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Full text of "Arkiv för zoologi"

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LIBRÄRY OF MÄRINE BIOLOGICAL LflBORÄTORY 

WOODS HOLE. MASS. 

LOANED BY AMERICAN MUSEUM OF NATURAL HISTORY 



ARKIV 



FOR 



ZOOLOGI 



UTGIFVET AF 



K. SVENSKA VETENSKAPSAKADEMIEN I STOCKHOLM 



MED 15 AFHANDLINGAR OCH 12 TAFLOR 



UPPSALA & STOCKHOLM 

ALMQVIST & WIKSELLS BOKTRYCKERI-A. -B. 
BERLIN LONDON PARIS 

FRIEDLÄNDER & SOHN WILLIAM WESLEY & SOX LIBRAIRIE C, KLINCKSIECK 

11 CARLSTRASSE 28 ESSEX STREET. STRAND 11 RUE DE LILLE 

1910 



• > 



Häftet 1 iiiiieliållaiule N:o 1—5 utkom den 1 december 1909. 
» 2 » » 0—12 » » 12 april 1910. 

» 8—4 » » 18—15 » » 11 juni 1910. 



^\So<^ 



SJÄTTE BANDETS INNEHÅLL. 



Sid. 

1. HoFSTEN, N. von., Rotatorien aus dem Mästermyr 1 — 116 

2. Trägårdh, I., /SpeZeorcÄe^^es, a new genus af saltatorialTrombidiidae 1 — 14 

3. Lönnberg, E., Xågra fynd af subfossila vertebrater 1 — 28 

4. , Taxonomic notes about palaeartic Reindeer 1 — 18 

5. Mj ÖBERG, E., Xyher Psectra diptera 1 — 15 

6. Nordenson, J. W., Die Nerven und Gefässe der paarigen Flossen 

von Gadus callarias L. Mit 1 Tafel 1 — 22 

7. Trägårdh, i., Contributions towards the metamorphosis and 

biology of Orchestes populi, O. fagi and O. quercus. With 2 plates 1 — 25 

8. Retzius, g.. Om spermiernas form hos de antropoida aporna 1 — 6 

9. Lönnberg, E. and Andersson, L. G., A new Lizard and a new 

Frog from Paranå I — 11 

10. Retzius, G., Till kännedomen om bj^ggnaden af Echinidernas 

ägg, med särskild hänsyn till dess hinnor. Med 1 tafla . . 1 — 18 

11. Adlerz, g., Ghrysis ignita L. och Chr. neglecta Shuck, såsom 

foderparasiter 1 — 7 

12. Retzius, G., Zur Kenntnis der Struktur des Protoplasmas, be- 

sonders in den Eiern der Echinodermen. Mit 2 Tafeln . . 1 — 29 

13. Mj ÖBERG, E., Studien iiber Mallophagen und Anopluren. Mit 

5 Tafeln 1—297 

14. Jäderholm, E., Cber die Hydroiden, welche Dr C. Skottsberg 

in den Jahren 1907—1909 gesammelt. Mit 1 Tafel .... 1— 5 

15. Lönnberg, E., Short comparative notes on the anatomy of the 

Indian Tapir 1 — 15 



ARKIV FOR ZOOLOGI. 

BAND 6. X:o 1. 



Rotatorieii ans dem Mästerinyr (Gottland) iiiul 
einigeii aiulerii scliwediselieii Biiineiigewässerii. 

Von 

NILS VON HOFSTBN. 
(Uppsala). 

Mit 27 Figuren, im Texte. 

Mitgeteilt am 14 April 1909 durch A. WiRÉx und E. Lönnberg. 



Uber die Rotatorierjfaima der meisten zivilisierten Länder 
sind in den letzten zwanzig Jahren, nachdem die grosse Mono- 
graphie von Hudsox & Gosse (1886) das Interesse fiir diese 
Tiergruppe ^^åederbelebt hatte, kleinere und grössere Publi- 
kationen in fast beängstigender Menge erschienen. Zum 
grossen Teil besteht jedoch diese Literatur nur aus Artlisten 
mit öder ohne Beschreib ungen »neuer» Arten, aber jedenfalls 
ohne jeden ^\issenschaftlichen Wert. Die schwedische Rota- 
torienfauna ist indessen so gut väe unbekannt geblieben. 
Schon LiMNÉ iiatte in die Fauna Suecica (1761) ein ein- 
ziges Rädertier, »Ttibipora Urceiis» {= Brachionus urceus 
= Br. ruhens aut.), auf genommen; ob er \™klicli gerade diese 
Art (der Name wurde einem friilier von Schäffer abgebil- 
deten Tier gegeben) beobachtet hat, lässt sich natiirlich nicht 
entscheiden. In neuerer Zeit haben nur zwei schwedische For- 
scher, Jägerskiöld (1892, 1893) und Bergendal (1892 a, 1893, 
1893 a) einige Aufsätze iiber schwedische Siisswasserrotatorien 
veröffentlicht; sie beschränken sich aber ganz auf die Beschrei- 
bung einzelner neuer öder scheinbar neuer Formen. Ausser- 
dem hat Cleve (1899) in einem. Bericht iiber das Plankton 

Arkiv för soolof/i. Band 6. N:o 1. \ 



2 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

einiger lappländischen Seen das Vorkommen zweier pelagischer 
Arten erwähnt. 

Der ans sehwedischen Binnengewässern bekannten, von 
den erwähnten Forschern gefnndenen Arten sind demnach nur 
sechb*, nämlich: 

Ploesoma lenticulare Herrick: Jägerskiöld 1892, 1893, (»(raÄ^ro- 
sciza f oveolata»). 

» hivdsoni Imhof: Jägerskiöld 1892, 1893, {»Gastro- 
sciza flexilis»). 

» triacanthum Bergendal 1892 a, 1893, 1893 a {»Gastro- 
sciza» triacanthum). 
Anapus ovalis Bergendal 1892 a, 1893, 1893 a. 
Anuraea cochlearis Gosse: Cleve 1899. 

» aciileata Ehrbg: Cleve 1899. 

Diese Arten liabe ich alle wiedergefunden. 

Zu meinen hier mitgeteilten Beobachtungen iiber schwe- 
dische Rotatorien wurde ich eigentlich nur durch äussere Um- 
stände gefiihrt. Ich habe vor nunmehr vier Jahren den zoolo- 
gischen Teil einer monographischen Untersuchung des Mäs- 
ter myr, eines grossen Moorgebietes auf der Insel Gottland^ 
iibernommen ; ich wollte dabei natiirlich nicht die Rotatorien, 
welche ja liberall einen wichtigen Teil der mikroskopischen 
Siisswasserfauna bilden, aiisser Acht lassen, da aber bekannt- 
lich die Bestimmiing der meisten dieser Tiere eine Unter- 
suchung in lebendem Zustande erfordert, musste ich selbst 
dieselbe an Ort und Stelle vornehmen. Wenn ich damals 
die Schwierigkeiten, welche einer kritischen Bestimmung von 
Rotatorien im Wege stehen, nur geahnt hatte, so hatte ich 
mich wohl nie auf eine so miihsame und wenig dankbare 
Aufgabe eingelassen. 

Um nicht die in Vorbereitung befindliche hydrofauni- 
stische Monographie des Mästermyr durch allzu viele Ausein- 
andersetzungen iiber die einzelnen Arten und der en Synony- 



•^ Während des Druckes dieser Arbeit ist eine Mitteilung von J. Runn- 
STBÖM: Beiträge zur Kenntnis der Rotatorien fauna Schwedens, (Zool. Anz. 
Bd. XXXIV, Nr 9, Mai 1909, p. 263—279) erschienen. Ich habe seine 
Artliste (dass dieselbe bei der Abschliessung meines Manuskripts unter 
Druck war, war mir vollständig unbekannt), welche 121 Arten und Varie- 
täten (6 jedoch nur marin und 7 nur als »sp;>, ohne Bestimmung der Art 
aufgefiihrt) umfasst, nicht näher beriicksichtigen können, nur seine Art- 
namen, deren Berechtigung ich in einigen Fallen nicht anerkennen känn, 
in meine Synonymenverzeichnisse aufgenommen — Vgl. ferner die Nach- 
schrift. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 3 

mik zu belasten, teile ich hier das Resultat dieser Rotatorien- 
studien mit. 

Ausser in dem Mästermyr habe ich aueh an einigen andern 
Orten einige freilich sehr sporadische Beobachtungen iiber 
die Rotatorienfauna gemacht, deren Ergebnisse ich in diesem 
Zusammenhang mitteile. Diese Örte sind 

1. Mehrere Teiche und Tiimpel in und in der Nähe von 
Uppsala. 

2. Einige Teiche in der Xähe der zoologischen Meeres- 
station Kristineberg bei Fiskebäckskil, an der Kiiste des 
Skagerak, am Eingang des Meerbnsens Gullmaren gelegen, 
ferner ein Teich in der Nähe der Stadt Lysekil, in derselben 
Gegend. 

3. Teiche und Tiimpel bei der naturwissenschaftlichen 
Station Vassijaure (68° 24' n. Br., 520 m. ii. d. M.) und 
bei Abisko (30 km östlich von Vassijaure; 350 m. ii. d. M.), 
beide im lappländischen Hochgebirge.^ 

Ausserdem habe ich einige Planktonproben untersucht, 
welche von den unten genannten Herren in verschiedenen Tei- 
len Schwedens gesammelt und mir bereit^dlligst zur Ver- 
fiigung gestelit worden sind: Dr. I. Arwidsson [aus den beiden 
norrländischen Seen Njuot jåmajaure (Lappland) und 
Storsjön (Gästrikland)], Dr. S. Ekman (aus der Bucht 
Ekoln im Mälaren) und Dr. G. Swenander (aus Kjef- 
lingeå in der Provinz Schonen in durch Abwässer von Zucker- 
fabriken verunreinigtem Wasser). 

Die Anzahl mir bekannter schAvedischer Rotatorienarten 
beträgt 132. Davon stammen 83 aus dem Mästermyr. 

Die Rotatorien sind bekanntlich eine kosmopolitische 
Gruppe, und jeder Vergleich zwischen den Rotatorienfau- 
nen verschiedener Länder ist ziemlich zwecklos. Auch die 
in das Hochgebirge aufsteigenden Arten bilden, wie Zschokke 
in seiner Zusammenstellung der aus den Alpen bekannten Räder- 
tiere (1900) zeigt, keine von den .4rten der Ebene verschie- 
dene Tiergesellschaft, sondern es sind »in der Ebene und im 
Gebirge horizontal weitver.breitete Rotatorien», welche am 
höchsten emporsteigen. Meine eignen leider sehr unvollstän- 
digen Beobachtungen iiber die Rotatorienfauna des nord- 



^ Einige Arten aus dem jämtländischen Hochgebirge, im Sommer 1909 
beobachtet, sind während der Korrektur hinzugefiigt worden. 



4 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAXD 6. 2^:0 1. 

schwedischen Hochgebirges lehren dasselbe. Ich habe dort 
die folgenden 35 Arten gefunden: Rotifer vidgaris, Pliilodina 
roseola, Ph. citrina, Ph. mac7'ostyIa, Ph. liexodonta, Callidina 
elegans, G. bidens, Taphrocainpa annulosa, T. selenura, Furcu- 
laria longiseia, Notommata aurita, N. cyrtopus, Polyarthra 
trigla (platyptera aut.), Diurella sidcata, Rattidus rattus, Dino- 
charis pociUum, Diasciza gihha, D. gracilis, D. lacinulata, D. 
derbyi, D. exigua, D. coeca, Mytilina (Salpina) hrevispina, 
Euddanis dilatata, Diplois daviesicE, CatJiypna luna, Distyla 
jlexilis, Monostyla lunaris, Meiopidia ohlonga {lepadella aut.), 
Metopidia triptei^a, Colurella obtusa, Ploesoma lenticulare, Pl. 
hndsoni, Anuraea cochlearis, Floscidaria ornata. — Plankton- 
proben aus lappländischen Gewävssern habe ich nicht unter» 
sucht, was das fast völlige Fehlen linientischer Arten in der 
obis^en Liste erklärt. 



Ich hatte mir urspriinglich keine andre Aiifgabe, als die 
einer richtigen Bestimmung der Arten gest ellt. Fiir diesen 
Zweck erv/iesen sich aber of t eingehende Auseinandersetzungen 
iiber den äusseren Baii der Arten und iiber das Verhältnis zu 
friiheren Beschreibiingen und zu verwandten Formen nötig. 
Auf den anatomischen Bau bin ich, abgesehen von dem 
Kauap parat, nicht eingegangen und habe daher auf meinen 
Zeichnungen meist nur das fiir den Vergleich verwandter Arten 
untereinander erforderliche mitgenommen, mich aber um eine 
niöglichst genaue Wiedergabe der Formen und Details bemiilit. 

Die Nomenklatur der Rotatorien befindet sich in einem 
Zustand unlibersehbarer Verwirrung. Ich hatte eigentlich be- 
absichtigt, um nicht oft später zu verwerfende Namen an- 
wenden zu miissen, eine Revision der ganzen Rotatorienno- 
nienklatur vorzunehmen, dieser Vorsatz ist aber auf uniiber- 
windliche Sch\^ierigkeiten gestossen, v/eil mir teils einige 
ätteren Werke fehlen, teils auch die hierfiir erforderliche 
Kenntnis der Infusorien, deren Nomenkla.tur vielfach mit 
derjenigen der Rotatorien verflochten ist. Ich habe mich 
daher damit begniigen miissen, soweit möglich die Namen 
der Arten richtigzustellen. Die Gat tungsnamen dagegen 
habe ich nur in einzelnen, besonders einleuchtenden Fallen 
verändert, sonst aber die alten seit Eheenberg und Hud- 
son & Gosse allgemein gebrauchten Namen angewendet. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MASTERMYR. 5 

Wer eine voUständige, selir erwiinschte Revision der Nomen- 
klatur vornehmen will, wird bald eine Fiille von alten, jetzt 
ganz vergessenen Namen entdecken (bei Schrank, Lamarok, 
BoRY DE St. Vincent 11. s. w.), weiche an Stelle einiger in 
der neueren Literatnr eingebiirgerter Gattungsnamen treten 
miissen. 

Eine sichere Iden tifizier ung der Arten mit denjenigen der 
friiheren Autoren stösst bekanntlich auf grosse Schwierigkeiten, 
und absolute Sicherheit ist of t nicht zu erzielen. Die längere 
öder kiirzere Entfernung der Zeit, in welcher die Arten zuerst 
beschrieben worden sind, spielt dagegen liierbei eine kleinere 
Rolle, da die neueren Beschreibungen und Abbildungen oft 
sogar weniger exakt sind, als die allerält esten. Ich habe es 
daher fiir richtig gehalten, die ältesten, vergessenen Namen in 
allén Fallen, wo ihre Zugehörigkeit zu von mir gefundenen 
Arten fast sicher erscheint, wiederherzustellen. Es sind liier- 
durch zahlreiclie Veränderungen in der Nomenklatur zustande- 
gekommen, dieselben sind aber deshalb weniger zu bedauern, 
weil die alten eingebiirgerten Namen sich bei einer nälieren 
Priifung oft aus anderem Grunde als ung ul tig erweisen; in 
andern Fallen war die Wiederaufnahme der ältesten Namen 
nötig, um die Namen der fiir dieselben aufgestellten Gattungen 
behalten zu können. 

Die Rotatorienliteratur ist bekanntlich zum Teil in seb.wer 
zugänglichen Publikationen niedergelegt. Es ist mir auch 
nicht gelungen, alle Schriften, in welchen Angaben uber die 
von mir näher behandelten Arten vor kommen können, zu 
beschaffen, da ich aber mit einer Ausnahm,e die Beschreibung 
neuer Formen vermeiden konnte, ist hiermit höch stens die 
Ungelegenheit verbunden, dass ich vielleicht einige bekannte 
Tatsachen als neu geschildert habe. 

Die einzigen neueren Arbeiten, in welchen die Rotatorien- 
Arten vvirklich kritisch behandelt sind und weiche daher bei 
der Bestimmung von Rädertieren von grossem Nutzen sind, 
sind die folgenden: 

Die grosse Monographie Webers (1898). 

Die Arbeiten Rousselets iiber einige Pterodina- Arten 
(1898) und iiber das Genus Synchceta (1902). 

Die Monographie Jennings' (1903) iiber die Rattuliden. 

Die Arbeit Dixon-Nuttals (1903) iiber das Genus Dia- 
sciza. 



6 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

Gute Abbildimgen gibt auch Voigt (1904). 

Von älteren Arbeiten is t ja die grosse Monographie von 
Hudson & Gosse immer noch eine mchtige Quelle fiir die 
Kenntnis der Eotatorien, durch das kritiklose Auf stellen neuer 
Arten und durch die ungenaue Wiedergabe der Formen und 
Proportionen der abgebildeten Tiere (das Gesagte gilt eigentlich 
nur von den Figuren Gosses) bringt sie aber jedem moder- 
nen Beobacliter fast mehr Ärger als eigentlichen Nutzen. 
Viel naturgetreuer und besonders viel richtiger in den Details 
sind of t die etwa 50 Jahre älteren Abbildungen Ehrenbergs, 
welche sogar in einigen Fallen heute noch die besten existie- 
renden sind. 

In der systematischen Aufstellung folge ich Wesenberg- 
LuND (1899, 1904), dem einzigen Verfasser, der ein auf den 
anatomischen Bau gegriindetes System aufzustellen versucht 
hat. 

Die vielen Arten beigefiigten Synonymenverzeichnisse 
und Literaturhinweise sind nur bei einigen besonders ausfiihr- 
lich behandelten Arten einigermassen vollständig, sonst sind 
nur solche Literaturangaben und Synonyme angefiilirt, auf 
welche im Text eingegangen worden ist. Stets sind aber nur 
von Figuren (öder ausnahmsweise von klaren Beschreibungen ) 
begleitete Literaturangaben beriicksichtigt worden. Bei blos- 
sen Fundangaben muss stets, wenigstens sofern es sich um 
kritische öder weniger bekannte Rotatorien handelt, die Rich- 
tigkeit der Bestimmung stark in Zweifel gezogen werden. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 7 

Digononta. 

Ordn. Bdelloida. 

Fam. Philodinidae. 
Genus Rotifer Cuvier. 

1. Rotifer vulgaris Schrank.^ 

Fundorte: Mästermyr Juli, August 1905, Juli, August 
1906, Uppsala April, Juni, September, Oktober 1908, Lysekil 
(Bohuslän) Mai 1908, Vassijaure (Lappland) Juli 1907, Abisko 
(Lappland) Juli 1907, Juni 1908. 

2. Rotifer tardigradus Ehrbg. 

(Syn. Rotifer tardtis aut.) 

Rotifer tardigradus Ehrenberg 1830, p. 48. 

» tardus Ehrenberg 1838 p. 490, Taf. LX, Fig. 8. 
Fundort: Lysekil (Bohuslän) Mai 1908. Vereinzelt. 

3. Rotifer elongatus Weber. 
Fundort: Uppsala September 1909. Häufig. 

4. Rotifer macrurus Ehrbg. 
Fundort: Storlien (Jämtland) Juli 1909. 

Genus Philodina Ehrbg. 
5. Philodina roseola Ehrbg. 

Fundorte: Mästermyr Juli, August 1905, Juli 1906, 
April 1907 (stets sehr häufig) Uppsala Kristineberg (Bohus- 
län) Mai 1908, Abisko (Lappland) Juli 1907, Juni 1908, Vassi- 
jaure (Lappland) Juni -1908. 

^ Es vare vielleicht richtiger, den älteren von Pallas (1766) gege- 
benen Artnamen rotatorius wieder aufzunehmen, da das von Baker (1753) 
sehr natnrgetreu abgebildete Tier (»Wheel-maker»), das von Pallas den 
Namen Brachionus rotatorius erhielt, wohl sicher keine andre Art als den 
häufigen R. vulgaris vorstellt. Der Artnahnie vulgaris wurde von Schrank 
der Vorticella rotatoria Mullers (1773, 1786) gegeben, welche noch sicherer 
(Muller has z. B. die Augen gesehen) mit R. vulgaris identisch ist. Um 
die Verwerfung des eingebiirgerten Namens vulgaris zu vermeiden, känn 
man wohl das Tier Bakers und Pallas' flir unbestimmbar erklären; der 
Name rotatorius Miiller muss dann natiirlich ebenfalls wegfallen und der 
der von dem letztgenannten Forscher beschriebenen Art später gegebene 
Name vulgaris wird giiltiger Name der Art. 



8 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (>. N:0 1. 

6. Philodina citrina Elirbg. 

Fundorte: Uppsala Juni, September 1908, Kristineberg 
(Bohuslän) Mai 1908, Vassijaure und Abisko (Lappland) Juli 
1907. Vereinzelt. 

7. Philodina megalotrocha Ehrbg. 

Fundort: Mästermyr August 1906. Vereinzelt. 

8. Philodina macrostyla Ehrbg. 

Philodina macrostyla Ehrenberg 1838, p. 500, Taf. LX, 
Fig. 7. 

» tnherculata Gosse 1886, Vol. I, p. 102. 

» macrostyla Hudson 1889, d. 7, Taf. XXXII, 

Fig. 6. 

» » Western 1890, p. 87. 

» » Bergendal 1892, p. 22—23, Taf. I, 

Fig. 1-3. 

» » Janson 1893, p. 52, Taf. II, Fig. 23. 

» » VoiGT 1904, p. 14. 

» tuberculata Voigt 1904, p. 14, Taf. II, Fig. 8. 

Ph. tuberculata Gosse wurde von Hudson (1889, p. 7) 
mit Ph. macrostyla Ehrbg vereint, weil der einzige Unterschied 
gegen die letztere in dem Vorhandensein von »rough tubercles » 
auf der Oberfläche der Haut besteht. Nach Hudson ist nun 
aber die Haut auch bei Ph. tuberculata glatt und farblos; 
»for when tuberculata is put into clean water, it dröps its 
fioccose covering and appears free from spine or tubercle»; 
auch Gosse gibt iibrigens nach Hudson zu, dass ^Ph. tuber- 
culata has no tubercles». Dieser Ansicht schliessen sich auch 
Western, Bergendal und Janson an. In seinem Ver- 
zeichnis der Rotatorien der Umgebung von Plön nimmt in- 
dessen Voigt beide Arten auf und charakterisiert Ph. tu- 
berculata f olgendermassen : »Cuticula mit braungefärbten in 
ununterbrochenen Längsreihen stehenden, diinnen Stäbchen 
besetzt. Vier Zehen. Zahnformel ^/.3.» Mit dieser Beschrei- 
bung und mit der beigefiigten guten Abbildung stimmen die 
von mir gefundenen dreizähnigen, langzehigen Philodinen 
vollständig iiberein. Die Cuticula war meist mit einer dichten 
Schicht mit einander verklebter Stäbchen besetzt, ganz wie 
es Votgt beschreibt. Bei stärker Quetschung T^oirde aber diese 
Schicht abgestreift, und die Haut erschien glatt und farblos. 



N. V. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MASTERMYR. 3 

Ein Exemplar aus dem Mästermyr imcl mehrere Exemplare 
aus Vassijaure (Lappland) hatten iibrigens schon von Anfang 
an eine glatta, farblose Haut. Die Identität von Ph. macro- 
styla und Ph. tuberculata scheint mir daher iiber allén Zweifel 
erhaben. 

Was die Natur der die Cuticnla bedeckenden Gebilde 
betrifft, so spriclit, wie gesagt, Gosse von »rough irregular 
tubercles», Voigt von »diinnen Stäbchen». Hudson und 
Janson glaubten, dass es sich nur um fremde, an der klebrigen 
Haut haftende Körperchen handle. Bei näherer Betracli- 
tung der Stäbcben (siehe auch die naturgetreue Ibbildung 
VoiGTs) erkennt man sogleich, dass dieselbe keine Schmutz- 
teilchen o. dgl. darstellen, andrerseits aber auch, dass sie keine 
Bestandteile der Cuticula sind. Wahrscheinlich handelt es 
sich um stäbchenförmige Aussonderungsprodukte von Haut- 
driisen; bei stärker Vergrösserung sieht man in der Tat, dass 
sie etwas unregelmässig, niclit gleich läng, und halbdurchsich- 
tig sind, etwa wie gewisse (jedoch in der Epidermis steckende) 
»Schleimstäbchen » der Turbellarien. — Die Stäbchenschicht 
ist klebrig und bisweilen teilweise von fremden Partikelchen 
bedeckt, was die Auffassung Hudsons und Jansons erklärt. 

Fundorte: Mästermyr Juli, August 1905, Juli 1906, 
April 1907, Uppsala Juni 1908, Vassijaure (Lappland) Juli 1907, 
Juni 1908, Abisko (Lappland) Juli 1907. 

9. Philodina aculeata Ehrbi,. 
Fundort: Storlien (Jämtla^nd) Juli 1909, Uppsala Sep- 
tember 1909. 

10. Philodina hexodonta Bergendal. 

BerCtENDAL 1892, p. 24—25. 

Biese Art wurde von Bergendal ohne Beifiigung von 
Figuren aufgestellt, sie diirfte aber dennoch aufrecht erhalten 
werden können, da sie sich in der Zahnformel scharf von allén 
andern Arten der Gattung unterscheidet. Ich fand ein einziges, 
leider nicht näher studiertes Exemplar einer Philodina-Art, 
welche ich. wegen des Baues des Kauapparats liieher stelle. 
Die Zahl stärker hervortretenden Zähne der Kiefer ist 6, der 
tJbergang zu den hinteren schwachen Zähnen ist aber ein ganz 
allmähiicher, und die angegebene Zahl ist daher ziemlich will- 
kiirlich. Charakteristisch ist die Form des Kauapparats: 



10 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

derselbe ist am breitesten gleich hinter dem vordersten Viertel 
und der hintere Teil ist sehr stark verschmälert. 
Fiindort: Vassijaure (Lappland) Juli 1907. 

Genus Callidina Ehrbg. 

11. Callidina elegans Ehrbg. 

Die Anzahl der deutlich sichtbaren Querleisten der Kau- 
platten war an meinen Exemplaren oft kleiner als bei der 
typischen C. elegans (8—9 öder sogar 7; in anderen Fallen 
jedoch 9— xll). Im iibrigen (Länge der Sporen und des Ten- 
takels) stimmt meine Form jedoch besser mit der Ehren- 
BERGschen Art iiberein, wie sie von Janson (1893) beschrieben 
wird, als mit Callidina constricta Dujardin, welche 8 Quer- 
leisten besitzt. 

Fundorte: Mästermyr Juli 1906, April 1907, Lysekil 
(Bohuslän) Mai 1908, Vassijaure (Lappland) Juli 1907, Abisko 
(Lappland) Juni 1908. Meist vereinzelt. 

12. Callidina constricta Dujardin. 

Zu dieser Art stelle ich eine Callidina -Form, welche sich 
von den vorigen hauptsächlich durch die kiirzeren und breite- 
ren Sporen unterscheidet. Der Kauapparat ist breiter, die 
Anzahl der gröberen Querleisten an dem einzigen von mir 
näher untersuchten Exemplar nur 6 (nach Janson 8); Länge 
des Kauapparats an diesem Exemplar nur etwa 11 [i (nach 
Janson O* 01 54 -O* 01 76 mm.). Farbe blass rot. 

Fundort: Uppsala April 1908. Vereinzelt. 

13. Callidina socialis Kellicott. 
Fundorte: Mästermyr Juli, August 1906, LTppsala Ok- 
tober 1908. Zahlreich auf Asellus aquaticus. 

14. Callidina bidens Gosse. 
Fundorte: Uppsala Juni 1908, Lysekil (Bohuslän) Mai 
1908, Vassijaure (Lappland) Juli 1907. Die lappländischen 
Exemplare waren leicht gelblich gefärbt. 

15. Callidina quadricornifera (Milne). 

MiLNE 1885. 

Janson 1893, p. 63, Taf. IV, Fig. 50. 

VoiGT 1904, p. 8. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEX AUS DEM MÄSTERMYR. 11 

Diese seltene Art ist leicht kenntlich durch die eigentum- 
lichen dorsalen Anhänge des let z t en Rumpf segments. Ich 
finde dieselben fast ebenso läng wie die Sporen, doch nicht so 
schmal und spitz wie auf der Figur Jansons sondern breiter 
und mit rundlichen Spitzen. Die Farbe ist leicht gelblich- 
braun, die Haut fein punktiert. 

Diese Art ist, meines ^\dssens friilier nur von Milne (Um- 
gebung von Glasgow), Voigt (Umgebnng von Plön) wie es 
scheint auch von Janson, der aber kein Fundort angibt, be- 
ob.^chtet worden. 

Fundort: Ein einziges Exemplar in einem Teich des 
Botanischen Gartens zu Uppsala (Juni 1908) wahrscheinlich 
in nur zufällig unter dem Wasser untergetauchtem Moos 
(von Milne und Voigt wurde die Art in Moospolstern gefun- 
den). 

16. Callidina tetraodon Ehrbg. 

Fundorte: Mästermyr April 1907, Uppsala Juni 1908. 
Vereinzelt. Auch diese Art, friiher nur von Ehrenberg 
(1848), Janson (1893) und Voigt (1904), gefunden, ist eine 
Moosform, und das Vorkommen in Wasser daher nur ganz 
zufäUig. 



Monogononta. 

Ordii. Notommatida. 

Unterordn. Notommatinae. 
Faiii. Notommatidae. 

Genus Pleurotrocha Ehrbg. 

Der Typus der Gattung Pleurotrocha ist die seit Gosse 
(1886) von allén Verfassern Proales ^Mromyzon genannte Art, 
fiir welche allein die Gattung urspriinglich von Ehrenberg 
aufgestellt wurde. Die iibrigen 6 Arten, welche Gosse zu 
seinem Genus Proales rechnete, sind daher, sofern sie sich nicht 
als zu anderen systematischen Einheiten gehörig erweisen, 
ebenfalls zu Pleurotrocha zu stellen, und der Name Proales 
ist vorläufig zu streichen. Die Gattung Pleurotrocha hat seit 



12 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. X:0 1. 

1838, z. B. in Hudson & Gosse 1886, nurdie wenigbekannte 
Pl. constricta Ehrbg, und die beiden zweifelhaften Pl. levtura 
Ehrbg und Pl. gibha Ehrbg umfasst. Fiir diese Art (öder Ar- 
ten), welche sich durch die horizontale Wimperscheibe und 
durch das Fehlen von Augen von den i^rten der wirklichen 
Gattung Pleurotrocha {= Proales aut.) unterseheidet, ist ein 
neuer Gattungsname zu sehaffen. Da ich selbst die genannte 
Art nur sehr oberflächlich kenne und da die Unterschiede 
gegeniiber den echten Pleurotrocha-Aiten nicht sehr durch- 
greifend sind, lasse ich sie j ed och vorläufig den alten Ge- 
nusnamen behaiten. Zweifelhaft ist die Stellung von »Proales» 
candata Bilfinger. Ich stelle sie provisorisch zu Pleurotrocha, 

17. Pleurotrocha petromyzon Ehrbg. 
(Syn. Proales petromyzon aut.) 

Pleurotrocha Petromyzon Ehrenberg 1830, 1831. 
Notommata » Ehrenberg 1838. 

Proales » Gosse 1886. 

F u n d o r t : Mästermyr Juli 1906. Vereinzelt. 

18. Pleurotrocha decipiens (Ehrbg). 
Fundort: Uppsala September 1909. 

19. Pleurotrocha constricta Ehrbg. 

Pleurotrocha constricta Ehrenberg 1831, 1838, p. 419, 

Taf. XLVIII, Fig. 1. 
» » ElIRENBERG 1831, 1838, p. 419, 

Taf. XLVIII, Fig. 2. 
» » ? Gosse 1886, Vol. I, p. 19, Taf. 

XVIII, Fig. 3. 
» leptura ? Gosse 1886, Vol. II, p. 20, Taf. 

XVIII, Fig. 4. 
» gibba'^. Gosse 1886, Vol. II, p. 20, Taf. 

XVIII, Fig. 5. 
Mit dem oben angef iihrten Namen bezeichne ich eine Art, 
die mit den Beschreibungen Ehrenbergs und Gosses ziemlich 
•iibereinstimmt. 

Gosse fand von seiner Gattung Pleurotrocha (vgl. oben) 
nur drei Exemplare, die er sogleich den drei verschiedenen 
EHRENBERGschen Arten Pl. constricta, leptura und gibba 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 13 

zuteilte; so wie die Beschreibungen jetzt vorliegen, diirften 
die drei Formen Gosses sicher einer einzigen Art angehören. 
Von den drei Arten Ehrenbergs sind Pl. constricta und lejy- 
tura sicher identisch, während Pl. gihha, wenn die Zeiclinung 
richtig ist, kaum zu derselben Art gehören känn. 

Der Körper ist zylindrisch und schlanker als ihn Gosse 
zeichnet. Die Zehen sind kiirzer, gerade und fast gleichbreit, 
gegen das Ende hin ziemlich plötzlich zugespitzt. Der Kau- 
apparat wurde niclit genauer analysiert. Icli unterschied ein 
kurzes stabförmiges Fulcrum und zwei länge, schmale und 
etwas gebogene Manubria. Das Räderorgan biidet eine, wenn 
der Körper vollständig ausgestreckt ist, fast ganz ventral- 
gestellte Scheibe. Länge des ganzen Tieres 140 [j. 

Fundort: Mäster myr Juli 1906. Vereinzelt. 

20. »Pleurotrocha» caudata (Bilfinger). 

ProaUs caudata Bilfinger 1894, p. 46, Taf. II, Fig. 3 
und 4. 
» » VoiGT 1904, p. 43—44, Taf. III, Fig. 

20 a, h. 

Diese ausser von ibrem Entdecker nur noch von Voigt 
beobachtete, durch iliren dorsalen Stachel leicht kenntliche 
Art habe icli im Mästerm^T dreimal, jedesmal in einem ein- 
zigen Exemplar, gefunden. Das eine Exemplar w^ar sehr 
schlank, aucli in Seitenansicht, der Körperform nach mit den 
Zeichnungen Votgts iibereinstimmiend, an den beiden andern 
aber war die Riickenseite ebenso stark gewölbt wie auf den 
Figuren Bilfingers. Dieser Wechsei in der Körperform be- 
ruht jedoch nur auf der verschieden starken Entwicklung des 
Ovariums und auf dem Fiillungszustand des Magens. 

Eine Längsfaltung der Cuticula (Voigt) wurde niclit 
beobachtet. 

Fundorte: Mästermyr August, September 1905, April 
1907. Vereinzelt. 

Genus Taplirocampa Gosse. 

21. Taphrocainpa annulosa Gosse. 

Fundorte: Mästermw August 1905, Juli 1906, Uppsala 
September 1908, Vassijaure und Abisko (Lappland) Juni 1908. 



14 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

22. Taphrocampa selenura Gosse. 
Fundort: Vassijaure (Lappland) Juli 1907. Vereinzelt. 

Genus Copeus Gosse. 

23. Copeus centrurus (Ehrbg). 
(Syn. Copetis lahiatus aut.). 

Notommata centrura Ehrenberg 1832, 1833, 1838. 

» copeus Ehrenberg 1833, 1S38. 

Copeus lahiatus Gosse 1886. 
» Ehrenhergii Gosse 1889. 
» lahiatus Weber 1898. 
» » RUNNSTRÖM 1909. 

Die Identität der beiden Arten Ehrenbergs mit dein 
Copeus lahiatus Gosse ist, wie es scheint, schon von Weber 
erkannt, der aber trotzdem noch den jiingeren Namen Gosses 
braucht. 

Fundorte: Uppsala Oktober 1908, Kristineberg (Bo- 
huslän) Mai 1908. Vereinzelt. 

24. Copeus caudatus (Collins). 
Fundort: Storlien (Jämtland) Juli 1909. 

Genus Furcularia Lamarck.^ 
25. Furcularia longiseta (Miiller). 

Fundorte: Mästermyr August, September 1905, Juli 
1906 (häufig), Uppsala Juni, Oktober 1908, Abisko und Vas- 
sijaure (Lappland) Juli 1907. 

26. Furcularia forficula Ehrbg. 
Fig. 1. 

Furcularia forficula Ehrenberg, 1838, p. 421, Taf. XIVIII, 
Fie. 5. 



^ Von den urspriinglich in der Gattung Furcularia enthaltenen Arten 
wurde von Ehrenberg (1838) keine einzige innerhalb derselben belassen. 
Hudson & Gosse (1886) und die meisten späteren Verfasser haben wieder 
eine der LAMAECKschen Arten, F. longiseta (Miiller), in die alte Gattung 
versetzt. Diese ist aber, wie es scheint, von den iibrigen jetzt zu dem 
Genus gerechneten Arten ziemlich verschieden und wird oft zu einer eignen 
Gattung, Monommata Bartsch 1870, gestelit. Will man die jetzige Gattung 
Furcularia zerlegen, muss man natiirlich in anderer Weise verfahren. 



N. V. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 15 

Furcularia forficida Eckstein 1883, p. 375, Taf. XXVI, 
Fig. 44. 

» » Gosse 1886, Vol. IT, p. 41, Taf. XX., 

Fig. 1. 

» tubiformis K ing 1893, p. 137, 2 pls. 

» trihamata STEi<iROOS 1898,p. 133, Taf.II,Fig. 14. 

» forficula » » »132, » I, » 29. 

» » WEBERl898,p.473,Taf.XIX,Fig 1— 2. 

» » VoiGTl904,p. 44, Taf. III, Fig. 21a, b. 

Diese Art besitzt in der eigentiimlichen Bezahnung der 
Zehen ein sehr charakteristisches Merkmal, durch welches sie 
sofort zu erkennen ist. Die Anzahl der Zähnchen scheint je- 
doch variabel zu sein, wenn auch ein Teil der verschiedenen 
Angaben auf ungeniigender Beobachtung beruhen diirfte. 
Nach Ehrenbehg ist jede Zehe nahe der Basis mit zwei »Zac- 
ken» versehen, die eine vor der andern sitzend. Gosse, dessen 
Figuren, wie in so vielen andern Fallen, viel schlechter sind als 
diejenigen Ehrenbergs, zeichnet nur einen Zahn, seine An- 
gaben im Text sind sehr unklar, in der Diagnose steht aber: 
»toes two, furcate, blade-shapc d, the ventral edge of eaeh 
notched vath two strong teeth». Offenbar hat er Ventral- 
und Dorsalseite verwechselt. Eckstein schreibt nur: »Die 
Zehen sind am hinteren Rand gezackt und nach oben ge- 
kriimmt.» Von neueren Verfassern machen nur Stenroos, 
Weber und VoiGT ausfiihrlichere Angaben iiber die Art. 

Stenroos zeichnet nur einen einzigen Zahn ziemlich weit 
von der Basis entfernt (Taf. I, Fig. 29), er beschreibt aber 
gleichzeitig eine »neue» Art F. tnhamata, deren Zehen mit 
drei Zähnen versehen sind, »von welchen zwei auf einem Vor- 
sprung an der Basis und einer von diesem entfernt stehen» 
(Taf. II, Fig. 14). Andre Unterschiede gegen F. forficula 
werden nicht erwähnt und die Art ist natiirlich mit dieser 
vollkommen identisch; in Profilansicht bekommen ja die 
Zehen von F. trihamata ganz dasselbe Aussehen, wie auf der 
Figur Ehrenbergs. Weber, der auch die Identität der Ar- 
ten eingesehen hat, räumt jedoch ein, dass F. t] ihamata eiixe 
Varietät sei; dies scheint mir eher fiir die von Stenroos als F. 
forficula bezeichnete Art zu gelten, wenn die Angabe, dass 
nur ein Zahn vorhanden sei, richtig ist. 

Weber findet vor dem hinteren grösseren Zahn »une 
rangée de quatre a six dentelures» (p. 475, Taf. 19, Fig. 1 — 2.) 



16 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. Is.O 1. 



VoiGT beobaclitete »auf der Unterseite der Zehe eine 
Eeihe von vier kleinen Zähnchen, auf welche nach dem freien 
Ende der Zehe hin ein grösserer Zalm f olgte » imd gibt eine 
sehr gute Abbildung der Zehen (Taf. III, Fig. 21 a). 

Ich selbst finde dieselben Verhältnisse wie die letztge- 
senannten Verfasser, und zwar ist die Anzalil der kleinen 

-o ' 

Zähnchen der vorderen Reihe an den genauer untersuchten 



\Å 






1>T<I 



Fig. 1. Furcularia forficula Ehrbg. a von der 

Bauchseite; 6 von der Ruckenseite; c Zehe 

schräg von der Seite; d Stacheln einer Zehe 

von oben; e Fuss und Zehe von der Seite. 



F^xemplaren drei; sie sitzen auf einer gemeinsamen gebogenen 
Chitinleiste (Fig. 1 c— d). Ihre Grösse wechselt stark; bis- 
weilen sind sie ebenso läng wie der grössere Zahn. Die Ba- 
salteile der Zehen sind tast blåsig aufgetrieben, die Enden 
sehr fein zugespitzt. —Die Anzahl der Zähnchen der vorderen 
Reihe scheint demnach zwischen 2 und 6 zu schwanken. Die 
.älteren Angaben von nur zwei Zähnchen, das eine vor dem 



N. v. .HOFSTEN, ROTATORIEN A US DEM MÄSTERMYR. 17 

andern, und diejenige Stenroos' von einem einzigen Zahn 
an 3 eder Zehe bediirfen noch der Bestätigimg. 

Was die iibrige Organisation anbelangt, so känn ich zu 
den frliheren Beschreibungen folgendes fiigen. 

Die Ciiticula legt sich of t in konstante Fälten; am mei- 
sten hervortretend sind eine dorsaie und zwei ventrale Längs- 
f al ten der Rumpfcuticula (Fig. 1 a — h). 

Das Auge ist niclit, wie von allén frliheren Autoren an- 
gegeben wird, einfach, sondern besteht aus zwei benachbarten 
aber deutlich getrennten roten Pigmentflecken, zwischen 
welchen eine deutliche »Linse» liegt (Fig. 1 a — h). 

Masse: Länge 180—230 [J.. Zehen 52—58 (j.. 

Fundorte: Mästerm}^: Juli, August, September 1905, 
Juli 1906 (häufig). 

Genus Diglena Ehrbg. 
27. Diglena caudata Ehrbg, 

Diglena caudata Eiirenberg 1833, 1838, p. 445—446, 
Taf. LV, Fig. 6. 
» » Gosse 1886, Vol. II,p. 51—52, Taf. XIX, 

Fig. 8. 
» pachida Cosse 1889, p. 29, Taf. XXXI, Fig. 22. 

Diglena caudata Ehrbg hat vielleicht zwei öder drei 
ältere Synonyme, nämlich »VorticeUa» furcata Miiller 1773, 
1786 und sehr wahrscheinlich »VorticeUa» togata Muller 1786 
(p. 294, Taf. XLII, Fig. 8) und Diglena cavitata Ehrbg 1830, 
1838 (p. 445, Taf. LV, Fig. 5), doch ist die Identität mit diesen 
nicht so sicher, dass ich eine Veränderung des Namens ge- 
boten finde. 

Als ein Synonym betrachte ich Digl. pacJiida Gosse; eine 
Aveitere Begriindung dieser Ansicht ist iiberfliissig. 

Nach Gosse ist seine D. caudata ausser durch die langen, 
geraden Zehen besonders leicht kenntlich durch die beständi- 
gen, charakteristischen Formveränderungen des Körpers 
(»constantly contracting into indescribable shapes . . . with 
various sharp folds and angles»). Meine Form stimmt in 
ihrem Habitus mit dieser Beschreibung und mit den Figuren 
Gosses gut iiberein, in zwei Punkten weicht sie aber von 
seiner Beschreibung ab. Erstens sind die Zehen zwar stark 
und allmählich gegen die Spitze hin verschmälert, sie enden 

Arkiv för zoologi. Band 6. K:o 1. 2 



18 ARKIV rÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. ' 

aber nicht in eine scharfe sondern in eine stumpfe Spitze; 
bei schwacher Vergrösserung känn man sie jedochleicht flir 
scharfspitzig halten. Zweitens besitzen meine Exemplare 
zwei kleine nahe bei einander liegende frontale Pigmentaugen, 
Avährend Gosse keine gewöhnlichen Augen fand, nur »two 
colourless globules of considerable size and of somcwhat irre- 
gular outline, placed wider apart than in Ehreis^bergs figure 
at the ver3^ front». Da aber Eheexberg, dessen Figuren im 
iibrigen denjenigen Gosses und meinen eignen Skizzen sebr 
ähnlich sind, zwei rote einander mehr genäherte Augen be- 
sebreibt, ist meine Art als tjrpisch anzusehen; ob Gosse sicli 
geirrt öder eine andere Art öder Varietät beobachtet hat, 
lasse ich dahingestellt sein. 

Fundort: Mast ermyr Juli, August 1905, April 1907. 

28. Diglena forcipata (Miiller). 
Fundort: Mästermyr August 1905. 

29. Diglena circinnator Gosse. 
Fig. 2. 

Gosse 1886, Vol. II, p. 50—51, Taf. XIX, Fig. 4. 

BiLFIXGER 1894, p. 47. 

Weber 1898, p. 490-^492, Taf. XIX, Fig. 10-^11. 

VoiGT 1904, p. 47. 

Diese Art ist seit ihrer Entdeckung nur von BilfesGer, 
Weber und Voigt beobachtet worden. Da auch Weber eine 
verhältnismässig unvollständige Beschreibung gibt, mil ich 
die Art etwas ausfiihrlicher schildern. 

Der Körper hat nach Gosse eine sehr eigentiimliche Ge- 
stalt, indem die Riickenseite des Rumpfes stark angeschwollen 
ist (Taf. XIX, Fig. 4 a). Auch Weber schreibt: »Corps fusi- 
forme, dont la face dorsale est fortement bombée, la face ven- 
trale plane », an seiner Figur, welche das Tier nur in Dorsal- 
ansicht wiedergibt, tritt aber die Anschwellung viel weniger 
hervor als an denjenigen Gosses, welche of f enbär einen ganz 
zufälligen, unnatlu*lichen Zustand repräsentieren. Bilfinger 
konnte an seinen Tier en keine Anschwellung bemerken. In 
ganz ausgestrecktem Zustand ist der Körper von oben gesehen 
sehr schlank (nicht halb so breit, wie es Weber zeichnet) und 
fast iiberall gleichbreit (Fig. 2 d). Von einer dorsalen An- 
schwellung ist in diesem Zustand keine Spur vorhanden. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MASTERMYR. 



19 



Die Cuticula ist sehr biegsam, der Körper ausserordent- 
lich kontrakt il und form ver änderlich, wie auch Weber her- 
vorhebt. Die kontrahierten Exemplare haben daher of t ein 
sehr abenteurliches Aussehen (Fig. 2 5, c). 

Der charakteristische hakenförmige Stirnfortsatz wurde 
schon von Gosse deutlich gesehen. 

Das Räderorgan biidet eine flache, langgestreckte, voU- 
ständig ventralgestellte Scheibe. 




Fig. 2. Diglena circinnator Gosse, a schwim- 
mendes Tier von der Bauchseite ; h, c kontra- 
hierte Exemplare; d Kauapparat; e Fulcrum und 
der hintere Teil eines Ramus von der Seite. 



Pigmentierte Ängen felilen (Gosse glaubte soJche beob- 
achtet zu haben). Dagegen finden sich zwei Gebilde, welclie 
oberflächlich den »Linsen» der gewöhnlichen Augen ähneln 
und von Weber ohne weiteres als Seliorgane bezeichnet wer- 
den (»Les deux petits yeux frontaux, sphériques, sont inco- 
lores»). Diese Organe, deren Lage am ausgestrecktem Tier 



20 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

auf Fig. 2 a und h dargestellt ist, bilden stark glänzende, ho- 
mogene Kiigelchen. 

Die Zehen sind, wie aueli Bilfinger hervoihebt, trotz 
iiidividueller Variationen stets kiirzer als an Gosses Fig. 4 
(an seiner Fig. 4 a sind sie bedeiitend kiirzer gezeichnet). Sie 
sind sehr scharf zugespitzt, sclieerenf örmig gegen einander ge- 
kriimmt (Fig. 2 a, b), in Profilansicht dagegen, im Gegensatz 
zu den Angaben Gosses und Bilfingers, fast \ollständig 
gerade (Fig. 2 c). 

Von dem Kauapparat sagt Gosse zwar, dass er eine vcaref ul 
study» von demselben gemaclit habe, sonst aber nur, dass er 
»moderate» ist. Nach Weber sind die Trophi »faibles». Ich 
habe den Apparat bei stärker Vergrösserung unter AnAvendung 
homogener Immersion untersucht. Wie die in Fig. 2 d wdeder- 
gebene Zeichnang zeigt, ist der Kauer keineswegs als schwaeh 
zu bezeichnen; ein Vergleich mit Webers Figur zeigt, 
dass dieser Forscher nur die äusseren Teile deutlich gesehen 
hat. Von dem Kauapparat von Diglena forcipata [gute Ab- 
bildungen liefern Gosse (1886, Taf. 19, Fig. 2 b u. c) und 
Wesenberg-Lund (1899, Taf. II, Fig. 32); die Figur Webers 
ist nach meiner Erfalirung weniger gelungen], welcher of t als 
der Typus fiir forcipale Mundteile angefiihrt wird, unter- 
scheidet sich derjenige von Digl. circinnator besonders durch 
das Fehlen der Bezahnung der inneren Bänder der Bami; 
diese bilden verhältnismässig kurze dreieckige Plätten, deren 
vordere Enden zu zwei kräftigen schnabelartigen Zähnen aus- 
gebildet sind. Das Fulcrum ist nicht, \Ade es wohl bei allén 
iibrigen Botatorien beschrieben wird, stabförmig, sondern bii- 
det eine nach hinten zungenförmig verschmälerte flache 
Scheibe mit verdickten Bändern; die Horizontalebene dieser 
Scheibe ist gegen diejenige des ganzen Kauers geradwinklig 
gestelit und die ungevvöhnliche Gestalt des Fulcrums daher nur 
in Profilansicht zu erkennen. 

Masse: Länge in ausgestrecktem Zustand 24 [x. Länge 
der Zehen 36 [x. 

Fundorte: Mästermyr August 1905, JuU 1906. 

30. Diglena grandis Ehrbg. 
Die Abbildung Gosses (1886, Vol. II, Taf. XIX, Fig. 6) ist 
ungewöhnlich gut. Das Bäderorgan ist voUständig ventral. 
Länge meiner Exemplare etwa 300 [x. 
Fundort: Mästermyr August 1906. 



N. v. HOFSTEN, KOTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 21 

Genus Arthroglena Bergendal 1892. 
31. Arthroglena rostrata (Dixon-Nuttal & Freeman). 

DixoN-NuTTAL & Freeman 1902, p. 215—216, Taf. IX. 
[MiLNE 1885.]^ 

[Gosse 1889, p. 30, Taf. XXXIII, Fig. 13.] 
[Weber 1898, p. 496, Taf. XIX, Fig. 15—38.] 
[Bergendal 1892, p. 96—100, Taf. V— Yl, Fig. 30.] 
[Glascott 1893, p. 84, Taf. VII, Fig. 4.] 
[BiLEiNGER 1894, p. 47, Taf. II, Fig. 5—6.] 
[Stenroos 1898, p. 138—139, Taf. II, Fig. 16.] 
[VoiGT 1904, p. 49—50, Taf. III, Fig. 23, 25.] 

Die unten beschriebene Art ist, wie ein Vergleich zwischen 
meinen Figuren und denjenigen Dixon-Nuttal & Freemans 
zeigt, ohne den geringsten Zweifel mit der von ihnen beschrie- 
benen Art identiseh. Andererseits stimmt sie aber in vielen 
wichtigen und charakteristischen Hinsichten mit der von We- 
ber näher geschilderten Diglena uvcinata Milne iiberein, und 
nur die grosse Gewissenhaftigkeit Webers hat mich verhin- 
dert, die beiden Arten zu vereinigen. Eine andere Art, mit 
welcher die von den englischen Autoren und von mir beobach- 
tete Form eine grosse Ähnlichkeit zeigt, ist Bergendals Ar- 
throglena liitkeni, welche später von Stenroos (1898), Voigt 
(1904) und, freilich mit einem andern Namen (Diglena dro- 
mius) bezeichnet, von Miss Glascott (1893) und Bilfinger 
(1894) wiedergefunden worden ist. Da aber diese Art, nach 
den ubereinstimmenden Angaben der zitierten Autoren, blind 
ist und die Augen meiner Form so deutlich sind, dass wobl 
keiner der erwälinten Beobachter sie iibersehen könnte, las se 
ich wenigstens vorläufig auch diese Art bestehen und betrachte 
die drei Formen, welche iibrigens auch einige andere, in der am 
Ende der Beschreibung f olgenden Tabelle zusammengestelle Un- 
terschiede zeigen, als drei verschiedene Species der Gattung 
Arthroglena (von Bergendal fiir seine A. liitkeni als Unter- 
gattung von Diglena auf gestelit; iiber die systematische 



^ Die Literaturhinweise in Klammern beziehen sich auf den sehr ver- 
wandten, unten im Text liberall zum Vergleich herbeigezogen Arten A. un- 
cinata (Milne) und A. liXtTceni Bergendal. 



22 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1, 



Stellung dieser jedenfalls sehr eng mit den typischen Diglena- 
Arten verwandten Gattung siehe weiter unten). 

Der Körper ist in ausgestrecktem Zu stånd (Fig. 3 a, h) 
schlank, nach vorn und hinten allmählich verschmälert. Die 
Bauchseite ist voUkommen flach, die Riickenseite sehr wenig 



M/i 



9P O 







Fig. 3. Arthroglena rostrata Dixon-Xuttal & Freenian. a Ausgestrecktes 

Exemplar von der Seite, h von oben; c Vorderende eines kontrahierten 

Exemplars; d Zehen; e Kauapparat. 



gewölbt. Auf den Figiiren Dixon-Nuttals ist der Rumpf am 
breitesten in seinem hinteren Teil, das ganze Tier iibrigens 
zu breit; wahrscheinlich sind die Figuren nach einem etwas 
kontrahierten Exemplare gezeichnet. A. uncinata wird von 
MiLNE und Weber noch robuster dargestellt, A. lutheni 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 23 

scheint dagegen (vgl. besonders die Figuren B ilfingers, et wa 
dieselhe Körperform zu haben, wie meine Exemplare von A. 
■rostrata. 

In kontrahiertem Zustand ist der Körper viel breiter, 
liesonders hinten, der Riicken in Profilansicht stark ge- 
wölbt. Das charakteristischeste Merkmal liegt in der eigen- 
tiimlichen Ausbildung des, wie es scheint, auch ailen Arten 
der sehr nalie verwandten Gattung Digleiia zukonimenden 
Stirnfortsatzes. Derselbe ist hier nicht wie bei den letzteren 
kakentörmig, sondern besteht aus einer breiten und diinnen 
4Scheibe,^ welche bald nur schwach, bald stärker abwärts ge- 
bogen ist und deren vorderen Ecken in Form zweier winkel- 
Techt nach den Seiten hinausragender Hörner öder Tentakel 
■ausgezogen sind (Fig. 3 &, c). Dixon-Nuttal und Freeman 
Jiaben diese Bildung gesehen (sie nennen dieselbe »a long 
Jiooked beak»), wie es scheint aber nicht in ganz ausgestreck- 
tem Zustand; die eigentlimlichen tentakelähnlichen Hörner 
werden jedenfalls nicht er^A'ähnt, und an der Figur tre ten 
sie nur wenig hervor. — • Bei A. uncinata scheint der Stirn- 
iortsatz (»proboscide» Weber) ebenso stark entwickelt zu 
sein; er ist aber, nach den Figuren Webers zuurteilen, ebenso 
breit wie der iibrige Kopfteil und ohne hinausragende Seiten- 
hörner. Dasselbe ist bei A. liltkeni der Fall; der von Bergen- 
dal iiber die »spitze, gekriimmte Verlängerung» beobachtete 
»rundliche Fortsatz» könnte (vgl. die freilich etwas schwer 
verständliche Fig. 30 c Bergendals) den tentakelähnlichen 
Hörnern entsprechen. 

Die Augen liegen an der Basis des Stirnfortsatzes öder 
etwas weiter nach riickwärts; wahrscheinlich beruht jedoch 



^ Bergendal erwähnt (p. 94 — 96) eine »neue» Art Diglena? natans, 
fiir welche als besonders charakteristisch aufgefuhrt wird »ein breiter 
schildförmiger Fortsatz, der von dem Stirn gleich vor den Augen ausging. 
Diese Bildung hatte keine Ähnlichkeit mit den bei so vielen anderen 
Diglenen vorkommenden hakenartigen Kopffortsätzen.» Nach diesen Worten 
■zu urteilen, könnte er Ä. rostrata öder vielleicht A. uncinata beobachtet 
haben; mit A. rostrata stimmt seine Form jedenfalls in den Körperbewe- 
gungen und in der hyalinen Beschaffenheit des Körpers iiberein. Die Un- 
tersehiede (die kegelförmige Körpergestalt, der ziemlich» kleine Abstand 
zwischen den Augen, die spitzige Form der Zehen) können sehr -wohl auf 
der oberflächlichen Beobachtung Bergendals beruhen ; er sah die Art nur 
fllichtig wahrscheinlich in zwei Exemplaren und könnte sie, als er sie 
näher untersuchen wollte, nicht wiederfinden. Mit Sicherheit ist die Be- 
schreibung Bergendals, welcher keine Figur beigefiigt wird, wohl nie zu 
identifizieren trotz aller gegenseitigen Versicherungen des Autors, welcher 
sogar fiir die vermutete neue Gattung einen Namen vorschlägt. 



24 ARKIV FÖR ZOOLOGI BAND 6. N:0 1, 

die letztgenannte Lage nur auf ungewölmlich weiter Her- 
vorstreckung des Kopffortsatzes. 8ie sind klein (Diameter 
etwa 2 \l), rundlich öder etwas länglich und liegen einander 
ziemlich nahe. Die Farbe des Pigments ist sehr dunkel rot. 
— Bei A. uncinata fand Weber ebenfalls zwei (von Milne 
iibersehene) Ängen. Sie sollen weiter nach hinten liegen als- 
bei åeTiDiglena- Åxt^Yi, nämlich an der Basis des Kopffortsatzes. 
A. lutkeni ist blind (vgl. oben). 

Das Räderorgan biidet wie bei den I) iglena- Arten eine 
länglich-ovale, iiberall mit Cilien bekleidete Scheibe. Die- 
selbe biidet, wenigstens wenn das Tier nicht zn stark kontra- 
hiert ist, eine gerade Fortsetzung der Bauclifläche (Fig. 3 c). 
Nach DixoN-NuTTAL & Freeman ist die Wimperscheibe schräg 
(»The face is prone»), an ihren Figur ist sie aber fast ganz 
ventral gestellt, obgleich das abgebildete Tier, Avie oben be- 
merkt, nicht ganz aiisgestreckt erscheint. Bei A. lutkeni hat 
das Wimperorgan (siehe die Figuren bei Bergendal, Bil- 
finger, Glascott und Voigt) dieselbe Stellang wie bei A. 
rostrata, bei A. uncinata soU es dagegen nach Milne und 
Weber mit der Horizontalebene des Körpers einen deut- 
lichen Winkel bilden. — Als fiir die letztgenannte Art besonders 
charakteristisch erAvähnt Weber das Vorkommen eines 
Biischels von sehr langen »taktilen » Cilien beiderseits am Fron- 
talrand des Räderorgans, und solche Biischel sind auch an 
den Figuren Milnes deutlich zu sehen. Ich habe bei meiner 
Art keine solchen Biischel beobachtet; von den englischen 
Autoren werden sie nicht erAvähnt, an ihren Figuren sieht 
man jedoch vorn zv»^ei Cruppen von längeren Cilien, welche 
aber viel schwächer entmckelt sind als bei der vorher er- 
wähnten Art. Bei A. lutkeni werden solche Gebilde von 
keinem Verfasser erwähnt, an Bilfingers Fig. 6 sind zwei 
schwache seitliche Cilienbiischel angedeutet. 

Die Länge der Zehen ist etwas variabel, sie sind jedoch 
stets verhältnismässig kurz. Bisweilen messen sie ^,'3 von 
der Länge des iibrigen (vollständig ausgestreckten) Körpers^ 
meist sind sie kiirzer (vgl. die Masse am Ende der Beschrei- 
bung, wie auch die Masse und Figuren Dixon-Nuttals & 
Freemans). Hierin zeigt die Art, wie es scheint, einen 
deutlicben Unterschied gegeniiber A. uncinata, bei welcher 
die Zehen nach Weber »tié^. longs» sind. An seinen Figu- 
ren haben sie mehr als die halbe Länge des iibrigen Körpers ; 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTEEMYR. 25 

auch wenn dieser mehr ausgestreckt gedacht wird, sind sie 
bedeutend länger als bei A. rostrata. A. lutkeni dagegen stimmt 
in der Länge der Zehen, nacli den Figuren der oben zitierten 
vier Autoren, mit der letzteren Art iiberein. 

Die Zehen sind schwach nach aussen und nnten gebogen. 
G egen die Enden sind sie allmählich verschmälert, die Spitzen 
sind aber stumpf. Das eigentiimlichste Merkmal, welches 
unsre Art aber mit den zwei nahe verwandten Formen teilt, 
liegt in dem Vorkommen eines deutlichen Gelenkes an dem 
dis talen Teil jeder Zehe. Die englischen Autoren haben das- 
selbe iibersehen; hierauf beruht es vielleicht, dass sie die grosse 
Ähnlichkeit mit den zwei andern Arten nicht bemerkt haben; 
dass ihnen das Gelenk entgangen ist und das sie nicht etwa 
eine andre Art untersucht haben, ist bei der sonstigen Ähnlich- 
keit in der ganzen Organisation kein Augenblick zu bezweifeln. 
— » Bei A. liltkeni ^vurde ein ganz ähnliches Gelenk von Ber- 
gendal entdeckt und nachher von allén Verfassern ausser 
Glascott beobachtet (Bilfinger, der, wahrscheinlich wegerL 
Unkenntnis der Literatur, die Tdentität seiner A. dromius mit 
Bergendals Art nicht erkannte, scheint das Gelenk selbst- 
ständig entdeckt zu haben). Auch bei A. uncinata sind die 
Zehen in ganz ähnlicher Weise zweigliedrig; Weber erwähnt 
zwar nur »un petit étranglement », seine Figuren zeigen aber 
sogleich, dass er sich um ein wirkliches Gelenk handelt. — 
An einem Exemplar beobachtete ich unweit (6 jj.) der Spitze 
ein zweites Gelenk, das freilich erst bei Anwendung sehr stär- 
ker Vergrösserung sichtbar wurde. 

Von den inneren Organen erwähne ich nur den Kau- 
apparat und verweise statt einer Beschreibung auf Fig. 3 e^ 
in welcher derselbe bei stärker Vergrösserung abgebildet ist. 
Ein Vergleich mit der Figur Dixon-Nuttals zeigt eine grosse 
und fiir einen Rotatorienkenner sehr iiberraschende Ähnlich- 
keit zwischen den beiden Figuren. Der eigentliche Unter- 
schied ist, dass auf der Figur Dixon-Nuttals die Rami 
stärker entwickelt und die seitlichen Vorspriinge derselben 
schärfer abgesetzt sind. — Bei den zwei andern Arten stimmt 
der Kauapparat in den Grundziigen seines Baues, nicht aber 
in den charakteristischen Details, mit dem.jenigen von ^. 
rostrata iiberein. Bei A. uncinata erscheint er (Weber, Fig. 18) 
mehr gedrungen, die Rami ganz änders gestaltet, bei A. liltkeni 
(Voigt, Fig. 25, Stenroos, Fig. 16) sind die Unci viel kiirzer 



26 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 



und gegen die Enden messerförmig zugespitzt, nicht wie hier 
etwas verdickt. Nach Stenroos sind die Rami mit vier nach 
liinten kiirzer werdenden Zähnen versehen imd schon Bilfin- 
<3ER fand sie bei seiner »Digl. dromius» »gezähnelt wie bei 
D. forcipata». Diesen Angaben widerspricht allerdings die 
bestimmte Erklärung Voigts, dass der von ihm iintersuchte 
Xauer keine Zähnchen zeigte. 

Masse bei 3 Exemplaren: Länge des ganzen Körpers resp. 
170, 200 (etwas kontrahiert), 300 \l. Länge der Zehen resp. 
45, 48, 70 {X. Länge des Endglieds resp. 16, 19, 28 [i. 

F under te: Mästermyr August, September 1905, Juli 
1906. 

Zum Schluss gebe ich eine tabeilarische tJbersicht der 
^chtigsten Unterschiede zwischen den drei Arten A. iincinata, 
A. liltkeni und A. rostraia. 



^. uncinata (Milne) A, lätkeni Bergendal. 

Diglena uncinata Milne Arthroglena liltkeniBEB,- 

1885 GENDAL 1892 

Diglena uncinata Weber Diglena dromius Gla- 
1898 scoTT 1893 

Diglena droynius Bilfin- 

GER 1894 
Arthroglena liltkeni Sten- 
ros 1898 
Arthroglena liltkeni Voigt 
1904 



A» rostraia (Dixon- 
Nuttal & Freeman). 



Stirnfortsatz kraftig ent- 
wickelt, einfach kapu- 
zenförmig. 



Augen vorhanden. 

Rami des Kauers breit, 
ungezähnelt. Unci ziem- 
lich läng, stabförmig. 



Zehen läng (fast 4 des 
iibrigen ausgesteckten 
Xörpers). 

Zwei sehr länge Cilien- 
biischel am Frontalrand 
der Wimperscheibe. 



Stirnfortsatz schwächer 
entwickelt, einfach ka- 
puzenförmig. 

Augen fehlen. 

Rami des Kauers ge- 
zähnelt ? (Bilfinger, 
Stenroos; nach Voigt 
ungezähnelt). Unci kurz, 
messerförmig nach in- 
nen verschmälert und 
zugespitzt. 

Zehen kurz (weniger als 
■J des iibrigen ausge- 
streckten Körpers). 

Cilienbiischel am Fron- 
talrand der Wimper- 
scheibe schwach ent- 
wickelt. 



Stirnfortsatz kraftig ent- 
wickelt mit zwei seit- 
Hchen tentakelähnlichen 
Vorspriingen. 

Augen vorhanden. 

Rami desKauers schlank, 
ungezähnelt, mit einem 
äusserei) seitlichen Vor- 
sprung. Unci läng stab- 
förmig, nach innen et- 
was verdickt. 



Zehen kurz (weniger als 
-3- des iibrigen ausge- 
streckten Körpers). 

Cilienbiischel am Fron- 
talrand der Wimper- 
scheibe schwach ent- 
wickelt. 



N. Y. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 27 

Bie Selbständigkeit der drei Formen muss, wie dieser 
Yergleich zeigt, trotz der grossen Ähnlichkeit wenigstens bis 
aiif weiteres aufreclit erhållen werden. Dass sie mit einander 
sehr eng verwandt sind und eine natiirliche Gruppe bilden, 
liegt auf der Hand- 

Sie aus der Gattung Diglena auszusondern, me ich es 
getan liabe, ist ge wisser mässen verfriilit, da diese Gattung 
zahlreiclie noch nicht genauer bekannten Arten einschliesst 
imd da sie viel enger mit den typischen Arten verwandt sind 
als mit den iibrigen Gattungen der Familie. Da sie aber friiher 
öder später, bei einer Revision der Gattung, zu einer selbstän- 
digen systematischen Einheit zusammengefasst werden miis- 
sen, habe ich es vorgezogen, da ihnen bereits ein Name gegeben 
w^orden ist, denselben schon jetzt zu brauchen. — Den Begriff 
der Untergattung in die Rotatoriensystematik einzufiihren, 
gewährt bei dem heutigen St ande derselben keinen Vorteil. 

Bergendal sah sich durch das Fehlen von Augen und 
durch die gegliederten Zehen zur Aufstellung seiner neuen 
Untergattung genötigt. Das letztgenannte Merkmal bleibt 
jetzt allein iibrig. Dazu kommen aber mehrere andern Eigen- 
tiimlichkeiten (Körperbewegungen etc), obgleich genaue Cha- 
raktere erst bei einer Revision der ganzen Gattung Diglena 
angegeben werden können. 



Genus Eosphora Ehrbg. 
32. Eosphora aurita (Ehrbg). 

Typhlina canicula Hemprich & Ehrenberg 1828.-^ 
Diglena aurita Ehrenberg 1829, 1830, 1831, 1831a, 

1838, p. 444, Taf. LV, Fig. 2. 
Eosphora aurita Ehrenberg 1838, p. 452. 

» » Gosse 1886, Vol. II, p. 47 — 48, Taf. 

XVII, Fig. 14. 
» » VoiGT 1904, p. 47. 

» viridis Stenroos 1898, p. 136 — 137, Taf. 7, 

Fig. 30—32. 



^ Auch 1838 fiihrt Ehrenerrg die Vorticella canicula Mullers (1786) 
als ein zweifelhaftes Synonym zu seiner Diglena aurita auf. Die erstere 
scheint mir jedoch fast sicher eine Notommata, vielleicht N. aurita zu sein. 



28 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

Ehrenberg hat von dieser Art gute Abbildungen gegeben; 
nur zeichnet er die Zehen ein wenig zu kurz. Die Figuren 
Gosses sind weniger naturgetreu. 

Die von Stenroos aufgestellte Art soll sich durch das 
Fehlen von Wimperohren und durch die Verdoppelung der 
vorderen Augen auszeichnen. Die Wimperohren sind bei 
dieser Art, wie bei allén mit solchen versehenen, nur zeit- 
weilig ausgestreckt, weshalb ihr angebliches Fehlen keine 
Bedeutung hat. Ebenso wenig diirfte das andre angefiihrte 
Merkmal zum Auf stellen einer neuen Species hinreichen; 
Stenroos gibt nieht einmal an, ob die Augen konstant bei 
allén Exemplaren dieselbe Beschaffenheit zeigen; vielleicht 
hat er nur eine individuelle Anomalie gezeichnet. 

Fundorte: Uppsala Oktober 1908, Kristineberg (Bo- 
huslän) Mai 1908. 

33. Eosphora najas Ehrbg. 
F und ort: Uppsala September 1909. 

Genus Notommata Ehrbg. 
34. Notommata aurita (Miiller). 
Fig. 4. 
Vorticella ourita Miiller 1786, p. 288, Taf. XLI, Fig. 1 — 3. 
Notommata aurita Ehrenberg 1838, p. 30, Taf. LII, 
Fig. 3. 
» » EcKSTEiN 1883, p. 25, Taf. XXV, 

Fig. 23—27. 
» ^> Plate 1886, p. 21. 

» » Gosse 1886, vol. II, p. 21, Taf. XVII, 

Fig. 6. 
» groenlandica Bergendal 1892, p. 56—59, Taf. 

II— III, Fig. 21. 
.> aurita Weber 1898, p. 439—443, Taf. XVII, 

Fig. 16—18. 
» » Wesenberg-Lund 1899, Taf. 1, Fig. 

14 a — c. 

Ich habe wenig Bedenken getragen, die Notommata 
groenlandica Bergendals als ein Synonym zu N. aurita auf- 
zufiihren, obgleich dieselbe von dem Autor als »mit einigen 
Formen der Gattung Proales nahe verwandt» bezeichnet wird 
und nur mit zwei andern Notommata- Ait^Ti, nieht mit iV. aurita. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 29 

verglichen wird. Die beiden zum Vergleich angefiihrten 
Arten, N. saccigera Ehrbg und N. forcipata Gosse (wie Ber- 
€tENDAL richtig bemerkt, ein andre Art als die gleichnamige 
.^t EttrenberG3) sind vielleicht iibrigens ebenfalls mit N. 
uurita identisch, dies sicher zu entscheiden wird erst möglich 
sein, wenn die ganze Gattnng genauer bekannt is t. Ber- 
€ENDAL gibt in seiner ausfiihrlielien Beschreibung in der Tat 
kein einziges Merkmal an, das zn einer Unterscheidung gegen- 
iiber N. aurila geniigen könnte. Was von der Körperform 
gesagt wird, ist ganz belanglos, da die Beschreibung nach den 
in Grönland gemachten Zeichnungen ausgefiihrt ist und die 
letzteren, wie leider iiberall in der grossen Arbeit, trotz ihres 
Keichtums an Einzelheiten ein stark schematisiertes, et was 
unnatiirliches Aussehen haben. Dasselbe gilt von der an- 
geblichen eingliedrigen Beschaf f e nheit des Fusses und von 
der Form der Zehen, deren äussere Teile sich plötzlich ver- 
schmälern sollen (an den Figuren Ehrenbergs und Eck- 
steins ist iibrigens ein ähnliches Verhältnis angedeutet). 

Was die Organisation dieser verhältnismässig gut be- 
kannten Art betrifft, will ich nur Folgendes bemerken. 

Das Räderorgan wird von den meisten Verfassern in 
ziemlich ubereinstimmender Weise gesehildert. Eckstein 
schreibt (von der Behandlung der Wimperohren abgesehen) 
nur: »Die Bewimperung des Kopfes zieht sich ziemlich weit 
an der ventralen Seite bis zum Munde hinab»; seine Fig. 23, 
welche den vordersten Teil des Kopfes darstellt, scheint aber 
mit der unten von mir gegebenen Darstellung ziemlich iiber- 
^inzustimmen. Nach Plate besteht es »aus einer zum grössten 
Teil nicht vorn am Kopf, sondern ventral gelegenen, dichtmit 
kleinen Cilien besetzten Scheibe, die sich aucli noch hinter 
■die Mundöffnung fortsetzt und ungefähr in der Gegend des 
Magenanfangs mit abgerundeter Spitze aufhört». 

Weber, welcher noch die traditionelle, später von We- 
^enberg-Lund endgiiltig widerlegte Auffassung des typischen 
Baues des Räderorgans der Rotatorien hat [Zusammensetzung 
aus zwei Cilienkränzen, einem inneren, präoralen (»Trochus») 
lind einem äusseren, postoralen (»Cingulum»)], unterscheidet 
hei dieser Art nur eine »couronne postorale continue >>, in Form 
einer ventralgestellten Scheibe, während der »Trochus» bei 
der ganzen Gattung reduziert ist öder ganz fehlt. Ausserdem 
erwähnt er zwei Biischel stärkerer Cilien. welche am Frontal- 



30 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND ö. N:0 1. 

rand der »aire intracoronaire » sich befinden sollen; hiermit ist 
wohl der vordere Rand der Wimperscheibe gemeint. Wesen- 
BERG-LuND (1899) stellt das Räderorgan von N. aurita zum 
zweiten der von ihm unterschiedenen 6 Typen von Räder- 
organen und gibt 3 Figuren; es besteht demnach aus einer 
teihveise terminal gestellten iiberall cilienbekleideten Scheibe 
mit schwachen Randcilien. Ich finde, me Fig. 4 zeigt, ausser 
der die Mundöffnung umscliliessenden Wimperscheibe, ein 
den Kopfrand einnehmende Cilienband; an der Mitte des- 
selben finden sieh zv/ei kräftigere Cilienoder vielJeicht Biischel 
von solchen, wahrscheinlich mit den von Weber erwähnten 
identisch. — Etv/as älinliches hat schon Bergendal (Tal. IV,. 
Fig. 21 b, c, d) beschrieben und abgebildet (auch bei seiner 
N. distincta, Taf. VIT, Fig. 23 b); nur lässt er die Wimper- 









Fig. 4. Notommata aurita Ehrbg. 
Räderorgan. 

scheibe aus zwei getrennten Bändern bestehen und die Ciliert 
des Kopf rändes in einer rinnenförmigen Vertiefung sitzen. 

Die Wimperohren erscheinen in Fig. 4 zum Teil einge- 
zogen. 

F un do r te: Mästermjn? August 1905. Juli 1906, Uppsala. 
Oktober 1908, Abisko (Lappland) Juni 1808. 

35. Notomm.ata cyrtopus Gosse. 
Fig. 5. 

Notommata cyrtopus Gosse 1886, Vol. II, p. 22, Taf. XVII,. 

Fig. 7. 
» distincta Bergendal 1892, p. 61—66, Taf. 

III_IV, Fig. 23. 



N. V. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 31 

Notommata cyrtopiis Bilfinger 1894, p. 44. 

» disiinda Voigt 1904, ^. 39—40, Taf. III. 

Fig. 18. 
» cyrtojms Runnström 1909, p. 267. 

Meine Individuen weichen von der Beschreibung Gosses 
in derselben Weise ab, wie die von Bilfixger gefundenen^ 
indem sie zwei Wimperobren und einen roten Augenfleck be- 
sitzen. Hierin, vvie in andern Hinsichten, stimmen sie gut 
mit Bergexdals N. distirtcta iiberein. Dass die von mir und 
Bilfinger beobachtete Form mit der Art Bergendals iden- 
tisch ist, känn auch als vollständig sicher bezeichnet werden. 
Ein Vergleich mit der Beschreibung und den Figuren Gosses 
zeigt aber fast ebenso iiberzeugend, dass auch ihm dieselbe 
Art vorgelegen hat. Auf weichen Umstand Bergendal seine 
Ansicht stiitzt, dass seine Art vielleicht am besten eine eigene 
Gattung darstellen könnte, weiss ich nicht. 

Nach Bergendal, der seine Art u. a. mit N. cyrtopus ver- 
gleicht, ist diese letztere »viel zu klein und unterscheidet sich 
dazu durch das Fehlen der Wimperohren, des Nackenauges 
und der Fälten». Was zunächst die Körpergrösse betrifft, so 
ist der Unterschied ziemlich klein und verschxvindet voll- 
ständig, wenn man alle am Ende der Beschreibung mitgeteil- 
ten Masse vergleicht. Ebensowenig bedeutet das Vorkom- 
men von Längsf alten; jeder, der sich mit lebenden Rotatorien 
beschäftigt hat, weiss, dass soiche bei derselben Art bisweilen 
deutlich hervortreten können, in anderen Fallen aber voll- 
ständig fehlen; bei meinen Exemplaren von N. cyrtopus habe 
ich z. B. keine Längsf alt en gesehen, bei einem Exemplare von 
iV. aurita waren aber soiche vorhanden und zwar in derselben 
Zahl und Anordnung wie es Bergendal bei seine r N. distincta 
zeichnet. Die vorderen Querf alten treten, wie die Fig. 5 a — 
c zeigen, nur bei einiger Kontraktion deutlich hervor. Wich- 
tiger wäre dann das Fehlen der Wimperohren und des Auges, 
beide können aber leicht iibersehen werden. Besonders gilt 
dies fiir die ersteren,welche hier, (sie sind iibrigens, wie Fig. 5 d 
zeigt, ziemlich klein) wie bei so vielen andern Notommata- 
Arten, of t länge Zeit eingezogen bleiben; wahrscheinlichist es 
sogar, wie auch Weber (1898, p. 438) annimmt, dass Wimper- 
ohren bei allén Arten der Gattung vorkommen. Das Auge 
wiederum känn sich leicht unter dem Kalkbeutel verstecken. 



32 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

Die Möglichkeit, dass Gosse eine andre, blinde, sonst 
aber der liier vorb'egenden sehr ähnbche Art beobachtet hat, 
känn natiuiich nicht verneint werden, bei der grossen Ähnlich- 
keit im Habitus finde ich sie aber ziemlich unwahrscheinlich. 
riir diese Möglichkeit wiirde eigentlich das angebliche Vor- 
kommen von einem Paar stirnständiger »colourless specks, 
'like air-globules, which msiV be eyes» sprechen, welche Ge- 
bilde ich ebenso wenig beobachtet habe wie Bergendal. 

Die Sache mrd allerdings etwas verwickelter dadurch, 
dass VoiGT in seinem Verzeichnis sowohl eine N. cyrtopus, wie 
eine N. distiiida auffiihrt. Die erstere vvird nicht näher be- 
schrieben, und es könnte sich daher nm eine andre, wirklich 
blinde Art handeln z. B. die unten beilänfig erwähnte neue 
Art. Von seiner N. distincta sagt Voigt, dass seine Zeich- 
nnngen »fast völlig» mit den von Bergendal gegebenen Ab- 
bildungen iibereinstimmen. Die Zehen zeigen jedoch nacli 
Toigt in ihren vorderen Teilen eine fast kenlenförmige Ver- 
dickung, welche an meinen*Zeichnungen ebensovvcnig zu sehen 
ist, v\de an denjenigen Bergendals; dies geniigt jedoch nicht, 
nm die Richtigkeit der Bestimmung Voigts in Zweifel zu 
iziehen. Kiinftige Untersnchungen miissen iiber das Verhält- 
nis der beiden Formen Klarheit verschaff en ; bis auf weiteres 
muss die untere beschriebene Art den Namen c2/r^029^x''Sfiihren. 

Der Körper ist in vollständig ausgestrecktem Zustande 
sehr schlank und bis zum Anfang des Fusses fast völlig gleich- 
breit (Fig. 5 a). Wenn er ein wenig kontrahiert ist, ^vvie man 
die Tiere wohl meist beobachtet, nimmt er oft das in Fig. 4 c 
'v^dedergegebene Aussehen an. 

Das Räderorga.n streckt sich auf der Ventralseite etwa 
ebenso weit nach riickwärts wie bei N. aurita. 

Die von Bergendal beschriebene kegelförmige Erhebung 
unter dem Stirnrande habe ich an einem ein wenig kontrahier- 
ten Exemplar hervortreten sehen. Die von demselben Ver- 
fasser erwähnten kleineren Pigmentflecken am Kopfe und im 
letzten Fussgliede habe ich nicht gesehen. 

Der Kalkbeutel erscheint oft etwas unregelmässig iobiert. 
Die Angaben Bergendals von einer regelmässigen Dreiteilung 
desselben, beruhen, wie seine Figuren deutlich anzeigen, auf 
stärker Schema tisering. 

Den Kauapparat habe ich leider nicht genauer studiert. 
Sowohl das Fulcrum wie die Manubria sind läng und schmal, 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 33 

wie sie aucli von Gosse gezeichnet werden. Die Unci sind 
nach Bergendal zwei- bis dreizähnig. 

Die Zelien sind sehr scharf zugespitzt undsowohlnach aussen 
als nach unten gebogen, letzteres etwas stärker als auf der 
Figur Gosses. 

Masse an zwei nicht ganz ausgestreckten Exemplaren: 
Länge 300 (x, Zehen 40 (x; 180 <j., Zehen 26 jj.. Dieselben Masse 
nach Gosse etwa V150 inch = 170 »x (Länge der Zehen nicht 
angegeben). nach Bergendal 230 »x nachVoiGT (N. distincta) 
338 {X 33 {X (N. »cyrtopus») 230 [x 30 (x). 

Fundorte: Mästermyr August und September 1905^ 
Abisko (Lappland) Juni 1908. 






Fig. 5. Notommata cyrtopus Gosse, a und b ausgestreckte 

Exemplare; c etwas kontrahiertes Exemplar; d Vorder- 

ende mit ausgestreckten Wimperohren. 

Im Mästermyr fand ich einmal in einem Exemplar eine 
Notom7nata-Forn\, welche trotz einer allgemeinen Ähnlichkeit 
mit N. cyrtopus eine selbständige und, soweit ich finde, bisher 
unbeschriebene Species darstellen diirfte. Ohne der weit verbrei- 
teten Unsitte zu folgen, jeder oberflächlichuntersuchten Rota- 
torien-Art. "v^elche nicht in den Rahmen irgend einer bekannten 
Form einzupassen ist, sofort einen neuen Namen zu geben, 
will ich die wichtigsten Eigentiimlichkeiten erwähnen. Sie 
imterscheidet sich von der genannten Art erstens durch das, 



Arkiv för zoologi. Band 6. N:o 1. 



34 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND G, N:0 1. 

soweit ich sehen konnte, vollständige Fehlen des Angenflecks, 
ferner durch die äusserst charakteristische Form der Zehen. 
Die letzteren, etwa von derselben Länge wie bei N. cyriopus, 
sind me bei dieser Art scharf zugespitzt und ziemlich stark 
nach unten gebogen, in der Horizontalebene sind sie aber voll- 
ständig gerade. Sie werden auch nicht wie bei N . cyrtopus 
mehr öder weniger gespreitzt getragen, sondern streng 
parallel gehalten. Sehr charakteristisch fiir die Zehen ist 
ferner eine starke, scharf abgesetzte Basalanschwellung. Die 
Länge der Tiere betrug etwa 220 \x. Der Kauapparat ist von 
charakteristischer ankerähnlicher Gestalt, das hintere Ende 
des Fulcrums mit zwei kräftigen Wiederhaken versehen. — 
Die Annahme, dass die oben erwähnte Art die wirkliche N. 
cyrtoims vorstellen könnte, wird diirch die Form und Haltung 
der Zehen verboten. 

35. Notonimata tripus Ehrbg. 
Notommata Tripus Ehrenberg 1838, p. 434, Taf. L, 
Fig. 4. 
» Leydig 1854, p. 37, Taf. III, Fig. 28. 

» » Gosse 1886, Vol. II, p. 22, Taf. XVII, 

Fig. 4. 
» pilarius Gosse 1886, p. 23, Taf. XVII, Fig. 5. 

» mirahilis Stokes 1896, p. 26, Taf. VIII, Fig. 

20—21. 
» tripus Weber 1898, p. 443—446, Taf. XVII, 

Fig. 19—20. 
Weber hat, ohne Zweifel mit Pvecht, die beiden Arten 
N. pilarius Gosse und N. mirahilis Stokes mit der alten Ehren- 
BERGschen Art vereint. 

Ich finde die Körperform schlanker als sie von den mei- 
sten Autoren, besonders von Weber, dargestellt wirå. Eine 
von mir gezeichnete Skizze stimmt am besten mit der Figur 
Leydigs iiberein; sowohl der Fuss als die Zehen und der 
Schwanzanhang sind im Verhältnis zum iibrigen Körperlänger 
als es W^eber zeichnet. 

Fundort: Uppsala Oktober 1908. Vereinzelt. 

37. Notom.inata monostylaeformis Stenroos. 

Stenroos 1898, p. 126—127, Taf. I, Fig. 25. 

In einem einzigen, leider nur oberflächlich untersuchten 



IsT. V. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 35 

Exemplare habe ich eine kleine Art gefunden, welche mit der 
von Stexroos als Notommata 7nonostyIaeformis n. sp. beschrie- 
benen Form sicher identisch ist. Diese letztere ist aber so 
unvollständig bekannt, dass mir sogar die Zugehörigkeit zur 
Gattung Notommata etwas zweifelhaft erscheint. Ich lialte 
es fiir sehr möglich, dass sie mit einer friiher beschriebenen 
Art identisch ist, auch dies kami ich jedoch nach meinem Ma- 
terial nicht entscheiden, sondern gebrauche den von Stenroos 
gegebenen Namen. 

Fundort: Mast er myr August 1905. 

Fam. Synchsetidae. 
Genus Synchseta Ehrbg. 

38. Synchseta pectinata Ehrbg. 

Ehrenberg 1838, p. 437, Taf. LIII, Fig. 4. 

Hudson 1886, Vol. I, p. 125, Taf. XIII, Fig. 3. 

Weber 1898, p. 392, Taf. XVI, Fig. 15. 

EousSELET 1902, p. 276—281, Taf. III, Fig. 1, Taf. IV, 
Fig. 7. 

Meine Exemplare stimmen voUständig mit der sorgfälti- 
gen Beschreibung Rousselets iiberein, nur ist der Körper 
deiitlicher konisch, etwa wie ihn Weber, Hudson und Ehren- 
BERG (in Fig. 4,1) zeichnen, obgleich in ausgestrecktem Zu- 
stande schlanker. Die fiir diese Art charakteristischen bor- 
stentragenden frontalen Hautausstlilpungen sind länger als 
sie meist gezeichnet werden und gegen die Enden etwas an- 
geschwollen. Am richtigsten werden sie von Ehrenberg 
gezeichnet. 

Fundort: Uppsala Oktober 1908. 

39. Synchseta grandis Zacharias. 

Zacharias 1893, p. 23, Fig. 2. 

RoussELET 1902, p. 287—289, Taf. V, Fig. 8. 

VoiGT 1904, p. 30—31. 

Diese Art, friiher (1904) von Wesenberg-Lund als eine 
Form von >S^. pectinata, betrachtet, jetzt (1908, p. 72) auch 
von ihm eine selbständige Art anerkant, habe ich nur in 
formolkonserviertem Planktonmaterial gefunden und deshalb 



36 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

niclit näher untersuchen können. Da a ber der Fuss die fiir 
diese Art- eigent iimliche schmale Gestalt besitzt und keine 
wirkliche Zelien trägt, sondern am Ende nur kurz zweigespalten 
ist, genau ^vie es Rousselet beschreibt, känn die Richtigkeit 
der Bestimmung kanm bezweifelt ^verden. 

Die Körpergrösse finde ich nicht so bedeiitend wie die 
friiheren Verfasser. Die Länge der konservierten Exemplare 
beträgt nämlich 250 — 300 jx, die lebenden Tiere sind daher 
woh] liöchstens 400 [x läng. (Die Länge beträgt nach Zacha- 
rias 570—600 [X, nach Rousselet bis 505 [x, nach Voigt 408 — 
476 {X ) 

In derselben Planktonprobe finde ich zahlreiche frei- 
schwebende Synchceta-FÄer, welche sicher zu derselben Art 
gehören. Sie sind rundlich öder meist etwas länglich (Länge 
94 — 98 {X bei einer Breite von etwa 88 [j.). Sie sind von 
einer Gallerthiille umgeben, welche von 7 — 12 jx langen, an 
der hyalinen, festen Schale befestigten Stacheln durchsetzt 
wird. Die Stacheln sind von deutlich weicherer Beschaffen- 
heit als die Schale und an den Enden of t etwas gebogen. 
Diese Eier sind, wie man sielit, den von Voigt als die Dauer- 
eier von S. grandis aufgefassten Eier sehr ähnlich. 

Fundort: Plankt onisch im See Njuotjåmajanre August 
1904 (I. Arwidsson). 

40. Syncheeta truncata nom. nov. 
(Syn. Synchaeta tremula aut.) 

Synclioeta tremula Ehrexberg 1831, 1833, 1838, p. 
438, Taf. LIII, Fig. 7. 
» » Gosse 1886, Vol. 1, p. 128, Taf. XIII, 

Fig. 2. 
» » Weber 1898, p. 394, Taf. XVI, Fig. 17. 

» » Rousselet 1902, p. 281—284, Taf. III, 

Fig. 3. 
Der allgemein gebrauchte Artname trefnula war von Mul- 
ler (1786, p. 289—290, Taf. XLI, Fig. 4—7) einer marinen 
Synchceta- (»VorticeUa»-) Art gegeben. Ehrexberg beschrieb 
später (ausfiihrlich 1838) zwei Arten mit gerademVorderrand, 
eine marine, aS'. balfica (1838, p. 437—438, Taf. LIII, Fig. 5) 
und eine Sässwasserart, S. tremula. Von diesen wTirde die 
letztere und nicht die marine Art mit der 8. tremula Mullers 



N. V. HOFSTEX, ROTATORIEX AUS DEM MÄSTERMYR. 37 

identifiziert, doch nur, weil er glaubte, dass die marine Art 
leuchtend sei imd dies nicht von Muller erwähnt war. 
Wie RoussELET (1902, p. 270) gezeigt hat, ist eine solche Eigen- 
schaft jedoch den Sy nchoeta- Arten vollkommen fremd. Da 
ferner die Siisswasser-Art {S, tremula Ehrbg) von späteren 
Forschern nie im Meer angetroffen worden ist und da die 
Figuren Mullers sogar besser anf 8. haltica passen, so känn 
die Siisswasserart Ehrenbergs nicht mehr als mit der gleich- 
namigen marinen Art Mullers identisch betrachtet werden. 
Die erstere muss dah.er einen neiien Namen erhalten, während 
der Name tremula fiir die sonst haltica genannte Artzubrauchen 
öder ganz zu verwerten ist. Auch Rousselet fiihrt seine 
S. tremula nur bis auf Ehrenberg zuriick ( »I ha ve never seen 
S. tremula in salt water, and have little doubt that when it 
has been reported as occurring in the sea or in brackish tide 
pools, one of the marine species must have been mistaken 
for it»). 

F andort: Uppsala Oktober 1908. 



Genus Polyartlira. 

41. Polyarthra trigla Ehrbg. 
(Syn. Polyarthra platyptera^ aut.). 

Polyarthra Trigla Ehrenberg 1833, p. 226, 366, Taf. 

XI, Fig. 2. 
» » Ehrenberg 1838, p. 441, Taf. LIV, 

Fig. 2. 
» ylaty flera Ehrenberg 1838, p. 441, Taf. LIV, 

Fig. 3. 
» hexaptera Schmarda 1859, p. 55, Taf. XIII, 

Fig. 117. 
» platyptera Gosse 1886, Vol. II, p. 3—4, Taf. 

XIII, Fig. 5. 
» » Weber 1898, p. 401, Taf. XVI, 

Fig. 20, Taf. XVIII, Fig. 1-^2. 
>> » RuNNSTRÖM 1909, p. 269. 

Da die P. trigla Ehrenbergs, wie schon Gosse vermutete 
und später Weber erkannt hat, mit seiner richtiger 



38 ARKIV rÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 1. 

geschilderten aber jiingeren Art P. ^^latyptera identisch ist, 
muss der Artname der letzteren in trigla verändert werden. 
Fun d o r t e : Planktonisch im Mästerm\T Mai, Juli, August 

1905, Juli, August 1906, Uppsala Oktober 1908; Njuotjåma- 
jaurc (Lappland) August 1904 und Storsjön (Gästrikland) 
Juli 1906 (I. Arwidsson). 

Uuterordii. Rattuliiiae. 

Fam. Rattulidae.^ 
Grenus Diurella Bory de St. Vincent. 
42. Diurella tigris (Miiller). 
Gut iibereinstimmend mit der Beschreibung Jennings'. 
Fundorte: Mästermvr August, Sepember 1905, Juli 

1906, Uppsala Oktober 1908. 

43. Diurella tenuior (Gosse). 

Coelojms tenuior Gosse 1886, p. 68— 69, Taf. XX, Fig. 19. 

Mastigocerca flectocauclatus Hilgendorf 1898. 

Diurella tenuior Jennings 1903, p. 308—309, Taf. I, Fig. 
Fig. 7—10. 

Coelopus tenuior Voigt 1904 p. 56. 

> » Wesenberg-Lund 1904, p. 137, Taf. v, 

Fig. 60. 

Zu dieser Art stelle ich eine kleine Diurella von der- 
selben allgemeinen Körperform, wie die vorige Art, und wie 
diese mit einem einzigen Zahn am Vorderrande des Panzers 
versehen, bei welcher aber die rechte Zehe nur etwas mehr 
als halb so läng ist wie die linke. In dem letztgenannten 
Merkmal liegt eine kleine Differenz gegeniiber der D. tenuior 
Jennings, bei welcher die rechte Zehe noch klirzer ist ( »about 
half, or a litle less than half, the length of the left toe»; etwas 
später wird gesagt: »The right toe seems to be, as a rule, a 
trifle less than half the length of the maintoe.») Auch finde 
ich den Kauapparat etwas schlanker gebaut. Diese Verhält- 
nisse, besonders die Dimensionen der Zehen, sind ja in der 

^ In der Begrenzung der Gattungen und in der Xomenklatur folge 
ich Jennings (1903). Das Genus Diurella umfasst also die Genera Coelopus 
und RaUulus, das Genus Rattulus die Gattung Mastigoce7-ca der librigen 
Autoren. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 39 

ganzen Familie ziemlich variabel. Auf den Figuren Gosses 
sind iibrigens die Grössenverhältnisse der Zehen dieselbe wie 
bei meinen Exemplaren. — Die Angabe Gosses, dass das 
Yorderende mit »two or three projecting points>> bewaffnet 
sei, muss, wie Jennings gezeigt hat, auf einen Irrtum zuriick- 
gefiihrt werden. 

Masse: T.änge des Körpers 125—130 [i, linke Zehe 49 jjl, 
rechte Zehe 28— 30[x. 

Fundorte: Mästermyr August, September 1905, Upp- 
sala Oktober 1908. — Nach Wesenberg-Luxd gehört diese 
Art dem Teichplankton an; ich fand sie nur zwischen 
Pf lanzen . 



44. Diurella porcellus (Gosse). 
Fundorte: Mästermyr August 1906, Uppsala Oktober 1908. 

45. Diurella sulcata Jennings. 

Rattulus sulcatus Jennings 1894. 

Coelopus brachiurus '{ Bilfxnger 1894, p. 51 — 52. 

i?a^^i/ii(5 ÄzJca^i^Ä Stenroos 1898, p. 149. 

Diurella sulcata JE:^m^GS 1903, p. 316, Taf. II, Fig. 24— 
26; Taf. XIII, Fig. 113, 118, 119. 

Diese Art, welche in Europa nur von Btleinger und 
Stenroos gefunden worden ist, hat, besonders schwimmend, 
ein sehr charakteristisches Aussehen, welche jede Verwechslung 
mit einer andern Art ausschliesst. Es beruht dies auf der 
eigentilmlichen Form des Panzers, besonders dessen hinterer 
Ecke, und auf der Tragweise der kurzen, gleichlangen Zehen, 
welche meist zur Hälfte öder weiter innerhalb der Lorica ein- 
gezogen bleiben. 

Der Panzer ist ziemlich weich, die hintere Ecke biidet daher 
jenach dem Kontraktionszustand bald einen deutlichen spit- 
zen Winkel, bald ist sie mehr abgerundet. Am vorderen 
dor salen Rande des Panzers fand ich, wenigstens an einem 
Exemplare, einen deutlichen scharfen Zahn; derselbe ist je- 
doch nur von oben sichtbar und daher leicht zu iibersehen. 

Fundorte: Mästermyr Juli 1906, Uppsala Oktober 1908, 
Abisko (Lappland) Juli 1907. 



40 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (>. NIO 1, 



46. Diurella dixon-nuttali Jennings. 

Jennings 1903, p. 318-^319, Taf. IV, Fig. 40—44. 

Mit dieser von Jennings nach Dixon-Nuttals Figuren 
beschriebenen Art stimmt eine von mir gefundene Diurella- 
Art vollständig iiberein, welche ich zuerst als Diurella hrachy- 
ura Gosse betrachtete. Da die letztgenannte Art von Jen- 
nings selbst untersucht worden ist und meine Art, wde gesagt, 
mit den Figuren Dixon-Nuttals sehr gut iibereinstimmt, 
diirfte die Artverschiedenheit der beiden Formen als sicher- 
gestellt zii betrachten sein. 

Die linke längere Zelie finde ich an den (planktonischen ) 
Exemplaren aus dem Mästermyr ein wenig kiirzer als aiif den 
Figuren 40 und 41 Dixon-Nuttals, wo die Länge etwa die 
Hälfte der Länge des iibrigen Körpers betr ägt, mehr iiber- 
einstimmend mit Fig. 44; an einem nicht planktonischen 
Exemplar, in einem Teiche in Uppsala gefunden, war dagegen 
die linke Zehe sogar ein wenig länger als der halbe iibrige 
Körper. Die Länge der kiirzeren Zehe ist sehr variabel, ie- 
doch misst sie nie mehr (öder sehr unbedeutend mehr) als ^/s 
der längeren Zehe; meist ist sie kiirzer, bisweilen sogar 
weniger als ^'2 der Unken Zehe. (Die Spitze der kiirzeren 
Zehe ist iibrigens oft sehr schwach chitinisiert und nur schwie- 
rig sichtbar, weslialb man bei stärker Vergrösserung grössere 
Masse erhält. ) Die Variationen bewegen sich daher nicht in einer 
Richtung, welche fiir eine Identität mit D. brachyura spräche,. 
bei welcher Art die Zehen ^^very nearly equal» (Jennings) 
sind. — * An der Basis der längeren Zehen finde ich zwei Neben- 
griffel, welche bisweilen beide sehr kurz und gleichlang sind; 
in anderen Fallen ist der eine länger^ etwa halb so läng wie die 
kiirzere Zehe. 

,An Stelle der »striated area» anderer Arten erwähnt Jen- 
nings nur eine kurze Furche, welche sich vom vorderen Rande 
des Panzers bis etwas hinter die den Kopfteil begrenzende 
Verengerung erstreckt. Bei genauer L^ntersuchung finde ich 
einen deutlichen, wenn auch niedrigen Ruckenkamm, Tvelcher 
hinten noch niedriger wird und in halber Länge des Körpers, 
öder auch friiher aufhört. 

Masse: Bei den planktonischen Exemplaren: Länge des 
Körpers ausser den Zehen 106— 120 jx, linke Zehe 35— 41 pi, 



iSr. 



HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 



41 



rechte Zehe 19 — ^27 a, Bei einem nicht planktonischen Exem- 
plar (Uppsala): Länge 90 |x, linke Zehe 47 jx, rechte Zehe 3? ;jl 

Fundorte: Diese friiher nur in England von Dixon- 
NuTTAL gefundene Art habe ich zweimal beobachtet, einmal 
sehr zahlreich im Plankton eines kleinen tiefen Teiches nahe 
dem Mästermyr August 1906, einmal bei Uppsala Oktober 
1908. 

47. Diurella uncinata (Voigt). 

Coelojms unci\natus Voigt 1904, p. 58, Taf. IV Fig. 36 a, b. 

Von dieser Art habe ich nur ein einziges nicht genauer 

untersuehtes Exemplar beobachtet, bei der charakteristischen. 




Fig. 6. Diurella uncinata (Voigt). 

a von der Seite; b Vorderende 

von oben. 

Form des Zahnes am Vorderrande des Panzers glaube ich 
jedoch, dass mir die VoiGTsche Art vorlegegen hat. Aller- 
dings finde ich den erwähnten Zahn kiirzer, als von Voigt 
angegeben wird, die Hauptzehe ist dagegen länger. Ferner 
besitzt meine Art ein stark in die Augen springendes Kenn- 
zeichen, welches von Voigt nicht erwähnt wird, nämlich eine 
tiefe und deutliche Rinne beiderseits am vorderen Teil des. 
Panzers (Fig. 6 a, b). 

F u n d ort: Mästermyr Augu st 1905. 



Genus Rattiilus Lamarck. 
48. Rattulus scipio (Gosse). 

Mastigocerca scipio Gosse 1886, p. 61, Taf. XX, Fig. 11. 
Rattuhis » Jennings 1903, p. 322-.323, Taf. 

V, Fig. 50—52, Taf. XIII, Fig. 
111—112. 



42 ARKIV FÖR ZOOI.OGI. BAND 6. X:0 1. 

Gut iibereinstimmend mit der Beschreibung Jennii^s^gs'. 
Die länge Zehe finde ich jedocli kiirzer, öder kaum "3 von der 
Länge des iibrigen Körpers, vrährend derselbe nach jEN:>iriNGS 
l^ei erwachsenen Individuen »about three-fourths or less the 
length of the body » hat (in der Diagnose heisst es »three f oiirth 
or more»). Auf einer seiner Figuren zeichnet aber Jenx^gs 
eine Zehe, Avelche im Verhältnis zur Grösse der Lorica genan 
die von mir gefundene Länge hat. Nach Gosse soll iibrigens 
die Zehe noch kiirzer sein, etwas weniger als halb so läng me 
die Lorica, und es ist ja nicht unmöglich, dass hierin starke 
Schwanknngen vorkommen und der englische Rotatorien- 
forscher, trotz der gegenseitigen Vermutung Jennings', in 
diesem Falle eine exakte Angabe geliefert hat. 

Die rechte Zehe ist verhältnismässig stark entwickelt ; so 
wird sie auch von Jennings gezeichnet, obgleich er sie im 
Texte als »rudimentary and small» berzeichnet. 

Masse an einem Exemplar: Länge des Körpers 168 {x, 
Hauptzehe 103 jj., rechte Zehe 40 [j., die zvvei Nebengriffel 20 [x 

Fundort: Mästermvr Juli 1906. 



49. Rattulus longiseta (Schrank). 

Jennings 1903, p. 328—329, Taf. VTIT, Fig. 67—^72. 

Vollständig mit der Beschreibung Jennings' iiberein- 
stimmend. 

Masse an einem Exemplar: Länge ausser der Zehe 270 [l, 
Zehe 168 ^.. 



Fundort: Uppsala Oktober 1908. 



50. Rattulus bicristatus (Gosse). 

Jenis-ings 1903, p. 330-^331, Taf. IX, Fig. 77-^80. 

Auch hinsichtlich dieser Art habe ich der Beschreibung 
Je:n^nings' nichts zuzufiigen. 

Masse bei meinem Exemplar: Länge ausser der Zehe 
270 [j., Zehe 240 [j.. 

Fundort: Uppsala Oktober 1908. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 43 

51. Rattulus carinatus Lamarck. 

Masse an einein Exemplar: Länge ausser der Zehe 188 |j. 
Zehe 182 {X. 

Fundort: Uppsala (Mälaren) Oktober 1908. 

52. Rattulus rattus (Muller). 

Trichoda rathis Muller 1776, 1786. 

» » Ehrenberg 1838, p. 422, Taf . XLVIII, 

Fig. 7. 
» » Plate 1886, p. 48. 

Mastvjocerca » Gosse 1886, Vol. II, p. 62—63, Taf. 
XX, Fig. 9. 
» » Levander 1894, p. 36. 

» » Stenroos 1898, p. 141. 

Rattulus rattus Jennings 1903, p. 333—334, Taf. XI, 

Fig. 100, 101. 
In seiner Körperforni stimmt das in Fig. 7 abgebildete 
Tier mit keiner der friiher abgebildeten Arten tiberein, ausser 
etwa mit Voigts weiter unten zu besprechender Mastigocerca 
lopJioessa. Im kontrahierten Zustand bekommt der Körper 
ungefähr dieselbe Form, wie auf den älteren Figuren von 
R. rattus (Ehrenberg, Gosse, Jennln^gs). Da meine Art 
sonst mit dieser Art am besten iibereinzustimmen scheint, 
muss ich annehmen, dass friiher nur mehr öder weniger kon- 
trahierte Exemplare beschrieben worden sind (Jennings, der 
stets sehr zuverlässig ist, hat nnr konservierte Exemplare 
untersueht); nur ganz freischwimmende Tiere, welche ja 
schwer genau zu beobachten sind, haben die in meiner Figuren 
wiedergegebene langgestreckte, vorn schwach halsartig ver- 
schmälerte Körperform. 

Rattulus rattus soll sich von R. carinatus Lamarck nur 
durch das Fehlen des hohen Riickenkammes, welchen durch 
eine »broad longitudinal area, not elevated» ersetzt wird, 
imterscheiden, und wird aucli mehrfach als eine blosse Varie- 
tät dieser Art betrachtet. Einige Autoren schreiben auch 
R. rattus einen, wenngleich niedrigen,Ruckenkamm zu. (Gosse, 
Levander, Stenroos). Einen solchen finde ich auch bei 
meinen Exemplaren und zwar reicht derselbe etwa bis zum 
Beginn des hintersten Körperdrittels hinab. Hierin stimmen 



44 



AKKIV FÖR ZOOLOGI. BA>sD (i. N:0 1. 



siemiteinervon VoiGT (1904, p. 51 — 51 Taf. III, Fig. 27als E. lo- 
phcessa öder eine Varietät derselben betrachteten Art iiberein; 
mit dieser zeigen sie auch^ wde schen erwähnt, in der allge- 
meinen Körperform eine grosse Ähnlichkeit, und der Gedanke^ 
dass auch meine Form elier zu dieser Art gehören könnte, 
scheint daher ziemlich nalie zu liegen. Der typische B. lo- 
phcessiis unterscheidet sich, soweitichausderLiteratiir ersehen 
känn, von R. raitus liauptsächlich nur durch den sich iiber 




Fig. 7. Rattidus rattiis (Mliiler). 

Vollständig ausgestrekte Exem- 

plare, a und h aus dem Mäster- 

niyr, c aus Uppsala. 



die ganze Länge des Körpers erstreckenden Riickenkamni 
lind dnrch die grössere Länge der rudimentären Zehe. Da 
meine Art keines von diesen Merkmalen aufweist (die ^Neben- 
griffel sind sehr kurz; von dem Riickenkamm wurde schon 
oben gesprochen), glaube ich die erwähnte Möglichkeit in 
Abrede stellen zu miissen. Was die VoiGTsche Form betrifft, 
so scheint dieselbe eine gewisse Mittelstellung einzunehmen, 
indem die rudimentäre Zehe gut entwickelt ist; näheres lässt 
sich iiber die systematische Stellung derselben nicht sägen. 



N. V. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 45 

Der wie es scheint allén Rattuliden zukommende zapfen- 
förmige Fortsatz der Corona ist bei R. ratins stark entwickelt, 
in Form eines schlanken fingerförmigen Gebildes (Fig. 
7 a — -c), das schon von Ehrenberg beobachtet und abgebildet 
nnd später von Plate näher besprochen v/orden ist. Voigt 
zeiclmet bei seiner Mastigocerca lophoessa ein ganz ähnliches 
Organ, auch die typische Form besitzt aber nach Bilfinger 
(1894, p. 49) einen Stirnzapfen; dieser wird zwar als kurz und 
dick beschrieben, dies känn jedoch, nach der Figur (Taf. II, 
Fig. 7) zu urteilen, sehr wohl nur auf dem kontrahierten 
Körperzustand beruhen. 

Die Körperfliissigkeit ist bisweilen schwach rötlicli gefärbt. 

Die Hauptzehe hat bei den gottländischen Exemplaren 
etwa ^/s von der Länge des iibrigen, völlig ausgestreckten, Kör- 
pers. Bei einigen sonst ähnlichen Exemplaren aus einem 
Teich in der Nähe von Uppsala (Fig. 7 c) fand ich sie viel stär- 
ker entwickelt. 

Masse der gottländischen Exemplare: Länge des ausge- 
streckten Körpers 100 — 120 <j. Hauptzehe 75 jx. An einem 
bei Uppsala gefundenen Exemplare sind dieselben Masse 
148 und 156 jj. 

Fundorte: Mästermj^r August 1905, Uppsala Okto- 
ber 1908, Abisko (Lappland) Juli 1907. 

53. Rattulus elongatus (Gosse). 

Masiigocera elongata Gosse 1886, p. 62, Taf. XX, Fig. 8. 
» grandis Stets^roos 1898, p. 144 — 145, Taf. II, 

Fig. 8. 

Raffvlus elongatus Jennings 1903, p. 337 — 338, Taf. 

XII, Fig. 102—107. 

Meine Exemplare stimmen vollständig mit den von Jen- 
i^iNGS iinter dem oben genannten Namen, von Stenroos als 
Mastigocerca graridis n. sp. beschriebenen Art iiberein. Da der 
vorziigliche Kenner der Rattuliden kein Bedenken äussort, 
seine Art mit E. elongatus (Gosse) zu identifizieren, will ich 
ihm hierin folgen, obgleich gerade beziiglich des fiir die Art 
am meisten charakteristischen Merkmals, der grossen Länge 
der Nebenzehe, Jennings' und meine eigenen Beobachtungen 
den Angaben Gosses widersprechen; bei der englischen Form 
sollen nämlich die »Sub-styles » sehr klein sein ( »one twentieth 
the length of the toe». 



46 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 



Masse an einem Exemplar: Körper 312 u, Hauptzehe 
228 a, Nebenzehe 50 »x. 

Fundort: Uppsala Oktober 1908. 



Genus Scaridium Elirbg.^ 

54. Scaridium longicaudum (Miiller). 
Fundorte: Mästermyr Juli, August 1905, Juli 1906. 



Fam. Dinocharidse. 

Genus Dinocharis Ehrbg. 

55. Dinocharis pocillum (Miiller). 

Bifiocharis pocillum Ehrenberg 1838, p. 472 — 473, Taf. 

LIX, Fig. 1. 
» » Hudson 1886, Vol. II, p. 71—72, Taf. 

XXI, Fig. 1. 
» » Weber 1898, p. 520—523, Taf. XX 

Fig. 7. 




Fig. 8. Dinocharis pocillum (Muller). 

Leerer Panzer; der Fuss ist zum Teil 

eingezogen. 



^ Diese Gattung, welche sonst stets mit Hudson & Gosse der folgen- 
den Familie zugerechnet wird, teilt Wesenbeeg-Lund (1899) den Rattu- 
liden zu, hauptsächlich wegen der schwachen Entwicklung des Panzers- 
und des asymmetrischen Baues des Kaupparats. 



J^-. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 47 

Die Länge der beiden dorsalen Sporen variiert ziemlich 
beträchtlich, wie aiich Weber bemerkt nnd wie aus den oben 
zitierten Figuren ersichtlich ist. und dasselbe ist mitdenZehen 
und mit dem medianen Stachel an ihrer Basis der Fall, und 
zwar scheint es mir, als ob diese Teile in ihren Variationen von 
einander abhängig seien. Am häufigsten finde ich eine Form^ 
bei welcher alle diese Teilen länger und schlanker sind, als auf 
den Zeichnungen der friiheren Beobachter. Die Zehen sind 
so läng wie der Rvimpfpanzer öder wenig kiirzer, die Sporen 
nicht öder weniger kiirzer als die beiden ersten Fussglieder zu- 
sammen, der Medianstachel hat etwa die Länge des letzten 
Fusssegmentes (Fig. 8). In anderen Fallen sind alle die ge- 
nannten Teile beträchtlich kiirzer; eine solche Form wird von 
Weber abgebildet (Taf. XX, Fig. 7). 

Fundorte: Mästerm^T Mai, Juli, August 1905 (häufig), 
Abisko (Lappland) Juli 1907, Juni 1908, Uppsala Oktober 
1908; Kjefhngeå (Skåne) Dezember 1907 (G. Swenander) . 

56. Dinocharis tetractis (Ehrbg). 

Dinocliaris tetractis Ehrenberg 1831 p. 135; 1838, p. 

473, Taf. LIX, Fig. 2. 
» paupera Ehrenberg 1831, p. 135; 1838, p. 

473, Taf. LIX, Fig. 3. 
» tetractis Gosse 1886, Vol. II, p7 72, Taf. XXI,, 

Fig. 2. 
» » BlLFINGER 1894, p. 52. 

» ^> Weber 1898, p. 523—525, Taf. XX,. 

Fig. 12. 
» » Stenroos 1898, p. 151. 

» similis » 1898, p. 151, Taf. III, 

Fig. 7. 
Diese Art soll sich nach Weber von der vorigen, ausser 
durch das Fehlen des medianen Stachels am letzten Fussgliede, 
auch durch die plumpere Körpergestalt und durch die ge- 
drungenere Form der Fussglieder unterscheiden. Auch Bil- 
finger findet die Art »etwas breiter und untersetzter und da- 
her in ihrer Erscheinung entschieden weniger elegant» als D. 
pocilliim. Ich finde nur eine Form (Fig. 9), bei welcher alle 
Körperteile ausser den Sporen wenigstens ebenso schlank sind, 
wie bei der letztgenannten Art und welchedaherinihremallge- 
meinen Aussehen fast keine Ähnlichkeit mit dem vouWeber- 



48 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

abgebildeten Tier zeigt. Einen fast ebenso schlanken Körper 
zeichnet auch Ehrenberg; auf den Figuren Gosses sind der 
Fiiss und die Zelien denjenigen meiner Tiere ähnlich, während 
der Rumpf breiter gezeiclmet ist. 

Die Facettierung des Panzers, welche bei dieser Art stark 
markiert sein soll (Gosse, Weber), tritt an meinen Exemplaren, 
vvenigstens, wenn sie lebend und ausgestreckt sind, fast gar nicht 
hervor, auch läuft der hintere dorsale Rand nicht in eine Spitze 
aus, sondern ist abgerundet. 

Der Fuss ist, wie oben erwähnt, sehr schlank, seine Länge 
beträgt (ausser den Zehen) etwa ^U von der Länge des 
Eumpfpanzers. Die Sporen sind von. wechselnder Länge, stets 
jedoch sehr kurz im Vergleich mit denjenigen der vorigen 
Art, der Form_ nach meist schmal und spitz, winkelrecht ge- 
gen das sie tragende Fusssegment gerichtet. 

D. "paiipera Ehrbg känn nur, wie schon Gosse eingesehen 




Fig. 9. Dinocharis tetractis Ehrbg. 

hat, als eine Form von D. tetractis mit rudimentären Sporen 
betrachtet v/erden. 

Die Zehen finde ich stets sehr läng, von der Länge des 
Rumpfpanzers öder meist noch länger. Sie sind ziemlich 
stark gebogen, sehr schmal, gegen die Enden etwas verbreitert 
und plötzlich zu einer feinen Spitze verschmälert, wie es schon 
Gosse etwas grob gezeiclmet hat (auf der Figur Webers sind 
sie kurz, breit und allmählich gegen die Spitzen verschmälert). 

Stenroos hat Q\neDinocharis-¥ orm. beobachtet, welche der 
oben beschriebenen sehr ähnlich ist, und natiirlich nicht unter- 
lassen,fiir dieselbeeine neue Art, D. similis, zu kreieren. Sie 
stimmt mit meinen Exemplaren in der Form und der undeut- 
lichen Gliederung des Rumpfes und in der Länge des Fusses 
und der Zehen liberein und unterscheidet sich nur durch die 
-auf fall ende Länge des zweiten Fussgliedes. Bei unserer 



N. V. HOrSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MASTERMYR. 



49 



Kenntnis von der Variationsbreite aller dieser Charaktere 
is t es natiiriich wenigstens jetzt nicht möglich, innerhalb der 
D. tetractis-^eWiQ besondere Arten zu unterscheiden. 

Masse an einem Exemplare: Länge vom Anfang des 
ausgestreckten Kopfes bis an der hinteren Grenze des Rumpfes 
172 (1, Länge des Fusses 118 {i, der Zehen 160 {jl. 

Fundorte: Mästernwr Juli, August 1905, Juli 1906, 
April 1907 (häufig), Uppsala Juni 1908, Lysekil (Bohuslän) 
Mai 1908, Kjeflingeå (Skåne) Dezember 1907 (G. Swenander) . 



57 



Genus Polychaetus Perty. 
Polychaetus subquadratus Perty. 




Fig. 10. Polychaetus subquadratus Perty. 

Perty 1852, p. 45, Taf. I, Fig. 6 a. 

HooD 1895, p. 685, Taf. XXII, Fig. 6. 

Ternetz 1892, p. 14, 26—31, Taf. I, Fig. 1—6. 

Diese seltene und abenteurlicli gestaltete Art ist von Ter- 
iSTETZ genauer beschrieben worden. Meine Exemplare stim- 
men mit dieser Beschreibung gut iiberein, nur sind die Zehen 
bedeutend länger, etwa doppelt so läng, wie auf seinen Figuren 
und auf denjenigen HooDS. 

Die Körperform ist ferner etwas weniger gedrungen als 
auf den zitierten Figuren. 

Die Gesamtlänge eines Exemplares betrug 162 (x. 

Fundorte: Zweimal im Mästermyr August 1905. 

Arkiv fur zoologi. Band 6. N/o 1. 4 



50 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 1. 

Unterordii. Eiiclilaniiiae. 

Fam. Salpinidae. 

Genus Diasciza Gosse.* 

58. Diasciza gibba (Ehrbg). 

Fiircularia gibba Ehrenberg 1838. d. 420. Taf. XLIII, 
Fig. 3. 
;> » Gosse 1886, Vol. II, p. 143, Taf. XIX, Fig. 13. 

Diasciza semiaperta Gosse 1886, Vol. II, p. 80, Taf. XXII, 
Fig. 10. 
» gibba Dixon-Nuttal 1903, p. 6—7, Taf. I, Fig.l a. 
Die Zehen variieren ziemlich stark sowohl in ihrer Länge 
wie in der Starke der Biegnng, wie auch Dixon-Ntjttal her- 
vorhebt. 

Ausser dnrcli ihre Körperform ist die Art leicht kenntlieh 
durch ihren kraftig gebauten Kaiiapparat; Gosse, der wie 
DixoN-NuTTAL gezeigt hat, die Art unter zwei Namen (Furcu- 
laria gibba Ehrbg und Diasciza semiaperta Gosse) beschreibt, 
gibt bei der ersten Art giite Ab bildungen da von. 

Das »very peculiar» (Dixon-Nuttal) Ange bestand an 
einem Exemplare, bei welcheni es unter stärker Vergrösserung 
beobachtet wurde,aus zwei getrennten aber sehrnaheliegenden, 
A^on oben gesehen dreieckigen Pigmentanhäuf ungen. 

Fundorte: Mästermyr Juli, August 1905, August 1906, 
April 1907, Uppsala Oktober 1908, Kristineberg (Bohuslän) 
Mai 1908, Vassijaure und Abisko (Lappland) Juni 1908. 

59. Diasciza gracilis (Ehrbg). 

Furcularia gracilis Ehrenberg 1838, p. 421, Taf. XLVITI, 
Fig. 6. 
» » Gosse 1886, Vol. II, p. 42, Taf. XIX, 

Fig. 14. 
Diasciza gracilis Dixon-Nuttal 1903, p. 10 — 11, Taf. I, 

Fig. 4, 4 a. 
Diese meist unter dem Xamen Furcularia gracilis Ehrbg 
bekannte Art ist nach meinen Beobachtungen iiberaus häufig, 



^ Fiir die Synonymik verweise ich bei dieser Gattnng auf die vor- 
zligliche Monographie von Dixon-Nuttal und Freeman, 1903 (der Kiirze 
halber zitiere ich unten diese Arbeit nur unter dem Namen Dixon-Nuttals, 
der sicher auch den weitaus grössten Teil däran hat). 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEX AUS DEM MÄSTERMYR. 51 

und es muss als ziemlich eigentiimlich erscheinen, dass sie 
in dem grossen Werke Webers nicht erwähnt wird. 

Die Körperform wird von EnRENBERGgut wiedergegeben. 
In ausgestrecktem Zustand ist der Körper viel schlanker als ihn 
DixoN-NuTTAL zeichnet. Die Angabe Gosses, dass die Bauch- 
linie »a prominent angle» macht, beruht, wie aus der Figur 
(Taf. XTX, Fig. 14 a) leicht ersichtlich ist, nur darauf, dass 
er ein kontrahiertes Individuum beobachtet hat. 

Das Auge wird von den friiheren Verfassern als einfach 
beschrieben. Bei genauer Beobachtung sieht man iedoch, 
dass es aus zwei getrennten Pigmentanhäuf ungen besteht. 

Die Zehen sind bisweilen vollständig gerade, bisweilen 
schwach nach oben gebogen. 

Der Darm ist, wie schon Ehrenberg bemerkt. selir of t 
von griinen Algen erfiillt. 

Der Kauapparet ist wie bei der vorigen Art gebaut, doch 
sind die einzelnen Glieder schlanker. Das Fulerum endet 
nach DixoN-NuTTAL in »a fine point»; in Wirklichkeit ist das 
Ende desselben deutlich zweigespalten. 

Fundorte: Mästerman:' Juli, August 1905, Juli 1906 
(häufig), Uppsala Oktober 1908, Kristineberg (Bohuslän) Mai 
1908, Abisko (Lajjpland) Juli 1907. 

60. Diasciza lacinulata (Miiller). 

Fundorte: Mästermyr Mai 1905, Juli 1906 (wahrschein- 
lich häufiger, aber mit D. exigua verwechselt), Uppsala Juni, 
Oktober 1908, Kristineberg (Bohuslän) Mai 1908, Vassijaure 
(Lappland) Juli 1907, Abisko (Lappland) Juni 1908. 

61. Diasciza derbyi Dixon-Nuttal & Freeman. 

DixoN-NuTTALl903,p.l31— 133,Taf. IV,Fig. 13, 13a,13&. 

Von dieser von Dixon-Nuttal beschriebenen Art unter- 
scheidet sich meine Form durch die grössere Länge der Zehen, 
welche etwa halb so läng wie der iibrige Körper ocler wenig 
kiirzer sind, vvährend sie nach dera englischen Forscher etwa 
IV3 von der iibrigen Körperlänge niessen sollen; dieser LTnter- 
schied ist jedoch nicht so gross, dass er nicht sehr wohl auf 
individueller Variation beruhen könnte (der Unterschied zwi- 
schen meinen eigenen und Dixon-Nuttals Figuren ist dagegen 
sehr gross, indem die Länge der Zehen an den letzteren bedeu- 



52 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

tend weniger alslVsder librigen Körperlänge heträgt). In 
andern Hinsichten stimmt meine Form mit der Beschreibung 
DixON-NuTTALS gut iiberein: die scharfspitzigen Zehen sind 
nach oben gebogen (nnd zwar ziemlich stark, nicht schwacli 
wie der zitierte Verfasser schreibt) und der Körper ist schvvach 
lateral kom.primiert; ferner hatten auch meine Tiere die Ge- 
wolmheit, die Zehen of t iiber den Riicken zu schlagen. Von 
dem Kauapparat ist zu bemerken, dass das Fulcrum mit 
einer von oben gesehen fast dreieckigen Erweiterung endet. 

Masse bei zwei Exemplaren: Länge ausser den Zehen 80 \l, 
Länge der letzteren 40 resp. 46 {jl. 

Durch ihre langen Zehen zeigt die oben beschriebene Art 
eine gewisse Ähnlichkeit mit D. valga Gosse (1886, Vol. II, 
p. 77, Taf. XXII, Fig. 12), sie nnterscheidet sich jedoch durch 
ihre geringere Grösse, durch die wie es scheint versohiedene 
Lage des Auges, besonders aber durch die ganz entgegenge- 
setzte Biegung der Zehen. 

Fundorte: Mästermyr Juli, August, September 1905, 
Juli 1906, Vassijaure (Lappland) Juni 1908. 

62. Diasciza exigua Gosse. 

Gosse 1886, Vol. II, p. 78, Taf. XXII, Fig. 13. 

DixoN NiJTTAL 1903, p. 133, Taf. III, Fig. 10, 10 a. 

Diese kleine Art ist auch in der Monographie Dixo^^- 
NuTTALS ziemlich oberflächlig charakterisiert. Eine von mir 
häufig gefundene Form scheint sich in einigen Hinsichten eher 
D. hoodi Gosse^ zu nähern, indem sie oft etwas grösser als 
Dixoisr-NuTTALS D. exigua ist und nicht die charakteristische 
»wedge-shaped » Körperform (»which may be taken as the 
most distinctive feature of the species») hat, sondern mehr 
elliptisch ist (doch schmäler als D. hoodi und hinten nicht brei- 
ter als vorn) ; ferner ist das Auge einfach. Wennich sie jedoch 
zu D. exigua stelle, so geschieht es, weil der Kauapparat dem- 
jenigen dieser Art, so wie er von Dixon-Nuttal gezeichnet 
wird, viel ähnlicher ist,als demjenigenvon D. hoodi, und weil die 
fiir die letztere Art eigentiimliche »beak-shaped projection 
of buccal orifice» nicht beobachtet v/urde: ferner kommt die 



1 Gosse 1886, vol II, p. 79, Taf. XXII, Fig. 15 

» 1889 (Suppl.), p. 38, Taf. XXXT, Fig. 32 {D. ramphigera). 
Tessin, 1886, p. 148, Taf. I, Fig. 10 {Plagiognatha gracilis). 
Webee, 1898. p. 549, Taf XX, Fig. 26—28 {D. valga). 
DixoN NuTTAL 1903, p. 129—131, Taf. II, Fig, 5 a, 5 6. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 53 

Grösse nie derjenigen von D. Jioodi gleich, iind die Zehen 
sind nicht, wie es bei der letzteren stets der Fall zu sein scheint, 
gegen einander gebogen (siehe die in der Fussnote zitierten 
Figuren Dixon-Nuttals, Tessins nnd Webers), sondern von 
oben gesehen gerade öder sogar of t etAvas nacli aiissen gebogen. 

Die Zehen sind sehr scharf zugespitzt und schwach nach 
un t en gebogen. Ihre Länge betr ägt höchstens Va der Länge des 
iibrigen Körpers, meist weniger. Tn Lappland fand ich meist 
die Zehen kiirzer als sonst, ^/s bis höchsten '^U der iibrigen 
Körperiänge. 

Masse: Totallänge 100 — 130 [jl, (nach Dixon-Nuttal 
98 [t), Zehen 18—26 {i. 

Fundorte: Mästermvr Juli, August, September 1905, 
Juli, August 1906, April 1907 (sehr häufig), Uppsala Juni, 
Oktober 1908, Kristineberg (Bohuslän) Mai 1908, Vassijaure 
(Lappland) JuH 1907, Juni 1908, Abisko (Lappland) Juni 1908. 

63. Diasciza ventripes Dixon-Nuttal. 
Fundort: Storlien (Jämtland) Juli 1909. 

64. Diasciza coeca (Gosse). 

Furcularia coeca Gosse 1851, 1886, Vol. II, p. 42—43, 
Taf. XX, Fig. 4. 
» ensijera Gosse 1886, Vol. II, p. 43, Taf. XIX, 

Fig 3. 
Diasciza voeta Gosse 1886, Vol. II, p. 79—80, Taf. XXII, 
Fig. 11. 
» acronata Gosse 1889 (SuppL), p. 37, Taf. XXXI, 

Fig. 29. 
» copca DrxON-NuTTAL 1903, p. 134—135, Taf. 

IV, Fig. 11, Ila. 
» poeta RuNNSTRÖM 1909, p. 270. 
Diese Art ist, wie Dixon-Nuttal gezeigt hat, von Gosse 
unter vier verschiedenen Xamen beschrieben worden. Zu der 
guten Beschreibung des erstgenannten Verfassers f iige ich nur 
hinzu, dass der Körper im freischwimmenden Zustande von 
der Seite gesehen viel schlanker ist als auf seiner Figur; ferner 
fand ich bei zwei untersuchten Exemplaren das Fulcrum am 
Ende deutlich zweigespalten. 

Fundorte: Vassijaure (Lappland) Juli 1907, Uppsala 
Jani 1908, vereinzelt. 



54 AEKIV FÖR ZOOLOGI. BAXD (). X:0 1. 

65. Diasciza eva (Gosse). 

Furcularia eva Gosse 1889, p. 26, Taf. XXXI, Fig. 17. 
» se7nisetifera Glascott 1893, p. 55, Taf. IV, 

Fig. 2, 2 a. 
Diasciza eva Dixon-Nuttal 1903, p. 137-138, Taf. III 

Fig. 8. 
Furcidaria eva Ruxnström 1909, p. 269. 
Fundorte: Mästermyr Juli 1905, Juli 1906, Uppsala, 
Juni, Oktober 1908, Kristineberg (Bohuslän) Mal 1908. 

Genus Mytilina Bory de St. Vincent 1824. 
(Syn. Salpina aut.) 

Bory de St. Vixce^^t stellte 1824 die Gattung Mytilina 
fiir vier von Mullers B) achiomis- Arten auf, By. mucronatus 
(il/, cyijridina Bory), Br. dentatus (M. cytherea Bory), Br. 
Tripos (M. limnadifiia Bory) und Br. ovalis (M. Lepidura 
Bory). Die erstgenannte Art wurde von Ehrenberg zu seiner 
1830 gebildeten Gattung Sal pina gestellt. Von den iibrigen 
ist Brachionus dentatus, me ich unten gezeigt habe, mit derseiben 
identisch, Br. Tripos ist wohl nicht näher bestimmbar, gehört 
jedoch sieher zu demselben Genus, und Br. ovalis ist ebenfalls 
kaum identifizierbar, möglicherweise (vgl. unten p. 64), 
mit der unten Metopodia oblonga genannten ^4rt identisch. Je- 
denfalls hat der Name Mytilina die Priorität vor Salpina. 
Typus der Gattung ist die sieher identifizierbare M. mti- 
cronata. 

66. Mytilina mucronata (Miiller). 
(Syn. Salpina mucronata aut.). 

Brachionus mucronatus Mitller 1773, p. 134. 

v » » 1786, p. 349, Taf. XLIX, 

Fig. 8, 9. 
^> dentatus Mijller 1786, p. 348, Taf. XLIX, 

Fig. 10, 11. 
Mytilina cypridina Bory de St. Viis^^cent 1824. 
Salpina mucronata. Ehrenberg 1838 und spätere Autoren. 
Mit Salpina inucronata wird gewöhnlich die von Mijller 
1786 unter diesem Speciesnamen beschriebene Form gemeint. 
Dieselbe war aber nach Muller eine andre Art als die 1773 



N. v. HOFSTEX, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 55 

SO genannte Rotatorie, welche 1786 den neuen Namen denfata 
erhielt. Dieser Name ist daher nach den NomenklaturregeJn 
ganz zu verwerfen und fiir den Brachionus mucronatvs von 
1786 wäre der spätere Artname cypridina Bory de St. Vincent 
zu gebrauchen. Diese Namensändening wird aber dadurch 
hinfällig, dass die beiden Arten ziemlicli sicher identisch sind. 
Die Figuren von Brachionus deiitatvs scheinen mir in der Tat 
mit der Salpina 7ancronata der späteren Autoren besser iiber- 
einzustimmen als die Figuren von der anderen Art; die Spal- 
tung am Ende der Zehen ist daher wohl nicht vorlianden öder 

nur eine individuelle Anornalie. 

• 

Fundorte: Teich nahe dem Mästermyr August 1906, 
Uppsala Oktober 1908. 

67. Mytilina brevispina (Ehrbg). 
(Syn. Salpina hrevispina aut.) 

Fundorte: Mästermyr August 1905 (vereinzelt), Upp- 
sala Juni, Oktober 1908, Abisko (Lappland) Juni 1908. 

Fam. Euchlanidae. 
Genus Euchliiiiis Ehrbg. 
68. Euchlanis dilatata Ehrbg. 



Fundorte: Mästermyr Juli, August, September 1905, 
Juli 1906, Uppsala Juni 1908, Vassijaure (Lappland) Juli 1907. 

69. Euchlanis defiexa Gosse. 

Fundorte: Uppsala Juni 1908 (vereinzelt) Kjeflingeå 
(Skåne) Dezember 1907 (G. Swe^-ander). 

70. Euchlanis triquetra Ehrbg. 
Fundort: LTppsala Juni 1908. Vereinzelt. 

Genus Diplois. 

71. Diplois daviesiee Gosse. 
Fundort: Abisko (Lappland) Juni 1908. Vereinzelt. 



5^ ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 1. 

Genus Cathypna Gosse. 

72. Cathypna luna (Muller). 

TricJioda luna Muller 1786, p. 139, Taf. XX, Fig. 8, 9. 
Euchlanis luna Ehrenberg 1838, p. 462, Taf. LVTI,Fjg. 13. 
Distyla minnesotensis'R:EnBiCK 1885,p. 53 — 64,Taf.X,Fig.8. 
Catlnjima luna Gosse 1886, Vol. II, p. 94—95, Taf. XXIV, 

Fig. 4. 
» latifrons Gosse 1889, p. 42, Taf. XXXI, Fig. 37. 
» luna Stenroos 1898, p. 159. 

» magna » 1898, p. 161, Taf. II, Fig.' 21. 
» » var. tenuior Stenroos 1898, p. 161, 

Taf. II, Fig. 22. 
In dem Supplement za der Monographie Hudson & 
Gosses werden drei GossEsche C athijpna- Arten beschrieben 
[C. latifrons, C. dioma (p. 41—42, Taf. XXXI, Fig. 38), C. 
ungulaia (p. 42, Taf. XXXI, Fig. 36)], welche alle der alten 
C. luna sehr ähnlich sind. Von diesen ist eine, C. latifrons, auch 
wohl sicher nur ein kontrahiertes Exemplar dieser Art öder 
höchstens eine Form mit etwas stärker als normal ausgeschweif- 
ten Zehen. Die beiden iibrigen können mit etwas grösserem 
Recht Anspruch auf Selbständigkeit machen, obgleich die Cha- 
rakterisierimg sehr ungeniigend ist. C. ungulata wird ausser- 
dem von Voigt (1904, p. 69), leider ohne nähere Beschrei- 
bung, angefiihrt. 

Als C. ungulata bezeichnete Formen werden von Jennings 
(1901, p. 91, Taf. XIX, Fig. 26, 27) und Daday (1904 p. 111, 
Taf. II, Fig. 19) erwähnt und abgebildet. Die Art Dadays hat 
mit derjenigen Gosses keine Ähnlichkeit, diejenige Jennings 
ist C. luna sehr ähnlich, nur in allén Teilen etwas schlanker; 
jedenfalls ist die C. ungulata Jenning's dieselbe Art, vvel- 
che Stokes (1896, p. 639, Taf. XIV, Fig. 8— lOunter demXa- 
men O. glandulosa beschrieben hat. 

Weniger zweifelhaft scheint mir dagegen die Hieherge- 
hörigkeit von Distyla minnesotensis Herrick; die Körperform 
wird zwar als eine ganz andre geschildert, ich habe aber ein- 
mal ein konserviertes Exemplar von C. luna gesehen, bei wel- 
chem die Lorica in ganz ähnlicher Weise, wie auf der Figur 
Herricks, umges taltet war. 

Die von Stenroos aufgestellte C. magnia (und ihre »Va- 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 57 

rietät») scheint mir höchstens als eine Varietät von C. luna 
gelten zii können. 

Stenroos nennt als fiir die Art charakteristisch, ausser 
der Grösse, »die hintere Erweiterung des Panzers, das eigen- 
tiimlich getbrmte Fussglied und die Zehen». Die letzteren 
sollen sich von C. luna durch das Fehlen der Stiifen unterschei- 
den; dieses Merkmal ist, wenn die Beobachtung richtig ist, 
das einzige, das fiir die Berechtigung der Form als einer beson- 
deren Varietät spricht; dass aiich bei der typischen C. luna 
die Zehen individuell stark variieren,zeigen die Fig. Ila und b. 




Fig. 11. Cathypna luna (Muller). 

a Fuss und Zehen, b Zehe eines 

abweichenden Individuums. 

Das Fussglied ist auch bei der letzteren oft deutlich herzför- 
mig. Was mit der »Ervveiterung des Panzers» gemeint ist, 
verstehe ich nicht; der Panzer ist, nach der Figur zu urteilen, 
ganz wie bei C. luna gebaut. 

Die Angabe iiber die ungewöhnliche Grösse endlich ist 
vielleicht nicht ganz zuverlässig: die Länge des Panzers soll 
240 {JL betragen. Wenn man dieses Mäss fiir das abgebildete 
Exemplar unter Anwendung der Vergrösserungsangabe be- 
rechnet, so bekommt man eine Länge des Panzers von nur 
127 [1. 

Eine andere von demselben Verfasser aufgestellte Art, 
C. brachydactyla^ unterscheidet sich von C. luna nur durch die 
sehr kurzen Zehen, sonst passt die Beschreibung ebenso gut 
auf C. luna, bei welcher der Panzer bei gewdssen Kon- 
traktionszuständen vollständig die in Stenroos' Fig. 20, Taf. 
II abgebildete Gestalt annehmen känn. Bei der auffälligen 
Beschaffenheit des ^genannten Merkmals diirfte die Art jedoch 
vorläufig bestehen miissen, obgleich man, wenn man die 
zitierte Arbeit kennt, iiberhaupt nur schwer an eine einzige 
der zahlreichen dort beschriebenen»neu en »Arten glauben känn. 



58 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 1. 



Fundorte: Mästermyr Juli, August, September 1905, 
Juli, August 1906 (sehr häufig), Vassijaure und Abisko (Lapp- 
land) Juli 1907, Juni 1908. 



Genus Distyla Eckstein. 

73. Distyla flexilis Gosse. 

Distyla flexilis Gosse 1886, Vol. II, p. 97, Taf. XXXIV, 
Fig. 7. 
» livara Gosse 1889, p. 43, Taf. XXXI, Fig. 39. 
Ca%23wa//e2ÄsSTENROOSl898,p.l59— i60,Taf.II,Fig.i9. 
Distyla flexilis W^EB^R 1898, p. 599— 602, Taf. XXII,Fig.8. 
Die Fälten der Lorica verlaufen nach meinen Beobach- 
tungen nicht parallel in der Längsrichtung des Körpers, \vie 
auf den Figuren Gosses und Webers, stets jedoch sehr regel- 
mässig (Fig. 12). 

In kontrahiertem Zustande bekommt der Körper, wie aucli 
Weber bemerkt, eine ganz andre, breitere Gestalt. Bei 
mässiger Kontraktion ist die Form die- 
selbe, wie sie Stenroos flir seine Cathypna 
flexilis dargestellt hat; fiir diese Art wird 
in der Tat kein einziges Merkmal angege- 
ben, velches nicht vollständig auf Distyla 
flexilis passt, weshalb sie als mit der letz- 
teren identisch erklärt werden muss. 

Zu dieser Art gehört möglicherweise auch 
die sehr oberflächlich beschriebene Cathypna 
affinis Levander (1894, p. 50, Taf. III, Fig. 
31); hiergegen spricht jedoch die grosse Länge 
der Zehen. Ein andres Synonym ist zweilf el- 
los die nach einem einzigen Exemplare 
beschriebene Distyla Ii para Gosse. 
M Fundort: Mästermyr Juli, August 1905, 
April 1 907, Uppsala Oktober 1908, Vassijaure 
(Lappland) Juni 1908. 




Fig. 12. Distyla 
flexilis Gosse. 



. 74. Distyla gissensis Eckstein. 

Eckstein 1883, p. 383, Taf. XXVII, Fig. 51. 
Jennings 1901, p. 91, Taf. XX, Fig. 33, 34. 
Gut libereinstimmend mit den Figuren Jennings'. 
Fundort: Mästermyr Juli 1905. Vereinzelt. 



N. V. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 



59 



Genus Monostyla Ehrbg. 

Da die Synonymie von M. kmaris und M. bulla in der 
grossen Mongraphie Webers ganz verkehrt dargestellt ist, 
stelle ich unten die ganz öder einigermassen sicheren Synony- 
ma zusammen. Diejenigen Verfasser, welche keine Figuren 
geliefert haben, sind ganz unberiicksichtigt gelassen. 

75. Monostyla lunaris (Ehrbg). 

Monostyla lunaris Ehrenberg 1830, p. 64, 1831, p. 127. 
» cornuta Eckstein 1883, p. 382— 383, Fig. 50. 

» lunaris Gosse 1886, Vol. II, p. 98, 

Taf. XXV, Fig. 2. 
Moyiostyla lunaris Levander 
1894, p. 50—51, Taf. III, 
Fig. 32. 
Monostyla cornuta Levander 
1894 p. 51—52, Taf. III, 
Fig. 32 a. 
Monostyla lunaris Jennings 
1901p.93,Taf.XXl,Fig.4l. 
Monostyla lunaris Ru>s'n- 

STRÖM 1909, p. 271. 
Monostyla cornuta Kunn- 
STRÖM 1909, p. 271. 
Gute Figuren geben Hud- 
son & Gosse (ausser von 
der Zehe) und Jennings. 

Die Form der Zehe ist 
auf den meisten Figuren un- 
richtig wiedergegeben. Die 
Zehe ist fast gleichbreit, an 
zwei Stellen ist aber die Cu- 
ticula sehr schwach ringför- 
mig eingeschniirt eine Andeu- 

, • n\- A Fio;- 13. Monostyla lunaris (Muller). 

tung ZU emer Glieder ung ^^-^^^ 2ehenverschiedenerExemplare, 
Schwächer als bei M. cor- cIndividuummitdoppelterZehenspitze. 
nuta, (siehe unten) (Fig. 13). Die Spitze ist, wie iibrigens 
schon auf der Zeichnung Jennings' zu sehen ist, derjenigen 
von M. bulla ähnlich, bei welcher Art die unten erwähnten Ver- 
hältnisse friiher beobaohtet worden sind. An der Basis finden 




60 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

sich zwei kleine nach hinten öder etwas nach aussen gerich- 
tete, in ihrer Starke ziemlich variable Nebenspitzen. 
In der Mittellinie verläuft eine deutliche Rinne, wodurcli die 
Spitze doppelt erscheint (Fig. 13 a — h). An einem Exemplare 
(Fig. 13 c) war die hierin gegebene Andeiitung zii einer Längs- 
spaltung durchgefiihrt und die Spitze doppelt. 

Fundorte: Mas t er myr Juli, August, September 1905, 
Juli, August 1906, April 1907 (sehr häufig), Uppsala Juni, 
Oktober 1908, Abisko (Lappland) Juli 190T, Vassijaure (Lapp- 
land) Juni 1908. 

76. Monostyla cornuta (Miiller). 

Trichoda cornuta Muller 1786, p. 208, Taf. XXX, 

Fig. 1—3. 
Monostyla » Ehrenberg 1830, 1831, 1838, p. 459, 

Taf. LVII, Fig. 4. 
» » Hudson & Gosse 1886, Vol. II, p. 98, 

Taf. XXV, Fig. 1. 
» bulla Weber 1898,p. 611—613, Taf. XXII, Fig. 

14—16. 
» cornuta Jennings 1901, p. 93, Taf. XX, 

Fig. 35, 36. 
Diese Art unterscheidet sich von M. lunaris hauptsächtlich 
durch die etwas verschiedene Form der Lorica, besonders 
durch den Mangel der vorderen tiefen halbmondförmigen 
Einbuchtung. Ich habe verschiedenemals eine Form beobach- 
tet, welche mit den Figuren der oben zitierten Autoren ziem- 
lich gut libereinstimmt. Eine schärfere Charakterisierung 
der Art gegeniiber M. lunaris wäre jedoch sehr erwiinscht, 
da beide Arten ein je nach dem Kontraktionszustand sehr wech- 
selndes Aussehen besitzen können. Die Figuren Mullers 
scheinen mir fast besser auf die M . lunaris Ehrenbergs 
als auf seiner M. cornuta zu passen. Die erstere Art miisste 
dann cornuta heissen, während der so genannten Form ein 
neuer Name zu geben wäre. Ohne nähere Kenntnis der 
letzteren Art will ich jedoch eine solche Umtaufung nicht 
vornehmen. Möglich ist auch, dass die beiden Formen nur 
eine einzige besonders in der Zehe etwas variable Art dars teilen, 
welche dann M. cornuta heissen muss. Bei meinen Exem- 
plaren bemerkte ich keine solchen seitlichen Zähnchen an der 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 61 

Zehe, wie bei 31. h(7iaris, nur eine Andeutung zu einer Glie- 
derung; ob dieses Merkmal konstant ist, känn ich nicht ent- 
scheiden. 

Die von Weber als M. bulla abgebildete Art scheint mir 
am ehesten hieher zu gehören. 

Fundorte: Mästermyr Juli, August, September 1905. 

77. Monostyla bulla Gosse. 

Monostijla lunar is Eckstt^in 1883, p. 381-382, Taf. XXVII, 
Fig. 47—49. 

» bulla Gosse 1886, Vol. II, p. 99, Taf. XXV, 

Fig. 4. 

» bipesHTOKT:s 1896, p. 23, Taf. VIII, Fig. 11—13. 

» lunaris WiLBER 1898, p. 608—611, Taf. XXII, 

Fig. 12—13. 

» bulla Stenroos 1898, p. 163, Taf. III, Fig.9. 

» » JENNixGSl901,p.93,Taf.XXI,Fig.37--39. 

» » RUNNSTEÖM 1909, p. 271. 

Dass die M. lunaris Webers bis in die geringsten Details 
mit 31. bulla libereinstimmt, ist schon von Jennings hervor- 
gehoben worden, welcher auch von der von WeberzuM. bulla 
gestellten Form richtig bemerkt, sie scheint »to ha ve had 
almost none of the distinctive features oi M. bulla Gosse». Der. 
selbe Autor hat ferner gezeigt, dass auch 31. bij)es Stokes nur ein 
Synonym zu 31. bulla ist. Sehr möglich scheint es mir, 
dass auch die 31. robusta Stokes nur ein ungewöhnlich stark 
kontrahiertes Exemplar derselben Art darstellt. Da 31. bulla 
jedoch keine Spuren der fiir die Art angegebenen »short 
incurved acuminationes» am Vorderrande der Lorica zeigt, 
muss ich die Art bis auf weiteres bestehen lassen. 

Gute Abbildungen findet man bei Stenroos und Jennings. 
Die Zehe hat, wie besonders auf der Figur des erstgenannten 
Autors zu sehen ist, in Flächenansicht genau dasselbe 
Aussehen wie bei 31. lunaris (siehe oben); nur sind die kleinen 
Seitenzehen durchschnittlich etwas grösser und stets etwas 
nach aussen gerichtet (bei M. lunaris häufiger gerade aus- 
laufend). Im Gegensatz zu 31. lunoris ist die Zehe deutlich 
ventralwärts gekrlimmt. Eine doppelte Spitze fand ich 
auch hier an einem Exemplar. Stokes beobachtete zwei 
getrennte Spitzen »at the death of the animal»; bei seiner 



62 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 1. 

M. robusta beschreibt und zeichnet er zwei in ihrer ganzen 
Länge deutlich getrennte Spitzen. 

Fundorte: Mästermyr Juli, August, September 1905, 
Juli 1906 (hcäufig), Kristineberg (Bohuslän) Mai 1908. 

Fam. Colurellidse. 
Genus Metopidia Ehrbg. 

Zu den zwei von Bory de sSt. Vincent 1824 aufge- 
stellten Gattungen Leypadella und Squamella rechnet Ehrenberg 
einige Arten, welche er fiir identisch mit in den Gattungen 
urspriiQglich enthaltenen Arten erklärt, welche aber, wie 
ich unten zeigen werde, mit Arten seines Genus Metopidia 
identisch sind. Der Name Metopidia wäre dann zu Gunsten 
eines der von Bory de St. Vincent gegebenen Namen zu 
verwerfen. Diese Na mensänder ung wird aber dadurch ver- 
mieden, dass die Typen der genannten Gattungen als un- 
bestimmbar erklärt werden können. Das Genus Squamella 
wurde fiir die einzige Art Brachionus Bractea Muller auf- 
gestellt; diese Art ist aber nicht mit der Squamella bractea 
Ehren BERGS = Metopidia lepadella identisch und nie mit 
Sicherkeit zu identifizieren. Das Genus Lepadella wurde fiir 
vier von Mullers Arten gebildet, darunter auch seine 
Brachionus Patella, welche se hr wohl die hier Metopidia 
oblonga genannte Art vorstellen känn (vgl. weiter unten, 
p. 64); diese Art wäre dann, soweit ich sehen känn, nach 
Elimination als Tjrpus der Gattung Lepadella zu betrachten. 
Da die Identität mit der letztgenannten Art jedenfalls nicht 
sicher ist, ziehe ich es vor, auch Brachionus Patella Miiller 
als unbestimmbar zu erklären. Die Gattung behält dann 
ihren jetzigen Namen Metopidia. Der T^^us ist die ur- 
spriinglich einzige Art M. triptera. 

Dass die Charaktere der EnRENBERGschen Gattungen 
Lepadella, Metopidia und SquamAla (kein, zwei öder vier 
Augen) nur auf irrtiimlicher Beobachtung beruhen, ist schon 
von Gosse (1886, p. 101) wahrscheinlich gemacht worden. Aus 
den jetzt bedeutend vermehrten Beobachtungen ist der sichere 
Schluss zu ziehen, dass alle von Ehrenberg und Späteren zu 
den erwähnten Gattungen gestellten Formen zwei Augen, 
besitzen, welche aber individuell jederseits in doppelter Zahl 



N. V. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 63 

auftreten können Im folgenden betrachte ich auch diejenigen 
Formen, welche sich nur durch Verschiedenheiten in der An- 
zahl der Ansfen unterscheiden, als identisch. 



78. Metopidia oblonga (Ehrbg). 

(Syn. Meiofidia lepadeUa aut.) 
Fig. 14. 
WrachionusPatellaMvi.j.T^nlll3,-p. 130, 1786, p. 341 Taf. 

XLVIII, Fig. 15—12. 
? » ovalis » 1 786, p. 345—347, Taf. XLIX, 

Fig. 1—3. 
Squamella oblonga Ehrenberg 1833, p. 220, 1838, p. 

480, Taf. LIX, Fig. 17. 
» bractea Ecksteix 1883, p. 388—391, Taf. 

XXVII, Fig. 53—55. 
Metovidia lepadeUa Gosse 1886, Vol. II, p. 106, Taf. XXV, 
. ^ Fig. 6. 

» torquata Anderson 1889, p. 356, Taf. XXI, 

Fig. 9, 9 a. 
illiptica TURNER 1892, p. 62, Taf. I, Fig. 8. 
dentata Turner 1892, p. 63, Taf. I, Fig. 9. 
lepadeUa Le vänder 1894, p. 54, Taf. III, Fig. 38. 
» ovalis ScoRiKOW 1896, p. 328—329, Fig. VII, 

Fig. 21. 
» coUaris Stokes 1896, p. 19—20, Taf. VII, 

Fig. 3—4. 
» » var. similis Stokes 1896, p. 20 — 21, 

Taf. VII, Fig. 5. 
» lepadeUa var. Stenroos 1898, p. 167, Taf. III, 

Fig. 3. 
» dactyliseta Stenroos 1898, p. 165—166, Taf. 

III, Fig. 1. 
» lepadeUa Runnström 1909, p. 273. ^ 

Zur Gattung Metopidia (= Metopidia + LepadeUa + Squa- 
mella aut.) gehören nach der Literatur eine ganze Reihe von 
Arten, welche sich von den iibrigen Arten der Gattung durch 
die abgeflachte, mehr öder weniger gleichmässig ovale Form des 
Panzers unterscheiden. Durch einen Vergleich aller publizierten 



A ei 

» 

» 



^ Keine Figur ; die Richtigkeit der Identif izierung daher zweifelhaft. 



64 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. X:0 1. 

Figuren (Literaturangaben ohne Figuren konnten naturlich 
iiberhaupt nicht beriicksichtigt werden) bin ich zu der Uber- 
zeugurig gekommen, dass fast alle diese »Arten» in der Tat 
auf höchstens zwei ^drkliche Arten verteilt werden können ; die 
Unterschiede zwisclien den Figuren der verschiedenen Autoren 
diirften teils individuellen Variationen, teils und hauptsächlich 
aber irrtiimlicher öder allzu oberflächlicher Beobachtungzuzn- 
schreiben sein. Mit dieser Auffassung stimmen auch meine 
Befunde in der Natur sehr gut iiberein; icli kenne nur zwei 
Arten, auch diese sind nicht stets leicht zuunterscheiden. Die 
Synonymik der beiden .Arten ist, wie aus dem oben und dem 
bei der folgenden Art beigefiigten vSynonymenverzeichnis er- 
sichtlich ist, ausserordentlich verwickelt. 

Die häufigste Art ist in Fig. 14 abgebildet. Der Panzer 
ist länglich oval, am breit esten etwa in der Mitte, und macht 
hierdurch of t den Eindruck eines vorn und hinten abgestutzten, 
an den seitlichen Ecken abgerundeten Rhomboids. Die hin- 
teren Ecken sind nicht zu triangulären Spitzen verlängert wie 
bei der folgenden Art. Die Fussöffnung ist von wechselnder 
Tiefe, stets rektangulär mit fast geraden Seitenkonturen. Der 
dorsale Hinterrand ist mehr öder weniger, stets jedoch ziem- 
lich schwach eingebuchtet. Der Fuss ist kurz; das letzte 
Fussglied reicht nur zum Teil hinter den Hinterrand des 
Panzers. Das in Fig. 14 b abgebildete Tier nähert sich in der 
Form des Panzers der folgenden Art. 

Diese meine Art stimmt in der Form des Panzers ziemlich 
gut mit zwei schon von Mijller beschriebenen Arten iiberein 
(BracMonus Patella und ovalih). Besonders die erstere hat 
ein sehr ähnliches Habitus; nur sind die Zehen etwas zu kurz 
und der Fuss zu läng. Die Aufnabme des alten ganz ver- 
gessenen Artnamens patella ist daher nicht notwendig. Die 
andere Art hat eine sehr ähnliche Panzerform, doch ist sie 
zu gross (»Brach. Patella pluries major») und die Zehen zu 
läng. 

Mit dem Brachionus ovalis Mullers wird von Ehrenberg 
sicher eine andre Art, und zwar die folgende, identif iziert ; 
seine Lepadella ovalis weicht durch die Form des Panzers imd 
durch den längeren Fuss sowohl von der MiJLLERschen Art 
wie von meinen Exemplaren von M. ohlonga ab. Zu meiner 
oben beschriebenen Art gehört aber eine andre Ehrenberg- 
sche Art, nämlich seine Squamella ohlonga; besonders die 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN A US DEM MÄSTERMYR. 65 

äussere Form des Panzers ist an seinen Figuren sehr natiir- 
getreu dargestellt. Was die iibrigen Synonyme betrifft, so 
lasse icli mich nicht auf eine Darlegung nieiner in dem 
Synonymen ve rzeichnis vorgebracliten Ansichten ein, sondern 
verweise nur auf die Figuren jier zitierten Autoren, vvelche 
mit den meinigen mehr öder weniger vollständig iibereinstim- 
men. Sehr of t ist die sichere Entscheidung, ob M. ohlonga 
öder die folgende Art vorgelegen hat, nicht möglich. Die 
Figur Gosses känn wegen der abgerundet rhombischen Ge- 
stalt des Panzers ziemlich sicher hieher gestellt werden; da 




Fig. 14. Metopidia ohlonga Elirbg. a und h normale Exemplare mit mehr 
öder weniger eingezogenem Kopf, von der Ventralseite ; c in der Panzerform 
etwas abweichendes Individuum mit ausgestrecktem Kopfe, von der 

Dorsalseite. 



die meisten späteren Verfasser ihre Bestimmungen wohl nach 
der Monographie Hudson & Gosses ausgefiihrt haben, er- 
scheint es walirscheinUch, dass die in der Literatur figurierende 
M. lepadella meist zu M. ohlonga gehört. 

Jedenfalls brauche ich aber nicht die Einziehung der 
»neuen» Arten Andersons, Turners und Stenroos' zu ver- 
teidigen; ich stiitze mich aber fast weniger auf die Ähnhchkeit 
der mitgeteilten Figuren mit der typischen M. ohlonga^ als auf 
die systematische Methode der genannten Verfasser. 

Metopidia torqnata Anderson soll mehr als zweimal so 
gross wie »ilf . lepadeUa>'> sein, nach dem mitgegeteilten Längen- 

ArJciv för zoologi. Band. 6. X:o 1. 5 



66 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

masse (-^/ibo i = 168 [jl) ist der Unterschied viel kleiner. Uber 
die Metopidia ovalis Scorikows siehe bei der folgenden Art. 

Die von Stokes besehriebene neue Art stimmt in der Pan- 
zerform gut mit der typischen M. oblonga iiberein; die seit- 
lichen Stacheln des vorderen Panzerrandes und der punktierte 
Halskragen können gegenwärtig kaum zur Unterscheidung 
der Form als einer Varietät geniigen. Die »iY. ovalis var. 
similis» Stokes' ist bei dem Mangel der erwähnten Merkmale 
wohl als eine M. oblonga, obgleich mit etwas kiirzerem 
Panzer, anzusehen (öder 31. lepadella?), die von Punnström 
mit demselben Namen bezeichnete Form diirfte dagegen, 
nach der pnblizierten Zeichnung zu urteilen, eher zur folgen- 
den Art gehör en. Noch unsicherer ist die Stellung der von 
Levander (1894, p. 54, Taf. III, Fig. 39) als »M. lepadella 
var. collaris» beschriebenen Art. 

Masse: Gesamtlänge 130 — 150 [x, Länge des Panzers 87 
—98 \L, Zehen 23—25 [i. 

Fundorte: Mästermyr August, September 1905, Juli, 
August 1906 (sehr häufig), Uppsala Oktober 1908, Kristine- 
berg (Bohuslän) Mai 1908, Abisko (Lappland) Juli 1907, Juni 
1908, Vassijaure (Lappland) Juni 1908. 



79. Metopidia lepadella Ehrbg. 

(S^ai. Metopidia solidus aut.). 

Fig. 15. 

Metopidia Lepadella Ehrexberg 1831, p. 136, 1838 p. 

477, Taf. LIX, Fig. 10. 
Lepadella ovalis » 1830, p. 85, Taf. VII, Fig. 

4, 1838 p. 457—458 
Taf. LVII, Fig. 1. 
» emarginata Ehrenberg 1838, p. 458, Taf. 

LVII, Fig. 2. 
SquamellaBractea^EiinT.i^iB^EB.GlSSS-p. 480, Taf. LIX,Fig.l6. 
Metopidia solidus Gosse 1851, 1886; Vol. II, p. 106— 
107, Taf. XXV, Fig. 11. 
» emarginata Hudson 1889, p. 46. 

Squamella hraciea Herrick 1885, p. 54, Taf. IV, Fig. 2. 
Metopidia lepadella Tessin 1886,p.l 60—162, Taf. II, Fig.l8. 
» solidus ScORiKOW 1896, p. 326—327, Taf. VII, 

Fig. 22. 



N. V. HOFSTEN, ROTATORIEN ATJS DEM MASTERMYR. 



67 



Iletopidia qtiadricarinata Stenroos 1898, p. 165, Taf. III, 
Fig. 2. 
» solidus Weber 1898, p. 632—635, Taf. XXII, 

Fig. 25—27. 
» » RuNNSTRÖM 1909, p. 273.1 

» collaris var. similis Runnström 1909, p. 273, 

Fig. 5. 

>> quadricarinata Runnström 1909, p. 273.^ 

Die zweite von mir beobachtete 31 etopidia- Art (Fig. 15) 

imterscheidet sich von der ersteren durch folgende Merkmale: 

Der Panzer ist kiirzer und breiter, die grösste Breite liegt hinter 

der Mitte. 2) Die hinteren Ecken sind zu beiden Seiten der 






Fig. 15. Metopidia lepadella Ehrbg. a ungewöhnlich langgestrecktes Exem- 
plar, von der Dorsalzeite; b und c typische Exeniplare, von der Ventralseite. 

Fussöffnung zu kurzen, triangulären Spitzen verlängert. 
3) Die Fussöffnung ist meist kiirzer, meist au ch ni cht so regel- 
mässig rektangulär sondern die Seitenkonturen etwas gerun- 
det, of t auch vorn breiter als hinten. 4) Der dorsale Hinter. 
rand ist etwas tiefer eingebuchtet. 5) Der Fuss reicht weiter 
nach hinten. 6) Die Zehen sind of t ein Vv^enig länger. 



Keine Figvir. 



68 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

Bei gewissen Individuell (vgl. z. B. Fig. 14 a und h mit 
Fig. 15 & und c) sind diese Unterscliiede besonders in der Pan- 
zerform sehr stark in die Augen springend, in änder en Fallen 
Averden aber die Unterscliiede weniger ausgeprägt (vgl. Fig. 
14 c mit Fig. 15 a), so dass es sogar nicht immer leicht zu 
entscheiden ist, ob ein Individuum zu M. ohlonga öder zu 
M. lepadella gehört. Noch schwieriger \vird es, bestimmte 
Charaktere fiir die beiden Arten anzugeben, wenn man die 
in der Literatur vorkommenden Abbildungen der sel ben zum 
Vergieich anzieht; doch ist ja die ZuverLässigkeit der 
Figuren oft ziemlich gering. Allés in allem erwogen, scheint 
es mir jetzt unmöglieh zu entscheiden, ob die tJbergänge 
wirklich öder nur scheinbar sind. Vorläufig betrachte ich 
hier die beiden Formen als verschiedene Species. 

Fiir den oben gebrauchten Artnamen habe ich mich nur 
naeh einigem Bedenken entschliessen können. Ber Umstand, 
dass in der Literatur mit M. lepadeUa fast ausnahmslos die 
vorige Art gemeint ist, hat natiirlich bei der Bestimmung 
des richtigen Namens keine Bedeutung, dagegen känn ich 
nicht mit absoluter Sicherheit behaupten, dass Ehrenbergs 
M. lepadeUa die hier vorliegende und nicht die oben 31. ohlonga 
genannte Art darstellt. Ehrenbergs Figuren können indessen 
unmöglieh ein tj^pisches Exemplar der letzteren Art vorstellen, 
sondern nur eine solche vielleicht scheinbare tlbergangsform, 
wie ich sie in Fig. 15 a abgebildet habe; dagegen passen seine 
Figuren in der Form des Panzers, welcher Charakter 
besonders wichtig ist, in der Länge der Zehen (nicht 
des Fusses!) und in der Form der Fussöffnung sehr gut zu 
meiner Art. Von den iibrigen EnRENBERGschen Namen ist 
keiner verwendbar : der Name emarginaia wurde urspriinglich 
(Hemprich und Ehrenberg) einer kaum A\iedererkennbaren, 
weningstens schwerlich hiehergehörigen Form gegeben, der 
Name hractea ist von Muller (1786, p. 343, Taf. XLIX, Fig. 
6 — 7) gegeben, seine Art scheint m.ir aber kaum zur Gat- 
tung Metojiidia zu gehören; der Name ovalis Miiller gehört 
ja eher zur vorigen Art. 

Von der LepadeUa ovalis Ehrbg ist folgendes zu sägen. 
In seinem grossen Werk von 1838 liefert Ehrenberg ausser 
den nach der Abhandlung von 1830 reproduzierten Figuren 
eine neue Figur von einem leeren Panzer, an welcher die vordere 
ventrale Einbuchtung rektangulär dargestellt ist. Beim Ver- 



N. Y. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 69 

gleich mit den iibrigen Figuren, besonders mit den Figuren 
4 a und c von 1830, sieht man iedoch, dass die rektanguläre 
Figur wahrscheinlich nicht die Kopföffnung, sondern nur den 
durchschimmernden Kopfteil darstellt. Die Möglichkeit, dass 
es eine Art mit so gestalteter Kopföffnung gibt, ist natiirlieh 
nicht ausgesclilossen. und fiir dieselbe könnte besonders die 
Abbildimg Scorikows von seiner Meiopidia ovalis (Taf. VII, 
Fig. 21) angefiihrt werden. Da Ehrenberg seine Lepadella 
ovalis als sehr liäufig bezeichnet, scheint mir jedoch die von 
mir vorgeschlagene Auffassung Avahrscheinlieher. Die Meto- 
pidia ovalis Scorikows stelle ich nach der Form des Panzers 
zu der vorigen Art. Beziiglich der iibrigen EHRENBERGSchen 
Synom^me Lepadella emarginata und Sqiiamella bractea ver- 
weise ich nur auf die Figuren. 

Von den von späteren Autoren abgebildeten Arten 
gehört zu dieser Art vor allem die 31. solidus Gosse mit ihrem 
breiten Panzer (auf den Figuren Gosses nur etwas zu rhom- 
bisch dargestellt). Von den von mir gefundenen Eigentiim- 
lichkeiten der Art hat Gosse sovv^ohl die vorn breitere Fussöff- 
nung wie besonders die hinteren Verlängerungen der dieselbe 
begrenzenden Ecken gesehen (Fig. Ila und e). 

Herrick gibt von seiner Squamella bractea eine sehr 
schlechte Figur; bei der Breite des Panzers und der Länge des 
Fusses ist es aber sehr wahrscheinlich, dass er wirklich die alte 
8. bractea Ehrbg, d. h. unsre M. lepadella beobachtet hat. 
Die iibrigen Synonyme sind fast sicher; die Angabe Sten- 
Roos', er habe auch die Metopidia solidus Gosse gefunden, 
macht die Ahnlichkeit zwischen seiner M. quadricarinata 
und unsrer M. lepadella nicht weniger schlagend. Die vier dor- 
salen Längsrippen am hinteren Teil des Panzers scheinen ja 
die Form von der typischen M. lepadella zu trennen; wenig- 
stens gegenwärtig känn ein solches Merkmal, wenn es auch 
konstant vorkommen sollte, die Aufstellung einer neuen Spe- 
cies kaum rechtfertigen. 

Masse: Gesamtlänge 160 — 170 ji. Länge des Panzers 
98—108 ]x. Breite 76—82 {i. Länge der Zehen 27—30 [j.. 

Fundorte: Mästermyr April 1907 (vielleicht auch frii- 
her, aber mit der vorigen Art verwechselt), LTppsala Oktober 
1908. 



70 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 1, 



80. Metopidia acuminata Ehrbg. 

Ehrenberg 1833, 1838, p. 477, Taf. LIX, Fig. 21. 

EcKSTEiN 1883, Taf. XXVI, Fig. 52. 

Gosse 1886, Vol. II, p. 107, Taf. XXV, Fig. 9. 

Weber 1898, p. 635—637, Taf. XXII, Fig. 28-^30. 

Der Vorderrand des Panzers hat ventral einen ganz ähn- 
liclien Ausschnitt wie bei 31. lepadella; von Eckstein wird 
der Ausschnitt falsch seicht und fast rektangulär, von 
Gosse dagegen zu schmal und spitz gezeichnet. 

Masse bei einem Exemplare: Länge des Panzers 110 |j., 
der Zehen 26 [i; von Eckstein wird als Gesamtlänge nur 90 [i, 
von Weber etwa 100 jx angegeben. 

Fundort: Uppsala Juni, Oktober 1908 (vereinzelt). 



81. Metopidia triptera Ehrbg. 

Fundorte: Mästermyr Juli, August 1905, Juli, August 
1906 (häufig), Abisko (Lappland) Juli 1907, Juni 1908. 



82. Metopidia rhomboides Gosse. 

Gosse 1886, Vol. II, p. 108, Taf. XXV, Fig. 10. 

Jennings 1901, p. 94. 

VoiGT 1904, p. 75. 

MuRRAY 1906, p. 165. 

Diese Art wurde nur in einem einzigen, in Fig. 16 abge- 
bildeten Exemplar angetroffen. Gegenliber den Figuren 
Gosses zeigt meine Art mehrere Unterschiede : der Panzer ist 
breiter, mit schärfer markierten seitlichen Winkeln, an der 
Dorsalseite sowohl vorn als hinten fast gerade abgestutzt 
(Fig. 16 a) (Gosse zeichnet vorn einen tiefen Einschnitt, hinten 
einen stumpf abgerundeten Winkel). Diese Unterschiede 
beruhen jedoch zweif ellos nur auf der fliichtigen Untersuchung 
Gosses, da die Ähnlichkeit sonst gross ist, besonders in der 
Form des Querschnitts mit dem charakteristischen abgerun- 
deten Riickenkamm (Fig. 16 h). Der letztere ist jedoch 
schärfer abgesetzt und die Seitenteile diinner als auf der Figur 
Gosses. 



N. V. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 71 

Das beobachtete Exemplar wenigstens zeigte eine eigen- 
tiimliche Verdickung des Panzers zu beiden Seiten gleicli 
vor dem Seitenwinkel. 

Der Kopfteil trägt zwei von Gosse niclit erwähnte Augen 
in derselben Lage wie bei den iibrigen M etopidia- Arteii. 

Diese Art wird schon von Gosse als »very rare» bezeich- 
net,und sie scheint in der Tat nur einpaar mal, von Jenntngs, 
VoiGT und MuRRAY wiedergef unden worden zu sein ; keiner der 
fragliclien Forscher gibt jedoch eine Beschreibung, weshalb die 
Identität mit der hier geschilderten Form niclit ganz sicher- 



Mélii 




Fig. 16. Metopidia rhomboides 

Gosse, a von der Dorsalseite, b 

optischer Querschnitt. 



gestellt ist. Die von Wierzeuski (Taf. VI, Fig. 46 a und b.) 
als Metopidia rJiomhoides abgebildete Art zeigt mit der Art 
Gosses niclit die geringeste Älmlichkeit : Der Panzer ist iiber- 
Iiaupt nicht rhombisch, der Querschnitt dreieckig mit scliarfem 
Riickenkamm. Von den Figuren (der Text ist mir nicht ver- 
ständlich) ist die eine (a) der M. lepadella sehr ähnlich, während 
die andre (b) eine ziemlich misslungene Abbildung von 31. 
triptera darstellen könnte. 

Fundort: Mästermyr August 1905. Vereinzelt. 



72 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND G. N:0 1. 

83. Metopidia ehrenbergi (Perty). 

Notogonia Ehrenbergii Perty 1852. 

» » Hudson & Gosse 1889, p. 60, Taf. 

XXXIII, Fig. 38 (nach Perty). 

Metopidia angulata Anderson 1889, p. 356, Taf. XXI, 

Fig. 10. 
» Notogonia Ternetz 1892, p. 19. 

» Ehrenbergii Jennings 1901, p. 95. 

Diese Art, welche friiher nur von den oben genannten 
Autoren (ausser Hudson & Gosse) gefunden worden ist (ein 




Fig. 17. Metopidia ehren- 
bergi (Perty). 

Verwechseln mit andern Arten ist bei dem cliarakteristischen 
Aussehen ausgeschlossen, weshalb sie in der Tat sehr selten 
sein muss) kommt im Mästermyr nicht selten vor. 

Meine Exemplare waren stets, wie Fig. 17 zeigt, etwas 
schmäler und eleganter gestaltet, als es Perty an seiner von 
Hudson & Gosse reproduzierten Figur zeichnet. 

M. angulata Anderson ist sicher mit M. ehrenbergi iden- 
tisch, obgleich die charakteristische Form der Lorica auf der 
Figur nur roh angedeutet ist. 

Fundorte: Mästermyr Juli, August 1905, Juli 1906. 

Genus Stephanops Ehrbg. 
84. Stephanops lamellaris (Muller). 
F under t: Uppsala Oktober 1908. Vereinzelt. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 75 

85. Stephanops muticus Ehrbg. 
Fundort: Mästermyr Juli 190 G. Vereinzelt. 

86. Stephanops longispinatus Tatem. 

Stephanops unisetatus Collins 1872. 
» tripus Lord 1885. 

» Leydigii Zacharias 1886. 

» variegatus Levander 1894. 

» longispinatus Weber 1898, p. 536—539, 

Taf. XX, Fig. 24—25. 

Diese Art ist, wie Weber gezeigt hat, unter mehrerert 
verschiedenen Xamen beschrieben worden (siehe oben). 

Dass die angegebenen Unterschiede nur auf oberfläch- 
licher Untersuchung beruhen, halte ich fiir unzweifelhaft. 
St. variegatus Levander wird jedoch von Weber nur mit 
Bedenken hiehergestellt und zwar infolge seiner Eörper- 
grösse; bei einem Vergleich mit der Figur Lev änders ergibt 
es sich aber, dass die angebliche Körperlänge von 0,95 mm, 
welcher Ziffer ja schon an sich Bedenken erwecken muss, 
vollständig unrichtig sein muss. Dagegen wird von dem 
finnischen Verfasser bestimmt behauptet, dass kein Sporn 
am letzten Fussglied vorhanden sei ; ehe die Richtigkeit dieser 
Angabe bestätigt worden ist, känn jedoch die Selbständigkeit 
seiner Art nicht anerkannt werden. 

Meine Form stimmt vollständig mit der Beschreibung 
und der Figur Webers iiberein, nur ist der RiickenstacheL 
noch viel länger. 

Masse des einzigen gefundenen Exemplares: Länge des. 
Körpers 82 {x, des Riickenstachels 106 »j.. 

Fundort: Mästermyr Juli 1906. Vereinzelt. 

Genus Colurella Bory de St. Vincent. 

(Syn. Colurus Ehrbg 1830). 

Der Xame Colurella wurde von Bory de St. Vincent 
1824 als Gattungsname fiir Brachionus uncinatus Miiller ein- 
gefiihrt, später aber von Ehrenberg (1830, 1838, p. 475) in 



74 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 1. 

Colurus geändert. Dieser nachher allgemein gebrauchte 
^ame muss dem urspriinglichen jetzt vergessenen Namen 
BoRY DE St. Vincents weichen. 

Eine bisweilen auch in der neueren Literatur (z. B. Lev än- 
der 1894, Zelinka 1907) wiederkehrende Colurelliden-Gat- 
tung ist das Genus Monura, das von Ehrenberg fiir ein paar 
den »Colurus »-Arten sehr ähnliche aber angeblich mit ein- 
facher Zehe ausgeriistete Arten aufgestellt wurde. Weber 
(1898, p. 627, 620) hat mit Recht, unter Hinweis auf die Ge- 
ivohnheit der ColureUa-ATten, ihre beiden Zelien bisweilen 
dicht an einander zu legen, diese Gattung verworfen. Nach 
meinen Beobachtungen sind es eigentlich zwei Arten der 
Gattung, die langzehigen C. amhlytelus und C. adriatica, welche 
die erwähnte Gewohnheit besitzen, bei ihnen findet man aber 
segar in der Regel die beiden Zehen so dicht gegen einander 
gepresst, dass sie auch bei genauer Untersuchung den Ein- 
druck einer einfachen Zehe machen, und man känn die Tiere 
sehr länge unter dem Mikroskop beobachten, ohne dass sie 
die Zehen voneitiander trennen. 

87. Colurella obtusa (Gosse). 

OoZi*mso&^i^5it5GossEl886,Vol.II,p.l03,Taf.XXVI,Fig. 3. 
» » Weber 1898 p. 623— 625, Taf. XXII, Fig. 21. 

Gut iibereinstimmend mit der Beschreibung Webers. 
Der Fuss ist demnach etwas länger als ihn Gosse zeichnet. 
Auch die Zehen sind of t etAvas länger. 

Fundorte: Mästermyr Juli, August 1905, Juli 1906- 
(Häuf ig) , Uppsala Oktober 1908, Abisko (Lappland) Juni 1908. 

88. Colurella amblytelus (Gosse). 
Fig. 18. 

Monura Colurus Ehrenberg 1830, p. 54, 64. 

» 1831, p. 128—129. 

» 1833, p. 203—204. 

» 1838, p. 434, Taf. LIX, Fig. 4. 

Colurusamblytehis Goss-E 1886, Vol. II, p. 104, Taf . XXVI, 

Fig. 5. 
MonuraColurusGoss:EilSSe,yohU,-p.l09,T^LXXyi,F\g.7. 
Colurus grallator Gosse 1889, p. 45, Taf. XXXI, Fig. 43. 
Monura loncheres Gosse 1889, p. 48, Taf. XXXI, Fig. 50. 



N. V. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 75 

Colurus rotUTidatus Daday 1890, p. 24—25, Taf. I, Fig. 
25, 26, Taf. II, Fig. 3, 4, 6, 7, 8; 
1891, p. 350. 

Monura amblytelus Bergendal 1892, p. 120 — 121, Taf. 
VI, Fig. 35. 

Colurus sp. RuNNSTRÖM 1909, p. 274, Fig. 6.^ 
» grallator Runnström 1909, p. 274.^ 
» amblytelus Runnstrom 1909, p. 274.^ 

Es sind im Lauf e der Zeit eine ganze Reihe von Colurella- 
Arten beschrieben worden, welche wie C. ohtusa einen ovalen, 
hinten nicht zugespitzten Panzer besitzen, sich aber von dersel- 
ben durch eine etwas bedeutendere Körpergrösse und besonders 
durch die viel längeren Zelien unterscheiden. Ob mehrere 
so gestaltete, durch minutiösere Charaktere von einander ab- 
weichende Arten vorhanden sind öder ob alle beschriebenen 
Formen derselben Art angehören, känn erst nach einer griind- 
licheren Revision der Gattung, als ich sie auf Grund meines 
Materials anstellen känn, entschieden werden. Bis auf Aveiteres 
miissen alle oben aufgezählten Formen als Synonyme gelten, 
da ich in den Beschreibungen und Figuren der zitierten Ver- 
fasser keinen einzigen Charakter finden känn, wodurch zwei 
öder mehrere Arten unterschieden werden könnten. Die 
meisten (alle ausser der sibirischen Form Ehrenbergs) sind 
marin ; nur aus diesem Grund die Siisswasserf orm mit einem 
besonderen Namen zu belegen. ist natiirlich nicht statthaft. 

Die erste Beschreibung der Art findet sich bei Ehren- 
berg (1838) unter dem Namen Monura Colurus; schon friiher 
(1830, 1831, 1833) hatte er sie (eine sibirische Form) ohne 
Beschreibung unter demselben Namen erwähnt (dass die 
hinten abgerundete Art damals gemeint war, geht aus den 
Angaben in dem grossen Werke von 1838 hervor). Unter 
diesem Namen war aber friiher (1831 a) eine andre Art {C. 
adriatica) beschrieben; der Artname colurus ist deshalb aus 
der Synonymik der C olurella- Arten ganz auszuschalten, und 
statt dessen ist der erste Name Gosses, amblytelus, zu ver- 
wenden. 

Die von Weber unter dem Namen Colurus grallator 
Gosse beschriebene Art scheint mir nicht zu dieser Gruppe zu 



^ Kein Fundort angegeben (marin öder in Siisswasser ?). 

- Keine Figur, kein Fundort angegeben (marin öder in Siisswasser?). 

^ Keine Figur, marin. 



76 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 



gehören ; sicher ist sie eine andre Art als die von mir gef undene 
Form, und worin die Ahnliclikeit mit der Beschreibung Gosses 
liegt, sehe ich auch nicht ein. Von C. ohtusa unterscheidet sie 
sich, soweit ich sehen känn, nur durch die Form der ventralen 
Panzerspalte. Eine viel grössere tJbereinstimmung mit der 
hier behandelten langzehigen Gruppe, besonders mit C. gralla- 
tor Gosse, zeigt der C. leptus des schweizerischen Forschers; 
nach der Gestalt des Hinterendes, besonders wie sie im Text 
beschrieben wird, känn diese Form jedoch auch zur folgenden 
Art gehören. 

Nicht das geringste Bedenken hege ich, die neue Art 
Dadays (Colunis roUindatus) einzuziehen. Nach den Figuren 




Fig. 18. Colurella amhlytelus (Gosse). 

ist dieselbe eine typische amblytelus-Form (die Gestalt des 
Panzers stimmt besonders gut mit einer von mirbeobachteten 
marinen Form dieser Art, iiber welche ich demnächst an andrer 
Stelle berichten werde, iiberein). In dem deutschen Auszug 
(1891 ) aus seiner in ungarischer Sprache geschriebenen Arbeit 
sagt Daday nur, dass die Art durch den äusseren Habitus an 
»Monura colunis» Ehrbg erinnert, »von welcher diese Art 
jedoch durch die Zahl der Finger und durch die Structur des 
Kaumagens gleich unterschieden werden känn». tJber die 
Zehen siehe oben S. 74. Der Kauapparat ist bei keiner Colu- 
rella- Art genauer bekannt; ob Daday selbst »Monura co- 
lurus» untersucht hat öder sich nur auf die Figuren Ehren- 
BERGS bezieht, in welchen der Kauapparat kaum angedeutet 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 77 

ersclieint, weiss ich nicht; jedenf alls känn dem angegebenen 
Speciesmerkmal keine Bedeutung beigemessen werden. 

Die in einer Umrisszeichnung abgebildete »Colurus sp.» 
HuNNSTRÖMS soll sich von C. amhlytelus »durch die Grösse 
lind durch die Gedrungenlieit des Körpers» unterscheiden. 
Die Zeichnung und die mitgeteilten Masse geben jedocli fiir 
diese Ansicht keinen Beleg. Die Angabe, dass der Panzer 
ventral geschlossen ist und nur Öffnungen fiir Kopf und Fuss 
besitzt, muss auf einem Irrtum beruhen. 

Um eine spätere Revision der hiehergehörigen Formen, 
wenn es sich herausstellensoUte, dass derenmehrere vorhanden 
sind, zu erleichtern, f iige ich eine Zeichnung der von mir be- 
obachteten Form bei. 

Masse eines Exemplares: Länge des Panzers 110 p. 
Zehen 43 {j.. 

Fundorte: Mästermyr August 1906, Uppsala (Mälaren) 
Oktober 1908. Vereinzelt. 



89. Colurella adriatica Hempr. & Ehrbg. 
Fig. 19. 

Colurella adriatica HempriCh& Ehrenberg 1828, Taf. III, 

Fig. V, 3. 
Monura » Ehrenberg 1829, p. 8. 

» coluncs Ehrenberg 1829, p. 17. 
» » (e. p.) Ehrenberg 1831, p. 128—129. 

» » Hemfrich & Ehrenberg 1831 (Text 

zu 1828). 
» » Ehrenberg 1833, p. 203. 

Colunis caudatus Ehrenberg 1833, p. 202. 

» » Ehrenberg 1838, p. 476, Taf. LIX,Fig.8. 

Monura dulcis Ehrenberg 1838, p. 474 — ^475, Taf. 

LIX, Fig. 5. 
Colurus caudatus Gosse 1886, Vol. II, p. 104, Taf. XXVI, 

Fig. 6. 
Monura dulcis Gosse 1889, p. 47, Taf. XXXIV, Fig. 9 

(nach Ehrenberg). 
Colurus caudatus Daday 1890, p. 21—24, Taf. I, Fig. 17, 
24, Taf. II, 9, 10, 11, 12, 20. 
» » Levander 1894, p. 52, Taf. III, Fig. 34. 



78 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

Monura dulcis Levander 1894, p. 53, Taf. III, Fig. 37. 

Colurus caudatus Runnström 1909, p. 273. 

Zu einer dritten Colurella-Art (öder vielleicht zu einer 
Gruppe von Arten) gehören Formen, welche durch eine hinten 
zugespitzte Lorica, doch ohne abgesetzte Zähnchen, und 
durch länge Zehen cliarakterisiert sind. 

Den ersten Namen erhielt dieser Typus 1828 von Hemp- 
RICH und Ehrenberg, jedoch nur in der Taf elerklärung zu einer 
Figur eines so gestalteten Tieres aus dem adriatisclien Meere. 
Die Figur Ehrenbergs zeigt trotz der unvollkommenen 
Zeichnung eine schlagendetJbereinstimmungmitmeinerFig. 19, 
so sind z. B. die Zehen schwach gebogen. Die richtige Nomen- 
klatur ist daher, die genannte Art öder Gruppe von Arten 
unter dem gemeinsamen Namen O.arZrza^zcazusammenzufassen. 
Man könnte hiergegen einwenden, dass es kaum wahrschein- 
lich ist, dass das marine Tier aus dem Adriatisclien Meere 
mit einer europäischen Siisswasserform identisch ist; so 
länge aber die vorliegenden Beschreibungen und Abbildungen 
keine Unterscheidung erlauben, miissen die beiden Formen 
zusammengezogen werden; iibrigens kenne ich selbst eine ma- 
rine skandinavische Form, welche sich von der Siisswasser- 
form nicht unterscheiden lässt. 

Ehrenberg fand später eine ähnliche Art im Siisswasser 
bei Berlin. Da er gleichzeitig eine marine Art mit hinten abge- 
rundetem Panzer {C. amhlytelus) kennen lernte, wurde er zu 
der Annahme veranlasst, dass er sich beziiglich der Panzer- 
form des Tieres aus dem Adriatischen Meere geirrt hatte; im 
Text der Symbolse physicae (1831) wurde dasselbe daher als 
Monura colurus beschrieben, unter welchem Namen er friiher 
einmal (1829, p. 17) dasselbe Tier, ein andres Mal aber (1830, 
p. 54,64) eine sibirische Siisswasserform mit hinten abgerunde- 
tem Panzer erwähnt hatte. Fiir die zugespitzte Siisswasser- 
form wurde daher ein neuer Name, Monura dulcis, geschaffen. 
Beide Namen sind daher als reine Synonyme zu ver- 
werfen. Ein weiteres Synonym ist C. caudatus Ehrenberg; 
Ehrenberg sagt selbst (1838, p. 475), dass die urspriingliche 
Abbildung( von 1831) von C. adriatica »noch besser» (alsauf 
»Monura dulcis») auf C. caudatus passt. Durch seineirrtiimliche 
Auffassung von der Einfachheit der Zehe bei seiner »M. dul- 
cis» wurde er aber veranlasst, die beiden Formen in ver- 
schiedene Gattungen zu unterbringen. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 79^ 

Levander beschreibt iincl zeichnet sowohl einen »Colurus 
caudatus» als eine »Älonura dulcis^y. Der erstere ist zweif ellos 
mit meiner Form identisch, und die Abbildung ist iiberhaupt 
sehr gut. Die andre Art zeigt zwar nach der Figur eine etwas 
abweichende Form der hinteren Panzerenden, vorläufig ist sie 
aber unbedingt zu derselben Art zu rechnen. 

Mit C. adriatica bieten ferner zwei von Gosse aufgestellte 
neue Arten eine reclit grosse Ähnlichkeit, nämlicli C. dicentrus 
(Gosse 1889, p. 45, Taf. XXXI, Fig. 42) und C. Uptus (1. c, 
p. 46, Taf. XXXI, Fig. 46). Fiir den Augenblick wage ich sie 
jedoch nicht mit C. adriatica zu vereinen, da ihre Selbständig- 
keit durcli die Befunde Lev änders wenigstens scheinbar 
bestätigt wird: bei der ersteren Art hat aucli der finnländische 




Fig. 19. Calurella adriatica (Hempr. & Ehrbg). 

Forscher am Hinterende des Panzers zwei gekriimmte Haken 
gesehen; die letztere stimmt nach der Figuren beider Autoren 
in der Panzerform sehr gut mit C. adriatica iiberein (der Ein- 
druck eines hinteren Ausschnitts wird leicht an kontrahierten 
Exemplaren öder auch nur in etwas schräger Seitenansicht 
hervorgeruf en) , doch besitzt sie nach beiden einen einzigen 
grossen Augenfleck, während die letztgenannte Art, wie schon 
Ehrenberg richtig beobachtet hat, zwei kleine seitlichen 
Augen besitzt. 

Das Aussehen der von mir gefundenen Exemplare geht 
aus der Figur 19 a hervor. Die Körperform stimmt demnach 
mit der Figur Levanders vollständig iiberein [eine spezielle 
Ähnlichkeit mit der zitierten Figur liegt darin, dass ich keine 
vordere Grenze des Panzers (hinter dem Kopfe) bemerken 



so ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

konnte]. Die hinteren Spitzen der Lorica sind etwas nach 
aussen gebogen (Fig. 19 6). Die zwischen ihnen gelegene 
Spalte ist breit triangulär. 

Fundort: Uppsala (Mälaren) Oktober 1908. Vereinzelt. 



90. Colurella uncinata (Miiller). 
Fig. 20. 

Brachionus imcinatus MUller 1773, p. 134, 1786, p. 351, 

Taf. L, Fig. 9—11. 
Colunis vncinatus Ehrenberg 1830, 1831, 1838, p. 475 — 

476, Taf. LIX Fig. 6. 
Colurus bicuspidatus Gosse 1886, Vol. II, p. 102 — 103, 

Taf. XXVI, Fig. 2. 
Monura micromela Gosse 1887, p. 367. 
Colurus » Gosse 1889, p. 45, Taf. XXXI, Fig. 45. 

» bicuspidatus Weber 1898,-p. 620—623, Taf. XXII, 

Fig. 17—20. 
» » Tessin 1886, p. 163—164, Taf. III, 

Fig. 19. 
» » Eyferth 1900, p. 476, 477, Taf. 

XVI, Fig. 4—5 (nach Weber). 
» ^> RuNNSTRÖM 1909, p. 273.1 

Zu einer vierten Gruppe von Colurella-Årten gehören 
IFormen mit hinten zugespitztem Panzer, etwa wie bei der 
vorigen Art, aber mit sehr kurzen Zehen. Gute Abbil- 
dungen einer solchen Form gibt schon MtJLLER. Eine von 
mir häufig gefundene, in Fig. 20 abgebildete Form stimmt in 
der Gestalt des Panzers mit Mullers Art gut iiberein; ich 
liabe sie daher oben unter dem von ihm gegebenen Species- 
namen, unciiiatus, aufgefiihrt. 

Zu derselben Art ist zweif ellos Ehrenbergs C. uncinatus zu 
rechnen. Inwiefern die späteren Autoren mit diesem Namen die- 
selbe Art bezeichnet haben, känn wegen Mangels an Figuren 
meist nicht entschieden werden; in einigen Fallen verbirgt sicli 
Tinter dem Namen uncinatus sicher die folgende Art (vgl. unter 
dieser). Dagegen muss der »Colurus» bicuspidatus melirerer 
Autoren zu C. uncinata gestellt werden; die Figuren der oben 



^ Keine Figur; die Art Runnström's känn daher ebensowohl die fol- 
gende sein. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 81 

zitierten Verfasser zeigen eine mehr öder weniger vollständige 
XJbereinstimmung mit der Panzerform der von Muller, 
Ehrenberg und mir als C. uncinata bezeichneten Art. Dass 
der Colurus micromela Gosse nur ein Synonym zu dem C. 
biciispidatus desselben Verfasser s ist, liegt of fen zu Tage; allés 
was auf den Figuren sichtbar ist, Panzerform, Länge der 
Zehen u. s. w. passt vollständig auf meine Art. 

Von oben gesehen ist der Panzer oval. Die hintere dor- 
sale Spalte ist kurz, kiirzer als auf der Figur Gosses, auch nicht 
vorn winklig verschmälert wie auf den Figuren Ehrenbergs, 
sondern rektangulär, wie bei der folgenden Art. Ventral ist 
der Panzer natiirlich vollständig gespalten, wie Weber gegen 
Gosse hervorhebt. 

Das Tier hat, wie alle mir bekannten Colurella- 




Fig. 20. Colurella uncinata (Muller). Ivon- 
tourzeichnung des Panzers. 

Arten, zwei, an den Seiten des Kopfes gelegene und sehr kleine 
Augen; Gosse zeichnet einen einzigen grossen medianen 
Augenfleck. 

Länge des Panzers 77 — 82 ^, Zehen 13 — 14 ]i. 

Fundorte: Mästermyr Juli, August, September 1905, 
Juli 1906, April 1907 (häufig), Uppsala Juni 1908. 



91. Colurella bicuspidata (Ehrbg). 
Fig. 21. 

Colurus hicuspidatus Ehrenberg 1830 p. 44, 1831, p. 129, 

1833, p. 203, 1838, p. 476, Taf. 
LIX, Fig. 7. 
» uncinatus Goss-Ei 1886, Vol. II, p. 103. 

ArJciv för zoologi. Bcmd 6. N.-o 1. 6 



82 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NO 1, 



Colurus bicuspidatMs Levander 1894, p. 52, Taf. III, 

Fig. 33. 
» » ScORiKOW 1896, p. 118, Taf. VII, 

Fig. 19. 
» uncinatus Eyferth 1900, p. 476. 




Fig. 21. Colwella bicuspidata (Ehrbg). a Exemplar aus Uppsala, b — d 
aus dem Mästermyr. 

Ehrenberg beschreibt eine der vorigen sehr ähnliche 
C olurella- Art, welche liäufig grösser sein soll und bei welcher 
die hinteren Spitzen des Panzers als »kraftig » bezeichnet wer- 
den. Die Figuren sind denjenigen von C. uncinata sehr ähn- 
lich, doch sind die hinteren Spitzen nicht nur stärker, sondern 
auch deutlicher abgesetzt. Mit dieser Art habe ich daher die 
in Fig. 21 abgebildete Form identifiziert. Die hinteren Pan- 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 83 

zerspitzen sind, wie die Figuren zeigen, meist noch viel schärfer 
abgesetzt, als auf der Figur Ehrenbergs, und etwas nach 
oben gebogen. Doch kommen hierin nicht unbedeutende 
individuelle Variationen vor (vgl. Fig. 21 a, b und c); biswei- 
len f and ich die Spitze auf der einen Seite deutlich abgesetzt, 
während die Spitze der entgegengesetzten Seite die fiir C. un- 
cinata charakteristische Gestalt besass (Fig. 21 c). Ich tinde 
es daher nicht unmöglich, dass die beiden Arten C, un~ 
cinata und C. bicuspidata in Wirklichkeit nur zwei extreme 
Variationen einer einzigen variablen Art darstellen. Da 
aber die weitaus meisten Exemplare hinsichtlich der Form 
der Panzerspitzen sich ohne Schwderigkeit der einen öder 
andern Art zu^eilen lassen und da ferner, wie ich unten zeigen 
werde, auch einige andere, wenngleich nicht besonders bedeu- 
tende Unterschiede vorkommen, hat die hier vertretene Auf- 
fassimg grössere Wahrscheinlichkeit.^ 

I)ie grösste Höhe des Panzers liegt etwa in der Mitte, 
nicht so weit vorn -v^ie bei der vorigen Art. Der Fuss ist 
lärjger wie derjenige von C. uncinata; wenigstens ragterlänger 
au s der Lorica liervor. Er ist deutlich viergliedrig; auf meinen 
Skizzen von C. uvcinata zeigt der Fuss nur drei Glieder, wahr_ 
sclieinlich ist jedoch ein viertes Glied, das aber dann ziemlich 
kurz sein muss, unter dem Panzer verborgen. Auch die 
Zehen sind etwas iänger als bei C. uncinata. 

Es sind, wie schon Ehrenberg beobachtet hat, zwei Augen 
vorhanden, die dieselbe Lage einnehmen wae bei der vorigen 
Art; in einem Falle (Fig. 21 a) fand ich das eine (rechte) Auge 
mehr als doppelt so gross, wie das andre. 

Als zu dieser Art gehörig betrachte ich erstens den C. un- 
cinaUis Gosses; eine Figur wird zw^ar nicht gegeben, die 
Angabe, dass die hinteren Spitzen »abruptly set-on» sind, 
lässt aber keinen Zweifel iiber die Stellung der Art. Nur Le vän- 
der hat eine auf dieser Art gut passende Figur. Die Abbil- 
dung ScoRiKOWs könnte nach der Form der hinteren Spitzen 
ebenso gut zu C. uncinata gehören; ich stelle seine Art hieher 
wegen der allgemeinen Form der Lorica (die grösste Höhe 



^ Von einigen Verfassern, z. B. Eckstein (1883, p. 378), Bergendal 
(1892, p. 120), werden die hier in Rede stehenden Ehrenberg'schen Arten als 
identisch erklärt; wenn diese Ansicht vielleicht richtig ist, muss sie jedoch 
sicherer begriindet werden. Die Figur Ecksteins seiner C. uncinatus ist 
"iiberhaupt nicht identifizierbar, und Bergendal sagt von seiner gleichna- 
migen Art nichts weiteres, als dass er ihr nicht geringe Zeit gewidmet hat. 



84 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

liegt in der Mitte) und wegen der Länge des Fusses. Der 
Colurus uncinatus Eyferths ist vielleicht nur nach Litera- 
turangaben kompiliert; die Angabe, dass der Fuss im Gegen- 
satz zu den iibrigen knrzzehigen Arten viergliedrig ist, deutet 
jedoch auf G. hicuspidata hin. 

Länge des Panzers meist 85 — 102 {x, einzelne Exempiare 
nur 60 \l. Zehen 13—22 [x. 

F u n d o r t e : Mäs term jt Juli , August 1905, Uppsala 
Juni, Oktober 1908. 

92. Colurella tesselata (Glascott). 

Fundort: Storlien (Jämtland) Juli 1909. tjbereinstim- 
mend mit den Figuren Murrays (1906, Taf. VI, Fig. 27 a u. h). 



Unterordii. Notopsiiiae. 

Fam. Notopsidae. 

Genus Gastropus Imhof. 

93. Gastropus stylifer Imhof. 

Fundort e: Vereinzelt im Plankton des Mästermjo* 
Juli, August, September 1905. Njuotjåmajaure (Lappland) 
August 1904 (I. Aravtdsson). 

94. Gastropus minor (Rousselet). 

Notops minor Rousselet 1892. 

Hypopus JRitenhenki Bergendal 1892. 

Notops fennicMs Stenroos 1898. 

Fundort: Uppsala Oktober 1908. Vereinzelt. 

Genus Ploesoma Herrick. 
95. Ploesoma truncatum (Levander). 

Gastroschiza truncata Levander 1894, p. 25, Taf. I, 

Fig. 9, 10. 
Ploesoma truncatum Weber 1898, p. 743 — 745, Taf. 

XXIV, Fig. 8—10. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 85 

Die verscliieden beantwortete Frage von der Anzahl der 
bekannten Ploesoma-ATten känn erst nach Untersuchung der 
Variationsbreite derselben gelöst werden. Die häufigste von 
mir gefundene Form stimmt vollständig mit den Beschrei- 
bmigen Levanders und Webers von Pl. tnmcatum iiberein, 
weshalb ich diesen Namen gebrauche. 

Die Form des Vorderrandes des Nackenschildes ist etwas 
variabel, vielleicht nur je nach dem Kontraktionszustand. 
Bisweilen ist der Vorderrand vollständig gerade, bisweilen hat 
er aber einen schwach welligen Verlauf mit einer mittleren imd 
zwei öder vier seitlichen, niedrigen und nmdlichen Ausbuch- 
tungen, etwa wie es Le vänder an seiner GastroscJiiza f oveolata 
Jägerskiöld = Ploesoma leyiticulare Herrick zeichnet; von 
dieser Art unterscheidet sich Pl. truncatum nur durch die abge- 
rundete Form des Hinterendes und durch die etwas verschie- 
dene Skulptierung des Panzers. 

Fundorte: Mästerm\T, häufig im Plankton Mai, Juli, 
August, September 1905. 

96. Ploesoma lenticulare Herrick. 

Ploesoma lenticulare Herrcck 1885, p. 57, Fig. (Index!) 

3 a, h. 

Gastroschiza f oveolata Jägerskiöld 1892, p. 447. Fig. 1. 
» » Levander 1894, p. 25, Taf. I, 

Fig. 5, 6. 

(librige Synonyme siehe Weber, 1898, p. 738 — 739). 

Diese Art, welche neben der folgenden zu den wenigen 
friiher aus Schweden bekannten Rotatorien gehört (Jäger- 
skiöld), habe ich nur einmal gefunden. Die Exemplare 
wurden nicht näher untersucht, besonders wegen der netz- 
förmigen Skulptur des Panzers und wegen des Mangels an 
Längsrippen an den Körperseiten, ganz wie auf den Figuren 
Herricks und Levanders (1894, Taf. I, Fig. 6) zweifle 
ich an der Richtigkeit der Identifizierung nicht. 

Die Farbe v/ar hell ziegelrot. 

F und or t: Abisko (Lappland) Juli 1907. Vereinzelt. 

97. Ploesoma triacanthum (Bergendal). 
Fundort: Storlien (Jämtland) Juli 1909. 



86 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

98. Ploesoma hudsoni Imliof. 

Auch diese Art ist schon friilier ans Schweden bekannt 
(JÄGERSKIÖLD 1892: Gastroscliiza fleailis; iibrige Synonyme 
siehe Weber). 

Fundorte: Plankt onisch im Mästermyr (seltener und 
spärlicher als Pl. truncahim) Mai, Juli, August 1905; Vassijaure 
(Lappland) Juli 1907. Njuotjåmajaure (Lappland) August 
1904 (I. Arwidsson). 



Genus Ascomorplia Perty. 

(Syn. Sacculus aut.) 

99. Ascomorpha ecaudis Perty. 
(Syn. Sacculus viridis aut.) 

Ascomorpha ecaudis Perty 1850, p. 18. 

Sacculus viridis Gosse 1851, p. 198. 

Ascomorplia lielvetica Perty 1852, p. 39. 

» germanica Leydig 1 854, p. 44, Taf . III, Fig. 34. 

Sacculus viridis Gosse 1886, Vol. I, p. 124, Taf. XI, Fig. 2. 

Ascomorpha helvetica Weber 1898, p. 387—389, Taf. XVI, 

Fig. 13—14. 

Sacculus viridis Wesenberg-Lund 1904, p. 137. 

Ascomorpha helvetica Runnström 1909, p. 274. 

Die Gattung Ascomorpha wurde schon 1850 von Perty 
fiir die oben erwähnte Art aufgestellt. Das Tier wurde später 
unter verschiedenen Namen beschrieben; Gosse, der die Be- 
schreibung Pertys iibersehen hatte, kreierte fiir dasselbe 
die Gattung Sacculus und nannte die Art S. viridis, unter 
welchem Namen sie auch meist bekannt ist. Von den später 
beschriebenen Ascomorpha-KrtQH scheint mir Leydigs A. ger- 
manica mit A. ecaudis identisch zu sein; sie stimmt mit der- 
selben in der Körperform, in der Lage des Auges und in dem 
Vorkomman von einigen längeren Cirren unter den kiirzeren 
Cilien des Räderorgans iiberein und unterscheidet sich nur 
durch die geringere Körpergrösse. 

Von Wesenberg-Lund Avird A. ecaudis (als Saccidus 
viridis) als einziger Repräsentant der Gattung Saccidus an- 
erkannt. Die Gattung Ascomorpha wird zwar auch erhalten, 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 87 

zu derselben aber andere Arten {A. saltans Bartsch und A, 
agilis Zacharias) gestelit. Die beiden Gattungen sollen in 
jeder Hinsiclit verschieden sein. Worin die Verschiedenheiten 
bestehen, wird nicht erwähnt, in einer friiheren Arbeit wird 
aber »Sacculus viridis» als panzerlos bezeiclmet (1899, p. 
138); ausserdem wird das Fehlen des dorsalen Tentakels her- 
vorgelioben. Obgleich ich die A. agilis nicht aus eigener An- 
schauung kenne, wage ich jedoch eine andre Meinung auszu- 
sprechen. Der dänische Forscher gibt selbst (1899, p. 16) 
von dem Panzer von A. agilis eine Schilderung, nachwelcher 
der Unterschied gegeniiber A. ecaudis ziemlich minimal er- 
scheint (der Panzer besteht nur aus 2 undeutlichen Verdickungs- 
leisten an jeder Seite des Körpers); bei A. ecaudis ist die Cuti- 
cula, wie ich selbst beobachtet habe und was auch aus mehreren 
friiheren Beschreibungen hervorgeht, biegsam, aber doch sehr 
fest. Bei dem jetzigen Stande der Rotatoriensystematik kön- 
nen solche Verschiedenheiten unmöglich zur Unterscheidung 
von Gattungen hinreichen. 

In allem iibrigen scheint die Organisation voUständig iiber- 
einstimmend zu sein. Jedenfalls ist natiirlich der Name 
Ascomorpha fiir die älteste Art beizubehalten. Fiir die iibri- 
gen Arten wäre, wenn die Meinung des hervorragenden dä- 
nischen Rotatorienkenners sich als richtig erweisen sollte, eine 
neue Gattung zu schaffen; der Name Sacculus muss ganz weg- 
f allén. 

A. agilis Zacharias ist so oberflächlich beschrieben, dass 
die Art nach den Beschreibungen und den Figuren seines 
Autors sogar unbedingt mit A . ecaudis zu vereinigen wäre. Voigt 
betrachtet auch die Arten als identisch, und da sein Material 
teilweise, wie dasjenige Zacharias', aus dem Grossen Pioner 
See stammt, scheint viel fiir die Richtigkeit seiner Ansicht zu 
sprechen. Die Notizen Wesenberg-Lunds (vgl. oben und 
besonders Taf. II, Fig. 70 in der Arbeit von 1899) lassen jedoch 
keinen Zweifel iibrig, dass seine A. agilis von A. ecaudis deut- 
licli verschieden ist; da die erstere mehr planktonisch vor- 
kommt, ist es wohl wahrscheinlich, dass Zacharias dieselbe 
Art beschrieben hat. Voigt hat möglicherweise nur die- 
se gesehen, wahrscheinlich ist aber seine Moor- und Teichform 
als A. ecaudis, seine Seenform als A. agilis zu betrachten. Da- 
gegen scheint mir der Artname des letzteren fallen zu miissen, 
da sie, soweit ich finden känn, schon 1877 als A. saltans Bartsch 



88 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

beschrieben wurde; ein SLjidres Synonym, ist Sacculus hyalinus 
Kellicott (Hudson & Gosse, 1889, p. 16— 17, Taf. XXXII, 
Fig. 23), ausser von ilirem Autor von Jennings (1894, p. 8) 
erwälmt. 

Die Länge meiner Exemplare von A. ecaudis beträgt nur 
etwa 130 [1.. 

Fundort: Uppsala Oktober 1908 (in einem kleinen 
Teiche). 

100. Ascomorpha minima n. sp. 
Fig. 22. 

Nur mit einem gewissen Widerwillen känn ich mich zu 
der Beschreibung einer neuen Rotatorien-Species entschliessen. 
Da indessen die unten beschriebene Art von A . ecaudis und A . sal- 
tans deutlich verschieden ist und die iibrigen Arten sich trotz der 
grossen UnvoUständigkeit in den Beschreibungen ihrer Beobach- 
ter als zu der einen öder andern gehörig erwiesen haben (siehe 
oben unter A. ecaudis) lioffe ich, dass die neue Art niclit die 
vorhandene Verwirrung noch vergrössern wird. 

In der Körperform stimmt die neue Art mit A. ecaudis 
(Gosse, Taf. XI, Fig. 2, Weber, Taf . XVl,Fig. 13) undA. saltans 
(Zacharias 1893, Fig. 3)iiberein. Das Ausselienistjedochnach 
dem Kontraktionszustand etwas wecliselnd. Von oben öder 
unten gesehen ist das Tier oval, vornmeist schwach (Fig. 22 a) 
bisweilen aber tiefer und plötzliclier halsartig verschmälert, 
hinten abgerundet. Die dorsoventrale Abplattung ist ziemlich 
schwach. In Profilansicht ist der Blicken gewölbt, der Bauch 
verhält sich verschieden: entweder hinten ungefähr ebenso 
stark konvex wie die Ruckenseite, während die vordere Region 
halsartig abgesetzt erscheint (Fig. 22 cZ) öder auchgleichmässig 
konvex, aber schwächer als der Riicken, öder endlich gleicli- 
mässig konkav (Fig. 22 e). In der Transversalebene sind sowohl 
Riicken wie Bauch fast flach. Auf der Riickenseite verlauf en zwei 
seitliche ziemlich seichte Rinnen; sie treten besonders in der 
Ansicht von vorn öder von hinten deutlich hervor, wurden 
aber nicht immer beobachtet (Fig. 22). 

Das Räderorgan besteht, wie bei der ganzen Gattung, aus 
einem terminalen Wimperring; ob auch die zentrale Scheibe 
mit (kiirzeren) Cilien besetzt ist, wie es Wesenberg-Lund bei 
A. »agilis» zeichnet (1899, Taf. IX, Fig. 70), habe ich nicht be- 



N. V. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MASTERMYR. 



89 



obachtet. Die unter den iibrigen Cilien zerstreuten längeren 
Wimpern, welche fiir A. ecaudis charakteristisch sind, fehlen; 
dagegen finden sich in der Mitte der von dem Cilienkranz um- 
gebenen Scheibe zwei sehr länge und grobe fast tentakel- 
ähnliclie Wimpergebilde (Fig. 22 a — e). Ein mediodorsaler 
Taster, wie bei A. saltans, fehlt vollständig. 

Das rote, querovale, vorn konkave Auge liegt nicht, wie 
bei den iibrigen Arten, nahe dem Vorderende sondern weit 
nach bin ten, of t nahe der Körpermitte. 




Fig. 22. Äscomorpha minima n. sp. a schwimmendes, vollständig 

ausgestrecktes Exemplar von oben; b, c Exemplare in verschie- 

denen Kontraktionszuständen, d, e schwimmende Exemplare von 

der Seite; / optischer Querschnitt. 



Der Kauapparat ist dem von Voigt abgebildeten {A. 
ecaudis öder sältans, siehe oben, S. 87) ähnlicli. DasFuIcrum 
besitzt jedoch hinten zwei seitliche Wider haken. 

Der an meinen Exemplaren mit gelbbraunem (nicht 
griinem) Inhalt gefiillte Darm besitzt jederseits einen vorderen, 
einen hinteren und einen kiirzeren seitlichen Blindsack. Die 
Ausbuchtungen sind demnach etwas weniger zahlreich als bei 
A. ecaudis, doch wechselt die Form je nach dem Fiillungs- 
zustand ziemlich stark (Fig. 22 a — e). 



90 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

Ä. minuta ist eine ausserordentlich kleine Art, soviel ich 
weiss die kleinste bekänn te Rotatorie und erreiclit nicht die 
lialbe Grösse von A. ecaudis und saltans. Die Länge be- 
trägt 43 — 51 [1, die Breite bis 30 [i (Länge Yon A. ecaudis nSiGh. 
OossE Vi5o inch = 170 (x), nacli Weber 170 — 200 {x, nach eige- 
nen Messungen etwa 130 {x, Länge von A. saltans nach Zacha- 
rias 160 |J.. 

Fundorte: Mästermyr Juli, August, September 1905. 



Genus Anapus Bergendal 1892 (Ghromogaster Lauterborn 

1893). 

lOl. Anapus o valls Bergendal. 
Fig. 23. 

Anapus ovalis Bergendal 1892 a, p. 1, 1893, p. 589, 
1893 a, p. 15—20, Taf. I, Fig. 3, 6, 
Taf. II, Fig. 11. 
» » Jennings 1894, p. 8, Fig. 1, 2. 

Ascomorpha testudo Zacharias 1894, p. 84, Taf. II, Fig. 

4 a u. h. 
Anapus ovalis Weber 1898, p. 760—763, Taf. XXIV, 

Fig. 15—17. 
» » BuRCKHARDT 1899, p. 417 — 418. 

Ghromogaster testudo Wesenberg-Lund 1899, Taf. I, 

Fig. 8. 
Anapus ovalis Wesenberg-Lund 1904, p. 141, Summary 

p. 31. 
Von der Gattung Anapus sind nach den Angaben der 
meisten Autoren zwei Arten bekannt, A, ovalis Bergendal und 
A. testudo (Lauterborn). Nur Weber hat die beiden Arten 
näher untersucht. Sie sind nach ihm einander zwar sehr 
ähnlich, eine genaue Untersuchung erlaubt aber, sie von ein- 
ander zu unterscheiden: bei A. ovalis ist die Lorica mit feinen 
Querstreifen versehen, der Dorsalschild ist schmäler als der 
Ventralschild und vorn etwas halsartig verschmälert, das 
Räderorgan trägt zwei Paare borst entragender Tentakel. 
A. testudo ist etwas breiter, viel stärker abgeplattet, die Lorica 
nicht quergestreift, der Dorsalschild und Ventralschild ebenso 
breit, der erste voUständig oval, ohne seitliche Einbuchtungen. 



N. V. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 91 

Von anderer Seite wird jedoch die Selbständigkeit der beiden 
Arten bestritten. Jennings zieht sie oline weiteres zusam- 
men, was vor der Arbeit Webers das einzig richtige war. 
BuRCKHARDT (1899) fand sowohl Tiere, welche deutlich die 
Charaktere von Webers A. ovalis zeigen, als auch solche, die 
eine Mittelstellung einnehmen sollen. Wesenberg-Lund 
(1904, p. 140) weiss nicht, ob sie zwei Arten öder Teich- und 
Seef ormen derselben Art sind. 

Dass zwei Formen vorhanden sind, ist ja jedenfalls siclier. 
Da die angebliche Zwischenform Burckhardts nicht näher 
beschrieben ist, miissen sie wohl bis auf weiteres als Arten 
gelten. Bei einem Vergleich der Beschreibungen der verschie- 
denen Autoren fällt es aber sehr schwer, ihre Formen der einen 




Fig. 23. Änapus ovalis Bergendal. a Panzer 
von der Ventralseite, b optischer Querschnitt 

oder andern Art zuzuteilen. Es känn sogar zweifelhaft er- 
scheinen, ob Bergendal wirklich die später von Weber als 
A. ovalis untersuchte Form beobachtet hat und nicht vielmehr 
A. testudo Lauterborn. Mit dieser Art, wie sie von Weber 
beschrieben wird, stimmt seine Figur durch die Breite des 
Panzers, durch das Fehlen der halsartigen Einschniirung und 
der Querstreifen und durch das Vorkommen nur eines Paares 
von wimperbiischeltragenden Tentakeln iiberein. Besonders 
bei einem Vergleich mit der Beschreibung Jennings' und mit 
den von mir selbst gefundenen Tieren glaube ich jedoch, dass 
die Identifikation Webers richtig ist. Jennings' Form ist 
sicher A. ovalis. Der Körper ist ziemlich hoch, die Ten- 
takeln vier an der zahl, der Panzer quergestreift, wenngleich 
nicht besonders deutlich, und die Dorsalschale (nach Fig. 1) 
deutlich schmälerals dieVentralschale und vornquerabgestutzt 
(der letztgenannte Charakter scheint, obgleich nicht von Weber 



92 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N^O 1. 

hervorgehoben, fiir A. ovalis besonders charakteristisch zu 
sein); nur die breite Foi^m der Lorica und der Mangel der 
vorderen halsartigen Einschniirung erinnern an A. testudo^ 
sind aber wahrscheinlich der Konservierung zuzuschreiben. 
Das von Bergendal abgebildete Individuum hat nun eben- 
falls einen vorn fast ganz geraden Panzer; da bei A. testudo 
die Dorsalschale ohne Abbruch halbzirkelförtoig ausläuft 
(Lauterborn 1893, Taf.II, Fig. 7,Weber, Taf. XXIV,Fig. 18), 
ist man berechtigt anzunehmen, dass Bergendal wirklichWE- 
BERS A. ovalis beobachtet hat, obgleich seine Figur in andern 
Hinsichten weniger exakt ist. Der Name Bergendals ist 
daher fiir die fragliche Form beizubehalten. 

Was die von anderen gefundenen AnafUs-'FoTVCien betrifft, 
so muss ich zunächstimGegensatzzuWEBER die »Ascomorpha 
testudo » Zacharias als zu A . ovalis gehörig ansehen ; der Panzer 
ist ja vorn halsartig verschmälert, quer abgestutzt und fein 
quergestreift, die Dorsalschale schmäler als die Ventralschale. 

Der von Wesenberg-Lund (1899) abgebildete Panzer 
gehört unbedingt zu A. ovalis. Im Jahre 1904 erwähnt er 
eine Seen- und eine Teichform, von welchen die erstere mit 
A. testudo, die letztere mit A. ovalis identifiziert wird. 

Die Publikation Hoods, dessen »Sacculus cuirassis» von 
Weber als ein Synonym zu ^. oi'a^t<sbezeichnet wird, ist mir 
nicht zugänglich. 

Die von mir beobachtete Form rechne ich ohne Bedenken 
dem A. ovalis ^er gendal zu. Die Lorica ist vorn halsartig einge- 
engt, der Vorderrand sowohl der dorsalen als der ventralen 
Schalenhälfte fast gerade, die erstere schmäler als die letztere 
(Fig. 23 a), der Körper nur sehr schwach abgeplattet (Fig. 
23 b) und das Räderorgan, soweit ich an konserviertem Mate- 
rial sehen känn, mit vier Tentakeln versehen. Doch ist der 
Panzer (ich habe allerdings nur konserviertes Material unter- 
sucht) kiirzer und breiter als ihn Weber zeichnet, die Quer- 
streifung nur äusserst schwach angedeutet und die Dorsal- 
schale nicht, wie es Weber bescheibt und zeichnet, der Ventral- 
schale unmittelbar angelegt sondern von derselben durch eine 
tiefe Furche, wie bei A. testudo, getrennt (Fig. 23 b). 

Länge etwa 130 {i. Breite des Panzers 77 [x. 

Fundorte: Planktonisch im Mästermyr (nicht häufig) 
Mai, Juli 1905. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 93 

Genus Asplanchna Gosse. 

102. Asplanchna priodonta Gosse. 

Fundorte: Uppsala Juni 1908. Mälaren Juni, Juli, 
September 1906 (S. Ekman), Njuotjåmajaure (Lappland) 
August 1904 (I. Arwidsson), Kjeflingeå (Skåne) Dezember 
1907 (G. Swenander). 

Genus Asi)lanclinopus de Guerne. 
103. Asplanchnopus myrmeleo Ehrbg. 

Fundort: Diese seltene Art habe ich in einem Exem- 
plare (Länge 720 \l) im Mästermyr, Juli 1905, gefunden. 



Ordn. Brachionida. 

Uiiterordn. Bracliioiiiuae. 

Fam. Brachionidae. 
Genus Bracliionus Pallas. 

104. Brachionus urceus (Linné 1761). 
(Syn. Brachionus urceolaris + Br. ruhens aut.). 

Die beiden unter den Namen Brachionus urceolaris 
Muller und Br. ruhens Ehrbg bekannten Arten miissen, soweit 
ich aus den vorliegenden Beschreibungen urteilen känn, als 
Varietäten einer einzigen Art gedeutet werden; der eigentliche 
Unterschied liegt in der verschiedenen Länge der medianen 
Stacheln am dorsalen Vorderrand des Panzers, und dieselben 
sind ja, wie z. B. Weber (1898, p. 677) hervorhebt, bei der als 
»urceolaris» bezeichneten Form sehr variabel. Schon Gosse 



94 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 1. 

(1886, p. 119) hat iibrigens die Schwierigkeit einer Artdistink- 
tion erkannt ( »Very different individuals may, indeed, readily 
be presented; but a series do certainly run into eacli other») 
und betrachtete die beiden Formen nur »for the present» als 
besondere Arten. Diese Ansicht wird auch durch meine eige- 
nen unten ervv^ähnten Beobachtungen gestiitzt. 

Die »rubens »-Form. erhielt schon 1761 von Linné den 
Artnamen urceus, welcher vor sowohl urceolaris wie rubens 
die Priorität hat; der Name Linnés wurde einem von Schäf- 
FER abgebildeten Rädertier, welches Ehrenberg, wie ich 
nach den Figuren Schäffers sehe mit Recht, zu seinem Br, 
rubens rechnet, gegeben. Von den beiden Varietäten soll die 
letztere demnach Br. urceus urceus heissen. Die unter dem 
Namen B. urceolaris bekannte Form ist in älterer Zeit von 
Muller (wenigstens gehört hieher seine Fig. 15) und Ehren- 
berg abgebildet. Der Name urceolaris känn leider nicht be- 
halten werden, da derselbe urspriinglich eben der anderen 
Varietät, als Ersatz fiir den Namen urceus gegeben wurde 
(Linné 1767). Der ältere Name capsuliflorus Pallas kommt 
auch nicht in Betracht; derselbe wurde einer von Baker (1753, 
p. 384, Taf. XII, Fig. 7—10) als »Wheel-animal with shell, 
second sort» beschriebenen Rotatorie gegeben, welche nach 
der fiir ihre Zeit sehr guten Figur Bakers eher die itrce-z^s-Form 
vorstellt. Ich nehme deshalb den von Bory de St. Vincent 
gegebenen Namen utricularis auf und bezeichne diese häufige 
Rotatorien-Form unter dem Namen Brachionus urceus utri- 
cularis Bory de St. Vincent.^ 

Die wichtigsten Synonyme der beiden Formen stelle 
ich unten zusammen. 

JBracJiiomis urceus urceus (Linné). 

Wheel-animal ivith shells, second sort, Baker 1753, p. 384, 
Taf. XII, Fig. 7—10. 

Schalige Rädertiere an den Wasserflöhen Schäffer 1755, 
p. 61, Taf. I, Fig. 8, Taf. II, Fig. 7—9. 

Tuhipora Urceus Linné 1761, p. 537. 

Brachionus capsuliflorus Pallas 1766, p. 91. 

Vorticella urceolaris Linne 1767. 



^ Ich habe mir die Arbeiten Bory de st. Vincents nicht beschaffen. 
können, sondern entnehme diesen Namen nur dem Zitat Ehrenbergs. 



N. V. HOFSTEN, ROTATORTEN AUS DEM MÄSTERMYR. 95 

Brachionus urceolaris (e. p.) Muller 1773, p. 131. 

» » (e. p.) Muller 1786, p. 356 (von den 

Fig. nur höchstens Fig. 18). 
» n^&en5 Ehrenberg 1838, p. 513, Taf. LXIII, 

Fig. 4. 
» » Gosse 1886, p. 119, Taf. XXVII, Fig. 5. 

» urceolaris Daday^ 1904, p. 125, Textfig. 1. 

Brachiomis iirceus titricidaris Bory de St. Vincent. 

Brachionus urceolaris (e. p.) Muller 1773. 

» » (e. p.) Muller 1786, p. 356, Taf. L, 

Fig. 15 (16—21?). 
» » 7ieglectus et utricularis Bory de St. 

Vincent 1822, 1824. 
» » Ehrenberg 1830, 1831, 1833, 1838, 

p. 512—513, Taf. LXIII, Fig. 3. 
» » Gosse 1886, Vol. II, p. 118, Taf. 

XXVII, Fig. 6. 

» » Weber 1898, p. 674—679, Taf. 

XXVIII, Fig. 18—20. 

» » EuNNSTRÖM 1909, p. 275. 

Meine eignen Exemplare erweisen sich zum teil durch die 
Länge der medianen Stachel des dorsalen Vorderrandes und 
durcli die Form des Ventralrandes als zur Varietät urceus 
{»rubens»), wie diese von Ehrenberg (1838, Taf. LXIII, Fig. 
4, 1^ — 2) abgebildet wird, gehörig, andre (ältere? jedenfalls 
grössere) nähern sich mehr der Varietät utricularis. In keinem 
Falle sind aber die Charaktere der einen öder andern Form 
stark ausgeprägt. 

Länge des Panzers 190 — 240 \l. 

Fundort: Uppsala Oktober 1908. 

105. Brachionus calyciflorus Pallas. 
(Syn. Brachionus påla aut.). 

WJieel animal tuith shells, first sort, Baker 1753, p. 295 — 
298, Taf. XII, Fig. 4—6. 

Brachio7ius calyciflorus, Pallas 1766, p. 93. 

^ Dadays Br. urceolaris aus Patagonien, der als von den europäischen 
Exemplaren abweichend beschrieben wird, ist nach der beigefiigten Figur 
ein sehr typischer urceus. 



96 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 1. 

Brachionus Palea Ehrenberg 1830, 1831. 

Brachionus Påla Ehrenberg 1838, p. 511, Taf. LXIII, 

Fig. 1. 
Notommata granularis ^iirbi^b:eb.g 1838, Taf. L, Fig. 2. 
Brachionus påla Hudson 1886, Vol. II, p. 117, Taf. XXVII, 
Fig. 3. 
» » Weber 1898, p. 669—673, Taf. XXIII, 

Fig. 14. 
» » RuNNSTRÖM 1909, p. 275. 

Der Br. påla der späteren Autoren Avurde in unverkenn- 
barer Weise schen von Baker abgebildet. Sein »wheel ani- 
mal with sheUs, first sort » erhielt durch Pallas den Namen 
calyciflorus, welcher Namen demnach vor dem späteren Ehren- 
bergs die Priorität bat. 

Die von mir beobachtete Form dieser sehr variablen 
Art stimmt in der Gestalt des Panzers am besten mit einer der 
Figuren Ehrenbergs (Taf. LXIII, Fig. 1,1) und mit den Figu- 
ren Hudsons iiberein. Der Panzer ist jedoch mehr gleich- 
breit und die lateralen Stacheln etwas kiirzer. 

Fundort: Kj ef linge-å (Skåne) Dezember 1907 (G. Swe- 
nander) . 

106. Brachionus quadridentatus Hermann. 

(Syn. Brachionus bakeri aut.). 

Wheel animal tvith shell, third sort, Baker 1753, p. 391, 

Taf. XII, Fig. 11—13. 
Brachionus capsulijlor US p Pallas 1766, p. 92. 

» quadridentatus l^^BMA-^i^ 1783, p. 43, Taf. II, 

Fig. 9. 
» Bakeri Muller 1786, p. 359, Taf. XL VII, Fig. 

13, Taf. L, Fig. 22, 23. 
» » Ehrenberg 1838, p. 514, Taf. LXIV, 

Fig 1. 
» » Gosse, 1886, Vol. II, p. 120, Taf. 

XXVII, Fig. 8. 
» » RoussELET 1897, p. 328, Taf. XVI, 

Fig. 1—14. 
» » Weber 1898, p. 679— 685, Taf. XXIV, 

Fig. 1—4. 
Die erste kenntliche Abbildung dieser Art findet man 
schon bei Baker. Sein Tier wurde von Pallas, der dasselbe 



N. V. HOFSTEN, ROTATORIEX AUS DEM MÄSTERMYR. 97 

aucli selbst wiederfand, als eine Sommer-Varietät seiner Br. 
capstdiflorus (= urceus) betrachtet. Der Name capsuliflorus 
liat demnacli urspriinglicli sowohl die letztere Art wie den 
Br. bakeri der späteren Verfasser umfasst, da aber diese Art 
von Pallas als eine Varietät der typischen Art aufgefasst 
wurde, ist die letztere als der Typus der Art Br. capsuliflorus 
zu betrachten und dieser Name känn nicht, obwolil er fiir 
den Typus als Synonym zu verwerfen ist, auf die urspriing- 
liche Varietät iibertragen werden. Es ist daher der nächstälteste 
Name, Br. quadridentatus Hermann, der ebenfalls vor dem Na- 
men Mullers {bakeri) die Priorität hat, zu gebrauchen. Die 
Abbildung Hermanns, der selbst die Identität mit der 
BAKERschen Form erkannte, ist sehr wohl kenntlich und die 
Namensveränderung daher nicht zu vermeiden. 

Meine Exemplare hatten mässig länge divergierende 
laterale Hinterdornen und stimmten iiberhaupt in der Pan- 
zerform am besten mit der Figur I,i Ehrenbergs iiberein. 

Fundorte: Mästermjrr Juli, August 1905. 

Genus Notholca Gosse. 

106. Notholca striata (Miiller) (Hauptart). 

Die Form des Panzers stimmt mit der Figur Webers 

(1898, Taf. XXV, Fig. 16) gut iiberein. Die Längsstreifen, 

welche sowohl an der Dorsal- wie an der Ventralseite vor- 




Fig. 24. Notholca striata (Muller). Yor- 

derrand des Panzers, von der 

Ventralseite. 

kommen, sind von wechselnder Anzahl, Starke und Länge. 
Den Vorderrand des Panzers habe ich in zum Vergleich mit 
N. acuminata in Fig. 24 abgebildet. 

Länge 130 — 174 [J.. 

Fundorte: Mästermyr April 1907 (mehrere Lokale). 

Ärhiv för zoologi. Band 6. N:o 1. 7 



98 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND G. N:0 1. 



107. Notholca labis Gosse. 

Ich halte es fiir sehr möglich öder wahrscheinlich, dass die 
Auffassung Webers, diese Form stelle nur eine Varietät von 
N. striata dar, richtig ist. Solange die Formen der letzt- 
genannten Art nicht genauer bekannt sind, känn sie aber 
ebenso gut als eine selbständige Art betrachtet werden. 

Länge 140 {J^, Breite 70 jx. 

Fundort: Mästermyr September 1905. Vereinzelt. 



108. Notholca acuminata (Ehrbg). 
Fig. 25. 

^TiitröBa acwmma^a Ehrenberg 1838, p. 506, Taf. LXII, 

Fig. 9. 
Notholca acuminata Goss^ 1886, Vol. II, p. 125, Taf. 

XXIX. Fig. 3. 




Fig. 25. Notholca acuminata Ehrbg. Vor- 
derrand des Panzers, von der Ventralseite. 



Notholca acuminata Levander 1894, p. 63 — 64, Taf. III, 
Fig. 45. 
» foliacea Wesenberg-Lund 1904, p. 143 — 144 u.a. 
» ac^em^?^a^a RuNNSTR ÖM 1909, p. 275. 
Auch diese Form betrachtet AVeber als eine blosse Varie- 
tät von N. striata, aus dem oben angefiihrten Grunde känn 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 99 

aber auch sie, und vielleicht mit noch grösserem Rechte, als 
eine selbständige Art gelten.^ 

Die Körperform stimmt am besten mit der Figur Ehren- 
BERGS iiberein, nur ist die hintere, abgestutzte Spitze der dor- 
salen Schalenhälfte etwas schärfer abgesetzt, etwa wie auf der 
Figur Levanders (Taf. III, Fig. 45); der ganze Panzer ist 
jedoch schlanker. 

Der Vorderrand des Panzers ist, wie Fig. 25 zeigt, dem- 
jenigen von N. striata sehr ähnlich; doch sind an der Ven- 
tralseite die beiden mittleren Spitzen, Avelche die mediane 
Einbuchtung begrenzen, nicht spitz sondern abgerundet. 

Ubergangsformen zu N. striata, wie sie Wesenberg-Lund 
(p. 143) erwälint, habe ich nicht beobaclitet; beide Formen 
kamen in demselben Gewässer neben einander vor. 

Länge 260—300 t^ 

Fundort: Mästermyr, April 1907. 

109, Notholca foliacea (Ehrbg) . 
Fundort: Uppsala (Mälaren) Oktober 1908. 

110. Notholca longispina Kellicott. 

Fundorte: Mästermyr im Plankton Mai, Juli 1905. 

Njuotjåmajaure (Lappland) August 1904, Storsjön (Gäst- 
rikland) Juli 1906(1. Arwidsson), Mälaren Juni 1906 (S.Ek- 
man), Kjeflinge å (Skåne) Dezember 1907 (G. Swenander). 

Genus Anuraea Ehrbg. 

111. Anuraea aculeata Ehrbg. ^ 

Die Anurcea-F ormen mit rektangulärem, typisch hinten 
in zwei Stacheln ausgezogenem Panzer gehören alle, wie 
Weber gezeigt hat, einer einzigen sehr variablen Art an. Die 
von mir gefundenen Formen sind die folgenden. 

^ Wesenberg-Lund (1904, p. 143—144) behält von der fraglichen 
Notholca-F OTmenreihe drei Arten, N. striata, foliacea und acuminata. Er 
hat aber offenbar die beiden letztern verwechselt. N. foliacea wird als 
hinten ausgezogen ohne abgesetzte Spitze, N. acuminata dagegen als eine See- 
form mit einer scharfen, abgesetzten hinteren Spitze versehen beschrie- 
ben; fiir die letztere Art wird auch auf Webees Figuren von N. foliacea 
verwiesen. 

- Diese häufige Rotat orie ist fast sicher schon 1786 von Muller (p. 
354, Taf. XLIX, Fig. 12 — 13) unter dem Namen Brachionus quadratus be- 



100 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 1. 

Anursea aculeata aculeata Ehrbg. 

? Bracliionus quadratus Muller 1786. 
Anurcea aculeata Ehrenberg 1838. 

» » éspéce type Weber 1898. 

» » ^?/2)ica RuNNSTR ÖM 1909, p. 275. 

Fundorte: Mästermyr Juli, August 1905 (vereinzelt). 
Auf den Exemplaren aus dem Mästermyr ist der Panzer breit, 
fast quadratiscli, die hinteren Dornen ziemlicli kurz (weniger 
als ein Drittel von der Länge des ganzen Panzers) und melir 
öder Aveniger stark divergierend. Länge 206 — 282 ji. 

tJbrige Fundorte: Mälaren Juni 1906 (S. Ekman); 
Seeform mit langen hinteren Dornen. Uppsala (in einem 
Teich) Oktober 1908. Kjeflinge-å (Skåne) Dezember 1907 
(G. Swenander). 

Anursea aculeata testudo Ehrbg. 
Fig. 26 a. 

Anurcea testudo 'E-aniäi^B-EnG 1831; 1838, p. 507, Taf. 
LXII, Fig. 12. 
» brevis fina Gosse 1851. 

» acwZea^a var. &rem<S2?ma Gosse 1886, Vol. II, p. 

123, Taf. XXIX, Fig. 5. 
» » » » Weber 1898, p. 705—706. 

Taf. XXV, Fig. 10—11. 
Dass die Varietät brevispina Gosses und Webers mit der 
alten EnRENBERGSchen Art identisch ist, scheint mir ganz 
sicher. 

In der Körperform stimmen meine Exemplare am besten 
mit den Figuren Ehrenbergs iiberein; bisweilen sind die Kör- 
perseiten mehr gerade, etwa wie auf der Zeichnung Webers. 

Die Länge der stets sehr kurzen hinteren Dornen ist va- 
riabel. An einem Exemplar war ein Dorn nur auf der linken 



schrieben. Wenn man diesen Artnamen an Stelle von aculeata setzt, so niuss 
auch der Gattungsname Anuraea in den älteren Namen Keratella verändert 
werden; die letztgenannte Gattung wurde nämlich von Bory de st. Vix- 
CENT (1822) fur die MuLLERsche Art geschaffen. Diese durchgreifonde Än- 
derung eines der am meisten bekannten Rotatoriennamen känn aber viel- 
leicht dadurch vermieden werden, dass man den Brachionus quadratus fiir nicht 
identifizierbar erklärt. Muller hat ja z. B. die Seitenstacheln des Vorder- 
randes iibersehen, und die Annahme, dass er ein andres, noch unbekanntes 
Rädertier gesehen hat, lässt sich wenigstens formell verteidigen. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 101 

Seite entwickelt, der Panzer rechts gleichmässig abgerundet 
(Fig. 2Q b). Dieses Exemplar ist wohl als eine t)bergangsforni 
zu der folgenden Varietät zu betrachten. 

Länge 135 — 150 \l. 

Fundorte: Mästermyr April 1907, Teichnahe dem Master- 
myr August 1906. Kjeflinge-å (Skåne) Dezember 1907 
(G. Swenander). 




Fig. 26. a Anuraea aculeata testudo, e A. aculeata curvicornis, h—d Uber- 

gungsformen, 

Anursea aculeata curvicornis (Ehrbg) . 
Fig. 26 e. 

^wi^rcea cioTiConiz's Ehrenberg 1838, p. 505, Taf. LXII, 
Fig. 5. 



102 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 



Aniiroea curvicornis Gosse 1886, Vol. II, p. 122, Taf. XXIX, 

Fig. 9. 
» aculeata var. curvicornis Weber 1898, p. 707 — 
709, Taf. XXV, Fig. 1—3. 

Dass diese Form, welche icli zusammen mit der vorigen 
fand, direkt in dieselbe libergelit, wird aus der in Fig. 26 
abgebildeten Formenreihe deutlich erwiesen. 

a stellt eine typische testudo dar mit ziemlich langen hin- 
teren Dornen. h zeigt eine Form, welche in der Gestalt des 
Panzers mit der vorigen iibereinstimmt, docli ist der linke 
hintere Dorn nur schwach entwickelt und der Panzer rechts 
gleichmässig abgermidet.^ Das in c abgebildete Exemplar 
stellt ebenfalls, obgleich in ganz anderer Weise, eine tJber- 
gangsform zu der Varietät testudo dar. Die hinteren Dornen 
sind hier beide entwickelt, aber sehr klein; die beiden mittleren 
der vorderen Dornen sind wie bei der f olgenden Varietät stark 
gebogen. d zeigt eine dritte tJbergangsf orm ; durch das Feli- 
len der liinteren Dornen ist sie eine echte curvicornis, die 
Form des Panzers und die geraden vorderen Dornen erinnern 
aber an testudo. Fig. 26 ^ zeigt die typische curvicornis. 

Fundorte: Mästermyr April 1907. Kjeflinge-å (Skåne) 
Dezember 1907 (G. Swenander). 



104. Anursea cochlearis Gosse. 

tJber die Formenreihen dieser häufigen Art hat Lauter- 
BORN (1901, 1904) eine sehr sorgfältige Untersuchung veröf- 
fentlicht. Obgleich die verschiedenen Formen der Art nur 
Lokal- öder, wie der genannte Forscher gezeigt hat, grössten- 
teils sogar Temporalvariationen sind, einigen wenigen Varia- 
tionsreihen angehörig, so ist wohl die Schaffung neuer Namen 
fiir die einzelnen Glieder dieser Reihen, me sie Lauterborn 
vorgenommen hat, nicht berechtigt. 

Wenn man soweit wie möglich die Namen der friiheren Ver- 
fasser behält, so bekommt die macrocantha-typica-Keihe Lau- 



^ Eine ziemlich ähnliche Form hat schon Wierzejski (1893, Taf. VI, 
Fig. 85) unter dem Namen Var. Valga abgebildet ; dass das in meiner Fig. 
26 e abgebildete Exemplar zur Varität testudo gehört. wird durch einen 
Vergleich mit Fig. 2G a ohne weiteres klar- 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 103 

ERBORNS (nur die Repräsentanten dieser Reihe habe ich 
ange trof fen) folgendes Aussehen: 

Anurcea cochlearis longispina Imliof ISS3 = A. cochlearis 
macrocantha Lauterborn. 
» » cochlearis Gosse 1886 == A. cochlearis 

typica Lauterborn. 
» » microcantha Lauterborn. 

» » tuherculata Lauterborn = A. cochlearis 

stipitata'- Weber 1898. 
» » tecta Gosse 1886. 

Fundorte: (nur die longispina-tecta-^eihe ; am häuf igsten 
waren iiberall /. cochlaris und /. longispina): Mästermyr Mai, 
Juli, August, September 1905, Juli, August 1906 (alle Glie- 
der der Reihe ausser /. tuherculata; iiber das lokale und zeit- 
liche Auftreten der verschiedenen Formen werde ich in mei- 
ner zoologischen Monographie des Mästermyr berichten), 
Uppsala (in einem Teich) Oktober 1908 (/. cochlearis). Mä- 
laren Juni 1906 (/. cochlearis u. Zow9'^5^^7^a) (S. Ekman), Stor- 
sjön (Gästrikland) Juli 1906, Njuotjåmajaure (Lappland) 
August 1904 (I. Arwidsson), Kjeflinge-å (Skåne) Dezember 
1907 (/. longispina,! . cochlearis) (G. Swenander). 



Unterordii. Microcodinae. 

Fam. Microcodidse. 
Genus Microcodon Ehrbg. 
113. Microcodon clavus Ehrbg. 
Fundorte: Uppsala Juni, Oktober 1908. 



^ Die sehr naheliegende, schoii von Lauterborn ausgesprochene Ver- 
mutung, dass die A. stipitata Ehrenbergs (1838, p. 507, Taf. LXII, Fig. 
11) mit der später von Gosse als A. cochlearis beschriebenen Art identisch 
sei (man brauchtezu diesem Behufe nur anzunehmen.dassEHRENBERGinseiner 
Figur die Piattenverteilung nach Analogiemit A. aculeata eingezeichnet hatte 
ist jetzt hinfällig nachdem Zelinka (1907, p. 34—40) eine in der Piatten- 
verteilung mit der Figur Ehrenbergs iiberinstimmende cochlearis-ähnliche 
Form gefunden hat; die als ^4. stipitata bezeichneten Arten der friiheren 
Autoren gehören dagegen, wie Lauterborn und Zelinka gezeigt haben, der 
einen öder andern A. cochlearis-F orm an. 



104 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

Fam. Flosculariidae. 

Genus Floscularia Oken. 

114. Floscularia ornata Ehrbg. 

Fundorte: Uppsala Juni 1908, Abisko (Lappland) 
Juli 1907. 

115. Floscularia regalis Hudson. 
Fundort: Mästermyr Juli 1906. 

116. Floscularia cornuta Dobie. 

Fundorte: Mästermyr Juli 1905, August 1905, Kristine- 
berg (Bohuslän) Mal 1908. 

117, Floscularia proposcidea Ehrbg. 
Fundort: Kristineberg (Bohuslän) Mai 1908. 

Ordn. Melicertida. 

Fam. Melicertidae. 
Genus 3Ielicerta Schrank. 

118. Melicerta najas (Ehrbg). 
(Syn. M. tubicolaria Hudson). 

Fundorte: Mästermyr, Juli, August 1905, Juli 1906. 

119. Melicerta janus Hudson. 
Fundort: Mästermyr Juli 1905. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMTR. 105 

Genus Oecistes Ehrbg. 
120. Oecistes crystallinus Ehrbg. 
Fundort: Storlien (Jämtland) Juli 1909. 

121. Oecistes rotifer (Stenroos) . 

Pseiidoecistes rotifer Stenroos 1898, p. 107 — 109, Taf . I^ 

Fig. 1—17. 
» » MuRRAY 1906, p. 166, Taf. V, Fig. 18. 

Mit dem Pseiidoecistes rotifer Stenroos stimmt eine frei 
schwimmende Melicertide, welche ich zuerst als eine Jugend- 
form einer Oecistes-Axt betrachtete, gut iiberein, und ich 
nenne sie hier unter dem von dem finnländischen Autor gege- 
benen Artnamen, ohne mich iiber die Natur der Form näher 
auszusprechen. 

Die Corona ist nicht eckig, me sie Stenroos beschreibt, 
sondern oval öder rundlich, ventral ein wenig eingebuchtet, 
wie bei mehreren Oecistes-Anten, und iiberhaupt derjenigen 
von Oecistes crystallinus Ehrbg, wie sie von Hudson (1886, 
Taf. VII, Fig. 3) abgebildet wird, äusserst ähnlich. 

Die Augen liegen wie auf der Figur Stenroos' innerhalb 
der Corona, wenn das Vorderende nicht vollständig ausge- 
streckt ist, scheinen sie aber leicht die von Murray darge- 
stellte Lage unterhalb derselben einzunehmen. 

Der Kauapparat hat zahlreiche, wohl wenigstens 15 
Querleisten der Rami, welche nach vorn allmählich kiirzer 
und schmäler werden; Stenroos beschreibt und zeichnet 
zahlreiche »Zähnchen»; seine Figur ist aber wenig zutreffend; 
eine grössere Ähnlichkeit zeigt der Apparat mit dem Kau- 
apparat von Melicerta ringens (siehe z. B. Weber 1898, Taf. 
XI, Fig. 4), doch sind wie auch Murray (Fig. 18) gesehen 
hat, die Zähnchen zahlreicher. Hierdurch unterscheidet sich 
die Art von Oecistes velatus Gosse, mit welchem sie von 
Weber (1898, p. 354) identifiziert wird. Die letztere Art 
besitzt sowohl nach Gosse (1886, Vol. II, p. 83, Taf. V, Fig. 
8 e) wie nach Weber (p. 296) nur 4 Querleisten in jedem. 
Ramus. 



J06 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NiO 1. 

Besonders charakteristisch ist die auch in ausgestrecktem 
Zustande deutliche Querringelung des Fusses. 

Länge eines schwimmenden Exemplares nur 550 \i. (nach 
Stenroos 750, noch Murray 925 \l). 

Fundorte: Mästermyr August 1905, Juli 1906. 

Genus Conocliilus Ehrbg. 

123. Conochilus volvox Ehrbg. 

Fundorte: Mästermyr Juli 1905. Mälaren Juni, Juli 
1906 (S. Ekman), Kjeflinge-å (Skåne) Dezember 1907 (G. 
Swenander) . 

124. Conochilus unicornis Rousselet. 
Fundort: Storlien (Jämtland) Juli 1909. 

Genus Lacinularia Schweigger. 
125. Lacinularia socialis (Linné). 
Fundort: Mästermyr Juli 1906. 

Fam. Pedalionidae. 
Genus Triarthra Ehrbg. 

126. Triarthra longiseta Ehrbg. 

Fundorte: Mästermyr April 1907, Uppsala Oktober 1908. 
Mälaren Juni 1906 (S. Ekman). Kjeflinge-å (Skåne) Dezem- 
ber 1907 (G. Swenander). 

Fam. Pterodinidae. 
Gen. Pterodina Ehrbg. 

127. Pterodina patina (Muller). 

Brachionus Patina MJJLij^R 1773, 1786. 

» » Hermann 1783, p. 48—50, Taf. II 

Fig. 10. 



N. V. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 107 

Pterodina Patina BiLR^i^fBBnG 1830, 1831, 1838. 

» patina Hudson 1886, Vol. II, p. 112—113, Taf. 

XXVI, Fig. 11. 
» » varietät Hudson 1886, Vol. II, Taf. 

XXVI,Fig. 12. 
» valvata Hudson 1886, Vol. II, p. 113—114, Taf. 

XXVI, Fig. 13. 
» intermedia Anderson 1892, p. 356, Taf. XXI, 

Fig. 11. 
» trilohata Shephard 1892, p. 79, Taf. XII, Fig. 7. 
» f/ai^?^a Ternetz 1892, p. 37, Taf. II, Fig. 10, 

Taf. III, Fig. 11, 12, 14. 
» » ScoRiKOW 1896, p. 125, Taf. VIII, Fig 

34—35. 
» » Varietät Scorikow 1896, Taf . VIII, 

Fig. 36—38. 
» » Weber 1898 p. 649— 653, Taf . XXIII, 

Fig. 10—11. 
» ^r^Yo&a^a RoussELET (Note in Kirkman 1901, 

p. 239—241, Taf. VI). 
» ;paÄa RuNNSTRÖM 1909, p. 278. 
Der dorsale Vorderrand des Panzers besitzt eine mehr 
öder weniger deutliche mediane, rundliche Ausbuchtung. 
Scorikow hat eine Serie von drei Individuen abgebildet, 
welche die verschiedene Ausbildung dieser Ausbuchtung zeigt, 
und betrachtet diese Exemplare als eine besondere Varietät; 
auf den Figuren von der »forma principalis» ist der Vorder- 
rand gleichmässig abgerundet. Wie schon aus den Figuren 
ScoRiKOWS ersichtlich ist, bilden diese Formen eine ununter- 
brochene Serie (zwischenseinen Figuren 35 und 36 känn ichkaum 
einen Unterschied entdecken). Die Formen mit der vorderen 
Ausbuchtung als eine besondere Varietät zu unterscheiden, 
ist daher nicht möglich. Auf den meisten älteren Figuren 
(Ehrenberg, Hudson) und auf denjenigen Webers ist keine 
Ausbuchtung zu sehen; nach dem letztgenannten Verfasser 
ist der dorsale Vorderrand »ordinairement uni mais il devient 
légérement sinueux chez quelques individus». Selbst habe 
ich nie wenigstens eine schwache Andeutung einer solchen 
Ausbuchtung vermisst, und auch Ternetz (p. 37, Taf. III, 
Fig. 14) spridit von zwei stets vorkommenden Einkerbungen. 
Schon einer der ältesten Beobachter, Hermann (1783), 



108 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N.O 1. 

hat iibrigens die Ausbuchtung deutlich gesehen (»Wenn es 
seine Rädchen nicht ausstreckt, so erscheint ganz vornen an 
der runden Scliale ein kleiner hervorragender Teil eines gar 
viel kleinern Zirkels»); an seiner Figur ist sowohl diese wie 
die Form der ventralen Einbuchtung des Vorderrandes in fiir 
diese Zeit iiberraschend richtiger Weise medergegeben. 

Ganz dieselbe Form des Vorderrandes, nur ungewöhnlich 
stark ausgeprägt, ze'gt die tropische Pterodina trilohata She- 
phard, welche demnach als ein Synonym zu Pt. patina zu be- 
tracliten ist. Die von Kirkman in Natal gefundene Art, welche 
RoussELET fiir mit Pt. trilohata identisch erklärt, ist im Gegen- 
zu den Angaben Shephards fast doppelt so gross wie Pt. 
;pa^?'?2a;nach den Figuren (Tal. VI) stimmt sie sehr gut mit 
dieser Art iiberein und ist wohl nur als eine grosse tropische 
Varietät zu betrachten. Pt. interinedia Anderson ist wohl 
ebenfalls höchstens eine Varietät von Pt. patina, noch wahr- 
scheinlicher ist es, dass der Zeichner nur die Grösse der medi- 
anen Ausbuchtung etwas iibertrieben hat, wie es bei schwacher 
Vergrösserung leicht geschehen känn (siehe z. B. die Figur 
Hermanns). 

Fundorte: Mästermyr Mai, Juli, August 1905, Juli, Au- 
gust 1906 Uppsala Juni, August 1908. 

128. Pterodina elliptica Ehrbg. 
Fundort: Mästermyr Juli 1906. 

129. Pterodina bidentata Ternetz. 

Pterodina bidentata Ternetz 1892, p. 44, Taf. III, Fig. 23. 
» emargfma^a WiERZEJSKl 1893, p. 89, Fig. 47. 
» » BlLFINGER 1894, p. 60. 

» bidentata Hood 1895, p. 691, Taf. XXII, Fig. 7. 
» » Stenroos 1898, p. 167—168, Taf. II, 

Fig. 30. 

» » RoussELET 1898 p. 28, Taf. V, Fig. 6. 

(Die Figur ist von Dixon-Nuttal). 

Die Form der Lorica stimmt nicht vollständig mit den 

älteren Figuren iiberein. Die allgemeine Gestalt ist am 

besten von Stenroos und Rousselet wiedergegeben, doch 

sind die beiden Zähne viel schärfer abgesetzt (wie sie auch 



N. v. HOFSTEN, ROTATORTEN AUS DEM MÄSTERMYR. 109 

von Ternetz und Dixon-Nuttal gezeichnet werden) als 
auf der Figur Stenroos', die vorderen Ecken mehr abge- 
rundet als auf denjenigen DixoN-iS'uTTALS. 
Länge der Lorica 114 ;i. 

F und örte: Mästermyr August 1905, Juli 1906. Ver- 
einzelt. 



130. Pterodina truncata Gosse. 

Pterodina truncata Gosse 1886, p. 115, Taf. XXVI, Fig. 16. 

» » Western 1893, p. 155 (Fig. in dersel- 

selben Zeitschrift 1892, Taf. XXV, 

Fig. 4). 

» » ? ( = Pt. ellijMca Gosse) Scorikow 

1896, p. 335, Taf. VIII, Fig. 41. 
» sp. Stenroos 1898, p. 169, Taf. III, Fig. 4. 
» stenroosi Runnström 1909, p. 278, Fig. 9. 
Die Pterodina truncata Gosses wird von Western etwas 
näher beschrieben. Eine ähnliche Form wird auch von Sco- 
rikow abgebildet und im Text als »Pt. truncata Gosse? 
( = Pt. elliptica Gosse)» erklärt. 

Ich selbst habe eine Form gefunden, welclie in der Form 
des Panzers mit der Figur Westerns fast vollständig liber- 
einstimmt; nur ist die mediane Ausbuchtung des dorsalen 
Vorderrandes schärfer abgesetzt, etwa wie bei Pt. patina; 
die ventrale Winkel ist weniger tief einschneidend. 

Nach Rousselet (1898 p. 28) ist Pt. truncata »cer- 
tainly very closely allied to Pt. eUij^tica if it is not identical 
mth it». Diese Äusserung ist mir unverständlicli, da ich 
keine Ähnlichkeit mit der letzteren Art, wie sie von dem genann- 
ten Forsclier abgebildet wird (Taf. IV, Fig. 4), entdecken 
känn. Dagegen ist die Form des Panzers genau dieselbe bei 
Pt. truncata und bei der von Rousselet näher beschriebenen 
Pt. coeca Parson. Ein Unterschied scheint in der Form der 
Fussöffnung vorhanden zu sein (die Form des Querschnittes 
ist ja sehr schwer genau zu erkennen); die genannte Art muss 
daher vorläufig bestehen. 

Die »Pterodina sp.» Stenroos' ist nach der Körperform 
sicher hierher zu rechnen; die Angabe, dass der dorsale Vorder- 



110 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 1. 

rand in der Mitte gespalten ist, beruht offenbar auf Verwechs- 
lung von Dorsal- und Ventralseite. Nach Stenroos ist seine 
Art der Pt. crassa Levander sehr ähnlich; diese ist aber, 
wie RoussELET erkannt hat (p. 24), mit Pt. clypeata Ehrbg 
identisch. 

Eine mit der von Stenroos unbenannt belassenen Art 
»sehr wolil iibereinstimmende » Species hat während des Druc- 
kes dieser Arbeit Runnström als neue Art unter dem Namen 
Pt. stenroosi vorgefiihrt. Diese Art muss nach dem Obigen als 
ein Synonym zu Pt. truncata eingezogen werden. — Dass die 
beiden letztgenannten Autoren die Identität mit Pt. truncata 
Gosse iibersehen haben, ist bei der skizzenhaften Beschaffen- 
heit der Figur Gosses und da ihnen die Mitteilung Westerns 
offenbar unbekannt war, leicht erklärlich. 

Länge etwa 180 ^. 

Fundort: Mästermyr Juli 1906 (ein freies Exemplar, 
die Art lebt nach Western auf Asellus aquaticus). 



131. Pterodina reflexa Gosse. 

Gosse 1889, p. 50, Taf. XXXI, Fig. 54. 

ScoRiKOW 1896. p. 128, Taf. VIII, Fig. 40. 

RoussELET 1898, p. 25—26, Taf. IV, Fig. 5. 

Weber 1898, p. 655—657, Taf. XXIII, Fig. 13. 

Runnström 1909, p. 278. 

Diese Art wurde von Gosse, in zur Identifizierung voll- 
kommen unzureichender Weise, beschrieben, Rousselet 
konnte aber, durch Vergleich mit den nicht publizierten 
Figuren Gosses, in einer von ihm gefundenen Form diese Art 
erkennen. Schon friiher hatte Scorikow eine nach der beige- 
fiigten Konturzeichnung ebenfalls hieher gehörigen Art unter 
demselben Namen aufgefiihrt. 

Auch bei dieser Art finde ich die vordere Ausbuchtung 
des dorsalen Schalenrandes schärf er abgesetzt, als auf den Figu- 
ren RoussELETs; sie ist, wie er richtig zeichnet, in der Mitte 
etAvas eingeschnitten. 

Länge 115—120 |x. 

Fundort: Uppsala September 1908. Vereinzelt. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 111 

132. Pterodina emarginula Stenroos. 
Fig. 27. 

Stenroos 1898, p. 168—1469, Taf. II, Fig. 31—32. 

Diese Art ist, obgleich von einem nicht sehr kritischen 
Verfasser auf gestelit, nicht ohne weiteres zu verwerfen. 
Ich liabe wenigstens eine Art gefunden, welche in der allge- 
meinen Körperform mit der Zeichnung Stenroos' vollstän- 
dig iibereinstimmt und welche ich auch mit keiner der friiher 
bekannten Arten identifizieren känn. Die Form des Pan- 




Fig. 27. Pterodina emarginula 

Stenroos- Umrisszeichnung 

der Lorica. 

zers ist aus Fig. 27 ersichtlich; die vorderen Ecken sind 
nicht so scharf winklig, wie sie Stenroos beschreibt. 
Länge des Panzers 80 — 118 jx. 

Fundorte: Mästermyr Juli 1906, Uppsala Oktober 
1908. Vereinzelt. 



Nachschrift.i 

Nachdem diese Arbeit schon zum Druck eingeliefert wor- 
den war, hat, wie schon S. 2 bemerkt, J. Runnström ein 
Verzeichnis der von ihm in Schweden gefundenen Rotatorien 
veröffentlicht (Zool. Anz. Bd. XXXIV, p. 263—279). Ich 
habe oben diese Mitteihing nicht näher beriicksichtigen kön- 

' Zusatz während der Korrektur. 



112 ARKIV^ FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 

nen, da aber R:'s Xomenklatur vielfach von der meinen 
abweicht und da icb in einigen Fallen die Richtigkeit seiner 
Bestimmungen nicbt anerkennen känn (im allgemeinen scbeinen 
sie mir gewissenbaft ausgefiibrt zu sein), stelle icb unten 
die von ibm und mir gefundenen Siisswasser- (nnd Moos-) 
Arten zu einer Liste zusammen, welcbe demnacb alle bisber 
bekannten schwediscben Siisswasserrotatorien umfasst. Die 
nur als »sp.>> bezeiebneten Arten R:s känn icb natiirlicb 
nicbt beriicksicbtigen; iiberbaupt bat die Verzeicbnung solcber 
dem Beobacbter selbst in zur Identifizierung ungeniigender 
Weise bekannter Formen keinen Vorteil, sondern scbafft nur 
unniitzen Ballast. Fiir die in Aussicbt gestellte ausfiibr- 
licbere Arbeit iiber die Rotatorien des Binnensees Tåkern 
ist eine näbere Beriicksicbtigung der Literatur zu empfeblen ; 
von den wenigen neueren kritiscben Arbeiten kennt R., wie 
es scbeint, nicbt die fiir eine ricbtige Bestimmung der dort 
bebandelten Rotatoriengruppen unentbebrlicben Monogra- 
pbien Jennings' (1903) und Dixon-Nuttal & Freemans 
(1903), aucb nicbt die kleinere Monograpbie Rousselets 
.,(1898). 



Botifer 

» 


vulgaris Schrank- 
macroceros Gosse. 


H. 


R. 




» 
» 


tardigradus Ehrbg. 
citrinus Ehrbg. 


H. 


R. (i?. 
R. 


tardus Ehrbg; 


» 


elongatus Weber. 


H. 






» 


macrurus Ehrbg. 


H. 


R. 




» 


ne'ptunius (Ehrbg). 




R. 




Philodina roseola Ehrbg. 


H. 


R. 




» 


citrina Ehrbg. 


H. 


R. 




» 


megalotrocha Ehrbg. 


H. 


R. 




» 


macrostyla Ehrbg. 


H. 


v 2 




» 


aculeata Ehrbg. 
hexodonta Bergend. 


H. 
H. 


R. 




Callidina elegans Ehrbg. 


H. 






» 


constricta Dujardin. 


H. 


R. 




» 

» 


socialis Kellicott. 
vorax Janson. 


H. 


R. 
R. 




» 


ehrenbergi Janson. 




R. 




» 


bidens Gosse. 


H. 


R. 




» 


quadricornifera (Milne). 


H. 







^ Ein H. bedeutefc, dass die betreffende Art von mir, ein R., dass sie 
von RuNNSTRÖM gefunden worden ist. 

^ Als eine ganz zweifelhafte Art muss ich, bis eine nähere Beschrei- 
bung vorliegt, die »P/i. hirsuta Pritch.» Rijnnsteöm's bezeichnen (mög- 
licherweise nur Ph. macrostyla?). 



N. 



HOFSTEN, PvOTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 113 



Callidina musculosa fMilnej. 
» annulata Murray. 

» aculeata Milne. 

» scarlatina Ehrbg. 

» tetraodon Ehrbg. 

Adineta tubercidosa Janson. 
» vaga Davis. 
» harhata Janson. 
Pleurotrocha petromyzon Ehrbg. 
» decipiens (Ehrbg.) 

» constricta Ehrbg. 

» caudata (Bilfinger). 

Albertia naidis Bonsfield. 
Taphrocampa annulosa Gosse. 
s selemira Gosse. 

Copeus centrums (Ehrbg). 
» pachyurus Gosse. 
» caudatus (Collins). 
Furcularia longiseta (Miill.) 
» forficula Ehrbg. 

» melandocus Gosse. 

Diglena caudata Ehrbg. 
» forcipata (Miill.) 
» circinnator Gosse. 
» grandis Ehrbg. 
» catellina (Miill.) 
Arthroglena rostrata (Dix 
Eosphora aurita (Ehrbg). 

» najas Ehrbg. 

Notommata aurita (Miill.) 

» cyrtopus Gosse. 

» hrachyota Ehrbg. 

» torulosa Dujardin 

» tripus Ehrbg. 

» mo7iostylaeformis Stenr 

Synchceta pectinata Ehrbg. 
» grandis Zacharias. 



H. 



H. 
H. 
H. 
H. 

H. 
H. 
H. 

H. 
H. 
H. 

H. 
H. 
H. 
H. 



N. & Fr.) H. 
H. 
H. 
H. 
H. 



R. 

R. 
R. 
R. 

R. 
R. 
R. 

R. {Proales d.) 



R. 
R. 

R. {C. labiatiis 
R. 

R. 
R. 
R. 
R. 
R. 
R. 
R. 
R. 



R. 
R. 
R. 



H. 
H. 
H. 
H. 



» truncata Hofsten (nom. nov.) H. 

Polyarthra trigla Ehrbg. H. 

Diurella tigris (Miill.) H. 

» tenuior (Goss)- H. 

» porcellus (Gosse). H. 

» sulcata Jennings. H. 

» dixon-nuttali Jennings. H. 

» uncinata (Voigt). H. 

Battulus scipio (Gosse). H. 

» capucinus Wierz & Zach. 

» longiseta (Schrank). H. 

» bicristatus (Gosse). H. 

Arlciv för zoologi. Band 6. X:o 1. 



R. 



R. (P. platyptera Ehrbg). 
R. {Rattulus t.) 
R. {Coelopus t.) 



R. {Mastigocerca c.) 

R. {Mastig. bicornis Ehrbg). 



8 



114 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1. 



Rattulus carinatus Lamarck. 

» rattus (Miill.) 

» elongatus (Gosse). 
Scaridium longicaudum (Miill.) 
Dinocliaris pocillum (Miill.) 
» tetractis Ehrbg. 

Polychcetus suhquadratus Perty. 
Diasciza gibha (Ehrbg). 

» gracilis (Ehrbg.) 

» lacinulata (Miill.) 

» derbyt Dixon-Nutt. & 

» exigua Gosse. 

» ventripes Dixon-Nuttal. 

» coeca (Gosse). 

» eva (Gosss). 

Mytilina mucronata (Miill). 

> brevispina (Ehrbg.) 

» macracantha (Gosse) 

Euchlanis dilatata Ehrbg. 

» deflexa Gosse. 

» triquetra Ehrbg. 

Diplois daviesiai Gosse. 
Cathypna luna (Miill.) 
Distyla flexilis Gosse. 

» gissensis Eekstein. 
» ludwigi Eekstein. 
» oblonga Runnström. 
Monostyla lunaris (Miill.) 

» cornuta (Miill.) 

» bulla Gosse. 

» hamata Stokes. 

Metopidia oblonga (Ehrbg.) 

» lepadella Ehrbg. 



» acuminata Ehrbg. 

» triptera Ehrbg. 

» rho7nboides Gosse. 

» ehrcnbei-gi (Perty.) 

Stephanops lamellaris (Miill.) 

» muticus Ehrbg. 

» longispinatus Tateni. 

Colurella obtusa (Gosse). 

» amblytelus (Gosse). 



Fr. 



H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 

H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 



H. 
H. 
H. 

H. 
H. 



H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 
H. 



R.| Mastigocerca rattus und 
R J carinatus 

R. 
R. 
R. 

R. {D. semiaperta Gosse.) 

R. 



R. {D. paeta Gosse). 
R. {Furcularia e). 
R. {Salpina m.) 



R. ( » b.) 

R. ( » m.) 

R. 

R. 

R. 

R. 

R. 
R. 
R. 

R. {M. lunaris, M. cornuta), 

R. 
R. 

R. (? Vgl. S. 63). (M. lepadella). 
R. {M.solidus Gosse.ikf . collaris 

var. similis Stokes, M. 

quadricarinata Stenros). 



R. 



R. {Stephanops sp. 
R. {Colurus sp.") 



^ Nach der kurzen Charakterisierung (»Der vorhergehenden Species. 
gleichend, aber ohne Dornen») augenscheinlich mit St. muticus identisch. 

^ Von den Colurus-Avten Runnström's habe ich oben S. 75 auch 
sein C. grallator als ein Synonym zu C. amblytelus bezeichnet. Herr Cand. 
RnNNSTRÖM sehreibt mir aber jetzt, dass er diese Art nach Weber be- 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 115 



Colurella adriatica Hemp. & Ehrbg. H. 

» uncinata (Miill.) H. 

» bicuspidata (Ehrbg). H. 

» tesselata (Glascott). H. 

Gastropus stylifer Inihof. H. 

> minor Rousselet. H. 
Ploesoma truncatum (Levander)- H. 

» lenticulare Herrick. H. 

» triacanthum (Bergendal). H. 

;> hudsoni Imhof. H. 

Ascomorpha ecaudis Per ty. H. 

> jninima Hofsten. H. 
Anapus ovalis Bergendal. H. 
Asplanchna priodonta Gosse. H. 

:> brighticelli Gosse. 

Asplanchnopiis myr^neleo Ehrbg. H. 

Brachioniis iirceus (Linné.) H. 

» calyciflorus Pallas. H. 
» quadridentntus Herniann. H. 
Hydatina senta (Miill.) 
Noteus quadricornis Ehrbg. 

Noiholca striata (Miill.) H. 

■^ labis Gosse. H. 

» acuminata (Ehrbg). H. 

» foliacea (Ehrbg). H. 

! longispina Kellicott. H. 

Anur(xa aculeata Ehrbg. H. 

» cochlearis Gosse. H. 

Microcodon clavus Ehrbg. H. 

Floscularia ornata Ehrbg. H. 

)> regalis Hudson. H. 

» cornuta Dobie. H. 

» proboscidea Ehrbg. H. 
» mutabilis Bolton. 
» mnbigua Hudson- 
» algicola Hudson. 

> trilobata Collms. 
Melicerta najas (Ehrbg). H. 

> janus Hudson. H. 
Oecistes crystallinus Ehrbg. H- 

» ptygura Ehrbg. 
;> socialis Weber. 
» brachiatus Hudson. 
» rotifer (Stenroos). 

nach dem S. 75 
daher ganz 



R. 



[Colurus caudatus Ehrbg). 
(? Vgl. S. 80) [Colurus 
bicuspidatus Ehrbg). 



(.4. helvetica Perty). 



R. 
R. 

R. (Br. urceolaris Ehrbg). 
R. {Br. påla Ehrbg). 

R. 
R. 



R. 
R. 
R. 
R. 
R. 

R. 



R. 
R. 
R. 
R. 
R. 
R. 

R. 
R. 
R. 
R. 



{M. tubicolaria Ehrbg). 



H. 

76 gesagten ist 



stimmt habe ; nach dem S. 75-76 gesagten ist dia Stellung der m Rede 
stehenden Form daher ganz zweifelhaft (vielleicht nur C. obtusa?). 
Sowohl »(7. grallator» wie »C. sp.» = C. amblytelus, deren Vorkommen von 
R. nicht erwähnt wird, sind nach persönlicher Mitteilung von Cand. R. in 
Siisswasser (T åkern) gefunden worden. 



116 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 1. 



Limnias ceratophylli Schrank. 




R. 


Conochilus volvox Ehrbg. 


H. 


R. 


» unicornis Rousselet. 


H. 


R. 


Lacinularia socialis (Linné). 


H. 




Triarthra longiseta Ehrbg. 


H. 


R. 


Pterodina patina (Miill.) 


H. 


R. 


» eUiptica Ehrbg. 


H. 




» bidentata Temetz. 


H. 




» truncata Gosse. 


H. 


R. {Pt. stenroosi n. sp.) 


» reflexa Gosse. 


H. 


R. 


» emarginula Stenroos. 


H. 





Die Anzahl der aus Schweden bekannten Siisswasser- 
(und Moos-) Rotatorien beträgt demnach 166; von diesen 
leben 9 — 10 nur (öder wenigstens hauptsächlich) in Moos od. 
dgl. Von mir sind 132 {darunter wahrscheinlich 2 Moos- 
f ormen), von Runnström 105 Arten (darunter 7^ in Moos 
öder unter feuchten Blättern) beobachtet worden. Von uns 
beiden angetroffen wurden nur 71 Arten, dagegen sind 34 
nur von R. und 61 nur von mir gefunden worden. 



^ Zu den Moosformen gehört vielleicht, wie R. vermutet, noch eine 
Art, die in 1 Exemplar in Wasser angetroffene Callidina scarlatina. 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 117 



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120 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BA^^D 0. NIO 1. 

KoussELET, C. F. 1892. Oii Notops minor, A iiew Eotifer. Journ. Quek- 

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, 1898. Notes on Some Little-Known Species of Pterodina. Journ^ 

Quek. Club. 2 Ser. Vol. VII, p. 24—30. Tnf. III— V. 
, 1902. The Genus Synchaeta: A MonograjDhic Study with Descrip- 

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393—411. Taf. III-VIII. 
RuKXSTRöM, J. 1909. Beiträge zur Kenntnis der Eotatorienfauna Schwe- 

dens. Zool. Anz. Bd XXXIV, N:r 9, p. 263—279, 9 Figuren. 
ScHÄFFER, J. O. S. 1755. Die griinen Arrnpolypen; die geschwänzten und 

ungeschwänzten zackigen Wasserflöhe und eine besondere Art 

kleiner Wasseraale. Auch in: Schäffers Abhandl. von Insecten 

Bd 1, p. 235—330, 3 Taf. 
ScHMARDA, L. K. 1859. Neue wirbellose Thiere beobachtet und gesam- 

melt auf einer Reise um die Erde, 1853 bis 1857. Bd 1. 
ScoRiKOW, A. S. 1896. Rotateurs des environs de Kharkow. Trav. Soc. 

Nat. Kharkow Bd 30. p. 207—374. 4 Taf. (Eussisch). 
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Tessin, g. 1886. Rotatorien der Umgegend von Rostock. Arch. Freunde 

Naturg. Mecklenburg, Bd 43, p. 133—170. 2 Taf. 
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, 1904. Die Rotatorien und Gastrotrichen der Umgebung von Plön. 

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, 1908. Plankton Investigations of the danish lakes. General Part 

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, 1893. Notes on Rotifers. Journ. Quek. Micr. Club. Vol. V. p. 

155 — 160. 1 Taf. (Die Figuren von Pterodina truncata Gosse linden 

sich in derselben Zeitschrift. Vol. IV, Taf. XXV, Fig. 4,4 a, 4 h). 



N. V. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 121 

AViERZEJSKi, A. 1893- Rotatoria (wrotki) Galicyi. 106 p. Krakow. 

, lind Zacharias, O. 1893. Neue Rotarieii des Siisswassers. Zeitschr. 

wiss. Zool. Bd LVI, p. 236—244, Taf. XIII. 
Zacharias, O. 1886. Ergebnisse einer zoologischen Exkursion in das- 

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p. 252—289. Taf. IX, X. 
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, 1894. Eaunistische Mittheilungen. Ascomorph testudo Lauterborn. 

Ibid. II, p. 84, Taf. II, Fig. 4. 
Zelinka, o. 1907. Die Rotatorien der Plankton-Expedition. Ergebn, d. 

Plankt.-Exp. Bd II. H. a. 82 p. 3 Taf. 
ZscHOKKE, E. 1900. Die Tierwelt der Hocbgebirgsseen. Xeue Denkschr. 

d. allg. Schweiz. Ges. ges. Xaturwiss. Bd. 37. 



Index. 



Die in dieser Arbeit gebrauchten Namen sind kursiv gedruckt. 



Seite. 

Anapus Bergendal 90 

ovalis Bergendal 90 

testudo (Lauterborn) 90 

Anurcea Ehrbg 99 

aculeata Ehrbg 99 

aculeata aculeata Ehrbg .... 100 

aculeata var. brevispina Gosse 100 

aculeata curvicornis Ehrbg . . 101 

aculeata testudo Ehrbg , . , . 100 \ 

aculeata typica Lauterb . . . 100 

aculeata var. valga 101 

acuminata Ehrbg 98 

brevispina Gosse 100 

cochlearls Gosse 102 

cochlearis cochlearls Gosse ... 103 
cochlearis longispina Imhof . . 103 
cochlearis macrocantha Lau- 
terb 103 

cochlearis microcantha Lauterb. 103 

cochlearis stipitata Weber . . 103 

cochlearis tecta Gosse 103 

cochlearis tuherculata Lauterb. . 103 

cochlearis typica Lauterb. . . 103 

curvicornis Ehrbg 101 

stipitata Ehrbg 103 

testudo Ehrbg 100 

Arthroglena Bergendal 21 

liitkeni Bergendal 26 

rostrata (Dixon Nuttal & Free- 

man) . 21 

uncinata (Milne) 26 

Ascoynorpha Perty 86 , 

ecaudis Perty 86 j 

agilis Zacharias 87 ^ 

germanica Leydig 86 

helvetica Perty 86 ' 

minima Hofsten 88 

saltans Bartsch 87 

testudo Zacharias 90 

Asplanchna Gosse 93 

priodonta Gosse 93 i 

Asplanchnopus de Guerne ... 93 

myrmeleo Ehrbg 93 

Brachionus Pallas 93 

bakeri Muller 96 

calyciflorus Pallas 95 



Seite. 

capsuliflorus Pallas 94, 96 

dentatus Miill 54 

mucronatus Mlill 54 

neglectus Borv de St. Vincent 95 

ovalis Miill. ". 63 

påla Ehrbg 96 

patella Miill 63 

patina Mlill 106 

quadratus Miill 100 

quadridentatus Hermann ... 96 

rotatorius Pallas 7 

rubens Ehrbg 95 

uncinatus Miill 80 

urceolaris (Linnéj 94 

urceolaris (Miill.) 95 

urceus (Linné) 93 

urceus urceus (Linné) 94 

urceus utricularis Bory de St. 

Vinc 95 

utricularis Bory de St- Vinc. . 95 

Callidina Ehrbg 10 

bidens Gosse 10 

constricta Dujardin 10 

elegans Ehrbg 10 

quadricornifera (Milne)- .... 10 

socialis Kellicott 10 

tetraodon Ehrbg 10 

Cathypua Gosse 56 

affinis Levander 58 

brachydactyla Stenroos .... 54 

dioma Gosse 56 

flexilis Stenroos 58 

glandulosa Stokes 56 

latifrons Gosse 56 

luna (Miill.) 56 

magna Stenroos 56 

niagna var. tenuior Stenroos . 56 

ungulata Gosse 56 

Cliromogaster Lauterborn ... 90 

testudo Lauterb 90 

Coelopus Gosse 38 

tenuior Gosse 38 

uncinatus Voigt 41 

Colurella Bory de St. Vincent . . 73 

adriatica Hem pr & Ehrbg . . 77 

amhlyteius (Gosse) 74 



N. v. HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MASTERMYR. 



123 



Seite. 

bicuspidata (Ehrbg) 81 

obtusa (Gosse) 74 

uncinata (Miill.) 80 

uncinata (Gosse) 81 

tesselata (Glascott) 84 

Colurus amblytelus Gosse ... 74 

bicuspidatus Ehrbg 81 

caudatus Ehrbg 77 

dicentrus Gosse 79 

grallator Gosse 74 

leptus Gosse 79 

obtusus Gosse 74 

micromela Gosse 80 

rotundatus Daday 75 

uncinatus (Miill.) 80 

Conochilus Ehrbg 106 

volvox Ehrbg 106 

unicornis Rousselet 106 

Copeufi Gosse 14 

caudatus Collins 14 

centruruis (Ehrbg) 14 

Ehrenbergii Gosse 14 

labiatus Gosse 14 

Diasciza Gosse 50 

acronata Gosse 53 

coeca Gosse 53 

derhyi Dixon-Xuttal & Free- 

man 51 

eva Gosse 54 

exigua Gosse • • 52 

gibha (Ehrbg) 50 

gracilis (Ehrbg) 50 

hoodi Gosse 52 

lacinulata (Miill.) 51 

poeta Gosse 53 

ramphigera Gosse 52 

semiaperta Gosse 50 

valga 52 

ventripes Dixon-Nuttal .... 53 

Diglena Ehrbg 17 

aurita Ehrbg ......... 27 

caudata Ehrbg 17 

circinnator Gosse 18 

forcipata (Miill.) 18 

grandis Ehrbg 20 

natans Bergendal 23 

pachida Gosse 17 

Dinocharis Ehrbg 46 

paupera Ehrbg 47 

pocilhim (Miill.) 46 

si milis Stenroos 47 

tetractis Ehrbg 47 

Diurella Bory de St. Vinc. ... 38 

dixon-nuttali Jennings .... 40 

porcellus (Gosse) 39 

sulcata Jennings 39 

tenuior (Gosse) 38 

tigris (Miill.) 38 

uncinata (Voigt) 41 

Diplois 55 



Seite. 

daviesice Gosse 55 

Distyla Eckstein 53 

flexilis Gosse 58 

gissensis Eckstein 58 

liparis Gosse 58 

minnesotensis Herrick .... 56 

Eosphora Ehrbg 27 

aurita (Ehrbg) 27 

najas Ehrbg 28 

viridis Stenroos 27 

Euchlanis Ehrbg 55 

deflexa Gosse 55 

dilatata Ehrbg 55 

luna Ehrbg 56 

triquetra Ehrbg 55 

Floscularia Oken 104 

cornuta Dobie 104 

ornata Ehrbg 104 

proposcidea Ehrbg 104 

regalis Hudson 104 

Furcularia Lamarck 14 

coeca Gosse 53 

ensifera Gosse 55 

eva Gosse 54 

forficula Ehrbg 14 

gibba Ehrbg 50 

gracilis Ehrbg 50 

longiseta Miill 14 

semisetifera Glascott 54 

trihamata Stenroos 15 

tubiformis King 15 

Gastropus Imhof 84 

minor (Rousselet) 84 

stylifer Imhof 84 

Gastroschiza flexilis Jägersk. . . 86 

foveolata Jägersk 85 

truncata Levander 84 

Hypopus Ritenbenki Bergendal . 84 

Keratella Bory de St. Vinc. . . 100 

Lacinularia Schweigger 106 

socialis (Linné) 106 

Lepadella Bory de St. Vinc. . . 62 

emarginata Ehrbg 66 

ovalis Ehrbg 66 

Mastigocerca Ehrbg 45 

elongata Gosse • • . 45 

flectocaudatus Hilgendorf . . 38 

grandis Stenroos 45 

rattus (Miill.) 43 

scipio Gosse 41 

Melicerta Schrank 104 

janus Hudson 104 

najas (Ehrbg) 104 

tubicolaria Ehrbg 108 

Metopidia Ehrbg 62 

acuminata Ehrbg 70 

angulata Anderson 72 

collaris Stokes 63 

collaris var. similis Stokes . . 63 

dactyliseta Stenroos 63 



]24 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 1, 



Seite. 

dentata Turner 63 

ehi-enhergi (Perty) 72 

elliptica Turner 63 

emarginata (Ehrbg) 66 

lepadella Ehrbg 66 

Xotogonia Ternetz 72 

oblonga Ehrbg 63 

ovalis (Mull.) 63 

quadricarinata Stenroos ... 67 

rhomboides Gosse ....... 70 

solidus Gosse 66 

torquata Anderson 63 

triptera Ehrbg 70 

Microcodon Ehrbg 103 

clavus Ehrbg • 103 

Monostyla Ehrbg 59 

bipes Stokes 61 

bulla Gosse 61 

cornuta (Mull.) 60 

lunaris (Miil].) 59 

Monura Ehrbg 74 

adriatica Ehrbg ..••... 77 

aniblytelus Bergendal .... 75 

Colurus Ehrbg 74, 77 

dulcis Ehrbg 77 

loncheres Gosse 74 

Mytilina Bory de St. Vinc. ... 54 

brevispina (Ehrbg) 55 

cypridina Bory de St. Vinc. . 54 

mucronata (Miill.) 54 

Notholca Gosse 97 

acuminata (Ehrbg) 98 

foliacea (Ehrbg) 99 

labis Gosse 98 

longispina Kellicott 99 

striata (Miill.) 97 

jSTotogonia Ehrenbergii Perty . . 72 

Notommata Ehrbg 28 

aurita (Miill.) 28 

centrura Ehrbg 14 

copeus Ehrbg 14 

cyrtopus Gosse 30 

distincta Bergendal 30 

granularis Ehrbg 96 

groenlandica Bergendal .... 28 

mirabilis Stokes 34 

monostylaeformis Stenroos ... 34 

petromyzon Ehrbg 12 

pilarius Gosse 34 

tripus Ehrbg 34 

Notops fennicus Stenroos ... 84 

minor Rousselet 84 

Oecistes Ehrbg 105 

crystallinus Ehrbg 105 

rotifer (Stenroos) 105 

velatus Gosse 105 

Philodina Ehrbg 7 

aculeata Ehrbg . 9 

citrina Ehrbg 8 

hexodonta Bergendal 9 



Seite. 

macrostyla Ehrbg 8 

megolotrocha Ehrbg 8 

roseola Ehrbg 7 

tuberculata Gosse 8 

Pleurotrocha Ehrbg 11 

caudata (Bilfinger) 13 

constricta Ehrbg 12 

decipiens (Ehrbg) 12 

gibba Gosse 12 

leptura Gosse 12 

petromyzon l^hrhg 12 

Ploesoma Herrick 84 

hudsoni Imhof 86 

lenticulare Herrick 85 

triacanthum (Bergendal) ... 85 

truncatum (Levander) 84 

Polyarthra 37 

hexaptera Schmarda 37 

platyptera Ehrbg 37 

trtgla Ehrbg 37 

Polychaetus Perty 49 

subquadratus Perty 49 

Proales Gosse 11 

caudata Bilfinger 13 

Petromyzon (Ehrbg) 12 

Pseudoecistes rotifer Stenroos . . 105 

Pterodina Ehrbg 106 

bidentata Ternetz 108 

coeca Parson 109 

elliptica Ehrbg 108 

emarginata Wierzejsky .... 108 

emarginula Stenroos . ^ . . . 111 

intermedia Anderson 107 

patina Miill 106 

reflexa Gosse 110 

stenroosi Runnström 109 

trilobata Shephard 107 

truncata Gosse 109 

valvata Hudson 107 

Rattulus Lamarck 41 

bicristatus Goss3 42 

carinatus Lamarck 43 

elongatus Gosse 45 

longiseta (Schrank) 42 

rattus (Mull.) 43 

scipio (Gosse) 41 

Rotifer Cuvier 7 

elojigatus Weber 7 

macrurus Ehrbg 7 

tardigradus Ehrbg 7 

tardus Ehrbg 7 

vulgaris Schrank 7 

Sacculus Gosse 86 

viridis Gosse 86 

Salpina mucronata Ehrbg ... 54 

Scaridium Ehrbg 46 

longicaudum (Miill.) 46 

Squamella Bory de St. Vinc. . . 62 

bractea Ehrbg 66 

oblonga Ehrbg 63 



N. 



HOFSTEN, ROTATORIEN AUS DEM MÄSTERMYR. 125 



Seite. ! 



Seite. 



Stephanops Ehrbg 72 

latnellaris (Miill.) 72 

Leydigii Zacharias 73 

longispinatus Tateni 73 

muticus Ehrbg 73 

tripus Lord 73 

unisetatus Collins 73 

variegatus Levander 73 

SynchcBta Ehrbg 35 

grandis Zacharias 35 

pectinata Ehrbg 35 

tremula Ehrbg 36 

truncata Hofsten 3G 



Taphrocampa Gosse 13 

annulosa Gosse 13 

selenura Gosse 14 

Triarthra Ehrbg 106 

longiseta Ehrbg 106 

Trichoda cornuta Miill 60 

luna Miill 56 

rattus Miill 43 

Tubipora Urceus Linné 94 

I Typhlina canicula Hempr. & Ehrbg 27 

j Vorticella aurita Miill ' 28 

i urceolaris Linné 94 



Trvckt den 30 no v. 1900. 



Uppsala 1909. Almqvist & Wiksells Boktrycken- A. -B. 



ARKIV FÖK ZOOLOGI. 

BAND 6. N:o 2. 



Speleorcliestes, a new genus of salttatorial 

Trombidiidae, whicli lires in termites' 

and ants' nests. 

By 
IVAR TRÄGÅRDH. D. Se; F. E. L. 

With 14 Textfigures. 
Communicated Mai 12th bv Chr. Aurivillius and Y. Sjöstedt. 



While amongst insects the power of jumping or leaping 
is by no means uncommon, there are, up to the present time, 
known only two genera of saltatorial mites. Of these one, 
Zetorchestes Berl. belongs to the Oribatidae the other Na7i- 
orchestes Tps. & Trt. to the Trombidiidae. 

The latter genus, of which only one species is known, 
was found in France, in crevices of the rocks on the shore, 
within the limits of the tide. It is closely related to the 
present genus and indeed at first I referred the two species 
on which it is founded to Nanorchestes. But on closer exa- 
mination of the somewhat meagre diagnosis, which is not 
accompanied by any figures, I found recorded details enough 
to enable me to say that they cannot be referred to Nan- 
orchestes. 

The two species, on which the present genus is founded, 
were discovered, one, S. tennitophilus, in a partly deserted 
termites' nest in Zululand at Entendweni Bush in June 1905, 
the other, 8. formicoru^n, in the nest of Formica rufa, not far 
from the shore. at Arilds läge in Skåne Sweden in June 1907. 

Arkiv för zoologi. Band 6. N:o 2. 1 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NiO 2. 



Diagiiosis of Speleorchestes. 

Body elongate, abdomen long and sackshaped, witli two 
distinct, transverse furrows in the anterior half. Cephalo- 
thorax distinctly separated from abdomen, short and narrow, 
anteriorly truncate, with two pairs of long slender, pectinate 
sense hairs and tbree pairs of plumose bairs. One pair of 
small, biit promiment eyes. Rostrum Jarge and conical, as long 
as, or longer tban cephalotborax. Mandibles large, cbelate, 
witb a portion proximally at tbe median side detacbed as a 
peculiar pear-sbaped structure. Palps 5-jointed, witb large 
2nd joint, 1st, 3rd and 4tb joints very sbort, terminal joint 
broad at tbe top and divided into 3 — 4 sbort tubercles witb 
one pointed bair eacb. Body bairs densly bairy, obtuse at 
tbe top and accumulated at tbe posterior end of abdomen. 
Legs 1 — 3 5-jointed; legs IV 6-jointed. One claw. 

From tbe diagnosis given above it may be seen at 
tbe present genus differs from Nanorchestes in tbe following 
respects. 

Speleorchestes Nanorchestes 

Palps 5-jointed; 5tb joint > Palps 4-jointed; 2 > 3 > 4; ter- 

3 + 4; terminal joint 3 — 4- minal joint witb crateri- 

lobated witb long bairs. formpapilla,surroundedby 

small, cirriform bairs. 
Mandibles large, cbelate. Mandibles bttle developed, 

sbaped as in Eyre7ietes, 

consequently not cbelate. 

Body elongate; sboulders not Body squarebuilt, sboulders 

projecting. large and projecting as in 

Tromhidium holosericeum. 

Tbe present genus is in several respects very interesting. 
Its features will be discussed more fully after tbe descrip- 
tions of tbe two species, but I can not omit pointing out 
bere, bow extraordinary it seems on first tbougbt tbat one 
species lives in wbite ants nests in Soutb Africa, tbe other 
in ants nests in Sweden. Evidently it enjoies a very wide 
distribution and tbe fact tbat it bas up to tbe present time 
escaped tbe acaridologists is explained only by its subter- 



TRÄGARDH, SPELEORCHESTES, A SALTATORIAL TROMBIDIIDE ,^ 

ranean habits, by its inconspiciious size, as the largest spe- 
cies attains a length of only 348 u and by the fact that 
sys tema tio researches of the microarthropods of ants' and ter- 
mites' nests have only in the last years begun to be carried out. 

The ability of jumping which the genus enjoies is in 
itself very remarkable, but becomes still more interesting 
Avhen we consider, that both species are subterraneous, and 
one of them probably termitophilous, the other certainly 
myrmecophilous. Another feature is also very remarkable, 
when combined with the subterraneous life viz, the great 
development of the lenses of the eyes. 

As to the systematic position of the genus it is, as far 
as it is at the present time possible to ascertain, most closely 
related to the genera Alichus and Monalichus, as is also 
Nanorchestes. The relationship will be further discussed at 
the end of this paper. 



Speleorchestes formieorum nov. sp. 

(Textfigs. 1—8). 

Length 348 ii. Length of rostrum and cephalothorax 
80 n, of abdomen 268 u. 

Colour light red, with a lighter median longitudinal band. 
Under the cuticle of the abdomen there is a layer of small 
crystals, which render the specimens very obscure, when 
mounted, and probably are composed by uretic acid, as 
Berlese ^ States to be the case with Monalichus arhoriger. 
The crystals resemble also those I have found under the 
cuticle of Monalichus sp. from Natal. The cuticle is finely 
striated. The body is elongate, more than twice as long as 
it is wide; the greatest width is half way between coxae IV 
and the hind margin. 

The cephalothorax (Fig. 1) is narrow, only half as wide 
as the abdomen and shorter than it is wide. It is sepa- 
rated from the abdomen by a distinct, straight and transverse 
furrow. 

The sides widen a little behind the eyes, but narrow 
again towards the posterior margin. The anterior margin is 
slightly concave near the sides, but rises in the middle to a short 
rounded projection which has a distinct transverse line at 

'- Acari nuovi. Redia. vol. 2. fasc. 1. 1904. 



4 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 2. 

its base. This projection is probably homologuous with the 
socalled pseudocapitulum of RJiagidia a. o., but has, con- 
trary to that, no sense hairs; at least I bave been unable to 
see any even by an amplification of 812 X 1 ; on the upper side 
of the cephalothorax there are two pairs of long, slender 
tactile hairs, inserted in comparatively small pores. 

The anterior pair is slightly shorter than the posterior 
one, inserted near the median line, half way between the 
middle and the anterior margin, and points obliquely for- 
wards and outwards. 




Fig. 1. 
Fig. 1. Rostruni and cephalothorax ol S. formicorum, dorsal view. 



The posterior pair is inserted close behind the middle, 
further laterally the anterior one, about halfway between the 
median line and the sides. 

Besides the tactile hairs there are 3 pairs of very cha- 
racteristie, rather stout, straight and densly plumose bristles 
which are of even width throughout and blunt at the top. 

Of these the median pair is only a little more than half 
as long as the other two wich are of equal length. Their 
position is shown in textfig. 1. 

The eyes are very prominent and sphaerical. The swollen 
portion behind the eyes scems to be a sense organ of some kind. 
Tt is possible to discerne through the skin 3 — 4 Hght-refract- 
ing bodies or crystals which recall statocysts. 



TRÄGxVRDH, SPELEORCHESTES, A SALTATORTAL TROMBIDIIDE 



The mouthparts are in several respects very remarkable, 
and exhibit some structures not met with in the Trombidiidse. 

When examined from above, they exhibit, between the 
mandibles and projecting forwards to a level with their tips, 
a narrow ensiform projection, the base of which is concealed 
between the basal portions of the mandibles. On disseoting 
the mouthparts we perceive however, that it is curved at a 
right angle in the middle, so that the basal half is almost 
vertical, the distal half horizontal (Fig. 2. ep.). Owing to 
the extreme minuteness of the mouthparts I have not been 





Fi^. 2. Right mandible, maxill» and epistoin-like structure, dorsal 
view. **^^/i. mdi mandible; mdj detached portion o£ mandible; ep, epistora- 
like projection; tnx^, lateral appendage of maxillse ; mxo, median appen- 
dage ; I, lingua. 

Fig. 3. Right mandible, seen from the innei' side. ^^V'- 

able to ascertain its exact relation to the other mouthparts. 
I am not aware of any similar structure having been found 
in the Trombidiidae. Its function seems to be partly the same 
as the epistoma of the Parasitidse viz. to form the roof of 
the mouth, but its shape suggests that it possibly is used 
as a piercing organ. 

The mandibles (Figs. 2 & 3) are large and conical; they 
attain the length of the cephalothorax. The chela is well 
developed, but edentate. The upper jaw^ is rather narrow 
with comparatively long terminal tooth, and has on its upper 
side, near the base, a plumose hair, inserted on a low tuberele, 



6 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (). N:0 2, 

which projects forwards to a level with tlie top of the jaw. 
The lower jaw is broader and shorter than the upper one 
and on lateral view triangulär. 

Near the base of the lower jaw, on the inner (median) 
side, there is inserted a narrow, slightlv /S-curved appendage, 
which is of even width throughout and obtuse at the top; 
it projects forwards to a level with the top of the upper jaw. 
Along the median side of the mandibles, in the proxi- 
mal half there is an ovoid cushion-shaped portion detached, 
the function of which seems highly mysterious, as it is no- 
where else met with in the Trombidiidse. 

The maxillary palps (Fig. 4) are 5-jointed and attached 
so far ventrally that they are not visible on dorsal view. 
The 1st, 3rd and 4th joints are very short and of subequal 
length. The 2nd one is the largest, twice as long as it is 
high, almost rectangular on lateral view, with slightly con- 
vex ventral margin, and anteriorly a little wider than po- 
steriorly. It has one dorsal pectinate hair, inserted a little 
behind the middle. 

The 3rd joint is as high as the 2nd one 
hut narrows anteriorly; it is very short, 
only half as long as it is high at the base ; 
it has one hare bair dorsally, near the 
posterior margin. The 4th joint narrows 
also towards its top, so that the articula- 
tion between the 4th and 5th joints is the 
narrowest part of the palp; it has one dor- 
sal hair in the middle. 
Fig. 4. "palp, 2—5 '^^'^^^ ^^^ joint widcns from a narrow 

joints, lateral base towards the broadly rounded top, which 
^^^^^* ''■ is divided into 4 short and blunt tubercles. 
It has 6 comparatively large and sharply pointed hairs, two 
of which are dorsal, three terminal and one ventral and sub- 
terminal; of the three terminal hairs, which are all inserted 
on the top of the tubercles, and slightly S-curved, the upper- 
most one points straight forward, whereas the other two 
point obliquely upward. 

The maxillce (Fig. 2) resemble to a certain extent those 
of Alichus, and exhibit a still greater development of the 
remarkable features of that genus. The result is that they 
show an astonishing conformity with those of the Parasitidse. 




TRÄGÅRDH, SPELEORCHESTES, A SALTATORIAL TROMBIDIIDE 7 

Thus we have a median triangulär mucro, flanked by two 
pairs of appendages. The median mucro is evidently the 
lingua; the two appendages recall vividly the maxillary lobes 
and maxillary plates. And since it is difficult to conceive how 
structures so similar should have developed independently 
in two so different groups, it seems highly probable that the 
two appendages of Sj^eleorchestes and Alichus are really homo- 
loguous with the maxillary lobes and plates of the Parasitidae. 
In this respect these two genera would consequently have 
preserved an old phylogenetic character. 




Fig. 5. Fig. 6. 

Fig. 5. S. formicorum, side view. ^^V'- 

Fig. 6. Cephalothorax and abdonien of same, ventral view. ""^7i- 

The lateral appendages (Fig. 2 inx^) are attached to the 
outer side of the base of the median ones. Wether they are 
articulated (as is the case with the max. lobes of the Para- 
sitidse) or not, T have not been able to as certain; they are 
narrow, straight and of equal width till at the top where they 
widen slightly and are bifurcate, resembling a ehela. 

The median appendages (Fig. 2 mx^) are shorter and to 
all appearance biarticulated. The basal joint is broad and coni- 
cal, with convex sides; the terminal joint is narrow, cylindri- 



8 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 2. 

cal, about twice as long as it is wide and truncated at the 
top ; it has three fine terminal hairs, which are a little longer 
than the joint, and one similar exteriorly near the base. 

The lingua (Fig. 2 1) is rather blunt and as long as the 
median appendages. 

The abdomen (Figs. 5 & 6) is, as above stated, separated 
from the cephalothorax by a distinct, rather deep furrow. 
It is anteriorly truncated, posteriorly rounded, narrows to- 
wards coxse IV, and widens from thence gradually towards 
the middle of the distance between coxse IV and the poste- 
rior margin, where it attains its greatest width. 

The dorsal side is far less convex than the ventral one. 
It shows two distinct träns verse furrows in the anterior half, 
one on a level with coxae IV, the other further backwards, 
twice as far from the anterior margin of the abdomen as 
the first one. The former furrow is deeper and extends down 
the sides to near coxae IV; the latter is clearly visible only 
on the dorsal side. 

;^^;u..^ The hairs are of a peculiar shape, densly plu- 

^P mose and the plumulse increase gradually in length 

^ towards the top, where the exteriör rows are the 

Il longest, and in consequence the hairs seem to be 

M truncated. In the two anterior Vs of the ab- 

|F' domen the hairs are scarce and arranged in 2 — 4 

longitudinal row^s, but in the posterior Vs ^^^ 

behind the anal aperture on the ventral side 

f ^^ ^ w?^^ there are numerous hairs all standing out perpen- 

men. ^^V^- dicularly. 

It seems very likely that this feature, viz. the 
extraordinary accumulation of hairs at the posterior end of 
the body, is in some way connected with the ability of lea- 
ping; possibly it serves the mite as a mean of defence against 
getting hurt when dashing against the walls of the ants' 
nests, as it is liable to do when leaping in the subterranean 
galleries. 

The ventral side is as above stated more convex than the 
dorsal one. 

The genital aperture is large as in Alichus, with 3 pairs 
of suckers; the anal aperture is small and placed close to the 
posterior margin. 

The legs (Fig. 5) are slender but short, and even the 4th 



TRÄGÅRDH, SPELEORCHESTES, A SALTATORIAL TROMBIDIIDE 9 

pair, which is the longest, is not half as long as the body 
(resp. 4 and 9). They are placed remarkably far forwards, 
almost in the anterior Vs of the body and not two and two 
close together, as is usually the case, but are almost equi- 
distant. The 1st and 4th pair are placed further from the 
median line than the 2nd and 3rd one, so far indeed that 
on lateral view they are inserted as far from the ventral as 
the dorsal outline. 

Legs I — III 5-jointed, legs IV 6-jointed. 

Legs I; coxa very short, trochanter + femur (= 2nd joint) 
three times as long as they are wide, genu half as long, tibia 
half as long as genu, tarsus nearly as long as trochanter + 
femur. 

Legs II and III of subequal length, shorter than legs I. 
The relative length of the joints is the same as in legs I, 
with one exception, that genu and tibia are of almost equal 
length. 

Legs IV longer than legs I; coxse clubshaped and slightly 
longer than trochanter and femur which are of equal length; 
genu and tibia of equal length, as long as trochanter and 
femur together; tarsus slightly longer. 

Where the coxa is articulated to the epimeron there is 
a distinct fold of the cuticle. The epimera IV are enor- 
mously devoloped, triangulär plates which all but meet in 
the middle. Below the cuticle of the epimera we notice nu- 
merous bundles of muscles, radiating from the place where 
the coxse IV are articulated. 

One slender claw, curved like a hook. 

From the description of the legs, given above, 
it is evident, that the ability of leaping is due to 
the great development of the epimera of the 4th 
pair of legs and their musculature. ^. ^ ^ 

But the concentrating of the legs far forward, of tarsus 
the lateral position of legs I and IV and the hook- ^^\^2,f ^''^• 
shaped claws are obviously also connected with this 
mode of locomotion. 

Locality: In the nest of Formica rufa at Arilds läge, not 
far from the shore. June 1907. 2 specimens. 




10 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 2. 



S. termitophilus nov. sp. 

(Textfigs. 9—14.) 

Length (incl. rostrum) 280 //. Length of abdomen 172 a. 

Colour light yellowish-red, but probably a little faded 
through the inflnence of the alkohol. 

Cuticle finely striated. 

General shape the same as in S. formicorum, but the 
shoulders are more projecting. 




Fig. 9, Cephalothorax, rostrum and anterior part of abdomen. ^^^/i 



The cephalothorax (Fig. 9) widens posteriorly more than 
in the other species; the anterior margin is slightly concave, 
the posterior one is convex and the posterior angles are 
concealed by the projecting angles of the abdomen. 

The small pseudocapitulum is constricted at the base and 
for the greater part covered by the anterior edge of the 
cephalothorax; it has no sense hairs. 

The two pairs of seyise hairs are shaped as in the other 
species; the posterior pair is however placed further back- 
wards. 



TRÄGÅRDH, SPLLEORCHESTES, A SALTATORIAL TROMBIDIIDE 11 

Three pairs of flumose hairs, tlie median orie of which 
is the shortest, as in the other species; they are placed as 
in the other species. 

The eyes are small but very prominent; behind the eyes 
the cephalothorax widens to two low cushion-shaped projec- 
tions which are much more distinctly set of than in the 
other species. These structures resemble very much those 
I have found in Alichus rostraius Tgdh and seem to be some 
kind of sense organs. 

The mouthparts. 

I have not been able to find any projecting between 
the mandibles, as was the case with the other species. This 




Fig. 11. 



Fig. 10. Mandibles, ^/i side view, 
Fig. 11. Maxillary palp. ''^-/^ 



may however depend on that its is shorter and bent down- 
wards, so as to become difficult to see. 

The mandibles (Fig. 10) are comparatively longer than 
in S. formicarum, with straighter lateral side. Along the 
median side, at the base, there is detached a low pear-sha- 
ped portion detached, as in the other species. The shape 
of the chela is extremely difficult to make out. In textfig. 
10. both mandibles are delinested, in ^/i side view. We no- 
tice at the base of the upper jaw a short unipectinated 
hair. The upper jaw itself seems to be shaped as an oval, 
very thin blade, the ventral edge of which is not visible on 
account of the chela being closed. 



12 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (j. N:0 2. 

The iower jaw is much narrower than the upper one 
and curved near the top, where it tapers gradually; it has 
exactly in the curve, ventrally a narrow finger-shaped ap- 
pendage, which curves obliquely forwards and upwards para- 
lell to the top of the jaw, This appendage is most probably 
homologuous with the appendage found in S. formicorum, 
allthough in that species it is somew^hat differently placed. 

The folps (Fig. 11) resemble much those of S. forynico- 
rum; the 1st, 3rd and 4th joints are very small; the 2nd 
joint widens gradually towards the top, where it is cut off 
obliquely; it has a dorsal pectinate hair behind the middle; 
the 3rd joint has two straight, finely pointed hairs, one 
dorsal posteriorly, the other ventrally and anteriorly; the 
4th joint has one dorsal hair close to the posterior margin; 




Fig. 13. Fig. 14. 

Fig. 12. 4th leg. «-°/i. 

Fig. 13. Top of tarsiis I, with claw. ^'^^/i. 
Fig. 14. Top of tarsus IV with claw. ^^'/i. 

the 5th joint is comparatively longer and narrower than in 
the other species, but has the same number of hairs viz. 6, 
which moreover are of quite similar shape and placed in the 
same way as in S. formicorum, the terminal ones being in- 
serted on low tubercles. The shape of the maxillse I have 
not been able to see, 

The ahdomen (Fig. 9) exhibits a remarkable feature, in 
so far as that the first transverse furrow is much deeper 
than in the other species, and the portion which it separa- 
tes from the rest of the abdomen is wider, with strongly 
projecting rounded sides and in consequence has all the 
appearance of being a veritable segment. 

This portion is deeply concave anteriorly and embraces 
the base of the cephalothorax; the posterior margin is con- 



TRÄGÅKDH, SPELEORCHESTES, A SALTATORIAL TROMBIDIIDE 13 

vex; it has three pairs of hairs, one short anterior, near the 
median line, the other two laterally, one anteriorly, at the 
margin, the other behind the middle, submarginally. 

In all other respects the abdomen agrees with S. fonni- 
corum. 

The legs are shaped essentiahy as in the other species. 
In legs IV however the coxse is comparatively shorter and 
broader and the genu is longer than the tibia. 

The claws of leg I (and II?) are shaped differently from 
those of the other legs, as they are slightly AS-curved shor- 
ter and hairy at the ventral side; those of legs III and IV 
are curved at an acute angle. 

Locality. In a partly deserted nest of a termite, about 
Vä m. below the siirface. Entendweni Bnsh. Zululand. June 
1905. 



Summary, 

From the descriptions given above it is evident that 
S peleorchestes presents some very striking features, the in- 
terpreting of which is by no means easy to give. From the 
close affinity to Alichus and Monalichus, which is beyond all 
doubts, and the fact that in these two genera the mandibles 
are of typical shape and no epistome-like structure exists, 
we may however infer, that these features in S peleorchestes 
are recently acquired characters, not of an old phylogene- 
tic value. 

x4s to the maxillse however the case seems to be diffe- 
rent, since the same feature viz. two pairs of appendages, 
also occurs in Alichus (and Monalichus) a genus which has 
another feature of an evidently old phylogenetic value, viz. 
a segmentated abdomen. Hence it seems highly probable 
that the maxillse of these two genera present a primitive feature 
which has more or less dissappeared in the other Trombidiidse. 

The prominent eyes are another feature of considerable 
interest, taking into consideration that both species live un- 
derground, thus in absolute darkness. 

One would naturally suppose that this mode of life would 
involve the eyes becoming more or less reduced. But, on 
the contrary, the eyes are much more developed and pro- 



14 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NiO 2. 

minent than in Alichiis, and show an adaption for seeing in 
the dark, quite analoguous to the telescopic eyes of many 
deep-sea animals, 

Finall}^ the ability of leaping is a very remarkable feature 
in an animal which lives underground. Possibly it is acqui- 
red in connection with the symphylous habits, as a mean 
of escaping the ants resp. termites in case of danger. The 
ability is, as above stated, due to the great development of 
the epimera IV and their musculature: but the concentrating 
of the legs for forward, the accumulation of the body hairs 
at the posterior end of the abdomen, as well as the lateral 
position of legs I and IV and the shape of the claws are 
also undoubtly characters connected with this mode of loco- 
motion. The lateral position of legs IV may however be a 
direct result of the development of the epimera. 

Upsala Mai llth 1905. 



Tryckt den 12 oktober 1909. 



Uppsala 1909. Almqvist & Wiksells Boktryckeri-A.-B. 



ARKIV FOR ZOOLOGI. 

BAND 6. N:o 3. 



Några fyiul af subfossila vertebrater. 

Med 11 figurer i texten. 
Af 

EINAR LÖNNBERG. 
(With an english summary.) 



1. Fynd af ren i Västerg^ötland. 

Helt nyligen har Riksmuseum af Konsul Carl Lyon i 
Göteborg fått mottaga en från vetenskaplig synpunkt värde- 
full gåfva bestående af de renhorn, som här nedan afbildas.^ 
Det intressanta med dem är själfva fyndorten, hvarom kon- 
sul Lyon meddelat följande i bref: »Vid gräfning för ett par 
år sedan i mossen vid hemmanet Edared, Fotskäls socken, 
Marks härad [Västergötland] (Gen. -Stab. karta 25 Kungs- 
backa, cirka 7 min. NO från sista »d» i Edared) upphitta- 
des de (renhornen) på ett djup af cirka 8 fot, hvaraf 4 fot 
varit torf och 4 fot därunder märgel.» 

Horn krön an fastsitter, såsom bilden utvisar, vid ben- 
kalotten, ehuru denna, sannolikt vid upptagandet, bräckts i 
två stycken, som nu sammanfogats. Såväl hornens ringa ut- 
veckling som de öppna suturerna mellan pannbenen och hjäss- 
benen antyda ett ungt djur, antagligen i andra året. Men 
å andra sidan tyckes det just med hänsyn till denna ringa 
ålder, som om det skulle ha varit en representant af en gan- 

^ I förening härmed hade andra skelettdelar påträffats, men arbetarne 
hade tyvärr blott tillvaratagit hvad som här afbildas. 

Arkiv för zoologi. Band 6. N:o 3. 1 



2 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 3. 

ska storvuxen ras. Detta torde framgå af de få mått, som 
på ett så ofullständigt stycke kunna tagas. Afståndet från 
nackkammens midt till närmaste punkt på rosenkransarne är 
ungefär 6 cm. och minsta afståndet mellan rosenkransarne 
är fulla 7 cm. Mellersta delen af hjässbenens framkant är 
tyvärr ej fullständig, men att döma efter riktningen af su- 
turerna mellan hjäss- och pannbenen tyckas de förra ej ha 
sträckt sig långt in mellan de senare samt af slutats med en 
nästan trubbig vinkel. Kortaste afståndet från nackkam- 
mens midt till suturen mellan hjäss- och pannben är i det 
närmaste 5 cm. 




Fig. 1. Renhorn funna i Edareds mosse, Fotskäls socken, 
Västergötland. 



Hornens längd utefter den yttre båglinien är omkring 
en half meter och har varit något mera då spetsarne äro 
skadade. Af hornens dimensioner kunna dock inga slutsat- 
ser dragas. 

På grund af hornens beskaffenhet kan ej heller något 
uttalande göras angående denna rens förhållande till de nu- 
tida skandinaviska renarne, ty renarnes horn variera inom 
alltför vida gränser för att möjliggöra något dylikt, allra 
helst, då materialet är så knapphändigt och därtill af ett 
ungt djur. Däremot är det ej utan, att det lilla fragmentet 



E. LÖNNBEKG, NÅGRA FYND AF SUBFOSSILA VERTEBRATER. 3 

af skallen vid första undersökningen tyckes kunna ha en 
viss betydelse, i det att, såsom redan antydts, de ofvan anförda 
måtten angifva en storvuxen ras. Hos svenska och norska 
fjällrenar och grönländska renar är t. ex. af ståndet från nack- 
kammen till närmaste punkt på rosenkransen vanligen 5 — 
5,5 cm. Af ståndet mellan rosenkransarne tyckes vara van- 
ligen 6—6,5 cm., men hos en norsk ren 7 cm. Kortaste af- 
ståndet från nackkammen till suturen mellan hjäss- och pann- 
ben är hos de nämnda formerna 3,6—4 cm., hos en grön- 
ländsk ren 4,6 cm. Konstant är dock detta mått ej, eme- 
dan hjässbenen minskas med tilltagande ålder, hvilket dock 
å andra sidan till en viss grad kompenseras genom nack- 
kammens starkare utveckling bakåt. Formen på det stycke 
af hjässbenen, som skjuter in mellan pannbenen är hos Lapp- 
landsrenarne såsom för öfrigt redan Nitsche påpekat, i all- 
mänhet fyrkantigt, men hos den lilla Spetsbergsrenen tre- 
kantigt med framskjutande vinkel.^ Samma vinkel anträf- 
fas äfven på Riksmusei exemplar af Grönlandsren. I detta 
af seende synes sålunda Edaredsrenen af vika från de nu lef- 
vande skandinaviska renarne. Frågan är emellertid, huru- 
vida denna egenskap är konstant eller ej. Veterligen finnas 
utom det nu omhandlade exemplaret endast tvenne renkra- 
nier, om hvilka man säkert vet att de tillvaratagits i Sverige, 
bevarade i offentliga samlingar. (Renhorn äro däremot som 
bekant ganska vanhga). Dessa båda finnas i Sveriges Geo- 
logiska Undersöknings museum samt härstamma båda från 
Skåne. Det ena af dessa är funnet i Askeröds mosse, Väster- 
stads socken, och har tillhört en gammal rentjur, det 
andra (utan fullt säker fyndort, åtminstone f. n.) är af ett 
ungefär årsgammalt djur. Hos båda dessa är det parti af 
hjässbenen, som inskjuter mellan pannbenen, fyrkantigt och 
i synnerhet hos det gamla exemplaret i form hka med samma 
ben hos en nutida norsk vildren eller svensk Lapplandsren. 
Hos det yngre exemplaret var den fyrkantiga formen af 
hjässbenen ej fullt så utpräglad, men det var dock ingen 
likhet med Edaredsrenens trekantiga hjässben. I Riksmu- 
seum finnes dock äfven ett subfossilt renkranium, som tro- 

^ I Camerako's arbete öfver Spetsbergsrenen finnas en hel mängd 
afbildningar af denna sutur och de flesta äro typiskt vinkliga men några 
visa en antydning till fyrkantighet. Då vid ett tillfälle från Xorge öfver- 
förda renar lupo bort och förvildades, är detta möjligen ett arf från 
dessa, ehuru intet med visshet kan påstås. 



4 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 3, 

ligen härstammar från Skåne, ehuru etikett därtill saknas. 
Hos detta exemplar är också det parti af hjässbenen, som 
inskjuter mellan pannbenen typiskt fyrkantigt. 

Då emellertid det svenska materialet af subfossila ren- 
kranier är så ringa, tillspordes Vice-Inspektör H. Vinge i 
Köpenhamn om i därvarande zoologiska museums samlingar 
befintliga renskallar företedde en liknande form på hjäss- 
benen som den nu omtalade Edaredsrenen. Ty då renen in- 
kommit till södra Sverige öfver Danmark böra naturligtvis 
de danska renfynden hänföra sig till samma ras som detta. 
Med vanligt tillmötesgående meddelade Hr Vinge, att af de 
i Danmark gjorda renfynden är det blott fyra, som visa 
hjässbenens skapnad och dessa torde närmast kunna sägas 
hänföra sig till den »fyrkantiga» formen. Aftryck af tre af 
dessa bifogades godhetsfullt brefvet med upplysningarne, och 
om det fjärde, som härleder sig från Skovby (på tyska Schuby) 
i Slesvig, meddelades, att hjässbensformen är så godt som 
kvadratisk. Ett af af trycken, visande hjässbenen af en ren- 
skalle funnen vid Kleinens Kirke på Bornholm är också all- 
deles likadant, som om det härledde sig från en Lapplands- 
ren, fyrkantigt med en liten spets midt på framsidan. De 
båda andra aftrycken, ett från Almindingen, Bornholm, det 
andra från Österbygård, Jylland, äro mera oregelbundna, 
men närma sig mera till fyrkantig än triangulär form. Un- 
der sådana omständigheter är det tydligt, att hjässbenens 
form är mycket växlande och att den ej gifver någon säker 
ledning för bedömandet af samhörigheten eller eventuellt ras- 
skillnaden mellan den subfossila sydskandinaviska och den 
ännu kvarlefvande nordskandinaviska fjällrenen. En sådan ras- 
skillnad synes dock ganska sannolik på grund af det olika 
ursprunget. Sven Nilsson har äfven uttalat antydningar 
om, att den subfossila renen från södra Sverige (och Dan- 
mark) var större än den norska och lappländska nutida. Till 
de mått af Edaredsrenen och de uttalanden, som i samband 
därmed redan of van gjorts, torde det vara af intresse att 
anföra några jämförande mått på vissa kranialdelar dels af 
Askerödsrenen (Sv. G. U. museum) samt Eiksmusei subfos- 
sila renkranium dels af en norsk vildrenskalle af gammal 
tjur, som benäget skänkts till Riksmuseum af Professor R. 

COLLETT. 



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E. LÖNNBERG, NÅGRA FYND AF SUBFOSSILA VERTEBRATER. 5 



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ligen fr. Sk 


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44 


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67 


64 


56 


75 


85 


69 


57 


59 


56 


129 


136 


122 


72 


72 


68 



Kortaste afståndet från nackkammens midt till rosen- 
kransen 

Kortaste afståndet från nackkammens midt till hjäss- 
ben-pannbensuturen 

Afstånd från nackkammen till framkanten af hjäss- 
ben-pannbensuturen i skallens midtlinie 

Afstånd från rosenkrans till rosenkrans 

;> ;> nackkammen till nackhålet 

Största bredden öfver skallens tinningsparti .... 

Största afståndet mellan yttersidorna af nackens led- 
knappar 



Dessa mått tyda på större dimensioner hos den subf os- 
sila renen än hos den nutida, men det är naturligtvis ej 
bindande bevis för att så varit alltid fallet, då materialet är 
för knapphändigt därför. 

De horn af gamla exemplar af ren från Skåne, som jag 
haft tillfälle att se, ha haft en lång och kraftig stång-del 
och äro sålunda af samma typ som »Barren Ground» eller 
tundra- resp. fjällrenarne såväl i gamla som nya världen. 
Detta var ju också att vänta, då det väl kan antagas, att 
dessa renar ha lefvat på öppet, skoglöst land och följt ome- 
delbart efter den af smältande isen. Emellertid framhåller 
WiNGE^ att de i Danmark funna renhornen äro starkt va- 
rierande till sin form och att visserligen de flesta höra till 
»Barren-Ground»-Racen med de länge, slanke Horn med trind 
Stamme» men å andra sidan »nogle vise lidt Tilnsermelse til 
»Woodland»-Racen, udmaerket ved de korte Horn med stserkt 
sammentrykt Stamme.» På grund häraf skulle man kunna 
vara frestad att antaga, att måhända en skogsrensras in- 
vandrat i Danmark senare än tundrarenen och sedan landet 
redan blifvit skogklädt. Utan detaljerad kännedom om fynd- 
omständigh eterna för dessa båda olika slags renhorn kan 

^ Danmarks Fauna. Pattedvr. Köbenhavn 1908. 



6 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 3. 

dock intet uttalande göras. ^ Till Sverige har dock i b vilket 
fall som helst ej någon skogsren inkommit söderifrån, för så- 
vidt man känner. 

I Skånes torfmossar liksom i Danmark ha lämningar af 
ren, isynnerhet horn, ga^nska ofta påträffats, men norr därom 
är blott ett fynd af ren, såvidt veterligt är, omnämndt från 
en torfmosse på Öland och ett enda från Sveriges fastland. 
Detta senare fynd omtalas af Hyltén-Cavallius - i hans 
bok om Värend och Virdarne (del II, p. 57) med följande 
ord: »År 1864 vid gräfning af grunden för stationshuset i 
Tenhult, hittades ett horn af en ung ren-ko, sannolikt vild- 
ren, liggande 7 fot under jordytan, ofvanpå ett s. k. bleke 
eller snäckmärgel-lager, 500 fot öfver Vetterns yta.» G. von 
DiJBEN anför i sin bok »om Lappland och lapparne» (p. 384) 
samma fynd och säger bl. a. »Jag har öfvertygat mig, att 
det funna är ett af brutet horn af en 4 — 5 års renko.» Hvar 
detta horn sedan hamnat, är obekant. Det finnes ej i Riks- 
museum, ej heller i Karolinska Institutets eller Geologiska 
Undersökningens samlingar. Emellertid kan ej gärna något 
tvifvel råda därom, att detta renhorn härstammar från en 
»vildren», som Hyltén-Cavallius förmodar. 

Om renens förekomst i Danmark yttrar Winge i sin ny- 
ligen utgifna Fauna öfver Danmarks däggdjur (p. 181): »Ar- 
ten har vseret udbredt över hele Landet, ogsaa paa Born- 
holm, vel mest levende paa aabent Land. Dens Knogler ere 
ikke sjeldne i de underste Lag i vaare T0rvemoser, under 
Torven. Kort efter Istiden har den vaeret her, og inden 
vor »Mldie Stenålder» har den vaeret forsvunden herfra; ikke 
en eneste Knogle af den er funden i vor Stenålders Kjokken- 
moddinger. Vistnok har den dog trseffet sammen med Men- 
nesker i Danmark i den seldste Stenålder. Et par jordfundne 
Redskaber af Rensdyr-Tak kan tyde herpaa; men maaske 
kunde de vaere indforte andenstedsfra. Et tilsyneladende 
mere paalideligt Vidne er en afskaaren övre Ende af et Horn 
funden i en Mergelgrav ved Hjorthede i Viborg-Egnen ; det 
er den Del af Hornet der er afskaaren for at de ovrige kunde 

tildannes til Redskab — ». Hvad som sålunda sagts 

om Danmark torde gälla om södra Sverige också. Och så- 



^ Jfr äfven ytterligare citat från Winge. 

^ Prof. Xathorst har vänligen fäst min uppmärksamhet härpå, och 
han har i sin tur erinrats därom af den danske naturforskaren Sarauw- 



E. LÖNNBERG, NÅGRA FYND AF SUBFOSSILA VERTEBRATER. 7 

som af andra författare redan framhållits är det ganska tro- 
ligt, att renen ej kvarlefde så länge, att den fick tillfälle att 
sprida sig norrut öfver det sund, som vid tiden för isens af- 
smältning af skar »mellersta» Sverige öfver Nerike och norra 
Vättern och förenade Östersjön, hvars af lopp det var, med 
Västerhafvet. Inga fynd af ren i torfmossar eller på annat 
sätt bevarade ha påträffats norr om detta sund. Edareds- 
renen har tydligen lefvat vid en fjärd på västra kusten af 
det hafomflutna land, som Götaland då bildade och den om- 
ständigheten, att den så att säga utgör en af de nordligaste 
utposterna af den södra reninvasionen vid dess geografiska 
gräns gör detta fynd särskildt märkligt och intressant. 

Då jag med anledning häraf meddelade mig med Chefen 
för Sveriges Geologiska Undersökning, Professor J. G. An- 
dersson hade denne godheten att föranstalta om en närmare 
geologisk undersökning på fyndplatsen af Dr. L. von Post 
och Fil. Kand. R. Hägg. Den förre har sedan aflämnat föl- 
jande redogörelse för de iakttagelser, som nämnda herrar 
gjort vid Edared, hvilken här nedan anföres. 



Fynd af reiiskelett i eu mosse norr om Edareds by, 
Fotskäls s:n, södra Älfsborgs län. 

Fyndplatsen besöktes af undertecknad d. 19 okt. 1908. 

Fyndet liar gjorts vid märgeltäkt i kanten af en mosse, belägen 
norr om Edareds by, Fotskäls s:n af Alfsborgs län, närmare bestämdt 
norr om tredje gården, från öster räknadt, i Edareds by nära torfens 
utkilande vid den där belägna mossens östra kant. 

Mossen upptager större delen af den af morän och leror betäckta 
bottnen af en nischformad dalsänka, hvars västra, norra och östra 
väggar bestå af än nakna, än moränklädda lerbergskullar, skilda af 
smärre, i nischen mynnande dalgångar, och livars åt söder vettande 
mynning afstänges af en moräntunga, på hvilken landsvägen mellan 
Tostareds och Fotskäls kyrkor framgår. Bäckenet genomflytes af en 
söderut till Yiskan flytande bäck. 

I närvaro af två af de personer, som varit närvarande vid ren- 
benens påträffande, gjordes en gräfning ett par meter från den af 
dessa utpekade fyndplatsen. Denna var belägen ute i en vid mitt be- 
sök vattenfylld märgelgraf och kunde på denna grund ej åtkommas. 
Emellertid torde ingen afsevärd olikhet föreligga mellan förhållandena på 
själfva fyndplatsen och den punkt, där gräfningen upptogs. Den blot- 
tade lagerföljden var, uppifrån räknadt: 



Bestämda af Fil. Kand. 



8 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 8. 

A. 20 cm. lorfmijUa, starkt förmultnad ocli hopsjunken samt nägot 

afschaktad. 

B. 10 cm. Sand^ något rostfärgad. 

C. 20 cm. Lera, grå, sandig, utan vid saltsyrebegjutning märkbar 

kalkhalt. Utan fossil, skönjbara vid makroskopisk undersökning. 

D. 120 cm. + Lera, blågrå. med grusiga lins- eller lagerformade par- 

tier samt enstaka svartfärgade lager, men utan tydlig skiktning. 
Tämligen rik pä skal af 

Litorma riidis Maton., 
L. palliata Say., 

L. Jiforea Lin. var. intermedia Brygger, 
Il Hägg ^ Mf/fihis edidis Ijn., massvis. 

Tellina haUica Lin., 
Tellina calcaria Chemnitz, 
^ Saxicara arcMca Lin., rel. sparsamt. 

Skalen voro rikligast för handen i de svartfärgade lagren, livil- 
kas svarta färg möjligen — i likhet med hvad som vid liknande före- 
komster visat sig vara fallet — kan bero på impregnation af svafvel- 
järn, uppkommet genom sönderdelning af de i lerslammet inbäddade 
molluskernas mjuka delar. Faunan var genom hela det af mig gran- 
skade lagret ensartad. Den enda mot djupet inträdande olikheten var 
en minskad frekvens af samtliga arter. 

Enligt samstämmiga uj^pgifter af de båda vid min undersökning 
närvarande upi)liittarne hade renlämningarna legat c:a 0,6 m. under 
öfverkanten af lag D. Afven om denna uppgift ej kan anses fullt 
exakt, visar emellertid faunans ensartade sammansättning ännu 0,6 m. 
under den utpekade nivån, att renlämningarna inbäddats i slammet på 
bottnen af ett haf med en fauna af ofvan angifven art. Enligt ined- 
delande af Kand. R. Hägg utvisar denna ett klimat motsvarande 
Murmankustens. Förekomsten af LAtorina angifver — enligt samma 
sagesman — ett maximidjup af c:a 1 m. 

Af stort intresse var att erfara, att ej blott det till Biksmuseum 
inlämnade kraniepartiet anträffats, utan att sannolikt, om ej ett helt 
skelett, åtminstone större delen af ett dylikt varit förhanden. Det 
försäkrades mig bestämt, att både refben, ryggkotor och extremitets- 
ben, »något större än motsvarande hos ett får» legat tillsammans med 
det tillvaratagna kraniefragmentet. Emellertid hade man ej brytt sig 
om att tillvarataga mera än detta. De öfriga benen hade fått följa 
med märgeln ut på åkern. 

Fyndplatsen ligger enligt afvägning med tub, utförd af schakt- 
mästare B. Backlund, 33,2 o m. öfver Lygnens yta eller 48, 2 o m. 
ö. h. Marina gränsen är enligt G. De Geer (Beskrifning till Geolo- 
gisk jordartskarta öfver Hallands län) vid Fagered norr om Lygnens 
västra ände 77,4 m. ö. h. Den lera, i hvilken renbenen anträffats, 
har alltså afsatts först sedan inemot 34 % af hela den sen- och post- 
glaciala landhöjningen fullbordats. Fyndplatsen har vid denna tid ut- 
gjort bottnen af en grund, säckformig, af bergshöjder omgifven vik, 
tillhörande det vidt utgrenade fjordnät, soin upptog den u. v. Viskans 



E. LÖNNBERG, NÅGRA FYND AF SUBFOSSILA VERTEBRATER. 9 

(lalsystem. Angående den omgilVande traktens beskaffenhet, speciellt 
huruvida den varit skogklädd eller ej gifver den gjorda undersökningen 
inga bestämda upplysningar. Att såväl slanining på makroskopiska 
fossil som mikroskopisk undersökning på pollen gifvit negativt resul- 
tat, bevisar ju ej, att vegetation saknats på vikens stränder. Dock 
gör frånvaron af barrträdspollen det sannolikt, att dessa ej i större 
mängder förefunnits. 

Stockholm den 13 januari 1909. 

L. v. Post. 



2. Ett fynd af vikare (Phoca hispida) vid 
Trönö i Hälsing-land. 

I slutet af november 1908 inkom ett meddelande från 
Söderhamns Tidnings redaktion om, att i Trönö socken vid 
gräfning anträffats skelettdelar af ett okändt djur och an- 
hölls om närmare upplysningar om, livad slags djur detta 
kunde ha varit. Så snart de ifrågavarande skelettdelarne 
mottagits i Riksmuseum kunde svar aflåtas, att det ifråga- 
varande djuret varit en vikare {Phoca hispida) J". 

Skelettdelarne utgjordes af högra underkäkshalfvan med 
4 tänder, första halskotan (atlas), 8:de, 9:de, 10:de och ll:te 
hröstkotan, 2:dra och 3:dje ländkotan, 13 större eller mindre 
stycken af refben, vänstra hälften af bäckenet (i 3 stycken), 
båda skenbenen (tihia), l:sta, 4:de och 5:te tåns mellanfots- 
ben (metatarsalben) från vänster sida, en tåled samt penis- 
benet. 

Dessa benlämningar äro naturligt nog ej ensamma till- 
fyllest för att läggas såsom grund för något närmare utta- 
lande angående det vikareexempiar, de en gång tillhört, men 
vissa slutsatser kunna dock dragas. Den första af dessa är, 
att djuret varit ganska gammalt, hvilket framgår af det fak- 
tum, att både öfre och nedre epifyserna sitta fullständigt 
fast förenade med diafysen af båda tibiorna och äfven på 
kotorna äro epifyserna fast ankyloserade. Då i allmänhet 
hos dessa djur epifyserna mycket länge förbli helt löst för- 
enade med bendiafyserna måste ofvan förmälda förhållande 
tyda på ganska hög ålder hos Trönö- vikaren och den bör 
följaktligen ha varit fullt utvuxen. Genom att jämföra måt- 
ten på några af de ben, som finnas i behåll kan man alltså 
erhålla en uppfattning om Trönövikarens dimensioner i för- 



10 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 3. 

hållande till såväl nutida som andra fossila vikare. Det fal- 
ler då i ögonen, att underkäken^ är ganska kort för att till- 
höra en fullvuxen vikare. Af ståndet från bakkanten af hörn- 
tandsal veolen till baksidan af ledknappen är blott 94 mm. 
således 1 mm. mindre än samma mått hos en ganska ung 
nutida vikare från Norrtälje och betydligt mindre än samma 
mått (111 mm.) hos en gammal vikare från Oxelösund och 
likaså mindre än motsvarande mått hos ett par fullvuxna 
vikare från Spetsbergen (resp. 102 och 115 mm.). Längden 
af tibian med båda epifyserna är hos Trönövikaren 165 a 
166 mm.; utan nedre epifysen medräknad blott 154 mm. 
Sistnämnda mått är hos den mindre af de båda anförda full- 
vuxna Spetsbergsexemplaren ej mindre än 173 mm., således 
en ganska betydlig skillnad. Af dessa båda mått framgår, 
att då Trönövikaren varit ett gammalt djur, det tillika varit 
i jämförelse med nutida vikare ett småvuxet exemplar, x^nnu 
mindre förefaller den vid jämförelse med den fossila vikare 
från Litorina-tiden, som år 1907 påträffades i Norrköping "^ 
hvars tibia med öfre men utan nedre epifys mätte ej mindre 
än 190 mm. 

Trönö-vikaren härstammar från en annan tidsålder än 
den nyss omtalade i Norrköping tillvaratagna. Ett lerprot, 
som genom bemedling af Söderhams Tidnings redaktion 
tagits på fyndplatsen af urmakaren Jonas Flodin har näm- 
ligen benäget undersökts på Geologiska Byrån och befunnits 
utgöra en aflagring från Ancylustiden. 

Professorskan A. von Euler, som godhetsfullt företagit 
bestämning af de ur detta lerprof utslå mmade diatomaceerna, 
har häröfver meddelat följande förteckning: 

Cyclotella comta v. radiosa Grun. +. 
Gymhella aspera Ehb. r. 

» helvetica Ktz. r. 
Cymatopleura elliptica (Breb.) W. Sm. c. 
Camp)ylodiscus noriciis Ehb. r. 
( » liihernicus) . 



^ Kindtänderna i underkäken äro utfallna, men de tomma alveolerna 
ådagalägga den stora egendomligheten, att det funnits 6 kindtänder, af 
hvilka den bakersta öfvertaliga molaren varit tämligen stor och försedd med 
dubbel rot. I öfverkäken uppträder stundom en dylik öfvertalig 6:te kind- 
tand men i underkäken t vekes detta vara nasot enastående. 

2 Jfr Ark. f. Zoologi," Bd 4, I\:o 22, IGOS! 



E. LÖNNBERG, NÅGRA FYND AF SUBFOSSILA VERTEBRATER. 11 

Diploneis domhlittensis Grun. + 

» elliptica Ktz. r. 

» par7na Cl. r. 

Encyonema prostratum Ralf. r. 
Efiihemia turgida & v. hyndmanni. + 

» zebra (Ehb.) Ktz. r. 

Eunotia clevei Grun. + 
Gomphonema rjeminatmn C. Ag. r. 
Melosira granidata Ehb. c. 
( » arenaria). 

Pleurosigma atteiiiiatum (Ktz.) W. Sm. 
Rhabdonema arciiatu^n (C. Ag.) Ktz. r. 
Stepkanodiscus astrcea Ehb. -f 
Tahellaria fenestrata Ktz. r. 
Synedra idna. 

Såsom slutomdöme uttalar Fru von Euler, att tillgån- 
gen på Ancylus-tids diatomaccer är ymnig och antyder ty- 
pisk Ancylus aflagring. Med undantag af Rhahdonema äro 
nämligen alla färskvattenformer. Då det ej är uteslutet, att 
dessa fåtaliga Rhabdo7ie7na-exemp]8iY inkommit sekundärt an- 
tingen då lerprofvet togs eller på annat sätt, torde det med 
visshet kunna antagas, att den ifrågavarande vikaren från 
Trönö lefvat och dött under Ancylus-tiden.^ 

Angående skelettets läge har Hr. Flodin meddelat föl- 
jande. Vid gräfning af en brunn genomgräfdes och undan- 
skaffades först matjord af »1 alns>> mäktighet, därpå annan 
annan jord af »1 V2 alns» tjocklek. Därefter började ett 
lerlager, som sträckte sig ytterligare »2 V2 alnar» ned i mar- 
ken och under detta lågo skelettdelarne, som sålunda funnos 
»5 alnar» under jordytan. 

Om fyndplatsens läge har Hr. Flodin meddelat följande: 
»Fyndplatsen ligger efter allmän landsväg 17 kilometer nord- 
väst om Söderhamn i Hamre by, Trönö socken, Hälsingland; 
femton kilometer (fågelväg) till nutida strand af Östersjön 
(den s. k. »Plåga viken») och 41 meter öfver hafsytan.» 

Angående Ancylus-sjöns höjdgräns inom ifrågavarande 
område har Professor G. De Geer benäget framhållit, att 

^ Flertalet af de of van uppräknade diatomaceerna äro af A. Ham- 
BERG anförda från lerinjima vid Edefors, Lule älf dalgång (Sv. Geol. Un- 
ders. Ser. C. X:o 202, p. 35 — 37), och denna lermjuna anser Hamberg vara 
af satt i en Ancylus-fjord. 



12 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAXD B. N:0 3. 

något bestämdt värde där för närvarande ej kan sättas. Men 
för fyndplatsen i Trönö kan följande omdöme af gif vas: »med 
säkerhet öfver och kanske inemot 150 m. öfver hafvet. Grän- 
sen [för Ancylussjön] går sålunda med visshet långt of van 
41 m.>>, som var vikareskelettets ungefärliga höjdläge. 

Emellertid har nog äfven i senare tider vattnet nått öfver 
dessa trakter, så att Litorina-aflagringar täcka Ancylus-af- 
lagringarna och därigenom förklaras föroreningen af Lito- 
rina diatomaceer i profvet. Men ännu i långt senare tid 
sträckte sig Östersjön in öfver nuvarande Trönö socken, så- 
som redan framgår af namnet. Traditionen omtalar äfven 
något liknande. Urmakaren Flodin nämner äfvenledes i 
sina uppgifter, att ungefär 3 km. från fyndplatsen finnes en 
myr, »som ligger ganska högt öfver nämnda plats». Denna 
myr kallas »Skeppsmyren» och »torde ha fått sitt namn af 
att där i forna dagar hafver funnits rester af ett skepp». 



3. Fynd af vikareskelett i Norrbotten. 

I slutet af december 1908 erhölls ett bref från Hr. A. F. 
Holmgren, Person, hvari meddelades, att »vid pågående ut- 
dikning af frostförande mark har på 1 V^ meters djup på- 
träffats 2 djurskelett i närheten af hvarandra». Samtidigt 
sändes äfven några delar såsom prof af det ena skelettet. 
Vid framkomsten befunnos dessa ben utgöras af högra un- 
derkäken samt en del af högra öfverkäken af en vikare eller 
ringlad själhund (Phoca hispida). På därom gjord fram- 
ställning skickade sedan Hr. Holmgren ned de delar af båda 
skeletten, som blifvit tillvaratagna samt meddelade tillika 
om fyndplatsen följande. »Fyndorten är belägen i Rutviks 
by af Ned er-Luleå socken och platsen lär enligt den beskrif- 
ning jag erhållit, ligga omkring 11 kilometer rakt norr om 
Luleå och långt från nutidens haf». 

De vid detta tillfälle mottagna benen utgjordes af föl- 
jande ben tillhörande den vikare, af hvilka förut käkdelar 
erhållits: sista bröstkotan, sista ländkotan, vänstra radius, 14 
st. refben, högra halfvan af bäckenet, femur, tihia och jihula 
från båda sidorna, andra, tredje och femte tårnas mellan- 
fotsben från båda sidorna, första högra tåns mellanfotsben 
och första falang samt penisbenet. 



E. LÖNNBERG, NÅGRA EYND AF SUBFOSSILA VERTEBRATER. 13 

Det andra skelettet visade sig också ha tillhört en vikare. 
Af denna erhölls båda underkäkarne (något skadade), hullce 
ossece med omgif vande delar, atlas, 4:de och 5: te halskotan, 
lista, 9:de och 10-de bröstkotan, sista ländkotan, sacrum, 
båda scapulce (söndriga) humeri och ulnce, höger radius, 11 
ref ben, ett stycke af vänstra bäckenhälften, höger femur, båda 
tibice och fihulce, femte vänstra tåns mellanfotsben, tredje 
vänstra tåns mellanfotsben, första högra tåns första falang 
samt penisbenet. 

Båda dessa vikare, som för korthetens skull i det föl- 
jande må betecknas såsom n:o 1 och n:o 2 ha varit ganska 
gamla djur. Detta framgår däraf, att hos n:o 1 alla epify- 
ser såväl på kotor som på långa ben äro fastsittande med 
undantag af nedre epifysen på tihim och fihulce, h vilka ben 
mycket länge fortfara att tillväxa. Hörntänderna hos n:o 1 
äro äfven rätt nötta, hvilket däremot endast i ringa grad är 
fallet med kindtänderna. Hos n:o 2 äro alla epifyser fullt 
fastsittande och i de flesta fall finnas ej spår af suturerna 
(tibians nedra epifys-sutur är den enda synliga). Hörntän- 
derna äro mycket starkt nötta och äfven kindtänderna äro 
mycket af nötta. 

För att möjliggöra en direkt jämförelse af benens dimen- 
sioner med desamma hos andra former meddelas här nedan 
en del mått af ohka ben. 

X:o 1 X:o 2 

Längd af underkäken från baksidan af condyliis 

till bakkanten af hörntandsalveolen 92 mm. — 

Bredd af underkäken strax ofvanför processus an- 
gularis 24 » 25 mm. 

Längd af hidla ossea — 35 >> 

Bredd af atlas framtill — 53 ^^ 

Längd af scapula parallellt med spina — 105 •> 

Längd af humerus med båda epifyserna, mätt från 

ledknappen — 89 

Längd af radius med båda epifyserna — 93 ;' 

» » » utan nedre epifysen 80 » 83 >^ 

Största bredd af radius — 31 » 

Längd af ulna från öfverkanten af fossa sigmoidea 

major till nedre ändan — 101 

Längd af femur i midtlinien 67 » 67 » 



14 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 3. 

X:o 1 X:o 2 

Diameter af caput femoris 15 mm. 15 mm. 

Längd af tihia utan nedre epifys 158 » 160 » 

» ■> » med bada epifyserna — 175 » 

Bredd af ^i&ia-epifysen upptill 36 » 35 » 

Sinsemellan öfverensstämma tydligen måtten på de båda 
skelettens motsvarande delar i de fall, då en direkt jämfö- 
relse af måtten kunnat äga rum. Men äfven i de fall då 
benen varit trasiga, så att jämförelse af totalmått ej kunnat 
åstadkommas, visar det sig, att de återstående brottstycke- 
nas dimensioner öfverensstämma med motsvarande delar af 
det andra skelettet. Så är t. ex. condylus på underkäken 
af n:o 2 afbruten och saknas men om denna underkäkshalfva 
lägges på den motsvarande af n:o 1 täcka de hvarandra all- 
deles. Dock är underkäken af n:o 2 tjockare och massivare 
samt tyder på ett äldre djur, i likhet med hvad utseendet 
af tänderna och af andra ben också gör, såsom redan fram- 
hållits. Men denna omständighet, att benen, som höra till 
de båda skeletten äro sinsemellan så godt som lika stora, 
ehuru det ena är något yngre än det andra, är ett otvety- 
digt bevis på, att båda härstamma från fullvuxna djur, 
som nått sin maximistorlek åtminstone i det allra närmaste. 
Detta bevis är desto kraftigare, som båda exemplaren äro 
af samma kön. 

Storleken af underkäkarne stämmer också ganska nära 
med motsvarande mått af den vikare, som funnits vid Trönö 
(se ofvan) i aflagringar från Ancylustiden. Den sistnämn- 
das tibia är något kortare än tibian af n:o 1. Bäckenets 
längd hos Trönövikaren är endast ett par millimeter mindre 
än motsvarande hos n:o 1 och atlas af den förra öfverens- 
stämmer nära med atlas af n:o 2 o. s. v. 

Helt olika resultat erhålles af en jämförelse mellan ske- 
letten från Rutvik och motsvarande ben af fullvuxna nutida 
vikare. Dessa senare visa sig vara betydligt större. Det 
anförda måttet på underkäkens längd från hörntandsalveolen 
till baksidan af condylus är hos vuxna Spetsbergs vikare från 
102 till 115 mm. och hos en gammal vikare från Oxelösund 
111 mm. Således en skillnad af från 10 till 23 mm. hvilket 
är mycket afsevärdt på ett sådant mått. 



E. LÖNNBERG. NÅGRA FYND AF SUBFOSSILA VERTEBRATER. 15 

På samma sätt är det med alla öfriga mått, såsom fram- 
går af följande jämförelse, livarvid för korthetens skull en- 
dast den mindres af de båda fullvuxna Spetsbergsvikarnes 
dimensioner tages i betraktande: 

Bredd af atlas af n:o 2 är 3.3 mm. < än samma mått hos Spetsbergsvikaren. 
Längd af scapula parallellt med spina af n:o 2 är 7 mm. < än samma 

mått hos Spetsbergsvikaren. 
Längd af humerus med båda epifyserna af n:o 2 är 9 mm. < än samma 

mått hos Spetsbergsvikaren. 
Längd af radius utan nedre epifysen af n;o 2 är 6 nim. < än samma mått 

hos Spetsbergsvikaren. 
Diameter af caput femoris af n:o 2 är 1 mm. < än samma mått hos Spets- 
bergsvikaren. 
Längd af tibia utan nedre epifys af n:o 2 är 13 mm. < än samma mått 

hos Spetsbergsvikaren. 

Denna jämförelse kunde utsträckas än längre med lik- 
nande resultat, men det redan anförda torde vara tillfyllest 
för att ådagalägga, att de vid Rutvik funna vikarena till 
alla dimensioner äro mindre än nutida vikare, och samma 
sak gäller äfven om vikaren från Trönö. 

Om nu dessa tre fossila vikare hade härstammat från 
samma tidsålder låge det nära till hands att antaga, att vid 
den tiden lefde i Östersjön en ras af vikare, som var af se- 
värd t mindre än den nutida. 

Ur den lera, som häftade fast vid benen från Rutvik ha 
diatomaceer utslammats och dessa ha godhetsfullt granskats 
af Professorskan Dr. A. von Euler, som benäget meddelat 
uppgift om följande arters förekomst: 

»Diploneis panna Cl. r. 
Campylodiscus echeneis Ehb. r. 
Einthemia turgida (Ehb.) Ktz. r. 
Eunotia gracilis (Ehb.) r. 
» prcErupta Ehb. r. 
Navicida peregrina (Ehb. Ktz.) r. 
Cymhella cuspidata Kutz. r. 
Pinmdaria dactylus Ehb. r. 

» divergens W. Sm. r. 

>> gentUis Donk. r. 

» esox Ehb. + 



16 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND G. N:0 3. 

Pinnularia macilenta Ehb.? r. 

» major Ktz. c. 

» mesogoiigyla (Ehb.) Cl. -h 

» hemiptera Ktz. r. 

» minor Cl. r. 

» microstauroyi Ehb. + 

» viridis Ehb. c. 

» stauroptera Grun. r. 

» stomatophora Grtjn. r. 

Stauroneis acuta W. Sm. r. 
» anceps Ehb. r. 

Härtill har Professorskan Dr. A. von Euler fogat föl- 
jande anmärkning: »Leran utgör sålunda ett Pijinularia-lager 
med former, som f. n. träffas i norra kustlandet och mot- 
svarar de s. k. Pinnularia-lager, som enligt min far [Profes- 
sor P. T. Cleve] karaktärisera södra Sveriges »Ancylus»- 
bildningar. Däremot har jag ej kunnat finna något af de 
ledfossil eller den karakteristiska artblandning, som utmär- 
ker Finlands och norra Sveriges »Ancylus» -lager: Eunotia 
clevei, Coscinodiscus halticus, Stephanodiscus, Melosira arena- 
ria, Diploneis demhlittensis m. fl.» På anföra skäl anser så- 
lunda Professorskan von Euler, att den ifrågavarande leran 
ej kan anses såsom en typiskt Ancylus-aflagring, men hon 
tillägger den »måhända bildats i en sötvattenslagun, ty alla 
former är o söt vattens- undantagandes bräckvattensf ormen 
Campylodiscus echeneis, som endast påträffats i ett par exem- 
plar». 

Detta meddelandes innebörd bekräftades sedan, när ge- 
nom vänligt tillmötesgående af Landtbruksingeniören J. E. 
Berggren närmare underrättelser erhållits angående fyndets 
läge m. m. Enligt benäget meddelande af honom lågo de 
båda vikareskeletten 1,4 m. under markytan samt 0,5 m. 
öfver medelvattenstånd i Bottniska viken. De voro inlag- 
rade i slamjord eller lättlera. Det bäcken, i hvilket fynd- 
platsen är belägen har fordom haft förbindelse söderut genom 
ett trångt sund nedåt Björkskatafjärden norr om Luleå, hvcirs 
nutida förbindelse med Bottniska viken österut går genom 
det smala Stinksundet och sedan norrut till Sörfjärden o. s. v 
Fyndplatsen har sålunda en gång varit den innersta delen 
af ett långt labyrintartadt system af sund och vikar såsom 



E. LÖNNBERG, NÅGRA FYND AF SUBFOSSILA VERTEBRATER. 17 

en blick på Luleå- bladet af »Norrbottens läns kartverk 1896» 
ådagalägger. Det innersta nu torra bäckenet i detta s^^stem, 
hvarest fyndet anträffades, är dessutom afstängdt genom en 
tröskel, som visserligen nu är genomgräfd, men som Landt- 
bruksingenjören Berggren uppskattar till en höjd af om- 
kring 2 till 3 meter. 

De funna vikarena kunna sålunda, om man tager hän- 
syn till landhöjningen, ej tillskrifvas någon synnerligen hög 
ålder från geologisk synpunkt. Till följd af det långa och 
inkrånglade utloppet från fyndplatsen och utåt hafvet, är 
det sannolikt, att de förirrat sig in någon gång under hög- 
vatten samt sedan ej hittat ut, när lägre vattenstånd inträdt, 
utan blifvit instängda och slutligen på ett eller annat sätt 
omkommit. 

4. Ett fynd af en gås i hvarfvigr lera. 

I midten af april detta år erhölls ett meddelande från 
Lektor Gottfrid Adlerz, att vid grundgräfning på en bygg- 
nadstomt i Sundsvall anträffats ett fågelskelett. Fru Adlerz 
hade sett en notis härom i en tidning och insåg det veten- 
skap hga värdet af ett dylikt fynd, hvarför hon med prisvärd 
energi genast begaf sig till fyndplatsen och tog reda på saken. 
Härigenom sattes lektor Adlerz i tillfälle att bärga fyndet. 
Il vilket väsentligen underlättades däraf, att arbetarna varit 
kloka nog att lämna benen in situ och lossat en större ler- 
klump, hvari de lågo. Denna lerklump ombyggdes sedan 
försiktigt med en låda och inpackades, så att allt i bästa 
skick framkom till Riksmuseum några dagar senare. 

Fyndplatsen var belägen på åkaren Jönssons tomt vid 
Sjögatan i Sundsvall och enligt af stadsingenjör Aberstén 
benäget verkställd afvägning låg skelettet »på en nivå af 
1,2 m. öfver medel vattenstånd». 

Det material, hvari skelettet befanns inbäddadt, utgjor- 
des af hvarfvig lera, ganska mörk till färgen med smala grå- 
gula mellanränder. En del skikt voro ända till 5 mm. mäk- 
tiga, de flesta dock endast omkring 3 mm. 

Vid på Geologiska Undersökningen benäget upprepade 
gånger företagen slamning anträffades, såsom af Dr. Munthe 
konstaterats, inga diatomaceer i denna lera. Detta synes 
tyda på rent glacial natur. 

Arkiv för zoologi. Band 6. N:o 3. 2 



18 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 3. 



Sedan lerklumpen med skelettet framkommit till Riks- 
museum, skedde framprepareringen så noga och försiktigt 
som möjligt. Detta arbete försvårades visserligen genom 
lerans seghet och vissa bens stora bräcklighet, men så godt 
som al]a ben eller rester af dylika, som funnos inneslutna i 




Fig. 2. Fotografi af det frampreparerade gasskelettet för att visa benens 
läge. Bäckenet och humerus ha blifvit upplyftade och den senare om- 
vänd, men de ligga på sin ursprungliga plats. , 



lerklumpen torde ha räddats. De flesta kunde också med 
försiktighet lösgöras, hvarefter de rengjordes med sprit och 
preparerades med schellaklösning för att ej falla sönder vid 
torkningen. 

När friprepareringen hunnit så långt, att det plan, hvari 
de flesta benen lågo, barlagts, visade sig den situation, som 
fig. 2 företer. En del ben, som stucko upp i öfverliggande 



E. LÖNNBERG, NÅGRA FYND AF SUBFOSSILA VERTEBRATER. 19 

lager ha borttagits. Men följande ben låta urskilja sig. Till 
höger nedtill en fot (vänster) och tillhörande tärs; därframom 
en tibia och femur. Till vänster om dessa bäckenet och ned- 
till till höger en rad tåfalanger af höger fot. Till vänster 
framåt om bäckenet synas en ulna och radiiis (höger) och 
framom till höger om dessa en humerus (vänster) och till 
höger om den en radius af samma sida (tillhörande ulna och 
en fingerfalang hade redan vid framgräfningen kommit lösa). 

Större delen af ytplanet mellan benen hade ett ockra- 
färgadt öfverdrag, men under detta öfverdrag var leran svart 
af organisk substans. Litet hvarstädes syntes aftryck och 
äfven rester af fjädrar, hvilka till dels voro svarta, som om 
de varit förkolnade. På en del ställen kunde såväl på af- 
trycken som fjäderresterna till och med fanets bistrålar skön- 
jas under lup. 

När allt, som kunde räddas, tillvaratagits, funnes föl- 
jande ben och benrester. 




Fig. 3. Delar af vänstra underkäkshalfvan. Nat. storl. 

Ett stycke af kalotten från vänstra orbitaltaket och så 
långt bakåt, att därtill kunde inpassas kraniets vänstra tem- 
poralregion, som fanns i särskildt stycke. 

Ett stycke af högra temporalregionen. 

Större delen af vänstra underkäkshalfvan i tvenne styc- 
ken (fig. 3). 

En del små fragment, som troligen tillhört kraniet. 

Atlas (fig. 4). 

Epistropheus (fig. 4). 

Tredje och fjärde (?) halskotan (fig. 4). 

Sjunde (ungefär) halskotan (fig. 4). 

En af de nedersta halskotorna (fig. 4). 

Femte (ungefär) bröstkotan (fig. 4). 

En del af tredje (?) venstra refbenet (fig. 5) och ett mindre 
stycke af ett annat vänster-refben. 

Lumbosacralregionen järn. te främre delen af själfva bäcke- 
net till och med ett stycke bakom acetabularregionen, på 
vänstra sidan längre stycken af ileum och ischium. 



20 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 3. 




Atlas 



epistropheus, 



3:dje halskotan. 



4: de halskotan. 



Fyra svanskotor. 

Vänstra humerus utom dess främsta del (fig. 7). 
TJlna och radius (fig 7 & 8) från båda sidor, de vänstra 

dock stympade i distala ändan, 
hvilket liksom stympningen af 
humerus troligen skett vid upp- 
gräf ningen. 

Ulnare, vänster (fig. 7). 
Metacarims, vänster (fig. 1). 
Ett stycke af tumbenet, vän- 
ster (fig. 7). 

Andra fingrets basala falang, 
vänster. 

Tredje fingret, vänster. 
Vänstra jemur (fig. 9). 
» tihia (fig. 9). 
» tarsometarsus jämte 
hela » foten m situ (fig. 10). 

XEtt stycke af högra tibian. 
Högra tarsometatarsus (ska- 
7:de(?) halskotan. ^^^^ ^^j^ ^^ ^^^^ ^^^^ ^f ^-^^^^ 
foten. 
Några stycken af tracheal- 
ringar (fig. 11). 

Åtskilliga små benfragment, 
^fck^ A som ej låta identifiera sig. 

^HB^H en af de nedersta Vid framprepareringen blott- 

^^^P halskotorna, ^^^^^ ^^^^^ ^^^ ^^^^^^ vänstra 

^Bf foten in situ. Proportionen mel- 

lan benen såväl som deras egen 
storlek ådagalade då, att det var 
^^^ 5:te(?) bröstkotan, ^^"ågan om en gås, och då fyn- 
^^^^^^ Nat. storl. det låg i en hvarfvig lera måste 

^^^^^B tanken först falla på någon af 

'^^^ de arktiska gässen. Då Branta 

Fig. 4. leucopsis och bernicla ha propor- 

tionsvis mycket kortare framtar 
och smärtare tarser än lerfyndet och A7iser erythropus är 
alltför liten i alla dimensioner, kunde de alltså genast ute- 
slutas. Det återstod då i främsta rummet Anser brachy- 



E. LÖNNBERG, NÅGRA FYND AF SUBFOSSILA YERTEBRATER. 21 

rhynchus, men äfven dess släkting på No vaja Semlja A. 
neglectus, samt af de med hvit näbbnagel försedda gässen A. 
alhifrons. Sedan humerus och andra vingben rengjorts, gjor- 
des därför först en jämförelse med A. hrachyrhynchus. Det 
framgick emellertid däraf, att den subfossila gåsen var med 
afseende på vingbenen afsevärdt större än A. hracliyrhynclms 
såsom äfven måtten i bifogade tabell visa. Detta är desto 
mera beaktansvärdt, som den subfossila gåsen varit ett täm- 





Fig. 5. En del af 3:dje 
vänstra refbenet. 



Fig. 6. Bäckenet sedt underifrån, 
-/3-nat. storl. 



ligen ungt exemplar, hvilket framgår bl. a. af bäckenets grad 
af förbening. 

Under sådana omständigheter måste A. hrachyrhynchus 
tillsvidare lämnas åsido och jämförelsen utsträckas till de 
större arterna A. fabalis och A. anser. En sådan jämförelse 
gaf vid handen, att dimensionerna af vingbenen (humerus, 
ulna och radkis) af den subfossila gåsen ganska nära öfver- 
ensstämde med de motsvarande hos sädgås och grågås (se 



22 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND G. N:0 3. 



mått-tabellen). Men när bakre extremiteternas ben af dessa 
båda arter jämfördes med motsvarande af den siibfossila gå- 
sen, blef resultatet ett helt annat. I synnerhet grågåsens 
tihia och tärs voro betydhgt längre än den siibfossila gåsens. 
Hos sädgåsen var skillnaden i längd hos dessa ben ej så sär- 
deles påfallande, men deras groflek var betydligt större än 
hos den subfossila gåsen. Tvärdiametern af tibiotarsus ned- 
till var 3 V2 resp. 4 mm. större hos sädgås och grågås än hos 




Fig. 7- Vänstra vingens ben. V^ nat. storlek. 




mmmm 

Fig. 8. Höger radius och ulna. -J-å nat. storlek. 



den subfossila. Minsta tvärdiametern af tarsens diafys hos 
sädgåsen var väl 1 mm. mera än hos den subfossila gåsen 
och andra dimensioner i öfverensstämmelse härmed. 

Hvad som emellertid framför allt var i ögonen fallande, 
var den så betydligt mycket större baktån hos grågås och 
sädgås än iios den subfossila gåsen. Baktåns basala falang 
hos den sistnämnda är emellan 8 V^ och 9 mm., men hos 
grågås 16,5, hos sädgås 15,5 och till och med hos bläsgås 
drygt 13 mm. Härigenom blir äfven den sistnämnda (A. 



E. LÖNNBERG, NÅGRA FYND AF SUBFOSSILA VERTEBRATER. 23 

alhifrons) genom sin stora baktå utesluten från listan på de 
arter, som kunna ifrågakomma för den subfossila gåsens 
identifikation. Däremot måste A. hrachyrliynchus åter upp- 
tagas för jämförelse, då den har en liten baktå liksom den 
subfossila. Visserligen mäter den basala leden hos ett exem- 
plar af A. hrachyrhyiichus 10 mm., men med af seende på 
falangens spenslighet liknar den den subfossila gåsen. Jämföras 
mått af andra tåfalanger t. ex. mellantåns och innertåns 
basala falanger (se måttabellen), så finner man, att den sub- 
fossila gåsen visserligen är större än Spetsbergsgåsen, men 
dock kommer närmare till denna än till sädgåsen och grå- 
gåsen. 




Tjocklek af humerus midt pa diafysen . . . 
Bredd » t> vid distal a epifysen . . 

Längd af ulna (i midtlinjen) 

» » radius » 

» » tibiotarsus på insidan 

Tibiotarsus tvärdiameter nedtill 

Längd af tarsonietatarsus på insidan och från 
condyliis för •2:dra tan (innertån) . . . . 

Längd af baktåns basala falang 

» » mellantåns » » 

» » innertåns » » 

Tvärdiameter af atlas 

» » 3:die halskotan upptill . . 

» » 4:de » » . . 

Bäckenets bredd öfver os ilinm^s postaceta- 

bularutskott 




11,5 
25 

156 

151 

130 
13,5 

71 

9 
28 
28,5 

9 
12 
14 

! 51 



9,5 


11 


23 


25 


138 


156 


132 


150 


120 


134 


15 


17 


61 


76 


10 


15,5 


26,5 


31 


25 


33 


9 


— 


12 


— 


12 


— 


47.5 


49 



11 

25,5 
161 
156,5 
143 

17,5 

79 

16,5 

34 

34,5 

13 

15 

17 

56 



Äfven i andra afseenden påminner den subfossila gåsen 
trots sin betydligare storlek mera om A. hrachyrlnpicJms än 
om sädgås och grågås. Atlas tvärdiameter är t. ex. ungefär 
lika stor hos de båda förstnämnda, men 4 mm. större hos 
grågåsen. Likaså är tvärdiametern af tredje halskotan upp- 
till hos A. brachyrhynchus och den subfossila ungefär lika 




24 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 3. 

stora, men 3 mm. större hos grågåsen. Samma dimension 
af fjärde halskotan är hos den subfossila 2 mm. större än 
hos Spetsbergsgåsen, men hos grågåsen ytterhgare 3 mm. 
större. Häraf framgår alltså, att den subfossila gåsen har 

en spensligare byggd hals än 
grågåsen och att den i detta 
afseende närmar sig till Spets- 
bergsgåsen. 

På samma sätt äro den 
subfossila gåsens svanskotor gracilare än grå- 
gåsens och sädgåsens o. s. v. 

Bäckenet af den subfossila gåsen öfverens- 
stämmer till sin form rätt bra med Spetsbergs- 
gåsens. Hos båda är det mindre starkt kon- 
kavt på öfversidan än hos grågås och sädgås. 
Bredden öfver postacetabularutskottet af os ilium 
är större än hos Spetsbergsgåsen, men mindre 
än hqs grågåsen. På samma sätt är den post- 
sacrala kotraden längre än hos Spetsbergsgåsen, 
men kortare än hos grågåsen och ungefär lika 
stor som hos sädgåsen. Det är också en kota 
mindre i den postsacrala raden än hos Spets- 
bergsgåsen, och den bakersta har en annan form, 
är mera långsträckt, hos den fossila än både hos 
Spetsbergsgåsen och grågåsen. Bäckenet öfver- 
ensstämmer sålunda ej med bäckenet hos någon 
af de arter, som användts för jämförelse, ehuru 
det som sagdt till sin allmänna form påminner 
mest om detsamma hos Spetsbergsgåsen. 

Det stycke af kraniets kalott och vänstra 

orbitaltaket, som finnes i behåll af den fossila 

Fig. 9. Vän- gåsen, ant3^der ett större hufvud än hos Spets- 

stra femur och bergsgåsen, och af underkäksdelarna, som finnas, 

* ^storiek!^^ kan man approximativt beräkna, att den fossila 

gåsens näbb varit omkring 12 mm. längre än 

hos den nämnda. 

Sammanfattar man hvad som ofvan framställts, torde 
alltså kunna sägas, att den subfossila gåsen varit en gås, 
som med afseende på sina vingars byggnad varit mycket 
större än Spetsbergsgåsen och därvidlag nästan nått samma 
storlek som grågåsen och sädgåsen, men med afseende på 



E. LÖNNBERG, NÅGRA FYND AF SUBFOSSILA VERTEBRATER. 25 

tarser och fötter varit mycket mindre än de sistnämnda och 
i allmänhet visat en smäckrare byggnad, som påminner starkt 
om Spetsbergsgåsen framförallt med afseende på den lilla 
baktån. Tarsen synes ha varit omkring 10 mm. längre än 




Fig. 10. Vänster tärs och fot in situ. Nat. storl. 



hos Spetsbergsgåsen och näbben omkring 12 mm. längre än 
hos denna. Spetsbergsgåsens närmaste släkting Anser neg- 
lectus SusHKiN skiljer sig just från densamma genom betyd- 
ligare storlek, längre tärs och längre näbb, alltså genom de 

Arhiv för zoologi. Band 6. K:o 3. 2* 



26 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 3. 

karaktärer, h varigenom den subfossila gåsen af viker från 
Spetsbergsgåsen. A. neglectus är hemma på Novaja Semlja, 
Kolgujev och trohgen andra ställen i Norra Ishafvet. Under 
flyttningarna har den med säkerhet träffats åtminstone så 
långt västligt som i Ungern och har måhända under istiden 
haft en västligare utbredning. Ehuru intet skelett af denna 
sällsynta gås stått till förfogande för jämförelse, kan det 
dock sägas vara ganska sannolikt, att den subfossila gåsen 
från Sundsvall bör räknas till denna art eller representera 
den gemensamma stamformen för den och A. brachyrhynchus. 
Då endast rester af tvenne refben funnos och sternum, 
clavicula och coracoideum helt och hållet saknades, ehuru så 

S många ben af det öfriga skelettet funnos i behåll, 
synes det ganska sannolikt, att gåsen ifråga tagits 
af en rof fågel, som hackat upp bröstet, så att de 
nämnda benen skiljts från det öfriga skelettet, 
Fig 11. De- hvilket sedan i ett sammanhang kommit i vattnet 
trachrai- (kanhända från ett drifisstycke), sjunkit och in- 
ringar, bäddats i leran. 

Fynd af fossila fågelrester äro synnerligen säll- 
synta och därigenom vinner detta ett än mera ökadt intresse, 
då det ger en antydning om den fauna, som lefde här i lan- 
det vid tiden för isens afsmältning. Förutom det fynd af 
strömand {Histrionicus histrioniciis (Lin.)), som erhållits i 
Holms socken i Halland ^ torde dessa gåslämningar vara de 
enda fågelrester funna i glaciallera i Sverige. 



Summary. 

1. Fragments of a skull with antiers (see fig. 1, p. 2) 
of a young Reindeer have been found north of the village 
Edared, in the parochial district Fotskäl in Westergotland. 
The remains were imbedded in a marly deposit ccntaining 
shells of Litorina rudis, L. palliata, L. litorea, Mytilus edidis, 
Tellina haltica and Saxicava arctica. Mr R. Hägg expresses 
as his opinion about these molluscs, which he has examined, 
that they indicate a climate similar to that of the Murman 
coast in the present time. The marl was covered, counted 
from the surface, with 20 cm. peaty soil, then 10 cm. sand, 

^ Nathorst: Sveriges Geologi, Senare delen, p. 255. 



E. LÖNNBERG, NÅGRA FYND AF SUBFOSSILA VERTEBRATER. 27 

then 20 cm. clay. The skeletal fragments were situated 
about 60 cm. deep in tlie marl which extended still 60 cm. 
deeper. The place was situated 48, 2 o m. above the sea level. 
This is the northernmost find of fossil remains of the 
southern invasion of Reindeer in Sweden, and to the north of 
Scania such remains have been found only once in Smolan- 
dia, and once on the island Oeland. The Reindeer must have 
become extinct very soon in southern Sweden in postglacial 
time, it is therefore of great interest to state that it reached 
as far north as to the place mentioned above. 

2. The skeleton of a Plioca hisyida has been found in the 
parochial district Trönö in Helsingia about 17 kilometres 
northwest from the town of Söderhamn about 41 m. above 
the sea and about 3 m. deep in clay. The diatoms found in 
this clay (see list of species p. 10) indicate that the skeleton 
belongs to the Ancylus epoch when the Baltic was a fresh- 
water lake. The skeleton is of an old fullgrown male, but 
the different bones are much smaller than those of Ringed 
Seals of the present day, which appears to indicate that a 
dwarfed race of this seal inhabited the Ancylus lake. 

3. The skeletons of two specimens of Ringed Seal, both 
fullgrown old males have been found at the village Rutvik in 
Norrbotten about 11 kilometres from the town of Luleå about 
1,4 m. deep in clayey soil but only 0,5 m. above the Gulf of 
Bothnia. The diatoms (see list of species p. 15) indicate that 
the deposit has originated in a freshwater lagoon. The 
place where the find was made was formerly the end of a 
system of long and narrow sounds and fjords. It is pos- 
sible that the specimens, which were smaller than normal 
Ringed Seals, had entered this water-system and reached its 
inner end at a period when the water was deeper than 
usual and not found their way out, or become landlocked 
when the water fell out. The situation does not indicate 
any great age geologically spöken. 

4. The skeleton of a Goose has been found in the city 
of Sundsvall in boulder-clay (no diatoms) 1,20 m. above the 
sea. The bones of the wing were about as large as those of 
Anser anser or A. fahalis but the tarsus and toes much 
smaller than in the mentioned species, and, above all, the 
very short hind toe proves that the fossil Goose has nothing 
to do with them (see table of measurements p. 23) nor with 



28 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 3. 

A. alhifrons. On the contrary the fossil Goose agrees with 
regard to the short hind toe and the general slenderness of 
different skeletal parts, neck- and tail vertebrae etc. quite 
well with A. brackyrhynchus. As it has had its tarsus about 
10 mm., and its bill (to judge from fragments of the lower 
mandible) about 12 mm. longer than the corresponding parts 
of A. brackyrhynchus, has had larger wing-bones, and in ge- 
neral has been much larger it cannot belong to this latter 
species but it is suggested that the fossil Goose has belonged 
to A. neglectus Sushkin which just differs from its relative 
A. brachyrhynchus in these same characteristics. Fossil re- 
mains of birds in boulder clay are extremely rare, before 
this bones of Histrionicus histrionicus found in Halland are 
the only ones found in Sweden. 



Tryckt den 4 augusti 1909. 



Uppsala 1909. Almqvist & Wiksells Boktryckeri-A.-B. 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. 

BAND 6. X:o 4. 



Ttaxonoiiiic Notes about Pale.arctic Reiiideer. 

By 
EINAR LÖNNBERG. 

With figures in the text. 
Read May 12th 1909. 



Rangifer tarandus (Lin.) & R. t. fennicus n. 

The Reindeer of the Old World have not been so exten- 
sively studied by the modern zoologists as those of North 
America. It is chiefly the Reindeer of Spitzbergen whicli 
has attracted the interest which some years ago ciilminated 
in Camerano's monograph^ on this race Rangifer tarandus 
spetsberg ensis (Andersén).- It must, however, be apparent 
to any modern student of taxonomic zoology that it hardly 
could be expected that one and the same race of Reindeer 
should extend its distribution all över the väst continental 
area through Northern Europé and Asia, from the Atlantic 
to the Pacific Ocean. There has also been given some hints 
about the existence in Eastern Siberia of a separate race, 
and this will be more fully discussed beJow, but in the first 
rank it appears desirable to ascertain whether there is more 
than one race of Reindeer in Northern Europé, not counting 
the Arctic dwarfed race of Spitzbergen which already has 

^ Ricerche intorno alle Renne delle Isole Spitzberghe. Accad. Reale 
delle vScienz. di Torino- Anno 1900—1901. 

2 Öfvers. K. Vet. Akad. Förhandl. 1862. Stockholm 1863. 

Arkiv fur zoologi. Band. 6. X:o 4. 1 



2 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 4. 

been mentioned. The fossil and subfossil Reindeer found in 
different parts of Europé are also excluded. because there 
is not sufficient material available to the present writer for 
entering upon this question. It is thus only the recent and 
still living Reindeer of the European continent which now 
are going to be discussed. 

For this purpose it must then in the first rank be made 
out which animal is the type of >>Cervus Tarandiis>> Linn^us 
1758. Among his quotations af ter the diagnose in Systema 
Naturce ed. X, p. 67, Linn^us mentions »Fauna Svecica» in 
the first place, and there in the paragraph quoted is to be 
read as follows: »Habitat in alpihus Lapponicis plane spon- 
tanei» ... It is thus evident that the type of Rangifer taran- 
dus (Lin.) must be the wild Reindeer of the alps of Swe- 
dish Lapland. This animal is now, I regret to say, extinct 
in Sweden but at the time of Linn^us and still during the 
first half of the last century it was fairly numerous in 
the southern parts of its former area of distribution, that 
is in Northern Dalecarlia Särna and Idre. In the province 
mentioned Linn^us had the opportunity himself of seeing 
and studying the wild Reindeer. Scientific material of this 
Reindeer is very scarce, and it is uncertain whether any 
museum except the R. Swedish Natural History Museum in 
Stockholm posesses any such.^ 



^ Mr. Denis af Wahlberg, Inspector of State-forests in northern- 
most Dalecarlia has at my request kindly undertaken to gather as much 
information as now was possible concerning the extermination of the 
wild Reindeer which formerly lived in the parochial districts Särna and 
Idre, and he has communicated the following. »About the year 1850 
(certainly at least 1849) the wild Reindeer occurred» in great flocks» in 
the neighbourhood of Idre. They came down then into the forests [pro- 
bably during the winter] quite near to Idre church-village and were 
eagerly hunted there. By the moving in of new settlers and even Laps 
the shy Reindeer were driven away to the least accessible placea and 
they grew more and more scarce within the Swedish boundaries. I know 
with certainty that residents shot wild Reindeer in the year 1860. Paul 
Strand, a forest-keeper in State-service, who is an absolutely reliable man, 
says that he the year mentioned shot a wild Reindeer on Långfjället, or 
more exactly on Storvätteshogna, which is one of the peaks of Långfjäl- 
let and the highest (1265 ra.) and perhaps the least accessible mountain 
in Dalecarlia. I have also been told that in the year 1864 or 1865 a sett- 
ler Jakob Persson should have shot 4 Reindeer on a wide moor named 
»Flåa;> and situated to the east of Herjehogna. It is, however, doubtful 
whether these may not have been runaways from a herd of tame Reindeer. 
The Laps have, however, captured wild Reindeer at a låter period. It 
has then been stags which during the rutting season have come roaming 
and mixed with the tame flocks. These late stragglers may have come 
from Xorway.» 



LÖNNBERG, TAXONOMIC NOTES ABOUT PALEARCTIC REINDEER. 3 

In this museum are kept some skulls of wild Reindeer 
which have been shot in April 1836 by Wegelin at the 
mountain Långfjället in the parish Särna, northernmost Da- 
lecarlia. 

These skulls agree with the skulls of wild Norwegian 
Reindeer, and it must be remembered that in former days 
the area of distribution of the wild Reindeer in northern 
Dalecarlia was fuUy continuous with that in southern Nor- 
way where such animals still exist, although not so nume- 
rously as formerly, and also partly mixed with runaway tame 
Reindeer which have been introduced from the north. 




Fig. 1. Lateral view of a skull of a wild Swedish Reindeer {Rangifer 
tarandus. Lin.) ef shot in Särna, Dalecarlia. 



The cranial characteristics of the wild Reindeer skulls 
collected by Wegelin agree also with the same of the tame 
Mountain Reindeer (Swedish: »fjällren») of Swedish Lapland. 

Rangifer tarandus Lin. comprises thus the now extinct 
Reindeer of the Swedish fells formerly distributed south- 
ward to Dalecarha, the still existing wild Norwegian Rein- 
deer, and the tame Mountain Reindeer of Swedish Lapland 
and adjoining parts of Norway and probably northern Fin- 
land as well. 

To the east of the Scandinavian peninsula wild Rein- 
deer are, or were to be found in northern Finland and their 
distribution extended towards the north into the peninsula 
of Kola and southwards along the Finnish-Russian frontier 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 4. 



through Carelia, and at least during the winter their wande- 
rings carried t hem even to the south of Lake Ladoga. 

It has been known for a long time that these Reindeer 
of Fennia, in the broadest sense of that word, were very 
large. It has been repeatedly set forth in the journals de- 

voted to shooting sport, and there 
are also some statements of na- 
turalists to the same point. A. 
W. Malm ^ speaks for instance 
about the great size of the wild 
Reindeer and says that their ant- 
iers sometimes attain a weight 
up to three »Lisp.» which corre- 
sponds to 25 V^ kilogr. approxi- 
mately. This might, however, pro- 
bably be an exception. Pleske - 
has also observed that there exi- 
sted a considerable difference be- 
tween the wild and the tame Rein- 
deer of the Kola Peninsula. The 
latter are probably of the same 
race as the tame Reindeer of 
Swedish Lapland thus Rangifer 
tarandus (possibly in some instan- 
ces crossed with the wild animals 
of the country). Unfortunately 
Pleske had no opportunity to 
obtain measurements except of 
one single specimen of wild Rein- 
der viz. of a not yet fullgrown 
stag (»probably three years old»). 
That one measured from tip of 
snout to tip of tail 199 cm., and had a vertical height of 
121 cm. at the withers, and of 131 cm. at the loins. 

Ten years ago the present author had the pleasure of 
going through the Zoological Museum of Helsingfors in com- 
pany with Professor Palmen. I was then struck by the 

^ En Vinter och tvenne Somrar bland Fjellen eller en Resa i Skandi- 
naviens Nordligaste Lapp- och Finnmarker. Göteborg 1857. 

^ trbersicht der Säugethiere und Vögel der Kola-Halbinsel. Th. I 
Säugethiere. Beitr. zur Kenntn. d. Russ Reich. II Folge. Bd VII. St. 
Petersburg 1884. 




Fig 2. Frontal view of a skull of 

a wild Swedish Reindeer 
{Rangifer tarandus. Lin.) ef shot 
in Särna, Dalecarlia 16 April 1836. 



LÖNNBERG, TAXONOMIC NOTES ABOUT PALEARCTIC REINDEER. 5 

very great size of a mounted Reindeer from the Kola Penin- 
sula, and I felt sure that there must be some other diffe- 
rences as well between the race thus represented and the 
Reindeer of the Scandinavian Peninsula. I expressed this 
opinion too, but there was no time then for further investiga- 
tions as I had other work on hand. Thanks to the kindness 
of Dr. Alex. Luther now in charge of the zoological mu- 
seum mentioned, I am able to state that this Reindeer has 
a height of 120 cm. at the withers, and of 128 cm. at the 
loins thus agreeing quite well with Pleske's measurements 
quoted above. With these measurements ought to be com- 
pared the measurements of a wild Reindeer stag from Nor- 
way (thus the typical Bangifer tarandus) viz. height at the 
withers 112,5 cm., and at the loins 115 cm. ^ The Kola Rein- 
deer is thus considerably larger. 

The difference is not confined to the exteriör dimensions 
aione but make themselves perhaps still more conspicuous 
by an examination of the skull. Through the courtesy of 
Dr. Luther a skull of a wild Reindeer stag shot in »Torne 
Lappmark» (thus probable in Enontekis) 1854 has been put 
to my disposition. The dimensions of this skull are repre- 
sented in the appended table of measurements where they 
may be directly compared with those of Swedish and Nor- 
wegian wild and tame Reindeer. It is very apparent from 
this that the Finland Reindeer is larger in every respect. 

The most striking distinguishing characteristic is derived 
from the very different shape of the nasal bones. In the 
Finland Reindeer the nasals are very strongly elevated above 
the adjoining maxillary bones and form an arched roof flat- 
tened in the mesial line above the nasal cavity (fig. 3), but 
in the Swedish Reindeer (fig. 1) the nasals are much flatter 
and rise very little or not at all above the maxillary suture. In 
consequence of this the height of the facial portion of 
the skull is considerably greater in the former t han in the 
latter, which may be seen by comparing the measurements 
expressing the distance in a straight line from m^ to the 
nasal suture (resp. 115, and 97 & 99 mm.), or the vertical 
height of the skull on a level with the os suj^ramaxillare 
accessorium (resp. 69, and 59 & 61 mm.) At the same time 

^ According to Sv. Xilsson: Skandinavisk Fauna, Däggdjuren, Lund 
1847, (transcribed from Swedish feet and inches). 



6 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. X:0 4:. 

the width of the nasals is strikingly different. The single 
nasal of the Finland Reindeer is anteriorly at the middle of 
the os jorcFmaxillare accessorium broader (21 mm.) than that 
of the Swedish Reindeer (resp. 14 & 15 mm.); but posteriorly 
just in front of the vacuity the former has increased only 
with '/s of its anterior breadth (to 36 mm.) while the latter 
is considerabl}^ more than twice as broad (resp. 36 & 41,. 5) 
as in front and thus has attained a width which is as great or 
even greater than that of the Finland Reindeer. In conse- 
quence of the vaulted shape of the nasals in the Finland 
Reindeer and the more flattened condition of the same bones 
in the Swedish Reindeer the difference in width is less con- 




Fig. 3. Side view of skull ot Hangifer tarandus fennicus. 



spicuous in front and more apparent posteriorly if the com- 
bined width of both nasals is measm-ed, as may be seen 
from the table of measurements. The combined width of 
both nasals in front is in the Finland Reindeer equal to the 
width of a single nasal just in front of the vacuities, but in 
the Swedish Reindeer the former measurement is S,ö to 13 
mm. smaller than the latter. From this description, the 
measurements and the figures (figs. 1 — 4) it may be easily 
understood that the nasals of these two kinds of Reindeer 
are very considerably different in shape. 

On a level with the middle of the nasals, or just be- 
hind that point but w^ell in front of the vacuities there is on 
either side of the nasals a deep depression (conf. fig. 4) 



LÖNNBERG, TAXONOMIC NOTES ABOUT PALEARCTIC REINDEER. 7 




which especially affects tlie maxillaries which tlien again in 
front of this depression are rather strongly eJevated and ha ve 
an inflated appearance. In tbe Swedish and Xorwegian wild 
Reindeer this depression is very slight if at all visible, and 
the maxillary in front of this is not inflated (fig. 2). 

The lachrymal vacuity is very small in the Finland Rein- 
deer (conf. figs 3 & 4) only measuring 13 by 9 mm. Partly 
this smallness may be due to the age of the specimen, but 
nevertheless the diffe- 
rence in size when com- 
pared vvith Swedish speci- 
mens is so great that it 
must be taken as a di- 
stinguishing characteristic. 
The measLirements of the 
vacuity in two skulls of 
Swedish wild Reindeer are 
resp. 23 X 13 and 23 X 12 
mm. 

The lachrymal fossa 
appears to be shallower, 
only two thirds as deep as 
in the Swedish Reindeer 
when the vertical depth 
is measured in a similar 
way in both. 

In consequence of the 
inflated shape of the up- 
per anterior part of the 
maxillary bones the ante- 
rior nasal opening has 
quite another shape in 
the Finland Reindeer (fig. 
4) than in the Swedish Reindeer (fig. 2). In the former the 
greatest width (56 mm.) is situated at the suture between 
os supramaxillare accessorium and the premaxillary and is 
from there gradually narrowed in a forward direction (conf. 
fig. 4). In the Swedish Reindeer the greatest width (resp. 
49 and 47 mm ) of the anterior nasal opening is situated 
nearly at its middle and is narrowed as well upward as 




Fig. 4. Facial portion of skull of Rangifer 

tarandiis fenniciis seen from above 

^'a nat. sig. 



8 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 4, 

downward (conf. fig. 2). It has thus quite a different shape 
in the two races. 

A very remarkable difference is that the upper molar 
series of the Finland Reindeer, in spite of its skull being 
considerably larger, is much shorter, only 85 mm., than in 
the smaller Swedish Reindeer resp. 98,5 and 96 mm. The 
same is also the case with the lovver molar series which 
measures in the former 90 mm. in the latter resp. 104 and 
103,5 mm. The length of the upper molar series is thus in 
the Finland Reindeer only 23,8 7o of the basicranial length 
but in the Swedish Reindeer the same percentage is 29,4 to 
30,0. This difference is the more striking as the facial por- 
tion of the skull of the Finland Reindeer is even comparati- 
vely more elongated than in the typical JRangifer tarandus 
while the length of the cranial portions shows less difference. 

The orbits of the Finland Reindeer are much more pro- 
truding than those of a Swedish Reindeer. This is caused 
partly by the orbital brims being broader, but also by a 
deep concavation being formed in front and below the orbit 
for the insertion of the masseter (conf. fig. 3). This con- 
cavation which by a ridge is separated from the lachrymal 
fossa lies mainly on the zygomatic bone which is very broad 
and large in this animal. In front of this the maxillary bul- 
ges out again to a convexity (conf. fig. 4). In the Swedish 
Reindeer the zygomatic and maxillary slope rather evenly 
into each other below the orbit so that only a very slight de- 
pression is effected for the insertion of the masseter. 

From the table of measurements may be seen that the 
width of the skull of the Finland Reindeer, as well,is larger 
than the corresponding measurements of the Swedish Rein- 
deer. As a rule, however, this difference stånds in corre- 
spondence with the generally greater size of the former. But 
the occipital condyles have another shape in the Finland 
Reindeer and are more transversally extended than in the 
members of the typical race. The width between the extreme 
lateral ends of the articular surfaces is in the former 82 mm. 
and in the latter only from 66 to 68 mm. The condyles 
have also another position in the two races, in the Scandi- 
navian race they stånd more vertically, and in the Finland 
race they are more transversally extended. In consequence 
of this the contour-line of both condyles w^hen seen from be- 



LÖNNBERG, TAXONOMIC NOTES ABOUT PALEARCTIC EEINDEER. 9 

hind is much more strongly curved in the Scandinavian than 
in the Finland race. This differenoe in sliape of the condyl- 
es must be of physiological and biological importance. The 
vertical position of the condyles facilitates a turning to the 
sides of the head, and the transversal position makes it 
easier for the animal to move the head in the vertical plan 
and thus to put up the nose and lay the antiers backwards 
to the sides of the neck which is very convenient if not ne- 
cessary when the animal wants to force its way through a 
dense growth in the woods. This shape of the condyles is 
thus, no doubt, an adaptation to forest ]ife. 

The skull of a Reindeer stag shot in Carelia at Sortan- 
valan and now belonging to the Zoological Museum of Hel- 
singfors has also been put to my disposition through the 
courtesy of Dr. Luther. This skull is remarkable for its 
very large size, its basicranial length being 379 mm. It does 
not agree in every detail with the skull from »Torne Lapp- 
mark» described above, for instance, with regard to the re- 
lative width of the nasals and the size of the lachrymal va- 
cuity which is greater than in the specimen from Torne. 
There cannot be any doubt, however, about its distinctness 
from the Lapland or Sv/edish Reindeer and its belonging to 
the same type as the skull from Torne. For this speaks in 
addition to its great size the general shape of the skull and 
the following characteristics : The deep depression of the 
maxillaries in front of the lachrymal vacuities and the vault- 
ed shape of the nasals; the length of the facial portion of 
the skull (the distance from the orbit to the tips of the pre- 
maxillaries is 261 mm., thus about 68,8 7o of the basicranial 
length of the skull, while the same relation in the typical 
R. tarandics is from 65,5 to 66,7 7o); the strongly protruding 
orbits (the interorbital width at the middle of the orbits 
being 155 mm.); the relative shortness of the molar series 
which represents 25,8 7o of the basicranial length, thus con- 
siderably less than in the Swedish and Norwegian Reindeer; 
the relative thickness of the anterior facial portion of the 
skull, the width of the skull on a level with the anterior end 
of the nasals being 76 mm.; the great breadth of the occi- 
pital region of the skull, the width of the skull, on a level 
with meatiis auditorius being 155 mm. (conf. table of mea- 
surements), while the height of the occipital surface is not 



10 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 4. 

miich different from that of a Swedish Reindeer; the great 
widtli between the lateral ends of the occipital cond3^]es viz. 
80 mm. (the direction of the condyles cannot be ascertained 
as they ha ve been partly chopped off.). The antiers of this 
skull are strong and heavy, the beam rather flattened, the 
bez-tines flat and palmated, both brow-tines palmated and 
converging. 

The direction of the antiers is more erect than in the 
typical Lapland Reindeer, and reminds somewhat of the Red 
Deer, the more so as the beam is almos straight. The length 
of the antiers is 91 cm. and the greatest spread only 78 cm. 

From the description above it must be apparent that 
the Finland Reindeer differs in such a high degree from the 
typical Rangifer tarandus (Li^^.) that it must be considered 
as a separate subspecies and for this I wish to propose the 
name Rangijer tarandus fennicus as tlie centre of its distribu- 
tions is Fennia. 

Before, however, the question about the distribution of 
this Finland Reindeer is discussed it seems suitable to draw 
the ätten tion to some analogies between it and some Ameri- 
can races of Reindeer or Caribou with regard to same cra- 
nial characteristics. In doing so I have only been able to 
use the figures published in various papers of Allén and in 
Madison Grants monograph »The Caribou», ^ as the Ameri- 
can authors, as a rule, have contented themselves with the 
description of externa! features. According to these figures 
Rangifer terrcenovoe Bångs, Rangifer montanus Seton and Ran- 
gifer oshorni Allén- appear to have their nasals elevated 
above the maxillaries in a similar way as R. t. fennicus. All 
these races belong to the Woodland Caribou group. On the 
other hand Rangifer arcticus Richardson has the nasals, a t 
least in front, very flat. The same appears to be the case as 
well with Rangifer granti Allén and R. sionei Allén, al- 
though the figures do not show this so plainly. Rangifer 
groenlandicus Kerr and R. spetsbergensis (Andersen) have 
flat nasals, like the typical Rangifer tarandus (Lin.). There 
appears thus to be a resemblance in this respect between the 
Barren Gr ound Caribous and the Reindeer of the treeless 

^ Seventh Ann. Rep. of the New- York Zool. Soc. 1902. 

^ Here and in the following the American denomination is used, al- 
though certainly at least some of these ^^species» hardly deserve to be 
regarded but as subspecies. 



LÖNNBERG, TAXONOMIC NOTES ABOUT PALEARCTIC REINDEEE. 11 

Arctic Islands or fells, so that tbey together form another 
gronp within the genus. It has been pointed ont above that 
the facial portion of the skull of R. t. feyuiicus is more elon- 
gated than the same of the typical R. iarandus. This is 
another characteristic which the Finland Reindeer has in 
common with the races of Woodland Caribou in opposition 
to the typical races of Barren Ground Caribou. The same 
may be said about the great size of the animal compared 
with the typical tundra Reindeer. Biologically the Finland 
Reindeer is a forestloving animal, and even if it at some 
times of the year leaves the forest because its food is more 
easily and more plentifuUy obtained in other localities, it 
belongs more to the forest than to the open tundra or the 
naked mountains. Its area of distribution extended formerly 
över the greater part of the forestclad Finland-CareHa, the 
Kola Peninsula and adjoining parts of Russia. The question 
whether it has inhabited Svveden, as vrell, wiJl be discussed 
låter on. In the present time its habitat is very much re- 
stricted from what it used to be. 

Pleske has, in his work quoted above, written about 
what lie himself had observed concerning the wild Reindeer 
during an expedition to the Kola Peninsula in the year 1880 
and he quotes previous authors as well. From this report 
it may be seen that wild Reindeer ha ve, at least formerly, 
been distributed över the greater part of the peninsula but 
that their number had been greatly diminished by wolves 
and men. How it is at present is uncertain. Wild Rein- 
deer are still to be found on the Kola Peninsula but it is 
unknown to the present author whether they are numerous 
or scarce. Ramsay mentions^ that he observed a flock of 
11 wild Reindeer in the upper Kunjok-valley east of Lake 
Imandra, and on the Umptek-tundra he saw such animals 
too. In the year 1870 Mr. K. Hildén (»landssekreterare» in 
Uleåborg) wrote that wild Reindeer were to be found in 
Northern Finland within an area extending 220 verst in 
length and with an average width of 120 verst. This area 
consisted of »the forest-clad wilderness which is situated be- 
tween the inhabited country of the parochial districts Enon- 
tekis, Kittilä, Sodankylä and the eastern part of Kuolajärvi, 
and the N orwegian frontier towards the east along Vaskon- 

^ Fennia, 5 Helsingfors 1S92. 



12 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 4. 

joki över Padar Lake, along Jöenjoki and Enare Lake dovvn 
Patsjoki to the Russian frontier.» In the year 1900 Mr. 
Granit^ states that in northern Finland wild Reindeer were 
to be found» only in Enontekis (very little) and in Sodan- 
kylä and Enare parochial districts within the great wilder- 
nesses which form the watershed between the affluents to 
the Arctic Ocean and tliose to the Gulf of Bothnia>>. From 
this district and towards the south the same aiithor did not 
beheve that there existed any wild Reindeer nearer than at 
Ilomants and thence along the Russian frontier towards La- 
doga. Quite lately, however, Dr. Alex. Luther kindly has 
communicated that it appears certain that the w^ild Rein- 
deer now are exterminated in the southern parts of the pre- 
sent Finland even if now and then some stragglers from 
Russian Carelia are seen near the frontier. But »in Ladoga- 
Careha wild Reindeer have been observed even during the 
last years, principally on the grounds belonging to the mona- 
stery of Valamo, where tliey must not be molested.» 

The Finland Reindeer is thus very nearly extermina- 
ted in the greatest part of its former habitat and it looks 
almost as a bitter irony of the fäte that it should not be 
recognized and discerned as a separate race before it was in 
so imminent danger of becoming entirely extinct. It is very 
certain that only little scientific material of this Reindeer 
exists in zoological collections. 

If we now return to the question whether this large Fin- 
land Reindeer ever occurred in Sweden, it is of importance 
to remind about the fact that the forest-clad area of Fin- 
land, which was the principal habitat of this animal, is or 
was fully continuous with that of Xorthern Sweden, and it 
must already for this reason be probable that the Finlandic 
woodland Reindeer also extended its distribution into the 
latter country. There are some records in the literature as 
well which strongly speak for the same theory. It is a fully 
establishecl fact that in former days wild Reindeer occurred 
in the forests of Northern Sweden, and it is also w^ell known 
that these were larger than the Reindeer of the mountains, even 
the wild ones. A very important account about the Rein- 
deer of Northern Sweden is published b}^ Jonas Hollsten in 



^ Tidskr. f. Jägare och Fiskare, 8: de årg. Helsingfors 1900. 



LÖNNBERG, TAXONOMIC NOTES ABOUT PALEARCTIC REINDEER. 13 

tlie year 1774^ and from this may be quoted the following. 
»There is some difference in size among the Reindeer. Those 
that are fed on the pastures of the fells during spring, sum- 
mer and autumn are called Fell-Reindeer (»Fjäll-Renar») and 
are smaller in growth, but those that as well during winter 
as summer live in the woodland are larger and called Wood- 
land-Reindeer (»Skogs-Renar»). Wild Reindeer are not any 
other kind of Reindeer; these are seldom seen in the forests 
of Lapland (»Lappmarken»), but dwell in the wildernesses 
between Lapland and the lower country [i. e. the coast- 
district at the Gulf of Bothnia]. They are somewhat larger 
t han the Woodland-Reindeer mentioned, and twice as large 
as the Fell-Reindeer» — — — — . He adds that these wild 
Reindeer, although they were shy, some times in the spring 
when the snow was frozen with a heavy crust went down 
to the coast (of the Gulf of Bothnia) and then were killed 
by »cruel people» in spite of that this was strongly for- 
bidden. »Since the lower country became more and more 
cultivated and the best parts of it occupied by settlements, 
these innocent animals have become more and more molested 
and exterminated and they are therefore not seen in so 
great number now as in former days. It happens sometimes 
that some flock during the rutting season comes so near 
towards Lapland that it mixes with tame Reindeer, but as 
soon as the rutting season has passed, or they perceive people 
or dögs, they flee in great haste away». From this account 
it is apparent that still during the låter part of the eight- 
eenth century a race of very large wild Reindeer lived in the 
wildernesses, wide moors and forests, below the haunts of 
the Lapland Reindeer, thus to the east of and below the 
mountains and fells that form the watershed of the penin- 
sula. These Reindeer lived thus in other districts and had 
different biological habits than the Lapland Reindeer, with 
which they did not mix, or only accidentally did so during 
the rutting season. There can hardly be any doubt that 
this large Woodland Reindeer was identical with the one 
described above as Raiigijer tarandus fennicus, as it differed 
so widely in size and habits from the Reindeer, wild as well 
as tame, which still lives on the fells of Sweden and Xor- 

^ »Afhandling om Renen». Kgl. Wet. Acad. Handlingar. Vol. XXXV. 
Stockholm 1774. 



14 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO J:. 

way. There has thus originally been two different races of 
Wild Reindeer even on the Scandinavian Peninsula one large 
of Woodland type (Rang i jer tarandiis fennicus) and the other 
of Tundra type (Rangifer tarandus Lin.) — the naked moun- 
tains or fells offering from a biological point of view analo- 
gies to the tundra or barren ground. It has already been 
mentioned above that the tame Reindeer of the Laps belong 
to the latter race, but there exists still in some parts of 
Northern Sweden a smaller number of tame Reindeer, that 
all the time live in the woodland and on the moors, never 
ascending the mountains. The aberrant habits of these Rein- 
deer which are larger than the others has for a very long 
time been a puzzle, but it appears now that it may be ex- 
plained by assuming that these domesticated Reindeer of 
the woodland have descended from the formerly existing 
wild Woodland Reindeer, or more probable still have origi- 
nated as products from crossing the tame Reindeer (the typi- 
cal R. tarandus) with wild stags of the Woodland race. The 
offspring has then inherited its liking for the forest from its 
Woodland-ancestors. Not only the habits but also the greater 
size of the tame »woodland» Reindeer (»skogsrenar») is thus 
easily accounted for. 



Rang-jfer tarandus sibiricus Murray. 

In his renowned work »The geographical Distribution of 
Mammals»! Murray introduces the name »Rangifer tarandus 
var. Sibiricus» for a Reindeer found in »Siberia, Kamtsch[atka]». 
From another passage it is understood that »Siberia» really 
means Siberia eastward of Lena. Åt another place in the 
w^ork quoted the following w^ords are to be read: »The Si- 
berian differs from the Lapland in a greater breadth of horn, 
a greater number of snags, and a general disposition to palma- 
tion, not shown, as in the American and Greenland types, 
by a flat ploughshare, but by curved and flattened snags» 
(1. c. p. 155). This description is of course as well vague 
as insufficient. Middendorfp stated that the Reindeer be- 
longing to the Tschuktsch were very small and together with 
the Spitzbergen Reindeer smallest of all. Exact measure- 

^ London 1866. 



LÖNNBERG, TAX0N03IIC NOTES ABOUT PALEARCTIC, REINDEER. 15 

ments of two Tschuktsch Reindeer bave been communicated 
by NoRDQviST^ who says that their lengtb from the snout 
to the root of the tail was resD. 173 and 162 cm. and the 




Fig. 5. Skull of Rangifer tarandus fiibiricus Murray from the Tschuktsch 
country. The Vega-Expedition, O. Xoedqvist. 

height at the withers resp. 98 and 94 em. but age and sex 
is not recorded. Nordqvist has also compared the skull of 
such a Reindeer with skulls of Spitzbergen and Lapland 
Reindeer and pointed out some differences in dimensions. In 
consequence of those Nordqvist was inclined to regard the 
Reindeer of Northeastern Asia as a separate race distinct 
from the »European» Reindeer. 

^ Vegaexp. vetenskapl. iakttag. Bd. 2. p. 113. 



16 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 4. 

This skull is kept in the Natural History Museum of 
Stockholm and has been subjected to a renewed examina- 
tion, which reveals the following. The antiers are compara- 
tively short but strongly flattened, especially the proximal 
part of the beam, as the figure proves. On the whole the 
antiers resemble to some extent the Woodland Caribou type. 
This fact and its origin make it almost certain that it re- 
presents Bangifer tarandus sihiricus Murray, and Nordqvist's 
supposition as to its distinctnes was also correct. The con- 
siderable length of the nasals of this R. t. sihiricus has been 
pointed out by the latter author. This fact is plainly seen 
from the table of measurements which also proves that the 
skull is not smaller than that of the typical Bangifer taran- 
dus. The relä tive dimensions of the nasals are expressed by 
the following percentages. In B. t. sihiricus the length of 
the nasals is 39,2 7o oi the basicranial length but in Scandi- 
navian Reindeer, wild and domesticated, it varies between 
34,1 and 36,2. This great length depends upon the fact that 
in the B. t. sihiricus the nasals project further backward so 
that they reach on a level with the anterior orbital brim, 
while in the Scandinavian and Finnish Reindeer they do not 
reach so far. This is also conspicuous in the table of mea- 
surements where it may be seen that the distance from crista 
occipitalis to the posterior end of the nasals is considerably 
shorter in B. t. sihiricus than in the members of the two 
other races. The general shape of the nasals of B. t. sihiri- 
cus is similar to that of the typical B. tarandus, and they 
are quite flat in front as in the latter. In correlation with 
the great length and backward extension of the nasals in 
B. t. sihiricus the frontals are comparatively short so that 
they measure only about 108 mm. in length mesially, while 
the same measurement in the two skulls of Swedish wild 
Reindeer is about 123 mm. In correspondence with the 
shortness of the frontals the lachrymal vacuity is f ully twice as 
long in B. t. sihiricus as in the typical B. tarandus. 

Another quite conspicuous difference is that B. t. sihiri- 
cus has a considerably wider anterior nasal openin^ and the 
whole nasal portion of the skull broader (but not higher) 
than in the typical race. The difference in length of the 
facial portion of the skull is, however, comparatively not so 
great as may be seen from the measurements. 



LÖNNBERG, TAXONOMIC NOTES ABOUT PALEARCTIC REINDEER. 17 

The lachrymal fossa is very shallow in R. t. sihiricus. 
The upper molar series is a little, but not much shorter than 
in the typical race. 

Although these differences are not so great as those be- 
tween the typical Rangifer tarandus and R. t. fennicus as 
shown above, they appear, however, to be quite sufficient to 
justify the maintenance of R. t. 5?'&mcw<9 as a separate geogra- 
phic subspecies. With regard to its dimensions it appears 
that its smaller size depends mostly on its being more short- 
legged than the Lapland Reindeer to judge from some mea- 
surements of the leg-bones recorded by Nordqvist, for its 
skull is, as may be seen from the table of measurements, 
not smaller than that of the typical R. tarandus. 



Table of measurements. 



Basicranial length 357 

Distance from crista occipitalis to tip of pre- 

maxillaries ' 397 

Distance from crista occipitalis to tip of na- 

sals 302 

Length of nasals I 125 

Width of a single nasal at os supramaxil- | 

lare accessorium 

Width of a single nasal at the middle . . 
» > » » » just in front of 

lachrymal vacuity 

Combined width of both nasals at os supra- 

maxillare accessorium 

Combined width of both nasals at the middle 

or at the narrowest place 



21 
23,5 

36 

36 

33 



334 

374 

291 
116 

14 
13 

36 

27,5 

24 



^ . 




u 


,^ 


09 OC5 




.si 

11 


1^- 
Ig 

e 't 


319 


332 


— 


329 


361 


359 


361 


362 


283 


271 


272 


276 


109 


116 


109 


129 


15 


13 


19 


16 


19 


12 


17 


18 


41,5 


37 


39 


37 


28,5 


25,5 


34 


32 


28,5 


23 


29 


29 



Arkiv för zoologi. Band 6. N:o 4. 



18 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 4. 



Combined widtli of both nasals just in front 

of lachrymal vacuities 

Distance from crista occipitalis to poster ^or 

end of nasals 

Distance between tip of nasals and tips of 

premaxillaries 

Distance in a straight line from m' to na- 

sal suture 

Vertical height of skull on a level with the 

anterior end of nasals 

Width of skull just behind the canines . . 
» » » on a level with the anterior 

end of nasals 

Interorbital width at the middle of the orbits 
Width of skull on a level width meatus 

auditorius 

Zygomatic width just behind the orbits . . 

Length of upper molar series • . • 

» » lower » » 

Distance from orbit to tip of premaxillary 



is 



'Tö 03 

•« j-H, 

^ .53 

^ .CO 






54 


65 


176 


171 


104 


95 


115 


97 


69 


59 


69 


62 


72 


64 


149 


130 


142,5 


122 


149 


133 


• 85 


98;5 


90 


104 


243 


219 



66 
175 

91 
109 

61 

58,5 

59 
129 

119,5 
134 
96 
105 
213 



Ii 

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© D 

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03 T3 



64 



157 



129 



98 
104 



65 
166 

95 

107 

61,5 
59 

66 
134 

120 



147 



Tryckt den 14 juli 1909. 



Uppsala 1909. Almqvist & Wiksells Boktryckeri-A.-B. 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. 

BAND 6. N:o 5. 



Uber Psectra diptera Birm. 

von 

ERIC MJÖBERG. 

Mit 3 Textfiguren. 

Mitgeteilt am 26 Mai 1006 diirch Chr. Aukivillius und Y. Sjöstedt. 



Als ich das vorige Jahr mit einer RevisioQ der im Reichs- 
museum Stockholms vorhandenen Kollektionen von schwe- 
dischen Planipennien beschäftigt war, traf ich auch vier 
Exemplare der kleinen, sehr seltenen und eigenartigen Psectra 
diptera Burm. an. Was diese Neuroptere so interessant 
macht, ist dass nach der geltenden Meinung das Weibchen 
mit vier gut entwickelten Fliigeln versehen ist, während bei 
dem Männchen die Hinterfliigel so stark reduziert sind, dass 
das Tier in der Tat als dipter anzusehen ist. Es liegt also 
dieser Deutung nach ein sehr eigentiimliches Verhältnis vor, 
denn sonst ist es ja die Regel, dass wenn ähnliche Ge- 
schlechtdivergenzen vorhanden sind, es das Weibchen ist, 
dass die Fliigel teilweise öder gänzlich reduziert hat, wäh- 
rend bei dem Männchen die Fliigel gut entwickelt sind. Es 
gibt ja viele Exempel hiervon, z. B. die Lampyriden unter 
den Coleopteren, Psyche, Orgyia, Cheimatobia unter den 
Lepidopteren, die Mutilliden unter den Hymenopteren u. s. vv. 

Ehe ich auf meine eigene Deutung der Geschlechter 
iibergehe und die Beweise fiir eine andere Auffassung liefere, 

Arkiv för zoologi. Bnnd (i. N:o 5. 1 



2 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 5. 

will ich liier erwähnen, was bisher von dieser eigenartigen 
Neuroptere pubJiziert worden ist. 

Psectra diptera Burm. wurde zuerst von Buritieister in 
seinem Handbuch II. 1839 p. 973 unter dem Namen Hemero- 
hius dipterus beschrieben. Er sagt von derselben : »Gewiss ein 
höchst merkwiirdiges Tierchen, das sich zu Hemerobius ver- 
balt wie Mantbispa notba zu ihren Gattungsverwandten», 
und weiter: »Hinterflligel bis auf ein kleines Rudiment ver- 
kiimmert die vorderen auch nur klein». Er hatte nur 2 
Exemplare zu seiner Verfiigung, das eine von diesen hatte er 
von Professor Schwägerichen aus Berhn erhalten. das an- 




Fig. 1. Zweifliigliges Stiick von Psectra diptera Burm. 



dere Exemplar von demselben Platz fand sich in Dr. KuN- 
ze's Sammlungen, verdarb aber bald. Uber die Geschlechts- 
frage spridit sich Burmeister nicht aus. 

Im Jahre 1858 wird von Hagen (Stett. Ent. Zeitschr. 
1858 p. 130) erwähnt, dass ein männliches Exemplar von 
Psectra im Russland bei Jekatarinoslaf von Motschulsky 
gefunden worden war. Derselbe sagt dariiber: »Diese sel- 
tene Art findet sich bei Berlin, Halle, Ziirich und in Eng- 
land. ^ tlbrigens hat nur das Männchen verkiimmerte Hin- 
terflligel». Später berichtigt er jedoch diese Angabe, denn 
in eine andere Publikation (Ent. Am. 1886 p. 21) sagt Hagen 



^ Er gibt iiber diese Fundorte nichts näheres an. 



E. MJOBERG, UBER PSECTRA DIPTERA BURM. .5 

von demselben Exemplare: »mentioned by me among the 
Russian Neuroptera, Stett. Ent. Zeit. 1858 p. 130 as Micro- 
mus dipterus and by an er ror as a male». Hier begegnen 
wir also zum erstenmal einer Besprechung liber die Ge- 
schlechter, jedoch gibt Hagen fiir seine Behauptung, dass 
die Exemplare mit verklimmerten Hinterfliigeln männlich 
sind, gar keine Beweise. Das erwähnte Exemplar aus Russ- 
land war also weiblich. Jedoch hatte man schon vorher ein 
Weibchen, d. h. ein Exemplar mit vier entwickelten Fliigeln 







Fig. 2. Vierfliigliges Stiick von Psectra diptera Burm. 

kennen gelernt, denn in einer Sammlung von Bremi-Wolf 
aus Ziirich hatte Hagen ein Exemplar mit vier entwickelten 
Fliigeln angetroffen. Er sandte dasselbe an Dr. Schneider 
in Breslau. Dieser erblickte darin sogleich die Art BuR- 
meisters. 

Tm Jahre 1866 wurde von Mac Lachlan (Ent. Month. 
Mag. II p. 269) erwähnt, dass der englische Entomologe Dale 
ein einziges Exemplar bei Longport in Somersetshire 26 Juni 
1843 erbeutet hatte. Dies Exemplar war dipter; der Ver- 
fasser spricht sich liber das Geschlecht desselben nicht aus. ^ 



^ Dies geschah etwas später (Träns. Ent. Soc- 18GS p. 145). 



4 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAIsD 6. K:0 5. 

Bald danacli wurde von Hagen der neue Gattungsname 
Psectra un ter dem Diagnose >>Spatium subcostale medio trans- 
versalibus duabus, ala transversalibus paiicis, alse porticse 
maris minutse» eingefiihrt. 

1868 erschien eine gute Bearbeitung der englischen Plani- 
pennien von Mac Lachlan (Träns. Ent. Soc. 1868). Er be- 
schreibt da ausfiihrlich die neue Gattung Psectra. Er schliesst 
sich dabei der Auffassung Hagens an, denn es heisst: »The 
female with developed posterior wings is said to bee in the 
Berliner Museum». Es sollte also dieser Deutung nach das 
von Dale angetroffene Exemplar ein Männchen sein. 

Nächste Erwähnung iiber Psectra dipfera Burm. wurde 
1870 von Packard (Proc, Bost. Soc. XIII p. 407) geliefert. 
Er gibt an, dass die Art auch in Amerika vorkommt, denn 
ein Exemplar mit verkiimmerten Hinterfliigeln sei in Brunns- 
wick Main 16 Sept. angetroffen worden. Es lieisst hieriiber : 
»It aggrees perfectly with Mr. Mac Lachlan 's description 
(Träns. Ent. Soc. 1868 p. 170) and aggrees pretty well with 
his figure, though the abdomen in my species is blunt and 
rounded. Unfortunatly my single specimen is in to poor 
condition to bee figured». 

Im folgendem Jahre (1871) veröffentlichte Wallengren 
seine gute Bearbeitung der schwedischen Planipennien (Skand. 
Neuropt. Planip., Kungl. Sv. Vet. Akad. Handl. Bd. 9. N:o 8 
1871). Er ist der erste Verfasser, der eine Beschreibung des 
sogenannten Weibchens mit vier entwickelten Fliigeln gibt. 
Er hatte zu seiner Verfiigung nicht weniger als fiinf Exem- 
plare, von denen er selbst ein Exemplar bei Farhult in 
Schonen eingeheimst hatte, die anderen waren von Boheman 
teils bei Stockholm (zwei Exemplare, beide dipter) teils in 
Östergothland, teils in Westergothland (zwei Exemplare, beide 
mit vier entwickelten Fliigeln) gesammelt worden. Wallen- 
oren diskutiert ausfiihrlich die Frage iiber die Geschlechter. 
Ihm scheint es ex analogia mit den Lampyriden unter den 
Coleopteren und Psyche u. a. unter den Lepidopteren wahr- 
scheinlich zu sein, dass die Exemplare mit reduzierten Hin- 
terfliigeln weiblich sind. Er hebt hervor, dass wenn etwaige 
Divergenzen in dieser Hinsicht vorhanden seien, es das Männ- 
chen sei, das besser entwickelt sei, während das Weibchen 
auf einer niedrigeren Stufe stehen geblieben sei. Da Wal- 
LENGREN das Gcschlecht an trockenen Exemplaren nicht 



E. MJÖBERG, tJBER PSECTRA DIPTERA BURM. 5 

feststelleii könnte und auch keine Exemplare fiir eine ana- 
tomische Untersuchung opfern wollte, iibergibt er den nach- 
folgenden Forschern die Lösung der Frage und schliesst sich 
der geltenden Auffassung vorläufig an. 

Eingehend wird Psectra diptera Burm. von Albarda 1874 
(Tijdschrift voor Entomol. p. XV Versl.) behandelt. Er re- 
petiert was vorher iiber das Tier bekannt war und gibt seine 
eigenen Gedanken an. Er hatte zu seiner Disposition drei 
Männchen und ein Weibchen, zwei von dem ersteren Ge- 
schlecht waren von Herrn Six in Driebergen (Holland); ein 
anderes von E varts bei Salzburg in Österreich erbeutet wor- 
den; das Weibchen hatte Dr. van Hasset bei Utrecht ge- 
funden. Albarda hebt mit Recht hervor, dass die Behaup- 
tung Hagens, dass die dipteren Exemplare Männchen, die- 
jenigen mit vier Fliigeln Weibchen seien, jedenfalls einge- 
henderer Bestätigung bediirfe. Seiner Meinung nach handelt 
es sich um zwei verschiedene Arten, d. h. diejenigen Indivi- 
duen mit verkiimmerten Hinterfliigeln reprezentieren eine, 
die mit wohl entwickelten Hinterfliigeln eine andere Art. 
Doch ist dies nicht mehr als eine Vermutung und irgend 
einen Beweis fiir diese Auffassung hat er nicht finden kön- 
nen. Doch scheint ihm darin ein Unterschied zu liegen, dass 
die Exemplare mit wohl entwickelten Hinterfliigeln die Vor- 
derfliigel mehr langgestreckt haben und dass die Queradern 
ein w^enig ungleich plaziert sind. Er betont, dass bei den 
Arten der nahe verwandten Gattung Hemerobius die appen- 
dices anales sehr gute Geschlechtsdifferenzen darbieten, Bei 
Psectra diptera Burm. dagegen finden sich gar keine äusseren 
Geschlechtsteile, mit deren Hilfe man das Männchen von den 
Weibchen trennen könnte. Er endigt mit folgenden Worten : 
»De Zaak is echter niet uit te maken zonder nåder onder- 
zoek. Hij, die zoo gelukkig mogt zijn een paar in copula te 
vinden, kan de vraag dadelijk oplossen. Gelukt dit echter 
niet, dan blijft het eenige middel, gevangen voorwerpen in 
verschen toestand te onderzoeken.» 

Im Jahre 1879 wird von Mac Lachlan (Ent. Month. 
Mag. XVI p. 95) erwähnt, dass ein dipteres Exemplar von 
Psectra diptera Burm. bei Strassburg gefunden worden ist. 
Er äussert iiber die Geschlechtsfrage folgendes: »There still 
remains uncertainly as to the sex of all the exemples seen 
by me». Er fugt hinzu, dass man mit folgenden Möglich- 



6 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 5. 

keiten zu rechnen hat: 1) are the dipterons and complete 
individuals of opposite sex and if so, wich are the (^ and 
wich $ ?, 2) has the same sex occasionally developed hind- 
wings, aJlthoug usually dipterous?, 3) do the two forms per- 
tain to distinct species?. 

Drei Jahre später (1882) erwähnt derselbe Verfasser das 
Vorkommen dieses Tierchens in ItaHen (C. R. Soc. Ent. Belg. 
1882 p. 77). Ein dipteres Exemplar wurde dann bei Pavia 
von Mr. Bertholini gefunden. 

In Ent. Amer. 1886 VoL II p. 21—24 hat Hagen dieses 
Tierchen ausfiihrhch behandeit. Nach ihm ist das in Stett. 
Ent. Zeit. 1858 p. 130 als (^ bezeichnete Exemplar aus Russ- 
land ein 5. Im Jahre 1857 hatte er in den Kollektionen 
des Dr. Stein in Berlin zwei J" und ein $ in guter Kondi- 
tion gefunden; sie waren alle drei in der Nähe Berlins ein- 
gesammelt worden. Er erwähnt weiter, dass in Aug. 1865 
KuNOW bei Königsberg zwei J" erbeutet habe. Bei diesen 
v/aren die Geschlechtsteile sichtbar und es heisst dariiber: 
»a lancetshaped horizontal blade and the part below it make 
it sure, that these specimens with undeveloped hind wings 
are males». Einige Jahre später soll Kunow auf derselben 
Stelle auch das 2 gefunden haben. 

Nach Hagen (1. c.) finden sich etw^a zwanzig Exemplare 
in Sammlungen aufbewahrt, sechs von diesen sollen w^ohl 
entwickelte Hinterfliigel haben, selbst hatte er vier da von 
gesehen; vierzehn sollen dipter sein, von denen er sechs ge- 
sehen habe. Die Exemplare stammen aus den verschieden- 
sten Orten. Nach Brauer (Neuropt. Eur. 1876 p. 29) ist 
die Art auch bei Irkutzk in Sibirien angetroffen worden. 

Der Verfasser erwähnt auch die Fundorte in Amerika. 
Nach seiner Angabe ist das von Packard bei Brannswick 
in Maine gefunde Exemplar zerstört worden. Ein anderes, 
auch dipteres Exemplar ist im Michigan 1874 von Hubbard 
nachgewiesen worden, ein drittes Individuum ist von 
MoRRissoN in der Nähe Bostons in Juni 1875 eingeheimst 
worden. Dies hatte gut entwickelte HinterfHigel, und diirfte 
also das erste in Amerika gefundene Weibchen sein. 

Schhesslich erwähnt derselbe Verfasser dass die Art 
Hemerobius delicatulus, Report I, 1885, p. 96 mit Psectra 
diptera Burm. identisch ist. Es wurde dies mit entwickelten 
Hinterfliigel n versehene Exemplar in lUinois am Ok t. ange- 



E. MJOBERG, UBER PSECTRA DIPTERA BURM. 7 

troffen. Auch teilt er mit, dass die anierikanischeii Exem- 
plare in allén wichtigeren Hinsichten mit den europäischen 
libereinstimmen, weshaib die Identität sichergestellt sei. Be- 
treffs der Geschlechtsteile heisst es: »Concerning the genital 
parts, I can decidedly affirm, that the two dipteroiis speci- 
mens from Königsberg are males». 

In seiner Bearbeitung der fennischen Neuropteren (Hel- 
singfors 1894 p. 9, 22) gibt Reuter an, dass die Art selten 
unter Gräs im siidlichsten Finland, Pargas, Karislojo, Wa- 
lamo, vorkommt. Tn einer Note sagt der Verfasser: »Sär- 
skildt anmärkningsvärdt är ett litet lianexemplar från Par- 
gas af endast 2 ^i mm. längd». 

Im Jahre 1900 teilt King (Ent. Month. Mag. 1900 p. 
288) mit, dass ein männliches Exemplar bei Wexford in Eng- 
land nachgewiesen worden sei. 

Drei Jahre später teilt Mac Gowan mit, (Ent. Mont. 
Mag. 1903 p. 14), dass er ein männliches Exemplar »on the 
banks of the Nith here between Kingholm and Kelton on 
juh 29th.» erbeutet habe. Dies ist das erste aus Scottland 
bekannte Exemplar. 

Dies ist allés, was bisher meines Wissens iiber die eigen- 
artige Psectra diptera Burm. geschrieben worden ist. Seit sie 
von Burmeister beschrieben wurde, ist sie ein wahres crux 
neuropterologorum gewesen. Es ist noch niemandem ge- 
lungen die Frage iiber die Geschlechter definitiv zu lösen, 
denn die ausgesprochenen Deutungen erheben sich nicht iiber 
blosse Vermutungen. 

Wallengren, Albarda und Hagen sind die Forseher, 
die vor allem die dunkle Frage zu lösen versucht haben. 
Wallengren hebt hervor, dass es ex analogia mit dem, was 
bei anderen Insekten bekänn t ist, näher liegt anzunehmen, 
dass die dipteren Exemplare Weibchen sind und dass wenn 
etwaige Divergenzen in diesem Hinsicht vorhanden seien es 
das Männchen sei, das besser entwickelt sei, während das 
Weibchen auf einer niedrigeren Stufe stehen geblieben sei. 
Und so ist es ja auch, cloch die letztere Deutung, dass die 
Weibchen auf einer niedrigeren Stufe stehen geblieben seien, 
ist ja gänzhch fehlerhaft, es ist ja vielmehr umgekehrt, denn 
das teilweise öder völlige Fehlen der Fliigel ist als eine Dif- 
ferenzierung auf zuf assen. Unter dem Begriff Differenzie- 
rung versteht man nämlich nicht nur solche Veränderungen, 



8 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 5. 

die zu besserer Entwicklung etwaiger Körperteile fiihren, 
sondern auch solclie, die Riickbildung öder völliges Ver- 
schwinden 7Aim Resultat haben. Das teilweise öder völlige 
Fehlen der Fliigel bei den Weibchen ist also als eine Reduk- 
tionsdifferenzierung und nicht als ein Beweis fiir Primitivi- 
tät zu rubrizieren. 

Albarda neigt zu der Annahme, dass die dipteren und 
die mit entwickelten Hinterfliigeln versehener Individuen 
versehiedenen Arten angehörig sind, betont aber dass nichts 
in der äusseren Morphologie hierfiir Beweis liefert. Es sollen 
seiner Meinung nach die fiir die männlichen Hemerohius-m- 
dividuen so charakteristischen Analanhänge bei Psectra völ- 
1ig fehlen. 

Hagen spricht sich mit Bestimmtheit dafiir aus, dass 
seine erste Deutung das Richtige getroffen hat, dass also die 
dipteren ^, die mit entAvickelten Hinterfliigeln $ sind. Wo- 
her er die Beweise hierfiir holt, ist et\yas unsicher, denn 
sicher hat er nach seiner eigenen Angabe nur konstatieren 
können, dass die zwei, bei Königsberg von Kunow gesam- 
melten Exemplare J^ sind, dem die Geschlechtsteile zeigen 
»a lancetshaped horizontal blade» und es soUten die unter 
diesem Gebilde gelegenen Teile es sicher konstatieren, 
dass die betreffenden Exemplare männlich sind. Was er mit 
»the parts below it» meint, darliber erhält man keine nähere 
Aufklärung. Was die iibrigen vier männlichen Exemplare an- 
belangt, die seiner Angabe nach ihm zur Verfiigung stånden, 
hat er betreffs der Geschlechtsteile nichts hinzuzufiigen. 

Es wäre a priori höchst sonderbar, wenn in der Gattung 
Psectra, die sich den Gattungen Hemerohius und Micromus 
nahe anschliesst, nicht appendices anales existieren sollten, 
wenn man in Betracht nimmt, dass alle ^ der zahlreichen 
Hemerobius-8irten und der Micromus-SiYten solche Anhänge von 
sehr charakteristischer Form zeigen, an denen man das Ge- 
schlecht sogleich bestimmen kann.^ Bei der ersteren Unter- 
suchung der in den Sammlungen des Reichsmuseums Stock- 
holms vorhandenen vier Exemplare von Psectra, konnte 
ich auch keine äussere morphologische, Geschlechts- 



^ Es wäre ja eine einfache Sache gewesen, die Geschechsfrage durch 
eine anatomisehe Untersuchung endgliltig festzustellen, jedoch, die vor- 
handenen Exemplare sind teils trocken teils sind sie als Museumseigen- 
tuni nicht zu zerstiickeln. 



E. MJÖBERG, UBER PSECTRA DIPTERA BURM. 



9 



charaktere entdecken, die zur Lösung der Frage beitragen 
konnten. Später unterwarf ich sie aber einer genaiieren Un- 
tersnchung bei schwacher, mikroskopischer Vergrösserung und 
es gelang mir nun die Analanhänge an drei Individuen zu 
entdecken. 



Fliigel- 

beschaffen- 

heit 


Fundort 


-ti 

o 
m 


Sammler 


Anmerkungen 

1 


Farhult 

i (Schonen) 


9 


W ALLÉN - 
GREN 


Juli. 


dipter Stockholm 


9 


BOHEMAN 


Hinterleibsspitze gänzlich 
unbedeckt. 


dipter 


Stockholm 


c^ 


BOHEMAN 




4 ontw." 
Fliig. 


Östergöt- 
land 


& 


BOHEMAN 




4 entw. 
Fliig. 


Västergöt- 
land 


d 


BOHEMAN 





ITbersicht der schwedischen Exemplare von Psectra diptera Burm. 




Die Analanhänge bei der Gattung Psectra 
ähneln am meisten denjenigen der Micromus- 
arten.i Ihr Aussehen geht aus Fig. 3 hervor. 
Sie werden von zwei, spitzen, etwas gekriimm- 
ten, stackelartigen Hörnern die in der Mitte 
der Hinterleibsspitze sitzen gebildet. Zwar 
sind sie oft nicht auf dem ersten Blick zu se- 
hen, denn nicht selten ist die Hinterleibsspitze 
beim Trocknen deformierfc worden. Doch ist 
es mir immer gelungen das Vorkommen öder 
Fehlen dieser Anh<änge nachzuweisen, soweit 
sie nicht von dem trockenem Sekrete iiber- 
deckt sind, das die Hemerobiiden beim Tode 
abgeben.- Eine mitwirkende Ursache dazu, dass diese Bil- 
dungen von allén Forschern bisher iibersehen worden sind, 
diirfte darin zu suchen sein, teils dass diese nur Loupenver- 
grösserung benutzt haben, teils dass die sehr zerbrechlichen 

^ Auch steht die Gattung Psectra der Gattung Micromus am näch- 
sten, so geht z. B. bei dieseu Gattungen die erste Quuerader im Costal- 
felde direkt bis an die Costalnerve, was bei den Gattungen Drepanepteryx 
und Hemerobius nicht der Fall ist. 

^ In den meisten Fallen nur bei 9- 



Fig. 3. Analan- 
hänge von Ps. 
diptera Burm. 



10 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (j. N:0 5. 

Tiere sich in schlechter Kondition befunden haben.^ Hagen 
bestätigt dies auch; nach seiner Angabe hatten einige Exem- 
plare sogar den Hinterleib gänzlich ver] oren. 

Nach der Entdeckung der Analanhänge an drei von den 
schwedischen Exemplaren suchte ieh grösseres Untersuohungs- 
material zu erhalten. Durch Reuter's Angabe war das Tier 
mehrmals in Finland angetroffen worden. Und durch die 
Giite des Prof. J. Sahlberg erhielt ich aus den Kollektio- 
nen des Museums zu Helsingfors ein reichhaltiges Material 
von nicbt weniger als fiinfchen Exemplaren, und hatte ich 
also von der seltenen Psectra diptera Burm. das grösste Un- 
tersuchungsmaterial, das jemals einem Forscher zu Gebote 
gestanden hat. 

Was nun erst die schwedischen Exemplare betrifft, so 
geht die Geschlechtsverteilung aus der Ubersicht her- 
vor. Leider habe ich das WALLENGREN'sche Exemplar nicht 
gesehen, weshalb ich es hier ausser Acht lassen muss. Von 
den restierenden vier, sind zwei völlig gefliigelt (4 Fliigel) 
und ein dipteres Individuum unzweifelhaft ^, denn die 
Analanhänge sind hier deutlich zu sehen. Sicher ist auch 
dass das vierte, diptere Exemplar $ ist, denn die ganz freie, 
Hinterleibsspitze zeigt keine Spure von Analanhängen. 

Zwischen den völlig gefliigelten und den dipteren In- 
dividuen habe ich sowohl an den schwedischen wie auch an 
den finnischen Exemplaren gar keine trennenden Charaktere 
der Art gefunden, die zur Aufstellung von zwei distinkten 
Spezies berechtigen könnten. Zwar finden sich in der An- 
ordnung der Queradern im Subcostalfelde einige Verschieden- 
heiten, ein Verhalten, dem allzu grosses Gewicht nicht bi- 
gemessen werden darf, um so mehr als es sich zeigt, dass 
sogar auf demselben Individuum die Queradern auf dem lin- 
ken und dem rechten Vorderfliigel sich verschieden verhal- 
ten. Es erklärt dies die wddersprechenden Angaben, die sich 
in der Litteratur vorfinden. 

tJber die variable Zahl der Queradern gibt folgende 
Tabell e Aufschluss. 



^ Was Hagen mit > a lancetshaped horizontal biade>' meint, weiss ich 
nicht. Jedenfalls sind es nicht die Analanhänge, die er meint, denn diese 
Gebilde haben ein gänzlich anderes Aussehen und sind iibrigens nicht 
horizontal. 



E. MJÖBERG, tJBER PSECTRA DIPTERA BURM. 



11 



1 


2 


3 


4 


5 


6 


7 


8 


9 


10 


11 


12 


13 


14 


15 


linkes Subcostal- 
feld 


4 


2 


3 


2 


4 


4 


2 


2 


5 


4 


3 


4 


3 


4 


2 


rechtes Subcostal- 
feld 


2 


2 


2 


2 


2 


3 


2 


2 


3 


3 


3 


4 


4 


2 


2 



Zahl der Queradern im Subcostalfelde der Vorderflligel bei 15 skandina- 
vischen Exemplaren von Psectra diptera Burm. 



Ich komme also zu dem Schluss, dass die völlig geflii- 
gelten und die dipteren derselben Art angehörig sind. Von 
den 15 finnischen Exemplaren sind nur zwei völlig geflligelt. 
Eines von diesen ist sicher, das andere wahrscheinlich weib- 
lich. Und von den dipteren sind 7 J" und 6 $. 



Flugel- i 
beschaffen- Fundort 

heit 

1 


-t3 

> 'o 
^ -^ Sanimler Anmerkungen 

1 


*;i^- ' w^-- 


9(?) 


ITT AT,,^.^Tx.i Hinterleibsspitze teilweise 
von Sekrete bedeckt. 


dipter Karislojo 


9 


J. Sahlberg Hinterleibsspitze gänzlich 
imbedeckt. 


dipter Karislojo 


? 


J. Sahlberg 


Hinterleibsspitze gänzlich 
unbedeckt. 


dipter Karislojo (f \J. Sahlberg 

i ' 


dipter 


Pargas 


(^ 


0. Reuter 




dipter Pargas 


9 


^ ry^ ~ ^^ \ Hinterleibsspitze gänzlich 
0. Relter ^nbedeekt. 


dipter Pargas 


ef 


0. Reuter 




dipter 


Pargas cT 

! 


0. Reuter 




dipter Karislojo cT J- Sahlberg 




dipter Karislojo 


9 


J. Sahlberg 


Hinterleibsspitze gänzlich 
unbedeckt. 


dipter 


Karislojo 


(f 


J. Sahlberg 




dipter 


Yläne 


d" 


J. Sahlberg 





12 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 5. 



Fliigel- 

beschaffen- 

heit 


Fiindort 


O -^ Sammler 

'o 1 


Anmerkungen 


dipter 


Karislojo 


9(?) J. Sahlberg 


Hinterleibsspitze teilweise 
von Sekrete bedeckt. 


dipter 


Karislojo 


J. Sahlberg Hinterleibsspitze gänzlich 
imbedeckt. 


4 entw. 
FKig. 


Yläne 


i 
9 J. Sahlberg 


Hinterleibsspitze teilweise 
von Sekrete bedeckt. 



f bersicht der finnischen Exemplare von Psectra diptera Burm. 



Fasse ich das wichtigste iiber die von mir untersuchten 
Exemplaren von Psectra diptera Burm. zusammen, so glaube 
ich folgendes konstatieren zu köimen. 

1) Die geJtende Deutung Hagen's, dass die dipteren In- 
dividuen J", die völlig gefliigelten $ sind, ist gänzlich feh- 
lerhaft. 

2) Die dipteren und die völlig gefliigelten Individuen ge- 
hören allena Anschein nach derselben Species an. 

3) Es tritt wahrscheinlich die Art von Ursachen, die wir 
noch nicht kennen, dimorf auf, d. h. bisvveilen als völlig ge- 
fliigelt, bisweilen als dipter. 

4) Der Dimorphismus tritt nicht nur bei J" sondern auch 
bei $ auf. 

Will man aus den dipteren und den völlig gefliigelten 
Individuen zwei verschiedene Arten aufstellen, so muss man 
meiner Auffassung nach den Nachweis einiger anderen tren- 
nenden Charaktere erbringen. Dies ist mir aber ebenso we- 
nig wie meinen Vorgängern gelunD;en, weshalb ich zu den 
Annahme gezwungen werde, die Art als dimorph aufzu- 
fassen. 

Es wircl diese Annahme auch dadurch gestiitzt, dass die 
Form der Analanhänge bei den dipteren und den völlig ge- 
fliigelten Individuen ganz ähnlich ist. Wären diese verschie- 
dene Arten, so miissten auch diese Gebilde, wie es unter 
den iibrigen Hemerobiiden der Fall ist, von verschiedener 
Form sein. 

Es diirfte dieser Fall von Dimorphismus meines Wissens 
der einzige unter den Planipennien sein. Um auf die Natur 
desselben etwas näher einzugehen, dazu sind die Fundorte 



E. MJOBERG, UBER PSECTRA DIPTERA BURM. 



13 



wie vor alleni die biologischen Angaben allzu spärlicb, wie 
wir iiberhaupt noch nicht iiber das Wesen des Dimorphismus 
binreichend im Klaren erkundigt sind. 



Fliigel- 
beschaffen- Fundort 
heit j 


ål 

1 


Sammler 


i 
Anmerkungen 

1 


Longport 

dipter j Somerset- 

shire (1843) 


■ 


Dale 


•26 Juni; auf einem Hasel- 
strauch. 


,. , Wexford 

^^p*^^ ; (1900) 


9 


KiNG 




1 Kingholra- 
,T^^^„ ! Kelton 
^^^P^^^ i (Scottland) 

, (1903) 


? 


Mac Gowan 


29 Juli. 



tTbersicht der englischen Exemplare von Psectra diptera Burm. 



Fliigel- 

beschaffen- 

heit 


Fundort 


"^ 1 
O -3 Sammler 


Anmerkungen 


dipter Berlin 


? 


SCHWÄGE- 
RISCHEN 




dipter 


Berlin 


^ 


KUNZE (?) 


Verdorben. 


dipter 


Strassburg 


V 


Steix 




i 
dipter Berlin 


? 


Stein 




dipter 


Berlin 


9 


Stein 




4 entw. 
Fliig. 


Berlin 


? 


»Stein 




dipter 


Königsberg 


? 


Kuxow 


Aug. 1865. 


dipter 


Königsberg 


9 


Kuxow 


Aug. 1865. 


dipter 


Königsberg 


9 


KfNOW 





Cbersicht der deutschen Exemplare von Psectra diptera Burm. ^ 



In diese Tabelle sind nur sichere Fundorte aufgenommen worden. 



14 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 5. 



Fliigel- 

beschaffen- 

heit 


1 o 

Fundort o -^ 


Sanimler 


1 
1 

Anmerkungen 


dipter 


Driebergen 


? 


Six 




dipter 


Driebergen 


? Six 

1 




4 entw. 
Fliig. 


1 i 
Utrecht i ? van H asset 



trbersicht der hoUändischen Exemplare von Psectra diptera Buem. 



Fliigel- 

beschaffen- 

heit 


Fundort 


4^ 
il 

1 


Sammler 


Anmerkungen 


dipter 


Salzburg 


? 


Everts 





Cbersicht der österreichischen Exemplare von Psectra diptera Buem. 



Flugel- 

beschaffen- 

heit 


Fundort 


'o 
m 


Sammler 


Anmerkungen 


4 entw\ 
FUigel 


Ziirich 


9 


Bremi-Wolf 





frbersicht der schweizerischen Exemplare von Psectra diptera BuRii. 



Fliigel- 
beschaffen- i Fimdort 
heit 


-ta 

1 


Sammler Anmerkungen 


dipter 


Pavia ? 


Bertholini 


i 



Cbersicht der italienischen Exemplaren von Psectra diptera Burm. 



Flligel- 

beschaffen- 

heit 


Fundort 




Sammler 


1 

Anmerkungen 


4 entw. 
Fliig. 


Jekatarino- 
slaf 


1 


MOTSCHUL- 
SKY 



trbersicht der russischen Exemplare von Psectra diptera Burm. 



E. MJÖBERG, UBER PSECTRA DIPTERA BURM. 



15 



Flligel- 

beschaffen- 

heit 



Fundort 



Sammk 



Anmerkungen 



Irkutzk 



Cbersicht der asiat ischen Exemplare von Psectra diptera Burm. 



Fliigel- 

beschaffen- 

heit 


Fundort 


QQ 


Sammler 


Anmerkungen 


dipter 


Brunnswick , 
(Maine) 


Packaed 


16 Sept. :>in to poor condi- 
tiön to be figured». 


dipter 


Michigan 


, 


HUBBARD 


25 Maj. »abdomen in bad 
conditiön». 


4 entvv. 
Fliig. 


Boston 


? 


MoRRissoN Juni. ;>abdomen wanting» 


4 entw. 
Fliig. 


Illinois 


? 


1 Okt. = H. delicatulus 
FiTCH Fitch. »al)domen in bad 
conditiön». 



ITbersicht der amerikanischen Exemplare von Psectra diptera BuR:\r. 

Uber die Geschlechtsverteilung der ausserskandinavischen 
Exemplare känn ich begreiflicherweise mich nicht äussern. 
In England sind bisher nur 3 diptere Individ uen angetroffen 
worden, in Deutschland 8 diptere Individuen aber nur eins 
mit entwickelten Hinterfliigeln. Dieses letztere wurde auf 
demselben Platze wie zwei diptere eingesammelt. Ans Hol- 
land sind zwei diptere und ein völlig gefliigeltes Individuum 
bekannt; in Osterreich und Italien je nur ein dipteres und 
im Russland nur ein völlig gefliigeltes, so auch in der 
Schweiz. Amerika hat bisher zwei diptere und zwei völlig 
gefliigelte Exemplare geliefert. Die Art ist also sehr weit 
verbreitet und kommt in nicht weniger als drei Weltteilen 
vor. Jedoch ist sie iiberall eine sehr seltene Erscheinunfr, 
was aus den tlbersichttabellen hervorgeht. 



Tryckt den 10 september 1909. 



Uppsala 1000. Almqvist & '.Viksells Boktryckeri-A.-B. 



AEKIY FÖR ZOOLOGI. 

BAND 6. N:o 6. 



Die Nerven iiiid Gefässe der paarigeii 
Flosseii YOii Gadus eallarlas L. 

Von 

J. W. NORDENSON. 

Mit 1 Tiifel und 5 Textfiguren. 
(Ai\s dem anatomischen Institut zu Stockholm.) 

Mitueteilt ani 2 Juni 1909 durcli Hj. Thékl und E. Lönnbef 



Die Weichteile der Extremitäten der Fisclie, haben in 
letztererZeit recht viel Beachtunggewonnen. Die vergleichende 
Anatomie derselben hat ja flir die Phylogenie der Wirbel- 
tiere eine grosse Bedeutung. Seitdem man jetzt sehr gute 
Untersuch ungen iiber die Entwicklung der paarigen Flossen 
hat (Mohier, Harrison, Guitel u. a.), ist es von Interesse auch 
die Verhältnisse am erwachsenen Tiere kennen zu lernen. 

In den letzten Jahren hat sich besonders Braus mit dieser 
Frage beschäftigt. In mehreren Arbeiten hat er seine Unter- 
suchungen iiber die Anatomie der Extremitäten bei den Se- 
lachiern, Ganoiden und Dipnoérn vorgelegt, Besondere Be- 
riicksichtigung findet hier die Innervation. 

Indessen scheint es, als hatte man dabei die Teleostier 
ganz ausser Acht gelassen, was ja verständHch ist, da sie ja 
fiir die allgemeine Phylogenie der Wirbeltiere weniger Interesse 
darbieten. Die Nerven und Gefässe der Extremitäten der- 
selben sind fast gar nicht untersucht worden. Von meinem 
geehrten Lehrer Herrn Professor Erik Miiller auf diese That- 

Arkiv för zoologi. Jiand U. ]\':o G. 1 



2 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BD 6. N:0 G. 

sache aufmerksam gemacht, habe ich eine Untersuchung iiber 
jene Frage vorgenommen und lege hier einige Resultate vor. 



Litteratnriibersicht. 

Der erste, der einige Aiigaben iiber die Innervation der 
Teleostierextremitäten mitteilt, ist Alexander Monro 1785. 
Er beschreibt, wie die Nerven, die sich zu den Flossen bege- 
ben, bei jeder derselben einen Plexiis biidet, aus dem sie sich 
zu ihr verteiien. Er biidet sogar die Bauchflosse von Gadus 
aeglefinus mit ihren Nerven ab (Taf. XXII.). Am meisten 
hä]t er sich aber mit der Beschreibung von einigen kleinen 
Körperchen auf, die längs den Nerven stämmen vorkommen 
und denen er eine gewisse Bedeutung fiir die Nervenarbeit 
zuschreibt. Später hat es sich aber herausgestellt, dass man hier 
mit eingekapselten Nematoden, geschlechtlosen Individuen von 
Gasterostomumarten. zu thun hatte. 

In seinen umfangreichen Werken iiber die vergleichende 
Anatomie der Fische geht Cuvier auch auf die vorliegende 
Frage ein. Er beschränkt sich aber darauf, die Nerven auf- 
zuzählen, die zu den Plexus brachialis und abdominalis ge- 
hen. Von der Verteilung derselben zur Flosse selbst, hat er 
nichts anderes als einige Angaben, die sich auf die Innerva- 
tion der Muskeln der Brustflosse einiger Physostomen be- 
ziehen. 

In seiner »Untersuchung iiber das peripherische Nerven- 
system der Fische» hat Stannius auch einen Abschnitt iiber 
die Nerven der Extremitäten. Auch dieser Verfasser be- 
schränkt sich auf eine Aufzählung der Nerven, die zu den 
paarigen Flossen treten und schliesst die Darstellung mit 
folgender Bemerkung ab: »Eine genaue Beschreibung des 
Verlaufes und der Verteilungsweise der Extremitätennerven, 
liegt, weil sie Beschreibungen der Muskeln und selbst der 
Knochen voraussetzt, nicht im Plane dieser Schrift.» In 
dieser Arbeit beriicksichtigt Stannius sehr genau die ältere 
Litteratur. Daher glaube ich dass ich ohne weiteres die Ar- 
beit von Swan weglassen kan, die mir leider nicht zugänglich 
gewesen ist. 

Später ist es öfters vorgekommen, dass man bei der 
Erörterung der grossen vergleichend-anatomischen Streitf rågen 



XORDENSON, NERV. U. GEFASSE D. FLOSSEN VON G. CALLARIAS. 3 

sich auch gelegentlich mit der vorliegenden Frage voriiber- 
gehend beschäftigt hat. So hat zum Beispiel von Ihering in 
seinem Streit mit Fiihrbringer iiber die Frage vom Verhalten 
zwischen Muskel und Nerv eine genaue Untersnchung vor- 
genommen iiber die Nerven, die sich bei den verschiedenen Gat- 
tungen der Teleostier zu den Flossen treten. Davidoff hat 
Lim die GHedmassenfrage zu beleuchten eine Untersuchung 
iiber die hinteren Extremitäten der Fische gemacht und dabei 
versucht die Innervation zu beriicksichtigen. Technische 
Schwierigkeiten haben ihn doch gezwungen darauf zu ver- 
zichten (Morph. Jahrb. VI Pag. 450.). In seiner grossen 
Untersuchung iiber die Spino-occipitalen Nerven hat Fiihr- 
bringer eine Darstehung der Nerven, die bei den verschiede- 
nen Gattungen zum Plexus brachialis treten. Kurze Dar- 
stellungen der Innervation findet man auch in den Einlei- 
tungen zu den embryologischen Abhandhmgen von Harrison 
und Guitel, aber sie geben nicht viel mehr an als die oben 
ervvähnten Verfasser. Kurz gesagt, man weiss woTherguttvelcke 
Nerven in den verschiedenen Fallen zu den Plexus treten, 
loie sie sich aber verteilen ist meistens unbekannt. 

Das Gefässystem der Teleostier ist iiberhaupt sehr wenig 
untersucht worden. Von den Gefässen der Extremitäten fin- 
det man in der Litteratur nur die Angabe, dass ein Arte- 
rienstamm das Blut zur Brustflosse und ihren Muskeln fiihrt 
und dass ein Venenstamm dasselbe zum Ductus Cuvieri zuriick- 
leitet. tJber die weitere Verteilung derselben wird nichts 
berichtet. 

Die vorliegende Arbeit ist eine Darstellung der Verhält- 
nisse bei den Gadiden, hauptsächlich Gadus callarias. Ich 
habe diesen als Ausgangspunkt fiir meine Untersuchung ge- 
wählt, da dieser KnochenfischderGegenstand derUntersuchung- 
en von Stannius war, und ausserdem ein leicht zu verschaffen- 
des und leicht zu verarbeitendes Material leistet. Die Ner- 
ven wurden aufpräpariert und dann nach einer von Erik 
Miiller ausgearbeiteten Methode mit Osmium gefärbt. Die 
Gefässe wurden mit der Teichmannschen Masse injiciert. 

Eine Beschreibung der Nerven und Gefässe der Flossen 
setzt selbstverständUch einen kurzen Uberblick iiber Skelett 
und Muskeln derselben voraus. Da die in der Litteratur 
vorkommenden Darstellungen meistens nur die Physostomen be- 
handeln, nehme ich einen solchen in diesem Zusammenhang mit. 



4 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BD 6. NIO 0. 

Bauchflosse. 
Skelett. 

Das Skelett der Bauchflosse besteht beim Dorsch aus 
einer Basalplatte und sechs Flossenstrahlen. Ein wirk- 
licher Pelvis scheint hier wie bei den Teleostiern iiberhaupt 
nicht 7A1 existieren (Wiedersheim),, und auch von Radialia fin- 
det man — im Gegensatz zu den Verhältnissen bei den Phy- 
sostomen — keine Spur. Die Basalia haben die Leistungen 
eines Beckens ubernommen. Das Basale besteht aus einer 
diinnen Knochenplatte, in der einige dickere Balken ausgebil- 
det sind. Besonders ist derjenige zu bemerken, der am Vor- 
derrand der Platte läuft und welcher in der Mittellinie mit 
demjenigen der anderen Seite durch eine feste Knorpelfuge 
vereinigt wird. Die Platte hat zwei grössere Incisuren, eine 

mediale und eine hintere,uber 
denen beiden Membranen aus- 
gespannt sind. In der medi- 
alen Membran findet sich ein 
ziehmlich grosses Loch, wo- 
durch die Nerven und Ge- 
fässe sich zur Ventralen Mus- 
kulatur der Flosse begeben. 
Der hintere Teil der Platte 
"^^ ^- ist ebenfalls verdicktunddes- 

Fig. 1. Beeken mit Membranen. t^ j • i • t 

sen Kante ist von emem dic- 
ken Knorpel fiir die Articulation mit den Flossenstrah- 
len liberzogen. Die Radialia sind wie erwähnt ganz ver- 
schwunden. Der Knorpel geht medial in einen Vorsprung 
iiber, der vielleicht demselben Gebilde bei den Physostomen 
homolog ist. (Cfr. Davidoff Morp. Jahrb. VI) 

Die Flossenstrahlen sind hier 6 in Anzahl. Mit Ausnahme 
des Ersten besteht jeder aus zwei Schenkeln (Cuvier, Syst. Nat. 
des Poissons I). Der erste Strahl besteht aus einem einheitlichen 
Stiick, der warscheinlich nur dem Ventrahlen Schenkel der iibri- 
gen entspricht. Proximal stehendiese Schenkel auf einer Knorpel- 
scheibe, welche die Articulation mit dem Basale vermittelt, 
Diese hat die Form einer Cylinderfläche. Sie w4rd von der Ge- 
lenkfläche des Basale durch eine Gelenkhöle getrennt. Das 






NORDENSON, NERV. U. GEFÄSSE D. FLOSSEN VON G. CALLARIAS. 5 

Gelenk wird von einer Kapsel aus lockerem Bindegewebe um- 
geben. Das Gelenk ist ein Ginglymus. (Taf. A.) 

Da die Strahlenschenkel proximal an den Kanten dieser 
Scheibe stehen, distal aber dicht aneinander gefiigt sind, entsteht 
an der Basis ein dreieckiges Loch, von den Strahlenschenkeln 
und von der Gelenkscheibe begrenzt. Diese Löclier der Strahlen 
sind aneinander gereiht und durch Bindegewebe verbunden, und 
bilden so ap der Basis der freien Flosse einen Canal in dem die Ge- 
fässe und Nerven derselben laufen, den icli Canalis hasalis nenne. 

Zwischen den Strahlen ist eine Bindegewebsmembran aus- 
gespannt. Sie besteht aus zwei Lagen die zwischen sich einige 
feinere Nerven und Gefässe schliessen. Strahlen und Zw^schen- 
membran werden endlich von der Haut und einer dicken 
Lage von lockerem subkutanem Bindegewebe bedeckt. (Taf. B). 

Jeder Schenkel der Flossenstrahlen hat an seinem proxi- 
malen Ende Vorspriinge fiir den Ansatz der Muskeln, einen 
proximalen und einen dis talen. 

Muskeln. 

Die Muskeln der Bauchflosse sind in zwei Lagen angeord- 
net von denen eine ventral und eine dorsal von der Basalplatte 
liegt. Die Muskeln der beiden Körperseiten werden in der Mitte 
durch ein festes Bindegewebsblatt geschieden, von dem mehre 
Flossenmuskeln ihren Ursprung nehmen. Dieses ist eine Fort- 
setzung der Fascia welche die beiden Hälften der ven trålen 
Körpermuskulatur aus einander scheidet. 

Muskeln der Ventralseite (Abduktoren). 

M. ahductor siiperficialis. Entspringt vom oben erwähn- 
ten Fascienblatt und inseriert an den distalen Processus muscu- 
lares ventrales der Flossenstrahlen. 

31. ahductor profundns. Entspringt von der Basalplatte 
und inseriert mit 5 Sehnen an den proximalen Processus mus- 
culares ventrales der 5 hinteren Flossenstrahlen. 

M. arrector ventralis. Liegt vor den vorigen Muskeln. 
Entspringt vom Balkenan der vorderen Kante der Basalplatte 
und begiebt sich zum vordersten Flossenstrahl an d essen Vor- 
derseite er inseriert. (Der Muskel wird von Vogt und Yung 
den unteren Ausbreiter genannt. Ich habe den obigen Na- 
men in Analogie mit Harrison gebildet.) 



6 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BD (). NIO (). 

Muskeln der Dorsalseite (Adduktoren): 

M, adductor super ficialis. Entspringt vom medialen Fasci- 
enblatt und zieht zu den sechs Flossenstrahlen, an deren dista- 
len Processus musculares dorsales er inseriert. 

M. adductor profundus. Entspringt vom Basale und vom 
medialen Septum und inseriert mit 5 Sebnen an den Basen 
der hinteren Flossenstrahlen. 

M. arrector dorsalis. Entspringt vom vorderen Balken 
des Basale und inseriert am vordersten Strabl der Flosse. 

Nerven. 

Nacb dieser kurzen Darsteliung der Knocben und Muskeln 
werden die Gefässe und Nerven leicbter zu versteben. Die 
Nerven, die zu den Flossen geben, sind ausser gewissen Spinal- 
nerven aucb der Ramus lateraJis accessorius (Cole.) Friiber 
bat man immer die beiden Spino-occipitalen Nerven der 
Teleostier als den ersten und zweiten spinalen Nerven be- 
zeicbnet und den ersten Spinalen als dritten. Seitdem aber 
Fiibrbringer gezeigt bat, dass die beiden Spino-occipitalen 
Nerven der Teleostier dem zweiten und dritten Spino-occipi- 
talen bei Amia entsprecben und dass der erste von Amia bei 
den Teleostiern nicbt mebr zu finden ist, wird es wobl am 
ricbtigsten sein die beiden Spino-occipitalen der Teleostiern 
als II und III zu bezeicbnen und den ersten Spinalen als IV. 
Hierdurcb wird aber die Bezeicbnung von der von Cuvier 
und Stannius gebraucbten abweicbend. 

Die Nerven, die sicb zur Baucbflosse begeben, sind die 
Rami anteriores von VI, VII, VIII. Sie zieben im Subperito- 
nealem Bindegewebe die Baucbwand binab. Hierunter halten 
sie sicb innerbalb desjenigen Myomeres, dem sie gehören, und 
geben an dies mebre Nervenzweige ab. 

In der Näbe der Flosse angelangt, teilt sicb jeder Nerv 
in zwei Aste (Taf. C). Der grössere von diesen verlässt 
bier die Bauchhöble, entweder die Wand durchsetzend öder 
dem Interstitium zwiscben Baucbwand und Flossenmuskulatur 
folgend. Wir werden diese äussere Aste später besprecben. 

Die kleineren Aste der drei Nerven verbleiben dagegen 
innerhalb der Bauchhöble und bilden zusammen den Plexus 
abdominilas, [öder vielleicbt bei einem »Piscis thoracalis» besser 
Plexus thoracalis]. Der Nerv VI sendet eine Schlinge zu 
VII und dieser eine zum VIII. Teils von diesen Scblingen 



NORDENSON, NERV. U. GEFÄSSE D. FLOSSEN VON G. CALL ARIAS. 7 



teils auch von den Nerven selbst geben Zweige aus, die sich 
zur Flossenmuskulatur verteilen. 

Unter diesen können wir zwei Gruppen unterscheiden, 
die langen nnd die knrzen. 



A. Die langen inneren 
Zweige. 



Dieser Gr uppe gehören 
zweiNerven.Dereinekommt 
nur von VI. Er läuft zum 
Interstitium zwischen dem 
Arrector dor salis und der pa- 
ri eta len Muskulatur und teilt 
.sich hier in einen Muskel- 
zweigundraehrereHautzwei- 
ge. (FigSB). Der Muskel- 
zweig geht zum M. arrector 
ventralisdenerversorgt. Die 
Hautzweige sollen später 
beriicksichtigt werden. 

Der zweiteNerv dieser 
Gruppe enstebt durch die 
Vereinigung eines Zweiges 
von VII mit einem aus 
VIII. Der gemeinsame Nerv 
läuft liber den M. adduc- 
tor superficialis median- "'^"'^^^^'9' 
wärts. In der Nähe der 
Mittellinie durcbbricht er 
die beiden Adduktoren und 
begiebt sich durch das beim 
Beschreiben des Skelettes 
erwähnte Loch in der medi- 
alen membran der Basal- 
platte auf die Ventralseite, 
wo er im Interstitium zwisch- 
en den beiden Abduktoren 
liegt. Hier teilt er sich in 
einen Muskelzweig und ei- 
nen Hautzweig. (Fig. 2.) 




WoM 



Fisr. 



Baxichflosse von der Ventralseite. M. ad- 
dnet. superf. weg-präpariert. 



8 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BD 6. N:0 (). 

Der erste inner viert jenebeiden Muskeln, derandere durchbricht 
den Adduktorimdbegiebtsichzur Haut. Er teilt sichhierinzwei 
Nerven, welche die Haut iiber der Flossenmuskulatur inner- 
vieren (Fig. 3.) und mit denselben der anderseitigen Flosse ana- 
stomosieren. Sie begeben sich beide zu den Basen der Flossen- 
strahlen, wo sie untereinander und mit dem oben erwähnten 
Hautzweige aus VI in Verbindung stehen. Sie bilden an der 
Basis der freien Flosse einen querverlaufendjen Stamm, der 
vielfache Verbindungen mit dem im Canalis basalis verlaufen- 
den Nerven hat und kleine Zweige abgiebt, die sich längs der 
Strahlen der Flosse verteilen Sie diirfen aber nicht mit den 
später zu ervvähnenden ventralen Längsnervenstämmen der 
Strahlen verwechselt werden. 

B. Die kurzen inneren Zweige. 

Diese entspringen entweder direkt von den Endästen 
der Nerven VI, VII und VIII öder von den Ansae, die sie 
mit einander bilden. Ihre Zahi wechselt zwischen 2 — 4. Die 
aus VI und der ersten Ansa innervieren den M. arrector 
dorsahs die aus VII und VIII und der zweiten Ansa inner- 
vieren den M. adductor superficialis, durchbrechen ihn und 
gehen auch zum M. adductor profundus. 

C. Die äusseren Zweige. 

Nach dieser Beschreibungderjenigen Aste der Spinalnerven 
die innerhalb der Bauchhöhle bleiben, kehren wir zu den zur 
Aussenseite sich begebenden Ästen zuriick. Diese verlassen 
die Bauchhöhle in der Weise, dass der erste, der aus VI, die 
Muskeln der Körperwand durchbricht; die Aste von VII und 
VIII gehen im Interstitium zwischen Körperwand und Flossen- 
muskeln. Zur Aussenseite gelangt vereinigt sich jeder derselben 
mit einem Zweige vom Ramus lateralis accessorius. (Taf. D.) 

Dieser Nerv tritt bei mehreren Teleostiern in Beziehung 
zu den Flossen. Er teilt sich in zwei grosse Zweige, einen 
Truncus dorsalis und einen Truncus ventralis, und von den 
zwei Endästen des letzteren tritt einer zu den Flossen, 
(Stannius Pag 52). Die Teilung des Truncus ventralis geschieht 
hinter dem Cleitrum und der Ast zu den Flossen läuft 
dicht an der Hinterkante dieses Knochens die Körperwand 
hinab. Er giebt einen Zweig zur Brustflosse ab, der später 



NORDENSON, NERV. U. GEFÄSSE D. FLOSSEN VON G. CALLARIAS. 9 

besprochen werden soll, imd endet mit drei Zweigen, die sich zur 

Bauchflosse begeben. Hier vereinigt sich jeder von ihnen mit je 

einem der eben besprochenen Nerven aus VI, VII und VIII. 

Durch diese Vereinigung von Nerven verschiedener Her- 

A B. 



monn 



'f 




Yl 



Fi^. 3 Hautuerven der Bauchflosse. 
A. Ventvalseite. B. Vorderseite. 



kunft werden drei neue Nervenstämme gebildet, die sich 
jetzt zum freien Teil der Bauchflosse verteilen. Der vorder- 
ste begiebt sich zum vordersten Flossenstrahl und teilt sich 
hier in vier Zweige. Diese laufen dem Flossenstrahl entlang 
und verteilen sich so, dass an jedem Rand eines Strahlen- 



10 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BD 6. NIO (). 



schenkels ein Nervenzweig zu liegen kommt. Es kommen 
also zwei ventral und zwei dorsal von der Zwischen-membran 
(Fig. 4, Taf. B. und D.) Er anastomosiert aiisserdem mit dem 
nächsten. Der zvveite Stamm verteilt sich in ähnlicher Weise zum 




Vig. 4 Nerven der freieu Baucbflosse 
A. Ventralseite. B. Vorderseite. 

zweiten Strahl. Der dritte Stamm sucht die hintere Miindung 
des Canalis besalis auf und läuft in diesen hinein. Hier 
giebt er an jeden der vier hinteren Stralilen vier Aste die 
sich in der oben geschilderten Weise an dieselben Strahlen 
verteilten. Ein Endzweig anastomosiert mit dem zweiten Stam- 



NORDENSON, NERV. U. GEFÄSSE D. FLOSSEN VON G. CALLARIAS. 11 

me. Die Zweige die also zu vieren jedem Strahl zugeteilt sind, 
laufen bis zum Ende der Strahlen und senden sensible Fasern 
zum freien Teil der Flosse. 



Wie Paterson gezeigt hat, entsteht der Nervenplexus, 
der eine Extremität innerviert, in der Weise, dass die Nerven, 
die sich za derselben begeben sicli in zwei Aste teilen. Von 
diesen geht einer znr dorsalen Muskulatur, einer zur ventralen. 
Die Aste benachbarter Nerven können dann miteinander 
zusammenfiiessen und gemeinschaftlich neue Stämme bilden. 
Ist es jetzt möglich den eben beschriebenen Plexus abdomina- 
lis des Gadus callarias auf einem solchen Normalplexus zuriick- 
zufiihren und hier ventrale und dorsale Aste zu wiederfinden? 

Um diese Frage beantworten zu können, scheint mir ein 
Riickblick auf die Weise, in welcher sich die Bauchflossen 
entwickelt haben, ganz notwendig. Die Entwicklung der 
Teleostierf lössen ist von Harrison sehr gut beschrieben worden 
und ich entnehme seiner Arbeit die nötigen Angaben. 

Die Bauchflossen entstehen als zwei Ectodermfalten an 
der Seite des Körpers. Die Fälten hängen senkrecht hinab 
und werden durch Mesenchym gefiillt. In der Mitte differen- 
tiert sich nun das Mesenchym zu Knochengewebe und an den 
beiden Seiten entwickeln sich Muskeln. Wir finden also hier 
die Anlage der späteren ventralen und dorsalen Muskelschichten. 

Zu diesen beiden Schichten treten Nerven. Die Ent- 
Avicklung schreitet dann in der Weise fort, dass Muskeln und Ske- 
lett bei ihrem Wachstum sich schräg nach vorne und einwärts 
ausdehnen, bis dass sie mit denjenigen der anderen Seite in der 
Mittellinie zusammenstossen. Halt man diesen Wachstumsvor- 
gang fest, so ist es leicht zu ersehen, dass die Nerven, die 
zur Ventralseite gehen, nach einwärts verschoben w^erden miis- 
sen. Also wären die Aste der oben beschriebenen Gruppe A, 
die sich erst einwärts begeben, als Rami ventrales, die Aste 
der Gruppe B als Rami dorsales anzusehen. 

Nun kommt aber eine Schwierigkeit. Wohin sind die 
Nerven der Gruppe C zu rechnen; sind es Rami ventrales 
öder dorsales öder gehören sie irgendwo sonst? Die Frage 
scheint mir sehr schwierig zu beantworten. Ihre Besprechung 
spare ich augenblicklich um sie nach der Beschreibung der 
Brustflossennerven wieder aufzunehmen. 



12 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BD (). N:0 6. 

Grefässe. 

Zur Beschreibung der Nerven schliesse ich hier eine 
kurze Darstellung der Gefässe an. 

Venen. 

Das Blut wird aus der Körperwand durcli segmental 
geordnete Venenstämme weggeleitet. In jedem Segment fin- 
det man zwei Intercostal venen, von denen die eine, dorsale, 
sich zum Nierenpfortadersystem begiebt, die andere, ventrale, 
die Körperwand hinabfliesst (Taf. C). Diese ventralen Venen 
ergiessen sich in ein Längsgefäss, das der Mittelinie entlang 
von der Analgegend bis zur Clavicula zielit. Hier vereinigt 
sie sich mit einer von vorn aus der Hypobranchialgegend 
kommenden Vene, und der gemeinsame Stamm tritt zwischen 
Pericardium und Bauchfell um sich in den Sinus venosus 
zu ergiessen. Beim Voriibergehen an der Bauchflosse läuft 
sie im Winkel zwischen Bauchwand und Flossenmuskulatur. 

In diese »Vena epigastrica» ergiessen sich nun auch 
die Gefässe der Bauchflosse. Sie fangen an der Spitze der 
Flosse als ein feines Netwerk an, aus dem sich längs jedem 
Flossenstrahl vier Gefässe zur Basis derselben begebeu 
(Taf. D). Diese Stämme laufen mit den Nerven zusammen 
und liegen also zwei auf der Dorsal- und zwei auf der Ven- 
tralseite, und von den Stämmen derselben Seite liegt also 
einer vor und einer hinter dem Flossenstrahl. Sie nehmen 
Zweige aus der Flosse auf und anastomosieren vielfach unter 
wegs. Die dorsalen sind am besten ausgebildet. Zum Basalka- 
nal angelangt, bilden sie hier ein querlaufendes Sammelgefäss 
aus dem sich weiter zwei Stämme durch das Interstitium 
zwischen Körperwand und Flossenmuskulatur in die Bauchhöhle 
begeben, wo sie sich auf der Innenseite der Körperwand in 
die Vena epigastrica ergiessen. Der eine Stamm folgt dem xA.ste aus 
Nervus VI der andere dem aus Nervus VII. Die Vena epigastrica 
nimmt ausserdem mehrere kurze Stämme aus den dorsaleFlossen- 
muskeln auf. Aus den ventralen, wird das Blut durch zwei Venen, 
welche mit ihren beiden Nerven gemeinsam laufen, zuriickgefiihrt- 

Arterien. 

Die Arterien die sich zu den Bauchflossen begeben, ent- 
stammen einem unpaaren Gefässe, den ich A. epigastrica superi- 



NORDENSON, NERV. U. GEFÄSSE D. FLOSSEN VON G. CALLARIAS. 13 

or nennen möchte. Diese kommt aus der Hypobranchialgegend 
und begiebt sich diirch die Pericardialhöhle, wo sie unter- 
halb des Herzens liegt. In der Mittellinie liegend, zieht sie so 
den ganzen Körper entlang und giebt Zweige an beiden Seiten 
ab. An die Beckenfuge angelangt giebt sie einen Zweig zur 
Muskulatur jeder Flosse ab und begiebt sich ventral vom Becken 
riickwärts. Gerade da wo sie die Beckenplatte verlässt geht zu 
jeder Seite noch ein Zweig ab, der sich zur freien Flosse begiebt. 
Weiter nach hinten giebt sie feine Intercostaläste ab. 

Hier kommen hauptsächlich die beiden Flossenarterien in 
Betracht. Der erste Ast Jäuft auf der DorsaJseite des vorde- 
ren Beckenbalkens und giebt hier mehrere Zweige an die Mus- 
keln, sowohl der Ventral- als auch der Dorsalseite. Der zweite 
begiebt sich auf der Ventralseite längs des hinteren Rändes 
der Flossenmuskulatur zum Eingang des Canalis basalis und 
läuft in diesem mit Nerven und Venen zusammen bis zum 
vordersten Strahl. An jeden Flossenstrahl giebt er vier Zweige 
die sich in der oben fiir Venen und Nerven geschilderten 
Weise verteilen. Die dorsalen Gefässe sind am grössten. 



Brustflosse. 
Skelett. 

Das Skelett der Brustflosse von Gadus wird in Gegenbaurs 
Lehrbuch der vergleichenden Anatomie der Wirbeltiere abge- 
bildet, Fig 300, vmd eine däran sich schliessende Beschreibung 
findet man da auch. Ich beschränke mich daher auf einige 
ergänzenden Angaben. 

Diese Flosse besitzt 18 Strahlen, die aber clieselbe Anord- 
nung wie bei den Bauchflossen haben. Wie dort stehen sie auf 
einer Knorpelsclieibe, die mit den iiberknorpelten Kanten der 
vier Radialia articulieren. Gelenkhöle und Kapsel findet man 
hier auch. Wie bei der Bauchflosse stehen die Strahlenschenkel 
hier an ihren proximalen Enden auseinander, sind aber am Dista- 
len dicht aneinander gefiigt. Die Basen bilden also hier auch 
einen Canalis basalis fiir die Nerven und Gefässe der Flosse. 

Muskulatur. 

Die beiden Lagen der Bauchflosse finden wir hier wieder. 
Durch einen später zu bespreehenden Drehungsprocess wäh- 



14 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BD 6. N:0 G. 

rend der Entwickelung wird das Erkennen derselben ein wenig 
erschwert, aber wie dort gezeigt werden soll, können wir 
eine innere öder dorsale Adduktorenlage und eine äussere öder 
ventrale Abduktorenlage unterseheiden. 

Muskeln der Dorsalseite. 

M. adductor superficialis. Entspringt vom Cleitrum und 
zieht schräg abwärts um an den distalen Processus musculares 
der 17 hinteren Flossenstrahlen mit ebenso vielen Sehnen zu 
inserieren. 

if. adductor profundus. Entspringt vom Coracoid und 
inseriert an den Basen der 17 hinteren Flossenstrahlen mit 
ebenso vielen Sehnen. 

M. arrector dorsalis. Entspringt von der Scapula und 
zieht, vom M. add. superf, gedeckt zum ersten Flossenstrahl 
an dessen Vorderseite er inseriert. 

Muskeln der Ventralseite. 

31. abductor superficialis. Entspringt vom Cleitrum und 
zieht zu den Strahlen mit Ausnahme des ersten an deren 
distalen Processus musculares er inseriert. 

M. abductor profundus. Vom vorigen bedeckt. Entspringt 
von der Scapula und inseriert mit einer Sehne an jedem der 
17 letzten Flossenstrahl. 

M. arrector ventralis Entspringt vom Cleitrum und in- 
seriert am ersten Flossenstrahl. 

Nerven. 

Auch um die Verhältnisse bei der Brustflosse zu verstehen 
ist ein Riickblick auf dessen Entwickelung notAvendig (Ryder). 

Die Brustflosse legt sich als eine Ectodermfalte an. Im 
Gegensatz zur Bauchflossenfalte hängt sie aber nicht herab, 
sondern sie steht senkrecht auf dem Dottersack. Die beider- 
seitigen Fälten konvergieren ein wenig nach vorne zu. Sie 
werden von Mesenchym ausgefiillt. In diesem entwickeln sich 
jetzt in der Mitte die Skelettanlage und beiderseits von der- 
selben zwei Muskellagen mit den zugehörigen Nerven, welche 
also von unten her in die Flossenmuskulatur hineindringen. 

Die ausgebildete Flosse hat aber eine ganz andere Lage 



NORDENSON, NERV. U. GEFÄSSE D. FLOSSEN VON G. CALLARIAS. 15 

als die oben geschilderte. Hier nimmt nämlich eine grosse 
Verschiebung der Flossenanlage statt. Erstens wird der Dot- 
ter allmählich verbraucht und der Dottersack verkiimmert. Die 
Körperwandanlage, die friiher auf dem Dottersack horizontal lag 
nimmt allmählich eine senkrechte Stellung ein und die darauf 
stehenden Flossenanlagen kommen an der Seite wagerecht 
auszustehen. 

Hier nimmt jetzt ein anderer Verschiebungsvorgang statt. 
Die Ansatzlinie der Flosse dreht sich um seinen hinteren End- 
pnnkt um ungefähr 60°, so dass sie nunmehr nicht länger pa- 
rallel der Längsachse des Körpers ist, sondern schräg hinun- 
terzieht. Nach Beriicksichtigung der Entwickelung ist es also 
leicht verständlich wie man von einer dorsalen und ventralen 
Seite der fast vertikal stehenden Flosse sprechen känn. Die 
vordere Seite ist wie oben gezeigt die urspriinglich ventrale, 
die hintere die dorsale. 

Nach diesen vorläufigen Bemerkungen verstehen sich die 
Innervationsverhältnisse leicht. Die Nerven die sich zur Brust- 
flosse begeben sind die Rami anteriores der beiden Spino-occipi- 
talen Nerven die hier nach Fiihrbringer II und III bezeichnet 
werden, und die Spinalnerven IV u V. Diese Nerven verhalten 
sich folgender Weise: (Taf. E.) 

Der erste Spino-occipitale Nerv (II) kommt mit dem 
nächsten zusammen aus dem Spino-occipitalen Loch. Er giebt 
einen A st, der dem Cleitrum folgend sich zur hypobranchialen 
Muskulatur begiebt, R. cervicalis, und tritt mit seinem Haupt- 
stamme zur Bildung des Plexus brachialis. 

Der zweite Spino-occipitale Nerv verlässt die Schädelhöhle 
gemeinsam mit dem vorigen. Er teilt sich in zwei Aste, von 
denen der eine sich zum Plexus brachialis begiebt. Der andere 
senkt sich in die Tiefe des M. adductor superficialis und läuft 
zwischen ihm und den erwähnten Muskeln bis er den vorderen 
Rand der freien Flosse erreicht. Hier tritt er in den Basal- 
canal ein, wo wir ihm später folgen werden. Ausserdem giebt 
er einen Zweig ab, der die Haut im Winke»l zwischen Flosse 
und Körperwand versorgt. 

Der vierte Nerv tritt von den beiden vorigen getrennt 
aus, und zieht die Körperwand hinab. Auf der Höhe der Ober- 
kante des M. adductor superficialis, teilt er sich in zwei Aste. 
Der eine geht zum Plexus brachialis, der andere vereinigt sich 
mit dem fiinften Nerven. 



16 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BD 0. NIO 0. 

Der fiinfte Nerv gabelt sich in zwei Stämme, von denen 
der eine zur Muskulatur der Körpervvand geht und sich da 
ganz Avie ein gewöhnlicber Spinalnerv zur Stammesmuskulatur 
verteilt (Taf. C.) Der andere Stamm zieht im Interstitium 
zwischen Stammesmuskulatur und Flossenmuskulatur hinab, 
erreicht den hinteren Eingang zum Canalis basalis und läuft 
in diesen hinein. Unterwegs nimmt er den oben erwähnten 
Zweig aus IV auf und giebt selbst einen Zweig ab, der sich 
um die Unterkante der Flossenmuskulatur schlägt und sich 
auf der Aussenseite aufwärts begiebt um sich bier mit dem 
R. lateralis accessorius zu vereinigen. 

Der Plexus brachialis wird, wie gesagt, von Stämmen aus 
II, III und IV gebildet. Er liegt im Interstitium zwischen Flos- 
senmuskulatur und Stammesmuskulatur. 

Der Plexus brachialis teilt sich in zwei Aste, einen inne- 
ren und einen äusseren. Der innere x4st zieht zwischen den 
beiden Adductoren hinein und innerviert alle drei Muskeln 
der Innenseite. Der andere Ast durchbricht den M. adductor 
superficialis und tritt durch das zwischen Scapula und Cora- 
coid befindliche Loch zur äusseren Seite des Schultergurtels, 
wo er zwischen den beiden Abduktoren läuft und die Muskeln 
der Aussenseite innerviert. Erinnert man sich dass die innere 
Seite die urspriingliche dorsale und die äussere die ventrale 
ist, so sieht man dass der Plexus brachialis auch liier in dor- 
sale und ventrale Aste zerfällt. Ähnlich wie bei der Bauchflosse 
durchbricht auch hier der ventrale Nerv das Extremitätenskelett. 

Die Nerven der freien Flosse kommen aus III, IV und V 
In zwei Stämmen, einer aus III und einer aus IV und V 
begeben sie sich zum Canalis basalis in dessen vorderen Öff- 
nung jener und im hinteren dieser Stamm hineintritt. Im 
Canal laufen sie einander entgegen und anastomosieren in der 
Mitte. (Fig. 5.) Unterwegs senden sie zu jedem Flossenstrahl 
zwei Zweige, von denen sich einer am dorsalen und einer am ven- 
tralen Strahlenschenkel mit zwei Zweigen verteilt, so dass wir 
hier wie bei der Bauchflosse an jedem Flossenstrahl vier Ner- 
venstämme haben. 



Die Innervation der beiden Flossenpaaren bietet viele 
Ähnlichkeiten mit einander. Besonders zu beobachten ist das 



NORDENSON, NERV. U. GEFÄSSE D. FLOSSEN VON G. CALLARIAS. 17 



eigentiimliche Verhalten der Nerventeilung. Die Nerven die 

zu den Flossen treten, teilen sich ja in zwei Stämme, von 

denen der eine die Muskulatur und die dieselbe bedeckende 

Haut innerviert, während der andere sich ausschliesslich zur 

freien Flosse verteilt. 

Beide Aste teilen sich spä- 

ter wieder, jederfiir siciiin 

dorsale und ventrale Aste. 

Dieses Verhalten ist vom 

Typus des normalen Plex - 

US bedeutendabweichend, 

wo ja die Teilung in dorsale 

und ventrale ÄstenderTei 

lung in sensible und moto- 

rische vorangeht. 

Um diese Thatsache 
zu erklären, wage ich es 
die folgende Hypothese 
aufzustellen : Die Flossen 
werden als Hautfalten an- 
gelegt, in denen sich Ske- 
lett und jederseits von 
ihm ventrale und dor- 
sale Muskulatur entwic- 
kelt. Die Nerven die zur 
Flossenanlage treten, tei- 
len sich in dorsale und 
ventrale Aste. Wennaber 
nun die Flosse im Laufe 
der Entwicklung nach in- 
nen wächst, wird der ven- 
trale Ast mit medialvvärts 
vorgeschoben. Die Lei- 
tungsbahn zur ventralen 
Seite der freien Flosse wird dadurch verlängert. Die ventralen 
Aste hören nun auf das letztgenannte Gebiet zu versorgen, und 
beschränken sich auf die ventrale Muskulatur Die Innervation 
der ventralen Fläche der freien Flosse wird dann von den die 
dorsale Fläche der freien Flosse versorgenden dorsalen Isten 
iibernommen. Schliesslich wird die Abgangsstelle der sensiblen 
dorsalen Aste höher am Nervenstamm verlegt. 

Arkiv för Zo)lo(/i. Bd 6. N-.o 6. 2 




Fi?. ö 



Nerven des freien Teiles der rechten 
Brustflosse Dorsalseite. 



18 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BD (). N:0 6. 

Man wäre also berechtigt hier sogar von zwei Plexusbil- 
dungen zu sprechen; einem oberen, inneren aus dem die Mus- 
kelzweige koramen, und einem unteren, äusseren, der im Canalis. 
basalis liegt und aus dem die Nerven zur freien Flosse gehen : 
Plexus brachalis und thoracalis, superior und inferior. 



Oefässe. 

Arterien. 

Die Brustflosse wird von der A. brachialis versorgt. 
Diese entspringt dem Aortenbogen, und zieht in dem 
vorderen Teil der Niere tief eingebettet zur Flosse liinab. Sie 
liegt zwischen den Nerven III und IV und giebt unterwegs 
einen Ast zur Schwimmblase. Sie liegt hinter dem Plexus 
brachialis superior und teilt sich hier in zwei Aste einen dor- 
salen und einen ventralen. Der dorsale begiebt sich zur un- 
teren öffnung des Canalis basalis und giebt wärend seines 
Verlaufes mehrere kleinere zweige zum M. aclductor super- 
ficialis und einen grösseren zur anhegenden Stammesmusku- 
latur ab. Der ventrale sendet einen Ast, der den M. adductor 
profundus versorgt, und zieht dann mit dem R. ventralis des 
Nervenplexus zur Aussenseite wo er im Interstitium zwischen 
den beiden Abductoren läuft und Zweige an sie verteilt. 
Ein grösserer Zweig geht zur oberen öffnung des Canalis 
basalis. 

Die zum Canalis basalis sich begebenden Arterien bilden 
hier eine Arteria basalis indem sie mit einander innerhalb des- 
selben anastomosieren. Von der A. basalis gehen zu jedem 
Flossenstrahl zwei Zweige ab, die sich dikotomisch teilen und 
ähnlich wie bei der Bauchflosse den freien Teil der Brustflosse 
versorgen. 

Venen. 

Die Venen fangen als ein feines Netzwerk an der Spitze 
der freien Flosse an von wo aus längs jedem Flossen- 
strahl vier Venen das Blut zu Sammelgefässen im Canalis ba- 
salis fiihren. Aus diesen Venae basales geht es weiter, durch 
die obere Öffnung zum R. ventralis durch die untere zum R. 
dorsalis der Vena brachialis. Von diesen beiden Venenzweigen 



rXORDENSON, NERV. U. GEFÄSSE D. FLOSSEN VON G. CALLARIAS. 19 

nimmt der R. ventralis das Blut von der Abductorenseite auf und 
tritt gemeinsam mit dem ventralen Nerven und der ven trålen 
Arterie durch den Schultergiirtel zur Adductorenseite, wo er 
sich mit dem von derselben kommenden R. dorsalis zur Bil- 
dung der Vena brachialis vereinigt. Die Vena brachialis liegt 
vor den Plexus und zieht zum Ductus Ciivieri. 



20 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BD G. N:0 6. 



Tafelerklärung. 

A. Längssclmitt durch die Bauchflosse um die Articulation zvvischen 
Basale und Flossenstrahlen und den Canalis basalis zu zeigen. 

B. Querscliiiitt durch den freien Teil der Bauchflosse. 

C. Linke Bauchwand mit Nerven und Gefässen der Bauchflosse. 

D. Bauchllosse der rechten Seite von der Dorsalseite gesehen mit auf- 
präpareritem Canalis basalis. 

E. Brustflosse der rechten Seite mit Nerven und Gefässen. 



Fig. 2, 3, 4, 5, und Taff. C, D, E, sind von Herrn G. Wennman 
gezeichnet, Fig. 1 und Taff. A und B vom Yerfasser. 



NORDENSON, NERV. U. GEFÄSSE D. FI.OSSEN VON G. CALLARIAS. 21 



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By 
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Upsala. 

With 2 Plates and 5 Textfigures. 

Communicated October 13:th 1909 by Chr. Aurivillius and Y. Sjöstedt. 



The metamorpliosis and biology of the three species of 
the genus Orchestes, which form the subject of the present 
paper, is knovvn to a certain extent. But the larval stages 
of them hav^e been described only very superficially and 
with regard to their biology there still remain some questions 
which have not been settled. These gaps in our knowledge 
the present paper proposes to fill up in some degree. 



Orchestes populi Fabr. 

(Pi. I. fig. 1, 2, 5—8, 14; Pl. II, fig. 6, 8, 9, 11—15 & 20; Textfig. 1—3) 

The metamorphosis of this species was probably known 
already by Frisch [2. p. 31—32] and Swammerdam [12. p. 
294]. Låter, in 1853 Hegeer [3. p. 42—45] gave a short 
description of the larva and pupa, accompanied by figiires, 
which latter however are not very accurate and only give 

Arkiv för zoologi. Hand 6. iV;o 7. I 



2 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 7. 

an idea of the habitus. Three years låter, in 1856, Letzner 
[4. p. 98—102], apparently without knowing Hegeer's paper, 
gives an accurate and good account of the biology. After 
Letzner we find only short scattered notes on its occurence 
and biology by Aurivillius, Spångberg, Laboulbéne a. o. 
[comp. Rupertsberger 10]. 

The material, on which the present paper is based, was 
collected in August last summer in the South of Fyen, Den- 
mark. The larvse in great numbers attacked the willows, 
which are commonly used in that country as hedges along 
the roads, and were also found on the poplar. 



Metaiuorphosis. 

1. The fullgrcwn larva. 

The fullgrown larva (fig. 7 & 8 Pl. I) attains a length 
of 3,5 mm. 

The body is flattened dorsoventrally and attains its 
greatest width in the mesotboracio segment; from thence it 
tapers gradually towards the narrow and rounded posterior end. 

The larva is of a brownish yellow colour, which is light 
in the earlier stages, but gradually becomes darker. 

On both the dorsal and ventral side we notice trans- 
verse dark, blackish spöts, which are arranged in the following 
way: on the dorsal side (Fig. 8, Pl. I) the spöts are narrrow, 
irregular streaks, about half as long as the resp. segments 
and arranged two and two close together on each side of 
the demarcation line between the segments; there are 9 pairs 
of them, the first streak on the metathorax, the last on the 
9th abdominal segment; they increase in length until the 
2nd abdominal segment, the following 3 pairs are of sub- 
equal length; further back they dimimish gradually in size^ 
so that on the anal segment they are small and inconspi- 
cuous. 

On the ventral side (Fig. 7, Pl. I) the spöts are more 
or less broad, oval, and, arranged in a median row, one on 
each segment, from the mesothorax to the 8th abdominal 
segment; they increase in size towards the 2nd abdominal 
segment, the following 5 spöts are of subequal size, the two hind- 
most ones on the contrary are as small as the fchoracic spöts. 



I. TRAGARDH, METAMORPHOSIS AND BIOLOG Y OF ORCHESTES. 3 

The cuticle (Fig. 4, Pl. I) has numerous, more or less 
semisphasrical thickenings or granules, which are arranged in 
transverse rows; on the lateral projections of the body they 
are slightly pointed and directed backwards. 

On the places, where the blackish spöts are situated, 
the granules are dark-coloured, placed more closely and 
coalesce as to form narrow bands. 

The head (Fig. 6, Pl. II) is of a dark brown colour; 
its base is partly concealed within the prothorax, which en- 
closes it in a fold of soft cuticle. The head capsule is flat- 
tened dorsoventrally and curved shghtly downwards; the 
part which is visible on dorsal view is semicircular in out- 
line and shghtly obtuse in the middle. 

The head capsule is remarkable through the great deve- 
lopment of the fröns, which occupies nearjy V3 of the upper 
surface and projects backwards nearly to the hind margin; 
the fröns has a dark median interiör ridge, and is separated 
from the two halves into w^hicli it divides the vert ex b^^ a 
pair of narrow streaks of transparent cuticle which form a Y. 
The fröns is triangulär and as broad as it is long, its anterior 
margin is thickened like a ridge. 

The vertex sclerites project backwards, so that the hind 
margin of the capsule becomes convex. 

The clypeus (Fig. 11, Pl. II) is short, but very broad; 
the anterior margin is excavated and by a narrow band of 
soft cuticle separated from the labrum; posteriorly it is thick, 
strongly chitinous and firmly coalesced with the anterior 
edge of the fröns; at the sides we notice a pair of rounded 
projections, which form the upper condyli for the mandibles; 
is has three pairs of small, slender hairs. 

The labrum (Fig. 11, Pl. II) is elongated hexagonal and 
nearly twice as broad as it is long. On the upper side we 
notice two pairs of slender, pointed hairs, arranged in a 
transverse row, parallel to the hind margin. 

The anterior edge and the ventral side is provided with 
some very remarkable bristles; on the ventral side (Fig. 15, 
Pl. II) in the middle, we notice two narrow, posteriorly con- 
verging ridges, on which are inserted 3 pairs of large, hook- 
shaped bristles, curved towards the median line; at the 
anterior edge there are 5 pairs of bristles, the two lateral 
pairs of which are stouter than the others, more sharply 



4 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NiO 7. 

pointed and less curved; the median pair is slender and bent 
downwards and backwards at the top Jike a hook; the other 
two curve almost at the base downwards, backwards and 
towards each other, so that they are visible only on ventral 
view. 

From the structure of the labrum it is evident, that, 
besides its original function, to form the roof of the mouth 
opening, it is highly adapted to the purpose of assisting the 
mandibles in their work viz. to detach portions of the pa- 
ren chy ma of the leaf. 

The mandibles (Figs. 12 & 13, Pl. II) are strongiy 
chitinous and dark coloured, sligtly longer than they are 
broad at the base; they have a double terminal tooth, one 
above the other. The upper side of the mandible is almost 
even and horizontal, sloping only slightly downwards towards 
the inner edge; the ventral one, on the other hand, slopes 
downwards distinctly towards the middle. The upper tooth 
is shghtly stouter than the lower one, with thin inner edge, 
which near the base rises to a low, blunt molar. The lower 
tooth bends slightly downw^ards and has a blunter median 
edge. Between the two teeth there is a deep groove. 

The mandible bears two fine, pointed hairs, which are 
inserted close together at the exteriör edge, a little behind 
the middle. 

The antennse (Fig. 14, Pl. I) are greatly reduced and 
appear as low, thin-walled areas, which scarcely project above 
the surface; they bear an oval, thin-walled and finely concen- 
trically striated appendage, on the exteriör side of which 
4 — 5 straight hairs are placed. 

The statement of Hegeer that the antennse are two- 
jointed [3. p. 431 must be caused by some mistake. 

The max ill 3e (Fig. 8, Pl. II): the lobus internus is 
conical, with a comb of long and rather slender bristles along 
the inner edge; the maxillary palps aj:e two-jointed; the 
two joints form together a short conical projection, broadly 
rounded at the top, where 4 — 5 small sensorial cones are to 
be found. 

The labium (Figs. 9 & 14, Pl. II) is broad and ton- 
gueshaped, with very soft cuticle; at the edge and on the 
inner side it bears numerous rows of minute cuticular teeth, 
which point backwards; the labial palps are single-jointed, 



I. TRÄGÅRDH, METAMORPHOSIS AND BIOLOGY OF ORCHESTES. 5 

flat., ovoid and placed so far backwards, that they do not 
project beyond the anterior margin. 

The shape of the body is better described in connection 
with the changes which the larva undergoes during its 
growth. 



2. Changes during the growth of the larva. 

During the 1st stage (Fig. 5, Pl. I) the larva has no 
markings on the body, and the cuticle is quite smooth. The 
colour is yellowish-white. The shape is also different from 
that of the låter stages, in so far that the body is widest 
in the prothorax, tapers less and more slowly backwards and 
is of even width for ^3 of its length. 

The intersegmental constrictions are small and there are 
no lateral projections. 

The length is l,i mm., the width 0,3 6 mm. The most 
interesting feature is, however, that the tergite of the proto- 
rax is not developed as a plate, as in the låter stages, and 
the head is not covered by its anterior edge, but quite free. 

These changes take place in the 2nd stage. 

The second larval stage (Fig. 6, Pl. I) has not in- 
creased much in length, compared with the Ist one, (comp. 
figs. 5 and 6 Pl. I) but the head is considerably larger and 
the thoracic segments ha ve become much wider; furthermore 
the prothorax is protected by two rectangular shields, rounded 
at the sides and separated one from another by a narrow 
median streak of soft cuticle. The prothorax has increased 
very considerably in size, and is now as long as themeso-and 
metathorax together and slightly wider; its anterior edge 
projects round the base of the head capsule, which it em- 
braces, so that on dorsal view the portion behind the posterior 
tip of the fröns is completely hidden. 

On the ventral side the edge of the prothorax projects 
still more and the surface is protected by a large smooth 
shield. 

During its further growth the larva does not undergo 
such marked changes as those which have been described above. 

The lateral projections of the segments, which in the 
2nd stage were very low and rounded, increase in size, be- 



6 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 7. 

come conical and nearly as long as they are wide at the 
base; especially those of the meso- and metathoracic segments 
project in the 4th larval stage far sidewards, probably on 
account of the development of the imaginal discs ofthelegs. 
It is obvious, that, as the larva depends on its mouth- 
parts for making a way for the body, much is demanded of 
them alread}^ during the first stage. In accordance with 
this the head capsule is comparatively larger in this stage 
than in the following ones, during which it becomes compara- 
tively smaller. If we compare the greatest width of the 
head capsule with the length of the body and calculate, how 
much 7o of the latter it is in the different stages we find 
that in the 1st stage it is 20,8 Vo, in the 2nd 18,9 ^/o and 
in the 4th not more than 15,i % of the length of the body. 



3. The pupa. 

The pupa (Figs. 1 & 2, Pl. I) is at first white, but 
becomes gradually blackish and finally almost dead-black. 
It is 2,5 mm. long. 

For the general shape and colour I refer to the figures; 
it is however to be observed that the wings and legs are 
more closely pressed to the body. 

The head and the prothorax have some very characte- 
ristic bristles which Letzner already noticed. On the rostrum 
there are in all 4 pairs, three of which are inserted in a 
longitudinal row in the basal ^/s and are almost equidistant, 
while the 4th pair is placed more laterally, at the base, and 
forms a transverse row with the hindmost one of the longi- 
tudinal row. At the top of the vertex there is one pair, 
which points straight forward. On the dorsal side of the 
prothorax, a little behind the middle, there is a transverse 
row of black, straight and sharply pointed bristles, which 
stånd out perpendicularly. On the mesothorax there are two 
pairs of small inconspicuous bristles, placed close together in 
an oblique row, and on the metathorax we notice two 
similar but somewhat larger bristles placed more laterally. 



1. TRÄGÅRDH, METAMORPHOSIS AND BIOLOGY OF ORCHESTES. 7 

The abdomen shows the concentrating of the last seg- 
ments which takes place in the adult. Topographically, on 
dorsal view, the 8th abdominal segment is the terminal one, 
but on ventral view we notice a small 9th segment which 
is subventral, and on closer examination we notice traces 
of the lOth and llth segments (Textfig. 1). 

The 7th abdominal segment projects in two conicals dark- 
coloured processes which have a small black spine at the 
top; even the 8th segment has small conical processes. 



Biology. 

The female deposits the eggs on the lower side of 
the leaf, of ten in considerable number; the author has 
counted up to 20 on a single leaf, but generally there are 




Fig. 1. Top of abdomen, ventral view. 
Pupa of O. populi. X 50. 

5—10. The female bores an oval hole through the epidermis 
of the leaf, in which the egg is placed, and from this the 
larva works its way to close below the upper surface. (Fig. 
20. Pl. IT). 

The larva does not form any gallery, but a rounded 
blotch-mine. This is very conspicuous through its bright 
yellowish-brown colour. When the blotch is small, the upper 
cuticle of the leaf is quite flat, but låter, when it increases in 
size, the thin cuticle rises above the surface. On the lower 
side of the leaf, on the other hand, only a small indistinct 
patch is discernible. 

If we open a blotch-mine, we find that the floor is for 
the greater part almost black; this is, as already pointed 
out by Letzner, due to its being impregnated with the ex- 



8 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (>. N:0 7. 

crements of the lar va, which, contrary to the case with the 
two other species of the geuns, is liquid. 

If we endeavour to reconstruct mentally, how the blotch 
is originally formed and låter on expanded, it is obvious 




Fig. 2. Leaf of willow with 9 blotches of O. jiopuli, upper side ; on some 

blotches the upper epidermis is taken away, and they appear quite 

black. Nat. size. 



Fig. 3, 



Leaf of willow, attacked by O. populi; near the top several 
blotches have coalesced. -/:?. Nat. size. 



that, when the larva emerges from the eggshell and starts 
eating its way throagh the parenchyma and the results is a 
blotch-mine, this may be accounted for in two different 
ways. Either, it turns its head always to one side and thus 
produces a condensed spiral gallery, where every winding 



1. TRÄGÅRDH, METAMORPHOSTS AND BIOLOGY OF ORCHESTES. 9 

coalesces with the preceding one and in consequence all together 
form a blotch. Or, the larva eats indiscriminately to the 
left and the right, in which case the blotch arises in that 
way, that concentrical streaks of the parenchyma are de- 
voured successively. 

I have not had the opportnnity of watching these processes, 
but it seems probable that the blotch-mine of O. popiili is 
formed in the latter way. 

Once the blotch is large enough to allow the larva to 
lie extended in its full length, it feeds in another way, 
which I have been able to follow under the microscope; it 
lies then at a right angle towards the perifery and eats small 
portions out of the low walls formed by the parenchyma; 
sometimes it makes a deep pocket at one place, but generally 
it turns round, each time enlarging the mine by a narrow 
streak. 

Consequently the larva is comparatively stationary, and 
this fact obviously accounts for its being much less amply 
provided with cuticular spinulse than the larvae of the two 
other species. 

As Letzner has already pointed out, the larva does not 
consume the parenchyma entirely, but only a comparati- 
vely thin layer of it. Letzner sees in this an act of in- 
telligence: the larva does so, because, if it devoured the 
whole parenchyma between the upper and the lower cuticle, 
the lower cuticle would become as thin as the upper one; 
in consequence the larva would be exposed to the wind, sun 
and rain and soon perish. 

But a more simple explanation is, that, as the mandibles 
work in a horizontal plane, they are only able to detach 
exactly as much as can be caught between the upper and 
lower tooth, and as the leaf is comparatively thick, the rest 
of the parenchyma remains intact. That this is the explana- 
tion, is evident from a comparison with Gracilaria syringella, 
which I had an oppurtunity of studying last summer. The 
larvae of this moth have during the first two stages a flat, 
quite horizontal head, and the thin mandibles work in a horizon- 
tal plane. Consequently only a very thin layer of the paren- 
chyma is consumed. But låter, when the galleries have be- 
come larger, the larvae in the 3rd and 4th stages, which are 



10 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 7. 

typical moth larvse, consume the remaining layer of the paren- 
cliyma, which they left intact when younger! 

The larva does not form any cocoon when it is going to 
pupate, but lies free on its back in the centre of the blotch. 



Parasites of O. popidi. 

A eonsiderable number of the larvse, at a rough estima- 
tion about 20 %, were attacked by ectoparasitic Hymenop- 
tera, belonging to the Chalcididse. When opening the blotches 
small, elongated, whitel eggs were found, lying on the black 
floor, close beside the larva; and the larva, although not 
dead, seemed more motionless than those in other blotches, 
where no eggs were found ; ne v er was more than one egg found 
in each blotch. In other blotches whiteish larvse were found 
lying on the larvae or close at the side of them and the 
larvse were dead and more or less deformed and shrivelled. 
T was able to observe how they actually pierced the skin of 
the larvse and sucked the fluids of their bodies. There were 
two different species of Chalcididse, which were both hatched, 
but as yet I have not been able to get them identified. 



Orchestes fagi L. 

(Pi. 1. figs. 3, 4, 9—12, 16; Pl. II. figs. 1—3, 16, 17 & 21; textfigs 4 & 5.) 

The metamorphosis of this species has been described 
briefly by Ratzeburg [8, p. 128—129] who figured the larva 
and pupa, and låter many other authors as Goureau, Altum, 
JuDEiCH, PissOT a. o. have described its life-history and the 
damage it has done. 

The material, on which the following description is based, 
was collected partly at Arilds Läge in Skåne in June 1907, 
partly at Båstad in June 1909. 

In both localities the larvse were verv common and not 
a single tree had escaped their ravages. 



I. TRÄGÅRDH, METAMORPHOSIS AND BIOLOGY OF ORCHESTES. 11 

Metamorpliosis. 

1. The lar va. 

The fullgrown larva attains a length of nearly 6 mm. 

The c o lo ur is quite white; on]}^ tho head-capsule and 
parts of the prothorax are brown-coloured. 

The cuticle (Fig. 11, Pl. I) is minutely spinulated; the 
base of the spinulse is somewhat swoUen, their tips point 
backwards. Unlike those of the larva of O. quercus the spinulae 
are quite colourless. 

The head capsule is dark chestnut-brown coloured; 
its posterior margin is deeply excavated and the posterior 
angles project strongly and are hidden underneath a fold of 
the prothorax. 

The fr ens is very large and triangulär, as in O.populi. 

The clypeus (Fig. 1, Pl. II); the sides are straightand 
converge forwards, the anterior margin has a deeper but 
narrower incision than in O. quercus; one pair of thickenings 
far laterally and near the anterior margin; they are more 
pointed than in O. quercus; 2 pairs of small hairs laterally, 
behind the middle. 

The labrum (Figs. 1 & 2, Pl. II) has a slightly convex 
anterior edge, which projects a little in the middle ; the sides 
are straight and converge forwards; the posterior margin has 
a median triangulär projection, rounded at the top. 

Two pairs of bristles on the dorsal side; one pair inserted 
near the middle a little in front of the postero-lateral angles, 
is very short and blunt, whereas the other pair, which is 
placed near the anterior edge far laterally, is more jTointed. 

At the anterior margin we notice 7 pairs of bristles; of 
these the 3 lateral pairs are more than three times as long 
as the others and more straight and pointed; the other 4 
eurve downwards and backwards near the base. 

On the ventral side (Fig. 3, Pl. II) of the labrum we 
notice two short, but rather high, oblique and bar-shaped ridges, 
on which two pairs of very stout blunt and conical bristles 
are inserted, which point obliquely forwards and downwards. 

The antenn 86 are nearly of the same shape as in O. 
populi, with one oval, concentrically striated appendage and 
3 — 4 small sensorial, conical processi. 



12 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 7. 

The mandibles (Figs. 16 & 17, Pl. II) are comparati- 
ve]y larger than those of O. quercus and of a deep green 
colour, except at the edges which are brown. The shape is 
the same as in the other two species, with double terminal 
tooth; the upper tooth has at the inner (median) edge, near 
the top, a narrow incision; the lower tooth is considerably 
shorter than the upper one and curved in an even curve 
towards the middle, with narrow pointed top. Of the two 
usual hairs on the dorsal side, one is placed close to the 
lateral side, the other near the middle. 

The maxillse (Fig. 2, Pl. II) are comparatively broader 
than in O. quercus; the lobus is shorter, broader at the basa 
and at the median edge provided with a comb of 7 straight 
and pointed bristles, which are as long as the lobus. 

The labium (Fig. 2, Pl. II) is broad at the base and 
tongue shaped, with convex sides and rounded anterior edge; the 
latter, which is soft, as in the other species, has numerous 
minute cuticular teeth arranged in transverse rows; the 
palpi are small, not longer than they are wide at the base 
and rounded at the top; they are placed so close to the 
anterior edge that they project a little beyond it. 

The thorax (Fig. 12, Pl. 1). The thoracal segments are 
shorter than the following segments of the abdomen, with 
more flat ventral and less arched dorsal side; they diminish 
in size sucessively forwards. 

The prothorax is slightly longer than the other two seg- 
ments and is protected by shields both on the dorsal and 
ventral side. 

The two dorsal shields are irregularly quadrangular, half as 
long as the segment and separated in the middle by a 
narrow streak of white cuticle. The ventral shields are three, 
as in O. quercus-, their shape is seen in fig. 16, Pl. I. 

The cuticle of these shields is not provided with any 
spinulse, but is quite smooth or even polished. 

The abdomen (Fig. 12, Pl. I); the 3—4 first segments 
are of equal size, but the following ones diminish successively 
in height and width; the 8—10 form a kind of tail, which 
however tapers much more gradually than i O. quercus. 

The dorsal side of the 1 — 7 segments is highly arched 
in the middle, so that on lateral view these segments appear 
to have broad conical dorsal projections, which are about Vs 



I. TRÄGÅRDH, METAMORPHOSIS AND BIOLOGY OF ORCHESTES. 13 

as long as the are wide at the base. They are more pointed 
at the top than in O. quercus; and at the top there are 
narrow oval areas, exactly as in O. quercus, where there are 
no cutioular teeth, and a fine träns verse cuticular fold runs 
across. The lOth segment, the pygidium, is verv small and 
conical, as long as it is wide at the base. 



2. The pupa. 

The pupa is of a white colour. It has some character- 
istic hairs and bristles, as the pupse of the other two species. 

On the rostrum there are 3 pairs of small brown-coloured, 
perpendicular bristles, arranged in two longitudinal rows in 
the basal -/s and almost equidistant; but there is no 4th 
pair, as in O. populi. 




Fig. 4. Top of abdomen, pupa of O. fagi, ventral view. X 75. 

At the top of the vertex there are two pairs in a trans- 
verse row, close together; of these the median pair is inser- 
ted on low, brown-coloured tubercles and curved down- 
wards; the other pair is only V^ as large as the median one. 
On the dorsal side of the prothorax, near the anterior margin, 
there is another pair, whioh however, is not very conspicuous. 

The abdomen (Textfig. 5). Topographically, on dorsal 
view, only 8 segments are distinguishable, the terminal one 
of which projeots in a narrow appendage, bipartite at the 
top and provided with a pair of dark coloured bristles. 
But, as in O. populi we notice, on closer examination, on 
the ventral side, the small 9th and lOth segments telescoped 
in the 8th ; on the dorsal side they both bear a pair of small 
lateral processi. 



14 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 7, 

Biology. 



The biology of O. fagi is well known, and I have nothing 
to add to previous observations except with regard to the 
formation of the cocoon, which will be described together 
with t hat of O. quercus. 

The accompaning photo, text-fig. 5, shows plainly how 
the narrow gallery starts on the median nervule and winds 
parallel to a side nervule towards the edge of the leaf, where 
it widens to a large blotch on the form of which the side 




Fig. 



5. Brancli of beeeh, on which 3 leaves are attacked by O. fagi. 
Nat. size. 



nervules seem to have some influence (comp. the two leaves 
a t the right). The parenchyma in the gallery, as well as in 
the blotches, is entirely consumed. In the figure two cocoons 
are plainly visible. The 3rd leaf has been attacked by two 
larvse, which seldom occurs. 



Parasites of O. fagi. 

In spite of careful researches I was only able to find 
very few parasites of the larvse. 



I. TRÄGÅRDH, METAMORPHOSIS AND BIOLOGY OF ORCHESTES. 15 

In some instances however, an elongate, light red-colou- 
red larva was found in the galleries. The few I found were 
confined in a glass-tube together with larvse of O. fagi, and 
I was able to observe that they actually attacked these, and 
were not inquilines. I succeded in rearing two of them, and 
they proved to be Nematocera, belonging to the Cecidomyidse. 
I ha ve not yet been able to get them identified. 



Orchestes quercus L. 

(Pl. I, figs. 13 & 15; Pl. II. figs. 4, 5, 7, 10. 18 & 19.) 

The larva of this beetle was known already by Réaumur 
[9. p. 31] who gives a figure of it and makes notes on its 
biology. Låter we find short notes on its biology by Katze- 

BURG, NÖRDLINGER, V. FrAUENFELD a. O. 

In 1908 Mjöberg [5. p. 257 — 63] gives a populär 
account of its habits, accompanied by drawings of the larva, 
pupa and fullgrown insect and of leaves attacked by the 
larva. He has however not been able to observe the mode 
in which the cocoon is formed. ^ 

The material, on which the following description is based, 
was collected in June last summer, at Båstad in Skåne. 

The larvse were by no means common on the oaks and 
I was able to procure only a small number of fullgrown larvse; 
consequently I am not in position to describe any changes 
in the external morphology which the larva may undergo 
during its growth. 



The larva. 

The larva (Fig. 13, Pl. I) is of a white colour, only the 
head capsule, parts of the prothorax and the small pygidium 
are of a very dark brown almost black colour. 

It attains a length of 6,5 mm. 

It is of almost even width for the greater part of its 
length, but the thoracic segments diminish a little forwards 
and the abdominal segments taper from the 6th one gradu- 
ally backwards, so that the 8th — lOth together form a cone. 



^ He promises however to investigate the question. 



16 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 1. 

The thoracic segments are lower than those of the ab- 
domen, almost flat and with only small intersegmental con- 
strictions. 

The 1st to the 7th abdominal segments on the other hand 
are on the dorsal side so highly arched, that they appear to 
ha ve broad conical processes; the ventral side on the cont- 
rary is almost flat. 

The cuticle has numerous minute cuticular spinulse, 
which are quite black. The stigmata, which are present on 
the prothorax and the 1st to the 8th segments are dark brown 
coloured and consequently conspicuous, contrary to those of 
O. fagi, which are very difficult to see. 

The head capsule is, as above stated, very dark-colou- 
red, almost black, and of the same shape as that of O. fagi. 

The clypeus (Fig. 4, Pl. II) is short and by a median 
incision divided in to two rounded lobes; the sides are strongly 
chitinous, the anterior margin on the other hand, which over- 
laps the posterior margin of the labrum, is very thin. A 
little in front of the middle, and laterally, it has a pair of 
low, rounded knob-like processi which are thickenings of the 
cuticle; 3 pairs of minute hyalin hairs, placed two close 
together near the sides, the 3rd pair nearer the middle. 

The labrum (Figs. 4 & 5, Pl. II) is more than twice 
as broad as it is long, with only slightly convex anterior 
edge and the lateral edges converging slightly forwards; the 
posterior margin has a short median projection with concave 
sides. 

On the upper side of the labrum there are two pairs of 
short and blunt, but rather stout, hairs, inserted in deep 
pores. 

At the anterior edge we notice the same characteristic 
bristles as in O. populi, but there are 6 pairs of them, and 
the three median pairs, which are of more even width through- 
out, blunter and curved more downwards than the other 
ones, are inserted on the upper side, close to the edge, 
whereas the three lateral pairs, which are more straight and 
pointed, are inserted on the ventral side. 

On the ventral side of the labrum (Fig. 5, Pl. II) we 
notice two short, oblique ridges which bear two pairs of 
straight stout bristles, which are of even width throughout 
and almost truncated at the top. 



1. TRÄGÅRDH, METAMORPHOSIS AND BIOLOGY OF ORCHESTES. 17 

The mandibles (Figs. 18 & 19, Pl. TI) are of the same 
type as those of O. populi, with double terminal tooth ; the 
teeth are however blunter than in that species. The inner 
edge is thin and shghtly wavy. Two hairs. 

The maxillse (Fig. 7, Pl. II) resemble those of O. 
populi; the lobus is more rounded at the top and provided 
with much shorter and stouter bristles arranged in a row of 
6, the palps are two-jointed, with short conical terminal 
joint, truncated at the top. 

The labium (Fig. 10, Pl. II) is deeply constricted a 
little in front of the middle; the anterior edge has numerous 
rows of small cuticular teeth, arranged in transverse rows; 
the palpi as usual single-jointed, very short, scarcely longer 
than they are wide at the base and ventrally, a t the top, 
provided with 4 — 6 small sensorial processi 

The antennse (Fig. 15, Pl. I) are of -the usual shape, 
with a thin-walled, concentrically striated oval appendage, 
heside which there are 3—4 smaller conical processi. 

The thorax (Fig. 13, Pl. I); the thoracic segments are 
lower and shorter than those of the abdomen, and taper 
gradually forwards. They ha ve neither the broad dorsal pro- 
jections nor the veruciform lateral ones of the abdominal 
segments. The prothorax is as in O. fagi and O. pojmli pro- 
tected by shields, two dorsal and three ventral ones. They 
are almost black and of very irregular form, their margin 
being provided with numerous incisions. 

On the meso-and metathorax, at the places where the legs 
would be found, if there were any, the cuticular teeth 
coalesce to a pair of small irregular rings, ^ which probably 
are of some use in locomotion. 

. On the sides of these two segments we notice a pair 
of narrow almost crescent-shaped areas, where there are no 
cuticular teeth, and which consequently are quite white. 

The abdomen (Fig. 13, Pl. I) consists of 10 distinct 
segments, of which the 1st to the 7th are of even width, 
whereas the 8th to the lOth taper gradually and rapidly 
backwards and together form a cone. 



^ I suppose that the two pairs of dark spöts, which are noticeable 
on Mjöberg's fig. 1., are these rings; M. however does not tell iis, whether 
the larva is figured on dorsal or ventral view. 

Arkir för zoologi. Band (>. N:o 7. 2 



18 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 7. 

On the 1st to the 8th segments we notice stigmata, which 
are dark coloured and very conspicuous. The ventral side 
of the abdomen is almost flat, the dorsal side of the 1st to 
the 7th segments is highly arched so that on lateral view the 
segments appear to ha ve large conical projections half as 
high as they are wide at the base. On the top of the pro- 
jections there are narrow oval transverse areas, where the 
cuticle is thin and has no cuticular teeth. In the middle of 
the areas there seems to be a fine cuticular fold. The pro- 
bable function of this will be discussed låter. 

The 3th to the lOth segments taper as above stated gradu- 
ally towards the top and diminish at the same time in length, 
so that the 9th segment is scarcely half as long as the Sth, 
and the lOth not half as long as the 9th. 

The lOth one, the pygidium, is very short, not longer 
than it is wide at the base, and perfectly conical. 



On the formation of the cocoon of O. fagi and O. quercus. 

That the larvse of these beetles spin a cocoon when going 
to pupate is a well-known fact. But how this cocoon is 
formed is, curiously enough, not yet known. 

Ratzeburg [8 p. 154] merely says »die Larve (von O. 
fagi) hat Spinn werkreuge» and Pissot, who gives a detailed 
account of the habits of the larva of the same beetle says 
[7. p. 92] »Gette larve filé a la maniére des chenilles; si on 
la tire de sa mine, elle demeure suspendue a un fil de soie». 

It seems incredible that Pissot, who noticed that the 
larva häng suspended on a thread of.silk, did not take the 
trouble to assert that the thread emerged from the anal 
aperture, not from any spinneret! 

If we keep some fullgrown larvse in their leaves in confi- 
nement and open a blotch, when the larva is observed to start 
spinning the cocoon, which is easy to discern through the thin 
epidermis of the leaf, it is, however, very easy to ascertain 
that a fine liquid thread emerges from the anal opening. 

As through Silvestri's researches [11. p. 67 — 84] we 
know, that in the larva of Lebia scajmlaris, which also forms 



I. TRÄGÅRDH, METAMORPHOSIS AND BIOLOGY OF ORCHESTES. 19 

a cocoon, the malphigian tubes act as spinning glands, it 
seemed highly probable, that the same would be the case 
with O. fagi and O. quercus. 

In order to asoertain, whether it was so or not, I dissected 
a lar va O. fagi. 

Fig. 3, Pl. 1, represents the alimentary canal of this 
larva. 

We notice, that the short oesophagus widens into a very 
large chyle stomach, which is divided into two parts, one 
oval, sack-shaped anterior part which is constricted posteriorly, 
where it opens into a narrower posterior part, which makes a 
coil to the left and then turns straight backwards and at 
the same time becomes narrow and of even width; this part, 
which has 12 — 14 short cseca, turns abruptly, runs forward 
for about V2 oi its own length and turns once more abruptly 
backwards and passes into the hind intestine. Exactly behind 
the constriction which separates the chyle stomach from the 
hind intestine the urinary tubes open. There are two pairs 
of them; they are very well developed and run forward 
beyond the middle of the anterior part of the chyle stomach, 
where they turn abruptly backwards. 

The hind-intestine is narrow and straight in the proximal 
Vä, makes about in the middle of its own length a coil to 
the right and continues straight towards the anal opening 
and widens slightly at the same time. 

As there are no other glands, it is obvious, that also in 
O. fagi and O. quercus it is the malphigian tubes which serve 
as spinning glands. 

It it also evident that the conical shape of the lOth 
segment is an adaption for the purpose of spinning. In O. 
popidi, who does nat make any cocoon, the pygidium is not 
conical and pointed. 

The walls of the cocoon are comparatively firm and the 
tissue resembles very much that of the cocoon of Lebia 
[comp. Fig. 9, Pl. I, and Silvestri Fig. 7, Pl. IV]. 

The threads are fine and run across one another in 3 — 4 
thin layers, and in many places 2 — 3 have coalesced. 

The larva of Lebia is consequently not the only one, 
which rejoices in the ability to use the urinary tubes as 
sericiparous glands, but also the larvse of Orchestes s. str have 
this faculty. 



20 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (>. N:0 7. 



Comparison between the larvae with regards to 
their adaption for mining purpose. 

The larvae are very interesting from the point of view 
of their adaption to their pecuhar mode af Ufe. 

This may briefly be characterized as foUows : They pass 
their life until they hatch completely protected between the 
upper and lower epidermis of the leaves, without any com- 
manication either with other larvae or with the outer world. 
As Réaumur says «ils vivent dans une grand sohtude.» 

Their attacks on the parenchyma serves the double pur- 
pose, to procure food and to make a path. They never de- 
tach any portion of the parenchyma, iinless they intend to 
eat it. 

Their adaptions may conveniently be divided into two 
groups viz: 

a) For feeding purpose 

b) for locomotion. 

But, as above stated, no real Umit exists between the two. 



• a. Adaptions for locomotion. 

The shape of the body. In O. populi, which Hves in blotch 
mines, where the space is much more hmited than in the 
mines of the other two species, and the room is not so lofty, 
the body is dorsoventrally flattened, whereas in the other 
two species it is highly arched. In O. populi, which does 
not form any gallery, the cuticle is much less amply provided 
with cuticular spinule than in the two other species. Further- 
more, in O. populi, the lateral intersegmental constrictions 
are deep; this obviously serves the purpose to enable the 
larva to bend the body far sideways. 

In O. fagi and O. querciis on the other hand, the I — VII 
abdominal segments are very highly arched, with dcQp dor- 
sal intersegmental constrictions, so that on side view each 
of these segments appears to have an high conical projection. 

These projections, which are a httle more pointed in 
O. fagi than in O. quercus, evidently serve locomotorial pur- 



I. TRÄGÅRDH, METAMORPHOSIS AND BIOLOGY OF ORCHESTES. 21 

poses, and the presence of the thin-walled areas, witli a fine 
outicular fold, at the top of them suggests, that they act as 
a kind of retractile feet. The thin-walled areas probably 
enable the larvae to retract the projections to some extent 
and, at the same time, when protracted, act as a kind of 
suckers. 

The thoracie segments on the other hand are flat, taper 
gradually forward and the prothoracic shields are quite 
smooth, which suggests that the thorax acts as a wedge, to 
make room for the body. 



b. Adaptions for feeding purposes. 

The occurrence of a double terminal tooth in the man- 
dible, one upper and one lower, enables the larvse to de- 
tach a larger portion of the parenchyma, than they other- 
wise would be able to do. 

On the leaves of the oak and the beech, as a matter of fact, 
the parenchyma is entirely consumed in the mines, whereas 
on the willow, the leaves of which are thicker, only a layer 
is consumed (comp. p. 9). 

Furthermore, the two ridges in the roof of the labrum, 
with their bristles, are adaptions, probably for the purpose of 
assisting the mandibles to detach the parenchyma. 

In this respect the three species agree essen tially, but 
while in O. fagi and O. quercus (Pl. II fig. 3 & 5) the ridges 
are provided with only two pair of straight and blunt brist- 
les, in O. populi there are 3 pairs of pointed and curved 
bristles. 

The dorsal side of the labrum exhibits a feature which, 
although to all appearence small and unimportant, yet forms 
a conclusive proof, that in O. populi on one hand and O. 
fagi and O. quercus on the other the mode of feeding and 
consequently also locomotion is different. 

We notice that on the labrum of the latter two species 
the four liairs are exceedingly short and scarcely project 
above the surface (Pl, II, fig. 1 & 4) whereas in O. populi 
(Pl. II, fig. 11) they are long and slender. 

The reason for this difference is obvious: the latter 
larva is more stationary and does not move forward; the 



22 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 7. 

other two larvae ha ve to force their way forward, the head 
and at least the prothorax acting as a wedge, and any slen- 
der hairs would inevitably be rubbed off. 

This difference in feeding and locomotion is also noticeable 
in the shape of the clypeus; in O. fagi and O. quercus there 
is a pair of knob-like thickenings of the cuticle (Pl. II, fig. 
1 & 3) which probably serve the purpose to raise the epi- 
dermis of the leaf; these are not to be found in O. populi. 



Key to the larvae af O. populi, O. fagi and O. quercus. 

The difference between the larvae may be briefly ex- 
pressed thus : 

Body flattened, with lateral intersegmental constrictions ; 
black patches on dorsal and ven trål side; pygidium rounded; 
one prosternal shield ; no cocoon O. populi. 

Body rounded, with dorsal intersegmental constrictions 
on the 1st to the 7th abdominal segments; no markings on 
the body; pygidium conical and pointed; 3 prosternal shields; 
cocoon 2 

I Cuticular spinulse, stigmata and pygidium colourless O. fagi. 
\ » » » » » da.rk brown 

O. quercus. 



•iGÅRDH, METAMORPHOSIS AND BIOLOGY OF ORCHESTES. 23 



Bibliography. 

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Jahre. 1862. — Yerhandl. zool. bot. Ges. Wien. 1863. T. 13. 
p. 1224—1225. 

2. Frisch, J. L., Beschreibung von allerley Insecten in Teutschland. 

Berlin. T. 3. 1721. p. 31—32. Platte 3. tab. 6. f. 1—4. 

3. Heeger, Ernst, Beiträge zur Naturgeschichte der Insecten. — 

Sitzb. Ak. Wiss. Wien. 1853. T. 11. p. 42—45. tab. 6. 

4. Letznek, k., IJber Larve und Puppe des Orchestes populi L. — 

Arb. schles. Ges. vat. Kultur 1856. p. 98—102. 

5. Mjoberg, E., Om en bladminerande skadeinsekt. Ekbladmineraren 

(Orchestes quercus L). — Skogsvårdsföreningens tidskrift. 1908. 
h. 5—6. p. 257—263. 

6. N(>RDLiNGER, H., Nachtrag zu Ratzeburgs Forstinsekten. — Stett. 

ent. Zeit. 1848. T. 9. p. 223. tig. 6—7. 

7. PissoT, E., L'Orchestre du Hétre. — Le Xaturaliste. Paris. 1892. 

14® année. p. 91 — 92. tigg. 

8. Ratzeburg, J. Th. Ch., Die Forst-Insecten. Berlin 1837. T. 1. 

p. 128—129. tab. 4. f. 14, B, C. 

9. DE Réaumur, R. a. F., Mémoires pour servir a Tliistoire des 

Inseetes. Paris. 1737. M. 3. p. 31. tab. 3. f. 17. 

10. RuPERTSBERGER, M.. Biologie der Käfer Europas. Linz a. d. Donau. 

1880. 

, Die Biologische Literatur iiber die Käfer Europas von 1888 an. 

Linz a. d. Donau. 1894. 

11. SiLVESTRi, F., Contribuzione alla conoscenza della metamorplios ie 

dei costumi della Lehia scapularis Fourc. — Redia. Vol. 11. 
fasc. 1. Firenze 1904. p. 67-84. tab. 3—7. 
^ SwAMMERDAM, J.. Bibel der Xatur. Leipzig. 1758. p. 294. tab. 
44. f. 8—13. 



24 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 7 



Fig. 


1. 


Fig. 


2. 


Fig. 


3. 


Fig. 


4. 


Fig. 


5. 


Fig. 


6. 


Fig. 


7. 


Fig. 


8. 


Fig. 


9. 


Fig. 


10. 


Fig. 


11. 


Fig. 


12. 


Fig. 


13. 


Fig. 


14. 


Fig. 


15. 



Explanation of the plates. 
Plate I. 

O. pojmli, pupa, dorsal view X 15. 
» » ventral » X 15. 

Alimentary caiial of larva of O. fagi -X 15. 
Part of the cuticle on dorsal side of larva of O. /^ft/// X 310. 
O. popiili: larva, 1st stage, dorsal view X 30. 
» » 2Dd stage, >> .> X 30. 

» » 4th stage, » » X 15. 

» » » » ventral » X 15. 

Part of cocoou of pupa, O. fagi X 220. 
Pygidium of larva of O. fagi X 75. 
Part of cuticle of same X 310. 
Larva of O. fagi^ side view X 15. 

» of O. querciis, side view X 12. 
Antenna, larva of O. popidi X 290. 
» ' » » O. quercus X 290. 
Fig. 16. Yentral prothoracic shields of O. fagi X 75. 



Plate II. 

O. fagi. larva, labrum and clypeus, dorsal view X 310. 

» Right lialf of labium with right maxilla. ventral 
view X 220. 

» labrum and clypeus ventral view X 310. 
O. quercus labrum and cljq^eus, dorsal view X 203. 
» » » » ventral » X 310. 

O. popidi, head capsule, dorsal view. 
O. quercus, left maxilla, ventral view X 310. 
O. popidi, top of left maxilla, ventral view X 310. 
O. populi, top of labium, inner side X 310. 
O., quercus, left half of labium, ventral view X 203. 
O. popidi, labrum and clypeus, dorsal view X 310. 

» mandible, ventral view X 310. 

» » dorsal view X 310. 



Fig. 


1. 


Fig. 


2. 


Fig. 


3. 


Fig. 


4. 


Fig. 


5. 


Fig. 


6. 


Fig. 


7. 


Fig. 


8. 


Fig. 


9. 


Fig. 


10. 


Fig. 


11. 


Fig. 


12. 


Fig. 


13. 



I. TRAGARDH, METAMORPHOSIS AND BIOLOGY OF ORCHESTES. 25 

Fig. 14. O. popiili, labium, ventral view X 203. 

Fig. 15. » labruni, ventral view X 310. 

Fig. 16. O. fagi, mandible, » » X 310. 

Fig. 17. » » dorsal » X 310. 

Fig. 18. O. quercus^ mandible, dorsal view X 310. 

Fig. 19. » » ventral » X 310. 

Fig. 20. Part of leaf of willow, lower side. with egg chamber and 

beginning of gallery X 38. 

Fig. 21. Cocoon of O. fagi X 4. 



k 



Tryckt den 1 febr. 1910. 
Arkiv för zoologi. Band 6. X.o 7. 



Uppsala 1910. Almqvist & Wiksells Boktryckeri-A.-B. 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. Band. 6. N:o 7. 



Pl. 1, 




v^/>*' 




.-^" 



15 



13 



^ 16 



Ljustr. Cederquists Graf. A.-B., Sthlm. 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. Band 6. N:o 7 



Pl. 2. 




Ljustr. Gederquists Graf. A. -B., Sthlm. 



1 



ÅRKIY FÖK. ZOOLOGI. 

BAND 6. N:o 8. 



Om sperinieriias form hos de antropoida 
aporna. 



Af 

GUSTAF RETZIUS. 

Med en figur i texten. 



Spörsmålet om människans släktskap med aporna har 
under de senare decennierna mycket dryftats inom zoologer- 
nas och antropologernas krets. Alltsedan Linné i sin Systema 
naturse bestämdt anvisade människan platsen i spetsen för 
däggdjuren och i dessas första klass förde henne, Homo 
sapiens, samman med aporna under den gemensamma rubri- 
ken Primates, har hon fått nöja sig med denna för henne 
föga smickrande intima släktskap, om än protester häremot 
alltemellanåt yppats. Genom den utmärkte engelske anato- 
men Huxleys arbete »Mans place in Nature», som utkom år 
1863, blef emellertid den nära släktskapen så att säga fast- 
ställd, och hans lärosats, att åtskillnaden mellan de lägre 
och de högre aporna i rent morfologiskt-zoologiskt hänseende 
är större än mellan dessa och människan, har icke kunnat 
med framgång jäfvas. En del skelettfynd, framför allt det 
af Pithecanthropus, som af E. Dubois år 1891 anträffades i 
äldre kvartära lager vid Trinil å Java, bidrogo till att hos 
åtskilliga forskare stadga öfvertygelsen om människans här- 
stamning från apliknande djurformer, om än meningarna 

Arkiv för zoolorfi. Band 6. X:o ö. 1 



2 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 8. 

alltjämt varit ganska delade i af seende på de närmare för- 
hållandena härutinnan. 

Under de senaste åren bafva emellertid åsikterna allt- 
mera modifierats. Allt flera röster, och däribland sådana 
från flera framstående forskare, hafva varnat för att placera 
Pithecanthropus i människans direkta stamträdslinie, såsom 
en af hennes egentliga förfäder; man har snarare velat upp- 
fatta denna urform såsom en utdöd stor apa af gibbonsläktet 
samt åter framhållit människans närmare släktskap med de 
egentliga antropoiderna, chimpansen.orangutanen och gorillan. 
Studiet af dessas hjärnor, särskildt hjärnvindlarnas anordning, 
som i senare tid varit föremål för omfattande undersökningar, 
syntes ju tala för en ganska nära gemensam härstamning. 
Likaså hafva de fysiologiska blodexperimenten angifvit en 
ganska intim frändskap. Å andra sidan hafva de hittills 
gjorda fornfynden visat hän på en äldre period för människo- 
typens och de nutida aptypernas utdaning från det gemen- 
samma stamträdet än hvad under en tid af många antagits. 
Man vill nu vanligen förlägga deras särskiljande till eocen- 
tiden eller ännu längre tillbaka. Dessa fynd äro emellertid 
ännu alltför fåtaliga för att kunna gifva säkra vitsord. Och 
de kunna ju i alla händelser endast bestå af lämningar af 
benstommen och tänderna. Under sådana förhållanden äger 
man att alltjämt fortsätta den närmare undersökningen af 
representanterna för de ännu kvarlefvande människoraserna 
såväl som af ap familj erna samt noga jämföra deras morfolo- 
giska karaktärer, och detta i alla riktningar, både makro- 
och mikroskopiskt. 

Af de organ, som i dessa hänseenden böra kunna gifva 
de bästa upplysningarna, intaga naturligtvis de nervösa cen- 
tralorganen det allra främsta rummet, särskildt med hänsyn 
till deras finare bj^ggnad och organisation. Undersökningen 
af dem, framför allt af hjärnan, pågår ock fortfarande med 
förbättrade metoder och i trots af de stora svårigheter denna 
forskning erbjuder. 

Bland de öfriga organdelar, som böra kunna förete karak- 
teristiska kännemärken, äro äfven könscellerna, och särskildt 
spermierna. De nutida, så väsentligt fullkomnade mikrosko- 
pen möjliggöra äfven en betydhgt noggrannare utforskning 
af dem. I senare tid hafva ock människospermierna varit 
föremål för flerfaldiga undersökningar medelst den nyare tek- 



GUSTAF RETZIUS, ANTROPOIDERNAS SPERMIER. 3 

nikens hjälpmedel. Apornas spermier hafva däremot varit 
till form och byggnad föga kända. Delvis beror detta af 
svårigheten att anskaffa lämpligt undersökningsmaterial. Från 
de apor, som längre tid lefvat i menagerier och zoologiska 
trädgårdar och som där insjukna och dö, kan man i regeln 
icke erhålla dugligt sådant material. Sedan ett antal år till- 
baka har jag gjort åtskilliga försök i denna riktning. Endast 
i några undantagsfall har des lyckats mig att i dylika apors 
testiklar anträffa spermier. Jag har därför från större me- 
nageriägare, särskildt från Hagenbeck i Hamburg, sökt inköpa 
sådana aphannar, som uppgifvits icke hafva under längre 
tid lefvat i fångenskap. I några fall har det lyckats mig 
att i de dödade djurens testiklar finna mogna spermier, men 
icke sällan hafva djuren befunnits vara alltför unga, ännu 
icke komna in i pubertetsåldern. I den detta år utgifna 
XIV:de delen af mina Biologische Untersuchungen har jag 
— förutom af halfapan Lemnr catfa L. — beskrifvit och af- 
bildat spermierna af Hapale jacchiis L., af Inuus ecaudatus 
E, Geoffr. och af Hylohates agilis. Däremot hade vid detta 
arbetes utgifvande alla försök att erhålla spermier af de 
egentliga antroyoiderna strandat. De lef vande hannar af 
chimpans och orangutan, som stundom af djurhandlarna ut- 
bjudits, voro af alldeles för ung ålder för att kunna användas 
för ändamålet, och från de kolleger i utlandet, till hvilka 
jag vändt mig för att få bistånd och som delvis äfven lofvat 
mig hjälp, har intet sådant material kunnat erhållas. 

Under sistliden vår besöktes Stockholm af den vid det 
antropologiska museet i Washington anställde doktor Al. 
Hrdlicka. Då jag för honom omnämnde mina svårigheter 
med afseende på erhållande af material till undersökning af 
de antropoida apornas spermier, gaf han mig hopp om att 
kunna anskaffa mig testiklar af orangutanen. En amerikansk 
forskare Dr Abbott, som under de senare åren vistats på 
Sumatra och som till museet i Washington insändt ett rikligt 
material af orangutaner, skulle af d:r Hrdlicka anmodas 
att skaffa mig lämpligt konserverade testiklar af denna antro- 
poid. Efter en tid erhöll jag dock meddelande, att äfven 
detta hopp blifvit om intet, emedan dr Abbott insjuknat 
och måst lämna Sumatra. Men dr Hrdlicka erbjöd mig då 
att sända mig en Washingtonmuseet tillhörig, i sprit härdad 
testikel af Orangutan, och jag antog detta anbud, fastän jag 



4 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. NIO 8. 

på grund af föregående erfarenheter om svårigheten att be- 
gagna spritmaterial för sådan undersökning, hyste föga hopp 
om framgång. 

Så mycket större blef min glädje, då jag, efter motta- 
gandet af preparatet i början af augusti, genast vid första 
undersökningen i epididymiskanalerna anträffade spermieho- 
par, visserligen genom sprithärd ningen starkt sammanbakade, 
men ändock tydligen väl bibehållna. Efter en försiktig ma- 
ceration i vatten lyckades det mig ock att erhålla ett antal 
sådana spermier i så isoleradt och helt skick, att de kunde 
mätas, afbildas och beskrifvas. 

Orangutanens, liksom chimpansens och gorillans sper- 
mier äro mig veterligen hittills icke undersökta och beskrifna. 
Åtminstone finnas i den egentliga facklitteraturen inga upp- 
gifter om dem. Det var därför af icke ringa intresse att få 
närmare lära känna spermieformen hos åtminstone en af antro- 
poiderna och att kunna jämföra den med människans, att få 
veta, huruvida de nära liknade hvarandra eller icke. H varje 
djurform har nämligen sin karakteristiska spermietyp, och i 
stort sedt kan sägas, att närstående djurformer hafva också 
närstående spermieformer. Detta gäller icke minst inom 
däggdjurens klass. Visserligen är för de högre däggdjuren 
samma grundtyp gällande; med ett mer eller mindre tillplat- 
tadt ovalt spermiehufvud, ett cylindriskt förbindningsst3^cke 
och den öfriga delen af svansen smalt trådlik samt försedd 
med ett fint ändstycke. Men såväl hufvudets form och stor- 
lek som ock svansdelarnas proportioner växla i regeln allt- 
efter djursläktet och djurarten. 

Genast vid första anblicken frapperade mig åtskillnaden 
mellan orangutanens och människans sperinier. Jag bifogar 
här afbildningar af dem, utförda vid samma förstoring. Fig. 
1 framställer en hel spermie af orangutanen, fig. 3 en sådan 
af människa; fig. 2 återger hufvudet af en orangutan-sper- 
mie från smalsidan, fig. 4 en människospermie i samma läge. 
Bådas spermiehufvuden äro från två sidor tillplattade och 
visa sig i bredläget ovala samt ungefär lika stora ; från smal- 
sidan te de sig däremot ganska olika, i det att orangutanens 
(fig. 2) är ungefär jämnbredt och först i närheten af f ram- 
ändan trubbigt tillspetsadt ; hufvudet å människans spermie, 
(Fig. 4), ter sig däremot i sin bakre hälft jämförelsevis tjockt, 
i sin främre åter starkt tillspetsadt. Människospermiens hufvud 



GUSTAF RETZIUS. ANTROPOIDERNAS SPERMIER. 



är således i främre hälften starkt till- 
plattadt från sida till sida; detta är 
ett karakteristiskt särmärke för män- 
uiskospermien. 

Gå vi därefter till undersökning- 
en af i örhind7iings stycket, faller det 
genast i ögonen, att hos oranguta- 
nen denna del är betydligt längre än 
hos människan. Hos människosper- 
mien har det ungefärligen samma 
längd som hufvudet, hos orangutan- 
spermien är det minst en haJf gång 
längre än hufvudet, i regeln ändock 
något mera. Halsstycket är hos 
båda vanligen helt kort eller t. o. m. 
oj sällan maskeradt af förbindnings - 
styckets hylle, som kan nå fram 
ända till hufvudets bakre ända. 

Den öfriga delen af svansen är 
hos orangutan-spermien äfven i på- 
fallande grad längre än hos männi- 
skan, såsom framgår vid betraktan- 
de af fig. 1 och 3, men dess afslut- 
ningsstycke bakåt, som jag benämnt 
ändstycket, är å människospermien 
betydligt lägre än hos orangutan- 
spermien. 

Af denna här i korthet fram- 
ställda beskrifning framgår således, 
att, såsom redan of van framhölls, 
orangutanspermiens form ganska 
väsentligt skiljer sig från människans. 
I afseende på såväl hufvudets form- 
förhållanden, som svansdelarnas pro- 
portioner stå orangutanens spermier 
däremot de lägre apornas närmare; 
särskild t gäller detta om förbind- 
ningsstycket, som t. ex. hos Inuus 
har en ganska betydande längd. 

Af de i systemet högre stående 
apor, hos h vilka jag hittills haft. 



'1 




il i 



1. Spermie af orang- 
utan. 2. Dess främre 
del med hufvudet 
sedt från kant. 3. 
Spermie afmänniska. 
4. Dess främre del 
med hufvudet sedt 
från kant. Alla fig. 
afbildade vid samma 
förstoring. 



6 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 8. 

tillfälle att undersöka spermiernas form, är gibbon (Hylo- 
bates agilis) den, som i detta hänseende mest närmar sig 
människan, men äfven här är åtskillnaden i flera hänseenden 
tydligt utpräglad. 

Det återstår nu att erhålla kännedom om spermiernas 
form hos chimpansen och gorillan, innan man har rätt att 
draga allmänt gällande slutsatser. Sedan det visat sig, att 
i alkoholhärd ade testiklar af orangutan man kunnat erhålla 
god upplysning om detta djurs spermiers form och beskaf- 
fenhet, torde det böra hysas större förhoppning om att äfven 
kunna få kännedom om de öfriga antropoidernas, och det 
är min afsikt att under den närmaste tiden söka lösa denna 
uppgift. 



Tryckt den 27 december 1909 
Uppsala 1909. Almqvist & Wiksells Boktryckeri-A.-B. 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. 

BAND 6. N:o 9. 



A new Lizarcl and a iiew Fro2: from ParaiuV 

Described bj' 
EINAR LÖNNBERG 

and 

L. G. ANDERSSON. 

With C) Figiires in tbe text. 

Read O et öbor 22: tb 1900. 



Tupinambis duséni Lönnberg. 

Dr. P. DrsEN has sent home a Tupinambis from Paranå, 
which is very different from the three hitherto known species 
of this genus, and ^vhieh I therefore take the pleasure of de- 
scribing and naming af ter the collector. It has two loreal 
plates and oval dorsal scales, and is by these characteristics 
distinguished from T. nigropunctatus . The dorsal scales are 
convex, and the transverse series of scales across the belly 
count about 46 in number. In this respect it approaches 
nearer to T. rujescens than to T. teguixin. The specimen from 
Paranå cannot, however, be referred to the former of these 
two species as T. rujescens is said to have »all the scales con- 
siderably smaller», a fact well proved by Gunther's figure, 
than those of T. teguixin, while the new species has compara- 
tively mueh larger scales even than T. teguixin. In its gene- 
ral shape it appears to resemble T. rujescens more than T. 



' Tmns. Zool. Sno. IX pl. XLV. 
Ärhiv för zooh)f/i. Band G, N:o 9. 



2 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (). N:0 9. 

teguixin as will be shown låter on. T. dnséni may be de- 
scribed as follows. 

A Ttqnnamhis with rather short preorbital region of the 
head, and with rather strongly curved profile contour of the 
nose (fig. 1). The nasals form a suture behind the posterior 
angle of the rostral wliich has an extension similar to the same 
in T. tegiiixiri, not so short as in T. rufescens according to 
OijNTHER's figure. The internasal is large (fig. 2). A pair 
of pref rontals, each of Avhich has nearly the same size as the 
internasal. The f rontal is elongate, longer than the pref ron- 
tals but narrower than they are, except at the middle where 




Fisj. 1. Hoad of Tupinamhis diiséni Lönnberg from the sido. Nat. size. 

it is broadest and as wide as the pref rontals. The f rontal 
is comparatively smaller than in T. teguixin as it is not so 
broad as the second supraocular. The frontoparietals are 
small, not as large as the second supraocular. The inter- 
parietal is longer Imt not broader than the frontoparietals. 
Unlike T. rufescens, according to Gunther's figure, the parie- 
tals are mucli larger than the interparietal. The occipitals 
are, unlike in both the quoted species, rather large so that 
only f our in a transverse series are in contact with the posterior 
börder of the parietals and the interparietal (about 9—10 in 
T. teguixin); behind those four, some larger and smaller plates 
or scales form other series. Of the four large supraocular? 
the second has the greatest size, but it is not muchlaiger than 



LÖNNBERG & ANDERSSON, A NEW LIZARD AND A NEW FROG 3 



tlie first. The series of scales between the supraciliaries and 
the supraoculars appear to be larger and better developed 
t han in T. rufescens and T. teguixin. Two loreals are present 
but the anterior is much smaller and not in contact with the 
labials (fig. 1). About 9 upper labials, separated from the 
orbit by a series of infraorbitals. The temporal region is 
covered by rather large scales except on a narrow strip be- 
tween the eye and t lie uppermost part of the tympa- 
nnm, below the enlar- 
ged siipratemporal sca- 
les (which form a conti- 
nuation of tlie supraci- 
liaries) and the series of 
scales just below them 
which also are some- 
what enlarged. The 
mental shield is broad 
and truncate posteri - 
orly. The lower labials 
are eight in number; 
the first is partly in 
contact with the first 
chinshield, but its pos- 
terior part and all the 
others are completely 
separated from the chin- 
shield s by a series of 
shields which from the 
sixth lower labial are 
larger than the lower 
labial series (figs. 1, 3). 

The chinshields are large (except the sixth = last), the first 
is single, and the next pair forms a median suture as in 
T. teguixin but unlike T. rufescens (according to the 
quoted figure). The gular scales are convex, roundish or 
oval in outline anteriorly, larger and flatter in front of the 
fold and on the same, but smaller and granular between 
the folds. The body is covered above with strongly convex 
scales which are larger than those in a T. teguixin of about the 
same size as the new specimen, and at the same time more 
strongly rounded, while in T. teguixin the quadrangular shape 




Fig. 2. Head of Tupinamhis dusénl Lönn 
BERG from above. Nat. size- 



4 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 S), 

is more apparent. In consequence of the shape of t lie scales 
the arrangement in transverse series is less striking at the 
first look tlian in T. teguixin. On tlie sides the scales are 
smaller and more granular. To judge from Gunther's 
figure, it appears to be a great difference in the size of the 
scales between T. rufescens and this species. The number of 
transverse series of ven trål plates is about 32, and the number 
of plates in a series across the middle of the belly about 46. 
Two series of preanal scales are enlarged, being broader than 
the ventraJ plates. The limbs are partly covered with granular, 
partly with flat scales in a similar way as in T. teguixin, but the 
granular scales of the outer side of the före limb of this new 

species are considerabty lar- 
ger than those in a corres- 
ponding situation of an 
equally large specimen of 
T. teguixin. On the hind 
limbs there is no great diffe- 
rence in the size of the gran- 
ular scales of the two spe- 
cies, but those of T. duséni 
are more convex there as 
well. The flat scales ha ve 
^ about the same distribution 
Fig. 3. Head of Tuhinanbis duséni on the anterior surface of 

LÖNNB. from the lower side. Nat. size. ^j^^ f^^.^ ^^^^^^ ^^^^ ^^ie infero- 

interior surface of the hind limb of both species mentioned. 
The femoral pores are about seventeen on either side. The 
tail is subcylindrical, somewhat compressed in the posterior 
three fifths. The caudal scales are arranged in regular trans- 
verse series, they are keeled but not so strongly as in T. teguixin. 
The scales on the lower side are longer and the arrangement 
is similar to t hat in T. teguixin in such a way that, regularly 
alternating, tAvo upper series correspond to one lower, then 
one upper to one loAver, and again two ujDper to one lower etc. 
In consequence of this every third upper series is slightly 
larger than the tAvo between. Of two upper series that corres- 
pond to one lower it is, as a rule, the anterior that ceases to 
exist, its members gradually decreasing in size, while the pos- 
terior is continued directly in the lower series, its members 
gradually increasing in size. 




LÖNNBERG & ANDERSSON, A NEW LIZARD AND A NEW FROG 5 

The dimensions of some parts of the new species differ 
rather strongly from the corresponding ones of Twpinambis 
feguixin, as a direct comparison of some measm^ements pro ve. 
The distance from the tip of the snout to the vent is in the 
specimen of Tupinamhis duséni about 269 mm., and the 
length of the tail measured from the vent to the tip is 451 mm. 
The length of the tail is thus 167,7 7o of the length of head 
and body. As the corresponding percentage for Tupinambis 
teguixin appears to be from 190 to 200, T. duséni proves to 
ha ve a comparatively shorter tail. 

For the comparison of some other dimensions a specimen 
of Tupinamhis teguixin has been used Avhich has a length 
from snout to vent of 287 mm. The difference in size between 
t lus and the specimen of Tejns duséni is thus only 18 mm; 
or 6 °/o of the length of the latter. A direct comparison of tlic 
measurements may thus be undertaken without being mislea- 
ding. 

T. duséni T. teguixin 
Uistanco from snout to anterior börder of tympaiiuin 63,5 inm. 63 mm. 
» » » ;> )> corner of eye-opening 31 » 33 « 
« » postorior corner of eye-opening to bör- 
der of tympanum 23 » 1U,5 » 

Vortieal lieight of temporal region from corner of 

mouth to canthus temporal is 21 - l'J » 

Distance betwesn outer edges of tliiid supraoculars 22,5 » 24 » 

Breadth of frontal shield anteriorly 5 » 10 » 

These measurements prove that the new species has a 
shorter nose — and it looks much shorter than it is; in conse- 
quence of the curved contour-line — •, but a larger temporal 
region than T. teguixin. The latter fact appears to stånd in 
connection witli a more powerful developement of the muscu- 
lature of the jaws. In correspondence to this T. duséni has, 
as it seems, a much thicker and more muscular neck, than 
T. teguixin. The new species has a narrower interorbital 
region and a strikingly narrow frontal shield . 

On the other hand the jaws are much broader and stronger, 
\\liich is most conspicuous when the head is seen from 
below (fig. 3), but also easily proved by exact measurements. 
The width of the head at the 7th labials is 39 mm. in T. du- 
séni but only 31 mm. in T. teguixin. The Avidth of the head 
at the suture between fourth and fifth labials is in t be former 
25,5 in the latter 22 mm. 

With regard to this broadness of the jaws T. duséni ap- 



6 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. NIO 0. 



pears to approach T. rufesceyis as this species to judge from 
Gunther's figure quoted is broader in this respect than T. 
teguixin. 

The size of tlie fingers is also different as the following 
measurements prove 

T. dusen i T, teuguixin 

Length of first finger vvitlioiit claw 9 mm. 12 mm. 

» » second » „ » 12 » 18,5 » 

» » third » » » 16,5 » 22 » 

» fourth » » »16 » 21 » 

» » fifth y> » » 11,5 » 14 » 

The claws on the other hand are larger and more power- 
ful in T. diLséni than in T. teguixin. The claw of the third 





Fig. 4. Left före foot of Twpinainbis duaéni Lönnb. and of T. (cf/uixiti (L.) 
to tlie riglit to show difference in size, in otherwis-J euual speeimens. 

finger of the former measures, for instance, 8,5 mm. but t hat 
of the latter only 5,5 mm. The latter is, however, more 
sharply pointed. 

The measiiring of the toes gives a similar and still more 
striking result. 

T. duséni T. teguixin 
Length of first toe without claw 10 mm. 11,5 mm. 
» » second » » > 12 > 19 '> 

» » third » » » 18,5 » 31 » 

» » fourth » » » 26,5 » 50 » 

» » fifth » » » 14,5 » 30 » 

The colom' of T. duséni differs from the same of T. teguixin 
which as a rule is black with Avhitish yellow markings, while 



LÖNNBERG & ANDERSSON, A NEW LIZARD AND A NEW FROG 



the new species appears to have been brown to reddish brown 
with reddish yellow markings when alive. On the back these 
reddish yellow markings form irregular transverse bands 
which do not extend on the sides. On the sides of the body 
there appears to be irregular markings arranged in abont three 





Fig. 



Left hind foot of Tupinanibis duséni Lönnb. and T. tegiiixin (L.) 
to show difference in sizo in otherwise eqnal specimenvS. 



series consisting of rings of yellow scales surroimding a central 
reddish brown scale. The under parts are yellow, on either 
side by with short transverse reddish brown bands. The 
throat and the sides of the neck are speckled with reddish 
spöts on yellowish ground. On the sides of the neck in front 
of the shoulders there is on either side a well defined, large 
black spöt which is triangulär in outline. The head is uni- 
formly brown above. The internasal, rostral, first upper 



8 ARKIV FÖR ZOOLOC4I. BAND 0. N:0 9. 

and lower labials, and mental are blackish. The loreal region 
is much paler t han the temporal. The upper parts of the 
limbs are darker brown than the body, dotted with yellowish 
markings. The tail is brown, speckled with yellow, and in the 
distal part the markings are gradually arranged to form alter- 
nating (reddish) brown and yellowish crossbands. 

The presence of the reddish tint reminds about the colour 
of T. rufescens as severai other characteristics do as well, and 
T. duséni appears thus in some respects to form a connecting 
link between T. teguixin and T. rufesceiis, although it is very 
distinct from both. A very important distinguishing charac- 
teristic is the great difference in the proportions of the fingers 
and toes in the new species and the two others. My friend 
Dr. BouLENGER lias namely kindly informed me that »the 
digits of T. rufescens do not differ in shape or proportions 
from those of T. teguixi7i», and it has already been shown 
how widely T. duséni differs from T. teguixin in this respect. 

The structural differences of this new species indicate, 
without doubt, different biological habits. The long tingers 
and toes of T. teguixin and its sharply pointed claws are to be 
regarded as an adaptation to a life in forests and amongtreesf s 
these qualities must facilitate the climbing power of the lizaid. 
On the other hand the short fingers and toes of T. duséni indi- 
cate it to be a ground lizard, the digging power of whieh is 
proved by its thick fingers and stout claws. 

The broadness of the jaws, and their strong mu&culature 
as well as the strength of the neck appear to indicate a different 
diet of T. duséni. The contents of the stomach of this single 
specimen does not give any explanations, how^ever, of what kind 
of food w^hich requires such strength of jaws and neck as they 
consist of grasshoppers and larv?e. Professor Chr. Auri- 
viLLius has kindly examined the entomological specimens 
found in the ventricle and commmiicated the following: »The 
contents of the ventricle of a Tuj)inamhis-\i7.aYå from Paranå: 
4 grasshoppers, 1 katydid, 1 large larva of a Saturniid, probabl}^ 
of the genus Hyperchiria, provided with long, branched spines, 
1 naked larva of a Noctuid, 14 larvae belonging to the family 
Megalopygidse 8 of which are only little hairy and light- 
coloured, 3 strongly hairy and light-coloured, 2 densely beset 
with black hairs, and with speckled tufts of hair. All these 
are provided with stinging setcT so that it is dangerous lo 



LÖNNBERG & ANDERSSON, A NEW LIZARD AND A NEW FROG 9 

touch them; it appears thus very remarkable that the lizard 
shall be able to swallow them without being hurt by their 
defensive weapons.» 



Nototrema microdiscus L. G. Andersson. 

The tongue is small, subcircular and distinctly nicked 
behind. The vomerine teeth are placed in two oblique series 
between the small round choanse. The head is of moderate 
size and has the derm completely involved in a faintly 
rugose cranial ossification, which extends to a semicircular 
line, running between the posterior borders of the or bits with 
the convexity behind. Only the upper eyelids, the tip of the 
snout and a narrow strip of the free börder of the upper lip 
are soft. The ossification forms no casque nor any ridges as 
in N. oviferum Gthr. The snout is rounded, distinctly 
longer than the orbital diameter; the canthus rostralis is 
angular and the loreal region high and slightly concave. The 
nostril is situated near the tip of the snout, its distance from 
the eye being as large as the orbital diameter. The inter- 
orbital space is considerably broader than the upper eyeHd; 
in the male the tympanum is very distinct, in the female its 
hind börder evanishes into the sldn, in the latter it is V2, 
in the former more than V2 of the orbital diameter. A faint 
ridge is to be seen above the tympanum. 

The first finger is as long as the second; the fingers are 
slightly webbed at the base, the web extending as narrow d er- 
mal folds to the small disks. Toes half webbed; on the 4th 
toe the web is attached to the third distal joint, on the inner 
side at its base on the outer side at its middle. The disks of 
the toes are small, somewhat smaller than those of the fingers, 
which are not larger than half the tympanum. There is a 
small oval inner me tatarsal tuber cle, no outer. The hind 
limb being carried forwards along the body, the tibiotarsal 
articulation almost reaches to the tip of the snout. 

The skin is minutely granulate on the upper parts, on the 
sides, the chin, the belly, and on the thighs it is coarsely 
granulate. 

The colour in spirit: The body above is reddish yellow 
with small black döts and large brown spöts, bordered with 

Arkiv för zoologi. Band 6. N'.o 9. I* 



10 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 9. 



black and disposed in pairs on the back; in the male speeimen 
the foremost pair is fused together into a large transversal 
hour-glass-shaped spöt immediately behind the ossification 
of the liead; as shown by the figure, these spöts are separated 
and placed at some distance behind the posterior börder of the 
ossification in the female. The parts around the opening 
of the dorsal pouch of the female are dotted with pink. In 
both sexes there is behind the shoulder a longitudinal curved 
brown spöt, bordered with black and surrounded by white. 
This spöt is continued into a black stripe above the tympanum, 
extending along the börder of the upper eyelid and the canthus 
rostralis to the tip of the snout. where it joins its fellow. The 




Fig. 6. Nototrema microdiscus L. G. Andersson. $ nat. size. 



tip of the snout and the upper eyelids are brown, the ossified 
surfaces of the head green with some small dark döts in the 
male. The outermost rim of the upper lip is black and bordered 
above by a narrow white Hne. The sides of the body like the 
upper parts but are sprinlded with white. The under surfaces 
are uniform yellowish white, the throat and the chin being 
lighter than the belly. The colour of the extremities corres- 
ponds with that of the body; the upper parts ha ve regular 
brown crossbands, bordered with black. The tympanum is 
blackish brown. According to a note of the collector, Dr. 
P. DusÉN, the animals agree, when alive, very well with the 
ground where they Ii ve, and are very difficult to discern. 



LONNRERG 



ANDERSSON, A NEW LIZARD AND A NEW FROG 11 



The male has a large externa! vocal sac below the mouth. 
The dorsal pouch of the female is small; its opening is placed 
about at V* of the distan ce between the vent and the nose and 
its cavity extends to the middle of the back. The pouch 
carries four eggs as large as pease. Distinct embryoes are not 
to be seen; the eggs are probably rather new-laid, nevertheless 
the remaining eggs in the ovary are all small. 

There are two specimens of this beautiful new frog, a 
male and a female, fomid by Dr. P. Dusen in the forest at 
Desiro Rivas, Paranå, sept. 1908. 



Measnrements 
in mm. 



Averages in 

\^lo of the total 

length 



Total length 

Length of the nose 

Diameter of the orbit 

Vertical diameter of the tympanum . . 

Greatest breadth of the head 

Breadth of the interorbital space . . • 
Length of the ossifieation of the head . 

» » » före limb with 4th finger 

» » » femur 

» » » tibia 

» » » tarsus with 4th toe . . . 



45 

8 

5 

3,5 
17,5 

6,5 
15 
29 
21 
23,5 
32 



9 


(f 


51 


— 


9 


17,8 


6 


11,1 


3 


7,8 


20 


39 


8,5 


14.4 


16,8 


33,3 


34 


64.4 


26 


46,7 


27 


52,2 


37 


77,1 



17,6 
11,8 
5,9 
40 
16,7 
33 
66,7 
51 
53 
72,5 



The differences between the measurements of the sexes 
are, to judge from the table, rather imimportant. The tympa- 
num of the male is distinctly larger than that of the female, 
and in these two specimens the limbs are longer in the female 
but not more than that the difference might be an individual 
variation. The colour, as weU, is the same in both specimens, 
but in the male the dark spöts and minute döts on the back 
are more numerous than in the female. 



Tryckt den 17 januari 1910. 



Uppsala 1910. Almqvist & Wiksells Boktryckeri-A.-B. 



ARKIV FÖE ZOOLOGI. 

BAND 6. N:o 10. 



Till kännetlomeii om byggnaden af Echinidernas 
ägg, med särskild hänsyn till dess hinnor. 



Af 

GUSTAF RETZIUS. 

Med en tafla. 



De undersökningar, som jag under de senare åren utfört 
öfver spermiernas former och byggnad hos såväl evertebrater 
som vertebrater, hafva ursprungligen haft till syfte att vara 
förberedande till några redan för länge sedan planerade forsk- 
ningar öfver befruktningsprocessen. Redan i början af 1880- 
talet hade jag nämligen vid en undersökning af artificiellt 
befruktade ägg af Parechinus miliaris sett bilder, som i hög 
grad lockade till fortsatta experiment, särskildt med hänsyn 
till spermiets förhållande vid befruktningen, spermiehufvudets 
ansvällning och dess skilda kromatinkorns åter uppträdande, 
då spermien lägger sig intill äggkärnan för att, såsom Oscar 
Hertwig några år förut upptäckt, sammansmälta med den- 
samma. 

Andra arbeten togo emellertid för mig de följande åren 
i anspråk; och då jag åter började ägna mig åt denna ut- 
redning, hade redan flera andra forskare, framför allt Boveri 
och Edmund B. Wtlson, utfört åtskilliga klargörande under- 
sökningar öfver det ifrågavarande ämnet. Därtill kom, att, 
då jag ånyo upptog det till behandling, det befanns, att det 
var angeläget att först söka utreda själfva spermiernas former 
och byggnad hos åtskilliga djurformer. Det visade sig näm- 

Avhiv för zoologi. Band 6. 2s:o 10. 1 



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ligen, att oaktadt de undersökningar som under de senaste 
årtiondena, framför allt af Emil Ballowttz, ägnats häråt, 
ännu mycket stod att utreda på detta fält. Hela viktiga 
djurgrupper voro i detta hänseende nästan obearbetade, andra 
erfordrade en kompletterande undersökning. 

På grund af att min tid sålunda under åratal togs i an- 
språk för dessa, och äfven andra arbeten, blef det mig 
först under detta års sommar förunnadt att vid Akade- 
miens zoologiska station Kristineberg ostördt upptaga stu- 
dierna öfver äggets byggnad och befruktningsfenomen, samt 
framför allt äfven de olika spermiedelarnas förhållande vid 
denna process. Genom mina undersökningar öfver spermiernas 
sammansättning hade det visat sig, att icke blott hos verte- 
braterna, utan äfven hos evertebraterna det s. k. midtstycket 
eller förbindningsstycket i regeln innehåller ett hos olika 
djurslag olika antal karakteristiska runda korn, som hos de 
skilda djurformernas spermier hafva en specifik anordning 
och ligga inbäddade i en annan, sparsamt förekommande sub- 
stans, antingen vid spermiehufvudets bakre ända eller ock 
omkring svansens förbindningsstycke. Att dessa specifikt 
anordnade korn i spermiernas så strängt begränsade proto- 
plasma måste hafva någon särskild bet^^delse för deras lifs- 
verksamhet och ändamål, syntes allt tydligare framgå ur de 
omfattande undersökningarna. 

En af mina uppgifter vid studierna öfver befruktnings - 
processen blef därför att söka följa de ifrågavarande kornens 
förhållande och öde efter spermiernas inträde i ägget. Genom 
flera forskares iakttagelser har i senare tider ådagalagts, att 
hos åtskilliga djur icke blott hufvudet af spermien inträder 
i ägget, utan att äfven svansen därvid medföljer och under 
processens tidigare skeden däri kan iakttagas; framför allt 
är detta förhållandet med dess förbindningsstycke äfvensom 
ock med centralkropparna. Det gällde nu sålunda särskildt 
att följa äfven dess ofvannämnda specifika korn under pro- 
cessens förlopp. 

För att utföra denna uppgift var det af vikt att studera 
sådana djurformers äggbefruktning, hos hvilka spermierna, 
och speciellt deras förbindningsstycke, förete en så pass be- 
tydlig storlek och karakteristisk form, att de lätt igenkännas 
i de mikroskopiska snittserierna af de befruktade äggen. 
Därjämte vore det önskvärdt att för de nämnda kornen ut- 



G. RETZTUS, OM BYGGNADEN AF ECHINIDERNAS ÄGG. 3 

finna någon specifik färgningsmetod. För sådana ändamål 
borde särskild! iirodelernas och åtskilliga gastropoders sper- 
mier erbjuda fördelar. De försök, jag hittills med dem utfört, 
hafva emellertid ännu icke ledt till målet, men böra vid till- 
fälle fortsättas. 

Jag beslöt mig då att ägna detta års sommarmånader 
åt studier öfver de lägre hafsdj urens äggbefruktning. Efter 
samråd med professor Théel började jag i juni å Kristine- 
berg en serie af försök med äggen af våra sjöstjärnor, /I. siena<s 
ruhens L. och Asteracanthion glacialis M. Tr. Det befanns emel- 
lertid snart, att af dem endast enstaka exemplar med mogna 
ägg och spermier kunde uppbringas, antagligen på grund 
däraf att åtminstone för Asterias rubens den egentliga fort- 
plantningstiden redan var tilländalupen under vårens förlopp. 
För sådana undersökningar är det af vikt att hafva riklig 
tillgång på djur med fullmogna spermier och ägg samtidigt, 
så att man icke blott den ena veckan erhåller djur med 
mogna ägg, den andra veckan djnr med mogna spermier. 
Jag nödgades därför af stå från försöken med detta eljest 
säkerligen mycket lämpliga material och började en serie 
experiment å moUuskägg. Men då äfven dessa experiment 
icke medförde önskad framgång, började jag försök med den 
vid vår västkust allmänna lilla sjöborren ParecJiinus miliaris 
(L.). De senare stadierna af denna sjöborres äggutveckling, 
särskildt med hänsyn till gastrula- och pluteusstadierna, hafva 
ju under de gångna åren utgjort föremål för omfattande un- 
dersökningar af prof. Théel, men då jag af honom erfarit, 
att hans arbeten häröfver icke omfatta äggets själfva struktur 
och befruktningsprocess, torde jag icke kunna komma att 
närmare beröra hans område. 

Denna sjöborre utgör ett i åtskilliga hänseenden utmärkt 
forskningsmaterial. Dels kan den erhållas i nästan obegrän- 
sad t antal, dels är den mycket härdig och kan hållas vid lif 
i akvarierna under lång tid; dels lämpar den sig ock syn- 
nerligen väl för bearbetning under sommarmånaderna. Den 
har nämligen sin fortplantningstid under juni, juli och augusti, 
mest i juli och början af augusti. Den artificiella befrukt- 
ningen af dess ägg genom tillsättning af en liten portion 
mogen sperma verkställes lätt uti laboratoriet i små glas- 
kärl, i h vilka man sedan kan följa de första utvecklings- 
faserna och kan bringa de befruktade äggen till fixering och 



4 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (). N:0 10. 

bärdning efter behag. Denna lilla sjöborre utgör således för 
dylika undersökningar ett förträffligt material och kommer 
säkerligen länge att blifva föremål för många olika slags 
studier af embryologisk och särskildt äfven af experimentell 
art. Prof. Théels och prof. Hammars histologiskt embryo- 
logiska arbeten gifva betydelsefulla vitsord härom. 

För mig gällde det nu, såsom antydt, att hos detta djur 
söka följa spermiens och dess olika delars, framför allt för- 
bindningsstyckets, förhållande efter inträdet i ägget och under 
befruktningsprocessen. Men för detta ändamål var det nöd- 
vändigt att, så noga som möjligt, lära känna själfva äggets 
finare byggnad. Genom de undersökningar, som sedan länge 
af åtskilliga forskare ägnats åt strukturen af olika sjöborrars 
ägg, framför allt åt de i Atlanten, Medelhafvet och Stilla 
oceanen förekommande (Toxojmeu^stes variegatus, Strongylo- 
centrotus lividus, Arhacia spec.) borde ju byggnaden af dessa 
ägg vara tillräckligt utredd. Särskildt hafva Boveri's och 
Edmund B. Wilson's undersökningar häröfver under senare 
tid och med den moderna teknikens förträffliga hjälpmedel 
i hög grad bidragit till utredningen af denna fråga. Också 
hafva de hos sjöborrägget iakttagna förhållandena i icke 
ringa mån kommit att betraktas såsom fundament för den 
nutida uppfattningen af cellprotoplasmats finare struktur, 
likaväl som detta ägg blifvit det klassiska objektet för fram- 
ställningen af befruktningsfenomenen. Man återfinner ock 
bilderna och beskrifningarna häröfver i snart sagd t alla bio- 
logiska läroböcker. Icke dess mindre finnas här en hel del 
dunkla frågor att besvara och invecklade problem att lösa. 
Detta beror dels däraf, att man för att erhålla skarpa och 
klara bilder i mikroskopet måste använda åtskilliga fixerings-, 
härdnings-, färgnings- och inbäddningsämnen, som mer eller 
mindre kunna förändra den lefvande substansens struktur. 
Dels må man ock städse ihågkomma, att man vid studiet af 
dessa mikroskopiska förhållanden alltjämt står vid gränsen 
för det med våra ögon iakttagbara. Vi kunna ju icke med 
någon framgång använda starkare förstoring än 1,500 gånger, 
och därunder förefinnes säkerligen en hel värld af finare 
strukturförhållanden, som för oss äro otillgängliga, endast 
kunna hypotetiskt förmodas. Dessa för h varje fackman 
kända förhållanden har jag ansett mig böra ånyo här påpeka, 
endast för att förklara, hvarför man, trots alla forskningar 
som sedan nedlagts å utredningen af äggets och dess plasmas 



G. RETZIUS, OM BYGGNADEN AF ECHINIDERNAS AGG. O 

finaste struktur, ännu icke i allt kommit till definitiva slutsatser, 
och hvarför icke heller jag med mina studier däröfver kan göra 
anspråk på att lösa dessa svåra problem. Man får alltjämt 
åtnöja sig med att, om möjligt, söka komma denna lösning 
närmare och närmare, äfven om fjäten icke äro stora. 

Men för att kunna bidraga till denna utredning af äggets 
finare struktur bör man icke nöja sig med studiet af det 
mogna ägget utan ock gå tillbaka till de föregående stadierna, 
om möjligt ända till de första. Därjämte bör man äfven 
undersöka de ägget omgifvande delarna, särskildt dess hinn- 
bildningar och deras utveckling. Jag betonar här detta, 
emedan det synes mig, som om endast få af dem, som ägnat 
sig åt undersökningen af sjöborrägget, verkligen beaktat 
dessa önskemål. 

Efter dessa förelöpande anmärkningar öfvergår jag nu 
till den egentliga framställningen af ämnet och börjar därvid 
med byggnaden af de omogna äggen i ovariet. 

Såsom Selenka^ redan i sin första afhandling af 1878 
öfver befruktningen hos Toxopneustes visade, kan man under 
fortplantningstiden i ovariesäckarna finna ägg af olika stor- 
lekar och utvecklingsstadier; de mindre utvecklade äro ännu 
med smalare eller bredare bas fastade vid säck väggen, de 
högre utvecklade ligga fritt i dess lumen, omgifna af de små 
»närings»- eller abortivcellerna och af klar, strukturlös plasma- 
vätska. I de yngre äggen finnes en stor kärna med tydlig 
kärnmembran, en stor kärnkropp och ett kärnsaften genom- 
spinnande kornigt nätverk; vidare kan man i själfva eyto- 
plasmat urskilja ett inre, närmast kärnan befintligt lager, 
där utanför detta ett smalt mellanlager samt åter utanför 
detta ett yttre lager. Utomkring detta sistnämnda lager 
finnes en gelatinös mantel (»Gallertmantel» eller »Gallert- 
zone>>), hvari från ägget utsändas fina radierande pseudopo- 
dier. Hos de högre utvecklade äggen smälta de tre gule- 
lagren mera samman, kärnan blir helt liten, den gelatinösa 
manteln kvarblifver, men pseudopodierna smalna och indragas 
alltmera. Nu är ägget färdigt att afgifvas ur ovariet och 
att befruktas. 

Oscar Hertwig- visade, att kärnans betydande för- 
minskning beror därpå att redan irjom ovariet de två rikt- 

^ Emil Selenka, Zoologischc Studien, T, 1878 och Studien iiber Ent- 
wick. Gesch. d. Thiere II, 1883. 

' Oscar Hertwig, Morphol. Jahrbueli, Bd. III, 1877. 



6 ARKIV' FÖR ZOOLOGI. BAND (). ]S':0 10. 

nings- eller polarkropparna afgifvas. Men för öfrigt synes 
man sedan icke ägnat ovarialäggen någon närmare utredning. 

Vid mina undersökningar af ovarier, härdade dels i subli- 
mat, dels i pikrinättiksyra och färgade i järnalunhämatoxylin 
såväl som ock i rosanilin-ättiksyradt kali. har jag hos fler- 
talet af de unga äggen återfunnit Selenka's trenne lager i 
gulan ; i alla finnes ett nätf ormigt anordnadt cy toplasma med 
än smalare, än något bredare förgreningar och förbindande 
länkar; i maskorna af detta nätverk finnes dels en klar 
plasmasaft, dels ock inlagrade runda gulaktiga korn, som tyd- 
ligen utgöra nybildade vitelluskorn, liggande i små sträng- 
formiga anhopningar. Slutligen finnas ock andra korn strödda 
i själfva cytoplasmans nätverk; dessa upptaga hämatoxylin- 
färgen väl och behålla den länge vid differensieringen i järn- 
al un vätskan. Vitelluskornen finnas endast i det inre cyto- 
plasmalagret, i det att det mellersta smala lagret bildar lik- 
som en barriär mot dem. Detta smala lager, som på snitten 
visar sig såsom en kornig strimma, färgas starkt af hämatoxy- 
linet, hvaremot det yttre lagret bibehåller en blek färg.* 

Kedan i tidigt stadium uppträder kring hvarje ägg den 
gelatinösa klara membranen, och man skönjer i densamma 
radierande fina strimmor, såsom Selenka angifvit, utgående 
från äggets yttre lager. 

I senare stadier finner man äggen förstorade; småningom 
försvinner mellanlagret i cytoplasman, i det att det samman- 
flyter med det inre lagret, som genom förstoring och uppta- 
gande af allt flera vitelluskorn vidgar sig. När äggen ligga 
trångt i ovariesäcken, tillplattas de, och framför allt deras 
gelatinösa membraner, mot hvarandra. Ofta hänga de äfven 
pärlbandartadt ihop med hvarann, i det att de medelst nämnda 
membran äro i tvenne ändar fastade vid hvarandra. I ova- 
riesäckarnas midtpartier finner man under fortplantningstiden 
talrika ägg med helt små, ovala excentriskt liggande kärnor, 
s. k. mogna ägg, där bildningen och afgifvandet af riktnings- 
kropparna redan försiggått. Däremot är det endast sällan 
som man lyckas iakttaga det skede, då dessa kroppar bildas 
och deras kärndelningsfenomen äro för handen; uppenbar- 
ligen sker denna process ganska snabbt. Det har dock lyc- 
kats mig i ett antal fall finna dem i snitten, och bilderna 
stämma alldeles med de af Oscar Hertwig och andra for- 
skare angifna. 



G. RETZIUS, OM BYGGNADEX AF ECHINIDERNAS AGG. t 

Å dessa mognande och mogna ägg i ovarierna är den 
gelatinösa hinnan alltid för handen och i fullt utbildadt 
skick, såsom en klar och genomskinlig, ägget tätt omslutande, 
ganska tjock, och därtill äfven jämntjock, membran. 

För att söka utröna dess byggnad och beskaffenhet har 
jag på de lefvande äggen försökt åtskilliga färgningsmetoder. 
Af litteraturen finner jag ock, att Ries^ härför å äggen af 
Strongylocentrotus lividus användt Gentiana, Rosanilin och 
Neutralrödt och därigenom väl fått färgning af äggen själfva, 
men i den gelatinösa membranen endast radierande fina 
kanaler och på dess yttre yta »verschieden grosse Körnchen, 
die Verunreinigungen des Seewassers darstellen, welche ent- 
weder bereits vorhanden waren öder auch nachträglich dem 
Wasser zugesetzt wurden (nach Boveri)». Den af Ries 
nämnde författaren, Boveri, har nämligen i sin första af- 
handling om sjöborräggets polaritet- meddelat, att han, för 
att utröna tillvaron af en mikropyle, till vattnet, hvari lef- 
vande ägg af samma sj öbor rart (Strongylocentrotus lividus) 
funnos, tillsatt tuscMöaning, som afsatte sig och fastnade å 
den gelatinösa membranens yttre yta; men därjämte såg han 
tuschkornen intränga på ett ställe å hvarje ägg genom en 
kanalformig mikropyle in till själfva äggets yta. Härigenom 
ådagalade han alltså tillvaron af en sådan kanal tvärs igenom 
den gelatinösa membranen, h vilken kanal hittills varit förbi- 
sedd af alla dem som undersökt dessa sjöborrars ägg. 

Egendomligt nog har denna Boveri's upptäckt ännu icke 
trängt igenom, och man finner den därför knappast omnämnd, 
hvarken i den öfriga facklitteraturen eller de stora samman- 
fattande handböckerna. Sålunda har jag icke kunnat finna 
den ens omtalad i den nyaste, nyss utgifna upplagan af 
Oscar Hertwig's Allgemeine Biologie, där sjöborräggets be- 
fruktning af bildas och äfven beskrifves. Icke heller i arbe- 
tena öfver samma ämne af Edm. B. Wilsox. 

För undersökningen af den gelatinösa membranen beslöt 
jag att begagna metylenblåit i en svag lösning (1 d. på 500), 
som i så många andra fall gifvit en så vacker vital färgning. 
Efter några minuter inträdde äfven å den ifrågavarande mem- 
branens yttre yta en så karakteristisk färgning, att jag blef 



J J. Ries. Zentralblatt f. Physiologie. Bd. XXI, 10, 1907. 
^ Verh. phys. — med. ges. Wiirzburg. (N. F.) V, 34, 1901. 



8 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 10. 

rentaf häpen. Dels visade sig på snart sagd t h varje ur ova- 
rierna afgifvet ägg af Parechinus en enda skarpt begränsad 
rund hvit fläck å den för öfrigt blåfärgade ytan, och denna 
fläck befanns å sådana ägg, å hvilka den låg i sidoläge, ut- 
göra mynningen till en kraterlik kanal, en verklig mikropyle, 
som lodrätt igenom den gelatinösa membranen sträckte sig 
in till själfva äggets yta (fig. 1 och 2). Då jag kort där- 
efter fick tillfälle att läsa Boveri's afhandling af 19Ö1 om 
polariteten hos Strongylocentrotus-ägget, befanns, att den 
af mig sålunda hos Parechinus funna kanalen alldeles mot- 
svarade den af Boveri upptäckta mikropylen. Själfva kana- 
lens väggar och membranens substans förblefvo äfven nästan 
ofärgade, men däremot visade membranens yttre yta i optisk 
genomskärning en skarpt blåfärgad, smal rand; och vid in- 
ställning af ytan, d. v. s. i ytbild, företedde den vid stark 
förstoring en mycket egendomlig anblick. På en ofärgad 
eller svagt färgad botten syntes en mängd små krumböjda, 
masklika, skarpt blåfärgade slyngor, som lågo strödda i en 
ganska prydlig och ganska regelbunden anordning, i det att 
mellan dem den hvita bottnen framträdde och de aldrig kor- 
sade eller täckte h varandra utan lågo utbredda liksom på en 
karta. I dessa ytterst små blåa slyngor eller slingrande band 
syntes talrika ännu mörkare korn inlagrade. När jag först 
såg dessa blåfärgade, skarpt begränsade band, kom jag att 
tänka på en del bakterieformer och möjligheten att här 
kunde föreligga en förorening med dylika bakterier, som 
kunde hafva fastnat på den gelatinösa hinnans yttre yta. 
Men då jag återfann dem (fig. 3) likartade, endast ibland 
något tätare liggande, ibland något mera skilda, på hvart- 
enda sålunda behandladt ägg, och då de inuti ovariesäckarna 
liggande äggen företedde alldeles samma bilder, så måste en 
sådan förklaring vara utesluten. Äfven de yngre äggen i 
övaderna visade samma struktur å sin yta. Jag kan därför 
icke tolka förhållandet annorlunda än att den gelatinösa 
hinnans yttre ytlager, som för öfrigt äfven företer en något 
fastare konsistens och är utåt skarpt begränsad, innehåller i 
jämn fördelning och utbredning alla dessa ytterst små band, 
och att dessa utgöra egendomliga rester af något slags proto- 
plasma, som möjligen spelat en roll vid membranens utveck- 
ling. Vid mikropylens yttre runda kratermynning bilda dessa 
band en skarp rand, och de stiga icke ned i kanalen. Den 



G. RETZIUS, OM BYGGNADEN AF ECHINID ERNÅS AGG. 9 

under denna yttre ythinna belägna substansen i den gelatinösa 
membranen färgas, såsom nämndt, icke eller ytterst svagt 
af metylenfärgen ; dock framskymta däri vid starkaste för- 
storing stundom fina, delvis grenade, radiära trådar, som 
kunna utgöra rester af de i yngre utvecklingsstadier tydli- 
gare, redan af Selenka iakttagna trådarna. Den inre be- 
gränsningsytan å membranen är äfvenledes ganska bestämd 
och jämn, och visar sig i optiskt genomsnitt som en skarp 
konturlinje; metylenfärgen framkallar emellertid däri ingen 
märkbar struktur. Membranen är uppenbarligen elastisk; 
detta synes tydligt, då den aflossas från ägget, ty den krym- 
per då ansenligt ihop; man kan däraf sluta, att den håller 
äggets substans under ett visst tryck. Då metylenfärgen fått 
inverka en stund, kontraherar sig membranen kring ägget 
och blir betydligt tunnare, men mikropylöppningen och de 
färgade små bandslyngorna synas ännu länge, tills slutligen 
en affärgning som vanligt, inträder. Med pikrinsyrad ammo- 
niak kan man fixera den blå färgen i banden, och ännu efter 
fem månaders förlopp bibehålla många ägg i preparaten sin 
sålunda fixerade färg. 

I mikropylkanalen finner man icke sällan en mer eller 
mindre framskjutande protoplasmatisk dropp- eller kägel- 
formig, stundom tudelad klump, som ser ut att vara de så- 
lunda af gående riktningskropparna, h vilka eljest intaga sitt 
läge mellan det egentliga ägget och membranens inre yta, 
vanligen något åt sidan om mikropylen i ett tillplatt adt, i 
optiskt genomsnitt halfmånformigt lager, men som genom den 
elastiska membranens inverkan på nämnda sätt utpressas 
och afgifvas. 

Då man vill företaga en artificiell befruktning, går man 
helst tillväga såsom Oscar Hertwig föreslagit. Man bort- 
tager den undre (främre) halfvan af sjöborrens kalkskal och 
lägger, om djuret befinnes vara en hona med mogna ägg, 
den andra halfvan med genitalkörtelmynningarna nedåt i en 
liten skål eller ett urglas med hafsvatten. Inom kort afgif va 
ovarierna i vattnet en större eller mindre myckenhet ägg, 
som då i regeln äro oskadade och äfven mogna; dock afgå 
ofta härvid äfven enstaka omogna ägg, men de göra intet 
förfång; man igenkänner dem lätt på deras stora kärna, eller 
eventuellt på i dem befintliga riktningskroppkärnor. Därefter 
tager man af ett med mogna rörliga spermier försedt han- 



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exemplar en helt liten droppe sperma, rör hastigt ut den i 
en liten skål med hafsvatten och tillsätter detta skyndsamt 
till de nämnda afgångna mogna äggen. Att man icke bör 
dröja för länge med användandet af spermierna, som utrörts 
i vattnet, beror därpå att dessa i regeln inom 20 — 25 minu- 
ter förlora sin rörlighet och sålunda icke kunna tjänstgöra 
längre. Om man nu önskar undersöka de tidigare stadierna 
af befruktningen, måste man skynda med att inom vissa 
minuters förlopp försiktigt med en pipett uppfånga de så- 
lunda befruktade äggen och öfverflytta dem i en lämplig 
fixerings vätska. Såsom sådan bar jag funnit, dels koncent- 
rerad (7 — 8-procentig) sublimatlösning, försatt med 5 proc. 
isättiksyra, dels ock Boveri's pikrinsyre-ättiksyrelösning, 
läm^pligast, emedan de gifva de renaste och klaraste kärn- 
och protoplasmastruktur-bilderna och tillåta vacker färgning 
med Heidenhains hämatoxylinmetod. En inverkan å äggen 
af dessa vätskor under 30 — 40—50 minuter är tillräcklig, men 
något längre tid synes icke skada. Efter 3, 4, 5, 6, 7, 8 
o. s. v. minuters tid öfverför man med pipetten nya portio- 
ner ägg i skilda små skålar med den fixerande vätskan, allt- 
efter som man önskar preparat i de olika befruktningsstadi- 
erna. Den följande behandhngen af dessa befruktade ägg- 
doser är ganska besvärlig. Man måste ju först med något 
vatten och sedan med alkohol i stigande skala tvätta ut 
sublimatet, resp. pikrinsyran, ur de små i vätskan spridda 
äggen för att sedan kunna öf verbringa dem i kloroform eller 
xylol och därefter i paraffin af omkring 52-gradig smältpunkt 
(eller den eljest för rumtemperaturen mest lämpliga paraffin- 
sorten). Dessa vätskeförändringar ske enklast genom dekan- 
tering, och man låter äggen därför sjunka till botten i en 
snedställd liten glasskål, då de samla sig i den undre sido- 
fåran af skålen, hvarefter man försiktigt afhäller vätskan 
och tillsätter en n\^ sådan. Detta är en långsam och stun- 
dom ganska svår procedur, och man kan därvid icke undgå 
att förlora ett och annat ägg, hvarför man från början bör 
tillse, att ett fullt tillräckligt antal sådana ingå i hvarje 
portion. Vid xylol-( kloroform-) och paraffinbehandlingen till- 
vägagår man på samma sätt, alltjämt med en liten snedställd, 
låg glasskål, så att äggen samla sig åt ena sidan af dess 
botten. Urglas äro mindre lämpliga, enär äggen då blifva 
mera strödda och äfven lättare förloras vid dekanteringen. 



G. RETZIUS, OM BYGGXADEX AF ECHINIDERNAS ÄGG. 11 

Slutligen är det af vikt att noga signera såväl burkarna som 
paraf finstyckena, så att icke sammanblandning af de olika 
stadierna äger rum. 

Jag har velat angifva dessa af mig begagnade förhåll- 
ningsregler, emedan jag icke funnit sådana närmare omnämnda 
i den tillhörande facklitteraturen, och jag själf i början icke 
lyckades väl, innan jag inslog denna metod. 

Men äfven om man går tillväga aldrig så planmässigt, 
händer det icke sällan, att befruktningen af äggen icke lyckas 
så som man beräknat — ibland befruktas blott hälften af 
dem, ibland en ännu lägre procent — och man kan i sådana 
fall ofta icke förklara misslyckandet annat än genom använ- 
dandet af olämpliga ägg eller olämplig sperma. Särskildt det 
sistnämnda har jag funnit icke så sällan vara orsak till ett 
sådant misslyckande. Om icke en full, liflig rörlighet hos 
flertalet af spermierna förefinnes, är det icke skäl i att före- 
taga befruktningen. Men stundom förefalla äfven äggen att 
vara »nyckfulla». Helst bör man använda nyss infångade 
djur. När de en stund efter infångandet befunnit sig i ett 
akvarium med rinnande vatten, afgifva de i regeln — van- 
ligen dock först efter ett par timmar — massor af mogen 
sperma och äfven af mogna ägg, hvarefter djuren icke så 
väl lämpa sig för befruktningsförsöken. I början och i slutet 
af fortplantningsperioden äro utsikterna till god framgång 
äfven mindre gynnsamma. 

Efter dessa kortfattade anvisningar för tillvägagåendet, 
sådant jag funnit det bäst, skall jag återvända till själfva 
ämnet: de företeelser som iakttagas i ägget och sjjermien vid 
deras sammanträffande. Hos den ifrågavarande sjöborren, 
Parechinus miliaris, intränger i regeln blott en spermie i 
hvarje ägg, ocli detta sker konstant genom mikropylens kanal. 
Alla de öfriga spermier, som söka sitt inträde å andra ställen 
af den gelatinösa membranen, hejdas redan af denna mem- 
brans yttre lager. Man ser dem ofta i större eller mindre 
antal med hufvudets spets borra mot detta hinnlager; de 
synas fastna därvid, utan att kunna intränga däri. Däremot 
kunna stundom genom mikropylen flera än en spermie in- 
tränga i ägget, och då uppstår den sedan länge af författare 
skildrade polyspermien, som i regeln leder till en abnorm 
befruktning och till patologiska utvecklingsfenomen. Icke 
sällan finner man mikropylka nålen fuJlproppad af spermie- 



12 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 10. 

hufvuden, hvilkas svansar som en kvast sticka ut därur. 
Men, i regeln får endast en af dem inträde i ägget, h vilket 
mot densamma utsändt den lilla »mottagningskullen», en liten 
låg, kägelformig upphöjning af dess cytoplasma, hvilken in- 
trängt i mikropylkanalens inre öppning, såsom ock redan 
sedan länge varit bekant. Spermiens hufvud fortsätter nu 
hastigt sin färd in i äggets substans. I regeln har detta 
fenomen ägt rum inom de första tre minuterna efter spermats 
tillsättning till det vatten som innehåller de mogna äggen. 

Nu inträffar ock helt plötsligen ett annat fenomen, hvilket 
af iakttagarna och författarna allmänt skildrats såsom »af- 
söndrandet» eller »afskiljandet» af en tunn »membran» (die 
Dotterhaut), som man t. o. m. i allmänhet uppfattat såsom 
nybildad i befruktningsögonblicket. Författarnas framställ- 
ningar och beskrifningar af detta fenomen äro ofta otydliga, 
och det ser ut som om de icke hade processen riktigt klar 
för sig. Men en dej uppfatta den uppenbarligen såsom en 
plötslig nybildning af en sådan tunn hinna, hvars ändamål 
skulle vara att hindra flera spermiers inträngande i ägget. 
Så framställes t. ex. denna process mångenstädes af Jacques 
LoEB, som ju borde hafva en rik erfarenhet på detta område. 
Men äfven en sådan fackman som Oscar Hertwig uttrycker 
sig allt fortfarande, t. o. m. i den nyss utkomna tredje upp- 
lagan af hans Allgemeine Biologie, på ett ingalunda klart 
sätt, då han säger »Hier (i mottagningskullen) bohrt sich 
der Kopf, getrieben von den pendelnden Bewegungen des 
Fadens, in das Ei hinein, welches in diesem Moment, ange- 
regt von dem Reiz, eine feine Membran, die Dotterhaut, an 
seiner Oberfläche abscheidet». ^ Det ser ut, som om äfven O. 
Hertwig uppfattade denna fina membran såsom en vid äggets 
yta nybildad fin hinna. Richard Hertwig säger i sin år 
1903 utgifna sammanfattande framställning »Eireife und Be- 
fruchtung», att jämte den gelatinösa membranen, som han 
anser vara i ovariet bildad af follikelcellerna och som han 
vill benämna »Chorion», bildas äfven en »Dotterhaut» såsom 
en af söndring från ägget. 

Jag skulle här kunna ur litteraturen anföra åtskilliga 
flera yttranden i samma riktning, men detta kan vara nog 
för att visa, att man tydligen icke har denna för äggets 



* Kurs. af mig. 



G. RETZIUS, OM BYGGNADEN AF ECHINIDERNAS ÄGG. 13 

morfologi viktiga fråga klar för sig, utan att den behöfver 
utredas. Man har iakttagit, att i befruktningsmomentet en 
hinna plötsligt skiljer sig från den del af äggets yta, där 
spermien inträngt, men man har icke klart insett hvad denna 
hinna egentligen är, utan uppfattat den såsom en helt hastigt 
nybildad, från äggets yta afsöndrad särskild hinna. 

Jag har, i samband med mina vitala metylenfärgnings- 
experiment, ägnat denna fråga en närmare uppmärksamhet 
och därvid kommit till den bestämda öfvertygelsen, att det 
icke är någon ny hinna som bildas och af skiljes. Det är helt 
enkelt den gelatinösa membranen och särskildt äfven dess 
inre ytlager som vid befruktningsmomentet aflossas från 
äggets yta. Detta dess inre ytlager är, såsom of van angifvet, 
inåt skarpt begränsadt och kan lätt, om man icke noga un- 
dersöker förhållandet, ge den oriktiga uppfattningen, att en 
särskild ytterst tunn hinna aflossades från ägget. Den gela- 
tinösa membranen aflossas alltså i hela sin tjocklek från 
ägget, men, såsom äfven af O. Hertwig och andra förfat- 
tare supponerats, är det icke membranen själf som härvid är 
den aktiva delen, utan det är alldeles tydligen ägget. Detta 
kontraherar sig och af lossar sig själf t från membranen. Någo7i 
särskild, ny hinna eller »Dotterhaut>> upiMår således icke. 
Genom någon egendomlig process i äggets cytoplasma inträ- 
der nämnda sammandragning af dess substans, i regeln 
just vid spermiets inträdesställe, d. v. s. innanför mikropy- 
len (fig. 4, 5 och 6); men stundom sammandrager sig hela 
ägget och af lossar sig från den gelatinösa membranens inre 
yta, som då i optiska genomsnittet synes såsom en skarp 
ringlinje rundt om hela ägget. Dessa fenomen kan man tyd- 
ligen iakttaga å de lef vande befruktade äggen, i synnerhet 
om man därvid använder en svag färgning med metylenblått. 
Det har, oaktad t talrika försök, aldrig lyckats mig att från 
den gelatinösa hinnan aflossa dess innersta ytlager och icke 
ens att se det såsom dubbelkontureradt. Jag kan därför icke 
uppfatta det såsom någon särskild hinna (Dotterhaut), utan 
måste för min del anse hela den gelatinösa hinnan motsvara 
äggets »Dotterhaut», fastän denna membran hos sjöborrarna 
fått en så egendomlig utveckling. Då sjöborrägget utgjort 
och utgör ett så viktigt material för studierna öfver äggets 
byggnad i allmänhet och för befruktningsprocessen i sj^nner- 



14 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (>. NIO 10. 

het. är det ai vikt att äfven hafva en klar uppfattning af 
dess hinnors morfologi och betydelse. 

Det rum, som genom äggets sammandragning ocli mem- 
branens afskiljande från dess yta uppstår, fylles såsom be- 
kant af en klar vätska, som väl bör antagas hafva blifvit 
afsöndrad ur det kontraherade ägget och icke hafva inkom- 
mit genom mikropylkanalen. Icke heller är den afsöndrad 
af membranen själf, ty någon förminskning af dennas tjocklek 
märkes icke; icke heller iakttages någon ökning af dess om- 
fång som skulle antyda inträngande af hafsvatten. Om 
mikropylkanalen på något sätt härvid tilltäppes för att hindra 
inträngande af hafsvatten, har jag icke förmått iakttaga; i 
alla händelser är dess yttre runda mynning oförändrad'; detta 
framgår med all tydhghet af metylenfärgningsförsöken. 

Det gäller nu att följa den i ägget inträngda spermien 
pä dess väg och de öfriga fenomen som inträffa. På det 
lejvande äg,ojet har jag icke med någon tydlighet kunnat följa, 
endast spåra dem. Här måste man därför använda det 
fixerade och färgade materialet samt använda tunna snitt 
och stark förstoring. Jag har äfven gått så till väga och 
erhållit en mängd praktfulla bilder af dessa underbara feno- 
men. Men då mina resultat i allmänhet nära öf verensstämma 
med föregångarnas på detta område, framför allt Oscar 
Hertwig's, Boveri's och icke minst Edm. B. Wilson's, så 
anser jag det icke lämpligt att här gifva en detaljerad skild- 
ring däraf, så mycket mindre som härför skulle erfordras en 
serie af svåråtergifna figurer. Jag skall alltså inskränka mig 
till att söka i korthet anföra hvad jag iakttagit angående 
f^periaiens förhållanden. Såsom de nämnda forskarna angifva, 
vänder sig spermien kort efter inträdet i ägget helt om, så 
att hufvudets bakre ända med förbindningsstyckets korn och 
den tyvärr osynliga centralkroppen blir riktad mot äggets 
midt. Af den egentliga, fina svanstråden ser man inga tyd- 
liga spår; författarna uppgifva, att den i sjöborrägget icke 
intränger vid befruktningen; det ser så ut, men ett sådant 
förhållande skulle då strida mot hvad man iakttagit hos så 
många andra djur; frågan bör tillsvidare betraktas såsom 
icke säkert af gjord, men den är väl icke af någon väsentlig 
betydelse. 

Hvad man däremot tydligen ser, det är att spermiehuf- 
vudet i regeln snabbt ansväller, antager en rundad form, 



G. RETZIUS, OM BYGGNADEN AF ECHINIDERNAS ÄGG. 15 

ofta nästan kulform, att det äger en omgifvande membran 
och att i dess uppståndna klara nukleoplasma visar sig ett 
antal runda små korn, som skarpt färgas af kromatinfärg- 
ningsämnen. Vid spermiehufvudets mot äggets midt riktade 
bas skönjer man fortfarande förbindningsstyckets runda klara 
korn. I deras omgifning har i cytoplasmat uppstått den af 
de föregående forskarna länge iakttagna och utförligt be- 
skrifna strålning, som är så karakteristisk för befruktnings- 
processen i ägget. Föregånget af denna strålning, i b vars 
midtparti skönjes en centrosfär, men ingen tydlig central- 
kropp, ilar spermien under de närmast följande minuterna 
mot äggets midt. Samtidigt flyttar sig ock äggkärnan från 
det något excentriska läge, den vanligen intager, mot äggets 
midt. De båda kärnorna dragas alltså icke direkt mot 
hvarandra, utan, såsom ock från andra håll betonats, 
båda mot äggets midt för att där mötas. Ännu kort innan 
detta möte ägt rum. har jag t3^dligen kunnat i centrosfären 
iakttaga de stora korn som tillhört spermiets förbindnings- 
stycke, fastän det tyvärr ännu icke lyckats mig att för dem 
finna en specifik färgningsmetod (fig. 7). Sedan spermie- 
kärnan strax därefter lagt sig tätt intill äggkärnan, har det 
icke varit mig möjligt att längre följa de nämnda kornen, 
men det synes som om de åtföljde centrosfären. Då emel- 
lertid denna nu delar sig och dess ena hälft utmed äggkärnans 
yta förflyttar sig till denna kärnas andra pol, finnas flera 
möjligheter för de ifrågavarande kornens vidare förhållande. 
Utan att härför äga några direkta iakttagelser, vill jag emel- 
lertid icke häröfver framställa några hypoteser. Att sjöborr- 
äggets befruktning för detta problems lösning icke skulle er- 
bjuda särdeles gynnsamma förhållanden, har jag nog från 
början insett, i synnerhet därför, att detta djurs spermier 
äro så synnerligen små; men dels erbjöd detta djurs ägg- 
befruktning åtskilliga andra förmåner, dels ansåg jag det 
icke olämpligt att göra ett försök i nämnda riktning, då ett 
sådant, äfven om själfva resultatet icke omedelbart vinnes. 
kan gifva uppslag till andra forskningar i den ena eller andra 
riktningen. 

Sjöborrägget erbjuder i själfva verket, såväl med hänsyn 
till dess finare byggnad som till kärndelningsprocessen efter 
befruktningen och vid dess första utveckling ett så förträffligt 
och intressant material, att den på dess utforskning nedlagda 
tiden ingalunda blir förlorad. Jag skall emellertid såsom 



16 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 10. 

redan framhållits, icke nu ingå på en del andra hithörande 
frågor och uppslag, utan endast beröra ett ämne, h vartill 
studiet af den gelatinösa membranen medelst metylen färg- 
ningsmetoden, särskildt å de befruktade äggen, gifvit mig 
anledning. 

Redan Selenka och sedan äfven Boveri hafva sökt visa. 
att hos sjöborrägget finnes anlagd en bestämd polaritet, i det 
att en axel däri löper från den ena polen, den där riktnings- 
kropparna (polarkropparna) afgifvas, den s. k. animala polen, 
till den andra polen, den vegetativa, samt att utbildningen 
af det blif vande embryots organ är anvisad till vissa regioner 
i detta ägg. Ektodermets organ anläggas sålunda vid den 
animala polen, mesodermets vid den vegetativa och tarmen 
något framför den sistnämnda. Båda dessa forskare stödde 
sig härvid på den iakttagelsen, att hos äggen af en viss art 
af sjöborre, Strongylocentrotus lividus, under befruktnings- 
perioden pigmentkorn konstant samlas i ett kring ägget lö- 
pande bälte som anordnar sig något framför den vegetativa 
polen, och att detta pigmentbälte vid äggcellens delning in- 
tager bestämda platser, så att man kan följa den vidare 
under utvecklingen af denna del af ägget. Flera forskare, bl. a. 
Roux, hafva ock hos amfibieägg kunnat visa tillvaron af en 
dylik polaritet, och den har nu allmänt antagits vara för- 
handen. För äggets konstruktion och utvecklingsläran i dess 
helhet är ju denna upptäckt af fundamental betydelse. 

Hos Parechinusäggen finnes icke något sådant pigment, 
men genom den färgning af den gelatinösa membranen med 
metylenblått, som jag användt, har det blifvit möjligt att i 
snart sagdt hvarje fall under äggcellklyfningens skeden på- 
visa läget för mikropylen. Och då denna kanal anger den 
animala polens läge, bör sålunda denna pols ursprungliga 
plats kunna allt fortfarande låta bestämma sig. Jag har 
därför å ett större antal befruktade ägg med metylenblått 
framkallat mikropylöppningen samt därvid funnit, att i fler- 
talet fall denna öppning sammanfaller med den af Boveri 
närmare angifna äggaxelns läge, sådant detta skall vara vid 
cellklyfningen. Särskildt tydligt blir detta förhållande vid 
perioden för de första klyfningarna i två och i fyra celler. 
Mikropylen motsvarar då i regeln klyfningsaxeln, som skall 
sammanfalla med äggaxeln (fig. 8 och 9). Men om ock regeln 
är denna, anträffas dock icke så få undantag därifrån. Jag 
har några gånger å de i synfältet befinthga ägg, som voro 



G. RETZIUS, OM BYGGNADEN AF ECHINIDERNAS ÄGG 17 

stadda i klyfning företagit en öfverräkning af procenten af 
sådana undantagsfall, samt därvid funnit, att ej sällan endast 
två tredjedelar af äggen visat mikropylens sammanfallande 
med klyfnings- resp. äggaxeln, under det att ungefär en tredje- 
del företett mikropylöppningen vid den ena eller andra sidan 
om denna axels främre ändpunkt, stundom t. o. m. ganska 
långt därifrån (fig. 10). Men detta förhållande bör dock icke 
betraktas såsom argument emot tillvaron af en bestämd ägg- 
axel och mot polariteten. Man bör nämhgen betänka, att 
då ägget vid själfva befruktningsmomentet kontraherar sig 
och mer eller mindre skiljer sig från membranen, kan det 
ganska lätt förskjutas något ur sitt ursprungliga läge inom 
membranens kavitet och således äfven dess axel något för- 
flyttas ur sin riktning i förhållande till mikropylen. Det är 
emellertid egentligen blott under det nämnda korta första 
skedet som detta bör kunna äga rum, ty sedan sväller ägget 
ånyo an något och fyller i regeln tämligen ut sin håla. Vid 
klyfningen i två, fyra, åtta celler ser man likväl alltid ett 
litet af klar vätska fylldt rum å de ställen, där cellränderna 
hgga, så att membranhålan då icke är alldeles utfylld. 

I samband härmed vill jag ock betona, att den gelatinösa 
membranen, som jag i dess helhet uppfattar såsom den verk- 
liga, om än egendomligt byggda, ägghinnan (die Dotterhaut), 
å Parechinusägget finnes kvar under hela morula- och blastula- 
stadiet samt under början af gastrulastadiet, och icke, såsom 
åtskilliga forskare synas hafva antagit, redan tidigt under 
klyfningsprocessen går sin upplösning till mötes. Den ende 
forskare, hos hvilken jag funnit uttalad samma åsikt, hvartill 
jag kommit, är professor Théel, som i sitt stora arbete öfver 
utvecklingen af ägget hos Echinocyamus pusillus yttrar sig 
härom. Efter anförande af Selenka's uppgift, att hos 
Toxopneustes det gelatinösa hyllet tidigt efter befruktningen 
försvinner, säger Théel :^ »This is by no means the casein 
Echinocyamus, because here it remains as a true envelope 
during almost the vvhole process of segmentation, and in 
certain cases it also surrounds the young Blastula.>> Hos 
Parechinus kan, såsom sagdt, medelst metylenfärgningen be- 
visas, att den gelatinösa membranen med dess mikropylöpp- 
ning å alla oskadade ägg konstant finnes kvar under blastula- 
stadiet och ända in i gastrulastadiets början. 

^ Upsala Vet. Soc. Handl. 1892. 

Arl-iv för zoologi. Band G. X:o 10. 2* 



18 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 10. 

Antagligen afgifves membranen först i samband med 
flimmercellernas utveckling å gastrulan. Men att den vid 
sitt försvinnande »upplöses», anser jag icke sannolikt. Där- 
emot har jag vunnit den uppfattning, att den afkränges. 
Jag har nämligen å ett antal gastrulae sett den stadd i en 
sådan afkrängning (fig. 11); därvid har antagligen i regeln 
mikropylkanalens mynning genom tryck från det växande 
äggets sida alltmera utvidgats och membranen afstjälpts från 
ägget. Membranen visade sig ännu i detta stadium hafva en 
jämförelsevis fast, elastisk beskaffenhet. Sedan den helt af- 
krängts, drog den ihop sig till en oformlig liten klump, men 
någon »upplösning» i egentlig mening iakttogs icke. I det 
hela taget synes mig denna membran af författarna hafva 
blifvit uppfattad såsom alltför mycket geléartad. Den är 
visserligen till sin beskaffenhet gelatinös, kan genom inverkan 
af olika slags kemiska vätskor ansvälla eller ock krympa, 
samt innehåller mycket vatten. Men den har dock en ganska 
bestämd normal form och en elastisk konsistens, som den 
hela tiden under sin tillvaro behåller. Den utgöres icke af 
ett »löst gelé», såsom en del författare tyckas antaga. I de 
tunna preparat, som med mikrotom göras å fixeradt material, 
visar sig membranen i regeln mycket förtunnad och löpande 
såsom en från ägget aflossad, smal, oftast något slingrande 
tråd. I sådana preparat är det icke lätt att igenkänna den, 
än mindre att förstå dess ursprungliga beskaffenhet. 

Jämte de undersökningar, för h vilkas resultat jag här i 
korthet redogjort, har jag under sommaren äfven ägnat en 
serie studier åt frågan om den artificiella parthenogenesen 
hos Parechinus-äggen äfvensom åt äggets finare byggnad 
såväl under normala förhållanden som efter behandling i 
lefvande tillstånd med en del kemiska ämnen och andra ret- 
medel, öfver h vilka studier vid annat tillfälle skall lämnas 
meddelande. 



Tryckt den 29 december 1909. 
Uppsala 1909. Almqvist & Wiksells Boktryckeri-A.-B. 



ARKIV FÖR ZOOLOGI Bd 6, N:o 10. 
1 




3 \ 








Taf. 1 




















ö^i:'^ q 






Ljustr, 



Cederquists Graf. A.-B , Sthlm. 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. 

BAND 6. N:o 11. 



Chrysis ignifa L. ocli C1n\ neifJerta Shuck. 
såsom foderparasiter. 



Af 

GOTTFRID ADLBRZ. 

Meddelad den 9 februari 1910. 



De hvarandra motsägande uppgifterna om guldsteklarnas 
parasitiska metod gifva anledning till misstanken, att en del 
författare, som ej vilja medgifva mer än en enda hufvud- 
metod, varit något förhastade i sina generalisationer. Sär- 
skildt kan detta sägas gälla R. du Buysson\ som såväl med 
stöd af Lepeletiers auktoritet som på grund af egen erfaren- 
het kraftigt framhåller, att guldstekelns larv uteslutande an- 
griper stekellarven själf, i hvars cell han genomgår sin utveck- 
ling, men däremot under inga omständigheter förtär de i 
samma cell inlagda foderförråden. Att så skall vara fallet 
med arter, som parasitera hos honungs- och pollensamlande 
apider, är visserligen att vänta och i vissa fall äfven konsta- 
teradt. Och i afseende på Chrysis viridula L. har jag själf 
påvisat,^ att denna art, som parasiterar hos den solitära ge- 
tingen Hoplomerus spinipes, gräfver sig in i redan slutna 
celler och lägger sitt ägg på den redan inspunna getinglarven, 
sedan den först bitit hål på kokongen för att däri införa sitt 
äggläggningsrör. Detta tillvägagående hade, såsom jag nu 
finner, redan blifvit beskrifvet af Chapman, ^ hvars arbete 



^ Species des Hyménoptéres d'Europe et d'Algerie. T. VI. Les chry- 
sides. 1891—96. 

^ Den parasitiska metoden lios Chrysis viridula L. [Arkiv för zoologi 
Bd. 3 N:o 8 1905]. 

^ On the oeconomy of the Chrysides parasitic on Odynerus spmipes. 
[The entouiologisfs monthly magazine. Vol. VI. 1869—70. sid. 1.53 o. ff.] 

Arkiv för zoologi. Baml 6. N:o 11. 1 



2 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (>. N:0 11. 

var obekant äfven för du Buysson. Att gnldstekelns larv 
emellertid ingalunda alltid inskränker sig till att förtära den 
fullvuxna stekellarven, har likaledes påvisats af Chapman i 
fråga om de hos samma solitära geting parasiterande Chrysis 
neglecta Shuck. och ignita L. Dessa guldsteklars larver ha 
af Chapman befunnits förtära de gröna foderlarverna i Hoplo- 
merusboen, medan intet spår stod att upptäcka af getingens 
ägg eller larv. Sedermera uppgifver äfven Verhoeff/ påtag- 
ligen äfven han utan att känna Chapmans iakttagelser, Chrysis 
igyiita vara foderparasit, i det dess larv först förtär värd- 
stekelns ägg och sedan suger på de inlagda foder larverna. 
Han anför dock intet särskildt iakttagelsefall för att bestyrka 
detta påstående. 

Ehuru sålunda uppgifter om den antydda parasitiska 
metoden redan föreligga, anser jag mig böra bekräfta dem 
genom att anföra några detaljerade iakttagelsefall, helst som 
sådana inom litteraturen om chrysidider äro synnerligen säll- 
synta och vanligen ersättas af ofullständiga eller sväfvande 
meddelanden, oftast blott nämnande, i h vilka steklars bon 
den ena eller andra guldstekelarten setts intränga. 



Chrysis ignita L. 

En hona af den solitära getingen Ancistrocerus callosiis 
Thoms. sågs ^Ve vid Okna i Östergötland sysselsatt med att 
tillmura öppningen till sitt bo, en gammal larvgång i barken 
af en tallstubbe. En Chrysis ignita satt på lur omkring 2 
cm. därifrån. Sedan getingen hämtat lera några gånger och 
fullständigt tillslutit öppningen, infångades han under denna 
sin sysselsättning därigenom att en flaska sattes öfver honom. 
Guldstekeln lät ej skrämma sig af hvad som sålunda försig- 
gick i hans omedelbara närhet, utan satt lugnt kvar. Strax 
efter det getingen blifvit aflägsnad, skyndade emellertid guld- 
stekeln fram och började med käkarna arbeta sig genom 
lerproppen i gångens mynning. De lösgjorda lersmulorna 
bortkrafsades ibland med framfötterna. Ett par gånger af- 
bröt guldstekeln arbetet, vände sig om och försökte införa 
sitt äggläggningsrör, men tydligen ännu utan resultat, ty lian 

^ Biologische Aphorismen, sid. 51. [Verhandl. des naturhist. Vereins 
der preuss. Rheinlande, Westfalens und des Reg. Bez. Osnabriick. 1891.] 



ADLERZ: CHRYSIS TGNITA OCH CHR. NEGLECTA. 3 

fortsatte sitt arbete med lerans aflägsnande. Under tiden 
lösbröt jag barkstycket, utan att stekeln lät oroa sig däraf, 
uteslutande upptagen som ha n var af sin sysselsättning. Slut- 
ligen, efter 20 minuters ihållande arbete, lyckades han genom- 
bryta lerproppen, införde sitt äggläggningsrör för en längre 
stund och aflägsnade sig därefter några cm. för att tämligen 
länge putsa sina antenner. Då han ei tycktes ämna syssla 
vidare med detta bo, infångades han. 

En helt liten öppning i lerproppen visade, hvar stekeln 
infört sitt äggläggningsrör. Då jag befann mig på resande 
fot, kunde någon undersökning af boet vid detta tillfälle ej 
äga rum. Först ^ViJ? således på 3:dje dagen därefter, öppna- 
des cellen, som befanns innehålla sex hälft förlamade mikro- 
lepidopterlarver, förmodligen tortricider. Chrysislarven var 
nu kläckt och satt på det på sin tråd hängande getingägget, 
hvilket han till hälften sugit ur, så att dess öfre, vid tråden 
fastade ända var hopsjunken, medan den nedre ändan ännu 
var utspänd af ägginnehållet. 

Cellens innehåll inlades i ett glasrör. Chrysislarven sågs 
snart fortsätta sin måltid på ägget, men nu i dess förut ej 
angripna ända. Han hade tydligare afsatt hufvud, med sma- 
lare hals än getinglarverna och kändes framförallt igen på 
den i två korta, sidoriktade, koniska spetsar klufna sista 
kroppsleden. Sittande på det ännu ej tömda ägget, som han 
släpade med sig med tillhjälp af analsegmentets bihang, för- 
flyttade han sig senare på kvällen omkring på de närmaste 
foderlarverna, som han tydligen hade för afsikt att angripa, 
fastän det ännu ej lyckades honom att bita hål på deras hud. 

Ferton, som haft ett större undersökningsmaterial af lar- 
verna till en annan Chrysisart, Chr. dichroa Dhlb., beskrif- 
ver^ utförligt och af bildar den primära larvformen med dess 
kitiniserade hufvud, korta tvåledade antenner, spetsiga man- 
dibler, borstkransade ryggsegment och dess såsom fötter tjänst- 
görande analbihang, hvilka vid spetsen bära en kort sido- 
riktad, retraktil gren. Det är denna lilla koniska, åt alla 
håll rörliga gren, som han anser för det förnämsta rörelse- 
organet. 

Då jag endast hade denna larv att tillgå, kunde jag ej 
underkasta den en så noggrann undersökning, men att döma 

^ Notes sur rinstinct des hyménoptéres nielliféres et ravisseurs. 3:e Serie. 
[Ann. Soc. Ent. Fr. 1905. p. 85.] 



4 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 11. 

af hvad som kunde ses vid svag förstoring, är jag öf vertygad, 
att samma beskrifning kan tillämpas på ignita-lsiTven. 

Följande dag hade denna helt och hållet sugit ur ägget, 
men släpade ännu alltjämt med sig det tomma äggskalet, 
medan han kröp omkring på foderlarverna, på hvilka han 
sågs suga. 

Om några dagar hade han, förmodligen efter undergången 
hudömsning, förlorat analsegmentets bihang, fastän spetsen 
af analsegmentet ännu syntes vara retraktil och användes 
vid förflyttningen, såsom jag förut iakttagit i af seende på 
viridula-ldLYven. ^ Hufvudet var ej längre så afsatt mot kroppen, 
som var vida mindre smärt och rörlig. I samma mån som 
han under de följande dagarne förtärde allt flera foderlarver, 
antog han den för aculeatlarver utmärkande tjocka och 
klumpiga kroppsformen. Denna larvform, som af Ferton 
kallas den sekundära, är så olik den nykläckta eller ett par 
dagar gamla larven, att man med fog kan beteckna dessa 
steklars metamorfos såsom hypermetamorfos, mindre utpräglad 
än hos meloiderna, men jämförlig med den hos Agyrmnoeba 
och andra anthracider. Den primära larvformens organisation 
möjliggör uppsökandet och förstörandet af värdstekelns ägg 
eller larv, hvarförutan parasiten ej skulle kunna fullständigt 
tillgodogöra sig de insamlade foderförråden. 

2^6 hade ^^/^?7a-larven förtärt alla foderlarverna och för- 
tärde sedermera äfven två larver af Lina poptdi, paralyserade 
af Odynerus murarius. Den ena utsögs helt och hållet, den 
andra delvis. Skinnen åtos ej, medan däremot de i cellen 
inlagda mikrolepidopterlarverna hade förtärts fullständigt. 

^Ve började guldstekelns larv göra en gles spanad kors 
och tvärs i röret till stöd för kokongspinningen, och följande 
dag hade han därinom förfärdigat sin ljusbruna, cylindriska, 
i båda ändar trubbigt afrundade kokong. 

Då kokongen var något genomskinlig, kunde det iakt- 
tagas, att larven i början af juli hade förpuppats. V^ bör- 
jade ögonen antaga mörk färg. ^^/i hade guldstekeln frigjort 
sig från pupphuden och sågs lifligt röra sig inom kokongen, 
som han dock efter flera dagars förlopp ej hade genombrutit, 
hvarför jag hjälpte honom ut. Den nya stekeln var en hona, 
af ungefär samma storlek som sin moder. Då såsom ofvan 
nämndes, larven förpuppades, innan han fullständigt förtärt 

^ 1. c. sid. 7. 



ADLERZ: CHRYSIS IGNITA OCH CHR. NEGLBCTA. 5 

tillgängligt foder, förefaller det mig ej så alldeles afgjordt, 
att den högst betydliga växling i kroppsstorlek, som man 
kan iakttaga hos ohka individer af just Chrysis ignita, beror, 
såsom eljes tyckes ligga närmast till hands att antaga, på 
mer eller mindre riklig fodertillgång. Fastän den här ifråga- 
varande ingalunda Udit någon brist under larvstadiet, utan 
tvärtom försetts med mera föda än han ville förtära, nådde 
han, i likhet med sin moder, i fullbildadt skick knappast 
öfver medelstorleken för denna art. Det skulle väl kunna 
vara tänkbart, att medfödda anlag i den ena eller den andra 
riktningen spela hufvudrollen i fråga om den individuella 
storleken. 



Chrysis neglecta Shuck. 

Såsom jag på annat ställe omtalat, ^ är det isynnerhet 
Hoplomerus spmipes L., som hemsökes af ofvannämnda guld- 
stekelart (= Chr. integrella Dahlb.). På getingens boplatser 
förekommer den allmänt, och om de öfver boets ingång mu- 
rade rören verkligen af se att dölja ingången för parasiter, så 
motsvara dfe åtminstone föga sitt ändamål, då det gäller 
denna guldstekel, som utan tvekan flyger fram och sätter sig 
på ett sådant rör, om hvars tillvaro iakttagaren, trots lång- 
varigt spanande öfver den vegetationsfattiga marken, förut 
ej haft någon aning. Guldsteklarna gå in i rören med huf- 
vudet före för att undersöka, ifall omständigheterna äro gynn- 
samma. Ett tecken till att de funnit dem vara så är, att de 
efter att ha kommit ut genast åter krypa baklänges in för 
att placera sitt ägg, enär utrymmet i röret är för trångt för 
att tillåta dem att vända sig. Getingens närvaro i boet hind- 
rar ej guldstekeln att intränga däri. 

Chapman har sett larven af neglecta förtära foderlarverna 
i spinij^es-ceWeYnei, men har lika litet som i fråga om ignita 
kunnat lämna någon upplysning om det öde, som vederfarits 
getingens ägg eller larv, hvarom han blott kan meddela, att 
de voro försvunna. Ej heller har han sett hvar guldstekeln 
placerar sitt ägg. 

Nedanstående två iakttagelsefall kunna tjäna till att full- 
ständiga Chapmans meddelanden om denna art. 

^ Iakttagelser öfver solitära getingar. [Arkiv för Zoologi. Bd 3. N:o 
17. 1906.] 



6 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 11. 

1. Vid Räfsnäs i Roslagen uppgräfdes -^7 ett nära fiill- 
provianteradt spinipes-ho, i hviJket neglecta flera gånger setts 
gå in, såväl först med hufvudet före som sedermera baklän- 
ges. Detta hade äfven inträffat när getingen var inne i boet. 
Innehållet i den yttersta cellen, d. v. s. getingägget och de 
vanliga gröna foderlarverna (Phy tonomus), inlades för iaktta- 
gelse i ett glasrör. Något Chrysisägg kunde ej upptäckas, 
oaktadt både cellens väggar, getingägget och hvarje foderlarv 
undersöktes vid förstoring. Enär utgången af försöket visade, 
att Chrysisägget det oaktadt måste ha följt med cellens inne- 
håll, hade det antagligen varit doldt mellan foderlarverna, 
men undgått att upptäckas till följd af sin oansenliga storlek 
eller möjligen till följd af någon särskildt döljande placering 
på någon af larverna. 

På 4:de dagen därefter, ^^7, satt den nykläckta spinipes- 
larven, 2 mm. lång, på sitt äggskal. På hans buksida satt 
en helt liten, blott 1 mm. lång Chrysis-ldirv sugande. Denna 
hade samma karakteristiska utseende, som ofvan omnämnts 
för den primära larvformen af Chr. ignita. Han var mycket 
rörlig och klättrade fram och tillbaka på sitt offer. Senare 
på kvällen hade han borrat in sina spetsiga mandibler i huf- 
vudet på getinglarven, som ännu rörde sig något. Stundom 
sågs Chrysis-ldiTYQn göra ett försök att äta på närmaste foder- 
larv, dock utan att släppa sitt tag med analsegmentets fäst- 
organ vid getinglarven. 

5: te dagen, på kvällen, sågs Chrysis-ldLVYen ännu alltjämt 
suga på getinglarven, som nu var hopskrumpnad och död. 
Följande dag fanns af den senare blott tomma skinnet kvar. 

7:de dagen var Chrysislarven mycket mindre smärt och 
rörlig än förut. Kroppen var tjockt spolformig, dock ännu 
med tydligt afsatt hufvud. Ändsegmentets utskott voro för- 
svunna, och segmentet var i spetsen tvärskuret. Det använ- 
des dock ännu såsom häftorgan. Larven fortsatte nu med 
att förtära de gröna foderlarverna. 

På 17 ide dagen efter sedan Chrysisägget lagts och 13 ide 
dagen efter dess kläckning hade larven förtärt allt fodret 
och spann under de två följande dagarna sin kokong, som 
ytterst utgjordes af ett glesmaskigt nät af vid glasrörets 
väggar fastade, ljust gulbruna trådar, mellan hvilka som stöd 
den egentliga kokongen spanns. Denna var Ijusbrun, ägg- 
formad, med trubbiga ändar, innerst pergamentartad. 



ADLERZ: CHRYSIS IGNITA OCH CHR. NEGLECTA. 7 

2. Ett annat sjnnipes-ho, med 2 fullt provianterade 
celler, uppgräfdes på samma plats mot slutet af juli. Jag 
har försummat att anteckna dagen för uppgräfningen. Innan 
ingången till boet stängdes af getingen, hade Chrysis neglecta 
setts intränga däri. Den ena cellen innehöll en helt liten 
neglecta-ldirv , som just höll på att utsuga den obetydliga åter- 
stående resten af den unga getinglarven, hvarefter han bör- 
jade angripa de som foder inlagda Phytonomns-ldirvema. Denna 
neglecta-\arv undergick samma förändring i utseendet som 
den under n:o 1 omtalade. -'/» hade han förtärt de flesta 
foderlarverna . 

Då den i den andra cellen ostördt utvecklade geting- 
larven samma dag fullständigt förtärt allt sitt foder, inlades 
han i samma rör som Chrysis-lsirven, enär jag ville utröna, 
huru denne skulle förhålla sig till en redan fullvuxen geting- 
larv. De båda larverna befattade sig emellertid ej med livar- 
andra, utan sedan de gemensamt gjort slut på de återstående 
foderlarverna, började de '/s hvar för sig spinna kokong. T 
sina instinkter afviker sålunda 7ieglecta-\arven från viridula- 
larven, hvilken senare, såsom jag förut påvisat, ej tvekar att 
angripa den fullvuxna getinglarven, den enda kost föröfrigt, 
som står honom till buds. 



Tryckt den 7 mars 1910. 



Uppsala 1910. Almqvist &. Wiksells Boktryckeri-A. -B. 



AEKIV FÖR ZOOLOGI. 

BAND (V. N:o 12. 



Ziir Keiiiitnis der Struktur des ProtopLasnias, 
besonders iu deu Eieru der Echiuodermeu. 



Von 

GUSTAF RETZIUS. 

Mit 2 Tafeln. 
Vorgelegt ani 9. INIärz 1910. 



Kiirzer historiselier RiickbUck. 

Die Frage vom Baue des Protoplasinas^ der Zellen ist seit 
dem Anfang der eigentlichen mikroskopischen Forschung eine 
»immer wiederkehrende » gewesen. Sie ist in der Tat eine 
Fundamental frage, welche auf die Lösung der sämtlichen bio- 
logischen Probleme wesentlich einmrken muss. 

Die Geschichte dieses Forschungsgebietes fällt deshalb 
auch grossenteils mit der Geschichte der histologischen und 
biologischen Wissenschaft zusammen. Hier wäre es aber 
nicht angemessen, auf eine nähere Ubersicht der beziiglichen, 
äusserst umfassenden Literatur einzugehen; es ist ja auch dies 
schon von anderen Autoren in grösserem öder kleinerem Mass- 
stabe getan. Diesmal sollen deshalb nur einige der wichtigsten 



* Unter dem Wort Protoplasma hat man während langer Zeit nur die 
Substanz des eigentlichen Zellkörpers, nicht die des Kerns, subsumiert. In 
späterer Zeit haben mehrere Forscher (Strasburger 1882 u. a.) unter dem 
Begriff Protoplasma beide diese Teile zusammengefiihrt und die des Zell- 
körpers als Cytoplasma, die des Kems als Nucleoplasma bezeichnet. Ich 
werde hierunten (wie Oscar und Riohard Hertwig u. A.) das Wort m der 
urspriinglichen Auffassung benlitzen. 

Ärhiv fur zoologi. Band 6. X:o l'J. 1 



2 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (). N:0 1*2. 

Punkte in eine kritische Beleuchtung gest ellt werden, uni 
dadurch in das eigentliche vorliegende Tliema einzufiihren. 
Uber den Bau des Protoplasmas hat man seit alters 
verschiedene Ansichten und Theorien auf gestelit. Dieselben 
können unter filnf Kategorien angeordnet werden. 

1. In älterer Zeit fasste man oft das Protoplasma, »die 
lebende Substanz», als einen lialbfliissigen öder halbweichen 
Stoff, mit in ihm eingestreuten Körnchen, aber olme eigentliche^ 
fixe Struktur, auf. 

2. Dann trät (u. a. durch Frommann, Heitzmann und 
Klein) die Anschauung hervor, dass das Protoplasma ein 
feines Fasernetzwerk, ein Reticulum, als wesentlichen Bestand- 
teil enthält; und eine Anzahl von Histologen schloss sicli 
dieser Theorie, der Betikulartheorie, in melir öder weniger be- 
stimmter Weise an. 

3. Dann suchte Flemming nachzuweisen, dass man ini 
Protoplasma zwar feine Fasern findet; sie liängen aber in der 
Regel nicht netzVörmig zusammen, bilden kein Reticulum, 
sondern verlaufen ohne eigentliche Verbindungen, gekriimmt 
und geknickt umeinander, verzweigen sich aber dabei hier 
und da dichotomisch. Er nannte diese Fasern die Filar- 
masse, öder das Mitom, und die in ihren Zwdschenräumen be- 
findliche strukturlose, halbfliissige Substanz die Interjilarmasse 
öder das Paramitom. Diese Theorie wurde als die Filartheorie 
bezeichnet. 

4. Ferner trät in den beiden letzten Dezennien der Zoo- 
loge BuTSCHLi, Avelcher sich vielfach mit der Zellstruktur der 
niedersten Tiere beschäftigt hatte, mit der Lehre hervor, dass 
das Protoplasma eine schaumige öder wabige, alveolare Struktur 
hat, indem in ihm eine Menge kleinster, von rundlichen Tropfen 
einer anderen Substanz erfiillter Alveolen auftritt, wodurch 
die diese Alveolenräume einschliessenden diinnen Wände, die 
zwar auch durchbrochen werden können, eine wabige Anord- 
nung bekommen. Bltschli zeigte durch eine Reilie sinn- 
reicher Experimente, dass auch in kiinstlichen Emulsionen 
eine solche »Struktur» hervorgerufen werden känn. Diese 
Alveolartheorie Butschli's hat im ganzen vielen Einfluss auf 
die Anschauungen der Biologen gehabt. 

J. Schliesshch mag auch erwähnt werden, dass Altmann, 
im Anschluss an ein paar andere Autoren, die Ansicht auf- 
stellte, dass das Protoplasma Avesentlich aus Körnchen {Grämda 



G. RETZIUS, DIE STRUKTUR DES PROTOPLASMAS. 3 

oder Bioblasten) besteht, welclie als selbständig lebende Wesen 
in der sparsamen unstrukturierten Grundsubstanz liegen: 
die Grayndartheorie. Diese letzte Theorie, welche Altman:n" 
später modifizierte and auch verbesserte, hat im ganzen wenige 
Anhänger erworben. 

Unter den Biologen ist, wde schon angedeutet, noch keine 
Einigung in den Anschauungen in dieser Frage gewonnen. 
Am meisten scheint man sich jedocli imnier mehr der Alveolar- 
theorie liinzuneigen, oder wenigstens dieselbe mit der Reti- 
kular- und der Filartheorie zu verbinden, indem man annimmt, 
dass die Protoplasmasubstanz entweder veränderlich und bald 
mehr alveolär, bald mehr faserig oder netzförmig sein känn, 
oder auch Zwischenf ormen von diesen Stadien zeigt. 

Man känn sich zwar dariiber Avundern, dass noch in 
unserer Zeit, nachdem die optischen und iibrigen technischen 
Hiilfsmittel so grossartig ausgebildet worden sind, und trotz 
der äusserst zalilreichen Untersuchungen einer grossen Schaar 
hervorragender Forscher, eine solche Fundamantalfrage wie 
diejenige hinsichtlich der feineren Struktur der lebenden Sub- 
stanz — des Zellprotoplasmas — noch nicht weiter auf dem Wege 
zur Lösung gebracht worden ist. Es liegen aber hier bedeu- 
tende Schwierigkeiten vor . Einesteils be wegt sich diese Forschung 
gerade an der Grenze des mit unseren stärksten Mikroskopver- 
grösserungen noch Sichtb^ren. Und andererseits lässt sich 
an der lebenden Substanz selbst wenig beobachten; man erkennt 
an ihr nur mehr oder weniger schwache Andeutungen einer 
bestimmten Struktur. Um schärfere Bilder zu gewinnen, muss 
man die Protoplasmasubstanz mit chemischen Mitteln fixieren 
und färben, sowie diinn schneiden, und durch die Reihe der 
modemen technischen Kunstgriffe bis zur Erhellung in Canada- 
balsam oder Damarharz oder dergleichen bringen. 

!Nun entsteht immer die Frage : Wie weit wird die Struktur 
der lebenden Substanz durch diese Prozesse verändert? 
Durch eine Peihe experimentell ausgef iihrter, kritisch sorgfälti- 
ger Untersuchungen hat man bekanntlich (v. a. A. Fischer) 
nachgewiesen, dass verschiedene Fixiermittel in Eiweisslösungen 
netzförmige und körnige Strukturen artifiziell hervorrufen, 
welche den als natiirlich beschriebenen ähnlich sein können. 
Flemming, der scharfsichtige und zugleich sehr vorsichtige 
Histologe, stellte auch stets die Forderung auf, dass man immer 
sowohl die Struktur der frischen, wenn möglich noch lebenden 



4 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAXD (j. NIO 1*2. 

Gewebe mit der Struktur der abgetöteten fixierten vergleichen 
und die letztere nur dann als sichergestellt annehmen soll. 
wenn sie mit der Struktur des lebenden iibereinstimmt . In 
diesem Sinne priifte Flemming die Struktur des Protoplasmas, 
auch in den Eiern, und kam zu dem Schlusse, dass die von 
ihm in fixierten Präparaten dieser Substanz beobachteten 
Faserstrukturen auch im lebenden Gewebe vorhanden sind, 
obwohl die des letzteren weit weniger scliarf und deutlicli her- 
vortreten. Ausserdem ist es aber auch ratsam, das fragliche 
Material mit den verschiedensten Fixiermitteln zu behandeln 
und die Befunde untereinander zu vergleichen. Wenn sich 
hierbei die Grundstruktur als wesentlich dieselbe zeigt, spridit 
dies in höhem Grade fiir die natiirliche Beschaffenheit derselben. 

Von manchen Erforschern der Protoplasmastruktur ist 
die der generativen Zellen als eine fiir dieses Gebiet besonders 
Avichtige betrachtet worden. Da aber die Spermien, v. a. die reifen, 
so wenig undifferenziertes Prot oplasma besitzen, hat man sich 
vorziiglich an die Eier zu halten; und von diesen ganz besonders 
an diejenigen, die möglichst wenig Dotterkörner, sog. Deuto- 
plasma, enthalten. In dieser Hinsicht, wie auch hinsichtlich 
der Reinheit der eigentlichen Protoplasmastruktur, sind die 
Eier mehrerer Echinodermen, die noch dazu leicht und in grosser 
Menge zu beziehen sind, seit länge ein besonders beliebter 
Gegenstand fiir Untersuchungen dieser Art gewesen. Dazu 
kommt noch der Umstand, dass diese Eier fiir experi- 
mentelle Versuche sehr gut passen. Eine ziemlich umfassende 
Literatur iiber die Struktur dieser Eier liegt auch schon vor, 
und zwar besonders die iiber die reifen und die befruchteten, 
resp. sich teilenden Eier gewisser Seeigel und Seesterne. 

Als ich mich im vorigen Jahre mit Befruchtungsfragen 
bei den Meerestieren beschäftigte, wählte ich zuletzt zur beson- 
deren Untersuchung die Eier von Parecliinus miliaris (L.) aus, 
weil bei diesen Tieren die Zeit der Befruchtung und Entwick- 
lung im Juni und Juli eintrifft, und sie dann in der Zool. Station 
der Akademie der Wiss. bei Kristineberg massenhaft zu erhalten 
sind. tjber einige der an den Eiern dieses Seeigels hierbei 
gewonnenen Ergebnisse habe ich schon im vorigen Herbste 
in der Akademie berichtet .^ Ausserdem wurden auch besonders 



* Gustaf Retzius, Till kännedomen om byggnaden af echinidernas ägg, 
med särskild hänsyn till dess hinnor. Arkiv för zoologi, utg. af K. Sv. Vet. 
Akad. Band 0. X:o 10, 1909. 



G. RETZIUS, DIE STRUKTUR DES PROTOPLASMAS. 5 

die Eier von Asterias rubens L. und Echinus esculentus L. 
untersucht, soAvie die Eier mehrerer anderer Seetiere. Hier 
sollen aber nur die bei den erstgenannten Tieren gewonnenen 
Ergebnisse besprochen werden. Ich hoffe aber baldigst 
auch iiber die Befunde bei einigen anderen Tieren berichten 
zu können. Im ganzen werde ich aber diesmal v. a. die 
eigentliche feine Zellstruktur besprechen, und zwar sowohl bei 
den unreifen als den reifen Eiern und zwar auch während des 
Befruchtungsprozesses. Durch die freundliche Beihiilfe des 
Vorstehers der Zoolog. Station Dr Hj. Östergren wurde 
ich sowohl während des Aufenthalts an der Station als auch 
später durch verschiedene Zusendungen nach Stockholm mit 
reichlichem Material versehen. 



Die unreifen Eier in den Ovarien. 

Wenn man die betreffende Literatur iiber blickt, findet 
man merkwiirdig wenige eingehende Angaben iiber die Struktur 
der fraglichen unreifen Eier v. a. in den friihen Stadien. In 
Oscar Hertwig's grundlegenden Abhandlungen aus den Jahren 
1876 und 1877, in welchen die Vorgänge bei der Ausreifung 
und Befruchtung des Seeigeleies so^\åe die Umwandlung des 
Keimbläschens in den Eikern u. s. w. so schön erläutert wurden, 
findet man die Protoplasmasubstanz nur mehr gelegentlich 
besprochen und ihre feinere Struktur nicht näher dargestellt. 
Die Dottermasse, sagt er, ist eine homogene Eiweisssubstanz, 
welcher kleine runde, die Deutlichkeit des Eies wenig beein- 
trächtigende Dotterkiigelchen und Körnchen eingelagert sind. 
Die Untersuchung der Protoplasmastruktur war nicht der 
eigentliche Gegenstand seiner bei jener Gelegenheit vorliegenden 
Forschung, und sie war auch wegen der verhältnismässig noch 
so unentwickelten mikroskopischen Technik sehr erschw^ert. 
Zwar hatte dann Selenka^ im J. 1878 in den unreifen Eiern 
von Toxopneustes variegatus die schon von E. Van Beneden 
beschriebene äussere und innere Schicht und ausserdem noch 
eine Grenzschicht zwischen diesen dargestellt; die feinere Struk- 
tur des Eiprotoplasmas konnte er aber mit den damaligen 
technischen ^litteln noch nicht eruieren, und er ging nicht 
weiter auf dies Problem ein. 

^ Emil Selenka, Zoologische Studien I, 1878. 



6 ARKIV rÖR ZOOLOGI. BAND (). N:0 V2, 

Im J. 1882 besprach aber Flemmustg^ — in Verbindung mit 
seiner Darstellung der Protoplasmastruktur im Kaninchenei. 
auf welche er seine Ansichten iiber diese Struktur wesentlicli 
stiitzte und wo er eine fädige, filare, Beschaffenheit naclizu- 
weisen suchte — aucli gelegentlich die unreifen Eier der Echi- 
nodermen. An frischen Eiern, sagt er, sielit man eine Fa- 
denstruktur nicht deutlicli. An Chromsäurepräparaten er- 
kennt man eine fädige Strichelung mit solcher radiärer Rich- 
tung in der Peripherie, »dass darin of f enbär die spätere, deutlich 
radiäre Structur der reifen Eizelle angedeutet liegt. . . Die 
Fädchen erscheinen grösstentlieils wie aus Körnerreihen zusam- 
mengesetzt, und sind auf kiirzere Strecken verfolgbar; ob ir- 
gend ein netzförmiger Zusammenhang unter ihnen besteht, 
bleibt durchaus unentscheidbar ; sie liegen hier bedeutend dich- 
ter gedrängt, als die Fadenstränge im Säugetierei. Indessen 
liegt die Vermutung doch wohl am nächsten, dass liier wie dort 
ein präformirter Fadenbau der ZellsuBstanz besteht. — Am 
reiferen Ei der Echinodermen und so an vielen anderen hindern 
die an Grösse zunehmenden Dotterkörner die Wahrnehmung 
dieser Substanzen zu sehr.» 

Ich habe hier die Äusser ungen Flemming's iiber die Struk- 
tur des Protoplasmas in den Eiern der Echinodermen mit sei- 
nen eigenen Worten hauptsächlich deshalb wiedergegeben, weil 
die Befunde und Ansichten eines so erfahrenen und kritischen 
Meisters auf den Gebieten der feineren Histologie in dieser 
Beziehung von besonderer Bedeutung sind und auch, weil sie, wie 
ich unten näher beleuchten werde, nach meiner iVuffassung in 
der Hauptsache viel wahres enthalten, obwohl er offenbar an 
den reiferen Eiern diese Struktur nicht zu eruieren vermochte. 

Da, wie oben schon hervorgehoben wurde, hier nur die 
Eier der Echinodermen beriicksichtigt werden sollen, so 
bespreche ich nicht Flemming's Angaben iiber den Bau des 
sich etwas verschieden verhaltenden Eies vom Kaninchen, 
ebensö wenig wie die Angaben von E. Van Beneden, Schäfer 
und anderen Autoren hinsichtlich der Eier mancher anderer Tiere, 
weil dadurch die Darstellung gar zu umfassend werden wiirde. 

Nachdem mehrere andere Forscher, u. a. H. Schultze, 
RoDHE, Pfeffer, Pfluger, Ballowitz, sich fiir den fibrillären 
Protoplasmabau erklärt hatten, wurde derselbe von C. Schnei- 
DER auch hinsichtlich der Eier von Seeigeln verteidigt, und 

^ Walter FLEiniixG, Zellstibstcmz, Kem und Zelltheilung, 1882. 



G. RETZIUS, DIE STRUKTUR DES PROTOPLASMAS. 7 

zwar entgegen der von Butschli dargestellten Auffassung der 
Protoplasmastrukturen als wabeiiiörmig. Uberall fand Schnei- 
DER im Plasma verschlungene Fibrillen von durchaus gleicher 
Dicke, ohne Spur von knötclienartigen Verdickungen. »Ein 
Wabenwerk öder eine netzartige Verkniipfung der Fäden 
liegt bei Strongytocentrotus in den imtersuchten Eiern tliat- 
sächlich nicht vor», sagte er. 

Im Jalire 1892 behandelte BurscHLi* das Problem bei 
den Seeigeln beiläufig. »Feinste Schnitte», sagt er, »durcli in 
Pikrinschwefelsäure conservirte und hierauf in einprocentiger 
Osmiumsäure gebräunte Eier von Sphaerechinus granularis 
zeigen die fein netzmaschige Beschaffenheit des Plasmas sehr 
gut. . . J)ie relativ dunkle Färbung, welche das Plasma in 
Hämatoxylin meist annimmt, beruht vielmehr hauptsächlich 
auf der Einlagerung zahlreicher feiner, sich lebhaft tingirender 
Körnchen in die Knotenpunkte des Geriistwerks. Auf der 
Oberfläclie des Dotters ist eine Alveolarschicht klar zu erkennen 
lind die zweigetheilten Eier, welche zur Untersuchung kamen, 
zeigten auch auf den zusammenstossenden Grenzflächen beider 
Furchungskugeln jederseits die Alveolarschicht ganz deutlich. » 
In demselben Werke trät Butschli energisch gegen die Auf- 
fassung vom fibrillären und auch vom eigentlich netzförmigen 
Bau des Protoplasmas auf, obwohl die letztere seiner eigenen 
Auffassung näher steht; und er polemisierte ganz besonders 
gegen Schxeider's Angaben, die er als »konstruiert » bezeich- 
nete. Butschli verteidigte dagegen ausfiihrlich seine Lehre 
vom wabigen, alveolären Bau. 

In den zahlreichen vorziiglichen Arbeiten von Boveri 
iiber die Entwicklung und die Befruchtungserscheinungen 
bei den Eiern der Echinodermen ist es mir nicht gelungen, ein- 
gehendere Äusserungen iiber den normalen feineren Bau des 
Protoplasmas dieser Eier zu finden; ich wiirde bedauern, wenn 
mir solche Äusserungen des Verfassers entgangen sein sollten. 
Die Ansichten iiber die bei der Befruchtung entstehenden Stralil- 
ungen im Prot oplasma werde ich unten beriihren. Indessen 
ist dieses Problem mehrmals von einigen amerikanischen Bio- 
logen und zwar vor allem von Edmund B. Wilson,^ behan- 

^ o. BfTSCHLi, Untersuchungen iiber mikrosko pische Schäume und das 
Proto plasma, 1892. 

'■^ EDiiUND B. WiLSON, On protoplasmic Structure in the eggs of Echino- 
derms and some other Animals. Journal of ^[orphologv, Vol. XV, Siippi., 
Dec. 1899. 



8 ARKIV rÖR ZOOLOGI. BAXD (). n:o 1*2. 

delt worden. Im Jahre 1899 findet man von diesem Forscher 
den folgenden von ihm selbst formulierten Ausspruch: »The 
cytoplasm of the echinoderm egg is an alveolar structure, as rnaint- 
ained hy Butschli.» Wilson, welcher friiher selbst eine reti- 
kuläre Struktur annahm, hatte seine Auffassung schon zu 
jener Zeit verändert, und zwar sowohl durch Studien am leben- 
den als am fixierten Eimaterial verschiedener Echinodermen. 
Die Eier zeigten ihm alle eine schöne alveoläre Struktur, ob- 
wohl untereinander etwas verschieden. Schon im lebenden 
Gewebe der unbefruchteten Eier erkennt man, nach ihm, kleine 
sphärische Alveolen mit einem zwischen diesen befindlichen 
Maschenwerk, in welchem kleinste Körnchen, Mikrosomen, 
gelegen sind, obwohl das Maschenwerk selbst nicht scharf 
hervortritt. In dem gut fixierten und gefärbten Material 
tritt das letztere deutlich hervor, und man erkennt dann gut 
die sphärischen Alveolenräume, mit den an ihren Wänden 
gelagerten Mikrosomenkörnchen. »Eine grosse Anzahl von 
zusammenliegenden sphärischen Alveolen mit vollständigen 
Grenzen(contiguous spherical alveoli with complete boundaries) » 
sieht man, sagt Wilson, an äusserst diinnen und scharf ge- 
färbten Schnitten von Eiern des Toxopneustes, und zwar bei 
stärker Vergrösserung. »Wenn das Maschenwerk wirklich ein 
Netzwerk wäre, so wiirde ein solches Aussehen sehr selten, falls 
sogar nicht ganz unmöglich, sein, denn viele Alveolen wiirden 
dann notwendig geborstene Konturen darbieten. » In solchen 
Schnitten erscheinen die Wände der Alveolen als gebogene 
Scheiben, nicht als Punkte öder Körnchen, wie dies in einem 
Reticulum der Fall ist. Die in den Alveolen des Maschenwerks 
enthaltenen Sphären sind Tropfen einer fliissigen öder visciden 
Substanz, welche im frischen Material miteinander zusammen- 
fliessen können. Diese »Alveolen » zeigen eine vollständige Gra- 
dation von den grössten bis zu den Mikrosomen und von diesen 
bis zu den feinsten Körnchen hinab. In sehr j ungen Eiern von 
Asterias besteht das Cytoplasma aus scheinbar homogener 
Substanz mit wenigen eingestreuten Sphären und mit vielen 
eingestreuten kleinen Körnchen. Bei der Anreifung der Eier 
vermehren sich die Körnchen und wachsen an, wobei sie gleich- 
mässiger werden und Alveolen bilden, während die kleinsten 
als Mikrosomen verbleiben. Bei der Befruchtung und Teilung 
verändert sich das Eiprotoplasma in seiner Struktur, indem 



G. RETZIUS, DIE STRUKTUR DES PROTOPLASMAS. 9 

die Stralilen in ihm entstehen. Diese Strahlen sind nach 
WiLSON wirklich faserförmig, was man an ihrem Durchschnitt 
sehen känn, und niclit nur optische Schnitte von lamellaren 
Scheiben. Diese Fasern entwickeln sich aus der Suhstanz der 
Alveolarwände, indem die alveoläre Struktur in eine retikuläre 
öder fihrilläre ilbergeht. Das Protoplasma känn sich also bei 
diesem Prozess morphologisch fibrillär umwandeln und danu 
wieder in einen alveolären Zustand iibergehen. 

In einer anderen Arbeit »The Cell in Development and 
Inheritance» (1896 und 1906) hat Wilson^ ungefähr den hier 
oben angegebenen Ståndpunkt in Betreff der Protoplasmabau- 
frage behalten. »My own long-continued studies on various 
forms of protoplasm have likewise led to the conclusion tliat 
no universal formula for protoplasmic structure can be giwen. 
In that classical object, the echinoderm-egg, for example, it is 
easy to satisfy oneself, both in the living cell and in sections, 
that the protoplasm has a beautiful alveolar structure, exactly 
as described by Butschli in the same object. This structure 
is, however, entirely of secondary origin; for its genesis can be 
traced step by step during the growtli of the ovarian eggs 
through the deposit of minute dröps in a homogeneous basis, 
which ultimately gives rise to the interalveolar walls. In 
these same eggs the astral systems formed during their subse- 
quent division are, I believe, no less certainly fibrillär; and t hus 
we see the protoplasm of the same cell passing successively 
through homogeneous, alveolar and fibrillär phases, at different 
periods of growth and in different conditions of physiological 
activity. There is good reason to regard this as typical of 
protoplasm in general.» 

Ich habe hier diese Angaben und Ansichten Wilson's 
in ausfiihrlicher Weise referiert, weil sie fiir die Anschauungen 
der jetzigen Forschung tongebend geworden sind. Man findet 
dieselben auch, gewöhnlich unter Hinweis auf Wilson's Auto- 
rität, als die neuere, am meisten plausible Auffassung der 
Wissenschaft angefiihrt. Wie aus der obigen Darstellung 
hervorgeht, schliesst sich Wilson hauptsächlich der Wabeii- 
theorie (Alveolartheorie, Schaumtheorie) EurscHLi's an, ob- 
wohl er dem Protoplasma eine proteusartige Struktur zuer- 

^ Edmund B. Wilson, The Cell in Development and Inheritance, Co- 
lumbia Univ. Biolog. Series IV, 189G and (in neuer Ausgabe) See. Edit. 
1900, p. 27. 



10 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 1*2. 

kennt. indem diese nach verschiedenen Umst änden sicli ver- 
ändern und auch in derselben Zelle bald einen Netzbau, bald 
einen Fadenbau annelimen könne. 

Ei^eiie Uiitersuelmngeii. 

Wie sclion oben hervorgehoben, werde icli micli auch 
in der Darstellung der eigenen Untersuchungen auf die 
Befunde in den Eiern der Seeigel beschränken, und zwar v. a. 
in denen von Parechinus miliaris. Ausserdem wurden auch 
die unreifen Eier von einigen anderen Echinodermen, besonders 
von Edtinus esculentus und diejenigen von Asterias ruhens 
zum Vergleich untersucht. 

Wie Flemming und Wilson, suchte ich die lebenden, 
frischen Eier auch hinsichtlich der Protoplasmastruktur zu 
studieren, bin aber nicht weiter gelangt als diese Forscher. 
An den jungen, unreifen Eiern, in welchen noch keine Dotter- 
körner gebildet sind, känn man zwar eine Andeutung zur 
Faden- resp. Netzbildung in dem hellen Protoplasma wahr- 
nehmen, gerade so viel dass man eine Struktur in ihm angeben 
känn; ein deutlicher Bau, den man abzeichnen könne, liess sich 
aber nicht nachweisen. Um einen solchen sicher festzustellen, 
ist es also nötig, Fixierungsmittel anzuwenden. Von ihnen 
haben sich fiir diese Zwecke die Pikrinsäure-Essigsäure nach 
BovERi und die mit Essigsäure versetzte gesättigte Sublimat- 
lösung, ohne Kalibichromat öder mit solchem (nach Zenker) 
besonders gut bewährt. Ausserdem känn die CARNOY'sche 
Mischung teilweise interessante Präparate geben; ebenso die 
FLEMMiNG'sche und die HERRMANN'sche Mischung. Zur Fär- 
bung wurde mit dem besten Erfolge die Eisenalaun-Hämatoxylin- 
methode von Heidenhain mit einer Nachfärbung von Eosin 
(öder Erythrosin) gebraucht. Einschluss in Xylol-Kanada- 
balsam öder Damarharz; statt dieses Einschlusses wandte 
ich auch oft mit gutem Erfolg meine Methode mit Rosanilin- 
Kaliacetat an. Grosse Reihen von Serien-Schnitten von 2 
und 3 (und 4) »i sind angefertigt und durchgemustert. Von 
Wichtigkeit ist es, die Differenziation mit Eisenalaun an den 
mit Hämatoxylin gefärbten Präparaten, je nach der vorliegen- 
den Aufgabe, verschieden weit zu treiben; fiir die eigentliche 
Protoplasmastruktur mag diese Abfärbung der Schnitte mehr 
öder weniger gering sein. 



G. RETZIUS, DIE STRUKTUR DES PROTOPLASMAS. 11 

Ich liabe nach den Präparaten der verschiedenen Ent- 
Avicklungsstadien der Eier eine Anzahl von Abbildungen bei 
stärker Vergrösserung ausgefiihrt. Von diesen Figuren können 
Iiier nur einige wenige mitgeteilt werden. In der später fol- 
genden grösseren Arbeit wird eine bedeutende Anzahl derselben 
veröffentlicht werden. 

Die«kleinsten Eier liegen, wie u. a. Selenka hervorhob, 
in den Ovarialschläuchen der diinnen Wandung dicht an (Fig, 1), 
mit einer Fläche an ihr befestigt und mit dem Zellkörper 
melir öder weniger in das Lumen liineinragend. Manfindetan 
den Schnitten der Ovarialscliläuche Reihen von solchen Eiern 
von etwas verschiedener Grösse und mit den noch kleineren 
sog. AbortivzeUen (Xährzellen, Ludwig) zwischen ihnen ein- 
gelagert. Nicht wenige dieser j ungen Eier lösen sich aber 
schon friih von der Wandung der Schläuche ab und riicken, 
mehr öder weniger von den genannten »AbortivzeUen» um- 
geben, in das Lumen hinein; kleinere und etwas grössere, höher 
entwickelte Eizellen liegen in dieser Weise umeinander, ohne 
bestimmte Anordnung und von einer verschiedenen Anzahl 
der »AbortivzeUen» umgeben; zuweilen liegen sogar Gruppen 
von Eizellen dicht aneinander gedrängt, ohne Zellen der anderen 
Art zwischen sich. Zuweilen sieht man grössere Eier, wie 
Selenka abgebildet hat, mit einem schmäleren Ende noch 
der Wandung des Ovarialschlauches anliegen. während der 
grössere Teil des Eies eine Strecke weit in das Lumen hinein- 
ragt. Die Gestalt der jungen Eier ist bald mehr rundlich, bald 
mehr oval, bald, und ausserordentlich oft, unregelmässig, eckig, 
off enbär durch die Lage zwischen den Xachbarzellen geformt. 

Wenn man nun den Bau der kleineren Eier an solchen 
Schnitten von gut fixiertem Material untersucht, findet man 
an ihrem Umriss zwar eine scharfe Begrenzung, aber keine 
besondere Hiille. Sie haben in ihrem Inneren ein bald mehr 
kugeliges, bald mehr ovales, nicht selten etwas unregelmässiges 
Keimbläschen, dessen Grösse im allgemeinen nach der Grösse 
des Eies proportioniert ist. Dies Keimbläschen ist aber im 
ganzen gr oss, immer grösser als die Kerne der »AbortivzeUen». 
Es hat schon friih eine deutb'ch ausgesprochene Kernmembran, 
enthält ein grosses, kugliges Kernkörperchen und eine Anzahl 
von Chromosomen, welche aus Körnchenreihen bestehen und 
in dem reichHchen Kernsaft in verschiedenen Richtungen sowie 
in wechselnden Biegungen angeordnet sind. Ausserdem be- 



12 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 1*2. 

merkt man im Kernsaft eine andere Art von feineren Körner- 
reihen, welche mehr öder weniger verzweigt sind und die 
Hämatoxylinfarbe bei der Differenzierung Aveit friiher als die 
Chromosomen abgeben. Ob diese feineren Körnerfasern natiirlicli 
sind öder durcli die Fixierungsfliissigkeit entstehen, konnte 
nicht festgestellt werden; manches spricht jedoch fiir das erstere 
Alternativ, und sind sie dann als Lininfäden aufzuf assen. 

Das Keimbläschen liegt oft in dem nacli aussen gekehrten 
Teil der Zelle, aber jedenfalls nicht immer. 

Was nun die Struktur des eigentlichen Protoplasmas 
(Cytoplasmas) betrifft, so erkennt man iiberall, in jedem Ei- 
körper, sogleich eine bedeutende Anzahl feiner Körnchen, 
welche nicht dicht gedrängt liegen, sondern durch eine helle 
Zwischensubstanz getrennt sind. • Diese Körnchen nehmen 
die Hämatoxylinfarbe gut auf und behalten dieselbe bei der 
Differenziation ziemlich länge. Bei genauem Nachsehen findet 
man sie dann noch durch feine, weniger stark gefärbte Fasern 
verbunden. Ihre Kleinheit und ziemlich dichte Zusammen- 
lagerung verhindern aber in der Regel eine weitere Verfolgung 
dieser Körnchenfasern, und oft bekommt man den Eindruck 
von einer Netzstruktur. Wenn man aber viele Eier durch- 
mustert, erhält man hier und da zur Ansicht Stellen, wo die 
Körnchenfasern mehr isoliert liegen und verlaufen, so dass man 
diesen Verlauf weiter verfolgen känn, indem die helle Zwischen- 
substanz reichlicher is t und dadurch die Verfolgung erleichtert. 
In Fig. 2 habe ich ein solches, et was grösseres Ei abgebildet: 
besonders in der linken Partie desselben erkennt man gekriimm- 
te Fasern mit eingelagerten dunkleren Körnchen. Eine 
dichotomische Verzweigung dieser Fasern kommt oft hier und 
da zum Vorschein; dagegen ist of f enbär an den Stellen, wo man 
die Fasern deutlich verfolgen känn, keine eigentliche Netz- 
anordnung vorhanden. Die Fasern mit ihren Zweigen A\dnden 
sich umeinander und zeigen keinen regulären Verlauf, keine 
konzentrische öder radiierende öder andere bestimmt regulierte 
Anordnung. Sie fiillen den ganzen Raum von der Aussen- 
oberfläche bis zur Kernmembran, nur in et was mehr öder 
weniger dicht er Lage, in der hellen Zwischensubstanz aus. 
Iiberall zeigen sie dieselbe Beschaffenheit und treten durch 
die verschiedenen Fixierungsmittel in gleicher Gestalt und 
Anordnung hervor. Sie entsprechen auch den schon von 
Flemming in lebenden, frisclien j ungen Eiern wahrgenommenen 



G. RETZIUS, DIE STRUKTUR DES PROTORLASMAS. 13 

körnigen Fasern. In Ubereinstimmung mit Flemming be- 
trachte auch ich diese Körnchenfasern als ganz natiirliche, 
nicht durch Niederschlag infolge der Fixationsmittel entstandene 
Bildungen. Mit Flemming sehe ich also die Struktur des 
Protoplasmas der j ungen Eier des Seeigels als »retikulär» an. 
indem es aus einer hellen, scheinbar strukturlosen, halbfliissigen 
Zwischensubstanz und in ihr suspendierten mehr öder weniger 
dicht angeordneten und verzweigten, gebogenen und schlingern- 
den, gekörnten feinen Fasern besteht. 

Eine schaumige, wabige, alveoläre Struktur ist in diesen 
i ungen Eiern nirgends vorhanden. Dotterkörner sind auch 
noch nicht ausgebildet. 

Wenn man nun die weitere Entwicklung dieser j ungen 
Eier verfolgt, so tritt, bald friiher, bald später, der Zeitpunkt 
ein, wo die Ablagerung der Dotterkörner beginnt. In der 
Regel geschieht dies zuerst in der Region des Protoplasmas, 
welche das Keimbläschen umgibt. Hier und da findet man 
einzelne rundliche hellere Flecke, in welchen das körnige Faser- 
geflecht sparsamer ist, wogegen es ringsum diese Flecke dichter 
erscheint. Auf der Tafel känn ich diesmal nur eine einzige Ab- 
bildung von diesem Prozesse mitteilen; ich habe deshalb eine 
solche ausgewählt, wo man gleichzeitig diese ersten Stadien und 
ein weiter fortgeschrittenes wahrnehmen känn. Die Fig. 3 
zeigt oben in der Umgebung des Keimbläschens zerstreute 
helle Flecke von rundlicher öder ovaler, teilweise ausgezogener 
und gekriimmter Gestalt in dem dunkler gefärbten Mitom- 
geflecht. Diese hellen Partien sind in den Präparaten durch 
das Eosin ziemlich stark rötlich gefärbt, wogegen an ihnen nur 
einzelne von dem Hämatoxylin dunkel gefärbte Mitomkörner 
Avahrzunehmen sind. In diesen helleren Flecken sieht man eine 
Zusammensetzung aus rot gefärbten runden Körnern, welche 
schärfer hervortreten, wenn sie mehr isoliert liegen. Diese 
Körner sind neugebildete Dotterkörner, welche in solchen Haufen 
auftreten; die Haufen sind von dem dichten Mitomgeflecht 
des Protoplasmas umsponnen. Bei der weiteren Ausbildung 
des Dotters f Hessen diese Haufen zuerst zu länglichen wurst- 
ähnlichen, teilweise auch verzweigten Partien zusammen, wobei 
das Mit om hier aUmählich an Menge reduziert wird. Schliess- 
lich biidet diese Dottermasse eine scheinbar zusammenhängende 
grosse Partie, welche die Region ringsum das Keimbläschen 
einnimmt. In der Fig. 3. nach unten von dem Keimbläschen 



U ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 T^. 

und an den Seiten desselben, sieht man die also gebildete, helle 
Dotterkörnermasse. Hier iind da sind in ihr noch einzelne 
dunkle gekörnte Mitomfasern sichtbar; und, wenn man genauer 
untersucht, erkennt man in der Masse noch eine Zusammen- 
setzung aus mehr öder weniger dicht liegenden Strängen von 
Dotterkörnern ; in den schmalen Zmschenräumen zwischen 
ihnen liegen die Mitomfasern, welclie sich um die Dotterkör- 
nerstränge winden, aber aucli hier und da einzelne feine Aste 
unter die Körner hineinsenden. 

Nach aussen hin ist die Dotterkörnermasse nunmehr 
durch eine gewöhnlich scharf hervortretende, dunklere Linie 
begrenzt (Fig. 3), und nach aussen von dieser sieht man die 
noch zusammenhängende, unveränderte Mitomfasermasse. 
Diese Grenzlinie hat schon Selenka (1878) bemerkt und sie 
zum Unterschied von der inneren und der äusseren Dotter- 
schicht als mittlere Dotter schicht bezeichnet. Selenka scheint 
angenommen zu haben, dass diese »mittlere Dotterschicht » 
als eine sich neu auflagernde Schicht biidet, und ihre Bedeutung 
nicht verstanden zu haben. Er äusserte nämlich von ihr: 
»Was die morphologische öder physiologische Bedeutung dieser 
mittleren Dotterschicht sei, weiss ich nicht; sie verhält sich 
bei der sogleich zu besprechenden Pseudopodienbildung der 
äusseren Dotterschicht passiv und erleidet nur geringe Contur- 
veränderungen. . . Mit der Riickbildung der Pseudopodien 
der äusseren Dotterschicht verschwindet zugleich die mittlere 
Schicht, und der Dotter erscheint dann gleichmässig körnig. » 
Selenka scheint ferner angenommen zu haben, dass sich 
die äussere Dotterschicht, von deren äusserer Oberfläche er 
Pseudopodien hinauswachsen lässt, durch Auflagerung biide. 

Was stellt nun diese »mittlere Dotterschicht» Selenka's 
dar? Sie ist keine besondere, durch Auflagerung entstehende 
Schicht, sondern nur eine etwas kondensierte Lage des Mitomge- 
flechtes des Protoplasmas, welches bei der intensiven Dotterkör- 
nerbildung in der inneren Dotterregion entsteht und die Grenze 
gegen die äussere Mitomregion biidet. Interessant ist indessen 
zu sehen, wie diese Grenzlage stets^als eine scheinbar zusammen- 
hängende, äusserst diinne Schicht auftritt, die an Schnitten 
als eine Linie erscheint (Fig. 3). Wenn man sie bei stärker 
Vergrösserung untersucht, erkennt man, besonders an Schnitten, 
welche sie schief öder tangential getroffen haben, dass diese 
sog. Mittelschicht nicht eine eigentliche Schicht ist, sondern 



G. RETZIUS, DIE STRUKTUR DES PROTOPLASMAS. 15 

aus flächenhaft verbreiterten, of f enbär durcli den Druck der 
anwachsenden Dotterkörnerregion etwas zusammengedriickten 
Mitomgeflechten besteht. Eine durch Auflagerung neuge- 
bildete Schicht ist sie jedenfalls nicht. Ebenso wenig st ellt 
die äussere Dotterschicht eine neue Auflagerung dar, sondern 
entspricht dem iibrig gebliebenen, noch nicht mit Dotterkörnern 
versehenen, nur aus Mitom und Paramitom bestehenden Proto- 
plasma. Dass hier bei der st arken Vergrösserung der Eier 
während der fortschreitenden Entwicklung eine bedeutende 
Vermehrung des Protoplasmas vorsichgeht, ist of f enbär; dieser 
Anwachs geschieht aber gemss nicht durch eine »Auflagerung » 
von neuen Schichten, sondern durch eine »innere», im Inneren 
des Protoplasmas vorsichgehende Vermehrung soAvohl von 
Mitom- als von Paramitomsubstanz. Ich habe mich vielfach 
bemiiht, diesen so äusserst wichtigen Prozess zu verfolgen. 
Man ist ja immer mehr zu der zwar hypothetischen, aber recht 
plausiblen Anschauung gekommen, dass ein solcher Anwachs 
durch eine Art »Teilung» der schon vorhandenen Substanz- 
bestandteile entstehe. Leider steht man aber hier wieder an 
der Grenze des Sicht baren, und die Untersuchung stösst auf 
die grössten Schwierigkeiten. Meine Versuche, der Lösung 
dieses Fundamentalproblems näher zu kommen, sind auch an 
diesen ScliAvierigkeiten gescheitert. 

Ebenso hat sich erwiesen, dass die Neubildung der Dotter- 
körner sehr schwer zu eruieren ist. Man hat dieselben hin und 
wieder als eine weitere Entwicklung der Körnchen der Filar- 
substanz (des Mitoms) aufgefasst. Dass diese Substanz dabei 
beteiligt ist, känn man wohl u. a. daraus schliessen, dass die 
Körnchenfasern die neugebildeten Haufen und Stränge der 
Dotterkörner eng umspinnen. Nie gelang es mir aber, einen 
wirklichen Ubergang dieser Körnchen in Dotterkörner nach- 
zuweisen. Da die eine Art sich stark mit Hämatoxylin, die 
andere mit Eosin färben, wiirde man beim Ubergang der 
einen in die andere Zwischenstufen nachweisen können. Dies 
ist bis auf weiteres nicht gelungen. Ich werde mich deshalb 
von Konklusionen abhalten, da man durch hypothetische 
Annahmen — auch wenn sie sehr plausibel klingen können 
— eigentlich nicht weiter zur Wahrheit gelangt, sondern 
im Gegenteil nicht gar selten die Forschung auf Irrewege 
fiihren känn. In diesem Falle hat man ja nicht nur mit dem 
strukturierten Mitom, sondern auch mit dem scheinbar un- 



16 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND i), NIO 12. 

strukturierten, aber in seiner chemischen Zusammensetzug 
auch gewiss komplizierten Paramitom zu tun. 

Die äussere, ausserhalb der Dotterkörnerregion gelegene. 
noch ganz aus Mitom und Paramitom bestehende Proto- 
plasmaschicht (Fig. 3) wird, obwohl mit der Vergrösserung 
des Eies sich vergrössernd, beim Anwachs der genannten Region 
doch allmählich diinner; und zuletzt findet sie sich an der 
äusseren Fläche des Eies nur noch als eine sehr diinne Schicht, 
in A\'elcher man aber noch immer die Körnchenfasern in 
geflechtartiger Anordnung erkennt. Im Zusammenhang mit 
der starken Vergrösserung der Eier und der Neubildung der 
Dotterkörner in ihrem Protoplasma geht die ganze Anreifung 
vor sich. Die Eier riicken immer mehr ins Lumen der Ovarial- 
schläuche hinein. An ihrer Oberfläche haben sich die gela- 
tinösen Hiillen, die man wohl mit einem gewissen Recht als 
den Zonae pellucidae der Eier der höheren Tiere homolog 
bezeichnet hat, obwohl in der Tierreihe im ganzen manche 
verschiedene Anordnungen zu verzeichnen sind, gebildet. Die 
sog. »Abortivzellen — deren Benennung »Nährzellen ^> wohl 
besser ihren Dienst ausdriickt, obwolil die gesicherten Beweise 
auch in dieser Beziehung noch nicht vorliegen — sind sehr 
verändert und teilweise zu diinnen Plätten ausgezogen worden. 
Die Keimbläschen mit ihrer nunmehr dicken Membran, ihrem 
Kernkörperchen, in welchem man sehr oft vakuolenartige 
Räume findet, ihren Chromosomenreihen und ihrem Linin- 
netz sind sehr stark vergrössert worden. 

Bald tritt nun bekanntlich in den noch im Ovarialschlauch 
befindlichen Eiern der eigentliche Reifungsprozess ein, indeni 
in ihnen eine doppelte Kernteilung (resp. Zellteilung) entsteht 
und die Richtungskörper gebildet und abgegeben werden. 
Dieser Prozess geht in jedem Ei off enbär ganz schnell vor sich; 
denn in den Tausenden und aber Tausenden von Eiern. 
die ich in meinen Präparaten durchgemustert habe, fand ich 
diese Kernteilung nur in ganz vereinzelten Fallen. Ich werde 
mich aber bei diesem Prozess diesmal nicht aufhalten, son- 
dern zum reifen Ei iibergehen. Solche Eier mit ihrem so stark 
reduzierten Eikern, welcher bekanntlich in der Regel etwas 
exzentrisch im Ei liegt, trifft man im Juli und August in den 
Ovarialschläuchen von Parechinus miliaris in grosser Menge 
zusammen mit noch nicht ganz angereiften, auf friiheren Aus- 
bildungsstadien befindlichen Eiern. Die von den Tieren ab- 



G. RETZIUS, DIE STRUKTUR DES PROTOPLASMAS. 17 

gehendeii Eier sind auch zum allergrössten Teil reif; unter 
denselben kommen aber auch einzelne unreife, mit grossem 
Keimbläschen versehene Eier vor, bei denen also der Teilungs- 
prozess der Richtungskörperbildung noch nicht vorsichge- 
gangen ist. 

Wenn man nun die Anordnung des Protoplasmas in den 
reif en Eiern mit dem reduzierten Eikern näher studiert, findet 
man diese Anordnmig mit dem hier oben beschriebenen Prozess 
der Eiausbildmig iibereinstimmend. Da ich in der mir zu- 
gänglichen Literatur keine Beschreibung von dieser wichtigen 
Struktur finden konnte, glaubte ich zuerst, dass vielleicht 
Eixierungseinfliisse vorliegen könnten. Bei einem eingehenden 
Studium des in verschiedener Weise fixierten und behandelten 
Materiales kam ich aber zu der sicheren tJberzeugung, dass 
hier keine Täuschung vorliegen könne. Ich habe seitdem 
eine grosse Menge von Eiern untersucht und stets dieselbe 
Struktur in den reif en, noch nicht befruchteten Eiern gefunden. 

In allén solchen Eiern findet man nämlich eine Anordnung 
der Dotter masse in gewundenen Balken öder Strängen, welche 
mit der schon oben dargestellten Anordnung der noch nicht 
reif en Eier iibereinstimmt . Die Fig. 4 gibt eine Vorstellung 
von diesen Verhältnissen im reif en Ei. Sie steUt einen diinnen 
Schnitt durch ein ganzes Ei dar, an welchem der Eikern mit 
seinen Chromosomen getroffen ist. Der ganze Dotter zeigt 
einen solchen Bau aus Dotterbalken, welche in verschiedenen 
Richtungen, of t schief öder quer hiniiber, verlaufen. Diese 
Balken öder Stränge bestehen aus dicht gedrängten Dotter- 
körnern, welche in den Präparaten durch Eosin (öder Ery- 
throsin) rot gefärbt sind, und von einem Geflecht von dunklen 
(durch Hämatoxylin gefärbten), mit Körnern besetzten Fasern 
dicht umsponnen sind. Zwischen diesen Balken erkennt man 
helle Spalträume von etwas verschiedener Weite, in denen nur 
hier und da einzelne Fasern von einem Balken zu einem Nach- 
barbalken hiniiberlaufen. Man hat es natiirlich hier mit mini- 
malen Gr össen verhältnissen zu t un, weshalb sie schwer sind 
abzubilden, besonders, weil man es mit perspektivischen 
Bildern zu tun hat. Die Fig. 4 ist bei der Vergrösserung von 
Zeiss' Apochrom. 2 mm Ap. 1,30, Okul. 12 gezeichnet; im Mi- 
kroskope sieht man aber die Anordnung noch weit deutlicher 
hervortreten. Ich habe deshalb in Fig. o eine kleine Partie 
eines solchen Präparates bei noch 3-maliger Linearvergrösserung 

Arkiv för zoologi. Band G. N:o 12. 2 



18 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. X:0 V2. 

wiedergegeben. Man sieht hier zwei Stiicke von solchen 
Dotterkörnerbalken mit dem umspinnenden Mitomgeflecht 
und dem zwischen ihnen befindlichen Paramitomraum, durcb 
welchen einige Mitomfasern hiniiberlaufen. Diese Paramitom- 
oder Interfilarmassenräume können sowohl in demselben Ei 
als in den verschiedenen Eiern von verschiedener Weite sein: 
je nach ihrer Weite ist deshalb die Balkenanordnung mehr 
öder weniger deutlich ausgesprochen. Sie ist aber immer 
vorhanden und nicht nur durch die genannten Räume, sondern 
auch durch die Mitomfasern angegeben. Sie nimmt das ganze 
Protoplasma vom Eikern bis zur Oberfläche des Eies ein. An 
der äussersten Oberfläche erkennt man zwar oft eine sehr 
diinne Lage, in welcher Dotterkörner fehlen öder wenigstens 
selten zu sehen sind. Im iibrigen hat man iiberall denselben Bau. 

Ich habe mich bemiiht, in der Anordnung der Balken 
Regeln zu finden. Da man ja bekanntlich am befruchteten 
Ei nachgewiesen hat, dass die beiden Polregionen und die 
Mittelregion in der Aveiteren Entwicklung ganz verschiedene 
Aufgaben haben, indem die drei Regionen den drei Primitiv- 
organen der Larve entsprechen, nämlich am animalen Pole 
dem Ektoblast, am vegetativen Pole dem primitiven Mesen- 
chym und dem Larvenskelett, und an der Zwischenregion dem 
Darm und seinen Derivaten — so dachte ich mir die Möglichkeit, 
dass eine derartige Einteilung schon beim unbefruchteten. 
reifen Ei in der Anordnung der Dotterbalken ausgesprochen 
und nachweisbar wäre. 

Leider ist es mir aber nicht gelungen, eine derartige An- 
ordnung wiederzufinden. Falls wirklich Regeln fiir eine solche 
vorhanden sind, liessen sie sich an den diinnen Schnitten doch 
nicht dartun. Uberall sah ich die Balken ohne bestimmbare 
Ordnung in verschiedenster Richtung, teils der Länge, teils 
der Quere nach, aber besonders schief zur Eiaxe verlaufen. 
Und ich musste bis auf weiteres die Hoffnung aufgeben, Regeln 
fiir die Anordnung derselben darzulegen (s. unten). 

Es vi^äre ja möglich, dass eine solche Anordnung erst nach 
der Befruchtung und durch dieselbe entsteht. Durch diesen 
wundervollen Prozess mrd nämlich, wie bekannt, eine Umord- 
nung im Ei hervorgerufen. Ich gehe jetzt zur Darstellung 
derselben und der Verhältnisse im befruchteten Ei iiber. 



RETZTUS, DIE STRUKTUR DES PROTOPLASMAS. 19 



Das Protoplasnia der bofrucliteteii Eier. 

Der Eintritt des Spermiums in das reife Ei gibt bekanntlich 
den Anstoss zu einer Reilie von Veränderungen, nicht nur in 
dem Verhalten des Eikerns, sondern auch in dem des Proto- 
plasmas. Auf das Verhalten des Eikerns werde ich hier nicht 
eingehen, sondern nur dasjenige des Protoplasmas besprechen, 
und zwar nur insofern als es die Struktur desselben erläutert. 

Nachdem der Spermiekopf in das Eiprotoplasma ein- 
getreten ist und sich in entgegengesetzter Richtung gedreht 
liat, entsteht ja in dem letzteren die bekannte Strahlung um 
das sog. Mittelstiick (Verbindungsstiick), das nunmehr als 
eine Centrosphäre vor dem Kopf liegt und sich mit ihm nach 
der Eimitte hinzieht. Diese Strahlung, welche anfangs nur 
wenig umfassend ist, wächst immer mehr, nachdem der ange- 
schwollene Spermiekopf öder Spermiekern den Eikern 
erreicht hat und mit diesem sich vereinigt resp. verschmilzt; 
dann teilt sich die Sphäre samt der Strahlung im Protoplasma, 
und die eine Hälfte zieht nach dem anderen Pole des Eikerns hin. 
Diese bekannten Tatsachen sind ja im befruchteten Seeigelei 
im ganzen leicht wahrzunehmen und aufs schönste zu konsta- 
tieren. Ich habe sie hier nur kursorisch angefiihrt, um Halt- 
punkte flir die folgende Darstellung zu gewinnen. 

Was st ellt nun diese Strahlung im Pr ot oplasma dar? Es 
gibt iiber sie schon eine grosse Anzahl von Beschreibungen 
und Erklärungen. Und hierbei treten wieder die oben er- 
Avälmten Theorien hinsichtlich der Protoplasmastruktur in 
den Vordergrund, v. a. die Theorien von der fibrillären, der 
netzfönnigen und der alveolären (schaumigen, wabigen) Struktur 
hervor. Dazu kommen dann auch die verschiedenen Ansichten 
iiber die Herkunft und die Struktur der Centrosphäre. Es 
wiirde gewiss in dieser Darstellung gar zu weit fiihren, wenn 
ich iiber die Geschichte der betreffenden Lehren zu ref erieren 
versuchte. Es ist dies ja schon von anderen Autoren getan. 
Ich känn also z. B. auf die iibersichtliche Darstellung Wilson's 
in seinem schon oben zitierten Buch »The Cell in Development 
and Inheritance» (S. 316 — 328 u. a.) verweisen. 

Ich känn aber schon von vornherein liier meine SteUung 
zu diesen Theorien und Anschauungen angeben. Durch die 
Untersuchungen von sehr zahlreichen, in verschiedenster Weise 



20 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (). NIO 12. 

angefertigten Präparaten von befruchteten Eiern bin icli 
ganz zu der TJberzeugung gelangt, dass auch in den fragli- 
chen Eistralilungen das Protoplasma fibrillär zusammengesetzt 
ist. Eine wabige, schaumige, alveoläre Struktur in dem Sinne 
von BuTSCHLi habe ich nicht bestätigen können. In nicht gut 
fixiertem und nicht gut gefärbtem Material känn sie sclieinbar 
vorkommen, aber schon bei etwas verbesserter Färbung känn 
in denselben Präparaten die Struktur, welche zuerst alveolär 
aussah, ganz deutlich als fibrillär liervortreten. 

Ebenso schliesse ich mich, auf Grund meiner Untersu- 
chungen, den Forschern an, welche die Strahlungen nur als auf 
^iner Umo7'dnung der schon vorJier im Eiprotoplasma vorhandenen 
Strukturteile beruhend betrachten. Ob aber in der Bildung 
der Centrosphäre das durch das Spermium hineingeflihrte 
Verbindungsstiick eine ^vichtigere Rolle spielt, ist äusserst 
schwer nachzuweisen. Ich habe mich sehr bemiiht, dies zu 
eruieren, aber bisher ohne hinreichend gesicherte Resultate 
zu erreichen. Sogar den Centralkörper habe ich im befruchteten 
Seeigelei in dieser ersten Spliäre der Strahlung nicht darlegen 
können; ich schliesse mich in dieser Beziehung deshalb der An- 
sicht jener Forscher an, welche bis auf weiteres glauben, dass 
der Centralkörper dieser Strahlungen im Seeigelei zu klein ist, 
um mit unseren jetzigen optischen Mitteln beobachtet werden 
zu können. 

Was geschieht nun bei der sonderbaren Umordnung der 
Protoplasmastruktur, wenn die Strahlung eintritt? 

Bei genauem Studium der am besten gelungenen Präparate 
erkennt man in stärker Vergrösserung, dass die Fibrillen des 
Mit oms, welche vorher die Dotterkörnerbalken umspannen, 
sich von ihnen getrennt und sich zu mehr öder weniger gestreck- 
ten, radienartig um die Centrosphäre gest eliten, verdickten 
Ziigen angeordnet haben. In den hellen Zwischenräumen 
zwischen diesen Mitomziigen liegen nun die Dotterkörner ,als 
radial gestellte Säulen. Die Fig. 6 stellt bei stärker Vergrösse- 
rung die Seitenpartie eines solchen Seeigeleies mit kraftig 
ausgebildeter Strahlung dar. Wie man hier sieht, bilden die 
Strahlen nicht ganz gerade Streifen, sondern biegen sich ein 
wenig, bald nach der einen, bald nach der anderen Seite, und 
schicken hier und da kleine seitliche Fortsätze hinaus, welche 
zwischen den Dotterkörnern ihren Verlauf nehmen. Die 
Strahlen sind also durch gestreckt liegende öder vielleicht 



G. RETZIUS, DTE STRUKTUR DES PROTOPLASMAS. 21 

richtiger gerade kontrahierte, dicht aneinander gef iigte Mitom- 
fäden gebildet. Nach beiden Enden der Strahlen hin erkennt 
man den tlbergang dieser dickeren Mitomziige in eine Anzahl 
feinerer Körnchenfibrillen, welche geflechtartig, hier und da 
dichotomisch verästelt, hinauslaufen, und zwar teils nach innen 
hin durch den den Kern umgebenden, von Dotterkörnern freien, 
hellen Raum, teils nach aussen, nach der Eioberfläche, hin, 
wo sich diese Mitomfäden ebenfalls in geflechtartiger An- 
ordnung in verschiedenen Richtungen ziehen und einzelne 
Haufen hier befindlicher Dotterkörner umgeben. Dass die 
Strahlen nicht abgeflachten W änden von Alveolen entsprechen, 
sieht man librigens aufs deutlichste iiberall, wo sie an den 
Schnitten quer getroffen sind; zwar sind sie am Querschnitt 
nicht immer rund, sondern können auch etwas eckig und knotig 
sein; immer erscheinen sie aber als Querschnitte von Balken, 
nicht von abgeflachten Alveolenwänden. Vor allem aber 
erkennt man die Natur dieser Mitombalken an ihrem inneren 
Ende, wo sie in das beschriebene Geflecht von feinen, knotigen, 
körnchentragenden Mitomfibrillen iibergehen, in welchem Ge- 
flecht die Dotterkörner fehlen. Noch deutlicher tritt dies bei 
einer noch stärkeren Vergrösserung hervor, wie sie die Fig. 7 
Aviedergibt. Hier erkennt man auch das perinukleäre Mitom- 
f asergeflecht, dessen Fasern sich oft auf längere Strecken verfol- 
gen lassen und hier und da dichotomische Verzwei gungen auf- 
weisen. Nach aussen hin laufen diese Fasern zwischen den 
Säulen der Dotterkörner hinaus und umspinnen dieselben, 
um dann, wie in Fig. 6, zu den radiären Balken zusammenzu- 
treten, was aber in Fig. 7, welche nur die perinukleäre Partie 
wiedergibt, nicht zu sehen ist. 

Schliesslich ist in Fig." 8 noch eine kleine Abteilung eines 
solchen perinukleären Mitomfasergeflechtes abgebildet. Dieses 
Stiick stammt von einem Präparat, wo der Schnitt nicht den 
Kern selbst traf, sondern nur das Fasergeflecht in seiner näch- 
sten Umgebung. 

Die hier gegebene Darstellung von der Struktur der Strah- 
lungen ist, im Zusammenhang mit den Abbildungen (Fig. 6 — 8), 
aus jener Partie des befruchteten Eies geholt, wo die Centro- 
sphären nicht liegen. Die Absicht mit dieser Darstellung ist, 
positiv zu zeigen, dass sowohl die Strahlung selbst als ihre 
Ausläufer nach innen und aussen von dem Mitom des Proto- 
plasmas gebildet werden. Die Dicke und die Anzahl der Strahlen 



22 ARKIV rÖR ZOOLOGI. BAND (>. NIO 1*2. 

können iibrigens wechseln. Im librigen gilt die DarvStellung 
prinzipiell filr alle diese Strahlungsgebilde. In der Umgebung 
der Centrosphären ordnet sich aber auch das innere feine 
Fasergeflecht radiär, oft in scliöner Sonnenstrahlenanordnung, 
und man känn hierbei auch die Fortsetzung der Fasern nach 
aussen hin zwischen und um die Dotterkörnersäulen verfolgen, 
ohne dass in den äusseren Regionen die Strahlen verdickt sind. 
Die Fig. 9 der Taf. II gibt eine x\bbildung einer solchen 
Strahlungssonne um die Centrosphäre eines 55 Min. vorlier 
befruchteten Eies. 

Es können mehrere derartige Variationen vorkommen ; vor 
allem ver ändern sich bekänn tlich die einzelnen Strahlungen selbst , 
wachsen im Umfang und reduzieren sich wieder, um zuletzt 
ganz zu verschwinden. Of f enbär haben diejenigen Forsclier 
recht, welche die Strahlungen im Prot oplasma als eine durch 
die Befruchtung, öder eigentlich durch die Centrosphäre ver- 
ursachte zufällige Umordnung des Mitomgeflechtes im Proto- 
plasma auff assen. Wohin die Centrosphäre im Ei vorriickt, 
trifft diese strahlige Umordnung desselben in grösserer öder 
geringerer Umfassung ein, und sie lischt sich dann wieder all- 
mählich aus, um nach der ersten Teilung bald wieder von neuem 
aufzutreten u. s. w. 

Welche Kräfte hierbei mrken, is t natiirlich auf dem jetzigen 
Ståndpunkt unseres Wissens sehr schwer zu entscheiden. Ich 
werde mich deshalb hier nicht auf dieses so viel umstrittene 
Diskussionsgebiet begeben. Nur so viel will ich, me sclion 
oben angedeutet, äussern, dass man durch die Betrachtung 
einer grösseren Peihe von Präparaten am liebsten zu der Anschau- 
ung gelangt, dass der Prozess von einer Zusammenziehung, 
einer von der Centrosphäre (resp. dem Centralkörper) hervor- 
gerufenen Kontraktion des Mitomgeflechts herriihre, indem 
dessen Fasern sich von den Dotterkörnersäulen mehr öder 
w^eniger ablösen und zwischen ihren inneren und äusseren 
Ausbreitungsgebieten radiär gespannt werden, w^obei sie 
teilweise durch Aneinanderlegen und Zusammenziehen zu den 
Strahlungsbalken verdickt werden. Dass hierdurch keine Er- 
klärung der wirkenden Kraft gegeben wird, bin ich mir wohl 
bewusst. Dies ist aber das Gewöhnliche in unseren Bestre- 
bungen. Wir miissen uns damit begniigen, die Erscheinungen. 
wenigstens teilweise, zu beobachten und zu beschreiben. Die 



G. RETZIUS, DIE STRUKTUR DES PROTOPLASMAS. 23 

wahren »Erklär ungen», die inneren Ursachen, finden wir nie — 
öder höchstens sehr selten. 

Nun wäre es von besonderem Interesse zu erfahren, ob 
durch die Befruchtung, resp. die strahlige Umordnung des 
Protoplasmas, eine wirkliche Anordnung des letzteren im 
befruchteten Ei entsteht, durch welche die oben beriilirte 
Einteilung des Eies in die beiden polaren Regionen und die 
mittlere Region, die fiir die folgende embryonale Entwicklung 
so besonders wichtig ist, eingefiihrt wird. Bisher is t es mir 
{s. o.) nicht gelungen, diese Einteilung schon in diesem Stadium 
morphologisch durch das Verhalten des Mitoms nachzuweisen. 
Hoffentlich wird man aber auch hier einen Leitfaden zur 
Entscheidung dieses Problems finden. Wenn man aber die 
Strahlungsbilder betrachtet, und zwar besonders solche, wo 
die Strahlung den grössten Teil der befruchteten Eier einnimmt, 
so känn man nicht umhin, däran zu denken, dass wirklich eine 
radiäre Anordnung der Mitomstrukturen schon von Anfang 
an, auch im unbefruchteten Stadium, vorliegen könne, und 
dass die Strahlungen durch eine Reizkontraktion verkiirzt 
und zusammengezogen werden. Hierfiir spricht gewisser- 
massen auch die Umordnung der Dotterkörnerbalken bei 
solchen Strahlungen. Im unbefruchteten Eie wiirden diese 
Mitomstrukturen weit länger ausgezogen sein und deshalb 
ihre Ziige in so vielen Windungen liegen; damit hingezusammen, 
dass auch die Dotterkörnerbalken (öder Stränge) so vielfach 
gewunden und scheinbar ungeordnet sind. Hier liegt viel- 
Jeicht ein Memento vor, worauf die Aufmerksamkeit gelenkt 
xu werden verdient. Wie oben bemerkt wurde, hat schon 
Elemming von einer an Chromsäurepräparaten vorhandenen 
fädigen Strichelung in radiärer Richtung in der Peripherie 
der Eier gesprochen und hierin eine Andeutung der späteren, 
deutlich radiären Struktur der reifen Eizelle gesehen. 

Indessen will ich hier eine andere Erage hinsichtlich des 
Mitoms berlihren, welche nicht ohne Interesse ist. Bekanntlich 
haben in späterer Zeit mehrere Forscher, v. a. in Nordamerika, 
aber auch in Deutschland und Erankreich, sich mit der kiinst- 
lich hervorzurufenden Parthenogenese der Echinodermeneier 
beschäftigt und eine Reihe sehr interessanter Ergebnisse 
gewonnen. Im vorigen Sommer bemiihte ich mich, an Eiern 
von Parechinus miliaris solche Versuche in verschiedener Weise 
auszufiihren. Vor allem suchte ich hierbei den von J. Loeb 



24 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (). N.O 1*2. 

gemachten Vorschriften genau zu folgen, da er auf dieseni 
Gebiete wohl die grössten Erfahrungen besitzt und sie ein- 
gehend beschrieben hat. Ich versuchte hierbei besonders die 
von ihm als die sichersten angegebenen Methoden. Dadurch. 
erhielt ich auch konstant eine Zerkliiftung der unbefruchteten 
reifen Eier in kleinere Kugeln, also eine Art »Furchung». 
Ich glaubte auch anfangs einen wirklichen Furchungsprozess. 
vor mir zu haben. Bei der Untersuchung der Eier, nach 
Fixierung, Mikrotomierung und Färbung, erwies es sich aber, dass 
hier nicht eine wirkliche Eifurchung vorlag, sondern nur eine 
eigentiimliche Zerkliiftung des Protoplasmas, ohne eine regel- 
rechte Kernteilung. Diese Zerkliiftung trät besonders in den 
Oberflächenregionen der Eier ein, so dass sich diese Partien 
als grössere öder kleinere Kugeln von dem Mittelteil des Eies- 
absoriderten. Ich repetierte immer wdeder die Experimente. 
aber stets mit demselben Erfolg. Daraus lässt sich also schlies- 
sen, dass die Eier von Parechinus miliaris fiir diese Versuche 
nicht passen, öder auch dass die vonLoEBundanderenForschern 
erprobten Methoden fiir diese Eier nicht taugen. Ich versuchte 
auch die Methoden zu modifizieren, aber ohne gute Resultate 
zu erreichen. In der betreffenden Literatur mrd auch ange- 
geben, dass man an mehreren Seeigeln in den europeischen 
Meeren keineswegs so gute Ergebnisse erhält, wie an der von 
Morgan, Loeb u. A. gepriiften, an den amerikanischen Kiisten 
lebenden Arbacia-Art. 

Von den Eiern des Parechinus, in denen ich die erwähnte 
Zerkliiftung (die »falsche» Furchung) hervorrief, sind jedoch 
einige interessante Befunde zu registrieren. Nach Fixierung 
in Pikrinsäure-Essigsäure öder Sublimatessigsäure, so wie nach 
Färbung nach Heidenhain mit Hämatoxylin und Eosin zeigte 
sich an den Schnitten, dass die ganze Substanz der Eier sich 
in zwei Substanzen getrennt hatte, nämlich in eine, welche aus 
Körnern bestehen, die sich mit Eosin rot färbten, und eine an- 
dere aus körnigen Fasern, die durch Hämatoxylin schwärzlich 
tingierten. Die letztere Substanz war zum grossen Teil in 
den an der Oberfläche der Eier befindlichen kleineren Kugeln 
vorhanden; einzelne Partien dieser faserigen Substanz lagen 
aber noch in dem grösseren Eiteil, dann aber auch nach einer 
Seite desselben zusammengebracht. Der iibrige Teil der noch 
zusammenhängenden Eipartie bestand. aus eosingefärbten, 
dicht gedrängten Körnern, unter denen nur vereinzelte feine 



G. RETZIUS, DIE STRUKTUR DES PROTOPLASMAS. 25 

Fasern wahrgenommen werden konnten; unter den kleineren, 
unter sich aber etwas verschieden grossen Kugeln fanden sich 
auch solche, die aus eosingefärbter roter, körniger Substanz 
bestanden. Im ganzen hatte also, wie erwähnt, die Eisubstanz 
sich in ihre zwei Substanzengetrennt, nämHchin die durch Häma- 
toxylin gefärbte dunkle, faserige Mitomsubstanz und die dureh 
Eosin rotgefärbte körnige Dotterkörnersubstanz. Bei genauer 
Untersuchung dieser beiden Bestandteile erkennt man auch 
■iiberall in den Schnitten solcher Eier, sobald die Färbung gut 
ausgefallen ist, die oben beschriebenen Strukturen des Mitoms 
und der Dotterkörner. 

Es ist inf olgedessen von einem gewissen Interesse zu erf ah- 
ren, dass das Pro t oplasma wenigstens in dem Grade fliissig öder 
weich ist, dass eine solche Umlagerung seiner Partikelchen in 
so höhem Grade geschehen känn, dass sich das Mitom von der 
Dotterkörnersubstanz zusammenzieht und diese letztere aus 
sich gewissermassen hinaustreiben känn. Hierdurch ^\'ird 
auch die Umlagerung nach der Befruchtung, d. h. beim Ent- 
stehen der Strahlungen, leichter zu verstehen. Of f enbär 
besitzt die helle Paramitomsubstanz, die Interfilarmasse, 
einen gewissen Grad von Fliissigsein, so dass sie den in ihr 
befindlichen Strukturteilen sich in ihr zu bewegen und anzu- 
sammeln erlaubt. Of f enbär känn sich die Paramitomsubstanz 
bald kondensieren, bald erweitern, denn ihre Räume zwischen 
den Dotterkörnersäulen zeigen in den verschiedenen Eiern 
eine wechselnde Weite. 

Durch Untersuchungen von Oscar Hertwig weiss man 
ja schon, dass in den Batrachiereiern eine derartige Verschie- 
bung der Dotterkörner nach einer Seite des Eies mechanisch 
hervorgerufen werden känn, und zwar durch Behandlung mit 
dem Separator. Die oben erwähnten Ergebnisse bei den 
Seeigeleiern intolge von physikalisch chemischer Keizung 
stimmen in der angegebenen Beziehung hiermit iiberein. 

Bevor ich diesmal diese Mitteilung abschliesse, ist es aber 
meine Pflicht, noch eine Frage zu beriihren. In der obigen 
Darstellung habe ich im Protoplasma der Seeigeleier nur drei 
morphologisch differenzierte Substanzen erwähnt, nämlich 
das Mitom und das Paramitom im Sinne Flemming's so wie 
die Dotterkörner, Dabei wurde die Frage von den Mitocliondrien 
Benda's nicht beriihrt. Schon im Jahre 1899 erwähnte 
Benda in den Eizellen von Evertebraten solche Bildungen: 



26 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO r2. 

»Ich schliesse», sagt er, »hier die Bemerkung an, dass aucli 
die einzigen bisher von mir untersuchten Eizellen, die der 
Zwitterdr lisen der Pulmonaten, äusserst reich an Fadenkörnern 
sind.>^ Seitdem sind Mitochondrien von mehreren Forschern 
in Eiern von verschiedenen Tieren beschrieben worden; ich 
nenne hier nur O. Van der Stricht, Duesberg sowie, bei den 
jiingsten Embryonen, F. Meves. In den Eiern der Seeigel 
sind dieselben meines Wissens nicht näher geschildert. Ich 
habe mich bei diesen Untersuchungen bemiiht, die Aufmerk- 
samkeit auf diese Gebilde zu richten, bin aber dabei zu keinem 
endgiiltigen Schluss gelangt. Allés hängt, bei der Heiden- 
HAiN'schen Hämatoxylinfärbung, welche auch Meves fiir 
diesen Zweck, obwohl etwas modifiziert, benutzt, von dem 
Grade der letzten Differenzierung in der Eisenalaunlösung, ab. 
Bei schwacher Differenzierung sind beinahe alle Körnchen des 
Mitoms gefärbt, und dann entfärbt sich je nach den verschie- 
denen Stadien derselben immer mehr von ihnen, bis zuletzt 
allés ini Mitoni ohne eine solche Farbe ist. Wann soll man 
denn die Differenzierung abbrechen, um die echten Mitochon- 
drien zu erhalten? Und welche Regeln können festgest ellt 
werden, damit man sicher sei, nur die echten Mitochondrien 
gefärbt vor sich zu haben? Mir scheint es, als ob die Farbe 
der Körnchen am längs t en un ver änder t bliebe, wenn dieselben 
zu Hauf en dicht angesammelt liegen, wie dies in gewissen Stadien 
der Seeigeleier zu finden ist. Besonders in solchen unbefruch- 
teten Eiern, welche eine halbe Stunde bis zu einigen Stunden 
öder noch mehr in Meereswasser lagen und die man nach einer 
Besamung of t unter den befruchteten Eiern findet, sieht man 
eine solche Anhäufung der Mitomsubstanz zu Knötchen, und 
zwar an verschiedenen Stellen im Eiprot oplasma. Diese 
Knötchen behalten auffallend länge die Hämatoxylinfarbe. 
Aber manches deutet darauf hin, dass sich diese Eier nicht 
mehr in echt frischem Stadium befinden, sondern durch das 
Liegen im Meereswasser verändert sind; ihre Mitomsubstanz 
hat sich jedenfalls kiinstlich zu Knötchen zusammengezo- 
gen und liegt in den genannten Anhäufungen zwischen den 
Dotterkörnerbalken. Dieser Prozess känn zuAveilen solche 
Grade nehmen, dass das Anomale in demselben ganz offenbar 
wird. Ich werde ein andermal auf diese Frage zuriickkom- 
men und dabei, zusammen mit einer reichlicheren Anzahl 
von Abbildungen, noch einige andere Probleme berlihren.' 



G. RETZIUS, DIE STRUKTUR DES PROTOFLASMAS. 27 

Dann sollen auch die Protoplasmastrukturen in den Eiern 
einiger anderer Tiere beschrieben und besprochen werden. 

Aus der obigen Darstellung geht indessen hervor, dass ich 
liinsichtlich der Struktur des Protoplasmas in den Eiern von 
Parechinus miliaris zu der bestimmten Uberzeugung gelangt 
bin, dass, soweit wir aus dem fixierten Material schliessen 
können, die Anschauung von Flemming und den sich ihm 
anschliesseriden Forschern, also die Filartheorie, der Wahrheit 
am nächsten steht, und dies niclit nur, wie Flemming sah, 
in den j ungen unreifen, dotterlosen Eiern, sondern auch in 
den reifen und den befruchteten. Dagegen habe ich fiir die 
sich immer mehr ausbreitende Schaum-, Waben- öder Alveo- 
lartheorie Butschli's keine wirklichen Stiitzen finden können. 

Wie oben schon hervorgehoben wurde, konnte ich dies- 
mal nur zum geringen Teil auf die Ansichten und Angaben 
anderer Forscher liinsichtlich der Protoplasmastruktur ein- 
gehen. Auf diejenigen der iibrigen — ich nenne in dieser 
Beziehung ganz besonders E. Van Beneden, M. Heidenhain, 
BovERi, Veidovsky, Waldeyer, Prenant, Hennegui, o. 
Van der Stricht, Ziegler und Kostanecki — hoffe ich ein 
anderes Mal zuriickzukommen. 



28 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (>. N:0 12. 



Erklärung der Abbildungen. 

Taf. I — II. Struktur des Protoplasmas der Eier von 
Parechinus miliaris (L.). 

Fig. 1. Vier selir junge Eier aus einem Ovarialsack, an der 
Wandung desselben liegend. 

Fig. 2. Ein etwas älteres Ei aus einem Ovarialsack. Die 
Mitomfasern z. T. selir deutlich. 

Fig. 3. Noch älteres Ei aus einem Ovarialsack. Der neuge- 
bildete Dotter rotgefärbt. 

Fig. 4. Reites Ei aus einem Ovarialsack. Die Dotterstränge 
rotgefärbt. Mitomfasern schwärzlich. Paramitom hell. 

Fig. 5. Zwei Dotterstränge (rotgefärbt), von dunklen Mitom- 
fasern umsponnen, welche an mehreren Stellen den Paramitomraum 
durchkreuzen, 3 Mal linear stärkere Vergröss. als in Fig. 4. 

Fig. 6. Partie eines Eies. 55 Min. nacli der Befruchtung. 
Starke Strahlung im Protoplasma, welche uach dem Kern (reclits) 
und nach der Eioberfläche hin (links) in je ein feineres Gefleclit von 
Mitomfasern direkt itbergeht. Die Dotterkörner (rot) liegen zvvi- 
schen den Strahlen und in der Oberflächenschicht. 

Fig. 7. Das den Kern eines solchen mit Stralilungssonne ver- 
sehenen, 55 Min. befruchteten Eies umgebende Geflecbt von Mitom- 
fasern, bei noch stärkerer Vergrösserung. Die Centrosphären sind 
bei den Eiern der Fig. 6 und 7 nicht im Schnitte getrolfen. 

Fig. 8. Partie von einem den Kern eines befruchteten Eies 
umgebenden Mitomgeflecht. 

Fig. 9. Partie eines Eischnittes (55 Min. nach der Befrucht.) 
mit der Centrosphäre und der Stralilungssonne von Mitomfasern, 
welche weiter nach aussen hin zvvischen den (roten) auch radiieren- 
den Dottersträngen nach aussen hin verlaufen und sie teilweise um- 
spinnen. 

Fig. 10. Schnitt durch die Stralilungssonne, dicht iiber der 
Centrosphäre getroffen. Die Mitomfaserstrahlen sind quer geschnit- 
ten und erscheinen als runde, punktförmige Körner. Nach aussen hin 
sieht man solche Mitomfasern zwischen den radiierenden Dottersträn- 
gen, diese teilweise umspinnend. 

Fig. 11. Oberflächenpartie eines reifen Eies aus einem Ovarial- 
sack, nach 2-stundiger Behandlung mit einer Lösung von MgCl und 
dann 15 Min. in Meereswasser. 



G. RETZIUS, DIE STRUKTUR DES PROTOPLASMAS. 29 

Eine Trennung des Mitomgefleclits von der rotg-efärbten Dotter- 
körnermasse ist eingetreten. Der Eikern ist in der letzteren zu 
selien (rechts, oben), Drei ovale Klumpen der Eimasse sind aus dem 
Ei ausgetreten und liegen an der Oberfläche (rechts); zwei von die- 
sen (a und h) bestelien aus Mitom- und Paramitomsubstanz; der dritte 
(c) entliält Dotterkörnersubstanz. Das Mitomgeflecht mit seinen Ea- 
sern ist sehr scliön und deutlich ausgesprochen. 

Die Präparate waren teils mit Pikrinessigsäure, teils mit gesätt. 
Sublimatlösung (+ Essigsäure) behandelt und mit Hämatoxylin nacli 
Heideniiain gefärbt; teilweise aucli mit Eosin. 

Die Vergrösserung der Figuren ist nach Zeiss Apochr. 2 mm 
Apert. 1,30, Okul. 12. Ausserdem sind die Fig. 6, 9, 10 und 11 
zwei Mal und die Eig. 5, 7 und 8 noch drei Mal linear vergrössert. 



Tryckt den 7 april 1910. 



Tppsala 1910. Almqvist & WikselU Boktryckeri-A.-B. 



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ARKIV FÖR ZOOLOGI. Band 6. N:o 12. 









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ARKIV FÖR ZOOLOGI. Band 6. N:o 12. 






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AEKIV FÖR ZOOLOGI. 

BAND 6. N:o 13. 



Studien iiber Mallopliagen iind Anoplureii. 

-: Von 

ERIC MJÖBBRG. 

Mit 5 Tafeln und 156 Textfiguren. 
Mitgeteilt am 9. März 1910 durch Chr. Aurivillius und Y. Sjöstedt. 



Einleitung. 
Trotzdem in den letzten Dezennien das immer wachsende 
Heer der Entomologen sich auf fast alle Insektenordnungen 
spezialisiert und vor allem in systematisch-morphologischer 
Hinsicht auch vorher sehr vernachlässigte Insektengruppen 
der Vergessenheit entrissen hat, so bleiben doch noch einige 
Gruppen iibrig. die noch immer ihrer eingehenderen Behand- 
lung harren. Zu diesen sind vor allem die beiden Gruppen 
der Mallophagen und x4nopluren zu rechnen, die mir in vor- 
liegender Abhandlung als Untersuchungsmaterial gedient 
haben. Die Ursache, dass diese beiden Gruppen nicht in 
demselben hohen Grade das Interesse auf sich gelenkt haben, 
wie andere Insekten, ist wohl darin zu suchen, dass das 
Einsammeln dieser Tierchen mit besonderen Schwierigkeiten 
verkniipft ist, da sie als obligate Parasiten eine versteckte 
Lebensweise fiihren und darum nicht so stark in die Augen 
fallen, wie die frei lebenden Formen. Der Sammler dieser 
Tiere hat nur dann zum Einsammeln Gelegenheit, wenn er 
das betreffende Wirttier vor sich hat, und auch dann nur, 
wenn er das Wirttier lebendig öder sogleich nachdem Tode 
untersucht. Als streng parasitische Formen verlassen sie 
nämlich ihren Aufent halt sort nach kurzer Zeit, of t gleich nach 
dem Erstarren ihrer Substrate, und gehen binnen kurzem 
zu Grunde. Dies ist bei den Anopluren immer der Fall. Unter 
den Mallophagen kommt es jedoch nicht selten vor, dass sie, 

Arhiv för zoologi. Band 6. X:o 13. 1 



2 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND Ö. N:0 13. 

auf den Federn stark befestigt, auch nach dem Tode festsit- 
zen bleiben. 

Während der drei letzten Jahre habe ich mich bestrebt, 
von den betreffenden Tierchen ein so reichhaltiges Untersu- 
chungsmaterial wie möglich zu sammeln. Ein reichliches Mate- 
rial habe ich selbst auf unseren einheimischen Vögeln und 
Säugetieren erbeutet, ausserdem habe ich jede Gelegenheit 
benutzt, in ambulatorischen Tiersammlungen Tiere lebendig 
zu untersuchen. Durch freundliches Entgegenkommen seitens 
des Direktors der Zoologischen Sammlungen des »Skansen ^^, 
Dr. Behm, habe ich viele Tiere in lebendigem Zustande unter- 
sucht. Auch in der Tierärztlichen Hochschule habe ich durch 
Entgegenkommen der Herren Prof. Dahlström und Dr. Mag- 
niisson Einsammlungen vornehmen können. 

Das wichtigste Material habe ich von unseren Museen und 
Instituten bekommen. Zunächst ist zu erwähnen, dass ich 
durch die Liebenswiirdigkeit des Herrn Professor Dr. Yngve 
Sjöstedt, der mir in demEntomologischen Institute einen Arbeits- 
platz bereitet und auch im librigen meine Untersuchungen 
befördert hat, Gelegenheit gehabt habe, die in dem schwedischen 
Reichsmuseum vorhandenen Kollektionen zu bearbeiten. 
Diese bestanden aus von verschiedenen Ländern zusamm^en- 
gebrachtem Material. Hier stånd mir das auf der Vega-^x- 
pedition von Dr. A. Stuxberg von arktischen Tieren zusammen- 
gebrachte Material, sowie auch eine Sammlung von teils schwe- 
dischen teils exotischen MaUophagen aus den verschiedensten 
Gegenden zur Verfiigung. Hier konnte ich auch eine kleine 
Sammlung von madegassischen, kiirzlich von Dr. W. Kaudern 
heimgebrachten MaUophagen bearbeiten. Auch befanden sich 
hier diejenigen Sammlungen, die auf den vielen arktischen 
Expeditionen nach Grönland, Island und Spitzbergen von 
Arvidsson, Sörling, Kolthoff, Klinckoivstroem u. a. eingesammelt 
worden sind. Von grosser Bedeutung war auch eine Samm- 
lung MaUophagen, die von den Teilnehmern der schwedischen 
Egypto-Sudanischen Expedition eingesammelt und mir von 
dem Kustos des Museums zu Gothenburg, Dr. L. A. Jäger- 
shiöld, giitigst zur Verfiigung gestellt worden sind.-^ Ihmver- 
danke ich auch eine sehr grosse und reichhaltige Sammlung 

^ Von diesen sind nur die neuen Formen hier mitgenommen worden. 
Sie sind in der soeben erschienenen Abteilung von Results of the swed. 
zool. Exp. to Egypt and the White Nile nebst den librigen vorher be- 
kannten Arten von mir behandelt worden. 



E. MJÖBERG, STUDIEN tJBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 3 

von schwedisclien Malloi:)}iageri. Von mehreren Konserva- 
toren, besonders von den Herren O. Roth, H. Muchardt und 
C. Widell habe ich hiibsche Beiträge zu meinen Sammlungen 
erhalten. — Durch freundiiche Vermittlung des Hr. Professor 
L. von Brunn habe ich aus dem zoologischen Museum zu Ham- 
burg eine sehr schöne und wertvolle Sammlung von Ano- 
plureii erhalten. 1 Das sehr reichhaltige Material war grössten- 
teils in dem Zoologischen Garten zu Hamburg auf den verschie- 
densten Säugetieren gesammelt worden. Die Sammlung ent- 
hielt mehrere interessante neue Formen. 

In dem Zootomischen Institute zu Stockholm habe ich 
durch freundliches Entgegenkommen meines verehrten Lehrers, 
des Hrn Professors Dr. W. Leche, die morphologisch-anato- 
mischen Studien ausfiihren können. 

Allén diesen Herren, die in der einen öder der anderen 
Weise meine Untersuch ungen befor der t haben, spreche ich 
hier meinen herzlichsten Dank aus. 

Meine Abhandlung lasse ich in zwei Teile, und zwar in eine 
morphologisch-anatomische und in eine systematisch-biologische 
zerf allén. Aus rein praktischen Grunden mache ich mit dem 
systematisch-biologischen Teil den Anfang. 

Ein Inhaltverzeichnis befindet sich am Ende der Ab- 
handlung. 

I. Systematisch-biologische Untersuchungen. 

A. Mallophagra. 

Schon sehr friilizeitig haben die Mallophagen die Aufmerk- 
samkeit der Entomologen auf sich gezogen. Denjenigen, 
der sich Kenntnis Itber die ältere Literatur dieser Tiere ver- 
schaffen will, werweise in auf das grosse Werk P tagets, Les 
Pediculines, 1880, wo derselbe Verfasser eine sehr gute Dar- 
stellung der älteren Auffassung von den Mallophagen gibt. 
Ich wåll hier nur erwähnen, dass sie von Anfang an bis in unsere 
eigene Zeit hinein immer mit Verachtung und Schreck um- 
fasst worden sind und daher auch eine sehr vergessene Stel- 
lung im Tierreiche einnehmen, was bei den Anopluren noch 
mehr der Fall gewesen ist. 

^ Die Sendung enliielt auch ein grosse Zahl von Mallophagen, wegen 
Mangel an Zeit habe ich aber nur wenige von diesen bearbeitet nämlich 
nur die auf Säugetieren iebenden Formen. Die iibrigen beabsichtige ich 
später zu behandeln. 



4 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Als der eigentliche Begriinder der Systematik der Mallo- 
pliagen "svird mit Recht Nitzsch angesehen. Im Jahre 1818 
veröffentlichte er in Germars Magazin To7n III. p. 261—316 
eine Bearbeitung der von ihm bis da gekannten Formen, und 
beschreibt auch da als Untergattungen die später als Gat- 
t ungen geltenden und noch bestehenden DocojjJiorus Nirmus, Li- 
peiirus, Goniodes, Colpacejohalum, Menojpon, Eiireiim, Trinoton, 
Lcemobothrium, Physostomum und Gyropus, öder mit anderen 
Worten die Mehrzahl der wiclitigsten Gattungen. Nur sehr 
wenige Gattungen sind danach hinzugekommen. 

Nach Nitzsch sind drei mchtige Mallophagen-Arbeiten zu 
erwähnen. Die erste ist Denny'^: Monographia Anopluorum 
Brittannige, or an Essay on the British Species of Parasitic 
Insects, London 1842. Der Verfasser bringt hier die erste 
monographische Behandlung der Mallophagen und der Ano- 
pluren; er fiihrt zvvei neue Gattungen ein, und zwar die noch 
bestehenden Ornithohius und Nitzschia. Leider ist aber seine 
Arbeit nicht sehr verwendbar; die gelieferten Beschreibungen 
sind nämlich allzu unvollständig, um eine sichere Identifizie- 
rung zu gestatten; auch sind die beigefiigten farbigen Abbil^ 
dungen keineswegs naturgetreu. 

Die nächste monographische Bearbeitung ist Giehels: 
Insecta Epizoa — Die auf Säugetieren und Vögeln schmarot- 
zenden Insekten, Leipzig 1874. Es ist ein gigantisches Werk, 
das hauptsächlich auf Nitzschs Nachlass gegriindet ist. Er 
beschreibt hier eine grosse Zahl von neuen, durch Zeiclinungen 
von Xitzschs Hand illustrierten Formen, fiigt aber keine neue 
Mallophagengattung hinzu. Obgleich die Giebelsche Arbeit 
unser Mallophagenwissen nicht wenig vermehrt hat, steht 
doch fest, dass Giebel eine grosse Oberflächlichkeit an den Tag 
gelegt hat und sehr of t in seinen Deut ungen irre gegangen ist. 
Uberhaupt schmeckt Giebels Werk sehr nach Speciesmacherei, 
indem er mehrmals ganz unnötigerweise die Zahl der Arten auf 
reine Farben vari et äten vermehrt hat. Sein Werk ist iibrigens 
von Piaget, dem nächsten monographischen Verfasser treffend 
kritisiert worden (Les Pediculines XIX.). Pm^e^ hat indessen 
mit Unrecht einige der Giehelschen Arten, die offenbar distinkt 
sind, eingezogen und mit vorher bekannten synonymiert. 
Ich habe im Folgenden einige solche Fälle hervorgehoben. 

Die wichtigste Arbeit betr ef fs der Formenkenntnis der 
Mallophagen ist und bleibt Piagets schon erwähnte »Les Pe- 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 5 

diculines», Le3^den 1880. In diesem gigantischen und mit 
grosser Genauigkeit ausgearbeiteten Werk bestrebt sich der 
Verfasser, alle bis 1880 bekannten Formen zu behandeln. Von 
allén ihm vorliegenden Arten, und ihre Anzahl war in der Tat 
nicht gering, gibt er sehr ausf iihrliche und gute Eeschrei- 
bungen wde auch iiberaus genaue und deutliche Zeichnungen. 
Das Werk ist rein zoographischer Natur. Zwar verspricht 
der Verfasser, später auch die Anatomie der Mallophagen zu 
behandeln; eine solche Bearbeitung ist aber nie von ihm ver- 
öffentlicht worden. Es bleibt diese Monographie Piagets 
immer ein »Standard Work», das Hauptwerk fiir unsere Mallo- 
qjhagenkenntni^. Es werden da nicht weniger als etwa 260 
Amhlycereii und 500 Ischnoceren beschrieben und meistens auch 
gut abgebildet. Von diesen waren mehrere ganz neue Formen. 
Auch zwei neue Gattungen fiihrt der Verfasser hier ein, näm- 
lich Akidoproctiis und Boojna. Und zu diesen legt er in seinem 
fiinf Jahre später erschienenen Supplement nicht weniger als 
49 Amblyceren und 90 Ischnoceren. 

Das einzige wichtigere und wertvollere europäische Mallopha- 
genwerk nach dem von Pia get ist Taschenhergs: Die Mallopha- 
gen, mit besonderer Beriicksichtigung der von Dr. Meyer gesam- 
melten Arten (Nova x4.cta Akad. Qesar. Leop.-Carol. Germ. 
Nat. Cur. Bd. XLIV. N:o 1. p. 1—274.). Der Verfasser ver- 
anstaltet hier eine kritische Priifung einer grossen Zahl von 
teils vorher bekannten, teils ganz neuen Arten aus der Unter- 
ordnung der Ischnoceren, von den Gattungen Gonoides, Gonio- 
cotes, Lvpeurus, Ornithobius, Akidoproctus und Trichodectes, 
und bringt uns in mehreren Fragen Klarheit iiber die Arten- 
und Gått ungssystematik. Er fiihrt drei neue Gattungen 
Euryynetopus, Bofhriometojms und Strogylocotes nebst drei neuen 
Untergattungen, Coloceras, Lepidophorus und Bhopaloceras, 
ein. Etwa zwanzig neue Formen werden gut beschrieben 
und abgebildet. Der Verfasser verspricht uns auch, später 
die Ainhlyceren in gleicher Weise zu behandeln, hat dies aber 
leider nicht getan. Nach der Erscheinung dieser grossen 
Monographien von Giehel, Piaget und Taschenherg trät in 
Europa ein auffälliger Stilistand in der Mallophagensyste- 
matik ein. Zwar traten danach andere, teilweise neue Verfasser 
auf, ihre Publikationen beschränkten sich aber auf verein- 
zelte Diagnosen einiger neuer Arten öder auf Artenverzeich- 
nisse. Von diesen erwähne ich folgende: Simonetta (1881, 82.), 



6 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (3. NiO 13. 

Koenig (1884), Picaglia (1885), Piaget (1888, 1895.), TJhler 
(1889), Neumann (1891. 1902, 1906), Bezzi (1893), 5erZe<se 
(1896), Teohald^{\^m) Horwath (1898), und 3f^^Z/er (1907). 

Ausser in Europa ist besonders in Amerika das Malo- 
phagenstudium von einigen Forschern auf genommen worden. 
So hat Kellogg in mehreren Abhandlungen eine grosse Zahl 
neuer Formen von amerikanischen Vögeln beschrieben und 
abgebildet. Er hat auch drei neue Gått ungen hinzugefligt, 
Giebelia, Pkiloceanus und Nesiotinus. Von sonstigen ameri- 
kanischen Bearbeitungen erwähne ich hier folgende: Oshorn 
(1894, 1896, 1902), Chapman (1897, 1902) Kuwana (1900, 
1902), Carriker (1902, 1903), Morse (1903). Durrant (1906) 
und Cockerell (1907). 

Von besonderem Interesse scheinen mir zwei Publikationen 
von Le Soiief (Description of some new species of Mallophaga 
from Marsupials Vict. Nat. XIX 1902. (pp. 50—51.) und 
von Le Soiief und Bullen (Description of a mallaphagous para- 
site from the Kangaroo. Vict. Nat. XVIII. pp. 159, 1902). 
Hier lernen wir nämlich nicht weniger als drei neue Formen 
der interessanten Gattung Boopia Piaget, die vorher nur in 
zwei Formen von Beuteltieren bekannt war, sowie auch die 
Typen zweier neuer Gattungen, Latumcephalum und Hetero- 
doxus, die ebenfalls von Marsupialen stammen, kennen. Leider 
sind mir diese beiden Arbeiten nicht zugänglich gewesen, Froggatt 
hat aber in seiner interessanten Arbeit, Australian Insects, Sidney 
1907., p. 391, eine Abbildung von Heterodoxus macropus L. S & 
BuLL. gegeben; es weicht diese Form beträchtlich von den 
vorher bekannten ab. Da etwa 100 Mar supialenf ormen 
beschrieben worden sind, lässt sich erwarten, dass bei näheren 
Untersuchungen gerade in Australien mehrere interessante 
Formen fortwährend ihrer Entdecker harren, Formen, die 
vielleicht liber die Phylogenie der Mallophagen neues Licht 
werfen können. 

Wie wenig das Studium in Europa getrieben worden ist, 
geht aus der Tatsache hervor, dass in fast jedem Museum des 
Kontinents grössere öder mindere Mallophagensammlungen 
noch der Bearbeiter harren. So enthielten z. B. die mir 
iibersandten ^amöi^r^er-Kollektionen mehrere neue inte- 
ressante Formen, die schon im Jahre 1870 eingesammelt 
worden waren. Ganz ähnlich verhielt es sich in unserem 
eigenen Lande, denn hier lag das auf der Feöra -Expedition 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 7 

1879 eingesammelte Material unbearbeitet. Später beabsichtige 
ich ein so grosses Untersuchungsmaterial wie möglicli aus den 
europäisclien Museen zwecks einer Bearbeitung zusammenzu- 
bringen. 

Bis beute sind etwa 1,500 Mallophagenarten beschrieben 
worden, und doch ist die Zahl der noch nicht bekannten 
Formen allem Anschein nach eine sehr grosse. Wie frag- 
mentarisch unsere Kenntnis der Formen ist, versteht man 
am besten, wenn man bedenkt, dass wir von den bisher etwa 
15,000 beschriebenen Vogelarten von nur etwa 800 Arten 
Mallophagen kennen, d. h. von nur etwa 5 % aller Vögel 
sind bis heute Mallophagen bekannt. Nmi ist es ja so, dass 
in der Regel jeder Vogel mehr als eine Mallopliage, bisweilen 
bis zu fiinf ja acht beherbergt. Wenigstens zwei dlirfte man 
auf jeden Vogel bereclmen können, ich sage jeden, denn aller 
unserer Erfahrung nach diirfte wohl keine Vogelart permanent 
von Mallophagen frei sein. 

Bisher sind diese etwa 1,500 Mallophagen auf sehr wenige 
Gattungen verteilt worden. Die Zahl der Gattungen ist heute 
28. Eine genaue Gattungsre vision wäre sehr wiinschenswert, 
denn es unterliegt keinem Zweifel,dass mehrere von den grösse- 
ren Gattungen Kollektivgattungen sind und in mehrere eigene 
Gattungen aufzulösen w^ären. Um dies aber vornehmen zu 
können, ist es ja wiinschensw^ert, ein so grosses Untersuchungs- 
material wde möglich vor sich zu haben . Im folgenden habe ich 
eine neue Einteilung in Familien durchgef iihrt, wodurch die Zahl 
der Familien von vier {Philopteridce Burm. Tricliodectidce Kell. 
Liotheidce Burm. und Gyropidce Kell.) auf zehn erhöht worden 
ist, und zwar in der Weise, dass ich die alten Familien Philop- 
teridce Burm. und Liotheidce Burm. in mehrere selbständige 
Familien zerlegt habe. Bei der Aufteilung habe ich morplio- 
logisch-anatomische Kennzeichen benutzt und besonders auf 
den Bau und das Aussehen des männlichen Genitalapparates 
Gewicht gelegt. Die Zahl der Gattungen habe ich um sieben 
neue vermehrt, ebenso habe ich auch eine neue Untergattung 
auf gestelit. Die Zahl der mir vorliegenden Arten ist 177, 
von denen nicht weniger als 40 Formen neue waren und hier 
beschrieben worden sind. Sie stammen von 170 verschiedenen 
Wirttieren, 153 von diesen sind Vögel, 17 Säugetiere. 

Obwohl die Mallophagen als eclite Vogelparasiten bezeich- 
net werden können, haben doch nicht so wenige sich auf Säu- 



8 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 13. • 

getiere spezialisiert. So kommen die Arten der Gattungen Gyrc- 
pus N. Gliricola n. g., Trichodectes N, Damalinian. g. und Eutri- 
chophilus n. g. ausschliesslich auf Säugetieren vor. Gemeinsam 
fiir sie alle ist das Vorkommen nur einer Klaue. Nur bei 
Gliricola n. g. ist die Reduktion so weit gegangen, dass Klanen 
völlig fehlen. Auch die sechs bisher bekannten Arten der 
Gattung Boojria Piag. sind als wahre Säugetierspezialisten zu 
bezeichnen. Mehrere Verfasser haben mit Unrecht das perma- 
nente Vorkommen zAveiklauiger Mallophagen auf Säugetieren 
bezweifelt. So schreibt Fuhnek in seinem Sammelbericht 
1907. »Im Gegensatz zur friiheren Meinung, dass die Lio- 
theiden s. str. (mit Aussschluss von Gyropus) nur auf Vögel 
beschränkt seien (Nitzsch), glaubte Piaget bereits eine Reihe 
derselben auf Säugern nachgemesen zu haben; die neueren 
Arbeiten kehren wieder zur alten Ansicht zuriick; doch lässt 
Kellogg (1. c.) fiir Boopia wenigstens die Frage of fen». Ganz 
unrichtig ist Snadgross' Angabe (New. Mallophaga III. The 
Anatomy of the Mallophaga p. 162), dass die GRttung Boo2na 
nebst vielen anderen Gattungen »have been found so far only 
on European birds». Keine einzige Boopiasivt ist bisher von 
einem Vogel angefiihrt worden. 

Bei näheren Untersuchungen wird sich wahrscheinlich 
die Zahl der auf Säugetieren lebenden Mallophagen sowohl 
betreffs Gattungen als Arten beträchtlich höher stellen. Be- 
sonders in Amerika diirf ten mehrere interessante neue Formen 
zu erwarten sein. Von diesem Kontinente stammen, mit 
Ausnahme der auf Arctomys mar motta lebenden Gyropus tiir- 
binatus Piag, die bisher bekannten Arten der Gattung Gyropus. 
Da die Repräsentanten dieser Gattung auf so verschiedenen 
Säugetiergattungen , me Dasyprocta, Dicotyles und Bradypus 
vorkommen, lässt sich vermuten, dass sie eine viel weitere 
Verbreitung haben und auf mehreren anderen siidamerika- 
nischen Säugetieren vorkommen. 

Betreffs der auf Säugetieren schmarotzenden Mallophagen, 
die ich als urspriingliche Vogelparasiten auf fasse, die sich später 
auf Säugetiere spezialisiert haben, kommen diese auf sehr 
verschiedenartigen solchen vor. So sind z. B. einige öder mehrere 
Formen von den Beuteltieren, den Edentaten, den Huftieren, 
den Nagetieren, den Insekt enfressern, den Raubtieren und 
den echten Af fen bekannt.i Dagegen kommen sie unseres 

^ Die Halbaffen sind wohl kaum, wenigstens lebendig, untersucht worden. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UXD ANOPLUREN. 9 

Wissens nicht auf den Waltieren, den Elefanttieren und den 
Fledermäusen vor. Dass sie nicht auf diesen vorkommen öder 
von dort noch nicht bekannt sind, diirfte seinen Grund darin 
haben, dass, betreffs der Waltiere, das Wasserleben dem Vor- 
kommen Hindernisse in den Weg gelegt hat; vielleicht könnte 
man solche von den Sirenen, die wenigstens teilweise sich 
auf dem Lande aufhalten, erwarten. Die Hautbeschaffen- 
heit der Elefanttiere eignet sich ja gar nicht fiir das Vor- 
kommen von Mallophagen, und diirften sie deshalb wohl kaum 
auf den Elefanten zu finden sein. Dass eine Anoplure sich 
bis heute auf ihnen hat retten können, ist durch ihr fest- 
sitzendes Leben bedingt. Sehr eigentiimlich scheint es zu 
sein, dass von der sehr grossen und formenreichen Gruppe 
der Fledermäuse noch bisher keine einzige Mallophage nach- 
gewiesen worden ist. Und doch kommen auf ihnen meh- 
rere andere Parasiten, sowohl die eigenartigen Nycteribiden, 
als mehrere Aphanipteren, Acariden u. s. w., vor. Worin ist 
wohl die Ursache dazu zu suchen? Selbst bezweifle ich gar 
nicht, dass Mallophagen in der Tat auch auf diesen luftbe- 
wohnenden Säugetieren vorkommen; allzu wenige Formen, 
und zwar wohl fast ausschliesslich nord- öder mitteleuro- 
päische, sind bisher auf Mallophagen untersucht worden. 
Bekanntlich liegen diese Tiere während der kälteren Jahres- 
zeit in tiefem Winterschlafe, und sinkt dabei ihre Temperatur 
sehr beträchtlich. Ich selbst kenne einen Fall, wo während 
des Winters mehr als hundert Exemplare von Vesperugo 
pipistrellus in einem hohlen Baume angetroffen wurden, die, 
dicht aneinander gedriickt, mittels Eis zu einer zusammen- 
hängenden Masse zusammengef rören waren. Nach Hause ge- 
bracht, lebten sie binnen kurzem wdeder auf. Es wäre viel- 
leicht das völlige Fehlen der Mallophagen (und der Anoplu- 
ren) auf unseren Fledermäusen aus dieser Tatsache zu er- 
klären. Wie später gezeigt werden wird, sind die Mallophagen 
durchgehend termophile Formen, die gegen Temperatur- 
wechslungen sehr empfindlich sind und deshalb auch keine 
solche niedrige Temperatur ertragen können. Hoffentlich 
wird es sich zeigen, dass mehrere von den grossen Pteropo- 
diden sowie auch andere in den wärmeren Ländern vorkom- 
mende Formen auch Mallophagen und Anoplurenbeherbergen. 
Vielleicht könnte auch diese Temperatursenkung während 
des Winterschlafs die Tatsache erklären, dass der Tgel in un- 



10 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NlO 13. 

serem Lande, wie es scheint, keine Mallophagen beherbergt, 
während solclie z. B. in Italien auf demselben Tiere angetroffen 
worden sind. Wenigstens habe ich trotz sorgfältiger Unter- 
suchungen in verschiedenen Gegenden Schwedens ohne Er- 
folg den Igel auf Mallophagen untersucht. Bekanntlich liegt 
nun unser Igel im Winterschlaf und sinkt in den nördliclien 
Ländern seine Körpertemperatur sehr beträchtlich, ja, ich 
habe segar die Angabe gesehen, dass sie bis auf wenige Grade 
iiber 0° C. sinkt. Es ist nicht anzunehmen, dass die Mal- 
lophagen eine solche niedrige Temperatur ertragen können. 

Auf zwei anderen einheimischen Säugetieren, die auch 
im AVinterschlaf liegen, kommen dagegen Mallophagen vor. 
Es sind dies der Dachs und der Bär. Leider ist mir nicht 
bekannt — nähere Beobachtungen dariiber liegen meines 
Wissens nicht vor — me gross bei diesen beiden Tieren die 
Temperatursenkung während des Winterschlaf s ist, doch hat 
ja der Bär ein sehr gutes Fell, und was den Dachs betrifft, so 
gräbt er sich tief in die Erde ein, wo er vom Frost nicht 
so stark beeinflusst wird, weshalb seine Körpertemperatur 
allem Anschein nach nicht so stark sinkt, wie bei dem 
Igel. 

In diesem Zusammenhang "wdll ich auch die Auf merksam- 
keit auf eine sehr spezielle Verbreitungsweise lenken. Auf 
einem soeben geschossenen Sturnus vulgaris konnte ich im 
letzten Sommer sogleich nach dessen Tode zwei Ornithomyiden 
einsammeln, die insolchen Fallen nicht länge aufihremWirttiere 
verweilen. Sie waren aber nicht allein, denn auf ihnen beiden 
waren an den langen Haaren des Hinterleibes mehrere Exem- 
plare von Docophorus leontodon N. sehr stark befestigt, nicht 
weniger als sieben Exemplar e auf der einen, drei auf der ande- 
ren Lausfliege. Da nun diese sogleich einen anderen Vogel, 
wahrscheinlich einen neuen Står, aufsuchen, so wird ja auch die 
betreffende Mallophage dahin verbreitet. Es gewdnnt diese 
Beobachtung dadurch an Interesse, dass ein ganz ähnlicher 
Fall friiher in der Literatur erwähnt worden ist. Von Sharp 
wird nämlich (P. E. Soc. 1890. p. XXX) erwähnt, dass er eine 
Orniihomyia avicularia erbeutet hat, »to which there were 
firmly adhering — apparantly by their mandibles — several 
specimens of a mallophagous insect». Leider gibt der Ver- 
fasser uns keine weiteren Aufklärungen. Man weiss also 
weder, ob die betreffende Fliege f rei öder auf einem Vogel direkt 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 11 

eingesammelt wurde, nocli welcher Species der Vogel und die 
Mallophage angehörten. Es wäre wohl iibereilt, aus diesen 
beiden Fallen zu scliliessen, dass die Mallophagen mit Berech- 
nung sich auf den Fliegen befestigen, um zu einem anderen 
Wirttier gefiihrt zu werden, d. h. dass wir hier ein Beispiel 
einer direkten Äusserung von Intelligenz liaben soUten. Um 
dies festschlagen zu können, sind weitere Beobachtungen 
nötig. Doch verdient hervorgehoben zu werden, dass eben 
Parasiten sehr oft erstaunenswerte Beweise von Intelligenz 
liefern können. Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur 
an den bekannten Fall unter den Meloiden, wo die kleinen Lar- 
ven auf die Stengel der Blumen hinaufentern, um hier die 
Ankunft eines Blumenbesucliers, z. B. einer Biene, abzuwarten, 
sich an sie festklammern um dann mit in das Nest transpor- 
tiert zu werden, wo sie dann ein kummerloses Leben fiihren. 

Obgleich die Mallophagen streng an ihre Wirttiere gebunden 
sind, können doch viele von ihnen ziemlich länge frei leben. 
So habe ich z. B. mehrere Exemplare von Docophorus platy- 
rhyncus N. von einer Aquila chrysaetos fast 14 Tage lebendig 
in einer Glasröhre nebst einigen Federn eingeschlossen gehalten . 
Auch viele andere IscJinoceren können ziemlich länge von ihren 
Wirttieren getrennt leben. Viel empfindlicher sind in dieser 
Hinsicht die Amblyceren. Auch betreffs der Beweglichkeit 
besteht zwischen den beiden Gruppen ein grosser Unterschied. 
Die Ischnoceren sind nur mit stark reduzierten Onychien ver- 
sehen und kriechen langsam auf den Federn herum; bei 
Beriihrung saugen sie sich mit Hilfe der Oberlippe an die 
Federn fest. Die Amblycereri dagegen sind, mit Ausnahme 
der Pliysostomiden, schnell in ihren Bewegungen und laufen 
stets umher; auch wandern sie von dem Wirttiere sehr gern 
ab. So braucht man z. B. nur einen Finger in das Feder- 
kleid eines stärker infizierten Vogels hineinzustecken, um 
sogleich eine Menge dar auf zu erhalten. Dies hat auch 
bewirkt, dass viele Amblyceren eine viel grössere Verbreitung 
haben. So kommen z. B. die Menoponiden auf fast allén 
Vogelgruppen vor, während z. B. die Goniodiden fast aus- 
nahmsweise auf die GaUinaceen beschränkt sind. 

Finden sich auf demselben Wirttiere mehrere Formen, 
so sind sie gewöhnlich auf bestimmte Körperteile hingewiesen. 
So kommen z. B. die Menoponiden meistens auf dem Körper 
selbst vor, während viele von den Ischnoceren, z. B. die Doco- 



32 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

phorusarten, fast nur am Halse öder sogar auf dem Kopfe bei 
der Schnabelwurzel sich auf halt en. 

Hier möchte ich auch die Aufmerksamkeit auf die Farbe 
dieser Tierchen lenken. Es lässt sich näniKch in vielen Fallen 
nicht verkennen, dass die Parasiten oft eine mit ihrem Wirte 
iibereinstimmende Färbung zeigen. Bei denjenigen Vögeln, 
die braun öder dunkler gefärbt sind, sind die entsprechenden 
Mallophagen fast durchgehend braun, d. h. auf dem Integu- 
mente treten entweder stärker chitinisierte Flecke öder Binden 
auf, die fast die ganze Oberseite bedecken ; nur die schmalen 
Gelenkhäute sind heller. Dies ist bei den Docophoriden fast 
immer der Fall. Ich will hier auch auf einige spezielle Fälle 
auf merksam machen. Auf Fulica atra lebt teils eine Amblycere, 
Lcemobothrium atrum A^., teils eine Ischnocere, Lipeurusluridus 
N. Beide sind sie in Ubereinstimmung mit ihrem Substrate 
fast ganz schwarz gefärbt. Die auf unserem Schwane le- 
bende Ischnocere, Orniihohnis bucephahis Giel., ist, mit 
Ausnahme einiger mit unbewaffnetem Auge nicht wahrnehm- 
barer dunklerer Flecke, ganz schneeweiss gefärbt. Bei dem 
auf Anse?' leucopsis vorkommenden Ornithobius Klinckow- 
stroemin. sp. sind die dunkleren Zeichnungen bei weitem nicht so 
stark reduziert worden. Es finden sich hier noch einige dunkle 
Querbinden öder Querstriche. Dass es sich hier in der Tat 
um eine Reduktion handelt, wie immer in solchen Fallen, wo 
nur vereinzelte dunklere Flecke öder Striche der Quere öder 
der Länge nach vor kommen, wird in dem morphologisch- 
anatomischen Teil durch einen konkreten Fall beleuchtet 
werden, wo ich ontogenetisch Hand in Hand mit dem Zu- 
wachs und den Häut ungen die Reduzierung der Zeichnungen 
habe verfolgen können. Einen eigenartigen Fall bieten uns 
auch die Parasiten des Perlhuhns dar. Von diesem Vogel 
kennt man Repräsentanten verschiedener Mallophagenfamilien 
und Gattungen. Im Folgenden habe ich drei neue solche 
beschrieben, Lipeurus iiiimidianiis n. sp., Goniodes numidce 
n. sp. und Goniocotes nigromacidatus n. sp. Ihre Farbe ist, 
ähnlich derjenigen des Wirttiers, nur aus schwarz und weiss 
zusammengesetzt. Den vielleicht frappantesten Fall bietet 
aber Physostomum sidphureum N. dar, ein Federling, der nur 
auf dem schwefelgelb gefärbten Oriolus galbula vorkommt 
und, Avie der Speciesname andeutet, selbst schwefelgelb 
gefärbt ist, was einzig unter den Mallophagen dasteht. 



E. MJÖBERG, STUDIEN tJBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 13 

Betreffs derVerbreitung der Mallophagen auf dem Wirttiere 
sei bemerkt, dass sie in der Regel keine so weite Verbreitung 
haben, wie in der Literatur angegeben wird. In sehr vielen 
Fallen handelt es sich nämlich um s. g. »Uberwanderer». 
Gelegenheit zu Uberwanderungen haben besonders die Mallo- 
phagen, wenn z. B. geschossene Vögel (eder Säugetiere), wie es 
of t vorkommt, dicht aneinander gelegt werden. Wenn so 
der Einsammler sie auf dem einen öder anderen Vogel antrifft, 
schreibt er auf eine Etikette, dass sie auf einem gewissen 
Vogel angetroffen Avorden sind, obgleich sie in Wirklichkeit 
einer ganz anderen Vogelart angehören, momentan aber auf 
dem aufgegebenen vorkommen. Xur einige beleuchtende Fälle! 
Es liegt mir die Angabe vor, dass ein Stiick des nur auf 
Schwänen lebenden Ornithobius bucej^halus Gieb auf Felis 
domestica angetroffen worden ist, sowie auch, dass die auf 
Krähen vorkommende Mallophage Menopon mesoleucum N. 
einen Sciurus vulgaris bewohnt hat! Dass die Raub vögel 
gelegentlich viele nicht eigene Mallophagen beherbergen, 
kommt sehr of t vor. 

Fast alle Mallophagen niitzen sehr begierig jede Gelegenheit 
zur Uberwanderung und Verbreitung aus. Man braucht z. B. 
nur dicht an die Federn zu kommen, um sehr oft Mallophagen 
auf sich selbst zu erhalten. Auf kleinen, scharf begrenzten 
Lokalen vorkommend — ihr Leben bietet ja ungesucht mehrere 
Ankniipf ungspunkte an dasjenige der Inselbewohner — kommt 
leicht eine Massenvermehrung zu stande und es suchen sich 
gern mehrere von ihnen ein neues, geeignetes Substrat. Eine 
starke Inzucht kommt normalerweise vor. 

Hier will ich auch mit einigen Worten die eigenartige 
Lebensweise der Mallophagen (und der Anopluren) betonen. 
Es känn nämlich nicht geleugnet werden, dass ihre Lebensweise 
in vielen und mchtigen Hinsichten von derjenigen der anderen 
Tiere abweicht. Die wichtigsten Faktoren, gegen öder fiir 
welche iiberhaupt fast alle Tiere den Kampf aufnehmen und 
sich einzurichten haben, sind ja der Kampf um die Nahrung, 
die Sicherung der Fortpflanzung, der Widerstand sowohl 
gegen direkte Feinde als gegen klimatische Faktoren u. s. w. 
Sehen wir nun zu, wie es sich mit unseren Tieren in Bezug 
hierauf verhält, so finden wir zuerst, dass von einem Kampf 
fiir die Nahrung keineswegs die Rede sein känn, im Ge- 
genteil steht ihnen ja immer iiberaus reichliche Nahrung 



14 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

permanent zur Verfligung, den Mallopliagen Epidermiszellen 
und deren Derivate, den Anopluren Blut. Auf sehr scharf 
begrenzten Gebieten lebend, ist es fiir sie durcliaus nicht 
mit Schwierigkeiten verkniipft, das entgegengesetzte Ge- 
schlecht zu finden und die Fortpflanzung zu sichern. In 
klimatologischer Hinsicht diirften wohl keine anderen Tiere 
so begiinstigt sein, vne eben diese Parasiten. Me hr als an- 
dere sind sie nämlich gegen die Wechselungen des Klimas 
geschiitzt, indem sie, wie die Mallophagen in den Federn, me 
die Anopluren mit den Klauen diclit an der Körperhaut 
stark befestigt, fast in konstanter Temperatur leben. Dass sie 
in der Tat an diese Temperatur so streng gewöhnt sind, dass 
sie ihnen eine wahre Lebensbedingung geworden ist, geht dar- 
aus hervor, dass sie auch gegen ziemlich geringe Tempera- 
turwechslungen sehr empfindlich sind. Hat man z. B. einige 
solche in einem Glasrohre in ge\YÖhnlicher Raumtemperatur 
einige Stunden von dem Wirttiere entfernt geh alten und dann 
nur das Kohr mit zwei Fingern fasst, so ist dies schon hin- 
reichend: sie werden wie mit einem Schlage sehr lebhaft und 
laufen schnell herum. Dass das Senken der Temperatur nicht 
nur sichtbar also auf ihre Bewegungen influiert, geht dar- 
aus hervor, dass z. B. die Kontraktionen des Riickenge- 
fässes sich verlangsamen. So habe ich auf einem unter ein 
Deckglas gelegten, sofort von dem Vogel entfernten Meno- 
pon etwa 118 Kontraktionen beobachten können, während 
ich nach einer Stunde nur etwa 58 Kontraktionen habe zählen 
können. 

An direkten Feinden kommen nur sehr wenige flir 
die Mallophagen und die Anopluren in Betracht. Sie 
fiihren ja alle ein sehr verstecktes Leben und können nur mit 
Schwierigkeit aufgesucht werden. 

Nur von seiten des Wirtes selbst känn bisweilen Gefahr 
drohen, indem dieser so weit wie möglich seine Quälgeister 
zu entfernen versucht. In der Praktik gelingt dies aber in 
den meisten Fallen nicht, indem sie ihrer Kleinheit wegen, 
sowie auch dadurch, dass sie oft nur unzugängliche Stellen 
auf dem Körper bewohnen, sehr leicht der Gefahr ent- 
gehen. Auch wenn ein Vogel mit seinem Schnabel z. B. eine 
Mallophage antreffen sollte, diirfte er sie nur ausnahms- 
weise entfernen öder töten können. Mit den st arken Kiefern 
beissen sie sich nämlich sehr fest, wobei auch die Oberlippe 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UXD ANOPLUREX. 15 

bei den Isclinoceren und die Onycliien bei den Amblyceren 
gute Hilfe darbietet. Und auch wenn sie ein wenig geklemmt 
werden, so bekommt dies ihnen nur selir wenig, denn die Cliiti- 
nisierung des Körpers ist ansserordentlich stark. Vielleieht 
könnte iibrigens dieses Chitingeriist als eine Anpassung eben 
gegen den Angriff der Vögel gedeutet werden, denn es ist 
sonst sehr schw^er zu verstehen, warum gerade die Mallophagen 
eine solche kraftige Chitinbepanzerung brauchen. Bei den 
Anopluren, die von ihrem Wirttiere nicht im selben Grade 
angegriffen werden, kommt jedenfalls ein solches stark chiti- 
nisiertes Exoskelett nicht vor. 

Wir finden also, dass f iir unsere Tiere in vielen und sehr 
wichtigen Hinsichten die allgemeinen biologischen Gesetze bei 
weitem nicht so streng gelten. Zwar wissen wir ja noch 
nicht hinreichend, welches die Faktoren sind, die vor allem 
artgestaltend sind, noch in welcher Weise dies sich abspielt; 
doch wird ja allgemein angenommen, dass die Selektion dabei 
eine grosse Rolle spielt. Man sollte also erwarten, dass die 
Formenbildung nicht stark wäre, aber gerade das Umgekehrte 
findet ja statt. Sogar auf ein und demselben Tiere kom- 
men zwei, ja drei öder mehrere nahe verwandte Formen gieich- 
zeitig vor. Ohne auf diese schwderige Frage Antwort geben 
zu können, wdll ich doch betonen, dass wir es hier w^ahrschein- 
lich mit Mutationserscheinungen zu tun haben. 

Unserem bisherigen Wissen nach leben alle Mallophagen 
von Epidermisderivaten ihrer Wirttiere. Die liier und da 
in der Literatur vorkommenden Angaben, dass sie gänzlicb 
öder teilweise auch von Blut leben, kommen allem An- 
schein nach daher, dass Blut aus Wunden zufällig mit der 
Nahrung in den Darmkanal mitgefolgt ist, dann den Magen- 
inhalt rotgefärbt hat und durch das Integument sichtbar gewor- 
den ist. Der ganze Typus der Mundteile macht nämlich die Blut- 
nahrung sehr verdächtig. Nur betreffs der auch in vielen 
anderen Hinsichten eigenartigen Physostomiden bin ich betreffs 
der Diät im Zweifel, denn die Mundteile dieser Tiere, die 
ich nur auf einem einzigen nicht zu zerstiickelnden Exemplare 
von Physostomum clypeatmn n. sp. habe untersuchen können, 
scheinen sehr eigenartig und jedenfalls von denjenigen der 
iibrigen Mallophagen scharf verschieden zu sein. Leider 
sind die wenigen Repräsentanten der Physostomiden selten, 
weshalb ich gar keine Gelegenheit gehabt habe, die Tiere 



16 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (). S.O 13. 

lebendig zu untersuchen. Auch in der Lebensweise sondern sie 
sich von den iibrigen Mallophagen ab, denn nacli Nitzsch und 
Giebel (I. E. p. 254.) kriechen sie »stets auf der Haut umher, 
nicht in den Federn und scheinen sich von Blut zu ernähren. 
Wenigstens fand Kitzsch in allén, die er auf den Mageninhalt 
untersuchte, nur Blut, keine Federn, doch machten einige 
es wahrscheinlich, dass sie auch Epidermisschiippchen fressen». 
Beim Ergreifen laufen sie, nach Giebel, nicht davon, sondern 
saugen sich mit ihrer Oberlippe und den Haftlappen der Fiisse 
sogleich an die Finger fest. Was mich selbst aber an eine 
eventuelle Nahrung aus Blut denken lass t, ist, dass, mit 
Ausnahme der Mundteile, sehr kraftige Muskeln von den Seiten 
des Kopfes bis an verschiedene Teile des Phar3nix ver- 
laufen. Es erinnert mich diese Anordnung der Muskulatur 
sehr an die Anopluren, und lässt vermuten, dass, wie bei 
diesen, auch bei den Phijsosto^niden der Pharynx mit Hilfe 
dieser Muskeln spontan erweitert werden känn und als eine 
Saugpunge fungiert, wodurch das Blut aus der zuerst zuge- 
fiigten Wunde in den Darmkanal eingefiihrt wdrd. Den Bau 
der Mundteile und des Pharynx habe ich späterhin unter 
den Physosto7nide7i näher behandelt. 



I. Unterordnung Amblycera. 

1. Fam. Gyropidae (Kell.) m. 

Die Körperform entweder kurz und gedrungen öder schmal 
und schlank. Die Skulptur des Integuments mehr öder we- 
niger schuppig, die Segmentränder ähnlich wie bei mehreren 




Fig. 1. "Rechter Flihler von Gyropus 

ovalis IST. Das Spitzglied trägt eine 

Sinnesgrube. 

Anopluren fein krenuliert (Fig. 3). Der Kopf ist an den Seiten 
nach hinten stark winklig ausgebildet. Die Mundteile sind 
sehr weit nach vorn gelagert, die Pseudohypognathie also 



E. MJÖBERG, STUDIE?^ tJBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 17 

bei weitem nicht so stark wie bei den iibrigen Mallophagen 
entA^ickelt; Anneigung an Endotrophie lässt sich deutlich er- 
kennen; die Fiihler sind viergliedrig, das dritte Glied apikal- 
wärts stark verbreitert, das grosse vierte tragend; dies letztere 
Glied ist mit einer kleineren öder grösseren Sinnesgrube am 
Hinterrande versehen. Thorax lässt nur zwei deutliche Seg- 
mente hervortreten; Prothorax ist ziemlich klein, gerundet 
öder scliwach winklig ausgebildet. Die Beine sind sehr clia- 
rakteristisch; sie sind ziemlich kraftig, und of t trägen die 
Schenkel am Hinterrande höckerförmige Hervorragungen ; 
der Tarsus ist scliwach entwickelt, ein öder zweigliedrig ; das 






Fig. 2. Ausgestrecktes und einge- 

schlagenes Mittelbein von Gy- 

ropus ovalis X. 



Fig. 3. Hinterleibspitze (von nnten 

gesehen) mit den Gonopoden von 

Gyropns ovalis X. Die schuppige 

Sciilptur ist teilweise ausgelegt. 



Onychium nur wenig öder stark entwickelt; nur eine Klaue 
kommt vor, diese ist aber, besonders an den beiden hinteren 
Beinpaaren, sehr kraftig entwickelt, der Quere nach gef urcht ; 
im iibrigen erinnern die Beine sehr an diejenigen einiger Hcb- 
matopiniden. Nur bei der Gått ung Gliricola n. g. ist eine 
voUständige Reduktion der Klauen eingetreten; ihre Funktion 
wird von einem gut entwickelt en Onychium iibertragen. Die 
Hinterleibsegmente sind nur sehr scliwach chitinisiert und 
trägen je eine öder mehrere Querreihen von Borst chen; Gono- 
poden von verschiedener Form kommen vor. Betreffend 
den Kopulationsapparat und die Eier verweise ich auf die 
morphologisch-anatomische Abteilung. — Die Repräsentanten 
dieser Familie kommen ausschliesslich auf Säugetieren vor. 
Die bisher bekannten Formen kommen fast ausnahmsweise 
auf siidamerikanischen Tieren vor. 



Arhiv för zoologi. Band 6. N:o 13. 



18 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 



1. Gattung Gliricola n. g. 

Mjöberg: Zool. Anz. Bd XXXV 1910 p. 292. Fig. 



9—14. 



Die Körperform ist sehr läng und schmal. Der Kopf 
ist von derselben Form wie bei Gyropus, die Mundteile sind 
fast völlig endotroph, zwischen der Ober- und Unterlippe 
zuriickziehbar; es integrieren darin ein Paar stäbchenförmige, 
an der Spitze breitere und hier fein gezähnelte Gebilde; sie 
liegen unmittelbar unter den sehr weichen, fast membranösen 
Maxillen und repräsentieren, allem An- 
schein nach, das stark gespaltene Hypo- 
(^ V\ \ pharjrnx. An unter Deckglas gelegten 
lebendigen Tieren habe ich sehr deutlich 
beobachten können, dass diese Gebilde 
durch Kontraktion eines langen, an 
; der äusseren Seite dicht hinter der 
: Spitze befestigten Muskels seitwärts, 



^^^v. 




U 




Fig. 4. Hypopharynxspitze 
von Gliricola gracilis N. 



Fig. 5. Rechter Fiihler von Gliricola 

gracilis N. Das letzte Glied trägt eine 

Sinnesgrube. 



also horizontal, verschoben werden können. Bei der nahe 
verwandten Gattung Gyropus kommt eine ähnliche Einrich- 
tung vor, doch habe ich hier keine Muskeln beobachten können, 
auch sind diese Teile hier iiberhaupt mehr membranös. An 
der Spitze dieser Gabeln finden sich spitze Zähnchen und diirfte 
wohl ihre Funktion dieselbe sein, -wie fiir die »Gabeln» der 
Psociden, mit denen sie iibrigens keineswegs homologisiert 
werden können, d. h. sie werden beim Gebrauch hervorgescho- 
ben und fiihren dann Bewegungen in horizontaler Richtung 
aus. Nun leben die Tiere dicht an der Haut des Wirttieres 
und hier benutzen sie wahrscheinlich diese Gebilde als 
Sicheln, mit deren Hilfe sie Epidermisschiippchen abmähen, 
die später verzehrt werden. Die Mandibeln sind nicht sehr 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 19 



kraftig; die Maxillartaster sind zweigliedrig, die Labialtaster 

eingliedrig. Die Augen fehlen. Die Fiihler sind viergliedrig, 

das dritte Glied apikalwärts verbreitert, das vierte sehr gross, 

an der Spitze nach hinten eine sehr deutliche Sinnesgrube 

tragend, die durch eine Zwischenwand wie in zwei Abteilungen 

zerlegt zu sein scheint. Der Hin- 

terkopf ist mit einer Querreihe 

von Börstchen versehen. Thorax 

zeigt nur zwei deutliche Segment e, 

Prothorax ist klein, mit einem 

grossen Stigmapaar versehen, sehr 

an dasjenige der Anopluren erin- 

nernd. Die Beine sind ziemhch 

kurz, die Schenkel sind einfach, 

ohne höckerförmige Hervorragun- 

gen; nur ein TarsalgHed ist vor- ^.^ ^ ^^^Ues Vorderbein von 

handen, die Klauen sind völlig Gliricola gracil is X. 

wegreduziert, ihre Funktion als 

festhaltende Teile wird von einem gut entwickelten Ony- 

chium iibernommen. Die Hinterleibsegynente trägen je eine 

Querreihe von Börstchen, die Gelenkhäute sind mit einigen 







Fig. 7. Das erste Hinterleibsegment 

von Gliricola gracilis N. von der 

Dorsalseite. g. Gelenkhaut mit 

Höckerchen. 



Fig. 8. a. Hinterleibspitze mit 

Gonopoden von Gliricola gracilis 

N. 9- von der Ventralseite. b. 

Vergi-össtes Schuppchen. 



Querreihen von feinen Höckerchen versehen, die Skulptur 
hier sowie an iibrigen Teilen des Körpers besteht aus feinen, 
dicht aneinander stehenden Strichen; die Segmentränder sind 
fein krenuliert; die Gonopoden von sehr charakteristischer 
Form. Sie bestehen aus einer bogenförmigen, in zwei Spitzen 
auslaufenden Querplatte, die nach hinten in zwei liber die 
Hinterleibspitze hervorragende Spitzen endigt; am Hinter- 
rande der Querplatte finden sich einige ausgeplattete, fast 
schuppenartige Börstchen. Betreffs des Kopulationsapparats 
siehe den morphologisch-anatomischen Teil. 



20 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 18. 



Gliricola gracilis N. 

Schrank: Ins. Aust. 500 Taf. I. Fig. 1. (Ped. porcelli). — Xitzsch: 
Germ. Mag. III. p. 304. — Gervais: Aptéres III. p. 316. Taf. 48 Fig. o. 
— Denxy: p. 246. Taf. XXIV. Fig. 2. — Giebel: Z. f. d. ges. Xaturw. 
XVIII. p. 92. Taf. IL Fig. 10, 11. — Piaget: p. 611. Pl. L. Fig. 6. 

Einige Exemplare von Cavia cohaya (ipse) und von »einem 
schAvarzen Meerschwein » (coll. Mus. Zool. Hamb.). 



2. Gattung Gyropu-s N. 

Xitsch: Germ. :\Iag. III. p. 302. 

Schon Nitscli hatte in zwei auf Cavia cobaya lebenden 
Amblj^ceren die Repräsentanten einenneuen Gattung erblickt. 
Es waren die auf Meerschweinen nicht selten 
vorkommenden G. ovalis N. und G. gracilis 
N. Spä t er sind mehrere Formen entdeckt 
worden, so dass die Gattung heute, von der 
kleinen G. gracilis N. abgesehen, die ich in 
eine eigene Gattung gefiihrt habe, sechs Re- 
präsentanten zählt. Bemerkenswert ist, dass 
f linf von diesen ausschliesslich auf siidameri- 
kanischen Wirttieren vor kommen . Wahrschein- 
lich diirften, wie auch Giebel hervorhebt, 
einige von ihnen eigene Gattungen repräsen- 
tieren. Sehr bemerkenswert ist das Vor- 
Fig. 9. Hypopharynx kommen einer Art auf Bradypus tridactylus, 
von Gyropus ovalis X. ({{q einzige bislier von der heterogenen Gruppe 
der Edentaten bekannte Mallophage. Leider ist die vorlie- 
gende Beschreibung der Art sehr fragmentarisch, was darauf 
beruht, dass Nitzsch nur ein einziges beschädigtes Exemplar, 
von einem trockenen Felle gesammelt, zur Verfiigung hatte. 
Erneuerte Funde von der Art sind nötig, um ihre systema- 
tische Stellung feststeilen zu können. Eine gigantische Form 
ist G. dicotylis Macal. 




Gyropus ovalis N. 

Nitzsch: Germ. Mag. VII. p. 304. — Denny: p. 245, Taf. XXIV, Fig. 1. 
— Giebel: Zeitsch. f. d. ges. Xaturw. XVIII, p. 89, Taf. II. Fig. 1—9. — 
Piaget: p. 609. Pl. L. Fig. 5. 

Von der gar nicht se-ltenen Art habe ich mehrere Exemplare 
auf Cavia cohaya gesammelt. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 21 

2. Fam. Boopiidae m. 

Der Kör per erinnert nicht Avenig an den der Gyropiden. 
Die Skulptur des nur schwach chitinisierten Integuments 
ist mehr öder weniger fein schuppig. Der Kopf ist dreieckig, 
der Vorderkopf nicht sehr deutlich vom Hinterkopf abgesetzt. 
Die Fiihler sind sehr charakteristisch, fiinfgliedrig, deuthch 
keulenförmig, ziemKch läng, die beiden letzten Glieder sind 
gr oss und dick und bilden die Keule, am Hinterrande trägen sie 
je eine deutliche Sinnesgrube; die Labialtaster sind läng ein- 
gliedrig, die Maxillartaster auch läng, viergliedrig ; ein gut 
entwickeltes zweigespaltenes Hypopharynx kommt vor; die 
Augen sind auffallend gross, stark pigmentiert. Thorax lässt 
bisweilen drei deutliche Segmente erkennen, Pro thorax ist 
ziemlich breit und kurz, Die Beine sind sehr läng und schlank, 
die Tarsen sind zweigliedrig, läng; die Onychien scheinen eigen- 
artig entwickelt zu sein. Die Hinterleihsegmente sind ein- 
ander ziemlich ähnlich, nur die letzten klein; braune, schmale 
Querbinden kommen nicht selten vor. Die Stigmen sind re- 
lativ gross. 

Die Formen kommen nur auf Säugetieren vor und scheinen 
fast ausschliesslich auf Australien, wo sie auf Beuteltierenleben, 
beschränkt zu sein. Keine einzige Art ist bisher aus Europa, 
Amerika öder Afrika bekannt. 



Boopia peregrina n. sp. (Taf. 4, Fig. 9). 

Von der in vielen Hinsichten sehr interessanten Gattung 
Boojna Piag., die zum ersten Male von Piaget (Les Pediculines) 
auf einer auf Phascolomys fossor angetroffenen Form B. tar- 
sata Piag. begriindet wurde, hat man später auch einige änder e 
Formen kennen gelernt. In dem fiinf Jahre später erschienenen 
Supplement zu seinem grossen Werk beschreibt Piaget noch 
eine Art. B. grandis Piag. von einer Macrofus rufus und macht 
der Verfasser da die Reflektion: »Faudrait-il conclure que le 
genre Boopia caractérise les didelphes». Später wurden im 
Jahre 1902 von Le Souef (Vict. Nat. XIX, pp. 50 — 51) nicht 
weniger als drei neue bekannt gemacht. Es waren: B. nota- 
fusca n. sp. B. Bettongia n. sp. und B. miiiuta n. sp. Alle drei 
stammen von Beuteltieren. Leider habe ich keine Gelegenheit 
gehabt seine Beschreibungen kennen lernen, Aveil die betreff en- 
de Arbeit nicht hier im Lande anzuschaffen war. 



22 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND ö. NIO 13. 

Aus den wertvollen Sammlungen des Zool. Museums zu 
Hamburg liegt mir nun eine charakteristische Boojna-Sirt vor, 
die ich hier als neu bekannt mache. Obgleich ich die von 
Le Souef auf gesteliten drei neuen Formen durchaus nicht kenne, 
glaube ich doch wenigstens ein gewisses Recht hierzuzuhaben. 
Nach der Etikette stammt nämlich das Tierchen von einer 
Lutra pruneri aus Indien und wurde nach ausdriicklicher 
Angabe von einem »soeben frisch angekommenen Tier gesam- 
melt». Es scheint mir daraus wahrscheinlich, dass sie nicht 
von einem Beuteltiere iibergewandert, sondern in der Tat auf 
Lutra pruneri heimisch ist. Dieser Deutung nach hatte 
also die Gått ung Boopia Piag. auch ausserhalb Australiens 
Vertreter. Ich lasse hier die Beschreibung folgen. 




Fig. 10. Labinm nnd Hjpo- Fig. 11. Rechter Fiihler von Boopia pere- 
pharynx von Boopia pei^egrina grina M.jöb. Die zwei letzten Glieder 
INIjöb. trägen je eine Sinnesgrube. 

Der Körper ist vorn sehr schmal, liinten sehr gross und 
breit. Der Kopf ist nach vorn stark zugespitzt, fast triangu- 
lär. Clypeus ist vorn gänzlich gerundet, an den Seiten kurz 
beborstet; am Vorderkopf findet sich eine sehr deutliche, 
bei vielen Anopluren auf genau derselben Stelle vorkommende 
breite, dicke Chitinschiene, die hier ein wenig nach einwärts 
gebogen ist. Die Augen sind auffallend gross und durch 
zwei tiefe Fälten wie eingesenkt und scharf abgesetzt; dunkler 
pigmentiert; vor und hinter ihnen findet sich ein långes Börst- 
chen; die Schläfen sind breit, ein wenig fliigelartig erweitert, 
von da an, wo die grösste Breite liegt, bis zu den gerundeten 
Hinterecken, eine kleine Strecke läng fast geradlinig und hier 
etwa drei Börstchen tragend; ein wenig vor dem schwach 
ausgerandeten Hinterrande finden sich zwei sehr steife, dicke 
Chitinbörstchen. Die Fiihler (Fig. 11) sind in ihrem Bau 
von dem allergrössten Interesse, vor allem dadurch, dass nicht 
weniger als fiinf Glieder vorhanden sind; sonst ist es ja durch- 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 23 



gehend die Regel, dass unter allén Amblyceren nur vier Glieder 
vorhanden sind, was auch bei einigen Verfassern als Unter- 
ordungscharakter benutzt worden ist; in dieser Hinsicht steht 
die neue Form offenbar primitiver 
als irgend eine der librigen Ambly- 
ceren. Von Interesse ist auch, dass 
die Fiihlerf orm auch im librigen nicht 
so stark umgewandelt ist, indem die 
Keule zwar deutlich, jedoch nicht 
auffällig stark ausgebildet ist; das 
erste Glied ist fast rektangulär, Fig. 12. Maxillartaster von 

T .. . -T- Boopia peregrina Mjöb. 

das zweite em wenig langer, an 

der Basis deutlich schmäler, das dritte Glied ist apikal- 
wärts stark verbreitert, das vierte ist das grösste und 
nimmt das deutlich abgesetzte fiinfte auf, an den hinteren 






^^^m^ 



Fig. 13. Mittelbein von 
Boopia peregrina Mjöb. 



Fig. 14. a. Tarse. b. Onychium von 

unten. c. Vergrösserte Klaue von 

Boopia peregrina Mjöb. 



und oberen Ecken der beiden letzten Glieder kommen, ganz 
wie bei mehreren Anopluren, zwei deutliche Sinnesgruben 
vor, was der einzige mir bekannte Fall unter den Amblyce- 
ren ist. (Hieriiber siehe den morphologisch-anatomischen 
Teil.) 

Im Bau des Thorax scheint diese Form sehr primitiv zu 
sein. Hier finden sich nämlich drei gut begrenzte Thorakal- 
segmente. Prothorax ist etwa von der Breite des Hinterkopfs; 
seine Form erinnert ein wenig an diejenige der Menoponiden, 



24 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 



doch sind hier die seitlichen Ecken niclit spitz und scharf, 
sondern breit abgerundet, die Ränder, die mediane Querlinie 
und die von dieser ausgehenden, mit dem Rande parallellen 
Linien sind dunkler gefärbt; auf der Querlinie findet sicli in 
der Mitte eine kleine Verlängerung, an den seitlichen Ecken 
stehen ein kiirzeres und ein etwas längeres dickes Borst chen 
und nach hinten etwa vier solche, von denen das zweite, von 
vorn gerechnet, auffallend dick und stachelartig, das dritte 
aber schmäler und bedeutend länger als die iibrigen ist. Me- 
sothorax ist höchst bedeutend schmäler, vom Metathorax 
deutlich durch. einen weisslichen Ringe abgesetzt, an den Seiten 
gerundet und hier, Avie auch teilweise am Vorderrande, dunkler, 
fast schwarz gefärbt. Metathorax ist viel länger und breiter 





Fig. 15. Hinterleib von Boopia 
peregrina Mjöb. von unten, cT. 



Fig. 16. Hinterleibspitze von 
Boopia peregi-ina Mjöb., $. 



nach hinten erAveitert, dunkelbraun gerandet, vorn mit zwei 
Zeichnungen von charakteristischer Form und dahinten mit 
einer diffusen Querbinde versehen; an den Seiten finden sich 
an den Vorderecken je ein stachelartiges, etwa in der Mitte 
ein einzelnes kurzes, abstehendes Börstchen und an den stumpf 
abgerundeten Hinterecken drei kiirzere, von denen das 
mittlere viel dicker und stachelartig ist. Die Beiiie sind sehr 
läng und schlank, die Coxen sind sehr gross, dunkler gerandet, 
der Trochanter dagegen ziemlich klein; die Schenkel sind 
schlank, spärlich behaart, die Tibien trägen spez. apikalwärts 
einige längere Börstchen und an der inneren Spitzecke ein sta- 
chelartiges ; an der Spitze trägen sie einen dunkelbraunen Ring ; 
das erste Tarsalglied ist sehr kurz und trägt an der Spitze 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 25 



an der inneren Ecke zwei sehr f eine Börstclien ; das zweite Glied 
ist viel länger, schmal, auf der Unterseite trägt es gleichsam 
eine längliche Plåt te, die von zahlreichen kleinen Höckerchen 
und Unebenheiten besetzt ist und wahrscheinlich ein eigenartig 
umgewandeltes Onychium darstellt. Die Hinterleihsegynente 
erreichen etAva in der Mitte ihre grösste Breite, sie haben eine 
etwas schuppige Skulptur und die Segmentgrenzen sind 
nicht deutlicli hervortretend, ganz wie dies bei mehreren 
Anopluren der Fall ist; die Segmente scheinen acht zu sein; 
die Segmente 2—7 trägen je ein Paar ziemlich grosse Stigmen; 
am Seitenrande kommen keine tjrpischen Randschienen^vor, 
jedoch lässt sich auf einer Strecke in der Mitte des Seitenrandes 





Fig 17. Hinterleib von Boopia 
peregrina Mjöb. von oben, cT. 



Fig. 18. Hinterleib von Boopia pe- 
regrina Mjöb. von unten, $. 



jedes Segments eine schwächere Ctiitinisierung erkennen; 
in der Mitte des Hinterleibs finden sich sechs schmale braune 
Querbinden, deren Zugehörigkeit zu dem bestimmten Seg- 
mente wegen der undeutlichen Segmentgrenze schwer fest- 
zustellen ist; diclit hinter jeder braunen Querbinde eine Quer- 
reihe von sechs Börstchen, von denen vier hinter jeder Quer- 
binde stehen, zwei auf jeder Seite; am vorletzten Segmente 
findet sich beim $ ein mit sechs Börstchen versehener Cliitin- 
fleck, der nach hinten mit den stärker chitinisierten lateralen 
Teilen des letzten Segments zusammenfliesst und zusammen 
einen braunen Fleck von charakteristischer Form darstellt; 
in der Mitte des letzten Segments findet sich beim 5 ein braun- 



b 



26 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

gelber, länglicher, quergestellter Fleck. Beim c? is t der Hinter- 
rand des letzten Tergites abgerundet und trägt einige sehr 
kurze und an den Hinterecken zwei sehr länge kraftige Börst- 
chen; die entsprechende Sternite ist sehr breit und ein wenig 
schalenförmig und biegt aufwärts um, ganz wie es später 
bei der Anoplurengattung Acanthopinus Mjöb. beschrieben 
worden ist; am Hinterrande stehen einige Börstchen; ein 
Genitalfleck von nicht scharfer Begrenzung kommt sowohl 
beim c? wie beim $ vor. (Fig. 15, 18). 



Korp 


erproportionen. 




Länge: 


(^ 


? 


Kopf 


0,400 


0,3375 


Thorax 


0,5375 


0,5875 


Abdomen 


1,350 


1,8125 


3 Femur 


0,350 


0,350 


3 Tibia 


0,3375 


0,3375 


Breite: 






Kopf 


0,475 


0,550 


M. Thorax 


0,400 


0,4625 


Abd. 3 Segm. 


0,875 


1,050 


Abd. 7 Segm. 


0,625 


0,6875 



Von der sehr charakteristischen Art liegen mir einige 
Exemplare von einer Lutra pruneri aus Indien (»soeben frisch 
angekommenes Thier.») (Coll. Mus. Zool. Hamburg. 4 VIII 
1895) vor. 

3. Fam. Menoponidae m. 

Der Körper ist von wechselnder Grösse, sehr gross bei 
Trinoton-Aiten, viel kleiner und weicher bei Menopon- und 
Colpocephalum- Arten. Der Kopf ist von einer charakteri- 
stischen und durchgehenden Form, fast gleichförmig dreieckig 
und an den Schläf en stark erweitert ; der Vorderkopf ist bis- 
weilen durch eine mehr öder weniger starke Augenbucht vom 
Hinterkopfe abgesetzt. Die Mundteile sind weit vorn ge- 
legen, und ist hier also der Clypeus nicht so stark vorgewölbt ; 
die Oberlippe ist auf der Unterseite des Kopfs gelegen und 
setzt sich als eine Querwulst ab ; die Fiihler sind viergliedrig, 
mehr öder weniger keulenförmig, in tiefen Gruben versteckt, 
das dritte Glied ist triangulär, das vierte ist sehr dick, nur 



É 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 27 

ausnahmsweise mit Sinnesgruben versehen; ein Hypopharynx 
kommt immer vor und ist fast immer auf der ventralen Seite 
in zwei ellipsoide Gebilde differenziert; die Augen sind meistens 
zweigeteilt; ein frei ausgebildetes Occipitalapodem kommt 
niemals vor, dagegen ist der Hinterrand des Kopfes sehr oft 
stellen weise sehr stark chitinisiert und dunkler gefärbt; an 
den Hinterecken sowie auch nach vorn finden sich oft sehr 
länge und dichte Borsten. Thorax lässt bei vielen Formen 
die drei integrierenden Segmente deutlich hervortreten ; Pro- 
thorax ist von charakteristischer Form, vor der Mitte immer 
am breitesten und hier in mehr öder weniger 
Seitenecken auslaufend; meistens kommt eine stärker 
chitinisierte Querlinie vor. Die Beine sind ziemlich 
läng und kraftig, immer mit gut entwickelten ^ 
Onychien versehen; oft kommen zwei solche vor, 
ein grösseres scheibenförmiges auf dem ersten 
Gliede und ein etwas kleineres fast kreisrundes auf 
der Spitze, das sich bisweilen in einem kleinen 
Lappen zmschen den Klauen fortsetzt; bisweilen 
sind die Onychien nicht so weichhäutig öder in 
verschiedener Weise modifiziert. Der Hinterleih 
besteht aus neun Segmenten; sie sind gewöhnlich 
nur schwach chitinisiert und entAveder ungefärbt Fig. 19. 
öder mit dunkleren Querbinden versehen; die Be- ^on^Vrno- 
borstung ist sehr reichlich. Der männliche Kopula- von alho- 
tionsapparat ist sehr einfach, eine breite Basal- /«^'^^y^^- 
platte kommt nicht vor, sondern nur ein einfacher 
. Chitinstab; die Paramere sind sehr schwach ausgebildet. 

Zu dieser Familie f iihre ich die mir vorliegenden Gattungen 
Menopon N., Colpocephahim N., Pseudomenopon n. g., Nitzschia 
Den., Trinoton N. und Tetrophtahnus Gross. Die Zahl 
der Arten ist eine sehr beträchtliche. Eine Sonderstellung 
nehmen unzweifelhaft die beiden Gattungen Trinoton N und 
nocli mehr T etrophtalmiis Gross ein. Beide sind in sehr wenigen 
Arten vertreten und w ie die Nitzschia- Arten an ganz bestimmte 
Vogelgruppen begrenzt. Zu den beiden ersten Gattungen, 
Meyiopon N. und Colpocephaliim N., die Kollektivgattungen 
sind, werden mehrere ziemlich stark abweichende Formen 
gefiihrt, die sicher eigene Gattungen repräsentieren. Alle 
schmarotzen auf Vögeln, mit Ausnahme zweier Formen, Meno- 
pon longitarsus Piag, eine eigenartige grosse Form, die nach 




28 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Piaget auf Halmaturns giganteus lebt, und 31. extraneum Piag 
von einer Cavia Cohaya. 



1. Gattuiig Meiiopon N. 

NiTZSCH: Germ. Mag. III. p. 299. 

Es gehören zu dieser Gattung eine sehr grosse Zahl von 
Formen, die auf fast allén Vogelgruppen Verbreitung gefunden 
haben. Vorlier ist erwähnt worden, dass zwei Formen aucli 
auf Säugetieren nachgewiesen worden sind. Von diesen 
diirfte vielleicht M. longitarsus Piag. eine neue Gattung re- 
präsentieren. Eine durchgehende Revision von der Gattung 
wäre librigens sehr nötig. 



Menopon mesoleucum N. 

De Geek: (Ricinus coinicis) VII. Taf. IV. Fig. 11. — Giebel: p. 281. 
Taf. XIV. Fig. 11, 12. — Piaget: p. 426. Pl. XXXIV. Fig. 7. 

Von dieser Art liegen mir Exemplare von Corvus corax, 
Corvus cornix, Buteo lagojnis, Falco communis, Falco pere- 
grinus und Sciurus vulgaris (!) vor. (Mus. Holm, Mus. Gbg, 
ipse.) Geliört ausscliliesslicli den Corviden an, die vier letzten 
Wirttiere diirften deshalb ganz zufällig infiziert sein. 



Menopon phanerostigma N. 

Giebel: p. 290. Taf. XIV. Fig. 8. — Piaget: p. 425. 

Von dieser sehr charakteristischen Art, die vorher nur 
voji Nitzsch angetroffen worden ist, liegen mir ein Männchen 
und ein Weibchen vor. Die Art ist von Nitzsch nur sehr wenig 
naturgetreu abgebildet worden, und die von Giebel gelieferte 
Beschreibung scheint bei weitem nicht hinreichend zu sein 
und entspricht nicht gut der Figur. Ich vervollständige hier 
die Beschreibung. 

Der Körper ist nicht so länglich, wie se die Figur von Nitzsch 
angibt. Der Kopf ist sehr breit, vorn breit abgerundet. 
Der Clypeus ist nach vorn durch eine dicke Chitinschiene 
gerandet, die von feinen Kanalen dicht durchbohrt ist, 
und vorn entsprechende kurze Börstchen trägt; an den 
Seiten nach hinten stehen zwei längere Börstchen; die Augen- 
bucht ist breit, aber nicht tief, die Augen sind deutlich dunkel 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 29 

pigmentiert. Die Schläfen sind deutlich fliigelartig entwickelt, 
ganz abgerundet, und trägen am Rande mehrere Börstchen, 
von denen wenigstens vier sehr läng sind; der Hinterrand 
ist deutlich breit ausgerandet; in der Mitte finden sich zwei 
dunkelbraune Flecke, die Ausgangspunkte der Verbindungs- 
schienen, die nur schwacli ausgebildet sind. Prothorax ist 
nicht breit, fast pentagonal, die seitlichen Ecken sind spitz 
ausgebildet; die Seiten trägen von hier an nach hinten vier 
sehr länge steife Börstchen, die schmale Querlinie ist dunkler 
und die Seiten sind dunkel gerandet; am Hinterrande fin- 
det sich bei den nicht scharf abgesetzten Hinterecken ein 
kleiner, rundlicher, brauner Fleck der weder von Nitzsch 
noch von Ulehel beriicksichtigt worden ist. Der Mesothorax 
ist deutlich vom Metathorax abgesetzt, an den Seiten mit 
einem dunklen, keilförmigen Flecke, der in der Mitte unge- 
färbt ist. Metathorax ist viel breit er, nach hinten stark ver- 
breitert, mit einer breiten, dunklen Querbinde versehen und an 
den Hinterecken einige länge Börstchen tragend. Die Beine 
sind kurz und dick, reichlich beborstet, schmal dunkel ge- 
randet. Das erste Hinterleibsegemente ähnelt sowohl in 
der Form wie auch in der Farbe dem Metathorax ; die f olgenden 
sieben nehmen an Breite allmählich zu, um auf der Mitte ihre 
grösste Breite zu erreichen; sie trägen alle gut markierte 
dunkle, fast schwarze Randschienen, die beim $ bedeutend 
dicker sind, ebenso an den Rändern einige sehr kurze, stachel- 
artige und nahe den Hinterecken einige sehr länge Börstchen; 
in der Mitte findet sich auf jedem Tergite eine braune Quer- 
binde, die an den Stigmen merkbar dunkler gefärbt ist, so dass 
also die Stigmen wie von schwarzen Ringen umgeben sind; 
das neunte Segment ist breit abgerundet, dicht beborstet, 
gelblich; beim $ ist das entsprechende Segment mehr gerundet, 
dunkler gefärbt, kiirzer beborstet. Auf der Ventralseite 
findet sich zwischen den vorderen und den mittleren Coxen 
eine dunklere Zeichnung und auf dem Hinterleibe beim cT auf 
dem zweiten Segmente eine dunkelbraune, auf jedem der 
iibrigen Segmente eine gelbliche Querbinde, die sich auf den 
zwei letzten Segmenten in zwei seitliche Flecke auf löst; beim 
? sind die Querbinden nur ein wenig breiter, ähneln aber im 
iibrigen denjenigen beim J* . 



30 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Körperproportionen. 



Länge: 


cT 


? 


Kopf 


0,350 


0,300 


Thorax 


0,2625 


0,300 


Abdomen 


1,1875 


1,25 


3 Femur 


0,225 


0,25 


3 Tibia 


0,2375 


0,225 


Breite: 






Kopf 


0,5875 


0,525 


M. Thorax 


0,3875 


0,4375 


Abd. 3 Seg. 


0,600 


0,750 


Abd. 7 Seg. 


0,550 


0,7125 



Es liegen mir zwei Exemplare von einem Cucnlus cmiorus 
vor. (ipse). 



Menopon pici Den. 

Denny: p. 219. Taf. X. Fig. 5. — Piaget: p. 425. 

Einige Exemplare von Picus viridis (ipse) 



Menopon coracopsis n. sp. 

Die neue Art erinnert habituell ein wenig an die von 
Trichoglossus ornatus von Piaget beschriebene M. parumpi- 
losum P., ist jedoch von dieser sicher distinkt. 

Der Kör per ist von dem gewöhnlichen Typus, blassgelb, 
mit dunkleren, fast schwarzen Zeichnungen. Der Kopf ist 
kurz und breit, ziemlich dicht beborstet, an den scharf dunkel 
fragmentierten Augen nur sehr wenig eingezogen, ringsum 
ziemlich dicht beborstet, vorn am Clypeus finden sich, 
nahe der Mittellinie, vier kurze, an den Seiten vor den Augen 
einige sehr kurze und einige ein wenig längere, und an den 
breit gerundeten Hinterhauptseiten mehrere Börstchen, von 
denen 3—4 länger sind. Auf dem Vorderkopf, etwa auf der 
Höhe der Fiihlerbucht, finden sich zwei dunklere Flecke; 
der Hinterhauptrand ist schmal dunkler gerandet. P^^o- 
f hor ax ist ziemlich breit, an den Seiten und ein wenig nach 
innen bis an die den Seiten parallelle dunkle Linie dunkler 
gerandet; an den seitlichen Ecken stehen zwei längere, nach 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 31 



aussen und hinten gerichtete Börstchen und an den gänzlich 
gerundeten Hinterecken ein längeres. Metathorax ist ein 
wenig breiter, an den Seiten dunkler gerandet; an dem Vorder- 




Fig. 20. 



Kopf und Prothorax von Menopoii 
coracopsis Mjöb. 



rande finden sich zwei dunkle, gebogene Linien; an den Seiten 
spez. nach hinten stehen einige sehr kurze und an den undeut- 
lichen Hinterecken nur ein längeres Börstchen. Die Beine 
sind ziemlich kurz, die Schenkel kurz und dick; am Vorder- 
rande finden sich 6—7 ziemlich länge Börstchen. Die Hinter- 
leihsegmente erreichen etwa auf der Mitte 
ihre grösste Breite ; die sechs ersten trägen 
an den Seiten schmale, dunkle Rand- 
schienen; sie sind am Rande kurz, dicht 
beborstet und trägen an den Hinterecken 
nach hinten länger werdende Börstchen; 
auf den sechs ersten Segmenten finden sich 
nach innen von den Randschienen dunk- 
lere, unregelmässige, trianguläre Flecke; 
das achte Segment hat gerade, nach hinten 
konvergierende Seiten; das neunte Seg- 
ment ist sehr klein und nur sein Hinter- 
rand, der mit dichten, steifen, kurzen Börst- 
chen besetzt ist, ist von oben sichtbar. 
Auf der Ventralseite findet sich zwischen 
den vorderen und den hinteren Coxen ein dunkler Strich sowie 
auch zwischen den hinteren Coxen ein medianer brauner Fleck; 
die Hinterleibsegmente 2—6 trägen je eine breite, unregelmäs- 




Fig. 21. Hinterleib von 
Menopon coracopsis 
Mjöb. (von unten). 



32 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

sige, rektanguläre, etwas gebogene, braune Querbinde, das 
siebente nur einen kleinen Fleck. 

Korp erpr oportionen. 



Länge: 


? 


Kopf 


0,4375 


Thorax 


0,500 


Abdomen 


1,1875 


3 Femur 


0,3375 


3 Tibia 


0,250 


Breite: 




Kopf 


0,650 


M. Thorax 


0,525 


Abd. 3. Segm. 


0,750 


Abd. 7 . Segm. 


0,5625 



( 



Es liegt mir ein einziges weibhches Exemplar von einer 
Coracojms ohscura aus Madagaskar vor (colleg. Kaudern.). 



Menopon gonophseum X. 
Giebel: p. 282. Taf. XV. Fig. 1. — Piaget: p. 429. 

Einige Exemplare von Corvus corax sowie auch als t)ber- 
wandrer auf Biiteo vulgaris (Mus. Gbg.; ipse). 



Menopon anathorax N. 
Giebel: p. 282. — Piaget: p. 228. Pl. XXXIV. Fig. 8. 

Einige Exemplare von Ccrvus monedula (Mus. Gbg.) 

Menopon picae Den. 

Denny: p. 213. Taf. XVIII. Fig. 6 (Colp. eurvsternum.) — Piaget: 
p. 433. Pl. XXXIV. Fig. 2. 

Einige Exemplare von Pica caudata (Mus. Gbg; Muchardt.) 



Menopon indivisum N. 
Giebel: p. 284. — Piaget: p. 436. Pl. XXXIV. Fig. 3. 

Einige Exemplare habe ich von einem Garruhis glandarius 
gesammelt. 



p 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 33 

Menopon cucullare N. 
Giebel: p. 284. Taf. XV. Fig. 5. — Piaget: p. 440. 

Von dieser eigenartigen nur von Nitzsch angetroffenen Art 
liegt mir ein Weibchen von einem Sturnus vulgaris vor (coll. 
VidelL). Die Art gehört innerhalb der Gruppe von Menopon- 
Arten, welche die Corviden infizieren und die morphologisch 
dadurch ausgezeichnet sind, dass beim $ der erste Hinterleibs- 
terite in der Mitte nach hinten ausgezogen öder verlängert ist, 
so dass die Spitze fast an den dritten Tergite stösst. 

Menopon rusticum. N. 
Giebel : p. 228. — Piaget: p. 443. Pl. XXXVI. Fig. 2. 
Es liegen mir einige Exemplar e von einer Hirundo rustica 
vor (ipse). 

Menopon lagopi Grube. 
Grube: Middend. R.: p. 491. Taf. XXI. Fig. 7. — Piaget: p. 468. 

Von der Art liegen mir einige Exemplare von Lagopns sj). 
(Pittekaj, Stuxherg) und von Lagopus sabulpinus (VidelL) 
vor. 

Menopon Meyeri G. (?) 
Giebel: p. 296. — Piaget: p. 485. 

Es liegen mir einige Exemplare einer Art vor, die ich 
nur mit Zweifel mit dieser identifiziere. Sie stammen von 
einer Limosa lapj:on{ca. 

Menopon crocatum N. 
Giebel: p. 295. — Piaget: p. 475. Pl. XXXIV. Fig. 3. 

Zu dieser Art fiihre ich einige Exemplare von einem Hce- 
matopus ostralegus (ipse.) 

Menopon lutescens N. 

Giebel: p. 294. Taf. XVII. Fig. 10. — Piaget: p. 477. Pl. XXXIX . 
Fig. 4. 

Von dieser weit verbreiteten Art liegen mir Exemplare 
von Vanellus cristatus, Anas boschas, Uria troile, Mergidus 
alle und Mormon arcticus vor. (Mus. Gbg. Roth, ipse.) 

Arhiv för zoologi. Band 6. N:o 13. 3 



34 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Menopon albofasciatum Piag (?) 

Piaget: p. 496. Pl. XL. Fig. 6. 

Nur mit Zweifel fiihre ich einige von einen Vulpanser 
ladorna stammende Exemplare zu dieser Art (ipse). 

Menopon fuscofasciatum Piag. 
Piaget: p. 492. Pl. XL. Fig. 9. 

Es liegen mir einige Exemplare von einer Lestris para- 
sitica (Spitzbergen, Jirnetlen, Stiixherg) vor. 

Menopon phseopus N. 

Denny: (ridibundus) p. 227. Taf. X. Fig. 3. — Giebel: p. 299. — 
Piaget: p. SOL Pl. XLI. 8. 

Einige Exemplare von Lams canus und Alca torda 
(Mus. Gbg.). 

Menopon pustulosum N. 
Giebel: p. 298. — Piaget: p. 490. Pl. XLI. Fig. 3. 
Zwei Exemplare von einer Sula^ bassana (Mus. Gbg.). 



Menopon madagascariense n. sp. 

Die neue Art, die nur in einem weiblichen Exemplare vor- 
liegt, erinnert nicht wenig an M. icterum N., weicht jedoch in 
einigen Hinsichten davon ab. 

Der Körjjer ist länglich-oval, gelblich-weisslich ohne scharf 
hervortretende dunklere Zeichnungen. Der Kopf ist breit 
dreieckig, an den Seiten bei den Augen nur sehr wenig ausge- 
schweift. Am Vorderrande des Clypeus finden sich in der 
Mitte vier Börstchen; zwei etwas kiirzere stehen an den Seiten 
und ausserdem mehr nach hinten, etwa bei der Fiililerbucht, 
zwei länge nach hinten gerichtete; ein wenig vor den Hinter- 
ecken finden sich einige sehr länge und einige kiirzere Börstchen. 
Die Augen sind dunkler pigmentiert ; auch f indet sich ein dunk- 
lerer Flecke mehr nach innen und vorn, der mit dem dunklen 
Augenflecke fast zusammanhängend ist, was den Eindruck 
von zwei schiefen dunkelbraunen Linien in der Mitte des 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 35 

Kopfs erweckt; der ganze Hinterrand des Kopfs ist schmal 
dunkel gerandet, in der Mitte breit ausgerandet. Prothorax 
ist sehr breit, die nach hinten stark konvergierenden Seiten 
sind schmal dunkel gerandet und trägen einige länge Borst chen. 
Metathorax ist breit triangulär, die Seiten sind schmal dunkel 
gerandet; die abgerundeten Hinterecken trägen zwei sehr 
länge und einige äusserst kurze Börstchen. Die Beine snid 
blassgelb, stark beborstet, ziemlich läng und schlank. Die 
Hinterleibsegmente sind einander ziemlich ähnlich, sie sind 




Fig. 22. Kopf lind Prothorax von Menopon 
madagascariense jNIjöb. 

einfärbig, gelbbraun, mit kurzen Randschienen versehen und 
trägen an den Seiten mehrere sehr kurze, nach hinten gerichtete 
Börstchen sowie auch an den Hinterecken ein sehr långes solches. 
Die ganze Oberseite ist sehr dicht und läng behaart; am Hin- 
terrande des letzten Segments stehen die gewöhnhchen kurzen, 
geraden Börstchen, die iibrigens nach aussen bedeutend länger 
sind und fast als zwei Borstenknippen hervortreten. 





Korp erpr oportion en 


Länge: 


? 


Kopf 


0,2875 


Thorax 


0,4375 


Abdomen 


1,3125 


3 Femur 


0,275 


3 Tibia 


0,275 



36 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Breite: 
Kopf 0,625 

M. Thorax 0,5875 
Abd. 3Segm. 0,8125 
Abd. 7 Segm. 0,675 

Es liegen mir drei $$ von einem Scopiis U7nbretta aus 
Madagaskar vor (Colleg. Kaudern). 

2. Gattuiig Colpoceplialum N. 

Nitzsch: Germ. Mag III. p. 298. 

Die Gattung ist ausserordentlich reicli an Formen und 
fast auf allén Vögeln, mit Ausnahme von Oscines, verbreitet. 
Eine kritische Revision der bislier bekannten Formen wäre 
sehr wiinschenswert. Eine kleine eigenartige Form ist die 
im Folgenden beschriebene Colp. peduculoides n. sp, bei welcher 
die Fiihler nur sehr schwach keulenförmig ausgebildet sind. 
Sehr eigenartig ist auch Colp. heterosoma Piag, eine Form, 
bei welcher die Hinterleibsegmente sich sehr scharf von einander 
absetzen und fast gleichbreit sind. 

Die Arten leben auf dem Körper des Wirttieres und laufen 
sehr lebhaft herum. Mit Hilfe der Onychien saugen sie sich 
mit grösster Leichtigkeit an alle Gegenstände fest. 

Colpocephalum abruptofasciatum n. sp.* 

Die neue Art ist von dem Typus des C. setosum Piag. 
und erinnert auch ein Avenig an C. dissimile Piag., ist jedoch 
allem Anschein nach eine distinkte Species. 

Der Körper ist von dem ge wöhnlichen Typus dieser Gattung, 
beim J* bedeutend kleiner und schmäler als beim ?. Der 
Kopf ist viel breiter als läng, vorn breit abgerundet und mit 
den beiden gewöhnlichen Flecken versehen. Der Cl\i)eus 
in der Mitte mit zwei und an den Seiten mit drei Börstchen 
versehen. Vor der Fiihlerbucht stehen vier längere Börstchen. 
Am Hinterrande der stark chitinisierten Fiililerbucht stehen 
die flachen, stark lichtbrechenden Augen. Die Hinterhaupt- 
ecken sind breit, fliigelartig entwickelt. Von dem sehr stark 
chitinisierten, dunkleren Hinterrande erstrecken sich die an- 
fangs sehr breiten, dann verschmälerten Verbindungsschienen 

1 Sehe auch: Results of Swed. Zool. Exp. to Egypt and W. Nile: 
Mallophaga. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 37 



bis an die Fiihlerbucht. Die Fiihler sind nur schwach keulen- 
förmig. Prothorax ist sehr breit, jedocli viel schmäler als der 
Kopf, hinter der Querlinie stark nach hinten verschmälert und 
hier fiinf länge Börstchen tragend. Metathorax vorn schmal, 
hinten stark verbreitert, Avie die Hinterleibsegmente reichlich 
beborstet. Die Beine sind mässig entwickelt; alle Tibien 
haben am Aussenrande eine dicke Chitin- 
schiene, die dunkler gefärbt ist. Die Hinter- 
leibsegmente erreichen auf der Mitte ihre 
grösste Breite. Beim J^ sind die acht ersten 
ziemlich gleichförmig, in ähnlicher Weise 
beborstet und mit breiten, fast die ganze 
Fläche einnehmenden braunen Querbinden 
versehen; das neunte Segment ist fast unge- 
färbt, sehr läng und stark beborstet. Beim 
$ trägen die viel breiteren zwei ersten Hin- 
terleibsegmente zusammenhängende, breite, 
braune Querbinden; die sechs folgenden 
nehmen an Breite nach hinten ab und trägen 
alle etwas schmälere, in der Mitte breit abge- 
brochene braune Querbinden ; das achte trägt 
an jeder Hinterecke ein sehr långes Börst- 
chen; das neunte Segment ist nach hinten 
sehr stark verjiingt und trägt an den Seiten 
eine kammerförmige Sammlung von dicht 
aneinander stehenden, steifen Börstchen und etwa hinter 
der Mitte jederseits ein sehr långes und viele steife, nach 
hinten gerichtete, dicht aneinander gedrängte Börstchen; 
gerade an der Spitze sind einige von diesen dicker und länger 
als die librigen; in der Mitte der drei vorletzten Segmente findet 
sich ein schmäler brauner Mittelstreifen. 




Fig. 23. 

Colpocephalum 

abruptofasciatum 

Mjöb. (9). 



Körperpr oportionen. 



Länge: 


£ 


? 


Kopf 


0,275 


0,325 


Thorax 


0,250 


0,2625 


Abdomen 


0,625 


0,900 


3 Femur 


0,15 


0,1875 


3 Tibia 


0,15 


0,150 



38 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Breite: 

Kopf 0,4125 0,475 

M. Thorax 0,325 0,4125 

Abd. 3Segm. 0,475 0,550 

Abd. 7 Segm. 0,3875 0,3875. 

Melirere Exemplare von dieser Art sind bei Kairo (8.1) 
auf einem Milvus ce-gyj)tius eingesammelt worden (Colleg. 
Trägårdh). 

Colpocephalum bicolor Piag. 
Piaget: Les Pediculiiies. p. 561. Pl. XLVII. Fig. 1. 

Ein einziges Exemplar liegt mir von einer Streimlas inter- 
pres vor. (Vega's Winterstation, AS'/nLT5erg.) 

Colpocephalum flavescens X. 

Lyoxnet: p. 262. Pl. XII. Fig. 2. — Germahs Magaz: III. p. 298. — 
Denny: p. 206. Pl. XVIII. Fig. 2. — Giebel: p. 262. Taf. XIII. Fig. 10. 
Tal XIX. Fig. 3, 4, 7. — Piaget: p. 515. Pl. XLII. Fig. 10. 

Einige Exemplare von Pernis a^nvorus (Mus. Gbg.) 
Colpocephalum pustulosum. Piag. 

Giebel: (c. umbrinum) p. 274. Taf. XIV. Fig. 4. — Piaget: p. 559. 
Pl. XLVI. Fig. 8. 

Einige Exemplare liegen mir von Limosa lapponica, 
Machetes pugnax und Falco tinnuncidus ( Uber wandrer I ) vor. 
(Mus. Gbg.). 

Colpocephalum. inaequale X. 

Giebel: p. 267. Taf. XIII. Fig. 11 und 12. — Piaget: p. 256. 

Von dieser Art habe ich mehrere Exemplare von einem 
Picus martius erbeutet. Die Art ist sehr charakteristisch 
und erinnert, wie auch Giebel bemerkt, nicht wenig an C. 
subcequale N.; so sind z. B. die Zeichnungen ziemlich iiberein- 
stimmend, indem auch bei dieser Art beim J" die braune Quer- 
binde ununterbrochen ist, beim $ dagegen auf allén Segmenten, 
mit Ausnahme der zwei ersten, in zwei seitliche und einen me- 
dianen rektuangulären Fleck zerlegt worden ist. Doch sind 
hier die medianen Flecke bedeutend breiter als beim $ von 
C. subcequale N.; auch viele andere Charaktere trennen die 
beiden Formen gut. 



I 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 39 

Colpocephalum subsequale N. 
Giebel: p. 265. Taf. XIII. Fig. 13 u. 14. — Piaget: p. 527. 

Von dieser zuerst von Nitzsch nachgewiesenen Art, die 
von Giebel (Ins. Epiz. p. 265) nicht hinreichend beschrieben 
worden ist, liegt mir eine grosse Zalil vor. Ich gebe hier eine 
neue, ausfiihrliche Beschreibung derselben. 

, Der Kör per ist weisslich gelb mit dunkleren Zeichnungen. 
Der Kopf ist ziemlich breit, der Vorderkopf von dem viel 
breiteren Hinterkopf durch die Fiihlerbucht scharf abgesetzt. 
Cl3^peus ist breit gerundet und trägt nur einige kurze Börst- 
chen, von denen zwei in der Mitte dicht aneinander stehen. 
Es stehen hier am Vorderrande zwei dunklere Flecke. Bei 
der Fiihlerbucht findet sich jederseits ein grosser, unregelmässi- 
ger, schwarzer Fleck, an dem die vom dunkleren Hinterhaupt- 
rand ausgehenden Verbindungsschienen endigen. Die Augen 
treten wenig hervor. An den Hinterhauptseiten finden sich 
mehrere länge Borst chen. Prothorax ist ziemlich schmal, 
die scharf hervortretenden seitlichen Ecken sind dunkler ge- 
färbt und trägen je ein längeres und kiirzeres Börstchen; 
an den stark nach hinten konvergierenden Seiten stehen auch 
einige längere Börstchen; am Hinterrande, genau in der Mitte, 
findet sich ein kleines stäbchenförmiges Chitingebilde, das unter 
dem Körperintegument liegt und wahrscheinlich als Insec- 
tionspunkt fiir tharacale Muskeln dient. Metathorax ist viel 
breit er, nach hinten stark an Breite zunehmend; der schmale 
Vorderrand unregelmässig und der Hinterrand mit den Hinter- 
ecken dunkler gefärbt. Die Beine sind gelblich weiss mit 
dunkleren Flecken. 

Beim J* trägen die acht ersten Segmente scharf markierte 
dunklere Querbinden, die am Vorderrande ein wenig ausge- 
schweift sind. Alle trägen sie mehrere längere und kiirzere 
Randbörstchen. Das neunte Segment ist nach hinten breit 
abgerundet, am Hinterrande läng beborstet, oben braun ge- 
färbt. Beim 5 erreichen die Hinterleibsegmente etwa auf 
der Mitte ihre grösste Breite. Auf den Segmenten 3, 4 und 5 
sind die seitlichen triangulären Flecke völlig voneinander 
isoliert, weshalb hier in der Mitte des Hinterleibs auf denselben 
Segmenten freie, rektanguläre Flecke auftreten, was bei allén 
weiblichen Exemplaren konstant ist. Das neunte Segment 
ist wie beim cT geformt und gefärbt und trägt nach hinten nur 
vier längere Börstchen. Auf der Ventralseite (c? u. ?) meder- 



40 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND G. N:0 13. 

holen sicli im grossen und ganzen die Zeichnungen der Dorsal- 
seite. Doch sind die Querbinden durch eine feine, weissliche 
Linie von dem dunkleren Rande getrennt. Beim $ ist diese 
ungefärbte Linie breiter und die Seitenteile der Querbinde 
setzen sich schärfer und schief von der medianen gelblichen 
Mittelpartie ab. Auf den letzten Segmenten sind die Quer- 
binden zusammengeflossen und bilden eine Zeichnung. 

Kör perproportionen. 



Länge: 


c? 


? 


Kopf 


0,3125 


0,3125 


Thorax 


0,225 


0,275 


Abdomen 


0,7375 


0,9625 


3 Femur 


0,2125 


0,250 


3 Tibia 


0,1875 


0,200 


Breite: 






Kopf 


0,450 


0,4875 


M. Thorax 


0,375 


0,450 


Abd. 3 Segm. 


0,4625 


0,625 


Abd. 7 Segm. 


0,375 


0,500 



I 



Es liegen mir mehrere Exemplare von beiden Geschlechtern 
von einem Corvus frugilegus vor. 

Colpocephalum. hoplopteri n. sp. (Taf. 5, Fig. 3).^ 
Der Körper ist weisslich gelb, mit dunkleren Zeichnungen. 
Kopf blassgelb, mit den gewöhnlichen dunkleren Zeichnungen, 
d. h. vorn zwei kleinere Flecke, jederseits der Fiihlerbucht 
eine und dann die dunklere Zeichnung am Hinter kopf rande, 
die wegen der schwach ausgebildeten Verbindungsschienen 
von den seitlichen Flecken isoliert zu sein scheinen. Clypeus 
breit gerundet mit einigen sehr langen und mehreren kurzen 
Börstchen versehen. Auch die seitlich verbreiterten Hinter- 
kopfseiten trägen mehrere länge und einige kurze Börstchen. 
Die Fiililer nur schwach keulenförmig. Die Maxillarpalpen 
sind läng und schlank. Prothorax ist sehr klein, etwas vor 
der Mitte am breitesten; vorn steht jederseits ein kleines Börst- 
chen, auf den nach hinten divergierenden Seiten ein kurzes 



^ Sehe anch: Results of Swed. Zool. Exp. to Egypt and W. Nile; 
Mallophaga. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 41 



und zwei längere, und noch weiter nach hinten ein långes Börst- 
chen. An dem Hinterrande finden sich etwa sechs bis acht 
Börstchen. Methatorax ist viel breiter, nach hinten stark 
verbreitert, die Vorder- wie auch die Hin- 
terecken dimkler gezeichnet, bei den letz- 
teren finden sich zwei längere und ein 
kiirzeres Börstchen. Die Beine sind ziem- 
lich läng, alle Schenkel, besonders die vor- 
deren, verdickt; die Tibien am Aussenrande 
mit mehreren langen Börstchen. Dev Hin- 
terleib ist länglich eiförmig, die Segmente 
trägen alle an den Hinterecken einige längere 
und kiirzere Börstchen und haben alle 
kurze, dunklere Seitenschienen. Das letzte 
Segment nach hinten verjiingt, mit meh- 
reren langen und an der Spitze mit einer Fig. 24. Hinterleib 
Reihe von kleinen stachelartigen Börstchen. y°^\ Colpocephaium 

^ hoplopteri Mjob. ($ 

von unten). 




Körper23r oportionen. 



I 



Länge: 




Kopf 


0,3875 


Thorax 


0,375 


Abdomen 


1,3125 


3 Femur 


0,2875 


3 Tibia 


0,200 


Breite: 




Kopf 


0,5375 


M. Thorax 


0,4875 


Abd. 3 Segm. 


0,6625 


Abd. 7. Segm. 


0,5875. 


Es liegen von 


der Art zwei Weibchen von einem Hoi^lor)- 


teriLS s pinosus, Karthum 1.2.01, vor. 



Colpocephaium grandiceps Piag. 
Piaget: p. 558. Pl. XLVI. Fig. 7. 

Es liegt mir ein einziges Exemplar von einem Haematoims 
ostraleg US Y or. (Mus. Gbg.) 



42 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NiO 13. 

Colpocephalum laticeps n. sp. (Taf. 2, Fig. 4). 

Es liegen mir drei sehr ausgezeichnete männliche Exem- 
plare einer Art dieser Gattung vor, die ich mit keiner der bishcr 
bekannter Formen habe identifizieren können. 

Der Körper ist gelblich braun mit dunklerem Hinterleibe 
und schmalem, schwarzem Seitenfleck. Der Kopf ist sehr 
breit, viel breiter als läng, vorn breit abgerundet, der Vorder- 
kopf vom Hinterkopfe durcli die ziemlich tiefe Fiihlerbuclit 
deutlicli abgesetzt. Der Clypeus trägt am Vorderrande sechs 
Borst chen. Die Augen sind ein wenig hervortretend und 
scheinen wei zweigeteilt zu sein. Die Hinterecken des Hinter- 
kopfs sind sehr breit und fliigelartig ausgezogen, breit gerundet 
und mit mehreren Randbörstchen versehen. Die Verbin- 
dungsschienen sind sehr schwach ausgebildet und nur durch 
zwei trianguläre Flecke am dunklen Hinterrande markiert. 
Die sehr langen Börstchen an den Hinterecken sind mit weiss- 
liclien Ansat zpunkt en versehen, was auch bei einer Querreihe 
von Börstchen am Vorderkopf der Fall ist. Protliorax ist viel 
schmäler als der Kopf, braungelb, nach hinten stark verschmä- 
lert, die Ränder sind schmal dunkel gerandet, mit mehreren 
nach hinten gerichteten dicken Börstchen versehen. Der 
Mesothorax ist durch eine weissliche Linie deutlich vom Meta- 
thorax abgesetzt, sehr kurz, dunkelbraun mit heller Mittellinie. 
Der Metathorax nimmt nach hinten allmählich an Breit e zu, 
an den Rändern stehen einige sehr kurze stachelartige Börst- 
chen und an den stumpf gerundeten Hinterecken einige längere. 
Die Beine sind dick und kraftig, hier und da dunkler gerundet 
öder gefleckt. Der Hinterleib ist genau länglich oval; die aclit 
ersten Segment e trägen je eine breite, dunkelbraune Querbinde, 
die mehrere, in zwei et was unregelmässigen Reihen ange- 
brachte und mit helleren Ansatzpunkten versehene Börstchen 
trägt. Die Ränder sind mit nicht langen Börstchen versehen. 
Das neunte Segment ist am Hinterrande gerundet, gelblich, 
mit zwei diffusen seitlichen dunkleren Flecken versehen; an 
den Seiten finden sich etwa drei längere und nach liinten mehrere 
kiirzere gerade Börstchen. Auf der Ventralseite findet sich 
zwischen den vorderen Coxen ein medianer, pentagonaler, 
brauner Fleck, zwischen den braun gerandeten vorderen und 
mittleren Coxen ein schmäler, strichförmiger brauner Fleck 
und auch zwischen den mittleren und den hinteren Coxen ein 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER M ALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 43 

brauner, nach hinten zugespitzter Fleck. Auf dem Hinter- 
leibe mederholen sich grössenteils die Zeiclinungen der Dor- 
salseite, doch sind die fast schwarzen Seitenschienen durch 
eine deutliche weissliche Linie von den dunkleren Querbinden 
getrennt. 

Korp er proportionen. 



Länge: 


c^ 


Kopf 


0,4125 


Thorax 


0,425 


Abdomen 


1,075 


3 Femur 


0,25 


3 Tibia 


0,175 


Breite: 




Kopf 


0,600 


M. Thorax 


0,475 


Abd. 3 Segm. 


0,6125 


Abd. 7 Segm. 


0,575 



Es liegen drei c? J" von einem Hcematopus ostralegus vor. 

Colpocephalum ephippiorhynchi n. sp. (Taf. 3, Fig. 9).^ 
Von der Gattung Ephippiorhynchus sind bisher zwei Col- 
pocephahun- Arten bekannt, mid zwar C. suhflavescens N. und 
die kiirzlich von Kellogg beschriebene C. oreas Kell. Von die- 
sen beiden ist die vorliegende Art of f enbär distinkt. 

Der Kopf ist vorn gerundet, hinten stark erweitert, gelb- 
lich mit schwarzen, breiten Schienen. Der Clypeus ist breit, 
vorn mehrere kurze Borst chen tragend. Die Börstchen am 
Hinter kopf rande sind nach vorn angehäuft. Die Augen 
sind ziemHch gross; der Hinterkopfsrand ist deutlich ausge- 
schweift. Prothorax ist breit mid schmal; an den Seitenecken 
stehen zwei mid am Hinterrande mehrere, längere Börstchen. 
Metathorax ist fast triangulär, nach hinten dunkler gefärbt,an 
den Seiten mehrere erst kurze, dann längere Börstchen. Die 
Beine sind ziemHch läng, die Schenkel, spez. die vorderen, deut- 
lich verdickt, wie die Tibien am Aussenrande dunkler gerandet. 
Die Hinterleihseginente trägen am Seitenrande mehrere nach 
hinten gerichtete Börstchen. Sie sind beim c? alle mit einer 
breiten, ununterbrochenen, braunen Querbinde versehen. 

* Sehe auch: Results of Zool. Exp. to Egypt and W. Xile: Mallophaga- 



44 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 13. 

Das letzte Segment beim <S ist am Hinterrande gerade abge- 
stumpft und trägt an jeder Seite mehrere länge Börstchen. 
Auch beim $ finden sich auf den Tergiten breite, braune Quer- 
binden, die auf den zwei ersten kaum, auf den iibrigen deutlich 
breit abgebrochen sind. Auf denselben Tergiten findet sich 
in der Mitte ein rektangulärer brauner Fleck. Das letzte 
Segment ist nach hinten verschmälert, mit einer dichten Reihe 
von kurzen, stachelförmigen Börstchen versehen. Die Ven- 
tralseite ist grössenteils braun gefärbt. 

Körperproportionen. 



Länge: 


c? 


? 


Kopf 


0,4375 


0,450 


Thorax 


0,400 


0,400 


Abdomen 


1,150 


1,375 


3 Femur 


0,275 


2,2875 


3 Tibia 


0,250 


0,250 


Breite: 






Kopf 


0,550 


0,600 


M. Thorax 


0,4375 


0,4625 


Abd. 3 Segm. 


0,600 


0,7125 


Abd. 7 Segm. 


0,4875 


0,4375 



Die neue Art erinnert in der Farbe ein wenig an C. zebra N., 
ist jedoch offenbar von dieser distinkt, denn es fehlen u. a. 
bei dem 5 die dieser Art zukommenden Börstchenknippen an 
den Seiten des vorletzten Segments. Auch sind die dunkel- 
braunen Querb änder deutlicher und breiter. 

Es liegen drei $ $ und ein J* vor; sie sind auf einem Ephip- 
piorhynchus senegalensis bei Karthum eingesammelt worden. 

Colpocephalum ochraceuni N. 
Piaget: p. 560. Pl. XLVI. Fig. 9. 

Einige Exemplare von Vanelhis cristatus (Mus. Gbg.) 
Fig. 9. 

Colpocephalum pediculoides n. sp. (Taf. 2, Fig. 6). 

Eine kleine sehr eigentiimliche Art, die beim ersten An- 
blick den Eindruck einer Laus macht. Bei allén den mir vor- 
liegenden Exemplaren ist der Hinterleib stark ventralwärts 



E. MJÖBERG, STUDIEX UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 45 

gekriimmt, wie dies bisweilen bei einigen Läusen zu sehen ist 
(Vergl. Giebel, Ins. Epiz. Taf. II, Fig. 2). 

Der Körj)er ist länglich, fast völlig ohne die sonst gewöhn- 
lichen dunkleren Flecke, blassgelb. Der Kopf ist fast ebenso 
läng wie hinten breit, der Vorderkopf nicht scharf von dem 
Hinterkopf abgesetzt, d. h. die Augenbucht nicht tief ausge- 
bildet. Clypeus ist nicht deutlich abgesetzt, vorn mit mehreren 
steifen Haaren besetzt; es stehen da jederseits der Mitte drei 
ebenso ein wenig mehr seitwärts ein längeres Börstchen; 
unmittelbar bei dem vorderen Teil der Augenbucht finden 
sich vier nach hinten gerichtete Börstchen, von denen eines 
sehr läng ist. Nach unten von der Augenbucht gehen meh- 
rere dicht aneinander stehende, steife, nach aussen gerichtete 
Börstchen aus. An den breit gerundeten Hinterecken finden 
sich wenigstens drei sehr länge und einige sehr kurze stachel- 
artige Börstchen. Die Fiihler sind viergHedrig, die Gheder 
einander sehr ähnlich und von einer Keule känn keinesAvegs 
die Rede sein. Protlwrax ist schmäler als der Kopf, sehr 
kurz, die seitlichen Ecken sind nur sehr schwach markiert, 
die Seiten konvergieren sehr stark nach hinten; der Vorder- 
rand, die Querlinie, die Seiten wie auch die zwei diesen 
parallelen Linien sind ein wenig dunkler gefärbt. An den 
Seiten stehen wenigstens 3 — 4 Börstchen. Metathorax ist etwa 
von derselben Form und demselben Aussehen wie die Hinter- 
leibsegmente. Die Beine sind ziemlich läng und schlank, ziem- 
lich dicht und kurz beborstet. Die Hinierleihsegmente er- 
reichen etwa auf der Mitte ihre grösste Breite; sie trägen an 
den Hinterecken länge Borsten. Es stehen auch solche auf der 
Fläche der Segmente. Auffallend länge Borsten finden sich 
ein wenig vom Seitenrande entfernt an den Seiten jedes Seg- 
ments und bilden zusammen zwei regelmässige Längsreihen. 
Das neunte Segment ist beim ^ und beim $ gerundet, mit vielen 
steifen, kurzen Börstchen gerandet. 

Körperpr oportionen. 



Länge: 


c? 


? 


Kopf 


0,325 


0,325 


Thorax 


0,2625 


0,2625 


Abdomen 


1,100 


1,125 


3 Femur 


0,2125 


0,2125 


3 Tibia 


0,175 


0,175 



I 



46 ARKIV rÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:o 13. 



Breite: 






Kopf 


0,325 


0,3375 


Methorax 


0,325 


0,3625 


Abd. 3 Segm. 


0,450 


0,450 


Abd. 7 Segm. 


0,475 


0,525 



Es liegen mir zwei Exemplare von einer Strepsilas inter- 
pres, sowie auch ein Exemplar (Uberwandrer) von einem 
Falco tinnunculiis vor. 

Colpocephalum pygidiale n. sp. (Taf. 3, Fig. 8). 

Die neue Art weicht durch die Form des letzten Hinter- 
leibsegmentes beim $ von allén bisher bekannten Arten dieser 
Gattung ab. 

Der Kör per ist beim J^ länglich eif örmig, beim $ nach hinten 
ziemlich stark ver j Ungt. Der Kopf ist kurz und breit, abge- 
rundet, an den Schläfen fliigelartig ausgebildet, am Hinter- 
rande breit und tief ausgeschweift. Clypeus vorn geradlinig, 
zwei längere und mehrere kurze Börstchen jederseits der Mitte 
tragend. Am Vorderrande der winkeligen Schläfen steht 
gleichsam eine kammförmige Sammlung von Börstchen, die 
steif sind und dicht aneinander stehen. Längere Börstchen 
finden sich in der Mehrzahl an den Hinterecken und am Hinter- 
rande, der in der Mitte mit einem breiten, dunklen Chitinband 
versehen ist, von dem die Verbindungsschienen sich bis an die 
seitliche dunkle Flecke nach vorn strecken. Die Fiihler sind deut- 
lich keulenf örmig ; die Augen sind klein; wenig hervortretend. 
ProtJiorax ist viel kiirzer und schmäler als der Kopf, in der 
Mitte am breitesten, von da an nach vorn mehr als nach hinten 
verjiingt, der Seitenrand von der Mitte bis hinten fast gerade. 
Der Hinterrand trägt eine Querreihe von langen Börstchen und 
in seiner Mitte einen kleinen braunen Längsstrich. Meta- 
thorax ist den Hinterleibsegmenten ähnlich, nach hinten brei- 
ter, an den Hinterecken mehrere kurze, stachelartige Börstchen 
tragend. Die Beine sind läng und schlank, die Tibien spec. 
an dem äusseren Rande dunkler gefärbt. Die Hinterleihseg- 
mente, in Beborstung und Farbe ziemlich gleiclif örmig, nehmen 
beim c? nach hinten unbedeutend an Breite ab. Sie sind dicht 
mit kurzen, nach hinten gerichteten stachelartigen Börstchen 
versehen und trägen beim J^, mit Ausnahme des letzten Segments, 
breite, braune Querbinden, die in der Mitte sehr diffus sind; 
das neunte ist völlig abgerundet und dicht mit kurzen stachel- 



E. MJÖBEBG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 47 

artigen und längeren gebogenen Böfstchen versehen. Beim 
5 finden sicli auch dunklere Querbinden, die in der Mitte auf 
allén Segmenten durch eine breite, ungefärbte Mittellinie ab- 
gebrochen sind. In dieser ungef ärbten Mittellinie findet sich auf 
den Segmenten 3 — 8 ein brauner rektangulärer Fleck. Das 
neunte Segment trägt zwei fast trianguläre braune Flecke, 
sowde auch an der Spitze einen strichf örmigen braunen Längs- 
fleck, ist nach hinten stark verjiingt und trägt hier an den 
Seiten eine dichte, kammförmige, sehr charakteristische Reihe 
von Börstchen, die gerade an der Spitze ein wenig länger und 
dicker sind und dadurch sich von den iibrigen als eine kleine 
Zange absetzen. Auf der Ventralseite beider Geschlechter 
wiederholen sich teilweise die braunen Zeichnungen der Dor- 
salseite. 

Körperpr oportionen. 



I 



Länge: 


• i 




? 


Kopf 


0,3375 




0,3875 


Thorax 


0,300 




0,450 


Abdomen 


0,9375 




1,250 


3 Femur 


0,2625 




0,275 


3 Tibia 


0,200 




0,25 


Breite: 








Kopf 


0,500 




0,5625 


M. Thorax 


0,4125 




0,500 


Abd. 3 Segm. 


0,4875 




0,625 


Abd. 7 Segm. 


0,3875 




,4875 


Eine grosse 


Anzahl 


dieser sehr charakteristischen Art 


liegt von einer II 


is religiösa 


vor. (Mus. Göteb.). 



Colpocephalum. scopinum n. sp. 

Von der Vogelgattung Scopus kannte man friiher nur eine 
Nirmiis-Art, und zwar die von Giehel beschriebene und auch in 
dieser Arbeit erwähnte N. lunhrinus N. Eine andere Art, 
Menopon madagascariense, habe ich auch hier neubeschrieben 
und folgt nun die Beschreibung einer auf demselben Wirt- 
tiere lebenden Art der Gattung Colpocephalum. 

Der Körj^er ist länglich, braungelb, fast ohne dunklere 
Zeichnungen, reichlich beborstet. Der Kopf ist fast umge- 
kehrt herzförmig, die Augenbucht gut ausgebildet, so dass der 
Vorderkopf deutlich vom Hinterkopf abgesetzt ist. Clypeus 



48 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NiO 13. 



ist breit abgerundet, vo.n durch eine ziemlich dicke Chitin- 
schiene gerandet, die von mehreren kurzen Borst chen durch- 
bohrt ist; aiif jeder Seite findeii sicli zwei rundliche, dimkel- 




Fig. 25. Kopf ^•on Colpocephalum scopinum IMjöb. 

braune Flecke; dicht vor der Augenbucht stehen zwei etwas 
längere Börstchen; die Schläfen sind breit fliigelartig ausge- 
bildet, abgerundet und mit mehreren längeren (3—4) und eini- 




Fig. 26. Hinterleib von Colpocephalum scopinum Mjöb. 
(9) von oben. 

gen etwas kiirzeren Börstchen versehen; der Hinterhaupt- 
rand ist breit ausgerandet und in der Mitte schmal dunkel ge- 
randet. Die Fiihler sind nur sehr schwach keulenförmig. 
Prothorax ist ziemlich breit, nach hinten gerundet; an den 
Seiten finden sich drei sehr dicke, steife Börstchen. Metat bo- 
rax ist breit dreieckig; die Hinterecken sind abgerundet; an 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 49 

den Seiten kurz und stachelartig beborstet. Die Beine sind 
ziemlich kurz, die Schenkel, besonders die vorderen, sind dick, 
die Tibien kurz und etwas gebogen, am Aussenrande mit einer 
dioken Chitinschiene gerandet und dicht beborstet. Die Hin- 
terleibsegmente sind einander sehr ähnlich, die acht ersten 
trägen sehr breite, braungelbe, durchgehende Querbinden und 
schmale, etwas dunklere Randschienen ; die Segmentränder 
sind in ihrem hinteren Teile dicht mit mehreren kurzen, steifen, 
nach hinten gerichteten Börstchen versehen, am Hinterrande 
jedes Segments steht eine Reihe von mehreren sehr langen 
Börstchen, die beim J" viel kiirzer und dicker sind; ein wenig 
hinter der Mitte jeder Randschiene findet sich ein auffallend 
långes, gerades, nach aussen gerichtetes Börstchen ; das neunte 
Segment ist beim cT stumpf zugespitzt, in der Mitte (Spitze) 
von ein wenig kiirzeren, an den Seiten von mehreren längeren 
Börstchen gerandet ; beim ^f ist das neunte Segment nach hinten 
verjiingt; der letzte Sternite trägt zahlreiche, feine, nach innen 
ein wenig gebogene Börstchen. 

K örperpr oportionen. 



Länge: 


c? 


? 


Kopf 


0,35 


0,3625 


Thorax 


0,3875 


0,4125 


Abdomen 


1,1875 


1,375 


3 Femur 


0,275 


0,250 


3 Tibia 


0,250 


0,2375 


Breite: 






Kopf 


0,5375 


0,5375 


M. Thorax 


0,500 


0,5375 


Abd. 3 Segm. 


0,6375 


0,700 


Abd. 7 Segm. 


0,450 


0,5875 



Es liegen mir einige Exemplare von einem Scopus umhretta 
aus Madagaskar vor. (Colleg. Kaudern). 

Colpocephalum importunum. N. 

Denny: p. 214. Taf. XVIII. Fig. 1. — Giebel: p. 272. — Piaget: 
p. 548. Pl. XLV. Fig. 8. 

Einige Exemplare liegen mir von einer Ardea cinerea vor 
(Mus. Gbg). 

Arkiv fur zoologi. Band 6. N:o 13. 4 



50 'arkiv för zoologi, band 6. n:o 13. 

3. Gattiing Pseudomenopon n. g. 

Der Kör per ist von mässiger Grösse. Der Kopj an den 
Seiten kaum ausgerandet; die Mundteile fast endotroph, 
indem das Labium sie als eine breite Platte iiberdeckt. Auf der 




Fig. 27- Kopf lind Prothorax von Pseudomenopon 
tridens X. (von unten). 

Kehle findet sich eine sehr eigenartige dreigeteilte Chitinplatte, 
die icli Gularplatte nenne, die dunkler gefärbt ist und an den 
Seiten zwei kraftige, dicht aneinander stehende länge Börst- 
chen hat. (Fig. 27). Die Fiihler sind sehr eigenartig gebaut, 




Fig. 28. Fiihler von Pseudomenopon 
tridens N. 

indem das zweite Glied auffällig gross und apikalwärts stark 
verbreitert ist; das dritte Glied ist ^de gewöhnlich triangulär, 
an der Spitze am breitesten, und hier mittels eines schmalen 
Stieles das keulenförmige letzte, das Avahrscheinlich von Doppel- 
natur ist tragend. Dies Glied hat sehr kraftige Randschienen, 
einige Sinneskolben undeinen ungef ärbten Chitindorn ;hierfinden 



» 



E. MJÖBEKG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 51 

sich aucli zwei ovale Sinnesgruben, deren Lage sehr abweichend 
ist (Fig. 28); sowohl das dritte wie das vierte Glied sind der 
Quere nach fein gestreift. Die Ecken des Prothorax sind 
nicht scharf, sondern schwach abgerundet. Die Hinterleib- 
segmente sind beim J* und ? neun ; sie trägen eine öder zwei ( cT ) 
Reihen von Börstchen und ein sehr charakteristische Pleural- 
sclerit, das auf der Ventralseite in einer Spitze nach hinten 




I X 





Fig. 29.' Einige Segmente von Pseudo- Fig, 30. Mittelbein 

menopon tridens N. die Pleuralsclerite von Pseudomenopon 

isj. zeigend. tridens N, 

ausläuft, ganz wie dies bis we ilen bei einigen Anopluren der 
Fall ist. (Fig. 29). Im iibrigen stimmt die neue Gattung mit 
der Gattung Menoyon N. iiberein. 
Typus: 

Pseudomenopon tridens N. 

Menopon tridens X. — Denny: p. 221. Taf. XVIII. Fig. 9. — Giebel: 
p. 296. Taf. XVII. Fig. 9. — Piaget: p. 479. Pl. XXXIX. Fig. 1. 

Es liegen mir mehrere Exemplare von Fulica atra (ipse) 
Podiceps cristatus und von Gallinula ckloropus vor (Mus. 
Gbg; ipse.). 

4. Gattung Nitzschia Den. 

I Diese Gattung enthält nur zwei ziemlich nahe verwandte 

Formen, die eine sehr beschränkte Verbreitung haben; sie 
kommen nämlich nur auf Cypseliis apus vor. 

Nitzschia tibialis Piag. 
Piaget: p. 576. Pl. XLVIII. Fig. 5. 

Es liegen mir einige Exemplare von Cypselus apus vor. 
(Mus. Gbg ipse.). 



52 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

5. Gattuiig Trinoton N. 

Nitzsch: Germ. Mag. III. p. 300. 

Die Gattung enthält nicht viele Formen, die fast alle von 
derselben Körpergrösse sind. Sie finden sich meistens auf 
Schwimmvögeln und in der Regel in nicht grosser Zahl auf 
auf jedem Vogel. Die Gattung nimmt iibrigens eine Sonder- 
stellung zu den iibrigen Menoyonideii ein. Vorläufig fiilire ich 
sie aber in diese Familie. Uber den Bau der männlichen Kopu- 
lationsapparate siehe die morphologisch-anatomische Abteilung. 

Trinoton luridum N. 

Redi: Pl. X. (?). — ALBm: Äran. Pl. 48. — Denny: p. 234 pl. XXII. 
Fig. 2. — Giebel: p. 258. Taf. XVIII. Fig. 7. — Grube: Middend. Reise. 
p. 494. Taf. XXII. Fig. 6 (T. gracile.)?. — Gxjrtl: VIII p. 430. Taf. IV. 
Fig. 15. — Piaget: p. 591. Pl. XLIX. Fig. 3- 

Mehrere Exemplare von dieser auf Schwimmvögeln Aveit 
verbreiteten Art liegen mir von Anas hoschas, Anas crecca. 
Anas penelope, Anas strepera, Fidigula nigra, Fuligula clangida 
und Mergus serrator vor. (Mus. Holm.; Mus. Gbg; Muchardt, 
Roth, Videll, Sörling, Klinckowstroem, ipse). 

Trinoton lituratum. N. 

Denny: p. 235 (T. squalidun). Taf. XXII. Fig. 13. — Giebel: Taf. 
XVIII. Fig. 10. — Piaget: p. 597- Pl- XLIX. Fig. 7- 

Es liegen mir einige Exemplare von Fuligula Stelleri und 
Fratercula cirrhata vor (Vega.-Exp. Stuxberg). 

Trinoton conspurcatum N. 

Albin: Äran. Pl. 48- — Stjlzer: (ped. anseris) Taf. 29. Fig. 4. — 
Denny: p. 232. Taf. XX. Fig. 1. — Grube: Middend. Reise 1. p. 492. — 
Giebel: p. 258- Taf. XIX. (Fig. 9). 

Einige Exemplare von Cygnus musicus und Cygnus olor 
(Mus. Gbg. Muchardt, ipse). 

6. Gattung Tetrophtalmus Gross. 

Gross: Beiträge znr Kenntnis der Mallophagen. Z. W. Z. XLII. 1885- 
p. 534. 

Piagetia — Picaglia: Intorno alla divisione del genere Menopon nei 
due sotto generi Menopon e Piagetia. Atti soc. Mod. 11. p. 103 — 107. 

Mit vollem Recht trennte Grosse die eigenartige Form 
Menopon titan Piag. (cliilensis Gross) in eine eigene Gattung ab. 
Er hat iibrigens dieses eigenartige Tier, das nicht selten in der 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 53 

Kelilecke der Pelikane sich aufhält, ausfiihrlich anatomisch 
behandelt. 

Tetrophtalmus titan Piag. 

Piaget: p. 503. Pl. XL. Fig. 7- 
Grosse: Z. W. Z. p. 534. faf. XVIII. 

Mehrere Exemplare aus dem Kehlsacke des Pelicanus 
rufescens (Sudan. 1901. Trägårdh). 




. 31. Fiihler von Lcemo- 
hothrium titan Piag. 



4. Fam, Laemobothriidae m. 

Der Kör per ist sehr gross und meistens dunkler gefärbt. 

Der Kopf von charakteristischer Form, vorn gerade abgestumpf t 

öder ausgerandet, an den Seiten 

of t eigenartig auf getrieben ; die 

Fiihler sind sehr kurz und in tiefen 

Gruben versteckt, viergliedrig, das^ 

letzte Glied halbmondförmig ge- 

rundet, mit der vorhergehenden 

zusammen eine knopfförmige Keule 

bildend; Sinnesgruben scheinen völ- 

1ig zu fehlen; bisweilen kommt 

am Hinterkopfe eine halsförmige Abschniirung vor; betreffs 

der Mundteile Aväre eine genauige Untersuchung wiinschenswert, 

bisweilen (ob immer?) kommen einige an den Gabeln der P^ocz- 

den erinnernde Gebilde vor, die 
teils als die freigemachte In- 
nerlade der Maxillen teils als 
selbständige Gebilde gedeutet 
werden. Thorax ist kraftig ent- 
wickelt, Prothorax an den Seiten 
vor der Mitte mehr öder weniger 
t ief ausgerande t . Die Beine sind 
sehr läng und kraftig, die Tibien 
oft gebogen und an den Spitzen 
eigenartig ausgebildet, das erste 
Tarsalglied ist kurz, mit einem 
rundlichen Onychium versehen, 
das zweite sehr läng. Die 
Mittelbein von Lcenwboth- Hiiiterleibsegmente sind einan- 
rium titan Piag. der ziemlich ähnlich. Uber den 




Fig. 32. 



54 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NO 13. 



Bau des männlichen Genitalapparates verweise icli aut den 
morphologisch-anatomischen Teil. Hier sei nur erwälint, dass 
die Parameren gut entwickelt sind, eine Anneigung zur Yer- 
wachsung lässt sich jedoch nicht verkennen. 

1. Gattung Lsemobothrium N. 

NiTZSCH: (Lsemobothrion) Germ. Mag. III. p. 301, 

Die Formen dieser Gattung gehören zu den grössten 
der bisher bekannten Mallophagen. Sie haben eine sehr be- 
schränkte Verbreitung, denn sie kommen fast ausnahmsweise 
auf Raubvögeln vor; doch kennt man auch Formen von z. B. 
einigen Watvögeln. 



Lsemobothrium giganteum N. 

Es ist noch nicht hinreichend aufgeklärt, ob diese von 
mehreren grösseren Raubvögeln mehrmals angefiihrte Form 





Fig. 33. Kopf von Lcemobothrium Fig. 34. Kopf von Lcemobothrium 
giganteum N. titan Piag. 

eine selbständige Art repräsentiert öder mit Lm. titan Piag. 
vereinigt werden darf. Die gegebenen Beschreibungen der 
Autoren sind allzu kurz und unvollständig, um die Frage zu 
lösen. Icli selbst habe sowohl metirere Exemplare von L. 
titan Piag. wie auch mehrere Exemplare einer grossen Lce7no- 
hothrium- Alt von drei verschieden Exemplaren von Falco tiiinun- 
culus zu meiner Verfiigung. Sie weichen alle nicht nur durch 
die Farbe und die geringere Grösse, die Beborstung u. s. w., 
sondern auch morphologisch ab. Der Kopf ist nämlich hier 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 55 

nach vorn merkbar abgeschmälert und erhält dadurch nicht 
das fast quadratische Aussehen, das dem Kopfe von Lm. 
Utan Ptag. zukommt. Aiich ist der Clypeus bei den beiden 
Arten von verschiedener Form, denn bei Lm. giganteum N. 
sind die Seiten nach vorn mebr konvergierend, während sie 
bei L. titan Piag. fast parallel sind. Ausserdem ist der Vorder- 
rand des Clypeus bei Lm. giganteum N. stets gerundet, bei Lm. 
titan Piag. dagegen immer quer abgestumpft, fast geradlinig. 
PiAGET erörtert die Artselbständigkeit von Lm. giganteum N. 
und sagt dariiber: >>I1 y a longtemps qu'on a remarqué sur les 
rapaces un parasite de dimensions considérables. Je ne suis 
cependant pas persuadé que tous ces auteurs aient vu le meme 
parasite et qui plus est, je ne suis pas sur que le giganteum 
de N. puisse étre assimilé avec notre titan». — Die von Falco- 
arten mehrmals angefiihrte Art Lm. hastipes N. ist wahr- 
scheinlich mit L7n. giganteum N. identisch. Jedenfalls känn 
icli konstatieren, dass Lm. giganteum N. eine eigene von Zm. 
titan Piag. distinkte Species ist. 

Leemobothrium titan Piag. 
Piaget: p. 578. Pl. XLIV. Fig. 1. 

Mehrere Exemplare von Milvus cegyptius (Kaudern); 
einige Exemplare von Falco tinnunculus (alle waren nicht völlig 
ausgefärbt; Mus. Gbg). 

Lsemobothrium atrum N. 

Redi: Exp. IV. Fig. 1. (Pulex fulicse). — Burmeister: III. p. 442. 
(L. nigrum). — Giebel: p. 253. Taf. XVIII. Fig. 5. 

Ein einziges Weibchen habe ich auf einer Fulica atra 
eingesammelt. 



5. Fam. Physostomidae m. 

Der Kör per ist gross, nicht sehr breit. Der Kopj ist von 
charakteristischer Form, vorn abgerundet öder abgestumpft, 
niemals ausgerandet und die Hinterecken wegen der immer 
ausgerandete Hinterrand nach hinten hervorragend; die 
Augen sind sehr weit nach hinten gelegen, dunkler pigmen- 
tiert; die Fiihler sind in tiefen Gruben versteckt, wie es 
scheint viergliedrig, schwach keulenförmig. Was die Mund- 



56 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 



teile dieser Tiere betrifft, so, sind dieselben meines Wissens von 
keinem Forscher untersucht worden . Obgleich ich aus Griinden, 
die in der morphologisch-anatomischen Abteilung erwähnt wor- 
den sind, die Mundteile der Mallophagen nicht näher untersucht 
habe, will ich doch hier die Aufmerksamkeit auf die eigenartige 
Organisation dieser Teile bei den Physosto7niden lenken, und 
teile mit gewisser Reservation folgende Beschreibung und 
Abbildung von den Mundteilen des Physostomum dypeatum 
n. sp. mit. Unter gewöhnlichen Verhältnissen sind sie von 
dem Labium fast völlig iiberdeckt; bei dem Tode hat das be- 
treffende Tier seine Mundteile ausgestreckt, weshalb sie ziem- 



fnjt^/fi 




^"' 




Fig. 35. Kopf von Physostomum 

dypeatum M.jöb. von unten. 

c. Clypeus; Ibr. Labrum, Ib. Labium; 

md. Mandibel, nix. Maxille, mxpl. 

Maxillarpalpe, In'. Hypopharynx, s. 

Saugnapf f. »fork». 



Fig. 36. Pharynx mit den 

Muskeln von Physostomum 

dypeatum Mjöb- 



lich deutlich wahrgenommen werden können; die Oberlippe 
macht sich als eine membranöse Querfalte auf der Unter- 
seite merkbar und läuft an den Seiten in zwei kontraktile, 
diinnwandigen, in der Mitte mit einer schwachen Chitiuleiste 
versehenen blasenförmige Ausstiilpungen aus, mit deren Hilfe 
das Tier sich festsången känn, eine Anordnung, die weder 
bei den iibrigen Amblyceren noch iiberhaupt bei den Mallo- 
phagen vorkommt. Unmittelbar vor den Mundteilen findet 
sich eine rinnenförmige Vertiefung, die vorn von dem quer- 
gestellten Labrum begrenzt wird und an den Seiten durch die 
erwähnten blasenförmigen Ausstiilpungen geschlossen wird. 
Die Mandibeln sind schwach chitinisiert, nur die aller äusserste 
Spitze zeigt zwei etwas stärker chitinisierte spitze Zähn- 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 57 

chen; die Maxillen sind sehr Aveich, fast membranös, an dem 
Innerrand fein gezähnelt, dagegen sind die Taster gut ent- 
wickelt, viergliedrig ; nach innen von den Maxillen liegt ein 
kleines, längliches, stäbchenf örmiges Gebilde, das wahrscheinlich 
mittels eines langen, nach hinten verlaufenden Muskels selb- 
ständig bewegt werden känn; an der Spitze sind sie nicht 
gezähnelt öder zugespitzt, sondern vielmehr abgerundet; 
diese Gebilde glaube ich mit den s. g. »forks » ( »apofisistiliforme », 
Ribaga) bei gewissen anderen Mallophagen (Lceriiobothrhun 
gypsis Kell, Ancistrona gigas Piag u. a.) und bei den Psociden 
homologisieren zu können; ein Hypopharynx ist deutlich 
ausgebildet, an der Spitze zweigespalten ; das Labium besteht 
aus einer einheitlichen Platt e, die Taster scheinen völlig zu 
fehlen. 

Eine durchgehende Eigenschaft der Mundteile ist ihre 
sehr geringe Chitinisierung, nicht einmal die Mandibeln sind 
stark chitinisiert, Avas sonst immer bei allén iibrigen Mallo- 
phagen der Fall ist. Es scheint mir aus diesem Umstande 
hervorzugehen, dass sie sich kaum auf dieselbe Weise wie die 
iibrigen Mallophagen ernähren können, denn mit solchen wei- 
chen Mundteile ausgeriistet, können sie die festen und harten 
Federn kaum zerstiickeln. Es liegt die Annahme, dass 
sie blutsaugend sind, um so näher, als ihr Pharynx mit sehr 
kräftigen mehr öder weniger schief angebrachten Muskeln 
versehen ist (Fig. 36), mit deren Hilfe es erweitert wer- 
den känn und dadurch als ein Saugpumpf wirkt. Wenn 
das Tier sich anschickt, Nahrung aufzunehmen, saugt es 
sich zuerst sehr fest und mit Hilfe der quergestellten Oberlippe 
und der seitlichen Fortsetzungen an der Haut luftdicht an, 
die spitzen Zähnchen auf den Mandibeln machen dann eine 
Wunde und wenn dann das Pharynx sich mit Hilfe der auffällig 
st arken Muskeln erweitert, kommt eine Luftverdiinnung zu 
st ande und das Blut strömt aus der Wunde in den Darmkanal 
hinein, vielleicht auch durch Kontr aktionen in den Magen 
dahingezogen, ganz wie es unter den Anopluren der Fall ist. 
Ubrigens kommt ein soldier Saugapparat bei den Anopluren 
vor und wirkt in ganz ähnlicher Weise. (Sehe: Pawloivski E.: 
Uber den Stich- und Saugapparat der Pediculiden, Ztschr. 
f. wissensch. Insekt, biolog. 2. 1906. p. 156—162, 198—204). 

Thorax ist kraftig entwickelt, Prothorax an den Seiten 
gerundet, nach vorn eingezogen öder ausgeschnitten ; Meta- 



58 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 18. 

thorax sehr gross und breit. Die Beine sind läng und kraftig, 
das erste Tarsalglied trägt ein deutliches Onychium, das zweite 
ist sehr läng. 

1. Gattuiig Physostomum N. 

NiTZSCH: Germ. Mag III. p. 302, 

Die Gått ung enthält nicht viele, fast gleichgrosse und 
habituell einander sehr ähnliche Formen, die ausschliesslich 
auf die Gruppe der Passeres unter den Vögeln beschränkt 
zu sein scheinen. Sie kommen also auf relativ sehr kleinen 
Vögeln vor und auch immer in sehr geringer Zahl auf jedem 
Vogel. tJberhaupt sind sie sehr selten und nicht näher beo- 
bachtet worden. Wie schon vorher erwähnt, sind sie in ihren 
Bewegungen sehr langsam und halten sich dicht an der 
Haut des Wirttieres. 

Physostomum nigrolimbatum n. sp. (Taf. 2. Fig. 3). 

Die neue Art kommt unter den 9 vorher bekannten 
europäischen Arten wolil dem Ph. sulphureum von Oriolus 
galbula am nächsten, weicht jedoch von dieser in mehreren 
Hinsichten ab. 

Der Kör per ist länglich, gelbweiss mit dunkleren Zeich- 
nungen. Der Kopf ist nach vorn stark verschmälert, Clypeus 
ist vorn gerundet, mit breitem ungefärbtem Ilande versehen. 
Bei schwacher Vergrösserung sind keine Borst chen zu sehen, 
bei Benutzung stärkerer Vergrösserung treten jedoch solche 
hervor, sie sind aber sehr fein, und stiftartig. Die Vorder- 
ecken sind ganz abgerundet. An den Kopfseiten finden sich 
keine längeren Borst chen. Vor dem weit nach hinten geriick- 
ten, durch einen deutlichen Pigmenthaufen markierten Auge 
finden sich wenigstens zwei Kanäle in der Chitinschiene, an 
denen kurze Borst chen befestigt sind. Hinter den Augen 
stehen einige kurze und an den Hinterecken drei längere 
Börstchen. Die Oberseite des Kopfs trägt drei teilweise 
unter brochene, in einer Linie liegende, dunklere Flecke. Pro- 
thorax von der Mitte an nach vorn und nach hinten an Breite 
abnehmend. In der Mitte des deutlichen, schwarzen Seiten- 
randes findet sich ein hellerer Fleck. Vor der Mitte findet 
sich ein kurzes, in der Mitte zwei klirzere und ein längeres, 
hinter der Mitte ein kurzes und in den Hinterecken ein sehr 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 59 

långes Börstchen. Der Hinterrand des Prothorax ist deutlicli 
und tief ausgerandet. Die Hinterecken sind abgerundet. 
Metatborax ist ziemlich läng, nach hinten breiter werdend, 
vorn mit drei stachelartigen, hinten mit einem langen und 
einem kurzen Börstchen. 

Die Beine sind läng und schmal, die Vorderschenkel 
auffallend dick, am Hinterrande mit mehreren Börstchen ver- 
sehen. Die Vordertibien gegen die Spitze verdickt, nach 
aussen zwei längere und zwei kiirzere Börstchen tragend. 

Die Hinterleihsegmente nehmen an Breite allmählich 
zu; die sieben ersten trägen je ein kurzes und ein längeres 
Börstchen an den Hinterecken. Das achte Segment ist hinten 
gänzlich abgerundet und trägt hier jederseits ein kurzes und 
zwei längere Börstchen; das neunte Segment ist klein, am 
Hinterrande gerundet und trägt hier mehrere Börstchen. 
Der Hinterteil — auch der vordere Teil des achten Segments — 
trägt eine breite, schwarze Längsbinde, die vorn auf dem 
Metatborax nach innen umbiegt, weil hier ein hellerer Fleck 
sie von dem Rande verdrängt. Auf der Ventralseite finden 
sich am Prothorax zwei parallele dunkelbraune Längslinien 
und dahinter, zwischen dem ersten und dem zweiten Bein- 
paare, zwei quere, und zwischen dem zweiten und dem 
dritten Beinpaare zwei nach hinten divergierende braune 
Linien. 

Kör per proportionen. 



Länge: 


? 


Kopf 


0,725 


Thorax 


0,750 


Abdomen 


1,75 


3 Femur 


0,475 


3 Tibia 


0,300 


Breite: 




Kopf 


0,550 


M. Thorax 


0,6125 


Abd. 3. Segm. 


0,750 


Abd. 7. Segm. 


0,725 



Von dieser sehr guten Art liegt nur ein weibliches Indi- 
viduum vor. Dasselbe ist von einer Sylvicola öder Cala- 



60 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 13. 

moherpe sp. bei Jinretlen ^y^ 1879 von Dr. Stuxherg einge- 
sammelt worden. 



Physostomum clypeatum n. sp. (Taf. 2. Fig. 1.) 

Die neue Art ähnelt habituell nicht wenig einigen vorher 
bekannten Arten, z. B. dem Ph. irascens N. middemPÄ. inter- 
medium Piag., von denen sie spec. durch die Form des Clypeus 
abweicht, was sie mehr dem Ph. macidatum Piag. nähert. 
Auch ist, wie bei dieser Art, das neunte Segment sehr klein. 

Der Kopf ist gedrungen, fast ebenso läng wie breit. Der 
Clypeus ist nicht, wie bei den meisten Arten dieser Gattung, 
vorn abgestumpft, sondern als eine breite Partie, die nach 
vcrn völlig abgerundet ist, abgesetzt; ganz ohne Börstchen. 
Die Haftlappen sind kraftig entwickelt. Die Seiten des Kopfes 
divergieren stark nach hinten, um jedoch vor den weit nach 
hinten geriickten Augen wieder nach hinten zu konvergieren ; 
es fehlt hier gänzlich eine Beborstung; nur etw^a auf der Höhe 
der Fiihler, ein wenig vom Seitenrande entfernt, findet sich 
ein Börstchen und an den nach hinten winkelig vortretenden 
Hinterecken zwei gerade, abstehende Börstchen. Im iibrigen 
ist zu bemerken, dass auf dem Vorderrande des Labrums 
eine Querreihe von Börstchen sich findet, von denen sechs 
länger sind; zwei von diesen stehen in der Mitte und zwei 
an jeder Seite. Auch finden sich auf der Kehlregion jederseits 
der Mitte zwei sehr dicke steife und kurze Börstchen. Pro- 
thorax ist von der Breite des Kopfes, vorn an den Seiten ein- 
gezogen und hier ein kurzes Börstchen tragend. Die Seiten 
konvergieren von hier ab deutlich nach hinten und trägen an 
dem vorderen Absatz ein långes und zwei sehr kurze Börstchen, 
soAvie auch nach hinten an den abgerundeten Hinterecken 
ein solches. Metathorax ist kraftig entwickelt, die Seiten sind 
vorn gerundet, nach hinten geradlinig divergierend, in dem 
hinteren Abschnitt mit einer denjenigen der Hinterleibseg- 
mente ähnlichen Seitenschiene versehen. Die B eine sind 
läng und schlank, fein und kurz beborstet; in dem distalen 
Teil der Tibien finden sich nach aussen zwei längere Börstchen. 
Die acht ersten Hinterleibsegmeiite sind einander ziemlich 
ähnlich; sie sind kurz und trägen am Seitenrande dunklere 
Randschienen, die nach innen winklig ausgebildet sind und in 
das vorhergehenden Segment hineinragen. An den Hinter- 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 61 

ecken findet sich ein hellerer börstchentragender Fleck und an 
der Ventralseite der vorderen Segmen te drei sehr kurze stachel- 
artige Börstchen. Das achte Segment ist ungefärbt, nach 
hinten breit abgerundet und trägt hier jederseits der Mitte 
zwei Börstchen; das neunte Segment ist sehr klein, am Hinter- 
rande fein mid dicht beborstet. 

Kö rperpr oportionen. 



Länge: 


? 


Kopf 


0,8875 


Thorax 


1,2875 


Abdomen 


2,550 


3 Femur 


0,775 


3 Tibia 


0,500 


Breite: 




Kopf 


0,9125 


M. Thorax 


1,250 


Abd. 3. Segm. 


1,375 


Abd. 7. Segm. 


1,1625 



Es liegen zwei weibliche Exemplare von einer Alauda 
alpestris vor (Mus. Gbg.). 



Physostomum sp. 

Es liegt mir ein nicht völlig ausgewachsenes Exemplar 
einer Art dieser Gattimg von einer 
Emheriza nivalis vor. Von Emheriza- 
arten ist schon längst ein Physosto- 
mum nitidissimum N. beschrieben wor- 
den. Die Art ist sehr unvollständig 
beschrieben und seit Nitzsch nicht ange- 
troffen worden. Ob die vorliegende 
Art mit dieser zu identifizieren ist, 
scheint mir sehr unsicher; keine ein- 
zige benutzbare Abbildung der Art 
liegt noch vor. Icli iiberlasse die 
Lösung der Frage kommenden Unter- 
suchungen und gebe hier nur eine Ab- Fig. 37. Kopf und Prothorax 

, ., , , . von. Physostomum sp. von 

bildung von dem Kopfe des mir vor- Emberiza nivalis. Diedunk- 
liegenden Exemplares mit der dunkle- ^ere Zeichnung auf der Un- 

„ . , T TT , ■- terseite ist sichtbar. 

ren Zeichung der Unterseite. 




62 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

2. Unterordnung Ischnocera. 
1. Fam. Trichodectidae (Kell) m. 
Der Kör per is von mässiger Grösse. Der Kopf zeigt zwei 
verschiedene Ausbildungen, er ist entweder kurz und gerundet, 
fast ebenso läng wie breit öder mehr öder weniger herzförmig 
und vorn gerade abgestumpft öder ausgerandet; die Fiihler 
sind immer nur dreigliedrig, in beiden Geschlechtern ein- 
f ach schnurf örmig öder beim J" sehr kraftig entwickelt, wodurch 
der Vorderkopf zufolge der tiefen Fiihlebucht vom Hinter- 
kopfe gut abgesetzt wird; das letzte Fiihlerglied trägt zwei sehr 
deutliche Sinnesgruben ; die Mundteile sind auf der Unterseite 
des Kopfes weit nacli hinten gelagert, die Mandibeln sehr kraftig 
entwickelt, der Quere nach gestreift öder gefurcht, zusammen 
eine Zange bildend, die das Haar umfasst; eine sehr deutliche 
Futterrinne, d. h. eine mediane longitudinelle Furche auf der 
Unterseite des Vorderkopfs, durch welche die Nahrung, die 
Haare, an die Mundteile gefiihrt wird. Thorax besteht aus 
zwei deutlichen Abteilungen, nur ausnahmsweise ist Metathorax 
durch eine feine Querlinie öder durch Einschniirungen an den 
Seiten in zwei Teile zerlegt; ein Prothoracalstigmapaar ist 
wenigstens bei vielen Formen vorhanden, gross, wAe die 
des Hinterleibs an diejenigen der Anopluren erinnernd. 
Die Beine sind sehr charakteristisch, of t läng und sclilank, in 
dem Typus sehr auffällig an diejenigen einiger Anopluren 
erinnernd; die Tibien trägen an der inneren Ecke einen sehr 
deutlichen, spitzen Chitindorn, die Tarsen sind gut entwickelt, 
zweigliedrig, das zweite Glied trägt ein deutliches, längliches 
Onychium; nur eine Klaue kommt vor, diese ist sehr läng 
und spitz. Die Hinterleihsegmente trägen nur schwache Eand- 
schienen und gewöhnlich schmälere öder breitere Querbinden 
nebst einer Reihe von Börstchen; die erste Tergite ist immer sehr 
klein und macht sich als eine kleine, mediane Platte zwischen 
dem Metathorax und dem Hinterleibe merkbar; die letzte 
Sternite beim c? ist mehr öder weniger stark entwickelt ; beim $ 
kommen an den Seiten, öder bisweilen mehr ventralwärts, zwei 
schmale Anhänge vor, die an der Basis in Gelenkverbindung 
mit dem achten Segmente stehen und selbständig bewegt 
werden können; bisweilen sind diese Gebilde sehr breit und 
plattenf örmig ausgebildet; wahrscheinlich spielen sie bei der 
Eierablage eine Rolle. 



E. MJ ÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 63 

Die Repräsentanten dieser Familie kommen ausschliesslich 
auf Säugetieren vor und haben unter diesen eine sehr weite 
Verbreitung. 

1. Gattung Tricliodectes N. 

NiTZSCH: Germ. Mag. III. p. 284. 

Diese Gattung enthält eine sehr grosse Zalil von Formen, 
die in vielen Hinsichten voneinander ziemlich weit entfernt 
sind, weslialb wahrscheinlich mehrere von ihnen zu eigenen 
Gattungen gehör en diirften. Da ich nicht hinreichendes Ma- 
terial zu meiner Yerfiigung hatte, habe ich keine durch- 
gehende Revision vornehmen können. Nur den eigenartigen 
Tr. crenulatus Piag von Damalis alhifrons habe ich in eine 
eigene Gattung, Damalinia n. g., gefiihrt sowie auch vier neue 
amerikanische Formen in die Gattung Eutrichophilus n. g. 
Die Arten haben eine sehr weite Verbreitung; schon Piaget 
kannte im Jahre 1880 Repräsentanten von f olgenden Säuge- 
tiergattungen : Felis, Canis, Lutra, Meles, Mustela, Herpestes 
Ursus, Nasua, Erethizon, Cercolabes, Lepus, Cervus, Antilope, 
Ovis, Capra, Bos, Equus,' Hyrax, und Macropiis.^ Später 
sind solche von den Gattungen, Erinaceus, Mephitis, Castor, 
und einige andere nachgewiesen worden. Sehr bemerkens- 
wert ist der Fund einer Form auf einem Af fen, Colohus cau- 
datus, die auf der Kilimandjaro-Meru-Expedition einge- 
sammelt wurde und von Kellogg unter dem Namen Tr. colobi 
beschrieben worden ist (Sjöstedts Kilimandjaro-Meru-Exped. 
15. 4. p. 44. Pl. 1. Fig. 1). 

Trichodectes latus N. 

NiTzscH: Germars Magaz. III. p. 296. — De Geer: (Ricinus canis) VII. 
Taf. IV. Fig. 13. — Olfers: (Pedicul. setosus) p. 84. — Denny: p. 188. 
Taf. XVII. Fig. 6. — Gurlt: IX. p. 2. Taf. 1. Fig. 1. — Giebel: p. 53. 
Taf. III. Fig. 2, 3. —Piaget: p. 384. Pl. XXXI. Fig. 6. — Taschenberg: 
p. 205. 

Einige Exemplare von Canis familiaris (Mus. Gbg; ipse.) 
Trichodectes crassus N. 

Fabricius: (Pediculus melis) p. 341. — Germ. Mag. III. p. 295. — Denny: 
p. 187. Taf. XVII. Fig. 13. — Giebel: p. 44. — Piaget: p. 886. Pl. XXXI. 
Fig. 7. — Taschenberg: p. 205. 

Mehrere Exemplare von einem Meles taxus (Mus. Gbg). 

^ Piaget sagt betreffs der Verbreitung: »Je n'en ai jamais trouvé sur 
les marsipiaux, ni sur les singes», und doch beschreibt er selbst (p. 406. Pl. 
XXXII. Fig. 10) einen Tr. penicillatus von einem Macropus penicillatus. 



64 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (). N:0 13. 

Trichodectes retusus X. 

Nitzsch: Germ. Mag. III. 296. — Denny: p. 190. Taf. XVII. Fig. 2. 
— ScHRANK: (Ped. mustelae). — Giebel: p. 55. Taf. III. Fig. 4. — Piäget: 
p. 387. Pl. XXXI. Fig. 8. — Taschenberg: p. 205, 207. 

Mehrere Exemplare von einer Mustela erminea (Mus. 
Gbg). 

Trichodectes madagascariensis n. sp. 

Ein kleines männliches Exemplar einer Trichodectes- Art 
liegt mir vor, die ich mit keiner der bisher bekannten Formen 
habe identifizieren können. 

Der Körper ist gedrungen, etwa änder Mitte ambreitesten. 
Der Kopf ist ein wenig breiter als läng, gerundet, oben some 
auch an den Seiten dicht und kurz beborstet. Clypeus ist 




Fig. 38. Kopf von Trichodectes madagascariensis MjöB. 

von einer dioken Chitinschiene gerandet, die vorn in der 
Mittellinie fast iinmerklich schmal durchbrochen ist, die 
Eiihlerbucht ist ziemlich tief, ihre Vorderecken sind spitz 
hervortretend, der Hinterkopf ist an den Seiten und an den 
Hinterecken ganz abgerundet, schmal dunkel, gerandet. Die 
Augen sind ziemlich stark hervortretend. Die Verbindungs- 
schienen sind deutlich entwickelt. Die Fiihler sind ziemlich 
läng, nicht auffallend kraftig entwickelt; das erste Glied ist 
dicker und mehr rundlich, das zweite ist das längste, das 
dritte ein wenig apicalwärts verbreitert. Prothorax ist sehr 
kurz und breit, nach hinten allmählich verbreitert; die Seiten 
sind dick gerandet und trägen, wde auch die abgerundeten 
Hinterecken, einige kurze Börstchen; der Hinterrand ist teil- 
weise dunkler und auf der im iibrigen gelben Scheibe ist eine 
Querbinde hinter der Mitte ungefärbt. Metathorax ist ein 
wenig breiter, aber viel kiirzer. Die Beine sind ziemlich 
kurz, die Schenkel sind sehr dicht und kurz beborstet; die 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN, 65 



Tibien am Aussenrande von einer dicken, von zahlreichen 

Kanalen durchbrochenen Chitinscliiene gerandet, apical- 

wärts ein wenig verbreitert. Die Klanen sind läng und spitz. 

Die Hinterleibsegmente erreichen 

vor der Mitte ihre grösste Breite; 

der erste Tergite is t sehr klein, 

das 2.-8. Segment ist durch eine 

dicke Chitinscliiene gerandet; das 

vierte und fiinfte hat nicht ge- 

rade Vorderränder, sondern ist in 

der Mitte wie vorgezogen, \vodurch 

das dritte Segment in der Mitte 

sehr kurz wird und einen konkaven 

Hinterrand erhält. Auf jedem der 

acht ersten Segmente findet sich 

eine regelmässige Querreihe von 

kurzen nach hinten gerichteten 

Börstchen; das letzte Segment ist ^^g- 39. Hinterleib von Tricho- 

^ dectes madagascariensis Mjöb. 

stumpt zugespitzt; aui den vor- [^ von oben). 

deren Segmenten finden sich sechs 

dunklere Querbinden, von denen die vordersten bei weitem 
breiter sind. 




Körperproportionen, 



Länge: 


c? 


Kopf 


0,3375 


Thorax 


0,1625. 


Abdomen 


0,750 


3 Femur 


0,125 


3 Tibia 


0,175 


Breite: 




Kopf 


0,4375 


M. Thorax 


0,325 


Abd. 3 Segm. 


0,550 


Abd. 7 Segm. 


0,3125 



Von der sehr kleinen Art habe ich ein einziges männliches 
Exemplar auf einem vorkurzem aus Madagaskar angekommenen, 
in Spiritus aufbewahrten Eupleres goudoti gesammelt. 

Arkiv för zoologi. Band 6. N:o 13. 5 



66 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Trichodectes longicornis N. 

Nitsch: Germars Magaz. III. p. 296. — Giebel: p. 60. — Piaget: 
p. 400. — Taschenberg: p. 204, 216. 

Mehrere Exemplare von einem Cervus darna. (coll. Mus. 
Zool. Hamb. ex. Horto Zool. Hamb.). 

Trichodectes tarandi n. sp. (Taf. 1. Fig. 5). 

Die neue Art gehört innerhalb der Gruppe pilosus-scalaris- 
longicornis, teilt also mit dieser folgende Charaktere. Der 
Kopf ist vorn gänzlich gerundet, nach hinten am breitesten, 
oben wie auch an den Seiten dicht behaart; der Hinterleib 
trägt mediane, quergestellte, dunklere Binden und nur eine 
Querreihe von Börstchen. Von Tr. pilosus Piag unterschidet sich 
die neue Art sogleich durch das Aussehen des Prothorax, der 
bedeutend schmäler ist als der Metathorax. Von der Art Tr. 
scalaris'N. ist die neue Art durch das zweite Antennenglied, das 
ein wenig länger ist als das dritte, den an den Seiten mehr 
gerundeten nach vorn nicht verengten Prothorax, den nicht 
so scharf abgesetzten Metathorax u. s. w. wohl getrennt. 
Betreffs der letzten Art Tr. longicornis N., steht sie dieser 
spec. in der Kopfform näher, ist aber von derselben durch 
die Form und die Länge der Antennenglieder, den gerundeten 
nicht nach vorn verengten Prothorax, der zwei gelbe Quer- 
binde trägt, was bei keiner änder en Art vorkommt, durch 
die Körperproportionen u. s. w. offenbar distinkt. Wenn 
Tr. similis D. von Cervus capreolus mit Tr. longicornis N. 
identisch ist, sollten die bisher von den Cerviden bekannten 
Formen folgende sein: ; *^? 

[ Cervus elaphus 

1. Tr. loJigicornis N. < Cervus dama 

[ Cervus capreolus 

2. Tr. tibialis N. j ^^"^" ^^"^^ , 

t Cervus capreolus 

3. Tr. tarandi n. sp. { Cervus tarandus 

Der Kopf ist ein wenig kiirzer als breit, vorn und hinten 
abgerundet. Clypeus ist fast halbmondförmig dicht mit 
abwechselnd längeren und kiirzeren Börstchen versehen, gänzlich 
ohne Zeichnungen öder Flecke. Die Stirnschienen sind 
vorn sehr stark chitinisiert, dahinter plötzlich schwächer, 
umranden die Fiihlerbucht, biegen aber nicht nach innen um, 
sondern folgen dem Seitenrande und endigen kurz vor 
den Augen, die stark pigmentiert sind und am Kopf rande 



E, MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 67 

als heller e Partien stumpf hervortreten. Sie trägen je ein 
kleines Börstchen. Die Hinterhauptschienen sind mässig 
stark chitinisiert ; die Verbindungsschienen gehen fast parallel 
nach vorn und endigen etwa auf der Mitte des Kopfes. Auf 
dem ganzen Kopf wie auch an den Seiten stehen ziemlich 
dichte, sehr kurze Börstchen. Die Antennen sind ziemlich 
läng, ihr erstes Glied ist dick und kurz, ringsum, doch meist 
vorne behaart, das zweite bedeutend länger und schmaler, 
ringsum gleichförmig läng behaart, das dritte Glied ist ein 
wenig kiirzer und unbedeutend dicker als das zweité, vielleicht 
noch dichter und länger behaart, in der Spitze sehr schwach 
chitinisiert, weisslich, und mit sechs bis zehn steifen, stäbchen- 
förmigen Sinnesborsten bewaffnet. Prothorax ist von sehr 
charakteristischer Form, an den Vorderecken, den Seiten 
und den Hinterecken gänzlich abgerundet, am Seitenrande 
^vie auch ein wenig nach der Scheibe hinauf stehen mehrere 
kurze steife Börstchen. In der Mitte des iibrigens grössen- 
teils weisslichen Prothorax findet sich eine deutliche gut be- 
grenzte braungelbliche Querbinde, die am Vorderrande in 
der Mitte nur unbedeutend, am Hinterrande deutlich aus- 
gerandet ist. Wo diese Querbinde an die Ränder stösst, 
wird sie von stärker chitinisierten und dunkler gefärbten 
Schienen begrenzt. Am Hinterrande findet sich noch eine 
gelbliche Querbinde. Sowohl diese wie auch die mittlere 
Binde trägen mehrere kurze Börstchen. Am Vorderrande 
des Prothorax genau in der Mitte findet sich ein eigenarti- 
ges, kleines, nach vorn und hinten zugespitztes Chitinstäb- 
chen, das vorn Hinterrande des Kopfes auszugehen scheint 
und dann unter dem Integumente in den Prothorax sich 
streckt. Wahrscheinlich ist es als ein Apodemgebilde auf- 
zuf assen, an dem Muskeln inserieren. Dies Gebilde erin- 
nert sehr an die bei gewissen Pediculiden auf derselben 
Stelle vorkommenden zwei Chitinstäbchen (die »Hinterhaupt- 
fortsätze» Enderleins). Metathorax ist an den Vorderecken 
stärker chitinisiert, ist viel breiter als Prothorax, an den 
Seiten gerundet, und trägt hier ein kiirzeres vorderes und 
ein längeres hinteres Börstchen. Auf der Fläche macht sich 
eine sehr diffuse gelbliche Querbinde, an der en Hinterrande 
eine Querreihe von feinen nach hinten gerichteten Börstchen 
sich findet, bemerkbar. Die Grenze gegen den Hinterleib 
ist sehr undeutlich, fast unmerkbar. Doch steht hier am 



68 



ARKIV rÖR ZOOLOGI. BAND G. NIO 13. 



Hinterrande eine sehr feine Reihe von feinen Börstchen, was 
fiir die Doppelnatur dieses Segments spricht. Die Beine 
bieten nichts Specifiches der Art dar; die vorderen sind kurz 
und dick, die beiden hinteren Paare schlanker; alle sind sie 
dicht und kurz behaart. Die Coxen sind dunkler gerandet, 
die Schenkel an der Basis mit dunkleren Flecken versehen 
und die Hintertibien nach aussen dunkler gerandet. Die 
sieben ersten Hinterleibsegmente sind an den Seiten dunkler 
und hier dicht beborstet. Nahe den Hinterecken stehen 
einige längere Börstchen. Auf jedem der achten ersten 
Tergiten findet sich eine deutliche, dunkelbraune, an den Seiten 
schmälere Querbinde, an deren Hinterrande eine regelmässige 
Reihe von Börstchen sich findet. Auch auf der Querbinde 
stehen einige durch weissliche Ansatzpunkte ausgezeichnete 
Börstchen wde auch einige gewöhnliche Börstchen an den 
Aussenseiten der Binde. Die Stigmen sind an den Segmenten 
2—7 gelegen. Das achte Segment beim $ trägt an den Seiten 
die bei den Trichodectesarten gewöhnlichen lateralen gebogenen 
Anhänge; das neunte ist hinten zweigelappt und mit zwei 
Börstchen versehen. Auf der Ventralseite finden sich auch 
eine dunkler gefärbte Querbinde und auf den letzten Seg- 
menten auch eine dunklere Zeichnung. 



Kör per pr oportionen. 



Länge: 




Kopf 


0,3625 


Thorax 


0,300 


Abdomen 


1,125 


3 Femur 


0,1625 


3 Tibia 


0,1625 


Breite: 




Kopf 


0,3875 


M. Thorax 


0,3625 


Abd. 3 Segm. 


0,5875 


Abd. 7 Segm. 


0,4625 



Von der sehr charakteristischen Art habe ich etwa zwanzig 
Exemplare, alle weiblich, auf zwei Exemplaren von Cervus 
tarandus aus Lappland erbeutet. (Typus. Mus. Holm). 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBBR MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 69 

Trichodectes tibialis Piag. 

Denny: (Tr. loncricornis?) p. 192. Taf. XVII. Fig. 8. — Piaget: p. 399. 
Pl. XXXII. Fig. 6. — Taschenberg: p. 205, 217. 

Mehrere Exemplare von Cervus capreolus (»Skansen», 
ipse.) und von einem Cervus pygargus aus Sibirien (Coll. 
Mus. Zool. Hamb. ex Horto Zool. Hamb.). 



Trichodectes climax N. 

XiTZSCH: Germ. Mag. III. 296. — Gervais: III. Taf. 18. Fig. 3. — 
Giebel: Zeitschr. d. ges Xaturwiss. XVII. p. 81. Taf. 1. Fig. 1. 2; I. E. 
p. 58. Taf. XX. Fig. 2. — Gurlt: IX. p. 3 (capra?). Taf. I. Fig. 2. — 
Piaget: p. 391. Pl. XXVII. Fig. 1. — Taschenberg: p. 205, 213. 

Mehrere Exemplare von Capra 

hircus (Coll. Mus. Zool. Hamb.; ipse.). 



Trichodectes scalaris X. 

Denny: p. 191. Taf. XVIII. Fig. 9. — 
Giebel: p. 61. Taf. III. Fig. 7 u. 9. — 
TxjRTON III. p. 629. — Stewart: Elem. II. 
p. 298. — SiMONDS: Journ of Agr. Se; ser. 2. 
Vol. I. p. 46. — Gurlt: IX. p. 4. Taf. I. 
Fig. 3. — Piaget: p. 396. Pl. XXXIII. Fig. 2. — 
Taschenberg : p. 203. 

Mehrere Exemplare von Bos taurus. 




(ipse.). 



Trichodectes pilosus G. v ^r» -n^- m ■ i 

^ Fig. 40. El von Tricho- 

LiNNÉ: (Ped equi) IT 1018. —Gurlt: IX. dectes scalaris N. 

p. 5. • — Giebel: Zeitsch. f. d. ges. Naturwis- 

senscli.; I. E. p. 59. 

Von der Art habe ich einige Exemplare auf einem Equus 
asinus gesammelt. 

Trichodectes parumpilosus Piag. 
Piaget: p. 397- PL XXXII. Fig. 5. — Taschenberg: p. 204. 214 
Von der Art habe ich mehrere Exemplare auf einem 
Equus cahallus gesammelt. 



2. Gattung Damalinia n. g. 

Der Körper is von mässiger Grösse; die Skulptur, besonders 
am Hinterleibe, mehr öder weniger schuppig, die Ränder des 
Hinterleibs wie bei vielen Anopluren fein krenuliert. Der 
Kopf ist länglich dreieckig, nach vorn zugespitzt und am 



70 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 



Vorderrande sehr tief ausgerandet und hier stark chitinisiert, 

die Stirnschienen sind schmal und von zahlreiclien Kanalen 

durchbohrt, in dem hinteren Teil 
erweitert ; der Hinterkopf ist herz- 
f örmig, die Augen starkhervortretend, 
die Verbindungsschienen abgekiirzt. 
Die Fiihler sind beim ^ viel kräf- 
tiger als beim 5 , das Basalglied beim 
S gross und dick, das zweite kiirzer, 
das dritte gebogen und an der Spitze 
nach innen zwei gut entwickelte 
Chitindörnchen tragend ; dagegen 
scheinen die Sinnesgruben zu feblen. 
Die Mandibeln sind sehr kraftig, 
breit, der Quere nach deutlich 
Kopf vind Thorax von gestreift. Tliovax scheint fast eine 
einheitliche Abteilung zu sein, 
Prothorax ist schmal und von 

einer dicken, von Kanalen durchbohrten Schiene gerandet ; 

Metathorax ist sehr kurz, an den Seiten stark chitinisiert; 

Metathorax am breitesten. Die Hinterleihsegmente sind 




Fig. 41 

Damalinia crenulata Piag. 




Fig. 42. Die letzten Segmente von Damalinia crenulata 
Piag., 9 von der Ventralseite gesehen. 



von der Mitte am breitesten, der erste Tergite rudimentär; 
Randschienen fehlen vöUig, nur an der Vorderecke und an 
der Hinterecke jedes Segments findet sich ein kleiner Chitin- 
fleck. Der letzte Sternite beim cT eigenartig ausgebildet, indem 
er nach hinten weit hervorragt, in der Mitte ist er tief ange- 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 71 



randet; beim ? sind die Seitenteile 
des letzten Segments mehr ventral 
gelagert und treten als zwei 
dreieckige, sehr diinne, ungefärbte 
Plätten hervor, die an der Ven- 
tralseite dicht gedriickt sind. Die 
Beine sind ziemlich kurz. 
Typus : 



Tricodectes crenelatus Piag. 

(Taf. 4. Fig. 4). : I 

Es liegen nur einige Exemp 
lare dieser eigenartigen Form 

von einer Damalis albifrons vor. (Coll. Mus. Zool. Hamburg 
ex Hört o Zool. Hamburg). 




Fig. 43. Der von oben sicht- 
bare Teil der letzten Sternite 
bei Damalinia crenulata 
Piag. 



3. Gattung Entrichophilus n. g. 

Der Kör per ist von mässiger Grösse. Der Kopf ist breit 
und mehr öder weniger herzförmig; die Fiihlerbucht beim o^ 




Fig. 44. Spitze des Mittelbeins von Eutrichophihis 
minor Mjöb. n. sp. 

wegen der ausserordentlich kraftig entwickelten Fiihler sehr 
tief und also der Vorderkopf vom Hinterkopf scharf abgesetzt; 
Clypeus ist vorn entweder gerade abgestumpft öder ausgerandet ; 
eine Futterrinne ist sehr deutlich ausgebildet; die Fiihler 
sind beim c? sehr kraftig, das Basalglied ist sehr läng und dick, 



72 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 13. 



das zweite Glied ist bedeutend schmäler als das dritte, ein 
wenig nach innen gebogen, dies letzte Glied trägt immer an der 
inneren Spitzecke zwei kleine stumpfe Chitindornen und 
ausserdem zwei deutliche Sinnesgruben. Thorax besteht aus 
drei Segmenten, die jedoch nicht immer deutlich als getrennt 
zu erkennen sind; Prothorax ist verschiedenartig ausgebildet, 
bisweilen sehr breit, bisweilen nach vorn verengt; ein deutliches 

Prothoracalstigmapaar ist vor- 
handen imd macht sich oft als 
eine höckerförmige Hervorragung 
bemerkbar. Die Beine sind auf- 
fällig denjenigen einiger Pedi- 
cinus-Avien ähnlich ; an der inneren 
Ecke der Tibien findet sich ein 
langer, spitzer Chitindorn und 
an dem zweiten Tarsalglied ein 
längliches, gut entwickeltes Ony- 
chium, die Klaue ist sehr läng 
und spitz. Die Hinterhihsegmente 
sind mit schmalen Randschienen 
und breiten, gelblichen Quer- 
binden versehen; auf jedem Seg- 
mente findet sich nur eine Quer- 
reihe von Börstchen; die erste 
Tergite, obwohl klein, jedoch im- 
mer vorhanden, nur wenige 
Börstchen (2—4) tragend; der 
letzte Sternite immer beim c? 
stark entwickelt; die Stigmen 
finden sich auf den Segmenten 
3—8; sie sind gross und in Skulp- 
tur denjenigen der Anopluren 
ähnlich. Die Skulptur des Integuments meistens mehr 
öder weniger schuppig. — Die Eier sind von sehr grossen 
Schleimmassen umgeben. (Fig. 45). 

Butrichophilus cercolabes n. sp. (Taf. 4. Fig. 7, 8). 

Von der Säugetiergattung Cercolabes war bisher nur eine 
Mallophage beschrieben worden, und zwar der von RuDOW 
(Zeitschr. f. gesammt. Naturw. 1866 p. 109 Taf. V. Fig. 1) 
klirzlich und mit gewöhnlicher Oberflächlichkeit beschriebene 




i 



Fig. 45. Eier von Eutrichophilus 

sp. (a. b.) c. Deckel mit der 

Micropyle vergrössert. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 75 

Trichodectes mexicanus Rud. Die Art wurde später von 
Taschenberg (Die Mallophagen p. 211-213 Tab. VII. Fig. 8) 
gut beschrieben und abgebildet. Er hatte zwei c?c? zu seiner 
Verfiigung; sowohl aus seiner Beschreibung wie noch mehr 
ans der Figur geht hervor, dass keine von den drei hierunten 
beschriebenen Arten, die alle von einer C ercolabes- Art stammen, 
sich mit der vorher bekannten Form identifizieren lässt. Von 
der ziemlich nahe verwandten Gattung Erethizon ist auch eine 
Trichodectes- Avi beschrieben worden, nämlich Tr. setosus Gieb. 
Giebel gibt dariiber eine ziemlich unvollständige Beschreibung 
ohne Figur. Auch diese Art, die wie die vorige zu der neuen 
Gattung zu fiihren ist, ist von Taschenberg (1. c.) beschrieben 
und abgebildet worden, und ist die Art von den drei folgenden 
sehr gut vor allem durch ihren Prothorax, den seitlich mit 
einem knospenartigen Processe versehen ist, so wie auch durch 
die Form der »Raife», gut verschieden. 

Die neue Art ist durch die Form des Prothorax sehr gut 
von allén iibrigen verschieden. 

Der Kör per ist länglich, in beiden Geschlechtern etwa in 
der Mitte am breitesten, blassgelb mit gelbbraunen Zeichnungen. 
(}J)er Kopf ist länglich dreieckig, vorn quer abgestumpft; der 
Vorderkopf ist vom Hinterkopf durch die tiefe Fiihlerbucht 
sehr deutlich abgesetzt; die vorderen seitlichen Ecken der 
Fiihlerbucht treten ziemlich spitz hervor; am Vorderrande 
selbst finden sich keine Börstchen, an den Seiten aber meh- 
rere sehr kurze; die Stirnschienen sind gut entwickelt und 
dunkler gefärbt; der Hinterkopf ist schwach herzförmig, 
die Augen sind klein, ein wenig hervortretend, an den 
Seiten finden sich einige kurze Börstchen; die Hinter- 
hauptecken sind ein wenig stumpf; der Hinterrand ist deut- 
lich ausgerandet, die Verbindungsschienen deutlich entwic- 
kelt, ihre Anfangspunkte dunkler gefärbt. Die Fiihler sind 
beim c? sehr kraftig entwickelt, das Basalglied ist sehr 
stark verdickt, spärlich beborstet, das zweite Glied ist 
viel kiirzer, an der Basis merkbar breiter als an der Spitze, 
kurz beborstet; das dritte Glied ist läng und schmal, nach 
innen ein wenig gebogen, fein und kurz beborstet; sowohl 
die beiden Sinnesgruben wie auch die beiden Chitinhöckerchen 
treten deutlich hervor. Das Occipitalapodem tritt als ein 
kleines, stäbchenförmiges Gebilde auf. Prothorax it von 
sehr charakteristischer Form, vorn wie halsf örmig eingezogen. 



74 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

dahinter ein wenig vor der Mitte treten fast rechtwinklige Ecken 
hervor, von da an konvergieren die Seiten nach hinten und 
trägen hier zwei sehr kurze Börstchen. Metathorax ist nur 
unbedeutend breiter, an den Seiten gerundet, in der vorderen 
Hälfte dunkler gefärbt. Die Beine sind ziemlich läng und 
dunkler gerandet, kurz und ziemlich dicht beborstet. Die 
sieben ersten Hinterleibsegmente sind einander fast ähnlich, 
sie trägen alle dunklere, schmale Randschienen und in der Mitte 
gelbbraune Querbinden und dahinter an den Segmenten 2—5 
einen medianen länglichen, gerundeten Fleck; an den Seiten 
finden sich mehrere kurze Börstchen, nur das achte Segment 
trägt an den Seiten einige längere Börstchen; dies Segment 
ist aus einer Verschmelzung der beiden letzteren hervorge- 
gangen, ist schmal und kurz, sein Sternite ragt iiber seinen 
Hinterrand hervor und ist wie schalenförmig ausgebildet, an 
den Seiten sehr dicht, von ziemlich langen Börstchen besetzt. 
$ Der Kopf ist breiter abgerundet,dreieckigund der Vorder- 
kopf vom Hinterkopf bei weitem nicht so scharf abgesetzt, 
was ja direkt von der normalen Fiihlerentwicklung abhängig 
ist. Die Fiihler sind einfach schnurförmig, das Basalglied 
kurz und ein wenig dicker als die folgenden, das letzte länger 
als das zweite, gerade; alle sind sie fein und kurz beborstet. 
Die Augen sind ein wenig mehr hervortretend. Die sieben 
ersten Hinterleibsegmente trägen breite, zusammenhängende, 
braungelbe Querbinden, entbehren dagegen völlig die dahinter 
beim J^ vorkommenden Flecke. Die Seitenteile (»Raife») 
des letzten Segments sind sehr kraftig entwickelt, breit, nach 
innen wie ausgehöhlt und legen sich dicht dem letzten Seg- 
mente an; an ihrem unteren Rande sind sie läng und dicht 
beborstet. 

Kör per pr oportionen. 



Länge: 


J 


? 


Kopf 


0,6875 


0,6875 


Thorax 


0,4375 


0,4375 


Abdomen 


1,500 


1,375 


3 Femur 


0,325 


0,325 


3 Tibia 


0,275 


0,275 


Breite: 






Kopf 


0,5375 


0,6875 


M. Thorax 


0,525 


0,675 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 75 

Abd. 3 Segm. 0,7625 0,900 

Abd. 7 Segm. 0,5875 0,6375 

Von der Art liegen mir einige Exemplare aus den Kollek- 
tionen des Hamburger-Museums von einem Cercolahes pre- 
hensilis vor, mit der Angabe: »von Quendu-Stachelschwein 
(Auris-Caschero) Colon. Sta Cruz (Prov Rio Grande de Sul) 
Fr Stiegl. mayr leg. 10 VII. 1899». 

Eutrichophilus cordiceps n. sp. (Taf. 4. Fig. 5, 6). 

Eine gut charakterisierte Species, die spec. im männ- 
liclien Geschleclite leicht kenntlich ist. 

DerKörper ist länglich, nicht 
sehr breit. 

(^ Der Kopf ist breiter als 
bei E. cercolahes Mjöb., welcher 
Art die vorliegende sons t am 
nächsten kommt, in der Form 
des Prothorax sicli aber sogleich 
davon distinkt zeigt ; der Vorder- 
kopf ist vom Hinterkopf sehr 
scharf abgesetzt, breit dreieckig, 
der Hinterkopf breit herzförmig, 
die Ränder ziemlich dick, stark 
chitinisiert. Clypeus ist vorn ^. ,^ ,. . t^ . • r.\-j 

^ ^ Fig. 46. Köpt von Eutrichophilus 

gerade, in der Mitte bis aur einen cordiceps Mjöb. cT. 

Fleck hellgelb; an den Seiten 

etwas dunkler und hier vier bis f iinf kiirzere Börstchen tragend. 
Die Augen treten ein wenig hervor und sind dunkler gefärbt, ein 
wenig vor ihnen steht ein kleines Börstchen, einige solche finden 
sich auch an den breit gerundeten Hinterecken; der Hinter- 
rand ist ein wenig ausgeschweif t ; die Verbindungsschienen 
sind kraftig entwickelt. Die Flihler sind ausserordentlich 
kraftig entwickelt und scheinen nach dem Tode immer auf- 
wärts gestreckt zu sein, so dass sie eine fast geschlossene 
Zange oberhalb des Kopfes darstellen, mit derer Hilfe das 
während der Kopulation auf dem Riicken des Männchens 
sitzende Weibchen festgehalten wird; das dritte Glied ist 
nach innen gekriimmt und trägt zwei gut entwickelte Chitin- 
höckerchen; auch treten die beidenSinnesgruben de utlich hervor. 
Prothorax ist bei weitem schmäler als bei E. cercolahes Mjöb. 




76 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND. 6. N:0 13. 

und vorn wie eingezogen; von da an nacli hinten erweitert 
und von einer dioken Chitinschiene gerandet, die zwei kurze 
Borst chen trägt. Eine seitliche Ecke kommt also gar nicht 
vor. Metathorax ist bréiter, fast hexaginat, an den Seiten 
fein beborstet. Die Beine haben dasselbe Aussehen wie bei 
E. cercolabes Mjöb. Die sieben ersten Hinterleihsegiyiente 
sind fast gleichförmig und trägen ziemlich breite braune 
Randschienen sowie auch braune Querbinden; das siebente 
Segment trägt an den Hinterecken einige längere Börstchen. 
Auf dem letzten Segmente biegt sicli der letzte Sternite auf- 
wärts um und um f asst schalenf örmig den letzten Tergite mit 
der Geschlechtsöffnung am Hinterrande ist sie dicht und 
ziemlich läng beliaart. 

$ Der Kopf ist dreieckig vorn gerade abgestumpft, die Stirn- 
schienen sind ziemlich kraftig entwickelt; nach hinten, wo 
die ebenfalls deutlich entwickelten Verbindungsscliienen mit 
ihnen zusammenstossen, bemerkt man eine dunklere Partie, 
ihre stärker chitinisierten nach innen gebogenen Teile; vonhier 
an geht eine ziemlich dicke Schiene nach hinten verlaufend 
aus, die etwa bei den Augen auf hört. Der Hinterrand ist 
deutlich ausgerandet. Die Fiihler sind einfach schnurf örmig, 
das erste Glied nur unbedeutend breiter. Prothorax ist vorn 
eingezogen, nur ein wenig breiter. Metathorax ist viel breiter, 
seine vordere Partie ist wie abgesetzt, trägt eine eigene Band- 
schiene und st ellt wahrscheinlich einen Metathorax dar. 
Der hintere grössere Abschnitt, dieser Deutung nach also der 
Metathorax, ist an den Seiten breit gerundet und erreicht 
in der Mitte seine grösste Breite; die Randschienen sind schmal 
dunkler gefärbt und trägen in der Mitte einige kiirzere Börst- 
chen. Die Hinterleibsegmente trägen breite gelbbraune Quer- 
binden ; das siebente Segment trägt an der Sternite nahe dem 
Seitenrand drei sehr länge Börstchen und am Rande, ein wenig 
mehr nach hinten, noch zwei solche; die Hinterleibspitze 
ist nicht so ausgezogen wie bei E. minor n. sp., der folgenden 
Art, ist schwächer zweigespalten und trägt jenseits der Mitte 
vier gleichlange steife Börstchen. Die lateralen Anhänge 
des achten Segments sind bei weitem kiirzer als bei E. cerco- 
labes Mjöb. und E. minor n. sp. und rågen nicht iiber die 
Hinterleibspitze hervor; auch sind sie bedeutend schmäler. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 77 





Kör per pr oportionen, 




Länge: 


c? 


? 


Kopf 


0,625 


0,625 


Thorax 


0,500 


0,500 


Abdomen 


1,400 


1,250 


3 Femur 


0,3375 


0,2875 


3 Tibia 


0,3125 


0,275 


Breite: 






Kopf 


0,675 


0,6875 


M. Thorax 


0,5875 


0,725 


Abd. 3 Segm. 


0,925 


0,9375 


Abd. 7 Segm. 


0,775 


0,7625 



Von dieser Art liegen mir einigen Männchen und einige 
Weibchen aus den Kollektionen des ^am&i^r^er-Museums 
von einer Cercolähes preliensilis vor mit der Angabe: »von 
Quendu-Stachelschwein (Auris-Caschero) Colon. Sta. Cruz 
(Prov. Rio Grande de SuL). Fr. Stieglmayr leg. 10. VII 1899». 



Eutrichophilus minor n. sp. (Taf. 4. Fig. 3). 
Der Körper ist spec. beim J" bei weitemkleiner als bei den 



beiden vorigen Arten. 





Fig. 47. Flihler von Eutrichophilus minor Mjöb., a ef, b ?. 

Der Kopf vorn triangulär, hinten herzförmig, der Vorder- 
kopf ist wie bei den beiden vorigen Arten durch die mächtige 
Entwicklung der Fiihler durch eine tiefe Fiihlerbucht von 
dem breiteren Hinterkopf gut abgesetzt. Clypeus ist am 
Vorderrande gerade abgestumpft, hier ohne, an den Seiten 



78 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND. 6. N:0 13. 



aber mit mehreren kurzen, dicht aneinander stehenden Börst- 
chen; an den gerundeten Hinterkopfseiten findet sich dicht 
liinter jedem Auge ein kurzes Börstchen sowie auch ein solches 
weit nach hinten an den gerundeten Hinterecken; der Hinter- 
rand ist ziemlich tief ausgerandet; die Verbindungsschienen 
sind gut entwickelt. Die Fiihler sind denjenigen der beiden 
vorigen Arten ähnlich. Prothorax ist klein, nach vorn ver- 
schmälert, die Stigmen treten höckerartig vor den Hinterecken 
hervor. Metathorax ist ein wenig breiter in der Mitte, an den 




Fig. 48. Die letzten Segmente von Eutrichophi 
(9) von oben gesehen. 



minor Mjöb, 



Seiten schwach winklig hervortretend und hier zwei kurze 
Börstchen tragend. Die Beine (Fig. 44) sind ziemhch läng 
und schmal, die Eandschienen in mehrere Teilstiicke zerlegt. 
Die sieben ersten Hinterleihsegmente sina ziemlich gleichförmig ; 
sie trägen alle schmale, dunkle Randschienen, die kurz und dicht 
beborstet sind; nur das siebente trägt am Hinterrande zwei 
längere Börstchen. Die mediane Querbinde ist sehr diffus; 
das achte Segment ist konisch, gerundet, der hervorragende 
Sternite umfasst den Tergite und die Gesclilechtsöffnung 
hufeisenförmig; die Spitze wie auch teilweise der Seiterrand 
ist dicht und kurz beborstet. 

$ Dies erinnert sehr an das von E. cordiceps Mjöb., doch ist 



E. MJÖBERG, STUDIEN tJBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 79 

der Kopf sowie auch der ganze Körper schmäler und Thorax, 
besonders Metathorax, nicht so kraftig entwickelt und an den 
Seiten nicht so breit gerundet, sondern in der Mitte schwach 
winkehg hervortretend ; die Hinterleihspitze läuf t mehr höcker- 
förmig ans und ist hier wie zweigespalten und mit einigen 
kurzen und jederseits drei sehr langen Börstchen versehen; 
am besten können die Weibchen der beiden Arten durch die 
latero ventralen Anhänge des achten Segments geschieden werden ; 
diese Bildungen sind nämhch bei E. minor Mjöb. bei weitem 
besser entwickelt und treten als zwei schalenförmig ausge- 
höhlte Gebilde auf, die weit iiber die Hinterleihspitze 
hervorragen und diese latero ventral umf assen; sie trägen, 
besonders an dem unteren Ilande, mehrere länge Börstchen. 
Durch die Form dieser Gebilde er inner t die Art am meisten 
an E. cercolabes Mjöb. 

Kör per pr oportionen. 



Länge: 






Kopf 


0,500 


0,625 


Thorax 


0,3125 


0,4125 


Abdomen 


0,7125 


1,3125 


3 Femur 


0,2375 


0,275 


3 Tibia 


0,2625 


0,275 


Breite: 






Kopf 


0,450^ 


0,5875 


M. Thorax 


0,375 


0,5375 


Abd. 3 Segm. 


0,5375 


0,800 


Abd. 7 Segm. 


0,4625 


0,700 



Es liegt mir eine grosse Menge von beiden Geschlechtern 
von einer Cercolabes prehensilis aus den Kollektionen des 
HaTnburger-Museums vor mit der Angabe: »von Quendu- 
Stachelschwein (Auris-Caschero) Colon. Sta Cruz (Prov. Rio 
Grande de Sul) F. Stieglmayr leg. 10 VII. 1899. 

Eutrichophilus mexicanus n. sp. (Taf. 4. Fig. 1. 2). 

Eine sehr schlanke schmale Art, die von sehr charakte- 
risticher Gestalt ist und die durch mehrere morphologische 
Charaktere gut von allén anderen Arten verschieden ist. 

^ Wie bei den vorigen Arten am Hinterkopfe. 



80 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND. 6. N.O 13. 

Der Kopf ist etwa ebenso läng wie hinter den Augen 
breit. Clypeus ist am Vorderrande breit, aber nicht tief aus- 
gerandet, vorn in der Ausschweifung wie auch an den Seiten 
^on einer dicken Chitinschiene gerandet, die in der Mittel- 
linie von einer feinen linienförmigen Liicke durchbrochen 
ist. In der Mitte der Ausrandung finden sich keine Börstchen, 
wohl aber an deren Seiten sowie auch an den Seiten bis an die 
scharf hervortretenden, stärker chitinisierten und dunkleren 
Vorderecken der Fiihlerbucht einige sehr kurze, spärliche 
Börstchen; der Hinterkopf ist an den Seiten stark gerundet, 
spärlich und kurz beborstet; ringsum von einer feinen dunkle- 




Fig. 49. Kopf von Eutrichophilus mexicanus Mjöb. n. sp., cT. 

Ten 1^ Chitinschiene gerandet; der Hinterhauptrand ist breit 
ausgerandet, die Anfangspunkte der sehr schwach ausgebildeten 
Verbindungsschienen dunkler gefärbt. Die Fiihler sind beim 
o auffallend gross und kraftig entwickelt, das erste GHed ist 
auffallend stark verlängert und verdickt und mit sehr kr äf tiger 
Muskulatur versehen, die hier das Ausbilden zweier Chitin- 
stiitzen hervorgeruften hat, die Testpunkt e f iir eine vom Vorder- 
kopf ausgehende Chitinsehne; das zweite Glied ist auch, 
spec. an der Basis, ein wenig nach innen gebogen und dichter 
und länger behaart; auch das dritte Glied ist nach innen ge- 
bogen, kiirzer und noch dichter beborstet; in der Spitze trägt 
eszwei rundliche Sinnesgruben,diedenentsprechenden Gebilden 
bei den Anopluren äusserst ähnlich sind, an der Spitze findet 
sich nach aussen das gewöhnliche Sinnesfeld mit mehreren 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 81 

weisslichen Sinneskolben, und an der inneren Ecke die dieser 

Gattung eigenartigen braunen Chitinhöckerchen, die hier gut 

entwickelt sind. Beim $ sind die Fiililer von gewöhnlichem 

Aussehen, das erste Glied ist kurz und rundlich, das zweite, 

das längste, etwa ein Drittel länger als das letzte, das an der 

Spitze nur das Sinnesfeld trägt. Prothorax ist viel schmäler 

als der Kopf an den Seiten gerundet, und hier etwas stärker 

chitinisiert, der Hinterrand ist in der Mitte zweilappig aus- 

gebildet. Metathorax ist nach hinten etwas breiter, nach 

vorn an den Seiten von einer dicken Chitinschiene gerandet, 

an den gerundeten Hinterecken findet sich 

ein abstehendes, nicht långes Borst chen. Die 

Beine sind blassgelb, nur einige Flecke an 

den Coxen sowie auch die Randschienen der 

Schenkel und der Tibien sind ein wenig 

dunkler; das vorderste Paar ist deutlich 

kiirzer; die Schenkel sind nicht dick, die 

Mitteltibien und noch mehr die Hintertibien 

sind an der Spitze nach innen wie blasen- 

förmig aufgetrieben; das zweite Tarsalglied 

trägt auf der Unterseite ein kleines unge- 

färbtes Lappchen, das modifizierte Onychium. 

Die Hinterleibsegmejite sind sehr gleichför- Fig. 50. Hinterbein 

T -, 1 T~» 1 T • • 1 von Eutrichophilus 

mig; nur die schmale Kandschienen smd ^^^^^^camts Mjöb. (?). 
dunkler gefärbt; jedes der sieben ersten Seg- 
mente trägt ziemlich diffuse, gelbliche, breite Querbinden,- die 
beim o undeutlicher sind; an den Seiten finden sich einige sehr 
kurze und an den stumpfen Hinterecken zwei nach hinten gerich- 
tete Börstchen. Das letzte Segment beim c? ist an den Ecken dicht 
beborstet und endigt in einer in eine Spitze ausgezogenen Platte ; 
beim ? endigt das entsprechende Segment mehr stumpf und 
die Ecken trägen nur die gewöhnlichen zwei Börstchen. Auf 
der Ventralseite finden sich auch gelbliche Querbinden. Die 
Stigmen sind gross und älmeln sehr denjenigen der Anopluren. 








Körperproport 


ionen 




Länge: 






C? 




? 


Kopf 






0,550 




0,500 


Thorax 






0,3125 




0,3125 


Abdomen 






1,525 




1,325 


Arkiv för zoologi. 


Band 


6. X:o 13. 







82 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 



3 Femur 


0,2375 


0,2375 


3 Tibia 


0,2375 


0,2375 


Breite: 






Kopf 


0,500 


0,500 


M. Thorax 


0,425 


0,425 


Abd. 3 Segm. 


0,600 


0,700 


Abd. 7 Segm. 


0,4375 


0,475. 



Es liegt mir eine ganze Menge von dieser sehr ausge- 
zeichneten, von den von den Cerviden der alten Welt bekann- 
ten Trichodectiden scharf abweichenden Art von einem Cervus 
(»mazama») mexicana vor (Hört. Zool. Hamburg). 



2. Fam. Lipeuridae m. 

Der Körpe^' ist von länglicher und schmaler Gestalt. Der 
Kopf ist auch länglich; Clypeus 
nicht selten deutlich abgesetzt, 
am Vorderrande fast immer ab- 
gerundet öder zugespitzt. La- 
brum ist blasenförmig aufgetrie- 
ben, als Saugapparat f ungierend ; 
die Fiihler sind immer geschlecht- 
lich ausgebildet, sie sind sehr läng 
und das dritte Glied beim c? immer 
an eine öder die andere Weise un- 
regelmässig ausgebildet; bisweilen 
ist die obere Ecke in eine spitze 
Fortsetzung ausgezogen, bisweilen 
ist das Glied selbst gebogen öder 
nach hinten gekriimmt; bisweilen 
trägt es am Vorderrand eine Ver- 
dickung u. s. w.; auch das Basal- 
glied ist of t beim ef sehr kraftig ent- 
wickelt, mit öder ohne Dornen und 
Spitzen; der Vorderkopf ist nicht 
scharf vom Hinterkopf abge- 
setzt. Thorax zeigt nur zwei deutliche Segmente; Prothorax 
ist kurz und breit, Metathorax ist sehr gr oss. Die Beine sind 
immer sehr läng, die Coxen meistens dicht aneinander gelagert, 
der Tarsus ist sehr kurz, eingliedrig, das Onychium sehr klein. 
Die Hinterleihsegmente sind sehr läng, fast gleichbreit, ge- 




Fig. 51. Hinterbein von Lipeurus 
quadripustulatus N. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 83 

wöhnlich mit schmalen Randschienen versehen, läng beborstet; 
das letzte Segment sowohl beim J* wie noch mehr beim ? stumpf 
öder ausgeschnitten, sehr selten abgerundet öder zugespitzt. 
Das Integument gewöhnlich mit dunkleren Flecken von ver- 
schiedener Form versehen. Der Kopulationsapparat ist ein- 
fach, iiber seinen näheren Bau sielie den morphologisch-anato- 
mischen Teil. 

Diese Familie enthält mehrere Gattungen mit niclit vielen 
Arten. Die Repräsentanten sind auf verschiedenen Vögeln ver- 
breitet, doch scheinen sie am meisten auf den Raub vögeln und 
Schwimm vögeln vorzukommen. Nur äusserst wenige sind von 
der Gruppe der Passeres bekannt. 

1. Gattung Lipeurus N. 

Nitzsch: Germ. Mag. III. p. 292. 

Die Gattung enthält nicht wenige Arten und dlirften 
mehrere von diesen in eigene Gattungen zu fiihren sein. Bei 
einer Zahl von Formen ist beim c? immer das Basalglied sehr kraf- 
tig entwickelt; zu diesen gehört unter anderen der durch seine 
beträchtliche Grösse (nicht weniger als 8,5 mm. läng) ausge- 
zeichnete L. ferox Gieb. (Fig. 103). 

Liperus perspicillatus N.^ 
GiEBEL: p. 209. — PiAGET: p. 296. — Taschenbbrg: p. 109. 

Von dieser offenbar distinkten Species liegen eine Menge 
von Exemplaren von einem Vultur fulvus vor. (Coll. Mus. 
Göteb.). 

Zufolge eines reichen Materials habe ich konstatieren 
können, dass diese Art mit Unrecht von Piaget (Les Pediculines 
p. 296) mit L. quadripustulatus N. synonymiert worden ist. Zwar 
sind unverkennbare Ähnlichkeiten zwischen den beiden For- 
men vorhanden, die sie einander sehr nähern, doch kommen 
ihnen beiden specifische Kennzeichen zu, die konstant sind. 
Ich teile im folgenden einige solche mit. 

Bei L. perspicillatus 'N. ist der Kopf durchgehend ein 
wenig breiter und nach vorn nicht so stark zugespitzt wie bei 
L. quadripustulatus N. Auch ist die Farbe durchgehend ein 
wenig heller und der Vorderkopf trägt nur die vier dunklen 

^ Nach Taschenberg ist die xA.rt mit L. secretarius N. identisch; die 
Identität erscheint niir jedoch ein wenig fraglich. 



84 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 13. 



Flecke und bei den Antennen die dunklere Partie. XJbrigens 
aber ist der ganze Vorderkopf , wie auch der ganze Hinterkopf , 
einfärbig hellgelb. Bei L. quadripustulahis N. dagegen sind 
die Seiten des ganzen Vorderkopfs dunkler und der ganze 
Hinterkopf ist dunkelbraun. Betreffs der Thorakalsegmente 
gilt, dass bei L. perspicillatus N. die dunklere Farbe nicht so 
weit verbreitet ist, denn Prothorax ist nur an dem Seiten, 
Metathorax ringsum dunkler gerandet, während die Scheibe 
beim J grössenteils, beim ? gänzlich ungefärbt ist. Bei L. qua- 
dripustulatus N. finden sich zwar dieselben charakteristischen 
Randzeichnungen, doch ist hier die ganze Scheibe mit Aus- 
nahme einer sehr feinen Mittellinie dunkel braun gefärbt. 
Beim c? von L. perspicillatus N. trägen die Hinterleibsegmente 
2 — 5 zusammenhängende, braune, Querbinden, die Segment e 
6 — 7 abgebrochene solche, d. h. braune Seitenflecke. Beim cT von 
L. quadripustulatus N. trägen dagegen immer nur die Seg- 
mente 2—4 zusammenhängende Querbinde, während das 
flinfte, das sechste und das siebente Segment freie Seitenflecke 
trägen. Betreffs der $ 5 der beiden Arten ist der Hinterleib 
bei L. perspicillatus N. bei weitem breiter und auf andere 
Weise gefärbt. Die Seitenflecke setzen sich nämlich bedeu- 
tend schärfer ab und trägen sehr grosse und deutlich hellere 
Augenflecke. Beim $ von L. quadripustulatus N. sind die 
Hinterleibsegmente mehr gleichbreit und mit einheitlichen 
breiten, braunen Querbinden versehen, und die Augenflecke 
machen sich kaum mehr bemerkbar. Die Beine von L. per- 
spicillatis N. sind nur am Aussenrande dunkler, bei L. quadri- 
pustulatus N. ist die dunkle Farbe auch nach innen verbreitet. 
Die Jugendformen von L. perspicillatus N. sind ganz weiss mit 
dunkleren schmalen Segmenträndern und dunkleren Strichen. 



K örper pr o portionen. 
L. perspicillatus N. L. quadripustulatus N. 



Länge: 






Länge: 






Kopf 


0,900 


0,850 


Kopf 


0,850 


0,900 


Thorax 


0,7125 


0,7125 


Thorax 


0,5625 


0,625 


Abdomen 


2,500 


2,850 


Abdomen 


2,125 


2,8125 


3 Femur 


0,700 


0,5625 


3 Femur 


0,5875 


0,600 


3 Tibia 


0,5875 


0,550 


3 Tibia 


0,4875 


0,450 



E. 3IJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 85 



Breite: 






Breite: 






Kopf 


0,6625 


0,7375 


Kopf 


0,575 


0,6375 


M. Thorax 


0,7250 


0,750 


M. Thorax 


0,600 


0,6875 


Abd. 3 Segm. 


0,775 


1,0625 


Abd. 3 Segm. 


0,6125 


0,750 


Abd. 7 Segm. 


0,575 


0,700 


Abd. 7 Segm. 


0,4875 


0,625 



Lipeurus quadripustulatus N. 

Giebel: p. 208. Taf. XVII. Fig. 5. — Piaget: p. 296. — Taschenberg: 
p. 110. 

Mehrere Exemplare von einer Aquila chrysaetos (Skansen, 
ipse). Siehe iibrigens vorhergehende Art! 



Lipeurus ochraceus N. 

Giebel: p. 221. — Piaget: p. 371. Pl. XXX. Fig. 1. — Taschen- 
berg: p. 168. 

Mehrere Exemplare von Tetrao urogallus; (Mus. Gbg; ipse.); 
drei Exemplare von Pernis apivorus (Uberwandrer) (ipse.). 

Lipeurus baculus N. 

Redi: (Pnlex colnmbae majoris) Exp. Pl. 2. — Albin: Äran. PL 43. — 
Schrank: p. 114, n. 4. Taf. 5. Fig. 3. — Geoffroy: IL n. 7. p. 599. — 
Linne: (Ped. columbae) 2920. — Fabricius: Syst. Ent. 31- Spec. his. II p. 
482. — Olfers: (Nirmus filiformis) 90. Lyonnet: p. 273. Pl. XIIL Fig. 10. 
— Xitzsch: Germ. Mag. III. 293. — Denny: p. 172. Taf XIV. Fig. 3. — 
Gurlt: VIII p. 424. Taf. VIIL Fig. 9. — Giebel: (bacillus.) p. 215. Taf. 
XVI. Fig. 8, 9. Taf. XX. Fig. 3. — Girand. Bull: de la Soc. Ent. 1859 
p. 140. — Piaget: p. 303. Pl. XXV. Fig. 2. — Taschenberg: p. 123. 

Mehrere Exemplare von Colutnba (Enas, C. livia domes- 

tica und C. turtur. (Mus. Gbg. ipse). 

Lipeurus sudanicus n. sp. (Taf. 3. Fig. 5).^ 
Der Kopf ist langgestreckt, der Vorderkopf durch die tiefe 
Fiihlerbucht von dem Hinterkopf scharf abgesetzt. Clypeus 
deutlich begrenzt, am Seitenrande jenseits der Mitte mit zwei, 
nach hinten mit einem und auf der Fläche mit zwei nach oben 
gerichteten Börstchen. Zwischen Clypeus und den sehr kleinen, 
rundlichen Trabekeln stehen zwei Börstchen. Hinter den 
Fiihlern stehen die sehr grossen, hervortretenden Augen. 
Die Hinterecken des Kopfs sind völlig abgerundet. Die 
Fuhler sind läng und schlank, ihr Basalglied ist kurz und dick, 
das zweite sehr läng, fast so läng wie die drei folgenden zusam- 
mengenommen; das dritte Glied beim c? nach hinten ein wenig 
aufgetrieben. Prothorax ist fast parallelseitig, viel klirzer 

^ Siehe auch Jägerskiöld: Results of Zool. Exp. to Egypt and W. 
Xile: Mallophaga. 



86 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

als breit, die Vorderecken sind abgerundet und die Ränder 
dunkler gefärbt. Metathorax i st bedeutend länger, nach hinten 
an Breite zunehmend, dunkler gerandet und an den Hinterecken 
mit einigen längeren Borst chen versehen. Die Beine sind 
kurz und dick, hier und da trägen sie dunklere Zeichnungen. 
Die HiJiterleibsegmente erreichen etwa auf der Mitte ihre 
grösste Breite; an den Rändern trägen sie stark chitinisierte, 
dunklere Schienen, die von dem einen auf 
das andere Segment "iibergehen. An ihren 
Hinterecken findet sich, wenigstens auf den 
letzteren Segmenten, ein längeres und ein 
kiirzeres Borst chen. Auf den Tergiten finden 
sicli jenseits der Mittellinie deutliche, fast 
quadratische, mit einem helleren Piinktchen 
versehene Flecke. Das letzte Segment beim 
c? is t am Hinterrande braun gefärbt, in 
der Mitte ausgerandet und trägt an den 
Seiten zwei klirzere und auf der Fläche vier 
längere Börstchen. Beim $ ist das achte Seg- 
ment braungelb; es trägt am Hinterleib 
eine Reihe von kiirzeren und an den Hinter- 
ecken zwei sehr länge Börstchen. Das 
vo?i miten ^von^ li.ueunte Segment ist zweilappig, ungefärbt, 
peiirus sudanicus an jeder Lappe sitzen drei kurze Börstchen. 
Auf der Ventralseite in beiden Geschlechtern 
findet sich zwischen dem zweiten und dem dritten Coxenpaare 
ein länglich-ovaler Fleck und an den Hinterleibsegmenten 
zwei Reihen von gelblichen nach hinten schmäleren Flecken. 
Beim $ finden sich daneben auf dem siebenten und dem 
achten Segmente zwei längliche, schmale, braune Striche. 

Körperproportionen. 

? 
0,5875 
0,3875 
1,375 
0,250 
0,1625 

0,4125 
0,3625 




Länge: 


'<? 


Kopf 


0,5375 


Thorax 


0,375 


Abdomen 


1,2875 


3 Femur 


0,250 


3 Tibia 


0,1625 


Breite: 




Kopf 


0,3875 


M. Thorax 


0,325 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 87 

Abd. 3Segm. 0,475 0,525 

Abd. 7Segm. 0,3375 0,400 

Mehrere Exemplare von dieser offenbar distinkten Art sind 
auf einer Turtur semitorquatus im Sudan ^j^ 01 eingesammelt 
worden. Auch liegt ein Exemplar, offenbar ein »Uberwanderer », 
von einer Milvus aegypticus (Kairo 7i 01) vor. 

Lipeurus variabilis N. 

Linne: (Ped. caponis.) II. 1020; F. S. 1960. — Nitsch: Germ. Mag. III. 
p. 292. — Denny: p. 164. Taf. XV. Fig. 6. — Giebel: p. 219. Taf. XVI. 
Fig. 8. — Gurlt: VIII. p. 422. Taf. VIII. Fig. 6. — Piaget: p. 364. 
Pl. XXIX. Fig. 4. — Taschenberg: p. 168, 170. 

Einige Exemplare von Gallus domesticus (ipse). 

Lipeurus numidianus n. sp. (Taf. 3. Fig. 4, 6). 
Von der Vogelgattung Numida, waren bisher drei Mal- 
lophagen bekannt, und zwar Nirmns numidce Den. (Anopl. 
Brit. p. 115 tab. X, f. 5) der von Piaget aus Griinden, die 
mir unbekannt sind, als eine Lipeurus-Art gedeutet ^vird. 
Weder die Beschreibung noch die von Denny gelieferten Zeicli- 
nungen stlitzen diese Vermutung. Eine andere perlhulmbe- 
wohnende Art ist die von Denny unvoUständig beschriebene 
Art Goniodes nuynidianus Den. (1. c . p. 163, tab. XIII, f . 7), 
»Louse of the Pintado», eine später nicht nachgewiesene Art. 
Die dritte Art ist von Giebel unter dem Namen Me^iopon 
numidce G. ohne Zeichnungen beschrieben worden. Zu diesen 
drei wahrscheinlich distinkte Species darstellende Formen 
tiige ich nicht weniger als drei neue hinzu, und zwar eine Li- 
peurus-Art, deren Beschreibung hier imtenfolgt, und die anders- 
wo beschriebene Goniodes numidce n. sp. und Goniocotes nigro- 
maculatus n. sp. Auffallend ist, dass bei wenigstens fiinf von 
den Arten die Farbe nur aus schwarz und weiss besteht. 

Der Körper i?,t länglich, weisvslich mit schwarzen Zeichnungen ; 
der Vorderkopf ist gerundet, der Hinterkopf fast quadratisch. 
Clypeus ist nicht deutlich abgesetzt, vorn völlig gerundet, rings- 
um durch eine dicke Chitinschiene gerandet und mit mehreren 
kurzen Börstchen versehen. Die Ausschweifung oberhalb 
der Fiihlerinsertion nur schwach ; dahinter sitzen die als schär- 
ier lichtbrechende Erhebungen hervortretende Auge. Xach 
innen von ihnen steht jenseits ein dunklerer, rundlicher Fleck. 
Die Seiten des Hinterkopfs sind nur schwach gerundet und 
gehen in die stumpf abgerundeten Hinterecken iiber, die 



88 ARKIV FÖR ZOOLOGI, BAND 6. N:0 13. 

nach liinten schwach gerandet sind. Die Fiililer beim c? sind 
sehr kraftig entmckelt, das Basalglied ist selir läng und stark 
verdickt, das zAveite Glied auch läng und dicker als die f olgenden, 
das dritte ist von der Länge der zwei folgenden ziisammen; 
an der Spitze ein Avenig ausgezogen; die zwei folgenden sind 
von gewölmlichem Aussehen. Beim $ sind die Fiililer 
läng und sclilank, nur das kurze Basalglied ein wenig dicker, 
das zweite Glied ist das längste, das dritte ist etwa von der 
Länge des letzten. Die drei letzten Glieder sind ein wenig 
dunkler gefärbt. Prothorax ist viel schmäler als der Kopf, 
die Seiten nach vorn ziemlich stark konvergierend, wie es 
scheint ohne Randbeborstung. Metathorax ist bedeutend 
länger, vorn an den Seiten plötzlich stark zusammengezogen, 
um nach liinten wieder an Breite zuzunehmen; an den Hinter- 
ecken finden sich einige sehr länge, gerade Börstchen. Die 
Beine sind läng und schlank, die Sclienkel am Hinterrande und 
die Tibien dunkler gerandet. Die Hinterleibsegmente sind 
ziemlich gleichförmig, fast gleichbreit, die vorderen trägen 
an den Hinterecken je ein, die hinteren je zwei Börstchen; die 
sieben ersten Segmente beim c? trägen dunklere schmale Rand- 
schienen und in der Mitte der iibrigens gänzlich ungefärbten 
Tergiten 2—7 charakteristisch geformte dunkle Zeichnungen. 
Auf dem achten Segmente ist die dunkle Randschiene in zwei 
solclie aufgelöst; das neunte Segment trägt zwei dunkle, nach 
innen fast aneinander stossende schwarze Flecke und ist an 
der Spitze deutlich ausgebuchtet. Beim $ sind nur acht Seg- 
mente von einander deutlich abgegrenzt, auf den Tergiten 2 — 7 
finden sich ähnliche schw^arze, mediane Zeichnungen wie beim c?; 
diejenige auf dem vorletzten Segmente tritt nach liinten, in 
Verbindung mit zwei bogenförmigen, schwarzen Linien, auf die 
letzten Segmente, die nach liinten mit zwei nach innen gegen- 
einander gerichteten zahnähnlichen Haken versehen sind. Es 
stehen am Hinterrande dieses Segments einige längere Börst- 
chen. Auf der Ventralseite fin det sich beim J^ zwischen den 
mittleren und den hinteren Coxen ein trapezf örmiger nach vorn 
scharf zugespitzter dunkelbrauner Fleck, wie auch auf den 
Sterniten fiinf mehr öder w^eniger quadratische, dunkelbraune 
Binden öder Flecke; der Genitalfleck ist von länglicher Form. 
Beim $ ist der Sternalfleck denjenigen bei J" ähnlich, die fiinf 
Sternitenflecke dagegen minder und die Genitalflecke von teil- 
weise anderem Aussehen. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 89 

K örperpr oportionen. 
Länge: c? $ 

Kopf 0,5875 0,4625 

Thorax 0,45 0,4625 

Abdomen 1,325 1,250 

SFemur 0,1625 0,375 

3 Tibia 0,2875 0,325 

Breite: 

Kopfi 0,425 0,4252 

M. Thorax 0,350 0,4125 

Abd. 3Segm. 0,400 0,525 

Abd. 7Segm. 0,350 0,4125 

Von dieser sehr ausgezeichneten Art liegen mir mehrere 
Exemplare vor, teils von Numida mitrataC^.) aus Madagaskar 
(colleg. Kaudern) teils von Numida ptilorhyncha aus dem Sudan, 
(colleg. Trägårdh). 

Lipeurus platyclypeatus Piag. 
Piaget: p. 678. Pl. LYI. Fig. 5. 

Es liegt mir ein einziges Weibchen einer Lipetirus-Ait vor, 
die wenigstens dieser Art sehr nahe kommt. Unmöglich ist 
nicht, dass sie in der Tat eine eigene Art repräsentiert. Die 
Art Piaget's stammt von einem nicht näher bekannten Vogel, 
seiner Angabe nach wahrscheinlich einer Perdix sp. (?) aus 
Celebes. Das mir vorliegende Exemplar stammt von einer 
Turnix yiigricollis aus Madagaskar. Es verdient erwähnt zu 
werden, dass bei Piagets Art, die drei letzten Fiihlerglieder 
von derselben Länge sind (»les trois derniers artides d'égale 
longeur»). Bei dem mir vorliegenden Exemplare sind aber 
sowohl das dritte Avie noch mehr das fiinfte Glied länger als 
das vierte. Auch sind die dunkleren, medianen Zeichnungen 
bis auf die Segmente 3—7 beschränkt und auch hier nicht 
völlig ausgebildet. 

Körperproportionen. 



Länge: 




Breite: 




Kopf 1 


0,4875 


Kopf 2 


0,275 


Thorax 


0,2625 


M. Thorax 


0,275 


Abdomen 


1,250 


Abd. 3 Segm. 


0,400 


3 Femur 


0,1625 


Abd. 7 Segm. 


0,3125 


3 Tibia 


0,1625 






^ Vor den Fiihlern. ^ Am H 


interkopf. 





90 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Es liegt mir nur ein einziges weibliches Exemplar von einer 
Turnix nigricollis aus Madagaskar vor. (Colleg. Kaudern). 

Lipeurus jejunus N. 

Redi: Pl. X. (Pulex anseris). — Albin: Äran 76. Taf. 58. — Linne: 
(Ped. anatis anseris) II. 1618. — Fauna Suecise 1952. — Schrank: 503. — 
Olfers (X. crassicornis) 88. — Nitsch: Germ. Mag. III. 292. — Denny: p. 
177. Taf. XV. Fig. 4. — Rudovv: (L. cvgnopsis) Zeitsch. f. d. ges. Naturw. 
XXXVI. p. 129. — Giebel: p. 240- Taf. XX. Fig. 5, 7. — Gurlt: VIII. 
p. 426. — Piaget: 348. Pl. XXX. Fig. 8. — Taschenberg: p. 162, 164. 

Einige Exemplare von Anser segetum, Anser bernicla, 
Anas boschas, Anas penelope, Fuligula ferina, Somateria mollos- 
sima und Gallinula chloropus. (Mus. Holm. Mus. Gbg. ipse). 

Lipeurus luridus N. 

Denny: p. 182. Taf. X. Fig. 12. — Giebel: p. 230. Taf. XVI. Fig. 
4. — Piaget: p. 328. — Taschenberg: p. 140. Taf. V. Fig. 4. 

Zwei ?$ von einer Fulica atra (ipse). 

Lipeurus hebrseus N. 

Redi: PL III. (Pulex gruis.) — Albin: Äran. Pl. XXXXIV. — Frisch: 
Ins. 5. 15. Taf. 4. — Linné: (Ped. gruis) S. X. II. 1019. F. S. 1954. — 
Germars ]\Iag. III. 293. — Denny: p. 179. Taf. XIII. Fig. 5. — Giebel: 
p. 226. Taf. XVI. Fig. 5, 6. — Piaget: p. 326. Pl. XXVII. Fig. 2. 
Taschenberg: p. 132, 130. 

Einige Exemplare von Grus cinerea (Mus. Gbg. ipse). 

Lipeurus leucopygus N. 

Redi: (Pulex Ardese). Pl. VL — Albin: Äran. 45. — Scopoli: 384. 
u. 1046. — Linné: (Ped. ardeae cinereae) II. p. 1019 n. 23. — Fabricius: VI. 
p. 422 n. 30. — Frisch: 5. Taf. IV. (Ped. ardealis) — Stephens (Lip. obtusus) 
II. p. 332 — SCHAW: Gen. Zool. VI. p. 112. — Burmeister: p. 424. Spec. G. 
— Denny: p. 174. Taf. XIV. Fig. 4. — Giebel: p. 227. Taf. XVI. 
Fig. 2. — Piaget: p. 318. Pl. XXVI. Fig. 4. — Taschenberg: p. 123, 128. 

Einige Exemplare von Ardea cineria (Mus. Gbg.). 

Lipeurus raphidius N. ^ 

Giebel: p. 229. — Piaget: p. 317. Pl. XXVI. Fig. 3. — Taschen- 
berg: p. 128. Taf. V. Fig. 5. 

Einige Exemplare von Ihis cristata aus Madagaskar 

(Kaudern.). 

Lipeurus squalidus N. 

Fabricius: (Ped. anatis) Svst. Ant. 345. — Nitzsch: Germ. Magaz. III. 
p. 292. — Denny: p. 176. Taf. XIV. Fig. 5. — Grube: II. 486. — Giebel: 
p. 241. Taf. XVI. Fig. 1. — Gurlt VIII. p. 425. — Piaget: p. 344. Pl. XXX. 
Fig. 5. — Taschenberg: p. 162. 

Mehrere Exemplare von Anas boschas, Fuligula stelleri, 

Somateria inollissima, Anser leucopsis, Anser aJhifrons und 

Oidemia nigra (Mus. Holm Mus. Gbg. ipse.). 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 91 

Lipeurus temporalis N. 

Fabricius: (Ped. anatis) Syst- Ant. 345. — Nitzsch: Germ. Magaz. 
III. p. 292. — Denny: p. 176. Taf. XIV. Fig. 5. — Grube: II. 486. - 
Giebel: p. 241. Taf. XVI. Fig. 1. — Gurlt: VIII. p. 425. — Piaget: 
p. 344. Pl. XXX. Fig. 5. Taschenberg: p. 162. 

Mehrere Exemplare von Ayias boschas, Fuligida stelleri, 
Somateria 7noUissima, Anser leucopsis, Anser alhijrons und 
Oidemia nigra (Mus. Holm. Mus. Gbg. ipse). 



Lipeurus lacteus N. 

Denny: (Lip. Tadornse) p. 170. Taf. XIV. Fig. C. — Giebel: p. 243. — 
Piaget: p. 347. Pl. XXX. Fig. 7. — Taschenberg: p. 162, 

Mehrere Exemplare von Vidpanser tadorna (Mus. Gbg. ipse) . 

Lipeurus temporalis N. 

Fabricius: (Ped. mergi) Spec. ins. II. 480. 23. — De Geer: (Ricinus 
mergi serrati) VII. p. 78. Taf. IV. Fig. 13. — Xitsch: Germars Magaz. 
III. 292. — Denny: p. 175. Taf. XIV. Fig. 7. — Giebel: p. 239. — 
Piaget: p. 350. Pl. XXXI. Fig. 1. — Taschenberg: p. 162. 

Mehrere Exemplare von Mergus serrator, Anser bernicla, 
Anas penelope und Uria troile. (Mus. Gbg. Muchardt, Videll, 
Roth, ipse). 



Lipeurus tricolor Piag. 

Piaget: p. 363. Pl. XXX. Fig. 4. — Taschenberg: p. 149, 167- 
Von der Art liegen mir einige Exemplare von Diomedea 
sp. vor, (Cap. Coll. Kaudern). 

Lipeurus longicornis PlAG. 
Piaget: p. 334. Pl. XXVII. Fig. 3. — Taschenberg: p. 144. 
Einige Exemplare von Phalacrocorax carho (Island, 
Klinckowström; Videll). 



2. Gattung Oxylipeurus n. g. 

Vorher habe ich einige Bemerkungen äber Lipeurus pla- 
tyclypeatus Piag. gemacht. Es weicht diese Art scharf von den 
iibrigen bisher von den Gattungen Perdix, Ortyx und Megapo- 
divm bekannten Formen ab. Von Perdix ciiiera kennt man 



92 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 13. 

L. heterogrammicus und von Perdix cotumix, L. cinerus N. 
Diese beiden Arten sowie auch einige andere von Megajpodiutn-, 
Excalfactoria-, Imochorus- und Ortyx-ÄTten wie auch eine 
mir vorliegende neue Species von Margaroperdix striata aus 
Madagaskar sind untereinander nahe verwandt. Sie bilden 
zusammen eine gut charakterisierte Gruppe, die durch den 
vorn charakteristiscli zugespitzten Clypeus und die bis- 
weilen sehr tief zweigespaltene Hinterleibspitze ausgezeichnet 
sind. Sie lassen sich mit Recht in eine eigene Gattung fiihren, 
die icli wegen des zugespitzten Cljrpeus Oxylipeurus nenne. 
Als Typus der neuen Gattung diirfte L. inoequalis Piag. dienen. 
Die Gattung entspricht etwa Piagets' Gruppe »circumfasciati 
öder Taschenbergs »circumfasciati f rönte acuto» und um 
f asst f olgende Arten : 

A rte n : Wirttiere . 

Lipeurus acuminatus Piag. Excalfactoria australis. 

Lipeurus cinereus N. Perdix cotumix. 

Lipeurus dissimilis Piag. Ortyx virginianus. 

Lipeurus docophoroides Piag. Ortyx californicus. 

Lipeurus fulvus Piag. Imochorus rumicivorus. 

Lipeurus heterogrammicus N. Perdix cinerea. 

Lipeurus incequalis Piag. Megapodium ruhripes. 

Lipeurus oxycephalus Tasch. Megapodium Freycineti, 

31. Reinivardti. 

Lipeurus rubrofasciatus Piag. Oreoperdix crudigularis. 

Lipeurus sinuatus Tasch. Megapodium Freycineti, 

M. Reinivardti. 

Lipeurus unicolor Piag. Perdix javanica. 

Oxylipeurus madagascariensis n. sp. 

Eine charakteristische, nicht grosse Art, die durch ihre 
schwarzen Farbenzeichnungen auf ungefärbtem Grunde gut 
kennzeichnet ist. 

Der Körper ist länglich, beim J" fast parallelseitig, beim $ 
mehr eiförmig. Der Kopf nimmt nach hinten nur unbedeu- 
tend an Breite zu. Clypeus ist nicht deutlich abgesetzt, rings- 
um durch eine dicke Chitinschiene gerandet, beim <$ wenigstens 
in der Mitte spitz ausgezogen; bei den vorliegenden weiblichen 
Exemplaren ist dies nicht der Fall, Avas wohl darauf beruht, 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 93 



dass es nicht völlig ausgewachsen ist. Ich schliesse dies 
daraus, dass bei den jiingeren cTc? Clypeus auch völlig gerundet 
ist und also noch nicht in eine Spitze ausgezogen ist; die liier 
vorhandenen Börstchen sind ziemlich kurz und ringsum regel- 
mässig verteilt. Der Hinterkopf ist an den Seiten dunkler 
gerandet und hier mit wenigstens zwei längeren und einigen sehr 
kurzen Börstchen versehen; die Hinterecken sind gänzlich ab- 
gerundet. Die Fiihler sind beim c? kraftig entwickelt, das Basal- 
glied ist sehr läng und dick, oben mit einem dunkelbraunen, 
stumpfen Höckerchen versehen, das zweite Glied viel kiirzer 





Fig 53. Hinterleib 
von imten von 
Oxylipeurus mada- 
(jascariensis Mjöb. 



Fig- 54. Hinterleibspitze von unten \on Oxylipeurus 
madagascariensis Mjöb., 9- 



sch maler, das dritte läuft nach hinten an der Spitze höcker- 
artig aus, die beiden Jetzten sind die schmälsten, das vorletzte 
ein wenig kiirzer als das le t z te, beim $ sind die Fiihler einfach 
schnurförmig, die Glieder sind kurz und fast gleichbreit, das 
zweite ein wenig länger als die folgenden. Prothorax ist kurz 
und schmal, dunkel gerandet, parallelseitig, nur nach hinten 
dicht vor den Hinterecken spez. beim J" plötzlich erweitert; 
an den Ecken findet sich ein långes Börstchen. Metathorax 
ist nach hinten breiter, an den Seiten winklig, dunkel gerandet; 
an den Hinterecken stehen einige länge Börstchen. Die Beine 
sind mässig entwickelt, hier und da dunkler gerandet öder 
gefleckt. Die Hinterleihsegmente beim c? sind fast gleichbreit ; 
die acht ersten sind dunkler gerandet und trägen an den Hinter- 
ecken ein bis zwei längere Börstchen; auf allén Segmenten 



94 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND G. N:0 13. 

finden sich gewöhnlich am Vorderrande und am Hinterrande 
dunkelbraune, teilweise diffus miteinander zusammenhängende 
schmale Querbinden, die of f enbär durch Reduktion mehr zu- 
sammenhängender, dunkler Querbinden hervorgegangen sind. 
Dies ist deutlich auf dem zweiten Segmente zu sehen, denn bei 
ontogenetisch jiingeren Stufen finden sich hier zwei grosse, 
quadratische Flecke, die durch eine feine, ungefärbte Mittel- 
linie getrennt sind; auf dem letzten Segmente, das in zwei 
Spitzen ausläuft, findet sich eine dunklere Zeichnung, die drei 
hellere Flecke einschliesst. Beim ? sind die Segmente bei wei- 
tem breiter, dunkel gerandet und trägen alle beide dunklere am 
Aussenrande ausgeschweifte Flecke. Auf der Ventralseite 
findet sich beim c? auf Sternum zwischen den mittleren und den 
hinteren Coxen ein dunklerer Fleck, an den vier dunkle 
Linien laufen. Auf den Hinterleibsegmenten finden sich 
fiinf rektanguläre Flecke, von denen die vier hinteren je zwei 
und zwei fast zusammenschmelzen, und ein Genitalfleck, der 
in Fig. wiedergegeben w^orden ist. Beim ? findet sich auf Ster- 
num auch ein brauner Fleck und auf dem sechsten Segmente 
eine schmale, braune, quergestellte Binde wie auch zw^ei Ur £ 
gehende, dunkle, sehr schmale Linien. 

Kör per pr oportionen. 

0,4875 

0,2625 

1,250 

0,1625 

0,1625 

0,275 
0,275 
0,400 
0,3125 

Es liegen mir 5 Jc? und 1 $ von einer Margaro- 
perdix striata aus Madagaskar vor (colleg. Kaudern). Das 
ausgewachsene Männchen wurde, nach Kaudern, auf einem 
Scopus umhretta gesammelt, ist jedoch allem Anschein nach 
nur ein tJberwandrer. 



Länge: 


c? 


Kopf 


0,55 


Thorax 


0,35 


Abdomen 


1,0625 


3 Femur 


0,25 


3 Tibia 


0,175 


Breite: 




Kopf 


0,3625 


M. Thorax 


0,2625 


Abd. 3 Segm. 


0,45 


Abd. 7 Segm. 


0,375 



Nicht völlig ausgewachsen. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 95 

3. Gattung Pectinopygus n. g. 

In der Körperform zwischen Lipeurus und Ninnus steh- 
end. Der Ko^pf ist herzförmig, die Stirnschienen sind mächtig 
entwickelt und biegen vorn nach innen um und werden in der 




Fig. 55. Rechter Fiihler von Pectinopygus pullatus N., cT. 

Mittellinie fast miteinander vereinigt. Clypeus ist deutlich 
abgesetzt; die Augen sind ziemlich gross und hervortretend; 
die Ecken des Vorderkopfs in eine nicht bewegliche Spitze 
ausgezogen ; die Fiililer sind gesclilechtlich dif f erentiiert ; beim c? 
ist nämlich das dritte Glied stark erweitert und an der Spitze 




Fig. 56. Die zwei letzten Flihlerglieder von Pectinopygus pullatus jST., 
ef je eine Sinnesgrube tragend. 

zweigezähnelt die beiden; letzten Glieder setzen si ch scharf von 
den vorhergehenden ab und trägen je eine deutliche Sinnesgrube, 
die in der Liicke in der Schiene gelegen ist ; beim ? sind die Fiihler 
einfach schnurförmig, die beiden letzten Glieder trägen je eine 
Sinnesgrube. In den männlichen Geschlechtsorganen weicht die 
neue Gattung beträchtlich von den mir bekannten Typen ab; 




96 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

_die Parameren sind nämlich nicht 
wie bei allén anderen untersuch- 
ten Formen einfach, sondern stark 
kammförmig ausgebildet. (Hier- 
iiber siehe die anatomische Abtei- 
lung) ; die letzten Sternite beim c? 
Fig. 57. Hinterleibspitze von trägen einestarkchitinisiertePlatte, 

Pectinopvgus pullatns N. (cT) -,. i i • i •. i- rj^ 

von der Ventralseite. ^^^ nacll huiten Spitz auslauft. 

Durch die Fiihlerbildimg und 
den Kopulationsapparate weicht die neue Gattung also scharf 
von der Gattung Lipeurus N. ab. 

Typus: 



Pectinopygus pullatus N. 

Lipeurus pullatus X. — Denny: (staphvlinoides) p. 180. Taf. XV. 
Fig. 2. — Giebel: p. 236. — Piaget: p. 239. Pl. XXVII. Fig. 9. — 
Taschenberg: p. 145. 

Es liegen mir einige Exemplare von Sula hassmmvoT (Mus. 
Gbg.; ipse). 



4. Gattung Ornithobius Dex. 

Denxy: p. 183. Rudow: Metopeuron, Zeitschr f. ges. Xaturwissensch. 
XXXVI. 1870 p. 139. 

Diese Gattung enthält nur sehr wenige Formen, iiberderen 
Systematik viel geschrieben worden ist. Sie scheinen fast 
ausnahmweise auf Schwäne beschränkt zu sein. Die Art 
O. goniopleurus Dex. ist auch von einem Mergus serrator ange- 
fiihrt worden. 

Die systematische Stellung dieser Gattung scheint mir 
ein wenig unsicher und ich fiihre sie nur mit Zweifel zu den 
Lipeuriden. In mehreren Hinsichten weicht sie nämlich von 
diesen ab. Besonders ist der Kopulationsapparat beim c? 
sehr charakteristisch; es wird dariiber später berichtet. Viel- 
leicht wärees am besten, diese nebst der nahe verwandten Gattung 
Akidoproctus Piag. in einer eigenen Familie abzuschliessen. 
Jedenfalls nimmt die Gattung unter den Lipeuriden eine Son- 
derstellung ein. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 97 

Ornithobius bucephalus Gieb. 

Redi: (Pulex cygni). Taf. 20. — Albin: Äran. 76. Taf. 48- — Linné: 
(Pedic. cygni). Syst. N. IL 1018 17. - Denny: p. 183. Taf. XXIII. Fig. 1. 
(O. cygni). — Giebel: (Lipeurus) p. 239. — Piaget: p. 377. Pl. XXXI. 
Fig. 4. — Taschenberg: p. 192. 

Mehrere Exemplare von Cygnus olor (Mus. Gbg.; Muchardt; 
ipse). 

Ornithobius Klinkowstroemi n. sp. (Taf. I. Fig. 1, 2). 

Eine grosse, gut charakterisierte Species, die sowohl 
betreffs der Farbenzeichnungen und der Beborstung wie auch 
der Körperform von den bisher bekannten drei Arten dieser 
Gattung deutlich abweicht. 

Der ganze Kör per ist gelblich-gelbweiss, mit dunkleren 
Flecken versehen; der Kopf ist ziemlich gross mit vorn kon- 
vergierenden Seiten, der Vorderkopf bei weitem kiirzer als 
der Hinterkopf, ziemlich flach gewölbt, der Clypeus in der 
Mitte des Vorderrandes nicht wie bei den bekannten Arten 
von einer schmalen Liicke durchbrochen, welche in die dahinter 
liegende Ausrandung fiihrt, sondern vorn völlig, wenn auch 
nur durch einen schmalen Rand zusammenhängend und also 
durch die der nach hinten gelegene pentagonale Ausschung vorn 
völlig geschlossen; auf der Oberseite des Clypeus finden sich 
kein Chitinflecke, was dagegen bei O. hexophtalmus Ä^. der 
Fall ist, der 2 solche hat; auch bei dem O. bticephalus Gieb 
findet sich ein medialer solcher; die Seiten des Hinterkopf s 
von vorn nach hinten gerundet, der Hinterrand ist deutlich 
ausgerandet. Es stehen hier zwei dunklere Flecke; vorn 
auf dem Clypeus stehen jederseits drei längere und ein wenig 
mehr nach innen ein kiirzeres Börstchen; an den Seiten des 
Clypeus stehen jederseits noch zwei und an den Seiten des Hinter- 
kopf s sechs Börstchen; von diesen letzteren sind, wie aus der 
Figur (Taf. I. Fig. 2) hervorgeht, das zwei te und das vierte 
von vorn gerecluiet selu* läng, die iibrigen dagegen kurz und 
fast stachelartig; die Fiihler beim c? sind kräf tiger als beim $, das 
Basalglied am dicksten; das zweite Glied ist etwas schmäler, 
das dritte am oberen Ende verbreitert und schräg gegen die 
folgenden Glieder begrenzt; diese sind schmal, das letzte an der 
Spitze mit mehreren steifen Sinneshaaren versehen; auf allén 
Gliedern stehen vereinzelte Haare, die offenbar sensibler Art 
sind, denn an ihrem Ansatzpunkte durchbohren feine Kanäle 

Arkiv för zoologi. Band 6. N:o 13. 7 



9S ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 13. 

die dicke Chitinschiene, um den Nerven Zutritt zu geben; 
beim $ sind die Glieder etwa von gleicher Länge und Breite, 
wenn auch ein Ansatz an seitliche Verbreiterung im oberen 
Ende des dritten Glieds sich merkbar macht; die Mundteile 
bieten nichts der Art specifisches dar. Thorax besteht ans 
zwei Segmenten; Prothorax ist fast quadratisch, vorn nur wenig 
breiter als liinten; die Hinterecken sind ein wenig abgestumpf t ; 
an den Seiten fehlen gänzlich Börstchen, die hintere Hälfte 
des Seitenrands ist stärker chitinisiert und deshalb dunkler 
gefärbt; Metathorax ist bedeutend breiter, breit herzförmig, 
trägt vorn zwei dunklere Flecke und zeigt spec. beim J* An- 
deutung einer dunklen Längsbinde; in der Mitte des Seiten- 
randes finden sich zwei länge und ein wenig von dem Rande 
entfernt auf der Scheibe noch zwei länge Börstchen. Die 
Beine haben sehr dicke Schenkel, spec. sind diejenigen des 
ersten Paares auffallend dick; die Tibien des mittleren Paares 
sind in ihrem proximalen Teil deutlich ausgeschnitten ; der 
Vorderrand der Schenkel und der Aussenrand der Tibien sind 
dunkler gerandet. Die Klauen sind gelb. Die Hinterleih- 
segmente erreichen beim c? ihre grösste Breite etwas vor der Mitte, 
beim $ in der Mitte ; die sieben ersten Segmente sind in beiden 
Geschlechtern in den vorderen zwei Dritteln dunkler gerandet 
und trägen an den Hinterecken zwei längere Börstchen; auch 
das achte Segment beim $ ist mit diesem dunklen partiellen Rand 
versehen, während beim J* das entsprechende Segment gänzlich 
dunkel gerandet ist und mehrere längere Randbörstchen trägt. 
Auf den Segmenten 1 — 3 stehen beim c? zwei längliche dunkle 
Streifen und auf dem ersten Segmente daneben eine dunklere 
Zeichnung, wie es in Fig. wiedergegeben w^orden ist; auf dem 
vierten u^d sechsten Segmente steht jederseits nach hinten ein 
länglicher dunkler Streifen, der jedoch nicht immer ausgebildet 
ist; auf den Segmenten 4—6 steht scheinbar jenseits der Mitte 
und in der Körperrichtung gestreckt, ein Chitinfleck, der 
aber in der Tat nichts anderes ist, als der Fortsatz der stark 
chitinisiert en Randschienen, die nach innen längs dem Vorder- 
rand der Segmente einbiegen und hier nach vorn wieder um- 
biegen, hier stärker chitinisiert und pigmentiert werden und 
deshalb als dunkle Flecke erscheinen; das letzte Segment ist 
mit einer dunkleren, v-förmigen Zeichnung versehen und trägt 
nach aussen zwei längere und an der Spitze zwei sehr kurze 
Börstchen; beim J* sind die Segmente 1 — 8 jederseits mit zwei 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 99 

dunklen etwas schiefen, braunen Streifen versehen; auf der 
Ventralseite des vierten, f iiaften und sechsten Segmentes findet 
sich nahe dem Vorderrande eine rektanguläre dunkle Zeich- 
nung, die der Pellucidität des Körpers wegen auch von der 
Oberseite sichtbar ist; auf der Ventralseite beider Geschlecliter 
vor den mittleren und den letzten Coxen finden sich dunklere, 
winklige Flecke. 

Körperproportionen. 



Länge: 


c? 


? 


Kopf 


0,775 


0,775 


Thorax 


0,7875 


0,7875 


Abdomen 


2,500 


2,4125 


3 Femur 


0,400 


0,400 


STibia 


0,4125 


0,4125 


Breite: 






Kopf 


0,7125 


0,725 


Metathorax 


0,700 


0,7375 


Abd. am 3 Segm 


0,9625 


1,200 


Abd. am 7 Segm 


. 0,700 


0,725 



Von dieser sehr charakteristischen Art, die wohl O. gonio- 
pleurus Den. am nächsten kommt, von dieser aber in vielen 
Hinsichten scharf verschieden ist, liegen 3 Exemplare vor; 
zwei von diesen, beide c? c?, sind von einem Anser leucopsis 
(bei der Claverigerinsel ^^^ 1899) von Dr. Anvidsson gesam- 
melt worden, und das dritte Exemplar von derselben Vogel- 
art (bei Hurrys Inlet, Scoresby Sound Yg 1899). 

Von Meinert (Nat. hist. Förening, Kiobenhavn 48 1896 
p. 166) wird erwähnt, dass O. goniopleiirus Den. auf einem 
Anser leucopsis von Grönland angetroffen worden ist. Allem 
Anschein nach handelt es sich en gerade um die hier beschrei- 
bene Form. 

3. Fam. Eurymetopidae m. 

Von Taschenberg wurde der von Piaget ausfiihrlich 
beschriebene Lipeurus taurus N. nebst zwei anderen Formen 
in eine eigene Gattung, Eurymetopus, gefiihrt (Die Mallo- 
phagen p. 182). Es entternt sich die Gattung so auftällig von 
den iibrigen Lipeuriden, dass ich es fiir berechtigt halte, sie in 
eine eigene Familie zu fiihren. 



100 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 13. 

Die Familie vereinigt in sich nicht wenige Charaktere der 
Lipeuriden und der Docophoriden. Mit den ersteren hat sie 
z. B. die geschlechtliche Differenziierung der Fiihler, mit den 
letzteren die breite kurze Körperform gemeinsam. Der Kopf 
ist sehr breit, viel breiter als läng; die Fiihler sind eigenartig 
gebaut, indem das zweite Glied sehr läng das dritte unregel- 
mässig ausgebildet ist; die Augen sind sehr gross und deutlich; 
Thcrax ist sehr kraftig entwickelt, besonders ist Metathorax 
sehr gross und breit. Der Bau des männlichen Genitalappa- 
rates ist sehr charakteristisch, was in der morphologisch-ana- 
tomischen Abteilung behandelt worden ist. 



4. Gattung Eurymetopus Tasch. 

Taschexberg: Die Mallophagen, Nova Acta der Ksl. Leop.-CaroU- 
Deutschen Akademie der Naturforschen. Bd XLIV. N-o 1. p. 182. 

Offenbar hat Taschenberg Lipeurus taurus N. mit vol- 
lem Recht als Typus einer eigenen Gattung von der grossen 
Gattung Lipeurus getrennt. In die neue Gattung Eurymetopus 
Tasch. fiihrte er auch Lipeurus latus Piag. und Oncophorus 
Schillingi Bud., ein Verfahren, das mir nicht gliicklich zu sein 
scheint, denn nach der Beschreibung und der Figur Piagets 
ist sein Lipeurus latus eine sehr abweichende Form, die viel- 
mehr eine eigene Gattung repräsentieren diirfte und j eden- 
falls sicher generisch von Eurymetopus taurus N. verschieden 
ist. Nähere Untersuchungen iiber die Kopulationsapparate 
werden Klarheit in diese Frage bringen. 

Eurymetopus taurus N. 

Dufouk: Ann. d. e. Soc. Ent. IV. p. 674. Taf. XXXI. Fig. 3. (L. 

brevis). — Giglioli: Quart. Rev. of the mier. Soc. 1864 IV. 18. Taf. I. 

(Docophoroides brevis.) — Giebel: p. 234. — Piaget: p. 332. Pl. XXXI. 
Fig. 3. 

Einige Exemplare von einer Diofnedea sp. (Atlanten; 
Wessel; Gap. Kaudern). 



4. Fam. Goniodidae m. 

Der Kör per ist fast immer sehr breit und gedrungen. 
Der Kopf ist gewöhnlich kurz und of t sehr breit, beim c? und beim 
§ von oft verschiedener Form, Clypeus ist gewaltig stark ent- 
wickelt, sehr breit, mehr öder weniger gerundet; die Fiihler 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN TJND ANOPLUREN. 101 

sind sehr verschiedenartig ausgebildet, fast immer geschlecht- 
lich differenziiert, beim J" oft sehr kraftig entwickelt, indem das 
Basalglieä sehr gross und dick und das dritte Glied in ver- 
schiedenartiger Weise ausgebildet ist; der Hinterkopf fast 
immer winklig öder spitz ausgebildet, oft sehr breit. Thorax 
ist gut entwickelt, Prothorax ziemlich gross, nach hinten ge- 
wöhnlich erweitert; Metathorax sehr kraftig. Die Beine sind 
mässig entwickelt, die Tibien läng und schlank, der Tarsus 
unbedeutend entwickelt, das Onychium stark reduziert. Die 





Fig. 58. Fuhler von Goniodes falci- 
cornis N. a. ef; b. 9- 



Fig. 59. Mittelbein von Goni- 
odes falcicornis N. 



Hinterleibsegmente sind meistens sehr kurz und breit,^die 
stark chitinisierten Randschienen biegen fast immer nach innen 
längs der Seiten um und endigen hier entweder einfach öder 
in der Spitze gegabelt, das letzte Segment beim J* meistens 
abgerundet und mehr öder weniger hervortretend, beim $ bis- 
weilen an den Seiten von dem vorletzten eingefasst. 

Die Familie ist scharf begrenzt und ihre Repräsen tanten 
habituell durch die kurze und breite Körperform und die immer 
gut entwickelten Randschienen der Hinterleibsegmente so- 
gleich charakterisiert. Sie kommen fast ausschliesslich nur 
auf Gallinaceen vor. 



102 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

1. Gattung Goniodes N. 

Nitzsch: Germ. Mag. III. p. 293. 

Die Gattung enthält nicht wenige morphologisch selir 
interessante und abweichende Formen, die noch bei weitem nicht 
hinreichend bekannt sind. Taschenberg hat vor allén unsere 
Kenntnis der hier hergehörigen Formen sehr befördert. Er 
hat z. B. diejenige Formen, die abgerundete Schläfen- und 
Hinterhauptecken besitzen, wie es mir scheint, mit vollem 
Recht in einer eigenen Gattung, Strongylocotes, abgesondert 
sowie auch diejenigen Formen, die sich durch den Besitz von 
sehr stark fliigelartig ausgebreiteten Hinterhauptecken aus- 
zeichnen, in eine Untergattung, Bhopaloceras, gefiihrt, die 
allem Anschein nach als selbständige Gattung angesehen wer- 
den muss. Einige auf Tauben schmarotzende Formen mit stark 
hervortretenden Hinterhauptecken und mit den beiden letzten 
Fiihlergliedern verkriimmert fiihrte er in die Untergattung 
Caloceras. Auch trennt er zwei sehr eigenartige Formen, Str. 
agonus N. und Str. corniceps Taschb., unter demNamen (Unter- 
gattung?) Lepidophorus, ab. 

Goniodes daniicornis X. 

Giebel: p. 197. — Piag: p. 255. Pl. XX. Fig. 8. — Taschenberg: 
p. 42. 

Einige Exemplare von Columha livia {domestica) . (Mus. 

Gbg). 

Goniodes heteroceros X. 

Denny: p. 161. Taf. XIII. Fig. 3. — Grube: 484. Taf. 1 Fig. 5. — 
Giebel: p. 195. — Piaget: p. 251. Pl. XX. Fig. 4. — Taschenberg: p. 
22, 24, 27. 

Einige Exemplare liegen mir von einer Lagopus sp. 
(Pitlekaj, Stuxberg) und voneinem Circus rufus (Mus. Gbg.) vor. 

Goniodes chelicornis X. 

Xitsch: Germars Mag. III. 293. — Lyonnet: Taf. IV. Fig. 7- — 
Denny: p. 160. Taf. XIII. Fig. 1. — Grube: p. 483. Taf. 1. Fig. 6. — 
Giebel: p. 196. — Taschenberg: p. 21, 24. 

Von dieser Form liegen mir einige Exemplare von einem 

Tetrao urogallus vor. (Mus. Gbg. Roth, Videll, ipse). 

Goniodes numidse n. sp.^ 
Von Xumida meleagris ist bisher nur eine zweifelhafte 
Art, und zwar G. numidianus D., bekannt gemacht worden. 

^ Siehe auch Jägerskiöld: Pvesults of zool. Exp. to Egypt and W. Nile. 
Mallophaga- 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 103 

Die neue Art ähnelt in nichts der DENNY'schen, ist vielmehr 
von dem Typus etwa eines G. dissimilis N. 

Die Farbe des Körpers ist blassgelb, mit gelbbraunen bis 
dunkleren Zeichnungen. Der Kopf ist sehr breit und gross, 
Clypeus ist gewaltig entwickelt, sehr breit und vorn mit dicht 
stehenden langen Börstchen besetzt. Der stark chitinisierte 
Vorderrand ist dicht von Kanalen durchbohrt, an denen 
allem Anschein nach Nerven an die Borsten treten. Die Fiih- 
lerbucht ist klein und nicht tief . Die Stirnschienen senken sich 
vom Vorderrande der Fiihlerbucht nach innen konvergie- 
rend gegen die Mundteile hinein; sie sind in der Mitte ein wenig 
verbreitert und wegen der starken Chitinisierung fast sch warz. 




Fig. 60. Hinterleib von Goniodes numidce Mjöb. (ef) von unten. 

Die Augen sind gross und trägen, wie gewöhnlich innerhalb 
dieser Gattung, je ein långes Börstchen. Der Hinterrand des 
Kopfes ist winklig ausgebildet, denn etwa bei den Vordercellen 
des Porthorax läuft er jenseits in einem spitzen aber kurzen 
Dorne aus. Die zwischen den Hinterecken des Kopfes und 
diesem Dorne gelegene Partie des Hinterhauptrands trägt jeder- 
seits sechs fast quadratische nahe aneinander stehende dunkle 
Punkte. Es stehen auch hier etwa acht sehr länge Börstchen. 
Auf dem Hinterkopf stehen zwei längliche dunkle Flecke, die 
wahrscheinlieh als die letzten Reste der Verbindungsschienen 
auf zuf assen sind. In der Mitte des Hinterrandes findet sich 
eine stark chitinisierte Partie, die seitlich erweitert ist, von 
dieser geht, unter dem Körperintegument des Prothorax hin- 
einragend, ein chitinisiertes Gebilde aus, an dem Muskeln 



104 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

inserieren. Die Fiihler haben ein verdicktes Basalglied; das 
zweite Glied ist das längste, das dritte ist beim ^ nach hinten 
höckerartig verlängert ; die folgenden zwei sind kurz und schmal; 
alle sind sie an den Seiten ein wenig dunkel gefärbt. Prothorax 
ist nach vorn verschmälert und an der Spitze wie zusammenge- 
zogen, nach hinten an dem Seitenrande stehen längere Börstchen. 
Metathorax ist bei weitem breiter, die Vorderecken sind ganz 
abgerundet und es stehen hier etwa acht länge Börstchen. 
Wie auf dem Prothorax, finden sich auch hier dunklere Zeich- 




Fig. 61. Hinterleib von Goniodes numidcB AIjöb. (9) von unten. 

nungen. Die Beine sind mässig entwickelt, die Coxen sind 
teilweise, die Schenkel und die Tibien dunkel gerandet. Die 
Klauen sind läng, braungelb. Die Hinterleibsegmente nehmen 
von vorn an Breite zu, um etwa auf der Mitte ihre, grösste Breite 
zu erreichen; die acht ersten trägen winklig nach innen gebo- 
genem mit dunkle Rande versehene Seitenflecke, die beim J* 
am Hinterrande fein gezähnelt sind. Auf den Segmenten 2—8 
finden sich beim J* nach innen in der Mitte noch zwei kurze tri- 
anguläre Flecke; beim $ treten diese als längliche, schwarze 
Flecke zwischen den grösseren Seitenflecken hervor. Das letzte 
Segment beim J* ist fast quadratisch, nach hinten mit einer dunk- 
len, gebogenen Linie versehen und trägt, wie auch die vorigen 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 105 

Segmente, am Hinterrande mehrere länge weissliche Börstchen. 
Das letzte Segment beim $ ist gespalten und beborstet. Auf 
der Ventralseite (J* u. $) finden sich auf dem Thorax zwei 
schwarze gebogene Linien zwischen dem ersten und dem zwei- 
ten Coxenpaar und auf dem Hinterleibe zwei Reihen von 
dunkleren Flecken, von denen die innere Reihe grössere Flecke 
enthält als die äussere. Auf den zwei letzten Segmenten fin- 
det sich eine schwarze, längliche Zeichnung. 

Körperproportionen. 



Länge: 






Kopf 


1,1125 


1,250 


Thorax 


0,875 


0,875 


Abdomen 


1,650 


2,900 


3. Femur 


0,6875 


0,775 


3. Tibia 


0,625 


0,8375 


Bi^eite: 






Kopf 


1,500 


1,625 


M. Thorax 


1,325 


1,400 


Abd. 3 Segm. 


1,9125 


2,600 


Abd. 7 Segm. 


1,050 


1,625 



Von dieser sehr guten Species liegen zwei J*J* und zwei $ $ 
vor. Sie sind im Sudan ^% 01 auf einer Numida ptilorhyncha 
eingesammelt worden. 



Goniodes stylifer N. 

Schrank: (Ped. meleagris). p. 504. — Xitch: Germ. Mae. HT. p. 
294. — Denny: p. 156. Taf. XII. Fig. 2. — Giebel: p. 200. taf. XIII. 
Fig. 1. — Gurlt: p. 421. Taf. IV. Fig 7, 8. — Piaget: p. 264. Pl XXII. 
Fig. 1. — Taschenberg: p. 47. 

Von dieser charakteristischen Form liegt mir ein einziges 
Exemplar von einem Meleagris gallipavo vor. (Muchardt). 

Goniodes falcicornis N. 

Redi: (Pulex pavönis) 14. — Linné: (Ped. pavonis) II. 109. — Schrank: 
1028. — Frisch VIII. Taf. 4. — Pauzec: 51. Fig. 19. — Olfers (Nirmus 
tetragonocephalus) 90. — Albin: Pl. 50. — Nitzsch: Germ. Mag. III. p. 293. 
— KiRBY and Spence (Riciniis pavonis) II. Pl. V. Fig. 8 (ef). — Denny: 
p. 155. Taf. XII. Fig. 1, 3. — Giebel: p. 198. Taf. XII. Fig. 14, 15. — 
Gurlt: VIII. 419. Taf. IV. Fig. 3. — Piaget: p. 275. Pl. XXIII. Fig. 
1. — Taschenberg: p. 20, 23. 

Einige Exemplare von Pavo cristatus (Muchardt; ipse). 



106 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 18. 

Goniodes colchicus Den. 

Denny: p. 158. Taf. XII. Fig. 4. — Giebel: p. 200. — Piaget: p. 
271. Pl. XXII. Fig. 4. — Taschenberg: 21, 24, 28. 

Es liegen mir einige Exemplare von Phasianus colchicus 
vor. (Muchardt, ipse). 



2. Gattung Goiiiocotes Burm. 

Bubmeister: Handbuch d. Entomol. I, II. 

Die Gattung enthält eine nicht grosse Zahl von Formen, 
die immer bedeutend kleiner sind, als die Goniodes-Y OYvaen. Sie 
haben etwa dieselbe Verbreitung wie diese. Beim ^ trägt das 
dritte Glied keine Prozesse öder Dorne, sondern ist einfach. 

Goniocotes compar N. 

Nitsch: Germ. Mag. III. p. 294. — Denny: p. 152. Taf. XIII. Fig. 
2. — Gurlt: VIII. p. 117. Taf. IV. Fig. 2. — Giebel: p. 183. Taf. XII. 
Fig. 10, 11. Taf. XX. Fig. 8. — Piaget: p. 234. Pl. XIX. Fig. 10. — 
Taschenberg: p. 69. 

Mehrere Exemplare von einer Columha livia {domestica) 
(Mus. Gbg). 

Goniocotes microthorax N. 

NiTZSCH: Germ. Mag. III. p. 294. — Giebel: p. 164. — Piaget: p. 229. 
Pl. XIX. Fig. 4. — Taschenberg: p. 70, 73. 

Einige Exemplare von einer Perdix cinerea (Mus. Gbg). 



Goniocotes hologaster N. 

De Geer: (Ricinus gallinse). VII. Taf. IV. Fig. 13. — Xitsch: Germ. 
Mag. III. p. 294. — Giebel: p. 184. — Gurlt: VIII. p. 118. Taf. IV. 
FigT 1. Piaget: p. 231. Pl. XIX. Fig. 6. — Taschenberg: p. 70. 

Mehrere Exemplare von Gallus domesticus (ipse). 

Goniocotes nigromaculatus n. sp. 

Die neue Art ist klein und weicht habituell wenig von den 
bisher bekannten Formen ab. 

Der Kör per ist stark gerundet, weisslich mit dunkleren 
Zeichnungen. Der Kopf ist viel breiter als läng, vorn und an 
den Seiten gerundet, mit nur wenigen Börstchen versehen; ein 
kurzes solches findet sich an jedem Auge, dahinter an den 
Kopf seiten 2—3 und noch weiter nach hinten zwei sehr dicke 
und länge Börstchen; nur bei noch stärkerer Vergrösserung treten 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 107 

am Clypeus regelmässig verteilte sehr feine Börstchen hervor; 
am Vorderkopf sind zwei Flecke dunkler pigmentiert . Die 
Fiihler sind kurz und schmal, das Basalglied ist nur unbe- 
deutend verdickt, das zweite Gli ed ist ziemlicli läng, etwa 
von der Länge der zwei folgenden zusammen, das letzte 
etwa von der Länge des zweiten. Prothorax ist ziemlich schmal, 
dunkler gerandet, nach hinten verbreitert, gänzlich ohne Börst- 
chen. Metat horax ist viel breiter, 
dunkler gerandet, an jeder Hinter- 
ecke findet sich ein långes, dickes, 
nach hinten gerichtetes Börstchen. 
Die Beine sind kurz und weiss- 
lich gelb. Die Hinterleihsegmente 
sind untereinander sehr ähnlich, 
sie erreichen etwa auf der Mitte 
ihre grösste Breite, die sieben ersten 
trägen braune nach aussen breitere, 
nach innen schmälere und hier 
stumpf endigende Seitenflecke, die 
je einen helleren Augenfleck ein- 
schliessen; das achte Segment, das 
mit dem zweilappigen neunten fast Fig. 62. Thorax und Hinterleib 

. , . . von Goniocotes nigromaculatus 

verwachsen zu sem scheint, ist mit Mjöb. (9) von oben. 

einer zusammenhängenden braunen 

Zeichnung versehen und trägt auf der Fläche jederseits der 
Mitte zwei längere Börstchen. Auf der Ventralseite findet 
sich zwischen den mittleren und den hinteren Coxen eine 
dunkelbraune, gegen die Spitze erweiterte Linie. 




Körperproportionen. 



Länge: 


( 


? 


B 


reite: 




Kopf 




0,3625 




Kopf 


0,3625 


Thorax 




0,2125 




M. Thorax 


0,400 


Abdomen 




0,7625 




Abd. 3 Segm. 


0,625 


3 Femur 




0,125 




Abd. 7 Segm. 


0,4125 


3 Tibia 




0,150 








Von der 


neuen 


Art liegt 


mir 


nur ein einzig 


es Weibchen 


von einer Ni 


imida 


mitrata (?) 


aus Madagaskar 


vor (Colleg. 


Kaudern). 













108 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 13. 

Goniocotes bifasciatus PiAG. 
Piaget: Siippl. p. 47. PL V. Fig. 6. 

Von dieser sehr charakteristischen Art, die nur einmaU 
und zwar von Piaget, in der Literatur Erwähnung gefunden 
hat, liegen mir einige Exemplare von demselben Vogel, iS^job- 
niscus magellanicns, vor (Afrika, Kaudern). 

5. Fam. Docophoridae m. 

Zu der neuen Familie fiihre icli die mir vorliegenden 
Gattungen. Docophorus N., Nirmiis N. und Pseiidonirrmis n. g. 

Die Körperform i st entweder kurz und gedrungen, öder 
schmal und parallelseitig. Der Kojjf ist gewöhnlich an 
den Hinterecken gerundet und nicht selten herzförmig; die 
Schienen sind in der Regel sehr gut entwickelt und 
gewöhnUch dunkelbraun gefärbt. Clypeus ist sehr of t gut 
abgesetzt. Die Vorderecken der Fiihlerbucht laufen in eine 
Spitze aus, den sogenannte Trabekel, der of t gelenkig mit der 
Kopfseite verbunden ist und of t gleichzeitig mit den Fiihlern 
in lebhafter Bewegung ist. Die Fiihler bilden ein durchgeh- 
endes Kennzeichen der Familie, ihre fiinf Glieder sind, mit 
einziger Ausnahme der Untergattung Strigiphihis, bei den 
beiden Geschlechtern streng homonom ausgebildet und Sinnes- 
gråben scheinen völlig zu fehlen. Ein deutliches Sinnesfeld 
mit Sinneskolben ist dagegen immer vorhanden. Thorax ist 
nicht kraftig entwickelt, nur zwei deutliche Segmente kommen 
vor. Die Beiiie sind kurz und dick, das Onychium scheint 
sehr stark reduziert zu sein; bei mehreren Formen macht 
sich eine Eeduktion betreffs der Klauen bemerkbar, indem 
die eine Klaue kiirzer und kleiner ist. Die Hinterleihseg- 
7nente sind fast ausnahmweise neun, das letzte Segment ist 
beim J* immer gerundet und die Geschlechtsöffnung wegen der 
starken Ausbildunof der letzten Sternite scheinbar dorsalwärts 
verschoben, beim $ dagegen zweigespalten. Die meisten Seg- 
mente sind mit Randschienen und dunkleren oft dreieckigen 
Flecken versehen, und an den Hinterecken findet sich gewöhn- 
lich eine grössere öder kleinere Anzahl kurzer eder langer 
Börstchen. Der Kopulationsapparat beim J* oft sehr kom- 
pliziert, die Parameren sind in der Regel gut entA\dckelt und 
mit niemals einander verwachsen, bisweilen trägen sie an der 
Spitze Börstchen. Beim $ kommt (ob immer?) eine deutliche 
Spermatheca vor, die unmittelbar vor dem Ubergang in den 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 109 

Ausfiihrungsgang mit einem eigenartigen, of t konzentrisch 
gestreiften Chitinring, der nicht selten diirch das Integument 
sichtbar wird, versehen ist. 

1. Gattung Docophorus N. 

Nitzsch: Germ. Mag. III. p. 289. 

Diese Gattung gehört zu den hoch spezialisierten und 
luxuriiert in einer sehr beträchtlichen Zahl von Arten, die 
auf fast alle Vogelgruppen verbreitet sind. Es gehören 
hierher mehrere Formen, die eigene Gattungen öder sicher 
wenigstens Untergattungen reprasentieren. Giebel und Pia- 
GET haben versucht, die grosse Zahl von Formen nacli ihren 
Wirten zu gruppieren, ein Verfahren, das mir wohl gerecht- 
fertigt zu sein scheint. So ist z. B. Piagets Gruppe Dilatato- 
dypeati, dessen Repräsentanten ausschliesslich auf Raubvögeln 
stationär vorkommen, eine ganz natiirliche, die durch den seit- 
lich verbreiterten und hier ungefärbten Clypeus charakteri- 
siert wird. Bei fast allén Arten treten Genitalflecke von 
auffällig charakteristischer Form auf; bisweilen sind diese 
nur bei c?c^ von specifischer Form, Avährend sie bei $ $ der ver- 
schiedenen Arten ziemlich einheitlich sind, wie z. B. gerade 
innerhalb der Dilatatoclypeati; in anderen Fallen findet aber 
das Umgekehrte statt. 

Nebst der A7nblyceren-Gsittung Colpoce/phalum N. ist diese 
Gattung zweifelsohne die an Arten reichste. Of f enbär steht 
diese Gattung auf einer hohen Entmcklungsstufe, und befindet 
sich noch in reicher Verzweigung. BemerkensAvert ist, dass 
die Formen noch nicht mit Sicherheit auf Gallinaceen nach- 
gewiesen worden sind. 

Docophorus platyrhynchus N. 
Denny: p. 194. — Giebel: p. 70. — Piaget: p. 19. Pl. L Fig. 1 a. 

Von dieser gewöhnlichen Art liegen mir mehrere P]xemplare 
von Aquila chrysaelos (Mus. Gbg), Milvus regalis, Pernis 
ajnvorus (Muchardt), Buteo vidgar is (ipse) und Buteo lagopus 
(Mus. Gbg) vor. 

Docophorus milvi n. sp. (Taf. 3. Fig. 1).* 
Die Docophorus- Arten der Raubvögel sind bei weitem noch 
nicht hinreichend bekannt. Zwar sind viele Arten schon 

^ Sehe auch Jägerskiöld: Results of Zool. Exp. to Egypt and W. Xile. 
JVIallophaga. 



110 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 13. 



beschrieben worden, jedoch sind die gegebenen Deskriptionen 
häufig allzu kurz mid unvollständig, um eine sichere Deter- 
mination dieser unter einander äusserst ähnlichen Tierchen 
zu gest ätten. Spez. gilt dies den von Giebel und Denny 
gelieferten Beschreibungen. Die vorliegende Art fällt mög- 
licherweise mit einer der Giebelschen zusammen, doch scheint 
mir die Art von den bisher beschriebenen distinkt zu sein. 
Der Kopf ist fast triangulär, der Clypeus ist deutlich 
hervortretend, vorn und an den Seiten breit weisslich gerandet, 
am Vorderrande in der Mitte ein Avenig ausgerandet, an den 
Seiten wie verbreitert. Hier stehen zwei nacli innen gebogene 




Fig. 63. Hinterleib von Docophorus milvi Mjöb. (ef) von unten. 



Börstschen und nach hinten, dicht bei der hier abgebrochenen 
Stirnschienenein, nach hinten gebogenes Borst chen. Die Stirn- 
chienen sind stark chitinisiert und dunkler gefärbt. Die Trabe- 
keln sind ziemlich gross, heller gefärbt; vor ihnen stehen 
zwei längere Börstchen. Die Augen treten als kleine, stärker 
lichtbrechende Höckerchen hervor, vor ihnen stehen zwei 
sehr kurze, hinter ihnen etwa flinf längere Börstchen. Die 
Hinterhauptecken sind abgerundet. Die Verbindungsschi- 
nen sind dunkler gefärbt und erstrecken sich nach vorn 
divergierend bis zu den Stirnschienen. Die Antennen sind 
kurz und braun geringelt; das zweite Glied ist das längste, 
etwa von der Länge der beiden folgenden zusammengenom- 
men. P rothor ax ist sehr kurz und breit, nach vorn an Breite 
abnehmend, braun gefärbt, an den Seiten ein wenig dunkler, 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 111 

in der Mitte mit weisslieher Linie; an den stumpfen Hinter- 
ecken steht ein långes Borst chen. Metathorax ist viel breiter, 
breit herzförmig, in der Mitte am Seitenrande steht ein långes 
Börstchen; auf der Scheibe befinden sich zwei quergestellte 
braune Flecke, die fast die ganze Fläche einnehmen; nnr die 
Mittellinie und eine trianguläre Partie am Vorderrande sind 
ungefärbt, es linden sich da einige kleine, braune, punktför- 
mige Flecke. Die grösseren Flecke sind an ihrem Hinterrande 
fein gezähnelt. Die Beine sind kurz und dick, braun gefleckt. 
Die sieben er sten Hinterliehsegynente trägen jederseits braune, 
nach innen spitz endigende Flecke. Auf den zwei ersten 
Segmenten ist die innere Spitze der Flecke dunkler gefärbt; 
an den Hinterecken jedes Segments stehen einige längere 
Börstchen. Beim ^ ist das letzte Segment fast ungefärbt 
und trägt mehrere längere Börstchen. Beim $ trägt das 
achte Segment einen einzigen grossen gerundeten Fleck, das 
kleine neunte Segment dagegen zwei kleine, schmale, braune 
Flecke. Auf der Ventralseite findet sich zwischen den mitt- 
leren Coxen ein brauner Strich; auf den mittleren und letzten 
Hinterleibsegmenten beim <$ finden sich breite, braune, quer- 
gestellte Bänder und eine dunklere Zeichnung von der Form 
wde Fig. 63 es zeigt. Beim $ finden sich zwei Reihen von brau- 
nen Flecken und eine braune Zeichnung. 

Kör per pr oportionen. 



Länge: 


c? 


? 


Kopf 


0,750 


0,75 


Thorax 


0,3875 


0,4375 


Abdomen 


0,7875 


1, 125 


3 Femur 


0, 275 


0, 275 


3 Tibia 


0, 250 


0,3125 


Breite: 






Kopf 


0, 750 


0,8125 


M. Thorax 


0, 600 


0,6625 


Abd. 3 Segm. 


0,9625 


1,0875 


Abd. 7 Segm. 


0,6125 


0,675 



Zahlreiche Exemplare dieser Art sind auf einem Milvus 
segyptius Kairo "/^ 01. eingesammelt worden. 



112 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Decophorus asturinus n. sp. (Taf. 1. Fig. 6, 7). 

Die neue Art erinnert in der Körperform und in den 
Zeichnungen nicht wenig an die zwei von Astur palumbarius 
vorher bekannten Arten, weicht jedoch konstant von dieser 
spec. durch die charakteristische, auffallend konstante Form 
der Genitalflecke ab und nimmt in dieser Hinsicht eine direkt 
vermittelnde Stellung ein. 

Der Kopf ist nur unbedeutend breiter als läng. Clypeus 
ist an den Seiten stark verbreitert und ringsum breit weisslich 
gerandet. Die Vorderecken sind sehr breit abgerundet; vorn 
an den Seiten, ein wenig vom Rande entfernt, stehen zwei 
nach vorn und nach innen gebogene nicht länge Borst chen. 
An der Clypeusnaht gegen die Stirn steht ein långes Rand- 
börstchen. Die Trabekeln sind gross, vor der Spitze am 
Vorderrande ein w^enig ausgeschweift. Die Fiihler sind kurz 
und schlank, das zweite Glied ist ein wenig breiter als die 
folgenden, von der Länge der zwei folgenden zusammenge- 
nommen. Alle Glieder sind breit braun geringelt. Die Augen 
sind gross und treten als kleine lichtbrechende Höckerchen 
am Kopfrande hervor. An den abgerundeten Hinterecken 
finden sich jederseits vier länge Borst chen. Prothorax ist 
zieralich breit, nach vorn abgeschmälert, die ein wenig hervor- 
ragenden Hinterecken sind stumpf abgerundet und trägen 
nur ein einziges Borst chen. Am Vorderrande genau in der 
Mitte findet sich ein unter dem Integumente vom Kopfe hin- 
einragendes Chitinstäbchen, ein Gebilde, die auch vielen 
anderen Mallophagen zukommt. Die ganze Oberseite ist 
braun, nur eine breite Mittellinie ist ungefärbt. Metathorax 
ist viel breiter, mit zwei queren, nach hinten etwas ausgezo- 
genen und hier durch eine feine, weissliche Mittellinie von 
einander getrennten braunen Flecken versehen. An den Sei- 
ten, etwa in der Mitte, stehen drei länge Randbörstchen. 
Die Beine sind kurz und dick, braun gefleckt. Die Seitenflecke 
der Hinterliebsegmente sind ganz spitz keilförmig und trägen 
an den Segmenten 1 — 7 je einen deutlichen weisslichen Augen- 
fleck. Das achte Segment beim c? trägt jederseits nur eine 
schmale dunkelbraune Linie; das neunte ist am Hinterrande 
ganz abgerundet, dicht und läng beborstet, gänzlich ungefärbt. 
Beim § ist das achte Segment mit einer zusammenhängenden, 
braunen, am Vorderrande nur ein wenig ausgeschnittenen 



E. MJÖBBRG, STUDIEN tJBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 113 

Querbinde versehen, das neunte dagegen gänzlich ungefärbt. 
Beim c^ finden sich auf der Ventralseite zwei Reilien von kleinen 
dunkelbraunen Flecken wie auch ein Genitalfleck von durch- 
gehend konstanter Form, der in Fig. 7 Taf . 1 wdedergegeben 
ist. Beim ? finden sich zwei Reihen von kleineren Flecken 
und zwei bogenförmige dicht aneinander steliende braune 
Flecke, die nach hinten dunkler sind. 

Körperproportionen. 



Länge: 


c? 


? 


Kopf 


0,7375 


0,8375 


Thorax 


0,400 


0,4375 


Abdomen 


0,925 


1,3125 


3 Femur 


0,225 


0,2625 


3 Tibia 


0,250 




Breite: 






Kopf 


0,750 


0,850 


M. Thorax 


0,575 


0,675 


Abd. 3 Segm. 


0,950 


1,1375 


Abd. 7 Segm. 


0,6125 


0,725 



Es liegt mir eine grosse Zahl von dieser sehr ausgezeich- 
neten Art von melireren Exemplaren von Astur palumbarius 
vor. (Mus. Gbgipse). 

Docophorus cursor N. 

Denny: p. 101. Taf. TI. Fig. 1. — Giebel: p. 75. Taf X. Fig. 5 
11. 6. — Piaget: p. 24. PL I- Fig. 5. 

Von dieser Form liegen Exemplare von Strix hrachyotus 
und Strix biibo vor (Mus. Gbg; ipse). 

Docophorus clypeatus n. sp. 

Die neue Art gehört zu der Gruppe der Strigicolm Piagefs, 
die durch vorn gerundeten Kopf ausgezeichnet ist. Sie kommt 
D. cehlehrachys N. nahe, ist jedoch von dieser durch einige 
Kleinigkeiten, wie auch durch die Proportionen, verschieden. 

Der Kojpf ist vorn wie hinten abgerundet. Cljrpeus nach 
vorn nicht wie bei D. cehlehrachys N. eben gerundet, sondern 
in der Mitte ein wenig ausgezogen. Das Aussehen im äbrigen 
geht am besten aus der Fig. hervor. An den Seiten befindet 
sich ein Anzahl \ron Börstchen, die in der Regel vier sind; 
von diesen ist spec. eines sehr läng und ein wenig von dem Sei- 

Ärhiv för zoologi. Band 0. X:o 13. 8 



114 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

tenrande entfernt; die Stirnschiene gerade, stark chitinisiert; 
die Verbindungsschienen sind deutlich ausgebildet; Zwischen 
ihren hinteren Endpunkten findet sicli eine undeutliche braune 
Querlinie. Die Trabekeln sind mässig entwickelt, vorn ein 
wenig ausgeschweift. Die Augen trägen je ein långes Börst- 
chen. Die Seiten des Prothorax konvergieren schmal nach 
vorn, nach hinten ein wenig vor den Ecken findet sich ein 
långes Börstchen; Metathorax trägt hinter drei längere Rand- 
börstchen. Der Hinterleih ist beim <S breit und abgerundet, 




Fig. 64. Kopf von Docophorus clypeatus Mjöb. (9). 

beim $ mehr gestreckt; alle Segmente trägen selir länge 
zahlreiche Börstchen; die Seitenflecke sind gelblich, un- 
deutlich und diffus begrenzt; beim J^ ist die ganze Oberseite 
nicht so blassgelb "v\ie beim $ ; beim $ ist das achte Segment 
am Hinterrande mit einem dunkelbraunen Querbande ver- 
sehen; das letztere ist ganz ungefärbt. Betreffs der Genital- 
flecke sei bemerkt, dass diese am meisten mit denjenigen bei 
D. céblébrachys N. iibereinstimmen. Beim c? findet sich eine 
braune Figur von dem egwöhnlichen Typus Beim $ finden 
sich nur zwei gebogene Längsstiche. 

Kör perproportionen. 



Länge: 


c? 


? 


Kopf 


0,525 


0,5875 


Thorax 


0,250 


0,2625 


Abdomen 


0,6875 


0,850 


3 Femur 


0,225 


0,250 


3 Tibia 


0,2375 


0,225 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 115 



Breite: 






Kopf 


0,5375 


0,6125 


M. Thorax 


0,425 


0,475 


Abd. 3 Segm. 


0,6875 


0,7875 


Abd. 7 Segm. 


0,4125 


0,500 



Von der Art liegen mehrere Exemplare von beiden 
Geschlechtern vor; sie sind auf der Winterstation der Vega 
von D:r Stuxherg auf einer Perleule, Strix tengmalmi, ein- 
gesammelt worden. 

Docophorus ceblebrachys N. 

Denny: p. 92. Taf. I. Fig. 3. — Giebel: p. 77. Taf. XI. Fig. 13. — 
Piaget: p. 29. Pl. I. Fig. 8. 

Mehrere Exemplare von Strix nyctea (Vega. Exp. Mus. 
Gbg), Strix tengmalmi (ipse), und Strix nisoria (Vega. Exp.). 

Docophorus athene n. sp. (Taf. 3. Fig. 2).^ 
Es liegen mir mehrere Exemplare einer Docophorusart 
vor, die den von den Eulen bisher bekannten Arten ziemhch 
nahe kommt. Der Körper ist von länglicher Gestalt und 
kommt die Art dadurch D. rostratus N. am nächsten, ist 
jedoch, wie es scheint, von dieser in einigen anderen Hinsichten 
wohl verschieden. 

Die Körperf orm ist länglich. Der Ä'op/istlänghchdreieckig, 
nach vorn stark verschmälert. Clypeus ist deutHch ausge- 
bildet und gut begrenzt, am Vorderrande ziemlich breit 
weissHch gerandet und hier gänzlich ohne Börstchen; solche 
finden sich dagegen an den abgerundeten Vorderecken und an 
den Seiten; auf der Fläche, nur wenig von dem Seitenrande 
entfernt, findet sich auf jeder Seite ein aufrecht stehendes, 
långes Börstchen; die Stirnschienen sind kurz und stark 
entwickelt; die Augen sind ein wenig hervortretend und 
trägen je ein långes Börstchen, das jedoch bei den meisten 
Exemplaren abgebrochen und weggef allén ist; an den ge- 
rundeten Hinterecken finden sich wenigstens zwei längere 
und einige kiirzere Börstchen; die Verbindungsschienen sind 
deutlich ausgebildet; der Hinterrand ist jederseits der Mitte 
schAvach ausgerandet; die Fiihler sind schlank, das Basal- 
glied nicht dick, das zweite Glied fast so läng wie die zwei 
folgenden zusammen; das fiinfte von der Länge des zwei- 
ten, jedoch schmäler. Prothorax ist sehr kurz und breit, 

^ Siehe auch Jägerskiöld: Results of Swed. Exp. to Egypt and the 
W. Nile: Mallophaga- 



116 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

nach hinten unbedeutend verbreitert, braun gefärbt, nur die 
Mittellinie heller; an den stumpf gerundeten Hinterecken 
findet sich ein långes Börstchen. Metathorax ist viel breiter, 
breit lierzförmig, mit Ausnahme einer vorderen und mittleren 
Partie braun gefärbt; nach hinten, etwa bei den verrundeten 
Hinterecken, finden sich zwei längere und einige kiirzere 
Börstchen. Die Beine sind gelblich, hier und da mit dunkleren, 
stärker chitinisierten Flecken versehen. Der Hinterleib hat 
beim ef seine grösste Breite liinter der Mitte, beim $ genau 
auf der Mitte; die Segmente sind einander ziemlich ähnlich, 
die sieben ersten trägen schiefe, vorn viel breitere Chitin- 




Fig. 65. Hinterleibspitze von Docophorus athene Mjöb. (cT) von unten. 

schienen und an den Hinterecken 1 — 2 länge Börstchen. Die 
Seitenflecke sind beim ^ fast rektangulär, beim ? mehr trian- 
gulär; das achte Segment beim J^ ist sehr schmal, fast unge- 
färbt, das neunte auch ungefärbt, gerundet, am Hinterrande 
läng bebor s tet; beim J* hat das achte Segment eine breite, 
braune Querbinde, das neunte ist sehr klein, schwach zwei- 
lappig. Auf der Ventralseite findet sich beim c? ein deutlicher 
gut begrenzter Genitaltleck, der in Fig. 65 abgebildet ist. 
Beim $ ist der Genitalfleck undeutlich, scheint jedoch aus zwei 
gebogenen breiten Linien gebildet zu sein. 

Kör perproportion en. 



Länge: 


c^ 


? 


Kopf 


0,550 


0,5625 


Thorax 


0,250 


0,2625 


Abdomen 


0,8375 


1,100 


3 Femur 


0,200 


0,200 


3 Tibia 


0,1625 


0,175 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 117 



Breite: 






Kopf 


0,450 


0,5375 


M. Thorax 


0,4375 


0,500 


Abd. 3 Segm. 


0,6125 


0,775 


Abd. 7 Segm. 


0,5375 


0,5125 



Es liegen mir mehrere Exemplare von einer Carine meri" 
dio7ialis^ y or. (14) 101 Kairo). 

Docophorus latifrons N. 

Denny: p. 97. Taf. I. Fig. 4. — Giebel: p. 93. — Piaget: p. 36. 
Pl. II. Fig. 7. 

Einige Exemplare liegen mir von Cuculus canorus vor. 

(Mus. Gbg ipse). 

Docophorus superciliosus N. 

Denny: p. 69* Taf. III. Fig. 9. — Giebel: p. 94. Taf. X. Fig. 3. — 
Piaget: p. 39. Pl. III. Fig. 1. 

Von der^Art habe ich mehrere Exemplare von einem 

Picus viridis gesammelt. Die Beschreibung und Abbildung 

PiAGETS von der Art sindnicht in allemrichtig; die Querbinden 

der Segmente sind nämlich schärfer begrenzt und die Geni- 

talflecke beim J durchaus nicht »mal limitée». s 



Docophorus ocellatus N. 

Denny: p. 65. Taf. III. Fig. 10. — Giebel: p. 81. Taf. IX. Fig. 
7 u. 8. — Piaget: p. 46. 

Mehrere Exemplare von Corvus corax (Mus. Gbg) und 
Corvus cornix (Mus. Gbg; ipse). 

Docophorus guttatus N. 
Denny: p. 67. Taf. III. Fig. 8. — Giebel: p. 82. Taf. IX. Fig. 4. 
Einige Exemplare liegen mir von einem Corvus 7nonedula 
vor (Mus. Gbg). 

Docophorus atratus N. 

Denny: p. 64. Taf. IV. Fig. 8- — Giebel: p. 81. Taf. IX. Fig. 10. -- 
Piaget: p. 44. Pl. III. Fig. 2. 

Einige Exemplare von Corvus frugilegus (Mus. Gbg; 

ipse). 



* Die Mittelmeerforni von Athene noctua. 



118 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. Is.O 13. 

Docophorus subcrassipes N. 

Denny: p. 67. Taf. I. Fig. 9. (D. Picse). — Giebel: p. 83. — Piaget: 
p. 51. Pl. III. Fig. 8. 

Vereinzelte Exemplare von Pica caudata (Mus. Gbg. 
Roth. Muchardt, ipse). 

Docophorus communis N. 

Giebel: p. 82. Taf. XI. Fig. 3. — Piaget : p. 54. Pl. IV. Fig. 5. 

Von dieser unter Singvögeln sehr verbreiteten Art liegen 
mir Exemplare von Emberiza citrinella, Emberiza nivalis, 
Fringilla montana, Fringilla linaria, Fringilla coelebs, Pyr- 
rhula vulgaris, Loxia curvirostra, Passer domesticus, Trog- 
lodyies europceus, Turdus musicus, Turdus iliacus und Garru- 
lus glandarius vor (Vega. Exp. Mus. Holm., Mus. Gbg. Roth, 
Videll, Muchardt, Sörling. ipse.). 

Var. fusicollis N. 
Einige Exemplare von Lanius collurio (ipse). 

Docophorus compar Piag. 

Piaget: p. 61. Pl. VII. Fig. 1. 

Einige Exemplare von Loxia curvirostra (Mus. Gbg.) 
und Loxia bifasciata (Roth, ipse). 

Docophorus excisus X. 

Schrank: (hinindinis). Tijdschr. v. Ent. XIV. — Giebel: p. 88. Taf. 
IX. Fig. 1, 2, 3. 

Von der Art habe ich zwei Exemplare auf einer Hirundo 
rustica erbeutet. 

Docophorus bifrons N. 

Denny: (D. Meropis) p. 101. Taf. IV. Fig. 4. — Giebel: p. 91. — 
Gervais: (Philopterus I\leropis(?) Aptéres III. p. 339. — Piaget: p. 62. Pl. 
VII. Fig. 1. 

Es liegt mir ein einziges weibliches Exemplar einer Doco- 
phorus-Ait von einem Merops madagascariensis vor, die sich 
ziemlich gut mit der obengenannten Art von Merops apiaser 
identifizieren lässt. So ist vor allem die sehr charakteristische 
Form des Kopfs, die von Piaget mit gewöhnlicher Genauig- 
keit \viedergegeben worden ist, genau dieselbe. Betreffs 
der Farbenzeichnung sei bemerkt, dass, nach Piaget's Figur 




E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 119 

zu schliessen, die Hinterleibsegmente mit zusammenhän- 
gender, dunkler Querbinde versehen sind. Dies ist jedoch, 
wie es auch der Verfasser im Text erklärt, nur scheinbar; so- 
wohl auf der DENNY'schen Figur, wie auch auf dem mir ziemlich 
frisch vorliegenden Exemplare finden sich gelbliche, gut be- 
grenzte, keiKörmige Seitenflecke, wie gewöhnlich in dieser 
Gattung. 

Die Art scheint iibrigens in 
sehr wenigen Exemplaren angetroff en 
zu sein. Giehel erwälint weder 
etwas iiber die Zahl, noch iiber die Ge- 
schlechter, die Nitzsch zur Verf iigung 
stånden. Denny's Diagnose ist, me 
gewöhnlich, sehr kurz und unvoll- 
ständig, aus der beigefiigten Figur 
geht aber hervor, dass das ihm vor- 
liegende einzige Exemplar ein Männ- 
chen war. Piaget schliesslich ver- ^. or -a- ^ ^ u n 

Fig. 66. Hmterleib von Doco- 

fiigte nur iiber ein einziges de- phorus hi fröns N. (9) 

fektes weibUches Exemplar. Be- ''°^ ''^*^^- 

treffs der Genitalflecke finden sich 

nirgends Angaben, wenn nicht eine negative von Giebel, 
der sagt, dass die Bauchseite der Art ohne Zeichnungen sei. 
Bei dem mir vorliegenden Exemplare ( $ ) finden sich auf der 
Ventralseite zmschen den mittleren Coxen zwei braune Linien 
und auf dem Hinterleibe teils vier braune mediane Quer- 
binden und zwei Reihen von kleinen braunen Flecken, teils 
ein Genitalfleck von charakteristischer Form, der in Fig. 66 
wiedergegeben worden ist. 

Docophorus leontodon N. 

Schrank: Taf. V. Fig. 11. (P. sturni). — Denny: p. 74. Taf. V. Fig. 3. 
ID. 77 (P. pastoris). Taf. IV. Fig. 3. — Giebel: p. 90. Taf. XI. Fig. 4, 7. 

Es liegen mir einige Exemplare von Sturnus vulgaris vor 
(Mus. Gbg Roth, ipse). 

Docophorus cerylinus n. sp.^ 
Die neue Art erinnert in der Körperform ein wenig an die 
von Alcedo ispida bekannte Art, D. cephaloxys N. 

Der Kopf ist vorn sehr schmal, hinten viel breiter, Clypeus 

^ Sehe auch Jägerskiöld: Results of Swed. Exp. to Egypt and W. Nile: 
Mallophaga. 



120 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND G. N:0 13. 



ist fast parallelseitig und mit ganz vermudeten Vorderecken 
und breitem weisslichem Rande versehen; an jeder Seite 
zwei und an den Vorderecken ein abstehendes Börstchen; 
die Stirnschienen sind durch austretende Börstchen in nicht 
minder als fiinf Teilstiicke zerlegt; die Trabekeln sind 
ziemlich gross; das Basalglied der Fiihler dick, das zweite 
etwa von der Länge des fiinften, ebenso läng wie das dritte 
und das vierte zusammengenommen ; die Augen sind wenig 
hervortretend; sie trägen je ein Börstchen; die abgerundeten 
Hinterkopfecken trägen je zwei längere und einige kurze 
Börstchen; die Verbindungsschienen sind abgekiirzt und 
ein wenig nach innen gebogen. Prothorax ist schmal und 





Fig 67. Hinterleib von Docopjwrus 
cerylinus Mjöb. (cT) von unten. 



Fig. 68. Hinterleibspitze von Doco- 

phorus cerylinus Mjöb. 

(9) von unten. 



kurz rektangulär, braun gefärbt. An den ein wenig abgerun- 
deten Hinterecken steht ein nach hinten gerichtetes Börstchen. 
Metathorax ist viel breiter, nach hinten stark an Breite 
zunehmend; die Hinterecken sind abgerundet und trägen je 
ein längeres Börstchen ; nach innen am Hinterrande f inden sich 
auch einige solche. Jederseits findet sich ein brauner viereckiger 
Fleck; die Mittellinie ist weisslich und ungefärbt. Die Beine 
sind klein und kurz, die Coxen braun gerandet; die Tibien am 
Aussenrande dunkelbraun. Der Hinterleib ist ein wenig hinter 
der Mitte am breitesten. Die acht ersten Segmente trägen 
stark chitinisierte Randschienen und an den Hinterecken 
einige länge Börstchen; auch findet sich auf jedem Segmente 
eine breite, braune, in der Mitte breit abgebrochene Querbinde. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 121 

Das neunte Segment beim ^ ist gerundet und stark beborstet. 
Das entsprechende Segment beim ? ist an der Spitze unbedeu- 
tend zweigelappt, grösstenteils ganz braun. Auf der Ventral- 
seite findet sich bei ^ und ? in der ]VIitte zAvischen den mittleren 
Coxen ein längiicher bränner Fleck nnd z^^ischen den vor- 
deren nnd den mittleren und zuischen den mittleren und den 
hinteren Coxen jederseits ein deutlicher brauner Strich. Beim 
^ trägen die Segmente 1 — 5 braune Querbinden und di& 
Segmente 6—9 eine Zeichnung, die in Fig. 67 dargestellt 
worden ist. Beim $ finden sich auf den ersten Sterniten 
braune Querbinden, auf den letzten eine braune Zeichnung, 
die Fig. 68 zeigt. 

K ör j) e rp r o p o r t i o n e n. 



Länge: 


c^ 


? 


Kopf 


0,4375 


0,4875 


Thorax 


0,225 


0,2625 


Abdomen 


0,800 


1,0375 


3 Femur 


0,125 


0,175 


3 Tibia 


0,175 


0,175 


Breite: 






Kopf 


0,3875 


0,4125 


M. Thorax 


0,3375 


0,3875 


Abd. 3 Segm. 


0,45 


0,550 


Abd. 7 Segm. 


0,375 


0,525 


Es liegen 4 o^ 6 und 


4 2 $ von eineni C 


^eryle rudi 



V2 1901, vor. 

Docophorus auratus N. 

Dektny: p. 78. Taf. IV. Fig. 6. — Giebel: p. 108- Taf. XI. Fig. 2, 
6. — Piaget: p. 78. Pl. V. Fig. 8. 

Von einer Scolopax rusticola (Mus. Gbg.) liegen mir viele 
Exemplare einer Docophorus- Art vor, die betreffs der Körper- 
form und der Farbe gut mit dieser tibereinstimmen. Piaget 
hat unter demselben Xamen eine Art abgebildet, doch stimmt 
die mir vorliegende Art weniger gut damit iiberein, ist dagegen 
viel besser mit der NiTZSCH'en iibereinstimmend. So biidet 
z. B. Piaget den Clypeus kiirzer und mehr parallelseitig ab, 
auch ist nach ihm Clypeus am Vorderrande gerade abgestumpft. 
Dies ist aber bei der Art Nitzsch'es nicht der Fall: vielmehr 



122 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

ist Clypeus hier nach vorn zugespitzt und am Vorderrande 
gänzlich bogenförmig gerundet. Die Genitalflecke sind aber 
von demselben Ausselien. 

Docophorus pertusus N. 
Giebel: p. 108. Taf. XI. Fig. 3, 12. — Piaget: p. 89. 

Zwei $$ von einer Fulica atra (ipse). 

Docophorus testudinarius Den. 
Denny: p. 91. Taf. I. Fig. 6. — Piaget: p. 83. Pl. VI. Fig. 5. 

Es liegen mir einige Exemplare von einem Numenius 
arquatus vor. (Mus. Gbg). 

Docophorus acanthus Gieb. 
Denny: p. 74 (Ostralegi). Taf. V. Fig. 4. — Giebel: p. 101. 

Es liegen Exemplare von Limosa lapponica (Mus. Gbg.) 
Numenius phceoims (Mus. Gbg.) und Hcematopus ostralegus 
(Mus. Gbg. ipse.) vor. 

Docophorus limosee Den. 
Denny: p. 96. Taf. IV. Fig. 2. — Piaget: p. 79. Pl. VI. Fig. 1. 
Einige Exemplare von einer Limosa lapponica (Mus. 
Gbg.). 

Docophorus fusiformis Den. 

Denny: p. 84. Taf. I. Fig. 2. — Giebel: p. 104. — Piaget: p. 8C. 
Pl. VI. Fig. 7. 

Einige Exemplare von einer T ringa canutus (ipse). 

Docophorus arcticus n. sp. 

Die neue Art scheint mit einigen vorher bekannten Arten 
nahe verwandt zu sein. Am nächsten kommt sie den Arten 
D. limosce D. und D. acanthus G., weicht jedoch von diesen 
in einigen Charakterén ab. 

Der Kopf ist länglich dreieckig, der Vorderkopf ist vorn 
Hinterkopf deutlich abgesetzt, nicht ^vie bei D. acanthus G 
vorn abgeschmälert, sondern fast quadratisch. Clypeus von 
charakteristisclier Form, vorn gerundet, weisslich gerandet; 
an den Vorderecken und an den Seiten steht jederseits ein 
Börstchen, etwas von dem Seitenrande entfernt noch eins 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 123 

und auf der Fläche jederseits nach vorn und nach innen 
gerichtet noch ein Börstchen; die Trabekeln sind sehr lauf 
und spitz; die Antennen sind braun geringelt, das zweite 
Glied fast länger als das dritte und das vierte zusammen- 
genommen; die Stirnschienen biegen an den Fiihlern nach 
innen um; die Ver bind ungsschienen deutlich entwickelt, sie 
bilden zusammen eine U-förmige Zeichnung; der Hinterrand 
jenseits der 'Mitte ein wenig ausgerandet; die Fiihler sind 
mässig entwdckelt, braun geringelt; das zweite Glied fast 
länger als das dritte und vierte zusammen. Prothorax 
kurz, mit nach vorn konvergierenden Seiten, deutlich dunkel- 




Fig. 69. Hinterleib von Docophorus arcticus Mjöb. (cT) von unten. 

braun gerandet, im iibrigen kastanienbraun. In der Mitte des 
Vorderrands finden sich zwei Ideine Chitinstäbchen, die vom 
Hinterrand ausgehend unter dem Integument in den Protho- 
rax hineinragen. Metathorax ist breit herzförmig und trägt 
an den Hinterecken zwei länge Börstchen. Die Beme haben 
dunklere Ringe rings um die Coxen vde auch an den Spitzen 
der Schenkel. Die Hinterleibsegmente trägen je zwei läng- 
liche braune Seitenflecke, die beim J" mehr rektangulär, beim ? 
mehr dreieckig sind; die Segmente 3—7 mit je zwei längeren 
Randbörstchen versehen; das letzte Segment beim ? ist 
zweigelappt; jeder Lappen trägt ein sehr kurzes Börstchen; 
beim c? trägt das letzte Segment mehrere nach liinten gerich- 
tete Börstchen; auf der Ventralseite finden sich (c? u. $) 



124 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

zwischen den Coxen zwei Reihen von kleinen, braunen Punkt- 
flecken mit drei Punkten in jeder Reihe sowie auch z\\dschen 
dem hinteren Coxenpaare ein medianer grösserer bränner 
Fleck. Beim c? finden sich aul der Ventralseite des Hinter- 
leibs dunklere braune Querbänder und ein Genitalfleck des 
Aussehen, wie dies Fig. 69 wiedergibt. 

K örperpr oportionen. 



Länge,: 


c? 


? 


Kopf 


0,5375 


0,600 


Thorax 


0,3125 


0,325 


Abdomen 


0,6875 


0,7875 


3 Femur 


0,175 


0,175 


3 Tibia 


0,1375 


0,1375 


Breite: 






Kopf 


0,5125 


0,5625 


M. Thorax 


0,4375 


0,450 


Abd. 3 Segm. 


0,6125 


0,7625 


Abd. 7 Segm. 


0,4625 


0,575 



Es liegen von dieser Art zwei c?c? und zwei ?$ von einer 
Tringa sp. (maritima?) vor. Sie sind % 1899 von D:r Ar- 
widsson bei der Penduluminsel eingesammelt worden. 

Docophorus cordiceps Gieb. 

Giebel: p. 103, (glarseolae, Xitzschi) Zeitsch. f. g. Xaturw. XXVTV^I 
p. 312. — Grube: (D. cephalus) p. 470. 

Es liegen mir Exemplar e von Totanus calidris (Mus. 
Gbg.) und Vanellus cristatus (ipse.) vor. 

Docophorus temporalis Gieb. 
Giebel: p. 192. — Piaget: p. 82. Pl. VI. Fig. 3. 
Es liegen mir Exemplare von Charadrius minor und Cha- 
radrius apricarius vor (Mus. Gbg.). 

Docophorus intager N. 
Giebel: p. 95. — Piaget: p. 99. 

Von dieser Art habe ich einige Exemplare auf Grus cinerea 
gesammelt. 



E. MJÖBERG STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 125 

Docophorus bimaculatus n. sp. 

Die neue Art gehört innerhalb der Gruppe »bisignati» 
Piagets und kommt den vorher von Ihis und Platalea bekannten 
Formen ziemlich nalie, ist aber zweifelsohne als neu zu be- 
zeichnen. 

Der Kör f er ist von gewöhnlichem T^qDus. Der Kojpf ist ein 
wenig breiter als läng, der schmale Vorderkopf setzt sich von 
dem breiten Hinterkopf deutlich ab, die Seiten sind fast parallel. 
Cljrpeus ist von auffallend eigenartiger Form, vorn breit 
abgerundet, weisslich ger ande t, in der Mitte tief ausge- 
sclmitten und durch eine iingefärbte Mittellinie der ganzen 




Fig. 70. Kopf von Docophorus bimaculatus Mjöb. n. sp. 



Länge nach in zwei Partien geteilt, die brann gefärbt sind, 
so dass al so auf dem Clypeus zwei längliche, parallele, nach 
hinten ein wenig zugespitzte Flecke sogleich in die Augen 
fallen, die vorn eine sehr charakteristische Skulptur von zahl- 
reichen, bogenförmigen Linien aufweisen, die dicht aneinander 
verlaufen; vorn fehlen Börstchen völlig, nur an der Spitze 
der Chitinschiene und auch nach hinten findet sich ein kurzes 
Börstchen; die Trabekeln sind mässig entwickelt, nicht spitz. 
Die Fiililer sind schmal, das zweite Glied sehr läng, fast so 
läng wie die drei folgenden zusammangenommen, die unter- 
einander von gleicher Länge sind; an den gerundeten Hinter- 
hauptsecken stehen wenigstens drei längere Börstchen. Pro- 
thorax ist breit und kurz und trägt zwei breite, braune Flecke, 



126 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. X:0 13. 



die nach hinten miteinander in Verbindung stehen, im iibrigen 
aber durch eine breite, Aveissliche Mittellinie getrennt bleiben. 
Nach vorn in dieser IMittelpartie bemerkt man eine braune, 




Fig. 71. Hinterleib von Docophorus himaculatus Mjöb. (ef) von unten. 



längliche, trianguläre Partie, die nichts anderes als ein kraftig 
entwickeltes, vom Hinterhauptrande ausgehendes, in den Pro- 




Fig. 72. Hinterieib von Docophorus himaculatus Mjöb. (?) von oben. 

thorax unter dem Integiimente hineinragendes Chitingebilde 
ist, das an der Spitze fast gegabelt ist und Festpunkte fiir tho- 
racale Längsmuskehi liefert. Die Seiten divergieren nach 



E. MJÖBERG5 STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 127 

hinten und entbehren, wie aucli die gerimdeten Hintereckeii , 
vöUig Börstchen; Methathorax ist ein wenig breiter, nach 
hinten ein wenig vor den abgerundeten Hinterecken mit 
einigen Börstchen versehen, dunkelbraun gefärbt, nur in der 
Mitte heller. Die Beine sind dick, die Schenkel an den Spitzen 
dunkler geringelt. Die Hinterleihsegmente erreichen etwa 
auf der Mtite ihre grösste Breite. Die sieben ersten Segmente 
trägen breite, dreieckige Randflecke; beim $ sind auf dem ersten 
Segmente die Flecke nach innen spitz verlängert und biegen 
stark nach hinten ab, um hier in der Mittellinie fast vereinigt 
zu werden. An den Hinterecken jedes Segments (c? u. §) 
finden sich, mit Ausnahme der zAvei ersten Segmente, mehrere 
längere, dicht aneinander stehende Börstchen. Beim c? sind 
die beiden letzten Segmente fast ungefärbt. Beim $ findet 
sich auf dem sechsten Segmente zwischen den keilförmigen 
Flecken eine schmale, braune Querlinie und auf dem siebenten 
Segmente eine breiter e. Die Genitalflecke sind charakteris- 
tisch ausgebildet. Ihr Aussehen beim J^geht aus Fig. 71hervor. 





Körperprop 


ortionen 


Länge: 







Kopf 


0,775 


0,875 


Thorax 


0,4625 


0,5375 


Abdomen 


1,0375 


1,5625 


3 Femur 


0,250 


0,250 


3 Tibia 


0,275 


0,275 


Breite: 






Kopf 


0,7875 


0,975 


M. Thorax 


0,6375 


0,700 


Abd. 3 Segni. 


0,9375 


1,275 


Abd. 7 Segm. 


0,525 


0,825 



Es liegen mir mehrere Exemplare in beiden Geschlech- 
tern von ^m^m. Ihis sjj. aus Siidamerika vor (Colleg. Bovallius). 

Dccophorus phsenicopterus n. sp. (Taf. 3. Fig. 3). 

Von der Vogelgattung Phcenicoptenis sind bisher meines 
Wissens nur zwei Docophorus- Arten beschrieben worden, und 
zwar D. pygaspis N. und später D. pilosus Piag. Die Selbstän- 
digkeit der Nitzsch^^chew Art wurde von Piaget in Zweifel ge- 



128 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. X:0 13. 

zogen und neigt er zu der Meinung, dass diese nur eine Variätet 
Seines neubeschriebenen D. pilosus Piag. sei. Dass er gleich- 
wohl einen neuen Namen f iir die ihm vorliegenden Art einfiihrt, 
verteidigt er mit folgenden Worten: »Le nom de pygaspis me 
parait assez peu justitié; néanmoins je Taurais adopté, si la 
precision dans la description de G. m'avait permis une com- 
paraison suivie.» Die mir vorliegende nene Art, ist obgleich 
ziemlich verwandt, von D. pilosus Piag. gut verschieden. 

Der Körper ist beim c? kurz und schmal, beim $ beiweitem 
grösser. Der Kopj ist ziemlich schmal und vorn wie hinten 
abgerundet. Cl;ypeus erinnert betreffs der Form ein wenig an 
D. icteroides N., ist breit weisslich gerandet und trägt nur an 
den Seiten einige kurze Börstchen; die Trabekeln sind klein, 
nur wenig hervortretend ; an den gerundeten Hinterkopf seiten 
iinden sich einige sehr kurze, und in den Hinterecken selbst 
wenigstens ein sehr långes mit hellem Insertionspunkte ver- 
sehenes Börstchen; die Hinterhauptränder sind dunkler 
gerandet; die Verbindungsschienen treten deutlich hervor 
und strecken sich divergierend nach vorn an die kraftig ent- 
wickelten, nach innen gebogenen und hier fast aneinander 
strossenden Stirnschienen. Proihorax ist klein, kurz, an den 
Seiten gerundet, nach hinten ein wenig an Breit e zunehmend; 
am Vorderrande tief ausgerandet, fast ringsum von einer dicken 
Chitinschiene gerandet; ein wenig hinter der Mitte des Rändes 
iinden sich zwei Börstchen; Metathorax ist viel breiter, gelb- 
lich braun mit heller Mittellinie; an den gerundeten Seiten 
stehen einige sehr länge Börstchen ; in der Gelenkhaut zwischen 
Pro- und Metathorax liegt median ein kleines, bogenförmiges 
Cliitingebilde, ein Apodem, worauf einige Muskel von dem gut 
entwickelten, nach hinten gabelf örmig gespaltenen Apodema occi- 
pitale inserieren ; auchjederseitsdieses Gebildes finden sich syme- 
trisch angebracht zwei kleine stärker chitinisierte Gebilde; 
so wie auch ein strichförmiges solches in der Gelenkhaut zwi- 
schen Metathorax und dem ersten Hinterleibsegmente. Die 
Beine sind kurz und dick, kurz beborstet; an den Tarsen ist 
ein Onychium, obgleich reduziert, vorhanden. Die Hinter- 
leibsegmente trägen dicke, stark chitinisierte Seitenflecke, die 
je einen weisslichen Augenpunkt einschliessen. Beim $ sind die 
Randschienen mehr dunkelbraun. An den Hinterecken jedes 
Segments finden sich auf den vorderen Segmenten ein, auf den 
Jrinteren zwei Börstchen. Beim J" sind die mittleren Segmente 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 129 

nur imbedeutend breiter, das erste ist, wie auch beim $ , gänzlich 
braun gefärbt, die sechs folgenden trägen je einen medianen, rek- 
tangulären, dunkleren Fleck; das achte trägt am Hinterrande 
eine in der Mitte ausgeschweifte, braune, durchgehende Quer- 
binde, das nennte ist breit abgerundet, fast ungefärbt, am 
Hinterrande etAva acht Börstchen tragend. Beim ¥ trägt nur 
das sechste einen braunen, medianen, halbmondtörmigen Fleck, 
das siebente trägt eine breite braune Querbinde, die durch zwei 
eingehende, weissliche Linien fast in drei Teilstiicke zerlegt 
wird. Das letzte Segment ist ganz braun. Die Genitalflecke 
((Tu. ?) erinnern an diejenigen von D. pilosus Piag. 

Körperproportionen. 



Länge: 


c? 


? 


Kopf 


0,400 


0,4625 


Thorax 


0,275 


0,300 


Abdomen 


0,775 


1,100 


3 Femur 


0,1375 


0,1375 


3 Tibia 


0,4375 


0,1375 


Breite: 






Kopf 


0,425 


0,475 


M. Thorax 


0,3125 


0,400 


Abd. 3 Segm. 


0,4875 


0,900 


Abd. 7 Segm. 


0,425 


0,500 



Von der Art liegen mir einige Exemplare von einem Phce- 
nicoptertis roseus vor (Hört. Zool. Köpenhamn). 

Docophorus cygni Den. 
Denny: p. 95. Taf. I. Fig. 1. — Piaget: p. 115. Pl. X. Fig. 3. 
Es liegen mir einige Exemplare von Cygmis olor. vor 
(Mus. Gbg.; ipse). 

Docophorus icteroides N. 

Denny: p. 101. Taf. V. Fig. 11. — Gurlt: Mag. f. d. ges. Tierheilk. 
VIII. p. 415. — Grube: p. 568. — Giebel: p. 111. Taf. V. Fig. 8. — 
Piaget: Tijdsch. v. Ent. XIV. p. 114. Pl. X. Fig. 1. 

Von dieser aut Schwimmvögeln äusserst allgemeinen Form 

liegen mir Exemplare von Somateria moUisifna, Fuligula 

clangula, Fuligula stelleri, Oidemia nigra, Oedimia fusca, 

Vulpanser ladorna, Anas crecca und Colymhus septentrionalis 

Arl-iv för zoologi. Band 6. X:o 13. 9 



130 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 13. 



vor (Mus. Holm.; Mus. Gbg.; Roth, Muchardt, Sörling, Jans- 
son, Videll, ipse). 



Docophorus brunneopygus n. sp. 

Eine Meine Art, die den bisher bekänn ten Arten der Schwim- 
vögel nahe steht, von diesen aber unzweifelhatt distinkt ist. 
Der Körper ist hellbraun, nur die Seitenschienen des Hinter- 
leibs und einige Bänder auf dem Kopf e wie auch die stärker chiti- 
nisierten Teile des Clypeus dunkler gefärbt. Der Kopf ist fast 
dreieckig; Clypeus ist vorn weisslich gerandet und trägt jeder- 

seits drei sehr kurze Börtschen; vor 
den Antennen stehen jederseits drei 
kurze Börstchen. Die Seiten des 
Hinterkopfs wie auch die Hinter- 
ecken gerundet, die ersteren trägen 
f iinf sehr kurze stachelartige Börst- 
chen, die Hinterecken je ein sehr 
långes Börstchen. Die Fiihler sind 
kurz und schmal, die Trabekeln 
nicht sehr gross. Protkorax ist sehr 
kurz und breit, nach hinten an 
Breite abnehmend; die Hinter- 
ecken sind gänzlich abgerundet 
und trägen je ein långes Börst- 
chen. Metat horax ist bedeutend 
breiter als Prothorax, fast hexago- 
nal, nach hinten mit vier langen 
Borsthaaren versehen. Die B eine sind kurz, die Coxen 
ringsum stärker chitinisiert und dunkler gefärbt, in der 
äusseren Ecke je mit einem stachelartigen Börstchen. Die 
Schenkel sind dick, vorn mit vier stachelförmigen Börstchen 
versehen. Der Hinterleib ist beim o oval, beim $ mehr langge- 
streckt, ein wenig an denjenigen einer Nirmus-Art erinnernd. 
Die Seitenschienen der drei ersten Segmente, wie auch fast der 
ganze Vorderrand des ersten Segments auffallend stark chiti- 
nisiert und dunkelbraun; die Seitenflecke strecken sich nach 
innen schräg vorwärts; sie sind beim viel länger und 
schmäler als beim ? ; das f iiafte, sechste und siebente Segment 
trägt an den Hinterecken zwei längere Börstchen; das 
letzte Segment des d vorn bogenförmig braun gerandet, im 




Fig. 73. Hinterleib von Doco 

phorus brunneopygus Mjöb. 

(9) von oben. 



d 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 131 

librigen ungefärbt. Es trägt an der Spitze zwei längere und zwei 
kiirzere Börstchen. Das letzte Segment beim ? an der Spitze 
zweigelappt und trägt oben einen braunen, medianen Fleck von 
charakteristischer Form und einige sehr km'ze Randbörstchen 
sowie auch auf der Fläche zwei längere solche. Betreffs der 
Genitalflecke wiederholt sich beim V auf der letzten Sternite 
die Zeichnung der Oberseite. Beim J^ findet sich ein Genital- 
fleck von gewöhnlichem Aussehen. 

Die neue Art steht D. icteroides N. und D. cygni Den. 
nahe, ist aber von diesen unter anderem durch die Körperform, 
die Beborstung und die Zeichnungen verschieden. 

Körperpr oportionen. 



Länge: 


c? 


? 


Kopf 


0,4375 


0,500 


Thorax 


0,300 


0,3375 


Abdomen 


0,7125 


0,9375 


3 Femur 


0,1875 


0,200 


3 Tibia 


0,150 


0,1625 


Breite: 






Kopf 


0,475 


0,550 


M. Thorax 


0,400 


0,450 


Abd. 3 Segm. 


0,400 


0,650 


Abd. 7 Segm. 


0,475 


0,525 



Es liegen 3 $ $ und 1 o vor. Sie sind von D:r Arwidsson 
auf Anser leucopsis bei der Claverigerinsel ^^/^ 1899 gesammelt 
worden (Mus. Holm.). 

Docophorus pustulosus N. 
Giebel: p. 110. Taf. XI. Fig. 5. — Piaget: p. 106. Pl. IX. Fig. 4. 
Es liegen mir Exemplare von Lestris huffoni (71° 50' 
u. 21° lO' v. Arwidsson) und Lestris parasitica (Mus. Gbg.) vor. 



i^ 



Docophorus lari Den. 



O. Fabeicius: Faun. Groenl. p. 218. — Denny: p. 89. Taf. V. Fig. 
9 — Giebel: (congener et gonothorax.) p. 111. — Piaget: p. 111. Pl. IX. 
Fig. 7. 

Von dieser auf Möwen allgemein verbreiteten Form liegen 

mir Exemplare von Lurus marinus (Mus. Ghg.), Lar us sabinei 

(Stuxberg), Larus ehurneiis {Jinvetlen, Stuxberg) Larus argen- 



132 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 13. 

tatus, Larus canus (Mus. Gbg. Roth, ipse), Larus tridactylus 
(Vega Exp.) imd Rhodostethia rosea (Vega Exp.) vor. 

Docophorus melanocephalus N. 
Giebel: p. 110. Taf. XI. Fig. 8. — Piaget: p. 109. Pl. IX. Fig. 5. 

Einige Exemplare von Sterna hirundo (Mus. Gbg. ipse). 

Docophorus bassanse Den. 

Denny: p. 110. Taf. VII. Fig. 3. Taf. VIII. Fig. 3. — Piaget: p. 
118. Pl. X. Fig. 6. 

Einige Exemplare von einer Sula hassana (Mus. Gbg.). 

Docophorus colymbinus Den. 

Denny: p. 80. Taf. VIII. Fig. 8. — Piaget: p. 117. Pl. X. Fig. 5 

Einige Exemplare liegen mir von Colymbus arcticus und 
Colymbus septentrionalis vor (Mus. Gbg.; Videll; ipse). 

Docophorus celedoxus N. 

Denny: p. 77. Taf. IV. Fig. 1. — Giebel: p. 117. Taf. XI. Fig. 1. — 
Piaget: p. 113. Pl. IX. Fig. 8. 

Von der Art liegen mir mehrere Exemplare von sowohl 

Uria triole, Uria grylle und Mormon arcticus vor (Mus. Gbg. 

Roth, Videll, ipse). Zwar stimmen die Angaben P^a^^^^Ä nicht 

völlig mit den mir vorliegenden Exemplaren ein; so ist z. B. 

Clypeus nach vorn bei weitem nicht so tief ausgerandet und 

auch die Genitalflecke beim $ nicht völlig ähnlich, ich fiihre 

sie aber zu dieser Art, der sie sich jedenfalls am nächsten an- 

schHessen. 

Strigiphilus n. subg. 

Von NiTZSCH schon wurde darauf aufmerksam gemacht, 
dass auf Strix huho eine Docophorus- Art vorkommt, die »nicht 
nur von den andern Eulenkneifern durch die abweichende 
Bildung ihrer männlichen Fiihler abweicht, sondern hierdurch 
unter den Kneifern iiberhaupt sich absonderlich auszeichnet». 
Von Giebel wurde dann die Art unter dem Namen Doc. hete- 
roceras N. beschrieben. Von Piaget wurde diese of f enbär 
eigentiimliche Art ohne weiteres zur Gattung Oncophorus R. 
gefiihrt und von ihm als O. heteroceros beschrieben und abge- 
bildet. Er bemerkt betreffs der Figuren Nitzsches folgendes: 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 133 

»rappendice du 3:e artide de Tantenne est exagéré, le meta- 
thorax devait étre angulaire et le sillon médiane a peine pro- 
noncé, la difference dans la forme de la tete pour les deux 
sexes n'est pas donnée, les taches sont trop accusées et la teinte 
plus fauve, moins dorée». 

Zufolge eines sehr reichen Materials von mehreren Ex- 
emplaren von Strix aluco und auch von Strix bubo habe ich 
mich da von iiberzeugen können, dass Piaget völlig mit Un- 
recht sowolil diese ausgezeichnete Form mit seinem O. kete- 
roceros vereinigt wie auch die NiTzscHE'schen Zeichnungen kri- 
tisiert hat. Schon ein Blick auf die von Piaget gegebene, 
wie immer sehr genaue Zeichnung geniigt, um dies zu konsta- 
tieren. Das von ihm gezeichnete Tier hat in der Tat nichts 
mit der von Nitzsch abgebildeten und später von Giebel unter 
demselben Namen beschriebenen Form zu t un. Und die von 
NiTZSCH gegebenen Zeichnungen sind iibrigens gut und charak- 
teristisch und die mir vorliegenden Exemplare stimmen sehr gut 
damit iiberein. Bei Piagets O. heterocerus ist der Kopf beim 
J breiter und fast parallelseitig und Clypeus ist hier fast gerad- 
linig. Dies passt nicht auf die NiTZscHE'sche Art, wie auch 
viele andere Charaktere es sicher machen, dass es sich hier von 
zwei getrennte Arten handelt. 

Es weicht dieser D. heteroceros N. so bedeutend von der 
Gattung Docophorus N. ab, dass es mir berechtigt erscheint, den- 
selben zu einer eigenen Gattung zu fiihren. Zwar ist die allge- 
meine Körperform diejenige der Gattung Docophorus N., jedocli 
ist die Bildung der Fiihler beim J" mit dem gut entwickelten 
Prozesse und den kurzen beiden letzten Gliedern auffallend 
eigenartig und bei keiner der bisher bekannten sehr grossen 
Zahl von Arten nachgewiesen worden. 

2. Gattung Nirmus N. 

NiTZSCH: Germ. Mag. III. p. 291. 

Diese Gattung fasst eine sehr grosse Zalil von Arten ein, 
die von Piaget in mehrere Gruppen aufgeteilt worden sind. 
Auch diese sehr artreiche Gattung ist unzweifelhaft eine Kol- 
lektivgattung. Mehrere von den Gruppen Piagets können 
wahrscheinlich als eigene Gattungen abgetrennt werden. Da 
ich fiir eine durchgehende Revision noch mehr Material fiir 
nötig halte, habe ich im Folgenden keine Aufteilung in Gat- 
tungen vorgenommen. 



134 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Nirmus fuscus X. 
Denny: p. 118. Taf. IX. Fig. 8. — Giebel: p. 123. Taf. VIII. Fig. 2. 

Einige Exemplare von Milvus regalis (Mus. Gbg.) und Biiteo 
vulgaris (Muchardt; ipse). 

Nirmus rufus N. 

Denny: p. 119. Taf. XI. Fig. 11. — Giebel: p. 124. Taf. VIII. 
Fig. 11 u. 12. — Piaget: p. 131. 

Von dieser auf Raubvögeln sehr allgemeinen Form liegen 
mir Exemplare von Falco tinnunculus, Falco lithofalco^ Falco 
subbuteo, Ästur nisus, Astur palumbarius und Tinnunculus 
newtoni vor (Mus. Holm.; Mus. Gbg., Videll, Roth, Muchardt, 
ipse). 

Nirmus fehestratus N. 

Denny: p. 120 (Cuculi). Taf. X. Fig. 11. — Giebel: p. 148. Taf. 
VI. Fig. 4. — Piaget: p. 146. Pl. XII. Fig. 3. 

Ein einziges Weibchen liegt mir von einem Cuculus canorus 

vor (Videll). 

Nirmus candidus N. 
Giebel: p. 149. — Piaget: p. 138. 

Von der Art habe ich einige Exemplare von einem Ficus 
viridis gesammelt. 



Nirmus varius N. 

Giebel: p. 130. Taf. VII. Fig. 2, 3. — Piaget: p. 139. Pl. XI. 

Fig. 8. 

Mehrere Exemplare von Corvus corax und Corvus mone- 
dula (Mus. Gbg.). 



Nirmus uncinosus N. 

Dexxy: p. 117. Taf. V. Fig. 1. — Giebel: p. 131- Taf. VIL Fig. 1. — 
Piaget: p. 141. Pl. XI. Fig. 9. 

Es liegen mir einige Exemplare von Corvus cornix vor 

(Mus. Gbg. ipse). 

Nirmus nebulosus Den. 

Denny: p. 132. Taf. XI. Fig. 13. - Giebel: p. 134. — Piaget: p. 
155. Pl. XIII. Fig. 4. 

Von der Art habe ich einige Exemplare von einem Sturnus 
vulgaris gesammelt. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 135 

Nirmus limbatus N. 

Denny: p. 122. Taf IX. Fig. 3. — Giebel: p. 136. Taf. VII. Fig. 
6. Piaget: p. 162. 

Einige Exemplare von einer Loxia hifasciata (Vid.ell;ipse). 

Nirmus densilimbus N. 
Giebel: p. 138. — Piaget: p. 152. Pl. XIII. Fig. 1. 
Von der Art liegen mir einige Exemplare von einer Pyrr- 
hula vulgaris vor (Mus. Gbg. Videll). 

Nirmus delicatus N. 

Giebel: p. 139. Taf. VII. Fig. 8. — Piaget: p. 157. Pl. XIII. Fig. 8. 

Von dieser Form liegen mir Exemplare teils von einer 
Emberiza lapponica (Jinretlen, Anvidsson), teils von einer 
Emheriza nivalis (Vega-Exp.) vor. 

Nirmus marginalis X. 

Denny: p. 118. Taf. VIIL Fig. 2. — Giebel: p. 141. Taf. VI. Fig. 
6, 7. — Piaget: p. 154. Pl. XIII. Fig. 3. 

Ich habe einige Exemplare von der Åit auf einem Turdus 
pilaris gesammelt. 



Nirmus quadrulatus N. 

Giebel: p. 153. — Piaget: p. 167. Pl. XIV. Fig. 2. 

Mehrere Exemplare von Lagopus sp. (»Pendulumön», 
Arwidsson), Lagopus alpinus {»Si^etsheTgen», Åiwids^on), Tet- 
rao urogallus (Mus. Gbg.) und Tetrao tetrix (ipse). 



Nirmus truncatus N. 

Denny: p. 149. (scolopacis). Taf. XL Fig. 8. — Giebel: p. 168. — 
Piaget: p. 178. ■ Pl. XV. Fig. 2. 

Eimge Exemplare von Scolopax rusticola und Scolopax 

gallinago (Videll, Roth, ipse). 



Nirm.us nigrolimbatus n. sp. (Taf. 5. Fig. 4). 

Die neue Art gehört, wie es scheint, zu der Gruppe ohscuro- 
suturati Piagets und ähnelt habituell N. furvusN., von welcher 
sie jedoch durch die Form des Kopfs und des Prothorax, die 
Beborstung u. s. w. of f enbär abweicht. 

Der Kopf erinnert ein wenig an den Docophoruskopf . 



136 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Der Hinterkopf ist nämlich breit und der Clypeus endigt nach 
liinten in einer stumpfen Spitze. Clypeus ist vorn weisslich 
gerandet und in der Mitte ein wenig ausgezogen; vorn an den 
schwach abgesetzten Vorderecken steht ein Börstchen, an den 
Seiten unmittelbar vor dem Ende der Stirnschienen eines sov/ie 
auch in der Liicke zwischen dem vorderen und dem liinteren Teil 
der Stirnschienen ein langep Börstchen. Die Stirnschienen biegen 
nach hinten in der Antennengrube nach innen um und sind hier 
auffallend stark chitinisiert und dunlder gefärbt, so dass in der 
Mitte auf dem Kopfe bei schwacher Vergrösserung öder bei 
unbewaffnetem Auge zwei dunkle, schiefe Flecke sichtbar sind. 
Im vorderen Ende des hinteren Abschnitts sind die Stirn- 
schienen stumpf nach innen erweitert; der Hinterkopf ist 
an den Seiten wie auch an den Hinterecken gerandet; die 
Augen trägen je ein Börstchen. An den Seiten des Hinterkopf s 
stehen jederseits zwei längere und einige kurze stachelartige 
Börstchen. Die Fiihler sind relativ kurz, das erste Glied 
ist dick, die librigen gleichbreit, das zweite von der zusammen- 
genommenen Länge des dritten und des vierten; das fiinfte 
Glied ist etwa von der Länge des zweiten. Der Prothorax 
ist sehr kurz und breit, fast parallelseitig, die Vorder- und die 
Hinterecken sind stumpf abgerundet, die letzteren trägen je 
ein långes Börstchen; Metathomx ist viel breiter, die Seiten 
divergieren nach hinten ; in den Hinterecken stehen vier längere 
Börstchen und am Hinterrande zwei solche jederseits der Mitte; 
die Chitinisierung ist an den Vorderecken stärker, weshalb hier 
dunklere Flecke entstehen. Die Beine sind kurz und ziemlich 
dick, die Tibien trägen an der inneren Seite drei Börstchen. 
Das erste Hinterleihseg^nente ist von sehr charakteristischer 
Gestalt, denn die Hinterecken sind lappenartig stumpf nach 
liinten ausgezogen, so dass diese Tergite ein Aussehen erhält, 
besonderes. Die Seitenränder der Segmente 2 — 8 sind stark 
chitinisiert und dunkler gefärbt. Auf der Dorsalseite fin- 
den sich jederseits der Mitte rektanguläre, in der Mitte 
charakteristisch mit einander verbundenen Flecke öder Binde. 
Das achte Segment braungelb, das neunte zweilappig, unge- 
färbt, nur mit zwei dunkleren Flecken. Die vorderen Seg- 
mente trägen an den Hinterecken nur ein längeres, die mitt- 
leren zwei und das achte an den Seiten zwei, am Hinterrande 
jederseits zwei Börstchen. Das letzte trägt an der Spitze 
jederseits ein kurzes Börstchen. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 137 





Körper proportionen. 


Länge: 


? 


Kopf 


0,450 


Thorax 


0,200 


Abdomen 


0,850 


3 Femur 


0,125 


3 Tibia 


0,125 


Breite: 




Kopf 


0,325 


M. Thorax 


0,300 


Abd. 3 Segm. 


0,4375 


Abd. 7 Segm. 


0,3625 


Ein emziges 


Weibchen ist bei Jinretlen auf einer 



Sco- 
lopax sjx von Stuxberg eingesammelt worden. 

Nirmus inasqualis Piag. 
Tiaget: p. 176. Pl. XV. Fig. 1. 

Es liegen mir mehrere Exemplare von Numenius arquatus 
vor. (ipse). Zwar sind sie alle ein wenig dunkler gefärbt und 
die Segmentflecke sind deutlicher markiert; im iibrigen aber 
stimmen sie giit mit dieser Art iiberein. 

Nirmus hoplopteri n. sp. (Taf. 5. Fig. 6).^ 
Der Kopf ist länglich dreieckig, der Clypeus deutlich abge- 
setzt, vorn breit weisslich ger and et, in der Mitte gleichsam ein 
wenig ausgezogen. Vorn finden sich kiene Börstchen, an den Sei- 
ten aber drei solche; die Stirnschienen sind abgebrochen und nach 
innen gekriimmt ; die Trabekeln sind ziemlich gross ; in der Mitte 
der Stirn findet sich eine helle, durchsichtige, linienförmige Par- 
tie, die durch das völlige Mangel von Muskeln an dieser Stelle 
bedingb wird; die Fiihler sind schlank, das zweite Glied ist das 
längste; die Hinterecken des Kopfs sind stumpf abgerundet; die 
Verbindungsschienen divergieren stark nach vorn und endigen 
etwa bei der Fiihlerinsertion. Prothorax braun gefärbt, viel brei- 
ter als läng, vorn an Breite abnehmend, die Ränder dunkel geran- 
det; die Hinterecken trägen je ein långes Börstchen; die Seiten 
des Metathorax sind nach hinten stark divergierend, dann plötz- 
lich auf einer kleinen Strecke vor den stumpfen Hinterecken 

^ Siehe auch: Results of Swed. Zool. Exp. to Egypt and W- Nile: 
Mallopliaga. 



138 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 13. 



geradlinig iind hier eine långes Börstchen tragend; die vor- 
deren Ecken sind dunkelbraun, die Oberseite des Metathorax 
ist iibrigens braungelb mit hellerer Mittellinie. Die Hinter- 
leibsegmente erreichen etwa auf der Mitte 
ihre grösste Breite; sie trägen an den 
Hinterecken zwei länge Börstchen; sie 
haben alle (das erstere teilweise) breite, 
braune Querbinden; nur aiif den Tergiten 7 
und 8 beim J" sind sie schmäler und von 
einer feinen Mittellinie durchbrochen ; beim 
cT ist das letzte Segment mit einer braunen 
Zeichnung versehen, Beim ? trägt das 
iibrigens ungefärbte neunte Segment zwei 
braune Flecke; auf der Ventralseite findet 
sich beim c? ein länglichovaler, brauner 
Fleck zwischen den mittleren Coxen und 
dann nach hinten auf dem Hinterleibe 
braune, breite Querbinden, von denen dei- 
Fig. 74. Hinterleib jenige auf dem ersten Segmente fast qua- 
von Nirmus hoplop- dratisch ist. Beim $ findet sich eine soclhe 
imten. Querbinde auf den sechs ersten Sterniten, 

auf den iibrigen Sterniten bemerkt man eine 
dunklere Zeichnung, die in Fig. 74 wiedergegeben ist. 




Körper proportionen. 



Länge: 


c? 


Kopf 


0,4625 


Thorax 


0,275 


Abdomen 


0,850 


3 Femur 


0,150 


3 Tibia 


0,150 


Breite: 




Kopf 


0,3375 


M. Thorax 


0,325 


Abd. 3 Segm. 


0,425 



Abd. 7 Segm. 0,300 



? 
0,500 
0,3125 
1,1875 
0,1625 
0,150 

0,3625 
0,325 
0,475 
0.3625 



Von dieser charakteristischen Art liegen mehrere Exem- 
plare von einem Hoplopterus spinosus, Chartum Febr. 1901, 
vor. Von diesem Vogel waren bisher keine Mallophagenbekannt. 
Da die Art in grösseren Anzahl und in verschiedenen Ent- 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 139 

wicklungsstufen angetroffen worden ist, ist es of f enbär, dass sie 
primär diesem Vogel angehört. Ich habe deshalb die neue Art 
nach ihrem Wirttiere benannt, was ich in solchen Fallen 
immer fiir berechtigt halte. 

Nirmus furvus X. 

Denny: p. 147. Taf. X. Fig. 6. — Giebel: p. 163. Taf. V. Fig. 2, 
3. — Piaget: p. 169. Pl. XIV. Fig. 3. 

Von dieser weit verbreiteten Form liegen m.ir Exemplare 
von Limosa lapponica, Totanus ochropus, Tringa subarquata, 
T ringa alpina und Vanellus cristatus vor (Mus. Holm. Mus. 
Gbg., Roth, Videll, ipse). 

Nirmus phseopi Den. 
Denny: p. 144. Taf. X. Fig. 7- — Geube: p. 480. — Piaget: p. 177- 

Einige Exemplare liegen mir von Liinosa lapponica, Tringa 
alpina und Uria gr ylle vor. 

Nirmus zonarius X. 
Giebel: p. 166. — Piaget: p. 189. 

Einige Exemplare von einer Tringa alpina (Vegas Winter- 
station, Stuxberg). 

Nirmus cingulatus X. 

Denny: p. 146. Taf XI. Fig. 3. — Grube: (fulvofasciatus) II. p. 
475. Taf. I. Fig. 1. — Giebel: p. 165. Taf. V. Fig. 4. — Piaget: p. 187- 
Pl. XVI. Fig. 9. 

Einige Exemplare von Tringa canutus (ipse) und Calidris 
arenaria (Huryes Inlet, Arwidsson). 

Nirmus fulvoguttatus n. sp. (Taf. 1. Fig. 3). 

Habituell erinnert die .4it wegen des schwarz gerandeten 
Hinterleibs ein wenig an N. nigrolimbatus n. sp., ist aber sogleich 
durch die Form des ersten Hinterleibsegmentes, die Beborstung, 
die Farbe u. s. w., davon zu trennen. 

Der Kopf ist länglich dreieckig, vorn und hinten gerundet. 
Clypeus ist mit einem breiten, weisslichen Rande versehen. 
An den Vorderecken steht jederseits eine, an denSeiten vor den 
Trabekeln drei ziemlieh länge Börstchen, der Clypeus istinsehr 
charakteristischer Weise gezeichnet (siehe die Figur). Die Stirn- 
schienen sind vorn abgebrochen, biegen an der Fiihlerbucht 
nach innen ein und sind wie auch die Seiten des Hinterkopfs 



140 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND G. N:0 13. 

stärker chitinisiert ; an den Hinterecken stehen ein sehr långes 
und einige sehr kurze Börstchen; die Augen sind flach nnd 
trägen ie nach hinten ein kurzes Börstchen; die Fiihler 
sind ziemlich kurz und schmal, das Basalglied ist kurz nnd 
dick, das zweite von der Länge der beiden folgenden 
zusammen. Die Seiten des Prothorax ein wenig gerundet 
und nach hinten divergierend, breit dunkelbraun gerandet; die 
Hinterecken sind abgerundet und trägen je ein kiirzeres und ein 
äusserst långes Börstchen, welch letzteres bis an die Mitte des 
zweiten Hinterleibsegmente reicht. Metathorax ist trapez- 
förmig, nacli hinten breiter, dunkelbraun gerandet. Die 
Beine sind kurz und dick; die Schenkel trägen am Vorder- 
rande und die Tibien am Innenrande drei kurze Börstchen. 
Die Hinterleibsegmente 1 — 7 sind alle dunkel gerandet und 
trägen an den Hinterecken zwei längere Börstchen; das 
achte und das neunte Segment sind zum grössten Teil gelbbraun, 
das neunte ( $ ) ist zweigelappt und trägt jederseits ein kurzes 
Börstchen; auf der Fläche der Hinterleibsegmente 2—6 
stehen in der Mitte am Hinterrande ein wenig genähert dunkel- 
braune, vorn konka ve, hinten kon vexe Flecke; aut der Ventral- 
seite finden sich auf Metathorax ein länglicher, brauner Mittel - 
fleck und, spec. auf den Segmenten 2—6, diffuse braune Mittel- 
flecke. 

K örper pr oportionen. 



Länge: 


? 


Kopf 


0,350 


Thorax 


0,2125 


Abdomen 


0,850 


3 Femur 


0,100 


3 Tibia 


0,100 


Breite: 




Kopf 


0,250 


M. Thorax 


0,2375 


Abd. 3 Segm. 


0,375 


Abd. 7 Segm. 


0,300 


Ein einziges 


Weibchen ist an Wegas Winterstation 


auf einem Phalar 


opiis fulicarius von D:r Stuxberg eingesam- 


melt worden. 





E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND AXOPLUREN. 141 

Nirmus obscurus X. 
K Giebel: p. 1G3. Taf. VI. Fig. 2, 3. — Piaget: p. 170. 

Diese Art wurde von Piaget (Les Pediculines p. 170) 
mit N. furvus N. vereinigt. Von dieser ist sie aber wohl ver- 
schieden und diirfte wohl als eine distinkte Art anfziif assen 
sein. Es liegen mir Exemplare von Liinosa lapponica, Totanus 
glottis und Totanus hypoleucus vor (Mus. Holm., Mus. Gbg., 
Roth, Videll, ipse). 

Nirmus selliger N. 

Denny: p. 125. Taf. VII. Fig. 5. — Gervais (Phil. sellatus) Aptéres 
III. — Giebel: p. 173. Taf. IV. Fig. 9, 10. — Piaget: p. 197- 

Mehrere Exemplare von einer Sterna hirundo (Mus. Grbg., 
Videll, ipse) und einige Exemplare von einem Hcematopus 
ostralegus (ipse). 

Nirmus ochropygus N. 

Denny: (Hamatopi.) p. 12G. Taf. X. Fig. 3. — Giebel: p. 160. Taf. 
V. Fig. 5 u. 6. — Piaget: p. 181. Pl. XV. Fig. 5. 

Einige Exemplare liegen mir von einem Hamatopus ostra- 
legus vor (Mus. Gbg.). 

Nirmus subcingulatus N. 

Denny: (N. stepsilaris) p. 135. Taf. XI. Fig. 4. — Giebel: p. 158. — 
Piaget: p. 172. 

Einige Exemplare von Strepsilas coUaris (Vegas Winter- 

station, Stuxberg). 

Nirmus hiaticulase Den. 
Denny: p. 136. Taf. XI. Fig. 10. — Piaget: p. 194. 

Ein dieser Art wahrscheinlich angehöriges noch nicht 
ausgewachsenes Exemplar liegt mir vor einem Charadrius 
hiaticula vor (Königin Augustas Thal, Arwidsson). 



Nirmus cursorius n. sp. (Taf. 1. Fig. 4). 

Von der Vogelgattung Cursorius kannte man bisher nur 
eine Nirmus-Avt und zwar die von Nitzsch von Cursorius isa- 
bellinus aufgefundene N. lotus N., die von Giebel (Ins. Epiz. 
p. 155) kurz beschrieben wurde. Die mir vorliegende Art, 
die iibrigens von einer anderen Cursorius-Art stammt, ist sicher 
von dieser verschieden. Sowohl Giebels Angabe iiber die 



142 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Körperform, die Farbe wie auch die Beborstung passen nicht 
auf die mir vorliegenden Exemplare. 

Der Koyf ist länglich dreieckig, vorn und hinten abgerundet. 
Clypeus ist vorn breit weisslich gerandet, vorn oben an den 
Seiten mit zwei nicht länge n Börstchen, an den Kopfseiten vor 
den Trabekeln stehen drei Randbörstchen; die Stirnschienen 
strecken sich von dem Insertionspunkt der Fiihler bis an den 
weisslichen Vorderrand des Clypeus; sie sind von durchtre- 
tenden Börstchen in mehrere Teilstiicke zerlegt; die wenis 
hervortretenden Augen trägen je ein långes Börstchen; an 
den gerundeten Hinter kopfseiten stehen zwei längere Börstchen. 
Der Kopfi^t am Hinterrande in der Mitte deutlich ausgerandet; 
die Fiihler sind schmal, fadenförmig, das Basalglied ist kurz 
und dick, das zweite Glied ist das längste, von der Länge der 
zwei letzten zusammengenommen; das dritte etwa von der Länge 
des letzten. Prothorax ist fast kreisrund und trägt ein wenig 
vor den abgerundeten Hinterecken ein Börstchen; Meta- 
thorax ist viel breiter, nach hinten stark erweitert, an den 
stumpf gerundeten Hinterecken mehrere länge Börstchen tra- 
gend; die Farbe ist wie am Prothorax gelblich braun, dunkler 
gerandet: am Vorderrande finden sich zwei dunklere Flecke, 
zwei solche sind auch am Hinterrande vorhanden; sie trägen 
hier eine Querreihe von mit weisslichen Ansat zpunkten verse- 
henen Börstchen, die Mittellinie ist breit ungefärbt. Die Beine 
sind kurz, die Schenkel, besonders die vorderen, auffallend 
dick. Der Hinterleih ist beim c? mehr langgestreckt, beim ? läng- 
lich eiförmig. Die acht ersten Segmente trägen in der Mitte 
je eine diffus begrenzte, mediane, rektanguläre nach vorn und 
nach hinten dunkler werdende Binde, die am Hinterrande durch 
die hier inserierenden Börstchen deutlich crenuliert erscheinen; 
an den Seiten der vSegmente 2—7 ein w^enig vom Rande ent- 
fernt finden sich sehr charakteristisch geformte, sehr dicke, ein 
wenig schief nach innen gerichtete Chitinschienen, die am vor- 
deren Ende zweigegabelt sind und mit ihrem vorderen Zweige 
in das vorhergehende Segment hineinragt; das achte Seg- 
ment beim J ist ungefärbt, nur am Hinterrande findet sich 
eine braune Linie; das neunte Segment ist völlig ungefärbt, 
fast kreisrund, am Hinterrande mit acht bis zehn iangen geboge- 
nen Börstchen versehen. Beim ? sind die zwei letzten Segmente 
braun; das vorletzte trägt jederseits der Mitte zwei Börstchen; 
das neunte ist zweilappig; auf der Ventralseite finden sich 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 143 

bei J" u. ? breite mediane Querflecke öder Querbinden, die am 
Hinterrande f iinf kleine, weissliche, borstentragende Augenflecke 
trägen; das letzte verlängert sich beim J" median nach hinten bis 
an die Spitze des neunten Segments, beim ? nur bis an die Mitte 
des achten. Beim c? trägt die achte Sternite zwei seitliche, braune 
Flecke, beim $ zwei schiefe, braune bis an die Spitze des letzten 
Segments sich streckende Flecke. 



Körper pr oportionen. 
Länge: cT ? 



Kopf 


0,500 


0,600 


Thorax 


0,300 


0,325 


Abdomen 


1,075 


1,375 


3 Femur 


0,175 


0,2125 


3 TLbia 


0,1625 


0,250 


Breite: 






Kopf 


0,375 


0,450 


M. Thorax 


0,350 


0,3375 


Abd. 3 Segm. 


0,475 


0,600 


Abd. 7 Segm. 


0,375 


0,6125 



I 



Mehrere Exemplare von beiden Geschlechtern sind auf 
einem in Schweden gelegentlich angetroffenen Cursorius galli- 
ens erbeutet worden (Mus. Gbg). 

Nirmus umbrinus N. 
GiEBEL: p. 171. — Piaget; p. 194. 

'^' Von dieser sehr seltenen Art liegen mir zwei ? $ von einem 
Scopus uinbretta aus Madagaskar vor (Coll. Kaudern), — 
Das einzige vorher bekannte Exemplar wurde 1822 auf einem 
trocken Balge desselben Vogels angetroffen. 

!.^| Nirmus dentatus n. sp. 

t^;^ Eine kleine, gut charakterisierte xArt, die, spec. an dem 
Kopfe, sich wolil von den bisher bekannten Arten trennenlässt. 
Der Kopf ist länglich drei eckig, der Clypeus ist sehr scharf 
abgesetzt, halbmondförmig, breit weisslich gerandet; vorn völlig 
ohne Börstchen, an den Seiten aber, nahe den ganz abgerun- 
deten Vorderecken, findet sich ein Börstchen wie auch ein långes 



144 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND (). X:0 13. 



solches etwas von dem Rande entfernt; die Stirnschienen 
sind sehr stark chitinisiert, und biegen etwa bei den Trabekeln 
nach innen um, wo sie in der Mittellinie fast aneinander stossen; 
seitlich an den Stirnschienen findet sich ein Börstchen; die 
Trabekeln sind ziemlich gross, heller gefärbt. Der Hinterkopf 
ist an den Seiten gerundet, die Hinterecken breit abgerundet je 
zvvei sehr länge und einige kurze Börstchen tragend. Die Ver- 
bindungsschienen sind abgekiirzt. Am meisten charakteris- 
tisch am Kopfe sind jedoch die von Piaget sogenannten »bändes 
internes»; Bildungen, die nach innen von den Stirnschienen 

liegen und Chitingebilde sind, die fast 
am Vorderrande des Clypeus reichen. 
Diese Gebilde sind bei der vorliegenden 
Art sehr charakteristisch geformt, 
denn sie zeigen nach innen eine 
deutliche zahnähnliche Verlängerung, 
was den Namen der Ait veranlasst 
hat. Sie treten in der Fig. 75 deutlich 
hervor. Die Fiihler sind sehr kurz, 
das zweite Glied etwa von der Länge 
des dritten und des vierten zusammen- 
genommen; das fiinfte etwa so läng 
vvie das zv*'eite. Prothorax ist kurz 
und breit, mit undeutlich gerundet en 
Seiten ; die Hinterecken sind stumpf ; Metat horax ist viel breiter, 
und an den Seiten wie auch an den Ecken deutlich gerundet, 
nach hinten triangulär ausgezogen; an den Vorderecken steht 
ein sehr kurzes, in der Mitte ein sehr kurzes, stachelartiges mid 
ein långes mit hellerem Ansatzpunkte versehenes Börstchen, und 
an den Hinterecken noch zwei solche, wie auch am Hinterrande. 
Die Beine sind gelblich, die Schenkel dick und kurz, die Tibien 
gegen die Spitze ein wenig verbreitert. Die Hinterliehseg- 
mente nehmen an Breite nach hinten allmählich zu und trägen 
(1 — 7) an den Hinterecken zwei kurze, und in der Mitte der 
Tergiten zwei längere Börstchen. Das achte Segment ist am Hin- 
terrande ein wenig ausgeschweift und trägt in der Mitte des 
Seitenrands ein långes Börstchen; die sieben ersten Segmente 
Avie auch die dunkel gerandeten Toracalsegmente sind braun 
und am Hinterrande jedes Segments setzt sich gewöhnlich 
ein dunkler Querband ab. Das achte und neunte Segment 
ist einfarbig gelblich. 




Fig. 75. Kopf von Ninnus 
dentatus Mjöb. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 145 

Körperproportionen. 
Länge: 

Kopf 0,450 

Thorax 0,200 

Abdomen 0,850 

SFemur 0,125 

STibia 0,125 

Breite: 
Kopf 0,325 

M. Thorax 0,300 
Abd. 3 Segm. 0,4375 
Abd. 7Segm. 0,3625 

Zwei ?$ sind von einer »Platalea sp.» von D:r Stuxberg 
1^6 1879 emgesammelt worden (Mus. Holm.). 

Nirmus trimaculatus N. (?) 
Piaget: p. 174. Pl. VI V. Fig. 8- 

Einige Exemplare von Platalea sp. (Stuxberg). 

Nirmus triahgulatus N. 

Grube: (normifer) I. p. 478. Taf. I. Fig. 8. — Giebel: p. 177. — 
Piaget: p. 201. Pl. XVI. Fig. o. 

Einige Exemplare von Lestris parasitica (Mus. Gbg. 

Videll, ipse). 

Nirmus lineolatus N. 

Grube: (ornatus) I. p. 477. Taf. 1. Fig. 4. — Giebel: p. 177. Taf. 
IV. Fig. 5, 6, 7, 8. — Piaget: p. 199. Pl. XVI. Fig. 3- 

Einige Exemplare liegen mir von Lariis sabinei, Larus 
tridactylus, Larus argentatus und Larus canus yov (Mus. Gbg.; 
Arwidsson, Videll, ipse). 

Nirmus eugrammicus N. 

Giebel: p. 175. Taf. VI. Fig. 11, 12. — Piaget: p. 201; p. 670. Pl. 
LV. Fig. 7. 

Ein einziges Exemplar von Rodostethia rosea (Vegas 
Winterstation, Stuxberg). 

Nirmus pictus n. sp. 
Von dieser charakteristisch gefärbten Art liegt ein ein- 
ziges, ausgewachsenes Individium vor. Da es zu keiner der 

Arl-iv för zoologi. Band 6. i^'.•o 13. 10 



146 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

bekannten Formen gefiibrt werden känn, lasse ich es hier eine 
neue Art repräsentieren. 

Der Kopf ist etwas triangulär, an den Seiten dunkelgerandet, 
Clj^eus vorn abgerundet, mit scharf begrenztem, ungefärbtem 
pellucidem, apicalem Teil; die Fiihlerbuchten sind tief, am 
inneren Rand stark chitinisiert ; die Trabekeln deutlich her- 
vortretend, gänzlich ungefärbt; die Augen treten als kleine 
lichtbrechende Punkte vervor; sie trägen je ein kleines 
Börstchen; ubrigens aber ist der Kopf fast unbehaart. Cly- 
peus entbehrt vöUig soldier; nur auf dem Hinterkopf stehen 




Fig. 76. Kopf von Fig. 77. Hinterleib 

Nirmus pictus Mjöb. von Nirmus pictus 

Mjöb. (9) von oben. 

einige selir kurze und an den abgerundeten Hinterecken ein sehr 
långes Börstchen; die Fiihler sind läng; sie strecken sich 
von ihrem Insertionspunkt gleich hinter den Trabekeln fast 
bis an den Hinterhauptrand, ihr erstes Glied ist dicker als 
die iibrigen, das zvveite ebenso läng wie das dritte und das 
vierte zusammengenommen ; das fiinfte trägt an der Spitze 
mehrere steife Sinnesbörstchen. Prothorax ist viel breiter als 
läng, an den Seiten sanft gerundet; nur nahe den Hinterecken 
findet sich ein sehr kurzes, nur bei stärker Vergrösserung 
sichtbares Börstchen; an den Seiten sind, ^\ie auch an denfol- 
genden Segmenten, dunklere, diffuse Flecke vorhanden. Meta- 
thorax ist fast hexagonal, nur die Hinterecken schwach gerundet ; 
an der Mitte f inden sich in öder nahe dem Seitenrande zwei und 
dahinter nahe den Hinterecken drei längere Börstchen; vorn 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 147 

steht eine kleine, nach hinten eine grössere, triangiiläre Zeich- 
nung. Die Beine sind ziemlich kurz, die Schenkel sind kurz 
und dick und trägen am Vorderrande drei stachelartige Börst- 
chen; an den Coxen, an der Basis und an der Spitze der 
Schenkel wie aucli an der Spitze der Tibien finden sich dunklere 
Flecken; die Tibien trägen am Innenrande zwei kurze Börst- 
chen. Die Hinterleibsegmente nehmen nach hinten an Breite 
allmälilich zu, und trägen je an den Hinterecken mit Ausnah- 
me der ersteren, ein långes Börstchen und sind ausserdem durch 
dunklere trianguläre, låter ale und diffuse rektangulär e 
mediale Flecke ausgezeichnet; der Hinterrand des achten 
Segments ist in der Mitte ein wenig ausgerandet und trägt hier 
6 längere nach hinten gerichtete Börstchen; das letzte Seg- 
ment ist völlig ungefärbt; auf der Ventralseite finden sich 
zmschen dem ersten und dem zweiten, und dem zweiten und 
dem d ritten Coxenpaare dunklere Linien. Betreffs des 
Hinterleibs wiederholen sich hier die Zeichnungen der Oberseite, 
doch sind die medialen Flecke auf den fiinf ersten Sterniten 
scharf begrenzt, diejenigen der sechsten imd der siebenten 
Sternite f Hessen zu einer Zeichnung zusammen. 

Korp er pr oportionen. 



Länge: 


? 


Kopf 


0,350 


Thorax 


0,275 


Abdomen 


1,0625 


3 Femur 


0,1375 


3 Tibia 


0,1125 


Breite: 




Kopf 


0,325 


M. Thorax 


0,3125 


Abd. 3 Segm. 


0,450 


Abd. 7 Segm. 


0,3875 


Es liegt ein 


einziges Individuum 



( 5 ) von einer Uria- 
grylle Jinretlen ^^s 18"9 vor. (Stuxberg.) 

Nirmus citrinus N. 

Denny: (N. alcae) p. 137. Taf. IX. Fig. 1. — Giebel: p. 177. — 
Piaget: p. 190. Pl. XVI. Fig. 8. 

Einige Exemplare von Alca tordaund Uria troile (Mus. Gbg. ). 



148 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 18. 

Nirmus obliquus n. sp. (Taf. 2. Fig. 2, 5). 

Die neue Art nähert sieh ein wenig in Körperform an N. 
citrinus N., ist jedocli in vielen Hinsichten von diesem wohl 
verschieden. 

Der Körper ist länglich, fast parallelseitig, gelbweiss mit 
dunkleren Zeichnungen. Der Koj^f ist nacli vorn schwach 
abgeschmälert. Clypeus ist deutlich abgesetzt, der Vorder- 
rand ist fast geradlinig, weisslich, oline Börstclien; die Vorder- 
ecken sind breit abgerundet, je ein kleines Börstchen tragend, 
an den Seiten stehen zwei Börstchen; die Stirnschienen 
sind vorn verbreitert; in der Mitte der Stirn bemerkt 
man eine deutliche, weissliche Linie; die Fiihler sind kurz 
und schlank, das zweite Glied ist etwa von der Länge der zwei 
folgenden zusammengenommen; der Hinterkopf ist fast 
quadratisch, die Seiten nur sehr wenig nach vorn konvergierend; 
die Hinterecken sind stumpf, die hier vorhandenen Börst- 
chen sind sehr kurz, nur (an den Hinterecken ) eine bedeutend 
länger; der Hinterrand ist in der Mitte breit und deutlich 
ausgeschweift. Prothorax ist kurz und schmal, vorn ein wenig 
verschmälert; an den abgerundeten Hinterecken steht ein 
långes Börstchen. Metathorax ist breiter und trägt an den 
Hinterecken mehrere Börstchen. Die Beine sind kurz und 
dick, braun gefärbt. Der Hinterliéb ist beim c? kurz und an den 
Seiten gerundet, beim ? länglich und mehr parallelseitig. Die 
Seitenschienen sind stark parallelseitig. Die Seitenschienen 
sind stark ausgebildet, keilförmig, mit ihrem spitzen Teile 
nach hinten gekehrt und nach innen sich breit dreieckig fort- 
setzend, weshalb auf den Segmenten 2—7 dunkle, keilförmige 
Seitenflecke stehen. Beim J" finden sich auf den sieben ersten 
Segmenten braungelbliche, nicht scharf begrenzte, fast rektan- 
guläre Flecke, die durch eine breite, weissliche Mittellinie von- 
einander getrennt sind; das achte Segment ist bogenförmig, 
nach hinten eine ununterbrochene, braune Binde tragend. 
Das neunte Segment ist fast kreisrund, blassgelb, und trägt 
am Hinterrande mehrere länge, gebogene Börstchen. Beim $ 
trägen die sechs ersten Segmente breite, rektanguläre, braun- 
gelbe Flecke, die durch eine breite, ungefärbte JVIittellinie von- 
einander getrennt sind; das siebente hat auch zwei solche, doch 
sind sie nach hinten durch eine schmale, braune Linie mitein- 
ander vereinigt. Das achte Segment ist fast gänzlich dunkel- 






E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 149 

braun, das neunte ungefärbt, nur zwei diffuse gelbliche Flecke 
tragend, an den Seiten mit einem langen und an der Spitze 
jeseits der Mittellinie mit zwei sehr kurzenBörstchenversehen. 
Auf der Ventralseite finden sich beim c? auf den Sterniten vier 
braune, mediane, rektanguläre Flecke und auf dem letzten 
Segmente eine dunklere Zeichnung. Beim ? findensich auf 
der Ventralseite ebenfalls vier rektanguläre, braune Flecke, 
wie auch dahinter eine dunkelbraune Zeichnung, die sich jedoch 
nach hinten nicht so weit streckt; liinter dieser bemerkt man 
jenseits der Mittellinie eine sehr diffuse, braune Zeichnung. 

Korp erpr oportionen. 



Länge: 


c? 





Kopf 


0,4125 


0,5125 


Thorax 


0,200 


0,2375 


Abdomen 


0,7125 


0,050 


3 Femur 


0,1125 


0,150 


3 Tibia 


0,1125 


0,125 


Breite: 






Kopf 


0,375 


0,400 


M. Thorax 


0,3125 


0,350 


Abd. 3 Segm. 


0,375 


0,4625 


Abd. 7 Segm. 


0,350 


0,4125 



Es liegen mir mehrere Exemplare dieser ausgezeichneten 
Art von einer Uria troile auch von einem Mergulus alle vor 
(Mus. Gbg.). 

3. Gattung Pseudoiiirmus n. g. 

Der Kör per ist Nirmus-åhYÅich. Der Kopf ist ziemlich gross, 
mehr öder weniger abgerundet; die Stirnschienen sind auf- 
fallend mächtig entwickelt und biegen vorn nach innen um und 
bilden hier zusammen eine deutliche Querschiene; Clypeus 
vorn gerandet, deutlich abgesetzt; die Trabekeln fehlen. Die 
Fiililer sind 5-gliedrig, innerhalb beider Geschlechter von ähn- 
licher Gestalt; die Augen sind ziemlich gross, flach gewölbt. 
ProtJiorax ist klein und kurz, Metathorax ist viel breiter an den 
Seiten mit sehr dicken Chitinschienen versehen. Die Beine 
sind ziemlich kurz, die Tibien trägen am Innenrande eine sehr 
dicke, von feinen Kanalen durchbohrte Chitinschiene, auch 



150 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

die Schenkel trägen am Vorderrande eine dicke Schiene. Am 
besten aber wird die neue Cattung durch den Bau des männ- 
lichen Kopulationsapparates charakterisiert. Dieser ist von 
einem ganz eigenartigen Typus, indem er aus zwei sehr langen, 
anfangs stärker chitinisierten, sehr schmalen Stäbchen besteht, 
die imdeutlich mit zwei noch schmäleren, sehr langen, bei ge- 
wissen Individuen iiber den Hinterrand des letzten Segments 
hervorragenden, ungefärbten Chitinstäbchen gelenkig verbunden 
sind. Ein eigentlicher Penis fehlt völlig. Neuman sagt hier- 
iiber: »le penis filiforme, tres long». Was er fiir Penis ange- 
sehen hat, ist nichts anderes als der Ductus ejaculatorius, der 
hier sehr schmal ist. (Siehe die morphologisch-anatomische 
Abteilung). 

Tyinis: 

Psuedonirmus charcoti Neum. (Taf. 3. Fig. 7). 

Degeeriella charcoti Neum.-Exp. Antarct. Franc. Asthro- 
podes 1907. 

Von der einzigen bisher bekannten Art liegen mir mehrere 
Exemplar e von einer Pagodroma nivea aus Siid- Georgien vor 
(CoU. Sörling). 



B. Anoplura. 

Betreffs unserer Kenntniss der echten Läuse gilt in noch 
höherem Grade, was iiber die s. g. Vogelläuse gesagt worden 
ist. Bis in unsq^re Tage ist die Systematik und die Formen- 
kenntniss im höchsten Grade vernachlässigt worden. 

Der erste Versuch zu einer monographischen Bearbeitung 
der Anopluren stammt von Denny's Hand. Zwar waren 
vorher von älteren Verfassern einige Arten beschrieben worden, 
jedoch in einer Weise, die eine sichereBestimmung ganz unmöglich 
machte. Es könnten unter der gegebenen Diagnose mehrere Arten 
einbegriffen werden. Denny fiihrte sie nun in seiner Mono- 
graphia Anoplurorum Brittannise zusammen. Er teilt die 
bis da bekannten Formen in die Gattungen, Phtirnis, Pedi- 
culus und Hcematopinus, ein. Zu der ersten Gattung fiihrte 
er eine zu der zweiten drei und zu der letzten Gattung zehn 
Species. Er nimmt auch anhangsweise noch sechs Hoema- 
topinus-SiTten auf , nach denen er selbst vergebens gef orsclit hatte, 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 151 

deren Wirttiere aber in seinem Vaterlande vorkamen iind 
seiner Meinung nach deshalb wohl anzutreffen wären. 

Leider gilt aucli betreffs Denny's Anopluren — Bear- 
beitung, was schon iiber die Mallophagen gesagt worden ist. 
Es bestehen aber noch heute mehrere von den von ihm auf- 
gestellten Arten. 

In seiner Arbeit, Insecta Epizoa, behandelt Giebel 
monographisch auch die Anopluren (»Hemiptera epizoa»). 
Er teilt sie in die Gattungen Phtirius, Pediculus,, Pedicinus 
lind Hcematojnnus ein, mit resp. 1, 2, 1 und 24 Species. An- 
hangsweise erwähnt er sechs von Rudow sehr schlecht bescln-ie- 
bene Hcejnatopinus- Arten. Er fiigt nur eine neue Form 
hinzu, die von Camelopardalis giraffa stammende, später 
nicht angetroffene Form H. brevicornis Gieb. Fiir die auf 
Seehunden vorkommende Form H. phocse Lnc. schlägt 
er den neuen Gattungsnamen Echinophtirius vor. 

So kam im Jahre 1880 Piagets vorher erwähntes grosses 
Werk, »Les Pediculines ». Zu den vorherigen Gattungen fiigt 
er eine neue hinzu und zwar die eigenartige Gattung Hcema- 
tomyzus mit der Art proboscideus. Sonst halt er die vorhe- 
rigen Gattungen aufrecht; von neuen Formen fiigt er nur zwei 
hinzu, Pediculus consobrinus von einem Äteles pentadactylus 
und Pedicinus breviceps von einem Cercopithecus mona. 
Und in dem 5 Jahre spätere erscheinenden Supplement beschreibt 
er vier neue Formen, Pedicinus graciliceps von einem nicht 
näher bekannten Affen Hcematopinus breviceps von Cephalo- 
phus Maxwelli, HcEynatopinus setosus von Xerus getulus und 
Hcematopinus angidatus von Cephalophus nigrifrons. 

Nach Piaget trät fast zwei Decennien läng ein Still- 
vStand ein. Unsere Kenntniss wurde während dieser Zeit 
sehr wenig befördert. Auch wurde die Organisation sehr 
vernachlässigt. Die Beiträge während einer Folge von 
Jahren bestehen nur aus vereinzelte Beschreibungen neuer 
Formen. Im Jahre 1881 wurde von Ströbelt (J. B. Westf. 
Ver. IX. p. 82) eine neue Pedicinus-sirt von einem Macacus 
erythrceus beschrieben. Von Becher wurde 1886 eine neue 
EchinopJitirius-ÅYt E. grcenlandicus beschrieben. (Ins. Jan 
Mayen p. 60 pl. V) und zwei Jahre später von Trouessart 
noch eine E. microchir von Phocarctos Hookeri. (Le Nat. 
11. p. 80). Während der folgenden zw^ei Jahre w^urde nichts 
iiber die Anopluren veröffentlicht. Im Jahre 1891 erschien 



152 ARKIV rÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Meinert's Arbeit »Pediculus humanus L. et trophi ejus», 
worin der Verfasser eine neue Deutung der Mundteile aus- 
spricht. Vom selben Jahre stammt auch Osborns neue Gat- 
tung (Bull. Dep. Agric. Ent. 7. p. 28) Hcematojnnoides Siui der 
Art H. squamosus von Geomys subsarius gegriindet sowie 
auch die Beschreibungen vier neuer Hcematojnnus- Arten, H. 
sciurojpteri von Sciuropterus voUucella, H. antennatus von 
Sciurus cinereus v. ludovicianus. H. hesperomydis von Hespe- 
romys leucopus und H. suturalis von Spermophilus Franklini 
und Sp. 13-lineatus. So folgte wiederum ein längerer Stili- 
stand während vier Jahre. Im Jahre 1896 wurde von Meinert 
(Vidd. Meid. 1896. p. 177) eine neue Echinophtirius- Art, E. 
sericans von Phoca groenlandica und Halichoerus grypus be- 
schrieben, und von Osborn (Bull. Dep. Agric. Ent. N:o 5 
p. 302.) die neue Gattung Euhcematoptinoides mit der Art 
E. abnormis von Scalops argentatus sowie auch drei neue 
Hcematopmus-F ormen, H. pedalis von Ovis aries, H. montanus 
von Sciurus sp. und H. erraticus von einem Larus honaparti. ^ 
Die folgenden drei Jahre brachten uns nichts Neues iiber 
unsere Tiere. Im Jahre 1900 noch eine neue Form von Osborn 
beschrieben, und zwar der von Spermophilus columbianus 
kommende Hcematopinus columbianus. In Archi Parasit. 
V. p. 600 1902 hat Neumann einen Hcematopinus prcecisus^ 
von Mus. sp. (ex. Abyssinia) beschrieben. 

Die drei folgenden Jahre 1903, 1904 und 1905 wurden 
fiir unsere Kenntnis der Anopluren von grösster Bedeutung. 
Fast wie auf einen Schlag wurden diese Tierchen von mehreren 
Forschern mit Interesse umf asst und es folgte in schneller Folge 
eine Reihe von interessanten Aufsätzen. Den Anfang dazu 
machte Cholodkowsky, der in Zool. Auz. Bil. XXVII. p. 
120—124 unter dem Titel: »Zur Morphologie der Pedicu- 
liden» eine Deutung von den Mundteile machte sowie auch 
einige embryologische Tatsachen mitteilte. Dann folgten 
mehrere Aufsätze von Enderlein, die einen lebhaften Streit 
zwischen ihm und Cholodkowsky erAveckten und in erneuerte 
Aufsätze resultierten. Es handelte sich in diesen Streitigkeiten 
in ersten Linie um die eigenartig umgewandelten Mundteile der 
Anopluren .Von densystematischen Fortschritten, die uns in dieser 
Abteilung am meisten interessieren, ist folgendes zu erwähnen. 

^ Allem Anschein nach ein XTberwanderer. 

^ Wurde iirsprlinglich prsecitus benannt, was später berichtet wurde. 



E. MJÖBERG, STUDIEX UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 153 

Von Enderlein wurde (Zool. Anz. 1904. Bd. XXVIII. 
p. 43 — 47) eine eigenartige neue Gattung Lepido^pMirius auf 
einer auf Macrorhinus leoninus vorkommenden Art. L. 7nac- 
ropJiini aufgesteUt. Es war dies der erste bekannte Reprä- 
sentant der eigenartigen fiir das Leben im Wasser adaptierten 
beschuppten Anopluren, deren Zahl aber bald vermehrt werden 
sollte. Gleich danach folgten Enderleins Läusestudien^ 
tJber die Morphologie, Klassifikation und systematische 
Stellung der Anopluren nebst Bemerkungen zur Systematik 
der Insektenordnungen (Zool. Anz. Bd. XXVIII. p. 121 — 
147), worin der Verfasser in pag. 135 — 144 die systematiscbe 
Einteilung der Läuse behandelt. Mit vollem Reclit handelt 
hier Enderlein, wenn er einen eue Einteilung durclifiihrt. 
Er teilte die Anopluren in vier Familien ein: Pediculidce, Hoe- 
matopinidce, Echinophtiriide und Hce7natomyzidce. Zu der alten 
Gattung Hcematopinus war offenbar bisher eine grosse Menge 
von Arten gerechnet worden, die augensclieinlich eigene Gat- 
t ungen repräsentierten. Er zerlegte die Gattung Hce^natojnmis 
in vier Gattungen, Hcematopinus (s. str.) mit dem TypusH. 
suis L. Trichaulus n. g.^ mit dem Typus. Tr. piliferus 
BuRM., Polyplax n. g. mit dem Typus P. s^nnulosa Burm. 
und Hcemodipsiis n. g. mit dem Typus H. lyriocephalus Burm. 
Sie wurden alle nebst der auf einer Form von Bos taurus auf- 
gestellten Gattung Solenopotes mit der Art S. capillahis n. sp. 
zu der Familie, Hcematopinidce gefiihrt. Später (Zool. .Anz.) 
wurde noch eine dieser Familie angehörige Gattung von 
Enderlein aufgestellt, und zwar die Gattung Hoplopleura 
n. g. mit dem Typus H. acanthopus Burm. Im selben Jahre 
legte Enderlein auch zu der Familie der Echinophtiriiden 
eine neue Gattung hinzu, Antar ctophitirius n. g. mit dem 
Typus Ä. ogmorhini von einem Ogmorhinus leptomjx. 

Die erwähnten Arbeiten Enderlein iiber die Systematik 
der Anopluren sind sehr gut und kritisch durchgefiihrt, und 
es kommt unzweifelhaft Enderlein die Ehre zu, die Syste- 
matik dieser Tiergruppe in neue und bestehende Bahnen 
eingeleitet zu haben. Leider hatte Enderlein aber kein 
so grosses Untersucliungsmaterial, weshalb noch viel erlibrigt, 
um unsere Läusenkenntnis zu ausfiillen. 

Von den Ergebnissen der folgenden Jahre ist nur weniges 

^ Der Nameii wurde später von Enderlein (Zool. Anz. XXIX. p. 192) 
iu Linognathus geändert. 



154 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

hinzufiigen. Im Jahre 1906 wurde von Christophers N. 
Newstead. (Liverpool. Thomps. Yates Zool. dep. 7. pl. I) 
eine neue Polyplax- Avt, P. Stephensi vone inem Jerhellus indicus 
beschrieben. Und im nächsten Jahre folgte die Beschreibung 
einer HcBmatopinus-Art H. ovillus, von Ovis aries. {Evans 
Ann. Scot. Nat. Hist. 1907 p. 225) sowie auch die Einfiihrung 
einer neuen Gattung, Eremophtirius n. g. auf einer von Pachy- 
uromus duprasi stammenden Form E. iverneri (Glinkiewiez; 
Wiener Sitzb. Ak. Wiss. 116 Abt p. 381 Pl. I).i Der 
allerletzte Neukommling ist meines Wissens Hcematopinus 
phacochoeri Enderlein, eine grosse schön gezeichnete Form, 
die von Enderlein (Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition 
II. 2. 1908 p. 7) beschrieben worden ist. 

Von Anopluren diirften nicht mehr als 60 Species bekannt 
sein. Sie verteilen sich auf 16 Gattungen. Sie sind von etwa 
60 Säugetierarten beschrieben worden. Im Gegensatz zu den 
Mallophagen kommen sie in der Regel in nicht mehr als einer 
einzigen Art auf demselben Wirttiere vor. Ausnahmen von dieser 
Regel kommen zwar vor, sind aber selten. So hat ja z. B. 
der Mensch selbst sich nicht gegen die Ausbildung dreier 
exklusive Specialiste schiitzen können. Von der Tatsache aus- 
gehend dass auf fast allén näher untersuchten Säugetieren 
Anopluren in verschiedenen Species nachgewiesen worden sind, 
lässt sich schliessen, dass die Zahl der bisher ausgebildeten 
Formen eine höchst beträchtliche sein dlirfte. Und wie gering 
an Zahl sind nicht die Formen, die wir heute kennen! Von 
Säugetieren sind bisher etwa 5000 Arten beschrieben worden; 
nur von etwa 60 von diesen, also von nur 1,5 % aller Säuge- 
tiere, kennen mr Anopluren. Von auch einer, in iibrigen 
Hinsichten, so interessanten Gruppe, wie derjenigen der Mar- 
supialien, die etwa 100 Formen schon ausgebildet haben, kennen 
Avir noch keine einzige Anoplure. Die Ursache dazu liegt 
auf der Hand. Wie schon erwähnt, verlassen die Anopluren 
im Gegensatz zu den Mallophagen of t den Körper ihrer Wirttiere 
sogleich nach deren Erstarren und gehen zu Grunde. Und 
im lebendigen Zustand auf den Wirttieren, kriechen sie versteckt 
und nur sehr langsam umher und können also nur durch eine 
genaue Untersuchung entdeckt werden. 



^ Wie später erwähnt, handelt es sich allem Anschein nach nur um 
eine Hoplopleur a- Art. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 155 

Im Folgenden habe ich die Zahl der Gattungen um drei 
neue vermehrt, sowie auch fiinf neiie Formen beschrieben. 
Auch habe ich jene eigenartigen beschuppten Formen, die anf den 
Säugetier-Gattungen Phocarctos, Macrorhinus und Trichechus 
vorkommen, in eine eigene Familie abgeschlossen. 

Es kommen die Anopluren ausschhesshch nur auf Säugetieren 
vor. Innerhalb dieser finden sie sich auf fast allén Gruppen. 
Kur sehr wenige sind von den hisektivoren bekannt, noch keine 
einzige von den Chiropteren, Marsupialien und Monotremen, 
was aber nichts anderes zu bedeutend braucht, als dass diese 
nicht hinreichend auf Parasiten untersucht worden sind. Noch 
mehr als die Mallophagen, kommen sie in der Regel nur auf 
einen Wirttiere vor; bisweilen kommen zwei öder mehrere 
Arten auf demselben Tiere vor, und, wie es of t bei den Mallo- 
phagen der Fall war, haben sie sich auf bestimmte Körper- 
teile der Art spezialisiert, dass sie in ihrem Vorkommen ein- 
ander ausschliessen. Ich erinnere hier nur däran, dass die 
drei Species auf dem Menschen sich auf drei verschiedene Loka- 
litäten spezialisiert haben. 

Sehr lehrreich sind in dieser Hinsicht die Anopluren- 
formen des zahmen Schafes. Von diesem Tiere kennt man 
zwei Anopluren, Hcematopinus ovillus Evans, der auf dem 
Körper vorkommt, und Hcematopinus (Linognathus) pedalis 
OsBORN, der nach ausdriicklicher Angabe von Osborn nur 
auf den niederen Teilen des Beines des Wirttieres, wo die 
Wolle felilt öder nicht sehr dick is t, vorkommt. Man denkt 
hier unfreiwillig an eine »Waldform» und eine »Steppen- 
form». 

tJberhaupt scheint das Anpassungsvermögen dieser Tiere 
ein iiberaus grosses zu sein. Nicht einmal das Wasserleben 
ihrer Wirttiere hat ihrer Existenz Hindernisse in den Weg 
legen können. Sie modifizierten nur zum Luftf esthalten 
ihr Integument und teilweise auch das Trachéensystem. Und 
auf einem so alten und eigenartig ausgebildeten Tiere wie dem 
Elefanten hat sich bis in unsere Tage eine fast ebenso 
eigenartige Anoplure beibehalten können. 

Von ihrem Wirttiere entfernt, haben die Anopluren keine 
grosse Widerstandsfähigkeit. Wohl können sie frei ein bis 
zwei Tage leben, sterben aber bald danach ab. Man versteht 
also, wie verhängnisvoll esf iir sie ist, wenn sie von ihren Wirttieren 
entfernt werden. Auch finden wir, dass sie sich gegen diese 



156 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Eventualität zu sichern ge\ATisst haben. Die Beine sind näm- 
lich zwecks des Festhaltens in verschiedener Weise ausgebildet. 
Oft sind die Tibien an der inneren Ecke mit einem Chitindorne 
versehen, so dass bei eingesclilagener Klaue liier ein geschlossener 
Ring entsteht, der die Haare zwischen sich einschliesst. Dazu 
kommen die Onychien, jene diinnwandigen Tarsalanhänge, 
die unter der einen öder der anderen Form fast bei allén Ano- 
pluren vor kommen. Mit Hilfe dieser als Saugapparate wir- 
kenden Platte känn eine Laus sogar nur mit Hilfe der drei 
Beinen der einen Seite auf einem Haare entern, wie ich dies selbst 
auf lebenden Exemplaren von Linognathus piliferus Burm. 
liabe beobachten können. 

1. Fam. Haematopinidae Enderl. 
Hierzu gehören nach Enderlein die Gattungen Hoemato- 
qnnus Leach., Linognathus Enderl., Polyplax Enderl., 
Hoplopleura Enderl., Hcemodipsus Enderl., Solenopotes En- 
derl., Hcematopinoides Osborn und EulicEjnatopinus Osborn. 
Nach Enderleins Bearbeitung ist die neue Gattung Ereinoph- 
tirius Glienk. hinzugekommen, die auch zu dieser Familie 
gehören sollte. Doch scheint es mir, als wäre die spätere Mit- 
teilung Enderleins (Zool. Anz. Bd. XXVIII p. 220—223), 
wo er von der Gattung Polyplax Enderl. mit Recht einige 
Formen in die neue Gattung Hoplopleura Enderl. abtrennt, 
der Aufmerksamkeit des Autors der Gattung entgangen, denn 
die Gattung Eremoplitirius Glienk. lass t sich sicherlich mit der 
Gattung Hoplopleura End. vereinigen. Die Repräsentanten 
dieser Familie haben auf den Säugetieren eine weite Verbreitung 
und es gehören hierzu die meisten von den wenigen bisher be- 
kannten Anopluren. Eine Sonderstellung nimmt zweifelsohne 
die amerikanische Gattung Euhoematapinus Osb. ein, und es 
scheint mir ein wenig fraglich, ob sie iiberhaupt zu dieser Famihe 
zu f iihren ist. Vielleicht biidet sie am besten eine eigene Familie. 

1. Gattung Linognathus Enderl. 

Endeblein: Trichaulus. n. g. Z. Anz. Bd. XXVIII. p. 136, 141. 
Linognathus n. g. Z. Anz. Bd XXIV p. 192. 

Diese Gattung enthält etwa zehn Formen, die hauptsächlich 
auf Huftieren vor kommen. Doch haben sie auch auf den 
Raubtieren einige Repräsentanten. Es sind keine grossen For- 
men, bei denen immer die Hinterbeine kraftig entmckelt sind. 




E. MJÖBERG, STUDIEN tJBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 157 

Linognathus piliferus BuRM. 

BuRMEiSTER: Gen. Ins. sp. 13. — Denny: 
p. 28. Taf. XXV. Fig. 4. — Gurlt: IX. 9. Taf. 
I. Fig. 7. — GiEBEL: p. 40. — O. Fabricius: 
(Ped. canis familiaris) p. 215. — Enderlein: 
Z. A. XXVIII. p. 136, 142. 

Von dieser Art habe icli mehrere 
Exemplar e von Canis familiaris ge- 
sammelt. Das Männclien scheint viel 
seltener als das Weibchen zu sein. 

Linognathus angulatus Piag. 
Piaget: Supplém. p. 144. Pl. XV. Fig. 7. Yig. 77. Mittelbein von 

Es liegen mir einige Exemplare Linognathus piliferus 
von einer Ce^phalophiis sp. vor. (Coll. 
Mus. Zool. Hamb. ex Horto Zool. Hamb. i% 89). 

Linognathus gazella n. sp. 

Die neue Form kommt offenbar den vorher bekannten 
L. tihialis Piag. und L. angulatus Piag. ziemlich nahe, ist jedoch 
durch die stumpfe, nicht zugespitzte Form des Vorderkopfs 
leicht da von zu unterscheiden. Auch von L. hreviceps Piag. 
ist die neue Art sicher distinkt. 

Der Ko2yf ist ziemlich läng und schmal, der Vorderkopf 
ist kurz und breit, vorn fast gerade abgestumpft und hier vier 
längere Börstchen tragend ; die Stirnschienen sind auf f allend 
mächtig entwickelt, nach vorn ein wenig verbreitert und auf 
zwei Stellen von zwei schiefen Kanalen durchbohrt; eine Quer- 
schiene ist ausgebildet, obgleich nicht sehr stark; auf der Fläche 
des Kopfes stehen einige zerstreute Börstchen; der Hinterkopt 
ist an den Seiten deutlich winklig ausgebildet und liier stärker 
chitinisiert und deshalb gleichsam dunkler gerandet ; die Seiten 
konvergieren stark nach hinten und trägen einige Randbörstchen. 
Die Fhliler sind ziemlich läng und dick, beim J^ merkbar länger 
als beim ?, das Basalglied nur unbedeutend verdickt, das zweite 
ist das längste, apicalwärts ein wenig verbreitert; das dritte 
ist ein wenig kiirzer, das vierte und das fiinfte ist kiirzer und 
wie die ersteren mit starken Randschienen versehen, die beiden 
Sinnesgruben sind gross und deutlich. Thorax erscheint als 
ganz einheitlich, fast parallelseitig, nur zwei nach hinten und 
nach innen konvergierende Linien sind dunkler; die Stigmen 
sind gross und dem Seitenrande genähert. Die Beim sind stark 



158 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

heteronom, das vorderste Beinpar bei weitem nicht so kraftig 
entwickelt wie die beiden hinteren, die Klauen sind sehr schmal. 
Die Hinterleibsegmente sind ziemlich gleichförmig, etwa in 
der Mitte am breitesten, jedes Segment trägt etwa zwei unregel- 
mässige Reihen von nicht langen Börstchen, nur der dritte 
Tergite trägt, ganz wie bei L. breviceps Piag. (Les Pedicul. 
Supplem. Taf. XV, Fig. 5), aiif jeder Seite ein långes Börstchen; 
auch das sechste und das siebente Segment trägt an den Hin- 
terecken zwei längere Börstchen, von denen das eine dorsal, das 
andere ventral befestigt ist; der letzte Tergite ist beim c? tief aus- 




Fig. 78. Kopf von Linognathus gazella Mjöb. 

gerandet und mit einer Querreihe von kurzen Börstchen versehen, 
der letzte Sternite trägt am Hinterrande zwei Börstchen; das $ 
ist bedeutend grösser, länglicher; die G onopoden sind ziemlich 
klein, läng beborstet; die Seitenteile des letzten Segments 
sind sehr gut ausgebildet und machen sich als zwei ventrolate- 
rale, breite nach hinten zugespitzte imd hier reichlich und läng 
beborstete Plätten bemerkbar, die grosseÄhnlichkeit mit den auf 
derselben Stelle vorkommenden Plätten der Gattung Eutriclio- 
philusMj ÖB. darbieten; der Hinterrand ist schwach zweigespalten. 

Kör perproportionen. 



Länge: 


c? 


? 


Kopf 


0,325 


0,400 


Thorax 


0,250 


0,250 


Abdomen 


1,0125 


1,975 


3 Femur 


0,1125 


0,125 


3 Tibia 


0,125 


0,150 



E. MJÖBERG, STUDIEN tJBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 159 



Breite: 






Kopf 


0,1875 


0,2125 


M. Thorax 


0,300 


0,375 


Abd. 3 Segm. 


0,500 


0,800 


Abd. 7 Segm. 


0,350 


0,500 



Es liegen mir mehrere Exemplare »von einer Gazelle» 
(Coll. Mus. zool. Hamburg, ex. Horto Zool. Hamburg. 10 XI. 
1890) vor. 

Linognathus breviceps Piag (?). 
Piaget: Supplém. p. 142. Pl. XV. Fig. 5. 

Es liegen mir einige nicht völlig ausgewachsene Individuen 
einer Linognathus- Art vor, die in vielen Hinsichten, spec. in der 
Kopfform sich dieser Art anschliesst; die Art ist nach Piaget 
von einer Ce'p}ialo'plius Maxivelli gesammelt worden. Nach der 
Etikette stammen die Exemplare von »einem Cearri^s-Hirsch 
aus Guatemala» (Coll. Mus. Zool. Hamb.). 

Linognathus stenopsis Burm. 

BuRMEiSTER: Gen. Ins. Fig. 3. — Giebel: p. 44. Taf. II. Fig. 4. — 
Guelt: IX. p. 13. Taf. I Fig. 13. — Piaget: p. 648. — Enderlein: 
1. c. p. 142. 

Es liegt mir nur ein einziges Weibchen von einer Cajjra 
hircus vor (»Skansen» "^^j^^ 09). 

2. Gattung Polyplax Enderl. 

Enderlein: Zool. Anz. Bd. XXVIII. p. 136, 142. 

Es gehören zu dieser Gattung einige meistens ganz kleine 
Formen, die hauptsächlich auf kleine Nager begrenzt sind. 
Nach Enderlein gehören hierher auch mehrere von den ame- 
rikanischen bisher beschriebenen Formen. ^ 

Polyplax spserocephala Burm. 

Burmeister: Gen. Ins. 1838. — Giebel: p. 35. Taf. 5. Fig. 4. — 
Piaget: p. 640. — Enderlein: Z. A. XXVIII. p. 143. 

Von dieser Art habe ich einige Exemplare von einem 

^ Leider habe ich kein eigenes Untersuchungsniaterial davon gehabt, 
doch scheint es mir zweifelsohne klar zu sein, dass wenigstens einige von 
diesen mit vollem Recht als Typen neuer Gattungen anzusehen sind. Be- 
sonders scheint mir die von Osborn entdeckte Form, Hcematopinus sciuropteri 
OsB. liberaus interresant. Da ich im Folgenden die Form von vergleichen- 
der morphologischer Hinsicht aus behandelt habe, scheint es mir am besten, 
schon hier fiir diese selir interresante Form eine neue Gattung zu kreieren. 



160 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 



Sciurus vulgaris gesammelt. Die Anhörigkeit der Art zu 
dieser Gattung scheint mir ein wenig fraglich. 

Polyplax Iseviuscula Grube. 

Grube: Middendorfs Reise. p. 499. Taf. XXXII. Fig. 3. — Piaget: 
p. 641. — Enderlein: Z. A. XXVIII. p. 143. 

Einige Exemplare von Spermophilus Ewersmanni (Pitlekaj 
1879. Stuxberg). 



Polyplax spinulosa Burm. 

Btjrmeister: Gen. ins. sp. 8.; Pediculus denticulatus X., Zeitschr. f. 
:ges. Xaturwiss. 1864. XXIII. 24. Denny: Monogr. Anopl. 26. Tab. 24. 
JFig. 5. — Piaget: p. 636. Pl. LII. Fig. 2. — Enderlein: Z. A. XXVIII. 
p. 136, 142. 

Von dieser Art habe ich einige Exemplare von Mus decu- 
manus gesammelt. 

3.. Gattung Neolisematopiiius n. g. 

Typus: Hcematopinus sciuropteri Osborn. — Bull. a. U. S. Department 
of agriculture 1896. p. 182. 

Der Kopf ist nach hinten breiter mit 
abgerundeten Hinterecken; die Fiihler beim J" 
sehr eigenartig ausgebildet und auffällige 
Ähnlichkeiten mit dem cT einiger Mallopha- 
gen darbietend; das Basalglied sehr stark 
verbreitert, das dritte Glied in der oberen 
Ecke nach vorn in eine starke Spitze aus- 
laufend, die zwei folgenden Glieder setzten 
sich da von deutlich ab, das vierte Glied länger 
als das fiinfte. Thorax ist sehr kraftig ent- 
wickelt, nach vorn und nach hinten an 
Breite abnehmend. Die Beine sind nicht 
stark heteronom ausgebildet, die Tibien der 
zwei hinteren Beinpaare in der inneren Ecke 
in eine Spitze auslaufend, die Hinterbeine 
sehr läng. Der Hinterleib ist an der Basis 
am breitesten, von da an an Breite abnehmend. 




Tig. 79. Neohcema- 

topinus sciuropteri 

OSB. (f (nach 

Osborn). 



4. Gattung Acanthopinus n. g. 

Der Körper ist von mässiger Grösse. Der Kopf setzt sich 
keilförmig im Prothorax fort; dieser ist deutlich ausgebildet 
und von dem hinteren Absclmitt, Metathorax, ziemlich gut 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 161 

abgesetzt; diclit vor den Hinterecken ist das erste Stigma- 
paar gelegen. Die Fiihler sind 5-gliedrig, deutlich heteronom 
ausgebildet; das Basalglied sowohl beim c? wie beim $ auffallend 
dick, nach hinten in ein kraftiges Chitindörnchen auslaufend; 
das vierte Glied ist apicalwärts verbreitert, an der Hinterecke 
etwas ausgezogen und hier eine deutliche Sinnesgrube tragend; 
das letzte Glied ist klein und trägt auch am Hinterrande eine 
Sinnesgrube; wegen des erweiterten vierten Gliedes sind die 
Fiihler an der Spitze schwach keulenf örmig entwickelt, der ein- 
zige unter den Anopluren mir bekannte Fall. Beim J^ treten auf 
dem dritten Gliede etwa auf der Mitte der Oberseite zwei kleine 
aufwärts gerichtete Chitindörnchen, die sehr an das auf dem- 
selben Gliede bei auf der Gattung Pedicinus Gerv. und der 
Mallophagengattung Eutrichophilus Mjöb. vorkommendes 
Gebilde erinnern. Beim 5 ist das dritte Glied von gewöhnlicher 
Ausbildung. Die Beine sind stark heteronom, die Tibien 
gegen die Spitze stark verbreitert; das Tarsalglied kraftig 
entwickelt; ein deutliches Onychium ist vorhanden; die 
Klauen der beiden hinteren Beinpaare sind kurz und dick. 
Die Hinterleihsegmente trägen spitz auslaufende Pleuralskleriten 
und eine bis zwei Reihen von Börstchen; der letzte Sternite 
beim o ragt iiber denHinterrand der entsprechenden Tergite 
hervor, ist ein Avenig ausgehöhlt und nach aufwärts gebogen, 
wodurch dies Segment in höhem Grade an das letzte Seg- 
ment innerhalb der Mallophagengattung Eutrichophilus Mjöb. 
erinnert. Die Eier sind läng und schmal, der Micropylap- 
parat besteht aus mehreren in einem Ringe an dem Deckel 
stehenden Erhebungen (siehe nächste Abteilung). 

Acanthopinus sciurinus n. sp. 

Die neue Art zeigt unverkennbare Ähnlichkeiten mit der 
auch dieser Gattung angehörigen nordamerikanischen Art 
Hceinatopinus anten7iatus Osb., ist jedocli durch die Kopf form, 
die Fiihlerbildung, das Vorkommen von braunen Querbinden 
auf dem Hinterleibe u. s. w. sehr gut da von verschieden. 

Der Körper ist länglich, bei c? beim weitem kleiner als beim 
$. Der Kopf ist von charakteristischer Gestalt, vorn schmäler 
gerundet, nach hinten fast parallelseitig, viel breiter, der Vor- 
derkopf trägt eine sehr dicke, stark chitinisierte Querschiene, 
die mehrere Börstchen trägt,; der Hinterhauptsrand ist sehr 
dick, stark chitinisiert, hinter den Fiihlern plötzlich nach innen 

Arkiv för zoologi. Band 6. N:o 13. 11 



162 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

gebogen, so dass der parallele Hinterkopf deutlich abgesetzt 
wird; an diesen »Schläf enschienen » (TASCHENBERG)stehen vorn 
vier sehr kurze, stachelartige Börstchen und dahinter kurz 
vor der halsf örmigen Einschniirung ein sehr långes, dickes und 
unmittelbar da von nach innen ein viel kiirzeres auch sehr dickes 
Börstchen, das beinahe eher den Namen Chitindörnchen verdie- 




Fig. 80- Kopf von Acanthopinus sciurinus Mjöb. $. 

nen möchte. Die Fiihler bieten viele interessante Eigentiimlich- 
keiten [dar; das Chitindörnchen auf dem Basalghede ist gut 
ausgebildet und ein wenig aufwärts gebogen, das zweite GKed 
ist langgestreckt, fast gleichbreit und trägt, wie auch die folgen- 




Fig. 81. Fiihlerspitze von Acanthopinus sciurinus Mjöb. cT. 

den, eine dicke, kurze Chitinschiene ; das dritte Glied ist beim 5 
fast rektangulär und von gewöhnlichem Aussehen, beim cJ" dage- 
gen nur in den basalen Teilen stärker chitinisiert ; die beiden 
Chitindörnchen sind sehr kurz; die zwei folgenden Glieder sin d 
von den vorhergehenden schärfer abgesetzt. Das letzte Glied ist 
deutlich schmäler als das vorletzte, und seine Sinnesgrube ist 
zwischen den beiden Teilstiicken der Randschiene gelegen, in 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 163 

ganz ähnlicher Weise wie bei einer vorlier erwähnten Mallo- 
phage, Pectinopygus pullatus N. Thorax ist breiter als der 
Kopf , an den Seiten und an den Ecken gerundet, seine Zusam- 
mensetzung aus mehreren Segmenten tritt deutlich zum Vor- 
schein, denn die vordere Partie, die wohl als Prothorax aufzuf as- 
sen ist, scheint gut abgesetzt zu sein, ist vorn ein wenig schmäler 
als nach hinten, an den Seiten unregelmässiggerundet; vorn fin- 
det sich am Seitenrande ein kraftiges Chitindörnchen und nach 
hinten ein kiirzeres, äusseres, sehr dickes und ein viel längeres 
auch sehr kraftiges Chitinbörstchen; ein wenig vor den gerun- 
deten Hinterecken liegt das erste Stigmapaar, das also dem 
Seitenrand sehr genähert liegt, ganz me es vorher bei der Mallo- 
phagen gattung Eutrichophilus Mjöb. gezeigt worden ist. Die 





Fig. 82 Rechtes Hinterbein Fig. 83. Hinterleibspitze mit den 
von Acanthopinus sciurinus Gonopoden (g) von Acanthopinus 

Mjöb. sciurinus Mjöb. 



Stigmen treten jedoch keineswegs höckerf örmig hervor, sondern 
liegt deren Miindung in ebener Linie mit dem Seitenrand. Da- 
hinter liegt ein bedeutend klirzerer, ein wenig breiterer Abschnitt, 
der wohl als Metathorax (eigentl. Mesot. Metathorax) aufzu- 
f assen sein diirfte; er ist in der Mitte kiirzer und trägt starke 
Randschienen. Das erste Beinpaar ist bei weitem kleiner und 
schmäler, die Klauen schwach ausgebildet; die stark verbrei- 
terten Tibien der beKen letzteren Beinpaare trägen an der inne- 
ren Ecke je ein kraftiges Chitindörnchen; eine Prsetarsalsclerite 
ist, obgleich undeutlich, vorhanden. Das Onychium ist sehr 
gut ausgebildet. Die Hinterleihsegmente trägen zwischen 
den Borstenreihen schmale braune Querbinden; anjeder Hinter- 
ecke steht sowohl ventralwärts wie dorsalwärts bei der hier 
spitz auslaufenden Pleuralsclerite ein sehr dickes, ziemlich långes 
Borst chen; die letzte Tergite ist am Hinterrande ein wenig 
gebogen und trägt hier mehrere nicht länge Börstchen; die 



164 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NiO 13. 

letzte Sternite ist sehr schmal und spitz ausgezogen und trägt 
hier mehrere sehr, kurze zapfenförniige Börstchen. Beim $ 
findet sich auf der letzten Sternite nahe dem Hinterrande ein 
sehr kraftiges, mittels einer dreieckigen Platte befestigtes Dörn- 
chen. Die Gonopoden sind klein (Fig. 83). 

Kör perproportionen. 



Länge: 


o 


? 


Kopf 


0,35 


0,350 


Thorax 


0,300 


0,300 


Abdomen 


1,225 


1,3875 


3 Femur 


0,100 


0,1125 


3 Tibia 


0,100 


0,1125 


Breite: 






Kopf 


0,250 


0,2625 


M. Thorax 


0,375 


0,4250 


Abd. 3 Segm. 


0,575 


0,750 


Abd. 7 Segm. 


0,475 


0,625 



Von der iiberaus interessanten Form liegen mir eine ganze 
Menge von Exemplaren in beiden Geschlechtern von einem 
Sciurus vulpinus vor (Coll. Mus. Zool. Hamburg, ex. Horto 
Zool. Hamburg). 



3. Gattuiig Hoplopleura Enderl. 

Endeeleix: Zool. Anz. XXVIII. p. 221. 

Mit vollem Recht hat Enderlein Hcematopinus acanthopus 
BuRM. generisch von den Polyplaxsirten getrennt. Meines 
Erachtens ist auch Eremophtirius Werneri Glinkw. zu dieser 
Gattung zu fiihren. 

Hoplopleura acantophus BuRM. 

Brunmeister: Gen. insect. sp. V. Fig. 2. (Pediculus). — Denny: 
Monogr. Anopl. p. 25- Taf. XXIY. Fig. 3. — Giebel: Ins. Epiz. p. 36. 
Taf. II. Fig. 3. — Piaget: p. 638. Pl. LII. Fig. 4. — Enderlein: Z. A. 
XXVIII. p. 142. p. 221. 

Von dieser Art liegen mir Exemplare teils von einem 
Mus musculus und einer Arvicola agrestis, teils auch von einem 
Lemmus torquatus vor (Pitlekaj, Stuxberg). 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 165 

4. Gattung^ Hfemodipsus Enderl. 

Zool. Anz. Bd. XXVIII. p. 136, 143. 

Die wenigen Repräsentanten dieser Gått ung werden nach 
Enderlein durch kurzen, hinten blåsig erweiterten Kopf, 
weit vorn stehende Fiihler und den Hinterleib charak- 
terisiert. Dieser gänzlich ohne Sklerite und Plätten und sein 
Aussenrand nicht crenuliert, sondern ganz glatt. Die Stigmen 
sind auffällig klein. Nur zwei Formen gehören hierher, die 
jedenfalls einander nicht sehr ähnlich sind. Der Typus der 
Gattung ist H. lyriocephalus Burm. von Lepus timidus. 

Hsemodipsus lyriocephalus BuRM. 

BuRMEiSTER: Gen. Ins. sp. 11. Denny: Monogr. Anopl. p. 27. Taf. 
XXIV. Fig. 4. — Giebel: p. 39. Taf. IL Fig. 2. — Piaget: p. 641. 
Pl. LII. Fig. 5. — Enderlein: p. 136, 143. 

Es liegt mir von der Art ein einziges weibliches Exemplar 
vor. Dies wurde von Stuxberg auf einem Lepus timidus 
während der Vega-Expedition (bei Pitlekaj ^j^ 1879) ein- 
gesammelt. 

Hsemodipsus ventricosus Den. 

Denny: Monogr. Anopl. p. 30- Pl. XXV. Fig. 6. — Giebel: p. 47. — 
Piaget: Les Pediculines. Suppl. p. 146. Taf. XVI. Fig. 9. 

Von dieser Art, deren Angehörigkeit zu dieser Gattung 
mir ein wenig fraglich scheint, habe ich einige Exemplare auf 
einem Lepus cunicidus gesammelt. 

5. Grattuiig Hsematopinus Leach. 

Nach Enderleins Zerlegung der alten KoUektivgattung 
Hmmatopinus in mehrere selbständige Gattungen bleiben 
nur etwa zehn Formen librig, die zu dieser Gattung (s. str.) ge- 
hören. Sie sind gewöhnlich riesige Formen, die besonders auf 
den Huftieren Verbreitung gewonnen haben. 

Hsematopinus suis L. 

Linné: (Ped. suis) IL 1017 — Panzer 11. pl. 16. — Wood II. p. 123. 
PL 76. — Leach: Zool. Misc III. p. 65. Pl. 146. — Nitsch: Germ. Mag. 
III. (Ped. urius.) p. 305. — Denny: p. 34. Taf. XXIV. Fig. 2. — Giebel: 
p. 45. Taf. II. Fig. 6. — Simonds: p. 60. — Gublt: IX. p. 12. Taf. I. 
Fig. 11. — Piaget: p. 654. Pl. LIII. Fig. 4. 

Von der sehr grossen Form habe ich mehrere Exemplare 

von Sus scrofa domestica gesammelt. 



166 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 



Hsematopinus punctatus RuDOW. 
RuDOw: Zeitschr. f. d. ges. Naturw. XXXIV. p. 167. Piaget: p. 652. 

Es liegen mir einige Exemplare von einer Hcematopinus- 
Art vor, die ich mit dieser identifiziere. Rudow sagt betreffs 
der Form f olgendes : »Die Ähnlichkeit mit Hoematopinus tuber- 
culatus GiEB. von Bos huhalus lässt sich nicht verkennen, aber 
die entschieden nur in der Siebenzahl vorhandenen Hinter- 
leibsegmente lassen sie als Pediculus gehören»! Of f enbär 
hat er dabei in seiner bekannten Oberflächlichkeit das erste 
kleinere Hinterleibsegment iibersehen. 

Die Art ist wahrscheinlich als distinkt zu bezeichnen, steht 
jedoch dem Hcematopinus phtiriopsis Gerv. sehr nahe; doch ist 
immer J von H. punctatus Rud. grösser als ef von H. phtiriopsis 
Gerv. und immer ein wenig heller; aiich finden sich bei H. 
phtiriopsis Gerv. dunkelbraune Längsbänder auf dem Thorax 
und auf dem Kopfe, während solche bei H. punctatus Rud. 
fehlen. 

Einige Exemplare liegen mir von Bos grunniens vor (Coll. 
Mus. Zool. Hamburg). 

Hsematopinus phtiriopsis Gerv. 

Gervais: Aptéres III. p. 306. — Piaget: p. 652. 




Fig. 84. Hinterleibspitze von Hcematopinus phtiriopsis Gerv. von iinten, 
die Genitalflecke und die Muskelinsertion zeigend (m). 



Mit dieser Art identifiziere ich einige mir vorliegende Exem- 
plare einer Hcematopinus- Åit von Buhalus caffer. Sowohl 
diese wie auch die vorige Art wurde von Piaget mit H. tuber- 
culatus GiEB. von Bos btcbalus, vereinigt, doch geht sowohl 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 167 

aus der Form der Genitalflecke, Avie auch aus der Form der 
Flecke des letzten Tergites u. s. w. hervor, dass diese beiden 
Arten von H. tuberculatus Gieb. gut verschieden sind. Auf 
dem Kopfe aller drei Formen kommen ungefärbte, rundliche 
Flecke vor, die in Zahl und Anordnung konstant zu sein scheinen 
und bei den verschiedenen Formen in folgender Weise ange- 
bracht sind. 



Hsematopinus punctatus RuD.j 
Hsematopinus phtiriopsis Gerv. 1 



Haematopinus tuberculatus G 



i • 



Hsematopinus asini L. 

Redi: P]. 23. Fig. I — Albin: Äran. Pl. 51. — Linné: II. p. 1018. 
12. — Denny: p. 32. Taf. XXV. Fig. 1. — Bukmeistee: Gen. ins. sp. 18. — 
GiEBEL: p. 44. Taf. II. Fig. 5. — Simonds: Journ. of agr. Se. series 2 Vol. I. 
p. 60. — Guelt: IX. 11. Taf. I. Fig. 10. — Piaget: p. 652. Pl. LIII. Fig. 
3. — Enderlein: Zool. Anz. XXVII. p. 141. 

Von dieser Art liegen mir einige Exemplare von Equus 
Biirchelli vor (Coll. Zool. Mus. Hamb.). 



Fam. Pediculidae Leach. 

Zu dieser Familie werden von Enderlein diejenigen For- 
men gef iihrt, die durcli sehr deutliche, stark pigmentierte Augen 
kurzes und breites Pharynx, sehr kraftige und breiten 
Fulturen, kurzen Stechapparat und drei öder fiinfgliedrige 
Fiihler ausgezeichnet sind. 

Die Familie scheint eine ziemlich natiirliche zu sein und 
ist von den iibrigen gut begrenzt. Nur sehr wenige Formen 
sind bisher bekannt. Sie sind alle ausschliesslich auf die 
Primaten beschränkt. Im Folgenden habe ich die Familie 
um eine neue Pediculus-Avt und zwei neue Pedicinus- Arten 
vermehrt. 

1. Gattuiig Pediculus L. 

Linné: Syst. Nat. I. 1016. 

Die Gattung enthält mit der hier neubeschriebenen 
Art, P. afjinis n. sp., vier morphologisch sehr nahe anein- 
ander stehende Formen; die Gattung ist von den iibrigen 



168 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 0. N:0 13. 

sowohl durch die Kopfform, die kräftigen Beine die klam- 
merartig nach innen gebogenen dunkel gefärbten Gonopoden 
und das stetige Vorkommen eines dunklen Genitalfleckes scharf 
verschieden. Mit vollem Uniecht sagt also Piaget (p. 619): 
»Cest sans doute le désir de séparer Fhomme de tous les 
étres crées, qui a décidé les auteurs ä faire des parasites 
rhomme un genre å part et distinguer le g., Pediculus, du g. 
Haematopinus; car en réalité la distinction å établir entr'eux 
est, a mon sens, purement spécifique». 

Pediculus capitis N. 

Nitzsch: Germ. Mag. III. 305.^ Linné: Pediculus humanus, var. 1. 
Syst. Nat. II. p. 1016. 

Einige Exemplare liegen mir von folgenden Folkrassen 
vor: Europäern (Hamburg, Schweden) Tschkr. (Vega. Exp. 
Stuxperg), Negern (Sansibar; Panamaribo, Niederl. Gya- 
yana). — 

Es wäre von Interesse, die Pediculusarten der ver- 
schiedenen Völker zu untersuchen. Nach Murray sollten 
sich verschiedene Varietäten auf verschiedenen Volkrassen 
finden, was aber später bezweifelt worden ist. Da ich 
selbst nicht hinreichendes Material zur Verfiigung habe, känn 
ich mich nicht definitiv dariiber äussern, erwähne hier nur, 
dass diejenigen Exemplare von Pediculus capitis N., die von 
den Panamaribo-Negern stammen, merkbar dunkler sind als 
die europäischen. Interessant ist auch zu sehen, dass diese 
Exemplare von den Panamaribo-^ egern sehr grosse Ähnlich- 
keit mit der hier von einem amerikanischen Af fen beschriebenen 
Art P. afjinis n. sp. zeigen. So haben sie z. B. die sehr 
charakteristischen dunkleren Zeichnungen auf den Hinter- 
leibstergiten gemeinsam. Ich beabsichtige iibrigens in einer 
speziellen Abhandlung, nachdem ich noch grösseres Material 
bekommen habe, die Verwandtschaftsbeziehungen der Pedi- 
culiden näher zu behandeln. 

Pediculus vestimenti N. 
Nitsch: Germ. Mag. III. 305. 

Einige Exemplare von Europäern (Hamburg) und von 
Tschkr. (Vega. Exped.). 

^ Ich beachte es hier fiir unnötig, hier alle die Verfasser zu er- 
wähnen, die diese Form sowie auch P. vestimenti N. liehandelt haben- Ich 
verweise betreffs der Synonymie an Piaget: p. 620, 623. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 169 

Diese Form kommt der vorhergehenden äusserst nahe 
imd man hat dariiber gestritten, ob sie iiberhaupt als distinkte 
Species aufzuf assen ist? Aus Cholodkowskys Entdeckung, 
dass die Eier der beiden Formen konstant ganz verschieden- 
artig sind, geht aber mit voller Evidenz hervor, dass dies der 
Fall ist. Allem Anschein nach ist P. vestimeiiti N. eine später 
entstandene Form, die das Leben im Haare iibergeben und 
sich einem neuen Gebiete angepasst hat. Uber diese Frage^ 
sowie auch die Form der Eier siehe nächste Abteilung. 



Pedicuius affinis n. sp. 

Von einer Ateles ape (?) aus einer ambulatorischen Tier- 
sammlung habe ich mehrere Exemplare einer wahren Pedi- 
cuius- Art eingesammelt, die allem Anschein nach eine neue 
Form darstellt. Von Piaget wurde 1880 (Les Pediculines 
p. 626) von einem Ateles pentadactylus eine Pedicuius- Art 
ausfiihrlich beschrieben, doch verfiigte er nur iiber das weib- 
liche Geschlecht und konnte also das Männchen nicht beschrei- 
ben. Später ist die Art, P. consobrinus Piag., in der Litteratur 
nicht erwähnt worden. Von dieser ist die hierunten beschrie- 
bene Form zweif ellos gut verschieden. 

c? Der Körjjer ist in fast allén Teilen kleiner als beim $ . Der 
Kopf ist kleiner und nach hinten stark halsf örmig eingeschniirt : 
der Vorderkopf ist scliarf abgesetzt, vorn und an den Seiten 
gerundet; die Stirnschienen sind mächtig entwickelt, dick, in 
der Mitte, von zwei Kanalen durchbohrt und hier zwei ent- 
sprechende Börstchen tragend, nach hinten kurz vor den 
Fiihlern eingeengt, die grossen Augen sind hervorstehender 
als beim 5 und sehr deutlich schwarz pigmentiert ; unmittelbar 
hinter den Augen finden sich zwei Börstchen. Die Fiihler 
sind kurz und ziemlich dick, das letzte Glied ist an der Spitze 
quer abgestumpft, indem das Sinnesfeld wie eingesunken 
erscheint; auf dem letzten Gliede findet sich auch eine grosse 
aber undeutliche Sinnesgrube. Thorax ist am Vorderrande 
ein wenig ausgeschweift, an den Seiten auf zwei Stellen leicht 
eingezogen; von hier aus gehen jederseits zwei dunkle Linien 
nach innen. Die Beine sind läng und sehr kraftig entwickelt, 
besonders das vorderste Paar, die Schenkel sind dick und 
kraftig, so auch die Tibien, die an der inneren Ecke ein spitzes. 
Chitindörnchen trägen; der Tarsus ist undeutlich zwei- 



170 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 13. 

gliedrig, auf der Mitte der Unterseite findet sich ein deutliches 
Onychium, das ein dornförmiges, ungefärbtes Chitingebilde 
trägt; die Klauen sind sehr läng imd spitz, anf der Unterseite 
mit einigen Unebenheiten verselien. Von den Hinterleih- 
segmenten sind nur sieben siclier wahrnehmbar, sie sind alle 
an den Rändern breit dunkel gerandet, die seclis ersten sind 
ausserdem mit dunkleren Zeiclinungen von charakteristischer 
und konstanter Form verselien. Sie kommen in der Figur 
8 Taf . 5 deutlich zum Vorschein. 

2 Der Körper ist wie gewöhnlich bedeutend grösser und 
breiter, noch tiefer an den Seiten lappenförmig eingeschniirt. 
Der Kopf ist von derselben Form, die Fiihler sind kurz und 
dick, das zweite Glied ist läng, fast so läng me die beiden 
folgenden zusammengenommen (beim c? ist dasselbe Glied nur 




Fig. 85, Hinterleibspitze von Pediculus affinis Mjöb. mit dem Genital- 
flecke und den Gonopoden 

unbedeutend länger als das dritte). Die Bei7ie, besonders 
die vorderen, sind nicht so kraftig wie beim J", die Chitinschiene 
nicht in so viele Teilstiickchen wie bei Pediculus consohrinus 
PiAG. aufgeteilt. Die Randschiene der Hinterleihsegmente 
sind nur in der hinteren Hälfte, bisweilen in den zwei hinteren 
Dritteln dunkler gefärbt, das Stigmapaar des ersten sichtbaren 
Segments ist dunkel ringförmig eingerandet; die Segmente 
setzen sicli voneinander nach hinten scharf lappenförmig ab; 
das letzte Segment ist tief zweigespalten, die Genitalflecke 
sind von sehr charakteristischer und konstanter Form (Fig. 85), 
fast schwarz; stark dunkel gefärbt sind auch die kraftig ent- 
wickelten Gonopoden, die mit den Spitzen einander kreuzen; 
der Genitalfleck liegt von den Gonopoden weit nach vorn 
entfernt. 

Leider kennen wir nicht ^ von Pediculus consohrinus 
PiAG., dasjenige Geschlecht, das die Artencharaktere am besten 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 171 

zum Vorscliein kommen lässt. Eine Vergleichung zwischen 
den Weibchen der beiden Arten ergibt aber sogleich, dass 
sie beide als distinkte Formen aufzuf assen sind. Die neue 
Art ( ^ ) entf ernt sich entschieden von Piagets durch f olgende 
Charaktere : 

1 das etwas längere zweite Fiililerglied, 

2. die sehr stark hervorragenden Augen, hinter denen 
zwei Börstchen dicht aneinander stehen, 

3. die nicht so stark in Teilstiickchen aufgeteilten Cliitin- 
schienen der Beine, 

4. die stärker lappenförmig abgesetzten Hinterleib- 
segmente, deren Randschiene nur teilweise dunkler ge- 
färbt sind, 

5. die Form der Genitalflecke und der Gonopoden. 

Korp erpr oportionen. 
Länge: 
Kopf 
Thorax 
Abdomen 
3 Femur 
3 Tibia 

Breite: 

Kopf 

Thorax 

Abd. 3 Segm. 

Abd. 7 Segm. 

Von der charakteristischen Art habe ieh mehrere Exem- 
plare von einem Ateles ape{'\) in einer ambiilatorischen 
Tiersammlung gesammelt. 

2. Gattuiig Phtirius Leach. 

Leach: ZooL Miseell. III. 

Phtirius inguinalis Leach. 

Pediculus pubis L^ 

Melirere Exemplare von Homo sapiens (Coll. Mus. Holm.), 
1 Ex. von Cuba (Coll. Mus. Zool. Hamburg). 

^ tJher die weiteren Verfasser siehe: Piaget: p. 628. 



^ 


? 


0,400 


0,450 


0,4625 


0,500 


1,3125 


1,750 


0,225 


0,225 


0,250 


0,250 


0,3625 


0,375 


0,575 


0,675 


0,700 


1,075 


0,575 


0,675 



172 



ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 



3. Gattung Pedicinus Gervais. 

Gervais: Aptéres ITI. 

Die Gattung ist vor allem durch die dreigliedrigen Fiihler 
charakterisiert, doch bemerkt man bisAveilen sehr deutlich, 
dass das dritte Glied unvollständig in drei Teilstiickchen zer- 
legt ist. Bisher waren nur fiinf Spezies bekannt; im Fol- 
genden habe ich zwei neue Forme beschrieben. 

Pedicinus breviceps Piag. 
Piaget: p. 632. Pl. LI. Fig. 7. 

Es liegen mir mehrere Exemplare von einem Macacus 
silenus (Coll. Mus. Zool. Hamb. ex horto Hamb.) sowie auch. 
einige Exemplare von Cercopithecus sp. (Coll. Mus. Zool. Hamb. 
ex horto Zool. Hamburg) vor. Die Art war vorher von einem 
Cercopithecus mo7ia bekannt. 

Pedicinus haraadryas n. sp. 

Eine gute, charakteristische Form, die in Körperform 
am meisten an Ped. eurygaster Gerv. erinnert, von dieser aber 




Fig. 86. a. Kopf von Pedicinus haniadryas Mjöb. b. das dritte 
Fiihlerglied vergrössert. 

sogleich durch die Kopf form verschieden ist. Von Ped. longi- 
ceps Piag. und Ped. graciliceps Piag., denen sie sicii besser in 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 173 



Kopfform anschliesst, ist sie durch die Kopf- und Fiihlerform, 
die längeren nicht so dicken Sclienkel ii. s. w. offenbar distinkt; 
auch von Ped. breviceps Piag. ist die neue Form gut ver- 
schieden. 

Der Kopf ist sehr läng und schmal, der kleine rundliche, 
vorn zugespitzte Vorderkopf ist von dem fast parallelseitigen 
Hinterkopf sehr gut abgesetzt; die Stirnschienen sind gut ent- 
wickelt, dick, fast ungefärbt; queriiber werdensie, wiebei vielen 
Anopluren und einigen Mallophagen, durch eine breite Chitin- 
schiene verbunden. Vorn am 
Kopfe stehen ringsumden Saug- 
riissel mehrere ziemlich länge 
Börstchen; auch die Stirnschie- 
nen trägen einige solche, deren 
Kanäle die dicke Schiene durch- 
bohren; am Hinterkopf findet 
sich vor den deutlich höcker- 
förmig hervortretenden Augen 
jederseits eine deutliche stärker 
chitiniserte, etwas gebogene 
Partie; auch Aveiter nach hinten 
finden sich einige stärker 
chitinisierte Flecke, nach hinten 
verjiingt sich der Kopf ein we- 
nig; die Hinterecken sind abger- 
undet. Die Fiihler sind kurz und 
ziemlich dick, dreigliedrig, wobei 
jedoch zu bemerken bleibt, 
dass das dritte Glied selst indrei 
Teilstiicken, ein basales längeres und zwei apicale kiirzere 
zerlegt worden ist; besonders beim (^ sind diese Teilstiicke 
gut voneinander abgesetzt ; beim cT ist das Basalglied auff allend 
dick und kurz, viel dicker als beim ? ; auch treten beim J" auf dem 
dritten Gliede drei kleine Chitindorne hervor und auf dem 
letzten Abschnitte eine halbmondförmige Sinnesgrube. Thorax 
besteht aus einer einheitlichen Partie, die jedoch deutlich durch 
laterale Einschniirungen in drei Teile zerlegt mrd, wahrschein- 
lich die drei eingehenden Segmente andeutend; in der Mitte 
hat er seine grösste Breite, nach vorn und nach hinten nur un- 
bedeutend schmäler werdend; das Stigmapaar liegt in dem 
mittleren Abschnitt weit vom Seitenrande entfernt. 




Fig. 87. Vorderbein von Pedicinus 

hamadryas Mjöb. (a), b. das Ony- 

chiuni vergrössert. 



174 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

Die Beine sind sehr läng und schlank, das vorderste Paar 
das längste, stellen weise stark chitinisiert, reichlich beborstet; 
die Schenkel sind nicht sehr dick; die Tibien trägen an der Spitze 
in der inneren Ecke eine höckerartige Verlängerung, die ein 
schmales, zugespitztes, braungelbes Chitindorn trägt; die 
Tarsen sind zweigliedrig, das zweite Glied i st etwas kiirzer und 
trägt an der Unterseite ein kleines Onychium, das, me iibrigens 
der ganze Fussbau, sehr an die entsprechenden Teile der 
Trichodectiden erinnert; die Klauen sind sehr läng und spitz. 
Der Hinterleih ist beim § breiter als beim J", die drei mittleren 
Segment e treten am Seitenrande zapf enformig hervor; jedes Seg- 
ment trägt eine Querreihe von feinen, kurzen Börstchen; das 
letzte Segment ist beim cT breit gerundet, beim $ schwach 
zweilappig. 

Kör per pr oportionen. 



Länge: 


c? 


? 


Kopf 


0,575 


0,7125 


Thorax 


0,4125 


0,500 


Abdomen 


1,0375 


1,5875 


3 Femur 


0,2125 


0,250 


3 Tibia 


0,225 


0,250 


Breite: 






Kopf 


0,2875 


0,2875 


M. Thoarx 


0,4125 


0,5125 


Abd. 3 Segm. 


0,775 


1,125 


Abd. 7 Segm. 


0,750 


0,750 



Es liegt mir eine grosse Zahl von Exemplaren von einem 
Hamadryas sp. vor (Coll. Mus. Zool. Hamburg ex Hört o. 
Zool. Hamb. "/s 1^70). 

Pedicinus paralleliceps n. sp. 

Die neue Form kommt of f enbär Ped. hamadryas Mjöb. 
und Ped. graciliceps Piag. ziemlich nahe, weicht aber in einigen 
Charakteren von den beiden ab. 

Die Körperform ist breiter als bei Ped. graciliceps Piag. 
und erinnert dadurch mehr an Ped. ha^nadryas Mjöb., ist jedoch 
immer kleiner als diese. Der Kopf ist parallelseitig, vor den 



E. MJÖBERG, STUDIEN tJBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 175 

Fiihlern nur unbedeutend breiter mid jedenfalls weder so 
viel zusammengezogen wie bei Ped. Jiamadryas Mjöb. noch 
so spitz wie bei Ped. graciliceps Piag.; die Art nimmt hier- 
dureh in dieser Hinsicht eine vermittelnde Stellung zmschen 
den beiden erwähnten Arten ein; die Stirnschienen sind 
gut entwickelt und sehr dick, von zAvei feinen Kanalen 
durchbohrt; eine Querschiene fehlt völlig; die Augen sind 
stark hervortretend, dunkler pigmentiert, vor ihnen steht 
sogleich an ihrem Vorderrande ein und dahintn zwei 
Börstchen.^ Die Fiihler sind relativ kurz und dick, kiirzer als 
bei Ped. Jiamadryas Mjöb.; ihr erstes Glied ist kurz und dick. 




Fig. 88. Kopf ^•on Pedicinus paralleUceps Mjöb. 

das zweite apicahvärts schwach verdickt, nur unbedeutend 
kiirzer als das folgende, das an den Seiten unregelmässig auf 
zwei Stellen eingeschniirt und auch ein wenig breiter ist. Tho- 
rax ist nach vorn nur unbedeutend schmäler. Betreffs des 
Hinterleihs erinnert die Art sehr an Ped. hamadryas Mjöb.; drei 
von den mittleren Segmenten trägen am Seitenrande böcker ar- 
tige Hervorragungen, während bei Ped. graciliceps Piag. nicht 
w^eniger als fiinf Segmente solclie trägen; das Endsegment ist 
quer abgestumpft und trägt am Hinterrande zwei längere und 
mehrere sehr kurze Börstchen. 

Die Beine sind nicht so läng und durcliaus nicht so stark 
beborstet wie bei Ped. graciliceps Piag.; die Klauen sind kleiner 
und nicht so kraftig wie bei Ped. hajnadryas Mjöb. 

^ Hier, wie auch vorher, sind stärkere' chitinisierte Teile, Schienen u. s. 
w., dunkel auf den Figuren gezeichnet, unabhängig da von, ob sie pigmen- 
tiert öder ungefärbt sind. 



176 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. X:0 13. 

Körperpr oportionen. 



Länge: 


? 


Kopf 


0,5625 


Thorax 


0,400 


Abdomen 


1,225 


3 Femur 


0,1625 


3 Tibia 


0,175 


Breite: 




Kopf 


0,225 


M. Thorax 


0,3875 


Abd. 3 Segm. 


0,9375 


Abd. 7 Segm. 


0,700 



Mehrere Weibchen von dieser Art liegen von einer Macacus 
silenus vor. (Coll. Mus. Zool. Hamburg, ex Horto Zool. Ham- 
burg. ^7^j 1890). Auf demselben Wirttiere wurden auch 
einige Exemplare von Ped. breviceps Piag. gesammelt. 



Fam. Echinophtiriidae Enderl. 

Enderlein: Z. A. XXVIII. p. 136, 137. 

Die Familie ist sehr arm an Gattungen und Arten und 
enthält einige sehr eigenartige, fiir das Wasserleben angepasste 
Formen, die ausschliesslich auf Seehunden vorkommen; ihre 
Klauen sind ausserordentlich kraftig entwdckelt und gråben 
sich tief in die Haut des Wirttieres ein. Ihres dichten Stachel- 
kleids zuf olge können sie sich mit einer Luf tschicht umgeben, und 
dadurch die Respiration auch während des Aufenthalts des 
Wirttieres unter dem Wasser ermöglichen. Sie kommen am 
meisten auf dem Kopfe und an dem Schwanze des Wirttieres vor. 

1. Gattung Echiiiophtirius Giebel. 

GiEBEL: Insect. Epig. p. 43. 

Echinophtirus phocae Luc 

Ltjoas: Mag. d. Zool. IV. p. 121. Fig. 12. (Ped. phocese). — BuR- 
iviEiSTER: Gen. Ins. 1898. (Ped. setosus). — Denny: (H. setosus p. 36. — 
Giebel: p. 42. — Piaget: p. 656. Pl. LIV. Fig. 1. — Enderlein: Z. A. 
XXVIII. p. 136, 137. 

Von dieser durch sein Stachelkleid leicht kenntHchen Art 

Jiegen mir Exemplare von Pkoca groenlandica (Coll. SörHng), 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 177 

Phoca variegata (Wright), Phoca vitiilina (Mus. Gbg.) und von 
einem »Seehunde» von Helgoland (Coll. Mus. Zool. Hamburg) vor. 



4. Fam. Lepidophtiriidae m. 

Der Kör per ist sehr plump und gedrungen. Die Fuhler 
sind 5-gliedrig, ausnalimsweise 4-gliedrig, braun geringelt. 
Kopf und Thorax fast mit einander verwachsen. Thorax und 
Abdomen mehr öder weniger dicht mit farblosenodergefärbten, 
diinnen, nierenförmigen bis herzförmigen Schuppen bedeckt, 
die mittels eines stärken chitinisierten, dunkelbraunen Schuppen- 




Schuppe von Arctophtiriiis trichechi BoH. 



stiels an dem Integumente befestigt sind und wahrscheinlich 
aufgerichtet werden können und dadurch den ganzen Körper 
mit einer dicken Luf tschiclit umgeben, mit deren Hilfe die Tiere 
sich länge auf dem Wirttiere unter Wasser auf halten können. 
Ausserdem kommt es hier und da zur Dornenbildung. Die 
Beine sind sehr stark heteronom angebiidet. tJber den Bau 
des männlichen Genitalapparates verweise ich auf den morpho- 
logisch-anatomischen Teil. 

1. Gattung Arctophtirius n. g. 
Der Körper ist sehr plump und hoch gewölbt. Die Fiihler 
sind 5-gliedrig, einfach, schnurförmig. Der Ko2)f ist hinter den 
Fiihler ein wenig erweitert von da an nach hinten halsförmig 
eingeschniirt und am Hinterrande mit einem starken chitini- 
sierten Ringe versehen; am Vorderkopf ist eine kraftige Quer- 
schiene entwickelt; das Occipitalapodem besteht aus zwei 

Arkiv för zoologi. Band 6. N:o 13. 12 



178 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 13. 

ziemlich langen, nach liinten stark zugespitzten Chitinstäbchen. 
Die vSchuppen sind sehr dicht, gelblich brann, alle von derselben 
Form und kommen ebenso dicht anf dem Thorax wie anf dem 
Hinterleibe, und zwar sowobl anf der Dorsalseite wie anf der 
Ventralseite, vor. Börstchen finden sich anf dem Kopfe, auf 
dem Thorax und an der Spitze des Hinterleibs. Thorax auf 
der Unterseite nur in der Mitte beschuppt und bedornt, an 
den Seiten dagegen völlig nackt und von weisslicher Farbe. 
Die einzige bekannte Art dieser Gattung lebt wie ich dies 
selbst habe beobachten können, gerade an der Schnauze, aus- 
nahmsweise an den oberen Teilen des Halses des Wirttieres, 
während die Arten der nahe verwandten Gattungen Lepido- 
phtirius und Antar ctophtirius, nach ausdriicklicher Angabe von 
Enderlein (Zool. Anz. XXIX 1905 p. 660 — 661) »nicht am 
Kopfe öder gar an der Schnauze, sondern an verschiedenen 
Teilen des Rumptes», sich aufhalten. 

Arctophtirius trichechi Boh. 

Boheman: Spetsbergens Insekt fauna Kungl. Vet. Akad. Förhandl, 
1865. p. 577. Taf. XXXV. Fig. II. 

Der Körper ist beim ^ länglich und zugespitzt, beim $ mehr 
gerundet. Der Kopf ist vorn zugespitzt und gerundet und 

trägt hier einige Börstchen; hin- 
terdenFiihlern auf einerStrecke 
fast parallelseitig und hier liinf 
bis sechs längere Börstchen, die 
in zwei Reihen stehen, tragend; 
im iibrigen ist die ganze Ober- 
seite mit zerstreuten Chitindor- 
nen besetzt ; am Vorderkopf e ist 
eine weissliche Querbinde vor- 
handen, die eine ziemlich regel- 
mässige Reilie von Dornen trägt ; 

Fig. 90. Sculptur des Integuments tt- j. i £ x- j ^ ^-^u 

unter den hier abgelöstenSchuppen ^m Hmterkopfe fmdet Slch, 

bei Arctophtirius trichechi Boh. ^yie es scheint besonders beim 

$, eine bogenförmige, dunklere 
Querbinde. Die Flihler sind ziemlich läng, breit braun geringelt, 
spärlich beborstet, apicalwärts an Breite allmählich abneh- 
mend; nur das letzte Glied trägt eine auffällig kleine Sinnes- 
grube; ein Sinnesfeld mit Sinneskolben ist deutlich vorhanden; 
auf der Unterseite des Kopf s sind Dornen nur auf einem Mittel- 




E. MJÖBEEG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 179 

felde vorhanden, sonst ist die Unterseite völlig nackt; hinter 
den Fiihlerwurzeln findet sich auf jeder Seite eine bogenförmige 
braune Chitinleiste, die sich nach hinten fortsetzt. Thorax 
besteht aus einer einheitlichen Abteilung, derer Zusammenset- 
zung aus drei Segmenten sich nicht verkennen lässt, denn vom 




Fig. 91, Vorderbein von Arctophtirius trichechi Boh. 



Rande aus gehen nach innen einige Cliitinbänder, und am Ilande 
selbst bemerkt man gleichsam zwei Einschnitte, die Grenze der 
integrierenden Segmente angebend; oben ist die Fläche dicht 
von Schuppen und spärlichen Dornen besetzt; der vordere Ab- 
schnitt dringt nach hinten in den mittleren ein und trägt in der 
Mitte eine weissHche nicht beschuppte Linie; die beiden hinteren 
Abschnitte trägen an den Seiten einige Borst chen. Die Beine 
sind auffällig stark heteronom ausgebildet (Fig. 91, 92); die 
Vorderbeine sind bedeutend schmäler, jedoch kurz und plump, 




Fig. 92. Mittelbein von Arctophtirius trichechi. BoH. 

die Schenkel und die Tibien etwa von derselben Länge und 
Breite ; die Tibien trägen an der inneren Ecke ein Chitindörnchen ; 
das Tarsalglied ist breit und trägt an der Unterseite ein kleines 
Onychium, die Klauen sind ziemKch spitz, nicht gezähnelt öder 
gefurcht; die beiden hinteren Beinpaare sind sehr kraftig; 
zwischen der Tibia und dem TarsengKed habe ich keine Grenz- 
linie entdecken können, was vielleicht darauf beruht, dass ich 
sie wegen der Undurchsichtigkeit des Präparates iibersehen 



180 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

habe; es entsteht in dieser Weise ein Gebilde, das an die 
Klaue einer Hummer habituell erinnert; an der inneren 
Ecke finden sich zwei eigenartige, streifige Chitingebilde und 
auf der Unterseite teils eine knopff örmige Bildung, die wahr- 
scheinlich hervorgeschoben werden känn und f esthaltend wirkt ; 
ein wenig mehr der Spitze genähert, findet sich ein umgewandtes 
Onychium, das an dasselbe Gebilde bei der Gattung Hce- 
matopi7ius Leach erinnert; die Klauen sind sehr breit und nicht 
spitz, auf der Unterseite der Quere nach breit gefurcht. Die 
Hinterhihsegmente sind oft . undeutlich voneinander abge- 
grenzt, durch die sehr dichten Schuppen braun gefärbt; der 
letzte Sternite trägt beim J" eine dichte Sammlung von dicken 
Börstchen, die iiber den Hinterrand frei hervorragen; auf der 
Dorsalseite sind Dornen nur an den Seiten vor handen, auf der 
Ventralseite dagegen, treten solche, wenn auch etwas spärlicher, 
auch in der Mitte auf ; die Gonopoden beim ? sind läng und 
schmal, besonders am Aussenrande stark und läng beborstet. 



Körperproportionen. 



Länge: 


c? 


? 


Kopf 


0,5625 


0,575 


Thorax 


0,750 


0,875 


Abdomen 


1,875 


2,500 


3 Femur 


0,200 


0,200 


3 Tibia 


0,450 


0,375 


Breite: 






Kopf 


0,575 


0,5625 


M. Thorax 


0,950 


1,200 


Abd. 3 Segm. 


1,350 


1,750 


Abd. 7 Segm. 


0,875 


1,375 



Von der sehr ausgezeichneten Art, die von Boheman 
nur selir kurz und unvoUständig beschrieben worden ist, liegen 
mir mehrere Exemplare vor. Teils habe ich sie selbst auf einem 
soeben gestorbenen Trichechus rosmarus (»Skansen») ge- 
sammelt, teils liegen Exemplare aus der Hamburger-ls.oWekimY). 
vor, die in dem Zoologischen Garten auf demselben Tiere wie 
auch bei Deevi Bay bei Spitzbergen von Prof. Ktjkenthal 
(28/. 1889) gesammelt worden sind. 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND ANOPLUREN. 181 

5. Fam. Haematomyzidae Endérl. 

Enderlein: Zool. Anz. Bd. XXVIII. p. 136, 137. 

Die Familie enthält nur eine einzige, sehr eigenartige Gat- 
tung, die sehr isoliert unter den Anopluren steht. Die Beine 
sind sehr läng und schmal, im Bau von denjenigen der iibrigen 
Anopluren sehr abweichend. Auch ist der Kopf sehr eigenartig 
ausgebildet. 

1. Gattuiig Hiematomyzus Piag. 

Piaget: Les Pedic. p. 658. Taf. LIV. Fig. 2. 

Nur eine einzige Art ist bisher bekannt. 

Hsematomyzus proboscideus Piag. 

Piaget: Tijdsch. voor Ent. XII. 1869. (H. elephantis). Les. Ped. p. 658 
Taf. LIV. Fig. 2. — Megnin: Mus. d'Hist. Xat. Paris 1897. p. 167. 2. Fig. 

Eine auff ällig eigentiimliche Form, die unter den Anopluren 
eine sehr isolierte Stellung einnimmt und eine buchstäbliche 
Parallelerscheinung zu ihrem Wirttiere ist. Beim ersten An- 
blick fällt sogleich die eigenartige Ausbildung des Kopfes in die 
Augen; der Vorderkopf ist nämlich in einen langen Schnabel 
ausgezogen, eine Anpassung an die dicke Haut des Wirtes, 
die fast nötig erscheint, um hinreichend tief in die Haar- 
säcke niederdringen zu können. 

Nach der Litteratur zu schliessen,ist die Art nur zwei malan- 
getroffen worden. Zuerst wurde sie von dem Entdecker, Piaget, 
beschrieben und abgebildet. Er sagt iiber die Lebensweise 
folgendes: »En tres-grand nombre sur un jeune éléphant^ du 
jardin Zool. de Rott. Je les ai recueillis exclusivement sous 
Toreille, la on Fépiderme plus mol et plus mince se laisse plus 
facilement pénétrer». In dem Verzeichnis wird der Wirt als 
Elephas africanus angegeben. 

Später wurde die Form 1897 von Megnin (Mus. D'Histoire 
Naturelle, Paris 3. p. 167 — 169) erwähnt. Er gibt nicht an, 
von welcher Elephas-Art die ihm vorliegenden Exemplare 
stammen. Er sagt iiber ihr Vor kommen nur: »Vit sur les 
jeunes Eléphants. Il est peu probable qu'on en trouve jamais 
sur les adultes en raison de Tépaisseur que la peau a acquise. » 

^ Auf den Eiern, die ich aus den Ovarialtuben freipräpariert habe, ist 
ein Deekel deutlich ausgebildet und an den Rändern stärker chitinisiert, 
der Micropylapparat war noch nicht deutlich ausgebildet, besteht jedoch 
wahrscheinlich aus einem Kreise von f einen Löchern, an denjenigen der 
Gattung Nirmus X. erinnernd. 



182 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 13. 

Mir liegen einige weibliche Exemplare aus den Kollektionen 
des Hajnburger-Museums vor. Nach der Etikette stammen 
sie »vom Nacken des alten Elephas indicus L.» »Anton f 
^Vio ^^^^- -^^ geht daraus teils hervor, dass auch der indische 
Elefant eine i^noplure hat und zwar von derselben Art wie 
diejenige des afrikanischen Elefanten, teils dass Megnins An- 
nahme dass diese Anoplure nur auf j ungen Elefanten vor- 
kommt, nicht richtig ist. 




Fig. 93. Thorax und Hinterleib von Hcematomyzus prohoscideus. Piag. 
von öbon. Das Trachéensysteni tritt deutlich hervor. 

In mehreren Hinsichten ist die Art aus morphologisch- 
anatomischem Gesichtspunkte von Interesse. Ich komme 
darauf in der nächsten Abteilung zuriick, erwähne hier nur, dass 
die Augen wie bei den Mallophagen je ein Börstchen trägen, 
dass ein gut entwickeltes, unpaariges Occipitalapodem, Rand- 
schienen und Keilflecke auf den Hinterleibsegmenten, Quer- 
stämme auf den Tracheen u. s. w. vorlianden sind. 

Piaget hat (p. 660) betont, dass es von grossem Interesse 
wäre, die eventuale Parasite des Xashorns kennen zu 



E. MJÖBERG, STUDIEN UBÉR MALLOPHAGÉN UND ANOPLUREN. 183 

lernen. »Ils auraient peut-étre fourni — si ce ne sont pas 
des Ixodes un précieux objet de comparaison avec notre 

espéce.» 

II. Morphologisch-anatomische Untersuchungen. 

Sind die Mallophagen und die Anopluren in systema- 
tischer Hinsicht im Vergleich zu anderen Insektengruppen 
sehr stark vernachlässigt worden, so gilt dies in noch höherem 
Grade betreffend die Morphologie und die Anatomie dieser 
Tiere. Zwar finden wir schon sehr friihzeitig vereinzelte 
Versuche, auch die inneren Organe zu beriicksichtigen. So 
hat z. B. schon Nitzsch mehrere wichtige Organisations ver- 
hältnisse nachweisen können. Im grossen und ganzen aber 
ist unsere anatomische Kenntnis dieser Tiere auch weiter 
sehr beschränkt, und dies trotzdem sie in den beiden letzten 
Dezennien der Gegenstand spezieller Untersuchungen gewe- 
sen sind. 

Ich halte es hier f iir unnötig, diejenigen Mallophagen- Arbei- 
ten, die seit Nitzsch unsere Kenntnis in anatomischer Richtung 
befördert haben, hier aufzurzählen. Denjenigen, der sich 
Kenntnis dariiber verschaffen will, verweise ich auf Fulmeks 
im Jahre 1907 erschienene »Die Mallophagen; Ein Sammel- 
bericht mit eigenen Beiträgen», Mitt. des Naturw. Ver. Univ. 
Wien. V. Nr. 1 — 4 pp. 1 — 50, wo der Verfasser den heutigen 
Ståndpunkt gut wiedergegeben so^\de auch die Meinungen 
der verschiedenen Autoren erwähnt hat, jedoch ohne die Rich- 
tigkeit da von selbst gepriift zu haben. Von den älteren 
Arbeiten will ich hier nur die Aufmerksamkeit auf Fr. Grosses: 
Beiträge zur Kenntnis der Mallophagen, Z. W. Zool. 1885. 
p. 530 — 558. Taf. XVIII, lenken. Es ist dies eine sehr gute 
auf eigene Untersuchungen gestiitzte Arbeit, die von den 
späteren Verfassern nicht hinreichend beriicksichtigt worden 
ist. So hat Grosse z. B. die eigenartige Ausbildung des 
Hypopharynx zuerst richtig er känn t, und ist seine Darstellung 
da von me es scheint, von den folgenden Forschern ganz unbe- 
riicksichtigt geblieben. Ich komme später auf diese Frage 
zuriick. 

Betreffs der Anopluren haben wir nicht viele Fortschritte 
in unserer Organisationskenntnis zu erwähnen. Zwar lie- 
gen mehrere Arbeiten von Erichson (1839), Burmeister 



184 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

(1847) Simon (1860) Schiödte (1865) Landois (1864) 1865) 
Graber (1872), Chatin (1880) und Ströbelt (1882) und 
in den letzten Dezennien von Meinert (1891) Cholod- 
KOWSKY (1903) Enderlein (1907) und Pawlowsky (1097) 
vor, teils sind aber diese Arbeiten sehr veraltet und nicht 
von moderneren Gesichtspunkten aus ausgearbeitet, teils be- 
riicksichtigen sie ausschliesslicli öder fast ausnahmsweise nur 
die eigenartigen Mundteile der Anopluren. 

Urspriinglich war es meine Absicht, die Organisations- 
verhältnisse der Mallophagen und der Anopluren ausfiihrlich 
und durchgehend zu behandeln. Leider muss ich von diesem 
meinem urspriinglichen Programm abstehen, denn durch 
eine soeben beschlossene Forschungsreise nach Australien 
ist meine Zeit sehr stark beschränkt worden und hat dies 
mich auch genötigt, meine anatomischen Untersuchungen 
stark abzukiirzen. Jedoch glaube ich hier mehrere wichtige 
Organisationähnlichkeiten zwischen den MaUophagen und 
den Anopluren nachweisen zu können, die meines Erachtens 
mit Bestimmtheit darauf liindeuten, dass zwischen diesen 
beiden Gruppen eine enge genetische Beziehung besteht und, 
zwar in dem Sinne, dass die Anopluren sich schon friihzeitig 
durch eigenartige Spezialisierung der Mundteile in endotropher 
Richtung von den St ammf ormen der Mallophagen abgezweigt 
haben und also mit den Rhynchoten gar nichts näheres zu 
tun haben, was sogar in den letzten Jahren von einigen 
Forschern mit Bestimmtheitbehauptet worden ist. Wahrschein- 
lich habe ich nach meiner Riickkehr von meiner australischen 
Reise Gelegenheit die anatomischen Studien aufzunehmen 
und noch mehr Beweise fiir die Verwandschaft der beiden 
Gruppen liefern zu können. Ich hoffe dies um so mehr, als 
gerade in Australien mehrere neue interessantere Formen 
wahrscheinlich noch auf ihren Entdecker barren. Die hier 
schon gemachten Funde berechtigen uns zu dieser Annahme. 
Von der Tatsache ausgehend, dass die grosse Mehrzahl der 
Säugetiere, d. h. der Marsupialien, und mehrere von den Vö- 
geln schon sehr friihzeitig, vielleicht schon in der Kreideperiode 
vom Verkehr mit anderen Tieren abgesperrt wurden und sich 
fortwährend auf einer niederen Stufe befinden, könnte wenig- 
stens erwartet werden, dass auch viele von ihren Mallophagen 
niedrig organisiert sind, eine Vermutung, der die wenigen 
schon gemachten Funde in keiner Weise widersprechen. 



É. MJÖBÉRG, STUDIEN UBER MALLOPHAGÉN UND ANOPLURÉN. 185 

Bei meinen Untersuchungen habe ich mich fast ausschliess- 
lich eines guten Dissektionsmikroskopes bedient. Ein iiberaus 
gutes ist das sogenannte Binocularmikroskop (Zeiss), das 
ich einem jeden der sich mit anatomischen Untersuchungen 
kleiner Tiere beschäftigt, auf wärmste empfehlen will. Die 
Vorteile, welche bei der Benutzung eines solchen Apparates 
gewonnen werden, sind, dass man sehr klare, plastische, hin- 
reichend stark vergrösserte Bilder erhält, und ausserdem 
wegen der grossen Focaldistanz ganz unbehindert wie unter 
einer gewöhnlichen Loupe die betreffenden Objekte zerstiickeln 
känn. Und wie viel Zeit spart man nicht dabei! Man 
vermeidet dadurch das immer sehr zeitraubende Schneiden 
und die darauf folgende sehr langsame Rekonstruktion, 
eine Methode, die, wenn auch sehr gut und of t fast not- 
wendig, iibrigens bei diesen Tieren in vielen Fallen sehr 
schwer, ja fast unmöglich anzuwenden ist, und zwar aus den 
Gr linden, dass hier das Exoskelet, wie iiberhaupt bei Ecto- 
parasiten, äusserst gut entwickelt ist und wegen des sehr 
harten und dicken Chitins besonders am Kopfe dem Schnei- 
den uniibersteigbare Hindernisse in den Weg legt. 

Das Integument. 

Das Integument der Anopluren bietet viele und grosse 
Ubereinstimmungen mit demjenigen der Mallophagen dar. 
Zuerst will ich die Aufmerksamkeit auf die Skulptur desselben 
lenken. Bei fast allén Anopluren finden wir die s. g. »Täfe- 
lung», d. h. das Integument scheint wie in kleine polygonale 
Felder aufgeteilt, die in den meisten Fallen genau den unter- 
liegenden Hypodermiszellen entsprechen; es tritt dies sowohl 
am Körper wie auch an den Beinen sehr deutlich hervor, 
ja kommt bisweilen auch auf den Fiihlern zum Vorschein. 
Nur sehr wenige Anopluren entbehren einer solchen Skulp- 
tur, nämlich die meisten Hcematopinus-FoYmen sowie auch 
die f iir das Wasserleben angepassten Echinophtiriiden und Lepi- 
dophtiriiden. Sonst ist sie ein fiir die Anopluren durch- 
gehendes Kennzeichen. Gehen wir so zu den Mallophagen, so 
finden wir besonders an einigen meines Erachtens niedriger 
stehenden Formen von den Aynblyceren^ nämlich den Gyro- 
piden, eine ganz ähnliche Skulptur. So ist z. B. bei Gyropus 
ovalis N. der ganze Körper mit den Beinen von schuppiger 



186 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

oder besser von täfeliger Skulptur; auch bei der ziemlich 
nahe stehenden Form Gliricola gracilis N. tritt eine ähnliche 
Skulptur auf, besteht jedoch hier meistens aus kleinen bogen- 
förmigen Strichen, die jedoch nicht so genau der unterliegenden 
H3rpodermiszelle entsprechen (Fig. 7). Bei den iibrigen Ambly- 
ceren dagegen scheint diese »Täf elung » fast gänzlich verschwun- 
den zu sein, was darauf beruht, dass hier eine stärkere 
Chitinisierung eingetreten ist. Nur bei den Boopiiden fin- 
det sich eine sehr feine, nur bei stärker Vergrösserung be- 
merkbare »Täfelung». Auch bei den Ischnoceren kommt 
dieselbe zum Vorschein. Bei den Trichodectiden finden wir 
gar nicht selten dieselbe Skulptur wieder, z. B. bei den Eu- 
trichopkilus- Arten, wo sie auch an den Beinen zu sehen ist. Auch 
bei einigen Docophoriden, z. B. auf den letzten Segmenten 
von Docophorus himaculatus Mjöb., habe ich eine ganz ähnliche 
Skulptur spiiren können. 

Wahrscheinlich waren die Stammformen der Mallophagen 
und der Anopluren relativ weichhäutig, und ihr Integument 
von »täfeliger» Skulptur, was sich auf fast alle Anopluren 
und auf die niedriger stehenden Mallophagen, mit Aus- 
nahme der höheren, vererbt hat, bei den höheren Formen 
dagegen durch eintretende stärkere Chitinisierung mehr 
oder weniger verloren gegangen ist. 

Bei den sehr weichhäutigen Anopluren kommt bisweilen 
stärkere Chitinisierung vor. So sind besonders am Kopfe 
Schienen ausgebildet, die sehr an diejenigen der Mallophagen 
erinnern. Ich behandle diese Bildungen im Zusammenhang 
mit dem Kopfe. In der Regel ist der Körper der Anopluren 
nur sehr wenigo der gar nicht gefärbt, während er bei den Mal- 
lophagen gewönlich braungelb, braun, dunkel oder mit Flecke 
oder anderen Zeichnungen versehen ist. Die Teile, die bei den 
Anopluren fast immer dunkler gefärbt sind, sind die Beine, 
besonders die Klauen, of t aber auch gewisse Teile auf dem 
Körper selbst, wie die Pleuren der Hinterleibsegmente und 
eine Sternalflecke von verschiedener Form, und ein Geni- 
talfleck. Vergleichen wir in dieser Hinsicht die Anopluren 
mit den niedrigeren Mallophagen, so finden wir nicht wenige 
Ubereinst immungen. Bei einigen Anopluren, wie z. B. Acun- 
thopinus sciurinus Mjöb., treten auf den Tergiten braune, 
schmale Querbinden auf, hinter denen immer eine Querreihe 
von Börstchen vorhanden ist; eine ganz ähnliche Anordnung 



E. MJÖBÉRG, STUDIEN UBER MALLOPHAGÉN UND ANOPLUREN. 187 

finden wir bei einigen von den niedrigeren Amblyceren, z. B. 
den Boopiiden (siehe Fig. 17, 18). Bei den Gyropiden ist die 
Querbinde, wenn iiberhaupt entwickelt, sehr schwach. Auch 
bei den Trichodectiden unter den Ischnoceren sind die Flecke 
und die Zeichnungen bei weitem nicht so luxurierend, wie bei 
den höheren Formen. Es kommen nämlich bei ihnen nur 
viel schmälere öder breitere Querbinden vor, hinter denen 
immer eine Querreihe von Borst chen steht. Bei den meisten 
Amblyceren sind die Segmente einfärbig gelb öder brann und 




X 



X 



)C 



JC 





Fig. 94. Hinterleib von Lipeurus numidianus Mjöb. von oben 
a. junges, b- etwas älteres, c. ausgewachsenes Individuum. 



vereinzelte Flecke kommen selten vor. Bei den höheren 
Ischnoceren dagegen sind dunklere Flecke, Binden öder Striche 
gar nicht selten. Sehr viele Formen werden durch dreieckige, 
keilförmige Tergitenflecke ausgezeichnet. Nur bei einer 
einzigen Anoplure kommen meines Wissens solche Keilflecke 
vor, Vinåz\Y3iT hei Hcematomyzus 2^^'ohoscideiisYmg. (siehe Fig. 93). 
Bei mehreren Lipeuriden treten oft sehr komplicierte Zeich- 
nungen in Form von Strichen, Mondflecken u. s. w. auf. Wie 
diese entstanden sind, känn man am besten auf den verschiede- 
nen Jugendsstufen verfolgen. Es handelt sich in solchen Fallen 
immer um Reduktion urspriinglich völlig ausgebildeter Flecke 
öder Binden. Hier will ich nur einen einzigen Fall demonstrieren. 
In Fig. 94 sehen wir drei verschiedene Stadien repräsentiert ; 



188 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

in Fig. 94 a ist der Hinterleib eines j ungen Individuums 
von Lipeurus numidianus Mjöb. wiedergegeben ; man sieht 
da auf dem Hinterleibe zwei regelmässige Reihen von dunkle- 
ren quadratischen Flecken, die jedoch nach vorn nur nach 
innen dunkler gefärbt sind, während ilire äussere Partie 
mehr diffus gefärbt und begrenzt ist; im nächsten Stadium 
(Fig. 94 b) wo das Individuum noch nicht völlig erwachsen 
ist, ist offenbar eine bedeutende Reduktion eingetreten, denn 
von den vorherigen quadratischen Flecken ist nur der en 
innerer Teil iibrig geblieben; in Fig. 94 c, die ein völlig 
erwachsenes Individuum darstellt, sind die letzten Reste 
^^^^^^ _ der Flecke dicht aneinander ge- 

f^^^Kfv Cj^^Bfe> treten, ja meistens völlig mit ein- 
A;^^Bt/ ^ w/h!Ky^ änder zu den wiedergegebenen 
^^> ' //mS\ charakteristisclien Figuren ver- 

'' " schmolzen, von denen einige 

Fig. 95 Hinterleibspitze von ^^^^ ^^^^ mcdiane Trennungslinie 

der V entralseite. a.. tLcematopinus _ => 

sp. ef, b. Docophorus sp. cT. zeigen. 

Sternalflecke kommen sowohl 
bei den Anopluren wie bei den Mallophagen nicht selten vor. Sie 
finden sich in der Mitte der Unterseite des Thorax, die iibrigens 
innerhalb der beiden Gruppen von einer einzigen Partie gebildet 
wird, obgleich hier ja nicht weniger als drei, respektive zwei 
Sterniten integrieren.^ Bei den Anopluren kommt immer nur ein 
Fleck vor, der gewöhnlich ziemlich gross und meistens von 
rektangulärer Form zu sein pflegt. Beispiele hiervon bietet 
die Figur 3 c Pl. LIII Piagets, von Hcernatopinus asini L.; 
ähnliche Sternalflecke kommen auch bei den meisten Pedicuhis- 
arten vor. Bei Echinophtirius phocce Lue. ist der Fleck 
stark zerteilt worden. Bei den Mallophagen sind Sternal- 
flecke sehr häufig, und es kommen nicht selten mehr als 
einer vor. Sie sind entweder strichförmig, dreieckig öder 
rektangulär. 

Auf der Ventralseite der letzten Hinterleibsegmente 
treten sowohl bei Anopluren wie bei Mallophagen nicht selten 
Flecke von charakteristischer Gestalt und von auffallend 
konstanter Form auf. Es sind die s. g. Genitalflecke, die of t 
sehr gute Speziescharaktere darbieten (Fig. 95). Bei den 
Anopluren sind jedoch diese Flecke nicht so häufig wie bei 
den Mallophagen. Es kommen solche bei den Hcemato- 

^ Ich sehe dabei von dem freien Prothorax der Mallophagen ab. 



É. MJÖBÉRG, STUDIEN UBER MALLOPHAGEN UND AXOPLUREN. 189 

pinus- Arten, (Fig. 84 a) bei gewissen LinogTiathus-Arten (Taf. 
5 Fig. 2) und bei allén P edicidus- Avten (Fig. 85) vor. t)ber 
die Bedeutung dieser Genitalflecke will ich hier nur die Meinung 
aussprechen, dass sia wenigstens in einigen Fallen durch die 
Muskulatur, hervorgerufen sind. Wie bei den höheren Tieren 
di€ Muskulatur die Ausbildung von Hartteilen, von dem Skelett, 
hervorruft, so haben auch hier die Muskeln eine lokale stärkere 
Chitinbildung zur Folge gehabt. Dass es sich in der Tat so 
verhält, habe ich an einer Anoplure zeigen können. In Fig. 
84, die die Genitalflecke von Hcematopinus 2^htirio2)sis Gerv, 
von innen gesehen darstellt, ist sehr deutlich zu sehen, dass 







Fig. 96. Pleuralsklerite von Hoplopleura acanthopus Burm. 

die Muskelbiindel unmittelbar an den peripheren Teilen des 
Fleckes inserieren und hier ihre Grenzlinie finden. 

Bei den Anopluren kommt es bisweilen zur Ausbildung 
sogenannter Pleuralskleriten, d. h. die Pleuralhaut ist mehr 
öder weniger stark chitinisiert, entweder nur sehr schmal 
öder auch sehr breit, so dass eine wir kliché, gut chitinisierte, 
gefärbte öder ungefärbte Plåt te vorhanden ist. Auf mehreren 
von den von Giebel, Piaget und Enderlein gelieferten 
Figuren ist dies deutlich zu sehen. Besonders stark entwdckelt 
ist dies Gebilde bei der Gattung Hoplopleura Enderl. Fig. 
96 zeigt die Pleuralklerite von H. acanthopus Burm. Sie 
laufen hier spitz nach hinten aus. Bei der eigenartigen Gat- 
tung Hcerrmtomyzus Piag. kommen, wie auch bei einigen Hcerna- 
topimis- Arten, schmale Randschienen vor. Sonst fehlen diese 
Pleuralskleriten meistens bei den Anopluren. Dies ist auch 
bei den niedrigeren Amhlyceren, den Gyropiden und den 
Boopiiden der Fall. Bei den iibrigen dagegen sind fast immer 
solche vorhanden. Bei der neuen Gattunoj Pseudomenopon 



190 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. NIO 13. 

Mjöb. sind sie excessiv entwickelt und erinnern liier sehr 
auffällig an die entsprechenden Gebilde bei Hoploj^leura 
acanthopus Burm. (Vergleiclie die Figure 29 u. 96). Bei 
der Gattung Trinoton N., wo das Chitingeriist liberhaupt 
sehr mächtig entwickelt ist, sind auch die betreffenden, Gebilde 
sebr stark chitinisiert. Bei den Ischnoceren sind im allge- 
meinen die Pleuralkleriten nicht so stark entwickelt; sie treten 
meistens als schmalen Randschiene auf. 

Hier haben wir auch die Börstchen zu besprechen. Solche 
kommen in der Regel reichlich innerhalb den beiden Gruppen 
vor. Bei den Anopluren kommen sie meistens an den Kopf- 
seiten und an den Hinterleibsegmenten vor; auch findet 
sich fast immer auf jeder Tergite eine öder bisweilen zw^ei 




O 



Fig. 97. a. Erster Tergite von Trinoton conspurcatutn N., die Verteilung 

der verschiedenen Börstchen angebend, b ein schuppenartiges 

Börstchen vergrössert. 



Querreihen von Börstchen die gewöhnlich dem Hinterrande 
genähert sind. Es erheben sich diese Börstchen auf einem 
kleinen Chitinringe, auf welchem sie beweglich sind. Nicht 
selten sind diese Börstchen abgebrochen und bleibt dann 
nur ein kleiner Chitinring iibrig. Bei einigen Formen sind auch 
dornenartige Börstchen vorhanden. Diese entspringen direkt 
von der Chitinhaut und sind nicht, wie die ersteren, beweglich. 
Solche kommen z. B. auf dem Kopfe von Acanthopinus 
sciurinus Mjöb. so wie auch bei den Echinophtiriiden und den 
Lepidophtiriiden vor, bei denen die Börstchen durch Dornen 
öder Schuppen ersetzt worden sind. Einen Ubergang zwischen 
den gewöhnlichen Börstchen und den schuppenartigen reprä- 
sentieren teilweise diejenigen, die bei z. B. Hoplopleura acan- 
thopus Burm. vorkommen. Sie kommen auf den Tergiten 
reichlich vor und sind zugeplattet. 



E. MJÖBÉRG, STUDIEN UBÉR MALLOPHAGÉN TJND ANOPLUREN. 191 

Bei den Mallophagen kommen Borsten sehr reichlich 
vor, und zwar auf fast allén Körperteilen; fast immer kommen 
solche am Kopfe vor, wo an den Hinterecken einige eder 
melirere länge vorhanden sind. Auch ist die Regel, dass einige 
öder melirere längere Börstchen an den Hinterecken der 
Hinterleibsegmente vorkommen. Alle diese Börstchen sind 
einfach und sitzen auf einem kleinen Chitinringe befestigt. 
Eine andere Art von Börstchen sind die dornenförmigen, die 
z. B. bei Boopia peregrina Mjöb. auf dem Kopfe und dem 
Thorax vorkommen und bei den Menoponiden auf Prothorax 
nicht selten sind. Sie erinnern sehr an die oben erwähnten 
bei Äcanthopinus sciurinus Mjöb. Ausgeplattete Börstchen 
habe ich bei der Gattung Trinoton N. nachweisen können. 
Hier findet sich z. B. bei Tr. conspurcatum N. auf den Tergiten 
eine Querreihe von kurzen, abgeplatteten, schuppenartigen 
Börstchen, die mit gewöhnlichen solchen alternieren (Fig. 
97). Wirkliche Schuppen kommen dagegen meines Wissens 
bei den Mallophagen nicht vor. 



Der Kopf. 
A. Die Kopfform im Allgemeinen. 

Die Form des Kopfs bei den Anopluren bietet nichts 
Besonders dar; nur bei den Hcematojnniden ist der Hinterkopf 
winklig öder in anderer Weise ausgebildet. Bei nicht wenigen 
Anopluren ist iibrigens der Kopf fest mit dem Thorax verbun- 
den und kommt es dadurch bisweilen wie z. B. bei den Echino- 
phtiriiden und den Lepidophtiriiden, fast zur Bildung eines 
Cephalothorax. Bei einigen Formen ist der Kopf nach hinten 
zugespitzt und dringt keilförmig in den Prothorax hinein. 

Wie schon vorher erwähnt, treten auf dem Kopfe inner- 
halb den beiden Gruppen stärker chitinisierte Partien auf, 
die meistens dunkler gefärbt sind. Es sind die s. g. Schienen, 
die nach ihrer Lage verschiedene Namen erhalten haben. 
So treten z. B. an den Seiten des Vorderkopfs breitere öder 
schmälere Schienen auf, die nicht selten in zwei öder mehrere 
Teilstiicke zerlegt sind, die Stirnschiene. In Fig. 98, die 
den Kopf von Hoematopinus asini L. darstellt, treten diese 
Schienen deutlich hervor. Bei den meisten Anopluren sind 
jedoch keine solche Schienen ausgebildet. Bei einigen Formen 



192 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 6. N:0 13. 

tritt auf dem Vorderkopf eine Querschiene auf, wie z. B. bei 
Acanthopinus sciurinus Mjöb. und bei einigen Hcematopinus- 
Arten. Bei den Mallophagen sind solche Schienen sehr häufig, 
doch sind sie in typischer Ausbildung nur bei den Ischnoceren 
vorhanden. Das ssie nicht bei den Ämhlyceren so deutlich 
zu finden sind, kommt daher, dass sich iiberhaupt diese 
in mehreren wichtigen Hinsichten weit von den gemeinsamen 
Stammformen entfernt haben, und mag schon hier bet ont 
werden, dass sie einen friihzeitigen Seitenzweig darstellen, 
die besonders im Bau des Kopfes und der Fiihler stark umge- 
gewandelt sind, während sie in mehreren anderen wichtigen 




Fig. 98. Kopf von Hcematopinus asini L. 

Hinsichten sich primitiver als die Ischnoceren verhalten. 
Nur bei Boopia peregrina Mjöb. habe ich eine sehr deutliche 
Querschiene am Vorderkopf gefunden, die auffällig derselben 
Bildung bei den erwähnten Anopluren ähnlich ist. Gehen 
wir zu den Ischnoceren iiber, so finden wir aber, dass die Chi- 
tinschienen allgemein verbreitet und reich entwickelt sind. 
Stirnschienen kommen hier fast immer und unter verschiedener 
Form vor, bisweilen sind sie mit ihren hinteren Enden nach 
innen gebogen und können hier bisweilen fast aneinander 
stossen. Auch am Hinterkopfe kommen Schienen vor. All- 
gemein verbreitert sind vor allem die s. g. Verbindungsschienen, 
zwei stärker chitinisierte Bänder, die von dem meistens stark 
chitinisierten Hinterrande sich nach vorn bis an der Fiihler- 
bucht erstrecken. Diese Schienen kommen nic