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Full text of "Archiv für österreichische Geschichte"

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Kimde österreichischer Geschichts-Qucllen. 



Herausgegeben 



von der 



zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission 



der 



kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. 



Erster IC an«!. 






Aus Jit kaiserlich -küniglirlien Hof- und Slaatsdruck.-rci. 

1848. 



Archiv 



Kunde österreichischer Geschiclits-duellen/) 



Herausgegeben 



Ton der 



zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission 



der 



kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. 

Erster Jahi 'gang. 

1848. 

Heft J— V. 



Aus iler Laiserlirh - küuiirlirben Hof- um! Sljulsdnirkerei. 




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Inhalt. 



Seite 

I. Heft. 

I. Auszüge aus eiuer Perganientbandschrift des 13. Jahrhundert?, 

von dein Abbte Hermann von .\ i e der- AI ta ich begon- 
nen, und mehreren seiner Nachfolger fortgesetzt. 1. Inhalts- 
angabe der Handschrift. 2. Geschichtliches von Nieder-Altaich. 
3. Notixen und Urkunden, die österreichischen Besitzungen 
des Klosters betreffend. 4., 5. und 6. bairischer und öster- 
reichischer Landfriede von 12ii — 1256. 7. Statuten für 
Landshut, vom Jahre 1256. Mitgetheilt von J. Chmel . 1—72 

II. Zur Geschichte des Königs Matthias (Corvinus) von Un- 

gern. Eilf Documente; aus den Originalen des Mailänder 

Archives zusammengestellt von J. Chmel (1486 — 1489) . 73 — 100 

II. Heft. 

HI. Zur Geschichte des österreichischen Freiherren-Geschlechtes 
der Eizinger von Eizing. Auszüge aus «uem Diploma- 
tarium dieses Geschlechtes, das in dem Archive der ehema- 
ligen Herrschaft Aspern an der Zaya aufbewahrt wird. I. 135 
Regesten aus den Jahren 1438 — 1%50. (Als Fortsetzung der 
in den österreichischen Blättern für Literatur etc. Jahrgang 
1847, Nr. 59, 60, 65, 66 und 71 mitgeteilten Auszüge 
aus den Jahren 1402 — 1437.) Mitgetheilt von J. Chmel . 1 — 69 

IV. Handschriften der Sammlung des historischen Vereines für 

Kärnthen in Klagen fürt 73 — 82 

V. Instruction Erzherzog Ferdinands von Oesterreich etc. für 

Carl von Burgund , Herrn zu Bredam , den er zu seinem 
Bruder Kaiser Carl V. abgesendet hat, 1524, 13. Juni zu 
Stattgart ausgestellt. Mitgetheilt von J. Chmel . . . 83—149 

III. Heft. 

M l rkunden - Hegesten zur Geschichte Kärntbens, von Gottlieb 
Freihemi von A n k e r s h o f e n. Nr. I — LXXXI V , S. 770 
bi> 1000 1— 39 



Seite 

VII. Urkunden der vier vorarlbergischen Herrschaften und der 
Grafen von Montfort. Mit topographisch-historischen Erläute- 
rungen und einem Kärtchen von Joseph Bergmann. (Nr. I 
bis XXVIII als Regesten, dann von XXIX bis LIII im voll- 
ständigen Abdrucke) . ...... 40 — 160 

IV. Heft. 

VIII. Fortsetzung der Urkunden der vier vorarlbergischen Herr- 
schaften und der Grafen von Montfort. Mit topographisch- 
historischen Erläuterungen von Joseph Bergmann. (Von 

Nr. LIV bis XCIII.) 3—82 

IX. Forschungen über den Erzbischof Wichmann von Magdeburg 

und die Abbtei Seitenstetten. Von J. E. Ritter von Koch- 
Sternfeld 83—120 

X. Die Dynastie von Hagenau, Mitstifter der Abbtei Seitenstetten 

in Oesterreich. Von J. E. Ritter von Koch-Sternfeld 121 — 141 

XI. Die Sarchili und Scharsach im Hause Piayen - Beilstein. Von 

J. E. Ritter von Koch - Sternfeld .... 143 — 149 

XII. Die dynastischen Zweige von Moosbach und Weng. Von 

J. E. Ritter von Koch- Sternfeld 151 — 159 

V. Heft. 

XIII. Aeltestes Urbarium der Abbtei Seitenstetten (1290—1308). 
Mitgetheilt von J. Chmel 3— 18 

XIV. Zur Geschichte des österreichischen Freiherren-Geschlechtes 
der Eizinger von Eizing. (Nr. 136 — 271. Regesten und 16 
Beilagen vollständig abgedruckt. Aus den Jahren 1438 — 1561.) 
Mitgetheilt von J. Chmel 19—146 

XV. Bericht über den historischen Vorrath im Archive des Bene- 
dictinerstiftes Raigern in Mähren. Von Gregor Wolny . 147 — 165 






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$J^T* Was ArcJiiv erscheint von jetzt an nicht mehr mit der Bezeichnung 
,,Jahrgang," sondern in fortlaufenden Bänden. Die neuen Titel zum 
I. bis VII. Bande liegen diesem Hefte bei. 

Man ersucht aber, diese neuen Titel den früheren vorheften zu 
lassen, ohne diese zu entfernen, da manchmal in den Bän- 
den I bis VII nach Jahrgängen citirt wird. 

Jahrgang 1848, bestehend aus fünf Heften, bildet den ersten 
Band. Von Jahrgang 1849 bilden die Hefte 1 bis 4 den zweiten 
Band der ganzen Reihe, der bisherige zweite Band dieses Jahrgangs 
wird nun der dritte der ganzen Reihe, der erste des Jahrgangs 1850 
der vierte und so fort, so dass mit Ausnahme des ersten Bandes jeder 
folgende aus vier Heften zu bestehen hat. 



Archiv 



für 



Kunde österreichischer Geschlchts-Quclicn. 



Herausgegeben 



von der 



zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission 



der 



kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. 



Erstes Heft. 



•K&®*®»*- 



Wien, 1848. 

Aas der kaiserlich-königlichen Hof- and Staats - Druckerei. 



III 



Vorwort. 



Die kaiserliche Akademie der Wissenschaften 
hat (in ihrer historisch - philologischen Classe) die 
besondere Pflege der vaterländischen Ge- 
schichte als eine ihrer Hauptaufgaben anerkannt, 
zu mahl jetzt, wo der österreichische Kaiserstaat zu 
neuem Leben erwacht ist, und dieses neu erwachte 
Leben wie ein gewaltiger Strom einherbraust , der 
seine Zerreissung und Zerstückelung droht. 

Oesterreichs Genius wird die Sturmfluthen däm- 
men und der Verwüstung wehren, die politische 
Regeneration wird die Wissenschaft, so hoffen wir, 
nur fordern. 

Kümmerlich fristete durch Jahrzehente die va- 
terländische Geschichte ihre Existenz, ihre Pfleger 
beschränkten sich zuletzt meist auf das Sammeln 
von Materialien, aber auch dafür war im grössern 
Publikum alle Theilnahme erloschen. 

Statt der Liebe und dem Interesse für die Ge- 
schichte des Vaterlandes war die Lust am Skandal, 
die Sucht, dasselbe in den Koth zu ziehen bei der 
Mehrzahl herrschend geworden; sie gehört der Ge- 
schichte an diese unselige Zeit , die ihr unparteiisches 
wenn auch strenges Gericht unabänderlich halten 
wird — über eine Generation aber nicht über 
einzelne Menschen bloss. 



IV 

Die historische Commission der kaiserlichen 
Akademie glaubt, ihre Aufgabe könne nur durch 
allgemeine Theilnahme aller Freunde der vater- 
ländischen Geschichte gelöst werden , oder vielmehr an 
der Lösung derselben sollen sich alle Berufenen be- 
theiligen, denn diese Wissenschaft ist unermesslich, 
sie wächst mit jeder Stunde. 

Indem sie nun fiir die vaterländische Geschichte 
im weitesten Umfange in diesem „Archiv" ein wis- 
senschaftliches Organ eröffnet, glaubt sie sich über 
die Bestimmung desselben näher aussprechen zu 
müssen. 

Geschichte beruht auf Zeugnissen, diese zu 
sammeln, zu prüfen und abzuwägen, ihre Resultate 
zu gestalten ist das Werk des Geschichtschreibers, 
sein Geschäft wahrlich ein mühevolles. 

Mehr als je ist die Schwierigkeit, eine Ge- 
schichte des österreichischen Kaiserstaates zu schrei- 
ben, in diesen Tagen offenbar geworden, wo sich 
die Nationalitäten, wie die Provinzen, so geltend 
machen; sieht man jetzt endlich ein, dass die Auf- 
gabe eines Geschichtschreibers des österreichischen 
Kaiserstaates es ist, alle darin enthaltenen Ele- 
mente gründlich zu kennen und unparteiisch zu 
würdigen? Wie wünschenswerth wäre nun ein histo- 
risches W r erk, in dem die Schicksale der verschie- 
denen Theile unseres Staates vor ihrer Verbindung 
unter einem Regenten paralellisirend mit ergreifen- 
der Wahrheit vorgestellt wären, als warnende Stimme 
wie nöthig Einigkeit ist, um sich vor fremder Un- 
terjochung zu schützen; in dem aber auch mit un- 



bestechlicher Wahrheitsliebe das Thun und Lassen 
seit der Vereinigung, die leider nicht zur innigen 
noch geworden, bisher nur eine äussere blieb, ge- 
würdigt würde! 

Doch dieses bleibt wohl noch lange lange Zeit 
nur ein frommer Wunsch — °), aber vorbereitet soll 
es werden und zwar durch die Hände Vieler, denn 
dazu bedarf es der mannigfaltigsten, der mühsam- 
sten Vorarbeiten, von denen so Viele nicht einmal 
einen Begriff haben. 

Für diese Vorarbeiten zu einer künf- 
tigen Geschichte des österreichischen 
Kaiserstaates ist nun das ..Archiv" in Ver- 
bindung mit den , .Fontes" bestimmt. 

Die historische Commission will aber künftigen 
Geschichtschreibern aller Art den Stoff liefern 
und die Zeugnisse sammeln — und prüfen. 

Ehe das Ganze seine Geschichte erhalten kann, 
müssen alle einzelnen Theile ihre Geschichte haben; 
zahlreiche Monographien sollen, noch weit mehr als 
bisher geschehen, die kleineren Kreise, ja selbst 
ausgezeichnete Individualitäten (also Biographien) in 



*) Es versteht sich, dass die literarischen Bestrebungen An- 
derer durch eine solche Aeusserung nicht heruntergesetzt 
werden sollen, die literarische Welt ist jedenfalls eine Re- 
publik, in der Allen frei steht, ihre Ansichten geltend zu 
machen , desshalb aber auch der historischen Commission. 
Von Monopol oder einer Beherrschung der öffentlichen Mei- 
nung kann ohnehin keine Rede seyn ; wir glauben , wenn 
irgendwo so ist in der Geschichtswissenschaft der 
Fortschritt ein allmähliger nicht ein urplötzlicher, und es 
werden und müssen viele Versuche vorausgehen , ehe ein 
Meisterwerk gelingt. - 



VI 

ihrer Wirksamkeit in ihren Schicksalen darstellen — 
allen diesen auch soll das Archiv nach und nach den 
Stoff liefern. Man wird fragen, warum nicht lieber 
gleich die Bearbeitung, warum bloss Stoff, 
warum Materialien und nicht den Bau? — 

Zur Antwort diene: Für Bearbeitung in grös- 
seren oder kleineren Abhandlungen soll wohl 
auch gesorgt werden, dieselben mögen in einer an- 
dern Sammlung (zum Theile in den akademischen 
Denkschriften) theilweise veröffentlicht werden; im 
„Archiv" wird das gesammelte Materiale niedergelegt 
und dadurch zugänglich allen Forschern. 

Hat man nicht schon vielfach die Erfahrung 
gemacht, dass Aufsätze, Abhandlungen, so wie 
grössere selbstständige Werke, welche über irgend 
einen historischen Gegenstand erschienen sind, durch 
das spätere Auftauchen neuer Materialien, die den 
Dingen eine ganz andere Gestalt geben, nicht bloss 
ungenügend, sondern ganz unwahr und irreführend 
wurden ? — 

Werden nicht U r t h e i 1 e über Personen wie 
über Zeiträume im Laufe der Zeiten nicht bloss 
modificirt, nein geradezu umgekehrt? — Erhält nicht 
so manche Ansicht täglich ja stündlich ihre Be- 
richtigung, ihren Umschwung? — 

Je gründlicher und umfassender die Forschung, 
je mehr Zeugnisse beigebracht, je umsichtiger sie ge- 
prüft und je scharfsichtiger sie erklärt und gegenein- 
ander gestellt werden , desto befriedigerende Resultate 
erhält man, und allmählig wird es Licht in Gebieten, 
worüber Jahrhunderte trostloses Dunkel herrschte. — 



MI 

Darum wird ein Organ für Herbeischaffung 
neuen Stoffes, für Sichtung und Würdigung des 
Materials nicht als überflussig erachtet und ver- 
schmäht werden. 

Von Kennern der Wissenschaft furchten wir 
nicht den Vorwurf, dass man Maculatur drucken 
lasse! — 

Bisher war in den meisten Geschichten nur 
von dem Wechsel der Herrschaft die Rede, von 
dem äusseren Erscheinen, in die innere Natur der 
Verhältnisse drang man wenig, denn das ist den 
Meisten viel zu gründlich, ja langweilig; und doch 
muss eine gründliche, eine wahrhaft lehrreiche Ge- 
schichte gerade diese inneren wechselseitigen Ver- 
hältnisse der einzelnen Bestandtheile des Staates, des 
Volkes zum Gegenstande der Erörterung und unbe- 
fangenen Darstellung machen. 

Welche Kurzsichtigkeit , die p o 1 i t i s c h e n Ver- 
änderungen, und zwar nur in der äussersten Spitze, 
beim Landesfursten zur Hauptsache einer Darstel- 
lung zu machen, welche eben desshalb nur auf der 
Oberfläche bleibt, und den Kern über der Schale 
vergisst. Wir machen diesen Vorwurf unserer vater- 
ländischen Geschichte aus dem Grunde, weil zur 
Zeit der Noth, wo es gilt, eine neue Ordnung der 
Dinge einzuführen , über die wichtigsten Verhältnisse 
so gut als keine Aufklärung zu finden , zum Beispiele 
über Steuerwesen- und Unterthanen- Ver- 
hältnisse, über ständische Gerechtsame und 
die a 1 1 m ä h 1 i g e Herausbildung der fürstlichen Ge- 
walt bis zum Absolutismus. 



vin 

Die Behandlungsweise unserer vaterländischen 
Geschichte muss folglich eine andere werden. Aus 
ihr sollte Belehrung für jeglichen Stand über seine 
Stellung im Staate und gegen alle übrigen Mit- 
stände geschöpft werden können; dazu sind ganz 
andere Forschungen nöthig, als bisher gepflogen 
wurden; mit schönen Phrasen und hochtrabenden 
Worten ist es nicht gethan. 

Vor Allem muss der Besitz von Grund und 
Boden nachgewiesen werden, in wessen Händen 
von Anbeginn und weiter im Verlaufe der Zeiten 
das Land gewesen; die Colonisirung und ihre Art 
und Weise muss Gegenstand der gründlichsten For- 
schung werden, und wie die Verhältnisse geworden 
sind nach und nach. 

Die bisherigen Geschichten versetzen uns meist 
sogleich in die Mitte der Begebenheiten, die Jahr- 
hunderte der Begründung des allmähligen Werdens 
will man geradezu überspringen, ja es gibt Geschich- 
ten, die den Anfang zu einer Zeit machen, in der 
bereits alle Verhältnisse vollkommen ausgebildet, ja 
manche bereits wieder verändert sind ; wenn man zum 
Beispiele die österreichische Geschichte mit den 
Landesfiirsten aus dem Hause Habsburg beginnt. 

Es ist also unerlässlich , dass man Geschichte 
stets mit Geographie und Topographie verbinde , um 
die allmählige Gestaltung des Landes und Volkes, 
die innere Einrichtung , die Ursprünge der Verfassung 
nachzuweisen ; also nicht mit dem dreizehnten Jahr- 
hunderte beginne die Geschichte unseres Vaterlandes , 
die frühere Zeit, mehr als ein Jahrtausend, kann 



IX 

nicht ignorirt werden, sie ist eben so wichtig und 
ihre Geschichte nur äusserst schwierig. 

Archäologie und Linguistik sind die beiden Leit- 
sterne in der allerdings dunkeln Nacht dieser frü- 
heren Jahrhunderte; ihre Verbindung mit der vater- 
ländischen Geschichte muss inniger und lebendiger 
werden, das ist die würdige Aufgabe einer Akade- 
mie, eines historisch-archäologischen Vereines. 

Wir werden derlei Forschungen mit Vergnügen 
das „Archiv" offen halten, und alle uns übrig geblie- 
benen Zeugnisse und Denkmäler der Vorzeit sammeln. 
Die Spuren einer früheren Civilisation, der Sitze 
und Plätze , in denen irgend ein Gemeindewesen be- 
stand, an die sich auch meist die späteren Colonien 
anknüpften, müssen wohl ins Auge gefasst und die 
ununterbrochene Fortdauer, wann und wie es sich 
herausstellt, nachgewiesen werden. 

Die Geschichte eben dieser neuen Colonisation, 
von Kaiser Carl dem Grossen angefangen meist durch 
deutsche Volksstämme und deutsche Fürsten durch- 
geführt, verdient besondere Beachtung, und an ihrer 
allmähligen Vollendung muss -der mühsamste Fleiss 
und die fassendste Gelehrsamkeit sich erproben; wir 
wollen diese bisher viel zu wenig beachtete Zeit 
des achten bis zehnten Jahrhunderts der christlichen 
Zeitrechnung durch jegliche Aufmunterung gründ- 
licher durchforschen lassen. 

Die Geschichte der Dynastien und Land- 
herren, ihrer Besitzungen und des Zustandes ihrer 
Unterthanen ist im Ganzen noch höchst ungenügend 
bearbeitet; mit genealogischen Tafeln heraldischen, 



X 

sphragistischen , diplomatischen Erörterungen ist es 
nicht abgethan; die Hauptsache ist, das Gebahren 
dieser Dynasten, den Zustand ihrer Hörigen und 
Angehörigen, ihre Stellung nach oben und unten, 
ihre Bedeutung im Staate gründlich zu kennen und 
unparteilich zu würdigen. 

Die Geschichte des Adels muss in 
einem ganz anderen Geiste behandelt 
werden als bisher, dannistsievongröss- 
ter Bedeutung; dafür ist wohl noch das Meiste 
erst zu thun. 

Selbst die Geschichte der geistlichen Stiftungen, 
der frühesten im Grossen auftretenden Colonisirer, 
(man denke an Salzburg und Passau), ist nichts 
weniger als abgeschlossen, obschon ihre Quellen zu 
den bedeutendsten und reichsten der bisher ge- 
druckten gehören. Sie zu ergänzen und neu zu 
benützen ist eine Hauptaufgabe , denn der Güterbesitz 
des Clerus und dessen Stellung im Staate ist wohl 
sehr bedeutend, und die freimüthige aber auch ge- 
rechte Würdigung dessen, was er geleistet, liegt eben 
der Geschichte ob. 

Dass es in früherer Zeit viele freie kleinere 
Güter gegeben habe , deren Besitzer allmählig durch 
Ungunst der Verhältnisse in ein abhängiges Verhält- 
niss der Lehenschaft und Dienstbarkeit gegen geist- 
liche oder weltliche Herren gekommen seien , ist aus 
zahllosen Documenten ersichtlich; die Zusammen- 
stellung solch freien Besitzes, so wie des unfreien 
dienstbaren, wäre wohl höchst erwünscht, beruht 
übrigens auf den mühsamsten, an und fiir sich 



XI 

trockensten Forschungen und Untersuchungen; nur 
der Hinblick auf einstige überraschende Resultate 
kann dazu aufmuntern. 

Für derlei Forschungen, nur scheinbar höchst 
trocken und unfruchtbar, ist das „Archiv" geöffnet, 
wir wollen uns nicht irre machen lassen durch das 
absprechende wegwerfende Urtheil der Utilitarier, 
welche alles nur nach dem unmittelbaren sogleich 
in die Augen springenden Gewinn schätzen. 

Uebrigens versteht es sich ohnehin, dass jeg- 
liche Seite des öffentlichen Lebens in Staat und 
Kirche beachtet werden soll, und die politische 
wie die Kirchen-Geschichte, Geschichte der Cul- 
tur und Gelehrsamkeit und der Kunst wird 
aus den hier zu veröffentlichenden Actenstücken 
Gewinn ziehen, wenn die Freunde derselben anders 
thätigen Antheil nehmen. Die Geschichte der uns 
näher liegenden Jahrhunderte soll um so eifriger 
gepflegt werden, je tiefer sie ins Leben eingreifen 
muss und je dringender wahre Darstellung der Ver- 
hältnisse und ihrer Gestaltung gegenüber den ver- 
kehrten Ansichten der Parteien geworden ist. 
Besonnenheit und Billigkeit ist hiebei unser Wald- 
spruch. 

Da alle Länder unseres grossen Kaiserstaates 
und alle Stände des Volkes dieses „Archiv" als ihr 
Organ betrachten dürfen und sollen, fordern wir 
hiemit zur regsten Theilnahme auf. — 

Was nun insbesondere den Inhalt des gegen- 
wärtigen, ersten, Heftes betrifft, so ist die erste 
Mittheilung aus einer sehr wichtigen Handschrift des 



XII 

dreizehnten Jahrhunderts, die von einem der vor- 
züglichsten Annalisten Deutschlands , dem berühmten 
Hermannus Altahensis herstammt, entnommen, 
und besteht theils aus einer Reihe von Notizen, 
durch welche die Leistungen der Unterthanen des 
baierischen Benedictiner- Klosters Nieder-Altaich in 
Oesterreich beleuchtet werden , theils aus höchst in- 
teressanten , darin enthaltenen Actenstücken über ver- 
schiedene Provinzial - Landfrieden im südwestlichen 
Deutschland im fünften und sechsten Decennium 
des dreizehnten Jahrhunderts, in einer Zeit des 
heftigsten Parteikampfes, der durch so viele blutige 
Privatfehden und Angriffe bittern Jammer und be- 
klagenswerthe Verwilderung der Gemüther herbeiführte. 

Das zweite Stück dieses Heftes beleuchtet ein 
kurz vorübergehendes Verhältniss zweier Fürsten des 
fünfzehnten Jahrhunderts, des berühmten Königs 
Matthias Corvinus von Ungarn und des Herzogs von 
Mailand, dessen Schwester Bianca der staats- 
kluge König seinem natürlichen Sohne vermählen 
wollte. — 

Die Vermählung unterblieb , Bianca ward später 
römische Kaiserin, die Gemahlin des ritterlichen 
Maximilian des Ersten! — 



Wien, am 10. April 1848. 



I. 



HermanDos Altahensls etc. 



I. 

Irkuuden- und Notizen -Sammlung des Abtes Hermann 
von Niederaltaich und mehrerer seiner Nachfolger. 

1*42 — c. 1300. 

Uas k. k. geheime Haus-, Hof- und Staats-Archiv zu Wien 
bewahrt unter seinen Schätzen auch eine Pergamenthand- 
schrift des dreizehnten Jahrhunderts in Quart, 247 Blätter 
stark, welche sich auf das ehemalige baierische Benedicti- 
nerkloster Niederaltaich bezieht und von seinem berühmte- 
sten Abte Hermann herstammt ; sie enthält in zwei verschie- 
denen Abtheilungen, ausser mehreren Actenstücken von all- 
gemeiner Wichtigkeit für deutsche Geschichte, eine grosse 
Anzahl von Xotizen und Urkunden, von Verzeichnissen 
und Zusammenstellungen der Einkünfte u. s. w. , die des 
Klosters innere und äussere Verhältnisse vortrefflich be- 
leuchten. Mehrere seiner Nachfolger, die Aebte Albin 
(st. 1279), Volkmar (st. 1282), Poppo II. (st. 1289) und 
Bernhard (st. 1317), haben zu dieser Sammlung ihres 
Vorgängers Zusätze gemacht, durch welche so manche 
Veränderungen beurkundet werden. 

Bekanntlich ist Abt Hermann von Niederaltaich ein 
ausgezeichneter Verwalter der zeitlichen Güter seines Hau- 
ses, ein kräftiger und thätiger Vorstand seiner geistlichen 
Gemeinde und ein tüchtiger Geschäftsmann so wie ein sorg- 
faltiger Bewahrer der historischen Notizen seiner Zeit 
gewesen. *) 

Die erwähnte Pergamenthandschrift ist ein Beweis mit, 
nebst andern von ihm herstammenden Sammlungen, dass 
»eine Amtsführung zu den verdientesten gehöre. 



•) Abt Hermann leitete das Kloster von 12%2 bis 1273, in welchem 
Jahre er resignirtei 1275 starb er als 75j£hriger Greis. 

1 



2 

Vergleiche : „Placidus Haiden etc. des Klosters Nieder- 
„altaich kurze Chronik, oderZeit-Schrifften etc. Regensburg 
„1732. 4. S. 94 — 98. — Annales Hcrinanni Altahae inferio- 
„ris 0. S. B. abbatis, ab anno Christi MCLII. qui est 
„primus Friderici I. Imp. Aug. usque ad Rudolphum Habs- 

„burgicum , am i videlicet MCCLXXIII. hactenus Henrico 

„Steroni ejusdem monasterii monacho et Capellano perpe- 
„ram attributi ex apographo Joannis Aventini etc. multis 
„partibus auctiores, veroque auctori redditi, prodeunt cura 
„et studio Andreae Felicis Oefelii." 

V. Oefele, scriptores rerum boicarum I. p. 656 — 684, 
ibidem (p. 719 — 729): Antiquitates Diplomaticae Altahen- 
ses etc., collectae ab Joanne Aventino. etc. 

V. Monumenta boica Tom. XI. et XV. 

V. Böhmer , Fontes Rerum Germanicarum II. S. 486 — 
526, Hcrmanni Altahensis Annales 1152 — 1273" u. vgl. 
Vorrede S. XLVIII. — LIII. Nro. 23. 



Da nun Niederaltaich nicht unbedeutende Besitzungen 
in Oesterreich hatte, ist die Geschichte dieses Klosters, 
besonders was eben jene betrifft, von den österreichi- 
schen Geschichtsforschern sehr zu berücksichtigen. 

Wir glauben also durch die genauere Angabe des In- 
haltes dieser wichtigen Handschrift, noch mehr aber durch 
die Mittheilung mehrerer bedeutender darin enthaltener 
Notizen und Actenstücke uns den Dank der Forscher zu 
gewinnen, zumal wenn sie, wie es der Fall ist, zugleich 
auch von bedeutendem allgemeinen Interesse sind. 

Wir theilen vorerst Folgendes mit: 

1. Den (im Codex ms. so angegebenen) Inhalt beider Ab- 
thcilungen. 

2. Geschichtliches vom Kloster Niederaltaich, zusammen- 
gestellt von Abt Hermann. 

3. Notizen und Urkunden, die österreichischen Besitzun- 
gen des Klosters und deren Verhältnisse betreffend. 



4. Dreijähriger Landfrieden (von 1244 — 1247), be- 
schworen von Herzog Otto von Baiern, Erzbischof 
Eberhard von Salzburg und den Bischöfen Rüdiger 
von Passau, Siegfried von Kcgensburg, Conrad von 
Freising, Friedrich von Eichstätt und Heinrich von 
Bamberg. 

5. Landfrieden, von Herzog Ottokar in Oesterreich (wahr- 
scheinlich 1251) augeordnet. 

Dieses wichtige Actenstöck ist zwar (aas eben diesem 
Codex ms.) bereits gedruckt in der als Anhang dem dritten 
Bande der österreichischen Geschichte von Schrötter and 
Adr. Rauch bisweilen beigebundenen: „Sammlung einiger 
„bisher ungedruckten , oder aus den Urschriften genau ge- 
zogenen Urkunden. " S. 31—37. Nro. XIII. Da aber dieser 
Anhang sehr selten geworden, der Rauch'sche Abdruck zu- 
dem an mehreren Stellen wesentlich fehlerhaft ist, so wird 
der Wiederabdruck wenigstens gerechtfertigt seyn. — 

6. Landfrieden, zu Straubing von Herzog Heinrich von 
Baiern, den Bischöfen Otto von Passau und Conrad 
von Freising für die nächsten zwei Jahre vom näch- 
sten St. Martinstage (1256?) beschworen, vom Bi- 
schöfe Heinrich von Bamberg aber schriftlich ange- 
nommen. 

7. NB. Als Anhang mögen die um selbe Zeit (1256) ge- 
machten Statuten für die Stadt Landshut, die meist 
den Verkehr mit Lebensmitteln betreffen, hier folgen. 



Uebrigens ist zu bemerken, dass aus demselben Codex 
ms., der die Archivs -Signatur: „Reichs - Sachen Nro. 14"* 
hat, Leibnitz wichtige Actenstücke über den grossen rhei- 
nischen Städtebund (Codex iuris gentium , mantissa 2 , 93) 
und genealogische Nachrichten über das Wittelsbachische 
Haus (Scriptores 2, 22) entnommen hat. 

Chmel. 



1. 

Index 

(primae partis, Codicis msc. Nro. 14, perg. sec. XIII et XIV, 132 (oll) 



I. Institucio ecclesie Altahensis. 

II. Electio Hermanni abbatis et redditus ecclesiarum 
in Achspach et Spiz. 

III. Presentacio Chunradi sacerdotis ad ecclesiam Pföling 
et vineam Keuring. 

IV. Scripta super Zaia et privilegia aduocati super 
Abstorf. 

V. De Cancellatione libri huius. 
VI. De predio Volrating et Enspach. 
VII. Donatio predii in Wintzing. Emptio quorumdam agro- 

rum in Altenurfar et in Maenzing et in Putting. 
VIII. Confirmatio Ottonis super Aeinprukk. 
IX. Super contractibus matrimonii inter ecclesiam et 
homines Ducis et ultima pars de institutione huius 
monasterii. 
X., XI. Resignatio cuiusdam quartalis in Gossenpach. 
XII. Feoda Vrowbergensium. 

XIII. Confirmatio Friderici Imperatoris super muta Austrie. 
Item litere Ottonis ducis Bawarie et Comitis Palatini 
super mutas et super decimas. 

XIV. Collatio cuiusdam predii circa Oetling et Rapoto 
Palatinus super muta in Pleinting. 

XV. Resignatio feodorum Altmanni de Mos et donatio 

decimarum in Vihtah et alibi, Ottonis ducis. 
XVI. Privilegia super protestatione Hermanni abbatis et 
edificatio domus versus cenaculum. Decime in Flinz- 
pach. 
XVII., XVIII., XIX. et XX. Jura aduocati. 
XXI. Feoda Marquardi de Auting. Ottonis Schreiger Mor- 
specharii et Gozzonis de Chrems et alia feoda. 






5 

XXII. Alia feoda que confert ecclesia Altahcnsis. 

XXIII. Feoda Puchpergarii. Chamerdorfarii et hominum 
uostrorum in Aiche et Haueldorf. 

XXIV. Feodoram pars que confert ecclesia. Redditus in 
Weizzenregen et Aeinprukk et Maendorf. 

XXV. Redditus in Reichersdorf, redditus et decime in 
YYinchling. 

Ausolholfing descriptio prediorum ad jura ducis 
pertinentium. 
XXVI. Decime in Oetling Chunzen et feoda Gaemlin- 
garii in civitate Ratisponensi. Item Taxacio red- 
dituum in Mundreching. 
XXVIII. Compositio super Vogelhausen et Schach, Alt- 
manni de Mos feoda Preisingerii et Vronleinsper- 
gerii Aenchofarii. 

XXXIII. Forma pacis quam constituit Otakarus dux in 
Austria. 

XXXIV. Pars feodorum que confert ecclesia. 

XXXV. Pene culparum. 

XXXVI. Feoda Hugonis Hanif. Statuta super mercimoniis. 

XXXVII. Resignacio Aesingarii Ulrici. Item alia in Oth- 
maring. Item resignacio curie in Tundorf quondam 
Hartlibo facta Ulrico et pueris suis et procuratoria. 

XXXVIII. Pars steurarum tempore domini Hermanni abbatis 
et obligacio proventuum ecclesie in Mundreiching. 

XXXIX. Pars decimarum in Abtsdorf. Resignacio super 
Reut. Item in Oberngessenpach. Item resignacio 
cuiusdam agri infra Helingersperg et Walters- 
dorf qui vocatur Chirichgelent. Item in Tundorf 
snper feodo Lederarii. Statutum ins hereditatis 
in Wizzensing-Hainr. Faber de Osterhoven. Do- 
nacio hereditatis in Herzdorf. Collacio feodi Ulrici 
tabernarii in Swarza . Pena super Herstdorf. 
XL. Conposicio inter prepositam de Rymchna et Pleba- 
nam de Regen super decimis et cura plebis. 
XLII. Expense abbatis Hermanni quas fecit in edificiis 
et in structuris - plebani (provisio) de Geirstal. 



XLIII. Predia libere institutionis. Predia a iure advo- 

catie libera. 
LXIV. Predia in Puchofn. 

XLV. Redditus in Gossenpach et in Obernhausn. 
XLVI. Instructio super Obernhausn. 

XL VII. Redditus in Usterling et recta feoda in Cholnpach. 
XL VIII. Bona ab Ulrico de Geltolfing resignata. 

Delegatio Rapotonis de Tatenpach et uxoris Meh- 
thilde de Loh. apud Flinsperch. Collatio heredi- 
tatis Gugulmanni in Wizzensing. Renuntiatio Her- 
manni de Pledling pro quadam hereditate Reicher- 
storf. 
L. Chuntzen huba Chraeglini. Item de Fuhspühel. 
LI. Locatio domus in Patauia facta Karolo. 
LH. Collatio hereditatis super minori curia Munichdorf. 
LIII. Donatio cuiusdain predii in Itenspach , locatio curie 

in Chemnaten et absolutio fratris Gozzwini. 
LIV. Resignatio predii in Ried in Zwisel compositio 

Tyrolfi cum domino H. abbate. 
LV. Confirmatio Eberhardi et Chunigunde super curia 
Schonhering et Commutatio quorumdam agrorum 
ibidem. 
LVI. Donatio cuiusdam Gerdrude a Satelpogario facta. 

Item collatio Wallarii de prediis in Nezelbach. 
LVII. Quidam contractus super curia Aesing cum Rugero 

de Monte. 
LVIII. Locatio molendini in Rukkozzing, Hainrico facta. 
Resignatio quorumdam prediorum in Hergolfing 
et in Auwerbach. 
LIX. Locatio Walchuni in Altenurfar. Scripta super 
curia Miterdorf, feoda Vrowenbergarii et Resig- 
natio Segenfridi de Landawe; delegatio quorum- 
dam hominum ab Alhardo Gcumanno facta. 
LX. Locatio agrorum in Lo Meingoto facta, commu- 
tatio agrorum Altenurfar, et in Tundorf. Resig- 
natio per Herbordum de Yserhof facta. Collatio 
miusdam decime in Auerbach per Cyrbcrgarium 



Otlingerio facta. Resignatio per Haidendorfarium 
Camerario in Rudmarsvelden facta , in prediis in 
Celle in ii Clin in' et locatio domus Patavic Cultel- 
lariis (facta). Uxori Altmanni de Wintzer collata 
feoda ad petitionem Altmanni eiusdem. 
LXI. Locatio domus Patavie in strata clericorum. 
LXII. Feoda Ottonis de Frovnberch in nemore collata 
Leutz(en)ridario. 

LXIV. Concordia episcopi Pataviensis et ducis Bawarie. 
LXV. Feoda que habet a nobis Chunradus de March 
et Rugerus de Reinhartsmazz et homines a Cir- 
bergario dati. 

LXVI. Cessio fratris Dipoldi de Obernwerd super heredi- 
tate. Chunradus de Peurbach cessit omni iuri in 
Fridrico de Tundorf et fratribus suis. 
LXVII. Collatio Leupoldi de Rukkozzing. Corapositio inter 
Hirzonem et Frichconem. Copulatio Engelworth 
cum Chunigunda filia, Enenchel et cessio Popponis 
et Reichkari in beneficio de Grub. Collatio Alberti 
et(post eius mortem) Ekperti de Strubing. Wisnto 
de Nezzelbach. 
LXV1II. Qualiter beneficia in Neunmaizz et in aliis locis 
devenerint ad ecclesiam Rymchna. 

LXIX. Resignatio Leupoldi et Ulrici dictorum dinstman 
super hereditate in Tundorf. Resignatio Herbordi 
de Leutzenrid in quodam beneficio in Chubach, 
de agris Chauzlini in Tundorf. 
LXX. Obligatio Marquardi de Rukkozzing super here- 
ditate Meingoti et Hirzonis. Hereditas Ulrici de 
Munichdorf in Wizzinsing . Resignatio Rugeri de 
Werd uxori sue. 
LXX. (sie). Impetitio Hertwici de Nezzelbach et Suzzonis 
contra Engelschalcum pistorem. Cessio Rugeri de 
Reinhartsmazz super molendino in Rorbach. 

LXXI. Resignatio Wilhelini de Cirberch diinidie hübe in 
Maeting. Comparatio Fridrici de Sunpach super 
sua hereditate. Collatio Ulrici de Gorhaim . Col- 



8 



latio filie Alberonis de Entla dominis deWintzer. 

Cessio Sweikeri de Forst in Alberone de Hohen- 

perg et pueris suis. Resignatio cuiusdam quar- 

talis vidue Wapponis in palude. 
LXXII. Comparatio curie in Tundorf ad Chunradum, 

generum Pauli. 

Traditio Sweikeri de Swartza predii in Reut 

et Mcuwing. 

Locatio curie in Sumbrehtsdorf. Collatio vacca- 

rie in palude preposito de Oeting. 
LXXIII. Feoda Heinrici de Chirhdorf. Hergoluing. Hein- 

rici de Otling et H. de Saehsing. 
LXXIV. Cessio Chunradi de Furt in prediis Cirbergarii. 

Comparatio prediorum Chunradi officialis de 

Puchof. Donatio domus nostre in Patavia ma- 

gistro Hertwico. 
LXXV. Collatio aree nostre in Landaw Pitrolfo et 

Pernhardo. 

Venditio decimarum in Aenprukk. 
LXXVI. Pena Rugeri de Rot et Heinrici et Chunradi 

fratrum de Aychenbach pro collatione bene- 

ficiorum in Tal. Locatio curie in Walnting. 

Compositio villarum Wizzensing et Munichdorf. 

Compositio Leupoldi de Utting cum Wernhardo 

de Aichperch. 
LXXVII. Donatio vinee in Austria Reinoldi plebani in 

Regen. 

Resignatio Holdlingerii predii in Pornnig. Feoda 

Gumpoldi de Leling. Comparatio cuiusdam prati 

Tesoldi. 
LXXVIII. Collatio Rugeri Rudmaro de Sherding. Traditio 

Hainrici Geumanni Alberto de Purchstal. Trac- 

tatus predii in Ricenmaizz. 

Compositio Lamine et fratruelium suorum super 

curia in Swarzah. 
LXXIX. Comparatio prediorum in Schonanger. Resignatio 

cuiusdam hereditatis in Zwiglarn. 



LXXX. Collatio predii in Perndorf. Traditio Ottonis de 
Laue super carte et vinea, Ilirzoni postea 
collata. Resignatio Gotfridi de Puch caiusdam 
predii postea Chunrado fabro collata. Collatio 
dubia Perhtoldo iadici in Chambia facta. Here- 
ditas Paumlingarii de Taiberhtshausn (item Tag- 
bechsthausen 1» o d i e Tabershansen). 
LXXXI. Collatio Tumgauzzer in Ybenchaim. Resignatio 
Andree de Clefsing uxori sue facta. Donatio 
predii in Wintgepozzing et Maezing. 
Donatio Rössel in Hiltersdorf. Traditio ad ce- 
nobinm Malhartsdorf dimidie libre pro festo 
nostro celebrando. 
LXXXII. Traditio predii in Mnsen (item „Musing") Hen- 
rico de Mosdorf et uxori sae facta. Feoda illius 
de Weihs. Emptio cuinsdam aree et orti eccle- 
sie nostre facta et pomerii. Item tractatns po- 
merii Wintheri et agrorum in Altenurfar. 

LXXXIII. Privilegia libertatis prediornm infirmarie. Tra- 
ditio decime in Mimming infirmarie nostre. Pri- 
vilegium super predio Vraeleih ( n Henrici Fro- 
1'- i c \\" ) in Oexing. Collatio predii in Riczenmaizz 
Planchenpech facta. Resignatio curie in Puhel. 

LXXX1V. Littere Chretzlini. Collatio feodi in Otenshaim. 

Reconciliatio Cirbergarii cum nxore sua. 
LXXXV. Donatio dimidie libre ad Malhartsdorf de curia 
Huntarn ad Rymchna pertinente. Obligatio Sif- 
chofn et Mundreiching. 

LXXXVI. Causa cum domino episcopo Kymensi. Tracta- 
tns Chunradi officialis de Puchofn cum Tyrolfo 
et Perchaimario. Feoda Harthaimarii et pro- 
curatorium ad Curiam Romanam. 
LXXXVII. Donatio predii in Gneisting a relicta Laminae. 
Litere domini Aerbonis super Ingolstat. Litere 
censualium nostrorum circa Lantshut. 
LXXXVIH. Litere vocationis concilii. Litere iudiciarie super 
provisione Craetzlini et procuratorium romanum. 



10 

LXXXIX. Item litere pro causa Craetzlini. 

LXXXX. Forma subdelegandi et litera domini Acrbonis 

et feoda aliqua que habet couferrc ecclesia. 
XCI-XCIV. Litere super appellatione. Forma obligandi de- 
cimas. Litere ducis super comparatione aduo- 
catie in Mundraeiching et Sichofn. Litere super 
decima in Ansholfiug et vacearicia in palude 
magistri Friderici. 
XCV. Litere magistri Friderici super debitis suis. 
Litere date decano in Vihtah super Swarza. 
Resignatio Obuli filio muratoris in Yserhofu. 
Litere ducis super seruitiis hominum Altahen- 
siiini. Renunciatio actionum H. Vermis. Arbitrium 
inter Eysching, Reut et Aichperch. 
XCVI. Plures litere super obligatione aduocatie nostre. 
XCVII. Arbitrium inter Romanorum et Bohemie reges. 
XCVIII. De eodem. 
XCIX. Quedam cantiones. 
CIV. Tres lectioues de sancto Godehardo. Litere que 

mittuntur pro defunctis. 
CV. Inuestigatio agrorum in Tundorf. 
CVI. Feoda Tyrolfi in Yserhofn et hereditates ibidem 

que perdiderunt prata sua. 
CVII. Litere concilii, feoda Chlehaimarii . Piscatura in 

Oexing data in Alderspach. 
CVIII. Feoda Heinrici Geumanni. 
CIX. Resignatio Chelblini in Tundorf super Pornchofn. 
CX. Donatio Scheiplini cuiusdam predii in Wizzensing. 
CXI. Feoda Harthaimarii. Resignatio Wetzel de Vils- 
hof super predio in Perin. Tractatus Sighardi et 
Ditmari in Rukkozing. 
CXII. Resignatio decime quas (sie) habet Elysabet uxor 

Leonhardi Sagittarii in parochia Chuntzen. 
CXIII. Feoda Peronis de Antzenchirchen. Cessio Leu- 
poldi de Preuhausn cuiusdam predii in Ilitting. 
Traditio quoruindam hominum a Rapotonc de 
Taechenpach. 



11 

CXIV. Locatio curie in Pignortaren et Walnting. 
CXV. Jurata pax. 
{ 'XVII. Resignatio Heinrici Sagittarii in Helmgersperg. 
I' XVIII. Confederatio civitatum. 

CXX. Locatio curie Ingolfstat. Comparatio Pachausarii 

cuiusdam curtis. Litere plebani de Geirstal. 
CXXI. Pax iurata Ducis Hainrici. 
(Will. Collatio cuiusdam predii Gugulmanni. 
(.'XXIV. Litere Wartenburgarii super feodis domiui de 

Hagnawc. 
CXXV. Hereditas Heinrici de Elnpach et locatio curie 

in Oexing. 
CXXVI. Resignatio cuiusdam hereditatis Rapotoni de Mos 

facta. 
( WVII. Genealogia regis Bohemie et ducum Saxonie. 
CX XVIII. Bona que ad ducem Bawarie sunt devoluta et 
origo Agnetis ducisse Bawarie. 
CXXIX. Origo Ottonis ducis ex matre. 
CXXX. Resignatio hereditatis Reinhardi (de Grunpach) 

in Rukkozzing. 
(XXXI. Jus piscatorum. • 

(Der Index ist unvollständig, indem später noch viele 
andere Stücke eingetragen wurden.) 



Pars seconda (foll. 129) a folio 133 usque ad folium 262. 

(Ebenfalls von Abt Hermann angelegt, von den späteren Aebten erweitert.) 

Fol. 1. (133.) b.: „Inter priuilegia Ecclesie inuenitur 
»in Bvblioteca quedam carta Urolfi Abbatis que ex anti- 
„quitate scripture et latinitatis valde auctorabilis conpro- 
„batur. Quam ego Hermannus abbas non mutatis nominibus 
„vel latinitate nee ininuto vel addito numero literarum 
„iussi moderna scriptura per omnia hie describi." 

„Haie autem Breuiarius est Urolfi abbatis de cenobio 
..(\n\ vocatur altaha.'' 



12 

(V. Molimin- n i ;i boica Tom. XI p. 13 seqq. ist abweichend, 
folglich der vorliegende Text eine Abschrift, die Abweichun- 
gen aber sind unbedeutend, die Randnoten sind in den Coa- 
text aufgenommen.) 

Fol. 4. (136) b. „In isto libro annotata sunt Predia 
„ecclesie et census eorumdem. Distincta sunt autem per 
„pagos ita, quod illa que sunt in quolibet pago sunt simul 
„omnia per ordinem hie transscripta." 

„De pago quod dicitur Chuntzengaeu."" 
I. De officio Usterlingen. 

II. De officio Obernhausen. 

III. De officio Oetlingen. 

IV. De officio Puchöf. 
V. De officio Munichdorf. 

VI. De prediis circa Chuntzen. 
VII. De prediis circa Rukkozzing. 
VIII. De Aichae. 
IX. De Tundorf. 
X. De officio Yserhouen. 
XI. De prediis in Austria. 
XII. De Herstorf. 

XIII. De Schoenhering. 

XIV. De Ascha. 
XV. De Patauia. 

XVI. De prediis ultra Ysaram. 
XVII. De censu denariorum. 
XVIII. De censu de Werde. 
XIX. De Altenurfar. 
XX. De Helmgersperge. 
XXI. De Sebach. 
XXII. De Sumbrehtestorf. 

XXIII. De Pasching. 

XXIV. De WaltendorL 
XXV. De Winchling. 

XXVI. De officio in Swartza. 
XXVII. De officio Laeling. 
XXVIII. De officio Chirchperch. 



IS 

XXIX. De Pignotaern. 
XXX. De Durrenperg. 
XXXI. De Weizzenregen. 
XXXII. De Aennprukke. 

XXXIII. De officio Cello. 

XXXIV. De officio Wintzing. 
XXXV. De curia Maentzing. 

XXXVI. De Reicherstorf. 

XXXMI. De Edermyng. 

XXXVIII. De pretliis Zyrbergaerii. 

XXXIX. De officio Flinspach. 

XL. De prediis que sunt a iure advocati libera. 

XLI. Item de iure advocati. 

XLII. Item annotatio porcorum. 

XLIII. Item annotatio fertiliorum annorum. 

XLIV r . Item Berihtung et investigatio curiarum. 

XLV. Item de deeimis Ecclesie. 

XLVI. Item redditus Camere. j 

XL VII. Item redditus Custraje. ( NB. Die letzten 4 Ab- 

XLVIH. Item redditus Hospitalis. [ schnitte fehlen. 

XLIX. Item redditus infirmarie. 1 



n 



Fol. 4. (mit anderer Schrift, aber gleichzeitig) „Sub- 
„scripta de institutione monastcrii Altahcnsis Hcrmannus 
„abbas ex vita S. Godehardi et ex Chronicis ac privilegiis 
„ecclesie compilauit." 

„Monasteriuin Altahense ex consilio sancti Pirminii 
„(späterer Zusatz mettensis episcopi) ab ütilone Duce in 
„honore. S. MAVRICII sub monachica professione con- 
„struitur . anno ab incarnatione domini.dcc.xl.primo . pon- 
„tificatus domini Zacharie pape anno . vi l .° ultimo autcm 
„anno Leonis Imperatoris . qui in chronicis ob sui maliciam 
„impius appellatur. Karolo primo maiore domus in regno 
„Francorum existente . cuius Jilium Pippinuin patrem Karoli 
„magni post hec anno . ix n _ ö sanctus Bonifacius Archiepi- 
„scopus, ex decreto Zacharie pape vnxit in regem. Hilde- 
„rico rege in monasterium misso . quare etiam Pippinum , 
„post hec Stephanus papa anno domini . dcc . liuj'. patri- 
„cium constituit Romanum . et cum eo duos iilios eius Ka- 
„rolum et Karlomannum . cum matre eoruin Berhtrada sacra 
„unctione in regie dignitatis honore confirinauit . ante di- 
„stributionem etiam episcopiorum in Bavvaria que x. anno 
„post dictam constructionem per sanctum Bonifacium Ar- 
„chiepiscopum, ex decreto Zacharie pape . et consensu Pip- 
„pini Regis ac Otilonis Ducis facta est . vbi Johanni Salz- 
„purch . Gaibaldo Ratispona . Willibald o Eihstat . Erinberto 
„frising comendatur. Nam tunc nullus in tota prouincia 
„pastoralem kathedram possidebat . preter Vivilonem r ar- 
„chiepiscopum Lauriacensem . quem predictus Otilo infesta- 
„tionem auarorum cum clericis suis et monachis fugientem 
„Patavie recepit . et episcopauit ibidem. Defuncto de hinc 
„Rege Pippino patricio Romanorum . cum ad Karolum lilium 
„eius, et ad francos siue Teutonicos, Imperium jquod a tcm- 
„pore Constantini magni Helene filii, huc usque Constan- 
„tinopoli manserat apud Grccos . per dominum Leonem 
„papam . et conscnsum senatus et populi Romani, anno ab 
„incarnatione domini . dccc . primo . esset translatum . ipse 



15 

„Kamins Serenissimus Angustus adco coronatus. Magnus 
„[laciliciis Imperator . Romanum gubernans imperiuin. Qui 
„tt per miserirordiam dei Rex Francorum et Longobardo- 
.. rinn . structurnin istam largis prediis et possessionibus ara- 
..pliauit. X.'ini terra in auarorum siue hunorum per bellum 
„continuum orto annorum capiens auaribus expulsis . ipsam 
„auariam siue superiorem Pannoniam.que nunc uomen tenet 
.. \ustric . totam inter ecclesias Bawaric .Pontifices et Ab- 
„ bat es . Comites diuidit et Barones, vbi Orulfo Abbati et 
„ecclesie isti noti paruam tradidit portionem. Tassilo etiam 
„Dux Otilonis ducis et Hiltrude sororis Pippini Regis su- 
„pradicti tilius . et sui Barones plura predia huic structure 
„Ulis temporibus contulerunt. Ludwico post hec impera- 
„tore filio Karoli magni in Humanuni Imperium sublimato. 
r iuj or . filiis eius . Lothario . Pippino . Karoh» . et Lvdwico . 
„silti contiuue rebellantibus . ac deinde post mortem patris 
„fratribus inter se pro diuisione regni concertantibus, in 
„tarn longa et detestabili dissensione plures ecclesie de- 
„spoliabantur prediis et facultatibus suis . inter quas eccle- 
„sia ista raagnam partem perdidit prediornm . licet hanc 
„Lvdvvicus ille vltimus fratrum . cui postmodum diuiso regno 
„ovientalis francia, a Rheno videlicet usque ad fines Uli— 
„rici et Pannonie . ac terminos Danorum . in partem cesserat 
„defensione sua, et prediorum larga munificentia releuare 
„curasset . ex poscentibus hec apud eum Gozpaldo et 01- 
.. kari<» Abbatibus et Episcopis . qui temporibus regni ipsius 
„ecclesiam hanc regebant. Gente de hinc Vngarorum sub 
„Ludwico rege filio Arnold imperatoris exeunte, et in necem 
„christiani populi ac maxiine in gentem Teutonicam vicini- 
„oremque sibi ßawariam grauiter seuicnte . surrexit quidam 
„Urannus Arnoldus videlicet Dux Bawarie qui rex fieri 
„frustra cupiens . vngaris se coniunxit . inuasor regni ex- 
.. t i t it . et pro hac ainbitione destructis ecclesiis , earum 
„redditus militibus et fantoribus suis concessit, interque 
„et altahensis ecclesie proprietas fere tota . in Bawaria 
„ei in Austria diripitur . et huic sceleri militantibus iuxta 
„dibarhantium uoluutatem beneficii immo maleficii causa 



16 

„diuiditur et confertur. Istis et precedentibus necessitatibus 
„norma monachica hie defecit . sub regula tarnen canoni- 
„corum usque in tempora Ottonis tercii Imperatoris . et 
„saneti Heinrici tunc Ducis . patris . s. Heinrici Impera- 
„toris . it . quasi per centum annos perstitit locus iste. Pre- 
„dicto namque Ludwico . et Chunrado primo ac Heinrico 
„primo regibus . prefato Arnoldo et Vngaris uiriliter resi- 
„stentibus . tandem mortuo eo . ab Ottone magno anno regni 
„sui . xvmj . qui est annus dominice incarnationis . dcccc . lv. 
„apud augustam cinitatem in campo qui dicitur Lechfelt . 
„exercitus ungarorum inmensa cede necatur . virtus eorum 
„quasi tota extinguitur . tres prineipes ipsorum sicut in gestis 
„saneti Vdalrici legitur Ratispone in patibulis suspenduntur 
„et toti Bawarie pax a domino redonatur. Que ecclesia 
„tunc in Bawaria existens dot impetus tarn perniciose gentis 
„ac pagane sine magno discrimine sufferre potuit contra 
„quas etiam aduocatus earum et prineeps patrie Arnoldus 
„cum gente paganica conspirauit." 

Fol. 5. „Eleuato post hec in Ilomanum Imperium Ottone 
„tertio, qui more auito in omni ecclesiastice dignitatis pro- 
„motione crescere cepit . cuius quidem laudabilis industrie 
„initiale fuit inditium . quod . vij . ordinatiouis sue . anno qui 
„est annus dominice incarnationis . dcccc . xc . sepedictum 
„istud monasterium episcoporum consilio („videlicet Wolf- 
„kangi Rat. et Pilgrimi Pataviensis 1 ' späterer Zusatz zur 
„Seite) auxiliante demum duce prefato, in pristinum mona- 
„chice religionis reformari fecit statum. Quidam igitur ve- 
„nerabilis vir Erchanbertus nomine, hie Abbas preponitur. 
„per quem auxiliante domino diuinum ministerium iuxta 
„regulam saneti Benedicti religiöse disponitur . ad cuius 
„statim saluberrimam cominonitionem . sanetus Godehardus 
„monachus est effectus. Qui ex familia istius ecclesie natus 
„hieque nutritus et sacrarum litterarum studiis fideliter 
„est imbutus. Iste S. Godehardus antea in ordine canoni- 
„corum huius ecclesie prepositus existens . postea monachus 
„factus Erchanberto abbati succedit . anno ab incarnatione 
„domini . dcccc . xvcij . saneto Heinrico tunc duce Bawarie 



17 

„ipsum abbatein et locum deuote ac fideliter promouente 

„Lsdem uamque Heinricus cum Ottone tercio absque iiliis 

„defuncto in regni sedem (anno ab incarnatione domini m . 

.. primo ) a cunctis esset principibus sublimatus . cum con- 

„sorte regni sancta virgine Chunigunda quam non ut uxorem 

„sed ut sororem dilexit. dominum bonorum omnium datorem 

„habere deelegit heredem . et vi 4 . regia sui anno episco- 

„patum babenbergensem construxit, aliisque sanctorum lo- 

„cis per regni latitudinem non minus prout opus erat sue 

„inpertiuit munificentie largitatem. Quedam enim loca iam 

„dilapsa in melius restituit . quibusdam que minus suppe- 

„tebant adiecit . inter que et ccclesiam istam iam ab ipso 

„dudum restructam cortinis et uestibus sacris et quod ma- 

„ximum fuit seculi huius donum pacis tranquillitate dotauit . 

„et larga ditauit munificentia prediorum . Inuitabat ipsum et 

„alios Imperatores ad huius structure promotionem dulce 

„patrocinium istius ecclesie videlicet Legionis sacratissime 

„thebeorum . sicut cernere datur in privilegiis ab ipsorum 

„gratia donatis eidem, vbi sanctum Mauricium gloriosum 

„martirem Christi et totius regni summum patronum appel- 

„lant . quoniam ab altari suo Home in ecclesia sancti Petri 

..situ ab apostolicis manibus imperii recipiunt dyadema. Insti- 

„gabant insuper ipsos ad hec grata obsequia que eis cum 

„exercitibus contra ungaros euntibus hie fiebant . Hunc 

„autem Heinricus ad benefaciendum huic monasterio spe- 

„cialiter induxit cognita sanetitas beatissimi patris Gode- 

„hardi et diseipuli sui sancti Guntharii Heremite . quos 

„familiäres tenuit quamdiu uixit . et eorum secretis consiliis 

„fruebatur. Et cum per ipsius Imperatoris industriam eccle- 

„sia ista se gaudeat reformatam . unum tarnen est quo se 

„ab eo pia querimonia deflet lesam. videlicet quod sanc- 

„tum patrem eius Godehardum abbatem speculum tocius 

„Bawarie . anno regiminis sui . xxn . Hidensheimensi eccle- 

„sie prefecit episcopum ex quo coniecturam sumit quod ex 

„ea promotione suo saneto corpore careat integrali. Post 

„hec Heinricus pius tercius Rex, Imperator seeundus . qui 

„gentein ungarorum cum petro rege ipsorum . Romano im- 

I 



18 

„perio bellando subiecit . cum sua contectali Agnete Impc- 
„ratrice monasterium istud prediis suis ditat . Ratnmndo 
„abbate sororio . S. Godebardi . hec apud suam magnificen- 
„tiam exposcente . Sub quo etiam abbate ecclesia ista anno 
„domini . in . xxx . uj . iiij . nonas martii . cum ceteris edifi- 
„ciis igne consumitur . quam idem Ratmundus abbas ä fundo 
„reedificare cepit . (späterer Zusatz: „ac v. post hec anno, 
„xi . Kalendas Octobris a tribus episcopis . peregrino scili- 
„cet Pataviensi . et Heriberto Eistetensi . et Engilmaro pa- 
„rentino dedicari procuravit") cooperantibus S is . Gode- 
„hardo Hildensheimensi episcopo . et Richerio leonensi ab- 
rate . qui primitus monachus Altahensis . postmodum per 
„Chunradum Imperatorem, abbas extitit Cassinensis." 

(Forts, fol. 13.) „Heinrico post hec quarto, patri in 
„regni solio succedente , diuersisque ducibus ducatum 
„Bawarie procurantibus . illo abiecto . alio subrogato, päx 
„a tempore primi Ottonis per successiones vi . Imperatoruni 
„huc usque uigens tunc tepescere cepit . dissensiones oriun- 
„tur in regno.ecclesie perturbatio . monasteriorum destructio 
„clericatus despectio, tocius iustitie ac relligionis conculcatio, 
„et alia plura incommoda tunc sunt orta. Scinditur tunc 
„regnum et sacerdotium .Imperator et sui fautores.ab Ale- 
„xandro et Gregorio septimo. vrbano et paschali anathemate 
„feriuntur. Heinricus quintus patre superstite regnum inua- 
„dit . Episcopi a propriis sedibus expelluntur . inter quos 
„sanctus Thiemo monachus Altahensis sed tunc Archiepis- 
„copus Salzpurgensis ä sede sua propellitur.qui postmodum 
„in visitatione dominici sepulchri ä sarracenis cum aliis 
„captus apud Corrozaim crudeli martirio uitam finit. De 
„hinc regnat Heinricus Imperator quintus. Hie Pascalem 
„Papam Rome captivauit.sed ab eodem ac postmodo plenius 
„ä Kalisto papa in communionem ecclesie est reeeptus . cui 
„Kalisto et sanete Romane ecclesie idem Imperator omnium 
„ecclesiarum ad regnum pertinentium inuestituram, per anu- 
„lum et baculum cum priuilegiis resignauit. Exinde gwerris 
„quiescentibus, pax in regno qualiscunque pro tempore re- 
„formatur. Post hec Lothario Chunrado Friderico Heinrico 



19 

„r-.ni sceptra guhernantibus anno domini Friderici Rcgis 
„Hmuanoruui primo, qui est annus dominice incarnationis. 
..in'.o.liij.quia iam repressa omnino contumacia Yngarorum, 
„imperium in partibus Bawarie negocia quasi nulla tractare 
„habuit.idem Fridericus iura Regalia istius ecclesie propter 
„defeusionem tradidit Babenbergensi ecclesie que tunc in 
„bawaria potens erat. 

Eberardo secundo episcopo existente et abbate huius 
monasterii Polizlao . Incendium itero patitur hec structura 
anno domini . m° . c . lxxx . scd per Dietmarum abbatem 
iterum reformatur . ac quinto post hec anno ab Ottone 
l'risiniiense presule consecratur. Imperantibus demuni pre- 
dicto Heinrico . Philippo . Ottone . et Friderico . ipsisqne in- 
ieacionem potentie sue ad regna italica extendentibus . sur- 
rexerunt duo fratres Perhtoldus et Albertus filii Alberti 
comitis de Bogen qui non solum inter se . sed etiam cum 
uicinis suis omnibus.Episcopis Comitibus et liberis discor- 
dabant . Isti ex una parte occasione aduocatie milites et 
colonos huius ecclesie rapinis et spoliis et captiuitatibus 
crudeliter aftligebant . ex altera parte per Rapotonem et 
Ileiuricum Comites de Ortnberch et alios iniinicos eorum 
predia ecclesie predis et incendiis uastabantur. In expedi- 
tionein autem transmarinam euntes. Bertoldus Comes apud 
Damiatam moritur bono fine . anno domini . m° . cc° . xvuj . 
pridie idus Augusti . Reuersus Albertus Comes . cum inso- 
lentiam suam iam quasi uersam in naturam nullus Regum 
ui| principum refrenaret . usque ad finem uite sue licet 
secundo transfretauerit . in tali persecutionis seuicia perdu- 
rauit. Ad tantam per hec domus ista peruenerat pauper- 
tatem . ut dominus Poppo abbas vir utique summe probi- 
tatis et qui ecclesiara istam sublimasset nisi malicia tem- 
poris obstitisset . relictis paucis senibus et pueris ad alia 
loca se transtulerit . fratribus in monasteriis Boemie . Mo- 
rauie et Austrie locatis . sepe tarnen reuisentibus ecclesiam 
istam . ut eara sicut filii dilectam matrem consolarentur . 
tanquani in agonia ultima laborantein. 1 1 in«- calices et alter 
ornatus ecclesie . meliora quoque predia obligantur pro uite 

S • 



20 

necessariis et venduntur.viuente tarnen eodem Comite qui- 

dam clericus ecclesie huius Ditraarus nomine assumens 

habitum monachalem . abbas efficitur . qni tempore huius 

miserie hanc ecclesiam releuauit . quedam debita redemit . 

edificia plura construxit et quibusdam redditibus ampliauit. 

cui nullus equiparari potuit in cura domestica disponenda. 

Defuncto Alberto Comite supradicto . gloriosus et christia- 

nissimus princeps Otto Comes Palatinus Rheni, Dux Bavva- 

rie . ex inclito duce Bawarie Ludvvico . et Lvdmila matre 

predictorum Comitum natus fit huius ecclesie aduocatus . 

vir utique bonus et per omnia deum timens . sub quo spe- 

ratur presens ecclesia reformari . nisi peccata nostra pre- 

pediant, uel fortune volubilitas non permittat. Tu autem 

domine deus exaudi clementer in hac domo tua preces 

seruorum tuorum quatenus illorum meritis tuam consequa- 

mur gratiam quorum hie patrocinia uenaramur. Amen. 



Fol. 5. b. »Ego Hermannus dei gratia abbas ecclesie altahensis. 

cum mortuo ac sepulto domino et antecessore meo bone 
memorie Dietmaro abbate concordi electione fratrum . per- 
missione dei . in vigilia apostolorum Symonis et Jude . 
anno ab incarnatione domini millesimo . cc . xhj . Indictione 
prima . presentibus domino Vlrico venerabili abbate Supe- 
rioris Altah . de Alderspach et de Osterhofen Prioribus 
fratribus predicatoribus et minoribus et aliis honorabili- 
bus ecclesiasticis secularibusque personis . qui ad hoc fu- 
erant euocati . de me indigno electio facta esset . videns 
quod peccatis exigentibus a tempore lamentabilis inter- 
fectionis domini philippi Romanorum regis . que facta fuit 
anno domini . m 9 . cc . vnj . diuersis persecutionibus maxime 
tarnen per tyrannidem Alberti comitis de Bogen . ecclesia 
nostra in distractione hominum et possessionum . ac obli- 
uione census et iuris eorundem . nee non contractibus di- 
uersis esset multiformiter disturbata . cum iam clamor et 
fletus viduarum et orphanorum, monachorum aliorumque 
pauperum Christi sepe ac sepius per captiuitates incendia 



21 

et rapinas in alieuas prouincias propulsorum in aures 
domini Sabaoht introisset et per misericordiam dei priori 
anno subtracto de hoc medio comite supradirto . per Ducem 
gloriosum dominum Ottouem principem rhristianissimura . 
rodtlita fuisset toti pronincie pax optata . utile fore pu- 
taui.si omnia que tempore regiminis mei per me uel per 
alios fierent ad ecclesiam spectantia . uel etiam depen- 
dentia quoque a predecessoribus meis incepta, quorum 
finis uel determinatio me re.spicere videbatur scriptis com- 
nniularem . ad presentium et futurorum noticiam traus- 
fundenda. -f ! f- 

-.|'r (Fol. 6. a. Später dazu geschrieben): „Xec mirari 
quis debet . quod statim post sepulturam prioris abbatis . 
electio sit de alio celebrata . cum ipse dominus . D. abbas 
infirmitate graui corporis preventus . et extra spem recu- 
perande sanitatis positus . ante plures iam dies cessionem 
sui regiminis fecisset.ac ipsa cessione canonice adprobata. 
in predicta vigilia apostolorura electionis terminus sit in- 
dictus . et sie deficientibus viribus suis . eos qui vocati fu- 
erant ad electionem . morti et sepulture dicti abbatis . sicut 
domino placuit Contimit interesse." 3. 

(Forts, von Fol. 5. b.): „Igitur a venerabili domino 
Rudgero patauiensis ecclesie Episcopo aput YViennam in *• 
ecclesia saneti Antonii confirmatione et benedictione sus- 
cepta . quinto idus nouembris . primum amministrare cepi- 
mus hec in Austria ordinantes . Vicariam ecclesie in Spitze 
nondum alicui commissam . ad consilium relligiusorum vi- 
rorum honesto cuidam contullimus sacerdoti.cui postmodum 
tale dedimus instrumentum. 

„Hermannus dei gratia abbas . Weruherus Decanus s P ic«. 
(ausgestr. prior) totusque conventus ecclesie altahensls 
Dilecto in christo Chunrado presbitero. Salutem in domino. 
Cum ecclesia in Spitze ex indulgentia papali . et domini 
nostri patauiensis Episcopi . nostris debeat usibus deseruire . 
nosque teneamur ibidem locare vicarium qui pro tempore 
seruiat in eadem . ipsique ad sustentationem suam et iura 
episcopalia subportanda de prouentibus eiusdem ecclesie 



22 

assignare congruam portionem . nos de tua discretione ple- 
nam in domino fiduciam obtinentes . ipsam tue fidei com- 
mittimus vicariam . ut in salutem anime tue ipsius ecelesie 
plebem regas. Assignamus etiam tibi tales proventus.vide- 
licet usum cottidianum altaris . vnde . vnj . libre Wiennen- 
sis monete publice quandoque pastori ecelesie soluebantur. 
Insuper dotes ecelesie . scilicet vineam in Hof. et vineam 
(Fol. 6. a.) eimiterio adiacentem . Ad hec duas vineas in Swelnpach . et 
in Chefringen. Item deeimas in Akspevnt per totum . Item 
in Akspach de porcu et iure urbano . quinque solidos et 
duos denarios . et totas deeimas in illo Akspach quod est 
ex parte illa Danubii ubi ecclesia Spitze est sita. Insuper 
per totam parrochiam minutas deeimas indiuisas . ut exinde 
sustenteris . hospitalitatem seetando . et iura persoluas do- 
mino nostro Episcopo debita.et Archidiacono et Decano.et 
capitulis siue conuentibus eorumdem. Et quoniam forturta 
biformis queque caduca sepe commutat in melius vel in 
peius . volumus . ut prebende tue quantitas supradictä post 
decem annos et ultra in plus uel in minus aut forte in 
aliud seeundum quod tunc temporis expedire uidetur sine 
contradictione aliqua varietur. Actum in domo nostra Al- 
tahe pridie Nonas Aprilis . anno ab incarnatione domini 
millesimo . cc . xl ra0 tertio. Indictione prima. 

(Fol. 5. b. Späterer Zusatz ober dein Texte) In- 
super anno . m° . cc° . lvij . assignauimus plebano deeimas in 
Swelnpach pro duobus m° . fi . (modus frumenti) et uno 
avene . Item du ecurie in Hof. et una in Hvb . pro I . modio 
avene Nevnburgensis mensure . Item omni anno ad dim 
karradam vini id est duas vrnas in Zotal. 

(Fol. 5. b. Späterer Zusatz unter dem Texte): Reve- 
rendo in Christo Patri et domino karissimo . . Pataviensis 
Ecelesie venerabili Episcopo . H . humilis Abbas in Altah. 
cum orationibus obedientiam debitam et devotam . Ad regimen 
Ecelesie in Spicz . nunc uacantis . Paternitati vestre E. sacer- 
dotem latorem presentium presentamus petentes deuote, 
ut sibi curam animarum tamquam nostro ibidem perpetuo 
vicario committatis. 



23 

Jledditus ecclesie in Aschpach . Curtes . uij or . quarum Ashpaeb. 
quclibet soluit . vi . denarios . Item alia que soluit . xx . Win- 
theri . xu . denarios . Curia Wintheri ad remedium . x . Idem 
Winther habet pomarium et ortuni qui aliquando fuit vinea. 
qae solvunt tantum xx . denarios . Item pomarium quod 
habet sagittarius . xu . De vinea Wintheri . x . alius ager qui 
vacat . De voehenberg . xx . Stechreht . Ix . De Vruar . Ix. 
Iluriirerus de Mvlleiten . ij . Item ager Wintheri. xl . Item. 
uij°. r . curtes quas aliquando habuit Otto de Wrmez . Item 
silua que habet . cc . iugera. 

Redditus ecclesie in Spitze . area Ruberti . v . denarios. Spie*. 
De Chornspach . xii . area in Redelpach . xxx . De vineola 
in Eistal . v . De vinea in Hof abbas de altah . xxx . Ager 
in Rehsindorf. De vizeling de curte 

vy . De vinea in Hewiken . xv . Arnoldus de vinea in 

Talpach . v . urnas villi . Heinricus de saneto vito de vinea 
Rotlinne auf dem gut . ij . urnas . Rudgerus de praitenloh 
de vinea in Aeistal . nj . urnas. 

Istud est Purchreht ecclesie Altahensis in parrochia Pnrchreht. 
de Spitze . Fridricus de Draendorf . de vna vinea in Zvntal . 
x . denarios et anserem . De alia vinea in Pasensez . x . 
denarios et . ij . pullos. 

Ortwinus de Hohenowe de vinea in Hof . vi . denarios 
Gnevsso de vinea super Spilberg . xii . den. Idem de alia 
vinea in Vorowe . xij . den . Perhtoldus von der Lauben . 
de vinea vorowe . vj . den . Wernhardus de Gmaintal de 
vinea vorowe . x . den . Hertwicus ab dem stain . de vinea 
vorowe . xu . den . Perhtoldus de Erla . de vinea vorowe . 
vi . den . Chneuzel de cellario et pomario an dem anger . 
xvnj . den . Jiita de anger . de curte sua . vi . den . Mago 
de curte sua v . De curia domini Wichardi . vi . den . Alhait 
de Prenstat . de curte eius . xu . den . Otto de Achspach 
de vinea in Sezperge . x . den . Rupertus de Witra . de 
vinea in Sezperge . x . den . Heinricus de Swelnpach de 
vini'a in Sezperge . xl . den . Wilbirga de muldorf de vinea 
in Sezperg . vuj . den . Lutoldus de Hewiken de vinea in 
& v.perge . inj . den . Chunradus de vinea in Sezperge ij. 



gl 

den . Mago de vinea sub Castro . xl . Summa talentum et . 
v . den . Census de molendinis . in Spitze . vi . harne . Perh- 
toldus in Erlah dabit tres . Heinricus in der spitze alias tres. 

Census de vino quod dicitur Erbham et Harne pre- 
positi . Studa . 1 . hamam . et aliam preposito . Perhtoldus in 
Erla . 1 . et aliam preposito . Chneuzlo tantumdem . Otto an 
dem Puhel tantumdem . Hertwicus tantumdem . Heinricus in 
der spitz et Scherflaip tantumdem . Vlricus tantumdem . Sti- 
pulator tantumdem . Rudlinus tantumdem . Perhtoldus de 
vinea vorowe . preposito Hamam . Rudgerus similiter vnam . 
Sifridus similiter . 1 . preposito . Insuper de Speis Weingarten 
Hazka dabit preposito . 1 . Hamam . Halp, maennel . ij . Liv- 
poldus . 1 . Neölflinus . Hermannus . 1 . De Sezperge Perhtol- 
dus . 1 . Rudolfus ibidem . l . Item de quadam vinea dabit 
Chnevzlinus et frater suus . y . hamas . preter ius consuetum 
advocati et ecclesie. 

Hoc est Weisod in Spitze in Natiuitate domini . Stude . 
v . den . Sifridus . mj . Hazka . mj or . Juta . ij . Rudgerus Prot- 
schil . nij or . Perhtoldus vorowe . v . Perhtoldus in Erla . v . 
Chnevzil et Suzza . v . Otto an dem Puhel . v . Hertwicus . 
v . Stipulator . vij . Heinricus in der Spitze et Scherflaip . 
v . Heinricus in der spitz . iuj or . Vlricus . v . Rudgerus von 
praitenloh . v . Perhtoldus et Chunradus . nij or . Wichardus . 
u . et dim . Summa . Ixxvi . denarios. 

Hec sunt debita Abbatis de Altah De Ab- 

storf inferiori. 

De quolibet beneficio vnum modium tritici . et . j . 
frumenti . cystenstorfensis mensure . et xxx . den . Tribus 
vicibus in anno . xviij . den . qui dicuntur panphenninge . Item 
tribus vicibus in anno . nj . den . qui dicuntur nahtselde . 
In festo sancti georii . de quolibet beneficio . v . gresphen- 
ning . In natiuitate domini unum pullum et . l . den . In 
Epyphania . ij . schapulas . et . ij . pullos . In carnipriuio . l . 
den . et . l . pullum . In Pascha . i . caseum et i . den . Item in 
(Fol. 7.) festo . S . Georii . nj . caseos . In Pentecosten . l . caseum . 
et . i . den . In festo S. Michahelis de quolibet beneficio . 
ü . metretas auene . et . ij . panes . In Purificatione . S. Marie 



25 

ij . metretas auene : et . ij . panes . In festo S. Georii . ij . 
panes . Quolibet beneficium .j . messorem . De quiuque cur- 
tilms . de qualibet curte . xv . den . et . 1 . mad£r . et . 1 . 
vahaer . et . ij . messores . et tria weisode . quolibet Valens .ij 
. deii . Item de . inj . aliis curtibus . de qualibet earum . xii . 
den. De molendino.xl. den.De piscatura . lxxv . deü . Septem 
wide vische . qualibet earum Valens . xv . den . vronchust. 
Hoc est Leipgedinge. 

In Spitze . Dominus Chunradus smvzel . et Chunradus 
tilius suus resignaverunt vineam sub castro sitam . quam 
a parte Svfridi de Hof tenuerat obligatam . cesserunt autem 
eo modo . quod post mortem senioris . smvzelonis ecclesia 
libere possidebit. 

Frater Chunradus Procurator comparauit dictam vineam 
aput Fridericum de Willendorf . pro . vi . talentis . alteram 
partem eiusdem vinee tradidit predictus Fridericus ecclesie 
altahensi ob remedium anime sue . ita . quod post mortem 
ecclesia totam libere possidebit . est autem sita in Chefringe 
Testes . Otto de Willendorf . qui etiam est perchmaister . 
Vlricus plebanus . Vlricus Scolaris ibidem . Perhtoldus in 
Erlah . Engelschalcus de Swelnpach . Rapoto de Chrems . 
Chunradus de Swelnpach. 

Mago habet in vrbano iure vineam de qua soluit eccle- 
sie . xl . den . hanc autem ita possidet . ut post mortem suam 
luT.'des eius de medietate illius vinee persolvant . xx . dena- 
rios altera pars ecclesie libere permanebit . Insuper tra- 
didit ecclesie vineam vnam per manum Smuzelonis . que simi- 
liter ecclesie vacabit. post mortem eius . Site sunt autem contra 
Castrum in monte . Testes supra dicti . | Idem Mago habet 
quoddam Leipgedinge a Chunegunde carnificissa. que vinea 
similiter vacabit ecclesie . post mortem Chunigunde | Alheit 
ab der Prantstaet . dedit vineam Heinrico in der Spitz . que 
vinea similiter vacabit post mortem Alhaide supradicte. 

A\ entel de vinea in Stainporz . dabit urnam et dimi- 
dium annuatim . post mortem eius vacat ecclesie. 

Aentingaer et uxor eius dederunt ecclesie vineam in 
Sezperch post mortem eorum. 



26 

Chuuradus de Hwiken habet vineam in Sezperch . que 
post mortem eius vacat ecclesie. 

Idem Chunradus obligauit ecclesie vineam in Zuntal . 
pro x . solidis . Testes . Chunradus teufenweger perchmaister . 
et Chaurarii . Perhtoldus in Erlah habet vineam in Sezperch 
. que post mortem suam vacabit ecclesie. Syfridus de Hof 
habet vineam in Hof. que post mortem eius vacat ecclesie. 
Vinea in Sezperch Ottonis de Willendorf . obligata est 
nobis pro . xx . solidis. Vinea filii Marquardi de Slauginge 
in Chefringe . est obligata ecclesie pro tribus talentis. 

(Mit anderer Schrift:) „Wolfkerus . Jvta . Duringus 
habere debent vineam in Chevring . ad dies vite sue . 
Testes Otto Judex in Willindorf . Heinricus frater eius 
Hirtzo . Otto in Chralspach . Wichardus Gaeuschuh . Otto 
in Chralsbach . Heinricus in Chevering. Item Heinricus 
ibidem . Vlricus ibidem . Hredwinus de Swaelinpach." 
(Fol. 7. b.) „Istud scriptum porrectum est cuidam Hermanno in 

Chrems. Omnibus presens scriptum inspicientibus clareat 
euidenter quod ego Dietmarus abbas in altha . cum nostri 
Taüiant. conuentus consilio et consensu . vineam nostram in Taillant . 
Hermanno Maennelino et uxori sue Jute ad vitam ipsorum 
contulimus eo modo . ut ipsi singulis annis de vino eodem 
ecclesie nostre dimidiam karradam in vase proprio assignent 
et ius de eadem vinea quod dicitur purchreht videlicet . 
xxx . denarios ab ipsis integre persoluatur. Vt autem ipsi 
in concessione tali nullam a nobis vel successoribus 
nostris paciantur calumpniam uel grauamen . Presentem 
cartam sigilli nostri appensione et testium subscriptione 
iussimus roborari." 
s. Mon. boica Predium in Zaia tempore domini Popponis Abbatis et 

xi. p. 29. 

(Umdcshistor. an tc ipsum adeo fuit ab usibus ecclesie abstractum . quod 

Zusammenhan- v i x a d surnmam . xii . libraruni ecclesie seruiebat . licet idem 

wieder abge- ao ^ as contra Strevnones de Valchenstein qui ipsum predium 

druckt. ratione aduocatie sibi subiugauerant . usque ad excominuniea- 

tionis sentencias coram spiritali iudicio ac seculari pluri- 

inuni laborasset. Post hec uindieta dei mortuis sine heredi- 

bus iisdem . vi . fratribus . Dominus Hermanuus de Chranch- 



l 



27 

perch ab illustri duce Austrie Friderico eandem aduocatiam 
in beneficio recepit . qui more antecessorum suorum uillani 
ipsain totaliter sue uoluit subicere seruituti sed dominus 
Chunradus qui tunc ecclesiam regebat . sibi in quantum 
malicia temporis permisit, restitit . donec mediantibus pro- 
bis viris quedam sibi subtraxit de rapinis consuetis . relicto 
ei magno iure aduocatie . videlicet . xxxv . librarum pensione. 
et tribus placitis indistinctis . in quibus colonos pro suo 
Teile grauabat ita . ut tempore afilictionis pro redemtione 
unius placiti tantum exigeret . iij . libras . preter alia que 
forma compositionis illius sigillis dicti ducis et ipsius Her- 
manni roborata plenius continebat . quam cum aliis instru- 
mentis que nos . Hermannus Abbas postea impetrauimus 
super eodem . hie subseribi iussimus ad noticiam futurorum. 
Nos etenim anno ordinationis nostre seeundo Ducem adiui- 
mus antedictum . contra aduocatum predictum agentes, 
maiorem multis expensis ut subtus patet . impetrauimus 
libertatem. 

In nomine sanete et indiuidue trinitatis Amen. Cum 1*3?. 
necesse sit ea litterarum memorie comendare, que ad poste- la * 0ct,,b ' r ' 
rorum noticiam volumus peruenire. Ego Hermannus de 
Chranichperch per presentem paginam notum facio presen- 
tibus et futuris, quod cum per dilectum dominum meum 
Fridericum illustrem ducem Austrie et Stirie infeodatus 
essem aduocatia ville Abstorf, que villa ad ecclesiam in 
Altah cum suis atteneneiis dinoscitur pertinere ad petitio- 
nem et instanciam domini Chunradi Abbatis eiusdem ecclesie 
et Conuentus, firmiter promisi nullo contradicente et fide 
data etiam confirmaui, quod ego et heredes mei in bonis 
eiusdem aduocatie, quoeunque nomine censeantur, siue 
fuerint infeudata siue non, nichil debemus ratione aduocatie 
habere agere, nichilque disponere, neque in Ulis etiam 
habere potestatem aliquid iudicandi nisi ea solummodo, 
videlicet que dici possunt vridbrech, sicuti sunt homieidia, 
latrocinia, furta, violenti coitus, et cetera que his similia 
possunt esse. Et pro hoc libertate Abbas et Conuentus 
predicti debent mihi, et quando mortuus fuero heredibus 



28 

meis dare xxxv talenta in festo Sancti Michaelis , videlicet 
omni anno. Articulo hoc adiecto, quod ego uisitationes 
habere debeo uel heredes mei, quod dicitur Nahtseid in 
eisdein bonis, sed tantummodo vicibus tribus in anno . Et 
ut hoc factum nostrum in posterum maneat inconuulsum, 
et ut id nostri heredes nullatenus irritare ualeant aut cas- 
sare, presentem paginam domini mei Friderici predicti Ducis 
Austrie et Stirie, et mei sigilli pariter munimine roboraui, 
110 ini n i Im. s testium subnotatis, qui sunt . Ulricus scriba . Otto 
de Perhtoldestorf . Karolus dapifer de Veldesperch, et alii 
qui sub sigillo plenius continentur . Actum Wienne anno 
domini M° . Ducentesimo, Tricesimo secundo . Idus Octobris. 

Cod. ms. Perg. (Altah.) in 4'.° Nro. 14. Fo1 ' 33 V b. geh. Hausarchiv. 

Nro. 151. 



1243. Nos Fridericus dei gratia Dux Austrie et Stirie et 

4. Februar. d ommus Carniole . Notum fieri uolumus tarn presentibus quam 
futuris, quod Hermannus venerabilis Abbas ecclesie Alta- 
hensis coram nobis per priuilegia probauit sufficienter, quod 
eadem ecclesia in predio suo, videlicet villa in Abstorf 
inferiori nullum pati debeat aduocatum, nisi quem ipse et 
successores sui abbates et fratres dicti cenobii libere sibi 
et spontanee duxerint eligendum, infringentem iura ipsorum 
in alium utiliter pro arbitrio commutando . Nos igitur pro- 
genitorum nostrorum in singulis que ad salutaria diriguntur 
inherere uestigiis cupientes, probationem et concessionem 
memoratamhuius scriptitestimonio fauorabiliter duximus reno- 
ii ;i ml. 'im. precipientes firmiter et districte, ut is quem loco 
nostri ipsis pro tempore dederimus defensorem, nullas exac- 
tiones indebitas faciat in predium memoratum sed iure suo 
videlicet decem solidorum solutione monete usualis tantum- 
modo sit contentus, et tribus placitis in anno, in quibus 
mi I hui in oil o discutiat que pacem violant, saluis per omnia 
rebus ecclesie memorate, nee non iure predicto, videlicet ut 
pro arbitrio sibi alium eligant defensorem , cum transgressio 
uel inutilitas illius postulauerit, qui pro tempore datus erit, 



29 

tit in privilegiis dicte ecclesie vidimus eontineri . Ut autem 
her per nos facta renouacio robur optineat perpetue firmi- 
tatis, presens instrumentum confectum in euidens tcsti- 
monium predictorum, iussinuis sigillorum nostrorum muni- 
mine roborari . Actum in castro Medlico . Anno domini M° 
Oucentesimo Quadragesimo Tercio . Pridie Nonas Februarii. 

V. Mon. boica XI. p. 213. 

i'o.l. M.i. Nrn. 14. Fol. 33. Nro 152. Geh. Hausarrhiv. 



Fridericus Dei gratia Dax Austrie et Stirie et dominus 1243. 
Carniole . Omnibus presens scriptum inspicientibus in per- M,r *" 
petuum . Constituti in nostra presentia Hermannus venera- 
bilis Abbas ecclesie Altahensis et Hermannus de Chranich- 
peroh dilectus ministerialis noster . Cum super aduocatia 
ville in Abstorf contenderent coram nobis . ac esset tandem 
ab ipsis in arbitros conpromissum . petiuerunt idem arbi- 
trium per nostre dominationis excellentiam confirmari. Volen- 
tes igitur in omnibus ecclesiarum indempnitatibus fauora- 
biliter prouidere . formam ipsius arbitrii iussimus exprimi 
et transcribi . que talis erat . videlicet quod Abbas et sui 
successores debent dare Hermanno de Chranichperch et 
suis heredibus singulis annis in festo sancti Georii . viiij. 
libras . et in festo S. Michaelis alias . viiij . libras monete 
usualis . Insuper in tribus placitis Aduocatus habebit in dicta 
villa cum . xxuij . equitaturis pernoctationes singulas ter in 
anno . aut pro expensis earum omnium recipiet quinque 
libras . Aduocatia etiam illius ville . inter fratres aut filios 
uel alios quoscumque nullatenus diuidetur . sed senior heres 
solus erit tantummodo aduocatus . et primogenitus illius post 
ipsum . et sie deineeps usque ad finem generationis . Et si 
primogenitus heredes non habuerit . mortuo eo . ins tale 
fratrem suum respiciet seniorem . Ad hec si sterilitas 
terre . uel incendium aut rapina . seu aliud quodeumque 
maliim villam ipsam uel partem eius uastauerit . abbas et 
aduocatus nisi Hat ex culpa alterius dampnum equaliter 



30 

sustinebunt . Perceptis autem supradictis . xxuj b y s libris quas 
pro maiori pace ac quiete Abbas et sui successores aduo- 
cato prefate ville saluis priuilegiis ecclesie sue de sua 
camera sunt daturi . nichil prorsus habebit cum villa tota 
uel hominibus agere . nisi quod furta homicidia violentos 
coitus taliter iudicabit . quod in rebus reorum nulluni damp- 
num ecclesia paciatur . cetera uero iudicia respicient solum- 
hhkIm ad ecclesie prouisores . Quicumque autem aduocatus 
transgressus fuerit supradicta . in quanto leserit ecclesiam. 
in tanto sibi de predictis denariis subtrahetur . Sed si ultra 
tantam summam quis eorum ecclesiam offenderit, ius aduo- 
catie perdere debet . nisi auxilium interveniat amicorum. 
Vt autem istud arbitrium ratum et inconuulsum omni per- 
maneat evo . nostris sigillis confirmandum duximus et per- 
petuo roborandum. Testes . Ditmarus plebanus de Velsperch. 
frater Chunradus . Heinricus de Vrtail . Otto de Ebental. 
Chunradus de Ternberch-arbitri . Hadmarus de Schonberch. 
Otto Rinderschinch . Magister Vlricus de Chirchperch pro- 
thonotarius noster . Gotschalcus plebanus de Holabrun et 
Hermannus de Chranchperch . cuius sigillum similiter in 
euidens testimonium est appensum . Datum Hintperch Anno 
domini m° . cc°. xl . tercio . Pridie idus Marcii." 

V. M. B. XI. 214. 

Cod. Ms. Nro. 14. Fol. 7 et 8. Nro. 16. 



1244. Item aliud instrumentum cum sigillo Hermanni de 

8. Mär«. Chranichperch confirmatum. 

Nouerint uniuersi quod cum inter dominum Her- 
mannum . Abbatem de Altah , et dominum Hermannum de 
Chranichperch super aduocatiä ville in Abstorf com- 
positio facta esset, dominus Heinricus de Urtail pepi- 
git pro duabus libris denariorum, quas de omnibus bonis 
suis pro iure aduocatitio in dicta villa dabit prouisoribus 
ecclesie Altahensis singulis annis in festo S. Georgii unam 
libram et altam libram in festo S. Michaelis . Obligauit 



31 

.ml. -in dictus Ifeinricus domino abbati et ecclesie Altahensi 
beneficium unum in ville ipsius inferiori parte situm, quod 
lunc insedit quedam vidua ut si umquam in predictis ter- 
minis dare supersederit dietas libras, nisi postea iofra 
dies quatuordecim suppleat, ipsum predium idem benefi- 
cium uacare debet ecclesie, ut de ipso aduocato predictt 
ienarii persoluantur . Actum in Abstorf . viy . idus man ii. 
anno dominice incarnationis millesimo, ducentesimo, xliiij. 
eoram testibus subscriptis . Testes . Otto Rindersrhinch, Dit- 
marus et Herbordus de superiori Abstorf, Heinricus de 
Otling, Eglolfus de Wisendorf , Ulricus de Püch, Gotfridus 
Bteoro, IJlricus de Chreuzpach, Poppo de Ceholfing, Reim- 
lxMtus de Abstorf, Wilhalmus, Chunradus et alii. 

Cod. ms. (Allah.) Nr«. 1*. Fol. 34. Nrc. 153. Gek. HWHiHf. 



Tale instrumentum nee plus nee minus continens (Forts, r.foi.s.) 
porrectum est domino Hermanno de Chranichperch . et 1244 " 
* . subtus scriptum . cuius tenor talis est. 

Viro strennuo et discreto domino Hermanno de Chra- 
nichperch - totus conventus ecclesie saneti Mauritii in Altah . 
orationes in domino Jesu Christo . Significante nobis domino 
nostro Abbate compositionem quandam super adnocatia 
▼ille nostre in Abstorf inter uos et ipsum faetam median- 
tilnis probis uiris . ac etiam sigillis . Friderici . illustris 
Ducis austrie confirmatam . licet ecclesiam nostram per hec 
grauatam non modice sentiamus . tarnen propter bonum 
pacis quod uobiscum et cum heredibus vestris semper 
habere cupimus . consensum nostrum eHem compositioni 
plenarie adhibemus . ratum et firmam perpetno habituri 
quicqait in forma compositionis huiusmodi est expressum. 
Et ut hec in posterum non ualeant irritari . presens scrip- 
tum tam eiusdem domini nostri Abbatis quam ecclesie 
nostre sigillis duximus roborandum . Datum tercio Kalendas 
Maii . anno dominice incarnationis - Millesimo Ducentesimo 
Quadragesimo quarto Indictione seeunda. 



32 

(Reliqua scripta super eodem require in secundo 
quaterno . que sub sigillis sicut et illa que tempore domini 
Gregorii pape . vmj . in legatione domini . D . antecessoris 
nostri bis eundo Romam et semel Veronam, super anuli et 
infule dignitate . et obtentu ecclesie in Spitz impetrauimus , 
reperies duplicata. 1 ') 

Peractis deinde hiis que in Austria tunc temporis 
Fol. 8. b. agerc poteramus . cum litteris commendaticiis domini nostri 
Episcopi Patauiensis . et capituli Babenbergensis . in festo 
sancte Katerine a conuentu et familia domi . cum hilaritate 
suscepti que magis ardua erant ecclesie negotia statim 
aggredi cepimus . querelas ab antecessore nostro inchoatas 
exequi . predia et census ipsorum exquirere . et dependen- 
tibus quibusque congruum finem dare studuimus . prout in 
sequentibus est expressum. 

Tenor autem litterarum huiusmodi talis erat. 

R. dei gratia Pataviensis Episcopus Dilectis in Christo 
s.d.(i242.Nov.?) filiis vniuersitati conuentus et familie in altah . salutem in 
domino . Noueritis quod nos latori presentium a uobis con- 
corditer electo manum benedictionis imposuimus et uobis 
eum confirmauimus in abbatem . mandantes uobis in uirtute 
obedientie firmiter et districte quatenus eidem debitam obe- 
dientiam et reuerentiam exhibentes . salubribus eius mandatis 
et monitis intendatis humiliter et deuote certi . quod ex 
hoc fauoris nostri augmentum poteritis promereri et ad 
honoris ecclesie uestre profectus promouendos nos per 
hoc uestre deuotionis universitas inuitabit.presertim cum de 
ipsius prouidentia . per quam commoditas ecclesie augmentari 
poterit . spem firmam et fiduciam habeamus . et cum nos 
sibi adesse uelimus in promouendis vtilitatibus ecclesie 
cum fauore. 

A. prepositus . F . Decanus . totumque capitulum ecclc 
sie babenbergensis . W . venerabili Decano et conuentui 
ecclesie Altahensis in uero salutari salutem . Quia ius 
uestrum a nobis sicut tenemini postulastis . debitas et in- 
mensas uobis gratiarum referiinus actiones . venerabili cetui 
uestro plurimum congaudentes . quod in electione uestr 



33 

canonice et coneorditer processistis, sicut coram nobis 
tarn oestrls quam religiosorum virorura litteris testimonia- 
libus est probatum. Et quia fratrem uestrum Hermannum 
iiinini prouidum ac discretum uobis eligistis in abbatem, 
usque ad presentiam domini nostri Episcopi plenam sibi 
ilis[K>nsatiooem temporalium indulgemus . In hoc enim et 
aliis plenlssimam accepimus potestatem. 

Cod. m«. perg. Altah. Nr*. 14. fol. 8. b. Nro. 



Redditos ecclesie (altahensis inferioris) in Austria correctiores. itw. 

Anno ab Incarnatione domini millesimo . cc° . xl° . quinto 
annotatus est census iste de prediis que tunc ecclesia 
Altahensis videbatur habere in Abstorf superiori, videlicet 
de xvi . beneficiis et dimidio . et de vj curtibus ibidem. 

In Epiphania domini dantur de quolibet beneficio xu 
denarii. Summa vii solidi preter xij denariis. 

In purifieatione dantur de quolibet beneficio . x . denarii, 
qui dicuntur Taidinchphennig. — Summa sextus dimidius 
solidus. 

In carnispriuio datur de quolibet beneficio unus pullus 
et de curte similiter unus . Summa xx pulli et tertius 
dimidius. 

In media quadragesima dantur de quolibet beneficio 
v . denarii, qui dicuntur Jeuchartphenning . Summa . lxxx*. 
et tertius dimidius denarius. 

In Pascha dantur de quolibet beneficio xxx* - oua et 
duo casei, quorum quilibet ualeat denarium . et de curtibus 
similiter . Summa xlv . casei et xxii. solidi ovorum et xv. 

In festo sancti Georii dantur de quolibet beneficio 
xii . denarii . Summa vij solidi, preter xii den. Item tunc 
denarius placiti . vj tus dimidius solidus. 

In Pentecoste, de qualibet curte . xxx . oua et duo 
casei - Summa xu casei et vj solidi ouorum. 

In nativitate Johannis Baptiste dantur de quolibet 
beneficio iij denarii qui dicuntur Jeuchartphenning . de 
vronwis . Summa 1* denarii preter unura obulum. 

3 



34 

Item de quolibet beneficio mittitur unus feniseca, 
similiter de curtibus . Summa tercius dimidius et xx. 

Item de quolibet beneficio messores m . ad siliginem 
et de curte unus . Summa sextus dimidius et I. 

Item de quolibet beneficio mittitur unus currus , et cum 
curru duo homines, qui inducunt totum frumentum, quod venit 
de Praitta, quibus dantur expensae . similiter messoribus. 

Cum fenum ducitur quaelibet mittit currum suum et 
ducitur inde ab eis in curiam, quibus dantur expensae 
semel in die. 

Similiter quodlibet beneficium mittit unum recher, 
quibus datur expensa semel in die, sed in sero non datur 
pani.s. Falcatoribus etiam non datur panis in sero. In messe 
pabuli quodlibet beneficium mittit tres messores quibus 
datur panis in sero ut supra. Auenam autem ducunt illi de 
Kyrchaym cum nouem curribus. Cum messum fuerit . s. 
et auena tunc statim precipitur ut preparetur frumentum 
et circa festum S. Stephani ducunt in Crems . et tunc 
dantur de quolibet beneficio vij.denarii qui dicuntur stechel- 
phenning . Summa dimidiuin talentum preter quintum dimi- 
dium denarium. Quodlibet beneficium dat xxx a . duas mensuras 
ueteres . quarum tres capit baptisterium in Crems . ita quod 
mensuratum tergitur. 

Item circa festum Sancti Egidii quodlibet beneficium 
ducit dimidium modium ueterem de Zaia in Abstorf superius. 
et tunc siue postea quando necesse fuerit idipsum 
ducunt in Chrems . et inferius bis comedere et equis in 
nocte per duas mensuras auena, sed reuersis nichil datur . .• 
Item in Vindemiam in Chrems mittuntur duo currus de 
Abstorf et de Kyrchaim unus . qui totum uinum quod 
crescit nobis in Crems . ducunt usque ad torcular . et si 
de negligentia eorum perditur uinum in uia tenentur soluere. 
et ipsis datur expensa, equis non. 

Item in Natiuitate sancte Marie dantur Jeuchphenning 
ut supra. 

Item in festo sancti Mychaelis dantur Taidinchphenoing 
ut supra. 



35 

Item Heinrieus l'aumler dat x . denarios de agro sub 
monte. 

Item xüj . denarios cletphenning. 

Item Ditmarus vj . denarios de curte. 

Item de vj . curtibus lxxij denarii. 

Meinhart x den . de agro Winnen. 

Item xviij solidi in uineis. 

Item in Xatiuitate domini de quolibet beneficio dantur 
duo pulli . et de curtibus similiter duo . Summa xlv . tt . *) 



In Epiphania domini. In Kyrchaim de viuj beneficiis 
de quolibet dantur xii . denarii Weisod . Summa preter xij 
denarios dimidium talentum. 

In purificatione dantur pro denariis placitide quolibet be- 
neficio viuj** . dimidius denarius et de tribus curtibus similiter. 

Ad hec due curtes v . denarios . Summa tres solidi. 

Item in carnisprivio undecimum dimiduim pullum. 

Item de curtibus Winneü . x . pulli. 

Item in media xl* . Jeuchphenning xl*v. 

In Pascha . weisod de quolibet beneficio duo casei 
nalentes duos denarios et xxx. oua . et de v . cutibus similiter. 

Item x . curtes . x . solidos ouorum et xx ü . caseos . summa 
tria talenta ouorum et (cum) ij ob _ us minus 1 . caseis. 

Item in festo sancti georii de quolibet beneficio xij . 
denarii . Summa dimidinm talentum preter xii . 

Item Rutlibus de agro . xii . denarios. Item de toto iij 
solidos pro Taidinchphenning. 

1 1 'in in Pcntecoste de beneficiis et curtibus xl ij caseos . 
et de Winnen xx caseos et x . solidos ouorum. 

Item in messe dantur de Kyrchaim de beneficiis et 
curtibus ad siliginem xxxij messores. Item dant xiiij falca- 
tores. Item ad auenam xxxij messores. 



* Summa de Abstorf viij talenta minu» lriij denariis. 
Summa ouorum xxvnj solidi et xv. oua. 
Summa caseorum lvij . et pullorum Ixvij et dimidius. 
Summa frumenti xti . modii et dimidius . Purchmütte. 

3 • 



36 

Item in festo S. Margarete pro opere xl? denarios de 
curtibus Winnen. 

Item circa festum S. Egidii vj currus, quorum quilibet 
debet ducere de Zaia usque in Abstorf uel in Crems xxiiij 
mensuras tritici uel unum modium burgensis ordei. 

Item in festo S. Mychaelis quodlibet beneficium xxx 
denarios et curtes xij . Summa xj solidi. 

Item communiter dimidium talentum de bonis Dipoldi. 

Item in festo Mychaelis tres solidos placiti. 

Item Lupoldus de agro xxx denarios. Item x . denarios 
de Marhtail . Item xij de agro it . x . de alio agro. Item 
Ulricus Hold x. 

Item de x curtibus x . et v solidos . et de quolibet 
anserem. 

Item de omnibus vj solidi. 

Item in Natiuitate domini de x . curtibus xx casei - 
quorum quilibet ualeat duos denarios. 

Item de viiij beneficiis xviij pulli et de v . curtibus 
x . pulli. 

Item de Pirboum dimidium talentum in festo S. 
Mychaelis. 

Summa denariorum vj . talenta et dimidium et v . denarii. 

Summa pullorum xlviij et dimidius. 

Summa caseorum dimidium talentum et x . uel v . 
solidi denariorum minus x denariis. 

Summa ouorum iiij talenta et lx. 

Anseres x. 






In Abstorf inferiori habemus preter unum quartale 
xxxviiij beneficia que nobis seruiunt. 

In Natiuitate domini soluitur de quolibet beneficio 
unus denarius et unus pullus . que pertinent ad ius villici. 

In Epiphania domini dantur de quolibet beneficio due 
scapulc et duo pulli et iij denarii. 

Summa de hiis duobus festis pulli preter hj . dimidium 
centum et scapule preter duas Ixxx . et denariorum ▼ , 
solidi et a j denarii , preter hoc quod quartali uno cedit. 



37 

In purificatione sancte Marie dantur de quolibet bene- 
ficio xviij denarii pro placito - Summa tria talenta preter 
xviij denarios. 

Item in carnispriuio ad officium villici, quodlibet bcne- 
ficium 1 . [Milium et 1 denarium. Hoc erit a nativitate domini 
usque post carnispriuium xxx solidi preter iij denarios et 
pulli v solidi et vj. 

In pascha dantur de quolibet beneficio i°. s caseus et 
iV denarius ad officium villici. 

Item in festo S. Georii de quolibet beneficio iij casei 
et iij denarii. 

Item eodem tempore de quolibet beneficio v denarii 
et ita dicunt hömines nostri, quod ex Ulis denariis inj 
cedant nobis quintus custodi prati. 

Item tunc dantur de quolibet beneficio xviij denarii 
pro placito. 

Item tunc dantur aduocato xviij talenta de nostris 
hominibus tantum, tunc etiam datur aduocato tercia pars 
de v . talentis pro pernoctacionibus , quos etiam soluunt 
homines. 

Heinricus de Urtail cum hominibus n. de vj beneficiis 
et v . curtibus, quarum iiij . cedunt pro integro beneficio. 

Similiter in purificatione S. Marie et in festo S. 
Mychaelis. 

Item in Pentecoste datur de quolibet beneficio j"* 
denarius ad officium villici. 

Summa caseorum a pascha usque post pontecosten 
vijV dimidius solidus et denarius similiter. 

Item in messe dantur de quolibet beneficio ij denarii 

In festo Egidii de quolibet beneficio ij modii tritici . 
et f.v.mensure Cysterstorf . quos unusquisque sursum in 
Abstorf ducit et ibidem datur eis cena et prandium . et 
equis auena et fenum. 

Usque huc summa preter xviij denarios viij talenta. 

Item in festo Sancti Mychaelis dantur de quolibet 
beneficio xxxiij denarii secundum antiquum usum et x . et 
viij den . de placito. 



38 

De iure autem aduocati dantur de quolibet beneficio 
ij denarii et iij solidi. 

In autumno autem post semina quando placet hominibus 
intrant sillvam et primum currum cum lignis ducit unus- 
quisque nobis in curiam. 

Item domino H. de Urtayl dantur de quolibet bene- 
ficio duo modii auene mensure Cysterstorf . et unus pullus 
et unus denarius et ij panes secundum quod eos quilibet 
potest habere. 

Item piscator soluit de piscatura pisces et denarios, 
secundum quod cum preposito conuenire potest. 

Item habemus unum beneficium separatum ab aliis 
Henynrici . s . aput pontem de hoc non soluitur aduocato 
nisi nobis. 

Item ad curiam pertinent vj curtes que soluunt iij 
solidos et alia minuta seruitia. 

Item habemus ibi iij placita in anno legitima de quibus 
culpe nulli cedunt nisi nobis. 

Item cedens de beneficio soluit nobis xx . denarios, 
accedens xxx. 

Item theloneum et quicquid de eo cedere potest . a 
festo Sancti Michaelis summa . 1 . vij . denarii et xx tria 
talenta. 

Item in Schoenstrazz habemus unum beneficium de 
quo soluitur nobis in festo S. Georii l.talentum et in 
festo sancti Mychaelis secundum. 

Summa per totum s . de Schoenstrazz et de curtibus 
et piscaturis secundum quod computari potest xxx . iiij . 
talenta . adhuo restant duo talenta domini Henynrici de 
Urtayl et de aduocato . pro satisfactione unum talentum. 
Item summa caseorum vij solidi minus x . Summa pullorum 
v . solidi et x . Scapule Ixxx . Summa tritici et frumenti 
lxxx . modii Cysterstorfensis mensure. Item xvi purchmutte 
de dec. 

Cod. ms. allab. Nro. 14. fol. 14. et 15. Nro. 63, Geh. Hausarchiv. 



39 

De Raehsendorf . de curia vülicaria in festo Sancti •* ■** 
nüchaelis . Dyetmarus et frater suus dant unum talentum. 

Item Chunradus diinidiuni talentum de uno beneficio, 
idem de pomerio xxx denarios. 

Item Heynricus de uno beneflcio dimidium talentum. 

IVrirhta de llof.de agro Galizonis x . denarios. 

De Lucsindorf. Heynricus et Chunradus dant de uno 
beneOcio ijV mensuras . unam frumenti et unam avene, 
mensure de Weytten . et duos panes qui dicuntur Kayprot. 

Cod. ms. Allah. Nro. IV Fol. 15. Nro. 53. 



„Quidam vir dictus Rycholfus cum uxore sua Chuni- 124*. 
„gunda, presente domino Hermanno abbate et fratribus ac 
_ t'a mi lia tradiderunt ad altare sancti Mauricii in Altah que- 
„dam vineta quasi ad duo iugera in Chirihling apud Xivn- 
„burch in Austria, in loco qui dicitur in der Cbrinne, in 
„ in ii u 1 r qui vocatur Puchperch . et eaudem tradicionem con- 
„firmaverunt ibidem cum manu domini Ulrici Scrofe et 
„militis sui Prebtlini de Chirihling, ad quos spectabat ius 
„quod diritur perchmaister, accipiente hoc ex parte ecclesie 
„fratre Cbunrado prouisore monasterii in Austria . Acta sunt 
„hec anno domini millesimo . cc°. xlvij . in Chirihling. tem- 
pore autumpnali . coram multis testibus . Ipse autem Her- 
„mannus abbas cum consensu fratrum decreuit ipse Rycholfo 
„et Chunigunde uxori sue dari prebendam unam, quam 
„accipient ambo uel alter eorum quamdiu superstes fuerit 
„in hac vita."' 

Cod. ms. Altah. Nro. 14. Fol. 15. Nro 55. 



Frater Chunradus prouisor noster in Abstorf superiori 12*8. 
commisit curiam uostram in Zaia cuidam probo viro nomine 
Willialmo sub tali forma, ut hoc anno, videlicet m°.cc°.xl°. 
octauo soluat ei de curia et decimis xx*.' iiij * modios tri- 
tiri et frumenti . xii . tritici et totidem frumenti . et duos 
porcos qui valebunt unum talentum . ad vronchost. 



40 

Item secundo anno sohlet predicta curia xxvj . modios. 
xiij tritici et xiij frumenti . et quatuor porcos qui valebunt 
duo talenta ad vronchost. 

Item tercio anno soluet xxviij'f modios xiiij tritici et 
totidem frumenti, et vj porcos qui valebunt tria talenta 
ad vronchost. 

Et nota quod census tertii anni durabit singulis annis. 

Item quociescunque in anno procurator noster veniet 
ad predictam villam, villicus dabit sibi panem tribus vici- 
bus . Insuper seruis qui accipiunt frumentum ibidem, et aliis 
nunciis nostris dabit duo bona fercula et ceruisiam suffi- 
cientem. 

Item debet nobis pascere a festo martini usque ad 
festum georii xx maturas vaccas. 

Cod. ms. Altah. Nr. 14. fol. 15. Nro. 54. 



1249. „Anno domini millesimo . cc°. xlviiij . circa Epyphaniam 

. anner. ^ j om j n j em ^ frater Chunradus procurator ecclesie Altahensis 
„in partibus Austrie, apud quendam Rugerum de Chirihling 
„et uxorem suam (Lücke) et (Hin in eius Ebergerum duo 
„iugera vineti, in monte qui dicitur Mahrpach aput Chirih- 
„ling pro xiiij talentis et lx denariis soluens etiam omne 
„iüs officialibus et circumstantibus iuxta morem . Confirmata 
„est autem ipsa emptio cum inanibus iiij°. r officialium qui 
„dicuntur perchmaister, quorum nomina sunt hec . Chun- 
„radus . Meinfridus . Hertwicus . Heinricus . Testes . Otto. 
„Meinhardus . Ditmarus . Syboto . Pilgrimus . Ch. Leupoldus 
„et alii quam plures. " 

Cod. ms. Altah. Nro. 14. Fol. 15. b. Nro. 56. 



(c. 1170.) Domina Livtkardis nobilis et ingenua, mater videlicet 

Friderici advocati Ratisponensis Episcopii . tradidit quon- 

dam ecclesie sancti Mauricii in Altah . iiij . mansos in Hait- 

c. 1250. zendorf, et vineam magnam. Istud predium situm est in 

Austria apud flumen quod dicitur Champ . et Heinricus et 



Ortolfus fratres de Morspach habent idem predium ab 
eoclesia in feudo, videlicet curiam villicariam que soluit 
xiii . modios tritici et üij beneficia, quoram quodlibet sol- 
uit üj talenta et vineam de qua colligebantur aliquando 
xx vel plures karradae vini. Item alias curtes et insulas 
ibidem. 

(Etwas spätere Schrift): Hoc feodum modo habet e. nn. 
dominus Gozzo de Chrems. 

(Spätere Schrift): Modo habet Yrnfridns. 

Cot. m: Altab. Xro. 14. fol. 23 b. Tito. 91. 



..II. dei gratia abbas ecclesie sancti Mauricii in Altah. ltti. 
„Not um fieri copimus universis, quod cum latores presen- eee ™ 

„tiuni Otto de Gwik filius Roberti et Chunigunt soror sua, 
„Ebcrhardus filius Liutoldi de Gwik et Perhtoldus filius 
„suus, Hadmut filia Liutoldi et Chunigunt soror eins, 
„tenerentur ecclesie nostre singulis annis in festo sancti 
„Mauricii quilibet eorum in censu quinque denariorum. Xos 
„ob deuotionem et honestatem hominum predictorum die- 
„tum censum minoramus eisdem, taliter ut ipsi et omnis 
„posteritas eorum singulis in dicto festo quilibet eorum 
„soluat tantum duos denarios pro censu suo, huiusmodi 
„gratia eis in perpetuum duratura. In huius rei testimo- 
„nium presentem paginam sigilli nostri appensione duximus 
„roborandam. Datum in Spitz anno domini m°.cc°.lj°.xv # . 
„Kalendas Januarii. Indictione i\ \ Testes Chunradus lamina 
„et Guntherus monachi . frater Chunradus provisor curie 
„nostre in Abtsperg . Chunradus plebanus de Spitz . Hein- 
„ricus de Mathsc . Ditmarus de Puchof . Wichardus de Spitz 
„et alii plures." 

Coi. mm. Allah. Nro. 1«. fol. 15. b. Xro. 60. 



„H. dei gratia abbas ecclesie sancti Mauricii in Altah. i-'-'- 
„Omnibns Plebanis, vicariis, cappellariis vniuersis presen- De "" fcer - 
„tem paginam inspecturis salutem in domino . Quoniam II- 



42 

„ricum cognomento vicedominum latorem presentium ad 
„hoc constituimus , ut ipse a censualihus ecclesie nostre 
„in partibus Austrie colligere debeat censum nostrum, Uni- 
versitäten! vestram in domino exoramus . quatenus cum 
„idem Ulricus pro colligendo dicto censu ad ecclesias ve-i 
„stras uenerit, vos plebes vestras tarn publice in predica- 
„tionibus quam priuatim in confessionibus ad hoc inducere 
„studeatis, ut si qui eorum nostre sint ecclesie censuales, 
„censum suum nobis dirigant per eundem, scituri quod ob 
„hoc preter mercedem diuinam, orationum nostrarum par- 
„ticipium uobis damus. Datum anno domini millesimo du- 
„centesimo quinquagesimo primo . xi . Kalendas Januarii. 

Nro. 57. 



c. 1260. (?) 



„Similes littere date sunt Ch.de Mundolting , de cen- 
.sualibus inter Yseram et Oenum." 



Nro. 58. 



„Item Akersario de Walnting, inter Yseram et Laberam. 
„Item Ch . de Taimaring inter Laberam et Ratisponam. 
„Item Cokler de Pefnhausn habet cartam nostram 
„super censuales eiusdem prouincie." — 

Nro. 59. Cod. ms. AltaJi. Nro. 14. 



Chunradus de Pilnah habet a nobis curiam unam et 
siluam in Peisreichscelle prope Munster in sacco. 



In Parrochia Wacenchirchen Ludwicus et frater suus 
habent in feodo ab ecclesia duas hubas da ze dem mos. 
et tertiain hubam in Susnpach. 









43 



Ulricus filius Ditmari de Efridinge habet in feodo cu- 
riam in Grunpach prope Welsam. 



Waisrerleitter habet feodum in Otenshaim. 



Werinhardus de Prampach habet curiam in Strazhaim . 
et feodum Lerbergensium. 



Ditricus et Weichardus de Mitternchirchen habent 
curiam in Herstorf. 

Cod. ms. per;. Utah. Nro. 14. fol. 26. Xro. 115. 



Gotschalcus de Flachnekke accepit a nobis Hermanno 

ite feudum patris sui, videlicet quosdam agros ac prata 

insulas in Hitting prope Paumgartenperg . et curiam in 

lerstorf pro qua Ditricus et Wichardus fratres de Mitter- 

chirchen secum contendunt, que curia soluit nobis lviiij"; 

denarios. 

Cod. Alt. Xro. 14. fol. 26. Nro. 117. 



Dominus Ulricus de Cappella accepit a nobis Her- 
manno abbate feudum suum et dicebat, quod non aliud 
esset feudum nisi quidam homines in Ridmarch sive Ach- 
lant, quos progenitores sui per multa tempora possedissent. 

Cod. ms. Allah. Nro. 14. fol. 26. Nro. 118. 



Dominus ... de Wartnburch habet feudaliter quos- 
dam homines ecclesie nostre a domino Ludwico Libero de 
Hagnawe . qui nullius fatebatur se ipsos et alios multos ho- 
mines ab ecclesia feudaliter possedisse. 



Cod. «t. Altah. Nro. 14. fol. 26. Nro. 11». 



44 

1257. „H. dei gratia abbas eccles'ie sancti Mauricü in Altah. 

c. 9. Apni. ?7 0mnibus presentia inspecturis, salutem in domin o . Uni- 
„versitati vestre notum facimus per presentes, quod nos 
„dominum Hiligrimum monachum monasterii Kotwicensis, 
„qui ad presens preest Ecclesie sancti Viti ad colligendum 
„seu recipiendum ä ccnsualibus Ecclesie nostre, in cuius- 
„cumque consistant Parrochia censum debitum per presnam 
„(presentiam?) procuratorem nostrum constituimus gene- 
„ralem, super »hoc ipsum et nulluni alium audiri volentes. 
„Omnibus etiam plebanis, qui sibi in hoc cooperati fuerint, 
„sicut et per literas domini nostri Patauiensis episcopi pre- 
„cipitur universis orationum sive aliorum bonorum que in no- 
„stro fiunt monasterio participium plenum damus . Datum aput 
„Chrems . anno domini m°.cc°.l. vij.in Ebdomada Pashali. 

„Holuwer de Altorf 
„colligit censum nostrum. 1 ' 

Cod. ms. Altah. Nio. 14. Fol. 15. b. Nro. 61. 



4. 

,244. Anno ab Incarnatione domini millesimo duccntesimo 

Quadragesimo quarto . Otto Comes Palatinus Rheni Dux 
' Bawarie, hanc formam pacis iuramento confirmauit. ä festo 
beati Jacobi per tres annos, iurantibus secum Eberhardo 
Salzeburgensi Archiepiscopo . Rvdgero Patauiensi . Sifrido 
Ratisponensi, Chunrado Frisiugensi, Friderico Eihstetensi, 
Heinrico Babenbergensi Episcopis, simul universis Comitibus 
ac Nobilibus cum ipsis iurantibus. 
De Treugis. Sic de treugis manualibus est constitutum, ut si ali- 

a. Hantfrid. quis treugas manuales inter duos inimicos fecerit et unus 
illorum eas violet, ille qui treugas fecit si tercius viola- 
tionem probauerit, violator exlex iudicetur, ita ut sentencia 
nee expurgatio eius deineeps super aliquo admittatur . Si 
uero factor treugarum violatorem causa dilectionis quietum 
dimittere conatur, Judex uel Comes in cuius est Comitia, 
ipsum qui treugas fecit inpetens ad . xmj . dies citet . d . etiai 
si se die assignata iudicio non presentaueril uel legitimui 



45 

impedimentum non probauerit, eitlem peneteneatur cui etiam 
is qui pacem uiolaait . Et iudex potestatem habeat tercius 
pnili.tr>' contra violatorem eundem excessum . Si uero factor 
treugarum legitimum impedimentum uel quod dies sibi non 
fnerit intimata pretenderit, propter quod non potuit exequi 
ritationem, alia dies ut iustum est ipsi assignetur . Item si 
teils uel tantus est, qui pacem uiolat quod is qui eam 
fecit non audet impetere iurare debet quod metu persone 
ipsum non auderet impetere nee super tali excessu contra 
eum inducere probationem, uel si forte treuge uiolate sunt 
illo nesciente qui eas fecit, similiter eius iuramentum quod 
eas nescierit uiolatas aeeipiatur. 

Item si aliquis dat treugas inimico suo pro se et suis 
faut i ' rili u >, et unus fautorum eas uiolauerit et non fuerit 
emendatum. is cuius fautor est postquam sibi constiterit 
eum a se penitus exeludens, se debet expurgare quod sine 
sua conscientia et voluntate factum sit et pro lesi volun- 
tate contra ipsum stare . Et si postmodum ipsum resump- 
serit reus erit cum fautore treugarum uiolationis. 

Item si duo inimici, qui treugas inter se fecerunt 
sibi inuicem oecurrunt et cum altero eorum est inimicus 
alterius, qui cum eo treugas non habet, et ille presumens 
de socio inimicum vult ledere, comes suus qui amicus est 
alterius uel qui cum eo treugas fecit, hoc debet intervenire, 
quod si non potest, debet eum adiuvare, quod si non fecerit 
pacem uel fidem violat. 

Item si duo amici uel inimici treugas inter se habentes 
sibi inuicem oecurrunt, et unus illorum ducat aliquem qui 
cum obuiante treugas non habet metuens quod obvians 
comitem suum ledere velit, uadat ad eum dicens . Talis 
est mecum cum quo treugas non habet is. deferte mihi hoc 
in tempore ne ipsum penes me ledatis et obuians propterea 
non desistet, ipso inmittente si inimicus treugas si uero 
amicus fidem uiolat. 

Item si contra uiolatorem treugarum necessarius est 
testis aliquis exeommunicatus uel proscriptus pace et secu- 
ntate sibi per eandem diem facta ab omni impeticione et 



46 

a iudice dato sibi conductu de loco ad locum probationis, 
nee attestatio eius super causa exeommunicationis etproscrip- 
tionis debet repudiari. 

Item nullus postquam treuge facte fuerint eis renun- 
ciare debet ante terminum statutum qui autem fecerit pacem 
uiolat. 

Item cum duo inimici treugas inter se fecerint, et 
unus illorum aliquem fautorum uel hominum suorum de 
treugis excluserit, pro quo forte nequit uel non vult treugas 
stabilire, debet eum a se remouere et exeludere penitus, 
nee contra eum cum quo treugas iniit aliquod ei quamdiu 
treuge durant auxilium prestare, quod si fecerit pacem violat. 

Item si quis sub treugis lesus fuerit, querimoniam se 
non vindicet, quod si fecerit pacem violat. 

Item nemo pignus alicui sine vronboten auferat, alio- 
Depignore. q U i n pacem violat. 

Item si treuge inter duos inimicos facte fuerint et 
unus eorum alicui infra terminum treugarum occasione 
consanguinitatis uel stipendii circa reliquum prestiterit auxi- 
lium pacem violat. 

Hec est forma de generali pace provincie. 

De Nociua Si qua domus uel castrum denunciatum fuerit publice 

domo. super aliqua rapina specialiter exprimi debet quis fecerit, 

uel quomodo factum sit, tunc dominus domus bunc remo- 

uebit qui fecit, decuplo rapinam restituens, uel puniendum 

ipsum iudici oiferet . Si dominus domus extra prouinciam 

est, domus in qua rapina facta est eiciatur de castro et 

exuratur. 

Dehüsqui Item quieunque seruauerit malos homines et convictus 

seruant male- f uer i{. ^ e ipsis, plenam ab eis exhibeat iusticiam, sed si 

faciores. . . ., . 

ab eo recesserint, nichilommus ipse erit satisfacturus super 
universis quae fecerunt dum secum essent, nee idem dominus 
propterea erit infamis uel homo dampnosus denunciabitur 
taliter satisfaciens. 
ne napinribus. Item de raptoribus denunciatis si die prima sibi ä 

iudice data cum suis fideiussoribus se iudicio absentauerint, 



47 

iudex eos statim proscribet , et episcopus cuius sunt dyoce- 
sani eos excommunicabit . Sed si diem statutum se non per- 
rt'|iisse uel legitimum impedimentum probauerint, alia dies 
eis assignabitur ad statuendos eorum ut antea fideiussores. 

Item si in foro uel in villa una domus uel plures De Noci-a 
denunciabuntur, exuri debent sine dampno aliarum domuum, domo. 
uel de licentia Judicis estimari et uendi, et de bac pecu- 
nia respondere querelantibus. 

Item hominum dampnosorum uel proscriptorum, nee De NoeiBil 
du\ nee episcopus aliquem per contractum resignationein hominibus. 
feodorum uel contradictionem allodiorum debet eum assu- 
mere, ut ipsum ab huius iudicii liberit statutis. 

Item qui hominem oeeiderit pro eo capite plectatur, De H omicidi« 
nisi tertius quod se defendendo fecisset probauerit. 

Item qui manifestam reisam fecerit capite priuetur. De Raisa 
(Auslest riehen). 

Item si duo guerram inter se habuerint, neuler alte- De Aduocati*. 
rius aduocatiam iuvadat, alioquin pacem violat. 

Omnis nisi iure redditibus aduocatie utatur alioquin 
pacem violat. (Ausgestrichen). 

Si quis per uim apud aliquem hospitatur, pacem violat De Ho8pite 
(Späterer Zusatz) nisi det ualorem et ter. rioiento. 

Item si aliquis episcopus aliquem inbannauerit et ille Deexeom- 
contumaciter . xl . diebus inbannatus perseueret, duci per »»«nie»««, 
litt cras suas insinuet, et dux ipsum statim proscribet . E 
conuerso dux de contumaci proscripto nunciet episcopo, et 
nee inbannatus nee proscriptus absoluatur, nisi ab eo qui 
prius ipsum ligauit, nisi probauerit quod temere uel ob 
inuidiam ipsum episcopus absoluere negauerit, statim a 
duce seeundum ius absoluatur. 

Item si quis proscriptus fuerit in domum alieujus De Pro.eriptu. 
agitatus, dominus domus eum adiuuabit ut sine lesione 
exeat domum suam, nee hospes ideo proscribetur . Siquis 
autem proscriptus in domo alieuius inventus fuerit, et 
hospes se expurgare non poterit nisi eum scierit esse 
proscriplum (domus cum omni familia uelut proscriptus (Ausgestrichen 
puniatur), dominus domus proscribatur, et sit in discretione m ' ae fc° ?** **" 



48 

Judicis si sit aliquis de familia illa preter uxorem et pueros 
paruulos proscribendus. 
idem. ^em si quis fuerit proscriptus et infra . xüij . dies 

non fuerit absolutus, preco ipsum in foro et in foribus 
ecclesie sub testimonio denunciet . et cuncte eius posses- 
sionis comburantur. 
DeEpiseopis. Item nunciis episcoporum extra prouinciam positorum 

pro quacunque re querimoniam mouentibus in iudicio, iu- 
dicium eis fiat tamquam dominis suis presentibus. 
De ciericis. Item nullus iudex secularis violenter de clerico (quan- 

*) oben dazu tum ad personam uel spiritualia) *) iudicet , nisi prius a 
geschneben. SUQ e pj SCO p fuerit degradatus . postea sententia dictante 
iudex circa ipsum procedat. 
DeMoiendiais. Item monasl eria , cimiteria, dolos, molendina et apes 

in aluearibus suis secure consistant, si quis ea invaserit 
pacem violat. 
De Pomerüs. Item nullus pomeria uel vineas exsecare presumat suo 

inimico, aut pacem violat. 
DeSeruis. Item nullus seruus (ist überflüssig) servum suum 

equitem habeant nisi redditus . V . talentorum habeat aut 
pacem violat. 

Item de hiis qui vulgo dicuntur Ysenchnappen sie est 

institutum, ut ubieunque tales inveniantur iudex uel comes 

in cuius sunt Comitia ipsis diem prefigat infra tempus 

statutum, ut uel militent, vel ab hoc resiliant errore . 

Dcproscriptis. Quod si non fecerint, proscripti denuncientur. 

Item quieunque in proscriptione est, extra pacem 
erit, nisi a proscriptione seeundum ius fuerit absolutus. 

Nullus iudex iudicio sine prescripta forma (oben ist 

dazu geschrieben : Theutonice) presideat, alioquin duci. v. 

talenta soluat. 

De Ecciesüa. Item ecclesie dicate ä granis et scrineis euacuentur 

quia omnis homo rebus et persona firmam pacem habebit. 

De Venatione Item compeditores, laquearii, et nisos et aeeipitres 

de nidis aeeipientes , et nocturni venatores erunt extra pacem. 

DeTaberna. Item nullus uinum uel alium potum nisi in legitima 

taberna uendat, alioquin pacem violat. 



40 

Item nullus animalia emat ut ea extra prouinciam dural, De animaiibu». 
(nisi tempore epidimic *) aut ä quoeunque detenti. pacem »)oben aber- 
non viülat, sed Comiti uel iudici in cuius est iudicio ani- sebr " ben ' 
malia cum personis presententur. 

Item quieunque predam in publica strata commiserit, n«- pred» et 
uel quieunque scienter emerit, infaini.s et exlex . uterque Rap,nB * 
perpetue subiacebuut proscriptioni. Si autem aliquis impetitur 
super rapiiia . si est homo bone fame, cum v. denominatis 
testibus, si non, cum vij . denominatis sc expurgabit, ita 
tarnen si captivus iudicio non est oblatus . Si captivus , Ixxy 
testes ipsum non expurgabunt. 

Item infamis persona et aliquando denunciata et post- De infantibus, 
modum absoluta, de quaeunque re ille postea impetitur 
cum vij . se denominatis testibus mundabit. 

Item infamis persona de cetero nunquam suo iura- idem. 
mento, sed cum tribus procedet compurgatoribus. 

Item nemo peeuniam suam commodet ad usuram, aut De isarariis. 
victualia emat ut ea processu temporis carius vendat, alio- 
quin pacem violat. Et celantes eos excoinmunicentur. 

Item quieunque alium odiose domi quesierit et de hoc D*Haia«*tb. 
cum vij . comparum suorum (uel cum conscientia*) conuiu- *) oben dazu 
citur, in proscriptione erit . Si absolui uoluerit, dampuum s eschrieben - 
est imat um suo iuramento et duorum suorum comparum secum 
decuplorestituat.Insuperv.talenta passo et iudici x.persoluet. 

Si quis per tres ydoneos testes de incendio convictus Deincendiarü» 
faerit in proscriptione erit, uel similiter absolvatur. 

Ubicunque clerici Monachi mulieres pro pace in se De MonacM« 
violata conquesti fuerint, iudici um eis sine mora fiat, non et Cl ' ricis - 
requisitis eorum aduocatis. 

Item de hüs qui habere solent vassallos uulgo munt- De Mnntient. 
livt . ab huiusmodi cessent dominio . pereepto statuto . alio- 
quin uiolatores pacis habeantur . et ille vassallus v. talcnta 
solvat, aut in corpore in generali foro Comitie diris casti- 
getur verberibus. 

Item nullus conduetum prebeat altericunque, sed qui- De conduetn. 
libet securus vadit, auetoritate ducis et huius statuli 
qui autem fecerit, pacem violat, et capite priuetur. 

4 



satz 



tionibus. 
(f. 118.) 



50 

De jurando Item qui pacem iurare noluerit, nemo ei iustitiam 

pacem. exhibeat , et ipse cuicunque respondere compellatur. 

De Redditibns Item liullus habeat castrum vel aliquod munimen nisi 

castroram. ret iditus habeat ad illud xxx 1 » librarum. 
De armis in Item nullus ad placitum Comitis uel Judicis armatus 

piacito. veniat nisi de voluntate ipsius . Alioquin in continenti humi- 

lietur*) (et x talenta solvet). 

*) Späterer Zu- *) Item si homo alicuius domini intrat Ciuitatem alterius 

ad s! ;iii(l(iiii ibi, et si repetierit eum infra annum et diem 
restitnet eum sibi . sin autern remanebit in eadem ciuitate 
et domino cuius erat debita seruitia uel competentiam exhi- 
bebit, et si defunctus ibidem fuerit habens uxorem et pueros 
due partes bonorum cedent, tercia doinino cuius erat. 

De pemocta- Item nullus Comes uel iudex in suo iudicio sepius 

preter uoluntatem inhabitantium nisi ter in anno, semel in 
hieme bis in estate, ita, ut in villicatione duo („et in 
molendino duo" späterer Zusatz) in huba unus equus 
pabuletur, si magis, pacem violat. 

De ciamore. Item si quis iudex uel alius fuerit insecutus furem 

uel latronem aut proscriptum, audito ciamore si quis non 
armis uel fustibus accurrerit ij° . talenta dabit. 

De Spoiiato- Item si quis spoliaverit episcopum uel ecclesias siue 

quoslibet privatos, infra tempus illud quo iudicium habere 
non poterunt, in duplo restituat, si uult eifrigere penam 
Statut am. 

De Coiiu vio- Item si quis commiserit raptum virginis uel cuiuslibet 

mulieris bone fame . et de hoc est mj (tu stand früher) 
cuiuscunque conditionis testibus conuictus fuerit, uivus 
sepeliatur (späterer Zusatz: „nisi expurgaverit se cum tri- 
bus nominatis, si prius cum ea dormiuerit 11 .) 

DeProscriptis. Item quicunque proscriptus alium proscriptum parem 

uel maiorem iudicio presentauerit, oblatus puniatur et of- 
ferens absoluatur. 

De Weisung. Item quicunque uult ius ostensionis habere, quod 

uulgo dicitur Weisung, uel inquisitionem quod uulgo di- 
citur Aische, iurare debet, quod siue dolo uel fraude 
fiant. 



51 

Item quicunquc captiuauerithomincmalteriusreusubique De capüuatis. 
ueluti leso de rebus et persona domino respondere tenetur. 

Item quicunque possessionem obtinere uolaerit, cum De P os**Mio- 
vii . cam uliiinr.it testibus, qui sine fraude nominentur. ü' „ P . f ° *»", * 

•» i hominum eire- 

Siniiliter de his quicunque hominem obtinere uoluerit, mm. 
si non plures, tres uel duos sibi consanguinitatis linea 
astrictos eius apponat lateri. 

Item quicunque res sibi subtractas apud aliquem de- De fnrtii. 
prehenderit, et ille auctorem se habere asserit, hunc iura- 
mento in instanti nominet sine dolo, et secure lesum in 
suis expensis illuc ducat et reducat. 

Item quicunque de periurio cum vij suorum comparura De perinrio. 
uel maiorum conuincitur, statim manu mutilatur. 

Similiter quicunque uictus fuerit, quod diem et annum in De exeomma- 
excoramunicationeuelproscriptioneperstiteril, exlex iudicetur. "'" ' t * g e pr ° 

Item quamdiu aliquis in excommunicatione uel pro- 
scriptione manserit, nee feoda conferre nee infeodari licet, 
si autem factum fuerit, cassetur. 

Item Schahroup (oben: „et strazraup") nulluni auc- De sehahraap. 
torem habeat, sed apud quem comprehendatur, iudex circa 
illum procedat si (..prius' 1 oben) fuerit infamis, sin autem 
(ausgestrichen, und darüber gesetzt: uel tertius") tercius 
expurgabit se. 

Item clericos tonsuram layealem deferentes videlicet De vfcfti et 
vagos, et etiam laicos istriones, mulieres secum per pro- H . vs,r,onibns - 
uinciara ducentes, et quoslibet ioculatores nisi in sua 
Parrochia innatis ponimus extra pacem. 

Item serui dominorum qui tempore messis indebite De pabaiatori- 
solent pabulare, uel de die segetes cum equis inuadere, 
manu mutilentur, aut iudiri v. talenta solvant . sed si cui 
legato aduene uel prouinciali ex itinere equitatura defet» - 
rit, et in quibuseunque satis idem equum suum recreaue- 
rit, ita, quantum solo pede imposito ineidere poterit, pa- 
cem non uiulat. 

Si quis de sua possessione eiectus fuerit, et uiolen- De posse««ione. 
tiam cum tribus ydoneis personis probauerit, (ausgestri- 
chen: ante omnia possessio), in suam restituatur potestatem. 

I 



52 

Item in Ciuitatibus, qui lumen nocte non portant 
pacem violant. 
De Armis. Item nullus forensis filii ciuium uel alius aliquis post 

crepusculum noctis in uicis ciuitatis gladium uel aliquid 
hostile deferat preter certum hospitem uel militem qui 
suum gladium seruo comitanti se contulerit deferendum, 
alii uiolatores pacis iudicentur. 
De Vuineribus. Quicunque alterius euiuseunque sanguinem nisi se de- 

fendendo („infra pacem effuderit v. talenta soluat" ist aus- 
gestrichen) uel manu mutiletur. Manum pro manu articu- 
lum pro articulo statuimus amputandum. (Späterer Zusatz: 
„Si sine deffectu membri fiat de quolibet vulnere soluat 
conquerenti ij. talenta 1 '). Judici per tot (?toties?) italentum. 
(Späterer Zu- Si quis alium capillauerit uel ad maxillam percusserit 

uel aliter sine vulnere, leso l talentum et Judici lxxij 
denarios soluat. 
De Rusticis. Item rustici cum filiis suis capillos ad auriculas usque 

preeidant. 

Thoraces uel ysenhut, uel colliria uel juppas de pukramo 
uel eultrum latinum aut aliquid catenatum . uel hostile (uisi 
gladiuin suuin . hospites et non alii ante suam deferant 
ecclesiam" ausgestrichen) priuatis diebus non aliud quam 
stimulum uel reutil deferant. Hec autein omnia pro com- 
muni necessitate prouincie et iudicii exequendi, et patriam 
ab ineursu hostium defendendam si uelint in eorum domi- 
nus reseruent. 

Item nobiliori quam griseo et uiliori plabatico ueste 
non utantur . et calciis bouinis excepto qui innatum alieuius 
<ln mini officium obtinuerit. Reliqui cum hiis prohibitis spolien- 
tur inventi . et persona Judici redimenda pro talento offeratur. 
De saie. Item non sepius quam bis in anno nisi duobus in 

curru equis fontes salis accedant . et non amplius grani 
quam suum ponderare currum et theloneis et expensis bene 
respondere secum deferant. 
De vestibns. Item eorum matrone ueste interposita sericis non 

utantur nee quelibet matrona uelamine capitis nisi partem 
uestis iuxta suam deferat ecclesiam. 



53 

Rustice pallia de persat et Quintein liceuter deferant. 

Item vüj . de saniori et seniori parte in omni plebe De Artificibus 
per parrochias in unum ante erclesiam conueniant . cuique et P e^Ä^,, • 
artifici (et mercatori: Zusatz) per barrochiam commoranti, 
textoribus, calciatoribus, carnißcibus, fenisecis, carpenta- 
riis, fabris, secundum sunm iuramentum ipsis prccium 
condignum imponant, ut si magis exquirant, de violata 
pace iudicentur. 

Item si quis aliura impulsauerit de dampnis que di- De Dampni«. 
cuutur etzen . trettin . ubersniden . ubereren . ubermenen 
zauubreehen. uei pecus in sua cultura.et ipse tercius non 
probaueritsuam innocentiam, dampnum estimatum, secundum 
Miuin iuramentum et duorum secum (duplo steht oben) 
restituendo . iudici Ixxij denarios soluat. 

Item mensure indebite ubicunque reperte fuerint, pro De mensuri«. 
mainri mensura scilicet ulna et metreta iij*. talenta et 
lx* . denarii pro minori potu . s . et sale et huiusmodi . 1 . tal . 
et lx* . denarii soluantur . Insuper dampnum decuplo restituat. 

Item piscationes uenales et aucupes nisi pro certo Deiniustispi*- 

i • • • . i. ..- i i cationibus et 

dominis eorum, aut ei qui ahquem ueht honorare dominum, aucu ,... 
alioquin domino cuius est aqua dimidium talentum et iudici 
dimidium talentum soluat. 

Item vitulus ad mactandum nisi biennalis uendatur . "■■ Maetando. 
alioquin uitulo perdito uterque Judici talentum soluat. 

Item Molendinatores nisi trigesimam partem accipiant. De Moiendini». 
Quod si amplius, dampno decuplo restituto Judici talen- 
tum soluat. 

Item nocturni invasores pro quaeunque re, dampno De Noctnrno 
decuplo restituto, manu priuentur. ampno. 

Item quieunque alium impulsauerit, pretendens pacis De Expur ? a- 
uiolationem pro quaeunque re . vi . solidos excessit*, uel tione - * ( n0B 

, _ fehlt vor ex- 

seeundum formam statutam emendet . uel expurget . Si ce «»it). 
supra . vj . solidos fuerit, tercius se erpurgabit . uel dampnum 
decuplo restituat. 

(Spätere Zusätze): 

Item de rebus Clericorum mortuorum preco uel iudex 
se non intromitterc non presumat. 



54 

Item nullus Christianus accipiat usuras nisi ad iudeos . 
alioquin pacem uiolauit. 

Item nullus Judex accipiat plus de cat. (?) quam ij 
denarios uel Judici soluat 1 . talentum. 
(Reiiquadefor- vitimum est . Qui noluerit iurare pacem seruandam extra 

mapacisrcquire . 

antexx u iijfolia.P acem s "' 

(?) 

Cod. ms. perg. Altah. Nro. 14. fol. 116—118. 

b 



It . fol. 62. (Mit etwas späterer Schrift): 

§. Si quis uiolauerit fidem in domino suo cuius est, 
in hiis que sunt contra personam uel res uel honorem 
suum, et de hoc conuictus fuerit cum vij . testihus mili- 
tarihus . si est de genere militari , uel cum rusticanis si 
est de genere rusticano , ille infamis et exlex iudicabitur . et 
*)ausgcstrichen.[ponetur (inter) exleges]*) erunt filii sui harpfani (orphani) 
et uxor sua vidua et feoda uacabunt. 

§. Qui raisam manifestam fecerit in prouincia contra 
aliquem qui pacem servare iurauit, auctor raise capite 
plectatur . Si vero extra prouintiam raisare uoluerit et 
transiens aliquem dampnificauerit, et infra vi . septimanas 
^ausgestrichen. passo non satisfecerit (per?) (proprium)*) trium personarum 
iuramentum de uiolata pace conueniatur et iudicetur, et 
passo duplum restituat. 

§. Si quis spoliauerit aliquem sine diffidatione quod 
dicitur widersagen, (oben: quem bene salutauit) et cum 
tribus testibus sibi adiunctis se non poterit expurgare, 
manu mutiletur et dampnum triplo restituat, et qui impetit 
eum debet iuramento probare quod non in uanum hoc est 
mutwillen impetit eum. 

§. Item qui diffidat alium quod dicitur widerbotes 
infra tres dies non inuadet eum alioquin pacis erit uiolator, 
et e converso. 

§. Item ubicumquc inuentus fuerit incendiarius, si quis 
eum seruat uel detinet a Judicio pene incendiarii subiacebit. 



55 

§. Item qui abducit cquum aliouius in cuiuscumquc domo 
imicntus fuerit, equum rcstituet, uel ualorem dabit, alioquin 
pacem violat. 

§. Qui de nocte abducit ligna de silua alicuius (oben) 
uel de forestis principum uiolcntcr accipit pacem violauit . 
Qui uero violenter abduxerit in presentia custodis ipsius 
silue, quintuplum restituet . Si vero secreto abduxerit et 
postea cognitum fuerit duplo rcstituet domiuo silue. 

§. Quicumque portauit cultellura (oben : Knipen) secreto, 
manu mutiletur. 

§. Item siquis deferat cultellum (oben : Knipen vel stech- 
inezzer) in hospitio uel in Ciuitate . perdat cultellum et 
talcntum soluat Judici uel marschalco, nisi Domini Ducis 
licentia Hat . et hec pena in festo beati Martini inchoetur. 

§. In qualibet Cometia ubi deffectus fuerit liberorum 
qui dicuntur schepfen, eligantur quatuor meliores et discre- 
tiores a Judice uel comite, qui loco schepfen de omnibus 
testificentur preter dampnationem persone quam sententiabit 
preco, et qui ad hoc electus, renuerit xx libras duci soluat. 

§. Qui abducit uxorem alterius viuus sepeliatur. 

§. Si quis proscriptus uel excommunicatus debet esse 
gewer nel testis de proprietate, Uli detur securitas et 
pax ad locum et de loco. 



5. 

Forma pacis quam instituit Otacharo dux in Austria. 

(W)ir setzen und gebieten swaz schaden iemen ge- w . 1251. 
srhche an deha>inerslahte dinge daz er selbe niht rechhe, 
er chlag iz e sinem rihter und volge siner chlag nah en 
ende als reht ist, izn si als uerre daz er da enhant niht 
sei, und sines leibes und sines gutes muzze tuen ze not wer. 

Swer sih* anders riebet danne hie geschriben ist, «)Ra»ch : swe- 
swaz schaden er darumbe tut den sol er im gelten mit lich " 
Mviualt, und swaz schaden im geschehen ist der sol vlorn 
sin, und sol nimmer dehein chlag nah dem gwinnen. 



50 

Swer aber siner chlag nah volget, als reht ist wir (t) 
dem niht gerihtet und müz er durch not sinen vienden 
wider sagen daz sol er tun ze tage, und von dem tage 
so er im widersagt hat untz an den vierden tach sol er 
im dehein schaden tun weder an libe noh an gute so hat 
er vrid drie ganz tag. 

*) Rauch : wer Der selbe *) dem da widersagt wirt der sol auch de- 

haeinne schaden tun dem der im da widersagt hat unz an 
den vierden tach an liebe noh an gute. 

Enswelhem dirre satze gebrochen wirt, der sol für 

*) Rauch: ee. sinen richter varen und sol enen bechlagen der im e *) 
getan hat. Dem sol danne der richter selbe für gebieten 
od(er) mit sinem gwissem boten. Mach sih derselbe der 
da angesprochen wirt niht bereden selbe sibent, unbe- 
sprochener manne auf den heiligen for dem rihter so sol 

*) Rauch : er- er sin e los *} und rehtlos ebichlichen also daz er nimmer- 



los. 



mer wider chomen mug ze sinem rehte. 



(YV)ir setzen und gebieten an swem der hant vride ze- 
brochen wirt erziuget er daz auf den heiligen vor dem 
rihter mit dem der den hantvride geinachet het, und mit 
zwaein umbesprochen manne di ir reht behalten habent daz 
der vride an im zebrochen si; der rihter sol enen ze aeht 
tun, der den vrid zebrochen hat, und sol in nimmer auz 
der acht lazzen an des chlagers willen, od(er) er vleuset 
di hant dar umbe, ez en si daz er mit dem todes slage 
den vrid breche, so sol siner mage aeiner chlagen diselben 
tat und sol si auch bereden als hievor gescriben ist. Und 
so er daz beret so sol derselbe nimmer auz der aeht chomen 
*) Rauch: er- ni wan mit dem tode, und sol sin e los *) und rehtlos. Wil 
ab(er) der der den vrid gemachet hat od(er) enphfanget 
hat im niht gesten des rehtes daz er an im gebrochen si, 
dem sol der rihter gebieten bei unsern hulden daz er im 
sines rehtes helfe, od(er) daz er sin niht enwizze, lat er 
daz durch magschaft od(er) durch dehein ander dinch er 
ist uns und dem rihter siner hant schuldich. 

Wir setzen und gebieten daz dchacin rihter imen ze 
aeht tu niwan ofenlichen, und daz dehanii rihter imen auz 



57 

der «ht lazze er nem di gwishaeit daz dem chlager ge- 
rihtet werde nah des landes gwonheit, tut daz der rihter 
niht daz sul wir über in rillten, als reht ist, wir loben 
Im wir daz selbe behalten. 

(AV)ir setzen und gebiten daz niman dehaein munt- 
man hab. 

(W)ir setzen und gebiten, swer auf iemens phfenning 
falcs slahe, oder slahen haeizze den sol man haben für 
aeinen valschaer. 

(W)ir setzen aueh und gebiten swelch herre sin stat 
od(er) sin burch bauwen welle, od(er) dehaein ander bowe 
tuen wil, der sol daz tuen mit sinem gute od(er) mit 
siner leute gute niht von der lantleute gute. 

Swer darüber dehaein zol od(er) dehein ungelt nimpt 
in dehsin stat od(er) auf dehaein strazze, über den sol 
man rihten sam über aeinen strazzrauber. 

(W)ir setzen und gebiten daz man in den steten in 
den dorfern über elliu unseriu lant sih behalt an geistli- 
chen dingen, und ob der erzbischolf od(er) der erzbrister 
geistlich rieht . des sei im nime wider mit deheim unreht. 

(\V)ir setzen und gebiten vestechlichen und als reht 
ist. daz aller gothauser vogt vor sin den gotshausen, und 
si schermen auf ir vogttay, als gein got wol ste, und als 
si unser hulde damit behalten wellen . und sich an der 
goteshuser gut daz ihr vogtay ist also behalten, daz uns 
dehein chlage von in iht chom. Swer des niht tut chumpt 
uns des chlage, daz welle wir rihten als reht ist, und als 
veste daz wir daran niemans schonen wellen, wan swer 
sin vogtay selbe raubet, di er billich schermen sol, der 
hat billich die vogtay verlorn. 

(W)ir verbiten vestechlich bi unsern hulden daz nie- •) Ranch: «ni- 
man durch deheins vogtes* schulde noh im ze laide der ,en ' ,slim c °- 

dex ausgestri- 

goteshuser gnt, daz sin vogtay ist weder brenne noh raube c hen. 
noh phfenden swer daz darüber tut dem vogt ze laide 
wirt er des uberziuget als reht ist vor dem rihtaer den 
sol man ze aeht tun . uud sol in dar auz nimmer gelazzen 
er eugelt den schaden drivalt, und suln diu zwei taeil 



58 

dem gotcshuse werden, des des über ist dem vogt daz 
drittaeil. 

(W)ir setzen und gebiten swer wizzenlich raub chau- 
fet od(er) diuplieh gut, od(er) swer rauber und diube 
wizzenlich wirt ist daz si zerent in sinem huse, und doch 
niht achter sint und wirt er des uberziuget als reht ist, 
so sol er der ersten ienem manne gelten sin gut dem iz 
da genoinen ist iz sei diufe od(er) raub. Ist ab(er) daz 
daz er des überredet wirt, daz er iz zedem andern mal 
getan hat. Ist daz gut danne raublich so sol man rihten 
über in, als von reht über seinen rauber. Ist aber daz gut 
diuflich so sol man rihten über in als über seinen diep. 

Wir setzen und gebiten daz nieman behalte noh her- 
berge dehaeinne achter wizzenlichen swer daz darüber tut 
wirt er des uberziuget als reht ist der ist in denselben 
schulden und sol man über in rihten sam über den aehter. 
Ist aber daz er sih des entredet als reht ist vor dem rih- 
taer auf den heiligen mit siben unbesprochen mannen, daz 
»)Rauch: weile. er niht wesse*) daz er aein ehter was so sol er unschul- 
dich sin. Swo man verbiete od(er) angriffe aeine aehter 
den sol niman weren swer den wert wirt er des überre- 
det als reht ist, daz er in wizzenlichen hat gewert, der 
sol in denselben schulden sin, und sol man über in rihten 
als über einen aehter. In swelhe stat der aehter chumt da 
sol man sin niht behalten, und swer im übel tuen wil des 
sol man in niht schermen. Im sol niman niht geben ver- 
geben noh ze chauffen und sol ze im niman niht chauffen 
man sol in miden an allen diugen. Behalt in dehaein stat 
gemaeinlich und wizzenlich ist si umbmowert der rihter in 
des geriht si da ist sol sei nider brechen. Über den wirt 
der in behaltet sol man rihten als über aeine(n) aehter, 
und sol sin haus zefuren. Ist diu stat ungemowert so sol 
si der rihter brennen, daz sol nieman weren. Setzet sih 
diu stat dawider, stat und leut sin rehtlos. Mach daz der 
rihter in des geriht daz geschult niht gerillten, so sol er 
uns daz chunden, und sol iz danne mit unserm gwalt 
tuen. 



59 

Wir setzen und gebiten *) swer den andern sines # )iuueb i „d»» 
gutes entwert mak der chlager daz bringen selbe dritte ribter .. ig , im 
siner hausjniozze, di des «"i^ens hausgnozze sint mit dem Codex aa«ge- 

. . m i i ••• ■ ,. .j i strichen. 

»nie auf den heiligen man antwrt im di gwer wider uuu 
sol uns der ribter als lange scbermen als si ener gehabt 
li.tt. und swaz er sin guozzen hat, daz sol er im selbe 
anderez wider geben. 

Wir setzen uud gebiten daz dehaein ribter dehaein 
ander wandel iht nem danne im von den besten werde 
erta*ilt di ze sinem geriht genen , nem er da über iht 
daz riht mau über in als über einen rauber. 

Wir setzen und gebieten daz dehaein rihter über 
dahaein aeigeu iht rihten wan daz innerhalb der stat leit. 

(W) ,r setzen und gebieten daz dehaein unser rihter 
dehaein rauber iht lazze izn si mit der chlager willen ; 
und tut er iz darüber , so sol man in an eins raubers 
stat habeu. 

(W)ir wellen auch und setzen vier Lantrihtaer, zwen 
enhalb tunowe , zwen dishalb . di suln rihten alle chlag 
di für si choraent , an über dienstman leib und zeigen, und 
leben . Wirt aber sein dinstmau umb grozze schulde be- 
chleit, den sol der lantrihter bringen in den furban, di 
seht sol man uns behalten. Über Rittaer und über chneht, 
di unser sint . od(er) unser diust man aeigen sint, od(er) 
swes si sint, da sol der lantrihter über rihten , über leip 
und über gut als reht ist. 

Wir haben auch unsern (Rihter?) mit zwelf herren 
auz dem lande . Wir wellen auch daz zwen lantrihter 
bei anander sitzen an dem gerihte so si mugen. 

Man sol auch alle schedelich veste brechen di in dem 
urleuge gebawen sint , und di veste di gemachet sint auz 
den rhirchen. 

(W)ir wellen auch daz man allez daz guet daz uns 
ze reht angehöret , daz wir niht gegeben oder verlehent 
habeu uns lazze mit gemache. 

Wir wellen auch daz riche und arme haben daz sein iscli- 
chiT ze reht haben sol man behab imz danue ze reht an. 



60 , 

Man sol auch dehcinne mau, der mit rcht in die teht 
wirt braht niht behalten . Behalt in iemen chumpt der 
lantrihter dar und verbiutet in let er in darüber, so sol 
er sten an des aehters stat. 

Wir wellen auch daz man allcz daz rihte daz gesche- 

*)Rauch:aitest). nen [ s ^ s [i mau alrest *) lantvridc hat vor uns gesworn. 

Iz sol auch nieman ddurin veste bowen , der niht hat 

drizzech phunt geltes umb di selben veste . Ist aber de- 

heinniu dar über gebawen , di sol man brechen. 

(W}ir gebiten auch allen den di in dem lantgerihte 
sint gesezzen, iz sin dinstman, ritter, od(er) chneht, 
arm od(er) riche, swa di lantrihter iriu lanttaeidinch hin 
legen , daz si dar chomen, dem geriht ze helf. 

Swer daz vrevellich versitzet, der muz darumbe lei- 
den swaz umb di versaumunge wirt ertaeilt. 

Umb manslaht sol man rillten als gwonlich ist, und 
als daz reht her braht hat. 

Nah braut sol man rihten mit zwaein und sibenezich 
henden. 

Di lantrihter suln vrag haben schedelicher leüte , und 
swer ubersagt wirt, über den sol man rihten als reht ist. 

Wir wellen auch daz di lantrihtaer Aepten, Probsteu, 
Chlostern , Phaffen und allen geistlichen liuten , reht 
foderen, alle ir chlage an unsere stat. 

(W)ir verbiten auch daz dehaein lantrihter deh&'in 
gut iht nem umb dehaun ungerihte, swer iz darüber tut 
der hat unser hulde niht, und wellen iz über in rihten 
als reht ist. Amen. 

V. Rauch, österreichische Geschichte III. Anhang S. 31. Nro. XIII. (Hist. 
prof. 707. antea). 

Cod. Ms. Perg. Nro. 14 Fol. :$j b. 36 et 37. Geh-Hausarchiv. 



1.1 



Der frid ist gesetzet ze strubing unde gesworn von c . tm. 
dem herzogen Heinrichen und dem bisrholf Otten von 
Pazzawe und dem hischolf Chunraden von Frising und 
mit des bischolfes Heinrichen brifeu von Dabenberch und 
von grauen und von frien und dienstmannen ze behalten 
von sand Martinestage über zwei iar. 

§. Swer zwischn zwein vinden einen lantfrid machet 
vnd der von ir eintwederm zebrochen wirt iener der den 
frid gemachet hat der hat den gewalt ienen anzesprechen 
der in zebrochen hat ob er cz selb dritte uf in bewarn 
mach so sol iener der in zebrochen hat rehtios und elos 
sin, also daz weder sin urtail noch sin bereduns: furbaz 
nieman vernem. 

Ist daz der den frid gemachet hat ienen der in ze- 
brochen hat du rieh üb niht ansprechen wil der rihter in 
des grafschaft er gesezzen ist sol in ze virzehen tagen 
laden, und ob er ze dem tage niht chumt noch ehaft not 
niht bewaren mach oder ob im der tach niht wirt ge- 
chundet so sol er buzze liden di iener da liden muz der den 
frid da hat zebrochen und sol der rihter den gewalt haben 
das er selb dritte bewar di schulde uf dem fridbrachen man. 
§. Ist daz daz der hantfridehafte man ehaft not be- 
raeret daz er ze dem tage niht mohte chomen, oder daz 
der tach niht wurde gechundet so sol man im ze reht 
jinen andern tach geben. 

§. Ist daz der den hantfrid zebrochen hat ein so«*etan 
»an ist daz in der der in gemachet hat niht ansprechen 
jetar so sol er des swern daz er vor vorhten sines libes 
niht geturre ansprechen noht geturre uf in so getaner 
?hulde uf in bewarn. 

§. Ob der frid zebrochen wirt an ienes wizzen der 
da gemachet hat, so sol der in gemachet hat des swern 
er sein niht wesse. 

§. Ob ein man frid git sinem vinde für sich selben 
ld für di sinen . und einer der sinen den fride zebrichet 



62 

und niht gebuzzet wirt, so sol iener des helfer er ist 
also er sin inne wirt sich desselben uzzen und sol sich 
bereden, daz ez an sinen willen und an sin wizzen si 
geschehen, und sol mit ienein den er geleidiget hat nach 
siner bet fif in sin . und nimt er in wider an sich so ist 
er friedebraeche. 

§. Ob zwen vinde di frid an einander habent gegeben, 
oder zwen friunt einander widervarnt, und mit eintwedcrin 
ist eines der des andern frid niht hat und wil iener sie 
sines friundes trösten, und wil disen anwigen, sin geselle 
der sin friund ist oder iener der den hantfrid mit im hat 
sol daz undervarn, und mag erz niht undervarn, so sol er 
im helfen, tut er des niht so ist er fridebraech oder triulos. 

Ob zwen friund oder zwen find di frid mit einander 
habent uf dem wege wideruarnt und einer under in mit 
im furet etwen der frides von ienem niht hat, und furhtet 
daz er im tun welle, so sol er hintz im senden und also 
sprechen, der man ist hie mit mir der von iu frides niht 
hat . lat daz durich mich daz ir im ze disen ziten bi mir 
iht tut, und wil er danne des niht, ist er sin finde, so 
hat er den frid zebrochen, ist er sin friund so hat er sin 
triwe behalten. 

§. Ob man bedarf geziuges uf einen der den frid 
zebrochen hat, und der geziueh in dem banne oder in der 
aehte ist, dem sol man fride und Sicherheit geben für alle 
anspräche, und sol man im gelaite geben hintz der stat 
da er erziugen sol, und wider von danne an sin gewarhait, 
und darumbe daz uermainsamt ist oder in der aht sol er 
niht werden verworfen. 

§. Swo zwischen zwain vinden ein frid gemachet 
wirt, den frid sol nieman widerbieten, e der zit da er 
hin gemachet ist swer ez tut der ist fridbraech. 

§. Swa zwen uiend vrid einander gebent und ir einer 
etwen siner friund oder siner lutc uz dem frid nimt, für 
di er niht enwil noch en mach den fride bestaetigen, der 
selben sol er sich auzzen, noch sol im dehein helfe .hiten, 
wider ienen dem er frid hat gegeben alle di wil und der 



63 

frid weren sol und ubcrgct er daz so hat er den frid 
/.chrochen. 

§. Swer in dem frid der im gegeben wirt gelaidiget 
wirt. der sol daz au chlag niht rechen. 

§. Ob zwischen zwein fienden ein frid gemachet wirt, 
und ir einer einem sinem mage, oder einen durch solt 
dchcin helfe biutet uf den andern in der zit und der 
frid gestaetiget ist, der ist fridbraeche. 

(Spätere Xotiz): Explicit der Hantfrid. 

§. Swelich haus oder burch oflenlichen umbe denD** «'»»' »»- 
raup angesprochen wirt so sol man beschaidenlichen nennen 
wer •■/. hab getan, und wie ex si geschehen und sol 
daune des huses herre den schuldigen von im schaiden, 
uud sol den raup zehentualtigen gelten , oder er sol den 
schuld igen dem geriht antwurten. Ist der herre in dem 
laude niht, in des burch der raup geschehen ist so sol 
mau daz haus auz der burch werfen und sol ez brennen. 

§. Swer schedlich lute behaltet der sol von in vollez d« *•** ho- 
rchte bieten, und sol sich ir niht auzzen, entwichent aber 
si von im , so sol er doch buzzen von in, swaz si habcnt 
getan, diwil si bei im warn, al nach dem frid, noch der 
herre chumt darumbe in dehainen unHunt, noch en wirt 
gesaget ze einem schedelichen man. 

§. Di ze schedelichen luten gesaget werdent choment di 
niht ze dem ersten tage mit ir borgen den in der rihter 
hat gegeben so sol si der rihter ze aehte tun, und der 
bischolf in des bistum si sint in den ban, wellent aber si 
daz hewaeren daz in der tach niht si gechundet, so sol 
man in geben einen andern tach, daz si mit ir borgen 
vur chomen. 

§. Ob in einem marchte oder in einem dorfe ein haus 
oder mer schedelich gechundet wirt, diu sol man brennen 
an schaden andern husern, oder man sol siu schazen und 
uerchoufen mit des rihters Urlaub und sol mit dem gute 
den chlagern gelten. 

§. Der herzog oder bischolf, oder chain ritter sol dehain 
schedelich lute an sich nemen mit heirat, oder durch 



64 

widersagen ir lehen, oder friheit daz si damit ubcrwcrden 
der gesatzten reht des gerichtes. 
De Homicidis. §• Swcr einen menschen ze tode sieht dem sol man 

daz haubt absiahen, er miige danne selb dritte mit den 
genanden daz bewaern daz er ez notvvernd hab getan. 
De Rapina. Swer einen raup nimt ofenlichen uf der strazze, oder 

swer in wizxenlichen chaufet ir itweder sol in der achte 
sin und rehtlos. Wie aber sich ein man bereden sul des 
roubes ist er ein unbesprochen man er sol sich mit funfen 
der genanden bereden, ob er niht geuangen für daz gerihte 
braht ist. Ist aber er e besprochen, so muze er sich darnach 
mit siben den genanden bereden, umb sweu man in an- 
sprichet. 

De Raisa. §. Swer offenlichen raiset wider ieman der den frid 

gesworn hat, dem raishauptman sol man daz haubt absiahen. 
Ist aber daz ein man raiset auz dem lande und daz er an 
dem durhvarn ieman shaden tut, und den niht buzzet in 
sehs wochen in sol der chlager selb dritte bi dem aide 
umbe den frid ansprechen, und sol im sinen schaden zwir 
gelten. 

De Advocatia. §. Ob zwene mit einander chrigent, ir itweder sol des 

andern vogtai niht angrifen oder er ist fridebraech. 

De Haimsucha. §• Swer den andern veindlichen haimsuchet wirt er 

des überredet mit siben geziugen oder mit der gewizzen, 
er sol in der aeht sin , wil er davon chomen so sol er den 
schaden zehenstunde gelten, den er mit zwain frumen man- 
nen zu im bereden muge und darzu sol er dem chlager 
fünf („zehen" ist ausgestrichen) phunt geben - und dem 
richter zehniu. 
Devioientia §• Swer mit gewalt uf den andern herberget der ist 

hospitandi. fridebraech, ez si danne daz er furbaz niht enmuge so 
gelte dem wirt sinen schaden und belibet er unschuldich. 

De proscriptis §• Swer in di aehte chumt und in virzehen tagen da 

et cxcommuni- yon n ' in t c l mm t ze reht den sol der schcrge chunden vor 
der chirchen und an dem marchte , und sol ander virzehen 
tage frid haben von dem rihter und niht von dem chlager, 
darnah sol man sin hus und allez sin gut brennen. 



65 

§. Swelh aehter chumt in eines maunes hus, des hauses 
herrc sol im helfen daz er uz sinem huse an schaden choiu, 
und darumbc sol der wirt niht in der aehte sin . Wirt aber 
der aehter in dem hause funden und sich der wirt niht 
mach bereden er wesse daz er in aehte waer, so sol man 
da/, haus und wirt in die aehte tun, und ste an des rih- 
teres bescheidenheit ob ieman mer in dem huse si den man 
darumbe in den ban tun sul, an di hausfrawen und an 
chleiniu chint. 

§. Ob ein bischolf einen man in den ban tut, und 
der virzehen tage fraevellich in dem banne ist, der bischolf 
sol ez chunden dem herzogen mit sinem bricf und sol danne 
der herzöge in ze achte tun . Gelicher wise sol der bischolf 
tun einem den der herzöge in di aehte hat getan . und en 
mach weder der aehter noch der baennige man erloset 
werden, er werde e erloset von dem der in 6 gebunden 
hat , ez si danne daz ein bischolf einem manne mit gewalte 
verzihet losung auz dem banne, mag er daz bringen selb 
dritte piderber lute so sol in der herzog auz der aehte lazzen. 
§. Ob ein aehter einen andern aehter sinen tiuren oder 
sinen geliehen ze dem geriht antwurt der in dar antwurt 
den sol man uz der aehte lazzen, und über ienen rihten. 

§. Swer mit siben geziugen siner gelich oder siner 
tiurer uberbunden wirt daz er iar und tach in dem banne 
und in der aehte fraeuellich si gewesen, der sol elos sin. 

§. Di weil ein man in dem banne und in der aehte 
ist, so mag er niht lehen gelihen noch enphahen, geschult 
ez darüber ez hat niht chraft. 

§. Dehein werltlich rihter sol mit gewalt rihten uon De cierids. 
deheinem phafen, ze sinem übe, oder umb gaistlich dinch 
er werde e entsetzet von sinem bischolf. 

§. Chloster chirchen vrithof widen iiiul wingarten paum- 
garten und impen in ir vazzen suln ganezen frid haben, 
swer si angriffet der ist fridpraech. 

§. Ez sol chain rihter an dem gerihte sitzen, er hab caru. 
den frid teusche bi im gescriben oder er muz dem herzog 
fuuf phunt geben. 

5 



06 

Yenatio. §. Di mit drauhen mit strichen mit netzen bi der naht daz 

wiltvahent undhaebichundsparber erstigentdisintiiz demfrid. 
§. Swer vvin oder dehein trinchen verchauffet an in 
der e tauern der ist fridebraeche. 
Monachi. §. Phaffen munchen wiben sol man rihten nach aller 

ir chlag an ir vogetes vrage .und an furzoge swa si 
chlagen daz der frid an in zebrochen si. 

§. Der bischolf boten sol man auch rihten swenne ir 
herren uz dem lande sint, sam si ze gagewurt waeren. 
ijurarü. §. Ez sol dehain man sin gut auf gesuch lihen, noch 

verchauffen daz er tiurer hingebe, oder er ist fridbraech 
und wucher und vurchauf hilt, den sol man ze banne tun. 
Muntient. §. Ez sol dehein man muntleute haben, oder er ist 

fridebraech . und der muntman sol dem rihter fünf phunt 
geben . oder man sol in slahen mit steken. 
Conductu». §. Niemme sol dehein geleitte geben, oder er ist frid- 

braech, und sol man in enthaubten, wan ein islich man sol von 
des herzöge gewalt und von disem satze sicherlichen varn. 
castrom. §. Ez sol nieman dehain burch haben er hab darzu 

drizzech phunt geltes, oder man sol di burch brechen. 
De Armatis. §. Ez sol niema zu des grauen noch ze des rihters 

taiding, an sin urlaup gewaffent chomen, oder er sol dem 
grauen oder dem rihter zehen phunt geben. 
DeHcrberga. §. Ez sol chein graf in siner grafschaf über der lute wil- 

len mer herbergen danne dristunt in dem iar ze einem mal in 
dem winder und zwir in dem sumer, und sol danne diu hub 
ein pfert futern, und der mairhof oder diu mul zwai, swer 
daz über griffet , der ist fridebraeche. 
Decumore. §. Ob der graf oder der rihter oder der scherig einen 

schedelichen man iaget, alle di umbesaezzen di daz geschrai 
horent di suln nahvolgen, der des niht tut der sol dem 
rihter zwai pfunt geben. 
De vioicnto §. Swen man ansprichet daz er ein maget oder witwen 

oder ein ander wip diu gutes Hundes ist genozogt hab, mag 
si selb fünfte in des überreden, man sol in lebenden begraben, 
er muge danne selb dritte daz bewarn, daz er e mit ir 
willen bei ir gelegen si. 



coitn. 






«7 

$. Swer eichs oder Weisung haben wil der sol des neinqaitition« 
swern daz er si hab an übel list. el °» ten « ion «- 

§. Der ein gewer behaben wil der sol si behabn 
mit siben genanden den naehsten und den besten. 

§. Swer den andern pfendet an fronboten der ist d* Pi^nore. 
fridebraeche. 

§. Bi swem ein man sin gute vindet daz im versto- De Furto. 
len ist , biutet er sinen gewern er sol des swern daz er 
in nenne an übel liste . und sol den der daz gut florcn 
hat hintze sinem gewern furn an schaden und herwider. 

§. Swer des überredet wirt mit siben siner geliehen De periari*. 
oder siner tiurern daz ein einen mainen eit gesworn hab, 
dem sol man di hant absiahen. 

§. Loterpfaffen mit dem langen hare und spilleut di diu De vagis. 
wip mit in furent uzzerhalb ir pfarre di sint uz dem fride. 

§. Der herren chneht di in dem snit mit gewalte De Pabuiato- 
futerent den sol man di hant absiahen , oder si muzzen nlns - 
dem rihter fünf phunt geben. Ist aber daz ein man oder 
ein bot einem müdem pfaerit chorn snidet daz er mit hi- 
nein fuzze in dem wege stet daz sol man übersehen. 

§. Swer den andern an sprichet umb etzen tretten De Uaitthu. 
ubersniden, ubernemen, ubereren, zounbrechen, mag er selb 
dritte sin unschulde niht bereden er sol den schaden zwir 
gelten, und dem rihter zwen und sibentzech pfenning geben. 

§. Unrehte mazze und metzen swer da mit schaden De Mensuria. 
tut, und des überredet wirt , der sol den schaden zwir 
gelten, nach sein selbe drittes eide , und dem rihter driu 
pfunt und sehtzech pfenning. 

§. Xieman sol chein chalp verchouffen ze slahen ez De viiaii«. 
si zwair iar alt oder er sol daz chalp flisen , und dem 
rihter zwen und sibentzch pfennig geben. 

§. Der mulner sol daz drizzigest teil nemen nimt er De Moiendinii. 
mer so sol er dem rihter zwen und sibenzch pfennig geben. 

§. Swer den andern ansprichet daz er den fride an De paraisdamp- 
im zebrochen hab , umb ein dinch daz über sehs schil- ■**• 
1 in.: ist, ze des übe sol man rihten, ob er sich niht 
bereden mag. Ist aber daz dinch under sehs Schilling so 

5 • 



68 

sol er sich selb dritte bereden oder er sol den schaden 
zehen stund gelten. 

DeRusticis. §. Dehein gebour sol tragen pantzir oder isenhut 

oder pukrames bambeis, oder gnippen, oder er sol dem 
rihter fünf phunt geben. 

d« ciericis. §. Dehein rihter noch dehein scherg sol sich under- 

winden der pfaffen gutes mit gewalt nach ir tode swer 
daz tut der ist fridbraeche. 

De usnris. §. Ez sol chein Christen gesuch nemen noch pfant 

auf den schaden setzen , niwan an di Juden oder er ist 
fridbraech. Und swelh Jude mer ze der wochen gesuches 
nimt danne zwen pfennig von einein pfunt der sol dem 
rihter ein pfunt geben. 

De jure ci- §• Ob eines herren man in eines andern herren stat 

uium. ver j. vo d er t; er in herwider uz in dem iar , er sol in im 

herwider uz geben. Ist aber er iar und tach in der stat 
unbesprochen , der herre mag in nimmer herwider uz ge- 
vodern. er sol im aber doch gevelligen dinst tun. Und 
waer er ein sogetaner man und veruur in einer stat, und 
wip und chint laet , diu zwai tail sines gutes geuallent 
dem wib und den chinde , daz dritte dem herren des er 
gewesen ist. Laet aber er niht erben, so sol ez halbez 
sinem herren geuallen , und halbez dem herren des diu 
stat ist. doch sol man vor lazzen swaz der man geschaffet 
umbe sin sei. 
De Raufen et §. Swer den andern rauffet oder sieht an daz maul 

aiapis. ^ er an ders an w T unden , der sol im ein pfunt geben, und 
dem rihter zwen und sibentzch pfennig. 
De vnineribns. §. Swer den andern wundet an lern der sol im für 

islich wunden ein pfunt geben und dem rihter für si 
alle ein pfunt oder man sol im di hant absiahen. 

Man sol ein hant wider di andern, und ein glit wi- 
der daz ander absiahen. 

§. Swer in den steten des nahtes an lihte get der 
ist fridbraeche. 

De perfidu. §. Swer sine triwe brichet an sinem rehten herren , an 

sinem libe oder an sinem gut oder an sinen eren , wirt 



69 

er des aberwunden mit sibcn, di von ritters ewerchen 
sint ob er selb von ritters ewerchen ist oder mit siben 
gebourn , ob er selb ein gebour ist, der sol rehtlos und elos 
sin, und sin hausfrawe witwc siniu chint waisen und elliu 
siniu lehen ledich. 

§. Swer den andern beroube an widerbot den er D « widerpot. 
wol gegruzzet hat und sich selb dritte mit dem genanten 
niht bereden mag , dem sol man di hant absiahen , und 
sol den schaden dristunt gelten, und sol sich iener bere- 
den bi dem eide daz er in niht an mfitwille. 

§. Swer dem andern widerbotet der sol im darnah 
in drin tagen niht tun . noch er im herwider oder si 
sint fridbraeche. 

§. In swes hause man einen brenner vindet oder swerueincendiarüs. 
in dem gerihte wert, der sol an des brennaeres stat sin. 

§. Swer mit gewalt holtz nimet in den forsten mit De Silva. 
den fursten gefurstet sint , oder swer ez nimet in chei- 
nem holcze bi der naht der ist fridebrach. Swer ez nimt 
mit gewalt uz deheinem holze ze des hutteres gagenwurt, 
der sol ez funfctunt gelten. Swer ez aber haim bringet 
und man sin danne inne wirt , der sol ez zwir gelten. 

§. Swer genippen und stechmezzer treit in cheiner d c cuiteiiii. 
stat oder in der herberge, an des herzogen urlaub , der 
sol dem rihter oder dem marschalch ein pfunt geben, und 
sol daz mezzer flisen. 

§. Swer aber sogetaniu mezzer in den hosen treit, 
oder anderswa verborgen dem sol man di hant absiahen. 

§. In swelher grafschaft gebrest ist der schepfen, da De Sehepben. 
sol der graf oder rihter, vier der eltisten und der be- 
schaidensten nemen und suln di erziugen umb eigen und 
umb ander dinch an der schepfen stat an daz dem man 
an den lip get daz sullen di schergen sagen . di vier 
suln auch warten daz der rihter an dem gerihte iht sitze 
an den fridbrif und swen der graf oder rihter dazu erweit wil 
er sin niht tun so sol er dem herzogen zwainzch pfunt geben. 

§. Swer dem andern sin chonwip hinvürt , den sol De iupt B . 
man lebenden begraben. 



70 

De Rapina. §. Schahraup und strazraup sulen chein schup haben, 

wan swen man damit vinde über den sol man rihten, ob 
er e ein besprochen man ist gewesen, oder er sol sie 
selb dritte mit den genanden bereden. 

De Rapina. §. Swer dem andern ein ros hinfuret in swes huse 

man daz vindet der sol daz ros wider geben, oder er 
sol ez gelten oder er ist fridebraech. 
De Gwer. §. Swer eines dinges gewer sol sein , oder geziuch 

über aigen, ist er in dem banne oder in der aehte , dem sol 
man frid und gelaitte geben, zu dem gerihte und von danne. 
De operarüs. §. In islicher stat und pharre sol der rihter mit 

achten den besten und den tiurist vor der chirchen bi 
dem eide setzen den chouf und daz lone smiden, schustern, 
bebern, zimberluten, und den andern allen, swer nemen 
welle daz man in ansprech umb den fride. 

§. Swer den frid niht sweren wil, der sei uz dem 
frid , und sol man doch von im rihten allen chlagern. 

Cod. Ms. perg. Nro. 14. Fol. 122, b. 123, 124, 125 b. 



7. 

1256. Incarnationis domini anno m° . cc° . 1 . vj° . Feria quinta 

16. November. ^ os ^ ]\l ar tini proxima, statuta sunt hec apud Lantshut, que 
usque ad Purificationem proximam, et ab illa per annum 
durabunt, videlicet quod gladios et gnippas inhibuimus 
ferri infra Ciuitatem, et quotiens usque portantes ipsos 
deprehensi fuerint tociens dabunt ad ciuitatem vj . solidos, 
et Judici lx a . denarios. 

Qui autem tulerint gnibbas an cu(l)tellos nociuos 
sententie latronis subiacebunt. 

Griseum pannum statuimus parari, quod v. spannas habeat 
in latitudine, et optima ulna detur pro x . denariis. Secus 
facientes dabunt ciuitati vj . solidos et Judici lx a . denarios. 

Usurarios, preemptores, societates, que vulgo dieuntur 
Einung, sub pena v . librarum inhibemus, et insuper ipsos 
exleges iudicamus. 



71 

Statuimus ij libras et tlimidiam bouinarum carnium 
dari pro j . denario et totidem ouinarura - et iij libras 
caprinarum. Qui secus fecerint dabant Ciuitati \j . solidos 
et Judici lx* . denarios. 

Preemptores sepi et extra Ciuitatem illud uendentes 
emendabuut ut predictum est. 

Sepi libra dabitar pro iij obulis. 
Fabulatores in metreta lucrentur . 1 . obulum et iu feno 
v . denarios. 

Vragener . v . denarios lucrentur. 

Institores fungentes preciorum commercio, nee non 
vragenarii sedentes in platea eadem lege fraantur. Qui 
secns fecerint dabunt lx a denarios. 

Statuimus quod ad inducentes mereimonia Ciuitati, 
nulla fiat emptio extra forum publicum. 

Item nullus vragenariorum personaliter an per nuncios 
quiequam comparet infra Ciuitatem . Secus hec mandata 
facientes dabunt ciuitati vj . solidos et Judici lx* denarios . 
Si non habet peeuniam amputabitur Uli manus. 

Statuimus, quod duo bona salsutia et magna ad modum 
competentem dentur pro . 1 . denario . et quae solum debent 
esse confecte de puris carnibus porcinis. De Scrofa nulla 
facienda sunt. Secus facientes dabunt unam libram et per 
annum carebunt officio suo. 

Statuimus, quod leprose et scrofine carnes solum vij . pe- 
dibusamacello uenderentur et cum Ulis carnes iudeorum, trans- 
gressores dabunt v . libras et per annum vitabunt macellum. 
Statuimus, quod duo panes tocius generis seeundum 
forum annone bene pixti, salsi ac cribrati dentur pro .j . denario. 
Panem qui dicitur vriz omnimodis inhibemus; im II um 
ordeura miscetur cum simelroken. Prezen solum debent 
esse simelin. 

Qui ter excesserint dabunt 1 . libram et anno carebunt 
officio suo. 

Statuimus, quod nostri eines urnam latini vini pro- 
pinent pro . v . solidis. 

Hospites pro dimidia libra et x denariis. 



72 

Optimum vinum franconicum pro lxxv. denariis, mediocre 
pro lv . denariis propinabunt. Qui duo vina simul propinat 
aut miscet, et qui mensuram ad mensam non portauerit 
dabit ciuitati . vj . solid os . et Judici lx . denarios. 

Antiqua mensura vini bawarici detur pro 1 . denario, 
et similiter medonis pro Hj . obulis. 

Urnam Ceruisie pro xviij denariis cffundent publice, 
et qui praxat debet dare pro xv . denariis urnam. 

Quociens iniustam mensuram dederint, tociens dabunt 
lx . denarios ciuitati et Judici xxviij . denarios. 

Statuimus quod piscatores, omnes pisces suos effundent 
publice nee abscondent eos apud litus, transgressores dabunt 
lx* denarios. 

Nullus caupo fideiubebit quod vulgo dicitur weren, 
super ebrios conciues suos - an super uestes filiorum aut ser- 
uorum ciuium, quas cingulis suis concludunt, transgressores 
dabunt ciuitati vj . solidos, Judici lx* denarios. 

Nullus picator conficiet aliquod picarium preter statutas 
mensuras ciuitatis, nee extraneus faciet aliquod absque 
consilio prouisorum ciuitatis, transgressoribus digite ampu- 
tentur, et insuper dabunt lx . denarios. 

Lotricos omnimodo uagos, scolares cum longa coma 
inhibemus. 

Hospitantes illos preter solam noctem in libra damp- 
namus. 

Statuimus, quod nullam emendam preco an aliquis 
seruorum Judicis suseipiat absque notario ciuitatis, qui 
ipsas inscribat, transgressores emendabunt ad placitum 
prouisorum ciuitatis. 

Statuimus quod textores faciant tres ulnas Rupfein pro . 
1. denario, et achambin similiter -et Herwein ij . ulnas 
pro . j . denario. 

Calcifices debent prepedia et plantas inponere pro . 
j . denario et plantas pro obulo - transgressores debent 
emendare. 

Cod. ms. perg. in 4'° sec. XIII. (Nro. 14.) JFo'-^.b. etag. nRusai . c | lir . 

Nro. H58. 






II. 

Zur Geschichte 

des 

Königs Matthias (Corvinus) von Ungern. 



Eilf Docnmente, aus den Originalen des Mailänder-Archives 

zusammengestellt 

ron t/. Vhmet. 



75 



II. 

K. Matthias (Corvinus). 

"ie folgenden (11) Actenstücke beleuchten die zwischen 
König Matthias Corvinus von Ungern und den Herzogen 
von Mailand stattgefundenen Unterhandlungen, welche vor- 
züglich (obwohl nicht ausschlicssend) eine Familien-Ver- 
bindung beabsichtigten. 

K. Matthias wollte nämlich seinem natürlichen Sohne, 
Herzog Johann, eine reiche Braut verschaffen, und wählte 
zu diesem Ende Blanka Maria, die Schwester des Herzogs 
Johann Galeaz von Mailand (Nichte Herzog Ludwigs), 
welche früher dem Herzoge Philibertl. von Savoyen (f 1482) 
verlobt gewesen, und später dann die zweite Gemahlin 
Kaiser Maximilians I. wurde. 

Dass die Unterhandlungen günstigen Erfolg hatten, 
geht aus diesen Actenstücken hervor, jedoch kam die 
Heirath des Herzogs Johann Corvin mit der jungen Blanka 
wohl aus dem Grunde nicht zum Vollzuge, weil es nicht 
gelang, demselben die Nachfolge im Königreiche Ungern zu 
behaupten. — Vgl. Pray Annal. IV. 255. Fessler V. 421. 



70 



Inhalt. 



1. Schreiben des Königs Matthias von Ungern an Her- 
zog Johann Galeaz von Mailand, D. D. Stompfa 
9. August 1486, in Betreff der dem Könige von 
Sicilien, seinem Schwiegervater, zu leistenden Un- 
terstützung. 

2. Schreiben desselben an denselben. D. D. Retz 23. Oc- 
tober 1286. Freude über den geschlossenen Frie- 
den zwischen dem Papste und dem Könige von 
Sicilien; Nachricht von einem Bündnisse mit König 
Wladislaw von Böhmen; französischer Bothschafter 
bei ihm. 

3. Königs Matthias von Ungern Vollmacht für den 
Bischof Johann von Wardein, für seinen Sohn Jo- 
hann Corvinus zu werben um Blanka, Prinzessin 
von Mailand, Schwester der Herzoge Johann von 
Mailand und Ludwig von Bar. D. D. Wien 1487, 
13. Jänner. 

a et b. 4. Notariats-Urkunde über die Verlobung der Prinzes- 
sin Blanka von Mailand mit Johann Corvin, dem 
Sohne Königs Matthias von Ungern, durch den 
Gesandten, den Bischof von Wardein, vermittelt. 
D. D. 25. November 1487. (Nebst den Bedingun- 
gen.) a et b. 

5. König Matthias von Ungern quittirt über 6000 Du- 
caten, als Abschlagszahlung des Heirathsgutes der 
Prinzessin Blanka. D. D. 13. Februar 1488. 

6. Instruction des Herzogs von Mailand für seinen 
Gesandten an den König von Ungern (s. Kanz- 
ler Joannes Franciscus Oliva). D. D. 27. Februar 
1488. 



77 

?. Schreiben Königs Matthias von Ungern an Herzog 
Johann Galeaz von Mailand. D. D. 9. December 

1488. (lieber den Tod seiner Schwester, der Her- 
zogin von Calabrien, und den Abfall von Genua etc.} 

8. Schreiben desselben an denselben. D. D. 24. Jänner 

1489. (Abfertigung seines Abgeordneten u. s. w.) 

9. Schreiben desselben an denselben. D. D. 7. Juli 
1489. Gesandten-Verkehr. 

10. Schreiben desselben an denselben. D. D. 23. No- 
vember 1489. Absendung seines eigenen Gesandten 
Franciscus Fontana. 



78 

1. 

lllustrissimo et Excellentissimo principi domino. 
Io . Galeaz M* Sfor . Vice - Comiti Duci Mediolani etc. 
Fratri et Affini nostro Carissimo. 

usg. Mathias dei gratia Rex Hungarie Bohemie etc . Illustris- 

o. August. s j mo et E xce n en tissimo domino Jo . Galeaz M* Sfor . Vice 
Comiti Duci Mediolani etc . Fratri et Affini nostro carissimo 
Salut em et prosperorum successuum incrementa . Accepimus 
literas Illustrissime d . vestre et ex illis intcr alia , quo in 
statu sint res Serenissimi d . Regis Sicilie etc . et qualiter 
bellum, quod Illustrissima d . vestra cum populo Florentino 
aduersus pontificis copias eis urbem Romam suseepit, gerit, 
iuuat et prosequitur , plane intelleximus , vnde d . vestre 
Illustrissime, que tanto studio et animi feruore quieti et 
Saluti Regis ipsius consulit, eiusque exemplo alios etiam 
federatos ad opem Uli (ut debent) ferendam excitat animat 
et inducit, meritas et maiores quas possumus habemus 
gratias , et eiusdem erga Regem ipsum beniuolentiam et 
perseuerantiam mirum in modum commendamus . Quantum 
autem ad nos attinet, ubi illa hortatur, quominus nostra 
illi auxilia iamtandem mittere negligamus : Siquidem in armis 
duntaxat spes pacis locata existit . Ad hoc dieimus , quod 
copiarum partem iampridem premisimus et credimus illas 
iam ad mare non solum applicuisse verum etiam conscen- 
disse . Missuri autem sumus et reliquam partem , nee quic- 
quam omittemus, quod ad salutem et quietem illius Maic- 
statis speetare rebusque suis conducere arbitrabimur , et 
eam ob rem tametsi Illustrissimam d . vestram satis super- 
que pro ipsius Regis et omnium eius necessariorum amorc 
facere perspiciamus , tarnen ut illam magis magisque adhuc 
incitemus , et ultro etiam currenti calcar adiieere videamur. 
Rogamus enixe velit res illius Maiestatis solito et ineepto 
fauore prosequi, potissimum cum omnium judicio (prout 
certiores reddimur) bonum finem propediem iam sunt habi- 
ture . Quodsi (prout non dubitamus) d . vestra Illustrissima 
faciet, et in tarn saneto constantique proposito perstiterit, 



79 

immortalem sibi laudcm et honorem eternamque memoriain 
pariet, atque uns et eunetos insuper alios necessarios il litis 
Maiestatis ultra alia conciliate amicicie et fratemitatis federa 
1» Im- im ii in deuinciet, super qua re Magnificus Franciseus 
Fontana Orator noster ad quem latius scribünus , plura cum 
d . vestra Illustrissima nomine nostro ag et . cui eadem plenam 
fidem adhibere velit . Quam et bene felieiterque valere sem- 
per optamus . Datum in villa Sthompfa nona die Mensis 
August i Anno domini M . cccc . lxxx™ vj . Regnorum no- 
stroruin Anno Hungarie etc . xxix . Bohemie vero xviij. 

Commissio propria 
domini Rcgis 

Orig. Perg. Archiv m Mailand. Nro. 67. 



2. 

Illustrissimo et Excellentissimo prineipi domino. 
lo . Galeaz Ma . Sfor . Vice-Comiti, Duci Mediolani etc. 
fratri et affini nostro carissimo. 

Mathias dei gratia Rex Hungarie Bohemie etc . Hlustris- i486. 
simo et Excellentissimo prineipi Domino . Jo . Galeaz . Maria **■ 0ctober - 
Sfortia Vice Comiti Duci Mediolani etc . fratri et affini nostro 
carissimo : Salutem et prosperorum successuum incrementum: 
Litteras Hl . D . V . quas ad nos proxime dedit, grato admo- 
tluiii. et ioeundo animo, utpote plenas leticie et hilaritatis 
aeeepimus; significabant siquidem flammam illam, longe 
lateque serpentem, et bellum superiore anno a Summo 
Pontifice contra Serenissimum . D . Regem Sicilie, patrem 
et socerum nostrum carissimum, illius confederatum temere 
suseeptum, quo non modo ipsa paterna Maiestas, Hl . que 
D . V . ad eius lllu . federati, verum etiam vniuersa Ithalia 
il.t-rare videbatur, prorsus exttnetum esse, et finem pace 
iam confeeta Uli impositum esse , que res quantam utilitatem 
ulrique parti attulerit, quantum denique honoris augmen- 
tique ad illorum statum ex ea concordia additum sit, cre- 
iliiuus lllu . D . V . secum quandoque reputare et pro suo 



80 

alto et profundo consilio pulcherrime considerare . Nos certe 
tanquam de re bonoque communi vehementer letati sumus, 
pacemque post tantos motus iam tandem secutam esse libenter 
audiuimus , et illius auctores apprime commendauimus, Deo 
autem optiino imprimis gratias egimus amplissimas . Nara 
quemadmodum bellum illud cum Majestate paterna et 111. 
D . V . eiusque federatis commune nobis esse semper duxi- 
mus et socii ad illud gerendum semper esse voluimus 
(partem siquidem copiarum nostrarum pro communi nostra 
defensione hostiumque terrore ut debuimus iampridem pre- 
miseramus), ita pacis iam confectc et concordie secute 
leticiam cum Illustrissima D . V . communem existimamus, 
et cum ea de tarn felici optataque pace nobis quoque gratu- 
landum esse censemus, cui de sua in nos caritate hoc 
que nobis gratissimo admodum nuncio meritas, ut par est, 
habemus gratias, potissimum quod illa inter alios nostros 
Illu . necessarios et federatos de pace confecta subito nos 
certiores reddere ac nouo quodam genere leticie afficere 
dignata fuerit . Quibus omnibus de rebus Orator ille noster 
quem ad Illu . D . V . iampridem mittere instituimus, et quem 
sumus iamiam ad eam missuri, latius coram Uli loqui 
habebit, longiorique sermone hanc animi nostri gratula- 
cionem eidem Illu . D . V . exponet . Verum ut illam nos quo- 
que ab hac parte aliqua voluptate afficiamus, et simul pro 
nouis noua reddere parque pari quodammodo referre vi- 
deamur, significandum duximus, quod cum serenissimo D. 
Wladislao Rege Bohemie fratre nostro carissimo bis proxi- 
mis diebus conueneramus, prout nos conuenturos per plu- 
res nostras Illu . D . V . significasse meminimus, quocum, 
inter alia multa bona, que conclusimus, percusso federe 
strictissimam iniuimus amiciciam, fraternitatem et intelli- 
gentiam, ita quod a modo nobis vtrisque vniim velle et 
vnum nolle fiat , adeoque uniti sumus, ut pene vnus homo 
videamur . De qua etiam re prefatus Orator noster, quem 
ut premisimus iam iam ad eam vnacum Oratore Christia- 
nissimi Domini Francorum Regis, qui bis diebus ad nos 
venerat missuri sumus , plura eidem D . V . Illu . iussu nostro 



81 

Urin dt'hchit . Quam et bene fcliciterque valere semper 
optamus . Datum in Reecz riuitate nostra Austrie xxiij 
Octobris . Anno domini millesimo quadringentesimo octo- 
gesimo scxto . Regnorum autcm nostrorum Anno Hungarie 
i'lr . uigesimo nono, Bohemie vero Decimo octauo. 

Commissio propria 



domini Regis. 



Orig. Perg. Mailinder Archiv. Nro. 70. 



3. 

Exemplum mandati Regis Vngarie et filii in epi- 
scopum Varadiensem. 

Xos Mathias Dei gratia Rex Vngarie Bohemie etc. Notum «87. 
facimus et tenore presentium significamus quibus expedit 
vniversis quod nos de fide et preclara fidelitate prndentia 
et legalitate atque rerum agendarum promptitudine fidelis 
nostri Dilecti Reverendi in Christo patris D. Joannis epi- 
scopi ecclesie Varadiensis Cancellarii et consiliarii nostri etc. 
ad plenura confisi eundem simul cnm Illustrissimo Domino 
Joanne Cornino Duce etc. nato nostro charissimo omni 
modo uia jure causa et forma quibus melius et efficacius 
possumus, facimus, creamus et solemniter constituimus in 
nostrum verum legitimum et indubitatum oratorem, sindi- 
cum procuratorem, mandatariura , actorem, factorem et 
nuntium specialem, vel si quo alio nomine melius de Jure 
dici vel censeri possit, dantes eidem et concedentes vna 
cum eodem Illustrissimo filio nostro plenum mandatum, ple- 
namque et expeditam ac omnimodam facultatem potestatem 
et auctoritatem nostram specialiter et specifice ad facien- 
dam contrahendam concludendam et firmandam affinitatem 
inter nos et ipsum Illustrissimum lilimn nostrum ab una et 
ülustrissimos et Excellentissimos Principes Dominos Joan- 
nem Ducem Mediolani etc. ac Ludouicum ducem Barii etc. 
ab altera partibus, nee non ad subarandam et desponsan- 
dam pro eodem Illustrissimo filio nostro, et eius nomine 



82 

Illustrissimam Virginem D. ßlancam sororem et neptem 
eorumdem Illustrissimorum D. Ducum, ac super illius dote 
finaliter concordandum, illamque leuandum et quitantiam 
ctiam subinde dandurn. Preterea ad ineundam contrahendam 
et firmandam ligam , intelligentiam , coadherentiam seu con- 
federationenl cum ipsis Illustrissimis Principibus et statibus 
principatibusque eorundem, ac se nomine et vice nostra 
ipsiusque Illustrissimi filii nostri etiam cum literis et jura- 
mentis, aliisque quibusuis obligationibus clausulis et condi- 
cionibus opportunis, et etiam penarum quarumcunque ad- 
iectionibus obligandum. Nee non super omnibus traetatibus 
et clausulis literas suas sub eius sigillo et manus proprio 
subscriptione dandas et conficiendas, generaliter vero ad 
omnia et singula facienda gerenda procuranda et exercenda 
que circa predieta necessaria et utilia fuerint et opportuna 
videbuntur, et que ordo Juris et consuetudinis ac natura- 
lis contractus postulant et requirunt, ac etiam que ad ipsa 
et quelibet ipsorum qualitercunque pertinere noseuntur. Et 
item que per verum et legitimum procuratorem oratorem 
et mandatarium fieri procurari et exerceri possent, quae- 
que nos ipsi vna cum prescripto Illustrissimo filio nostro 
facere possemus et deberemus si personaliter simul vel 
diuisim interessemus, etiam si talia forent que mandatum 
exigerent magis speciale quam presentibus est expressum. 
Promittentes simul cum ipso Illustrissimo filio nostro 
in verbo nostro regio ac bona fide nostra mediante sub 
ipotheca omnium bonorum nostrorum presentium et futu- 
rorum omnia et singula que per dictum nostrum et ipsius 
Illustrissimi filii nostri procuratorem et oratorem in pre- 
missis circa premissa et quodlibet premissorum traetata, 
inita, facta, disposita, ordinata, promissa, firmata et con- 
clusa fuerint, rata, firma et grata habere et inuiolabiliter 
obseruare, ipsiusque oratoris nostri literas, si quas forte 
sub eius sigillo in premissis rebus confecerit, literis et 
sigillo nostris, dum ad nostram noticiam peruenerint, intra 
tempus statutum redimere ac ipsum d. oratorem ab omni 
onere satisdationis releuare harum nostrarum quibus tarn 



83 

nostrnm secretum sigillum quo ut Rex Hungarie utimur. 
quam etiam ipsius Illustrissimi iilii nostri est appensum, 
vigore et testimonio literarum mediante . Datum in arce 
nustra Vieuuensi tredecima Januarü anno domini 1487 . 
Regnorum nostrorum anno Hungarie etc. vigesimo nono 
Bohemie vero xvuj. 

Mathias Rex mann propria . Joannes Continus Dux 
manu propria. 

Gleiche. Abschrift. Papier. Mailinder Archiv. Xro. 66. 



4. a. 

Breuiatura mei Jo. Atitonii de Girardis notarii 
publicu 

Instrumcntum desponsationis Inclyte domine Blance 
Marie Vice-Comitis pro uxore Illustrissimi domini Joan- 
nis Corvini filii Serenissimi domini Regis Hungarie etc. 

In nomine domini amen. Anno natiuitatis eiusdem mil- i«s7. 
lesimo quadringentesimo octuagesimo septimo , Indicione 2j * November - 
sexta, die dominico vigesimo quinto mensis Nouembris. 

Etsi inter serenissimum et excellentissimum dominum 
Matthyam dei gratia Hungarie et Boemie Regem etc. et 
Illustrissimum et Excellentissimum dominum Jo. Galeaz, 
Mariam Sfortiam vicecomitem, Ducem mediolani rö, papie 
anglerieque comitem, ac Genue et Cremone dominum, ac 
Illustrissimos quondam dominus eius progenitores areta 
semper et continuata extiterit amicicia et beniuolentia, 
mutuis utrimque certantibus studiis atque offieiis, nee un- 
quam fortuue enentu delapsa, tarnen animaduertentes iidem 
Serenissimus dominus Rex et Illustrissimus dominus Dux 
niillo firmiore nexu hanc ipsam beniuolentiam confirmari 
posse, quam ex matrimonio contrahendo, ac noua inter 
eos ineunda affinitate, ex qua utrisque statibus pax, quies, 
tranquilitas maxima accessura est, que etiam ad utriusque 
generis splendorem conducet, insistendum fore diiudicarunt 
ut nouis aftlnitatis huiusmodi vineulis omnia confirmarentur, 

6 • 



84 

quo magis perpetua fierent, nullis temporum ac seculorum 
morsibus violanda. Cum igitur superioribus mensibus per 
magnificum et clarissimum doctorem dominum Franciscum 
Fontanam prefati Serenissimi domini Regis oratorem et 
mandatarium tractatum fuerit et conclusum cum prefato 
Illustrissimo domino duce et Illustrissimo domino Ludouico 
Maria Sfortia vicecomite Duce Bari, eius patruo et cura- 
tore ac Capitaneo et locumtenente generali, quod Illustris- 
simus dominus Joannes Coruinus Oppauie Lipthonie Dux 
ac Comes de Huniad etc. ipsius Illustrissimi domini Regis 
filius nunc etatis ut dicitur annorum quattuordecim , et 
ultra acciperet in eius legitimam sponsam et uxorem in- 
clytam virginem dominam Blancammariam vicecomitem 
filiam legitimam et naturalem Illustrissimi quondam felicis 
memorie domini Galeazmarie Ducis ac sororem carissi- 
mam ipsam Illustrissimi et Excellentissimi domini Jo. Ga- 
leazmarie, moderni Ducis, in presentia ad id efficiendum 
et effectui demandandum prefati Serenissimus dominus Rex 
et Illustrissimus Dominus Joannes Dux eius filius, ad pre- 
nominatum Illustrissimum dominum Ducem mediolani de- 
signarunt Reuerendissimum in Christo patrem dominum 
Joannem dei gratia episcopum Varadiensem eorum orato- 
rem ac legitimum mandatarium et procuratorem, quemad- 
modum ipsorum patentibus constat literis, eorum propriis 
manibus subscriptis tenoris infrascripti. Habita igitur ad 
hunc actum publica et solemni ac ornatissima oratione per 
magnificum et clarissimum Juris utriusque consultum do- 
minum Joannem Franciscum de Marliano ducalem consilia- 
rium in presentia prefati Revcrendissimi domini Episcopi 
Varadiensis prefatorum dominorum Regis Ducis patris et 
filii oratoris et mandatarii, ac Illustrissimi Domini Ducis 
Mediolani, nee non lllustrissime et Excellentissime Domine 
Bone Ducisse Mediolani matris prefate Inclyte virginis do- 
mine Blanchemarie, ac utriusque senatorii ordinis, pro- 
cerumque et aulicorum eiusdem Illustrissimi Domini Ducis 
Mediolani . Et per ipsum dominum Jo. Franciscum ipsa Do- 
mina Biancamaria nunc etatis ut dicitur annorum quinde- 



85 

cim vel circa interrogata, fuit contenta et sponte conten- 
tatur accipere ac accepit, et accipit in eius legitimum 
sponsum et maritim« prefatum Illustrissimum dominum Jo- 
annein Coruinum ducem, licet absentem tanquam presentem 
seu prenominatum Reverendissimum dominum Episcopum 
Varadiensem eius procuratorio et mandatario nomine pre- 
sentem , stipulantem et recipientcm in eum consentiendo 
per verba de presenti. 

Viceuersa interrogatus idem Reverendissimus dominus 
Episcopus Varadiensis, fuit contentus et contentatur pro- 
curatorio et mandatario nomine prefati Illustrissimi Domini 
Joannis Coruini Ducis accipere ac accepit et accipit in 
eius Illustrissimi Domini Joannis Coruini Ducis legitimam 
sponsam et uxorem prefatam Inclytam virginem Dominam 
Blancammariam ibi presentem, stipulantem et recipientem 
in i'ara dicto procuratorio et mandatario nomine consen- 
tiendo per verba de presenti — ac Idem Reverendissimus 
dominus Episcopus procuratorio et mandatario nomine pre- 
nominati Illustrissimi domini Joannis Ducis in signum veri 
et legitimi matrimonii ipsam dominam Blancammariam cum 
duobus annulis auri, gemmas pretiosas habentibus despon- 
sauit et desponsat, quod felix faustumque ac diuturnum 
sit. Renuntiantes prefati Inclyta domina Biancamaria, et 
Reverendissimus dominus Episcopus procuratorio et man- 
datario nomine prefati Illustrissimi domini Joannis Ducis 
vicissim exreptioni non facte predicte desponsationis cum 
mutuo utrinque consensu per verba de presenti -predicto- 
rumque omnium et singulorum non sie actorum et gesto- 
rnni. ac omnibus probationibus et defensionibus in contra- 
riimi . De (| ii ilins omnibus et singulis iidem Inclyta domina 
Bianca Maria et Reverendissimus dominus Episcopus dicto 
nomine et uterque eorum iusserunt et rogauerunt, ac iu- 
bent et rogant per nos Joannemantonium de Girardis 
papiensem, et Filippum de Comite notarios publicos et 
Ducales Cancellarios infrascriptos et utrumque nostrum in 
solidum publicum confici debere Instrumentum vnum et 
plura eiusdem tenoris . Actum in arce porte Jouis Inclyte 



86 

Ciuitatis Mediolani, videlicet in Sala Schagliorum sie nun- 
cupata solita residentia prefati Illustrissimi domini Ducis 
Mediolani, presentibus Reverendissimo et Illustrissimo do- 
mino Ascanio Maria Sforcia vicecomite tituli saneti Viti 
diacono Cardinali Bononie etc. Legato - magnificis et 
prestantissimis militibus doraino Symonoto Belprato Sere- 
nissimi domini Regis Ferdinandi Sicilie etc. oratore, do- 
mino Francisco Fontana artium et medicine doctore pre- 
fati Serenissimi domini Regis Hungarie oratore et domino 
Jacobo Trotto Illustrissimi domini Ducis Ferrarie oratore 
nee non domino Antonio Trotto consiliario, et domino 
Bartholomeo Chalco Secretario prefati Illustrissimi domini 
Ducis Mediolani, omnibus testibus notis idoneis ad pre- 
missa vocatis et rogatis. 

Gleichz. Abschrift u. Concept. Papier. Mailänder Archiv. Kto. 66. 



4. b. 

1487. Breuiatura mei Jo. Antonii de Girardis notarii publici. 

25. November. 

In nomine domini amen . anno natiuitatis eiusdem 
Millesimo quadringentesimo octuagesimo septimo. Indicione 
sexta, die dominico vigesimo quinto mensis Nouembris. 

Facta hodie paulo ante, et solemniter celebrata per 
Reuerendissimum in Christo patrem dominum Joannem dei 
gratia Episcopum Varadiensem oratorem et legitimum pro- 
curatorem et mandatarium Serenissimi et Excellentissimi 
Domini Matthie dei gratia Hungarie et Boemie Regis etc. 
et Illustrissimi Domini Joannis Coruini oppauie lypthonie- 
que Ducis ac Comitis de Huniad etc. eius Serenissimi 
Domini Regis Filii, ut ipsorum constat patentibus litteris 
manibus eorum propriis subscriptis tenoris infrascripti, eius 
Illustrissimi domini Joannis Ducis procuratorio et manda- 
tario nomine, desponsatione Inclyte virginis Domine Blanche 
Marie Vicecomitis filie legitime et naturalis Illustrissimi 
quondam felicis memorie Domini Galcaz Marie Ducis Mediolani 
etc. ac sororis amantissime Illustrissimi et Excellentissimi 



87 

Domini Joannis Galeaz Marie moderni Ducis, Papie Anglerie- 
que comitis, ac Geuue et Creraone domini, mutuo utrinque 
consensu interueuiente per verba de presenti, ut publico 
constat Instrumenta tradito et rogato per nos Xotarios et 
cancellarios iufrascriptos , qaod felix faustumque ac diu- 
turuuin sit, volens idem IUustrissimus Dominus Joannes 
Galeaz Maria Dux dotare prenominatam Inclytam doininani 
Blancham Mariain eius sororem in presentia et cum licentia, 
auctoritate et consensu Illustrissimi Domini Ludouici Marie 
Sfortie vicicomitis Ducis Bari, eius Patrui et curatoris ac 
administratoris capitaneique et locumtenentis generalis sponte 
et ex certa scientia ac alias omnibus jure, via, modo 
causa et forma quibus melius validius et efficacius potuit, 
et potest promisit et proinittit prefato ReverendLssimo 
domino Episcopo procuratorio et mandatario nomine pre- 
fatorum Serenissimi Domini Regis et Illustrissimi Domiui 
Joannis Ducis eius Filii , ac nobis infrascriptis notariis 
stipulantibus et recipientibus eorum nominibus, ac aliorum 
quorumcumque interest, et in futurum interesse poterit, 
quod idem dominus Joannes Galeaz maria Dux dabit, tradet 
et numerabit seu dari , tradi et numerari faciet eidcm 
Domino Joanni sponso et marito legitimo prefate Domine 
Blanche marie pro dote, nomine et ex causa dotis ipsius 
Domine Blanche marie eius legitime sponse et uxoris 
Ducatos centum quinquaginta mille, videlicet centum mille 
in auro parato, et quadraginta mille in Jocalibus comuniter 
estimandis, et decem mille in vestibus et ornamentis, ac 
argento et paramentis pro usu ipsius Domine Blanche 
marie etiam estimandis, hinc ad annum unum proxime 
futurum, quo tempore traducetur ad maritum. 

De qua qnidem dote, ut premittitur per prefatum 
Illustrissimum dominum Ducem Mediolani dari et tradi ac 
solui promissa, seu de ea eius dotis parte, quam idem 
IUustrissimus dominus Joannes Dux uel eius Procurator et 
mandatarius eius nomine aeeeperit usque ad integram ipsius 
dotis satisfactionem prenominatus Reverendissiinus dominus 
Episcopus procuratorio et mandatario nomine prefatorum 



88 

Serenissimi Domini Regis et Illustrissimi Domini Joannis 
Ducis eius Filii, et utriusque eorum in solidum promisit 
et promittit prefato Illustrissimo domino Duci Mediolani 
et nobis dictis infrascriptis Notariis eius nomine, et quorum- 
cumque interest et in futurum interesse poterit, stipulantibus 
et recipientibus, quod iidem Serenissimus Dominus Rex et 
Illustrissimus Dominus Joannes eius filius et uterque eorum 
in solidum prefato Illustrissimo Domino Duci Mediolani 
confessionem , quietationem et liberationem facient per 
publicum Instrumentum , seu publica Instrumenta ac ipsi 
Domine Blanchemarie constituent et facient dotem pre- 
dictam et tertium plus ipsius totius dotis pro tertiario ac 
eius augumento. 

Ac insuper promisit et promittit prenominatus Reve- 
rendissimus Dominus Episcopus procuratorio et mandatorio 
nomine prefatorum Serenissimi Domini Regis et Illustrissimi 
Domini Joannis Ducis et utriusque eorum in solidum nobis 
dictis infrascriptis Notariis stipulantibus et recipientibus 
nomine et vice et ad partem et utilitatem prefate Inclyte 
Domine Blanchemarie, et quorumcumque interest et in 
futurum interesse poterit, quod iidem Serenissimus dominus 
Rex et Illustrissimus Dominus Joannes Dux eius filius, et 
uterque eorum in solidum, ita tarnen quod unica solutio 
sufficiat, dotem predictam restituent ipsi Domine Blanche 
marie et eius filiis, et heredibus ac successoribus in omni 
casu et euentu dotis ipsius repetende et restituende, quem 
deus auertat, in hunc modum videlicet Ducatos centum 
mille in auro parato et Jocalia predicta estimanda ut supra, 
pro ducatis quadraginta mille, seu ipsos Ducatos quadra- 
ginta inille uel ratam eorum, que non reperirentur tempore 
ipsius restituende dotis. Et predictum argentum ac vestes 
et ornamenta ac paramenta seu eorum ut supra factam 
estimationem ducatorum decem mille, uel ipsarum rerum 
eam partem, que eo tempore reperiretur et eius que non 
reperiretur precium et valorem iamestimatum, vna cum 
dicto tertio pluri, totius dotis predicte, pro eius augumcnto 
in pccunia numerata. 



89 

Pro quibus omnibus et singulis, ut premittitur, per 
prefatos Illustrissimum dominum Ducem Mediolani et Reve- 
rendissimum dominum Episcopum procuratorio et manda- 
tario nomine prefatorum Serenissimi Domini Regis et Illu- 
strissimi Domini Joannis Ducis eius filii promissis, atten- 
dendis et obseruandis iidem Illustrissimus Dominus Dux 
Mediolani et Reverendissimus D. Episcopus dictis nominibus 
sibi inuicem mutua stipulatione interueniente ac nobis 
dictis infrascriptis notariis stipulantibus et recipientibus 
nomine et vice et ad partem et utilitatem quorumcunque 
interest et in futurum interesse poterit attendere et in- 
uiolabiliter obseruare nee in aliquo contrafacere, dicere 
uel venire recte uel indirecte, tacite uel expresse, nee 
aliquouis quesito colore promiserunt et promittunt , sub 
ippoteca et obligatione omnium et singulorum bonorum 
inobilium et immobilium presentium et futurorum ipsorum 
lllustrissimi domini Ducis Mediolani, Serenissimi Domini 
Regis et lllustrissimi Domini Joannis Ducis eius Filii debite 
referendo , eorum etiam que in generali obligatione non 
veniunt, nee non restitutione et refectione quorumcunque 
(I ;uii um nun. Interesse et expensarum, que et quas proinde 
per alteram partium fieri et pati quouismodo contingeret, 
ac insuper idem Reverendissimus Dominus Episcopus dictis 
procuratoriis et mandatarüs nominibus per speciale pignus 
predicte dotis restituende ac tertiarii et augumenti eius, 
nee non damnorutn interesse et expensarum soluendorum 
et soluendarum, ut premittitur obligauit et obligat Ducatum 
Austrie cum subscriptis Ducatibus, comitatibus et statibus, 
qui se in prouentibus annuis preter omnes commeatus, 
vina siz et blada aliaque victualia ad minus ducenta millia 
ducatorum ut fertur excedunt; alii vero status preter pre- 
fatum Ducatum Austrie sunt infrascripti: Inprimis in Vngaria 
Coraitatus Ilunyad cum pertinentiis. Item Ducatus de 
Munkach cum oppido Debrechen et vniuersis suis pertinen- 
tü». Item castrum Gvula , castrum Maroth cum oppido 
Gara castrum Chereiog cum oppido Futhag, castrum Bacy- 
moch cum vniversis oppidis Theloneis et aliis omnibus 



90 

juribus et pertinentiis Coniitatus de Troroeh cum eastro 
Selabyna, aliisque omnibus castris oppidis et villis ad 
ipsum comitatum pertinentibus. Item coniitatus Arua et 
Lyptlio cum castris Likaroa et Aruia. In Slcsia uero 
Ducatus Oppauiensis cum ciuitatibus et castris Oppauia, 
et Hradech et ciuitate Sgyar , Ducatus Lupechyth cum 
eastro et ciuitate Lupchiechiensi Ducatus Vuladislauiensis 
cum Fortalicio . Ducatus Thosniciensis cum eastro et ciuitate 
Thossek; Ducatus Rittoniensis cum ciuitate et eastro ßyllior 
nee non eastro Siuerchklenech, et Ducatu Rosboniensi cum 
eastro et ciuitate Rozle vniuersisque horum omnium Ducatuum 
Comitatuum, Statuum, castrorum prefatorum pertinentiis et 
Juribus ac vtilitatibus et prouentibus quibuslibet. 

Cum autem prefatus Serenissimus Dominus Rex seu 
prenominatus Reverendissimus Dominus Episcopus cius 
nomine dicat, eundem Serenissimum dominum Regem pactum 
et compositionem habere cum Illustrissimo Domino Duce 
Albo iam decrepito,prefatumIllustrissinium dominum Joannem 
in eius Domini Ducis Albi ducatum et dominium debere 
succedere. Idem Reverendissimus Dominus episcopus pro- 
curatorio et mandatario nomine Maiestatis suc exnunc 
assignauit etiam et assignat per speciale pignus totum 
ipsum Ducatum et dominium cum eorum Juribus et per- 
tinentiis ac prouentibus. Item assignauit et assignat Ducatum 
et vniuersum dominium Illustrissimi Domini Ducis de Sagano 
in Slexio in prefatum Illustrissimum D. Joannem Ducem 
prefati Serenissimi Domini Regis filium iure etiam succes- 
sionis peruenturum similiter cum Juribus et pertinentiis 
suis ac prouentibus. Et ulterius ad maiorem omnium pre- 
dictorum ut supra obseruandorum corroborationem et iirmi- 
tatem, prefati Illustrissimus D. Dux Mediolani in eius animam 
propriam eius manibus corporaliter tactis scripturis in 
manibus infrascripti Magnifici .D. Rartholomei eius Secretarii 
et Reverendissimus D. Episcopus procuratorio et mauda- 
torio nomine prefatorum Serenissimi D. Regis et Illustris- 
simi D. Ducis eius filii super eius D. Episcopi pectus in 
animam prefatorum principalium suorum iuraucrunt eljurant 



91 

ad sancta dei euangelia ea omnia et singula rata et firma 
habere et tenere, ac attendere et inuiolabiliter obseruare 
etiani sub vinculo juraoienti. 

Demumquc promittens prefatus Reverendissimus domi- 
nus Episcopus prefato Illustrissimo Domino Duci Mediolani 
et nobis dictis infrascriptis Xotariis stipulantibus et re- 
cipientibus, quod idem dominus Episcopus curabit et ope- 
ram dabit cum effectu , quod prenominati Serenissimus 
Dominus Rex et Illustrissimus Dominus Joannes Pater et 
Filius solemniter et per publicum Instruraentum ratificabunt 
et approbabunt presens Instrumentum, ac omnia et singula 
in eo contenta infra terminum mensium sex proxirae futu- 
rorum , Instrumentumque ipsum ratificationis intra dictum 
terminum mittent et presentari facient ipsi Domino Duci 
Mediolani sub obligatione etiam omnium et singulorum 
bonorum suorum mobilium et immobilium presentium et 
futurorum. 

Renuntiantes et renunciauerunt prefati Illustrissimus 
Dominus Dux Mediolani cum auctoritate ut supra et Reve- 
rendissimus Dominus Episcopus dictis nominibus vicisim 
mutua stipulatione interueniente et nobis dictis infrascriptis 
Notariis ut supra stipulantibus et recipientibus exceptioni 
non factarum dictarum promissionum Dotis, et eius resti- 
tutionis et tertiarii ac augumenti eius et assignationis, 
nee non obligationura, ac omnibus probationibus et defen- 
sionibus in contrarium. 

De quibus omnibus et singulis prefati Illustrissimus 
Dominus Dux Mediolani cum licentia et auctoritate ut 
supra et Reverendissimus Dominus Episcopus dictis pro- 
curatoriis et mandatariis nominibus iusserunt et rogaueruut 
ac jubent et rogant per nos Joannem Antonium de Girardis 
papiensem et Filippum de Comite Notarios publicos ac 
Ducales cancellarios infrascriptos et utrumque nostrum in 
solidum publicum confici debere Instrumentum vnum et 
plura eiusdem tenoris. 

Actum in arce Porte Junis Inclyte Ciuitatis Mediolani, 
vitl. -licet in Camera cubiculari prefati Ulustrissimi domini 



92 

Ducis Mediolani, presentibus Reuerendissimo et Illustrissimo 
domino Ascanio Maria Sforcia vicecomite tituli sancti Viti 
Diacono Cardinali Bononie etc. legato, Magnifico et claris- 
simo artium et medicine doctore domino Francisco Fontana 
prefati Serenissimi domini Regis Hungarie oratore, Magni- 
ficis dominis Comite Joanne Bonromeo Joanne Francisco 
et Rolando mititibus Marchionibus Palauicinis de Landriano, 
et Joanne Francisco de Merliano Juris utriusque doctore 
consiliario , nee non Magnifico domino .Bartholomeo Chalco 
Secretario prefati Illustrissimi domini Ducis Mediolani 
omnibus testibus notis idoneis ad premissa vocatis et rogatis. 
(Sequitur Plenipotentia data Episcopo Varadiensi Joanni 
etc. perMatthiam Regem Hungariae etc. et Joannem Coruinum 
Ducem , filium eiusdem, D. D. In arce nostra Viennensi 
13 Januarii 1487.) 

Gleichz. Abschrift, (eig. Concept fheilw.) Papier. Mailänder Archiv. Nro. 60. 



5. 

1488. Nos Matthias dei gratia Hungarie Bohemie etc. Rex. 

Duxque Austrie . Notum faeimus tenore presentium vniversis 
quibus expedit, quod nos illam Summam Sex milium aure- 
orum, quos Reverendus in Christo pater dominus Johannes 
Episcopus ecclesie Waradiensis Cancellarius noster fidelis 
dilectus superioribus diebus ab Illustrissimis prineipibus 
dominis Mediolani. et Barri Ducibus ad certas necessitates 
nostro nomine rniituo leuauerat, et ad quorum restitutionem 
datis ad hoc literis suis patentibus loco etiam et die solu- 
tionis constitutis nos et se inscripserat in sortem et ra- 
tionem ac computum Dotis Illustrissime domine Blance 
Sorori eorundem dominorum Ducum Mediolani et Barri: 
Sponse videlicet Illustrissimi domini Johannis Ducis nati 
nostri carissimi prouenientis reeepimus, Eamque de Summa 
totali illius dotis defalcauimus . Et insuper ipsos dominos 
Duces super restitutione prescriptorum Sex milium aure- 
orum quittos reddidimus et expeditos, Immo reeipimus 
defalcamus et expeditos reddimus harum nostrarum vigore 
et testimonio literarum mediante . Datum in Arce nostra 






93 

Viennensi, tredecima die Februarü Anno doinini Millesimo 
Quadringentesimo Octogesimo octavo . Regnorum nostrorum 
Hungarie etc. Anno Tricesimo ßohcmie vero decimo nono 
(m. p.) Mathias Kex manu ppa. 
(L. S.) 

(Amfgedr. Siegel von rothem Wachs). 
Orig. Papier. Mailänder Archiv. 



6. 

Dux Mediolani etc. 

Instructio Nobilis viri Joannis FYancisci Oliae 
Cuncellarii üuri in Panoniatn, 

• • Zoan Francesco : Mandamo el R d .° m. Guidantonio uss. 
nro consiliero in Vngaria per congratularse cum quello 27 - Febniar * 
ser m0 Re del matrimonio contractu intra el fiolo de sna 
m u e la ill"; a nra sorela mad* Biancha; ne la quäle andata 
hauemo judicato non impertinente col mezo suo chiarirse 
de alcune cose quäle ne occurreno ne la expeditione del 
andata de la dicta nra sorella ad inarito, et non saria 
bene che quanto piu presto si po non cercassemo de hauerne 
noticia: Hauendogli adunche facto tal commissione, per che 
forse la retornata sua non porra essere con quella presteza 
che noi vorriamo intendere queste cose, ce e parso nian- 
darte in compapiia, acio che non solo m. Guidantonio 
haueiulo laiuto tuo possa piu facilmente expedire quello 
che ne la legatione li occurrera: Ma anchora col mezo tuo 
labia commodita de inuestigare piu intrinsechamente che 
si porra, le cose che li habiamo commisso . et non parendone 
bene che tale cose si scriuano, et siano poste ad descri- 
tione de lettere, tu sij quello che hauuto bona noticia del 
tutto vengi inante ad exponerne quanto sara inteso in 
queste cose: essendo alleuo de casa nostra, et adoperato 
molti anni in cosa de peso per el stato nostro. 

Tu andarai adunche con m. Guidantonio ad fare lo 
cto sopradicto : al quäle benche ne le Instructione 
iamo extesamente declarato quanto ha ad fare, Tarnen 



94 

ce e parso anchora ad te breuemente tochare le parte 
quäle li commettemo chel intenda, acio che essendone tu 
qui informato piu facilmcnte le posse poi pratichare de la 
cum m. Guidantonio , et nel retorno tuo reportare leffecto 
de la chiareza quäl desideramo. 

La prima cosa e che secundo che per le conuentione 
facte qui con el Reverendo Monsignore de Varadino , lob- 
ligo voria che a Novembre proximo mandassimo ad marito 
la prenominata nra" sorella, quando con bona contenteza 
de la m ta r. se potesse fare, desideriamo che si prolon- 
gasse la partita sua fin al bon tempo del anno che sequi- 
tara, como saria fin al Aprile ö Marzo che seguitara el 
dicto mese de Decembre, designato per la conuentione. 
Ma questa parte bisognara sia tractata cum la M . R . da 
M. Guidantonio adextramente , e lofficio tuo sara de rcpor- 
tarne la conclusione quäle sopra questo sara facta. 

Laltra cosa e che M . Guidantonio intenda le persone 
et numero de caualli quali la m. r. vorra mandare qui per 
core et accompagnare de la ad marito la Illustrissima 
Madama Biancha: E in questo desideramo sapere in spe- 
cialita li capi et persone de condictione quäle venerano, sara 
adunche ofiicio tuo de intendere diligentemente el numero, 
el nome, e la qualita de le persone quäl venerano et 
sopra el tutto el tempo quäl se constituira alla partita 
loro de la per venire de qua. 

Vitra questo per che la consuetudine da, che in 
simili acti nuptiali et nel condure le spose alli mariti, et 
maxime tra Signori che si faciano celebratione de feste et 
con diuersi modi de honori se receuano le spose alle prime 
fine del stato , et alli altri lochi meliori, et maxime poi douise 
hano presentaredoui sono li soceri et mariti: vorriamo sapere 
quäle demonstratione vorra fare la m ta r. quando la sposa 
intrara alli primi lochi del Regno suo et quello che poi vorra 
fare arriuata chella sia al conspecto de la m ta sua, e se vltra 
le feste de done vorra fare spectaculo alcuno de altra natura, 
et maxime de giostre, et giostrandose quäl persone et 
de che condictione se deputarano alle giostre. 



: 



95 

La via de qua in Yngaria 6 saltcm fin alle primc fine 
po essere 6 tutta per aqua montando in barcha a Pauia, 
6 tulta per terra quando eon la Maesta Imperiale fosse 
paec, 6 tregua, et se potesse pigliare fede de quelli prin- 
eipi de Germania: ö parte per terra et parte per aqua 
quando se andasse fin in Ancona: et poi li se transfretasse 
tl »oll'o: A M. (luidantonio habiamo diffusamente eonunisso 
ehel veda de eonstituire cum la M'* K. la via che alla m ,a 
sua piu satisfara: et parera piu commodamente poterse fare : 
et cossi quando li paresse che si facessc la via tutta per 
aqua, che modo de la se habia hauere per carrete, et 
caualli, li quali diffieilmentc da qui ne pare se manda- 
riano per la confusione et pcriculo che incorrcria in molti- 
tudine de caualli posti in barcha, ultra che anche male 
se trouariano tanti naviglij apparechiati ad un tempo; bisog- 
nira adunche che siamo auisati de quello che si constituira 
in questo e pero li vsarai diligentia. 

Poi che la sposa sia azonta, etiam che non se possa 
se non credere chella habia essere honoratamente tenuta 
da la in*/* r. tarnen lobligo de la coniunctione fraterna ce 
strenze ad donerne hauere noticia in ante . Quello adunche 
che M. Guidautonio potera circa questo retirare tu lo con- 
siderarai et ne lo reportarai, acio che intendamo se la m. r. 
vole che epsa con el consorte facia corte seperatamente 
da sua m 1 * ö quäle altra norme de viuere li vorra dare. 

Queste sono le cose quäle se hauerano intendere po 1 
che sara facta la congratulatione, et con la noticia de le 
quäle tu poi con omne celerita hauerai retornare ad noi, 
non mandandoti per altra causa como de sopra e dicto. 
Datum Vigleuani die xxvy Februarii 1488. 

(L. S.) 

B. Chalcus m. p. 

Orijf. Papier. Mailänder Archiv. Nrn. M. 



s 



96 

7. 

Hlustrissimo principi et Excellcntissimo domino 
Johanni Galeaz . Ma a . Sför . Vice-Comiti Duci Med io- 
lani etc. Amico et Affini nostro Charissimo. 

1488. Mathias dei gratia Hungarie Bohemieque Rex nee non 

9. December. p ux ^ustrie etc. Illustrissimo principi et Excellentissimo 
domino Johanni Galeaz . Ma a . Sfor. Vice-Comiti, Duci Me- 
diolani etc. Amico et Affini nostro Charissimo, Salutem 
et felicium successuum incrementa . Illustrissime prineeps , 
plures, diebus his proximis, literas Do. ure Illu. et eius 
patrui aeeepimus, ex quibus omnibus non solum optimam 
eiusdem valitudinem, (de qua profecto, mirum in modum 
et in primis, certiores reddi cupiebamus) sed statum etiam 
rerum suarum, et nonnulla insuper alia cognouimus, que 
omnia, preter immaturam mortem sororis sue Charissime, 
Illustrissime domine Ducisse Calabrie, et defectionem Ge- 
nuensium, gratissima nobis aeeiderunt. Verum illius casum 
insperatum, uel ob singulares aniini sui dotes, et Illu. Do. 
ure causa, uehementer certe indoluimus. Ne tarnen dolorem 
Do. ure Illu. iam (ut arbitramur) languentem nostris de- 
plorationibus renouemus , nee uulnus iam pene inueteratum 
recrudescere faciamus, silendum pocius, quam aliquo etiam 
consolationis genere utendum putauimus, similiter et de 
Genue defectione ac aliis contumaeibus faciendum existi- 
mauimus , quandoquidem non dubitamus , per Illu. eius 
patruum rem omnem bene ac feliciter istic curatam ac 
gestam esse, et contumaces iam dudum ad priorem deuo- 
tionem rediisse, Arces etiam, que sub aliena fuerunt fide, 
Do. uestre Illu. imperium suseepisse . Hec uero eo potis- 
simum consilio impresentiarum silentio quasi pertransire 
uoluimus, ex quo propediem quendam Oratorem nostrum 
ad Do. uestram Illu. mittere decreuimus, iamque illum de- 
signauimus, cuius medio postea et de his et de Ulis om- 
nibus, de quibus illa nouissime scripsit, nonnullisque in- 
super aliis rebus ac negoeiis cum eadem lacius agemus . 
Inter alia autem Do. uestram et de nostro optimo animo 



97 

erga Reverendissimum Do. Cardinalem Ascanium etc. et 
t'iiam de successibus nostris, quos diuino munere felices, 
hac tota estate, et usque nunc semper habulmas et habe- 
iniis. certiores efTiciemus . Restat impresentiarum hoc solum, 
qnod nos et Ulustrissimum filium nostrum Do. uestre lila, 
faciamus vnice commendatos, quam unacum Illnstrissinia 
domina Bianca, filia nostra, eius Sorore Charissima, opti- 
iiH' semper et feliciter nalcre desideramus. Datum in Arce 
nostra Viennensi, ix die Decembris, Anno domini m°.cccc°. 
I \ \ \ i i i i . Regnorum nostrorum anno Hungarie etc. \ \ \ i " . 
Bohemieuero xx°. (m. p.) „Mathias R ex manu propria." 

T. Secretarius. 

Orig . Perg. Mailinder Archiv. N'ro 66. 



8. 

lllustrissimo principi, et Excellentissimo domino 
Johanni Galeaz . M m . Sfor . Vice Comiti Duci Mediolani 
etc. Amico et affini nostro Charissimo. 

Mathias dei gratia Hungarie Bohemieque Rex , nee non i **•'. 
Dux Austrie etc. lllustrissimo principi, et Excellentissimo 24, 
domino Johanni, Galeaz, Maria Sfortia, Vice Comiti, Duci 
Mediolani etc. amico et Affini nostro Charissimo, Salutem 
et prosperorum successuum incrementa . Ulustrissime prin- 
ceps . o ii. mI priorem illum tabellarium Hin . Do . ure . ad nos 
diebus adhuc superioribus missum , tarn diu , tamque longo 
tempore apud nos retinuimus, mirum hoc Uli uideri non 
debet, pro illius siquidem consolatione, et nostro item 
instituto, uoluimus eandem, cum de exitu belli huius, quod 
estate defluxa copie nostro adversus quosdam rebelies 
subditos nostras, in Slesia, seeundo Marte gessere, tum 
uero, de omnium etiam aliarum rerum nostrarum condi- 
tione ac statu illius medio partieipem facere, ac illam de 
his omnibus plane certiorem reddere . Verum quia interea 
plura emerserunt, propter que uisum extitit, ut Oratorem 

7 



98 

nostrum ad do . uräm Illu . mittamus, Et ideo tarn priorem 
quam etiam posteriorem cursorem cum his dumtaxat literis 
remittendum putauimus , ut saltem Do . uram Illu . suspenso 
animo diucius non retineremus, per illum autem Oratorem, 
qui iam non modo designatus, uerum etiam plane a nobis 
est expeditus, omnium nostrorum successuum, omnium 
denique rerum il In nun, que tarn in Slesia, quam alias 
undique ut premisimus gesta sunt et geruntur, et que per 
Cursorem iam prefatum eidem Do . ure Illu . significare 
uoluimus, eandem uberrime participem faciemus, Quam 
rogamus apprime, uelit tante tarditatis seu more prioris 
Cursoris, uel nostri pocius consilij rationem habere, ac 
adventum Oratoris nostri equo etiam animo prestolari, eius 
siquidem medio non modo ea, que per priorem illum 
Cursorem, et tandem per posteriorem illius nomine ad nos 
perlata sunt, verum etiam de aliis quoque rebus complu- 
ribus plurima Illu . do . vre significabimus , Quam et bene 
feliciterque ualere semper optamus . Datum in Arce nostra 
Viennensi xxmj Januarii Anno domini Millesimo Quadrin- 
gentesimo Octogesimo Nono, Regnorum nostrorum anno 
Hungarie etc. Tricesimo primo, Bohemie uero vigesimo. 

Commissio propria 
domini Regis. 
T. Secretarius. 

Orig. Perg. Mailänder Archiv. Nro. 66, 



9. 

lllustrissimo principi et Excellentissimo domino 
Johanni Galeaz Ma a Sfor Vice Comiti, Duci Mediolani 
etc. fratri et Affini nostro Charissimo. 

1489> Mathias dei gratia Hungarie Bohemieque Rex, nee 

23. November. non Dwc Austrio etc. lllustrissimo principi et Excellentis- 
simo domino Johanni Galeaz, Ma a . Sfor . Vice Comiti, Duci 



99 

Mediolani etc. fratri et Affiui nostro Charissimo, Salutem 
et prosperorum successuum incrementa . Remisimus tandem 
ad lllu. Do. ihm m. Magnificum dominum Franciscum Fon- 
taiiam. Oratorem nostrum, cuius medio nonnulla Do. vre 
lllu. significauimus. Quam rogamus summopere, uelit uerbis 
et relatibus suis solidam ac plenam fidem, perinde ac nobis 
ipsis adhibere . Eandem Do . uram lllu . bene et feliciter 
ualere semper optamus . Datum Bude xxiu. Xouembris. 
Anno domini etc. lxxxix , Regnorum nostrorum anno Hun- 
garie etc. xxxii . Bohemie uero xxi°. (m. p.) Mathias 
Rex manu propria. 

Orig. Perg. Mailänder Archiv. Nr*. 66. 



10. 

Illustrissimo principi et Excellentissimo domino Johanni uv. 
Galeaz Ma*. Sför. Vice Comiti Duci Mediolani etc. Amico 7 * Jttl, ' 
et affini nostro Charissimo : — Mathias dei gratia Hungarie 
Bohemieque Rex, nee non Dux Austrie etc. Illustrissimo 
principi. et Excellentissimo domino Johanni Galeaz Maria 
Sfortia, Vice Comiti Duci Mediolani etc. Amico et Affini 
nostro Charissimo, Salutem, et felicium successuum incre- 
menta . Venerabilem Maffeum, lllu. Do. ure Oratorem , qui 
his proximis diebus ad nos applieuit, libenter certe (ut 
deeuit) et uidimus, et audiuimus, ac ad ea, que coram 
prudentissime exposuit , queque nobis gratissima profecto 
fuerunt, eius medio Dom. ure - lllu. latissime respondimus, 
quem Uli omnia significaturum non dubitamus . Et ideirco 
in hac parte ad illius literas nos remittimus, has autem, 
ob eam dumtaxat causam, Tabellario perferendas dedimus 
ne ad Do. uram lllu. vaeuus literarum nostrarum ueniret . 
Ceterum Franciscum Fontanam Oratorem nostrum his diebus 
remissuri sumus, cuius medio plura Do. ure lllu. signifi- 
cabimus, quam rogamus, ut super his, que prefatus Maffeus 
Orator suus ad eandem impresentiarum scribit, quaraprimum 
rescribere uelit. Eandem Do. uram bene et feliciter ualere 



100 

s empor desideramus . Datum Bude vn Julii , Anno domini 
m°. cccc . lxxxvmj , Regnorum nostrorum anno Hungarie 
etc. xxxn , Bohemie uero xxi°. 

Commissio propria 
domini regis. 

T. Secretarius etc. 

Orig. Perg. Mailänder Archiv. Nro. 66. 



Archiv 



für 



künde österreichischer Geschichts-Que Ken. 



Herausgegeben 



von der 



zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission 



der 



kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. 



Zweites Heft. 



■*&&0§&3ß 



Wien, 1848. 

Aus der kaiserlich-königlichen Hof- und Staats - Druckerei. 



III. 

Äur Geschichte 

des 

österreichischen Freiherren - Geschlechtes 

der 

Eizinger von Eiziog. 



Auszüge aas einem Diploniatarium dieses Geschlechtes, das in dem 
Archive der Herrschaft Aspern an der Zaya aufbewahrt wird. 

I. (1 — 136.) (1438 — 1450.) 



• 
Dieses Diplomatarium ist ein dicker Papierband in Gross- 
folio in Schweinlederband mit starken Deckeln, messingenen 
Buckeln und Schliessen. Der Einband ist vom Jahre 1538, die 
Schrift aus dem fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert. Die 
Zahl der beschriebenen Blätter ist 362, das Register füllet 40 
Blätter; die Aufschrift lautet: „Einzingerische Guetter : Gült- und 
Lehenstück." 

Da das Eizingerische Geschlecht im fünfzehnten Jahrhun- 
derte zu den einflussreichsten im Lande unter der Enns gehört, 
hat der Unterzeichnete dieses Diplomatarium vollständig excer- 
pirt, theilweise copirt. 

Einen Theil seiner Auszüge und Copien veröffentlichte der 
Herausgeber in den Oesterreichischen Blättern für Literatur etc., 
Jahrgang 1847, Nro. 59, 60, 65, 66 und 71. (Diese Auszüge 
reichten von 1402 — 1437.) 

Chmel. 



8 



U lrich Eizinger , der dieses Geschlecht zur grössten Bedeutung 
brachte, war das Haupt der Bewegung gegen Kaiser Friedrich 
den Vierten, Vormund des österreichischen Erbfürsten Ladislaus 
Posthumus; ich habe im zweiten Bande der Geschichte K. Fried- 
richs IV. den Anfang dieser Bewegung, welche mit der Erledi- 
gung des jungen Königs endete, erörtert und Eizingers Treiben 
unparteilich geschildert (IL 636—662). 

Ich will hier nur die in der Note ( S. 638) angeführte 
Stelle aus Aeneas Sylvius (Hist Friderici, p. 183) in deutscher 
Uebersetzung geben: „In grossem Ansehen war damals bei den 
„Oesterreicbern Ulrich Eizinger, der, von edler doch wenig an- 
sehnlicher (obscuris) Familie aus Baiern abstammend, da ihm 
~in der Heimath nicht das Glück lächelte, arm und unbedeutend 
„nach Oesterreich kam. Der thätige und ausdauernde Mann 
„erwarb sich die Gunst des Herzogs Albrecht (des Vorfahren 
„K. Friedrichs auf dem deutschen Kaiser -Throne), galt vieles 
„im Rathe des Fürsten, und begann bald auf Kriegs- und Frie- 
„denshändel den grössten Einfluss auszuüben, unter den rohen 
„und trägen Edlen des Landes wuchs sein Ansehen leicht und 
„ward bald so bedeutend, dass er der alleinige Einnehmer und 
„Vertheiler der herzoglichen Kammer-Einkünfte ward; in Oester- 
„reich nennt man dieses Amt das eines Hubmeisters. Durch 
„dieses bereichert häufte er ungeheuere Schätze auf. Stattliche 
„Häuser, Aecker, Dörfer, Schlösser kaufte er zusammen, zahl- 
lose Pfandschaften übernahm er, auch den Titel eines Freiherrn 
„erlangte er, seine Worte waren bei Herzog Albrecht Orakel- 
„sprüche. Man sagt, dieser Mann, ohne Glauben an ein anderes 
„Leben, gehe weder zur Beicht noch Communion, verachte 
„alles Religiöse, obgleich er aus Furcht vor dem Volke die 
„Kirche besuche, hingegen folge er einer Hexe, die ihm die 
„Zukunft eröffne, die Lüste dieses Lebens liebe er, seine Mei- 
„nung wäre, dass der Mensch nach dem Tode nichts habe 
„als — den Nachruf.' 1 

1 • 



Also Aeneas; jedenfalls ist die Geschichte eines solchen 
Mannes für uns von grosser Bedeutung;; wir finden in den hier 
mitzutheilenden Auszügen bestätigt, dass Eizinger in kurzer 
Zeit die Zahl seiner liegenden Güter unendlich vermehrte, dass 
sein Ansehen, sein Einfluss von Jahr zu Jahr wuchs. 

Die folgenden Mitheilungen werden die Wichtigkeit dieses 
österreichischen Adelsgeschlechtes noch mehr herausstellen. 



1. 1438, 4 Februar. Basel. Das Concilium zu Basel trägt 
dem Propste zu St. Stephan in Wien auf, die von dem 
Hubmeister in Oesterreich, Ulrich Eyzinger in seinem Schlosse 
Schretental gemachte und noch zu machende Stiftung (einer 
Kapelle mit einem oder mehreren Kaplänen) zu untersuchen, und 
wenn alle Bedingungen erfüllt sind, im Namen des Concils zu 
bestätigen. (Fol. 219.) *) 

2. 1438, 17 März. Wien. Tobias von Ror etc. verkauft 
dem Edlen vesten Ritter Ulrich dem Eyzinger, Hubmeister 
in Oesterreich, gewisse Güter: 

1. Mit Erlaubniss seines Lehensherrn des Königs Albrecht 
etc. seine Veste und das Dorf, genannt zu „Puslestorff" 
mit Zugehör und dem Bauhof daselbst mit allen Aeckern 
„sy sein purkrecht oder lehen zu Puslestorf und umb 
Schretental" (Am Rande steht : „Die Mayrhofer ekcher sind 
zu gullt lassen und die Robat ist abtan, als hienach stet 
82 plat"). Item auch daselbst bey demBrücklcin 2 „Gwanten" 
Acker; it. daselbst bey dem grossen Teich 3 Gwanten 
Acker, it. im Neliber-Feld 4 % Gwanten Acker, it. auf dem 
Schretenbach 3 Viertel Weingarten etc. etc. it. 12 Viertel 
Weingarten auch daselbst gelegen it. 21 Pfund 81 Pfge. 
jährlicher Gülte zu Puslestorff auf behausten Gütern ge- 



*) Ulrich Eizinger hatte sich desshalb directe an das Basler-Concilium ge- 
wendet, dasselbe beeilte sich natürlich, dem einflussreichen Hubmeister, 
der bei seinem Herrn Herzog Albrecht so viel galt, zu willfahren; 
wir theilen diese Bulle in der Beilage Nro. I vollständig mit. Eizinger 
jedoch bewarb sich bald darauf auch um die Gnade des mit dem Con- 
cilium so bitter zerfallenen Papstes Eugen IV. wie Nro. % zeigt. 



5 

hm (St. Jörgentag u. Michaelis) . lt. 1 Mutl». 26 Met7.cn 
Haber jährliche» Dieustcs auch daselbst auf behausten Gütern 
(St Michelstag) ; it daselbst 1 Pfd. 18 Pfge. jährl. Gülte, 
Iturgrecht - Dienstes (St. Michelstag). It. den Zehent zu 
„WeczlestorflT, gross u. klein auf den benannten Gütern 
(..it. Mertt Rukcher von 1 virtayl lehen ganzen Zeh. zu 
„veld und zu dorff, it Gilig Haselauer von % lehen g. zeh. 
„zu veld; it Peter Wegs von V* lehen g. zeh. auf d. veld. 
„it. Hennsl Munich zu „Weezlesdorff u. s. nachkommen auf 
„demselben gut den klein zehent von dem viech vnd allen 
„den zehent den ich daselbs zu Weczlestorff gehabt hab 
..\ngeuerleich vnd die Robat daselbs ze Puslestorff ygleicher 
„pawr zu yder erd ain tag zu akcher gen vnd daselbs den 
„getrayd helfen inzufürn zu Schubern vnd die egenanten 
„Weingarten helfen ze lesen als von alter ist herkomen.") 

2. Dann seines rechten freien Eigen-Gutes it. ein Holz genannt 
der „Rauchenn^-ss" mit Grund mit „all*' („das weylen 
„mit auswechsl von dem von Maydburgk meinem vater saligen 
„gegeben ist"). 

3. It. einen Hof mit s. Zugehör, gelegen zu Wisendorf in 
Mähren , der ein lehen des Markgrafthums Mähren ist. ( n Und 
darczu alles das ich vncz auff hewtigen tag zu Puslestorff 
und vmb Puslestorff und vmb Schretental , zu Markenstorff, 
und umb Markenstorff, zu Obern und Xidern Xelib und vmb 
ob. u. n. Xelib in uucz vnd in gewer inngehabt und auch 
genuczt vnd genossen hab. ,, ) > Zeugen mit ihren Siegeln die 
edlen Herren Herr Andre und Herr Albrecht von Ror, 
Gebrüder (s. Vettern) und der edle veste Hanns der 
Stokarner, Untermarschall. (Fol. 14, 15.). 

3. 1438, 14 Mai. Wien. Erhard Kelbersharder ver- 
kauft dem Ritter Ulrich Eyzinger, Hubmeister etc. mit Einwilligung 
des K . Albrecht, als Lehensherrn , verschiedene Gülten und Ze- 
hende. (10 Schill. Pfge. Gülten zu „Poistorff 1 ' auf behausten 
Bfttorm, it. ganzen Zehend gr. u. kl. zu Feld und zu Dorf auf 
13 halben Lehen und Weingärten und auf 3 Hofstätten zu Weczle- 
storff, ausgenommen der Käsezehend. der gehört in die Kirche 
zu Poistorff) (Fol. 10.). 



6 

4. 1438, 21 July. Ferrara. Papst Eugen IV. giebt der 
Kapelle Unserer lieben Frau, in Schretenthal, Passauer-Diöcese 
auf ewige Zeiten einen Ablass von 1 Jahr und 40 Tagen, welchen 
alle Jene erlangen sollen, die am Maria Verkündigungstage mit 
gehöriger Vorbereitung durch Beicht und Communion sie andächtig 
besuchen und zu ihrer Erhaltung beisteuern würden. („Volumus 
„autem quodsi alias Cappellam ipsam visitantibus seu manus 
„porrigentibus adiutrices aut alias inibi pias elemosinas erogan- 
„tibus aliqua alia indulgentia imperpetuum vel ad certum tempus 
„nondum elapsum duratura per nos concessa fuerit presentes 
„littere nullius existant roboris vel momenti."). Fol 219. (Die 
Person des Eizinger wird in dieser päpstlichen Bulle gar nicht 
erwähnt.) 

5. 1438, 30 July (? Mittichen vor St. Stephanstag (Inven- 
tionis?), i. e. 3 August). Hanns Gater verkauft dem edlen 
vesten Ritter Herrn Ulrich Eyzinger, Hubmeister in Oester- 
reich und dessen Erben: 1.) Sein rechtes freies Eigen eine 
jährliche Gülte von 4 Pfund, 7 Schilling, 14Vs Wienerpfenningen 
auf Ueberländen zu Mechsendorf und einen jährlichen Dienst 
daselbst von 24 Metzen Weizen, 24 Käsen und 3 Schillingen 
Eyer; 2.) sein Lehen von Herzog Albrecht von Oesterreich, 
einen Getreidzehent auf 13 halben Lehen und 3 Hofstätten zu 
Weczleinstorff gelegen. Zeugen mit ihren Siegeln: die edlen 
vesten Jörg der Kunigsperger und Stephan der Schern- 
haimer. 

6. 1438, 21 Oktober. Laurentius, Sohn des Michel am 
Ort zu Windisteig gibt dem edlen vesten Ritter Herrn Ulrich 
Eyzinger, Hubmeister in Oesterreich, seinem gnädigen Herrn, 
der ihm zur Erlangung der Priester-Weihe den gewöhnlichen 
Tischtitel zugesagt hatte (titulum mensae), einen Revers : „gelob 
„und verpind mich auch gegen Im wissentlich in kraft des briefs 
„in solher maynung das Ich noch ander ymants von meinen 
„wegen dem benanten meinem gnedigen herrn mit dem egenanten 
„brief so ich von seinen gnaden hab zu kaincn schaden komen 
„noch damit zuesprechen sullen noch wellen weder mit recht noch 
„an recht geistleichem noch weltleichem in kainer weis unge- 
verleich sunder nicht anders von Im haben wil dann was ich 



„von sein sundern gnaden gehaben mag. — Zeugen mit ihren 
N u r eln der „crsame Herr Jörg der Trethain" Pfarrer zu Fulka 
and Hanns der Eschenauer, Bürger zu Wien. Fol. 210. b. 

7. 1439, 22 Februar (Sonntag Invocavit). Breslau. König 
Albrecht II. etc. erhebt die Brüder Ulrich, Oswald und 
Stephan Eyzinger von Eyzing in den Freiherren-Stand etc. 
(it. auch eine lateinische Ausfertigung). Fol. 183—185. S. Lich- 
nowsky etc. V. 4185. 

8. 1439, 22 Februar. Breslau. K. Albrecht II. etc. ver- 
leiht seinem Hubmeister Ulrich Eyzinger für seine treuen Dienste 
(„sunderlich auch das Er bey bayden unsern loblichen Crönun- 
„gen zn Ungern und zu Behem und in unsern heerczugen mit 
„grosser kost und arbeit alczeit getreuleich bey uns gewest ist") 
fürstliche freyung („zu ewigen zeiten von Romischer kuuigk- 
„leicher macht und als ein herczog ze Oesterreich") zu seiner 
Veste Schretenthal mitsammt dem Dorfe und dazu gehörigen 
Gründen. („Also das allermenikleich der oder die dahin komen 
„oder weyhen von wacz sachen wegen das wer damit sy solicher 
„gefursten freyung die wir In gegeben haben bedorffen werden 
„und die auch gegen den lantgerichten oder anderer ymand 
„icht verwercket oder verschuldet hietten straffe oder pessrung 
„so Sy in und bey die egenanten vesten dorffer oder auf die 
„gründe als weit die ausgemerkt sind komen als bald sy die 
„begriffen gancz frey und unbekumert beleyben dasselbst sein und 
„wanen und von dannen nicht genomen gefuret noch freuen- 
„leich angegriffen werden sullen durch kainen andern unsern 
„anwalt noch von kainer unser noch der unsern gescheft wegen 
„Es wem Lantmarschaleh lantrichter richter und andern unsern 

abtleuten etc. etc.) Pön 20 Mark lötigs golds, halb in die Kamer 
„d. herzogs v. Oesterreich . . . Doch so sullen mörder feischer 
,dieb und prenner und solich gross ubelteter solicher unser 
„begnadung und der gefursten freyung nicht geprauchen in kainer 
„weis." — Ad mandatum d. Regis Kaspar Slikch Miles Cancellarius. 
Auf einem Extrazettel (der an das Blatt geheftet ist) steht : 
„(Gnediger herr als mir ewr gnad beuolhen hat von wegen der 
„freyung wie sich dy halt oder darumb ain gestalt hab lass ich 
,ewr gnad wissen von Erst wann ain person auf die bejWM 



., kombl so gibt er ij dr. (denare) so hat er freyung ain gancz Jar und 
„wann er wider aus der freyung auf drei schritt geet so gibt er 
„wider ij dr. und tritt wider hinein und wann ainer mit Ros 
„und harnasch hynein kombt so muess er geben xxxij dr. so hat 
„er auch ain ganzs Jar freyung. ,, ) Diplomatar. Eizinger. Fol. 
158. S. Lichnowsky V. Nro. 4184. 

9. 1439, 29. April. (Mitwoch nach Jubilate.) Pressburg. 
Die Herzoge Friedrich und Wilhelm von Sachsen etc. etc. neh- 
men die Gebrüder Ulrich, Oswald und Stephan Eizinger in be- 
sondern Schutz und Schirm für die Dienste, die Herr Ulrich 
Eizinger dem Herzog Wilhelm erwiesen hat bei der Verlobung 
mit Herzogin Anna. „Wann uns in den Sachen der frewntschaft 
„und heyrat als uns herczogen Wilhelmen obgenanten der Aller- 
„durchlewchtigist groszmechtigst fürst und herr herr Albrecht 
„Romischer kunig etc. unser gnedigister liebster herr und vater 
„und die Allerdurchleuchtigist furstinn und fraw fraw Elizabeth zu 
„Hungern und zu Behein kunigin etc. desselben unsers gnedigi- 
„sten Herrn deiche gemachel unsre gnedigiste liebste fraw und 
„Mueter die Erlauchten furstinn Junkchfrawen Annen Ir bayder 
„edlsten Tochter zu einer deichen gemacheln zu geben und bey- 
„zulegen gnedikleichen haben versprochen . . . Der Edl unser be- 
„sunder lieber Ulreich von Eyczing souil so getreuleichen und so 
„fleyssikleichen mit so uil muen und arbaiten als gar unuer- 
„driesleichen hat gedienet als wir dann solich unser eliche sa- 
„chenn allermaist durch In angefangen gemittelt und geendet 
„haben dass wir Im pilleichen schuldig sein solicher woltete 
„und merkleichs dinsts in gute nymermer zu uergessen und 
„darumb zu einer sunderleichen dankhnemikait so verhaissen 
„und versprechen wir uns mit wolbedachtem mut und gutem 
„vorrate unserr Ret und lieben getrewen mit disem brieff das 
„wir wider urnb demselben Ulreichen und nicht allein Im sunder 
„auch durch seinen willen den edeln Oswalten und Stephann von 
„Eyczing seinen bruedern und Ir aller eriben mannes gesiechte 
„in allen Iren sachen wo Sy unnser darinne bedurffen und uns 
„anruffen wurden im Römischen Reich und sunst an allen enden 
„wellen willig gnedig und beystentig sein In helffen und raten 
„Sy eren und fuedern mit ganezen treuen und allem vleyss so 



..|tist wir ymer mugen, als offl und dikch des ymer not ge- 
schieht, wir haben auch darzu umb solicher obgerurter gros- 
ser und annemer dinst willen als uns der mergenant Ulreich 
„von Eyczing unser besunder lieber getan hat und er und sein 
„obgenanten Brueder und Ire eriben in künftigen geczeiten uns 
..u ml unseren eriben woll tun mügen dieselben obgemelten von 
„Eyczing zu unseren dienern willikleichen und wolbedechtig auf- 
„genoraen so das wir und unser eriben sullen und wellen Sy 
„und Ir erben manncs gesiecht getreuleichen und vestiklichen 
„schuczen schirmen verantwurten und versprechen und sunder- 
„leichen Sy nicht verunrechten lassen in kaine weis als offt und 
„dickch wir des von In ermant werden und wo wir das mit 
„glimpf und eren getun mugen alle geuerd und arglist hieinn 
„genczleich ausgeslossen. 

„Des zu waren bekentnuss und auch zu einer urkund das 
„dise vnsere obgemelten deichen Sachen der Heyrat durch das 
„gesiecht der Eyczinger ausgericht sind und auff das wir und 
„unser eriben und nachkomen Sy und Ir eriben und gesiecht 
„in künftigen Zeiten dester gedechtichleicher in gnaden halten 
„geben wir In disen unsern offen brieff versigelt mit unserm 
„Herczogen Friedreichs obgenanten anhangunden Insigel. Des wir 
„Herczog Wilhelm vorgenanter kreftikleichen heran geprauchen 
„und gegeben zu Prespurg. 1439 an Mitwochen nach dem sun- 
„tag als man in der heyling kirchen singet Jubilate. Hiebey sind 
„gewest und geczeugen der hochgeborn fürst herr Ludweig lant- 
„graff zu Hessen unser lieber swager der Edl graue Hainreich 
„von Swarczpurg und die vesten und erber Courat vom Stain 
„unser marschalk unsers vicztumbs Fridreich von Wizleiben Apel 
~Yirztumb Hanns von Schonberg Ritter Kaspar Kunig unser Pro- 
„thonotarius Thumherr zu Missen Karl von Schawnberg unser 
„Rete und lieben getrewen und ander glauwirdiger lewt genug. 11 
„Diplomatar. Eizinger. fol. 171. — 

10. 1439. 28. May (Pfingstag nach S. Urbanstag) Wien. 
Die Eheleute Lienhart und Gertrud (Tochter des Herrn Wil- 
helm von Ror, sei.) von Orberg verkaufen mit Bewilligung 
ihres Lehensherrn K. Albrechts (als Herzog v. Oesterreich), 
dem Ritter Hr. Ulrich Eyzinger v. Eyzing, für eine Summe von 



10 

1100 Pfund 6 Schilling guter alter Wienerpfenninge schwarzer 
Münze, gewisse Gülten zu Engleinstorf. 

„It. 15 pftint u. 6 Schilling pfenning gelts, it. 15 Mutt und 
„24 mezen dinstvvaiz ; it. 4 mezen dinsthabern gel. zu Englein- 
„storff in Pilichdorffer pfarr, auf 15 ganzen Lehen u. 3 virtayln 
„behausten gütern, und dint man von ainem yden ganzen lehen 
„alle Jar jerleich ain mutt dinstwaiz und ain pfunt pfenning gelts 
„und bringet der getrayddinst in sumb 39 Pfund, 5 Schilling 
„u. 2 Pfenning. 

„It. auf weingerten urbar ekchern und überlent purkrecht 
„dinst 4 pfunt 3 Schilling 14 pfenning. 

„it. von der padstuben daselbs zu Engleinstorff 12 pfenning. 

„it. holzdinst 7 Schilling, 10 Pfenning. 

„it. von 10 Joch äkern 3 Schilling, 10 Pfenning. 

„dann von 1 hofstatt daselbs dint man jerleich dy obge- 
„nanten 4 mezen habern und 45 pfenning gelts dy in den be- 
„hausten gütern sind begriffen (und den obgenanten getrayd- 
„dinst und pfenning gült man alle Jar jerleich zu sand Michels- 
„tag dint." 

„So dint man auch von der yezbenanten hofstat zu S. Jor- 
„gentag 2 chäs der ainer ains pfenning wert sein sol und 1 
„henn für 5 Pfening — . 30 Eyer für 3 pfening — man dint auch 
„von den obgenanten Lehen zu S. Jörgentag it. 63 chäs, der 
„ainer 4 pfenning wert sein sol; it. 3 Pfunt Eyer u. 7 Schil- 
ling u. 15 Eyer, je 10 Eyer für einen Pfenning — it. 48 hüner 
„u. soll ye 1 hunn 5 pfening wert sein — und sullen dieselben 
„Hüner albeg zwischen weyhennachten und vaschang gedint 
„werden. Also bringet dy pfenning gült in Sumb 24 Pfunt, 60 
„Pfenning und 1 Helbling, und ist der obgenanten Getrayddinst 
„u. Pfenning gült geschazt und angeslagen nach heren gülten in 
„bringt in Sumb 63 pfunt 7 Schilling, 2 Pfenning und 1 Helb- 
„ling, alles Wienner pfening gelts auf den egenanten behausten 
„gütern. Auff den Weingärten urbar ekchern u. überlent als dann 
„dyselben behausten guter alle mit nam in dem kauf brief so 
„her Jacob und Hanns geprüder dy Hawser von uns gehabt, 
„und den wir zu unsern Hannden gelost und dem edlen vesten 
„Ritter Hern Ulrichen dem Eyzinger u. s. Erben übergegeben 



11 

«haben begriffen sind und darzu alles das so wir daselbs zu 
. liiLtleinstorf haben mitsambt dem panteding anf dem ganzen 
„dorff daselbs das allain auf denselben grünten und guetern von 
„ainem yden richter oder ambtman wer ye zu den Zeiten Rieh- 
..tri- oder ambtman ist, jerleich an sannd Valentintag des hey- 
„ling Martrer des nächsten tag nach der hh. dreyr kunigtag 
„besessen und von allen herrenholden daselbs zu Engleinstorff 
„auf denselben tag bey dem wandl besucht sol werden unge- 
„uerleich. Man dienet auch von den obgenanten Lehen ainem 
„yden richter oder ambtman daselbs wer ye der ist von ydem 
„lehen besunder jerleich zweliff pfenning und 1 mezen habern." 
(Versiegelt durch beide.) Zeugen mit ihren Siegeln : Hr. Sigmund 
von Wildungsmaur (unser lieber frewnt) u. Hr. Bernhard von Ror 
(unser 1. swager u. brueder). Ist durchstrichen: „ist verkawfft." 
Orbergk. (Araberg.) Eizinger. Diplomatar. fol. xxxvu. 1. xxxvui. 

11. 1439. 31. May (Sonntag nach S. Urbanstag.) Wien. 
Die Eheleute Lienhart und Gertraud v. Orberg (Araberg), 
welche dem Hubmeister in Oesterreich, Ritter Ulrich v. Eyzin- 
ger die zu Engleinstorf in der Pilichdorfer-Pfarre gelegenen 
Güter, sammt Panteiding und Appertinentien verkauft hatten, 
übergeben demselben alle, diese Gegenstände betreffenden Ur- 
kunden: „Von erst item ain kaufbrief und ain lehenbrief darüber 
„dy her Jacob und Hanns geprueder dy Hawser darumb von uns 
„gehabt haben; item ainen gmächtbrief und ainen bestettbrief 
„darüber so Lassla der Hering seiner hawsfrawn auch über das- 
„selb gut gegeben hat; it. den gmächtbrief und bestettbrief dar- 
„uber so ich obgenanter Lienhart von Orberk meiner benanten 
„hawsfrawn Gedrautten auch über dasselb gut geben hab." — 
Dazu der Kaufbrief u. der Lehenbrief (von Herzog Albrecht von 
Oesterreich). Die Siegel der Beyden (er u. seine Hausfrau be- 
sonders). — Zeuge mit seinem Siegel : Hr. Bernhard vom Ror 
„unser lieber swager und Brueder. 1 ' (Ausgestrichen: „ist ver- 
kawfft.") Diplomatar. Eizinger. fol. \\\i. b. 

12. 1439. 8. Juni (Montag nach unsers Herrn Leichnams- 
tag). Wien. Bischof Leonhard von Passau gibt dem Ulrich Ey- 
zinger, Hubmeister in Oestereich für treue Dienste den halben, 
dem Stifte Passau eigenthümlichen Getreidzeheut zu Stroblein- 



12 

storf mit Zugehöi*, (als Leibgeding) zum lebenslänglichen Ge- 
nüsse. Ausgestrichen. Diplomatar. Eizinger, fol. 177. b. 

13. 1439. 11. Juni (Pfingsttag vor S. Veitstag). Wien. 
Michael, Burggraf zu Maidburg und Graf zu Hardegg etc. be- 
stätigt (als Lehensherr) die den Brüdern Ulrich. Oswald und 
Stephan Eyzinger zu der Veste und dem Dorf Schretenthal von K. 
AlbrechtgegebenefürstlicheFreyung. Diplomatar. Eizinger. fol. 160. 

14. 1439. 25. Juni (Pfingsttag nach Sonnwenden). K. Al- 
brecht etc. bestätigt als Herzog von Oesterreich und Markgraf 
von Mähren den Brüdern Ulrich, Oswald und Stephan Eyzinger 
jene Gnaden und Freiheiten, die er ihnen als Rom. König ver- 
liehen hat. (Erhebung in den Freiherrnstand). Diplomatar. Ei- 
zinger. fol. 185. b. 

15. 1439. 30. Juni (Dienstag nach Peter u. Pauli). Philipp 
Eyzinger überlässt (tauschweise) seinem Vetter Sigmund Eyzin- 
ger seinen (ererbten) Antheil an dem Burgstal zu Eizing („das 
da berürt ain virtayl als es mit dem marich daselbs verfangen 
ist 1 ') und seinen halben Theil an der Hofwiese daselbst. — Zeuge 
mit seinem Siegel der edle weise (mein lieber vetter) Hanns 
Asmhaymer. — Diplomatar. Eizinger. fol. 48. b. 

16. 1439. 10. July. (Freitag vor S. Margarethentag) Ofen. 
Königin Elisabeth von Ungarn etc. etc. bestätigt als eine Her- 
zogin von Oesterreich und Markgräfin zu Mähren den von ihrem 
Gemahl König Albrecht den Brüdern Ulrich, Oswald und Ste- 
phan Eizinger von Eizing gegebenen Freiheits- u. Standeserhö- 
hungsbrief und befiehlt den österreichischen und mährischen Un- 
terthanen, diese Bestätigung zu halten. 

(it. Copie d. Orig. fol. 187.) In e. Vidimus der Wiener 
Hohen Schule v. 13 Oct. 1439. „Nos Jodocus Weyler de Hayl- 
„prunn , Licenciatus Theologie, Rector ahne universitatis Studii 
„Wiennensis Notum facimus tenore presentium universis, quod 
„venerabilis ac Egregius et circumspecti viri Magister Conradus 
„de Halstat, Decretorum Doctor et Johannes Meylinger Sere- 
„nissimi Principis ac Illustrissimi Domini Domini Alberti Iloma- 
.. iioruni. Vngarie, Boemie etc. Regis etc. etc. Secretarius vice et 
„nominibus nobilium ac magnificorum virorum Dominorum Mriri. 
„Oswaldi et Stcflani Eyzinger de Eyzing germanorum eoram nobis 



13 

„ac dicta univcrsitate et notario infrascriptis in aula magna Col- 
„legii eiusdem univcrsitatis plene congregata personaliter con- 
.. *. t ituti etc. Quasdam literas etc. etc. und am Ende: „Presen- 
-tiluis ibidem venerabilibus egregiis et providis viris Magistro 
„Johanne lliml sacre Theologie et domino Jobanne Polzraacher 
„Decretorum Doctoribus in ipsa univcrsitate wiennensi ordinarie 
„legentibus, Johanne Widman de Dinkchelspuchel magistro artium, 
„pretactarum facultatum Decanis, nee non Marco Pekchenslaher 
„magistro civium et Johanne Kurzman Consule civitatis Wra- 
„tislaviensis ac multis aliis doctoribus magistris et studentibus 
„sepefate universitatis testibus ad hoc specialiter vocatis et 
„rogatis." „S. N. Et Ego Xicolaus Gerlaci de Kunigsperg Sam- 
„biensis Diöcesis publicus sacra Imperiali auetoritate et alme 
.universitatis studii Wiennensis Juratus Xotarius etc. etc. 11 Vom 
selben Tage (it. Vidimus vom Gebotsbrief K. Albrechts D. D. 
Ofen St. Margarethentag) Vom selben Tage (it. Vidimus vom 
Hauptbrief K. Albrechts Dd. Breslau Sonntag Invocavit 1439) 
(it. des latein. Briefes de eod. dat. — vom 11 Nov. 1439 das 
Vidimus). Diplomatar. Eizinger. fol. 162. b. fol. 163. b. f. 165. 169. 

17. 1439. 13. July (S. Margarethentag) Ofen. K. Albrecht 
etc. erlast einen Befehl an alle Unterthanen im Rom. Reiche, in 
Oesterreich und Mähren, dass man die Brüder Eizinger (Ulrich, 
Oswald und Stephan) bey allen ihren Freiheiten ungekränkt 
lasse. Ad mandatum domini Regis Theodoricus Ebbracht. Diplo- 
matar. Eizinger. fol. 136. b. it. fol. 186. b. 

18. 1439. 11. August (Dienstag nach S. Laurenz des h. 
Märtyrers Tag). Klosterneuburg. Der Magistrat zu Klosterneu- 
burg (Michel Mennseer Statrichter und die Geschwornen des 
Raths) verleiht dem edlen und vesten Ritter Ulrich Eizinger, Hub- 
meister in Oesterreich, und seiner Hausfrau Barbara (Tochter 
des Stephau Kraft sei.) für viele geleistete Dienste das Befugniss 
Bauwein (pawwein) aus 5 Weingärten in ihr in der Stadt gele- 
genes Haus zu führen und nach ihrem Gutdünken damit zu 
verfügen („furn inlegen vertun verkaufen verschenken als ander 
purger der Stat tun mugent") und diese Weingärten so zu ver- 
erben, dass der aus ihnen geführte Wein in der Stadt zum Ver- 
kaufe liegen bleiben dürfe, gegen dem, dass die Erben „solicher 



14 

„wein nymant verkaulfen der in dem Purkfrid gesessen sey und 
„des auch in kainen weg anders nicht vertun stillen ungeuer- 
„leich und wann sy die verkauft habent das stillen sy dem Rich- 
ter und dem Rat zu wissen tun." Alle diese Privilegien 
steuerfrei („auf solich ir wein und haws von stewr oder anders 
aufsaz wegen nichts legen noch dauon neramen"). — 

„ Und sind das die Weingärten: Von erst ein halb Jeuch 
„Weingarten genant die p Iahen gelegen zunagst Mayster Frid- 
„reichs des kochs Weingarten." — 

„Item drew virtayl Weingarten am seyttweg gelegen zu 
„nagst des heyling krewzs zech Weingarten." 

„It. drew virtayl Weingarten in der Zieglgrub gelegen zu- 
„nagst Jacoben des Schenkhenfelder Weingarten." — 

„It. ain Jeuch Weingarten im Tal gelegen zunagst herrn 
„Andreen in dem körhof Weingarten die obgenanten vier wein- 
„garten yez Wolfgangen des Rewtter von Molt hawsfrau in saz 
„von dem obgenanten hern Ulreichen dem Eizinger und frawn 
„Barbarenn seiner hawsfrawn inn hat." — 

„It. und anderthalb Jeuch Weingarten ze Mitterek derselb 
„halb Weingarten des yez genanten herrn Ulreichs und frawn 
„Barbarenn seiner hawsfrawn kaufts gut ist und halb auch die 
„obgenanten vier Weingarten in von irem sweher und vater 
„Steffann dem Kraftenn seligen worden sind." — Diplomatar. 
Eizinger. fol. xvii b. xvm. — 

19. 1439. 29. August (Samstag von S. Gilgentag) „Im Feld 
oberhalb Slankemund." K. Albrecht etc. erlässt einen Befehl an 
alle Unterthanen in Oesterreich und Mähren, die Brüder Eizinger 
(Ulrich, Oswald und Stephan) bei den ihnen von Ihm verliehenen 
Gnaden und Freiheiten zu belassen, („under unserm Secret.") 
Lichnowsky V. Nro. 4461. — 

20. 1439. 12. Sept. (Samstag nach U. 1. Frau Geburt) 
Katharina (Tochter des Georg Eizinger v. Eizing sei. u.) Witwe 
des Wolfgang Hohenvelder zu Aistershaim sei. Quittirt ihre 
Brüder, die Ritter Ulrich, Oswald und Stephan Eizinger über 
die noch rückständig gewesenen 50 Pfund von ihrer Heimsteuer 
(150 Pfund; 100 Pfund Pf. hatte ihr der Vater ausgezahlt und 
die übrigen 50 Pfunde hatte sie ihm für seine Lebenszeit aus- 



15 

stehen lassen). Versiegelt mit ihrem Siegel und dem ihres 
Vetters des Edlen Erasmus Hohenvelder zu Schlüsselberg. — 
Diplomatar. Eizinger. fol. 53. b. 

21. 1439. 28. Novemb. (Samstag nach S. Katharinen) Wien. 
Ulrich Schrot, Bürger zu Wien, übergibt dem Ulrich Eizinger 
v. Eyzing, Hubmeister in Oesterreich, 8 Pfund Pfen. jährlicher 
Gülte („gelegen au IV überlendt zu Gaubatsch des Fürstentumbs 
„zu Oesterreich Lehenschafft dy mit abgangk weylent Sig- 
„ harten des Fronawer ledig worden und dy mir der aller- 
„durchlewchtigist Fürst und herr herr Albrecht Romischer ze 
„Ungern und ze Behaym etc. künig und Herzog zu Oesterreich 
„etc. mein gnedigster herr lobl. gedächtnuss von meiner getrewn 
„dienst wegen und von sundern gnaden verliehen hat.") — Zeuge 
mit seinem Siegel: der edle und veste Conrad der Königsperger. 
Diplomatar. Eizinger. fol. xxix. — 

22. 1439. 1. Dezember (Dienstag nach S. Andreas) Wien. 
Rüdiger von Stahremberg verkauft dem Hanns von Meyrs, Chor- 
herrn zu Passau und Pfarrer zu Gors um 349 Pfund, 7 Schil- 
ling und 6 Pfenning der schwarzen Münze Wienerpfen. ver- 
schiedene Gülten und Güter, welche früher die Dachsperg und 
später er selbst als freies Eigen besessen haben : „Von erst des 
„Meyssawer witib zu Symonsherberg und ir Sun von 1 Lehen 
„V a Pfund und 5 Pfenn. von 1 wiese 1 Helbling. 

„it Jörg Reindl von 1 Lehen y a Pfund und 5 Pfenn. 

„it. Andre Zennkl von 1 Lehen V» Pfund, 5 Pfen. — it. 
„Xiklas Enykl von 1 Lehen 3 Schilling und 26 Pfenn. gelts. 

„it Peter Langenawer von 1 Lehen 6 Schilling und 5 
„Pfenning. 

„it. Hanns Perner von 1 Lehen 6 Schilling, 5 Pfenn. 

„it. Hanns Resch von 1 Lehen 5 Schilling, 5 Pfenn. 

„it. Niclas Kren von 1 Lehen 6 Schilling, 5 Pfenn. 

„it. Jörg Swebel von % Hof, 2 % Pfund Pfenn. 

„it. Andre Newpawr von y t Hof, 2 % Pf. Pfenn. 

„it. Jörg Sunnberger von 1 Lehen 6 Schilling, 5 Pfenn. 

„it. Albrecht Missndorffer 1 Pfenn. 

„it. von 1 Hof zu Nandestorf 1 Pfenn. — it. auf dem Schasperg 
„von 1 öden Lehen 3 Schill. Pfenn. (das haben 5 Besitzer!) 



16 

„it. das Dorfgericht zu Symonsherberg, ausgenomen was 
„den tod beriirt. 

„it. Peter Khekch von Gawderndorf von 1 öden Hof gen 
„Praytenstawdech mit aller seiner zugehör, ekern, holz 7. bey 
„Gawderndorf in Egemburger pfare gel. 2 Pfund Pfenn. 

„it. Daz Ziegstorf Wolfgang Weiss von V 2 Lehen % Pfund Pfenn. 

„it. Andre Melzer von % Veldlehen 3 Schill. 14 Pfenn. 

„it. Heinrich von 1 Hofstat 9 Pfenn. it. Stephan Submer 
„von der öden werdmül 20 Pfenn. it. Taman Sunter von 1 
„Hofstat 20 Pfenn.- it. Wolfgang Weiss von 3 virtailln akkers 
„6 Pfenn. 

„it. Hanns Arthaber von 3 virtailn akkers auf Rauelspek- 
„cherweg gel. 6 Pfenn." u. s. w. Besiegelt von ihm und den 
Zeugen die Edlen Hanns von Eberstorf, Obristen Kammerer in 
Oesterreich (sein Schwager) und Herrn Stephan von Hohen- 
berg (sein Oheim). Diplomatar. Eizinger. fol. 111. 

23. 1439. 2. Dezember (Mitwoch nach Andreas Ap.) Wien. 
Wilhelm der Turs Probst zu St. Stephan in Wien, verleiht dem 
edlen Ulrich Eizinger v. Eizing, Hubmeister in Oesterreich, fol- 
gende Zehente und Gülten, welche Lehen der Probstei sind und 
die ihm „die erber" Margaretha , (Tochter des Hanns Weiss- 
pacher sei) Hausfrau des Thomas Wisent, Bürgers zu Kloster- 
neuburg verkauft hat : 

„(Von erst auf 13 Joch Aeckern zu Stemestorf hinter 
„der kirche gel. ganzen getreidzehend. 

„it. im Aukchental auf 3 Joch Weingärten auch ganzen wein- 
„zehend. 

„it. Daselbst im Aukchental in dem gern Drittel weinzehend. 

„it. in den kurzen Stainpucheln daselbst auch Drittel wein- 
„zehend mitsamt 11 % Pfenn. gelts so man jerlich dazu dient, 
„wenn man dieselben weinzehende fechsnet.") Diplomatar . Eizin- 
ger. fol. 65. 

24. 1439. 30. Dezember (1440 Mittwoche vor U. Herrn 
Beschneidung) Wien. Die Brüder Hanns Jörg, Jörg Heinrich, 
Matthäus und Kolman Grasser verkaufen ihr Berg- und Vogt- 
recht zu Neuburg Klosterhalben dem edlen Herrn Ulrich Eyzin- 
ger von Eyzing. (Ist beträchtlich) (Vieler gräflicher Herrn 



17 

Weingärten ; verschiedene Zechen) Bloss durch die 5 versiegelt. 
Diplomatar. Eizinger. fol. 41 — 43. 

25. 1440. 27. Februar (Samstag vor Oculi). Wien. Herzog 
Friedrich von Oesterreich etc. verleiht dem edlen Ulrich Eyzin- 
ger von Eyzing, seinem Hubmeister in Oesterreich, einen Hof 

zu Wulkendorf, Stetzer Pfarre fürstl. österr. Lehenschaft 

(„der uns nach abgang weilent Kunigunden der Behemin ledig 
„worden und an uns komen wer"). — Diplomatar. Eizinger. 
fol. 100.— 

26. 1440. 11. März (Freitag vor Sonntag Judica). Komorn. 
Elisabeth, Königin zu Ungarn etc. Herzogin zu Oesterreich 
etc. schreibt dem edlen Ulrich Eyzinger von Eyzing, sie erwarte 
von ihm, dass er die ihrem sei. Gemahl König Albrecht etc. 
geschworne Treue, nun auch auf sie und ihren neugebornen 
Sohn (Ladislaw) übertragen werde („Also ermanen wir dich 
„solicher ayd und gelubd so du demselben unserm lieben Her- 
„ren und Gemachel seliger gedechtnuss und seinen Sunen getan 
„hast das du dadurch von uns und unsern Kindern nicht seczest 
„sunder dich nymanden dauon benkchen noch kern lassest noch 
„nymanden andern verrer versprechest und dich treulich an uns 
Jialdest.")— Diplomatar. Eizinger. fol. 204. b. 

27. 1440. 13. März. Komorn. Graf Ulrich von Cilly (von 
gots gnaden Graf ze Cili ze Ortenburg und in dem „Seger") 
schreibt dem Ulrich Eizinger von Eizing: 

„Edler und besunder lieber . Als dir ycz unser frau die knni- 
„ginn schreybt Also geuelt uns wol und raten dir auch das du 
„das also von unserer frawn der kunigin aufnemest und sy und 
„ire kinder nicht ausslahest als du In des schuldig pist, das 
„wil unser fraw die kunigin gnedikleich erkennen, wann was 
„wir dir darinne zu dinst werden mügen, des sein wir dir 
„willig." — Diplomatar Eizinger. fol. 205. b. — 

28. 1440. 13. März. Komorn. Königin Elisabeth etc. schreibt 
dem Ulrich Eizinger von Eizing, er solle auch nach niedergeleg- 
tem Hubmeister -Amte sie und die ihrigen nicht verlassen. 
Diplomatar. Eizinger. fol. 205. 

29. 1440. 16. April (Samstag vor Jubilate). Komorn. 
K. Elisabeth etc. schreibt dem Ulrich Eizinger und beglaubigt den 

% 



18 

von Ihr zu ihm geschickten Michael Nadlär („dem wir cttwas 
„unser maynung an dich zu bringen beuolhen haben"). 

it. in einem andern Schreiben de eod. dat. heisst es: „wir 
„pegern das du unnscrm lieben getrewn Michel Nadler den wir 
„yez hinauf in unserm geschafft schikchen zerung auf und ab 
„gebest und ausrichtest daruinb wellen wir dich entrichten." 

(fol. 206 ist eine Quittung von diesem Michael Nadler 
„Camergraff der Munssen zu Ofen" über 50 rote gute ungeri- 
„sche Gulden in Gold.") Diplomatar. Eizinger. fol. 205. it. 205. b. 

30. 1440. 8. May (Sonntag vor Pfingsten). Wien. Michael 
Nadler, Bürger zu Ofen, quittirt den edlen Stephan Eyzingcr 
von Eyzing über 2500 Gulden in Gold („yden gülden für sechs 
„Schilling und siben und zwainzig pfening geraitt das in Wienner 
„müns mit Summe bringt 2156 pfunt und 60 pfening."), welche 
derselbe gegen Verpfändung vieler Kleinodien der Königin 
Elisabeth dargeliehen hat. (Wird von H. Birk mitgetheilt 
werden.) Diplomatar. Eizinger. fol. 206. b. 207. 208. 

31. 1440. 19. Juni (Sonntag nach St. Veitstag). Pressburg. 
Königin Elisabeth etc. gibt dem edlen Ulrich Eyzinger von Ey- 
zing einen Schuldbrief über 2550 neue ungarische Gulden, die 
er im Baaren dargeliehen hat und die bis nächsten St. Jacobs- 
tag zurückgezahlt werden sollen. Diplomatar. Eizinger. fol. 203. 

32. 1440. 19. Juni. Pressburg. Königin Elisabeth etc. gibt 
dem edlen Ulrich Eyzinger von Eyzing einen Schuldbrief über 
815 neue ungarische Gulden, die er im Baaren dargeliehen hat 
und die bis nächste Martini zurückgezahlt werden sollen. Di- 
plomatar. Eizinger. fol. 204. 

33. 1440. 21. Juni (Dienstag vor Sonnwende). Pressburg. 
Königin Elisabeth etc. gibt dem Ulrich Eyzinger einen Schuld- 
brief über 4000 Schock guter böhmischer Groschen („oder dafür 
„gut new ungrisch gülden die dann dieselben Zeit in Ircm werd 
„und wcchsl zu gelt und münsz angeslagen und geraitt werden 
„mit Sum souil bringent als die yczgeschriben 4000 schok gross 
„ungeuerleich ,, ) für seine treuen und ansehnlichen Dienstleislun- 
gen. Zu zahlen von Sonnwende über 1 Jahr. (S. Chmels Mate- 
rialien 1. 2. S. 11 Hegest. Nro. 287.) Diploinalar. Eizinger. 
fol. 202. b. 



19 

34. 1440. 21. Juni. Pressburg. Königin Elisabeth etc. (für 
sich und ihren Sohn Ladislaus „auch der obgeuanten kunigkreich 
und lannd kunig und herr den wir Innhaben und dafür wir uns 
annemen") gibt dem Ulrich Eyzinger von Ey/.ing einen Schuld- 
brief über 400 neue ungarische Gulden, die er im Baaren dar- 
ut'litlicn hat und die bis nächste Jacobi bezahlt werden sollen. 
Diplomatar. Eizinger. fol. 202. 

35. 1440. 21. Juni. Wien. Michael der Xadler von Ofen 
schreibt an Stephan Eyzinger von Eyzing: „Mein willigen und 
„gehorsamen dinst. wisst lieber her Stephan, das mir am nagsten 
„montag umb aue Maria Zeit ewr diener kam her gen Wienn 
„genant der Forster und hat mich mit ewrn warten angeret zu 
„kumben nach den sachen zu GreyfTenstayn als ir wol verstet — 
„lieber herr das ist mir von meiner frawn gnaden nicht beuol- 
„hen noch von herren Ulreichen Eyzinger meim herren, dann das 
„ich allhie von euch des also sol gewartund sein das Ir mir 
„das zu mein hannden solt raichen. Darumb lieber herr so main 
„ich nicht darnach zu reyten noch zu sennden an meiner frawn 
„gnaden wissen noch gehayssen, darumb so pitt ich euch ir 
„weit mich verschriben lassen wissen wes ich mich halden sol 
„wenn es hewt der funfezehent tag ist, das ich allhie darnach 
„lig und zer und das ich nicht lenger damit aufgeezogen werd 
„wenn meiner frawn gnad ser verdrewsst das ich nicht kumb 
„und nicht damit endt schaff verrer als mir dann Ir gnad beuol- 
„hen hat und nicht von Iren gnaden zarn und ungnad gewinu, 
„das merk ich an Irn gnaden schreiben und wes ich mich hal- 
„ten sol pitt ich euch das Ir mich das wolt lassen enezeiten 
„wissen, damit seyt got beuolhen. Diplomatar. Eizinger. fol. 206. 

36. 1440. 22. Juni (Mittwoch vor St. Johannestag zu 
Sonnwende). Greutschenstein. Michael Xadler von Ofen quittirt 
den Ritter Stephan Eyzinger von Eyzing über den Ilückempfang 
der oben erwähnten Kleinodien, mit Ausnahme einer golde- 
nen Krone („als dann ausweysen unser beder zedeln mit unsern 

in . die wir dann gegeneinander geschriben und geben haben 1 '). 
Diplomatar. Eizinger. fol. 205. b. 

37. 1440. 26. Juni (Sonntag nach St. Johannis des 
TäufFers Tag). Michael Xadler bestätigt, auch noch die gol- 

2 • 



20 

dene Krone zurück empfangen zu haben. Diplomatar. Eizinger. 
fol. 206.— 

38. 1440. 11. September (Sonntag nach U. L. Frau Geburt) 
Prespurg. Königin Elisabeth von Ungarn, Erbe und Frau des 
Königreichs Böhmen, Herzogin von Oesterreich etc. etc. befiehlt 
dem Ulrich Eizinger, vormals Hubmeister in Oesterreich, von 
diesem seinein Amte dem K. Friedrich Rechnung zu legen, da 
derselbe ihn statt K. Ladislaus P. quittiren wird. — 

„Als dir wissentleich ist das weilent der Allerdurchleuchtigist 
„Fürst und Herr Her Albrecht Römischer ze Hungern ze 
„Behem Dalmacien Croacien etc. kunig und herezog zu Oester- 
„reich etc. seliger gedechtnuss unser lieber herr und gmachel 
„an seinen leezten zeiten zum Langendorff in Hungern geschafft 
„und geseezt hat, das wir oder wen wir an unser stat darzu 
„schaffen werden mitsambt den hernach geschriben von erst 
„dem erwirdigen in got unserm frewnt und lieben andechtigen 
„herren Nicodemen Bischouen zu Freysing und unsern lieben 
„getrewn Reinprechten von Walsse Maister Hannsen von Meyres 
„weilent Canczler in Oesterreich, Hannsen von Eberstorff Obristen 
„kamrer in Oesterreich, Stephann von Hohenberg Jörgen Schek- 
„chen von Wald erharten Dossen vorstmaister Niclasen Drugsessen 
„Hofmarschalich oder ob Ir ettlich nicht gegenbürtig mochten sein 
„den andern obgenanten von alles Innemens und ausgebens so 
„du als huebmaister in Oesterreich von desselben unsers lieben 
„herren und gemacheis wegen getan hast volle raytung von dir 
„aufnemen sullen , als das mit mer maynigungen in demselben 
„gescheft nemleich begriffen ist und als dann dasselb gescheft als 
„vorgemelt ist innhalt das wir ainen andern an unserer stat schaffen 
„mugen mitsambt den vorgenanten solich rayttung von dir aufze- 
„nemen, also beuelhen wir dir ernstleich und wellen das du dem 
„durichleuchtigisten Fürsten und herren herren Fridreichen Römi- 
schen kunig etc. unserm lieben vetter mitsambt den vorgenanten 
„oder weliche er aus in darzu schaffen wirdet solh vorgemelte Rayt- 
„tung an unserer Stat tust 1 '. . . . Diplomatar. Eizinger. fol. 177. — 
39. 1440. 23. November (Mittwoch von St. Catharina). 
Neustadt. Conrad, Probst der allerheiligen Domkirche zu St. Stephan 
zu Wien, Kanzler des röm. Königs Friedrich, verleiht dem Ulrich 



21 

Kw.inger von Eyziug folgende erkaufte Zehente und Gülten, 
Lehen der Stephanskirche: 

„von erst auf 13 Jocheu acker zu Stemestorff hinter der 
„kirche gel ganzen Getreidzehent. 

„it. im Aukchental auf 3 Jocheu Weingarten auch ganzen 
„Zehent. 

..it. daselbs im Aukchental in dem Gern Dritttail weinzehent 

„it. in den kurzen Steinpucheln dasselbs auch drittail wein- 
„zehent mit sambt den llVa Pfen. gelts so man jerleich darezu 
„dient wenn man dieselben weinezehent vessent." 

Versiegelt „mit unserm anhangunden Insigel das wir vor- 
„mallen ee und wir zu diser unser wirdikait der brostey komen 
„sein und unez her gepraucht wann wir noch anders gegraben 
„Insigels nicht haben/ 1 Diplomatar. Eizinger. fol. 99. 

40. 1440. 6. Dezember (St. Xiclastag). Xeustadt. K. Friedrich 
bestätigt den Brüdern Ulrich, Oswald und Stephan Eizinger von 
Eizing den von K. Albrecht ( II. ) D. D. Bresslau 1439 Sonntag 
Invocavit verliehenen Freyherrnstand. („Admandatum domini Regis 
Conradus prepositus Wiennensis Cancellarius). Lichnowsky VI. 
Nro. 153. Diplomatar. Eizinger. fol. 160. it. 172 (deutsch). 

41. 1440. 6. December. Xeustadt. K. Friedrich bestätigt den 
Brüdern Ulrich, Oswald und Stephan Eizinger den inserirten 
Gnadenbrief König Albrechts DD. 1439 , Pfinztag nach St. Johanns- 
tag zu Sonnwende , worin er die ihnen verliehene Standeser- 
höhung etc. etc. auch auf das Herzogthum Oesterreich und die 
Markgrafschaft Mähren ausdehnt. Diplomatar. Eizinger. fol. 162. 

42. 1441. 22. April (Samstag vor St. Jörgentag). Wien. Die 
Brüder Hanns und VVolfgang Pielacher verkaufen dem edlen Herrn 
Ulrich Eyzinger von Eizing und seinen Erben verschiedene Gülten 
und Zehente, zu Pfaffstetten, Ekendorf, Merteinstorff u. s.w. (Lehen 
des Fürstenthums Oesterreich) dann Gadwestorf etc. — Zeugen 
mit ihren Siegeln: die edlen Jörg Pellndorfer und Mathes Alten- 
stainer. (Sind sehr viele Stücke. 4% Bl. fol.) Ist durchstrichen: 
„verkawnV Diplomatar. Eizinger. fol. XXXIII— XXXVII. 

43. 1441. 19. Okt (Pfingsttag nach St. Gallentag). Wien. 
„Raitbrif von des Huebmeisterambts wegen in Oesten-eich." Diplo- 
matar. Eizinger fol.. 166. b. (S. Chraels Materialien 1. 2. p. 91 . Nro. xv.) 



22 

44. 1441. 19. Okt. K. Friedrich, als Vormund K. Ladislaus 
P., verpfändet dem Ulrich Eizinger für seine Forderungen (den 
Rest seiner Amtsrechnung als Hubmeister} im Betrag von 12125 
Pfund, 82 Pfening, zahlbar 4 Wochen nach der Rechnung, die 
Märkte „Wulderstorff, Heberstorff, Hederstorff auf dem Kamp, 
„Goblspurg, Veste und Dorf Strass bey Hederstorff gelegen, das 
„öd Haus und die Herschaft Valkenbergk, mit Zugehör, samnit 
„den 15 Pfund, die man jährlich aus dem Ungelt zu Lewbs in 
„das Amt gen Hederstorff dient." (Vorbehalten bleiben dem 
Landesfürsten alle geistlichen und Rittermässigen Manschaften und 
Lehenschaften auf diesen Gütern) — weiters verpfändet er ihm 
den Ungelt zu Walterstorff auf der Leitha m. z. it. den grossen 
Teich zu Gars auch m. z. („zwischen des marktes dasselbs und 
Frewtschlaren") — vom nächsten Sonntag angefangen „ohne Ab- 
slag der nuez" bis zur Abzahlung der Summe (halbes Jahr vorher 
melden und nach Ausgang des halben Jahres soll er dann noch 
bis zum Sonntag nach St. Gallentag die Stücke behalten). „Und 
„zu kainer andern Zeit im Jar ungeuerleich, ausgenomen ob wir 
„zwischen hinn und sannd Johannstag zu Sunnbenden schirist- 
„kunftig solch lösung tun wolten so sein wir nicht pflichtig 
„In solich zu wissen tun vorhin zu verkünden. Doch ob man 
„also zwischen hinn und den bemelten Sunnebenden von In lösen 
„wurd das sy dieselben nuz und gült dennocht sullen und mugen 
„innhaben und innemen unz auf den vorgenanten suntag nach 
„St. Gallentag angeuerd. — Desgleichen ob Sy Irer vorgemelten 
„geltschuld auch nicht lenger geraten und den saz nicht verrer 
„innhaben wolten das sullen sy uns ain ganz Jar vor zu wissen 
„tun (dann sollen die Stücke wirklich gelöst werden). 

„Wer auch das die egemelt vesst Gobelspurk die kirchen 
„daselbs das öd haws Valkenberg oder die kirchen WulderstorfF 
„gewunnen besazt oder ausgeprant wurden oder was schaden 
„daran oder davon geschech von den veinden oder in ander 
„weg ungeuerleich das sol dem cgenanten Eyzinger und seinen 
„eriben an dem saz und in allen andern wegen unengolten und 
„an allen schaden sein' 1 — 

Ist die Lösung geschehen, so darf er aber den Teich zu 
Gars noch durch ein ganzes Jahr behalten, „und niessen den 



2:* 

„ablassen und die riech daraus verkauflen' 1 etc. — wer aber 
„das Sy oder die Iren bey demselben Teich oder darinn ymands 
„an Irem schaden begriffen oder des sust gebarleich inne wurden 
..un^euerleich den mugen Sy darunib gestraffen nach seim ver- 
schulden." — it. Willebrief von den Anwalten. De eod. dal. 
Diplomatar. Eizinger. fol. 178. b. 179, 180.— 

45. 1441. 12. November (Sonntag nach St Mertentag). 
Conrad, Abt von Altenburg, verleiht dem Hanns Feuchter, 
Pfarrer zu Ravclsbach (yezund der Korherren von Passaw kell- 
ner in Oesterrcich) die zwei von dem Edlen Ulrich Zischerl 
erkauften Lehen zu Zelderndorf, darauf zwei Pf. Pfenn. Gülte 
liegen, welche freyes Burgrecht des Klosters sind und 16 Pfenn. 
Burgrechtsdienst geben — (ein ganzes, ein halbes und zwei 
Viertel Lehen). Diplomatar. Eizinger. fol. 282. b. 

46. 1441. 3. Dezember (Sonntag nach St. Andrestag). 
Georg Pallterndorfer verkauft für sich und seine Söhne Hanns 
und Lorenz dem edlen Ulrich Eizinger von Eizing sein Lehen 
vom Burggrafen Michael von Maidburg : 

„Von erst die Vesten zum Ruegers im Z. besonders: 

das kirchlehen daselbst, it. das gericht und den wiltpan 
daselbs auf den grünten und auch auf den Teichten die zu dem 
haws gehorent. 

it. das ganze Dorf und den Bauhof daselbs mit allen 
ackern hölzern wismaid waiden u. a. z. 

it. den grossen Teich m. s. z. mit allen gnaden und gerech- 
tigkeiten die ihm könig Albrecht gegeben hat. — „das wir den- 
selben teich mit ainem Tamb auf das weitist und lenngist 
„swellen mügen." — 

it. dazu alle andern Teiche, die zum Ruegers gehören und 
all ander vischwaid daselbs." 

Siegel des Georg Pallterndorfer und die seiner Söhne. 
Zeuge mit seinem Siegel : „der Edl Jorig Gruenpekch." — 
Diplomatar. Eizinger. fol. 295. — 

47. 1441. 9. Dezember (Samstag nach St. Niclas). Wien. 
Die Anwalte von Oesterreich quittiren den Ulrich Eizinger über 
die ungelösten Briefe etc. etc. Diplomatar. Eizinger. fol. 169- 
S. Liclmowsky VI. Xo. 300.— 



24 

48. 1442. 12. Februar. Prag. Michael Balduin, Probst der 
Kirche von Trois-Chateaux (Tricastrinensis), Magister der Theo- 
logie und Gesetzkunde und Hieronimus Vogelsang, Probst der 
Olmützer Kirche „Baccalarius", beide „Decretorum Doctores nee 
„non oratores a sacrosaneta generali Basiliensi Synodo per incli- 
„tum Regnum Bohemie et Marchionatum Moravie et alias partes 
„specialiter destinati" verleihen dem edlen Ulrich Eizinger von 
Eizing und seiner Hausfrau Barbara auf ihre Bitten das Pri- 
vilegium, einen tragbaren Altar zu besitzen und auf demselben 
an schicklichen Orten durch einen eigenen Priester die Früh- 
messe halten zu lassen („ut liceat vobis habere altare por- 
„tatile super quo in locis congruentibus et honestis Jure 
„parochialis ecclesie semper saluo cum debitis reverentia et 
„honore etiam in locis ecclesiastico interdicto non vestri culpa 
„suppositis , exeommunicatis tarnen et qui causam dederint 
„interdicto penitus exclusis, januis clausis submissa uoce ac 
„campanis minime pulsatis in vestri ac familiarum et domesti- 
„corum vestrorum presentia missas de mane etiam antequam 
„elueseeat dies circa tarnen diurnam lucem, cum qualitas negocio- 
„rum pro tempore ingruentium id exigerit per proprium aut 
„aliumydoneum sacerdotem celebrari facere possitis et valeatis") — 
Doch solle diess nur selten vor Tagesanbruch geschehen, indem 
die Bedeutung und Würde des Messopfers es verbiete („pro- 
„uiso quoad huiusmodi celebrationem antequam dies ipsa elu- 
„cescat indulto parce utamini eodem quia cum in altaris officio 
„ymmoletur Dominus noster Jesus Christus qui candor est lucis 
„eterne congruit hoc non noctis tempore fieri sed in luce.") — 
Diplomatar. Eizinger. fol. 220. 

49. 1442. 23. Juni (St. Johannesabend zu Sonnwenden). 
Pulka. Michael, Burggraf zu Maidburg, Graf zu Hardek, verleiht 
dem edlen Ulrich Eyzinger von Eyzing als seine Erblehen: 

1. die Veste Schretental und das Dorf, mit Zugehör. 

2. it. in dem dorfe MarkchestorfF und herum, 35 Pfund 24 
Pfenn. gelts. it. 7 Eimer Dienstmost — it. zu Ostern 3 Pfund 
und 60 Eyer. 

3. it. das panteding und das dorffgericht dasselbs zu Marke- 
storff mit allen wendein ausgenomen den Tod. 



25 

4. it. das haws und die hofinarch gelegen in unser stat Rez 
niderhalb der padstuben und gegen der swenib über 
(Steuer und Robotfrey). 

5. it. Perckrecht, weinzehent und Purkrechtdienst auf verschie- 
denen Weingärten und Gründen, gelegen zu Rez u. umb Rez. etc. 

6. it. zu Obern und Nidern Nelib und zu Rez gestifts und 
öds 13 Pfunt. 7 Schilling, 29 Pfenn. gelts. 

7. it. zu Rez bei dem grossen Teicht 3 Pfund, 7 Schilling, 
15 Pfenn. gelts. 

8. it. 42 Pfenn. gelts auf 2 Herbergen zu Obern Nelib. 

9. it. 1 Hof zu Obern Nelib , davon man jerleichen dint 57 Pfenn. 

10. it. 12 Schilling Pfenn. gelts, die man jerleichen in den- 
selben Hof zu purkrecht dint. 

11. It. 13 7a Pfen. gelts, die man dint von 1 Weingarten am 
Newnperg. 

12. It. 15 Pfen. gelts von 1 Weingarten am Holzweg und von 
1 gestiften herberg und zu Nidern Rezpach 45 Pfen. gelts. 

13. It. zu Nidern Rezpach auf 6 ganzen Lehen weinzehend, 
getreidzehent und Haus-Zehent gross und klein, za veld 
und zu dorf. 

14. It. ein Drittail Zehent zu Obern-Flednitz gr. u. kl. und 
1 Drittail Zehent zu Pokstorff, auch gross und klein. 

15. It. zu Weyderueld auf 25 ganzen Lehen, minner 1 Drit- 
tails aus einem Lehen, darauf allen Zehent gross u. klein 
auf dem Feld und daselbs 17 Schilling und 3 Pfen. gelts. 

16. It daselbs 3 Mutt minner 3 Metzen dinstwayz von be- 
hawsten gut. 

17. It. daselbs 1 Fleischbank und 1 Fleischstokch. 

18. It. daselbs 2 Holzer, genannt das Lachsenstawdech und 
Pirchlewten. 

19. It. die Veste zum Ruegers mit Zugehör, das kirchenlehen 
daselbs. it. das Gericht und wildpan daselbs auf den grün- 
ten und auf den Teichten, die zu dem haws gehörent It. 
das ganz DorfT und den pawhof daselbs mit allen ekern 
etc. etc. Diplomatar. Eizinger. foL 159. 

50. 1442. 25. Juli (St Jakobstag). Wilhelm Eyzinger von 
Eizing verkauft seinen Vettern, den Brüdern Ulrich, Oswald 



26 

und Stephan Eizinger von Eizing, verschiedene Gülten und 
Gründe: 

„Von erst der Gugler dint zu St. Jorgentag 3 Schilling 
Pfenning, 6 kes, 40 ayr und für Brot 8 phenning; 1 Schot Ha- 
ribs und 1 virtail wein. 

It. Mertt von Peching dient zu St. Jorgentag 32 phenning, 
1 Schot Harihs 32 air 5 hünr zu stift 5 Schilling phening 
6 kes und 1 virtail wein. 

It. 1 gut zu Parz da Taman auf gesessen ist, dauon man 
alle jar dint 2 phunt und 5 Schilling phening 12 kes 60 air 

4 hünr und 1 virtail wein. 

It. 1 gut zu Kaltenhausen, davon man jerleich dint zu Stift 

5 Schilling und 11 pfenning, 2 hünr und 1 virtail wein. 

It. die Brükel von Gobrechtshaim dint jerleich zu stift 

6 Schilling pfening und zu St. Jorgentag % phunt phening, 
12 kes 5 hünr 1 Schot Haribs 60 air und 1 virtail wein. 

It. Lienhart zu Newnhofen dint zu St. Jorgentag jerleich 
60 phening zu stift 6 Schilling phening, 5 hünr 6 kes 32 ayr 
1 Schot Haribs und 1 virtail wein. 

It. Michel zu Newnhofen von ainem gut daselbs dint zu 
St. Jorgentag 3 Schilling phening, 12 kes zu Stift 10 Schilling 
phening. 2 Schot Haribs 60 air 9 Hünr und 1 virtail wein." 
(alles in Baiern.) Zeugen mit ihren Siegeln: „die edeln Jann 
von Fledniz und Sigmund der Schaul. Diplomatar. Eizinger. fol. 51. 

51. 1442. 21. September. (St. Matheustag Ap.) Georg Stör, 
Pfarrer zu Kunring bei Egenburg vertauscht mit Erlaubniss des 
(„wohlgeporn edlen Herrn") Albrecht von Potendorf, seines 
Lehensherrn und Vogts seiner Kirche, an den edlen Ulrich Ei- 
zinger das freye eigene Gut seiner Kirche, 82 Pfen. jährlicher 
Gülte, gegen eine Gülte von 3 Schilling und 11 V 2 Pfg. gelegen 
zu Wayzendorf auf einigen Gütern, genannt in „Münichörtern". 
Mit des Pfarrers und des Herrn Albrecht von Potendorf Siegel. 
Diplomatar. Eizinger. fol. 55. b. 

52. 1442. 30. Dezember (1443, Sontag nach Heil. Kind- 
lcintag). Schretenlal. Ulrich Eizinger von Eizing vermacht, im 
Falle er keine männlichen Erben hinterliesse, mit Erlaubniss 
seines Lehensherrn des Burggrafen Michael von Maidburg etc. 



27 

seinen Brüdern Oswald und Stephau, die zwei Vcsten zu Schre- 
tfiital und zum Kuegers mit Zugehör. 

(~wer auch das ich leib eriben gewunn und die hinder 
„mein Hess das Sun weren so stillen die obgenanten zwo vesten 
..mit ir und allen vorgemelten zuegehörungen und darzu alles das 
..ich von dem vorgenanten meinem Herrn von Maidburg zu lehen 
~hab auf die vorgenanten mein Brüder und ir und dieselben mein 
„eriben das sun sein unsers namens in gleichen tayl lediklieh 
„eriben und geuallen ainem als uil als dem andern.") Mit Vor- 
behalt der Cassirung oder Abänderung dieses Vermächtnisses. — 
Zeugen mit ihren Siegeln: „die edlen Jann von Fledniz, geses- 
„sen zu Mugsniz und Sigmund der Schaul, gesessen zu Xewn- 
dorff." (Ist ausgestrichen.) Diplomatar. Eizinger. fol. 102. b. 

53. 1443. 30. Jäner (Mittwoch vor Lichtmess). Wien. 
Michael, Burggraf zu Maidburg und Graf zu Hardek, bestätigt 
als Lehensherr vorstehendes Vermächtniss. (Ausgestrichen.) 
Diplomatar. Eizinger. fol. 173. b. 

54. 1443. 4. Februar (Montag nach St. Blasius). Hanns 
Laher , zu Teras und seine Hausfrau AfFra (Witwe des Hanns 
Ladendorflfer) für sich und die Kinder des ersten Gatteu, näml. 
Caspar und Wolfgang Ladendorfer, verkaufen mit Erlaubniss des 
Burggrafen Michael von Maidburg, ihres Lehensherrn, den Brü- 
dern Oswald und Stephan Eizinger folgende Stücke. — Gülten 
und Güter zu Weidersveld, nähmlich: 

Dienste. Michel Pinter 6 Schill. Pfen. von 1 hof und 40 
Pfen. von 1 acker gel. in dem Elssnbach. 

it. Hanns Pochtan von % Hof Vt Pf. Pfen. 

it. Jorig Pawr von V» Hof 60 Pfen. 

it. Xiclas Mulncr under dem Hawsperig von 1 pawmgarten 
40 Pfen. 

it. 1 vischwaid, dauon man dient 12 Schill. Pfen. 

it. 1 Odrech dauon man dient 1 Mut waiz und 1 Schwein 
(für % Pf. Pfen). 

it. 3 Fleischstokch und 3 Fleischpenkch dauon man dient 
6 viertail unslit. Und von folgenden Hofstätten Gelddienstc: 

it. die Hussin 7 gross 

it. Xiclas 7 gross von 1 Hofstat 



28 

it. Schuster 7 gross 

it. Hanns Zimmermann 7 gross 

it. Hanns Kchursner 5 gross. 

it. Toman Hafner 5 gross. 

Zeugen, mit ihren Siegeln: die Edlen Sigmund der Schaul, 
Jann von Müchsniz und Stibar von Koiatiz. Diplomatar. Eizin- 
ger. fol. 279. 

55. 1443. 15. Mai (Mitwoch nach Jubilate) Wien. K. Fried- 
rich verleiht, als Vormund K. Ladislaus P. , dem edlen Ulrich 
Eyzinger von Eyzing die von den Brüdern Hanns und Wolfgang 
Pielacher ihm verkauften Gülten, Güter und Zehente, öster- 
reichischer Lehenschaft, zu Ekchendorf, Pfafsteten, Merteinstorf, 
zu Gauderndorf und in der Umgegend. 

(„Also das er und sein eriben die von uns unserm lieben 
„vettern kunig Lasslawen und sein eriben nu fürbazzer in lehens- 
„weis innhaben nuzen und niessen sullen und mügen als Lehens 
„und Landrecht ist. Doch In an Iren gnaden die Sy von Irer 
„lehen wegen von weylent unserm lieben vettern kunig Albrech- 
„ten seligen die weyl er dannoch herzog ist gewesen habend 
„unuergriffen.") Zur Seite: „ist nur Gawdern verhannden daz 
ander alles verkawfft und verwechselt." Diplomatar. Eizinger. 
fol. 95. 

56. 1443. 15. Mai. Wien. K. Friedrich verleiht als Vor- 
mund des K. Ladislaus P. dem edlen Ulrich Eyzinger von Ey- 
zing den von Georg Palterndorfer erkauften Grund, öster- 
reichischer Lehenschaft, hinter dem grossen Teiche zum Ruegers 
„als verr man den mit ainem Tainb ausgetrenkchen mag." Aus- 
gestrichen „Ist alles verkawfft" zur Seite. Diplomatar. Eizinger. 
fol. 95. b. 

57. 1443. 31. Mai. (Freitag nach U. Herrn Aufersteh. Tag) 
Burghausen. Oswalt von Törring zum Stain, Ritter und Mar- 
schall des Heinrich, Pfalzgrafen bei Rhein und Herzogs in 
Bayern etc. und Erasmus von Achaim zu Wildenau bringen 
zwischen den Brüdern Oswald, Ulrich und Stephan Eyzinger 
einerseits und deren Schwester Affra, vermalte Apfentaler an- 
dererseits, in Erbsachen einen Vergleich („berednuss") zu 
Stande, kraft welchen 1.) die genannten Brüder ihrer Schwester, 



29 

und im Falle sie mit Hinterlassung von Kindern sterben sollte, 
auch diesen, 15 Pfund Pfenning („ierleicher gült nach Herren 
„gült angeslagcn auf solhen stukchen und gutem als sy in vor 
„ausgezaigt heten in mass als vor zu Ried durch ir frewnt 
„und ander erber leut ab beredt ist worden") verschreiben 
und nur nach dem kinderlosen Hingange obgenannter Eheleute 
oder ihrer Kinder Tod wieder einziehen wollen; 2.) diese 
Summe durch Uebergabe gewisser Güter an den Schwager der 
Eyzinger, Walter Apfentaler, sichergestellt werden soll („mer 
„ist beredt von derselben gült wegen das Walther Apfentaler 
„yz mit seinem swager herrn Oswalten Eyzinger gein Ried 
„reyten sull dahin dann der Eizinger die pawlewt auf den gutem 
„und stukchen gesessen darauf er seiner swester und Im ver- 
„machet hat die obgenanten gult vordem lassen und Im die 
„zusambt denselben stukchen und gutern übergeben und zu seinen 
„hannden antwurten sol und sullen auch der Eizinger oder ob 
„er sein anwalt und auch die Apfentaler in gegenburtikait der- 
selben armenlewt die gult auf denselben stukchen rechnen und 
„uberslachen und was der Apfentaler anstat seiner hawsfrawn 
„redleicher abgang hat die soll im der Eizinger oder sein pori- 
„gen erstatten bis er vollikleich der funfzehen pfunt gelts ier- 
„leicher gult habhafft wirt."); 3.) der genannten Schwester 
über den Hof im Scherdingergericht, dann über das Gut und 
die Mühle in der „Turten" („so dem Apfentaler und seiner 
„hawsfrawn under andern stukchen ausgezaigt sein") das Ver- 
kaufsrecht eingeräumt wird („doch in solchem das sy dasselh 
„gelt darumb Sy die benanten stukch verkaufFet widerumb im 
„Riedgericht aufF gute stukch und guter anlegen sol und die- 
selben stukch so Sy umb das gelt kauffet sullen Sy den Ei- 
„zingern für die so Sy verkauffet haben auszaigen."). Ueber 
diesen Vergleich sollen gegenseitige Verschreibungen ausgestellt 
werden. („Es sullen auch die brief baydenthalben dy die stukch 
-beruren und innehaben mit namen der vermachtbrief die Eizin- 
„ger dem Apfentaler und seiner hawsfrawn die benanten stuk 
„und guter verschriben haben auch der gegenbrief so der Apfen- 
„taler und sein hawsfraw den Eyzingern hin wider geben sullen 
„ob es sich zu vallen und widercribschaft geb nach ainer ver- 



30 

„sigelten Copi ausweisung so In die Eyzinger vor haben zu ge- 
„schikf die bayd brief sodann verkeret werden und die stukeh 
„die der Apfentaler und sein hawsfraw verkaufft haben daraus 
„getan und die stuk so Sy umb das gelt wider gekauft haben 
„darein geschriben werden ob es sich in obgeschribner mass 
„zu schulden und vallen geb damit yeder tayl sich weste darnach 
„zu richten sunderlich so haben wir beredt und betaidingt das 
„sich Affra die Apfentalerin gen iren benanten Brüdern den Ey- 
„zingern und iren eriben verzeichen sull nach laut und auswey- 
„sung auch ainer versigelten Copi so Sy ir vor darumb zuge- 
„schikchet haben auch von des verkauffens wegen, so die Ey- 
„zinger ir gut im Riedgericht getan haben darumb ist beredt 
„worden das die Apfentalerin auch gewalt hab an dieselben 
„kauff all zu steen doch so sol Sy die in kain fremde bannt 
„verrer verkauffen noch bringen und ir ist darumb ain bedecht- 
..II uns achttag nach dato dizs briefs ausgetragen worden in den- 
selben achttagen so soll Sy den piderlewten allen die solich 
„gut gekaufft haben zusagen ob Sy an dieselben kauff all sten 
„wellen oder nicht und wil Sy daran sten und in das also 
„allen zusagt so sol Sy dieselben piderlewt all irs gelts dernach 
„dem zuesagen inner zwain maneden anuerziehen zallen und 
„Sy all und ir yden darumb versargen mit briefen und parg- 
„schaft nach irer nottdurft alles getreuleich und an alles geuerd"). 

Besiegelt mit „der edeln vesten Wilhalm Truchtlahinger zu 
„Pewgen unnser gnedigen frawn der herzogin hofmeister und 
„Wilhalm des Schenkhen von Neydek bayder anhangunden In- 
„sigel'\ 

Zeugen: her Alban Klosner zu Arnstorf Ritter unnsers 
gnedigen herren etc. hofmaister und pfleger zn Reichenberg 
her wilhalm Frawnberger zu Laberwemting Ritter und haubt- 
man zu Burgkhawsen Viuianz Frawnberger zu Huebenstain und 
Hanns Strasser zu nidern Albm. Diplomatar. Eizinger. fol. 51. 
b. 52. 

58. 1443. 31. Mai. Balthasar Apfentaler und seine Hausfrau 
AflVa (Tochter des weil. Jörg von Eizing) geben ihren Schwägern 
und resp. Brüdern Ulrich, Oswalt und Stephan von Eizing einen 
Revers hinsichtlich des, nach ihrem kinderlosen oder ihrer Kinder 



31 

Absterben, eintretenden Heimfalles der ihnen aus gutem Willen 
angewiesenen jährlichen Gülte von folgenden Gutern: 

Von erst das Gut zu Mayring in Giretner pharr da der 
Ilandl ycz aufsizet davon man jerleich dint 14 Schilling phenning 
und 20 phenn. 2 hünr und 1 virtail wein. 

it. das gut zu Dozlhof in Weilpekcher pharr, dint ierleich 

4 mezen körn 4 mezen habern und 1 pfunt pfenn. ze stifft 
6 kes oder für yden kes 12 pfenn. 2 stifthünr 1 virtail wein 
und 1 vaschanghun. 

It das gut zum Parz in dem Senftenpach dint jerleich 

5 Schilling Pfenn. ze Stift 6 kes (oder für jeden 12 pfenn.) 
1 virtail wein und 2 hünr. 

It den hof in der Turkchen zu Sawnhazhaim dauon dint 
man jerleich 20 Schilling 10 pfenn. 

it. die Mül daselbs genant di Prechtlmül dint jerleich 
9 Schilling und 10 Pfen. 

it. das gut zu Gmidcrpolling in Uezenacher pfarr und in 
Scherdingergericht dint jerleich ze stifft 10 Schilling pfenn. — 
8 mezen körn 10 mezen habern und albeg an dem dritten Jar 
12 mezen habern für 1 Swein, 5 Schilling 9 kes (oder für 
yden kes 12 pfenn.) 4 hünr und 32 ayr und 1 virtayl wein. 

it die Mül daselbs da der Lenz aufsizet, dauon dint man 
ierleich ze stift 3 Schilling pfenn. 

Versiegelt auch (für die Affra) durch die weisen vesten 
OrtolfT Trcnbekch zu Purgk (an den gezeiten des durch!, hoch- 
geborn Fürsten Herzog Haiureich etc. lanndtschreiber zu Burgk- 
hausen), und Toman den Apfentaler (s. Druder). 

Betzeugen (wegen der Siegel): „die vesten Friderich 
Tetenpekh, Pangraz Lenberger, Ludwig Rätclkouer und mer 
erber leut". Diplomatar. Eizinger. fol. 53. 

59. 1443. 1. Juni (Samstag nach dem Auflerttag) Affra, 
Tochter des Jörg von Eizing sei. und jetzt Hausfrau des Balthasar 
Apfentaler gibt ihren Brüdern Ulrich, Oswald und Stephan Eizinger, 
gegen die sie in Ried an der Schranne geklagt aber kein Recht 
litliauptet hatte, einen Verzichtbrief über ihre Ansprüche. 

„Als ich den edeln Herrn etc. meinen lieben Brüdern auf 
„als das Gut das Sy in dem Riedgericht habend in der schrann 



32 

„daselbs zu Ried mit recht geklagt hab umb meinen gleichen 
„vetterleichen eribtail auch umb mein mueterleich erib und ander 
„vordrung von ettleichs guts wegen das Sy von Hannsen dem 
„Haspekchen unserm vettern seligen sullen ingenomen haben da 
„wider aber der egenant mein Bruder her Oswalt mit sein selbs 
„person und die andern mein Bruder her Ulreich und her Stephan 
„durch ir anwalt gegen mir vor gericht in antwurt kamen und 
„mainten das sy der egenant unser lieber vatter seliger vor 
„manigen jaren vonn im zu rechter furzicht getaylt hab als dann 
„die tailbrief von demselben unserm vattern darumb ausgegangen 
„und mit unsern swegern frewndt und ander frumer lewt in- 
„sigeln beuessent die dizsmals gehört und gelesen worden 
„das aigentleich innhabent und das auch der egenant unser vater 
„seliger mir zu dem vorgenanten meinem lieben mann zu Haymsteur 
„und heyratgut auch gegeben und berait ausgericht hab anderthalb 
„hundert phunt pfening die dann ich und der egenant mein 
„man berait eingenomen und emphangen haben und solich hand- 
„lung mit. taylung haimstewr bezalung und vertigung hab der 
„obgenant unser lieber vatter mit In mir und andern seinen 
„kindern sunn und töchtern recht und redleich nach lanntsrecht 
„und gewonhait gehandlt und getan. Sy sein mir auch von 
„mueterleichs eribs und auch Hannsn des Haspekchen guts wegen 
„in der schrann zu Ried nicht schuldig zu antwurten sunder 
„in dem lannd zu Oesterreich darinn sy gesessen sind als sy 
„mich des alles mit warleicher kuntschaft aigentleich und lautter 
„erweist haben, dadurch Sy mir umb solich mein klag Zuspruch 
„und vordrung mit recht nichts schuldig noch phlichtig sein ze 
„taiüenn auch zu geben, sunder was sy nach solhem taillen 
„und vertigung innhabent das habent sy rechtleich inn und 
„durch der lauttern underweisung solich redleicher ha ml hing 
„tailung und vertigung so der egenant unser lieber vatter Jörg 
„von Eyzing in mir und andern seinen kinden von Im und 
„zwischen uns lautter und redleich getan hat des ich vormallen 
„solich lautter Weisung nicht gehabt hab , als ich des nu 

„aygentleich beweist bin." — Also leistet sie Verzicht 

„wer aber das die obgenanten mein Brüder oder Ir eriben mit 
„tod abgiengen und nicht leiberben hinder In Hessen was Sy 



..dann uDuerkumerts hinder In lissen des verzeich wir uns nicht 
„und stillen ilarinn eriben alles das wir zu recht eriben sullen 
„und inugen." — — 

Besiegelt durch ihren Mann Balthasar Apfentaler, und durch 
die weisen vessten Ortolf Trenbekch zu Purkg d. Z. Landschrei- 
ber zu Burgkhausen und Toman Apfentaler ihren Schwager. 

Zeugen der bet um die Insiegel: „die weisen vessten Fridrich 
Tetenpek, Pangraz Lenberger, Ludwig Rätelkouer u. a. m. L." 
Diplomatar. Eizinger. fol. 217. 

60. 1443. 8. July (Montag vor St. Margareth. Virg.) Georg 
von Ror verkauft dem edlen H. Ulrich Eizinger von Eizing folgende 
Gülten, Bergrechte und Zehende: 

1) „von erst seines rechten freyen Eigens 14V» Eimer 
„Most jährlicher Gülte, gel. zu Gukking auf 13 behausten 
„gütern, und 2lVs Eimer Most Bergrechts gel. daselbst zu 
„Gukking auf Weingärten, und 28 Pfenn. gelts daselbst auf 
„Ueberland ackern. 1 ' 

2) Mit Einwilligung seines Lehensherren , des Probstes zu 
St. Stephan in Wien: 

„it. 6 Pfund Pfenn. gelts auf behaustem gut und auf Ueber- 

„länd zu Strobleinstorf gel. 

it. Vi weinzehend auf dem Stainpüchel in den Gern und in 

den Dechlern — — 

it ganzen weinzehend auf 28 weingart seezen. 1 ' 

It. ganzen Getreidzehend auf 22 Joch Aeckern und drey 
Feldern. 

it. Vs Zehend auf 7 Joch Aeckern unter den Stainpücheln, 
alles zu Strobleinstorf gelegen." 

3) Mit Einwilligung seines Lehensherrn, des Probstes von 
Klosterneuburg : 

seinen Weinzehend und Getreidzehent auf 8 Lehen und auf 
etlichen Hofstätten und Weingärten zu Strobleinstorf gel. mit 
seiner Zugehör. 

Zeugen, mit ihren Siegeln; „die edlen Hanns Walich Unter- 
marschall und Kaspar Schifer. 11 — Diplomatar. Eizinger. fol. 64. — 

61. 1443. 9. November (Samstag vor Martini). Wien. Mi- 
chael Burggraf zu Maidburg und Graf zu Hardekch gibt dem 

3 



34 

Edlen Ulrich Eyzinger von Eyzing als Entschädigung für die von 
den Truchsessen von Grueb erkauften Aecker und Gründe 
(„die wir Im und seinen lewten zu Markestorff mit unserm 
„teich genannt der Faymer austrenkchen") und für seine Burg- 
rechtswiese („die wir Im mit unserm Teich zu Pulka austrenk- 
chen"), tauschweise Nachfolgendes: 

„Von erst unsern drittayl wein und getraid zehent zu 
„Pusleinstorff klein und gross zu Veld und zu Dorff als dann 
„die andern zwen gegentayl dem Abt vonn Schotten zu Wienn 
„und dem Brobst zu Sannd Polten zuegehörnt. 

„it. unser holz genannt der Rauchmays gel. zu nächst der 
„landtstrass gegen Markestorf über her auswerts von dem obern 
„ort nach der leng unz gar an das nyder ort. 

„it. 9 Schilling Pfennig gelts die der benannt Eyzinger und 
„seine erben von Iren purkrecht ekchern die in irn Mayrhof 
„gen Schretental gehörnt und in dem veld gegen Pulka werts 
„lignt iarlich in unser Ambt gan Pulka dienn solten in solcher 
„beschayden" (dass er die Stücke lehenweise von ihm und sei- 
nen Erben innhaben soll.) — 

„Auch haben wir uns zu bayder seit vorbehalten ob un- 
sere Geslösser und herschaft an unser gnedige herschaft von 
„Oesterreich kunftikleich geuallen wurden nach laut der ver- 
„schreybung darumb ausgegangen und das dann dieselb unser 
„gnedige herschaft von Oesterreich den auswechsl umb die 
„vorgenanten stukch grünt gült und guter also nicht stet halten 
„wolt so sol und mag sich dieselb unser gn. hersch. v. Oestr. 
„der vorgenanten unser zehent holz und pfenning gült wider 
„underwinden an menikleichs Irrung und widersprechen da en- 
„gegen dann dem vorgen. Eyzinger und seinen erben die vor- 
„gen. ekcher grünt und wisen in baiden Teichen im Faymer 
„und zu Pulkavv auch wider umb sullen ledig und müssig 
„sein." — etc. etc. 

„Ez ist auch sunderleich beret und getaidingt ob der ben. 
„Eyzinger oder seine erben irn teich umb das haws Schretental 
„hohen heben oder swellen wolten dann er yz mit der hoch 
„des Tambs auss swelt das sullen und mugen sy wol tun. 
„Doch ob sy unsern lewten dann merkleich grünt damit austren- 



35 

„ken wurden darumb sullen sy denselben unsern lewten nach 
„unser oder unserer rct rat ain pLUeich und redleich benugen 
„tun ungeuerleich." — Diplomatar. Eizinger. fol. xvi. v. xvn. 

62. 1443. 9. November. Wien. Michael, Burggraf zu Maid- 
burg und Graf zu Hardekh verleiht dem edlen Ulrich Eyzinger 
von Eyzing den Drittheil Wein und Getreidzehent zu „Pusleinstorff 
gross u. klein zu Feld und Dorf it. 1 holz genant der Rauch- 
mays gel. zunagst der Landstrass gegen Markestorff über her- 
auswerts von dem obern ort nach der leng unz gar an das 
nider ort und 9 Schilling Pfenn. gelts auf Bergrecht ackern 
die gen Pulka werts ligent" — als erbliches Lehen. — Diplomatar. 
Eizinger. fol. 99. — 

63. 1444 6. Jänner (Heil. 3 Königtag.). Albrecht Pirpau- 
mer „gesessen zu Pirpem" verkauft sein österr. Lehen , gel. 
zu Prawnstorff im Egenburger Landgericht : 

„von erst 4 Pfund , 5 Schill, u. 22 Pfenn. gelts auf be- 
haustem gut. (8 Holden) 

it ein Sechstail Zehent zu Prawnstorff auf dem ganzen Dorf 
Wein und Getreid Zehent gross und klein den H. H. Oswald und 
Stephan , Brüdern Eizinger von Eyzing. 

Zeugen mit ihren Siegeln : die Edlen Hanns Seber und 
Pernhart Sennger. 

Zur Seite : „die Guter und Zehent zu Prawnstorf sind 
verkauft." — Diplomatar. Eizinger. foL 280. 

64. 1444. 22. März (Sonntag Lätare.) Wolfgang Trebinger 
verkauft dem Edlen H. Ulrich Eyzinger von Eyzing ein Lehen 
von dem Burggrafen Michael zu Maidburg, nämlich seinen Hof 
zu Velben nächst der Kirche („mit sambt dem pawhof und mit 
„sambt dem holz und wismad in dem grünt genant der Hert- 
„weis und allen andern holzern, wismaden wayd und ekchern 
„und darzue die vischwayd in dem pach dasselbs za Velben von 
„dem obern ort unzt zu dem nidern ort") — dann 3 ganze frei- 
„eigene Lehen, ebenfalls in dem Dorfe zu Velben gelegen („von 
„jedem dient man 4 Schilling Wienerpfenninge.") 

Versiegelt durch ihn und seinen Schwager, Stibar von 
Trczschicz (für seine Gattin Anna, Wolfgangs Schwester). Zeu- 
gen mit ihren Siegeln: „der edle Herr Her Pernhart von Ror 

3 • 



36 

..(mein lieber Her") und der edle Lorenz Lewpastorffer. — 
Ist durchstrichen; „ist verkaufft herrn Hannsen Truchsessen"). — 
Diplomatar. Eizinger. fol. xxm. it. fol. 296. — 

65. 1444. 24. Juni (St. Johannestag zu Sonnwende.) Hanns 
Flanns, Sohn des Georg Flanns von Velben sei. und Helene, 
des letzteren Witwe, nunmehr Hausfrau des Peter Tragenwaiz, 
verkaufen mit Erlaubniss ihres Lehensherrn Grafen Michael von 
Hardek, Burggrafen zu Maidburg, ihren Hof zu Velben, sammt 
dem Thurme (der des Hannsen väterliches Erbe und der Helena 
Gemächt ist) mit Zugehör, dem Ulrich Eizinger von Eizing. 

Versiegelt durch den Hanns Flanns und (für die Helena) 
den „erbern Peter Krazer, Pfleger zum Ruegers." 

Zeuge mit seinem Siegel: der Edle Jann von Flednicz, ge- 
sessen zu Nieder M'uchsnicz. Ausgestrichen: „Ist verkawift." — 
Diplomatar. Eizinger. fol. 41. it. fol. 296. 

66. 1444. 17. July (St. Alexiustag.) K. Friedrich etc. gibt 
dem edlen Ulrich Eizinger von Eizing einen Schadlosbrief über 
gewisse bei ihm niedergelegte aber verloren gegangene Theil- 
briefe der Brüder Klingen. „Das Tür uns komen ist der Edel 
„unser 1. g. Ulreich Eyzinger von Eyzing und hat uns meniger 
„mallen in klagweis fürbracht und zu erkennen geben wie das 
„er in seinem haws zu Wienn in ainem verspertten gewelb 
„ettweuil seiner und auch anderr leut brief die im zu behalten 
„gegeben und zu Im nidergelegt sein worden gehabt hab bey 
„denselben briefen hab er auch gehabt zwen tailbrief die wei- 
„lent Hainreich der Kling der nu mit tod abgangen sey und 
„Kristoff der Kling sein Bruder Im zu behalten geben und bey 
„Im nidergelegt haben damit dieselben Klingen ir gut mit- 
einander getailt von einander gesundert haben." Sind ihm alle 
Briefe aus seinem Haus entfremdet worden; man kann jetzt der 
Sache nicht nachgehen. Es soll aber keinem Theil zu Schaden 
sein und die Theilung in ihrer Kraft bleiben. Diplomatar. Eizin- 
ger. fol. 215. 

67. 1444. 24. September. (Dienstag nach St. Mathcustag 
Apost. u. Evang.) Wien. Conrad von Kreig, Hofmeister, Obri- 
ster Kammerer und Hauptmann in Kärnten, erklärt, dass er 
■ich mit Herrn Ulrich Eizinger hinsichtlich gewisser Briefe 



37 

gänzlich verglichen und desshalb alle weiteren Ansprüche gegen 
ihn aufgegeben habe. 

„Als Ich ettweuil brief von weilent Herren Xiclasen Pil- 
„ hingen meinem sweher seligen herrürend zu dem edeln Hern 
„Ulreichen dem Eizinger von Eizing zu getrewr hanndt niderge- 
„legt hab da entgegen mir derselb Her Ulreich mit sambt wei- 
lent hern Mertten dem Eizinger seinem Bruder widerumb iren 
„brief gegeben haben, darinn dem ettlich solh brief nemleich 
„gestimet sind und ettleich in ainer Skatel verpetschadt darinn 
„Sy mir und meinen eriben geloben und versprechen wenn ich 
«oder mein eriben dieselben brief an Sy eruordern mir oder 
„meinen (eriben) die also ze antwurtten als das derselb brief 
„mit mer Worten aygentleich innhalt und wann aber die obge- 
„nanten brieff verlorn und aus des benanten Hern Ulreichs 
„gewalt komen sein so hat sich der egenant her Ulreich mit mir 
„darumb genczleich gericht und geainet und mich darumb ge- 
„nugig gemacht . . . ." 

Zeugen mit ihren Siegeln: die edeln vessten Fridreich 
Grimm und Jacob Poyczenfutter. 

In einem zweiten Briefe de eod. dat. heisst es : 

-Wir haben In auch unsern besundern tottbrief über den 
, benanten haubtbrief den mir her Ulreich und her Mertt gege- 
ben habent gegeben, also das derselb haubt brieff furbaser 
„kraftlos und machtlos und ganz tod ab und vernicht sein sol 
.als das derselb tottbrieff peweiset, und darumb so gelob und 
„verhaiss ich obgenanter Conrat von Kreig für mich und mein 
„eriben dem egenanten hern Ulreichen und seinen eriben den 
„vorgemelten haubtbrief ob wir den gehaben und zu hanndten 
„bringen mugen in ir gewalt zu antburtten inner zwain Jaren 
.nach datum dicz briefs nagst volgund und so solh übergeben 
„also beschiecht zu Wienn in der stat so sullen Sy uns daselbs 
„den gegenburtigen unsern brief mitsambt dem benanten tottbrief 
„auch widerumb antwurtten zu unsern hannden. Geschech aber 
„das wir derselben haubtbrief in der zeit nicht vinden noch 
„gehaben möchten ungeuerleich so sullen wir Ich obgenanter 
„Conrat von Kreig oder mein nächst eriben ob ich nicht enwer 
«nach ausgang der zwair Jar wann wir darumb von In ermant 



38 

„werden inner drein maneden ungeuerleich mit unser ains ayd 
„vor unsern gnedigisten Herrn dem Romischen kunig oder wer 
„die zeit lanndesfürst in Oesterreich sein wirdet ob seiu ku- 
„nigkleich gnad nicht enwer da got vor sey, oder wer denn 
„die zeit des lanndes gewalt hat darzutun als Recht ist in der 
„Eyzinger oder irs Anwalts gegenwurtikait das wir den benan- 
„ten haubtbrief nicht haben noch wissen ze vinden angeuerd und 
„so das also geschieht so sullen wir dem benanten Herrn Ulreichen 
„und sein eriben von des vorgemelten Haubtbriefs wegen nichts 
„mer schuldig noch phlichtig sein getreuleich und ungeuerleich 
„(widrigenfalls ist er zum Schadenersatz verpflichtet.) Zeugen: 
„wie im ersten Brief. — Diplomatar. Eizinger. fol. 213. b. und 214. — 

68. 1445. 24. Februar (St. Mathiastag in der Fasten.) 
Johann, Probst zu Herzogenburg und der Convent übergeben 
sich und ihre Güter „enhalb Tunaw gelegen 1 ' dem Schutze der 
Brüder Ulrich, Oswald und Stephan Eizinger von Eizing, auf 
15 Jahre („mit vleyss gepeten"). 

„Doch hindangesetzt unser genedige herschafft von Oester- 
„reich herlichait angeuerd auch ob in von unsern levvt und 
„gut icht sach zu svver wurd das sullen wir mitsambt In prin- 
„gen an dieselb unser genedige herschafft und darumb haben 
„wir In versprochen die vorgemelten 15 Jar jerleich sechs mutt 
„Habern Egemburgermass gen Schretental zu antburtten und 
„ze geben zwischen sand Michels und sannd Merttentag un- 
geuerleich." — (Ausgestrichen.) Diplomatar. Eizinger. fol. 210. — 

69. 1445. 24. April (St. Jörgentag.) Kristoph Stoyzen- 
dorfer verkauft sein Oed mit zugehör, gel. zu Gars unter dem 
„Hawsperig zu nagst an den Mairhoff," das sein freyes Eigen 
ist und wovon man ihm jährlich zu Micheli 3 Pfenning Abgabe 
entrichtet, den Eheleuten Hanns und Dorothea Schulhofer. — 
Versiegelt durch seinen Freund den edlen „Kristan den Stokch- 
arner." — Diplomatar. Eizinger. fol. 81. — 

70. 1445. 1. Juni (Dienstag nach Frohnleichnam.) Marga- 
reta, (des Wolfgang Hohenfelder von Aisterheim sei. Tochter) 
Hausfrau des Erhard Hayden von Dorf quittirt die Brüder 
Ulrich Oswald und Stephan Eizinger von Eizing über Berichti- 
gung eines ihr durch Georg Eizinger sei. und dessen Hausfrau 



39 

Engelburg zugekommenen Erbantheiles von 50 Pfund Pfenning 
(„so Jörg der Eizinger seliger mein lieber Enn frawn Engelburg 
„seiner hawsfrawn meiner lieben endlein seligen zu rechter 
„morgengab und verlorn gut vermacht hat"), und verzichtet 
ihrerseits auf jede weitere Forderung. („Darumb gelob ich für 
„mich und all mein eriben mit kraft des briefs, das wir zu den 
„vorgenanten Herren hern Ulreichen hern Oswalten und hern 
„Stephann geprudern den Eizingern von Eizing mein lieben vet- 
„tern und allen iren eriben umb die vorgenanten meiner lieben 
„endlein gemechtbrief und unser gerichtsbrief der benanten 
„hundert phunt phening, (50 Pfund waren auch ihrer Mutter 
Katharina zugefallen), wegen der funfzk phunt meins tails kainen 
„Zuspruch noch vordrung nymer mer haben noch gewinnen sul- 
„len noch wellen in kainerlay weis getreulich und ungeuerleich. 
„wer aber das den vorgenanten meinen lieben vettern oder iren 
„eriben von mir mein eriben oder andern unsern frewndten von 
„der obgenanten funfzjgk phunt phening, die S\ mir in obge- 
„schribner mass ausgericht und bezalt haben icht zuspruc han- 
„spruch oder vordrung auferstunden wie sich das fugt mit dem 
„rechten, darumb Milien und wellen wir ich und mein eriben In 
„und iren eriben an aller statt wo und wie oft in des not ge- 
schieht Ir fürstand und verantwurtter sein und sew dauon 
„genzleich ledig und müssig machen an all ir mü und scheden 
„getreuleich und an alles geuerd." — 

Besiegelt mit ihres Mannes „Erharten des Hayden" Insigel. 

Zeuge: „der edl Peter Kastner zu Oezstorf," auch mit sei- 
nem Insiegel. — Diplomatar. Eizinger. fol. 103. — 

71. 1445. 14 July (Mittwoche nach St. Margareth). Neu- 
stadt. K. Friedrich verleiht den Brüdern Ulrich, Oswald und 
Stephan Eizinger von Eizing etc. die Gnade, mit rothem Wachs 
siegeln zu dürfen. — Diplomatar. Eizinger. fol. 171. — - 

72. 1445. 1 Septemb. (St. Gilgentag.) Wolfgang Stokcharner 
von Stokcharn verkauft dem edlen Ulrich Eizinger von Eyzing 
sein freies Eigen, na ml. 34 Stücke „Güter, Zehente, Nutzen und 
Gülten" zu Schretental u. s. w. Diplomatar. Eizinger. fol. xxvm. — 

73. 1445. 13 October (St. Kolmanstag.) Wilhelm Dechsner, 
Meister des Hauses zu Martperg, Ulrich Prior und der Convcnt, Rodi- 



40 

ser Ordens, verkaufen dein Ulrich Eizinger von Eizing aus Noth 
(wegen Abgang der Renten und dem Krieg der manches Jahr 
schon von Mähren aus gegen ihr Haus geschieht) ihre frei- 
eigenen Renten und Gülten zu Teinzendorf in und ausser dem 
Dorfe (24 Pfund 75 Pfenn. schwarzer Wiener-Münze.) — 

„Item so dient der obgeschriben lechen yedes ain Jar 6 kes 
„(zu 3 Zeiten je 2) oder für jeden käs 2 Pfenn. und jede Hof- 
„stat 3 käse oder 3 Pfenn. — jedes Lehen 2 Hühner oder für 
„jedes Huhn 4 Pfenn. — Alle 8 Hofstette dienen zusammen 
„2 Hühner oder 8 Pfenn." 

— dann das Gericht und die Panteiding zu Teinzendorff, 
3mahl im Jahr (Weihnachten, St. Jorigentag, St. Michelstag) 
alles Gericht und alle Wandel. — 3 Sachen ausgenommen die 
den Tod berühren (die werden in das Landgericht zu Egenburg 
abgeliefert „als der mit gurtel umbfangen ist uncz an dy ge- 
„merkcht daselbs zu Teinzendorf das alles von alter herkomen 
„ist.") (Alles zusammen macht aus in Geld angeschlagen: 
26 Va Pf. Pfenn. ohne die Panteiding. — ) 

Kaufpreis, je für 1 Pf. Pf. Gülte 20 Pf. Pfenn. i. e. zu- 
sammen 530 Pf. Pfenn. schwarzer Münze. Zeugen mit ihren 
Siegeln: die Edlen Jörg der Tobler und Jörg der Hager. — 
Diplomatar. Eizinger. fol. 274. it. fol. 19. 20. (Ausgestrichen.) 
74. 1445. 15 Dezember (St. Valerianustag M.) Andreas 
Preuer, zu Praunstorf, übergibt dem Ulrich Eizinger und seinen 
Erben das Vogteirecht über sein Gut, seine Aecker (8 Joch) 
und seinen Garten und soll jährlich zu Michaeli in das Kasten- 
amt der Veste Schretental 28 Pfenn. Wienermünze dafür zahlen. — 
„Als her Peter der Vocan seliger, weilent pfarrer zu 
„Prawnstorf Fridreichen prewer, meim lieben Een und Margre- 
ten seiner Hawsfrawn meiner lieben anfrawn und Jannsen dem 
„Prewer von Imendorf meim lieben Oheim und Kathrein seiner 
„hawsfrawn, den allen got genedig sey, und Im erben, ain 
„aigen lehen zu Prawnstorf mitsambt xxvim gwanten akchers 
„und ainem garten des awch ain gwanten ist, zu freyem purk- 
„recht gegeben hat, also das Sy zu der widern des benanten 
„gotzhawss zu Prawnstorf jerlichen diennen sullen, von der hof- 
„marich, sy sey gestifft oder ungestift zwen wienerpfening und 



41 

„von yeder gwanten akchers ahm wienerpfening und von dem 
„garten 1 wienerpfenning, und das man dem benanten Gotzhaws 
„verrer nichts phlichtig noch schuldig ist, nach lawt des benan- 
nten hern Petern des vocan brief, under seinem und seins hern 
„diezeit erbvogt zwain anhangunden Insigl — das vorbcnant 
„lehen nu auf mich, als auf einen rechten natürlichen erben 
„mit a. s. z. und gerechtikait komen ist, von meinem obgcnan- 
„ten Een, seinem Brueder und meinem vater, den got genedig 
„sey, aber es sind nu die ekcher daraws verkawfft worden an 
„8 Jewch akchers.") 

Besiegelt durch die „erbern und weisen Hanns Kelblein 
und Wolfgang den Ganugen, beyde Bürger zu Egemburg/* — 
Diplomatar. Eizinger. fol. 232. — 

75. 1445. 15 Dezember. — Ulrich Eizinger von Eizing nimmt 
den Andreas Brauer („Prewer") zu Praunstorf auf seine Bitte 
in Schirm und Vogtey („nach laut des briefs so er mir darumb 
„gegeben hat") 

(„Also das mir und meinen eriben der benant Prewer und 
„sein eriben und nachkomen jerleich von der hofraarich darauf 
„er dann yz sizt und von den acht gwanten akchers und dem 
„garten so darin gehört an sand Michelstag dienen und raichen 
„sullcn in unser kastenambt hie zu Schretental acht und zwain- 
„zig wiennerpfenning darumb sullen und wellen ich obgenanter 
..llreich Eyzinger von Eizing und mein eriben den vorgenanten 
„ Andreen Prewer und sein eriben und nachkomen in unsern 
„scherm und vogtay halten als ander vnser erib vogtlewt ge- 
„trewleich und an alles geuerd. 11 ) — Bloss das Siegel des Ulrich 
Eizinger. Diplomatar. Eizinger. fol. 60. (ist ausgestrichen) iL 72. 

76. t446. 22 Jäner (Samstag nach St. Agnesentag.) Wien. 
Michael, Burggraf zu Maydburg und Graf zu Hardek, verleiht 
dem edlen Ulrich Eizinger von Eizing den Hof zu Velben nächst 
der Kirche „mitsammt dem Bauhof und holz und wismad in dem 
„grünt gnant der Hortweis und allen andern hölzern wismaden 
„wayd ekcheru und darzue die vischwayd in dem pach dasselbs 
„ze Velben von dem obern ort zu dem nidern ort" — Maidbur- 
ger Lehenschaft, die er von dem „erbern" Wolfgang Trebinger 
erkauft hat. — Ausgestrichen. Diplomatar. Eizinger. fol. 98. — 



42 

77. 1446. 9 April (Samstag vor dem heil. Palmtag.) Kri- 
stoph Stoyczndorfer verkauft seine Veste Zaintgrub, ein österrei- 
chisches Lehen, mit Zugehör dem Edlen Ulrich Eyzinger etc. 

Zeugen mit ihren Insiegeln : die Edlen Wolffgang Kienberger, 
Kristan Stokkarner, Hanns Gater zu Kamek. — Diplomatar. 
Eizinger. fol. III — V. 

78. 1446. 24 April (St. Jörgentag.) Achaz Vinkenhaymer zu 
Jaslawiz und seine Hausfrau Agnes verkaufen dem edlen Ulrich 
Eizinger etc. gewisse Stücke, Dienst, Burgrecht, Gründe, Gülten und 
Güter, Bergrechte, Zehende und Weingärten, als freyes Eigen. 

Versiegelt auch (für die Agnes) durch Jörg Grünpek. 
Zeugen: der erwirdig und geystleich herr her Wilhalm 
Dachsner Mayster zu Martperg und der Edl Ulrich Alantzpekch. 

1. Den Pfenningdienst auf behausten Gütern zu Mitterngrub 

2. „ „ „ „ „ zu Niederngrub 
zusammen 5 Pfd. 16 Pfenn. 

3. Das Bergrecht an dem Berg genannt im Guelstal zwischen 
den beyden Dörfern Mittern- und Niderngrub (meist von 
einem Stücke 9 Stawff(?) Most. Zusammen 66 Stawif Most 
alles der alten Bergmass, bringt 2 eimer und 3 Viertel Most. 
„Item zu Niedern Grueb in Gelestorfier pfarr aufF dem 

„ganczen dorffain viertayl getrayd kraut und allen andern zehent 
„zu veld und zu dorff grossen und klain ausgenomen den wein- 
„zehent , der gehört dem pistumb ze Passaw und den von 
„Puchaym." 

„Item ain öden hoff zu Mitterngrub, der vormalln des 
„Strainger gewesen ist, darein gehörnt 3 viertayl Weingarten und 
„6 Jeuch mynner ains viertayl akcher und gehört uns der 
„zehent das viertayl und die drew viertayl zehent gehörnt dem 
„von Passaw und den von Puchaym. 11 

„Item ain viertayl Weingarten das wir selbs haben innge- 
„habt so vorberürt ist genant der rayfayl Weingarten dauon 
„gehört der zehent dem pistumb von Passaw und den von 
„Puchaym." 

„Item darnach 12 virtayl Weingarten zu Mitterngrub hinder 
„dein dorn" an ainem llayn und sind auch freys aigen und ganz 
„zehents frey." — Diplomatar. Eizinger. fol. 2. 3. — 






43 

79. 1446. 4 Juli (St. Ulrichstag.) Hanns von Neydek zu 
Rastenberg verkauft, für sich und die unmündigen Kinder seines 
sei. Bruders Georg — dem Edlen Ulrich Eyzinger von Eyzing 
(..u n senil lieben frewnt") folgende Stücke: 

„von ersten unser vesten zu Lewbestorf in Garser pfarr 
„mit dem Bauhof. Aeckern, Wiesmahd, Weide, Baumgärten, 
„Holz, Zehend und Pfenninggült." 

„auch den hof gegen dem haws vber so wir von dem 
„Gater seligen kawfTt haben mit aller seiner Zugehörung" — 

it. „zu Harmanstorf auf 2 Jeuchart ackers 4 pfenning gelts 
„die der Teutschel inne hat und auf 2 Jeuchart ackers, die der 
„Springer inne hat auch 4 Pfenninge geltes, die ungebaut liegen, 
„und den Zehent auf denselben ackern. 

it. „im Xondorfferwald auch 4 Jeuchart acker und drittheil 
„Zehent darauf." — 

Zeugen mit ihren Siegeln: „die Edlen Sigmund der Stokch- 
arner zu Puchperig und Kristoff der StoyzendorfFer." — Diplo- 
matar. Eizinger. fol. 44. — 

80. 1446. 6 Juli (Mittwoche nach St. Ulrich.) Achaz Vinken- 
haymer, zu Jaslawiz und seine Hausfrau Agnes, verkaufen dem 
Ulm l Irich Eyzinger von Eyzing („zu der stiift und kappellen 
„gelegen zu Schretental in der vesten") zwei Gülten , zu 
\ii'd ergrub, auf behaustem Gut, dann zu Mit t er- und 
Obergrub, deren eine von 1 Pfund 14 Pfenning, freies Eigen, 
die andere von 1 Pfund 16 Pfenning, landesfürstl. Lehen, und 
von dem Meissau („Meychsaw") herrührend ist. 

(Darunter: „Item von aincra saffran garten das vormallen 
„ain virtayl Weingarten gewesen ist und in des Strainger hof 
„gehört hat zu sannd Michelstag 7 pfenning.") 

Für die Hausfrau Agnes siegelte: der edle Stibar von Turnen. 

Zeuge mit seinem Siegel: „der erber Fridreich Hannt- 
mayster." — Diplomatar. Eizinger. fol. xxxn. 

81. 1446. 28 Juli (Freitag nach St. Jacobstag.) Wien. 
Rünig Friedrich etc. schreibt dem Rudolph von Tirnstain, seinem 
Rathe: 

„Wir haben unserm getrewn Haunsen Holzer auf solch 
„gericht und bchabnuss so er vor unserm getrewn Ruedigeru 



44 

„von Starhenberg die weyl er unser lanndmarschallch in Öster- 
reich gewesen ist mit recht zu dir erlangt hat unsern ansaz- 
„brief und weispoten geschaft und solher nuz unserr ungelt zu 
„Tulln zu Melkch zu Ybs und zu Pechlarn mit iren zuegehörungen 
„die dir von uns verschriben sind in nuz und gewer ze sezen. 
„Nu peutt er dich losung derselben nuz an mit disem unserm 
„brief Emphelhen wir dir und wellen ernstlich das du in umb 
„solh sein behabnuss und zuespruch unclaghaft machest von 
„datum des briefs inner vierzehen tagen nagstkunftigen. Tetestu 
„aber das nicht so werden wir Im erlauben mit denselben nuzen 
„zu hanndln als solher behabnuss ansats anpots und lanndes 
„Recht ist damit er benugig und unclaghaft gemacht werde 
„nach laut des gerichtbriefs von dem egenanten von Starhen- 
„berg darumb ausgegangen." (Orig. Papier. Aufgedr. Siegel.) 

In einem Vidimus des Abts Johann zu den Schotten in 
Wien. — Diplomatar. Eizinger. fol. 62. b. 

82. 1446. 1 August (Montag vor St. Stephanstag Inven- 
tionis.). Wien. K. Friedrichs Lehenbrief über Zaintgrub in der 
Garserpfarre für Ulrich Eizinger. 

Es heisst darin: „Als uns die vesst Zaentgrub mit irer 
„zuegehörung in Garserpfarr gelegen unser lehenschafft desfürsten- 
„tums esterreich mit abgang weilent Wolfgangs des Rewtter 
„was ledig worden dadurch wir dieselben vessten dem edlen und 
„unserm lieben getrewn Graf Ulreichen von Schawnberg und 
„Sigmunden von Eberstorf Obristen kamrer in Oesterreich von 
„besundern gnaden hetten verliehen die uns aber dieselb vesst 
„nu widerumb von Irem gutleichcn willen zu unsern handen 
„aufgegeben habent und uns unser getrewer Kristoff Stoyzen- 
„dorffer nachmallen die benant vesst Zaintgrub mit Irer zuege- 
hörung zu der er maynat Recht zu haben und die er auch inne 
„hat an seinem offen besigelten brief aufgesandt und fleissikleich 
„gepeten hat" . . . . Diplomatar. Eizinger. fol. 181. — 

83. 1446. 29. September (St. Michaelstag.) Die Brüder 
Melchior und Achaz Wascr verkaufen mit Erlaubniss des Rom. 
Königs Friedrich, als Vormunds K. Ladislaus P. folgendo 
Stücke, österreichisch-fürstlicher Lehenschaft, dem edlen Ulrich 
Eizinger von Eizing: 



45 

„von erst 5% pfund Pfenn. gelts und 10 Hühner oder dafür 
„50 Pfenn. gelts gel zu Xewndorf in Garserpfarr auf behausten 
„Gütern" — 

und dazu allen Zehend, den sie daselbst zu Neundorf hat- 
ten auf behausten Gütern und auf Ueberlandäckern — gross 
und kleiu, zu Feld und zu Dorf. 

Versiegelt durch Melchior VVaser («für den Achaz der die 
„zeit aigen gegraben Iosigel nicht gehabt hat''} durch den 
edlen Herman den Schad. 

Zeuge mit seinem Siegel: der edle vest Ritter her Sigmund 
der Poteoprunner. Diplomatar. Eizinger fol. 6?. it. fol. 105. 

XB. Der Lehenbrief v. K. Friedrich (für K. Ladislaus P.) i»t D. D. 
Wien Freitag nach St. Antonientag (18. Jänner) 1448. Lichnowsky VI. 
1341. Weser statt Waser. 

84. 1446. 16. Okt. (St. Gallentag.) Herman Schad ver- 
kauft mit Einwilligung seines Lehensherrn des Burggrafen Michel 
zu Maidburg , Grafen zu Hardek , dem edlen Ulrich Eizinger 
seine Gülten und Güter zu „0 b e r- u n d X i e d e r-X e li b" 
und das Aulehen zu Obernelib mit Zugehör. 

Zeuge mit seinem Siegel: „der Edle Hanns der Meyraser 
Pfleger zu Gobelspurgk. (Lehenbrief des Burggrafen Michel von 
Maydburg etc. für den Ulrich Eizinger De D. Wienn, freitag vor dem 
h. Weinachttag 1446.) — Diplomatar. Eizinger. fol. 50. it.fol. 180. b. 

85. 1447. 7. Februar (Dienstag nach St. Dorothea). Wolf- 
gang Ebran zu Ringendorf verkauft mit Erlaubniss seines Burg- 
herrn Jörg Streninger dem edlen Ulrich Eizinger von Eizing 
sein freyes Burgrecht: „48 Joch und 3 Viertel Ackers gel. in 
„Gelestorffer pfarr zu Xiderngrub „in alle veld", und aHch 1 
ganze Hofstatt („zu nagst dem Hof da ettwann die Gawstrin 
„auf gesessen ist,") und 1 Baumgarten daselbs ( ..zu nagst dem 
„Hof da ettwann der swarz auf gesessen ist") und 1 hofstatt 
„heisst die Knözleinshofstatt und 1 halbe hofstat daneben" 
„und alles mein weydech und pawmstet und odrecht nnden nach 
„der praitten und gerten alles gelegen zu nidern grub." — Man 
dient von jedem Joch Acker jährlich 4 Pfenn. und von den 
Hofstetten und andern Stücken zusammen 32 Pfenn. alles an 
St. Michelstag dem Jörg Streninger. 



46 

Für den Burgherrn, der ein eigen Siegel nicht hatte, 
versiegelt den Brief sein Vetter der „edle veste herr Jacob 
„der Sebekch." 

Zeuge mit seinem Siegel: „der erber weyse Kolman der 
„Wempl, Rathsbürger der Stat Neuburg markthalben. — Diplo- 
„matar. Eizinger. fol. 103. b. — 

86. 1447. 9. Februar (Phinztag vor St. Scolastica.) Wien. 
K. Friedrich bewilligt, dass Ulrich Eizinger von Eizing den 
Markt Walterstorf bey der Vischa und etliche Gülten und Gü- 
ter zu Prodestorf und Itoking bei der Leitha gelegen, sammt 
dem Landgericht, Jahrmarkt und Wochenmarkt zu Walterstorf, 
auch der Vogtei, Fischweide und Wildbahn daselbst, alles von 
König Albrecht ihm und seinen männlichen Erben verschrieben, 
dem Hanns Rorbacher seinem Kämmerer und seinen Erben, (als. 
rechtes Mannlehen) mit Vorbehalt der Wiederabtretung in den 
nächsten 9 Jahren verkaufe. — „Ist vergeben und verkawfft von 
„Hannsen von Rorbach.. 1 ' Diplomatar. Eizinger. fol. 218. — 

87. 1447. 13. Februar (Montag vor St. Julianatag). Wien. 
Hanns von Rorbach, Kämmerer des Rom. K. Friedrich gibt dem 
Ulrich Eizinger von Eizing einen Schuldbrief über 1837 Pfund 
Wienerpfennige schwarzer Münze , zahlbar bis nächsten St. 
Martinstag. 

Zeugen mit ihren Siegeln : „die edl Conrat Kunigsperger 
„und Kristoff Inprukker" („mein lieb sweger"). — Diplomatar. 
Eizinger. fol. 218. — 

88. 1447. 25. Februar (Samstag nach St. Mathiastag des Apost.) 
Wien. König Friedrich etc. macht einen Vergleich zwischen 
Ulrich Eizinger von Eizing und Rudolph von Tirnstain in dem 
Streite wegen eines Holden des ersteren, nämlich Heinrich Guct- 
rer („Darumb sy in wilkürleichem rechten vor unser gestan- 
den sind") („dann als der von Tirnstain den vorgenanten 
„Guetrer von spruch wegen so er zu Im vermainet ze haben 
„und von Im aber solich rechtpot so der benant Eizinger dem- 
selben von Tirnstain umb solich vorgemelt sein spruch darge- 
legt hat vier und sechzk phunt pfenning hat abgenomen sol 
„der yzgenant von Tirnstain dem benanten Eizinger die vier 
„und sechzig pfunt phenning inner sechs wochen nagstko- 






47 

„menden willergeben die her in unser Ianntmarschalchhaws senn- 
„den und In oder seinen anwalt der da entrichten und der 
„Eizinger Im dar umb under sein selbs und ains zeugen pet- 
..mIi.hIi quittung geben dann von der spruch wegen so der vor- 
„genant von Tirnstain zu dem offtgenanten Guetrer mainet 
„zu haben darumb sol der benant Eizinger dem von Tirnstain 
„wenne er in mit schreiben oder gegenwurtigen Worten dar- 
„umb anlanget von datum dits briefs ze raitten inner jarsfrist 
„nach solhem anlangen in den nagsten vier wochen ainen 
„rechttag her in sein haws beschaiden unnd er oder sein an- 
„walt dem yzgenanten von Tirnstain oder seinem anwalt auf 
„denselben beschaiden tag von dem vorgenanten Guetrer recht 
„tun und wideruarn lassen an alles verziehen; wer aber das 
„der von Tirnstain den Eizinger von des Guetrer wegen inner 
„jarsfrist nicht anlanngte umb recht als vor stet so sol der 
„Eizinger desselben anlangens umb recht und der Guetrer von 
„solher vorgemelter des von Tirnstain zuespruch wegen furbaser 
„müssig beruht und ledig sein, an alles geuerd." — ) Diplomatar. 
Eizinger. fol. LXII. — 

89. 1447. 12. März (Sonntag Oculi.) Stephan Leutl zu 
Obcrnelib und seine beiden Söhne Hanns und Florian, ver- 
kaufen dem edlen Ulrich Eizinger von Eizing ihr Aulehen, gel. 
zu Obernelib mit zugehörigen Gründen, wovon jährlich am 
St. Michelstag, nach Waizendorf zur Frauen Capelle „in die 
Zech" 1 Pf. Pfenn. zu entrichten kommt. Die Gründe sind: 

„von erst 1 Holz gel. an ainer seitten an der Münich 
„holz von Rez gegen Höfen wertz und mit der andern selt- 
nen an des Edlen hern Ulrichs Eizinger holz am Kauchen- 
„maizz." 

it. „10 virtail Weingarten gel. it. pey dem maisprunn daz 
„Obernnelib 1 virtail und 1 Baumgarten daran" 

it. „daselbs pey dem maisprunn 3 virtail." 

it. «im mittern purkstal 1 virtail und im Newnperg, genant 
„im stossen 5 virtayl Weingarten." 

it. „hinder dem dorf ze Obern Nelib 2 gwanten akcher." 

it. „zwischen bayder Nelib 2 gwanten und zu nagst oberhalb 
„des Dorfs zu Xidern Nelib 3 gwanten akchers." 



48 

Besiegelt (für sie, die eigene Siegel nicht hatten) durch 
die edlen Stibar von Tresniz und Wolfgang den Moshaymer. — 
Diploinatar. Eizinger. fol. 57. b. — 

90. 1447. 3 April. (Montag nach dem Palmtag.) Georg Strä- 
niger verkauft dem Edlen Ulrich Eizinger von Eizing sein rech- 
tes freyes Eigen: 2 Pfund und 7 Pfenning Geltes — (7 Schil- 
ling 17 Pfenn. Geltes von 48 Jochen und 3 Viertheilen Ackers 
und auf Baumstetten zu Mitterngrub , und 1 Pfund und 20 Pfenn. 
auf Ueberländäckern und Weingärten zu Oberngrub, Mitterngrub 
Niderngrub, Pergaw, Ober Maniebarn). 

Versiegelt durch seinen Vetter den edlen Tibolt den 
Sebekch (für ihn) — 

Zeugen mit ihren Siegeln: „Der edle Andreas der Topler 
von Hirspach und der erber weise Ulrich Hirssawer, Stadt- 
schreiber zu Wien." — Diplomatar. Eizinger. fol. 104. — 

91. 1447. 3 April. Graz. K. Friedrich, als Vormund K. 
Ladislaus P., gibt dem edlen Ulrich Eizinger für seine Dienste 
folgende Güter und Gülten, ehemals österreichische Lehen, zu 
Eigen: „zu Pfafsteten auf behausten Gütern und Ueberländen 
gel. zusammen 3 Pfund, 41 Pfenn. 2 Muth Weizen und 2 Muth 
Habern alles Egemburger Mass." — 

(Zur Seite: „und ist nu alles des kloster von Alltenburg") — 
Diplomatar. Eizinger. fol. 105. Lichnowsky vi. Regesten Nro. 1261. 

92. 1447. 16 April (Sonntag nach Ostern.). Abt Conrad 
von Altenburg und der Convent verkaufen dem edlen Ulrich 
Eizinger von Eizing ihr freies Eigen: 

(it. von erst auf behaustem gut zu Newndorf in Garser- 
pfarr „Peter Helbling dient von Va Lehen 6 Schilling, 3 Pfenn." 

it. Jörg Ruedl daselbs von V 8 Lehen 6 Schilling und 
3 Pfenn. an St. Michelstag. 

darnach zu Meyssaw, et. Alberte von 1 Lehen 5 Schilling 
pfenn. it. .13 Metzen waytz, it. 4 mezen körn und 13 mezen 
habern auch an St. Michelstag. 

darnach zu Hawzendorf Jörg Hayder von Va Lehen 
5 Schilling Pfenn. an demselben Tag. 

it. zu Teinzendorf und Respiz auf behausten Gütern 
und Ueberlent 15 Schilling 4 Pfenn. gelts auch an St. Michelstag. — 



V.» 

dann machen sie zugleich mit demselben Ulrich Eizinger 
einen Tausch von beiderseits ihrem Eigen; sie geben ihm: 

„Ihren Hof zu Merteinstorf mit Zugehör, dann 11 Schil- 
ling Pfenn. gelts auf behaustem gut und Ueberländ daselbs zu 
Merteinstorf, auch an St Michelstag." 

Hingegen gibt ihnen der Eizinger: 

„Von erst zu Pfafsteten auf behausten gutem: it. Niclas 
Schober von Va Lehen 7 Va Metzen weizen. it. 7 Va Metzen ha- 
bern an St. GUgentag. it. zu der Lichtmess 1 Schwein oder 
dafür 77 Pfenn. und zu St. Jörgentag für käs 15 Pfenn. 

it. Michel Rannft von Va Lehen 7 V 2 Metzen weizen u. s. w. 
(gerade wie der vorige) 

it Gengl Vers (eben so) 

it Christan Schickch von 1 Lehen 15 Metzen weizen, 
it 15 Metzen Habern, an St Gilgentag und zu Lichtmess 

1 Schwein oder dafür 5 Schilling und 4 pfenn. — und zu 
St Jörgentag für käs 30 pfenn. — 

it Hanns Riczel von Va Lehen (wie oben der Niclas Schober) 

it. Ulrich Vers von Va Lehen (eben so) — und von einer 
Hofstatt, darauf er yz sitzt 14 Pfenn. 

it. Hanns Trautman von Va Lehen (wie oben der Niclas 
Schober) 

darnach auf Burgrecht zu Pfaffstetten (St. Jorgentag) Veit 
Hau von 1 virtail Weingarten in der untern Ried 5 Helbling, 
it. Hanns Schick von Va Jeuch Weingarten ym Dornek 6 pfenn. — 

it. Wolfgang Muscher von 1 virtail Weingarten in der untern 
Ried 5 Helbling. — 

Alles zusammen 3 Pfund 41 Pfenning; 2 Muth weizen und 

2 Muth Haberu, alles Egenburger Mass." 

(Zwei Siegel, Abt und Convent v. Altenburg) Ist ausgestri- 
chen. — Diplomatar. Eizinger. fol. 54. (Ist foL 56. 57 wieder- 
holt.) — 

93. 1447. 19 April (Mittwoche nach Quasimodogeniti) 
Krems. Meister Peter von Linz, Pfarrer zu Krems, macht mit 
dem edlen Ulrich Eizinger von Eizing einen Gütertausch. Er 
a;ibt ihm folgende Güter, welche zur St Vehspfarrkirche zu 
Krems als freies Eigen gehörten: 



50 

(„von erst 4 pfunt 5 Schilling und 20 pfenning gelts von 
verschiedenen Holden zu Molt (am St. Michelstag dienen sie), 
darnach 66 Pfenning gelts uberlent und purkrecht daselbs zu 
Molt (von Weingärten) — it. aber 70 Pfenning gelts uberlent 
und Burgrecht von Aeckern zu Molt. Item zu Zellderndorf 2 
Pfund Pfenning gelts von verschiedenen Holden. It. zu Strenikch 
1 Pfund 3 Pfenn. gelts, die Conrad Halbemer jährlich dient von 
aim halben lehen 1 Pfunt Pfenn. und von 1 öden Hofstatt dabei 
zu Burgrecht 3 Pfenn. alles an St. Michelstag. It. zu Hohen- 
wart 1 Pfund 2 Pfenn. gelts an St. Michelstag. — It. zu Stiech- 
sendorf 85 Pfenn. Burgrechts. (Am St. Michelstag.) It. zu 
Raichaw Jörg Mulner von aim lehen und ist ain ödrecht 50 
Pfenning an St. Michelstag. — ) 

Dafür gibt Herr Ulrich der Eizinger der Kirche: 

2 Weingärten und etliche andere Gülten, wie sie in dem 
darüber ausgestellten Briefe enthalten sind. 

Zeugen mit ihren Siegeln, die edlen Hanns Zerne Richter 
baider Stet Krembs und Stain und Melchior Speiser derzeit 
ainer des Rats zu Stain. — Diplomatar. Eiginger. fol. 58. 59. 
(it. fol. 129. 130.) — 

94. 1447. 23 April (Sonntag Misericordia Domini) Georg 
von Ekartzau erklärt, von dem edlen Ulrich Eizinger von Eizing, 
welcher durch Errichtung eines Teichdammes nächst seiner Veste 
Zaintgrub in der Garserpfarre mehrere Gründe und Güter, sei- 
nen Leuten bei Neundorf in genannter Pfarre gehörig, beschä- 
digt hatte, eine Entschädigung durch Tausch, und zwar auf fol- 
gende Weise erhalten zu haben: 

(„It. Tamann dem Altmair hat er geben für 1 Jeuch ak- 
„cher ain ander Jeuch akcher aus seinem Hof zu Merteinstorf 
„gel. in Newndorffer veld. It. Peter Kräften zu Merteinstorf für 
„Va Joch , ebenfalls % Joch aus demselben Felde. It. dem Ploch- 
„waliger von Merteinstorf für 2 Joch acker liegen in dem Teich 
„zwischen den pruklein hat er 2 ander Jeuch geben aus seinn 
„6 Jeuchen daselbs im mittern ueld ze MerteinstorC It. Andre 
„Wulfingerin für Va Tagwerk wismads ein anderes halbes Tag- 
„werk wismad aus dem Hof ze Merteinstorf in dem langen 
„wislein. It. Ullein Muntreichen für 2 Va tagwerch wismads und 



51 

„seinem Sun für % Tagw. wisniads. Hanns Kräften für Va Tagw. 
..wismads. Petern Kräften für % Tagw. wismads, Hannsen Kug- 
„ler für % Tagw. wism. Göschlin für '/• Tagw. wism. zusamen 
„5 Tagwerk, dafür hat er gegeben 5 andere ans seinem Hof 
„zu Merteinstorf an einem Schlag, auch in dem langen wislein 
„gelegen.") — 

Zeuge mit seinem Siegel: „der edl und vesst Ritter her 
Kaspar Sulzpek („mein pfleger zu Meyssaw"). — Diplomatar. 
Eizinger. fol. 55. it. 106. — 

95. 1447. 23 April. Hanns Gater, zu Kamek, überlässt dem 
Edlen Ulrich Eizinger von Eizingen, zum Behufe eines Teich- 
dammes in der Xähe seiner Veste Zaintgrub, Garserpfarre, gegen 
Vertauschung österreichischer Lehensgründe, mehrere von dem 
Burggrafen Michael von Maidburg, Grafen zu Hardek, herrüh- 
rende Lehensgründe, etc. etc. 

Zeuge mit seinem Insiegel: „der Edel Kristoff Staizendorf- 
fer." — Diplomatar. Eizinger. fol. 1. 

96. 1447. 26 Mai (Freitag nach St. Urbanstag) Wien. 
Rudolph von Tirnstain gelobt dem edlen Ulrich Eizinger von 
Eizing, anstatt des Hanns Holzer, nachdem er den letzteren 
wegen eines „an seinen zwain tayllen weinzehent in Hawnolt- 
„stainer pharr" zugefügten Schadens mit „funftausent guidein in 
„gold"', befriedigt hatte, („darumb er vor dem edlen herrn 
„meinem lieben swager Ruedigern von Starhenberg als lannd- 
„marschalich in Osterreich ain gericht erlangt und nachmallen 
„der edl herr her Ulreich Eiczinger von Eiczing anstat und mit 
„gwalt desselben Holczer in ainem verwilkuertein rechten vor 
„dem allerdurichleuchtigisten Fürsten meim genedigisten Herren 
„herrn Fridreichen Romischen kunig etc. auch ain gericht er- 
„langt und derselb Holczer schaden funftausent guidein in gold 
„nach in n halt desselben gerichts darauf bestett hat das mir der 
„benant her Ulreich Eiczinger und der Holczer die yczgenanten 
„gerichtsbrief auch den ansacz urlab und schermbrief so darumb 
„ich in nach innhalt desselben gerichtsbrief ain gancz und völ- 
„ligs benügen getan hab übergeben haben") dass er diesen im 
ircnannten Zehent künftighin unbeirrt lassen wolle — „und sul- 
„len auch all vergangen Sachen zwischen unser baiderseitt und 

4 



52 

„aller der die darander verdacht und verwant sind ganz hinge- 
legt und verricht sein auch ungeuerleich und sind das die lewt 
„die die hernachgeschriben weingerten dauon die beinelten zway 
„tail zehent geuallnt dieselben zeit habend inngehabt" — 

(„Item der Paur am Ort ze Newnhofen ain achtail wein- 
„garten gelegen daselbs bey dem Griesweingarten It. Metl zu 
„Enzensperg ain halbs Jeuch Weingarten auf den Rewtten zu nagst 
„des Puchlerweingarten — It. Fridl Puchler ain Jeuch Weingarten 
„dasselbs auf den Rewtten zu nagst der kundlein aiden Weingarten — 
„It. Kunz Hafner ain halbs Jeuch Weingarten gelegen dasselbs 
„auf den Reuten It. Symon von Newnhofen ain halbs Jeuch wein- 
„garten gelegen am Stainpüchel. It. Erhart Mülner ain halbs 
„Jeuch Weingarten gelegen am stainpüchel. It. Töml von Newn- 
„hofen ain halbs Jeuch Weingarten gelegen bey dem Reisach- 
„graben It. Lenz Fleischakcher ain halbs Jeuch Weingarten bey 
„dem Reisachgraben It. Ulreich scherzer ain Jeuch Weingarten 
„gelegen bei dem pewntweingarten — It. Jacob von Reisach 
„ain Jeuch Weingarten genant die Kalichgrub — It. zwey Jeuch 
„Weingarten die ich kauft hab das ain Jeuch Weingarten von 
„Hannsen dem Mader It. ain halbs Jeuch Weingarten das ich 
„kauft hab von Jacoben dem Reschen It. ain halbs Jeuch wein- 
„garten das ich kauft hab von dem Uedleger die bayde Jeuch ligent 
„pey einander stossent mit aim Rain an Stephanns des wagner von 
„Newnhofen mit dem andern rain an des Niclas Pielacher wein- 
„gerten die weingerten sind all gelegen in Hawnoltstainer pharr." — 

Besiegelt mit seinem eigenen Insiegel. 

Zeugen mit ihren Insiegeln: „die edlen Stephan der Kolb 
und Kaspar der Hekkinger." Diplomatar. Eizinger. fol. 60. 61. 

97. 4447. 27 Mai (Heil. Pfingstabend) König Friedrich, 
als Vormund des jungen K. Ladislaus Posth. erklärt, dass, 
nachdem er früher dem Rudolph von Tiernstain für ein Darlehen 
von 8000 ungerischen Ducaten Goldgulden („zu des Landes Noth- 
durft 1 ') den Ungclt zu Ibs mit seiner Zugehör in Satzweise, ohne 
Abschlag der Nutzen verpfändet hatte, derselbe aber dem Ulrich 
Eizinger und Hanns Holzer laut Gerichtsbrief 5000 ungerische 
Ducaten schuldig wurde, Er, König, diese Schuld übernommen 
und den Satz von dem Tiernstain wieder eingelöst habe, wozu 



53 

ihm Eizinger in Baarem 743 Gulden geliehen hat. Er überlässt 
nun für diese 5743 Gulden dem Eizinger und Holzer die Ein- 
nahme des Ungelts zu Ibs bis zur gänzlichen Tilgung, und soll 
jährlich der auf 700 Pfund Pfenning angeschlagene Ungelt von 
der Hauptsumme abgezogen werden. ( — Uebernahme Sonntag 
Trinitatis — ) Diplomatar. Eizinger. fol. 61. — 

98. 1447. 15 Juny (St Veitstag) Hanns, Pfarrer zu Obern- 
dorf und die ganze Gemeinde der Pfarrkirche daselbst, verkaufen, 
mit Bewilligung des Abts Kristan von Melk als Lehensherrn, 
dem edlen Ulrich Eizinger von Eizing das rechte freye Eigen 
dieser Pfarrkirche, nämlich mehrere Dienste und Gülten zu 
Xewndorf, Merteinsdorf und Zaintgrub auf behausten Gütern 
und Ueberländ in der Garserpfarre, um 25 Pfund Wiener- 
Pfenning („umb 24 phunt phenn. und dem pharrer besunder 
..für geltschuld die Im die lewt von denselben grünten und 
„guetern von versessens Dinsts sind schuldig worden und nicht 
„bezallt haben noch auch yzund nicht bezallen möchten ain 
„phunt phenning.") Besiegelt durch den edlen Herrn Lewpold 
von Neydek („wann wir aigne Insigel nicht gehabt haben.") — 

Zeuge: „der erber Jobst Vindiger zu Wachaw (auch mit 
seinem Insiegel.) — Diplomatar. Eizinger. fol. 74. — 

99. 1447. 22 Juli (St. Maria Magdalena) Ulrich Eizinger 
von Eizing verkauft dem Stephan Leitlein und seinen Erben 
einige Weingärten, die vormals in das Aulehen gehörten, das er 
von diesem Stephan zu Ober-Xelib gekauft hatte. — 

„von erst 1 virtail Weingarten, gel. bey dem maischprunn 
„daz Obern Nelib und 1 Paumgertl dabey; it. 1 Drittail wein- 
„garten gel. im Fuemer zu nagst des Asm von Egemburg wein- 
„garten und 1 achttail Weingarten, gel. im Newnperig zu nagst 
„des Kristan Stokcharner Weingarten." — 

Er soll künftig jährlich in das Amt zu Xieder-Nelib zu 
Burgrecht von diesen 3 Weingärten und dem Baumgärtlein 
zusammen 20 Wienerpfenninge geben. — („Erbkawfrechtbrief.") 

Bloss des Eizinger Siegel. — Diplomatar. Eizinger. fol. 59. b. — 

100. 1448. 19 Jänner (Samstag vor St. Vincenztag) Wien. 
Bischof Leonhard von Passau bestätigt (als Diöcesan und 
Lehensherr) den Güterwcchsel, welchen Ulrich Eizinger von 



54 

Eizing mit dem Pfarrer vou Krems (Meister Feter von Linz) 
getroffen hat. 

(Sieh den Brief des Pfarrers, Krems 1447. Mittwoche nach 
Quasimodogeniti. Nro. 93.) — Diplomatar. Eizinger. fol. 65. — 

101. 1448. 3 Februar (Sonntag nach Lichtmess) Wien. 
Johannes Polzmacher („Lerer geistlicher Rechten brobst zu Brunn 
„die Zeit verweser der Brobstey Allerheyling Tumkirchen zu 
„sand Steffan zu Wien anstat des Erwirding und wolgeborn 
„unsers gnedigen herren Graf Albrechts von Schawnberg Brobst 
„der benannten Brobstey daselbs zu sand Stephan und Tum- 
„herren zu Passaw") belehnt den edlen Ulrich Eizinger von Eizing 
mit etlichen Zehenten und Gülten , Lehen der Probstey von St. Ste- 
phan, die derselbe von Jörg vom Bor erkauft hatte. 

„von ersten 6 pfunt pfenn. gelts auf behausten und über- 
„lenten gütern zu Strobleinstorf gelegen." 

„it. den drittentail weinzehendt an dem Stainpüchel in den 
„gern und in den dachlern." 

„it. ganzen Aveinzehendt auf 28 weingertsezen." 

„it. ganzen getraid zehendt auf 22 Jeuch akchers in drein 
„velden gelegen." 

„it. 1 drittail zehent auf 7 Jeuch akchers under den stain- 
„pücheln alles zu Strobleinstorf gelegen." — 

Ferner verleiht er ihm noch andere Stücke derselben 
Lehenschaft, die er von andern gekauft hat. • 

„It. auf 13 Jeuch akchers zu Stamestorf hinder der 
„kirchen gel. ganzen getraidzehent." 

„It. im Aukchental auf 3 Jeuchen auch ganzen weinzehend." 

„it. daselbs im Aukchental in dem gern drittentail wein- 
„zehent mitsambt den zwelfthalben pfenning gelts so man jerleich 
„darzu dient wenn man denselben weinzehent vesnet die er vor 
„von den Tumbkirchen und Bröbsten zu leben hat nach lawt 
„des lehenbriefs darumb geben." — Diplomatar. Eizinger. fol. 63. — 

102. 1448. 7. Februar (Pfinztag nach St. Dorotheentag) 
Wien. K. Friedrich, für K. Ladislaus Posth. seinen Mündel, 
bestätigt den zwischen Jörg von Ekartsau und dem edlen Ulrich 
Eizinger von Eizing stattgehabten Gütertausch , als Entgelt für 
die, von letzterem durch Errichtung eines Teichdamines nächst 




55 

meiner Veste Zaintgrub, beschädigten, in der Garserpfarre ge- 
legenen und zur Veste Suneuberg gehörigen Gründe, und sollen 
die eingetauschten Stücke zu Lehen gehen. — Diplomatar. 
Eizitger. fol. 55. it. 106. (S. Lichnowsky VI. Xro. 1346.) — 
i03. 1448. 13. Februar (Mittwoche nach Invocavit). Wien. 
K. Fritdrich (für sich und K. Ladislaus) bestätigt dem Ulrich 
Ki/.inger den Tausch, den er mit dem Abte und Convent zu 
Altenburg machte (der Eizinger hatte 3 Pfund Pfenn. gelts und 
2 Mutt weiten und 2 Matt habern Egemburger mass zu Pfafsteten 
gel. als »ist crr. Lehen inne, die machte ihm K. Friedrich zu freyem 
Eigen als solches gab er sie dem Kloster, dafür macht der Eizinger 
den erhalteucn Hof zu Merteinstorf und eine Gülte von 11 Schil- 
ling Pfenn. zu Lehen) und verleiht ihm den Hof und die Gülte zu 
Merteinstorf als csterr. Lehen. — Diplomatar. Eizinger. fol. 107. 
it. 138. (Lichnowsky VI. Regesten Xro. 1349.)— 

104. 1448. 14. Februar (Pfinztag vor Remiuiscere). Wien. 
K. Friedrieh bestätigt als Vormund des jungen K. Ladislaus P. 
dem Ulrich Eizinger Ton Eizing die Güter und Gülten, welche 
ihm der Abt und das Convent zu Altenburg als freyes Eigen 
verkauft haben. (S. 1447.) Diplomatar. Eizinger. fol. 66. b. — 

105. 1448. 15. Februar (Freitag vor Reminiscere.) Wien. 
Friedrich, für sich und L. Ladislaus P. verleiht dem Hanns 

ater folgende von Ulrich Eizinger tauschweise erhaltene Lehen 

österr. Lehenschaft) : 

„von erst 1 tagwerch wismadt genant die Staudenwis mit- 
„sambt ainem fürhaubt und fünf virtail akcher enhalb des Teichs 
-zu Zaintgrub bey dem Hochrain zu nagst Kamberg gelegen. 1 ' 
Diplomatar. Eizinger. fol. 106. — 

106. 1448. 13. März (Mittwoche nach Judica). Wien. 
K. Friedrich schlägt dem Ulrich Eizinger auf seine Pfandschaft 
(die Märkte Wulderstorf, Heberstorf, Hederstorf, Gobelsburg 
etc. etc.) noch einige Summen. — 

(„Als wir dem edlen unserm liehen getrewn Ulreichen 
„Eizinger von Eizing 710 Pfunt 3 Schilling 11 phening und 
„600 guidein unger und ducaten nach redleicher Raittung schuldig 
-worden seinn, die er von unsern wegen und nach unserm ge- 
..veli.'ft auf bezalung ettleicher prelaten und lanndtlewt der Marg- 



56 

„Grafschaft zu Merhern auf zerung von vergangner Zeit zu tegen 
„daselbs hin gen Merhern und in andern unseren und des o>- 
„genanten unsers lieben vettern merkleichen nottdurften und £e- 
„schefften zwischen den lannden Oesterreich und Merhern mch 
„von behüttung und Verwesung wegen der vesten und phleg 
„zum Dressidls so er von unsern wegen unz in das dritt Jar 
„inngehabt hat und auf potenlon über das so er davon hat em- 
„phangen ausgeben und dargeliehen hat." .... „auch umb 
„800 phunt phening die wir Im von der getrewn uni fleissigen 
„dinst wegen so er uns dem vorgenanten unserm lieben vettern 
„kunig Lasslawen und dem land unzher unuerdrosj«nleich getan 
„hat und furbazer tun sol und mag von den nagstuergangen 
„fünf Jarn zu phantlosung schaffen und benennen das alles in ainer 
„Sum 1510 phunt 3 Schilling 11 phening und 600 guidein unger 
„undducaten bringet." ) Diplomatar. Eizinger. fol. 181. b. — 

107. 1448. 31. März (Sonntag Quasimodogeniti). Andreas 
Reittrer, Bürger zu Egemburg und Barbara, seine Hausfrau, 
dann Simon Kek, Bürger daselbst (für seine Kinder Stephan, 
Katharina und Helena) verkaufen mit Erlaubniss ihrer Burg- 
herren dem edlen Ulrich Eizinger von Eizing verschiedene Güter; 

„it. von erst 1 hofstat zu Dietmanstorff (nächst der 
„Mühle), mit dazu gehörigen 3 gwanten acker, davon man 
„jährlich an die Pfarrkirchenzech zu Respiz für Grunddienst 
„24 Pfenn. dient, am St. Michelstag." 

„it. — 1 Baumstatt daselbst ob der Mühle auf dem Mühl- 
„graben, davon man am St. Michelstag an die Pfarrkirche zu 
„R a s e 1 d o r f 10 Pfenn. zu Burgrecht giebt." — 

„it. ihren halben Theil an der Wiese zu Teinzendorf 
(„die do stosset mit dem obern Ort an die krautgerten und an 
„die ekcher dasselbs hinder der mül und mit dem andern ort 
„gegen Zelderndorff werts an die wis die zu der kirchen gen 
„Newndorff in Sizendorffer pharr gehört") mit sammt den dazu 
gehörigen Feibern (Weiden); von dieser halben Wiese dient 
man jährlich als Burgrecht 16 Pfenning in das landesfürstl. Amt 
zu Kunring bei Egenburg. 

it. darnach 6 Viertel Weingärten, gel. in Rad end orff er- 
leid, gen der „Vcldsaz." davon man dient in das Redler Amt 



57 

zu Radendorff unterhalb Pulka gelegen 3% Pfenn. zu freyem 
Burgrecht, an St. Michelstag und dem Amte der Strewniun, zu 
Dietmanstorff dient man zu Micheli als Burgrecht 28 Pfenninge. 

it. 8 viertel Weingärten, gel im Berg zu Teinzendorff 
(hinab gen tal auf den pach der „pulka") gnant der Newpaur, 
davon man dem edlen Herrn Ulrich dem Eizinger in die Veste 
Schretental an St Michelstag zu Burgrecht 20 Pfenn. und den 
Krumbachern von Stoyzendorff von 1 viertel aus demselben 
Weingarten an demselben Tag zu Burgrecht 4 Pfenn. dient. 

it. Aber 4 viertel Weingarten , gel. zu Dietmanstorf 
gnant die praitten, davon man auch jährlich dient zu Burgrecht 
28 Pfenn. am St. Michelstag an die Pfarrkirchenzeche zu Respiz. — 

it. so dient mau von 1 Lehmgrube dem Jörg Kreuzer von 
Teinzendorff 2 Pfenn. („daraus man Laym und erdreich zu 
„notdurfft der Mülwür daselbs nemen mag.' 1 ) 

Besiegelt durch den edlen vesten Ritter Herrn Bernhard 
Drugsez, Pfleger zu Egemburg und Verweser des fiirstl. Amtes 
zu Kunring (als Burgherrn). 

Für die Verkäufer, die eigene Siegel nicht hatten, besie- 
geln : „der edle Kolman Grass und der erber weise Hanns 
„Kelbl, Bürger und Rathsherr zu Egemburg." — Diplomatar. 
Eizinger. foL 71. — 

108. 1448. 31. März. — Andreas Reittrer, Bürger zu Egem- 
burg und Barbara seine Hausfrau, dann Simon Kek, Bürger 
daselbst (für seine Kinder Stephan, Katharina und Helena) ver- 
kaufen dem edlen H. Ulrich Eizinger von Eizing, mit Erlaubniss 
des „Erwirdigen und Edlen herrn herrn Wilhalben des Dechsner, 
„Maister des haws zu Martperg," als Burgherrn, ihre halbe 
Mühle gel. zu Dietmanstorff mit Zugehör. („und als die von 
-alter mit irer hofmarich umbfangen ist und davon man dem 
„benanten Maister und dem haws zu Martperg jerleich zu 
„rechtm Burkrecht dint in ir ambt dasselbs zu Dietmanstorff 
„30 phenn. zu St. Michelstag.") — 

Besiegelt durch den Burgherren Meister Wilhelm Dechsner, — 
und (für die Verkäufer) den edlen Kolman Grass. 

Zeuge mit seinem Siegel: „der erber Hanns Kelbl Raths- 
hiiriror zu Egemburg. 11 — Diplomatar. Eizinger. fol. 72. — 



58 

109. 1448. 31 März. — Ulrich Eizinger von Eizing verkauft 
(zu rechtem Erbrecht und Kaufrecht) die Mühle zu Dietman- 
storf (von der man jährlich zu Burgrecht dem Meister von 
Martberg 30 Pfenn. und in das Amt der Streunin zu Dietman- 
storf auch 30 Pfenn. dient) it. 1 hofstatt daran gel. mit 3 gwan- 
ten acker so dazu gehören, wovon man jährlich zur Pfarrkir- 
chenzech zu Respiz 24 Pfenn. dient, it. 1 Baumstatt nagst ob 
der Mühl auf dem Mühlgraben, davon man in die Pfarrkirche 
gen Raseldorff zu Burgrecht 10 Pfenn. gibt. — it. dem Jörg 
Krewzer von 1 Laymgrub 2 Pfenn. . . . dem Gabriel s. Müller 
zu Dietmanstorf und seiner Hausfrau Anna. Sie sollen ihm 
aber künftig alle Jahre dienen: 3 Muth Weizen Egemburger 
Mass Mallgut das gut und gerecht sey — (zu jeder Quatember 
22 Va Metzen) „und wir sullen den in der Müll nemen und lie- 
fen, und der Müllner ist uns kainer für dadurch nicht phlichtig. — 
„Ich und mein eriben sullen und wellen auch die Prugk auf 
„meinem Tamb des hechtenteich ze Schretental was des ein 
„yeder Müllner zu Dietmanstorff ist phlichtig zu machen und 
„ze pessern gewesen nu hinfür von unserm aigengut machen 
„und pessern lassen als offt des not wirt angeuerd und umb 
„solich für das Ich und meine erben den traid als oben bemelt 
„ist selbs heben und fürn und auch den weg als vor stet sullen 
„pessern lassen sullen mir und meinn eriben die obgenanten Ga- 
„briel Müllner Anna s. Hausfrau ir eriben oder wer die Müll 
„besizt und innhallt auch jerleich dienn und zu yder vorge- 
„nanten Quattember gen Schretental raichen ain lauttern Stup- 
„pein layb brots das bringt ain ganz Jar vier layb und sol yder 
„layb syben phening wert sein. Auch sullen sy uns gehorsam 
„und gewertig sein als ander unser eribhollden — (auch die 
Dienste ausrichten, wie oben angeführt ist). Er hat auch zur 
Mühle gegeben seinen Weingarten zu Dietmanstorff, genannt 
die Preitten, 4 Viertel, wovon am St. Michelstag in die Pfarr- 
kirche zu Respiz 28 Pfenn. zu dienen sind. Dieser soll bei der 
Mühle künftig bleiben. Zeuge mit seinem Siegel : „der edl Stibar 
von Tresniz („mein diener 11 ). Diplomatar. Eizinger. fol. 76. — 

110. 1448. 31 März. — Andreas Reittrer, Bürger zu 
Bgentaig und Barbara seine Hausfrau, dann Simon Kek, Bür- 



59 

ger daselbst (für seine Kinder Stephan, Katharina und Helena) 
verkaufen dem edlen Ulrich Eizinger von Eizing ihre halbe 
Mühle m Dietmanstorf mit Zagehör („und alls die von alter 
„her mit irer hofmarch umbvangen ist"), davon man jährlich zu 
Georgi der edlen Frau Anna, Witwe des Wolfgang Strewn in 
ihr Amt zu Dietmanstorf 30 Pfenn. dient — dann 6 Viertel 
Weingarten, gel. in Radendorfer veld, genannt der veldsaz, 
davon man auch der Streunin in ihr Amt zu Dietmanstorf zu 
Micheli 28 Pfenn. dient. — 

Besiegelt durch die Burgfrau Anna v. Strewn, und (für 
die Verkäufer, die der Zeit kein eignes Siegel hatten) durch 
den edlen Kolman Grasser und den „ erbern weisen Hanns Kelbl, 
Rathsbürger zu Egenburg. — Diplomatar. Eizinger. fol. 114. 
115. — 

111. 1448.28 April (Sonntag nach Georgi). W r ien. Michael, 
des h. röm. Reichs Burggraf zu Maydburg, Graf zu Hardek, 
des Reichs Hofrichter, erklärt für sich und seinen ganzen Stamm, 
dass die Brüder Oswald und Stephan Eizinger ihre Lehen von 
Ihm künftig als freyes Eigen geniessen sollen (so lange der 
Stamm dauert ) ; und erst , wenn nach Abgang des Stammes, 
die Herrschaften vermög Erbverbrüderung an die Oesterreichi- 
schen Herzoge kommen , soll der Lehensverband wieder ein- 
treten (!). — Die Entschädigung, welche sie dafür gegeben, 
besteht in folgenden Stücken: 

„Item von ersten die vesten zu Frewntzperg mit aller irer 
„zugehörung." 

„it. den Zehent mitsamt der traidgült und phenninggült, 
„was Sy der zu Weydesueld habenn." 

„it. den Hof zu Rez in der alten Stat mit seiner Zugehör 
„mitsambt Irer zugehörung güllt zu Alberndorf („alles andere, 
„was sie sonst bisher zu Lehen hatten.)." 

Zeugen mit ihren Siegeln: Wolfgang der Hinterholzer zu 
Molt und Kaspar der Schifer. Diplomatar. Eizinger. fol. 107. 

112. 1448. 28 April. Wien. — Burggraf Michael zu Maid- 
burg etc. gibt dem edlen Ulrich Eizinger die Stücke, welche 
Üt und sein Bruder bisher von ihm zu Lehen hatten, als freye 

n. so lange der Stamm dauert etc. etc. 



60 

1. Haus und Schloss Schrctental mit Zugehör etc. 

2. Haus Pusleinstorff mit Zugehör etc. 

3. Das Dorf Markastorff mit dem, was er von den Drugsessen 
von Grub gekauft hat. 

4. Etliche Gülten, gel. zu Nelib, die er von dem Topler und 
dem Ladendorffer gekauft hat. 

5. Die Veste zum Rugers mit Zugehör — 

und Alles, was er sonst zu Lehen hatte . . . etc. etc. 

Zeugen, mit ihren Siegeln: Wolfgang Hinderholzer von 
Mollt und Kaspar der Schifer. — Diplomatar. Eizinger. fol. 109. — 

113, 1448. 17 May (Freitag nach Pfingsten). Erhard Wazlab, 
Hanns Kristan, Hanns Hueter, Niclas Salmut, Stephan Wueniger, 
alle gesessen zu Waizendorf, dann Andre Nöppl, zu Markestorff 
und Wolfgang Paur, zu Pulka, verkaufen ihrem gnädigen Herrn 
Ulrich Eizinger von Eizing, gewisse Aecker und Gründe (zu 
einer Teichstatt „daz Markastorff"). 

(Note zur Seite: „Summa des dienst in das Ambt gen 
Waizendorff, so ain richter hinfür abget facit . . 34 d. (Das Amt 
zu Waizendorf gehört dem Ulrich Eizinger). 

Besiegelt (für sie) durch die edlen Stibar von Tresniz und 
Wolfhart den Moshaymer. Diplomatar. Eizinger. fol. 70. — 

114. 1448. 18 October (Freitag nach St. Colomann). Peter 
Seman und Dorothea, seine Hausfrau (Tochter weil. Wolfgang 
des Ebergössiger) verkaufen ihr rechtes freyes Eigen, ver- 
schiedene Gülten und Güter, meist Weingärten, zu Mitterberg, 
Zelderndorf, Altenberg, dem edlen Wolfgang Hinderholzer zu 
Molt und seinen Erben, von welchen Stücken man den Mönchen 
des Klosters zu Rez (Dominicaner) jährlich 3 % Schilling Pfenn. 
und 1 Helbling dient. 

Zeuge mit seinem Siegel : der edle Kaspar der Harresser. — 
Diplomatar. Eizinger. fol. 68 — 69. 

115. 1448. 28 October (St. Simon et Judatag). Die Brüder 
Wolfgang, Georg und Bernhard Dressidler verkaufen dem edlen 
Ulrich Eizinger von Eizing ihr freyes Eigen den Hof zu Trabarn- 
reut („darauf yzund sizt Nicl Glesl dauon man jerleich an sand 
„Kolmanstag dient 7 Schilling Wienerpfenn. ") und ein ganzes 
Lehen daselbst (an dem Ort gen dem haws vber gelegen 



61 

darauf izund Hanns Maninil sizt, davon man auch jerleich an 
St. Kolmanstag 7 Schilling Pfenn. dient). 

Versiegelt durch Georg und Bernhard Dressidler und (für 
den Wolfgang, der sein Siegel nicht bei sich hatte) den edlen 
Kolman den Grass zu Egemburg gesessen. 

Zeuge mit seinem Siegel: „Der edel vest Ritter Her Erasm 
der Malzkasten. — Diplomatar. Eizinger. fol. 69. b. — 

116. 144S. 10 November. Abt Kristan von Melk bestätigt 
als Lehensherr der Pfarrkirche zuOberndorff den Verkauf mehrerer, 
dieser Kirche eigenen Dienste und Gülten zu NeundorfT, Merteins- 
dorff und Zaintgrub, auf behausten Gütern und Ueberländ in der 
(iarserpfarre gelegen, an den edlen Ulrich Eizinger von Eizing 
durch den Pfarrer und die Gemeinde obiger Pfarrkirche. (Kauf- 
schilling: 25 Pfund Wienerpfenning.) — Diplomatar. Eizinger 
fol. 74. b.- 

117. 1448. 20 November (Mittwoche nach Elisabeth). Die 
Brüder Albrecht und Georg Krumbacher zu Stoyzendorf ver- 
kaufen dem edlen Ulrich Eizinger von Eizing, mit Erlaubniss 
ihrer Burgherren, ihre beiden Höfe zu Teinzendorf. 

Von erst den obern Hof an dem Ort gegen Pulka wärts 
gel. (der freyes Burgrecht ist vom Gotteshaus St. Johann zu 
Martberg, dem man zu Micheli dient 30 Wienerpfenn. Burgrecht 
und nicht mehr, keine Steuer, keine Robot etc. etc.); dazu 
gehören folgende Stücke: it. im obern Feld am Dietmanstorfier 
gemerk 18 Gwanten it. in dem nidern Feld an Zeldendorffer 
Feld 18 Gwanten it. aber in dem nidern Feld 2 gwanten akcher, 
ördig niitsamb ainer au velber daran gelegen. It. in dem Feld 
auf dem Schretenpach 8 Gwanten : it. in demselben Feld zunächst 
am Mittlperg 4 Gwanten acker — It. 6 viertel Weingarten im 
Altenperg und hinder dem Hof 4 viertel Weingarten, it. 1 Baum- 
garten nächst oben am Hof gel. mitsamt allen Feibern und 
Baumstätten hinter der Mühle, it. 1 Baumstatt auf dem Schreten- 
pach in dem neuen Teich, die dann ausgereut sind, dann einige 
Gülten zusammen 3 Schillinge 26 Pfenn. (darunter von einem 
Saffrangarten 2 Pfenn.) — 

it. den untern Hof zu Teinzendorf, wozu folgende Stücke 
gehören : 



62 

von erst in, dem obern Feld 9 Gwanteu, it. im niedern 
Feld 10 G wanten, it. in dem Feld auf dem Schretenpach an 
dem kueweg 6 gwanten; it. in dem Hungerveld 3 gwanten akcher. 
it. hinter dem Hof 1 gwanten mitsamt dem gertl mittall. it. auf 
der Laymgrub 4 viertel Weingarten. 

it. 1 Bauingärtel auf dem Mühlgraben, it. 1 Wiese genannt 
die Jungwiese gel. in dem nidern veld. it. im Schretenpach 
1 Baumstatt, it. 5 Krautgärten in der jungen Wiese und soll 
jeder gen Martperg dienen 2 zusammen 10 Pfenn. und 1 ackerl 
daran in der leitten, dient gen Martperg zu Micheli 2 Pfenn. 

So dint man auch jerleich von dem benanten klainen hof 
mit seiner Zugehörung zu U. L. Frauen Pfarrkirchen -Zeche 
gen Zelderndorff am St. Michelstag % Vierting Wachs und 
nicht mehr. 

Zeuge mit seinem Siegel: Der Edl Kristoff Stoyzendorffer, 
unser Vetter. — Diplomatar. Eizinger. fol. 77. — 

118. 1449. 6 Jänner (Heil. 3 Königtag). Ulrich Eizinger 
von Eizing sagt den Andreas Reittrer, Bürger zu Egenburg etc. 
und den Simon Kek, die ihm ihre Mühle zu Dietmanstorff u. s. w. 
verkauft haben, des ihm angelobten Schirmes ledig, da die Burg- 
frau, Anna von Streun wegen Fertigung des Kaufbriefes Schwierig- 
keiten macht etc. etc. („sunder darumb das sy maint dieselb 
„halb Mül sey auf irem tail nicht burkchrecht und sull ir mit 
„ainem eribholden besezt und zinsper sein als ander ir gemain 
„hindersessen und holden dawider aber die obgenanten der Reittrer 
„und Kekch anstat ir selbs und irer hawsfrawn und kindern 
„soleich widerred haben und sprechen das die obgenant ganz 
„Müll auf ainem frein burkchrecht grünt und flekch ze veld 
„mitsambt dem Müllslag gelegt und gepawt sey worden und davon 
„man dann dein maister und der Strewnin albeg ierleich sechzig 
„phcning burkchrecht dient so lig auch die stuben und die hausung 
„darinn dann ain yeder Mülner wonet und sizen mues auf der 
„pfarrkirchen Zech zu Respitz grünt und sey ain hofstat die man 
„sunderleich zu derselben Zech verdient und das die Mül kainen 
„rukch noch aigen behausung nie gehabt hab und die noch nicht 
„hab ,, — ) Da sie nun etliche Mal ansuchten wegen der Fertigung, 
auch in Unkosten versetzt waren u. s. w. , so begibt er sich der 



63 

Fertigung und des Schirmes („haben sich darumb etc. mit mir 
..ganz gcricht und überkomen etc. etc." — ) 

Zeuge mit seinem Siegel : „der edl Kristoff Stoyzendorffer, 
sein Diener." — Diplomatar. Eizinger. fol. 116. — 

119. 1449. 6 Jänner. Wolfgang Hinderholzer, zu Mollt, ver- 
kauft dem edlen Ulrich Eizinger v. Eizing seinem Vetter Gülten 
auf behausten Gütern Ueberländen und Burgrechte zu Zeldern- 
dorf, alle freyes Eigen, im Betrage von jährlich 5 Pfund 20 Pfenn., 
die er von dem Edlen Peter dem Seeman und seiner Haus- 
frau Dorothea gekauft hatte , und übergibt ihm auch den 
Kaufbrief. 

Zeuge mit seinem Siegel: „Der Edel Kristoff Stoyzen- 
dorffer/' — Diplomatar. Eizinger. fol. 230. b. — 

120. 1449. 12 Jänner (Sonntag vor St. Antonientag) Neustadt. 
K. Friedrich bestätigt als Vormund K. Ladislaus P. die von dem 
Burggrafen Michael von Maidburg vorgenommene Eignung der 
Lehen für die Brüder (Oswald und Stephan} Eizinger. 

1. Die Veste Frewnzperg. 

2. it. den zehent mitsammt der Getreidgült und Pfenninggült 
zu Weydesveld. 

S. it. den Hof zu Rez in der alten Stadt mit Zugehör mit- 
sammt der Gült zu Alberndorf und alles was sie sonst za 
Lehen hatten. — Diplomatar. Eizinger foL 110. — Lich- 
nowsky VI. Nro. 1438. 

121. 1449. 12 Jänner. — Neustadt. K. Friedrich bestätigt 
als Vormund des K. Ladislaus P. die von dem Burggrafen Michael 
von Maidburg vorgenommene Eignung der Lehen für Ulrich Eizinger: 

1. Haus und Schloss zu Schretental mit Zugehör. 

2. it. das Haus Puslestorff m. z. 

3. Das Dorf Markastorf mit dem, was er von den Drugsezen 
von Grueb gekauft hat. 

4. it. etlich Gült, gel. zu Nelib, die er von den Topler und 
Ladendorffer gekauft hat. 

5. it. Die Vest« zum Rugers m. z. . . etc. — Diplomatar. 
F/izinger. fol. 110. b. Lichnowsky VI. Nro. 1439. 

122. 1449. 18 Jänner (Samstag nach St Antonientag) 
Neustadt. K. Friedrich verleiht als Vormund des K. Ladislaus 



64 

dem edlen Ulrich Eizinger von Eizing alle jene österreichischen 
Lehens Stücke, die in einem Gerichtsbriefe des Grafen Bernhard 
von Schaunberg, Landmarschalls in Oesterreich, ihm bei einer 
Klage zugesprochen wurden. 

(„Als der edel unser 1. g. Ulrich Eizinger von Eizing auf 
„zwen geltbrief ainer von weylent Annen Hannsen des Schenkchen 
„von Sebarn hawsfrawn Hainreichen des Eizinger tochtter anstat 
„Ir selbs und Magdalenen Irer und des benanten Schenkchen 
„tochter und der ander von demselben Schenkchen und seinen 
„erben lauttend ain behabnuss mit recht erlangt hat und darumb 
„auf etlich Stukch guter und güllt in unserm Fürstenthumb 
„Oesterreich gelegen mit gericht komen und angesezt ist nach 
„der gerichtsbrief und ansazbrief laut" . • •) — Diplomatar. 
Eizinger. fol. 110 it. 137. — 

123.4449. 18 Jänner.— Neustadt. K. Friedrich befiehlt 
dem Richter und Rath zu Laa, dem Ulrich Eizinger die, dem 
Hanns Schenk von Lostorf zu Laa eigenen, und nach dessen 
Tode mit andern Theilen seiner Verlassenschaft ihm gerichtlich 
zugesprochenen Nutzen und Gülten einzuantworten. 

(Nb. „ist verkawflft.") — Diplomatar. Eizinger. fol. 111. — 

124. 1449. 24 Jänner (Freitag nach St. Antoni.) Neustadt. 
K. Friedrich nimmt den edlen Ulrich Eizinger von Eizing, der 
von dem Landmarschall in Oesterreich Grafen Bernhard von 
Schaunberg auf 2 Geldbriefe („der ainer fünffhundert phunt 
„phening von weillent Annen Hannsen des Schenkchen von 
„See warn Hausfraw Hainrichs des Eyzinger tochter an statt ir 
„selbs und madalen irer und des benanten schenkchen tochter 
„und der ander von denselben schenkchen und sein erben fünfF- 
„hundert ungrisch guldein lautent acht zehen tausent pfunt pfening 
„schaden") Recht erlangt hat und auf einige Stücke Gülten 
und Güter verwiesen wurde, in Schutz und Schirm, und befiehlt 
allen Hauptleuten etc. etc. ihn dabei zu erhalten. — Diplomatar. 
Eizinger. fol. 137. b. — 

125. 1449. 24 Jänner (Freitag vor St. Pauli Bekehrung). 
Neustadt. K. Friedrich verleiht, als Vormund des Königs Ladislaus, 
dem edlen Ulrich Eizinger von Eizing , als Lehensträger im 
Namen seiner Brüder Oswald und Stephan, mehrere, von dem 



65 

Grafen Michael von Maidburg, ihnen ..angeeignete'' and noch 
andere Lehensgüter: 

«von erst das haws and geslos ze Schretental als weit 
„das mit den alten greben ambfangen gewesen ist mitsammt 
„anderer seiner zugehörung. — Item das haws Pusleinstorff mit 
„seiner zugehörung auch bey Schretental gelegen. — It. das 
„dorff gnant Markestorff dasselbs mit allen dem and sy das 
„Ton den Drachsessen von Grub gekauft habent. — It ettlich 
„gült gelegen zu Xelib, die sy von dem Topler und dem Laden- 
„dorffer kaufft habent — It die vessten zum Rugers mit irer 
„zogehörung. — It die vessten zu Frontzperg mit aller irer 
„zogehörung. — It der Zehent mitsambt der traydgüllt und 
„pfeniggült, was sy der zu Weyderuelt habent uad der hoff zu 
„Rez in der alten stat mit seiner zagehörung mitsambt irer 
gült zu Alber ndorfr.'' Commissio Domini Regis in Consilio. — 
Diplomat ar. Eizinger. Fol. 108. — 

126. 1449. 2 März (Sonntag Invocavit). Katharina Rasen- 
auerin. Aebtissin zu St Bernhard und der Convent willigen, als 
Grandfrauen, in einen Kauf und Tausch, den ihre Leute zu 
Waizendorf mit dem edlen Ulrich Eizinger von Eizing abge- 
schlossen haben: 

„von ersten hat Michl Schecher riehter zu Waizendorff 
-S gwanten ausgewechselt die in sein lehen darauf er ye* 
„sizt gehört hat gelegen in den urbarn und ainen andern akcher 
„dafür genomen, gelegen bey dem Geiger." 

It. Lienhart Pawr daselbs hat verkauft Vi gwanten gehört 
-in sein lehen zunächst des benanten Schechner — halben gwanten 
„genant in den urbarn umb 2 Pf. Pfenn. — und Hanns Rausch 
„and Tywalt Wazlaw habent auch verkauft */» gwanten zu nächst 
„Hannsen des Pawern gwanten genant in der Scheiben um 
„2 Pt Pfenn.' 1 — Diplomatar. Eizinger foL 231. b. — 

127. 1449. 23 May (Freitag nach Chr. Himmelfahrt). Wien. 
Michael, Burggraf zu Maidburg und Graf zu Hardck, des 
h. Römischen Reichs Hofrichter, gibt dem edlen Ulrich Eizin- 
ger von Eizing einige ihm durch Hanns den Schenken von See- 
barn vermachte Gülten und Güter Maidburger Lehenschaft, (für 
Mise Dienste) zu Eigen : 



66 

„Von erst zway tail weinzehent zu Zelderndorff, im Alten- 
„perg gelegen; 

it. 6. Pfund und 60 Pfenn. Wienerpfenn, gelts und 42 Eimer 
„Weins jährlichs Burgrecht, alter Mass, gelegen zu Retx an 
„dem Gokätsch im Newnperg, in der Stainpraiten im Tal und 
„auch im purkstal und den grossen Weingarten daselbs zu Hetz 
„an dem Gokätsch. 11 — Diplomatar. Eizinger. fol. 139. — 

128. 1450. 25. Februar (iMittwoche nach Invocavit) Krems. 
Hanns Gurbitz , Mitwohner zu Krems und Kunigund , seine 
Hausfrau, verkaufen dem Wolfgang Gang, Richter zu Egenburg, 
3 auf eben so vielen Lehen zu Zelderndorf (worauf der Jahr- 
tag zu Ravelspach für den Hanns Zischerl gestiftet ist mit 
2 Pf. 4 Schill. Pfenn.) gelegene Pfund Pfennige , die sie von 
weil. Hanns Veuchter, Pfarrer zu Rawelspach (des Hanns Gur- 
bitz Vetter) geerbt haben. 

Versiegelt (für sie) durch die „erbern weisen" Niclas Pfle- 
ger, einer des Raths zu Krems, und Wolfgang Hohenwarter, 
Bürger daselbst. 

Zeug-e mit seinem Siegel: „Der Erber Albrecht Geirsperger," 
Bürger zu Krems. — Diplomatar. Eizinger. fol. 282. — 

129. 1450. 9. März (Montag nach Oculi) Neustadt. — 
K. Friedrich befiehlt den Geschäftsleuten des Erhart Doss (Ulrich 
Eizinger u. A.), dem Oswald Eizinger von Eizing*, seinem Hauptmanne 
zu Drosendorf, von dem Gelde, welches Doss von der Rechnung 
des Forstmeisteramtes her noch schuldig war, die Burghut aus- 
zurichten. 

(Er hatte schon früher Befehl gegeben an Sigmund von 
Eberstorf, Obristen Kämmerer und Hubmeister in Oesterreich etc. 
es war aber bisher nicht geschehen.) — Diplomatar. Eizinger. 
fol. 118. — 

130. 1450. 15. März (Sonntag Lätare), Probst Johann zu 
Herzogenburg (Gotteshaus St. Jörgen zu H.) gibt dem edlen Ulrich 
Eizinger von Eizing mehrere Zehente (die das Kloster wegen 
Feinden und anderen Schaden nicht einbringen konnte) auf 
drei Jahre in Bestand: 

„Von erst unsern traidzehent zu Rapcz was uns zu unserm 
„tail allain daselbs zuegepurt auch darinn wir mit Hannseq 



67 

s Hi<Her und seiner Ilaiisfraun zu tailen haben und mitsaml den 
.,4 flutten so uns der Hidlcr und seine Hausfrau vom Zehenthof 
„jerlich geben darzue allen klainen Zehent und lcwtkauf phc- 
„niDg von allen Zugehörungen etc. urab 15 Pf. Pfenn." 

..lt. 11 Phunt phenn. die uns der edl Herr her Jörg von 
„Puchaim Obrister Drugsez in Oesterreich jerlich von 1 Treid- 
„zehent zu Teya und andern Zehenten geyt, die er in bestands- 
„weis hat und ."»' j phunt phenn. so uns die edl fraw fraw 
„Dorothea geborn von Pottendorf und H. Hannsen von Puchaim 
„sei. witib anstat ir und Irer kinder auch jerlich gibt von 1 Treid- 
„zehent auf etlichen Dörfern, die sew von uns in bestandweis habend. ,, 

Er (Eiziöger) soll also jährlich 31 Pf. 4 Schill. Pfenn. am 
St. Gilgentag in den Herzogenburger Hof zu Egemburg reichen. — 
Ist ausgestrichen. — Diplomatar. Eizinger. fol. 112. — 

131. 1450. 1. May (Freitag Phil, und Jacobstag). Hanns von 
Meirs , Pfarrer zu Gars, bestätigt den Grundstückwechsel, den 
mehrere Unterthanen seiner Kirche mit Ulrich Eizinger (bei 
Gelegenheit des Teichdammes zu Zaintgrub) getroffen haben. — 

Zeuge mit seinem Siegel: „Der edle Kolman Grasser." — 
Diplomatar. Eizinger. fol. 118. b. — 

132. 1450. 12. Juny (Freitag vor St. Veitstag). Ulrich 
Eizinger von Eizing gibt dem Caplan des St. Johannesaltars in 
der Garserpfarrkirche, „Herrn Hilbrannten Sachs,"' welchem er 
durch Anlegung eines Teichdammes nächst seiner Veste Zaint- 
grub in derselben Pfarre mehrere Gründe ausgetränkt hatte, 
folgende Gülten zum Auswechsel: 

It. Ulrich Muntreich zu Newndorff von 1 Wiese am St. 
Michelstag 14 Pfenn. 

it Xiclas Mösstl an demselben Tag von 1 Wiese 15 Pfenn. — 

it. Janns Schuelhofer an demselben Tag von 1 Acker 15. Pfenn. 

it. Peter Klesatl von Mertestorff von 1 Acker daz Zaint- 
grub 9 Pfenn. 

it. Ruegerin zu Mertestorff au demselben Tag von 1 Acker 
6 Pfenn. — 

Dann seinen Gctreidzehent auf dem Bauhof und auf dem 
Dorf zu Leubcstorff in Garserpfarr initsammt seinem Hof daselbst 
der vormals des Gater gewesen ist. — 



68 

Auch in Newndorffer veld auf 4 Joch Aeckern Drittel Zehent 
als ich den von Hannscn von JVeydek zu Rasstennberg gekauft hab. 

Dann den Zehent auf andern 4 Joch Burgrecht Aeckern, 
gel. zu Harmanstorf, die der Trutschel und der Springer inne- 
haben und izt öd liegen. 

it. sein Drittel Getreidzehent zu Newndorf auf 6 Joch 
Aeckern, die Paul Helbling und Cristan Hasch izunt innehaben! -<- 

Die von dem Caplan abgetretenen Stücke sind : 

von erst 16 Pfenn. gelts freies Eigen von einigen Aeckern 
und Wiesen. 

it. den Zehent auf 5 Joch Aeckern ganz — it. auf 6V2 Joch 
awey Theile Zehent. (Der dritte Theil gehört zur Veste Gars, 
ein Drittel dem Pfarrer zu Gars, ein Drittel ihm dem Ulrich 
Eizinger.) 

it. zu Zaintgrueb in dem veld gegen Gars wärts auf 7 % Joch 
ganzen Zehent. 

it. im veld zu Newndorff auf 6 Jochen Zehent theils ganz, 
theils mit dem Pfarrer zu Gars. — 

Zeugen mit ihren Siegeln : „Der edle Herr Oswalt Eizinger 
„von Eizing , Hauptmann zu Drosendorf (m. 1. Bruder) und der 
„edle Jann von Fledniz zu Nidern Müchsniz." — Diplomatar. 
Eizinger. fol. 79. 80. 

K. Friedrich, als Vormund des K. Ladislaus, bewilligt 
als Lehensherr des St. Johannesaltars in der Garserpfarrkirche, 
diesen Gültenwechsel. 

Diplomatar. Eizinger. fol. 138. b.) (Ebendas. die Bitte des 
H. Sachs an K. Friedrich.) 

133. 1450. 15. Juny (Montag St. Veitstag). Sigmund Stok- 
arner zu Puchberg überlässt dem Edlen Ulrich Eizinger etc. 
zu seinem Teichdamme nächst Zaintgrnb mehrere Grundstücke 
gegen einen Auswechsel Anderer. (Nicht unbedeutend,) 

Zeuge mit seinem Siegel: „Der Edl Wolfgang Stokarner 
zu Stokarn (sein Vetter). — Diplomatar. Eizinger. fol. 1. b. — 

134. 1450. 15. Juny (Montag vor St. Veitstag (?) (St. 
Veit selbst am Montag) Puchberg. Sigmund Stokarner bittet den 
K. Friedrich (als Lehensherrn) um Bestätigung dieses Grund- 
stückwechsels. Diplomatar. Eizinger. fol. 139. — 



ff 

135. 1450. 28. Juny (Sonntag vor Peter und Paulstag), 
v Ulrich Eizinger von Eizing gibt dem Edlen Sigmund Stokarner 
zu Puchberg der grösseren Sicherheit wegen einen Revers, dass 
wie bisher zu Michaeli jährlich 6 Schillinge Pfenn. zu dem Heil. 
Creuzaltar in der Burgcapelle von Puchberg als Burgrecht 
gezahlt werden sollen. 

(„Als ich von meins Teichs wegen daz Zaintgrub auff den 
„grünten die zu meiuer vessten gen Lewbestorff gehörn ettweuil 
„Auswechsel mit wismad und ekchern getan hab, und wann aber 
„dieselben vesstenn mit irer zuegehörung von dem Edlen Sigmun- 
den Stokcharner zu Puchperg und des heyling krewz allter in 
„derselben vesstenn gelegen zu freym purkrecht rueret und jer- 
„leich an sand Michelstag diennt sechs Schilling phennig und 
„nicht mer und wie wol mit solhem Wechsel dem benanten Altar 
„und dem Stokarner nicht abgangk geschehen ist hat derselb 
Sigmund Stokarner . . . (zu grösserer Sicherheit) . .) 

It. de eod. dato Urkunde des Sigmund Stokarner zu Puch- 
berg. Diplomatar. Eizinger. fol. 78. 

(Fortsetzung folgt.) 



IV. 

Handschriften 

der 

Sammlung des historischen Vereines 

für 

k 8 r ii t li Mi 



in 



Klagenfurt. 



73 



1. Gründlich und kurzgefasste Geschichte von Kärnthen. 

2. Kärnthens Christianisirung, Einwanderung der Slaven und 
ihre Bekehrung. 

3. Chroniken von dem Lande Kärnthen. 1764. 

4. Chronologische Daten über Klageufnrt und Kärnthen über- 
haupt, vom 16. bis eiuschliessend 18. Jahrhunderte. 

5. Beitrage zur Geschichte Kärnthens, die Gegend von Teichen 
betreffend. 

6. Sammlung von Generalien von Anno 1512 bis 1569, 1 Band 
Folio. 

7. Normalien de A. 1596 bis 1605. 

8. Extract aus dem Landtschrannen-Protokoll in Kärnthen in 
Hofftheidung Montag nach h. drei König. 1689. 

9. Kärnthnerische Landtagsschriften vom Jahre 1625. 

10. Kärnthnerische Landtagsschriften vom Jahre 1626. 

11. Geschichte eines kärnthnerischen Landtags von 1692. — 
Eine abschriftliche Chronik von Kärnthen. 

12. Kärnthnerische Zehend-Ordnung de a. 1577. (Copie.) 

13. Observationes der Kärnthnerischen Practica. 1680 — 1706. 

14. Inventarium aller ausständigen Steuern, Rüstgelt, Taitz auf- 
gelichen Gelt verfallnen Interesse, und dergleichen andern 
in einer Er. Laaft. des Herzogthumbs Khärnten General- 
Einnehmer-Amtt restierente Schulden etc. 1602. 

15. Landesverfassung Kärnthens in Bezug auf das Contributionale 
in Gemässheit der Rectiiiration. 

16. Ueber das Eigenthümliche der Unterthans-Verfassung in 
Kärnthen. 

17. Bemerkungen für Kärnthen über die Eigenschaften der 
Rustic.il- und Dominical-Besitzungen. 

18. Beschreibung sämmtlicher im Erbland Kärnthen befind- 
lichen Gattungen, deren Kaufrechten und Freistiften. 

19. Bemerkungen über einige zweifelhaft auffallende Landemial- 
Gefalle, nnd die hierüber bestehenden Gesetze. 

20. Beiträge zu einem kärnthnerischen Idioticon. 



74 



21. Carinthia sancta, complectens eorum noniina Bcatoruin, 
qui vel in publicis ecclesiae factis cognoscuntur, vel pro 
cujusque ecclesiae suae singulari consuetudine, usu et congrua 
temporum praescriptione atque veneratione coluntnr. Aquodam 
sacerdote religioso Carintho Clagenfurtensi conscripta. 
NB. Vormals im Dominikaner-Kloster zu Friesach. 

22. Kurze Verfassung des Lebens der heiligen Agathe Hilde- 
gardis, Markgräfin. (Copie.) 

23. Das Leben B. Domitiani, Herzogs in Kärnthen und Friaul, 
und der sei. Maria seiner Ehegemahlin. 

24. Vita sanctae Hemmae Viduae Monialis Fundatoris in Gurk. Kur- 
zer Inhalt des Lebens der h. Hemma, Stüffterin zu Gurkh 
auss alten Schriften colligiert durch ainen Canonicum regulä- 
rem Thumbherrn alldorth und abgeschrieben Anno 1639. — 

25. Protocolla processum canonificationis et miracula b. Hemmae 
concernentia. 

26. Eröffnung des Grabes des Gemahls der h. Hildegard, 
Stifters der Kirche Mochling im Jaunthale. 

27. Copie des von Erzbischof Arno I. zu Salzburg über alle 
Güter dieses Hochstiftes errichteten Salbuches. 

28. Mandat - Libell des Cardinal - Erzbischofs zu Salzburg, 
Matthäus 1567. 

29. Lexicon chronologico-topographicum. — Hiebei: 
Waldordnung des hochwürdigsten Fürsten und Herrn Johann 
Jacob, Erzbischofen zu Salzburg für das Erzstift Salzburg. 

30. Liber copiarum Privilegiorum Episcopatus Gurcensis a 
summis Pontificibus, Imperatoribus et Archiepiscopis Salis- 
burgensibus concessorum. 103 Pergamentblätter. 

Nb. Bis Fol. 79 Handschrift des 13. Jahrhunderts. Die fol- 
genden Blätter zeigen die Handschrift des 15. Jahrhunderts. 

31. Bruchstücke eines Copialbuches von Gurk. 
Anmerkung. 39 Pergamentblätter in Klein-Quart. Beginnt 
mit einem Elenchus Episcoporum; es fehlt jedoch der 
Anfang, und die erübrigten drei Blätter enthalten die Bischöfe 
von Romor 1178 bis Urban, dessen kurze Biographic bis 
1551 reichet. 

(Confirmations-Urkunden von K. Arnulf bis Konrad III.) 



75 

32. Series saeculoruni, quibus ecclesia Gurccnsis a Komac 
Pontificibus Archiepiscopis Salisburgensibus , Episcopis 
Gurcensibas, Romanis 'mperatoribus , Romae regibus, et 
Austriae ducibus privilegiis suis fuit aacta. 

33. Elenchus Episcoporum, et S. R. J. Principum Gnrcensium 
Ex actis Archivä Episcopalis Strassburgi collectas Anuo 
1781. 

34. Annales Gurcenses . seu Privilegia Imperatoruin Reguni 
Archiducum et Ducum, eorumdemque Dominationes Con- 
firmationes et Decisa, ac aliae literae speciales. 

35. Geschichte des Bisthums Gurk. 

36. Handschriftliche Vorarbeiten zu einer Geschichte der 
Bischöfe von Gurk. 

37. Ettliche Aelter und Jüngere Urschadt, So dem Bamberg. 
Vicedom-Ambt von den Malefizigen Persohnen gegen nach- 
gelassener Leib- und Lebensstraff gegeben worden. 1399 — 
1597. 

38. Gräblacher Zacharias und L u d i n g e r Hermann (Aebte 
zu Ossiach). Annales Ossiacenses. — Aus den Blättern 
eines Ossiacher Codex 1 s, abgeschrieben von Th. F. 
v. A. — 

39. Copialbuch von Viktring. Auf 162 Pergamentblättern. 
Enthält die Stiftungsgeschichte und die ältesten Erwer- 
bungen. Die Copien reichen bis zum 17. Jahrhunderte, 
und sind von verschiedener Hand. Die älteste Handschrift 
ist aus dem Ende des 14., oder noch wahrscheinlicher 
aus dem 15. Jahrhunderte. 

40. Urbar des Stiftes Viktring de anno 1488. Vom Abte 
Johannes. Auf 153 Pergaraentblättern. 

41. Catalogus Monialium S. Georgii. — de anno 1744. 

42. Copialbuch aus dem Dominicaner -Kloster zu Friesach. 
Auf 18 Pergamentblättern. 

NB. Wahrscheinlich aus dem 16. Jahrhunderte. 

43. Copien von Denksteinen in der Stadtpfarrkirche zu Friesach. 

44. Copien der Aufschriften von den in der Kirche zu Mödern- 
dorf befindlichen Familiengemälden. 

45. Notizen über das Beneficium St. Johann bei Villach. 



76 



46. Kirchen-Rayttung des Gottsshauss St. Andree am Wässen- 
berg. 1642. 

47. Action Mein Jakofoen Rohrmeister Stadtpfarrers wider 
Einen Ers. Magistrat zu Klagenfurth in causa der Pfarr- 
khürch et propria. 23. May 1704. 

48. Clagenfurterische Cronica; Was in und um Clagenfurth 
von anno 1511 bis wiederumb anno 1611 als von 100 
Jahren in Fraidt und Laidt Denkwürdiges sich zuegetragen. 

49. Auszüge aus des Paul Kheppitz Clagenfurter Chronik de 
anno 1511—1611. 

50. Instruction, nach wellicher sich ein Herr Stattschreiber 
der Kaiserl. Statt St. Veit in Kärnthen zu verhalten hat. 

51. Confirmations-Abschrift gemainer Statt Villach reformirter 
Statuta, Gesatz, Ordnung und Freyheiten. 1612. 

52. Versuch einer kleinen Beschreibung des Bergbaues zu 
Bleiberg. 

53. Karollinische Hüttenberg. Bergwerks - Ordnung, Dd- Gratz 
den 10. Juny 1567. 

54. Historische Erzählung über das uhralte Eisen-Bergwerk 
zu Hüttenberg, Mosinz und Lölling in Kärnthen. 1765. 

55. Register über die Unterthans-Eindienungen zu den Aemtern 
Hallegg und Rottenstein. Aus dem 15. Jahrhunderte. 

56. Gerichtszeugbrief der Grosspuecher Undterthanen - Grund- 
herrschaften; contra der Holden zu Metschach und Fiatschach 
Grund obrtgkeiten , betreffend die Gemein und Holzstatt am 
Puechberg. 1571. 

57. Urbari des Ambts Nussberg und Frauenstein. 1636. 

58. Paan- und Pergthaidung zur Herrschaft Pottschach ge- 
hörig. 1648. 

59. Monita Arcana antiquissimae ac perillustris familiae de 
Aineth, origine de Ungnad et Weissenwolff, de auno 1400. 

60. Beschreibung der von Aineth. Familie, Nainben und In- 
struction. 

61. Verzeichniss der Besitzer der Freiherrschaft St. Patemion 
vor Alters „Im Thurm" genannt. 

62. Hoch- u. Herrlichkeiten , jura patronatus u. dgl. welche 
der gräfl. Lodroirschcn Primogenitur einverleibt sind. 1699. 






77 

63. Ueber die Herren von Gradenegg. 

64. Der Herren Khevenhüller Lebensbeschreibung. 

65. Fragmente manuscripti de vita St. Ruperti. 

66. Historia monasterii ad St Lambertum in Styria su- 
periori. 

67. Urbarium über die Güldt, Güetter nnd Einkhommen der 
Herrschaft Liechtenstein in Obersteyer. 1617. 

68. Bruchstück aus der Kaiser-Chronik. 

NB. Ein Blatt, Quart, Handschrift des 12. Jahrhunderts. 
Gegenwärtig zur Benützung bei H. Joseph Diemer, Scriptor 
an der k. k. Unhrersitäts-Bibliothek in Wien, diente ur- 
sprünglich zum Umschlage eines Urbars der Pfarre Lim- 
berg im Klag. Kreise. 

69. Handschrift aus dem 12. Jahrhunderte mit Federzeich- 
nungen (aus der Abtei MilUtat.) Inhalt: Vom Rechte; 
die Hochzeit; vom verlornen Sohn ,* Phisiologus; die Bücher 
Mosis. 

Herausgegeben von Theodor von Karajan, unter dem Titel : 
„Deutsche Sprachdenkmale des 12. Jahrhunderts. Wien 
1846." Mit Facsimilibus der Handschrift und Bilder. — 
(Vom Herrn Verfasser dem histor. Vereine für Kärnthen 
gewidmet.) 

70. Schützen-Protokoll über das zu Wien abgehaltene Kran- 
zelschiessen de anno 1650. 

71. Beglaubigte Abschrift einer Instruction für die österr. 
kaiserL Trompeter und Heerpauker de anno 1747. 

72. Tabulatur. (Enthält musikalische Cömpositionen.) 
Praeambulum, von L. Senfel. 

Pater noster, von Josquin. 
Ave Maria. „ „ 

Miserere. ^ „ 

Stabat mater, .. „• 

Tua est potentia .. „ 

De profundis, .. L. Senfel. 
Infirmitatem, j, Verieloth. 
Pater omnipotens, von Peter de Rüe. 
\ -uns Dei, von Josquin. 



78 



Nisi Dominus, von L. Senfel. 

In principio erat verbum, von Josquin. 

74. Ainether von Aineth (Heinrich). 

Beschreibung des löblichen Stiftes und Klosters Arnold- 
stein, von Anfang der Stifftung 1107 bis anno 1707. 
Was sich unter jedes Prälaten Regierung ereignet hat. 

75. Ankershofen von (Gottlieb, Freiherr).* 

Auszüge aus des Cameral- Verwalters Herrn Steinberg Hand- 
schrift. Beschreibung des Werbbezirks Friesach de 1812. 

76. Ankershofen von (Gottlieb, Freiherr). 

a) Bürgermeister zu Klagenfurt. 

b) De jure episcopi Labacensis in beneficium ad S. Ste- 
phanum in valle Junonis. 

c) Chronologische Daten. 

d) Salzburg. Vizedome zu Friesach. 

e) Landeshauptleute, Landesverweser, Landesvizedome in 
Kärnthen. 

f) Necrologia. 

77. Ankershofen von (Gottlieb, Freiherr). 

Excerpte aus den von Franz Rauter k. k. Appellations- 
rath zu Klagenfurt gemachten Auszügen aus den Wolfs- 
berger Archivsschriften und Urkunden. 

78. Ankershofen v. (Gottlieb Freiherr.) 

Ueber den historischen Anlass zur Sage von den Ver- 
heerungszügen der Margaretha Maultasch in Kärnthen. 1847. 
(Original.) (Vorgetragen vom Herrn Verfasser in der 
General-VersamnOT|g des historischen Vereines für Kärnthen 
am 12. October^l847.) 

79. Ankershofen von (Theophilus, Freiherr). 

Beitrage zur Genealogie der kämt. Grafen von Spon- 
lieim und Ortenburg. 

80. Benedikt von (Johann). 

Verzeichnis« der in der Stadtpfarrkirche zu Villach vor- 
handenen Grabes-Monumente aus dem 15., 16. und 17. 
Jahrhunderte. 

81. B I e i w c i s s (Jakob). 

Copien der zu Aquilcja befindlichen antiken Steinschriften. 



79 

82. ß I e i w e i s s (Jakob). 

Copien antiker Lapidar - Monumente aus Aquileja und 
dessen Umgebung. 1846. 

83. Findenigg v. (Vincenz, Ritter). 

Skizzirte Chronik von Sachsenburg als Pfarre und Ort. 
1828—1836. 

84. Gabelkover (Christoph). 

Gabelkoverisch Stammbuch. Mit vielen Wappen-Abbildungen. 

85. Grund n er (Anton). 

Reflexion über den Waldstand der Provinz Kärnthen, österr. 
Antheiles. 

86. Grüninger (Franz Xaver . Capitular des Stiftes St 
Paul, Professor der Geschichte zu Klagenfurt). 

Kurze Uebersicht der Geschichte des Herzogthums Kärn- 
then. 

87. Hermann (Heinrich). 

Probst Ulrich von Völkermarkt, Kärnthens ältester Ca- 
nonist. 

88. Hohenauer (Lorenz Franz). 

Lista der geistlichen Güter in Kärnthen, wie solche mit 
Anfang 1711 in der Ansag seyn und stehen. 

89. Hohenauer (Lorenz Franz). 
Statistische Daten : 

a - > Ueber Friesach. 

b. ) 

c. Ueber das Metnitzthal. 

90. Hollemschnig (Johann). 
Physisch-chemische Untersuchung des Mineral-Wassers im 
Mühlbachergraben bei der Stadt St. Veit in* Kärnthen. 
Nach W. A. Lampadius Handbuch zur chemischen Analyse 
der Mineralkörper vorgenommen. Klagenfurt 1823. (Ori- 
ginal.) 

91. J a r n i g (Urban). 

Auszug aus einer Sammlung fremder Wörter, die in den 
slavischen Mundarten als nothwendig (eigene Namen der 
Völker, Personen, Länder, Berge, Flüsse etc.) mit keiner 
oder geringer Veränderung aufgenommen, wir auch solcher, 



80 

die durch wechselseitige Revision und Aufnahme der ein- 
heimischen gut gebildeten Wörter entbehrlich werden 
können. 1839. (Orig.) 

92. J e n u 1 1 v. (Johann, Ritter). 

Anmerkungen zu dem Original-Stiftbriefe König Karlinanns 
vom J. 878, in welchem er dem Kloster und der Kirche Os- 
siach inKärnthen einige königl. Güter verleiht. 1813. Original. 

93. Jung (Ignaz Soc. Jesu zu Millstatt). 

Kurzer Inhalt des Lebens des heiligen Domitian, Fürsten 
und Erzherzogs von Kärnthen, Stifter der Kirche und 
des Klosters zu Millstatt 1692. 

(Abschrift von Lorenz Hohenauer, Probst zu St. Bartlmä 
in Friesach.) 

94. Khitt (Georg). 

Pflegambts-Raittung der Herrschaft Wartenstein und Ober- 
eggendorf. Von 1. Juny 1625 bis Georgi 1626. 

95. Küster (Valentin). 

Original- Abschrift von der Erbauung der Rosalienkapelle 
in der Felsengrotte auf dem Hemmaberge bei Eberndorf, 
Pfarre Globasnitz im Jaunthale. — 1844. 

96. Lamatsch (F. Ignaz). 

Verzeichniss der Prioren des Dominikaner - Klosters zu 
Friesach vom J. 1218 bis zu Ende des 17. Jahrhunderts, 
nebst einigen histor. Notizen. 1842. 

98. M a u s s (Joseph). 

Rede über die Nothwendigkeit einer allgemeinen vereinig- 
ten Akademie für Kunst und Wissenschaft zur Geburts- 
feier des Kaisers am 12. Februar 1813 , gehalten im 
Bibliotheksaale des k. k. Leinberger-Lyceums von Dr. 
Joseph Mauss, Professor der Geschichte. (Original.) 

99. Neugart (Trudpert). 

Libellus Majores maternos Rudolphi I. R. R. in Gottfrido 
duce Alemaniae Proavo Hildegarde conjugis Caroli M. 
subsistentes exhibens. — St. Paul im Lavantthale 1816. 
100. N e u g a r t (Trudpert). 

Questio duplex de duobus Udalricis Marchionibus Istriae 
qui Senilis XI. et XII. exstitere explicata. (Copie.) 






81 

101. Neugart (Trudpert). 

Brevis commentatio in vitam B. Hildegardis quae iu 
Stein, vico vallis Junonis ad dextram Dravi ripam, colitur. 

102. Neugart (Trudpert). 

a) Tabula genealogica comitum Spanheimensium inCarinthia. 

b) Tabula genealogica comitum de Bogen et ab Arcu. 

103. Neugart (Trudpert). 

Episcopatus Lavantinus in Carinthia inferiore. 

104. Neugart (Trudpert). 

Historia Monasterii S. Pauli 0. S. B. in Valle inferioris 
Carinthiae 1817. 

NB. Die Pars I. enthält eine mit Urkunden belegte Ge- 
schichte der Sponheimer in Kärnthen. Die Pars. II. die 
Series Abbatum. 

105. Neugart (Trudpert). 

Codex Traditionum Abbatiae S. Pauli in Carinthia inferiore, 
cum diplomatibus miscellis. Notis illustratus a P. T. N. 

106. Neugart (Trudpert). 

Dissertatiuncula de comite palatino duce Luitpoldo cujus 
mentio fit in Nro. LX. Codicis traditionum monasterii 
St Pauli 

107. Neugart (Trudpert). 
Urbaria S. Pauli. 

108. Neu gart (Trudpert). 
Xecrologia: S. Pauli. 

j, Monasterii Goess. 

„ Chartus. Seitz. 

„ Run. 

„ Seccov. 

„ Fraternitatis Seccov. 

109. N e u g a r t (Trudpert). 

Specimen Lexici topographico - genealogici Interioris Au- 
striae. Celeberrimo Johanneo Graecensi D. D. D. 

110. Schmidt (Joh. Georg). 
Individual-Consignation der mit Limito belegten 12 Rott- 
schaften in Grosskircheim über ihr aussgemessen und 
abgenohmenes Salz pro anno militari 1802. 

ü 



82 

112. Tangl (Karlmann, k. k. Professor in Lemberg). 

Bruchstück aus einer noch ungedruckten Geschichte der 
Herrschaft Waidenstein in Kärnthen. 

114. Unrest (Jacobus in Sternberg). 

Cronica, darin nit allein deren von Adl wegen Irer jeder- 
zeit Ritterlichen Taten, Lob, Er und Preis geschrieben, 
sondern auch ain ursprünglicher khurzlicher Ausszug vom 
Lande Khärndten und aller Bistumben, Abteien und Prob- 
steien, wie dieselben gestiftet etc. Zusammengezogen, 
verfasst und beschrieben 1601. 

115. Unrest (Jacob). 

Copie von Jacob Unrest's Chronik von Kärnthen. 

116. Weber (Ludwig, Capitular des Stiftes St. Paul und k. k. 
Professor zu Klagenfurt). 

Copien der Urkunden aus dem Archive des Stiftes Viktring. 

118. Wolf v. (Joseph Anton, Ritter). 

Geschichte des k. k. in. öst. küstenl. Appellationsgerichtes 
zu Klagenfurt von dessen Entstehung d. d. 1. Juli 1786; 
enthaltend die Anstellung, Uebersetzung, Beförderung und 
Todesfälle des ganzen Personals; nebst den sämmtlichen 
Gesetzen, welche einen k. k. Beamten überhaupt betreffen. 

119. Würth v. (Dr. Joseph). 

Vorlesungen über strafrechtliche Rechtsgeschichte, gehal- 
ten an der Universität zu Wien in den Monaten Dezem- 
ber 1844, dann Jänner und Februar 1845. 



V. 
Instruction 

Erzherzog Ferdinands von Oesterreich etc. etc. 

for 

Carl von Burgund, Herrn zu Bredam, 

den er zu seinem Bruder Kaiser Karl (V.) 
abgesendet hat. 

1524 im Juni. 



Aus dem gegenwärtig im k. k. Haus- und Staatsarchive aufbewahrten Originale 

mitgetheilt 

»'«« .#. ChmeL 



85 



Xliis nachfolgende Actenstuck ist eine bedeutende Ergänzung 
der von Bucholtz*), Ranke**), Förstemann *°°) , Lanz****) 
11. s. w. mitgetheilten Docuraente zur Beleuchtung der Geschichte 
Karls V. und seines Bruders Ferdinand I. 



*) Bucholtz theilt in seiner umständlichen Geschichte K. Ferdinands I. 
aus dem Jahre 1524 ein einziges Actenstuck mit, welches zudem nicht 
die rein deutschen Angelegenheiten betrifft; es steht im zweiten Bande, 
Urkunden-Anhang Nro. II. S. 503 — 519: ..Copie de la Minute de 1* In- 
struction secrete ecrite de la main du Chancelier Oattinare donnee par 
„1' Empereur ä Gerard de Pleme Seigneur de la Roche, envoie en Angle- 
„terre, donnee ä Burgos le 14 May 1524." 

Wir haben uns an einem andern Orte (S. zweites Heft der akademi- 
schen Sitzungsberichte) über die Notwendigkeit ausgesprochen, die 
Zeit K. Ferdinands I. (in Verbindung mit der Geschichte K. Karls V.) 
einer ganz neuen Bearbeitung zu unterziehen, so verdienstvoll Bucholtz's 
Arbeit übrigens ist; wir rathen jedoch wohlmeinend zu warten, bis die 
Forschung ihr Amt gewaltet hat, denn aus keiner Zeit gibt es mehr 
noch unbenutzte Quellen als aus der Periode Karls des Fünften. 
**) Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation. Von Leopold 
Ranke. Sechs Bände. Berlin 1839 — 1847. 8. Bei Dunker und Humblot. 
Der sechste Band dieses ausgezeichneten Werkes enthält : Anhang. 
Urkunden, Auszüge und kritische Bemerkungen. (S. 1—540.) Aus dem 
Jahre 1524 kein Stück. Im zweiten Bande handelt das vierte Capitel 
(S. 100 — 144) und das fünfte (S. 145—181) von den Verhältnissen, 
welche in der hier mitgetheilten Instruction berührt werden. Es ist 
ohne Zweifel von höchstem Interesse , die dort so geistreich vorgetra- 
genen Ansichten mit einer so bedeutenden Zeitstimme zu ver- 
gleichen, jedenfalls muss der objektiven Darstellung noch grössere 
Geltung werden. 

***) „Neues Urkundenbuch zur Geschichte der evangelischen Kircben-Refor- 
,.mation. Durch allerhöchste Munincenz Sr. Majestät des Königs Friedrichs 
„Wilhelm IV. von Preussen herausgegeben von Carl Eduard Forst e- 
„mann, Doctor der Theologie und Philosophie. Erster Band. Hamburg, 
„bei Friedrich Perthes. 1842. 4. 394 SS. Die Abschnitte I., II. und IV. 
geben reiche Ausbeute, besonders der letztere: „Urkunden zur Ge- 
schichte des Jahres 1524; über den Reichstag zu Nürnberg, da« 
Reichs-Regiment, den Convent zu Regensburg, die Unruhen der 
Bauern etc. (S. 113 — 227. 103 Nummern). 

••*•) „Correspondenz des Kaisers Kart V.— Aus dem königlichen Archive und 
„der Bibliotheque de Bourgogne zu Brüssel mitgetheilt von Dr. Karl 



86 

Sein reicher Inhalt geht aus dem hier vorausgeschickten 
deutschen Auszuge hervor, den wir desshalb initzutbeilen für 
nöthig erachteten, weil in der Regel nur jene Actenstücke be- 
achtet werden, worauf besonders aufmerksam gemacht wird; nur 
selten hat selbst ein Gelehrter die Geduld oder nimmt sich die 
Zeit einen etwas längeren Brief oder ein weitläufigeres Acten- 
stück genau zu studieren und sich alle darin enthaltenen Gold- 
körner zu notiren, Viele begnügen sich mit den Aufschriften 
und kurzen Inhaltsangaben. 

Man wird aus dieser Instruction sowohl den Character der 
Fürsten als den Stand der Dinge näher kennen lernen; wir ma- 
chen besonders aufmerksam auf Ferdinands Bestreben, die 
römische Königswürde zu erlangen, das wir weniger dem Ehr- 
geize als der richtigen Erkenntniss zuschreiben, dass der ab- 
wesende Bruder Deutschland viel zu wenig beachte und sich 
darum beinahe nicht kümmere, verhindert durch anderweitige 
Geschäfte und Pläne. Bemerkenswerth ist auch Ferdinands An- 
sicht über die von Luther ausgegangene Bewegung, der junge 



„Lanz. Drei Bände. Erster Band. (1513 — 1532.) Leipzig. F. A. Brock- 
„haus 1844. 8. 706 SS. (Nro. 1—284.) Zweiter Band (1532 — 1549). 
„1845. (Nro. 285—715). 686 SS. Dritter Band. (1550 — 1556.) 1846. 
„(Nro. 716—1009) 712 SS. Ein sehr verdienstliches Werk. Herr Lanz 
arbeitet bekanntlich an einer Geschichte K. Karls V. S. meine Anzeige 
in den Wiener Jahrbüchern der Literatur. Band CX. S. 178—209, CXI 
S. 174—198 und CXII. S. 12—44, nebst 16 Stücken Ergänzungen aus 
den Jahren 1516 — 1524. Aus dem Jahre 1524 theilt Herr Lanz vierzehn 
Stücke mit, von denen fünf Erzherzog Ferdinand und die deutschen An- 
gelegenheiten betreffen ; zwei Schreiben des Kaisers Karl an deinen 
Bruder Erzherzog Ferdinand vom 16. Jänner (Nro. 48) und 2. März 
(Nro. 50) 1524, zwei Berichte des kaiserlichen Gesandten J. Hannart 
an den Kaiser vom 13. und 14. März 1524 (Nro. 52 und 53) und eine 
Instruction desselben Hannart für M. Gilles an den Kaiser, vom 26. 
April 1524 (Nr. 55). Diese drei Actenstücke sind äusserst interessant, 
um so bedeutender wird die hier mitgetheilte Instruction Erzherzogs 
Ferdinands , da sie uns die Ansicht der Dinge von einem andern Stand- 
punetc aus gewährt. Ein Abschluss und Endurtheil ist übrigens wohl 
noch nicht möglich , dazu gehören noch weit mehr Aufschlüsse und Mit- 
theilungen von den mitwirkenden Personen und Theilnehmern. Darum nur 
fortgesetzte Forschungen ! — 



87 

Fürst war eifrigst kirchlich gesinnt, ihm musste dieselbe, der 
sich freilich so viele Elemente der Ausartung beigesellten, ein 
Gräuel seyn; in reiferen Jahren und am Ende seines Lebens 
wurde bekanntlich Ferdinand milde und versöhnlich und seine 
Schuld war es nicht, dass sich Deutschland nicht wieder kirch- 
lich vereinigte. 

Wir haben bei einer andern Gelegenheit schon auf die hi- 
storische Wichtigkeit des kurzen Zeitraums von 1519 bis 1526 
aufmerksam gemacht, in dem sich so viel ereignete, so vieles — 
versäumt wurde. Da wir die Geschichte dieses Zeitraumes (vom 
\>de Maximilians I. bis zur Wahl Ferdinands zum böhmischen 
lann ungrischen Könige) einer gründlicheren Beleuchtung unter- 
iehen wollen als ihr bisher zu Theile geworden, so ersuchen 
rir alle Freunde der vaterländischen Geschichte, denen Acten- 
tücke, Briefe, Memorialien u. s. w. aus diesem Zeiträume zu 
iebothe stehen, uns davon Nachricht zu geben und getreue 
>schriften mitzutheilen , die wir nach und nach hier veröffent- 
ichen wollen. 



Chmel. 



88 



Erzherzog Ferdinands Instruction fiir seinen Gesandten (Carl 
von Burgund Herrn von Bredam) an seinen Bruder K. Carl V. 

D. d. Stuttgart am 13. Juni 1524. 

i»-nfangs die kräftigsten Versicherungen von Anhänglichkeit und 
Ergebenheit. Klage, dass dieselbe bisher wenig auf die Probe 
gestellt worden, was um so mehr zu wundern, da der Geschäfte 
für den Kaiser immer mehr werden und dieselben zugleich 
das grösste Vertrauen erforderten, in gegenwärtiger Zeit aber 
durch Lug und Trug so viel Verwirrung gestiftet und höchst 
selten solche Treue gefunden wird, die sich auch selbst nicht 
durch ungemessene Geschenke und die Aussicht auf Herrschaft 
erschüttern lässt, wie leidige Beispiele des Tages lehren. 

Bredam möge also nach bestem Vermögen den Kaiser sei- 
nen Bruder dahin zu stimmen suchen, sich seiner Hülfe ins- 
künftige lieber und vertrauungsvoller als bisher zu bedienen 
und ihn Andern nicht nachzusetzen, damit er nicht in Verdacht 
komme , als habe er seine Pflicht vernachlässigt. 

Würde der Kaiser antworten, er liebe ihn ohnehin wie 
ein Vater und Bruder und Beweis dessen sei die ihm anver- 
traute Statthalterschaft in Deutschland, soll Bredam ihm 
mit aller Bescheidenheit auseinandersetzen, dass im Auslande 
dieser Name wohl vielleicht etwas gelten möge, hier aber, wo 
es doch so nöthig wäre, nur ein leerer Schall sei, ja vielmehr 
die kaiserliche Majestät in Geringschätzung bringe, da der Stelle 
nicht die geringste Macht anklebe, dieselbe nicht mehr Bedeu- 
tung habe, als die des nächst besten Rathes, der für seinen 
Fürsten ein Geschäft betreibt. Er dürfe ohne Beistimmung des 
Regiments nicht das Geringste bewilligen, es wäre zuletzt besser, 
als österreichischer Erzherzog aufzutreten denn als Stellvertreter 
Seiner Majestät. 

Die Krankheit des vertrauten Rathes Andreas de Bug« 
habe ihn bisher verhindert, Ihm (den Kaiser) die Sachlage aus- 
einanderzusetzen. 



89 

Klage über Beschränkung der kaiserlichen Auctorität von 
Seite der Fürsten. 

Gerne würde er den Kaiser entweder in Italien oder 
gegen Frankreich unterstützt haben, wäre er dazu aufgefordert 
worden, da in der letzten Zeit die Türkengefahr sich gemin- 
dert. Der Erzherzog zeigt sich durch diese Vernachlässigung 
nicht wenig gekränkt. 

Bredam möge nun den üblen Stand der kaiserlichen Ange- 
legenheiten in Deutschland offen darlegen, wie alles verwirrt und 
verwickelt sei, und die Reichsstände vom König von Frankreich 
auffallend bearbeitet würden, wie unter andern aus dem hart- 
näckigen Verharren auf dem Vorhaben hervorgehe, durch eine 
Gesandtschaft zwischen dein Kaiser und dem König von Frank- 
reich zu vermitteln, indem man offenbar nicht wünsche, dass 
Einer mächtiger sei als der Andere. Hätte er (Erzherzog) die- 
ses nicht verhindert, würde ohne Zweifel dem siegreichen Vor- 
dringen ein Ziel gesetzt worden seyn. 

Uebrigens ersehe man aus der Behandlung der Geschäfte 
beim Reichstage, wo so viel Zeit durch geringfügige Streitig- 
keiten verloren wird, wie wenig den Ständen an der Erhaltung 
des Reiches gelegen sei. 

Xeuerungssucht so Vieler. — Zusammenkunft zu Heidelberg 
unter dem Vorwande des vergnüglichen Zeitvertreibes. Bittere 
Klage über den Mangel patriotischen Sinnes, wie er sich auch 
in der Angelegenheit des Unterhaltes der Regierung zeigt, der 
bereits seit letzter Michaelis-Zeit fehlt. Was er gethan, um 
einstweilen fürzusorgen, bis der Reichsconvent zu Nürnberg An- 
stalten treffe. Ursachen des Abdankens der Statthalterschaft von 
Seite des Pflalzgrafen Friedrich. — Wie der fernere Unterhalt der 
Regierung und kaiserlichen Kammer zu bestreiten (zu gleichen 
Thellen vom Kaiser und den Ständen). Klagen über Xichtbezah- 
■■g der versprochenen Pensionen, über Mangel an Mittheilungen 
von Seite des Kaisers an seine Getreuen. 

Xoth wendigkeit, die Ausübung der Justiz wieder herzu- 
stellen . auf Kosten des Kaisers. Herstellung eines Regimentes 
voll Kraft, sonst werden die Reichsvicare sich geltend machen 
oder vereinzelte Regierungen auftauchen. Man arbeite wohl gar 



90 

an der Wahl eines neuen Königs, besonders von Seite der Luthe- 
risehen, „welche den Namen des Kaisers und Seinen (Ferdinands) 
„bei der Menge und dem gemeinem Volke verhasst gemacht", weil 
Beide fast ganz allein sich dieser neuen Lehre entgegensetzten, 
welche von Tag zu Tag an Ausbreitung gewinnt beinahe bis 
zum Unglaublichen. 

Näheres darüber. (Eine merkwürdige Darstellung). Bredam 
möge den Kaiser auffordern, als Vertheidiger und Vogt der hei- 
ligen Kirche zu handeln. — Uneigennützige Absicht des Erzherzogs 
hiebei hervorzuheben, wünscht er, soll sich der Gesandte ange- 
legen seyn lassen. — Ferdinand könnte als römischer König kräf- 
tiger wirken. — Wäre erreichbar, ja Manche wünschten und glaub- 
ten es bereits. — Wie der einzigen Schwierigkeit (indem Carl 
noch nicht gekrönter Kaiser sei) abzuhelfen wäre. — Durch die 
Willfährigkeit des Pabstes. — Geneigtheit der geistlichen Chur- 
fürsten. — Vorschläge zur Durchführung dieser Wahl. — Als vorzüg- 
lich geeignete Mittelspersonen werden die Bischöfe Wilhelm von 
Strassburg und Christoph von Augsburg genannt, sowie der 
Markgraf Kasimir von Brandenburg. Der Kaiser müsste jedoch 
einen vertrauten Bevollmächtigten schicken, der mit einer hin- 
länglichen Anzahl von Blanketen versehen ist, um nach Umstän- 
den die nöthigen Versicherungsbriefe auszustellen (über die zu 
verwendenden Geldmittel)! — Ein ganz vorzügliches Beförderungs- 
mittel wäre jedoch die Verheirathung der noch ledigen Schwe- 
stern an zwei deutsche Fürsten, Gründe dafür; Gründe gegen 
anderweitige Dispositionen mit ihnen. — Man schlägt vor, eine 
an den Herzog von Bourbon oder den von Mailand zu vermäh- 
len, die andere an den König von Portugal. — Beide Herzoge 
seien weder durch edle Geburt noch durch sichere Glücks- 
güter für eine solche Verbindung passend. — Unsicherheit der 
künftigen Stellung, es könnte ihnen so ergehen, wie der Köni- 
ginn von Dänemark. Die französische Perfidie und die italienische 
Doppelzüngigkeit würden die Buhe stets untergraben, und die 
Liebe und Anhänglichkeit der deutschen Nation ginge durch 
diese Heirathen ganz verloren. Notwendigkeit, sich durch 
Familienbande zu verstärken, indem der Königinu (Marin) von 
Ungarn, ihrer Schwester, ein ähnliches Loos drohe als dtl 



91 

Königinu von Dänemark (Entthronung). Auch gegen die Türkeu- 
gefahr würden derlei mächtige Familienverbindungen schützen. 
Besonderer Auftrag in dieser Beziehung. 

Des Votum's des Königs von Böhmen (als Churfürsten) 
glaube er gewiss zu seyn, und wenn ein zweiter weltlicher 
Churfürst eine der Schwestern bekäme, könnte die Wahl durch- 
gesetzt werden, dazu soll der Gesandte also den Kaiser vor 
allem zu bewegen suchen. — 

Die noch übrigen müssen durch Geld gewonnen werden, 
das alles vermag, und sie werden sich fügen. — 

Er (der Erzherzog) wird dem Kaiser um so ergebener 
■tjj n. je mehr er durch Ihn erhoben wird. Er (Kaiser) könne 
nicht in Deutschland bleiben, es sei auch nicht rathsam, um 
dieses willen, das so wenig wahre Macht gewähre, die anderen 
weit kräftigeren Reiche zu vernachlässigen; es stelle sich 
aber von Tag zu Tag immer mehr die dringende Notwendigkeit 
heraus, ein Haupt zu haben und darum möge Er seine Wahl 
zum römischen Könige eben jetzt, wo es noch wenig schwierig 
ist, fördern, es könnte sonst sich leicht ereignen, dass man 
Ihn gerade zur ungelegensten Zeit nach Deutschland, abrufe, 
wo es für Ihn am gefährlichsten wäre, seine anderen Staaten 
zu verlassen, denn der Sinn (der Deutschen) ist Schlauheit 
nnd Wetter wendigkeit. 

Bredam möge dem Kaiser auch nicht verhehlen, wie 
im deutschen Volke immer mehr die Meinung Wurzel fasse, 
man dürfe die Wahl eines Königs nicht einigen Wenigen (käuf- 
lichen) überlassen, wenigstens wären die geistlichen Chur- 
fursten zu beseitigen (was aus Hass gegen den Clerus von 
Seite der Lutheraner in Anregung gebracht wird). Und wer 
weiss, ob sich nicht, wenn man wie bisher immer nur nachgibt, 
irgend Einer, im Vertrauen auf Volksgunst, des Thrones 
bemächtigt, unterstützt von französischen Mitteln und Begünsti- 
gungen, aus alter Rivalität mit Oesterreich und Burgund. — Ihn 
(den Kaiser) wird das vielleicht befremden und ungläubig lassen, 
weil Er — nicht hier ist in Mitte der Umtriebe. — Seine (des 
Erzherzogs) Pflicht ist es , auch auf das Mögliche auf- 
merksam zu machen. 



92 

Bredam möge bei schicklicher Gelegenheit die Verdienste 
des Pfalzgrafen Friedrich, seine langen und höchst erspriess- 
lichen Dienste bei Kaiser Maximilian, bei König Philipp (Gross- 
vater und Vater) hervorheben, und wie nöthig selbe auch für die 
Zukunft seyn werden. — Er soll ihn dem Kaiser aufs dringendste 
empfehlen, da er bisher so hintangesetzt wurde und nur mit vie- 
ler Mühe von ihm (Erzherzog) besänftigt werden konnte. — Seine 
Wichtigkeit. — In dieser Zeit sei es doppelt wichtig, keinen 
Freund zu verlieren, überhaupt müsse man die Liebe der deutschen 
Nation zu erhalten suchen, zu einer Zeit wo so Viele als 
Gegner und Rivalen auftreten, und in Deutschland wider das 
österreichische Haus einen neuen König in's Leben rufen wollen. 

Und um dieses gemeinschaftlichen Interesse's willen suche 
lediglich Erzherzog Ferdinand die Würde eines römischen Kö- 
nigs, denn Oesterreich könne nur auf diese Weise seine Macht 
behaupten und die Einheit der deutschen Nation, zum Besten 
der Christenheit, werde auch durch ein anwesendes Haupt 
allein möglich gemacht, da der Kaiser abwesend ist. 

Nach diesen das allgemeine Wohl betreffenden Puncten soll 
Bredam einige besondere Angelegenheiten berühren und von 
Mailand anfangen, dessen Zustand seit Jahren so traurig, um 
dessen willen schon so viel christliches Blut vergossen, das 
Ursache ist, dass christliche Fürsten gegen einander wüthen; 
die den gemeinschaftlichen Feind die Türken bekämpfen sollten, 
gegen Avelche leider kein Zug zu Stande kömmt, so lange nicht 
eine Vereinigung der Fürsten erfolgt oder dem Kaiser ein voll- 
ständiger Sieg zu Theil wird, wozu allerdings eben Hoffnung ist. 

Bredam soll dem Kaiser insbesondere den jetzigen Stand 
der Dinge im Mailändischen auseinandersetzen, wie sehr der 
gegenwärtige Herzog gehasst werde, vorzüglich vom Adel, man 
werde ihn bei der nächsten Gelegenheit wieder verjagen ; und i 
sollte auch der französische Krieg nach Wunsch beendiget wer-j 
den und der Herzog für's erste bleiben können, würde er doch! 
durch unaufhörliche Wiederwärtigkeiten und Neckereien ver-j 
folgt sich kaum auf die Länge behaupten, wegen der Veränder»] 
lichkeit dieses Volkes und der Sucht nach Neuerungen, denen! 
sich die Mailänder seit langer Zeit eifrigst hingeben. 



93 

Er soll dann mit aller Vorsicht und Sorgfalt den Kaiser 
ku bewegen suchen, diesem Zustande gründlich abzuhelfen und 
vergebliche Auslagen zu ersparen, indem er den Herzog pensio- 
nir»' und das Herzogthum dem römisch-deutschen Reiche wieder 
zuwende indem Er ihn (Erzherzog) damit belehne. Die Kaiser- 
lich-Gesinnten nennen dasselbe ohnehin „Kammer des Reichs 1 * 
und er würde dem Reiche davon nach Kräften dienen. 

Dann hätte das Reich von diesem Gebiete doch einigen 
Gewinn und würde dann an der Erhaltung desselben mehr In- 
teresse zeigen, der Kaiser erhielte den Namen eines „Mehrers 
des Reiches" in Wahrheit und wäre einer immerwährenden 
drückenden Sorge los. — Niemand sei übrigens geeigneter für die- 
sen Besitz als eben er (Ferdinand). — 

Finde Bredam den Kaiser geneigt, in diesen Vorschlag ein- 
zugehen, möge er sich auch der Geneigtheit der übrigen Ver- 
trauten versichern, und zwar, wenn es nicht anders seyn kann, 
durch Versprechungen von Pensionen. 

Frankreich und die Schweizer würden dann weniger ge- 
neigt seyn, in die mailändischen Angelegenheiten sich zu mischen(?) 
ja die letzeren, wegen Beziehung ihrer Lebensmittel aus dem 
Oesterreichischen, sich gerne zu einem ewigen Bunde herbei- 
lassen. 

Die Venetianer, unlängst zum Schutze Mailands sich ver- 
pflichtend, würden noch mehr Ursache haben, denselben zu ge- 
währen, je sicherer sie dadurch vor Frankreich wären. 

Sollte vom Kaiser diese Uebergabe Mailands nicht zu er- 
langen seyn r möge Bredam darauf antragen, dass sich der Her- 
zog, der jedenfalls fremde Hülfe brauche und neulich vom 
schwäbischen Bunde abgewiesen wurde, ihm (Erzherzog) an- 
schliesse und gegen eine jährliche Summe einiger tausend Du- 
caten durch eine Capitulation im Fall der Noth Unterstützung 
mit Truppen und Lebensmitteln in Aussicht gestellt erhalte. Der 
Kaiser möge diese Verbindung dem Herzog anrathen. 

Bredam soll den Kaiser an den unglücklichen Ausgang mah- 
nen, den die Expedition des Bourbon hatte, bei der Er mit gros- 
sen Kosten zehntausend Mann Fussvolk unterhalten hat; wäre 
er (Erzherzog) Befehlshaber derselben geworden, hätte die 



9i 

Sache wohl einen besseren Ausgang genommen , er selbst würde 
eigene Miethstruppen dazu haben stosscn lassen und hätte keinen 
so schmählichen Rückzug geduldet, der dem Söldner durch Raub 
und Plünderung Nutzen, dem Kaiser aber und seinem Verbünde- 
ten (dem König von England) Schmach, allen Französisch-Ge- 
sinnten Schadenfreude bereitet hat. 

Da er glaube, der Kaiser und der König von England, von 
den Umtrieben Frankreichs wohl unterrichtet, würden zur ge- 
legenen Zeit wieder zu den Waffen greifen, erbiete er sich be- 
reitwilligst zur Mithülfe gegen Subsidien vom Kaiser oder 
England, er werde gerne alle Kräfte aufbieten. — 

Nur möge die Expedition bei Zeiten vorgenommen und 
nicht auf die letzten Monate des Jahres verschoben werden, sonst 
werde sie unnütz. — Bredam möge den letzten Türken - Einfall 
(25. April d. J.) in Metling (Krain) dem Kaiser vortragen, 
woraus abzunehmen, dass er (Erzherzog) ohne Subsidien nicht 
Kraft genug habe. — 

Warum er dem Begehren nicht willfahren habe, einen der 
kaiserlichen Räthe zu bevollmächtigen zur Abschliessung eines 
Vertrages zwischen Kaiser, ihm (Erzherzog) und dem Bourbon. — 
Bredam möge es thun unter der Bedingung, dass irgend ein 
Vortheil daraus erwachse. Er soll jedenfalls nach Umständen 
handeln und es ist zu wünschen, dass es besser ausfalle als 
bei dem letzten venetianischen Vertrage. — Verteidigung des 
Bischofs von Trient und des Grafen von Ortenburg (Salamanka), 
die man verdächtigt hatte, besonders den letzteren. 

In Betreff des Standes der ungerischen Angelegenheiten soll 
Bredam an das erinnern, was er (Erzherzog) selbst geschrieben, 
und was Andreas de Burgo als Augenzeuge berichtete, wie traurig 
es aussehe, und welche Auslagen die beständigen Einfälle der 
Türken dem Erzherzog seit drei Jahren schon verursachen. 

Aber nicht bloss in Ungern liege alles darnieder und be- 
dürfe einer Regeneration, auch in Böhmen seien zwischen Herren 
und Unterthanen bittere Streitigkeiten und französische Umtriebe 
Hessen sich wie in Deutschland verspüren, auf Antonius Rincon 
de Medina del Campo, der am kaiserlichen Hofe in Flandern und 
bei ihm (Erzherzog) sich früher aufgehalten, falle der Verdacht. 



95 

Da auf den Tagen zu Oedenburg und Neustadt von ihm 
allerlei erspriessliche Massregeln wohl vorgeschlagen wurden, 
selbe aber nicht zur Ausführung kamen und der Stand der 
Dinge in Ungern immer drohender werde, indem «die Prälaten 
und Magnaten dem Volke immer aufsässiger und dieses ihnen 
feindseliger sich zeige , so dass letzten Georgi der Landtag gar 
nicht zu Stande kam, so auch in Böhmen die Stände uneinig 
sind, wäre die Auctorität eines römischen Königs (wenn er 
Erzherzog damit bekleidet würde) vielleicht das kräftigste Mittel, 
diesem leidigen Wesen kräftig abzuhelfen , und die französischen 
Umtriebe zu paralysiren, das möge Bredamdem Kaiser vorstellen. 

Auch in Deutschland würde dadurch (dass Ferdinand röm. 
König) gegen Frankreich nachdrücklicher gehandelt und die Ex- 
pedition gegen die Türken vorbereitet werden können. 

Endlich soll Bredam dem Kaiser den Zustand der ihm (Erz- 
herzog) zugefallenen Erblande auseinandersetzen, welche Lasten 
und Schulden darauf haften und was er bereits zur Erleichte- 
rung und Verringerung gethan. Er könne das um so leichter, 
da er als kaiserlicher Commissär bei der Uebergabe gewesen. 
Er soll Ihm vortragen, wie er (Erzherzog) als Statthalter un- 
geheure Ausgaben gehabt. Der Aufenthalt zu Nürnberg im vori- 
gen Jahre habe ihm allein 900,000 Gulden rh. gekostet; zwei- 
mahl bereits sei er um seines Amtes (als Statthalter) willen in 
Nürnberg gewesen, habe seine eigenen Erblande der kaiserlichen 
Geschäfte wegen verabsäumt, bereits wieder 100.000 fl. rh. 
ausgegeben, obgleich er voraussah, es werde wieder nichts be- 
deutendes ausgerichtet. — 

Herzog Georg von Sachsen mache grosse Forderungen 
an den Kaiser und ihn als Erben des seligen Kaisers (Maximi- 
lian I.) und drohe mit einer schmählichen Klage. Um ihn etwas 
zu beschwichtigen, habe er ihm 110,000 fl. rh. auszahlen las- 
sen, die er nur gegen ungeheure Interessen habe auftreiben 
können und deren Rückzahlung Bredam betreiben soll. Auch die 
durch eine gewisse Reihe von Jahren noch zu bezahlenden 
10,000 fl. rh. (jährlich) mögen gesichert werden. 

Bredam soll den Kaiser aufmerksam machen, dass nach 
einem Artikel des letzten venetianischen Tractates gewisse Schlös- 



06 

ser und Orte die an Oesterreich waren eingezogen worden, im 
Werthe von 20,000 fl. rh. jährlicher Renten, zurückgestellt 
werden sollten t und dass er trotz dringender Gegenvorstellun- 
gen seiner Landherren, welche diese Gränzorte als Schutz und 
Schirm des Landes durchaus nicht aufgeben wollten, die Resti- 
tution anbefohlen habe. Als Schadenersatz möge der Kaiser ihm 
jedoch die Grafschaft Pfirt (Elsass) mit dem Schwarzwald, 
Breisgau, Suntgau und dem dazu gehörigen Gebiete dann die Ge- 
rechtsame des kaiserlichen Amtes von Hagenau als Erbgut einräu- 
men. Bereits im Brüssler-Tractate seien ihm die Grafschaft (Pfirt) 
und das Amt (Hagenau) verwilligt worden, auf diesen Ländern 
allein ruhe grosse Schuldenlast, wesshalb sie dem Kaiser 
ohnehin nichts eintrügen , da ja zum Unterhalte der Beamten 
von der tirolischen Kammer jährlich 6000 fl. rh. beigesteuert 
würden, und eine grosse Pfandsumme darauf liege; auch seien 
sie grosser Gefahr ausgesetzt von Seite Frankreichs. 

Auch um die Grafschaft Burgund soll er den Kaiser bitten, 
als eine Vormauer der Vorlande gegen Savoyen, die Schweiz 
und Lothringen, die ihrer Tante (Statthalterinn Magaretha) 
darauf versicherte Rente wolle er gern übernehmen. 

Da bei der in Flandern vorgenommenen Austheilung der 
Erbschaft ausbedungen worden war, er (Erzherzog) solle in 
den fünf niederösterreichischen Provinzen als vollkommener 
Erbfürst , in Tirol und den Vorlanden , sowie in Würtemberg 
als Regent herrschen und in den letzteren die nächsten sechs 
Jahre keinen Unterthanen-Eid verlangen , damit der Kaiser nicht 
ganz ausgeschlossen von den deutschen Erblanden erscheine, 
später aber durch Heinrich von Emericourt vom Kaiser die 
Gnade erlangt hatte, diesen Eid doch sich ablegen zu lassen, 
so möge Bredain den Kaiser ersuchen, die nöthigen Befehle 
desshalb zu erlassen. 

Da Nieder-Burgund unruhig, so möge Bredam den Kaiser 
auf vorsichtige Weise zu bewegen suchen, ihm (Erzherzog) 
die Administration dieser Provinz zu übertragen. 

Er soll dem Kaiser auch auseinandersetzen, welche Mühe 
und welchen Vcrdruss es ihm (Erzherzog) gemacht, die früher 
erwähnte Gesandtschaft der Reichsstände an den König von 



97 

Frankreich und Ihn (als Friedensvermittler) zu hintertreiben, 
wie man ihm die dabei gebrauchten Ausdrücke missdeutet 
habe. 

Bei guter Gelegenheit soll Bredam den Kaiser über die 
Beschaffenheit seines Commissärs Hannart belehren, dass Er sich 
durch dessen Abscndung sehr geschadet habe, da er einer gan- 
zen National-Versammlung einen einzigen Mann , und zwar von 
dieser Art und mit solcher Gewalt, die er sich selbst ange- 
masst, zuschickte; der sich öffentlich und im Privat-Umgange 
betrug, als wäre er sein (des Erzherzogs) Herr, worüber die 
besser Gesinnten aus den Reichsständen sehr ungehalten waren 
und die Aufgeblasenheit und Arroganz des Mannes verabscheu- 
ten, die Uebclwullenden aber den Kaiser und ihn (Erzherzog) 
verachteten, sich selbst durch Sendung eines Solchen beschimpft 
glaubten. Er habe schon früher den Kaiser erinnert, wie weit 
besser es gewesen wäre, ihn (Erzherzog) an die Spitze zu 
stellen oder demselben (Hannart) andere Gewichtigere beizu- 
gesellen, deren Treue und Redlichkeit erprobt, da es, wie die 
Verhandlung bewies, dem Commissär an beiden Eigenschaften 
fehlte. Auf dem letzten Tage zu Nürnberg wurde unter anderm 
bestimmt, dass über die lutherische Angelegenheit auf dem 
Reichs-Convente zu Speyer, der nächsten St. Martinstag begin- 
nen soll, verhandelt werde, nebst anderen Puncten. Obschon 
er sich gegen diesen Convent durchaus gesetzt und denselben 
für sehr gefährlich gehalten, musste er doch mit dem Com- 
missär dazu seinen Willen geben, um grösseres Uebel zu ver- 
meiden. Wahrscheinlich wird derselbe sehr zahlreich besucht 
werden, es ist äusserst wichtig, dazu ganz besonders kluge 
und gewichtige Commissäre zu schicken, um so mehr, da er 
selbst (Erzherzog) schwerlich dabei werde seyn können, indem 
die Angelegenheiten seiner Erblande ihn dringend abrufen, be- 
sonders die Türkengefahr drängt 

Bredam soll mehrere dafür geeignete Herren namhaft machen 
(Herzog Friedrich, Pfalzgrafen bei Rhein, Markgraf Philipp 
von Baden, Markgraf Kasimir von Brandenburg u. s. w.), sollte 
er (Erzherzog) jedoch erscheinen können, wünscht er das 
Haupt dieser Gesandtschaft zu seyn. 

7 



98 

Es dünke ihm gut ja nothwendig, dass der Kaiser durch 
diese Gesandten zur Wahrung seiner eigenen Auctorität und 
zur Genugthuung für den heiligen Vater, der gegen Ihn so gut 
gesinnt , öffentlich erklären lasse , Er habe gegen den Reichs- 
Convent nichts einzuwenden, in so ferne Reichsgeschäfte dort 
verhandelt würden; es wundere ihn aber, ja er müsse es förm- 
lich missbilligen , dass man daselbst über die lutherische Ange- 
legenheit berathen wolle, das sei eine Glaubenssache und die 
Religionssachen könnten nur durch ein allgemeines Concil be- 
handelt werden, die Deutschen dürften sich nicht zueignen, 
was Allen zu entscheiden zustehe. Bredam wird sich durch 
Betreiben dieser Angelegenheit nicht bloss bei ihm (Erzherzog), 
sondern auch bei Gott ein Verdienst erwerben. Auch die Wahl- 
angelegenheit könnte bei diesem Convente eingeleitet werden. 

Auftrag in Betreff des Unterhalts der natürlichen Kinder 
K. Maximilians. Ersatz einer ausgelegten Summe von 3100 fl. 
rh. auf Baulichkeiten in Ravensburg u. s. w. 

Angelegenheit des vertriebenen Königs von Dänemark (Chri- 
stian II. ihres Schwagers), Bericht der nach Hamburg geschickten 
Gesandten über die Gesinnung der dänischen Reichsstände, grosse 
Erbitterung gegen ihn. Es lässt sich jetzt für denselben nichts thun. 
Uebrigens möge sich Bredam mit dem beim Kaiser befindlichen 
erzherzoglichen Agenten Martin de Saunas, einem sehr treuen 
und klugen Manne, berathen über alle ihm aufgetragenen Puncte. 
Warme Empfehlung des Bischofs von Trient (Bernhard 
Cles), dessen ausgezeichnete höchst uneigennützige Dienste 
ganz vorzüglich hervorgehoben werden; der Kaiser möge ihn 
ja durch irgend eine Gunstbezeugung auszeichnen, und zu fer- 
nerer Dienstwilligkeit aufmuntern. Eben so den Grafen von 
Ortemburg. Empfehlung des Don Pietro, Grafen von Capra (?), 
des Andreas de Burgo (kaiserlichen Gesandten), dessen Dienste 
neuerdings so nothwendig geworden (in Ungern). Erneuerte 
Bitte für seinen Leibarzt Doctor Dominicus Adam de Sforz 
um eine geistliche Pfründe. Besonders warm. Intercession für 
seinen Secretär Jacob Spiegel, dem das Versprochene nicht 
zu Theil geworden, ungeachtet seiner langjährigen Dienste, dem 
seligen Kaiser (Maximilian) schon geleistet. 



99 

Ferdinandtts Bei gratia Princepg et In fang Higpania- 
rum, Archidux Austrie Dux Burgundie etc. Imperialig Lo- 
cumteneng generalis. 

Ingtructio de big, que Magnificug gyncere nobig dilectug 
Carohig de Burgundia Dominug de Bredam apud gacratiggi- 
iiki in Cegaream et Catholicam Maiegtatem Dominum et Fratrem 
nogtrum colendisgimum nogtro nomine agere et tractare debet. 
Imprimis exhibebit Maiestati sue Literas nostras Creden- 
tiales, omni qua decet reuerentia et humilitate. Deinde salutabit 
Maiestatem suam et offeret Uli nostram uolnntatcm promptitu- 
dinem et obedientiam. Declarando Maiestati sue qualiter ab hora, 
qua Deus nobis rationis discrctionisque usum impartitus est, 
ipsam Maiestatem suam, dum iam Tutorem super Xos ageret, 
sicut etiam postea usque nunc extra tutelam positi, semper cura- 
uimus. studuimusque reuereri, uenerari, in precio, et pre ocu- 
lis habere, et hec quidem non solum syncere, ut par erat, 
uere Fratrem germanuni facere, sed uelut seruitor deditissimus, 
paratissimus , ac diligentissimus cui gaudium est , et leticia 
magna satisfacere, seruire, obtemperare, morem gerere, et exe- 
qui mandata, et voluntatem Domini sui. Et adeo nobis. hoc 
inhesisse Studium erga Maiestatem suam, ut si uel nutu minimo, 
uel etiam in somnis utcumque innotuisset nobis mens et ani- 
mus suus, quod nunquam satis in utramque (ut dicitur) aurem 
dormire potuissimus, donec huiusmodi Maiestatis sue uoluntas 
et animus fuisset satisfactus a nobis. Et non solum in presentia 
esse in hoc animo et uoluntate Nos erga Maiestatem suam, sed 
ftiam firmiter et infallanter in eisdem in posterum perseuerare 
velle, Maiestatemque suam tanquam Patrem, Fratrem et Dominum 
nostrum unicum, cui post Creatorem Deum omnia debeamus et 
accepta feramus, honorare , diligere et reuereri, sicut ex ipsis 
eflectibus cognoscet, modo Maiestas sua dignetur, ut non dubi- 
tamus, illos futuro tempore requirere. 

Et ut illa incitetur, inflammeturque aliquanto magis ad fa- 
ciendam de Nobis experientiam maiorem quam hactenus facere 
uisa est, propter rationabiles fortassis causas, que Maiestatis 
sue animum mouerant. \am in aliam partem Xos non interpre- 
tari possnmus neque etiam decet. Quia tarnen Maiestas sua 

7 • 



100 

quaiitumcunquc magis accedit ad annos tanto magis etiam in 
dies inliiiilis negotiis obruitur et oneratur, que tanti momenti 
pondcrisqnc sunt, «t nequeant per paucos expediri, adeo ut non 
sit Princeps extra controuersiam , saltem in toto Orbe Christiano, 
qui pcrsonis eque indigeat fidelibus ac sua sacra Maiestas , que 
licet sit dignissimis fidelissimisque Seruitoribus prouisa, cum 
tarnen omnia misceantur dolo fraudeque, rarissimaque sit fides, 
que non tandem uel immodicis largitionibus, uel spe dotninandi 
corrumpatur, sicut usii' uenire quotidiana exempla admoneut. 
Maiestas autem sua nobis in hoc mundo sui amantiorem, fidelio- 
rem, studiosior.emque habere nequeat, ut quem sie Deus et na- 
tura progenuerint, sicut etiam Maiestas sua nihil unquam com- 
perit, quod sit admissum, in quo merito argui, notarique pos- 
simus, quin immo magis, ut conscientia nostra freti dicere pos- 
sumus, Nos omnium primos experta est, qui fide erga eam, 
quam filius obsequentissimus erga indulgentissimum Parentem, 
obseruantia, qua Frater minor erga maiorem, et studio tali, 
quod conuenit fidelissimo Seruitori erga Dominum suum, nun- 
quam defuerimus, sicut nunquam etiam quoad uixerimus defuturi 
sumus. 

Idcirco idem Dominus de Bredam, qüibus magis aptis op- 
portunisque verbis poterit, inducere conabitur Maiestatem suam, 
ut deineeps nostra opera liberius, confidentius, frequentiusque 
utatur, nemini postponendo eam. Nam preterquam, ut euenit, 
crebro multo aliter succedunt res, quam ferebat opinio, etiam 
Maiestati sue, ac nobis apud multos utrique propensos, affectos, 
et deditos parit quandam suspicionem, ac si Nos in aliquo de- 
liquissemus aduersus Maiestatem suam , propter quod adhorreat 
a nostris seruitiis illaque suspeeta habens aliene malit fidei con- 
credere Negotia sua, quod cum preter omnem eulpam nostram 
admissam (quod nouit ipsa Maiestas sua) suspicentur, conueni- 
ens fuerit ut Maiestas sua hanc in posterum suspicionis causam 
amoueat, in negotiis illis inaxime importantie et fidei, ac peri- 
culosis rebus tarn bene nostram operam et diligentiam (fol. 2) 
requisitura, quam cuiusuis alterius, cum nemo possit esse ad 
Maiestatis sue seruitia peragenda promptior et expeditior, atque 
etiam alacrior propter plures respeetn, quos ipsa sacra Maiosl.is 



101 

apud se pro sapieutia sua cogitare melius poterit quam nos 
verbis exprimere. 

Si uero Maiestas sua respondeudo ad premissa obuiaret 
ipsi Domino de Bredam indicando Xos ab ea fuisse semper pa- 
terne fraterneque complexos, et illud hoc precipue posse testari, 
quod nobis in Germania reliquerit Locumtenenciam Maiestatis 
mi.'. et etiam si quo maiori titulo insignire potuisset Xos, quod 
et illum srrato animo concessisset. Tum idem de Bredam Maie- 
stati sue exponet, omni qua decet modestia, quod quidem hoc 
nomen apud Exteros fortasse pariat aliquid preeminentie et 
auctoritatis Xobis. Verum hie ubi maxime opus esset pro honore 
et gloria Maiestatis sue, preter inane nomen omnino nihil ha- 
beat uel excellentie uel potestatis, et iam hoc nomen potius 
redundare ad dedecus et uilipendium Maiestatis sue Cesaree, 
quam ad commoditatem ullam , etiam quam minimam. Cum tanto 
noniini nulla prorsus attributa sit facultas et auetoritas, adeo ut 
presentibus Imperii Statibus tantum referamus umbram Locum- 
tenentis, cum non excedat alius euiuseunque Consiliarii faculta- 
tem, qui pro Principe suo interuenit, ne referamus, quod nobis 
nihil eorum, que Maiestas sua nobis indulserat sine assensu 
Regiminis propria auetoritate conferre, prestareque liceat, quo 
in numero sint etiam ille minutiores Concessiones Baronum 
Xobiliumque Creatio, et Armorum Insignia, que priuatis perso- 
%is a Predecessoribus suis non raro etiam in amplissima facul- 
tate concessa esse notissimum est. Ynde longe prestaret uel 
rebus Maiestatis sue uel nostris priuatis Xos interuenire ut 
Austriacum Principem, quam hoc modo agere Locumtenentem. 
Xam tunc nobis (ut aliis) liceret adiungere maturos Viros, quos 
Principes trahunt secum, quod nobis propter Locumtenenciam 
non concedunt. Vt taceamus alia, qui quasi illorum serui esse- 
mus. certe non nisi indigne perferre possumus, et tarnen equo 
animo hactenus Xos tulisse ostendimus, propter honorem et 
Beneficium Cesaree sue Maiestatis, donec illa de his ac pleris- 
que aliis maioris importantic Xegotiis rebusque edoeta, oppor- 
tunas prouisiones fecisset. Quarum gratia decreueramus Maiesta- 
tis sue consiliarium Andream de Burgo plene de omnibus in- 
struetum mittere ad eam, quem etiam ad Nos circa initium 



102 

Conuentus Norembergensis iani habiti euocaueramus , qui inter 
collocutiones et disputationes mutuas in grauissimam incidit infir- ' 
mit alc m. a qua nondum in hunc usquc diem ita bene conualuit, 
ut tanti itineris onus sustinere et perficere possit. Et licet ex 
animo cupiebamus, ut talia iamdudum innotuissent Maiestati sue, 
tarnen quoniam requirebant Virum fide insignem, totumque can- 
didum, dexteritateque et integritate spectatum, donec talem per 
omnia, qualem in ipso Domino de Bredam nacti sumus, tantam- 
que moram ualdeque inuite fecimus. Si enim id potuisset fieri, 
quod ante quinque Menses intendebamus, iam indubie Maiestas 
sua cognouisset, quod de multis a nobis fuisset premonita, que 
fuerant in Maiestatis sue rem et utilitatem profectura et que 
res ipsa sie interim euenisse ostendit, vt a nobis preuisa erant, 
de quibus in sequentibus Maiestati sue fiet mentio, seeundum 
quod materia ipsa et dicendorum series oecurret. 

At ubi Cesarea Maiestas inferret sua uoluntate ad tarn re-^ 
strietas Concessiones tanquam aretam auetoritatem , quia nobis 
longe ampliores reliquisse cupiuerat, non esse deuentum, sed 
eorum magis arbitrio transcribendum , quibus hoc modo uideba- 
tur Imperiale Gubernium, se absente, fuleiendum, tunc Dominus 
de Bredam, ut magne est vir experientie, et Judicii, poterit 
Maiestati sue respondendo explicare, in bis nequaquam fuisse 
consultum rebus Imperialibus, quod effectus ipse iam monstra- 
uit, neque etiam habitum esse erga Maiestatem suam illum re* 
spectum, qui illi debebatur, non tantum in premissis ilfis minu- 
tis Concessionibus , que solum a Maiestate sua tanquam supre- 
me illius auetoritati reseruate omni iure dependent. Verum etiam 
in multis aliis magnis et arduis Negotiis, que iuxta conditio- 
nem Personarum (fol. 3) et qualitatem temporis non melius 
quam sola interveniente Maiestatis sue auetoritate, uel eius lo- 
cumtenentis traetari, componi et peragi potuissent. 

Et si illa quoque adderet se non alio respectu intermisisse 
requirere in bis suis maximis oecurrentiis et expeditionibus su- 
perioris Anni contra Gallos operam et Studium nostrum, quod 
sibi persuasuin habuerit, Nos esse totos implicitos oecupatos- 
que circa Turcicam expeditionem, seu prouisionem faciendam 
pro Hiiitimis Patriis ei Populis nostris defendendis a frequentibus 



103 

Turcorum iueursioiiibus. Ad hec tuiic ipse de Bredam respundere 
debet, quod a uobis perceperit, quod res Turcice bis proximis 
a iinis taliter euenerint, quod non poterant Xos impedire, si a 
Maiestate sua in aliquam expeditionem uoeati et ordinati cum 
debita prouisione fuissemus, et proculdubio inclaruisset iam 
Maiestati sue, quam alacri animo, fideli mente, impigroque labore 
et sudore contendissemus , ut aliquid egregii facinoris patratum 
fuisset, quod Maiestati sue inprimis gloriosum, commodumque 
Xobis uero Domen laudemque cum huius Populi applausu com- 
parasset, sicut satis iam antea abunde Maiestatem suam, ac no- 
stram charissimam Amitam Dominam Margaritham per literas 
admonuimus de hoc uostro animo, quam ardeutissimoque desy- 
derio interueniendi in hac sua contra Gallos expeditione, siue 
Nobis in Galliis, siue in Italia iuxta Maiestatis sue placitum 
ordinationeraque Res agenda fuisset 

Postea uero quam nobis in hoc satisfieri nequiuerit, qui 
nescimus effari, quo ducti spiritu, impedituque ad uenieudum 
in galliram illam expeditionem ferebamur. Xam cum iam renun- 
tiatum esset Cesaream Maiestatem Arma non solum ex Hispa- 
niis, sed etiam ex Italia Burgundiaque mouisse in Gallorum vis- 
cera, dedecorosum uidebatur nobis admodum, ut ex tot undique 
collectis Gentium Ductoribus, soli Xos superessemus, qui ne- 
glecti ab aliis iudicaremur, non sine dolore animi, erubescen- 
tiaque nostra, quam tarnen contegimus colore conuentus illius 
proximi cum serenissimo Sororio nostro charissimo Rege Hun- 
garie et Boemie, ne omnino non graui alicui negotio distineri 
uideremur. Relictis tarnen post Xos Mandatis, ordinationibusque 
apud Consiliarios Prouintiarum Tirolensis, Ferretensis, et Wir- 
tembergensis, ut Uli nobis absentibus, in omnibus necessitatibus 
Maiestatis sue Capitaneis, ubi requirerentur ab Ulis, quibus 
auxiliis possent, succurrerent. 

Itaque Dominus de Bredam Maiestati sue insinuabit hoc 
nostrum affectuosissimum desyderium Maiestati sue inseruiendi, 
ubicunque locorum Ula putauerit operam nostram sibi posse usui, 
commodoque esse atque ornamento, quam sibi adeo prompte 
prestabimus ac impigre, sicut quisquis alius; primum ut filius 
erga Patrem, qui nisi ingratus esse uelit, suum caput periculis 



104 

sponte objicere debet. Deiüde ut Frater uere germanus, qui 
nihil sibi tarn charum habet quod etiam non libenü animo sit 
pro conseruando, amplificandoque honore, dignitateque Fratris 
erogaturus, cum non uulla portio laudis ad illum non redun- 
dare non possit, sicut contrario casu non careret culpa, aut 
inuidie crimine. Postremo, ut Seruitor Domino suo adherere 
et illum non potest sine infamia relinquere, et Nos in effectu 
Maiestas sua tales probabit, comperietque , qui nedum fortunu- 
las, et substantiolas nostras, sed etiam proprium sanguiuem, 
corpus et vitam quoque pro Maiestate sua exponere simus parati. 
ij. e Expositis premissis predictus de Bredam descendat ad quedam, 
que Maiestati sue nequaquam diutius celanda fuerunt, et per ipsum 
Andream declarari ordinaueramus, circa Negotia Imperialia scili- 
cet, qualiter illa iacebant sine aliqua ordinatione, et adeo con- 
fuse et promiscue omnia per Status, et Ordines ipsius Imperii 
agerentur, ut exinde Maiestatis sue hostis Hex Gallorum oppor- 
tunam arripuerit Ansam faciendi miras practicas inter ipsius 
Imperii Principes et Principalia membra, que tunc fuerunt ualde 
periculose, et adeo contrarie proposito Maiestatis sue, ut uix 
dici possit. Cuius rei sufficiens immo euidentissimum indicium 
esse potest, si non alie (fol. 4.) quoque plures coniecture affu- 
issent, quas consulto pretermittimus, illa pertinax opinio Statuum 
Imperialium de mittenda Legatione ad Maiestatem suam, et Re- 
gem Francie, que profecta est ex illorum animis, qui parem 
semper uellent esse potentiam inter Maiestatem suam , et Regem 
Gallorum, nunquam maiorem. Et hec legatio sola suffecisset 
interrumpere felicem cursum Rerum Maiestatis sue , nisi fuisset 
per Nos impedita maximis conatibus , de quibus aliquanto latius 
per literas nostras Maiestatem suam admonuimus et inferius 
pariter mentionem faciemus. 

Preterea negotiorum ipsa tractatio, difficultasque , ac simul 
uaria practica in ipso conuentu per Status diuersimode tentata 
satis declarant, quam frigide sacri Imperii conseruationi, que 
potissimum consistit in Justicie administratione, fuerit consul- 
tum, maiori temporis spacio consumpto in friuolis Controuersiis, 
quibus utcunque sopitis, deuentum est ad Tractationes et Deci- 
fiones quasdam, de quibus Maiestatem suam etiam per literas 



105 

duplicatas admonuiuius. Vt si qui fürte alia referrent, nostre 
staret fidei, qui rem omneiu, ut acta est, fideliter et svucere 
ad eam scripsimus. 

Sed sunt, qui hudie quoque quieti esse non possunt, rerum 
innouationi studentes, quud enim iam circiter Viginti Principes 
Heidelberge conuenerint, ut illic laxandi aoimi causa ab Elec- 
tore palatino uocati Ludis Jaculorum et Sagittarum recreentur, 
quis sub hoc colore atque pretextu nou uidet, quid aliud la- 
tere et queri? quod et vulgus ipsum ignauum sparsit. Cuius 
voces uelut incertas et uarias semper non scribimus; Sed ubi 
per Exploratores nostros, quos subornauimus sagaces Viros 
acceperimus , quid sibi hec jacula, quid he Sagitte, quid ludi 
hij uoluerint, et in quem scopum ac finem directi fuerint, 
Maiestatem suam opportune admonebimus, que tarnen inte- 
riin meminerit, nt prompti et expediti ad Ludos conuolauerint. 
At ubi res serio ageuda uenit, et necessitas totius Imperii 
expostulat, potissimum in hac Xatione et hac tempestate, qua 
tota est in inobedientia Germania, tunc lenti sumus, et 
Impensas viatici ac quasvis alias Causas absentie pretexentes 
querimur. 

Et licet ipsi Status et Ordines sacri Imperii receperunt 
in se onus, accedcnte consensu et uolunt.it •• sacre Maiestatis 
sue intertenendi Regimen Imperiale per unum annum, et deinde 
cooperantibus nobis, adhuc alterum annum consenserint, ita 
tarnen, ut in spacio illius de modis, quibus ulterius sustentari 
possit, mature et in efiectu prouideatur, sicut de quibusdam 
fuit cogitatum et deliberatum, qui tarnen non fuerunt probati 
receptique in uniuersum, adeo quod transacto hoc Biennio a die 
diui Michaelis iam preteriti nulla fuit amplius prouisio, et mo- 
dus intertenendi tarn Regimen quam Cameram Imperialem. Et 
quoniam hec res non tendebat ad honorem et commodum Ma- 
iestatis sue ac ipsius Imperii, sed potius uidebatur raultum 
prodesse et facere ad uotum et intentionem corum, qui nouis 
rebus et practicis animum applicaverant, quorum alii Vicariorum 
oflltium cessante Regimine introducere conabantur, alii fortasse 
nouam Electionem fieri cupiebant. et alii quid aliud adspira- 
bant, ut fieri solet in tanta animorum Dissensione. 



106 

Quapropter ipse Carolus Maiestati sue dcclarabit, quod 
Nos acceptis cordi eiuscemodi practicis, de quibus accurate 
admoncbamur, adhuc in Austria inferiori agentes extreraam ad- 
hibuimus diligentiam, ut nostris impensis per tres saltem se- 
quentes menses persone tarn Regiminis, quam Camere durarent, 
permanerentque in Officiis, locisquc suis, donec status Imperii 
conuenientes ad Norembergam conscripti et conuocati Conuen- 
tum opportune prospicerent et prouiderent, quod non sine 
magno labore obtinuimus, multum enim difficultatis attulit re- 
nuntiatio Locumtenentie facta per Comitem Palatinum Ducem 
Fridericum. Que cur facta fuerit, alii aliter accipiebant, inter- 
pretabanturque, nee Nos ipsi tunc satis causam potuimus asse- 
qui. Scientes tarnen quod hec res multis quoque alienauit ani- 
imiiii. sicut et plerique post abitum eius a suis Domum fuerunt 
reuocati, quorum nomine ipsi Regimini interfuerant. 

Huius autem Renuntiationis causa statim se ipsain aperuit, 
ut ceptum est traetari in proxiino Conuentu Norembergensi 
quoniam trium Principum, qui Sickingianam rebellionem (fol. 5) 
oppresserant , unanimis consensus,' quem sequuti sunt postea 
ceteri Status, tendebat omnino in abrogationem prioris Regimi- 
nis, contra quam tarnen Nos opposuimus longo tempore, et 
rationibus pluribus omni studio adnitentes et conatu ipsum 
Regimen iuxta Sanctiones in Wormaciensi conuentu presente 
Maiestate sua decretas conseruare pro honore Maiestatis sue 
Cesaree. Tarnen cedendum fuit tanto consensui et uoluntati 
Statuum condescendendum, ut priora euitarentur, qui tacite abro- 
gantes priores personas Regiminis in nouas submittendas con- 
senserunt, sicut Maiestati sue significauimus , eandem pariter 
admonentes, quod post longam traetationem, consyderationem 
et sententiam neque aptior neque commodior modus intertenendi 
tum Regiminis tum Camere Imperialis repertus est, quam ut 
Maiestas sua Cesarea medietatem et Status reliquam medietatem 
per biennium soluerent, ineipiendo a Die Decima quinta Mensis 
Maij iam preteriti. Solutio autem üenda est in duobus terminis, 
qui nuneupati sunt ad binas Nundinas Francofurdianas, Autumnalem 
<'t Quadragesimalem. Ita tarnen quod de contributis peeuniis de Tri- 
mcsIriadlViincsfrc Porsonistam Regiminis quam Camerriiat solutio. 



107 

Itaque ipse Dominus de Bredain nostro nomine roga- 
bit plurimum Maiestatem mi.hu. ut boni ronsulat, equoque 
ff rat animo, quicqnid hac in parte ei impositum fuit, quia nul- 
latenus potait euitari hortando ut det expeditum et celerrimum 
ordinem et modum, quibus pecunie huiusmodi pro medietate 
sua soluantnr, ne existentibus Ulis in mora ccteri Status appre- 
hfiisa quauis leui eausa se quoque exonerent, et alii ad alia 
tandem, que adbuc quorundam animi parturiunt, deueniant, que 
sunt maioris mali et damni. 

Preterea bono modo Maiestati sue eurabit significare, 
neque ullatenus id pretcrmittere debet quod nonnulli Principes 
conqueruntur, et grauate fernnt, sibi a Maiestate sua non re- 
sponderi, satisfierique de ccrtis Pensiouibus annuis sibi inscrip- 
tis, in qua re Maiestatis sue nomen male proscinditur. Et mul- 
tum derogat tum auctoritati tum fidei sue, lieet eerto nobis constet, 
per eam non stare. Alii ucro non tarn mirantur, quam accusant 
etiam incuriam suam , quod non seribat ad illos et communicet 
Maiestatis sue sueeessus, que res sola multum adiuuaret, ut 
etiam in absentem animi eorum Imperialiumque subditorum per- 
manerent eonstantiores. Hortando et admonendo nostro nomine 
Maiestatem suam, ut et in bis dare uelit ordinem, quod Uli, 
quibus Pensiones exoluende sunt, efficiantur eontenti, et ceteri 
interdum per Maiestatis sue literas et scripta recreati in offi- 
cio et amore erga eam corroborentur. 

Quantum autem attinet ad confusiones iam predictas Ma- 
iestas sua nullo modo illas sie permittere debet, nam euidenter 
essent demum cessure in rem et ad propositum hostis sui 
GaUorum Regis, qui non cessat dies et noctes non solum in 
Germaniis, sed etiam in plerisque alüs Regnis et locis practi- 
care, sperans insidiis assequi quod iampridem Armis obtinere 
nequiuit. Igitur prima cura Maiestati sue sit redneere Iusticie 
administrationem in Imperio solidam, que non potest fruetuo- 
sius institui, quam expensis solius Maiestatis sue, etiam si 
specialiter nobis una cum personis Regiminis ineumbat cogitare 
et inuenire modum, qualiter exaeto Bieunio sine grauamine 
Statuum haberi possit intertentio Regiminis. Ita quod Maiestas 
sua iam dicto easu babeat constituere Locumtenentem. qui sibi 



108 

plaeuerit, dando Uli necessariam et omuimodam suam auctori- 
tatem plenamque potestatem eligendi certas graues et idoneas 
personas, que duntaxat a Maiestate sua dependere debent, ac 
iniit cum Locumtenente suo nomine, uiceque Maiestatis sue singulis 
Imperii Statibus expeditam iusticie prestarent administrationem. 

Nam nisi Maiestas sua id fecerit ex duobus alterum sequi 
timendum est non minus ut antea, licet neutrum esse possit 
pro honore et dignitate Maiestatis sue, videlicet quod uel Vi- 
carii Imperiales subintrabunt abseilte Maiestate sua in officia 
Vicariatus, quem expresse pretendit Elector palatinus in Con- 
uentu proximo, etiam si plerisque dubium sit, an lioc casu Ulis 
id liceat, uel quod inter se singulare Regimen constituent, ex 
quo plura incommoda prouenire posse uerisimile est, uidentur 
enim actiones quorun- (fol. 6.) -dam eo tendere, ut posita tota 
Germania in incendio intestinorum odiorum mutuarumque Dissen- 
sionum tandem illi fiant uoti sui compotes, quod est, et hoc 
persuasissimum ac uerissimum esse credere debet, ut Germa- 
nicus Populus sie diuexatus uel sibi ipsi Regem deliget, uel 
impellantur Electores ad eligendum nouum Regem. Et huic pes- 
simo proposito factio Lutherana, de qua mox aliquanto latius, 
uires subministrat, que adeo Maiestatis sue ac nostruin nomen 
abhominabile fecerit apud multitudinem et vulgum, quoniam 
fere Nos soli opposuerimus noue isti Doctrine, que adeo etiam 
in dies maioribus incrementis et auetibus proficit, ut nix ea 
narranti credi possit. 

iij e Poterit tarnen ipse de Bredain Maiestati sue , si illam 
uiderit cupidam esse audiendi nonnulla de illa Secta, que sibi 
uidebuntur opportuna in medium deducere, cum tot tantaque 
enormia mala existant, ut modum prescribende narrationis 
hoc loco non patiantur, immo ins In in quoddam uolumen exi- 
gerent. Libuit tarnen nobis ex multis quedam paueula uelut 
per capita attingere, ut Maiestas sua ex illis quantum peri- 
culi discriminisque non solum circa temporarias res, per- 
ttirbationcmque humane societatis, que in beneconstituto reipu- 
blice administrando ordine consistit, sed etiam in perpetuani 
perniciem exitiuinque salulis animarum redundet, plane cog- 
noscere possit. 



109 

Primnm licet multi docti graues et boni viri execrentur 
Lutheri nomen, quorum talis est conditio, talis vite synceritas, 
ut nix possimus suspicari, uel affectu errare illos uel iudicio, 
sunt tarnen rnrsus et multo plures ex illorum numero, qui ne- 
dum literarum rognitione prestant, sed etiam auetoritate apud 
suos pollent, qui mordicus dogma Lutheranum non defenderc 
modo, sed etiam extendere nouis adinuentionibus acerrime Stu- 
dent, potisMtmim ut rapiant plebem uernaculo scribentes, quo- 
rum Dicta scriptaque sequuntur ceteri oranes indocti, idiote 
nullius iudirii. vite impure obtreetatores, peruicaces, intraetabi- 
lea, Maestro suo Luthero deteriores. Nam Euangelium pacis 
in ore habentes, per orbem Christianum seminant discordie 
materiam, que eo periculosior et formidabilior est, quo magis 
imperite multitudini , que suapte huc atque illuc nunquam sibi 
constans rapitur, charitatis pretextu imponitur. Persuasum habet 
iam sanetam sedem Rhomanam Babylonein i IIa in esse omnium 
scelernm, et flagitiorum teterrimam sentinam, Pontificesque eius 
iam olim ■ luultis seculis perfidos fnisse Pastores. Vnde nunc 
palain Papam nomine Antichristi usurpant, potestatem summi 
Pontificis, que existente Maiestate sua apud Germanos multis 
nominibus male notata fuerat, et in ordinem redigenda dice- 
batur. iam uix amplius Presbitero equandam putant, sed prorsus 
eliminandam et exigendam clamant; sacramentorum gratiam. 
que tunc leuiter taeta uidebatur, iam nullam esse existimant, 
totius Ecclesie Decreta saluberrima cacodemonis dieunt esse 
adinuentiones, carundemque Episcopos, Ministros et executores 
ab Idolo suo Rhomano Pontifice pendentes; non satis Baptismo 
pristinus honor et vigor servatur, Matrimonii thalamus con- 
spurcatur in dies, quod tarn Sacerdotes quam Religiosi plerique 
motu proprio ad Nuptias transeunt, Religiosis cum Munialibus. 
Sacerdotibus autem cum Puellis, et aliis Mulieribus contrahen- 
tibus, quod Xoremberge quoque dum Imperii Regimen adhuc 
illic esset factum est impune, Vnde in alios tali modo delin- 
quentes alibi censura penaque iure promanare debuerat. 

Neque silentio preteribit Nos proxime certos articulos 
aeeepisse, quibus non «solum orthodoxe fidei reeepti, et per 
mauus traditi nobis a sanetis Patribus Ritus, Ceremonie, Sanc- 



110 

tiones et Constitutiones, atque sacrosancta sedes Apostolica 
proscinditur, sed apertissime iam Seruator noster Christus, 
quem diuus Petrus Apostolorum Princeps , suggerente spiritu 
Dei, Dei ipsius Filium agnoscens professus est, negatur esse 
Deus, atque inaudita a seculo opinione, singulis mille ac quin- 
gentis annis quodam syderali Decreto aliam atque aliam subinde 
Religiouem oriri opportere , diuam virginem Mariam a Josepho 
cognitam atque diu um Jacobum Apostolum cognomento minorem pre 
Christo filium Dei agnoscendum, si modo filiorum quis Marie filius 
Dei habendus esset, atque id genus pleraque impia et horrenda. 

(Fol. 7.) Porro minimum iam est ab illis negligi Preces 
et sacra, uesci quibuslibet, maledicere Rhomano Pontifici Maie- 
statique sue, ae nobis etiam, ceterisque Principibus, qui pietate 
moti, et lese Religionis dolore ad Lutherane Secte oppressio- 
n em animum appulerant, item sub pretextu fauoris Euangelici 
Negotii latrocinium , rapinasque exercere, quod tarnen fortasse 
leuius et equiore animo ferendum esset, nisi modo a pertur- 
bata proscissaque sinceritate fidei Catholice ad tumultus sedi- 
tionesque excitandas animum conuertissent, que in capita maxime 
tendunt, ut subiectione obedientiaque se liberent. 

Vnde cum in administranda republica maximam semper vim, 
lnaximumque momentum Religionem habere constat, non mirum 
Maiestati sue uideri debet, si contempta illa tot tantaque mala 
euidentiaque et uix effugienda humano consilio pericula ex illis 
imminentia Nos sollicitos et anxios teneant ac propemodum 
attonitos, de quibus etiam Beatitudinem Pontificis tarn per lite- 
ras nostras, quam etiam Oraculo Nuntii nostri ad eam proxima 
hyeme missi, admonuimus, ut illa cum Maiestate sua intcndant, 
si adhuc propitio Nurnine antequam tota pereat Natio modis 
et mediis opportunis reduci possit. 

Que si nobis ita in prompto essent, ut animo uoluuntur 
repctunturque , palam faceremus nobis non esse aliud magis 
Cordi, quam inniti illis, que uidebuntur ad publicam Christiani 
Populi salutem et Christi gloriam facere, quibus eget infelix 
hoc nostrum Seculum. Siquidem neque mundi huius pacem 
habcmus, cum undiquc Bellis ferueant omnia, neque pacem Dei, 
nun tanta sit opinionum Dissensio. 



in 

Proinde cum Nos ex nobis ipsis, et soli presertim, partim 
ucl consilii, uel auxilii in tantis malis prestarc queamus, in 
\otis tarnen nostris est atque precibus, quibus Dominum Deum 
et Creatorem nostrum imploramus, ut Beatitudini Pontificis et 
Maiestati sue uelut primoribas Popali sui ita temperet affectus, 
ita spiritu suo illas imhuat, ut priuatorum obliti consulant et 
Mitvurrant saluti publice et glorie Christi, quando hoc mal um 
n ia l<> mm potissimum inde excitatum est, quod fere uniuersus 
Kcclesiasticus ordo referat magis carnem et seculum quam spi- 
ritum et Religionen!, illosque cum Maiestate sua, tum nobis 
ac plerisque aliis Principibus et manipotentibus viris abuti con- 
tra Euangelii profectum, quibus adhuc cordi est, ut obseruentur 
lUtus, Ceremonie, cultusque Religionis, ut per Christum, Apo- 
stolos et sanctos Ecclesie Patres ad nostros manus trans- 
missus est. 

Quapropter Dominus de Bredam Maiestatem suam Cesaream 
maximopere hortabitur, ut meminisse uelit, quantum debeat Deo 
immortali, qui illam omnibus suis fidelibus in seculari potestate 
proposuit, cuiusque munere adepta est Romanum Imperium tot 
Regna et Dominia, et indies per victoriam noua accipiat, quan- 
tum item Ecclesie sue sancte, quam tanquam primus Defensor 
et Aduocat^ ab omni labe illesam et in syncera fidei puritate 
seruare debet et tenetur, atque huic quoque Nationi, in qua 
primum hoc malum pullulauit, et in reliquas iam Nationes et 
Regna proserpit. Cui tanto iam maiori cura succurrendum est, 
quanto grauius et periculosius laborat, et pene oppressa est, 
antequam nullo remedio apposita tota pereat. Et peftnde hec 
una omnium maxima infelicitas Maiestati sue per Annales ad 
posteros transmittatur, sua tempora se Principe omnium poten- 
tissimo non potuisse a seditiosissima secta purgari. Ad quod 
iam ei annitendum penitus est, sie ut saltem constet illam de- 
disse reipsa sue orthodoxe uoluntatis experimenta, que profecto 
non posset non acrius dolere, si ea iniquissimis oculis uideret, 
mribusque aeeiperet, que Nos et audire et excipere omni mo- 
mento cogimur. 

iiij.' Quoniam premissa circa Imperialia Negotia Relatio 
»ude innititur ueritati , que prae perplexitate illornm uix uerbis 



112 

assequi possit. Ei propter nulluni priuatum respectum a nobis 
Maiestati sue proposita est, aut uerbis facta diflicilior quam 
sit reipsa, cum non satis illam, ut est seque habet, ullo ser- 
mone assequi potuerimus. Ideo Dominus de Bredam, data oppor- 
tunitate, curabit Maiestati sue inculcare premissa taliter, ne 
ipsa uel illi , quos ex secretiori suo Consilio, quos tarnen cupi- 
mus esse quampaucos, adhibebit, suspicentur illa fuisse enar- 
rata, quo cam quodammodo ad euehendum Nos ad Regnum 
(fol. 8.) Romanum impellere et urgere uideamur, cuius rei 
tarnen ipsa sponte nobis promissionem fecerat BruXellis, paulo 
antequam nouissime solueret ex Germania, que cum meinor 
huius uerbi sui, nobis per Heinricum de Emericurte Consilia- 
rium, et Magistrum Domus nostre renuntiari fecerit, se non 
defore nobis ut Dignilatem Regiam in Germania assequamur, 
iamque consensu animoque suo, ac deinde ope etiam et admi- 
riiculis opportunis rem ad effectum deducendam ita complexam 
esse, ut intelligamus non fraterne solum dilectionis officium 
sed prorsus paterne charitatis erga Nos prestitisse Signum. 
Pro quibus idem Carolus Maiestati sue maxiine omnium ingen- 
tes gratias immortalesque aget. Et quibus insuper poterit ver- 
bis assequi vel exprimere, declarabit animi rursus nostri erga 
se voluntatem , que a nutu, renutuque Maiestatis gpue, donec 
inter vivos egerimus, stabit, narrando eidem, quod licet ipsum 
Regnum sit pleuum curis et sollicitudinibus , nullius prorsus 
emolumenti, impensisque priuatis sustentandum, neque ad illa 
ulla ambitione regnandive libidine impellamur, et aspiremus, 
quia tarnen tarn perturbatus Germanie status presens, et sacre 
Maiestatis sue inprimis autoritas inde reparari posse uidentur, 
multaque prescindi et precaueri pericula, si auctoritas Regia 
in Nos conferatur, cum suifulti illa maiori auctoritate, preemi- 
nentiaque Res germanicas ad Maiestatis sue beneficium et uti- 
litatem illa abseilte facilius dirigeremus. 

Non debet autem Maiestas sua ad hoc consentiens et an- 
nuens, modo requirat id etiam ab eis, penes quos huius rei stat 
arbitrinm, hano ipsam ueluti rem impossibilem existimare, 
propter inullos digt>os respectus, qnos Maiestas sua pro sapi- 
entia sua protexore potest, maxime cum sint aliqui Principes, 



113 

qui huius rei effectum libentor uiderent, et quantum in eis erit, 
etiam promoturi sunt: fnerunt quoque in proximo Conuentu, qui 
l>t t-Miaserant sibi, quod in co Maiestatis sue Oratores essent 
affuturi, qui habeant mandatum auctoritatemque suam, super 
hac re contractandi, concludendique cum Electoribus uel maiori 
eorundem parte. 

Quanquam Maiestas sua nondum est c more a Beatitudine 
Puntificis Imperiali Dyademate coronata, Electoresque non so- 
liti sunt procedere ad Electionem noui Regis , nisi coronato 
prius Imperatore, quod unum uidetur esse maximum obstaculum, 
tarnen cum Maiestas sua habeat propitium et ad nutum suum 
Rhomanum Pontificem, non dubium est, quin sanctitas sua per 
Maiestatem suam enixius requisita, et debitis modis, libens illi 
sit Coronain ipsam etiam in Hispanias per Legatum missura, 
uel impositura ubi in Italiam Maiestas sua concesserit, dummodo 
illi sie uisum fuerit commodum et opportunum. \am certo sci- 
mus, itidem procurasse obtinuisseque Au um nostrum colendis- 
simuin Cesarem Maximilianum, qui farta obligatione erga Prin- 
cipes electores, qui iam in Maiestatis sue, uluente adhuc co. 
electionem consenserant, promisit et obligauit se post celebratam 
faetamque Electionem intra sex Mensium spatium Coronationem 
a Pontifice obtenturum, quam Leo Decimus non solum paterne 
promiserat, sed etiam ad certum Italic locum non admodum di- 
stantem a Limitibus Comitatus Tirolensis oecursurus erat ad im- 
ponendum Capiti suo ipsum Dvadema, quod tarnen non multo 
post interueniente fato suo intereeptum est, sicut hec ex mo- 
nimentis literarum, quas uidimus, certo nobis constant. Accedit 
autem huic rei promouende singularis affectio Reuerendissimi 
Domini Cardinalis et Archiepiscopi Moguntini, desyderiumque 
gratificandi Maiestati sue in ea. Xeque deerunt uel unus saltem 
sioe Coloniensis, siue Treuerensis is sit per Beatitudinem Pon- 
) iuris ad Maiestatis sue instantiam et Preces attrahendus , pro- 
misso aliquo ornamento, quo ab ea prosequatur, quod Maiestas 
sua facile apud sanetitatem suam exorabit, que non deerit, ut 
confidimus, nobis in aliquo, dum repetet secum quis et quan- 
tus apud eam intercedat, et pro quo, ac etiam menti aeeeperit, 
quantum labnris et diffieultatis hactenus in hac Natione exhau- 

8 



tu 

seriimis, que propter Luthcrani dogmatis seminarium ab obe- 
dicntia et pristina affectione deflectit , cuius tarnen maiores fer- 
uore magno sedem Apostolicam prosecuti fuerunt. De quibus 
etiam Beatitudo sua per Nos abnnde sufficienterque edocta est. 
Sed opere precinm immo necessarium erit, ut Maiestas sua rion 
intermittet seorsum quoque tarn ipsos Ecclesia- (fol. 9.) -sticos 
Electores quam etiam seculares hortari, rogareque ut se uoto 
et desyderio Maiestatis sup conforment. Quanquam sua Maiestas 
est prudentissima, et ideo non opus sit, ut illi prescribantur 
Kationes, cur hoc negotium non debeat negligi differri aut sus- 
pendi, sed potius ab ea amplecti et celerius quo fieri possit 
perfici; tarnen uisum fuit non ommittere opere precium quedam 
media et modos apponere, per quos necessario huiusmodi ne- 
gotium est fiendum, saluo tarnen semper Maiestatis sue sapientis- 
simo iudicio. Nam cum sint Electorum animi preparandi et suf- 
fragia assecuranda, id autem fieri nequeat nisi interuenientibus 
Personis et magnis genere, et quarum fides in Maiestatem suam 
atque Progenitores nostros spectata est, que et grate ipsis sint, 
cum quibus contractandum est, et que longo Iterum usu exer- 
citate persuadere et allicere possint. Nos Maiestati sue nomi- 
nandas duximus duas, quibus magis aptas et ad hanc rem, quam 
speramus conuenientiores vix ullas alias reperiri posse credimus. 
Videlicet Reuerendos Dominos Wilhelmum Episcopum Argenti- 
nensem, et Chrystophorum Episcopum Augustensem ac Illustrem 
Principem, Consanguineum nostrum charissimum Dominum Ca- 
symirum marchionem Brandenburgensem. Quos quidcm Principes 
duos iam nominatos, uel alios per Maiestatem suam nominandos, 
si hij minus illi placuerint, ad hanc rem parandam, uelut Prin- 
cipales directores et Commissarios deputaret suflficienti mandato 
ad hoc a Maiestate sua suffultos. 

Sed cum tantum Negotium non solum eiusmodi Personis, 
sed etiam literis prescribendis , monimentisque et obligationibus 
ultro citroque fiendis tractandum est, et absoluendum , quod 
ex se ipsa Maiestas sua cognoscit esse omnino necessarium, ne 
in hac parte ullns defectus contingat, moraque omnis tollatur, 
que in tarn arduis magnisque rebus sepe solet esse plena peri- 
culi , eadem Virum quempiam sibi charum et fidelem eliget et 



115 

ordinabil . qui defcrat secum plurimas rhartas tarn papvna.s. 
quam mcmbranas in albu, mann Maicslalis sue subscriptas, «Iah» 
creditoque illi aliquo Sigillo Maiestatis sup, sine quo ipsum 
Xegotiian dum et traclandum est et coneludendiim, ml mance, 
uel inutilitcr umuino susciperetur, quando- per iliud cunclusorum, 
conueutorum el trartatorum, iuxta morcm huius Xationis Prin- 
cipum fides adsercnda est et eonstituenda. Si ueru Maicstas sua 
se diflicilem faceret , et nequaquam ab eo , quod tarnen non 
spcramus, impetrari posset, tum idem de ßrcdam instabit, ut 
electe a se alicui, et grate sibi persone talia nomine Maicstatis 
sue cum prefatis dcputatis Commissariis agendi plenam, et omni- 
modam tradat potestatem e*t facultatem in meliori et ampliori 
forma. Licet autem nobis certo polliceamur uotum Electionis 
nostre ab eo cessurum Eleetore, cui altera Sororum nostrarum 
locabitur matrimonialiter, tarnen cum perpendamus occurrentias 
presentium temporum et experiamur qnotidie fieri vaferrimas 
practicas, nusquainquc satis tutam esse iidem, et si alias nunc 
omnium maxime esse promercalem, cognoscamus insuper Maie- 
statis sue ac nostram, que ab ea depcndct, dignitatem, et exalta- 
tiouem, in quam Maiorum nostrorum laborc et studio, accedente 
diuino nutu positi sunni.s. non posse presentioribus viribus 
fortiorique robore conseruari, ampliari atque dilatari , quam si 
utramque Sororem elocaret Xatis duorum Electorum, qui cx- 
cepta regii nominis nomenclatura, tantum ualent non modo apud 
suos, qui illos uelut Reges salutant, obscruant, reuerentur, pa- 
rentque eis . et obediunt, sed etiam apud Exteros Principes et 
Reges plurimum possunt, uel iuuare uel impcdire res communes, 
si prorsus a Maiestate sua negligi se sentiant. Xeque multis 
uerbis opus est, quod cuidentissimum est et manifestissimum, 
asserere, quid boni, quid commodi, quid spei, quid subsidii 
pararet Maiestas sua, si alteram Sororem Duci Friderico Elec- 
toris quondam IMiilippi Comitis palatini Filio, et iam Electoris 
Ludouici fratri germano, cuius estimatio autoritasque refloruit, 
et indies augetur apud omnes Status Imperiales, nuptui tradat, 
cuius item amplissima Domus et Imperatores et Reges habuit 
Romanoruin. Alteram uero Electoris Saxonii Xepoti, uel filio 
loaebvmi Marchionis electoris elocaret. Hoc unico nexu , quod 

8 • 



110 

uerissimum habere debet Maiestas sua magis conseruabit, 
deijciet, et euitabit omnium hostium suorum animos , quam 
multa niillia Bellatorum prestare possent. Hinc reducetur Ger- 
mania ad Maiestatis sue nomen glorificandum , ad unitnem et 
concordiam amplectendam, que deinde quoque agnoscens tantum 
Maiestatis sue amorem et (fol. 10.) respectum sui fieri dabit 
fructum insperatum et tantis Sororiis attrahetur ad partes Ma- 
iestatis sue constantissime sequendas et tuendas erga hostes 
quoscunque. Et nisi toto erremus animo, hoc est futurum fir- 
missimum presidium Herum partarum , quas tueri non est minor 
virtus quam aequirere. Nam quod altera uel Duci Borbonio, uel 
Duci Mediolani, ut fama est, altera Regi Portugallie in Matri- 
monium uenire debent, satis mirari non possumus, cum uterque 
Dux, quod tarnen citra inuidiam dictum a nobis accipiat Maie- 
stas sua, talem sanguinem referre nequeat. De fortunis et Statibus 
dictorum Ducum nihil attinet dicere, cum omni uolubilitati ex- 
positi sint, nullique stabilimento a se nitantur. De moribus vul- 
gus ipsum loquitur, et non male iudicant quidam etiam extra 
vulgus. Nos in specie que accepimus pretereunda duximus , ne 
quempiam traducere uideamur. Sed tarnen Nos cogit sanguis et 
natura , que nobis cum Maiestate sua atque Sororibus dilectis- 
simis est communis, ut nostri Consilii Majestati sue rationem 
aperiamus, qui ex praeteritis futura colligentes, non possumus 
non pronuntiare, has nostras Sorores esse male fortunatas, ubi 
in has Nuptias inciderint. Quod si Rex Dacie, qui uidebatur 
firmus et floridus, suis Regnis pulsus est, quid talibus continget, 
qui non traditis per manus, sed ut , quod uerum est, dicamus, 
partim affectatis, partim attritis rebus studuerunt. Quod etsi 
erecti fuerint auxilio et opera Maiestatis sue, et quis se per- 
petuum obsidem Maiestati sue dabit, quod non sint olim erga 
se maximorum immemores beneficiorum , ut fieri solet , futuri 
ingrati. Gallica perfidia, que singulariter impetit Burgundicum 
sanguinem, et duplicitas Itala, que nullo non tempore se exerit, 
non sinent perpetuo Res Maiestatis sue esse quietas, presertim 
contempta hac Natione germanica, cuius amorem et affectionem 
Maiestas sua ammittet omnino , ubi huiusmodi Matrimonia ad 
effectum transirent. 



1 IT 

Et si que pn/missa suut satis etVracie babent ad iuduceu- 
duui auinium Maiestatis sue , ut huic rei absque ulteriori dila- 
tione maiium appouat , tarnen adijciemus hec unam rationem, 
ex qua, ut sola sufficienti hoc negotium esse tiendum et quam 
citissime colligi potest. Cum enim Status Regni Hungarie in 
Ulis propemodum sit terminis, ut tiraendum sit nobis, quod So- 
rori nostre Regine Hungarie id contingat, quod tameu Deus 
longe auertat, quod nuper accidit Regine Dacie afllictissime et 
miserrime Sorori nostre. Et huiusmodi tarn in Hungaria quam 
Boemia etiam periculis non possit opportune raagis obuiari, 
quam nobis in absentia Maiestatis sue Cesaren tenentibus, ut 
Rex Romanorum, administrationem huius nationis, que non so- 
luni hoc tempore, sed etiam, quoad nobis dabitur huius Celi frui 
aura, in omnibns rebus Maiestatis sue esset plurimum profutura, 
ut inferius latius declarabitur. Preterea Res Hispanice in ea 
sint dispositione , quod nuila tarn euidens magna aut necessaria 
ratio subesse possit, quod Regi Portugallensi altera Sororum 
sit tradenda. Contra autem plurimum referat, ut Maiestas sua 
huius Nationis Principum fauorem sibi eblandiatur, quo magis 
opus habet pro stabiliendis et conseruandis rebus suis, quam hac 
noua Portugallensi aflinitate, qui alias sie sanguine nobis con- 
glutinatus est, ut si Matrimonium hoc fieret, Maiestatis diuine 
in Xos lentam uindietam citius procurare, quam quod boni quid 
sperare inde possemus. Habenda est ergo summa ratio, ubi Dei 
Omnipotentis autoritas interuenit, Et sororum quoque nostrarum, 
ne ille nostro periculo in calamitosas tales tradantur nuptias. 
Et si aliquando Christianitati toti a Maiestate sua, que in ea 
est primi nominis, loci et autoritatis atque potentie , benefaci- 
endum est, sicut sperant oranium oculi in eam, sumptis armis 
in suum hostem ueterrimum et ferocissimum Turcorum tyrannum 
non poterit illi aptius medium contingere, quam quod elocatis 
ad modum prescriptum Sororibus. Tunc enim germani Principes, 
quos fere omnes, uel saltem potiores hoc uinculum colligaret, 
et ad im tu in Maiestatis sue omnem impelleret, se sponte obij- 
cerent, Et nobis quoque in quotidianis Ulis necessitatibus , quas 
excursiones Turcice nobis afferunt , ad omnem euentum pro co- 
hibenda tali rabie paratiores suecurrerent. Quapropter ipse 



118 

Dominus de Bredam, maiori quo poterit studio et industria 
Maiestatem suam secreto et priuato colloquio ab hoc proposito 
abducet, et ad animum nostrum reducet, adductis persuasioni- 
bus et rationibus, que sibi suggeret tempus et ratio mutui cum 
Maiestate (fol. 11.) sua colloquii. 

Aderit huic quoque negotio Sororius noster charissimus 
Bocmie Rex, cuius suffragium certum omnino pollicemur nobis, 
ad quod non poterit non accedere etiam aliud votum Electoris 
sccularis quisquis ille fuerit, cui Maiestas sua saltem alteram 
Sororem matrimonialiter coniungendam consenserit. Et cum hoc 
medium sit efficacissimum , ac omnium maxime necessarium , ut 
in quo totius liuius negotii cardo uersabitur , propterea ipse Ca- 
rolus Maiestatem suam hortabitur, rogabit, obsecrabitque , ut 
ad hoc ante omnia animum apponat, seque resolvat et festine 
magis quo fieri possit. 

Itaque reliqui tres uel sua sponte sequentur presertim in- 
uitati a Maiestate sua inelioribus quibus nouerit modis. Inter 
quos aliqua pecunia promissa eificatior et ualidior esse uidetur. 
Nam ut dici solet, omnia obediunt pecunie. Et a Beatitudine 
Pontificis hortati et requisiti, quibus renitentibus tametsi eos 
tarn dure ceruicis fore non existimandum est, ubi tarn sedulo a 
Monarchis Orbis admoniti, rogatique fuerint, quia maior pars, 
que sunt quatuor vota totum negotium ex sententia Maiestatis 
sue conficient, que, obtenta hac in nostram personam electione 
multorum animos conseruabit, reducetque plurimos ad Maiestatis 
sue suspiciendam autoritatem, obedientiamque prestandam. Neque 
autcm Maiestas sua unquam inducere animum, aut sibi induci 
ullo pacto permittere debet, Nam fortassis, ut semper reperi- 
untur, qui magnis rebus obstrepunt et soinniant mala, que pre- 
tcxunt , cum prestaret Bona , que ex Ulis nascantur recensere 
anteque oculos ponere, non omnibus grata posset esse huius- 
modi electio, quod nos propterea simus observantes studiosique 
cum contra potius re ipsa percipiet, et in omnibus negotiis ubi 
dignabitur experiri, Nos reperiet tanto magis deiectos, et ut ita di- 
camus, submissos et paratiores, quanto placuit illi Nos sie eueherc. 

Idem de Bredam commode Maiestati sue exponet, quod tanta 
sit propter prenarrata in bac Nationc diuersitas, atque talia 



110 

studia, quoil illa Maiestas sua radicitus non poterit extinguere ex 
quo ei in ipsa Xatioue contiuuo residere non conceditur , ne- 
que euim expediret , ut sua illa prepotentia Regna descrcret, et 
alienum, ut ita dieamus, Agrum, ae paruin fructus et emolumenti 
preter Dignitatem sibi respondentem magna rum roolestia et la- 
bore araret Hec autem in dies se magis atque ita exerunt, ut 
necessarium tandem sit, maxime omnibus Statibus id amplecten- 
tÜMis. quod unum Caput statuatur. Itaque melius esset, ut Maie- 
stas sua , dum adhuc spes -i I . et in eius manu uideatur situm, 
quod eleetionem in Xos ilendam iam promoucre incipiat, 
quam quod dilata re ad primam oecasionem Maiestas sua in 
tarn remotis partibus agens preueniatur uocauda fortassis et 
admonenda eo tempore , quo illi maxime omuium incommodaret 
egredi ista Regna, sicut sunt iam ingenia omni vafricia et ver- 
sipellitate referta. Non eam celare debet, quod Populus Ger- 
manicus iam persuasus est, nihil oportere Ceremonias illas ser- 
uare amplius eligendo Rege per paucos cmendos Et ob odium 
Cleri , quod Lutheranum dogina peperit, saltem ecclesiasticos 
Electores submovendos esse. Et quis nouit , si sie semper con- 
niueatur, quod non demum populari suffragio fretus aliquis se 
in Regnum trudat, Gallicis faouribus et adminiculis contra Maie- 
statem suam atque nostram communem Domum Austriacam, et 
Burgundicam adiuuandus. Hec fortassis Maiestati sue uidebun- 
tur , quia longe abest, extranea et impossibilia. Verum si hie 
esset, nobiscum sentiret, et ut est sapientissima, maiora forte 
quam Xos inde Damna et pericula preuideret. Xostri autem 
est et ofiicii et debiti eam adraonere non solum de his, que 
certo nobis constant , sed etiam de uerisimilibus et coniecturis 
quibuseunque tarn in rem Maiestatis sue quam damnum etiam 
tendentibus. Oblata autem opportunitate de prefato Duce Fri- 
derico Comite palatino facienda est mentio et commendatio per 
ipsura de Bredam, cuius non solum speetata fides , longaque 
seruitus atque utilissima tarn erga clare memorip Genitorcm 
nostrum colendissimum Regem Philippum, quam Cesaream Maie- 
statem defunetam , ac suam etiam et communem nostram Do- 
mum Austriacam merita et obsequia exigunt et intercedunt, etiam 
si imposterum in electionis Xegotio, sine aliis ad beneficium 



120 

Maiestatis sue rebus secundum temporum ratio- (fol. 12.) -nein 
emergentibus minime necessaria esset, sed etiain mala et in- 
commoda, que uidemus indubie successura, admonent, impellunt- 
que, ut eundem Ducem Fridericum Maiestati sue commendeinus 
ardenter, atque ex animo, ut habeatur eius ratio alia, quam 
hactenus fuit habita, circa promissa , constitutaque sibi per ean- 
dem Maiestatem uel eius nomine, que sibi minime esse seruata ; 
contemni denique atque negligi se absque omni culpa et merito 
suo grauiter apud Nos conquestus est, que res ei magnam pa- 
riat uerecundiam apud suos, qui simul in eo ledantur, et de 
Maiestate sua concipiant opinionem plane tanto Monarcha indig- 
nam. Iamque longa nimis patientia ad desperationem ductus, 
immo tanta indignitate , quam non dissimulat, amplius adactus 
ad alia prolapsus esse uidetur consilia, que minus esse possunt 
ad Maiestatis sue ac nostrum propositum. Quem nisi summis, 
maximisque Precibus et persuasionibus , quibus potuimus con- 
firmassemus, concepteque Uli sue opinioni aliqualiter obuias- 
semus, omnia in equiorem partem interpretati , que lamentatur 
non preter rationem, sibi uelut iniusta contingere, iam dudum 
separatus esset, et desiisset pristinam fidem in Maiestatem suam. 
In qua tarnen omnibus modis retinendus est, uelut domesticus 
et antiquus Seruitor, qui sine honore ac incommodo etiam Maie- 
statis sue, si uerum loqui uelimus, et ut res ipsa indicat, di- 
mitti nunquam poterit. Cogitabunda est lesa pacientia, et indig- 
nabundus animus facile aliunde arripit contraria studia, quo 
neglectum sui si non compenset, saltem ostentet, immo palam 
dixit et ingenue testatus est, nisi fuerit ei de promissis satis- 
factum et taliter tractetur, ut merita eius et obsequia exigunt, 
se daturum omnem operam, ut Maiestas sua cognoscat, quod 
sicut bene Maiestati sue hactenus seruiuerit, ita etiam eidem 
male seruire potuerit. Non est aut ignota Maiestati sue huius 
Principis industria et ingenium, qui gratiam apud omnes fere 
Ordines Imperii propemodum singularem sibi comparauit man- 
suetudine, affabilitateque sua, cum Fratre uero Electore, cuius 
in locum, si ille obiret, succederet absque controuersia, ita 
coniunete agit, ut quid in rebus Uli vel magnis uel dubiis sus- 
eipiendum, fugiendumque sit, ab eo petat et requirat. Vnde, nisi 



121 

JVos aiiimus fallat, si mintjuaiii antea pro meritis suis quidpiam 
ei a Maiestate sua constitutum esset, magna ratione quid ei 
nunc deberet constitui. Quocirca Dominus de Bredam Maie- 
statem suam hortabitur, admonebitque studiosius, ut ipsius Ducis 
Friderici merita repetat, quequc commoda sibi, nostreque Do- 
mui per eum, si in beniuolentia, officio, partibusque nostris ser- 
aetur, prouenire possunt, qui non soluin in boc electionis ne- 
gotio , sed aliis etiam rebus opera sua plurimum profuisset, 
sed ab eo, nisi prius reductus fuerit a Maiestate sua, nihil 
proficui sperandum est. Vnde ante omnia placandus et conten- 
tandus est, vel si non ob aliam causam saltem pro honore Ma- 
iestatis sue tarn dignum Principem, tariique benemeritum non 
patiatur frustrari diutius constitutis pecuniis, aliisque promissis 
eidem nomine Maiestatis sue. Quantum autem fides, opera et 
Studium eius pro electione Maiestatis sue profuerit, non opus 
est refricare in memoriam Maiestati sue, que cum in posterum 
quoque ad plures amplissimas res, quas dies quotidianus afferre 
solet, accommodatissiraa esse possunt, certe illa nequaquam 
negligenda sunt. Sunt namque hec tempora, hij mores, hec 
studia, hec ingenia, lii animorum motus, ut summa prudentia 
curandum sit, ne quispiam ex amicis, beneuolisque nostris per- 
datur, maxime indignc lacessitus. Omnino Im ins Xationis ratio 
talis habenda , nt maneat in amore erga Maiestatem suam, ne 
conspiratio Hat in illud, quod plerique pessime affecti magui- 
tudini, exaltationique Maiestatis sue moliuntur et intendunt, hoc 
est perturbatis rebus per Germaniam, quarum facies se adhuc 
exerit, noui preter, uel pol ins contra Maiestatem suam atque 
Domum Austriacam Regis electionem. 

Namque Deum Saluatorem, conscientiamque nostram, que 
mille Testes ualet, in fidem uocamus nos hunc apicem, culmen- 
que Regium, ubi collatum in Nos fuerit, hac potissimum causa 
non recusaturos, quantumvis sit expositum maximis curis, labo- 
ribus, multisque ac uariis atque iisdem fere inutilibus Impensis 
administrandnm , quia constat nobis Maiestatis sue res et negotia 
plurimum inde adiuuari posse, ac communis Domus nostre Au- 
stri»'. que ut snb hac una Dignitate quod nemo inficias ire potest, 
in eam, in (fol. 13.) qua nunc est, magnitudinem accreuit , et 



122 

nunc diuina fauente dementia consistit, ita non poterit iimbrias 
suas per Christianum .orbein longe, lateque dilatatas, illesas, 
infractasque sub alia magis umbra conseruare et continere, quam 
Aquile ipsius, qualitercunque illa sit et reputetur deplumata. 
Ncc non etiam toti Christianitati optimam spem dare de reducta 
hac Natione ad Maiestatis sue solidiorem obedientiam, que non 
poterit alia meliori ratione, quam unica hac certi sibi capitis 
unius constitutione, absente sua Imperiali Maiestate restitui re- 
ducique ad unionem mutuumque in Irr se consensum, qui iam 
tarn propter Regni huius affectionem , quam plerique sequentes 
Gallicas practicas expectant, tandem ad sententiam suam euen- 
turain , quam propter opinionem etiam de Orthodoxa fide, in 
mille partes diuisus est, adeo ut nisi propicio Deo sie proui- 
deatur, timendum sit, ne ipsa Natio, quam Exteri non possunt 
opprimere uiribus suis, sibi ipsi sit plusquam intestinum malum 
paritura, nee secus, ac si quisque sibi manum consciret. 

Narratis predictis, que concernunt universale Bonuin, com- 
iikkI ii in, utilitatem et conseruationem Reipublice Christiane, cui 
ant* omnia Maiestas sua uelut caput totis viribus inniti debet, 
dictus de Bredam ad quedam particularia proponenda, traetan- 
daque deueniet, sumpto inicio de Statu Mediolani, qui tristi 
quodam fato, uel irato potius numine tot iam annis fluetuat 
misereque affligitur, estque non minima causa, quod tantum 
Christiani cruoris non solum exhaustum sit, sed etiam quod 
tantorum Regum et in Christianitate primorum vires , armaque 
in ipsa Christianorum viscera deseuiant cum prestiterit ea in 
veterem illum sanete fidei hostein Türe or um Tyrannum conuer- 
tisse, contra quem nulla frugi expeditio suseipi possit, nisi ali- 
quando inter ipsos Reges conuenerit, uel per plenam Victoriam, 
in cuius est cursu Maiestas Cesarea, uel per alios modos, ut 
Deo iiisuin fuerit, et deinde Maiestati sue, sicut ipse hunc locum 
pro ingenii sui feeunditate nouit bene deducere. 

Deinde descendet ad declarandum in specie., ut se habeant 
Res ipsius Status Mediolanensis quam periculoso odio modernus 
Dax ■ Mediolanensibus, et preeipue a Nobilitate persequatur. 
Kl nihil aliud restarc, expeetarique posse, quam quod ubi pri- 
ni.ini nrcasioiiein fcrripneri&t • eijoiant cum rursus e Statu, qui 



123 

tarnen etiam confecto ad Mai.vstatis sue sentcntiaiu Hello gallieo, 
si diutius in illo permanere possit, inultis uariisque maus, eala- 
mitatibusqne ita dinexabitnr, affligeturque , ut illis snflicere Dux 
ipse uequeat, propter mutabilitatcm Gentis, et Herum nouarum 
studia, que Status ille a inultis nune annis studiose est amplexus. 

Studebit iu.it u r oninibus ingenii sui viribus Maiestati sue 
ineulcare et illam omnino inducere, ut faciat firmam wrtllfW 
magis prouisionem de prefato Statu, que possit fieri etiam inulto 
minoribus Impensis quam nunc multorum tarn Italorum quam 
Germanorum opinione, qui staut a partibus Maiestatis sue, que 
ubi ipsum de Bredam interpellauerit, rogaueritque , ut huius- 
modi prouisionem, si Itabeat, eidem aperire uelit, tunc prefata 
venia apud Maiestatem suam, quo illam attentiorem beneuo- 
lentioremque reddat, dicat se illi soli tarnen, uel quam paucis 
adbibitis, quibus confidere soleat, libenter meutern suam dccla- 
raturum, excluso tarnen expresse magno Cancellario et aliis, 
quos ipse Dominus de Bredam suspicabitur uel comperiet non 
esse inclinatos et affectos ad banc rem Maiestati sue consu- 
lendam, et persuadendam. 

Est autem talis, cum Maiestas re ipsa pereeperit, quanti 
illi constitcrit, hactenus ipsum Statum intertenuisse, tametsi is 
nullam soliditatem adbuc sit sortitus , eiusque res ualde per- 
plexe gerantur, et Maiestatem suam exhauriant multum, preter 
alienationem animorum, que sola sufficit ad ereptionem eiusdem, 
ex qua plurima sequerentur Maiestati sue in Italia incommoda, 
quod Maiestas sua ad preueniendum, obstandumque illis habere 
uix possit presentius remedium, quam quod amota causa radi- 
ceque ipsum Ducem ad se reuocare, constituendo et assignando 
ei certam, firmam et honorifieam recompensam, sine per Maie- 
statein suam, siue per Nos pro competentia Status sui fiendam, 
de qua concessa, inscripta et assecurata sibi pro- (Toi. 14.} -eul 
dubio uelut certa et fixa magis remanebit contentus et aeeep- 
tabit pro dubio illo et aneipiti Statu. 

Nos uero de Ducatu ipso in uniuersum, tanquam Rboma- 
norum Imperator, a quo immediate dependet, inuestiret, redu- 
cendo Iiiiiic Statum ad ipsum Imperium, qui hodie quoque ab 
Imperialibus Camera linperii appellatur, de quo Nos Maiestati 



124 

sue, ;il(|iu' i|»si Imperio debita seruitia prestaremus. Et sicMaie- 
stas sua , et Imperium aliquem fructum inde consequi possent, 
laudemque magnam per totuin Imperium sibi pararet, et ipsam 
Nationem Germanicam pro Italic conseruatione studiosiorem 
efficeret, cui in alia re magis satisfaccre non posset. Et sie 
uere Augusti nomen referret. Et pro indubitato tenendum est, 
quod hoc modo Maiestas sua immensis parcet expensis, et 
simuj se a multis curis absoluet, quas cogetur ratione dicti 
Status habere, si permanserit in eorum manibus, a quibus admi- 
nistratus est hactenus. Et etiam Maiestas sua altius perpendens 
rem facile conijcere poterit, non esse iam alium eque dispositum 
et paratum, qui possit dicto Stalin, eiusque conseruationi ita 
preesse quam Nos propter vicinitatem Patriarum nostrarum, 
que ad omnem motum aecurrerent, gratumque haberent tau tum 
Statum defendere ab iniuria et oecupatione Gallorum et Helue- 
tiorum Et etiam perinde tutas magis ac securas facere Ditiones 
suas per Italiam et Regnum Neapolitanum sitas, cum ille Maie- 
statis sue ac Imperii nomine a nobis administrarentur ac propter 
alias bonas causas, quas idem Dominus de Bredam iuxta iudi- 
cium et opinionem suam proferre uel Maiestati sue, que etiam 
prudens est, cogitandas relinquere potest. 

Vlii autem Maiestatem suam inclinatam uiderit, bonisque 
suis rationibus persuasam. Et nihil ominus tanta res per aliquot 
sui secretioris Consilii Proceres contraetanda de Maiestatis sue 
uoluntate esset , qui tarnen sint exclusis prenominatis semper 
quam paucissimi, tunc Dominus de Bredam nostro nomine debet 
eisdem, uel aliquibus illorum, quos alias lucrari non poterit, 
certas quoque polliceri Pensiones sibi a nobis in verbo veri et 
fidedigni Principis quemadmodum per ipsum promisse et nuneu- 
pate fuerint in effectu exolvendas. 

Facta autem huiusmodi de hoc Statu prouisione non soluni 
Gallorum Rex, sed et ipsi Heluetii multum animi, studiique de 
illo oecupando recuperandoque remittent, quod eis multis de 
causis res iam difficilior facta sit, maxime ob hunc effectum, 
quem Maiestati sue preriperc totis uiribus conabantur, etiam si 
ullum quautum possunt , dissimulent. Et ipsi Heluetii , quia 
admiuiculo Patriaruin nostrarum pro aümentis carere non possunt, 



125 

pronis iam et equis animis accipient a nobis conditiones federis 
perpetui et unionis pro conseruatione dicti Status Mediolanensis 
ubi sie de autoritate et volantate Maiestatis sue oobis fuerit 
traditas. 

Quoniara in Tractatu Veneto nouissime facto expresse cau- 
t um est, quod Veneti pro defensione Status Mediolani certa 
auxilia ferre obligati existunt. Et ob td fortasse Maiestati sue 
Res hee magni periculi esse uidebitur, quod Veneti, aeeepta 
hac oecasione iam se solutos et liberos dicerent aut 
saltem pretenderent a prestando auxilio pro defensione 
prefata, quod illa uideatur se solum ad modernum Ducem exten- 
dere. Ad hoc ipse de Bredam respondendo dicere potest sibi 
longe aliter uideri \nm sie mutato hoc Statu in Nos ad quod 
Maiestas sua non nisi magnis esset addueta rationibus, citius 
essent facturi suum debitum cum quod Maiestati sue satis- 
facerent, et satisfaciendo singulariter etiam se illi gratificari 
putassent, nobis ipsum Ducatum obtinentibus , tum quod multis 
modis essent magis tuti et securi a Gallis ipsis, qui non sinunt 
eos in tanta sua necessitate pro secretis subsidiis, licet utrin- 
que dissimulent, urgere et habere sollicitos. 

Casu uero quo res Mediolani prefata non uideretur posse 
a Maiestate sua impetrari quoniam nos non latet Ducem ipsum 
instantissime laborasse apud Sueuicam Ligam, ut in eam certis 
pactis intraret et admitteretur, pro Defensione Status sui, quod 
tarnen per ipsius Lige fuit recusatum. Cumque idem Dux omnino 
habeat opus externis auxiHis et subsidiis pro sui Status conser- 
uatione, nosque magis propinqui et vicini simus illi Statui, quam 
quisquis alius Principum Germanie, fortissiraisque viris, et in 
Bellis exercitatis, tarn Equi- (fol. 15.) -tibus quam peditibus pre 
aliis abundemus, ut notissimum est, fortassis non fuerit abs re 
Maiestati Cesaree animura nostrum declarare, scilicet Nos non 
grauate cum dicto Duce inituros certam Capitulationem pro 
constituendo et submittendo ei tempore necessitatis , tarn homi- 
num quam Herum ad expeditiones bellicas pertinentium , dum- 
modo Nobis singulis annis certam Summam aliquot millium Du- 
eatorum erogaret. Quapropter ipse de Bredam Maiestatem suam 
kac de re ioterpellabit rogando, ut dicto Duci id suadeat et 



126 

ad hoc inducat. Et quamquam ipsum Ducem satis ad haue rem 
inclinatum fore putamus, postquam a predieta Liga est repul- 
sam passus, tarnen quia nihil sine consensu et bona uoluntate 
Maiestatis sue libenter, etiam sponte requisiti concluderemus, 
volüinus eam hac in parte prius esse admonitam. 

Admonebit insuper idem Dominus de Bredam Maiestatem 
suam, reducetque ei in memoriam factum Ducis Borbonii, et 
quam infeliciter successerit superior conatus eius, pro quo 
tarnen adiuuando Maiestas sua Decem mille Pedites conduetos 
magno suo ere sustinuerit. Cui exponet Nos esse in hac opinione, 
quod si in tempore illa Nos admonuisset, dictisque Peditibus X. m 
prefecisset, sperassemus quod res illa meliorem exitum habuisset. 
Nos non solum illis Peditibus suo ere conduetis usi fuissemus, 
sed pro maiori robore nonnullos tarn Equites quam Pedites Sti- 
pendiis nostris nobiscum traxissemus, neque passi fuissemus tarn 
inglorium retrocessum , qui gregario Militi propter spolia et 
rapinas profuit, Maiestati autem sue, atque Belli huius socio 
serenissimo Auunculo nostro Regi Anglie et Francie ludibrio et 
aliis omnibus fuit ridiculo , qui fouent Gallicas practicas, clain- 
que Gallis victoriam optant. 

Cumque non dubitemus, quin et Maiestas sua et ipse Rex 
iam dictus non ignari practicarum hostis sui sint illum primo 
opportuno tempore persecuturi Armis suis, et iam circa hoc 
dare modum, intentosque esse, adeo ut semel conficiant, quod 
in animo habent et Maiestas sua Nos quoque nuper requisiuerit, 
ut ex hoc latere impetamus hostem, quod iam pridem fecis- 
semus, si nostre vires parcs animo respondissent, nihil est 
enim quod Nos maiori nunc desyderio cupimus, quam huic inter- 
uenire expedilioni. Vnde idem de Bredam Maiestatem suam ad- 
monebit, quod ubi nos sibi militare gratum fucrit, nobisque pro 
iusto numero Peditum equitumque modum intertenendi uel per 
se, uel Regem Anglie, aut simul dederit, assignaueritque quod 
in tempore prouisi de peeuniis Nos hosti communi forti intre- 
pidoque animo obijciemus, nee contentabimur solis subministratis 
a se copiis, gentibusque suo ere conducendis, sed etiam de 
nostris aliquid addemus. Et omne id, quod subtrahere licet 
de presiriiis pro Turcorum ineursionibus reprimendis , huc 



127 

conuertemus, ita ut Maiestates sue sint re ipsa experture quan- 
tum nobis rordi fuerit pru uirili nostra, ut suus honor comrao- 
ditasque nostro studio, laboreque et uigilantia promouerctur, 
nulluni periculum, quod nobis uel Patriis nostris euenire possit, 
drclinaturi, dum ex illo hosti quidpiam decedet, et suis Maic- 
statibus accedet 

Sed addet idem de Bredam nobis uisum esse non condu- 
cibile solum, sed prorsus necessarium quod Maiestas sua una 
cum Belli socio quicquid acturi sunt, id in tempore aggredian- 
tur neque in extremos Menses auni differant, qui sibi sint 
propter expensas preredentes damnosi, inutiles autem breui 
l*u turi propter frigora et aquas, que sollicitant militantium ani- 
in os ad retrocedendum, impediunt rem bene geri et maxiroe ubi 
penuria Commeatus accesserit, que orania ut obsunt sibi , ita 
maxime prosunt hosti , qui dato sibi tempore practicas solitas 
non intcrmittet Alioqui uelut oscitans uel inuasus opprimetur 
inter consilia, qui est primus et certus ad plenam victoriam 
gradus. 

Et ut Maiestas sua cognoscat nobis non suppetere tautas 
vires, quibus aliquem iustum apparatum pro seruitio suo facere 
possemus, sicut ex animo uellemus . Et si que essent quod ille 
pro cohibendis Turcorum incursionibus uertende sint, ipse de 
Bredam Maiestati sue referet, qualiter copioso Milite, et supra 
quam ferebat omnium opinio die XXV Aprilis proximi Turci 
irruperint in Campuro Metlingensem, et Arcem ibidem Metlin- 
gam, unde Regioni nomen est inditum, continuo triduo expug- 
nare conati sunt, licet non fuerint facti voti huius compotes. 
Itaque indignati occiderunt passim Incolas in Pagis. Agro Met- 
lingensi undique deuastato, munitionibus omnibus demolitis atque 
incensis (t'nl. 16.) villagiis, a nostris pauci Turci ac aliquot 
equi capti sunt. E quibus Capitaneus in Metlinga Duos tormentis 
subiecit, qui confessi sunt, multo maiorem vim et potentiam 
Turcorum certo subsecuturam , quam fuerit illa, que in campum 
Metlingianum irruperit Et insuper quod Uli secum adducerent 
um ha tormenta et ualde magna, quibus ipsam Metlingensem 
Ancin ac fortiores alias munitinnes confringerent et solo 
equaront. Et quod luctuosissimum est et miserrimum a Turcis in 



128 

predam -uelut pecora abacti sunt plus quatuor millia Chrisliani, 
Scnes autem decrepiti et infantes atque pueri, qui propter 
etatem usui Ulis esse non potuerunt, crudelissime sunt trucidati. 
Preterea spem illam respirandi modicam miseris Christianis datam 
conuersis iam Armis Turcorum in Bassam rebellantem, qui 
tenebat nomine turcico Egyptum, et ab illo defecerat, nimis 
repente esse ereptam. Constat enim satis tristi nuntio , hunc 
Bassam ex insidiis esse interfectum, caputque eius Turcorum 
Tyranno oblatum , unde et constans est fama iam illum Exercitum 
copiosum, quem contra Bassam instruxerat, missurus est in 
Christianos, distributo illo in hungaricos et croaticos fines, 
quibus nostri Subditi sunt nimium uicini, et contra tantam vim 
longo impares. 

Nolumus etiarn ignorare ipsum de Bredam, qualiter su- 
perioribus diebus requisiti fuerimus, ut certum Mandatum siue 
auctoritatein nostram in personam alicuius Consiliarii Cesaree 
Maiestatis apud eam in Curia sua agentis mitteremus, super 
certo Tractatu faciendo inter Maiestatem suam Nos et Ducem 
Borbonii prefatum, ac quosdam alios pro beneficio Maiestatis 
sue contra Regem Gallorum, sed Nos eiusmodi Mandatum prop- 
ter causam rationabilem non misisse. 

Videlicet quod expeditis similibus aliquot iam antea autori- 
tatibus et Mandatis, sine dubio preter inentem et uoluntatem 
Maiestatis sue non solum non preteriti , sed etiam uel ad aliqua 
onera constricti, uel ad quedam eroganda coacti sumus, de 
quibus e conuerso non fuerimus in tantilla aliqua re recompen- 
sati uel releuati, quod cessit in maximum damnum et iacturam 
nostram. Nihilominus tarnen Vos certum tale mandatum in per- 
sonam dicti Andree de Burgo expediuimus, sicut illud in pre- 
sentia in personam ipsius de Bredam denuo expediri feeimus, 
iniungendo tarnen ei, quod in Tractatibus fiendis pro beneficio 
Maiestatis sue. ne illud per Nos impediri uideatur, aut culpa 
nobis dari possit, nostro nomine interuenire et auetoritatem 
interponere possit. Ita tarnen ut ubieunque nobis quid oneris 
per illum impositum fuerit, quod pariter et nobis, sicut ratio 
dietat et equitas expostulat, detur et apponatur aliquis modus 
et conditio, per quam in grauaminibus et necessitatihus nostris 



129 

emergentibus consolari et quam refugium habere possimus, iuxta 
proverbium , manus manum lauat. 

Etsi in iam premisso articulo contenta expediret pro nobis 
Maiestatem suam non ignorare , quia fortasse non erunt sine 
mica salis, ut dicitnr, proponenda aut differenda uel pretereunda 
etiam omnino ne Maiestas sua exacerbetur nel irritentar illi. 
qnorum opera in premissis aliis impetrandis et obtinendis pre- 
teriri non pnterit. Iccirco Nos hnnc totum Articuium, et in illo 
contenta nel ex eo dependentia relinqnimns ipsi Domino de 
Bredam nt nel proponat, quando expedire uidebitar, uel pre- 
tereat, sicut rernm cursus, spesqae illaram ac dispositio Maie- 
statis sue et eiusdem Consiliariorum ad premissa adhibitornm 
exigere et postulare uidetur. Comqne pro Tractatu Veneto iu- 
enndo , cuius iam snperius facta est mentio. Maiestas sna Nos 
admonnisset , illum fore citra omne nostrnm incommodnm. Et 
ob id consensnm nostrnm. qnando ita res exigeret, impertire- 
nmr. Nosque semper in- Int Maiestatis sue obsequentissimns liliu», 
ac frater ad omne arbitrium suam expositus, nihil moraremur, 
quatenus nostra intererat, eundem Tractatum accessu consensus 
nostri perficere freti de iam dicta Maiestatis sue admonitione, 
sicut per Oratorem suum requisiti fuimus, mandatum autorita- 
temque nostram submisimus, licet prius, ut omnis ratio dictabat, 
ipsaque equitas ferebat, a nobis initi Articuli Tractatus requi- 
rebatur, qui porrecti nobis iudicio testimonioque Reuerendi 
Episcopi Tridentini, ac Thesaurarii nostri Gabrielis Comitis de 
Ortemburg etc. visi sunt non solum incommodo nobis esse, sed 
prorsus preiudiciales et onerosi, dolentes oon fuisse habitam 
maiorem ra- (fol. 17.) tionem honoris Maiestatis sue , quod uide- 
batur Tractatus ille conditionibus magis honorificis assequi 
potnisse. 

Tnde factum est, quod tarn digni Principis ac optimorum 
fidelissimoramque Seruitorum Maiestatis sue offitia per Emulos 
in deteriorem partem fuerint apud eandem interpretati, potissi- 
mum persuasa de ipso Thesaurario , quod is unus sit , qui nisi 
ingenti pecunia a Venetis 6ibi pacta attractus fuisset, No6 qui 
ab animo eins et nutu pendeamus, huiusmodi consensam ad 
rnncludendum dictum Tractatam egre prestitissemus. 

9 



130 

Dupliccm indignationem., duplexquc odium unica calumnia 
impudentique mendacio in caput prefati Thesaurarii congerentes, 
cuius innocentiam etiam nuper literis nostris ad Maiestatem 
suam missis duximus vindicandam non tarnen contenti cum eius 
integritas nequeat unquam uere notari, dictus Dominus de Bre- 
dam ore quoque pro nostra satisfactione , immo nostro nomine 
ipsum Maiestati sue non solum expurgatum sed etiam commen- 
datum habebit. Cum illi tale officium et seruitium nobis immo 
sue quoque Maiestati prestat , quäle illa a iurato suo ac fide- 
lissimo quouis desyderare potuisset, cuius est in primis ipse 
Thesaurarius , sicut et prefatus Antistes Tridentinus obseruan- 
tissimus, studiosissimus Seruitor, qui nisi etiam tales essent, 
nunquam ad ea Consilia a nobis adhiberentur, non enim, licet 
quidam de nobis id uanissime sparserint adeo usque ab alieno 
arbitrio pendemus, ut nequeamus discernere saltem communi 
sensu , nequid nobis , quod arrogantiam sapiat , ultra uendice- 
mus, quid quantumque Nos opporteat tribuere illis, cum quibus 
agimus retractius. 

Hinc si modo nobis, qui a pueris duplicitatem mendacium- 
que detestati sumus, ut qua re nihil est aqud Deum odibilius, 
fides danda est, possumus profecto in verbo boni Principis 
dicere palamque testari dictos Dominos Tridentinum et Thesau- 
rarium pre eo, quod odio grauantur per calumniam, et mendacia, 
dignos promeritosque magis esse, ut pro tacitis et ignotis ad- 
huc erga Maiestatem suam benefactis quampiam gratiam repor- 
tassent, a qua per eundem de Bredam, ut locupletissimum et 
ueracissimum testem utriusque cum actionum, tum meritorum 
eximi debet tarn grauis quam iniqua presertim de Thesaurario 
suscepta opinio. Rogando nostro nomine Maiestatem suam, ut 
quando ipse Tridentinus et Thesaurarius extra omnem aleam 
atre note positi sunt, neque unquam ab officio suo deflexisse 
uere taxari possint, non sinat eos tarn sibi quam nobis deditis- 
simos Seruitores, qui in hac perturbatissima omniumrerum con- 
fusione nobiscum pondus et estum Diei constantissime toleran- 
tissimeque perferunt , lacerari impetique maledicis mendacilo- 
quisque Unguis sed contra potius nostro suo ipsiusque Domini 
de Bredam testimonio expurgatos excusatos.que in gratiam fauo- 



131 

remquc suum recipere dignetur, quorum fidem. dexteritatem , et 
integritatem abunde aliquando cognoscet ex fructibus eorum, 
sicut et Nos contra calumniam et mendacium, veritati, que in 
fine semper uincit, fuisse patrocinatos , intelliget. 

Quantum autem ad res Hungaricas declarabit Maiestati sue 
Nos illam per literas nostras admonnisse, et idem nostro iussu 
fecisse Andream de Burgo , qui maiori fide et certitudine potuit 
omnia communicare, tarn circa personam Regis, quam inordina- 
tiones omnium rerum in ipso Regno, quas ipse oculata fide 
compererat, que etiam nobis incommodarint ualde, propter prc- 
sidium , quod nobis tenendum fuit contra Turcorum inuasiones 
et incursiones continuo triennio maximis expensis. 

Item quod non solum in hoc Regno Hungarie cuncta iace- 
ant, et indigeant magna cura, ut reparentur, sed etiam in 
Boemia sint magne non solum inter illius Proceres et Subditos 
differentie. sed etiam mire practice Gallorum, quorum uenenum 
spargitur late per Germaniam, ut uel sie contra Maiestatis sue 
uiin uenire possit, et hoc presertim per Antonium Rincon de 
Medina del Campo, qui fuit in Flandria in Curia Maiestatis sue, 
ac etiam apud Xos. Et quoniam in Conuentu Semproniensi ac 
Noue Ciuitatis nonnulla inter Nos fuerant conclusa, que uide- 
bantur aiiqualiter huiusmodi inordinationibus et confusionibus 
obuiare, quia tarnen nihil est executum, et ad effectum deduc- 
m, Resque Hungarice maius indies discrimen aeeipiant, quia 
relati et Magnates pessime populo sunt affecti, et Populas 
is i imi (vm infensus existit, adeo quod iuxta consuetu- (fol. 18.) 
inem nullus fuerit Conuentus, quem ipsi Rackusch appellant, 
celebratus ad Diem saneti Georgii proximi. Nee minus inter se 
Status Bohemici dissideant. Iccirco idem Dominus de Bredam 
pro opportunitate et industria sua suggeret memorie Maiestatis 
Cesaree, quod pro tollendis Ulis periculosis differentiis u ni- 
mm et maxime etiam conueniens remedium superesse uidetur. 
Videlicet quod nobis existentibus in nomine auetoritate- 
que Regis Romanorum offerentur plures occasiones et me- 
dia , propter que sopiri possent , et omnino tanta Incendia 
animorum extingui et perinde Gallus suis practicis frustra- 
retur. 

9 • 




132 

Item pro prudentia sua Maiestati quoque sue difiusius 
ostendet, quantuin commodi afferret, si ut Rex Romanorum iam 
possemus certis modis et mediis intendere, per que sua Ma- 
iestas multum adiuuaretur contra ipsum Galluin, de quibus Nos 
iam ne os aperire possumus. Si quidem hec autoritas et pre- 
eminentia leuaret omnem suspicionem, et Maiestatis sue rebus 
plus faceret ad propositum quam multa millia nummorum, que 
sine intermissione erogare cogitur. Preterea non solum nunc, 
sed etiam in futuris suis expeditionibus , arduisque negotiis ma- 
gis secura et firmata esset de fide et affectione Germanorum 
erga eam, quos Nos in oflitio seruare studeremus, quorum in- 
genia, quantum quotidiano usu discimus magis duci quam trahi 
solunt. Et maxime etiam posset promouere expeditionem in 
Turcos, ubi Deo propicio inter Chris tianos Reges facta esset 
pax quocunque modo. Et ansam preberet semper aliquid magni- 
fice, fortiterque gerendi, expediendique per Maiestatem suam, que 
fimbrias suas extendere quam latissime poterit in Regna Pro- 
uinciasque Infideles et Rebelies non admodum distantes ab illis 
uuis Regnis, qua re inter mortales nihil illi glorios ins contin- 
gere posset. 

Demum explicabit Maiestati sue conditionem et qualitatem 
Patriarum, Prouinciarumque auitarum nobis assignatarum quantis 
scilicet oneribus ad Nos transierint, tarn propter inpignorationes 
et alienationes emolumentorum et Prouentuum ordinariorum quam 
etiam ob incredibilia debita magnarum Summarum, quarum ali- 
quot iam soluimus, et quotidie soluere, aut desuper componere 
cogimur tarn ad honorem defuncte Maiestatis, quam nostrum, 
ac tarn ad exonerandam animam suam, quam nostram etiam 
conscientiam. Et ad hoc omnibus melioribus quibus possumus 
modis operam impendimus, quo inucterato illo ere alieno exo- 
neremur, licet illud non possit fieri absque uersura. 

Quantum autem debitorum syluam intrauerimus ipse Domi- 
nus de Bredam , qui huic negotio ut Commissarius Maiestatis 
sue interuenit, ut abunde cognouit ita eam poterit atque debe- 
bit de illa faccre certiorem. Quas autem non obstantibus illis 
necessitatibus Impensas faciamus, sustineamusque , Maiestas sua 
facile inde colligere poterit, ubi intellexerit , Nos superiori 



133 

anno dum Xoremberge imperiali Locumtenentie preessemus, 
expendisse Xoningenta Millia Khenensium. Et huius ofßtii causa 
Noremberge bis fuisse relictis Patriis Prouintiisque nostris sine 
ordine et a multis usurpatis. quarum ordinationi, uendicationi- 
que non potuerimus ad illuin modum, qui necessarius erat, inten- 
dere, auocantibus \os negotiis imperialibus ad que contractanda, 
redigendaque in ordinem Nos paulo post indictum proximum 
generalem conventum ad Xorembergam contulimus et iterum 
ibidem grauissimas expensas fecimus Centum Millia Rhenensium. 
Et licet gustura quendam acceperamus sie in illo Conuentn 
euenturum, ut aeeidit, ne tarnen in Xos eulpam transferrent, 
aut Ulis negotiis Imperialibus, que nihil preeminentie et utilitat is 
nobis tribnunt, iramo magis adimunt, deesse uideremur, appli- 
cuimus illuc, continuo manentes ibidem, donec fieret aliqua 
conclusio, de qua Maiestatem suam iam fecimus certiorera per 
duplicatas nostras, ut premissum est. 

Cumque Illustris Dux Georgius de Saxonia magnam erga 
Maiestatem suam atque Xos uelut heredes Maiestatis Cesaree 
defunete summam peeuniarum sibi debitam requisiuit, et harum 
ratione cum illo ad certum punctum et Capitulationem deuentum 
existat, ut Maiestas sua nouit, et idem Dux conqnereretur ualde 
et etiam minaretur quedani se facere uelle tarn coram Imperiali 
Regimine, quam apud parentelam et Cognationem suam, que 
non erant satis ad honorem et dignitatem (foL 19.) Maiestatis 
sue, ac etiam nostrum, ut illa intereiperentur ipseque Dux quie- 
tior et patientior fieret, Xos illi curauimus soluere, et numerari 
facere Centum mille et Decem mille Rhenensium, quos cum 
maximo damno conflauimus propter ingens interesse, quod nobis 
fuit recompensandum. 

Et ideo prefatus de Bredam Maiestati Cesare#intimabit, 
laliter in hoc negotio etiam fuerimus fatigati, hortando et 
rogando eam nomine nostro, ut det ordinem et modum quo iam 
dieta summa Centum Millium et X. m Rhenensium nobis resol- 
uatur. Et similiter fixus ac certus modus per eandem statuatur 
de aliis X." Rhenensium soluendis certis annis successiue usqne 
quo dicto Duci de totali summa satisfiat iuxta Tractatum desuper 
factum. Item Dominus de Bredam debet etiam Maiestati sue dum 



134 

nactus uidebitur bonam opportunitatem referre, qualiter, ut ad- 
monita alias per repetitas literas nostras fuerit in Tractatu, et 
pace veneta proxime conclusa restituere sumus adacti, certa 
bona ad Domum Austriacam reducta ualoris circiter Viginti 
Milli (im Rhenensium annuorum, nulla nobis facta recompensa, 
quod magno cessit nobis damno , quod tarnen Nos non tanti 
fecimus , quantum iacturam defensionis et munitionis, quo per 
talium locorum cessionem, vnde proueniebat hoc emolumentum, 
fuit incurrenda, de qua Subditi nostri fuerunt adeo male con- 
tenti, ut omnibus modis apud Nos insteterint, quod multo liben- 
tius sint bellum passuri, quam quod talia restituamus Loca, que 
etiam propriis uiribus, et sanguine suo tueri et seruare non 
detrectarent. Attamen ut Maiestati sue gratificaremur, ipsam 
restitutionem exequi permisimus , utcunque intollerabilem , et 
ingratam prouincialibus nostris, quos ad hoc, quibus potuimus, 
induximus, ut remanerent contenti pro satisfactione Maiestatis 
sue, que inde maiora moliretur commoda. 

Vnde ne soli nos tantum Damni et iacture feramus aliquan- 
tulamque assequamur compensam ipse de Bredam omni studio 
Maiestatem suam inducere curabit , quod Comitatum Ferreten- 
sem , qui hodie Alsacia appellatur, cum prouinciis Nigre Sylue, 
Brisgaudie et Sunggaudie, ac ditionibus illis annexis , nee non 
Jus et interesse Imperialis Prefecture in Hagenoia uelit nobis, 
et heredibus nostris ex singulari sua munificentia et liberalitate 
pro recompensa dare et concedere. Attento quod ipse Comitatus, 
et prefata Prefectura in Hagenoia nobis in primo Tractatu Bru- 
xellensi fuerint consensi et concessi. Item quod idem Comitatus 
cum Prouinciis colligatis est magno ere oneratus , nullumquc 
Maiestati sue emolumentum ferre potest, cum pro intertentione 
iusticie, #t Ofücialium ad eam deputatorum singulis annis sint 
exponendi Sex Mille Rhenensium a Camera Tyrolensi, neque 
etiam unquam a Maiestatis sue heredibus redimi posse uideatur, 
cum propter grandem summam pro qua impignoratus existit, 
tum propter restitutionem peeuniarum nobis et heredibus nostris 
faciendam, que pro conseruationc, commodo ac redemptione 
onerum in illis Prouinciis exposite fuerint, Tum etiam quod est 
roiistitutus in iinibus Holueliorum , Lotharingorumque, qui 



135 

a partibus gallicis separari se uix sinunt, facile perdi posset, 
et amitti, ubi amplius non penderct a Tyroli et Wirtemberga, 
quem hostes Domus nostre tantis presidiis iam innitentem non 
audent occupare. Eodem modo rogabit Maiestatem saam ut 
Comitatum Burgundie concedere et elargiri dignetur, com sit 
velut Antemurale et propugnaculum anteriorum Prouinciarum, et 
ob id precipua eura defendendus a finitimis Populis, ut puta 
Sabaudiensibus , Heluetiis , Lotharingis , quibus semper fuit for- 
midabilis eommuuis Domus nostre exaltatio. Accedit item, quod 
Maiestati sue nihil quoquc importet. Et cum ille Amite nostre 
ad \ it. un inscriptus sit, nos sumus contenti Uli , ubi iam dic- 
tus Comitatus nobis per Maiestatem suam condonatus , ac ab 
ea cessus fuerit respondere quotannis de prouentibus et emolu- 
mentis , que ex illo habuit , ac de illis assecurare et contentam 
facere. 

(Ju (in iam inter Cesaream Maiestatem et Nos, dum super 
aulta hereditate diuidunda in (fol. 20.) Flandria tractaretur, 
conuentum est, ut in quinque Principatibus inferioris Austrie 
pleno hereditarii Principis, et Domini patrie iure omnimodaque 
administratione potiremur, Tyrolensi uero Principatu anteriori- 
busque prefatis Prouinciis cum ipso Ducatu Wirtembergensi 
gubernatorio nomine preessemus, ita quod durante Sexennio a 
Die eiusmodi Conuentionis nostre numerando, nobis non liceat, 
neque sit potestas a Subditis iam dictarum Prouinciarum exigere 
Juramentum hereditarium , quod Principi Patrie prestari solet 
et debet, quo Maiestas sua Cesarea, que Rhomanorum Imperator 
existit, et Germanie Rex appellatur, non censeatur omnino ex 
superioris Germanie Patriis exclusa. Nos autem interim per 
Heinricum de Emericurte Maiestatem suam reuerenter uniceque 
rogari requirique fecimus , ut nobis non obstante prefata Sex- 
ennali Conuentione facultatem concederet , faceretque Copiam 
et consentiret ut possessionem dictarum Patriarum tanquam 
Princeps hereditarius , earundemque Dominus et heres adire, 
accipere et sicut antiquitus obseruatum extitit a Subditis Jura- 
mentum obedientiamque hereditariam requirere recipereque pos- 
semus. Maiestas uero sua, quo nobis gratificaretur, paternamque 
iternm suam in Nos dilectionem et pietatem pro innata bene- 



136 

iiccntia demonstraret, illud votum nostrum se adimpleturum 
eidem de Emericurte, ut rediens nobis explicuit inter cetera, 
receperit, Nos hac beneficentia ad priora sua accumulatioraque 
beneficia adiecta sibi per omnes filialis obedientie numeros de- 
uinciendo. Quapropter ipse de Bredara prenominatus*Maiestati 
sue nostro nomine immensas immortalesque gratias aget et deinde 
precabitur atque orabit omni studio, ut pro assequendo huius 
gratie fructu et executione voti nostri obtinenda, uelit ad Pro- 
uinciales tarn predictarum Patriarum, que hereditario iure ad 
domum spectant Austriacam, quam Subditos Imperialis Prefec- 
ture siue aduocatie Imperialis in Hagen oia necessarias et oppor- 
tunas literas expedire, et ad Nos dare, quibus iniungatur illis 
expresse, quod nobis prestent uelut Principi Patrie et Domino 
suo hereditario debitum consuetumque Iuramentum et obedientiam. 
Nam sine eiusmodi literis gratia Maiestatis sue et benefitii 
promissi fructus euanescet. Cui etiam proderit magis, quod 
Populi Uli sint nobis sie asstricti, qui cogimur cum illis uersari, 
et ab eis uarie requirimur, quoniam ipsi maiori fide nobis ad- 
herebunt, impellente eo Religione prestiti Jurisiurandi, et Nos 
de eis pari fiducia freti ad omnem euentum liberius et alacrius 
recurrere et disponere possemus , maxime si grauior, quod 
auertat Deus, uel Maiestati sue uel nobis necessitas aeeiderit. 

Et quoniam res Patriarum inferioris Burgundie non stant 
satis quiete, ut igitur Maiestas sua solidius illis prospiciat ipse 
Dominus de Bredam a se ipso , uel per se , uel Auunculum 
siuim, aut alios, quos ad hoc idoneos fore uidebit, practicabit, 
et sie diriget Maiestatem Cesaream , quod nobis sua sponte 
gubernium et administrationem Patriarum illarum offerat , et ad 
eam Nos requirat, omnino cauens ne unquam resciscat, Nos 
eius rei habuisse noticiam, et perinde ex composito fuisse inter 
Nos traetatum, explicando ei rationcs propter quas Maiestas 
sua euid enter cognoscet sibi cedere ad magnurn beneficium Ma- 
iestatis sue. 

Superius mentionem feeimus Legationis, quam destinauerant 
Imperiales Status ad Gallorum Regem, et deinde ad Maiestatem 
Cesaream pro traetanda pace inter eam et ipsum Regem, pro 
qua intereipienda, quia erat ualde ineommoda rebus Maiestatis 



137 

sue Cesaree, incredibile est. qaantum molestiarum et laborum 
pertulimus. Et ut nihilominus Maiestas sua tedium et sinml 
in in ri.t m ac calumuiam nobis Ulatam aliqualiter cognoscat, pre- 
fatas de Bredam , dum ei uisum fuerit conueniens j Maiestati 
sne exponet, quod cum Status aperuissent iam se omnino de- 
creuisse mittere Legatos, et eosdem destinauerant fore Archi- 
episcopum Treuerensem, Fridericum Comitem palatinum et 
Ducem Bauarie, ac Ludouicum Bauarie Ducem, Fratrem Guil- 
helmi Ducis Bauarie , eis per Xos communicato Consilio Com- 
missarii, et Oratoris sui Vicecomitis de Lombeco Ioannis Han- 
nardi, responsum est bonis adductis (fol. 21.) rationibus, quibus 
iure a pertinaci proposito suo desistere debuisset , sed persi- 
stentibus illis in sententia sua, nobis ultra admodum rationabiles 
propositas rationes noue et alie urgentiores fuerunt producende, 
quas tarn efficaces atque euidentes esse credebamus, ut iam 
ultro, et pedibus suis essent ad nostram ituri sententiam, quibus 
etiam freti nos prinatim , et singulari fiducia etiam prouocati, 
quibus cum loqui mens erat, aliquot Electoribus et Priucipibus 
familiari colloquio inslnuauimus. Casu quo Status conceptam 
opinionem, non attentis sed neglectis talibus rationibus essent 
relicturi et Legationem omnino missuri. Quod tunc neque Xos 
neque Maiestatis sue Commissarios et Orator prefatus ad hanc 
prosequendam aliquem consensum dare possemus, quoniam sci- 
remus eam esse Maiestati sue ingratam et solam sufficere, quod 
felix ille Cursus rerum suarum, quem iam Nos pro certo acce- 
pissemus, impediretur, et ob id necessitate adacti interpone- 
remus protestationem publicam. Et insuper ad aliquid, quod 
tarnen non libenter faceremus, similiter adigeremur. His verbis 
que sie ut premittitur, familiariter et fiducialiter perquara 
paucis loquuti sumus, deinde Congregationi Statuum propo- 
sitis, quod tarnen non ideo a nobis proponebatur , tandem ipsi 
Status mutarunt sententiam et animum suum, publice protestati, 
quod si propterea quidpiam mali, incommodi et damni aeeidat, 
non solum Xationi et Imperiali reipublice, sed toti etiam Chri- 
st ianitati. cuius negotium et beneficium per eiusmodi Loka- 
tion ein erant procuraturi et promoturi, uelint coram oculis Dei 
oronipotentis et coram omnibus fidelibus se habere excusatos. 



138 

Claudentes responsum suum taliter, quod hec uerba, scilicet quod 
ad aliquid, quod tarnen nun libenter faceremus, adigeremur , a 
diue memorie Imperatoribus et Regibus Rhomanorum hactenus 
non audiuerint. Et cum Electores Principes et Status in pro- 
priis personis pauci iam adsint, et recesserint plures, ad eius- 
modi verba inpresentiarum respondere non valeant, per hoc 
indicantes aperte se uelle tenere ea memori mente. At ad hec 
ill.it um est a nobis , et primo quatenus spectabat ad Legatio- 
nem, quod si alicui Christianorum Potentatuum hanc pacem 
procurare liceat, nemini id eque conuenire posse quam nobis, 
qui expositi simus incursionibus Turcorum , cogamurque quo- 
tidie iniquissimis auribus , et cum ingenti doloris et amaritudinis 
spiritu excipere Subditorum nostrorum captiuitatem ipsa morte 
duriorem, deuastationem et depopulationem Agrorum, et Villa- 
giorum, qualis iam proximo Aprili, ut ante dictum est, euenit. 
Quantum autem conueniat ipsis Statibus saltem sine prece- 
denti admonitione et intellecta prius Maiestatis sue uoluntate, 
tante se rei immiscere, meminisse uelint, cum in illo Statu 
et dispositione possint esse res Maiestatis sue ut uix aliud ma- 
gis possit displicere eidem, etiam si bono a Statibus animo 
proficiscatur, quam huiusmodi Pacis tractatio. Verba autem pre- 
dicta non ideo Nos esse locutos , ut coram Congregatione statim 
repeterentur , neque in illum sensum , quo accepta sunt , ex 
animo nostro prodiisse. Adeo quod si per ipsos nobis prius 
quam ipsis Statibus repetita fuissent per eos , quibus confiden- 
tius et familiarius dicta erant, neque ipsi, neque Status ceteri 
talem intelligentiam accepissent. Et iccirco, ne in aliam mentem, 
quam nostra, ac ipsius Hannardi prefati fuerat, accipiantur, 
sinisterque intellectus explodatur, declarata sunt eis, et aperto 
dictum id , per ea Nos significare uoluisse , scilicet ubi Status 
ipsi ultra nostram, et Comissarii sui amicabilem requisitionein 
preteritisque tot rationibus a nobis productis, omnino Lega- 
tionem destinatam prosequerentur, inconsulta, et non admonita 
prius Maiestate sua , quod tunc Nos urgentissimis respectibus 
compulsi loco, uice, et nomine Maiestatis sue cuius personam 
ambo rcferebamus, ne id facerent, inhibuissemus. Et si neglecta 
ciusmodi inhihitione processissent , quod co casu protestationem 



189 

interposuissemus, Maiestatemque suam de hac re abunde , ut 
par erat , admonuissemus , que infallanter non param ei displi- 
cuisset. qaod tarn \os quam Commissarius saus iniquis oculis 
uidissemas , et multo libentius pretermisissemus. Ex quibus 
Maiestas sua cognoscet , quod nostri nominis neglectum, et 
quamcunque calumniam equo accipimus animo, dum modo pro 
nostro captu credimus rebus suis (fol. 22.) prodesse et inser- 
uire, quas propriis ut semper anteposuimus, ita etiam in per- 
petuum Maiestatis sue erimus semper studiosi et obseruantis- 
simi. Adhortando eam et rogando, ut pariter ipsa dignetur nos 
solita sua paterna pietate et fraterno amore, atque gratia Cae- 
sarea uelut Dominus nobis unice respiciendus , in quo omnis 
spes nostra sita sit, complecti, conseruare et amplificare. 

Postea prefatus de Bredam, quando occasionem sibi datam 
esse viderit . bono animo Maiestatem suam de prefati Commis- 
sarii Hannardi qualitate admonebit, licet per nostras literas 
etiam fuerit admonita exponendo Maiestati sue. quod illa ualde 
se ipsam inhonorauit. mittendo eum et maxime solum, et ad 
tot ins Xationis Conuentum, atque cum tali potestate, quam sibi 
soll, neglectis nobis, usurpauit, Nos in nihilo reueritus, aut 
quidpiam nobis tribuens in actionibus tarn publicis quam pri- 
uatis, se uti noster esset Dominus, gerendo, de quo plerique 
Statuum, qui sunt Maiestatis sue atque nostrarum Herum aman- 
tiores et obseruantiores male fuerunt contenti, detestati homi- 
nis elationem et arrogantiam maximam. Ceteri qui cupiebant 
res intricari, tarn Maiestatem suam, quam Nos deinde contem- 
nebant , putantes , se prius contemptos , quod non alius condi- 
tionis et qualitatis missus ad eos fuerit. Et quid opus est pluri- 
bus , certissimum est, quod multum profuisset, ne eum misisset 
sie solum, saltem Nos ei preponendo , aut illi alios graues 
Yiros adiungendo , qui fide et integritate fuissent probati , que 
in ipso Commissario Maiestatis sue fuerunt desyderata, sicut 
eins Tractatio prodidit , et Maiestas sua aliquanto latius a no- 
bis admonita fuit per hominem nostrum, qui residet apud Maie- 
statem suam , quam ipse de Bredam rogabit , ut ea fide et 
randore aeeipiat et intclligat siart a nobis fiunt et proficis- 
euntur. 



140 

Cumque inter ea, quo conclusa sunt Noremberge contine- 
atur, quod super Lutherana re tractari debeat in proximo Con- 
uentu, qui indictus est ad Spiram ad diem sancti Martini pro- 
xime uenturi, et inscriptus generalis Congregatio totius germanice 
Nationis. Et quedam alia in illum reiecta fuerint , de quibus 
particulariter Maiestatem suam priuatis literis admonuimus et 
similiter Recessum Imperialem in vernaculo etiam per duplicatas 
misimus , etiam si Nos manibus et pedibus liunc Conuentum 
libenter impediuissemus parum utilem et fortässis maioris per- 
turbationis fore causam preuidentes. Tarnen non potuimus ullis 
rationibus id assequi, impulsi ne grauiora interim mala eueni- 
rent , nomine Maiestatis sue una cum Commissario in illum 
consentire. Et quoniam locus quoque est ille deputatus , Ciuitas 
Spirensis , quem plurimos Principes , precipue Rhenanos , ma- 
xime Electore palatino et illius Theseo indiuiduo Treuerensi 
eundem auspicantibus tanquam uicinioribus , uerisimile , uisita- 
turos. Et consequenter reliquos quoque Electores propinquos 
non abfuturos, quibus aduenientibus , ceteri quoque Status Domi 
se non continebunt, adeo, ut sit frequentior futurus hie Con- 
uentus , ad quem cum neseimus si in propria persona com- 
mode Nos uenire possimus , cum sit nobis propter Patrias in- 
ferioris Austrie nondum in debitum ordinein redaetas , et 
Turcicas excursiones omnino his iinibus excedendum propediem, 
et facienda talis, qualis fieri poterit prouisio, quam requirunt 
Prouinciales tali modo et instantia ut sine maximo eorum damno 
et nostro detriinento illos diutius deserere presentia nostra non 
ualeamus. Accedit item quod Nos supra quam credi potest 
exhausti sumus, et Eraria nostra amplius tot Sumptus non 
suppeditant, quales feeimus in duobus Conuentibus, quibus apud 
Norembergam interfuimus. Et nihilo enim minus mente uolua- 
mus , quod nobis absentibus in proximo futuro Conuentu Im- 
periali plurima quoque possunt tractari et concludi , que minus 
sint futura ad propositum Maiestatis sue , ac Domus nostre 
Austriace, maxime quando nemo illic aderit , qui constantissime 
et ex animo pro Maiestatis sue dignitate, et beneficio se oppo- 
nat. Neque ignoramus Beatitudinem Pontificis egerrime ferre, 
quod ipsi Status tarn pertinaciter sue prudentie et opinioni 



1*1 

innitentes, decreuerint expresse in materia fidei in hoc Con- 
uciitii reuocare in dubium et disputare uelle, que dadam fue- 
runt per (fol. 23.) sanctos Patres et Consilia improbata, dam- 
nata . ac longissimo denique nsu abrogata. 

Itaque prefatus de Bredam adhortabitur Maiestatem suam, 
ut hanc rem periculosissimam , et aiia quoque ineommoda, qup 
se ostendunt promanatura cordi accipiat. et meditetnr atque co- 
gitet, qnibus modis possit obuiari, missura omnino ad hunc 
Conuentum magnos genere, prudentia, ingenio et dexteritate 
excellenti et singulari preditos, qui suo nomine intersint, qaos 
oportet tales esse, qui ipsis Statibus sint quoqne grati et 
quanto honorabiliores tanto erunt rebus agendis conuenientiores. 
Neque absonnm nobis, immo rei bene tractande perquam oppor- 
tunum fore uideretnr, ut ex iam nominandis personis duos nel 
tres eligeret , nidelicet Fridericnm Comitem palatinum Rheni, 
et Ducem Bauarie , Marchionem Philippum Badensem , uel Mar- 
chionem Casymirum Brandenburgensem aut Comitem Eberhardum 
de kunigstain, Comitem Hoirum de Mansfeld, uel Comitem 
Fridericum de Fürstenberg, adiuncto deputandis ex iam nomi- 
natis Domino Floriano de Jsselstain. Dando tarnen eis in man- 
datis. ut si Xos presentes esse contigerit, quod Xos Maiestatis 
sue intuitu suspiciant a nostroque Consilio et ductu dependeant, 
qui uere sumus talia acturi seroper, de quibus Maiestas sua 
non poterit non esse satisfacta, ubi presentium temporum ra- 
tionem habuerit. 

Porro nobis uisum est expedire immo necessarium esse, 
ut Maiestas sua cum pro conseruatione auctoritatis sue tum pro 
satisfactione sanctissimi Domini nostri , qui sibi omnia polli- 
cetur, que ad supremum fidei Defensorem spectant, quod ex- 
presse in mandatis det illis, quos ad prefatum Conuentum est 
deputatura, ut Congregationi huius Nationis imprimis referant 
nomine sue Maiestatis , quod de indicto hoc Conuentu non 
habeat displicentiam, quoniam sint in eo decidenda aliquot Ca- 
pitula magne importantie , de quibus innotuerit sibi ex recessu, 
quem ad eam miserimus. Verum hoc unum non modo multum 
mirari Maiestatem suam, sed etiam non posse per omnia pro- 
bare , quod in materia Lutherana , cum sit fidei, consultare et 



142 

coycludere inter se decreuerint, quibus ritibus atque mudis res 
sacre obseruande sunt, donec a generali Concilio, super bis, que 
per Lutherismura in dubium reuocata sint. Cum omnino Maie- 
stati sue uideatur, quod prorsus nihil immutetur circa Ritus et 
Ceremonias bactenus obseruatas, ab hac solum Natione, pre- 
cipue circa Euangelii predicationem, quod illud interpretari de- 
beat et ad vulgum declamari, ut a sanctis Patribus et Docto- 
ribus ab Ecclesia receptis est explanatum. Idem circa Sacra- 
mentorum administrationcm, sanctorumque uenerationem et esum 
©bseruandum esse. Cum commodius de Ulis omnibus per gene- 
rale Concilium decisio fieri possit, quod etiam Maiestas sua 
apud ßeatitudinem Pontificis promutura, et una cum ea quam 
citissime ut fieri possit, esset indicatura. Et interea Natio ipsa 
saltem pro satisfactione Maiestatis sue , cui scirent quantum 
deberent deferre, supersederet ab innouationibus, et quantum 
posset, adniteretur summis uiribus illas ubique erumpentes 
supprimere, procedendo in earundem autores, prout opportu- 
num uisum fuerit, quoniam cum fides Euangelica non solum isti 
Nationi, sed toti mundo debeatur, temerarium nimis apud ceteras 
Nationes iudicabitur, quod soli Germani sibi usurpent, quod 
omnes tangat, contra naturalis rationis usum, superadditis a 
Maiestate sua, que est ingeniosissima aliis persuasionibus et 
rationibus longe efficacissimis. Cui , ut Nos non oportet pre- 
scribere aliquos modos , ita tarnen conuenit admonere , ut solet 
obsequentissimus filius interdum indulgentissimum Patrem exci- 
tare, ubi expostulat Res. Ideoque dictus Dominus de Bredam 
in hac parte non solum nobis satisfaciendo, sed etiam benc- 
merendo apud Deum, cuius negotium hie agitur, apponat omne 
Studium, quod a Maiestate sua non negligatur, sed pre omnibus 
sollicito animo aeeipiatur. Deinde hortabitur eam, atque obse- 
crabit, ut taliter etiam animum suum applicet ad negotium elec- 
tionis , quod in dicto Conuentu initium traetationis fieri possit, 
ex quo plures quoque uerisimile est affuturos, qui intellecta 
mente Maiestatis sue pro gratificando ei sint futuri boni et fa- 
uorabiles nobis. 

(fol. 24.) Postremo Maiestati sue exponet Nos sepius, ac 
ualde importune requisitos esse, pro parte Georgii de Aiistria. 



143 

ut ei cederemus Castnim Ennss cum Ditione ad ipsum spectante, 
quod commode facere nequiuimus. Et cum Maiestas sua eidem 
cum Pensionibus, tum aliis emolumentis prouiderit, et indies 
Uli magis prouidere sollicita sit, Xos uero Fratrem eius nostris 
impensis iam integro anno in Italia pro capessendis literis alue- 
rimus, confidimus Maiestatem suam non egre laturam, quod 
huic requisitioni non satisfecerimus. Et quoniam ut alias Maie- 
statem suam admonuimus paratiores offerimus Xos fore ad sus- 
tentandum duos alios filios, cum quatuor filiabus relictis, quam 
dictam requisitionem prestare. Iccirco ipse Dominus de Bredam 
Maiestatem suam enixe rogabit. ut prefati Georgii Fratrem nunc 
in Italia agentem in suam alimoniam et prouisionem suscipiat, 
nobisque curam iam dictorum Filiorum et Sororum imponat et 
relinquat, et simul hanc nostram Obligationen! grato animo 
accipiendo tantum agat cum ipso Georgio , ut Xos ulterius non 
molestet pro Cessione dicti Castri Ennss per Nos facienda. 

Ceterum quia Maiores nostri Principes Austrie et singula- 
riter diue memorie Dominus et Auus noster colendissimus Cesar 
Maximilianus ultra Tredecim Mille et Ducentos florenos Rhe- 
nenses , pro quibus eisdem Presidatus Sueuie a sacro Imperio 
in pignus inscriptus est, certa edificia et structuras in Castro 
Rauenspurg ad eundem Presidatum spectante , fieri fecerint. Nee 
non pro conseruatione, ac aliis necessitatibus ipsius Presidatus 
aliquas alias expensas, ad quas tarnen ut Domini pignoraticij 
non obligabantur, ineurrerint, que omnes ascendunt ad quanti- 
tatem trium Millium et Centum florenorum Rhenensium. Item 
quod iam dictum Castnim pro munitionibus et aliis necessitati- 
bus construendis reparatione indigeat. Idcirco ipse de Bredam 
nostro nomine Maiestati sue supplicabit, ut nobis ac communi 
nostre Domui Austrie prenominatam expositam Summam Trium 
Millium et Centum Rhenensium super ipso Pr$sidatu etiam no- 
mine pignoris assecurare et inscribere dignetur. Ac etiam con- 
sentire, ut Castrum Rauenspurg ulterius ad munitiones et alias 
necessarias structuras reparare, et construere possimus, cum 
tali conditione , quod Xobis heredibusque et Successoribus no- 
stris omnes strueturarum et edificiorum Structure et impense in 
futurum fiende , de quibus per idonea et fide digna Registra 



144 

constiterit, simut cum dictis Summis pignoraticiis ctiam solui 
dcbeant, iuxta tenorem Copie apposite in lingua germanica 
Scripte. 

De Serenissimi Regis Dacie negotio admonitos Nos referet 
per Nostros, quos ad Conuentum Hamburgensem pro restitutione 
eius misimus, quod Status Regni pernegant eum ui abiectum ab 
eis, sed nuda duntaxat administratione iuxta Regni constitu- 
tiones et morem Patrie esse priuatum ob rem male administratam, 
illosque malle, salua üde, uel Turco uel cuiuis Ethnico et Infi- 
delis Imperio subiici , ac mortem denique Omnes intrepido in- 
fractoque animo oppetere, quam illum in Regnum recipere, 
enumeratis immanissimis sceleribus per eum in omnem Sexum 
admissis, que tarnen minus in vulgum inter alia sparserint, non 
Regis causa, sed Maiestatis sue, ac nostri nominis rationem 
habentes , non ignari , qua necessitudine coniuncti essemus 
Reginam autem Sororem Regno excessisse uebementer doleant, 
eiusque Vrbes et Oppida Dotalitia neque ui, neque fraude esse 
ab eis occupata, sed et derelicta iu suam recepisse potestatem. 

Item ingenti animi dolore iniquissimisque oculis uidisse tarn 
omni virtute preditam Coniugem, et generosissimam Reginam, 
ac uelut uilissimam seruam indignissime tractatam a Marito 
Rege, anteposita Uli impudentissima scelestissimaque Yetula 
et Lena. 

Preterea reiecta quorumcunque fideiussione pro Rege resti- 
tuendo et in gratiam recipiendo redituro, repetito sese quiduis 
passuros quam illius Imperium, quod restitutus a crudelitate et 
seuitia temperare nequeat, qui toties Deo fidem iuratam non 
seruauerit, Eucharistie etiam religione firmatam. 

(Fol. 25.) Cumque ab hoc proposito neque Status, neque 
Lubecenses, qui innumeras Iniurias , quas a Rege multis annis 
acceperant, commemorarunt, ullis persuasionibus ac minis pertrahi 
non potuerint, omnisque iam spes reducendi Regis adempta esse 
uideretur, quesitum est a Legatis ipsius Regis, an consentiendi in 
alios Articulos agendos haberent Mandatum, quo cum carere se 
dixissent Rexque petiisset ut singularum Instructionum sibi 
copiam fieret , et simul rei fine simulato ad ipsum Oratores 
omnes concederent , utrumque ob bonos respectus esse inter- 



145 

missum missis tarnen ad eum Collega Maiestatis sue Cesaree 
Oratoris Doctore Hermanno Sunderusen, Joanne Backer Anglico 
et Comite Vdalrico de Helffenstein nostro Oratore ad Oppidnm 
Stendel, qnod est Electoris Brandenburgensis , ac explorandum 
animum eins, quo accepto renerterentnr ad Collegas, qni ob 
Epidimie morbnm ab Hamburgo ad Lubecnm concesserant. 

Dax Holsatie ac Regni Primates Episcopi Fiiium in Reg- 
norum administrationem nix recipere nidentur, nel per se, nel 
per Regimen Patri succedentera ; defoncto autem Duce Holsatie 
facilius obtineri poterit, qnia Regine Sorori et Liberis apud 
plures innocentie sue ingens fanor et gratia patrocinabitur. Sed 
nihilominns curatnros sednlo omnes Oratores, qnod Regine et 
Liberis interea omnis honor et conditio reddator. 

Vt ant cm rei finis impositns fuerit, qnamprimnm illnm in- 
tellexerimus Maiestati sue significabimus , etiam si id Oratores 
sui non sint neglectnri. 

Et qnia Nos apnd Maiestatem suam hominem matnrnm, fide 
dignnmqne habemns, cuins fidei, industrie diligentieqne hactenns 
res nostras commisimas agendas, in quibus cnm enm integra fide, 
synceroque animo esse nersatnm cognonerimns , omniaqne prop- 
terea de eo nobis poiliceamur, quo de fidelissimo, secretissimo- 
que Seruitore promittere possnmns, Iccirco nobis consnltnm et 
expediens nidetnr qnod prefatus Dominus de Bredam antequam 
aliquid premissorum tractare incipiet dictum hominem, cni mi- 
nien est Martinas de Salinas mox ad aduentum suum ad se 
uocabit, illique literas nostras credentiales reddet. Super qui- 
bus postea cum eodem Martino aperte libereque de singnlis 
premissis colloquetur, commentabitnr, disputabit et communi- 
cabit. quia poterit eum de multis et uariis plenissime informare. 
Et sie deinde ipse de Bredam quidquid communicato inter se 
consilio pro nobis et rebus nostris istis procurandis et agendis 
eondueibilius et expedientius esse uidebitur, diligenter et fide- 
liter traetabit. 

De domino Reuerendissimo Tridentino eo libentins assumi- 
mus commendationis causam, quod is multifariam sit de domo 
nostra Austriaca longe maxime meritus, que apnd Cesaream 
Maiestatem defunetam, et que de Maiestate sna in Negotio 

10 



146 

Electionis prestitit non opus est recensere, cum illa sint Maie- 
stati sue tanquam omnium Principum liberalissimo et gratissimo 
in recenti memoria. Restat duntaxat illam admonere, ut cum 
dictus Dominus Tridentinus pro modestia sua nihil hactenus 
reportauerit , quo laborum, sumptuumque suorum pro benefitio 
Maiestatis sue promoto et adhuc promouendo Consolationem et 
compensam quampiam percipere potuerit Et nihilominus in hanc 
horam in negotiis Imperialibus illa agat, ac si esset Maiestati 
sue oberatus Seruitor itaque conueniens Maiestatis sue libe- 
ralitati fuerit illum in tarn amantissimis offitiis suis conseruare 
et ad nostras quoque res curandas propensiorem reddere et 
constabilire , aliquo insigni a Maiestate sua benefitio deuinctus. 
Quod cum paruo negotio fieri possit, uel collato ei aliquo Epi- 
scopatu, uel reseruata bona Pensione super quopiam uacaturo, 
idem Dominus de Bredam omnem apponet diligentiam, Studium 
et operam , quod Maiestas sua optimum uirum et dignissimum 
Antistitem non pretereat , sicut per literas manu nostra pro- 
priascriptas unice ad hoc faciendum Maiestatem suam rogamus. 
Et simili modo aget cum Maiestate sua de iis, quo in Mandatis 
et memoria habet, pro Thesaurario nostro Comite Gabriele de 
Ortemburg, quem pariter Maiestati (fol. 26.) sue per manum 
propriam, sicut meretur, studiosissime commendauimus. 

Pro Comite Capre don Petro ipse de Bredam, dum com- 
modum sibi fuerit, Maiestati sue verba faciet, commendando illum 
et rogando, ut propter seruitia, que Maiestati sue prestitit et 
que nobis continuo prostat, dignetur illum donare aliqua com- 
mendatoria ordinis diui Jacobi. 

Cum Andreas de Burgo predictus nos requisiuerit , ut 
cum apud Cesaream Maiestatem commendaremus , quo ea faci- 
lius et citius assequatur, que per literas suas ipsi Maiestati 
Cesaree directiuas petit, de quibus se plene ipse Dominus de 
Bredam ex eisdem literis informare debet, quia apertas ideo 
misit ad Nos Andreas ipse, ut illa quem missuri essemus non 
laterent. Itaque plurimum nobis gratificabitur ipse de Bredam, 
ut absolutis ncgotiis , que ei pro nobis agenda imposuimus, 
transeat deinde ad commendationem rerum dicti Andree cuius 
literas carniola conclusas Maiestati sue reddet, apud quam non 



M 

opus est eins depromere pluribus seruitia, cum illa habeat no- 
tissima et nihil aliud restet, quam quod eidem a Maiestate sua 
satisfiat, que illi pro legatione sua restant soluenda, ut per 
Maiestatem suam constituta et consensa sunt. Nee minus in 
aliis , que petit cum nostro iudicio neque magna sint neque 
difticilia, pariter adiuuabit, ut a Maiestate sua in eisdem uotum 
assequatur , sicut diuturna et fidelissima seruitia sua expo- 
stulant. 

Pretcrea cum res Hungarice Boemiceque expostulent, ut 
ipse Orator reuertatur ad serenissimum Regem Hungarie, apud 
quem stando Polonie quoque Regem practicare et intertenere 
possit pro industria sua ad benefitium Maiestatis sue , quod 
tali Viro poterit multis modis procurari. Iccirco ipse Dominus 
de Bredam instabit apud Maiestatem suam, ut onus Legationis 
reeipiat in se, constituta et certa Prouisione et competenti, 
ut honorificum decet Oratorem, cui Nos quoque aliquid super- 
addimus, quo ad communia seruitia possit alacrius attendere. 
Et hanc rem aecuret proponet Maiestati sue, ac ad eam exe- 
quendam omnino persuadeat, quoniam magis refert Maiestatis 
sue, ut fiat, quam fortassis credit, sed rerum exitus , nisi 
credatur, ipse est, qui omnia probat et exponit. 

Reducet item in memoriam sacre Maicstati sue, Nos antea 
illam enixius rogasse, ut fidelissimo Seruitori et Physico nostro 
Doctori Dominico Adam de Sforz tarn nostri intuitu quam uir- 
tutum etiam etiam ac meritorum eins contemplatione de qua- 
piam non exigui emolumenti Abbatia , uel de equiualenti Sacer- 
dotio, aut de reseruata super Episcopatu quoque competenti 
et bona Pensione prouidere dignaretur, quod Maiestatem suam 
annuisse iam magna cum nostra satisfactione aeeepimus, que 
ut petitam gratiam duplicaret , id se demandaturam, ut fiat in 
Patria Diocesi Regni sui Arragonum. Maiestati sue agendo gra- 
tias ingentes , quod deprecationem nostram non despexerit, pre- 
sertim pro dicto Doctore Dominico interpositam , quem uelut 
fidissimum corporis natureque nostre consultum, et conserua- 
torem plurimum diligamus et etiam honorari cupimus iuxta sa- 
piiMitis sententiam, qui medicum honorandum, uel propter neces- 
sitatem ceu lege quadam sancita posterorum memorie tradidit. 

10 • 



148 

Itaque Maiestatem suam iterum atque Herum nostro rogabit 
nomine, ut dum occasio dabitur, uerbi sui meminisse dignetur, 
in quo nobis spes facta est, ipsum Doctorem Dominicum ea 
gratia et benignitate sua complectendo qua Nos essemus quem- 
piam sie Maiestati sue gratum et charum , modo in nostris 
esset situm uiribus complexuri et syncere et studiose. Proinde 
ipse Dominus de Bredam nobis quoque gratiücabitur non medio- 
criter, ubi interuentu exaete sollicitudinis , ac diligentis studii 
sui , huiusmodi uotum a Maiestate sua iinpetrauerit. 

Eandem operam sumet pro Negotio Secretarii nostri Ja- 
cobi Spiegel, hortando Maiestatem suam ut habita ratione sue 
long«; seruitutis , ac promissionis Maiestatis sue nomine sibi 
facte in Conuentu Wormaciensi de Annua Pensionc Ducentorum 
Rhenensium, super qua secum certis modis, ne ad alia transiret 
seruitia , que ei maioris emolumenti ultro offerebantur , compo- 
situm fuit. Licet cum magno suo damno minime ad effectum 
peruenerit. Quin immo rursus ei cum Maiestatis sue , ac no- 
stris Commissariis in Insprugg transigendum sit, facta sibi cau- 
tione pro rata nostra de Quinqua- (fol. 27.) ginta Rhenen- 
sibus annue Pensionis ad uitam ac Trecentorum numerandorum 
per Triennium dignetur quoque suam ratam annue Pensionis 
Quinquaginta Rhenensium et simul Trecentorum Rhenensium 
constituere ac solui demandare. In quo Dignitati sue Cesaree 
ac saluti anime diui Maximiliani satisfaciet. Nam nisi ei sie 
prospectum fuerit , olim relinquet seruitia Domus Austriace, 
que fideliter et utiliter prestitit Cesaree defunete per multos 
annos , ac Maiestati sue , de quibus nobis facta est plena 
fides per Principes electores Magnates ac Optimates huius 
Nationis quam plurimos. Reseruata nihilominus sibi et here- 
dibus suis querela et instantia de mercede et totali proui- 
sione ac damnis et interesse ob non solutionem seeundum pacta 
faetam , perpessis nomine et de mandato Maiestatis sue per 
Consiliarios Consilii sui germanici , a tempore diete Worma- 
ciensis aperiendo Maiestati sue, quod non uideatur nobis Con- 
sultant , ut tarn bonus Seruitor et Rerum magnarum , quaruin 
minister fuit sub Cesare Auo , et Maiestatc sua , concedat ad 
externa seruitia, denegala sibi tarn strieta prouisione et parue 



149 

summe erogatione. Qaapropter idem de Bredam quantum studio 
et dexteritate sua eniti poterit, omni opera elaborabit, ut pre- 
niissam ratam constituat, et immediate eiolai faciat summam 
quam Uli necessariam esse intelligimus per Fuccaros uel ali- 
quem alium modum Maiestati sue coDuenientem. 

Et in premissis omnibus faciet et adhibeat summam dili- 
gentiam, operam atque curam, sicut plene in enm confidimus, 
et erga ipsum, ut Principem decet et gratum , et erga se pre- 
cipue beniuolum ubicunque poterimus, quicquid studio suo 
nobis uel nostris per eum commendandis accesserit compen- 
saturi sumus. Datum Stuetgardie die Tredecima Mensis Junii 
Anno domini MD.XXiiij ,0 

(m. p.) Ferdinandus. 
(L. S.) 

(Original, auf Papier Ad mandatum. Serenissimi 

2 4 foll. K. K. Haus- domini principis Archiducis 

und Staats- Archiv.) proprium. 



Inhalt des zweiten Heftes. 



Seite 

III. Zur Geschichte des österreichischen Freiherrn-Ge- 
schlechtes der Eizinger von Eizing. Auszüge aas 
einem Diplomatarium dieses Geschlechtes , das in dem 
Archive der Herrschaft Aspern an der Zaya aufbewahrt 
wird. I. 135. Regesten aus den Jahren 1438 bis 1450. 
(Als Fortsetzung der in den österreichischen Blättern 
für Literatur etc. etc. Jahrgang 1847, Nr. 59, 60, 65, 
66 und 71 mitgetheilten Auszüge aus den Jahren 1402 — 

1437.) Mitgetheilt von J. Chmel 1—69 

IV. Handschriften der Sammlung des historischen Vereines 

für Kärnthen in Klagen fürt 73 — 82 

V. Instruction Erzherzog Ferdinands von Oesterreich etc. etc. 
für Carl von Burgund, Herrn zu Bredam , den er zu 
seinem Bruder Kaiser Carl V. abgesendet hat, 1524, 
13. Juni zu Stuttgart ausgestellt. Mitgetheilt von J. Chmel. 83 —1)9 



Archiv 



für 



Kunde österreichischer Geschichts-ftaelieo. 






Herausgegeben 



von der 



zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission 



der 



kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. 



Dritte» Heft. 



Wien, 1849. 

Au» der kaiserlich-königlichen Hof- und Staats - Druckerei. 



Urkunden - Regelten 



zur 



Geschichte Kärntens 



von 



Gottlieb Freiherrn von Ankershofen, 

derzeit Direktor des histor. Vereins für Kärnten. 



I. 770. JLjer Baiem Herzog Tassilo schenkt auf seiner 
Heimkehr aus Italien zu Botzen dem Abte Atto von St. Peter 
in Scharnitz d) den Ort India (Innichen) insgemein Campo 
Gelau b) genannt, sammt dem Gebiethe vom Bache Tesido c) 
bis zur Slaven-G ranze, d. i. bis zum Bache d) der vom 
Anrasser-Berge herabfliesst, um dort zur Bekehrung des ungläu- 
bigen Slaven- Volkes ein Kloster zu bauen. 

Actum in Bauzono redeunte de Italia anno ducatus (sie) 
ejus XXII. e) Meichelbek Hist. Frising. T. I. P. II. p. 38. 
Resch Annales Sabionenses II p. 669 N. XXXVIII. 

II. 14. Juni 811. f) Kaiser Karl d. Gr. entscheidet zu 
Aachen den zwischen Ursus, Patriarchen von Aquileja und Erz- 
bischof Arno von Salzburg über ihr Kirchengebieth entstande- 
nen Streit, und bestimmt den Lauf des Drauflusses zur Gränz- 
scheide. 

Datum XVIII. Kai. Jul. Anno XI. Christo propitio imperü 
nostri et XLII. regni nostri in Francia atque XXXVII in Ytalia. 
Indictione IUI. Actum Aquigrani palacii. 



a) Scarantia-Scbarnitz (Meichelbek 1. c. P. I. p. 6%). 

b) Das Toblacherfeld (Resch 1. c. n. 339). 

e) Der Tassenbach am Fasse des Tassenberges , wo Jetzt die zur Pfarre 
Silian gehörige Kapelle des h. Johann des Täufers steht. (Resch. 1. c 
n. 33%). Nach Sinnacher (Reitr. zur Gesch. der bisch. Kirche ton Sähen 
und Rrixen in Tyrol. Rrixen 1821) I. S. 329. der Taistner oder Gsiesser- 
bach , der bei Welsberg in die Rienz fliesst. 

d) Die Urkunde drückt sich aus : ad rivolum montis Anarasi. Nach Sin- 
nacher a. a. O. S. 329 der Erlerbach, der auf der Abendseite ron 
Anrass vom Berg herkömmt , und bei Asfaltersbach sich in die Drau 
mündet. 

e) Da Tassilo's Vater Otilo im Jahre T4S gestorben, so passt das 22. 
Regierangsjahr Tassilo's auf das Jahr 770 (Rudhart älteste Geschieht« 
Baiern's S. 291.) 

f) Könnte auch 810 »ein. (Böhmer a. a. 0.) 

1 • 



luvavia Anhang S. 61. n. XVI. de Kubeis p. 400. 
Harzheim Conc. p. 400. 

Böhmer Reg. Karolorum n. 194. Archiv f. Gesch. 
u. s. w. 1819 p. 545. Kämt. Zeitsch. IL S. 193. 

III. 5. Februar 816. K. Ludwig der Fromme bestätigt zu 
Aachen über Ansuchen des Erzbischofs Arno von Salzburg die 
Zurückstellung des Klosters Inticha (Innichen), welches Bi- 
schof Atto von Freisingen an der Gränze des Gebiethes von 
Tyburnia «), wo die Drau entspringt, zu Ehren des Apostels 
Peter und des Martyrs Candidus erbaut, und der Kirche von- 
Freisingen gegeben hatte, welches aber später von der gedach- 
ten Kirche weggekommen und andern verliehen wurde, dazumal 
auch wirklich vom Erzbischofe Arno besessen ward — an die 
Marienkirche von Freisingen. 

Datum nonis Februarij anno Christo propicio (tertio impe- 
rü domini Hludovici piissimi augusti) indictione Villi. Actum 
aquigrani palatio regio. Monum. boica. Nova Collectio IV. 
P. I. p. 32. Nr. 13 ex libro cap. I. Frising. med. saec. 
XII. fol. 30. Meichelbek, Hist. Frising. T. I. P. II. 
p. 252 (wo die eingeklammerten Worte fehlen). Resch Ann. 
Sab. III. p. 67. 



u) In confinio videlicet Tiburniensi, ubi draus fluvius oritur. Die Drau ent- 
springt auf dem Toblacherfelde im östlichen Pusterthale. Das Gebieth 
von Tyburnia, dein alten Teurnia und später Lurna, wovon noch heute 
das Lurnfeld in Oberkärnten zwischen Spital und Sachsenburg den Na- 
men trägt, reichte sonach bis hinauf nach Innichen. Sinnacher gibt a. 
O. S. 511. n. 18. aus des Resch Actis mill. Eccles. Agunt. p. 29. den- 
selben Rückstellungsakt , welchen Resch aus dem Brixner Archire ent- 
nommen. Die Lage von Inticha ist nicht angegeben mit : in confinio 
videlicet Tyburniensi, ubi Draus fluvius oritur, sondern mit: in confinio 
videlicet Pudiginensi et Carniensi, ubi Draus fluvius oritur. Die 
Urkunde schliesst mit: Sigillari jussimus und ermangelt der Zeitangabe, 
ist jedoch an der Seite mit dem Siegel versehen, welches den h. Cor- 
binian vorstellt mit der Umschrift: S. Corbinianus. Eps. Sie ist wahr- 
scheinlich nur eine frühere Ausfertigung , und die von mir oben an- 
geführte Urkunde eine zweite mit der Zeitangabe gehörig versebene 
Ausfertigung für die Kirche von Freisingen. Auch die verschiedenen 
Angaben der Lage von Inticha sind in der Hauptsache nicht abwei- 
chend , indem beide Ausfertigungen den Ursprung der Drau als 
charakteristisch angaben. Die erste Ausfertigung gibt die Lage von 



IV. 5. Februar 816. An demselben Tage bestätigte K. 
Ludwig d. F. über die Bitte des Erzbischofs Arno der Salz- 
burger Kirche die von K. Karl dem Grossen ertheilte Immuni- 
tät. Kein königlicher Richter und sonstiger Beamter soll auf 
den Gütern der Salzburger Kirche, die sie besitzt und künftig 
erwirbt, oder gegen die auf solchen Gütern sitzenden Leute 
Freie und Eigenleute sich eine Amtshandlung erlauben, a) Nur 
den Befehlen des Königs soll treu gehorcht werden. 

Data nonas Februarii anno Christo propicio tertio imperü 
domni Loudewici piissimi Augusti. Indictione \I1II. Anhang 
zur Juvavia S. 65. 






Inticha nur genauer an, nördlich von dem Gebirge Puding bis an di« 
Gränze gegen Karantanien , bei welcher die Drau entspringt. Puding 
wurde aber das Gebirge genannt , auf welchem der Bach Pudii , d. i. 
derselba , der ron Herzog Tassilo in der oben Nr. I angeführten 
Sliftungsurkunde Tesido genannt wird , und der heutige Taistner o. 
Gsiessenbacb ist. (Sinnacher a. a. O. S. 328.) Diese Angabe also 
stimmt mit der Angabe in der Stiftungsurkunde Tassilo's überein : a rivo, 
qui Tocatur Tesido, usque ad terminos Sclavorum , id est, ad rivulum 
uiontis Anarasi. Die zweite Ausfertigung begnügt sich mit der Be- 
stimmung der Ostgränze des Inticher Gebiethes , und gibt selbst diese 
nicht mehr mit dem Lande der Slaven im Allgemeinen, sondern 
mit einem Theil« Karantauiens , nämlich mit dem Gebiethe von Tybur- 
nia . Libumia , oder Lurn an. 
i) nuUus judex publicus vel quilibet ex judiciaria potestate in ecclesias aut 
loca vel agros , seu reliquas possessiones memorate ecclesie , quas 
moderno tempore in quibuslibet pagis vel territoriis infra dicionem im- 
perü nostri jiiste et legaliter possidet, vel que deinceps in jure ipsius 
sancti loci voluerit divina pietas augeri ad causas audiendas , vel freda 
aut tributa exigenda aut mansiones vel paratas faciendas , aut fidejus- 
sores tollendos, aut homines ipsius ecclesie tarn ingenuos, quam 
et servos super terrain ipsius commanentes injuste distringendos , nee 
ullas redibiciones aut illicitas occasiones requirendas nostris aut futuris 
temporibus ingredi audeat ; que supra memorata sunt penitus exigere prae- 
sumat, sed licet memorato praesuli suisque successoribus res praedietae 
ecclesie sub immunitatis nostre defensione quieto ordine possidere et b) 
nostrofideliter parere praeeepto. Da den Erzbischöfen als Grundherren 
das Recht zustand, die auf ihren Gütern ansässigen Leute , ihre Hinter- 
sassen, Freie and Eigenleute, vor dem ordentlichen Richter zu vertreten, 
so durfte dieser diese Hintersassen weder vorladen, noch von ihnen unmit- 
telbar Gerichtsgefälle einheben ( — ad causas audiendas vel freda exi- 



V. Juli 817. K. Ludwig der Fromme theilt auf den 
Todesfall das Reich unter seine Söhne, Lothar, Pipin und 
Ludwig. Ludwig erhielt Baiern und die östlich von diesem ge- 
legenen Landstriche der Karantaner, Böhmen, Avaren und 
Slaven. 

(Divisio imperii domni Hludovici inter dilectos filios suos 
inter Hlotharium videlicet et Pipinum et Hludovicura anno 
quarto imperii sui. Ap. Pertz. Monum. German. hist. P. I. Leg. p. 
198. Walter corpus juris germanici T. IL p. 309 A 310. C. I.) 

VI. 27. October 820. K. Ludwig der Fromme bestä- 
tiget zu Achen die von seinem Vater getroifene Theilung 
der Kirchengebiethe von Aquileja und Salzburg, a) 

Data VI. Kalendas Januarii anno Christo propicio VI. im- 
perii domni Louduvici piissimi Augusti. Indictione XIII. Actum 
aquisgrani. 

Iuvavia Anhang S. 76. Nr. XXII. Archiv f. G. 1829. S. 545. 
Kämt. Zeitsch. II. S. 194. 

VII. 26. Juni 830. Baaz eine Karantaner -Slavinn schenkt 
ihr Erbgut im Orte Malchhindorf sammt den Eigenleuten der 
Kirche von Freisingen. 

Anno Hludowici Imperatoris XVII. Indictione VIII. Actum 
ad Herihhingas — in VII. Kai. Febr. (Resch Annal. Sab. III. 
p. 96. Archiv 1819. S. 545. Kämt. Zeitsch. II. S. 195. b) 

VIII. 19. Juni 831. Ludwig, König von Bayern c) schenkt 
zu Randensdorf der Kirche von Salzburg ein Bauerngut , colo- 



genda). Was aus den Kirchengütern früher der Fiskus bezog, bezog 
nun die Kirche, und die Leistungen, welche der König früher forderte, 
die Herberge , Vorspann (mansiones vel paratas faciendas) und andere 
gemeine Dienste , hatten die Hintersassen nun dem Bischöfe zu leisten, 
und wenn dieser von dem Könige unmittelbar durch einen Befehl (nostro 
fideliter parere praecepto) aufgefordert wurde , solche Leistungen auf 
»eine Güter zu übernehmen, so wurde das Nöthige hiezu nicht von den 
königl. Beamten, sondern durch die Unterbeamten des Bischofes verfügt. 
(Eichhorn's deutsche Staats- und Rechtsgesch. fünfte Aufl. I. S. 681.) 

a) Siehe oben Nr. II. 

b) de genere Carantania Slavaniorum. 

c) Rex Bajoarioruin. 



aiam in kärnteu (in provincia Carautana) im Orte , wo die 
Girtschitz in die Gurk a) fallt. 

Data XIII. Kalend. Jnlii anno Christo propicio XVIII. 
Imp. Domni Loduvici Serenissimi Augusti et anno II. regni 
nostri Indictione VIII. lectam Randesdorf palacio nostro. 

Iivavia Anhang S. 80 n. XXVI. Archiv f. Gesch. 1819 
S. 546 Xr. IV. Kämt. Zeitsch. II. S. 195. Xr. IV. 

IX. Um 860. Papst Nikolaus I. decretirt über die Anfrage 
des Landbischofes Oswald in Karantanien 6 f. wie es mit den 
Clerikern, welche in der Selbstvertheidigung einen Heiden er- 
schlagen, zu halten sey, dass es für einen Priester, der einen 
Heiden tödtet, gerathen sey, sich vom Priesteramte zurückzu- 
ziehen. 

Decretum Gratiani P. I. Hist. XL. c. VI. in corp. Jur. 
Can. edit. Pithoei I. p. 64. 

X. Um 860. Eben derselbe schreibt an denselben, er solle 
trachten , seinen Bischof dahin zu vermögen , dass er sich mit 
einer gesetzlichen Zahl seiner Collegen, nähmlich mit sechs 
Mitbischöfen der benachbarten Diöcesen vereine, und mit ihnen 
unter Zuziehung Oswalds mit dem grössten Eifer und auf das 
sorgfältigste untersuche, ob der Diakon (dessen Tod wahr- 
scheinlich die Veranlassung zu einer durch Oswald an den 
Papst gestellten Anfrage wurde) durch den Schlag des (ange- 
klagten) Priesters, oder wie es verlauten wollte, durch den 
Bruch des Genikes sein Leben verloren habe? Sollte nun der 
erwähnte Diakon nicht tödtlich von dem genannten Priester 
verletzt worden seyn, sondern durch einen Sturz vom Pferde 
das Genik gebrochen haben, so mögen die versammelten Bi- 
schöfe und Oswald nach ihrem Ermessen dem Priester für seine 
Uebereilung eine zweckmässige Busse auflegen, und auf einige 
Zeit das Lesen der Messe untersagen, obwohl er später wieder 
zur Vorwaltung seines Priesteramtes zurückkehren darf. Hätte 
aber der Diakon wirklich durch eine Misshandlung von Seite 
des Priesters seinen Tod gefunden, so dürfe der Priester auf 



a) Kurcira in Kurcam. GörscbiU nicht GurniU. (Böhmer Reg. Karolorum 
p. 73. N. 721.) 

b) Hoswaldo Chorepi.-ropo Quadrantino. 



8 

keine Weise mehr seinem Amte vorstehen , weil , wenn er 
auch einen Mord nicht beabsichtigte, doch eine solche Wrth 
und niedrige Gessinnung, durch welche die todesverderbliche 
Gemüthsbewegung hervorgebracht worden , bei keinem Beamten, 
am allerwenigsten aber bei einem Diener Gottes gut ist, son- 
dern vielmehr allenthalben verdammt werden muss. Wenn nun 
der gedachte Priester in Folge der Untersuchung schuldig be- 
funden werden sollte, so wäre ihm doch eine Pfründe in der 
ihm bisher zugewiesenen Kirche zu verleihen, damit er und 
die Seinigen von derselben nothdürftig leben können. (Corp. 
juris Canon. Decret. Grat. I. distinctio L. col. 39. Ed. Pi- 
thoei I. p. 69.) 

XI. 29. November 861. König Ludwig der Deutsche gibt 
zu Mattighofen nach Salzburg mehrere Höfe. Hierunter die 
Höfe an der Lavant (ad labantam) 5 das Beneficium des En- 
gelbald an der Görtschitsch (ad Kurcizam), die Marien- 
kirche bei der Karnburg (ad Karantanam ecclesiam Sancte 
Marie) und Höfe bei Trahofen, Gurnitz, Treffen, Oster- 
witz und Friesach, (ad Trahove , a) ad Gurnitz, ad Tre- 
binam, ad Asterviczam, ad Friesach.) 

Data XII. Kalend. Decembris anuo Christo propicio XXVIII. 
regni domni Hludowici Serenissimi regis in orientali francia 
regnante indictione VIII. Actum Matlihhova villa regia (Mattig- 
hofen im öster. Inn viertel). Anhang zur Juvavia S. 95. Nr. XXXVIII. 
Archiv f. G. 1819. S. 546. n. VI. Kämt. Zeitsch. II. S. 197. 

XII. Um 862. Alpuvie in Karantanien (de Carantania) gibt 
der Marienkirche in Freisingen ein Gut am Tauern mit einem 
Hause , vierzig Joch Ackerland und fünfzig Fuhren Wiesmad. 

(Resch. Annal. Sabion. T. III. p. 185. Archiv, f. Gesch. 
1819. S. 146 n. VII. Kämt. Zeitsch. II. S. 198.) 

XIII. 6. Jänner 864. König Ludwig der Deutsche übergibt 
auf Ansuchen des Gundaker Grafen von Kärnten (Comes de 
Karantana) dem Adalwin, Erzbischof von Salzburg Besitzungen 
in Kärnten, um damit die Abgabe abzulösen, welche der Graf 



a) Ob hier das Drauhofen im oberkärnt. Bezirke Spital oder das in Unterkfirn- 
ten östlich von Tainach gelegene Drauhofen gemeint sei, lässt sich nicht 
wohl entscheiden. 



9 

von Kärnten jedesmal dem Erzbischofe leisten musste, wenn 
dieser, um zu predigen, nach Kärnten kam mit der Bemer- 
kung, dass auch das Volk die gleiche auf ihm lastende Abgabe 
durch eine Güterabtretung ablösen wolle. Die Besitzungen, 
welche der König zu dem Ilerrschaftsgute (ad opus indomini- 
catum) des Erzbischofs bestimmte, waren im Orte Gurk, wo 
der Graf den Amtshof hatte, (in loco vocato Gurca; ubi prae- 
dictus comes olim curiam habuit et mansiones) sechs Bauern- 
höfe (colonia) fünf Eigenleute mit Weibern und Kindern , näm- 
lich Biula (der Weise) Zirneu (der Rothe) Betaneo Trebiznec 
(Dikmann) \asmus; dann 15 ansässige Knechte (manentes ser- 
vos) mit ihren Höfen (colonia) Weibern . Kindern und Gerä- 
then, nämlich: Wolato und sein Bruder Zebedrach (Selbstlieb) 
und sein Bruder Etbratonas, Domemus, Tiecosit (Satt) Chro- 
tila. Turdazo (Harlerssohn) , Godemus , Razerauzza (Enterich), 
Zebemir (Sichselbstfeind), Zirna, Drasma ; ferners eine Mühle 
und zwei Bauerngüter, das eine in Karaern an der Gurk (Ka- 
meris) das andere in Selz (Selitis). 

Data VIII. Idus Januarii anno Christo propicio XXXII. 
regni domni Loudewici regis in orientali Francia. Indict. XII. 
Actum Reganesburch. 

Anhang zur Juvavia p. 96. Nr. XXXIX. Archiv, f. Gesch. 
1819, S. 546, Nr. VIII. Kämt. Zeitsch. II. S. 198. 

XIV. 9. September 878. K. Karlman schenkt zu den 
Reliquien des heiligen Maximilian, dann der heiligen Felicitas und 
ihrer sieben Söhne, die er in die von ihm neu erbaute Kirche 
zu Oetting (ad Ottigas) versetzte, einige Güter in Kärnten 
(in partibus Carantaniae Sclavinieque) den Hof zu Treffen 
(curtem i IIa in ad trebinam) sammt Häusern und sonstigen 
Gebäuden mit den 19 unfreien Hintersassen beiderlei Ge- 
schlechtes (cum manicipiis iufra curtem morantibus ntriusque 
sexus) und 70 Mansen. Das geschenkte Herrschaftsgebieth er- 
streckte sich westlich Drau aufwärts bis Buch (ad buochun) 
gegen Norden bis zu den zwei Seen (wahrscheinlich dem 
Ossiacher See und dem kleinen See ob Treffen), und dann den 
See nach bis zu dem rothcn Felsen , und so fort südlich 
bis zum Dürrenbach, und so weiter bis zur Villacher - Brü- 
cke. Endlich gab Karlmann auch noch einen Berg Sicouua dazu. 



10 

Data V. iduum Septembris. anno Christo propicio III. domni 
Karlmanni piissimi regis in bauaria et in italia. Indictione XI. 
Actum ad rantersdorf curia regia. 

(Das Orig. befand sich zur Zeit der Klösteraufhebung im 
Archiv von Ossiach und befindet sich nun im Archive des Jo- 
hanneums in Gratz. Kopien von Eichhorn. Beitr. I. S. 155. Monum. 
boica XXXI. p. 109 Nr. L. Ludewig Scriptt. rer. germ. II. 394. 
Hund. Metrop. Salisb. III. p. 42. Archiv, f. G. 1819. S. 546 
Nr. IX. Annus milles. mon. ossiac. p. 54.) 

Dass die Schenkung nach Oettingen gehörte , und wie die 
Urkunde von Oettingen nach Ossiach kam, habe ich gezeigt 
in dem Wochenblatte Karinthia. 1839. S. 4. f f. 

XV. 880. Der Diakon Gundbato schenkt mit seinem Vogt 
Starchand eigenthümliche Güter zu Quartinaha, Sala und We- 
liga nach St. Emmeram in Gegenwart des Herzogs Arnulf und 
der Zeugen Gundram des Grafen und seines Sohnes Megingoz, 
Framrih des Karantaners. 

Resch. Annal. Sab. III. S. 219. Not. 462. Archiv f. Gesch. 
1819. S. 547. n. X. Kämt. Zeitsch. II. S. 202, n. X. 

XVI. 883. Bischof Arnold von Freisingen vertauscht an ei- 
nen edlen Mann Cotescalc eine Hube in Werd (ad Weride a) 
und erhielt dafür eine Hube im Orte Rasa (in loco, qui dicitur 
Rasa, bj 

Meichelb. Hist. Fris. I. P. II. p. 396. n. 875. 

XVII. (887.) Reginhart einVassus des Erzbischofes Dietmar 
von Salzburg erhält von König Arnulf zwei Hüben in der Graf- 
schaft Rudberts (in comitatu Roudberti) in der Provinz Kärnten 
(in regno Carantano) an der Gurk im Orte Sellesen (Selezna). 

(Anhang zur Juvavia, p. 110. Nr. LH. Archiv, f. G. 1828. 
S. 188. Hormayr Taschenbuch 1813 S. 206.) 

XVIII. 18. Februar 888. König Arnulf verleiht einem Priester 
Adalold die Güter im Lavantthal, Avelche derselbe bisher als 
Beneficium besessen, zu eigen. Die Güter bestanden in zwei 



a) Das heutige Maria Wörth. 

I) ) Dan heutig? Rossek , in späteren Urkunden Rase. 



11 

Kapellen und dem Zehnten von den hiezu gehörigen Höfen 
und der Kirchengemeinde, (plebe.) 

Data XII. Kalend. Martii anno dominice incarn. — 
DCCCLXXXVIII. Ind. VI. anno vero propitio regni Arnalfi I. 
Actum ad Otingum carte dominicali. 

Anhang zur Juvavia S. 105 n. 47. Archiv, f. G. 1819 
S. 54? n. XI. Kämt. Zeitsch. II. S. 202 n. XI. 

XVI III. 19. März 888. König Arnulf verleiht einem Kleri- 
ker des Erzbischofs Dietmar von Salzburg Xamens Sigibold 
eine Hube in Kärnten (in regno Karentano) im Lavantthale, 
welches von dem gleichnamigen Flusse den Namen hat (in 
valle Lavant a flumine ejusdem nominis ibi manantis sie nomi- 
nata) , die er früher als Beneficium besessen , zu eigen. 

Data XHH. Kalend. Aprilis anno incarn. Dom. DCCCLXXXVIII. 
Actum Mosaburch. 

Anhang zur Juvavia S. 106 Xr. XL VIII. Archiv für Gesch. 
1819 S. 547. n. XII. Kämt. Zeitsch. II. S. 204. Xr. XII. 

XX. 26. December 888. König Arnulf tritt der Ehefrau sei- 
nes Schenken Heimo , Mildrut einige Eigenleute (maneipia a) 
in das Eigenthum ab, und zwar von Feldkirchen (Velt- 
chircha) und Vischaha (das heutige Witsch bei Klein St. Veit 
nördlich von Tigring, Klagenfurter Kreis) die Eigenleute Luit- 
polt, Ehinfrit, Deothart, Sundarger, Fridarat, Folcrich , Folc- 
rat, Wocho, Engildeo und Puoli (Feldmann) mit ihren Söh- 
nen, von Karenta (der Pfalz Karnburg) aber die Hörigen 
Strammir, b) und Sitimuzil c) sammt Weibern und Kindern 
von Scalach (Salloch zwischen Pörtschach und Krumpendorf) 
den Trebifrater mit Weib und Kindern , und aus dem Comi- 



a) Da die in Feldkirchen , Witsch and Karnburg abgetretenen maneipia mit 
ihrem Grandbesitze und allen Besitzungen abgetreten werden, so ge- 
hören selbe nicht auf die unterste Stufe der Unfreiheit, sondern zu den 
Hörigeu. 

h) Seitenfried. 

c) Sattaiänchen. 



12 

täte des Albmann Ruiti a) genannt, die Eigenleute Agatha, 
Gozleip , Perhgunt , Wanhilt, Adalheit, Fritila, Waltrat, Ker- 
hilt, Tuompirh, Diotrut, Isinpurh, Altdrut, Wolfheit mit ihren Söh- 
nen; dann Tuonger, Wernheri, Mahtfrid, Ratpot mit ihren Kindern. 

Data VII. Kalendas Januarii anno incarn. Domini 
DCCCLXXXVIII. anno regni Arnulfi piissimi regis II. Indic- 
tione VII. Actum Karentano (die kämt. Pfalz Kamburg.) 

(Anhang zur Juvavia S. 108, n. a. Archiv f. Geschichte 
u. s. w. 1819 S. 54 7 n. XIII. Kämt. Zeitsch. II. S. 205 n. XIII.) 

XXI. An demselben Tage und an demselben Orte schenkt 
König Arnulf derselben Mildrut im Gaue Salvelda , im Orte 
Ramsidin eine königl. Hube sammt den Eigenleuten und allem 
Zugehör. 

Ramseiden im Pinzgau hinter Saalfelden (Koch-Sternfeld 
in der Matrikel S. 97). 

Data VII. Kalendas Januarii anno incarn. dorn. DCCCLXXXVIII. 
lndict. VII. anno regni Arnulfi piissimi Regis II. Actum Ca- 
rantano. (Anhang zur Juvavia S. 107 Nr. XLIX.) 

XXII. 20. November 890. König Arnulf bestätigt dem Erz- 
bischofe Dietmar die Besitzungen der Salzburger Kirche. Hier- 
unter in Kärnten, im Lavantthale (ad Labantam) die Kirche 
St. Andre ae mit dem üblichen Zehent und dein Zehent von 
den königlichen Höfen, dann das Waid- und das Mastungsrecht 
(saginacin) im ganzen Lavantthale, mit Ausnahme des Berges 
Forst (südöstlich von St. Andreae) der königlichen Jagd wegen; 
jedoch mit dem Holzschlage, wie in anderen Bergen; eine Erz- 
grube im Berge gomanara, das Beneficium des Engilbald an 
der Görtschitz, die Marienkirche bei der Kärntner Pfalz 
(ad Carantanam) sammt den Zehenten von der letzteren (de 
Carantana civitate) und den zur Pfalz gehörigen Höfen Tra- 
hof, Grafendorf und Gurnitz (Gurnuz) und in Gurnitz auf 
dem Berge zwei robotpflichtige Knechte mit ihren Hüben, mit 
dem Holzschlage auf dem Berge und dem Waid- und Mastungs- 
rechte; endlich Tribina, Asterwiza, Chrapofeld, Vitrino, Frie- 
sach , Gurk. 



a) Nach Koch-Sternfeld (Topograph. Matrikel S. tOi) Heul auf dein Hauni- 
herg bei Albsinann Landf. Mattsee. 



13 

Data XII. Kalend. Derembris anno Christi incarnat. do- 
nini Arnolfi in orientali Francia regnante Ind. Villi. Actum 
Mattachova in villa regia 

(Anhang zur Juvavia Nr. LIV. S. 112. Archiv f. Gesch. 
1819 S. 548. Xr. XV. Kämt. Zeitsch. II. S. 207 Nr. XV.) 

XXIII. 9. März 891. König Arnulf schenkt dem Erzbischof 
Dietmar und seiner Erzkirche unter anderen die von einem ge- 
wissen Lorius als Beneficium besessenen Güter an der Lavant 
(ad Lavenatam). 

Data Idus Martii anno DCCCXCI. Indictione autem VIII. 
Anno Christo propitio regni domni Arnolfi regis II. Reganes- 
bnreh. (Juvavia Anhang S. 116 Xr. LVI.) 

XXIV. 21. Juli 891. König Arnulf schenkt eine Kapelle in 
Slavinien (in partibus Slaviniae) bei seinem Hofe Liburnia, 
insgemein Lurna, welche sein Kapellan Waningus als Bene- 
ficium besass, der Marien-Kirche zu Freisingen und den 
Märtyrern Primus und Felizian, deren Kirche sich in dem Orte, 
Wert genannt , befindet, a) 

Data XII. Kalend. Augusti anno dorn, incarn. DCCCXCI. 
Actum Mattahhove curte regia. 

(Resch. Annal. Sab. III. p. 252. Archiv f. Gesch. 1819 
S. 548. n. XVI. Kämt. Zeitsch. II. S. 209. Nr. XVI. Meichel- 
bek. Hist. Frising. T. I. P. II. p. 403.) 

XXV. 29. September 895. K. Arnulf gibt zu Oettingen auf 
Bitte seines Vetters b) Luipold, dann des Meginward und Ru- 



a) Nach einer interpolirten Stelle wurde die Kapelle vom Papst Zacbariaa 
als er zur Ausrottung einer Ketzerei nach jener Gegend kam, im Beisein 
des Patriarchen Johann von Aquileja , zu Ehren des Apostels Petrus und 
aus Liebe zu K. Pipin geweiht. (Monum. boiea. Nova collectio IV. P. I. 
p. 138 Nr. 67 ex libro Cop. Frising I. f. 31. b. II. f. 98 b.) Schon 
Meicbelbek (Hist. Frising I. p. 145) bemerkt, dass diese Erzählung von 
einer spätem Hand herrühre und sich auf eine Volkssage gründe. De« 
Patriarchen Johannes erwähnen für selbe Zeit keine glaubwürdigen Aqui- 
lejer Monumente. (De Rubeis 334.) 

b) Nepotis nostri. Nepos wird hier in der Bedeutung als Geschwisterkind 
Palruelis - Consobrinus genommen. (Du Cange v. nepos) Luipold war aber 
ein Neffe der Luitswinde , der Mutter Arnulfs. (Beiträge zur Lösung 
der Preisfrage Erzh. Johann'« etc. II. Genealog. Tafel.) 






14 

dolf seinem Getreuen (fidelis Lehensmann) Waltuni als Eigcn- 
thum einige früher dem Könige eigenthümliche von Waltuni als 
Beneficium (Lehen) besessene Güter im Trixenthale (Thrusen- 
thal) mit den beiden in demselben erbauten Schlössern, a) und 
dem Walde auf dem Diexberge (in monte Diehshe) und in der 
March am Save Flusse (juxta Souvam) drei königliche Mansen, 
Reichenburg genannt, und ein Gut jenseits der Save, Gurkfeld 
(Gurkeveit) genannt, und anderwärts, was ein gewisser Ottelin 
zu Lehen hatte im Orte Undrina b) in der Grafschaft des Lui- 
pold im östlichen, Charanta genannten Theile des Reiches, cj 

Data III. Kalendas Octobris Anno Domini DCCCXCV. In- 
dict. XIII. Anno VIII. regni Domini Arnolfi regis. Actum ad 
Ottingas. 

(Hormayr Archiv für Süddeutschland II. S. 213. Eichhorn' s 
Beiträge II. S. 93 Gurker-Kopialbuch.) 

XXVI. 31. August 898. K. Arnulf schenkt zu Ranters- 
dorf dem Zuentibold, einem aus guten Adel entsprossenen 
Manne (viro progenie bonae nobilitatis exorto) und Vasallen des 
mit dem Könige verwandten Markgrafen Luipold, einige Be- 
sitzungen in Carentariche in der Grafschaft Leopolds, den 
Hof (curtem) , welcher Gurk (Gurca) genannt wird , mit allem 
Zugehör, und was Zuentibold weiters noch durch Schenkung 
Arnulfs und Leopold's im Gurkthale (Gurkatala) und in einem 
anderen Orte, welcher Zueszach d) genannt wird, in der Graf- 
schaft Luipold's zu Lehen besass. 

Data II. Kalendas Septembris anno incarn. dni. DCCCXCVIII. 
Indict. I. anno domni regni Arnolfi XI. Actum Ranterdorf. 
(Eichhorn, Beiträge II. S. 167 aus dem Original.) 

XXVII. 4. September 898. K. Arnulf beurkundet obige 
Schenkung (Nr. XXVI.) mit genauerer Bestimmung der Grän- 
zen , inner welcher die geschenkten Besitzungen eingeschlossen 



a) Die Trixener - Schlösser. 

b) Die Gegend des sogenannten Murbodens zwischen St. Lorenzen und 
Judenburg. 

e) In orientalibus parlibus Charanta nominatis. 
d) Zeltschach. 



15 

waren, a) Von den Glödnitzer- Alpen bis zu den öden Alpen, 
bis zur Mündung des Ingolsthalcr- Haches in die Metnitz, und 
bis Entrichstein , auf der einen Seite des Berges bis an die 
Nur, und auf der anderen bis an die Gurk. 

Data II. Non. Septembris anno Incarn. dni. DCCCXCVHI. 
Indict. I. anno domni regni Arnolfi XI. Actum Ran- 
t erdorf. 

(Original von Gurk und Gurker Kopialbuch, Hormayr Ar- 
chiv für Süddeutschland II. S. 215 n. IV. Eichhornes Beitr. I. 
S. 167 n. a.) 

XXVIIII. 906. Der edle Mann Georgius b) gibt dem Bi- 
schöfe Waldo von Freisingen für den Ort Weride genannt, 
wo die Leiber der Märtyrer Primus und Felizian ruhen, alles, 
was auf den Höhen des genannten Ortes Heimo der Sohn 
des Witigow seiner Schwester Tunza, der Gattin Georgs ge- 
geben hatte. 

Zeugen Lantolt, Herilant, Siginvart, Paldachar , Heim- 
perht, Utolf. 

Resch, Annal. Sab. II. 230. Meichelbek, Hist. Frising. I. 
P. II. p. 428. 

XXX. 23. Mai 927. Synode des Erzbischofs Adalbert von 
Salzburg in der Kirche der heiligen Maria bei der Pfalz Ca- 
ranta (in ecclesia sancte Marie ad Carantanam), worin der 
Erzbischof seinem Chorbischofe Gotabert und dessen Vogt, 



a) Sab cerU determinatione ab alpibus Glodnizze 1 ) ad desertas 
alpes. *) ad confluentem milse 3 ) in motniz, et exinde usque e n- 
triches t an n e, ex una parte montis usque ad muram flurium , et 
ex alia parte ejusdem montis usque ad Gurkam flurium. 

*) Heute die sogenannte Hadner-Höhe , der Leitersteig , und der ganz« 
Bergrücken bis an die Gurk bei Albek und Sirniz. (Karinthia 1817 
Nr. %0.) 

*) Der grosse und kleine Eisenhut (Karinthia a. a. O.) 
') Der Ingoisthalerbach (Karinthia a. a. O.) 

b) Unrest in seiner kSrnt. Chronik bei Hahn Collectio monum. I. p. 522 
nennt ihn einen Vnckenstainer. 



16 

dem Herzoge Berthold, für einige abgetretene Güter, nachste- 
hende Ortschaften: St. Maria bei der Pfalz Caranta 
(Maria Saal), St. Peter in der Pfalz Caranta (Karnbnrg), 
St. Lorenzen, Görtschitsch (Kurzizam) Seliessen (Ze- 
lezna) St. Peter bei Osterwitz, St. Maria an der Drau, 
Treffen, Mouriza Kimundi (Mürzhofen), Rottenmann, das Lehen 
der Nonne Engilhild im Lavantthale nebst Eigenleuten beiderlei 
Geschlechtes, Zehenden und sonstigen Zugehör für die Le- 
bensdauer Gotaberts mit der Bedingung schenkt, dass Engel- 
hilt Görtschitsch, Seliessen und St. Peter bei Osterwitz, die 
Nonne Kerni aber das Muoriza Kimundi für ihre Lebens- 
dauer besitzen sollen. 

Zeugen waren: die Grafen Rodprecht, Dietmar, Sigibold, 
dann Reginhart, Arpo, Uueriant, Marwart, Ascuuin, Herolt, 
Turdagouus, Sarahilo, Arnkis, Diotram, Hinto , Auo, Zuenti- 
bold, Erinperht, Emu st , Egiuuint, Kerhoh, Luitprant, Noting, 
Uuoluo, Chunirich, Regimhoh, Arpo, Raci, Enci, Papo, Ro- 
holf, Ruodperht, Uuielant. 

Actum in Synodo in ecclesia sancte Marie ad Caran- 
ta n a m anno dominice incarnationis DCCCCXXVII. Indict. XV. 
sub die X. Kalendas Jun. 

Anhang zur Juvavia S. 126. Kämt. Zeitsch. III. S. 175 
Archiv u. s. w. 819. S. 560. 

XXXI. 927. Erzbischof Adalbert von Salzburg übergibt einem 
Edeln (nobilis vir) Reginperht und dessen Weibe Perhchilde 
das bisherige Beneficium in das Eigenthum. 

Anno incarnat. Dni. DCCCCXXVII. Actum ad Caran- 
tanam. 

Zeugen : Der Herzog Perhtolt , die Grafen Ruprecht, Re- 
ginker , Dietmar, Sigibold, Uuillihelm; dann die Zeugen: Uue- 
riant, Turdogauvo, Starhant, Marhuuart, Sarhilo, Arnis, Ascu- 
uin , Diotram , Hoholt , Papo , Kerhoh , Otacher , Zuentipolch, 
Ano, Eparhart, Amolperht. 

Juvavia Anhang S. 136. Kämt. Zeitsch. III. S. 182. 

XXXII. 9. und 10. Mai 928. Erzbischof Adalbert von Salz- 
burg vergleicht sich mit dem edeln Manne Vueriant und mit 
dessen Gattin Adalsuind. Weriant mit Adalsuinde übergibt in 
die Hand des Erzbischofes und des Vogts Reginhart sein 



t7 

Eigenthum im Orte Hus (Haus im steirischen Ennsthale, a) wel- 
ches er durch Uebergabe der Herzoge Arnulf und Perchtold 
erhalten hatte, dann selbes nach seinem Ableben und nach dem 
Tode seines Weibes Adalsuind, seiner Söhne Perchtold und 
Pernhart und seiner Töchter Hildigard und Vuoza der Salzbur- 
gerkirche als eigen anheim fallen soll. Weiters gab er von 
demselben Hofe (curtis) eine Hube und zwei Grundstücke mit 
zwei Hintersassen (territoria II , in quibus manentes duo resi- 
derunt). Dagegen gab Erzbischof Adalbert durch seinen Vogt 
Reginbert dem Weriant und dessen Weibe Adalsuind den Hof 
Friesach (curtem Friesach) nebst der Kirche, den Zehenten, 
Gebäuden, dort ansässigen Eigenleuten und allem Zugehör; 
weiters folgende Eigenleute: Cantalo mit seinen Kindern, drei 
Mägde, welche damals Reginhart besass, aber im Zeiträume 
eines Jahres überlassen oder drei gleiche abtreten musste 6); 
dann die Magd, welche Chadalhoh hatte, und überlassen oder 
eine gleiche stellen musste r): weiters die Eigenleute: Gunzi 
mit dem Weibe und den Söhnen, dann den Engildio und El- 
linhilt mit dessen Söhnen. Nach dem Tode Weriant's, Adal- 
suints, ihres Sohnes und ihrer Tochter soll das Uebergebene 
wieder an die Salzburgerkirche kommen. 

Zeugen waren : die Grafen Albrich und Engiiprecht , dann 
Megingoz, Starhant, Reginhart, Heimo , Vualtuni, Kerhoch, 
Starchant, Graf Sigibold, Armis, Abraham, Engildio, Reginpercht, 
Rafolf, Irinch, Sigihart, Dietmar, Altapercht, Engilmar, Uua- 
sigrim, Framrich, Uuolflioz, Kerhart, Radpercht, Uuoluuni, 
Adalker, Reginold, Chunirih, Uuoluolt, Otachar, Odalschalh, 
Uuolfgrim, Fizzilo, Uuelant, Gundolf, Razili, Izo, Azo, Land- 
percht, Uualto, Sicco, Adalrich, Gulf, Tuto, Tesino, Kizo, Uraizi, 
Eparger , Hunipercht. 



a) Koch Sternleid Topograph. Matrikel S. 5%. 

b) So glaube ich die andeutliche Stelle: et ancillas III. qnaa Reginhart 
tunc habuit, vel ipsaa relinquere aut similibus in ipso anno relinquere 
zu geben. 

c) 80 verstehe ich die Stelle: et ancillam iinam, quam Chadalhoh tunc 
habuit , rel ipsam relinquere , aut simili reddere. 

III. 2 



18 

Dieser Vergleich wurde später wiederholt vor den nach- 
stehenden Zeugen: Herzog Perthold, Graf Sigihart, Diotmar, 
Papo, Pero, Uuilihelm ; weiters Perthold, Hartunih, Ruodpercht, 
Scuili, Arbeo; weiters Diotmar, Weriant, Ruodbcrt , Otachar, 
Adalhart, Uisunch, Marchwert, Harolt, Ascuiun, Salacho, Pern- 
hart; weiters Otachar, Gundpold. 

Anno Domini DCCCCXXVIIL Actum ad Karantam VII. 
Idus et VI. Idus Maii. 

(Juvavia Anhang Seite 151. Kämt. Zeitsch. III. S. 182. 
Nr. 23. Archiv u. s. w. 1819. S. 564. 

XXXIII. 930. Kaiser Heinrich I. schenkt dem Bischöfe Wal- 
do von Chur in der Grafschaft des Berthold, Bruder H. Ar- 
nulf des Bösen von Baiern, die Kirche zu Suis im Engadein. 

(Wiener Jahrb. der Lit. IV. S. 12 Anzeigebl. — Resch 
Annal. Sabion. Saec. X. n. 241.) 

XXXIV. 30. März 930. Vergleich zwischen Erzbischof 
Adalbert von Salzburg und dem edlen Manne Marchwart. Die- 
ser übergab dem Erzbischofe und dessen Vogt Reginbert sein 
Eigenthum ad Undrimam a)\ dagegen gibt der Erzbischof mit 
seinem Vogte dem Marchwart den Hof ad puoche bj mit der 
dazu gehörigen Ortschaft ad furti c) und Jeschoffispert d), wie 
selbe des Erzbischofs Verwandter und Vogt Hartwich, dann 
aber Herzog Berthold besassen. Nach dem Tode Marchwarts 
und dessen allfälligcn ehelichen Sohnes, sollen diese Güter an 
den Herzog Berthold, sodann aber an die Salzburgerkirche 
fallen. 

Zeugen: Herzog. Berthold, Graf Liutpercht, Razo, Heimo, 
Pirhtilo, Papo, Gerhoh, Heripercht, Zuentipolch, Uuelisinch, 
Sigihart, Puopo , Ruidperht, Uualrich, Eugilperht, Pernhart, 
Adalhart. 



a) Siehe oben Nr. XXV. 

b) Buch neben Zell,L. G. Altötting. (Koch-Sternfeld Matrikel S. 93.) 

c) Bei Buch in L. G. Altötting. (Koch-Sternfeld a. a. O. S. 39.) 

d) Bischofsberg vulgo Bischof in der Schlicht am Inn , oder Pischelsberg 
L. G. Eggenfelden. (Koch-Sternfeld a. a. A. S. 89.) 



19 

Art tun ad Salzpurch anno DCCCCXXX die III. Kalendas 
Aprilis. 

(Anhang zur Juvavia S. 1G6. Kämt. Zeitsch. III. S. 184. 
n. 24. Archiv u. s. w. 1819. S. 568.) 

XXXV. 14. April 931. König Heinrich I. befiehlt die Resti- 
tuirung der im Gau Venusta , in der Grafschaft ßerthold's a) 
gelegenen Ortschaften Majis, Chorzes und Chaines an die Frei- 
singerkirche , welcher sie widerrechtlich entzogen waren. 

Anno Incarn. Dom. DCCCCXXXI. Ind. IV. XVIII. Kalendas 
Maji. Anno Imperii Heinrici regis XIII. Actum in Quitilingihurr. 

(Meichelbek II. F. I. p. 163. Resch. Annal. Sab. III. 
p. 404.) 

XXXVI. 27. Juni 931. Erzbischof Adalbert von Salzburg 
vertauscht an den Grafen Albrich , (den Vetter des Königs Ar- 
nulf, und Vater des Heralt) b) eine Saline (locum patellarera) 
bei Admont, welche bisher Albrich zur Nutzniessung hatte (ha- 
buit in beneficio) und den dritten Theil der dort gelegenen 
salzburgischen Güter. Graf Albrich gab dagegen dem Erzbischofe 
und dessen Vogte Kerhoh eine für Salzburg näher gelegene 
Hube bei Gomanaron c) mit einem Schmelzofen (flatum ferri, 
quod Aruzi dicitur), und dem Rechte zum Erzgraben, ohne 
hiefür eine Abgabe zu entrichten (fodere sine censu). 

Zeugen von beiden Seiten (per aures attracti) waren : 
Kerolt, Gotideo, Sigihart , Nardperht, Korinch, Engildio. Ker- 
hoh, Otker, Ratheri, Ericho, Selpker, Rafolt , Chunirich, Re- 
ginhart, Ogo, Zuentipolch, Odalschalch, Engilschalch , Ericho, 
Vuitagovuo, Gundpold,Vuilihelm, welcher auch der beiderseitige 
Bürge war. 



a) Zugleich Herzog von Kärnten. 

b) Beit. zur Lös. d. P. u. s. w. II. S. 91. 

c) Dass hier nicht von Gamoringberge bei Admont , sondern von einem 
Erzberge im Lavantthale die Rede sei, zeigt die oben Nr. XII excer- 
pirte Schenkungsurkunde. Da Salzburg Güter im Lavanttbale besass , so 
passt auch der Umstand , dass die Hube bei Gomanaron für Salzburg ge- 
legener war , als die bei Admont gelegenen an Grafen Albrich vertausch- 
ten Güter gewiss besser auf das Lavantthal als auf die Gegend von 
Admont, wo auch die vertauschten Güter lagen. 

2 • 



20 

Actum ad sanctum Georgium, anno incarn. Dominic. 
DCCCCXXXI. die V. Kalendas Julii. 

(Juvavia Anhang p. 132 c 13. Beit. zur Lösung der 
Preisfrage u. s. w. IL S. 91. Archiv f. G. 1819 S. 568.) 

XXXVII. 4. Juni 945. König Otto I. schenkt über Verwen- 
dung des Herzog's Perhtold einige seiner Güter in Kärnten 
(in Carantana regione) im Verwaltungsbezirke Weriants (in 
regimine Werianti) im Orte Budisdorf, der zu Ehren der hei- 
ligen Mutter Gottes Maria erbauten Kirche, welcher der Chor- 
bischof Goteberd vorstand. Ferners gab K. Otto dahin auch 
noch eine Herrschafts - Hube (hobam unam dominicalem) nahe 
am Gotteshause, mit den auf derselben befindlichen Eigenleuten: 
Budist, Mandrag, Zweweh, Butigoi, Dobronega , noch Dobro- 
nega, Gneowas, mit anderen Eigenleuten Zemiboned und Zco- 
razt, welche von der königlichen Pfalz (fiscali curte) an das 
Gotteshaus gekommen sind. 

Data IL Xonas Junii, anno Dom. incarn. DCCCCXLV. 
Indictione III. regnante Ottone piissimo rege anno Villi. Actum 
Talhaim. 

(Juvavia Anhang S. 178 n. 64.) 

XXXVIII. 949. Bischof Johann von Triest verkauft seine 
Gerechtsame über die Stadt Triest, um die Schulden zu be- 
zahlen , welche sich in dem Kriege anhäuften , welchen er zur 
Vertheidigung seiner und der kirchlichen Güter gegen den 
Herzog von Kärnten und gegen die Räuber führen musste, 
welche durch lange Zeit jährlich die Güter des Bischofs und 
der Kirche verwüsteten. 

(Mainati Croniche di Trieste. T. I. im Archiv f. Gesch. 
etc. 1822 S. 434.) 

XXXIX. 10. Dezember 953. K. Otto I. schenkt zu 
Schierling (in Sachsen) nach Salzburg unter Erzbischof Harald 
über Fürsprache seines Bruders Heinrich a) ein königliches 
Eigen im Lande Kärnten 6) im Gebiete r) des genannten 



a) Herzogs in Baiern und Kärnten. 

b) In regno Carantino. 
e) In regimine. 



21 

Heinrich uud im Amtsbezirke a) Hartwiks im krapfelde (Cra- 
pofelt) gelegen. Dasselbe bestand aus einem Herrnhofe (curtis) 
und einem Schlosse, und es gehörten zu denselben mehrere in 
verschiedenen Gegenden gelegene Gegenstände. Das Gut ge- 
hörte früher dem Sohn Arnulfs (des Bösen, Herzogs in Baiern) 
Hermann 6) und fiel dem Könige anheim , nachdem Hermann 
des Hochverrates schuldig erkannt wurde. 

Data IUI. Idus Decembris anno incarn. Domini DCCCCLIII. 
Indict. VII. regnante pio Ottone rege anno XVIII. 

(Anhang z. Juvavia p. 180. n. LXVI. Kämt. Zeitscb. III. 
S. 195. Xr. XXVIII. Archiv 1819 S. 572.) 

XL. 31. August 954. K. Otto I. schenkt zu Regensburg 
(Regina) über Fürsprache seines Bruders, des Herzogs Hein- 
rich, einem Kleriker Dietprecht zwei dem Könige eigentüm- 
liche Hüben im Orte Zuric im Pagus Crouuati im Amtsbe- 
zirke Hartwig' s, dann einen Knecht Vzeza sammt Weib und 
Töchtern. 

Datum U. Kalend. Septembris anno Incarn. Domini 
DCCCCLIV. Indictione VHI. (XII.) regnante rege Ottone anno 
XVIII. (XX.) Diplom, sacra Styriae I. p. 5 Honnayrs Taschb. 
1813 S. 311.) Siehe unten Nr. Ulli. 

XLI. Xach 954. Der edle Mann Rapoto mit dem Beinamen 
Tessina baute mit Einstimmung des Salzburger Erzbischofes 
Friedrich im Orte Globzach c) ein Gotteshaus, und der Erz- 



a) In ministerio. 

b) In der angeführten Nummer des Anhanges zur Juvavia heisst es zwar 
ausdrücklich: Heinricus Arnolfi filius; allein Huschberg bemerkt in seiner 
ältesten Geschichte des Hauses Scbeyern Witteisbach S. 161. n. 13. mit 
vieler Wahrscheinlichkeit, dass Kleimayrn , der Verfasser der Juvavia 
und auch Halsberger in seiner noch bandschrirtl. Hist. eccles. Sa- 
lisb. I. 759. die Urkunde nur aus den im k. k. Hofarcbive zu Wien 
befindlichen Salzb. Kammerbücbern entnommen haben, das Original bloss 
die Nameossigle H. enthalten habe, und dass diese letzte unrichtig 
mit Heuricus gegeben wurde. Die Geschichte kennt auch wirklich kei- 
nen Sohn Arnulfs mit dem Namen Heinrich , sondern nur den Sohn 
Hermann. 

e) Glanuchach nördlich von Feistriz im Glanthale. 



22 

bischof weihte selbes zu Ehren des heiligen Andreas und mehre- 
rer anderer Heiligen Gottes. Zur Dotation bestimmte Tessina 
den Zehnten seiner Güter von Havenesperch a) und Choisel b) 
bis zur vorgenannten Kirche. Gegen ein Drittel dieses Zehnten, 
dann gegen eine Hube im Orte Cosiach cj und einer anderen 
Hube in Comilach d) ertheilte der Erzbischof der neuen Kirche 
zu Globzach das Tauf- und Begräbnissrecht von Havenesperch 
und Choisel angefangen. 

Als Zeugen erscheinen: Deginhat, Walther, Noppo, 
Zirne, Heirno , Pecili , Witegoi, Hecemann, Berenger, Wecel, 
Lintfrit. (Gurker Kopialbuch fol. 4.) 

XLII. 13. Februar 960. K. Otto schenkt zu Regensburg 
über Verwendung des Herzogs e) Heinrich, seiner Mutter und 
seines treuen Bischofs von Freisingen Abraham dem Kleriker 
Dietprecht ein Gut , welches dem Könige gehörte, und zwi- 
schen den Bergen Curolton f) Acoziae g) von der Spitze des 
Berges Zuueclopruc h) Klopra bis zur villa Bulchisse im 
Pagus Oauuati i) im Amtsbezirke des Grafen Hartwik gelegen 
war. 

Datum Idus Februarii anno incarn. Dominicae DCCCCLX. 
Indict. IUI. regnante rege Ottone anno XXIII Ilegensperg. 

(Diplom, sacra Styriae I. p. 7. Hormayrs 1813, S. 212.) 

XLIII. 3. April 965. K. Otto der I. schenkt seinem Va- 
sallen Negomir sein Eigentumsrecht auf Vuirzosah k) in 



a) llefenberg bei Feldkirchen. 

b) Göschl nördlich von Hefenberg. 

c) Gösse (Voitsberg) ober Aininberg. 

d) Gemillach nordöstlich von Friedlach im Glanthale. Diese Notiz beginnt 
zwar: Anno Doininice incarnationis DCCCC quidam nobilis vir Tessina 
cognomine Rapoto etc. Da jedoch Erzbischof Friedrich erst im Jahre 
954 den erzbischötlichen Stuhl von Salzburg bestieg, so kann die Stif- 
tung der Pfarre Glantschach nicht vor das Jahr 954 gesetzt werden. 

e) In Baiern und Kärnten. 

f) Curozton. 

g) Cozia. 

h) Zwedlopruk. 

i) Bulosisi bei Hormayr a. a. 0. Siehe Nr. LIIII. 

k) Itesch und Hormayr halten es für Wierschah im Pusterthale, Kupian 

Hueber und von Muchar (Archiv 1822 S. 367) für das heutige Pörtschach 

am Werthsee. 



23 

Kärnten a) in der Grafschaft des Grafen Hartwik, welcher 
dort Vualpoto genannt wird, b) und in der Dekanic des Dekans 
Wolfram. 

Data III. Xonas Aprilis, anuo vero Dominicae incarnationis 
DCCCCLXV. Indict. VIII. 

(Uesch aetas millenaria eccles. Agunt. p. 49. Hormayrs 
Beitr. zur Gesch. Tirols im Mittelalt I. S. 97. Kämt. Zeitsch. 
III. 198 IV. 70. Archiv 1819 S. 600. 

XLIV. Um 970. Eine edle Frau mit Namen Mahtilt c) er- 
hielt zu Händen ihres Vogtes Perthold zu Maria Saal vom 
salzborg. Erzbischofe Friedrich durch dessen Vogt Hartwik 
mit Einwilligung der Getreuen desselben, Geistlichen und Laien 
alles, was die Salzburgerkirche im Gurnitzerfelde, d) im Dorfe 
Gurnitz ej und in Turdine eigenthümlich besass. Dagegen 
gab Mahtilt durch ihren Vogt Perthold an den Erzbischof zu 
Händen dessen Vogtes Hartwik ihr Gut in Zemusesdorf und 
Hornaresdorf. 

Zeugen : Graf Engiiprecht , Graf Marchwart , Graf Wil- 
helm , Graf Friedrich , Aripo , Wolfolt , Erchanger, Aripo , Lan- 
zo, Fruotkis , Nendine, Ratpoto. 



a) In partibus Carantaniae. 

b) Qui et ipse inibi cognomine Vualpoto dicitar. üesshalb hielt Giesebrecht 
(Rat.ke's Jahrbücher des deutschen Reiches unter dem sächsischen Hau- 
se I. 1. S. 45. nota *.) den Namen Waltpoto (Gewaltbote) für eine 
lokale Bezeichnung des Grafen. Ich glaube dagegen, dass mit obigen Wor- 
ten so viel gesagt werden wollte , als : welcher dort Gewaltbote war, 
oder dort das Amt eines Gewaltboten, d. i. Pfalzgrafen verwaltete. Mehr 
über die Bezeichnung des Pfalzgrafen durch das Wort Walpoto siehe 
unter Nr. LUI. 

c) Tochter Berthold II. von Scheyern , Urenkejinn des Herzogs Arnulf des 
Bösen , Gemahlinn des Babo, Burggrafen von Regensburg , und Schwester 
Askuins, von welchen unter Nr. LUI. Ihr Vogt Perthold war wahrschein- 
lich ihr Bruder Berthold III. von Scheyern. (Beiträge zur Lösung der 
Preisfrage des Erzherzogs Johann II. S. 96 und geneal. Tabelle I. Husch- 
berg a. a. O. geneal. Tabelle II und S. 190.) 

d) In Campo Gurnuz. 

e) In vico CurnOz. Ueber Turdine, welches bei Gurnitz gelegen haben muss, 
konnte ich selbst in dem eine halbe Stunde östlich von Klagenfurt ge- 
legenen Gurnitz nichts Aufschliessendes erfahren. Sollte es vielleicht 
Trutleudorf sevn? 



24 

Actum ad ecclesiam sanctae Mariae. 

(Anhang zur Juvavia S. 198 Nr. XXX. Archiv 819 
S. 600.) 

XLV. Um 970. Erzbischof Friedrich vertauscht an den Kle- 
riker Wito ein Gut zu St. Andrä mit den Eigenleuten, Luizi mit 
Söhnen und Töchtern; Willihart mit Weib und Söhnen; Wazili 
ebenfalls mit Weib und Söhnen; Blagadsa, Razili mit dessen 
Weibe, Dragosid , Linduuar, Geza, Ouzi, Wasagrim, Raza 
mit dessen Söhnen; hiezu zwei Hüben in Sigizingun sammt 
den Eigenleuten Adalprecht mit Weib und Söhnen,* Azili mit 
Weib und Söhnen. Nach Ableiben Wito's sollte alles wieder 
dem Erzbischofe und seiner Kirche heimfallen. 

Zeugen: Engilpreht, Fridarich, Weriant, Eparhart , Wi- 
uizi, Ruodpreht, Meginuuart , Luitolt, Engilmar, Egilolf, 
Weriant, Willihalm, Penno , Turdagouuo , Putizlao , Herolt, 
During, Pezili, Pezeman , Heriperht. 

(Anhang zur Juvavia S. 199 n. XXIV. Kämt. Zeitsch. III. 
S. 200. n. XXXI.) 

XLVI. Um 973. Heltigart schenkt ihrem Sohne dem Diakon 
Albuvin ein Gut Stein (im Jaunthale) mit acht slavenischen 
Hüben. Nach Albuins Tode soll das Gut derjenige unter seinen 
Brüdern erhalten , welchen sie hiezu bestimmen würde. Sie gab 
ihm weiters auch noch ein anderes Gut zwischen dem Bache 
Grimach und den zwei Seen (südlich von Eberndorf) mit dem 
Antheile seines Oheims Pero mit derselben Bestimmung, wie 
hinsichtlich des Gutes Stein. 

Zeugen: Aripo , Pero, Hartuvic , noch einmal Hartuvic, 
Perhart, Megingoz, Einhart, Rihheri, Erchanger, Hillipolt, 
Enzi und noch einmal Enzi, Rihheri , Vodalrich. 

(Resch. Annal. Sab. III. p. 539. Kämt. Zeitsch. III. S. 201. 
Archiv 1819. S. 600.) 

XLVII. 28. Mai 973. K. Otto II. restituirt der Kirche 
von Freisingen über die Ansprache des Bischofs Abraham und 
über die Verwendung seiner Mutter Adelheid und des Herzogs 
Heinrich a) die zwischen den Grafschaften Pusterthal , Lurn 



a) Von üaiern. 



25 

und C'ador« a) gelegenen und der genannten Kirche entzoge- 
nen Güter. 

Data V. Kalendas Junii anno incarn. Dom. DCCCCLXX1III. 
Indict. I anno regui domni Ottonis XIII. imperii I. ft) Acta 
Altstett 

(Mon. boica nova collectio IV. P. I. p. 216. ex apographo. 
Hormayrs Taschenb. 1813 8. 213. Kärnt. Zeitscb. III. S. 201 
n. XXXII. 

XLVIII. 30. Juni 974. K . Otto II. übergibt auf Fürbitte 
seiner Mutter Adelheid und des Herzogs Heinrich dem Bischöfe 
Abraham von Freisingen einige Güter im Herzogthume Hein- 
richs und in dem Comitate des Poppo, Carniola, insgemein 
Krainmark genannt an der Sabnitza. 

Data II. Kaleud. Julii anno Dom. incarn. 974. Indict. II. 
anno domini Ottonis regis XIII. imperii VI. Actum Driburi. 

(Mon. boica. Collectio nova IV. P. I. p. 220 ex libro cop. 
Meichelb. H. Fris. T. I. P. I. p. 180 et 181. Archiv 1819. 
p. 221.) 

XLIX. 24. November 974. K. Otto II. übergibt zu Hei- 
ligenstadt auf Fürbitte der Kaiserinn Theophana und des Her- 
zogs der Baiern Heinrich , dem Bischöfe Abraham von Frei- 
singen einen Theil der kaiserlichen Güter in Chrain , in der 
Mark- und der Grafschaft des Grafen Popo mit weitläufiger 
Gränzbestimmung. 

Data VIII. Kai. Decemb. anno incarn. Dom. DCCCCLXXIIII. 
Indict II. anno regni domini Ottonis XIII. Imperii VII. Actum 
Heiligenstatt 

(Meichelb. Hist Fris. I. I. p. 180.) 

L. 11. Juni 975. K, Otto II. ertheilt auf Fürbitte der 
Kaiserinn Theophana , des Erzbischofs Hero von Köln und des 
Grafen Theodorich der Wittwe Imma das Markt-. Münz- und 
Zollrecht für den Ort Lubtenga, c) wo sie den Bau eines 
Klosters begonnen hatte. 



m) Poslnisaa, lurna. cadubra. 

b) Indirtion, Reg. Jahr und Kai>erjahr* deuten auf 973. 

r) Liodiog bei StaMbwg im Gurkeiiüiale. 



26 

Data III. Id. Junü anno dnce incarn. DCCCCLXXV. Indict. 
III. Anno vero regni dni. öttonis XIIII. imperii IUI. Actum imelebo. 

(Eichhorn's Beitrage I. S. 161.) 

LI. 6. April 976. K. Otto II. spricht zu Mainz einen von 
Heinrich a), dem Herzoge der Karantaner (Karantanorum ducis) 
vorgestellten Kleriker Reginbato von aller Last der Unfreiheit 
los. b) 

Data VIII. Idus Aprilis anno dominicae incarn. DCCCCLXXVI. 
Indictione IV. anno vero regni domini Ottonis XVI. Imperii X. 
Actum Mog'untie. (Oberbaier. Archiv. I. 3. p. 377. ex Codice 
San. Emmerain. D.XCV fol. 12.) 

LH. 17. April 977. K. Otto II. schenkt zu Ingolheim auf 
Fürbitte des Herzogs der Kärntner (Karantinorum duce) Hein- 
rich dem Patriarchen von Aquileja Radvald den Ort Insula in 
Istrien. 

(De Rubeis Antiq. Aquilej. p. 478. Archiv. £ G. etc. 
1822. S. 818. Froelich. Archontolog. I. p. 12. 

LIII. 8. Februar 978. K. Otto II. schenkt auf Fürbitte des Bi- 
schofs Albuin von Sehen und Brixen der Kirche des heiligen Ingenuin 
den Hof Ribniza ej im Lande Karantanien (in provincia Karan- 
tana) unter Verwaltung des Vualtpoto Hartwig und in der De- 
kanie Perchtold's. d) Der Hof wurde von dem des Hochverrates 
schuldig erkannten Ascuin verwirkt, und wurde nun von As- 
cuins Mutter Kunigund besessen. Erst nach dem Tode Kuni- 
guuds soll Ribniza der Kirche von Brixen zufallen, e) 

Data VI. Idus Februarii anno dominice incarn. DCCCCLXXVIII. 

(Resch. Ann. Sabion. III. p. 632. n. II. Kämt. Zeitsch. III. 
pag. 204. Archiv, f. G. 1819. S. 608. n. XXXV. 



ii ) Mit dem Zunamen minor. 

b) sub quorundam conspectu fidelium nostrorum denarium de manu ejus 
manu nostra excucientes ab omni eum debitae servitutis jugo absolvimua. 

c) Hcifnitz, ober dem linken Ufer des Werthersees. 

ii ) Ribniza, quae sita est in provincia Karantana in regimine Hart wie 
Vualtpotonis et tegneja Pcrclitoldi. 

e) Vualpoto oder Waltpote oder Walpote ein gehörig begwalteter Sendbote 
(llaltans Gloss. col. 2022). Daher bezeichnete dieser Name einen könig- 
lichen Sendboten und später einen an die Stelle der Sendboten getre- 



2? 

LIV. 9. October 979. K. Otto II. schenkt über Verwendung 
seines gleichnamigen Vetters , Otto Herzog der Kärntner a) seinem 
Getreuen Aribo drei königliche Hüben in den Weilern Lebenach 
und Glanasdorf b), dann in Colinoso c f. Binsiudorf und Bode- 
pach, im Verwaltuugs - Bezirke des Waldpoto Harduwik dj 
im Pagus Thirovat*). 



tenen Pfalzgrafen. Später führten diesen Namen auch Bevollmächtigt.? 
anderer Fürsten und Herren. (Grimm, d. Rechtsalterthümer I. Seite 2/6.) 
Einen mit Waldgraf oder Waldvogt identischen Waldboten (Haltaus a. 
a. O. col. 2019) anzunehmen, dürften wenigstens im Torliegenden Falle 
die in der Urkunde angedeuteten Umstände nicht gestatten. Auch Husch- 
berg nimmt in seiner Geschichte des Hauses Scheyern - Witteisbach 
S. 189 das Wort Vualtbote für identisch mit Gewaltbote. Der Vualpoto 
Hartwig ist aber wohl derselbe Pfalzgraf Hartwig, dessen bei mehreren 
spätem Vergebungen kaiserlicher Güter, deren oberste Verwaltung dem 
Pfalzgrafen zukam (Eichhorn d. Rechtsgeschichte $. 222) erwähnt wird. — 
Das tegneja erklärt schon Resch a. a. O. S. 633. n. 598 mit di- 
strictus, jurisdictio. Dagegen halten Nagel (notitiae origines domus Boicae 
illustrantes p. 23%, bei Huschberg a. a. ü.) und Hormayr (Beiträge zur 
Lösung der P. II. S. 96) das Wort tegneja für die Bezeichnung der 
Gegend Teichen, die im Bezirke Ossiach, aber nicht am Ossiacher See 
liegt, sondern von diesem durch die Gnrlitzalpe getrennt ist. Das Irrige 
dieser Annahme haben bereits Eichborn und Huschberg a. d. a. 0. gezeigt, 
und Letzterer hat richtig bemerkt, dass tegneja gleichbedeutend mit dein 
lateinischen ministerium ist. (Vergl. Da Cange gloss. v. Thainus.) Specieller 
dürfte jedoch hier tegneja mit Dekanie gegeben werden. — Berthold war 
ein Bruder Ascuin's und der Dritte dieses Namens im Geschlechte der 
Scheyern. Sieh' oben Nr. XLIV n. a. Ueber Ascuin's Vater Berthold 
siehe oben Nr. XLIV n. a. Ascuin wurde legum definitione imperialis 
Majestatis reus tntiusque populi judicio perpetualiter damnatus vita lege 
prediisque omnibus privatus. 

a) Karinthianorum ducis. 

b) Lebenach und Glandorf in der Umgebung von St. Veit. 
e) Rosenbüchel? bei Lebenach. 

d) Dieser Waldpodo llartuik ist wohl derselbe Pfalzgraf Hartwik, den wir 
schon oben Nr. LIII kennen gelernt haben. 

e) Dass hier statt Thirovat Chrovati zu lesen sei, dürfte wohl keinem Zwei- 
fel unterliegen; Frölich hatte ein Transsumpt vor sich, in welchem un- 
geachtet der ämtlichen Glaubwürdigkeit Schreibverstösse oder Lesefehler 
bei eigenen Namen statthaben konnten. Den Pagus Crovati erklärt man 
aber mit dem Kraubatgau in Obersteyer und mag insbesondere im vor- 
liegenden Falle sich hiezu berechtiget erachten, weil unter dem getreuen 



28 

Datum septimo Idus Oktobris anno. Dom. Incarnationis 
DCCCCLXXVIIII. Intlict. VI. anno vero regni secundi Ottonis 
XVIII. Imperii autem XII. Actum Heide. 

(Diplom, sacra Styriae I. p. 6.) 

LV. 15. October 979. K. Otto II. bestätigt zu Saalfelden 
über Fürsprache des Herzogs Otto und des Regensburger Bi- 
schofs Wolfgang dem Bischöfe Albuin von Brixen für des Kai- 
sers Lebensdauer den Besitz des Herrnhofes (curtem) Fillac in 
Kärnten (in regione Karintana) in der Grafschaft Hartwik's, 
welchen Albuin bereits zur Nutzniessung erhalten hatte, (quam 
in Bcneficium ei donatam habuimus) nebst dem dortigen Schlosse 
und der dort erbauten Kirche und allem Zugehör und den Be- 
zügen und Diensten, welche dem (Herzoge) Heinrich a) von 
seinen Lehens- oder Dienstleuten in Folge ihres Beneficiums an 
den genannten Hof entrichtet wurden, ft) 

Data Idus Oktobris anno Dominicae Incarn. DCCCCLXXVIII. 
Indict. VI. anno vero regni secundi Ottonis XVIII. Imperii autem 
XII. Actum Salavelden. 

(Resch Annal. Sab. III. p. 635. Eichhorn Beit. II. S. 212.) 



Aribo wohl entweder Aribo der Stifter von Göss , in dessen Urkunden- 
schatze sich obige Urkunde befand, oder sein gleichnamiger Vater zu 
verstehen seyn dürfte. Allein Lebenach und Glandorf liegen nicht in 
Obersteyer, sondern bei St. Veit in Kärnthen und eine Ausdehnung des 
Kraubathgaues bis nach und über St. Veit hinaus, könnte nicht angenommen 
werden. Es hat daher schon Hormayr den pagus Chrovati durch eine 
mit einer durch Slaven bewohnten Gegend wieder geben zu müssen ge- 
glaubt (Beiträge zur Lösung u. s. f. II. S. 98) gleichbedeutend mit 
Slavinia. (Vaterland. Taschenb. 1813. S. 214.) Da nun durch Slavinia 
auch das kärnthnerische Uerzogthum (Siehe oben Nr. IV und XXIV) bezeichnet 
wurde , so wäre die Ortsbestimmung in pago Thirodat von Chrovati iden- 
tisch mit in pago Karintriche (Siehe unten Nr. LV1) in provincia Karantana 
(Nr. VII. LIII.) in partibus Slaviniae (Nr. XXIV) in regno Carantano 
(Nr XVII, XVIII, XXXIX) in Carantana regione (Nr. XXXVII) in partibus 
Carantaniae (Nr. XLIII) Chrovati ist höchst wahrscheinlich eine Verstümm- 
lung des Slavischen Chrowati, welches Jordan- (Orig. Slavicae n. 712) mit 
dem lateinischen Charentani und Carantani gleichbedeutend erklärt. 

a) .Mit dein Zunamen minor , welcher wegen Theilnahme an der Verschwö- 
rung des Herzogs Heinrich des Zänkers von Baiern im Jahre 878 des 
Herzogthoms entsetzt wurde. (Huschberg a. a. 0. S. 186 und 187.) 

b) Omne tributum et servitium , quod Heinrico ad eandem Curtem ex bene- 
ncio milituni suorum persolvebatur. 



29 

LVI. 28. April 980 . K. Otto II. schenkt zu Tribur dem Her- 
zoge Otto von Kärnten und Verona a) 5 Königshuben in Kärn- 
ten b) im Verwaltungs - Bezirke und der Grafschaft des Grafen 
Hartwik in den Weilern Otmanicac) und Blasindorf d) 
gnevuotindorf. racozoloch, gasiliche e) mit allem Zugehör, worunter 
auch ein Weinberg mit dessen Bauern und den von diesen be- 
wohnten Hüben, f) 

Data IV. Kai. Mai anno Dominicae incarn. DCCCCLXXX. 
Indict. VII. anno regni secundi Ottonis XVIIII. Imperii autem XIII. 
Actum Triburis. 

(Monum. boica, nova coli. Volum. XXVIII P. I. p. 231. n. CLV.) 

LVII. 24. September 980. K. Otto II. verleiht dem Grafen Wil- 
helm die östlich vom Berge Doberich und bis an die Höhen der 
Berge Stunitz g) Tregnitz A) und des Doberich und bis an die 
Besitzungen des Markgrafen Marchward i) im Komitate des Gra- 
fen Rechwin k) gelegenen kaiserlichen Besitzungen bis dahin. 
wo Rechwin's Komitat an den von Souna gränzt. Sollte in 
diesem Umfange das Ausmass von zwanzig Königshuben nicht 
gefunden werden, so soll das Mangelnde bis zum obigen Aus- 
masse aus dem nächst gelegenen Theile im Komitate Rechwins 
ergänzt werden. 

Data Villi. Kai. Octobris anno dominicae incarn. DCCCCLXXV. 
Indict. VII. anno vero regni secundi Ottonis XX. Imperii autem 
XIII. (Hormayr berichtigt die fehlerhafte Chronologie auf 980.) 
Actum Constantiae. 

(Horroayr's Archiv für Süddeutschland II. S. 322. n. IX.) 



a) Karintanorum videlicet et Veronensium duci. 

b) In regimine ac comiUta Hartvuigi comitis, et in pago Karint riebe. 

c) d) Die beutigen Dörfer Ottmanach und Blasendorf im Bezirke Maria Saal. 

e) Gösseling bei Osterwitz Eine und eine halbe Stunde von Ottmanach entfernt. 

f) Cum eultoribns litis et hobis , in quibua habitant. 

g) Im Bezirke Studenitz in Untersteier t Machar Gesch. d. Steyer- 
h) Trenberg im Bezirke Thurnisch, ebendort ) mark. II. 39. 

i) Im Mürzthale. 

k) Der Gau an der untern Drau, pagus Zitilinesfeld, der Gau von Marburg 
und Pettau (Pulsgau), welcher im Westen durch den Jauntbalgau (Pro- 
▼incia June) südlich von dem Saangau (Comitatus Souna) begränzt 
ward«. (Mucbar a. a. O. S. 37.) 



30 

LVHI. 18. Mai 982. K. Otto II. bestätiget bei Tarcnt dem 
Erzbischof Friederich von Salzburg die Vergebung K. Arnulfs 
(Sieh oben Nr. XXII.) 

Data XV. Kai. Julii anno dominice incarn. DCCCCLXXXII. 
Indict. X. Anno vero regni seeundi Ottonis XXII. Imperii autem 
XV. Actum juxta Tarentum foras muros civitatis. 

(Anhang zur Juvavia p. 206. — 208. Kämt. Zeitsch. III. 
S. 207. n. XXXVIII.) 

LIX. 5. Juni 983. K. Otto II. gibt auf Fürbitte des kärntne- 
rischen Herzogs Otto (Carintorum ducis) den Mönchen von 
St. Lambert a) drei Joch Grund auf dem Ulrichsberge (in monte 
carantano) mit der Hälfte des Holzschlages und 10 Joch Wie- 
sen an der Glan mit Ausnahme der königlichen Pfalz. 

Data Non. Junii anno incarn. Domini DCCCCLXXXIIL 
Regni seeundi Ottonis XXV. imperii autem XV. Indict. XI. 
Actum feliciter Veronae. b) 

(Monum. boica, collectio nova T. II. p. 236.) 

LX. 12. Juni 983. K. Otto II. bestätiget zu Verona auf Für- 
sprache des Herzogs Otto c) den Patriarchen Radoald von Aquileja 
die fünf Kastelle Bugia, Fagegna, Groang, Udine und Bratta. 



a) Quoddam nostrae proprietatis spatium capiens ex omni parte sive in 
longitudine sive in latitudine jugera tria in monte Carentano cum 
dimidia parte lig'ni illius montis in latere positi , cum decem jugeribus 
pratorum juxta flumen glane jacentium ad ecclcsiain saneti 
Lamberti martiris qualicunque supradicti inonti.s parte excepta 
nostra regali sede inibi saneto Lamberto servientibus piaeucrit per- 
petuo possidendum tradidimus atque delegavimus. Da man das inibi 
auf die regalis sedes oder doch auf das geschenkte Gebieth beziehen zu 
müssen glaubte, so hat man angenommen, dass in der Nähe der Pfalz 
Karnburg oder doch auf dem geschenkten Gcbiethc , am wahrschein- 
lichsten in dem heutigen Pörtschach unter dein Ulrichsberg, welches 
den heiligen Lambert zum Kirchen-Patron hat, ein Lambertskloster ge- 
standen habe. Allein das inibi bezieht sich oiTenbar nur auf die Worte : 
adecclesiam saneti Lamberti in a rt y r i s, und diese ist offenbar 
das heutige St. Lambrecht in Überstcver, wonach dessen Hau*traditionen 
lange vor der Gründung des heutigen Stiftes Hcnedictiner-Mönche lebten. 

6^ Die Richtigkeit des Datums 5. Juni. 983 zeigen vier andere an dem- 
selben Tage zu Verona von König Otto II. getroffene urkundliche Verfügungen 
(Böhmer Regesta fttc. a Conradol.— Henricum VII. p. 3.S. Nr. 006 — 1>09.) 

c) Von Kärnten, da Herzog Otto von Haiern schon im Jahre CS2 gestor- 
ben war. 



31 

Datum II. Idus Junii anno Incarn. Dom. DCCCCLXXXIII. 
Indict. X. anno regni Domini secundi Ottonis XXXII. Impcrü 
quoque ejus undecim. Actum Veronac. 

(Froelich Archont. I. p. 14. Rubeis Antiq. Aquil. col. 471*. i 

LXI. 28. März 985. K. Otto III. schenkt dem Kloster 
St. Peter zu Worms die Villa Ephingen und was Luitheid im 
Elsaz- und Creichgau in der Grafschaft des Herzogs und Gra- 
fen Otto (i ) zu Lehen bcsass. 

Data V. Kai. Aprilis anno Domin. incarn. DCCCCLXXXV. 
Indict. XIII. anno vero tercii Ottonis regnantis II. Actum Gruone. 
(Orig. Guelf. IV. p. 286. Böhmer. Reg. p. 34 n. 632.) 

1 All. 30. September 985. K. Otto III. uberlässt durch Ver- 
mittlung seiner Vettern, der Herzoge Heinrich von ßaiern und 
Kärnten b) , dem Bischöfe Pilgrim von Passau zum Ersätze für 
die an der Ostgränze durch die Barbaren erlittenen Schäden 
die von den dorthin auswandernden Colonisten zu erhebenden 
königlichen Abgaben. 

Data pridie Kalendas Octobris anno Dominicae incarnat. 
DCCCCLXXXV. Indict. XIIII. anno autem tercii Ottonis regnan- 
tis II. Actum Babenbergae. (Hund. Metr. Salisb. I. p. 240.) 

LXHI. 15. October 985. K. Otto III. schenkt auf Verwen- 
dung des Kärntner Herzogs Heinrich cj seinem Getreuen Roch- 
win fünfzehn Königshuben in Razovae d) und falls sie dort nicht 
sollten gefunden werden, fünfzehn Königshuben im pagus Zitili- 
nesvelt in der Grafschaft des genannten Rochwin. e) 

Data XV. Kalendas Novembris anno Dom. incarnationis 
DCCCCLXXXV. Indict. XIV. anno aatem tercii Ottonis regis 
seeundo. Actum Erdenestat. 

(Anhang zur Juvavia S. 210. n. LXX1X.) 



a) Nepotam nostroram Heinricorum, Durum scilicet Ravariac ac Carinthiae 
regionum. 

b) In comitatu Ducis ac Comitis Ottonis. 

c) Heinrici Karigentinorum Dacis. 

d) Rosswein an der Drau in Steiermark, Marburg gegenüber. (Koch- 
Sternfeld Matrikel. S. 08.) 

e) Sieh oben Nr. LVII. 



32 

LXIV. 27. August 988. K. Otto III. bestätigt auf Für- 
sprache des Kärntner Herzogs Heinrich d) der Kirche St. Zeno 
in Verona ihre Rechte und Besitzungen. 

Datum VI. Kalendas Septembris anno Dom. incarnationis 
DCCCCLXXXVIII. Indict. V. Anno autem tertii Ottonis reg- 
nantis V. Actum Maresburgh. 

(Froelich Archontol. I. p. 15. Ughelli Italia Sacra V. 
p. 746. Böhmers Regesten S. 35 n. 657.) 

LXV. 1. October 989. K. Otto III. schenkt zu Frankfurt 
auf Fürsprache seiner Mutter Theophana und seines Vetters 
des Kärntner Herzogs Heinrich b) dem Bischöfe Abraham von 
Freisingen Güter in dem Lande Krain, in der March des Her- 
zogs Heinrich in der Grafschaft des Grafen Waltilo. c) 

Data Kai. Octobris anno Dominicae incarn. DCCCCLXXXIX. 
Indict. II. anno autem tercii Ottonis Regnantis VI. Actum Fran- 
chenfurt. 

(Meichelbek 1. c. I. p. 185. Resch. Annal. Sab. III. p. 637. 
Mon. boic. nova Coli. IV. P. I. p. 247. Archiv, f. Gesch. 1819. 
S. 222.) 

LXVI. Vor Ende 989. Der Karentaner Herzog Heinrich d) 
schenkt auf Verwendung des Bischofes Albuin e) und zu dessen 
und des Vogtes Radan Händen durch seine Gattin Hiltegard 
zum Altare des heiligen Ingenuin in Brixen zwei Hüben, eine 
in Vfhovun/"), die andere in St. Georgen g). Ohne Datum. 

(Resch Annal. Sab. III. p. 652. Nr. 12. Sinnacher II. 
S. 125. Nr. VI. S. 32.) 



a) Heinricum Karentanorum Ducem etc. 

6^ cari nepotis nostri Karenthinorum Ducis Heinrici. 

c) In regione vulgari vocabulo Chreine et in Marcha Ducis Henrici, et in 
Comitatu Waltilonis comitis. 

d) Henricus, dux Karintanorum. 

e) Ton Brixen. 

f) Aufhaufen, einer Filiale der Pfarre Guisa unweit Bruneken im Puster- 
thale. 

g) Dorf 7.ur Pfarre Guisfc. 



33 

LXVII. 24. Jänner 992. König Otto III. bestätiget zu Frank- 
furt die Privilegien des Klosters Meinradszell (Einsiedeln) durch 
Vermittlung der Herzoge Konrad und Heinrich a). 

(Ranke's Jahrb. II. 2. S. 190. Böhmer Regesten S. 36. 
n. 681.) 

LXVM. 15. Juni 993. K. Otto III. schenkt zu Xordhauseu 
auf Verwendung seines lieben und getreuen Heinrichs Herzogs 
der Baiern und Kärntner b) drei Mausen im Orte Glahengizazi, 
wo zuerst der Slave Gluzo wohnte. 

Data XVII. Calend. Julii anno incarn. dorn. DCCCCXCIII. 
Iodict. VI. anno autem III. Ottonis regnantis X. Actum in ci- 
vitate \orthusin. 

(Hund. Metrop. Salisb. I. p. 93. Frölich Archont. I. p. 15 
und 16. Archiv, f. G. 1815. p. 706). 

LXIX. 19. Juli 993. König Otto III. schenkt auf die Für- 
bitte seiner Grossmutter Kaiserinn Adelheid und seiner Tante 
Mathild einem Slaven Zebegoi zw r ei Mausen in den Dörfern 
Suarzdorf, Pudinawiz, Duchumuzlidorf, Gumlachi und Don- 
plachi im Pagus Croudi cj , im Comitate des Grafen Otgar. 

Data XIIII Kalend. Augusti, anno Dominicae incarnationis 
DCCCCXCIII. Indict. VI 

(Resch. ann. mil. Agunt p. 56. Kämt. Zeitsch. III. S. 208. 
Nr. XXXIX.) 

LXX. November 993. Heinrich Herzog der Slaven oder 
Kärntner d) und Marchgraf von Verona hielt zu Verona feier- 
liches Gericht im Rechtsstreite des Bischofs von Verona mit 
Tedold und dessen Verwandten Bertha wegen des Hofes Ripa 
am Gardasee. 

Anno ab incarn. Dom. DCCCCXCIII sub datum de. .mense 
Novembris indict. VII. 

(Ughelli Italia sacra V. p. 747 und 748. Froelich Archon- 
tol. I. p. 16.) 



m) minor von Kärnten (Wilmans in Ranke's Jahrb. II. 2. S. 199. n. 1). 

b) dilecti ac fidelis nostri Heinrici Baiariorum et Karentanorum ducis. 

c) Hier wohl der Kraubathgau. 

d) Domnas Henricaa . . avorum seu Karentanorum atque istius Marchiae 
Veronensium. 

in a 



34 

LXX1. Um 993. Bischof Albuin von Brixen gibt seinem 
Bruder Aripo das Gut (praedium) bei Liupicdorf a), wogegen 
Aripo seinen Anspruch auf das Schloss Stein und die dazu 
gehörigen Hüben aufgab, und auch das Gut Aschau in Baiern, 
welches er als Beneficium besass, mit Ausnahme eines zins- 
pflichtigen Bauerngutes und eines Berges Totinperch. Albuin 
gab seinem Bruder auch noch so viel an Weingärten, als mit 
zwei Knechten bearbeitet werden konnte, zum Fruchtgenusse 
auf vier Jahre. 

(Resch. Annal. Sabion. III. p. 685 n. LV. ex cod. diplom. 
Brixiu. Inticen. etc. sub Albuino Ep.) 

LXXII. Um 994. Bischof Albuin von Brixen schenkt durch 
seinen Vogt Meginhard ein Gut im Gau Junothal im Orte 
Stein (in comitio quod dicitur Junotal, id est locum, qui 
dicitur Stein) sammt den Eigenleuten, Aeckern, Wiesen, Wein-, 
bergen , Waldung u. s. w. und allem Zugehör dem h. In- 
genuin und dessen Vogt Rodan. Ausgenommen war das Gut, 
welches einer Frau , Gotta , auf Lebensdauer geschenkt war, 
dann zehn Eigenleute und der Theil des Gutes , welcher der 
Schwester Albuins und ihren Söhnen gehörte. 

Zeugen waren : Darnig , Richheri , Adalhoh , Meginhart, 
Gotti, Hartmann, Engildio, Eppo, Erimperht, Egizo, Pezili, 
Wazmann , item Pezili , Frimolt , Herizo , Gezo , Weltilo , 
Stevan. 

(Resch. 1. c. III. p. 674. n. XXXVI. ex Codice ad n. LXXI cit.) 

LXXIII. Um 994. Bischof Albuin und sein Bruder Aripo 
vergleichen sich über einen zum Gute Stein gehörigen Wald. 
Sie theilen den Wald und Aripo verzichtet auf seine Ansprüche 
auf den dem Gute Stein benachbarten Waldtheil. 

Zeugen des Vergleiches waren : Udalschalch, Pezilo, Rih- 
heri, item Rihheri, Sigipolt , Rumolt, Ladimar, Rodani, We- 
zil, Erimpercht.* 

(Resch. Annal. Sab. III. p. 676 n. XXXIX.) 

LXXIV. Um 994. Die Frau Gotta a) gibt ihren Eigenmann 
Ladimar dem Bischöfe Albuin und dessen Vogte Isaak für die 
Kirche St. Ingenuin und Cassian. 



a) Offenbar dieselbe , welche Nr. LXXII erwähnt wird. 



35 

(Resch. Aimal. Sab. HI. p. 685. n. 54. Archiv 1819. 
S. 616. n. 46.) 

LXXV. Um 994. Die edle Frau Vuezela gibt ihrem Bruder 
Bischof Albain ihr Gut in Gozlindorf a) und erhält dafür fünf 
Eigenleute so , dass Albuin ihr drei sogleich übergab , mit dem 
Versprechen, dass sie die anderen zwei entweder durch ihn 
oder durch seinen Nachfolger erhalten sollte. 

Zeugen waren: Oudalschalch, Rodani, Pczzili, Erimpercht. 

(Resch. Annal. Sab. III. p. 676. n. XLI.) 

LXXVI. Um 994. Bischof Albuin von Brixen gibt seiner 
Schwester Gepue oder Gepa, ihrem Gatten Pezzilin und ihren 
Söhnen das Gut in Gottindorf (Gösselsdorf) b) wogegen Gepa, 
Pezzilin und ihre Söhne auf die Besitzung in Aschau, welche 
ihnen nach der Bestimmung Hartwiks , des Bruders der Gepa 
nach Albuins Tode zufallen sollte, zu Händen Albuins und sei- 
nes Vogtes Rodan zu Gunsten der Kirche von Brixen entsagen. 

Zeugen waren: Vuezil, item Vuezil , Udalsckalch, Pera- 
hart, Rihheri , item Rihheri , Erimpercht, Rumolt , Vualtuni, 
Ladimar , Oudalger , Durinch. 

(Resch. Ann. Sab. III. p. 670. n. XL.) 

LXXVII. Um 994. Ein edler Mann Pero c), welcher im 
öffentlichen Gerichte das Erbrecht auf zwei Schwestern Heri- 
puch und Suntta ansprach, deren Kinder zwischen der Kirche 
des heiligen Ingenuin (in Brixen) und Pero getheilt waren, ent- 
sagt an Bischof Albuin und dessen Vogt Wago den Ansprüchen 
auf den der obgenannten Kirche zustehenden Kindertheil. 

(Resch Annal. Sab. III. p. 680. n. 45.) 

LXXVIII. Um 994. Der Markgraf Aripo d) übergibt seinen 
Eigenmann Lanzo seinem Bruder Bischof Albuin in's Eigenthum 
zur freien Verfügung. 

(Resch Annal. Sab. III. p. 692. n. 65. Archiv f. G. 1819. 
S. 616. n. 47.) 



m) Gösselsdorf. 

b) Bei Eberndorf. 

f) Wahrscheinlich Albuins Vaters-Bruder. Sieh Nr. XLVI. 

i) Quidam Marrhicomes nomine Aribo. Er war wol nur Graf im Janutbg au. 

3 • 



36 

LXXIX. 24. September 994. Konig Otto III. bestätiget auf 
Fürsprache seines Vetters Herzog Heinrich (von Kärnten d) 
dem Bischof Siccard von Ceneda die Pfarre Obedercina, dann 
die Zehenten und Rechte zwischen der Piave , dem Monteg- 
nanus, der Piaviceila, der Liguentia und dem Meere. 

Data III. Kai. Octob. anno autem Dom. Incarn. DCCCCXCIIII 
Indict. VII. anno vero tertii Ottonis regnantis XI. Actum . . 
feliciter Amen. 

(Ughelli Ital. Sacra V. p. 177.) 

LXXX. 15. Jänner 998. Liuthred, Bischof von Derthona 
verkauft mehrere Schlösser an Herzog Otto (von Kärnten) dem 
Sohne Cuono's b). 

Tertius Otto gratia Dei Imp. Augustus anno imperii ejus 
Deo propicio Secundo XV. die Mensis Genuarii , Indictione XI. 
(Muratori Antiq. III. Col. 741.) 

LXXXI. 19. Jänner 998. In dem Gerichte , welches H. 
Otto als Sendbote des K. Otto III. in der grossen Halle 
des Stadthauses von Cremona hielt, in welchem auch Herzog 
Heinrich nebst mehreren Andern sass c) , bestätigt K. Otto 
III. das zu Gunsten des Bischofs Ulrich von Cremona wider 
die Bürger von Cremona am 3. August 996 ertheilte Privile- 
gium, und H. Otto sprach mit des Kaisers Einwilligung gegen 
die Verletzer dieses Privilegiums mit dem Stabe in der Hand 
die Acht aus d). 

a) Enrici ducis nostri videlicet consanguinei. 

b) Ad te Domnus Otto Dux filius hone memorie Cononi. Otto , Sohn des 
H. Konrad von Franken. (Sieh Stenzel Gesch. Deutschlands unter den 
fränkischen Kaisern. II. S. 122.) 

e) Dum in Dei nomine Civitate Cremona in Domo ipsius Civitatis 
in Laubia majore ipsius Domus, ubi Domnus Otto gloriosissimus Impe- 
rator praeesset , in judicio residebat, per ejusdem Domni Olderici licen- 
tiam Otto Dux et Missus Domni ipsius Ottonis Imperatoris unicuique 
justitias faciendas ac deliberandas residentibus cum eo Henricus Dux 
etc. etc. 

Dieser Henricus dux war H. Heinrich von Baiern , der nachherige K. 
Heinrich II. H. Wilmans (Ranke's Jahrb. II. 2. S. 202.) schliesst hier- 
aus auf einen Antheil H. Heinrichs an der Verwaltung der dem H. Otto 
zugewiesenen Länder. Ich glaube , das» hiezu kein Grund vorhanden sei. 

d) Tunc ipse Domnus Dux Otto per ejusdem Domni Ottonis gloriosissimi 
imperatoris licentiam per fustero, quem in sua tenebat manu, super eun- 



37 

Tercius Otto gratia Dei Imp. Augustus anno imperii ejus 
Deo propicio II. quarto decimo Kalendas Februarii, Indic- 
tione XI. 

(Muratori Ant. Ital. n. col. 743—775.) 

LXXXII. Um 1000. Ein Edler Ragici gibt zwei slavische 
Hüben dem Bischöfe Albuin und dessen Vogte Isaak für die Kir- 
che Brixen wegen des Unterhaltes seines Sohnes , eines Kleri- 
cellen (in Brixen) nnd dessen Dieners auf 6 Jahre. Sollte der 
Knabe früher sterben, soll es dem Bischöfe freistehen, ob er 
die Hüben nebst dem Zinse zurückstellen wolle. Dem Sohne 
des Ragizi musste jährlich gegeben werden: zwei modii Siligi- 
nis , zwei modii frumenti , vierzig Situlae Bier- und zwölf Si- 
tulae Wein, zwölf Frischlinge und vierzig Käse, zwei modii 
Hirse und ein modius Gemüse. 

Zeugen waren: Hodalschalch , Rodani, Pezili, Erinipercht, 
Uuaramunt, Amalrich , Zuentusso. 

(Resch Annal. Sab. DJ. p. 677. n. XLH. Archiv f. G. 1820. 
S. 64. n. 48.) 

LXXXHI. 13. Aprü 1000. K. Otto DI. schenkt auf Ver- 
wendung seines Vetters Herzog Heinrich a) und seines Kapel- 
lans Udalrich dem Markgrafen Adalbero hundert Mansen in 
der Provinz Kärnten b) in der Maroh- und Grafschaft des er- 
wähnten Adalbero <:). wo sich dieser selbe wählen wollte. 

Data Idibus Aprilis Anno Dom. incarnat. Millesimo. Indic- 
tione XIII. Anno tertii Ottonis regni XVI. Imperii IUI. Act. 
Quitilinburg. 

(Froelich. Archont. II. p. 199. Archiv f. G. 1820. S. 64. 
n. 49.) 

LXXXIV. Um 1000. Die Frau Wichburg Wittwe des sei. 
Grafen Ottwin stiftete auf ihrem eigenthümlichen Grunde zu St. 



dem dornnus Odalricus Episcopus et LanCrancus ejus Advocatus seu super 

ipsum Praeceptum bannum ipsius Domni Ottonis gloriosissimi Imperatoris 

pro Dei amore et anime sue mercede emisit etc. 
m) Henrici ducis nostrique consanguinei. Herzog Heinrich von Baiern. 
b) In provincia Karinthia. 
e) Ac in Marchia comitatuque memorati Marcbionis Adaiberonis. Adalbero 

war Graf im Mürztbale und Markgraf der obern kirntner March. 



38 

Georgen (am Längsee) mit Einstimmung ihrer Söhne und aus 
eigenem Vermögen ein Nonnenkloster und ühergab selbes dem 
Schutze des heiligen Peter und Rudbert zu Händen ihres Bru- 
ders des Erzbischofs Hartwig von Salzburg und der Nachfolger 
desselben mit dem Anhange , dass , wenn ein Erzbischof von 
Salzburg die Nonnen vertreiben und das Kloster zu seinem 
Vortheile einziehen würde, die Erben Wichburgs das Recht 
haben sollten, das Kloster mit fünf Geldstücken loszukaufen. 
Die Nonnen sollen auch das Recht haben, sich ihre Aebtissinn 
und ihren Vogt zu wählen mit Genehmigung des Erzbischofes. 

Zeugen dieser Uebergabe waren, und zwar nach bairi- 
scher Sitte (tracti per aures) : Friedrich, Papo , Hartnid , Adal- 
bero, Aripo, Lanzo , Hartwich, Raffolt. Nach slavischer Sitte 
(slavenicae institutionis) : Hartwich, Chezili, Penno, Johann, 
Egizi , Sizo , Reginprecht , Arno , Wolfram , Zimizi , Geppo, 
Czecho , Vitislau, Wolfhart , Sigihart. 

Bei der Weihe der Kirche von St. Georgen dotirten Wich- 
burg und ihre Tochter Perchkunt in Gegenwart von Geistli- 
chen und Laien, Adelichen, Unadelichen und Geringen aj, und 
in Gegenwart des Erzbischofs Hartwig die genannte Kirche. 
Wichburg gab ihr ganzes im Jaunthale b) angekauftes Gut, 
dann mit Ausnahme des vierten Theiles ihr Gut ej in Preuuara 
(Projire unter Karlsberg) sammt den Eigenleuten ; endlich auch 
acht Eigenleute Stoidrog, Heinrich, Gotepolt, Rathilt , Rathilt 
und Hiltipurch mit ihren zwei Töchtern. Perchunt gab ihre von 
ihrer Mutter und ihren Brüdern im Jaunthale d) erhaltene Be- 
sitzung sammt allen dort befindlichen Eigenleuten, mit Ausnahm 
von vier Mansen und vier Eigenleuten, welche erst nach 
dem Tode der gegenwärtigen Besitzer der Kirche von St. 
Georgen anheimfallen sollen. 



a) Astantibus clericis ac laicis , nobilibus , ignobilibus et mediocribus- 
Mediorres hier wohl in der oben angegebenen Bedeutung (Du Cange 
Gloss. v. Homo. III. p. 687. Edit. Henschel), 

b) Pracdium-quod-in sua babuit potestate in loco , qui dicitur preuuara cum 
communi omnium Slavica lege. 

e) In proTincia Juna. 
d) In eadem provincia. 



39 

Zeugen waren nach bairischer Art (tracti per aures) : En- 
gelbert, Razo, Papo , Wolvolt, Vnisili, Ozi, Sizo, Egilolf, 
Reginolt, Faico, Lanzo , Oribo, Uuizili , Penno , Selprarth, 
Lintpolt, Chezil , Linzo, Gerolt, Sizili, Anzo , Diethmar. Zeu- 
gen von slavischer Abkunft (testes slavigene) waren : Chazili, 
Amizi , Orthuvin , Adam , Lanzo , Garn , Laduta. 

Mit der Weihe ertheilte der Erzbischof Hartwig dem Klo- 
ster zugleich die geistlichen Rechte , gab demselben die ein- 
hellig gewählte Hiltpurg, eine Tochter der Wichburg, zur Aeb- 
tissinn und verkündete in feierlicher Versammlung das Wahl- 
recht der Nonnen mit dem gewöhnlichen Fluche gegen die, 
welche dem Kloster etwas zu entziehen und selbes zu zer- 
stören suchen würden. 

Orig. Urkunde von St. Georgen. Archiv f. G. u. s. w. 
1818. S. 607. Beit. z. Lös. der Preisfr. u. s. w. I. S. 187. 

(Werden fortgesetzt.) 



40 



Urkunden 

der vier vorarlbergischen Herrschaften 

und der 

Grafen von Montfort- 

Mit topographisch-historischen Erläuterungen von Joseph Bergmann. 



I. Urkunden der Stadt und Grafschaft Feldkirch. 

Ich habe in den zwei Bänden des österreichischen Ge- 
schichtsforschers, welche der dermalige Herr Regierungsrath 
und Vicedirector des k. k. Haus-, Hof- und Staatsarchives, Jo- 
sephChmel, in den Jahren 1838 und 1841 herausgegeben 
hat, zur Begründung einer kritischen Geschichte des nicht un- 
interessanten Ländchens Vorarlberg (mit 105.062 Einwohnern 
auf 46 65 /ioo Quadratmeilen) 28 Urkunden der vier vorarl- 
bergischen Herrschaft en a) und der Grafen von Mont- 
fort niedergelegt. Diese 28 Urkunden betreffen die Stadt und 
Grafschaft Feldkirch, in welcher nordöstlich von Rankweil 
über dem Dorfe Weiler die von den kriegsrauthigen Appenzel- 
lem 1405 gebrochene Burg Altmontfort in kaum findbaren 
Trümmern liegt, die einer durch Erbschaft im Anfange des 
dreizehnten Jahrhunderts hieher verpflanzten jungem Linie der 
Pfalzgrafen von Tübingen ihren Namen bis zu dem gänzlichen 



a) Die. vier alten vorarlbergischen Herrschaften waren nach dem Alter 
ihrer Erwerbung für Oesterreich : Feldkirch, Pludenz, Bregenx 
und Hoheneck, welches jetzt zum k. bayerischen Landgerichte 
Weiler gehört und nun weniger im Bereiche meiner Untersuchungen 
liegt. Dafür tritt die ehemalige Reichsgrafschaft Hohenems ein, 
welche nach dem Erlöschen des Mannsstammes dieser Grafen (am 
5. November 1759) im Jahre 1765 gleichfalls an das Erzhaus Oester- 
reich gelangte. Vgl. S. 60. 



41 

Erlöschen dieses Geschlechtes im Jahre 1787 geliehen hat. a) 
Ich schickte jenen Urkunden einen historisch - topographischen 
Abriss des heutigen k. k. Landgerichtes Feldkirch voraus, 
nebst einem Kärtchen und einer Stammtafel der Grafen von 
Montfort-Feldkirch bis zu deren Erlöschen mit Rudolph VII. 
im Jahre 1390, durch den die Herrschaft Feldkirch in Folge 
des bedingungsweisen Kaufes von Baden im Aargau 22. Mai 
1375 (Urkunde VII) an das Erzhaus Oesterreich gelangte. Zur 
topographischen Beleuchtung will ich die Bestandteile der 
gauzen ehemaligen Grafschaft und Herrschaft Feldkirch 
hier namhaft machen. Sie umfasste: a) das Stadtgebiet 
von Feldkirch, dann am linken Ufer der 111 die Dörfer Tisis 
und Tosters bis an die Landesgrenze gegen Vaduz oder das 
Fürstenthum Liechtenstein über den Höhenrücken bei Gallmist, 
wo vor Alters eine Strasse am Fällengatter (Fallgatter) hinab 
führte an die innere Illbrücke , innerhalb welcher das Gebiet 
der Grafschaft Sonnenberg anfing; b) das grosse Gericht 
Rank weil b) mit seiner uralten Gerichtstätte zu Müsinen und 
Sulz, das den ganzen vordem Walgau sammt Götzis in sich 
fasste, und zu dem auch das ursprünglich von Waisern be- 
wohnte Thal Laterns gehörte; c) das Gericht Jagdberg 
auf dem rechten Ufer der 111 im innern Walgau (s. das Weitere 
in den Anmerkungen zur Urkunde XLVII). Diese unter a, b 
und c angeführten Theile der Grafschaft Feldkirch sind auf dem 
so eben erwähnten Kärtchen in grösserem Masstabe verzeich- 
net und im historisch-topographischen Abrisse hinlänglich erläutert. 
Nun müssen aber auch die andern Theile derselben , als: d) das 



m) Meines Erachtens dürften altrhitische Montfort nnd diese Jüngern 
schwäbischen, mit aufgepfropftem romanischen Namen anzuneh- 
men , aber wohl zu unterscheiden seyn. Ob jene wie diese — als 
Pfalzgrafen Ton Tübingen seit 11*8 — die Fahne im Wappen führten, 
könnten hauptsächlich Sigille (etwa in Chur) bestätigen oder ver- 
neinen. Die Sache verdient eine tiefere Forschung. 

b) Zu diesem grossen Gerichte, dem beutigen Standesbezirke Rank weil ge- 
hören: Götzis mit Mader and Altach, Klaus, Weiler, Fraxern , 8t. 
Victorsberg, Rötbis, Sulz, Rankweil, Laterns, Uebersaxen (snpra 
Saxum). Göfis , Altenstadt, Tisis, Tosters, Nofels und Meiningen. 



42 

Gericht Damüls; e) der innere Bregenzerwald nebst der 
untern Langenegg; f) Torenbüren oder in heutiger Ver- 
schrumpfung Dornbirn aj, endlich g) Höchst und Fussach zu 
besserem Verständnisse auf gleiche Weise beleuchtet und durch 
ein Kärtchen klar vor's Auge gestellt werden. Herr Steinhau- 
ser, Registrator beim k. k. Ministerium des Unterrichtes, ent- 
warf nach meiner Angabe auf Grundlage der trefflichen Karten 
von Blasius Hueberft^ un d des k. k. Generalquartiermeister- 
stabs das hier beiliegende Kärtchen, welches unserem Zwecke 
völlig genügen dürfte. 

Aus der Ebene des durch sein geschichtliches Alter ehr- 
würdigen Rankweil gelangt man rechts an der wilden Frutz 
in das muldenähnliche Laternser - Thal c), wo walserische 
Hirten, welche nebenbei Holz hackten und es zu Kohlen brann- 
ten, nach Walserpflicht, — das heisst ihrem Herrn mit Schild, 
Speer und Leib , jedoch auf Kosten des Herrn und innerhalb 
des Landes zu dienen — , sich um das Jahr 1313 niedergelassen 
haben. Von hier wandert man auf einem Fusspfade weiter über 
die Furka nach Oberdamüls, wo ein Bächlein, das Bregez 
oder Bregenz heisst, entquillt und sein Wasser durch den 
Argenbach in die Aach und in den Bodensee niedersendet. 
Sollte diess die Hauptquelle der Bregenzer-Aach seyn ? 



u ) Den grünen Birnbaum in einem rot hen und weissen , d. i. öster- 
reichischen Schilde verlieh der Erzherzog Ferdinand Karl von Tirol am 
23. September 1655 dem Gerichte Torenbüren, als sein Name in der 
Volkssprache schon in Dornbirn entstellt war. 
b) Blasius Hueber's, Bauers ven Oberperfuess in Tirol und Neffen Peter 
Anich's, treffliche Karte: Provincia Arlberg'ica (mit dem im Pariser 
Frieden vom 30. Mai 1814 der Krone Bayern überlassenen nördlichen 
Antheiie , der jetzt das k. Landgericht Weiler bildet) , welche im Jahre 
1783 in zwei Blättern erschienen und noch in wenigen Exemplaren in 
der k. k. Hof- und Staatsdruckerei in Wien zu kaufen ist. Vgl. die 
schöne Karte vom k. k. Gene ralquart i e rmei s ter stabe in zwei 
Blättern, dann Dr. J. E. Wörl in seinem grossen Atlas. 
c) Urkundlich Glatterns, das an die Glatt in der nahen Schweiz er- 
innert; somit fällt der getr&umte Name Clauturnis in Staub zu- 
sammen. 



43 

Von Oberdamüls kommt man nach dem Kirclidorfe Damüls 
(früher Tomnls, Tamuls und Tamils). Dieser nebst Hochkrum- 
bach oder Krumbach ob Holz höchstgelegene Ort in Vorarl- 
berg war eine Sommerfrische für die jagdliebenden Grafen 
von Montfort, die der eben beschriebene Bergpfad dahin führte. 
Das Wesentliche über das walserische Damüls, sein 
Entstehen, seine Gerichtsgewalt, wie auch über die Sprache, 
seiner Bewohner habe ich in meinen Untersuchungen über die 
freien Walser im CVII. Bande (1844) S. 20—26 des Anzeige- 
blattes in den Wiener Jahrbüchern und S. 49 in den Separat- 
abdrücken mitgetheilt. Ob ich gleich Damüls seitdem im Juli 
1845 besucht habe, so vermochte ich wenig Neues von da mit- 
zubringen. Der dunkle Name des zu Damüls gehörigen Wei- 
lers Uga, Ugenalp, wie der daher fliessende U g a b a c h, 
erinnern mich an den Berg U g o in der Urkunde vom 12. Juli 
1050 , kraft welcher König Heinrich III. dem Bischof Dietmar 
zu Chur und seinen Nachfolgern in der Grafschaft Eberhard's 
mit dessen Zustimmung einen Forst (forestum) schenkt , dessen 
Marken sich vom obersten Gipfel des Ugo bis an den Fluss 
Arga erstrecken, welcher zwischen Buchs und Grabs bei 
Werdenberg fliessto). Dieser Ugo ist nach Eichhorn S. 63 
bei Galanda um das Kloster Pfäffers und bei eben demselben 
im Codex Probation. p. 41. b) vielleicht der Berg, der die Thä- 
ler Montavon und Prätigau scheidet! Dieser Berg heisst heut 
zu Tag Mattug und kann weder um das Kloster Pfäffers noch 
diesseits des Rheines sevn. Er gehört zum Gebirge des Gonzen, 
wie der Walserberg, den man so nannte, weil ihn sowie 
die höher liegenden Gegenden Baifries, Spina, Mattug und 
andere zur Zeit der Adelsherrschaft im Thale freie Walser be- 
wohnten. — Jene Briefe in Damüls, von deren Alter und Unleserlich- 
keit viel Wesens gemacht wurde, habe ich gelesen und nichts Er- 
hebliches gefunden. Sie sind alte Urkunden vom 24. November 1 382? 



a) „Quoddam forestum in Comitatu Eberhardi Comitis situm , cujus limite» 
sunt a Mimmo monte Ugo usque ad flurium Arga, qui fluit inter Bugu 
et Qoaravelar." Eichhorn eptscop. Curiens. Cod. probat. N. XXXIV. 
p. II. 



44 

vom 13. December 1390, vom 11. November 1436, vom 27. Juni 
1455; von König Maximilian I. vom 6. Februar 1507, dann be- 
sonders von dessen Enkel Karl V. , welcher für sich und sei- 
nen Bruder Ferdinand die von seinen Ahnen den Herzogen und 
Erzherzogen von Oesterreich, gegebenen Privilegien und alten 
Gewohnheiten ddo. Innsbruck am 19 April a) 1521 bestätigte 
und Ulrichen von Schellenberg b), Vogte zu Feldkirch, und des- 
sen Nachfolgern auftrug , sie bei denselben zu belassen und zu 
beschirmen. Das Sigill in rothem Wachse führt den tirolischen 
Adler, mit der Kette des goldenen Vliesses umhangen und den 
Worten: CAROLI. RO. "E. HISP. RE: ARCHID. AVST. DV. 
BVRG. COM. Tl. PRO. SVP(erioris) AVSTR. PROVINC.; dann 
von den spätem tirolischen Landesfürsten und Kaisern. Diese spä- 
tem Briefe sind zum Theile mit den alten gleichlautend, die 
Namen aber aus Unkunde oder Flüchtigkeit des Schreibers häu- 
fig entstellt. Die zwei ältesten dieser Urkunden haben wir Nr. XLII 
und XLVII. eingereiht. 

Ausser diesen fand ich eine grosse Anzahl von Kauf- und 
Verkaufbriefen meist auf Pergament, aus welchen ich manche 
alte romanische Namen von Gütern, Bergwiesen und Alpen, 
dann von Familien und Ammännern , unter denen solche Ver- 
träge geschlossen wurden , entnehmen konnte. Ich vermag zwölf 



a) Am 28. April 1521 überliess er auf dem Reichstage zu Worms seinem 
Jüngern Bruder die fünf alt österreichischen Erblande; Feldkirch, Plu- 
denz, die Hälfte von Bregenz und Hohenegg tritt Karl V. später ddo. 
Brüssel 7. Februar 1522 an seinen Jüngern Bruder ab* 

b) Dieser rechtsgelehrte und tapfere Kriegsinann Ulrich von Schellen- 
berg war von 1515 — 1522, dann von 1531 — 1549 österreichischer Vogt 
der Grafschaft Feldkirch. Seinen Muth und seine Geschicklichkeit bewies 
er schon früher, wie auch in den Schlachten bei Bicocca (1522) und 
Pavia am 24. Februar 1525. Nicht aber war er im Jahre 1529 unter 
den Vertheidigern Wiens. Die unter den Tapfern genannten Johaun und 
Heinrich von Scheinberg gehören nicht dem schwäbischen, sondern 
dem böhmischen und schlesi3chen Geschlechte von Schellenberg an. 
Ulrich starb 1558 in seinem Geburtsorte Ki sslegg in Oberschwaben, 
wo er im Chore der Kirche ruht. Dessen kurzes Seitengewehr ver- 
wahrt die k. k. Ambraser-Sammlung. 



45 

Namen von Ammännern , grösstenteils aus dem XVI. Jahrhun- 
derte beizubringen. 

1466. Hanns Thomas ab dem Garlüt. 
1473. Hanns Thomann, wohl derselbe. 
1482. Paul Martin. 
1510. Lienhard Sprüngli. 
1512 und 1513 , 1516, 1519 und 1522. Ammann Jos. (Jo- 

dok) Gausner, auch Gasner. 
1528. Lutz (Lucius) Egg er. 

1528. Donnerstag nach St. Martin d. i. am 12. November; danre 

1529, 1538 und 1543. Clas (Niclas) Rind er er. 
1561. Leonhard Tobler. 

1568 und 1581, Michael Kaufmann. 
1585, 1586 und 1588. Ulrich Türtscher. 
1591 erscheinen in einer Jahrstagsstiftung Amman Sigmund 
Engstier und Hanns Engstier, deren einer wohl 
der abgetretene Ammann oder Altammann gewesen sey» 
dürfte. 
1598, 1611 und 1612. Christa Türtscher. 

Von Daraüls führt ein Fusspfad längs des Argenbaches nach 
Au in den innern Bregenzerwald hinab. Dieses triftenreiche 
Bergthal war ursprünglich eine Alpe, die zum Theile den al- 
ten um 1158 erloschenen Grafen von Bregenz gehörte und von 
den Benedictinern des Klosters Mehrerau im zwölften und in 
den folgenden Jahrhunderten urbar gemacht wurde , dann zum 
Theile um 1291 als Reichsgut erscheint, aber später an 
die ältere Linie von Montfort - Bregenz gelangte. Mit dem 
kinderlosen Tode Hugo's IV., Grafen von Montfort - Bregenz, 
theilten seine Vetter, die Gebrüder Hugo und Rudolph VI. 
Grafen von Montfort- Fei dkirch einerseits und Wilhelm II. 
Graf von Montfort -Tettnang andererseits, dessen ihnen 
gemeinsam zugefallene Herrschaften und Güter ddo. Lindau 
am 5. November 1338. Hiedurch erhielt die Fe ldki r eher Linie 
die Leute und Güter im Bregenzerwalde, welche links vom 
Ursprünge der S üb ersehen (Egger) Aach bis zu ihrer 
Vereinigung mit der Bregenz oder Hauptaach an der Egg; von 
da zwischen den Kirchspielen Schwarzenberg und Alberschwende 
bis zur Schwarzach und diese abwärts bis in die Fussach und 



46 

längs dieser bis in den Bodensee gelegen sind , somit a) den 
durch diese Theilung entstandenen Innerbregenzerwald, 
zu welchem noch die untere Langenegg und Krum- 
bach im vordem Bregenzerwalde gehörten , wie es das Kärt- 
chen anzeigt, in politischer Verwaltung, b) Torenbüren. 
c) Höchst und Fussach am Bodensee. Daher wurden von 
Alters her die Gerichte Innerbregenzerwald, Tornbüren, Höchst 
und Fussach zu den obern Ständen oder richtiger zu den 
Ständen des obern Vorarlbergs gerechnet, zur Zeit des 
Krieges 1805 aber trennte man Torenbüren, Höchst und 
Fussach wegen ihrer Lage vom Oberlande und zog sie zweck- 
mässiger zu den untern Ständen. Die Tettnanger Linie 
erhielt den rechts oder vor der Suberschen Aach gelegenen 
Theil des Bregenzerwaldes, d. i. den vordem oder äussern 
Bregenzerwald, mit den nachherigen Gerichten L i n- 
genau, Alberschwende ', dann die Gerichte Sulzberg , 
wozu Rüfensberg im vordem Walde gehört , Hofsteig , die 
Stadt Bregenz, Hofrieden etc. Wilhelm II. Graf von Montfort- 
Tettnang , und nach dieser Erbtheilung vom 5. November 1338 
auch Herr von Bregenz, hatte zwei Söhne, Heinrich III. 
und Wilhelm III., von denen jener Herr zu Tettnang und Ro- 
thenfels, dieser Herr zu Bregenz wurde und die jüngere 
Bregenzer Linie stiftete. WilhelnTs III. Söhne Hugo VIII. a) 
und Konrad theilten abermals am 8. Juni 1379 ihr Erbe , wo- 
durch die sogenannte alte und neue Herrschaft Bregenz 
entstand; jene, zu der die Hälfte der Stadt Bregenz, die Ge- 
richte Lingenau , Alberschwende , Hofsteig und Hohenegg ge- 
hörten , kaufte am 12. Juli 1451 Herzog Sigmund von Tirol 
von Konrad's Enkelin , der Erbgräfin Elisabeth von Montfort- 
Bregenz und Gemahlin Wilhelm's Markgrafen von Hochberg, 



a) Dieser Hugo, der mit Herzog Albrecht III. von Oesterreich im Jahre 
1377 die Fahrt nach Preussen gemacht hatte, ward durch seine erst« 
Gemahlin Margaretha von Pfannberg der Stifter der Bregenz- 
Pfannberger Nebenlinie in der Steiermark, von der wir bei einer 
andern Gelegenheit ausführlicher reden wollen. Dieser Hugo, der Min- 
nes&nger, starb am *. April 1*23 und ruht bei den Miuoriten zu 
Brück an der Mur. 



47 

diese nämlich die andere Hälfte der Stadt Bregenz samrat den 
Gerichten Hofrieden , Salzberg , Simmerberg , Grönnenbach , 
Altenburg und Kellhof kaufte am 5. September 1523 der Erz- 
herzog Ferdinand I. vom kinderlosen Grafen Hogo XI. von 
Montfort-Bregenz. 

Nun wollen wir unseren Leser an der Aach hin durch 
die volkreichen Dorfschaften des Bregenzerwaldes fuhren und 
Ihn , wenn er tiefer in dessen älteste Geschichte einzugehen 
wünscht, auf unsere: „Früheste Kunde über den Bregenzer- 
wald und die Stiftung des Klosters Mehrerau, sowie auch 
über das Erlöschen der alten Grafen von Bregenz im zwölften 
Jahrhunderte" im CXVIII. Bande (1847) der Wiener Jahrbü- 
cher verweisen. Die schöne Xatur dieses reizenden Bergländ- 
chens mit düsterem Xamen und dessen aufgewecktes Volk be- 
schreibt mit lebensfrischen Farben der geistreiche D. Ludwig 
Steub in: Drei Sommer in Tirol. München 1846. S. 37—65. 

Wenn man von Damüls in den Wald herabgestiegen , liegt 
zunächst Au, einst Jaghausen, dann in den Owen ge- 
nannt, in welches sich im XVI. Jahrhunderte Wiedertäufer a) aus 
der Schweiz hereingeschlichen hatten. Dessen Ableger sind die 
junge Expositur Rehmen und Schopernauö) d. i. z'o- 
bern Au, deren Pfarre über das Bad Hopfreben bis an den 
Landsteg , des innern Waldes Gränze gegen das von Waisern 
bewohnte Dorf S c h r ö c k e n , sich erstreckt, das mit Kram- 
bach ob Holz oder Hochkrumbach und Wart h zu dem 
1453 an Oesterreich gekommenen Gerichte Tannberg und 
somit zur Grafschaft Bregenz gehörte , dann im Jahre 1806 zu 
dem neuen Landgerichte Sonnenberg gezogen , nun aber am 
1. Jänner 1844 von demselben getrennt und dem k. k. Land- 
gerichte zu Bezau, das in seinem dermaligen Umfange 10 n ioo 
Quadratmeilen hat , wegen seiner nähern Lage zugetheilt wurde. 
Links an der Aach auswärts liegen M e 1 1 a u , wo der ausge- 
zeichnete Martin Greussing, Abt des Klosters Schlägel in Oester- 
reich ob der Enns (von 1626 — 1665), geboren wurde , und 



u) Vgl. Meine Mittheilung im Sitzungsberichte der historisch-philologischen 

CImsc Heft III, S. 106. ff. 
h) Von bier aus führt ein Bergpfad über die Star sei oder das S t a r x- 

I e r - J o c h nach Mittelberg. 



48 

ausserhalb der Stieg ein dessen Mutterkirche Schwarze n- 
berg, der Stamm- (nicht Geburts-) ort der Malerin Angelica 
Kaufmann und des französischen Obergenerals Kleber, des- 
sen Familienname noch der zahlreichste im ganzen Dorfe ist. 
Rechts derselben Aach ist die Pfarre Schnepfau mit dem 
Dörfchen Hirschau ; jenseits der Schnepfegg, über die am 
einsamen Kapellchen des Hirtenpatrons St. Wendelin vorüber 
ein Fussteig führet, Büzau, von dem man längs des Baches 
herab nach dem Bade und der in's Jahr 1284 hinaufreichenden 
Pfarre Reute gelangt, von da über Ellenbogen nach Bezau, 
dem dermaligen Sitze des k. k. Landgerichtes I. Classe, wo 
noch Urkunden über den innern Bregenzerwald verwahrt sind, a) 
Beachtenswerth ist die Bez egg, ein etwa 600 Fuss über dem 
Dorfe erhabener Bergrücken, über welchen die Fahrstrasse, 
die bis nach Schopernau sich hinzieht, führet. Hier auf der 
Bezegg, dem Berge Sinai des Bregenzerwaldes, stand das 
Rathhaus, das leider durch Sorglosigkeit zusammengefallen 
und nun gänzlich verschwunden ist. Es ruhte , wie mir alte 
Leute erzählten, auf hölzernen Säulen, hatte keine Stiege oder 
Treppe , sondern man setzte im Innern an einer OefFnung des 
obern Bodens eine Leiter an, auf welcher man emporstieg, 
und dann diese OefFnung oder den Boden mit einer Falle schloss. 
So konnte auf waldumwachsener Höhe der altehrwürdige Rath 
ungehindert vom Gedränge des Volkes Gesetze geben oder ab- 
ändern, Geschäfte verhandeln und Recht, ja sogar über Le- 
ben und Tod sprechen. Hier gab man dem Volke unter freiem 
Himmel Gesetze. Was einmal auf der Bezegg gesetzt und ge- 
macht wurde, galt als Gesetz und konnte nur dort wieder 
abgethan werden , wie es im Eingänge des alten Landsbrauches 
heisst. Im innern Bregenzerwalde waren jährlich in jedem vier- 
ten Theil , als an der Egg , zu Andelsbuch , zu Büzau und am 
Schwarzenberg drei Gerichte , nämlich : in der Fastennacht , im 
Mai, und im Herbste, welchen der regierende, gewählte 



a) MeinVerzeichnissder Landammänncr im innern Bregenzerwald vom J. 1*00 — 
1806. 8. Kaltenb&cks österreichische Zeitschrift 1835. Nr. »O. 
8. 35». f. 



49 

Lamlamann, welcher in früherer Zeit jährlich CO fl. nebst 
den halben Strafgeldern bezog , vorsass ; die Beisitzer waren 
zwölf Räthe und der Rechtsgelehrte der Landschreiber (Syn- 
dikus). Der Bregenzerwald , der nie eine Zwingburg getragen, 
glich einem kleinen Freistaate, einem Kantone nnter österrei- 
chischem Schutz und Schirm durch den Willen Iludolph's VII. 
Grafen von Montfort-Feldkirch. — Oestlich von der Bezegg hinab 
liegt Andelsbuch (Andolspuoch in der päpstlichen Bulle vom 
17. September 1249). das mit der Sage des dort ruhenden 
frommen Einsiedlers Diedo um das Jahr 1086 an's Dämmer- 
licht hervortritt. Das Andelsbucher Feld, ein schöner Wiesen- 
teppich , — nebst dem Hüttesauer Felde die grösste Ebene 
im ganzen Berggelände ist— der erste Culturpunkt im innern wie 
genau im äussern Walde. Egg, das von der Lage zwischen 
den beiden Aachen seinen \amen führt, erscheint im J. 1307 
als Reichsgut, das durch Verpfändung an Hugo Grafen von 
Montfort-Bregenz und nach dessem Tode ( j 1338) bei der 
Theilung an Montfort-Feldkirch kam. Herzog Friedrich von Ti- 
rol schenkte am 30. März 1405 das Patronatsrecht der Kirche 
an der Egg dem um 1390 gestifteten Frauenkloster Valduna 
(vallis dominarum), das nach dessen Auflösung unter Kaiser 
Joseph II. im J. 1782 an den Landesfürsten kam. Egg, wo 
das Gefängniss und die Richtstätte für den Innerbregenzerwald 
war, bildet mit seiner Expositur Grossdorf die grösste Pfarre 
im innern Walde und zählt 1840 Menschen. Oestlich hin am 
Fallenbach erschlugen die mannhaften Wälderinnen in ihren der- 
maligen weissen Juppen im Jahre 1647 zwei Compagnien Schwe- 
den. Diese waren nach der Eroberung von Bregenz (4. Jänner) 
in Lingenau einquartirt und suchten in den Innerwälder Alpen 
zu plündern und unsittlichen Frevel zu verüben. S. meine ur- 
kundliche Mittheilung in Baron v. Hormayr's Archive 1824. 
Nr. 116 und 117. 

Diese zehn Pfarren nebst zwei Exposituren des Inner- 
waldes haben nach dem Brixener Diöcesan-Schematismus für das 
Jahr 1848 genau 9747 Bewohner. — Einer sorgfältigen Sichtung 
und scharfen Trennung bedarf der vordere oder äussere 
Bregenzerwald in seinen kleinen ßestandtheilen. Ich will sie 
hier vornehmen. 

III. \ 



50 

Dieser Vorderwald verblieb laut S. 45 auch nach der 
Theilung vom Jahre 1338 ein Theil der Grafschaft Bregenz 
und umfasste damals nur die zwei Pfarreien : a) A 1 b e r s c h w e n d e 
in den päpstlichen Bullen von den Jahren 1227, 1230 und 1249 
Alberichswendi und Alberswende genannte^; b) Lingenau, 
ursprünglich in den erwähnten Bullen Lindiginowa (Lindenau) 
genannt , von dessen Gerichte Alberschwende , das dermals 
2141 Einwohner zählt , erst um 1600 getrennt und zu einem 
eigenen Gerichte gebildet wurde. Zu Lingenau war durch etwa 
drei Jahrhunderte die einzige Pfarre im langgestreckten Gelände 
von der untern Langenegg an zwischen der Suberschen- und 
Bolgenach bis zu deren Ursprung hinauf. Hieher waren die obere 
Langen egg stets und die untere seit 1537, wie auch 
Krumbach pfarrgehörig, hier im sogenannten Hofe war der 
Sitz der Verwaltung der Mehrerauer Güter und Einkünfte im 
Bregenzerwalde. Der Pfarrer führte wie der zu St. Gerold , 
das dem Gotteshause Einsiedeln gehörte und seit dem 31. Mai 
1839 bedingungsweise wieder gehört, seit alter Zeit den Titel 
Propst, wie damals die vom Abte zu Verwaltern der entle- 
genen Höfe , Güter und Einkünfte eingesetzten Kapitularen hies- 
sen ; ja mehrere resignirte Aebte der Mehrerau verlebten hier 
ihre letzten Tage. Hier war der Sitz des Bregenzischen Ge- 
richtes Lingenau, zu dem seit dem J. 1600 nur Lingenau, 
Hüttesau und Sibratsgfäll gehörten, c) Hüttesau auch minder 
richtig Hittisau, aus Alpenhütten der Hirten an der Egg auf der Au 
unter dem Hüttesberg entstanden, erhielt 1496 eine Kirche und 
durch Cession ddo. Bregenz 19. April 1777 von der Pfarre Lin- 
genau siebenzehn Weiler mit 110 Familien, welche der Kirche zu 
Hüttesau näher liegen; dann im J. 1839 die Weiler Scheid- 
bach, zum Wirth, Nussbaum und Scheidbacher Tobel, welche 
in die Gemeinde Hüttesau , aber in die Pfarre Lingenau gehörten. 
Sie zählt mit der über der Bolgenach gelegenen und dahin 
eingepfarrten Gemeinde Reute jetzt 2060 Einwohner und ist 



a) Die Pfarre Buch mit 418 Einwohnern, die sich an Alberschwende an- 
lehnt and deren Bewohnerinnen noch die Juppe der Waiderinnen tragen, 
gehörte von jeher zum Gerichte Hofsteig hinab. 



51 

die volkreichste Pfarre des ganzen Landgerichtes. Dieser Pfarr- 
sprengel erstreckt sich bis an den Toser und Lappeubach 
im Balderschwanger Thale. Die Männer von llüttesau und Liu- 
genau wagten unter ihrem letzten Amann Georg Willy mit 
schnellem Zuzüge derer von der Egg, Andelsbuch und Schwar- 
zenberg die Franzosen, welche aus dem Allgau über Immenstadt 
und Staufen herein durch das Zwing und Krumbach plündernd 
und Unfug verübend hereingezogen waren , in llüttesau gegen 
den frühen Morgen des 14. Juli 1800 kühn anzugreifen und aus 
dem Walde hinauszutreiben. Daher auf dem Kärtchen die zwei 
aufwärts gekreuzten Schwerter, d) Sibratsgfäll ist aus 
Sommeralpen von Lingenauern im J. 1803 zu einer selbstständigen 
Pfarre erwachsen. Ich erinnere mich noch aus meiner Kindheit, 
dass von da die Leichen durch dritthalb Stunden Weges an 
der Hüttesauer Kirche vorüber nach Lingenau zum Begräbniss 
getragen wurden. Die beiden heutigen Pfarrdörfer : e) Langenegg 
und f) Krumbach, obwohl im vordem Walde gelegen, gehörten 
in bürgerlicher Verwaltung nicht zum Gerichte Lingenau, das 
mit Alberschwende zugleich mit der ersten Hälfte von Bregenz am 
12. Juli 1451 an den Herzog Sigmund von Oesterreich ver- 
kauft wurde, sondern die untere Langenegg und Krumbach 
zum i ii ii »- in Bregenzerwalde und somit zur österreichischen 
Herrschaft Feldkirch; die obere Langenegg aber zum Ge- 
richte Sulzberg jenseits der Weissach. In neuer Zeit wurden 
aber ihrer Lage wegen auch die obere Langenegg und Krum- 
bach dem Landgerichte zu Bezau untergeordnet (Vgl. S. 48). Diese 
fünf Vorderwälder Pfarren Lingenau, Langenegg, Krumbach, 
llüttesau und Sibratsgfäll zählen zusammen 5767 Bewohner. 

Der Landstrich rechts über der Weissach ist der Sulz- 
berg, welcher nicht mehr zum Bregenzerwalde gezählt wird, 
und dessen alte Pfarre wie Langen eine Filiale von der Mut- 
terkirche zu Bregenz ist. Er bildete ein eigenes Gericht , das 
zur Grafschaft Bregenz gehörte. Zum Gerichte Sulzberg ge- 
hörte noch, der schon zum Bregenzerwalde gezählte Landstrich 
vom Zwing links der Weissach bis zum Leitenbach (wie ihn 
das Kärtchen zeigt), und von da zwischen dem Gebirgskamme 
am Hochhätri, dem Falken oder Falknergrate und dem Rö- 
nerkopfe nördlich , und der Bolgenach bis in's Leckacher 



52 

Thal a) südlich, und kam mit dem Sulzberg zugleich durch 
Kauf erst am 5. September 1523 an Erzherzog Ferdinand I. 
von Oesterreich. Hier liegt die Pfarre Rufen sberg b) , einst 
am Jagdbach genannt. Hier am Jagdbache weideten ihre 
Herden im Sommer die Hirten von der Egg und von Lin- 
genau. Die vordere Hube daselbst gehörte zur Pfarre Egg, 
die hintere aber als Maierhof des Klosters Mehrerau (daher 
noch der Name des Weilers „Maierhöfen") zu Lingenau. Am 
Donnerstag nach Michaelis (3. October) 1426 trennte sich der 
Egger Antheil von seiner Mutterkirche zur Egg, deren Pfarrer 
noch über Rüfensberg wie über Hüttesau das Collaturrecht zu- 
steht. Der Lingenauer Antheil am Rüfensberg wurde gegen die 
seelsorglichen Rechte, welche der Egger Pfarrer über die un- 
tere Langenegg hatte, vertauscht, welchen Tausch der Lan- 
desfürst, der römische König Ferdinand I., am 7. November 
1537 bestätigte. Der grössere Theil der weiblichen Bevölkerung 
in diesem Grenzdorfe Rüfensberg (mit 1005 Einwohnern) hat 
seit einem Menschenalter für die wälderische schwarzleinwan- 
dene Juppe die allgäuische Kleidertracht angenommen. Die 
Sprache ist ein Gemisch der Vorderwälder und Allgauer Mundart. 
Vom Bache und Weiler Küng an längs des Schönenbü- 
hels herein zieht sich bis an die Leckner-Ach die vom Flusse 
genannte Gemeinde Bolgenach, auch vom Dorfe Reute, 
in dessen Kapelle zum h. Erzengel Michael der Kaplan zu 
Hüttesau jede Woche eine Messe zu lesen hat, die Gemeinde 
Reute genannt, welche von jeher nach Hüttesau eingepfarrt war. 
Am 1. Jänner 1827 wurde diese Gemeinde Reute vom Standes- 
bezirke Sulzberg und dem k. k. Landgerichte zu Bregenz ge- 
trennt und wegen ihrer nähern Lage dem k. k. Landgerichte 
Innerbregenzerwald einverleibt; Rüfensberg und Alberschwende 
aber unterstehen noch dem Landgerichte wie auch dem Deka- 
nate zu Bregenz. Das vom Bregenzerwalde nordöstlich gelegene 



a) Im Leckacber oder Leckner-Thale entstand nach dem regneri- 
schen Sommer 1816 und dem folgenden schweren Winter im Mai 1817 
durch eine Erdabsenkung ein kleiner See, der meines Wissens nach 
auf keiner Karte eingezeichnet ist. 

b) Ueber die Pfarre Rüfensberg und ihre Mundart s. meine Mit- 
tbeilung in Kaltenbäck's österreichischer Zeitschrift 1837. S. 335. ff. 



53 

Land im obersten Allgau, um Stauten, dessen Veste noch 
1344 dem Grafen Ulrich von Montfort- Feldkirch gehörte, 
um den Alpsee, über dessen Ufern die Ruine Rothenfels steht, 
und Immenstadt, ferner die Alpen jenseits des Tosers nnd Lappen- 
ba dies bis an die Hier hin gehörte anch einst dem mächtigen, 
aber durch Theilungen , Fehden und Familienzwiste geschwäch- 
ten und allmälig erlöschenden Hause Montfort und bildete die 
Grafschaft Rothenfels, welche Graf Ulrich IV., der Letzte 
der älteren Tettnanger Linie, an seinen Schwager Jakob Frei- 
herrn von Königsegg verkaufte, welcher vom Kaiser Maxi- 
milian II. am 15. September 1565 zu Wien damit belehnt wurde. 
Zur Grafschaft Königsegg - Rothenfels , welche König Franz II. 
am 15. Juni 1804 kaufte, aber schon im Pressburger Frieden 
an die Krone Bayern abtrat, gehört auch Balderschwang in 
politischer Hinsicht, seiner Lage und seiner Bevölkerung nach 
aber zum vordem Bregenzerwald, indem Landleute von Hüttes- 
au, das kaum drei Stunden entlegen ist, im Sommer ihre 
Herden hieher trieben, die Urwaldungen ausrodeten und endlich 
auch im strengen Winter in ihren warmen und festen Hütten 
verblieben, bis auch hier durch die rastlose Thätigkeit des 
Hüttesauer-Pfarrers Johann Michael Feuerstein im Jahre 1796 
eine kleine Alpenpfarre entstand. 

Nachstehende Tabelle soll die Mutter- und Töchter- 
pfarren des ganzen Bregenzerwaldes mit möglicher Zeitan- 
gabe ihres Entstehens dem Leser klar vor Augen legen: 
A. Alber schwende ö ), an der Schwelle des Bregenzerwaldes, 
hat keine Tochterpfarre; zu Müselbach wurde schon 
1497 ein Kapellchen eingeweiht und mit einigen Stiftungen 
begaht. 
B.L ingenau*) um das Jahr 1130, hieraus: 

a) Krumb ach *), Kaplanei 1500 

Pfarre 1648 

b) Langenegg ), Kaplanei 1767 

(Föhrentobel) Pfarre 1821 

c) Sibratsgfäll«), Kaplanei 1733 

Pfarre 1803 



Die mit *) bezeichneten Orte liegen im vordem, die unbezeichneten 
im innern Walde. Die SUmmpfarren sind auf der Landkarte unterstrichen. 



^i 



54 

C. Andelsbuch war um 1086 eine Einsiedelei des seligen 
Üiedo; Pfarre vor 1249, daraus: 

(Schopernau — Kapl. 1500 
a) Au - Kapl. 1372 ) Pfarre"TÖ82 

I (Jaghausen) Plärre 1390 JRehmen — Kapl. 1670 

l Expositur 1803 

"" p / b) Schnepfau — Pfarre 1464. 

c) Büzau -- Curatie 1581, Pfarre 1684. 

1. Bezau um 1401; Kapuzinerkloster 
1656. 

2. Rüfensberg*) (Jagdbach) Pfarre 
1426. 

3. Hüttesau*) 1496, erhielt in den 
Egg um das Jahr j Jahren 1777 und 1839 bedeutende 

joni^ \ Antheile von Lingenau (S. 50). — 

Hüttesau's Tochter ist das kön. 
bayerische Balderschwang *), 
Pfarre seit dem J. 1796. 

4. Grossdorf, Beneficium . . 1716 
und Expositur 1803. 

E. Schwarzenberg vor 1400 (?), gehörte bis 1464 zu St. 
Gallen; Tochter — Mellau im J. 1464. 

Nun Avollen wir auch die Hauptorte in der, in unbestimm- 
barer Vorzeit von den Gewässern des Bodensee's überflutheten 
Ebene vom Fusse des Bregenzerwaldes links der Schwarzach 
und diese abwärts bis in die Fussach, und längs dieser bis zum 
Bodensee, dann am rechten Rheinufer hinauf bis Götzis, das 
noch mit seiner Filiale Altach zum Bisthum C h u r und dem vor- 
dem Walgau gehörte, auf gleiche Weise zu beleuchten ver- 
suchen. 

Dass diese hier bezeichnete Ebene das Schlachtfeld gewe- 
sen sey, auf welchem die Römer im J. 355 einen Sieg über 
die Lentienser erfochten, erhellet aus der genauen Beschrei- 
bung der Gegend und des Gefechtes in Ammian Marcellin's 
Geschichtsbüchern, a) Die Lentienser, einer der kühnsten 



fl) Ammianus Marcellinus , der tapfere und gelehrte Krieger, der gleich- 
heilige Geschichtsschreiber dieser Kriege , war in unsere Gegenden gc- 



55 

Stämme der Aleinaniieii (von denen der spätere Linzgau sei- 
nen Xamen hatte) nördlich am Bodensee, verwüsteten den 
Landstrich über dem Bodensee nach Rhätien hinauf. Kaiser 
Constantius II.. a). ein jüngerer Sohn Constantin's des Gros- 
sen, zog im Jahre 355 nach Christi Gebnrt von Mailand über 
den kleinen Beruardin den jugendlichen Rhein entlang hernie- 
der, und schickte Arbetio, den Befehlshaber der Reiterei, 
gegen den Bodensee voraus. Diese Vorhut wurde von den aus 
dem Verstecke vorstürzenden Feinden zersprengt und fast ganz 
aufgerieben: nur wenige entkamen auf engen Pfaden (per an- 
gustas semitas) unter dem Schutze der Nacht, um sich den 
folgenden Tag mit den Ihrigen zu vereinigen. Die Alemannen, 
hiedurch verwegener gemacht, umschwärmten täglich, wenn 
der Morgennebel die Aussicht benahm (adimente matu- 
tinä nebulä lacero). die Verschanzungen und neckten mit 
wilden Drohungen und Herausforderungen die Römer. Da die 
Meisten derselben, des frischen Unfalls eingedenk, den Kampf 
scheuten, stürzten zugleich drei Kriegstribunen Arintheus, Se- 
niauchus und ßappo mit den Ihrigen vor, die andern folgten, 
hieben einen grossen Theil dieser übermüthigen Alemannen zu- 
sammen , und jagten den Rest in die Flucht. 

Es war nach Ammianus ein heisser Kampf. Erbittert schrit- 
ten die Sieger über Leichenhaufen und bespritzt vom Blute 
der Sterbenden. Darauf kehrte der Kaiser siegfrohlockend 
(ovans) nach Mailand in die Winterquartiere zurück. — Meines 
Erachtens drangen die Römer am Gebirgssaume durch die 
Klause oberhalb Götzis vor; denn die heutige Landstrasse 
nach Altenstadt herauf ist eine neuere Schöpfung aus der Zeit 
der grossen M. Theresia. Von den Höhen unterhalb Götzis 
öffnet sich bei heiterem Himmel die Aussicht über die Ebene 
gegen den vom See heranrückenden Feind; die Morgenne- 



kommen ; ihm als Augenzeugen verdanken wir umständliche und anzie- 
hende Nachrichten über den Rhein und den Bodensee. im 4. Kapitel 
des XV. Buches. 
m) Sein Grossvater Constantius I. Chlorus (f 308) , der die Ale- 
mannen bei Yindonissa (Windisch im Thurgau) geschlagen hatte, 
gründete das nach ihm genannte Consta 01 auf helvetischer Seite. 



56 

bei, die sich heut zu Tage noch wie damals über dem nio- 
sigen, torfreichen Riede besonders im Herbste lagern, spre- 
chen für die Gegend des Römersieges »wischen Hohenems und 
Lustnau, wo auch 1799 und im Mai 1809 die Vorarlberger 
tapfer fochten; in der dortigen Ebene konnte sich die Reite- 
rei der Lentienser ausbreiten. Lobend meldet Ammian von die- 
sen Reitern: Viele, mitsammt ihren Pferden getödtct, schienen 
auch im Tode noch auf deren Rücken festgewachsen. Dass der 
Kampf im Herbste gewesen, ergibt sich aus den Schlussworten 
des vierten Kapitels, die von des Kaisers Einrücken ins Win- 
terquartier reden. 

Belege geben auch mehrmals, in jenem Bereiche gefundene 
Münzen vom genannten Kaiser Constautius II. (f 361.) So 
fand man nach Herrn Pfarrers Brändle zu Lustnau , meines 
ehemaligen Schulfreundes, Mittheilung im J. 1813 rechts an 
der Lustnauer Wiesenrheiner Strasse gegen Hohenems hin beim 
Torfgraben viele Broncemünzen, die anderthalb Fuss tief und 
drei Fuss von einander zerstreut lagen. Ihre Vorderseite hat 
die Umschrift D. ominus N. oster CONSTAN - TIVS P. ius 
F. elix AVG. ustus und dessen Brustbild mit dem Diadem von 
der linken Seite; die Kehrseite FEL. ix TEMP. orum-REPA- 
RATIO, mit der Trireme , auf welcher der Kaiser im Feld- 
herrnmantel steht, und in der Rechten einen Phönix, in der Linken 
die Fahne mit dem Labarum Christi (^) hält; am Steuer sitzt 
die Victoria, a) Vgl. des um Bayern vielfach hochverdienten 
Staatsrathes v. Stichaner's (damaligen k. General -Coinmis- 
särs zu Kempten) Anzeige im Intelligenzblatte des k. bayeri- 
schen Illerkreises 1813. S. 690. Herr Jakob Brändle, 
der vom J. 1819 bis 1826 Kaplan in Lustenau war, 
versicherte mir selbst solche Münzen daselbst gesehen zu 
haben. 

Später bildete dieses Gebiet den Rheingau, der an den 
Argengau , welcher von der Schüssen an längs des Bodensees 
über die Lieblach, (die heutige Grenze zwischen Oesterreich 



«.} Cf, Eckhel doctrina numor. veter. Vol. VIII. p, 111 et 111.) Ar- 
neth Synopsis nuinorum llonianor. Vindob. 1842 p. 10!» et 200. 



57 

und Bayern) , wahrscheinlich sich bis an die Bregenzeraaeh 
herauf erstreckte, südlich sich anschloss und als ein Untergau 
des grossen westlich an den Hegau grenzenden Linzgaues wohl 
aus dem Grunde angenommen wird, weil er wie der Schussen- 
Argen- und Xibelgau (um Legau) hänfig unter Einem Gaugra- 
fen, dem Grafen des Linzgaues zu Burhhorn vereinigt war. 
So lindet man in Urkunden, namentlich vor dem Jahre 890 Orte 
zum Linzgau gerechnet , welche entschieden zum Argengau 
oder einem andern der genannten Gaue gehörten, a) 

Vor allen Orten in diesem Rheingau, welcher auch das 
heutige schweizersche Rheinthal wenigstens das untere umfasste, 
westlich an den Thurgau, der sich von der Reuss bis an die 
Wasserscheiden des Säntis-Stockes erstreckte , und südlich an 
den rhu tischen Walgau grenzte, tritt Höchst hervor, dann 
Lustenau oder Lustnau und Torenb üren. Höchst ur- 
sprünglich Hohstete (aus dem ahd. hoch und apokop. hö 
und stat, gen. stete d. i. hohe Stätte, Stelle, zusammen- 
gesetzt) lat. Hostadium, ist die hügelige Gegend, wahr- 
scheinlich beim Dorfe Walzenhausen, wo noch ein Weiler „die 
Höhen" heisst, an der östlichen Grenze des Kantons Appen- 
zell, das lange nach St. Margarethen herab gehörte. Vor Alters 
war Höchst eine eigene Gemeinde von bedeutendem Umfange. 
Sie umfasste auf dem linken, nun schweizerischen Rheinufer St. 
Margarethen- Höchst (im Kanton St. Gallen) mit Walzen- 
hausen, auf dem rechten vorarlbergischen die jetzigen Orte 
St. Johann-Höchst, Gaissau und Fussach. Auf der 
linken, höheren Seite hatten die am See heraufgezogenen 
Alemannen früh sich niedergelassen. Schon am 22. Juni 797 
übergab Cundarat unter Rodbert, Grafen von Linzgau, dem 
Gotteshause St. Gallen seine Besitzungen in Hostadio unter 
der Bedingung seinen kleinen Sohn Albinc sein Lebenlang zu 
nähren, zu kleiden, mit dem Rechte ins Kloster einzutreten, 
sobald er erwachsen ist; desgleichen schenkten Hatto und seine 



u) Vgl. ▼. Lang'b Baiern'« Gauen, Nürnberg 1830. S. 70 ; Z e 1 1 w e- 
g e r • Urkunden zur Geschichte des Appenzellischcn Volkes. Trogen 
199 1. Bd. I. S. .30; v. M e m m i n g e r's Beschreibung de» Oberamles 
T'ttnang 1838. 8. 83 und v. Spruner'i histor. Atlas. Tab. 13. 



58 

Gattin Odalhilt demselben Stifte ihre Güter in villa, qnae dici- 
tur Hohstedthe am 18. April 819 unter dem Grafen Roa- 
charius ; ferner schenkte Kerrat eben dahin am 23. Juli 881 
seine Güter unter dem Linzgauer Grafen Udalrich in Ho stet- 
harr o marcho d. i. in der Hochstetter March, das war 
in dem östlichen Theile des Ländchens ; die beiden anderen 
(zum Thurgau gehörigen) Märchen waren die Arboner March 
oder das Mittelland und die Gossauer-March oder der west- 
liche Theil. Am 9. Februar 886 vertauschte Abt Bernhard acht 
Joch Boden in Marbach gegen eben so viele Eccho's in der 
Hochstetter March. In der Uebereinkunft vom 30. August 890 
zwischen dem Abte Salomon von St. Gallen und dem Grafen 
Ulrich von Linzgau wegen der Güter im Rheingau und der 
Grenzbestimmung zwischen dem Thurgau und Rheingau wurde 
das jenseitige Höchst, als rechts von Schwarzeneck und 
dem von dort in den Rhein herabfliessenden Matteubache ge- 
legen , dem Linzgauer Grafen zugetheilt. Am 29. October 980 
war Kaiser Otto II. auf seiner Reise nach Italien zu H och- 
st edi, wo er dem Abte Immo einige Besitzungen und Rechte, 
welche ihm die Beamten der kaiserlichen Rentkammer streitig 
gemacht und schon entzogen hatten, wieder zurückgeben 
liess. Darunter waren auch Höchst und Torenbüren „in 
pago Ringovve, in Comitatu Adelberti, in vicis utriusque 
ripae Hochstedi (d. i. im diessseitigen und jenseitigen Höchst) 
et Torremburra." a) 

Auch gehörte damals zum Hofe Höchst „der alte R h e i n," 
ein Ort, welcher nach von Arx I. 151 wahrscheinlich eine 
Insel war, die der rechte Arm des Rheines von Geissau, der 
linke mit noch sichtbaren Spuren von Staad und Rheineck ab- 
schnitt. Auf Zellweger's Karte zur Ausgabe von 1842 ist „Al- 
ten rhein' 1 auf dein linken Rheinufer eingezeichnet. Von diesem 
grossen Hofe gehörten auch dem alten Grafen von Bregenz 
Stücke, indem der h. Gebhard von Bregenz, Stifter (f 996) der 
Abtei Petershausen, von seinem väterlichen Erbe Rinis- 



a) Diese Urkunden vom J. 797 bis 890 sind abgedruckt in Neu^art Cod. 
Diplom. Alemanniae Tom. I. N. CXXIX. DXXIII. DLXVI. DXCVI; in 
Äellweger's Urkunden-Sammlung. Bd. I. N. Ij II, XIII, XVI, XVII, 
XX VW. 



50 

ge münde (d. i. beim alten Rhein) et apud Hoste et Brüg- 
ge (Dorf in der Pfarre Höchst) diesem Gotteshanse vergällte. 
Bald nach Höchst tritt Lust enovva , Lustenau oder 
Lustnau. aus dem Dunkel hervor. Hier war ein königlicher 
Hof (curtis regia) K. Karl's des Dicken , von welchem aus 
er den h. Schotten Eusehius auf St. Victorsberg im vordem 
Wal« au öfters besuchte; ja er schenkte diesen Berg sammt 
seinen Waldungen und Weiden am 23. September 882 dem 
Kloster St. Gallen, a) Nach demselben Neugart f. S. 468 
schenkte der nämliche Kaiser kurz vor seiner Absetzung (11. 
November 887) ddo. Lusteuovva am 24. Juli 887 dem Oadal- 
bert, Vasallen des Stiftes St. Gallen, und dessen Nachkommen 
den ganzen Zius, welcher zum königlichen Hofe zu entrichten 
war. b) Nach dem Tode KarPs , der auf seinem Hofe zu 
Neidingen in der Fürstenbergischen Baar am 12. Jänner 888 starb 
und auf der Insel Reichenau ruht, schenkte sein Nachfolger K. 
Arnulph dem Grafen Ulrich V. von Linzgau, der durch seine 
Gemahlin Wendelgarde bei der Nachwelt bekannt geworden 
ist, den königlichen Hof Lustenovva in pago Ringövve (die 
erste Urkunde, in der die Benennung Rheingau vorkommt) 
zu Eigen, wahrscheinlich zur Zeit als er sich um die Königs- 
würde bewarb. Graf Ulrich suchte aber des Klosters Rechte 
daselbst zu beeinträchtigen und zu schmälern , nahm die zur 
Bedachung der Kirche zu St. Gallen bestimmten Schindeln ge- 
waltsam weg, und deckte damit sein Haus in Lustenau, worauf 
der Abt Salomon in Gegenwart des Volkes mit den Ersten der 
drei Comitate Thurgau, Linzgau und Churrhätien eine Zusam- 
menkunft hielt, auf welcher am 30. August 890 bei der Rhein- 
mündung die entzogenen und bestrittenen Rechte ausgeglichen 
und die Grenzen zwischen dem Thurgau und Rheingau festge- 



m) Neu gart Cod. diplom. Meinann. I. N. DXXXIII. p. 436; Kichhorn 
Kpiscopat. Curiens. p. 16; von Arx I. 76. 

b) Der Kaiser hatte wohl noch die beiden folgenden Monate den Tollen 
BesiU von Lustenau und daselbst auf seiner Villa seine Hinrichtungen, 
die nahm ja die Versammlung in Tribur ihm nicht. Vgl. Schlosser'« 
Weltgeschichte. Frankfurt a. M. 1317. Thl. II. Bd. I. S. 360 und 369. 



setzt wurden, a) Somit kam der k. Hof zu Lustenau als Ge- 
sehenk K. Arnulph's an die Grafen des Linzgaues zu Buchhorn. 

Als Ulrich's beide Söhne Ulrich VI. und Adelhard ihre 
Besitzungen theilten, wobei jener Bregenz dieser Buchhorn 
erhielt, kamen diese Güter am Rheine und später andere in Chur- 
rhätien, wohin mit wachsender Stärke das alemannische Ele- 
ment vordrang, an die Grafen von Bregenz, daher ist auch 
die vorerwähnte Schenkung, welche der h. Gebhard , Ulrich's 
VI. jüngster Sohn, von seinem väterlichen Erbe bei der Rhein- 
mündung seiner Stiftung Petershausen vermachte, gar wohl 
erklärlich. Nach dem Erlöschen der alten Grafen von Bregenz 
mit Rudolph um 1157 kam nebst Bregenz und mehrern in 
Rhätien gelegenen Gütern auch dieses Besitzthum durch seine 
Erbtochter Elisabeth (f nach 1188) an Hugo IV. Pfalzgrafen 
von Tübingen, dessen älterer Sohn Rudolph I. der Stammvater 
der Pfalzgrafen von Tübingen , und der jüngere Hugo der erste 
Graf von Montfort (mit der Kirchenfahne) wurden, dessen Söhne 
Rudolph und Hugo im Anfange des dreizehnten Jahrhunderts die 
beiden Häuser Montfort und Werdenberg mit ihren Ne- 
benlinien gründeten. Lustnau kam an die Linie Werden berg- 
Rheineck, welche am 20. April 1395 dem Ritter Ulrich von 
Ems, dem Aeltern , und seinen Erben die Veste Zwingenstein, 
den Hof Lustenau, die Einkünfte zu Widnau und zwei Wein- 
gärten bei Altstetten um 5300 Pfund Häller verpfändete, bj 

Die Gebrüder Christoph (f 29. Jänner 1534) und Felix 
(f 11. Juli 1530), die letzten Grafen von Werdenberg, über- 
liessen am 2. März 1526 diese Pfandschaft dem Ritter Marcus 
Sitticus I. von Ems als volles Eigenthum. Kraft dieses Rechts- 
titels wurde in dem nach dem Tode (f 5. November 1759) des 
letzten Grafen von Hohenems entstandenen Rechtsstreite von 
K. Leopold II. am 21. März 1790 Lustenau dessen Erb- 
tochter Maria Rebecca zugesprochen. Diese hinterliess bei 



a) Neu gart 1. cit. X. DXCVI; Zellweger's Urkunden- Sammlung- 1. 

N. XVI F. S. 27; Baron v. Hormayr's Archiv 1821. S. 68. 
b) Die Urkunde ist in Zellweger's Urkunden-Sammlung I. N. G XXXVI. 

abgedruckt. 






61 

ihrem Tode am 18. April 1806 dem von ihrem Gemahle, Gra- 
fen Franz. Xaver v. Harraeh, der als commandirender Ge- 
neral in der Lombardie am 15. Februar 1781 zu Mailand ge- 
storben war, die einzige Toehter M. Walburga Gräfin von 
Harraeh-Hohenems, die von ihrem Vater die Herrschaft 
Kunewald im Prerauer Kreise in Mähren ererbte. Sie vermählt«* 
sich am 12. September 1779 mit Clemens Alois Grafen von 
Truchsess- Waldburg -Zeil und überliess, da ihr einziger Sohn 
Franz Karl am 27. März 1803 gestorbeu war, im J. 1813 alle 
ihre Rechte, und Ansprüche auf Lustenau und dessen Einkünfte 
ihrem Gemahle, der seinen XefTen Maximilian Grafen von 
Waldburg-Zeil-Lustenau, k. k. Rittmeister , zum Erben 
einsetzte, und am 10. März 1817 zu Kempten starb. Die Grä- 
fin starb am 25. Mai 1828 zu Kunewald, wo die edle Frau im 
J. 1792 eine mit geschickten Lchreru versehene, seit Jahren 
aber eingegangene Erziehungsanstalt mit einer reichen Biblio- 
thek gegründet hatte, und vermachte die Herrschaft Kunewald 
ihrem ehemaligen Verwalter Friedrich Emil Schindler. 

Lustnau, das durch den Pressburger Frieden mit dem 
übrigen Vorarlberg an Bayern und zum neu organisirten k. 
Landgerichte Dornbirn gekommen war , gelangte nach dem Pa- 
riser Frieden 1814 wieder unter österreichische Hoheit, erhielt 
ein gräflich Waldburg - Zeil'sches Patrimonialgericht , von 
tVt Quadratmeilen , das der Graf Maximilian Sr. Majestät dem 
Kaiser Franz I. anheimsagte. Diese Heimsagung wurde am 26. 
November 1829 angenommen und Lustenau wieder mit dem 
k. k. Landgerichte Dornbirn vereinigt. 

Die kleine Pfarre Fussach, welche jetzt 567 Einwohner 
zählt, gehörte wie erwähnt, zur Gemarkung von Höchst und 
hatte mit demselben gleiche Herren. Rudolph VII. der letzte Graf 
von Montfort-Feldkirch , der am 15. November 1390 auf der 
dortigen Burg starb, befreite ddo. Feldkirch 20. Februar 1376 
alle Gotteshausleute (von St. Gallen) und ihre Nachkommen in 
Fussach und Höchst, welche in den Kellnhof a) zu Höchst 



m) Cell» iat nicht immer eine Klosterkirche, sondern oft eine Kel- 
lerei an grossen und kleinen Orten, eine Vorratskammer /.im Kin- 
saameln und Aufbewahren der klösterlichen Früchte und sonstigen Nut- 



02 

gehören, von dein Leibfalle , weil sie ihm, wie er sagte, kei- 
nen schuldig wären a) , was auf das nach Freiheit strebende 
Appenzeller Volk grossen Eindruck machte. 

Fussach ist auch durch die Freiherren von Grad- 
ner 6), die berüchtigten Günstlinge des Erzherzogs Sigmund, 
namhaft geworden. Die Gebrüder Gradner , Bernhard und 
Wiguleius, stammten aus der untern Steiermark, nannten sich 
Herren von Windischgratz etc., besassen Bayerdorf, Gonowitz (nicht 
Gigewitz , wie es irgendwo heisst) und Pfanstetten, und kamen 
schon, wie der fleissige tirolische Genealog Jos. Sebastian Kögl zu 
Brixen in der Zeitschrift des Ferdinandeums 1846 S. 163 dargethan 
hat, nicht unter Erzherzog Sigmund, sondern schon unter 
seinem Vater Friedrich mit der leeren Tasche (f 1439) nach 
Tirol. Bernard vermählte sich mit Veronica, der reichen 
Erbtochter des gedemüthigten Ulrich's von Starkenberg. 
Er besass die Starkenbergischen Häuser in Meran, Botzen und 
Innsbruck, dann mit seinem Bruder im südlichen Tirol Beseno, 
Telvano , Pergine etc. Sie missbrauchten die hohe Gunst des 
schwachen Erzherzogs zu ihrem Vortheile, bis sich im J. 1456 
die Stände Tirols in's Mittel legten. Sie entwichen heimlich aus 
dem Lande , erwarben sich 1459 das Bürgerrecht zu Zürich^ wel- 
ches im J. 1463 das Schloss und die Stadt Eglisau am Rhein, 
die es 1455 erworben hatte, dem Freiherrn Bernhard mit 
dem Vorbehalte des Bürgerrechtes verkaufte. Der Krieg der 
Eidgenossen mit dem Erzherzoge verschaffte den Gradnern Ge- 
legenheit gegen denselben Rache auszuüben, jedoch ohne Nut- 
zen daraus zu ziehen. Am 27. September 1460 kündeten die 
Gradner, als sie vom Erzherzoge, den sie wegen einer alten 
Schuldverschreibung vor das eidgenössische Recht geladen, aber 
keine oder eine verächtliche Antwort erhalten hatten, die Feh- 
de an. c) Sie zogen mit Hilfe der Züricher , Glarner und Zu- 



zungen , wie es häufige Urkunden erweisen. Ein solcher Kellnhof war 
zu Höchst, der beide Höchst (Vgl. S. 57) , Brück, Gaissau, Fussach und 
den alten Rhein in tich begriff. 

a) Urkunde in Zellweger's Sammlung I. N, CXII. 

b) Ihr Wappen ist ein fleischloser Fischkörper (F i sc h gr a t e n . oder 
Gräte, daher Gratner oder Gradner) mit Kopf und Schwan/. 

r) Tschudi's Schweizer Chronik. Hd. II. S. 603. 



f>3 

ger von Eglisau durch das Thurgau herauf über den Ilhein und 
legten sich vor die Burg zu Fussach, die der Edle von 
Mit hl egg mit geringer Maunschaft tapfer vertheidigte. Xaeli 
urrstündigem Sturme nahmen und verbrannten sie die Burg, 
erstachen achtzehn Mann und den wackern Hauptmann vor 
den Augen seiner Gattin. Darauf rückten sie vor Bregenz , 
Torenbüren und andere Orte, welche sie um 4000 ll. brand- 
schatzten, und zogen dann wieder ab. a) 

Diese beiden Orte hat in neuerer Zeit Torenburen weit 
überholt. Das durch seinen Gewerbsfleiss und seine bedeuten- 
den Viebmärkte blühende Torenbüren, Vorarlberg^ volksreich- 
ster Ort, zählt nach dem Brixcner Diöcesan- Schematismus für 
das Jahr 1848 in der Pfarre zum h. Martin 3123 Einwohner, 
und in den drei dahin gehörigen Exposituren Oberdorf, Ha- 
selstaudeu und Hatlerdorf (nicht Halterdorf) 5071, zu- 
sammen 8194 Seelen. 

Torenbüren steht mit Höchst von Alters her im Zusam- 
menhange. Sollte jenes nicht ein Theil von diesem zu der Zeit 
gewesen seyn, als Graf Ulrich V. von Linzgau seinem jüngsten 
Sohne Burkhard , der theuern Frucht der erneuten Ehe mit 
Wendeigard , bei dessen Eintritt in's Kloster St. Gallen (worin 
er als Abt 975 starb) den Zehenten und mehrere Liegenschaf- 
ten zu Höchst, das ja einen grossen Umfang hatte, nach v. 
Arx I. 226 zur Beisteuer gab. Der Sage nach gehörte Toren- 
büren einst in die Pfarre Bernegg im schweizerischen Rhein- 



o) Ich habe hier für die Freunde vaterländischer Adelsgeschlechter beizu- 
fügen, dass Wiguleius v. Gradner am 20. März 146 7 zu Zürich 
starb und in der ehemaligen Augustinerkirche begraben liegt . wo auch 
■ein Grabstein mit dem v. Gradnerischen Wappen zu sehen ist. — Bern- 
hard starb im J. 1489 zu Eglisau, wo im Chore der Kirche sein 
und seiner Gemahlin steinernes Grabmahl ist. Auf dem Grabsteine sind 
sein Bildnis* in ritterlicher Rüstung . so wie das Gradnerische und Star- 
kenbergische Wappen in Stein gehauen. Vgl. das alle Zürich im Jahre 
150% Ton Salomon V ö g e 1 i n. Zürich 1820. S. 111, und Gerold 
Meyer's von Knonau Canton Zürich. ISii. |. 75. Bernhard'* Vetter 
Johann verkaufte I i»ß F.glisau um 10. .'»00 rhein. Gulden wieder an 
Zürich. 



64 

thale. In K. Otto's II. Urkunde vom 2.9. October 980, also 
etwa ein Menschenalter später, taucht der Name Torenbüren 
meines Wissens zum ersten Male , neben Höchst auf, in wel- 
chen beiden der Abt zu St. Gallen , wahrscheinlich von der so 
eben genannten Beisteuer her , Besitzthum und Rechte hatte ; 
welche aber und wie lange er solche hatte, vermag ich nicht 
zu bestimmen. 

Ja es hatten auch in Torenbüren nach der Weingartner 
Chronik dieselben Grafen von Buchhorn, die mit den alten 
Grafen von Bregenz desselben Stammes sind, Besitzthum und 
Rechte. Nach Stälin's klassischer Geschichte von Wirtemberg 

I. 559 und 588 stiftete die Gräfin Berchta von Bregenz, 
Witwe des ruchlosen, im J. 1089 erschlagenen Otto IL, letz- 
ten Grafen von Buchhorn, in der Nähe dieser Stadt das 
Nonnenkloster H o f e n. Otto's Hausgut vermehrte die grossen 
schwäbischen Besitzungen Weif s IV. , dem im J. 1101 sein 
Sohn Weif V. , der Gemahl der berühmten Mathilde , Gräfin 
von Tuscien, folgte. Dieser Weif schenkte einen Theil von 
Torenbüren, nämlich von dem, was ihm wohl vom Buchhor- 
ner Erbe zugefallen war, an das Kloster Höfen, den andern 
an die Weifische Stiftung Weingarten, welches nach Stalin 

II. 698 die dortige Kirche besass. Mein verehrter Freund Joseph 
Pius Mosbrugger a) theilte mir ohne nähere Angabe der 
Quelle folgende Stelle ad annum 1130 mit: 

„Ex datis hoc anno literis constat, tunc nos adhuc ha- 
buisse Torrenburen, insignem vi IIa m supra Brigantiam, quae 
a Welfo V. olim (f 24. Sept. 1119 vel 1120) data fuerat, ut 
ex antiquissimis monumentis nostris certum est." 

Das Kloster Mehrerau hatte auch hier wie zu Höchst und 
Fussach nach der Bulle des Papstes Innocenz II. ddo. Lyon 
17. September 1249 einige Rechte und Einkünfte, b) Ein 



a) Dem Herrn Pfarrer Moshrug g e r zu Klaus im obern Vorarlberg . der 
mehrere Jahre M Torenbüren in der Seelsorge gewesen, verdanke 
ich wesentliche Beitrüge über Torenbüren. 

h) S. meine Mittheilnngen in den Wiener Jahrb. der Literatur. IM. ("Will. 
Anzeigebl. S. 28. 






65 

Mönch dieses Klosters meldet in seinen Sterberegistern eine 
ausserordentliche Ueberschwemmung vom Jahre 1178, welche 
die Umgegend von Bregenz und Torenburen mit unsäglichem 
Jammer erfüllte. 

Nach von ArxI. 497, h)besass Werner aus den Edeln von 
Rh ein eck, Dienstmännern des Stiftes St. Gallen, welcher in 
den Malteser-Orden getreten, im J. 1266 die Pfarre Toren- 
buren. Er war wohl nur Kirchherr (Rector), der durch 
einen Lütpriester (Plebanus) als Vikar die Pfarrfunctionen 
versehen liess. Sicherlich aber war er hier nicht der erste 
Pfarrer. 

Wichtig für Torenbüren und Vorarlberg wird das Ge- 
schlecht der Edlen, Ritter von Ems, dann Reichsgrafen von 
Hohenems, die in früher Zeit als Gemeinfreie in die Dienste 
der mächtigen Grafen von Montfort getreten waren. Sie zeich- 
neten sich durch Klugheit, Tapferkeit und ritterlichen Adel aus. 
Rudolf von Ems, welcher um 1254 in Italien starb, wohin er 
wahrscheinlich dem K. Konrad IV. auf seinem Zuge gefolgt war, 
ist als ein fruchtbarer Dichter wohl bekannt. Diese Edeln von 
Ems kauften nach und nach ansehnliche Besitzungen zu Toren- 
büren. Die älteste in Torenbüren vorhandene Urkunde ist nach 
Herrn Moosbrugger's Mittheilung zu Lindau am St. Gallentag 
(lfi. Oct.) 1318 ausgefertigt. Ihr zufolge verkaufte Johann 
von Sigberg, des Herrn Heinrich Ritters v. Sigberg seeligen 
Sohn , für sich , seine Mutter Elsbeth , seine Schwester Katha- 
rina und seine übrigen Geschwister nothgedrungen ihr Gut zu 
Mühlebach im Kilchspiel zu Torenbüren gelegen, es sei im 
Bregenzerwalde oder davor mit Leuten und Gütern an den 
ehrbaren Ritter Ulrich I. von Ems um die Kaufsumme von 
250 Mark löthiges Silber Konstanzer Gewäge als stätes Eigen- 
thum. Als Gewähren und Schirmer dieses Kaufes sind nament- 
lich angeführt die edlen Herren: Graf Rudolph von Werden- 
berg, Marquart von Schellenberg, Ulrich von Sax, Ulrich und 
Burkhard von Ramschwag, Ludwig von Montfort, Ulrich von 
Nidegge , Ulrich von Fontenans und Ulrich von Aspermont, 
welche alle, wie die contrahirenden Theile ihre Sigille an die- 
sen Brief gehängt haben. Die Burg in Mühlebach zerstörten 
1408 die Schweizer. Für sich aber hatten die von Sigberg 

5 



66 

ober Mühlebach ein Schlösslein erbaut , das wahrscheinlich das 
Bürgle genannt wurde, wovon einige auf der Anhöhe über 
demselben stehende Höfe den Namen B ü r g 1 e erhalten ha- 
ben mögen. Dieser beträchtliche Theil von Torenbüren, 
der das ganze Hattlerviertel in sich begriffen haben mag, 
gehörte weder zum Kloster Höfen noch zum Kloster Wein- 
garten. Wie es aber an die von Sigberg gekommen , lässt 
sich nicht mehr bestimmen. 

Im Jahre 1388 kauften die von Ems auch die An th eile, 
welche die Klöster Weingarten und Höfen an Torenbüren 
hatten, und zwar jeden ins Besondere. Abt Ludwig von Ibach 
und der Convent zu Weingarten verkauften mit Genehmi- 
gung Burkard's von Hewen, Bischofs zu Konstanz, dem vesten 
Ritter Ulrich IV. von Ems den Widern und Kilchensatz zu 
Torenbüren sammt aller Zugehör um 300 Pfund guter geneh- 
mer Häller; woraus zugleich hervorgeht, dass Widern und 
Kirchensatz in den Händen des Klosters Weingarten waren, 
und somit ist auch die oben angeführte Behauptung gerecht- 
fertigt. Desgleichen verkauften die Meisterin und die Frauen 
des Conventes zu Höfen, wahrscheinlich weil die Entfernung den 
Bezug dieser Einkünfte erschwerte, mit Gunst desselben Bi- 
schofs Burkard und des Weingartner Abtes Ludwig, ihrer 
Obern, dann Walters von Hohenfels und seines gleichnamigen 
Sohnes, zugenannt Rumbellin, Ritters und ihres Vogtes, dem 
Ritter Ulrich von Ems ihren Kellhof, alle ihre Rechte, Leute 
und Güter, Zwinge, Banne, Steuern, Häuser, Baumgärten, 
Weingärten, Acker etc. zu Torenbüren um 850 Pfund Pfenning 
Konstanzer Währung. Geschehen zu Buchhorn am St. Marga- 
rethen Tag (13. Juli) 1388. Diesem Kaufpreise nach besass 
Höfen weit mehr zu Torenbüren als Weingarten. Weizenegger- 
Merkle II. 81 werfen diese beide Käufe in Einen zusammen, 
als wenn Höfen schon im Jahre 1388 mit Weingarten vereinigt 
gewesen wäre a). 



a) Das Kloster Höfen, über welches Weingarten die Aufsicht führte, 
wurde angeblich wegen unordentlicher Lebensweise , in der That aber 
wegen Widerspfinstigkeit gegen Weingarten mit bischöflicher Genehini- 



I 



67 

Gleichfalls verkauften Friedrich aus dem graubündischen 
Edelgeschlechte von Juvalta und seine Ehegattin Anna Rinn- 
gasser, wie auch Ansei in von Torenbären und seine Ehe- 
gattin Clara Rinngasser, mit Erlaubniss des Grafeu Rudolph VII. 
von Montfort-Feldkirch am Montag nach St. Martins Tag d. i. 
am 15. November 1389 um 105 Pfund Pfenning ihre zu To- 
renbüren gelegenen Güter, Baum- und Weingärten. Die Summe 
für diese vier Ankäufe der Ritter Von Ems beträgt 1505 Pfund 
Pfenninge. 

Ueberdiess erwarben sich die Ritter von Ems Zinslehen 
zu Torenbüren , indem sie verschiedenen Freien kleinere und 
grössere Geldsummen vorstreckten und somit ihre Güter als Zins- 
lehen zum Unterpfand annahmen, so z. B. haben im Jahre 1393 
die Gebrüder Kuoni und Uli Kobolt ihre Güter von Heilgerüti 
und Gehrsrüti zu Torenbüren und Messners Gut im Loch am 
Schwarzenberg (im Bregenzerwalde) dem Ritter Ulrich IV. von 
Ems um 39 Pfund Pfenning zum Unterpfande gegeben. Die 
Grafen von Werdenberg zu Heiligenberg und Rheineck verset- 
zen ddo. Lindau am 20. April 1395 demselben Ulrich von 
Ems, der durch diese Ankäufe, Zinslehen etc. sein bald schönem 
Kriegsruhme entgegenwachsendes Geschlecht zu heben wusste, 
die Höfe Lustnau und Widnau, zwei Weingärten zu Altstät- 
ten , nebst verschiedenen Zinsen zu Altstätten , Marbach und 
Bernang , die im schweizerischen Rheinthale liegen ; dann den 
Zoll bei Brück in der Pfarre Höchst a). 

Dabei ist noch anzumerken, dass im Haselstaudener 
Viertel und in den Oberdorfer Bergen wenig oder gar 
nichts den Emsern gehörte, jedoch noch viele Freie waren, 
die an die von Ems wegen des Kirchensatzes zehentpflichtig 
waren. Die freien Reichsunterthanen haben ungefähr zwei Drittel 
betragen. 



fang ddo. Konstanz am 21. Jänner 1*20 aufgehoben und das Kloster- 
gut unter dem Namen Propstei Höfen von dem Weingartensehen 
Props te allein verwaltet. Vgl. Hess prodrom. Nonumentor. Guel- 
fc. p. 159. 
a) 8. die Urkunde in Zellweger's Sammlung Bd. I. S. 327 — 339. N. 
CXXXVI. 



68 

Auch die Grafen von Montfort hatten hier Besitzthum. Es 
verkaufte nämlich Rudolph VII. von Montfort -Feldkirch dem 
Herzoge Leopold von Oesterreich ddo. Baden im Argau am 
22. Mai 1375 bedingungsweise nebst der Grafschaft Feldkirch, 
dem innern Bregenzerwalde etc. auch das Gut zu Torenbüren 
und zu Knüwen a) und zu Stiglingen mit dem Weingarten 
daselbst, die ft) an seinen Vetter Konrad von Montfort-Bregenz 
und Heinrich Grafen von Werdenberg und ihre Hausfrauen ver- 
pfändet, aber am 24. December 1379 vom Eide und Gelübde 
von Seite der Letztern nach Urkunde N. XXXIX. entbunden 
wurden. Ja, es huldigten nach Urkunde N. XL. am 9. Jänner 
1380 auf Herzog Leopold mit jenen auch die Leute zu To- 
renbüren und Knüwen. 

Man findet in Urkunden, dass vier Lehen zu Stiglingen 
(von den Vergabungen derer von Knüwen?) zum Kloster 
Mehrerau gehörten, über welche im Jahre 1474 ein Rechts- 
streit entstand , ob von diesen vier Lehen der Bestfall dem 
Kloster oder dem Hubmeister des Erzherzogs Sigismund als 
Landesherrn gebühre. Diese vier Lehen wurden endlich unter 
dem Abte Kaspar II. Metzler (aus Feldkirch) durch Vermitte- 
lung des Hauptmannes Ulrich Reuti von Wellenstein, Balthasar 
Neils , Stadtamanns, Wolfgang Wägeli's , Bürgers von Bregenz, wie 
auch des Jakob Bosch, Ammanns, und Konrad Albrich's, Altammanns 
zu Torenbüren, von Hanns Diem, Jos Frey, Christian Schnell 
und Hilarius Huber um die Summe von 97 Pfund 10 Schilling 
Pfenning im Jahre 1567 losgekauft. Ueberdiess hatte die Meh- 
rerau zu Torenbüren noch einige kleine Zinse und Gülten, 
die, weil sie nicht abgelöset wurden, noch immer in das k. k. 
Rentamt zu bezahlen sind. Diese Gülten haften auf Gütern zu 
Häfenberg, Heilenberg. etc. 



a) Knüwen, noch heisst ein Weiler Knie bei Stiglingen, d. i. dem 
heutigen Haselstauden. Dieses Knüwen, das hier noch als ab- 
gesondeter Theil von Torenbüren angeführt wird, scheint früher ein 
eigenes Edelgeschlecht dieses Namens gehabt zu haben. Mehrere Höfe 
sollen diese Bdeln bei ihrem Aussterben an das Kloster Mehrerau vergabt 
haben. Noch will man daselbst zerfallene Ruinen wahrnehmen. 

b) Chmel's üsterr. Geschichtsforscher I. S. 196. 



69 

In früher Zeit standen an diesen Orten in dein Kirch- 
sprengel vou Torenbüren Höfe, welche ihre Benennung von ihren 
ehemaligen Besitzern herleiteten, wohl aber führen noch heute 
blühende Familien ihre Namen von solchen Höfen. Zum Bei- 
spiel ein Schowinger kommt im J. 1287 in einer Urkunde 
zu Bregenz vor; von Watzenegg und Amenegg nennen 
sich die in Jahrtagsstiftungen erscheinenden Walzen egger 
und Amenegger; von Hargarten (d. i. Flachsgarten) und 
Pag ölten (jetzt Klien) findet man in Kaufsurkunden Ha rg art- 
ner und Pagolter, welche Namen jetzt in Torenbüren er- 
loschen sind. Von Ronberg, jetzt in Rhomberg verunstal- 
tet, Fussenegg, Kalben, Winsau führen noch lebende 
Geschlechter ihre Namen, von den Familien Salz mann und 
Rusch heissen zwei Weiler Salzmann und Ruschen. 

Der grosse Umfang und die wachsende Bevölkerung von 
Torenbüren erforderten für den dortigen Pfarrer einen Mitar- 
beiter in der Seelsorge. Zu diesem Zwecke machten Ritter 
Ulrich IV. von Ems und einige Einwohner von Torenbüren Ver- 
gabungen zur Errichtung einer neuen Seelsorgspfründe, die der Bi- 
schof Marquard von Konstanz im Schlosse zu Gottlieben am 9. 
September 1401 bestätigte. So entstand die Frühmessftiftung. 

Von dem Markte Ems oder Hohenems und dem gleich- 
namigen waffenberühmten Ritter- und Grafengeschlechte , das 
mit dem Grafen Franz Wilhelm, der als k. k. Generalmajor 
zu Gratz am 5. November 1759 starb (vgl. oben S. 60), im Manns- 
stamme erlosch, werde ich gelegenheitlich in einem besondern 
Artikel ausführlicher reden. Einiges über dieses Geschlecht 
habe ich als Einleitung zu meiner Abhandlung über die Juden- 
gemeinde zu Hohenems, die daselbst unter dem Grafen 
Kaspar gegen ein jährliches Schutz- und Schirmgeld am 3. 
April 1617 Aufnahme fand, in Kaltenbäck's österr. Zeit- 
schrift 1836, S. 394 ff., mitgetheilt. 

Inhalt der die Stadt und Grafschaft Feldkirch sammt 
ihrem ehemaligen Zugehör betreffenden XXVIII Urkunden, 
welche in ChmeTs Österreichischem Geschichtsforscher Bd. I 
und II (Wien 1838 und 1841) enthalten sind, und zwar im 
I. Bande nach der historisch -topographischen Einleitung S. 1. 
182-206 : 



70 

I. 

Schiedfpruch und Theilbrief zwischen den Gebrüdern Ru- 
dolph und Ulrich von Montfort - Feldkirch und deren 
Bruderssöhnen Friedrich und Hugo von Montfort. Am 1. 
Jänner 1318. 

II. 

Ausfpruch des kaiserlichen Hofrichters, dass Graf Ru- 
dolph VI. von Montfort - F eldkirch seiner Hausfrau, 
Anna gebornen Gräfin von Schelklingen, 2000 Mark Silber 
auf die Burg Altmontfort verschreiben könne. Am 21. Mai 
1332. 

III. 

Des Grafen Ulrich von Montfort- Feldkirch L e- 
hen auftragung aller seiner Grafschaften und Güter an Kai- 
ser Ludwig und an das Reich. — Lindau im März 1344. 

IV. 

Graf Ulrich II. von Montf o rt-Feldkir ch gibt seinen 
Bruderssöhnen, den Grafen Hugo und Rudolph VI., zufolge 
Vertrages die Burg und Stadt Feldkirch mit allem Zu- 
gehör auf. — Lindau am 21. Juli 1346. 

V. 

Hugo von Landenberg und Seifried der Thumb 
vergleichen sich mit dem Grafen Hugo von Montfort-F eld- 
kirch, und versprechen ihm die Veste Jagdberg offen zu 
lassen, bis er sie gelöset haben wird. — Feldkirch am 16. 
September 1351. 

VI. 

Graf Rudolph VII. von Montfo rt-Feldkirch ver- 
macht seinem Schwestersohne Grafen Heinrich von Wer- 
denberg-Sargans die Burg und Stadt Feldkirch 
und Neu montfort. Feldkirch am 23. April 1375. 

VII. 

Graf Rudolph VII von Montfo rt-Feldkirch ver- 
kauft dem Herzog Leopold III. von Oesterreich die 
Grafschaft Feldkirch, Rank weil mit dem Landgerichte, 
Alt- und Neumontfort, die Veste zu Fussach, Burgstall 
Blascnberg, Toste rs, den Br egenzer wald, die Veste 



71 

und das Gut zu S taufen und St iglingen etc. bedingungswei- 
se um 30000 Gulden in Gold. — Baden im Aargau am 22. Mai 
1375. 

vm. 

Gerichtsurkunde, dass Graf Rudolph VII. die Burg und 
Stadt Feldkirch, den Berg zu Rankweil, die beiden 
Vesten Montfort und die Veste Fussach seinem Schwe- 
stersohne, dem Grafen Heinrich von Werdenberg- Sar- 
gans und dessen ehelichen Nachkommen und nach deren Absterben 
denen von Brandis vermacht habe. Zürich am 24. Jänner 1377. 

IX. 
Graf Rudolph VII. verspricht mit einem Theile des Kaufschil- 
linges von Feldkirch die noch versetzten Theile dieser Herr- 
schaft von seinen Vettern einzulösen und von Oesterreich leib- 
gedingweise inne zu haben. — Wien am 19. November 1377. 

X. 
Feldkirch verschreibt sich dem Grafen Rudolph VII. bis 
kommende Georgi den Aufschlag zu halten. — Feld- 
kirch am 16. October 1378. 

XI. 
Herzog Leopold III. beurkundet, dass bei den Kaufs Ver- 
handlungen mit dem Grafen Rudolph von Montfort über die 
Herrschaft Feldkirch zu Gunsten Heinrich' s von Werden- 
berg-Sargans, Rudolphs Schwestersohnes, verabredet worden 
sei, dass man keine Werdenbergischen Leute fürder- 
hin in die Stadt Feldkirch zu Bürgern aufnehmen solle. — 
Schaffhausen den 28. October 1378. 

XII. 
Gänzliche Ueberlassung der Stadt und Grafschaft 
Feldkirch an Oesterreich. — Am 30. April 1379. 

XIII. 
Feldkirch gelobt auf Absterben des Grafen Rudolph VII. 
von Montfort dem Hause Oesterreich Gehorsam. — Feldkirch 
am 24. December 1379. 

XIV. 
Feldkirch huldigt auf den Fall des Absterbens des Grafen 
Rudolph von Montfort dem Herzoge Leopold III. von Oester- 
reich. — Feldkirch am 1. April 1385. 



72 

XV. 

Des Grafen Rudolph Befehl zu dieser Huldigung. — 
Feldkirch am 3. April 1385. 

XVI. 

Feldkirch gelobt nach des Grafen Rudolph VII. von 
Montfort- Feldkirch Tode (f 15. Nov. 1390 im Schlosse zu 
Fussach) dem Herzoge Albrecht III. von Oesterreich eines 
Theils, wie auch den Herzogen Wilhelm und Leopold IV. d) 
anderen Theils Gehorsam. — Feldkirch am 5. December 
1387. 

Nachstehende Urkunden sind im zweiten Bande des öster- 
reichischen Geschichtsforschers S. 30 — 55 abgedruckt. 

XVII. 

Einigung zwischen dem Grafen Albrecht von Wer- 
denberg-Heiligenberg und dem Grafen Rudolph VI. 
von Montfort- Feld kirch und seinen Söhnen, zu Folge 
welcher in Zukunft alle Irrungen zwischen beiden Theilen fried- 
lich ausgetragen werden sollen. — Lindau am 28. Juli 1357. 

XVIII. 

Die Grafen und Gebrüder Konrad, Johann und Hein- 
rich von Fürstenberg geloben dem Grafen Rudolph 
VI. von Montfort- Feldkirch die Veste Tosters wieder 
zu lösen zu geben. — Konstanz am 28. Juni 1362. 

XIX. 

Die Grafen von Werden berg geloben dem Grafen Ru- 
dolph VI. von Montfort- Feldkirch alle von seinem Bru- 
der, dem Grafen Hugo, über Güter und Erbe inhabende 
Briefe auszuhändigen. — Lindau am 22. Juli 1371. 

XX. 

Gerichts-Urkunde von Johann Grafen von Werdenberg- 
Sargans wegen der Verzicht der Gräfin Anna von Mont- 
fort-Feldkirch, verehelichten von He wen, auf ihr väter- 
liches Erbe gegen ihren Bruder Grafen Rudolph VII. — Feld- 
kirch am 6. Juni 1375. 



a) Den beiden älteren Söhnen des am 9. Juli 1386 bei Sempach gefal- 
lenen Herzogs Leopold III. 



73 

XXI. 

Graf Rudolph VII. von Montfort- Feldkirch erhält von den 
österreichischen Herzogen Albert III. und Leopold III. die Ve- 
ste Nitperg auf Lebenslang. — Wien am 28. November 
1377. 

xxn. 

Graf Rudolph VII. schenkt dem Domcapitel zu Chur das 
Patronatsrecht der Pfarrkirchen zu Rankweil und Göt- 
zis. — Feldkirch am 29. Juli 1378. 

XXIII. 

Richtung zwischen dem Grafen Friedrich VI. von Tog- 
genburg einerseits und zwischen den Städten St. Gallen, 
dem Lande Appenzell, Feldkirch, Altstätten, Rheineck, 
Pludenz, der Grafschaft im Walgau und dem Thale Mon- 
t a v o n , wie auch dem gemeinen Bunde ob dem Boden- 
see andererseits. — Zürich am 8. December 1407. 

XXIV. 

Verwilligung des romischen Königs Ruprecht, dass Her- 
zog Friedrich von Oesterreich die von den Appenzellem zer- 
störten Vesten Jagdberg, Welsch - Ramschwag, 
Feldkirch (nämlich die Schattenburg), Tosters Altmont- 
fort und Rh ei neck wieder erbaue. — Heidelberg am 1. 
Mai 1408. 

XXV. 

Herzog Friedrich bestellt Hanns en von Bodmann und 
Leonhard von Jungingen zu Hauptleuten zu Feldkirch, 
Rheineck, im Bregen z er w aide etc. — Rothenburg am 
Neckar den 11. Mai 1408. 

XXVI. 

Bestätigung der Privilegien der Stadt Feldkirch vom 
Kaiser Sigismund. — Konstanz am 22. Mai 1415. 

XX VH. 

Denen von Feldkirch, Rheineck, Altstätten im Rhein- 
thale, im innern Br egenzerwalde wird Graf Eberhard 
von Neuenbürg zum Landvogte gesetzt. — Konstanz 1415. 
sine die. 



7k 

XXVIII. 

Feldkirch, Fussach, Höchst, Torenbüren, Rank- 
weil, das vordere Walgau, die Waliser, die zur Herr- 
schaft Feldkirch gehören, Rheineck, Altstätten, der innere 
Bregenzer wald, Langenegg und das Rheinthal werden 
dem Grafen Eberhard von Neuenbürg um 2000 rheinische 
Gulden verschrieben. — Konstanz 1415, circa. 
Neue Fortsetzung Nr. XXIX. 

Compromiss von Bischof Ulrich von Chur und dem 
Grafen Ulrich II. vonMontfort-Feldkirch zur Austragung 
ihrer Irrungen. 

Burg Martzenens am 26. August 1336. 

Wir Bruder V 1 r i c h a) von gotz vnd des stuls ze Rom gna- 
den bischof ze Cur vnd graf Virich von Montfort ver- 
iehen offenlich an disem brief. Das wir lieplichen vber ain sien 
k oin e n mit vnser luten rat, vmb alle die stöss, die wir mit 
ainander habend, sit des tages das wir ze ander lopten, vnd 
haben dar vmb ain tag genomen genMainnek bj vf den nech- 
sten zinstag nah vnser vrowen tag ze herbst nah dem tag als 
dirr (dieser) brief geben ist, vnd sollend da nemen dri erber man 
den wir vnser sache vnd stösse baidendhalb sollend vürlegen, vnd 
mugen vns die der minne vber ain bringen das ist gut, mugen 
si nit. so sont c) si ain reht sprechen nah der vurlegung so wir 
baid ttuend, vnd swas wir vorgenanter bischof vlrich dem ege- 
nanten graf vlrich schuldig werden nah den minnen oder nah 
dem rehten, das sollen wir im oder sinen erben ob er enwer 
vf rihten vnd gen ze dem tagen als vns die dri haissend, ald 
du d) pfant da mit die dri dunket das er oder sin erben be- 

a) Ulrich V., Schultheiss von Lenzburg, verpßndete im J. 1334 
die Burg Greifenstein bei Filisur dem Grafen Albrecht von Werden- 
berg und gab 1337 den österreichischen Herzogen Albert II. und Otto 
dem Freundlichen das Castrum Marsilinium (Marschlins), das durch 
die Edeln von Salis-Marschlins im ehrenvollsten Andenken ist. 

b) Ich kenne kein Mainneck in dieser Gegend mehr; sollte es etwa 
bei Maienfeld gewesen seyn ? 

c) Noch heut zu Tage sagt der gemeine Mann jener Gegend sont statt 
sollent oder sollen, hand statt haben t. 

</) ilu. dann S. 78 und 79 du und du statt des mittelhd. diu (die) 
im nom. sing. fem. wie auch im nom. und acc. plur. neutr. | so S. 78 
d i s u statt disiu im acc. plur. neutr. 



75 

sorget siend. Wer och das wir baid des driten nit vberaiu 
möliten komen, so sont die zwen aio zu in nemen der si vf 
den aid aller gmainst duuket, vnd was vns die dri haissend als 
vor geschriben ist das sollen wir stete han. Wir haben och 
die Burg ze Mar tzenens empfolhen. Hugen dem Tumb en d) 
von Nuwenburg das er vns baiden mit warten sol, vnd inne 
sol han von vnser baider wegen bis vf den nehst körnenden 
sant Michels tag, vnd sol vns baiden denne die vorgenanten 
Burg wider antwurten vngeuarlich. vnd sollen wirs och in ne- 
men vngeuarlich. Wer och das wir der vorgenante Bischof Vi- 
rich nit enweren so sol der vorgenant Hug der Tumb. vnserm 
Cappitel ze Cur die vorgenanten Burg in antwurten mit 
allen den rehten als er vns gelobt hat vnd gebunden ist. Wer 
och das wir der vorgenant graf Virich nit enweren so sol och 
der vorgenante Hug der Tumb vnseren erben die vorgenanten 

a) Die?« Tumb, später auch wiewohl minder richtig, Thumb ge- 
schrieben , sind ein altgraubündisches Geschlecht , das von dem schon 
im XVI. Jahrhunderte gebrochenen Schlosse Neuenburg am Rhein, 
oberhalb Untervatz , seinen Beinamen führt. Schon in der zweiten 
Hälfte des XIII. Jahrhundertes finden wir sie im schweizerischen Rhein- 
thale. Es kam nämlich , nach v. Arx I. 493 , nach dem Absterben der 
Edelknechte von Husen das Schloss Hasen in die Hände Fried- 
rich'« und S w i g g e r's , der T h u m e n von Neuenburg , welche 
dasselbe verpfändeten, im J. 129% auf Befehl des Abtes Wilhelm von 
St. Gallen vom Pfände wieder losmachten und nach dem Tode dieses 
Abtes dem Grafen Hugo von Montfort verkauften. Ohne Zweifel be- 
sassen die Tumben auch schon zu dieser Zeit die Reichspfandschaft 
Neuburg im nahen Vorarlberg, indem es in der folgenden Urkunde 
XXXI V. vom J. 1363 von diesem Pfände heisst : „da* vnser Vor- 
dem vnd wir von älter herbracht vnd besezzen haben". Dieses 
Geschlecht hatte noch anderweitig Rechte im obern Vorarlberg. Hugo 
Tumb verkaufte ddo. Feldkirch am 29. November 13%0 dem Fürstabte 
Konrad II. zu Einsiedeln um 21 Pfd. Pfenniuge Constanzer Münze den 
halben Kirchensatz zu S u ü v i s (Schnifis), welchen Kauf dessen Bru- 
der S w i g g e r an demselben Tage bestätigte. Die andere Hälfte kam 
von diesem Swigger an die Ritter von Ems , welche Graf Kaspar von 
Hohenems im J. 1605 an dasselbe Stift schenkte. Der Stift Ein- 
siedeln'sche Annalist und Propst zu St. Gerold , P. Christoph Hartmann, 
meldet im J. 1612 nach meinem daselbst 18*5 gemachten Excerpte : 
dass am 2. Jänner und 28. Octoher 13%3 Schweickert (d. i. 
Swigger) Tumben von Neuenburg die Vogtei Friesen, d. i. Sanct 
Gerold, aufgetragen worden sei, den Abt zu Einsiedeln — als Herrn 



76 

Burg in antwurten mit allen den rehten als er vns gelobt hat 
vnd gebunden ist. Wer och das wir ee biriht wurden vor- 
dren wir denne ee die vorgenanten Burg so sol vns er si 
wider antwurten an allen vurtzog vnd wider red. vnd sollen 
och ain ander kain weg bekrenken an der Burg noh an dem 
gut. So sond och die . die wir da geuangen hand vnser baider 
geuangen sin, vnd sol enwedre vs den nit entun an des andern 
willen vnd rat . vnd swas da vor von vns baiden geschriben 
stat das han wir gesworn stet ze hand vngeuarlich vf den Haii- 
gen, vnd gebend dar vmb ze ainem offen vrkund disen brief 
mit vnser baider Insigel besigelten. vnd ich hug der Tumb 
vergih mit disem brief das ich gesworn han war vnd stet ze 
hand alles das an disem brief da vor von mir geschriben stat 
vnd henk dar vmb och ze vrkunde min Insigel an disen brief. Dis 
beschah vnd wart dirre (dieser) brief gegeben in der bürg ze 
Martzenensa) do man von Götz geburt zalt Drutzehenhundert 
iar in dem sehten vnd Drisgosten iar an dem nehsten mentag 
nah sant Bartholomeustag. 

(Mit drei angehängten Siegeln, wovon eines fehlt.) 

XXX. 

K. Karl IV. bestätigt Hugo Grafen von Montfort-Feld- 
kirchA) im Besitze seiner Reichspfandschaften, und auch der- 



von St. Gerold — und die Seinigen wider alle feindliche Gewalt zu 
schirmen , auch die dazu gehörigen Güter und Höfe vor dem Unter- 
gange zu schützen. Ueber den Verkauf von Neuburg o. der Leser die 
XXXIV. Urkunde und die ihr folgende Anmerkung. — Die Nachkommen 
dieses Geschlechtes blühen noch in Württemberg im Freiherren- 
stande. Konrad Thumb von Neuburg war schon 1504 des jungen 
Herzogs Ulrich Rath und Liebling. Dieser beschenkte ihn mit einem Hause 
zu Stuttgart (1505), dann mit dem Gute Gruppenbach und dem Schlosse 
Stettenfels, die im pfälzischen Kriege erobert worden waren, und 
knüpfte daran das auf die Männlichen aus der Familie Thumb über- 
gehende Marschalienamt (1507) etc. S. Dr. Ludw. Friedr. 
Heyd's Ulrich, Herzog zu Württemberg. Tübingen, 1841. Bd. I. 
100 und 136. 

a) Die Burg Martzenens, wahrscheinlich in Graubünden gelegen, 
vermag ich nicht mehr aufzufinden. 

b) Herr zu Tosters, einer nunmehrigen Ruine über dem gleich- 
namigen Pfarrdorfe auf dem linken Ufer der 111 gegen den Schellen- 



77 

jenigen, die er von seinem Vetter Grafen Hugo von Bregenz 
geerbt hat 

Nürnberg am 16. November 1347. 
Wir Karl von gotes genadcn Römischer Kunig ze allen 
Zeiten merer des Richs, vnd König zeBeheim, tun kunt offen- 
liehen mit disem brief , daz wir angesehen haben , den triwen, 
vnd nutzbern dinst, den der Edel Huge Graf von Munt fort, 
vns, vnd dem Roinischen Reich, vntz her (bisher) getan hat, vnd 
noch furbas vaster tun sol vnd mag, vnd dar vmb, so wollen wir in 
mit vnsern kunigclichen genaden, bedenken, daz er dester willi- 
ger geneigt sei zu vnserm dinst. So besteten vernewen, vnd 
veruesten wir dem selben Graf Hugen, vnd sinen Erben, alle, 
die pfant schalt. Satzung, vnd pfand, wie die genant sind, oder 
war an sie gelegen sind, die im, von vnsern, voruaren seligen, 
Romischen Keysern, vnd Kunigen, versatzet sind in phand weis, 
vnd da si ir brief vber habent, vnd auch alle die pfant, die 
von sinem vetern seligen Graf Hugen aj von Pregentz an 
in erbiclich körnen sind, vnd veruallen, also daz der selb Graf 
Hug, vnd sin Erben, die selben pfant vnd Satzung, inne haben 
sullen, niezen, vnd besitzen, au alle hindernuzze, als lang, bis 
daz wir, oder vnser nachkomling an dem Reich, die selben pfand, 
von im vnd sinen Erben losen gentzlich vnd bringen, vnd dar vber 
zu vrkund vnd vestnung dirre (d. i. dieser) sache , geben wir 
im disen brief versigelt mit vnserm kuniglichen Insigel. Der ge- 
geben ist ze Nuremberg da man zalt von Cristes gepürd 
Druzehen hundert Jar, dar nach in dem Siben vnd viertzigistem 
Jar, des nehsten vrvtags nach sand Mertins tag, ir dem andern 
Jar vnserer Reich. 

L. S. 
(Orig.-Pergam. 1 Siegel. Geheim. Hausarchiv.) 



berg hin. — Die Stammtafel der letzten Grafen von Montfort- 
Feldkirch habe ich in Chmel* österr. Geschichtsforscher, Bd. I. ia 
8. 171 und 172 niedergelegt. 

a) Hugo IV. und Letzte der ilteren Linie von Montfort-Bre genz , 
der im J. 1338 starb und von seinem Vettern, dem Giafen von Mont- 
fort -Feld kirch und Moni fort- Tel t n ang. beerbt wurde. Vergl. 
oben S. 45. 



78 

XXXI. 

Graf Rudolph VI. von Montfort-Feldkirch versetzt die 
Burg Welschen-Ramsch wag an Albert von Scho- 
w e n s t e i n. 

Feldkirch am 20. December 1354. 

Ich Albreht von Schowenstain a) von Tagstain, 
kund vnd vergih offenlich an disem brief, allen den die in sehent 
alder hörent lesen, vmb die Burg die Wäl sehen Ramen- 
swag b) die mir der Edel min gnadiger herr versetzt hat graue 
Rudolf von Montfort herr ze Veltkilch c) vmb drü- 
hundert phunt phenning Costentzer müns. Vnd als er 
mir, vnd minem erben dar zu geben hat, vnd git iärlichen ze 
Burgsässe Viertzig phunt phenning Costentzer müns, als die 
brief sagent die ich dar vmb inne han. Die selben brief och 
verkundent, das ich dieselben Vesti Ramenswag furbas kainem 
Lantzherren noh burgern ze Veltkilch versetzen, 
noh verkumberren sol won mit mins vorgenanten herren 
Grauen Rudolfs von Montfort, vnd siner erben ob er enwär 
willen vnd Gunst. Han ich mich verbunden mit aiden vnd ge- 
lupde zu dem vorgenanten minem herren, vnd sinen erben ob 
er enwär, disu nähsten zwai iar nah ain ander innen ze die- 
nend vnd ze wartend mit derselben Vesti Ramenswag, vnd mit 
minem getruwen dienst, vnd Rat Vnd wann dii selben zwai 
iar du nähsten sih endent fug ich dann ze diener minem vor- 



a) Albrecht, aus dem berühmten altfreiherrlichen Geschlechte der von 
Schauenstein im Hochgerichte Tusis , das später das Prädikat 
von Ehrenfels, auch Herren zu Haldenstein annahm und 
seit 160% münzte, ist der zweite Stifter des Klosters Kazis , zu dessen 
Aufbaue er nach dessen Brande seiner Base, der Äbtissin Guta II. 
von Schauenstein (f 1382) tausend Goldgulden beisteuerte (vgl. Eich- 
horn Episcop. Curiens. p. 344) und wo seine Nachkommen ruhen. 
Nach Gabr. Bucelini's Rhaetia etc., p. 382, war er Guta's Bruder 
und starb 1385. — In der Nähe von Schauenstein ist Nieder- 
T a g s t e i n und die Trümmer des verwitterten Felsensitzes b e r- 
T a g s t e i n liegen unweit Tusis. 

h) Welsch-Ramschweg über Nenzlng, s. das Kärtchen. 

e) Veltkilch statt Feidkirch in älterer Sprache, wie ich diesen 
Namen öfters noch in meiner Jugend vom gemeinen Manne ausfpre- 
chen hörte. 



79 

genanten herren alder ir erben. Ist dann das si mich bewisent 
zehen phunt phenning iärlichs geltes Costentzer müns zu dem 
Burgsässe. So sol ich inen warten, vnd dannanhin dienan alle 
die wil ich die selben Vesti inne han, mit Vesti. vnd mit minem 
dienst vnd Hat. Vnd in welhes mannes gewaltsamidü (die) selb vesti 
kämi als berett ist. Wäri das min obgenanten herren demselben 
och woltent gunnen, vnd geben der selben zehcn phunt phen- 
ning iärliches geltes Costentzer müns. So sol du selb vesti Ra- 
menswag inen och warten vnd offen sin mit gutem truwen an 
geuärd. Des ze warem vrkund henk ich obgenanter Albrecht 
von Schowenstain von Tagstain min Insigel an disen 
briet Der geben ward zeVeltkilch, do man zalt von Cristes 
geburt Drüzehenhundert iar darnach in dem Vierden vnd fünf- 
tzigosten iar an sant Thomas Abent des Zwelfbotten. 
(Mit einem angehängten Siegel.) 
XXXII. 

Herzog Rudolph IV. nimmt den Grafen Rudolph VI. von 
Montfort - Feldkir ch sammt dessen drei Söhnen in ewigen 
Schutz. 

Wien am 23. Juni 1360. 

Wir Rudolf der vierd von gots gnaden Ertzherzog, ze 
Oesterrich ze Steyr, vnd ze Kernden, fürst ze Swaben, vnd ze 
Elsazzen, Herre ze Krayn auf der Marich, vnd ze Portnaw, vnd 
des heiligen Römischen reichs , obrister Jegermaister Tun kunt 
Daz wir, die Edlen, vnser lieben getrewn, Graf Rud olfen, 
von Montfort, herren ze veltkilch. den eitern, vnd sein 
Sune, Graf vlrichen, Graf Rudolfen, vnd Graf Hugen, 
gebruder von Montfort, die vnser man, vnd ewig diener sint, 
vnd ouch alle ir Erben, enphangen vnd genomen haben, als wir 
pillich solten, Emphahen vnd nemen si ouch, mit disem brief 
ewichlich, in vnser, aller unserer prueder, vnd Erben schirm, 
vnd dienst, also, daz wir in gelobt, vnd verhaizzen haben, vr- 
stiklich mit vnsern trewn, vnd gnaden, vnd verhaizzen in ouch, 
mit disem brief, wissentlich, für vns, vnser prüder, vnd erben, 
daz wir, dieselben Grafen, vnd alle ir erben, nu, vnd hienach, 
ewiklich, bi allen iren herscheften, purgen, steteu , Lüten, vnd 
gutem, die si nu habent, oder hienach, mit recht gewinnent 
.schirmen vnd halten süilen vestiklieh , mitmacht vnsrcr lande 



80 

Argow, Turgow, Glarus, der March, vnd des Swartzwaldes, 
Tor allem gewalt, vnd vnrecht. wider allermeniklich , nieman 
ausgenomen. vnd sullen ouch alle vnser Lantvogt. vnd phleger 
in den ietzgenanten vnsern Landen, weihe die ie ze den ziten 
sint, an vnsrer stat, offen haben alle zeit denselben Grafen, 
vnd iren erben , alle unser vesten , vnd Stette in den ietzge- 
nanten vnsern Landen, vnd inen, ouch, behulfen sein, mit aller 
vnser macht daselbs, wider alle die die in vnrecht tun wolten, alsfü- 
derleich , vnd als endlich, als ob vns, die sach selber angieng, 
Mit solchem vnderscheide , als hienach geschrieben stat, Des 
ersten süllen wir, vnd vnser erben, in dem namen als do vor, 
den egenanten Grafen , vnd iren erben , schirmen vnd hantha- 
ben, allez , das, des si ietzunt, in nutzleichcr gewer sitzent, 
vnd daz si fürbazzer, mit recht gewinnent, vnd were, daz si 
ieman, vmb Leut, Gericht, oder guet, oder vmb dhain ander 
redlich sache , darumb si , vnser helffe bedürften , icht an ze- 
sprechen hette, oder gewunn , in künftigen ziten, daz süllen si 
verantwurten , nach rate, vnser selbers. Daz ist nach vnserm, 
vnsrer prüder , oder unsrer erben rat , oder nach rate , vnsers 
obristen Lantvogts , in Ergow, vnd in Turgow, wer der ie ze 
den zeiten ist, Oder si süllen aber, vor vns oder vor demsel- 
ben Lantvogt, an vnsrer stat, vnd vor vnsern geschwornen 
Ratgeben , in den ietzgenanten Landen , Ergow , vnd Turgow 
recht, tun vnd nemen, vmb alle sach, als ander vnser man, vnd 
diener , an alle widerredde , vnd geuerde , vnd waz si , also, 
nach vnserm oder vnsers Lantvogts rate, verantwurttent, oder 
waz si vor vnser aintwederm, vnd vor vnserm geswornen Rate, 
als vor bescheiden ist behabent, mit bescheidenheit , vnd dem 
rechtem, nach gelegenheit, der sachen, dabi, süllen wir , si , 
schirmen, vnd in behulfen sin, mit macht der egenanten vnsrer 
Landen, daz si, gentzlich da bi beleiben, also das in niemant 
chain gewalt noch vnrecht, das an tu, Da wider, süllen aber, die 
vorgenanten Grafen, vnd alle ir nachkömen , vnd erben, ewiklich 
gehorsam sin, wartten vnd dienen, getrewelich, vns, vnsern 
pruedern vnd ernen vnd allen vnsern nachkömen ewiklich , mit 
der purg, vnd der Stat, ze veltkilich, mit der alten 
Montfort, mit der weichisch cn Ramswag , vnd allen an- 
dern iren vesten. Leuten, vnd gutem, die si nu habent, oder 



81 

hienach gewinnent, daz ist, mit aller irr macht, wider aller 
mPniklich, nieman ausgenomen als dik vml als ofte , wir, oder 
vnser Lantvogte, vnd phleger, in dem namen als do vor si, dar- 
ti ml» iiia in- n. mit bricfeu, oder mit gewissen poten, als oucli 
si, darvmbe, so inen, vnsrer helfe, not beschicht, manen m'i- 
gen, vns oder dieselben vnser Lantvögte, Doch zu teglichen, vnd 
snellen vfleuffen. sullen wir, vnd vnser Lantuogte die vorgcnan- 
ten Grafen, vnd alle ir diener, Leut, vnd guter, schirmen, vn- 
gemant, vnd sullen ouch si, vns, vnsern Lantuogten vnd allen 
vnsern Leuten vnd dienern behulfen, vnd beraten sein, vnd die- 
nen , vngemant , als förderlich , als ob bedenthalb darum!» gemant 
wer, an alle widerred. vnd geuerde. Ouch sullen vns, vnd 
vnsern priidern, vnd allen vnsern nachkomen vnd erben, ewik- 
lich, vnd ouch allen vnsern Lantuogten. Houptleuten. Phlegern, 
vnd dienern, die vorgenanten Grafen, vnd alle ir nachkomen, 
vnd erben, offen haben ewiklich, die obgenanten ir vesten, vnd 
Stete, vnd alle ander Pürg, vnd Stette, die si nu habent, oder 
furbazzcr iemer, gewinnent, also daz si vns, vnd die vnsern, 
darin, vnd dar auz lazzen, vnd da iune enthalten sullen, ewik- 
lich, zu allen vnsern Sachen, vnd notdurften wider aller mcnik- 
lich, nieman ausgenomen, als oft vns des not beschicht, an alle 
Widerrede, vnd geuerde, Were ouch, daz wir oder vnser prü- 
der vnd erben , oder nachkomen. hienach in dem Lande ze 
Churwalhen, icht a), ze schaffen gewunnen, darvmb wir. 
mit iemant kriegen wolten, so sullen vns, die vorgenanten Gra- 
fen, zu allen getzogen, eins igleichen snellen reitens, gehulfen 
sein, mit aller irer macht, ze Rozzen vnd ze fuzzen, in ir sel- 
bers Kosten, Wolten aber wir, da ein gesezze haben, vnd iemant 
besitzen, oder wolten wir, einen teglichen Krieg besetzen, vnd 
iemant ze Lantwer, an dhainen stetteu, in demselben Lande legen, 
Dartzu sullen si vns, aber nach gelegenheit der Sachen, mit 
aller irr macht helffen, vnd dienen, getrewelich vnd vngeuerlich, 
vnd sullen wir dann, inen, vnd iren erbern dieneren. Rittern, 
vnd knechten, kostgeben, als wir dennezemal, andern vnsern 
dienern tun, an geuerde , Was aber des fuzuolkches ist, das 
sol sich selber verkosten, als das sitlich , vnd gewonlich ist. 
Were ouch das wir, in dem namen als da vor, hienach, in dhai- 

*) Int auch ieht,subst. neutr. etwas, irgend ein Ding ; verneinend nicht. 

6 



82 

nen, künftigen zcitcn, vber churcz, oder vber lang bedarfende 
wurden, der vorgenanten Grafen, oder irr erben vncl nachkomen, 
helfe vnd dienstes, ausserhalb des Landes ze Churwalhen, in 
den egenanten vnsern Landen, vnd fürbazzer ze Swaben, vnd 
ze Elsazze, oder \va ez wer , So süln si /vns, helffen vnd die- 
nen, nach gelegenhait der sache, vnd des kriges, mit aller irer 
macht als si pest mügen , vnd sullen wir inen, darumb geben, 
solt vnd kost, als wir dann zcmal andern vnsern dieneren tun, 
vnd waz si ouch dane, rechter , vnd redleicher verlust nement, 
an Rozzen vnd an Hengsten in vnserm dienst wizzentlich auf 
dem velde , die sullen wir in gelten, alle Zeit, nach vnsers vat- 
ters seligen, vnd vnserm alten gewondlichem anslag, als wir 
ouch denne zemale. andern vnsern dienern tun, an geuerde. Dar 
vber habent ouch, die vorgenanten Grafen, für sich selber, vnd 
alle ir nachkomen vnd erben, gelobt, vnd ouch gesworn gelert 
ayde ze den heiligen, daz si vns, vnsern Prüdern, vnd allen vn- 
sern nachkomen. vnd erben, ewiklich getrew, vnd gewer sein, 
allen vnsern schaden wenden, als verr (ferne) si mugen, vnd vns 
ouch do vor warnen, vnsern nutz vnd vnser ere furdern, wider 
tiller inendlichen, vnd das si vns ouch, halten vnd volfüren sullen, 
getrewelich vnd vngeuerlich allz das hie vor an disem brief be- 
griffen vnd verschriben ist. wan ouch wir si, in dem namen 
als do vor, vor allem gwalt, vnd vnrechte schirmen sullen 
vnd wollen, wider aller menlich, in aller der mazze , als 
vorgeschriben stat an alle geuerde. Ouch haben wir baident- 
halb ausgenomen daz heilig Römisch Reich, Were aber das 
vns ieman , wolte unrecht tun , wer der were , in welhem 
wesen, oder in welher wierdikeit vnd höhe, er were, wider 
denselben sullen wir einander behulfen sein , also das wir, 
die egenanten, von Montfort, schermen , vnd si vns helfen, 
vnd dienen, als wider ander, die vns vnrecht tetten, ane 
alle geuerd, aber wir der vorgenante Hertzog Rudolf, von 
Osterreich für vns vnd all vnser prüder und erben, haben 
sunderlich ausgenomen, die durchleuchtigen hochgeboren fur- 
sten, vnser lieben Prüder, hern Ludwigen Künig ze vngern 
vnd hern Ludwigen a) , Marchgrafcn ze Brandenburg vnd 

a) Dieser Ludwig vermählte sich am 18. Februar 1342 auf dem 
Schlosse Tirol mit der Margaret ha Maultascb, und starb am 






83 

Hertzogen ze Obern Bayrn, die hochgeborn forsten, vnser 
lieben Oheim, den Hertzogen von Lntringen, vnd den Grafen, 
von Savoy, die edeln, vnser liben Oheim. Eberhart vnd vlrich 
Grafen von >Virttenberg. die Stett. Basel. Zürich vnd Solo- 
turn, alz lang, alz wir ze denselben herren, vnd Stetten 
verbanden sein, vnd darüber, ze vrchund, haben wir vnser 
fürstlich Insigel gehenchet, an diser briefen zwene ge- 
Uhe, die, die vorgenanten Grafen alle vier, mit ir Insigeln, 
zu dem unsern, versigelt habent, als hienach bescheiden ist. 
Wir der vorgenante Graf Rudolf von Montfort herre ze 
Veltkilch, der elter, vnd wir die egenanten sein Sün, 
Graf vlrich, Graf Rudolf, vnd Graf Hug, gepruder. von 
Montfort. Veriehen, mit sampt dem egenanten vnserm vatter, 
vnuerscheidenlich. für vns, vnd für alle vnser nachkomen, 
vnd erben, ewiklich, ieklichs stukes sunderlich, vnd aller 
pünde vnd artikel gemeinlich, die hie, uor, an disem briefe 
von vns , geschriben Stent vnd tun kunt , das vnser ieklicher 
sunderlich , vnd wir alle viere , gemainlich , mit rechter wiz- 
zen, nach rat, vnserr freunden, mannen, vnd diener, durch 
vnsern redlichen nutz , vnd wizzentleiche not dürft , vnd sun- 
derlich , durch vnser , vnd aller vnsrer nachkomen vnd erben, 
vfnemens. vnd Wachsens willen, in künftigen Zeiten, an eren, 
vnd an gute, vns, gegeben, vnd genayget haben williklich, 
vnd gerne, in der vorgenanten vnsrer herschaft von Oster- 
reich, ewigen dienst, vnd daz wir gesworen haben, wizzent- 
lich gelert ayde, ze den heiligen, stet ze haben, vnd zu 
volfueren getrewelich vnd vngeuerlich, allez das, so hie vor, 
an disem brief, von vns geschriben stat. vnd pinden ouch 
dartzu vestiklich. alle vnser nachkomen, vnd erben ewiklich. 
Vnd darüber ze einem waren vesten offennem, vnd ewigem 
vrchunde, hat vnser ieklicher sunderlich, vnd wir alle ge- 
meinlich, vnsre Insigel, für vns, vnd alle vnser nachkomen 
vnd erben, gehenkchet, zu des obgenanten vnsers gnedigen 
herren Hertzog Rudolfes. von Osterrich Insigel, an diser 



18. September 1361 ; deren einziger Sohn Mainhard III. starb am 
13. Jänner 1363 und ruht in Meran ; worauf Herzog Rudolph IV. zum 
Besitze ron Tirol kam. 

6 • 



8k 

briefen zwene, gelihe, der, die obgenanten vnser herren von 
Osterrich , einen vnd wir in dem namen. als da vor, den 
andern ewiklich behalten sullen , Dise briefe sind gegeben ze 
Wienne, an sand Julians abent ze Sunnbenden. 

Nach Christes geburde Tausent. Drewhunndert Jaren. vnd 
darnach in dem Sechtzigistem Jare. Vnsers des vorgenanten 
hertzog Rudolfs, alters, in dem ains vnd zwaintzigistem; vnd 
vnsers Gwalts in dem andern Jare. — f Wir der vorgenant 
herzog Ruodolf Sterken disen prief. mit. dirr (dieser) vnder- 
schrift vnser selbs hant. -J- 

Et nos Johannes a) dei gratia. Electus et Confirmatus 
Ecclesie Gurcensis prefati domini nostri Ducis, primus Can- 
cellarius recognouimus prenotata. 

Ista remaneat Comitibus Montisfortis. LL. SS. 

Anmerkung. Aus dieser Urkunde erhellet, wie Ernst es dem jugendlichen 
staatsklugen Herzog Rudolph IV. war, sich diese durch ihre Lage so wich- 
tigen Grafen von Montfort zu verbinden, bevor er noch zum unerwarteten 
Besitze von Tirol (am 26. Jänner 1363) gekommen war. Diese Herrschaften 
vor dem Arlberg waren für die wachsende Hausmacht Habsburg-Oesterreich's 
von grosser Wichtigkeit als Brücke zu seinen Vorlanden. Herzog Rudolph 
gelobt mit der Macht seiner Lande Aargau , Thurgau , Glarus , der Maren 
(am Zürichersee) und des Schwarzwaldes diese Grafen zu schirmen ; dagegen 
sollen die Grafen und ihre Erben dem Hause Oesterreich zu jeder Zeit ge- 
horsam und dienstgewärtig seyn mit der (Schatten-) Burg und Stadt 
Feldkirch, Altmontfort und Welsch -Ramschwag und ihren 
anderen Burgen und Städten; der Herzog bedingt für sich, seine Brüder 
und Erben auch diesen Schutz und Hilfe in einem etwaigen Kriege im Lande 
zu C hur wal hen, ja sogar in Schwaben und im Elsass — mit Ausnahme 
des h. römischen Reiches , des Königs Ludwig I. von Ungarn etc. 

XXXIII. 

Herzog Rudolph IV. gelobt denselben Grafen Rudolph VI. 
mit seinen drei Söhnen besonders gegen die von Werden- 
berg zu schirmen. 

Wien den 26. Juni 1360. 

Wir Rudolf von gotes genadeu hertzog ze Österreich ze 
Steyr vnd ze Kernden, fürst ze Swaben vnd ze Elsazze, Tun 



a) Dieser Kanzler H. Rudolph's IV. Johann von PI atz heim aus 
Lenzburg (nicht aus Schlackenwcrth in Böhmen) wurde zu Ende 
des Jahres 1359 zum Bischöfe von Gurk, dann 1363 zum Bischöfe 
von Brixen gewählt und starb am 6. August 1374. 



85 

kunt , Ob das geschieht, daz die Edeln, vnser liben getrewn 
Graf Rudolf von Montfort, herre zu Veltkilch, der El- 
ter, vnd sin Sune, ulrich, II udolf, vnd hug Grauen von 
Montfort gebruder, volfurent die Teyding, die der vorgenant 
Graf Rudolf ir vatter, newlich ze wienne, mit vns obertra- 
gen, vnd gefiirt hat, vnd daz si in gegenwurtikeit, vnserr 
üben Peslein , vrown agnesen, a) weilnt Kuniginne ze 
vngern, oder vnsers Lantuogts in Ergow , oder vor etzli- 
chen vnsern amptluten, vnd Ratgeben, die di egenant vnser 
Pesel, oder vnser Lantuogt darzu schikchent, Swerent alle 
vier, stet ze habenn, die zwen Puntbriefe, die wir, zwischen 
vns, vnd inen ze wienne, an sant Julians abent ze Sunewenden, 
der nv nehst was, verschriben vnd mit vnserm grozzem an- 
hangendem Insigel versigelt haben vnd daz ouch si alle viere, 
diselben brief baid versigelnt, mit irn hangenden Insigeln, zu 
dem vnsern, vnd si, der einen behaltent, vnd den andern also 
versigelten, mit irn insigeln, zu dem vnsern antwurttent, der 
vorgenanten vnserr Peslein der Kunigin von vngern oder vn- 
serm Lantuogt in Ergow, zu vnsern handen, alz ez zwischen 
vns baidenthalben beredt ist, daz wir danne, gebunden sein 
wellen , die vorgenanten Grafen ze schirmenn , vnd ouch si, 
herwider gebunden sin sullen, vns ze warttenn, vnd ze die- 
nen, als die egenanten puntbrief beweisent, vnd sullen ouch 
wir darnach behulflen sein, den vorgenanten Grafen von Mont- 
fort, nach sag der obgenanten puntbriefe, wider alle die die 
in vnrecht tun wollten, vnd sunderlich ietzunt, wider Graf Al- 
brecht denEltern vnd sinen Sun Graf Albrecht den Jun- 
gern von Werdenberg vnd wider alle ir helffer vnd diener, 
vmb das offenu vnrecht vnd den gewalt so diselben von wer- 
denberg gar vnredlich getan habent an den egenanten von Mont- 
fort die si entwert hant freuelich vnd vnpillich wider aller 
Lande recht vnd gewonheit , der kindc, Lüten, vesten, vnd 
Güter, die gelazzet hat, wilent, der edel Graf haug selig von 



a) Agnes, Tochter K. Albert's I, seit 1301 Witwe yom K. Andreas III 
ron Ungarn, die mit ihrer Mutter Elisabeth (t 1313) das Kloster 
Kf.nigsfelden stiftete , war des Herzogs Rudolph Tante (Bäslcin) ; sie 
starb hochbetagt am 10. Juni 136%. 






86 

Mo nt fort, hie vor herre ze Tosters, der elicher prüder 
was, dez obgenanten Grafen Rudolf von Montfort dez eitern, 
der ouch darumb , ein rechter erblicher vnd wizzenchafter vogt, 
der egenant sins Bruder selig Chinden, billich ist, vnd ze recht 
sin sol, dauon er ouch diselben kinde vnd alle ir vesten, Liit, 
vnd Guter, die inen der egenant ir vatter selig gelazzen hat, 
innehaben, vnd ir phlegen solte, in vogts vvise, vntz (bis} daz die 
Chinder zu irn tagen kernen, vnd beraten wurden, alz das ge- 
wondlich vnd recht ist, Dauon emphelhen vnd gebieten wir 
ernstlich vnserm getrewen liben hertzog fr id riehen von 
Teck, vnserm Lantuogt in Swaben, vnd in Elsazze, oder wer 
ie ze den zeiten di sind oder werdent, die vnsrer Lande Ergow 
Turgow, Glarus, der March vnd dez Swartzwaldes phlegent 
von vnsern wegen, daz si mit aller macht, derselben vnsrer 
Lande behulfen sin den vorgenanten Grafen von Montfort, nach 
sag der vorgenanten puntbrief, wider alle die, die in vnrecht 
tun wolten, vnd sunderlich ietzunt, wider die vorgenanten von 
Werdenberg vnd ir helffer, alz lang, vntz daz die egenanten 
von Montfort in gewalt vnd gewer komen, der vorgenanten 
Kinde, vesten, Lfiten, vnd Guter, der si vnbillich mit gewalt 
vnd an recht entwert sind, vnd daz in ouch nach rate, vnser 
selbers, oder an vnser stat, vnsers Lantuogts, vnd vnserr ge- 
swornen Ratgeben in Ergow vud in Turgow, abgelegt, gepez- 
zert, vnd widertan werde, alles das vnrecht vnd die schaden, 
die inen in diser sache von den egenanten von Werdenberg 
geschehen sint, Wenne auch die vorgenanten vnser dyener die 
Grafen von Montfort, in gewalt vnd in gewer koment, der 
vorgenanten Kinde, vesten, Laien, und Guter, habent danne, 
die obgenanten von Werdenberg, oder yman andrer, icht darzu 
ze sprechen, darumb sullen in die egenanten von Montfort, 
rechtes gehorsam sin vor vns, oder an vnsrer stat vor vnserm 
Lantuogt vnd vnserm geswornen Rate , in Ergow, vnd in Tur- 
gow, wan was, diselben von Montfort in der Sache ietzunt, 
oder in andern sachen hienach, behabent , mit dem rechten, 
vor vns oder vor vnserm Lantuogt, oder vnserm Rat als ietz- 
gesprochen ist, da bey sullen vnd wellen wir si schirmen, alz 
die vorgenanten puntbrief sagent, die wir bcdenthalben einan- 
der gegeben haben, ob diselben briefe, mit ayden geuestent, 






87 

vud mit Insigeln volfurt, werdent, alz vorgeschriben stat. 
wennc onch das geschieht, so sol vnser Lantuogt in den vor- 
•jenanten vusern Landen ze rede setzen, vmb die vorgeschri- 
ben sache, die vorgenanten Grafen von Werdenberg, die ouch 
vnser diener sind, vnd sol, an si, vordem von vnsern wegen, 
daz si, den egenanten von Montfort, die vnser Man, vnd dyener 
sind , wider antwurten. vnd in geben die vorgenanten Kinde, 
vnd vesten, Lfit, vnd Guter, der si an recht entwert sind, 
vnd onch denselben von Montfort ablegen als vorgeschriben 
stat, daz vnrecht vnd die schaden, die si von derselben sacho 
wegen, von in emphangen hant, vnd ist, daz des, die vorge- 
nanten von Werdenberg, gehorsam werdent, Das, wellen wir, 
vnd sol es ouch vnser Lantuogt, von vnsern wegen, von in, 
aufnemen , vnd für gut haben, vnd sol ouch des, die vorge- 
nanten von Montfort benugen, wolten aber des, diselben von 
Werdenberg, vngehorsam sein, so sol inen, der vorgenant vn- 
ser Lantuogt, vnuerzogenlich , entsagen, vnd widerbieten, von 
vnsern wegen, erberlich. vnd sol darnach, ane allez säumen, 
vnd vertziehen, behulfen sein, mit macht, der egenant vnsrer 
Lande, den vorgenanten Grafen von Montfort, in aller der 
raazze , als vorgeschriben stat, Mit vrkunde ditz briefs ver- 
sigelt, mit vn sr rni (lila in ein anhangendem Insigel, Der geben 
ist ze Wienne an dem nechsten freytag, nach sant Johans 
Tage , ze Sun wenden , nach Kristes gebnrt , Tusent , Druhun- 
dert iar, darnach in dem Sechtzigistem Jare. — 

Comitibus Montforte. 

L. S. 

XXXIV. 

Hugo Turab von Neuenburg verkauft die Vcste Neuen- 
burg mit Leuten, Gutern, Gerichten, allen Freiheiten, an 
Herzog Rudolf IV. von Oesterreich und seine Brüder um 
3300 Pfund Konstanzer Münze. 

Baden im Aargau 8. April 1363. 

Allen den, die disen brief ansehent , leseut, oder horent 
lesen, nu oder hie nach ewiklich. Vergich vnd tun kunt offen- 
lich mit diesem briefe, Ich Hug der Tumb von Nuwenburg, 
für mich selber, vnd min erben an einem teile, vnd für Han- 
sen, Frikcn, vnd Heinrichen gebruder, die Tumbeu 



88 

min Vettern, wilent hern SwikersaJ des Tumben, mins bru- 
ders seligen eliche süne, der rechter wizzenthafter vnd erblicher 
Vogt ich bin wan si, noch sint vnder den Jaren der beschei- 
denheit, b) vnd noch nicht zu iren tagen komen sint vnd ouch 
für ir erben, an dem andern teile, daz ich vnd dieselben min 
Vettern , in solich grozze vnlidige geltschulde geuallen waren, 
die vns gar ze swer vffe lag, vnd nach mangerley vorbetrach- 
tunge, vnd gedenken, wie wir vns da von gerichten möchten, 
konden wir weder nach rate vnserr Frunden, mannen, vnd 
diener, noch nach vnser selbes Vernunft enkeinen weg finden, 
da mitte wir vnsselber, nuczlicher , vnd bas von derselben 
geltschulde geheißen mochten , denne daz wir , vnser Vesti 
Nuwenburg, gelegen in dem Rintal ze Kurwalchen, 
mit Lüten , Gütern , Gerichten , vnd allen Friheiten , nützen, 
vnd rechten, so darzu gehorent, veil butten offenlich vnd ver- 
kouften, vnd nach mangerley aubietunge, funden wir niemannen, 
der vns mere (oder) c) so vil darumbe geben wolte Als der 
Erwirdig Herre, Pischof Johans d) von Gurk, der durchluch- 
tigen Hochgebornen Fürsten , vnserr lieben gnedigen Herren, 
der Hertzogen von Osterreich kantzier, vnd zu den Ziten ir 
(Haupt) . . man vnd Lantvogt ze Swaben vnd^in Elsazz, von we- 
gen , anstatt, vnd in namen derselben siner vnd vnserr Herren 
der Hertzogen von Osterreich , darvmbe vnd wan ouch , die 
Vorgenant vnser Vesti Nuwenburg, mit Lüten, Gutem, Gerich- 
ten, vnd allen Fryheiten, nutzen vnd rechten so darzu gehorent, 
vormals vor etzwieuil ej zites her dan ein geuangens vnd gebun- 



a) Swiker's oder Schweikart's Gemahlin war Katharina von Erolz- 
heim, nach einer Notiz , die ich in St. Gerold gefunden habe. 

b) Bescheidenheit (vom Zeitworte bescheiden, auseinander- 
scheiden, setzen , legen etc.), Verständigkeit , Einsicht ; die Jahre 
der Bescheidenheit d. i. der Mündigkeit; zu bescheidenen 
Jahren kommen heisst , mündig, majorenn werden; dann heisst es ver- 
bunden mit Ordnung S. 89. Z. 15. etwa s. v. a. Bestimmtheit, Genauigkeit. 

c) Charta hie loci est exefa. 

d) Siehe Seite 84. u). 

e) Etzwievil, mittelhd. etswie (instrum.) auf irgend eine Weise, 
ziemlich, sehr, vgl. Schindler I. 127; etes, ets. und im Thalc Montavon 
noch mit romanischem Quctschlaute et sc lies, etwas; etswer, im Mon- 
tavon e t s c h e r , Jemand. 



89 

dens gut gewesen ist, der obgenanten vnserr Herren von Oster- 
reich, Also daz wir inen, damittc wider allermenklich niemann 
vsgenoinen, warten vnd dienen solten, vnd es, ouch niemann 
anders, denne inen, verkoufTen noch ze koufTende, geben moch- 
ten, des wir vns, recht, vnd redlich gen inen verbunden hatten, 
Haben wir In den namen als da vor, das ist ze merkende, Ich 
II ug der Tu in Im- für mich vnd min erben, an einem teile, vnd 
wir die vorgenanten Hans, Frik, vnd Heinrich, gebrfider 
die Tumben für vns, vnd vnser erben, mit willen handeu, 
vnd gunst, des vorgenanten Hngen vnsers vettern, vnd Vogtes 
an dem andern teile, vnd derselb vnser Vetter, vnd rechter 
Vogt gemeinlich , für sich selber vnd für vns , gesnnt libes vnd 
mutes nach guter vorbetrachtunge, vnd rate, vnserr nechsten 
fründen mannen, vnd diener, zu den ziten, vnd an dien Stetten, 
do wir es wol getun mochten, mit aller der ordenunge, beschei- 
denheit vnd kraft, Worten, werken vnd geberden, so von recht, 
oder gewonheit, dheins weges, darzu gehorent, verkouffet, vnd 
ze koufTende, gegeben haben recht vnd redlich, VerkoufTen, vnd 
geben ouch wizzenlich in eins rechten ewigen, vnd vnwider- 
rufflichen koufTes wise, den durlüchtigen Hochgebornen , Für- 
sten vnsern lieben gnedigeu Herren, Herczog Rudolfen, 
Herczog Albrechten, vnd Herczog Lup ölten, gebrudern 
Hertzogen ze Osterreich, ze Styr, vnd ze Kernden , die vor- 
genante vnser V e s t i N u w e n b u r g mit Lüten , Gerichten, 
vnd Gutern, vnd allen fryheiten nutzen vnd rechten, die da za 
gehorent, gemeinlich, vnd nach, vnd gar, für recht Lehen 
von dem Heilgen Römschem Riche , vnd ouch ein teil für 
phant, von demselben Riche, als hienach ist vnderscheiden, 
vnd vnser vordem, vnd wir , das von Alter harbracht, 
vnd besezzen haben , Vmb drü Tosend vnd d r ü Hun- 
dert phunt phenning Costenczer muntz, a) die 
wir von dem obgenanten Pischof Julians von Gurk, anstatt, vnd 
in namen der vorgenanten vnserr Herren von Osterreich in 



a) Das Diithura Konstanz erhielt schon im zehnten Jahrhunderte das 
Münzrecht, das Kaiser Friedrich I. im Jahre 1158 bestätigte; jünger ist 
das Münzrecht der Stadt Konstanz; sie war eine der HauptraünzMütU-n 
Schwabens. 



90 

guter werschaft gar vnd genczlich emphangen, vnd si in vnsern 
redlichen nutz als in ablosunge vnserr schulde vnd in ander vn- 
ser notdurft gar vnd gentzlich bekeret haben, Vnd sint dis die 
Vest Gericht, Lüte vnd guter, die wir inen, für Lehen von 
dem Riche gegeben haben, des ersten die egenante Burg N ü- 
wenburg, mit velsen, gebirgen , Burgstalen, Holczern, ge- 
uilden, weiden, Ackern, wisen, Wingarten, garten, Bomgarten, 
Lüten, gerichten, gutern, Friheiten, rechten vnd gewonheiten, 
die deheins weges, da zu gehorent , vnd svnderlich mit disen 
nachgeschriben Lüten, vnd sint dis, des ersten edel Lüte 
Gawan vnd sine kint, Rudi Ankelstain vnd sine kint, Alle 
Scher er, Vlli (Ulrich) kuntz, vnd Jake, die Hartman, Burki 
vnd Hans die Gecziner, und Rudgers des kriessers kint, 
Sosint dis nachgeschriben Lüte die sture gebent des ersten 
die Spierlin off dem Tugstain vnd ir kint, der Segoser sin wip vnd 
sine kint, Bencze von Schmitten, vnd sine kint, des Müllers wip 
in der Altach, vnd ire kint, des Brugglers wip, vnd ire kint, 
Haini von Schmitten, vnd sine kint, Vlli Vend, der Sekler, sin 
wip vnd sine kint, Hainczen wip im Meschach, Kuni der Gan- 
ser, der Buhelman, vnd sine kint, Haincz der Torwart, Kuni 
kogli, sin wip vnd sine kint, Claus Bogli, des kellers wip, vnd 
ire kint, kunczi Schmits seligen kint, Metz die Velwer vnd ire 
kint, Anna Vendiu vnd ire kint, Heinczen des Velwers kint, des 
Steinhuwels, wip vnd ire kint, des Kuchimeisters wip vnd ire 
kint, kuni karrer vnd sine kint, Jak Vend vnd sine kint, Jak 
Schnider, Cnncz vnd Haincz die Mayer, der Mulich vnd sine 
kint, der Bechrer, vnd sin Muter, Cunrat Moser vnd sine kint, 
Niese von kummingen, vnd alle ir kint, Cunrat Linder Wip vnd 
kint, Hug Folkis Wip vnd kint, Elli a) die Binderin, der Mohel 
sin wip, vnd sine kint, Haincz der Mohel, die Spruncze, vnd 
ire kint, der Schonramer, sin wip, vnd sine kint, des krenn- 
uels Tochter, Henni Blatter sin wib, vnd sine kint, Gret ab 
Kummen, vnd ire kint, Fölki, Schlab Herman wip vnd kint, 
Rudi Gisinger, wip vnd kint, Cunrat Gisinger, Wip vnd kint, 
Welti Mohel, wip vnd kint Vlli Appcnczeller wip vnd kint, 



a) Elli statt alle, wie noch in einem Tlialc Schwabens. 



91 

Cunrat Appenzeller wip vad kint, die Lentziu die Tantigliu vnd ire 
kint, die kinstin vnd ire kint, Vlli Frastes, wcrnti Grozz, vnd alle 
sine kint, die Velwere vndire kint, Heinczen seligen an Egerden 
kint, Jutzi in der Ow, vnd ire kint. Heuni Fotschi, wip vnd kint, 
Haintz Fotschi vnd sin wip, Andres Zimberman wip vnd kint, vnd 

sin Vatter, Hans wip vnd kint Bringa Luczel vnd sine 

kint die Frastesin, Heini Verre vnd alle sine kint Ane kuni, Hans 
Gnnel wip vnd kint, Rudi Gunel wip vnd kint, Welti Gunel wip 
vnd kint . . . rowerin vnd alle ire kint, des Suters wip vnd 
alle ire kint, Vlli Jager vnd sine kint, Henni Jeger, Haintz 
Jager vnd sine kint Vlli Rozzer vnd sine kint , Jekli Velwer 
wip vnd kint, Haincz vom Stadel wip vnd kint, Andres vom 
Stadel vnd sine kint, Hansz seligen kint vom Stadel Henni 
Schlabhaini vnd sine kint Richel Hemerlin, vnd ire kint, Cyli 
Fotschis seligen Tochter vnd Gret ir Swester , Hans Lamphrit 
vnd sine kint, Hans der alt wip vnd kint, der kosse vnd sine 
kint, Jekli der Schmit vnd sine kint Vlli Haincz vnd Henni 
Gesun sune , die zwen teil, fulstich vzz widnow, der Mes- 
ner von Bernang, Hug winznrn von B e r n a n g , Berwarts 
wip vnd alle ire kint, Henni Jnstrich, der kunczler, vnd sin 
wip vnd kint, Ebkis sun, Herman wip vnd kint, Haini Ebkis 
snn, Gesa von Rebstain, die Lamphridin von kummingen, 
vnd ire kint, die Sifridin von knmmingen, vnd ire kint, die 
Meiler vzz der Alt ach, der Jung Haincz Velwer, vnd sine 
kint, Vlli Jaggier, Henni Jäggler wip vnd kint, der kuchi Mei- 
ster vnd sine kint, Haincz Gisinger vnd sine kint, Zili Hamer- 
lin vnd ire kint Jak der Zilicr, Cuni Stumpi vnd sine kint, 
Frischenberg vnd sine geswistergit Jaklis wip ab Platten, 
vihI du kint, die nach ir horent, Hansen des Buhelmans wip, 
Ell die Muller, des Treffers wip, Jäken den kcller, Burk von 
der Muli wip vnd kint Bentz der dürre vnd sin sun, Henni ab 
der Egg wip vnd kint , Herman ab der Egg wip vnd kint, 
Haintz von Maschach, vnd die kint die nach im horent, Vlli 
gutler vnd sine kint, ze Balzers, Schenczlis, seligen wip von 
Buch, Jak Vogel wip vnd kint, Heincz Gerolt vnd sine ge- 
swistergit iren teil Claus kagi wip vnd kint, All von Tobel, 
vnd ire kint, die nach ir horent, Haintz ab der Hub, vnd 
zwei siuer kint, Hanns wip von Schmitt en, vnd die kint, 



92 

die nach ir hürent, kunis des Hanen wip, Ciinrat Han, Haincz 
winzurn , der alt Velwer mit wip vnd mit kinden , des Vogels 
wip, vnd kint, Gut Schilin, Gret Fude vnd ire kint, Guten der 
Blatterin kint, Nes (Agnes) die Blatterin, Elli die Verrin vnd ire 
Swester, Vlli kune vnd sine kint, Vlli Erni, vnd sine swester, der 
Helbling wip vnd kint, Richel vnd ire kint, Heintz von Sattel- 
berg, vnd alle sine kint geswistergid das dritteil, der Gunel 
Rudis des Ferren kint von Mainingen, Cunzli winzurne von 
Jagberg, Gret Schilin, Nesen tochter von Bunnungen, des 
Ammans wip von Butschuns vnd ire kint, Aldrians kint, dii (die) 
nach im hortent, Vlli Schmits kint die nach im hortent, Hans 
schmid vnd sine kint , die nach im horent , vnd Jekli Wettach 
vnd sine kint die zu im horent, die Vorgenanten Lüte gebent 
alle Jar, ze gewonlicher Sture fünf vnd drizzig pfunt Costen- 
tzer pfenning in gemeinem vnd mittelem louffe , So sint dis die 
Guter die gen Niiwenburg gehorent, des ersten ze Getzis 
vff dem Tenne XXIII. scheffel waitzen, Haintz ab der Hub git 
acht scheffel habern vnd IUI scheffel waitzen, ane 1. viertel, vnd 
1 scheffel gersten vnd V. Hunr von der Hub, Vlli Vende git ab 
Ortolfs bunt d) II. viertel weitzen vnd VI Hunr , Haincz der 
Gisinger git von dem Widach vnd ab Ortolfs bunt , vnd von 
dem hangendem Aker ein scheffel weizen vnd VI. hunr, Bischofs- 
rint gilt VII. schul, die Hofstatt bi dem kilchhof gilt X. Hunr, 
der kelr am kilchhof gilt II hunr, Haincz Winzurn git von dem 
zolwert I. lib. vnd VI. Hunr, vnd von dem widach I. scheffel 
weitzen vnd VI. Hunr, Hans der Biihelman git vier Schilling 
von des Vogels buhel, vnd VIII. Hunr, Von zwain Hofstetten 
git der Stultz XII. hunr, der keller git VI. hunr, von eim Bom- 
garten zu Mulinen, Haintz gisinger git I. Schilling von eim mos 
haizzet, das hoch Erlach vnd II. Hunr, von dem hof ze Bradlis 



a) Bunt, die , ein meist mit Obstbäumen bepflanztes , umfriedetes Feld- 
stück, das am Hause liegt, besonders um eine Milchkuh, wenn das 
andere Vieh auf der Alpe ist, zu nähren; vgl. damit Thor b und in der 
Pfarre Hüttesau im Bregenzerwald. Auch im alten Oesterreich ist diess 
Wort bekannt; es heisst in Peter Suchen wirt (um 1379) von Pri- 
misser. Wien 1827 S. 101. „ich hab weder veld noch pünt durch 
ritterschaft nit überritten" etc. Vergl. auch Peunt bei Schindler I. 287; 
Staldcr I. :.' i i. 



93 

II. scheffel weitzcn ze Vorrecht, der hof ist krützlinger, 
viel von eim Hof ze kummingen ist krützlinger. VI. Viertel 
habern ze Vogtrecht, von eim hof, ob Platten do die Ganel vf 
sitzent. VI. Viertel waitzen, von dem Burgstal ab Blasenberg 
XXX. Schilling gelts, von drin (drien) Manmat vff hohenmad, vnd 
ein aker ob des YValchs, wingarten, vnd ein aker bi der Gülle a), 
die geltent VIII. Schilling, die Vischentz da der m ü 1 1 a n k b) 
in den Rin gat . Vncz da daz A c h 1 i zum Hann in den Bin 
gat XII. Schilling. Von Batschatz gut es sie (sei) aker oder ander 
gut. VII. Schilling die Hofreite vrab Nüwenburg von Akern von 
wingarten vnd von Boumen, II. Hb. gelts, von Hugen des Tumben 
teil, der Mohel VII Schilling von dem gut do er vff siezet, c) 
Ciini Linder IUI Schilling von eim aker, am hinderuelt , vom 
Miilstatt am Bramach nüt, du (die) hüb do Ilaini von Schmitten vff 
siezet VIII. scheffel habern , III. scheffel waitzen , ein scheffel 
gersten, vnd II Hunr, des Gaissers Lehen ze swendi gilt ein 
Viertel schmaltz zwen kes , git Bentz der dürre, der Hof ze 
Buch gilt vier scheffel .... vnd vier scheffel, makorn. L. ayer 
vnd II. Viertel arweis, II. Viertel bonen, git der keller von T o b e 1, 



a) Gülle, die, Lacke, Pfütze, Mistlacke; in Appenzell Gölla; im Bre- 
genzerwalde die G ü 1 1 a. Jetzt noch ist bei Koblach eine Gülle, die 
durch häufige Rheinüberschwemmungen ziemlich ausgefüllt ist. 

b) M ü 1 1 a n k , später Melankenbach, jetzt E h b a c h genannt, ent- 
springt zwischen Meiningen und Brederis , hat reines Quellwasser, flieset 
durch Meiningen dem Rhein zu. Er gibt Wasser genug für zwei Korn- 
mühlen , zwei Bretersägen und eine Hammerschmiede , wie auch für die 
grosse Lehenbleiche. Hier hat nach Prugger S. 126 der Feldkircher 
Handelsherr Hanns J;.kob Hutsch im Jahre 1683 von Kaiser Leopold I. ein 
Bchönes Lehen erhalten, auf weichem er die noch bestehende ansehnliche 
Bleiche errichtete. Der Bach fliesst sanft durch die wiesenreiche Ebene, 
ist reich an Fischen , besonders an Forellen (Führinen) und IU-Lanken, 
gewöhnlich Rheinlank (Art Lachs) genannt , welche aus dem Bodensee 
durch den Rhein in die 111 und in die kleinen Bäche kommen (vergl. Gust. 
Schwab's Bodensee. Stuttgart 1827 8. 327), daher dieser Bach bei Schle- 
hen S. 53 „der schöne Föhrinenbach , Melanckenbach geannt. " 

e) Von dem guot d o er vff siezet, alte Sprache statt von dem gute, d a r- 
a u f er sitzet, vergl. vorher: do die Gunel vf sitzen, worauf die 
Gunel sitzen; und uj:ten S. 95. Z. 17. da <!ie nüwe Veste von Montfort 
lit (lieget). 



04 

von eim Hof ze kummingen, der krützlinger a) ist, VI. Viertel 

habern, ze Vogtrecht, Von dem Hof der krützlinger 

ist, zwen scheffel weitzen, ze Vogtrecht, Von eim Hof ob 
platten, do die Gunel vff siczent, VI. Viertel weitzen, Vff Ernis 

Hof ze w i 1 e r , VIII. scheffel makorn, I. scheffel 

hunr C. Ayer. X Schilling die Schilin III. hünr, von eim mad 
ze sattelberg, ze Snltz. I.Viertel gersten, git der Aczger, 
ze Sultz, ze R a n k w i 1, zem G r i s s e n, ein scheffel Makorn git 
er, ab aim aker, Ab dem Eschinerberg, V. scheffel waitz. der 
Chriesberg phenning, ze G al m i s t , ist, III. lib., das mad du Blüklin 
gilt VII. Schilling, das Hochmad XIII. Schilling, dii dürin am 
Schonrain gilt XII. Schilling der ku gut IUI. Schilling git Andres 
Zimbcrman vnd Jutz vzz der w , Ab der Staig VII Schilling 
gelts , git der Rot schnider , abstaig , Haintz weltis sun , IUI. 
Schilling gelts vom gut, do er vff siezet, Rudi Gisinger IUI. 
Schilling vzz der Hagenueld, Volki von dem Rubgarten II. Schilling, 
Schmits wise, gilt IUI. Schilling in den medern, der knist, ein 
Schilling Von eiin wislin, in des Mosers veld, die grozz vvis, 
XXII manmad, vnd die akker drinn, gilt, IUI lib., du lange 
wis siben Manmad , XI. Schilling , Scherers wise. IX. Manmad 
I. Hb. IUI. Schilling der ober brul, VI. Manmad, XV. Schilling der 
vnder Brul, VII. Mannmad, XVIII. Schilling du Rozzwis , IX. 
Mannmad, XVIII. Schilling du R&ti IUI. Mannmad. Mannmad VI. 
Aeblis zimbermans wis IUI. Mannmad, IUI. Schilling des Stemphels 
wis dry Mannmad. VI. Schilling du gyg vier Mannmad VI. Schil- 
ling dii wis vnder der Burg. V. Mannmad, IX. Schilling, du XII. 
Mannmad, hinder, dem Berge XXX. Schilling dii wis zen aichen 
VI. Mannmad XII. Schilling Ab Branbach. II. Schilling git R&di 
ankclstein. Der kügüt, VI. Schilling git Andres Zimberman, 
Ein Mannmad zem wyger. II. Schilling dii Hofräti vmb Nuwenburg, 
herr Swiggers tail Wingarten akker, vnd bom, vmb II. lib. gelts, 
vnd hört der Berg dazu, Claus der nagel, git ab dem gut, der 
heller I. lib. pheffers, von der Vischentz, von der 111, vntz (bis) 



a) Das thurgauischc Augustiner Chorherrenkloster Kreuzungen hatte 
somit auch einen Hof zu K om in i ngen und war nach Schlehen'* Einser. 
Chronik (1616) S. 53 auch Lehens- und Zehentherr von St. Peter zu 
Rankweil, der ältesten Pfarre des Oberlande«. 



«5 

an den Miillankcn XII. Schilling vnd die Ilofstett ze Ilbrugg 
XVIII. Schilling. Summa der vorgenanten Zinsen an waitzen vnd 
an Mäkorn das ze waitzen geschlagen ist, LXV. scheffel. Vnd 
III. Viertel waitzen, Vnd ist iu der scheffel gereit, vmb V. Schil- 
ling IUI. dl. (denar.) das bringet vberal, XVII. lib. X. Schilling 
vnd VIII. dl. Costentzer muntz, darvber hringtt, die summ, der 
vorgeschriben zinsphenning sunderlich. XXIX. lib. XI. Schilling 
VI. dl. Costenczer So sint die wingarten, an dem Berge ze 
Nuwenburg, gegen Veltkilch hinbi der Burg, der Bomgart, die 
Aekker vnd wisen die darzu gehorent, geschetzet für zwentzig 
lib. gelts Costenczer muntz, Vnd also bringet <!..- summ des 
vorgenanten geltes vberal. C. II. lib. I. Schilling VIII. dl. Costen- 
czer. dise vorgenanten Veste Lut vnd guter mit allen Frihei- 
ten nutzen rechten vnd gewonheiten generapten , vnd vngenerap- 
ten, funden, vnd vnfunden, wo die gelegen, vnd wie sie geheiz- 
zen sint, die dheius weges da zu gehorent mit dem Burstal, da 
die nuwe (Veste) von Montfort vff lit, mit der Tauernen, die ze 
recht ze Nuwenburg sin sol, wan si ze ketzis von recht nicht 
sin sol, mit der Lantstrazze, die von recht, für Nuwenburg, vf 
vnd ab gan sol, vnd der Xiderlegi die da sin sol, mit dem 
Aichwalt, genant, der kumm, dem Berge genant der Glouel, 
vnd dem kalkofnach , der Liten vnder dem Schutsch , vnd des 
Behoms Ow, dem Berge genant der k a d e 1, vnd der Vischen- 
tze genant, die Gull, mit aller andrer rechtunge, vnd ehafti, 
so da zu gehorent, haben wir die Vorgenanten Tumben, ze 
koaffende geben den obgenauten vnsern Herren von Osterreich 
fur recht Lehen von dein Heiligem Romschen Riche, Aber den 
Hof ze k o b 1 a n , darin ze Gerichte für denselben Hofrichter, 
gan sullen, alle die Lute , die in der Hofmarch gesezzen sint, 
vnd die Vischentze iu dem Ryne , haben wir den obgenanten 
vnsern Herren von Osterreich gegeben für phant, von dem 
Riche, vmb als viel geltes als die briefe bewisent, die vnser 
vordem vnd wir darvber von Romschen keysern , vnd küngen 
haben vnd die wir, den egenanten vnsern Herren von Osterreich, 
ingeantwurt haben , Wan ouch dieselben , vnser Herren von 
Osterreich solich friheit vnd recht, habent, daz si sich wol 
vnderwinden mögen aller der Vcstin Lüte, vnd guter, die von 
dem Hcilgen Riche rurent , vnd si ankoment , in kouffes, 



96 

gcmechtuuzze, oder gäbe wise, darumbe, haben wir, In dem 
namen als da vor, entwichen, vnd entwichen, (sie) wizzentlich, 
mit disem briefe, aller der besiezunge vnd gewer, als wir die vor- 
genanten Vesten, Lut, gericht vnd guter, Hofe vnd Vischentze, 
in Lehens vnd in phandes wise harbracht, vnd besezzen haben, 
vnd haben gesetzet, vnd seezen, mit disem briefe des alles, 
in demselben rechte, in nützlich gewer, die vorgenanten vnser 
Herren von Osterreich, vnd ir erben ewiklich, vnd bitten ouch, 
vnsern gnedigen Herren, den Konischen keyser, daz er, den 
vorgenanten vnsern Herren von Osterrich der egenanten lehen 
vnd phantschaft, gunne, als si des, von des obgeuanten kouffes 
wegen recht hant, ane alle geuerde, Ouch haben wir, In dem 
namen als da vor, für vns, vnd vnsern erben verheizzen vnd gelobt, 
mit vnsern Trewen an eides stat, disen kouf stet ze habende, vnd 
niemer da wider, ze tünde, weder mit recht noch der getat heim- 
lich noch offenlich, mit vns selber noch mit andern Lüten , noch 
ouch iemann gehellen der dawider tun wolti alleklich oder 
bi teilen, in dheinen weg ane geuerde vnd vertzihen vns ouch 
darvmbe schirmes vnd helffe aller Herren , Richtern , gerichten, 
vnd rechten, geistlicher vnd weltlicher, vnd aller vsezug . . . 
wir oder vnser erben hie wider in dheinen w r eg, iemer getün 
mochten , ane alle geuerde , vnd ze warer vergicht vnd ewigen 
vrkunde aller vorgeschriben sache , han ich, der obgenant Hug 
der Tumb in dem namen, als vor für mich vnd die vorgenan- 
ten min Vettern, Hansen, Friken, vnd Heinrichen die Tumben ge- 
brudere, der rechter Vogt ich bin , vnd für vnser aller erben min 
eigen Ingesigel offenlich gehenket an disen brief, vnder, das, wir, 
dieselben drye gebrüdere, als vnder vnser rechten wizzenthaften 
vnd erbornen Vogtes Ingesigel, vns binden, wan wir noch eigener 
Insigeln nicht haben, noch zu den Jaren, vnserr bescheidenheit 
komen sin, Hie bi waren, die diez kouffes getzüge sint, mit iren 
Ingesigeln, die sie durch vnserr bette (Bitte) willen ouch gehenke 
hant, an disen brief. Herr Herman von der Breiten Landen- 
berg, Herr Egb er von Goldenberg, Herr Haus Hof Mei- 
ster, von Frowenuelt, Herr Hans von Bödmen, Herr 
wernher von Buttikon, Herr Gocz Müller, von Zürich, 
Vogt ze Wesen vnd Johans von Lange nhart Vogt ze Raprcchts- 
wile, dis beschach, vnd wart discr brief gegeben ze Baden 



97 

inErgew, an dem ncchsten Samstag , vor vsgander Oster wachen, 
Nach gots geburt , Tusent , dreihundert vnd sechtzig Jaren , vnd 
darnach in dem drytten Jar. 

LL. SS. 

Anmerkung. Nicht ohne Interesse ist diese älteste mir 
bekannte Urkunde über das kleine Ländchen und den dermaligen 
Standesbezirk Neuburg, der etwa y 4 D Meile umfasst und aus 
dem zerfallenen gleichnamigen Schlosse und der Gemeinde Ko- 
blach mit der Pfarre zum heiligen Kilian aus 783 Einwohnern 
besteht. Dr. Staffier sagt in „Tirol und Vorarlberg, Thl. L, 
Bd. I., S. 90" in alten Urkunden findet man das Sclüoss Neu- 
burg mit „Neun bürg 1 ' geschrieben, weil es mit neun Thür- 
men umgeben gewesen sein soll. Das ist nicht richtig. Die 
mittelhochdeutsche Schreibweise Niuwenburg oder Nüwen- 
burg, wie sie hier erscheint (gleich Niuwenkirchen , Neuen- 
kirchen und jetzt Neunkirchen), führt auf Neuenburg oder 
^eunburg und j. Neu bürg; denn die neunthürmige Veste 
hiesse in alter Sprache Niunburg. 

Dieses kleine Gebiet von Neuburg gehörte von Altersher, 
wenigstens seit längerer Zeit vor dessen Verkaufe, den S. 5. a) 
erwähnten Tumb oder Thumb von 'Neuburg und nicht den 
Grafen von Montfort - Feldkirch , theils als Pfand , theils als 
Reichslehen. Schon vor diesem Verkaufe war den Herzogen von 
Oesterreich versprochen, ihnen diese Veste gewärtig und offen 
zu halten , wie auch das Vorkaufsrecht eingeräumt. Endlich nach 
mancherlei fruchtlosen Anbietungen nöthigten grosse Schulden 
Hugo , diese Veste und Herrschaft mit Leuten , Gerichten , allen 
Freiheiten in seinem und seiner Erben, wie auch in seiner 
drei Neffen Namen durch Johann Bischof von Gnrk und öster- 
reichischen Kanzler dem Herzoge Rudolph IV. von Oesterreich 
und dessen Brüdern Albrecht III. und Leopold III. am 8. April 
1363 um 3300 Pfd. Pfenninge Constanzer Münze zu verkaufen. 
Der weitaussehende Herzog Rudolf wusste zehn Wochen nach 
der Erwerbung von Tirol (26. Jänner 1363) durch diesen An- 
kauf im heutigen Vorarlberg den ersten Pfeiler zur Brücke von 
Tirol nach den alten Vorlanden für sein wachsendes Haus u 
schlagen. 
ID. ? 



98 

Diese Urkunde ist von Belang wegen der darin vorkom- 
menden Namen der E de Heute und über 80 steuerpflich- 
tiger Leute. Jene heissen in alphabetischer Ordnung: Ru- 
dolf Ankelstein, Gawan, Burkard und Hanns Gecziner, jetzt 
noch Getzner, Ulrich, Kunz und Jakob die Hartmann, Rüdiger, 
Kriesser und Scherer; diese: Aldrian , Appenzeller, Atzger, 
die man noch in Weiler und Röthis findet, Bechrer, Benz noch 
in Feldkirch, Montlingen und Altstätten in der Schweiz, Ber- 
wart, die Binderin, Blatter, Bözli der Keller, Brüggler in Alt- 
ach: Bunnungen, Burk von derMüli, Ebki (?Ebli), Erni noch 
zu Rankweil und Göfis, Fölki um Rankweil und Feldkirch, 
Fötschis, Frastes, Frischenberg, Fude, Fulstich in Widnau, 
Gaisser, Ganser (? vielleicht Gasner), Gerolt, Gesa von Reb- 
stein, Gisinger in Koblach und Altach, Graser, Gross, Gunel, 
Gutler zu Balzers, Han, Helbling, Heinmerlin noch Hämmerle 
in Koblach, Lustenau, Ems, Torenbüren, Jeger oder Jäger in 
Götzis, Jäggler, Justich, Jutzi oder Jutz in Nenzing, Kägi, 
die Kinstin , Kögli, Kösse, Krennvels, Küchenmeister, Küne 
j. Kühne in Meiningen, Künzler j. Künzle in Uebersaxen, Kum- 
minger, Lamphrit, Lenz, Linder, Luczel (Bringa? vielleicht 
Beringer), Mayer in Koblach und Götzis, Meiler aus der Altach, 
Mesner von Bernang, Möhel, Moser und Müller in Koblach, 
Nagel, Rozzer (Rosser), Schenzli von Buch, noch leben Schenz 
in Feldkirch, Schilin, Schlab, Schlabhaini, Schmit in Rankweil, 
Schneider, Sifrid in Weiler und Röthis , Spierlin auf dem Tug- 
stein, Stültz noch Stülz zu Bezau im Brcgenzerwald , welchem 
Geschlechte der St. Florianer Chorherr und Akademiker Jodok 
Stülz angehört , Stümpi , Suter, Tantigli , Treffer, Vehver (j. Fel- 
ber), Vend j. Fend in Koblach und Altach, Verre, wohl das 
heutige schweizerische Fehr, Vogel, Walch, wahrscheinlich 
Abkömmling eines Walhen, Wettach, Winzurn j. Weinzierle 
in Bernang, im Jagdbergischen und zu Feldkirch, Zimbermann 
noch Zimmermann zu Röthis, Sulz. 

Alle diese Namen, welche im J. 1363 im Rintal ze Chur- 
walhcn erscheinen, haben etwa mit Ausnahme von Aldrian, Föt- 
schis, Frastes (vgl. Frastanz), Gunel und Tantigli, deutschen 
Klang, da im zehnten Jahrhunderte in dieser Gegend noch ro- 
manische Namen neben deutschen zu finden sind. In und um 



99 

Neuburg sind nach den dankwerthen Mittheilungen des Herrn 
Alois Sons er, Pfarrers zu Koblach und meines Freundes Herrn 
Pius Moosbrugger, dermals Pfarrers zu Klaus, die herrschenden 
Geschlechtsnamen : Amann, Böckle, Egle, Ender, Fend, Gech- 
ter, Giesinger, Gut, Hämmerte, Kathan, Küng, Kopf, Längle, 
Madiener, Maier, Müller, Moser, Sandholzer a) Spalt, Sohm 
(aus Alberschwende), Sonderegger, Scheidbach und Zipper. 

Diese Urkunde überliefert uns auch Namen von Tumb- 
Neuburgischen Gütern, Höfen, Zinsen und Einkünften, 
theils innerhalb der Marken der heutigen Gemeinde Neuburg, 
grösseren Theils aber ausserhalb derselben. — In alpha- 
betischer Ordnung waren jene: Bramach(S. 93) oder Kran- 
bar li . (S. 94) wahrscheinlich das heutige B r o m e n , ähnlich wie 
aus Branberg (aus brennen und Berg) hinter Wiener-Neustadt 
Bromberg entstanden ist; Koblan, jetzt Koblach, am Fusse 
des kleinen Kumen oder Kumenberges mit dem Aichwalt ge- 
gen Götzis. Koblach ist die einzige Pfarre des ganzen Be- 
zirkes, deren Kirche auf diesem Felsberge steht. In dem 
Hofe zu Koblan (S. 95) war der Hofrichter für alle In- 
sassen der Hofmark. Der Berg Kadel liegt etwa hundert 
Klafter südlich vom Bocksberg und ist mit dem Kumenberg in 
Verbindung. Das heutige sogenannte Neuburgerland, früher 
die innern Mäder genannt, ist der ganze Strich am Kumen 
von Götzis und Mäder (wohl demnach den äussern) bis an 
den Rhein mit etwa zwanzig nach Koblach eingepfarrten Häu- 
sern. w , d. i. der Weiler A u gegen Meiningen und den 
Frutzbach hinauf. 

Wir wollen die Geschichte Neuburg's dem vaterländi- 
schen Leser ausführlich darleffen. 

A. Neuburg in den Händen Hugo's Grafen von Mont- 
fort-Bregenz. 



a) Vielleicht Abkömmlinge jener Sandholzer, welchen der Sitz 
Sonderberg auf einem lustigen und sonnigen Bühel ob Götzis 
nach Prugger, S. 122, noch im J. 1685 gehörte. Diesen Sitz Hess 
um 1570 Dr. Friedrich Sandholzer, Pfarrherr der Collegiat- 
kirche zu St. Stephan in Konstanz, ein ausgezeichneter Theolog, Mathe- 
matiker und Physiker, erbauen. 

7 • 



100 

Als nach den Siegen der Appenzeller sich ein eidgenös- 
sischer Bund ob dem Boden see, a) dessen Seele Ital 
Beding von Schwyz war, gegenüber dem Städtebund um den 
See im Jahre 1404 gebildet hatte, unternahm derselbe als 
erste Waffenthat die Belagerung der Veste Neuburg, die 
immitten ihres Bundes auf einem sonnigen Felshügel lag und 
dem Grafen Hugo von Montfort-Bregenz (dem Minne- 
sänger, vgl. S. 46. d) gehörte. Mit diesem wurde wegen dieser 
Veste ein vom 16. October 1405 bis St. Gallitag, d. i. 16. Oc- 
tober 1406 dauernder Vertrag von Seite des Bundes abgeschlos- 
sen, der aus der in Koblach verwahrten Originalurkunde in 
Zellweger's Urkunden-Sammlung zu dessen Appenzeller Geschichte 
N. CLXXX vollständig abgedruckt ist. Es ist mir sehr auffallend, 
dass diese Urkunde die Veste wiederholt kurzweg seine (Hu- 
go's) Veste nennt? Wie kam sie an diesen Grafen, der meines 
Wissens zu dieser Zeit wenig im nahen Bregenz, dessen Hälfte 
ihm gehörte, gewesen. War sie ihm als wirkliche oder Schein- 
pfandschaft und von wem überlassen? Vom Hause Oesterreich, 
dem sie doch später wieder angehörte, oder etwa von seinem 
Schwager aus zweiter Ehe , dem Grafen Friedrich VI. von Tog- 
genburg, welchem der Herzog Friedrich (mit der leeren Tasche) 
die Graf- und Herrschaften Feldkirch, Sargans (1403), dann 
Freudenberg, Nidberg, Wesen etc., um sie vor den Eidgenossen 
zu retten, verpfändet hatte, als Afterpfand? Auffallend ist es, 



a) Die Eidgenossen dieses Bundes waren auf dem linken 
Rheinufer: die Stadt St. Gallen und Appenzell, dann das 
Rheinthal hinauf, als Rheineck, Altstätten, Marbach , Berneck 
Kriessern , dann gegen Sax und Gambs; auf dem rechten die Stadt 
Peldkirch (seit 15. Sept. 1405 mit Appenzell), wozu wohl auch 
der innere Bregen zerwald unter seinem ersten mir bekannten 
Landammann, Wilhelm von Fröwis, gehörte, ferner P 1 u d e n z , das Thal 
Montavon , das ganze W a 1 g a u , alle Bannersgenossen von Rank- 
weil inner und ausser der Klaus von Götzis , dann Lustenau, 
Höchst und Fussach und der Eschnerberg im heutigen 
FQrstenthume Liechtenstein. Dieser Bund ob dem See , der sich eid- 
genössisch organisirte und nahe daran war, sich zu einem Schweizer- 
orte — einem Kantono — auszubilden, wurde durch K. Ruprecht's 
Spruch ddo. Konstanz am 8. (nicht 11.) April HOS wieder aufgelöset. 



101 

dass wir diesen Hugo anderweitig in diesem erbitterten Kampfe 
zwischen den Freiheit anstrebenden Bündischen ob dem See und 
der schwäbischen Ritterschaft vom St. Georgenschilde nicht als 
Theilnehmer finden, da doch seine Vetter Rudolf und Wilhelm 
von Montfort, Eberhard von Werdenberg und so viele des dor- 
tigen zahlreichen Adels namentlich als solche genannt sind. 
Dieser Wilhelm von Montfort - Bregenz , Hugo's Neffe , der Be- 
sitzer der andern Hälfte von Bregenz, war ja durch seine Lage 
als Vordermann der oberschwäbischen Ritterschaft vor Allen 
den Angriffen der Appenzeller biossgestellt , welche vom 9. No- 
vember 1407 bis zum 13. Jänner 1408 die Stadt Bregenz be- 
lagerten und daselbst mit Hilfe der wachsamen Ehreguta 
aufs Haupt geschlagen wurden. Wo war Hugo während dieser 
Vorgänge um Bregenz, die ihn doch auch berühren mussten ? 
Auf seinen, den Pfannbergischen, Gütern in der Steyermark, 
oder im obern Elsass , wo er längere Zeit Landvogt gewesen ? 

//. Neuburg zur Zeit des Schwedeneinfalles im 
J. 1647. 

Die Veste Neuburg wurde im J. 1589 vom Erzherzoge 
Ferdinand von Tirol dem Grafen Kaspar von Hohenems mit der 
Bedingung verpfändet, dass der feste Platz dem Landesherrn 
vorbehalten bleibe. Der Graf verwendete zu dessen Herstellung 
etliche Tausend Gulden und die Veste war nach Schlehen (im 
Jahre 1616) wohl erbaut und wohnlich, wie auch mit kleinem 
und grossem Geschütze ziemlich versehen. Als die Schweden 
am 4. Jänner 1647 Bregenz überrumpelt hatten , trugen sie An- 
fangs Bedenken weiter in's Land hinauf zu rücken, zumal die 
Eidgenossen 7000 Mann an den Rhein legten und Rudolf Frei- 
herr von Salis aus Graubünden als Gesandter zu Bregenz er- 
schien. Auch die Bewohner des obern Vorarlbergs hielten sich, 
nach der Wegnahme des so wichtigen und festen Passes von 
Bregenz geschreckt, zurück und schickten auf Zusammenberufung 
von Seite der Schweden wie die Bregenzerwälder Abgeordnete 
zur Unterhandlung einer Brandschatzung dahin, welche nach 
Georg Prugger's Feldkircher Chronik (1685), S. 67, für jedes 
Haus von Stadt und Land in achtzehn Gulden bestand. Eine 
feindliche Abtheilung rückte über das menschenleere Torenbüren 
und Ems herauf, besetzte rechts vom Wege die Veste Neuburg 



102 

und legte 90 Mann Besatzung hinein; die Andern setzten sich 
auf das Schloss Schattenburg über Feldkirch, einige in die 
Stadt, um die ausbedungene Brandschatzung einzutreiben und in 
Empfang zu nehmen. Am 7. März zogen sie gegen alle Ver- 
muthung ohne absonderlichen Schaden von hier ab. Die kleine 
Besatzung in Neuburg, zuerst vom Grafen Karl Friedrich von 
Hohenems, der vom Jahre 1646 bis 1654 österreichischer Vogt 
zu Feldkirch war, dann vom kaiserlichen Generale Adrian Frei- 
herrn von Enkevoirt belagert, kapitulirte nach tapferer Ver- 
theidigung und erhielt , noch 60 Mann von 90 stark _, am *y 28 . Mai 
ehrenvollen freien Abzug nach Ueberlingen. Die Schattenburg 
zu Feldkirch und Neuburg sind wohl die südlichsten Puncte 
in Deutschland, welche die Schweden inne hatten. — Die Veste, 
die nie den Pfandinhabern überlassen wurde , hatte bis zum 
Jahre 1744 österreichische Besatzung, ein Zeughaus mit dem 
erforderlichen Geschütze, Handmühlen etc. und diente auch zur 
Verwahrung von Verbrechern. Seit dieser Zeit liess man die 
festen Werke verfallen, die endlich im J. 1767 verkauft und 
zum Theile abgetragen wurden. 

C. Die Neuburgische Pfandschaft. 

Der kaiserliche Generallieutenant Johann Graf von Aldrin- 
gen gab im J. 1633 dem K. Ferdinand II. ein Darlehen von 
100,000 Gulden. Er fiel am 22. Juli 1634 vor Landshut, und 
seine Schwester Anna a) brachte seinen Nachlass und Namen 
mit kaiserlicher Genehmigung im J. 1635 an die Clary 'sehe 
Familie. Ihrem Sohne, dem Johann Marx Georg bj Grafen von 
Clary und Aldringen, verlieh am 12. April 1679 Kaiser Leopold I 
die Herrschaften Neuburg, dann das einst Weifische, später 
Freundsberg'sche Schloss Peters b er g, wie auch Wiesberg 
im Oberinnthal (jede zu 50,000 11.), als Pfandschaft in der Art 



a) Die beiden Brüder des Generals waren Geistliche, Aldringen Paul, 
Bischof zu Tripoli und Weihbischof zu Strassburg, und Johann Ma- 
ximilian, Fürstbischof zu Seckau. Deren Schwester Anna ver- 
mählte sich mit Hicronymus Grafen v. Clary, erst spanischem 
Obersten , dann kaiserlichem Generalfeldwachtmeister. 

b) In Weize n eg g e r - Merk 1 e's Vorarlberg II. 60, und in Dr. Staff- 
ier TU. II. Bd. I. 91 werden irrig die Grafen Johann, Mar- 
cus und Georg von Clary und Aldringen gesetzt. 



103 

zum Fruchtgenusse, das« selbe gegen Erlag des auf beiden 
Herrsehaften haftenden Pfandschillings von 100,000 Gulden, über 
vorläufige halbjährige Aufkündigung, die immer mit Ende Juni 
zu geschehen hätte, wieder eingelöset werden könne. 

Nach dem gleichzeitigen Prugger, kaiserlichem Notar zu 
Feldkirch, gehörten laut S. 121 seiner mehrerwähnten 1 Feld kir- 
cher Chronik auch „Höchst vnd Fuessach, Alt- und Neu-Montfort, 
Tosters vnd Jaffsrherff" zu dieser Pfandherrschaft. Meines Er- 
achtens aber nicht diese ganzen Orte, sondern nur Realitäten 
in denselben: wie ich folgende fn neuen amtlichen Berichten 
als die wesentlichsten aufgeführt finde : a) die zwei Maierhöfe 
an der Landstrasse zu Neuburg; b) der zu der Pfandherrschaft 
Alt- und Neu-Montfort gehörige Maierhof in Burgfeld zu Weiler ; 
c) das Ackerfeld zu St. Arbogast und die dazu gehörigen Güter 
zu Götzis; d) die zwei Maierhöfe in Tisis; e) die Lehen zu 
Tosters; f) der zur Pfandherrschaft Jagdberg gehörige Burghof 
in Schlins — von Höchst und Fussach und dortigen Rechten 
ist keine Rede mehr. Der Pfandinhaber hatte nach Prugger 
auch die niedere Gerichtsbarkeit, die höhere aber die öster- 
reichische Herrschaft Feldkirch. Diese Pfandschaften kamen in 
der Folge durch Heirath an die Grafen von Wolkenstein- 
Rodenegg. Neuburg und Wiesberg aj gelangten von der Gräfin 
Theresia von Wolkeustein, geb. von Turnau, mittelst Vertrag 
vom 3. November 1837 um 50,000 fl. an den durch seine Lie- 
ferungen im J. 1809 bekannten Michael Fink, bürgerlichen 
Handelsmann und Schiffmeister zu Braunau; die Pfandherrschaft 
Petersberg aber besitzt dermals Joseph Graf zu Wolkenstein- 
Rodenegg. 

Ausserhalb der Marken der heutigen Gemeinde Neuburg 
liegen jenseits des Rheines im heutigen Kanton St. Gallen Ber- 
nang; dann ein Hof ob Platten ist der Hof ob dem Schlosse 
Platten zwischen der Pfarre Reute und Oberried am Rheine. 
Mir schreibt Herr Sönser die Worte : „von dem Hof am Batten- 
berg enhalb Rheins Waitzen 3 SchäfTel der Neuburg. Herrschaft 



a) Vgl. Dr. Staffiert Tirol und Vorarlberg, Th. II. Bd. I. S. IM. 
2%0 und 3*8. 



104 

ist ausgelöst"; Rebstein, Schmitten oder Schmitter und 
Widnau, wo die Tumben Rechte und Einkünfte hatten. Dies- 
seits und zwar unterhalb Neuburg: Tugstein ein Weiler mit 
einigen Häusern an der Emserreute, am Wege nach Ebnit. Ach 
ist ein Weiler zu Altach gegen Bauren hin; Tobel liegt nahe 
am Sonderberg zwischen Altach und Götzis und gehört in letz- 
tere Pfarre. In den Medern, d. i. das heutige Mäd er, wel- 
ches nach Schlehen's sogenannter Emser-Chronik, S. 48, zu jener 
Zeit (1616) in die schweizerische Pfarre Montiglen gehörte und 
jetzt eine eigene kleine Pfarre von 556 Menschen bildet. Aechli 
dürfte nach Herrn Sönser der Götznerbach sein, der durch 
Altach und Bauern dem Rhein zugeflossen ist, nun aber von dem, 
von Koblach aus bis in die sogenannte Seelacke ober Lustenau 
im J. 1844 geführten Kanäle aufgenommen wird. 

Zu Ketzis (dem heutigen Götzis mit 2500 Einwohnern) 
war nach S. 95 eine Taferne, die von Rechtswegen zu Neu- 
burg sein sollte. Hier wie in Gisingen, Fröwis, Rankweil, To- 
sters etc. hatte die Frauenabtei Schännis schon im J. 1045 
theils eigene, theils Lehen- und Zinsgüter. Götzis wird in 
P. Alexander's III. Bulle für Schännis ddo. 24. October 1178 
Chezins genannt. Das Patronatsrecht der beiden Pfarrkirchen 
zu Rankweil und Götzis schenkte ddo. Feldkirch am 29. Juli 
1378 der mehr erwähnte Graf Rudolf VII. von Montfort- Feld- 
kirch dem Domkapitel zu Chur a). Zu Götzis, rechts an der 
Strasse von Ems, liegt Buch (S. 93), wie noch die dermalige 
Wirthschaft zum Schwan heisst. Buch war der Sitz der edeln 
Familie Jonas von Buch und Udelberg, das im Pfarrbezirke 
Koblach gelegen ist. Diesem Geschlechte, das Jon (vielleicht 
Juen, wie man es noch im Thale Montavon findet), dann Jo- 
nas hiess, gehörte der Dr. Jakob Jonas an. Er war sehr 
wahrscheinlich hier geboren, lehrte erst in Tübingen die bür- 
gerlichen Rechte, die griechische und hebräische Sprache. Sein 
ausgezeichneter Schüler war der berühmte Orientalist Johann 
Albert Widmanstätten, der später seines Lehrers Tochter A n n a 



a) Die Urkunde , die in lateinischer Sprache geschrieben ist , habe ich in 
Chmel's Osten-. Geschichtsforscher, Bd. II. XXII., 8. %0 ff. mit- 

getheilt. Vgl. oben ß. 7.3. 



105 

heirathete. Als Kammergerichtsbeisitzer wurde er mit seinem 
Bruder Benedict von K. Karl V. ddo. Regensburg 19. März 
1541 geadelt. Er starb als K. Ferdinand's I. Hofvicekanzler, 
den er zum Reichstage nach Augsburg begleitete, zu Abensberg 
am 28. Dec. 1558 und ruht in der Stadtpfarrkirche zu Ingolstadt. 
Vier Söhne gab er den Jesuiten in das im J. 1554 zu Wien er- 
richtete Convict zur Erziehung a). Die späteren Jonas in Vor- 
arlberg sind höchst wahrscheinlich Abkömmlinge seines Bruders 
Benedict, dessen Enkel Wolfgang um das Jahr 1600 Verwalter 
der Herrschaft Neuburg war. Fräulein Maria Ursula Jonas 
von Buch und Udelberg, welches im Jahre 1736 starb, hat 
Udelberg als die Letzte ihres Stammes bewohnt. 

Kumingen j. Komingen ist ein zwischen Mäder und Götzis 
gelegener und zu letzterem eiogepfarrter Weiler. — Schwendi 
j. Schwende ist im Götznerberg, also zwischen Götzis und Mä- 
schach. — Meschach und auch in dieser Urkunde S. 91 auch M ä- 
schach(von mähen und der Schachen d. i. Wald b) etc., daher 
die neuerlich angenommene Schreibweise Mörschach durchaus 
unrichtig ist) macht seit 1822 eine Expositur von Götzis, mit 
140 Seelen in 30 zerstreuten Höfen. Es liegt eine Stunde weit 
hinter einer von Götzis aus gesehenen Felsenwand im Gebirgs- 
versteck, abschussig mit der Abdachung gegen Südost, wohin 
man auf rauhem, unbahnbarem Wege gelangt. Im Chore dieses 
kleinen Kirchleins steht noch meines Freundes Pius Moosbrug- 
ger's Mittheilung : 1463 erbaut. Es wurde 1548 von Lucius, 
Bischöfe zu Chur, eingeweiht 

Diese Verkaufsurkunde spricht S. 95 von einer Land- 
strasse, welche von Rechtswegen vor Neuburg auf und ab- 
fuhren soll und von der Niederlegi cj, die da sein soll 
Diese Andeutungen bedürfen einer Erläuterung. Der alte Stras- 
senzug für den Zwischenhandel mit Italien und Deutschland, 



a) Ct. Leop. Fischer brevis notitia urbis Vind. 1771. Supplem. p. 98. 
— Ein anderes Mal wollen wir von diesem Dr. Jakob Jonas 
Mebrercs mittheilen. 

b) Das wäre Mäh holz, Holz oder Wald, in dem man mähet ; vgl. Mäh- 

moos bei Sibratsgfäll. 
r) Das ist Waarenniederlage. 



106 

der Schweiz und Tirol , dessen Knotenpunct in dem auch durch 
seine militärische Lage wichtigen Feldkirch liegt, ging von Bre- 
genz über Wolffurt, Schwarzach, Torenbüren, Ems am Fusse des 
Gebirges nach Götzis , und von da durch die Klause nach Rötis, 
Rankweil und Feldkirch. Südwestlich vor Feldkirch wurde die 
111 überbrückt und die jenseitige Kapelle, im J. 1380 erbaut, 
gab diesem Theile der Gemeinde Tisis den heutigen Namen 
„im heiligen Kreuz 1 '. Bei h. Kreuz spaltete sich der Weg; 
geradehin führte er, wie noch heut zu Tage, nach Vaduz und 
Chur, links hin über die Letzi und den Fällengatter (wo wahr- 
scheinlich einst ein Fallgatter gestanden) nach Frastanz, Pludenz 
und Tirol, welches das Land hauptsächlich mit Salz versorgt. 
Mit der Zunahme des Waarenzuges wurde zu Feldkirch eine 
Zuschg a), wie sie daselbst heisst, mit Erlaubniss des Her- 
zogs Leopold IV. am Dinstag vor St. Margaretha 1400 gebaut. 
Um den weitern und beschwerlichen Weg über die Letzi ab- 
zuschneiden, führte man vom Pludenzer Thore hinein mit vieler 
Mühe und grossen Unkosten die Strasse am rechten hochfelsigen 
Illufer hin, baute im J. 1550 unter K. Ferdinand I. eine hoch- 
gewölbte Brücke. Im Jahre 1768 begann man die neue, der- 
malige Land- und Poststrasse von Lauterach geraden Weges 
nach Torenbüren,, Ems und Götzis zu machen, und im J. 1770 
dieselbe von Götzis östlich an Neuburg hin durch die grasigen 
Wiesen und fruchtbaren Aecker gen Altenstadt und Feldkirch 
fortzusetzen. 

Der Glouel ist nordöstlich an und von St. Arbogast. In 
einer Abschrift , betitelt : Auszug von Graffl. Kaspar zu Ems 
Haupt Urbar 1613 heisst es: der Holtzberg, der Glofen 
genannt und der Böss-Kopf stosst auf St. Algastfeld (d. i. 
St. Arbogasts-Feld). Schönrain, Erlach und L i t e n (d. i. 
Liten oder Leiten, Bergabhaug) sind nach Herrn Pfarrer Sönser 
kleine Bezirke an den Neuburgischen Herrschaftsgütern, und 
gränzcn an Tschütsch und die Herrschaftswaldung. 



a) Auch Zust oder Sust, vom italienischen sosta, Rast, Ruhe, Still- 
stand (von sostare). Die Rodfuhren, welche ihre Ladungen nur auf 
gewisse Stationen bringen durften und dann an andere Fuhrleute 
überlassen mussten , erforderten eine solche Zuschg. 



107 

Kalkofnach, d. i. vielleicht Kalcheren an der Clus, 
das von den Kalkbrennereien, die das Stift St. Gallen daselbst 
hatte, jenen alten Namen führte. Von der dortigen Klause 
nennt sich das heutige Pfarrdorf mit seinen 500 Einwohnern. 
Die ältesten Xotizen über Klaus verdanke ich dem dermaligen 
Herrn Pfarrer Moosbrugger, die zur Ergänzung von Weizen- 
egger - Merkle's Vorarlberg, Band II., Seite 223, beitragen 
sollen. — Nach einer Handschrift schenkten im J. 1237 die 
Grafen Rudolf und Hugo von Montfort ihre Güter zu Calche- 
ren oder Kalcheren dem Kloster zu St. Johann im Thur- 
thale. Den Rest kaufte Abt Konrad im J. 1270 vom Grafen 
Rudolf und .... 1302 den Weinberg in Fröwis, wovon keine 
Urkunde mehr vorhanden ist. Heinrich IV., Bischof zu Chur, 
aus dem Hause Montfort, schenkte am 9. December 1265 die 
Kirche (capellam) in Calcherun mit allen Einkünften dem- 
selben Gotteshause zur Besserung des Tisches für den Abt und 
den Convent, mit der Erlaubniss, dort aus den Klosterbrüdern 
einen Vicarius zu bestellen. Vgl. Ambros. Eichhorn Episcop. 
Curiensis p. 94 und die ganze Urkunde daselbst im Cod. Pro- 
bat, p. 89, X. LXXIX. Auf jene ältere Schenkung vom J. 1237 
weiset die Stelle in der Urkunde 1265, welche lautet: „Nos 
capellam in Calcherun, quae ex antiquis temporibus ad 
collationem dictorum abbatis et conventus spectare dinoscc- 
batur, contulimus propter Deum etc." Graf Rudolf von Montfort 
schriiit dem Bezüge dieser Einkünfte Hindernisse gelegt zu 
haben, indem er im J. 1270 dem Abte versprach, ihn in die- 
sem Bezüge nicht mehr zu hindern. S. von Arx I. 436. Mit 
dem Kloster St. Johann kam auch diese Pfarre an das Stift 
St. Gallen, das bis zu seiner Auflösung in dessen Besitze blieb 
und bald Stiftspriester, bald Weltgeistliche dahin setzte. Auch 
in Kalcheren findet man im J. 1399 eine Zust, wahrscheinlich 
wegen des Zolles, der allda erhoben wurde, verzeichnet. 

Die erste Anhöhe von der Kirche zu Klaus westlich hin 
helsst Tschütsch, in der Urkunde S. 95 Schütsch. Der 
Sattelberg ist in dessen Nähe mit guten Weingeländen und 
der daran stossenden Ebene. Untersattelberg hatte ehe- 
mals zwei, jetzt drei Höfe, Lehen von Ems, jetzt Privateigen- 
thuni mit dem Beholzungsrechte in der gräflichen Waldung. 



108 

Auch der Graf (von Truchsess- Waldburg-Zeil) bezieht noch die 
Hälfte Wein in natura. Zu Obersattelberg mit neun Häusern 
hatte ehedem das Kloster Valduna Zehent und einige Besitzungen. 
Auch Erlach (S. 92), das heutige Erlen, liegt in derselben 
Pfarre Klaus. — Die Orte Weiler, Sulz und Rankweil sind 
bekannt. Weiter oben in der Gemeinde Zwischenwasser liegt 
Butschuns (S. 92), jetzt Batschuns, wo oben am Berge 
nach Schlehen S. 51 die Brocken a) von Feldkirch ein Haus, 
nach Prugger S. 124 Weissenberg genannt, erbauten. Ob 
der Ammann von Butschuns hier der Name des Geschlechtes 
oder die Würde ist, kann ich nicht bestimmen. Meiningen 
(S. 92), dessen erste Anbauer theils die Kirche zu Rankweil, 
theils zu Altenstadt besuchten, erhielt die erste Kirche 1477 
und wurde im J. 1609 eine selbstständige Pfarre. 

Ferner war nach Neuburg pflichtig Cünzli Winzurne von 
Jagberg im innern Walgau; ferner der Burgstall ob Blasen- 
berg, jenseits der 111 in der Pfarre Tisis; desgleichen Gall- 
mist und der Eschinerberg, d. i. der Eschnerberg im heu- 
tigen Fürstenthume Liechtenstein. Irrig wollten Mehrere wegen 
des Namensklanges die vindelicischen Estionen bj des Strabo 
hieher versetzen , welche in's Gebiet von Kempten nach E s c h a c h 
hinter dem Buchenberge gehören, wo man sogar römische Mün- 
zen gefunden hat. — Selbst zu Balzers, an der Grenze gegen 
den St. Luciensteig, hatte er eine hörige Familie. Einige kleine 



a) Ueber diese Brock oder Prock von und zu Weissenberg (auch 
im Viertel ob dem Manhartsberg) und Do mau in Niederösterreich s. 
Wissgrill I. 402. Von diesem Gute Weissenberg scheint der 
Name auf ihr Haus oder ihren Ansitz zu Batschuns übergetragen zu 
seyn, so wie der gemeine Mann den St. Gebhardsberg bei Bregenz 
nach dem steyermärkischen Pfannberg, das Graf Hugo von Mont- 
fort-Bregenz um 1369 erheirathete , noch jetzt häufig Pfannen- 
berg nennt (S. 46 o). Von Ladislaus Prock dem Jüngern, 
kais. Generalbuchhalter der beiden Kammern zu Kremnitz und Schem- 
nitz um 1575, besitzt das k. k. Münzcabinet eine kleine, vergoldete 
Medaille in Silber. 

b) Oi E'ciwvfig twv OuivSs X ixü v eiai xat Bp^avnoi. xai iro'Xsis 
aürwv BpifävriGV xai Kap n dduv ov. Strab. Lib. IV. Estionibus 
mediis inter Brigantios et Licatios sedeis tribuo in vallibu6 I 1 a r i 
amuis. Clüverii Vindelicia et Noricum, p. 12. 



109 

Weiler und Hofe, wie Bunnungen, Ober- and Unter-Brübl, 
Egerden, Widaeh, Brädlis (vielleicht Brederis), mag der Hei- 
mische suchen, wenn sie etwa noch unter diesem Xamcn be- 
stehen und Jemanden interessiren. 

XXXV. 

Compromiss von den Grafen von Werdenberg und 
Montfort-Feldkirch auf Herzog Leopold III. von Oester- 
reich. 

An dem Var unter Werdenberg am 30. Juli 1369. 

Wir Graf Albrecht von Werdenberg der alt, vnd 
Graf Hag sein Sun. Veriehen bekennen vnd tun kunt oflenlich 
mit disem brief, Daz wir durch tegding, des durchluchtigen 
hochgeborn Fürsten, vnsers lieben gnedigen herren, Herczog 
Leupolts von Oestereich, für vns, vnd für meine des 
egenanten Graf Albrechts des Eltern Sünen, Graf Alb rechten 
den Eltern, Graf Albrechten den Jungern, vnd Graf 
Hainreichen, vnd für alle vnser aller, frevnt, helffer, vnd 
diener vnd alle ander Lewt, den wir ze gepieten haben, an 
geuer, ainen erbern, siechten, getrewen, ganezen, vnd guten 
frid , aufgenomen versprochen , vnd vertröstet haben , vertrösten, 
vnd nemen ouch, den, auf, wizzentlich mit disem briefe, mit 
vnsern vettern Graf Rudolffen vonMontfort dem eitern, 
vnd mit, Graf Rudolffen, seinem San, vnd mit allen iren 
Frevnden , helfTern , vnd dienern, vnd allen andern Lewten, den 
si ze Gepieten habent , an geuer, vncz auf den nechsten künf- 
tigen sand Michels tag, vnd denselben tag, vnd die nacht alle, 
vngeuarlich vnd swas wir stozz vnd misshellung ieezunt , mit 
einander haben darvmb deweder tail vnder vns den andern an- 
zesprechen hat die haben wir gar vnd genzlich geseezt, vnd 
seezen mit disem brief, auf den vorgenanten vnsern herren 
Herczog Leupolten, vnd seinen Rat zu dem Rechten also, wa- 
hin vnd wenn , derselb vnser herre , Herczog Leupolt , vns , für 
sich, vnd seinen Rat innrent der zeit des egenanten frides tag 
geit (gibt) vnd chundet, daz wir auf ietwederm taile, mit aller der 
warnung vnd kuntschaft Luten vnd briefen , der wir auf ain 
gancz ende der sache, ietwederhalb , ze geniezzen gedenken 
dahin für si komen vnd ouch bei Inen beleiben sollen , als lang, 



110 

vncz daz si, nach vnsrer furlegung, vnd Widerrede, baident- 
Italben gen einander vmb alle die Sachen vnd stukke, darvmb 
wir danne , einander anzesprechen haben , das recht ervindent, 
erkenncnt vnd gesprechent, auf den ayd, bei iren trewn, da 
bei, der egenant vnser herre der Herczog, ieglichen seins 
Rates, der danne ze gegen ist, fragen sol, ane alle geuerde. 
Vnd was si alle gemainlich, oder der merer tail, vnder in 
darumb also, zu dem rechten sprechent vnd erkennent, auf den 
ayd, das sullen vnd wellen wir, vnd vnser Erben, auf ietwe- 
derm taile, stet haben ewiklich, vnd volfuren genczlich, ane 
alle geuerd. Und haben vns ouch des verpunden, williklich bei 
vnsern trewen, an aides stat. Mit vrkund dicz briefs. Der geben 
ist an dem Var, vber den Rein, vnder Werdenberg, an dem 
nechsten Mentag vor sand Peters tag ze Ingendem ougsten. 
Nach krists gepürde drevczehen Hundert iar, darnach in dem 
JYewn vnd Sechczigisten Iare. 

L. S. 
(Orig. Pergam. 2 Siegel. Geheim. Hausarchiv.) 

XXXVI. 

Friedrich II., Bischof von Chur, ernennet den Grafen Ru- 
dolph VI. von Montfort-Feldkirch auf sieben Jahre zum Pfle- 
ger des Gotteshauses zu Chur. 

Chur, 28. August 1372. 

Wir Fridrich von gottez genaden bi schon" ze Chur, dez 
hoherbornen durhluchten Fürsten vnsers genädigen herren her- 
czog Lutpoltz von Osterrich etc. Kantzier tund kund vnd ver- 
jehent offenlich mit vrkund disz briefs, als wir den edeln herren 
vnsern besundern Frund Graf Rudolfen von Montfort den 
eitern herren ze veltkirch, ze pfleger gesetzt habent vber 
vnser gotzhus ze chur vnd Im daz mit aller zu gehord habint 
in geantwurt als ainem weltlichen pfleger vntz vflf disen nuhsten 
sant verenen tag (d. i. 1. Sept.) ze Ingendem herbst vnd dar- 
nah siben gäntzu jär als die brief wisent die wir gen enander 
habent, vnd Im och gcwalt habint geben ze rechtint allenthal- 
ben, vmb dez gotzhus liit vnd guter wa daz notdürftig ist in den 
selben Jarzaln, mit vollem gcwalt an vnsrer statt ze gewin vnd ze 
verlust wari daz Im da mit dem rechten iendert tischet (etwas) 



111 

w unli an behept, daz sol er weren vnd vsrichten von dez gotz- 
hus gut an sinem schaden. Mit sölicher beschaidenhait , wäri 
daz er dehain dez gotzhus gut darvinb moszti versetzzen, dez 
hat er vollen gewalt vnd daz selb gut daz er denn also ver- 
satzti, waz daz Jarclich gelten niocht vnd Im da von Jarclich 
werden solt die Jarzal vs. So vil sol och vns vnd vnserm nah- 
k i'in. -ii ob wir nit warint abgan, Jarclich an den vier hundert 
guldinen die er vns Jarclich geben sol, nah vrkund der brief 
die wir darvber von Im habent an all geverd, ald aber er sol, 
ez richten von den vier hundert guldinen , ob ez vnser wille 
ist an all geverd, also daz Im dar an nüschet (nichts) ab gang, 
an den nützen, die Im Jarclich werden sond, nah wisung vnd 
sag der brief die wir gen enander habint, an all geverd. Dirr (die- 
ser) Ding ze wärem vrkund vnd stater sicherhait haben wir 
vnser aigen Insigel gehenkt an disen brief. Geben ze chur, an 
dem nähsten samstag nah sant partolomens tag, do man zalt von 
cristus geburt drützehenhundert vnd sibentzig Jar, darnah in 
dem andern Jar. L. S. 

(Orig. Pergam. I Siegel. Geheim. Hausarchiv.) 
Anmerkung. Dieser Friedrich II. von Menzingen , des 
Herzogs Leopold III. Kanzler und vom J. 1368 bis 1376 Bischof 
zuChur und Graf Rudolph VI. von Montfort-Feldkirch 
schliessen auch am 26. August 1372 den Vertrag, dass die 
Bürger von Chur und Feldkirch gegenseitig zollfrei sein sollen, 
mit der Ausnahme, dass ein Bürger von Chur zu Feldkirch nur 
Wein und ein Bürger von Feldkirch zu Chur nur Salz ver- 
zollen soll. Vgl. Johann Georg P rugger's Veldkirch. Veldkirch 
1685, in kl. 4to., S. 25, und Eichhorn Episcopat. Curiensis, 
p. 114. Nach Eichhorn war es Rudolph VII., dessen Sohn, in- 
dem er ihn den kinderlosen Dompropst von Chur sein lässt. 
Laut dieser Urkunde ist es hier und wohl auch in dem Ueber- 
einkommen vom 26. August Rudolph der ältere, der Vater, 
welcher im Jahre 1373 starb. Rudolph VII., der Jüngere, 
erst Dompropst zu Chur, entsagte dieser Würde nach seiner 
Brüder Tode, vermählte sich mit der reichen Gräfin Agnes 
von Matsch und verkaufte kinderlos, als der Letzte dieser 
Linie, die Stadt und Grafschaft Feldkirch im J. 1375 bedingungs- 
weise an Oesterreich. (Vgl. Urkunde VII., oben S. 70.) 



112 

XXXVII. 

Gerichts-Urkunde Konrad Stossers, kaiserlichen Landrich- 
ters in der Bürs , wegen der Verzicht der Gräfinnen Agnes 
und Anna von Montfort auf ihr väterliches und mütterliches 
Erbe gegen ihren Neffen, den Grafen Rudolf VII. von Montfort- 
Feldkirch. » 

Lindau am 30. Juni 1375. 

Ich Cvnrat der Stosser ain frye Lantrichter in der Byrsse — 
von mines gnädigen Herren dez Romischen Kaisers Karlen 
gewalt. Tvn kunt mit disem Brief, allen den die in ansehent, 
lesent, oder horent lesen Das für mich kament da ich offenlich 
ze geriht sazz an dem tag alz dirr brief geben ist, die Edeln 
wolgeborn frowa, frow agnes, vnd frow anne Gräfina von 
Montfort GrafHugs seligen vonMontfort tohtran, dez 
ist du ain frow agnes Graf Cvnrat s von Montfort Herre 
ze Bregencz Elichü frow, Vnd dii ander frow Anno, 
Graf Hainrichs von werdenberg vom Hailgenberg 
elichü frow, mit jrem furfprechen. Wienhart dem Lant- 
schriber. vnd baten in ze ainem vogt gen den edeln wolgeborn 
Herren Graf Hansen von werdenberg von sant Gans 
(d. i. Sargans), der in och mit vrtail vnd mit dem rehten, ze 
ainem rehten vogt geben wart mit willen vnd gvnst jro vorge- 
nanto elichen manne, Graf Cvnrat von Montfort vnd GraflF 
Hainrichs von werdenberg die och da engagen stvndent vor 
geriht, vnd sich der vogtay willeklich entzigent alz reht ist. 
Vnd do daz geschach do namen die vorgenanten baid frowa 
Grafina von Montfort, vnd och jr vorgenanter vogt Graf Hans 
von werdenberg ainen fursprechen , vnd nament den vorgenan- 
ten Wienhart den Lantschriber vnd oflfnotvnt da vor geriht, 
vnd sprachent also, si weltent sich gen dem Edeln wolgeborn 
Herren Graff Rudolf von Montfort Herre ze Velkirch 
entzihen, alles jrs vätterlichs vnd müterlichs eirb Lüt vnd Gut 
wie daz genant war , won si dez mit jm lieplich vnd mit wil- 
len vber ain komen wärent, vss genomen der ahtzehen Tusent 
Guldin guter vnd volfwär an gewigd vnd an Golde von der 
pfantschatz wegen di si haben sont vf dem Pregentzer wald 
vnd vf allen den stukken Lütcn vnd guten die dar zu gehorent, 
vnd och dar zu andrü stuk lüt vnd gut , nach der brief sag, 



113 

die dar vmb wisent vnd sagent, den andern jrs vätterlieh vnd 
Mutterlichs eirb vnd Gut allessament wie daz genant ist, w«>l- 
tent si sich gern entziheu vnd verzihen wie es kraft vud mäht 
hetti vnd alz reht war, won dez warent si willig zetund, vnd 
baten in mit jrem obgenanten fursprechen an ainer gemainer 
vrtail ze erfarende wie si daz tun vnd volfuren soltent alz 
reht war, do fragt ich vmb vnd wart ertailt mit gemainer vnd 
vnzerworffner vrtail, daz die vorgenanten baid frowen Grafina 
von Montfort, jr fursprech vnd jr vorgenanter vogt Graf Hans 
von werdenberg, si baid vs furtent von dem geriht vf dez 
Richs Strasse ze drin malen, vnd da an in erfurent ob si 
es tatent bettwongenlich ald vnbettwungenlich seiti der vorge- 
nant vogt vf sinen ayde das si sprachent daz si es willeklich 
vnd vnbettwungenlich tatent, daz hetti wol kraft vnd war och 
reht , vnd daz denn da nach aber geschach daz reht war , vnd 
do daz also ertailt wart zetund, do fürt der vorgenant vogt 
Graff Hans von werdenberg , vnd och jr vorgenanter fursprech 
die vorgenante frowan baid ze mal vs von dem geriht ze drin- 
mal vf dez Richs straufs, vnd erfurent da an inen ze drin 
malen ob si es tatent bettwongenlich ald vnbettwungenlich, 
do seit (sagt) der vorgenant vogt Graf Hans vf sinen ayde, 
daz si baid sprachent , das si ez willeklich , vnd vnbett- 
wungenlich tatent , vud do daz geschach , do baten si in 
mit jrem obgenanten fursprechen an ainer vrtai erfarend , 
wie si nu furo tun soltent daz es kraft vnd mäht hetti 
vnd alz reht war, do fragt ich vmb vnd wart ertailt mit 
gemainer vrtail, daz si mit jr hand vnd mit jro vogtes hand 
Graf Hansen , dez vorgenante jrs vatterlichs vnd Mutterlichs 
eirb entzigent vnd vf gabent, in min dez vorgenanten Lantrich- 
ters hand vnd vss miner hand, in dez vorgenanten Graff Ru- 
dolfs von Montfort hand, vnd wenn si daz getan hettent, daz 
hetti wol kraft vnd war och reht, vnd do daz also ertailt 
wart ze tunde, do eutzigent sich die vorgenanten edel frowan, 
frow Agnes, vnd frow Anne. Grafina von Montfort, jrs vätter- 
lieh vnd mutterlich erib zemal vor geriht, mit jr vogts hand Graf 
Hansen in min dez vorgenanten Landrichters hand, vnd vss miner 
hand, in dez vorgenanten dez Edeln Herren, Graf Rudolfs von 
Montfort hand vnd gewalt vnd gabent jms vnd sinen erben do vf 
III. 8 



114 

für si vnd alle jr erben vnd volfurtent daz do allez mit allen 
worten werken vnd getäten vnd mit aller kraft, So dar zu 
hört vnd notdurftig ist von gewonhait vnd von reht , also daz 
si noch jr erben noch niemant von jren wegen , nimmer me 
kain vordrvng noch ansprach nit me sont haben noch gewin- 
nen an daz vorgenant jrs vättcrlich vnd mutterlich erb von 
dehainerlay rehtes wegen weder vf Gaistlichem geriht noch vf 
weltlichem. Vnd doch mit solcher gedingt vnd beschaidcnhait 
daz die vorgenanten baid frovvan frow Agnes, vnd frow Anne 
Gräfina von Montfort vnd jr baider erben sont beliben ob es 
zeschulden kumpt daz der Edel Herr Graf Rudolf von Mont- 
fort Herre ze Velkirch abgat von todes wegen an elich libs 
erben so sont si beliben bi der erbschaft vnd bi allen den 
anvällen alz die brief wisent vnd sagent die der vorgenant 
Graf Rudolf von Montfort dar vber geben hat, er hab du vor- 
genantü Gut vnd Lüt gelost oder nit, so sont si da bi beliben 
in der wise alz vorbeschaiden ist , an geuärde vnd an alle wi- 
derred, Vnd do ditz alles also ergie wie reht ist vnd ertailt 
wart, do mutot der vorgenant Edel wolgeborn Herre Graf 
Rudolf von Montfort Herre ze Velkirch , mit sinem fursprechen 
Hansen Bitzzin genant der Hoppentzer dez alles ains 
briefs dar vber von disem geriht vnder diss gerihtes jnsigel, 
zu den nachbenanten jnsigeln, der och mir jm vnzerworffen- 
lich ertailt wart zegebende, vnd dez ze vrkund vnd warhait 
henk jch vorgenanter Lantrichter diss gerihts jnsigel an disen 
brief, won och es mir ertailt wart zetund von gerihtes we- 
gen. Dar zu vergich Ich obgenanter vogt Gran" Hans von wer- 
denberg genant von sant Gans der vorgeschribnvn vogtay, 
daz du also zu gangen vnd volfiirt ist in aller der wise alz 
der vorgenant Lantrichter hie vor mit worten von mir beschai- 
den hat an disem offonen brief, vnd dez ze vrkunde vnd mer- 
rer sicherhait heink ich min aigen Insigel och an disen brief. 
Dar zu veriehen wir obgenante baid frowan, frov agnes , vnd 
frov anne Gräfina von Montfort Graf Hugs von Montfort seli- 
gen Elichen tochtra, das wir ditz alles, mit vnserm vorgenan- 
ten vogt Graff Hansen von werdenberg getan vnd volfurt ha- 
bent , in aller der wise, alz der vorgenant Lantrichter hie vor 
von vns mit worten verschriben vnd beschaiden hat. Vnd dez 



115 

ze vrkund vnd grosser sicherhait heinken wir vnserv aignv 
jnsigel och au disen brief. Wir die vorgenanten Ich Graf Cvnrat von 
Montfort Herre ze Pregencz, vnd IchGraff Hainrich vonwerdenberg 
von Hailigenberg, veriehent och besvnderlich mit vrkvnd ditz 
briefs daz ditz alles mit vnserm gvnst vnd willen zu gangen 
vnd volfurt ist, in aller der wise alz der vorgenant Lantrich- 
ter hie vor von vns mit allen worten beschaideu hat an disem 
brief, vnd dez ze vrkvnd vnd noch besser sicherhait heinkea 
wir vnsers aignv Insigcl och an disem brief. Der geben ist 
zeLindowe vor Lantgeriht an dem Samstag vor sant Virichs 
tag nach Cristus geburt driuzehenhvndert vnd Sibentzig Jar, 
do nach in dem fvnfften Jare. 

(Mit 6 angehängten Siegeln.) 

Anmerkung. Das kaiserliche Landgericht in der Byrs- 
se (Pürs oder Gepürs), welches in alter Zeit auf einem Hei- 
defelde unweit der Stadt Leutkirch gehalten wurde, war in 
seiner Form ein Rest alemannischer Verfassung und Gesetzge- 
bung. Es bestand aus zwölf Schöffen und einem Vorstande, dem 
Landrichter, welcher vom Kaiser ernannt wurde und in dessen 
Namen richtete. Der älteste urkundlich genannte Richter in der 
Pürs ist Graf Hartmann von Dilingen, nach dessen Tode König 
Konrad IV., Herzog in Schwaben, dem Grafen Ulrich von Wirtem- 
berg (dem Stifter) das Gericht in Pyerse überträgt. Gewöhn- 
lich war der kaiserliche Reichslandvogt in Oberschwaben 
zugleich der Landrichter, der das Gericht nicht immer und 
später nie in Person hegte, sondern seinen Stellvertreter, 
gleichfalls Landrichter genannt, hatte, der die Geschäfte in 
seinem und des Reiches Xamen besorgte. Die Unter-Landrichter 
wurden in früherer Zeit gemeiniglich aus den Freien auf der 
Heide genommen; so finden wir in dieser Urkunde Konrad 
den Stosser, 144? Heinrich Stüdlin von Leutkirch etc. 
Der Dingftuhl stand auf freiem Platze an offener Heerstrasse, 
und das Verfahren war mündlich und einfach. Ausser dieser Malz 
.statt»- hatten die Freien auf der Heide oder in der Pürs noch drei 
andere: Ravensburg, Wangen und bis zu Ende des XV. Jahr- 
hundertes auch Lindau (vor welcher die Parteien dieser Urkun- 
den erscheinen), dafür später Altdorf. (Vgl. Wegelin's, Bür- 

8* 



110 

germeisters zu Lindau) gründlich historischer Bericht von der 
Kaiserlichen und Reichs-Landvoglei in Schwaben, wie auch dem 
frei Kaiserlichen Landgericht auf Leutkircher Haid und in der 
Pürs etc. 1755. fol. Ein zweiter Band enthält die Urkunden. 

2. In der Stammtafel zur Linie Montfort - Feldkirch in 
Chmels österreichischem Geschichtsforscher, Band I. zu S. 171 
und 172 nahm ich Frau Agnes und Frau Anna Grä- 
finnen von Montfort als wahrscheinliche Töchter des Gra- 
fen Hugo von Montf ort-Feldkir ch, Herrn zu Tosters 
(vgl. oben S. 76 b) an , was sich nun als richtig bestätigt. 
Dort ist Agnes des Grafen Heinrich von Werdenberg - Heili- 
genberg, Herrn zu Rheineck und Wartau, und Anna Kon- 
rad" S Grafen von Montfort - Bregenz Gemahlin, was demnach 
laut des Eingangs dieser Urkunde zu berichtigen ist. Dr. von 
Vanotti lässt in seiner Stammtafel (A.) der Grafen von 
Montfort diesen am Ende gegenwärtiger Urkunde erscheinenden 
Grafen Konrad vor dem Jahre 1362 sterben, was irrig ist. 

XXXVIII. 

Lehen-Revers vom Grafen Rudolph VII. auf Herzog 
Leopold III., um die von ihm aufgegebenen Güter: den Bre- 
genzerwald, die Veste Staufen, Torenbüren etc. 

Schaflfhausen 28. October 1378. 
Ich Graf Rudolf von Montfort, herr ze veltkilch, 
kund vnd vergich offenlich mit vrkund dicz briefes für mich 
vnd all mein erben, allen den, die in ansehent oder hörent 
lesen , daz ich vberain kommen bin , mit dem edeln hochge- 
born durluchtigen fursten, minem gnedigen herren hertzog 
Lup ölten von Osterrich etc.; daz Ich im vnd seinen erben, 
die aigenschaft han vfgeben , an disen nachgeschriben guten, 
vnd gutern, des ersten, den Br cgentz erwal d , den hin- 
dern vnd den vordem tail, mit Lut vnd guet , vnd mit 
aller zugehört, die vesti genant Stouffen, mit Lut vnd 
guet, vnd mit aller zugehört, daz guet genant die Langen egg, 
mit Lut, mit guet, vnd mit aller zugehört, die halben ahlösi, 
in dem wazzer, genant dio Bregentz, mit aller zugehört, 
daz guet genant Tor r enb ur re n, mit Lut, mit guet vnd mit 



117 

aller zugehorung, dartzu daz guet ze knuwen a) vnd ze 
Stiglingen, mit Lut, mit guet, vnd mit aller zugehört Dise 
obgenanten guet, vnd guter mit aller zugehört, als min vatter, 
vnd min vordem, dieselben Lut vnd guter inne gehept, vnd 
auch an mich bracht hant, da han ich die aigenschaft an den- 
selben Luten vnd gueten mit aller zugehört aigenlich vfgeben, 
dem vorgenanten minem gnedigen herren, hertzog Lüpolten, 
von Österrich , vnd seinen erben , vnd gib auch Im vnd sei- 
nen erben . die aigenschaft an denselben Luten vnd gittern 
aigenlich vf mit vrkund ditz briefs für mich, vnd für all min 
erben , wan ich dieselben guet vnd guter mit aller zugehört, 
ze ainem rechten manlehen geordent vnd gemacht han, vnd si 
auch ze ainem rechten manlehen emphangen hab, von dem 
obgenannten minem gnedigen herren hertzog Lüpolten von 
Österrich, vnd han das alles getan vnd volfurt mit Worten, 
mit werken, mit Reten, mit getetten, dartzue mit allen sachen, 
so dartzue hört vnd notdurftig was, vnd als es wol kraft hat 
vnd haben sol, vnd auch vest vnd stet beliben sol, nu vnd 
hienach dirr ding aller zue warem vrkund, vnd stetter sicher- 
hait, henk ich obgenanter Graf Rudolf, für mich, vnd für all 
min erben, mein aigen Insigel an disen brief. der geben ist ze 
Schafhusen an sand Symons vnd sand Judas tag der hailigen 
zwelfbotten Xach kristi gepurt dreutzehenhundert Jar, darnach 
in dem Acht vnd Sibentzigistero Jare. 

L. S. 
(Orig. Pergam. 1 Siegel. Geheim. Hausarchiv.) 

XXXK. 

Aufschubs -Verwilligung für Herzog Leopold III. wegen der 
Zahlungsfristen für die Herrschaft und Grafschaft Feldkirch. 

Ehingen am 29. März 1379. 

Ich Graf Rudolf von Montfort herr ze Veitkirch, 
kund vnd vergich ofTenlich mit vrkund ditz briefs für mich vnd 
für all min erben, als ich vberain komen bin, mit dem hoch- 



m) Knüwen oder Knien ist die zerfallene Knieburg auf dem Berg- 
lein Knieberg, zwischen dem alten Schwarzach und Haselstauden ; 
Stiglingen ist das beutige llaselstauden. 



118 

geborn durluchtigen fursten hertzog Lupolt von Osterrich etc. 
minem gnedigen herren, daz ich Im vnd sinen erben in kaufs- 
wise gegeben vnd gefuget han , min herschaft vnd min Graf- 
schaft, als die brief verkundent, die wir gen einander darumb 
haben vnd als er mir yetz auf disen nechsten sand Jörgen tag 
gegeben solt han, vier vnd zwaintzigtausent guldin, als die 
brief verkundent die darumb gegeben sind. Des hat mich der 
vorgenant min gnediger herr , hertzog Lupolt, mit ernstlicher 
bett vberkomen vnd erbetten , daz ich Im vmb dasselb gelt fiir- 
bazzer frist vnd tag gegeben han , in aller wise vnd mit aller 
gcding als auch vormals auf die vordem zil beredet vnd bete- 
dingt ist vnd ist das besehenen mit semlicher beschaidenhait, 
daz er mir yetz auf disen nechsten hailigen tag ze Ostren, 
oder vngeuarlich darnach in den nechsten acht tagen, geben 
vnd richten sol tusent guldin, vnd darnach auf den nechsten 
künftigen sand Jorgentag oder vngeuarlich darnach in den nech- 
sten viertzehen tagen , sol er mir geben vnd weren zway tau- 
send guldin vnd die vbrigen ain vnd zwaintzig tusent guldin, 
sullen er oder sin erben mir oder minen erben geben vnd 
weren, darnach auf den nechsten künftigen sand Martins tag, 
der nu schirist kumpt, nach dem tag als dirr brief gegeben ist, 
vnd auch also , daz ich vf dieselben zit die phantschaft gelo- 
sen mug , die ich lösen sol als beredet ist , vnd als die brief 
wisent die wir darumb gen ainander haben, vnd wie wir vor- 
maln vnd vf die vordem zil beteidingt haben vnd vberain kö- 
rnen sein also sol es nu auf die nachganden zil bestän vnd be- 
liben ane geuerd. wer aber daz mir das gelt auf die egenanten 
zil nicht gericht wurde, als vor ist beschaiden, so sullent alle 
teding vnd auch der Kauff vmb die vorgenant herschaft vnd 
Grafschaft, vnd auch all brief, die darumb geben sind, gentz- 
lich ab sin vnd furbazzer nicht kraft haben, vnd was mir der 
obgenant min gnediger herr hertzog Leupolt Gelts daran ge- 
geben hat, das sol er alles verlorn haben, Also daz er noch 
sin erben noch nieman von sinen wegen mich noch min erben 
darumb furbazzer nit ansprechen noch auftriben sond , mit 
Idhainen Sachen sust noch so. Vnd des ze vrkund hab ich min 
nsigel ofTcnlich gehenkt an disen brief. Der geben ist, ze 
Ehingen nn Zinstag nach dem Suntag Judica in der vasten. 



119 

Nach kristi gepuert drutzehcnhundert Jar, darnach in dem uewn 
vinl Sibentzigisteu Jare. 

L. S. 
(Orig. Pergam. 1 Siegel. Geheim. Hausarchiv.) 

XL. 

Graf Heinrich von Werdenberg etc., und seine Ge- 
mahlin Anna Gräfin von Montfort - Feldkirch - To st ers 
(| 1392) zählen die ihnen verpfändeten Leute und Güter in 
dem vordem Theile des Bregenzerwaldes, besonders zu 
Langen egg, dann zu Torenbären von Eid und Gelübde los. 

Feldkirch 24. December 1379. 
Ich GraufT Hainrich von werdenberg vom hayli- 
genberg . . Kund vnd vergich ofFenlich an disem brief für 
mich vnd für fro annen Gräfin von Montfort min elichen 
frowen vnd für vnser baider erben, allen den die in ansehent 
oder horent lesen, vmb den vordem tail des pregent- 
zer waldes Lüt vnd guter mit aller zugehord vnd vber daz 
gut ze torrenbürren Lüt vnd guter mit aller zugehord daz 
gut an der langenegg mit Lüt mit guter mit aller zuge- 
hord vnd sonderlich vmb all pfantschaft die min bruder Grauff 
Rudolf von Montfort herr ze Veitkirch versetzt hatt der ege- 
nanten frow annen Gräffinn von Montfort miner elichen frowen, 
als ouch der pfantbrief vrkündet vnd daz ir ze tail worden ist 
da sagen ich die selben Lüt vnd ouch die pfantschaft die ir ze 
tail worden sint der aid vnd der gelüpt als sü mir vnd ouch 
der vorgenanten frow annen Gräffinn von Montfort miner eli- 
chen frowen, in pfandes wis gelopt vnd ouch gesworn händ 
gentzlich Ledig vnd loss für mich vnd für die egenanten frow 
Annen Gräffinn von Montfort min elichen frowen vnd für vnser 
baider erben mit vrkünd diss briefs , den ich für mich vnd für 
die egenanten frow annen Gräffinn von Montfort min elichen fro- 
wen vnd für vnser baider erben versigelt han mit minem aige- 
nen Insigel Geben ze Veitkirch an dem hayligen abent ze 
wihenachten In dem Jar do man zahlt von Christus gebuert drn- 
zehenhnudert vnd Siebentzig inr dar nach in dem Nünden Jar. 

L. S. ntul.s. 



120 

XLI. 

Huldigung der Leute des ßregenze rwaldes, zu Stau- 
fen, Langenegg, Torenbüren etc. auf Herzog Leopold 
von Oesterreich. 

Torenbüren am 9. Jänner 1380. 

Wir der Amman vnd die Land Lüt gemeinlich in dem P re- 
ge ntz er wald. Rieh vnd arm. In dem Hindern vnd in dem 
vordem teil. Vnd och wir die Lüte gemeinlich ze Stouffen 
Rieh vnd arm. Vnd och wir die Lüt gemeinlich an der Lan- 
gen egg Rieh vnd arm. Darzu wir die Lüt gemeinlich ze Tor- 
renbürren vnd ze Knüwen (S. 117, Anm. a) Rieh vnd 
arm. Kündent vnd veriechint offenlich an disem brief, für vns 
vnd für all vnser nachkomen. Als der Edel wolerborn. vnser 
gnediger Herre. Grauff Rudolf von Montfort Herre ze veltkilch. 
vberein komen ist , mit dem durlüchtigen Hochgebornen fürsten 
Hertzog Lüpolten. Hertzog ze Osterrich ze Steyr ze Kernden 
vnd ze Krain, Graf ze Tyrol. ze Das er dem vnd sinen erben 
ze koffen geben hat sin Herschaft vnd grafschaft ze Veltkilch 
vnd anderswa. Vnd och vns vnd vnsrü Land, als die brieff 
verkündent die darüber geben sind. Vmb Driszig tusent guldin. 
Da hat vns der obgenant vnser herre Graf Rudolf geseit. das 
er der selben drissig tusent guldin gentzlich gewert sig nach 
sinem willen Vnd hat vns nu der obgenant vnser herre Graf 
Rudolf von Montfort geheissen. Das wir dem vorgenanten Hert- 
zog Lüpolten von Osterrich vnd sinen erben Swerrint vnd 
Huldint, Nu hinnanhin gehorsam vnd ge wertig ze sind, mit 
Land, mit Lüten vnd mit allen dingen. Vnd in aller wis, als 
wir vor mal, dem selben Graf Rudolf, für eigen gesworn habint. 
Der selben äid hat er vns gentzlich erlassen vnd ledig gelän, Vnd da 
von so haben wir von Heisscntz wegen, des obgenanten vnsers her- 
ren. Graf Rudolf von Montfort all gemeinlich Rieh vnd arm gesworn 
gelert eid zu den Heiligen mit vf erhabnen banden. Dem obgenanten 
vnserm Herren Hertzog Lüpolt von Osterrich vnd sinen erben, 
trüw vnd warheit, für vns. vnd für all vnser nachkomen. Daz 
wir vnd vnser nachkomen Dem egenanten vnserm Herreu Hert- 
zog Lüpolten von Osterrich vnd sinen erben, nu hinnanhin für 
eigen geborsam vnd gewertig wellint vnd sollint sin, Mit Lant, 
mit Lüten, mit Zinsen, mit stüreu, mit diensten, mit Reisen. 



121 

vnd mit allen Sachen als wir vntz har (bisher) andern herren. 
gewertig vnd dienstliafl gewesen sind ane geuerde. Vnd doch also 
mit solieher bescheidenheit. all die wil der vorgenant vnser herre. 
Graf Rudolf von Montfort lept. das wir im denn gewertig vnd 
gehorsam sond sin, mit zinsen, mit sturen Mit diensten mit 
Reisen. Vnd suuderlich mit allen dingen ane geuerde. Wan 
er vns. von dem obgenanten llertzog Lüpolt von Osterrich 
enpfangen hat. Vmb einen genanten Jarlichen zins. Vnd vns 
den obgenanten Graf Rudolf von Montfort vnsern herren. ze 
einem pfleger gegeben vnd gesetzt hat. Wir habint och vns 
selber bedinget, was guter Recht vnd gewonheit wir vnd vnser 
Lant, vutzher gehebt habind. Das der obgenant vnser herre 
llertzog Lüpolt von Osterrich vnd sin erben, vns vnd vnser 
nachkommen da bi sond lassen beliben ane geuerde. Dirr diug 
aller ze warem vrkünd Haben wir all gemeinlich Rieh vnd arm 
geheissen vud gebetten Daz man für vns vnd all vnser nach- 
komen Des Landes Iugesigel, in dem Pregentzerwald. gehenkt 
hat an disen brief darvnder wir vns. vnd all vnser nachkomen 
verbunden habint aller vorgeschribener ding , Vnd habent och 
all gemeinlich gebetten Dis erbern nachgeschriben herren. Graf 
Heinrichen von werdenberg von Santgans, vnd graf 
Hartman sinen Bruder Hern vi rieh vnd heru Eglolf von 
Emptz Ritter. Hern Hermao den B u 1 e r Ritter. Vlrichen 
von s a x. Diettegen den meyger von AI tstetten Vnd vlrichen 
von Aemptz. Herr Rudolfs seligen sun, von Emptz. Daz si 
zu einer gezügnüss aller vorgeschribener ding irü eigen Inge- 
sigel gehenkt hant an disen brief Wan si da bi gewesen sind, 
daz wir gesworn Habint, als vor geschriben stat Die selben 
vnsrü Ingcsigel. wir jetzgenante. Graf Heinrich Graf Hart- 
man von werdenberg von sanegans. Virich vnd eglolf 
von emptz Ritter, II er man der Buler Ritter Virich von 
Sax. Diettegen Meiger von Altstetten Vnd vlrich 
Hern Rudolfs seligen sun von emptz. Von der Lüt Bett we- 
gen gemeinlich Richer vnd armer , vnd och ze Vrkünd vnd 
zügnüss aller vorgeschribener ding, wan wir da bi gewesen 
sind, vnd sachent vnd hortend, die Lüt all gemeinlich swerren. 
als vor bescheiden ist gehenkt habint an disen brief, vns vnd 
vnsern erben an schaden. Geben ze Torrenbürren. an 



122 

dem nechsteu mentag Vor sant Hylarien tag , do man zalt 
von Gottes geburt. Drüzehen Hundert iar, vnd Dar nach in 
dem Achtzigosten Jare. 

L. S. 
obiger Zeugen, von denen drei abgerissen sind. 

Anmerk. 1. Das Gericht zu Altstätten wurde von einem 
Meyer verwaltet, ein Amt, welches ursprünglich einen Pfle- 
ger oder Gerichtsverwalter bedeutete, nach und nach 
aber erblich, und zuletzt gar ein Geschlechtsname wurde. 
Walt her Meyer besass es um 1295. Schon im Jahre 1375 
hatte das Kloster St. Gallen das Meyeramt zu Altstätten un- 
ter dem Beding gekauft, dass es als Erblehen bei der Familie 
der Meyer, zu welcher Zeit wir Diettegen den Meyger 
finden, der nach Tschudi I. 547 in der Schlacht bei Näfels 
138S blieb. Im Jahre 1437 starb Rudolf Meyer von Alt- 
stätten, der Letzte seines Geschlechtes , von welchem das 
Meyeramt als Lehen an seinem Tochtermann Hanns Thumb 
von Neuburg kam. Mit dem Tode Jacobs von Thumb fiel es 
mit Gericht, Zwingen, Bannen, Lehen, Erbschaften wie auch 
mit dem Alprecht auf dem Gamor etc. durch gütlichen Vor- 
spruch dem Kloster heim, zwar noch mit dem Beisatze, dass 
wenn das Kloster das Meyeramt versetzen wolle , solches des 
Thumben Freunden zukommen soll. Des Thumben Schwester- 
männer Rudolf von Rappenstein, Mötteli zubenannt, 
und Sigmund von Freyberg, erhielten dafür eine Summe 
Geldes Entschädigung; daneben blieb ihnen das Schloss zu 
Altstätten, der Weinzehent von Widnau und der Wald im Hard. 

XLII. 

Graf Rudolph VII. befiehlt, dass diejenigen, welche der 
Kirche zu Damüls Zehent und andere Gebühr schuldig sind, 
dieselben wie von Alters her zu leisten haben; zugleich be- 
stätigt er den dortigen Walisern das Patr onatsr e cht. 

Feldkirch 24. November 1382. 
Wir Graf Rudolf von Montfort Herr ze veltkircb kün- 
«lini vn vergehint oflfenlich an disem brief allen den die in an 
sehent oder horent lesen, von der kürchen wegen in tumuls. 



123 

die vnsre vordem gebuwen vnd gestift band, vn zins vn gelt 
daran geben band ez sig an zebenden von vnsern alpen 
oder an andern dingen da haissen wir vn gebietent allen den 
die du gut vn guter Inne habint vnd niessent ez syg zebend 
oder ander ding daz ze derselben kürchen gehört, daz sü och 
daz an die selbe gebint vn richtint alz daz vö alter her- 
komme ist wan wer daz nit täti, der täti genczlich wider 
vnsre gnad vn wider vnsre huld. verordnent vn gebietent 
vnsern amptlüten vn sunderlich d' Wallis er amman waz ze der 
selben kurchen gehör, ez sig zehend oder ander ding, daz die 
schaffent bi vnser hulde daz och der kürchen järlich gereicht 
würdi. darczu mainent wir daz die Wallis er die zu der kür- 
chen gehorent daz die die selben kürcben beseczen sont mit 
ainem priester als daz von Alters herkome ist an geverd .... 
zer vrkund henken wir vnser aigen insygel an difen brief 
geben ze Veltkürch an sant kathrinen abent im dem jar 
do man zalt vo Christus geburet drützehenhundert vn achtzig 
Jar dar nah in dem andern jar. 

Das ist die älteste und einzige Montforter Urkunde 
für Damüls auf Pergament, deren Siegel abgerissen und Schrift 
theilweise stark verwischt ist. Ich copirte sie daselbst im 
Pfarrhofe (vgl. S. 43). 

XLHI. 

Erlaubniss für Rudolf VII. Grafen von Montfort-Feldkirch 
die dem Ritter Eglof von Ems vom Herzoge Leopold III. ver- 
pfändeten Wes en, Wallen statt, dieVeste Xiederwindeck, 
das Niederamt, den Buchberg, den Berg auf Amnion, 
den Berg Kirchezen und Glarus einlösen zu dürfen. 

Baden im Aargau am 23. Jänner 1386. 
Wir Johans here ze Ochsen st ein Thumprobst ze 
Strassburg. 1) Des durchlüchtigen hochgebornen forsten hertzog 
Lupoltz von Osterich etc. vnsseres genadigen heren lantuogt in 
Sungow vnd in obren Elsazz: Johans truchsatzz ze walpurg. 
2) Des obgenanten mines heren von Osterich lantuogt in thurgow 
in ergow vnd vff dem Swartzwald, Tun kunt menlichem mit 
disem brief. Daz wir Beide in namen vnd anstat des obgenan- 



124 

ten vnsers heren von Osterich vber ein körnen sint Mit dem 
edeln heren Graff Rudolffen von Muntfort here ze veltkilch dem 
wir von des selben vnsers heren wegen von Osterich ingeant- 
wirt haben wesen 3) die stat walastat 4) Die veste nydren 
Wind egg: Daz nid er ampt 6) Den buch berg 7) Den 
berg vff a m m a 8) : den berg kirchezen9) vnd g 1 a r u s 
mit allen nützen rechten vnd zugehorden als der brief wol wi- 
set den er von vns beiden versigelt darvmb Jnne hat. Da sol 
menlich wissen daz da beredt vnd betegdinget ist Daz der ob- 
genant Graf Rudolff Daz gelt so der obgenant vnser here von 
Osterich dem vesten ritter her eglolffen von emptz 10) 
schuldig ist Darvmb im wesen vnd die empter mit iren zuge- 
horden stand nach siner satzbrief Sag vber sich nemen sol vnd 
wie oder in welchenn weg Der obgenant Graff Rudolff den vor- 
genanten von emptz des geltz versichert es si mit gölten briefen 
oder bürgen, ze glicher wise also sol och der obgenant vnser here 
von Osterich den selben Graff Rudolffen her widervmb vmb die 
schuld vnd daz gelt versorgen vnd versichern es si mit gulten 
briefen bürgen oder andren Sachen wie im ie denne notdurftig 
ist Es si vmb hobtgut oder vmb schaden ob deheiner dar vff 
gieng oder gandwrde (gehen würde) Beschech ouch daz die 
lut in den stetten vestin vnd emptern so vorgeschriben stand 
an die selben schuld ichtz richten oder gebent waz daz were. 
wenn daz denn ze schulden kunt Daz sol dem obgenanten vn- 
serm heren von Osterich oder sinen erben vnd nachkomen gen 
dem egenanten Graff Rudolffen abgan vnd ab geschlagen werden 
ane ffirzug aller sach : Ouch ist Beredt wenn der vorgenant 
Graff Rudolff die brief von dem vorgenanten von emptz geloset, 
vnd Inn denne der obgenant vnser here von Osterich oder sin 
erben vnd nachkomen Der selben schuld hin widervmb versi- 
chert als vorgeschriben statt so sol der obgenant Graff Rudolff 
dem vorgenanten vnserm heren von Osterich oder sinen erben 
vnd nachkomen Oder irem lantuogt Die selben brief so er ge- 
loset hatt wie vil der ist ingeben vnd antwirten ane alles ver- 
zihcn vnd hervmb ze einem offenn vrkund dire (dieser) sach so 
geben wir die obgenanten lantuogt beid vnd ietweder besuuder 
disen brief besigelt mit vnsern eignen auhangenden Insigeln Der 
geben ist ze Baden in crgow an dem nechsten zinstag nach 






125 

Sant anthonyen tag Do man zalte von Cristus gebart druzehen 
hundert vnd achtzig iar darnach in dem seschten Jare. 

LL. SS. 

Anmerkung. 1. Derselbe Johann Freiherr Ton Ochsen- 
stein, der vor der Schlacht bei Sempach dem warnenden 
Hans Ulrich von Hasenberg zurief: „Hasenburg, Hasenherz !" 
und von diesem die Antwort erhielt „man soll noch hüt wol 
sehen, ob du oder ich der Zager (Zähere) werde sin", fiel 
mit Hasenburg und so vielen Andern daselbst. Desgleichen Eg- 
lof II. von Ems, (ein Neffe des Anm. 10 genannten Eglof I.) 
von dem Tschudi I. 528 sagt: „was der thürist Ritter, den 
man dozemol fand," und seines Bruders Rudolf Sohn, Ulrich III. 
von Ems; auch Otto Truchsess von Wald bürg, Neffe des 
hier folgenden Johann. 

2. Johann Truchsess von Wald bürg, ward um 1406 
auch vom K. Ruprecht zum Reichslandvogt in Schwaben bestellt 
und brachte von den Herzogen Leopold IV. und seinem Bru- 
der Friedrich (mit der leeren Tasche) 20. März 1406 be- 
deutende Pfandschaften in Oberschwaben an sich, als die Städte 
und Burgen Walsee, Riedlingen, Mengen und Munderkingen , 
wie auch die Vesten und Herrschaften Bussen, Kallenberg, Nuss- 
plingen , Oberheim , Dürmatingen , Erlichheim und ßrunhaupten 
und derselben Zugehörungen um 30,445 11. Er starb um 1420 
und war viermal vermählt : 1. mit Elisabeth Gräfin von Habs- 
burg-Laufenburg; 2. mit Katharina, Tochter Friedrich's I., 
Grafen von Cilli und reicher Witwe des Grafen Albrecht IV. 
von Görz ; 3. mit Magdalena Gräfin von Montfort, dann 
in diesen Ehen kinderlos in seinen altern Tagen; 4. Ursula 
Freiin von Abensperg, die ihm fünf Söhne und fünf Töchter 
gebar. Er wurde der Stammhalter des noch zum Theile im 
Fürstenstande blühenden Hauses Truchsess von Waldburg. Sein 
Sohn Eberhard I. , welcher von 1448 — 1456, dann von 1461 
— 1463 (nicht 1453) österreichischer Vogt zu Feldkirch gewe- 
sen, kaufte von den Gebrüdern Wilhelm und Georg Grafen von 
Werdenberg-Sargans das Schloss und die Herrschaft Sonnen- 
berg im obern Vorarlberg und wurde sammt seinen ehelichen 
Nachkommen von K. Friedrich III. am 11. August 1463 in den 



126 

Reichsgrafenstand, und Sonnenberg zu einer Grafschaft, wofern 
sie nicht schon eine gewesen, erhoben, die er nach entstan- 
denen Streitigkeiten am 31. August 1474 an den Erzherzog 
Sigmund um 34,000 fl. verkaufte. 

3. Wesen, der westliche Landungsplatz des Wallen- 
statter (oder Walhenstätter) Sees, war vor seiner Zerstö- 
rung im Jahre 1388 ein mit Mauern und Wassergräben um- 
gebenes Städtchen. Die Herzoge von Oesterreich erkannten ganz 
wohl dessen Wichtigkeit und gaben ihm als dem Hauptorte des 
Ländchens zwischen dem Walhen- und Zürichersee Begünsti- 
gungen ; Herzog Leopold III. gab ihm einen eigenen Rath und ein 
eigenes Gericht und es ward von ihm wohl gehalten, daher auch 
anhänglich. Es wurde dem Ritter Eglof von Ems verpfändet und 
die Pfandschaft dem Grafen Rudolf von Montfort kurz vor dem 
Ausbruche des Krieges überantwortet. 

4. Wallenstatt, auch Wallen staad , eigentlich Wal- 
henstadt am Ostende des Sees, rhätisch a la Riva und 
der See Lac Rivaun genannt , gehörte zu Rhätien, dessen West- 
grenze nicht der Rhein bildete. Hier war aber schon unter röm. 
Herrschaft lebhafter Verkehr, was die Namensüberbleibsel lehren, 
z. B. die Orte Primsch (prima statio) bei Flums, Gunz (seeunda) 
j. ein Bauernhaus bei Mols, Terzen und Quarten (tertia et 
quarta), dann Quinten (quinta) jenseits des Sees mit seinen 
gewandten Schiffleuten. Das Land Gaster (Castra) gehörte 
gleichfalls zu Rhätien und daher das Kloster Schännis zum 
Bisthum Chur; dann zog sich die Grenze nördlich über Pfyn 
(ad fines) an der Thur, das als helvetisch-gallische Grenzfe- 
stung angesehen wurde, bis Eschenz am Ausflusse des Unter- 
see's oberhalb Stein am Rhein hin, von wo eine Brücke auf 
die nahe Insel Werd und von da aufs jenseitige Ufer führte, 
in deren Nähe man ein römisches Castrum und Münzen fand. 
Die Lenzer Alemannen (vgl. S. 54} drängten um 370 sich wie 
ein Keil hier ein und um 454 ging auch Arbon (Arbor felix), 
das schon unter Augustus im Kriege gegen die Rhätier angelegt 
sein mochte , die letzte von Rhätien aus noch behauptete römische 
Besitzung in dieser Gegend, verloren. Nun ward Alles alemannisch. 

5. Nieder windeck auf einem Ausläufer des Schänniser- 
Berges, wo damals Arnold Bruchi österreichischer Vogt war, 



127 

der wesentlichen Antheil an der Wesener Mordnacht am 22. Fe- 
bruar 1388 hatte. Die Veste Ob erwindeck bei Niederurnen 
jenseits der Linth im Kanton Glarus wurde am 4. Juli 1386 
von den Glarnern erobert und gebrochen. Sie zogen von da bis 
an die Linth einen starken Letzi (Landwehr} Graben. 

6. Gaster sammt Wesen nannte man das Niederamt za 
Glarus; es gehörte zum Bisthum Chur; das alte eigentliche Land 
Glarus, das Oberamt zu Glarus, lag hingegen im Konstanzer 
Bisthum und gehörte mit allen Rechten und Diensten seit den 
Zeiten des h. Fridolin (etwa im VII. Jahrhunderte} zum Kloster 
Säckingen am Rhein. Im Frieden vom 1. April 1389 blieben 
denen von Glarus die gebrochene Veste zu Oberwindeck, die 
Leute zu Niederurnen und zu Vilenspach (jetzt Filzbach). Sie 
bildeten den 15. Tagwan (Theil) von Glarus. Die andern 
Dörfer und Leute auf Kirchenzen , desgleichen die von Bilten, 
welche auch zum Gaster in die Pfarre Schännis gehörten, blie- 
ben bis 1415 österreichisch, und wurden dann Glarner Land- 
leute und denen von Vilenspach in denselben fünfzehnten Tag- 
wan zugetheilt. Vgl. Tschudi's Schweizer Chronik I. 522. 
Daher ist auf Karte 11 in Spruner's histor. Atlas ein schma- 
ler Strich Landes im Südwesten des Wallensee's vom Bisthum 
Chur wegzunehmen und dem zu Konstauz zuzutheilen. 

7. Buchberg bei Benken, die letzte Fortsetzung des bei 
Masseltrangen sich herabsenkenden Ausläufers des hohen Speer- 
gebirges. 

8. Der Berg auf Amma, auch Ammon (wahrscheinlich 
Amont. ad Montes), Ambden, eine weite, schoosformige 2612 
Fuss hohe Einsenkung des Gebirgs, mit einer grossen katholi- 
schen Pfarrgemeinde, nördlich am Wallensee, mit einem Passe 
in's obere Toggenburg. 

9. Der Berg Kirchezen, bei Tschudi I. 522. Kir- 
chentzen. jetzt Kerenzen, südlich über dem Wallensee im 
Kanton Glarus, gehörte damals in's Land Gaster und in die 
Pfarrkirche zu Schännis. Die Leute daselbst waren der Herr- 
schaft Oesterreich und dem Gotteshause Schännis, von dem sie 
sich 1593 loskauften, pflichtig und des Churer Bisthums. Vgl. 

Amn. 6. 



128 

10. Eglof von Ems, der schon im J. 1367 österreichi- 
scher Vogt zu Wesen und Glarus war, hatte seinen Sitz auf 
der ihm von Oesterreich um 6000 fl. verpfändeten Veste zur 
Mühle, die im Ausflüsse des Wallensee's zwischen zwei Brücken 
gelegen war und über welche die Landstrasse nach Wesen führte. 
Sie wurde nach Eroberung von Wesen im August 1386 von 
den Eidgenossen genommen und zerstört. Ritter Eglof ward auf 
den Schwur, weder die Eidgenossen noch die von Wesen je zu 
schädigen, freigelassen. Dessen gleichnamiger Neffe Eglof IL von 
Ems, den Tschudi I. 528 „den thürist Ritter, den man doze- 
mol fand 11 nennt, und ein anderer Neffe Ulrich III. fielen mit 
dem Herzoge zu Sempach. 

Herzog Leopold III. war, wie aus dieser Urkunde sich er- 
gibt, Eigenthümer dieser an den Ritter von Ems verpfändeten 
Besitzungen und Güter und verpflichtete sich, sie zur bestimm- 
ten Zeit zu lösen. Da diess wahrscheinlich wegen Mangels an 
Geld nicht Statt fand, so erlaubte er dem Grafen Rudolf von 
Montfort die Ablösung. — Es enthält die folgende Urkunde 

XLIV. 

Die Ueberantwortung der genannten Besitzungen und Güter 
im Namen des Herzogs Leopold an den Grafen Rudolf VII. 

Baden im Aargau 10. April 1386. 

Wir iehans here ze Ochsenstein Thumpropst ze 
Strassburg Des durchlüchtigen hochgebornen Fürsten Hert- 
zog Lüpoltz von Osterreich etc. vnsers gnedigen heren Lantuogt 
in Sungow vnd in obern clsazz Julians truchsätzz ze Walpurg : 
(vgl. S. 125, Anm. 2) des obgenanten mines heren von Osterich 
lantuogt in thurgow in ergow vnd vff dem Swartzwald Tun kuut 
inenlichen mit disem brief Daz wir beide in namen vnd austat 
des obgenanten viisers heren von Osterich vber ein komen sint 
Mit dem edeln heren Graff Rudolffen von Montfort here 
ze veltkilch: in der masse als daz hienach geschriben stat 
Des ersten daz er in nemen sol die stett wesen vnd wa la- 
stat Die veste nydren winde gg Daz n ider ampt Den biich- 
berg Den berg off am man: den berg Kirch ezen vnd och 
glarus clklich (ganz) vnd bi teilen mit lüt mit gut mit grru-liloii 
gross vnd kleinen mit twing vnd benn vnd gemeinlieh gent/.lirh 



129 

und gar mit allen nutzen reehten zugehorden vnd guten gewonhei- 
ten : so von alterher zu den stetten vestinen vnd emptern gehöret 
vfgeuomen die nutz vnd setzz So von der herschaft von Oste- 
rich vormales von glarus versetzet sint als daz die satzbrief 
wol wisent Die vorgeschriben stet vestin vnd empter mit allen 
iren vorbegriffen zugehorden Sol der vorgenant Graff Rudolff 
Inne habenn nutzen vnd niessen besetzen vnd entsetzen als sin 
eigenlich gut alle die wilc vnd er lebet daz got lang bestet. 
Doch also daz die selben stet vestin geschloss vnd empter des 
obgenanten vnsers heren von Osterich vnd aller siner erben vnd 
nachkomen offenn hüser heissen vnd sind Sond wider aller- 
menklich nieman vorbehebt Doch mit rechten gedinge offenn vnd 
wissend allermenklich da vor got si vnd es lang wende wenn 
der obgenante Graff Rudolff: nit ist vnd von todes wegen von 
dire weit gescheidet So sond denne ze senud dis vorgeschriben 
stett vestin geschloss vnd empter mit allen iren vorgeschriben 
zugehorden Dem obgenanten vnserm heren von Osterich oder 
sinen erben vnd nachkomen gar vnd gentzlich ledig vnd loss 
sin vnbekümbert vnd ane furzug aller sach in aller der masse 
als es im ietzunt ingeantwirt vnd entpholchen ist vnd heromb 
ze einem Offenn vrkunde dire sach So geben wir die obgenan- 
ten lantuogt beid vnd ietweder besunder disen brief besigelt mit 
vnsern eigen anhangenden Insigeln der geben ist ze Baden in 
ergow an dem nechsten zinstag nach Sant anthonyen tag des 
heiligen Martrers Do man zalte von Cristus geburt Druzehen- 
hundert vnd achtzig iar darnach in dem Seschten iare. 

LL. SS. 

Anmerkung. Glarus unterstand seit den Zeiten des h. Fri- 
dolin dem Stifte Säckingen, worüber die Grafen von Lenzburg 
und ihre Erben, die Grafen von Habsburg, die Kastvogtei als 
Lehen des Kaisers ausübten. Das Haus Habsburg, nun aueh 
Oesterreich genannt, hatte Erbunterthanen in Gaster und ver- 
schaffte sich auch unter K. Albrecht I. und seinen Söhnen die 
Reicbsvogtei über Glarus. Leopold, der Kämpfer am Mor- 
garten, kaufte von Hartmann von Windeck im J. 1308 die 
gleichnamige Meierei, auch das Land Glarus kam unter öster- 
reichische Herrschaft und wurde noch durch einige Zeit von 

in. 9 



130 

einem selbstgewählten, dann einem gesetzten Landammann regiert. 
Für Oesterreich waren diese Besitzungen, wie die der Grafen 
von Montfort und Werdenberg im heutigen Vorarlberg und in 
der Schweiz, welche es jetzt nach der Erwerbung Tirols nach 
einander zusammenkaufte, durch ihre Lage gegen die wach- 
sende Eidgenossenschaft von grosser Wichtigkeit. Bald stürzte 
das Verhängniss über Leopold herein. Schon am 1. Mai be- 
schlossen die Eidgenossen einmüthig, Oesterreich zu bekriegen 
und überall anzugreifen. Auch die Glarner, die am 4. Juni 
1352 den Brief ihres Bundes mit den vier eidgenössischen Orten 
Uri, Schwyz, Unterwaiden und Zürich besiegelt hatten, kün- 
deten Oesterreich den Frieden auf, zogen auf den Kerenzer- 
berg und nahmen die Leute zu Vilenspach (j. Filzbach) zu 
ewigen Landleuten an. Am 4. Juli eroberten und zerstörten 
die Glarner die Burg Ober windeck, die einst wie ganz Gla- 
rus dem Frauenstifte zu Säckingen gehörte. Am 16. sammelte 
sich das Volk von Sargans, Wallensee, Amden, und überfiel 
am 21. die von Vilenspach, um sie für die Trennung von Gaster 
und den Anschluss an die Glarner zu strafen. Doch die Glar- 
ner, von Freunden gewarnt, eilten den Vilenspachern zu Hilfe 
und trieben jene über den See. Auch den Glarnern war zur 
Sicherung ihres Landes von hoher Wichtigkeit der Besitz von 
Wesen, das österreichisch und den Eidgenossen, wie auch 
der aufblühenden Freiheit der Glarner gram war. Diese for- 
derten Zürich, Uri und Schwyz zum Zuzüge auf, welche gegen 
Wesen zogen und es am 17. August so heftig umstürmten , dass 
die Bürger bald nach Uebergabe schrien; ja sogar die Glarner 
baten um Gnade für ihre Nachbarn und die Wesener schworen 
Gehorsam und ewiges Bündniss mit den drei Orten und Glarus, 
mit aller der Pflicht, die sie gegen Oesterreich hatten. Die 
Eidgenossen legten Besatzung ein, setzten einen Verweser oder 
Vogt zu Wesen, nahmen darauf die Veste zur Mühle, ver- 
brannten und zerstörten sie, wie ich in der Anmerkung 10 nach- 
gewiesen habe. Nun vermittelten die Reichstädte einen Anstand 
erst vom 16. October 1386 bis zum 2. Februar 1387, dann 
von diesem Tage bis zum 2. Februar 1388; die Erbitterung 
liess jedoch keine Sicherheit zu , und man nannte diesen Waffen- 
stillstand nur den bösen Frieden. Nach dem Ablaufe dieser 



131 

Zeit brach an allen Orten die Kriegsflamme wüthender aus. 
Oesterreich fasste den Plan mit aller Macht, Glarns noch im 
Winter, da der Ort äusserst schwer und spät Hilfe erhalten 
konnte, mit Uebermacht anzufallen und von da aus Schwyz zu 
bekriegen. Obgleich die Wesener von der Besatzung mild be- 
handelt wurden, machten sie einen Anschlag auf die Be- 
satzung, überfielen sie im Einverständnisse mit Arnold Bruchi, 
österreichischem Vogte in Windeck, und ermordeten sie treulos 
im Schlafe am 22. Februar 1388. Wesen wurde wieder von 
Oesterreich unter Hanns Grafen von Werdenberg-Sargans stark 
besetzt und die Glarner zogen sich hinter ihre Schanzen an 
den Landmarken. Sie sollten sich zu harten Bedingungen be- 
quemen, nämlich ausser Anderem alle verfallenen Steuern und 
Zinsen an Säckingen und dessen Kastenvogt Oesterreich ent- 
richten, ihrem natürlichen Herrn gegen alle Feinde, besonders 
gegen die Schweizer, Beistand leisten, dem Herzoge von Oster- 
reich erblich dienen, wie leibeigene Leute ihm und den Bür- 
gern von Wesen allen Schaden ersetzen. Sie waren zu Allem 
erbötig und baten nur am 29. März zu Wesen, sie bei dem 
Bündnisse mit den Eidgenossen und den alten Landessatzungen 
zu belassen, erfuhren aber daselbst Schimpf und Spott. Am 
7. April sammelte sich das österreichische Heer zu Wesen, 
Schännis und Wallenstatt. Nebst vielen andern Städten war 
auch Volk von Bregenz und Feldkirch, dann aus dem All- 
gau, Rheinthale, Walgau, Uznach und Gaster etc., zusammen 
15.000 Mann, zugezogen. Glarus schickte Boten um Hilfe, be- 
sonders nach Schwyz. Am 9. zogen 6000 Mann, zu Fuss und 
zu Boss , darunter Graf Donat von Toggenburg , von Wesen 
gegen das kleine Land zum Kampfe mit etlichen Hundert Män- 
nern von Glarus und stellten sich unter dem Hauptmann Matthias 
am Büel vor der Letzi (Landwehre) bei Näfels. Er leistete mit 
dem Zuzüge unter dem Landammann Albrecht Vogel tapfern 
Widerstand , wich aber zurück , da er die ausgedehnte Ver- 
schanzung gegen die feindliche Uebermacht nicht zu vertheidigen 
vermochte, zumal des Heeres Feldhauptmann, Graf Hanns von 
Werdenberg, über Kirchenzen (Kerenzen) in seinen Rücken 
einfallen sollte. Der Feind drang in voreiligem Siegesftolze und 
den Gegner verachtend, mit Sengen und Brennen über Netstal gen 

9 * 



132 

Glarus vor. Der Hauptmann am Büel sammelte indess am Rauti- 
berir um sein Banner die ihm in zerstreuten Haufen zueilenden 
Landleute. Diese Kernschaar stand gegen den Ansturm der 
österreichischen Reiterei , die zurückwich , um die zerrissenen 
Reihen in der Ebene wieder zu ordnen. Die Glarner folgten 
mit Siegesgeschrei und mussten überwältigt sich zurückziehen. 
So erneuerte sich Sieg und Flucht zehn Mal mit abwechseln- 
dem Erfolge. Dem eilften verzweiflungsvollen Angriffe erlagen 
die Feinde , indem das gewaltige Feldgeschrei des nahenden 
Zuzugs aus den hintern Thälern und Schwyz vom Gebirge 
wiederhallte. Die Glarner siegen, 2530 Feinde sind erschlagen, 
viele versinken in der Mag und im See , was sich retten kann, 
flieht die ganze Nacht hindurch, mit ihnen alle Wesener mit 
Weib und Kind, Habe und Gut. Am folgenden Morgen kommen 
die Glarner in die verlassene Stadt, plündern was sie noch 
finden und stecken zur Rache der Mordnacht die Häuser in 
Flammen. Graf Hanns von Werdenberg musste beim Anblicke 
der Niederlage von Beglingen herab umkehren. Tschudi, der 
treffliche Geschichtsschreiber seines Vaterlandes , nennt I. 547 f. 
die Zahl der gefallenen Eidgenossen wie auch des Adels, dar- 
unter auch einen Hartmann von Sigberg (aus dem Geschlechte 
derer zu Torenbüren , vgl. S. 65) ; unter den eroberten eilf 
Hauptbannern sind auch die des Grafen vonMontfort, viel- 
leicht unsers Rudolf VII. als Pfandinhabers, und des Grafen 
Diethelm von Toggenburg, a) 

XLV. 

Graf Rudolph VII. gibt Bruder Marquarden von Prichsen 
und seinen Nachkommen , die ein einsiedlerisch Leben führen, 
das Haus, die Hofstatt, den Garten etc. gelegen im 
Kirchfpiel zu Rankweil und im Walde Valdun mit einem 
Umkreise von 55 Klaftern nach der Länge und 46 nach der 
Breite; befreit selbe von allen Abgaben und erlaubt ihnen Bau- 
und Brennholz aus dem vorgenannten Walde zu nehmen. 



a) Die Toggenburg Hessen nun, da sie ihr Banner verloren hatten, ihr 
Wappen ändern und führten fiirderhin einen schwarzen Ruod in einem 
gelben Felde statt des weissen. 



133 

Feldkirch den 23. Juni 1388. 
In gottes nainen. Amen. Wir Rudolf von gottes genaden. 
Graf ze Montfort vnd herr ze Veltkilch kundin vnd veriehin 
oflenlich mit disem brief, allen den die in an sehent oder 
hörent lesen, daz wir mit gueter vorbetrachtong. willeklich vnd 
gern, mit gnnst vnd verhengnuss aller der die darzu horent- 
haft sint. oder die es an gat. vnd sass mit allen Worten vnd 
werchen so darzu gehört von recht oder von gewonhait. led- 
klich frilich vnd vnbetwnngenlich gegeben habint vnd gebint 
6ch mit disem brief luterlich durch got vnd vnser vordem, 
vnd aller dero der wir gutz schuldig sint seien willen, bruder 
Marquarten von prichsen. Vnd allen sinen nachkomen 
armen luten , die in bruder schin. vnd in ainsidellichem leben 
uff der nachgeschriben hoffstatt iemer me sitzent oder wandlent. 
vnd got da dienent. Das hus. hofstat, garten, bongarten, grund. 
grat, wasen, zwy (ZtceigJ, wunn, waid, holtz, vnd veld. was- 
ser vnd wasserrunss. Gelegen in Curer Bystum. In dem kilehspel 
ze Rankwil. In dem wald den man nempt Valdnn. ob vnserm 
wyger gelegen daselbs. vnd allez daz vmb daz selb hus ist 
stat, oder lit, wirt oder wachset ze Ring vmb nach der lengi 
funftzig vnd fünf clafter. Vnd nach der witi vierzig vnd sechs 
clafter lang wit vnd brait ze messen an geuerd. Vnd daz alles- 
sament. oder etwievil besunder. mag er oder die vorgenantens in 
nachkomen In friden, zunnen (zäunen), marken, zaichnen, gra- 
ben, mnren, oder zimbren, ietz vnd hienach, wenn, wie oder wie 
uil es inen fuget. Vnd habint och daz vorgenant hus vnd hof- 
statt als vor genempt stat, ledklich, frilich, vnd luterlich durch 
gott vff geben, also daz der vorgenant bruder Marquart, vnd 
all sin nachkomen arm lut vnd ainsidellen. das von got vnd 
vns haben vnd niessen sollent iemer mer. Vnd vnser vnd vnser 
vordem vnd ander der wir gutz schuldig sint flissklich geden- 
ken. Vnd habin och daz vorgenant hus vnd hofstatt. Vnd alle 
die da in künftigen ziten wonend sint. also gefryet. Vnd fry- 
ent onch si also mit disem brief. daz der vorgenant bruder 
Marquart noch kain sin nachkomen die ulV der vorgenant hof- 
stats s esshaft werdent weder vns, noch kainem vnserm nach- 
komen noch nieman anders von vnsern oder von ieman anders 
wegen von der vorgenant vnser gab noch von kainem vorge- 



134 

nanten stuk, geben gelten noch richten sol. zins, sturzehenden. 
noch kainerlay dienst darab, noch dauon tun sol. noch über 
si kain weltlich ban. gericht noch betwungenschaft da gau sol. 
Vnd entzihent vns och, vnd all vnser erben vnd nachkomen da 
aller aygenschaft vnn lehenschaft. Also daz weder wir noch 
kainer vnser erb noch nachkomen da nemen sollent välle noch 
geläss, erb noch erbschaft, noch kain betwungenschaft, noch 
aigenschaft da haben sollent. Doch so sollen wir vnd vnser 
erben vnd nachkomen den vorgenanten bruder Marquart vnd 
sin nachkomen uff der vorgenanten hofstatt schirmen vnd frid- 
lich halten bi allen vorgenanten dingen vnd stuken, vnd süss 
in andren Sachen, vnd gen aller menglichem nach vnserm ver- 
mugen an geuerd. Wir gebin och dem vorgenanten bruder Mar- 
quaten vnd allen sinen nachkomen vnd och dem vorgenanten 
hus disu recht, vnd dis fryhait. Wenn der dikbenempt bruder 
Marquart , oder kain sin nachkommen, der alt vatter ist in 
dem selben hus ab gät von todes wegen, oder süss von andren 
redlichen Sachen dem hus vnd den brfidern vnnutz wirt , daz 
denn die bruder die da sint, oder der merr vnd der besser- 
tail vnder in wol wellen vnd setzen mugen ainen andern alt- 
vatter, ob si ainen nutzen vindent, oder anderswa her, ob 
es fngklich si wie wa oder wannen si wellen als dik es ze 
schulden kunt an geuerd. Vnd also mugent si och nemen so es 
notdurftig ist. vnd in die selben wys ainen husbrüder . . Wir 
erlobint och dem vorgenanten bruder Marquart, vnd gebint im 
daz recht, vnd allen sinen nachkomen, daz si uss dem vorge- 
nanten wald der vmb si lit. wol mugent vnd och sollent, 
howen. nemen. vnd bruchen. Brennholtz. zimberholta. so si 
iemer vnschadlichost, vnd dem holtz vnwustklichost mugent, 
vnd anders als si sin notdurftig sint. Vnd mugent och da bu- 
wen zimbren vnn machen wes si bedurfent vnd notdurftig sint. 
ze wald. oder ze ainsidellichem leben. Vnd als in andren wal- 
den ir "gelich buwend an geuerd . . Wer och daz von kainer- 
lay sach wegen ietz oder hie nach iemer beschäh. daz man 
uff dem vorgenanten hus vnd hofstatt bruder die komlich we- 
rint nit fund. als süss kains wegs sich fugti von redlicher sach 
wegen, daz da manne nit fuklich oder komlich werint. als 
nulz. So mag man. frowcn swestran die in gaistlichem schin, 



135 

vikI in ainsidellichem leben da sitzen sigint vnd got dienin in 
alle wyse vnd mass, als vor von den brudern geschriben stat, 
dahin setzen, fugen ordnen vnd tun. Vnd die sont denn gantz- 
lich vnd gar han vnd niessen die vorgenanten hus vnd hofstatt 
in alle die wis vnd mit allen den fryhaiten so dauor von den 
brudern verschriben ist. . Vnd ze warem vrkund aller der 
vorgeschribnen dingen , stuken vnd gedingen. so habint wir 
Rudolf Graf vnd herr dauor genant vnser aygen Insigel offen- 
lich gehenkt an disen brief. Der geben ist in vnser statt ze 
veltkilch Des Jars do man zalt von Cristus geburt, drit- 
zehen hundert vnd achtzig iar Darnach in dem achtenden Jare, 
an dem nächsten zinstag, vor sant Peters, vnd sant Pauls tag 
der hailigen zwolfbotten. L. S. 

Dessen schönes Wachsfiegel mit der Umschrift: 
f S. RVDOLFI. COMIT. DE. MONTEFORTI. 

XL VI. 

Graf Rudolph VII., der dem Bruder Marquarden von 
Brichsen und seinen Nachfolgern im Einsiedlerleben das 
Haus imValduner Walde ob dem Weiher mit allen Zuge- 
hörungen etc. im ersten Stiftbriefe gegeben hatte , vermehrt 
diese Dotation auf Fürbitte seines Sehwestersohnes, des Grafen 
Heinrich von Werdenberg mit neuen hier angezeigten Grund- 
stücken , befreit dieselben von allen Zinsen, Zehenten, Dien- 
sten und weltlicher Gerichtsbarkeit und erlaubt ihnen den 
Holzbedarf aus dem umliegenden Wald zu nehmen, ferner dass, 
wenn sich keine Brüder mehr fanden, auch Schwestern unter 
denselben Begünstigungen daselbst einsiedlerisch leben dürften, 
daher das dortige Frauenkloster St. Clarae Ordens. 

Am 6. September 1389. 

Wir Graf Rudolff von Montfort herr ze Veitkirch verge- 
hent vnn tugint kunt offenlich mit disem brief als wir vormals 
Luterlich durch Götz willen geben habint Bruder Markwar- 
ten von brichsen vnn allen sinen nachkommen armen Luten 
in ainsidlem Leben die in Bruder schin wonent sint daz hus 
garten hofstat Bongart grund grat wasen zwi holtz veld wasser 
wasserfluss gelegen in kurer Bistum in dem kilchspel ze Rankwil 
in dem wald genant valdün ob vnserm wiyer (Weiher) gelegen 



136 

da selbs vnn alles daz vmb dazselb hus ist stät oder lit wirt oder 
wachset ze Ring vmb nach der Lengi fünfftzig vnd funflf kläff- 
ter vnd nach der witi vierzig vnn Sechs klaffter Lang' wit vnn 
brait ze niessent vngefärlich vnn daz alles sament oder etwivil 
besunder mag er oder die vorgenanten sin nachkomen in 
friden zunen marken zaichnen graben muren oder zimren ietz 
oder hie nach wenn wie oder wie vil ez Inen fugt. Nach dem 
als wir nu daz getan habint so sigint wir vnd och vnscr Swo- 
ster Sun Graff hainrich von werdenberg von Sangäns 
komen in daz vorgenant hus vff die hofstat in den wald val- 
dunen vnn habint da gesehen den redlichen nutzlichen schin- 
beren buw vnn Anvang so der vorgenant Bruder Markwart an 
dem egenanten hus vnn hofstat getan hat, daz alles als orden- 
lich vnn als redlich ist daz wir ze got getruwint daz wir es 
wol angeleit habint vnn daz da erberer gotzdienst gefurdert 
vnn gemeret vnd Got da gelopt werd daz vns vnn allen den 
die fro stur vnn almüsen darzu tund trostlich vnn nutzlich sig 
an sei vnn an Lib vnd als wir den schinberen anvang gesehen 
habint so ist derselb vnser Swoster Sun Graff hainrich mit 
flüssiger ernstlicher bet an vns komen vnn hat vns der erbetten 
nach dem als wir vor darzu geben habint durch gota willen 
daz vorgenant hus vnn hofstat als vor ist beschaiden daz wir 
denn noch furbasser durch Gottes willen darzu ffigiut, vmb 
daz daz och da geraachet vnn gebuwen mug werden daz arm 
Bruder da beliben vnd Got dester forderlicher dienen vnn Loben 
mugint, vnd daz wir darzu gebint die ebni vnn witi mitenander 
gelegen ze aller nächst bi der vorgenanten hofstat von dem 
Bach der da flusset uss dem Brunnen genant guldin muli 
vntz in den andren bach vnn in der witi als der ober stain 
stät vnn von dem selben stain herab in den stain ob dem 
wiyer den selben Invang vnd die witi zwischent den selben 
zwain bächen mit grund mit grät mit steg mit weg mit holta 
mit veld mit stok mit stain vnn mit allen rechten nutzen friih- 
ten vnn zugehorden daz habint wir alles mitenander dem ege- 
nanten Bruder Markwart, vnn allen sinen nachkomen in ain- 
sidlem schin Luterlich Ledklich frilich durch gotz willen ze 
rechtem aignen vf geben für vns vnn vnser erben vnn nach- 
komen vnd sunderlich für alle die in die kirchgenoss ze Rank- 



137 

wil gehÄrent, also daz er vnn sin nachkomen daz alles von got 
vnn von vns haben niessen friden zunen muren graben oder 
ziiuren sont, daz alles oder ain tau ietz oder hie nach ewklich 
vnn da bi vnser vnn vnser vordren vnd den wir gutes schuldig 
sint flissklich ze gedenkent, wir habint och die selben hofstat 
vnn den Invang vnd alle die In künftigen ziten da wonent vnn 
sesshaft sint, also gefriyet, vnd friyent (sie) sy och mit kraft diss 
briefs daz sy vns noch vnsern nachkomen noch niemant andren 
von vnsern noch von Jemant anders wegen von der vorgenanten 
vnser gab noch von kainen vorgenanten stuken geben gelten 
noch Richten sont weder zins stur zehenden noch kainer Lay 
dienst da von tun sont, noch vber sy kain weltlich ban ge- 
richt noch betwungenhaft gan sol vnn entzihent vns och für 
vns vnn vnser erben vnn nachkomen vnd für alle die in die 
kirchori ze Rankwil gehorent, daran aller aigenschaft vnn 
lehenschaft vnn sont wir noch nieman andren kain vall geläss 
erb noch erbschaft betwungenhaft noch aigenschaft, da haben 
in kain wis och sollen wir vnn all vnser nachkomen den vor- 
genanten Bruder markwart, vnn sin nachkomen vff der vorge- 
nanten hofstat vnn bi dem hus Schirmen vnn fridlich halten bi 
allen vorgenanten dingen vnn stuken in allen Sachen gen aller 
menglich nach vnser vermugent an all geverd wir gebint och 
dem egenanten Bruder Markwart, vnn sinen nachkomen disu 
recht vnn frihait, wenn der dikbenempt Bruder Markwart, oder 
kain sin nachkomen der da alt vatter ist in dem selben hus 
ab gat, von todes wegen oder süss von andren redlichen Sa- 
chen dem hus vnn den Brüdern vnnutz wirt, daz denn die 
bruder die da sint, oder der mer tail vnder in wol wellen vnn 
setzen mugent ainen andern altvatter er sig da oder anderswa 
der sy nutzlich vnn gut dunkti also vnn in solich wis mugent 
sä och ainen husbruder wellen vnn setzen wir erlobint och 
dem egenanten Bruder Markwart vnn sinen nachkomen vnn 
gebint inen daz recht, daz si vss dem egenanten wald der vmb 
•y Lit, wol mugent vnn sont howen nemen Brüchen Brennholtz 
zimerholtz so sy iemer vnschadlichost vnn vnwustlichost mugent, 
vnd mugent öch da buwen zimren vnn machen wes sy bedurfTent 
vnn noturftig sint ze ainsidlem leben vnn als in andren walden 
iro gelich buwent an all geverd war och daz von kainer Lay 



138 

sach wegen ietz oder hie nach ienier beschah daz man in daz 
vorgenant hus nit fundi Bruder die komlich wärint oder da man 
nit nutz sin weltint so mag man frowen Swostran die in 
gaistlichem schin vnn in ainsidlem leben da sin weltint vnn got 
da dienen weltint nemen in aller wis als vor von den Brüdern 
geschriben stät da hin setzen fugen ordnen vnd tun vnn die sont 
denn gantzlich vnn gar hän vnn niessen daz vorgenant hus vnn 
hofstet, mit allen frihaiten als vor von den brudern geschriben 
stat an all geverd dez alles ze warem vrkund vnn stäter ewiger 
sicherhait so habint wir obgenanter Graff Rüdolff von Montfort, 
für vns vnn vnser erben vnn nachkomen vnser aigen Insigel 
offenlich gehenkt an disen brief, wir vorgenanter Graff hain- 
rich von werdenberg von Sangäus vergehent och daz der ege- 
nant vnser lieber muter Bruder Graff Rudolff von Montfort dem 
vorgenanten Bruder markwarten vnd allen sinen nachkomen, die 
vorgenanten ebni vnn witi zu dem egenanten hus vnn hofstat 
Luterlich vnn gentzlich durch Gotes willen vnn och von vnser 
ernstlichen bet wegen geben hat, in aller wis als vor geschriben 
vnn beschaiden ist, vnd ist daz alles volfurt mit Worten mit 
werchen vnn mit allen Sachen als es wol kraft hat vnn hän 
mag darzu vnn da bi wir die egenanten Bruder halten vnn 
schirmen sollint vnn wellint als verr wir vermugent an all ge- 
verd, dez ze warem vrkund habint wir och vnser aigen Insigel 
gehenkt an disen brief der geben ist an dem nächsten man tag 
vor vnser Lieben frowen tag ze herbst In dem iar do man zalt 
von Cristus geburt drüzehenhundert vnn achtzig iar darnach in 
dem Nunden Jar. LL. SS. 

XLVII. 

Reinhart von Wehingen , österreichischer Land vogt, bestätigt 
nach des Grafen Rudolph VII. am 15. November 1390 zu Fus- 
sach erfolgten Tode dem Ammann und den Wallisern zu Da- 
mals ihre Freiheiten. 

Feldkirch am 13. December 1390. 

Ich Reinhart von We hingen des durchlüchtigen vnd 
hochgeborn Fürsten Herczogen Albrechts Herczogen ze Oster- 
rich etc. mines gnedigen Herren lantuogt, Tun kunt mit dem 
briefe. Als der Amman vnd die Walliser gemainlich in Tomülls 



139 

vnd in Vgen amd die zu in gehörnd vnd die in der her- 
schaft vnd Grafschaft Montfort sind gesezzen vnd an ainn Her- 
schaft von Osterrich geuallen sind, vnd och der gehuldet vnd 
gesworen hand für ir recht vnd erblich Herrn ze haben, vnd 
trüw vnd warhait ze laisten, daz ich denselben lüten gemain- 
lich anstat miner gnedigen herschaft von Osterrich alle ire recht 
Frihait mit steg mit weg vnd gute gewonheit di si von alter 
gehabt vnd hergebracht habend von sundern gnaden vnd durch 
ir trüw willen bestätet han vnd bestet In (ihnen) die och wiz- 
zentlich mit diesem briefe, daz Si vnd ir nachkomen furbazz 
daby sullen beliben an geuerd. Mit vrkund des briefs versigelt 
mit mint'' anhangenden Insigel. Geben ze Veitkirch an sand 
Lucien tag der heiligen Junkchfrowen do man zalt von kristi 
geburt drüzehenhandert Jar darnach in dem Nuntzigisten Jare. 
Diese Original -Urkunde auf Pergament mit anhängendem 
Siegel, die bestens erhalten ist, besitzt der Herr Buchhändler 
Teutsch in Bregenz, wo ich sie copirte. Eine Abschrift der- 
selben mit dem Vidimus des unglücklichen Abtes zu Si Lucii 
in Chur, Theodul Schlegel, ddo. 16. August 1520, fand ich in 
der Pfarrlade zu Damüls. 

xLvin. 

König Wenzel belehnt den Grafen Rudolph von Werden- 
berg und Rheineck mit dem halben Theile der Vesten Toren- 
büren und Staufen, nebst einem Antheile an dem Bregenzer- 
walde, welche Reichslehen durch Grafen Rudolphs VII. Tode 
an den Grafen von Werdenberg gelangt sind. 

Bettlern am 17. Jänner 1391. 

Wir Wenczlaw von gotes gnaden Romischer Kunig zu allen 
czeiten Merer des Reichs vnd Kunig zu Behem Bekennen vnd 
tan kant offenlichen mit disem brieue, allen den die In sehen, 
oder hören lezen (sie), Das für vns kumen ist, der Edel Rudolff 
Graff zu Werdemberg vnd zu Reynek. vnser vnd des 
Reichs über getrewer, vnd legt vns fnr, wie das die vesten, 
Dornbvrren halb, die vesten Stawff halbe mit irer zu- 
gehorung vnd den halbe teyle des teyles an dem Bre- 
giezer walde, die von vns vnd dem Reiche zalehen ruren, 
an In von tode wegen etwenn Graf Rudolfs von Montfurt herren 



no 

zu Feldkirchen recht vnd redlichen kumen vnd gefallen weren, 
vnd bäte vns mit fleisse, das wir Im die vorgenanten gueter 
mit iren zugehorungen zuuerleihen gnediclichen gerächten, des 
haben wir angesehen soliche dinste vnd trewe , als vns vnd 
dem Reiche, der vorgenant Graf Rudolf getan hat, vnd furbas 
tun solle vnd möge in kumftigen czeiten, vnd haben Im dorumb 
mit wolbedachtem mute gutem Rate vnd rechtem wissen, die 
vorgenanten guetere mit iren zugehorungen, gnediclich gelehen 
vnd gereicht , leihen vnd reichen Im die , als verre wir das von 
rechte tun sollen vnd mögen in craft dicz brieues vnd Romi- 
scher kuniglicher mechte , Also das er vnd seine lehenserben, 
die vorgenanten guetere mit iren zugehorungen, von vns vnd 
dem Reiche zu rechtem lehen, haben halden, besiezen, vnd der 
geniezzen sollen vnd mögen, in aller der masse vnd weise, als 
sie der vorgenant Graf Rudolf von Montfurt, von vns vnd dem 
Reiche vnczher gehabt vnd besessen hat, von aller menielichen 
vngehindert, vnschedlichen doch vns vnd dem Reiche, vnd sust 
yederman. an vnserm vnd seinem rechten. Mit vrkunt dicz briues 
vorsigelt mit vnserm kuniglichen Maiestat Ingesigel. Geben zum 
Betlern a) Nach Crists geburt dreiezenhundert Jare , dornach 
in dem einen vnd newenezigsten Jare, an sant Anthonientag 
vnser Reichs des Bebemischen in dem Acht vnd ezwenezigsten 
vnd des Romischen in dem fumfezehenden Jaren. 

Per dominum Lampertum Bambergensem Episcopum Fran- 
ciscus Olomucensis Canonicus. L. S. 

(Auf Pergament mit angehängtem Wachsfiegel.) 

XLIX. 

Vidimus von Peter, Abte zu St. Peter im Schwarzwalde, über 
den Vertrag der Herzoge von Oesterreich mit dem Grafen 
Heinrich von Wer de nberg-Sargans wegen seiner For- 
derung an die vom sei. Grafen Rudolph VII. von Montfort- 
Feldkirch vermachte Veste Jagdberg und andere Güter. 

Wien am 25. Juli 1391. 

Wir Petrus von gotlicher verhenckniss Abbt des Gotz- 

huses Sannt Peters im Swartzwald Constentzer Bystumb 

Sanntt Renedicten Ordens Tund kunt menglichem Das wir einen 

a) Bettlern im Beraunerkreise in Böhmen war ein Lieblingssitz dea 

Königs Wenzel. 



141 

tütschen permentin brieff gantz gerecht vnbreschafft vnd vnarg- 
\\ enig an Perment geschrifft insigelen vnd allen dingen gesehen 
vnd lesen gehört habent von Worten ze Worten wisende vnd 
lutende wie hernach geschribcn stat, Wir Albrecht von gotes 
gnaden hertzog ze Osterrich ze Styr ze kernden vnd ze krain 
Grane ze Tyrol etc. vnd wir wilhalm vndLupolt gebruder 
auch von gotes gnaden hertzogen derselben lande, für vns vnd 
vnser geswistride, Bechennen offenlich mit dem brieue, Daz 
wir ains tails, vnd der Edel vnser lieber Ohem, graf hain- 
rich von werdemberg von Sanggans herr ze vadutz des 
andern tails, vmb alle die voderung, so der zu vns hat getan 
von wegen des gemechts, als im weilent vnser lieber Ohem 
graf Rudolff* von Montfort herr ze veltkilch selig, vmb die vest 
Jagberg 1} vnd ettliche andre genante guter het getan, früntlich 
vnd liplich nach Rat vnser beder Rete vnd getrüwen, uberain 
komen sin in der masse als hienach begriffen stet, von erst, 
daz dem egenanten graf hainrichen zu eim rechten Lipding die 
wile Er in leben ist, gentzlich beliben sol, die obgenant vest 
Jagberg, vnd alle die lut vnd guter die in disen nachgenanten 
marken vnd kraissen begriffen sesshaft vnd gelegen sint, vnd 
ist dis die erst mark, Derbach 2) inSantaniser holtz den man 
nempt Anwanera vnd denselben bach hinab vntz in die ill, vnd 
hinoff* wert durch das holtz vntz vff den grat in Santaniser 
klus vnd von derselben klus hin vf vntz in den spitz des Tann- 
waldes Also daz Übersachsen mit siner zügehörd hervswert 
vssrenthalb den marken sin sol, vnd von dem Spitz des tann- 
waldes den grat die höhi hin in, vntz an des egenanten graf 
hainrichs grafisch äfft als die Snefchlaipfina in die ill gand, vnd 
von derselben hohi herab als die marken herabzaigent an die 
blatten enhalb Jagberg da die gross aich mit dem crutz stat, 
damit die graffschaft von Montfort vnd sin graffschaft von Sanggans 
vormals vnderschaiden vnd vndermarket sint 3), vnd von dersel- 
ben grossen aich vnd der blatten gelich hinab Ober die ill 4) 
vntz in den bach genant der mang der obrent Mantzingen 
5J herab in die ill rinnet, vnd von demselben bach das gepirg 
herwider vswert zwischen der ill ob Galmist heruz vntz an 
den Schanwald fi) zem Rabgir, vnd da dannen hin über vntz 
gen tysis vnd von Tysis den Blasemberg herumb vntz in 



142 

die ill, Die obgenant vesti Jagberg vnd all lüt vnd guter die 
in disen vorgenanten marcken sesshaft vnd gelegen sind, sol 
der egenant graf hainrich innbaben vnd messen ze ainem rech- 
ten lipding die wil er lebt vnd nit füre mit gewönlichen stüran 
mit zinsen mit vällen mit gelassen mit wingarten, mit gerichten 
twingen vnd bannen, mit aller ehafti gewaltsami vnd rechtung, 
als dieselben liit vnd guter der obgenant graf Rudolff selig von 
Montfort vntz an sinen tod zu sinen handen inngehept vnd ge- 
nossen hat, Vnd auch mit solicher beschaidenhait daz Er, die- 
selben lüt vnd guter vnwustlich innhaben, vnd an all Schätzung 
niessen sol mit den zinsen vnd stüran damit sü hüt zetag be- 
griffen sind, vnd Sy nit höher triben noch trengen sol an geuerde, 
vnd wenn er nit ist, vnd von tods wegen von diser weit ge- 
schaiden ist das got lang wend, So sol die obgenant vesti 
Jagberg und all die lüt vnd guter zins vnd stüran die in disen 
obgenanten marken begriffen sind, Sunderlich die der obgenant 
graf Rudolff selig ze sinen handen inngehabt vnd genossen hat, 
als vor ist beschaiden, herwider an vns vnd alle vnser erben 
vnd nachkomen ze rechtem ewigen aigen geuallen vnd veruallen 
sin, an aller meniclichs Widerrede sumuug vnd ansprach, also 
daz vns vnd vnser erben , des vorgenanten graf hainrichs erben, 
noch der erben in dhain wis , daran nit sumen noch irren sont, 
mit dhainen sachen süss noch so , Es sol och die egenant vnser 
vesti Jagberg yetz zemal vnd nu hinnanhin allweg vnser offen 
hus sin, vns vnd die vnsern darin vnd daruz zelassent vnd och 
darinn ze enthaltent zu aller vnser notdurfft, wenn wir des be- 
dürffent, doch mit der gedingd, wen wir dahin legent vnd 
haben wöllent, daz der in vnser kost da sin sol an geuerd, 
Er sol och dieselben vesti Jagberg besetzen mit einem purck- 
herren der ainem vogt ze veltkilch swer ainen gelerten aid, ze 
den hayligen, wenn das ist vnd ze schulden kumt daz er von 
todes wegen abgangen ist, Daz er denn dieselben vesti Jagberg 
vns vnd vnsern erben, oder vögten, oder gewissem botten in- 
geb vnd antwurti an widerred vnd an alles verziehen, Vnd als 
dik er ainen purkherren daselbs ze Jagberg ändern vnd ver- 
keren wil, So sol der purkherr der vff der vesti denn ist, die 
vesti en kainem anderm purkherren nit inantwurten , Er hab 
denn vor ainem vogt ze veltkilch och ze den hayligen gesworn, 



U3 

vns mit der vesti gewärtig ze sind in der wise als vorgeschri- 
ben stat an all geuerd, Es ist och beredt von der zins vnd 
sturan wegen, so von den Lüten vnd gutern ze Galmist vnd 
ze tysis geuallent, die och der obgenant graf Rüdolff selig ze 
sinen handen inngehebt vnd genossen hat, Daz die vnser phle- 
ger vnd Amptman ze veltkirch innemmen sol vnd die dem ob- 
genanten graf hainrichen ierclichs diewil er lebt, geben vnd 
antworten, Vnd daz Er mit denselben lüten furbass nütz mer 
zesrhaffen haben sol wann Si vns yetz gentzlich vnd aigenlich 
vor uallen sind, Es ist och beredt, von der obgenanten lüt wegen 
die in disen obgenanten marken begriffen sind, vnd sin lipding 
wesen sont, nach dis brieffs sag, das vns die yetz zemal für 
aigen sweren, vnd vns vud vnser Statt zu Veitkirch zn allen 
vnsern Sachen hilfflich vnd geraten wesen sont, wa wir des 
bedurffent, es sig mit Raisen ald andren Sachen, vngeuerlich, 
Dasselb sont och wir vnd dieselb Statt ze veltkiich inen hin- 
widervmb tun in allen iren Sachen wa Su des bedurffent an all 
geuerd Doch also daz im dieselben lüt mit allen Sachen dienst- 
haft wesen sont in der wise als hieuor geschriben stat an 
geuerd , Vnd wer och daz er ire bedurffent wurd ze Raisevt 
damit sullent Si im hilfflich willig vnd gehorsam sin wider 
aller menclich vssgenomen vns vnd den vnsern , wider die sont 
su nit tun noch sin an geuerd, Och ist in disen Sachen näm- 
lich beredt vnd vssgenomen als der obgenant graf Rudolff 
selig von Montfort, die Edeln Agnesen von Metsch da- 
selbs sein Eliche husfrawen gewiset hat vmb drütusent guldin 
vff die vesti genant die wälisch Ramswag vnd vff lüt 
guter zins gelt vnd sturan, nach lut vnd sag der briefe, di di 
darumb hat, daz dieselb vesti mit lüten vnd gutern mit zinsen 
mit sturan vnd mit allen rechten so zu denselben lüten vnd 
gnossamen gehört, vns aigenlich beliben sont, vnd daz Er noch 
sin erben, Si noch ir erben vns daran in kain wise nit snmen 
noch irren sont mit enkainen Sachen, süss noch so an all generd, 
Es were denn daz er dieselben vesti lut vnd guter zu sinen 
hand losen wolt vmb die obgenanten drutusend guldin, des er 
wol gewalt hat zetünd ob er wil vnd beschicht och das, So 
sol er dieselben vesti Ramswag vnd lüt vnd guter so darzu 
begriffen sind als yetz hienor ist beschaiden, mit andren vor- 



U4 

genanten vnsers Ohems seligen graf Rudolffs lüten vnd gfltern 
vngeuerlich vnwustlich vnd an all Schätzung innhaben vnd mes- 
sen vntz an sinen tod, vnd wenn er von todes wegen abgan- 
gen ist, So sol dieselb vesti Ramswag mit den yetzgenanten 
luten vnd gutern och an aller meniclichs widerred sumcn vnd 
irrung an vns ze rechtem aigen gentzlich geuallen vnd veruallen 
sin, Nach allen stüken ist och nämlich heredt vnd bedinget daz 
dem obgenanten graf hainrichen vnd sinen erben yetz ze rech- 
tem aigen werden vnd beliben sol, alle die lüt vnd gutere die 
der obgenant graf Rudolff selig Bludentz halben gehebt 
hat enhalb der mark, die, die graiTschaft tailet als vor ist be- 
schaiden vnd ouch enhalb dem vorgenanten bach dem Mängen 
Burshalb 8), es sig die vogty in vallentschinen 9) die 
gnossami ze Bludätsch ze turringen ze Burs als anderswa 
wa dannan inhin sesshafft vnd wonhafft sind, Darzu alle des- 
selben graf Rudolffs seligen lüt vnd guter an dem E seh in er- 
be rg vnd mit namen was er zu sinen banden inngehebt vnd 
genossen hat, vnd enhalb der ill hin der t osters hinab als 
die ill in den Rin gat Es sigint lüt als guter wisen Ekcher holtz 
ald veld vnd ouch all vergangen Lüt wa die obrenthalb dem 
Schanwald gesezzen vnd wonhaft sind die zu der herschafft 
gen veltkirch gehört hant vnd och darzu die lüt zu diepoltz- 
ow vnd die wingarten vnd das purkstal ze Rebstain mit 
gerichten vnd mit aller gewaltsami vnd zugehord Doch mit 
rechtem gedingd vssgeuommen die obgenanten vesti Tosters 
mit aller irer zugehord lüt vnd guter als Si gelost ist von graf 
hainrichen von furstenberg, Darzu sont er noch sin erben nütz 
zu sprechen haben, vnd och vssgenommen all Burger vnd Bur- 
gerina die ze veltkilch Burger sint wa die sesshafft sint vnd 
mit nammen gemain die Statt ze veltkirch, Also daz die by 
allen iren rechten guten gewonhaiten briefen vnd gutern wa 
die gelegen sint gentzlich beliben sont an all sumung vnd irrung 
des vorgenanten graf hainrichs von Sangans vnd siner erben, 
Ouch ist nach allen stüken gedinget vnd beredt von siner graff- 
schaft vnd von aller siner lüt guter gericht vnd gebit wegen 
die Er vntzher inngehebt besessen vnd genossen hat, vnd als 
sin vordren das an in bracht hant, daz Er vnd sin erben daby 
och gentzlich beliben sunt an all sumung vnd irrung an all 



145 

geuerd, vnd sunderlich ist och beredt von gelaits wegen, ob 
yeman gen yeltkirch kerne der gelaittes müttati gen Bludentz 
ald gen vadutz daz sol er ainem Bidermann ze veltkirch em- 
phelhen der das von sinen wegen vnd in sinem namen vnd an 
siner statt gebi, so er ze veltkilch selb nit ist, vnd ob sich 
fugti daz derselb dem er das gelait empholhen hette zegebent 
dehainest och nicht ze veltkirch wer so sol vnd mag ain Statt 
Amman ze veltkirch das gelait an seiner statt vnd von sinen 
wegen, denn geben wer des gert, vnd das gelaitt sol er allweg 
schirmen als ob er es selber geben hab vnd dabi gewesen sig 
an all geaerd , Es hat och der vorgenant graf hainrich von 
werdemberg von Sangans hierüber ze mererer sicherhait offen- 
lich gesworen ainen gelerten aid zu den hayligen mit vfferhab- 
ner hand, all vorgenant bedingden stuk vnd artikel vest vnd 
stet ze habent dabi ze belibent, vnd dawider nyemer zekoment 
noch ze tu ml. noch mit yeman anderm schaffen getan werden 
mit enkainen Sachen süss noch so an all geuerd , vnd der vor- 
geschoben Sachen ze vrchnnd haben wir obgenanten hertzogen 
von Osterreich vnser insigel haissen hencken an disen brieue 
Der geben ist ze wienn an Sand iacobs tag des zwolffbotten 
Nach kristes gepurde Drüzehenhundert iar darnach in dem ains 
vnd Nuntzgisten iare, Vnd wann wir petrns abbt des Gotzhuses 
Sannt Peters im Swartzwald obgenant einen solichen brieflf an 
geschrifflt insigelen gantz gerecht vnd one allen Argwon vnbresch- 
(h)afft gesehen den mit vliss gegen diser abgeschrifft vnd vidi- 
mus lesen gehört vnd die in glicher lut gegen einander funden 
Darumb des zu warem vrkund hant wir vnser Abbtye ampta 
insigel Doch vns vnd vnserm Gotzhus vnschedlich offenn getan 
hencken an dis vidimus so geben ist an dem nechsten Mentag 
nach Sannt iohanns Baptisten tag zu Süngichten da man zalt 
nach Cristi gebart viertzehenhandert Sybentzig vnd funff iare. 

L. S. 
Anmerkungen zur XLIX. Urkunde , die zam Theile mein 
verehrter Herr Landsmann, der k. k. Studiendirector und Hof- 
kaplan Johann Michael Hau sie aus Satteins, mir mitgetheilt hat. 
1. Die Ruinen der Veste Jagberg oder Jagdberg lie- 
gen zwischen dem Pfarrdorfe Schlins and Fromengersch 
auf einem Hügel. Die Herrschaft (in der Theilungsurkunde vom 
"I 10 



146 

2. März 1319 in Baron von Hormayr's Archiv für Süddeutsch- 
land 1. 159 f. Graveschaft genannt) , später das Gericht Jagd- 
berg umfasst die Pfarrdörfer Satteins, Schlins mit den 
Weilern Fromengersch und Rons, Schnifis und Düns sammt 
dem walserischen , pfarrlich zu Düns gehörigen Dünserberge, 
welche zusammen 2383 Einwohner zählen. 

2. Der Bach im Santaniser Holtz (heut zu Tag 
„C h r i s t h o 1 z" genannt) , den man nempt A n w a n e r a , 
scheint der Bach zu seyn, welcher die jetzige Strasse von Fra- 
stanz nach Satteins oberhalb des Weilers Schildried , der zu 
Göfis gehört, und bevor man zu der Einöde „beim Kristbauer 1 ' 
gelangt, an dem Puncte durchschneidet, wo der Weg von Sat- 
teins nach Göfis (der Sigauener staig bei v. Hormayr am an- 
geführten Orte) von dieser Strasse sich abtrennt. Ob der Bach 
noch diesen Namen führt , kann nicht mit Gewissheit gesagt 
werden , ist aber fast zu vermuthen. Die weiteren Grenzanga- 
ben fallen mit denen auf der Hueberischen Karte angedeuteten 
Grenzlinien so ziemlich zusammen. Es steigt nämlich zwischen 
Göfis und Satteins aus dem Illthale ein bedeutender Bergrücken 
in die Höhe, auf dessen Grat die spärlichen Ruinen der römi- 
schen C 1 u n i a zu bemerken sind ; und dessen östlicher Ab- 
hang den vor etwa sechzig Jahren zum Theile ausgereuteten, 
nach Satteins gehörigen „Ch r i s t b e r g" bildet. Zwischen die- 
sem Clunia und dem Christberge zieht nach des Herrn Mitthei- 
lers Erinnern ein bewässertes Thälchen hin, durch welches die 
Grenze zwischen Satteins (Jagdberg) und Göfis sich fortsetzen 
mag, bis der vorgenannte Bergrücken an der wildschönen „Sat- 
teinserklaus e" schroff" sich abbricht. Die Strasse von Sat- 
teins nach Rankweil führt durch diese von schroffen Felsen 
schauerlich eingeengte, einen kleinen grünlichen Bergsee (der 
„Satteinser Weiher 1 ', an den sich mehrere Sagen knüpfen) in 
sich bergende Klause, unterhalb welcher ein romantischer Wald- 
weg von der Clunia her in die genannte Strasse sich einmün- 
det. Von der die Jagdbergische Grenze quer durchschneiden- 
den Klausenstrasse erhebt sich eine hohe Gebirgsmasse , dereu 
Kamm sich ununterbrochen bis gegen Damüls hinzieht. Auf 
einem Ausläufer dieser Gebirgsmasse liegt das malerisch gele- 
gene Dorf Übersaxen (super saxa) mit dem noch pittores- 



U7 

kern Weiler Rheinberg oder vielleicht richtiger Rainberg, und 
über jenem Dorfe erhebt sich der Berggrat bis über St. Gerold 
hin, der das Illgebiet von dem Laternser Thale scheidet. Kin 
eisenhaltiges und in neuester Zeit besuchteres Gesundbrünnlein 
liegt fast an dem Waldwege , welcher über den Grat an den 
Dünserberg hinführt. Der eben genannte Gebirgsrücken erhebt 
sich von der Satteinserklause an in steilen, mit Wald bekrönten 
Felsenmassen, von denen sich durch irgend ein gewaltiges Xa- 
turereigniss ungeheuere Felsblöcke abgetrennt haben und für 
sich zu einem Vorberge emporgethürmt , dem aufmerksamen 
Besucher eine grosse Anzahl phantastisch geformter Höhlen zur 
Schau bieten. Diese Felsenmassen fallen dem vorgeschobenen 
Abhänge, auf welchem Ubersaxen liegt, gegenüber in ein Wald- 
bachthal oder „B a c h t o b e 1" ab , an dessen oberster Veren- 
gung eine zu Ubersaxen gehörige Mühle gelegen ist, an wel- 
cher noch heut zu Tage der Weg von Satteins nach Uber- 
saxen vorüberführt. Bei Baron von Hormayr am angeführten 
Orte scheint diese Jagdbergische Grenze übereinstimmend mit 
der vorliegenden Urkunde , aber genauer angegeben zu sevn. 
Es ist nämlich nach Herrn Häusle's Erinnerung ungefähr in der 
Mitte und am Fusse der vorgenannten Felsenmassen ganz nahe 
am Satteinser Weiher ein Brünnlein ..daz da flüsset ge- 
gen Schagchen hus 1 ', das ein Weiler von Göfis seyn mag, 
und von diesem Brunnen führt ein steiler Fusspfad zwischen 
den Felsen empor „zwischent den Stainen. uf unz (bis) 
an den weg der von Santains gut gegen Ybersach- 
sen in daz Bachtobel zu dem mülstal". Diesem Bache 
entlang, welcher oberhalb der vorgenannten Mühle einen inter- 
essanten Wasserfall bildet, und dann über schöne Bergwiesen 
sich herschlängelnd uns entgegenkommt, führt nun die Grenze 
von Jagberg immer mehr dem Gebirgskame zu über die Sa- 
teinser -Rufe — ein ungeheures Steingerölle mitten im 
Tannwalde — hin gegen den Dünserberg und über diesen 
hinaus -uf die Egge als die Schneflaippf inan gant 
gegen der Ylle 11 d. h. vom obersten Anfang der südlichen 
Abdachung des ganzen Gebirgsrückens in das Illthal herab , so 
dass dieser Fluss gleichsam die Grenzbasis der Herrschaft bildet. 
Die Worte in dieser Urkunde XLIX. S. 141 : „Also daz über- 

10 • 



148 

sachsen mit siner zugehörd heruswert vssrenthalb den mar- 
ken sin sol 1 ' verdienen besondere Beachtung, indem die 
„Zugehörd" von Ühersaxen d. i. ein grosser Theil der über 
der Sateinserklause und dem angrenzenden Walde sich erheben- 
den Bergwiesen noch heut zu Tage inner den Gemeindegrenzen 
von Übersaxen liegt. Das „heruswert" bezeichnet hier eben 
die gegen das Jagdbergische hinschauenden , von der Berghalb- 
insel Übersaxen durch einen steilen Hügel abgetrennten Berg- 
mähder. Sehn eflaipfina scheinen die am steilen Gebirgs- 
abfalle durch das winterliche Holzriesen gebildeten und weithin 
sichtbaren waldverwüstenden Vertiefungen zu seyn. 

3. Die östliche Grenze der Jagdbergischen Herrschaft an 
der damals zu Werdenberg - Sargans gehörigen Herrschaft Blu- 
menegg hin, ist Herrn Häusle nicht so genau bekannt. Sie 
muss sich nach dessen Erachten nicht fern hinter dem Badhause 
zu Schnifis, wo man gegen den Thüringerberg hingeht, und 
durch den Wald zwischen Bludesch und Schlins hinziehen. Wo 
„die Blatten enhalb Jagberg" ist und ob „die gross 
aich mit dem Crütz noch stehet" kann derselbe nicht sagen. 
Unfern hinter der Veste Jagdberg und von dieser nur durch ein 
Thälchen getrennt, beginnt eine Waldung, das Geisshölzli ge- 
nannt. An dessen Eingange steht eine Feldkapelle zu Ehren 
des bischöflichen Curschmiedes St. Loy (St. Eulogius), eines 
im obern Vorarlberg beim Landvolke von Altersher als Patron 
in Viehnöthen geehrten Heiligen. Weiter hinauf im Walde, be- 
vor man von Bludesch nach Schlins kommt, glaubt Herr Häusle 
an einem alten Kreuze vorübergegangen zu seyn. 

4. Das über dem Illflusse gelegene und in der Urkunde 
angeführte Gebiet gehörte nicht mehr zur Herrschaft Jagdberg 
als solcher, sondern theils zu Sonnenberg (Werdenberg - Sar- 
gans), theils zur Grafschaft Montfort - Feldkirch. Noch heut' 
zu Tage gehören zur Grafschaft Sonnenberg aj diese Pfarr- 



ei Die Burg Sonnenberg ausserhalb Nüziders , welche die Appenzeller 
im J. 1405 gebrochen haben, gab der Grafschaft Sonnenberg den Namen. 
Der Sitz des von der k. bayerischen Regierung im J. 180Ö geschaffenen 
Landgerichts Sonnenberg war anfangs zu N ü z i d e r s und wurde dann 
nach Pludenz, das mit dem Thale Montavon eine eigene Grafschaft bil- 
dete, übertragen. 



U9 

dörfer Xenzing mit Bäschling , die Expositur Gartis (Cur- 
tis) , Fräs tanz, uud das Mittelgebirg ober und ausser Fra- 
stanz mit den Weilern Frastafeders, Amerlügen, Felsenau, Leu- 
zengast , wo es in der Frastanzerschlacht am 21. April 1499 
besonders scharf herging , Fällengatter und GampeUin hin bis 
Gallmist, das zur Feldkirchischen Gemeinde Tisis gehört. 

5. Der wilde Mängbach kommt aus dem Gamperdun (vom 
roman. campo und dem celtischen dunum ?) Thale und fliesst 
in die Hl. Menzing, jetzt Nenzing, das am 7. Juli 1633 
grossentheils abbrannte, zählt jetzt 1605 Einwohner. Wie die 
nun erloschenen tridentinischen Freiherren von Madrutsch 
(Madruz) hier Zehentherren geworden , weiss ich nicht anzu- 
geben. Unter Nenzing liegt das Dorf Bäschling mit dem 
Kirchlein der h. Ottilia; weiterhin die Expositur Gurtis (Cur- 
tis) mit 252 Einwohnern. Ueber Xenzing stand die , wahr- 
scheinlich im Appenzeller Kriege gebrochene Burg R a m- 
s c h w a g , welche zum Unterschiede von den beiden gleich- 
namigen Burgen an der Sitter im Kantone St. Gallen , als im 
einst romanischen Walgau gelegen, auch Welsch-Ramschwag 
genannt wurde. 

6. Der Schanwald in der Pfarre Tisis gegen das Dorf 
Seh an d) im heutigen Fürstenthume Liechtenstein. 

7. Das Pfarrdorf Tisis mit der vorstadtartigen nächst 
Feldkirch gelegenen Filiale Heiligkreuz gehörte wie Tosters 
zum Gerichte Rankweil und Sulz , somit zur Herrschaft Feld- 
kirch. — Blasenberg heisst ein isolirter, nach Osten mit Reben 
bepflanzter, nach Westen steil abfallender Hügel, der durch das 
grossartige Felsbett der Hl von dem Ardetzenberg bei Feld- 
kirch getrennt wird. Die beiden Käpfe , der St. Veit- und St. 
Marjrarcthenkapf , mit ihren Thürmen und ihrer reizenden Aus- 
sicht ins Rheinthal sind auch in militärischer Hinsicht durch 
des österreichischen Generals Jellarhich und der Landesfchü- 
tzen, ja der Studenten und Weiber muthvolle und eutscheidende 



m) Schan d. h. Eiche, rom roman. tschano (französ. le ebene), 
da« man noch im Kanton Freiburg hört. S. im Texte zu der Sammlung 
von Schweizer Kühreihen von Johann Rudolf Wyss. Bern 1826. 8. 54. 



150 

Verteidigung gegen Massena am 23. März 1799 berühmt ge- 
worden. 

8. „Enhalb dem Bach Mängen Burshalb" d. i. ohne 
Zweifel das Gebiet östlich des Mängbaches gegen die Pfarre 
Biirs hin. 

9. Der Weiler Vallentschinen oder jetzt V a 1 1 e t- 
schina in der walserischen Pfarre Plöns ist der Bezirk jen- 
seits des Es che tobeis und des Walhenbachs bis zum Garsel- 
lenbache, laut eines zu Türing am 26. November 1422 
ausgestellten Confirmations- und Renovationsbriefes der vom 
Bischöfe Hartmann II. von Chur gegebenen Freiheit im Thal 
Valeneschinen (also im Thale enet Eschinen), welchen ich 
in St. Gerold im J. 1845 eingesehen habe. — Dieses Gar- 
sella, wie es jetzt im Volksmunde heisst , und von den hei- 
mischen Etymologen in cara sella verlieblicht, und nach Dr. 
Steub's Urbewohnern Rätiens S. 68 und 167 gar mit dem etru- 
schen Carasula oderCarusula in Verbindung gebracht wird, heisst 
St. Gerolder Briefen Clusella. Im dortigen Briefe vom 27. 
April 1501 fand ich die Angabe der Gemarkung „uswert an 
das tobel, da die Vallftär (Mühltobelbach innerhalb Plöns), in- 
wert an Klosella Tobel", und dieser Name stimmt in Wahr- 
heit mit der dortigen Natur zusammen. 

Es sei mir bei dieser Gelegenheit erlaubt die von mir in 
meiner Abhandlung über die freien Walser gewagte Conjectur, 
dass der Name Raggäl , den Weizenegger - Merkle in ihrem 
Vorarlberg II. 360 von Regula Solis ableiten wollen, vom 
romanischen Roneale (d. i. unser Reute) abstamme, als halt- 
bar darzulegen. Ich fand (1845) zu Raggal in einem Verkaufs- 
briefe vom 25. Juli 1488 „uff RunggaL", dann im Jahre 1515 
einen Jöre von Bun (d. i. Georg Vonbun) „uff Rugal 1 ', in den 
Jahren 1541 und 1549 wieder „uff Rungal 11 . Zu demselben 
Roneale gehören auch die Namen Rungelin bei Pludenz und 
Rungels bei Göfis, Rungeletsc h ausserhalb Nenzing. Diess 
zeigt , wie achtsam man bei Erklärung alter Ortsnamen seyn 
müsse. 



151 

L. 

Verzicht von den Brüdern Wilhelm IV. und Hugo IX., 
Grafen von Montfort-Bregenz gegen Oesterreich um alle 
Forderungen an den B regen ze r wal d , S taufen, Toren- 
büren und Stiglingen. 

VVinterthur am 5. December 1393. 

Ich Graf Wilhelm von Montfort herr ze Bregentz 
vnd ich Bruder hug von Montfort Sant Johanser ordens von 
Jherusalem baidsament Recht gebruder. Bekennent veriehent 
vnd tugint kund offenlich mit dem brief, für vns vnd all unser 
erben vnd nachkomen , vmb alle die vordrung Zuspruch vnd 
Rechtung so wir zu allen den löten vnd gutern , die vnser ge- 
nadigü herrschaffit von osterrich hütt ze tag jnne hat. Es syg 
der Bregentzer wald Stoffen Dorrenbürren Stiglin- 
gen ald ander lüt vnd guter wie du geschaffen gehaissen oder 
genant sint. Die si von vnserm lieben ohem Graf Rudolffen 
sälgen von Montfort herren ze Veltkilch wylent geköfft band, 
vntz her vff deu tag als diser brief geben ist je gewonnen 
oder geheppt habint, ald noch fürbas iemer me gewinnen moch- 
tint von vnsers Eins , vnser Anen vnsers vatterlichen ald mu- 
terlichen erbs wegen wie das her komen ist , es syg von gelt- 
schuld von erbschafft von tail von gemaind ald von andrer sach 
vnd Zuspruch wegen nichtz vssgenomen an gevärd. Sol mang- 
lichem zewissent sin mit vrkuud dis briefs. Das der hochge- 
born durlucht fürst hertzog Lutpolt hertzog ze Oesterrich etc. 
vnser genadiger herr , genadeklich mit vns vberain komen ist 
vnd also getaidinget hat , das wir vns baidsament vnuerschai- 
denlich gen jm , gen sinem vettern , sinen Brüdern vnd allen 
jren erben an deu vorgedachten jren lüteu vnd gutern , Aller 
vnser hievorgeschribner vordrung Zuspruch vnd Rechtung ietz 
vnd hienach gantzlich vnd gar für vns vnd all vnser erben vud 
nachkomen verzagen habint vnd verziheut vns och wissentlich 
mit vrkunde dis ofTenn briefs. Also das wir noch enkain vnser 
erben noch nachkomen noch niemant anders von vnsreu wegen, 
zu der ietzgedachten vnser herrschafTt von osterrich noch jren 
erben, von der vorgeschribnen lüt vnd guter wegen gemaiulich 
noch sonderlich enkain vordrung Zuspruch noch anfall fürbas 
niemer me gewinnen noch gehaben sollint mit enkainen gerich- 



152 

ten vffzügen Worten noch werkken süss noch so in dekain 
wyse, wan vns darvmb in der mas genug von ir besehenen ist, 
das vns des wol beniigt vnd billich benugen sol no vnd hie- 
nach an all gevärd. Des alles ze warem offem vrkunde vnd 
stäter sicherhait no vnd hienach , so habint wir baidsament 
vnsrü jnsigel für vns vnd all vnser erben vnd nachkomen offen- 
lich gehenkt an disen brief. Vnd darvber ze merer sicherhait 
habint wir och ernstlich gebetten , Die frommen vesten hern 
hainrichen von Loubenberg, Ritter, hern Markquar- 
ten von Amptz Ritter vnd Josen von wyllar, das sü alle 
dryg jrü jnsigel ze ainer warwissenden festen gezuggnüss dirr 
abgeschribnen vnser verzihung, zu vnsern jnsigeln gehenkt hand 
an disen brief. Des veriehent wir Dieselben hainrich von Lou- 
benberg Ritter, Markquart von Amptz Ritter vnd Jos von wyl- 
lar. Das wir vnsrü jnsigel von jro baider williger vnd ernst- 
licher Bett wegen zu ainer wärwissenden festen gezuggnüsz 
dirr vorgeschribnen jro verzihung Doch vns vnd vnsern erben 
vnschadlich offenlieh gehenkt habint an disen brief. Der ze 
Wintert hur geben wart. Des jares do man zalt von Crists 
geburte Druzehenhundert vnd jm Dru vnd Nuntzgosten jar. An 
Sant Niclaus abent des haiigen Bischoffs. 

LL. SS. 
Orig. Perg. 5 Siegel. Geheim. Hausarchiv. 

LI. 

K. Sigmund setzt den Grafen Rudolph v. Werden- 
berg-Sargans , Dompropsten zu Chur (f 1437), zum 
Reichsvogte und Amtmanne im innern Walgau. 

Konstanz am 20. Februar 1417. 
Wir Sigmund zc Bekennen zc Das wir angesehen 
haben des Edeln GrafRudolfs von santgans, Tumprobts 
zu Chure vnsers , und des Richs lieben getruen redliket, vnd 
Vernunft , vnd ouch sin getrue willig dienste. die Er vns , und 
dem Riche getan hat, teglig tut, vnd furbass tun soll, vnd mag, 
vnd haben je dorumb , mit wolbedachtem mute , gutem Rate, 
vnd rechter wissen, vnsern und des Richs vogt, vnd Ampt- 
m .im in walgöwe das zu Jagberg, vnd ouch zu Rams- 



153 

wage gehöret, Als sich dann das von Jagberg usenhin , biss 
an die laymigen staige, vnd von dannen \ mithin , in die 
werren gen Rankwile zuhet, wie dann das von alter herkom- 
men ist, gesetzt, vnd gemachet, setzen, vnd machen in craft 
diss briefs, vnd Romischer kungücher macht volkomenheit, Also 
das Er dasselb walgowe mit allen vnd iglichen sine Rech- 
ten nutzen , Steuren , Zinsen dieusten , vellen vnd tzugehorun- 
gen , in Amptmans wise, innemen innehaben nutzen vnd 
niessen solle vnd möge , Vnd ouch vns , vnd vnsern Nachkom- 
men an dem Riche, damit alltzyt, gewertig, gehorsam, vnd ver- 
bunden sin solle , Als dann ein getruer Amptman sinen heren 
billich tun soll vnd schuldig zutun ist on alle geuerde, Als lang 
vnd wir, oder vnser nachkommen an dem Riche, das nit wider- 
ruffen , Vnd wir gebieten ouch dorumb dem Amman, vnd den 
gemeynen landluten in walgowe, vnd allen andern dor- 
tzu gehörenden , die ytz sind oder hernach werden , von Romi- 
scher kunglicher macht ernstlich vnd vesticlich mit disem brief, 
das Sy den vorgenanten Rudolfen zu jrem vogt, vnd 
Amptman, von vnsern vnd des Richs wegen empfahen vnd 
gutlich ufneraen , vnd jm ouch , als jrem vogt vnd Amptman, 
mit allen vnd iglichen vorgenanten Rechten. Nutzen . Steuern. 
Zinsen. Diensten. Vellen. vnd tzugehorungen, vnd in allen an- 
dern sachen, An vnser stat, gehorsam, gewertig, vnd vndertan 
sin sollen, Als lieb jn sy vnser, vnd des Richs vngnade zuuer- 
miden , Als lang vnd wir oder vnser vorgenant Nachkommen, 
das nit widerruffen, Mit vrkund diss briefs versigelt mit vnserm 
kunglichen Anhangendem Insigel. Geben zu Costentz Nach 
Crists gebort XIIII C. Jare vnd darnach in dem XVjj Jar des 
nechsten Sampstags vor sant Mathias tag vnser Riche etc. 

Ad mand. Regis Johannes Kirchen. 
(Aus iL Sigraund's Reichs- und Haus-Registratnr-Buch. 
Lit. F. Fol. 1.) 



154 

LH. 

Pfandbrief des römischen K. Sigismund für den Grafen 
Friedrich zu Toggenburg auf die dem Reiche verfallene 
Herrschaft Feldkirch, Rankweil, Sulz, Alt- und Neu- 
montfort etc. mit Ausnahme des versetzten hintern Bregen- 
zerwaldes und des Dorfes Torenbüren. 

Konstanz am 27. Februar 1417. 
Wir Sigmund von gottes gnaden Romischer Kung zu allen 
zyten merer des Richs vnd zu Vngern Dalmacien Croacien zc 
Kunig, Bekennen vnd tun Kund offenbar mit disem brief Allen 
den , die In sehen oder hören lesen Wann wir die Herschaft 
Veldkirch, mitsampt andern Herschaften, Steten, Slossen, 
Landen , vnd Luten , die der Hochgeborn Fridrich Herczog zu 
Osterrich zc Inne hat, durch sins freuenlichen vberfarens wil- 
len , das Er mit hinweg helffen ettwann Pabst Johannes , wider 
die heilig kirchen, vnd das Riche begangen hat, vnd ouch durch 
der grossen gewalt , mutwillen , vnd vnrechts willen, die Er an 
manichem , des Richs Prelaten Edeln vnd vndertanen , Frowen 
vnd Mannen geistlichen vnd werntlichen , Luten , wider alles 
recht getan hat, an vns, vnd das Riche geruffen, bracht vnd 
empfangen haben , vnd wann ouch dieselb Herschaft Veldkirch, 
mitsampt , andern vorgenanten Steten , Slossen , Landen , vnd 
Luten , nach Lute des briefs , den vns der vorgenant Fridrich 
gegeben, vnd siner gelubde, vnd Eyde, die Er vns doruff getan, 
vnd nit gehalden hat , an vns , vnd das Riche , recht vnd red- 
lich kommen , vnd gefallen sind , vnd wann wir dorumb die 
yeczgenant Herschaft , Veitkirch , vnd andere vorgenante Stete, 
Slosse, Lande, vud Lute, gern, woluersorgten Also, das Sy by 
Fride, gnaden, vnd Friheiten beliben möchten, vnd wir das doch 
selber, vmb der manigueldigen, vnd sweren sorgen, vnd . . sse 
willen , damit vnser kunglich gemute von des Richs notturft 
wegen, on vnderlasse beladen ist, Als wo nit getun mugcn, als 
wir gern teten, vnd Sy ouch wol bedörfFen, Dorumb, das alles 
gutlich betrachet, vnd angesehen, haben wir gedacht, vnd ouch 
an Rate funden , das der Edel Fridrich Graue zu Tokkemburg, 
vnser vnd des Richs lieber getruer mit sinen Slossen Luten 
vnd gebieten, der vorgenanten Herrschaft von Veitkirch, Also 



155 

gesessen ist, das Er Sy wol gehandhaben vud beschirmen mag, 
vnd der Worten , das Er das desterbass , getuu möge , Dorumb 
haben wir Im die vorgenant Herschaft, Veldkirch, mit 
allen, vnd yglichen Iren zugehorungen vnd nemlich mit Rank- 
wile dem dorff, vnd gerichte, Suis dem dorff, vnd 
gerichte, mit beden Vesten, Montfort, mit den Wal- 
lisern, zu Dammuls, mit YValgow, das zu der vorgenan- 
ten Herschafl Veldkirch zu Jagberg, vnd zu Ramswag 
gehöret, mit Fussach, vnd Höfte, vnd mit allen vnd igli- 
chen Iren Rechten gerichten, twingen Bennen, zinsen, gewonli- 
chen Jerlichen Sturen, Diensten. Vellen, gelessen, Wassern, 
Fischenczen , Hölczern Velden wunnen weiden , vnd mit allen 
wirden, Eren, rechten gewaltsami, gewonheiten , vnd allen, vnd 
Iglichen Iren zugehorungen , nichts vssgenomen on allein den 
Bregenczer wald, der den vesten Lienharten von Jun- 
gingen und Frischhansen von Bödmen Rittern, vnsern 
Reten vnd lieben getrucn, In phandes wise , verseezt vnd Inge- 
geben ist, vnd das dorff Dorenbüren, das Vir ich von 
Empts vnserm diener , vnd lieben getruen , ouch in pfandes 
wise verseezt ist, für vns vnd vnser nachkomen Romische Key- 
ser , vnd Kung , vmb dritusent gülden Rinischer verseezt , vnd 
verphendet, verseezen vnd verpfenden, Im die mit Rechter wis- 
sen , in krafft diss brieffs , vnd Romischer kunglicher mäht vol- 
kommenheit die . Also Im , vnd sinen Erben , in pfandes wise 
Innezuhaben vnd on abflag der nueze zu niessen als lang , bis 
das wir oder vnser nachkomen an dem Riche , die vorgenant 
Herschaft Veldkirch, vnd Ir vorgenant zugehorunge vmb die 
vorgenanten dritusent gülden ledigen vnd losen , solicher Lo- 
sung Sy ouch vns , vnd vnsern vorgenanten nachkomen , allzyt 
gestatten , vnd gehorsam sin sollen , zu welcher zyt Im Jare 
das ist Ouch sollen dieselb Herschaft Veldkirch , mit den vor- 
geuanten vesten , vnd zugehorungen vnser , vnd vnserr nach- 
komen an dem Rieh offen sin , vnd vnser offen Sloss syn , zu 
allen vnsern geschefften , Ouch haben wir dem vorgenanten 
Fridrich gegunnet vnd erloubet , gunnen, vnd erlouben Im, In 
krafft des briefs, was von der vorgenanten Herschaft Veldkirich, 
vnd Iren zugehorungen , vorher Ee Sy an vns , vnd das Riche 
kommen vnd gefallen ist, als vor erludet hat verseezt, verpfen- 



156 

det, oder verkommert ist, das, das derselb Fridrich, oder sin 
Erben vmb solich Summe , als dann solich versaczung gesche- 
hen ist , An sich losen mögen , vnd was Sy also vssgeben, das 
sol man In, So man die vorgenant Herschaft Veldkirch , vnd Ir 
vorgenant zugehorunge, Losen wil, zu den vorgenanten drintu- 
sent gülden , ouch bezalen vnd widergeben , Mochten ouch die 
vorgenanten Fridrich , vnd sin Erben , mit den , die das Sloss 
Veldkirch Innehaben teydingen , oder vberkommen , das Sy In 
dasselb Sloss Ingeben, was Sy dann dorlnn vssgeben wurden, 
das sollen wir , oder vnser vorgenante nachkomen In ouch wi- 
dergeben , vnd zu den vorgenanten drintusent gülden bezalen, 
on Intrag, doch sollen Sy solich teyding vber tusent gülden nit 
tun, dann mit vnserm, oder vnserr vorgenanten nachkomen wis- 
sen vnd willen , vnd Sy sollen ouch dieselb teyding , vff das 
nehst , das Sy mögen begriffen , on geuerde , Ouch mugen Sy 
den vorgenanten Bregenczer wald , vnd Dorrenburen mit Iren 
zugehorungen, von den vorgenanten Lienhart, vnd Frischhansen, 
oder Iren Erben vmb die Summe , die Sy In Steen , nach lute 
der briefe, In doruber gegeben, ouch an sich losen, ob Sy wol- 
len Als wir ouch dem vorgenanten Fridrichen Tusent gülden zu 
Jarsold verschriben hatten , bis vff vnser widerrüffen zc Also 
ist berett, alle die wille, vnd der vorgenant Graf Fridrich, die 
vorgenant Herschaft Veldkirch Inne hat , das wir Im der vor- 
genanten Tusend gülden nicht zegeben, pflichtig sin sollen, vnd 
er sol doch gelich wol , vns vnd vnsern vorgenanten nachko- 
men, mit der vorgenanten Herschaft, vnd Iren Slossen vnd zu- 
gehorungen , zuuoruss warten , vnd ouch süss dienen , getrue 
gehorsam vnd Hold syn In allen Sachen Als er dann vor ge- 
west ist , vnd getan hat , do wir Im die ieczgenanten Tusent 
gülden Jerlich gaben, vnd bezalten, Wann awer von Im gelosst 
wurde, als vor begriffen ist, Wolten wir In dann furbasser zu 
diener behalden. So sollen wir Im , die vorgenanten Tusent 
gülden , zu Jarsold dorumb geben , Auch ist vnser maynung, 
vnd wollen , das die vorgenanten von Veldkirch , vnd ouch all 
vnd yglich, die dauor benant sind, vnd zu der Herschaft Veld- 
kirch gehören , by allen , vnd iglichen Iren gnaden , friheiten, 
Rechten , briefen , vnd redlichen Herkomen , die Sy dann von 
vnsern vorfaren, an dem Riche, vns, der Herschaft von Mont- 



157 

fort, vnd ouch der Herschaft von Österrich erworben, vnd red- 
lich herbracht haben , furbasser roer belibeu sollen , von dem 
egenanten Graf Fridrich, sinen Erben, vnd süss allermenichlich 
vngehindert, Ouch sollen die vorgenanten Graf Fridrich vnd syn 
Erben, keyne gewalt oder macht haben, Schaczung Sture oder 
bede , vff die vorgeuanten von veltkirch , vnd anderr vorge- 
nante, die In die Herschaft Veldkirch gehören, zu slahen, oder 
von In zu uordern, oder zu nemeu, Wann wir das, vns, vnd vn- 
sern nachkomen vorbehalden , doch vssgenomen , das dieselben 
Fridrich vnd sin Erben , die gewonlichen Jerlichen Sturen vnd 
ander nucze, die dann die vorgenanten von Veldkirch, vnd an- 
dere , die in die Herschaft Veldkirch gehören Als die dauor 
In disem brieff begriffen, vnd vuderscheiden sind, vfTheben vnd 
Innemen sollen, Als vorgeschriben stet, vnd ouch vssgenomen, 
ob ymant gemeinlich , oder sunderlich dem vorgenanten Frid- 
rich, oder sinen Erben, von gutem Aygenem willen, ichts gebe, 
oder schenkchte, wir wellen ouch die iecz genanten Graf Frid- 
rich vnd sin Erben, by der vorgenanten vnserr pfandschaft ge- 
nediclichen Handhaben , vnd schirmen , Hette ouch der obge- 
nant Herczog Fridrich , vff der vorgenanten Herschaft Veld- 
kirch, oder Ir vorgenanten zugehorungen ymant ichts vorschri- 
ben , Sider der czyte , vnd die an vns, vnd das Rieh kommen 
sind, Als oben geschriben stet, das sol weder kraft noch macht 
haben vnd sollen ouch, der vorgenant von Tokkemburg vnd sin 
erben, macht haben, dasselb zu der Herschaft, Veldkirch, zu 
ziehen vnd zubringen , als Sy beste mögen , Alle argeliste vnd 
geuerde Hierlnn genczlich vssgescheiden Mit vrkund diss 
brieffs versigelt mit vnserr kunglichen Maiestat Insigel Geben 
zu Costentz, Nach krists gepurd vierezehenhundert Jare, vnd 
darnach In dem Sibenczehenden Jare, des nechsten Sampsstags 
nach Sand Mathiastag , vnserr Riche des Vngrischen zc in 
dem drissigsten, vnd des Romischen In dem Sibenden Jaren. 

Per d. Fr. Burggrauium Nurnbergensem 
et d. G. Comitem de Swarczburg Judice 
Cur. Johannes Kirchen. 
L. S. 
Sigill. pend. 



158 

Zu obiger Urkunde gehören noch: 

Desselben K. Sigmund Gehorsambrief an die Stadt Veit- 
kirch für den Grafen Friedrich von Toggenburg , welchem der 
König zu schworen vnd gewärtig zu seyn befohlen habe. ddo. 
Konstanz 23. März 1417. 

Item an die Gerichte Fussach und Höchst de eodem 
dato. 

Item an die Laudieute des Gerichtes Rank weil de 
eodem dato. 

Desselben gleicher Gehorsam - Brief an alle zur Herr- 
schaft Veitkirch gehörigen Walliser de eodem dato. 

Item an den Amman zu Damüls und alle unter ihn 
gehörigen Wallis er de eod. dato. 

Desselben B est ätigungsb rief für Graf Friedrich von 
Toggenburg über seine Pfandschaft auf Veitkirch, da die dorti- 
gen Unterthanen ihm nicht anders als in Pflegweise geloben 
wollten, ddo. Konstanz 30. März 1417. 

Desselben Verschreibung, dass er den Sold für 
200 Fussknechte , die Graf Friedrich ihm stellen würde , zu des- 
sen Pfandschilling auf Veitkirch schlagen wolle, ddo. Konstanz 
5. May 1417. 

LIH. 

K. Sigmund ertheilt den dem Kaiser und Reiche getreuen 
Landleuten und Inwohnern des innern Bregenzer- 
waldes, die vordem dem Herzoge Friedrich von Oesterreich 
gehörten, auf ihre Bitte Freiheit von fremdem Gerichte. 

Konstanz am 9. März 1417. 

Wir Sigmund zc Bekennen zc Wann sich die Land- 
lute, vndlnwoner des hindern tails des Bregentzer- 
waldes, vnsere vnd des Richs lieben getruen, Nach dem, vnd 
wir alle vnd igliche Stete. Slosse. Lande und Lute die Hertzog 
Fridrichen von Osterrich zugehorten, an vns vnd das Riche ge- 
ruffen. empfangen, vnd genomen haben, vnd die ouch an vns. vnd 
das Riche von desselben Fridrichs freuenlicher mutwillen. gewalt 
vnd vnrecht, die Er an der heilligen kirchen der Cristenheit, vns 
vnd dem Riche, mit hinweg helfen ettwan Babst Johans, vnd uber- 
farung siner brief gelubd. vnd Eyde, vns von Im gegeben, vnd 



159 

getan, nach lnnhalt derselben brief, recht, vnd redlich gefallen, 
vnd kommen sind , Alltzyt williclich gehorsamlich vnd getrulich 
gegen vns. vnd dem Riebe gehaldcn, vnd bewiset haben, Dorumb 
iSy mit sonderlichen vnsern konglichen gnaden zobedenken, in 
frid vnd gemach zosetzeo, vnd by Recht vnd gnaden an vns. 
vnd dem Riche forbass mere zobehalden, Haben wir mit wolbe- 
dachtem mote, vod gotem Rate denselben landloten vnd Inwonern 
dise nachgeschribenn sonderliche gnade vnd fryheite getan, vnd 
gegeben, ton. vnd geben, In die mit rechter wissen in craft diss 
briefs vnd Romischer konglicher macht volkomenheit, das Sy ny- 
mand , wer der oder die sind für keynerley landgerichte, oder 
werntlich gerichte laden oder ziehen solle, Sonder wer zu In Ir 
einem, oder me zo sprecheo hat, der vnd die solleo das ton, in 
den dann der oder die, die man anspricht gesessen sind, vnd 
sollen sich ooeh daselb an rechte beuogen lassen , Hat ooeh ye- 
mand, zo der vorgeoaoten landlote, vnd Inwonere, einem oder 
mere, vmb Erb vnd eygen zoclageu oder zusprechen, der sol das 
ton, vor dem gerichte, dorinn dieselben erb vnd eygen gelegen 
sind , Hat ymand zo eyner gantzen gemeinde eyns dorffs in den 
vorgenauten teyle des Bregentzerwaldes gelegen, oder den vor- 
genanten landloten, vnd Inwonern gemeinlich zoclagen oder zu- 
sprechen, der sol das tun vor dem herren. der dann dasselb 
teyle des Bregentzerwaldes von vosern vnd vuserr nachkommen 
Romischer Keysere oder Kong, vnd des Richs wegen ye zolzy- 
ten Innhat. Vnd was ooeh also nach der vorffeschribcon vnserr 
kooglicher gnade vnd fryheite zo Rechten gesprocheo wirdet, 
daby sol es beliben, Ooeh haben wir den vorgenanten landloten 
vnd Inwonern dise besooder gnade getan, ob offen verschriben 
Echter in das vorgeoant teyle des Bregentzerwaldes kommen, 
vnd wider doross. Also das Sy oymaod anfeilet, vnd anspri- 
chet, das des dieselben landlote vnd Inwonere nicht entgelten 
sollen, vnd das Sy ooeh dorumb nicht bekommern, laden oder 
ansprechen sol, inkeinwise, Doch also wann ymand solich Ech- 
ter, by jn anfeilet, vnd Recht von jn vordert, das Sy dann den 
clagern Rechts gestatten, vnd helfen sollen , Als man dann von 
offenn verschribenn Echtem billich, vnd von Rechts wegen ge- 
statten, vnd helfen sol, on al geoerde, Vnd wir gebieten ooeh 
durunih allen vnd iglichen vnsern vnd des Richs Vndertanen 



1G0 

vnd getruen , Vnd nemlich allen Landrichtern vnd Richtern 
ernstlich vnd vesticlich mit disem brief das Sy die vorgenanten 
landlute vnd Inwonere by den vorgenanten Iren gnaden vnd 
fryheiten gerulich vnd vngehindert beliben lassen , by vnsern 
vnd des Richs hulden, Mit vrkund diss briefs zc Maiestat In- 
sigel. Geben zu Costenz, Nach Crists geburt zc An dem 
Nunden tag des Mondes Mertzen, Vnserr Riche zc. 

Ad mandat. D. Reg. 
Joh. Kirchen. 
Aus K. Sigmund's Reichs- und Hauskanzlei- Registratur -Buch. 

Lit. F. fol. 4. 



(Fortsetzung folgt.) 



Inhalt des dritten Heftes. 



Seite 
VI. Urkunden - Refesten zur Geschichte Kärnthens von Gott- 
lieb Freiherrn von Ankershofe n 1 — 39 

VII. Urkuuden der vier vorarlbergischen Herrschaften und der 
Grafen von Montfort. Jlit topographisch - historischen Er- 
läuterungen mit einem Kärtchen von Joseph Bergmann %0 — 160 



Archiv 



für 



Kunde österreichischer Geschichts-QncIIcn. 



Herausgegeben 



von der 



zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission 



der 



kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. 



Viertes Heft. 



■*>*&SI:*S#*- 



Wien, 1849. 

Aus der kaiserlich-königlichen Hof- and Staats - Druckerei. 



VIII. 



Urkunden 



der vier vorarlbersischen Herrschaften 



und der 



Grafen von Montfort. 



Mit topographisch-historischen Erläuterungen 

von 

•Joseph Bergmann, 

(Fortsetzung.) 



1 \ 



LIV. 

Dem Grafen Friedrich VI. voii Toggenburg werden 4000 
Gulden auf den frühern Pfandschilling zugeschlagen. 

Konstanz am Vi. August 1417. 
Wir Sigmund von gotes gnaden Romischer Kung zu allen 
tzyten merer des Richs vnd zu Vngern Dalmacien Croacien zc 
Kung. Bekennen vnd tun kunt offenbar mit disem brief Allen 
den, die In sehen oder hören lesen. Als wir dem Edeln Frid- 
rich Grauen zu To kern bürg, Vnserm vnd des Richs lieben 
getruen, die Herschaft Veldkirch mit allen vnd iglichen Iren 
zugehorungen für drewtusent Rinischer guldin vormals versetzt, 
vnd In Pfandeswise Ingegeben haben, nach Innhalt vnserr kung- 
lieh it Maiestatbrieue doruber gemacht, Vnd als das Sloss zu 
Veldkirch, die Cluse, und ettliche andere £$loss, die 
wir Im zu der vorgenanten Herschaft versetzt haben, zu der 
tzyt der versatzung, vns noch widerwertige waren, vnd als wir 
tzu derselben tzyt dem vorgenanten Fridrich befulhen was soli- 
cher Sloss In der vorgenanten Pfantschaft begriffen , vns noch 
widerwertig weren, Als uerre dann die, die solich Sloss Inn- 
hetten , Im die nit vbergeben , vnd Inentworten wolten , das Er 
dann von vnsern wegen mit macht dortzu tun solte , Solich 
Sloss, zu siner Pfantschaft, vnd In sin hand zu bringen, vnd 
Als Er das vorgenant Sloss zu Veldkirch mit tedingen In sin 
hand braht Vnd dorumb Ahthundert Riniseher guldin betzalt, 
vud süss die Clansen , vnd anders ouch An sich getzogen , vnd 
▼ns ouch vormals , do wir uff Hertzog Fridrich von Osterrich 
tzugen kostlichen gedienet, gelt zu Sold, vnd vmb Buchsen- 
buluer, getzeuge , vnd ander notdurft von vnsern wegen vss- 
gegeben hat, Also das wir Im dorumb, vnd ouch vmb alles das 
das Er also bis uff disen tag datum diss briefs vssgegeben hat, 
vnd das Er meynt, das wir Im sehuldig beliben sin, Es sy von 
siner dienst, vssgebens , oder anders wegen, wie das genant 
ist, nihts vssgenomen schuldig bliben sin, viertusent Rinischer 
guldin, Als dann vnser Amptlute des mit Im vberkommen «in. 



Vnd der Worten , das Er vnd sin Erben derselben viertusent 
guldin sicher sin, Dorumb haben wir In die uff die vorgenant 
Herschaft Veldkirch , vlfd Ir zugehörung zu den obgenanten 
Drientusent guldin geslagen, vnd slahen In die doruff mit Rech- 
ter wissen in craft diss briefs, vnd Romischer kunglicher macht 
volkommenheit Also das Sy die itzgenanten viertusent guldin 
uff der vorgenanten Herschaft , Veldkirch , vnd Ir zugehörung, 
zu den vorgenanten Drientusent guldin die Sy vor doruff ha- 
ben, nach Innhalt vnser Maiestatbrieue doruff gemacht, ouch 
haben sollen, in Allem dem Rechten, Als Sy die itzgenanten 
Dritusent guldin vor doruf haben, vnd zu welcher tzyt ouch 
wir vnser Erben, oder nachkomen die vorgenant Herschaft 
Veldkirch , vnd Ir zugehörung von den vorgenanten Fridrich, 
oder sinen Erben losen wollen , So sollen wir In die vorge- 
nanten viertusent guldin mitsampt den vorgenanten Drintusent 
guldin , das zusamen Sibentusent Rinischer guldin machet , ge- 
ben, vnd betzalen, nach des vorgenanten Pfandbriefs lute, vnd 
sage, den der vorgenant Fridrich von solicher Driertusent gul- 
din wegen von vns dorumb Innhat, Sy sollen ouch vns vnsern 
Erben vnd nachkomen losung , der vorgenanten Herschaft vnd 
zugehörung vmb die vorgenanten Sibentusent guldin, altzyt stat 
tun, vnd gehorsam sin. Weliche tzyte Im Jare das ist. Mit vr- 
kund diss briefs versigelt mit vnser kunglicher Maiestat Insigel. 
Geben zu Costenz Nach Crists geburt Viertzehenhundert Jare 
Vnd dornach In dem Sibentzehenden Jar Des nechsten Doners- 
tags nach sant Laurentij tag Vnserr Riche des Vngrischen zc 
In dem Synvnddrissigsten vnd des Romischen In dem Sibenden 
Jaren 

Per d. G. de Swartzburg 

Judicem Curiae Johannes Kirchen. 

Sigillum pendens. 

Majestäts Siegel. 

LV. 

Freiheitsbrief vom römischen K. Sigmund zur Wiedererhe- 
bung des Landgerichtes R a n k w e i 1 in der Herrschaft 
Feldkirch, und dessen Besetzung mit einem Landrichter und 
sieben freien Urtheilsprechern durch den Grafen Friedrich VI. 
von Toggenburg. 



Konstanz am 28. Jänner 1418. 
Wir Sigmund von gotes gnaden Römischer kung. zu allen 
czyten Merer des Riehs, vnd czu Vngarn, Dalmacien, Croacien 
zc kung. Bekennen , vnd tun kund offenbar mit disem brief, 
Allen den, die in sehen, oder hören lesen. Wann vnserr kling- 
licher Maiestat furbracht ist. das ein Recht beseczt landge- 
richt czu Raukwil, als lang, Als yiuand verdencken möge, 
gewesst sey, dann das das nu ettweuil Jare, so durch krieg, 
so durch anderr Wandlung willen, nider gelegen hab. Wann nu 
die Herschaft czu Veldkirch darin Ranckwil gehöret, mitsampt 
andern Herscheften. Landen , vnd Luten , die Herczog Fridrich 
von Osterrich gehebt hat An vns vnd das Riche kommen , vnd 
gefallen ist , nach Innhalt siner brieue , vns darüber gegeben, 
vnd auch nach Innhalt Geistlicher Richtere vrteyle , von dem 
Heiligen Concilio, zu Costenz, darüber gegeben, vnd auch kung- 
licher geseczte, vnd manicherley, redlicher sache willen, dorumb 
der vorgenant Fridrich sin Lande, Lute, Herschefte , Stete, 
Sloss vnd was er gehebt hat, vnd auch sine Leumde. wirdi- 
keyt, vnd anders verloren hat, vnd bis an das ander kunne 
verfluchet ist Als dann das alles soliche des iczgenanten Con- 
cilij Bulle , vnd anderr Process , vnd brieue darüber gegeben 
wol beczeugen , vnd wann wir gericht vnd Rechte gern fur- 
dern, vnd ouch nit gestatten wollen, das In vnsern, vnd des 
Riehs Landen, Herscheften, vnd gebieten, Landgericht, oder 
andere gerichte niderligen , Sunder wo die nyderligen , das die 
wider ufgeruckt , vnd furbass gehalden werden , Als recht vnd 
von alter herkommen ist , dorumb mit wolbedachtem mute, gu- 
tem Rate , vnserr vnd des Riehs Fürsten Greuen , Edler , vnd 
getruen, haben wir das vorgenant Landgerichte wider vferhebt 
begnadet vnd gefreyet, Erheben begenaden, vnd fryen das ouch 
mit Rechter wissen, in craft diss briefs vnd Römischer küngr- 
lieber mäht volkommenheit Als dann das von alterher erhebt, 
begenadet, vnd gefreyet gewesst, vnd noch ist, vnd der wort- 
ten, das dasselb Landgerichte also wider ufbracht vnd redlich 
geseezt , vnd gehalden werde. Dorumb haben wir dem wolgc- 
bornen Fridrich, Grauen czu Tokemburg, vnserm vnd des Riehs 
lieben getruen , dem wir die vorgenant Herschefte czu Veld- 
kirch , mit sampt Ranckwil , vnd andern Iren czugehorungen. 



8 

vmb ein genant Summe nechste verpfendet, vnd vcrschriben 
haben, beuolhen, vnd ouch vnser gancze vnd volle mäht gege- 
ben , beuelhen , vnd geben mit Rechter wissen , vnd Romischer 
kunglicher mäht mit disem brief, das vorgenant Langericht czu 
Ranckwil, von vnsern vnd des Richs wegen, wider ufczurucken, 
vnd mit einem Lantrichter, vnd Siben Vrteylspre- 
chern vff das mynst, die Rechte frien sin. zu beseczen, vnd 
das ouch mit allen vnd iglichen sinen Richten, Eren vnd czu- 
gehorungen zu bestellen, vnd gehalden werden zu schaffen, Als 
man dann solich Lantgericht von Recht, vnd billich bestellen, 
beseczen, vnd halden sol, doch also, das ein Rechter fry 
desselben Lantgerichts Landrichter, vnd das ouch die vor- 
genanten Siben, vnd andere, die dann daran siezen werden, 
alle fryen, vnd redlich vnd vnuersprochen gefreyte Lute sin, 
dasselb Langericht furbass allczyt besiezen, daran Richten vnd 
Vrteylsprechen , vnd allermeniclich, der daran czu schaffen hat, 
Rechtlich, geliche, vnd redlich vffrichtung tun sollen vnd mö- 
gen, vnd das ouch dieselben, Landrichter, vnd Vrteylsprecher, 
dem vorgenanten Fridrich, und so Er nit me in leben ist, sinen 
Erben , alle die czyte , vnd die vorgenant Herschaft Veldkirch, 
von In nit geloset ist, allczyt Als dicke das not beschult, czu 
den Heiligen Sweren sollen, geliche, vnd Rechte Landrichtere, 
Richtere vnd Vrteylsprecher czu sin , vnd Armen vnd Riehen, 
vnd allermeniclich, In das vorgenant Landgerichte gehörig, ge- 
lich, vnd Rechte, nach Iren besten vorstentnüsse zu richten vnd 
vrteyl czu sprechen , vnd das ouch nit czu lassen , weder vmb 
gäbe, inyete, nyde Hasse, czorn, gelt, oder gute noch vmb kei- 
nerley anderr sache willen , die ymand erdencken moht , on 
geuerde, vnd wir gebieten ouch dorumb Allen vnd yeglichen, 
die In das vorgenant Landgericht, von Alterher gehöret haben, 
vnd noch darin gehören ernstlich , vnd vestielich , mit disem 
brief, das Sy dasselbe Landgericht furbass mere wider suchen, 
vnd dem gehorsam sin, Als dann das von alter herkommen, vnd 
Recht ist Als lieb, In sy, vnser, vnd des Richs swäre vngnade 
czu ucrmyden. Mit vrkund diss briefs. versigelt , mit vnserr 
kunglicher Maiestat Insigel. Geben czu Costencz. Nach 
Crists geburte Vierczehenhundert Jare, vnd darnach In dem 
Achtzeli enden Jar . des nechsten Fry tags vor vnserr Frowen 



9 

tag Purificacionis , Vnserr fliehe des Vngrischen zc In dem 
Eyu vnd drissigsten, vnd des Römischen In dem Achten Jarcn. 
(Auf dem Rücken der Urkunde ist R. zu sehen, welches deren 
Registrirung und Ausfertigung bezeichnet.) 

Per d. L. Cnmitem de (Hingen 
Magrom cor. Johes Kirchen. 
L. S. pend. 

LVI. 

Befehl des K. Sigmond an Friedrich Grafen v. Toggen- 
borg die Pfandschaft Feldkirch dem Herzoge Friedrich von 
Oesterreich zu losen zu geben. 

Konstanz circa 1418. 

Wir Sigmund zc Embieten dem Wolgeborn Fridrichen Gra- 
uen zu Tockemburg vnserm Rat, vnd lieben getruen vnser gnad 
zc Wolgeborner lieber getruer Als wir dir die Stat Feldkir- 
che in Pfandeswisc zu halden jngegeben haben, vnd als du 
ouch vns , vnd dem Rieh gelebt hast , mit lozunge derselben 
Pfandschaft gewertig zu sin , vnd vns der allczyt zu gestatten, 
Also manen wir dich heissen, vnd gebieten dir ouch von Ro. 
Kung. mäht, ernstlich, vnd vestielich mit disem brief, das du 
dem Hochgebornen Fridrichen Herczogen zu Osterrich zc vn- 
serm lieben Oheimen vnd Fürsten mit derselben Pfandschaft 
gewertig sin, vnd jm der lozonge allczyte gestatten sollest, 
wann so du das tust, so sagen wir dich alsdann von vnsern 
vnd des Richs wegen diner gelubde, mit craft diss briefs quitt, 
ledig vnd loze, geben zu Costencz zc. 

Per d. c. de Otingen 
Mngrra curiae Paulus de Tost. 
(Ans K. Sigmund's Reichs- und Hauskanzlei Registratur -Buch. 
Lit. F. Pag. 113.) 

LVII. 

Graf Friedrich v. Toggenbnrg soll ohne des römischen K. 
Sigmund Geheiss das Schloss und die Herrschaft Feldkirch 
Niemanden zu lösen geben. 

Br esslau am 25. Febroar 1420. 

Wir Sigmund von gotes gnaden Romischer Kunig, zu allen 
rzyten merer des Richs , vnd zu Vngern . zu ßehem . Dalma- 



10 

cien Croacien zc Kunig. Embieten dem Edeln Fridrichen 
Grafen zu Tokemburg, vnserm, vnd des Richs lieben ge- 
truen vnser gnade, vnd alles gut, Edler Lieber getruer, Wann 
vns sunderliche sache dorczu bewegen, Nemlich als sich dann 
Herczog Fridrich von Osterrich gegen vns verschriben 
hat,' das wir das Sloss, vnd die Herschaft zu Veldkirch 
nyemand meynen uss vnsern Händen zu lassen , vnd wir dir 
derselben Herschaft, vormals allczyt wol getruet haben, vnd 
noch truen . du werdest die verwesen, vnd behüten nach dinem 
besten vermögen, Dorumb begeren wir von dir, vnd gebieten dir 
ouch von Romischer Kuniglicher mäht, ernstlich, vnd vesticlich 
mit disem brief, das du das vorgenant Sloss, vnd die Herschaft 
zu Veldkirch, nyemantz uberal zu losen geben sollest, one vn- 
ser geheiss oder ernstlich , vnd sunderlich schritte , als du vns 
dann pflichtig bist zutun, das ist vnser ernste meynung, Geben 
zu Bresslaw. Nach Crists geburt vierczehenhundert Jare, 
vnd dornach in dem xx. Jar an Sand Mathias tag, vnserr Ri- 
che,' des Vngrischen zc in dem xxxiij. vnd des Romischen in 
dem x. Jaren. 

Per dnm L. Comitem de Otingen 
Mgrum cur. Michael de Priest. 
L. S. 
dorso impressi et abrupti. 

LVIII. 

Desselben Inhaltes wie N. LVII. 

Brunn am 18. November 1422. 

Sigmund von gotes gnaden Romischer Kunig zu allen Zei- 
ten merer des Richs vnd zu Vngern zu Behem zc Kunig. 

Edler lieber getrewer . Als wir dir das Slosse, vnd 
Stat Veldkirch verseczt vnd Ingegeben haben, nach vss- 
weisung der brief doruber gegeben. Also gebieten wir dir 
ernstlich vnd vesticlich mit disein brief, vnd bey vnsern Hul- 
den . das du das nyemand zu losen gebest Sunder vnserr da- 
mit wartest, wann vns Herczog Fridrich nicht gchalden hat, 
vnd wir haben andersme , dann das auch mit Im zu reden. 
Hernach wisse dich zurichten. Geben zu Brunne An sant 



11 

Eisbeten Abend, vnserr Reiche des Vngrischen zc in dem xxxv. 
des Römischen Im xij vnd des Behemischen Im andern Jaren 
Ad mandatam dni Regis 
Franciscus pptus (praepositus) Strigonien. 
Dem Edeln Fridrichen Grafen zu Tockemburg vnserm Rate 
vnd Lieben getrewen. 

L. S. 
dorso impressi et abrupti. 

LIX. 

Des K. Sigmund Verwilligung, dass Graf Friedrich v. Tog- 
genburg an dem Schlosse zu Feldkirch 2000 rheinische 
Gulden verbaue. 

Käsmark in der Zips am 11. März 1423. 

Wir Sigmund von gotes gnaden Romischer König zu allen- 
czeiten Merer des Reichs, vnd zu Vngern zu Behem Dalmacien 
Croacien zc kunig, Bekennen vnd tun kunt, offenbar mit disem 
brief, allen den dy In sehen, oder hören lesen , Das wir dem 
Edeln fridrichen , Grauen zu Tockemburg , vnserm , vnd des 
Reichs lieben getruen , gegunnet , vnd befolhen haben , das er 
an dem Sloss veltkirch, das er von vnsern vnd des Reichs 
wegen, Inhat, Czweitusent Reinischer gülden, von vn- 
sern vnd des Reichs wegen , verbawen , vnd die nach notdurft 
vnd besserung desselben Slosses, mit guter kuntschafft , vnd 
rechnung, anlegen solle. Dorumbe mit wolbedachtem mute, gu- 
tem Rate, vnd rechter wissen verweisen, vnd slahen wir Im, 
vnd seinen Erben, soliche vorgenante Czweitusent Rinischer 
gülden , so er die mit guter kuntschafft dorauff verbawet , vnd 
gelegt hat, vff das egenante Sloss Veitkirch, mit seiner zuge- 
horung, Also das Er vnd sein Erben, dasselbe Sloss veltkirch, 
mit seiner zugehorung, haben, haldeu vnd geniessen solle, vnd 
mage, Als lang biss das wir, oder vnsere nochkomen, am Riebe 
Im oder sinen Erben, die vorgenanten Czweitusent gülden, be- 
czalen vnd aussrichten. Mit vrkund diss briefs , versigelt mit 
vnserm angehangenden Insigel. Geben zu Kesmark in dem 
Czips Noch cristi gebort vierezehenhundert vnd dornach Im 
»Ir. wndezwenezigisten Jare, am freytag vor dem Suntag letare 
in der vasten, vnserr Reiche des vngrischen zc in dem Sechss- 



12 

vnddreyczigisten Jare, des Römischen in dem dreyezehenden. 
vnd des Bchemischen Im dritten Jaren. 

(Auf dem Rücken R., d. i. Registratum.) 

Ad mandatum d. Regis d. G. E. 

Patav. Canc. referen. franciscus 

pptus Strigonien. 

L. S. 

LX. 

Weiterer Zuschlagbrief über 3000 rhein. Gulden etc. 

Leutschau in der Zips am 6. April 1423. 

Wir Sigmund von gotes gnaden Romischer Kunig zu allen 
tzyten merer des Rychs vnd zu Vngern zu Behem Dalmacien 
Croacien zc Kunig Bekennen vnd tun kunt offenlich mit disem 
brieff allen den die Inn sehen oder hören lesen, das wir dein 
Edeln Graft Fridrichen von Tokenburg vnserm vnd des Reichs 
lieben getrewen rechter vnd redlicher schuld schuldig sein vnd 
betzalen sollen Dreytusent Reynischer guldin, die wir 
zu vnser notdurfft von Im bereyt genomen haben , dieselben 
Dreytusent Rinischer guldin wir dem vorgenanten Graff Fridri- 
chen auff die Graffschafft vnd Sloss vnd Stat feltkirch 
vermachet vnd zu ander vnser schulde, dorumb Er vormals 
vnsere brieue hat vnd dorumb wir Im feltkirchen vormals ver- 
schriben, vnd eingegeben haben geslagen haben vnd slagen Im 
die auch doruff von Romischer kuniglicher macht in crafft diss 
briefs vnd geben dem vorgenanten Fridrichen vnd seinen Erben 
volle macht mit disem brieff das sy die egenant Grafschaft, vnd 
Sloss vnd Stat feltkirchen mit seinen nuezen, renten, czinsen, 
gefellen vnd zugehorungen , von vnsern vnd des Rychs wegen 
So lange Innehaben, nutzen vnd gemessen sollen biss wir oder 
vnsere nachkommen an dem Ryche dieselbe Graffschaft vnd 
Sloss vnd Stat von In vmb soliche summe gelts , dorumb sie 
brieue von vns doruff haben gantz vnd gar losen doch tun wir 
Inn dese besundere gnade, das wir oder vnsere nachkomen an 
dem Ryche die vorgenant Graffschafft vnd Sloss vnd Stat felt- 
kirchen von dem egenanten Graff Fridrichen nicht lossen sol- 
len, noch yemand anders gunnen zu losen die weyle derselbe 
Graff Fridrich lebet vnd in leben ist oder nach seinem tode, 



13 

So mögen wir oder vnsere nachkomen an dem heiligen Romi- 
schen Ryche von des vorgenanten Graff Fridrichen Erben die 
vorgenant graffschafft Sloss vnd Stat feltkirch losen, vmb ein 
soliche summa gelts, Dorumb wir Im die verschriben vnd ver- 
setzt haben vnd sollen auch kein andere scheden oder coste 
doruff slahen, solicher losung sollen vns vnd vnsern nachkomen 
am Ryche des vorgenanten Graff Fridrichs Erben gestatten, 
wann wir oder vnsere vorgenanten nachkomen an dem Ryche 
in welicher czeite Im Jar das an sye begern werden an alles 
vertziehen vnd widersprechen vud sich dawider nicht setzen 
Im dheinerweise, Mit vrkund diss briefs versigelt mit vnsern 
k uniglichen Maiestat Insigel , Geben zu der Lewtsch Nach 
Crists geburt vierczehenhuudert Jar, vnd dornach In dem drey- 
vndezwinsigisten Jare Am nechsten dinstag nach dem heiligen 
Osterr tag, vnser Ryche des Hungrischen zc in dem xxxvij. 
des Romischen in dem xiij. vnd des Behemischen In dem dryt- 
ten Jaren 

Auf dem Rücken der Urkunde R. (egistr.) Henricus. 

Ad mandat dni Regis d. G. Eps. 
patauien. canc. zc referen. Michael 
pptus Boleslauien. 
L. S. 

LXL 

Befehl des K. Sigismund an den Grafen Friedrich v. 
Toggenburg, dass er die Grafschaft Feldkirch und die 
Landschaft Sargans nicht dem Herzoge Friedrich von Oester- 
reich, sondern nur dem Kaiser und dem Reiche zu lösen "<•- 
ben soll. 

Ofen am 11. Juli 1424. 

Wir Sigmund von gotes gnaden Romischer König, zu allen 
czeiten Merer des Reichs vnd zu Vngern zu Behem zc kunig 
Embieten dem Edeln Graff fridrichen von Tockenburg vnserm 
Rate vnd lieben getreuen vnser gnad vnd alles gut, Edelr . vnd 
lieber getreuer, wir vernemen, wie Herczog fridrich von Oster- 
rich dir anmutunde sey Im dye Gr affschaft, zu feltkirch 
vnd das Lande zu sant Gans (Sargans) zu losen zu geben. 
Wenn wir nu dieselben Graffsehafft zu Feltkirch, vnd das ege- 



14 

nant lannd zu sant Gans vmb solich vberfaren, als der egenant 
Herczog Fridrich an vns vnd dem Reiche begangen hat, an vns 
vnd das Reiche geczogen genomen , vnd dir die furbass befol- 
hen vnd verschriben haben auff vns vnd das Reich mit der lo- 
sung zu sehen , als das vnsere brieue . dir doruber gegeben, 
volliclicher Innehalden. Dorumb gebieten wir dir ernstlich vnd 
vestliclich mit disem brieff, das du dem egenanten Herczog, 
fridrichen . die vorgenant Graffschafft zu feltkirchen, vnd das 
egenant Lande . zu sant Gans nicht sollet zu losen geben in 
dhein weiss sunder du vnd deine Erben sollet auff vns vnd vn- 
sere nachkomen Romische kunige vnd keyser . mit der vorge- 
nanten losung sehen vnd vns die zu losen geben nach deiner 
brieue Lute wenn wir das an euch begeren werden Vnd tu 
dorynne nicht anders als lieb dir sey vnser vnd des Reichs 
swäre vngnade zu uermeiden Wann der vorgenant Herczog 
Fridrich mit der egenanten Graffschaft veltkirchen, vnd dem 
lande zu sant Gans, nach seinem verschriben das Er vns getan 
hat. nichts mer zu schaffen hat. Geben zu Ofen nach crists 
geburt, vierczehenhundert Jar vnd dornach Im virvndczwenczi- 
gisten Jaren . am Dinstag , vor sant Margarethe tag , vnserr 
Reiche des vngrischen zc in dem xxxviij des Romischen in dem 
xiiij. vnd des Behemischen Im virden Jaren. 

Ad mandatum dni Regis 
Michael ppts. Boleslauien. 
L. S. 
dorso impressi. 

LXII. 

Befehl des K. Sigmund dem Herzoge Friedrich v. 
Osterreich die Lösung v. Feldkirch zu gestatten. 

Im Felde bei Eibenschitz in Mähren 1425 sine die. 

Wir Sigmund von gotes gnaden Romischer Kunig zu allen 
czeiten merer des Richs vnd zu Hungern zu Beheim zc Kunig, 
Embieten den Burgermeistern, Reten, vnd burgern gemeinlichen 
der Stete Bern, Luczern vnd Solottern, vnd allen andern Iren 
eydgenossen, vnsern vnd des Richs lieben getruen, vnser gnad, 
vnd alles gut, Lieben getruen, Wir haben vernommen wie sich 
der Edel Graf Fridrich von Tockenburg, vnser vnd des Richs 



15 

lieben getruen gesamet, vnd die von Feltkirch vberfallen vnd 
Sy doreza genottet hab, das Sy Im haben müssen erblich als 
für eygen lute Hnldung tun, das gescheen sey wider vnser 
pfantschaft brieue die wir dem vorgenanten von Tockenburg 
doruber gegeben haben , Nu czwifeln wir nicht , euch sey na 
wol furkommen , wie wir mit dem Hochgebornen Fridrichen 
Herczogen zu Osterrich zc vnserm lieben Oheimen vnd Für- 
sten, gancz verricht sein, vnd Ir habt des ouch uu villicht vn- 
sere brieue gehabt , So ist in der richtung nemlich begriffen, 
das wir dem vorgenanten Herczog Fridrichen ganeze macht 
gegeben haben, sine lande, vnd lute, der wir vns von dem vor- 
genanten Herczog Fridrichen vnderwunden, vnd die wir furbass 
verpfendet haben wider an sich zu losen, Dorumb be- 
gern wir von euch , vnd gebieten euch ouch von Romischer 
Kuniglicher macht , das Ir den vorgenanten Graf Fridrichen 
dorezu wiset, das er die von Feltkirch solicher eyde dorezu 
er Sy genottet hab ledig sage , vnd dem vorgenanten Herczog 
Fridrichen der losung vber Feltkirch gestatte, nach vn- 
serr pfantschaft brief lute, wolt der vorgenant Graf Fridrich 
des aber nicht tun, vnd meynet sinen willen mit den von Felt- 
kirch wider vnsere brieue zu haben, So ist vnser meynung, 
das Ir Im des nicht zuleget, noch beysteet, wider den egenan- 
ten Herczog Fridrichen in dheinwise , als lieb euch sey vnser 
vnd des Richs vngnad zu behalden. Geben Im Felde bey Ey- 
waneziez in Merhern vnserr Riche des Hungrischen zc in 
dem \wl\ des Romischen in dem \yj. vnd des Behemischen in 
dem Sechten Jaren. 

Ad mandatum dni Regis 
Michael pptus Boleslauien. 
L. S. 
dorso impress. laes. 
Als dieser mächtige Graf Friedrich VI. von Token- 
burg, Herr zu Davos und im Prätigau , wie auch seit 1417 
Pfandinhaber der vorarlbergischen Herrschaft Feldkirch auf dem 
Schlosse Schattenburg zu Feldkirch am 30. April 1436 ohne 
Testament und kinderlos von seiner Gemahlin, der Gräfin Eli- 
sabeth von Matsch (f 1446), gestorben war, erhob sich ein 
weitaussehender Erbschaftsftreit , während der so lange und 



16 

schwer bedrängte Herzog Friedrich mit der leeren Tasche die 
Herrschaften Feldkirch, Rankweil, Montfort, den innern Bregen- 
zerwald etc. um 22000 Gulden einlosete. Über die Ausglei- 
chung dieser Erbschaft s. meine quellengemässen Mittheilungen 
in : Untersuchungen über die freien Walliser oder Walser in 
Graubünden und Vorarlberg in den Wiener Jahrbüchern der 
Literatur, Bd. CV., Anzeigebl. S. 5 ff. ; dann die hier folgenden 
Urkunden. 

LXIII. 

Abrede des Ammans , Landrichters und Stadtschreibers zu 
Feldkirch im Namen der verwitweten Gräfinn von Tocken- 
burg mit Herzog Friedrichen dem Altern wegen Ablösung und 
Übergabe der Herrschaft und Stadt Feldkirch. — 

Telfs im Innthal am 19. Sept. 1436. 

Es ist zewissen. Als die Erbern weisen Wilhelm von Fro- 
wis Amman ze Veitkirchen, Walther Han , Hanns Rad Lant- 
richter, Yost witter Statschreiber ze Veitkirchen, zu dem Dur- 
leuchtigen Hochgeborn fursten Herczog Fridreichen dem Eltern 
Herczogen ze Osterreich zc. körnen sein, in Botschafft, gen 
Telffs, im Intal. Also habend Si mit seinen gnaden getaidingt, 
von der von Tokchenburg, vnd der Stat ze Veitkirchen wegen, 
vnd sich des angenomen zu volfurn, der Amman in namen, vnd 
als mit vollem gwalt der yeczgenanten von Tokchenburg, als er 
sich des gemächtigt hat, vnd dernach Si all vier, von der Stat 
wegen, in mass als hernach geschriben stet. Des ersten, so sol 
dieselb von Tokchenburg vnserm benanten gnadigen Herren von 
Osterreich, sein Herschafft Veitkirchen, Vesst vnd Stat, vnd 
all ander Herschefft, Vesten , Stat, Slösser, Nucz, Gült, Lannd, 
vnd laut, als die der von Tokchenburg von der herschafft von 
Osterreich hat Inn gehat , vnd nach seinem Tod in Ir gwalt 
komen sind, wie die genant, oder wo die gelegen sind, mit allen 
irn zugehörungen, nichts ausgenomen vnuerzogenleich zu losen 
geben, vmb zway vnd zwainexigtausend Reinnisch guidein, der 
sullen Ir Sechstausend guidein berait geuallen; vnd vmb nawn- 
tausend guidein, sol Si gen den Bayrern abgetragen werden, 
dariimb denselben Bayrärn, die herschafft Rynekg mit irer zu- 
gehorünge von weiland dem von Tokchemburg in saezesweis ist 



17 

verschriben, wie des an denselben Bayrern stat gefunden mag 
werden, vnd die übrigen sibentausend Guidein, sol sieb die von 
Tokcbemburg gen Graf Hainreichen von Sangans, veruahen, an 
dem gelt, so derselb Graf Hainreich, vnserm Herrn von Oster- 
reich schuldig ist, von der Herschaft wegen Sangans, vnd sol 
dann dieselb herschafft demselben Graf Hainreichen, von vnserm 
Herren von Osterreich, des Sacz Si von Im ist, ledig sein, vn- 
serm herrn von Osterreich , gen Graf Hainreichen vorbehalten, 
was der Summ desselben Saczs , über die benanten sibentau- 
send guidein mer brecht. Da entgegen sol vnser Herre von 
Osterreich, der von Tokchemburg, drey versorgbrief, von der 
obgenanten herschafft Veitkirchen, vnd anderr Geslosser wegen, 
die der von Tokchemburg Inngehabt hat, die der Herschafft von 
Osterreich zugehorn, vnd der Stat Veitkirchen zwen brief, ainen 
von wegen Irer Freyhaiten , der ander vmb Tosters , vertigen, 
vnd die von Tokchemburg , vnserm Herrn von Osterreich her- 
widerumb ainen brief, nach lautt der sechs Notein, der man in 
dieser Taiding ainig ist worden, vnd die man den obgenanten 
Burgern ze Veitkirchen verbetschadt geantwurrt hat, vnd dar- 
auf, so sol vnser Herr von Osterreich, die obgenanten sechs- 
tausend guidein, die der von Tokchenburg berait sullen geuallen, 
vnd die vorberurten fünf brief, der drey derselben von Tokchen- 
burg, vnd zwen der Stat ze Veitkirchen zugehorn , als vorge- 
schoben stet, antwurtten, Vogt Vireichen von Metsch Haubt- 
mann an der Etsch, vnd Wolfen von Branndes, daz Si die 
hinaus gen Veitkirchen furn, vnd dann so sol die von Tokchem- 
burg demselben von Metsch, und dem von Branndes Alsbald Si 
gen Veitkirch körnend, Abtreten, und uberantwurtten, die Vesten 
vnd Stat Veitkirchen, vnd In auch also damit entslahen aller 
derselben herschafft Veitkirchen zugehörung , vnd darzu aller 
anderr Vesten, herschefft, Stet, Nucz, Gült, Lannde, vnd leut, 
die Si Innhat, vnd vnserm Herrn von Osterreich zugehorn, zu 
seinen Hannden mit allen Irn zugehorungen, nichts ausgenomen, 
als vor berurt stet, an alle geuerd, waigrung, verziehen vnd 
widerred, vnd so Si Veitkirch Vest, vnd Stat also Innhaben, so 
sii II. -ii Si Ir hin wider antwurtten, vnd übergeben, die vorberurten 
sechstausend guidein, vnd die drey versorgbrief, auch der Stat 
die zwen brief, als die vorberurt sind, damit ain übergeben mit 
iv. % 



18 

dem andern zugee. Sie sol In auch also damit überantworten 
all brief vnd Register, die ilber die obgenannt Herschafft laut- 
ten, als das die obgenanten brief, die vernotclt sind, aufwei- 
sen^ vnd damit solh entflachbrief, an all Vogt, phleger, Rich- 
ter, Burger der vorgenanten Geslosser, herschefft, lannde, vnd 
leut, an die, daran des zu solher ilberantwurttung, vnd ent- 
flahung notturfft ist, vnd mit denselben Vögten, Phlegern, Rich- 
tern, Ambtleoten, Burgern, vnd leoten, die darin gehSrn, schaf- 
fen, daz Si nu hinfur vnserm vorgenanten Herren von Oster- 
reich, vnd seinen Erben gehorsam sein, vnd Si Irer Ayd damit 
Si Ir yecz verpunden sind, ledig darauf sagen, in der mass, 
vnd form, als darzogehort, So ist geredt von des hawss wegen, 
vnd des Stadls ze Veitkirchen, die der von Tokchemburg ge- 
kaufft, vnd gepawt hat, die sullen vnserm Herrn von Osterreich 
beleiben, Was dann der Heurigen Nucz, Zinns, vnd gult sind, 
es sein wein, getraid, Phenning, oder Welherlay das sey, die 
sullen halb, vnserm Herren von Osterreich, vnd halb der von 
Tokchenburg geuallen , Aber all Zoll , vnd Muln sullen für sich 
nach solhen uberantwurtten , vnserm Herrn von Osterreich 
wartten, vnd sol die von Tokchemburg keinen tail darinn ha- 
ben, Was auch der von Tokchemburg lehen , in den obgenanten 
Herschefften verlihen hiet, es wer geistleich, oder weltlich, 
dabey sol es beleiben, doch yedsmanns Rechten darinn vorbe- 
halten, alles an geuerd. Vnd zu vrkund diser Taidung, vnd Sach, 
haben der Erwirdig, Abbt Niclas von Sand Jörgenberg, (im 
untern Innthal) sein Insigl, vnd der obgenant von Metsch sein 
Betschadt, von baidertail geuallens, vnd bet wegen gedrukcht auf 
dise Zedl , der yegleichem tail aine ist, geantwurt , in gleicher 
lautt , bei disen Taidingen sind gewesen, die yeczgenanten Abbt 
Niclas, vnd Vogt Vlreich von Metsch, Wolf von Brann- 
d e s , her Georg Tumbrobbst ze Brichsen, Hanns 
Wilhelm von Mulinen genannt Driiksess, Burkhart 
von Burnkilch, Andre Rauch, Albrecht Vaystl, des 
von ßranndes Dyener. Das ist besehenen, vnd die Taiding sind 
gemacht ze Telffs im Intal, an Mitichen vor sand Math eus tag, 
des heiligen Ewangelisten. Anno Dominj zc. Tricesimo sexto. 
L. S. . L. S. 
impress. impress. 



19 

LXIV. 

Kundschaftsbrief wegen der Fertigungen, welche in Folge 
der zu Telfs im Inthal geschehenen Taidung zwischen Herzog 
Friedrich dem altern von Oesterreich und etlichen Bürgern zu 
Feldkirch anstatt der Witwe von Tockenburg und der Stadt 
Feldkirch zu machen und ihnen zuzustellen sind. 

Telfs am 19. Sept. 1436. 
Es ist ze wissen von der tayding wegen, die zu Telfs im 
Intal ist beschchen, zwischen des durleuchtigen forsten Her- 
czog Fridreichs , des eitern von Österreich ec vusers gnedigen 
hern, vnd etlichen Burgern von Veitkirchen, anstat vnd in na- 
men der von Tokemburg wittiben , vnd der Stat ze Veitkirchen, 
derselben tayding, zwo geleich besigelt zedln, sind gemacht, dar 
Inne ausbeliben ist, vnd doch geschehen vnd volfurt sol werden, 
daz ist. So die obgenannt von Tokemburg, vogt Vir eichen 
von Metsch, Haubtman an der Etsch, vnd Junkcher Wolffn 
von Pranndes, die Vest vnd Stat Veitkirchen, mit ert- 
lichen brieuen vberantwurtten wirdt, als die obgenante tayding- 
zedl ausweiset, daz Si In auch, damit vberantwurtten sol, ainen 
geuertigten besigelten Brief, in welher mass Si vnsern obge- 
schriben gnedigen hern von Osterreich herentgegen versorget, nach 
laut der besigelten Notein, den egenanten Burgern hie geantt- 
wurtt, So snllent In auch also die Burger ze Veitkirchen vber- 
antwurtten , alles zu des vorgenanten vnsers gnedigen herren 
hannden, zwen besigelt vnd geuerttigt brief, ainer von des Ayds 
wegen, wie Si den vnserm obgenanten gnedigen hern von Oster- 
reich sollen Swern, vnd Ainen gegenbrief von Tosters wegen, 
auch nach laut der zwayr besigelten Notin, der obgenanten Bot- 
schaft hie geantwurtet. Des zu vrkund habend Abbt Niclas von 
sand Jorgenperg, sein Insigl, vnd der vorgenant haubtman, sein 
petschadt, von baider tail geuallen, vnd bette willen, gedrukeht 
auf dise zedl, der yeglichem tail aine ist geantwurtt in gelei- 
cher lawt. Das ist geschehen zu Telfs im Intal an Mittichen 
vor sand Matheus tag des heiligen Ewangelisten. Nach krists 
geburde im vierezehenhundert vnd sechs und dreissigisten Jare. 

L. S. 
(Auf Papier.) 

2 • 



20 

LXV. 

Verzicht der Elisabeth von Tockenburg auf die von 
ihr gelöste Veste und Stadt Feldkirch, Rank weil, 
beide Veste n Montfort, Jagdberg, Walgäu etc. 

Am 19. September 1436. 

Ich Elzbeth von Togkenburg wittibe Beckenn vnd Tun kunt 
offenlich mit dem brief für mich vnd all min erben Von der Hernach 
geschriben Geslosser Herschafft nutz gult land vnd lut (Leute) 
wegen, Von erst veltkirch vest vnd Stat Item Ranch- 
wil Item baid vesten Montfort Item Jagberg vnd wal- 
gow Item Ramswag Item das ge rieht vnd die waliser 
vff damuls Item das hindert ayl des Bregenc z er walds, 
Item das Gericht Dorre nburen. Item fussach vnd host, 
das alles in die herschaft veltkirch gehört, Item Rynekg vnd 
Altstetten mitsampt dem R y n t a 1 vnd aller Zugehoruug, 
Item Sang ans die Burg vnd Stat, Item frowdemberg, 
Nitberg, Wallenstat, wesen, windekg, vnd das Ga- 
stal, die obgeschriben Geslosser Herschefft land vnd lut Nutz 
vnd gult, die der wolgeborn Graf Fridrich von Togkemburg min 
lieber Gemahel seliger, dem Got gnedig sin welle hat Ingehabt 
Si sin hie inn benerapt oder nicht, die dem durluchtigen hoch- 
gebornen fursten Herczog Fridrichen Herczogen ze Osterrich 
zc. minem gnedigen herren, dem Eltern vnd dem haws Oster- 
rich zugehören die ich nach des benanten mins Gemahels säli- 
gen Abgang dem yetzgenanten minem gnädigen herrn von Oster- 
rich ze losen vnd vbergeben hab, vnd sol mitsambt allen den 
brieuen die dem obgenanten minem lieben Gemahel oder andern 
dar vber lütten die in sinen oder minen gewalt körnen sind Es 
sin Satzbrief, vffschlagbrief Gnadbrief, santtbrief oder welherlay 
brief das war Si lauten von dem Allerdurluchtigsten fursten, 
hern Sigmunden Romschcn kayser zu allen ziten merer des 
Richs vnd zu Vngern zu Beheim zc. kunig minem aller gne- 
digisten herren , oder zu den ziten als er dennoch Römischer 
kunig was , von dem egenanten minem genädigen herrn von 
Osterrich sinen vordem seliger geduchtnuss, oder yemand an- 
dern , darezu all Register die darezu gehören die ich gehabt 
hab, Vnd sprich by minen guten trtiwcn vnd cren vnd in kraft 
diezs briefs, daz ich der mit wissen nichts behalten, noch mer 



2t 

wisse, noch an ander ende geben habe, Ob aber der egenanten 
brief dehainer dahinden belibe , die stillen hin für von Tod vnd 
kraftlos sin, dem vorgenanten minen gnedigen herren von Oster- 
rich vnd sinen erben , dehainen schaden noch des egenanten 
mins lieben Gemahels erben och mir vnd minen erben dehainen 
fronien nicht bringen In dehainen weg, Anch ob der obgeschri- 
ben min lieber Gemahel Ich oder yeman von vnser wegen , vff 
die obgeschriben Geslösser vnd vesten ichts verbut, oder wir 
dehainerlay stuck das Sacz wer gewesen vnd darin gehorten, 
gelost hetten, das sag ich für mich vnd min Erben , den obge- 
nanten minen gnedigen herren von Osterrich, vnd sin erben 
genczlich quitt ledig vnd losz, vnd sullen vnd wellen, darvmb 
noch von dehainerlay sach wegen, das die obgenanten Setz 
Slösser, Land und Lut herurt nichts vssgenomen zu In dehainerlay 
Zuspruch noch vordrung haben noch gewinnen weder mit recht 
noch an recht gaistlich oder weltlich wan wir vns derselben 
gerechtigkaiten aller dar vff genczlich verczihen , Ob wir das 
aber yndert vberfuren, das wissentlich wer, was sy des scheden 
n'men, wie der genant wer, die sullen vnd wellen wir In för- 
derlich, so wir darvmb ermant werden, ablegen vnd widerke- 
ren, Teten wir aber des nit, So sullen si den haben vff aller 
vnser hab vnd güttern , vnd des dauon bekomen, wie In das 
fugt, vnd sy des verlustet, Vnd sullen damit wider vns noch wi- 
der nyemand getan haben, angeuerd Vnd des zu vrkund gib ich 
egenante Elzbeth für mich vnd alle min erben dem egenanten 
minem gnedigen herren Herczog Fridrichen, vnd allen sinen er- 
ben, disen brief besigelten mit minem aigen anhangenden Insi- 
gel, Vnd zu geczuknusze vnd besser sicherhait willen, hab ich 
gebetten die Erbern vnd wisen die Burger des Rats zu Veit- 
kirch, daz sy derselben ir Statt Insigel och daran gehangen ha- 
bend In Iren erben vnd nachkomen an schaden, das ist ge- 
schehen an Mitwochen vor Sant Matheus tag des hailigen Ewan- 
gelisten Nach krists geburde Im vierczehenhundert vnd sechs 
vnd dryssigisten. 

L. S. L. S. 



22 

LXVI. 

Huldigungseid der Stadt Feldkirch. 

Feldkirch am 19. Sept. 1436. 
Wir der Ammann der Richter der Rät vnd die gancz Ge- 
maind der Statt ze Yeldkirch bekennen vnd tund kunt oifenlich 
mit dem brief Als der durluchtig Hochgeborn fürst Herczog 
Fridrich der Elter Herczog zu Osterrich zc. vnser gnädiger 
herr vns iecz von der wolgeborn vnser gnädigen frowen frow 
Elzbethen Gräfin zu Tokchenburg wittiben gelöszt vnd zu sinen 
Händen brächt hat. Also haben wir Im als vnserm rechten na- 
turlichen erbherren vnd Lanndsfursten vnd sinen erben gelopt vnd 
gesworn bi vnsern aiden als darzu gehört das wir Im schaden 
wennden vnd Irn frommen furdern sollen vnd wellen vnd alles 
das an In tun das getruw from lut Irn rechten naturlichen her- 
ren Schuldig vnd gebunden sind wider aller mengklich niemand 
uszgenommcn getrulich vnd vngeuarlich Vnd des ze vrkund ha- 
ben wir vnser Statt Insigel gehenkt an disen brief Geben an 
Mittichcn vor Sant Matheustag des hailigen ewangelisten Nach 
Cristus geburt Im vierczehenhundert vnd Sechs vnd drissigisten 
Jahr. 

L. S. 
laes. 

LXVII. 

Herzog Friedrich von Oesterreich verspricht der Elisabeth 
von M e t s c h , Witwe Grafen Friedrichs von Tockenburg — 
welche ihm die von ihrem Gemahle innegehabten Pfandschaften 
wieder, und zwar mit einem Nachlass an der Pfandsumme zu 
lösen gegeben bat, — hinfür ihr gnädiger Herr zu seyn und 
keinen Anspruch an sie oder ihre Familie zu machen. 

Telfs im Innthal am 19. September 1436. 
Wir Fridreich der Elter von gotes gnaden Herczog ze 
Österreich ze Steir, ze Kernden vnd ze Krain, Graue ze Ti- 
rol zc. Bekennen für vns, all vnsre Erben vnd nachkomen. von 
der hernach geschriben Gesloss , herrschefft, nuez, gult, lannd 
vnd leut wegen, mit namen Veitkirch die Vest vnd Stat, 
Item Rankchwil Item bed Vestcn Montfortt, Item Jag- 



23 

b e r g vnd walgcw, Item Raroswag, Item das Gericht 
vud die Waliser auf Damals, Item das hinder tail des 
Bregenczer walds , Item das Gericht zu D orrenb urr en, 
Item Fiissach vud Höchste, das alles in die herschafft 
Veitkirchen gehört Item Rynekg vnd altsteten mit- 
sambt dem Ryntal vnd aller zugehorung. Item Sangans die 
Burg vnd Stat, Item Frewdenberg, Neytperg, wal- 
lenstat, wesen, wynndekg vnd das Gastal, die obge- 
schriben Geslöss, herschefft, land vnd leut , all mit allen vnd 
yeglicben zugehorungen , Si sein hieynn benennet oder nicht, 
die weilend der Edl vnser Oheim , Graf Fridreich von Tokem- 
burg, in saczsweis Inngehabt hat, vnd die nach seinem Abgang 
zu der Edlen vnser lieben Mumen Elsbethen von Tokemburg, 
seiner wittiben hannden komen vnd gestanden sind, vnd vns vnd 
dem haws Österreich zugehörend, die vns nu aber dieselbe vn- 
sre liebe Mume zu losen gegeben, vnd die wider zu vnsern 
hannden geantwurttet hat, Auch einen Ablas in der Summ , so 
die brief, die Si hat, vnd darüber lauten, Innhielten hat getan. 
Haben wir angesehen die trew, vnd guten willen, die Sie vns 
in denselben Sachen mit dem yeczgenanten Ablas der Summ, 
vnd in ander wege merklich erczaigt hat, ob wir dhainerlay 
vngnad , fromdnussen oder vnwillen zu dem vorgenanten Graf 
Fridreichen von Tokemburg, gehabt hieten, wie sich das von 
der obgeschriben herschefft, Gesloss, nucz, gült, lannd vnd leut 
wegen, die Si vns also vbergeantwurtt hat, hiet verlauffen, daz 
das gancz absein sol, vnd stillen noch wellen wir zu der obge- 
nanten vnsrer lieben Mumen, seiner wittiben vnd Im Erben, 
des Stamen vnd namen von Metsch , von dannen Si geborn ist, 
darum!) dhainerlay vngnad noch Zuspruch nicht haben, noch ge- 
winnen, weder mit Recht noch an Recht , geistlich oder welt- 
lich in dhainem weg, sunder hinfur darum!) Ir gnediger herr 
sein an geuerde. Mit vrkund diezs briefs Geben zu Telfs im 
Intal vnder vnserm anhangenden Insigl , an mittichen vor Sand 
Matheus tag des heiligen Ewangelisten. Nach krists geburde im 
vierezehenhundert vnd sechs vnd dreissigisten Jare. 

(L. S.) . — Im kais. Archive ist diese Urkunde doppelt, in 
Pergament und Papier vorhanden. 



24 

LXVIII. 

Befehl von der Gräfinn Elisabeth zu Toggenburg, dass man 
die Vesten Fussach und Höchst dem Herzoge Friedrich 
zu Oesterreich als gelöste Sätze und Pfands c haften 
übergebe und demselben huldige. 

Feldkirch am 28. September 1436. 
Wir Elsbeth Gräuin zu Togkemburg geborn von Metsch Em- 
bieten vnsern lieben getruwen vogt vnd allen den so ze Fus- 
sach vnd ze Höchst in die herschaft veltkirch gehörn nye- 
mant vsgenomen noch hindan geseczt vnsern gruss vor vnd tund 
uch ze wissen das der durchluchtig hochgeboren fürst Herczog 
Fridrich Herczog ze Osterrich zc. vnser gnediger herr, All vnd 
yegklich Secz vnd phandschaft So wilend der wolgeborn Graf 
Fridrich von Togkemburg seliger gedechtnusz vnser lieber ge- 
mahel von sinen gnaden vnd von dem loblichen hus Osterrich 
in phandeswise Inngehabt hat von vns hat gelöset Emphelhen 
wir uch ernstlich vnd wellen das Ir den wolgeborn vogt Vlri- 
chen von Metsch Gräfinn zu Kirchberg, houbtman an der 
Etsch vud wolfharten von Brandes frye vnsern lieben 
vettern vnd Oheim die obgenannten veste Fussach vnd ouch 
Höchst, mitsampt den Gerichten vnd aller Zugehorung daz in 
die obgenante Herschaft veltkirch gehört , an alles vercziehen 
vnd wegrung a) In namen vnd an statt des obgenanten vnsers 
gnedigen herren von Osterrich Inantwurtent der veste abtret- 
tent vnd In als zu desselben vnsers gnedigen herren vnd siner 
erben Händen huldent vnd swerent, gehorsam ze sin als darczü 
gehört won wir sinen gnaden solich phandschaft, entflahen vnd 
uch darvf Solicher ayd gelubt vnd wes Ir dem obgenanten vn- 
serm gemahel selig, vnd vns schuldig gewesen sind, Erlassen 
vnd iich der genczlich ledig sagen mit kraflft vnd vrkund disz 
offen briefs Der ze veltkirch geben vnd mit vnsern vfgedruk- 
tem Insigcl besigelt ist, an Sandt Michels abent, Nach der gc- 
burt Cristi vierezehenhundert Dryssig vnd Im Sechsten Jare. 

L. Sig. 
impress. 

o) Wegrung d. i, Weigerung, wie man noch das Wort in der Gegend von 
Fludcnz ausspricht. 



25 

LXIX. 

Elisabeth, Gräfin von Toggenburg, geb. Gräfin von 
Metsch, verweiset die Gemeinde zu Torenburen, die wei- 
land ihres Gemahles Friedrich von Toggenburg Pfandschaft ge- 
wesen, zum Gehorsam an Herzog Friedrich von Oester- 
reich. 

Feldkirch am 28. September 1436. 

Wir Elsbeth G reu in zu Togkemburg geborn von Metsch 
witwe Embiet'n vnsern lieben getruwen Aman vnd gaucz ge- 
mainde zuTorrenbürn so in die Herschaft veltkirch gehorn, 
nyemant vsgenomen noch gesondert vnsern grues vor vnd tünd 
üch ze wissen das der durchlüchtig Hochgeborn Fürst Herczog 
Fridrich Herczog ze Osterrich etc. vnser gnediger H'r All 
vnd yegklich Setz vnd phantschaft , So wilend der wolgeborn 
Graf Fridrich von Togkemburg vnser lieber gemahel seliger ge- 
dächtnüss von sinen gnaden vnd dem loblichen hus Oesterrich 
in phandeswise Inngehebt hat von vns hat geloset Emphellen 
wir vnd schaffen mit üch ernstlich das Ir den wolgeborn vnd 
Edeln vogt vlrichn von Metsch Grauen zu Kirchberg houbt- 
man an der Etsch vnd wolfharten von Brandes frve vn- 
sere lieben vettern vnd Oheim, das obgenante Gericht Torren- 
bürn mitsampt aller Zugehorung so in die egenante Herschaft Veit- 
kirch gehört an alles verziehen vnd wegrung in namen vnd anstatt 
des obgenanten vnsers gnedigen Herren von Osterrich Inantwur- 
tent vnd Im als zu desselben vnsers grnediaren Herren vnd siner 
erben handen huldent vnd swerend, gehorsam ze sin als darczu 
gehört wen wir sinen gnaden solich phandschaft entflahen vnd 
üch darvf solicher ayd gelübdt vnd wes Ir dem obgenanten vn- 
serm gemahel selig vnd vns schuldig gewesen sind erlassen vnd 
üch der genczlich ledig sagen mit kraft vnd vrkund disz briefs 
der ze Veitkirch geben vnd mit vnserm vfgedrucktem Insi- 
gel besigelt ist an Sandt Michels des Hailigen Erczengels abent 
Nach der geburt Cristi vierzehen hundert dryssig und im Sech- 
sten Jare. 

L. S. 

Urkunde von Papier. 

So lauten mutatis mutandis mit gleichen Worten die Be- 
fehle der Gräfin Elisabeth von Toggenburg a) au den Amman u 



26 

und alle diejenigen , welche in die Gerichte R a n k vv e i 1 vnd 
Sulz gehören, und b) an Hannsen Hartmann Vogt zu der 
Nüwenmontfort (ob Götzis) und Landammann zu Rankweil, 
wie auch an die, so in die Gerichte Rankweil und Sulz gehö- 
ren. Beide ddo. Feldkirch am 28. Sept. 1436. 

Desgleichen lautet der Befehl derselben Elisabeth Gräfin 
von Toggenburg an Peter von Griffensee, ihren Vogt zu 
Sargans, und an die Schultheisse, Räthe, Bürger und alle, wel- 
che zur Veste und Stadt Sargans gehören und die Her- 
zog Friedrich eingelöset hat, demselben diese zu übergeben etc. 
Eodem dato. 

So verweiset dieselbe die Unterthanen von Sargans und 
Freu d enb erg a), die Herzog Friedrich eingelöset hat, zum 
Gehorsam an denselben, sie sollen ihm schwören und huldigen. 

Ferners ähnlicher Brief an die Räthe zu Wallenstadt, 
zu Wesen, zu Wind egg, im Gastal ft) , auf dem Amb- 
denc) und allen Denen, so in die Pfandschaft zu Windegg 
gehören, da Herzog Friedrich alle österreichischen Pfandschaf- 
ten von weiland Friedrich von Toggenburg wieder an sich ge- 
löset hat. Ddo. Feldkirch 28. Sept. 1436. 

LXX. 

Auftrag von Elisabeth, Gräfin zu Toggenburg, an Heinrich 
Kriech, Vogt zu Star kens t e i n d) , den Bevollmächtigten 
des Herzogs Friedrich die wieder eingelösete Veste Star ken- 
stein zu überantworten. 

Am 28. September 1436. 

Wir Elsbeth Greuin zu Togkemburg witwe geborn von 
Mctsch Embietcn Hainrichen Kriech vnserm vogt zu 
Starkhenstain vnd allen so darczu gehörn unsern grues vor, 



a) Freudenberg, unter Ragaz im Bezirke Sargans , von dem noch ein 

alter Burgthurm steht, wurde 1261 vom Ritter Heinrich von Wildenberg 

bewohnt und kam 1462 an die Eidgenossen. 
6) Gastal d. i. Gaster an der Nordseite des Wallen- (oder richtiger 

Walhen-)st&dterSees, ward 1438 vom Herzoge Friedrich an Glarus und 

Schwyz verkauft. 
<■) S. Anmerk. 7. zu Urkunde XLVII. 
d) Starkenstein, eine Burgruine zwischen den Gemeinden Stein und 

Alt St. Johann in Obertoggenburg. S. in Urkunde LXXXII. 



27 

vnd tun üch ze wissen daz der durchluchtig hochgeborn fürst 
Herczog Fridrich Herczog zu Osterreich etc. vnser gnediger 
Herr All vnd yegklich secz vnd phandschaft So wilend der wol- 
gebom Graf Fridrich von Togkenburg vnser lieber gemahel se- 
liger gedechtnusz von sinen gnaden vnd dem loblichen llus 
Österrich in phandes wise lungehebt hat, von vns hat gelöset. 
Emphelhen wir vnd schaffen mit üch ernstlich das Ir den wol- 
geborn vnd Edelu vogt Vlrichen von Metsch Grauen ze Kirch- 
berg Haubtman an der Etsch vnd mitsampt aller angehörung an 
alles vercziehen vnd wegrung. In namen vnd an statt des obge- 
nenten vnsers gnedigen Herren von Österrich Inantwurtend vnd 
In als zu desselben vnsers Herren von Österrich vnd siner erben 
Händen huldent vnd swerent, hinfür gehorsam ze sin als darcza 
gehört wen wir sinen gnaden solich phandschaft entflahen vnd 
üch darvs solicher ayd gelübt vnd wes Ir dem obgenanten vnserm 
gemahel selig vnd vns schuldig gewesen sind erlassen vnd üch der 
genczlich ledig sagen mit krafft vnd Urkund disz briefs Ge- 
ben vnd mit vnserm vfgedrucktem Insigel besigelt an Sant Mi- 
chels abent Nach der geburt Cristi vierczehenhundert dryssig 
vnd Im Sechsten Jare. 

L. S. 
Zwei verbundene Wappen, rechts die Dogge von Toggeu- 
burg und links die drei Flüge von Matsch. 

LXXI. 

Revers der Stadt Feldkirch, welcher Herzog Friedrich der 
Aeltere von Oesterreich die Erlaubniss gegeben hat, die Veste 
Tosters (bei Feldkirch) von Hannsen Truchsessen von 
Diessenhofen, genannt Pitterli, und H a m m a n von 
Ostringen an sich zu lösen. • 

Am 29. September 1436. 

Wir der Amman der Rat vnd die Gemaind der Statt Veit- 
kirch bekennen vnd tund kund offenlich mit dem brief für vns 
all vnser erben vnd nachkomen Als der durleuchtig hochgeborn 
fürst Herczog Fridrich der Elter Herczog cze Österrich zc. 
vnser gnädiger Herr vns gegunnet vnd erloubt hat sin vesten 
Tosters bi Veitkirch gelegen, mit Ir czugehörung von den from- 
men vnd vesten Hannsen Drukchsczzcn vou Di essen- 



28 

houen genant Pitterli vnd Hamman von Ostringender 
Sacz die von demselben vnserm Fridrichen gnädigen Herren ist 
an vns zu lösen vmb die Summ nach der Saczbrief Innhaltung 
die Sy darumb habent als denn der brief vns von dem obge- 
nanten vnserm gnädigen herren darumb gegeben aigenlicher 
vszwiset vnd begriffet. Also haben wir gelopt vnd verhaissen 
Geloben vnd versprechent auch wissentlich In kraft diss briefs. 
wenn wir die vorgenanten vesten mit Ir czugehorung also ge- 
löszt vnd Innhaben nach lut der Saczbrief so die vorgenanten 
der Drukchsezz vnd Osstringer darüber haben die wir herusz 
von In nemen sullen zu vnsern banden. Wenn denn der obge- 
nant vnser gnädiger Herr von Osterrich oder sin 'erben begern 
die obgenanten vesten Tosters mit aller Ir czugehorung von vns 
zu lösen das wir In denn derselben losung allzit stattun vnd 
gehorsam sin sullen vnd wellen vmb die Summgelts darumb wir 
die geloszt hatten nach lut der egenanten Saczbrief Dieselben 
Saczbrief wir In denn mit sampt der egenanten vesten vnd Ir 
zugehorung übergeben vnd Inantwurtten sullen vnd wellen ane 
alles vereziehen wegrung widerred vnd geverd. Wir sullen vnd 
wellen och dem obgenanten vnserm gnädigen herren von Oster- 
rich vnd sinen erben mit der egenanten vesten vnd Ir czuge- 
horung alle die wil wir die Innhaben getruw gehorsam vnd ge- 
wärtig sin, In die offen halten Sy vnd die Iren die si darzu 
Schaffen darin vnd daruss lassen vnd dar Inn enthalten wider 
aller menklich niemand uszgenommen als oft In des not vnd 
dürft beschicht doch uff Ir selbs kosten vnd czerung. Wir sul- 
len vns och von den leuten so darezu gehörn an den gewonli- 
chen Rennten vnd czinsen lassen beuugen vnd Sy nicht hoher 
dringen. Sunderst vor allem gewalt vnd vnrechten vestenklich 
hanthaben vnd Sohirmen nach vnserm vermugen getrulich vnd 
ane geuerd. Vnd des cze vrkund haben wir vnser Statt Insigel 
gehenkt an den brief Geben an Sanct Michelstag des hailigen 
Erczengels Nach cristus geburt vierezehenhundert vnd Im Sechs 
vnd drissigesten Jar. — 

L. S. Wohl erhaltenes Wachsfiegel der Stadt Feldkirch, 
welches der Pergament - Urkunde angehängt ist. 



29 

LXXII. 

Revers von Ulrich Eysenhover, welchem Herzog 
Fridrich der Aeltcre von Oesterreich die Vestc and Vogt ei 
F e 1 d k i r c h pflegweise eingegeben hat. 

Imbst den 4. October 1436. 

Ich Vlrich Eysenhouer. vergich vnd ton kunt offenlich mit 
dem brief. Als der durleuchtig hochgeborn fürst , Herczog Fri- 
dreich der Elter Herczog ze Osterreich zc. mein gnediger herr, 
mir sein vesten veltkirch vnd die vogtey daselbs in phlegweis 
ingegeben vnd empholhen hat zu seinen hannden. Also hab Ich 
gelobt vnd verhaizzeu, gelob vnd versprich auch wissentlich, bey 
meinen trewn an aydes stat, vnd in krafft diezs briefs, daz Ich 
dieselben vesten Veitkirch, zu des benanten meins gnedigen hern 
voran, darnach seins Suns Herczog Sigmunds, ob er nicht wer 
vnd Ir Erben hannden, getrewlich behüten, versorgen verwesen 
vnd Innhaben sol vnd wil, mitsambt der vogtey daselbs, vnd al- 
les das tun, das ainem Vogt daselbs zugepuret, Ich sol vnd wil 
auch die Burger daselbs zu Veitkirchen, vnd die leut, so in die 
benant Vogtey gehörn, nicht höher dringen noch beswern, dann 
von alter herkomen ist, vnd die Freyhaiten ausweisen so Si 
von dem obgenanten meinem gnedigen hern Herczog Fridreichen 
habend, vnd wenn derselb mein gnediger herr voran, darnach sein 
Sun Herczog Sigmund, ob er nicht war, oder Ir erben, die ege- 
nante vesten vnd vogtey an mich, mein erben, oder wer die von 
meinen wegen Innhiett, ob Ich geuangen, oder mit tod abgan- 
gen war, eruordern mit Irn briefen, oder vnder äugen, daz wir 
In dann der abtreten, vnd In oder wem Si das an Ir stat em- 
phelhen, die Inantwurtten stillen vnd wellen, wenn der vogt der 
nach mir dahin geseezt wirdet, vor gesworen hat, alles das 
Ich yecz Swern muss, nach ausweisung der stat zu Veitkirchen 
freyhaiten, so Si von dem benanten meinem gnedigen herren von 
Osterreich haben, alles getrewlich vnd vngeuerlich. Vnd des zu 
vrkunt gib Ich den brief für mich vnd alle meine Erben, dem 
egenanten meinem gnedigen herren, vnd allen seinen Erben, ver- 
sigelten, mit des Edlen vnd vesten Jörgen von Swangew 
des Jungern anhangenden Insigl , der das durch mein fleizzigen 
bete willen an den brief gehangen hat, doch Im vnd seinen Er- 
ben an schaden . vmb die pete des Sigels sind geezeugen vnd 



30 

dabey gewesen, die Edln vnd Vesten walther von Hohcn- 
ekg, Jörg Dip olczkir eher, cristoff Sigwein, Hanns 
Rott vnd Hanns Anhaltinger, vnd ander mer, prestenhalb 
meins Sigls daz Ich diezeit bey (mir) nicht gehabt hab. Darun- 
der Ich mich verpinde alles das stet zu halten vnd zu volfurn, 
das an dem brief geschriben stet. Der geben ist zu Ymbst an 
phincztag sand francziskchen tag. Nach krists gepurde im vicr- 
czehenhundert vnd Sechs und dreissigisten Jure. 

(L. S.) 

LXXIII. 

Verzeichniss der von der Gräfin übernommenen Briefe. 

Am 23. October 1436. 

Die nachgeschriben brief hat vogt vir eich von Metsch Graf 
zu Kirchperg Hawbtman an der Etsch vnserm gnedigen 
Herrn Herczog Fridreichen dem Eltern Herczogen ze Oster- 
reich zc an Eritag nach der Ayndleftausent mayde tag. Anno do- 
miuj Millesimo quadringentesimo tricesimosexto vbergeantwurtet, 
die er von seiner Mumen frawn Elsbethen Grefinn zuTok- 
chemburg vbergenomen hat mitsambt Junkcher wolfen von 
Branndess dem Eltern. 

a) Von erst ainen phantbrief den Graf Fridreich von Tokchem- 
burg gehabt hat von Herczog Lewpolten von Osterreich vmb 
die Vesten Starkenstein mitsambt Johannertal vmb 
drew Tausent pfunt haller. 

b) Item ainen pfanntbrief den der von Tokchemburg von hern 
Sigmunden Römischen künig hat gehabt vmb die herschaft 
Veitkirch mit Irer zügehorung vmd drewtausent Reinisch 
guidein. 

c) Item Aber ain brief von demselben kunig dem von Tokchem- 
burg gegeben auf Veitkirch vmb vier Tausent Reinisch 
guidein. 

d) Item ainen brief von demselben kunig dem von Tokchem- 
burg gegeben vmb zway Tausent Reinisch guidein an velt- 
kirch zu verpawen. 

e) Item Aber ainen brief von dem Kunig dem von Tokchem- 
burg vmb tausent Reinisch guldcin an veltkirch zu ver- 
pawen. 



31 

f) Item Aincn bcst'ttbricf von dem kunig dem von Tokchem- 
burg zu der Ilerschafl veltkirch sein lebteg der da weyst 
drew Tansent Reinisch guidein. 

g) Item Ainen brief von dein kunig der da laut v 1 r e i c h c n 
von Erabcz vmb das Dorff Do rrenburre n das der von 
Tokchemburg geloset hat vmb iSechshundert Reinisch guidein. 

h) Item Ainen brief von vnserm Herrn Herczog Fridreichen als 
Er den zol zu veltkirch verseczt hat vmb funf- 
czehenhundert pfunt Haller , den der von Tokchenburg ge- 
lost hat. 

i) Item Ainen brief von Herczog Leupolten als er den Wein- 
garten Ilbrukger verseczt hat, der da laut zweihundert 
pfunt haller. 

k) Item Ainen brief von dem kunig wie die von veltkirch dem 
von Tokchemburg sweren sullen . vnd wie er In vertrost 
hat bei derselben herschaft ze beleiben ze lassen. 

1) Item Ainen brief daz der von Tokchemburg veltkirchen mit 
seiner zugehorung nyemanden sol ze lösen geben an des ku- 
nigs geschefft. 
m) Item Aber desgleichen ainen brief von dem kunig vmb Veit- 
kirchen vnd Sanngans daz er dieselben herschafft nyeman- 
den sol zu lösen geben dann dem Reich. 

n) Item Sechs geschefftsbrief vom kunig zu Costencz geben auf 
alle die herscheft die zu veltkirch gehorn vnd auf yede ainen 
besundern brief, daz Si dem von To ck embu rg sullen 
gehorsam sein, in papyr. 

o) Item Ainen beschlossen geschefftbrief vom kunig daz der von 
Tockemburg mit veltkirchen nyemanden sol gehorsam sein 
dann Im. 

p) Item Ain besigelten brief von der von Tockemburg als mein 
herr von Ir gelöst hat wie Si sich herwider gen meinem 
Herrn verschriben hat. 

q) Item Ain besigelter brief von den von veltkirchen wie Si 
sich verschriben von Irs Aydes wegen. 

r) Item Ainen gegenbrief von der von veltkirchen vonTosters 
wegen. 



32 

LXXIV. 

Kaiser Albrecht II. bestätiget die Privilegien der Stadt Feld- 
kirch. 

Wien am 10. April 1439. 

Wir Albrecht etc. bekennen zc. das für vns kommen ist der 
Amman Rat vnd Burger gemeinlich der Stat zu Veitkirchen vnse- 
rer lieben getreuen Botschafft vnd haben vns diemuticlich gebe- 
ten, das wir als eyn Romischer kunig denselben Amman Rat vnd 
Burgern vnd auch der Stat zu Veitkirchen, alle vnd. igliche Ire 
rechte freyheite gnad gut gewonhait brieue priuilegia, die Sy 
von Romischen keysern vnd kunigen vnsern vorfarn an dem 
Reich, von vns, den Herczogen von Osterreich, vnd von der 
herschafft von Montfortt erworben vnd herbracht haben zuuer- 
nuwen vnd zu bestetigen gnediclich geruchen , des haben wir 
angesehen solich Ire diemutig bette vnd auch Ire stett trew 
dienst die Ir vordem vnd Sy vns vnd dem Reich getan haben 
zc ut in forma , doch vnschedlich der Herschafft von Osterreich 
an Iren rechten , Dauon gebieten wir allen vnd iglichen fursten 
geistlichen vnd werltlichen Grauen fryen zc ut in forma. Mit 
vrkund zc Majestas, Geben zu Wienn am nechsten freytag 
nach dem heiligen Ostertag Anno zc XXXIX. Reg. 

Marquardus. 

LXXV. 

Revers von Wolfhart v. Brandis, Freiherrn zu Vaduz, 
gegen Herzog Fridrich von Oesterreich, der ihm die Vogtei der 
Veste Feldkirch verliehen, und dafür nebst andern Nutzungen 
einen Jahrsgehalt von 450 fl. ausgeworfen hat. 

Hall im Innthal am 14. September 1439. 

Ich wolfhart von Branndis der Elter freyherr zu Vaducz. 
Bekenn vnd tun kund offenlich mit dem brief. Als der dur- 
leuohtig hochgeborn fürst herczog Fridreich herczog ze Oster- 
reich zc mein gnediger herr, mir sein vesten Velkirch ingege- 
ben vnd emphölhen, vnd mich zu seinem vogt daselbs geseczt 
hat. Also hab Ich gelobt vnd verhaissen gelob vnd versprich 
auch wissentlich bey dem ayd den Ich darumb leiblich gesworn 
hab vnd in krafft diez briefs, daz Ich dicselb vesten getrewlich 
und fleizziclich Innhaben versorgen vnd behüten vnd auch die 



33 

vogtey ausserhalb derselben vesten von desselben meins gne- 
digen herren wegen vnd czu sein vnd sein erben hannden aus- 
richten verwesen vnd in allweg nach seinem besten vnd dem 
trewisten darlnn handeln . sein frommen fürdern vnd seinen 
schaden wennden vnd alles das tun sol vnd wil, das ain ge- 
trewr vogt vnd diener seinem herren schuldig vnd gepunden 
ist, an geuerde. Ich sol vnd wil auch die lewt so in die ege- 
nante vogtey gehörn bey Irn freyhaiten Rechten vnd guten ge- 
wonhaiten beleiben lassen, vnd Sy in allen Sachen vertretten 
vnd versprechen, als ainem vogt zugehöret, vnd auch der herr- 
schafft Velkirch Rechten Eehafften vnd herkomen vesticlichen 
halten vnd der nichts encziehen lassen nach meinem vermugen 
an geuerde. Vnd mir hat der obgenant mein gnediger herr zu 
der benanten vogtey zu Burkhut vnd Sold benennet fünfthalb- 
hundert Reinisch guidein Jerlich ze geben , die mir sein Ambt- 
man ze Velkirch von seinen wegen ausrichten sol . darczu die 
vischencz in der III vnd in dem Mi Hang (s. XXXIV. 93. b.) auch in 
der frucz, vnd das hewwachs, das man nennet imWur. vnd Ich 
sol mit der yeczgenanten Burkhut vnd Sold all Sachen, von des 
vorgenanten meins gnedigen herren vnd der seinen wegen ze 
tegen vnd Taydingen, So sich in der Graffschaft vnd herrschafft 
velkirch begeben versprechen vnd dem vorsteeu in meinen ko- 
sten vnd czerung vnd an desselben meins gnedigen herren scha- 
den . vnd wenn derselb mein gnediger herr oder ob er nicht 
wer nach Im sein Vetter Herczog Sigmunde den er Innhat auch 
mein gnediger herrn oder Ir erben die vorgenante vesten vnd 
vogtey, an mich oder mein Sun wolffharten von Branndes ob 
Ich geuangen oder mit tod abgangen wer oder vnser erben ob 
wir bed oder vnser ain nicht wem oder vnser diener, So die 
Inhieten ervordern mit Irn brieuen oder vnder äugen, daz wir 
In der dann abtretten vnd In oder wem Sy das an Ir stat em- 
phelhen, die mit allem czeug vnd varender hab so In czugehö- 
ret vnd uns ingeben vnd empholhen wer oder wurd inantwurt- 
ten still' ii vnd wellen an alles vercziehen waigrung vnd wider- 
red dhainerlay Sachen , vnd ob Ich egenanter Wolfhart von 
Branndes der Elter mit tod abgieng dieweil Ich die vorgenant 
vesten vnd vogtey Innhiet, So sol der obgenant wolfhart mein 
Sun ob er in leben wer oder unsre erben den ofTtgenanten vn- 
IV. 3 



3* 

sern gnedigen herren herczog Fridreichen vnd herczog Sig- 
munden vnd Ire erben alles des verbunden vnd pflichtig sein, 
mit der obgenanten vesten vnd vogtey Innze haben vnd damit 
czewartten als mir die yecz empholhen ist, als vor gescbriben 
stet, vncz die vorgenante vns gnädig herren oder Ir erben als 
oben vnderschaiden ist, die von In eruordern vnd Innemen ge- 
trewlich vnd an generde. Vnd Ich ycczgenanter wolfhart von 
Branndes der Jünger gelob in dem naraen vnd mass als der 
obgenant mein herr vnd vater hat getan als vor ist berürt, 
wenn es cze schulden kumbt nach desselben meins herren vnd 
vater abgang, daz Ich mich der obgenanten vesten vnd vogtey 
annemen sol, daz Ich dann alles des gen der obgenanten meiner 
gnedigen herrschafft schuldig vnd verpunden sein sol vnd wil 
für mich vnd mein erben des sich derselb mein herr vnd vater 
an disem brief hat verschriben vnd vor von mir gemeldet steet 
angeuerde. Wir egenant von Branndes bed geloben vnd verhaizzen 
auch dem obgenanten vnserm gnedigen herren herczog Fridrichen 
mit solchen gelübnussen vnd verpindungen als vor daz wir vnd 
ander vnser Sün vnd Brüder demselben vnserm gnedigen herrn 
voran vnd darnach herczog Sigmunden vnd Irn erben alle dieweil 
w T ir die obgenante vesten vnd vogtey Innhaben oder sust Ir diener 
sein mit allen vnsern Geslözzen vnd lewten So wir yecz haben 
oder gewinnen warten vnd In dieselben Geslözzer offen halten 
Milien vnd wellen zu allen Irn notdurfften. Sy vnd die Irn die Sy 
darezu schaffen, darlnn vnd daraus lassen vnd gebunden sind als 
vor auch ist berurt alles getrewlich vnd angeuerde. Vnd des czevr- 
kund geben wir egenant von Brandes Vnserm obgenanten gnedigen 
herren der brief besigelt mit meinem wolfharts des Eltern an- 
hangendem Insigl. Vnd wan Ich wolfhart der Jünger noch nicht 
grabens Insigels hab, han Ich gebeten den hochwirdigen herren 
herrn Johannsen Bischofen cze khur, meinen gnedigen herren, daz 
er sein Insigl von meinen wegen auch daran gehangen hat Im vnd 
seim Goczhaws vnd nachkomen an schaden. Darunder Ich mich 
verbind alles das stet cze halten vnd cze volfurn, das vor an 
dem brief geschriben steet. Der geben ist cze Hall im Intal 
an des heiligen krewczs tag exaltationis. nach krists geburd in 
dem vierezehenhundert vnd newnunddreissigisten Jare. 

(Auf Pergament mit zwei anhangenden Siegeln.) 



35 

LXXVI. 

Befreiung der Stadt Feldkirch von fremden Gerichten. 

Innsbruck am 6. April 1442. 

Wir Fridrich zc Bekennen zc daz für vns komen ist vu- 
ser getrewn des Ammans vnd Rats vnsrer Stat zu Veldkirch 
erbere botschafTt vnd hat vns zu erkennen geben wie Sy vnd 
Ir Burger vnd Burgen gemaincklich vnd insunderhait, manick- 
uelticlich vnd vast , mit fremden Gerichten beswert, beladen 
vmbgeczogen vnd bekümmert werden, In vnd den Iren zu ver- 
derblichem schaden vber das, daz Sy dafür von vnsern vorfa- 
ren loblicher gedechtnus gefreyet sein vnd haben vns diemu- 
ticlich bitten lassen Sy hirynne gnedielich zu versehen haben 
wir angesehen der obgenanten von Veldkirch fleissige bete ouch 
true vnd willige dinste die Sy vns vnd dem Reich, auch dem 
Haus Osterreich williclich getan haben teglichen tun vnd fur- 
bas tun sollen vnd mögen in künfftigen ziten, vnd haben darumb 
den obgenanten von Veldkirch dise besuudere gnad getan , vnd 
tun In die wissent von Römisch kuniglicher macht, in crafl't diss 
brieues daz niemanden welichen wirden oder wesen der ist 
oder sind die obgenant von Veldkirch gemain Stat noch Ir bur- 
ger oder Ir Burgen gemainclich oder Ir ainen oder mer insun- 
derhait furbas auf dhaine fremde gericht es sey hofgericht, 
oder andere gericht nicht fürfodern heischen noch laden sollen 
noch mögen vmb dhainerlay sach Sunder wer zu In vnd den 
Iren zusprechen hat, oder gewynnet, der oder die sollen von 
In Recht nemen, nach Ir frihait sage, wo aber ichts darrüber 
beschehe von wem, oder wem das were, das soll dhain krafft 
noch macht haben noch In vnd den Iren keinen schaden brin- 
gen So mögen oder sollen Sy auch solich gericht allwege dan- 
nen ziehen an die ennd vnd stete, ouch nach Ir friheit lut vnd 
sage, vnd diser vnser gnaden sollen Sy geprauchen biss auf 
vnser verrer bestettnuss Ir frihait, oder vnser widerruffen Vnd 
darvmb so gebieten wir allermeniclich in welichem wesen wir- 
den oder stat der ist oder sind von Römisch kuniglicher macht 
ernstlich vnd vestielich mit disem brief, daz Sy die obgenant 
von Veldkirch noch die Iren an diser vnser gnad nicht hindern 
oder Irren Sonder Sy biss auf solich obgenant vnser verrer be- 
stettnuss oder widerruffen gerublich geprauchen lassen, dabey 



3(> 

hanthaben, schuczen vnd schirmen als lieb ainem jglichen sey 
vnsre vnd des Reichs svvere vngnad zu vermeiden. Mit vrkand 
subpendente sigillo Geben zu Insprugk, am Freytag vor dem 
Suntag Quasimodogeniti Anno (MCCCC) XLH. 

Reg. (istravit) Hermanus. 
LXXVII. 
Feldkirch wird zum Gehorsam an Herzog Albrecht VI. 
von Österreich verwiesen. 

A. Vom Herzoge Sigmund ddo. Nürnberg am 1. Sept. 1444. 
Wir Sigmund von gotes gnaden Herczog zu Öster- 
reich, zu Steyr zu Kernden, vnd zu Krain, Grave zu Tirol 
zc Embieten vnsern lieben getrewen und dem Amman Rat vnd 
den Burgern gemainklich zu Veitkirch Vnser gnad vnd alles 
gut. Als der Allerdurleuchtigist fürst vnd Herr her Fridrich 
Römischer König zu allenzeiten Merer des Reichs, Herczog ze 
Österreich zc vnser gnediger lieber Herr vnd Vetter , dem 
Hochgeborn fürsten auch vnserm lieben Vettern Herczog Al- 
brechten Herczogen zc Osterreich zc gwalt gegeben hat vnser 
vnd des hauss Osterreich Lannd Gesloss leute vnd guter mit 
aller Gewaltsam in unser aller dreyer namen, zu Regiern Inn- 
zehaben zu beseczen entseczen vnd all sachen auszerichten ze 
handeln vnd zu uerwesen, wie sich dann das gepüret vnd not- 
durfft sein wirdet, vnd als das seiner Kuniglichen gnaden brief 
lautter Innhaltet. Also haben wir darczu vnsern willen ffesreben 
vnd ist darauf vnser maynung, vnd Wir begern vnd emphelhen ew 
(euch) auch mit sunderm fleisz vnd ernst daz Ir dem vorgenanten 
vnserm lieben Vettern Herczog Albrechten nach des obgenan- 
ten vnsers gnedigen lieben Herren vnd Vettern des Römischen 
Künigs geschefft vnd gepot in vnser aller dreyer namen und in 
allen Sachen gehorsam vnd gewerttig seyt vnd des nicht way- 
grung aufschub noch vercziehen habet, damit in denselben vn- 
sern Lannden nicht gröszer vnrat daraus auferstee. Daran tut 
Ir vns ain gut geuallen vnd vnser ernstliche maynung, vnd wir 
wellen das auch gen ew gnediklich erkennen. Geben zu Nü- 
remberg am Eritag Sannd Egidien tag Nach Kristi gepurde 
vierzehenhundert Jar vnd darnach im vierunduierzigisten Jar. 

L. S. 
dorso impressi et et partim avnlsi. 



37 

LXXV1II. 

B. Dann vom romischen König Friedrich IV (III) daselbst 
am 2. Sept. 1444. 

Wir Frid reich Ton Gots gnaden Römischer Runig 
zc Embieten vnsern lieben getrewn und dem Amman Rat vnd 
den Bürgern gemainklich zu Veldkirch, vnser gnad vnd alles 
gut. Wan wir mit willen vnd wissen des Hochgebornen Sig- 
munden Herczogen zu Osterreich zc vnsers lieben vettern vnd 
fursten von solcher dringnuss mutwillen vnd Kriegs wegen so 
vns an menigern vnsern Lannden vnd herschaften zugeczogen 
werdeu . dem Hochgebornen Albrechten auch Herczogen zu 
Osterreich zc vnserm lieben Bruder vnd fursten ganczen vnd 
vollen gwalt gegeben haben, vnser vnd des Hawss Osterreich, 
Lannde Slos Leut vnd guter, mit aller gewaltsam in vnserm 
sein selbs vnd auch des benanten vnsers lieben vettern Her- 
czog Sigmunds namen ze Regieren innzehaben ze beseczen ent- 
seczen vnd all sachen auszerichten ze handeln vnd zuuerwesen, 
wie sich dann das geburett vnd notdurfft sein wirdet. Dauon 
so empheihen wir von vnsern vnd des benanten vnsers lieben 
vettern Herczog Sigmunds wegen, ew allen ernstlich vnd wel- 
len, daz Ir demselben vnserm lieben Bruder an vnserr, sein 
selbs, vnd des vorgenanten vnsers lieben Vettern Herczog Sig- 
munds stat, in allen sachen gehorsam vnd gewertig seyt vnd. 
des nicht waigrung habet, damit Ir durch ewr verhindrung oder 
sawmbnuss nicht gemerkcht werdet, des Hauss Osterreich nucz 
vnd frumen abzewenden, vnd wiewol Ir das billichen tut, so Ist 
vns das dennoch von ew zu sunderm genauen, das wir vnd der 
obgenant vnser lieben vetter Herczog Sigmund , gen ew allen 
gnediclich erkennen wellen. Geben zu Nuremberg an Mitti- 
chen nach sand Egidien tag, Xach Kristi gepurd im vierzehen- 
huhdertisten vnd dem vierundüicrczigisten Jar, Vnsers Reichs 
im fünften Jar. 

L. S. in dorso. 

LXXIX. 

K. Friedrich ermahnt die Stadt Feldkirch dem Herzog 
Albrecht VI. von Osterreich gehorsam zu seyn, den er 
gegen die Eidgenossen in den Oberlanden bestellt hat. 



38 

Wien den 22. Februar 1445. 
Wir Friedreich von gots genadeu Romischer Kunig zc 
Embiet»n vnsern getrewn lieben, Burgermaister vnd Rate der 
Stat zu Vcltkilch , unsre genad vnd alles gut. Ir wisset wol 
was freueis vnd mutwillens die eydgenossen bisher, mit vns 
vnd dem Reiche auch dem Haws Osterreich getan haben, vber 
alle göttliche redliche vnd aufrichtige Rechtpote die wir vnd 
die vnsern getan haben, sunderlich nechst zu Costentz als Ir 
wol vernomen habt. Darumb wir vnd vnser lieber vetter Her- 
czog Sigmund, den Hochgeborn Albrechten Herczogen von Oster- 
reich zc vnsern lieben Bruder vnd Fürsten in den Oberlannden 
gelassen haben , sölichem freuel zu widersteen , mit hilff vnsrer 
frirsten, frewnd vnd Stette, damit das Reich vnd das von Oster- 
reich nit also gedrungen vnd verunrecht werde. Nu haben 
wir vernomen, daz Ir vnserm egenanten Bruder noch nit ge- 
horsam getan habt, das vns fromd nymet, nach dem vnd sich 
ander stet des nit gewydert haben. Dorumb so begern wir 
mit vleyzze vnd schaffen auch mit ew ernstlich daz Ir dem 
egenanten vnserm Bruder noch gehorsam tut. wenn Er des von 
ew begern wirt, Meinen wir daz Ir das pillich tut. Vnd vns, 
Im, vnd vnserm obgenanten Vettern, des schuldig seit. Das 
wollen wir gen ewch genediclich erkennen. Geben zu Wyenn 
an Montag nach dem Suntag Reminiscere in der vasten Anno 
domini MCCCCXLV vnsers Richs im fünften Jare. 

Ad mandatum dni Regis in consilio. 

LXXX. 

Kaiser Friedrich III. bestätigt als Herzog von Oesterreich 
die Privilegien der Stadt Feldkirch am 3. Juni 1455. 

Kaiser Friedrich bestätigt und erneuet auf die Bitte des 
Ammans, Rathes und der Bürger der Stadt Feldkirch alle 
ihre Rechte, Freiheiten, Gnad, Gewohnheit, Brieve und Privi- 
legien, die sie von den römischen Kaisern und Königen, seinen 
Vorfahren am Reiche, auch von seinen Vorfahren den Herzogen 
von Osterreich und den Grafen von Montfort erworben und 
hergebracht haben, und gebiethet «allen und jeglichen Fürsten, 
Geistlichen und Weltlichen, Grafen, Freeen , Herren, Rittern, 
Knechten und Landvögten, Vögten, Pflegern, Landrichtern, Amt- 



39 

leuten, Bürgern und Gemeinden etc. der Stadt Feldkirch Bür- 
ger , Rechte uud Freiheiteu etc. etc. zu schützen und zu 
schirmen. 

IAXXI. 

Desselben Kaisers Friedrich III. Privilegien-Bestätigung für die 
Leute des hintern Bregenzerwaldes, die zur Herrschaft 
Fcldkirch gehören , nebst der Freiheit , dass , wenn Jemand 
einige Güter daselbst — von denen man von Alters her dem 
Hause Osterreich gesteuert hat — an sich brächte, er davon 
gleich den Hintersassen der Stadt Feldkirch steuern sollte. 

1455 sine die. 

Wir Friderich zc Bekennen zc Das vns vnser vnd des 
Reichs lieben getrewen vnser lewt gemeinclich des Hindern 
teils des Bregentzerwaldes, die zu vnser herschafft 
Veitkirch gehörend, durch jr treffenlich bottschafft, demutic- 
lich haben bitten lassen Daz wir jnen all jr freiheit, gnad, 
Recht brief .priuilegia, hantuesten, vud gut gewonhait, die jre 
vordem vnd Sy von vnsern vorfaren am Reich Römischen Rei- 
sern vnd Künigen , auch den Grauen von Montfurt erworben, 
vnd herbracht, vnd auch die jnen vnsern vordem Herczogen 
zu Osterreich, vnd wir in vnsern Königlichen wirden, vnd als 
der Eltist vnd Regirender fürst vnsers Haws Osterreich, be- 
stett haben. Als Romischer Keiser zubestetten zuuernewen vnd 
zueonfirmim gnedielich geruchten. Des haben wir angesehen, 
solich jr demütig bete, auch jre trew willig stett vnd vnuer- 
drossen dinste , damit sich die vorgenanten vnser lewte , uud jr 
vordem gen vnsern vordem vnsers« loblichen Hawss Osterreich, 
vnd darezu auch gen Vns, vnd vnsern voruaren, Romischen Kei- 
sern vnd Konigen, loblicher gedechtnuss, beweist, vnd erezeigt 
haben, vnd Sy vnd jr nachkomen, furbaser tun sullen und Hin- 
gen, in kunfftig Zeitt, Vnd haben dorumb, mit wolbedachtem 
mute, gutem Rate, vnd rechter wissen, den obgenanten vnsern 
Leuten, des hindern teils des Bregentzer Walde, all vnd yglich 
jr freiheit, gnad, Recht, priuilegia, Handuesten, vnd gut gewon- 
heit, die jr vordem, vnd Sy von vnsern voruaren, vnd vordem 
Römischen Keisern, vnd Konigen, auch den Fürsten des Hawss 
Osterreich, vnd den Grauen von Monfort. als obgemelt ist, 



40 

erworben, geballten, vnd redlich herpracht haben, gnediclich 
bestett, vernewet, vnd confirmirt, Bestetten, vernewen, vnd con- 
iirmiren jnen die auch von Romischer Kaiserlicher macht, vol- 
komenheit wissentlich, in crafft diss briefs, vnd meynen, seczen, 
vnd wellen, daz Sy vnd jr nachkomen, furbaser dabej beleiben, 
vnd gehallten werden, vnd der in allen jrn stucken, artickln, 
vnd begreiffungen gebrauchen , vnd gemessen sollen vnd mögen, 
in aller mass, als ob die, von wortt zu wortt, hierjnn geschri- 
ben weren, Wir haben auch den obgenanten vnsern lewten ge- 
meinlich dise besunder gnad getan, vnd freiheit gegeben, Thunn 
vnd geben jn die auch von Romischer Keiserlichen macht vol- 
komenheit, in crafft diss briefs, Also Ob yemands, Es weren 
Gotzheusere, geistlich personen, Burger, oder gepaursleute, wer 
die, oder wa Sy gesessen weren, cimlich guttere , dauon mann 
von alterher demselben loblichen Hawse, vnd der Herrschafft 
Osterreich gesturt vnd gedient hat, mit Kauften, heyratten, Erb- 
schafft, oder in einig ander wege, an sich prechten, oder jnn- 
hetten, das dann dieselben, vnd all jr nachkommen, dauon auch 
sturen, vnd dienen sollen, gleicherweise, alsdann die Hinder- 
sessen der vorgemelten vnserer Herschafft zu Veitkirch von 
alterhere dauongesturt, vnd gedient haben vngeuerlich. Vnd 
wir gebieten dorumb allen vnd ieglichen fürsten, geistlichen vnd 
weltlichen, Grauen, freien Herren, Rittern,, Knechten, Ammanen, 
Vögten, Burgermeistern, Schultheissen , Retten, gemeinden vnd 
besunder vnsern vögten vnd Ambtleuten zu Veitkirch vnd allen 
andern vnsern vnd des Reichs vndertanen vnd getrewen, in was 
wirden, states, oder wesen die sind, ernstlich vnd vesticlich 
mit diesem brief, daz Sy die vorgenanten vnser lewte, des hin- 
dern teils, des Bregentzerwaldes , vnd jr nachkommen, bey den 
vorgeschriben jren freiheiten, gnaden, briefen priuilegien Rech- 
ten vnd allten guten herkommen , vnd loblichen gewonheiten 
hatten, schermen, vnd bleiben lassen, vnd Sy dawider nit drin- 
gen, kumern, noch besweren in dheinen weg, bej vnsern vnd 
des Reichs hulden vnd bey verliesung (Der Schluss ist nicht 
ganz ins Kanzleibuch eingetragen). 

Aus K. Friedrichs Reichs- und Ilauskanzlei-Registrntur- Buch. 

Lil. P. p. 260. 



41 
LXXXH. 

Verschreibung der Frau Erzherzogin Eleonora we- 
gen des Wiederfalls der Güter, welche ihr wegen des Heiratgu- 
tes ihr Gemahl Erzherzog Sigmund verschrieben hat. 

Innsbruck 17. August 1458. 

Wir E 1 i e n o r *) geborn von Schotten von gotes gnaden 
Hertzogin ze Osterreich ze Steir ze Kernden vnd ze k min. Gre- 
finn zu Tirol etc. Bekennen, vnd tun kündt offenlich mit dem brief, 
als der hochgeborn Forste, Hertzog Sigmund Hertzog vnd Graue, 
der vorgenanten Fürstentum!) vnd Grafschafft , vnser Hercznlieber 
Herr vnd Gemahl, vmb sölher, lieb trew, vnd Freuntschafft wil- 
len, damit Er vns pillich verphlichtet vnd genaigt ist, vns sunn- 
derlich zu Ern, vnd vmb helf Rats vnd beistannds willen, so Er 
von vnnsern wegen , Im vns , dem haus Osterreich zunütz vnd 
frumen warttend ist sein vnd desselben seins Hauss , nachge- 
schriben, Sloss , Stette vnd Herschefft , mit namen Kyburg die 
Grafisch äfft Rapperswil, wintertawr frawenueld, Diessnhofen, Gro- 
ningen , vnd alle andre Sloss herschefft , vnd zugehörungen im 
Turgaw gelegen, mitsainbt denn Sloss, Statt vnd herschafft Rynekg, 
Altsteten vnd dem Rintal, auch hohnsachs, vnd was Er in dem 
Ryntal hat, Starckhnstain in sant Johannertal, Gutemberg bei dem 
Reine, das Sloss wyiidekg mit wesen vnd auch mit dem Andmann 
(s. XLIII. Anm. 8.), vnd dem Gastal, vnd was dartzu gehört, walle- 
st.it. vnd was Er in Sannganser lannd hat, auch veltkirch Burg 
Stat, mitsambt Frewdemberg, vnd Xeidperg, Mo nt fort, Bre- 
gentzer wald Dorrnpürn, Fussach höchst, vnd was 
dartzu vnd allenthalben in die herschafft veltkirch gehört mit- 
sambt Jagberg vnd was Er in wallgaw hat Blud encz Sloss 
vnd Stat. mitsambt dem Tal Montafon, auch das Sloss X e- 
w e m b u r g , dartzu sein t a i 1 an Burg Stat , vnd aller zu- 
gebörung zu Bregentz, auch Fryburg in Ochtlannd , mit al- 
len, vnd jr yglichs zugehörungen in den egenanten Kraissen vnd 
Gegenten gelegen , es sey hie inne benennt oder nicht benennt 

*) Eleonora, des Erzherzogs Sigismund erste Gemahlin, war eine Toch- 
ter Jakobs I. Königs von Schottland, vermählte sich am 8. Sept. I*i8, 
und starb, nachdem ihr einziger Sobn Wolfgang in seiner Kindheit 
verschieden, am 20. November 1)80 und ruht im Kloster Stams. 



42 

das Im vnd dem haws Osterreich zugehört, ingegeben vnd ver- 
schriben hat, Also das wir die mit allen herlikaiten, Rechten 
nutzen, gewaltsamen vnd zugehörungen, alsuil Er daran hat, vnd 
haben mag , vnser lebtag ynnhaben Regirn nutzen vnd messen 
sollen vnd mugen, von Im seinen Erben vnd menigklich von sei- 
nen wegen, vngehynndert, Also haben wir, vns widerumb , gen 
dem vorgenanten, vnnserm lieben Herren vnd Gemahl, verphlich- 
tet, verpvnnden vnd verphlichten auch vns wissentlich in kraft 
des briefs, für vns, vnd vnser erben, wenn wir von diser weit, 
verschaiden, das dann, die vorgenanten sein Grafscheffte, Stete, 
Sloss, herschefft, lewte vnd guter, mit allen Iren zugehörungen 
wider an den vorgenanten vnnsern lieben Herren vnd Gemahl, 
ob Er in leben ist, oder ob Er vor vnnser abganngen wer , an 
sein nächst Erben, des Haus Osterreich wider ledigklichen vnd 
vnuerkumbert, geuallen sullen, an all intrag Irrung, vnd hinder- 
nuss, vnnser, vnnserer Erben, vnd meniklichs von vnnsern we- 
gen, das auch als denn , alle die , so zu den egenanten Graf- 
schefften , Slossen , Stetten, herschefften vnd Gegenten gehörn, 
darynne gesezzen, vnd wonhafft, oder mit glubden, aiden, oder 
andern Sachen nichts ausgenomen, dartzu gewandt, verphlichtet, 
oder verbunden sind aller Irer glubde vnd aide , vnd wes Si 
vns, nach lautt, des vorgenanten, vnnsers lieben Herren vnd 
Gemahls verschreibung, vns darüber gegeben vcrpunnden sind, 
gennczlich ledig vnd los, vnd darnach demselben vnnserm her- 
ren vnd Gemahl, oder ob Er nicht wer, sein egenanten nägsten 
Erben des Hauss Osterrich , gehorsam, gewerttig, verphlichtet 
vnd verbunden sein sullen bey den aiden, als Si dann, demsel- 
ben, vnnserm herren vnd Gemahl, seiner vordem vnd dem hauss 
Osterreich vncz her verphlichtet vnd verbunden gewesen sind, 
Ob wir aber in den vorgeschriben Kraisscn Gegenten vnd zu- 
gehorungen, icht Slosser guter, nutz vnd Gülte, inn vuserm 
gute, an vns lösen, das vns, vnd vnnsern Erben, oder wem wir 
die, verschaffen, oder geben wurden, vorbehalten sein , vnd zu- 
steen sullen, doch das der vorgenant, vnser lieber Herr vnd Ge- 
mahl, sein nächst Erben , und das Haus Osterreich, alle gehor- 
samkait Öffnung vnd losung, Darauf haben sullen, als auf ander 
Iren, vnd des Hauss Osterrich, Slozzen, gutern vnd nutzen, so 
verseezt sind , wir vnd vnser Erben , oder die den wir sölh 



43 

gelöst gut zufügen wurden, als vor stet, sullen auch die le\vt, 
zu vnd , in die vorgenanten, Grafschefftc, Stett, herschafft vnd 
Gegenten, gehörend bey Irn freyhaiten vnd Rechten, so Si bei, 
vnd von des obifenanten . vnnsers lieben Herrn vnd Gemahls 
vordem, Im vnd dem haus Osterrich redlich hergebracht vnd 
behalten haben, gnediklichen vnd gutlich beleihen lassen. Alles 
getrewlich vnd angeuerde, vnd des zu vrkunndt, geben wir für 
vns vnd vnser Erben, den brief besigelt, mit vnnserm Anhann- 
genden Insigl, vnd zu gezeugnuss, vnd pesserr sicherhait wil- 
len, haben, der Edln Jon von vinstingen, Marschalch zu luttrin- 
gen vndJohan von Campedenorio preeeptor des hauss sant 
Anthonien zu Isenbrunn, des allerdurleuchtigisten vnd Kristen- 
lichisten fursten, vnnsers lieben herren vnd vaters, des Kunigs 
von Frankhreich Rete Ire Insigel an disen brief gehanngen nach 
vnserrpete, In an schaden. Darunder wir vns, für vns vnd vn- 
ser Erben, verbinden, alles das stet zuhalten, das vor an dem 
brief geschriben stet, Der Geben ist, ze Insprukg an pfincz- 
tag nach vns frawentag Assumptionis. Nach Cristi geburd im 
vierezehenhundert vnd dem Achtundfunfczigissten Jare. 

Elienor. 
L. S. 

Von demselben Tage ist ein Gewaltbrief von der Erzher- 
zogin Eleonora auf Johann von Vinstingen, Marschalch zu 
Lothringen, Johann von Capedenorio, Präceptor des Hau- 
ses St. Antonien zu Isenheim, des Königs von Frankreich Rä- 
then und auf Wernher von Zimmern, erzherzoglichen 
Rath, die Herrschaften und Schlösser, welche der besagte Ge- 
mahl ihr verschrieben hat, in Pflicht zu nehmen. 

LXXXIII. 

Verbindung zwischen den Erzherzogen Albert VI. und Sig- 
mund von Tirol, kraft welcher dieser alle Städte, Schlösser, 
Land und Leute, so enthalb des Boden- und Wallensees 
gelegen sind, jenem übergibt, welche auch Erzherzog Albrecht 
getreulich zu regieren verspricht. 

Innsbruck am 30. März 1461. 
Wir Alb recht von gotes genaden Ertz-Hcrtzog ze Oster- 
reich zc Steyr ze Kemdcn vnd ze Kraiu Graue ze Tyrol etc. 



fcl 

Vnd Wir Sigmund von denselben genaden Auch Hertzog vnd 
Graff der vorgeschriben fiirstenntumb Graffschaflft vnd lannde. 
Bekennen vnd tun kunndt offenlich mit disem briefe allen den 
Er furkumpt, Daz wir betrachtet, vnd zu hertzen genomen ha- 
ben solh Swere lewff vnd anstöss so vnsern lannden dauor zu 
Swaben Ennhalb des Arls 1) vnd verns 2) menigueltickh- 
lich vnd in sunnderhait von den Aydtgenossen teglichen wider- 
farn vnd beschehen, Darumb dann dieselben lannde bessers vnd 
fleyssigers auffsehenns bedurffen dann vntzher beschehen ist, 
vnd vmb das vnd auch vmb gemaynes Nutz frids vnd gemachs 
willen vnser obgeriirtten lannde vnd lewtte Ennhalb des Arlls 
vnd Verns, wallen vnd Bodem Seen. So haben wir vns bayd 
mit wolbedachtem mut zcyttigem Ratt, zusamen getan vnd vns 
geneinander verschriben vnd verpunnden veraynen verpynnden 
vnd verschreyben vns auch wissennlich vnd inkrafft des brieffs, 
Als hernach volget vnd geschriben stett Dem ist also. Am Er- 
sten Daz wir baid aneinander mit ganntzen vnd Rechten Bru- 
derlichen Trewen maynen haben vnd halten vnd widereinander 
in vngutten nicht sein, vnd zu dheiner vehde noch veintschafft 
durch dbainerlay sach willen geneinander vnnser bayder leppt- 
tag lanng nicht komen sul'en noch wellen. Als wir dann dar- 
umb zu bayden seytten leypplich gesworn haben. Vnd darauff 
vnd auch mit den nachgeschriben fiirwortten. So haben wir 
Hertzog Sigmund dem ytzgenannten Ertzhertzog Allbrecht vnn- 
serm lieben Bruder 3_) All Stett Slözzer vnd herschafften Gegenn- 
den lannd vnd lewt, so dann Ennhalb des Bodem vnd Wal- 
len seen gelegen sind, wie wir dann die vntzher von vnser 
vnd der Hochgeborn fiirstin frawen Elienor geborn von Schot- 
ten Hertzogin ze Osterreich etc. vnser lieben Gemahl 
wegen, ynnengehebt übergegeben vnd Im der abgetretten haben. 
Vnd wir Ertzhertzog Allbrecht haben auch sölh obberurt lannd 
vnd lewt zu vnnsern handen ingenomen vnd emphanngen , vnd 
Milien vnd wellen die getrewlichen Regiern, Innhaben vnd ver- 
sorgen als sich wolgeburt nach vnserm vermugen. Vnd nach 
dem zu menigermalen krieg vnd auffrur auferstannden sein, zwi- 
schen dein loblichen Hawss Osterreich, vnd den Aydtgenossen 
als vnnsern Erbueynden vnd sich sölhs furbazzer villeicht bege- 
ben wirdt. So sullen vnd wellen wir Ertzhertzog Allbrecht, 



45 

vns der annemen auflf vnserselbs kosten vnd darlegen, doch so 
sul vns Hertzog Sigmund vnnser lieber Bruder mit allen seinen 
lannden vnd lewten Stetten vnd Geslozzern so Er ennhalb 
des Arls hat, Das ist mit der Herschafft Veitkirch Plu- 
denntz, Newemburg Bregenntz Auch Guttcmberg zu 
solhem Krieg auf sein kosten vnd darlegen in denselben sein 
lannden hilfflich vnd beigestenndig sein, Vnd ob beschech, das 
der ytzgenannt Hertzog Sigmund vnnser ßruder In die obern 
lau ml als die vorbegriffen sind, icht hilff bedurften wurde Die 
Milien vnd wellen Wir Ertzherzog Allbrecht Im tun mit vnsern 
lannden vnd lewten, vnd sobald vnnser lewte solh oberlannd 
Hertzog Sigmunden berurn, So sol Er die in sein liferung vnd 
kosten nemen, Doch so ist Er In nicht schuldig schaden noch 
Sold auszerrichten noch zugeben. Vnd ist Hertzog Sigmund 
vns Ertzhertzog Allbrecht in die lannd , der Er vns yetzunnd 
abgetretten hatt vnser Regierung dhain hilf nicht, Schuldig noh 
phlichtig, zutun Er tu dann das von guttem willen. Es ist auch 
betaydingt ob beschech, Das Wir Hertzog Sigmund icht lannd 
lewt oder Geslozzer, so an vns berurn, in solhem krieg der 
Aydtgenozzeu Es wer mit dem Swertt mit Tayding oder sust 
in anderweg erobertte die sollen vns an Ertzhertzog Allbrechts 
vnsers lieben Bruders ansprach beleiben. Doch so sol vnnser 
dhayner mit den Aydtgenossen kain Taiding frid bestannd oder 
Richttung weder haymlich noch offenlich an des andern sunnder 
wissen gunst vnd guten willen aufnemen noch besliezzen an 
geuerde. Item Es ist auch beredt worden , Das Wir Ertzher- 
tzog Allbrecht die lannd in Swaben als vns dann die von Her- 
tzog Sigmunden, ubergeantwurttet sind nicht verkauften noch 
in ander hennde hingeben noch vereundern sullen an wissen 
willen vnd gunst Hertzog Sigmunds. Es sey von Grafschafften 
Herschafften, Stetten vnd Geslözzern wie vorgemelt ist angeuer- 
lichen Item ob beschech daz wir Ertzhertzog Allbrecht mit Tod 
abgiengen da got lanng vor sey an Eelich leybserben, Das Sun 
weren, oder, ob wir leibserben Hessen das Sun weren vnd das 
die auch abgienngen an manlich leybserben, So sullen Hertzog 
Sigmunden oder ob Er nicht were, sein Eelich manlich leybs- 
erben für vnd für ob Er die lassen wurde. Alle lennder her- 
schafften Stette Geslösser, vnd Amptter, wie dann obengemelt 



46 

ist, vnd was wir oder vnser Mendlich leybs- Erben, der noch 
uberkomen, oder zuhannden bringen, werden oder wurden in 
welher mass das beschicht nicht dauon ausgenomen, wider Erb- 
lich an Sy vallen, Nach dem vnd Hertzog Sigmund auff solh 
furwort vnd vorbehalltunng, vns Ertzherzog Allbrechten die 
übergeben hat, an menickhlichs, Intrag vnd hindernuss, alles 
getrewlich vnd vngeuarlich. Vnd des zu warem vrkunnd haben 
wir baid vnnser Innsigl wissennlich an den brief tun henngen, 
der zwenn in geleicher laut gemacht sind, vnd yeglicher ainen 
hatt, Mitt vrkunnd des briefs. Geben zu Innspruckh, an 
Montag nach dem Palimmtag In der vasten Nach Kristi gepurde 
Im, Vierzehennhundert vnd dem Ainsvndsechtzigisten Jare. 

LL. SS. Domini duces in Consilio. 

Anmerkungen. 1. Der Arl ist der Arlberg; seit dieser 
Zeit bildete sich allmälig der Name der österreichischen Herr- 
schaften vor dem Arlberg, die nun kurzweg Vorarlberg 
heissen. 

2. DerVern ist der Engpass zwischen Nassereit (d. i. nasse 
Reute) und Lermoos , dessen Scheitel heute noch „auf dem 
Fern 1 ' heisst. Dieses Wort mag noch ein vorrömisches Über- 
bleibsel und die Wurzel zu Ferner, Firn, Firner etc. seyn. 

3. Albert VI. war des K. Friedrich III. Bruder und des 
Erzherzogs Sigmund Vetter. 

LXXXIV. 

K. Friedrich's III. Briefe zur Bestätigung und Er- 
neuerung des freien Landgerichts zu Raukweil für 
Erzherzog Sigmund. 

Wiener-Neustadt am 8. April 1465. 

Wir Friderich von gottes gnaden Römischer Keyser zu 
allenntzeitten Merer des Reichs zu Hungern dalmacien Croacien 
etc. Kunig Hertzog zu Osterreich, zu Steyr zu Kernndten vnd 
zu Crain, Herre auf der Wynndischenmarch , vnd zu Portten- 
awe. Graue zu Habspurg zu Tyrol zu Phirtt, vnd zu Kiburg, 
Marggraue zu Burgaw vnd lanndtgraue im Ellsass, Bekennen 
vnd tun kunt allermeniclich mit disem brief, allen den die In 
sehen, oder hören lesen. Das wir gutlich angesehen vnd be- 
trachtt haben, solich anneme getrew vnd fleissig dienste, so 
vns vnd dem heiligen Reiche der Hochgebornn , Sigmund Her- 



47 

tzog zu Osterreich etc. vnser lieber vetter vnd forste, offt vnd 
dick willentlich nützlich vnd vnuerdrossenlich getan vnd be- 
weist hat. teglich tutt vnd hinfur wol tun sol vnd mag. Auch 
sein demütig vnd fleissig bette, desshalb an vns getan Vnd ha- 
ben darumb mit wolbedachtem mütte zeitlichem Ratte vnd rech- 
ter wissen, Das frey lannd tgericht zu Ranckweil in Ma- 
sinen so Er vnd sein vordem von vns vnd vnsern vorfaren 
am Reiche , Römischen Keysern vnd Künigen , Das vber sich 
durch Churwalhen, biss an den Se ttm angegcn dem Etsch- 
lannd biss auf den Arienberg, Vnd auf der andern seytten, 
biss an den Walensee, vnd das Reyntal abe, biss an den 
Bodemsee, mitsambt dem Hindern Pregentzer Wald, 
dem Tennberg (d. i. Tannberg), vnd was in denselben 
Merckten (sie) gelegen ist, geet zurichten hat, Vnd auf ettlich frey 
gesiecht, mit Richten vnd vrteil zu sprechen , gesatzt vnd ge- 
widemt ist vormals gehapt Herbracht gebraucht, vnd geubet 
haben mit allen vnd yeden seinen freyheitten gnaden Herlicheit- 
ten Rechten , gerechtikeitten löblichen gewonheitten eehaflten 
vnd altem herkomen, als Römischer Keyser gnedielich bestett 
confirmirt vnd vernewet haben. Bestetten Confirmiren vnd ver- 
newen Im die auch von Römischer Keyserlicher macht volko- 
menheitte vnd rechter wissen, in crafft diss briefs. Maynen 
setzen vnd wellen, Das der gemelt vnser vetter vnd forste, sein 
Erben vnd nachkomen, oder ander die solich lanndtgericht, nu 
oder hinfur Innhaben werden, daz mit einem freyen Richter vnd 
ettlichen freyen oder andern frumen teuglichen vrteilern bese- 
tzen, die dann von vnser vnd des Reichs wegen auf aller vnd 
yeglicher clag so daselbs furbracht werden , Recht sprechen, 
Auch mit der Acht vnd Oberacht Richten sollen vnd mögen 
Wie das vormals daselbs gehalten vnd gebraucht ist, vnd was 
also da geurteilt gesprochen vnd erkennt wirt, Dabej sol es 
dann beleiben besteen vnd von dheinen vnsern Hoffgerichten 
lanndgerichtten Stettgerichten noch andern gerichten. Vnd son- 
der von dem Hongericht zu Rottwil, nicht widertreiben wer- 
den, in dhein weise, vnd sollen auch yeden wer der oder die 
weren, auf solich clag, ladung geben furderlich Recht ergeen, 
vnd nyemand Rechtloss lassen, Es wurde dann einich sache 
oder partheyen mit freyheitten abgeuordert, als. landtgerichtz 



48 

Recht vnd gewonheit ist. Ob auch yemand wer der, oder die 
wem, zu dem benanten lanndtgericht, lanndt Richter oder vr- 
teilern, von desselben gerichtz wegen, ichtzit zuclagen hette 
oder gewunne desshalben Ine Rechtens notdurftig were oder 
begerten, das sol mit dhainem andern gericht , weder zu Rott- 
wil, noch andern ennden, wie das genant, oder wo das gelegen 
were nicht beschehen noch furgenomen werden, dann vor dem 
gemelten vnserm lieben Vettern vnd fürsten, seinen Erben oder 
nachkomen, die das obgenant landtgericht, von vns vnd dem 
Reich dann zumal Innhaben vnd besitzent, Die auch denselben 
clagern furderlich Recht statt tun sullen. Wir mainen setzen 
vnd wellen auch von egemelten vnsern keyserlichen macht vnd 
gewaltsam, ob das dickgenant lanndtgericht Richter oder vrtei- 
ler in vergangen zeitt vnd Jaren, durch einich Hoffgericht oder 
landtgericht , in Acht oder Oberacht Komen wem. Darumb 
dann von den widerparthien sachern oder Iren Erben, kain clag 
vnd ansprach mer beschehe das Ine die in dhainen andern Sa- 
chen zu schaden komen, oder Sy an Irem gerichte, verhindern 
oder bekrencken soll, in dhein wege. Wir haben auch demsel- 
ben lanndtgericht, dem Richter vnd den Vrteilsprechern, die 
besonnder gnad von newem getan, vnd tun Ine die, von newem 
in crafft diss briefs, Ob sach were, das Sy dasselb lanndtge- 
richt, von Krieg, oder andern mercklichen vrsachen wegen, zu 
Ranckweil, an dem ende, da es bissher gehalten ist, bequem- 
lich nit besitzen möchten , das der Richter als dann vnd alsofft 
das zuschulden kumbt, das gemelt lanndtgericht, nechst 
vor der Statt zu Veldkirch, auch auf des Reichs 
freyen strass, mit den freyen strass, mit den freyen vnd 
andern Erbern mannen, besitzen vnd Rechtsprechen, auch die 
gerichtzstatt zu Ranckweil mit ainem Tach. Also das 
die vier Wennd vnd seytten offen beleiben, wol vberziehen mü- 
gen, damit Er vnd die vrteiler vor vngewitter Regen vnd schaur 
desterbass beleiben mügen. Doch vns vnd dem heiligen Reiche 
sust an vnser oberkeitt gewaltsam Rechten vnd gerechtikeitten 
vnuergriffenlich vnd vnschedlich. Vnd wir gebietten darumb 
allen vnd yeglichen Fürsten geistlichen vnd weltlichen Grauen 
Freyen Herren Rittern Knechten Hauptlütten Ambtlütten Vög- 
ten Pflegern verwesern, lanndtRichtern, Richtern Sehultheyssen 



49 

Schelfen, Burgermeistern, Retten Burgern vnd Gemeinden vnd 
sust allen andern vnsern vnd des Reichs vndertanen vnd ge- 
trewen in was wirden stattes oder wesens die sein, ernstlich 
vnd vesticlich mit disem briefe. Das Sy den vorgenanten vn- 
sern vettern vnd Fürsten , sein Erben vnd nachkomen , die das 
obgemelt landtgericht , von vns oder vnsern nachkomen Römi- 
schen Keysern vnd Kunigen , vnd dem Reich Innhaben. Auch 
dasselb landtgericht lanndtRichter, Freyen vnd vrteiler, an so- 
licher vnser Confirmation , bestettung, vernewung gnaden frey- 
heitten gaben Rechten, gerechtikeitten vnd gewonheitten , nicht 
hindern oder Irren, Sonnder Sy dabey gerulich beleiben, vnd 
der gebrauchen vnd geniessen lassen, Sy auch dabey vesticlich 
hanthaben, schützen vnd schirmen, als lieb ainem yeglichen sey 
vnser vnd des Reichs swere vngnade, Vnd dartzu ain pene, 
Nemlich funfftzig Marck goldes zuuermeiden, die ein yeglicher 
der freuenlich dawidertette , halb in vnser vnd des Reichs Ca- 
mer, vnd den andern halben teile, dem egemelten vnserm lie- 
ben Vettern vnd Fürsten, seinen Erben, oder wer das benant 
lanndtgericht Innhatt, oder au dem also vberfaren wer vnab- 
lesslich zubetzalen verfallen sein sol Mit vrknnd diss briefs ver- 
sigelt , mit vnserm Keyserlichen Mayestatt Anhangundem Innsi- 
gel. Geben zu der Xewenstatt am Montag nach dem heili- 
gen Palmtag. Nach Cristj geburde viertzehenhunndert vnd im 
funffundsechtzigissten. Vnserer Reiche, des Römischen im funff- 
undzweintzigissten. des Keyserthumbs im Viertzehenden. Vnd 
des Hungerischen im Sybenden Jarenn. 

Ad Mandatum domini Imperatoris in Consilio. 

Vdalricus Episcopus Patauiensis Cancellarius. 
L. S. 

LXXXV. 

Verordnung, dass in üVs Erzherzogs Sigmunds zu Oester- 
reich freiem Landgerichte zu Rankweil künftig auch 
auf briefliche Kundschaften und Zeugnisse redlicher Personen 
gesprochen und keiner in der Herrschaft Feldkirch und den 
Umkreisen des gedachten Landgerichtes vor andere Landgerichte 
gefordert werden »oll. 

IV. 4 



50 

Wiener-Neustadt am 23. Sept. 1465. 
Da Vns, nachdem wir Vnser vnd des Reichs frey Landge- 
richt zu Ranckwil vernewet , gefreyet vnd mit aller Helicheit 
vnd gerechtikeit , Confirmiret vnd bestett haben, vnser lieber 
Vetter vnd Fürste, fürbracht hat, wie an dem berürten Lanndt- 
gericht, vntzher dheiner, mit einicherley Kuntschaft, zeucknüss, 
oder Weisung, durch Lutte oder briefe, zugelassen werde, desz- 
halben mercklich clag, vnd dem Gericht, nachgeschray beschehe, 
vmb das, wer sein sache, mit dem eyde bestette, daz der im 
Rechten fürgang gewynne , Darzu werden auch die Lutte , in 
seinem berürtten Lanndtgericht gesessen , auf andere Hoffge- 
richt vnd Lanndtgericht bekümbert, vber daz Sy Rechtens, ny- 
mants vorsein, vnd sich austrag vnd Rechts erpietten, gerecht 
zu werden, in den Gerichten, darinne Sy sind gesessen, Vnd 
hat vns demuticlich gepetten, In, vnd das bemelt frey Lanndt- 
gericht, darinne gnediclich zufürsehen, Darumb, mit wolbedach- 
tem mutte, guttem Ratte, vnserr vnd des Reichs Fürsten, Edeln, 
vnd getrewen, setzen vnd wellen wir, von Römischer Keyser- 
licher macht, in crafft diss briefs, was nu hinfür, mit briefli- 
cher Kuntschafft, zeucknu&s, oder weysung, erberer redlicher 
vnuerlundter Personen, für des bemelt frey Lanndtgericht zu 
Ranckwil, in Recht komet, daz dann solchs gehöret, vnd dar- 
auf Recht gesprochen , geurteilt , vnd gerichttet , damit nymant 
seines Rechten verhindert werde, Vnd ob solche zufallende ge- 
schaffte , auf einen tag , nicht ausgericht möchten werden , daz 
man dann, den aundern vnd dritten tag, vor oder nach mitten- 
tag nacheinander, den Luten, vnd Clegern zu fürdrung, als auf 
solchen gesetzten vnd verkundten gerichtztag, mug Recht spre- 
chen vnd besitzen vngeuerlich. Wir haben auch, dem vorge- 
nanten vnserm lieben Vettern vnd Fürsten , seinen Erben , vnd 
seinem freyen Lanndtgericht zu Ranckwil, die besonder gnad 
getan, wer, oder welche die sind, die zu den Lutten, vnd Per- 
sonen, Edeln, oder Vnedeln, Burgern, Pawrn oder Hinderses- 
sen, in der berürten Herschafft Veitkirch, vnd den vmbkraissen 
des Lanndgerichts zu Ranckwil, zu sprechen betten oder ge- 
wunnen, warumb das sey, vnd Sy alle gemeinlich oder einen 
oder mer, in sonnderheit, in den berürten vmbkraissen des 
Landtgerichts zu Ranckwil gesessen, auf anndere Landtgericht 



51 

fürvordern, oder mit vrteil verkünden wurden, wellen wir, daz 
dnnnoch vber die, dhein Laundtllichter oder Richter, wann die, 
vor der Achtte, von dem ofTtgerurten freyen LanndRichter zu 
Ranckwil , anstat vnsers lieben Vettern vnd Fürsten , oder sei- 
ner Erben abgeuordert werden, nicht Richten, noch vrteil er- 
gcen lassen, Sonnder $y alle, vnd yeden besonnder , zu Recht 
weise , in das genielt frey Landgericht , daselbs man auch dem 
Cläger, ein förderlich vnucrzogen Recht, nach Ordnung vnd Her- 
komen des Lanndtgerichts , sol gestatten vnd ergeen lassen, 
Wann auch ergangen geschichtten oder Verhandlung, mit clag, 
für das vilgenant Laundtgericht , komen oder gepracht werden, 
daz man alsdann denselben, so solch geschieht, oder Verhand- 
lung beganngen haben sollen , oder darinne verdacht sind , sich 
zuverantwurtten, mit vrteil durch besigelt briefe , vnd des Ge- 
richts gesworn Rotten , solle vnd möge , zum Rechten verkün- 
den, vnd wann das, mit vrteil beschicht, daz dann die antwurt- 
ter, mit dheiner Freyheit gezogen, Sonnder , dem Rechten solle 
an dem ennde gestracks nachgegangen werden, Wir wellen auch, 
daz hinfür nymand, auf dhein Freyheit, oder Confirmation, von 
dem offtgemelten Lanndtgericht zu Ranckwil, auf yemands be- 
gern, von dem Rechten daselbs geweist werde, es sey dann 
solch Freyheit, eemalen vnd yetzo, von vns , in Keyserlicher 
wirde, oder hinfür, von Römischen Keysern oder Kunigen , vn- 
sern Nachkomen am Reiche , Confirmiret vnd bestettiget vn- 
geueYlich. Doch vns vnd dem Reiche, an vnserr oberkeit, ge- 
waltsam vnd gerechtikeit, vnuergriffenlich vnd vnschedlich. Vnd 
gepietten darumb, allen vnd yeglichen Fürsten, geistlichen vnd 
werntlichen , Grauen Freyen, Herren, Rittern Knechten, Haupt- 
lutten, LanndtRichtern, Richtern, Burgermeistern, Retten, Ampt- 
lutten , Burgern vnd Gemeinden , vnd sust allen andern , vnsern 
vnd des Reichs vndertanen vnd getrewen, von egemeiter Römi- 
scher Keyserlicher macht , ernstlich vnd vesstielich mit disem 
brief, daz Sy den vorgenanten Hertzog Sigmunden, vnd sein 
Erben, an den egemelten vnsern gnaden vnd Freyheitten, nicht 
hindern noch Irren, in dhein weyse , Sonnder Sy der also gerii- 
lich prauchen vnd geniessen lassen , Als lieb einem yeglichen 
sey , vnser vnd des Reichs swere vngnade zu uermeiden , Vnd 
darzu ein l'cne , nemlich zwaintzigk marck lötiges goldes . die 



i 



52 

ein yeglicher , der freuenlichen hiewider tette , verfallen sein 
sol, Halben teile, in vnser vnd des Reichs Camer, vnd den 
andern halben teile, dem vorgenanten vnserm vettern vnd Für- 
sten, vnd seinen Erben, vnableszlich zu bezalen. Mit vrkunt 
disz briefs besigelt , mit vnserm keyserlichen Maiestatt anhan- 
gendem Insigel. Geben zu der Newenstatt, am Montag vor 
sannt Michels tag, Nach Cristi gepurde, Viertzehenhundert, vnd 
im fünff und sechtzigisten , Vnserr Reiche, des Römischen im 
Sechsz vnd zwaintzigisten, des Keyserthumbs im Viertzehenden, 
vnd des Hungrischen in dem Sibenden Jaren. 

Ad mandatum dni Imperatoris 
Vdalricus Epus Pat. Cancllus. 
Auf dem Rücken: R(egistravit). Rudolfus Chaintzinger. 

LXXXVI. 

K. Friedrich' s Befehl den Erzherzog Sigmund, dessen 
Landrichter und die Urtheilsprecher zu Rankweil bei ihren 
Rechten zu schützen. 

Wiener-Neustadt am 2. October 1465. 

Wir Fridrich von gottes gnaden Romischer Keyser Zu 
allenntzcittn Merer des Reichs Zu Hungarn Dalmacien Croacien 
etc. Kunig Herczog zu Osterreich zu Steir zu Kernnden vnd 
zu Crain Gräfe zu Tirol etc. Embieten dem Erwirdigen Ort- 
lieben Bischouen zu Chur vnserm Fürsten vnd lieben Andech- 
tigen Auch allen seinen Gotzhausleuten zu dem berurten Stiffit 
gehörend vnd den Edeln vnsern vnd des Reichs lieben getrewen 
Josniclasen zu Zollr, Haugen vnd Wilhelmen zu 
Montfort, Wilhelmen vnd Jörgen zuWerdemberg vnd 
Sana.gara (Sargans) vnd Eberhartten zu Sonnemberg 
Grafen. Wolfhartten Sigmund en vnd vlrichen Freyherrn 
zu Branndiss gebrudern, Marquartten Hannsen Ru- 
dolffen vnd Micheln vonEmpts, den Vögten, Burgermaistern 
Amman Retcn vnd Gemeinden der Stette gegenden vnd Gerich- 
ten: Chur Veitkirch Bludencz, Mayenfeld, Werdem- 
berg vnd Wallenstat Auch dem lanntamman ZuRannck- 
wil in Walgaw Tennenberg vnd dem hindern Bregenczer wald 
dem lant Richter des oberteils, den vogten Amman vnd 
Amptleuten im Reinwald der Acht ge rieht im pretti- 
gow Thafaus (Davos) in Sanga ns erlan nd vnd imReyn- 



53 

tal. \ ml gemaintlich , allen andern in vuserm vnd des Reichs 
lantgericht zu Ranckweil in vnser vnd des Hawss Osterreich 
Grafschaft vnd Herschafft, zu Veitkirch gesessen vnd dar Inne 
gehören gegenwärtigen vnd kunfftigen vnser gnad vnd alles gut 
Erwird iger Edeln vnd lieben getrewen. Als wir dem Hochge- 
boruuen Sigmunden Hertzogen Zu Osterreich etc. Vnserm lieben 
Vollem vnd fursteu, das obgerurt frey lanntgericht zu Ranck- 
wil als Romischer Keyser erhebt gefreyet vnd in sein gewere 
vnd alten besess vnd herkomen ernewet. bestat. vnd gancz in 
willen haben, das bey seinen gnaden freiheiten vnd altem her- 
komen, zu hanthaben, vnd in seinem gebrauch zu schirmen vnd 
zu halten. Dauon so empfelhen wir euch allen und ewr yedera 
besonnder ernnstlich vnd vestielich gebietende, bey einer peue 
Xenilich funffundezweinezig roarck lötigs goldes, in der beniel- 
ten vnser Freiheit, vnd Confirmacion brief begriffen. Daz Ir alle 
vnd yeder insonnder den obgenanten vnsern lieben vettern vnd 
fürsten seinen laut Richter, vnd vrtailsprecher zu Ranckweyl. 
bey dem bemelten lanntgericht seinen Rechten altem herkomen 
vnd bey Iren vrteiln vnd Achten hannthaben halten vnd des 
gerichtz gesworn boten schuezen schirmen vnd keinen Achter 
vber lantgericht gebot in ewrn gerichten nit enthalten ^ In kei- 
nen furschub , noch vnserm Vettern vnd Fürsten vnd seinen 
Ambtleuten Keynen Ingriff widerwertikeit beswerung hindrung 
in dheinen weg nit tun, noch das keynem dem ewrn zetun nit 
gestatten Dan wer oder weihe das darüber tetten vnd vns das 
durch vnsern vilgedachten Vettern vnd fursten. oder seinen 
lannt Richter vnd Araptleut furbracht, wurden wir gevbt auff 
Ir anruffen, die vberfarenden vmb die peen in vnser Freiheit 
begriffen Sy lassen mit gericht, furnemen vnd dar Inne volfarn 
Als des Reichs Recht ist Geben zu der Xewenstat mit vn- 
serm keyserlichen Anhangendem Insigel am Mittichen nach sant 
Michels tag des heiligen Ercz Engels Nach Cristi geburde Vier- 
czehenhundert vnd im funffundsechezigisten vnser Reiche des 
Romischen im Sechsundczweinczigisten Des Keyserthumbs im 
Vierezehenden vnd des Hungrischen im Sybennden Jaren. (L. S.) 

Ad mandatum dni Imperatoris 
Vdalricas Epus Patav. Cancllus. 
Auf dem Rücken: R(egistravit). Rudolfus Chaintzinger. 



54 

LXXXVII. 

Wir Fridrich von gottes gnaden Römischer Keyser zu 
allennczeittn Merer des Reichs zu Hungern Dalmacien Croatien 
etc. Kunig Herczog zu Osterreich vnd zu Steir etc. Embieten 
Vnserm vnd des Reichs lieben getrewen Hannsen Raden 
lannt Richter zu Rankwil vnd allen seinen nachkomen 
lant Richtern daselbs Vnser gnad vnd alles gut lieben getrewen 
vns hat der Hochgebornn Sigmund Herczog zu Osterreich etc. 
Vnser lieber vetter vnd forste fürbringen lassen. Wie etwieuil 
Edel, vnd annder personen, mit vrtail auff dem benannten lant- 
gericht zu Ranckweil in Acht vnd Aberacht gesprochen Inne- 
geschriben , darlnn mit vngehorsam verhertet, und Im vmb den 
Achtschilling von Ine nit gnug besehenen noch auszgeteliert sein 
vnd dem gerichte zu nit deiner Verachtung, vnd vns gebeten 
Ine darlnne gnedielich zu fürsehen. Wann wir nu schuldig sein, 
die vngehorsamen des Rechten zu gehorsam zu bringen. Davon 
so emphelhen wir dir mit disem brief ernnstlich gebietende, bey 
Vermeidung vnser vnd des Reichs vngnade vnd der pflichte, 
damit du dem berürten vnserm lieben Vettern vnd Fürsten ge- 
wandt bist, Daz du alle vnd yeglich solich Achter vnd Aber- 
achter gemainlich, vnd in sonder, mit vrtail in den Gerichten 
den die Sy darüber enthalten verbietest, vnd nach Ordnung des 
lanntgerichts Recht, wider Sy procedirest Als lang vnd souil 
bisz daz Sy zu gehorsam gebracht, vnd unserm lieben vettern 
vnd fursten vnd seinen Amptleuten vmb solich Verachtung vnd 
den Achtschilling gnug getan , vnd wider zu gehorsam gebracht 
werden. Das ist vnser ernnstlich mcynuug. Geben zu der Ne- 
wenstat, am Mittichen nach sant Michels tag des heiligen 
Ercz Engels Nach Cristi geburde Vierczehenhundert vnd im 
fünffundsachezigisten. Vnser Reiche des Romischen im Sechs- 
undezweinezigisten Des Keyferthumbs im Vierezehenden Vnd des 
Hungrischen im Sybcnnden Jaren. 

Ad Mandatum Dninini Iinperatoris 

Vdalricus Episcopus Patauiensis Cancellarius. 

LXXXVIH. 

Vorladung K. Friedrichs III. an den Abt zu St. Gallen, 
seine Gerechtigkeit auf die zur Herrschaft Feldkirch gehörigen 



55 

Ortschaften Fussach und Höchst bei einem kaiserlichen 
Hofgerichte darzuthuu oder selbe unbeirret zu lassen. 

W i 1 im Thurgau am 22. April 1466. 
In namen des Herren, kunt sve allen den, die diss gegen- 
wurttig offenn Instrument ymer sehen oder hören lesen, das 
des Jars als man zalt von der geburt Cristi Tausent vierhun- 
dert \iu! In dem Sechsundsechtzigisten Jar der kaiserlichen Ro- 
mischen Jar zinss zal, Im vierzehenden /.u latin Inditio genant. 
Cronung des allerdurchluchtigisten Grossmächtigisten Fürsten 
vnd herren, hern Fridrichs Romischen kaisers, zu allen ziten 
Merers des Richs, vnd zu vngern zc kunig Hertzog zu Oster- 
rich vnd zu Styr zc mins gnedigosten Herren siner Romischen 
kunglichen .regierung In dem Sibenundzwaintzigosten, des kai- 
rertumbs Im funffzehenden vnd des vngrischen Im achtenden 
Jaren, an zinstag der da was, der zwenundzwaintzigoste tag 
des monats Aberrelle nach Mittag, als die zitglogg ains hett 
geschlagen, oder da by desselben tags zu Wy 1 In der Statt Im 
Thurgow costentzer Bistumbs, gelegen in der Pronintij ald 
gegin des Ertzbistumbes zu Mentz vnd daselbs zn Hoff In der 
grossen Stuben , da ein herre von Sant Gallen ictz gewonlich 
pflegt weseulich zu sitzen In gegenwurtickait der hernach ge- 
schriben zugen, ouch min offen notarien von kaiserlichem ge- 
walt Ist gestanden der furneme vnd wise Caspar Brock, 
Hoffschriber zu Feltkirch In namen mit gewalt vnd vff 
geschrifftlich bevelhen, des durchluchtigen Hochgeboren Fürsten 
vnd Herren hern Sigmunds Hertzogen zu Osterrich zu Styr 
zu Kernden vnd zu Krön (sie), Grauen zu Tyrol zc zegt vnd Hess 
durch mich nachbenempten Xotarien In gegenwurtickait des 
Hochwilrdigen Fürsten in gott Herren Virichs Abbt des 
Gotzhus zu Sant Gallen a) offenntlich lesen Am Bappiren zu 
ruck uffgetruckte besigelte kaiserliche ladung , an Ine den be- 
rurten Abbt Vlrichen wisent die ouch durch mich nachgemelteu 



a) Ulrich VIII., eines Bäckers Sohn aus der Reichsstadt Wangen, war 
ein ausgezeichneter Fürstabt, welcher seinem Gotteshause vom Jahre 
1*61 bis zu seinem Tode am 13. März 1%91 ruhmToll vorstand. Vgl. 
t. Arx's Geschichte des Kantons St. Gallen. Bd. II. S. 307 und 432. 



5<i 

nutarien offennlich gelesen gehört vnd vou dein bedachten Abbt 
zu Sant Gallen In sin Hand empfangen, vnd durch Inn daruff 
geantwurt ward, Er weite die nemen vnd empfahen, denn er 
wissti du eh wol an den kaiserlichen Hoff zu kutnen, doch so 
were die sach mit mindrem costen uss zu tragen gewesen denn 
si nu yemer mer inocht hingelegt werden, nach dem er billich 
were ersucht als ain aidgenoss nach Begriffung des funffzig 
Jarigen friden der aigentlich Innhielte, wie ain tail den andren 
vmb sin spruch rechtuertigen vnd den vsstrag nemen vnd er- 
suchen solte, mit andern mer wortten nit not zu melden vnd 
wisset die obgerurt kaiserlich ladung, von wortt zu wortt also 
Wir Fridrich von gottes gnaden Romischer kaiser zu allen 
zeiten Merer des reichs , zu vngern dalmatien croatien zc ku- 
nig Hertzogen zu Osterrich vnd zu Styr zc Embietcn dem er- 
wurdigen vlrichen Abbt des Gottzhausss zu sant Gallen vnserm 
vnd des reichs fursten vnd lieben andachtigen vnser gnad vnd 
alles gut Erwurdiger fürst vnd lieber andachtiger, vns hat der 
Hochgeborn Sigmund Hertzog zu Osterrich zc vnser lieber vet- 
ter vnd fürst furbringen lassen, wie du Im an den luten ge- 
richten zwingen vnd bennen mit Iren gerechtickaiten vnd ge- 
waltsame zu fussach vnd höhst, so In sein vnd vnsers 
Hauss Osterrich herschafft Veitkirch gehöre und darlnn gelegen 
sey mit irrung vnd eingriff tuest vnd In dein vnd deines gotz- 
hauss gewaltsame vndersteest zu bringen, Dess halben wir dir 
vormalen geschriben empfolhen vnd gebotten haben solich Irrung 
gantz abzetund, vnd In bey den selben gerichtn Herlickaiten 
gerechtickaiten leut vnd gut geruchlich beliben zu lassen, vnd 
ob du vermeintest einich clag, vnd spruch dar zu zehaben, dich 
darumb rechtens als sich gebort benugen lassen soltest, nichts 
des minder vnd über solich vnser kaiserlich gebott, so vnder- 
steest du dich noch, von dein und deins gotzhauss wegen soli- 
cher gerechtickaiten luten gerichtcn zwing vnd benn anzenemen, 
vnd wider billichs zu geprauchen, Also empfelhen wir diner 
andacht mit discm brief ernstlich gebietende, Das du noch von 
solichem deinem vnbillichen furnemen steest, vnd solich Irrung 
vnd vnbillickait gantz abtuest In sechs wochen vnd dreyen ta- 
gen den nächsten, nach dem tag vnd dir diser vnser brieff 
geantwurtt wirtt, Wo du aber das In der bemelteu Zeit nit 



57 

tatest vnd vermeinest einred darlun rechtlich zu haben , So 
heischen und laden wir dich ouch ernstlich gebiettende das da 
auf den funffundviertzigosten tag den nächsten nach aussgang 
der gemelten sechs wochen vnd dreyen tag. Derselben funff- 
andviertzig tag , wir dir funffzehen für den ersten funffzehen 
für den andren, vnd funffzehen für den dritten, vnd letsten 
rechtag setzen vnd benemen peremtorie oder ob derselb nit 
ein gerichtstag sein wurde, auf den nechsteu gerichtstag dar- 
nach, vor vns oder dem, dem wir das an vnser Statt beuelhen 
wo wir dann zu mal Im reich sein werden selbs oder deinen 
volmachtigen anwalt körnest vnd rechtlich erscheinest dem vor- 
genanten vnserm lieben vettern vnd fursten, oder seiuem vol- 
machtigen anwalt darumb Im rechten enntlich zu uerantwurtten, 
waun du kumest vnd erscheinest als dann also, oder nit, nichts 
des minder, wurdet auf des gehorsamen tails, oder seios an- 
walts anruffen , vnd eruordruug Im rechten volfuren vnd pro- 
cediert, als sich das nach seiner Ordnung geburt dar nach wisse 
sich dein andacht zu richten, Geben zu der Newenstatt am 
vierden tag des monatz Septembris nach Cristi geburt vier- 
zehenbundert vnd Im funffundsechtzigosten vnserer Reiche des 
Romischen Im sechsundzweintzigosten , des Kaiserthumbs Im 
vierzehenden vnd des vngrischen Im Sibiden Jaren Ad manda- 
tum domini Imperatoris Vdalricus episcopus Patauiensis cancel- 
larius, Vnd nach dem solich obgemelt kaiserlich ladung ge- 
zogt gelesen geantwurtt vnd von dem obgemelten abbt vlrichen 
abbt des Gotzhuss zu Santgallen gehört vnd empfangen ward 
vordert der obgenant Caspar Brok an statt sins obgemelten 
Herren Hertzog Sigmunds Hertzog zu Osterrich zc an mich 
nachbenempten notaren In diser Sachen vnd verkundung von 
schuldickait wegen mins ambts ains oder mer, vnd so uil sinem 
gnedigen Herrn des notdurfftig were, zu machen vnd zugeben, 
offenn instrumenta, Das ich im nach dem zugnuss der warhait 
zu geben vnd niemant zuuersagen ist, hab getan, vnd sind diso 
ding beseheen Im dem Jar kaiserlichen zinsszal kunglicher vnd 
kaiserlicher wurdickeit monat tag stund vnd an der statt so 
vorgeschriben ist, des alles sind gezugen, die ersamen wisen 
Hanns Grutcr zu Wyl hoffaramam vnd Jos Dornherr 
von Mayen fei d hier zu bcruift vnd mit ernst gebetten. 



5S 

Vnd wann ich Hain rieh Huw genant Sultzberg von 
Tal Clerick Costentzer Bistambs ain ,geschworner Notar von 
kaiserlichem gewalt by den vorgeschriben Sachen mit sambt 
den obgenanten zugen gegenwurtig gewesen bin. die also ge- 
sehen und gehört hab , geschehen , hab ich dis instrument In 
die offen form bracht, mit mincr Hamid geschriben vnd vnder- 
schriben, ouch mit minein gevvonlichen namen vnd zaichen be- 
zaichnet und gevestnet , zu gezucknuss aller vorgeschribnen 
Sachen In sunderhait herzu berufft vnd mit ernst gebetten. 

LXXXIX. 

Erzherzog Sigmund bevollmächtigt den Anton von Phorr 
Dechanten zu Endingen, Ludwig Rad und Ulrich Pallof, 
an das kaiserliche Hoflager , um daselbst gegen den Abt von 
St. Gallen wegen der Gerichte und Leute zu Höchst und 
Fussach Klage zu führen und das Recht zu nehmen. 

Innsbruck 1. Mai 1466. 

Wir Sigmund von gots gnaden Hertzog zu Osterreich zu 
Steyr zu Kernnden vnd zu Krain Graue zu Tirol zc Bekennen 
Als der Allerdurleuchtigist Fürst Fridrich Römischer Kayser 
zuallentzeiten merer des Reichs zu Hungern Dalmatien Croatien 
zc Kunig Hertzog zu Osterreich zc vnnser genediger liber Herr 
vnd vetter, den Abbt zu santgallen nach vnserm anbrin- 
gen von ettlicher leut vnd Gericht wegen zu Höchst vnd 
Fussach für sein kaiserlich gnad gegen vnns oder vnnserm 
volmechtigen Anwalt Im Rechten zuerscheinen geladen hat, wie 
dann das der brief von seinen kaiserlichen gnaden ausganngen 
ausweyset Daz wir die Ersamen vnnser lieb andechtig vnd ge- 
trewen Anthonnen von Phorr Dechant zu Endingen Ludwi- 
gen Rad vnnserm Secretari vnd Rette vnd Vlrichen Pallof vnsern 
diener zu vnnsern volmechtigen Procuratorn vnd Anwalt gesetzt 
vnd gemachet, vnd jn vnnsern gantzen vnd vollen gewalt gegeben 
haben , vnd geben auch in krafft des briefs an vnnserr stat vnd 
in vnnserm nameh vor dem obgenanten vunserm genedigen 
Herrn vnd Vettern dem Kayser oder dem sein gnad das an 
seiner stat beuelhen wirdt. auf die obberurte kaiserlich ladung 
zu dem vorgenanten Abbte zu Santgallen, oder seinem volmech- 
tigen Anwalt zu Recht zeklagen, vnd was sich gepuret von 



59 

vnnsern wegen vnd nach vuserr notdurfft furzewenden zehan- 
deln zetun vnd zelazzen zugewin vnd zu Verlust vnd zo allem 
Rechten Auch sollten gewalt andern verrer zubeuelhen vnd den 
wider an sich zenemen alsofTt des notdurfft ist, Vnd was die 
bemelten vnnser Anwalt all drey zwen aus jn oder jr ainer jr 
nachgesetzte Procuratores oder Procurator in solhem Rechten 
also handeln furnemen tun vnd lazzen werden, das sol k rafft 
vnd macht haben als ob wir personlich gegenwurttig wem vnd 
das tetten Wurden auch die gemelten vnnser Anwalt nach syt 
vnd gewonhait des kaiserlichen Hofs in solhem mer gewalts 
bedurffen den wellen wir jn hiemit auch gegeben haben zu glei- 
cherweyss als ob der von wort zuworte hierijnn begriffen were, 
vnd was dieselben vnnser Anwalt alldrey zwen aus jn oder jrer 
ainer die bemelten jr nachgesetzten Procuratores oder Procu- 
rator in solhem Rechten also handeln furnemen vnd tun werden, 
das geloben wir stet zuhalten vnd dawider nicht zetun getrew- 
lich vnd angeuerde Mit vrkundt des briefs Der geben ist zu 
Innsprukg an sant Philipps vnd sant Jacobs tag der Heyligen 
zwelfpoten Xach Kristi vnnsers lieben Herrn gepurde Viert- 
zehnhundert vnd in dem Sechsundsechtzigisten Jarn. 

D. d. in consilium. 
(Mit angehängtem Sigel.) 

XC. 

Laut des in lateinischer Sprache geschriebenen Theilungs- 
briefes zwischen K. Karl V. und seinem Bruder, dem Erz- 
herzoge Ferdinand I., ddo. Worms 28. April 1521, überliess 
jener seinem Bruder die fünf Herzogthümer : a) Oesterreich 
unter und b) ob der Enns; cj Steyermark; d) Kärnthen; 
e) Krain und behielt von den übrigen innerösterreichischen 
Erblanden (um des Meeres und der wichtigen Küstenlande willen) 
namentlich für sich: Görz, Ortenburg, Cilli, Pusterthal, Karst, 
Istrien sammt den Besitzungen in I Viani. Triest, Metling, Maran 
(am adriatischen Meere) und Gradisca nebst Allein, was Kaiser 
Maximilian I. im venetianischen Kriege erobert und behauptet 
hatte. 

Am folgenden Tage, den 29. April 1521, fertigte eben- 
daselbst Erzherzog Ferdinand an die Laudschaften. Pfandschaften 



60 

und Unterthanen der bei dieser Theilung dem K. Karl verblei- 
benden deutschen Erblande, als: Tirol, Elsass, Sundgau, Breis- 
gau, Schwarzwald, dann GÖrz, Ortenburg, sammt den andern 
erstgenannten innerösterreichischen Besitzungen eilf Urkunden 
(so viele verwahrt wenigstens das k. k. Haus-, Hof- und Staats- 
archiv) gleichen Inhaltes aus, dass sie von der jüngst geleiste- 
ten Erbhuldigung, so viel sie den Erzherzog betrifft, ledig seyn, 
den Kaiser aber und dessen Erben für ihre einigen Erbher- 
ren erkennen sollen. Der Brief für die vier vorarlbergischen 
Herrschaften lautet: 

Wir Don Ferdinand von gotts gnaden Infant zu Hispanien, 
Ertzhertzog zu Osterreich, Hertzog zu Burgundi etc. Embieten 
den Ersamen geistlichen vnnsern Andechtigen vnd getrewen 
lieben n, Allen Prelaten Adel Stetten Gerichten, Auch vogten, 
Ambtlewten, pfanndtschaftern, vnd gemainlich allen vnndertha- 
neo vnnserer herrschafften, vnd vogteyen, Veldkirch pre- 
gentz Bludentz, vnnd Sonnenburg (sie), vunser gnad vnd 
alles guet, Alls nach abganng weilennd vnnsers lieben herrn vnd 
anherrn Kayser Maximilians loblicher gedechtnus , Alle seiner 
lieb verlassen Nider vnd Ober Österreichische Lannd vnd lewt, 
An den Allerdurchleuchtigisten grosmechtigisten Fürsten vnd 
herrn herrn Karlen Komischen Kayser zu hispanien baider Si- 
cilien Jherusalem Dalmacien Croacien etc. Kunig Ertzhertzogen 
zu Osterreich, Hertzogen zu Burgundi etc. vnnsern lieben herrn 
vnd Brueder, vnnd vnns Erblich kumen sein , Darauf wir vnn- 
sern volkumen gewalt vnd macht zu Regierung vnnd hanndluug. 
aller Osterreichischen Lannd, auf sein kayserlich Mayestat ge- 
stellt, In des crafft sein Mayestat durch derselben substituiert, 
Stathalter, Räte vnd Commissarien die Erbhuldigung von allen 
berurten Osterreichischen Lannden, zu vnnserer baider hannden 
genommen, die auch bisher nach Irer Mayestat pessten vor- 
steen. vnnd vermugen, selbs vnd durch die gedachten Irer Maye- 
stat Stathalter geregiert, gehanndelt, vnd fursehen , bis auf dise 
zeit, Das sein Mayestat vnnd wir, vnns fruntlich zusamen gellian, 
Der Erbschaffthalben aller vnnser Osterreichischen Land von 
vnnserm lieben herrn, vnd anherrn Kayser Maximilian herrurml, 
dar Inn wir mit seiner Mayestat tayl gehabt, freuntlich mitein- 
ander besprochen, vnd vnnderredt, die gelegenhait, vermugen 



61 

vnd beswerung ains yeden erlernt vnd bewegen, vuns derhalben 
aus vnnserm Bruederlichem fruntlichem willen in aignen per- 
sonen wolbedaehtlich vergleicht, die getaylt, vnnd vnns darumb 
vertragen haben, Also. Da/, vnnserm lieben herrn vnd Brueder 
Kayser Karlen vnnser Grafschaft Tyrol, auch die Obern 
Osterreichischen Lannd, Elisas, Suntkow, Breys- 
gew Swartzwald mit andern Stucken der vordem Lannd, 
so bisher vnnder die Regierang zu Ynsprugg gehört haben, 
dartzue die Grafschaft Görtz, Ortenburg, Bustertal, 
Kars st. Ysterreich, Metling, Friaul,Triesst,Meran 
(d. i. Marano) Gradisch mit annderm so vnnser lieber Anherr 
von den Venedigern erobert hat, Vnnd dann vnns vnnser Fünff 
Furstenthumb Osterreich vnnder vnnd Ob der Enns, Steyr, 
Kernndten . vnd Chrain , zuesteen , zuegehörn , vnnd Erblich 
volgec vnd bleiben sollen, Alle mit Lannd vnd lewten, Auch 
allen Lanndsfürstlichen Aigenthumben, Oberkaiten, herrlichaiten. 
Regierungen, nutzungen, Chamerguetern , vnd vrbarn, sambt 
allen bricnen , vnnd vrkhunden dartzn dienend , so verhannden 
sein, vnd gefunden werden, Alles nach Innhalt vnd aus Weisung 
gegründter klarer vertrag, vber das vnnd annders merzwischen 
vnns aufgericht, Das wir demnach den obberurten vnnsern ge- 
walt vnd macht, so wir vnnserm lieben herrn vnd Brueder 
hieuor gegeben, wie auch sein kayserlich Mayestat denselben 
bisher auf seiner Mayestat Stathalter Rate vnd Commissarien 
substituiert, vnd verordent. vnnd gemainlich alle seiner Maye- 
stat Regierung, vnd Administracion , aller Obern vnd Xider- 
osterreichischen Lannd vnnsers tayls aufgehebt, vnnd souil die 
gemelten funff vnnser zuegetaylte Niderosterreichische Lannd 
berurt, wider an vnns getzogen, Doch in crefften vnd wirden 
vorbehalten, Alles das sein kayserlich Mayestat, vnd derselben 
Stathalter Rete vnd Commissarien in crafft berurts vnnsers ge- 
walts bisher gehanndelt, Wir haben auch darauf Euch, die ge- 
nannten vnnser Lanndschafften der Grafschafft Tyrol, vnd ann- 
der vorgenanten Oberosterreichischen Lannd vnd Stuckh, dartzu 
der GrafschafTt Görtz, Ortemburg, Bustertal, karsst, Ysterreich, 
Metling FrianI, Triesst, Meran, Gradisch, vnd annders von den 
veuedigern erobert, vnnd ainem yeden Stannd vnd person in 
sondcrhait. der Erbhaldigung so sy hieuor in crafft solhs vnn- 



62 

sers Gewalts, zu vnnser baider hannden gethan, vnnsers tayls 
erledigt, vnnd Sy derselben quit vnd frey gemacht, Doch solh 
Erbhuldigung, souil die vnnsern lieben herrn vnd Bruder berurt 
hat, vnd noch belanngt, vnuerletzt, Vnnd Sy mit allen Lannds- 
fürstlichen Aigenthumben , Oberkaiten, herrlichaiten , Regierungen, 
nutzungen, vnd, Chamerguetern, So wol vnnsers, Alls vnnsers 
lieben herrn vnd Brueders tayls , sambt allen briefen vnd vr- 
kunden, dartzue dienend, volkommen vnd ganntz in seiner lieb, 
vnnd derselben Erben ainig hannd vnd gewalt, Resigniert ge- 
stellt vnd vbergeben, Thuen auch das alles nit allain wie ob- 
steet, aus aigner personndlicher bewegnus, vnd hanndlung,* 
Sonnder auch mit guetem zeitigem Rat. vnd rechter wissen in 
crafft ditz brieffs. Vnnd Emphelhen darauf Euch allen sament 
vnd yeden Insonnderhait mit ernnst, Vnnd geben Euch des hie- 
init vnnsern gnädigen gunst vnd willen, daz Ir den obangetzaigten 
gewalt, so vnnser lieber herr vnd Brueder kayser karl bisher 
vber Euch, für vnns baid gehabt, vnd wie sein kayserlich Maye- 
stat denselben substituiert, vnd geordent hat, mit aller Regie- 
rung, vnd Administracion berurter massen aufgehebt, Euch auch 
Ewr Jungst besehenen Erbhuldigung souil die vnns vnnsers 
tayls berurt, quit, frey, vnd ledig achtet vnd haltet, vnnsern 
lieben herrn vnd Bruder kayser Karlen, vnd seiner Mayestat 
Erben, für Ewr ainig naturlich Erbherrn vnd Landsfursten er- 
kennet, seiner Mayestat selbs persondlich oder denen so sein 
Mayestat mit gewalt vnd beuelch dartzue verordnet vnnsers 
tayls gepurliche Erbhuldigung tuet, Seiner Mayestat vnd der- 
selben Erben getrew lieb vnd gehorsam beweiset, dienet vnd 
gewärtig seyt, vnd tuet, Alles das Ir, alls getrew Redlich hold, 
Lanndtlewt, vnd vnderthanen Ewrn angepornen Naturlichen vnd 
ainigen Erbherrn vnd Lanndsfursten , von gvt der Natur, vnd 
dem Rechten schuldig seyt, Daran tuet Ir zusambt Ewrn schul- 
digen phlichten vnnsern gueten willen, gefallen, vnd ernnstliche 
maynung, Geben zu Wormbs am Newnundzwaintzigisten tag 
des Monets Apprillis, Nach Cristi vnnsers lieben herrn geburt, 
funfftzehenhundert vnnd im Ainündzwaintzigisten Jaren. 

Ferdinandus m. p. Ad Mandatum serenissimi Domini 

Infantis Archiducis proprium. 
C. Salamanoa in. p. 



63 

Kaiser Karl V. uberliess zu Brüssel am 30. Jänner 1522 
seinem Bruder nachstehendes Zugehör zu den innerösterreichi- 
schen Landen auf Bitten der dortigen Unterthanen, die nicht 
getrennt seyn wollten, als: die Grafschaft Görz mit allen dazu 
gehörigen Schlössern, Orten, Rechten und Zugehörungen sammt 
dem ganzen (nun Tirolischen) Pust er thale, die Grafschaften 
Ortenburg und Cilli mit den ahnherrlichen Besitzungen und 
Orten inlstrien, Karst, Metling, Mitterburg, Triest, 
St. Veit (Fiume), Gradisca, Maran, Tulmein und Alles, 
was weiland K. Maximilian I. in Friaul besessen und im vene- 
tianischen Kriege erobert hat a). Auch bekam Erzherzog Fer- 
dinand I. nach dem Testamente K. Ferdinands des Katholischen 
noch jährlich 50,000 Ducaten aus dem Königreiche Neapel ; 
ferner noch weitere 10,000 Ducaten, und Karl behielt für sich 
laut des Schlusses dieser lateinischen Urkunde nur den alleinigen 
Erzherzogs-Titel von all diesen Landen bevor. 

Kraft eines weitern Vertrages ddo. Brüssel am 7. Februar 
1522 trat der Kaiser noch die Grafschaft Tirol, die Mark- 
grafschaft Burgau, die Grafschaft Kirchberg an der Hier, die 
vorarlbergischen Herrschaften nebst Hohenberg, 
Schelklingen und Neuenbürg etc. seinem Bruder als volles Eigen- 
thum ab. Die hieher bezuglichen Stellen lauten in der lateini- 
schen Urkunde : — — 

XCL 

Habeamus insnper et habere debeamus modo predicto pro 
Nobis et Nostris Comitatuin Tirolis: cum Patria b) ex 
ipso Comitatu dependente. Marchionatum de Burgau cum suis 



o) — ac omnia alia. qae diaus Maximilianus Cesar, dum vireret, in Poro 
Julij obtinebat, etiam per eum in Bello Veneto recuperata 
■eu acquisita. que quidem membra sie distraeta et reservata ipsis du- 
catibus reanienda duximus et per preaentes unimus. 

b) Das k. k. Haus- und Staatsarchiv verwahrt etliche Exemplare dieser 
Urkunde. Ich hielt mich an die mit der bessern Orthographie. Die 
eine hat an dieser Stelle pria, das ich gern mit provincia aus- 
füllen möchte ; eine andere übrigens besser geschriebene setzt aus- 
drücklich das weniger passende patria, was ich hier stehen Hess. 
Sollte es nicht im Concepte parte geheissen haben? 



64 

pertinentijs, Comitatum de Kirchberg, Aduocatiam seu Dominium 
eorum que diuus Maximilianus Cesar auus noster in Sueuia ob- 
tinebat, Et precipue Loca et Dominia de Veldkirch, Bre- 
gentz a), Bludentz, Hohemberg , Schelcklingen , Nel- 
lemburg, ac alia omnia Dominia, Bona, Jura et Actiones, 
que ipse quondam Cesar Maximilianus in eius hereditate reliquit. 
A quibus omnibus Bonis et Dominus , Juribus et Actionibus pre- 
mentionatis nos Carolus Imperator predictus omne Jus nostrum 
omnemque nostrum Actionem abdicamus et in ipsum fratrem et 
suos pleno Jure transfundimus , nudum Tituluin Archiducis Austrie 
cum Imperiali preeminentia et auctoritate nobis in his reseruando. 
Exceptis tarnen Patriis et Dominus Alsatie, que compehenduntur 
sub illa Jurisdictione Balliuatuum et Comitatuum Ferretti et 
Hagen au cum suis solitis pertinentijs et Dependentijs quibus- 
cunque que nos Ferdinandus predictus ad vitam dumtaxat nostram 
possidere debemus : 

In oppido Bruxellarum die septimo mensis Februarii 
1522. — Unterzeichnet von Kaiser Karl V. und seinem Bruder 
Ferdinand. 

(L. S.) 

XCII. 

Hugo Graf von Mon tfort-Bregenz erhält jährlich 300 
Gulden Provision und lebenslänglich die Vogtei Feldkirch. 

Innsbruck am 6. September 1523. 

Wir Ferdinand von gotes genaden Printz vnnd Infant 
zu Hispanien, Ertzhertzog zu Osterreich, Hertzog zu Burgünn- 
di etc. Graue zu Tirol etc. Gubernator, Bekennen für vnns 
vnnd vnnser Erben vnnd nachkomen, offenlich mit disem brief, 
Als wir vnns yetzo aus ettlichen beweglichen vrsachen vnns 
vnnd vnnserm haus Osterreich zu nutz vnnd guettem , mit dem 
Edlen vnnserm lieben getrewen Graf Hawgen von Monnt- 
fort vmb seinen tail so Er an der herrschafft Bregenntz vntz 
her gehept guettlich vnnd genedigclich vertragen , Das Er vnns 
dieselb Kcufflich zuegestelt hat, laut der brief darüber aufge- 
richt, vnnd vnns zu vnnsern hannden vberanntwurt, des datum 



aJMmlirh die Im J. 1*51 gekaufte erste Hälfte von Bregen«. Vgl. Heft III. 40. 



G5 

stet am fünfften tag des mouats Septembris des fünff- 
czehenh u ndert drey vnndzwaintzigisten J a r s. Daz 
wir demnach angesehen haben denselben seinen guetten vnder- 
thänigen willen , damit Er sich also gegen vnns vnnd vnnserm 
haws Österreich, in Zuestellung solcher verkaüffüng obberurts 
seins tails gehalten vnnd bewisen hat, vnnd Ime darumb zuer- 
getzlichait solchs Kaüffs vnnd aus sonndern gnaden , von vnnd 
ans vnnser Oberösterreichischen Camer zu Ynnsprugg, Ja r lieh 
Drewhünndert güldin Reinisch oder soüil Lanndlewffiger 
müntz, zu ainem prouison vnnd gnadgelt, sein leben- 
lanng, gewislichen, vnnd one ainichen vertaug zugeben vnnd 
betzalen, vnnd Ime zu ainer noch merern ergeczlichait vnnser 
vogtey zu veltkirch auch sein lebenlanng, vogtsweis 
mitsambt der gewondlichen Burgkhuet vnnd nutzung zulassen, 
hieniit alles Zuegesagt vnnd versprochen haben , thun das auch 
wissenntlich^ in crafft dits brieffs, Also, Daz nun hinfür der ge- 
dacht Graf Hawg vnnser Schloss vnnd Vogtey Veitkirch , sein 
lebenlanng, zu vnnsern vorab vnnd darnach vnnser negsten Er- 
ben hannden, trewlich vnd aufrichtigelich Innehaben, vleyssig- 
clich behueten versorgen vnnd bewaren, auch das yetzt gedacht 
vnnser Schloss pewlich wesennlich vnnd vnwuestlich halten, 
Was aber mergelich gepew daran züthün not weren , dieselben 
mit vnnserm wissen vnnd vergönnen thun , vnns vnnser Obrig- 
kait , herlichkait , gerechtigkait vnnd gewaltsame dartzue gehö- 
rennd, vestigelich hanndthaben, vnns deren nicht entziehen las- 
sen y noch selbs auch nicht dauon entziehen, Was Im aber dar 
Inn zu swär sein würde, dasselb allezeit an vnns oder vnnsern 
hofrat vnnser Oberösterreichischeh Lannde, vnnd was Camer- 
güet berürt an vnnser Verwalter vnnd Räte vnnser Camer zu 
Ynnsprugg, bringen vnnd gelanngen lassen, auch vnnsere vnder- 
thanen vnnd Lewt in vnnser herrschafft vnnd vogtey veltkirch 
gehörig bey Iren freyhaiten alten vnnd gueten loblichen herko- 
men vnnd gewonhaiten hanndthaben vnnd beleiben lassen, vnnd 
Sy darüber nicht tringen noch beschweren, auch darob sein, 
daz geleichs gericht gefürt werde, dem armen als dem Reichen, 
vnns auch das bemelt vnnser Schloss zu allen vnnsern geschaff- 
ten vnnd notturiften offen halten, vnns vnnd die vnnsern so wir" 
dartzüe schaffen werden, als offt des not vnnd begert wirdet, 
IV. 5 



ea 

darein vnnd daraus lassen, vnnd darlnn enthalten wider menigc- 
lich niemands ausgenommen, doch in vnnser selbs Costcn vnd 
Zerung vnnd an seinen mergclichen schaden, auch von demsel- 
ben vnnserm Schloss, on vnnser sonnder erlawben dhainen krieg 
noch angriff an iahen, thun noch treiben, noch sich damit gegen 
den veindten, ob wir die yetzutzeiten haben wurden, befriden, 
noch ainich fridlich anstenndt anneinen , Vnnd wann bemelter 
Graf Hawg mit tod abganngen ist , so sol alsdann solch vnnser 
Schloss vnnd Vogtey, vnns vnnd vnnsern Erben vnnd nachkom- 
men, von stunndan mit sambt allem geschutz, Zewg, varennder 
hab vnnd annderm so Ire damit oder darnach eingeanntwurt 
worden ist, vnnd vnns zuegehört, on alle verrer waigerung vnnd 
einred frey ledigclich widerumb zuesteen vnnd vberanntwürt 
werden , Sonst auch allennthalben vnnsern nutz vnnd frumben 
furdern vnnsern schaden warnen vnnd wennden , vnnd alles das 
thun daz ain getrewer vogt seinem herren zuthun schuldig vnnd 
verbunnden ist, Inmasscn Er vnns solchs alles für sich vnnd 
sein Erben, zuthun gelobt vnnd geschworen , sich des auch ge- 
gen vnns verschriben hat, Tete Er oder sein Erben des aber 
nicht, wes wir dann des schaden nemen, desselben schaden wie 
der genannt were dhainen ausgenommen, sollen vnnd mögen wir 
vnns alsdann zu Ime vnnd aller seiner hab vnd giiet halten 
vnnd des dauon bekommen habhafft vnnd benuegig machen, 
vmierhinndert sein vnnd menigclichs von seinent wegen, Alles 
trewlich vnnd vngeuerlich, Vnnd wir haben Ime darauf alle 
Jar vierhunndert güldin Reinisch zu Burgkhuet zu- 
geben benembt vnnd zuegesagt, so Ime auch alle Jar aus vnn- 
serm hiiebamt zu Veitkirch durch ainen yeden vnnsern hueb- 
maister gegeben vnnd betzalt werden sollen, Dartzue wir Ime 
auch die gewonndlichen Zuestänndt vnnd beynuczungen, als nem- 
lichen alle Jar Vier fueder weins aus demselben vnnserm hue- 
bambt, auch die vischwaiden, Matten, wisen, Paumgarten vnnd 
tagwou, wie dann das vormals annder vnnser Vogt von alter 
her gehebt haben, zuesteen vnnd volgen lassen. Doch soll Er 
ainem yeden vnnserm hoffschreiber so Er in vnnsern Sachen 
vnnd geschafften zubrauchen hat, den Tisch geben, Vnnd ob 
aber gedachtem Graf Hawgen nit gelegen noch fuegelich were 
obberurle vnnser Vogtey zubehalten vnud verwesen, so sollen 



67 

vnnd wellen wir Ine mit ainer anndern Erlichen behawsung ver- 
sehen, vnnd Inie dennocht die Drewhunndert guldin Reinisch 
prouison vnno gnadgelt Järlich sein Lebenlanng ans bemelter 
vnnser Ober Österreichischen Camer, wie vorstet volgen vnnd 
geben lassen, ongeuärlichen , Vnnd emphelhen darauf vnnserm 
getrewen Moritzen Altmanshawser vnnserm gegen wirtigen 
vnnd ainem yeden künfftigen vnnserm huebmaister zu Veitkirch, Daz 
Ir gemeltem Graf Hawgen von Monntfort solch Vierhunndert 
guldin Reinisch Burgkhuet auch die vier Füeder wein alle Jar 
sein lebenlanng, gegen seiner qnittung betzalet vnnd gebet, dann 
was Ir Ime also betzalen vnnd geben, vnnd vnns mit seinen 
quittungen beweisen werdet, das soll Euch in Ewrn Raittungen 
stettigclich gelegt vnnd abgeczogen werden, Das mainen vnd 
wellen wir ernstlich, Mit vrkhunndt dits brieffs, Geben zu 
Ynnspru gg am sechsten tag des monats Septembris Nach 
Cristi geburde , fünffczehenhündert vnnd im Dreyvnndzwainczi- 
gisten Jaren. 

P.(aul) von Liechtenstain. Freyh. zue Kastelkorn stathalter. 

Wilhelm Schurff m. p. 

Commissio Serenissimi Domini 
Principis Archiducis in consilio. 
A. Teuble m. p. 
XCIII. 

Verzicht der Stadt Feldkirch auf ihr vermeintliches 
Privilegium, dass in ihrer Stadt die Güter der unehelich 
Gebornen wie jene der ehelich Gebornen vererbt werden 
könnten, mit dem Versprechen dem landesfürstüchen Fiscus bei 
dergleichen Fällen künftighin an der Einziehung solcher Güter 
nicht mehr hinderlich zu seyn. 

Innsbruck 28. November 1526. 

Zuwissen. Nach dem sich auf Absterben weylennd Frano- 
czen Reberlins, im leben bürger zu Veldkirch gesessen, 
weylennd Jobsten Reberlins. der vneelicher gepurt gewesen ist, 
nachgelassnen Eelichen Suns, zwischen dem Edlen hochgelerten, 
herrn Doctor Jacoben Frannck furter, der Römischen 
künigklichen Mayestat, vnnsers allergnedigisten Herrn Rat vnd 
Oberreichischen Lannd Camerprocurator, auch den Ersamen 
weisen, n, Amman vnd Rat, der Statt Veldkirch. Irrung vnd 



6$ 

spann, von wegen Irer gelassen hab vnd guter, vnd was in dem 
ellem barurt, zugetragen haben. Nemblieh, daz gedachter herr 
Camerprocurator der gemelten Reberlin gelassen hab vnd guter, 
als für erblos, confiscierte, vnd haimgefallne guter angesprochen, 
Vnd aber die von Veldkirch sich beruembt, wie Sy ain alts 
herkomen bey Irer Statt hetten, des Sy auch in gebrauch vnd 
vbüng bisher gewesen, daz bei Inen in der Statt Veldkirch, 
der ledigen vnd vneelichen gebornen, gleich der eelich gebor- 
nen guter geerbt worden warn Welches Ires gebrauchs vnd 
herkomens, Inen der herr Camerprocurator, an stat der kunigkli- 
chen Mayestat, als Lanndsfursten, nit gestannden, sunder das- 
selb zum höchsten widerfochten hat, mit dem anczaigen, daz 
dergleichen Erbschafften der vneelich gebornen personen guter, 
nyemand annderm, dann nur allein der kunigklichen Mayestat, 
als rechtem naturlichen herrn vnd Lanndsfursten, der herrschafft, 
vnd Statt Veldkirch Zugehörig seyen, Derowegen die partheyen 
hieher für der Römischen kunigklichen Mayestat. Vicestatthalter. 
Regennten vnd Camer Rat zu gutlicher vnd rechtlicher hannd- 
lung erfordert vnd erschinen seind. Dieselben von der Regierung 
vnd Camer haben Sy gegeneinannder, ausserhalb rechtens, ver- 
hört, vnd dieweil deren von veldkirch Gesanndten, auf des 
Herrn Camerprocurators widersprechen, Ires berumbten gebrauchs, 
nicht grundtlichs, noch beweislichs, weder mit schrifften, noch 
in annder weg, zu solcher taglaistung, für. oder dargebracht, 
daz Sy dermassen , wie Sy sich berumbt , gefreyt warn. Haben 
Sy sich zugehorsam der kunigklichen Mayestat , als Ires rechten 
naturlichen angebornen herrn vnd Lanndsfursten in namen ge- 
mainer Statt Veldkirch, solches Ires berumens, vnd vermainten 
gebrauchs vnnd rechtens , daz bey Inen der vneelich geborn, 
gleich der eelich gebornen guter geerbt werden solten frcy 
willigklich gennczlich begeben vnd entslagen. Also , daz Sy die 
Römisch kunigklich Mayestat, Iren herrn vnd Lanndsfursten, an 
solchem Ort hinfuran nit mehr verhindern, noch ainich cintrag 
thun. sunder daz sein Mayestat. oder derselben Camerprocurator, 
Iren vnuerhindert, aller vneelicher personen gelassne guter, wo 
die nit eelich geborn Leibs Erben hinder Inen verlassen, erben, 
vnd einczichen lassen sollen, on gcfarde, Diser gutlichen ennt- 
schlahung ist vilgemeltem herrn Camerprocurator, auf sein begern. 



69 

diser brief mit des Yicestatthalterambts Verwalter Herrn Cas pa r ■ 
K u ■ i g 1 s y.u E r n b u r g. Ritter, anhanogendem Innsigl ge- 
ferttigt gegeben worden Beschehen zu Innsprugg am acht- 
ünrizwaiuczigisten tag des Monets Nouerobris. Nach Christi ge- 
purt fnnffzehenhundert, vnd im Sechsunddreissigisten Jar. 

L. S. 

Anmerkung. Die Gebrüder Georg II. und Hugo IV. (nach 
anderer Zählung XI. oder XII.), Grafen von Montfort, der 
Pfannbergischen oder Steyermärkischen Linie, theilten am 29. Oc- 
tober 1515 ihre Besitzungen. Jener erhielt Peckach etc. in der 
Steyermark, dieser die halbe montfortisehe Herrs chaft Bre- 
genz, nämlich die Gerichte Sulzberg mit Rüfensberg, der Bol- 
genach oder Reute, Hofrieden, Thalerdorf oder Grünenbach, 
Simmerberg, nebst der zweiten Hälfte der Stadt Bregenz, die 
er zusammen am 5. September 1523 dem Erzherzoge Ferdi- 
nand I. verkaufte und dessen Vogt zu Feldkirch wurde. Von 
seiner Gemahlin Veronica, Gräfin von Tru chsess-Wald- 
burg-Sonnenberg, kinderlos, war er mehr für seine un- 
ehelichen Kinder, als für seinen Bruder und seine Vettern des 
allmälig sinkenden Geschlechtes besorgt. Diese drei Kinder 
wurden auf des Grafen Bitte von Kaiser Karl V. nicht nur legi- 
timirt, sondern auch nobilitirt, wie es in der betreffenden Ur- 
kunde ddo. Regensburg 24. Juli 1532 (unter den hier ver- 
wahrten Reichsacten) lautet : ..auf sein diemütig , vleissig be- 
te , besonders wegen der annemen , trewen vnd nutzlichen 
Dienste, so er Vns vnd Vnserm lieben Brueder in Zuestel- 
lung des K a u f f s der Herrschaft Bregentz gethan hat, 
Er auch sambt seinen Sönen, so sy zu Irn vogtbarn Jarn kum- 
men , Vnns , gemeltem vnserm Bruder, dem Reich vnd vnn- 
serm Hawss Osterreich wol th&n muegen und sullen. Ferner 
sollen und mügen diese drei Kinder des gemechts vnnd Erbs, 
so Ihnen der Graf Ilaug in seinem Testament vnd letzten willen 
vermachen ordnen und zustellen wirdet, vnuerhindert aller ge- 
schriebner Recht, Ordnung, Statuten, Satzung vnd gewonhaiten, 
so dawider seyn möchten, den wir hiermit allen derogirt haben 
wellen, würdig, empfänglich vnd fähig seyn, von allermennig- 
lich vnoerhindert." Diese drei Kinder, Namens Christoph, 



70 

Daniel und Marina, erhielten somit, ' ob sie gleich noch 
minderjährig waren , unter obgenanntcm Datum die Würde, Ehre 
und Rechte des ehelichen und adeligen Standes mit dem 
Prädicate vonFlugberg und dem hier beigedruckten Wappen, 
wie es jenen Acten beiliegt: 




Dasselbe zeigt zwei aufgethane .rothe Flüge auf dreieckigem 
rothem Berge (Flugberg) im silbernen Felde, und auf dem 
Turnierhelme gleichfalls die zwei rothen Flüge. Sie sollten, 
wie aus einem auf sie bezüglichen Entwürfe zu ersehen ist, 
erst Montsperg, das zu sehr an Montfort erinnert, dann 
Rotberg heissen, für welche Namen, die ausgestrichen sind, 
am Ende Flugberg steht. Er war bis zum Jahre 1531 Vogt 
der österreichischen Herrschaft Feldkirch, worauf der ritter- 
liche Ulrich von Schellenberg (s. Heft III, S. 44, b) zum zweiten 
Male folgte. Auch war er bayerischer Pfleger zu Höchstädt 
und starb im Jahre 1550 als der Letzte dieser Linie. 



71 



Alphabetisches Verzeichniss 



einiger 



Wörter und Wortformen in diesen 
Urkunden. 



X/a diese 64 Urkunden*) von verschiedenen Schreibern in der 
Sprache ihrer Zeit abgefasst sind und überdiess mehrere der- 
selben manche, zum Theile jetzt noch in Vorarlberg fortlebende 
mundartliche Ausdrücke enthalten, so soll — um sie dem 
mit solcher Leetüre minder vertrauten und Jüngern Leser ver- 
ständlicher und belehrender zu machen — am Schlüsse der- 
selben nach einigen sprachlichen Bemerkungen die Erklärung 
mehrerer Wörter und Wortformen, besonders aus dem XIV. 
Jahrhunderte , in alphabetischer Ordnung folgen. 

Selbst ein flüchtiger Blick in dieselben zeigt, dass damals 
noch bei weitem weniger als in unsern sprachforschenden Tagen 
allgemein geltende Gesetze der deutschen Rechtschreibung herrsch- 
ten. Wir finden noch Ueberbleibsel einer frühern bessern Schreib- 
weise, theils in ihrer Reinheit fortgeerbt, theils schon durch 
Unwissenheit und unrichtigen Gebrauch entartet, und, wie natür- 
lich, die Sprache in ihrem allmäligen Uebergange zur Schrift- 
sprache des XVI. Jahrhunderts. 

Unter den XXII Urkunden des vierzehnten Jahrhundertes 
sind ausgestellt in Feldkirch 6, in Torenbüren (Dorn- 
birn) 1 , in andern vorländischen (schweizerisch-schwäbischen) 
Städten 10, in Wien 3, von Kaiser Karl IV. in Nürnberg 1, 
und in Bettlern in Böhmen von K. Wenzel 1. — Am richtigsten 
geschrieben sind die von K. Karl IV. im J. 1347 Xr. XXX und 
die aus Wien vom J. 1360 Xr. XXXII und XXXIII. 



*) Von Nr. XXIX bis XCIII. inclus. 



72 

1. ai statt ei. — Häufig lieset man ai statt ei, und zwar 
schon in der Urkunde vom J. 1336 Nr. XXIX, z. B. über ain, 
«inander, bai'denthalb , ai'd, kain etc., dann Nr. XL tail und 
darnach ertailt. Ich erlaube mir die aus vielfachen Beobachtun- 
gen gewonnene Bemerkung, dass nur Sylben oder Wörter mit 
dem ursprünglichen echten Doppellaut ei, zu denen alle so 
eben beispielsweise genannten gehören, mit ai statt ei geschrieben 
sind; nicht aber Sylben oder Wörter mit dem Doppellaute ei, 
welcher aus dem langen i durch das vortretende e sich bildete, 
und den ich den unechten nennen möchte. Demnach werden 
in diesen Urkunden beleihen (bleiben), leihen , sein (esse), sei- 
nem, Zeiten aus beliben, lihen, sin, sinem, ziten, nicht belai- 
ben, laihen, sain, sainem, zaiten geschrieben. 

2. Das lange ä wird in einigen Urkunden, besonders in 
der Lindauer vom J. 1375 Nr. XXXVII in au gedehnt, z. B. 
uf dez Richs strauss statt üf des richs straze ; dann in den zu 
Feldkirch 1379 Nr. XL und zu Torenbüren 1380 Nr. XLI, 
vielleicht von einem schwäbischen Schreiber ausgestellten 
Urkunden Grauff aus grave; händ oder hawnd aus hänt, haben! ; 
ledig und las oder laus , d. i. los; gelän oder gelawn, d. i. 
gelän, nach statt nach. 

3. e, und zwar das lange e, steht häufig für ae, z. B. in 
Nr. XXIX wer och statt waere ouch, so werint statt waeren 
in XLV, S. 134; denn dieses ae ist als Umlaut aus dem langen 
ä des plur. indic. waren entstanden; das kurze e hingegen ent- 
steht umlautend aus dem kurzen a, z. B. in Nr. XXXII steten 
aus stat (daher unser Amstetten , Seitenstetten etc.), vellen plur. 
von vall Nr. LI, genzlich aus ganz, in LXIV elter aus alt; 
desgleichen elliu (das in einem Theile Schwabens gebräuchliche 
eile) statt alliu, und elklich aus alleklich in der Urkunde XLIV, 
wo es heisst : Glarus elklich (ganz) vnd bi teilen, und XXXIV, 
S. 96, alleklich oder bi teilen. 

4. Das alte gedehnte «erscheint, leider ohne sein Dehnungs- 
zeichen, noch oft und ganz richtig neben denselben und ähn- 
lichen Wörtern, die mit ei geschrieben sind, z. B. bi, dri, 
drien, übe, wibe , wisen etc., welche jetzt bei, drei, dreien, 
leibe, weibe, weisen geschrieben werden. Im obern Vorarlberg 
herrscht noch dieses spitzige, lange i, welches aber Thal für 



73 

Thal gegen Morden hin in's Breite gleitet. Weniger spitz hört 
man diess » im innern Bregenzerwalde, und im vordem lautet 
schon sin schwaches e vor, so dass es daselbst ei heisst, z. B. 
b«, dr#*t, let'bes, weibes, weisen, bis man in der bojoarischen 
Ebene und Mundart statt ei das breite at, gleichsam bat, dra», 
waisen etc. hört. 

5. y, welches in der Zeit, in welcher diese Urkunden 
ausgefertigt wurden , und schon früher hauptsächlich in fremden 
Wörtern, besonders bei griechischen Namen gebraucht wurde, 
erscheint hier gar häufig, z. B. vrytags im J. 1347 Nr. XXX, 
und frei/tag Nr. XXXIII statt vritag oder vritac o); da bey 1360 
Nr. XXXIII, da by statt da bi im J. 1417 Nr. LIII; auf den 
a//d XXXV und bald darauf an ai'des stat; dn/g statt dri Nr. L; 
im dritten iar Nr. XXXIV zu Ende; fridieiten 1363, Nr. XXXIV 
und daselbst S. 96 Friheiten; frye XXXVII; gefryet 1388 
Nr. XLV, gefri^et und fri.yent im J. 1389 XLVI, S. 137; eygen 
1417 Nr. LIII und daselbst etmer, eyns; ye LIII dann auch 
yetz und ytz, czyte statt zite LH; s#g und si'g statt si (sit) 
Nr. XLII und Nr. L, wtyger, Weiher in XXXIV; w#lent in L, 
wjyllar in L und w/ler in XXXIV, S. 94; in Nr. XLII insi/gel, 
obgleich dem Schreiber das lateinische sigillum bekannt seyn 
musste; so an sand Simons tag Nr. XXXVIII, vor sant Hylarien- 
tag Nr. XLI., nach Sant antoni/entag XLIV; Bi/sthumb XLIX, 
und daselbst T//sis. wie auch zu Ende Abbtye und so manche andere. 

6. Das kurze o, das sich in e abschwächte, hat sich be- 
sonders in der Lindauer Urkunde vom J. 1375 Nr. XXXVII er- 
halten, als: an disem offonen brief, offnotunt, d. i. öffneten; 
auch ist daselbst S. 114 zu lesen: er mutot (3 pers. praes. oder 
vielleicht als abgekürztes Praeteritum statt mutote), d. i. muo- 
tet oder muotete. Ferner in XLV und XLVI vnschadlichost 
vnd vnverwustlichost; dann im Torenbürener Briefe vom J. 1380 
Nr. XLI in dem achtzigosten und Nr. L im nuntzgosten järe, 
wie man noch in der Au im innersten Bregenzerwalde spricht. 
Zu bemerken sind in Nr. XXXVII die ganz unrichtigen Formen : 
mit willen im vorgenanto ehlichen manne , mit iro vogtes hand. 






a) Dürfte nicht auch das i sich in y erweitert und dieses wie y geschrie« 
ben worden seyn? 



74 

7. och, och, och und owch, das jetzige auch; bona und 
plur. bom in XXXIV, S. 94; dann bom oder boum und XLVI 
bongart, Nr. XLV im plur. bongarten; kofen oder koufen, 
kaufen u. so andere. 

8. Das lange w, welches sich später in au dehnte, findet 
sich z. B. in hws, mwren (mauern), stimen, wie auch XXXIII, 
S. 87 säumen, und in vielen andern Wörtern. Von ü oder wo, 
das im Umlaute in üe sich bildet, lieset man z. B. gut oder 
gwot, plur. güeter, in diesen Urkunden gewöhnlich guter; in 
Nr. XXXVIII heisst es an guten und gittern, dann XLII allen 
den die du (diu) gut vnn guter inne habint; dafür in LXV üf 
hab und gütern. 

9. Schon in der Anmerkung d) zu Nr. XXIX habe ich kurz 
angedeutet, dass statt der mittelhochdeutschen Ausgangssylbe 
iu, wie sie bei den Beiwörtern, einigen Zahl- und Fürwörtern 
im noin. sing, fem., dann im nom. und accus, plur. neutr. lautet, 
sich in diesen Urkunden häufig ü, u, ü und v zu lesen ist, so 
z. B. in der Lindauer Urkunde vom J. 1375 Nr. XXXVII im 
nom. sing, fem.: du ain frow, du ander frow, dichte frow, 
statt diu ein vrowe , diu ander vrowe (auch kann man dm einiu, 
dtte anderste vrowe sagen) eliclnte vrowe; im acc. sing, müsste 
es „die eliche vrowe" und im nom. und acc. plur. fem. die elichen 
vrowen heissen; ferner du hob XXXIV, S. 93 und 94 du wis 
für diu wise, d. i. die Wiese, daselbst auch du lange wis neben 
die grozz wis; die (acc. plur. nämlich Hute und güeter) unser 
genädigü herrschaft inne hat statt die unser genädigite h. etc. im 
J. 1393 Nr. L. Als Beispiele vom nom. und acc. plur. neutr. 
mögen dienen: andrü stuk statt andrite stücke, unsrte land statt 
unsertte lant XLI; du vorgcnaiitu gut vnd lüt statt dm vorge- 
nannte gut vnd Hute XXXIV, S. 114, wir heinken aignv insigel 
statt wir henken eigent'te insigel Nr. XXXVII und vnsrte, d. i. 
vnserite insigel Nr. L; irte (irtte) eigen ingesigel Nr. XLI. Die 
wechselnden Schreibweisen drei-, dr*?t#-, drete-, drtezehenhundert 
mit dem neutr. plur. iar verbunden, muss, wie am Ende der 
Lindaucr Urkunde vom J. 1375 Nr. XXXVIII, schreibrichtig driti- 
zehcnhundcrt heissen ; allen den die du (dm im acc.) gilt u» 
guter inne habent Nr. XLII. Hicher gehört auch die in der 
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