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Full text of "Arnold Schönberg: Gurrelieder"

LIBRARY OF 
WELLESLEY COLLEGE 




PURCHASED FROM 

DEAN FUND 



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I. Schönberg 

Gurrelieder 



FUhrer 

(Kleine Ausgabe) 

Alban Berg 



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NIVERSAL-EDITION 



Nr. 5275 






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QURRELIEDER 

Text von J. P. JACOBSEN 
Deutsche Überse^ung ROB. F. ARNOLD 

I. TEIL 

ORCHESTER-VORSPIEL 

WALDEMAR I 

Nun dämpft die Dämm'mng jeden Ton 
Von Meer und Land, 
Die fliegenden Wolken lagerten sich 
Wohlig am Himmelsrand. 
Lautloser Friede schloß dem Forst 
Die luftigen Pforten zu, 
Und des Meeres klare Wogen 
Wiegten sich selber zur Ruh. 
Im Westen wirft die Sonne 
Von sich die Purpurtracht 
Und träumt im Flutenbette 
Des nächsten Tages Pracht. 
Nun regt sich nicht das kleinste Laub 
In des Waldes prangendem Haus, 
Nun tönt auch nicht der leiseste Klang, 
Ruh aus, mein Sinn, ruh aus! 
Und jede Macht ist versunken 

In der eignen Träume Schoß, IT 

Und es treibt mich zu mir selbst zurück, 
Stillfriedlich, sorgenlos. 

TOVE 
O, wenn des Mondes Strahlen leise gleiten, 
Und Friede sich und Ruh durchs All verbreiten, 



Die römischen Ziffern am Rande beziehen sich auf die analogen Ziffern 
der Thementafel. 

Schönberg, Gurrelieder. Führer, Kleine Ausgabe 1 



m 



2 I. TEIL 

Nicht Wasser aünkt mich dann des Meeres Raum, 
Und jener Wald scheint nicht Gebüsch und Baum. 
Das sind nicht Wolken, die den Himmel schmücken, 
Und Tal und Hügel nicht der Erde Rücken, 
Und Form und Farbenspiel, nur eitle Sdiäume, 
Und alles Abglanz nur der Gottesträume. 

WALDEMAR 
Roß! Mein Roß! Was schleichst du so trag! 
Nein, ich seh's, es flieht der Weg 
Hurtig unter der Hufe Tritten. 
Aber noch schneller mußt du eilen, 
Bist noch in des Waldes Mitten, 
Und ich wähnte, ohn' Verweilen 
Sprengt ich gleich in Gurre ein. 
Nun weicht der Wald, schon seh ich dort die Burg, die Tove 

mir umschließt, 
Indes im Rücken uns der Forst zu finstrem Wall zusammenfließt; 
Aber noch weiter jage du zu! 
Sieh! Des Waldes Schatten dehnen 
Über Flur sich weit und Moor! 
Eh' sie Gurres Crund erreichen, 
Muß ich stehi. v^or Toves Tor. 
Eh' der Laut, de: je^o klinget. 
Ruht, um nimmermehr zu tönen. 
Muß dein flinker Hufschlag, Renner, 
Über Gurres Brücke dröhnen; 
Eh' das welke Blatt — dort schwebt es — , 
Mag herab zum Bache fallen, 
. Muß in Gurres Hof dehi Wiehern 
Fröhlich widerhallen . . . 
Der Schatten dehnt sich, der Ton verklingt, 
Nun falle, Blatt, magst untergehn: 
Volmer hat Tove gesehn! 

IV TOVE 

Sterne jubeln, das Meer, es leuchtet. 
Preßt an die Küste sein pochendes Herz, 



I. TEIL 3 

Blätter, sie murmeln, es zittert ihr Tauschmuck, 
Seewind umfängt mich in mutigem Scherz, 
Wetterhahn singt, und die Turmzinnen nicken, 
Burschen stolzieren mit flammenden Blicken, 
Wogende Brust voll üppigen Lebens 
Fesseln die blühenden Dirnen vergebens, 
Rosen, sie mühn sich, zu spähn in die Ferne, 
Fackeln, sie lodern und leuchten so gerne, 
Wald erschließt seinen Bann zur Stell', 
Horch, in der Stadt nun Hundegebell. 
Und die steigenden Wogen der Treppe 
Trägen zum Hafen den fürstlichen Held, 
Bis er auf alleroberster Staffel 
Mir in die offenen Arme fällt. 

V/ALDEMAR V 

So tanzen die Engel vor Gottes Thron nicht. 

Wie die Welt nun tanzt vor mir. 

So heblich klingt ihrer Harfen Ton nicht, 

Wie Waidemars Seele dir. 

Aber, stolzer auch saß neben Gott nicht Christ 

Nach dem harten Erlösungsstreite, 

Als Waldemar stolz nun und königlich ist 

An jTovelilles Seite. 

Nicht', sehnlicher möditen die Seelen gewinnen 

Den Weg zu der Seligen Bund, 

Als ich deinen Kuß, da ich Gurres Zinnen 

Sah leuchten vom Oeresund. 

Und |ich tausch' auch nicht ihren Mauerwall 

Und den Scha^, den treu sie bewahren, 

Für, Himmelreichs Glanz und betäubenden Schall 

Und alle der Heiligen Scharen! 

TOVE VI 

Nun sag ich dir zum ersten Mal: 
»König Volnier, ich hebe dich!« 
Nun küß ich dich zum erstenmal, 
«Jnd schlinge den Arm um dich. 



4 I. TEIL 

Und sprichst du, ich hätl' es schon früher gesagt 

Und je meinen Kuß dir geschenkt, 

So Sprech' ich: »Der König ist ein Narr, 

Der flüchtigen Tandes gedenkt.« 

Und sagst du: »Wohl bin ich solch ein Narr,« 

So Sprech' ich: »Der König hat recht ;<■■; 

Doch sagst du: »Nein, ich bin es nicht,« 

So Sprech' ich: »Der König ist schlectit.« 

Denn all meine Rosen küßt' ich zu tot, 

Dieweil ich deiner gedacht. 

VII WALDEMAR 

Es ist Mitternachtszeit, 

Und unsel'ge Geschlechter 

Stehn auf aus vergeßnen, eingesunknen Gräbern, 

Und sie blicken mit Sehnsucht 

Nach den Kerzen der Burg und der Hütte Licht. 

Und der Wind schüttelt spottend 

Nieder auf sie • 

Harfenschlag und Becherklang 

Und Liebeslieder. 

Und sie schwinden und seufzen: 

»Unsre Zeit ist um.« 

Mein Haupt wiegt sich auf lebenden Wogen, 

Meine Hand vernimmt eines Herzens Schlag, 

Lebenschwellend strömt auf mich nieder 

Glühender Küsse Purpurregen, 

Und meine Lippe jubelt: 

»Jegt ist's meine Zeit!« 

Aber die Zeit flieht. 

Und umgehn werd' ich 

Zur Mitternachtsstunde 

Dereinst als tot, 

Werd' eng um mich das Leichenlaken ziehn 

Wider die kalten Winde 

Und weiter mich schleichen im späten Mondlidif 

Und schmerzgebunden 

Mit schwerem Grabkreuz 

Deinen lieben Namen 



I. TEIL 5 

In die Erde ri^en 

Und sinken und seufzen: 

s-Unsre Zeit ist um!« 

TOVE VIII 

Du sendest mir einen Liebesblick 
Und senkst das Auge, 
Doch der Blick preßt deine Hand in meine, 
Und der Druck erstirbt; 
Aber als liebeweckenden Kuß 
Legst du meinen Händedruck mir auf die Lippen. 
Und du kannst noch seufzen um des Todes willen, 
Wenn ein Blick auflodern kann 
Wie ein flammender Kuß? 
Die leuchtenden Sterne am Himmel droben 
Bleichen wohl, wenn's graut. 
Doch lodern sie neu jede Mitternachtszeit 
In ewiger Pracht. — 
So kurz ist der Tod, 
Wie ruhiger Schlummer 
Von^Dämm'rung zu Dämm'rung, 
Und wenn du erwachst: 
Bei dir auf dem Lager 
In neuer Schönheit 
Siehst du strahlen 
Die junge Braut. 
So laß uns die goldene 
Schale leeren 

Ihm, dem mächtig verschönenden Tod: 
Denn wir gehn zu Grab 
Wie ein Lächeln, ersterbend 
Im seligen Kuß! 

WALDEMAR IX 

Du wunderliche Tove! 
So reich durch dich nun bin ich, 
Daß nicht einmal mehr ein Wunsch mir eigen. 
So leicht meine Brust, 
Mein Denken so klar. 
Ein wacher Frieden über meiner Seele. 



6 I. TEIL 

Es ist so still in mir, 

So seltsam stille. 

Auf der Lippe weilt brückeschlagend das Wort, 

Doch sinkt es wieder zur Ruh. 

Denn mir ist's, als schlug in meiner Brust 

Deines Herzens Schlag, 

Und als höbe mein Atemzug, • 

Tove, deinen Busen, 

Und unsre Gedanken seh ich 

Entstehn und zusammengleiten, 

Wie Wolken, die sich begegnen, 

Und vereint wiegen sie sich in wechselnden Formen- 

Und meine Seele ist still. 

Ich seh in dein Aug' und schweige, 

Du wunderliche Tove. 

ORCHESTER-ZWISCHENSPIEL 

X STIMME DER WALDTAUBE 

Tauben von Gurre! Sorge quält mich, 
Vom Weg über die Insel her! 
Kommet! Lauschet! 
Tot ist Tove ! Nacht auf ihrem Auge, 
Das der Tag des Königs war! 
Still ist ihr Herz, 

Doch des Königs Herz schlägt wild. 
Tot und doch wild! 

Seltsam gleichend einem Boot auf der Woge, 
Wenn der, zu dess' Empfang die Planken huldigend sich 

gekrümmt, 
— Des Schiffes Steurer — tot liegt, verstrickt in der 

Tiefe Tang. — 
Keiner bringt ihnen Botschaft, 
Unwegsam der Weg. 
Wie zwei Ströme waren ihre Gedanken. 
Ströme gleitend Seit' an Seite. 
Wo strömen nun Toves Gedanken? 
Die des Königs winden sich seltsam dahin, 
Suchen nach denen Toves, 
Finden sie nicht. 



1. TEIL 

Weit flog ich, Klage sucht' ich, fand gar viel! 

Den Sarg sah ich auf Königs Schultern, 

Henning stül5t' ihn; 

Finster war die Nacht, eine einzige Fackel 

Brannte am Weg; 

Die Königin hielt sie,, hoch auf dem Söller, 

Rachebegierigen Sinns. 

Tränen, die sie nicht weinen wollte, 

Funkelten im Auge. 

Weit flog ich, Klage sucht' ich, fand gar viel! 

Den König sah ich, mit dem Sarge fuhr er, 

Im Bauernwams. 

Sein Streitroß, das oft zum Sieg ihn getragen, 

Zog den Sarg. 

Wild starrte des Königs Auge, suchte 

Nach^inem Blick, 

Seltsam lauschte des Königs Herz 

Nach einem Wort. 

Henning sprach zum König, 

Aber noch immer suchte er Wort und Blick. 

Der König öffnet Toves Sarg, 

Starrt und lauscht mit bebenden Lippen, 

Tove ist stumm! 

Weit flog ich, Klage sucht' ich, fand gar viel! 

Wollt' ein Mönch am Seile ziehn, 

Abendsegen läuten; 

Doch er sah den Wagenlenker 

Und vernahm die Trauerbotschaft: 

Sonne sank, indes die Glocke 

Grabgeläute tönte. 

Weit flog ich, Klage sucht' ich und den loai 

Helwigs Falke 

War's, der grausam 

Gurres Taube zerriß! 



ü., UI. TEIL 

IL TEIL 

WALDEMAR 
Herrgott, weißt du, was du tatest, 
Als klein Tove mir verstarb? 
Triebst mich aus der legten Freistatt, 
Die ich meinem Glück erwarb! 
Herr, du solltest wohl erröten : 
Bettlers einz'ges Lamm zu töten! 
Herrgott, ich bin auch ein Herrscher, 
Und es ist mein Herrscherglauben: 
Meinem Untertanen darf ich 
Nie die le^te Leuchte rauben. 
Falsche Wege schlägst du ein: 
Das heißt wohl Tyrann, nicht Herrscher sein! 
Herrgott, deine Engelscharen 
Singen stets nur deinen Preis, 
Doch dir wäre mehr vonnöten 
Einer, der zu tadeln weiß. 
Und wer mag solches wagen? 
Laß mich, Herr, die Kappe deines^ Hofnarr'n tragen! 



IIL TEIL 

DIE WILDE JAGD 

WALDEMAR 
Erwacht, König Waidemars Mannen wert! 
Schnallt an die Lende das rostige Schwert, 
Holt aus der Kirche verstaubte Schilde, 
Gräulich bemalt mit wüstem Gebilde. 
Weckt eurer Rosse modernde Leichen, 
Schmückt sie mit Gold, und spornt ihre Wcidienj 
Nach Gurrestadt seid ihr entboten, 
Heute ist Ausfahrt der Toten! 



III. TEIL 9 

BAUER U 

Deckel des Sarges klappert und klappt, 
Schwer kommt's her durch die Nacht getrabt 
Rasen nieder vom Hügel rollt, 
Über den Grüften klingt's hell wie Gold. 
Klirren und Rasseln durchs Rüsthaus geht, 
Werfen und Rücken mit altem Gerät, 
Steinegepolter am Kirchhofrain, 
Sperber sausen vom Turm und schrei'n. 
Auf und zu fliegt's Kirchentor. 
Da fährt's vorbei! Rasch die Decke übers Ohr! 
Ich schlage drei heilige Kreuze geschwind 
Für Leuf und Haus, für Roß und Rind; 
Dreimal nenn' ich Christi Namen, 
So bleibt bewahrt der Felder Samen, 
Die Glieder noch bekreuz ich klug, 
Wo der Herr seine heiligen Wunden trug. 
So bin ich geschürt vor der nächtlichen Mahr, 
Vor Elfenschuß und Trolls Gefahr. 
Zulegt vor die Tür noch Stahl und Stein, 
So kann mir nichts Böses zur Tür herein. 

WALDEMARS MANNEN III 

Gegrüßt, o König, an Gurre-Scestrand ! 
Nun jagen wir über das Inselland, 
Holla! Vom stranglosen Bogen Pfeile zu senden, 
Mit hohlen Augen und Knochenhänden, 
Zu treffen des Hirsches Schattengebild, 
Holla! Daß Wiesentau aus der Wunde quillt. 
Holla! Der Walstatt Raben 
Geleit uns gaben, 

Über Buchenkronen die Rosse traben. 
Holla! So jagen wir nach gemeiner Sag' 
Eine jede Nacht bis zum jüngsten Tag. 
Holla, Hussa Hund! Hussa Pferd! 
Nur kurze Zeit das Jagen währt! 
Hier ist das Schloß, wie einst vor Zeiten !- 
Holla! Xokes Hafer gebt den Mähren, 
Wir wollen vom alten Ruhme zehren. 



10 III. TEIL 

IV WALDEMAR 

Mit Toves Stimme flüstert der Wald, 

Mit Toves Augen schaut der See, 

Mit Toves Lächeln leuchten die Sterne, 

Die Wolke schwillt wie des Busens Schnee. • 

Es jagen die Sinne, sie zu fassen, 

Gedanken kämpfen nach ihrem Bilde. 

Aber Tove ist hier und Tove ist da, 

Tove ist fern und Tove ist nah. 

Tove, bist du's, mit Zaubermacht 

Gefesselt an Sees und Waidespracht? 

Das tote Herz, es schwillt und dehnt sich, 

Tove, Tove, Waldemar sehnt sich nach dir! 

V KLAUS-NARR 

»Ein seltsamer Vogel ist so 'n Aal, * 

Im Wasser lebt er meist, 

Kommt doch bei Mondschein dann und wann 

Ans Uferland gereist.« 

Das sang ich oft meines Herren Gästen, 

Nun aber paßt's auf mich selber am besten. 

Ich halte je^t kein Haus und lebe äußerst schlidit 

Und lud auch niemand ein und praßt' und lärmte nicht, 

Und dennoch zehrt an mir manch unverschämter Wicht, 

B/um kann ich auch nichts bieten, ob ich will oder nicht, 

Doch — dem schenk ich meine nächtliche Ruh, 

Der mir den Grund kann weisen. 

Warum ich jede Mitternacht 

Den Tümpel muß umkreisen. 

Daß Falle Glob und Erik Paa 

Es auch tun, das versteh' ich so: 

Sie gehörten nie zu den Frommen; 

legt würfeln sie, wiewohl zu Pferd, 

Um-4en kühlsten Ort, weit weg vom Herd, 

Wöih sie zur Hölle kommen. 

Und' äer Könjg, der von Sinnen stets, sobald die Eulen klagen, 

Und stets nach einem Mädchen ruft, das tot seit Jahr und Tagen. 

Auch dieser hat's verdient und muß von Rechtes wegen jagen, 



111. TEIi. 11 

Denn er war immer höchst brutal, 

Und Vorsicht galt es allenal 

Und oifnes Auge für Gefahr, 

Da er ja selber Hofnarr war 

Bei jener großen Herrschaft überm Monde. 

Doch daß ich, Klaus-Narr von Farum, 

Ich, der glaubte, daß im Grabe 

Man vollkommne Ruhe habe, 

Daß der Geist beim Staube bleibe, 

Friedlich dort sein Wesen treibe, 

Still sich sammle für das große 

Hotfest, wo, wie Bruder Knut 

Sagt, ertönen die Posaunen, 

Wo wir Guten wohlgemut 

Sünder speisen wie Kapaunen. — 

Ach, daß 'ch im Fdtte rase, 

Gegen den Schwanz gedreht die Nase, 

Sterbensmüd im ivilden Lauf, 

Wärs zu spät nicht, ich hinge mich auf. 

Doch, wie süß soll's schmecken zulegt, 

Werd' ich dann doch in den Himmel versetzt! 

Zwar ist mein Sündenregister groß, 

Allein vom fneisten schwa^ ich mich los! 

Wer gab der nackten Wahrheit Kleider? 

Wer ward dafür geprügelt leider? 

Ja, wenn es noch Gerechtigkeit gibt, 

Dann muß ich eingehn in Himmels Gnaden . . • 

Na, und dann mag Gott sich selber gnaden. 

WALDEMAR -VT 

Du strenger Richter droben. 
Du lachst meiner Schmerzen, 
Doch dereinst, beim Auferstehn des Gebeins 
Nimm es dir wohl zu Herzen: 
Ich und Tove, wir sind eins. 
So zerreiß auch unsre Seele nie, 
Zur Hölle mich, zum Himmel sie. 
Denn sonst gewinn ich Macht, 



12 III. TEIL 

Zertrümmre deiner Engel Wacht 
Und sprenge mit meiner wilden Jagd 
Ins Himmelreich ein. 

VII WALDEMARS MANNEN 

Der Hahn erhebt den Kopf zur Kräht, 
Hat den Tag schon im Schnabel, 
Und von unsern Schwertern trieft 
Rostgerötet der Morgentau. 
Die Zeit ist um! 

Mit offnem Munde ruft das Grab, 
Und die Erde saugt das lichtscheue Rätsel ein. 
Versinket ! Versinket ! 
Das Leben kommt mit Macht und Glanz, 
Mit Taten und pochenden Herzen, 
Und wir sind des Todes, 
Der Sorge und des Todes, 
Des Schm.erzes und des Todes. 
Ins Grab! Ins Grab! Zur träumeschwangern Ruh. 
O, könnten in Frieden wir schlafen! * 

DES SOMMERWINDES WILDE JAGD 
ORCHESTER-VORSPIEL 

Vm SPRECHER , 

Herr Gänsefuß, Frau Gänsekraut, nun duckt euch nur geschwind, 
Denn des sommerlichen Windes wilde Jagd beginnt. 
Die Mücken fliegen ängstlich aus dem schilfdurchwachsnen Heiin, 
In den See grub der Wind seine Silberspuren ein. 
Viel schlimmer kommt es, als ihr euch nur je gedacht; 
Hu, wie's schaurig in den Buchenblättern lacht! 
Das ist Sankt Johamiiswurm mit der Feuerzunge rot. 
Und der schwere Wiesennebel, ein Schatten bleich und tot! 
Welch Wogen und Schwingen ' 
Welch Ringen und Singen! 

In die Ähren schlägt der Wind in leidigem Sinne. 
Daß das Kornfeld tönend bebt. 
Mit den langen Beinen fiedelt die Spinne, 
Und es reißt, was sie mühsam gewebt. 
Tönend rieselt der Tau zu Tal, 



III, TEIL 13 

Sterne schießen und schwinden zumal, 

Flüchtend durchraschelt der Falter die Hecken, 

Springen die Frösche nach feuchten Verstecken. 

Still! Was mag der Wind nur wollen? 

Wenn das welke Laub er wendet, 

Sucht er, was zu h'üh geendet: 

Frühlings blauweiße Blütensäume, 

Der Erde flüchtige Sommerträume 

Längst sind sie Staub! 

Aber hinauf, über die Bäume 

Schwingt er sich nun in lichtere Räume, 

Denn dort oben, wie Traum so fein, 

Meint er, müßten die Blüten sein! 

Und mit seltsamen Tönen 

In ihres Laubes Kronen 

Grüßt er wieder die schlanken schönen. 

Sieh! Nun ist auch das vorbei, 

Auf luftigerh Steige wirbelt er frei 

Zum blanken Spiegel des Sees, 

Und'flort, in der Wellen unendlichem Tanz, 

In bleicher Sterne Widergianz 

Wiegt er sich friedlich ein. 

Wie stille ward's zur Stell' ! 

Ach, war das licht und hell! 

O schwing dich aus dem Blumenkelch, Marienkäferlein, 

Und bitte deine schöne Frau um Leben und Sonnenschein ! 

Schon tanzen die Wogen am Klippenecke, 

Schon schleicht im Grase die bunte Schnecke; 

Nun" regt sich Waldes Vogelschar, 

Tau schüttelt die Blume vom lockigen Haar 

Und späht nach der Sonne aus. 

Erwacht, erwacht, ihr Blumen, zur Wonne! 

Seht die Sonne! ^ IX 

Farbenfroh am Himmelssaum, 

östlich grüßt ihr Morgentraum! 

Lächelnd kommt sie aufgestiegen \ GEMISCHTER CHOR 

Aus -den Fluten der Nacht, 

Läßt von lichter Stirne fliegen 

Strahlenlockenpracht ! 



ARNOLD SCHÖNBERG 



GURRELIEDER 



FÜHRER 

VON 

ALBAN BERG 



(KLEINE AUSGABE*) 



UNIVERSAL-EDITION A. G. 

LEIPZIG ^ WIEN 

ALLE RECHTE, INSBESONDERE DAS 
DER ÜBERSETZUNG, VORBEHALTEN 

*) Die große Ausgabe des Führers (100 Seiten Umfang) ist unter U. E. Nr. 3695 (Preis 
M. 2.—) erschienen. 



16 



I. TEIL 



BESETZUNG 



SOLI: 

Waldemar (Tenor) Bauer (Baß) 

Tove (Sopran) Klaus-Narr (Tenor) 

Waldtaube (Mezzosopran oder Alt) Sprecher 

CHÖRE: 

Waidemars Mannen (3 vierstimmige Männerchöre) 
Achtstimmiger gemischter Chor 



HOLZBLÄSER: 



4 kleine Flöten "^ 
4 große Flöten | 
3 Oboen 1 

2 Englisch-Hörner j 



8 große Flöten 



5 Oboen 



3 Klarinetten in A oder B "j 7 Klari- 
2 Es-Klarinetten | netten 

2 Baß-Klarinetten in B j in A 

3 Fagotte 

2 Kontra-Fagotte 



BLECHBLASER: 

10 Hörner in F (4 Wagner-Tuben) 4 Tenor-Baß-Posaunen 

6 Trompeten in F, B, C 1 Baß-Posaune in Es 

1 Baß-Trompete in Es 1 Kontrabaß-Posaune 

1 Alt-Posaune 1 Kontrabaß-Tuba 



6 Pauken 

Große Rührtrommel 

Becken 

Triangel 

Glockenspiel 

Kleine Trommel 



SCHLAGINSTRUMENTE : 



Große Trommel 

Holzharmonika (Xylophon) 

Ratsclien 

Einige große eiserne Ketten 

Tamtam 



4 HARFEN, CELESTA. 



STREICHER 

Violine I 10 fach geteilt 

II 10 » 

Bratsche 8 » » 

Violoncell 8 » > 
Kontrabaß 



in mehrfacher Bese^img 



TEIL 17 



Die um das Jahr 1868 entstandenen Gurrelieder sind ein Jugendwerk 
des dänischen Dichters Jens Peter Jacobsen (1847^1885). ^ Sie 
erschienen zuerst in einer Rahmenerzählung: »Der Kaktus blüht«, 
die aber Fragment geblieben ist. Ihnen liegt — wie ich einer Anmerkung 
des Überse^ers R. F. Arnold entnehme — eine dänische Sage zugrunde, 
»der zufolge König Valdemar IV. Atterdag (1340—1375) ein schönes Mädchen 
Tove Lille (Klein-Tove) im Verborgenen liebte«. Die Königin Helvig, von 
Geburt eine schleswigsche Fürstin, soll aus Eifersucht den Tod des Mädchens 
veranlaßt haben. — Die moderne ^olksliedforschung ergab, daß die Sage 
von Valdemar und Tove auch sonst bei den Dänen, Schweden, Isländern 
und Faeröern auf eine um zwei Jahrhunderte ältere geschichtliche Begebenheit 
zurückgreift, »und daß unter Valdemar nicht der Atterdag, sondern der erste 
dieses Namens, Valdemar der Große (1157— 1182), dessen rechtmäßige Gattin 
Sofie hieß, zu verstehen ist. -- Mit dieser Sage verknüpfte sich bald, auch 
erst im VolksMede, dann bei den Geschichtsschreibern die Sage vom wilden 
Jäger Valdemar, ein speziell jütisch - seeländisch er Niederschlag gemein- 
germanischer Vorstellungen, wahrscheinlich ebenfalls vom ersten auf den 
vierten Valdemar übertragen. In Gurre starb der Atterdag und jagt all- 
nächtlich von Vordingborg nach Gurre, wie das Volk meint. So mag Gurre 
(Schloß und ehemals auch Stadt am Esromsee im nördUchen Seeland) der 
lokale Verknüpfungspunkt beider Sagen gewesen sein. 



Schönberg, Gurrelieder. Führer, Kleine Ausgabe, 



18 I. TEIL 



Die Komposition der Gurrelieder lieget zwischen der des Streich- 
sextettes »Verlilärte Nacht«, Opus 4, und der der symphonischen 
Dichtung >PeIleas und Melisande«, Opus 5. Die genauen Daten 
der Entstehung entnehme ich einem Brief Arnold Schönbergs, dessen dies- 
bezügliche Stellen ich der Einfachheit halber und wegen der Unmöglichkeit, 
CS prägnanter zu sagen, hierher sege: »Im März 1900 [in Wien] habe ich 
den I. und II. Teil und vieles aus dem III. Teil komponiert. Darauf lange 
Pause, ausgefüllt mit Operetteninstrumentation. März (also anfangs) 1901 
Rest vollendet! Dann Instrumentation im August 1901 begormen (wieder 
durch andere Arbeiten verhindert, denn ich bin ja immer am Komponieren 
verhindert worden). In Berhn Mitte 1902 fortgesetzt. Dann große Unter- 
brechung wegen Operetteninstrumentationen. 1903 zuletzt daran gearbeitet 
und fertiggestellt bis zirka Seite 118 [der Partitur, entspricht der Seite 105 
de 5 Klavierauszuges]. Daraufhin liegen gelassen und ganz aufgegeben! 
Wieder aufgenommen Juli 1910 [in Wien]. Alles instrumentiert bis auf den 
Schlußchor, den vollendet in Zehlendorf [bei Berlin] 1911. 

Die ganze Komposition war also, ich glaube, im April oder Mai 1901 
vollendet. Bloß der Schlußchor stand nur in einer Skizze da, in der aller- 
dings die wichtigsten Stimmen und die ganze Form bereits vollständig vor- 
handen waren. Instrumentationsanmerkungen waren in der ursprünglichen 
Komposition nur ganz wenige notiert. Ich notierte damals derartiges nidit, 
well man sich ja den Klang merkt. Aber auch abgfesehen davon : man muß 
es ja sehen, daß der 1910 und 1911 instruriientierte Teil im Instrumentations- 
stil ganz anders ist als der I. und II. Teil. Ich hatte nicht die Absicht das 
zu verbergen. Im Gegenteil, es ist selbstverständlich, daß ich zehn Jahre 
später anders instrumentiere. 

Bei der Fertigstellung der Partitur habe ich nur einige wenige Stellen 
tiberarbeitet. Es handelt sich bloß um Gruppen von 8—20 Takten; ins- 
besonders z. B. in dem Stück: „Klaus-Narr''' und im Schlußchor. Alles 
übrige ist (selbst manches, das ich gerne anders gehabt hätte,) so geblieben 
wie es damals war. Ich hätte den Stil nicht mehr getroffen und ein halb- 
wegs geübter Kenner müßte die 4 — 5 korrigierten Stellen ohne weiters finden 
können. Diese Korrekturen haben mir mehr Mühe gemacht als 
seinerzeit die ganze Komposition.« 



I. TEIL 



19 



THEMENTAFEL 

(Die Beispiele dieser Thementafel sind der im gleichen Verlage erschienenen 
Broschüre ^ARNOLD SCHÖNBERQ, GURRELIEDER - FÜHRER von ALBAN 
BERG« entnommen. Darauf beziehen sich auch die vor den Beispielen 
stehenden Ziffern, deren Reihenfolge — da hier nur ein Teil der Beispiele 
des Führers angeführt sind — zwar fortlaufend, aber oft unterbrochen ist.) 



1\SL Takt. 

Mäßig lewegt. 



Takt 4. 



I. TEIL 

ORCHESTER-VORSPIEL 

^ darüber, das schon 
im 3. Takt ein- 
setzende 2 A(B). 



Takt 3. 



kLu.gr. FI. 






Immer mit 2A, B. 



Ein wenig bewegter. 

-Bsp.2 A.,B 1 




-Bsp.3.- 



VgL4A 

(=B) mit 

2A 



Die über den Beispielen stehenden eingerahmten Zahlen stimmen mit den Orien- 
tierungsnummern des Klavierauszuges überein, die — in jedem Teil — bei 1 beginnend, 
immer die zehnten Takte bezeichnen. So bedeutet a lso zum Beispiel yj den 30. Takt. Die 
<laneben stehenden Ziffern geben die Einer an. Etwa »jjs den 35. Takt, und zwar: 
im I. Teil der zweite Takt auf Seite 7 \ 

„ II. „ „ achte „ „ „ 89 V des Klavierauszuges. 

„ III. „ „ dritte „ .„ „ 98 ] 
Die Taktzahl in der Partitur stimmt mit der im Klavierauszug nicht ganz überein. In der 
Partitur gehört der dritte Takt auf Seite 92 und der fünfte Takt auf Seite 115 weg; auger- 
dem ist auf Seite 71 irrtümlich ein Takt weggelassen worden. Dort ist der fünfte Takt zu 
•wiederholen, die Sin gstim me hat also um einen Takt später einzusetzen (der fehlende Takt 
-entspricht dem Takt FTi im I. Teile des Klavierauszuges). 

2* 



20 



I. TEIL 



, — , Gedehnt. 




Bei m Kombination von 4A (enggeführt), 1 (enggeführt) und 2A (B). 
Schluß-, resp. Überleitungstakte = 1, 2A, B und 5. 

I. WALDEMAR 
Dieselben Bestandteile: 5, 4 A und 2C. 



L2J3 Etwas langsamer. 



Nund;unpft die Dämm-ning' jeden Ton von Meer und L.inr), dlefUcffenden Wnlkrn 

K H. ,!V^ 7 kW. W J 



g^: ,." , , ßr^-\J^i 




andere h.irmoni.'iChe Wendung; 



träumt im Flu ten bei ■ It 
awidnu.ksznll 




Beispiel 10 = C aus Beispiel 2. 

Kurzes Nachspiel (2A) und kurze Überleitung zu: 



Oü 



II. TOVE 



■I.Solo Geige 



wenn des Mondes StraWen lei-se glei-ten 
etc. 




Mittelteil: 



töTl fließender 
izUs Das sind 
-b 



I. TEIL 



nicht Wol 



21 



ken, die den 

gSvGeigren 




yn. Solo Vlo. 

Wichtiges Thema (aus Beispiel 18 a, c entstanden): 




Kurzes Nachspiel und einige Überleitungstakte mit aus 19 a gebildeten 



Bässen. 



III. WALDEMAR 




(folgt Bsp. 22) 



21b = 19 a. 




(jDes "Waldes Schatten deh-nen über Flur sich weit und Moor!^ 



22 



I. TEIL 



Sehr zurückhaltend, 
ß- 




24 B = 19 b. 

Nachspiel (19 c^ 21 c). — 



IV. TOVE 



% Sehr lebhaft. Tl^Z^-rr — ü — ♦ 
Ob.Ki.E.H n-i I tl4 i»-- rf:?! :r 




V von H dun 

27 A und die Streieherfigur im 2. Tal<t = IQb^ 



folgt Bsp. 28j. 



(Sehr Ster - ne juBeln,das 



jk| löelir ster - ne ju6eln,das i D 

— ' lehhaft.) Me«r, es leuchtet, J preßt an die Kü-ste sein pochendes Herz, 




28 b = 19 c. 



V. WALDEMAR 



Mä ßig bewegt. . 



B- 



SotanzendieEngrelvor Got - tesTfaronnichtwie djeWeltnuntanztvormir Solieblichklinei 




I. TEIL 
VI. TOVE 



23 




Nunsag'ich dir zumersten Mal „Kö-nip volmcnicMie - hc Dich.'*' 

—F. ' , Tr_ ^,— E, 




Sun,küssich Dich rumer-sten Mal, u ndschl ingrcden Arm um Dich 

SoIoGpis-p,^.,- — ■ B- RCÄ: ^'""^s EH ♦^"^5" 




K-Far 



Kurzes Nachspiel (über einem Orgelpunkt zugleich erklingend 36 A in 
Original- und vergrößerter Form und 33 A). 



(44a^= 19 b.) 




VII. WALDEMAR 



[55| Sehr langsam 




Es ist Mitternachts Zeit, und unserg« Geschechler 

steh'n 

auf ausvergessnen, ein-ge-suiik-nenGräbern. 




b = 19 a. 



KtK. _ . 
BrT. Hfo.Hr. 
riUnd der Wind schüttelt spottend nieder auf sie Harfen und BecherkJang- und Liebesliedei': 



24 



I. TEIL 





Mittelteil: 



5H. r 



Mein Haupt wieelsichaul' Ic-ben-denWo- g^n. 




und wei - cei- mich 
sehlei-ch en im spä - ten Mond-licht, 



4ÖB 




I. TEIL 



25 



■> undschmerzg-tbunden, rrutschwereniGrabkreuz 

Cniyiifusdruck'Suo/l .j.) i 




50b 
= 49b. 



Kb.' n !/• -4 ^ O- (folgt Bsp.47) 

Einige Schlußtakte (Beispiel 45) und Überleitung (Beispiel 51). 

VIII. TOVE 
I — , Sehr langsam. 



-Ci- 



-Cg- 



_ry^' \ 16 _ 

3 mal< 



Du sendest mir ei-nett- Lie besblick 
Ob. Kl. Gg._ 




-cs- 



6—1 r 



/pi ) und senkst das Au ge,- doch der Blickpreßt dei-ne Hand in mei-ne, undderPrucken 




Ifißl ' ' ' f 'Z t g 

^^ 'stirbt- a - berals' Ue-beweckenden' Kuß legst du meinen Hän-d&<iruck m ir 
GgFl. ObJO, . .^-r-K= . Str ?<??•"■ 



26 



I. TEIL 



-64- 



; ', f,_-^":=^ 



auf die Lip-pen. Und duk annst nochseufzen um des To 

Ge 



— \ 
des wll - len^vtimeiÄ 




(Trpt.inD') (Hö.inD) Kb. 

Hfe. Gff. Br - foi^ Bsp. 57 

Nachspiel: Beispiel 56 a (enggeführt und mit 52 b, i^ ein dreitaktiges 
Modeil bildend), Beispiel 52 ii, 62 und 63 und Überleitung (52 fo). 

IX. WALDEMAR 
R uhige Bewe^ng. . 



Du wun-der-li - che To-vel 

* ' — r 




So reich durch dich nun tinich. 
?3I ' =M: 




I. TEIL 



27' 



Es ist so still in mir, 




62 A V = 19 c. 
62B = 5ia 



W^- 



ORCHESTER-ZWISCHENSPIEL 
Es ist eine Art Durchführung des I. Teils. Die wichtigsten Themen werden 
in mehrtaktigen Modellen, (z. B. 63,) in den verschiedensten Kombinationen 
gebracht, sequenziert, durch Verkürzung, Teilung usw. weitergeführt und aus 
einem »wenig bewegten* -^Rhythmus, nach und nach belebter, steigernd in 
einen sehr raschen scherzoartigen ^ Rhythmus (Bsp. 65) übergeleitet, dort 
wieder kontrapunktische Modelle bildend, (z. B. 66). Nach einer ebensolchen- 
Weiterführung wird, wieder nach und nach steigernd, der breite ^-taktige- 
III. Teil dieses Zwischenspiels eirreicht, aus dem die Überleitung wieder raschi 
steigernd zum folgenden Lied der Waldtaube hervorwächst (Bsp. 69). 



Ein wenig bewegt 



63< 




63a = 60 bi; 63b = 19b; 63c=36A; (63 d= 33 A)- 



•28 



I. TEIL 



tBei {Wjß weitere Kombinationen von 36 A mit 52 b'und 52 B Ci^ Bei l'^k = 52 E F. — 



Sehr lebhaft, beschleunigend, heftig. 

5el , Stn Holz. 



Sehr rasch, 
b- 




■ Kb.Vlc. KrFaff. 

(HS.) r 

65a = 27B, 65b == 51B, 65 0^= 60'bi, 65u = 60^, 65e^= 19b. 
Nach imd nach steigernd. 




p(sehr weich) 
-C 



Kb.VlcFffKrF? 



t56a = 52eie2. 66 b = 19 b, 6ö'c =60 31, 66d^= 52 Bq, 66 6^= 51 B. — 



I. TEIL 



29^ 



Bei liOi neue Kombination derselben Themen 66 ab c d mit 60 B und 19 a. — 

Bei [W\i Kanon eines aus 66 ? (= 52 e) und 60 B gebildeten Themas,. 

hiezu. Beispiel 27 B b. — IHJ? bis \W^ entspricht einem Teil des VIII. Liedes: 

|W|9 bis |to;|i (Beispiel 56). Daranschließend eine Überleitung aus 56 ci zum. 

Eintritt des sehr wichtigen Themas 69 A. 



Sehr langsam. rit.edim. 




69 A s. a. die Stelle im folgenden Lied: |W| »D/e Königin hielt sie (die 
Fackel) rachebegierigen Sinns«. 69 b = 36 A (verzerrt zu einer an 45 a ge- 
mahnenden Form). 



LIED DER WALDTAUBE (X) 



Langsam, 




71 



[ÖbL Langsam. 



71 B = 70 b 




Nacht auf ih - rem Aa-ge, dasder Tag- des Kö-nigawar! 




30 



I. TEIL 



7 Etwas rascher. 




Doch des Kö - nigs Herz schlaf -wild, 
, 11 R I tot und doch wild! 




72i = bei J^ in Verbindung mit 19 b. — 

Bei ||8;i7 = 71i und 70B b^. — Bei [eäb (»unwegsam der Weg«) Bei- 
spiel 47 C und 45 al — Bei i;9^|8 >wie zwei Ströme waren ihre Gedanken*) 
eine Kombination von 36 A und 33 A. - Bei iWle (>Die Gedanken des 
Königs winden sich seltsam dahin«) = Kombination von 33 A (verzerrt), 
72i und ig.l (s, Einleitung zum II. Teil). 



Ha 

„(Die Gedanken des Könige) suchen nach 
denen Toves, finden sie nicht. j 

Lanesam., L^ 

r-2 A — , oKr*= 



Erstes Zeitmaß. 




K.-Fag-. 

Kß. 
portamevto 



76^A = wichtig für den II. und III. Teil, — 76 B ist eine neue Form von 
JBeispiel "70 B b2, an die sich bi desselben Beispiels anschließt. 



Den 



Langsa m, gehend 

^ J 1?J' ^ P 

Safg sah ich auf Kö-nigs Schul - lern, 




Bei ITöTh = 69 A ; bei | i04li = 72i und 77i ; bei Ii04|9 71 C. 



II. TEIL 



31 



78 



Ml 



Ruhig, (ff ehend) 



Wollt' ein Mijnch am Sei - le ziehn, 

O.H. 




Hre.= r r 
Fag-, Pk. ff' 

PPP 



^MJQ (»Weitflog ich, ...«; = 76 B. — l ioa u (»Helwigs Falke war's ^. .<) 
(76 B und) 69 A. Hierauf kurzes Nachspiel aus 70 B b^, 70 A und 71 A. 



II. TEIL 

Der IL Teil besteht nur aus einem Lied des Waldemar. Die es ein- 
leitenden Takte bringen 71 AB (»Tot ist Tove<), 76 A, das für diesen II. 
«nd auch den III. Teil von größter Wichtigkeit ist (Beispiel 81, 88 usw.). 
Hierauf 72J"; 71 C, bei |T]5 ''etwas bewegter« die Kombination von 33 A und 19 
wie wir sie im I. Teil sahen, endlich bei |T]9 eine Verbindung von 19 und 72i b. 



iSa 



Beginn der L Strophe. 
Breit waldekak. 




32 



II. TEIL 



Mittelteil der I. Strophe: 
Im Zeitmaß. 

Triebst mich aus der letz - ten .Frei - statt. 




etc> 



Schluß der I. Strophe: 




Beginn der folgenden Strophen: 
L^i Etwas belebter. (J^) 




Vlc. u. Kb. pizz. 



Kurzes Orchesternachspiel: auf einem Orgelpunkt rasch steigernd eine 
Verbindung von 81^ A und dem enggeführten Bestandteil a" von 83. Hierauf 
81 AB; 83 und 81 A. 



III. TEIL 



33 



III. TEIL 

WILDE JAGD 
Nach einigen einleitenden Takten (Beispiel 45 und 46 1) das 



LIED WALDEMARS (I) 
-a- 




A = 81 A (= 76 A). 
Schönber^, Gurrelicder. Führer, kleine A'^ . be. 



34 



III. TEIL 



Mittelteil: 




''M^n5^^~* ^. 




Vle. Kb.B.-Kl. Fag. K.-Fag. 



Kurzes Orchester-Nachspiel: 




Vlc. Kb. Fag. K.-Faff. B.-Kl. 

-A ' 

90 = Verbindung von 88 B und C, 89 A' und 21 c^ 



LIED DES BAUERN (II) 

Es 

Solo. 

fc i:ti i iSoior 




Die erste 
Strophe ruht 

auf einem 

folgender- ^^aI 
maßen | 

gebildeten 
Orgelpunkt: 



Das dazu erklingende, in verschiedener Gestalt auftretende Motiv, 
Beispiel 92 B = einTeil von 88 B. 



92b 



0, 

Kl. Fl. j ° 

oder yJ^h .^P'^e'- :j JSj j 




Hö.m.D. ^ 
E.H. 



III. TEIL 



35 



Schwer kommts herl' 



93 S 




Kb. KrFag. 



Schluß-, respektive Überleitungstakte [bei den vom Männerchor {hinter 
der Szene) geschrienen »//o/Za« !^und_^ dem Ruf ^ des Bauern: ^ Da fährt's 

ooröe//«]: 88C, 89A und 92B (21 c)."— , ^ ____ 

II. Strophe (96 A erinnert an WB): 




Ich schla - ere drei hei - li • ge Kreu - ze ge- schwind a2 
^ a t cj ^ (Ob" 

g' ^poro cresc}> < __2.S7Vlg 




Überleitung: 96 A (respektive 92 B) und 88 C 

WALDEMARS MANNEN (III) 

99 / /l'L I.Ten. ^ 




Er-wachtKö-niffWal-de-mars Man-nen - - wert! 



3* 



36 



III. TEIL 



"* an Gur-reSees StrandUn Gur-re Sws Strand! ' Nun ja - - ffen 



_A.'{- 




Gur-re Sees Strand, Re 
Strand, e:e- grüßt, Re 

^"^^"Ö; 



grüßt an Gur-re Sees 
grüßt an Gur-re Sees 




Strand! 
Strand! 



|Nunia- "R«- 
Nun 



Cur re Sees Strknd,an Gur-re ^Sees .Stiand 

99 A = 88 B, 99 B = Umkehrung von 99 A. 



Uli Sehr lebliaf t 



100 l' f fl |12-Ten. 



i 



^m 



^^ 



^^ 



^^ 



f= 



7. 
CffOÄ 



strang-lfl - sen 
Vom stranglo 



Bo - gen PIfci 
sen Bo - 



le zu 

een Pfei - le_ 



sen-den, 

zu sen - den 




^ Vlc. 

Kb.lPaiüie) 



,tr. Faß-. I 



Ktr. Faff. I T 
Kb. 



100 ai = 94 A. 



M 



zu tref- fendesHir -sches Schat 




usw. 



101 al = 100 al; lOi'c = 100c. — 



III. TEIL 



37 




Alle Bässe 



über Bn - chen - kro - nen die Ros 

102 a = 100 "a respektive 101 c 



103 




So ja~^ geHwir nach ge - mei-ner Säpl 
je - de Ncicht bis zum jüngsten Tag'l 



103 C c = 88 C c, 103 b = 102 b,J03 A^= 89 A. — 

Bei [22]2 Kombination von 100 a^ 88 C und 92 B alle in Originalform und 
Vergrößerung (respektive Verkleinerung), (Außerdem 21 c)T^^nBei' ^J±]i: 88 C 
und 100 ai. — Bei 002: 21 c, 92 B, 88C, 98Ä und 100 ai. — 

Kurzes Orchester-Zwischenspiel: 46i und von [2^4— [äi] die Wieder- 
holung der Stelle des I. Teils [I1I2— liDa Beispiel 49 B, 50 und 47 A.) 



107 



m 



WALDEMAR (IV) 
A — 



Nicht zu lariffsaxa.fgekevcle i) 

WALDEMAR? — ^ — : = 




38 



III. TEIL 




nit To-ves La - cheln leuch - ten die Ster-ne, die Wol-ke schwilltwieder 
_ V)c.Br. , -R- 




Kb.pizz. 



107 ai^~3 = 36 A, 107 b = 51 B, 107 c = 60 ai. - 
Bei|j5;|7 = 50; hierauf 47A— E und Überleitung: I08i~ni 



Raseli(J) 



-b' 



^'i^' m\ %^ 



108i 







108„ 



^ 



Ij.Trp.Ggcpiz • tjl 




Fl. Kl 



ff 



xyi 



Trp.Gei^e 



108 




III. TEIL 
LIED DES KLAUS-NARREN (V) 

I^Ein seit . sa^merVo - gel ist son Aal 



39 



llOi 




- 109 b = 108 b. 



Bei den Worteji: y> Sobald die Eulen klagen.'^ Il^g: 70 bi; hierauf eine 
KomDination von 36 A und 60 "a und bei den Worten: y>Denn er (der König) 
war immer höchst brutal« |_^|9 die Harmoniefolge aus Beispiel 52 B' und 
das Beispiel 84. — 



112n 




I^^P^^ 



col leg^o 'geschlagen 



fp 



1 12 a = 108i ao. 



40 



III. TEIL 



^-Fließend. teeiü^teJ)) ^ 

y Doch o ■ wie süß solls schmek-ken zu - 




BrKl.Vlc. 

letzt, ward ich dann doch ^in^^n Hirrvmelver - setzt 

. 3 




Str.pizz. 



Orchester -Nachspiel: 113 A, darüber eine aus 110 a2 entstandene 
32tel-Figur; bei [57|s eine Kombination der kanonartig einsetzenden Melodie 
des Bdspiels llOni mit dem ebenfalls enggeführten Motiv B des Beispiels 113; 
bei |_59.|i-4: 108 a[, a2 und llSj b; hieraut 112n (mit 108 a^); bei |"6ö]2 wieder 
die 32tel Läufe (108 a). 

* * 

WALDEMAR (VI) 

Einleitend^ Takte = 83 a). — Nach den Worten: »D« lachst meiner 
Schmerzen«: 76 a". Hierauf: Beispiel 114. 




Alles andere sind Bestandteile von früher (besonders des^großen Liedes 
Waidemars im II. Teil), die hier nur in neuer Aufeinanderfolge, Jin anderen 
Kombinationen auftreten. Es sind bei [^i, s und imU-T das Beispiel 82 (im 
zweiten Fall in Verbindung mit 19 b); bei {j2}q und \^\i zu den Worten: 
r>Ich und Tove, wird sind eins« eine Kombination von 36 A, 33 A und 19 bj 
bei |jr|8 der Anfang von Beispiel 113i; bei den Schlußworten: ^und sprenge 
mit meiner wilden Jagd ins Himmelreich einh: 88 C- hierauf 76 A 
(= 81 A) und 83. 



III. TEIL 



41 



Die Einleitungs-Takte |_66_| zu den folgenden Chören von 
WALDEMARS MANNEN (VII) _ 
bringen eine aufwärtssteigende Figur in einer 21 c und 45 A verquickenden Form. 

E.H. KI. 



Hierauf: llSj 




DerHahnerhebtdenKopf zur Kräht hat den 




Tag- schon im Schna -bei, H. 

— a- 



| )^^rf^ | ;.^r ^^V^»V'i^^tf.V^ i ^; 




llSni 



Das LeJjenkonvmtnut Macht und (xianz, mit Ta . ten 

llSinA = Umkehrung von Beispiel 1; 115xiiB = 2B. — 



U5iv 




42 



III. TEIL 




0, könn - ten in Frie - den vär schla - fen 

Den Übergang zu dem Orchester- Varspiel des Melodrams: 
DES SOMMERWINDES WILDE JAGD 

bildet die Umkehrung des Beispiels 88 C und hierauf eine dem a" des 
Chors 115 II ähnliche Akkordfolge. 
[t^ Langsam. 

PI. 




118 b = 117 b; die 16 tel-Figur der Klarinetten = 88a (108ni a) und 119 a. 

MELODRAM (VIII) 
, ^Mäßige VierteL 

178] ^ SPRECHER 

° Herr Gän-se-fuß, Frau GSa-se-Straut, undduckteuchnur ge - schwind 







119 b erinnert an 109 b. 



III. TEIL 



43 



79. 



120 



••= sehr langsam 
S=S #^= ziemlich rasch 




Solo^r. Vlc.tr 



r f ^ 



Solo-Br.Vlc.*r~ 



121 



mg 

%-% Welch Wo 

ö= "••von friSier. 

-Bsp. 117a 

SoIivGgeir 



genundSchwin -\ genV 




SrKl.Fa&Kr" 



BrKl.Fag'.KrFag. 



ff 



Ixilg Mit den langen Beinen fiedelt die Spinne. 
etwas rasch er als früher J82) 

Gge.. 




Außerdem bei |1£| eine Kombination von 35 A Jenggeführt) und 33 A; 
bei |l6]8 der Anfang von Beispiel 113i^bei \'W\^ 47 A daranschließend 45ä; 
bei C88]5 die 16tel-Figur von 118 (=887 und 119a); daranschließend folgender 
Überleitungsgedanke : 



44 



lll. TEIL 



1^3i 



Fließend, ruhig. 



O scbwingdoch aus dem BJu-meii-kelch 




Eb.pizz. 

GEMISCHTER CHOR (IX) 



124 




Mäßige J 



-rn^n 




{^anzeP Orchester) 

124Ä = Umkehrung von 1 (= llSniA; 124 B sind die ebenfalls »um- 
gekehrten« Begleitfiguren des Beispiels 2A und B, die bis zum Schluß fast 
ununterbrochen die Harmonien des Chors umschreiben. 



'Far 

125 v^-/i sopi-v 



OALBBP 
CHOR. 




l.Alt.' 

Ear-ben-froh am 



Hirn - melssauir}, öst- lieh grüßt ihr 
b 



Far-ben-froh etc. 




Mor - gen-traum 



froh- 



126 




45 



Helir 



j g La -chelndkommisieauf-ge . atie - _ gen aus den 

127 V, ^; K^ :^^::^ 



Seiten- 
satz: 




cbelnd, lä 



Schluß: 



129 

CHOB. 



OBCEi 




j ^f^ .^^ Bsp.ac Umkehrung-. 



■Bstj.2C Umkehniiie' . * y ' 



129a =^mkehrung von Beispiel 1 (= 115ni und 124 A); 129b = Um- 
kehrung von 2A (= 124 ß). von 129 = a von 1. — 



Arnold Schönbergs Werke 

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3652 Nr. 1: Erwartung (Dehmel) 1-20 

3653 Nr. 2: Schenk mir deinen gold'nen Kamm (Dehmel) 1*20 

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lied (Remer) a 1-20 

Nr. 4: Verlassen (Conrad!) ....... . . ä 1'50 

Nr. 5/7: Ghasel (Keller); Am Wegrand (Mackay); Lockung (Aram) . . . ä 1-20 

Nr. 8: Der Wanderer (Nietsche) ä 1-50 

3664 Komplette Ausgabe • 6-- 

Op. 8: Sechs Orchesterlieder. 

Nr. 1 : Natur (Heinrich Hart). 

5276 Partitur Mk. 3"- I 3041 für Gesang und Klavier 1 

Nr. 2: Das Wappenschild (»Knaben Wunderhorn«). 

5278 Partitur Mk. 5-— I 3042 für Gesang und Klavier 2 

Nr. 3: Sehnsucht (aus »Des Knaben Wunderhorn«). 

5280 Partitur Mk. 3-- I 3043 für Gesang und Klavier 1 

Nr. 4: Nie ward ich, Herrin, müd' (Petrarca). 

5282 Partitur Mk. 3-— | 3044 für Gesang und Klavier 1 

Nr. 5: Voll jener Süge (Petrarca). 

5284 Partitur . Mk. 3-— 1 3045 für Gesang und Klavier 1-20 

Nr. 6: Wenn Vöglein klagen (Petrarca) 
5286 Partitur Mk. 3-— I 3046 für Gesang und Klavier 1 

Op. 12: Zwei Balladen für eine Singstimme und Klavier. 

6207 Nr. 1: Jane Grey . • 2- — 

6208 Nr. 2: Der verlorene Haufen 2- — 

Op. 14: Zwei Lieder für eine Singstimme und Klavier. 

6205 Nr. 1: Ich darf nicht dankend (aus »Waller im Schnee«) 2 — 

6206 Nr. 2: In diesen Wintertagen 2- — 

Op. 15: Fünfzehn Gedichte 

aus Stefan George »Das Buch der hängenden Gärten«. 
5338 Für eine Singstimme und Klavier 4-50 

Op.20: >Herzgewächse< für Sopran, Celesta, Harmonium und Harfe. 

6209 Partitur • 3- — 

Op. 22: Vier Lieder für Gesang und Orchester. 

Nr. 1: Seraphita; Nr. 2: AUe, welche dich suchen; Nr. 3: Mach mich 

zum Wächter; Nr. 4: Vorgefühl. 

6060 Nr. 1 bis 4 in einem Hefte, vereinfachte Studier- und Dirigierpartitur ... 5-- 

Zu beziehen durch jede Musikalienhandlung. 



Arnold Schönbergs Werke 

in der Universäl-Edition 



Orchesterwerke. 



U.-E.Nr. Op. 4: »Verklärte Nacht«. Bearbeitung für Streichorchester. Mark 
6065 Partitur (nur gegen Revers) • 12' — 

Op. 5: Pelleas und Melisande. 

Symphon. Dichtung für großes Orchester nach Maeterlincks glelchnam. Drama. 

3371 Orchesterpartitur (8"^) (nur gegen Revers) 40' — 

Orchesterlieder (siehe unter Lieder) 
Op. 9: Kammersymphonie E-dur. Bearbeitung f. Orchester. 

3667a Orchesterpartitur 20- — 

(siehe auch unter Kammermusik). 

Op. 21 : Dreimal sieben Gedichte aus A. Girauds Pierrot lunaire. 

5334 Partitur (für Aufführungszwecke) 15- — 

5334 — Büttenausgabe 25' — 

5336 Studienpartitur 4' — 

Gurre-Lieder f ür Soli, gemischten Chor und großes Orchester. 

6300 Orchesterpartitur ■ 100- - 

3697 Studieupartitur (gr. 4") Faksimile-Reproduktion nach der handschriftlichen 

Originalpartitur ' 30' — 

3696 Klavierauszug mit Text (Alban Berg) 20- — 

3696 - Büttenausgabe ; 25-— 

3695 Führer (Alban Berg) groge Ausgabe 2' — 

,5275 Führer (Alban Berg) kleine Ausgabe 1- — 

Einzelausgaben für eine Singstimme und Klavier. 

5330 Lied Waidemars: »So tanzen die Engel« 1-20 

5331 Lied der Tove: »Nun sag ich Dir« 1-20 

5332 Lied Waidemars; »Du wunderliche Tove« 1-20 

5333 Lied der Waldtaube: »Tauben von Gurre« 2-50 

Die Jakobsleiter. Ein Oratorium. 

6061 Textbuch 1-50 

6061a - Büttenausgabe 2-50 



Bühnenwerke. 



»Erwartung* Monodram (Dichtung von Marie Pappenheim) 

5361 Orchesterpartitur (nur gegen Revers) 20" — 

5360 Textbuch --40 

>Die glückliche Hand«. Drama mit Musik (Dichtung vom Komponisten) 

5670 Orchesterpartitur (nur gegen Revers) 20" — 

5672 Textbuch ; .... -40 



Musiktheorie. 



3370 Harmonielehre (484 S.), broschiert 8-- 

Hiezu ein Verlegerzuschlag. 

Zu beziehen durch jede Musikalienhandlung. 

UNIVERSAL- EDITION A.-ö., WIEN - LEIPZIG 



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FREDERICK DELIUS 

EINE MESSE DES LEBENS 

Ffir Soll, aemischten Cfior und großes Orchester 




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Pamphlet 

Binder 

Gaylord Bros., Inc. 

Makers 
Syracuse, N. Y. 

PAT. JAN 21, 1908 



927,81 Sch6b 



3 5002 00170 6477 

Berg, Alban 

Arnold Schonberg: Gurrelieder / 



MT 115 .S3 B4 

Berg, Alban, 1885-1935, 

Arnold Seh onberg i 
Gurrelleder 






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