
siva gebildet aus Substantiven tnascuHni generis, die Benennungen 
lebender Wesen sind (bratov, jelenov), B) Stoffbezeichnende Eigenschafts- 
wörter oder Adjeetiva materiata, ohne Unterschied, ob von masculinis 
oder femininis gebildet, gewonnen aus Namen der Bäume und Sträu- 
cher (resp. aus den Namen ihrer Früchte), also vom femin. vrba (salix) 
ebensogut vrbov, wie hrastov vom masculin. hrast. Derlei stoffbezeich- 
nende Adjektiva auf -ov lassen sich weiter durch Anfügung verschiede- 
ner substantivierender Suffixe (i.ii;fc, niüa, HKt, 'BKa, aya etc.) zu regel- 
rechten Substantiven entwickeln. Da haben wir z. B. die Stock- und 
Knüttelbezeichnungen auf -ec, -ka und -aca: brezovec (Birkenrute)^ 
leskovec (Haselstock), drobovitovka (Schneeballstock), trnovka (Dorn- 
rute), brezovaca, leskovaca, drenovaca und die vielen derartigen Bei- 
spiele für fustis und baculus im Serbischen bei Mikl. Vrgl. Gr. II, 334 ff. — 
ferner die Namen alkoholischer Getränke auf -ec, -ica, -ka: slivovec, 
slivovica, slivovka (Zwetschkenbranntwein), jabolkovec (Äpfelmost), jago- 
dovec oder borovnicevec (Schwarzbeerenbranntwein), oskorusovica (Arles- 
beerenbranntwein) und die Beispiele bei Metelko Lehrgeb. 55, — und 
schließlich auch die Namen von Gehölzen (Wäldern) und Pflanzungen 
auf -ec, -ica, -ik: bezovik, bezgovec, bezgovica (sambucetum), brekovica, 
glogovica (crataegetum), hrastovica (quercetum), drnovec (planities cae- 
sposa), sahovec (arundinetum), malekovec (salicetum), jasikovec (popule- 
tum), olsevik (alnetum), klenovik (aceretum), bobovec (Bohnenfeld) usw., 
durchwegs Bildungen durch ein die Materie bezeichnendes Adjektiv auf 
-ov vermittelt. Diese letzte Gruppe ist unter den Ortsnamen, wie ich im 
Archiv f. sl. Phil. XXVI, 639 betont habe, ziemlich stark vertreten. 

Diesen Ausführungen hat auch H. Scheinigg die Anerkennung nicht 
versagt, gleich darauf aber doch eine Wendung gemacht, mit der ich 
mich nicht einverstanden erklären kann. Er meint, wir brauchen nicht 
auf die Suche nach einem neuen Etymon auszugehen, um Celövec zu ge- 
winnen, sondern wir können ohne Skrupel mit cel = integer zufrieden 
sein, denn mit Hilfe des erwähnten Suffixes bekommen wir ohne proble- 
matische Lautprozesse ein evidentes Cel-ov-ec mit der Bedeutung terra 
integra = festes, trockenes Land etc. Ich kann mich aber doch eines 
Skrupels nicht entschlagen, denn ich sehe in -ov immer nur ein adjekti- 
vierendes Suffix, cel (integer) aber ist schon selbst ein Adjektiv, das also 
einer neuen Adjektivierung nicht bedarf und eine solche mit dem Suffix -ov 
auch nicht verträgt. Will man aus cel substantivische Bildungen erzielen, 



Nochmals Klagenfurt-Celovec. 389 

so wird man an das Adjektiv, wie es ist, direkt entsprechende substantivie- 
rende Suffixe anhängen, etwa : cel-ak, cel-ec, cel-ina etc. Aus bei albus) 
z.B. giebt es kein belovec, sondern nur belec, belica, belle, belin, beljak, 
aus diesem letzteren aber wohl durch Vermittlung des Adjektivs *belja- 
kov ein beljakovec und beljakovina (Eiweißstoflf ) ; aus ziv (vivus) gibt 
es kein zivovec, sondern nur zivad, zival, zivina, zivez, zivica, zivina, 
zivot etc. — und auch zivec (der Nerv), daraus aber wohl durch das 
Adjektiv *zivcev ein Substantiv zivcevina (Nervensubstanz) und ziveevje 
(Nervensystem). Ljubovca und Ijubovnik werden wir also nicht aus Ijub 
(carus) durch ein etwaiges deri viertes Adjektiv *ljub-ov ableiten 
wollen, sondern nur aus dem Substantiv Ijubäv oder Ijübov (Ijubtvb + 
tca) und golovec (kahler Hügel, Pletersnik I, 229) auch nicht aus gol 
(calvus) durch ein etwaiges deriviertes Adjektiv *goI-ov, denn sprach- 
richtige Ableitungen von gol sind meines Erachtens nur die Snbstantiva 
golec, golic, golica, golina, golava etc., das Verbum goliti etc., nie aber 
ein Adjektiv *golov, da ja gol selbst schon ein Adjektiv ist. Miklosich 
sagt zwar ausdrücklich in der Vergl. Gramm. II, 229: »-ov tritt auch 
an Adjektiva an und bildet dann Adjektiva, die sich von ihi'en Themen 
kaum unterscheiden«, allein ich halte dafür, daß von allen dort ange- 
führten Beispielen höchstens jal[ov] (sterilis) uud syrrov] (crudus) zu den 
eigentlichen Eigenschaftswörtern gerechinet werden können, während 
sich alle übrigen als lauter Pronominalia präsentieren: istov, inakov, ja- 
kov, kakov, takov, onakov, jedinakov, sicev, sikov, sjakov, ovakov. Diese 
Formen auf -ov dürften sich als Analogiebildungen erklären lassen. Im 
Slavischen ist bekanntlich ein eigenes Adjectivum possessivum dem Ge- 
nitiv gegenüber vorherrschend und so hat nicht nur bei Substantiven, 
sondern auch bei Pronominibus der Genitiv dem motionsfähigen Posses- 
sivum Raum gegeben, also nicht nur sin Davidov, hei L'odijadina (statt 
sin Davida, hei Irodijade), sondern auch jegov, cegov (cigav), onogov, 
segov, togov etc. (statt jego, cego, onogo, sego, togo etc.). Man kann 
also annehmen, daß der Genetivus possessivus der Pronomina der 
3ten pei-gon behufs Erzielung der Motionsfäbigkeit bei masculinis mit 
dem Suffix -ov, bei femininis mit dem Suffix -in (je-in oder nsl. njen, 
cf. mater-in) zum sogenannten pronomen possessivum ebenso erweitert 
wurde, wie die Snbstantiva sich mit -ov uud -in zu possessiven Adjek- 
tiven erweitern lassen, und daß der Analogie dieser motionsfähigen Ver- 
treter von jego, sego, onogo, togo, jih (nämlich jego v, -ova, -ovo 

jihov, -ova. -ovo) dann auch andere Pronominalia, namentlich die auf 



390 L. Pintar, 

-ak, gefolgt sind, wenn sie auch die Motionsfälligkeit schon besaßen. 
Kurz, bei der Erwägung der Frage über das Suffix -ov drängt sich uns 
trotz jalov und syrov, die vielleicht eine andere Erklärung zulassen 
dürften, die Überzeugung auf, daß die reinen Eigenschaftswörter (von 
Pronominalibus abgesehen) sich mit dem adjektivierenden Suffix -ov 
nicht vertragen, da dieses Suffix in dem Falle gewissermaßen als ein 
Pleonasmus in der Stammbildung bezeichnet werden müßte. Aber auch 
unter den Beispielen für jenes -ov, das in der Stammbildung die Stelle 
des auslautenden Vokals des Thema einnimmt und vor vokalisch an- 
lautenden Suffixen auftritt (Mikl. Vergl. Lautl. p. 179] sind keine Ab- 
leitungen aus reinen Adjektiven zu finden. 

Dieses nach meiner Meinung berechtigte Bedenken fällt gegen 
Scheiniggs Erklärung schwer ins Gewicht. 

So wie sich Scheinigg an cel (integer), hat sich Lessiak an die Er- 
findung Baudouins, nämlich an die Ableitung von cvil (weinen, jammern) 
mit einer gewissen Hartnäckigkeit angeklammert und will beweisen, 
daß die richtige Form dieses Ortsnamens (Cviljavici) Cviljavec sei und 
daß dieser Name so viel besage als: Ort, wo sich Klageweiber (cvilje) 
aufhalten. Abgesehen davon, daß die Annahme dieser mythologischen 
Wesen (der cvilje nämlich) ziemlich problematischer Natur ist, gibt es 
andere schwerwiegendere Bedenken. Lessiak wendet sich (Arch. XXVII, 
413) gegen die Form stvolovec und concediert höchstens stvoljevec mit 
der Begründung, daß die mundartliche Form nur ein palatales l voraus- 
setze, da sich bei mittlerem / vor dunklen Vokalen in den kärntnischen 
slovenischen Dialekten der Wandel in konsonantisches il vollziehen 
müßte. Ich kenne zwar das kärntnische Slovenisch viel zu wenig, um 
mit Herrn Lessiak in dieser dialektologischen Frage zu rechten, doch 
eines muß mich Wunder nehmen, daß er, obschon er sonst mit vollem 
Recht die volkstümliche Aussprache gegen moderne Schreibformen in 
Schutz zu nehmen pflegt, gerade an Baudouins Cvilovicl und an meinem 
*Stvolovec bezüglich der Wiedergabe eines von ihm angenommenen 
weichen l Anstoß findet. Und doch hat Gutsmann einerseits neben kouu 
auch kalen, neben mavati wieder kolotezha, golob (nicht kovotezha, go- 
vob und andererseits kralou (königlich), pole (Feld), vtaplati (eintau- 
chen), nicht kr aljev, polje, vtapljati, zwischen dem l in lubesen (Ijubezen) 
und dem l in lusha (luza) kennt er keinen Unterschied. — So konsequent 
dürfte vielleicht der Wandel zu konsonantischem u doch nicht durch- 
geführt sein ! — 



Nochmals Klagenfurt-Celovec. 391 

Doch darüber anderweit, vorerst wollen wir sein Cviljavec ins Auge 
fassen. Wenn Lessiak meint, daß meine (?) Bemerkung, die Erklärung 
des Namens aus *Cviljavec sei schon deshalb unwahrscheinlich, weil die 
meisten Ortsbezeichnungen auf -ovec von Baum- und Pilanzennamen ab- 
geleitet sind, angesichts der Ortsnamen Jankovec, Karlovec etc. nicht 
stichhaltig sei, so muß ich dem gegenüber betonen, daß ich die Ableitung 
aus cviliti nur mit der einen Bemerkung zurückgewiesen habe, daß nach 
unserem Sprachbewußtsein ein auf cvil- unter der Voraussetzung eines 
Adjektivs cvilav (quiekerig) konstruiertes Substantiv nur eine Person 
(einen Winseier) bezeichnen könnte. Nur mit dieser Bemerkung habe ich 
das Cviljavec widerlegen wollen, mit der anderen Bemerkung von einer 
ziemlich zahlreichen Gruppe von Ortsnamen auf -ovec, die von Baum- 
und Pflanzennamen abgeleitet sind, habe ich nur mein Stvolovec gestützt. 
Nur insofern also die Stützung einer Erklärung implicite eine Wider- 
legung der gegnerischen ist, könnte ich diese mir unterschobene Bemer- 
kung gelten lassen, jede andere Verdrehung muß ich mit Entschiedenheit 
zurückweisen. Aus Lessiaks Berufung auf die Ortsnamen Jankovec, Karlo- 
vec, Banovec etc. scheint hervorzugehen, daß er sein Cviljavec als voll- 
ständiges Analogon zu diesen Formen betrachtet, allein da hat er über- 
sehen, daß ein Personenname feminmi generis sich nicht mit dem Suffix 
-ov verbinden kann, da hätte er schon statt des Klageweibes (cvilja, 
Winslerin, Quiekerin) einen W^iuselkobold (cvil oder cvilj?) annehmen 
müssen, um das Adjektiv cvilov oder cvilj ev zu gewinnen, denn von 
cvilja müßte es cviljin lauten (cf. heerin, der Tochter, siviljin, der Näh- 
terin). — Das a in Cviljavec würde wieder darauf schließen lassen, daß 
man von einem Adjektiv cvilav oder cviljäv (quiekerisch) die Ableitung 
versuchen will. Allein die Ableitung mit dem Suffix -av aus cvilja ist 
an und für sich schon sehr unwahrscheinlich, dann würde uns aber auch 
die Betonung Schwierigkeiten machen. In Celövec ist nämlich die mitt- 
lere Silbe betont und eben dies macht die Ableitung aus Cviljavec un- 
möglich, denn betontes ä kann sich nicht so leicht in o verwandeln. Von 
rjäv (braun), segäv (witzig) haben wir nur rjävec (der Braune), segävec 
(der Witzbold), von säjav, kilav aber bekommen wir säjavec, kilavec, die 
bei ihrer Betonung der ersten Silbe und mit Schwächung des a einem 
säjovec küovec nahekommen. Für Cviljavec dürfte sich auch die bei 
Hacquet (Oryctographia carniolica, UI, 26) verzeichnete Form Zelauz 
kaum als Beweis verwerten lassen, doch für die Weichheit des l könnte 
man allenfalls die seinerzeit in den »Novice« übliche Schreibweise 



392 L- Pintar, 

Celjovec sprechen lassen, wenn die Vermutung niclit so naheliegen 
würde, daß man sich bei dieser Orthographie durch Celje (Cilli) hat be- 
einflussen lassen, eine Verwandtschaft beider Namen voraussetzend, die 
nicht existiert. Ein wichtigeres Zeugnis für das weiche l wäre die an- 
geblich im Kanale-Tal verbreitete Aussprache »Celjovic«. Aber nach 
allen Erwägungen pro und contra gewinnt man schließlich doch nur den 
Eindruck, daß das aus cviliti (quieken) erkünstelte Cviljavec in die 
Kategorie jener volksetymologisch angehauchten Erfindungen einzureihen 
ist, wie die ii;MfiJiOBa yjrni^a (area lamentationum) in Vaks Lexikon (813) 
mit der Erklärung : roBope Aa ce xaKO sobb o^ i^mh.bbth, mTO ce je 
Ba3;i;a öhjio no H>oj. Man kann vermuten, daß diese Alm zwischen 
üamTpoBnhH und Albanien vielleicht nach ihrer Flora den Namen er- 
halten hat (etwa : area helichrysi et gnaphalii, wie CMH.'bBBO noAe), ähn- 
lich wie die benachbarte Dubovica nach ihren Eichenwaldungen, sobald 
aber einmal die ursprüngliche Bedeutung aus dem Bewußtsein schwand, 
war auch schon die Volksetymologie mit ihrer Erfindung zur Hand und 
cmil = smil (Immortelle, Goldblume) wurde mit cmil-, der Doppelform 
von cvil- (lamentari), ersetzt. 

Scheinigg findet meine Erklärung sehr kompliziert und die von mir 
angenommenen Lautprozesse problematisch. Was einmal genügend ex- 
pliziert wurde, ist nicht mehr kompliziert, die angenommenen Laut- 
prozesse wurden aber von mir mit Beispielen belegt und es genügt nicht, 
dieselben mit dem Ausdruck problematisch einfach anzuzweifeln, sondern 
man muß sie entweder anerkennen oder widerlegen und als unrichtig 
nachweisen. Den Übergang von st in c (Stvolovec = Cvolovec) habe ich 
mit dem Beispiele kocka (Würfel) aus kostka (Spielknöchlein) gestützt; 
man könnte noch hinzufügen serb. itKJio = cxaKjio (vitrum), i^KjreHHi^a 
= CKJreHHu;a (poculum vitreum), ii;kjihth ce = cxaK-iHTH ce (splendere 
ut vitrum). Aber auch einfaches s wird oft c, namentlich vor k und w, 
z. B. ckAeti (morari) aus skneti (per metathesin aus kbSLneti), cka aus 
düska, ckvi'niti (inquinare) aus skvrniti, cmil =^ smil, cmrek = smrek, 
cmola = smola und mehrere Beispiele bei Daniele Rjecnik I, 814 — 818. 

Das eklatanteste Beispiel ist aber der Ortsname »Stvolny« ZwoUn 
(Vaclav Kotyska, Uplny mistopisny slovnik krälovstvi ceskeho, p. 1383). 
Auch die Verrückung des Akzentes von der Stammsilbe »cvol« auf die 
folgende Derivationssilbe »ov« läßt sich durch analoge Beispiele stützen. 
Man betont Cerövec, Dobövec, Bobövec, Brstövec, Leskövec, Jelövec, 
Topolövec, Kolövec (Gerlachstein) etc. und nicht Cerovec, Döbovec etc. 



Nochmals Klagenfiirt-Celovec. 393 

Freilich ist diese Ven-ückung des Akzentes nicht auf alle Beispiele aus- 
gedehnt, aber sie kommt vor und Cvolövec gehört auch in diese Gruppe 
von akzentverrückenden Derivationen. Vgl. njegöv, oigäv (nicht njdgov, 
cigovj. Daß mit der Verrückung des Akzentes, d. h. mit der Enttonung 
der Stammsilbe auch eine Abschwächung ihres Vokales sich vollzieht, 
habe ich schon bei der Erklärung von prösestvo (aus prösustvo) hervor- 
gehoben (Archiv f. sl. Phil. XXVII, 314). Daß unbetontes a und o zu t 
herabsinkt, lehrt schon Miklosich (Lautlehre, 20 und 76 flF.). Vgl. lähßk 
und l-Lhäk, hot^ti und hi.t^ti (hteti), höcem und (h'Loem) hcem oder c6m. 
Und so ist auch Cv^A6vhc aus Cvolövhc entstanden, ganz zuletzt aber ist 
das in der Silbe cv-bI bei vorgeschrittener Schwächung des Vokals nicht 
mehr leicht sprechbare v entweder gänzlich ausgefallen oder es hat den 
Wandel zu b durchgemacht, und der Name zeigt sich in der Form Cblö- 
VBC (Celovec) oder Cbblövtc, wie die Gailtaler sagen. Vgl. MBaiiTb und 
TiöaHx; cbela lautet im Dialekte des Pölandtales cvi^la. Die im Gailtale 
verbreitete Form -»cdhlöuc*. hat uns schon Lessiak im Aixhiv f. sl. Phil. 
XXVn, 412 mitgeteilt, ich habe dann nach dieser Form Umfrage ge- 
halten und von mehreren Seiten diese Angabe bestätigt gefunden. Nach- 
dem uns nun Prof. Strekelj im Archiv f. sl. Phil. XXVIII, 497 die engste 
Verwandtschaft von stvoli. und stbblo dargetan, muß wohl die kärnt- 
nische Form CiblövBc als ein sehr gewichtiges Zeugnis für die Richtig- 
keit der im Archiv f. slav. Phil. XXVI, 639 von mir aufgestellten Ety- 
mologie *Stvolövtc (= Kalmpflanzengebtisch, Halmach, Gertach, 
Geröhi'icht) angesehen werden und ich hoffe, daß man ihr jetzt nicht 
mehr mit dem früheren Mißtrauen entgegenkommen wird. 

L. Pintar. 



394 



Hans Sachs in altcechischem Gewände. 



Die Stiftsbibliothek auf dem Strahov in Prag besitzt unter ihren 
Schätzen einen stattlichen, von dem Prager Literaten und Sammler 
Wenzel Dobrensky (von Nigroponte, z Cerneho mostu, geb. vor 1550, 
f 1599 in Prag, über ihn vgl. besonders A. Truhlär in Ottos Slovnik 7, 
712) angelegten Sammelband von Einblattdrucken, Stichen, Gelegen- 
heits- und Flugschriften des XVI. Jahrh. in cechischer, deutscher, latei- 
nischer, griechischer und anderen Sprachen (auch ein magyarischer, in 
Prag bei Michael Peterle angefertigter Druck findet sich). Über dieses 
auf der Prager Jubiläumsausstellung von 1891 ausgestellt und seitdem 
merkwürdigerweise verschollen gewesene Cimelium, das zahlreiche 
Seltenheiten und Unica von Prager Drucken (aus den Offizinen des Mi- 
chael Peterle, Daniel Adam von Veleslavin, Georg Nigi'inus u. a.), doch 
auch Leipziger, Dresdner, Wittenberger, Nürnberger, Wiener, Berliner 
u. a. Drucke und viele Bilder enthält, hat Cenek Zibrt, der die Samm- 
lung eigentlich wiederentdeckt hat, im Casopis Ceskeho Musea 83 (1909), 
S. 68 — 107 mit dankenswerter Ausführlichkeit berichtet, die große Be- 
deutung für die cechische Literaturgeschichte, politische, Kunst-, Kultur-, 
Druck- und Musikgeschichte, Heraldik, Geschichte der religiösen Be- 
wegungen usw. dargelegt und eine systematische Beschreibung nach 
395 Nummern geliefert. Zibrts Freundlichkeit danke ich es, daß ich hier 
über einen Prager Bilderbogen mit Versen aus dem J. 1580 berichten 
kann, der ein für die Geschichte der deutsch-cechischen Literaturbe- 
ziehungen wichtiges Denkmal liefert und die Kenntnis der cechischen 
Literatur des XVI. Jahrh. durch ein interessantes Stück erweitert. 

Auf der Rückseite mehrerer Blätter, beginnend mit Nr. 6 (Zibrt 
a. a. 0. 76 und Anm.) hat Dobrensky Holzschnitte in Folio mit zugehöri- 
gen cechischen Texten übergeklebt. Auf den oberen Blattleisten zeigen 
die Bilderblätter die Aufschrift: i>Deset Patryarchuoio Krystovych 
Stareho Zakona w Frwnijm, Weku az da Noe.« Dazu gehören zehn 
Bilder, darstellend die Patriarchen mit Frauen und Kindern : Adam und 
Eva, Seth, Enos, Kaynan, Malahelel, Jared ^), Enoch, Matuzalem i), La- 



1) Bilder und zugehörige Texte beschädigt. 



Hans Sachs in altiechischem Gewände. 395 

mech und Noah. Der Text zeigt folgende vier Teile : 1 . eine den Bildern 
vorangehende prosaische Widmung an den Rat der Stadt Kutteuberg; — 
2. über jedem Bilde eine Kartusche mit prosaischer Legende über Namen, 
Alter und Nachkommen des Patriarchen; — 3. unter jedem Bilde ein 
16 zeiliges Gedicht in zwei Kolumnen zum Preise der folgenden zehn 
Tugenden : sapientia, prudentia, diligentia, eloquentia, constantia, gra- 
vitas *), fides, iustitia i], temperantia, pietas; — 1. am Schluß eine »Za- 
wijrka«, 112 paarweise gereimte Zeilen. Druckvermerk : »Wytissteno 
w Nowem Meste Prakskem, v Michala Petrle. L^tha Pän^ 15S0.« 
Die Texte lauten: 

Predmlmoa. 

Ku Pocthcosti a CJiwäle Sloioiitne, Wzäctne a Opatrne RadtU 
Mhta Hory lüitni/, yakozto Opatrnych a Kresüanskych Spräivcü, 
gest Ucliio Deset Figur Sivatych PatryarcJimc, Arcyotcüw Krysto- 
tcych^ s gich starostij, podle napsänij Moyzijsse lo prwnij Knijze 
geho 10 päte Kapitole^ krätce sepiäno: Kterijzto Otcowe StariJ ziici 
hyli a sprawotcali za prvmijho Weku, genz od po6ätku Sweta az do 
Potopy Tisyc ssest Set padesäte a Ssest Leih trical. A gsauce plni 
Ducha Bozijlio^ s setricäyiij'm oöekäicagijc w nad^gi zaslijhenelio 
Semene Eicy^ cJnvalitebne^ ctnost)ie ohcowänij a pohozny ziivot gsau 
icedii, Tez Dijtkäm sicym o zaslijhetiem Semenu^ to gest^ Kryshc 
Gezijssy wzdy pripomijnali^ a ge w bäz?ii BoziJ s xoelikau pe6ij \w 
ctnostnem ohcoivcmij xcychowaU^ tak ze akrze nauienij ctnostnych 
prijkladiiw Otcuw swych, gich sslepSgiJ näsle d oic ali , Tez s celau 
duwh'nostij a nadigij\ zaslijhenelio pozelinanelio Semene^ gako gich 
Otcowe ctnostny a pohozny ziwot wedauce^ s xch'au odekäivali^ tak ze 
Pij'smo Swate ge Syny Bozijmi gmenuge. A StariJ gmenugij po6ätek 
toho pricnijho Weku Zlaty Sw^t, a to skrze ctne ohcowänij\ pohozny 
ziicot a chxoalitehne spraxvoxcänij\ Tez z slussne poddaxiosti a poslus- 
senstioij Mladych. Tak potom y xo Tretijm a Cztwrtem Wiku, Lid 
zidoivsky gmetioicali gsau se Saudce^ Spräxcce^ Ochränce a Starssy, 
kterijz hyli k spraxvoxcdnij xcolexii. Potom xo Patent xceku Sxceta, ya- 
kozto Rzijmane, kdyz PansticiJ sxce a spraxooxoänij zaamenit^ rozssy- 
rili, xoolili gsau z stareho ctnostneho Rodu Maudre a sslechetne 
Starce, k spratooxvdnij a k zdrzenij Ohecneho doh'eho, a gmenoxoali 



1) Bilder und zugehörige Texte beschädigt. 



396 Franz Spina, 

gsau ge Senatores : Toho Öasu bylo take chwalitehne a rädne spra- 
woicänij. 

Tak tez y podties w tomto nassem posledmjm Sedmem WSku^ 
kdezkoli rozumnij\ ct7iij\ sslechetnij a u-äznij Starcy w sprawowänij 
gsau^ hudto w KrälowstwiJ, Kraginäch^ MSstech neh Obcech^ tu 
musy ctnostney poslussne, podda?ie, chwalitehne Ohce a rädny Lide 
10 MSstskem ohcoxcänij hyti a za dlauhy das trwati. K kteremuzto 
wybornemu konci spraivowänij\ HJdko kdy skrze neskussetiij\ nerozum 
a mladost, rozmnozenij a zdrzemj OhecneJio dohreho müze hyti, 
Neho ne nadarmo stogij psäno w knijliäch Eklesiastes w X. ka: 
takto: B&da te Zemi gijzto Kral sslechetny gest, a Knij'zata gedij 
dasem swym ku posylnSnj a ne k smilstwij. Geremiäss Prorok lo 
vj Kap: prawij rka: Pohandnij snedlo gest vsyle Otcino nassych, 
od mladosii nassy städa gich, skot gich^ syny gich, y Dcery gich. W 
iij Knihäch Krälotcskych w xij ka: stogij psäno o Rohoamowi^ kdyz 
pohrzel radau Starych a poslauchal Rady mladych, odstaupilo od. 
ndho Desatero pokolenij\ ?iad dwogijm toliko hyl Kralem, a Jero- 
boam nad Desaterym kralowal. Protoz ctnä, sslerhetnd, pHjkladnä 
a skussenä Starost k sprawowänij a k zryzenij Obecnelio dohreho 
yred Mladymi slussnS a sprawedliwS wolena byti mä, Neh Starost 
znamenitymi desaterymi Ctnostmi skrze mnolie a rozli6ne skussenij\ 
h sprawowänij a k zdrzenij Obecneho dohreho, ohdarena a pred 
Mladymi dostateönegij oswijcena gest. Neho ktwiicy Mladost, kteräz 
take den odedne roste iv dotöenych Ctnostech, k kterymz wssecky gine 
ctnosti pHpogeny hudau. Wssak ke cti sslechetne, rozumne a wäzne 
starosti, A k zapälenij ktwi'icy Mladosti, ke wssem Ctnostem gsau 
tyto desatery Ctnosti s swymi vzitky, ted dole krätkymi Pymy k 
nauöenij Mladym postaweny, ahy se vöili wedle Starych Ohecne 
dohre vziteöne a poctiwS sprawoioati, spraxoedliw^ a ctnostnd ziwu 
hyti, Nayprwe ke cti a chwäle Pänu Bohu, potom k prospechu sioemu 
Bliznijmu. Mlädency, skrze öaste Ctenij, Zwyknete vm^nij. 



Adam a Ewa Zdna geho. 

Stiooril Pän Buh Czlowdka k ohrazu a ku podohenstwij swemu 
k ohrazu Bozijmu stiooril ho, Muze a Zenu stworil ge, a pozehnal 
gim Buh a rekl: Rostez a mnozte se, a naplhte Zemi a ptodmante 
gi, a panugte nad Ryhami Morskymi a Ptactwem Neheskym. A 



Hans Sachs in altcechischem Gewände. 397 

Adam byl stär Sto a Tridceii Leih, a zplodil Sytia a nazwal ho 
Seth, a byl potom iiw Osm Set lel/i^ a zplodil Syny a Dcery, A kdyz 
byl Deicht Set a Tridceii Leth^ s/ional r/est iäcot swuog. 

(Bild.; 

PrwniJ Ctnost, Sapientia, Minidrost. 

Maudrost bywä pri Lidech Staryc/;^ 
Slisnyc, dtauce w Hystorijch rozliönych. 
Kdez nerozum Bläzniicost panugij ^ 
Mnohy Lid, Zem& k zkdze priicodij. 
Podätek Maudrosti zddost vmcnij\ 
Sträice Präwa^ Lidu, vstanoicenij. 
Kde Maudrost tu se wsse dobre rijdij, 
ZdrmviJ okrssku Zcme, mnohy ch Lidij. 

Maudrost prawä puosobij rädy, 
ObmeyssliJ swornost^ Obecnij dobry. 
Ortele, Pre^ Nälezy spraxcuge, 
Co komu näJcziJ prisuzuge. 
Zrijzenij\ Spraioedliwost, poslussenstwij\ 
VzitednS rij'dij lo kazdem poSelsticij. 
Summau, kde gest po6et maudrych Lidij\ 
Zdratce Paddy, slussne odpoicMi. 



Seih a Zena gehe. 

Seth byl stär sto a pet Leth, a zplodil Enos, A byl potom ziw 
osm Set a Sedm Leth, a zplodil Syny a Dcery. A byl wesskeren 
Wik ziwota geho Deicet Set a Dtoanäcte Let, y Vmrel gest. 

(Bild.) 

DruJiä Ctnost, Prudentia, Opatrnost. 

Pri Padäch y w obcy wybornä Ctnost, 
Zpräwcüm nälezij tez Opatrnost. 
Nedbalost prinat-sy mnohy Zmatek, 
Z& Zemä, Mesta hynau, y gich Statek. 
Opatrnost na budaucy das tcidij\ 
Co potfebneho k Mhtu to rijdij. 



I 



398 Franz Spina, 

Stiastnä Obec kterä ic dasu pokoge 
Na pHjhody, Wälky pamatuge. 

Za dasu Mösta, Hrady zäsohy\ 

K Wälce Brane rozliöne potreby. 
Dela^ Prachy^ IVozy, IVi/no, Obilij] 

TFoloivo, Zelezo, Smolu y Soly^ 
a (Na ?) nekterä Letha mohli mijti^ 

Snazne Neprätelüm odepHjti. 
Kdez takowä Opatrnost panuge^ 

MSsta^ Zdmky pred sskodau zdrzuge. 



Enos a Zena geho. 

Enos hyl stär Dewadesäte Leth a zplodil Kaynana^ A hyl ziw 
potom Osm Set a Patnäcte Leth^ a zplodil Syny a Dcery. A kdyz 
hyl stär a mU Wiku stveho Dewet Set a pet Leth^ y vmrel gest. 

(Bild.) 

TretiJ Ctnost^ Diligentia, Bedliwost aneh Pilnost. 

Bedliwost ke ivssem icecem byti mä, 

Mht, Zämkü, Obcy Pilnost ostrijhä. 
Skrze nepilnost k pädu prichäzy, 

Obce, kraginy zanedbänij kazy. 
Pilnost na wsselike wecy ssetrij, 

Na Neprätely, na zle poivetrij. 
Kde potreba käze opatruge, 

Kdy, kdo, a kterak se co ssykuge. 

S rozmyslem kazdü wSc pred sebe here, 

Aby stälo s vzitkem w swe mijre. 
Pilnost poöätek, prostredek y konec, 

Opatrn6 wäzij icsselikau loec. 
Pilnost obmaysslij k dasu budaucymu, 

DrzlJ sträz k vzitku obecnij'mu. 
Kde Bedliwost tu gest bezpedne stänij\ 

Stiastnä Obec, wesele obcoioänij. 



Hans Sachs in alt6echi8chem Crewande. 399 

Kmjnan a Zena geho. 
Kaynan byl stär sedmdesäte Leth^ a zplodil Malalehele. A byl 
potom zhv osm Set a Cityridzeti Leth^ a zplodil Syny a dcery^ kdyz 
gest sivüg xo^k dokonal., byl yest stär DewH Set a Deset Leth. 

(Bild.) 

Cztwrtä Ctnost, JEloquentia, Wymluiütiost. 

V Starych Wymluwnost ctnost wdzena, 

Z ctnyck LidiJ prijhod dobre skussetia. 
Neb prudky Juzyk mnolie neresti 

Prinäsay^ y Obec muz zaivesti. 
Jazyk mä wzdy w Vzdu pogat byti^ 

Co tagneho w Srdcy skryto mijti. 
Neb Jazyk strijdmy nie neslus&ncho 

Nemluwij\ cozby bylo sskodneho. 

Mstiwe pomluwy se wzdy loaruge, 

Vsstiptie, 2)osmessne re6i nelibuge. 
Na kazde sloivo ne y hned odpowij^ 

Powäzij prwe kdo a co se mluivij. 
Odpijra müdre, päknau red ddtcd, 

Mnohe pre y Neprätely srow7iäwä. 
lVymluw?iy Muz^ zpräwny a rozumny^ 

Otec Wlasti^ Zemd, Obce chränij. 



Malalehel a Zäna geho. 

Malalehel byl stär Sssedesäte a Pet Leth a zplodil Jareda^ a 

byl potom zitv Ost7i Set a Tridceti Leth, zplodil Syny a Dcery, a 

kdyz stär byl a WÖku mSl Osm Set Dewadesäte a PH Leth y 

vmrel gest. 

(Bild.) 

Patä Ctnost^ Canstantia, Stälost. 

Stälost pri Starych a maudrych bywä^ 

W wziteinych ivScech stäle trivä. 
Nad nestälost nie horssyho nenij, 

Prinässy sskodliwe rozdwogenij. 



400 Franz Spina, 

Skrze pohrüzky, strach neho häzen, 
Dät se lehce v&trassyti Bläzen, 

Maudry se neklänij co na BahnS Trest, 
Yako More kalij\ kdyz wHrem hnuto gest. 

Stälost maudrych Lidij gest w VmSniJ, 

Ne podU zdänij öasteho zmhienij. 
Co zdrawau radau hywä wym&reno^ 

K vzitku Ohcy mä byti drzeno. 
Stäly mä mijti we wssem sioau mijru^ 

W sstSstij\ träpenij drzet swau vnjru, 
Vdatny^ stäly pro Ohecne dobre^ 

Newäzij ztratiti Statek y hrdlo swe. 



Jared a ZSna geho. 

Jared hyl stdr Sto Ssedesäte a dw6 LethS a zplodil Enocha y 
hyl gest potom ziw Osm Set Leth, zplodil Syny a Dcery. A kdyz 

mU wSk stär hyl Dewet Set Ssedesäte a dwS Lethe y vmrel gest. 

(Bild.) 

Ssestä Ctnost Wäznost. 

Wäznost Ctnost pri Stawu wsselikem^ 

W obcech poctiwost k zpräwcüm stoym. 
Kdez wäznosti pri Auradech nenij\ 

Poctiwost maudrost xo lehkost se zmSniJ. 
Nechi mä yako Ssalomün Maudrost., 

Neb yako Cycero Wymluwnost. 
Ai gest Rodu yak chce icysokeho, 

Kdo wäzny nenij\ posmSch gest z n^ho. 

. . y Muz drzij se lidij ctnych^ 

. . y prikladny gest w skutcych swych. 

. . ny w Messtianskem obcowänij\ 

. . y prätely liheho rozmlauwänij. 

. . zdemu dobremu priJiüHiioy, 

. . elio vmyslu k Lidern swobodny. 
Nepiätelüm ruky vdatne^ 
. . .jrage kriwde a tSssyc smutne. 



Hans Sachs in altöecbischem Gewände. 401 

Enoch a Zhia geho. 

Enoch byl stär Ssedesdte pH Leih a zplodil Matuzalema a wedl 
Bohabogny ziwot Tri Sta Leth^ potom zplodil Syny a Dcery. A kdyi 
gest stär byl Tri Sta ssedesdte a pH Leth^ a pobozny iiwot wedl^ 
pogal gest geho Buh a nebyl loijce widijn. 

(BUd.) 

Sedmä Ctnost, ßdes, JVij'ra, nebo WSrnost. 

Wijra 10 Kaidem Statou wybornä Ctnost^ 

W Lidskem obcowänij mä hyi w^rnost. 
Skrze Istiwy podwod a oklamänij 

JSemüz mijti zadny dlauheho stänij. 
Lez^ newSra, lest w koncy vznäna 

Trefßj dasto s sskodau sweho Päna. 
W Staicu Muzskeniy Zenskem zawdzdna, 

Po wssecky öasy md byti drzdna. 

Bezewssy Isti a bez aukladü, 

Wij'ra mä tcukol gij'ti s Prawdü. 
DrziJ swüg zdwazek vstamönS, 

Cozfgest moineho plnij skuteöni, 
Swe Pedeti, listy, Mistsky zdwazek, 

By pak sslo o Czest, o Hrdlo y Statek. 
Geho a?io, tak gest: Zase (kdyi dij) nenij\ 

StogiJ w prawdi, nikdd se neminij. 



Matuzalem a Z6na geho. 

Matuzalem byl stär Sto Osmdesdte Sedm Leth, a zplodil La- 
mecha, a byl iiw potom Sedm Set a Osmdesdte Leth, a zplodil Syny 
a Dcery, tak ze Leth geho bylo DewH Set Ssedesdte a DewH Leth, 
potom zemrel gest. 

(Bild.) 

Osmä Ctnost Sprawedlnost. 

Sprawedlnost pH starych Ctnost wdiena, 
Swelikau peöij md byti drzena. 

Archiv fär slaTische Philologie. SXXI. 26 



402 Franz Spina, 

Z cyzych sskod, prij'hod se muze zndti, 
ZS nesprawedlnost wzdy nemuoz stäti. 

Pych^ moc, kwalt nemuoz prüchod mijii, 
Coz neslussneho musy sgijti. 

Sprawedlnost neber e zädnemu hezpräwni^ 
Coz komu nälezij däwä wärnS. 

Pro Obecnij dohre rijdij Swornost^ 

Däwä poleh6enij\ snijma ohtijznost. 
Zachowäwä Ohec w poslussenstwij\ 

W siälem vmyslu, rädnem Mhstianstwij. 
Kdozhy reptal^ poddän nechUl hyti^ 

Sprawedliwe trestänij mä wzyti. 
Nessetrijc na mocnost, ani Osohu, 

Co kdo zaslauzilj her odplatu swü. 



Lamech a dwS ZenS gelio. 

Lamech hyl stär Sto a Dwamecytma Leth^ a zplodil Syna a 

gmenowal ho Noe, a rekl: Tento näs hude tSssiti w nassijch dijlijch^ 

a w protiwenstioij rukau nassych zde na Zemij kterez Buk zloreöil 

gest. A potom ziw hyl PH Set Dewadesäte pH Leth^ a zplodil Syny 

a Dcery. A kdyz hyl stär Sedm Set Sedmdesäte a Sedm Leth, y 

vmrel gest. 

(Bild.) 

Dewätä Cinost, Temperantia, Skrownost. 

Skrownost pri Starych Ctnost ozdohnä^ 

Wssem wScem slussnS vlozena. 
W gijdle^ pity\ nerädnem ohcowänij, 

W odSwu, w paysse, dastem hodowänij. 
Skrownost dohrä w zädostech tHesnych^ 

W redt wyhornä., w slowijch pohodlnych. 
Nadutä pychay redi protiw?ie, 
Swädy strogij\ newole rozlidne. 

Slepy gest kdo chce nad gine widijn byti 
HodtiSgssy, a k BohatstwiJ zädost mijti. 

Nebo Zbozij] Bohatswij, marne chwäly, 
W tomto SwH4 negsau wScy stäly. 



Hans Sachs in altcechischem Gewände. 403 

Kaidy Muz maudry^ strijzliicy, skrotony, 

K losselikemu Auradu gest zpüsohny. 
Nezäda Daruoic^ ani odplacenij^ 

Skrown^ zito, dauffä w Bozske ohdarenij. 



a Zhia geho. 

y Sema, Chama, a Jaffeta. A hyl 

potom iiw CHyH 

gsau lüssyckni Dnoxce ziwota geho^ DeivH Sei 

te Let/i, potom vmrel gest. 

. . . st, Pietas, Dohrotiwost. 
hywä Protoz tichä^ pokornä Dohrotiwost, 
Prijwetiwä, milosrdnä trpiliwost. 
Mnoho dohreho mezy Lidmi rijdij\ 
Prätelstwij gednä, läsku twrdij. 
Weselä Ttvär, lihe promluwenij, 
twij. HnSw, zäwist, mno/ie neresti mSniJ. 

S chudymi Lidmi mä vtrpenij, 

Milostiwost gest sstMreho vddlenij. 



Zawijrka. 
Yakz Otcoice starij z SwHa sessli, 

DSti gegich w rozlidnä VmSniJ wessli. 
Jahal nayprwe wymyslil PastyrstwiJ, 

Skrze to nahyl mnoliä BohatstwiJ. 
Juhal nassel Hudhu a pijskanij 5 

Krozkossy, toeseUmu obcowänij. 
Tuhalkayn vyymyslil Kowärstvnj\ 

Ahy skrz Bra7i6 zdrzel swe Panstwij. 
Naema toymyslila Prästku, tkanij] 

Tak se podalo öasne ohcowänij. lo 

Kdyz gsau se Lide poÖali mnoziti, 

Pridal gim Buh Sto Leth a dwadceti. 
Buh rekl, na w6ky Duck müg a hnSw 

Nezustane w CzlowSku, neb gest tSlo krew. 

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404 Franz Spina, 

Noe magijc pred Bohem milost, 15 

Wystrahu däwal, trestal Lidskü zlost. 
Ahy se od zlostij swych odwrätili^ 

Boha bdli, ctnostnS ziwi byli. 
Hrozyc^ gestli ze se nepolepssyte, 

Bozsky hnSw padne na was, potom zwij'te. 20 

Wystra/iau, tresfdnij'm gsau pohrzeli, 

NSkterij z toho y posmSch mSli. 
Tak w ctnostech Otcüw starych porusseni, 

Ohyzdn