Skip to main content

Full text of "Aus der Zeit Maria Theresias: Tagebuch des Fürsten Johann Josef Khevenhüller-metsch"

See other formats


Google 



This is a digital copy of a book that was prcscrvod for gcncrations on library shclvcs bcforc it was carcfully scannod by Google as pari of a projcct 

to make the world's books discoverablc online. 

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 

to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 

are our gateways to the past, representing a wealth of history, cultuie and knowledge that's often difficult to discover. 

Marks, notations and other maiginalia present in the original volume will appear in this flle - a reminder of this book's long journcy from the 

publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to 
prcvcnt abuse by commercial parties, including placing lechnical restrictions on automated querying. 
We also ask that you: 

+ Make non-commercial use ofthefiles We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain fivm automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machinc 
translation, optical character recognition or other areas where access to a laige amount of text is helpful, please contact us. We encouragc the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attributionTht GoogXt "watermark" you see on each flle is essential for informingpcoplcabout this projcct and hclping them lind 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are lesponsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can'l offer guidance on whether any speciflc use of 
any speciflc book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search mcans it can bc used in any manner 
anywhere in the world. Copyright infringement liabili^ can be quite severe. 

Äbout Google Book Search 

Google's mission is to organizc the world's Information and to make it univcrsally accessible and uscful. Google Book Search hclps rcadcrs 
discover the world's books while hclping authors and publishers rcach ncw audicnccs. You can search through the füll icxi of ihis book on the web 

at |http: //books. google .com/l 



Google 



IJber dieses Buch 

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Realen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im 
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfugbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. 
Das Buch hat das Uiheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, 
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann 
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles 
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist. 

Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin- 
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat. 

Nu tzungsrichtlinien 

Google ist stolz, mit Bibliotheken in Partnerschaft lieber Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse 
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nie htsdesto trotz ist diese 
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch 
kommerzielle Parteien zu veihindem. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. 
Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien: 

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche Tür Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese 
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden. 

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen 
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen 
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials fürdieseZwecke und können Ihnen 
unter Umständen helfen. 

+ Beibehaltung von Google-MarkenelementenDas "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über 
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht. 

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, 
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA 
öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist 
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig 
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der 
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben. 

Über Google Buchsuche 

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google 
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser We lt zu entdecken, und unterstützt Au toren und Verleger dabei, neue Zielgruppcn zu erreichen. 
Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter |http: //books . google .coiril durchsuchen. 



AUS DER ZEIT 



MARIA THERESIAS. 



TAGEBUCH 

DES 

FORSTEN JOHANN JOSEF KHEVENHÜLLER-METSGH, 

KAISERLICHEN OBERSTHOFMEISTERS 

174^ 17"76 

IIEUAUSrtKGKBEN 

IM AÜFTBA6E DER GESELLSCHAFT FÜR NEUERE GESCHICHTE 

ÖSTERREICHS 

VON 

RUDOLF ftBAP KHEYENHÜLLER-METSGH 

UND 

D^IAOS SCSLITTER. 



1740—1749. 



V K R L A G 

FÜH fiSTBRREICH-UNOiRy Fflt DAS DEl'TSCHK KKICH 

8AJIT DKN OKKUPATIONSLÄNDEKN : UND UIE ÜÜUIGEN LÄN'DElt: 

ADOLF HOLZHAUSEN WILIIKLM KNGELMANN 

IN WIKN. 190t<. IN LLll'ZKi. 



V. I. 



ALLE RECHTE VORBEHALTEN. 



Inhaltsverzeichnis. 



Seite 

Tagebuch 1745 1 

1746 70 

1747 136 

1748 200 

1749 296 

Anmerkimgeii und ÄDhang 876 

Personen- und Sachregister 567 

Ergänzungen und Berichtigungen 632 



2 1745, Jan. 5.— 14. 

der Hoff Canzler Uhlfeld und der General Grüne geladen nebst denen 
2 Dienst Cammerherm. 

Den 5. wäre die Toison Vesper und Appartement. 

Den 6. war Toison Ammt. Die Königin gieng incognito und 
mittags wäre Din6 en compagnie in der Anticamera bein Adler, so- 
dann Conferenz bein Obrist Hoffmeister wegen der Rais des Königs 
in Pohlen. 

Den 7. wäre alles retiriret wegen des Anniversarii des Bei- 
lagers. 

Den 8. wäre Appartement. 

Den 10. wäre öffentlicher Kirchengang en campagne, aber kein 
Din6, sodann Conferenz bein Obrist Hoffmeister wegen der Rais des 
Königs in Pohlen und wurden sofort zwei Hoff-Fouriers an die pohlni- 
sche Gräntz wegen Regulirung der Raißroute nebst einigen Post- 
beammten, der Ainquartiermeister aber nebst noch einem Hoff-Fourier 
und dem Gammer-Fourier zu Einrichtung deren Quartieren nacher 
Olmütz voraus abgeschickt, nebst dem Gontrolor Ammt und der könig- 
lichen Livr6e. 

Den 11. wäre nachmittags die erste Vigil für die Ertzherzogin 
und so fort die zwei folgende IVig, die Ordonnanz immer um 5. 
Mann gieng in langen Mantlen und Schurtz über den Gang zun 
Augustinern, der Herzog in Barb und futternen Tuch; die Königin 
blieb wegen der Schwangerschafft aus, allein die Hoff- und Statt- 
Dames musten begleiten, obschon keine von Ertzherzoginnen mit war, 
weder die Obrist-Hoffmeisterin, die einen Catharr gehabt. Die Dames 
gingen gleich nach mir, weillen ich qua angesezter Obrist Cammerer 
den Herzog nachtretten. On glossa beaucoup sur cette Begleitung, 
die sonsten nicht gebräuchlich, wann keine Herrschafften foeminei 
generis zugegen waren. 

Den 12. war wie auch die übrige zwei Morgen Ordonnanz um 
1> Uhr zum Seelenammt bein Augustinern und bliebe diese 3 Tag, 
als den 12., 13. und 14. alles retiriret bei Hoff. Der Printz Carl 
begab sich die Zeit und Tag der Obsequien nach Schönbrunn, all wo 
ihn die Königin und der Herzog fast täglich auf Mittag oder 
doch sonsten besuchten. Nach vollendeten disen traurigen Func- 
tionen bezohe der Printz wider sein vornjähriges Quartier im Amali- 
schen Hoff*. 

Den 14. gieng meine Frau en compagnie des Fürst Dietrich- 
stein voraus nebst der Josepherl nach Ollmütz und blieb die erste 
Nacht zu Nicolspurg. 



4 1745, Jan. 17.-18. 

Gleich nach der Ankunfft sezte sich der Herzog zu Pferd und 
ritte die Fortificationen ansehen. Mittags speiste mann in des Herzogs 
Anticamera mit Cavalliers und Dames an einem Tisch mit 24 Couverts 
und besonders wäre noch allzeit in einen andern Zimmer ein Tisch 
für die Cammerherrn praepariret. Die Königin hatte ihrer 12 zu 
diser Rais benennet, worvon einer, der böhmische Cavriani, schon vor 
unser Abrais vorausgeschickt worden war, um die kön. Herrschaften 
zu Bilitz nebst dem Haugwitz zu complimentiren; die andere ftinff, 
der Michelhanns Althann, der Adam Sternberg, die zwei Fürsten 
Schwarzenberg und Hanns Carl Lichtenstein nebst dem Hanns Adam 
Auersperg, zweiten Sohn des Fürsten, waren voraus nacher Ollmtttz 
zu gehen beordei*t, auch allen andern Cammerherrn, ob sie schon 
nicht benennet, auf ihre Anfrag geantwortet, daß der Hoflf ganz gern 
sehen würde, wann sich deren mehrere zur Bedienung des Herzogs 
dahin begeben würden, wie es auch die Königin expresse auf den 
Referat in der Resolution geschriben, nahmentlich auch von Dames. ^) 

Von disen waren nebst meiner Frauen die Michel Hanns Alt- 
hann, junge Seilern und die zwei geweste Cammerfreilen der Kaiserin 
Amalia, die Klenck und Kuhn dahin gekommen mit andern Dames 
von Hrünu, als der jungen Kaunitz, Kottulinsky, so eine Trauttmans- 
torff, Würben gebohrne Mansfeld, Schrattenbach gebohine Würben, 
Wittib, Althann Geueraliu, gebohrne Serenin und andere von Land. 
Im Anfang wurde nur denen Zutrittsfrauen erlaubt, mit dem Herzog 
zu speisen, hernach aber dispensirte der Herzog und afien auch die 
übrige Dumes mit. Abends wäre Appartement oder Gesellschafft in 
des Herzogs Anticamera, wo alles spillte, und abends war immer ein 
^^roflüs Houp6 zu 40 Couverts, wo die Dommherrn, Dames, Cavalliers 
und Staabsofficiers tour h tour eingeladen wurden. 

Den 18. führe der Herzog Voimittag das Closter Hradisch 
sehen und hörte dorten Meß ; sonsten wäre alles gehalten gleich wie 
gestern. Der Printz Louis v. Wolflfenbüttel kämme zu uns und übrigens 
hatte der Heraog wegen der preussischen Mouvemens vill zu thun, 
als welche mit einem starck und uns weit überlegenen Corpo die 
Neiß passiret und uns endlichen gezwungen, Troppau, Jägerndorflf 
und das bereits occupirte ganze blatte Land von Ober-Schlesien 
widerummen zu verlassen und uns über die Berg zurück nacher 
Mähren zu ziehen, folglich auch eine ganz neue Dislocation und Ein- 
quartierung zu veranstalten, zu welchem End der Printz Carl, während 
deme, als wir zu Ollmütz waren, nacher Brunn gekommen, allein 
des Coercmonialis halber nicht zu uns gekommen, sondern nach ge- 
machten militärischen Dispositionen den nemmlichen Morgen, als 



6 1745, Jan. 20. 

Obrist Stallmeistern Graffen v. Brühl, Deutsch-Ordens-Rittern, und dem 
Ettchenmeister Schönberg, ingleichen dem mitgekommenen Gammer- 
juncker, wurden ebenfahls ihre von dem pohlnischen Gammer Fourier 
destinirte Zimmer in dem Bischoffholf gelassen und sich alle Mühe 
gegeben, damit mann auch mit Betten und Materazen ausskommen 
können, weillen wir vernehmen müssen, daß ausser der königlichen 
Herrscha£rt und der Brühlischen sonsten niemand von der Suite, 
weder weih- noch männlichen Geschlechts, mit Betten versehen, zu- 
mahlen der König so geschwind geraiset, daß keine Bagage und 
dergleichen folgen kann, wie dann auch seine Ankunfil einer nach 
und nach anlangenden, vom Ungewitter zerstreut gewesenen Flotte 
gleich gesehen, indeme theils von der Suite (nahmentlich die Hoff 
Dames) erst in spatter Nacht, die übrige nach und nach des andern 
Tags angekommen. 

Gegen 7 Uhr kämme ein königlicher HoflQuncker gerittener an- 
hero, welchen der König von der lezten Relais vorausgesandt hatte, 
um den Herzog wegen der auf sich genohmenen Mühe, I. M. in 011- 
mütz zu erwarten, in dero Nahmen zu complimentiren; welcher sofort 
nach abgelegter Message zurück ritte, um ihme die Antwort des 
Herzogs sogleich zu überbringen. 

Es wäre fast halb 8 Uhr, als mann den ersten Stuckschuß 
hörte, so des Königs Ankunfft verkündigte, worauf sich alles auß des 
Herzogs Anticamera in den ersten Stock hinunter in die vor die 
königlichen Herrschafften vorbereitete Zimmer verfügte und allda 
in so lang verweillte, biß die Bottschafft kämme, daß des Königs 
Voiture sich dem Bischoffhoff näherte, worauf der Herzog mit der 
gantzen Suite von Cavalliers und Dames die Stiegen herunter gieng 
und auf denen lezten Stapffein stehen blieb. Neben seiner wäre ich 
und der Auersperg; und da des Königs Chaise an der Stiegen still- 
gehalten, giengen wir 2 hervor, um dem König aus der Chaise zu 
helffen, welcher mich sogleich erkante und zu mir sprach: mich 
freuet, den Graffen widerummen zu sehen. Und da der Herzog gleich 
hinter meiner stund, um den König bein Aussteigen aus seiner offenen 
Reißchaisc nach Anleitung des Gonferenz Prothocolls zu empfangen 
und complimentiren, unterstunde ich mich aus alter Bekanntschafft, 
dem König mit ein paar Worten zu praeveniren, daß der Herzog 
neben meiner stünde, worauf er ihn sogleich embrassiret. 

Während deme näherten wir unß, Auersperg und ich, aber- 
mahlen zur Chaise, um auch der Königin daraus zu helffen, die mich 
dann ebenfahls ganz gnädig angesprochen; worauf sogleich der Herzog 
herbeikamme, um selber die Hand zu geben und sie sofort hinter 



8 1745, Jan. 20. 

ZU melden; und da selber ihm auf den Fuß in die Retirada nach- 
folgte, eröffnete Graff Brühl alsogleich die Thtir der Gammer, bei 
welcher der König stunde, um den Herzog zu empfangen. 

In der Gammer waren die zwei grüne Stuhl ä dos, so der König 
auf seinen Raisen immer mitzubringen pflegt, gegeneinander über 
placiret und der König nähme wie billig den oberen Platz. Graff 
Brühl aber und ich blieben heraus in der Retirada stehen. Nachdeme 
die zwei Herrschafllen eine Zeit lang mit einander gesprochen, führte 
der König den Herzog zur Königin in ihr Gemach, da sodann sammt- 
liche Herrschafften miteinander heraustratten und nachhero denen 
anwesenden Dames und Gavalliers erlaubten, in die Retirada des 
Königs zu gehen, um beiden Majestäten ihre Cour zu machen und 
der Königin qua Ertzherzogin, unserer Etiquette nach, die Hand zu 
küssen; worbei der Königin ich das von meiner allergnädigsten 
Frauen für dieselbe mitgebrachte Handschreiben überreichte. Des- 
gleichen thate der Gammerherr Graff Garaffa einen Brieff von der 
Kaiserin, wormit er qua ihriger Cammerherr eigends nacher OUmütz 
abgeschickt worden wäre, gleich nach meiner seine Gommission ab- 
legen.^) Wir muthmasten zwar alle, dafl ihn die Kaiserin mehr aus 
Guriositet und um von allem genauere Nachricht zu haben, geschickt 
hatte, absonderlich da auch ihr Gammerfourier nach OllmUtz 
kommen müssen, sub praetextu, die Gurialien zu seiner Belehrung 
zu notiren. 

Das Appartement I. M. wäre also placiret und hatte nicht än- 
derst eingetheilt werden können, daß nach der zweiten Anticamera, 
wo mann speiste, des Königs Retirada, sodann die Gammer, nach 
selber der Königin Retirada und an dise ein kleiner Winckl, welcher 
zwar für ihre Anticamera oder Spiegl Zimmer dienen sollen, allein 
eben von darummen, weillen es ein Winkl wäre und ein Durchgang 
zum Frauenzimmer sein müssen, nicht gebraucht werden können, 
sondern an dessen Statt des Königs Retirada zugleich ein Esp^ce 
von Spiegl Zimmer für I. M. die Königin abgeben müssen, worinnen 
sie die Damen empfangen und auch gespillet hat. 

Gegen 8 Uhr ward auf des Königs Befehl, als von deme wir 
alle Ordonnanzien begehren musten, angerichtet; der König gieng 
voran, der Herzog führte die Königin zur Hand. Die Plätze bei der 
Taffei waren nach dem Gonferenz Prothocol also gestellet, daß der 
König in die Mitten kam, zu seiner rechten die Königin, zur lincken 
der Herzog, in einer Reihe oben an; an die Königin, jedoch in etwas 
entfernet und fast an den Bug des Ovalis (zumahlen ein ovaler Tisch 
der Breite nach gestellet, in dessen Gentro die Plätze für die Herr- 



10 1745, Jan. 21. 

Hinnon, so den nemmlichen Freitag abends za nnfi eintreffen solten 
und die der Hei*zog ebcnfahls in persona bewttrthen wollen, ver- 
anstaltet wurde. 

Den 21. wäre bereits um 8 Uhr früh Ordonnanz bein Herzog, 
weillen wir nicht wüsten, wann der König zur Revisite kommen 
wUrde. Gegen 9 Uhr schickte mich der Herzog mit der ordinari Post 
zu König und Königin, welche mich beide vorließen und mit viller 
Politesse mein aufgegebenes Compliment dahin erwiderten, wie sie 
nicht änderst als gutt ruhen können, da S. kön. H. sich so ville Mühe 
und Ungelegenheit gemacht, um sie zu bewürthen. Der König sagte 
mir anbei aus alter Bekantschafft familiairement, wie er von dem 
Herzog und dessen ganzen Betrag charmiret und froh seie, daß er ihn 
kennen gelemet. Er hätte recht vill von weiland kais. H., für 
welchen NB. der König eine ungemaine Veneration und Neigung ge- 
habt. Er wäre muntern Humors und hätte nichts gezwungenes 
an sich. 

Da mir nun von vorigen Zeiten her bekant war, daß mann 
ihmo, den Herzog, als einen hochmüthigen und dabei von schwachen 
Geist seienden Herrn beschriben, unterfienge ich mich, ihne zu er- 
rinnern dessen, so ich zu Dresden damahlen von dises Herrn gutten 
(UnuUthsgaaben, jetlooh ohne Effect villfältig vorgestellet hatte, worauf 
der König gesohmutzlet und wie er auch die Königin hätte sehen 
mögen erwidert, mit dem Zusatz, daß er ganz gern auch biß nacher 
Wleun gekounuen wäre, wann er alles vorgesehen, auch darauf noch 
uiolit rt^uunoirot hätte. Meine Antwort wäre conform sothanen Com- 
pliment und giong dahin, wie I. M. die Königin (wo sie nicht schon 
MO weit \\\ ihrer Sohwangerschafflt avanciret und täglich ihrer Nidcr- 
kunrtl ^ewllrtig wUro) diso Gelegenheit, mit I. M. bekant zu werden, 
f^owllilirli nicht aus Händen und den Herzog nicht allein nacher 011- 
iiillt/ lilltto nuHon lassen, und was dergleichen mehr wäre und sich 
1*1 propoH Mc^liirkte, um den König in seinen gutten Sentimens für 
iMiMrn^i ll(»IV /u Htiircken. 

NiM^hdoiiie ich meine Commission verrichtet, gieng ich zurück 
iMuOi (Um llor/og, bei welchen sich nach der Hand der bekante 
(* (iimriiil Mild der I*. (sie!), Beichtvatter bei 1. M. der Königin, ein- 
ImimIi^m (V. LlK^'ritz, des Königs Beichtvatter, wäre uni>äßlich), sich 
iiiMi^u Wvnnm und von ihme sehr gnädig empfangen wurden, wie 
iimU iU'f klWilKli<*lni ^^'><J»* Stallmeister, welcher mit dem Gegencompli- 
Ml^nl VOM \mUUiu königlichen Herrschafflten geschickt wurde. Graff 
Uihhi dir MInUtitr, huiUi schon gestern abends vor dem Soupä seine 



12 1745, Jan. 21. 

zwei grüne Stuhl a dos sans bras, die für die königlichen Herr- 
schafften mitgekommen waren, für sie, und dem Herzog gleich denen 
übrigen Gästen, rothe sammetene Stuhl ä dos, so schon bei Haus 
waren und worauf wir bereits gestern gesessen, zur Taffei placiren. 
Dise wäre ä peu pr6s wie gestern zubereitet, nur daß wenigere 
Chapeaux und an deren Statt die zwei seithero nachgekommene zwei 
Cammerfreilen v. Zehmen und Lubinska, nebst denen hier seienden 
Zutrittsfrauen, in der Zahl etwann 4 oder 5, geladen wurden. 

Gestern hatte der Herzog, nachdeme der König und die Königin 
seine Gesundheit getrunken, ein Deckiglaß genohmen und aus solchen 
beider Majestäten Gesundheit zuruckgetruncken und denen anwesenden 
Gästen weiters zugebracht, die wir dann auch stando herum gehen 
lassen, weßhalben auch der König hierauf unserer Königin Gesund- 
heit, ebenfahls in einem Deckiglaß, dem Herzog zugebracht, welche 
sodann auch die Tour gemacht. Heut aber blieb auch dise Goeremonie 
aus und der Herzog trancke beider Majestäten Gesundheit nur aus 
einem Deckiglaß. 

Als mann vom Tisch aufstunde, blieb das Confect unaufgehoben 
und beide Majestäten nahmen stehender den Caff(6, worauf sie sich 
nach einer kurtzen Verweillung gleich wie gestern, der König voran 
und der Herzog die Königin an der Hand führend, in die Cammer zu- 
rückbegaben. Der Herzog kämme bald darauf zu uns anderen heraus 
in die Retirada und schwäzte noch einige Zeit mit denen anwesenden 
Dames und Cavallieren, worauf er sich auch in seine Wohnzimmer 
retirirte. Indessen führe meine Frau mit den Obrist-Canzler und 
denen beiden Brühlischen in der Statt herum, um solche zu sehen, 
wie dan sie die Brühl eines so lebhafft- und curiosen Wesens 
ist, daß sie alles zu sehen verlangt und sich mit allem zu amu- 
siren weiß. 

Nach 5 Uhr hatte die Königin die Stundsfrauen bestellet, um 
welche Zeit auch der Herzog sich wider hinunter verfügte und nebst 
der Königin in. die Retirada des Königs, welche — wie hieroben ge- 
meldet — zugleich das Spieglzimmer abgeben müssen, heraustratten. 
Die Königin spillte mit dem Herzog, Printz Wolffenbüttel und meiner 
Frauen. Die anwesende Dames stunden um den Tisch; es ward 
auch denen Cavalliers nachhero verstattet, hinein zu gehen. Die 
übrige spülten' heraus im Tafflzimmer. Kurtz vor der zum Abend- 
mahl bestimmten Zeit, so bald nach acht Uhr anbefohlen worden wäre, 
kämme der König und redete immer stehend mit denen Anwesenden, 
worauf mann wie gestern sich zur Taffei sezte. Nach dem Soup6 
len die Ordonnauzien auf morgen begehrt; in specie ward der 



1'^ :r4r.. Jim. -js. 

Tmt Anfbmrh ^eMffaahe ZRgm J Clir auf ȟb nemmfiehe Art wie 
der Emptamr: «ier Eisrmq ttthrte «üe Silaiexn« w«fe&er wir en pcisaauit 
dxfi Hanii äJtken. ^«i jeibe mir ihm Antwort aaf das t»mi meiner 
Frauen init^sehnurhte iTantiaphreü^en ieibsten zneeaDdSet«'** sod haJffe 
ihr in Wa^n Hier ^ilmeiir in «iie EL&iikiu&iBe. Def K4liii^ embras- 
:9irte um ^ehr rreoniilieii mii 'leitie MiiVfiscäoen wiiierb»}QKeiL die ge- 
mai^hte «tanekinniHSCe Coniegiaritmen: lier EEhzuc beiiri:uibce äeb aoch 
sehr CTsitiig von «ien «Tnuf v. Brtthi, weichen imii seine Gräffin ich 
uoeh nnd äbri^ Anwesende in «ier t.^haise behiiteoen und wegfahren 
äahen. S«)baid lier KiJnie znr Staut hinaos wäre, wurden abermaUen 
<lie Canonen rinaahennn ireimaiiien «ioaet und äi>tofft dise hohe 
EntreTne zu hüehscer Herrscanilten und jedermänni^iieh Znfridenheit, 
sonderiieh aber sa meiner 5aci&nu!tion und Benüiigvog. als anf wekhen 
der BewOrthong und des Coeremoniniis halber das Mesie aa^kommen, 
^)ttIob ^anz dttcküeh i)eseiili>ä6en. 

Zn Mittag speiz^ce der Henu^ abermahleft en compa^e. Gegen 
7 Ubr abend» kämme der GraiF v. HaoHiräL weicher iieb«l den CaT* 
riani beide koni^iche Mayestäceu Xonnc3£» xn BtStL wo hOehst die- 
selbe ibr erstes Nachtla^r in der &>ni^ Landen gehabt, eompli- 
menüret und alidorten aU einer ihme <n^h«lrigen nnd Ton dem Graff 
V. Sohus erkantRen Uerr^*faaft in ^inem Schh>d bewftr^et ukI sodann 
die fernere .VnknniR deren fwei TS^ benitkrh jceco^tea beidea ähem 
IMueedsinnen^ alidorten ans denen oemmlk-hen rrsaehen etwaitet 
und selbe von dannen weicer^ biii an die aniecte Siaik>ii aaeher 
Frideg^ begleitet, von dtsen leiteten Orth an» aber (e$ dexancs ge- 
uohmen hatte. 

l>iser bestSLtttgte xwar. datf beide Hoheiten noeh gewül anheat 
eiuxutredfen gedächten, jedoch wegen der verdorbenen Stral3en und 
habenden schwären E^oipage sehr spatt anlangen d^rfften. Wie dann 
auch dieselbe erst cegen eiltF Uhr nachts angekommen und mit nicht 
wenigem Distinctionen als Ihre pohlnischen Mayestäten selbsten emp- 
fangen wurden, sintemahlen der Herzog ihrer bei den Austritt aus 
dem Kaidwagen erwartet und sogleich der altem, der Printz von 
Wolffeubüttel al^er der «weiten die Hand gereichet und sie mit Vor- 
trettuug des gcwC»huIichen Trano biß in die Cammer gefähret. Der 
Obrist Hoffmeistcritt hatte ich die Hand gereichet nnd sie bifi zur 
Thilr der Oammcr getlthret Mann thate doch weniger Canonschuß 
und weilleu es sich mit ihrer AnkunflFl so sehr verzögert, hatten die 
meisten deren zugegen gewesenen Dames nnd Cavallieren — ausser 
«en. Si^ »tt Hoff attachieret und der Kienck, Bttnau und 

uin - sich bereits nach und nach unsichtbahr gemacht und 



\i\ 



iTir,. .r;in. i'i 



Jiin/k/rn v SrlionJir.r;«: /'wr^ilU^ri ftr ItaißmarflciiaiMien.^c Terriehtet und 
III .*fAt\itr <)\uiU\r\ hvrv.'iiH iiritf:rw(jc.^H mit df;nf-n Phntürisimien ge- 
.•.|M 1*11 1 \\n\\i] iDiiKMf'.ii Honstoii <lio C'arimierjam'ker nach der sächsi- 

.!f Imm r.lif|iiin«' mit (Icrini llorrHrliaflTUui nicht zu speisen pflegen 

)M'/fi}'.Mi. tiMrhdrmn mniiii Hich vorliiurii^ «Lirübcr bei der Obrist Hoff- 
mM*:hiiii Hiu'.j^l'nu'.t '•"« Soiipr war« bald expediret, weillen mann 
Hill ( »1 rj"4<'b\viiMlrr /ii marluMi - nur ein Ambiga praepariret. 
tiilllitii uUh\^ drum dtiM IVMrrl um dio in der Mitte en dormants ohne- 
ib»iiM» *ir»ilrlllo l'i*^o^n iMlrr ohodrssrn ho genante Sehauessen zu 
iMi>\lirn li'iHo N:)oli dorn M<sou wurdon dir Princessinnen von dem 
ll(WM>f\ und rniit'. I ouw in \\\\v ramnior Kuruekgefilhrt und nach 
«imi kuHM^M Noow'iIuhk bci;ab sich der Hor/.og zurück nach seinen 

IV'»» * • \v<\*»» \*dii l'lu uulomv mann supponirct, daß die 
l'iiM, vw<»»»»iv»»i \\v\\*H sWt iu^i^iv'suu'douon Fatigucn etwas länger 
uiii,K»i iiiNx»' v\.'iivi» ^vIin'vu* \Wi IUt'.oc don Cammerherm und zu- 
^1. ,. I, I .. .t.o,.i,v»i \;i«'f\'5» M'v'It^'ii' H ivT»< \ VIchann, um sich ihrer 
^ »..!.. iJi.v •• ^ ;\ I'' :xVJ« ^u\-K'^ 'ix* o'vu boi der heiligen Meß 
,..!..» I» : . • • !. I 1 Ix; Vt»v. S I Vr ^^0 ioh einen Ahar hatte 

^,.v.o.t ** • «iv.- LV- :u'r-5oc hürte MeÖ in der 

». . \ Ii ..» .1* .' vifitu; *w "i ciMor iu gewöhnliehen 

.'.,..» 1- ;f Vi •*■•-• sii-'ji^k uud baJd darauf 

■ . 1. A f '1* 'fi ••;c.": O.'v^p-itueat, wiirauf 

4 ... ., ■*» .t* S5si 1 II .1 I. I n'.:-:: vt-rr'^l^te und in 

. V v ; ! ' r« . I *' -1.1 .: y >i ifia^y . der 

'.' • 1 ^.« : »i iii :.ii )i'ilt?j.sc'ii ^- 

t ;: 11 »n ?:i.i>r. si.^ 



Ist t «■«« • 



« , I » • « I • • «t 



I . > 1 . „ I. 

I I t 

I 1 ...... 



■ 1 ■ »■ 



* ■ ,. 



it- X 



k l * *• \ ^' * ' . '1 



V ' 



■» - • 



. ■ I 



•: .V 



: :-::n;'>.iii i| \ 'irri.'n ZJIT 



^: .»*; i:*i 

■ . i iiiii»; 






18 1745, Jan. 25. 

daß mann ihnen sogleich melden solte, wie er ihrer erwartete, worauf 
sie dann auch in ihren Reißkleidern daher kämmen und sich mit 
zur Taffl saßen. Mann suchte solche baldmöglichst zu expedireu; 
weillen der Herzog gesinnet wäre, morgen sehr früh widerummen 
aufzubrechen, um nachmittags zu Wienn zu sein. Der Herzog führe 
wie er gekommen war, mit des Landshaubtmanns Equipage vom Printz 
Louis Auersperg und mir vergesellschafFtet, nach der Dietrichsteini- 
schen Wohnung zurück. 

Den 25. war bereits um 4 Uhr früh die Ordonnanz. Der Herzog 
hörte die heil. Meß bein Augustinern vor dem Gnadenbild unser lieben 
Frauen, so mann nach vollendetem Gottesdienst herunter ließ und zu 
küssen gäbe; sodann sezte sich der Herzog auf einen Post Schlitten 
mit dem Printz Louis, und der Auersperg nebst dem Paar in einen 
andern; ich aber bliebe der großen Kälte halber lieber in dem zu- 
gemachten Leibwagen und nähme drei Gammerherrn zu mir. 

Als wir gegen halber U auf Nicolspurg kämmen, fanden wir den 
Fürsten, der uns ein Frühstück in dem Posthauß fertig halten lassen. 
Der Herzog wäre bereits vor acht Uhr durchpassiret und hatte nichts 
essen wollen, um sich nicht aufzuhalten, Hesse aber unß Nach- 
kommenden sagen, daß wir ihme weiters nicht nachjagen dörfften, 
zumahlen wir ihn doch nicht mehr einhollen würden, mithin in Gottes 
Nahmen das für ihme bereitete Frühstück verzehren sollten, so wir 
auch mit gutten Hertzen thaten und mit unserer großem Gelegen- 
heit bald nach 4 Uhr zu Wienn ankammen. 

Wir stiegen alle in meiner Wohnung ab, . wo ich mich sofort 
überkleidete ; meine Rais Compagnons aber Hessen sich jeder nach 
seinen Quartier tragen. Sobald ich überzogen, verfügte mich nacher 
Hoff auf des Herzogs Seiten und wartete, biß selber mit der Königin 
von dem Rosencrantz zurückkämme, wo ich dann beiden meine Cour 
machte und L M. nebst meinem allerunterthänigsten Handkuß das 
Schreiben der Königin v. Pohlen überreichte, auch noch von ein und 
anderen unsere Raiß betreffend die anbegehrte Auskunflft gab, sodann 
aber zu meiner Schwester und von da in die Gesellschaflft zu den 
Kürst v. Schwarzenberg (welche denen während unserer Abwesenheit 
neu vcrheimtheten Eheleuthen, den Gundacker Thürheim und der 
gcwosten Hoff Dame Freiin Minerl Hagerin, zu Ehren gehalten wurde), 
endlichen auch zu der jüngeren Fürstin v. Esterhasy, einer gebohmen 
Lunati Visiconti mich verfügen thate. 

Hei unserer Zuruckkunfft gieng schon die Rede, der sogenante 
Kaiser seie zu Müniehen Tods verblichen; die Nachricht war erstlich 
durch Brieff von Saltzburg anhero kommen. Das Ministerium hatte 



20 1745, Jan. 30.-31. 

schauete zu und wurd auch unter der Zeit zu der Kaiserin hinauf be- 
ruflfen, welche ihr auch — auf die Vorstellungen meiner Frauen, die 
der Gräfin von Paar, so einige Objectionen anfänglich machen wollen, 
ganz drucken die Wahrheit gesagt — den Cammer Zutritt verstattet. 
Abends soupirte mann bei mir. 

Den 30. speisten wir mittags bein venetianischen Minister 
V. Erizzo und abends wäre bei mir die GesellschaflFt der Brühl zu 
Ehren, wo dann auch ungemain vill Leuth erschinen; sodann blieben 
einige bein Soup6. 

Den 31. hatte der Herzog auf Verlangen der Königin eine 
Schlittenfarth nach Schönbrunn angeordnet und hierzu die Gräffin 
V. Brtlhl geladen und auch selbsten geführt. Mann hatte eine Zahl 
von 13 biß 14 Schlitten nur deren saubersten Equipagen haben wollen 
und denen Cavallieren erlaubt, daß jeder seine Dame zum führen 
laden kunte. Ich führte die Gräffin von Losi. Nach dem oflfentlichen 
Gottesdienst in der Hoff Capellen — worzu alles wegen des ersten 
öffentlichen Ausgangs nach denen Exequien in Mantl Kleidern, und 
zwar wegen der tieffen noch fürdaueniden Klag in Schurtz erscheinen 
mußte (die Königin gieng nicht mit) — thate sich der Herzog über- 
kleiden. Indessen kämmen die SchlittenfOhrer und ihre Dames, denen 
die Ordonnanz um 12 Uhr gegeben worden wäre, in dem Spiegl- 
zimmer und der Anticamera zusammen und hatten ihre Schlitten 
Equipagen voraus zum Rendezvous Platz bei denen Ställen (weillen 
der großen Trauer halber in der Statt aufzusitzen sich nicht geschickt 
haben wurde) gesandt. 

Es wäre doch fast 1 Uhr, biß alles beisammen war; mann sezte 
sich auf der Bellaria in Hoff- und andere zugegen gewesene Wägen 
und führe vors Thor hinaus zum Sammelplatz, wo sich dann jeder 
nebst seiner Dame nach den gezogenen Numero (laut der Beilag ^) 
in seinem Schlitten placirte und — nachdem die Königin, welche in 
einer auf Kuffen gestellten Berline mit Scheel Kräntzen en compagnie 
der Obristhoffmeisterin, der Josepherl Nostitz und der Cammerfreile 
Kokorzowitz gefolgt, bei denen Ställen vorbei und voraus nacher 
Schönbrunn gefahren wäre — nach der Ordnung nachführe. Der 
Tag wäre so kalt nicht gewesen, allein der Wind gieng gerad ins 
Gesicht und incommodirte Pferd und Fahrer über Massen. Bei 
unserer Ankunfft zu Schönbrunn, allwo unß die Königin von dem 
Vestibüle herunter einfahren sähe, sezte sich der Herzog mit der 
Gräffin v. Brühl und noch drei Paar, worunter mein Weib wäre, in 
die bereitgehaltene Birocci auf Kuffen und fuhren nacher Hezendorff, 
allwo die Kaiserin (welche absolument gewollt, daß die Brühl ihre 



22 1745, Jan. 31. 

Sprüngen nnd, nachdeme mich von neuem, nnd zwar nicht mehr in 
der Trauer, sondern gefärbt, angezogen, nebst meiner Frauen nach 
der Burg gefahren bin. Der Fürst von Auersperg wäre kurtz vor 
meiner angekommen, indeme ihme die nemmliche Post wie mir aus- 
gerichtet worden; allein es wäre nur ein blinder Lerm und das Hoch- 
würdige ward erst um 4 Uhr nach gegebenen heiligen Seegen aus- 
gesezt, gegen welche Stund auch erst die Obrist Hoffmeisterinnen 
und die Sinzendorff, des Obrist Hoffmeisters Frau, als welche nach 
der Etiquette in der Cammer sein müssen, beruffen wurden. 

Bald darauf Messe sich auch I. M. die Kaiserin herunter tragen. 
Darauf verzöge es sich doch biß gegen 9 Uhr, wo dann die Königin 
zu allgemainen Trost und Jubel mit dem zweiten Sohn ganz glück- 
lich entbunden ward. Der Herzog kämme Selbsten heraus ins Spiegl- 
zimmer, um dise gutte Bottschafft unß allen Anwesenden zu melden, 
kunte aber vor Freuden fast nicht reden. Bald darauf kämme auch 
die Kaiserin aus der Cammer heraus und ob sie zwar ihres bekanten 
Zustands halber so schwach an Füssen, daß sie kaum stehen kann 
und sich immer tragen lassen muß, gieng sie aus der nemmlichen 
Emotion von Freuden mit verwunderlicher Geschwindigkeit zum Fenster, 
um solches zu eröffnen und Selbsten hinunter zu schreien, daß ein 
Ertzherzog gebohren worden seie. 

Zu gleicher Zeit wurden auch in denen anderen Zimmern aus 
denen Fenstern heruntergeruffen, um dise erfreuliche Begebenheit so- 
gleich zu publiciren, wie mann dann auch alsofort auf dem Burgplatz 
und in denen Gassen nichts dann schreien und jubeln gehört. Weillen 
aber die Königin so spatt in der Nacht zum Kind zu gehen an- 
gefangen und folglich dem Volck dises noch nicht bekant sein kunte, 
so wäre der Zulauff weder auf den Burgplatz, noch auch sonsten in 
denen Anticameren nicht wie er sonsten gewesen wäre; ^die Caval- 
Heren und Dames fanden sich erst nach und nach ein, welches biß 
zur Essenzeit gedaueret. 

Wir Anwesende gratulirten sofort dem Herzog und küsten der 
Kaiserin die Hand, und nach empfangenen zweiten Seegen und an- 
gehörten Te Deum Laudamus, welches sogleich in der Cammer 
Capellen more solito beschahe, verfügten wir andere, so gewacht 
hatten, unß nacher Haus, wo mich zwar ein wenig auf das Bett warff, 
allein wegen zu sehr erhitztem Geblüt und noch in mir steckender 
Unruhe keine Minuten ruhen kunte. Gegen 1 Uhr verfügte ich mich 
in großer Gala wider zurück, sowohl um in dem Spieglzimmer der 
Königin Gesundheit halber mich zu erkundigen, als auch um auf des 
Herzogs Seiten meine Cour zu machen. Die Ordonnanz zur Tauff 



24 1745, Jan. 31.— Feb. 1. 

Lini geschehen), der auch als zweitgebohrner erst spätter den goldenen 
Flaß erhalten; allein ville waren der Mainnng, es hätte sich besser 
ad modema tempora geschickt, dem neugebohmen Ertzherzog eben- 
fahls gleich bei der Tanff den Ritterorden umzuhengen, weillen ein 
solches in Spahnien üblich und der Herzog als jeziger Großmeister 
sich blatterdings nach den dortigen Beispill fügen sollen, zumahlen 
die teutsche oesterreichische Lini das Großmeisterthum niemahlen ge- 
habt, folglich nicht za attendiren wäre, was hierinfahls bei diser im 
Gebrauch wäre. 

Die Gesellschaflft wäre zwar anheut bein Graff ühlfeld, allein 
die mehreste giengen nach der Coeremoni nach Hauß. Wir soupirten 
bein Fürst Esterhasy. Mann nähme heut in allen Zimmern die 
schwarze Spallier weg und solche blieben herunter, solang die Königin 
in Kindlbett gelegen; und obschon die Hoflf Klag fort gedaueret, 
durifte mann doch auf ihrer Seiten nicht änderst dann gefärbt er- 
scheinen und die Hoff Damen musten auch in gefärbten Roben sein. 
Die Toison Vesper, welche bereits angesagt worden wäre, hinterbliebe 
wegen des Tauflf Actus; item wurde der Cammerherr Graflf Joseph 
Kinsky, Chevalier de Malte, nacher Dresden geschickt, um dortigem 
HoflF — welchen mann bei gegenwärtigen Umständen auf alle Art 
und Weis zu gewinnen gesucht und seinen bekannten Genio nach 
mit dergleichen kleinen Attentionen ungemain obligiren kann — einen 
Brieflf vom Herzog zu tiberbringen, von der beschehenen glücklichen 
NiderkunflFt Parte zu geben ; und damit in Portugall und zu Blancken- 
burg (als wohin vor disesmahl kein Cammerherr geschickt wurde) 
kein Verschmach aufgehoben werden mögte, nähme mann den plau- 
siblen Vorwand, daß des Kinsky Absendung der Gevatterschafft 
halber geschehete. Diser ward übrigens gegen 14 Tagen alldorten 
aufgehalten, spesirct, mit einem gegen 1000 Ducaten geschätzten Ring 
beschencket und mit villen anderen Gnaden und Distinctionen (pro- 
bablcment aus Rucksicht des der Gräffin v. Brühl beschehenen Accueils) 
überhäuffet. 

Den 1. Februarii starbe an der Hectica nach einer fast jährigen 
(sie!) Indisposition des Landmarschall Graffen Aloysi Harrach hinter- 
lassene Frau Wittib Ernestina, gebohrene v. Dietrichstein, im 57. Jahr 
und machte ihren zweiten Stieffsohn, Graffen Ferdinand Harrach, zum 
Universal Erben und substituirte selbem dessen Neveu, des Graffen 
Friderich zweiten Sohn; sie hatte die Heirath zwischen dem Ferdi- 
nand — welcher vorhero ihre einzige Tochter vom ersten Mann, dem 
als Vice Re zu Neapel verstorbenen Graffen v. Gallas, jedoch in un- 
fruchtbahrer Ehe gehabt — und seiner dermahligen Frauen Rosa 



26 1745, Feb. 4.-7. 

nicht ' pericnlum in mora vorhanden, damit zurückhalten und mnste 
die Königin bald Selbsten widerumen alle Arbeit ttber sich nehmen. 

Heut speisten wir mit der Brühl mittags bein sächsischen 6e- 
santen Graffen v. Btinau und abends gieng mein Weib mit ihr wie 
auch gestern geschehen, ins Baihaus, allwo der Herzog sie immer 
zu sich in die königliche Loge beruffen. Abends wäre die Gesell- 
schafTt bein Fürst Emanuel, nach welcher mann bei mir soupirte. 

Den 4. erlaubte die Königin denen gegenwärtigen Obrist-Hoff- 
meistern, deren 6 an der Zahl waren (nemmlich den alten Sinzen- 
dorflf, Feldmarschalien Königsegg, den Friderich Harrach; hinter- 
lassenen Ertzh. Elisabeth., und 3 Magdalenischen: Sereni, Michael 
Martinitz und Ferdinand Lamberg — der hinterlassene Marianische 
Graif Königsegg-Erps kämme nach ein paar Tagen auch von Brüssel 
zurück — ) in die Cammer hinein zu gehen, um ihr die Hand zu 
küssen, welches bei denen Cammer Zutritts Frauen, die sonsten zu- 
gleich mit denen Obrist Hoffmeistern die Hand zu küssen pflegen, 
einen Verschmach verursacht; weß wegen dise zwar sofort auf den 
anderen Tag bestellet wurden, allein wegen dazwischen gekommener 
Indisposition der Königin noch spätter hinauß warten musten. 

Den 5. war ein großes Din6, auch ein Soup6 bei mir. Dise 
Nacht hatte I. M. die Königin sehr unruhig geschlaffen, darauf auch 
gegen Morgen eine sehr starcke Alteration überkommen, welche biß 
den 6. abends fürgedaueret und — wie wohl zu vermuthen — eine 
große Besttirtzung und Inqui6tude verursacht, absonderlich da die 
Medici von Aderlassen zu sprechen anfiengen; allein nach genohmener 
Clystier liesse die Hitz nach, also daß gegen Abend keine Gefahr 
mehr anschine. Mann attribuirte disen Zufahl und Ungeseegnetes 
lediglich deme, daß I. M. zu vill Speiß zu sich genohmen, zu früh 
aus dem Bett sich begeben und in dero Cammer zu vill Geschrei 
und Wind gemacht worden. 

Den 6. speisten wir mittags bein Uhlfeld. Abends giengen wir 
mit unscrn Gast ins Comoedi Haus zum Kämthnerthor, allwo die 
erstere zwei Logen der Brühl zu Ehren durchgebrochen und orniret 
worden waren, nebst dem Befehl an den Entrepreneur Mr. Selliers, 
daß mann biß zu ihrer Ankunfft mit der Opera warten solle, so eine 
der besondersten Distinctionen zu achten, welche irgends einem 
Fremmden begegnen kann. Der Herzog kämme etwas spätter nebst 
denen zwei Schwestern zu uns in die Loge. 

Den 7. wäre der Kirchendienst in der Cammer. Die Königin 
hatte gottlob sehr wohl geruhet, folglich das gestrige Übl fast 
gäntzlich nachgelassen. Wir speisten mittags bein Fürst Auersperg 



V WAwVvv' ^****^* ^\mu**i*ovl, molwo »«iViolUMW^ G^f^pMirt^^riliÄpen aber 

i^ivAv \v\vvs%^ \'uti*^*^^^ uu^v'^^'H 

W\\ J'^ uü*to \lov Obrnl KuohlwoUi^^r OrstiT \\ Künigl nebst 

xww \V\^^< M\H^v^^^^ loiU rbirur|^\ ^ow iU^ff Fonricr Berti, ein paar 

-v^vnWna v^*^^^ viui^^^u \ow \lor KuoUI|«rthei. auch von denen Post- 

^wvVvw \vM>Wv \uuH|\iuK)f »>v ww^ ^l'^* Ht»r«\^ Frau Schwester, Prin- 

- v^^^s^ \ W^vU^Uw woWho u»ob ihw^r V'mtt^u Mutter jüngst erfolgten 

VV^\vvW\^ rtuU\^\k ^\\ ivhUIUvu In^ruÄVu wv>r\ltj*n,**) alldorten zu emp- 

^^^^v^^vw \uu^ t^ui' \l^v lUitf «u *(M?*ir^Ä und nu bedienen; flir welche 

V \s\V\^^^\^^^ ^^^^^ K^>^^*^^ Zuum^r iw \Wi« AuiÄHsohen Hoff, welche lezthin 

v\v\»<\\u\ ^>i^^ lUuU^i-ds^iu M^ÄJfwWÄ ittv-^h ihrem Beilager bewohnet, 

J^\\\^U rtw \\\x^ \\s\\i.\^\\\\\\\n\\W \>(^\k<^iMi$m^T iu dem obern Stock die be- 

\\v^\>U^<V ViW^^Vli^V OU^K'KviK^ \«J«;l^k«. 

K\h)«^\u W«^uuus^ s4iw $«c4tei*i^Jw» l\mferenzRath und geweste 

MiuUtvv »u VN;ÄuK9>«i^^HNS 5^,^* H%wUr V, Loß, welcher in der nemm- 

Uo>^^^« Viu^Ulv^ wv^ llV.vtjtw^Y. iwwWr München zu gehen hatte, in gc- 

k^ciu^wu'u VVxv,w,>w:fAW*r. ^TtÖK?« iah. «i> iwar den Schein nach auf die 

\ \^V'!i<'buu\Vi& H^^^* t^^♦^^r. ^'1>>A^^ftt!W4t^Ä v. Bayern mit der Königin an- 

>i\'^vWw ^>^^A*^Yi. >K'/*'.v4; ^T *räiw* Ki^uigs Officia angetragen; mann 

wN^Uv^ aN^^ ih.r«l»n>j»wiM>. •4k$ ^i\\^ Finesse darunter gesteckt, um sich 

v^^x XIh*a\«'i*>. vv, Vli?»^Ji^»i «iumus lu machen und hierdurch dortiges 

\>.^^. \ .Nviiw lv»i h^v/irMt^Wlldo^ Kaiserwahl zu sichern.") Er hatte 

'jss^V^v^ morjjHN^r. ^ft^i^ «ni l- Uhr seine Audienz bein Herzog und 

wv )W o: nn< 4« S^'t'sv^iirin nicht sprechen kunte, gäbe er mir das 

v*^. \^v>»:^o)}t^ kni>ij^*>i«rV Haudschreiben, um es der Königin einzu- 

)»v^^a^v»n. ^^^v^k-iw^ vk 4ann alsofort der Gräffin Fuchsin zugestcllet; 

nrÄ wJN^)»ÄM*i w ü* oinor eigenen Conferenz bein Graffcn Gundacker 

.«.»ifv^ 0^tr>*in*»iN^^ «bj^>Iegt, reiste er, und zwar wie die Rede gieng, 

»?<0»i >»^^i' x^^<i^ mit dem erhaltenen Bescheid von unserem Mini- 

>lW*n^ A«***! i'J. frtih weiters nach München als den Orth seiner IVsti- 

UV« U. fieng die Königin an, abends in der Cammor zu spillen. 
^V ^*Ä\4 wäf um G Uhr und gemainiglich wurden vier ivlor fiinff 
H^ÄWWMM- Zntritts Frauen dazu geladen, welche zum Thoil mit der 
K^^idn Selbsten spillten, zum Theil aber mit der Obrisih.>ffmoisiorin 
IVlk" — mit welcher zwar der Herzog öffiers spillte - machen 
wi«^n. Der Königin wurd auch bald die Zeit dabei lang und diso 
IViies de jeu unterbliben nach wenig Tagen. 

Den 15. kämme der Feldmarschall Traun zurück von der 
Armee,*') demc mann ausstellen wollen, daß er zu gutt wäre und 
«eh von dem Printz Carl und dessen jungen Anbang als zu schnöd 



30 1745, Feb. 28. 

Sohn des Fürst Christian Lobkowitz, welcher den Amanten, und ein 
Sohn des Graffen Friderich Harrach, welcher den Arlequin gemacht; 
mein zweites Mädel, die Carline, hatte bein Schluß der Pi6ce eine 
Vaudeville en honneur de la reine zu singen. 

Bein Schluß der Pifece wurde von der kleinen Frauen und einer 
andern Kinderbande (welche in noch zwei kleineren Kindern, einen 
Buchen und Mädl des Leopold Kinsky, dem Sohn des Nickerl Palffy, 
einen Sohn des Cammerherm Graff Thun, einen Sohn des Rudolph 
Colloredo, einen Sohn des Carl Harrach, dann einer Tochter des 
Hartschiren Haubtmann und Feldmarschall Heinrich Dann, einer 
Tochter des Cammerherrn Graffen Norbert Trauttmanstorff von seiner 
ersten Frauen, gebohrenen Marquise de Gavres, bestünde) ein Ballet 
produciret und dises alles von denen Kindern, deren keines über 
10 Jahr alt wäre, verwunderlich gutt exequiret. Die Kinder danzten 
sodann noch eine kurtze Zeit deutsch und Minuet im Spieglzimmer 
biß fitr sie in der daranstoßenden Anticamera angerichtet wurde. 
Zum Dessert wurde einem jeden ein besonderer Aufsatz vorgestellet 
und in selben nebst denen Confecturen ein kleines Regal gelegt. 
Mein Mildl bokamme ein indianisches Zupff Trtigerl mit einen gol- 
denen Sohcerl, worin die Königin mit ihrer eigenen Hand das SpuUen 
Gold zum zupffen hineingerieht hatte. Bei der Kinder Taffl durffte 
niemand als die Eltern zugegen sein. 

Zur Comedie wurde nebst disen auch allen Hoffämtem und Hoff- 
diensten, auch Dienst Cammerherrn zu kommen erlaubt, anbei von 
der Freile Hagerin (welche bei der Ertzherzogin Aya- Dienst ver- 
richtet) eine besondere Liste von Persohnen, denen die Ertzherzogin 
den Eintritt verstattete, verfast und von mir dem Cammerfourier zu- 
gestellet, endlichen auch jedem deren agirenden Personagen 3 und 
denen danzenden 2 Billets, um solche nach Belieben auszutheileu, 
verstattet. Das Theatrum wurd für dises Mahl in der Rathstubeu, 
und zwar solcher gestalten aufgeschlagen, daß es Face an die Retirada 
ThUr machte, damit die Königin sogleich aus ihrer Cammer (weillen 
wegen noch nicht beschehenen öffentlichen Hervorgang, obschon L M. 
in dero Cammer Capellen bereits vor einiger Zeit in private herflir- 
geseegnet worden waren, alles in dem größten Incognito beschehen 
muste) gerad heraustretten kunte. L M. die Kaiserin waren auch zu- 
gegen und wurden von ihren Sessel Trägem durch die Cammer 
durch biß an das Theatrum an, wo die Fauteuils für allerseits Herr- 
schafften placiret waren, getragen und blieb sogleich in dem nemm- 
lichen Lehnstuhl sitzen, den mann an seinen gehörigen Platz vor den 
Fauteuil der Königin ruckte. Nach der Königin sasse gewöhnlicher 



&:? 1745. Mäw 4. 

^ht»iiu<> Rath Aber uud CÄiumerherru ^heu nach den Rang vor den 
lloWu Altar uud werden auf den obem iStapffl kniend von dem 
IVutitieauteu eiu^eäschert; sodann halt ein Hoff Capplan das Ammt 
tttiter aUeitti^r WkvA Mn^ic wie es in der Fasten and denen privi- 
h^irteu Si>uu l'a^n als im Advent, Septua^sima von Alters her ge 
brtltteblich ist AU öbri^ Gottesdienst and Fastenpredig worden biß 
lar K(^ui^n Uervorjcang in der Cammer Capelien gehalten. 

IVu 4t» kämmen die »wei Frauen JSehwestem, Töehter der Obrist- 
hott\ueisteriUv von Maria 2eU suruck, allwo die ältere Josepha, biJi- 
hefo verwittibt gewesene Gr^lin von Nostits - dero seeliger Herr 
Aatonius als kaiserlicher würeklicher Cammerherr und Reichshoärath 
anno ITAO et wann ^ Wochen nack seiner Uochxeit gestorben und 
ein Jüngerer Bruder meines Schwägern Joseph (der meiner Frauen 
einzige und jtingste Schwester Louise xur Ehe hat) gewesen ist — 
sich mit dem königlichen Cammerherm und 6enerat FeldmarscfaaU- 
teutenant GraSm von I^un copuüren Hassen und von ihrer Schwester, 
der Ur^n Losl, ihüun begleitet wortkn wäre. 

Wegen tfiser «weiten EIhe galHr es aniängtieh viUes zu reden, 
theüs weiüen ifie Frau Wittib eine au groüe Xenc&*eiise ftr ihren ver^ 
sturbenen K^heherm besteigt ib^ m» kaum dessen ^(ohmen ohne 
ehrten anhören können und bishero von einer aniteten Vereheli- 
gong weder die geringste Ptopositiun anhöret woUen^ zwetteni» and 
besonden» wetüen mann ein X|yt$töre ihiranii machen wollen« dessen 
ee um SU weniger nOtfaig hattir, alfi beiiis neue Ehehmthe nicht mehr 
von solchen Jahren ou le mvst»re assatsunne^ ramoun wie mmm an 
sagen pifegt. anb«n wethir interet:^ de fiimille« noch sunstun ander- 
weitu tlaisuns de mmvenaace vorhandtm waren» welche einige Xe- 
ttagemeus und geheimme Veranstaltungen er&rdert hätten; allein iße 
Fmu Wittib und iiire gutte Freunde entschuldigten sich mit deme, 
daii manu eratiichen — wegmi dsar rugöwiilheit» ^ib die su laug ftr- 
dauerte Kriegs^J^perationen die AnknntUr des^ tiomi Bräutigam 
diseu Ftisvhing wiihl auch tH^anben wurdwi - die vijntbrtjdte Khe- 
Voriobnuri nichr «iher habe deeJariren kiUiueu. imd ^sweiten^ weiileu 
die Ifntu Wittib — woiciie bioil par misim und :iuh Lieb iHr ihre 
Ifmu Ämter «üe ihr s*» :»iir <iiiii'aiiis imgeiegeit ^ur ;imiertt>u Bhe 
^t^scbrttteu — «iie in derlei Ftülwi Uerg!i»brm4iiü Compümeiitun umd 
Amh*g!»5u ^mn vermeiden \vi)ilen. 

Uiser TUgöu ^^sw^etiÄi L 3L «üe vsioautü 4wut t^um^er liogj- 
rneuior Ljtutliiery und LuiH»uiir»kv. t«T«eres den »>mi!t>u v. lk)uiheim, 
l^aarr^^ «ieu ^TUmeral Äutior \'. Brmtiacb lunl daö- Imiuiiet^ lic^mem 
V. Wailis- dem «ienemi 3liiyur v. [lag!»tb«ch oi oomertreM. 



34 ITKu Mii« ]ü— ]4. 

der liekaDten Tosel gelK*hreii und nicLt nJitm der Eoiu^ für ^iilik- 
seine natörlicbe Brflder ODd Sc-bwesn^r eise besKfDdere TraidraBW 
heget, sondern nebst deme n**eb tisi £:tmthe Gräffin lioiK-liiiiKk& ^la 
<lem Graffen t. Bröbl alle« Ttruihs. <^>< glaubte icb. der kran^lkcütt 
Dienst erforderte in Kacksicbi anf dise rmsxäiide. für (»b^äMAotiiL 
zwar sehr jong und kaaiu f^^jüLrii^i} Menscben enras inftkEKOiBF 
za thun. 

Den 12. früh raiste der könig-licbe 0:*nfereM Eaib GraJx C'üä- 
loredo mit geheiunnen r<immissi<iDeii von bier ab. EiS bSefine. *«- 
gienge nach Maintz, um bei Gele^-enbeit der l«eTorsi«l»ex>dtx sciDan 
Wahl sein vorhiniges Beifbs Vice CancveUariat jure |>f»g3iiriniTi xn ih!- 
cuperiren: weillen er aber den Wee^r über Inn«}«mrr: «ik^Lidbb- *fr 
muthmassete mann als<*gleieb. da£ ibme einige Xe^»ciaxic*ii nni doi 
Miluchener Hoff aufgetragen w<.rden &eie.-* 

Den 13. ersohine mann bei Hoff wegen des b<:>beD <!^biiits Tjl^ 
unseres ältesten Ertzberzog? .b>sej*bi in Gala: die L^ames in Affone- 
raent Kleidern, mit reichen K^x-k^rn: jed<x-h wurde dazu mehr anpe 
sagt, als welches den alten HerkoiLmeu nach nicht ebender als sac^ 
deme die Ertzherzogen da§ sibende Jabr Tollendrt. zu pestMmm 
pflegt. I. M. speisten mit dem Herz<«g und Printz i.arln im Sfä«d- 
zimroer und blieben den übrigen Tag in der Cammer. 

Den 14. als an dem zu L M. brachst l»eglückten HeiT<«isa&g 
bestimmten Tag wäre die Ordonnanz um 10 Uhr und ob zwar^K^Htn 
nur denen Zutritts Frauen zur Be;:leitung angesagt worden. 90 be- 
fähle doch die Königin, flaij mann auch denen Stundsfrauen für diu» 
Mahl von darummen ausa;ren z^^.Jle. weillen sie wegen der beaiigei 
Illumination abends keine .Stund wie es s^insten gebräuehlicb. gie}«eB 
wolten. Cbrigens gescbab^r die Function mit denen nemmlichen be- 
reits ad annum 1743 Wu^erckteu O*eremonien, nur daß die Kr^aigio 
fiir heut im Hin- und lI<.T;:^Lexj nricb denen Augustinern keine Hand 
zu küssen gegelien. 

Der .Scbatzujei»iier Latt^ die I.'n Vorsichtigkeit gebabi. olme 
weiters sich anzufragcu uud d'ru er??! \».*r ein paar Tagen von Brüssel 
mit denen dortigen Hoff Daiuf-i^ zurück gekommenen, weilland der 
Ertzherzo<:in Mariae Aijna/. zur be\<.rslehenden. nachero &:• unglück- 
lich ausgesehlagenen Kiu'llb'ti hificiugeschickten, mit Perlen pe- 
stickten TautVzeig her::eg'M/<:ij in Kr^cbii«;: dessen die Konigin von 
neuem gerühret wi-pler* uui w.j^.n jn Thnüien ausgebrochen, mithin 
gar nicht im Humor unr^:. *^U\i uM denen so ungelegenen ncd erst 
liei der vorigen lio^'icnur^ u:ixh «b.r K|»ahuischeu Etiquette anfge- 
bracliteu öffentlichen Ihuitiku^.t^'u uof-li mehr plagen zu lassen. 



36 1745, März U. 

Architectnr^ auch seiner Lage halber zu einem dergleichen nächtlichen 
Aufbutz von gelbsten ungemainen Vortheil gibt, allein eben der 
lezteren Ursach, nemmlich seiner Situation halber denen hier ohne- 
deme so freqnenten Winden und Tourbillons mehr dann kein anderes 
Hauß exponiret ist — im Bestand und selbes durchaus nach seiner 
Architectur mit villen tausend dergleichen Lampions auszieren, in der 
Mitte aber ein besonderes Gertist mit denen verzogenen Nahmen der 
Königin, Herzog und deren zweien Ertzherzogen, so sich en pyramide 
endigte, und ober diser eine besondere Invention von einer Sonne 
(die mein Hauß Hoifmeister nach einen zu Paris gesehenen Model an- 
gegeben) placiren lassen; die Sonnen Kugl formirte eine von Glaß 
eigends geblasene und mit Oel gefüllte große Engl, die Strallen aber 
wurden von villen hundert langen gläsernen Tubis, wie mann sie zu 
denen Barometern nihmt, repraesentiret, hinter welchen eine große 
Scheiben mit Blättlen Gold starck überlegt und vergoldet gestellet 
und all die Gläser an diser fest gemacht wurden. Die Machine 
warflFe einen unglaublichen Schein, obschon durch den Wind von 500 
kleinen Lampen, so die AiTter Sonne allein beleuchten sollen, ktimmer- 
lich 50 von dem Wind (sie!) verschonet gebliben waren. 

Die Fürsten Hans Carl von Lichtenstein und Schwarzenberg, 
die hiesige Stände, die oesterreichische Canzlei, die Statt Wienn, der 
Fürst Joseph Wenzl v. Lichtenstein qua Hauß Zeigmeister und vor 
dem königlichen Arsenal hatten verschidene theatralische GerUster 
(der leztere zwar sehr wohl erfundene Trophaea militaria mit natür- 
lichen Waffen, Cuirassen und andern Feldzeichen) aufrichten lassen 
und sonderlich der erstere eine ungeheuere Machinam, welche sein 
ganzes Hauß bedecket und die Herren Gassen fast gesperret und 
barricadiret, mit großen Spesen aufgebauet; sonstcn auch der von 
denen Ständen gebrauchte königliche Architect Bibiena sich sehr dis- 
tiuguiret und ein Meisterstuck von einer Architectur produciret. Allein 
ich muß doch der Wahrheit zu lieb melden, daß — nach der Illumina- 
tion des von L kö. H. annoch Zeit voriger Regierung erkaufften, 
vorhin GrafF Carl Lambergischen Hauß in der Wallerstraßen, welche 
ebenfahls architecturweis, jedoch mit einem prächtigem, mit villen 
Vergoldungen und Gemählden gezierten Portal (deme zwar ausgestellet 
worden, daß es zu sehr einem Altar gleiche) von dem aus Florenz 
gekommenen, berühmten großherzoglichen Architect Jadaut und des 
Herzogs Secr6taire und Factotum Mr. Toussaint angeordnet wäre — 
bei Lcuthen von gutten Gusto die nieinige die meiste Approbation 
gefunden habe und eben wegen der erst berührten Ausstellung von ein 
und anderen (wann sie aufrichtig und nicht nach Hoft* Manier sprechen 



38 1745, März 21. 

dortiger Orthcn einquartierte Trouppen anhero geschickt worden^*) 
— - öffentliche Audienz in der Rathstuben und wohnte sodann dem 
Appartement bei, welches nun wider gewöhnlicher Massen alle Dienst- 
und Freitag gehalten, auch erlaubt wurde, in selben einen Pharaon 
Tisch zu stellen, wiewollen sothanes und all- übrige Hazard- Spill 
allerorthen in der Statt auf das schärffeste wie vorhin verbotten 
bliben. 

Den 21. pflegt der Hoff zwar sonsten das S. Benedicti Fest bei 
denen Seh war tz Spanniern zu celebriren, allein die Königin Hesse 
disesmahl den Gottesdienst in der Hoff Capellen halten und die zwei 
Cardinales darzu abermahlen einladen. Vor der Kirchen hatte der 
gestern früh von Prag — allwo er utpote in loco residentiae die in 
der goldenen Bull vorgesehene solenne Einladung zur bevorstehenden 
Kaiserwahl verrichtet — allhier eingetroffene chur maintzische ge- 
heimme Rath und Abgesanter Freiherr von Erthal seine öffentliche 
Audienz und überreichte sein Creditiv, worvon er mir vorhero durch 
seinen Legations-Secretarium eine Abschrift zustellen und um eine 
Stund zur Audienz das Ansuchen thun lassen. Diser ncmmliche Mi- 
nister hatte auch post obitum Caroli VI. die Invitation, und zwar 
(weillen mann es damahlen für convenabler ansehen wollen) an des 
Herrn Herzogs v. Lothringen königliche Hoheit alß von I. M. der 
Königin erklärten Administratori electoratus gethan.^^) Was nun 
dises Passus halber nachero für Motus erreget und wie endlichen zu- 
lezt (da es mit unß auf das Äußerste gekommen und unsere Feinde 
aller Orthen die Oberhand gewonnen) sogar per conclusum electorale 
beschlossen worden — ungehindert der beschehenen Einladung — 
das böhmische Votum bei lezterer Kaiserwahl gar nichts gelten, 
sondern (wie mann es nannte) aquiesciren zu lassen, ist aus meines 
seeligen Herrn Vattern Anmerckungen zu ersehen.^®) Dermahlen ist 1® 
die Einladung nicht wie zuvor an den Herzog, sondern directe an die 
Königin qua Kimigin und Churftirstin geschehen; 2^^ hat Chur Sachsen 
— so lezthin theils aus Disgusto wegen der ohne dessen Vorwissen 
dem Herzog aufgetragenen Chur -Administration und MitRegentschafft, 
theils aus eiteler Vorbildung, seinem Chur Printzen (den es per fic- 
tionem juris pro proximo agnato inlrudiren wollen) erstbesagte Ad- 
ministrationem electoratus zuzuschantzen, das meiste Geschrei super 
inhabilitate sexus der jezigen Frauen und von Gott seit der Zeit 
mehr und mehr geseegneten glorreichsten Besitzerin der Cron und 
Chur Böhmen erweckt hatte — gleich nach des vermeintlichen 
Kaisers Tod an Chur Maintz geschriben und selbem die Einladung 
der Königin zur Wahl angerathen. 



40 tTÄ lätt 25.— Ä 

a.f»3Kle^rai. Däem Abemi bEben L M. zx üSoifeU ood ab 
2:la.iii>€ «ie hei Zeiten zu ZeD anzsku^en. aihro bereits best abeads 
I, l^o. H. ikr Herzotr iiebfit «ieni Herrn Bnidem nnd Fraaen S^wester 
ettttreiFen soQen. 

Den ^?. Tentakmen wir diwih eisen t^hl Xariae Zen spcdirte« 
•;«><Erier. da£ L M . als gestern ge^n 3 Llir Xatbnüttag alUa ange- 
l^xksx snd den meisten Weeg ^•>n Lüienfeki ans. wegen des banfligen 
^bnees anf Knffen ge&bren waren. Sbrigens aneh bei der» AnknnA 
liefi Herzog mit der Prineesse Cliariocte nnd den Printz Cart bereits 
T*>rgefnnden bitten. 

Den 2T. kämmen die Herrsebaffken alle Tier in einer offimen 
Landaner fliaise daheigefabren. gegen 2 Ukr Xaekmittag an nnd 
stiegen anf der Bellaria ab. giengen aber nnr dnrek ilie Zimmer nnd 
5{ofort den Sehneeken hinaaf zn I. M. der Kaiserin, weieher die Prin- 
eesse zwar die Hand kfissen wollen, so aber Ton derselben niekt an- 
^nohmen ward. Sie speisten en pethe eompagnie in dem Apparte^ 
ment der Prineesse nnd hüben retiriret. 

Den 2^. wäre offentiieher Kirehendienst in der Hoff iapeikn: 
die Prineesse begleitete die Königin hin nnd ber nnd wnrd Ton 
ihrem mitgebraehten ObrtnhoffiDDeister Harqnis de Spada hinter I. M. 
an der Hami gef&hrt. Die Konigin thate mir die Gnad nnd fbhrte 
mieh en passant dnreh die Rathstnben selbsten gnadigst anf. Da nnn 
bereits in das 1"^. Jahr, daß ich dieselbe anf meinen Baifien in Loth- 
ringen gesehen, als sie kanm dreizehn Jahr ah waren, ist es ganz 
natfirtieh. daß ich s^owobl an der Taille als tjrestalt eine solehe Ände- 
rung Torfinden mfissien, welche dero höchste Persohn mir ganz miß- 
kenntlich gemacht: jed*>ch geraheten sie sieh meiner Wenigkeit nnd 
meines in der .\cademie zn Lanerille gewesenen jOngsten Brnder 
Leopolds zn erinneren. 

Mann «peiste anf der Konigin Seiten heranßen in der Anti- 
Camera nnd weillen bereits vorhin ansgemacht worden, daß die Prin- 
eesse das nemmliche Ojeremonial wie dem Printz Cari zuzustehen 
seie, ako wurden för beide an denen zwei Seiten oder Planes der 
Taffl rhaises ä dos sans bras gestellet, und zwar, weillen der Printz 
T'ari es selbsten so verlangt, seiner Frauen Schwester der Platz gegen 
der Konigin rechte Hand, par consequent la place dhonnenr gelassen, 
wiewollen das Gegentheil an allen Hoffen der Welt i wie ich es zu 
erinneren nicht ermanglet beobachtet wird und die Printzen jederzeit 
denen Princessinnen vorzusitzen pflegen. 

Nachmittag wäre das gewöhnliche .\ppartement. in welchem 
I. M. dem Graff Friese die Abschieds .Audienz ertheilten und nebst 



42 1745, April 2.-8. 

rung deren Generalen Batthyani und Bronn theils mit Sturm, theils 
auf Discretion eingenohmen und das darinnen befindliche, meistens 
hessische Corps, so gegen 5000 Mann gerechnet wurde, zum Theil 
nidergehauet, über 3500 aber hiervon zu Kriegsgefangenen gemacht 
worden wären.*') 

Den 2. Aprilis führe die Königin und der Herzog mit gewöhn- 
lichen öffentlichen Gefolg zun Paulanern propter festum Patroni or- 
dinis, nahmen auch die junge Herrschafften sammtlich mit, ausser des 
jüngst gebohrenen (die Princesse Charlotte kämme nicht mit), und 
speisten sodann in publico auf der Königin Seiten und abends waren 
öffentliche Audienzien und Appartement. 

Den 3. fuhren die Herrschafften (inclusive der Princesse) mit 
einer ganz kleinen Compagnie von Dames und Cavalliers, meine Frau 
und ich mit begriffen, auf Würsten nacher MöUerstorff, allwo der 
Printz Carl dieselbe zu Mittag tractirte; nachn Essen ward Pharaon 
gespillet und gegen 5 Uhr führe mann nach Laxenburg. Die Herr- 
schafften stiegen zwar auß bein rothen BrUckl^ giengen aber nicht 
ins Schloß, sondern nur durch den Pallmen Platz oder Fallee du mail, 
und sezten sich sodann nebst denen Dames in Biroccien, der Herzog 
aber, Printz (.'arl und übrige Männer auf die Wurst und kehrten zu- 
rück nach der Burg. 

Den 4. als an schwartzen Sonntag verfügte sich die Königin 
nebst dem Herzog oben an und die Princesse Charlotte unten an 
sitzender zu denen Jesuitern zur Todangst Andacht und wurde in 
Mantl Kleid angesagt. Es wäre kein öffentlicher Taffeidienst. Nach- 
mittag aber ritten die Herrschafften mit kleinem Gefolg im Bratter 
spatzieren. 

Den 6. wäre das lezte Appartement vor Ostern. Während 
selbem kämme ein Officier vom General Batthyani mit der Nachricht, 
daH auf ferneres Vorrucken unserer Arm6e die Feinde Straubing, 
Burghaussen, Wasserburg, Reichenhall, folglich die Inn- und Saltza- 
stronim viUlig verlassen und sich gegen Landshut zurückgezogen, bei 
diser praecipitirlichcn Retraite aber fast ein ganzes Regiment durch 
Einholl- und Einbrcchung deren IVipsischen Hussaren verlohren 
hätten. Drei Tage spätter vernähme mann ferners, daß sie auch 
Kelllieini und Landshut abandonnirct.-^) 

Den H. Hesse mich der Herzog nachmittags gegen 6 Uhr, alß 
ich eben mit meinen Kindern spatzieren fahren wolte, zu sich be- 
rnffen und niuslc ich mit iinne in Biroccio — den ersteren Antrag 
uiuh in Fürst Schwart'/(»iibergiHchen (Jarten, nachdeme wir aber die 
K<'»iiigin (welche cbenfahl« in Biroccio en compagnie der neuver- 



44 1745, April 11. 

halten, mithin (ohne einen altern mit und neben ihnen dienenden 
Cammerherm vorzugreiffen) jenen Dienst — als da ist: schencken, 
vorschneiden, führen, leichten etc. — verrichten sollen, welchen 
sie sonsten praescindendo von der fürstlichen Praerogativ zn thnn 
hätten. 

Die Fürsten hatten erst unter voriger Regierung angefangen, 
den Cammerschlüssel zu begehren, jedoch von allen öffentlichen Fnne- 
tionen sich meistentheils zu absentiren gesucht, weillen die ältere 
Cammerherm ihnen nicht weichen wolten. Als die jezige Frau auf 
den Thron gekommen und ihren Herrn Ehegemahl zum Mitregenten 
declariret und ihme in solcher Qualitet alle ihre Hofi*bediente mit- 
schwören lassen, folglichen auch befohlen, daß mann ihn gleichwie 
sie (die eintzige Genuflexion ausgenohmen) bedienen solle, spreizten 
die Fürsten sich anfanglich, zumahlen da die königlichen Cammer- 
herm auch dem Printz Carl (woran freilich Unrecht geschehen und 
der königliche Dienst selbsten certo modo gelitten) ordentlich ihre 
Woche dienen musten; und wäre nicht allein keiner aus jenen, so 
vorhin bein Kaiser Cammerherr gewesen waren, der die Confirmation 
angesucht (wiewollen in der That die mehreste darunter oder keine 
hiesige Landsassen gleichwie die Fürsten v. Otting, Taxis etc. ge- 
wesen, oder aus der Cammerherm Claß ausgetretten und geheimme 
Rath geworden, oder doch solche zu werden, gleichwie Aremberg, 
Esterhasy etc. in procinctu stunden ), sondern auch diejenige, welche 
den Cammerschlüssel vorhin nicht gehabt, wolten sich darummen in 
keine Praetension setzen und hierunter waren in specie der Fürst 
von Schwarzenberg, welcher zwar zuvorderst seine Toisonistenwürde 
vorschützte, und die beide regierende Herrn v. Lobkowitz und 
V. Lichtenstein, welche jedoch den Vorwand der noch nicht erreichten 
Majorennitet vor sich hatten. 

Allein naehdeme I. M. zu erkennen gegeben, daß ihnen dise 
von Seiten deren Fürsten aflfectirende Singularitet nicht wohl gefielle, 
und anbei die Entr6en bei Hoff nach den vorigen Fuß dahin regu- 
liret, daß selbe außer souverainen Häusem und übrigen, ermelter 
Entrec der alten Eticiuette nach fähigen Persohnen niemanden sonsten 
quocunciuc praetextu verstattet sein solle, woraus von selbsten gefolgt, 
daß die Fürsten, welche sonsten keine Hoffbedienung hatten, ipso 
facto von allen ausgeschlossen und ohne einigen Rang und Distinc- 
tion verbleiben musten, so waren die Fürsten v. Schwarzenberg und 
Lfibkowitz sogleich an niicli gekommen und übergaben ihre Memo- 
rialien um den Caninicrsclilüsscl, welchen der Fürst v. Lichtenstein 
nach erhaltener Majorennitet Sf»fort nachgefolgt, erhielten selben auch 



46 1745, April 19—20. 

Den 19. wäre Predig und Toison Ammt in der Hoff Capellen; 
die Herrschafften speisten aber retiriret. 

Gleich nach der Kirchen hatte der zur Berichtigung des 
geniainsammen Operations-Plans von Dresden (allwohin zn den 
ncmmlichen End der General Feldmarschall Leutenant v. Bemes 
vor knrtzen unsererseits abgeschickt worden) gestern angekommene 
chur sächsische General Major und Quartiermeister y. Ncubour 
Audienz bei der Königin,'^) und zwar in der Retirada aus Ruck- 
sicht auf seinen Militär Character und weillen mann seinen Hoff 
bestmöglichst menagiren wollen. Hierauf praesentirte ich ihn dem 
Herzog — welcher eben in seiner Antichambre heraus wäre und 
seiner Gewohnheit nach mit denen en cercle stehenden und die Cour 
machenden Männern sich unterhielte — der ihn dann sogleich in 
seine Retirada führte und mit ihme sehr lang sprach. 

Nachmittag wäre schon um 4 Uhr die Ordonnanz zur Toison 
Vesper, weillen um sechß Uhr die kleine Kinder Comoedie der Prin- 
cesse Charlotte zu Ehren (als welche dieselbe noch nicht gesehen) 
abermahlen produciret werden sollen. Dises Mahl hatte mann das 
Theatrum in der großen Anticamera aufrichten lassen und ein kleines 
Impromptu von einer deutschen Comoedi (worvon der Herzog nichts 
hätte wissen sollen) beigefügt, bei welcher zwei Kinder des Graffen 
V. Thun, Sohn und Tochter, eine Tochter des königlichen Cammer- 
herrn Graffen Collaldo, ein junger Harrach von des Landmarschallen 
Söhnen, ein kleiner Kinsky, Sohn v. Leopold, der den Hannßwurst 
gemacht, und mein Frantz Antoni, der den Scapin vorgestellet, agiret 
und zum Schluß die Ertzherzogin Maria Anna mit meinen Sigmund 
nebst der vorigen Bande einen neuen Ballet gedanzt haben. Nach 
der Comoedi danzten die Kinder wie das lezte Mahl, in Gegenwart 
deren Herrschafften, in dem Spieglzimmer und soupirten sodann in 
der daranstossendcn Anticamera, worbei abermahlen nur die Eltern 
zugegen sein dörfflen; und bald nach neun Uhr wäre alles voll- 
endet. 

Den 20. wäre abermahlen Predig und Toison Ammt in der Hoff 
Capellen und da lezteres fast an Schluß wäre, kämme der königliche 
Cammerlierr und General Major Conte Scrbelloni mit sechß blasenden 
und einen Postmeister mit der Nachricht der glücklichen Action bei 
Pfaffenhoven, worvon ein mehreres in der Anlag*^) und welche 
nachher fast wie die Braunauer Action, das ganze Systema in Bayern, 
determiniret hat. 

Gegen zwei Uhr fuhren sodann die Herrschafften nach Schön- 
brunn, um von heut Mittag au sich daraussen für dises Jahr zu 



48 1745, April 25.-26. 

auf Mittag zurnck nach Schönbrnnn sich verfügte. Nachmittag kämme 
der königliche Gammerherr und Obrist Lentenant Graflf lYann, Sohn 
des Feldmarschallen, mit Depechen an, die Negotiation mit Bayern 
betreffend.*®) 

Den 2ö. kämmen die Herrschafften abermahlen in die Statt in- 
cognito und fahren sodann öffentlich nach St. Stephan zum Te Deum 
wegen der lezteren Victori und anbei zum jährlichen Rirchweifest; 
und weillen auch anheut die dreitägige Andacht pro felici hello allda 
angefangen, fanden I. H. nicht allein sich airincognito allbereits vor- 
hero bein ersten Seegen ein, sondern fuhren auch dise drei Tag 
immer in der Früh in die Statt und bliben darinnen über Mittag, 
ohne jedoch öffentlich zu speisen, und fuhren sowohl dem vor- alß 
nachmittägigen Seegen beiwohnen zu können. 

Heut Nachmittag kämme ein Courrier vom Graff CoUoredo, 
welcher die von ihme und dem General Seckendorff zu Fttefien un- 
weit Augspurg zwischen unß und Chur Bayern unterzeichnete Prae- 
liminarien mit sich brachte, woran aber nach der Hand noch ein und 
anderes zu flicken wäre, und das ganze Geschafft erst (sie!) zu stände 
gekommen.*^) 

Dise Nacht blibe ich in der Statt auf allergnädigsten Befehl, 
indeme es sich mit meiner ältesten Tochter ^^) (welche bereits seit 
den 22. nachts übl auf worden und anränglich die Blattern befbrchten 
machen, mithin ich in diser Ungewißheit nicht vill um sie sein dörffen) 
seithero in ein inflammatorisches Fieber und Ansatz einer Anginae 
determiniret, weßwegen I. M. die Gnad gehabt, mir anzubefehlen, daß 
ich zu einigen Trost meiner Gemahlin — welche bereits vorgestern 
sich zu der Krancken hinein begeben, auch mit selber im Fahl 
deren Kinderblattem oder anderen Ausschlags einzusperren Willens 
wäre — ebenfahls in die Statt zuruckkeren und nach Willkuhr von 
dannen nach Schönbrnnn ab und zu gehen mögte; mann' hatte 
ihr zwar bereits gestern gegen 11 Uhr Vormittag an den Fuß 
Ader gelassen, allein weillen die beide gefolgte Nacht sehr unruhig 
und den Tag darauf, als 

den 26. gegen Abend die Inflammation im Halß zngenohmen 
und sich auf der Zungen die lingua medicorum so benammste Aphta 
oder kleinen weißen Hitzblattem mehr und mehr äußerten und der 
Kraneken die Sprach verhinderten, ließe ich folglich ein Consilium 
zwischen ihren Ordinario Dr. Zwenghoffer und den Dr. Weber mit 
Zuziehung des kaiserlichen Leib Chirnrgi Herrn Molinari anordnen 
und da der Dr. Weber zu einer nochmahligen Fuß Aderlaß opinirte 
— der Ordinarius nicht entgegen wäre -— dise in instanti vornehmen, 



50 1745, April 80.— Mai 3. 

commodement erfolget. Er ist zuweillen gab, und zwar mehr gegen 
seine vertraute Diener als andere, indeme er sonsten von denen 
vorigen Zeiten her und, so zu sagen, von Jugend auf (indeme er noch 
nicht 15 Jahr alt gewesen, da mann ihn auß seines Herrn Vattern 
Hauß an kaiserlichen Hoff geschickt und er so ville Leuthe mena- 
giren müssen) gar wohl erlernet, seine angebohrne Vivaciteten zu 
moderiren, ja — die Wahrheit zu sagen — von seinen gehabten 
Hoffmeistern (den jezigen Feldmarschall Neipperg, als einen zwar ver- 
nUnfftig und meritirten, anbei aber sehr wunderlich und journalieren 
Mann) hierinnfahls nur gar zu bas gehalten worden, als wordurch ein 
anderer übler EflFect erfolgt, daß selber auch in jenen Gelegenheiten, 
wo die Lebhafftigkeit am anständig- ja nothwendigsten scheinet, sich 
nicht allzeit zu finden weis. Wolte Gott aber, daß dises nur der 
eintzige Fähler wäre, so mit seiner Erziehung beschehen; mit seinen 
gutten Hertzen, gerad und gerechter Gesinnung, gutten Penetration 
und übrigen villen Qualiteten wurde aus ihme einer deren grösten 
und klügsten Regenten geworden sein. Ich bin disem lieben Herrn 
villes schuldig, indeme er gewiß keine Gelegenheit fallen lassen, wo 
er mir seine alte Gnad und Vertrauen bezeigen können; dahero wäre 
mir auch dessen EreifTerung wider mich, worzu ich gar keinen Anlaß 
gegeben hatte, um so empfindlicher, also zwar, daß ich (zumahlen 
mir ohnehin ein paar Tage her nicht recht wohl gewesen) mich des 
Abends in die Statt begeben und wegen zugeschlagenen Halswehe 
biß Mountag Bett und Zimmer hüten müssen. 

Uebrigens ist disen Morgen der Printz Carl nacher Königin 
Grätz abgangen, um das Commando deren an denen schlesischen 
Gräntzen wider Preußen sich allmählig zusammen ziehenden Trouppen 
zu übernehmen.^^) 

Den 30. wäre Appartement zu Schönbrunn und der Herzog 
kämme in die Statt zur Toison Vesper. 

Den 1. Maji kämmen die Herrschafften zum Toison Ammt in 
die Statt — speisten retiriret und abends wurde darauf die kleine 
Kinder-Comoedi zum lezten Mahl vorgestellet — und 

den 2. abermahlen, um der Andacht von gutten Hirten bei denen 
Franciscanern beizuwohnen. Alle dise Tag blibe ich aber wegen be- 
reits erwehnter Unpäßlichkeit zu Hauß und thatc mich der Fürst von 
Auersperg suppliren. 

Den 3. verfügte ich mich auf Mittag widerummen nach Schön- 
brunn; weillen aber das Wetter noch in etwas unfreundlich und ich 
ohnedeme morgen Rath hatte, kehrte ich zum Schlaffen in die Statt 
zurück, desgleichen auch noch den folgenden Tag; sodann aber 



52 1745, Mai 7. 

Oonditionen machen will; ich finde es sehr gelegen, wann mann es 
thun kann und ein Herr es gedultet, wie es vorhin fast allzeit ge- 
schehen und es auch bei jeziger Regierung, ob zwar nicht so öffent- 
lich und gemain practiciret wird; allein nebst deme, daß es ein übles 
interessirt- und hochmiithiges Hertz andeutet, so sehe ich nicht, wie 
ein gescheider und selbst mit einem gutten Hertzen begabter Herr 
zu dergleichen Ames mercenaires (wann sie auch noch so ville andere 
Meriten hätten) ein wahres, vollkommenes Vertrauen setzen kann. 
Meine Antwort also an die Königin bestünde in sehr kurtzcn Worten, 
worauß selbe nach ihrer großen Einsicht einerseits meine Submission 
und die Bereitwilligkeit eines auß Lieb dienenden, mithin lediglich 
nur zu gehorsammen wissenden Dieners, anderseits aber dennoch er- 
kennen müssen, daß — ob zwar große Herrn von ihren Unterthanen 
den Gehorsamm als eine schuldige Zurückgab ansehen, auch auf 
dise Weis anfordern können — sie dennoch ihres Orths obligatione 
antidorali et gratitudinis gebunden sein und endlichen eben von 
darummen dergleichen Diener bei Gelegenheit mehr distinguiren und 
belohnen, und nicht zur R^compense ihres gutten Gemiiths und be- 
kanter Bereitwilligkeit immer mit neuen unangenehmen Zumuthungen 
und Sacrificien (absonderlich wann doch certo modo die Anständig- 
keit hierbei leidet) angehen sollen. 

Den 7. wurde mir sofort zu einer Reichs Conferenz zum Graffen 
Gundacker von Starhemberg mit denen übrigen, welche sonsten zu 
selben gezogen zu werden pflegen und dermahlen außer denen Con- 
ferenz Ministern in denen bcnenten Wahlbottschafftern, dem Graffen 
V. Hartig und denen Referendarien bestand, angesagt, bei welcher 
zuvorderst die Materi wegen allenfahls betreibender Prorogir- oder 
auch Translocirung des Wahltags und dann wegen Ajustirung der 
Capitulation, item Vorruckung unserer bayerischen Armöe nach denen 
Schwab- und fränckischen Greisen und die bewürckende werckthätige 
Zuziehung diser beiden, mit Zustossung ihrer Trouppen zu denen 
unserigen veutiliret und zulezt ein von den Baron v. Bartenstein ver- 
fertigter Aufsatz Requisitorialien an obbemelte beide Greis und respec- 
tive Excitatoria an das gesammte Reich abgelesen und approbiret 
wurden; worbei mir etwas seltsamm gewesen, daß Graff Friderich 
V. Harrach die Fermet6 gehabt, zu begehren, daß in dem Aufsatz ein 
paar, zwar sehr geringe Inserta geschehen mögtcn, als welches fast 
keiner deren alten Ministern zu des Kaisers Zeiten zu thun sich ge- 
trauet hätte — so starck wäre damahlen die D6f6rence fllr disen 
Schriftensteller und dessen bei des verstorbenen Herrn et sur Tesprit 
du maitre sich erworbenen Credit und Sup^riorite.^*) Des Capitula- 



54 174^ Mmi 9. 

MailaDd gewesen. Ton der Matter za riil ge&Irtelt and za froh in die 
Welt gelassen, wo mann als Gabemators Sohn nichts dann ge- 
schmeichelet. za vill dissipiret, mithin in primis principiis zn sehr 
negligiret worden, welches nachhero nicht leicht herbei gebracht 
werden kann. 

Zademe hat er aach seinen Herrn Vattem als za frahzeitig 
und da wir eben miteinander za Leyden gestndiert, Tcrlohren, wo 
er dann sofort sein ei«!:ener Herr worden nnd nach dem gemainen 
Branch deren jangen Leathen sich sehr wenig appliciret, sondern 
villmehr dahin gesehen, wie er bei seinen vom Vattem flberkonimenen 
schönen Majorats G Ottern sich lastig machen können, in der nicht 
so laren Zaversicht. daß es ihme mittelst des and darch seine Ge- 
mahlin (als des ohnehin f^r seine Befrenndte so sehr portirten Graffen 
Gandacker liebsten Tochter erhaltenen Appog^o an Befördernng za 
Ehr nnd Ansehen nicht fahlen könte: wie er dann aach alsogleich 
Cammerherr. größeren Landrechts Beisitzer in Böhmen, bald danaf 
lK»hmischer Hoffrath. s<idann wfircklicher geheimmer Rath nnd — an 
des Graffen Friderich v. Uarrach Stelle — böhmischer Gesanter anf 
den Reichs Tag and nachdeme ich ihn allda abgelöset/ bestandiger 
kaiserlicher Gesanter an verschidenen Creißen des Reichs nnd dar- 
innen befindliche char- and (firstliche Hoffe nnd endlichen durch be- 
sondere, sehr curiose Iniriguen meinem Herrn Schwigerrattem seelig 
a^" 1737 im Reichs Vice Canzler Ammt — mit gewissen durch mein 
und des Baron Bartenstein, als unseres alten, gutten Freunds 
Einleitung annoch erzwungenen Modaliteten — adjongiret worden, 
welche leztere Charge er nach dises lezteren. bald nach weiland 
Kaiser Carl des Sechsten Tod erfolgten Ableiben das ganze damahlige 
luterreguum hindurch bedienet, nachhero aber — da der Churfhrst 
vmd Bayern Kaiser worden — bou gre mal gre an den Graffen 
V. K<">nig¥feld rerhaudlon müssen. weCwegen er sich bei nun so 
glücklich absreänderten Umständen von neuem eiffrisst bewerbet 
damit ihme das Jus postliuiinii zn statten kommen m«»ge. 

Den 9. wäre der Gottesdienst und das Festum dedicationis 
nebst Predig und Hob Ammt in der neu erliauten und consecrirten 
Capiellen zu Scbi'inbrunn: die Hcrrsebafften giengen aber nicht öffent- 
lich, weilten der Zugan^r zur Ca[»ellen. auch sonsten noch villes im 
Sch]*>ß. annijoh in wilrcklicher I^n Zurichtung be^ffen. LMsen 
Mittag speiste der vorgestern angelangte Bisehoff v. Passan. Cardinal 
V. I^niberg an iler ki'iniglichen Tatfl mit der gewöhnlichen Com- 
pagnie und ohne alier («»erenionie. hatte auch vorhero nur eine 
Privat Audienz im Spieglzimmer. 



W5 1745, Mai 13. 

uIh lÜHcliofl* von OllinUtz u capitulo Salisburgensi per postalationem 
in airhiepiH(M>puni creirt werden luiissen) Ertzbischoff y. Saltzbarg, 
(U'iiW V. liiohtenstoin'^) — welcher dermahlen noch biß zur Einlangnng 
der piibHtlirbon (-onfinnation zugleich Bischoff v. Ollmütz ist — an 
d(T l^rmi^lichen Taftl, nachdeme er zuvor gleichwie der Cardinal 
V. Laniimrg, bei der Königin nur eine l'rivat Audienz gehabt, zu- 
niabli'U dieselbo zu 8ehr>nbrunn ohne allem Coeremonial sein wollen, 
auch in der That ^da alles noch im bauen begriffen) weder ein 
ordentliches Audienz Zimmer, um jemanden in publico behörig Yor- 
koninien zu lassen, gehabt hätte. 

Den 13. als an der Königin höchsten Geburts-Fest wäre grofie 
(«ala angesagt; die llerrsohafllten fuhren gegen neun Uhr incognito 
in die Iturg, um den Glückwunsch bei der Kaiserin abzuhoUen; gegen 
11 rhr wäre öffentlicher Kirehengang und zu dem Ende gesungenes 
Amt nebst der gewöhnlichen Minerva Andacht. Die Herrsehafflen 
speisten in publico nebst der Princesse und nach selben wurden die 
Dames« so vill ihrer zugegen waren, nebst denen Yomehmem an- 
wesenden Ohapeaux dun^h mich zu zweien, in dem ordinari Taffl 
/immer und Saal vorbereiteten Tafden geladen, bei deren einen — 
au der Oniffin von Kuchs statt — die Fürstin v. Auersperg und an 
der anderen meine Fniu les honneurs machte. Nachmittag wäre der 
i^^wöhnliche S^Ciren. Rosencniutz und gesungene Litanei de SS. Sacra- 
monio, S\Hiaun halte der Canlinal von L:imlierg im Spieglzimmer and 
alH'muihlou in privato seine Abschieds Audienz, und nachdeme danzte 
maun in dem illumiuinen S^ial. 

Die Königin rien^' einen Minuet an mit dem Herzog nnd fast 
SU cUiv'htT Zoi; dankte ich mit der äliesten £rtzherz«>gin. und der 
A;ur>:xri: iv.:: der l>i:uvs>e Charloiie, worauf soirleich Inffohlen ward. 
o.Ä,^ aI'.cS ^ :::u* Kau^: auu-iehen solle: die Königin erlaubte ancb. daß 
v.v.sv.v. >ü :.:::: >I:uut; sowohl als decisohen l>ani aufziehen dorffie. 
^V; :.;tv. v.v.^nirt':: r^rv ::a^. >•> warx* rwar ar^ tauglich die Ordn?. dali mann 
ir.::>, rji^h v.v.-" r*r.r ^ias >u:>i' a:iftr:ii:>rii s^dle. aliein es vert&serte 
>:;r. ier.v.V:; '.Ia:*-:: V:d cva>?:i 11 Ihr. Manr. s[»eiste gleich wie 
r..,::*is a:: s^^vi Va^VI:- ur. : we:!!?::: hiuaeme die Anxahl deren an- 
«i>N;V;.;<r, i>Ä:v-^*> z:..: Ca^^Ll.:^?* \ :: D:süuc::vii tk-^ht sehr groß ge- 
^^;>«;v. *.v-,;::vi siv-h .lu* ivcis^t N. v/.yr.: ^xunr:, imkieitiger refi- 
• Tii. V'. ^*:l-;.;v. Al't\ wcl-jhv':: ::-:s<ri:v. dtrciahliirt:- Gebrauch naeh 
.\ : kv ^..**:: Va:V, ^i:>?:A"c:; w-.r.i. ci-^xlider. Die Kr-aisin Mibe 

■' .K . '. . j ..*.•; >•. ■. .,■: * .»I ..:.ii %, •H-.k »,h.c ITIuCT5s!S<% lUlU 



58 1745, Mai 16.— 19. 

jecten gewidmet. Ob aber nicht auch andere flatteuses id^es — als 
zum Exempl eine victoriose Arm6e gegen Franckfurt zu einer Zeit, 
da eben der Wahl Congreß eröffnet werden solte, zu führen and 
glcichsamm in Triumph die Kaiser Gron abzuhoUen — mit anter- 
loffen, gebührt mir ebenfahls nicht, zu beurtheilen/®) 

Den 16. wäre abermahlen der Gottesdienst zu Schönbrann ohne 
öffentlichen Corteggio. Nachmittag führe die Königin zun Angastinem 
und der Herzog mit Dames in das Balhauß zur Tentschen Comoedi. 
Gegen 9 Uhr fuhren sodann Königin und Herzog ein von dem 
Stuckhaubtmann H. Penzeneder zu Ehren S. Joannis Nepomuceni auf 
den Donau Arm unweit der Schiagbrucken auf Unkosten (sie!) an- 
gestelltes Feuerwcrck zu sehen, weßwegen ich durch den CSammer- 
fourier auf der nächst gelegenen Pastei eine Htltte für die Herr- 
schafften und den zuschauenden Adl zurichten lassen; es hatte aber 
das Unglück gewollt, daß mann ohne Erwartung des verabredeten 
Signals auf ein erschollenes Geschrei, daß die Königin herbeikomme, 
das Feuerwerck zu früh angezündet, also zwar, daß die HerrschafRen 
ankammcn, da fast alles schon zu Ende war. 

Den 17. wurde wegen des Geburtstags der Princesse Charlotte 
Gala, und zwar gefärbte mit Ausziehung der Hoff Trauer angesagt. 
Die Herrschafften speisten mitt^igs en compagnie, jedoch wurden 
nebst denen ordinari Schönbrunner Innwohnem nur die Vornehmere 
von Adl ^laden und die Cardinale und frcmmde Ministri zu Ver- 
meidung des Coeremonialis ausgelassen. Die zwei Cardinales Kollo- 
nitsch und Paulucci kämmen zur Stund des Appartements, wie auch 
der Ertzbischoff v. Saltzburg; und weillen die Königin abermahlen 
wegen der Andacht zu denen Augustinern gefahren und etwas spatt 
zurückgekommen, fiengc der Bai erst nach 8 Uhr an. 

Die Königin danzte mit dem Herzog und weillen die Ertz- 
herzogin Maria Anna nicht zugegen, sondern eben bein Abendessen 
wäre, so zöge ich zu gleicher Zeit die Princesse Charlotte auf, wor- 
naoh alles widerummen wie lezthin ohne Beobachtung einiges Rangs 
fortdanzte, sodann auch alle heraußen geblibene Dames und Cavalliers, 
so zur kr>niglichen Taffl gezogen werden kihmen, zum Soape geladen 
wurden. 

Den IS. wäre aberniahlon das sonsten alle Dienstag gehaltene 
p»wölnilii'ho Appartement - weillen bereits selbes gestern nebst 
einen l\i\\ gehalten worden — unterbliben. 

Dom \\\ wäre widerummen Commission bein Obrist Canzler 
Über (Ims Capitulntittnswesen. 



60 1745, Mai 26.-27. 

massen solchen der Ftirst für die zwei jüngste Herrschafften zar 
Sommerwohnung angetragen — von dannen aber zan Salesianem, 
die dorten bei dermahliger schOnen Jahrszeit, und zwar in dem von 
weiland der Kaiserin Amalia ihr ad dies vitae eingeräumten Quartier 
wohnhaffte, allerhöchst gedacht I. M. hinterlassene Cammerfreile, 
Baronesse v. Klenck zu besuchen, welche die Königin mit Milch 
Cafe als dero gewöhnlichen Frühstück bedienet, die mitgekommene 
Suite aber mit anderen Naschereien regaliret. 

Dise alte Ereile, welche in ihren jungem Jahren durch einen 
Zufahl die Stimm also verlohren, daß sie kein lautes Wort sprechen 
kann, ist bei ihrer verstorbenen Frauen ihres Attachements und Ver- 
stands halber in sehr großer Gunst und Vertraulichkeit gestanden, 
also zwar, daß die Kaiserin nichts ohne ihren Rath gethan und der 
ganze Hoff — absonderlich die leztere Jahr, nachdeme allerhöchst 
dieselbe sich in dero neu gestifilt- und erbautes Frauen Closter de 
Tordre de la Visitation retiriret — von ihr regieret worden; und alß 
a^ 1742 die Kaiserin Tods verblichen, hatte sie nicht allein ihrer in 
den hinterlassenen Testament reichlich gedacht, sondern auch selbe 
dero beiden Frauen Töchtern in Bayern und Sachsen (welche ihr 
ohnedeme aus Rucksicht auf die besitzende mütterliche Neigung 
immer besonders gnädig gewesen) also nachdrucklichst anrecommen- 
diret, daß beide fast um die Wette sich um ihre Freundschafft be- 
worben und sie mit Gnadenbezeigungen überschüttet haben, wodurch 
selbe auch die Gelegenheit überkommen, unserem Hoff zn Beförde- 
rung der nachhero mit beiden Häusern Sachsen und Bayern erfolgten 
Aussöhnung ville nützliche Dienste zu thun, und eben von darummen 
von der Königin und dem Herzog so besonders cajoliret und distin- 
guiret worden ist. 

Den 2G. wäre abermahlen Deputation bei den Graffen Kinsky 
und Nachmittag in der Hoff Capellen Toison Vesper, worbei aber die 
Königin nicht erschinen, sondern nur der Herzog, welcher — ob- 
schon zu des Kaisers Zeiten, wann der Hoff auf den Land als zu 
Lasenburg oder in der Favorita wäre, keine Toisonfest gehalten 
wurden — selbe doch an denen sonst gewöhnlichen Tagen nicht aus- 
lassen, mithin lieber in die Statt zu solchen £nd sich immer verfHgen 
wollen. 

Den 27. als in fcsto ascensionis wäre in der Hoff Ca{>ellen 
Toison Amnit und mitt^igs speisten die Herrschafften bei der Kaiserin 
im Spieglzinimer, welcher ich wegen der für meine kranck gewesene 
l'ochter — als zu der sie eigends einen Cammerdiener, am sich ihrer 
Gesundheit zu erkundigen, geschickt — gehabte allergnädigste Atten- 



ft2? 1745, Juni 5.-6. 

OeMs Torge«choMeD, welche noch wfircklich fBr meine zwei ältere 
SiSfane alx iM;ine in partes inaeqnales benennte Fideicommiß Erben sich 
darauf vor^emerckt befindet; anbei hat mein Vatter das eine Schloß 
Kie^ersbnrg gar schön alla modema zurichten nnd meistentheils 
ncn crlmnen, nnd selbes sowohl als Starein nnd Fronspnrg mit anf 
dem I^nd üblicher Einrichtung dergestalten versehen lassen, daß ich 
in allen drei Schlr)ssem das benötbigte, ohne weiters etwas von Bett 
oder Kuchlzeig mitbringen zu dörffen, sogleich vorfinde. Er wäre 
auch nie vergnügter, als wann er einige Tage seinen odiosen 
Dienst GeschäflTten wegstehlen und selbe auf disen seinen Herr- 
schaflTten zubringen können. Der liebe Gott gebe ihm die ewige 
Kulie; er wäre wohl ein gutter Vatter und eine Zierd unseres 
IlauscH. 

Den f). Junii kämme ich gegen 8 Uhr abends von meinen 
(Hlttorn zurück. Die IlerrschafiTten waren aber bereits disen Morgen 
von Milnnerstorflf eingetroffen und der Herzog hatte der Toison Vesper 
in der Hoff ('apcllen boigcwohnct. 

Den i). nis an heiligen Pfingsttag wäre Toison Ammt. Die 
I IrrrHclitifften speisten im Spiegizimmer bei der Kaiserin. Nachmittag 
wiirc) 1\)iH<)n Vesper und abends Appartement zu Schönbrunn. 

Wilhnmd disom kämme der hinckende Bott auß Schlesien;^') 
dor (*()urrior stieg vor dem Schloß auß und tiberbrachte ganz in der 
Htilln Heine Dopechon von dem Printz Carl an dem Herzog, welcher 
ei'Nl naeh dem Appartement der Königin die üble Nachricht vor- 
bruehte. Mann hietto Holcho verborgen biß des anderen Morgens, da 
Nie (lun^h ein und andere Particular Brieff, jedoch nur en gros dem 
Piibllrc» kund wurde und — wie wohl zu glauben — eine desto 
KriUlere ('«»UMternation vcrursiiehte, als mann wegen der großen Supe- 
liiirlh^ uiiHorer Armee sieh einer solchen Sauerei nicht vermuthen 
kunte. l'nMÜeh wolte gleich anfünglieh villen nicht gefallen, daß 
iiiiiiiii dem IVintzon (als einen noch zu wenig erfahrenen, jungen 
Herrn) duH Kommando so gar allein und ohne ihme — wie vorhin 
KeHehehtMi wurt^ einen Feldmarschall ad latus oder zum Rath zu- 
'/.iiKelHMi, anvertraut liHtte; dann obschon der Feldmarschall Traun 
Hill Ihuie vorn .luhr uiehts riehten können und er solchen gar nichts 
gellen l«HMen, ho sehine ihnen doch die Mitgegenwart eines alt- 
erlalirenen iJenerulen in jenen Fahl unentl>ehrlich, wann es (wie der 
Plan hluKleng^ auf eine Haubt Aetion ankommen solte, bei welcher 
itM I'hnI nnniÖKlieh ohne einigt^r Confusion ablauffen könte, welcher 
dei PrIntA anit Mangl genugsammer Kriegsertahrenheit und da er 
lilinedenie In rnglUek sieh gar gt^schwiud zu verliehren pflegt — 



64 1745, Juni 11.-13. 

heraasgcgeben wardc.^^) Obwollen nun ein and anderer Umstand, 
uui die Reputation des Commando za salviren, nothwendigerweis in 
etwas anfgebutzet werden müssen und mann die unterloffene, so gar 
grob und handgreiflicbe Fähler und Gonfasionen mögliehst zu bedecken 
gesacht, so kante mann doch die Manier denen Lenthen nicht stopffen, 
welche ganz öffentlich über den Printzen und dessen Unerfahrenheit 
scalirten und darüber absonderlich schmäleten, daß ihme kein General 
zur Seiten gegeben worden; ja das Poldern des Volcks gienge so 
weit, daß mann sogar ein und andere, die es zu grob gemacht, in 
Verhafft genohmen, welches leztere aber von denen bescheideneren 
dennoch nicht approbiret werden wollen, indeme dergleichen un- 
besonnene Discurs, weillen sie doch mehr aus übl bestellten Eiffer 
und in primo motu, als auß Bosheit zu beschehen pflegen, vill 
eher zu ignoriren und zu verachten, alß förmlich zu bestraffen 
seien. 

Sonsten wurde dem Printzen (die schlechte Dispositionen und 
ü))rige in die Haubtsach selbsten einschlagende Fähler, worvon mann 
die Haubtschuld dem das sächsische Auxiliar Corpo commendirenden 
Ilcrtzog von Sachsen-Weißenfels zuschiebte, beiseiten gesezt) von 
jedermanniglich ausgestellct, daß selber vom Tag der Action an, als 
den 4., biß auf den 8. nichts weiters nacher Hoff berichtet und die 
Herrschafften und das Ministerium von Sonntag biß Freitag in einer 
vollkommenen Unwissenheit alles dessen, was seit der unglücklichen 
Retraite oder villmehr Flucht der Arm^e ferners vorgangen, gelassen 
habe, zumahlen mann weder im Stand gewesen, die benöthigte An- 
stalten zu Vermittelung des vergangenen vorzukeren, noch die er- 
forderliehe Instructionen an unsere auswärtige Gesanten abzufassen, 
wclch-lezteren es doch (wie ich es leider in der Zeit, da ich von so- 
thanen so häcklich als mühesammen Handwerck gewesen, nur gar 
zu sehr erfahren habe) ungemain daran gelegen, von dergleichen 
Kv('»iiomcns critiques bei Zeiten benachrichtiget zu sein. 

Disen Abend war das Appartement im Garten; der Herzog 
gieng aber auf die Jagd und wolte sich nicht sehen lassen, weillen 
vY gestern Nachmittag, da er auß Kurtzweill nebst ein paar jungen 
Kompagnons sieh in Gipß posiren lassen, aus Ungeschicklichkeit des 
MeiHt(*rrt oder sonstiger Fatalitct die Nasen ganz blau geqnätschet 
hiiHc; Ol) en fut un peu honteux, mann muste aber dennoch ville 
Tügo mit (liser blauen Nasen herumgehen. 

Den i:V als in festo Sanctissimae Trinitatis verfUgten sich die 
llen'Hclmffteii zu denen TP. Trinitariern oder sogenannten Weiß 
Spannieni und von dannen in die Burg, um die Kaiserin wegen 



Axf dfin >^ü8«v DIafler dfs Pbaes «b «ad ■■ rhffafch guu frei 
XDQ vt-Sex i^xsdif : der» eine repraeE«Biiite comb TkUer LAden. 
wi'cirpfx eo HuLivvrsa ak Ebener rersrhicdfiie Stick Tlchcr too 
CKclT.r£irsex Fikrt^ii saeh VerianseD der ZKckaaer Tond^, die 
s:w'*c'»t <£iKi& BiBiN-kiim. der ans einen FaC wie aann sckaA. rolL 
-v^c: :•ä^r izK^ir&fn Wein rinnen lasset, und die drille eine Tiroleria. 
i<rm-iCL iz -inr Gsvie einer src^n I>c<ken c-der fcmpöi nB c h ea Ponpee, 
-««{jfiff Yer^rkid^ae Fnren. iheiU mit Bewesme d«f K«pCK. ikdh 
jLn Off Haad b<annr-:4iete. wvnnit ^ an eine Gkcke s» liD Striek 
xitf <v^ axf dSe ii&r be^ehehende Fru »thieklea. sAla^. L X. die 
kT-^xi£ix oes^en des Meister naeh d«* Hand aaf Sd»>«hrann koanen 
i3>i e£ae eifene H^e ihme anfbanen. alhr^> er seine Fi^nrai ptodn- 
f£r«i kdsre. 

DiR 15. wäre Apmnemenc im Garten. 

I>eB IT. ak am ih>hen Fr:*nIeiehnamBs£est Mkre die K«{^ügin 
Esd der Hen»:*f snd xwi&r diser iextere wie asck der Obrist Stall- 
meiste r mJ i<-k. im Maa;I Kleid vnd G>bBa naeker Sl Stepkan. 
allw«> bereiij« am T Uhr wie bei allen f^^lnaden Ptvecasionen. die 
r»ni>>K:naaz ffe^erüczi wäre, and wohnten dem H<e>kamt nnd dem 
STv^n l'm,ruu: beL kehrten «»xiann serad nraek naek SekOobrann. 
allw.> — alten Braneh naeh — dLse nnze C^rtar. Vormiktai^ Ton 
'.' Uhr bic zta>eh der kzten Eilif Mei: sad XaekmhaLr ^on -l*Ukr bil 
r? das H*.vhwanü«e exp»>nir»?c wurde. 

IV Q IS. w^ire da;» Appartement wenn de$ iblen Wetters in 
Zimoiem: Ti>rfaen> hane der nexan^^fbn^e Sfteksen G^nkaiseke Ge- 
fan;e v. Ni5chwi:z al 5oli:o seine ers;e Aii«üenz bei der K^l^nipn 
and den Herzcc. 

LVen U». rine mann nach den von dem seel. Frintx En^enio 
sehr pricQ:i£ erbaacen and natrh dessen Ableiben nebtet seinen tbri^n 
Verm«>d^?n an seine Niet:e die na».*hheD> aU eine sehr ahe Priaeemn 
;Ln den Henuxec J«.H«eph v. Sachsen UildHorrshAiisen Termäkh md nack 
eiaijrer Zeit vnu ihme '{oasi nincno oi>aseasa ^jresehiden worden > ab 
incesca:.- zek.ainienen Oarten^' allwo die Kooi^ü and der Heno^ 
nebs: >i-er ^ai;e vi.^n *ur Hdosfn&a niic einem kleinen Frakstnek en 
üiaijrre Ttfiaiirvc wonien 

L»eri i**'. wohnien die Herrschaiflen nebst der Prineesse der Ph)- 
•:e*fi-:i :ui Vv-ücbAiii bei iiu«i tehrten s»?«leieh ^arack naek Seh^kh 
''?rini Abends kinrnie der Heno^c ins ixilhaad. 

l**in 21. jiee«^ui;ja,inin:e ieh die K-'»aiirin za P&rd oaek der Borg, 
x:'^'.' sie ein iin«l andere^ we^eu Kepariruntf deren jms^en Herr- 
'^:äaJ^e^ Ziiuuierii ii *:pioa'JLü:^n ieiiabc. 



68 1745, Juni 28.-29. 

aber hatte der chur • cöllnisckc, vorgestern angelangte Abgesante, 
Tentschen Ordens Ritter und Ober Stallmeister, anch Ober Faleken- 
meister and Capitaine der Parforcejagd. Baron v. Roll, bei der Königin 
und den Herzog seine Audienz auf die nemmlichc Art, wie der GrafT 
von Seinsheim und tiberreichte beiden seine Creditiv nebst dem be- 
sonderen Versicherungs Schreiben des Churflirsten wegen seines Chur 
Voti in favorem des Herzogs.") 

Den 28. war die Ordonnanz um halb 6 Uhr: die Königin wolte 
aber niemanden mehr sehen; ich kämme dennoch zu den Herzog in 
die Cammer, um mich nochmahlen zu beurlauben. Er führe mit der 
Königin in Biroccio nachcr LanzendorfT und nach ihnen in einen 
Wagen die Obristhoffmaisterin mit ihren beiden Töchtern. Nach allda 
gehörter heiliger Meß begab sich die Königin mit denen Dames nach 
Männerstorflf: der Herzog aber führe in seinen auf der Wieden 
habenden, vorhin sogenanten Engelskirchenschen Garten^ allwohin er die 
mitkommende 4 Cammerherm Wilczeck den jüngeren, Joseph Kinsky, 
Baron Hagen und Batthyany. Sohn des ungarischen Canzlers, und 
den Colloredo, welcher ihn en qualite de ministre begleitet, bestellet 
hatte, und tratte sofort seine Raiß nach dem Reich an, und zwar 
über Neuhaus, Strakonitz. Waldmtinohcn auf Ntimberg zu, weillen 
sothane Route etwas näher sein solte. 

Den 2i>. wäre der Gottesdienst zu Schönbrunn; und weillen 
tibrigens meine Instructionen über jenes sonderlich, was ich zu 
Dresden und Hannover anzubringen, diser Tagen überkommen,*®) alß 
suchte ich die Gelegenheit, heut und des folgenden Tags mit der 
Königin hierüber zu sprechen und in ein und anderen dero fernere 
allergnädigste Befehle mündlich zu vernehmen, wo mir dann von 
allerhöchst deroselben in grr>ßter Geheimm aufgetragen worden, daß 
— unter den Vorwand, mich um so mehr in Stand zu setzen, den 
Dresdner Hoff zu beruhigen — mich von Prag zu der Armee, so 
noch zu Königin Grätz campiren würde, vertilgen, über ihren der- 
mahligen Stand, Siärcke und Disposition deren Gemüther genau er- 
kundigen und I. M. hierüber in Geheimm berichten solte. 

Gleichwie nun disc ronunission, wie leicht zu ermessen, viller 
Ursachen halber ungeniain critii|ne und häcklich sein muste, zumahlen 
der Königin Herr Scli wager — für den sie fast gleiche Neigung 
heget als der Herzog selbsten, welcher seinen Herrn Bruder ungeniain 
liebt — das Pommando hatte und ilnue sehr villes ausgestellet werden 
wolte. so kann ich wohl nicht läugnen, daß ich selbe lungehindert 
des hieraus zu ersehenden sehr groß- und ausnehnilichen Vertrauens) 
von Hertzen gern depreciret und die Gnad jedem andern überlassen 



1746. 



Den 1. Januarii giengeu beide kaiserliche Mayestäten more 
Holito iiiH Profeßhanß und wäre Toisonfest; mittags der Taffldienst 
auf der kaiserlichen Seiten und Nachmittag Appartement. 

Den 2. wäre der gewöhnliche sonntägliche Eirchengang zur 
großen Capellen und Taffldienst wie gestern. Nachmittag kämmen 
beide kaiserliche Mayestäten ganz incognito, nebst der Princesse 
Charlotte, in Begleitung der Fuchsin u. Busscy, Gammerfreile von 
der Princesse, zu meiner Schwester, um ein kleines Impromptu einer 
französischen Piöce, le gentiihomme de Beauce genant, zu sehen, 
worvon der seiner lustigen Einfalle halber bekante und von dem 
Kaiser von jungen Jahren her sehr wohl gelittene Graff Joseph 
V. St. Julian der Angeber wäre und nicht allein bei der Com^die die 
Persohn des Domestique sehr artig vorgestellet, sondern auch zum 
Schluß einen heroischen Danz produciret, welches um so närrischer 
heniuskamme, als er niemahlen ein besonderer gutter Danzer gewesen 
und dennoch, den Kaiser zu amusiren, sich nicht ohne viller Mühe 
und A|)plieation die ganze Zeit her exerciret, einen sicheren Opera- 
Danzer, der ganz seltsame Schritt und Grimaces zu machen pflegt, 
zu imitirn, wie dann auch der Kaiser also hertzlich gelacht, daß er 
(wie mann sagt) sich recht halten miissen. 

Den 3. ward mein Sigmundl, nachdeme drei Wochen seit des 
Ausschlags verstrichen und er bereits gestern auf so ville Zeit, als 
zu UmstUrtz- und Ummachung seines Betts vonnöthen wäre, aufzu- 
stehen die Erlaubnus erhalten und bei diser Gelegenheit für eine so 
schwäre und tiHllich aus^standene Kranckheit recht verwunderliche 
KrätVten gezeigt i^zuniahlen er allein, ohne sich führen zu lassen, in 
dem /iuuuer auf- und abg:ingen\ von denen Medicis legaliter et jaxta 
statuta faoultatis ausser (ietahr gesprochen. Selbe Nacht aber er- 
kniuokto hinwidoruunnen meine zweite Ti>chter, die Carline, bei welcher 
auf die zweite Aderlaß am Ful) in der Nacht des folgenden Tags die 
Blattern ebenfahls auszuschlairen begiunten. 



72 1746, Jan. 14—19. 

I>en 14. wäre Vormittag Conferenz bein Graffen v. Eönigsegg 
mit Ziizielinng de» HofT-Kriegs Katbs Praesidentens und des neuen 
(i(;m;ral CommiHHari GraiTcn von Salbarg, die Dislocation, weitere 
Kinrtick' und Bequartierung unseres im Römischen Reich zu ver- 
hl<;ibcn iiabcndcn und gegen 25.000 Mann ausmachen sollenden 
Aiixiliar-OorpO' und respective Contingents, welches leztere allein 
finf den FuD des leztcrn Reichs Abschieds von 3 Simplis 18.000 
Mann betragt. 

Al)ends wäre das gewöhnliche Appartement. 

Den 15. gegen 9 Uhr abends starb meine Garlina im 12. Jahr, 
nachdeme zwar die Blattern utpote de genere discretorum, ohn- 
gnhindcrt des dazu geschlagenen weißen Frisels bishero sich sehr 
wohl angelassen, allein ihr von Kindheit an gehabter und von einer 
Hchlechten Ammei llberkommener spasmodischer Zustand sich wider- 
ummen eingefunden und endlichen in eine förmliche FreiB ausge- 
brochen, welche ihr urplötzlich den Garaus gemacht. 

Den 10. wäre ordinari Kirchen und Taffldienst auf der Kaiserin 
»Seiten. 

Den 17. abends, zwischen 8 und 9 Uhr starb an Kindsblattem 
meine Baß, <lie junge Gräffin v. Windiscbgraz, älteste Tochter des 
FcldniarHclialh^n seolig, nachdeme sie kurtz vor den Ausschlag wegen 
des Villen Aderlässen und Clystiren im sibenden Monath mit einer 
gleich nach der heiligen Tauft* widernmmen verschiedenen Tochter 
nidergek<Mnnien. Sie hatte das 20. Jahr noch nicht zurückgelegt und 
wurde nicht allein ihrer blilhenden Jugend und schönen Gestalt halber 
(/unuthlen selbe ohne Anstand die hübschste Dame zu Wienn ge- 
wesen), sondern auch wegen ihrer Douceur und untadelhafiten Con- 
duite von jculermilnniglioh ungemain bedaueret. 

1 )en I S. wäre vor den Appartement das Versprechen der Freile 
von 1 lugen, kaiserliche (^ammorfreile, mit dem Fürsten von Traut- 
Hohn, der Kuiserin Ohrist hofl*maistern, worbei an seiner statt die ge- 
wöhnliehe Curialien der alte kaiserliche Obristhoffmeister GraflF von 
Sin/.endorlV > errichtet. 

Den ]\\ gegen \\ Uhr in der Früh starb auch mein Leopoldl, 
ich glaube« weillen nnuni ihm Ader gelassen und disem ohnedeme 
sehr kleborn acht Monnth Kind die Krätzen benohmen, daB die 
Blattern, wor/.u ebentahls der weiße Friesl geschlagen, zur behörigen 
/eitigung kommen kitunen. Kr wäre im 8. Jahr, ein liebes Bflbel, 
oh/.\>ar \on sehwaehor Constitution, lernete gutt und willig und 
schiene. ilal> es ihme an Tapaoitet aueh nicht fahlen wurde; allein 
der liebe iiott hat ihn bei sieh haben und also mit mir dermahleD 



14 1746, Jan. 28. 

tlnuio gekommon und der älteren Ertzherzogin an Aya statt zugegeben 
worden ist« 

Bei disem Aninit hat sie nun sich so wohl betragen, daß beide 
uuniuehrige kaiserliche Majestäten eine recht ausnehmende Gnad und 
Afleotion fllr sie gefasset; und nachdeme sie, ungehindert ihres be- 
reits 4;>jHhrigen Alters, einer Stands -Veränderung nicht entgegen 
geaohinen, ja — wie mann sagen wollen — ihr solche sogar von 
denen Medicis der Gesundheit wegen angerathen worden, haben I. M. 
die Kaiserin gleich anOinglich dero Cammerem und Regiments-Rath 
GnitVeu Nieolaus v. Stella darzu ausersehen, ihme auch wUrcklich die 
l^n>position — welche er wegen denen mit angebotteneu, sehr schönen 
Avantagen mit Danok angenehmen — durch dero Cabinets Secretarium 
in Geheimm machen lassen. Weillen aber nachhero sich geäussert, 
datt der Freilo annooh lebender Herr Vatter, kaiserlicher honorari 
gehoimmer Kath und hiesiger Burggraff, sich an des vorgeschkigenen 
BHiutigamms bekanten geringen Extraction gestossen und zu gleicher 
Zeit die Idee wegen des Ptirsten v. IVautsohn — welche die Kaiserin 
U'reit:» vorhin gehabt, allein ihrer anränglich vermutheten Unthun- 
liohkeit halber und uahmeutlich^ weillen des Fflrstens Humor mit 
einer alteu Freile nicht lu sympalhisiren schiene^ widerummen hatte 
verschwinden lassen — von neuem auf die Bahn gebracht wurde, 
haben I. M. endlich durch die Vermitlelnng meiner Schwester (als 
dur\'h welche die ganie Sach gegangen"^ es dahin gebracht, daß so* 
ihane KheslitRuug wtircklich lu stand gekommen und mittelst selber 
dem Fürsten v. Trautsohn die Obrislhoffmeislerstelle bei I. M. der 
Kaiserin — wek^he bereits dem Fürsten Emanael von Lichtenstein in 
pectore destiniret wäre — nebst einer IVnsion von SOOO li. fttr ihme 
und 4(KK> d. tlir seine Kraut und der Versicherung des goMenen 
Flusses bei nächst künftiger lYomotion lu theil worden : mann ihme 
auch alle dise bes^mdere IMstiucuones bei der Hochzeit und Copab- 
tion xuerkant hat. dat$ uemmUcheu diser Actus — augehindert des 
friseheu Kxempts mit eiuem seiuiger Vorfahrern, des alten Fürsten 
von Oardona. dessen Copolaüou ohne eiuigeu ruierschied nach der 
gewv^httUcheu Kti^uelie des Vormittags und iu dem Spieglzimmer ge- 
schekeu - auf dem AWud uud st^^^car iu der Kathstuben inandito 
e\empIo be^:au^a worden, uaoh dessen Volleaduu^ beide Kaiserinnen 
in des Kaisers Kccirada. wie <?s au deueu Ap^»artem<ucs lagen m ge- 
!5eheheu pdeg«, ^spillec hal>eu. 

Was? tiau hierttber lur Otossir aud Attsscelluugea gemaehl 
worden, ist teichdich äu crmessi.'». :!^>udcrticb aber hac die Inzn- 
friedeuh^fit des Ikrru l^rauu^auis Frau ^eh wüster, der Fürstin 



76 1746, Jan. 27.— Feb. 6. 

wittiliten Kaiserin Trabantenstuben und daran stossenden ersten Anti- 
Camera gespillet, welche nebst dem Saal ich nach deroselben, ans 
Befehl unserer Frauen angesucht- und erhaltenen Erlaubnus aus- 
spallieren und in etwas zurichten, auch zu mehrerer Sicherheit gewöhn- 
lichermassen unterspreitzen lassen. I. M. die Kaiserin pflegten sich 
immer zeitlich zu retiriren und fast um die nemmliche Stund, gegen 
10 Uhr, sezte sich der Kaiser zum Soupö (welches nur auf 16 biß 
18 (Jouvcrts, und zwar in der untern großen Anticamera zubereitet 
wurde) und mustc ich aus Befehl des Kaisers die Gäste, wormit wie 
vorhin, mehristen Theils abgewechslet wurde, dazu einladen. 

Den 27. wäre vormittags engere Reichs Conferenz in Gegen- 
wart des Kaisers, worinnen über die churpfältzische Accession 
zum Dresdener Friden und ein und andere Comitialia deliberiret 
wurde.^") 

Den 30. wohnten beide kaiserliche Mayestäten dem Gottesdienst 
in der Iloflcapcllen bei, speisten aber retiriret und kämmen abends in 
das Halhuus zu den masquirten Bai, wormit es wie vor zwei Jahren 
gehalten wurde. 

Den 31. wäre abermahlen Bai bei Hoff, und zwar wegen den 
morgigen Frauen Abend auf heut anticipiret. 

Den 1. Februarii wäre Conferenz bei den Kaiser über die auß 
Rußland gekommene Depcchen und die hierauf dem Residenten 
Ilohenlioltzer und General Major v. Brettlach zu ertheilende Instruct- 
tion.*^) Nachmittag wäre Toison Vesper. 

Den 2. wäre der gewöhnliche Umgang und Gottesdienst bei 
denen Augustineni, welchen auch I. M. die Kaiserin beigewohnt, wie 
obcnfahls nachmittags um 3 Uhr der Vesper bein Jesuitern und der 
Litanei bei der Säulen; allein mittags wäre kein Dienst. 

Drn 4. assistircte ich der großen Reichs Conferenz bein Feld- 
uiarHcliall Gräften v. KUnigsegg, zu welcher immer der Reichs Hoff 
HutliH Traesident und Vice etc., der gewestc dritte böhmische Wahl- 
hottMclialUor v. Prandau und der Reichs HofTrath v. Knorr gezogen 
wordtMi. In lioutigt^r wurden die Instructionen für unsere Comitial 
(loHuiih^n ahgeloson und approbiret, worvon per Circulare an alle 
IIIm'Iko (loHantHohalVtiMi iMittheilung beschehen.^) 

hüM AppartonuMit wurde abgesagt, weillen die Kaiserin biß zu 
llirnr Nlderkmillt sieh nicht mehr anlegen wollen, und die Hebamme 
MiiiMln \nii nini an bereits bei HotV über Nacht verbleiben. 

Den wäre die Capellen bei llotV und nicht zu St. Dorothi 
^li> i\\ ileN verNlorlieneu Kaisers Zeiten; allein die dermahlige Herr- 



78 1746, Feb. 15.-26. 

in (lero Loge im Saal des Balbauses, um dem dortigen masqoirten 
Hai zuzusehen. 

Den 15. wäre Gonferenz in Gegenwart des Kaisers mit Za- 
Ziehung des, anstatt des Feldmarschallen Königsegg dises Jahr zum 
Conunando nach denen Kiderlanden benanten Feldmarschallen Bat- 
thvani, dessen Instruction und, was zugleich an unsere Ministres in 
Haag und zu London zu erlassen, vorgenohmen und adjustiret wurde.^) 
Abends war bei IIofT masquirter Bai. 

Den 17. wäre abermahlen masquirter Bai bei Hoff; weillen aber 
der Kaiser zeitlich in das Balhauß gehen wollen, wnrd das Sonp6 ab- 
gesagt. 

Den 20. verfUgte sich der Kaiser zun obem Jesuitern. Bei 
seiner Zuruckkunfft geschähe more solito die Copulation des Graffen 
von Welsperg, Cammerherr, mit der Ereile Josepha v. Starhemberg, 
Hoff Dame, welche der Passauerische obige Official und Probst zu 
Ardagger, Graff Leopold v. Starhemberg, verrichtet, und war kein 
Tattldienst. 

Den 21. war der lezte masquirte Bai bei Hoff, aber widerummen 
kein Soupe. 

Den 22. wäre nichts bei Hoff, sondern die Herrschafften kämmen 
abends ins l^lhauB. 

Den 23. assistirte der Kaiser allein der gewöhnlichen Ascher 
MittwiH'hs Andacht und nähme die Aschen im Oratorio der Hoff 
Capelleu, Nach der Kirchen hielte er Conferenz über die russische 
Auligeuheit und wnnle der Kntwurff des neuen Tractats und die In- 
struction tlir unsere dortige Ministros abgelesen und adjustiret/^) 
Nacher wäre Toison Vesper. 

Deu 24. gieng der Kaiser in publico zum Toison Ammt, die 
Kaiserin iuivguito und mittags wäre kein Dienst. 

IVu 2i>. gegt*u 1 1 rhr nachts wurden I. M. die Kaiserin einer 
F.rtzhereogiu gautz glücklich outbundeu. I. M. der Kaiser hatten 
mir b<n der vormiita^i^Mi Aufwartung die Unii^tände eröffnet, den 
öffentlichen Kirv*heudionst iu der grv>l)en Oa|>ellen absagen und soleben 
in der Ouuuucrcu^H'Ueu haheu lassen, auch auf allen Fahl die Befehl 
der heiligen lauff halWr auuvHrh auf diseu Abend das behörige zu 
veniustaheu. ertheiler, wie ich dann auch alls«.^gleich nach dem Mit- 
ta^mahl mich wivlcrumuieu nacher Hoff vertilget und meistentheils 
iu der Küiiseriu :>pieglÄimmer vcrblil^'u biu. allwobin sich nach der 
ilicü Kii.-iucHc krafft welcher s^.^gleich als das Hoehwürdige ex- 
pouiret ^ird st> iu dem Augenblick, da die Kaiserin in den Kinder- 
scuiil geseuc wird. £u gescheheu ptiegc . £ii alleu Hodämteni und 



80 1746, März 6.— 10. 

erneuernden Tractats und seit lezterer Gonferenz hierinfahls von Peters- 
burg eingeschickten Projects, worüber an Brettlach und Hohenholtzen 
der weitere Nachtrag adjustirt und resolviret wurde.®*) 

Den 6. wäre öffentlicher Kirchengang und speiste der Kaiser 
im Mantl in der Rathstuben. 

Den 7. wäre Gonferenz bein Graffen Königsegg mit Zuziehung 
des Seilern, theils wegen Beilegung deren zwischen der Reichs-, dann 
böhm- und oesterreichischen Ganzleien in puncto der Expedition 
deren Stands Erhebungen annoch fürwaltenden Irrungen (wefiwegen 
der Graff Colloredo dazu nicht beruffen wurde),®') theils auch in 
materia deren von unserem Gardinalen Ertzbischoff ohne vorläuffig- 
gewöhnlichen Placet vom Hoff erlassenen Litterarum pastoralium, 
worinnen er die neue, in Gonformitet einer vorigen de 1741 von Born 
gekommenen bullam, die Art zu fasten betreffend, eigenmächtig 
promulgiret und krafft solcher sub gravi poena verbotten, bei jezig- 
und all-künfiliger Dispens der vierzigtägigen Fasten, abends Fleisch 
und sieh satt zu essen und zu Mittag Gastmahl mit Aufsetzung Fisch 
und Fleisch zu halten. Dises leztern halber wurde ein scharffes Ahn- 
dungs Decret ad ordinarium juxta priora varia praejudicia resolviret.®^) 
Anheut stunde die Kaiserin das erste Mahl auf. 

Den 10. starb die alte Gräffin Josepha v. Starhembei^, gebohrne 
v. Jörger, im 77. Jahr ihres Alters. Ich wäre noch vorgestern abends 
sie zu besuchen und verliesse sie bei ihrem gewöhnlichen Piqnet 
Spill, zwar mit einer Husten behafftet, jedoch ohne Alteration, also 
zwar, dafi sie nicht das Bett hütten wollen, sondern in ihrem sehr 
kalten Camin Zimmer gespillet und alle Leuth empfangen; allein bei 
dem Schlaffengehen überfielle sie ein gählinger Frost, und in der 
Nacht nähme das Fieber dergestalten über Hand, daß mann ihr des 
Morgens zwei Mahl zur Ader gelassen ; nichts destoweniger wolte sie 
die auf gestern — wegen des Franciscae Tag — ihrer Schwester, 
der Freile Jörgerin, und der Antouin Dietrichstein zu Ehren geladene 
Taffei nicht absagen lassen, wiewolleu die Gäste von dem Confect 
fort eilen müssen, da mann ihr wegen zunehmender Schwachheit das 
heilige Yiatieum gebracht, worauf sie dann heut Vormittag gegen 
balb 12 Uhr sanftt und seelisr in den Herrn verschiden. 

In ihrem erst im vorigen Decembri gemachten Testament hatte 
sie ihre ältest -lebende Tochter, des Koichs Vice Canalers Graffen 
T. Colloredo Gemahlin, zur Universial b>bin declariret; allein da selbes 
nur von ihr allein und $i>n$teu von keinem Zeugen unterscbriben, so 
stehet zu erwarten, oh nicht etwann die von ihrer verstorbenen alte- 

und von ihrem ersteren Mann — den Graffen Rüdiger — er- 



82 1746, März 19.— 25. 

mann crschine in Gala wegen des Ertzherzogs, obschon solche nicht 
angesagt wurde. 

Die Kaiserin Frau Mutter muste wegen ihres vor ein paar 
Tagen widerummen sich geäusserten gewöhnlichen Zustands, des 
Kotlilauff, das Bett hUtten, welcher mann aber die Finesse thate, 
ihren Herrn Neveu — den Printz Louis von Wolffenblittel — ganz 
allein zun General Feldzetigmeister zu benennen, so zwar zugleich 
eine sehr verdiente Promotion und diser Herr von der bei der un- 
glücklichen Trauttenauer Action überkommenen, sehr gefahrlichen 
Wunden kaum hergestellet ware.^'') Hiernächst wurde auch dem 
Graffen Johann v. Choteck die — durch die leztere Beförderung des 
(anstatt des resignirten alten Graffen von Nesselrode zum General 
(^ommissari benanten) Graffen Ludwig v. Sallaburg in Erledigung ge- 
digene — Obrist Commissari Stelle förmlich verlihen, als welche er 
ohnehin dise Zeit her provisorie versehen und sich nun eben zu 
Franckfurt befindet, um den Marche unserer aus Böhmen nach Nider- 
land abgehenden Trouppen zu besorgen. L M. die Kaiserin befahlen 
mir auch, um der Frau Aya, Gräffin von Saurrau, eine gnädigste Dis- 
tinction zu bezeigen, ihrem Sohn das Jurament als Cammerherr ab- 
legen zu lassen. 

Abends gäbe die Kaiserin Stund und spillte in Spieglzimmer, so 
von heut an biß zu dero Hervorgang in allem noch zweimahl be- 
schahe. 

Den 20. wäre der gewöhnliche Kirchendienst in der Hoff Ca- 
pellen. Die Herrschafften speisten aber retiriret. 

Den 21. unterblib die sonst übliche Ca pellen l>ei denen soge- 
nanten Sohwartz Spaniern und wurde das heutige S. Benedictifest 
in der Cammer Capellen begangen. 

Den 22. verraiste der Kaiser mit einigen Cavallieren nach seiner 
unweit Presbnrg ligenden Insel und belustigte sich allda mit Jagen; 
über Nacht verblibe er zu Kittsee bein Fürst Esterhasy und des 
andern Tags altt 

den 23. kämme er wegen des üblen Wetters schon gegen eilff 
Uhr vormittags zurück. 

IVn 24. wäre kein Toison Vesper wegen des Kitualis in der 
Fastenzeit. 

Den 25. aber wäre Toison Ammt in der Loretto Capellen, keine 

lP*^ig* der Kaiser kniet allein darinnen: die Toisonisten haben ihre 

Binck rechter Hand. Nachmittag gienge mann zu der Säulen um 

^*hr. Uent abends gäbe die Kaiserin zum lezten Mahl Stund 

immer. 



84 1746, April 5.— 10. 

Francisca geben lassen. Um 4 Uhr gieng der Kaiser allein in 
publico zun Capncinem wegen des gewöhnlichen 40stttndigen Gebetts, 
ingleichen 

den 5. anf Hemals zu Faß gewöhnlicher Hassen. 

Den 6. assistirten beide Herrschafften der Tormittägigen An- 
dacht in der Hoff Kirchen. Nachmittag aber gienge die Kaiserin alF 
incognito (sie!). 

Den 7. wäre Vormittag die alljährliche Commnnion und Faß- 
waschnng und Nachmittag die Pnmpermetten, bei welchen beiderseits 
Mayestäten al solito zugegen waren. 

Den 8. assistirten dieselbe ebenfahls der gewöhnlichen Andacht 
und wurde die Predig auf allerhöchstes Verlangen von dem vorigen 
Hoffprediger und dermahligen Beichtvattern des Kaisers, P. Bitter- 
mann, mit großem Applansu gehalten. 

Den 9. wolten I. M. der Kaiser allein die Gräber besuchen; ein 
solches mnste aber wegen des angehalten- üblen und regnerischen 
Wetters cingestellet werden, und verfügte sich selber sodann erst 
nach halb 10 Uhr in publico zun Augustinern, dem Ammt bei zu 
wohnen. Nachmittag assistirte er auch allein denen 5 Geheimnuß- 
predigen und beiden Auferstehungen, unter welcher Zeit I. M. die 
Kaiserin alF incognito nach Schönbrunn führe, um ein und anderes 
allda anzuordnen. 

Den 10. assistirten die Herrschafften al solito dem Toison Amt 
zu 8t. Stephan. Vorhero wurde das Te Deura abgesungen wegen 
uriMcrcr Progrcssen in Italien, allwo nicht allein von dem sardinischen 
(icneral Lcutrum Asti eroberet, 9 Bataillonen französischer Trouppen 
(larinfK^ri zu Kriegsgefangenen gemacht und hierauf die Bloquade von 
Alexandria aufgehoben, sondern auch unserseits Mailand und fast 
alleH (liHScits des Po recuperiret worden.''*) 

MittagH speiste mann in der Ritterstuben. Graff Carl v. Harrach 
ward vor der Taffl anstatt des jüngst verstorbenen Gmffcn lulii 
V, llardegg zum Obrist Jägermeister declariret durch den Obrist Hoff- 
meister; allein die Vorstellung thut er certo modo Selbsten, indeme 
(*,r durch den Jägerei öccrctari das Decrct seiner Benennung denen 
vt*rHHtmnU'Utn Jiigereiparteien vorlesen last, ex ratione, weillen der 
ObrlHtjRgernjeiHtcr indepcndent, obschon er unter heutiger Regierung 
t*\u naintntiuirteH von seinen vorigen Ansehen verlohren und in judi- 
«'JalilHiN nunnieliro unter Regiment und Cammer stehen muß. An- 
i$t',in'MH Inii der neue übristjägerraeister zwei Decreta, eines von der 
tilHüin lind duM andere von der oesterreichischen Canzlei erheben 
mUki^i^u, < TNtereN als llolf und zweites als Land Obristjägermeister. 



66 1746, April 19.— 22. 

hUohaton Befehl die scliriiftlichc Anweisung erhalten, die ieh aber 
Yorhero mit dem UoiT Secretari concertiret und in Ansehung meines 
hesit/onden vornohniern Hoffammts nicht in forma solita eines Deerets 
in iiunden, sondern per modum insinuati fassen lassen, worinnen mir 
laut Heihig'^) nicht so vill der Befehl, meinen Schwägern zu sup- 
plirn, sondern gleichsam nur die Erlaubnuß, ein solches thun zu 
kiUiuon, gegeben wird. 

Disen Morgen verfügten sich die Herrschafften nach Ladendorfi^, 
nm die Cleneralin Grüffin v. Dann — welche jUngsthin dieses Gutt 
von ihres Schwehern, des Feldmarschallen seelig, creditoribns ab- 
gekauflt und leztere FeiertUge nebst ihren Gemahl auf kurze Zeit 
dahin verraisot — zu besuchen, kämmen aber gegen 7 Uhr abends 
zurück« stiegen auf der Bellaria ab, sahen den Ertzherzog Joseph 
und Übrige Jugend und begaben sich sodann nach Schönbrunn, um 
die, dun^h des ersteren Kninckheit unterbrochene Campagne zu con- 
tinuiren. Meines Orths aber verblib ich noch in der Statt, worzu 
den IVaotext nähme wegen meiner Frauen, in der That aber, weilten 
ich das feuchte Wetter und die neue Zimmer zu Sehonbrunn ge- 
A^n'htet« die mit meinen Zuständen gar nicht sympathisiren. 

rbrigens ob mann zwar anfangs vermeinet. I. M. wurden 

wegen der seilher\> UWrkommenen, allerhi^chsten kaiseriieben WQrde 
sich mehr nach der alten Etiquette richten und wo nicht beständig, 
diH'h meistentheils allein s^^isen — si^ lie$se mann doeh alles auf 
den \origen FuÜ InTuhen, worüber es ville Critiques abgesezt und 
alksouderlioh im Keich, dessen Tblgesinnie gleiohsamm eine Ver- 
aohuuig der kaiserlichen Wür\ie daraus erzwingen wollen. Mann 
sielhe auch ein und änderte der Uerrschatft vor, aliein sie waren 
die \orige LeWusari schon £U sehr gew^^hnt: jedoeh befahlen sie, 
daki manu Ivsiaudig £wci Taffel stellen und die ihrige nur auf 14 
bit» 10 Vouvcrts autra^^u s*.»lle, welche leiten» Zahl doch aneh zn 
\en?chii\lcueu Mahle« \ ermehre: wurde. 

IVu :?- kammeu die HerrjehaiRe« um halb i:* Uhr fnih von Sehon- 
bruuu herein iu die Bun:, uui dem ^oncesiem neu angekommenen 
iKibstliehvu Nuueiv, Mousiguore S^rbelFoui welcher in Maibuid t"Är 
das Ha'JLvJ vVsterreieh sehr vlevoc aud eiuige Jahr am p«>Iifaii;$eiien 
Hort' <v'suadeü, w.,> ieb ihu i^rtie allere meut keuneu iseleniK . der 
;jL;;eu K;iv(iiet:e aaeh, seiue erste Auvlietii Ja yrivtico in der Ketirada'* 
iii dcebeti. v\«.TLvi ibu der 0'v«s: Cämmerer a::i:>a^u tu^is$s<en. 

' l'i'.' 'xt si/ri» ^V' .!"v V u'^eti/. 'iu N.'ivs:*:: immer. >*»^iilett dvr Ek:uwr 



88 1746, April 24.- Mai 7. 

wie dann allerhöchst dieselbe unfi dififahls dero allergnädigste Ge- 
nehmigung auf das ausnemmlichste zu bezeigen geruhet haben. 

Den 24. kämmen die Herrschaften gegen 10 Uhr früh zur Burg 
herein und fuhren nach einiger Verweilung um die Statt zu denen 
PP. Franciscanem, all wo anheut das Fest des gutten Hirten be- 
gangen wird, kehrten von dannen sogleich auf Mittag zurück nacher 
Schönbrunn. Des Abends kämme der Kaiser incognito zu meiner 
Schwester und sodann auf eine kurtze Weille in die Opera. 

Den 26. praesidirte ich abermahlen im ObristhoiTmarschall Rath, 
führe sodann nachmittags nach Schönbrunn ins Appartement. 

Den 27. kämmen allei*seits Herrschafften zu einem Frühstück 
zu meiner Schwester, welche aber ihrer schwachen Gesundheit halber 
annoch das Bett hlitten muste, worbei ich dann in Abwesenheit 
meines Schwägern die Ehre des Hauses mitmachte, sodann — nach- 
deme die Herrschafften nacher Schönbrunn zuruckgekert — mich zur 
Reichs Conferenz zum Graffen Königsegg verfügte, allwo unsere 
Antworten an Chur Maintz und Würtemberg abgelesen und approbiret 
wurden. ^^) Abends kämmen I. M. zur Opera herein. 

Den 29. supplirte ich abermahlen im obristhofmarschallichen 
Gericht. Nachmittag wäre Appartement. 

Den 1. Maji wäre der Gottesdienst, Predig und Hohammt zu 
Schönbrunn. Die Herrschafften speisten aber mittags wie sonsten. 

Den 2. wäre Reichs Conferenz bein Graffen Königsegg in ma- 
teria deren Betreibungen des prcussischen Residenten v. Graeve, 
welchem eine schrifftliche Antwort zu ertheilen für gutt befunden 
und derselben Aufsatz more solito dem Baron Bartenstein committiret 
wird.^'') 

Den 3, wäre Conferenz zu Schönbrunn in Gegenwart beider 
kaiserlicher Mayestäten und des Printz Carl, zu welcher auch der 
Fürst Christian v. Lobkowitz und der Kriegs Praesident gezogen 
und dabei die dem Fürsten, als ad interim zum Commando unserer 
im Reich zu verbleibenden Corps destinirten Feldmarschallen mit zu 
geben kommende Instructiones vorgenohmen worden.'') Nachmittag 
wäre das gewöhnliche Appartement. 

Den 6. wäre geheime Conferenz bein Graffen Königsegg über 
ein und andere Intercepta, die französisch- und preussische Intriguen, 
item die geheimme spahnische Fridens Propositionen betreffend.'*) 
Abends Appartement. 

Den 7. wäre Conferenz in der Burg in Gegenwart des Kaisers, 
bei welcher die Fürst Lobko witzische Instruction abgelesen und ver- 
schidentlich debattirct wurde, ob mann den spahnischcn Emissarium 



90 1746, Mai 19.— 26. 

Den 19. wurde das hohe Fest Ascensionis ohne Nehmnng der 
Collana zu Schönbrunn eelebriret. 

Den 20. wäre das Appartement in dem Garten. 

Den 21. wäre gewöhnliche Capellen und des Nachts verblibe 
ich in den vorhin dem Feldmarschalien GrafT v. Königsegg, nun aber 
Schulden halber dessen Braumeistern gehörigen Garten zu Gumpen- 
dortr,^^) welchen ich disen Sommer hindurch für meine Kinder ge- 
miethet uhd allda mir ein Abstieg Quartier zubereiten lassen, indeme 
mein Hoff Quartier zu Schönbrunn etwas ungesund und dahero I. M. 
die Kaiserin Selbsten die Gnad gehabt, mir zn befehlen, daB mit 
meinem, vor einigen Tilgen eben überkommenen Brust Catharr mich 
schonen und dahero — um besserer Bequemlichkeit halber — mich 
zu Schönbrunn noch nicht etabliren solle. 

Den 22. wäre der Gottesdienst zu Schönbrunn. 

Den 24. nachmittags Appartement. 

Den 25. erkranckte I. M. die Kaiserin Frau Mutter an ihrem 
gewöhnlichen Zustand des Rothlauffs und musten wegen ganz gäh- 
ling zugcstossener Alteration zu Hezendorff, allwo sie nur zn Mittag 
speisen und sofort über Schönbrunn zur Burg zurück keren wolten, 
dise Nacht verbleiben, von welcher Zeit an sie dero Sommer S6jour 
allda sogleich continuiret. 

Ködern wäre Oonferenz zu Schönbrunn in Gegenwart beider 
kaiserlichen Majestäten und in selber über den mit lezterem Currier 
null München angelangten Ultimato deliberiret und der Schluß so- 
thanen Tractats beschlossen.*') Wjihrend solcher Confercnz kämme 
der uuÜ Petersburg mit villeui Verlangen zurückerwartete Currier an, 
dessen Depechcn sogleich eröffnet und darauß mit Vergnügen er- 
sehen wurde, wie auch diBCahliger Tractat so vill als berichtiget 
soie.**M 

Den 2i>. wäre gewöhnlicher blassen das Versprechen der Freile 
von Sohaok, derniahligen Cannnerfreile, so leztlich mit der Princesse 
aus Lothringen jrekommen, mit dem Freiherrn von Enzenberg, einen 
Cavallior aus Tirol, welcher vor mehr dann 14 Jahren selbe eheligen 
sollen, lüorvon aber durch seines damahlen lebenden Vatters Opposi- 
tion und nach dessen Absterben durch andere darzwischen ge- 
kouuncne Faniili Angelegenheiten verhindert, seithero aber zn Er- 
neuerung dises Entschlusses durch verschiedene von Hoff ihme ge- 
machte ronvenienzien ^zumahlen I. M. die Kaiserin der verwittibten 
llorzogin, des Kaisers Fnuien Mutter, auf ihr Ansuchen dise Freile 
von 8i»haok als eine ville Jahr bei ihr gewesene Hoff Dame zu ver- 
sorgen versprochen^ und insonderheit auch durch Erlheilang des 



&2 1746, Mmi 3Ci--Jum 10. 

deut£ch angeredet, so sie nicht kann nnd von danunmen desto wunder- 
licher schine. weiilen er die junge Herrschafilen anf französisch com- 
plimentiret. 

I. M. speisten hent nicht öffentlich, sondern wie sonsten; nnd 
weiilen anhent nnd die zwei folgende Tag das vierzigstündige 
Gebett heraussen wäre, so wurde biß Freitag kein Appartement ge- 
halten. 

Den 30. — wo ich mich vormittags in die Statt zur Conferenz 
zum Oraffen v. Königsegg verfUget, bei welcher die leztere Depechen 
auß Kußland weiters durchgangen, auch ein so anderes noch in con- 
ferentialibus vorgenohmen wurde, wie auß meinen Kapularibus zu 
entnehmen*^) — und 

den 31. wäre der Gottesdienst erst besagter Massen und leztem 
Tags nach Ende desselben die Copulation vorbcmelter Brauthleuthen 
von dem Passaucrischcn Official Graflen v. Trautsohn verrichtet, 
worbei die Zuseher nicht ohne Lachen bemercket, daß die Braut aus 
Embarras und Versehen nicht die rechte, sondern die lincke Hand 
zur Trauung hergereichet. Zu Mittag wurde es gleichwie am Ver- 
sprechen Tag gehalten und nachmittags verfügten sich die neue Ehe- 
leuthe nacher Eisenstatt zu denen Fürst Esterhasyschen, welche aus 
alter BekantschaffH; mit der neuen Frauen bei diser die Stelle deren 
Eltern vertretten. 

Den 3. Junii wäre Appartement. 

Den 4. Conferenz bein Graflen Königsegg über verschiedene 
Particuluria und sonderlich über ein Circular Rcscriptum, so nebst 
eiiiigcn Kemarqucu gegen ein intercipirtes Memoire public! juris 
werden sollen, welches Memoire vor einiger Zeit von den französi- 
schen Hottscliaff'ter Castellane zu Constantinopel übergeben worden, 
um die Pforte von der Erkantnuß des Kaisers abzuhalten.^') 

Den 5. fuhren II. MM. zu denen Trinitariern, dem Gottesdienst 
des heutigen heiligsten Titularfcsts beizuwohnen. 

Den 7. wäre Appartement. 

Den 9. kämme der Hoft* in die Statt wegen des heutigen heiligen 
Fronleichnamsfests, der gewöhnlichen Andacht und Procession beizu- 
wohnen. Mann stiege sogleich bei St. Stephan ab und kämme so 
früh an, daß der Cardinal und Clerisei noch nicht einmahl angezogen 
waren. 

Den 10. war Appartement und muste ich heut der Kaiserin 
gleich denen übrigen Conferenz Ministris mein Votum über die ge- 
heimme Proposition des zu Neuslatt versteckten spahnischen Emis- 



94 1746, Juni 15.-19. 

Einschränckung der sardinischen Obermaclit von dem Grimaldi pro 
conditione sine qua non anverlangt worden, so der Kaiser theils auß 
Tendresse für den König (als seinen Herrn Schwägern), theils auü 
Delicatesse — weillen es nicht redlich gehandlet sein würde — nicht 
zugeben wollen, ja sich sogar gegen den Feldmarschall Graffen 
V. Königsegg (da selber ihm, ob zwar mit aller Moderation, begi-eiflFen 
machen wollen, in was für Fällen eine solche Delicatesse überflüssig 
wäre, und daß hierinnen zwischen einen Souverain und Particnlier 
ein großer Unterschied zu machen, maßen der erstere die Delicatesse 
seiner Sentimens nach deme, so er seinem Yolck schuldig seie, aus- 
zumessen habe) dergestalten ereiffert, daß er sogar in die Wort aus- 
gebrochen : je dois savoir mieux que vous les devoirs d*un souverain 
puisque je le suis, et je soutiendrai toujours que pour ce qui con- 
cerne le caractöre d'honnete homme, il es 6galement essentiel au 
souverain comme an particulier. 

Nachdeme aber sowohl I. M. die Kaiserin, als all -übrige Mi- 
nistri einhellig vorgestellet, wie ville und gegründete Muthmaßungen 
vorhanden seien, ja Grimaldi es mit Producirung deren Originalicn 
zu beweisen sich anheischig machen (wie nemmlich der König in 
Sardinien, ungehindert aller seithero thuenden Declarationen, in con- 
trarium mit Franckreich eins worden, die Kaiserin auß Italien zu 
eliminiren und dem Kaiser und seiner Succession Toscana weg- 
zunehmen und es seinem Brüdern zu geben, damit unß kein Fuß in 
Italien verbleiben möge, mithin es nicht auf Hintergehung desselben, 
als villmehr um ihme hierinnen vorzukommen, angeschen seie), kämme 
der Kaiser von seinen ersten Eiffer — wie sein Temperament es 
ohnedem mit sich bringt — bald widerummen zurück und gäbe 
zu, daß mann mit dem Grimaldi auch auf disen Fuß sich ein- 
lassen könne, jedoch daß alles null und nichtig sein solle, wann 
er die asserirendc Untreu des Königs v. Sardinien nicht demonstra- 
tive dociren könne. 

Meines Orths habe zwar von diser ganzen Handlung, wie mein 
Votum hier bezeigt, nicht vill vortheilhaflftes ominirct und hätte lieber 
gesehen, wann sogleich jemand Vertrauter nach den französischen 
Hoff abgeschickt worden wäre, um auch allda unser Glück zu ten- 
tiren.^^») 

Den 17. war des üblen Wetters halber das Appartement in 
Zimmern. 

Den 19. fuhren die Herrschafften in Gefolg einiger Dames und 
Cavalliers nach Göttweig, um der zweiten Primitz des dortigen Prae- 
laten, worzu er sie auf das inständigste eingeladen hatte, zu assi- 



96 1746, Juni 23.-25. 

Adjutant Graff Antoni von Althann auß Italien angelangt und die 
erste Bottschafft von dem, den 16. curr. bei Piacenza erfochtenen herr- 
lichen Sieg — worvon zwei Relationen hierbei folgen^*) (eine, die 
gedruckt worden, die andere aber hat der Marchese Botta den GraflFen 
Uhlfeld eingeschickt, in welcher ein und anderes, so in der ge- 
druckten nicht enthalten, einkommt) — L M. nach Mannerstorff über- 
bracht habe, von wannen selber discn Vormittag in der Statt er- 
wartet werde, um den gewöhnlich- freudig- und öffentlichen Einritt 
mit vorblasenden Postillionen zu thun. 

Den 23. kämmen wir abends gegen 7 Uhr zurück und etwas 
spätter traifen auch die Herrschafften von Mannerstorff in Schön- 
brunn ein. 

Den 24. fuhren II. MM. wegen des heutigen Hoffests zu denen 
Barmhertzigen. Bei der Zuruckkunft hatte der russische Cammer- 
herr v. Tschoglokoff seine Abschieds Audienzien auf die nemmliche 
Weis wie vorhin bein Empfang und wurde von I. M. den Kaiser 
mit einer magnifiquen goldenen, mit Brillianten besezten Tabati^re, 
worinnen ein sehr kostbahrer Ring mit einem großen Brillianten lag, 
bcschenckt, welche ich ihme bein Austritt aus dem Audienz Zimmer 
und ebenfahls eine andre dergleichen, mit Smaragd und Brillianten 
versezt, dem mitgekommenen Offizier von der Garde, Neveu des 
Groß Canzlers, zustellte. 

Hierauf erst, und zwar wohlbedächtlich, um dem russischen 
Hoff zu obligiren (indeme dessen Gesanten die vorzügliche Stund zur 
Audienz gegeben wurde), hatte der lezthin angelangte preußische 
würckliche geheimme Etats Rath, envoy6 extraordinairc und ministre 
pl6nipotentiairc Graff v. Bodewils seine erste Audienz bei I. M. dem 
Kaiser und tiberreichte hierbei sein Crcditiv.^*) 

Nachmittag wäre Appartement; mann machte zwar heuer Gala 
wegen des Königs in Portugall, allein sie ward nicht solenniter an- 
gesagt, sondern auf Befehl I. M. nur unter der Hand gemeldet, um 
den allhicr anwesenden Gesanten besagten Königs, Marchese Cara- 
vallho, eine Finesse zu thun. 

Den 25. war Conferenz bein Graffen Uhlfeld (wegen Abwesen- 
heit des Graffen v. Königscgg) und in solcher über das, was seithero 
mit dem spahnischen Emissario weiters vorgefallen, deliberiret, in- 
sonderheit aber, ob nach lezteren glücklichen Vorgang in Italien 
dennoch die Negociation mit ihme zu continuiren und was ihme pro 
ultiniato zu bedeuten seie; worüber mann endlichen auch einig worden 
und auf meinen Vorschlag die Austheilung dessen, so unß und dem 
Infanten zu bleiben hätte, dahin beliebt, daß wir alles, so zwischen 



98 1746, Juni 27.— 30. 

der Arm6e) ; der Reichs Vice Canzler und sie, Gr. CoUoredo, hatten 
sich wegen des heutigen Beilagers ihrer ältesten Tochter mit dem 
kaiserl. Cammerherrn und größeren Landrechts Beisitzern Graffen 
Procop Czernin, Majoratsherrn, entschuldigt; die Comtesse Kokorzova, 
mein Schwager und Schwester, der Herzog von Aremberg und sie — 
geladen wurden. 

Nach den Essen hatten II. MM. zwar entschlossen, auf die 
Uaigcrbaitz sich zu verfügen; weillen aber ein gähling eingefallenes 
Ungewitter solches verhindert, verbliben dieselbe biß nach siben Uhr 
und thate der Fürst v. Auersperg tailliren, worauf sie biß an das 
Thor des Schönbrunner Parc in 36 Minuten ritten und sodann erst 
nach HezendorfT sich begaben, von dorten aber gegen halb 9 Uhr zu 
Fuß zuruckgieugen. 

Don 27. — als sich die Herrschafften eben zu Tisch setzen 
wolten, bald nach 1 Uhr — kämme der Obrist von Baloyschen Regi- 
ment, Comte d'Odonel (welchen I. M. in der lezteren, gleich nach ein- 
f^olangter Nachricht von der Action bei Piacenza zu Belohnung deren 
lilorbei sich distinguirten Officieren beliebten Promotion zum General 
Major benannt hatten) und überbrachte gewöhnlichermassen die bei 
Hothaner Action eroberte 29 Fahne und 1 Standarten. I. M. der 
KalMcr befahlen mir, daß ich ihn alsogleich in die Retirada kommen 
laHMon solle, damit er nicht in der Anticamera vor der Zeit examiniret 
wtirdon mUge, wie es in dergleichen Fahlen zu geschehen pflegt, bei 
W(ilrli<u* (lele^enheit ich mir ein Vergnügen machte, disen braven 
oriloloHMi und meinen gutten Bekanten alß General Major zu be- 
Krilllen und mit Gebung dises Titls — von dessen neulichen 
ICrlunKung er nichts wissen kunte — also agröablement zu sur- 
prnniren. 

AI)(M1(Ih schickten I. M. die Kaiserin mir ein kleines Paquet, 
woiinnen doro Portrait wäre, um es dem Neveu des Großcanzlers 
jtdHtuoliof für dises leztcm Gemahlin mitzugeben, und ein größeres 
Paquot, MO fttr des Cammerherrn Tschoglokoff Frau und Kinder desti- 
iilrdl wäre und in einer magnitiquen Uhr und verschiedenen Kleinig- 
koKou und Hpilloroi (Wr Kinder bestünde. 

I U\\\ 2H. war Ap|mrtement im Garten, in der Sala terrena. 

|)en 29. war gewöhnlicher Kirchendienst. 

Den «U). vormittag machte der Kaiser eine Excnrsion nach 
MlInnorMtortT und gegtMi den Abend nach den Rosencrantz folgten 
I M tllo KalHorin allein in einem Biroocio mit der Fürstin v. Traut- 
Mtiliii, um den Kainor daraußeu xu snrpreniren. Beide kämmen aber 
InlKoudiMi Thkm wideruuimen xuruek. 



100 1746, Juli 3.— 11. 

Den 3. kämmen die Herrschafften zum Gottesdienst nach 
St. Stephan wegen des Anniversarii der Transferirnng des dortigen 
wunderthätigen Gnadenbilds der weinenden Mutter. Abends verfttgten 
sich dieselbe sodann mit dem Ertzherzog Joseph und einem ganz 
kleinen Gefolg nach Männerstorff, von wannen sie Mittwoch, die 
Kaiserin früh und der Kaiser abends, alss 

den 6. wider zumckkammen. Die Kaiserin hatte ein kleines 
Geschwär an den einen Ohr überkommen, welches aber ohne Gefahr 
aufgebrochen und sie nicht verhindert, wie sonsten sich allem Wetter 
und Lufft zu exponiren. 

Den 8. wäre Conferenz zu Schönbrunn in Gegenwart beider 
Majestäten; ich muste mich aber wegen einer gähling zugestossenen 
Colica entschuldigen lassen. 

Den 10. machte mann Gala wegen des Amaliae-Tag; allein sie 
wurd nicht angesagt, ungehindert der gethanenen Vorstellung, daß 
der verwittibten Kaiserin zu München hierdurch eine Finesse ge- 
macht und ihr Herr Sohn, der Churfürst, welcher seine Frau Mutter 
besonders in Ehren hat, anmit obligiret werden könte. 

Der Gottesdienst war in der Hoffcapellen zu Schön brunn; die 
Kaiserin erschine aber nicht dabei, weillen sie dise Nacht wegen zu- 
genohmenen Ohren Schmcrtzen, worzu sie zwar Selbsten durch übles 
Regime Ursach gegeben, nichts geschlaffen; abends erschine sie doch 
im Appartement, welches heut extraordinarie gehalten wurde, damit 
mann sich bei den Printz Carl, der alß morgen von hier zur Armee 
nach denen Niderlanden aufbrechen sollen, desto fllgllcher beurlauben 
kunte, und wäre auch gäntzlichen entschlossen, morgen früh die vor- 
gehabte abermahlige Excursion nachcr Männerstorff* zu bewerckstelligen, 
dahero auch der Kaiser mit dem Printzen noch vor End des Apparte- 
ments alldahin vorauß gieng; allein nachdeme bei der Kaiserin sich 
dise Nacht nicht allein die Schmcrtzen an Ohren wlderummen ein- 
gefunden, sondern auch einige Alteration an der Pulß verspUhret 
worden, also zwar, daß die Medici folgenden Morgen, 

den 11. eine Aderlaß vor nöthig erachtet, so muste die Raiß 
nach Männerstorff eingestellet werden und wurde der Kaiser hiervon 
durch Staffetta benachrichtiget, welcher dann auch alsogleich nebst 
dem Printzen nach Schönbrunn zurückkämme. Indessen hatte es 
sich aber mit der Patientin, Gottlob, bereits dergestalten gebessert, 
daß sie sich selben Abend noch en d^shabill6 vor unß sehen Hesse 
und sogar nach Hiezing gieng, die kleinste 2 junge Herrschafflen, 
worvon die jüngste, die Ertzherzogin Amalia, anheut Amme wechslen 
müssen, allda zu besuchen. 



102 1746, Jnli 22.-26. 

( welche ohnedeme ihren Ar^ohn nicht ber^n können nnd nahment- 
lieh der char sächsische Graif v. Loß mit der aaßdrttcklichen Frag 
an mich gekommen, ob deme also, daß ein spahnischer Emissarins 
sich hier befinden solle?) das Geheimnnß vollends erfahren. Da ich 
ohnedeme die Commissioii seit knrtzem von L M. überkommen, dero- 
selben die Memorialien deren hier anwesenden Spannier nnd Neapoli- 
taner vorzutragen, wäre mir leicht, bei meinen eigenen Haußbedienten 
den Grimaldi f&r einen dergleichen Audienz Bmdem auszugeben und 
ihn zur Gartenthttr in mein Cabinet zu lassen, während deme Graff 
Uhlfeld und Bartenstein durch den Haubteingang zu mir kämmen. 

Diser spahnische Elmissarius, ein Genueser y. Geburt, schiene 
mir sogleich ein sehr findig und geschickter Mann von zwar zimm- 
lich jungen Jahren und welcher unter einer vorzeigenden aufrichtig- 
und fast submissen Art ville LebhaStigkeit und Adresse zu verbergen 
weis, sich dabei sehr wohl und ordentlich expliciret. ich bliebe biß 
zur Mittagszeit — da ich nach Schonbrunn muste — der Conferenz 
zugegen, welche sich fümemmlich mit Ablesung der von dem Barten- 
stein al solito gefasten, etwas langen Repliquen und ein und anderer 
Explication — zu Bezeigung, daß wir dahier die Handlung nicht 
aufzuziehen (wie es Grimaldi in seiner ersten Antwort reprochiren 
wollen) gedachten — bald nach meinem Abschied geendiget, und 
wurde kurtz darauf von ihme, Grimaldi, eine ferner- weitere Er- 
läuterung und responsi Dnplic dem Hoff Canzler zugeschickt.^^) 

Den 22. wäre wegen des heutigen Fests öffentlicher Kirchen- 
dionst, jedoch kein Appartement. 

Don 25. abermahleu öffentliche Kirchen wegen des heiligen 
ApoHtoltags Jucobi. 

Don 2(). wurde die Gala angesagt wegen des Nahmenstags der 
PrinooHHo ('Imrlotte, welche in der That Anne Charlotte heisset und 
Hnlioro ihren ersten Nahmen celebriret. Graff Nadasdy legt vor der 
Kirohon das Jurauiout ab als ungarischer Canzler. 

Dio llerrHohafften kämmen nach St. Anna, si)eisten mittags 
olToiitli<!h in dor Sala torrena und abends wäre im Garten Apparte- 
frioiit, worlioi I. M. die Kaiserin sehr ressentirten, daß sich so wenige 
i'Viiiioti hoiti Mittags Dienst zur Aufwartung sehen liessen, da mann 
doch an dor^Ici^'lHUi hohen Gala Tagen die Attention für alle Vor- 
utiUttun^ (Ion AdolM beiderlei Geschlecht zu haben pflegt, selbe auf 
MlUaK tuu*M d(5r Zahl deren Anwesenden an einer oder zwei TafOen 
/M imi'ilnMi^ worlioi immer die Frau Obristhoffmeisterin und eine von 
thui^u Hoff Ämter Frauen die Honneurs machen, wiewollen diser 



106 174*5. A«^ 7-14. 

naeber Nieobpor;^. ■eine SAwtsUr «Bd Sdkwageni u besochen, 
allwo wir biB Samstag Terbliben. 

Den 7. wäre der gew^bnliehe Gotftesdieiial za Scböobnuiii und 
des nemmlichen Morgens Beiehs Coafereaz. worbei I. M. der Kaiser 
ohne der Kaiserin zugegen wäre, and wvrde bei selber das Wfirtz- 
bnrgiscbe Wahlge^ehaft Torgenobmen and nebsl Benennong des zu 
Mfincben snbstitairenden kaiaeriiehen Xinistri Graffen Rndolpb Ton 
Cboteek pro commtnario caesareo die beb9rige Inslniction fOr den- 
selben resokiret.**^« 

Den 10. in festo S. Lanrentii offentlicber Croltesdienst in der 
Capellen zn Scbdnbmnn. Nachmittag macbte ieb en compagnie meiner 
Gemablin und der CammerfreOe t. Kokorzowa eine Excorsion naeber 
Eisenstatt, die Ffirstin Esterhasyn za besncben, allwo wir biB den 
12. abends rerbliben, da 

den 11. anch die Princesse Chailolte mit einiger Soite dahin 
auf Mittag gekommen. 

Den 13. wäre Vormittag Conferenz bein Graffen v. Königsegg 
in verschidenen Reichs- nnd Comitialsachen. 

Den 14. wäre der gewohnliche sonntägliche Gottesdienst za 
Schönbmnn: vor selbem aber befahle mir der Kaiser in Abwesenheit 
des Obrist Hoffmeisters, den Graffen HannB Adam t. Anersperg — 
zweiten Sohn des Fürsten nnd Bräntigam der reichen Freile von 
Schönfeld, kaiserliche Hoff Dame — als Reichsflirsten zn declariren, 
so ich dann auf gewöhnliche Art verrichtet und weillcn eben der 
Vatter zujregen wäre, mich sogleich an ihn addrcssirtc. 

Dise Stands Erhebuni: wäre von der Braut Mutter, einer sehr 
wundorlioh- und bizarren Frauen, gleichsaram pro conditione sine 
i\\u\ non der vcmbrtHleten Ehe Verlobnus stipuliret und — weillen 
bcido kju«orlioho MayestHten für den Herrn Obrist Stallmeistern 
wcpon 8oinor ^utt nnd eiffrigen Bedienun^^ ville Gnad haben — zu 
Hofl^rdonmK *•*'»' Hoirath allergnädigst verwilliget. ^"^) 

lloiit nbt^nds wurde die geweste Freile Hoffineisterin Maria 
HoImmmmi, vorwittibte Gräffin v. Philippi, geb. Gräffin v. Mallentheim 
( wnh^lm vor ein paar Tagen, nach einer ville Wochen herfürgedauerten 
iiimI von einer zu Schönbrunn erlittenen Attaque von Schlag zurück- 
Ktibllbenon Langueur im 65. Jahr dises Zeitliche geseegnet hatte) bei 
ibmen Augustinern zur Erden bestattet, worzu der Hoff Etiquette 
K^^rnllß allen Hoff Dames, geheimen Käthen und Cammerherrn ange- 
wiKt und die Sarg von disen lezteren, 12 an der Zahl, getragen 
wurde; anstatt ihrer wird bald nach den Tod ihres Manns die Franz 
Kcvenliullerin zu disen Ammt ausersuchet. *°^) 



108 1746, Aug. 22.-23. 

Toransgangen. Die Fürstinnen t. Lamberg and Esterhasy, beide 
kaiserliche Canimerfreile Kokorzowa and Dnchatelet nebst der aach 
kaiserliehen Hoff Dame M*"^ de Vitrimont. 

Wir kämmen zarecht anf Mittag and warden alle im Schlofi 
einqaartiret, so zwar sehr klein und nichts weniger dann fürstlich, 
za geschweigen kaiserlich erbaaet ist, jedoch ville Beqaemüchkeit 
hat. Mit dem Speisen warde es eben wie za Schönbrann gehalten, 
and za selbem nebst der mitgekommenen Compagnie die gegenwärtige 
Stabs Officier, gleich als der Feldmarschall Graff y. Hohenems, dessen 
Regiment in dortiger Gegend und dem Neatraer Comitat die Qaartier 
hat, einige Officiere von des Kaisers Leib Regiment, davon die zwei 
Grenadier Compagnien paradirten, and so weiters aach ein and 
andere, so von Wienn kommen, als der Tarocca, Feldmarschall 
Vasqaez etc. zagezogen wurden. Disen Nachmittag brachte mann za 
mit Spatzirengehen im Fasangarten und abends prodncirten die loth- 
ringische Leiblaquaien eine französische Com^die^ le facheux. 

Ansonsten wäre auch dise Nacht der General Major Graff 
y. Nenhaus aus Italien angekommen mit dem Detaglio der Übergab 
von Piacenza und praesentirte der Kaiserin heut morgens vor ihrer 
Abrais die mitgebrachte feindliche Fahnen und Standarten. 

Eodem kämme durch Staffetta die Nachricht von Guastalla, daB 
dortiger Herzog — welcher seiner Blödsinnigkeit halber erst kürtz- 
lichen die Regierung seiner Frauen (einer Tochter des vor zwei 
Jahren allhier verstorbenen Herzog Leopold v. Hollstain) tiberlassen 
müssen — den 15. dises im 56. Jahr an einen SchlagfluB verschiden 
seie; worauf nach kurtzem von Seiten unserer commandirenden Ge- 
neralitet — nomine reginae als Herzogin v. Meiland — sub praetextu, 
daß Guastalla eine Pars integrans erst ermelten Herzogthums seie, 
die Possession davon genohmcn wurde, wiewollen der Herr Reichs 
Vice Canzler und andere der Mainung gewesen, die Possess Ergreiffang 
dises unstrittigen Reichslehen hätte villmehr nomine imperatoris ge- 
schehen sollen, welcher sich sodann mit der Kaiserin hierüber ein- 
verstehen und hierdurch aller unnöthiger Eclat vermieden werden 
können; allein der Bartenstein dränge mit seinem gegnerischen Parere 
vor, dem auch der italianische Rath secundiret hatte.*®^) 

Den 23. führe mann nach eingenohmenen Frühstück gegen 
1 2 Uhr auf Würsten nach den benachbabrten Wald, einem gesperrten 
Jagen beizuwohnen, worbei meistens nur die Dames schössen und 
der Kaiser immer zu Pferd Selbsten die Wildpotten anführte. Zurück 
wolte die Kaiserin absolument reiten, obschon damahls an einen 
abermahlig-geseegneten Stand nicht mehr gezweifflet werden kante; 



HO 1746, Aug. 29.— Sept. 6. 

Den 29. früh fuhr der Kaiser mit einigen Männern und Chassenrs 
de profession abennahlen nacher Hollitseh, lediglich nm nach Gelegen- 
heit von denen dortigen, nngemain schönen Jagden profitiren zn können. 

Den 30. wäre Conferenz zu Schönbrunn mit Zuziehung des 
Hoff Kriegs Raths, theils nm die Expeditionen wegen der sardini- 
schen Ansprüchen an unserer Beut von Piacenza, theils auch um die 
weitere Expeditionen nach Neapel und Provence zu reguliren, als 
welche erstere mann wegen Eigennutzes, die leztere aber wegen der 
hä£ftigen Instanzien von Engelland baldmöglichst vorzunehmen ent- 
schlossen wäre."®) 

Den 3. Septembris kämme ich von der, vorigen Mittwochs mit 
meiner Frauen und altem fUnff Kindern"') gemachten Zeller Raifi 
zurück, welche wir schon vor villcr Zeit im Sinn gehabt und bei 
der lezteren Kranckheit meiner Kinder (zumahlen mein ältester Sohn 
in äußerster Gefahr gewesen und nächst Gottes Hand, der Fürbitt 
unser lieben Frauen, zu welcher wir beide Eltern sofort unsere Zu- 
flucht genohmen, seine Genes- und Rettung lediglich zu dancken hat) 
unß von neuem vorgenohmen hatten. 

Den 4. verfügte sich die Kaiserin (indeme der Kaiser annoch 
zu Hollitsch abwesend) nebst sammtlichen jungen Herrschafften zu 
denen Paulanern, um der BegehuDg des Fests deren heiligsten Engeln 
alldorten beizuwohnen. 

Heut mittags starb im 57. Jahr seines Alters der venetianische 
Minister Cavalliere Andrea Erizzo an gähiinger, vermuthlich von einem 
zurück gehaltenen Podagra verursachten Blutstürtzung. Er wäre be- 
reits disen Sommer her von zu villen, in der vorgewesenen außer- 
ordentlichen Hitze zu sich genohmenen Rinfreschi augenscheinlich 
zusammengangen und hatten die Medici ihn fUr wassersüchtig decla- 
riret; allein da der Mann von einem munteren Gemüth und viller 
Leuthseeligkeit, hatte er sich nicht geben wollen und noch den Abend 
vor seinen Tod das Hauß voller Leuth gehabt, so ihn gewöhnlicher- 
maßen zu besuchen gekommen, auch noch heut Visiten zu empfangen 
geglaubt; allein da mann ihme die bevorstehende Todesgefahr zu er- 
kennen gegeben, hat er sich sehr christlich und standhafft in den 
Willen Gottes ergeben, alle heilige Sacramenten auferbaülichst emp- 
fangen, die schönste Actus erwecket und biß an sein End sich selbsten 
zugesprochen, wie ihn dann jedermänniglich wegen seiner Geschick- 
lichkeit und leutseeligen Umgangs bedaueret hat. 

Den 6. wäre Appartement und wurde die Trauer für die Dau- 
phine und den König von Dännemarck*") auf 14 Tag, 8 in Seiden 
und 8 in halb Klag angezogen. 



112 174«, Sept 16-17, 

Den 16. kämme ieh ziir Stund dea Api^artementB ron Peltendorff 
znmek. 

Den 17. wnrde Conferenz zu äeiiönbninn geiahen und in selber 
Über die Yon dem Bartenstein yerfertigt^ Ebanehe defiberiret, wekhe 
in ein nnd andern geändert, znlezt aber nach Tillen hin nnd her 
gegangenen Reden besehlossen wnrde, selbe dem Grimaldi noch nieht 
ansznhändigen, biß mann nieht weiters er&hren, was ihme der hentige 
Carrier mitgebracht, indessen aber die Expeditionen an den Graffen 
y. Rosenberg (worinnen selber — nm anf den Faß sothaner Ebanehe 
snppositis snpponendis mit Spannien sehüessen zn können — ange- 
wisen wird) abgehen zn lassen.**^) 

Oceasionaliter wnrde ron dem beyorseienden CongreB zn Breda 
gesprochen nnd nachdeme bereits lezthin anf meine wenige Persohn 
dißfahls angetragen worden, Ton mir aber sothane Destination hello 
modo mit Vorschlagnng des Graffen v. Kannitz deeliniret worden 
wäre, diser aber eben seiner Unpäßlichkeit halber sich schriSUich 
entschaldiget, so verfiellen I. M. die Kaiserin abermahlen auf dero 
erstere Idee nnd schrieben sogar anf ein Zettel, so sie mir znge- 
schoben, daß sie nach meiner Wenigkeit, welche ihnen ffir all anderen 
die anständigst- nnd liebste Persohn hierzu wäre, keinen anderen als 
den Landmarschalien Graffen Ferdinand t. Harrach Torznschlagen 
wüsten.' ''^) 

Ich nähme aber die Freiheit, zuvorderst dnrch traurige und 
meine Deprecation zu erkennen gebende Gebärden, sodann auch 
mittelst einiger in Kuckantwort auf das Zettel geschribener Zeillen 
meine Entschuldigung darmit zu justificiren, daß meine I. M. ohnehin 
bekante schwache Gesundheit mich ausser Stand sezte, sothane Gom- 
mission zu übernehmen, da ich immer beförchten müste, dero Dienst 
mögte am meisten hierunter leiden.''^) Die Kaiserin nähme end- 
lichen meine Deprecation allergnädigst an und benannten sofort den 
Landmarschalien, welcher sich sogleich reißfertig und ein paar Tag 
vor Theresia von hinnen abgehen muste (sie!). 

Übrigens wäre ich sehr vergnügt, daß meine in der That 
sehr schwächliche Leibs Constitution mir den gegründeten Vorwand 
anhand gegeben, sothane Verschickung zu depreciren, welche mir 
auch anderer Ursachen halber (als wegen deren großen Spesen, Ent- 
fernung von Hoff und bekanter Gedenckensart unseres Ministerii, 
derae ich lieber als ein Mitglied beiwohnen als qua ablegatus sub- 
ordiniret sein wollen — als worvon Graff CoUoredo und Friderich 
Harrach vorn Jahr die Erfahrnus gehabt — ) sehr unangenehm und 
* ^schwärlich gewesen wäre. 



1 14 1746, SepL 22.— Okt S. 

nicht vorkommen za Uunen; worinnen ich zwar auch mit demselben 
verstanden gewesen, allein — da es geheißen nnd Grimaldi selbst 
bekennet, dafi die Haabt Negociation nach Lissabon ^welchem Hoff 
der spahnische die Mediation deferiret) kommen solte nnd mann den 
Graffen v. Bosenberg plene instrnctnm dahin geschickt — kämme 
mir Selbsten natOrlicher vor, dnrch ihn das Geschafft in loco tractiren 
zu lassen, wo er besser, als wir dahier, Zeit nnd Umstand erwegen 
nnd sodann schiiessen könte, wo sonsten zn befürchten gewesen, daß 
sich beide Negociationen crentzen nnd nnr Unordnungen nnd Malen- 
tendns entstehen knnten. 

Den 22. habe auf erhaltene Erlanbnns (znmahlen die Herr- 
schafften als morgen nacher Mannerstorff sich verffigen nnd allda biß 
den 1. Octobris verbleiben wollen) mich ebenfahls anf dise Zeit nebst 
meiner Franen nnd Kinder nach meinen oesterreichischen Gfittem ver- 
füget nnd mich allda ä Fabri dn bmit de la conr en hon pere de 
famille erlnstiget. 

Diser Tage haben I. M. den jflngsthin von seinem Commando 
anß dem Reich znmckgekommenen Fürsten Christian v. Lobkowitz 
zn dero commandirenden General in Königreich Böheim, mit be- 
sonderen Vorrechten nnd Distinctionen, nahmentlich der Wohnung im 
königlichen Schloß und 20.000 fl. Appointemens benennet, wormit 
selber doch — weillen er dise Promotion als eine honnete Abdancknng 
und Entfernung von all- fernem Ober-Commando angesehen, anbei 
sein Gouvernement von Sibenbiirgen (so ihme gegen 30.000 fl. ein- 
getragen haben solle) dagegen fahren lassen müssen — nicht sehr 
vergnügt war."®) 

Den 2. Octobris kämmen die Herrschafften zu denen Domini- 
canern wegen des Rosencranczfests, welches zwar vorhero nachmit- 
tags zu geschehen und mann auch dem Umgang beizuwohnen pflegte, 
allein die Kaiserin hatte bereits vor zwei Jahren für gntt befunden, 
disen Kirchengang der Bequemlichkeit halber also einzurichten. Abends 
führe mann zu der Opera. 

Den 3. wäre abends Conferenz bei den Obrist Hoffmeister, um 
das erforderliche wegen des Nuncii bevorstehenden Einzugs und 
darauf zu ertheilenden Audienz zu reguliren, worbei es haubtsächlich 
darauf ankamme, ob kaiserliche Majestäten der Audienz halber in die 
Statt herein kommen^ oder solche zu Schönbrunn geben sollen. Ob 
es zwar nun allerdings convenabler, dafi die fremmde Ministri den 
Hoff suchen solten, so muste mann doch — weillen Schönbrunn 
noch nicht ausgebauet — allerunterthänigst einrathen, daß die Audienz 
in der Burg geschehen mögte; jedoch ward zugleich fUr gutt be- 



116 r7i«i. ijkXL 5.—^. 

sich £ist tÄ^<f^& xscra^m nicht za achten ja mwtentiieib nwht 
einiDahl za zeifita und erkeoaen zu geben, als thäte ieh dn aolehes 
observiren. zoisahkn derlei tmätere Woleken äeh ^m aelbsten in 
knrtzen Temehen. 

Den 5. wurde abea<L$ ron einer GMupo^nie I>uies und Cavalliers 
zn Ehren dts stsais^ii h«'Vbäten yahmenstags eine ixanzilsische Co- 
medie. le ^«:>rleax ^enojiac mit ^>nderüehen AppIaiL») prodneiret and 
hatte mann in der EHIe rn denen nntem noch nicht ansgebonten €re- 
maehem ein Theumm zurichten las^n: Sbrirens aber wnrde es 
we^n des Einlasse« gewöhnlicher Massen ^halten. Die Ertzherzogin 
Marianna hat hierbei danzen 94)nen. kante aber wegen anSLngst ge- 
habten Indisp<:'Siii<:>n nicht ers^^heinen. 

D&a ^. winie wegen der Ertzherzi>gin Mariae Annae Geburts- 
tags anan.r«sagte Gala anbiegt and weillen nan aach die drei 
äheie jonge Herrsch^üffcen seit einigen Tagen sich von Scklnbrann 
znmek zMth der Barg gezi^gen. »> kämmen beide kaiserCche Mave- 
stäien giegen II Uhr zor ScatL am selber zu grataGren welches 
asch dssea Virmittatr ^»''n sammtlichen Adel be:?chahe . and kehrten 
■uisags zxrnck nach Schr^nbronn. allwo abends in der GaOerie 
Ar^onement wäre. 

Ef>Mn hatte der päbstliche Noncias seinen öffentlichen Einzog' 
mh gew'iniicaen Gepring. wi>rbet dann mein Schwajrer zum ersten- 
■aal *üi dem Christ Hoff Marschall Amt ank[eben«ie Charge d'in- 
tnjtiictea?' des ambassaiiears Terrichtete. Er hatte darch mich an- 
tira^sen lassen, wie e:« mit tiem Ran^ deren Fürsten ;cehalten werden 
s»}[ie. als weichen in Franckfart bei dortiÄr Enorme «.^e ßncksicht« 
ob sie geheimme Rieh .der aar Oammerhemi wdrea. generaliter der 
V.^rzng v.yr allen geheimmen Edithen da sie dahier nar wann sie ge- 
heimme Rllihe seind. bei «.^(fentLichen Fancti«^aen die erste Steile aach 
vor denen ilw^ren in mo grem-j^ haben und die Firsten, so nar 
♦ammerherm seind. er»t ancer mir ex no^a gracia den V,>r5ag vor 
'L*nen ilteren Cammerherm ad exem:?iam dessen^ so bei der :r«heimen 
EaciSBteile beivbachtet wird, erlan^ret . aaJ F-nni r'Sr die im Reich 
sehr angesehene ReichsfirstendLgni:tt 2uj?;ia5sea worden wäre: allein 
L M. 'ier Kaiser decidfnen seibst«en, daJ es bei den alten Gebraach 
belassen werien soüe. mitiiin Miebe der eix2ij:e denuaolen alLhier an- 
w^iseniie f^trydiche Cammerherr. Fürst Haa< Cari v Lichtenstein atit 
secier Eüiipage aass. wie es aica rt.^r disen d;e Fürten. 3i> aar 
».'aaimeraerm waren, äi :ai!i ^et^de^t habea. da sie weder bei der 
.esterichen C^maixiiii^a. n«va s»'asten bei rri»cessi».»aen er^chineo. 
weiches sie iber seithen» - aaciidem iooea ixe t>aer.»<cativ. denen 



118 1746, Okt 11. 

geriDgen Extraction nicht vor so villen anderen and ans so illustren 
Famillien entsprossenen seinigen Collegen hervorgezogen hätte. 

Mann hatte mit Bedacht zweierlei Commissarios bestellet und 
zwei besondere Tag zu denen ofTentlichen Andienzien anberaumet, 
damit mann die supremam potestatem, welche beiden — sowohl dem 
Kaiser, als der Kaiserin — anklebet, wohl in die Augen fallen 
mache, zumahlen sich nicht thun lassen, daß die Nuncii und Bott- 
schaffter zwei Einzug in die nemmliche Residenz beider höchsten 
Häubter gehalten hätten und mann also in all- übrigen die Distinc- 
tion der doppelt und beiderseitigen Souveraineti auf das kennlichste 
beobachten wollen. 

Weillen die Audienz nicht ville Zeit erfordert, hatten I. M, die 
Kaiserin auch heut noch um 11 Uhr den Huldigungs Actum des 
Bischoff und Fltrsten v. OUmUtz, Graffen Ferdinand Julian von Troyer 
vornehmen wollen^ welcher auß den heiligenden Impresso ausführlich 
zu ersehen.^**) Der Herr Obrist Canzler, welcher sich auf die Leichtig- 
keit seiner Memori und angebohrenen Disinvoltura in etwas zu vill 
verlassen, wäre fast in seiner Rede stecken gebliben und hat sein 
Embarras bei jenen, welche sonderlich seine natürliche Süffisance, 
Beredsamkeit und Unerschrockenheit beneiden, nicht mißfallen, also 
zwar, daß ville ihr darob schöpffendes, malitioses Vergnügen nicht 
zu bergen vermocht. 

Disen Abend ward in dem spahnischen Saal die Cavalliers Co 
moedi, le glorieux, zum zweitenmahl vorgestellet und wäre auch 
die vcrwittibte Kaiserin zugegen; übrigens bestunden die Acteurs in 
folgenden: Isabelle — Hoff Dame Freile Goes, Lisette — Hoff 
Dame Freile Korzenski, Glorieux — Cammerherr Graff Georg von 
Starhemberg, Pasquin — Cammerherr Graff Franz v. Rosenberg, 
welcher auch sodann den Notaire Mr. Josse vorgestellet; Lisimon 
— Cammerherr Graff Leopold v. Proskau, Phil inte — Cammerherr 
Graff Vincenz v. Rosenberg, Licandre — Cammerherr Marchese 
Doria, Laflcur — Cammerherr Graff Gottlieb von Windischgrätz, 
Valere — Cammerherr Graff Antoni v. Salm. Die Danzer waren im 
ersten Ballet Graff Joseph v. Starhemberg, Cammerherr und General 
Adjutant, mit der Freile Marianna v. Rosenberg, Hoff Dame von der 
verwittibten Kaiserin; der zweite Graff Nickerl Hamilton, Cammer- 
herr und Regimentsrath, mit denen zwei Schwestern Freile v. Hohen- 
zollern Josepha und Sidonia, deren die erst- und ältere eine Braut 
des Graffen Franz Wenzl Clary ist. 

Nach der Com6die fuhren die Herrschafften sofort zurück nach 
Schönbrunn. 



120 I74*i. '>k£: lix 

der Kaiaenn in hae coatormitate rin BUIec mgesckribeii: aflein die 
Sach ward widerammen brigdest: zmnaiiieii die Kaiserin selbsten 
bekennen miiss^en. <iad se mehr als Taroeea an der ftblen Ansdieflini; 
schnldiji; wäre. 

Den 1^5. wäre gew^hnficfaiHTnaflBen ofientlich«r t^rottesdienst zn 
SchOnbninn und diser Ta^n raiste der Tor g«aamer Zeit sehen nach 
dem Berliner Hoff benannte «irenenil Bemes ^«fe^hin ab.^^) 

Den I^. abends kämme der hinckaide Cnrrier ¥oa der nider- 
ländisehen Armee an mit der Naehrieht dessen, so am 11. nahe bei 
Liittich Forge&IIen. wf)ranf sogleich alles wider den Printz Carl ge- 
sehmalet nnd :^sehrien« tiaii es der rweite Tomas der Aetion bei 
Dresden seie. ob mann sehun naeh der Hand die Saeh an&nbatzen 
äresncht, wie es die Anlaä: <iardiat.'^ 

Den 11^ — welchen Vormittag bein Graffen Konigse^ Reiehs 
Conferenz urewesen über rerschledene in oomitialibos zn erlassende An- 
weisun^wn. in speeie wegen Traetir- und Ber'^rdemng der Seenrilet- 
und Asser>'adims Maren — wurden zn Seht^nbninn Naehmittag die 
Vigilieu uud 

den :^\ Vt>rmittag die gewr>hnlichen Exeqnien nebst Lobammt 
tllr den ie^t Term)rbeaea Herrn gehalten umi hienn gewöhnlicher- 
uiass^eu angesagt, wiewoUen die HodT- und zu Sehi^nbrann wohnende 
Statt l>ame$ nur in Sac$ oder Robe de ehambre nnd nicht in Hoff- 
inler Apjvirtement Kleidern hierbei ersehinen, worüber es anch zn 
oritiiiuireu gäbe. 

IVu :?-. wäre aberaiahlen Reiehs Conferenz bei Graffen von 
Kiniig^gg iu puuoto deren, von unseren niderlandischen Trouppen 
uuf den Keioh^lKHteu £a nehmenden Winterquartieren, hierinfahls zu 
orlassoudeu KiHiuisitorialieu und anderweitigen Instmetionen an die 
dumu$8ig\' Ge$aud$ohatneiK dann auch in materia primariarum precum, 
woUtahls pn> ultiuuito uacher Rom an den Cardinalen Albani er- 
^uugtnu sich lediglich und (>er omnia an jenen zu halten, was hier- 
innen tcmjHUv Candi VI. Invluichtet worden.**'» 

Den -%^. onlinari sonntägiger Kirchendienst. 

Don -\'>. wäre Deputation in I-Jindsachen, nahmentlich wegen 
Stellung deren Uecruten bein Gniffcn Königsegg. Nachmittag wäre 
lilMM'niuhlen tlie Cuvulliers Comcdie, worunter die Ertzherzogin Maria 
Anntv einen neuen Bullet nüt dem Joseph Starhemberg danzte. Die 
llerrHclialllen hüben heut über Nacht in der Burg, theils wegen der 
niorKiK<*n Function^ theils und vornemmlich, weillen der Kaiser sich 
vorige Naeht etwas tibi auf befunden, mithin die Nachtlufft evitiren 
wollen. 



122 1746, Okt. 30.-NOV. 4. 

Den 30. öffentliche Kirchen nnd Nachmittag kämmen die Herr- 
schaften nach St. Peter nnd zur Sanlen, more solito; sie stiegen in 
der Barg ab und fahren sodann öffentlich; dahero mann in Mantl 
Kleidern nnd anch der päbstliche Nancias pro prima vice zagegen 
wäre. 

Den 31. kämme der Kaiser in die Statt znr Toison Vesper, 
welche nach alter Etiqnette von dem Nuncio gehalten wurde. 

Den 1 . Novembris kämmen die Herrschafften in die Burg herein 
zu den Kirchen Dienst; der Kaiser gienge mit denen Toisonisten, die 
Kaiserin incognito, der Nuncins hielte das Ammt; es wäre aber kein 
öffentlicher Taffl Dienst, mithin führe ich sogleich nach den Gottes- 
dienst zun Graffen v. Königsegg, allwo über die leztere Depechen 
des Graffen v. Rosenberg und die von dem Robinson beschehene 
Commnnication des jüngsthin an den preussischen Minister zu London 
ausgestellten unartigen Garantie Acts Gonferenz gehalten ward, 
welche biß nach drei Uhr ftirgedaueret und darinnen zuvorderst die 
Continuation der Handlung mit dem, von seiner nacher Lintz ge- 
thanenen Excursion eben revertirten Grimaldi f&r gutt befunden und 
anbei wegen der Antwort an Robinson deliberiret wurde.***) 

Ich speiste sodann mit Graffen Philipp Kinsky zu St. Anna, 
wessen Collegü Rector P. Langetl seit 3 oder 4 Jahr her meiner 
Frauen Beichtvatter und ein sehr lieber, fromm und gescheider Mann 
ist, und begab mich sofort nacher Hoff, um der heutigen Toden 
Vigil beizuwohnen, zu welcher der Kaiser in seinen ordinari Mantl 
Kleid zu gehen pflegt. Die Herrschafften hüben über Nacht herinnen. 

Den 2. wäre die gewöhnliche Andacht in der Toden Capellen, 
zu welcher der Kaiser und wir alle in tücbenen Mantl Kleidern zu 
gehen pflegen. Der Kaiser wurde zurückbegleitet, die Kaiserin aber 
gienge nebst denen Hoff Dames über die nächst des Oratorii befind- 
liche Stiegen gerad zur Pforten und führe von dannen nach Schön- 
brunn, wohin der Kaiser, nach einiger Verweillung in der Burg, auf 
Mittag ebenfahls nachfolgte. 

Den 3. gienge der Kaiser nebst der Princesse auf die Parforce- 
jagd, das S. Hubertifest zu begehen; die Kaiserin bliebe aber retiriret, 
ingleichen 

den 4. wegen des gewesenen Nahmeustags des verstorbenen 
Herrn; mann kämme aber früh, auch des Abends zur Princesse, um 
ihr theils zu ihren (wiewollen sie Anna heisset und die rechte Gala 
selben Tag gemacht wird», theils zu ihres Brüdern, des Printzen, 
Tag zu gratuliren, jedoch wurde deßwegen heuer keine Gala an- 
gesagt. 



124 1746, Not. I«i.-I3. 

Den 10. wäre Conferenz beio GraSen Kbnigsegg mit Zuziehung 
des Hoff Kriegs Raths and des FOrst Joseph WenzI von Lichtenstein 
und ward deliberiret, ob nebst der Expedition nach Provence etwas 
gegen Neapl, so dermahlen völlig entblösset, tentiret oder wenigstens 
einiges Moavement in das Päbstliche zum Schröekschnß gemacht 
werden könte, so aber wegen Abgang eines snfficienten Corpo nicht 
für tbnnlich erachtet wird."*; 

Abends nach den Rosencrantz wäre das Versprechen des jangen 
Fürsten v. Auersperg mit der kaiserlichen Hoff Dame Freile v. Schön- 
feld und sodann Appartement. Die Stelle eines Braut Vatters thatc 
der Graff Philipp Kinsky vertretten und ich wäre einer ihrer Bei- 
ständen. 

Den 11. öffentlicher Kirchengang zu Schönbrunn, wegen St. Mar- 
tinifest. 

Den 12. supplirte ich Vormittag meinen auf Nicolspurg ver- 
raisten Schwägern im Hoffmarschall Rath und abends fahre ich zam 
Obristhoffmeister za unserer Commission in jurisdictionalibus. 

Eben beut kämme eine Staffetta, daß mein Vetter Frantz 
Ferdinand, welcher bereits einige Zeit her gekräncklet und sieb 
lezthin von Cammer nach Lintz transportiren und seinen ältesten 
Sohn, den Cammerherm, dahin vor wenigen Tagen zu sich beruffen 
lassen, wie mann vermuthet, an der Brustwassersucht im 04. Jabr 
seines Alters, als vorgestern, verstorben seie."^) 

Den 13. fahren die llerrschafften von Schönbrunn gerad nach 
St. Stephan zu den sogenanten (3000 fl. Ammt und sofort auf Mittag zu- 
rück; ich aber verfügte mich zun Graffen Königsegg, allwo Reichs 
Conferenz wäre über ein von dem Churfürsten von Maintz an dem 
Reichs Vice Cauzler in puncto eines insolenten und die kaiserliche 
Authoritet und das Band zwischen Haubt und Glider kränckenden 
Memoire des französischen Gesanten Lanoue erlassenen Schreibens 
und wurde das Project der Antwort approbiret.^^^) 

Mittags speiste ich bei einer Männer Mahlzeit bei Graffen 
Satzcnhoffen und abends assistirte ich more solito als Beistand zu 
Hrliönbrunn der Lesung des Heirath Contracts des neuen fürstlichen 
Hniulpaars; dergleichen wird nicht bald errichtet worden sein, zu- 
nmlilen das Heirath Gutt 30.000, die Widerlag 50.000, dann die von 
der Braut zun Haußunterhalt zuschießende Summa jährlichen 35.000 fl. 
betragt, wornebcns außer den Contract noch von der Freile Braut, 
welche ein Vermögen von mehr dann zwei Millionen besitzet, zu 
Fttvor discr Heirath ein Majorat von 300.000 fl. cum consensu regio 
<$rrichtet worden, welches auf die männliche Descendenz auO diser 



126 1746, Nov. 15.-19. 

sehen Hoffrath Graffen Wenzl v. Sehaffgotsch außer zweien Dienst 
Cammerherrn — jenen, so den Haubttag hatte, und einen vom Vor- 
dienst (zumahlen der andere Cammerherr vom Haubtdienst bei der 
Kaiserin und der andere von Vordienst bei der jungen Herrschafift 
zuruckbliebe) — mit zur Raiß benant hatte. Wir kämmen gegen 
7 Uhr an und nach gewöhnlicher Andachtspflegung speisten I. M. 
mit denen anwesenden Cavallieren und retirirten sich bald nach 
9 Uhr. 

Den 15. in festo S. Leopoldi wurde die gewöhnliche Andacht 
wie alljährlichen gehalten, und nachdeme der Kaiser widerummen 
zu Mittag mit denen zugegen gewesenen Cavallieren (so doch lauter 
geheime Räth und Cammerherrn waren) gespeiset und sofort der 
nachmittägigen Vesper beigewohnt, führe selber bald nach 2 Uhr 
widerummen weg. Er nähme in Wagen zu sich den disen Morgen 
nachgekommenen Obrist Stallmeister, mich und den Graffen Losi, 
stiege in der Burg ab, um die etwas unpäßlich sich befindende 
zweite Ertzherzogin zu besuchen, und nach einer sehr kurtzen Ver- 
weilung verfügten S. M. sich nach Schönbrunn, allwo wir bald nach 
3 Uhr eintraffen. 

Disen Abend wäre daraußen Appartement und vor selbigen das 
Versprechen des Cammerherrn Baron v. Kettler mit der Cammerfreile 
Gräffin Maria Anna v. Waldstein, worbei ich — theils als Obrist 
Cämmerer, theils auch weillen diser junge von vornehmen Hauß ent- 
sproßene Cavallier sich zu Franckfurt als vorhin bei meinen seeligen 
Vettern, den Feldmarschallen, gewesener Adjutant gleichsamm in 
meine Protection gegeben und zur Ambassade gesellet hatte — nebst 
meiner Frauen des Bräutigams (weillen selber gar keine Befreunte 
dahicr hat) Eltern vorstellen müssen, weßhalben ich auch selbigen 
folgenden Tags das Hochzeitmahl gäbe und zu dem Ende eigends 
in mein Hauß in die Statt, besserer Bedienung halber, herein kämme. 

Den 17. seind die Herrschafften Vormittag nacher Burckerstorff 
gefahren, den auß Niderland zurückkommenden Printz Carl allda zu 
empfangen, von wannen selbe gegen Mittag samtlichen zu Schön- 
brunn zurück eintraffen. 

Den 18. kämmen beide kaiserliche Mayestäten spatt abends in 
die Burg herein, um mehrerer Bequemlichkeit halber wegen des 
morgigen Gala Tags darinnen zu übernachten. 

Den 19. wurde more solito wegen der verwittibten Kaiserin M. 
höchsten Nahmenstags große Gala angesagt. Sämtliche Herrschafften 
verfügten sich vor den Kirchendienst gegen 11 Uhr in publice mit 
gewöhnlichen Corteggio zu ihro hinauf und complimentirten sie in 



128 1746, Nov. 20.— 26. 

hei*außkammen, durch die ordinari große Stiegen in den Saal hinauf 
sich verfugen und zuvorderst die Dames, sodann die Cavalliers ihren 
Platz einnehmen dörfiFen. Die Herrschafften bliben heut über Nacht 
in der Burg. 

Den 20. wäre in dem Spiglzimmer gewöhulichermassen die 
Copulation des Baron Kettler, worzu er den Cardinalen Ertzbischoff, 
in dessen Hände er die Glaubens Bekantnuß vor wenig Jahren ab- 
gelegt hatte, erbetten; ich muste ihn als Vatter in meiner Equipage 
mit G Pferden Aach Hoflf flihren und wir verhüben nebst der Freund- 
schaflFt beiderlei Geschlechts in denen Wohnzimmern der Frau Obrist- 
hoffmeisterin, biß unss die Kaiserin beruffen liesse, so bald nach zehen 
Uhr beschahe. 

Die Herrschafften giengen nach* vollendt-sothanen Actu öffent- 
lich zur großen Gapellen wegen des heutigen Sonntags und kehrten 
sofort auf Mittag nach Schönbrutin; ich muste aber die Braut Leuth 
zu denen gewöhnlichen Handküssen bei der verwittibten Kaiserin 
und sämtlichen jungen Herrschafilen begleiten und speiste sodann 
bei der Obristhoffmeisterin, als welche more solito die Freundschafft 
geladen. Die Brautleuthe raisten noch disen Nachmittag nach 
Stampffen, einer der Braut Herrn Schwägern Graffen Leopold Palffy 
gehörigen Herrschafft in Hungarn, welcher nebst seiner Frauen die 
Stelle deren Eltern bei der Braut vorgestellet hatte. 

Den 21., als an Fest Heil. Mariae Opfferung, wohnte der Kaiser 
nebst denen Toisonisten der gewöhnlichen Andacht bei St. Mariae 
Stiegen bei. Die Kaiserin aber verhübe zu Schönbrunn und wurde 
daraussen mittags gespeiset. 

Den 23. wurde die kaiserliche Cammerdienerin Fritzin, welche 
die Kaiserin ihrer Geschicklichkeit halber gar wohl leiden können, 
mit dem neu benanten Hai*tschiren Leutenant, Freiherm v. Petrasch, 
vermählet, welcher seiner närrischen Einfäll und besonderen Erfin- 
dungen in Equipaggen, Ameublements, Masqueraden etc. sich sehr be- 
kant gemacht und durch dise Heirath obige Charge erhalten. 

Elodem wäre Vormittag Conferenz bein Graffen Königsegg in 
Illiricis et Transylvanicis.^^^) 

Den 25. wäre der Gottesdienst zu Schönbrunn. 

Den 26., Nachmittag gegen 6 Uhr, kämmen die HerrschafRen 
herein in die Burg, um den Winter über allda zu residiren, nach- 
deme wir andere Schönbrunner denenselben bei den Wegfahren ge- 
wöhnlichermaßen unsern Handkuß zur Dancksagung abgestattet. Ob- 
schon I. M. die Kaiserin dero dortigen Aufenthalt so lang als nur 
immer möglich gewesen, hinausverschoben, so sähe mann ihnen doch 



130 1746, Dez. 2.-8. 

als ich dises notire (im Februar 1740) Gott sei Lob and Danck, nun 
schon über zwei Jahr von sothanem, inveterirtem Übl mich insoweit 
befreiet befinde, daß — obschon zuweillen, jedoch gar selten, bei 
rauh oder gar zu warmer Jahrszeit oder sonsten von Staub und 
Echauffirung einige Attaquen vom Schnuppen gleich anderen Menschen 
unterlige — solche doch wenigstens nicht mehr so consid^rable 
seind und mittelst Gebrauchung obiger Mittlen in kuiizem genesen. 

Den 2. Decembris wäre das erste Appartement in der Statt seit 
unserer Zuruckkunfft von Schönbrunn, worbei alles auf den vorigen 
Fuß gebliben. Der Kaiser spillte meistentheils auf den Billard h la 
guerre, wo ich immer mithalten und mein Geld par complaisance 
verspillen muste, zumahlen sonderlich der Printz Carl ein rechter 
Brenter ist. 

Den 3. fuhren die Herrschafften gewöhnlichermassen um die 
Esplanade nach dem CoUegio deren unteren Jesuitern wegen des 
Fests S. Xaverii; der Kaiser nähme keinen Mantel, mithin wurde 
auch dem Cardinal und Nuncio nur en campagne angesagt. 

Den 4. wäre öffentliche Kirchen und Taffldienst und abends zum 
erstenmahl das neue Etablissement, wormit alle Sonntag und Mitt- 
woch continuiret worden, daß nemmlichen bei der Princesse sich zur 
Appartement Stund alle Zutritts Frauen en sac, dann geheimme Räth 
und Cammerherrn (alle andere, auch Fürsten und fremde Ministros 
ausgenohmen) einfinden und alldorten spillen können, worbei die 
Kaiserin, um Leuth zu sehen, immer zu erscheinen und Pharaon zu 
Spillen, auch ein und anderen zu sprechen pflegt. 

Man hat beflissentlich dise Exceptiones a regula gemacht, damit 
es keine solenne Appartements heissen und dise nachhero etwanü gar 
negligiret werden mögen. 

Den 5. wäre Deputation bei den Graffen Königsegg, um die 
Fundos zur niderländischen Arm6e ausfindig zu machen. ^^^) 

Den 6. wäre wegen des Nicolaifest ofifentliche Capellen und 
Taffldienst, auch Nachmittag Appartement. 

Den 7. wäre Vormittag Conferenz bein Grafl'en Königsegg über 
verschidene Publica, in specie aber wegen der dem Carevalha, por- 
tugesischen Gesanten (über seine leztere, theils die Mediation mit 
Spannien und Franckreich, theils die Mediation mit den päbstlichen 
Hoflf betrefl'ende Promemoria) zu ertheilende Antworten.^*') Nachmittag 
wäre Toison Vesper. 

Den 8. kämmen der Cardinal und Nuncius vor den Kirchen- 
dienst ihren Glückwunsch more solito in der Retirada ablegen. Nach 
10 Uhr führe der Kaiser allein nach St. Stephan zur gewöhnlichen 



^Sf? 174G. I^ez. 12.-1B. 

Ihsl If . Trnrde GjJa joipesagl ireg^eo des Printz Carl hentigisB 
ttehnnRta^, ^^^«g«ii iseh offenttiei^er T&fBdienst und üfaehmittmg 
Ainianfanem w&re. 

I»eii i4. wäre TdimittaLg: Conferenz tei Hoff in Gegenwart 
iieiäer kaiRerl. M. und des Printz GarL nnd bd selber die zwei in 
nuMsrer lesaern Ikxnfereni liein Eanip:^^ proje^ctirte Antworten an 
«~.anmL[ij(> nelist denen filirigen in ProtfaocoU enthaltenen Pnncten 
apiiTiiiareL^*^ 

I^en 15. wäre in der Oammer Oapellen die Tigil xmd 

den ]t'. die Exeqnien f&r die Ertdierzogin Maria Anna seeEg. 

l^en 17. lia;tte der Nnncins naeii 11 Vhr Tonnitta^ seine offBni- 
Ikiije Audienz \f& den Kaifier qua nnncins extraordinarins per le 
lasuie nnd tiiterpilie diCüahU ein bef^^nderes OreditiT. wurde von 
oenj Gniffen Seilern. Canunerberm und Reichs Boff Satb, qna 
e(ininÜ6«iri(' liierzii ^refUhrt a.ncli im fibri^:en more c^nsneto emp- 
iauCTii.*'^ 

iMsL Ir. li&ixe erstl^efia^rter Xnneins ror den bentigen mmt- 
ILrirvii ILin^bendiensi anrb liei der Kaiserin mii denen nemmiicben 
Cnriailieii die Audienz el»enfahk io dej Balhfonlien nnd mit üeber- 
r&jr/hnnr «einer ^Tedentiulien qna nnncius extraordinarius ad bune 
atstum. wiQxn er Tdn dem kaiserlieben Oammeriierm und Begr imeuls - 
msL GüLfieu Gundaeker t. Starbembej^ qna eomnussario gef&brt 
wurde 

Xakei dw Kireiien wurde a.uf der Kaiserin Seiten jresq>ei8t Der 
£jiifjML3r B'.'loLfixe mir. wir B(»]ten l»ei den Oloisi H(»ffn}eif3er zusammen 
kdmuiei;. um £0 selten, wie etwann der beut altends alibier eTwartete. 
au'jL ii'.tfon am^lsjurve Printe dElboeuf in der I>edienun£r an|reseben 
v»^rä^L i.V»iii*^: uiaiieL ej zwar beseblfissen, ibme fömemmlicb um 
im:! ä^r vfirwiri-iii^eii Kaiserin, welche Siirleieh ffir ihre Befreundte 
e^*^uj]»liij».',L'-'KL wlrräe. «.uiier Im]iep)o eu Weit»cn keine weitere Ifi- 
Hliij*'ii',»iit;i ZV lerwiliiireL — dabero er ihn nicbr Y»ei Hoff, sondern 
IL i**jii a»;^ Kitiwrt. bieriren jiarticular Belmusunxr in der Valier- 
isiTulPit «wiunfxirex cnä aüda si»esiren lassen wdhe — anbei doch zu 
\Misb^i ^ K-nv^hip.*: . 'jv w üil liieLi eTw-aiiii mii der kaiserlioibeii livröe 
mit bijuipfa^r^ i#*;dieneii l&ssex konie. Bei diser Oonferenz wurde 
riu^i»5ji;L üUiA **ii: AnsuoiG weiren des Ertzberzfirs SieJhxnxr währender 
x.uiit*^vx ÜK't jS'uiici: i»ei der 3"iiDm:»n deUe faseie und ob selber «ch 
Ui'iw *;oaiiL \*h(k*f.*:c^i f<i»be. t^iü mir T^rrebrarbi. worllber — "WTe 
all ••4 ii»> *r.nü>.".vi i ru**:*' i:2*'iKT — da> C*aiH!ren7 tVutiaKhtcii lam 
ur^ .-Aiin;: vAih;Lr':i.\tt*.\ luic 'i \»L i»t'idtL MayestJüeK nwiberc» ajqmtlawi 



^«*^ 



nuL irätfen Cmmng ci inamnraL x^wnst — weoiR Tage 
lan seile» ^eeiij«! V'aoem Thi zum Stuchaftetn. biaieiiiit woideB, 
i«!i ▼a^aeai .Laune **r seil iTigwnafn aervorzanuKttfii und inrek Tcr- 
«taitisüsie Z-in^^r^ 'ter lesCerraetiiiKatfii Canzio. bei lieseiL der- 
nauiu«! «Lia«) iea 'Tfadea v. S*iieni wcinaesL ädbAgl anii Creiiit 
üwr ösi L^iqif m wadiaei T»«^ ni'ht aiso swar. iail emilidiisa melir 
miL sdir^n^ T'^rrirmiif^ii in «ier büHien^csL V^^amm^ bac&en entstsbea 
1UUHÜ3. -T:e -»a immer zu je«!iiehea pdes^ wann ane Instanz an2 
if^mtn jsniihp*niten Seiiranoken jcäraien imi £e üioaltsiiie der vor- 
niüs»n liühr nehr pariren wüL 

l*»in ff.', '▼ar^ T'jiäDn Vesper and Appar%menc und *ns&L Xaeh- 
mTRitr jcjnmie T.)n iem ijbrw Kriegs •r*>oimiä8arTo iTfaifen ▼. ^'hoceek 
ü» *CHH yji»flrii»Jir V'»n ter »aerei in «^enoa an. wurriia ein mehrefes 
Ä iiar Beuae.-"^ 

l**!n 21. -wTire T)Ü54in Amme: aher kein T;ii3«üen:<c. wedwegwi 
mrii Msforz zar t'onrerena roni »Vrxien ^ Koniisse^ TertSgte. wo- 
Tmif^ inhent «iie dd olcniar«) in 'ien S«?!Hfnöenr nairii Li»«ab«)na zn 
«?aii$ipniie Befehle and Anwewunien. in *üeeie we^n «ier p«>rra^esi- 
«•.aea MediaCDn resi^lvirvc wx7ten.-'^ 

Den 24. wäre T>W4>a Ve!*Der. ia*!a weieher icä. ^inrtfati de* 
liten »jhrsr HorfnieLstem. ie*«en «Tesomüieir ;<eä*'n einfÄ Zeic her 
neiir inii meor abeent^aniea «ter «e^^ ■äniieäen Fmenon de» Ein- 
raoiuien heiw«^hnea nadce. 

£»en 25. hieire -ier yinfix? ia* Tbs^n .Vjnmc wijn!ai.'tt «Eber 
nehflc 'ienen Cartinalen äen ,:e^''äiLi«*aea F-fiertaiir^wTnscb in der 
Retimia lei leiden '^.liaerL )t ah^reiein md bei den r^jädiensc in 
der Rirrer^men die Aifwamn^ zemacaL \u'hmirr^^ wäre ToiS4.»n 
^•»sper mii Appartemenc. 

L'en 2*: jien^ren i^id^t Herr«oaa.*fTea xicä ^c ^tepoax allw»> 
T >is4ia Ajunt wir; -rir bacren k-finea rji^iiiensc xid Naebniitta^ 
wir i.iermailen T:i:?<:a V^s^er 

L'ea 27. war; T:r den Kir^ieadieaÄ laf i«fr xiii^ertn Sei^n 
ixtT lis liier: "r.»r34*ii«:beae A.tu ler C^err^it-iiix^ ieLIe iävie. wnrbei 
"üb iai!n Ai?wei:* *:eiILrea«iea Fr ci«:et:üs-'' a.»!äcs si. :nin xeoabc. 
-»•'aden mir/n linztr den inoi-im-«: iiJ den Süie^^iimimer za;<eaaaenden 
SLiL^er x^ha.':aen babe. 

"S^r ba::ren T'ü5*:n Äjuiz md IifÜ'ii^faÄ XocanUtaÄC Apcarte- 
oien:. ier 5Li:5er ober fiir? ia deaea Fxi:.^niinie::> ii:' den X<;amar:ki. 
ulw: if^b inme 135 «Eiem Bewbl ;iL3e besondere Lcice ^orleacen 
a^Men 3i:t:}den. 



1746, Dez. 28.-31. 135 

Den 28. gienge der Kaiser öffentlich en campagne in die Hoff 
Capellen, dispensirte mich aber nach den ersten Begleiten und er- 
laubte, daß ich zur Conferenz, welche heut bei GrafTen v. Uhlfeld 
(weillen er das Podagra hatte) gehalten wurde, gehen dörflfte. 

Den 21). wäre abermahlen Conferenz bei Graff v. ühlfeld und 
darinnen verschidenes, fUrnemmlich aber, was an GrafTen Rosenberg 
weiters zu ergehen und ob die Negociation mit Spannien zum Schluß 
zu befördern seie, vorgenohmen wurde; meines Orths inclinirte ich 
anfänglich — bei so geänderten Umständen in Italien, mehreren 
EifTer von selten des englischen Ministerii und weniger Hoffnung von 
der schlechten Verfassung der neuen spahnischen Regierung*) — zu 
Abbrechung derselben; nachdeme aber alle Übrige Vota auf die Gon- 
tinuation angetragen, wolte mich alleinig nicht separiren.^^^) 

Den 31. wäre Toison Vesper und das zweite Einrauchen. Eben 
anheut wurde von dem GbristhofTmarschallen more solito durch einen 
Hoff Fourier dem genuesischen Gesanten Marchese Spinola auß Be- 
fehl I. M. der Kaiserin angedeutet, daß er sich wegen der von dem 
Senat und Republique zu Genua verübten unerhörten Trahison, wor- 
durch die Capitulation auf eine so schändliche Art ihres Orths ge- 
brochen worden, sogleich von hier entfernen solle, welches er dann 
auch alsofort befolget."^) 



*) Die vcrwittibte KünigiD wurde von dem neuen König, ihrem Herrn 
Sticffsohn, nach und nach völlig aus denen Geschafften gehalten, als welcher 
sein ganzes Vertrauen seiner Gemalilin und einem sichern Caravajal zugewendet, 
der völlig nach denen alten spahnischen Maximen zu operircn angefangen, wie 
es die so wunderliche und recht ridiculc Negociation des Nacafias zu Breda mehr 
und mehr an Tag geleget. "^) 



1747. 



Den 1. Jaimarii wäre more solito Toison Ammt im ProfeßhauB 
und kämmen beide kaiserliche Mayestiiten dahin. Bei der Zurück- 
kunfil thate mein Schwager wegen fUrdauemder schwären Unpäßlich- 
keit des Obristhoffmeisters in der Kathstuben zwei neue Fürsten, 
nemmlichen den G raffen Stephan Kinsky und den Praelaten von 
St. Blasi im SchwarzwaUI dechiriren, deren ersterer vor wenig Tagen 
durch die bi>hmische Canzlei das fürstliche Diploma erhalten, als 
welche wider die Reichs Canzlei behaubten will, daß der Kaiser 
keine Standserhebung in dem Königreich bewilligen könne, der An- 
werber und Promovondus hätte dann zuvor bei ihr, Canzlei, das 
nemmliche Diploma gelöset. Hierüber hat es zwar ville Disputen 
zwischen beiden Canzlcieu gegeben und ist die Sach gar conferen- 
tialiter tractiret worden; allein obschon verschiedene Vergleichs Pro- 
ject entworften, auch ein und anderer minder wichtiger Punct adju- 
stiret wonlon« so hat m:uin doch erst lang darnach ein Ganzes 
machen können, worann der ungestümme Kiffer des gewesten Obrist- 
Canzlers Oniffen Philipp Kinsky die eintzige Ursach wäre, als welcher 
seine In^hmische l^ndsiU'hen allen andern IWtnichtungen immer vor- 
zuziehen gewohnet wäre und der Kaiserin einen Point d'honneur zu 
erwecken und vorzuspiegeln gewust, als müste sie hierinfahls ihre 
Haußjura wider die vermeintliche Vorgriff der kaiserlichen Authoritet 
liesohützen.»*-'» 

Nach der Fürsten Deolaration publicirte mein Schwager den 
G raffen Feniinand Kueffstain als Statthaltern, den Graffen Oed an- 
statt dessen zum oesterreichisohen Vice Oanzleru und widerumen 
in die Sielle dises lezieren den Graffen Joseph Brenner als Vice- 
Statthahem. Mittags wäre TatUdienst und des Abends Apparte- 
ment. 

IVn 2. wäre Conferenz bein Kaiser wegen denen benothigten 
Veranstaltungen zur Recuperirung Genua und wie mann dises Werck 
mit dem sanlinischen Hoff angreiffen mv>gte.**" 



138 1747, Jan. 8. 

Obrist HofTmeister gewesen, wohin es schwärlieh jemand seiner Vor- 
fahrern an Amt gebracht haben wird. 

Anno 1734, nach seiner ersten Frauen (einer gebohraen Gräffin 
V. Nostiz) Tod — weillen er von selber keine männliche Erben 
hatte — vermählte er sich in einem mehr dann 60jährigen Alter mit 
des Obristjägermeisters, Graffen Julii v. Hardegg, zweiten Tochter 
£leonora, einer jnngen und schönen Freile, welche er noch bei seiner 
Frauen Lebzeiten (die zulezt immer gekräncklet) nicht ungern ge- 
sehen; hatte aber von ihr keine Kinder. Und weillen sie etwas 
frisch, sonderlich mit dem Fr . . . (sie !) in etwas vertraulich umgangen 
(obschon nichts essentielles au ihrer Condnite zu releviren gewesen), 
hat selbe nebst der jüngsten Tochter — welche aus blinder Lieb 
für den jungen Hamilton der vätterlichen Intention nach dessen 
Vettern, des Graffen Prosper v. Sinzendorff ältesten Sohn zu eheligen 
verweigert — zu des gutten Alten frühzeitigerem Absterben, zumahlen 
er von einer robusten Complexion gewesen, nicht wenig beigetragen, 
wie er es auf dem Todbett seinem Beichtvatter geklaget, auch nicht 
allein die in dem ersteren Testament der hinterlassenden Wittib ge- 
machte Avantages in einem nachherigen Godicill theils widerruffen, 
theils restringiret, sondern auch seine jüngste Tochter Franciscam 
(welche er als destinirte Braut seines besagten Vettern zur Universal 
Erbin mit villen vorzüglichen Begünstigungen ernennet hatte) in dem 
nemmlichen Godicill nur condizionato instituiret, wann nemmlich sie 
obig ihrigen Vettern eheligen würde, worzu er ihr gleich wollen ein 
Bedenckzeit von zwei Monathen gelassen, nach welchen — fahls sie 
die Condition nicht erfüllen wolte — die ihr zugedachte Erbschafft 
eo ipso auf offt ermelten ihren Vettern zu fallen hätte.*) Annebens 
hatte er seinen drei übrig- und älteren Töchtern (denen GräfGnnen 
V. Traun, Hardegg und Hoyos) nur die bloße, sehr genau aus- 
gerechnete Legitimam zugedacht. 

Uebrigens wäre er ein Mann mittelmäßiger Einsicht, in denen 
Hoffsachen aus villjähriger Erfahrenheit zimmlich findig, dabei ein 
ehrlicher alter Teutscher, ohne viller Lebensart und Höfflichkeit, ein 
trefflicher Wirth und der seinem Hauß eben durch die vorgehabte 
Ehestifftung mit dem Sohn seines vermutbliehen Fideicommiß Erben 
gern auffgeholffen hätte; dico vermuthlich, weillen es zwischen dem 



*) Das Mädl hat nach verflossener Bedenckzeit würcklichen lieber die Erb- 
schafft fahren lassen und bald darnach den jungen Hamilton geeheliget; der 
Evcntnal Universal Erb aber, Graff Wenzel, Sohn des Prosper, hat sich drei Jahr 
hernach mit einer Dochter des Obristjägermeisters Graffen Carl v. Harrach ver- 
mählet 



140 1747, Jan. 10. —14. 

sehen Saal die Hoifbals gehalten zu werden pflegten) repraesentiret 
wurden. Über all- dise Carnavals- Belustigungen kämmen die Herr- 
schafften und sonderlich der Kaiser r6guli6rement zu denen Panto- 
mimes, welche zweimahl die Wochen, als Montags und Donnerstags 
spülen darfften. 

Den 10. wäre der erste masquirte Bai bei Hoff und muste ich 
gleichwie vor einen Jahr immer einige Compagnie zu des Kaisers 
(dann die Kaiserin sich früher retiriret) Soup6 laden, so in 18 biß 
20 Couverts bestünde und, weillen die große Anticamera mit dem 
Theatro occupiret wäre, in der Rathstuben gerichtet wurde. Ansonsten 
wolte auch der Kaiser fUr disesmahl, daß ich die anwesende fremmde 
Ministros, jeden einmahl, nebst ihren Frauen laden solte, so vom 
Jahr nicht geschehen. 

Heut vormittags wäre Conferenz bein Graffen Königsegg und 
bei selber wurden die von dem sächsischen Ministro Graffen Loß in 
Geheim angebrachte Propositionen zu einen Frieden mit Franckreich 
durchgangen, auch die Antwort hierüber an ihn beschlossen.*") 

Den 14. wurde die Cavalliers Comoedi zum ersten Mahl pro- 
duciret. Auf der Kaiserin Verlangen, welche hierzu von der Fürstin 
von Trautsohn bewogen worden, hatte mann die Pi6ce vom Moli6re, 
le Misantrope genant, ausgesucht; weillen aber selbe in sich sehr 
seriös und nur par le jeu du theätre, so vortrefflich und sehr er- 
fahrne Actores erforderet, animiret wird, alß ward sie nicht sonder- 
lich goutiret, obschon die Actores ihr bestes thaten. Dise aber 
waren folgende: Misantrope Graff Georg Starhemberg, Philinte 
Antoni Salm, Clit andre Goes, Acaste Vincenz Rosenberg, Valet 
la Fleche Gottlieb Windischgraz, Oronte Doria, Celimene Freile 
Korzensky, Arsinoe Freile Goes, beide am regierenden, Eliante 
Freile Rosenberg, am verwittibten Hoff. Die Ertzherzogin Maria 
Anna danzte als Soldatin mit beiden Brüdern Gundacker und Joseph 
V. Starhemberg; bei denen übrigen zwei Ballets danzten beide Freile 
von Hohenzollern (deren ältere eine Braut des Graffen Franz Wenzl 
V. Clary), eine Freile v. Lamberg (Dochter des Graffen Ferdinand), 
zwei sechßjährige Mädl und Zwilling von Fürst Emanuel v. Lichten- 
stein (deren eines als Knäbl angezogen und unerhört närrisch wäre), 
dessen zweiter Sohn und der Windischgraz. 

Die Ordonnanz wäre um halb 6 Uhr und dörffte, außer denen 
Hoffamtern und Conferenz Ministris, niemand ohne Billets eingelassen 
werden; damit aber die Cammerdienerinnen, welche heutiges Tags 
gar hoch angesehen, bei ermanglenden Balcon dennoch auch zusehen 
können, so mußte ich ihnen fast den dritten Theil der Scalinata gegen 



142 1747, Jan. 20.-26. 

an genuesidchen Particnliers in unseren wälschen Landen gehörigen 
Fundorum resolviret, ninwillen die Republic sich durch lezteren treu- 
losen Bruch der geschworenen Gapitulation des Criminis laesae maje- 
statis schuldig gemacht. 

Diser Tagen wurde allen Stellen intimiret, daß I. M. das Kriegs 
Gommissariat, so vor disem unter den Hoff Kriegs Rath gestanden, 
zu einem independenten Mittel erhoben*) und der General Kriegs 
Commissari fUhrohin lediglich vom Hoff seine Anweisungen erhalten 
wlirde.*^**) Über dises neue Reglement, absonderlich, da auch das 
Bau-Ammt und die Müntz Commission unlängst zu Hoff Mittlen eri- 
giret worden,*^^) wurde villes critisiret; was aber hierbei mit einiger 
Billigkeit auszustellen, wäre die bei dem Militari hierdurch erweckende 
Confusion, da einem commandirenden General auf solche Art die 
Hände dergestalten gebunden worden, daß es fast an die Willktlhr 
des Gommissariats anzukommen hat, alle seine Veranstaltungen und 
vorhabende Operationen zu hemmen und zu verwirren. 

Den 20. fuhren die Herrschafften zum Schotten und Nachmittag 
bei der Princesse wie sonsten. 

Den 22. der gewöhnliche sonntägige Kirchen und Taffldienst. 

Den 23. starbe im 57. Jahr an einem in dem Pantomime Spill 
von der Kälte überkommenen Seitenstechen der Graff Christoph Ferdi- 
nand V. Nimptsch, k. k. würcklicher geheimmer Rath. 

Den 24. wäre Conferenz bein Graffen Königsegg mit Zu- 
ziehung des Hoff Kriegs Raths und wurde bei selber die leztere aus 
Holland eingelangte Depechen und mitgekommener Operationsplan 
vorgenohmen.^^*) 

Den 25. gienge mann nicht zu denen Michaelem, sondern der 
Gottesdienst wäre in der Hoff Capellen. 

Den 26. wäre abends gegen halb 6 Uhr die Comoedi der jungen 
Herrschafften auf den nemmlichen Theatro, wo die Compagnie deren 
Dames und Cavalliers zu repraesentiren pflegte. Die Pi6ce wäre aus 
einer neuen französischen Com^die, (sie!) genant, extrahiret, auch von 
dämmen sehr confus und ohne rechter Suite und Connexion aus- 
gefallen. 

Der Ertzherzog machte den Role des C16on, die Ertzherzogin 
Maria Anna den von der (sie!), die zweite Frau (sie!), der kleine 
Rosenberg (jüngster Sohn der verwittibten Burggräffin) (sie!), der 
Sohn der verwittibten Gräffin Max v. Starhemberg (sie!), ein kleiner 



•) Dise Independcnz, wie es die Folge gezeigt, hat auch sehr kurz ge- 
dautret. 



144 1747, Feb- 6.— 15. 

MtauK^eB ahsolnte haben wollen, obschon selber keine andere Mhden 
ak Si.WJ fl.. die ihme der seelige Statthalter, sein Vatter, per testa- 
Bcsiinm gelassen. 

Den 6. wäre Deputation bein Grafien Uhlfeld (weillen Graff 
K^!nigsegg mit den Podagra behaflftet) and bei selber die Zornck- 
lidiuig unserer Armee ans Provence beschlossen. 

Den 9. gingen beide kais. Majestäten zn denen Angostinem 
wegen des Fests S. Apolloniae. Eodem wäre bei Hoff masqnirter Bai 
aifn Abend und in meinen Hanß die Copnlation obiger Brantleiith 
nebst den Sonpe. 

Den 11. fahren die Herrschafilen die erste Colonne deren Seia* 
Toniem bei der Reigerstangen za sehen, worbei der Printz t. Sachsen 
HiMborgshaasen (als commandirender General in Inner Österreich und 
dortiger Gräntzen, deme die Commission wegen Begolirnng deren 
GrlntZ'Milizen aafgetragen) in der hangarischen oder crabathiscben 
Kleidang and Uniforme in großer Magnificence paradiret and mit den 
Kaiser durch die Linien geritten. 

Den 12. fahren die Herrschafften zar gewöhnlichen Andacht ins 
ProfeB Haufi, sodann war öffentlicher Taffldienst Nachmittag re- 
praesentirte die nenimliche Compagnie des dames et caralliers zum 
lezten Mahl, and zwar eine neue Pi^e, les ruses de Tamour ge- 
nannt, nnd zur petite piece abermahlen le dedit 

Den 13. wäre bei Hoff der lezte masquirte BaL 
Den 14. wäre gegen Mittag in dem Spieglzimmer die Copula- 
tion d^ kaiserl. Cammerherm Graffen Frantz Carl t. Clarv mit der 
kaiK^^rl. Hoff Dame Josepha Gräffin v. Hohenzollem, abends aber 
fuhren AU: Herrschaflften al solito ins Balhaaß und der Kaiser hübe 
Uib 7Mm .Sr;blaß, so gewöhnlich Yor Mittemacht. 

iMn Uf. war am 10 Uhr Ordonnanz zu dem gew&hnlicben Ein- 
A»^i$^.fu, ntlchfjü sämtliche Herrschafßen assistirten, und liesae ich 
flt^, (liiff$in0:rhf:mi \fkle mele gehen, am nicht solang auCndiaheii, 
•A^\U:n /li^ Hoff Ca[K;llen sehr eng, mithin — wann die Cammerhem 
w^ a^fftnU:ti Uzi beutiger Fanctioa gebräuchlich, nach ihrem Bang 
Antjf^nfl^u wtjAtn und eingetheilter vorrucken — Tille Zeit n tw- 
«ly^»4^b/rr* f#M^^, ('brigens wäre dise Fasten hindureh alle Mittwoch 
'»^4 yf^iUtpi Af.f gew^ibnlicbe Kirchendienst in Mantel und wvde 
/tA^ r^f4ihkl HttA Nuncio al solito angesagt. Der Kaiser erschine 
^/i/tA^^^KI tu^, KaiK#:rin, ungehindert ihrer Schwangerschafft auch 
M**\^Af^fU4iA fthA ihHkU: U:U denen Cammerherm sehr einlMnden, dal 
'1^ fl/'WWj^ ntk/i /Aiblf^Mrb ttU:h einfinden mugten, wie dann die Kaiseffin, 



146 1747, Feb. 18— M&rz 3. 

von hier nach seinen Hoff zurück, nachdeme er Tags vorhero bei 
beiden kaiserlichen Majestäten seine Urlaubs Andienzien in der Re- 
tirada und Spieglzimmer gehabt und Yon dem Kaiser durch mich 
mit einer goldenen, mit Brillanten besezten Tabati6re und von der 
Kaiserin durch die Hände ihres Obristhoffmeisters, des Fürsten Yon 
Trautsohn, mit einem brillantenen Ring beschenckt und noch vor 
seiner Abraiß der kaiserliche Cammerherr Graff Äntoni Salm mit dem 
(regen Compliment nacher Dresden abgeschickt worden wäre. 

Den 18. verstarbe dahier im 106. Jahr seines Alters der General 
Major de Pierch, ein Irrländer, welcher noch unlängst bei Hoff ge- 
wesen und sonsten überhaubt sehr gutt und gesund ausgesehen. 

Den 21. sahen die Herrschafiten die zweite Dinsion deren 
Licanem, worbei der Printz von Sachsen Hildburgshausen mit einer 
differenten Elquippage ä la Cravate abermahlen sehr magnifique 
paradirte. 

Den 32. wäre Deputation bei den Graffen Königsegg und darbei 
fiber die Nothwendigkeit und Mittlen, Genua zu recuperiren, und 
wegen des Bepassage des Varo deliberiret 

Den 24. in festo S. Matthiae wäre Toison Ammt und öffentlicher 
Taffldienst. 

Den 25. wäre abermahlen Conferenz bein Graffen Königseg^ 
und bei selber verschiedene Puncta, die Negociationen zu Breda und 
Lissabon, item die geheimme durch Graffen Lofi angebrachte chur- 
nchsische Propositionen wegen eines Friedens mit Franckreich vor- 
genohmen^ wie aus meinem Rapulari mit mehreren ersichtlich.'^) 

Den 2. Martii wäre die Belehnung des Abbten v. Fulda, dessen Be- 
vollmächtigte gewesen der kaiserliche Cammerherr Freiherr v. Hanx- 
lel^n und Herr v. Pre^; bei heutig und folgenden derlei Functionen 
mufite ich immer den Graffen v. Königsegg ^welchem seines Po- 
dagra halber das Xiderknien bei Haltung des Evangeliibuch gar zu 
l«e«cbwäilich gewesen > als Obrist Hoffimeister in so weit suppliren, 
dafi — sctbaia ich qua Obrist Cämmerer die Deputates ad investituram 
ixLtr<<dQeiret — ich mich sogleich zur rechten Hand des Trohns ge- 
€n^Iki und meinen Platz durch den älteren Cammerherm. den Obrist 
rSlRier Cammerem Graffen Albert v. Althan einnehmen lassen, welcher 
auch DcbFt mir das Evangelibnch und sodann dem Kaiser den Hut 
und Handschuh nnter dem SchwerdstixMch gehalten. 

m*D 3. wäre Deputation bei Graffen Kt^ni^^gg und bei selber 
die v<»m General Br<:*un nach der Repassirung de-s Varo gemachte 
Dis^Ktsitioneii wegen Venheil- und Veriegung deren Tnqipen ap[»t>> 



148 1747, Mün 24. -April 4. 

Bevollmächtigten des Bischoffen von Angspurg, Landgraff Joseph 
V. Dannstatt. 

Den 24. wäre Conferenz bei Graffen von E5nigsegg über die 
leztere von Graffen Harrach aas Breda eingeschickte wonderliche 
Propositionen des Macanas an Sandwich. ^^^) 

Den 25. gienge der Kaiser nebst denen Toisonisten zn denen 
Angnstinem, allwo die Andacht more solito in der Loreto Capellen 
gehalten. 

Den 26. wohnten beide Majestäten der gew(>hnlichen Pahnweih 
and Andacht bei. Nachmittag aber fahre der Kaiser allein za denen 
Capncinem. 

Den 28. hatte der Kaiser zwar beschlossen, wegen des an- 
haltenden üblen Wetters nacher Hemals nicht za Faß, sondern in 
Wagen sich za verftlgen; allein weillen I. M. mit einem Schnnpffen 
behafftet, so hinterblibe diser Aasgang völlig, wie ingleichen aach 

den 29. der vormittägige Kirchengang za denen Aagostinem; 
hingegen verfügten sich beide Majestäten dahin znr Pampermetten. 

Den 30. wäre die gewöhnliche öffentliche Commanion and Faß- 
waachang, bei welch- lezterer mein Schwager vi officii den Obrist- 
hoffnieister snpplirte. Nachmittag abermahlen Pampermetten nnd so- 
dann die gesangene Litanei in der Hoff Capellen. 

Den 31. die gewöhnliche Andacht. Pater Tonssaing, welcher 
mit P. Tausch (als beide Hoff Prediger"! immer altemiret nnd dises 
Jahr die Sonntagpredige za verrichten hat, hielte die Passions Predig. 
Beide k. M. assistirten hent and gestern, aasser daß die Kaiserin 
nicht herabgieng znm Creatzküssen. Nachmittag Pampermetten nnd 
sodann Stabat Mater in der großen Capellen. 

Den 1. Aprilis gienge der Kaiser Gräber besuchen nnd sodann 
zun Angustinem znm Amt, nachmittags abormahlen dahin zn denen 
lezten fünff Gebeimnus Predigen nnd Anferstehong, endlichen aach 
zu der Auferstehung in die grosse Hoff Capellen und wurden tiber- 
haubt die Ordonanzen gleich vom Jahr gegeben, ausser heut Nach- 
mittag um eine halbe Stund früher. 

Den 2. an Oster Sonntag führe der Kaiser allein nach St. Stephan, 
speiste auch allein in der Ritterstuben und Nachmittag wäre das lezte 
Appartement in der Statt, vorhero Toison Vesper. 

Den 3. Toison Amt, aber kein Tat'Bdienst; Toison Vesper. 

Den 4. Toison Amt. Nachmittag verftigte sich der Hoff ausser 
der jungen Herrschaffit gegen siben Uhr nach Schönbrunn, um nach 
dermahligen Antrag biß den 26. allda zu verbleiben: und weillen die 
Kaiserin gäntzlich entschlossen gewesen — außer sie würde zu gäh- 



150 1747, April 23.-29. 

waren vor Franckreich der Bottschaffter zu Rom (Monsignore de la 
Roye de Rochefaucould, archevßque de Bourges), vor Spannien Mon- 
signore de Mendoza (Patriarca delle Indie), vor Portugall Monsignore 
Attalaya (ein Bruder des in unseren Diensten vor wenig Jahren ver- 
storbenen Gavalliere di Malta und Decano della Patriarcale di Lis- 
bona), vor Pohlen der Nipote deren Cardinalen Albani, vom Praeten- 
denten der Abb6 de Rohan Ventadour (coadjuteur de Strasbourg), 
vor Sardinien der Abb6 Des Lances (ein Sohn des Mar^chal de Sales, 
so ein natürlicher Bruder des verstorbenen Königs Victoris Amadaei 
ist) vor Venedig der Patriarca d'Aquileja Monsignore Delfino. Nebst 
disen wurden auch die zwei bishero in petto Vorbehaltene declariret, 
nemlichen Monsignore Simonetti (gubernatore di Roma) und Mon- 
signore Mesmer (tresoriere), welch - lezterer ein Mailänder und für uns 
sehr wohl affectionirter, etlich sibenzig jähriger Mann ist. 

Den 23. wäre der öffentliche Gottesdienst in der Schönbrunner 
Capellen. Gestern kämme die Nachricht, daß der General SchuUen- 
burg das Unglück gehabt hätte, mit dem Pferd eine zimmlich er- 
habene Felsen herunter zu stürtzen, worauf er sogleich den Graffen 
V. Broun zu der Arm6e, das Gommando zu übernehmen, beruffen 
hätte; allein ehe noch diser das nöthige zu seiner Dahinraifi — in 
Erwartung deren hiesigen Befehlen — veranstaltet, wäre SchuUen- 
burg von der erlittenen Contusion schon so weit wiederumen ge- 
besseret, daß er die Expedition von Genua (worüber den 6. dises 
eine besondere Convention mit dem Turinischen Hoff durch Graffen 
Richecourt, unseren alldasigen Ministro errichtet worden ware)^'*) 
Selbsten zu prosequiren im Stand sich befunden hat. 

Den 27. wäre Conferenz bei Graffen Königsegg und bei selber 
wegen erst bemelter genuesischen Expedition und zugleich durch den 
Mailändischen Canzler, Conte Christiani, mit der Statt in Geheim an- 
gebundenen Handlung dcliberiret.*''^) 

Den 29. wäre abermahlen Conferenz bei Graffen Königsegg und 
bei selber wegen der dem Christiani ad negociationem secretam er- 
theilenden Anweisung und sodann einiger auß Rußland gekommener 
Depeehen berathschlaget, zulezt aber vom Graffen Uhlfeld der Vor- 
tnig gemacht, ein ausführliches Conferenz Guttachten zu übergeben, 
um die bisherige Passus mit Spannien und Franckreich (als welche 
ein und andere für nachtheilig und unseren Verbindlichkeiten ent- 
gegen^hend ausdeuten und die Herrschaffien irr machen wollen) 
vollends zu justificieren.*"^) 

Wie ich mich dißfahls geäußert, ist aus meinen Conferenz No- 
tatis ersichtlich'"^) und muß ich bt'kennen, daß mir unsere Art, die 



152 1747, Mai 3.-4. 

Den 3. wäre Reichs Conferenz bei Graffen Königsegg über 
die zwischen Ghur Hannover und dem Reichs Postamt obschwebenden 
Irrong, dann wegen Befördernng des von päbstlichen Stuhl dem Chnr- 
fUrsten y. Maintz noch immer versagenden Brevis eligibilitatis.^^^) 

Bei meiner Zurnckkunfil nach Uauß fände ich ein Billet von 
I. M. der Kaiserin, worinnen selbe mir von der zwar allzeit vor- 
gesehenen Entschliessung, dero Kindbett aus Ursach des fUrdauemden 
schönen Wetters zu Schönbrann halten und sammtliche jnnge Herr- 
schafften mit sich hinauß nehmen zu wollen, die Nachricht und zu- 
gleich den Befehl gäbe, das nöthige dießfahls (was in mein Departe- 
ment einschlagte) zu bewerckstelligen, weßhalben mich sofort nach 
dem Essen hinauß begäbe und beide Mayestäten daraußen erwartete. 

I. M. die Kaiserin kämmen gegen siben Uhr abends und durch- 
giengen sogleich die für die übermorgen nachfolgen sollende junge 
Herrschafiten bestimmende, leider — gleich dem übrigen, theils 
erst neu verfertigt- und theils an Mauerwerck abgeänderten oder neu 
verbutzten Gebäude — noch nicht gar zu drucken seiende Zimmer 
und befahlen zu mehrerer Vorsichtigkeit, solche die Nacht hindurch 
zu heitzen. I. M. der Kaiser waren zu denen Pantomimes gefahren 
und kämmen erst nach 9 Uhr, und weillen die Princesse nebst denen 
Dames erst morgen eintreffen wollen, I. M. die Kaiserin aber sich 
gewöhnlichermaßen bei Zeiten retiriret, soupirte selber nur mit 
wenigen Männern und muste ich aus Mangel der Compagnie mich 
nebst den Gräften Künigl (wiewollen wir sonsten nicht zu soupiren 
pflegen) mit an die Taffl setzen. Übrigens etablirte mich zwar zu 
Schönbrunn, allein da meine Kinder wie vom Jahr in dem gewest- 
Königseggisehen Garten einlogiret, thate ich mir anwiderumen allda 
ein Absteig Quartier vorbehalten, worvon — so offl als immer mög- 
lich wäre — zu profitiren und en famille einigermaßen zu verschnauffen 
gesucht habe. 

Den 4. gegen Abend empfanden I. M. die Kaiserin einige Vor- 
hotten herannahender Entbindung, weßwegen ich bei denen Cammer- 
leuthen den Befehl hinterlassen, daß bei zunehmenden Schmertzen 
mann mich sogleich aufwecken solte, so dann auch bald nach 2 Uhr 
in der Nacht geschähe, worauf ich mich sofort in das Spiegizimmer 
und (weillen allda zu kalt wäre und mann aus Forcht, es dörfflen 
die dasige Camine etwanu rauchen und der Rauchen in die Cammer 
hinein schlagen) auf des Kaisers Seiten in die Rathstuben be- 
geben, worinnen aus der ucuimlicheu Ursach sich nach und nach 
auch die übrige HoftUmter und Dames versammlet. Gegen vier 
Uhr früh. 



154 1747, Mai 5.-9. 

nach der Hand beliebet wnrden, also zwar, daB in denen beut morgen 
zu Gewinnung der Zeit eventoaliter nach Regenspnrg und andern 
Ortben abgangenen Expeditionen nur die fänff erstere Nahmen auf- 
gezeichnet worden. 

Ansonsten haben bei heutiger Function zum erstenmahl die 
Fürsten — gleich wie bei der Communion und in anderen öffent- 
lichen Functionen ihnen seit einiger Zeit eingestanden worden — 
auch hierinfahls ihre Praerogativam vor denen Cammerherrn auf 
meine beschehene Anfrag erhalten, daß (wo bishero die zwei älteste 
Cammerherrn den Obristhoffineister, welcher das neugebohme Kind 
zur Tauff zu tragen hat, begleitet und die Zipffe des Polsters gehalten) 
anheut zwei deren anwesenden fürstlichen Cammerherrn, nemmlichen 
der Fürst von Schwarzenberg und Franz v. Lichtenstein ein solches 
verrichtet haben. 

Den 6. hatte ich zwar bei den Kaiser einen Anwurff gethan, 
daß selber wegen des Gala Tags du lendemain des couches öffent- 
lich speisen mögte, damit doch eine so große Begebenheit mit einigem 
Decoro begangen werden mögte, da ohnedeme die Dames alle in 
Hoff Kleidern sein musten; allein es wäre dem Kaiser ungelegen 
und wolte er sich heut nicht geniren, jedoch erinnerte er sich nach- 
hero meines Kaths und hielte an der Kaiserin Gkburts-Tag öffent- 
liche Taffl. 

Heut früh spedirte mann den Cammerherrn Freiherm v. Kettler 
nach St. Petersburg, um aus besonderer Finesse der russischen 
Kaiserin als Tauffpathin von gegenwärtig erfreulichen Begebenheit 
Parte zu freben; an die andere Hoffe geschähe es gewöhnlichermassen 
nur durch Notifications Sehreiben. 

Don 7. wäre der dritte und lezte Gala Tag und kämmen die 
I >unum güwlihnlichermassen in Hoff Kleidern mit reichen Röcken und 
Mi^hwarlzem Oborkleid, Mann versammlete sich auf der Kaiserin 
Htnton und erkundigte sieh um dero Gesundheit bei der Obristhoff- 
iiiolHtoriu oder der Caunuerfreile in Dienst; es muste auch alles more 
Hollto clio etwanu habende IVauer ausziehen, um in der Anticamera 
orHolieinon zu dOrtfon, alhvo mann auch in so lang, als die Fremmde 
UM II (lor Statt '/UKo^t^u waren (^so meistentheils früh von 11 biß 1 
himI NaoluulttuK vt>u f> biß 7 Uhr zu geschehen pflegte), nicht spülen 

diirlUo, 

Don U, wuro ('onforonz zu Schönbrunn in Gegenwart des Kaisers 

mimI hol «olhor lll)or illo leztere der Macanazischen Negociation halber, 

lloMi mit dor orntoru Nnohrioht der zu Favor des Printz v. Oranien 

HiihliiKlIt^li Im oluon kleinen SUUtl in Zeeland, Ter-Veer genant, 



156 1747, Mai 13,-17. 

fiblen Wetter ohne, so zs «gen, nur nntersldieii zv k5iiiien, so weit 
zn ineommfxiireii. 

Die Conferenz Selbsten hatte es wohl eingesehen nnd wäre der 
Mainang, man solle SehQnbmnn wie Laxenbnrg traetiren; allein 
andere, so mal ä propos über die Etiqnette Twelehe sie doch in der 
That nicht verstehen, nnd worfiber wir in rillen essentiellen nnd be- 
trächtlichen Oeeasionen sehr nngesehickt alltäglich hinausgehen) 
rafiniren wollen, nnd in specie der Taroeca, hatten der K^userin bei- 
gebracht, sie solte Sehönbmnn wenigstens gleich der Favorita, wo 
nicht gar der Bnrg gleichhalten, nnd glaubten ihre so fibl ansge- 
Honnene Mainnng dardarch nngemain zn bestarcken, daß die Bott- 
schäflfter in Franckreich sogar biss Versailles mit ihrem ganzen Train 
kommen miisten; dachten aber anf den Unterschied nicht, oder wolten 
ihn nicht wissen, daß nemlichen ein solches nnr bei der ersten nnd 
znweillen bei der Abschieds-Andienz geschehete, welche Ungelegen- 
heit mit der ihnen, BottschaStem, von nnß zumuthen wollenden wohl 
nicht einen Augenblick zu vergleichen käme. 

Bishero ist die Sache von sich selbsten erligen gebliben, weillen 
die Herrschafften zu Schönbmnn meistens retiriret zu sein pflegen 
und dergleichen Equip^en denen Bottschafllem gar zn selten adossiret 
werden, um darüber schreien zu dörffen; jedoch wird mann mit der 
Zeit auf eine andere Einrichtung, in specie wegen eines Absteig- 
quartiers bedacht sein müssen. 

I. M. die Kaiserin wolten zu Vermeidung deren ihnen gar nicht 
lieb seienden Handküssen niemanden sehen, mithin wäre des Nach- 
mittags nichts mehr zu thun. Die herausgeblibene Dames und Ca- 
valliers speisten mit uns Schönbrunnem in denen unteren Zimmern 
auf zweien Tischen und des Abends führe der Kaiser die Pantomimes 
sehen, welche bald hernach zu spülen aufhöreten, indeme alle Kinder 
darvon biO auf ein einiges, die Blattern bekammen, jedoch glücklich 
nbcrstundon. Die Leuthe hatten sehr ausgestellet, daß mann an 
einen ho großen Tag nicht einmahl ein geringes Concert bei Hoff an- 
gcordncit, um selben doch einigermaßen zu solennisiren; allein der 
Kaiser tliut sich nicht gern geniren und ist kein Liebhaber von der- 
gleichen großen Zusammenktinfften; wie er dann von darumen an 
dijiie« Apimrtemcntstägen, meisteutheils Sommerszeit, auf die Jagd zu 
Pfeilen und Winters Billard zu spillen pflegt. Der Herr Sohn dencket 
dieltfahlM auf gleiche Art. 

I leri 1 4. war der gewöhnliche sonntägige Gottesdienst zu Schönbrunn. 

t)m 17, wurde Gala angesagt wegen der Princesse Charlotte 

O^bfirtutags; der Kaiser speiste bei derselben nebst denen drei älteren 



160 1747, Mai 28.— 31. 

Frau beschehenen Äusserungen besorge noch (als ich dises schreibe; 
nach der Hand aber bin Gottlob glücklich allem entgangen!), daß ich 
mein dißfähliges Schicksaal schwärlich entgehen dörffte, welches dem 
Willen Gottes gänzlich anheimgestellet haben will, nachdeme ich meines 
Orths all- jenes gethan, so ich meinen Gewissen nach und als ein 
ehrlicher Mann thun müssen. 

Den 28. wäre der gewöhnliche sonntägliche Gottesdienst. 

Den 31. wäre große Gala wegen I. M. der Kaiserin höchst- 
beglückten Hervorgang, welcher mit denen sonst gewöhnlichen Coere- 
monien in der Schönbrunner Capellen gehalten wurde. Die Bott- 
schaffter wurden invitiret. Der venetianische cortegirte; der Nnncius 
thate die Einseegnung und beide machten ihre Aufwartung bei der 
Taffel. Mann versammlete sich in der Rathstuben und ginge die 
Stiegen auf der Kaiserin Seiten hinunter zur Gapellen, auch den 
nemmlichen Weeg zurück, und zwar gleich nach dem Einseegnungs-Actu, 
weillen die HeiTSchafiTten theils wegen Enge des Raumes, theils der 
Gelegenheit halber das Hoh-Ammt auf dem Oratorio anhören wollen. 
Die Music hatte auch ihren gewöhnlichen Platz unten in der Capellen 
denen anwesenden Dames und Gavalliers (massen sonsten niemand in 
die Capellen gelassen wurde) räumen und sich ganz hinauf in die 
Tribüne, wo sonsten die Cammerdienerinnen zu sein pflegen, ziehen 
müssen. 

Nachmittag wurde die dem heutigen Actu zu Ehren von der 
Princesse und Printz Carl angestellte französische Com6die, les 
Mönechmes genant, produciret, welche aus besonderer Distinction für 
die hohe Actcurs niemand sehen dörflen ausser der Christ Hofi'meisterin 
Gräffin Fuchsin, Freile HofFmeisterin, Gr. Frantz Khevenhüllerin,^*^) 
denen zwei Cammerfreilen, denen zwei Hoff Dames, die der Ertz- 
herzogin Marianna zugegeben seind, nemmlichen Strasoldo und Go(^s, 
der Camnierfreile der Princesse Mad^"^ Bouzay , ihrem Obristhoffmeistern 
Marchcsc Spada und Obristhoffmeisterin Mad. de Belrupt, unß Hoff- 
Unitern, denen zu Schönbrunn wohnhafft seienden Dames, Gräffin 
Losi, Marquise de Stcinville und Gräffin Künigl und Tarocca, dem 
Haron Pfütschncr, Fürst Joseph Wenzl v. Lichtenstein und Graffen 
Tarocca und der Camnicrherr im Haubtdienst Fürst Schwarzenberg. 
M(5inc Frau wäre nicht zugegen, weillen sie vor einigen Tagen 
wc»pin einer vcrmuthlichcn fausse couche in die Statt sich verfügen 
tnÜKwn. 

Die Actourfl waren: Chevalier M6nechme, Graff Losi; son 
fr^r^^ <U»r Printz C-arl; Araminte, Gräffin Dann; Finette, Princesse; 
VahMitiii, drafl' Kaunitz; Frippier, Fürst Auersperg; notaire, 



162 1747, Juni 12.-20. 

hier angelangle nene Cardinal von Ollmtttz mit denen gewöhnlichen 
Coerenionien, nach Ausweis heiligenden ProthocoU-Extracts das Biret 
empfangen.***'! 

Den 12. starb am Schlagflnß im 56. Jahr der Ertzbischoff 
V. Saltzkurg, Graff Jacob Ernst von Lichtenstein Castelcom, vorhero 
gewester IMschoff v. OUmütz, ein sehr fromm nnd gottesförchtiger Herr. 

EiHlem wäre Conferenz bei Gräften v. Königsegg mit Zuziehnng 
des Hoff Kriegs Kaths and darbei über die leztere Berichte ans Italien 
deliberiret, anbei znm erstenmahl jenes Project auf die Bahn gebracht, 
dem Statthoader zu insinniren. daß — weillen die Repnbliqne 30.000 
Manu in ihrem Sold zu nehmen beschlossen, dise Anzahl aber bei 
denen Reiehsständen nicht leicht aufbringen wfirde können — mann 
dififahls einen Versuch bei Rußland machen solte.^^) 

Den 13.« an Fest St. Antonii, kämmen beide Herrschafiten zn 
denen Minoriten und wurde auch dem neuen Cardinalen angesagt, 
welcher heut erschinen, sich sodann aber alsogleich extra publicnm 
gesezt und nach genohmenen Privat Urlaubs-Audienzien diser Tagen 
nach seinem Bistum revertiret. 

l>en 14. wäre Reichs Conferenz bei Graffen t. Königsegg und 
iKva^ioue deren zwingenbergischen Motuum auf den Reichstag fiber 
die Art und Weis deliberiret. wie mann allenfahls das zerrllltete 
Svsteuia in Reich eini^rermassen herstellen konte.***^- 

IVu K'\ inibe der Kaiser in der Burg die Lehen denen zwei 
Fürst Galii:>ohen IVputirten. Barvm t. Tum und Reichs Agenten 
OivviuelU.'*' 

IVu IT. venraisien beide Herrschafften, der Kaiser fmh nnd die 
Kais^'rin des Al»enJ< nach MannerstorC die vor wenig Tagen zur 
p^wohnliokeu Ixid Cur mit ihren beiden TtVhcem alklahin abgegangene 
OnirSu von Fuohs sa In'suehen. 

IVö A\ kauiuie die Kaiserin bei Zeiten zurück nnd hiehe Coft- 
:Vreuj äiyr die mit dem p^^bluischen Hoff wegen des Rappels nnseres 
viorüiva Mitti>;ri Onütfen Kjsterhasv voncefaUece Inunjcien. 

Hiena w^iren ui:>^t Herr Hotf Caasler and Bartenstein die 
etttTÄi-ce Trsach: t^iiiüu c;tv'hden:e Fjjierhasv berichtet, dai der Hoff z« 
Dr\;rsce2L al> «fitse A::e::;i-;'j: ar:<ehi;n warde. w:iii3i tn»i Geiege&keit des 
C2:'jLTvc':i:ie::< Ixiji^rs u;:: c^r oharcave riechen Fri2ees8>ui iiiÄe dfcr 
Ci:arjtc:er ^i::e* iiiVa^rvi^n^ich^!:: i>:nschji:?ters bei^etect wurde, kai 

aji*i X*:; :y,m t:<^j:^ >üs' irischen: Xiniicr? ii «CDfcaea — dem 



1*54 1747, Jnni 21.— 26. 

Der Kaiser kämme erst spatt abends znrnck, um das Apparte- 
ment zn evitiren, in welchem er sehr nngem zn erscheinen pflegt. 

Den 21. machten beide kaiserliche Majestäten nebst demPrintzen, 
Princesse nnd einem kleinen Gefolg von Dames nnd Cayalliers 
( worunter anch meine Frau und ich nns befanden) eine Excnrsion 
nacher Baaden, als welchen Orth I. M. die Kaiserin noch niemahlen 
gesehen hatten. Mann fnhre hinweg gegen halb siben nnd stiege ab 
bei denen Ängastinem, hörte allda die heilige Meß nnd besähe so- 
dann die Bäder, fahre hieranf nach Weickhardstorff, so dermahlen 
der Frau y. Doblhoff gehöret, Tormahlig Piazzonischer Wittib, nnd 
sofort znmck nach Baden, um bei einem sichern, alten, bürgerlichen 
Knpfferschmid verschidene von ihme Selbsten in seinem kleinen 
Haasgarten verfertigte artige Wasser-Machinen zu sehen; endlichen 
anf Mittag nach Möllerstorff, allwo der Printz Carl tractirte. Die Herr- 
schafften nnd Printz Carl giengen nachmittags auf die Bttrst, die 
Princesse aber nebst der Saite zarack nach Schönbrnnn. 

Den 23. überbrachte der Major und Cammerherr Lascy die 
Nachricht, daß der General Schallenbarg die fortificirte Vorstatt 
Bisagno and andere Aassenwercke erobert nnd also sehr gntte Hoff- 
nung habe, sich bald der Statt Genua Selbsten zu bemeistem, so aber 
leider nicht erfolget. ^^) 

Den 24., in festo S. Joannis Baptistae, verfügten sich die Herr- 
schaiRen zu denen Barmherzigen. Hierbei eraügnete sich par hazard, 
daß — da eben der Printz Carl zagegen gewesen, als selbe in Wagen 
steigen wolten — sie ans Vergessenheit ihn mit sich zur Kirchen ge- 
nohmen, worüber der Nuneius nnd venetianisehe Bottschaffter (welche 
bekantermassen nebst ihm nicht erscheinen und ihme nicht weichen 
wollen, nnd die natürlicher Weis nicht praepariret waren, noch sein 
kunten) einen grausammen Lerm anfangen wollen, biß ich endlich 
auf Befehl I. M. der Kaiserin ihnen den unschuldigen Hergang der 
gantzen Sach erzehlet und anbei zu vollständiger Beruhigung alle 
Versicherung gegeben, daß mann sie nicht mehr in dergleichen Im- 
pegno setzen würde. 

Den 26. wäre in Abwesenheit des nach den Altenbnrger Bad 
verraisten Obristboffraeisters Conferenz bei Graffen v. Uhlfeld und bei 
selber mit Zuziehung des Hoff Kriegs Raths über die leztere von 
SehuUenburg eingeschickte Depechen deliberiret. fk)dem machten 
beide K. K. M. M. eine abermahlige Excursion nacher Mannerstorff. 

Den 25., nachts gegen 10 Uhr, als ich eben auf der Strassen 
von Scbönbrunn nacher Gumpendorff (allwo ich heut schlaffen wollen) 
mich befände, fielle der Donner durch den Turn in die Sakristei zu 



166 1747, Juli 4.-11. 

Eodem ereignete sich zu Malta die in beiliegender Relation ent- 
haltene Conspiration der türckischen Selaven."^) 

Den 4. wäre Conferenz bei GraflFen von Königsegg mit Zu- 
ziehung des Hoff Kriegs Raths Über den lezteren Schullenburgischen 
Bericht, worinnen er gemeldet, daß wegen Annäherung des französi- 
schen Succurses unter Anführung des Mar6chal de Belle Isle in einen 
eigends versammleten Kriegsrath beschlossen worden, die Belagerung 
von Genua aufzuheben und dem Feind entgegen zu gehen. 

Den 6. kämme die Kaiserin zu Pferd in die Burg herein und 
besähe die Schatzkammer, welche ich unter der Direction des ge- 
Westen Tr6sorier der Kaiserin Amaliae, Herrn De France, ganz neu zu- 
richten lasse, damit doch das wenige, so noch von dem lezten Bayern 
Rummel her — da die kostbahrste Sachen um einen Spott hinweg 
gegeben worden — übrig gebliben, besser in das Gesicht fallen 
möge.^^*) Hierbei hatte ich die Ehre, I. M., die Princesse und mit- 
gekommene Dames mit einem kleinen Frühstück zu regaliren. Der 
Kaiser wäre früh auf eine Jagd ausgefahren. 

Den 7. wäre Conferenz zu Schönbrunn in Gegenwart des Kaisers, 
worbei die leztere Berichte aus Holland, Engelland und Rußland ab- 
gelesen und die Expeditionen hierüber resolviret wurden. 

Den 8. begaben sich beide Majestäten abermahlen auf Manners- 
torff, von wannen die Kaiserin von Lanzendorff aus zu Pferd 

den 10. abends, der Kaiser aber 

den 11. zurückkämme, welchen Nachmittag das gewöhnliche 
Appartement wäre. 

Eodem starb zu Prag der Obristburggraff und Toisonist Graff 
Johann Ernst Schaffgotsch an einen Schlagfluß im 73. Jahr seines 
Alters. 

Den 9. abends kämme die Nachricht von der den 3. hujus bei 
Lawfelt nächst Mastricht vorgefallenen Affaire, worvon mann nach 
der Hand beiliegendes dem Publico kund gemacht; ^^^) in der That 
aber fählte es an rechter Disposition von Seiten des Ober Commando, 
indeme der Duc de Cumberland (ein zwar für seine Persohn sehr 
muthig und tapfferer Herr, welcher aber bei so jungen Jahren die 
genugsamme Erfahrenheit nicht besitzen kann) sich von dem Feind 
praeveniren und also in einen solchen Terrain einschräncken lassen, 
wo die beide Flügeln sich nicht secundiren können, da doch eine 
der Haubt-Reglcn in militari ist, de rester maitre de son terrain et 
de ne pas se trouver dans la neces8it6 de combattre au gr6 de 
Tennemi. 



170 1747, Juli 80.— Aug. 8. 

Den 30. wäre der ordinär! sonntägige Kircbendienst za Schön- 
brunn. 

Den 31. kämmen die HerrschaiTten nach 9 Uhr in das Profeß 
HanO, das heat einfallende Fest S. Ignatii zu begehen. 

Den 2. Angnsti fahren die Herrschafften wegen des heutigen 
Portiuncula Fests zu denen Capucinem von St. Ulrich und sodann 
verfügte mich zur Conferenz zum Graffen Königsegg, bei welcher in 
Gegenwart des neuen Gubernators von Mailand dessen Instruction 
abgelesen wurde. ^'^) 

Den 3. gäbe der Kaiser die Lehen den Fürst Baselischen De- 
putirten Freiherrn v. Rod (welcher auch den leztern Actum begangen 
hatte) und Reichs Agenten Gioanelli. Ich führe mit I. M. zurück 
nach Schönbrunn und vernähme hierbei von ihme, daO I. M. die 
Kaiserin sich dise Nacht nicht wohl befunden hätten und seithero 
ein Ausschlag am Gesicht verspühret würde, welcher aber (weillen 
die Alteration nachgelassen) sie nicht verhindert hätte, aufzustehen, 
und also auch von denen Medicis für nichts gefährliches gehalten 
wurde; jedoch hätten I. M. die auf übermorgen vorgehabte Maria 
Zeller Rais eingestellet und würden anheut nicht sichtbahr sein; wie 
dann auch das Appartement folgenden Tags als 

den 4. nicht gehalten wurde. I. M. sahen jedoch beständig die 
Ministros und die sonsten mit ihnen nothwendiges zu sprechen hatten, 
verbliben immer aus dem Bett, Hessen meistentheils die Fenster der 
Cammer offen, saßen auch zu weillen an selben, kämmen aber nicht 
aus dero Wohnzimmern, vill weniger in den Garten, allwo heut 
abends von denen nemmlichen fremmden Feuerwerckern, welche sich 
leztHch produciret, ein abermahliges kleines Probstuck ihrer Kunst, 
so aber nicht vill besser als das vorige gerathen, aufgeführet wurde. 

Den 5. verfügte sich der Kaiser nebst dem Printzen und einigen 
Cavalliers nach Maria Zell, von wannen dieselbe nach verrichteter 
Andacht Sonntags, als über morgen, sodann auf ein paar Tag nach 
Wild Alben (einen dem Praelatcn von Admont zuständigen Orth) sich 
begaben, um in dortiger Gegend mit der Gämß Jagd sich zu be- 
lustigen, und Dienstags 

den 8. bald nach 4 Uhr nachmittags zurückkämmen. Indessen 
hatten I. M. die Kaiserin Samstag nachts, als eben der Kaiser früh 
abgeraist wäre, einig- mehrere Unruhe und Halswehe gespühret und 
hierauf der Ausschlag zugenohmen, welchen endlichen die Medici als 
Scbaffl)lattern oder petite v6role volante declarirten. Weillen aber 
I. M. beständig ohne Fieber gebliben und sogleich den folgenden 
Sonntag den gantzen Nachmittag und so immerfort aus dem Bett 



172 1747, Aug. 15.— 20. 

wolte, fühlte ich immer stärckere Alteration und einiges Reißen, also 
zwar, daß mich endlich genöthiget fände, in das Bett zu gehen und 
noch in der Nacht meinen Ordinarium und Leib Medicum Zwenghoff 
hollen zu lassen, welcher mein Temperament von langen Jahren 
kennet und anmit auch mit der Gnad Gottes mich in wenig Tagen 
wiederumen zurecht gebracht, ob ich zwar wegen starcker Colica, 
beständigen Abweichens und dazu gekommenen Anstosses von der 
goldenen Ader sehr vill gelitten und die Kräfften lang nicht recupe- 
riren können. Inmittelst wäre 

den 15. der gewöhnliche Gottesdienst zu Schönbrunn und nach 
selben hatte der dahier durch passirende, nacher Gonstantinopel be- 
stimmte neue holländische Bottschaffter Baron de Hochepied seine 
Audienz bein Kaiser in der Rathstuben und Tags darauf — wie auch 
seine mitgekommene Gemahlin — bei der Kaiserin auf die nemm- 
liche Art wie es mit^der Mylady Holdemeß lezthin gehalten worden.*®*) 

Eben heut früh schrieb ich I. M. dem Kaiser, um mich wegen 
des Aussenbleibens vom Dienst zu entschuldigen und zugleich um die 
Erlaubnus zu bitten — weillen meine Gesundheit noch nicht genug- 
samm hergestellet, um angetragener Massen in Gefolg der Kaiserin 
die auf übermorgen anberaumte Hollitscher Rais machen zu können 
— ich (sie!) mit meiner Frauen ein paar Tage spätter folgen dörfifte; 
worüber von I. M. heiligende allergnädigste Antwort tiberkommen*®*) 
und solcher zu Folg — obschon meine Kräfften noch nicht völlig bei- 
sammen waren und die goldene Ader mich noch dergestalten incom- 
modirte, daß kaum in Wagen sitzen kunte — ich mich nebst meiner 
Frauen Samstags nachmittags als 

den 19. auf den Weeg machte, selbe Nacht in einem Wirthshaus 
zu Ebenthall ligen blibe, allda folgenden Morgen, 

den 20. in der Pfarrkirchen die heilige Meß hörte und eben 
um die Mittagsstund zu Hollitsch ankäme, allwo wir unser Zimmer 
bereit fanden und von beiden Majestäten auf das gnädigste emp- 
fangen wurden. 

Nach den Essen hatte der Kaiser eine sehr artige Surprise für 
die Kaiserin zubereitet: mann meldete derselben einige Dames und 
Cavalliers, so von BrUnn kämen und um den Zutritt zum Handkuß 
anhielten; und als I. M. ein solches verstattet, sähe mann gegen 10 
oder 12 Paar eintretten, welche zwar alle sehr wohl und nach der 
neuesten Mode angekleidet waren, darbei aber sogleich etwas selt- 
samm- und grotesques in ihrer Gestalt und Gebärden zu erkennen 
gaben, also zwar, daß nicht änderst gemuthmasset werden könte, als 
daß ein Rätzl darunter stecken muste, welches endlichen mit villem 



174 1747, Aug. 24.-28. 

Bei der Zurackknnfift wurde die nemmlicfae, an dem Tag der 
Kaiserin Hervorgangs lezthin vorgestellte fi*anzösische Com6die repro- 
duciret*®*) und in Abwesenheit des Fürsten v. Auersperg dessen Role 
von dem Fürsten y. Trautsohn^ und der GraiT v. Eaunitz von dem 
Graffen George v. Starhemberg suppliret, welcher leztere nebst dem 
Baron d'Ogara, einem Mitacteor, eigends von Wienn nacher Hollitsch 
citiret wurden. 

Den 24. führe mann vormittags nacher Sassin und hörete Meß 
bei dem Gnaden Bild; sodann speiste mann in dem von demWasen 
gantz neu aufgebauten und beiläuffig an den Platz, wo voriges 
Jahr das Zelt (worunter mann gespeiset) aufgeschlagen wäre, situirten 
Jägerhauß, welches dem Mr. Toussaint, der es angegeben, sowohl 
seiner geschwinden Errichtung halber — zumahlen vorn Jahr um 
dise Zeit nicht einmahl darauf gedacht worden wäre — als auch 
wegen der Bequemlichkeit und sonderlich deren dazu angewendeten 
geringen Kosten sehr ville Ehre macht.*®^) 

Abends wurde von der nemmlichen Trouppe de domestiques 
eine kleine Pi6ce, le charivari benant, und zum Schluß die leztere 
Op6ra comique produciret. 

Den 25. wäre abermahlen Parforce Jagd, worbei sonderlich die 
Dames — wie auch lezthin geschehen — von denen hungarischen 
Gelsen sehr vill leiden müssen und nahmentlich die Princesse einer 
rechten Larven gleichgesehen. 

Den 26. verraisten wir bald nach 9 Uhr. Mittags speiste mann 
zu Dirakrut bei den Graffen von Hamilton und gegen 5 Uhr wäre 
alles zu Schönbrunn zurück gelanget. 

Den 27. wäre der sonntägliche Gottesdienst wie gewöhnlich 
und abends fuhren sämtliche HerrschaflFten und wir von der Suite in 
die Statt, um die neue Opera bemesca, la Zanina genant, im Baihaus 
zu sehen, die aber sehr abgeschmackt und ennuyante befunden 
worden. 

Den 28. wäre große Gala wegen der Kaiserin Frau Mutter Ge- 
burtstags. Der Kaiser und die Kaiserin verfügten sich sehr früh air 
incognito nacher Hezendorflf und kehrten sodann gegen 11 Uhr noch 
einmahl alldahin in großem Publico und mit sammtlicher jungen 
HerrschafFt, um den Glückwunsch solennellement abzustatten. I. M. die 
verwittibte Frau waren kurtz vorhero mit einem abermahligen Anstoß 
vom Rothlauff behafftet worden, mithin bettlägerig, also zwar, daß 
nur denen Gammer Zutrittsfrauen und uns anderen des nemmlichen 
Privilege geniessenden Männern gestattet wurde, deroselben die Hand 
zu küssen. 



176 1747, Aug. 31.-Sept 5. 

fragen, die Ausübung seines Ammts und das Coeremoniale mit dem 
mailandischen Gubernator betreffend, in Deliberation gezogen. 

Zu End dises Monaths kerte der einige Wochen dahier ge- 
wesene kärnthnerische Landshaubtmann Graff von Go^s nacber Clagen- 
furt zurück, deme mein Schwager Graff Joseph Nostitz auf den Fuß 
folgte, als welche beide von I. M. respective zu Praesidenten und 
Vicepraesidenten des unter den Nahmen kaiserlicher Repraesenta- 
tion alldorten neu aufgerichteten Guberno ernennet worden. 

Dise neue Einrichtung — wordurch das Judiciale darinnen von 
dem vorigen Nexu mit der geheimmen Stelle zu Grätz gäntzlich exi- 
miret, auch sonsten verschiedenes von der vorigen uralten Verfassung 
völlig umgekeret worden — hat den Graffen von Haugwitz (der- 
mahligen Directore von unserem ober schlesischen Antheil) pro authore, 
welchem als einem sehr diensteiffrigen Mann von der Kaiserin die 
Commission dißfahls aufgetragen und er zu dem Ende lezthin nacher 
Kärnthen abgeschickt worden wäre.*®*) So vill ich aber dermahlen 
noch davon reden gehöret, so solle das novum Institutum (zumahlen 
der Inventor als ein Extraneus das Land in so kurtzer Zeit un- 
möglich genugsam kennen und einsehen können) eben nicht deren 
gedeilichsten sein, auch von darumen vermuthlich nicht lang zu- 
daueren. 

Den 1. Septembris verstarbe an Durchbruch und zurückge- 
schlagenem Podagra im 59. Jahr seines Alters der erst kürtzlich an- 
gesezte Hoffmarschall und würckliche geheimme Rath Freiherr Johann 
Gottfried von der Beck, so noch als Edelknab mit dem verstorbenen 
Herrn in Spannien und sodann ville Jahre Reichs-Hoffrath gewesen; 
worauf dann aus Lieb für meinen auf dem Land annoch abwesenden 
Schwägern und damit er seine Vacanzen nicht abbrechen dörffen, 
mich sofort offeriret, ihn abermahlen [und biß er jemand anderen 
(welcher ihme an des Abgestorbenen Stelle substituiret werden könte) 
ausfindig gemacht haben würde] zu suppliren; in Verfolg dessen ich 
dann ein- und anderesmahl an dessen statt und biß zu seiner medio 
currentis beschehenen Zuruckkanfft im hofiinarschallichen Rath prae- 
sidiret habe. 

Den 2. wäre abermahlen Reichs-Conferenz bei Graffen von 
Königsegg über die Associations- und zwingenbergische bekante 
Angelegenheiten.*^®) 

Den 3. wäre der Kirchendienst wegen des h. Schutzengelfests 
more solito bei denen Paulanem. 

Den 5. verfügte sich die Kaiserin mit der Princesse und einem 
kleinen Gefolg nacher Eisenstatt, allwohin auch ich nebst meiner 



178 1747, Sept. 11.-20. 

welch- beiden vorzüglich den ersteren das Loß getroffen haben wurde, 
wie ihme dann schon würcklich vor dem Scrutinio gratuliret worden, 
wann nicht der Bischoflf von Seccau in dem Conclavi öffentlich 
wider seinen gar zu frei und weltlichen Lebenswandel peroriret und 
anmit die Majora dessen Competenten zugezogen hätte.^^^) 

Den 11. verraiste die Kaiserin, von der alleinigen Fürstin von 
Trautsohn begleitet, nacher Hollitsch, um dem Kaiser eine Visite zu 
geben, welcher selber hinwiederumen die Finesse machte, daß — ob 
er schon anfänglich entschlossen wäre, erst den 17. zurück zu kommen 
— er bei derselben Abrais 

den 14. (nachdeme er die Kaiserin biß zur Überfahrt bei der 
March begleitet) unter dem Vorwand, sich sofort auf die Jagd zu be- 
geben, mittelst ganz unvermerckt genohmenen Ueberweegs und in 
Geheim veranstalteter Relais, der Kaiserin über eine halbe Stund vor- 
gekommen und, als sie zu Schönbrunn abgestigen, ihr die Hand 
bein Biroccio gereichet und sie damit auf das angenehmste sur- 
preniret. 

Den 17. wäre der gewöhnliche sonntägliche Gottesdienst. 

Den 19. hatten wir die allerhöchste Gnad, beide Mayestäten 
nebst dem Printzen und der Princesse bei uns zu Laxenburg zu 
Mittag zu bedienen. Der Kaiser kämme gegen 11 Uhr mit einer 
Compagnie de chasseurs — nachdeme er seit heut früh in dortigen 
Gegenden auf die Hasen und Hüner gestreiffet — und die Kaiserin 
fast zu gleicher Zeit von Schönbrunn aus in einen eintzigen Wagen, 
worinnen nebst ihro und der Princesse die beiderseitige Cammer- 
freilen Kokorzova und Bouzay sich befanden; und bald nach einge- 
nohmenen Mittagmahl oder Frühstück kerte der Kaiser zurück auf 
die Jagd und die Kaiserin nacher Schönbrunn, allwo Apparte- 
ment wäre. 

Den 20. wäre die grosse Deputation zu Schönbrunn in Gegen- 
wart beider kaiserlicher Mayestäten und des Printzen, und bei selber 
über die Verwilligungen pro anno futuro sowohl in Recruten als 
Geld deliberiret, und in specie von der Kaiserin selbsten proponiret, 
daß mann auf geschwinde und erkleckliche Media bedacht sein solle, 
wie der Arm6e in Italien (von dessen delabirten Stand der eben von 
dannen angekommene und zur Conferenz mitgezogene Obrist Com- 
missarius Graff Choteck gar einen betrübten Bericht erstattet) mit 
einer geschwinden Geld Rimessa, so sich gegen zwei Millionen (je- 
doch auch etwas hiervon für Niderland) belauffen würde, aufgeholffen 
werden könte; ä quelle occasion selbe, deren böhmischen Restantien 
halber, in sehr hitzige Äusserungen gegen den Obrist Canzlern aus- 



180 1747, Sept. 29.— Okt. 4. 

Tag zu Nusdorff (massen er viller Ursachen halber bei HoflF nicht 
erscheinen können) aufgehalten, um sich von seinen Geschwistrigt 
und gutten Freunden gleichsamm zu lezten oder zu beurlauben. 

Den 29. wäre öffentlicher Gottesdienst, nachmittags aber kein 
Appartement. 

Den 1. Octobris, als an Rosencrantz Fest, kämmen die Herr- 
schafften nach 9 Uhr zu denen Dominicanern zu den Höh Ammt, 
stigen sodann in der Burg ab und fuhren von dannen aus auf mittags 
nacher Suraarein zur Gräffin Fuchsin, wohin sich auch 

den 2. die Princesse verfügte, um samtlich einem angestellten 
Weinlesen beizuwohnen, worauf beide Mayestäten 

den 3. abends nacher Schönbrunn zurück kämmen, allwo 

den 4. der Nahmenstag I. M. der Kaiserin mit großer Gala be- 
gangen und die Bottschaffter zum Kirchengang und Taffeidienst ge- 
laden wurden. Kaiser und Kaiserin speisten allein in der großen 
Anticamera und die Cammerherrn dienten. Nach deme wurden die 
Dames und Cavalliers, und von fremmden Ministres alleinig des 
sächsischen Graffen von Loß Gemahlin (weillen sie den Cammer-Zu- 
tritt hat) in denen unteren Zimmern serviret. 

Abends aber wurde von Dames und Cavalliers eine Com6die 
in dem neuen Theatro zu Schönbrunn produciret, le dissipateur 
genant, mit drei Balleten untermischet, und zeiget deren Nahmen 
beiliegendes Schema.*^^) Zum Schluß machte der Ertzherzog Joseph 
in frantzösischer Kleidung ein €ompliment en vers frangais, so die 
Fürstin v. Trautsohn componiret und in sich sehr schön wäre; allein 
da es in etwas zu lang und das Kind von Natur sehr lebhafft und 
distract, hat mann sehr wenig darvon verstanden. Annebens wurde 
auch critisiret, daß der Ertzherzog zum Schluß vive Cösar ausruffen 
und die übrige Persohnen auf dem Theatro disen Ruff, wie es bei 
denen deutschen Comoedianten Herkommens ist, wiederhollen musten. 

Die Ordonnanz wäre um halber 6 Uhr und solten die Herr- 
schafften öffentlich gehen, mithin niemand in Parterre (allwo für die- 
selbe die Fauteuils nach alten Gebrauch gestellet waren) als die in 
Hoffkleid mitkommende Dames und von Cavalliers die geheimme Räth, 
Cammerherrn und fremmde Ministri eingelassen werden; die Gallerie 
aber wurde für die Cammerdienerinnen und die sie mit Erlaubnus 
der Kaiserin mitbrachten, destiniret; welch leztere Ordre absonderlich 
jene Dames sehr piquiret, die — gleichwie die Wittiben — wegen 
nicht habenden Galarobbcs oder auch sonsten ihrer Bequemlichkeit 
halber (nahmentlich die schwangere Frauen), um das Hoffmieder zu 
vermaiden, gern ohne Robbe gekommen wären. 



182 1747, Okt. 10.— 15. 

fangen, sich aber — was mich und alle am meisten gewundert — 
nicht im geringsten decontenanciret hat. 

Den 10. wäre Conferenz bei Graflfen von Königsegg mit Zu- 
ziehung des Hoff Kriegs Raths und Gommissariats und bei selber 
über die Errichtung einer Convention mit denen Alliirten über 
klinfftige Campagne in Conformitet der lezteren Hager Convention 
deliberiret.*^') 

Den 11. wäre in ipsissima materia Conferenz bei HoflF in der 
Burg und muste unser alter Graff v. Königsegg sich aus selber, ehe 
sie noch aus wäre, Unpäßlichkeit halber nacher Haus tragen lassen, 
wo er sich sogleich in das Bett gelegt und den andern Tag wegen 
beförchtender Inflammation zweimahl zur Ader gelassen, auch da ich 
dieses notire, noch nicht ausser Gefahr sich befindet. 

Nachmittags verfügten sich sämmtliche HerrschaflFten nacher 
Hezendorfi*, der Copulation des obgemelten Brautpahr beizuwohnen, 
und spätter abends ins Balhauß, die Com^die und das Feuerwerck 
zu sehen. 

Den 15. als an der Kaiserin Nahmens Tag wäre große Gala, 
oflfentliche Kirchen und Taffldienst wie an Francisci Tag. -Vor der 
Kirchen erlaubte die Kaiserin denen Knaben ex Theresiano, in einer 
Audienz auf dero Seiten ihren Glückwunsch abzulegen, so dermahlen 
des Obrist Canzlers Sohn verrichtet. 

Abends wäre Stund und die leztere Com6die reproduciret, mit 
einigen Veränderungen in Ballet und einem kleinen Impromptu d'une 
petite scfene ddtach6e de la comddie des fahles d'Esope de Boursault, 
so von meiner Thereserl, den Sigmundl als Esopc und dem kleinen 
Otto Schrottenbach repraesentiret wurde; und zulezt wurde eine kleine 
Pi6ce, rimpromptu de campagne genannt, gespillet, so alles in hei- 
ligenden Blättl zu finden.^^®) 

Übrigens hatte mann geglaubt, daß anheut der seit meiner 
wiederhollten, allerunterthänigsten Deprecation in petto resolvirte neue 
Ayo, Feldmarschall GraflF Batthyani, bekant gemacht werden würde, 
welchen mann zwar nicht förmlich zu publiciren pflegt, und eben von 
darummen hinterblibe auch seine Nomination. Indessen wolten doch 
I. M., daß ich die neue zu den Ertzherzog destinirende Cammerherrn 
sofort anstellen solle, welche die nemmliche seind, so ich bereits vorn 
Jahr — als ich von disem mir aufzubürden vermainten, schwären 
Creutz noch nicht befreiet wäre — in Vorschlag gebracht hatte; allein 
nach dermahligen Antrag sollen dise und all- übrige dem Ertzherzog 
zu gebende Bediente — ausser des Ayo — ad interim bei der kaiser- 
lichen Herrschafft ihre Dienst mit verrichten und will mann dem 



184 1747, Okt. 20.— 28. 

den 20. die Exequien für den verstorbenen Herrn pro anni 
versario auf Art wie vorn Jahr gehalten und solte die Ordonnantz 
anheut um halber 10 Uhr sein, die aber von dem Kaiser aus Verstoß 
mir erst auf halber 11 Uhr gegeben ward, weßwegen die Kaiserin, 
welche die frühere Ordonnanz dem Fürsten v. Trautsohn ertheilet 
hatte und von dem Verstoß nichts wissen kunte, sehr ungehalten 
worden und bald nach 10 Uhr, ungehindert noch sehr wenige zum 
Corteggio zugegen waren, zur Kirchen sich verfüget. 

Den 21. wäre Conferenz bein GraflFen v. Uhlfeld mit Zuziehung 
des Hoff Kriegs Raths, Cammer und Commissariat, worbei von der 
Auswechslung unserer in Genua befindlichen Gefangenen, denen zu 
Mailand mit dem Wentworth und denen sardinischen Bevollmächtigten 
wegen künfiliger winterlichen Militär Dispositionen und in specie 
Veranstaltungen zu neuer Belagerung von Genua etc. gehandlet 
wurde. 

Den 22. wäre der gewöhnliche sonntägige Gottesdienst. 

Den 26. sähe mann abends von Schönbrunn aus, gegen Hungarn 
zu, ein großes Feuev in der Feme und vernähme Tags darauf, daß 
es den der Gräffin Füchsin gehörigen und nächst Mannerstorff ge- 
legenen Marckt Sumarein getroffen habe, welcher fast gäntzlich biß 
auf wenige Häuser abgebronnen. Die Kaiserin befahl sogleich, daß 
mann jedem Abbrändler sechs Ducaten zu einer^ Brandsteuer aus- 
theilen solle. 

Den 27. wäre Conferenz bei Graffen von Uhlfeld mit Zuziehung 
des wälschen und Hoff Kriegs llaths, Commissariat und Cammer, und 
dabei über die Mittlen, wie unserer Ann6e in Italien es bei den be- 
förchtenden Treidausfuhrs Verbott im päbstlichen und venetianischen 
Gebiet nicht etwann an der Verpflegung fahlen mögte und was son- 
sten dißfahls politice zu erwegen seie, deliberiret. 

Den 28. wäre wegen des heil. Apostelfests Kirchendienst zu 
Schönbrunn. Während dessen muste ich gegen halber 12 Uhr den 
Ertzherzog Joseph, als welcher des nun einfallenden kälteren Wetters 
halber der übrigen jungen Herrschafft in die Statt gefolget, alldahin 
begleiten. Ich sasse in seinem Leibwagen gegenüber von ihme und 
seine zwei Dienst Cammerherrn fuhren voran; wir stigen auf der 
Bellaria ab und der Ertzherzog verfügte sich sofort zu der verwittibten 
Kaiserin und speiste zu Mittag mit seinen Frauen Schwestern, allwo 
ich ihn der Fürstin von Trautsohn Übergabe und zurück nacher 
Schönbrunn führe, von wannen ich zuweillen eine kleine Excur- 
sion nach der Burg thate, um bei dem Ertzherzog meine Cour zu 
machen. 



190 1747, Nor. 18.— 19. 

da mann zur Com^die gehen wolte) mitgebrachte ZeitUDg von dem 
Ableiben der verwittibten alten Herzogin Ton Braunschweig — I. M. 
der Kaiserin Frauen Großmutter, die den 12. hujus zu Blanckenburg 
an einer Entzündung der Lungen im 77. Jahr ihres Alters gestorben 
— auf einmahl geändert. 

Die wälsche Com6die wurde sogleich eingestellet, der Kaiser 
sezte sich in den ersten vorgefundenen Wagen und führe zur Burg 
herein, um I. M. der Kaiserin Frau Mutter dise betrübte Begebenheit 
auf die anständigste Art Selbsten vorzubringen; die Kaiserin, Prin- 
cesse und all- übrige Schönbrunner Compagnie folgten nach und nach, 
also daß biß siben Uhr sich jedermann in seinem Winterquartier ver- 
gnüglichst einfände. Ich stige en passant bei Hoff ab, verfügte mich 
in der Kaiserin Frau Mutter Spigelzimmer, um meine Attention zu 
zeigen, und da ich noch alle Apprets zum angeordneten Bai vorfände, 
befahle ich sogleich, daß mann alles wiederumen abbrechen und weg- 
bringen solle. Die Gala auf morgen als 

den 19. wurde völlig eingestellet und die HeiTSchafften bliben 
dise ganze Wochen retiriret, biß alles zur Ti-auer nöthige berichtiget 
wurde. Wir kämmen heut Nachmittag bei den Graffen von Königsegg 
zusammen und ob zwar die Hoff Gonferenz unanimiter der Mainung 
gewesen, die Kaiserin solle es bei den erst lezthin publicirten neuen 
Reglement um so mehr belassen, als es eine L6g6ret6 scheinete, von 
einem neuen Gesatz bei dem ersten Casu sofort wiederumen abzu- 
gehen, und mann bei einer domestique Ti*auer die natürlichste Ge- 
legenheit hätte, die alte Etiquette aufzuheben, ja es hernach bei 
einer, wegen Absterben einer fremden Puissance anzulegenden Klag 
unangenehme Exemplificirungen absetzen dörffite, so bliben doch I. M. 
bei ihren gleich anfangs geäußerten Entschluß, daß mann für dises 
Mahl, jedoch ohne Consequenz, etwas besonderes thun solte. 

Deme zufolge ward aus der alten Etiquette und dem neuen 
Reglement ein Pot pourri gemacht, die Trauer biß auf Ostern ange- 
sagt, die zwei ersten Anticameren auf beiden Herrschaffiten Seiten, 
nebst der Rathstuben, Spieglzimmer und Retirada drapiret, ingleichen 
der Leib wagen, dessen Gutscher und Vorreuter, sechß Knaben und 
so vill aus der Livr6e schwartz gekleidet, sonsten aber (wie es doch 
ehedessen in denen großen Cammer Trauern üblich wäre) kein Klag- 
geld bewilliget; und endlich nach villen Anfragen erhielte ich auch 
die Ordonnanz für unß Männer dahin, daß wir auf sechß Wochen 
bei Hoff in Schutz und langen Mänteln, außer des Mantelkleids aber 
mit schwartz düchenen Knöpffen, blau angeloffenen Degen und 
Schnallen und Mancheten von Musselin mit etwas breitern Saum zu 



192 1747, Nov. 23.-29. 

die Convention mit Hannover wegen der Postsach, die Religions- 
gravamina des so genannten Corporis Evangelicorum, wie alles ans 
meinen Rapnlaribus etwas umständlieh zu erlesen.'^^) 

Den 23. wäre Conferenz bei Graffen v. Königsegg mit Zuziehung 
Hoff Kriegs Raths und Commissariats über die leztere Depechen 
aus Italien, worbei die Anweisungen an Graffen Broun, sowohl tiber- 
haubt der Belagerung Genua halber, als auch wegen der Operation 
gegen die Riviera di Levante und dem Auswechslungsgeschäfft unserer 
genuesischen Gefangenen concertiret worden.*^^) 

Den 25. wäre bei Graffen v. Königsegg Conferenz mit Zuziehung 
der zur Untersuchung deren Cardinal Lambergischen Desideriorum 
aufgestellten Commission und oesterreichischen Canzlei.*^*) 

Ungehindert des heutigen Catharinae Fests wäre doch kein 
öffentlicher Kirchendienst, welcher erst Sonntag 

den 26. more solito in der Hoffcapellen vor sich gieng, und 
sodann auch zum erstenmahl seit der Retour von Schönbrunn und 
der angezogenen Trauer auf der Kaiserin Seiten gespeiset wurde. 

Den 27. assistirte ich abermahlen einer Conferenz bei Graffen 
V. Königsegg, bei welcher über das leztere aus dem Haag gekommene 
und unserem dortigen Ministro von denen alliirten Ministris vorge* 
legte Conventions-Project (der ktinfftigen Campagne halber) mit Zu- 
ziehung Hoff Kriegs Raths und Commissariats deliberiret und die nöthige 
Abänder- und Verbesserungen ein und anderer Articlen, als in specie 
wegen der Verpflegung unserer im hollandischen einquartierter 
Trouppen, dann des dem König v. Sardinien auftragen wollenden, 
uneingeschränckten Ober-Commando concertiret wurden.*^^) 

Den 29. wäre Conferenz bei Hoff und solten eigentlich nur 
einige von dem vor wenig Tagen aus Niderland angelangten Generalen 
der Infanterie, Graff Leopold von Dann, aus Befehl des Feldmarschallen 
Batthyani mitgebrachte schrifftliche Anmerckungen, die Gebrächen 
der niderländischen Armöe betreffend, in Gegenwart Hoff Kriegs Raths 
und Commissariats vorgenohmen werden, so sich substantialiter dahin 
concentrirten, daß — um die Lehnung pro currenti und die sogleich 
erforderliche Auslaagen zu denen Magazinen zu bestreiten — schleunige 
AushUlff von nöthen seie. 

Nachdeme aber die Kaiserin schon einige Zeit her üblen Humors, 
mithin bei diser Gelegenheit, da mann ihr die Misfere deren Trouppen, 
welche in der That zu bedaueren und sehr groß ist, auf das beweg- 
lichste vorgestellet, ob aber und wie zu helffen nicht gezeigt hatte, 
sie noch mehr aufgebracht, so vei*fielle sie darauf, daß mann ihr 
Geld schaffen oder Frieden machen solle, dergcstalten zwar, daß alle 



194 1747, Bez. 3.-7. 

und wurde von beiden Mayestäten da domestico in privato ad- 
mittiret. 

Abends Ordonnanz um halb 8 Uhr, zum Schluß, und Seegen 
heut und folgende zwei Tage, jedoch in Campagne Kleider. 

Den 4. kämmen die Herrschafften in das Collegiura wegen des 
auf heut transferirten S. Xaveriifest; wäre auch in campagne an- 
gesagt. 

Den 5. wäre früh und abends Kirchendienst in campagne und 
der Schluß des 408tttndigen Gebetts. 

Den 6. wäre abermahlen öffentlicher Gottesdienst wegen des 
Fests S. Nicolai. 

Den 7. wurde nach der Toison Vesper abends nach 6 Uhr in 
einem deren vorigen so genannten Sommer Zimmern, welche nun- 
mehro für den künfftigen Ayo destiniret seind, von denen jungen 
Herrschafften eine kleine französische Com^die en deux actes, Theu- 
reuse 6preuve genant, zu Ehren des morgigen Geburtstags I. M. des 
Kaisers produciret, indeme nach unserer alten Etiquette, die mann 
doch nicht völlig über den Hauffen werffen wollen, morgen als einem 
Freitag kein Hoff Fest oder Spectacle gehalten werden könte. Der 
Ertzherzog machte den alten Mann, die älteste Frau die Tochter und 
Maitresse, und die zweit- und dritte zwei Suivanten; die zwei 
Amanten waren die Söhne des Graffen Carl Salm und Camillo Collo- 
redo. Nebst denen danzten in denen zwei Entre-Actes zwei Töchter 
und ein Sohn des Fürsten von Auersperg, zwei Töchter des Hart- 
schiren Haubtmann Graffen Heinrich Dann, eine Tochter des Fürst 
Esterhasy (Bruders Gr. Nickerl), Sohn und Tochter Graffen Leopold 
Kinsky, ein Sohn des Reichs Vice Ganzlers und ein Sohn des Fürsten 
V. Trautsohn. Das Compliment vor dem Kaiser wurde von der älte- 
sten Freile Dann und dem Kinsky en guise d'une petite vaudeville 
abgesungen. 

Die ganze Sach wird gegen anderthalb Stund gedauert haben, 
hat aber recht hertzig gerathen; sonderlich distinguirte sich die Ertz- 
herzogin Maria Anna; der Ertzherzog hat es auch um ein merckliches 
besser als das leztemahl gemacht, jedoch hindert ihn sehr die von 
Natur habende oder doch aus Nachlässigkeit in ersterer Kindheit sich 
angewohnte undeutliche, langsamme Sprach. Kaiser und Kaiserin 
waren sehr content und bezeugten ville Dancknemmigkeit der Fürstin 
V. Trautsohn, welche alles angeordnet hatte und zu dergleichen Dinge 
einen besonderen Genie besitzet, ob zwar nicht jedermann approbiren 
will, daß mann die junge Herrschafften schon so früh und fast vor 
allen anderen Occupationcn zu dem Theatro appliciret, als wordurch 



196 1747, Des. 20.— 27. 

briogen, die englische Propositionen wegen eines Friedens mit Spannien 
betreflFend."*) 

Nach geendigter Conferenz gäbe der E^aiser die Lehen denen 
lütticbiscben Depntirten^ 6 raffen Recordin nnd Edlen v. Gnttenberg, 
welcher Actns in lateinischer Sprach vorgieng.^®) Nachmittag wäre 
Toison Vesper nnd 

den 21. Toison Ammt, aber kein Taffldienst; nnd bliben I. M. 
die Kaiserin biß znm Weihnachts-Tag retiriret, also daß weder 
Appartement noch Znsammenknnfll bei der GräflGn Fnchsin wäre nnd 
sie immer incognito oder gar nicht in der HoffCapellen erschinen. 

Den 24. wäre der öffentliche sonntägl. Gottesdienst, worbei aber 
der Kaiser nur allein erschine nnd folglichen anch kein Taffeidienst 
wäre. Nachmittag wäre Toison Vesper nnd sodann das gewöhnliche 
erste Einranchen. 

Den 25. hielte der Nnncins gleichwie gestern die Vesper, also 
heut das Hochammt nach alter Etiqnette nnd wäre keine Predig. 
Nach der Kirchen legte der Cardinal, Nnncins nnd venetianische 
Bottschaffter bei beiderseits Majestäten in der Retirada den Feiertag 
nnd zugleich auch neuen Jahrswunsch ab, indeme an neuen Jahrstag 
die Bottschaffter kein besonderes Compliment mehr zu erstatten 
pflegen. 

Die Herrschafilen speisten anheut wegen der Klag nicht wie 
sonsten in der Ritterstuben, sondern in der großen Anticamera allein, 
worbei die Bottschaffter aufwarteten und also auch die Cammerherm 
ihre Bedienung hatten. Der Kaiser nähme heut ein kurtzen Mantel, 
die Kaiserin Geschmuck, desgleichen die Dames, welche auch heut 
die Klag änderten und die Manta, wir Männer aber die Schurtz ab- 
legten, selbe auch ungehindert der noch nicht verstrichenen sechß 
Wochen par dispense du maitre nicht mehr nahmen und anstatt denen 
tüchenen Knöpffen schwartze Kleider mit ordinari Knöpffen und 
seidenen Knöpfflöchem, Manchetten aber mit Franselen anzogen und 
damit biß Ostern continuirten. Nachmittag wäre Toison Vesper und 
Appartement. 

Den 26. fuhren die Herrsehafften nach St. Stephan, allwo der 
Cardinal das Toison Ammt hielte. Mittags speisten dieselbe retiriret; 
nachmittags wäre Toison Vesper und 

den 27. Toisonammt in der Hoff Capellen, öffentlicher Taffeidienst 
auf der Kaiserin Seiten, nach welchen der erst hier angelangte sar- 
dinische General La Rocca seine Audienzien auß Distinction bei beiden 
Majestäten in privato (zumahlen sonsten nur der Kaiser wegen der 
Schwägerschafft allein sothanen Hoff da domestico tractiret) gehabt hat. 



198 1747, Dez. 28. 

Die jezt regierende Frau hat ihn bei der ersteren, occasione der 
Geburt des Ertzherzogs Joseph resolvirten Militär Promotion zum 
Feldmarschall mit benennet, ihme fast alle seine Emolumenta ge- 
lassen und erst vor ein paar Jahren die Direction deren Gebäuden 

— da er wegen zunehmender Leibs-Schwachheit selbe gar nicht 
mehr versehen können — nicht ohne villem gebrauchten Management 
zuruckgenohmen und solche dem Graffen Taroucca anvertrauet. 

Der Verstorbene hat in Ermanglung einiger Leibserben seine 
hinterlassene zweite Gemahlin — eine ebenfahls gebohme Gräffin 
von Althan, welche in erster Ehe mit dem Fürsten Philipp v. Lobko- 
witz, der Kaiserin Elisabethae Obristhoffmeistern vermählet gewesen 

— eine sehr christlich- und tugendliche Frau in allodio zur Universal- 
Erbin instituiret und selber den GraflFen Antoni Althann, eintzigen 
Sohn der verwittibten Gräffin Wenzl v. Althann (Schwester meines 
Schwagers, des Ftirstens von Dietrichstein) substituiret. Die Herr- 
schaflFten Murstötten und ZwententorfT seind, leztere krafft vätter- 
lichen Testaments des Verstorbenen (sie!), an den GraflFen Emanuel 
Althann, ältesten Sohn und Fidei Commiß Erben des GraflFen Wenzl 
Althann, erstere aber auf (sie!)*") gefallen. 

Übrigens ist bei dessen Exequien, die bei denen Schotten durch 
drei Tage gehalten worden, zum erstenmahl die restringirte Leich- 
und Trauerordnung beobachtet und in derselben Conformitet weder 
der Leichnamm exponiret, noch eine Tumba in der Kirchen, weder 
die sonst gewöhnliche drei Toden- und ein Lobammt, sondern die 
zwei leztere Tage nur stille Messen gehalten, jedoch denen Toisoni- 
sten (neben den Orth, wo der schwartze Teppich vor den Eingang 
des Chori mit einem Crucifix und etwelchen wenigen, silbernen 
Leuchtern gelegen und placiret wäre) die Bäncke wie sonsten ge- 
bräuchlich, gestellet worden, deren sich dann auch einige hierbei 
nebst mir eingefunden haben. Ich muß aber bekennen, daß mir dise 
Röforme, worann haubtsächlichen GraflF Friderich Harrach mit seinem 
Voto in der Conferenz Anlaß gegeben, niemahlen gefallen wollen und 
wann ich damahlen zugegen gewesen wäre, als dise Sach bei GraflFen 
V. Köuigsegg conferentialiter vorgenohmen worden, ich niemahlen dazu 
gestimmet hätte, daß die Leiche von vornehmeren Leuthen nicht mehr 
exponiret und die vorige Distinctionen bei Begräbnusscn und Exe- 
quien restringiret werden solten, massen doch meines Erachtens der- 
gleichen Östentationen einen mehreren Eindruck bei dem Volck thun, 
welches seine Veneration meistentheils hiemach auszumessen pflegt; 
allein ich befände mich nicht bei der Conferenz, indeme wegen ge- 
ringer Importanz der Materie von Schönbrunn nicht hereinfahren wollen. 



1747, Dez. 30.-31. 199 

Den 30. wäre Conferenz bei GraiTen v. Uhlfeld, indeme Graff 
Königsegg am Podagra kranck gelegen, und bei selber über das 
schriiftl. Anbringen des sardinischen General La Rocca deliberiret.^^^) 

Den 31. wäre öffentlicher Gottesdienst, aber die Taflfel en rc- 
traite; und weilten die Kaiserin das Althannische Kegiment dem 
Ertzherzog Joseph gegeben, so hat zwar selber anheut die Uniforme 
angezogen; allein ungehindert alle anwesende Obristen sich bei Hoff 
eingefunden, um ihren neuen, vornehmen Cameraden zu complimen- 
tiren, so hat doch die Kaiserin nicht fUr gutt befunden, daß er so- 
thanne Complimenter empfangen solle; und er hat dahero nicht ein* 
mahl heraussen geessen, sondern retirirct in seiner Cammer speisen 
müssen. 

Nachmittag wäre Toison Vesper und nach selber das zweite 
Einrauchen. 



1748. 



r>en ] . Januarii wäre Toiflon Amt im ProfeBhanfi. worbei beide 
Mayegtäten sieh einfanden, »odann Taffeldienst in der ^ofien Anti- 
eamera, jedoch anter Bedienang deren Dameaen, and abends Ap- 
partement. 

Den 4. ist Conferenz bei Graffen v. ühlfeld Tweillen Konigsegg 
an Pr>dagra l>ettlägerig,, am mit Zaziehang des wälschen Raths die 
Verpflegnng der Armee in Italien mittelst Flttssigmachang dortiger 
Fandoram za lierichtigen. 

Den 5, wäre Toison Vesper and obschon die Ordonnanz hierzu 
gew^>hnlicbermassen am halber 6 Uhr gegeben worden, so gienge der 
Kaiser dennoch erst nach 7 Uhr znr Kirchen, woran eine etwas leb- 
hafTte Konversation zwischen der Kaiserin and Baron Bartenstein Ur- 
sach gewesen, welche der Kaiser gerne zuvor appaisiret hätte; 
weillcn aber beide ereifferet waren, hatte es sich so bald nicht geben 
wollen. 

Bartenstein, welcher sehr vif and eben nicht der beste Conrtisan 
ist, hatte wider eigenes Vermuthen za dem ganzen Handel Anlaß ge- 
geben, indemc er der Kaiserin, welche von ihme verlanget, daß er 
denen CVirnniissionen wegen der vorseienden neuen Lander Einrich- 
tung beiwohnen Wille, sehr drucken und in der That etwas grob ge- 
antwortet, daß er sich dar/u nicht wolte braachen lassen und er als 
Staat Hsecretari bei dergleichen nichts zu thun hätte. Die Kaiserin, 
welche oiinedenic nicht gutten Hamors wäre, wurde darüber empfind- 
lich und replicirtc mit zornigen Worten, daß sie sich also an andere 
wenden würde. Bartenstein wolte dise Replique ausdeuten, als thäte 
die Kaiserin seine Dienst verschmähen und zeigen wollen, es lige ihr 
so vill nicht daran, vcrlolirc darauf die Tramontane, verfielle auf sehr 
unanständige Vorwilrfl'e seiner geleisteten Dienste und erregte ein 
HolchcH (leschrei, daß mann es biß in des Kaisers zweite Retirada — 
aihvo irh gesesHcn und auf den Herrn, um ihme das Mantel Kleid und die 
('olana umzu(;<;ben, gcjwartct - fast von Wort zu Wort hören können. 



202 1748, Jm. 7. 

ebenfahls zu ihren Gebrauch zurichten, ja sogar gegen den inneren 
Hoff und in dem vor disem 80 genannten Paradeis-Gärtl ein neues 
Gebäude zu Kücheln und Gast Zimmern (indeme jedermann gleich 
wie auf der Meelgruben introdnciret, auch allhier um sein Geld son- 
piren, ja verschiedene Mascherasachen, worzu ein Zimmer en guise de 
boutique zubereitet, einhandlen kann ), nebst verschiedenen Communi- 
cations Corridoren errichten dörffen; jedoch muste mein Schwager 
und ich pro forma eine Visitation thun, um zu sehen, ob all- nöthige 
Vorsehung gegen Feuersgefahr genohmen worden seie. 

Um dißfahls desto sicherer zu sein und auch um all- anderen 
Unanständigkeiten, Zanckereien und Immodestien so vill möglich vor- 
zubiegen, wurden den älterem Bruder Lopresti und dessen Gommando 
— weillen er ohnedeme den Caraetere eines Obristleutenants hat — 
alle Wachten und zur Sicherheit commandirte Militarcs (um selbe 
nach eigenem Guttbefinden placiren und anweisen zu können) förmlich 
übergeben, worüber absonderlich die Officiers wegen der schlechten 
Qualitet des Subjecti sich nicht wenig formalisiret.'^^) 

Die Kaiserin wäre so rigoros, daß mann der geringsten Un- 
gebühr wegen die Mascheren nicht allein sogleich weggeschafft, 
sondern sogar in Arrest legen lassen; wie dann selbe überhaubt in 
puncto sexti sehr geschärfi^e Ordres ausgehen lassen und eine be- 
sondere Commission nidergesezt, welche lediglich darauf sehen müssen, 
damit alle heimmliche Zusammenkünfften verhindert und gestöhret 
würden, die mann naohhero — weillen die Commissarii in der That 
die Sach zu weit getriben und aus ungegründetem Verdacht ein und 
andere unschuldige, darunter auch verheirathete Persohnen zu beider- 
seitiger Ärgernus und Prostitution via facti aufheben lassen, schertz- 
weis nur la Commission de chastete genant und sogar in auswärtigen 
Zeitungen öffentlich darüber gespottet hat."^: 

Übrigens wurde erlaubt, die Redoute alle Tag, ausser Freitag, 
Sauistäg und Frauen und Apostel Abend zu halten, jedoch gleich 
wie vorn Jahr, nicht länger als biß ein Uhr zu danzen, welche Re- 
striction aber den Jeudi gras und die leztere Fasehing Wochen 
(außer des Manli gras, da die Musique um halber zwölff Uhr auf- 
hören muste) zurück genohmen und selbige Xächt so lang mann 
wolte, zu danzen erlaubt wurde. 

Die erstere zeben Bals wäre die Entree nur auf 2 Gulden ge- 
sezt und fügte sich, daß einen Tag, nemmlich den zweiten Sonntag, 
dreitausend und achtzig llasques zusammentraffen, also zwar, daß 
mann sich kaum rühren kunte. Von der Zeit an roulirte die Zahl 
meistens zwischen tausend- sechß- und drei hundert. Es waren auch 



204 1748, Jan. 15. 

und die Gemahlin des Obristhoffmeisters der Kaiserin mitzufahren 
])flegen und mann nicht geachtet, wann auch mehrere Cayalliers lär 
fahren und nur den Polster, wie mann sagt, führen müssen, so vnirde 
doch von der Kaiserin nach dem Beispill dessen, was unter dero 
königlicher Regierung a^ 1744 beliebet worden wäre, auch disesmahl 
für gutt befunden, die Fürstinnen, Hofiämter und geheimme Kaths- 
frauen und in Entstehung diser auch die Frauen deren wttrcklichen 
Cammerherm hierzu einladen zu lassen. 

Und nachdeme wegen Kürtze der Zeit mann dißfahls sich 
nicht so genau an den Rang halten können und dardurch ein und 
anderer Disgusto erfolget, so befahlen I. M., daß mann hinführo (wie 
es auch bei der zweiten Schlittenfahrt geschehen) sehr genau hierauf 
sehen solle und sogar die hinterlassene fürstlich und geheimme 
Ruthen Wittiben — unangesehen ihres Alters und von dergleichen 
Fest von Selbsten ausschliessenden Gebrächlichkeiten — dennoch wie 
sonsten zu anderen oflFentlichen Iloflf Functionen, gewöhnlich durch 
die Thürhüter einladen lassen solle. Wiewollen nun diser Vorgang 
villmehr eine Attention von Seiten des Hoifs anzeigen sollen, so 
hatten sich doch die meiste deren alten Frauen darüber formalisiret 
und fast beleidiget gefunden, ja eine erst unlängst gewordene Wittib 
brache sogar in Thränen aus, gleich ob mann mit ihr und ihrem 
neuerlichen Verlust nur ein Gespött treiben wolte, also zwar, daß 
mann alle Mühe gehabt, ihr Raison capiren zu machen. 

Die Fürsten, welche Cammerherrn seind, fuhren heut zum 
erstenmahl mit, nachdeme ich ihnen begreiffen machen, daß sie ja 
keine mehrere Distinction bei diser Gelegenheit als bei denen oflFent- 
lichen Kirchen-Functionen (wo die Cammerherm ihren Rang zu 
nehmen pflegen) praetendiren könten, zumahlen sie — die Fürsten — 
alihier nicht in solcher Qualitet, sondern als geheimme Räth oder 
Cainmerherrn, mithin auch nur als erste in ihrer Claß anzusehen 
wären. Damit aber diser leztere Umstand recht in die Augen ftille, 
so befahle ich, daß mann bei Formirung der abschriflftlich hierbei 
geschlossenen Liste,^'*^j welche sodann auch also dem gedruckten 
Wienerischen Zeitung und so genanntem Diario einverleibt worden, 
bei denen Nahmen deren Cavalliers eine siehtbahrliche Separation 
machen und beide Classen mit Ausdruckung ihrer Qualitet würck- 
lich geheimme Räth, sodann würckliche Cammerherrn förm- 
lich distinguiren solle. 

Die Schlittenfarth dauerete ctwann siben Viertlstund und bei 
der Zuruckkunft't speiste mann in der großen Anticamera an zwei 
Tischen, bei welcher einen die Herrschaff'ten und bei den anderen die 



206 1748, Jan. 21.-25. 

Anlaß oder doch den Nachdruck gegeben, indeme die Gräffin Fttchsin 
— an welche die Tochter ihren Handel geklagt — : sogleich an die 
Herrschafften sich gewendet und ihr sofort zu einen höheren Rang 
geholffen hat. 

Wie dann auch wenige Zeit hernach derselben zweiter Schwiger- 
sohn, der Graff v. Losi, ebenfahls das Jurament als geheimmer 
Rath abgelegt und seine Stelle als böhmischer Hoffrath quitiret 
hat, nachdeme mann kein Beispill finden können, daß in jener 
Canzlei jemahlen ein Rath zugleich die Würde eines wUrcklichen 
geheimmen Raths bekleidet hätte; er muste aber wider seinem 
Willen die sonsten mit offl ermelter Dignitet ebenmäßig nicht com- 
patible Stelle eines Music Directoris noch einige Zeit bedienen. Seine 
bisherige Absicht wäre auf die böhmische Vice-Canzlers-Stelle ge- 
richtet; nachdeme er aber gesehen, daß es mit dem promoveatur, ut 
amoveatur des Graffen Wenzl Schaffgotsch (welcher ihme dißfahls all- 
zeit im Weeg stünde) sehr schwär halten würde, und in der That des 
Schwagers Promotion einen kleinen Stimulum erweckte, so wolte er 
auch nicht länger zuwarten. 

Den 22. wäre bei Hoff abermahlen eine öffentliche Schlitten- 
fahrt, dessen Lista hierbei ligt,^^^) und wurde, alles auf den nemm- 
lichen Fuß wie lezthin gehalten. Ausser disen zwei solennen Goursen 
hatten die Herrschafften annoch einige andere kleine, nahmentlich 
ein paar nacher Schönbrunn und eine nacher Laxenburg vorgenohmen, 
worbei auch einmahl die vor einigen Wochen anhero gekommene 
zwei Printzen v. Sachsen-Coburg-Sallfeld (welche haubtsächlichen aus 
Mangl erforderlichen Equipagen denen öffentlichen Goursen nicht bei- 
wohnen können) nacher Schönbrunn mitgefahren seind. Zu Laxen- 
burg muste ich das Hauß, wo der Kaiser als Herzog gewohnet, zn- 
bereiten lassen ; für meine Persohn aber wurde ich meiner Gesundheit 
halber mitzufahren dispensiret. 

Den 25., am Fest St. Pauli Bekehrung, giengen die Herrschafllen 
anheuer zu denen Michaelern; wäre aber kein Taffldienst und abends 
fuhren selbe, ungehindert wegen des gestern eingefallenen Thau- 
wetters fast aller Schnee zerschmoltzen wäre, auf den Glacis und da 
und dorten in der Statt auf denen Plätzen und wenigen Gassen, wo 
noch einige Bahn wäre (doch mehr im Kott), in Schlitten und sou- 
pirten bei den Fürsten v. Auersperg. Hierbei hatte die Princesse 
die Ehre, durch ihren Führer Graffen Leopold Kinsky, welcher 
zwar sonsten in disem Handwerck sehr geübet ist, nächst der öster- 
reichischen Canzlei, jedoch ohne mindestem Unglück, umgeworffen 
zu werden. 



208 1748, Jan. 29.— Feb. 8. 

um so mehr bestlirtzen und beängstigen müssen. Bei meinen Ein- 
tritt in das Schlaffzimmer fände ich meine Gräffin von der erlittenen 
starcken Ohnmacht noch nicht völlig erhollet und wegen des hänfifigen 
Blutgangs also abgemattet, daß der sogleich dazu gehollte Hedicos 
und unser Ordinarius Dr. ZwenghofF, als auch der von mir auf dessen 
Verlangen ad consilium beruffene, sehr erfahrne und berühmte große 
Practicus Dr. Weber, beide in nicht geringen Sorgen gestanden, daß 
sie in ihrem Blut vergehen mögte, und waren sie um so mehr ver- 
legen, weillen noch nichts weggangen wäre, so einen wtircklichen 
Abortum zeigte; weillen aber doch au plus pressant zu dencken wäre, 
gaben sie ihr meistens Confortantia und Antispasmodica, um die in 
der Pulß sich äusserende Motus convulsivos zu dämpffen, welche dann 
auch mit der Gnad Gottes von so gedeihlicher Wtirckung gewesen, 
daß die Ohnmacht und nachhcro auch der Fluxus behörig nachge- 
lassen und den neunten Tag etwas gleich einer Molae von ihr weg- 
gangen, worauf sie sich von Tag zu Tag gebesseret und medio fe- 
bruarii wiederumen in Stand sich befunden, auszugehen. 

Was tlbrigens bei heutiger Conferenz vorgefallen, ist aus dem 
in Abschrifft hierbei ligenden Prothocollo umständlich zu ersehen.***) 

Den 1. Februarii wäre Conferenz bei Graffen v. Uhlfeld (weillen 
Königsegg vom Podagra befallen) und dabei ein und andere Materi, 
nahmentlich wegen des Anmarchc des russischen Corpo und dißfähliger 
Erfordcrnussen, als Requisitorialien an die Reichsstände, Absendung 
deren Spesirungs-Commissarien von selten deren Alliirten etc., dann 
über die Graff Lossische weitere Ouvertüren, die französische Hand- 
lung betreffend, in Delibcration genohmen.'*^) 

Bei Hoff wurde heut die schwartze Spallier abgenohmen und 
wäre Toison Vesper. 

Den 2. verfugten sich sämmtliehe Herrschafften zu denen 
Augustinern, der gewöhnlichen Andacht des heutigen heil. Fests 
Mariae Lichtmeß beizuwohnen, und Nachmittag zu der Säulen auf 
den Hoff. 

Den 3. wurde mittags die chur trierische Bclehnung gegeben, 
worbei der nemmliche churflirstlichc Nevcu Graff v. Schönborn die 
•Anrede und der churfürstliche Rath v. Bree die Dancksagung ge- 
macht und von dem Herrn Reichs Vice Canzlern ebenfahls bei den 
Articul der begenehmigenden Entschuldigung wegen des persöhnlichen 
Nicht-Erscheinens ein kleines Corapliment zu Lob des ChurfUrsten 
beigefügt wurde. 

Abends gegen 6 Uhr ward in dem spahnischen Saal von einigen 
Dames und Cavalliers nach beiligender Liste ^*^') zum erstenmahl die 



210 1748, Feb. 8.-16. 

Abends wurde die Com^die der jungen Herrschafften reproduciret 
und sodann die ganze kleine Bande bei der Kaiserin Frau Mutter 
mit einem Impromptu de bal regaliret. 

Den 9. giengen die Herrschafften en campagne zu denen 
Augustinern wegen des Fests S. Apolloniae, sodann verfügte ich mich 
zur Conferenz zum Graffen v. Uhlfeld, allwo der Entwurff unserer 
Antwort an Graffen Loß in nota materia durcbgangen wurde.*^^) 

Den 10. wäre die zweite Repraesentation der Cavalliers Com^die 
um die vorige Stund. 

Vormittags aber, bald nach 9 Uhr früh, kämme I. M. die 
Kaiserin incognito, von der eintzigen Gammerfreile, Freile Kokorzowa, 
begleitet, meine Frau zu besuchen, wolte en passant auch meine 
Wohnzimmer im ersten Stock sehen, stige sodann erst die zweite 
Stiegen hinauf und verfugte sich in meiner Frauen Schlaffzimmer, 
allwo sie ihr gewöhnliches Frühstück, den Milchcaff(6, nahm und über 
eine Stund lang mit uns ganz gnädigst sich unterhielte. Meine 
Kinder machten auch ihre Aufwartung und zulezt erlaubten I. M., 
daß der vor einigen Wochen, Privat Angelegenheiten halber aus 
Kämthen anhero gekommene und aus alter Bekantschafil bei mir ein- 
quartierte Baron Friderich Schlangenberg (von dessen Naivet6, pro- 
vinciale und kämthnerische Schnacken ihr von uns und anderen 
villes beigebracht worden wäre) ihr auch die Hände küssen dörffen. 

Den 11. wurde die Gom^die der jungen Herrschafft zum dritten 
Mahl repraesentiret und anheut der Gardinal Nuncius und venetiani- 
sehe Bottschaffter geladen. 

Vormittags wäre der sonntägliche Gottesdienst wie gewöhnlich. 

Den 12. wäre Conferenz bei Graffen v. Königsegg mit Zu- 
ziehung Hoff Kriegs Raths und Commissariats und bei selber die fiir- 
seiende Handlung mit dem Duc de Richelieu, dermahligen französi- 
schen Gommandirenden in Genua, wegen Auswechslung unserer all- 
dortigen Gefangenen, dann die mit denen sardinischen Ministris 
vorgenohmen.*^^) 

Abends wurde die junge Herrschaflls Com6die bei der ver- 
wittibten Kaiserin (weßwegen in dero Spiegl-Zimmer ein besonderes 
Theatrum errichtet worden) zum lezten Mahlgespillet und alle fremmde 
Ministri dazu geladen, hierauf aber wie vorn Jahr bereits geschehen, 
ein kleiner maschirter Kinderbai in der großen Retirada I. M. des 
Kaisers gehalten und schließlich in der Rathstuben das Soup6 für 
selbe zubereitet, welches alles gegen 10 Uhr geschlossen wäre. 

Den 16. nahmen die nemmliche, leztere chur- trierische De- 
putirte, Graff Schönborn und Edler v. Br6e, die Belehnung des 



212 1748, Fcb. 23.-28. 

in dem Zimmer aufgerichtet, in welcher jeder eine von denen 4 älte- 
sten Herrschafflen mit einer Hoffdame, der Elrtzherzog aber mit seinem 
ersten Cammerherm masqnirter stunde und die herumhengende und 
vor sich habende Galanterie und andere Wahren denen herzu ruffenden 
Persohnen mit eigener Hand zutheilte. Zum Beschluß wurde wie 
lezthin ein Kinderbai und Soupä gegeben. 

Den 23. gäbe der Kaiser dem Churf&rsten v. Trier die Beleh- 
nung über seine Probstei Ellwangen, welche von denen nemmlichen 
Depntirten wie hier oben, genohmen wurde. 

Eodem verraiste nacher Regenspurg der unlängst more solito 
wegen Unpäßlichkeit des Obristen Hofimeisters von meinem Schwägern 
qua Hoffmarschallen publicirte neue Principal Gommissari, Fttrat 
Alesander v. Tum und Taxis. 

Den 24. verstarbe dahier an Seitenstechen im 49. Jahr seines 
Alters der Principe Ambrogio Caraccioli d'Avellino, Ritter des goldenen 
Flusses and General Major, welcher seit der lezteren Revolution im 
Neapolitanischen (wordurch selbes Königreich an das HauB Bourbon 
gekommen) ^^^) beständig in hiesigen Diensten gebliben und sieh 
kümmerlich mit einer genossenen geringen Pension ernähret, folg- 
lichen auch also erarmet verstorben, daß die Kaiserin die Unkosten 
seiner Leichbegängnus, welche mit aller Anständigkeit gehalten 
worden, aus ihrem Sekel hergegeben. 

Den 25. verfügten sich die Herrschafften zu denen Jesuitem 
ins Profeßhaoß, der gewöhnlichen Andacht und 40 stündigen Gebett 
beizuwohnen, und wäre Mantelkleid. Nachmittag Toison Vesper wegen 
des auf morgen transferirten Apostel Fests S. Matthiae. Abends aber 
gienge alles zur Redonte und obschon 

den 2G. noch der lezte masquirte Bai bei Hoff sein sollen, so 
wurde doch selber, weillen die junge Herrsehaflflen meistens mit 
Schnuppen befallen, wiederumen contremandiret. Vormittag wäre 
Toison Ammt. 

Den 27. wäre bei Hoff ebenfahls nichts zu thun und der 
Fasching wurde mit dem lezten Bai in dem Redoutensaal be- 
schlossen. 

Den 28. als an Ascher Mittwoch wohnte der Kaiser allein der 
gewöhnlichen Andacht bei und die Cammerherrn wurden zu Ge- 
winnung der Zeit wie vorn Jahr, ohne Rang zum Einäschern ge- 
lassen. 

Nach der Kirchen verfügte ich mich zu den Graffen v. Königsegg, 
einer abermahligen Conferenz und Zusammentrettnng mit denen sar- 
dinischen Ministris beizuwohnen, übrigens wurde es in unseren Hoff 



214 174& MäB 14.— Sl 

Den 14. gäbe der Kaiaer die Beleknu^ wegea Coirey daa^ 
fttrstliebeD Stiflis Depatiiteo Freäerni t. Hanxiebeii nd RcicbsigeDteB 
Moneretti. 

Eodem starbe im 77. Jahr naeh langwühriger KraacUieil der 
Baron Jaqnemin. wfireklieh gehdmmer Balh, welcher tot disem lange 
Jahr ab Abgesanter des jetzigen Kaisers als Herzo^n ron Lothringen 
und seines Herrn Vatters sedig allhier geslanden.^^ > 

Dl^ien Vormittag starbe aneh im 52. Jahr der Griff Johann 
Adam v. FQnffkirchen, Cammerherr and dermahliger Verordneter an 
znrackgesehlagenen Podagra nnd weillen er ron seinen beiden 6e- 
mablinneD (deren erste eine GrafiGn t. Salm gewesen, die hinter- 
lassene Wittib aber eine Graffin Ton Opperstorff ist, mit welcher er 
schon in 2^iten seines ersten Weibs nnd ihres ersten Manns, eines 
Neapolitaners und Bastarden ans dem UaoB CaraflSi, gar zn rertran- 
lieh, nach der Zeit aber und dise leztere Jahr wie es gemainiglich 
zu geschehen pflegt, in sehr anglficklicher Ehe gelebt, jedoch Tor 
seinem Tod gar christlich versöhnt hat; keine mannliche Erben 
hinteriassen, so fielle seine schöne Majorats HerrschaSt in Unter 
Oesterreich, Stainabronn, an seinen eintzigen Brüdern, welcher aber 
von seiner Gemahlin, einer gebohmen Gräffin Desfonrs, Söhne nnd 
Döchter hat. 

Den 15. wäre Conferenz bei Graffen von Königsegg mit Zu- 
ziebnng der oesterreichischen Canzlei und des Abgesantens in Gran- 
ptintten Graff Joseph v. Welsperg; nach deren Abtrettang aber wnrdea 
die seitherige nähere Commanicata des Graffen Loß in materia pacis 
cum Gallia durchgangen.^^^; 

Den 19. als an heil. Josephi Fest wäre vormittags öffentlicher 
Gottesdienst bei Hoff, während dessen ich abermahlen den Ayo vor- 
stellen mustc; Gala wurde eben von darumen, weillen der Ertz- 
herzog — ungehindert des complirten sibenden Jahrs — seine Hoff- 
statt noch nicht beisammen hat, nicht angesagt. Er speiste bei der 
verwittibten Frauen; bei unseren Hoff wäre kein Taffldienst, abends 
aber Appartement. 

Den 23. wäre Conferenz bei Graffen v. Königsegg mit Zuziehung 
des watschen Raths, Hoff Kriegs Raths nnd Commissariats und des 
selben Morgen eben aus Italien mit Anweisungen vom Generalen 
Broune angelangten General Major Graffen v. CoUoredo, und wurde 
über discs lezteren Depechen und mitgebrachten Plan wegen der 
Operation gegen der Riviera di Levante deliberiret. 

Den 24. wäre abermahlen Conferenz bei Graffen v. Königsegg 
und bei selber die leztere Graff Lossische Anbringen in puncto der 



216 1748, April 9.-16. 

biß in die Rathstaben and fahren sodann, jeder in seinem Wagen 
nach Hauß. 

Um 11 Uhr wardc in Gegenwart beider Mayestäten Conferenz 
gehalten und bei selber die lezte Resolation in specie wegen Savoyen 
genohmen, wie aas meinen Conferenz Notatis mit mehrem ersicht- 
lich.-") 

Den 10. waren Vor- and Nachmittag die gewöhnlichen Kirchen- 
gänge za denen Augastinem, denen Vormittag aber der Kaiser allein 
beigewohnet, 

den 11. die öffentliche Commanion, welcher anhener 38 ge- 
heimme Räth and 83 Cammerherm beigewohnt, Faßwaschen, Pamper 
Metten und Miserere in der HoflF Capellen, 

den 12. die Passionspredig, so der Pater Bittermann, des 
Kaisers Beichtvatter, gehalten, und übrige Andachten Vor- und Nach- 
mittag. 

Den 13. giengen beide kaiserliche Mayestäten wegen der 
Kaiserin SchwangerschaflFt nur 10 Gräber, inclusive der großen HoflF 
Capellen, nemmlich Minoriten, kaiserliches Spittal, Micheler, könig- 
liches Closter, Dorotheer, Capuciner, Burgerspittal und Augustiner be- 
suchen, weß wegen auch die Ordonnanz erst um 9 Uhr gegeben wurde. 
Nachmittag kämme der Kaiser allein zu denen Augustinern und zu 
beiden Auferstehungen. 

Den 14. fuhren die Uerrschaiften gewöhnlichermassen zu dem 
Toisonammt nacher St. Stephan, speisten sodann unter Bedienung 
deren Truchsäßen und Aufwartung deren Bottschafftem öffentlich in 
der Ritterstuben; und wcillen der Obrist Hoffmeister wegen Schwäche 
deren Füssen nicht kommen können, der Hoffmarschall abwesend, 
muste ich en vertu de ma Charge suppliren und mit Tragung des 
Obrist Hoffmeisterstab paradiren. 

Nachmittag wäre Toison Vesper und das lezte Appartement in 
der Statt. 

Den 15. wäre Predig und Toison Ammt in der Burg und Nach- 
mittag Toison Vesper, allein die Kaiserin sähe mann nicht. 

Den 16. wäre Toison Ammt, sodann begaben sich die Herr- 
scbafften. ungehindert des rauhen Wetters, auf Mittag nacher Schön- 
brunif, das Landleben wiederumen anzufangen, weillen die Kaiserin 
ein Impcgno gefaßt, malgr6 vent et orage den lezten Feiertag sich 
daraussen zu etabliren. 

Meines Orths — indeme meine Frau noch einige Zeit ihrer 
Domestique Angelegenheiten halber, nahmentlich wegen der Josepherl 
Ausstaffierung in der Statt zurückbleiben wollen — erwählte die 



220 1748, Mai 9.-10. 

Finesse, daß ich ihn selbsten meldete und anbei die Thtir der Rath- 
Stuben in so lang zuhalten und niemanden hinein Hesse, biß er zur 
Audienz von mir beruflTen wurde, da sonsten bei dergleichen Audien- 
zien die Rathstuben oder das Audienz Zimmer erst geläret wird, da 
der Kaiser in procinctu stehet, zur Ertheilung der Audienz aus der 
Retirada herauszutrctten, anmit der Gesantc um so länger in der 
Anticamera stehen und zuwarten muß. 

Bcstuchef solte nach der Anweisung seines Hoifs, weillen das 
nemmliche alldorten hergebracht, dem Kaiser die Hand küssen, hatte 
es aber heut und in der ersten Audienz bei denen älteren jungen 
HerrschaflTten aus Embarras vergessen und machte mir dahero ville 
Entschuldigungen, wie er dann sich auch nachhero sogleich emen- 
diret und sowohl bei I. M. der Kaiserin, als denen jüngsten zwei Ertz- 
herzoginncn und dem Ertzherzog Peter Leopold bei denen Empfang 
und Abschieds Audionzicn, ingleichen dem Kaiser und denen älteren 
jungen Ilcrrschafftcn bei dem Abschied die Iländ kniebiegend ge- 
küsset hat. Übrigens wurde ihme bein Wegfahren auf die nemm- 
liche Art wie bei der Ankunfft das Gewähr praesentiret, weßfahls 
ich den Ilaubtmann praeveniret hatte. Den folgenden Tag als 

den 10. wurde er des Nachmittags bald nach 4 Uhr — nach- 
dome er bei mir in der Statt gespeiset — mit denen nemmlichen 
Distinctionen zur Audienz I. M. der Kaiserin admittiret, welche ihn 
aus besonderer Finesse (obschon der Kaiser ihn nicht in die Retirada 
lassen wollen) durch mich in das Spiegizimmer beruffen lassen. 

Gegen halb 6 Uhr, vor den Rosencrantz und heutigen Apparte- 
ment hatte auch seine mitgekommene Gemahlin — welche eine Ni6ce 
der russischen Kaiserin Obristjägermeisters und Favoritens Graffens 
Rasumovsky getauftet wird, nach Aussag der M^disance aber eine 
Tochter der Czaarin sein solle — ein junges Weib von etwann 
18 Jähren, nicht hübsch, le teint un peu basan6 und mit etwas kall- 
muckischen Augen, ihre Audienz im Spiegizimmer, worzu sie von des 
ßaron Kettlers Gemahlin geführet werden solte. Weillen aber der Graff 
Bestuchef nicht allein von seinen Vattern an mich, sondern auch von 
selbem und von seiner Mutter für meine Frau Brieffe mitgebracht, 
worinnen sie unss beiden ihren Sohn und Schwigertochtcr aus alter 
Bekantschafft (indeme der jezige Groß Canzler meiner Zeit als russi- 
scher Abgesanter zu Coppenhagen gestanden und ich wahrhafftig 
zur selben Zeit nicht vorgesehen hätte, daß er eine so große Persohn 
in der Welt vorstellen solte, n'etant rien moins qu'un g^nie sup^rieur, 
mais grand i)artisan au reste de Tancien Systeme et surtout bon 
anglais) auf das inständigste recommendiret, so wolte sieh meine 



222 1748, Mai 12.-13. 

Niemanden wäre seine Promotion unangenehmer als dem biB- 
herigen Personali; dann obschon einestheils kein Exempel^ dass je- 
mahlen einer ex ordine eqnestri es so weit gebracht und biß zur 
Cammerpraesidentenstelle gelangt wäre, diese Erhebung auch bei 
denen übrigen Magnaten eine große Jalousie erweckt [nahmentlich 
GraflF Frantz Esterhasy (ein Bruder des seeligen Judicis curiae), 
welcher auch ein Anwerber um sothane Charge gewesen — und 
weillen seine zwei Söhne bei Hoff gern gesehen werden, sich ville 
Hofiiiung dazu gemacht hatte, und par cons^quence das gantze Ester- 
hasysche Hauss, so ohnedeme mit seinen, bei lezterer Diaeta und 
überhaubt nach des höchst seeligen Herrns Tod in der That geleisteten 
Villen Diensten sich doch villeicht gar zu vill einbildet und hervor- 
thün will — darüber sehr betroffen worden], so erkante er doch gar 
zu wohl, daß ihme seine neue Würde diejenige Mittlen aus Händen 
nehmen würde, wormit er sich bishero aus einem gemainen Advocaten 
so weit emporgebracht, daß er nicht allein den gräfflichen und würck- 
lichen geheimmen Raths Character (welche beide Würde vor disem 
als incompatibel mit dem Officio personalis angesehen worden) er- 
halten, sondern anbei noch durch Erkauffung sehr beträchtlicher, 
wie mann sagt fast gegen zwei Millionen sich belauffender Gütter 
und Herrschafften sich zu einem deren reichesten Particularien im 
gantzen Königreich gemacht haben solle. 

Übrigens hätte seine Promotion zum hungarischen Cammer- 
praesidenten durch unseren Hoff Cammer Praesidenten, alter Gewohn- 
heit nach, publiciret werden, welches aber aus Verstoß und Unwissen- 
heit des lezteren für dises Mahl unterbliben. 

Den 13. als an den Geburtstag I. M. der Kaiserin wäre große 
Gala, öffentlicher Kirchen- und Taffldienst nebst Music mit Gegen- 
wart deren ßottschafftern, weßhalben der Printz und die Princessin 
k parte speisten. Für uns andere Schönbrunner und übrige vor- 
nehmere von Adel und Gesantschaffit beiderlei Geschlechts (massen 
die Bottschaffter gleich nach den ersten Trunck wegfuhren, auch 
Nachmittag nicht mehr aufwarteten) waren in denen unteren 
Zimmern zwei Taffeien bereitet, jedoch — um die bisherige Incon- 
venienz (da sich jeder nach Belieben nidersezte, mithin die voraehmere 
Gäste offlfc zum schlechtesten sich placiret fanden) zu vermeiden — 
der erstere Tisch besonders distinguiret, worbei ich als ersteres in 
absentia des Obrist Hoffmeisters zugegen seiendes Hoff Ammt, nebst 
der Fürstin von Auersperg als ebenfalls (in Abwesenheit der Obrist- 
hoffmeisterin und meiner Schwester) gegenwärtiger vornehmster 
Frauen die Honneurs machte und die Gäste hierzu eigends durch den 



224 1748, Mai 14.-15. 

Den 14. kämmen die Herrschafften herein in die Statt und ver- 
fügten sich in das von der neuen Impresa sehr prächtig erweitert 
und zugerichtete, vorhero gewestes Bai- und dermahliges Opera Haus, 
welches den gestrigen hohen Geburts Tag zu Ehren anheut mit Vor- 
stellung einer Piece aus des Abbate Metastasio Wercken, la Semira- 
mide riconosciuta genannt, eröffnet wurde; und hatte mann dise 
Opera beflissentlich hervorgesucht, weillen in selber das Spectacle 
und die Decorationen besonders magniflque ausfallen und die Impresa 
sich sogleich in Anfang distinguiren wollen, wefiwegen auch die beste 
Stimmen, so mann finden können, zusammen gesucht und nebst dem 
berühmten Tenoristen Amorevole und den Ventnrini, Sopranisten, 
auch ein Danzer und Danzerin, nahmens Sig^ Lenzi und Mademoiselle 
Tagliaviui, welche beide sehr gutt seind (absonderlich er ungemain leicht 
und hoch cabriolirct), von dem Dresdener Hoff, und die ihrer Action 
halber sehr renomirte Tesi, eine Florentinerin, mit noch einigen anderen 
Virtuosen zu der Orchestre aus Italien anhero beschriben worden; 
wie dann sothane neue und erste Opera ungemainen Beifall gefunden 
und ungehindert der für die Spectacles weniger tauglichen dermahligen 
Saison, dennoch durch zwei Monath hindurch meistentheils ville Zn- 
sehor gehabt hat.*®*) 

Den 15. assistirten die Herrschaiflen der Fahnen Weihung des 
allhier garuisonirenden KoUobrathischen Regiments. Dessen Obrister, 
v. Auloek, hatte zu dem Ende auf der Wisen nächst Schönbrunn un- 
weit denen Zieglhütten einige Zelter — unter welchen theils die 
geistliehe Functionen nebst Errichtung eines Altars zu dem hohen 
Amt und Stellung der Canzel zur Lob Predig gehalten, theils auch eine 
große Taffei vor die Herrschafften und dazu geladene vornehmere 
Dames, und andere kleinere Tisch für die übrige anwesende Dames 
und Cavalliers zu Einuehmung des zubereiteten Frühstücks gestellet 
wurtleu — aufsehlagen lassen und ^damit alles ordentlich und nach 
den Hoffgebraueh geschehen möge'i mich ersuchet, ihme meine Cammer- 
fourier zu erlauben, um deren Rath und Beihülff sieh in diser Ge 
legenheit bedienen zu können; wie dann auch die ganze Function 
sehr wohl und ohne mindester Confnsion vor sieh gangen, ausser 
dafi des Nachmittags, da die Oflieier bein Trnnek beisammen ge- 
blil>eu, ein armer Haubtmaun des Regiments, welcher sehr übel 
höret, eben aus l'rsaeh dises IX^fects und vennuthlieh auch in etwas 
zu vill genohmenen Weins das rnglüok gehabt, sieh an den Christen 
— dessen irtir nicht so l>öÖ gemaiute Anrede er unrecht verstanden 
und als sohmälioh ausgetleutet - dergestalten zu vergreiffen, daß 
er ihn nicht allein zu IhkIcu geworffeu, $^>uderu sogar mit dessen 



226 1748, Mai 26.-30. 

Den 26. wäre zu SehOnbrnnn der sonntägige Gottesdienst; 
abends aber kämmen die Herrschafften in das neue Opera Uanß, die 
(sie!) erste Repraesentation einer kleinen Bnriesca in mnsica, il pro- 
tettore alla moda benahmset, beizuwohnen. 

Eodem consecrirte in seiner Capellen der hiesige Cardinal den 
Dombherrn und Domb Scholasticum zu St. Stephan, Franciscum An- 
tonium Marxer — welcher durch die verschiedene, zu Verpfleg- und 
Besorgung deren Armen gemachte Etablissemens sich Meriten er- 
worben und in specie das neue Spittal zu Eberstorff errichtet hat — 
zum Bischoffen in partibus und respective Vicegerentem seines alten 
Weih-Bischoffs, des von Breittenbuch, mithin zum Goadjutorem seines 
Goadjutoris, worbei sich aber der Hoff gantz passive gehalten und 
lediglich dem Gardinalen die Sach zu Rom auszumachen überlassen 
hat.«83) 

Den 27. hatte der Mustapha Effendi, in Verfolg des lezteren 
Gonferenzschlusses seine Empfangs Audienz bei dem Kriegs-Praesi- 
denten, Feldmarschall v. Harrach.^^) 

Den 28. kurtz vor Anfang des Appartements, kämmen die junge 
Herrschafften zurück von Mariae Zell, deren gantze Reiß hierbei aus- 
führlich beschriben sich befindet.*®*^) Merckwürdig ist, daß den 
nemmlichen Tag ihrer Abrais von hier (wo mann sich so geforchten, 
die damahlige excessive Hitz und Staub dörfften ihnen schaden) eine 
so ungewöhnliche Kälte eingefallen, daß sie zu Zell Schnee an- 
getroffen und wir zu Schünbrunn in denen Gaminen Feuer machen 
müssen. 

Den 30. hatte gegen Mittag der Graff v. Bestucheff seine Ab- 
schieds Audienzien bei sämmtlichen Herrschafften, in allem gleichwie 
bei dem Empfang, und gäbe ich ihme bein Herausgehen von der 
Audienz von wegen I. M. des Kaisers eine Tabatiöre von Jaspe mit 
Brillanten versezt und darinnen einen magnifiquen brilliantenen Ring, 
anbei für seinen Vattern das Portrait des Kaisers mit Brillianten, so 
wohl gegen 20.000 fl. werth sein dörffte ; in der Kaiserin Nahmen aber 
überreichte ich ihme einen Stock mit einem goldenen, mit Brilliant- 
und Schmaragden garnirten Knopff, und seiner Frauen, welche nach 
ihme zur Audienz kämme, eine Aigrette mit brillantenen Tropffen, 
welche die Kaiserin erst unlängst um nahe 10.000 fl. Werths er- 
kauffet. 

Anbei regalirte ich den mit ihnen gekommenen Haubtmann von 
der Leib-Garde, von Scherer (welcher denen jungen Leuthen als ein 
Hoffmeister und Aufseher von seinen Eltera mit Genemmhaltung der 
Gzaarin zugegeben worden, und den mann mithin auch cajoliren 



228 1748, Mai SO.-Jnni 4. 

in 80 jung- und kaum 20jährigen Alter sehr delabrirten Gesundheit 
angerathen hatte. 

Die leztere Tage dises Monaths kämme die Promotion deren 
mährischen Obrist Land Ämtern, woran mann schon lang gekochet, 
endlichen im Vorschein. 

Und nachdeme dem eintzigen fibrig geblibenen Obrist Land 
Officieren und biBherigen Obrist Land Richtern, Graffen Heusler, 
die Landshaubtmann Stelle mehr honoris gratia (weillen er be- 
kanter MaBen minus habens ist und um nicht einen gantz neuen 
Boden zu legen) als anderer Meriten halber zugetheilet worden, hatte 
es GrafF y. Haugwitz dahin gebracht, daß die zwei andere vacante 
Officia zweien seinigen Creaturen, und zwar die Obrist Landcämmerer 
Stelle dem bisherigen Canzlem in Mähren, Freiherm y. Blömegen, 
und das Obrist-Land Richter- Amt dem jungen Graffen und Cammer- 
herrn Frantz Antoni v. Schrattenbach conferiret wurden; deren aller- 
seitige Promotion um so mehrere Ausstellungen nach sich zöge, als 
der Landshaubtmann sonsten ein zwar ehrlicher, jedoch gemelter- 
massen sehr schwacher Mann, der Blömegen Yon sehr geringer Ex- 
traction und Schrattenbach einer deren jüngsten Beisitzern wäre und 
anncbens fllr sehr hautain und incomportable passirte, überhaubt 
auch die ganze Promotion ohne die Canzlei und den Obrist Canzlern 
darüber im mindesten zu vernehmen, erfolget wäre. 

Den 1. Junii kämme der vor einigen Wochen dem russischen 
(>()rpo entgegengeschickte Cammerherr General Adjutant, Conte Stampa, 
nurliuiittags zu Schönbrunn an und überbrachte die Nachricht, daß 
Mollianos, in drei Colonnen anmarchirendes Corpo sich bereits unseren 
(irllnt/on gonilhoret hätte und als übermorgen zu Biiitz, einer im 
KlIrMlonlhum 'IVHclien gelegener und dermahlen dem Graffen v. Haug- 
witz (wolrlior Holbo vor beiläuffig vier Jahren denen Reichsgraffen 
V. Hohn« HbgrkiniflVt) zugehörigen HeiTschafft anlangen solle; worauf 
I M. Molnit hrlvnnt geniuclit, daß sie die vor einiger Zeit bereits re- 
«olvirl ^owoi*nno, Hniiliero aber (weillen nach denen geschlossenen 
l'rMrlliiiltMirlnn hIcIi <lio Umstände so sehr geänderet) von villen in 
/wi'IITnl Hn/.(iK<^ü(i ItuiU nacher Mähren den 11. dises würcklich an- 
iMtlfiMi wollen, zu (lein ICnde mir anbei anbefohlen haben, dem Obrist 
llidlMMOMfnrti (liit'ch ein Hillet zu errinnern, daß er sogleich zu schien- 
hl^M VriiiMNlnIliiiiK <1<'H ^'"r K*"ß erforderlichen eine HoflF Conferenz 
fiuniiHN\ Immmiui Molle, welche dann auch laut beiligenden Prothocoll^^^) 
i\hu /wiOh^n J'Vh^'liiK (leH Nuchniittags gehalten worden ist. 

DitM ' f , t\. iumI I. hIh un denen heiligsten Pfingstfeiertägen, 
«VMM> ollMillli'linr (lotloHdirnHi und zugleich auch das 40stündige Ge* 



230 1748, Joiii 9.-11. 

Nach vollendeter Fanetion erlaabten I. M., daß die anweesende 
Cavalliem in die Retirada hineingehen nnd die Praesenter anscbaaen 
d&rfften, welche sich in denen Beilagen specificirter befinden.^^) 

Den 0. fahren die Herrschafllen vormittags zu denen Trinitariem, 
Asm heiligte heutige Titnlarfest allda zn begehen. 

Den 10. kämmen die Herrschaflflen in die Statt und gäbe die 
Kaiiterin dem EflTendy Audienz nach Inhalt des Prothocolls; nnd 
obxwar selber die meiste Schwtlrigkeit gemacht, den Rockkuß abzn- 
Htatten und es auch in der Audienz bei den Kaiser nicht gehörig 
l>ewerckstelliget, so thate er sich heut ebenfahls in disem Pnnct 
t>esm;ren; und nachdeme die Biens^ance ohnehin nicht verstattet hätte, 
der Kaiserin als einer Dame und Weibs Persohn den Saum des 
Kocks et le bas de la jupe zu berühren und zu ktlssen (mithin mann 
bereits bei der Abschieds Audienz des leztem Groß ßottschafflers 
auf einen Mezzo tennine bedacht gewesen, der sich zwar damahlen 
gantz natürlich gcfUget, da die Kaiserin in der tieffen Trauer ge- 
wesen und also gcwOhnlichermassen eine Mante und langes Ffirduch 
getragen, dessen Saum sie selbsten dem Bottschaffter zum küssen 
darreichen kunte, welches sich aber anjezo — da sie, noch einig 
andere Damen weder bei den Hoifkleid, noch sonsten ein Fürduch 
zu tragen pflegen — nicht thun lasset), so haben I. M. — um doch 
den Uoi^kkuO zu marquiren — den Saum dero gewöhnlichermassen 
anhabenden Appartement Mänterls mit der Hand dem Bottschaffter 
durgi^bottcn, ho er auch sehr ehrerbietig und mit tieifer Neigung des 
lIuubtH gekÜHt hat, wicwollcn auch diser Actus submissionis — die 
Wahrheit zu sagen — nicht gar deccnt und in der That gar zu ver- 
traulich ausgesehen, daß mann einer Dame (geschweigens ein Türck 
einer so großen Frauen) so nahe an die Brust oder doch an das 
Mirder gekommen; allein ein solches wäre bei der einmahl fest- 
gesezten Nothwondigkeit der beizubehaltenden alten Etiquette nicht 
wohl zu vermeiden. 

Den 11., als den zum Aufbruch nacher Mähren bestimmten Tag, 
wäre die Ordonnanz zur heiligen Meß um halber 5 Uhr, worauf mann 
gegen halber (> Uhr von Schönbrunn wegführe. 

Auf der Leinigruben, nicht weit von Maria HUlflF, begegneten 
wir diiH Hoch würdige, so von einem Krancken zurückgetragen wurde, 
(luliero die llerrschufften sofort, nebst all- übrigen außstigen und den 
(lelHllielien biß zur Kirchen folgten, und nach alldorten erhaltenen 
Hergen zu denen Wilgen zuruckkerten. 

\)vY ObriHtHtalhneistor, Obrist-Postmeister, Obrist-Kuchenmeister 
und eintu' von denen zwei zur Kaißbedieuung benannten Gammer- 



232 1748, Juni 12. 

gebracht und abends der Schloßgarten charmant illuniiniret. Die 
Kaiserin retirirte sich vor dem Soup6, der Kaiser und übrige Com- 
pagnie aber nach denselben gegen 11 Uhr. 

Den 12. hörten IL MM. die heilige Meß in der von dem seeligen 
Cardinalen von Dietrichstein erbaueten Loreto Capellen, welche vil- 
leicht eine deren schönsten in Europa und dem Gnadenorth an der 
Größe, Proportion und übrigen (die Magnificence des Marmels, Orna- 
menten etc. ausgenohmen) am ähnlichsten sein dörflPte. 

Bei dem Eintritt wurden dieselbe nach böhm- und mährischen 
Landsbrauch von dem Pontificanten, dem nicolspurgischen Herrn 
Probsten Jacobo Cachotti von Ehrencron, mit einer sehr wohl ge- 
fasten und von der Kaiserin selbsten belobten, lateinischen Anrede 
empfangen. Diser in denen geistlichen WissenschafFten sehr er- 
fahrene und wegen seines jovialischen Humors und dabei unsträff- 
lichen Wandels bei jedermann wohl angesehene und sonderlich von 
mir und all- denen meinigen sehr lieb und werth geschäzte, ehrliche 
Mann wäre ehedessen in unserer Jugend bei meinem zweiten Bruder 
und mir Correpetitor philosophiae gewesen, worauf er durch die Pro- 
tection unseres seeligen Vatters eine Stelle in den passauerischen 
Consistorio dahier, sodann die Pfarr Walterskirchen erhalten hatte 
und endlichen, par une suite de cette ancienne liaison, vor etwann 
zwei Jahren per praesentationem meines Schwagers zu sothaner, nicht 
weniger honorabl- als zimmlich erträglichen Probstei promoviret 
worden wäre. 

Gegen sibcn Uhr raisten IL MM. ab mit dem Printz Carl und 
übrigem Gefolg, ausser eines Wagens, so nebst der Fürstin v. Auers- 
perg und zweien Camraerfreilcn zuruckblieb, und gegen halber eilflf 
Uhr langten selbe unter L()sung deren Stucken zu Brunn an. Eben 
diser lezt-erraelte Umstand wäre Ursach, daß die Princesse nicht mit 
führe, weillen sie das Schiessen also förchtet, daß sie fast ohnmächtig 
dahin fallet, folglichen auch erst ein paar Stund nach unß anlangte 
mit denen übrigen drei Dames. 

Bei unserer Ankunfft fanden sich in Verfolg des Conferenz 
Schlusses und kaiserlich königlicher Resolution alle zu Brunn etablirte 
und in dortiger Gesellschafft recipirte Frauen, Dames und Halbadel 
ohne Unterschied in ihren ordinari Kleidern und sogenanten Sacs 
gegenwärtig und wurden von beiden kaiserlichen Mayestäten zum 
Handkuß zugelassen. Nach einiger Verweillung retirirten sich die 
Herrschafften, um sich umzukleiden, ertheilten sodann auf des Kaisers 
Seiten die Audienzien zu denen gewöhnlichen Empfangs-Curialien 
denen versammlctcn Land-Dicasteriis — worbci der neue Obrist Land- 



234 1748, Juni 13. 

gar zu wahr ist) ein mehrercs nicht verstattet und der Hoff es Selb- 
sten verbotten hätte. 

Meine Wohnung, weillen in dem Haubtquartier für meine Frau 
und mich nicht Platz genug gewesen wäre, hatte mann mir in dem 
Asperkischen Hauß nächst des Fürst Dietrichsteinischen ^^^) angewisen, 
welches der dermahlen als Ministre in Reich befindliche Freiherr v. 
Widmann im Bestand verlassen, der hierüber um so vergnügter ge- 
wesen, als er sich von jungen Jahren her mir immer besonders atta- 
chirt bezeiget hat. 

Den 13., als an dem heiligen Fronleichnammsfest, wohnten die 
Herrschafften der gewöhnlichen Andacht und Procession bei, fuhren 
dahero bereits um halber 8 Uhr auf den St. Petersberg, und zwar 
mit denen Equipagen des Cardinalen, mit welchen der Obrist Stall- 
meister conveniret wäre, das er damit die Herrschafften Zeit des 
Brünner S6jours bedienen wolte, indeme die Hoff-Pferd und Equipaggen 
(deren wir keinen Überfluß haben) voraus nacher Cremsier abgegangen 
waren. 

Damit bei heutigen Umgang alles ordentlich und auf den Wienner 
Fuß gehen mögte, hatte ich den Ober-Cammerfourier mit einen Tape- 
zier Gehülff nach Brunn voraus geschickt und sowohl mit der Geist- 
lichkeit, als dem Politico und Civili das behörige der Ordnung und 
des Coeremonialis halber concertiren lassen; wie dann auch alles 
ohne mindester Confusion abgeloffen. 

Die Princesse gicnge aus Poltronneric nicht mit, weillen — 
vermög hiesig- alten Gebrauchs — nach jeden Evangelio eine Salve 
gegeben wurde. Der Cardinal hätte die Procession als Ordinarius 
loci gerne selbsten geführet, allein der Graff von Schrattenbach qua 
praepositus der Kirchen, wo der Umgang gehalten wird, wolte mit 
seinem Capitul (so etwann in acht Canonicis bestehet) dem oUmützi- 
ichen Domb Capitul (welches mit seinem Bischoff kommen wolte) 
nicht weichen oder doch, wie er sich verlauten lassen, in der Kirchen 
eine öffentliche Protestation thun, worauf mann es propter scandalum 
nicht ankommen lassen wollen, mithin den Cardinalen de bonne gräce 
zurückgehalten hat. 

Heut mittags hatte mann bei Hoff zwei Taffein zurichten lassen, 
beide von beiläuffig 30 biß 40 Couverts, eine für die Herrschafften 
und deren mitgeladene Compagnie, und die andere für die übrige 
Gäste; und damit doch dem hohen Adel und jenen Dames, welche 
nach Wienner Etiquotte bei Hoff erscheinen dörfften, einige Vorzüg- 
lichkeit beschehen und das bei dem Empfang par indulgence bewilligte 
pelc mele wiederumen in etwas repariret werden mögte, so befahlen 



17fe Ji3i 13.— lt. i3& 

I. M. die Kaiwffm. ibi naaii eiiK LLsa toq aU- ji:>lcii«a vehublcoii^ac 
Dtmes foniihreB awi selbe iontih hfi\LZ u*! üieLs mor^a »ac Mina^ 
zu dero TmfU hdm basea ««jße. Z3 veloaer aa^'h muner einUe von 
denen aBwegeadcB CaTaliiefs. aber E;ir z^heimni« Räch. Camuier 
berrn oder GeBcnb Peffs«:>ii!!en und keiz'r andere Minner adniuciret 
worden. 

Dbe denen wahren lA&m-es be<ehehene Discinv^don hac nni s^^ 
mebreres Anfiehen Tenirsa«:het. aU eben eine deren hCvhssen Land- 
Cbargen einem »leben l^•Lferiret w.>rden wäre, nemnilioben den Baron 
▼. Blöniegen.* weleher ein S>hn eines ?ewesten C'esierreiohi>cben Hoff- 
Raths nnd Ton schleebcec Eitern ans Schwaben gebtini^n Manns, 
ob zwar sonnten ein sehr eapa:*I- und manieriiohes Sabjectuni, mithin 
denen Cremahlin .wiewi>IIen sie s«>n<ten von £:atter Extraction und 
eine gebohme Corinskin is: ner^t nivhr- andern, die dv.vh i\x 
Bronn besondere Figur machen, za ihrer inezimmenden LVmütbi^ang 
exclodiret werden mQäsen. 

Naehmittags fahre der Kaiser mit dem lYintzen. Obrist-Stall- 
meister and Le<:ipi>ld Üietriobstein nacher Seelowitz. welche iiorr- 
sehafft lezterer nach des seeh'^en Hoff Kanzlers. Graffen von Sinzon- 
dorff, Tod erkanffet hatte und eben heuer, im ^i^^uath Julio. seinem 
Brodem, dem Fürsten, um eine Million und Kk* tausend (iulden ,so 
meistens ni>ch auf der HerrschatR gehatftet verkauffot hat. um 
dortigen, von dem verstorbenen Hnff f* auzler [nach seinen bekamen 
Ginie] sehr prächtig uml mit besonderen Gusto awiroicirtcn Garten 
nnd meistens n«>ch unverfertigtes :?chln|}gobäude in AuiTcnschciu zu 
nehmen: kämme aber des Abends wiedcrumcn zurück. Indessen 
begleitete ich nebst den iu'cwöhuHchen Gefolg die Kaiserin nach der 
unweit Brönn gelegenen Carthaus. welche wolil schlecht gclKiuet ist 
nnd wider sonstige Gewohnheit «la dergleichen (Möstcr imiuer sauber 
ond anfgebutzet aussehen nicht allein uns:uibcr und schmutzig, 
sondern anch feucht und un;:esund ist. 

Den 14. ritte der Kaiser in der Früh den Spillbcrg zu besehen; 
die Kaiserin aber führe in publico wegen des gestern eingefallenen 
Fests, mithin annoeh in der Octav S. Antonii de Tadua zu denen 
Minoriten. Mittags speisten die llerrscbatVten wie gestern uud bald 
nach den Essen verfli;:ten sie sich nebst uns anderen naclicr .Vuster 
litz, so dem zu Aachen dennahlen belindliclien GralVen von Kaunil/ 



•) Wie sihr sich di«' riusiiiiuU' «lis*os Manns voixrö>M'n't uml t» >'u'\\ 
allentlialbiMi illustiiivt. winl ans t\»lp'n(lon .\nnuTi'kun;:rn /nn» \\ir»!riln»llii'u 
Anzoiclien der inciiM-lilirlion IVrioili'8 nnd Kitolkoit /n «TM^lirn sriii 



236 1748, Juni 15. 

zugehörig und von dessen Vattern neu za bauen angefangen worden. 
Das Schloß ist klein und schmahl, der Garten aber wegen seiner 
Etendne, Wässer und Boscages sehr annehmlich, und beide werden 
von dem jetzigen Innhaber verschiedentlich embeliiret. Wegen der 
großen Hitz kunte mann sehr spatt in den Gai-ten kommen und 
weillen die Herrschaflflen nicht gern in der Nacht zurückfahren wolten, 
hielte mann sich mit der Promenada wenig auf^ stiege beim Ende 
des Gartens in die Wägen und kämme noch vor zehen Uhr nacher 
Brunn zurück. 

Den 15., nach beiläuffig um 5 Uhr bei denen Gapucinem ge- 
hörter heiliger Meß geschähe der Aufbruch nacher Cremsier, allwo 
wir gegen halb eilif Uhr anlangten und in dem bischöfflichen Schloß 
abstigen, worinnen nebst denen Herrschaiften und den weiblichen 
Gefolg, annoch der Obrist Stallmeister und sie, sodann meine Frau 
und ich, die übrige aber in der Nach bahrschafft einquartiret; ansonsten 
der gantze Hoff und all- andere sich dazu geschlagene Gäste von 
dem Cardinalen in allem defrayret wurden. 

Wegen der anhaltenden Hitze speiste mann mittags immer in 
der Sala terrena und abends in dem großen Saal; annebens wurden 
wegen deren villen Gästen beständig zwei Täffein zugerichtet, an 
deren einer die Herrschafften und vornehmere Persohnen, welche 
zwar von des Cardinal Brüdern, dem kaiserlichen Gammerherrn 
Graffen Troyer, jedoch allzeit de concert mit mir geladen, und an 
der anderen die übrige placiret wurden. Des Abends sezte mann 
beide Taffeien wegen überflüssigen Raums in dem nemmlichen Saal, 
des Mittags aber wurde der zweite Tisch (weillen die Sala terrena, 
allwo die Herrschafften speisten, zu klein) in einem benachbahrten 
unteren Saal gcstcllet und thate bei selben obbemelter Graff Troyer 
nebst seiner Gemahlin, einer gebohrnen Graf fin v. Opperstorff (welche 
er wegen ihrer schönen Gestalt als ein armes Mädl, so kaum ein 
Hemd au Leib hatte, und dcro Eltern von einer modiquen Pension 
leben müssen, vor zwxi oder drei Jahren geeheliget) les honneurs 
du logis macheu. 

Nach den Essen besahen die Herrschafften die zwei an denen 
unteren Saalen anstossende Grotes, deren eine von lauter Mineralien zu- 
sammen getragen und alles, was zu einem Bergwerck gehörig, nach der 
Natur vorstellet, die andere aber mit verschiedenen Vexier Wässern 
an^^efttllet und also Gelegenheit gegeben, sich aux depens des specta- 
teurs zu divertiren, welche meistentheils biß auf das Hemmd naß 
geworden. Gegen Abend führe mann den vor der Statt gelegenen 
großen Garten (welchen der ncmmliche Bischoff, Graff Lichtenstein, 



238 1748, Juni 17. 

Rapport Selbsten überbringen wollen, nicht eher angelangt) zu den 
Sammelplatz, welcher nicht weit von dem Schloßgarten über der 
March wäre. Der Kaiser nebst denen Männern ritte voraus, die 
Kaiserin folgte mit der Princesse in der schönen Jagd-Chaise und 
die Dames in Wägen. 

Als mann an die Lini kämm, bliben alle Reuter — außer des 
Obrist Stallmeistern und meiner Wenigkeit, welche den Kaiser nicht 
verliessen — hinter der Kaiserin Chaise, und was in Wagen wäre, 
folgte nach denen Hoff Voituren. Die Herrschafften wurden übrigens 
von der russischen Officiaut6 und überhaubt auf die nemmliche 
militärische Art empfangen wie sie es gegen ihre eigene Frau und 
Kaiserin zu thun pflegen. 

Nach beschehenen Tour deren Linien hielte mann sich wohl 
noch über anderthalb Stund auf, um die Regimenter vorbei defiliren 
zu sehen, und wäre die Hitz so groß, daß der Princessin (welche 
anfänglich einige Zeit in der Chaise unten an gesessen, und da selbe 
nur halb gedecket, denen Sonnenstrahlen exponiret verbliben) der 
Hals zurück und die Schultern, so das Palatinel nicht decken kunte, 
wund gebrannt wurden, also zwar, daß sich die Haut davon wie von 
Brandmahlen geschälet; dahero mann auch die folgende zwei Re- 
vuen etwas früher angeordnet und die Regimenter deren anderen 
Colonnen nicht mehr vor denen Herrschafften (um selben die Lang- 
weill und Ungelegenheit der Hitz zu erspahren) defiliren Hesse. 

Die Obristen nebst denen gestern erschinenen Frauen wurden 
auf Mittag nach Cremsier geladen, und zwar der General Leutenant 
Lieven nebst seiner Gemahlin und denen unter sich habenden General 
Majors zu der kaiserlichen, die übrige aber zu der zweiten Taffei 
placiret; und nachdeme sich selbe nebst denen übrigen, eigends an- 
hero gekommenen Officieren nach dem Essen bei sämmtlichen Herr- 
schafften allerseits beurlaubet, wurde dem General v. Lieven von mir 
eine mit Steinern garnirte goldene Tabatiöre nebst einem darinnen 
befindlichen brillantenen Ring in Nahmen beider Mayestäten mit einem 
anständigen Compliment eingehändiget. 

Gegen sechß Uhr abends verraiste sodann sämtlicher Hoff 
nacher Ollmütz, allwo mein Wagen wegen der schlechten Vorspann 
erst eine starcke halbe Stund nach denen Herrschafften anlangte, 
und immittelst sich die Kaiserin allschon retiriret hatte. 

Der Kaiser gäbe dem Domb Capitul und einig- anderen Audienz 
und behielte ausser ein und anderen Militaris niemand fremmden 
bein Abendessen; und weillen von dem Knäs Repnin — welcher 
das gantze Auxiliar Corpo als General en chef (so ebenso vill als 



240 . 1748, Juni 18.-19. 

geladen, jedoch mit dem Unterschied gegen deme, so zu Brdnn ge- 
schehen, daß — weillen dahier die Zahl deren wahren Dames sich 
vill weiter und fast gegen die dreißig erstreckte — mann zu Ver- 
meidung aller Disgusti lediglich jene zur herrschaflftlichen Taffl ge- 
laden, welche geheimmer Räth oder Cammerhcrrn Frauen oder Wit- 
^ tiben waren. 

Nach dem Essen beurlaubten sich die russische Generals und 
Officiers und kUsten nach der Etiquette ihres Hoffs beiden Maye- 
stiiten die Hand. Anbei hatte ich abermahlen die Commission, dem 
commandirenden Generalen, Knäs Kepnin, eine mit Steinern besezte 
Tabati^re und brillantenen King als ein Andencken zu übergeben. 

Gegen fUnff Uhr führe mann allerseits nach dem Closter Hra- 
disch, allwo der Praelat gleichwie a® 1745 eine hannackische Pasto- 
relle produciren Hesse. Zurück gienge der Kaiser mit denen Männern 
zu Fuß und machte noch eine große Tour um die Außenwerck herum, 
wo ich dann ihne biß zur Ruckkehr in sein Zimmer begleitete. 
Nach dem Soup6 gienge mann incognito die Illumination auf den 
Platz zu besehen. 

Den 19., als an den zur Revue der dritten Colonne bestimmten 
Tag, wurde die Ordonnanz zwar sehr früh und bereits um ftinff Uhr 
gegeben; anbei hatte ich allschon gestern zum voraus in Nahmen 
des Kaisers dem sothane Colonne commandirenden General Leute- 
nant Lapuchin, einen Haubtmann von den hier ligenden Frantz 
lothringischen, nun kaiserlichen Regiment mit einem von mir ge- 
schribenen BrieflF zusenden müssen, worinnen ich auf anständige Art 
errinneret, wie beiderseits Majestäten der großen Hitze halber lieber 
sein würde, wann sie die Trouppen früh morgens sehen kunten; die 
Antwort auf sothane meine Zuschriflft hatte uns auch vertröstet, daß 
die Truppen biß sechß Uhr an Orth und Stelle sein würden. Nichts- 
desto weniger wäre bereits neun Uhr geschlagen, als der General 
Leutenant daher kämme, um Ihro Majestäten den Rapport zu bringen, 
wo inmittelst der Kaiser mit einigen Officieren die Fortifications 
Werck zu besehen ritte, die Kaiserin aber mit denen Dames und 
übriger Suite in der Capelle, wo der Leichnamm des würcklich zu 
Rom in processu beatificationis befindlichen wunderthätigen loannis 
Sarcandri ruhet, die heilige Meß zu hören führe. 

Bei der Revue, so nicht weit von der Statt nächst dem DorflF(sic!) 
angeordnet wäre, wurde alles auf die nemmliche Art gehalten, ausser 
daß die Truppen des Terrains halber cn quarre gestellet waren und 
ihre Mänteln en guise d'ticliarpe über die Schultern trugen, wie sie 
es in marchiren zu thun pflegen. 



242 1748, Juni 19.— 21. 

nach Aussag aller unserer Militaren, pour la plupart (einig wenige 
Regimenter ausgenohmen) diser ihrer Renom^e würdig gefundenen 
russischen Milice zu sehen bekommen, weillen leider die Kaiserin, 
welche keine Hitz ertragen kann und bei gegenwärtigen veränderten 
Umständen weiters kein so großes Vergnügen haben kunte, nur 
immer weg getrachtet und auch wegen der Princessin Poltronnerie 
das Exerciren im Feuer hätte unterbleiben müssen. 

Nach eingenohmenen Mittagmahl und denen sämmtlichen russi- 
schen Officiers zum Urlaub gestatteten Handkuß retirirten sich die 
Herrschafften biß gegen fUnff Uhr, da mann die hiesige Dames zum 
Abschied bestellet hatte; worauf gegen halber sechß Uhr der Auf- 
bruch nacher BrUnn zurück erfolgte, allwo meine Voiture abermahlen 
fast eine Stund nach denen Herrschafften anlangte, also zwar, daß 
der Kaiser schon am Ende des Soup6 wäre, solches aber aus Com- 
plaisance für die auch nach uns noch nachgekommene Suite, biß 
nicht alle etwas zu sich genohmen hatten, nicht aufheben lassen 
wolte, wormit es also fast Mitternacht worden, da er sich retiriret. 
Übrigens wurde das Quartier wie lezthin bezogen; und weillen unser 
Hoffgesind meistens noch zu OllmUtz zuruckgebliben, so wurden die 
Herrschafl'ten und die gantze Suite von dem Cardinalen defrayret, 
welcher nebst seiner Freile Schwester von darumen unß von Ollmütz 
devanciret hatte. 

Den 20. verfügte sich der Kaiser nebst den Obrist Stallmeistern 
und einigen Männern sehr früh nacher Krußpach, wohin er von dem 
Hausherrn, Graffen Antoni Althann, kaiserlicher Cammerherr, zu einer 
Gänßjagd eingeladen wocden wäre; die Kaiserin aber, nach gehörter 
heil. Meß bei dem miraculosen Frauenbild in dem Novitiat deren Je- 
suitern, raiste mit dem übrigen Gefolg gegen eilff Uhr ab und blibe 
mittags zu Seelowitz, wo unß der Hausherr sehr galant bewürthete. 
Nach den Essen besahen wir in der größten Hitz en parcourant den 
Garten und nachdeme wir bald nach fünff Uhr weggefahren, kämmen 
wir gantz zeitlich zu Nicolspurg an, allwo der Kaiser eine starcke 
halbe Stund nach uns, gegen acht Uhr, ebenfahls von Krußpach ein- 
traffe. Die Kaiserin vcrblibe für disesmahl auch bein Soup6, und 
gegen eilff Uhr wäre alles retiriret. 

Den 21. hörten die Herrschafften Meß in der Schloß Capellen, 
gaben sodann der biß anhero gefolgten, aus dem nehmlichen Perso- 
nali bestandenen, mährischen Deputation die Urlaubs-Audienz, beide 
zugleich, und nachdeme hierauf der Aufbruch noch vor sechß Uhr 
erfolget, so kämme dieselbe um eilff Uhr nebst dero Suite, Gottlob, 
ganz glücklich und gesund in Schönbrunn zurück, allwo die Kaiserin 



244 1748, Juni 23.-26. 

ilaU auf Anliandgebeii und Guttfinden der verwittibten Kaiserin 
Mayostät die älteste Ertzherzogin mit gegangen, wormit der Stritt 
von soihsten wegfielle; allein da eben die Fatalitet gewollt, daß 
nicht allein selbe Frau, sondern auch der Ertzherzog Joseph in etwaa 
inconmiodiret waren, die übrige llerrschafften aber noch zn klein, 
so niuste ein anderes Expedient getroffen werden, welches nach 
cigonds darüber bei Graffen v. Königsegg gehaltener Conferenz dahin 
ausgefallen und beliebet worden, daß I. 51. die Kaiserin Fran Mutter 
doro Obristen-Stallnieisteru Fürsten von Lamberg zu Begleitung der 
Proccssion in dero allerhöchsten Nahmen abgeordnet und sämtliche 
geheimme Käthe und Canunerherrn wie sonsten, wann die Herr- 
schatTten in IVrsohn zugegen, in Mantel Kleidern folgen mQssen. 
ObijrtMi Fürsten aber hatte mann von daronien vorztiglich vor der 
Kaiserin l>bristen lloffmeistern Graffen von Königsegg Erps ans- 
orwählei, weillen discni lezteren die ältere geheimme Räthe die Hand 
nicht gern geben hätten, so doch selber en qualite de sa mission 
von Seiten seiner Kaiserin anverlanget haben wurde, so mithin durch 
die Auswahl eines Fürsten vdenie nach unserer Etiquette auch die 
ihm in der Ancicnnetc vorgehende geheimme Räth in allen öffent- 
lichen Functionen cediren"^ auf das natürlich- und schicklichste decli- 
nirt^ wurtlc. 

IVn :?:>. wart^ der onlinari sonntäirisre Gottesdienst zu Schön- 
brunn. 

IVn -4. wohnten die llerrschafften dem heutigen Titular Fest 
Si. Itviuniis Ivibtistae bei denen Banuhenziiren bei. Nach dem Kirchen- 
dior.st alvr tuhre ich /ur Conferi^nz zum Graffen v. Königsegg, all wo 
cinice aou Cbar Maim/ Wschchene Anfniiren eri'»rteret worden.*'*) 
N,^ihmit::u: wäre AMnirtcmcnt. 

Ocu -V\ uiaoh:cn Ivide kaiserliche Mavestäten mit einander 
eine F.Xir.rsi-.n r.aolicr Mancrsi.^rff, nni die seit den Tag unserer 
!c7:hir.:cir; Atni^.s nachcr Mähren alldoncn zu Gebranchnng des 
Iviv'.s bir.r.vilioho V>ar, 01^risihoffu:c:s:cr;n r.i: >"n>n:niri^n. und kämmen 
.nlHV.iis ^^iciiir;:nun ."«nick. 

Hc::: \v:vrc a! crir.aV.liu i-^rtVivr.: Kl Graffen von Königsegg 
::■:; /.::riiV.r.v.c Hoff Krico^ Katl.s. i\*iv.iv.:ss;\ria* und Cammer. um 

^ «fc 7 

»««^ « *«• ^ % 4 

IVr. - ' ^>:-.n :\*v:iv,:ih\*v. T r.:Vrcr.: ':<: der*: Graffen von K^nigs- 
i^^ ': :: ^ .r</i.UvU vi. iv. :v.*;::ir. K^ :;:!:; t'/'us ar.r.C'rine Puncta,^**^ 
::* >-.;. . ^* ;,:•;•" J.is ':<: vlc :v. i v^r/soV.cv. M:r.:sTor:-' lAclich xunehmen- 

^^^^ l:t*r \h »:r.r.r. auch — nachdeme 
v>i'/:c ^cci:: *^ l":r liio in OamisoB dahier 






246 1748, Juli 7.-10. 

Ehe versprochen hatte, eine noch lebende Dochter (die mann immer 
die Freue Mariandl Portia nennet und in ihren jungen Jahren ville 
Adorateurs gehabt) all incognito gezeugt hat, nachhero auch, da er 
sie plantiret und zu Wienn eine Freile v. Dann — welche der Kaiser 
Joseph als römischer König gerne gesehen — geeheliget, wider 
ihrae zu Rom und sofort bei denen weltlichen Gerichten langjährige 
Processe geftihret, damit auch insoweit durchgedrungen hat, daß ihr 
der Fürst einen sehr nammhafften Unterhalt auswerffen mUssen, mit 
welchem er ihr zwar wegen seines bekanten D^rangements nicht zu- 
gehalten, mithin sie in die äusserste Noth verfallen machen, also 
zwar, daß sie ihre ältere Lebensjahr theils im Arrest, Schulden halber, 
zubringen und sich beständig durch Bettlen und AUmosensuchen er- 
halten müssen. 

Den 7., Sonntags, kämme der Kaiser früh in die Burg herein, 
um einer, in Verfolg der lezt vorgewesenen, in materia pacis an- 
geordneten Confereuz beizuwohnen; und weillen es sich mit selber 
länger verzögeret, so führe die Kaiserin (welche gegen eilflf Uhr, um 
beide miteinander sich zur heutigen Andacht wegen der weinenden 
Mutter Gottes nacher St. Stephan zu verfügen, ebenfahls von Schön- 
brunn hereingekommen wäre) allein nach der Kirchen und wir 
andere von der Conferenz höreten Meß mit dem Kaiser in der Ca- 
pellen der verwittibten Frauen. 

Bei der Kaiserin Zuruckkunfft wurde die Conferenz stando, in 
deme die Dische und Stuhl schon weggetragen waren, coutinuiret 
und — wie aus meinen Rapularibus zu ersehen — über eine sehr 
wichtige Ouvertüre gesprochen. ^^^) Betraf einen Anwurff von 
Franckreich, uns in der Possession von allen durch den Frieden de 
1738 uns zuerkanten italianischen Landen zu lassen, dem Don Philippe 
Savoyen zuzutheilen, hingegen für sich die Conqucten in Holland, 
Flandern, nebst der Lisiere an der See von dem unserigen für sich 
zu behalten, so aber bei modo verworffen worden. Anbei aber wurden 
die vorgeschlagene Bedingnussen, die Niederlande nicht an die Hol- 
länder wie im Utrechter Frieden, sondern imediate an uns zurück- 
zustellen, sofort approbiret, welche dann auch nach der Hand unserer 
Gencralitet, bei der Evacuation, übergeben worden sind. 

Den 8. wäre Conferenz bei Gräften von Königsegg mit Zu- 
ziehung der oesterreichischen Canzlei wegen denen fürdauerenden Con- 
final Irrungen mit Venedig. ^^") 

Den 10. wäre zu Schönbrunn in der Anticamera, an Spiegl- 
zimraer an, die Copulation der Kaiserin ersten Cammerfreilen Mariae 
Annae Gräffin v. Kokorzova (welche noch die eintzige von denen 



248 1748, Juli 11.— 22. 

welches durch die Gegenwart I. M. des Kaisers verherrlichet wurde, 
der mit dem Printzen, Fürsten von Trautsohn und Graffen Losi bald 
nach neun Uhr sich bei unß eingefunden und biß die Braut von 
meiner Gemahlin (so die weiße Frau machen muste) zu Bett ge- 
bracht worden wäre, verbliben ist. 

Des andern Tags als 

den II. hörten wir allerseits Meß bei dem miraculosen Frauen- 
bild und sodann fuhren, nach eingenohmenen Frühstück, die neuen 
Eheleuthe weiters nacher Zell, wir aber zurück nacher Schönbrunn. 

Den 14. der ordinari sonntägliche Kirchendienst. 

Den 15. wäre Conferenz bei GraflFen v. Königsegg, worinnen 
verschiedene Expeditionen in materia pacis resolviret wurden, und 
ist aus meinen Rapularibus zu ersehen, was für eine besondere 
Anecdote wegen eines Aufsatz des Rescripti an Feldmarschall Bat- 
thyani vorgefallen. ^°*) NB. Bartenstein hatte darinnen verschiedenes 
unnützes Zeig inseriret, so endlichen auf meine glimpffliche Vor- 
stellung theils ausgebliben, theils adouciret worden. Als nun diser 
Vorgang der Kaiserin hinterbracht worden, welche ohnedeme mit 
disem geschickten, aber zuweillen wunderlichen Manne nicht allzeit 
zufrieden gewesen, so hatte sie den folgenden Abend im Apparte- 
ment eine sehr vertrauliche Unterredung mit mir und wolte sogleich 
die schon lang im petto vorhabende Veränderung im Ministerio ad 
eflfectum bringen, so ich ihr aber wegen villen, damahls obwaltender 
Ursachen wiederrathen, endlichen aber bei mehr und mehr zu- 
nehmenden Gebrechlichkeiten des Ulfeid sowohl als Bartenstein 
nicht mehr verhindern wollen, noch können, wie es suo loco ange- 
mercket habe. 

Den 17. kämmen die Herrschaiften ins Operahauß nächst der 
Burg, der ersten Repraesentation der neuen Opera, Alessandro nelle 
Indie genannt, beizuwohnen, worzu die Musique von unserem Cammer 
Compositorc Wagensail, jedoch nicht mit besonderer Approbation 
(weillen mann sie nicht genugsamm strepitosa und in das Ohr fallend 
befunden) componiret worden wäre. 

Den 20. wäre bei Graifen v. Königsegg große Conferenz oder 
Deputation, um wegen Verpflegung deren Arm6en zu deliberiren. 

Den 21. fuhren die Herrschaiften zu denen Carmelitern auf der 
Laimgruben, das heilige Scapulier Fest zu begehen. 

Den 22. wäre öffentlicher Kirchendienst zu Schönbrunn wegen 
des Fests S. Mariae Magdalcnae. 

Anbei kämme diser Tagen der General, Freiherr v. Brettlach, 
von seiner Bottschaflft aus Rußland, allwo ihn der bishcro zu Berlin 



250 1748, Juli 25.— 30. 

um in dortigem Observatorio alles genauer betrachten zu können, wo 
von dem Professore Matheseos, P. Franzen, einem gebohrnen Wienner 
und sehr habilen Mann, die gewöhnliche Observationes (die er gleich 
einem commandirenden Generalen unter seine Discipulos und Studiosos, 
so ihme von Zeit zu Zeit ihre gemachte Calculationes und An- 
merckungen rapportiren musten, ausgetheilet hatte) dirigiret wurden. 

Wir verbliben die meiste Zeit hindurch und fast biß zum Ende 
der Finsternuß auf den Turn aussenwärts sur le balcon, worüber 
ein Zelt gespannet worden wäre, nur daß mann zuweillen in das 
Cabinet (wo die Camera oscura befindlich) hinunterstige und um 
die Mittagsstund die schon über die Helffte verfinsterte Sonne die in 
dem mathematischen Salon gezeichnete Mittagslini passiren sahen ; 
wormit wir also erst gegen 2 Uhr zu Schönbrunn zurück cintraiTen, 
allwo indessen die Kaiserin nebst der jungen Herrschafft in denen 
oberen Zimmern unter der Direction der Ertzherzogin Mariae Annae 
Beichtvatters, P. Lechner, ebenfahls die Sonnenfinsternus obser- 
viret hatte. 

Nachmittag wäre meine Jugend aus dem Theresiano bestellet, 
um der ältesten Frauen zu ihrem morgigen Nahmenstag zu gratu- 
liren, worbei mein kleiner Vetter Ferdinand, Sohn der Freile Hoff- 
meisterin, das Wort fUhrete.^^*) I. M. die Kaiserin erlaubte ganz 
gnädigst, daß sie sodann in dem Garten spatzieren gehen kunten. 

Den 26., als an Tag St. Annae, wäre gewöhnlichermaßen Gala 
und öffentlicher Taffeidienst in der großen Anticamera, mais servi 
par les dames und, weillen heut Freitag, keine Musique, sondern 
lediglich des Abends Appartement. 

Den 28. wäre der gewöhnliche sontägige Gottesdienst, vor 
welchem der vor ein par Tagen mit einigen Commissionen seines 
Hoffs allhier angelangte chur bayerische Conferenz-Minister und der 
Churfürstin Obrist Hoffmeister, Graff von Seinsheim, bei beiden 
kaiserlichen Majestäten zwar comme ministre d'une cour si proche 
parente Privat Audienz gehabt, jedoch weillen er mit einem förm- 
lichen Creditiv versehen, (unserer dermahligen Übung nach) als 
fremmder Minister zur herrschafftlichen Taffei nicht geladen worden 
ist, sonderlich da sein Hoff durch sein ungleiches Betragen der- 
gleichen besondere Attentionen eben nicht verdienet.^^^) 

Den 30. wäre Conferenz bei Graffen v. Königsegg mit Zuziehung 
des General Brettlach, und darbei über die russische geheimme An- 
bringen wegen des vorhabenden Einfalls in Schweden berath- 
schlaget.'*^*') 



2r>5? 174«, AiiK. 5.— 10. 

(fvffvu MittfiK fliiN in (InrniHori einrückende zweite Molckische Bataillon, 
nn ii\wrumh\vu nllcliMt denen Htllllen paradirte. 

Phrn Alinnd wäre duhier ein bo großes Ungewittcr, so dessen bei 
MntMiN (irdrnrken nieht gewesen; es dauerte fast unter beständigen 
mit/ nnd Oonnrrn von heilaufdg 8 biß gegen 1 Uhr nachts an und 
f«rlihigo im HÜirn Ort hon ein, thate aber weiters keinen sonderlichen 
Hplunlnn, iiIh daß th an denen ilußern Ornamenten der S. Caroli 
HorriMnnoi Kirrlion etwas verdarb und dem Fürsten von Schwartzen- 
brt'M: rino iilto godeekte Keutschull, etwas von dem daranstossenden 
Sliill und oinen Ilou- und Stndi-Vorrath vorbrante. 

l>on tl verblihe die Kaiserin völlig retiriret und wurde auch 
\\\\n Appjtrtontont nbgoHagt. 

Oon 7. vertilgte sieh die Kaiserin vormittags nacher Eberstorff, 
um dorligeit uouos Spittal und Waisonhauß in Augenschein zu nehmen. 
Naehmittag hei Zoiton kämme der Kaiser von der gethanenen Ex- 
eurnlou Kuruok. welche «war insoweit nicht ohne rnglilck abgeloffen, 
xxelUeu hei der gn>ßeu Jagt! einer deren TreilH>rn sich zu Tod ge- 
fallou und ein anderer von dem Graffen Loi^indd Kinsky durch die 
r^okeu jivsiohosseu wonlen. 

IVn S. w^iv Oonforcnx l>oi GrÄtfou v. Ki^nipsegg und zu selber 
der Or;iff \xm^ S<»iu^heim um dessen AnbrinctMi xu vornehmen be- 
itiÄi^tt. dewe ^sUun die (tiv cwn IWundeno AbiVniiruni: l*esch*he. 
XHie ^w* weisen KA}M)Unhu$ dos mohrcw^n au ors»oboii.-'' 

IVyj :\ musro ioh dow ErtÄhoTW<"^ w1ii5«eph An Ayc- «aii wir 
?Vw« «^i« ÄTid 5>ell>e:n iw die >^n bo.iY'5TiffihiY'n. «llwo ot dus Den 
R^R^wiitoto Z^ncb«r,fi ol>enf4ibl< bcESoboTi x^ohr. 

IVin ItV. «Js ir. f«^**» i^. IjJtirr.Yirii. ^Arc ofTcT^ÜKlK KirrbMi zn 
SoJt^TibiT.r.Ti T.rtA iWJ^-btrnTOwrs xr»V wir dir KAi^^riT: ßk- Oöinniissioii, 
WK^TWWi HvTwwJ <>r>f\>o.. ivmffo« rbiliiiT "^ . KvrfjfT.Sf.'*^ ^ (•irt'C.r rn: rKiiliinfflsr 

^ «ihr tmtfnfrt^mOiTncs OioriTilimMi; '/c Tnuthcj. vciilci. fü u\» Aar 

^älMh $t(wi|]'«iz)ft9)M ''Ä ir ^.r si:*.>! rtj*.rf!)»ri: ;n5ir.ibr.ir<;T. vulifiii w» a.Uf 

WkMNi 4tt) Wkdi ÄJ^rüWc fclJiÄftf.Tie.r. )i^il«rf^pfli.i. ?.vl(^f t^rsK'.nrlir'.h.'"' 

M b Uh üA **wr df\r "KKTscrii. \ur{ri-^.i\ici'.i ,ipn<«:.i t^.n mc.hrftref 

: «oMlNfn. 4ils fli*f: nk ihun öei. Tiun/jknt viiu. Ai»s:».liie.(i vct- 

Wlfcfi ^Äimii 4nM'.l v^Ts*ii^hon. ißs^ci. äni au n:i> A erraiurem in 

■iMil :«ll>Uosi xu\A ^ffoitüT^ ki\m liiciwc (U\Vv'ocv\ sm: itinit 

^ ifincilKiiiii 4ÜWI- hiliic xreweAe.i vrilrt. ruij sii se.im Lt* 

t ^KäH^Ulig ihn» viriuduM Ut^ei. v;u nr duiiii 

vkti<Ui){rpiKU iinericeniuM sohi d»l die 



1748, Aug. 10.-12. 253 

dißfählige Errinnerung durch mich und nicht durch einen unange- 
nehmeren Canal beschehen seie. 

Es ist dises nicht die erste Etourderie (pour me servir d'un 
terme moins fort), so er in seinem Leben begangen und findet sich in 
meines gottseeligen Vatters Annotatis ein und anderer aufgezeichnet; 
allein da er nun 57 Jahr alt und so villmahlen durch seine unbe- 
sonnene Passus und Indiscretionen angerrumpelet, so solte er ja billig 
einmahl gewitziget sein; allein es bleibet leider immer wahr, daß die 
verständigste Leuth die größte Fähler begehen, absonderlich wann 
es mit der Droiture du coeur in etwas clochiret. 

Den 11. wäre der ordinari sonntägige Gottesdienst und nach- 
mittags verfügte ich mich in das Collegium Theresianum, einem Exa- 
mini historico beizuwohnen, welcherlei Visiten ich öflFters zu thun pflegte, 
um die Jugend durch meine Gegenwart desto mehr zu animiren. 
Und weillen die Kaiserin sothanem Collegio erst kUrtzlich die von 
dem berühmten Prothomedico und Bibliothecario weiland Kaisers 
Caroli VI., dem seeligen Cavaliere Garelli ad usum publicum ver- 
schaffte Bibliothec, welche eine deren kostbahrstcn in Europa sein 
dörffte und gegen 12.000 Volumina ausmachet — certis conditionibus 
(worüber ich nomine imperatricis reginae dem Garellischen Erben, 
Edlen von Suttnern, quitiren und die Urkunden unter meiner Fertigung 
ausstellen müssen), in specie, daß sie juxta intentionem fundatoris dem 
Publico offen stehen, nicht distrahiret etc. werden solle — ge- 
schencket, so thate ich mit dem P. Rectorc, Ignatio Langetl (der 
erst gegenwärtiges Jahr den P. Debiel abgelöset) wegen Stell- und 
Anordnung sothaner Bibliothec ein so anderes verabreden.^^*) 

Den 12. wäre Deputation bei Graffen v. Königsegg über einen 
Commissariats Vortrag wegen der weiteren Verpflegung der Arm6e 
in Niderland. 

Nachmittag führe ich mit dem Kaiser in Biroccio nacher Hezen- 
dorff, allwo die Kaiserin wegen Unpäßlichkeit dero Frauen Mutter 
(welche vor wenig Tagen einen abermahligen Acceß von dem ge- 
wöhnlichen Rothlauff überkommen) les cerömonies des fiangailles der 
Freile G raffln Henckel von Donnersmarck, Hoff Dame an verwittib- 
ten Hoff, mit dem kaiserlichen und des Ertzherzogs Joseph ersten 
Cammerhcrrn, anbei niderländischen Rath, Marchese Desvalls y Poal 
— welcher selbe noch zu des verstorbenen Herrn Zeiten als Edel- 
knab gerne gesehen, mithin die Amour gegen die zehen Jahr für- 
gedaueret hat — morc solito verrichtet; nach dessen Ende ich mit 
dem Kaiser in das neue Opera Hauß, die Opera puffa (la nobiltä 



254 1748, Aug. 13.— 16. 

imaginaria genannt) zu sehen, und sofort zarnck nacher Sehönbrunn 
fahren muste. 

Den 13. unterblibe das gewöhnliche dienstägige Appartement, 
weillen die Kaiserin von der gestrigen Fatigue ausrasten wolte. 

Den 14. wäre Conferenz bei Graffen von Königsegg mit Zu- 
ziehung der oesterreichischen Canzlei und wurde dabei die Materia 
deren Dissidien mit Venedig, theils wegen denen Confinen, theils 
wegen des Patriarchats von Aquileja vorgenohmen,'**) sofort die In- 
structionen für unsere Ministros bei der Republic und zu Rom, in 
specie auch wegen Beförderung des die neue Errichtung des Bistums 
Görtz^**) betreffenden GeschäflFts concertiret. 

Den 15. wurde das heilige Fest Mariae Himmelfarth zu Schön- 
brunn begangen. Vor der Kirchen hatte der mit denen, in meinen 
Conferenz Notatis vorkommenden Commissionen unlängst anhero ge- 
kommene GraiT von Seinsheim seine Urlaubs Audienzien bei Kaiser 
und Kaiserin; und weillen er einer deren noch bestgesinnten zu 
München ist, so wurde er auf mein und des Bartenstein Vorstellung 
und von mir an die Kaiserin darüber geschribencs Billet, mit einem 
brillantenen Ring, den ich ihme gewöhnlichermassen zustellte, rega- 
liret und unter dem speciosen Vorwand, daß nach gcnohmenen Ab- 
schied er für keinem caracterisirten Minister mehr anzusehen käme, 
zur herrschaflftlichen TaflFel gezogen. 

Nachmittag gegen fünflf Uhr führe mann in das Profeßhauß, 
und weillen wir eben den alljährlichen, mit dem Hochwürdigen be- 
schehenden Umgang bei Mariae HülflF begegneten, so stiege alles aus 
denen Wägen und begleitete selbe biß zur Kirchen deren Carmelitem 
auf der Leimgruben, wo die Procession sich in etwas aufzuhalten 
pfleget und wir den Seegen bekammen. Nach der gewöhnlichen 
Andacht bei denen Jesuitem und gesungener Litanei bei der Säulen 
fuhren die HerrschaflFtcn gerad nacher Hezendorff, um — gleichwie 
bei dem Versprechen lezt gedachter Brautleuth — also auch bei der 
Copulation, welche der Nuncius verrichtet, an der verwittibten Frauen 
statt zu figuriren, zumahlen die ganze Versorgung der Braut und 
derselben wittiblicher Unterhalt (in zweitausend Gulden bestehend) 
auf eine von unserer Kaiserin nach villem Plagen und Zudringen 
endlichen bewilligte und in casum mortis mariti versicherte Pension 
gebauet ist. 

Den 16. hatten meine kärnthnerische Landsleuthe, jedoch nicht 
mehr in corpore, sondern ut singuli ihre Abschieds Audienzien; und 
ob sie zwar bei denen, sub praesidio des Graffen v. Seilern, mit Zu- 
ziehung des Grafl'en v. Haugwitz und Philipp Rosenberg (welcher 



256 1748, Aug. 21.-28. 

Ortb und Terrain, wo vorhin der Gcflügelhoflf gewesen und so ihme 
von der Kaiserin hierzu gesehenekt worden, näehst denen kaiserliehen 
Stallungen neu erbauet hat. Der Kaiser und die Prineesse waren 
auch von der Partie. 

Den 21. wäre Conferenz bei Graifen v. Königsegg mit Zuziehung 
des General Brettlach und Commissariats wegen des Ruckmarche 
deren russischen Trouppen. 

Nachmittag führe ich mit dem Kaiser in Biroccio in die Opera 
und nachdeme ich von selben und der Kaiserin (auf erhaltene Nach- 
richt, daß mein Schwager zu Nicolspurg sich übl auf befinde) die Er- 
laubnus angesucht, mich auf ein paar Tage dahin verfügen zu dörffen, 
so raiste ich des folgenden Tags als 

den 22. um eilff Uhr dahin ab, en compagnie meiner Frauen 
und des seit vorigen Winter aus Kärnthen anhero gekommenen und 
in meinem Hauß in der Statt logirenden Baron Friederich von 
Schlangenburg, welchen mann seines lustigen Humors und drockenen 
Äußerungen halber aller Orthen gerne sihet. 

Wir surprenirten den Patienten und meine Schwester d*autant 
plus agr6ablement, als sie sich unserer Ankunfft gar nicht vermutheten, 
fanden auch ersteren um vill besser, doch nicht gänzlich noch her- 
gestellet und passirteu also die meiste Zeit mit ihnen in camera 
caritatis, um von einander desto mehr profitiren zu können, ausser 
daß wir (das ist meine Frau, Schlangenburg und ich) Freitags nach- 
mittags den heiligen Berg bestigen, so eine Wahlfahrt zu denen 
heiligsten Pest Patronen auf einem gleich außerhalb Nicolspurg und 
gegenüber des Schlosses ligenden, zimmlich gäben Berg ist. 

Den 26. um 10 Uhr raisten wir wiederumen weg; und nach- 
deme wir wie in Hinfahren, mittags etwas zu Gaunerstorif gespeiset, 
kämmen wir puncto sechß Uhr zu Gumpendorflf an, von wannen ich 
noch nacher Schönbrunn mich verfugte, pour me rendre ä mon de- 
voir und auch dem Kaiser die Antwort von meiner Schwester auf 
das ihr von ihme mitgebrachte Schreiben einzuhändigen. 

Den 28. wäre große Gala wegen der Kaiserin Frau Mutter 
Geburtstags. Gegen 10 Uhr fuhren beide Mayestätten incognito nacher 
HezendorflF, um ihren Glückwunsch ohne Gepräng abzulegen. Bei 
der Retour, bald nach 1 1 Uhr, wäre öffentliche Capellen und Minerva, 
nach welcher der Kaiser allein (weillen die Kaiserin wegen ihrer 
avancirten SchwangerschaflFt nicht wohl sich also fatigiren können) 
in pnblico nacher Hezendorff gefahren, um mit denen gewöhnlichen 
Cnrialien seine Gratulation zu wiederhollen. 



258 1748, Aug. 29.-30. 

ewigen Gefängnus, jedoch ohne Confiscation seiner Gtitter, condem- 
niret — vorgelesen worden) gegen Abend nach dem Spiliberg abge- 
führet. 

Mann hatte gar vill von seinem Reichthum gesprochen; nach 
der Hand aber hat verlauten wollen, daß kaum so vill tiberbleiben 
wtirde, als zu Bezahlung seiner Schulden und Ersetzung der Com- 
missions Unkosten und einiger Restitutionen (worzu ihn die Sen- 
tenz laut heiligender Abschriflft derselben ^*^) verbindet) erforderlich 
scheinet. 

Mit disem Proceß ist es gar wunderlich zugegangen; dann 
nachdeme er durch das sub praesidio des General Löwenwolde ge- 
haltene Kriegsrecht anfänglichen gar zu Verliehrung des KopflFs con- 
demniret werden wollen, so fände er Mittel durch sehr große und 
vornehme Protection, daß die Kaiserin eine besondere Commission 
zu Revidirung seines Processes unter dem Praesidio des Obrist HoflF- 
meisters und Feldmarschallen Graifen von Königsegg nidergesczt, 
welche durch zwei Jahre, wegen verschiedener unterloifener Intriguen 
damit zu thun gehabt, biß endlichen die Kaiserin in Erkennung des 
dabei versirenden, so großen Gewissens-Puncts die Resolution gefast, 
der Sach endliche Ausmachung ernstlich anzubefehlen, worauf dann 
auch das Guttachten (ausser eines Voti, so noch politisiren wollen) 
ad poenam mortis ausgefallen, so aber die Kaiserin obbemelter Maßen 
in extraordinariam veränderet, auch noch in ein und anderen, ratione 
alimentationis, mitigiret hat. 

Den 30. reassumirte mann die heut vor 8 Tagen zum ersten- 
mahl in praesentia Augustissimorum Über die dermahlige neue Lands- 
einrichtung gehaltene Deputation, wormit ferners alle Freitag vor- 
mittags continuiret und dazu nebst denen oesterreichischen und 
böhmischen Canzlern und denen Hoff Räthen Holler v. DobblhoflF und 
Kannegießer, dann dem GraflFen Salburg und Commissariats Hoffrath 
von der Marc und zwei Kriegs Canzellisten zu Führung des Protho- 
coUi, a capite libri jederzeit der Graff v. Haugwitz zugezogen wurde, 
welcher leztere vorläuffig ville Stunden mit beiden Mayestätten zu 
conferiren und die ad deliberationem zukommende Sachen vorzu- 
bereiten pflegte.^^^) 

Eodem starb am Schlagfluß im 57. Jahr der hiesige Stattschreiber 
Dr. Frantz Ignati Rieger, welcher ehedessen mit mir die Instituta, 
so ich unter dem seeligen Dr. Sattler gehöret, correpetiret und Jahrs 
darauf nach genohmenen Gradu mein Professor digestorum geworden, 
ein ehrlich, drockener Mann und guttcr Thcoreticus. 



260 1748, Scpt 6.-9. 

Den ß. wäre Conferenz bei Gräften v. Königsegg über die leztere 
Depechen v. Gräften Kannitz, in spccic wegen des neuen, sogenanten 
Robinsonischen Friedens Projects nnd darhin einschlagenden Ma- 
terien.''*; 

Den 8. hatte meine älteste Dochter die Gnad, von I. M. der 
Kaiserin zur Firmung geführt zn werden und hierbei dero Nahmen 
Maria Theresia zu erhalten. Die Function geschähe in Schönbrunn 
gewöhnlichcruiassen in dem inneren Oratorio der Capellen, wo der 
Altar ist, und wurde wegen Unpäßlichkeit des Cardinal- ErtzbischoflTs 
von dem Bischoft" v. Lavant, Baron v. Firmian, verrichtet. 

I. M. hatten unß diso Gnad in denen gfittigsten Ausdruckungen 
verwilliget und schencktcn der Dochter Ohr Boucles von sogenanten 
Coqucs de perle, mit Brillanten gefast, so dermahlen ä la mode 
seind, und zwar Tweillen die Zeit, um neue zu verfertigen, zu knrtz 
worden) ein Paar, so sie selbsten in ihren Ohren getragen. 

Dise Function wäre gegen 10 Uhr, nachdeme I. M. zuvor dem 
neu angelangten englischen Ministre Kcith zu Übergebung seiner 
Credentialicn öffentliche Audienz gegeben hatten. 

Hierauf und zur gewöhnlichen Stund verfttgten sich dieselbe 
wegen des heutigen hohen Frauenfests in publico zur Kirchen; die 
Andacht zur Saullen aber wurde abgesagt und mann Hesse sich be- 
reden, abends in die jUngsthin zum erstenmahl aufgeführte Opera 
pastorella, Leucippo genant, zu fahren, welche ein Meisterstuck des 
berühmten pohlnischcn Compositore H^ ITassc sein solle, auch den all- 
gemainen Beifall gefunden hat. 

Meines Orths muste nach der vormittägigen Kirchen einer aber- 
mahligcn Conferenz bei Graffcn v. Königsegg beiwohnen, worinnen 
die lezthin rcsolvirte Expedition und Anweisung an Graffcn Kaunitz 
abgelesen und approbirct wurde. •'■•*^) 

Den J>. kämme die Kaiserin Frau Mutter gegen 1 Uhr von 
Ilezendorff' herliher, unserer Frauen eine Visite zu geben, stige so- 
gleich bei denen Garten Zimmern ab, all wo sämtliche junge Herr- 
schaff'ten nebst der allcrdurchlauclitigstcn Mama und der Princesse 
ihrer erwarteten und ])ei Annäherung des Wagens biß zur Porti(5re 
vortratten und selbe allda empfiengcn. 

Die alte Frau muß wegen ihrer br)scn Fliße immer getragen 
werden, dahero mann auch eine Invention gemacht, daß mann sie 
nebst dem Tragsossel in die Berlinc hineinsezet und heraus nihmt. 
Die Visite dauerctc etwann eine halbe Stund, worauf die Kaiserin a 
Ron petit couvcrt, wie sie es nunmchro immer zu thun pflegt, wir 
aber zu unserer Tafff mit der Princesse speisen giengen. 



262 1748, Sept. 16.— 17. 

fahre sodann mit selber naeli Hezendorff und sodann auf Mittag nach 
Schönbrunn. 

Vor der ttirckischen Audienz (indeme die Kaiserin gegen 10 Uhr 
hereingekommen und die Ordonnanz zur Audienz des Effendy erst 
um 1 1 Uhr gegeben worden wäre) hatte auch der neue chur pfUltzi- 
sche Gesante, Graif v. Leiningen Westerburg, seine erste Audienz bei 
selber und Übergabe sein Creditiv. Des Abends kämmen beide 
Mayestätten herein zur Opera. 

Den 17. wäre ich vormittags bei Gr. v. Königsegg in der Con- 
ferenz, allwo — mit Zuziehung des Hoff Kriegs Raths, Commissariats 
und des Generalen Brettlaeh — über die leztere aus Rußland ge- 
kommene und die Überwinter- und Verpflegung des ruckmarchirenden 
Auxiliar Corpo deliberiret wurde. 

Mittags hatte ich mich bei meiner Schwester ansagen lassen. 
Unter dem Essen bekamme ich ein Billet von meiner Frauen, welche 
zu Schönbrunn gespeiset, worinnen mir selbe meldete, daß die 
Kaiserin einige Vorbotten bevorstehender Entbindung zu spUhren an- 
gefangen und dahero für gutt befunden worden, die auf morgen be- 
stimmte, lezte Aderlaß noch heut vorzunehmen. 

Bei solchen Umständen eillte ich sogleich nacher Schönbrunn 
und kämme noch vor den Rosencrantz an, fände aber, daß mann 
sich der Entbindung vor Mittemacht nicht vennuthete, wie dann die 
Kaiserin noch unter den ersten Seegen auf den kleinen Gang 
herausseu, nächst dero Anlegzimmer gestanden, von wannen mann 
gegen die Oratoria sehen kann. Zu End des Rosencranzes gienge 
der Kaiser mit mir und noch ein paar Männern in Garten spatzieren 
und sagte uns, wie die Kaiserin zwar seit mittags einige Wehe emp- 
findet e, allein weillen sie immer auszusetzen pflegten, so würde ihrer 
Gewohnheit nach wohl schwärlich vor Mitternacht oder Anbruch des 
Tags etwas daraus werden. 

Kaum aber waren wir eine kleine halbe Stund hcrumgangen, 
als ein Camnierherr dahergeloffen kämme, um dem Kaiser in Nahmen 
deren in der Cammer befindlichen Frauen eillends herl)eizuruften ; 
welcher dann auch sofort nebst unß mit starcken Schritten zuruck- 
eillete. 

Als wir in die Gallcrie kämmen, sahen wir alles mit villcr 
Praccipitation zur gewöhnlichen Exponirung des Hochwürdigsten sieh 
anschicken; und der erste Seegen wäre kaum vorüber, als sich ein 
Bruit sourd ausbreitete, die Kaiserin wäre würckliehen entbunden; 
jedoch wolte niemand sagen, wie es mit selber stünde und ob es 
ein Sohn oder eine Dochtcr seie. 



264 1748, Sept. 17. 

der Kindibetterin verdoppelen würden — durchgedrungen und mit 
einer gchriflFtlichen Antwort respediret worden. 

lici meiner Zuruckkunfft zu Schönbrunn wäre mann von dem 
ersten Allarme schon in etwas zurückgekommen und wäre von der 
vorbeigangenen Catastrophe so villes bekannt worden, daß I. M. gegen 
halb T) Uhr mit einer Ertzherzogin, jedoch insoweit unglücklich ge- 
nesen seie, daß — weillen das Kind nicht wohl gewendet und zu- 
erst mit denen Füsselcn gekommen — die Hebamme es sofort noth- 
getaufTet und selbes hierauf nach gar wenig Minuten (also zwar, daß 
ungehindert des Prothomedici Van Suiten und der Hebamme Ver- 
sicherens, ville doch, ob es noch bei Leben die Tauff erhalten habe, 
zweifflen wollen) verschieden. Weillen die Kaiserin sich auch mehrers 
herboigegeben und, Gottlob, bei ihre nicht die geringste Gefahr 
sonsten sich äußerete, fände sich der Calme nach und nach wiede- 
rumen ein. 

Der Kaiser befahle sodann, daß mann wegen der Begräbnus 
nachschlagen und nach Befinden das behörige veranstalten solle; 
weßwcgen mein Schwager, der mit mir herausgefahren wäre, sofort 
in die Statt zuruckkerte, um mit dem Obrist Hoifmeister daraus zu 
sprechen, und mir des folgenden Morgens die im ProthocoUo vor- 
gefundene Priora extractive zuschickte, welche ich dem Kaiser vor- 
gelesen und, nachdeme selber hierinfahls einige geringe Abänderungen 
beliebet, durch den Cammerfourier zurückgesendet, damit dise traurige 
Function noch des Abends geschehen können. 

Anbei meldete unß der Kaiser, wie die Kaiserin keine Gala 
haben wolte, obzwar mein Schwager und ich aus der Ursach auf 
einen cintzigen Gala Tag (indeme sonsten bei glücklicher Entbindung 
auf drei Tilge Gala angesagt zu werden pflegt) augetragen, damit 
doch die Entbindung Selbsten — aus Rucksicht auf die höchste Kindi- 
betterin und dero hohes Wohlsein — einigermaßen honoriret und das 
Vergnügen über disen lezteren Umstand marquiret werde. 

Das Unschicksammste hierbei wäre, daß ungehindert keine 
Gala sein sollen, mann doch denen Dames befohlen, in Appartement 
Kleidern die erste drei Tage (wo die Hoff Dames par consequent 
en robbes sein musten) zu erseheinen, worbei noch die Confusion 
unterloffen, daß mann theils Dames von reichen, und anderen von 
glatten Hofl' Röcken gemeldet. Allein so gehet es immer, wann keine 
ordentliche und legale Etiquctte ist, wie es leider an unseren Hoff 
dermahlen zugehet, wo ein jeder schaflen und hoftnieisteren will 
und, nach dem Sprichwort, niemand mehr weis, wer Koch noch 
Kellner seie. 



2«^6 1748- Sipt. 18—23. 

Monaths der Schwangerseliafft und (der löblichen Gewohnheit nach) 
mit so viller. unnöthiger Fatigne immer mittelst der Post ä tonte 
bride gemachte leztere Exeursion nacher Mähren nicht ein villes bei- 
getragen, davon will ich meines Orths nicht decidiren: jedoch hoffe 
ich« gleich allen denen, welche es mit der Frauen gutt nnd aufrichtig 
mainen, daß sie durch dises betrübte Probstuck tlir das kOnStige 
in etwas gewitziget und fUhrohin mit Menagirung ihrer theuersten 
Gesundheit sorgsammer sein oder doch nicht so sehr wie bißhero, 
darauf wagen werde, so Gott geben wolle. 

Eodem raiste nach erhaltenen Expeditionen der au des General 
Bemes statt zur preussischen Gesandschafft benannte Cammerherr 
und Obrist Commissari, GraflT Johann Choteck, nacher Berlin ab.'**) 

Den 21. wäre wegen des heiligen Apostels Matthaei Fest 
öffentlicher Gottesdienst, nach welchen der Kaiser dem neuen engli- 
schen Ministro die erste Audienz ertheilte. 

Den 22. wäre abermahlen Kirchendienst wegen des heutigen 
Sonntags, und nach selben gäbe der Kaiser dem j fingst angekommenen 
chur ptaltzischen Abgesanten seine erste Audienz. 

I. M. die Kaiserin befanden sich so wohl, daß sie die Frauen 
deren Hofflimtem zum Handkuß Hessen: nach alter Etiquette hatten 
zwar selbige bei der Niderkunflt zugegen sein sollen, allein wie wir 
in allen ohne gewisser Regl und Onlnung dermahlen am Hoff leben, 
so will auch sothaner Brauch nach und nach abkommen, wiewollen 
es viller Ursachen halber billig und anständig wäre, es beim alten 
zu lassen; wie es dann auch an Glossir- und Ausstellungen nicht 
gemanglet, daß bei der lezteren Niderkunfft, nebst der alten Obrist- 
hoffmeisterin, niemand dann die Fürstin v. Tniutsohn und Graffin 
Losi welche zwei leztere niemahlen Kinder getragen" zugegen ge- 
wesen nnd mann die Ava, Grät'fin v. Saunrau — welche allein noch 
das Handwerck verstehet und selbsteu verschiedene Kinder gebohren 
— zu spatt dazu beruffen, mithin die Kaiserin der blossen Willknhr 
der Hebamme und des Prothomedioi Vau Swieten überlassen habe. 
w»> d«x^h in dergleichen Fahlen nicht cenuirsamme Vorsichtigkeit ge- 
braucht wenien kann und das Voick — wann der Frauen was ge- 
schehen wäre — über den Kaiser und uns alle l>ei H»>ff daß wir 
selbe vemachlässi^ret hätten zu schreien uud zu khiiren Ursach ober 
Ursaeh irehabt haben wurde. 

Den 23. wäre Reiohsconferenz l>ei G raffen v. KJniigseg^j: in 
puncto der Sachsen Weimarischeu TuteIs;ioh und deren hierinnfahls 
auf den Reichstag hevorseienden Bewecunüren. Bei selber wurde 
pro prinoipio statuiret bei deme mann auch torthiu beständig ver- 



268 1748, Sept. 29.-Okt. 2. 

Den 29. wäre wegen S. Michaelis Fest oifentlicher Gottesdienst 
und wnrden von der Kaiserin die Zutrittsfrauen al bacciamano zu- 
gelassen. Abends kämme der Kaiser zur neuen Opera puffa, la fata 
genannt, welche wegen deren neuen Decorationen und Machinen 
zimmlichen Applauso fand. Vorhero aber führe er noch senza publico 
nacher Hezendorff, um dem Versprechen dortiger Hoif-Dame, Freile 
Therese von Lamberg (Schwester meiner Frauen Herrn Schwagers), 
mit dem Sohn des steyerischen Landshaubtmanns Graffen Breuner, 
wtircklichen Gammerherrn — worbei ich auch als Beistand figuriren 
müssen — beizuwohnen. 

Dise Amour hatte schon zu der Zeit, da die Kaiserin Frau 
Mutter zu Grätz (wohin sie sich des bayerischen Einfalles wegen 
retiriret hatte) sich befände, angefangen; und obschon die Eltern 
wegen ein und anderen, bei denen Ahnen vorgefundenen Anstands, 
alles auf der Welt gethan, um den jungen Menschen zu detourniren, 
und das Mädel (wiewollen sonsten ein guttes, tugendliches Kind) 
nicht allein nicht hübsch, sondern ihrer Leibs Struclur halber — in- 
deme sie eine ganz besondere Rondeur hat, gleich einer Frauen, die 
ville Kinder getragen — fast difforme ist, so hat er doch von ihr 
nicht nachlassen wollen und durch diso seine, über siben Jahr fOr- 
gedauerte Beständigkeit die Eltern endlichen bewogen, ihren Con- 
sens zur Heirath zu geben. 

Den 1. Octobris wäre Confercnz in sibenbürgischen Sachen bei 
Gräften v. Königsegg. 

Den 2. gäbe der Kaiser dem türckischen Effendi die Abschieds 
Audienz und wäre die Ordonnanz um 12 Uhr, übrigens aber alles 
hierbei auf den nemmlichcn Fuß wie bei der Kaiserin. Der Kaiser 
thate auch die Finesse, den vom Sultan überkommenen Degen an 
der Seiten zu tragen; und was den Abgesanten betriftit, hat sich 
selber hierbei wicderumen sehr manierlich aufgefüliret, die Neigungen 
des Haubts und Leibs auf seine Art deutlich und tiefte genug gemacht, 
und in specie den Titl: großmächtigster auf die beschehene In- 
sinuation des Dollmetschen, ohne Bedeucken seiner Anrede bei- 
geruckt. 

Nachmittag muste ich als Commissarius nomine Caesaris in 
dem Theresiano eiuer Disputation ex universo jure — welche ein 
sicherer hunjirarischer Edelmann, nahmens Andrasy, gehalten und die 
Tliescs dem Kaiser dediciret — beiwohnen, nach Vollendung der- 
selben aber alsofort nacher Schönbrunn zur Konferenz fahren. 

L M. den Kaiser hatte ich vorläuffig praeveniret (weillen so- 
thaue (\)uferenz bereits um G Uhr, gleich nach der heutigen Copula- 



1748, Okt 4. 269 

tion der Freile Lamberg angesagt worden), mir meine etwann spätter 
beschehende Anknufft nicht ungnädig zu nehmen; wie ich dann auch 
erst gegen halb 8 Uhr anlangte und sofort in das Conferenz Zimmer 
tratte, allwo mit nicht geringer Verwunderung I. M. die Kaiserin 
auch zugegen fände, die aber bald, hierauf zum Abendmahl weg bc- 

« 

ruflfen wurde. Die Conferenz dauerete biß gegen halb 10 Uhr und 
wurde — nach Überles- und Durchgehung des zwischen unseren 
Alliirten und denen französischen Ministris ajustirten Definitiv-Fridens 
Instruments — unsere Accession per unanimia beschlossen, wie hiervon 
in meinen Notis des mehrern ersichtlich.^^') 

Den 4. wurde des Kaisers hoher Nahmenstag in großer Gala 
begangen. Um eilif Uhr gienge mann in publico in die Capellen, 
sodann speiste der Kaiser allein ; und ob zwar Freitag wäre, so wurde 
doch nach denen vorigen Beispillen (vermög deren nur Opera und 
dergleichen Spectaclen, wann die Gala Tag an einen Freitag ein- 
fiellen, ausblibeu) Taft! Musique gehalten. Die BottschaflFter machten 
ihre Gratulation in corpore in der Retirada vor der Kirchen und so- 
dann die gewöhnliche Aufwartung in der Kirchen und am Tisch. 
Die Princesse speiste zu gleicher Zeit mit denen älteren 3 jungen 
HerrschafTten in dem Cabinet de la gallerie, so mann als ein Apparte- 
ment der jungen Herrschafiten reputirte und deme zu Folg der Prin- 
cesse die Oberhand Hesse. 

Die Kaiserin hatte alle Damcs g6n6ralement, Zutritts- und Stund- 
frauen um eilft* Uhr zum Handkuß bestellet und hierzu in die Cammer 
kommen lassen, wo sie dann auch dem Kaiser nach dem Gottesdienst 
die Hand küßten, bei seinen TaflFel Dienst aber nicht erschienen, 
sondern — als ich die Speisen dem Kaiser anzusagen in die Cammer 
tratte — von der Kaiserin entlassen wurden und sich sofort zur 
Aufwartung zu der TaflFel der jungen Herrschaflften begaben. Nach 
aufgehobenen und geendigten Herrschaflfts Tafflen sezten wir andere 
uns zu Disch und wurden all- anwesende Vornehmere von Adl und 
die Gesanten nebst ihren Frauen zu drei hierzu bereiteten TaflTelen 
geladen, bei deren vornehmsten ich nebst der Fürstin v. Auersperg 
(comme la premiere en rang von denen gegenwärtigen Dames) les 
honneurs machte. 

Indessen Hesse die Kaiserin eine Lista von allen zugegen 
seienden Gästen abforderen und schickte mir selbe (nachdeme sie 
mit eigener Hand die Nahmen deren Auserwählten — so nebst denen 
Hoflf Dames und HoflF Chargen meistens nur in denen Conferenz- 
Ministern und vornehmeren Capi bestunden — gezeichnet) zurück, 
um dise in dero Nahmen zu einer, gantz in der Stille, auf des Kaisers 



270 1748, Okt. 4.-5. 

Seiten in der Rathstuben angestellten, kleinen Canimer Musique ein- 
zuladen. Das Impromptn fienge beilänffig gegen halb siben Uhr (sie!) 
nnd bestände in einigen von denen anf der Opera fignrirenden drei 
Virtuosen : Monticelli, Amorevoli und Venturini (deren leztere zwei in 
königlieh pohlnischen, ersterer aber in unseren Diensten engagiret) 
abgesungenen Cantaten, wormit es biß nach aeht Uhr ftirgedaueret, 
während deme die Kaiserin und die Princesse jede eine Partie Piqnet 
gespiilet; die Dames — so nicht mit ihnen gespillet — auf da und 
dorten plaeirten Tabourets gesessen, der Kaiser aber nebst denen 
Männern immer gestanden ist. 

Der Printz Carl ist heut nicht im Vorschein gekommen, weillen 
der arme Herr seit gestern einen grausammen Acces vom Fieber aus- 
halten mtlssen, welches dermahlen noch in eine Tertianam sich zu 
determiniren scheinet. Ich habe ihme Nachmittag en cachette meine 
Cour gemacht und ihn tibi aussehender gefunden. Der Herr haltet 
einen so wunderlichen und unordentlichen Regime, daß er auch mit 
seinem unvergleichlichen Temperament zulezt doch wird unterligen 
mUssen. Ich habe ihn wegen seines gutten und generösen GemUths 
lieb, je n'entre point dans ses qualitös militaires; gewiß ist es, daß 
er für seine Persohn ein brav- und unerschrockener Herr ist, ami 
de ses amis, bienfaisant und immer eines jovialischen, aufgeräumten 
Humors, wormit er dem Kaiser, welcher villmehr zur Melancolei in- 
cliuiret, öffters gar wohl conveniret, ob zwar auf der anderen Seiten 
nicht zu längnen, daß er ihn zu sehr zu denen Dissipationen und 
Divertissemens — sonderlich der Jagd und deren Spectaclen — en- 
trainiret nnd anmit von denen Geschäften zu offt und zu vill ab- 
ziehet, worzu wir ohnedeme nicht allzu großen Lust haben oder 
doch nicht lang damit unß plagen mögten. 

Den 5. wurden Vormittag vor der Seegenmeß die Knaben aus 
deni Theresiano von I. M. dem Kaiser zur Audienz vorgelassen, um 
zu dero gestrigen Nahmcnstag ihren Handkuß und Gltickwunsch, 
welch lezteren ein GraflF Fugger in teutschcr Sprach gemacht, abzu- 
statten. Sodann führe ich zu GraflFen v. Konigsegg, einer Conferenz 
mit Zuziehung des niderländischen Raths beizuwohnen. 

Abends wäre das Versprechen meiner Josepherl mit dem GrafFen 
Carl Joseph v. Herberstein. Diser ist der Chef von der Guttenhagi- 
schen Lini, ein Neveu des anno 1744 verstorbenen Landmarschalien, 
Conferenz Ministers und Toisonisten Graflfen Ferdinand seelig, und 
ein Sohn des a"^ 173. (sie!) in sehr jungen Jahren mit Tod abgangenen 
GraflFen Leopolds, ältesten Sohns des reichen Graflfen Wenzls, welchen 
mann aus Spitznahmen den Maschwander geucnnet. 



272 1748, Okt. 5. 

ment iet>en za k5nneu, liebte das Mädl von Hertzen, hätte ein gnttes 
Gemüth, wäre eben nicht lär, und also könte mann nichts dann gnttes 
von ihme für das kttnfftige hoffen etc. 

In der That determinirte mich auch, da6 seine Familie mit mir 
bereits von meiner Großmutter wegen alliirt ist^'^) und besonders, 
daB ich ihrem Brüdern, den seeligen Vice-Kriegs Praesidenten, so 
villes zu dancken habe, als welcher die Helffte seines Vermögens 
meinem Vattem seelig cum substitutione auf mich und die meinige 
hinterlassen. Alle dise Ursachen bewogen mich demnach, dem jungen 
Menschen — nachdeme dessen Frau Mutter bei meiner GräflSn und 
mir die gewöhnliche, vorläuffige Anwerbung bereits den 20. Martii 
gethan und wir hierauf unter uns die Ehebedinguusse des kttnfiiig 
zu errichtenden Heirath Contracts festgesezt — zu erlauben, sich 
um die Neigung meiner Tochter zu bewerben, als worauf es bei mir 
vorzüglich ankommt, indeme ich meine Kinder als zu lieb habe, als 
daß ich sie in einer Sach, woran ihr zeitlich- und ewiges Wohl und 
Wehe hanget, zwingen wolte. 

Eitern können in dergleichen Fällen nichts dann die Beweg 
Ursachen vorstellen, und denen Kindern muß freistehen, zu wählen. 
Wahr ist es aber, daß gleich wie gutte und raisonnable Eltern ihren 
Kindern am besten rathen und vorschlagen können, also auch wohl 
erzogene Kinder nicht leichtlichen von deren Eltern Meinung ab- 
gehen; und geschibt gemainiglich, daß der Gehorsamm auch in 
disem Fahl von Gott geseegnet, der Eigensinn aber und die ein- 
gebildete Aversionen oder Incliuationen und nach deren Anleitung 
beschehene Auswählungen meistentheils mit einem ungliieklichen 
Ausschlag gestrafft zu werden pflegen. Meines Orths wäre auch 
liierinnen allerdings beruhiget, zumahlcn bei meiner Tochter dem Ge- 
horsamm die Inclination bald nachgefolget und wir Eltern den Trost 
gehabt haben, daß je mehr die junge Leuthe einander kennen ge- 
lernet, je mehr ihre rcciproquc Neigung zugcnohmcn. 

Gleich wie wir nun unter unß wegen deren kUnfftigen Ehe- 
Pacten bereits mündlich conveniret w<aren, also fanden wir auch 
ferners für gutt, die Bedingnussen in eine förmliche Notl einzutragen 
und solche von beiden Ilaubtparthcien und unß Eltern unterzeichnen 
zu lassen, um sodann — wann es unserer Convcnienz sein würde, 
daß die Heirath für sich gehen solte — sothanc Notl zugleich in 
forniani contractus umgicssen zu können. Diso Praccaution schiene 
unß von darumcn nicht undienlich, weillen (allem Ansehen nach) die 
Heirath sich längers hinausziehen dörffte, da nicht allein meine 
Frau zu Verfertigung der Ausstaffirung — worzu sie die meiste 



274 1748, Okt. 5. 

dem BischoflFshoflF solenniter vor sich gangen; und nebst deme, daß 
ich zu den heutigen Versprechen, so in meiner Behausung gehalten 
wurde, abbesagter Massen die Beistand und FreundschafTt um halber 
sibcn Uhr invitirte, so Hesse aunoch zu der Gesellschafft alle fremmde 
Bottschaffter und Ministros, desgleichen alle Toisonisten, geheimme 
Rath, Cammcrherrn und tiberhaubt den ganzen Adel auf heut abends 
zu mir besonders einladen, welche auch in solcher Anzahl erschinen, 
daß mich nicht errinnere, jemahlen eine stärckere Assembl6e in Wienn 
gesehen zu haben. 

Sobald die Beistände und vornehmere von der FreundschaflFt 
beisammen waren, so verfügten sich selbe nach hiesigen Gebrauch 
nebst denen Brautleuthen und deren Eltern (welche Stelle bei meinen 
Eidam der Obrist Canzler Graff v. Harrach und die verwittibte Frau 
Landmarschallin, Gräffin v. Herberstein, vertretten) in ein Neben 
Zimmer, allwo von meinem Secretario Schnitzen, der zugleich Reichs 
Canzellist ist, der Heirathscontract, worvon Copia anschlUssig,^^^) ab- 
gelesen, sodann von der Braut ihrem Bräutigamm eine Tabatiöre de 
cristal de röche incrustöe d*or et garnic de brillans nebst einem bril- 
lantenen Ring, und von ihme hingegen ihr die gewöhnliche zwei 
Ring (so aber bereits more solito zu Ohr Bouclen gefast waren, 
mithin mann pro forma zwei andere pro illo momento traditionis 
substituirte) in einer Tabatiere 6maillee d*or überreichet wurden. 

Außer disen Ohr Bouclen aber empfienge sie noch eine magni- 
fique, so genannte D6vote und Plaque von Brillanten nebst einer 
goldenen Uhr; und ob wir zwar die Hochzeitspraesenter in der Notl 
nur auf 12.000 fl. fixiret, so blibe es doch bei diser Summe nicht, 
sondern der Geschmuck allein stige vill höher und hätte der Herr 
Bräutigam noch mehr hergegeben, wann wir Eltern nicht Selbsten 
dise G6nerositc (wordurch doch der Braut bei jcztigen schlechten 
Zeiten — da mann keine Spamponaden machen kann — zulezt nicht 
gedinet gewesen wäre) bomiret hätten. Von unß Eltern bekamme 
sie ohnedeme auch eine schöne Aigrettc de brillans im Kopff und 
von der angehenden Frau Schwiger eine Nadl. 

Die Josepherl hatte ein rosenfarbes Kleid mit Silber und (soit 
dit Sans vanit6) sähe recht wohl auß mit ihren Aufbutz; ich hiesse 
sie immer meine Nürnberger Dop:gen, weillen sie sehr klein und 
klebcr, dabei aber die schönsten Farben und allenthalben ein liebes 
hertzliches Gestältl hat. Sie führte sich sehr gutt auf, d*un petit air 
modeste et pourt4int sans embarras, also zwar, daß sie g6n6ral Ap- 
probation gefunden. Des Bräutigamms Kleid wäre in Silber ge- 
stickt sur un gros de Naples, d'un fond mnsc, et la veste couleur 



276 1748, Okt. 7.-8. 

etwas spätter nach, weillen er za than hatte; kunte sich aach von 
dämmen nicht lang aufhalten, weder bei den Frühstück verbleiben, 
geruhete aber das in Angenschein genohmene zu approbiren und 
meiner Frauen Gusto zu beloben, welche in der That das Zeugnus 
verdienet, daß sie die Ausstaffierung der Tochter auf eine Art anzu- 
stellen gewust, qu'elle a squ allier la magnificence et le bon gofit, 
ohne doch auch hierinfahls große Sprung zu machen und einen 
sonderbahren Fastum (der sich vor unsere jeztige, traurige Umstände 
nicht schickete) zu aifectiren. 

Heut mittags speisten wir bei meiner Schwester au premier 
din6 de noces, welche Dinis sodann, hiesiger Gewohnheit nach, unter 
denen Vornehmeren der Befreundschafft und Beiständen herum roulirten. 

Ansonsten determinirten sich I. M. wegen herbeinahenden Ar- 
riöre-Saison heut mittags sämmtliche junge Herrschafften in die 
Winter Quartier zu schicken; jedoch kämmen selbe bei schönen 
Tagen öflFters nacher SchOnbrunn, um die Frau Kindlbetterin zu be- 
suchen. 

Den 8. raiste der Kaiser in aller Früh gantz air incognito, en 
compagnie de Mr. Toussaint und des Cammerherrn Ogara (qui est 
encore un des anciens de Lorraine, mithin bien en cour) nacher 
Hollitsch, um die, nach lezteren Nachrichten allda und in dortiger 
Nachbahrscha£rt dermahlen lagerende Heuschrecken — welches Unziffer 
dises Jahr über Sibenbttrgen und Hungarn nacher Schlesien und 
Mähren millionenweis gezogen und villen Schaden gethan, in Oester- 
reich aber und unsere Gegenden, Gottlob, nicht gekommen ist — in 
Augenschein zu nehmen. Was es mit diser seltsammen Migration 
vor eine Beschaffenheit habe, kann aus denen hierüber geschribenen 
Tractaten erlesen werden, und werden die Naturalisten hiervon am 
besten urtheilen können, deren zwar die meiste nichts guttes für das 
ktinfftige Jahr ominiren und bereits von Mißwachs, ja gar Hunger 
und Pest (soferne dise Insecten den Winter hindurch, wie mann 
beförchtet, vor Kälte und Mangel des Fraßes crcpiren und die 
Felder damit inficiren solten) vor hinaus betrübte Weissagungen 
machen und dise durch mehrere Beispille voriger Zeiten begründen 
wollen. 

Der Kaiser kämme den folgenden Tag gegen neun Uhr abends 
wiederumen zurück und erzehlte unter anderen, daß er würcklichen 
die Gedult gehabt hätte — als der Zug bei ihn vorbei zu fliehen 
angefangen — gegen dritthalb Stund selbem abzuwarten und dennoch 
das End nicht erwarten können und (da er eben in der Nähe 
eines seinigen, sehr großen Dorffs, Eybel genant, sich befunden) 



278 174-f. Okt. V}.-IU 

in etwas lioi denen juu;ren Leuthen. welche za ansereu Trost all-be* 
scheidene Zufridenlieit l>ezeigten. daß sie einander nun Tollständig 
zugcliören. 

Den 10.. welchen Tag die verwittibte Frau von Hezendorff sieh 
wiederamen in die »Statt gezogen, laude ich mich Y>ei denen neuen 
Eheleuthen bald nach i* Uhr ein und thate mit ihnen frühstücken. 
Meine Frau hatte bereits les devants j^enohmen und gleich mir alle 
Ursach geliabt. mit unseren Kindern sich christlich zu erfreuen. 
Gegen 12 Uhr kämmen auch die mehreste der BefreundschaSV. um 
das neue Ehepaar zum Schotten <allwohin die junge Leuth mit ein- 
ander in ihrer Equipage, und meine Frau und ich beide besonders 
in unseren Wägen — alle drei Wägen zu 6 Pferden — fuhren') zur 
heil. Meß und priesterlichen Einseegnung zu begleiten. Mittags hatte 
ich eine kleine Table de parens et amis de la maison bei mir, und 
abends wäre die Gesellschaift bei meinem Schwägern, den Fürsten 
V. Dietrichstein. 

Ehe ich aber mich dahin verfugte, führe ich annoch zuvor nach- 
mittags auf Schönbrunn, um beiden kaiserlichen Mayestäten die Hand 
zu küssen und selben meine junge Ehelenthe — welche wegen der 
Kaiserin ' zwar nur pro forma, massen sie würckliclien heut im Garten 
spatzieren gewesen) fiirdauerenden Kindibett dise Gnad bei ihr noch 
nicht hal>en kunten — zu Füssen zu legen, bei welcher Gelegenheit 
allerhöchst dieselbe so gnädigster Äußerungen sich bedienet, daß es 
eine Vanite von mir schiene, solche dahicr zu wiederhollen. Die 
Kaiserin machte sonderlich ein sehr gnädiges Portrait von der Jo- 
sephcrl und ihrer gehabten Erziehung, und beide Herrschafliten ver- 
sicherten mich ihrer ferneren Huld für meine junge Leuthl, bei 
welchen wir heut nach der Gesellscliafft in camera caritatis gespeiset 
und folgenden Tag, als 

den 11., zu Mariae Ilietzing Meß gehr)ret haben, wohin ich zu 
Pferd ritte, die neuen Eheleuthe aber mit einander, und meine Frau 
mit der Leuorl cbenfahls in Hiroceio hinaußfuhren. 

Nachmittag um 5 Uhr wäre Ordonnanz zur auf heut an- 
beraumten Todenvigil für die seelige Herzogin v. Parma, worbei alles 
nach den Hoff Confercnzschluß beobachtet worden; und weillen wir 
heut zum ersten Mahl, seitdenie die Hoß'-Capellen eine neue Gestalt 
bekommen, in selber den Gottesdienst gehal>t, so ermanglete ich nicht, 
nebst meinem Schwägern, die Ljvge und Distribution deren Oratorien, 
deren mann wegen der villen jungen HerrsehaiVten zwölff zubereitet, 
in Augenschein zu nehmen; und weillen wir ersehen, daß der Raum 
oben, wo die geheininie Kätli und Cammcrherrn vorhin sich zu pla- 



1748, Okt. 12.— 15. 279 

ciren pflegten, vill kleiner worden, so fanden wir für gutt, fUhrohin 
es auf den Fuß wie bei denen Augustinern zu setzen, also daß immer 
die erstere Bänck unten in der Capellen für jene, so oben keinen 
Platz mehr ünden wurden, ledig und frei gelassen werden solten, 
welches um so tliunlicher, als die Musieanten nicht mehr wie vorhin 
herunten, sondern auch in eine Tribüne unter der unserigen placiret 
worden. Übrigens ist — ausser sothanen neuen Oratorien und in 
etwas (zwar sehr massig) hervorgebuzten dreien Altären — an der 
Capellen selbsten und dem Vaisseau outre la nouvelle chemise nichts 
geänderet worden. 

Den 12. wäre bereits um halber 9 Uhr die Ordonnanz zum 
Exequien gegeben worden, weillen der Kaiser auf die Jagd gehen 
wollen, und wurden selbe nach der neuen Verordnung mit dem 
heutigen Requiem und LobAmmt, ohne Errichtung eines Castri doloris 
beschlossen. 

Den 13. wäre ungehindert des heutigen Sonntags kein öffent- 
licher Kirchengang, weillen die Kaiserin annoch retiriret und der 
Kaiser Medecin genohmen. 

Den 14. sahen beide Mavestäten die aus Niderland zurück 
nacher Hauß kehrende Hannalisten im Feuer exeroiren. Der Kaiser 
ritte zuvor an die Lini (So gegenüber von Öchönbrunn nächst der 
Chaussee, die auf Burckartstorff führet, gestellet wäre) und die 
Kaiserin folgte in einer offenen Landauer Chaise, ob wollen der Wind 
kalt und hefftig, und sie noch nicht gar vier Wochen im Kindibett 
wäre. Das Exercice gienge sehr gutt und ordentlich von statten 
und hatte mann ftlr die allerhöchste Ilerrschatften und die Dames 
Zelter zubereitet, um bedeckter zusehen zu können. 

Au retour a Schönbrunn führe der Kaiser gegen Eberstorff, um 
in dortiger (icgcnd Wildschwein mit Hunden zu hetzen — un diver- 
tissement inventi^ de nouveau pour aujourdhui, so auch ganz glück- 
lich und vergnügt abgeloffen. 

Den IT)., als an I. M. der Kaiserin höchsten Nahmenstag, wäre 
große («ala und wurde denen Bottschafftern zur Kirchen angesagt. 
Vor selber meldete ich sie bei der Kaiserin, um die gewöhnliche 
Complimenten zu machen, so sie in dem Spieglzimmer ablegten ; nach 
ihnen Hessen I. M. noch die Hoffjimter und vornehmere Ministros 
hinein zum Handkuß (^ich hatte meinen schon zuv<»r in der Cammer 
abgestattet^ und giengen sodann incognito in das Privat Oratorium; 
der Kaiser ai>er verfügte sich col corteggio publico zur Capellen und 
mittags speisten beide Mavestäten nebst dem Ertzherzog Joseph und 
der Princessc in der llathstuben oder gelben Zimmer, so für heut 



280 1748, Okt. 15.— 18. 

der KaiHerin Anticaiiieru rcpraescntircii luuste, weillen die Zimmer 
auf ihrer Seiten alle zu klein seind und sie gleichwollen noch als 
eine. Kindlhetterin ti^uriren, mithin nicht in der großen Anticauera 
lieraulien in puliliiMi HiKiisen wollen. 

Der Uiennt wäre llbrigens wie er in dergleichen Fällen (Wo 
auf der Kainerin Sitten gespeist wird) zu sein pfleget, und mann er- 
lauhte auch denen MUnneren, jedoch — weillen der Raum cbenfahls 
nirlit llhertlllsHig und die TatVel Musique (so in Cantatcn von der 
Sifciioni TcHi und dem Monticello bestanden) ohnehin Tillen Platz 
ein^'.enohmen nur Cavallieren de distinction in dem Taifel Zimmer 
Hur/uwarlen. Nachdcme die Ilerrschaft*ten abgespeiset, wurden die 
anwertendo vornehmere von Adel beiderlei (leschlechts abermahlen bei 
drei grollen Tartlen i)ewllrthet und abends spilltc die Kaiserin in dem 
Salon de la gallerie, wo sie sonsten an Appartcment-Täg zu spülen 
plle};et; jedorli wurde von mir sorgfältig vorgesehen, damit wenigstens 
iler SpillilMrli (worunter ein Teppich untergebreitet wurde) in keinem 
/lUi'.wind y.u Ntelien kommen m(^gc, weillen die Frau so gar keine 
Wiirnio vertragen und mann doch eine Kindlbetterin nicht so gar der 
NaelillutY exp<niiren kann. 

(IbrigeuH kamuu^ heut die schon lang erwartete Promotion des 
{ »lirlMtbiir^KratVen heraus und wurde diso wichtige Charge endlichen 
mit allKetnainen Applauso dem bisherigen Obrist Landrichtern Graffen 
riilllpp V. Kollovrat und dises leztere Ammt dem unlängst gewordenen 
Olli int l.ehen Kirliteru, («ratVen Carl SchatTgotsch, zu Theil. 

her rrlnt/. Carl wäre Vormittag nach Schönbrunn gekommen 
poni Inire Non rompliment; da aber das Wetter sehr unfreundlich ge- 
wi^Mi^n. nlirrknnnne er auf der Stelle einen neuen Anstoß vom Fieber 
imhI nni'ile in dir Statt zurück eillen. 

\h^\ h* kämme der Kaiser au retour de la chasse du cerf in 
driM Opi^iiiliiHill. der dem gesiriceu Tag m Khren angestellten neuen 
t>pi^iM. MnhH'tiio ^•.cnannt, bei/.uwobuen, worzu die Musique von einem 
vinnt^linirn uMJMrlirn Compositt»re, S'' Chaluppi, mit villem Applau- 
didMrnirnl n'it'ertir.rl \>orden. I>ie Kaiserin aber sähe heut und et- 
llrlio Til^i' noeli harne»« und spülte in der Kathstuben oder gelben 
/'liiMMPi. iMltuibte anili, daß die geheimme Käth und Cammerherrn 
/MMiliiMi dJhlVlrn, und ^;leiob wie sie bereits selbsten gestern die 
I i<HH>i Miir.i^'o^'rn. ho kuute \on heut an auch auf ihrer Seiten alles 
In M(»lnv*nl/ou Kleidern erMcheinen. 

l>i»M 1*' \>«dinlon die llerrscbatVten der Vigil bei fllr den ver- 
•jImiIipiioii lleiiM, welche wie vorn «lahr, in der Schönbrunner Capellcn 



-S2 174^, Okt. 22.-29- 

uiiB alle ^aiiz ^iiädigKt eii]|ifaii§:eu und eutlasseo. souderlich mber 
ihrer kräDti^slcn Maimteueuz vereieberet^ ohue welcber r wegen deren 
villtMi Beneidereil uud ADtag:ouigteu • f^ich dises neac Institatiun 
iiirlit lang souteniren wUrde. Xaeb j^e4^ndi^«r Audienz fahre ich in 
die Statt zu Grafieu v. Köui^f^eg^, einer uiit Zuziehung der Reichs 
Canzlei in der Weiinarisebeu Tutelsach angestellten Conferenz bei- 
zuwohnen. 

Heut in der Nacht 8tar)>e in Kiodf^iiöthen und währender 
Operation (welche von dem Chirurgo s<ihr unglücklich verrichtet 
worden) des Caniinerherrn (i raffen Cauiillo Colloredo Gemahlin, eine 
gebohrne v. Wolffstball, iin 40. Jahr ihres Ahers. 

Den 24. raiste der türckische Etfendv nach erhaltenen schönen 
Regalien von hier ab. Abends sfnilte die Kaiserin angefangener- 
inasscn und ich inuste bekant machen, daß flihrohin nur am Dienstag 
Appartement (damit die Stnndfrauen und Fremmde sie sehen künten), 
die andere Tag aber, ausgenohmen die Post Tage, das neu introdu- 
cirte Abendspill — worzu obbemeltennassen nur die Zutrittsfrauen 
und von Männeren die geheimme Käth und Cammerherm kommen 
dörfften — gehalten werden wUrde. Ce nouvel arrangement a 6t6 
bon, obwohlen ville vermutheten, daß es die Kaiserin nur von dä- 
mmen getban, weillen sie wegen der Arriere-Saison die Abend nicht 
mehr spatzieren geben kunte, mithin nur Leuth zu sehen verlangte 
pour passer Tennui. 

Den 25. blibe die Kaiserin den gantzen Tag retiriret. 

Den 2G. wäre kein Toison Vesper. 

Den 27. kämmen die HerrscbafTtcn früh in die Burg; der 
Gottesdienst wegen des heutigen Sonntags wurde öffentlich in der 
llolVCapellen gebalten, jedoch in eampagne und ohne Bottschaffter. 
Sic speisten bei der Grilffin Belrupt und um o Uhr wäre Ordonnantz 
zu der beut einfallenden Andacht bei St. Peter und der heiligen Drei- 
faltigkeit Sanllen, worzu mann in Mantelkleid ansagen Hesse. 

Au retour gienge mann zur Opera; und weillen heut die Kaiserin 
zu dJHer, fllr ilin'ii Nabnienstag gewiedmeten Opera zum ersten Mahl 
i'.nt'Uiut'ti wiinl(! (las gantze Am|)bitheatrum mit etlich hundert wach- 
k4.ti4tt K/:rt/eii belelicbtet.''"*^ 

\ff II li'' , als in festo deren beiligsten Aposteln Simonis et Judae, 
vk;jf': hU'tuitWi'Ut' Kirelien zu Sebönbrunn, abends Spill. 

Iftfi v.u. vv;ire vonnittngH Konferenz bei Graflien v. Königsegg 
j/.it '/sti/.tt\tuuir^ d<H rollte Pallavieini ^^welcber unlängst, nebst dem 
ißtiirlu '.'nhi'th erbjiltenen (Jovcrno des Castells von Maylaud, auch 
diä; ^ */thUi'tui\'f tUrt-u Trouppeii in Italien erlanget) und wurde dessen, 



1748, Okt. 31.— Nov. 4. 283 

wegen deren künfftigen Verpflegung tibcrgebene l*lan ministerialiter 
durchgangen, auch in denen Haubtsaclien approbiret. Abends wäre 
Appartement. 

Den 31. wäre in der Statt in der Hoff-Capellen Toison Vesper. 

Den 1. Novembris wäre gewöhnlieherniassen Toison Aranit, von 
dem Nuncio gehalten, in der Hoff Capellen herinnen. Die Herr- 
schaiTten speisten incognito bei der Leopold Daunin, welche wegen 
eines, bei ihren nunmehro schon im 8. Monath geseegneten Stands 
lieförchteten Anstosses seit einigen Tagen von Schi^nbrunn in die 
Statt zurückgekommen. Nachmittag um 5 Uhr wäre die Ordonnanz 
zur Vigil nach denen Augustinern, von welchen mann sofort, ohne 
weiters nach der Burg zuruckzukeren, nacher Schönbrunn führe. 

Den 2. wäre um 10 Uhr erst Ordonnantz zu der heutigen Seelen- 
andacht, weillen die Herrschafften von Schönbrunn aus en passant 
das Schullenburgische Regiment, so aus Italien zurückkommen, nächst 
denen Ziegelhiltten sehen wollen, ^^fann blibe en campagne und stige 
bei der Porten ab; zurück aber giengcn die Herrschafften nebst 
denen Bottschafl'tern über den Augustinergang, weillen sie sich in 
der Burg annoch in etwas verweillen wolten. 

Meines Orths hatte ich die Erlaubnus genohmen, gleich wie vorn 
Jahr, eine kleine Excursion pour la fete de St. Charles nacher Nicols- 
purg (allwo mein Schwester und Schwager seit einigen Tilgen sich 
befinden und biß zu des Kaisers Tag zu verbleiben gedencken) vor- 
zunehmen; raiste also nach genohmenen Mitt^igmahl nebst meiner 
Frauen, der Lenorl, meinem jüngeren Neveu (dem Frantz Dietrich- 
stein, dermahligcn Juristen, welcher vor sein Alter von 17 Jahren 
ungemain gewachsen und dabei ein sittsammer, wohl erzogener und 
alles guttes promittirender junger Mensch ist) und dem bei mir ein- 
quartierten und seines lustigen Humors halber überall gutt ange- 
sehenen Baron Friderich von Schlangenburg aus KUrnthen gleich 
nach 1 Uhr hinweg; bald nach 5 Uhr kämmen wir zu Pellendorff 
an, allwo wir wegen des heutigen gutten Wetters noch ein halbes 
Stündl im Garten herumgehen kunten und somit übernachteten. 

Den 3., nachdcmc wir dem heutig- sonntäglichen Gottesdienst 
in der Filial Kirchen nächst dem Schloß beigewohnet, sezten wir 
unsere Spatzicr Kais fort und traf!en gegen 3 Uhr nachmittags zu 
Nicolspurg ein, allwo wir dann den morgigen, als 

den 4., wegen des einfallenden Nahmens Tags meines Schwägern 
und meiner Frauen in der Freundschafft, in Gala mit villem Vergnügen 
begangen und erst 



284 1748, Nov. 8.-9. 

den 8. zurück nacher Wienn raisten. Ich hatte es beflissent- 
lich dahin angetragen, damit wir noch frühzeitig genug anlangen 
mögen, um mich annoch vor des Kaisers Soup^ nacher Schönbninn 
verfugen und die Ordonanzien auf morgen abheilen zu können. 

Indessen wäre in meiner Abwesenheit eben gestern bei dem 
Graflen von Königsegg, mit Zuziehung des niderländischen Ratbs, 
Conferenz gewesen und hierauf disen Morgen die Ratification unserer 
Accession zu den General Frieden dem Graffen v. Kaunitz nacher 
Achen zugeschickt worden; und in dessen Conformitet wird nun mit 
Ernst zu den EvacuationsgcschäflFtcn geschritten, worzu pro commis- 
sariis in denen Nidcrianden der General Grüne und Conseiller priy6 
Neni per substitutioncm des auf seiner Zuruck-Raiß begriffenen Feld- 
marsehallen Batthyany, und in Italien der General Brenne (welchem 
nachhero der Conite de Richecourt, unser Gesanter zu Turin, und der 
Conte Verri Fiscale von Mailand zugegeben worden) benennet 
wurden, die mit denen französischen Commissaires zu Brüssel und 
Nizza, und zwar an den ersteren Orth mit dem Lieutenant G£n6ral 
Marquis du Chayla und Intendant General de Seehelles, und an 
den leztern mit dem Maröchal de Belle Isle zu tractiren haben 
werden. ^^^1 

Wie die diOfählige Handlungen zu Achen, als den zum Friedens 
Congrcß bestimmten Orth, von Zeit zu Zeit continuiret und es end- 
lichen den 18. Octobris zum Schluß zwischen Franckreich und denen 
Seemächten ohne unser Zuthun gcdigen, ist aus meinen Conferenz 
Rapularibus umständlicher zu ersehen. ^^^) Der nach des Kaisers Carl 
des VI. Tod nun in das 8. Jahr fUrgedauerte Krieg nähme also das 
nemmliche End wie jener wegen der spahnischen Succession; in beiden 
wurden wir zulezt von unseren Alliirten verlassen und ii la fin bongre, 
uKilgr6 nous Frieden zu machen gezwungen. Was aber der der- 
mahligc und in seiner Reihe zweite Vorgang für unerwartete Folgen 
nach der Hand gehabt, und daß selber das so ville Jahr fUrgedauerte, 
sogeuante alte Systcnia völlig umgekeret habe, findet sich besser 
unten, suo loco et tempore angemercket. 

Den 9. wäre die Ordonanz um 5 Uhr abends zu dem gewöhn- 
lichen Schluß der Seelen Octav. Die Herrschaft'ten kämmen von 
Schönbrunn gerittener herein in die Burg, giengen sodann über den 
Gang zu denen Augustinern, von wannen die Kaiserin aber ihres 
höchsten Ortlis, nebst dem weiblichen Gefolg, gerad nacher Schön- 
l)runn führe, der Kaiser aber nebst denen Bottschafftern und dem 
Männer Corte^rgio wiederumen über den Gang zur Burg zurück gienge 
und sodann bei der Opera verblibe. 



^Hß 1748, Nov. 19.-23. 

Mittags wurde zwar auf des Kaisers Seiten in der f^roßen Anti- 
eaineru nebst Taffei Musique gespeiset; es servirten aber die Dames. 
Um 5 Uhr gäbe die Kaiserin Stund in der großen Retirada, wo sie 
nn Appartement Tagen zu spülen pfleget, und vor G Ubr gienge 
mann inoognito zur Opera, allwo wegen des beutigen Tags das 
Theatrum nebst dem Ampbitheatro illuminiret wäre, und nach deme 
fubrc alles zurück nacher Schönbrunn. 

Den 20. wäre Vonnittng Conferenz bei G raffen v. Uhlfeld, mit 
Zuziehung des niderländischen Raths, um über das Evacuations 
Wesen und die bei denen Brüsseler Conferenzien sich äusserende 
Anstände zu delil>eriren."'^^^'') Abends wäre Toison Vesper in der Hoff 
Ca pellen. 

l>en 21. kämmen die Herrschalften in der Früh incognito in die 
Burg, von wannen der Kaiser nacher Mariae Stiegen sich verfügte, 
den gowrdinlichen Toison Ammt beizuwohnen. 

Kodem starb nachmittags gegen 3 Uhr im <M. Jahr ihres Alters, 
an einem Hertzgewachß, die \ye\ der Kaiserin Amalia geweste Cammer- 
freile und Favoritin Charlotta Freiin v. Klenck. welche ihres Ver- 
stands, großen Lectur und dahei guttäthigen Characters halber sehr re- 
grotiret worden. Sie hatte in ihren jüngeren Jahren durch eine Er- 
kaltung die Stimme meist-ens verlohren und kunte kein lautes Wort 
sprechen, redete dabei al>er doch sehr vill und gerne, ol» sie es 
schon ohne Effort nicht wohl thun kunt^, und mag eben dises zu 
dem bei der En'»ffnnng ihres Cör|>ers gefundenen Pol\7>o nicht wenig 
beigetragen haben. Weillen sie seit ihrer Frauen Tod ]»eständig ilir 
Quartier l>ei Hofl' beibehalten, auch in der Burg gest(»rben, abs(mder- 
lich al)er weillen die Herrschafften sie ihrer villen Meriten han>er 
sehr estimircl, so befahlen dieselbe, daß mann sie mit denen nemm- 
lichen Distinctionen, als wann sie als eine wtirckliche H<»ff Dame 
verstorben wäre, licgralicn solle, welches dann auch 

den 2.^. vor sich gangen. I)ie Exposition des Cörpers knnte 
nach der vorigen Etiquette wegren des neuen Klag Reirlements (als 
worauf 1. M. die Kaiserin stricte halten W(»llen. um l>ei dem ersten, 
seit dessen Publicirung bei H(»ff sich ergebenen («asus denen in der 
Statt kein tibles Exempel zu gelten nicht änderst als ohne Gepräng 
geschehen, keine Bühne, wie ebedessen gcw<"»linlicli wäre. anfgestcUet, 
weder Messen coram funere gelesen werden. I)ie Sarg wurde aber 
nach vorigem Gebrauch von kaiserlichen Cannnerdieneren erhoben nnd 
hiß zum Wagen getragen, von selbem abermablen herunter genohmen 

'■»iß in die Kirchen deren PI*. Augustinern nächst der Thtir ge- 
aUwo selbe von 12 Cammerherru. sn in Mantl Kleidern an- 



1748, Nov. 23.-25. 287 

gethan waren, Ubernohincn und zur Grufl't mit gewöhnlichen Gepräng 
getragen wurde. 

Die Hoff Dames von regierenden und verwittibten Hoff musten 
bei der Begräbnus erscheinen und wurde dazu more solito allen ge- 
heimnien Käthen und Cammerhcrrn angesagt, welche aber — außer 
jenen, so die Leiche trugen — ohne Mantel Kleid erscheinen können. 
Meines Orths (ob ich zwar mit meiner Brust in etwas incommodiret 
und es sehr kalt wäre) wolte dennoch nicht ausbleiben, um diser 
meritirten Persohu, welche für mich und die meinige jederzeit ville 
Freundschafft gezeiget, die lezte Ehre zu thun. 

Den 24. wäre früh noch der sonntägliche Gottesdienst zu Schön- 
brunn und speiste mann daraussen noch zu Mittag; bald nach 4 Uhr 
aber geschähe der Aufbruch in das Winterquartier, weillen sich die 
Kälte tätlich stärcker einzufinden angefangen und wfircklich von allen 
Seiten Frost und Schnee zu sehen wäre. Die Herrschafften verfWgten 
sich sogleich zur alten Kaiserin und abends incognito in die deutsche 
Comedie nächst dem Kärnthnerthor. 

Übrigens blibe alles vor der Hand bei dem wie es vorn Jahr 
gewesen, mit denen Kirchendienst und Appartement, so Dienst- 
und Freitags gehalten, auch an selben Tagen — aber nicht wie vor 
disein, in Appartement Selbsten, sondern vor selbem auf der Kaiserin 
Seiten — die Audienzien gegeben wurden, worzu so die Kaiserin auch 
Dienstag Vormittag (weillen der FrciUig für die Deputation gewidmet) 
destiniret. 

Mann machte aber ungehindert mein und des Hoffmarschall- 
auch Hur^graffen Ammts wiedcrhollten Vorstellungen, ein neues K6- 
glement mit der Bewachung der Burg, welche nicht mehr wie bis- 
hero, bei Nachts geschlossen, sondern auf den Schönbrunner Fuß 
beständig offen gelassen und deme zu Folg die ausgestellte in- und 
äussere Wachten von Zeit zu Zeit bei Nacht wie bei Tag abgel()set 
werden sollen. Mithin hörete auch der alte Brauch auf, vermög 
dessen mann dem Dienst (.'ammerherrn, welcher in der Burg zu 
schlaffen hat, die Schlüsselen zu denen Burgthi'tren (nachdcme selbe 
geschlossen waren) nachts zur Verwahrung (Iberbracht und in der 
Früh bei selben wiederumen abgehollet hat. 

Den 2;'). wäre wegen des S. Catharinae Fests öffentlicher 
Kirchendienst in Mnntel. Mittags aber speisten die Herrechafften 
retiriret. Ich solte zu einer C'onferenz zu Graffcn von Königsegg, 
welcher vom Podagra wieder hergcstellet, und worzu auch die 
oesterrcichische (.'anzlei zu erscheinen hatte; allein es verzöge sich 



2^^ 1748, Nov. 2«.- Dpi. 7. 

^o lang mit «ier Kirf^hen, <i»ß irh iiiebt mehr i«i rechter Zeit <iarzii 
kommen Icunte 

Den 28. unterhiihe. an^ehindert lies lieati^en Dienstag, (las 
Appartement und beide Majestäten ;?xen^en «iaffir in «lie L'omoedi 
/Jim Kjimthner Thor. 

Den 28. be$»hen die FTerreehaiften «ias nas Nideriand nach 
:^pinem Quartier in Hnn^m dnrehnuurhirende Dni^ner Regiment 
rJej? vor weniir Tagen allhier znrnckA^an^en Feidmarschallen Bat- 
thyany näehgt denen Ställen and Naefamittag wäre bei Graffen v. 
Kr»niga*»ef^ große Hoff Conferenz mit Znziehan^ sämtlieher Conferenz- 
Mini9tri>nim nnd eben besagen GnuTen Battfavanv. um 9ber die 
Rrriehtnng' <ler Hotf-Staat and Ci>eremoniaIis des Ertzherzogs zn de- 
liberiren, wie aus belügenden Copie proch«)eoUi mit mehram zu er- 
j^ehen.****^ 

Den 20. as^iistirte der Kaiser der srewohniiehen solennen Toisoa 
Ve»{>er nnd wäre die r>rdonnantz um o Uhr: sodann zum ersten Mahl 
Appartement seit der Retoar von dehönbnum. 

r>en 3<). wäre die Ordonnanz am 10 Uhr anfanglichen, nachhero 
aber am D Thr zn der hearigen Fanction gegeben: der Eaiaer gienge 
aber dooh nieht vor 10 Uhr; wir waren VJ Bitter zugegen. 

r>en 1. riecembris and die zwei folgende Tage wäre in der 
Ffotf Capeilen das 44)stfindige Gebett and die Lhrdonnanzien hiemi 
wie vom Jahr. Hent speisten die Herrschatflen öffentlich anf der 
Kaiserin Seiten. 

r>en ?>. fahren die Herrn^halften in das CoUeginm« das heutige 
Fest S. Francisf^i Xaverii zu begehen; hin fahre mann um das Glacis, 
y.nmrk aber durch die Statt. Es wurde auf den vorigen Fuß en 
r'.ampagne angesagt nnd die ßottschaffter erschienen. 

Nach der Kirchen fahre ich zu den Graffen v. Königsegg. der 
r'onferenz beizuwohnen, worinnen haubtsachlichen, was bei der- 
mal bligen frmständen, nach erfolgter Accession zu den General Friden 
nnd deren Ratification, respectu unirersi weiters zu attendiren seie, 
in ^ie)i^>eration gekommen.'^M 

fMn 4. l>e«iahen die Herrschafften das Ffirst Lichtensteinische 
iftn^fffiej Regiment nnd der Kaiser — ungehindert des starck* und 
kälten Winds, den er gonsten nicht gern dultet — blibe bestandig 
m rferd. 

Uf-n 0. wäre off'cntlicher Gottesdienst, aber weder Tafiel noch 
A|»jrftrtement, 

Den 7. wäre Toison Vesper in der Hoff Capeilen und 



Koci^Be^^ d€>dkuim v^rioL «aii^ si»izi^:it ix itrMmri v^m dm 

SM«« «c«£i^ ix de? Asik;ft2iien i»K3i^z>^ Oi2zaz»(iri>^^7v Uoie.^^' 
w<«ax kii f t«««- <ärö Wct?itii bä". w^oti: ä*^«D viilai Or-^iTÄdkik^ea 

dwL jlkai A£«ietr€S la^ t<4 deacsi Pr:*B>c<3$ v^endr^em Dbax^ mmd 
T«B daK:^ Exdii§3« ficc<iefYr Gesäeliier xini E<»ifeiif3ä i^3%r^ frtn^cm 
kilieaD v«d&. iinkme «x^sef« BeifUsikä« ä>e ^acpt&i.^in&ä«' Gcadai 

Cl<Tir«B» uiiabe der ntmt Äy^ lold Lkniif P<»i<«5§ vk« ««ncr 
ia der Bsr^ ünne loid f^eiiier «ikasiiilix aiii^wiesieiE^x WniihBVB^ 
w^Afitt JiHf deneiB r<«iBs xeisxslcs S:4DiDej ZimiKines i^c^eh m der 
Zesa. dx S^ii za *^:<h3LDa' Srelk- desdsim wxjre. xiirteT^elaiet xnd am 
dtfiexi^ de k «K^-ET noi »e3K£. ^t« dixBJkS'esen S^c&IiiT^ea aBentikilbeB 

d«B l'*. Xaei»d««K felt^er in des «JiwifQ Hc«fiiDeä$s«r$ xsd 
Gts^xinn iB <k7 B^edriida T<*r Iteädea k^9edSf^x NxyesiiSiea 
Jsrux^eiit ^j ^amt ptw^^uSithtrmM^fem von iem Bmefzt«3<eia vmi die 
Veria junaiieiiii v<*2 d-em Grtfieii vc^x ITilfeM vc-iTÄ^ieseB w<!iidcs' 
xii^«le^ m^ Idtnisf ix der CuuxDer t<«x H. lOL lieidei^is de^ Ertz- 
hfTL»ys Tr.rre*a*elki w/^rdex. winde tr ix der Eii3ier«3x^^ea vt« dea 
Ol«if!:b>5iDeifaiej ientn emher&^rlk'lK'X OmxiDwl^ejTii xsd ifari^ea 
sehr -«^f-üirex H('f" äun ixdööe naxB deix ErtzJMaxoi^ wie v^rim 
xxii d^T kidiveiL lirrtie xxd SsxU-Lestii wie ax> deaa 0:«ifefexi Piwv 
ÜK*^-/»]] m f r^iei^iL t»ed>e»t^ Ijisfiex xxii dexex «w^iimlk-iie* Oniifiea 
*rhtirbäil*- T(*rre«'eik:a imd Tä£s hienxf ^ 

otTj Iv. üüKi.t -er «ieixe eine ofexilkbr Ftdcöc« lid G<3cg e M - 
l>rfi c^T bf mirta] Pia:Ääirxmr de§ «TxbeiX'r^rlicbex Re£isreiii&. sx* ebea 
*.!» Xidt^mud iiirDftrek<»iMDex xxd xa^b seix«ii 
^iiuinitT liitT durei luisfirei. 

<jkir^^ I ''» Uir fnbre d-er Erahert/*^ mii dem Ave* xxd £1 
Bti*Mi <yrf:»i£ T.>x der Burr wf:^. f^exie si^i i li i«e de ä« le^ 
n>wii- **•> idi^/ii«:: deiK-x :^^aiLlkx murire« wiirde. imd erw:Mt«e xbo zs 
Pfed dk- AikiLLfi t^eider kadj^erlk-ber Ihvesiiiex, w-fkie — der 
Kjdi*er nLd Phlu utti^i dexex llaxxerx ni Ffeid, die 



1748, Dez. 10—14. 291 

nebst der sämmtlichen jungen Herrsehafft und denen Hoff Dames 
von beiden Hoffen in Wägen — bald nach folgten. Die Lini pas- 
sirten nur die Cavalliers zu Pferd, jedoch blibe bei den Kaiser allein 
der Obrist Stallmeister und ich; die übrige folgten der Kaiserin 
Voiture, welche wegen des heutigen ungemain und recht verwunder- 
lich schönen Tags mit der Princesse sich in die Landauer Chaise 
sezte und ebenfahls nebst denen Hoff Wägen (und sonsten keiner 
andern Equippage) durch die Lini führe. Der Ertzherzog, nach ge- 
thanener Salutation, ritte neben dem Kaiser und der Ayo auf seiner 
Seiten, indeme das Herrl erst seit beiläuffig drei Wochen her zum 
ersten Mahl auf ein Pferd gesezt worden. Während deme, als das 
Regiment defilirte, verblibe selber beständig neben der Kaiserin Chaise 
und zurück ritte er an des Kaisers Seiten biß zur Bellaria, allwo 
mann abstige. 

Das schöne Wetter sowohl als noch villmehr die Neuigkeit des 
Spectacls hatte ville Leuthe, auch vom Land her, versammlet, weillen 
mann dahier noch keinen Printzen vom Hauß in der Uniforme und 
an der Spitz eines Regiments gesehen, da die Ertzherzoge vorhin 
keine Regimenter zu haben gepflegt und dise Mode erst aus Loth- 
ringen gekommen, allwo die Printzen nach französischen Fuß eigene 
und auch fremmde Regimenter zu commandiren gewohnt seiud; wie 
dann der Kaiser Selbsten annoch sein als Herzog gehabtes Regi- 
ment und der Printz Carl auch das seinige hat und — was noch 
verwunderlicher scheinet — die Emolumenta davon wUrcklich ge- 
niesset. 

Den 11. wäre Conferenz bei Graffen v. Königsegg mit Zu- 
ziehung des niderländischen Raths, um über das Evacuationswerck 
weiters zu deliberiren. 

Den 12. wurde wegen des Printz Carl Geburtstags große Gala 
angesagt und musten die Dames in Hoff Kleid erscheinen. Biß 
gegen 12 Uhr empfienge der Printz die Complimenten, sodann wäre 
öffentlicher Taffldienst auf des Kaisers Seiten in der Anticamera und 
servirten die Dames. Abends wäre Appartement. Der Kaiser aber 
retirirte sich bald, spillte mit der gewöhnlichen Compagnie eine Partie 
Billard und sodann giengen wir Männer (die das Privilege haben, in 
seine Loge zu kommen) mit ihme und dem Printzen in die Opera, 
welche heut etwas spätter angefangen. 

Den 14. wäre Conferenz bei Graffen v. Königsegg über die mit 
gestrigem Currier von dem Generalen Broun angelangte D6pechen, 
als welcher qua commissarius caesareo regius bei denen Conferenzien 
zu Nizza mit dem Mar6chal de Belle Islc und Marchese La Mina 

19» 



292 1748, Dez. 15.-21. 

(so französisch- und spabnischerseits hierzu benennet worden) das 
italianische Evacuationswesen — worzu von Seiten Sardinien der 
alte Marquis de Breuil bevollmächtiget worden — zu tractiren hat. 

Den 15. wäre öffentliche Kirchen, aber kein Taffldienst. Abends 
hielte mann in der Cammer Capellen die Vigil und 

den 16. nach dem Borate das Tod- und Lob Ammt in anni- 
versario mortis der Ertzherzogin Mariae Annae, welcher Andacht ich 
aus schuldigster Veneration für dise verstorbene Frau noch allzeit 
beizuwohnen gepflegt, obschon keine Begleitung und förmlicher Dienst 
gehalten wird; und kann ich hierbei mit Stillschweigen nicht um- 
gehen, daß dise kleine und in der That schuldige Attention mir von 
I. M. der Kaiserin ungemain gnädig aufgenohmen worden, wie sie 
sich hierüber gegen I. M. den Kaiser geäusseret, welcher mir es 
wiederumen zu hinterbringen geruhet hat. 

Diser Umstand bekräfiftiget abermahlen, was ich kurtz vorhero 
bemercket habe, daß mann nemmlichen bei Hoff die kleine Atten- 
tionen und Dienste öfftermahlen mehr als die wichtigere anzusehen 
und zu erkennen i)flege. 

Den 17. assistirete ich der Conferenz, welche wegen denen 
nidcrländischcn Sachen nunmehro bei dem Printz Carl mit Zu- 
ziehung selben Raths und deren Conferenz Ministres gehalten zu 
werden pfleget. Übrigens wäre heut kein Appartement wegen 
deren eingehenden Wcihnachts-Andachten und so genannten Octav, 
wegen welcher auch die Spectaclen in der Statt suspendiret werden. 

Den 19. wäre Conferenz bei G raffen v. Könlgsegg mit Zu- 
ziehung der hungarischeu Canzlei in Sachen, das Religionswesen in 
dortigem Reich betreffend. ^^^) 

Den 20. wäre Toison Vesper und obzwar sonsten in der Zeit 
deren Octav Andachten kein Appartement sonsten gehalten worden, 
so wolte die Kaiserin dennoch heut dises Amüsement haben, weillen 
sie verschiedene zur Audienz bestellet, mithin sich ohnedeme die Un- 
gelegenheit machen müssen, das D6shabille und die Rctraite zu inter- 
rumpiren. 

Den 21. wäre wegen des heiligen Apostels Thomae Fest Toison 
Ammt, aber kein Tafleldienst. Diser Tagen ist der ville Jahr an 
verschiedenen Hoffen und lezthin in Engelland als Minister gestandene 
Herr v. Wasner von Hannover auhero zurück gekommen, nachdeme 
er auf öffteres Sollicitiren seiner schwachen Gesundheit halber end- 
lichen seinen Rappel und pro gratificatione seiner gutten Dienst eine 
Pension von 50U0 fl. erhalten, mit welcher er nun seine übrige Lebens- 
jahre in der Ruhe zuzubringen gedencket. 



294 1748, Dm- 25u— 31. 

Den 25. öffentlicher Kirchen- und TafleUienst in derRhtenInben; 
abends Appartement nach der Toison Vesper. 

Den 2o. Kirchengang' zn Sc. Stephan mit dem Toison. Kein 
Taffeidienst. Abends Toison Vesper. 

Den 27. Toison Ammt bei Hoff" nnd Taffeidienst aof der Kaiserin 
Seiten. Abends Appartement. 

Den 2S. onterblibe der öffentliche Kirchendienst, weillen die 
Herr^hafften dem Depnutions Rath beigewohnet. 

Den 29. sonntägiger Gottesdienst deme aber allein die Kaiserin, 
weillen der Kaiser occnpiret wäre, beigewohnet, nnd kein TaffeUiensl 

Den 30. wäre Conferenz bei Hoff in Gegenwart beider kaiser- 
licher Mavestaten nnd wnrde in selber mit Znziehnng des Montesanto 
nnd PallaTicini der von disem leztem jfingsthin der Conferenz vor- 
gelegte Plan Ton nenem dnrchgangen nnd nach dessen beschehener 
Approbation der Verfasser nacher Italien abzugehen beorderet, um 
solchen znr Execntion zn bringen.^\^ 

Den 31. Toison Vesper nnd zweites Elinranchen. 



l^O 1749. Jan. 8.— 12. 

Den 8. wäre Conferenz bei Graffen v. Königgegg mit Zu- 
ziehung der sibenbürgischen Oanzlei über dortige Lands Angelegen- 
heiten. "■*■'• = 

Den 12. wäre der gewöhnliche sonntägliche Gottesdienst, aber 
wicderiiüien keine ofl'entliche Taffei. 

Ansonsten verstarb heut Früh gegen 4 Uhr in seinen anno 
climacterico von 49 Jahren > so er erst den 8. Novembris angetretten 
hatte ■■ der kaiserlich- kr»ui;rliche wUrckliche geheimme und Conferenz 
Rath, Kitter des goldenen Vliesses und Ministerial Banco Deputations- 
Praeses Graif Philipp Joseph Kinsky. Er hatte kurtz vor denen 
leztoren Feiertagen ein gählinges Erbrechen und Abweichen über- 
kouiuieu. welchem Zufall izumahlen er selbem öfters nnterworffen 
geweseni die Medici anfänglich für nichts weniger dann gefahrlich 
und als eine blosse Indigestion angesehen, wie er dann auch dise 
Tage her alle Visiten em]»fangcn und lediglich das Zimmer gehfltet 
hat. Donnerstags nachts aber, da er vorigen Abend noch Billard ge- 
spilk't und gegen 11 Uhr mit guttem Appetit etwas geessen, wurde 
er von neuem njlt sehr hefftigen Erbrechen angegriffen und warffe 
einen Stein aus, welcher 22 Gran gewogen, nebst noch einen 
kleineren. 

IM mann nun bei solchen Umständen eine baldige Inflammation 
befi^irchteu muste, wurde ihnie in weni^ Stunden zweimahl nach ein- 
ander zur Ader gelassen; allein der Vomitus nebst dem Hoquet 
wolte nicht nachlassen und der Schmeilz in dem Gedärm nähme 
immer zu und wurde fast unleidentlich. also daß er nur immer Gott 
anflehete um (^edult und christliche Standhafftigkeit, solchen zu über- 
trag<;n. Die Medici fanden demnach niithig, ihme die vorhandene, 
augeiischeinlirhe Lebensgefahr nicht länger zu verbergen, so er auch 
Hogliicli Selbsten erkante und ohnverztiglich das erforderliche für 
Leib und See! vor/ukercn anfiengc. Er machte noch ein Codicill zn 
dviii bereits vor einigen Jahren errichteten Testament, empfienge Frei- 
tags (las heilige Viati<'UU) mit denen lebhaff'testen Aff'ecten, die er mit 
heller »Stimme in lateinischer Sprach vor und nach der Communion 
auf das beweglirhste liervorbraclite, Hesse folgenden Tags seine ftinfF 
Kinder (2 Söhn und i> Döcliter», eines nach den andern vor sich 
kommen und gäbe j(fdem insbesondere seinen vätterlichen Seegen und 
christliche Ermahnung. 

V(m seiner (iemahlin, mit welcher er in die 27 Jahr in sehr 

vergnügter Ehe gelebt und die aus Hetrübnus und Schrocken Selbsten 

bettlägerig geworden wäre, Hesse er sich in denen zärtlichst- und 

ckbuhrsten Ausdrilckungen beurlauben und blibe sodann allein 



20« I74i>, Jan. 12. 

vcrsiret. airf«» «laß er denen besten Wirthen Lection geben knnte; 
dabei wäre er rromm anii gone9tV)rchn^. ein ^tter Hanshalter, lebte 
keusch umi anferbaiilicb. liebte die Jacrd and Pferd, und verstünde 
beides sehr wijiil. In dem Um^nir and wo keine «jelegenheit za 
Irritirunjf di^r t.ruU sich liusseren kante, wäre er sehr angenehm and 
liebte die Snüetet: mit einem W..>rr. aasser des leidigen Zorns, 
welcher das iti)ri;in? Gnne s<i sehr veniunekelet and ihn zn sehr Ter- 
hasset ^^emaoht, wUnie der 3fann zeneralement regrettiret worden sein. 

Ku mi.m particalier habe an ihn einen specialen galten Freund 
verlob reu und der mir iu der That theils durch seine Insinnationen 
bei der Kaiserin bei welcher er .yrleich im Antang ihrer Begiemng 
alles gegolten und die ihn auch nachhero noch ungemain bedaueret), 
theils soustcu n-elle uud importante Dienst und Getalligkeiten er 
wiseu hat. wotlir ich ihm iu der «rruben und seinen hinterlassenen Frau 
und Kiuderu gcwiiilich vülen Danck und Elrkantiichkeit schuldig bin. 

Mann will ihm /.war repnx'hiren. dalJ — ila er nach des seeligen 
Kaisers .Vbsterbeu. theils durch die damahlen gehabte Liaison mit Baron 
V. lUirtcnstcin, theils durch die bekleidete ansehnliche Charge eines 
Ol)rist i'auzlers in Bidimeu welche er nach des Graffen Gundacker 
Siarhcniberg l\>d icegeu die Oirection des Stattbanco malgre, bongrä 
vcrdausclieii müssen , noch mehr aber par des intrigues de cour an 
den juii^eii llotX sich besouders hervorzuniachen gewust — er dem 
alten Miuistcrio sich sehr zugedrungen und sonderlieh den Graffen 
\ SinzciidortV durch die \ille ihme verursachte Chagrins und Unter- 
miiiiruimv» iu das i-rali gebracht hätte: worbei einigermassen re- 
luaniuaMc. ilalJ diser leztere au dem nemmlichen Znstand einer 
pciiiliciricH {\M \>ic Oratl' Kinsky, wiewollen eines langwUhrigen 
Todrs und niilit aus Abgang der GallblalJen, sondern weillen selbe 
mit einem liroticn Stein ganz angetlillet wäre, gestorben. 



halle \lie neue Wahl den dermahligen Miuistrum in Bayeru, Graffen 
Kudolph rhoieek, einen kaum 40jährigen Mann, . . . welcher die Com- 
mi'.Mii.iien in litol und Vorderösterreich hat und eben vorigen Sommer 
ilrieii neuen lünriehtungeu halber auch als Commissarins zu Gratz 
>'.r\u'.rn und /ur Keeompeus die erträglich und ansehnliche Obrist 
|..iml riimmeier Stelle in Böhmen erhalten hatte. 

l>eM:rn rnblieation, weillen mann ihn von München per Staffetta 
.tiihn.i beiulVen mnste, geschähe aber erst den 2. Februarii more solito 
iliiiili iten tibiist llotVmeistern, welcher ihn auch Tags darauf gleich 
•iiiiM II Viiilitliiein auf ilas solcinieste der Ministerial Deputation vor- 

..|r Uli- 



300 1749, Jan. 23.-27. 

Den 23. bekamme ich in der Frnh heiligendes Billet von der 
Kaiserin ^*^) mit dem Befehl, den General Lieven nebst seiner Franen 
und den Orloff abends vor der Redoute zum Soup6 zu laden, worzu 
auf des General Brettlach Vorstellungen auch der unlängst zuvor aus 
dem Quartier anhero gekommene General Major Gollowin gezogen 
wurde. Meine Schwester entschuldigte sich ihrer schwachen Gesund- 
heit halber, wie es aus denen Anlagen ersichtlich.^^') 

Eodem wurde der am 20. im 69. Jahr an Friesl verstorbene 
wUrckliche geheimm- und HolF Kriegsrath, General Feldzeugmeister 
und Gouverneur von Ath, GraflF Casimir Heinrich von Wurmbrand 
(jüngster Bruder des annoch lebenden Reichs Hoffraths Praesidentens), 
welcher bereits vor mehr dann einem Jahr vom Schlag berühret und 
ganz kindisch worden wäre, bei St. Stephan begraben, dessen In- 
fanterie Regiment — welches vor seiner mein Groß Oncle, GraflF Leopold 
V. Herberstein gehabt^^®) — - bald darauf dem wegen der übergab v. 
Prag an König in Preussen a° 1744 in der Inquisition gewesten Ge- 
neralen V. Harsch verlihen wurde. 

Den 25. wurde der unterlassene Sebastiani Ausgang wiederumen 
eingebracht und kämmen die HerrschaflFten zu Begehung des heutigen 
Pauli Bekehrungsfest zu denen Michaelern, abends aber zu einem 
neuen pantomimischen Spill in dem Balhauß Theatro. Die Impresa 
hatte gefunden, daß sie mit denen Opere puflFe nicht aufliommen 
könne, mithin das Expedient ergriflfen, an jenen Tagen, wo keine 
Opera gespillet wurde, Pantomimes zu produciren. 

Anfänglich choisirten sie eine Trouppe erwachsener Leuthe; 
allein die erste Repraesentation davon — indeme verschiedene Ma- 
chines manquirten — lieffe so confus und unglücklich ab, daß sie 
dem Impresario von dem Statt Theatro Gelegenheit gäbe, eine Cri- 
tique und Parodie davon zu machen, welche biß 10 Mahl nach ein- 
ander mit ungemainen ZulauflF produciret und auch von denen Herr- 
schaflften selbsten gesehen wurde. Nach der Hand aber suchte mann 
von Seiten der Cavalliers Impresa das angefangene neue Pantomimes 
Spcctacle möglichst zu verbesseren, corrigirte die Fähler des erstcren, 
producirte eine zweite und neue Pitice von Kindern und fand end- 
lichen Mittelen, die Critique des andern Theatri (als welches ohne- 
dcme die D6pcnses deren Machinen nicht machen kunte) zu überwinden. 

Den 26. wäre zwar öffentlicher Gottesdienst wegen des Sonntags, 
aber keine Taffei; abends das zweite Kinderfest bei Hoff. 

Den 27. wolinten die Herrschafften der ersten Repraesentation 
der neuen Opera für den Fasching, Artaserse, bei, welche eine Com- 
position des Siguor Chaluppi und ville Approbation fände. 



30a 1749, Feb, 10—15. 

«ich «nd nach mehr zum Commerce da monde gewöhnen nnd an* 
leiten wollen. 

Den 10., da wider Vermathen die biBherige, bei Mannsgedeneken 
kanm f&ipewe^ne linde Witterong (zamahlen es dnich xwei M<Hialh 
kinduf h nicht einmahl gefrohren^ sich endlichen also winterlich ange- 
Iftssen. dal nach einen, seit ein paar Tagen gefallenen, hanffigen Schnee 
eine bequeme Bahn nm in Schlitten fahren zn können erfolget, so 
be£ftUen IL MM., da£ mann sogleich alles zn ein dergleiclieB öffent- 
lichen Fahrt veranstalten sc»lle. Indessen aber ward beliebet, in 
einer von 15 nach dem IȊ gezogenen Biroccio Schlitten bestandenen 
Odmpdignie von Dames und CaTalliers worunter meine Fran nnd 
ich anss mit beianden. nnd sie Ton dem Ffirsten t. Tiaotsohn, Ton 
mir aber die Fürstin Esterhasy gef&hret wnide^ eine Exemtion 
Bacher Schonbninn zn machen, allwo mann gegen 1 Uhr ankammc, 
afidvcteii in denen nntem 21immem an zwei Tafflen speisete. nach den 
Essten Lan«)(|nenet spiSte nnd sodann nach (mt Uhr in der ntaun- 
ik-bes l^sxiBg zuTBckfshre. bei dem KämihDcnhor aber sich in die 
aDdi^nen mit dem beborigen Gefolg von Lasfem und Cent Knechten 
mh WiiiäBtkt&ni auf ums wanende Renzistchlinen $etz3e nd danüt 
irtcib ediapfii id der Soatt geniachten Ti^urs um siben Uhr znm^ 
oir Burir kerre, 

IVo) 11^ als IKesis3a£^ wai>e der lene xnaskfhine BciibaL md 
zwar ixaae die F-firsdu von Tia3it«k*ii3i distal Faseidng innv^ncireC 
daf» maus iDe3>a:eiiS zwei rk-ich madchirtc' QnadnDcx. weik^ mit ein- 
aiid<'T in den Dtanz Saal eintraiten nird die Cic^nxreäaitde«' sdi easaader 
dajirr<-ii. iarmirei juid hieriii uciisr d«>eB S oder 4 ahäerfm jungem 
Hensf-iiÄifteii einir^ Hc'ff- nifd von deue-u jto«reii Saa3a-I>Mn» ab- 
weftbdnTur?«^«s cijc»i5äne^ iii>d OamiDeiiieimi zai CicanjÄgiKms 

iHm 1:?. ritaure die ofTentB^be ScWiuexiÜLhn tut »fi, 
äamti i»f*ii5ii;eii g«hü]teii zu werden pfie-xre: md ans der lirtar wA 
wt^n^TüL zu er<»fif:ii '^"^ E> wa-ren zwar nicin ^o viDe SeiBiJea 
vitm «laiiT. "bnirfcreii aliw fast der drirrf Tb«] lamar neaie 
inarniij(/iit Ecirijtkrtai. wc»rdiiTcii ateo das Fes; um *{• berrBdier aas> 
iresebfOi. 

Tifti ö«- Ht^iftirr i7»eisr^ maxn anf zwd TisHben. diVBL 
der likdiSTübeiii i»fii wclf^bt^n sic-ib di( Btrrstiiaflifai nfba 
epfttertoi 14 Tbslt md änm i^Vinsi'S^uJhnfiJsKCTi TilawrwB .. der 
aber für äit thnsre CifonTuurLie in dor xrroikni AuticiaDeni « 

WUTÜfc. 

Jhül Jh. warf a)»6innaiilure Boff cionfcr^^nz bei öfai OrÄffen van 
Kftnjg-aegc mn Zazutbmur de«^ Xvu. um \^*i t^etegfmbiiii der 



♦^04 1741», Feb. 2«.— März 5. 

Gonferenz gekommen and hat darbei nai.'h seiner angewöhnten Art 
die wanderlichste Contenanee gehalten, worüber insonderheit Harrach 
nach seinem be kanten Genie porte a piaisanter et ridicoliser im An- 
fang beaa jen zn haben geglaabt: naehdeme aber der erstere zn 
reden nnd (sie!) sieh so eloqaent als jadieios enonciret, so kante mann 
ihme die Verwanderang and die Sarprise an seinem Gesicht nnd 
ganzen übrigen Maintien ankennen. 

Den 20. hielte der malthesische B4:)ttschadfter seinen Einzug in 
heiligender Ordnnng^^^) nnd obschon selber den folgenden Tag seine 
erste Andienz bei I. M. den Kaiser nnd als übermorgen bei der 
Kaiserin M. haben sollen, so warde doch ein nnd anderes noch heut 
abends contramandiret. weillen nnsere alte Fran Christ Hoffmeisterin 
(welche seit einigen lagen her mit einem Catharr sieh behafftet be- 
funden) ganz gähling ein so starckes Fieber bekommen, daß mann 
selber zweiniahlen znr Ader lassen müssen nnd — weillen mann einen 
Steck-Fluß beforchten — sie noch disen Abend mit dem heiligen 
Viatico ofientlich nnd in Begleitan«: aller Herrsehafften versehen hat. 

Dises Incident, worannen beide Mayestätten wegen ihres be- 
kanten zärtlichen Attachements für sothane alte Fran einen so großen 
Antheil genohmen, hat weiters verursachet, daß ville Tage der Hoff 
retirirct gebliben und weder Appartement, noch öffentlicher Gt)tte8- 
dienst, sondern diser immer in der Cammer Capellen gehalten worden. 
Naehdeme es sich aber mit der Patientin fast wider menschliches 
Vcrmuthen (bei derselben 75jährigen Alter) mehr und mehr zur 
Besserung angehalten, anbei I. M. der Kaiser von seinem gehabten 
Schnuppen ebenftihls genesen, so wurde endlichen die bishero unter- 
blibenc Audienz des Bottschafflers zuvorderst beliebet. 

Den i^ Martii gienge endlichen die Audienz des malthesischen 
HottHcliafftcrs bei den Kaiser für sich, worzu die Stund um 12 Uhr 
anhciraunict und der Cammerherr Graff Michel Hannß v. Althann pro 
roniiniHsario zugegeben wurde. 

Den 4. hatte sothaner Bottschaffter gegen 11 Uhr ebenfahls 
Hi'.Uui erste Audienz bei I. M. der Kaiserin, worzu er von dem 
r'aiiiiiHtrIierrn (Iraffen Seilern qua commissario introduciret, übrigens 
tiWvM nach dem vorigen Coeremoniali (nach Ausweiß abschriStlichen 
l'rotliocollH Kxtracts)^''^) gehalten wurde. 

lU'M f). zöge mann die Hoff Trauer an für die des vorigen 
M/iiMithM vi-i-Htorhene verwittibtc Herzogin v. Orleans, so eine natttr- 
\tt\n: hoi'hhrr Ludovici XIV. von der Montespan gewesen. Die Trauer 
»nirfU. iiiuh dvv neuen Anordnung auf 14 Tage fixiret und erstere 
;•/>»» 'hiK'- in ordinari tUchenen Kleidern et manchettes ä frange, 



'MMJ ^ 1749, Mttrz 5.-7. 

iliiial wflivklirli zii^<',j;;eii wäre; wie er dann auch ein paar Mahl (da 
CT zuvor uviTtirct gewesen, dali der Cardinal nicht erscheinen würde) 
iiiiHNrii ^('l)lil)en uihI hIho die Herrschafften alleinig von dem malthesi- 
Hchrn Hn(tH(*hii(Tter cortegiret worden; worüber wir uns ebenfahls bei 
d(Mi Kainr.r aii^ctVa;;! und dernclbe cinmahl für allzeit anbefohlen, 
Ic/t erwähnten HottHchufl'ter — es mögen nun die andere mit er- 
Nt^lirinfu oder nicht — gewöhnlich ansagen zu lassen. 

(Ihri^cns wurde der Betrag des Nuneii sowohl, als des vene- 
tiaiiiH(*hrn HuttKchaniters von denen Meisten aus der Ursach miß- 
liilliget, weiHen, was des lezteren Anstand betrefTe, diser von Selbsten 
wt*^(alU\ zunialilen nuumehro, da der kaiserliche Iloif dem Maltheser 
Orden die Honorem regios zugestanden, ja eine ausgemachte Sach 
Heie, dall unsere Hottsehatrter an denen iremmden Hoffen mit denen 
MaltheHtTu bei allen otVentliehen Functionen zu erscheinen nnd sie 
in hae t|ualitate neben ihnen zu leiden kein Bedencken haben würden 
noeh könten; und was die Chieane des Nuneii anlange, solche desto 
ridieuh^r seie, weillen der C\irdinal selbsteu keine Difficultet gemacht, 
in iWv Zeit, da der Nuneius bei der Praelaten Wahl zu Göttweig 
ab>\es«Mul ge\>rsen, nut dem malthesisehen Hottschaft'ter zu erscheinen. 

Mann soliribe des Nuneii Betrag einem versöhnlichen Wiederwillen 
gegen tlen Orden /.u, so noeh von der Zeit her, als selber zu Maltha 
t(ua partieulare gestanden und weis nicht was {\\r einen Disgusto 
gelialkl habe, /uruek gebliben sein solle, wie dann auch auf die von 
drni i;ratVeu i'olloredo hierüber naeher Rom tiberschribene Be- 
sihwardeu iliiue, uunoii», der ausdrüekliehe Befehl mit angehengtem 
Nnweis /ugekonimeu, \oji derjrleiohen i'hieane abzustehen. Allein 
i\»llon'ilo halle sieh bei Kinlancun*: sot haner neuen Onlre bereits aus 
\U'\\\ ruhhi'o :;ese/i Pas weilen* und uiuständliehore sowohl dises 
\\\\\ di'ui Malilji'sei l>eob:u*hteieu. als aueh weireu des Ertzherzofirs be- 
»iiliii-i^'u Cv'i'ivuiouiali'i halber, ist aus deiteu uelK^utindigen l^otho- 
\'»»IU i\»i»i'UMi 'u i'isohen ' 

« 

Oeii i' w iiuiv äu' \ v»i;:e sie ru t'nih au einem laucwüriiren Nieren 

'•.'.sLii-il \\\\[ ivv^'v-'.vl^'v, 1\'!m\» iiu ^4 Jat:r ihres Alters verstorbene 

iliM*.»'". r*: :n'.-'m \ r»iv::*-ev I'vUmM'u lics V[v\' ^tatthallers eine 

^ V ■'■'■.*'. \' i i •. . i ■.'■ ■ " \ Svi ' ' • '. l u* ". 'Vo •. s .• ; ■ e i <.: >e i » U" v.e *.: S' ho tte u zur Eriien 

■ \- ■ • ^ V ; • \- • '.\ *'.'.> \\ \- L • .: * '. a' • * '.l j s ^e ^^ ■ : i^ 1 i'.'lie Appartement, 

■^^s'.-'/'- "..■• ■.:"•. ••.;.■■ v."s."v'- .'"-■/.■;'xivu'"*'t v-'U Fmuokfurt 

•••■.■• ^v V ."■ v: ' s-<.-\- ^l■••■>'-e:■ C'-.i"'" L..; ." Vei l. M. der 

\t<. ^v ■■• V N ■ ..ix V- • ^? ■• j *A,'.;^c::; wh in deri> 

'^ ' .i . ■ -v ' N . .se'. ■-• -:•■"■.:.• :'v Uabacicre und. von 



yA)H 1749, März 12.-16. 



• 



Den 12. wurde ebenfahls der mittwoehige öffentliche Kirchen- 
bann contrcnmndiret, weillen der Kaiser beschäfftiget wäre, und hielte 
mann den (ilottesdicnst in der Cammercapellen. 

Den U\, wurde wegen des heutigen Geburtstags des Ertzherzogs 
JowjpliH Gala, jedoch wegen der fUrdauerenden tieffen Trauer nnr 
in »Snnnnet und reichen Vesten augesagt. Es wäre auch kein Kirchen- 
KMUfr, jedoch kämme alles Vormittag von 10 Uhr biß zwölff Uhr ihn 
7M complimontiren^ und mann Hesse alle, welche die Entr^e haben, 
in die Ketinida. 

Weillen es aber deren Gesanten halber, als welche der Ertz- 
herzog nach der Etiquette in die Retirada nicht einlassen könte, 
Dingusti alvgesezt. auch in der That der Einlaß so viller Lenthe gar 
f.\\ inoommod sein muste, so wurde darauf an Josephi Tag die Ete- 
Htriotion auf die Hoff Ämter und vornehmere Capi gemacht nnd alle 
ftbrige Komplimenten in der zweiten Anticamera oder sogenanten 
Audienz Zimmer empfangen. 

F(ir heut S}>eiste der Ertzherzog mit denen älteren Franen 
Sohwestorn \^in deren Apimrtement er zuvor die Gratnlation von 
denen Dames, welche in Ap}>artement Kleidern erschinen, angeDohmen) 
bei der Kaiserin Frau Mutter und hatten allerhöchst dieselbe — nm- 
willen sie ihrer Gesundheit haU>er in dem Spiegizimmer nicht so 
bequem sein k<hinen und auch um das schiene, neue Amenblement 
zu prodneiren - die Taffei in einem Xelien Zimmer, so vor disem 
der Krtzhery.opin Mariae Annae seeligster Geilächtnus Cauuner ge- 
wesen, stellen lassen, Xachmittag wäre das gewöhnliche Appartement, 
welches hingi\4rtMi 

den 14. Kreitacs unterblil^e. 

IVn li^ wäre öffentlicher Gonosiiienst we«n des Sonntags 
und x^eill^n mnnn dem malthesischen R'itsehaffiier die Honores repos 
;niss<M t'inicen. in drnen l>o;hoeolls AuszUccn ersichtlichen Kltinig- 
k<'i(«'n vn*:ost;u)iiener Massen en plein gonielieL lassen wollen, so 
h«^lul»irn II MM «r.hent nnf de* Kaisers Seiten zu speiseji; and nach- 
tiiMiii' il( 1 xri-stovluMu Hl TT in der Fasu-ns Zeil immer in der Bath- 
sliilwn vu <'s>( 11 r.n»i »iar>.inrr. srinen Hni Knier den Taffeidienst iwie- 
^^.»l!iu liir Iv'tis» li;i!Vji : vnpftu warcri niilii wie in der Anticamera, 
;inMiN4 r/<^r. C(i»ti<x« :ök:N»ur. auch liir RiirschaflVer unbedeckter 
^* .'lif* .Is j. n.Ksscr. r.ii.i xx :: lii^h viiweilirr. ocs Verstorbenen Bei- 
N.'... »».••* iiy. )■, j. M.»;}»]:. s. xxi::vj. es iwK-h v.cliiUfiiceT Deliberining 
n. ■ .:, i\.',.v. :.: ;,«.'» 1 ;.i 1-; i;i .iji M. 1. srii Cef iT.würtiiTeT Regierung 
• •'• ■ .■iMi> » 1»»^ ; j. :'."..'. i.s.> .1. li; : K:.;Ijs;i:I»('1. S'nm erstenmahl er- 
*''V>'< ■^' •■'* '■• >^- \ '< ^'rii.'iiu i . inni ii.sMc uhv der malthesiscbe 



310 1749, MSrz 19.— 20. 

zwar nach deme keines mehr biß an Ostersonntag. Übrigens gäbe 
der Herr Ayo heut anwiderumen (gleichwie lezthin an des Ertz- 
herzogs Geburtstag) denen Hoff Ämtern und Ministerio ein großes 
Mittagmahl. 

Hiernächst solle noch beifügen, daß der Ertzherzog bei dem 
Begleiten naturellement sich gleich denen Bottschaffitem couvriret;^ 
allein für heut wolte der Kaiser nicht, daß er einen Hut mit ab- 
hängenden Federn oder air imperiale nehmen solle, par une d61ica- 
tcsse assez mal plac6e, als ob hierdurch der kaiserlichen Praeeminenz 
etwas entgienge und die Ehre, einen solchen Hut zu tragen, ledig- 
lich dem Kaiser gebtlhrete. Nachhero aber hatte mann Mittel ge- 
funden, disen ridiculen Anstand zu heben und ausser heutig- ersten 
Mahls trüge der Ertzherzog forthin immer den Hut all' imperiale. 

Vor der Kirchen hatte der modenesische Abgesante seine erste 
Audienz (zur Überreichung des Creditivs) bei der Kaiserin in der 
Rathstuben und obenfahls im Mantel-Kleid. 

Item muste ich mich nebst meiner Frauen heut abends, weillen 
mein Thereserl die Wasserblattern tiberkommen, auß meinen Wohn- 
zimmern auszihen. Zum GlUck hatten wir bereits vor einiger Zeit 
die Pr6caution a tout 6v6nement gehabt, dem Protho Medico Van 
Swieten das an das große Hauß anstossende kleinere, in das Rosa 
Gassei hinausgehende Hauß vorzuzeigen und auf Befindung, daß die 
Communication zwischen beiden so sehr unterbrochen, dessen Ein- 
willigung erhalten, daß — im Fahl bei unseren Kindern oder Haus- 
gesind Blattern oder sonstig- ansteckende Kranckheiten sich gähling 
äußern solten — wir uns dises kleineren Hauses pro asylo bedienen 
könten, um der Ungelegenheit Überhoben zu sein, en pareil cas ander- 
wärts hin zu ziehen. 

Unsere dermahlige Quarautaine, weillen die Kleine bei ihren 
Ausschlag meistens ohne Fieber gewesen, dauerte nicht gar 14 Tage. 

Eodem erschiene anheut der Ertzherzog Carl comme colonel 
in der Uniform seines, nach dem jüngsthin erfolgten Ableben des 
Generalen Uyvary überkommenen hungarischen Infanterie Regiments. 

Den 20. — welchen Vormittag Conferenz bei Graffen Königsegg 
gewesen, mit Zuziehung der oesterreichischen Canzlei wegen der 
aquilejischcn Sachen — verraiste der Kaiser mit einer Compagnie de 
chasseurs nacher Hollitsch, um Schnepffen zu schiesseu und die von 
dem Graffen Czobor erst neuerlich erkauffte, zur Herrschafft Hollitsch 
zwar gehörige, von dem Czobor aber biß dato zu veralieniren immer 
verweigerte Dorffschafft und Appartenientien in Augenschein zu 
nehmen. Von dannen kämme selber erst 



312 1749, März 30.— April 1. 

Den 30. wohnten die Herrschafilen der gewöhnlichen Palm- 
weihang und übrigen Andacht bei denen Aagustinem bei. Nach- 
mittag aber fahren dieselbe nebst dem Ertzherzog Joseph za denen 
Capucinem. 

Mann fände nichts in denen HoflF Prothocollen, wie es vor disem 
— wann die Ertzherzoge mitgekommen — gehalten worden, mithin 
wäre die Frag, wo und wie der Ertzherzog fahren solle, worüber 
verschiedenes in Vorschlag kämme. Endlichen aber wurde aus einigen 
alten Aufzeichnungen des verstorbenen Cammer-Fouriers GollhoflFer 
(Vattem des dermahligen) und sonstiger Errinnerung ein und anderer, 
so zu Kaisers Leopoldi Zeiten an Hoff gewesen, eruiret, daß der 
römische König, auch der Ertzherzog Carl vor den kaiserlichen 
Wagen daher gefahren und der Ayo des leztern mit im Wagen ge- 
sessen; mithin resolvirten Ihre Mayestätten, es auf den nemmlichen 
Fuß zu continuiren. Weillen jedoch der Ertzherzog bißhero weder 
eine besondere Garde, noch Livree hat, so muste die sammtliche 
kaiserliche Livr6e vor seinen Wagen daher gehen und die Cammer- 
herm gewöhnlichermassen vorausreiten; mithin folgte sogleich auf des 
Ertzherzogs Wagen der kaiserliche Leibwagen, also daß niemand da- 
zwischen gienge. 

Das erste Inconv^nient äusserte sich in Einsteigen; dann nach- 
deme der Ertzherzog ebenfahls auf den sogenannten Spanier an den 
nemmlichen Orth, wo Kaiser und Kaiserin einzusitzen pflegen, in den 
Wagen gestigen und der Ayo selbem gefolget, musten beide kaiserliche 
Maycstäten insolang gleichsamm a la porti^re warten. Ich fände meiner 
Schuldigkeit, ein solches dem Kaiser remarquiren zu lassen, weillen 
es gar zu sehr choquiren muste, worauf dann auch die Abänderung 
erfolget, daß mann nachhero den Ertzherzog oder geschwinder fort- 
gehen, oder dessen Leibwagen etwas weiters vorausrucken lassen, 
damit der Kaiser und die Kaiserin nicht mehr auf ihn warten 
musten. 

Den 31. wäre Conferenz bei Graffen v. Königsegg, mit Zu- 
ziehung der Reichs Canzlei, über verschiedene, vorhero ad circula- 
tionem gediegene Pancta.^'*"^) 

Den 1. Aprilis, als an Dienstag in der Charwochen, wäre bereits 
die Ordonnanz gegeben und weiten I. M. der Kaiser gewöhnlicher- 
massen zu Fuß nacher Hernais gehen; allein nachdeme bereits seit 
acht Tagen her eine, für die gegenwärtige Jahrszeit gantz außer- 
ordentliche Kälte mit Schnee und Eiß eingefallen und anheut noch 
insbesonderem ein sehr rauher Wind wähete, so wurde dise Wahl- 
fahrt eiugestellet und das Passions Ammt in der großen Hoff Capellen 



314 1749, April 7.— 18. 

deme nach altem Brauch wegen des heutigen Festtags in kleiner, 
zwar nicht anzusagen gewohnter Gala zu erscheinen pfleget. Mittags 
wäre der Dienst al solito in der Ritterstuben, Nachmittag Toison 
Vesper und Appartement. 

Den 7. wäre Toison Ammt in der Hoflf Capellen und Vesper, 
aber kein Taflfeldienst, noch Appartement. 

Den 8. solte ich einer niderländischen Conferenz bei den Printzen 
assistiren, allein ich kunte wegen des heutigen, abermahligen Toison 
Amts nicht dazu kommen. Mittags wäre kein Dienst, abends aber 
Appartement, damit sich die Dames bei den Printzen beurlauben 
kunten. 

Den 9. assistirte ich als Beistand dem Versprechen der ver- 
wittibten Kaiserin Cammerfreile, Sidonia Gräffin von Hohenzollern, 
mit dem Cammerherrn und böhmischen Hoifrath Grafiken Frantz Ul- 
rich Kinsky, Sohn des jUngst verstorbenen Graflfen Philipps. 

Den 10. speisten die Herrschafften incognito mittags beisammen 
im Spieglzimmer und bald nach den Essen verfügten sich I. M. die 
Kaiserin nacher Schönbrunn, um die Villagiatura anzutretten; der 
Kaiser aber nebst der Princesse begleiteten den Printzen biß Burckarts- 
torff und traffen sodann ebenfahls abends zu Schönbrunn ein. Der 
Printz verblibe über Nacht zu Mölck und prosequirte sofort seine 
Raiß nacher Niderland, wie aus der Anlag zu ersehen.*^^) 

Dise Separation hat zwar beiden Mayestätten, weillen sie den 
Printzen zärtlichst lieben, empfindlich fallen müssen, niemanden aber 
mehr als der Princesse, welche disem, ihren jüngeren Herrn Brüdern 
ungemain attachiret ist, auch dahier fast keine andere Ressource als 
dessen Umgang gehabt, indeme sie sich in das hiesige Hoff Leben 
noch gar nicht recht schicken will. In der That wäre der Printz 
auch dem Kaiser in so weit a propos, weillen er discn durch seineu 
lustig- und aufgeräumten Humor die Zeit verkürzet und seine me- 
lancholische Accessus, als woran der Kaiser sehr offt leidet, zu dis- 
sipircn gewust; wicwollen auch anderseits nicht zu läuguen, daß er 
die Distractionen zu frequcnt gemacht und den Kaiser villmahlen 
von wichtig- und nöthigen Arbeiten abgehalten und zu überflüssig- 
und unzeitig-, obschon in sich unschuldigen Lustbahrkeiten ver- 
führet habe. 

Den 13., als an weissen Sonntag, kämmen die Herrschafften 
herein zur Burg und fuhren von dannen mit öffentlichen Corteggio 
nebst dem Ertzlierzog Joseph nacher St. Stephan und wiederumen 
also zurück, weßwegen auch im Mantel Kleid angesagt werden muste. 
Mittags aber führe alles incognito zurück nacher Schönbrunn. 



316 1749, April 19. 

sogleich mit allgemainer Approbation sich prodacirten. Der zweite 
wurde aber — ungehindert seiner schönen Stimme und habenden 
großen Reputation — wegen einer gar zu affectirten und nicht wohl 
in das Gehör gehenden Methode anfangs nicht allerdings goutiret; 
nachdeme er jedoch in denen folgenden Repraesentationen sich einer 
natürlich- und ungezwungenen Singens-Arth beflissen, fände er so- 
dann von denen HerrschaiFten sowohl als dem Publico den seiner 
angenehm- und reinen Stimme nicht wohl zu versagenden Ap- 
glauso. 

Den 19. kämmen die Herrschafften abermahlen, bald nach 
10 Uhr von Schönbrunn in die Burg herein und hatte der venetiani- 
sehe Bottschafiler seine Abschieds Audienz bei der Kaiserin und so- 
dann gleich bein Ertzherzog Joseph, worauf mann en campagne 
durch die Statt zu denen Franciscanern wegen des heutigen Fests 
vom gutten Hirten, auch so zurück nach der Burg führe, allwo der 
venetianische Bottschaffter in dem Spiegl-Zimmer von der Kaiserin 
ebenfahls zum Ritter creiret wurde. 

A16 er mir hiervon en coniidence gesprochen und ich der 
Kaiserin solches referiret, fände ich sie nicht geneigt, dem Bott- 
schaffter hierinnfahls zu willfahren, weillen sie dergleichen Actum 
Zeit ihrer Regierung nicht gethan, da der Bottschaff'ter Contarini 
Kmnckhcit halber sich schrifftlich beurlauben müssen und dessen 
Vorfahrer Cappello, weillen er bereits an dem spahnischen Hoff zum 
Ritter geschlagen worden, dise Ehre dahier gar nicht angesucht. 
Nachdeme aber Graff Uhlfeld und ich der Kaiserin remonstriret, daß 
Diedo — ehe noch das Kaiscrthum anhero zurück gekommen — be- 
reits als Bottschaffler zu deroselben, damahlen als Königin, designiret 
wäre, folglicheu ihme dise Selbsten so sehr verlangende Gnad um 
so weniger versagt werden könte, als I. M. sich und dero besondere 
Repraesentanten hierdurch honorirten, so fielle sie gänzlich unser 
Mainung bei, welche unß nachhero fast bei den Kaiser einen Dis- 
gusto zugezogen (wiewollen er es nicht recht mercken lassen), in- 
deme er auf den Wahn verfallen, als wurde hierdurch ihme und 
seiner Dignitet etwas benohraen, wann einer von ihme bereits zum 
Ritter geschlagen- oder benannter annoch von jemand anderem sich 
gleichsamm von neuem hierzu creiren Hesse; welcher Anstand in der 
That so lUr nicht scheinete, wann nicht aus politischen Ursachen die 
sonderbahre Souverainet6 der Kaiserin qua Königin von darnmen 
mehr und mehr hervorzuputzen und zu befestigen wäre, weillen — 
wie bereits geschehen — die kaiserliche Würde aus dem HauB 
wiederumen wegkommen, mithin nicht rathsamm sein könte, die 



318 1749, April 27.-Mai 2. 

Den 27. sonntägiger Gottesdienst zu Schönbrunn. 

Den 28. assistirte ich abermahlen bei denselben einer siben- 
bürgischen Conferenz, in specie wegen einiger, von denen Nonunitis 
erregenden Motuum.^*^^) 

Den 30. kämmen beide kaiserliche Mayestätten herein in die 
Burg. Der Kaiser hatte gegen 10 Uhr den Belehnungs Actum des 
bischöfflich straßburgischen Gesantens, Baron Geismar, angeordnet; 
nachero wurde in beider Gegenwart Conferenz gehalten und die aus 
Rußland gekommene Depechen vorgenohmen. 

Endlichen bezogen auch anheut sämtliche junge Herrschafften 
ihre neue Wohnungen zu Schönbrunn, indeme das Wetter seit ein 
paar Tagen etwas favorabler worden, so aber bald wiederumen ab- 
gewechselt und wohl noch über 14 Tage mit rauhen Winden, Nebel 
und Kälte fürgedauert hat, weßwegen meiner schwachen Gesundheit 
halber und weillen ohnedeme mein neues Quartier zu Schönbrunn 
noch nicht im Stand wäre, noch immer in der Statt zuruckgebliben 
und nach Erfordernus meines Diensts auf und ab gefahren bin. 

Den 1. Maji wäre wegen des heutigen Apostelfests öffentlicher 
Kirchendienst zu Schönbrunn, nach welchen die Herrschafften das 
zur Garnison neu einrückende Diemarische GUrassier-Regiment nächst 
denen Ställen paradiren sahen und sodann in die Burg fuhren, die 
Kaiserin Frau Mutter zu besuchen, zum Mittagmahl aber nacher Schön- 
brunn retoumirten. 

Den 2. wurden von der Kaiserin die Expeditionen und Hand- 
brieffl, wie aus denen heiligenden Copien zu ersehen,^^^) in Be- 
treff der vorgenohmenen neuen Haubt Einrichtung in internis unter- 
schriben. Ob zwar selbe ungemain geheimm gehalten wurden, so 
hatte doch wie in dergleichen Fahlen immer zu geschehen pfleget, 
ein und anderes davon transpiriret; weillen aber niemand eigentlich 
wüste, worauf es ankommen wurde, so wäre die Zeit her jedermann 
um so begieriger, den Ausschlag darvon zu vernehmen. Als nun be- 
kant wurde, daß beide böhmisch- und oesterreichische Canzleien 
in ein Collegium zusammen gestossen, das Hoff-Marschallische Ge- 
richt und die Statthalterei zu Prag cassirct, die Regierung in zwei 
Departements gethcilet und anmit das durch Saecula hindurch flir- 
gedauertc Systema in judicialibus et publicis verkeret werden solte, 
so fände sich alles hierüber betroffen und waren g6n6ralcment die 
GemUther desto nidergeschlagener, weillen mann dergleichen Revolu- 
tion sich nicht erwartet und nach deren Erfolg aber noch mehrere 
Abänderungen besorget, in Erwegung, daß — wann einmahl der 
Esprit de uouveaute zu regircn anfangt — selber nicht leicht zu 



320 1749, Mai 2. 

des Hoff Gerichts zu «alviren — die Regierung pro tali declariret, 
annebens, pro demonstranda co^rcitione in dnplici hac qualitate, der 
Hoff Profoß in sua actiyitate und von dem Regierongs Profossen di- 
stinguirter beibehalten und dem Praesidenten der sogenannten Re- 
gierung in publicis untergeben, übrigens dem Hoff Marschall der 
Ammts Secretari D^ Härtl von Hartenberg (welchen zwar die Kaiserin 
zum obristen Justiz Collegio destiniret hatte, so er aber depreciret), 
nebst einem Canzellisten beigelassen. 

Ungehindert aber diser und anderer, in dem ersteren Haubt- 
Project — welches auf der Kaiserin specialen Befehl von dem Gabinets- 
Secretario Koch, Regierungs Canzlem Mannagetta und böhmischen 
Hoffrath Kannegießer (wie mann verläBlich wissen wollen) zusammen 
getragen worden und worein theils besondere, theils denen lands- 
fürstlichen und beschworenen ständischen Gerechtsammen öffentlich 
widerstrebende Articulen und Passagen eingeflossen waren — ge- 
machter Emendir- und Modificirnngen hatte die Kaiserin das Glück 
doch nicht, die durch eine so große Neuerung aufgebrachte Gemüther 
zu beruhigen, vill weniger jenen Danck, so dieselbe sich von dem 
Publico wegen des zu vertröstenden, schleunigeren Justizlauffs er- 
wartet hatte, zu erhalten, sondern jedermann klagte über noch 
größere Verwirrung; und bishero scheinet noch nicht, daß mann 
sich eines besseren Fortgangs in Sachen für das kttnfftige versehen 
wollen. 

Indessen ermangleten die Capi nichts nach denen überkommenen 
allerhöchsten Befehlen sich zum Abzug anzuschicken und ihre unter- 
gebene Mittlen zu dissolviren; beide Herrn Canzler (Graff Harrach 
und Seilern) machten den Anfang und hat absonderlich der erstere, 
nach seiner angebohrnen Beredsamkeit sich in so beweglichen Aus- 
druckungen beurlaubt, daß fast alle -Umstehende geweinet und ihme 
zulezt Selbsten das Hertz gebrochen, mithin er nicht im stände ge- 
wesen, seine Rede zu endigen, sondern selbe — um die hervor- 
brechende Thränen zurückzuhalten — zum Schluß ganz kurtz ab- 
brechen und (um disen freien Lauff zu lassen) sich in sein Cabinet 
verfügen müssen. Bei der Regierung muste der Vice Statthalter, 
Graff Brenner, in Ermanglung eines Statthalters (indeme Graff Kueff- 
stain, so von der neuen Einrichtung Wind bekommen, vor wenig 
Tagen gegen Erlangung einer jährlichen Pension von 4000 fl. dise 
Stelle resigniret) die Dissolution vornehmen und wurde zugleich die 
Liste dercnjcnigen, welche ftihrohin bei ein oder anderer deren beiden, 
pro futuro in duas classes zu theilcn resolvirten Regierungs-Mittlen zu 
verbleiben haben würden, abgelesen, worbei meinem Eidam (welcher 



322 1749, Mai 2.-3. 

Publicationen deren Abschieden vornehmt — von dorten zu leihen be- 
gehren. 

Was übrigens einem jeden Departement für Materien und Ge- 
schafften zugetheilet worden, ist aus der abschriiFtlichen Specification, 
so nebst anderen, gegenwUrtige neue Einrichtung betreflfenden Piöcen 
hier beiligt,^^^) umständlich zu ersehen; und weillen übrigens erst 
gemeldete Beilagen das weesentlichste der dißfahligen EntSchliessungen 
in sich halten, so habe mich weitere darüber nicht extendiren, sondern 
zum Beschluß nur annoch beirucken wollen, daß auch jene, welche 
der Kaiserin und deroselben in diser ganzen Sach gehabten reinen 
Absicht das Wort zu sprechen fortfahren, dennoch den Modum, wor- 
mit hierinnen zu Werck gegangen worden, nicht billigen können, 
sondern aus Antrieb ihres wahren Diensteiftcrs vill mehr gewünscht 
hätten, daß I. M. ein solches Werck — welches die gänzliche Ver- 
ker- oder ümgiessung einer durch ville Saecula und von Anbeginn 
des durchlauchtigsten Ertzhauses üblich gewesenen Regierungsform 
pro objecto gehabt — nicht nur mit einigen wenigen und einer so 
wichtigen Sach nicht gewachsenen Federfechteren, sondern villmehr 
mit dero Ministerio und anderen ehrliebendcn, mit noblen Sentiments 
eingenohmenen und für dero wahre Gloire sich interessirenden Per- 
sohnen vorläuffig hätte concertircn wollen; und kann hiergegen die 
von dergleichen Projeetsmachern immer einstraüende Bedencklichkeit 
(daß nemmlichen die Sach eo ipso ins Stecken gerathen würde) 
keinen Statt finden, dann entweder seind die von anderen ehrlichen 
und geschickten Leuthen erregende Anstand von einiger Erheblich- 
keit oder nicht, welches ein so erleuchter Regent wie unsere Frau 
ist, bald zu entscheiden weis und also in lezterem Fahl sich von 
einem gutten Vorhaben keineswccgs irr machen lasset, im ersteren 
aber Gott dancken solle, daß er noch re integra zurück gehen krmnen 
und nicht erst nach der Hand mit spatter Reue (zum Nachtheil seiner 
Gloire) und villen, oft't auch unersetzlichen Sehaden das beschehene 
wiederruffen oder redressiren müssen. 

Den 3., als an Fest der Creutz Erfindung, wurde in der ver- 
wittibten Kaiserin Hoff Capellen die an denen beiden Creutz Festen 
alljährliche, gewöhnliche Solennitet (denen neu aufgenohmenen Stern 
Creutz Dames disen ihren Orden mitzutheilen) gehalten, so von dä- 
mmen anmercke, weillen anheut unsere älteste Ertzherzogin Maria 
Anna nebst anderen Dames, worunter auch meine verheirathete 
Tochter sich befunden, in besagten Orden recipiret worden ist und das 
Creutz hergebrachtcrmassen aus denen Händen des Pontificanten, so 
der Passauer Official Graff Joseph v. Trautsohn gewesen, genehmen hat. 



324 1749, Mai 11.-13. 

und ich mäste ihr versprechen, sie, so ofll ich abkommen kante, za 
besuchen, welches ich auch getreulich gehalten und sofort 

den 11. ("nachdeme Vormittag bei dem heutigen sonntägigen 
Kirchendienst aufgewartet und zu Schönbrunn mittags gespeiset) 
mich abends nacher Baden ?erfflget und erst den folgenden Tag 
zurück gekcret bin. 

Den 13. wurde der Kaiserin Geburtstag in großer Gala cele- 
briret. Gegen 11 Uhr empfienge selbe in dem Spieglzimmer die 
Complimentcn von dem Cardinalen und Nuncio (der venetianische 
]}ottHchaffter befindet sich nun in privato), und sodann wurden die 
HofT-Amter und anwecsende Capi hinein zum Handkuß gelassen, die 
übrige Männer aber ktisten die Hand in der Anticamera. 

Die Kaiserin kämme zu dem Ende eigends heraus, zumahlen 
die alte Etiquette, denen Herrschafften die Hände en passant zur 
Kirchen zu küssen, seit einigen Jahren völlig abgekommen. An 
disen solennen Tagen pflege ich immer pour faire les fonctions de 
ma Charge, Selbsten gegenwärtig zu sein und auch auf der Kaiserin 
Seiten die Bottschaffter und andere Vornehmere zu melden. Apres 
ces baiscmains gienge mann öffentlich zur Capellen, allwo Minerva 
gehalten wurde; und nach der Znruckkunfft sähe die Kaiserin die 
Frauen und gäbe noch Audienz dem Printzcn von Sachsen Hildpurgs- 
hausen, welcher anheut in dero Hände das in denen inner-oester- 
rcichischen Landen gehabte Praesidium in militaribus, jedoch mit Bei- 
behaltung des bisherigen Gehalts resignirte. 

Die Ursach discr Demarche wäre, daß selber seine Berichte 
nicht an das neu aufgestellte Dircctorium und den Graffen v. Haug- 
witz, sondern wie biß anhero, unmittelbahr an die Kaiserin erstatten 
wollen; dem Verlauten nach solle er dennoch die Commissionen wegen 
Einrichtung deren sclavonischen Gränitzern und Militz wenigstens ad 
tempuH behalten haben. 

Zu Mittag speiste Kaiser und Kaiserin allein und öffentlich; der 
C.^ardinal und Nuncius warteten auf und die Cammerherm trugen die 
Essen Tracht und servirten. Nach den Taffeidienst (worunter par 
cpargne — indcnic unsere Musici zu schlecht und fremde Virtuos! 
regalirct werden müßten — nicht einmahl eine Taffelmusique produ- 
ciret worden) wurden die Vornehmere von dem Adel beiderlei Ge- 
sclilcclits zu zwei in denen untern Zimmern zubereiteten Tischen 
zu ()() und 40 Couverts geladen, worbei aber aus Versehen des 
ObristcMi Kuehclmeistcrs (welcher zu ville deren unserigen geladen, 
mithin ihmc der Platz zu eng worden) die anweesende fremmde 
Ministri vergessen oder besser zu sagen, aus obbemelter Inattention 



326 1749, Mai 18.-27. 

Tag zum erstenmahl hätte gesungen werden sollen, auf allerhöchsten 
Befehl aber biß auf heut verschoben worden wäre. Selbe fand un- 
gemaine Approbation — ein Glück, so dem Verfasser der Musique, 
Herrn Wagenseil, bishero noch nicht wiederfahren wollen. Nach 
End derselben kerte alles zurück nacher Schönbrunn. 

Den 18. assistirten die Herrschafften den gewöhnlichen sonn- 
tägigen Gottesdienst in der Capellen zu Schönbrunn und abends führe 
mann wiederumen in die Opera. 

Den 19. wäre Conferenz mit Zuziehung der Hoff Cammer und 
hungarischen Canzlei bei Graffen v. Königsegg und wurde hierbei das 
von dem modenesischen Gesanten, cavalliere Montecucoli, übergebene 
Promemoria und darinnen — wegen deren, seinem Herzog (vermög 
Achner Friedens) restituirten hungarischen Herrschafften — weiters 
machende Anforderungen in Deliberation genohmen.^'») 

Den 21. (nachdeme ich dem Appartement des vorigen Abends 
beigewohnet) führe ich abermahlen auf Baden, meine Frau, welcher 
das Bad recht wohl angeschlagen, zu besuchen; blibe heut mittags 
und über Nacht alldorten. 

Den 22. aber kerte ich morgens zurück, um der heutigen Con- 
ferenz bei Graffen von Königsegg (welche lediglich wegen deren 
auf den Fahl stehenden carpegnischen Reichslehen gehalten worden) 
beizuwohnen. 

Diser Tagen erhielte der unlängst aus Italien zurückgelangte 
General der Infanterie, Graff Broune, das seit dem Absterben des 
Feldmarschalien Graffen v. Traun ledig stehende Gouvernement von 
Sibenbürgen.^^^) 

Den 23. kämme meine Frau zurück von Baden, an welchem 
Tag meine Tochter einen Anstoß Uberkamme, den sie aber par etou- 
derie anfänglichen nicht geachtet, biß endlichen die Sach so seriös 
worden, daß sie par ordre du mödecin zu Bett gehen müssen; allein 
dise und andere sodann genohmene Precautionen und Praeservativen 
waren nicht mehr fähig, die fausse Couche zu verhindern, welche in 
ein paar Tagen hernach, jedoch Gottlob ohne weiteren üblen Acci- 
dent erfolget und allen Ansehen nach, zwischen der 8. und 9. Wochen 
anzurechnen ist. Sie muste hierauf 14 Tage das Bett und Zimmer 
hütten und wird ihr diser Zufahl zur Witzigung für das künfftige 
dienen — zumahleu sehr probable ist, daß hieran ein und andere, 
gegen mein und der Mutter besseres Anrathen gemachte Coursen 
in Biroccien und das ville Stiegensteigen die meiste Schuld hatten. 

Den 25., 26. und 27., als an denen heiligsten Pfingstfeiertägen, 
an welchen auch allzeit das 40 stündig 3 Gebett zu Schönbrunn zu 



32^ 1749, Mfd aa-Jairi 4. 

Die Anskunffit ist sehr mißver^figiich f&r die neue Eheknüie 
eiB^eloffeD nDd hat weder der Grofi Cander. noch die nuasehe 
Kaiseric die Mariage gehen lassen wollen: mithin hal die gune Fnn 
in der ganzen 2^it ihres hiesigen Sejonrs niemanden sehen noch 
frequentiren können. ''•) 

Den 1. Jnnii, als an den heutigen heiligsten Dreiiahigkeits- 
Sonntag, fuhren die Herrschaffien nicht wie sonsten gewohnlich n 
denen Trinitariem, sondern rerfägten sich nebst dem Ertzherzog 
Joseph zu anser lieben Frauen znm Schotten, der zweiten Primitz 
des dasigen Praelaten beizuwohnen, welcher Actos dadurch noch 
denckwürdiger worden, dafi zu gleicher Zeit I. M. des Kaisers aher 
Cammerheitzer, Artner, seine zweite Hochzeit hielte und nach dem 
Hoh'Ammt Ton dem Praelaten, welcher ihn eben ror 50 Jahr 
copuliret, zum zweiten Mahl mit seinem Weib zusammen gegeben 
wurde. 

Nach beiden Functionen kämme der Praelat ins Oratoriom, nm 
denen Herrschafften den Seegen zu ertheilen: und nach deme liessen 
dieselbe das alte Braut Paar nebst ihren, in der Zahl von 30 Per- 
söhnen bestandenen Kindern, Kindskindem nnd fibrigen nichsten 
Befreundschafft zum Handkuß, scheuchten ihnen sodann anch 100 Da- 
caten zum Scbmauß; der Praelat aber wurde mit einem smaragdenen 
Pectorali regaliret. 

Den 2. Hesse sich die Kaiserin wegen anscheinender Schwanger- 
schafft, ihrer Gewohnheit nach, zur Ader par precaution. bei welcher 
ersten Aderlaß es aber nicht zu bleiben, sondern deren gemainiglieh 
noch zwei andere zu folgen pflegen. Weillen nun die Nachricht 
hiervon transpiriret, so ersehine alles in kleiner Gala, sonsten aber 
wurde dißfahls nichts weiteres angestellet, sondern die Kaiserin re- 
tirirte sieh wie sonsten nach den Rosencrantz. 

Den 4. gegen 3 Uhr Nachmittag verstarbe an denen Kinderblattem, 
im ö3. Jahr seines Alters, der unlängst dimittirte böhmische Obrist 
Canzler und verblibenes Mitglied beider Conferenzien, Graff Friderieh 
V. Harraeh, einer deren gesehiektest- und aetivesten Ministres, welchen 
die Kaiserin gehabt^ und deme ich in der Grueben die Justitz thun 
muß, daß ich noch keinen gekant, welcher eines so fertig nnd 
muntern Geists, in allen Brauehen des Ministerii also erfahren nnd 
zugleich von einer solcher Leichtigkeit wie er in der Arbeit gewesen 
seie, annebens sich so frei, ungezwungen und da cavaliere zu expli- 
cireu gewust; absonderlieh besasse er die Gab der Leuthseeligkeit 
in h(5ehsten Grad und kunte die Gemilther. wie er nur wolte, an sich 
ziehen. 



J urin ;:(;b< Ijii-kt. biri dar K(;lour Kodaiiii /"nach abgelegten geheimuien 
l-iatljh Jui'atij<rjji 175^'^ brihiiiiKclicr roinitial Gesanter zu Regeiisparg, 
itj \/M:kUi:r QualiUtl er 17^2 das famose Keicbs Guttachten in der 
()ui^iAU:hii^:U iiiit'Ui'.r Wieiin ad ratificationeni llberbracbte,''®)anmit Jahrs 
darauf. 11'///,, an (UtH ('ontc ViHconti Stelle der Ertzherzogin Elisabeth 
^;ui><rjiaijtiii in Nidrrlandj al» Obristboßbieister und Minister ad 
Jatus '/Mytt'tn*\tt*u wurde. Nacli diser seiner durchlauebtigsteu Frauen 
J74J <:rfol^t<tn AliHtcrben besorgte er gegen zwei Jahr das Interims 
^'ßOM.mit durtipr^'i' Ortben, bili mann iinne endlichen nach den Tod 
n*liit*M Valtern, auf vlIlfilltigeH Ansuchen, die Krlaubnus 1743 er- 
tlji:ilie, biebe.r /nrnck/ukommen, worauf er sogleich eine Stelle in 
tU'i' ('iiiiU*Vitu'A nebHt den (i raffen v. llerberstcin erhielte, deme er aber 
dutf ibnie von dem verntorbenen Kaiser durch ein Expectanz Billet 
verhirbei'tn onicUim Heiiu^s Vattern damahlen überLassen müssen und 
dolrbe.H t^rHt nurb erstliesa^ton Gratfen llerberstcin Tod Uberkamme. 
AIri ilir KniHerin IV-lf) die durch Absterben des Graifen Gundaekcr 
VMii iStarheniberg erh'digte Direction des Ministerial Banco dem 
(inilfe.n rhilipp Kinsky /u verleiben für gutt fände, muste er noiens 
Viib'iirt Heine Land Marseballs Stelle gegen des lezteren gehabtes Obrist- 
t'an/le.r Ammt verdausehen, welches er auch biU auf die leztere Re- 
viihititin mit groLlem Ituhm und KitVer bekleidet hat. 

iSiibald die Naehriebi seines Absterbens zu Schönbrunn er- 
rii InilKn, nähme ich die Freibeit, der Kaiserin v^velche darüber sehr 
tienniblement und zwar um so mehr bot rotVeu wonlen, als sie dise leztere 
Zeil her und navb einer mit ihmo, GnitVeu Uarnich, gehabten Explica- 
ti\m mit dessen Ueiraic «niremaiu wohl zufrieden gewesen wäre bei- 
li>;enKles tWllet zu svbveibeu,-"^ worbei ich zwei Absichleu gehabt, 
liiie^ilieiU nie äu eimiiutereu und andeivutheils durch Vorschlagnng 
vlk'N ^;i;itVen \ou Kuiiuiiz welcher au r»eschiclvlichbcit dem Ver- 
^^^l'lv\«vMl nivhis ii;u'h;;c'«ou und \iollcicht au dorn J:*o.Uc;l» ungehindert 
Ol ^lio iieinuilivho Hv:":ihivi*heic iu iiitcruis iiivh: habeu kauu es uoeh 
t»v'\v»i ilv.iii J^^iiUe u'.v IverVu!!^ cit'.er svlohcii Wahl cmzul<?iien. wor- 
vluivli iliu-r vi'.,'^.ve s«.*\Nvi:l als üirem it'.''.l tivS Fir li«.'L Pieust kein 
\.u'!iiho'.l '/.:.;e'.-.'se". wcv'U'M yi-^^re. IHc M ti^u. welL-hc die KaLserin 
''{ vioi v''\"i'.".i'».!> avv,-';!'.;ss:.^c.'i V^»'^^'.':*!: ^ ::-: >:•: mi: f«d:j:endea 
Mo:^vi>,.[v .r.s ^\" **' -i.M N\.t^e;i sLi.^^i,'. u'ji •racii'.T Sc. >cephau zu 

■ i-^ i'.i XV.'' 'N v ! ' : -.''o li-i:\l ^ii:v .i"';^'.vr, <c t-i "i «icr Uhac nicht 
■■ ^^e^ ■•i-.-Ja'; ;■•■*. j sv'iv-' ':•,•• "vv:-.! .is. \^''; ■.:•'.' :v":i'i ^''üer Geist ou«! 
•-■•i>i.:> -x -i '■: ' V ' V.- ».;•.%■■;'■ 'v.-Ji ;•;•: ■? i; 'si ii '.'cdauoiTU. •lali 

■ ..- ... 1 ^"■.•,- ' .:»;Kt •' ^-v. t io-! r«: ^■■i';iv>^e«jl'^iL' Kiiillille uml 
Ki *vrii ii> . >i iM-i a.^', \ <,»;.,! 'M.cii "• i.a- -.Kii .ii«i ieiifarriireu kann. 



332 1749, Joni 9.— 14. 

gewescD, daß dise sich in ihrem Bett gleichsam wiegen empfunden 
und ihre Menscher (nicht wissend, was es zu bedeuten hätte) zor Hfilff 
hcrbeigemffen hat. 

Eodem assistirte ich einer Conferenz bei Graffen t. Kdnigsegg,*) 
worinnen — mit Zuziehung der sub praesidio des Graffen KoUoyrat 
jn transylvanicis, illyricis und mehr dergleichen Materien aufgestellten 
Commission — ein und andere, den sicheren Transitum deren aus 
dem Reich nachcr Hungam transportirenden Familles betreffende 
Pnncten vorgenohmen wurden. 

Den 11. wäre um 9 Uhr die Ordonnanz zu dem heutigen Umb- 
gang zu denen Michaelern, 

den 12. aber wiederumen um 7 Uhr zum Schluß der Octay zu 
St. Stephan, und muste die heutige Procession wegen fiberfallenden, 
Stareken Regens nach den dritten, bei der Säulen auf den hohen 
Marckt gesungenen Evangelio unterbrochen werden und mann sofort 
zur Kirchen, alhvo erst das vierte abgesungen wurde, zurück eillen. 
übrigens führe mann alle dise vier Tage im Mantelkleid herein, 
gerad zur Kirchen, und sodann auf Mittag immer zurück nacher 
SchOubrunn. 

Den 13. fuhren die Herrschafften wegen des heutigen Fests 
St. Antonii zu denen Minoriten und war die Ordonnanz um eilff Uhr. 

Eodem wurde die jUngst verwittibte Fürstin v. Lichtenstein mit 
einer Dochter entbunden und anmit fielle die bißhero in suspenso 
geblibene, importante Verlassenschafft ihres Eheherm dem Ffirst 
Joseph WenzI endlichen nach zweimahl geführter Administration in 
proprium zu, worgegen er das dermahlen habende und von dem 
soeligen Ffirsten Hannß Adam ererbte Majorat i^in denen considerablen 
llerrsehafften Luntenburg und Rumburg bestehend) seinem Brüdern, 
dem Fürsten Enmnuel, abzutretten hat,**") 

Den 14. wäre Conferenz \m Gniffen v. Königsegg und weillen 
soUh? zwei, von der ehemahligen bi>hmisehen Canzlei herübergekommene 
Refeniten in puncto deren bi>hmischen, in dem Sultzbachisehen und 
der ol>ereu Pfaltz enolavirteu Lehen und dißfahlige Irrungen mit 
rhur Pfahz und Chur Ifciyern l>etraffen, so wunle das neuaufgestellte 
Dirootorium in publieis — in der Persohn dessen Praesidis (des Graffen 
V. Haugwitz' und des Hoffniths Kannegießer — dazu gezogen. 

♦^ Meinem dilUahli^^n K:ipul.in liesrt ein lesenswüniiges Referat, das 
System* huu^ncnm betrvtlend. Uoi.'^^ 

**^ l>ie zwei Herren Brüder hsiK^n sich nnch der Exad daido refgücheiiY 
dart Än''t:itt oruieher zweien Gütteru die Hen^chaflft Msihri;«ch>CrommaQ (wvicfae 
r\* ip5;i ertniirUeher ij^t' dem Fürsten Emnnuel eing^numi^t werden äoUe. 



334 1749, Juni 24.— Juli 2. 

sich — nach Jilldort nidergelegten, bisherigen Bedienung und ge- 
habten Governo — bei denen Herrschafften zu beurlauben und so- 
dann sich nach ihren Güttern in Lothringen pour y vivre en retraite 
zu begeben) anhero gekommen und mit besonderen Gnaden und 
Distinctionen angesehen und bald nach ihrer AnkunflFt zu Schönbrunn 
logiret worden seind. 

Der Graff Uhlfeld hatte auf Befehl I. M. auch mich und meine 
Frau (wie wollen wir von denen Mannerstorffer Partien — da meine 
Gesundheit mir dergleichen Promenaden nicht wohl zulasset — seit 
zwei, drei Jahren her, nachdeme die Kaiserin ihren eigenen Obrist- 
hoffmeister hat, nicht mehr zu sein pflegen), nebst denen Fürst 
Dietrichsteinischen geladen; leztere aber hatten Selbsten Gäste und 
Hessen sich entschuldigen. 

Das Wetter wäre heut wicderumen so regnerisch und kalt, daß 
mann nicht aus dem Zimmer kommen können, mithin führe die 
mannerstorfflsche Compagnie sofort nach den Essen fort und die 
Princesse nebst ihrer Suite und denen Craonischen zurück nacher 
Schönbrunn, wir aber nach unseren anheurigen Landquartier nacher 
Penzing. 

Den 27. (nachdeme Kaiser und Kaiserin Tags zuvor von 
Mannerstorff zurück eingetroffen) wäre Appartement zu Schönbrunn. 

Den 29. wäre des heutigen Sonntag und zugleich einfallenden 
Petri und Pauli Fests Kirchendienst zu Schönbrunn. 

Den 30. wäre Conferenz bei Graffen v. Königsegg über die mit 
dem leztern Gurrier aus Rußland eingelangten Depechen. 

Übrigens wäre dises ganze Monath, ja biß gegen die erstere 
8 Tage Julii hindurch (nicht allein in unsem Ländern^ sondern 
sogar in Italien und fast in ganz Europa) eine so verkerte und be- 
ständig mit Regen und kalten stürmischen Winden, auch verschiedenen 
Ungewittern — deren eines in der Waringer Gassen eine an dem 
Fenster arbeitende 24jährige und würcklich verlobte, ledige Weibs- 
persohn in denen lezteren Tagen des Monaths urplötzlich erschlagen — 
vermischte Saison, daß ich es als was ganz ungewöhnliches anzuzeigen 
nicht unterlassen wollen. 

Hiernächst hat sich disen Pfingstmarkt eine besondere Miß- 
geburt ohne Fuß allhier gefunden, welche ich all dasjenige, so in 
dem nebenligendcn Blättl enthalten, sehr geschickt und au pied de la 
lettre exequiren gesehen. ^^-) 

Den 2. Julii fuhren die Herrschafften zu denen Closterfrauen 
de la Visitation auf den Rennweg, ihr heutiges Titularfest alldorten 
zu begehen, speisten sodann mittags in der Burg in dem Appartement 



9^ 1749, Juli 7.-9. 

gcgcu eilfl' Ulir und verblibe fast das ganze Soupe hindarch (weillen 
icb ßclion lang, meiner Gesundheit wegen, nicht mehr mit zu bou- 
plren pflege) hinter des Kaisers Bessel, um selben in etwas aufzu- 
joauuteren. 

Den 7. befände sich die Patientin, weillen sie die Nacht hin- 
durch einen ruhigen Schlaff gehabt, Gottlob, um ein merckliches 
besser, also zwar, daß — weillen die Alteration nachgelassen und 
anmit auch die Besorgnus eines Ausschlags insoweit nicht mehr 
vorhanden wäre — II. MM. sich Ton neuem entschlossen, nacher 
Maiiae Zell abzugehen. Mithin wurde sofort ein Currier abgeschickt, 
um die gestern gegen Mitternacht ergangene Contre Ordre wieder- 
umen zu revociren, und die Abraiß dahin auf morgen (wann sich 
keine neue Gefahr äusseren solte) festgesezt, welche dann auch bei 
glücklich continuirender Besserung 

den 8. wtircklich vor sich gieuge. II. MM. thaten gegen halber 
12 Uhr das Mittagmahl mit denen Fürst und Fürstin v. Auersperg 
(als welche ganz allein nebst denen unentbehrlichen Gammerleuthen 
ihre Suite ausmachtenj in des Kaisers Betirada einnehmen, wurden 
aber noch vor Ende dessen von der verwittibten Kaiserin (welche 
cigends — um ihnen eine glückliche Rais zu wünschen — von 
Hezeudorff herüber gefahren) überfallen und hielten sich mit denen- 
selben biß gegen 1 Uhr im Discurs auf, um welche Zeit sie nacher 
Lilienfeld (allwo sie heut übernachten solten), und zwar in fOnflft- 
halb Stund gefahren seind. 

Die Kaiserin Frau Mutter sähe II. MM. von dem Balcon auf 
der Kaiserin Seiten wegfahren und verfügte sich sodann (von dem 
Fürst Trautsohn und mir, nebst übrigen Anweescnden corteggiret) zu 
der Patientin und verweillte eine kleine Viertlstund bei selber in der 
(/ammer, wohin die Fürst Trautsohnin ihrem Mann und mir den 
Kintritt — ol)schon die Ertzherzogin im Bett läge — nicht versagen 
wollen, worauf dieselbe mit ihrem gewöhnlichen Gefolg zurück nacher 
He/endorrt', ich aber mit meiner Gemahlin nacher Laxenburg führe, 
allwo wir mit villcn anderen OUstcn bei den Graffen Uhlfeld gespeiset 
haben. 

Den i). al)er fuhren wir früh um 9 Uhr nacher MannerstorfT, 
die Gräflin v. Fuchs zu besuchen. Wir hörten unterweegs Meß zu 
LanzendorlV und kanmien gegen halb 12 Uhr an, wo wir die Gräffin 
bei gutter OeHundheit und eben in der Ilauß Capellen Meß hörend 
antratVeu. Nehat unß waren noch verschiedene andere Gäste von 
Wienn gekouuncn und ward der Nachmittag gewöhnlichermassen 
nut Spillen zugebracht. 



338 1749, Juli 17.-22. 

Heut früh gegen 8 Uhr kämme die Kaiserin und abends gegen 
die nemmliche Stund der Kaiser von Mannerstorff zurück. 

Den 18. wäre Appartement und abends kämme der vorgestern 
von Paris (um II. MM. zu besuchen) angelangte, vorhinige Prince, 
nunmehro aber nach seines ältesten Bruders vor einigen Monathen 
erfolgten Ableiben gewordene Duo d'Elboeuf nacher Schönbrunn lo- 
giren, von wannen die FUrst Craonische vor wenig Tagen nacher 
Lothringen abgegangen waren. 

Den 19. erhielte ich vom Obristhoffmeister ein Insinuatum, 
daß I. M. pro futuro eine Tax auf die Cammerhermstelle, und 
zwar fUr das Decret 100, und fttr den Schlüssel 200 Ducaten geleget 
und solche zu den Commercienfundo gewiedmet hätten. Natürlicher 
wäre gewesen, daß eine solche Tax (wann mann selbe schon er- 
neuren wollen) wie vor disen biß zur Regierung Caroli VI. — w.o 
aber die Obrist Cammerer reiche Pensionen gezogen haben — ge- 
wesen ist, dem Obrist Cammerer pro emolumento zugetheilet worden 
wäre; allein heutiges Tags muß mann Gott dancken, wann mann nur 
das seinige nicht völlig zubrocket. 

Ungehindert ich mich wegen der Franckforter Commission sehr 
verblutet und nun schon einige Jahre dermahliger Uerrschafit diene, 
kann mich nicht rühmen, die geringste Liberalitet von ihnen ersehen 
zu haben; so nicht VorwurflFs-halber anzeige, sondern der Wahrheit 
zu Lieb und damit mann mir nach meinen Tod (wo vermuthlich, 
wann die gegenwärtige Umstände fürdaueren, wenig von der vätter- 
lichen Vcrlassenschafft mehr übrig sein dörffte) keine üble Wirthschaift 
und unnütze Verschwendung aufbürden könne. Die Hen-schafftcn 
seind freilich von allen Seiten bishero überladen gewesen; allein 
es scheinet, die großen Herrn wissen in der That selten ihre Gut- 
thaten recht auszuspenden, so auch eine deren schwärsten Künsten 
•bei einen großen Herrn ist, welche gemainiglich oder alles auf einen 
Häuften zu werft'en oder ihre Gnaden also ungleich auszutheilen 
pflegen, daß die Gab meistentheils den Dienst oder zu weit über- 
steiget, oder nicht dem Werth nach belohnet. 

Den 20. unterblibe der sonstige Kirchengang zu denen Carme- 
litern auf der Leimgruben zu Celebrirung des heutigen Scapulier 
Fests, um willen II. MM. bereits den 16. dises (wo eigentlich den 
Calender nach das Fest einfallet) in der Wüsten nächst MannerstorflF 
bei denen BaarfUsser Carmelitern gewesen waren. Es wurde also 
heutiger Sonntag more solito in der Capellen zu Schönbrunn begangen. 

Den 22. wäre ahermahlen off'entlicher Gottesdienst wegen des 
heutigen Fests S. Mariae Magdalenae und abends Appartement. 



340 1749, Juli 30.— Aug. 3. 

die Ordonnanz zum Aufbruch um siben ühr gegeben worden wäre, 
mithin die Herrschaflften gegen neun Uhr erwartet^ so wäre alles 
sehr bekümmert, da gegen 8 Uhr ein häfftiges Ungewitter sich er- 
hoben und mann von dem in biroccio vorausgekommenen Obrist 
Stallmeistern vernohmen, daß die HerrschaflFten wtircklich vor seiner 
von Mannerstorff weggeraist wären. Wir kunten uns nichts anderes 
vorstellen, als daß selbe entweder aus Complaisance für die mit ihnen 
in der Landauer Chaise sitzende Princesse (welche die Wetter gleich 
dem Schiessen ungemain förchtet) unterweegs abgestigen oder einigen 
widrigen Zufall gehabt hätten, und danckten den Himmel, als wir 
endlichen von einem gegen 10 Uhr von Lanzendorff (allwo die Re- 
lais bestellet waren) angelangten Postillon versichert wurden, daß 
die HerrschaflFten alldorten bei denen Franciscanern eingekert und 
in so lang zu verweillen gedächten, biß das gröste Gewitter vorbei 
sein würde. Eine kleine halbe Stund darnach kämmen selbe auch. 
Gottlob, ganz glücklich an und raillirten über unsere Inqui6tude so- 
wohl als die von denen auf der Rais mit gewesenen Dames, ab- 
sonderlich von der Princesse bezeigten Poltronnerie. 

Eodem vormittags wurde der neu angesezte Landmarschall, 
GraflF v. Königsegg-Erps, more solito vorgestellet. Seit dem Tod des 
GraflFen Friederich Harrach — welcher gleich nach der Abraiß seines 
Brüdern Ferdinand nacher Mayland, dises Officium verwaltet und 
nachhero kurtz vor seinem Ende es nach den GraflTen Brenner 
(welcher selbes in Zeit des, der neuen Einrichtungen halber, gehaltenen 
Landtags versehen) wieder umen übern ohmen hatte — wäre dise An- 
waltschaflft verschiedenen destiniret worden, sogar hatte mann auch 
mich in Vorschlag gebracht; allein da bei gegenwärtigen Umständen 
in internis niemand gern anbeissen wollen, so muste endlichen ob- 
bemelter Minister (der zwar die Reputation hat, gern aflTairiret zu sein) 
sich damit beladen. 

Den 31. wäre (der nun gegen 3 Wochen fUrgedauerten großen 
Hitz halber) bereits Ordonnanz um 9 Uhr in das Profeß-Hauß zu Be- 
gehung des Fests St. Ignatii. Der Kaiser stige au retour de T^glise 
in der Burg ab, die Kaiserin aber führe mit der Princesse nacher 
HezendorflT; zu Mittag aber traflFe alles zu Schönbrunn ein. 

Den 1. Augusti wäre, ungehindert heutigen Freitags, wegen des 
morgigen Fests kein Appartement. 

Den 2. wäre um 9 Uhr Ordonnanz zu denen Capucinern zu 
St. Ulrich wegen des heut einfallenden Portiunculae Fests. 

Den 3. wohnten die HerrschaflTten den gewöhnlichen sonntäg- 
lichen Gottesdienst bei. 



342 1749, Aug. 9.-14. 

der für dUcs Jahr abcrmalilen beliebten Hollitscber Baiß annoeh zu 
besuchen. 

Den 9. wohnte ich einer abennahligen Reichs Conferenz bei 
Graffcn v. Königsegg bei, worinnen das Reichs Hoff Raths Guttachten 
wegen Carpegna, nebst denen Aufsätzen deren Antworten an das 
dißfählige päbstliche Breve, und von dem Nuncio zugleich lezthin in 
audientia dem Kaiser zugestellte Pro Memoria in Deliberation ge- 
nohraen wurden."®'^) 

Den 11. gegen halber 9 Uhr abends kämmen II. MM. von Manners- 
torff zurück. 

Den 12. wäre Conferenz bei Graffen v. Königsegg, mit Zu- 
ziehung des Hoif Kriegs Raths, Commissariats und Directorii in 
publicis, um das französische Pro Memoria wegen deren Prag- und 
Egraer Schulden Ruckstand zu durchgehen und die Antwort darauf 
conimunicato consilio zu verfassen.*'*') 

Abends wäre Appartement, um die Gomplimenten zur Hollitscher 
Raiß zu empfangen. 

Den 13. führte mich der Kaiser zum Ertzherzog Joseph, welcher 

ein kleines Examen ex geographia et historia aushalten muste, deme 

ausser I. M., meiner Wenigkeit, des Ayo, ertzherzoglichen Dienst 

(^aramerherrn und Abb6 Veguer, qui fait les fonctions d'instructeur, 

^* niemand zugegen wäre, und muß ich dem kleinen Herrn das ver- 

diente Lob beilegen, daß er sich dessen für sein Alter sehr wohl 
nquitiret. 

Don 14. solto der Kaiser voraus nacher Ilollitsch und waren 
dazu schon alle Praeparationen gemacht; nachdeme aber nach Muth- 
nmssung des berühmten Protho Medici Van Suiten sich bei der Frau 
Elisabeth einige Symptomata von Kinderblattern geäussert, so thaten 
I. M. nicht allein dero Abraiß suspendiren, sondern auch also gleich 
Selbsten alles anordnen, was immer zur nöthigen Separation deren 
jungen Heri'sohatften (und um die Communieation zwischen den 
Flügel, alhvo die Patientin logiret, und denen übrigen Appartemens 
ab/usohneiden'i erforderlieh sein kunte. Mann hat zwar verschiedene 
Passus gemacht, um die Kaiserin zu persuadiren, daß dieselbe gar 
aus dem Schloß ausziehen ml^gte, allein es wäre von ihro ein mehreres 
nicht zu erhalten, als daß sie endlichen zugesagt, die krancke Frau 
von nun an nicht mehr zu besuchen. 

Den heutigen g^uizeu Tag über blibe alles en allarme und in 
der fast ungezweiftloten Vermuthung, daß als morgen früh tormlieh 
declariret wenlen würtU\ was massen die Blattern würcklich ausge- 
schlagen, allein 

iL. 



1 

I 

■f 



344 1749, Aug. 18.— 19. 

laden ihrer l^urcaux vorfanden. Den heutigen Abend biß zum Soupö, 
welches wie zu Schönbrunn immer um 9 Uhr aufgetragen wurde, 
passirtc mann mit spatziren gehen in dem an dem Schloß anstossenden 
Fasan-Garten, als welcher der einzige Orth zur Promenade, und 
ausser deme kein anderer Ziergarten vorhanden ist. 

Den 18. hätte mann zwar nach den ersteren Antrag in das 
Gampement (deren mann dises Jahr, um die Trouppen en haieine zu 
halten und das neue nach den preußischen Beispill introducirte 
Exercice im Gang zu bringen, verschiedene in denen Ländern ange- 
stellt, und das Mährische sich nicht weit von Hollitsch entfernet be- 
fände) gehen sollen, allein der Kaiser wolte die Dames anheut aus- 
rasten lassen und Hesse abends von einigen lothringischen Hoffleuthen 
eine kleine Pi^ce, Crispin m6decin genannt, produciren. 

Den 19. verfügten wir uns sammtlichen gegen 8 Uhr nach den 
Lager, welches auf einer Heide zwischen Strasnitz und Bisenz placiret 
worden wäre. Es bestünde in 5 Regimentern Infanterie (als Franz 
Lothringen, Leopold Dann, WolflfenbUttel, Esterhasy und Andrassy, 
welche beide leztere hungarische Regimenter gleich denen übrigen 
dortiger Nationalisten auf den deutschen Militär Fuß gesezt seind), 
dann in dem Cürassier Regiment v. Lucchesi. 

Als mann gegen die Fronte gekommen, stige die Kaiserin aus 
dem Reisewagen in eine Landauer Chaise und nähme die Princesse 
und ein paar Dames zu sich; der Kaiser aber nebst denen Männern 
seztc sich zu Pferd; und als er zu seinen Regiment kämme, stige er 
ab und sezte sich si la tete desselben und salutirte die Königin, 
gleich denen übrigen Obristen und Regiments Innhabern, en passant 
mit der Pertuisane. Aprfes cette politesse, welche von viflen als eine, 
ttlr einem römischen Kaiser etwas unanständige Submission angesehen 
werden wollen (ob sie zwar nur eine Folge der ersten Irregularitet 
gewesen, indeme der Kaiser nach seiner Erhöhung sein ä la solde 
de la reine stehendes Regiment immerfort auf den nemmlichen Fuß 
beibehalten hat\ stige er wiederumen zu Pferd und passirte die 
übrige Fronte und ritte biß zum Zelt, so etwas seitwärts gegen den 
lincken Flügel i)Iaciret wäre, allwo alles abgestigen, um von dannen 
aus dem Exercice zuzusehen, welches nach dem unlängst eingeführten 
neuen Reglement angestellet wurde und obsehon das Cavallerie Re- 
giment nicht mit exercirte, dennoch biß zwei Stund fUrdauerte. 

Das Mittagmahl nahmen die IlerrschafFten unter eigends dazu 
aufgeschlagenen Zelten ein ; und weillen der das Corpo commandirende 
OonenU der Cavallerie, Comte de Saintignon, zu Bewürthung so vor- 
nehmer Gäste nicht genugsamm versehen wäre, so hatte der Kaiser 



vt.v ii'i« Vi/'/ «ui»r<' k»ri/A: 7j4'M crfibrijTCt, s'» nabme mir cbenfahls 
* ,*.A H^i«« J'//' urri'/ij vor. 

W;iliMii«J <l<fe llolh AlmcffKC'ulH^it hat Bieh zu Wieim sonsten 
nf^h^» uttt'i'vvnitli^fi'H 'AUii;idniii;itu^ hIk daß die leidige Heusehreeken 
'tm^tUiittli li iillrr, Mifit vori^<;ti Jahr her zu Erstickung der Bruet 
Miip« wMKJi i< t U<'iiinhiinKi Hi<'h dcinioeh wiedcrumen eingefunden, 
l«<l«/'h tiiii <l<Mi llMtrrM('hi<Ml, daß der Htärckeste Schwärm sich über 
d«i Miuih iiiM'hrr HiNi'Htz und dortige (Segend gezogen, von danneu 
hIm». ihm h i'lni'iii kuri/rn AnfVjitlialt, weiters gegen Schlesien und 
ihnlihi-iM Hitfi.iii- Müi'h dni Hrandenhurgischen und sofort nordwärts 
t'M^MMlil. ein MiMh'rcr, goringeror Schwann aber in hiesige Oegend 
fii l>MMiMM>ii, In N|MM*ir (Ihrr don Si>h(^nbrunner Garten geflogen und 
i<l'h Im iliiii diilliM' llul/,| und um Penzing herum in die Weingärten 
iiii|<i/ii>il. \on wtinniMi nhor diwos UngozitVor durch villes Trommelen 
nml MililiHNon, abNinnlorlioh wogen abgehenden Fraß (weillcn es 
lnhif Wrlnbliinn an^ivitVot. die Kohlfrüchte aber mehresten Theils 
•ihiin i'hiHt'tnhiol Witron"^ bah) wiodorumou abgetri hon worden ist und 
•Miiliinn ^«'ln» n /uk "b« v das TuUnor Fohl uaohor Bayern nud weiters 
iliMM \WW\\ vu »;^'n«Onnon bat 

\N i«h dilitiiltN \on dor uouon Kopnio^eutatiou fär Patenten er- 
jif»nfn'n. bovo»»ivt Aw Kwh*: r''^^ 

IVn \ N|\tou\bvis wolobo« Ta^is dor Zeit iTio allhier ge- 
\\o»»rno ^^^^Hn^v^^^,•bo Vb4;vsanto IVmi Sc!v*<lian OATÄvalh-> v Mello 
^\vU*i ^\'\yu\ )\a\u\\ ^x*l^l.o or aV.hicr cchr:ra:lni und dk- eine 
l\sb«o .bi \, •. \x .m'.'j, r.i^vMtV.n x.«r. l^ÄV*v. i'::».-l.ri:io > vn l'^ayti^bi-r^ 

p. , : M ; ,. , V.',.-',»; )i. ■ »i : . *\'.( Vl;,-\-^;-. l:^}C: .ifi. YTktZ7 At- 
\ , »»,».^, ■' '. vx, 1 • .1 X:«.! n -^^ i-r "•■ 's'^ii^fiT In*. 6fÄ 

; '. -.ii \y \. y ir-V.illlU -Sit 04 
:■;>?< 1. 4 1:1» 1 -1 VI 3'<dlfJ»Öiirf 






v . . . , ... * '. ...'1 .-. .1 ..■*.:i-:;-.i:^ 4i>;ii^aisn*. 



- 1 ^f^rc^is- iiui 



350 1749. Sept 12.— 15. 

Den 12. wurde heiligendes Patent in Policei Sachen puhli- 
ciret.390) 

Eodem kämme Nachricht von Hollitsch, daß der General Grüne anf 
der Parforce Jagd ein Accident (so in derThat ein Schlag! gewesen) tiber- 
kommen, wordurch der Kaiser — welcher ihn in disem Stand im Wald 
angetroffen und sofort an seiner Seiten zurnck nacher Haus geftihrt 
hat — um so mehr betroffen worden, als er disen meritirten Officier 
ungemain wohl leiden mag. Das so genannte Accident hatte ihme 
das eine Ang verwendet und den Mund krum gezogen, anbei 
die rechte Seiten in etwas gelämet und muste er nach des Kaisers 
Abrais noch einige Zeit zurück bleiben, biß mann ihn in einer Senfften 
anhero transportiren können, allwo er nun, da ich dises schreibe, 
wtircklichen sich ausser aller Gefahr befindet und die Visiten anzu- 
nehmen angefangen.'*') 

Den 13. wäre Conferenz bei Graffen von Königsegg mit Zu- 
ziehung des Directorii Über verschiedene Mixta und nach dessen 
Abtrettung wurden die leztere Expeditionen am Richecourt abge- 
lesen.^^*) 

Den 14. wohnten I. M. der alljährlichen Procession und An- 
dacht wegen des Entsatzes Wienn bei und wäre die Ordonnanz dazu 
um 9 Uhr. 

Den 15. geruheten I. M. (ungehindert des durch vomjährigen 
Recess mit denen Ständen auf 10 Jahr festgesezten Gontributionalis) 
dennoch selbsten die sonst gewöhnliche Landtags Proposition zu 
thun, welche aber auf die deimahlige Umstände eingerichtet ware.*^') 

Graff Haugwitz, qua praeses directorii, machte die Anrede und 
Graff Königsegg Erps (als substituirter Landmarschall), die Antwort, 
welcher leztere aber wegen schwacher Gedächtnus nicht so gutt und 
keck als der erste, der ein guttes Mundstuck besitzet, seine Sach 
vorgebracht hat. 

Die Ordonnanz wurde um halber 9 Uhr gegeben; die Kaiserin 
wolte aber das gewöhnliche Hohammt und Veni Sancte Spiritus von 
darumen nicht halten lassen, weillen sie — wie sie sich hiertiber 
gegen ein und andere geäußeret hat — unanständig gefunden, den 
heiligen Geist um eine bereits geschehen- und abgethanene Sach an- 
zuflehen, vermainend, daß — nachdeme durch den geschlossenen 
Recess die Bewilligung (worüber mann vor disem erst nach der 
Landtags Proposition mit denen Ständen eins werden müssen) bereits 

*) Er ist aber nach wenigen Jahren darauf in seinen Vatterland, wo er 
bei seinen Brüdern ganz retiriret gelebet hat, verstorben.'") 



• i« 



i\o 



.':>2 174*», Svpr. lft~2»». 

4 i>itn«'kf* nir <i«*ni Adel bf^j^onders rescrviret nnd mittelst eines Enelos 
<Ni(*r narri«'n\ »o mit Teppich üF^erzogen wäre, von dem Qbrigen 
TArtornr Hrpariret sein mnsten. Hinter selben reservirten Ifincken 
iiiarhtc mann eine zweite Separation von etwann S Banes f&r dem 
llalbadri und rauimerdienerinnen, nach welchen erst die flbrige 
honncte l^^'iithf vom Hott' als (*ammerdiener, Controllor. Thfirhfiter, 
Sattriknerht, Knehl Insfiectorcs etc.) placiret wnrden. 

Die Ordonnanz wäre gemeiniglich nach G Uhr nnd an sortir da 
<*happ4^1ot, und die Cammerherm leichteten biß znr lezten Antichambre 
an bout de hi ;:rande gallerie, allwo sie außer der Thiir von denen 
Kd«*lknalH*n mit Windlichtem releviret wnrden, die biß oben hinauf 
zur Stigcn rwelohe zu denen I/)gcn führet) giengen und allda hin- 
wiederumen von denen i *amnierlierm abgelr>set wurden, so biß znr 
Lo^e hin, wo die HerrsehatTlten sodann verbleiben wolten, oder zur 
K^UIeren eu face du thefitrc, oder zu einer deren zwei kleineren, 
HO an dein Knd der (lallerie beiderseits des Theätre befindlich, zu 
leichten pHe;;ten. 

Pen 11). kehrte die Kaiserin Frau Mutter von HezendorfF nach 
der Bar;: zurück uml ob sie zwar en passant sich zu Schönbrunn in 
etwas verweillen wollen (auch wUrcklich alles zur Reception veran- 
staltet uuil zu dem Kiide denen Hottlimmtern und Dienst Cammer- 
herm ilie (>nionnanz vor 1 1 Uhr gegeben worden wäre), so wurde 
d(H*li wegen des eingefallenen Regenwetters, auf Einrathen deren 
Metlieorum naehliem tllr besser enu'htet, daß I. M. gerad und ohne 
unterweegs sieh HUtVzuhalten, in die Statt fahren sollen, zumahlen 
sie oliiuMieme dise /«eit her noch vill mehr als sousteu zu kräncklen 
jceptiejfet und an Kriinteu fast augenseheiulieh abgenohmen. 

Mittayrs wurde sogleich der eine Dienst Cammerherr nacherWienn 
;:rselii»*kt, um tlen»sell>en das gewöhuliche Uompliment wegen dero 
Kuckkelir, in Nahmen beiderseits kaiserlicher Mavestäten abzustatten. 

Den -O verfugten sich die Herrsehartlen bald nach den Mittag- 
s'^uHK'^tx in die Statt, um die Kaiserin Frau Mutter zu besuchen, und 
;cu'n;i;en <odann in das Opera Hauß. der pour la St. Augustin zum 
rrHtrn Maid proilueirten, von l. M. der Kaiserin aber wegen des bis- 
lion» tu P:cr4la unten sehöiien Wetters is»^ die IV^meuades denen Spec- 
t.'trlrn Uli m er den VopÄu.y: ^eben mache u"^ mx'h nicht gehörten Opera, 
Voliille iti S*\ro lieuanimsoc da/*u die Musi«\ue von einem bo- 

itiluiOrn lu'.ipoIitumMi'lu'H Si^cnore Jometia c\»mjM>uiret worden — bei 
•i« wolinnt. ui^K-lii» anrli w\':;>,*n besoudenii (tusto, Stiircke der Mu- 
4i*iu»* utiil votulnhi'h. \\m\ ilwv denen Worten »i*^ gutt appR^priiret, 



354 1749, Sept 29— Okt 4. 

en passant zu St. Polten der Profession einer bei ihr gewesenen 
Caranierjungfrau and nanmebrigen Carmeliterin Baarf&Berin unter den 
Nabmen Margarita Tberesia, welcbe von gutten Leuthen aus Gratz 
und eine sebr fromme Seele ist. 

Den 29. fubren die HerrscbaSlen zu denen Micbaelem, deren- 
selben beut einfallendes Festum patrocinii zu begeben. 

Den 30. wurde zu Sebönbrnnn Ton der italianiscben Bande eine 
seriöse Piöce, Demofoonte genannt, aufgefübrt. 

Den 2. Octobris wäre Conferenz bein Graffen von Königsegg, 
mit Zuziebung des General Brettlacb, fiber die Expedienda naeber 
Russland, als worzu erstgedacbter General als gewester alldasiger 
BottscbaiTter meistentbeils bernffen zu werden gepfleget. 

Gegen balber 2 Ubr kämme meine Frau von ibrer Wabifart 
zurück. 

Den 4., als an des Kaisers a. b. Geburts Tag, wurde fQr beuer 
folgendes beobacbtet: um balber 11 Ubr kämmen die zwei in privato 
stebende Bottscbafiler Bestucbef und Diedo zur Particular Audienz 
in die Retirada; um 11 Ubr gienge mann en publique in die Capellen; 
nacb selber legten der Cardinal und Nuncius ibre Glückwfinseb eben- 
fabls in der Retirada ab, worinnen aueb vor und nacb der Kircben 
denen Hoff Ämtern und vomebmeren Männern der Handkuß ver- 
stattet wurde; die Cammerberm trugen die Speissen und servirten. 
Der Ertzberzog Josepb asse mit, Cardinal und Nuncius warteten auf. 

Nacb den Taffeidienst wurden die vomebmere Dames, fremmde 
und biesige Ministres in der großen Gallerie an einer auf 100 Per- 
sohnen zugericbteten Taffei tractiret. Den Nuncium batte mein 
Scbwager vorbero sondiret, ob selber mit unß bei sotbaner Taffei 
verbleiben wolte, zumablen die Ordonanz zur Opera bereits um 
4 Uhr gegeben worden, folglicben — da er nebst den Cardinalen 
dazu geladen — die Zeit zum speisen wegen des Hin- und Herfabren 
zu kurtz werden dörffte. 

Der Cardinal halte sich bereits vorbero der Opera balber ent- 
schuldiget, mit Vermelden, daß er seit des verstorbenen Herrn Ab- 
leiben sich vorgenohmen, keinem Spectacle mehr beizuwohnen. Er 
wäre aber sogleich mit dem Nuncio verstanden, daß wegen ibrer 
Einladung zu der Hofftaffcl nicht das geringste Bedencken obwaltete 
und sie solche anzunehmen um so eher bereit wären, als in vorigen 
Zeiten üblich gewesen, daß der Obristhoffmeister alle Bottschaffter 
an GiMindonnerstag abends nach der Punipermetten und vor der 
wälschcn Predig in dem Cammerberm Zimmer zu tractiren und 
hierzu die Hoffiimrater und andere Vornehmere des Hoffs mit einzu 



356 1749, Okt. 4.-5. 

ersteu Einlaß gestellet, welchen allen ich die erforderliche Instruction 
crtheilet. 

Die Herrschafften giengen gegen um drei Viertl auf 5 Uhr in 
publico dahin; der Nuncius begleitete wie zu der Kirchen und bei 
sonstigen öffentlichen Corteggio, und wurde ihme rechter Hand unter 
den kleinen Stapffei, worauf die Fauteuils stunden, eine besondere, 
mit tUrckischen Teppich überzogene hOltzeme Banck nach den vorigen 
alten Coeremoniali gestellet und hinter ihme die Banck denen Hoff 
Ämtern gesetzet, welche aber gleich denen, so hinter uns und auch 
gegenüber für die geheimme Käthe placiret w^ren, nur mit sogenanten 
persianischen, rothen Teppichen überzogen wurden. Die Canimer- 
herrn in Dienst musten, ihrer Ordnung nach, leichten und die Lichter 
butzen; die Leichter wurden hinter denen Fauteuils auf Guäridon in 
der Zahl von vier (drei für Kaiser und Kaiserin und einen fär die 
Princesse) gestellet. 

Bei der Anknnfft der Herrschafften wurde Trompetten geblasen 
und gepaucket wie vormahls üblich wäre, und sofort die Symphonie 
gespillet. Die jüngere Ertzherzoginnen und der Ertzherzog Carl 
waren in der großen Loge gegenüber des Theatri in denen zwei 
kleineren; aber an dessen beiden Seiten befanden sich in einer der 
Ertzherzog Joseph mit der ältesten Ertzherzogin, und in der anderen 
die Gräfiin Fuchsin. 

Eine diser Logen wäre anfanglich destiniret für die zwei nicht 
in publico stehende Bottschaffter; weillen sie aber wie es sonsten 
üblich, zu mir qua Christ Cammerern (damit ich ihnen einen be- 
sonderen Platz aufheben soUei nicht geschickt, so wurde damit 
änderst disponiret. 

Die Opera dauerte biß 9 Uhr und hätte hernach noch ein großes 
Soiipo sein sollen, welches aber von dämmen unterbliben. weillen 
<lio Kaiserin sich nicht rosolviren können, alle hiesige fremmde Mi- 
nistres ^ worunter einige von sehr schlechter Geburt seind, wie der 
französische, ptaltzische etc.'t darzu einzuladen, und sich doch nicht 
geschickt haben wurde, eine Preference dißfahls zu geben, wormit 
(»lincdcme auch nur Disgusti entstanden wären. Mithin wurde das 
Fest mit einer Illumination beschlossen, welche aber sehr arm aus- 
gesehen, indeme nur der vordere Theil des Schlosses und die daran 
stitsseuile Pavillons gegen den großen Vorhoff zu, und zwar lediglich 
mit drei Kan::s von großen Lampions ^ welche in gleicher Distanz 
gerade außeinamler irestellt waren beleuchtet irewesen. 

Den .">. (Jcgen 10 Ihr hatten die Cavalliers aus den Theresiano 
.VudieuA l»oi ticn Kaiser, um den Glückwunsch wegen des gestrigen 



i 

35^ 1741'. Oki. i*.— 14. 

Zeit tiaiispirin^i . oiu^- 'JiKrbter voiu Ayo. eiii S^tbn de? Genei 
Isii'kerl Esit-rLaHv. »Müer vom KeicLs Vice Canzler nud ein jung 
Coheii'/A. 

Dif A;:ireii(if ;|rabeD jed«.'r 4 Billets. 8(Klaim stunden anf d 
J^isiii zur tiitivt iiire Eltern, aliv Ilufl" Dauies von l»eideu IlftiTe 
dir wiin'kli^'li*. und i|:ewegi*r H«»fl' Ainuiter nebsr ibren Franen ni 
was zu ^<-bi'»niiruuii woimbafli. <Ja)»iUiiuF de? :rarde6. Obrist Jagi 
iii«.^iKler. < aj»i deren .Stelien. J«.-dt»'*l nur für ibre Persobn nnd ohi 
d<MHMj Krauen, der Gnif* bentinek aas Holland, die I^iensi Camni< 
beim. JJaron Pflii^i'bner. T<iUK8aiu;. Iianensteiu. Cabiuets Sefrcta 
Kueb. Kebeiniiuer Zabiuieisu-r Carl Dier nnd eiuisre Canimerfran^ 
nebst deuj Prntn«» Medie»» Van Swieien und nfK'li ein nnd anderei 

Die Ord<»nnaiiz war*- um Uhr und wird die Piere neigst de 
kleinen Hallet an: Sriilul etwas liber drei Viertl Stund ^edanc 
babei). IM», nuii:». Uerr&eiinffteL bal»en ibren K«'»ie Bebr wohl g 
niaebt: der Ln/MK-ri**,: ,T-»se}»h iiat noeb ein wenig Enibarras. d 
Krauen Maria Anna und Maria aber — absonderlieb die crBtere, i 
den»e die zweite einen Deleet an der Spraeb hat. eomme fii eile avc 
de la bouillie dan^ la b(»uebe. honsten a't»er ein charmanteF Kind i 
a;riren re<bt benzi>: und haben Ibro Mavestänen also billige L 
saeb ^rebabt. zutVieden zu bein. 

Den 12. wäre der jrewr.bniiehe RonnUigige (^Tottesdienst berei 
um I* I br an^resagt. weilleu die Herreebafften zur rv»pulation d< 
oben erwelmteii Hniutpalirs zu der Kaiserin Frau Mutter sich zeitli< 
veri'llp*n wollen. Es ist aiier di^^er Aerus sehr lugubre gewese 
weillen (^ben disen M<»r;:en der Kreile Kraut Schwägerin des Graffd 
(ieor^rii (Ic;nialilin. eine Tof.bter de"? «^eeligen Oraffen Ottocar v( 
Sti-irbeniberg , dune 8uite de eouebee. am weilien Friesel im 18. Jal 
yt'i'Ht'h'iiU'U. 

leb b<';rleile(e die Ilerrfiebafften zurück nacher Schftnbninn nr 
rubre, Hodaiin nacb erhaltener Erlaubnus auf Pellendorff, wohin meii 
Krim ^;i'Hivn\ Nacbniitta^^ mit denen Si'ihnen vorauGgegangen war 
Alldortrn ;iniiisirlen wir uns mit dem Weinlesen und 

den 11., p';;en ♦> Kbr, kämmen wir wieder zurück. Im Vorbc 
fnUnu bei Mariae IIIIIlV begeirneten wir die HerrschaflFten, welcl 
t'ht'M in die. Statt Hieii verfügten, um der an Francisei Tag bei Hc 
HpnoHrnlirti'ii und beut zum erstenmabl in dem OperahauO (worinne 
zu IJiriii des niorgig(»n Tags das Amphithc^fitre und die Logen b 
.-/ij'li IS ilhiiniiiiret wan^n^ repnulucirten Opera, Ezio, beizuwohne 
»s*\A\ryiii iiiirh .ilHofort jingcklcidet und die Hcrrsebafften alldort€ 
j ■ .V .«^'1 .-ip hl h.ibe, um die fernere Befehle wegen morgen (ob ic 



360 1749, Okt. 15. 

der Platz zugelassen (deren — weillen mann nach der Breite der 
Gallerie gedanzet — wohl über die 12 gewesen), danzen möge. 

Par honneur gienge ich die Fürstin von Trautsohn aufzuziehen, 
welche aber nicht mehr danzet; und da auch von unseren Fürstinnen 
keine zugegen gewesen, welche sonsten zu danzen pflegen, so solte 
die älteste Cammerfreile und nach selber eine deren geheimmen 
Räths Frauen aufgezogen werden, um doch in etwas den Bang zu 
marquiren. 

Dann alles nach den Bang zu nehmen, ist bei unseren Hoff 
nicht möglich, weillen wir keine Bois de bal zu benennen pflegen, 
sondern — sobald die erstere Menuets mit denen jungen Herr- 
schaiTten vorüber — alle Männer zugleich aufziehen. Übrigens 
habe ich noch souteniret^ daß von diesen noch niemand als geheimme 
Bäth, Cammerhcrrn, würcklich- und decretirten, oder geweste Edl 
Knaben außer der Maschera danzen dörflbn, also zwar, daß auch die 
Fürsten dißfahls nicht privilegiret sein und ich eben heut noch 
einen jungen Lichtenstein, welcher nicht Cammerherr ist, auf seine 
Insinuation negative antworten lassen. 

Die Zurichtung in der großen Gallerie muß immer sehr ge- 
schwind geschehen; und weillen sie etwas schmall, so kann mann 
keine Bänck in der Scalinata [Vfie im spahnischen Saal) an denen 
Seiten setzen lassen, sondern sich mit einer Beihe Bänck oder Ta- 
bourets begnügen. Und weillen die Kaiserin in den daran stossenden 
kleinen Salon oder soger.annten weissen Zimmer zu spillen pfleget, 
mithin die Passage dahin nicht verleget werden darff, so ist mann 
immer embarassiret, wo die Musique und die Fauteuils denen Herr- 
schaiTten hin zu placiren seien. Für dises Mahl sezte mann die Mu- 
sique an dem einen End der Gallerie, wo mann von der großen 
Stiegen her kommt; und gegenüber auf der Seiten, wo die Herr- 
schafl\en aus ihren Appartements und durch die große Anticamera 
nächst der Capellen herauszukommen pflegen, wurden die Fauteuils^ 
aber nicht in gerader Lini — weillen deren wegen der zahlreichen 
durchlauchtigsten Jugend heut würcklich schon siben sein sollen, 
mithin fast die ganze Breite der Gallerie damit eingenohmen und 
also der Zu und Eingang zum Dantzplatz fast gäntzlichen gesperret 
worden wäre — sondern (wie mann hier sagt) sehremmsweis pla- 
ciret, wiewollen II. MM. beiderseits sich nachhero gar nicht nider- 
gesezt und die Kaiserin nicht gespillet, sondern anfänglichen stehender 
zugeschauet und nach dorne — obschon das Wetter zimmlich kalt und 
rauh gewesen — in <len Garten gegangen, um die Illumination naher 
zu sehen. 



3i>2 1749. Okt. 19.-22. 

onlinaire gehaltenen, wälsohen Comedie in die Bni^ and Winter- 
quartier zurückzusenden. 

Den 19. erlaubten I. M. die Kaiserin, dafi die Knaben ans dem 
Tberesiano vor den heutigen sonntagigen Gottesdienst ihren GlQck- 
wunsoh zu dero leztem Nahmenstag ablegen dorffen. worbei ein 
junger GnitT Kolloniiseh Sohn des hangarischen HoffratbS' die An- 
rede sehr hertzig gemacht hat. 

Nach der Kirchen tuhre ich zu Griffen von Konigsegg. allwo 
mit Zuziehung des Directorii in publieis die lezthin resoliirte Expedi- 
tionen wegen Aquileja abgelesen wurden.^^ 

Al>ends nach dem Rosencrantz wäre die Vigil für den Ter 
storbenen Herrn und wurde gewohnlicbennassen en campagne in 
schwartz dazu angesa^ und um halber o Uhr Ordonnanz gegeben. 

IVn 3>. wäre die Ordonnanz bereits am 1* Uhr zar Kirchen 
pn^ anniversario. weiilen der Kaiser anf die Schweinjagd geben 
wollen. 

Don 22. fahren die Herr^'haAen secen 11 llir in die Statt, 
stigen in der Burg ab und vert'^gten sich sofort mit dem Ertzh^xog 
Jv^seph und der Frau Marianna welche sie en passant mitgenohmen 
nnd :rew>'>hiilichenua.<sen der ElrtzherztXf mit IL MM. and die Ertz- 
herz»>gin mit der lYinces^je gefahren nacher St. Stephan, allwo onser 
alter Cardinal Erizbischoff anbeut seine zweite Primitz — $•> zwar in 
die S, Theresiae. welchen Tag^ er seine erste Mefi geieden hatte^ 
l>e^an£^Mi werden s^^IIen. wehren der sro^ssen Gala aber and mehrerer 
Bequcmliohkei: halber bid anhea; ver?oh'>ben w»>rden wäre — ge- 
tuiken. worv.>n die anstuhriiche Beschr^ibaru ioi Prxick hierbei ligt.^-} 

l>ie iuiiire Herr?charften rjhrea nach dem Gottesdienst nacher 
Haii<, II. MM aNer aeb^: der Princes^e ^ien;^*a anter Becieitan^: 
den:» H ^' S;a:: la Kud in den Bi<'-'ho?hofF nnd verbliben bei den 
l'arviinaUn rn Mi:;a^. & hane flir die drei HerrjchaStea Faateails 
stelle" bssen. sie njibnien aber s*:'Iche niofc; an. s«>adeni selten sich 
cewr.hnIiohern:;is^n rele inCIe nnvi anf vlenen neninitichen Stfihlen 
mit dienen ü'-n^en «.»;U:r:n. deren AniabI sich ^cen 4*> e^^lreekte 
nnvl :n denen Ho:*:ii:n:ern. Ooniereni Min:s:ren, vornehmem Capi and 
emuen H-^'T L\in:e> bes::inde. 

Vor den Fscj^en ref;ih*e:*. II MM. n:*r, daL ich dem i*ardinalen 
tu der^i Ve: ier>e:::^vn N^bn.en das f.:r ihxe destiEirte Aadencken 
in e-no::»-. >:::;v:-.v^de"ev ni:: c>r.",!;tr.:en cxmirten reet'^rali Sberbrinsen 
"^'lue. ^.^e^vn 1 ri.r <ei:c :v. ;n.: siclx :m n>».*h: nach demselben 
prv\inv"r:e su'h eitr v»ei<:[i;ne- ^-^n der er'::*''i<cb-:i^Iiehen Capellen. 
\\eleher Ivrxus \ t einigen jAbrvn m >c. V^i: \or denen Herr$ehaAen 



'^^^ 1749, Okt. 26. 

Dises wurde wegen der fürdauerenden Kälte anheut auf der 
Kaiserin Seiten gehalten, aber nicht eher angefangen, als biß die ge- 
wöhnliche Curialieu bei denen Hoifverlobungen vorüber waren, wor- 
boi anheut (wie es nunmehro bei unseren HoflF mcistentheils practi- 
circt wird) der Heiraths-Contract — so vor disem den Abend vor dem 
('Opulations-Tag zu geschehen pflegte — in Beisein des Bräutigann 
und deren Beiständen in der zweiten Anticamera nächst den Spiegl- 
/iininicr abgelesen wurde, folglichen auch alle andere Dames und 
Cavalliers — deren wegen des heutigen Appartements um so mehrer 
zugegen waren — in so lang abtretten musten. 

Ansonsten wurde auch bei Gelegenheit der heutigen Function 
auf ausdrücklichen Befehl der Kaiserin zum erstenmahl eingcfUhret, 
daß die Männer der Princesse kniebogene Reverenzen machen und 
gleich denen Dames (welchen es zwar allbereits nach der Crönung zu 
Franckfurt anbefohlen, von ihnen aber niemahlen befolget worden 
Ware) dergleichen thun müssen, ob wolte mann selber die Hand küssen, 
HO sie aber nicht angenohmen, auch nieniahlen den Handschuh aus- 
gezogen pour nuuquer claircment, daß sie dise Submission nicht ac- 
ceptirte. Ober dise theils neu introducirte, theils renovirte Etiquette 
gäbe CR ville Glossen; absonderlich spreizten sich die Fürst und 
FMrHtinncn und i)ractcndirten, daß mann es ihnen durch den Reichs- 
Vic«; (/an/lern auf die nemmliche Art insinuiren solte wie es Kaiser 
C*arl dvr Sechste gcthan, da er dise nemmliche Ehrenbezeigung seiner 
Fruu S<*li\vigcr Mutter (der damahligcn Herzogin von Blanckenburg) 
wio/I<!rfailiren hissen wolte, bei welcher Occasion mann sich der Ex- 
pruMHion hedlcnct, daß 1. M. es gern sehen würden. 

Irli liatte zwar die Kaiserin, als sie mir die Gnad gethan, wegen 

tliHt-v vorhabenden Extension des Coeremonialis mit mir zu sprechen, 

lii'tf'lllH-r auch sonsten ein und andern daraus entstehenden Incon- 

vriiii-iiiH halber, in speeie wegen des Printz Cari (deme das nemmliche 

wlivtlit '/iigi^legt werden müssen) zu praeveniren nicht vergessen; 

alli-Jii mann wnUv die Princesse obligiren, als welcher i\ la longue 

(rar a\% irnipfindlich gefallen, daß mann zwischen ihr und denen Ertz- 

lii'i'zoKiiiinn hi<Minn<M) so villen Unterschied gemacht, da sie doch 

i^oiiHl «Ml ihnen in dem übrigen Tractamcnt ganz gleich gehalten wird. 

t$t ili't Thiil Wille es natüriieher gewesen, daß manu dises alles gleich 

m.sU ih I l-niiiclvfiirter (Jrr>nung vollkommen reguliret hätte; allein 

^h , KiiiHir lind di(^ Prinecsse woltcn damahlen Selbsten nicht 

^//./l / M Mclirinel, da(l es absondcriieh dem ersteren nunmehro 

..///|//#<i»Mii nii.i, TM nieht bei dem bisherigen Brauch gelassen 



366 1749, Okt. 29.— Nov. 2. 

Tliat gar zu irrögulaire und vermuthlich nur daher entsprungen seie, 
weillcu mann es vor disem also mit denen spahnisehen Bottschaiftern 
comme ministres domestiques gehalten und hierdurch der Mißbrauch 
respectu aller Übrigen Bottschafftern sich eingeschlichen haben dörffte, 
welcher also billigermassen zu redressiren seie. 

Allein bei mir wäre der Anstand, ob nicht dise von denen Bott- 
schaflftcrn zu erstattende erste Visite villmehr dem Obristhoffmeistem, 
welcher in der That unser Premier Miuistre und der Vornemmstc bei 
IloflF ist, gebühre; allein weillen der Obrist Hoffmeister bei der Con- 
ferenz Selbsten und auch uachhero die Sach weiters nicht poussiret 
und Graff von Uhlfeld endlichen vor sich hat, daß er nach den Tod 
des Graffen Sinzendorff (welcher in der That nur oesterreichischer 
Hoff Canzler gewesen und die Direction des affaires etrangferes nur 
als ein Accessorium gehabt) und nach beschehenen Separationen der 
SUiats- und oesterreichischen Canzleien als förmlicher Ministre des 
affaires etraugeres und Staats Canzler benennet worden ist, so wurde 
dise Praerogative ihmc und ex identitate rationis dem Reichs Vice 
Canzler zugesprochen; jedoch musten beide dem Cavalliere Tron 
schrifftlichen versichern, daß es fUhrohin mit allen nachkommenden 
Bottschafftern auf disen Fuß respectu ihrer Legitimation und zu er- 
stattenden, dißtahligen ersten Visiten gehalten werden solte*®^). 

Gegen 12 Uhr gienge die Copulation der Freile v. Starhemberg 
vor sich, welche nach jcztiger Gewohnheit in der großen Anticamera 
(^weillen das Spieglzimmer zu Schönbrunn gar zu klein ist) geschähe, 
und die Brautleuth nebst denen nächst Befreunten und dem Ponti- 
ticanten (so der Graff Leopold von Starhemberg, Dombdechant von 
Siiltzburg, gewesen) zur herrschafftlichen Taffei gezogen wurden. 

Abends wäre wiederumen italianische Comedie. 

Den 1. Novembris wäre der offentliehe Gottesdienst zu Schön- 
brunn, weillen die Kaiserin die Zimmer in der Burg neu zn- 
richton und meubliren lassen und mann damit noch würcklich be- 
schätVtiget wäre, mithin zur Cai)ellen (^allwo der heutige große Feier- 
tag bislioro immer mit der Colana und nach der sonstigen Etiquette 
celobrirot worden > mit dem publiquen Corteggio nicht hätte gehen 
können. 

Es wurde auch unterlassen, den Nuncium, welcher sonsten heut 
das Hi»h-Amnit zu halten pHeget, darzu einzuladen, sondern der Kirchen- 
dienst wäre u l'ordinaire — ausgenohmen, daß keine Predig gewesen, 
welohe aueh sonsten an heutigen Tag nicht gehalten wird. 

Uen i\ liielto mann ebenfahls den gewöhnliehen sonntägigen 
iuUtesdienst zu S<'hönbrunn: nachmittags aber, nach 5 Uhr, verfügten 



368 1749, Not. 12.-14. 

Den 12. wäre Reichs Conferenz bei Graffen Ton K^nigsegg in 
pancto (leren italianischen Reiehslehen and dissfabis zn erlassenden 
Befehlen an den kaiserlichen Commissariom, Conte di Stampa, in 
speeie, damit dessen Actidtet nicht langer in suspenso gelassen werde. 

Den 13. reprodncirten die Impresari delFopera ( weilten der 
Ezio gar keine Approbation finden wolte) die vom Jahr sehr applan- 
dirte Pastorella Lencippo und kanune der Kaiser nach der Jagd, selbe 
zn hören, so aber bei weitem nicht also gontiret worden, weillen die 
nemmliche Personagen abgiengen nnd absonderlich die Parten vom 
Amorevoli nnd Venturini in der nemmlichen Force von denen, welche 
solche dermahlen vorgestellet, nicht exeqniret werden können. 

Den 14., als in vigilia S. Leopoldi, verfügten sich I. M. der 
Kaiser gegen 5 Uhr abends (die Kaiserin blibe ihres geseegneten 
Stands halber znmck) mit dem gewöhnlichen Gefoig von Männern, 
worzn noch ein paar Cammerherm delli familiari benennet wurden, 
nacher Closter-Neabnrg. Er nähme nebst dem Obrist-Stallmeister 
anch mich za sich im Leibwagen; und weillen ich den Unform 
habe, daß ich unten an nicht sitzen kann, so hatte der Kaiser die 
Glitte, mir zu erlauben, daß ich mich an seine Seiten setzen darffte. 

Nach der gewöhnlichen Andacht ward die Zeit mit Schwätzen 
zugebracht und sodann speiste der Kaiser mit allen zugegen seienden 
Cavalliers und wurden auch die zwei Praelaten (der in loco, welcher 
erst dises Jahr als langjährig gewester Großkeller an des bald nach 
unserer vornjährigen Closter-Neuburger Kais verstorbenen alten Probsts 
erwählet worden, und der Abbt von Mölck, so nach alten Brauch an 
disem Fest immer zu pontificiren pfleget) zur kaiserlichen Taffei ge- 
laden. 

Diser Tagen ist die neu ernannte Frau Aya, verwittibte Gräftin 
von Wildenstein, welche ville Jahre bei der kaiserlichen Frau Mutter 
Freile Iloffnieisterin gewesen, von dem Fürsten von Trautsohn auf 
der Kaii?erin Seiten f<)rralichen declariret und sodann in der Burg 
gewöhnlicher Massen vorgestellet worden. Dergleichen Declarationen 
seind zwar nach Ausweis des Hoft* Prothoeolls vor disem von des 
Kaisers Obrist Hott'meistern gemacht worden und hat 1716 der Fürst 
Antoni von Lichtenstein die Gräftm von Gilleis als Aya vorgestellet: 
nachdemc aber bei jeztiger Regierung der Kaiserin Obrist Hoffmeister 
die sämnitliche männliche Hoff Staat weggenohmen und dem Obrist 
Cämmererstab einverleibt, folglielien dem ersteren lediglich das Frauen 
Volck angewiesen worden, so fanden I. M. tür anständig und equi- 
tabler, daß die Deelarir- und Installirungen deren weiblichen Capi 
vom selben Obrist Hoflmeistern beschehen sollen. 



370 1749, Nov. 20.-29. 

Herrn m erwarten pflegten, onnmebro aber nach diser neuen Ein- 
riehtnog alle Vorzimmer bifi an die Trabanten Stnben i worinnen eben 
diser Crsacb halber gieh anjezo anch die Hatschieren halten mfiaseA) 
fllr die Appartements ^widmet eeind, so wnrde besagten Maestri di 
Camera die an das Cammin Zimmer anstossende erstere Anticamera 
des Ertzherzogs Joseph dissfahls angewisen. 

Den fJO. I welchen Vormittag bei Grafien t. Uhlfeld — indeme 
Grafik K&nigsegg mit dem Podagra behaltet — in transylTanicis Gon- 
ferenz gewesen > Terffigten wir nns samtlich wiedemmen nacher Sch?^ 
bmnn, nm noch bifi Ende carrentis alldorten zn bleiben, indeme noeh 
ein nnd anderes in der Cammer und dem daran stossenden Calräi^ 
abgängig gewesen. 

Den -1. kämme der Kaiser in die Burg und fahre sodann in 
publico und im Mantel Kleid nacher Mariae Stiegen, dem heutigen 
Toison Ammt beizuwohnen: wahrendem Gottes Dienst erhielte ich 
ein Billet von meiner Frauen, worinnen sie mir meldete, dafi unsere 
Teriieirathete Tochter — welche zwar noch gestern ;da ich der C<m- 
ferenz halber flber Mittag in der Statt gebUben ; bei uns gespeisei, 
sich aber schon ein paar Tage her geklaget hane — einen Ausschlag 
in der Nacht fiberkommen, welchen ihr Ordinarius, Dr. Zwenghoff, 
sogleich fSr die Schaaf-Blattem declariret hatte. Weillen nun meine 
Frau, um das junge Weib nicht zu Teriassen, sich sofort mit meiner 
Genemmhahung entschlossen, mit der Patientin sich einznsperraL, so 
muste sie eine Quarantaine von 14 Tigen aushalten und ich VSbt 
indessen zu Scbönbrunn etabliiet, allwo zwar heut das freitägige 
Api^artement abgesagt wurde, allein fast all flbrige Tage, so wir da- 
raussen gebliben, abwechlungsweis italianische Comedie und Spill 
auf der Kaiserin Seilen gehalten worden, zu welch-lerten L M, gleich 
wie zu den Ap}tartements die Entree allen Oavalliers Terstattec 

Den -3. wai>e wecen des Sc^nntaursi, indeichen 

den -5, wegen des h. Catharinae Fesis öffentlicher Kirchendienst 
und anstatt des sonstiiren diensiÄri^en Apionements wüsche Comedie. 

Den -7. wäre Ci>nferenz l»ei Graffen Ton Konigsegg fiber die mit 
kztem Cnrrier aus Enüelland irekommene und das Accessions Wcrck 
sothaner Oron zu den Petershurger Ti^aciax beireffende Depechcn.**** » 

Den S^'. nacbdeme die Herr^chaiften ann^vh zu Schönbmnn das 
Mhx&innah! ein^renohroen beschabe endlicben ine^en halber o Uhr der 
Aufkimch vi.n Damen nach den Winterqnarrier, Der Kaiser, die 
Kaiserin und Princesse fuhren mit einander Tc^rbero annoch nacher 
Mariaf Hieuing v-^hne woiierem Coneggio. Der Ftrsr von Auers^ieig, ic^ 
die rw ei Canimerberrn ^ on Haubt Dienst und der Obrisi Ki 



372 1749, Dec. 2.-8. 

Den 2. wäre, wegen ünpäBliehkeit des Graffen von Ednigsegg, 
bei Graffen von Uhifeld Conferenz und in selber fiber rerschiedene 
Pnncta, absonderlich wegen deren lezteren Depeeben ans Rofiland 
deliberiret. 

Den 3. nnd folgende zwei Tage wnrde in der grossen Hoff 
Capellen das 40 stündige Gebett gehalten, welche Andacht zwar son- 
sten an dem ersten Sonntag des Advents einzufallen pflegt, allein 
wegen der damahlen vorgenohmenen Toisonisten Promotion um drei 
Tage spätter hinaasverschoben nnd indessen in der Capellen der ver- 
wittibten Kaiserin angestellet worden wäre. 

Die Herrschafften fuhren aber dennoch beut wegen des heiligen 
Franciscii Xaverii Fest, ihrer Gewohnheit nach, zu denen unteren 
Jesuitem. Abends und die übrige zwei Tage gienge der Kaiser 
allein (die Kaiserin abends incognito) um 11 Uhr vormittags nnd 
halb 8 Uhr abends öffentlich, jedoch nur en campagne zur Kirchen, 
worzu aber denen Bottschafftem nicht angesagt wird. 

Den 6. wäre wegen des heiligen Nicolai Fests öffentliche Ca- 
pellen, worbei aber die Kaiserin nicht erschinen und dise ganze 
Wochen theils wegen des 40stUndigen Gebetts, theils wegen der 
Xaveri Andacht retiriret gebliben ist. 

Den 7. giengcn die Herrschafften wegen des heutigen Sonntags 
öffentlich zur Kirchen, speisten aber retiriret. Ansonsten legte der 
neue kärnthnerische Repraesentations Praesident (der jüngere Graff 
Joseph von Wilczeck) das Jurament als geheimmer Rath ab und nach 
wenig Tagen kämme sein Vorfahrer und unlängst an des alten Graffen 
Kokorzowa Stelle benennter Appellations Praesident zu Prag (Graff 
Joseph Nostitz, mein Schwager) von Clagenfurt allhier an. 

Nachmittag wäre Toison Vesper. 

Den 8. wäre grosse Gala wegen des höchsten Geburtstags I. M. 
des Kaisers. Ich ktiste ihme die Hand bein Anziehen und sagte 
sodann gegen 10 Uhr die um solche Stund zu Ablegung des gewöhn- 
lichen Glückwunsches bestellte zwei in privato stehende Bottschaffter 
Bestuchef und Tron an, nach welchen annoch der Printz Louis von 
Wolffenhüttel und die anweesende Vornehmere des Hoffs zu dem 
nemmlichen Ende vorgelassen wurden. Gegen 11 Uhr verfügte sich 
derselbe ohne der Kaiserin, welche ihrer allschon avancirenden 
Schwangerschafft halber zu Hauß blibe, nacher St. Stephan. 

Nach der Zuruckkunfft legten der Cardinal und Nuncius ihre 
Gratulationen in der Retirada ab; sonsten aber und außer des 
Printzen von Sachsen Hildburgshausen, wolte der Kaiser niemanden 
mehr sehen und Hesse denen übrigen Ministren, welche sich gemel- 



374 1749, Dec 21.— 28. 

Den 21. gieDge der Kaiser wegen des heutigen Sonntags öffent- 
lich zur Kirchen; die Kaiserin blibe aber noch femers und biß zu 
denen Feiertagen unsichtbahr und assistirte ganz incognito denen 
(dises Jahr in der Xaveri Capellen von der Ertzherzogin Mariae Annae 
Beichtvattem, P. Lechner S. J., gebenden und von heut früh an durch 
drei Tage jedesmahlen anderthalb Stund, Vor- und Nachmittag, flir- 
dauerenden) Exercitiis bei. (sicl) 

Nachmittag wäre wegen des auf morgen transferirten Apostels 
S. Thomae Fests Toison Vesper und 

den 22. desgleichen Hoh-Ammt nebst Begleitung, jedoch ohne 
Predig. 

Den 23. wäre Conferenz bei Graffen v. Königsegg, mit Zuzie- 
hung des wälschen Raths und des vorgestern von Mailand angelang- 
ten Conte Pallavicini, worbei diser leztere von deme, was ratione 
seines (in einer vom Jahr bei Hoff gehaltenen Conferenz approbirten) 
Plans seithero sich zugetragen und von ihme bewUrcket worden, 
die behörige Auskunfit gegeben.*^) 

Den 24. wäre gegen 6 Uhr Ordonnanz zu der Toison Vesper, 
welche der Nuncius heut zu halten pfleget^ und hemach das gewöhn- 
lich- erste Einrauchen. 

Den 25. giengen beide kaiserliche Majestäten öffentlich zur 
Kirchen, allwo der Nuncius das hohe Ammt hielte; nach der Retour 
legte diser nebst dem Cardinalen die gewöhnliche Feiertags Gratula- 
tion in der Retirada ab. Beide warteten bei den Taffeidienst auf, 
welcher in der Ritterstuben gehalten wurde; um 5 Uhr wäre Ordon- 
nanz zur Toison Vesper und nach derselben Appartement. Die Kai- 
serin (ungehindert ihrer avancirten Schwangerschafft) hatte nicht allein 
der Metten in der Nacht beigewohnet, sondern wäre auch bei allen 
übrigen heutigen Functionen zugegen. 

Den 26. führe der Kaiser allein nacher St. Stephan und assistirte 
Nachmittag der Toison Vesper: sonsten aber wäre weder Taffei Dienst, 
noch sonsten etwas bei Hoff, ausser daß die ältere vier junge Herr- 
schafften öffentlich speisten, wie es alle Wochen drei Mahl immer zu 
geschehen pfleget. 

Den 27. gienge der Kaiser abermahlen allein, ohne der Kaiserin, 
zu den Toison Ammt und abends zur Opera. 

Den 2S. giengen beide kaiserliche Majestäten nebst der Prin- 
cesse öffentlich zur Capellen wegen des heutigen Sonntags und speisten 
«wl^nn auf der Männerseiten in der grossen Antieamera, worbei 
e Hoff Dames dienten. 



1749, Dec. 29.-31. 376 

Den 29. wäre wegen Unpässlichkeit des Graffen von Königsegg 
Conferenz bei den Graffen v. Uhlfeld, bei welcher mit Zuziehung des 
Conte de Cervelion (der, Zeit fürdauernder Schwachheit des Marchese 
Villasor, als Vice Praesident den welschen Rath vertrittet) und des 
Conte Pallavicini über die obschwebende Irrungen mit dem Turiner 
Hoff — ratione des vom lezteren anverlangenden freien Saltz Transito 
durch das Mailändische — deliberiret wurde.*^*) 

Den 30. verstarbe nach einer langwührigen Abzehrung im 70. Jahr 
seines Alters der Marchese Giuseppe di Vilasor, conte di Montesanto, 
Ritter des goldenen Vliesses, würcklich geheimmer Rath und Praesi- 
dent des italianischen Raths, welcher noch als Cammerherr mit dem 
verstorbenen Herrn aus Spannien gekommen und (nach des Ertz- 
bischoffs von Valenza Tod) Praesident der spahnischen Giunta, biß 
selbe nach den Verlust von Neapel und Sicilien cassiret worden, 
gewesen; sein Bruder, der etlich und 80jährige Conde Cifuentes, lebet 
noch in Spannien.*) 

Heut abends wurde in einem erst neu zugerichteten Zimmer, so 
vorhero zur Reichs Canzlei gehöret, von der jungen Herrschafft eine 
deutsche Tragödie, Demetrius genant, vorgestellet, worzu mann aber 
wegen Enge des Raums nur die Helffte deren Hoff Dames, die Hoff 
Ämter, Conferenz, deren Agirenden Eltern und Dienst Cammerherrn zu- 
gelassen. Meine Theresl hat nach den ersten Act als Schäfferin mit 
des General Nickerl Esterhasy und des Frantz Antoni Lamberg Söhnen 
gedanzet, und ist die Pi6ce besser herausgekommen als mann es 
vermuthet. 

Den 31. unterblibe die Toison Vesper, weillen der Kaiser mit 
einem Halswelie incommodiret wäre und mann ihme dahero vormittags 
zur Ader gelassen hatte. 

Um siben Uhr aber wäre er nebst der Kaiserin dem gewöhn- 
lichen zweitem Einrauchen zugegen. 

♦) Nota bene ist wenige Monath darnach auch gestorben.***) 



Anmerkungen und Anhang. 



1 (3). Dieses Schreiben konnte nicht aufgefunden werden. 

2 (3). In diesem Palais (am Erautmarkt) ist heute das Landesgericht 
untergebracht. 

3 (4). Resolution Maria Theresias auf einen Vortrag Sinzendorfs vom 
6. Januar 1745. (StA.) 

4 (5). S. Österreichischer Erbfolgekrieg VII, 314 ff. 

5 (8). Das Konzept dieses Schreibens der Kaiserin-Mutter konnte nicht 
aufgefunden werden. 

6 (14). Nicht vorhanden. 

7 (14). Maria Anna Sophia (geb. 29. August 1728) und Maria Josefa 
(geb. 24. November 1731). 

8 (20). Liegt nicht bei. 

9 (27). Einige Wochen vor seiner Ankunft in Wien — d. d. Genua, 
6. Dezember 1744 — hatte Graf Lukas Pallavicini der Königin folgenden Bericht 
erstattet: 

10 sono appena uscito dairafflizione vedendo cessato il pericolo che sovra- 
stava dalla parte del Piemonte, che mi veggo nuovamentc circondato da gravis- 
sime angustie. E siccome non e in mio potere il darvi rimedio, cosi non mi 
rimane altro partito da prendere che quello di fare presenti alla M. V. le dis- 
gustose conseguenze che possono aspettarsi dalla presente situazione delle cose, 
se non si prenderanno misure e risoluzioni adattate alla circostanza del tempo 
e al servizio di V. M. Spedisco per tanto il cavalier Castiglioni il quäle rappre- 
senterä alla M. V. le cose che mi sembrano degne di molta considerazione, perchö 
se si trascurano o non se ne esamina con attenzionc V importanza, ^ da temersi 
che ne derivi la perdita della Lombardia, e che si apra dalla parte del Tirolo 
il Camino .ad una nuova invasione ne' stati di Germania, e il mettersi al coperto 
da cosi gravi pericoli richiede misure e assistenze che nellc presenti circostanze 
saranno sommamente difficili. 

Esporra in primo luogo alla M. V. che il r6 di Sardegna avendo cono- 
sciuto per esperienza, che non puo solo resistere alle forze unite della Francia e 
della Spagna, dimanda, che si formi presentemente un piano per la Ventura cam- 
pagna, e che con il concorso dell' Inghilterra si lissi il numero delle truppe da 
opporsi a nemici dalla parte del Piemonte, e di quelle che dovranno difendere la 
Lombardia alle frontiere del Modanese, o nella Romagna, e che si assegnino 
fondi bastanti al loro mantenimento. 

Esporra in secondo luogo, che nello stato infelice in cui 6 ridotta V ar- 

mata di V. M. non e piü sperabile il potere dividerla come poteva farsi prima 

' occorse disaventure l'avessero distrutta, sieche e da temersi, che il re di 



378 

che sarebbe Mantova iina foi-tezza invincibile, se si fosse in tempo pensato alla 
conservazione de' laghi che fanno la sua naturale difesa, ma che nella positnra 
in cui si 6 lasciata ridurre, tutto ciö che potrebbe fare una guamigione di dieci- 
mila uomini, sarebbe il difenderla cinqnanta giorni. Sicchö non yi ö altromodo 
di conservarla, che V opporre air inimico iin armata, che non li permetta V av- 
vicinarvisi, e pensare poi in tempi migliori di restituire a questa fortezza la di- 
fesa che 1' ö stata tolta; ciö che sarä certamente an opera degna della gran- 
dezza di V. M. 



(Beilage eines an Ulfeid gerichteten Berichtes Pallavicinis vom selben 
Tage. Wien, St.-A.) 

In Wien überreichte Pallavicini einen Operationsplan, den er im Einver- 
nehmen mit dem Turiner Hof ausgearbeitet hatte. Maria Theresia genehmigte 
zwar diesen Plan, aber nach wie vor mißtraute sie Sardinien. 

10 (28). Anna Charlotte (geb. 17. Mai 1714), seit 7. Mai 1738 Äbtissin von 
Remiromont, gestorben am 7. November 1773 zu Mons. Sie erhielt einen eigenen 
Hofstaat (Dekret an das Hofkontrolloramt d. d. 19. Juni 1745), der sich wie folgt 
im Hofprotokoll 1745/46 verzeichnet findet: 



Obristhofmeister . . 

Beichtvater . . . . 

Secretür und Caplan . 

Leibmedicus . . . . 

Leibchirurgus . . . 

2 Kammerdiener . . 

Kammerheizer . . . 

KammerthiirhUter . . 

Sattelknccht . . . . 

6 Loiblackeieu . . . 



Obristhofmeisterin . . . 
"2 Kammerfreile .... 

Kammerfrau 

4 Kammeniieneriunen 



Sylvester Marchese de Spada . 

P. Romain 

P. Leopoldus Matthieu . . . 
Franz Josef Lattraye .... 

N. Dubois 

Karl Haulleville 

Leopold Karl Laurent . . . 

Nikolaus Cressau 

N. Dincker 

Josef Esselin 

Heinrich Rader 

Bartlme Garnier 

Nikolaus Collet 

Johann Peter Serato .... 
Heinrich Gubin oder Debuisson 
Karl Mondeau 



2 Kammermeuscber . . 



Frauenzimmer Hofstaat: 

Maximiliana Gräfin v. Belrupt 
Gabriela Gräfin de Bouzey 
Amalia Freiin v. Schack 
Monica Chatillon . 
Johanna Chatillon . 
Margarete Hen^ . . 
Josefa Haulleville . 
Katharina Haulleville 
Maria Anna GoUin 
Anna KaroUna Gollin 



2000 
500 
500 

1500 
600 
800 
800 
450 
450 
700 
204 
204 
204 
204 
204 
204 



1500 
500 
500 
400 
300 
300 
300 
300 
150 
150 



380 

gesichert zu sein vermag. Es ist also derselbe von des hiesigen Hofs wahren 
Meinung dergestalten unterrichtet, daß die Handlung von nun an so eingeleitet 

werden kann, umb sie zum erwünschten Schluß ehestens bringen zu können " 

(St..A.) 

Man hegte aber in Wien die sichere Überzeugung, Sachsen wolle von 
Kurbayern die Wahlstimme zum Kaisertum „erhaschen" oder „die seinige vom 
hiesigen Hof teuer erkaufen zu machen" (Weisungen an CobenzI und an Palm. 
21. Februar 1745. St-A.); daher erhielt Graf Batthydny auch die Ordre, trotz 
Aussöhnungsverhandlungen seine Operationen fortzusetzen. (Weisung vom 21. Fe- 
bruar 1745. St.-A.) 

13 (28). Einzig und allein die abfälligen Bemerkungen des Prinzen Karl 
über den alten Marschall hatten die Königin veranlaßt, Traun auf einen anderen 
Kriegsschauplatz zu versetzen und Karl zum Kommandanten der böhmischen 
Armee zu ernennen. (Österreichischer Erbfolgekrieg VIT, 383.) 

14 (29). Ursprünglich hatten die Seemächte den Wunsch geäußert, es 
möge dem Prinzen Karl das Kommando über das vereinigte Heer in den Nieder- 
landen anvertraut werden. Als aber Maria Theresia davon nichts wissen wollte, 
erklärten sie sich mit dem Gegenvorschläge der Königin einverstanden, den 
FM. Grafen Königsegg als Oberbefehlshaber anzunehmen. In der Folge wurde 
— da England seine Truppen nicht einem Fremden unterstellen wollte — der 
Herzog von Cumberland zum Oberbefehlshaber in den Niederlanden bestellt und 
Graf Königsegg ihm als vornehmster Berater beigesellt. (Ameth, Maria Theresia 
III, 50 ff.) 

15 (29). Wasners Bericht vom 9. Februar 1745. (Vgl. Ameth III, 32. Bor- 
kowsky. Die englische Fricdensvermittlung im Jahre 1745, p. 5.) 

16 (34). Graf Rudolf Colloredo war in der Tat beauftragt, sich nach Augs- 
burg zu begeben, um mit Fürstenberg die Friedensverhandlung zu eröffnen. Da 
man es Bayern versprochen hatte, wurde die Sendung geheim gehalten. Colloredos 
umfangreiche Instruction ist vom 10. März datiert. (Vgl. Ameth III, 16 ff.) 

17 (35). Seit 1750 Palais Kinsky (Herrengasse Nr. 5). Im Jahre 1710 
war es von Johann Ludwig Hillebrand neu erbaut worden. (G. A. Schimmer, 
Das alte Wien.) 

18 (38). Auf die Beschwerde Bolognas antwortete der Wiener Hof am 
3. Juli in folgender Weise : „Ad aulam Nostram qui litteris vestris de 11. 12. Ja- 
nuarii h. a. die instmctus venit Senator Ludovicus Beccadelli, ad vos reddit post- 
quam decenter Nobis exposuit quae vobis et pontiliciis subditis ob degentem in 
illis provinciis militem nostrum molesta accidisse tenore praefatarum literanim 
vestrarum conquerimini. Minimc quidem gratum Nobis fuit, de iis edoceri, quae 
hacce occasione innooentes vos passi estis, at vicissim neutiquam latere vos 
potest, quod quae evenisse asseritis, non Nobis jubentibus, sed ex inimiconim 
Nostrorum technis et iniquis aggressionibus ac Romanae insuper aulae partium 
studiis justam defcnsionem Nostram flagitantibus contigerint; maluissemus cquidem 
pacem et tranquillitatem sartam tectam non Nostris et pontificiis saltem, sed 
totius Europae principum subditis, quam Nos nee turbavimus unquam nee un- 
quam lacessiturae sumus, servatam; hosceque sensus nutrire nos scmper vos 
strenui aequitatis et justitiae cultores non dubitabitis. Sicuti igitur, quae adver- 
sarum partium hostilibus moliminibus aulaque Romana ad minimum connivento 
vobis pontificiisquc subditis accitae fuemnt molestiae, majorem in modum dole- 
mus, ita si quae reducta postliminio pace vobis, illis populis cunctisque vicinis 



382 

je tacherai ponrtant de rassembler mes peu de Forces pour cela, n*ayant rien de 
plus pr^cieux que de Lui t6moigner en toute occasion le z61e, la v6n6ration et 
le respect, avec lesquels je suis. . . . 

Franz von Lothringen an Ehevenhüller. 

Vous net ni sage ni resonable de soupsone seuleman que jay ette fache 
un moman; cet ancore un reste de vivasite que je net pas put encore dont6 
tout afet qui ma fet parle com jay parle hiere, met je mansu bien repanti le 
moman apret conessan et ma fot et votre sansibilite; ensi vous ave reson de ne 
pas changc de santiman poure le mellieure amy que vous ave au monde, et je- 
spere que vous luy pardonere ses fote, naian person de parfet dans ce monde 
et que vous me croyre com toujou san changeman a votre egare tan que je vivere. 

Fran^ois. 

33 (50). In seiner Begleitung befanden sich FML. Graf Grünne, General- 
adjutant Oberstleutnant Franquini und der Kämmerer Graf Vitrimont. In König- 
grätz befand sich das eine der vier großen Magazine (die anderen waren Jaromßl', 
Olmütz und Mährisch-Trübau), welche die Verpflegung für sämtliche Truppen 
lieferten. 

34 (52). Graf Friedrich Harrach zählte zu den erbittertsten Widersachern 
Bartensteins. (S. Arneth, Johann Christoph Bartenstein und seine Zeit, 26, im 
Archiv für östeiTcichische Geschichte, Bd. 46.) 

35 (53). Im Mai war zwischen Österreich und Sachsen ein Vertrag Über 
die Teilung des preußischen Ländergebietes geschlossen worden. Sachsen hatte 
bisher nur zur Verteidigung Böhmens mitgewirkt, nun ging es auch offensiv vor. 

.(Vgl. die historische Einleitung, p. 83.) 

36 (53). Am 28. April hatte Maria Theresia die Präliminarien ratifiziert, 
am 2. Mai waren zu Salzburg die Ratifikationen ausgewechselt worden. (Preuß, 
Der Friede von Füssen 1745, p. 116 ff.) 

37 (56). Am 22. Oktober 1744 verschied Leopold Anton Freiherr von 
Firmian, seit 1727 Erzbischof von Salzburg. Diesen Verlust bedauerte Maria 
Theresia — wie sie am 31. Oktober desselben Jahres an das Domkapitel schrieb 
— „um so mehr, als Uns des scelig Verstorbenen ausnehmende Frömmigkeit und 
besonderer Religionseifer sattsam bekannt, niemalcn aber mehr als anjetzo so- 
wohl die Religion und Erhaltung deren deutschen Erz- und Ilochstifter, bevorab 
aber des Erzstifts Salzburg, als auch die ganze Reichs-Grundverfaßung in Ge- 
fahr waren. 

. . . Nun hat aber vorangedeutete Gefahr seithero nicht ab- sondern zu- 
genommen. . . . Selbe erstrecket sich zwar überhaupt auf sammentliche minders 
mächtige Stände des Reichs ohne Unterschied der Religion; doch betrifft sie 
noch weit mehrers diejenige, welcher Unterdrückung zum Behuf derer bekannten 
Vergrößerungsideen oder so benammseten Arrondissements sammentlicher an dem 
Frankfurter Unions Traktat teilhabender Bundsgenossen und bevorab zur Wieder- 
errichtung des so sehr erhobenen ehemaligen Königreichs Bayeren am meisten 
diensam scheinen möchte. Das Erzstift Salzburg ist darunter vor anderen 
unstrittig mitbegriffen, wie man dann abseiten des mit Unserem hohen Gegenteil 
engist verknüpften Königs von Preußen nicht gänzlichen in Abrede zu stellen 
vermöget hat, was wegen Saecularisirung einiger fetter Bistumer, und zwar 
namentlich des Erzstifts Salzburg, in der hiesigen Beantwortung der vom Grafen 
Dohna vorgeleseneu Deklaration einkommt. 






■A . 



i \.. 



'( V:- 



■' ' . - 



■». r 



^..■' -•■- 



*-« 



-' 



/ • 



-. ■ 1 1 



I 

t 



ll" ■ 



, ■' 'j'". /.'■:■' ■ ' \ 'II''. .■ -•..!■■ 

. ; :'':•. -i . ir. . " ■' . ':;!• . . ■ ' ■ ■■■■ ■■' 




f --^ ^- \ ■ 



. > • • • « 



1- V 



. « »^ 



384 

Kunde erhalten, worauf er einen Kriegsrat einberief und darin ausführte, jene 
Niederlage werde wohl die Kückberafung der pragmatischen Armee in die Nieder- 
lande zur Folge haben. Vielleicht war es ihm aber darum zu tun, unter dem 
Yorwand, sich den Niederlanden zu nähern, den Bückmarsch zu beschleunigen. 
(Vgl. Österreichischer Erbfolgekrieg VI, 553.) 

43 (62). Schlacht bei Hohenfriedberg. 

44 (64). Liegt nicht bei. Vgl. aber Extrablatt ad Nr. 52 des Wiener 
Diariums. 

45 (65). S. Einleitung 82, Anmerkung 1. 

46 (66). S. Band 1742—1744, p. 302, Anm. 104. 

47 (68). Beide Schreiben des Kurfürsten Klemens August sind vom 10. Juni 
datiert (St-A.) 

48 (68). D. d. 25. Juni 1745. (Vgl. Einleitung 82.) 

49 (69). Vgl. Ameth, Maria Theresia III, 81 flf. 

50 (69). Wahl- und Krönungsakten Franz I. (St-A.) 

Am 13. September 1745 wurde Franz von Lothringen mit sieben Stimmen 
zum römischen König erwählt 

51 (71). Die Pforte hatte sich, zur Beendigung der Feindseligkeiten, als 
Vermittlerin angetragen. Der Urheber dieses Antrages war der schwedische Mi- 
nister Carlsohn. Frankreich aber hegte Argwohn, es sei der Gedanke von Oster- 
reich ausgegangen, damit es sich türkischer Hilfe versichere. Das eine sowohl 
wie das andere lag dem Wiener Hofe fem; der Internuntius wurde daher an- 
gewiesen, sich wohl zu hüten, „dem an sich höchst bedenklichen Veimittlungs- 
antrag directe vel indirecte die Hände zu bieten. Und dieses zwar um so mehr, 
als er nicht nur von Personen, so dem hiesigen Hof abgeneigt, herrührte, sondern 
auch von anderen, so demselben gleichfalls nicht wol wollen, aus einer widrigen 
und eigennutzigen Absicht unterstützet und durchgedrungen worden wäre; nemb- 
lichen nicht, um das gute Vernehmen zwischen beeden Reichen mehrers zu be- 
festigen . . ., sondern vielmehr im Gegenteil, um sich anmit den Weeg zu bahnen, 
künftighin Anstände und Anstößigkeiten erwachsen und wenigstens deren Ab- 
tuung von dem hiesigen Hof teuer erkaufen zu machen; dessen nicht zu ge- 
denken, daß was auch bei dermahligen Umbständen von- weniger gefährlicher 
Würkung sein möchte, dannoch in Zukunft (wann einmal die Porten mit Ein- 
willigung und Zufriedenheit derer christlichen Mächten den Endzweck erreichet 
hätte, in die sie nichts anfichtende Händel der Christenheit die Hände ein- 
zuschlagen) des Beispiels und Vorgangs halber höchst betrübliche Folgen nach 
sich ziehen könnte". 

An Gründen, die Mediation abzulehnen, fehlte es nicht Penckler solle 
sagen, „daß der in gegenwärtigen Krieg so wenig zu bedeuten habende neapoli- 
tanische Hof sich zu Annehmung der deutschen Vermittlung geneigt bezeuget 
habe. Nebst jenem also, daß der Inhalt aller übriger Ruckantworten weit 
weniger freundschaftlich und vergnüglich für die Porten, als der Inhalt der 
hiesigen Ruckantwort lautet, so hätte ihm genung sein können, durch den vom 
französischen Ministro Abb6 de la Ville wegen Haltung eines Congresses im 
Haag unter dem 9. Septembris letztverflossenen Jahres förmlich und schriftlich 
getanen Anwurf die Porten zu überzeugen, daß der Cron Frankreich kein 
wahrer Ernst seie, ihre Vermittlung anzunehmen, und daß, wann gleich Castellane 
bei Übergebung der Antwort seines Hofs sich mündlich mehr nach dem Sinn 
derer, so die Vermittlung auf die Bahn gebracht haben, geäußert haben sollte. 



386 

Acüon zwei haubtsächliche Umbstände die klar und zulängliche Auskunft ge- 
beten: der eine, daß die k. k. Armee erst den 14. Dezembris späten Abends 
unweit Dresden eingetroffen und ungehindert nach Vernehmung des feindlichen 
Anzugs des Prinzen Carl von Lothringen kö. H. der Alliirten Generalität wol- 
meinend eingeraten, sich hinter Dresden zurückzuziehen, umb die Einteilung 
derer Trouppen und Formirung der Ordre de bataille mit mehrerer Sicherheit 
und besserer Ordnung ruhig und unangefochten vollziehen, sodann aber den 
Feind mit überlegener Macht angreifen zu können, dannoch sotane Generalität, 
umbwillen sie ihr Lager unangreifSich zu sein geglaubet, diesem Rat nicht folgen 
wollen. Und der andere, daß, als gleich wolen nachhero vielerwehnten Prinzen 
Carl von Lothringen kö. H. der vom Feind angegriffenen alliirten Armee zu Hilfe 
kommen wollen, dieselbe allschon in der Flucht begriffen wäre. 

Da nun nach diesem Erfolg sich der kö. polnisch- und chursächsische Hof 
genötiget sähe, den Frieden mit Preußen zu schließen, so fiele anmit der eine 
wegen Beangenehmung der hannoverischen Convention bei der Kaiserin M. fUr- 
gewaltete Anstand von selbsten hinweg. Umb jedoch auch in dieser Vorfallen- 
heit die Übermaß ihres guten Trauens und Glaubens forthin zu erkennen zu 
geben und durch ihre Standhaftigkeit dem alliirten Hof wenigstens in etwas zu 
helfen, so haben a. h. d. dero Ministrum Herrn Grafen Friederich von Harrach 
änderst nicht als conjunctim mit vielbesagtem alliirten Hof zu schließen be- 
gwaltiget. Womach allein den zweiten obenerwehnten Anstand wegen künftighin 
nach dem nunmehrigen wie nach dem Breslauer Frieden besorjgten Unsicherheit 
zu heben übrig verbliebe. Zu welchem Ende dann all jenes ausbedungen worden 
wäre, was der 9. Articul des den 25. letztverflossenen Monats und Jahrs zum 
Schluß gediehenen . . . IVaktats des mehreren besagete. Und wäre umb so ge- 
gründeter zu hoffen, daß nach vorhin schon glücklich ausgefallener Kaiserwal 



Sebastian 

Hager 
V. Allent- 
steig 



Anna 
Enneokl v. 
Albrechts- 
berg 



Georg V. 
Hoheneck 



Marta 
Khazianer 
Freiin zum 
Khazen- 
stein und 
Flödnickh 



Nimrod 
Kölnpöck 
V. Ottsdorf 



Salome 

V. Sinzen- 

dorf 



Enoch 

Edler Herr 

zu Clam 



Charitas 
V. Salburg 



Siegmund Hager 
V. Allentsteig 



3. Anna Snsanna 
V. Hoheneck 



Maximilian Kölnpöck 
V. Ottsdorf 



Anna Charitas 
Edle Herrin zu Clam 



Hans Seyfried Freiherr (seit 1671) 
V. Hager zu Allentsteig 



2. Anna Katharina Kölnpöck v. Ottsdorf 

Witwe nach G^rg Ehrenreich Spiller 

V. Mitterberg 



Otto Siegmund Freiherr v. Hager zu Allentsteig, 

kais. Kämmerer 



Maria Karoline Magdalena Franziska 

♦ 21. Juli 1701, 
venu. 1746 mit Johann 



Freundliche Mitteilung 



390 

allerdings freie Hände behalten wollten, änderst dannit zu disponiren, sobald 
unserem nicht nur in der Billigkeit, sondern sogar in der ohnumbgänglichen Not- 
wendigkeit, n^eessit^ extreme gegründetem Verlangen ihrerseits 
kein Genügen beschehen wollte". 

In der Antwort an die Generalstaaten suchte Maria Theresia diesen die 
Überzeugung beizubringen, es treffe lediglich die beiden Seemächte, insbesondere 
das englische Ministerium die Schuld, wenn nicht bei Zeiten in den Niederlanden 
eine Kriegsmacht zusammengebracht werde, die der feindlichen überlegen sei. 
(An Rosenberg und Reischach, 8. Februar 1746. St.-A.) Über die Verhandlungen 
Wasners in Lond(m, die schließlich zum Abschluß der Subsidieny ertrage vom 
21. Juni und 31. August 1746 führten, vgl. Pribram, Österreichische Staatsverträge. 
England I, 717 ff., 721 ff. 

«0 (78). Die Verhaltungsbefehle, die Batthyiny erhielt, sind vom 13. Fe- 
bruar und 1. März datiert. (St.-A. Über den Feldzug in den Niederlanden vgl. 
Arneth III, 209 ff.) 

61 (78). Weisung an Pretlack und Hohenholz d. d. 24. Februar 1746, aus 
der erhellt, daß man noch immer daran festhielt, es bedürfe besonders günstiger 
Angebote, um Rußland in die Allianz gegen Preußen zu ziehen. (Karge 87 ff.) 

62 (80). Vgl. Karge 88. 

63 (80). Über diese Sache, die zu vielen Verdrießlichkeiten Anlaß gegeben 
hatte, referirte Bartenstein am 11. April 1746 der Kaiserin in ausführlicher Weise. 
Um die Schwierigkeiten zu beheben, sei folgendes vorauszusetzen: 

„1. Daß, da vermög der Walkapitulation selbsten keinem, auch vollständig 
von dem Reich abhängigem und mit so außerordentlichen Vorrechten wie Oster- 
reich nicht versehenem Reichsstand benommen ist, gegen die einem seiner Unter- 
tanen erteilte Standserhebung erhebliche Einwendungen, wo deren einige vor- 
handen, vorzubringen, der Verstand der Convention*) sich ohnmüglich dahin 
erstrecken könne, umb derlei Mißbrauchen als im Referat der kö. böhm. Hof- 
kanzlei angeführet werden, das Wort zu sprechen, wofern man gleich, wie doch 
die Meinung nicht ist, noch sein kann, die dem Königreich Böhmen anklebende 
Souverainetät gänzlichen sollte beiseiten setzen wollen. 

2'**» Da churmainzischer Seits nie behauptet worden und annoch nicht be- 
hauptet wird, daß durch die von der Reichskanzlei herfließende Standeserhebungen 
die Jura incolatus erteilet werden, so kann eben so wenig churmainzischer Seits 
behauptet werden, daß jener, der sie auswirket, sich von darumben etwas an- 
maßen könne, so nach der Landesverfassung als ein Effectus juris incolatus an- 
zusehen ist. Wie dann auch außer derer hiesigen Erbländer von darumben, daß 
zum Exempel ein churbayrischer Untertan in den Reichsgrafenstand erhoben 
wird, derselbe nicht berechtiget ist, in den Horrenstand dortiger Landständen 
einzutreten, eben so wenig als von wegen einer solchen Erhebung man ein Mit- 
glied eines deren reichsgräflichen CoIIegiorum wird oder aus der ohn mittelbaren 
Reichsritterschaftf wann man vorhin ein Mitglied derselben wäre, austritt. 

Dieser Anmerkung zu Folge waltet 3** ein ungemein großer, vielleicht zu 
Mainz bis dato noch unbekannter Unterschied zwischen denen Standeserhebungen, 
so von der kö. böhm., dann jenen, welche von der oesterreichischen Hofkanzlei 
expediret werden, ob. Die erstere haben die Wirkung, daß sie zugleich das Jus 
incolatus mitteilen, die zweite aber nicht. Dann in denen oesterreichischen Erb* 



*) Mit Mains d. d. 9. September 1745. 



392 

7. sammentliehe in dem Referat der kö. böhm. Hofkanzlei weitUnfig an- 
geff^rte Bedenken von selbsten hinweg und beschiehet nichts, was nicht mit 
chnrmainziBcher Zufriedenheit in denen letzteren Jahren weiland I. kais. M. Carl 
des Sechsten beobachtet worden, gleich die haafig vorhanden sein mfissende 
Zettnl des Grafen von Metsch seel. beweisen nnd Graf Kevenhfiller dessen ein 
lebendiger Zeug ist. 

Man hat also 8. nie gezweifelt, dafi der Reichsvizekanzler diesem billigem 
Answeeg die Hände bieten würde, gleich man auch erfolgt zu sein vemimbt. 
Und obgleich das Verlangen beigeföget worden, daß jeder Inwohner dieser 
böhmischen Landen, so bei der kön. böhm. Hofkanzlei einige Standeserhebung 
erhielte, selbe zugleich auch bei der Reichskanzlei zu nehmen verbunden sein 
sollte, so ist jedoch auf beschehene Vorstellung, daß solchenfalls R kai. und 
kön. M. qua Königin von Böhmen deterioris conditionis als qua Erzherzogin zu 
Oesterreicb, ja als der niederste Reichsstand sein würden, daß bei Standes- 
erhebungen sich kein Zwang einführen ließe und daß, wann ein solches be- 
schehen wollte, ein allgemeines Reichsgravamen gegen Churmainz dahero er- 
wachsen dürfte, von diesem Zusatz seithero abgestanden worden. Gleichwie 
man nun solchergestalten in der Sachen selbsten einig ist, also kombt es 

9. quoad modum exequendi einzig und allein auf die vertrauliche Ein- 
verständnus teils zwischen beeden kaiserl. Majestäten und teils zwischen denen 
Capi beeder Canzleien an, ohne daß an der Convention das mindeste abzuänderen, 
noch gegen Churmainz derenthalben etwas zu regen nOtig wäre. Sondern es ist 
zu Hebung alles Anstandes allschon genung, wann der Vorschlag von beeden 
a. h. kais. M. beangenehmet und sotane Beangenehmung teils der Reichs- und 
teils der kö. böhm. Hof kanzlei zu wissen getan wird. Und so viel endlichen 

10. ein und andere oesterreichische Familien betrifft, welche ihre Diplo- 
mata allein von der oesterreichischen Kanzlei haben, dannoch aber sich bis an- 
hero Reichsgrafen irrig geschrieben, die hätten sich dessen fUhrohin zu enthalten 
oder mit der Reichskanzlei derenthalben sich abzufinden." (St-A.) 

Eigenhändige Resolution Maria Theresias: „Placet und bin mit dem Kaiser 
darüber völlig verstanden, der nichts dabei zu errinneren gewust." 

64 (80). Das Dekret an den Erzbischof von Wien ist vom 8. März 1746 
datiert. Auch der Erzbischof von Prag wurde, am 14. April, aufgefordert, „bei 
Kundmachung päpstlicher Bullen und so auch wegen jener in Beziehung auf das 
Fastengebot um das Placetum regium anzusuchen". (Archiv des k. k. Ministeriums 
flir Kultus und Unterricht.) 

65 (81). Diese Expeditionen sind vom 15. März 1746 datiert. (St.-A.) 

66 (81). Das betreffende Kouferenzprotokoll liegt in dem Cahier „Wei- 
sungen, Türkei 1746". (St.-A.) 

67 (82). In der Schlacht bei Soor, 30. September 1745. 

68 (83). Vgl. Ameth, Maria Theresia IV, 63 ff. 

Das Kopfsteuerpatent ist vom 15. Januar 1746 datiert. Man hatte sich 
ursprünglich — so heißt es in einem Vortrage Bartensteins vom 1. April 1746 
— dafür ausgesprochen, „daß nicht nur die Fürsten, sondern auch alle Aus- 
länder, so in denen Erblanden weder für beständig wohnhaft, noch begütert, 
sondern nur als durchreisende Personen darinnen sich aufhalten, zur Abgab der 
Kopfsteuer von darumben nicht anzuhalten wären, weilen man ansonsten die 
Frembde von Besuchung derer hiesiger Länder abschröcken würde. 



394 

nnr 6 fl. wäre, seind sie anzuhalten, es zu bezahlen, auch die Exccution selben 
zu geben." (St-A.) 

69 (83). Am 10. März 1745 hatte Maria Theresia folgendes Handschreiben 
an Sinzendorf gerichtet: „Wegen dieser beständigen Confusionen und Jurisdio- 
tionsstrittigkeiten hat Er, Graf, mit Wurmbrand, Kollowrath, Hartig, einem oder 
andern Hofrath, wem er selbsten am besten vermeinen wird, Conferenz zu 
halten, um ein Gantzes einmahl zu machen, wie die Partheien nicht doppelt 
zu zahlen und solang aufgezogen werden, und einmahl wissen, wo sie hingehören. 
Der Obrist Hofmarschall wäre auch schriftlich zu vernehmen über die Casus, 
nicht aber bcizuziohen, und ein rechtes Systema Mir dessentwegen vorzulegen." 
(St.-A. Miscellanea F. XI. Hofakten, wo sich reiches Material über diese Frage 
findet) 

„A. h. gedachte I. kö. M. wäre — so heißt es in dem Dekret an den 
österreichischen Kanzler vom 12. Juni 1745 — seit dero angetretenen . . . Re- 
gierung vielfältig beschwersam a. u. vorgetragen worden, wasgestalten zwischen 
dero Hofkanzleien und Stellen verschiedene Jurisdiktionsstreitigkeiten, besonders 
wegen derer Jurisdiktions Sperranlcgungen und Erbschaftsabhandlungen sich er- 
geben, wordurch dann die Pupillen in der Versorg und Aufstellung der Vor- 
mundschaften benachteiliget und viele unnötige Unkosten verursachet, auch über- 
haupt die Parteien in eine Ungewißheit, wohin sie eigentlich gehören und ihre 
Zuflucht zu nehmen haben, andarch versetzet würden. 

Zumahlen nun I. kö. M. a. h. Dienst zu Bef($rderung der gottgefälligen 
Justitz allerdings erfordere, daß sonderlich denen Wittiben und Waisen schleuniges 
Kecht wiederfahre, durch derlei Jurisdiktions Collisionen aber solches gehinderet 
werde, so haben a. h. dieselbe, um solchen höchstschädlichen Folgerungen ab- 
zuhelfen und vorzubiegen, die a. m. Resolution geschöpfet, demnächstens ein so 
beschaffenes General Systema zu verfassen und allen Hofkanzleien und Stellen 
intimieren zu lassen, wodurch bei allen sich fürs künftige ergebenden Vorfallen- 
heiten die einer jeden Stelle gebührende Jurisdiktion ausgemessen werden solle, 
folgsam die Parteien auch wissen mögen, wo sie eigentlich Schutz und Recht zu 
suchen haben, mithin selbes ihnen durch ohngesaumte Justitz Administrirung 
auch ohngehindert angedeien könne. 

Gleichwie aber zu Verfassung sotanen General Systematis alle diejenige 
Acta und Priora erforderlich, welche zur Regulierung des erst berührten General 
Jurisdiktions Systematis einige Erleuterung geben oder sonsten hierunter dien- 
lich sein könnten, als haben I. kö. M. untereinstens a. g. zu resolviren und an- 
zubefehlen beliebet, dero oesterrcichischen ' Hof kanzlei anmit zu intimiren, daß 
dieselbe alle dahin einschlagende Acta und Priora, so sie, oesterreichische Hof- 
kanzlei, sowohl Selbsten bei Händen, als auch diejenige von denen subordinierten 
Stellen und Mitteln, welche sie zu dem Ende abzuforderen hätte, dero Ersten 
kön. Herrn Obristen Hofmeistern als Praesidi der in Sachen a. g. angeordneten 
Conferenz fördersamst und ohnweigerlich verabfolgen lasse. ..." (St.-A.) 

Gleiche Dekrete ergingen an die übrigen Stellen. Die Jurisdiktiousstreitig- 
keiten betreffendes Material findet sich auch in den Bänden VII, XV, XVIII 
der Hittncrschen Sammlung. (K. k. Archiv für Niederösterreich.) 

70 (83). Als der Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz dem Dresdener 
Frieden beigetreten war, hatte Maria Theresia die gänzliche Räumung der pfalz- 
ncuburgischen und sulzbachschen Lande verfügt. Nun beklagte sich Kurpfalz, 
daß trotzdem während des Durchzugs der Truppen Gelder erpreßt worden seien. 



396 

Man hat zn Ende Oktobris und Anfang Novembris besorget, daß — wann die 
ganze Armee am Rhein gegen Prenßen angewendet würde — andurch des Keichs 
Kriegserklärung gegen Frankreich beschwerlicher werden dörfte. Nunmehro zeiget 
sich klar genung, daß die darbei sich äußerende Beschwerlichkeiten just von 
dessen Unterbleibung entspringen. Das nembliche wird gewiß auch anjetzo er- 
folgen, wo nicht obigem treuem Rat gefolget, sonderen derer Troupen Marche 
durch das Lager bei Heilbronn aufgehalten wird. Die Mosel ist im Reich wie 
der Rhein, und wegen Formalitäten ist das Wesentliche nicht zu verabsäumen. 

Gleichwie ehedessen je und allezeit schriftlich und mündlich vorgesagt 
habe, daß — wann Preußen gedemütiget wird — des Reichs Teilnehmung anzu- 
hoffen seie, sonsten aber nicht, also muß anjetzo aus treuestem Diensteifer 
gleichfalls pflichtschuldigst erinneren, daß — wofern die Sachen in denen Nieder- 
landen leidentlich gehen, das ist, die französische Progressen allda gehemmet 
werden — annoch hierzu Hoffnung obhanden seie, außerdeme aber schlcchter- 
dingen nicht, ja sogar der erwünschlichste Success in Italien einen für das Erz- 
haus fatalen Frieden nicht verhinderen werde. Gefahr ist ob dem Verzug vor- 
handen, u. z. die größte, mithin ist kein Augenblick zu verlieren, umb sowohl 
einen Entschluß zu fassen, als selben in das Werk zu setzen. . . .'^ (St-A.) 

Preußen war es insbesondere, das sich für die Neutralität des Reiches 
einsetzte und daher die Absicht Österreichs zunichte machte, es solle Frankreich 
der Reichskrieg erklärt werden. 

76 (88). Graeve hatte zwei Noten, d. d. 27. und 28. April tiberreicht, 
worin er im Namen des Königs gegen das Verhalten Österreichs in den kur- 
pfälzischen Landen Beschwerde erhob. „Obwolen — so wird in der Note vom 
28. April erklärt — die kurpfälzische Accession zu dem Dresdener Friedens- 
schluß durch die erfolgt und hinc inde ausgewechselte höchste Ratißcationes zu 
seiner vollkommenen Richtigkeit schon längst gediehen, so scheinen dennoch 
I. M. der regierenden röm. Kaiserin, Königin zu Hungam und Böheim Kriegs- 
völker sich daran so wenig zu kehren, daß vielmehr dieselbe fortfahren, nicht 
nur die kurpfälzischen Lande fast auf eben die Art wie währender jüngsten 
Unruhen geschehen, mit eigenmächtigen Durch- und Umzügen zu belästigen, 
sondern auch dabei die Stärkeste Excessen und Erpressungen auszuüben. ..." 

Weil diese Noten ungefähr das gleiche wie die von Rosenfeld üben'eichte 
Beschwerdeschrift enthielten, begnügte man sich, dem preußischen Residenten 
eine Kopie der dem kurpfälzischen Vertreter erteilten Antwort einzuhändigen. 
([Vgl. Anm. 70, p. 394.] Weisung an Leopold von Weingarten, österreichischem 
Legationssekretär in Berlin, d. d. 1746, August 19.) 

77 (88). Die Instruktion ist vom 10. Mai 1746 datiert. (Original. St-A. 
Der Entwurf stammt von Bartenstein.) Auch aus ihr spricht der tiefe Groll, 
den Maria Theresia darüber empfand, daß die Reichsstände sich weigerten, 
Frankreich allen Ernstes entgegenzutreten. Habe doch diese „friedbrüchige Cron 
die zum Reich gehörigen Lander feindlich überzogen, auch den im Krieg nicht 
verfangenen Ständen ungeheuren Schaden zugefügt" und nun weigere sie sich 
auch, das rechtmäßig erwählte Oberhaupt des Reiches als solches anzuerkennen. 
„Nachdeme ihme (Frankreich) aber seine heimbliche getreue Anhänger die Augen 
hierüber eröffnet, so hat diese Cron mündlich durch ihre Ministros im Reich er- 
klären lassen, das Töte de pont bei Hüningen schleifen zu lassen und gegen 
Unsere in Teutschland gelegene Erbländer nichts feindliches unternehmen zu 
wollen. Sie hat noch überda« der Kaiserwahl halber mäßiger zu sprechen 



398 

seind, noch eintzig und allein zurückgehalten wird. Wo hingegen in dem Fall, 
da diese Hoffnung fehlgeschlagen oder sich allzulang verzögeren, und die Sachen 
sich immer mehr und mehr für der Königin von Spanien Descendenz in Italien 
verschlimmeren sollten, weder der Duc de Noailles, noch jemand anderer ver- 
mögend sein würde, ihr, der Königin von Spanien Lebhaftigkeit zu mäßigen, 
folglich entweder Frankreich genötiget sein wurde, einen großen Teil seiner 
Trouppen nach Italien zu schicken oder sich in andere Weege der Königin von 
Spanien Unzufriedenheit wenigstens auf eine Zeit zunutzen gemacht werden 
köndte. . . .** (An Wasner, item an Rosenberg und Reischach, 5. Mai 1746. 
St-A.) 

Die Kaiserin hoffte, daß diese Eröffnungen ihren Eindruck nicht verfehlen 
würden. 

„Wenigstens — so heißt es in der Weisung an Pretlack vom 10. Mai 
— fangt man ... an, über dem zweideutigen und wiedrigen Betrag des Königs 
von Preußen die Augen mehrers zu eröffnen, ob man gleich durch die Scham- 
haftigkeit zurückgehalten wird, den begangenen Fehler zu erkennen.*^ 

Pretlack wurde daher angewiesen, „den Lord Hyndford in seiner guten 
Gesinnung um so mehr zu stärken. Und wofern der Allianztraktat mit Ruß- 
land noch nicht zum stand gekommen sein sollte, wie wir doch keineswegs ver- 
muthen wollen, so hätten diese entdeckte gemeinschädliche feindliche Vorhaben 
just der Stärkeste Antrieb zu sein, umb denselben zu befördern**. (St-A.) 

Über die Verhandlungen mit Spanien vgl. Arneth III, 182 ff., 189. 

79 (89). Darüber findet sich in Khevenhüllers Aufzeichnungen nichts vor. 
Marchese Grimaldi hatte sich unter dem Namen Josef Ghillini nach Österreich 
begeben, seine Reise jedoch nicht weiter als bis Neustadt fortgesetzt, um das 
Geheimnis seiner Sendung nicht zu verraten. (Arneth III, 189.) 

80 (89). S. Band 1742—1744, p. 303, Anm. 110. 

81 (89). Die Vollmacht für den Grafen Rudolf Choteck ist vom 13. Mai 
datiert; ihr liegen die Vertragsentwürfe bei. (St.-A.) Am 17. Juni 1746 erfolgte 
der Abschluß einer Interimskonvention zwischen Maria Theresia und Maximilian 
Josef, betreffend die gegenseitige Unterstützung auch im Falle des Nicht- 
zustandekommens eines Subsidien Vertrages zwischen Bayern und den Seemächten. 
(Bittner, Chronologisches Verzeichnis der österreichischen Staatsverträge 175, 
Nr. 933. Veröffentlichungen der Kommission für neuere Geschichte Österreichs.) 
Die Konvention wurde am 21. Juli ei:neuert und erweitert. (Ibid. 175, Nr. 935.) 
Vgl. Arneth III, 262. 

82 (90). Weder bei Sickingen noch in der Topographie von Niederöster- 
reich findet sich etwas darüber. — Im Königseggschen Palais wohnte Peter der 
Große vom 26. Juni bis 29. Juli 1698. 

83 (90). Chotecks Bericht war vom 22. Mai datiert. Inzwischen waren 
zwei Berichte aus dem Haag und aus London eingelaufen, denen man entnahm, 
wie sich die Seemächte zu der Subsidienfrage stellten. Im Haag hatte der Pen- 
sionär den kaiserlichen Gesandten mitgeteilt, „qu'ils (les döput^s) 6taient r6solus 
de prendre pr^alablement 6 bataillons a leur solde a 800 h. chacun, et que pour 
le reste — c'est ä dire pour la cavalerie et les g6n6raux — ils concourreraient 
Selon la proportion faite entre eux, au payement nöcessaire." 

Vom englischen Gesandten aber ward dem Grafen Rosenberg angedeutet, 
„que la R6publique prenne tout le corps bavarois et que TAngleterre ne paye 
qu'un subside a T^lecteur". (Bericht Rosenbergs d. d. Haag, 7. Mai 1746. St.-A.) 



400 

. . . Nicht wohl kann eine vollstfindigere Prob einer deren abscheulichsten 
Verrätereien jemalen statt finden. Wir hätten also sogleich auf ihn Cantacuzeno 
zu greifen, Ursach über ürsach gehabt. Doch haben Wir in Hoflfnung, es würde 
vernünftiger Leute Zuspruch ihn von so unchnstlichem Beginnen gänzlichen zu- 
rückhalten, Unsere Langmut vordringen lassen. 

Nachdeme Wir aber in noch sichere Erfahrung gebracht, daß er immer 
weiter gehe und unter dem Vorwand, sich nach Venedig zu begeben, ehistens 
von hier abzureisen und von Venedig nach Constantinopel sich zu verfügen 
vorhabe, so würden Wir Unsere Wolfart, das Besten des russischen Reichs und 
den Ruhestand der Christenheit gegen die Uns anklebende Obliegenheiten außer 
acht gelassen haben, wofern Wir bei der ob dem Verzug gehafteten Gefahr die 
Remedur länger hätten anstehen lassen. 

Man hat ihn also in der Nacht zwischen dem 27. und 28. in Verhaft ge- 
nohmen und alsobalden summariter examinirt, wo er anfangs alles geleugnet, 
nachhero bei Vorweisung obiger beeder eigenhändiger Stucken die Sach zu ver- 
drehen gesuchet, endlichen aber und als man ihme des griechischen Patriarchen 
Arsenii loannovich Nachrichten . . . vorgehalten, zu einem mehr dann zureichen- 
den, obschon annoch nicht ganz reinen und vollständigen Bekandtnus gebracht 
worden ist . . . 

Zugleich nebst diesem bereits überwiesenen und sattsahm geständigen In- 
quisiten ist auch der bekandte Simeon Christian, doch nicht auf gleiche Weiß, 
sondern auf das glimpflichste lediglich zur Entdeckung der Wahrheit und umb 
auf den völligen Grund eines so abscheulichen Vorhabens zu kommen, angehalten 
worden. 

Wir haben nemblichen, wie ganz natürlich, so gleich als beede obige 
Anlagen . . . originalitcr in Unsere Hände verfallen, getreue Leute bestellet, 
so auf des Constantin Cantacuzeno Thun und Luissen genaue Obacht geben 
mußten. 

Durch selbe sind Wir verständiget worden, daß besagter Simeon Christian 
fast täglich stundenweiß mit dem nunmehrigen Inquisiten cingespörret und be- 
schäftiget wäre, auch daß währender sein (des Inquisiten) unlängst ausgestandener 
Krankheit dessen mehriste Schriften zu demselben gebracht worden. 

Man hat also nicht umbhin können, um die nembliche Stund, als der Inquisit 
gefangen genohmen worden, den Simeon Christian derer Schriften halber zu befragen. 
Da nun dieser deren gar keine zu haben beteueret, die abgeschickte Commissarii 
hingegen bei genauer Nachforschung eine durch das vorgestellte Bett sorgsahm 
verborgen gehaltene Thür entdecket, sodann aber nach deren Eröffnung in dem 
Nebenzimmer eine große Menge Schriften vorgefunden, so ist wohl nichts natür- 
licher, als daß sich andurch der Simeon Christian ungemein verdächtig und mehr 
dann überflüßig qualificiret habe, umb gleichfalls angehalten und in die Unter- 
suchung gezogen werden zu können. 

Die Sach redet von sich selbsten. Das Interesse des russischen Reichs 
ist darmit nahmhaft verwicklet. Die eigene griechische Glaubensgenossen verab- 
scheuen des Cantacuzeno Verbrechen. Er verdienet also des Glaubens halber 
keine Gunst noch Gnad, sondern das Christenthumb vergrößert seine Mißethat. 
Und gleichwie Wir der illyrischen Nation Privilegia unlängst bestätiget, auch 
in dieser wichtigen Begebenheit der Patriarch und Archimandrit so treu erfinden 
lassen, also werden Wir sie darbei umb so kräftiger zu schützen eben andurch 
angefrischet. ..." (St.-A.) 



402 

hungarischen Gräniz-Völckern in gar großer Achtung stehende geistliche Person, 
wie er sich auf mehr andere dortige Geistliche vollkommen verlassen könne, 
ihme nicht aus Händen gehen, sondern das Volck vielmehr auf seine Seitte 
bringen wurde, in welcher Absicht er jCantacuzeno anjezo im Begrif stunde, 
ehistens über Venedig nacher Türckei von hier abzugehen; deme allem noch 
weittershin zuesezend, wasmassen er Cantacnzeno sich auch Hofnung mache, 
daß die Ttircken gegen Moscau wie gegen Hungarn vortheilhafte Unternehmungen 
auszuführen wurden vermögend sein, weilen alldort wie allhier viele Ober-Officiers 
und Generals Personen malcontents wären, worunter er Cantacuzeno sonderheit- 
lich den General Münich genennet, ohne jedoch von diesem General Münich die 
geringste ihme Cantacuzeno etwa wissende Gefährde zu melden, sondern es hat 
er Cantacuzeno deme nur noch beigerucket, daß der General Münich ebenfahls 
im Stand seie, eine große Anzahl russischer Soldaten an sich zu ziehen und mit 
ihnen zu denen Tttrcken über zu gehen. 

Bei Vernehmung dessen also, und da der Cantacuzeno sich zur Abreise 
nacher Venedig schon würcklich gerichtet, zu dem Ende auch eigends einen 
Reis -Wagen gekauft und gegen verschiedene hiesige Stands-Personen gleichsam 
prahlweis gesagt hat, demnächst Fürst in der Vallachai zu werden, hat man 
diese Sach für so andringend angesehen, daß mit der Remedur nicht mehr zu 
verweilen wäre, mithin der Person des Cantacuzeno, wie auch seiner Schriften 
sich versicheren müssen; so auch oberindertermassen den 27. Maii beschehen ist, 
seit welcher Zeit er Cantacuzeno nur bei seinen ersteren Verhören, ohne noch 
dessen Schriften durchsehen zu haben, frei eingestehet, daß er bei seiner vor- 
jährigen Anwesenheit in Belgrad die eingangs erwehnte aufrührerische Ge- 
dancken mit dem Jaja Bassa verabredet, jener von diesem nicht allein dort, 
sondern auch seitdeme durch den Ismael Aga und armenischen Medicum die 
mündliche Zusag und Beangenehmung hierüber erhalten, leztlich auch er Canta- 
cuzeno sothanen Medico auf das neue wiederum das Project in griechischer 
Sprache, wie dieses Worck ehistens auszuführen seie, behändiget habe, um 
solches zu Beförderung seines Vorhabens nacher Türckei schriftlich zu über- 
bringen. 

Belangend den Simeon Christian, so hat selber sich wegen einer mit dem 
Cantacuzeno gehabten Einverständnuß sehr verdächtig gemacht, weilen jener mit 
diesem beständigen Umgang und öfters allein, sonderbahr die lezte Zeit spat in 
die Nacht gepflogen, Brief oder Schriften mit selben zu verschiedenen Mahlen 
gewechslet, auch ohnlängst, da der Cantacuzeno krank wäre, ein Päckl Schriften 
von dannen mit sich hinweg genohmen und aller Orten frei gesagt hat, daß er 
mit dem Cantacuzeno nacher Wälschland mit nächsten von hier abreisen würde; 
in weitterer Bedenckung derer obangeführtermassen zu Beredung anderer Geist- 
lichen von dem Cantacuzeno geredten Worten, daß er mit mehreren in gar 
großen Ansehen bei denen Gräniz Völckern stehenden Geistlichen schon voll- 
kommen auf ihren Beistand sich verlassen könne; wornach dann in Entgegen- 
haltung solcher Worten mit mehr anderen zugleich eingetroffenen Begebenheiten 
kein ringer Verdacht wider diesen Simeon Christian entsprungen ist. 

Bei diesen Umständen also und da die Wichtigkeit der Sach allerdings 
erforderet, daß in dergleichen Verbrechen auch all- diejenige, so hie von nur die 
mündeste Wissenschaft tragen, in die behörige Inquisition gezogen, be vorab aber 
aller dahin einschlagender Schrifften habhafft zu werden gesucht werden müsse, 
so hat man diesen Simeon Christian um so unbedencklicher ebenfalls arrestirlich 



404 

Der russische Gesandte in Wien hatte bereits am 28. Mai über den Fall 
berichtet und sich in seiner Relation beschwert, daß ein aus russischen Diensten 
noch nicht entlassener General in Wien verhaftet worden sei; er glaubte für die 
Unschuld Christianis einstehen zu können. Am meisten verdroß den russischen 
Gesandten, daß man ihm zuvor keine Mitteilung gemacht hatte. Das Dekret, 
kraft dessen der Fürst aus dem russischen Dienst entlassen werden sollte, war 
bereits seit einem halben Jahre ausgefertigt — nur hatte man vergessen, es zu 
unterschreiben. (Pretlacks Bericht d. d. Petersburg, 25. Juni 1746. St-A.) 

86 (92). In Khevenhtillers Aufzeichnungen findet sich nichts darüber. 
Aus dem Eonferenzprotokoll vom 30. Mai erhellt, daß der Bericht Pretlacks vom 
5. Mai Gegenstand der Beratung gewesen ist: vornehmlich Frankreichs Be- 
mühungen, Schweden und Preußen zu Rußlands Nachteil zu alliieren; sein Sub- 
sidienantrag an Sachsen. 

87 (92). „Le comte de Castellane, ambassadeur de France — so lautet 
das „Memoire a la lettre du comte de Castellane du 11 f6vrier 1746 — est per- 
suadd que la double paix du roi de Prusse avec le roi de Pologne et la reine 
d'Hongrie doit avoir parue un 6v6nement bien extraordinaire ä la Sublime Porte, 
aprös la victoire signal6e que ce prince avait remportee sur les Saxons et les 
Autrichiens pr6s de Dresde. 

On ne peut 6viter de reconnaltre que ce qui a oblige le roi de Prusse a 
prendre ce parti, a ^te la marche des Moscovits qui ^taient deja dans la Courlande 
et mena^aient d'envahir ses 6tats. Ceci doit faire comprendre 4 la Sublime Porte 
de quelle importance il aurait 6t6 pour eile de suivre le conseil que la Fcance 
a fait donner par son ambassadeur, de faire quelques d^monstrations sur les 
fronti^res de TAllemagne; tout comme les mouvements des Moscovits ont deter- 
min6 le roi de Prusse a donner son suflfrage au Grand-Duc de Toscane, les 
mouvements des troupes ottomannes auraicnt emp^ch^ qu*aucun älecteur n'eüt 
donn^ sa voix au Grand-Duc de Toscane et auraient en m6me temps obligö ce 
prince de se d6sister de cette Prätention. Ceci regarde le passö qui n'est pas 
Sans rem^dc si la Porte veut montrer ä Tavenir la fermete qui est couvenablo a 
ses veritables interets. 

Enfin toutes les raisons quo la France a fait valoir pour prouver que 
r^lection du Grand-Duc est illegale, subsistent; ces raisons sont fondees sur les 
loix de TEmpire d'Allemagne; les ölccteurs ne pouvaicnt ni changer ces loix 
ni s'en 6carter, et l'empereur de France comme garant du traite de Westphalie 
a droit pour lui-meme de s'opposcr ä tout ce qui est entrepris contre la liberte 
et les loix du corps germanique. 

L'empereur de France a entrepris la gucrre pour empecher qu'au m^pris 
de ces loix TEmpire d'Allemagne ne devienne une scconde fois hereditaire dans 
la maison d'Autriche; S. M. a fait d^clarer ä la Porte qu'elle s'opposerait avec 
toutes ses forces a T^lection du Grand-Duc, eile suit constamment son projet, 
eile ne s*en est pas departie apr6s la premi6re paix du roi de Prusse en 1742 
lors mSme que les troupes fran^aises 6taient les plus affoiblics et les plus res- 
serr^es en Boheme. S'en d6sisterait-elle aujourdhui que les armees de la France 
et de ses alli^s ont eu les heureux succ^s en Flandre et en Italic, et tandis que 
les troubles d'Ecosse et la prise d*Ostende ont d6concert6 toutes les mesures de 
ses aggresseurs? 

Si la France suit avec tant de constance son Systeme, pourquoi la Sublime 
Porte se d6mentirait-elle du plan qu'elle a suivi jusqu'a pr6sent par rapport a 



406 

ambassadeurs et ministres de France. Russie (par Alfred Rambaud) I, 476, 
Anm. 4). Die Versuche Castellanes, die Pforte gegen Österreich aufzuhetzen, 
bh'eben ohne jeden Erfolg. (Vgl. Hammer VIII, 84 flf.) 

88 (93). Khevenhüllers Gutachten findet sich auch nicht in den Konferenz- 
protokollen des Staatsarchives; bloß die Vota Bartensteins, Colloredos und 
Königseggs, sämtlich vom 10. Juni 1746, liegen uns vor. 

89 (93). Der englische Gesandte hatte den Konferenzministern eine ihm 
zugekommene Weisung d. d. 27. Mai vorgelesen und ihnen am 11. Juni einen 
Auszug daraus übergeben. Was den Inhalt dieses Extraktes betrifft, s. Ameth 
III, 190. 

Zum großen Verdrusse Bartensteins hatte sich Robinson nie schriftlich, 
sondern stets mündlich geäußert; nun versprach er, von dieser Gepflogenheit 
fortan abgehen zu wollen. Darüber sowohl wie über Zumutungen, die England 
an die Kaiserin stellte, äußerte sich Bartenstein in einem Gutachten vom 14. Juni 
folgendermaßen: 

„Mir ist lieb, daß Robinson künftighin seine Vorträge schriftlich tun zu 
wollen Hoffnung gegeben. So lang die Welt steht, hat noch kein Minister sich 
unterfangen, eine Handlung auf den Fuß zu betreiben, wie man es dem Robinson 
zum unbeschreiblichen Schaden des Erzhauses angehen lassen. Umb meine Haut 
ist es nicht zu tun. Allein Eid und Pflichten erheischen, es zu erinneren. So- 
bald es aber erinneret, so lasse nachhero denen Sachen ihren natürlichen Lauf, 
da gegen die göttliche Verhängnus nicht streiten kann. Noch lieber würde mir 
sein, wann Robinson gegen sotane Stelle schriftlich etwas einwendete, umb- 
willen er just andurch klar entdeckete, daß dem englischen Ministerio es dar- 
umben zu tun seie, gradatim noch mehrere Opfer dem Erzhaus zuzumuten. Car 
comment peut-on avoir en Angleterre la moindre probabilit6 de quoi la France 
se contenterait, sans avoir 8ond6 cette couronne?*) 

Übrigens bestärken mich des Robinson Äußerungen in allem, was vor- 
gestern gemeldet. Nicht von selten des Grimaldi, sondern von selten des nun- 
mehro dominierenden englischen Ministerii (als mit welchem die Nation 
nicht zu vermischen ist) habe den Anstand besorget. Handgreiflich ist, daß 
jenes Ministerium die gänzliche Erniedrigung des Erzhauses zur Absicht führe. 
Und eine Schwachheit ist, wann man glaubt, daß sich von der englischen 
Nation oder beeden Seemächten getrennet werde, wann man sich denen schäd- 
lichen Ideen, so in Engelland und Holland die Oberhand haben, widersetzet 

Als unter Carolo VI. und Jacob I. der englische Hof an Frankreich ver- 
kauft wäre und die Witt in Holland den Meister gespielet, item als der Ut- 
rechter Fried geschlossen worden, ist man hier ganz änderst zu Werck gegangen 
und hat beedesmal darbei nichts verloren, sondern gewonnen, und nach jeder 
dieser Begebenheit ist die Union des Erzhauses mit beeden Seemächten, als sich 
in Engelland und Holland die Umstände verbesseret haben, nur desto stärker 
worden. Allein habe ich das Unglück, mich nicht begreifen zu machen. Mithin 
bleibt schon nichts übrig, als anderwärtigem Anhandgeben mich zu fügen. . . . 



*) Robinson hatt« dem Wiener Hof zu bedenken gegeben, ^s'il ne convenait point dans des cir- 
constances anssi critiqaes . . . songer h conclure nne paix generale, etant probable qne la France poor 
en sortir avec honneur et uniqaement pour sontenir son engagement ponr retablissement de Tinfanfc 
D. Philippe, ponrrait moyennant raccomplissement de cette condition se porter ä rendre telles conqnStes 
qn'elle aurait faites en quelque lieu que cela sorait.* Frankreich würde sich verpflichten, den Kaiser 
als solchen anzuerkennen und die pragmatische Sanktion zu garantieren. 



408 

grand encore de suspendre un seul moment les Operations militaires qu'il con- 
vient de poursuivre avec plus de vigueur que Jamals. Mais tant qa*on n'est pas 
pleinement assurS du concours de nos alli^s, il me semble qu'on risquerait trop 
en rompant d'abord la n^gociation avec ledit Grimaldi. ..." (Referat vom 22. Juni 
1746. St-A.) 

Noch am selben Tage entwarf Bartenstein eine Weisung an die Gesandten 
in London und im Haag, es mOgen Holland und England veranlaßt werden, die 
Verhandlungen mit Frankreich abzubrechen. (St.-A.) 

94 (96). Des Grafen Otto von Podewils Instruktion ist vom 1. Mai 1746 
datiert. (Abgedruckt in der „politischen Korrespondenz Friedrichs des Großen** 
V, 78 ff., 89 ff.) 

„Was ich demselben (Grafen Podewils) dabei auf das angelegentlichste 
recommendiret — so schrieb Friedrich II. an Maria Theresia — ist die Unter- 
haltung und Befestigung des zwischen Uns nnnmehro glücklich wiederherge- 
stellten Freundschaftsbundes. . . .** (Credentiales pro comite Podewils, 10. Mai 
1746. Original. St.-A.) 

95 (97). Vgl. Ameth III, 193. 

96 (99). Darüber erstattete Bartenstein (dem Grafen Ulfeid?) am 5. Juli 
ein ausführliches Referat. (St.-A.) 

97 (99). Den Entwurf der Antwort hatte Bartenstein bereits am 30. Juni 
1746 der Kaiserin vorgelegt, die sich damit einverstanden erklärte. (St.-A. Vgl. 
Ameth III, 193 ff.) 

9S (101). Bei Beer, Holland und der österreichische Erbfolgekrieg, 347 ff. 
Dieses französische Friedensprojekt hatten die holländischen Bevollmächtigten 
am 18. Mai 1746 nach dem Haag geschickt. Lord Harrington teilte die Vor- 
schläge am 6. Juli dem kaiserlichen Gesandten Wasner mit. (Bericht Wasners 
vom 8. Juli 1746. St.-A.) 

99 (102). Man ging in Wien von der sicheren Voraussetzung aus, es 
kümmere sich Holland gar wenig um die italienischen Angelegenheiten und es 
werde England wohl schwer zu bewegen sein, den Krieg ohne die Mitwirkung 
der Republik fortzusetzen. Und nun wollte man schon wegen des erfochtenen 
Sieges die Verhandlungen mit Grimaldi nicht abbrechen; hoffte man doch, in- 
folge dieses glücklichen Ereignisses bessere Arrangements in Italien treffen zu 
können. In dieWagschalc fiel auch, daß man aus aufgefangenen Schreiben erfahren 
hatte, es stehe Sardinien noch immer in geheimer Verhandlung mit Frankreich. 

Die weiteren Vorschläge an Grimaldi und dessen Erwiderungen finden 
sich ausführlich in der bereits zitierten Instruktion Harrachs erwähnt, der auch 
die betreffenden Stücke beiliegen. (Sub Nr. 16, 17, 18.) 

100 (103). König Philipp V. war nach langem Siechtum am 9. Juli 1746 
gestorben. Sein einziger Sohn aus erster Ehe, Ferdinand (VI.), bestieg den 
spanischen Thron. In der Zwischenzeit hatte Maria Theresia die Weisung er- 
teilt, einen Vertragsentwurf auszuarbeiten, um, „wan es notwendig wäre, mit 
Grimaldi geschwind zu schliessen*'. (Resolution auf einen Vortrag Bartensteins 
vom 26. Juli 1746. Bei Arneth III, 449, Anm. 35 ad p. 202.) 

Grimaldi jedoch war es, der die Ausarbeitung eines Vertragsentwurfes 
verlangt hatte. Man ging darauf ein, in der festen Absicht, sich zwar keines- 
wegs die Hände zu binden, die Handlung aber derart einzuleiten, „daß Uns 
andere Mächte bei Spanien vorzukommen, nicht wohl vermögend wären". 
(Harrachs Instruktion, 6. Oktober 1746.) Da kam die Nachricht, Philipp V. sei 



410 

gung gereichet, mit rcciprocirlicher Verbindlichkeit erfüllet werde, also können 
£. kais. M. sich versicheret halten, daß ich mich dießfalls nicht übereilen, sondern 
jedesmal diejenige Wege eingehen werde, wohin das Natur und Völker, auch 
andere heilsame Reichssatzungen nebst der treuesten Schuldigkeit gegen £. kais. M. 
als des Reichs Oberhaupt mich anweisen; belangend 

4. die von £. kais. M. in dem an die k. u. k. Ministros unterm 16. Julii 1. J. 
erlassenen Circular Rescript geäußerte Unzufriedenheit über den Betrag des 
Churhauses Pfalz werde ich mit anderen getreuen Reichsständen mich dahin 
eifrigst verwenden, damit die gute Einverständnus zwischen Haupt und Gliedern 
hergestellet, auch künftighin durch reichsconstitutionsmäßige Mittel beibehalten 
werde." 

Graf Choteck hatte den Bischof zu dieser Erklärung veranlaßt. (St.-A» 
Geistliche Wahlakten. Würzburg.) 

103 (106). Die Instruktion ist vom 8. August datiert. (Original im St-A.) 

104 (106). Das Fürstendiplom ist vom 15. Juli 1746 datiert (Reichs- 
reg^straturbuch Franz I., Bd. X, 76. St.-A.) 

105 (106). Maria Josefa Theresia (geb. Gräfin St Julien), zweite Gemahlin 
des Franz Ferdinand Anton, der am 20. November 1746 starb. 

106 (107). Gleichlautend mit dem Bericht im Wiener Diarium vom 
24. August 1746. (Sonderblatt ad Nr. 68.) In dem Treffen von Rottofreddo 
vom 10. August hatten die Österreicher wohl das Schlachtfeld behauptet, den 
Feinden aber war es gelungen, ihre Absicht zu erreichen: sich den Weg nach 
Tortona zu bahnen. (Arneth III, 201.) 

107 (107). Weisungen an Wasner vom 21. August 1746. (S. Arneth 
III, 265.) 

108 (107). Die Instruktion für den Grafen Karl Cobenzl ist vom 22. August 
datiert (St-A.) Infolge Hinscheidens des Grafen Karl Schönbom war auch 
das Bistum Bamberg freigeworden. Der Kaiser wollte keineswegs Einfluß auf 
die Wahl üben, aber er wünschte, daß sie einen Mann treffe, „so teutsch-patrioti- 
sche Principia hege". Dies sei umso nötiger, „als die Gefahr der Saecularisation 
noch nicht gänzlichen verschwunden sein dürfte und absonderlich das Bistum 
Bamberg auf seiner Hut wegen ihrer Nachbarschaft und anderen Vorrechten 
umb so mehr zu stehen hat, anbei ganz richtig ist, daß — wann die Wal auf 
einen widrig gesinnten oder nicht genugsam in Wcltläuften und der Regierung 
erfahrenen aiiBfallen sollte, eines solchen Bischofen tragende Rücksicht den be- 
hörigen Nachdruck in benötigten Fällen nimmermehr nach sich ziehen dürfte". 

Am 26. September 1746 wurde einstimmig Johann Philipp Anton Freiherr 
von Frankeustein zum Bischof von Bamberg gewählt, was dieser dem Kaiser 
am 2. Oktober anzeigte. Franz I., der den Ausgang der Wahl freudig begrüßte, 
beantwortete das Notifikationsschreiben am 16. Oktober. (Geistliche Wahlakten, 
Bamberg. St.-A.) 

109 (108). Colloredo gestand, daß der Reichskanzlei sowohl die Rechte 
Maria Theresias auf die Lehen Guastalla, Sabionetta und Bozzolo als auch 
die Besitzergreifung durch Botta und Pallaviciui unbekannt gewesen seien; im 
anderen Falle hätte er den kaiserlichen Bevollmächtigten in Italien, Grafen 
Stampa, beauftragt, zu berichten, was zur Wahrung der kaiserlichen Gerecht- 
same zu beobachten sei. 

Colloredo referierte sodann über die in der Konferenz gepflogenen Be- 
ratungen. 



412 

Könige von Sardinien zugehörige Stadt. (Weisungen an Wasner, Reischach, 
Botta, Richecourt vom 28., 31. August und 2. September. Notenwechsel mit 
Canal. St.-A.) 

Auf denselben Wormser Traktat berief sich Maria Theresia gegenüber 
England, als es sich um Vollziehung des Unternehmens gegen Neapel handelte. 
Die Kaiserin wünschte, daß diese Expedition erfolge, während England die Er- 
oberung Toulons forderte. (S. Ameth III, 232 ff.) 

111 (HO). Maria Josefa, Johann Sigismund, Johann Josef, Johann Franz, 
Johann Leopold. 

112 (110). Maria Theresia, Tochter Philipps V. von Spanien, vermählt 
23. Februar 1745 mit dem Dauphin Ludwig, gest. 22. Juli 1746. — Christian VI., 
König von Dänemark, gest. 6. August 1746. 

113 (111). Das Votum findet sich wohl in den Papieren Khevenhüllers, 
es ist jedoch unvollständig. Grimaldi erhielt am 9. September folgenden Be- 
scheid: ^On n'a pas tard6 de rendre compte ä rimp6ratrice reine de ce qui 
s*6tait pass6 dans notre dernier entretien et surtout de votre demande au sujet 
des troupes espagnolcs. 

S. M. persiste dans le d^sir sinc^re, non seulement de s'accommoder avec 
S. M. Cath., mais de consolider m§me Tancien Systeme de l'Europe le plus qu'il 
sera possible, c'est a dire de rcnouveler Tunion la plus 6troito entre son auguste 
maison, celle d'Espagne et les puissances maritimes. Comme ce qui a 6t^ con- 
traire a ce Systeme, a entrain^ une suite des troubles qui pendant tant d'ann6es 
ont agit6 TEurope, il ne paratt pas y avoir une voie plus solide pour remettre 
tont en ordre, que si Ton ^tmt asscz heureux que de ramener les choses a ce 
qui avait fait ci-devant le fondement capital de son repos et 6quilibre. 

Tels sont en gros nos sentiments, conformes a ceux que vous avez ex- 
pos6s en dernier Heu. II aurait ^t6 a souhaiter tant que de Tautre cöt^ on les 
eüt adopt^s plutOt sans se laisser dominer par la France comme aussi que du 
moins nous en fussions pleinement assurös dös ä präsent. 

On vous a laiss6, Monsieur, deux mois sans instruction et plcinpouvoirs, 
et le dernier vous manque encore ä Theure quMl est, quoiqu'apr6s un si long 
silcnce il eüt 6t6 aussi facile de vous envoyer un Courier qu'une estafette. Vous 
6tcs trop equitable pour ne pas convenir de l'impression que cette röflexion doit 
produire. II est a esp6rer qu'elle va cesser au plutöt et que la coniiance si n6- 
cessaire pour ramener l'heureuse union indiqu6e ci-dessus, succddera a ce qui 
pourrait encore nous causer de Tinquiötude. Car vous pouvez §tre assure Mon- 
sieur, que de notre cötö nous agissons rondement et sans d^tour. 

Conform^ment a ce principe immuable, je ne dois pas vous cacher que 
nous avons reyu depuis notre dernier entretien des nouvelles qui en partie fönt 
cesser ce que vous craignez, et en partie rendaient le remcde plus difficile ou 
plutöt impraticable. Les troupes espagnolcs sont s^paröes de celles de France. 
Les derniercs ont 6t6 chassöes de la Bouchetta. On .les poursuit, et les ordrcs 
les plus precis ont ct6 donn6s de ne pas discontinucr cette poursuite et de 
pleinement satisfaire le dösir de nos alliös par nnc diversion contre la France, 
non par aigreur ou animosite contre cette couronne, mais pour lui inspirer des 
sentiments moins imperieux et meme plus chr6tlens. 

On n'est donc pas dans le cas oü Ton supposait d'y etre le 7 du matin. 
Les ordres susdits suffiseut pour vous rassurer pour le pr6sent. Le reste ne 
servh-ait qu'a trahir le secret outrc qu'il ne serait pas juste que nous cessions 



414 

mächten mit Frankreich auf den Fuß des Argensonischen Pacificationsplans un- 
vermeidlich, 80 für das Erzhaus, das Keich, das kaiserliche Ansehen, die Religion 
und Christenheit noch weit fatalere Folgen unfehlbar haben würde, als wann 
Keene dem Grafen von Rosenberg in der Handlung vorkäme. . . ." (Vortrag vom 

25. September 1746. St.-A. Mit eigenhändiger Resolution Maria Theresias: 
„Placet, ist alles wohl unnd weislich angeführt. Gott gebe, das es nicht wahr 
werde.") 

120 (114). Die Instruktion ftir Lobkowitz konnte nicht aufgefunden 
werden. 

121 (115). Liegt nicht bei. Das Konzept der „schriftlichen Erinnerung** 
Khevenhüllers befindet sich in den Zeremonialakten des Staatsarchivs. 

122 (117). Eine Abschrift des päpstlichen Ereditivs konnte nicht auf- 
gefunden werden. Anstoß erregte die Stelle: „observantia et reverentia erga 
Sanctam Sedem Apostolicam et ipsum Summum Pontificem** — eine „vorhin un- 
gewöhnliche Expression". Man fand sie nicht in den an Karl VI. gerichteten 
Schreiben, weshalb die Hofkonferenz den Antrag stellte, der Reichsvizekanzler 
solle „mittelst eines an den päpstlichen Nuntium zu erlassenden schriftlichen 
Promemoria es klimpflich dahin anden, weichergestalten diese Neuerung befremd- 
lich angesehen, mithin fürs künftige sich nach dem vorigen Stilo zu halten wäre, 
wiedrigenfalls dergleichen Creditiv nicht angenohmen werden würde". Der 
Kaiser genehmigte diesen Antrag. (Referat über das Konferenzgutachten, 4. Ok- 
tober 1746. St.-A. Hofakten.) 

Papst Benedikt XIV. ließ in der Tat ein anderes Kreditiv ausfertigen 
und an diesem fand der Wiener Hof nichts auszusetzen. (Colloredo an den 
Kardinal Albani, 19. November 1746. St.-A. Auch das neue päpstliche Schreiben 
liegt nicht in den Akten.) 

123 (118). Gleichlautend mit dem im Wiener Diarium (Nr. 83 vom 15. Ok- 
tober 1746) enthaltenen Bericht. 

124 (119). In den Papieren Khevenhüllers findet sich nichts darüber. 
Hingegen liegt in den Zeremonialakten des Staatsarchivs das Referat des Oberst- 
hofmeisters über die Belehnungsansuchen des Kurfürsten von Köln, Hoch- und 
Deutschmeisters und des Fürstbischofs von Passau, Kardinalen Lamberg (d. d. 
15. Oktober 1746). 

125 (120). Die umfangreiche Instruktion ist vom 13. und 29. September, 
der Appendix vom 5. Oktober 1746 datiert. (Original und Abschrift im Staats- 
archiv.) Arncth hat sie nicht gekannt. Sie enthält auch das englische und 
holländische Sündenregister, das mit folgenden Worten schließt: „Dieses ist 
nun die würdige Vergeltung dessen, was seit dem Hintritt Unseres höchstseelig- 
sten Herrn Vaters kais. M. und L. zu Begünstigung des Königs von Preußen 
mit Abbruch Unseres Erzhauses von beeden Seemächten, bevorab Engelland be- 
schehen ist. Und kann ein solches dem über kurz oder lang zu Berlin sich 
wieder einfinden mögenden englischen Ministro gelegentlich zu Gemüth zu 
führen nicht nur nicht schaden, sondern es will vielmehr es zu thun umb so 
nöthiger sein, als forthin königl. preußischerseits sich viele arglistige Mühe ge- 
geben wird, das englische Ministerium in der bißherigen Verblendung zu er- 
halten. ..." 

126 (120). Gleichlautend mit dem Bericht im Wiener Diarium vom 

26. Oktober 1746. Vgl. Arneth 225 flf., 228. 



416 

130 (123). Maria Theresia hatte vorderhand dem Gedanken entsagt, 
sich Neapels zu bemächtigen, hingegen Vorbereitungen getroffen, in Frankreich 
einzudringen. Die Führung des Expeditionsheeres war am 14. Oktober 1746 dem 
General Browne anvertraut worden. (Vgl." Arneth III, 234 ff.) Am 6. November 
wurde ihm mitgeteilt, daß man seinem Verlangen (Bericht vom 26. Oktober) 
Rechnung tragen wolle und daher Botta beauftrage, ihm Verstärkungen zu 
schicken. (St.-A.) 

131 (123). Geheimratsprotokolle aus dieser Zeit sind uns nicht erhalten; 
auch in den Reichshofratsakten findet sich die Frage nicht erwähnt. 

132 (124). Am 11. November 1746 wurde folgendes an Wasner ge- 
schrieben: „ . . . hast Du auch zu wissen, daß wann Wir Meldung tun, daß Wir 
durch Unsere Alliirte zurückgehalten würden, Uns von Neapel zu bemeisteren, 
Unsere Meinung ganz und gar nicht seie. Uns dießfalls die Hände zu binden, ab- 
sonderlich wann von ihnen, unseren Bundesgenossen, auf dem Congrcß zu Breda 
oder sonsten ein solcher Schritt beschehen sollte, welcher ihren bundsmäßigen 
Verbindlichkeiten nicht gemäß wäre. So Uns desto empfindlicher fallen müßte, 
als Wir ungehindert der großen Leichtigkeit und des großen Nutzens, so Wir 
bei der Einnahme des Königreichs Neapel gefunden haben würden, dannoch 
ihrem vorzüglichen Verlangen mit ungemein großen Kosten und gänzlicher Bei- 
seitsetzung der eigenen Anständigkeit Uns gefUget haben. 

Aber auch außer obigem Fall gedenken Wir sogleich, als Wir von dem 
glücklichen Fortgang der Eindringung in Frankreich benachrichtiget sein werden. 
Unsere zurück verlegte Trouppen in solche Bewegung zu setzen, daß entweder 
der spanische Hof sich von Frankreich zu trennen bemüssiget oder noch im 
Winter sich von Neapel bemeistert werde. Worvon jedoch im Voraus nichts zu 
melden ist, sondern das hier angemerkte einsweils Dir nur zur geheimen Nach- 
richt und Direktion zu dienen hat." (St.-A.) 

133 (124). Er hinterließ folgende Kinder: aus erster Ehe (mit Maria 
Freiin von Lubetich): Maria Franziska Theresia (verm. mit dem Grafen Wilhelm 
Reinhard Neipperg), Johann Ludwig Josef (verm. mit Maria Josefa Gräfin 
Starhemberg), Maria Theresia; aus zweiter Ehe (mit Maria Josefa Theresia Gräfin 
von Saint- Julien) : Maria Josefa Theresia (1. Gemahl Albert Christ. Freiherr 
Schenk zu Geyern, 2. Friedrich Graf Schenk von Castell, 3. Karl Graf de la 
Tour). (S. Bd. 1742—1744, p. 47, Anm. 4.) 

134 (124). Der französische Minister im Reich, Malbran de la Nouö, hatte 
folgendes Memoire, d. d. Frankfurt, 26. Oktober 1746 übergeben: „C'est dans les 
temps les plus malheureux d'une gucrre generale oü les int^rßts et les sentiments 
r6ciproque8 des princes voisins se manifestent d'avantage. L'affection du roi 
mon maitre pour les princes et etats de l'Erapire s'est fait principalement con- 
naitre dans ces derniers temps; S. M. a vu avec plaisir TEmpire embrasser le 
parti de la neutralit6 k la diete g6n6rale de 1743. Elle lui a fait donner de fr6- 
quentes assurances de vouloir observer inviolablement le bon voisinage et d'6- 
carter tout ce qui pourrait en troubler la neutralit^. J'ai eu ordre de renou- 
velcr les mdmes protestations au commencement de cette ann6e et ce n'a 6t6 
ui Sans de justes occasions, ni sans des effets certains que je m'en suis acquitt6 
dans les assemblöes de l'Empire. 

Mais les ennerais de la France trop occupös sans doute de leur propre 
cause, se sont montres encore plus ennemis du bonheur et des droits de TEmpire, 
de la paix et de la verit6. On na pas cessö d'employer des moyens de toute 



418 

Graf Harrach zu Breda eingetroffen sei. (Weisung an Rosenberg vom 31. De- 
zember 1746.) Nun war es ja Frankreich, das auf der Nichtzulassung des 
österreichischen Bevollmächtigten bestand. (Vgl. Ameth III, 268 ff.) 

135 (128). Das Konferenzprotokoll ist uns nicht erhalten. 

136 (130). Das Protokoll konnte nicht aufgefunden werden. Der engli- 
sche Operationsplan für 1747 lag bereits vor, wonach Maria Theresia folgende 
Verpflichtungen zu übernehmen hatte: Aufstellung einer Armee von 50.000 
Mann in den Niederlanden, Bereithaltung einer gleich großen Truppenzahl für 
den Kampf in der Provence, Deckung Italiens durch genügende Streitkräfte in 
der Lombardei. Dafiir wurde der Kaiserin eine Subsidie von 300.000 Pfund 
Sterling zugesagt. Maria Theresia erklärte sich bereit, noch stärkere Truppen- 
kürpcr ins Feld zu schicken und dem Wunsche Englands gemäß auch an der 
Mosel ein Observationskorps von 40.000 Mann aufzustellen. (Über die Verhand- 
lungen mit England und Holland s. Pribram, Österreichische Staatsverträge. 
England I, Nr. 49, p. 730 ff.) 

137 (180). Um Spanien von Frankreich zu trennen, wurden auch mit dem 
portugiesischen Gesandten in Wien, Carvalho, Verhandlungen gepflogen. Dieser 
hatte am 3. Dezember zwei Promemorien überreicht, ein ostensibles und ein ge- 
heimes. Das ostensible betraf 1. die portugiesische Vermittlung zum Zweck der 
Aussöhnung Österreichs mit Spanien, 2. dieselbe zum Zweck der Herbeiführung 
eines allgemeinen Friedens, 3. Bestimmung eines Ortes, wo der Friedenskongreß 
tagen solle, 4. Schließung eines Waffenstillstandes. 

Das alles war, ausgenommen die Aussöhnung mit Spanien, keineswegs im 
Sinne der österreichischen Regierung. Immerhin bemühte man sich, die Ant- 
wort derart abzufassen, daß sie in Lissabon guten Eindruck hervorrufe, die Mög- 
lichkeit einer Verständigung mit Frankreich nicht gänzlich ausschließe, aber 
genug enthalte, „dieser Cron in so ungerechten Absichten durch den Sinn zu 
fahren**, und endlich nicht zu falscher Auslegung Anlaß gebe. 

Die geheime Note Carvalhos lautete wie folgt: 

„Le ministre de Portugal a re^u avec les derniferes d^peches de sa cour 
les ordres pour avoir Thonneur de repr^senter outre ce qui est conteuu dans son 
promemoria: 

1. que Ton tächa de tenir fort secret le contenu de la lettre 6crite par 
S. M. rimpcratrice-reine le 10 d'aöut dernier ä S. M. la reine de Portugal, on 
adaptant ä la cour de Lisbonne le pr^texte de la nögociation avec la cour de 
Rome pour cacher le veritable motif de la mission de l'exprfes qui 6tait sorti de 
Vienne le meme jour 10 aoüt. 

2**° mais que ladite pr6caution a 6t6 rendue infructueuse, non seulement 
par les lettres particuliöres d'Angleterre arriv6es avec le meme paquebot 
que transporta ledit exprös, lettres par lesquelles il fut d'abord publiö quo 
M. le comte de Rosenberg passerait a Lisbonne en cas que M. Wasner ne se 
trouvät pas en 6tat de faire ce voyage, et par lesquelles le sujet de la negocia- 
tion de ces ministres füt de couvert, non seulement — dis-je — par les nou- 
velles publiques que peu apr^s parlerent dans le mSme sens, mais encore par la 
nature du fait en lui meme: Mr. le comte de Rosenberg sortant a la *häte de la 
Haye oü il avait a faire, pour passer a Lisbonne oü il n'y avait aucun ministre 
autrichicn depuis quelques ann6es, et M. le comte faisant ce voyage dans un 
temps que l'on s'^tait avise de penser partout que S. M. le roi de Portugal serait 
m6diateur de la paix. 



420 

imperii prosperitatem adolescat, ac praeclaras tuas, tuorumque majorum virtutes 
referat. Voti autem Nostri auspicem esse optamus Apostolicam Benedictionem, 
quam Majestät! tuae amantissime impertimur. Datum in arce Gandulphi Albanen. 
Dioeces. die 2. Juni 1746." (St.-A.) 

Die Antwort erfolgte am 4. März 1747. (St.-A.) 

140 (131). Genoral Browne hatte den Übergang am 30. November voll- 
zogen. Karl Emanuel war in dem Augenblick, da er auf französisches Gebiet 
vordringen wollte, von den Blattern befallen worden. (Arneth III, 236.) 

141 (132). S. Anm. 137, p. 418. 

142 (132). S. Anm. 139, p. 419. 

143 (132). Eine Abschrift des Konferenzgutachtens liegt nicht bei; das 
Original befindet sich im Staatsarchiv. 

Es wurde verfUgt, daß sich der Erzherzog bedecken dürfe, sobald der 
Kaiser mit den Worten „si copra" sich bedeckt habe. „So oft aber der Nuntius 
sich währender Rede entdecket oder wann er völlig abnimmt, wird der durchl. 
Erzherzog solches ebenfalls tun." 

144 (134). „Extract Schreibens eines Offiziers, welcher bei der zu Genua 
wider die kaiserlichen Truppen entstandenen Revolte zugegen war." Infolge 
dieser Volkserhebung wurde Botta d' Adorno aus Genua vertrieben. (Vgl. 
Arneth III, 237 ff. und Bottas Bericht vom 14. Dezember 1746, ibid. III, 460 ff., 
Anm. 12.) 

145 (134). Man war in Wien zur Überzeugung gelangt, daß die Ver- 
sorgung des Infanten Don Philipp in Italien als das kleinere Übel anzusehen 
sei; nur wollte man durchsetzen, daß Österreich dabei so wenig als möglich ein- 
büße. Es mußten aber bestimmte Bedingungen erfüllt werden, „anerwogen ja 
nie die Meinung gewesen ist oder gewesen sein kann, dem Infanten eine Ver- 
sorgung einzugestehen oder mit Spanien auf einen Fuß zu schließen, nach 
welchem von allem je und allezeit, ohne mindester Veränderung zum Grund der 
ganzen Handlung gelegten Principiis und Gonditionibus sine qua non abgegangen, 
das ist, weder 1"^ die sardinische Untreu erwiesen, noch 2**' zur Herbeibringung 
der Cron Engelland vorzüglich all-obiges angewendet, noch 3'° Uns ein mehreres 
als wir nach dem Wormser Traktat in der Lombardei hätten, darinnen versichert, 
noch 4*o der Uns versicherte Teil von Spanien und übrigen Mitpaciscenten gegen 
jedermänniglich garantiert, noch endlichen 5*^ sich zu deme, was Grimaldi wegen 
Preußen anerboten, auf das bündigste anheischig gemacht würde." 

Dieser fünfte Punkt betraf den geheimen Artikel des Vertragsentwurfes, 
wonach sich Spanien verpflichtete, der Kaiserin oder ihren Nachfolgern bewaffnet 
beizustehen, falls der König von Preußen unter welchem Vorwand auch immer 
den Dresdner Frieden brechen sollte. 

Rosenberg erhielt eine ausführliche Instruktion und zugleich die Voll- 
macht, „den IVaktat ... in höchster Geheim sogleich zu schließen und zu unter- 
zeichnen." (Weisungen an Rosenberg vom 31. Dezember 1746.) 

146 (134). Eine Abschrift des Protokolls liegt nicht bei. (S. Anm. 139, 
p. 419.) 

147 (135). Vgl. Arneth III, 271 ff., 273 ff.; s. auch Anm. 170, p. 426. 

148 (135). Am 5. Januar erstattete Bartenstein der Kaiserin ein Referat 
über die abgehaltene Konferenz und er unterbreitete ihr zugleich die zu expedieren- 
den Weisungen. „Welchem allem allein noch a. u. beizufügen kommt — be- 
merkte Barteustein — daß E. k. u. k. M. a. h. Dienst ohnumbgänglich erheischet, 



422 

155 (139). Ein Schreiben Khevenhüllers an Koch liegt dem Tagebuch 
nicht bei. 

156 (139). »Wie anheuth nacher Hoflf nicht gekommen, so habe, umb 
keine Zeith zu versauhmen, dasjenige schrifftlich a.u. hinterbracht, so £. hochgr. E. 
gestern mir anverthrauet, und auf die nembliche Arth wie Sie es mir anzu- 
befehlen geruhet haben. 

Zur Antworth habe die a. g. Verordnung überkommen, E. E. zu melden, 
I. M. hätten des Herrn Graffen Königsegg E. zu dero Obristhoflfmeister wUrckh- 
lichen resolviret, nehmetcn ganz besonders gnädig auf die Arth und Modestie 
(in dero a. h. Worthlauthcn), mit welcher E. hochgr. E. hierbei sich betragen 
hätten. . . .** (Koch an KhevenhüUer, s. d.) 

157 (140). Als zu Ende des Jahres 1746 der Herzog von Richelieu nach 
Dresden kam, die Braut des Dauphins in Empfang zu nehmen, zeigte er an, es 
wolle Frankreich die guten Dienste Sachsens zu einer Aussöhnung mit Öster- 
reich in Anspruch nehmen. Dies wurde am 27. Dezember 1746 dem sächsischen 
Gesandten in Wien, Grafen Christian Loss, mitgeteilt. (A. Schäfer, Graf Brühl 
und Friedrich der GroiJe, Sybels historische Zeitschrift XV, 134.) Loss ver- 
sicherte, es wünsche Frankreich aufrichtig den Frieden, Anfangs wollte er, daß 
der Wiener Hof auf Grund des Argensonschen Projekts verhandeln solle; als er 
aber die Unmöglichkeit erkannt hatte, mit einem derartigen Antrag durchzudringen, 
deutete er an, es könnte sich Frankreich bereit finden lassen, die Verträge von 
Utrecht, Wien (1738), Pardo, Worms (mit Ausschluß des Artikels, der Finale be- 
traf) und Dresden zu erneuern und auf Grund dieser Verträge Frieden mit 
Österreich zu schließen. 

Einhellig sprach sich die Konferenz dahin aus, es sei die sächsische Ver- 
mittlung keineswegs abzulehnen, sondern vielmehr „dergestalten offenzubehalten, 
daß nicht nur die besondere Handlung mit Spanien andurch nicht verzögert, 
noch beschwerlicher gemacht, sondern vielmehr befördert werde". 

Da Loss keine schriftliche Note überreicht hatte, so wollte man sich 
lediglich darauf beschränken, ihm die Antwort, und zwar mit dem Bedeuten vor- 
zulegen, er könne sich notieren, was er wolle. Diese Note hatte folgenden 
Wortlaut: 

„L'imp6ratrice-reine ne demande pas mieux que de se reconcilier solide- 
ment avec ses ennemis. Jusques dans la r^ponse au manifeste de la cour de 
France, eile a donn6 ä connaftre son grand empressement pour la paix, sauf 
toujours la fidölite qu'elle doit a ses alli^s. Cette fidelitö est tr^s compatible 
avec ledit empressement, pourvu qu*on veuille bieu s'entendre et pourvu que 
ceux qui ont pour principe de d^truire la maison d'Autriche ä quel prix que ce 
füt, ne soient point 6cout6s. 

11 serait ä souhaiter pour le bien de la chr6tient6, pour le repos de toute 
TEurope que tout le monde pensät comme pense Timperatrice-reine. Les troubles 
cesseraient bientöt et a jamais. Pour parvenir ä une fin si desirable, il faudrait 
travailler ä bannir la mt^fiance mutuelle. La rdponse faite au memoire de M"^ le 
marquis Caravallo du 3 du mois pass6 (Anm. 137, p. 418) prouve que l'imp^ra- 
trice-reine a plus d'un sujet d'etre sur ses gardes. Mais la cour de France n'en 
saurait citer aucun pour apprehender tant soit peu, le moindre abus de la part de 
Celle de Viennc. Et rien n'est plus aise que de la rassurer contre la crainte 
qu'elle marquo par rapport ä l'Espagne, puisque dans le cas m^me que la cour 
de Vicnne tomberait d'accord avec cette couronne sur ce qui regarde Tltalie, il 



424 

k la violer, 6tant iDvariablement d6termin6e ä remplir de son cöt6 lo traitö de 
Dresde tr^s religieusement 

Ces notions suffisent pour acheminer la paix si tant j a que la France la 
dSsire sincerement comme on le soahaite. La conflance que rimp^ratrice-reine 
met dans Tamiti^ et sentiments de S. M le roi de Pologne, est sans bomes et 
son entremise et bons Offices tr6s combinables avec ce qui se traite a Lisbonne 
et par consSquent avec la m^diation portngaise que la France a reclamöe elle- 
mSme. 

Comme M. le comte de Loos ne se trouve charg6 d*aucune proposition 
positive de la part de la France, on ne saurait non plus en faire ici, surtout 
puisque cette couronno exige le plus grand secret et que par consequent la cour 
de Vienne ne saurait pr6alablement consulter ses alliSs que rimp6ratrice-reino 
doit 6tre aussi soigneuse de ne pas perdre que la France est soigneuse de ne 
pas perdre TEspagne. L'un soin est pour le moins aussi juste que Tautre et 
Ton ne pourra pas trouver a redire que la cour de Vionne insiste r6ciproquement 
sur le mcme secret qu'on lui demande. Mais en rendant S. M. polonaise d^posi- 
taire des seutiments de Tune et Tautre cour, on ne risquo rien d*aucun c6t6. 
Et il y a lieu de croirc que, si par son grand crMit la France peut 6tre port^e 
a proposer un nouvcau plan de pacification conforme aux principes susdits, les 
puissances maritimes ne fcront nulle difficultö de Tadopter.** 

Maria Theresia erklärte sich mit dieser Note sowohl wie mit den Weisungen 
einverstanden, die am 15. Januar an Rosenberg geschickt wurden. (Bartensteins 
Referat vom 12. Januar 1747. St.-A.) Die Note liegt in der Instruktion für 
Kaunitz (Nr. 28) vom 19. Dezember 1747. (Vgl. Vitzthum, Die Geheimnisse des 
sächsischen Kabinetts I, 137 ff., 139.) 

158 (141). Am 12. Januar 1747 war Graf Josef Lothar von Königsegg 
und Rottenfels (bisher Oberst hofmeister der verwitweten Kaiserin Elisabeth 
Christine) zum ersten Obersthofmeister deklariert worden ; die erledigte Stelle bei 
der verwitweten Kaiserin wurde am folgenden Tage dem Grafen Karl von 
Königsegg-Erps verliehen. Eine Abschrift des Protokolls liegt dem Tagebuch bei. 

159 (141). Das Konferenzprotokoll vom 17. Januar konnte nicht auf- 
gefunden werden. Chotecks Anfragen wurden am 30. Januar 1747 in Form 
einer Instruktion ausführlich beantwortet. (St.-A.) 

160 (142). Das Generalkriegskommissariat war am 28. Dezember 1746 
zu einer unmittelbaren llofstelle erhoben worden. Vom selben Tage ist die In- 
struktion datiert. (S. Fellner-Kret^chmayr, Die österreichische Zentralverwaltung 
I, 268; III, Nr. 55, D. 450 ff. Veröffentlichungen der Kommission für neuere Ge- 
schichte Österreichs, 5.) Die Intimationssehreiben an die Zentralstellen und an 
das Obersthofmarschallamt sind vom 30. Januar 1747 datiert. (Ilofprotokoll. 
St.-A.) 

161 (142). Das Münz- und Bergwerksdirektionskollegium war am 16. April 
1746 errichtet und zu einer unmittelbaren llofstelle erklärt worden. (Fellner- 
Kretschmayr III, Nr. 60 B, p. 524 ff.) 

162 (142). Am 12. Januar hatten die Vertreter Österreichs und Englands 
die Konvention unterzeichnet. (Pribram I, 735.) Diese entsprach aber in ein- 
zelnen Punkten keineswegs den Anschauungen des Wiener Hofes; sie sei mangel- 
haft — so wurde den kaiserlichen Vertretern im Haag geschrieben — und daher 
könne auch die Ratifikation, „so Wir zu Hebung alles Mißtrauens an England 
zu erteilen nicht anstehen, gleichfalls nicht anders als mangelhaft sein**. Der 



426 

daß Spanien alle Hebel in Bewegung setze, den Krieg beendet und den In- 
fanten versorgt zu sehen; daß Frankreich sich bemühe, ein Übereinkommen 
Spaniens mit Österreich zu verhüten; daß zu besorgen sei, es könnte sich Spanien, 
wenn die Verhandlungen mit dieser Krone noch länger währten, mit Frankreich 
oder mit England verständigen, in jedem Falle auf Unkosten Österreichs. Riche- 
lieus Memoire bewies auch deutlich, daß man sich Mühe gab, zu entdecken, wie 
weit die österreichisch-spanischen Verhandlungen gediehen seien. Der Stand 
der Dinge mußte aber vor Frankreich sowohl wie vor Sachsen geheimgehalten 
werden. (Weisung an Rosenberg vom 18. März 1747. St.-A.) 

168 (147). Gleichlautend mit der Notiz im Wiener Diarium vom 22. März 
1747, Nr. 23. 

169 (147). Ein Konferenzprotokoll darüber ist uns nicht erhalten. Die 
Weisungen sind vom 21. März datiert. An diesem Tage wurde auch Harrach, der 
sich bereits in Breda befand, unter anderem beauftragt — falls er schon zu den 
Verhandlungen zugelassen worden sei — auf Erneuerung des Utrechter und 
Wiener Friedens zu bestehen und in betreff Italiens auf die portugiesische Ver- 
mittlung zu verweisen. (St.-A.) 

170 (148). Macanaz hatte unter anderem vorgeschlagen, Lothringen dem 
Kaiser, Toskana dem Don Philipp, das Mailändische, Parma und Piacenza dem 
König von Sardinien zu geben und diesem den Titel eines Königs von Italien 
zu verleihen; England solle Ostende, Nieuport, Brügge und Gent und auch die 
Souveränität der Niederlande erhalten. (S. Beer, Holland und der österreichische 
Erbfolgekrieg 366 ff.) 

171 (149). S. Band 1742—1744, p. 172. Eintragung vom 18. August 1743. 

172 (150). Der endgültige Vertrag, betreffend die gemeinsamen Operationen 
gegen Genua, wurde zu Turin am 3. Mai 1747 abgeschlossen. (Bittner I, 176, 
Nr. 939.) Vgl. Arneth III, 290 ff. 

173 (150). Maria Theresia beurteilte jetzt die Dinge etwas kühler und 
war daher einem versöhnlichen Abschluß mit Genua keineswegs abgeneigt. 
(Vgl. Arneth III, 290.) Dazu hatte auch Cristiani in seinem Bericht vom 
18. April geraten. Die Konferenz unterbreitete nun der Kaiserin den Vor- 
schlag, Cristiani sowohl wie Browne gleichlautende Vollmachten zukommen zu 
lassen. „Aber ist dafür gehalten worden, daß so viel die Anweisung des Grafen 
Cristiani anbelangte, genung seie, ihme den Unterschied zwischen beeden Epochis, 
da mit denen hiesigen die sardinische Trouppen sich schon vereiniget hätten 
oder nicht, mit dem Anhang wol einzubinden, daß im ersteren Fall ohne Vor- 
wissen und Einwilligung des Königs von Sardinien nichts beschehen könnte; 
auf den zweiten Fall aber ist geglaubet worden, daß ihme zwar der a. h. Ent- 
schluß über die von ihme selbsten angeführte Übergabsbcdingnussen zu eröffnen, 
weiters sich aber mit ihme in dieser Materia nicht einzulassen und zumalen jene 
Betrachtungen nicht zu berühren wären, welche in das Universum einschlagen 
und Spanien, Engel land und Sardinien betreffen. 

Obwolen nun das nembliche Bedencken bei Grafen Browne wie bei Grafen 
Cristiani nicht obwaltet, so schiene jedoch auch gegen ihme Anregung darvon 
zu tun nicht ratsam zu sein, wol aber hat man dem a. h. Dienst und der Ord- 
nung gemäß zu sein ermessen, dem ersterem das vollständige Ultimatum anzu- 
vertrauen, den letzteren aber in allem, was er weiters zu wissen nötig haben 
möchte, auf die Anleitung des ersteren zu verweisen." (Bartensteins Referat vom 
28. April 1747. St.-A.) 



428 

Maria Tlieresia resolvierte: .Placet, das man noch probire, mit Caravaglo 
zu tractiren, indeme die Conferenz selbst der Meinnng, das dises das beste noch 
wäre.« (Referat Barteusteins vom 2. Mai 1747. St.-A.) 

Vom 7. Mai ist das gleich ausführliche Schreiben datiert, das der Staats- 
kanzler dem portugiesischen Gesandten übergab. (Beilage 4 ad Weisung an 
Rosenberg vom 8. Mai 1747. St.-A.) 

175 (150). „Ich Graf KhevenhüUer bin zwar in der Daubtsach nach In- 
halt meines in conferentia mündlich abgelegten Voti ebenfahls dahin verstanden, 
dall kein besseres Expediens als das vorgeschlagene Schreiben an Caravalho 
mehr auszudenken wüste, um die spahnische Handlung aus der dermahligen 
Verwirrung zu bringen und unß auf alle zukünftige Fahle bei Freund und 
Feinden von dem Vorwurff, als hätten wir hierbei wider Treu und Glauben ge- 
haudlet rechtfertigen zu können; anbei solle aber quoad modum noch femers 
nicht unerinnert lassen, daß mir viller Ursach halber anständiger, und da wir 
doch bei Übergebung gegenwärtigen Referats keine andere Absicht als den a. h. 
Dienst und dessen bestmöglichste Beförderung haben, zu Erreichung eben dises 
Intents gedeilicher geschinen, sich bei der Recapitulirung des vergangenen 
weniger aufzuhalten, ingleichen ein und andere mit eingeflossene Personalia aus- 
zulassen, und nur haubtsächlich die dermahlige Beschaffenheit der Sach nebst 
denen die mehreste Attention verdienenden Umständen anzuführen. 

II. MM. haben unsere wenige Mainungen zum Theil selbsten angehöret, 
theils sich schriftlich vortragen lassen, folglich seind ihnen die bei dem bishero 
beliebten Plan obwaltende Motiva ohnehin zur Genüge bekant. 

Es kommt also nur darauf an, daß erstlichen wohl erörtert werde, ob 
auf sothanen Plan annoch fortzuarbeiten seie, welcher nach so verwirrt- und 
widrigen darzwischen gekommenen Umständen villen nicht mehr thunlich scheinen 
könte, mithin zu besorgen stunde, daß in der Zeit, da wir uns immer mit der 
lären IIo£fnung, unseren Plan etwann noch effectuiren zu können, schmeichlen 
wollen, die Verwirrung noch größer werden und es zuletzt dahin kommen dörffte, 
daß mann sich anderseits ohne uns zusammensetzen und wir la dupe de nos pre- 
tendftes finesses sein würden. 

Zweitens, daß mann den Satz, wie nemmlichen wir niemahlen aus denen 
Schrancken der unseren Alliirten schuldigen Treu geschritten, ja villmehr ein 
übriges gethan, auf das gründ- und deutlichste darthue, also zwar, daß auch 
jenen, welche glauben dörfften, daß wir doch mit Sardinien nicht redlich umb- 
gehen, nichts mehr einzuwenden übrig bleibe und mann in specie nicht etwann 
sagen könne, wir nchmeten immer den Wormser Tractat zum Stichblatt und be- 
gehrten die Zurückgab dessen, so wir an Sardinien cediret, oder mann solle unß 
Neapel verschaffen, da wir doch innerlich überzeuget sein müssen, daß wir nicht 
im stand wären, Neapel einzunehmen, noch viel weniger Sicilien dem König 
von Sardinien zu verschaffen, worzu uns der Wormser Traktat eben so gutt 
obligirte usw. 

Drittens wie allenfahls, nachdeme das Geheimnus der Handlung mit 
Spanien und das Sardinien hierbei einbüßen sollen, dem englischen Ministerio 
nicht mehr verborgen, und dem Wasner hierüber allbereits Reprochen gemacht 
worden, dergleichen auch des ehesten vom Turiner Hoff zu gewärtigen, sich bei 
Zeiten vorgesehen und sonderlich des lezteren halber all nöthige Precautiones 
wegen eines sofort zu besorgenden Absprungs genohmen werden mögen." (Bei- 
lage des Bartensreiiiischen Referats vom 2. Mai 1747.) 



430 

di Lei nunzio godere tntte quelle onorificenze che in altri templ da miei ante- 
cessori gli furono accordate." (Ad Weisung an Rosenberg vom 6. Mai 1747.) 

Erzbischof Johann Friedrich Karl Ostein hatte sich bei der Wahl des Gemahls 
Maria Theresias zum deutschen Kaiser als dessen treuer Anhänger erwiesen. 

Nach dem Hinscheiden des Bischofs von Bamberg und Würzburg (Grafen 
Friedrich Karl Schönbom) beauftragte daher Franz I. ^zur Bezeugung seiner 
aufmerksamen Danknehmigkeit" den Kardinal Albtiui, ein Brevc eligibilitatis für 
Mainz zu erwirken, so wenig es ihm sonst wünschenswert erschien, viele Bis- 
tümer in einer Person vereinigt zu sehen .*) 

Kom willfahrte jedoch nicht dem Wunsche des Kaisers. Dieser verlangte 
in der Folge, als die Bistümer Bamberg und Würzburg wieder besetzt worden 
waren, ein Breve eligibilitatis illimitatum für Mainz. Erst im April 1748 wurde 
diese Angelegenheit geschlichtet. (Cölestin Wolfsgruber, Christoph Anton Kar- 
dinal Migazzi, Fürsterzbischof von Wien, 35.) 

177 (153). „Taufactus S. kün. H. Erzherzogs Petri Leopoldi d. d. 5. Maji 
1747." (Gleichlautend mit dem Bericht im Wiener Diarium vom 6. Mai 1747, 
Nr. 36.) 

178 (157). Decretum notificationis an den Reichshofrat, d. d. Frankfurt, 
1744, VII. 21. (Reichssachen unter Karl VII. Postwesen. St.-A.) 

179 (157). Die Bestände des Staatsarchivs geben darüber keine Auskunft; 
vielleicht handelte es sich um die Jurisdiktionsstreitigkeiten zwischen den ein- 
zelnen Kanzleien, zu deren Behebung eine eigene Deputation unter dem Präsi- 
dium des Grafen Josef Lothar Königsegg eingesetzt worden war-, im Hofproto- 
kolle finden sich wenigstens viele Insinuata d. d. Mai 1747 an die etwas säumigen 
Kanzleien. 

180 (157). In den Papieren Khevenhüllers findet sich nichts darüber. — 
Vom 29. März 1747 ist das Patent datiert, das die Beschlagnahme der Genueser 
Effekten (infolge des Aufstandes von Genua, Dezember 1746) zum Gegenstand 
hat Maria Theresia war keineswegs gewillt, sie freizugeben, bis ihr nicht von- 
seiten der Republik vollständiger Schadenersatz geleistet worden wäre. (Bei- 
lage 95 ad Instruktion für Kaunitz vom 19. Dezember 1747.) 

181 (158). „Je suis si p6n6tr6 de tout ce que V. M. a eu la bonte de me 
dire, que je ne trouve pas de termes assez expressifs pour Lui marquer mes 
sentiments. Un redoublement de z^le, de v6neration, de reconnaissance et 
d'amonr n*exprime que faiblement ce que sent lo coeur d'un ancien serviteur que 
V. M. vient de combler de nouveau de tant de marques pröcieuses et distingu^es 
de Sa confiance. Plus j'y r6fl6chis, Sire, plus je me sens oblig6 de parier avec 
cette candeur et sincerit6 que sans la plus noire des ingratitudes je ne saurais 
refuser ä un si bon et eher maitre. 

II n'est assur^ment rien de plus glorieux et flatteur pour moi que de 
savoir que LL. MM. pourraient penser a me rcndre döpositaire de ce qu'ElIes 
ont de plus eher et de plus precieux; apr6s uue confiance aussi 6tendue et un tel 
exc^s de bonte de Leur part il ne me reste plus rien k soubaiter dans ce monde; 
mais c'est cette meme bont6 dont je ne dois point abuser, qui m'anime d'autant 
plus a soumettre aux hautes lumieres de V. M. r6it6r6ment les memes repr6sen- 
tations que j*ai d6jä pris la libert6 de Lui faire et de bouche et par 6crit : que 



*) Am 4. Angnst 1746 war auch dem Orafcn Higazzi gescbrtol)cn worden, für den Kurfürsten 
Ton Mainz das Breve eligibilitatis auf Bamberg und Würzbarg zu erwirken. 



432 

sonne sage et sans ancnn caractöre avec qui la France et TEspagne s'expH- 
queraient conjointement et de fagon h terminer peut-etre en peu de jours les 
disenssions qni entretiennent la guerre. On peut assurer qiie la personne qui 
serait chargee de cette commission, 6prouverait de la fidelite dans le secret et 
des facultas pour la conclusion. 

On n'a jamais pretendu decliner la in6diation du Portugal. La France 
Ta accept^e et n'a point chang^ de principes." 

B. 

„La cour de Vienne protesfe qu'elle vcut sc reconcilier de bonne foi avec 
la France et TEspagne. 

La disposition de ces deux couronnes n'est pas differente, mais elles ne 
peuvent, apres y avoir bien r6fl6chi, se d^terminer ä envoyer Icurs ministres ä 
Vienne sur des explications telles que celles qui Icur sont faites. Si la cour de 
Vienne veut faire passer quelqu'un de confiance a Aix-la-Chapelle ou ailleurs, 
muni de pleinpouvoirs et d'instructions pr^cises, la France et TEspagne en 
useront de meme et Ton gardera de part et d*autre le secret que la cour de 
Vienne jugera a propos de pr^scrire. 

Le ministere de la reine de Hongrie a paru jusqu'ici affecter une grande 
reserve dans les ouvcrtures qu'il a faites. II Ta cru sans doute n^cessaire aux 
vues et ä la position de sa souveraine. On aime encore mieux que ce soit par 
ce principe que par un reste de d^fiance. 

On voudrait pouvoir s'expliquer aussi d^cisivement que la cour de Vienne 
paratt le d^sirer, la France s'est d^jä suffisamment avanc^e, eile ne s'en repent 
point et le ferait encore si eile croyait que cela püt avancer la paix d'un jour; 
mais eile n'est pas seule et TEspagne, sans le concert de laquelle eile ne veut 
rien faire, n'a point encore compris ce que la cour de Vienne a entendu par le 
terme de sa juste satisfaction. 

On ne peut s'empecher en finissant de faire deux r^flexions: 

l»«* que la cour de Vienne a constamment affect^ de ne pas articnler 
seulement le nom de la r^publique de Genes, ni celui du duc de Mod^ne. 

2^° qu'on ne voit pas trop comment eile eflfectuera la restitution du cap 
Breton. Au reste la France a ete contente des declarations qu'on lui a faites 
relativement a ce que la conceme, que la cour de Vienne s'expliquät un peu 
plus clairement sur ce qu'elle entend par la satisfaction de TEspagne." 

Welche Antwort Graf Loss (am 7. Juni 1747) erhielt, erhellt aus folgendem 
„Projet de reponse a remettre a M. le comte de Loos": 

„La cour de Vienne agit sans d^tour, sans finesse et avec franchise.*) 
Dans ce qui s'est trait6 jusqu'ici, son premier soin a tonjours et6 de concilier le 
plus vif empressement pour la paix avec ce qu'elle doit a ses bons et fid^les 
allics. Elle persiste dans les memes sentiments,**) et pourvu qu'on lui veuille 



*) „Wie man in allen yorhinigcn Antworten an Gr. Loos von denen Bnndsgenossen eine an- 
ständige Erwähnung zn Vorkommnng alles Miäbranchs zu tun für diensam ermessen, also hat die nemb- 
liehe Vorsichtigkeit auch dermalen nötig geschienen.** 

^) ,,Aus RQcksicht auf die immerzn angetragene Schwächung des Erzhauses und der zn solchem 
Ende unterhaltenden EinverständnuS mit Preußen, ist bereits ehedessen also geäußeret worden. Der- 
malen hat man gpglanbet, noch mehrere Ursach darzu obhanden zu sein. Und kondte ohnmaßgeblichst 
auch diese Stelle mündlich gegen Gr. Loos mehrers erläutert werden, umb so mehr als ohne Frankreich 
TOD Preußen wenigstens eine Zeitlang zn trennen, dem Erzhaus nie geholfen ist, und ich nach meiner 



434 

ni la d6fianco ni les vues qu'on paratt supposer, mais la d^Iicatesse de Tim- 
peratrico-reine a no pas parattrc violer lo rooins du monde le secret qu*elle a 
promis a Tfispagne, d^licatesse qui Ta empcchee de m6me de s'expliquer sur les 
int^rets de la republique de Günes et da duch6 de Modene puisque tout arrange- 
mcnt en Italie est relatif aux susdites demandes. N6anmoins en levant les equi- 
voqnes mentionn^es ci-dessus, cette difficult6 se trouve applanie de meme. Car 
comme a coup sür la cour de Madrid se trouve maintcnant pleinemcnt instruit 
des sentimcnts de cclle de Vienne sur tout ce qui la concerne directement ou in- 
directeincnt *) par la voie de Portugal dont la m6diation a et6 g6n6ralcinent re- 
counue et qui n'exclut pas Tusage des bons Offices de S. M. polonaise, il paraft 
qne la naison qui a retenu la France et TEspagnc de se preter a ce que la 
cour de Vienne a souhaite, ne s'anrait plus avoir Heu. Et rimp^ratrice-rcine 
6tant de plus en plus convaincue que c'est la voie la plus courte et la plus süre 
pour parvenir au but qu'on se propose, eile nc peut s'empecher d'en reit^rer les 
instances les plus amiables. 

**) Puisque Ton compte que le duc de Iluescar sera autorisö de sub- 
d616guer quelqu'un pour traitor a Aix-la-Chapelle, la cour de Vienne ne con^oit 
pas pourquoi il ne pourrait pas etre ^galement autorise a subd^loguer quelqu'un 
pour traiter a Vienne oA il y a des ministres tant de la part de S. M. portugaise 
que de S. M. polonaise, au Heu quMl n*y en a point a Aix-la-Chapelle. 

***) Elle ne saurait en dire davantage pour le present, surtout apr^s les 
avis qu'elle a regus que le secret meme de la part de la cour de France n'a 
pas 6te gardö autant qu*on en etait convenu. Et eile a d'ailleurs de la peine ä 
concilier les di£ferentes explications, faites au nom de celle de Madrid, au Heu 
que les expHcations qui de sa part ont 6t6 faites a la demiere depuis qu'on a 
reconnu les mesentendus susdits, remplissent tous les objets dont il a 6t6 
question entre les deux cours,t) de sorte qu'on peut assurer que de meme que 
la France se d^clare content e, TEspagne a tout sujet de Tetre. 

(Beilagen 41, 42, 43 ad Instruktion für Kaunitz vom 19. Dezember 1747. 
St-A.) 

184 (162). Liegt nicht bei. Graf Troyer, Bischof von Olmiitz, war am 
10. April 1747 zum Kardinal ernannt worden. 

185 (162). Die Generalstaaten hatten die Werbung von 30.000 Mann im 
Reich beschlossen. Da sich aber keine Möglichkeit ergab, dieses Kontingent im 
Reich aufzutreiben, erübrigte bloß die russische Hilfe. Der kaiserliche Gesandte 
in Rußland, Baron Pretlack, wurde daher beauftragt, die Sache, und zwar „eins- 
weils nur vorbereitungsweis bei dem russischen Großkanzler, dem Lord Hyndford 
und dem holländischen Residenten behörig einzuleiten, auch den Antrag bei dem 



*) „Solchergestalten hat man geglanbet, zugleich Portugal und Chursachsen zu befriedigen.** 
**) ^Auch auf dieses Argument ist, wie aus denen geheimen Nachrichten zu ersehen ist, der 

churs&chsische Hof von selbstcn Terfallcn, mithin ist nicht zu zweiflen, daä er umb so mehr sich be« 

mühen werde, guten Gebrauch davon zu machen, bcvorab da man es noch mehrercs durch jenes erhoben 

hat, was Portugal und Chursachsen nach der jeden Orts fürwaltenden Gedenkungsart sehr am Herzen zu 

liegen scheinet.** 

***) „Diese Stelle ist dem EonferenzschluO gemäß gefafit. Man hat aber noch Qbcrdas vortragend 

zu sein geglaubct, die Ungleichheit des spanischen Hofs Aeufierungen zu dem nemblichen Endo 

anzuziehen.** 

f) ^Diese Stelle hat man wolbed&chtlich so ausgemessen, daß sie bei Frankreich Eindruck zn 

machen nicht ermanglen kann, dannoch aber zu viel sich nicht blos noch Spanien sich zu beklagen 

Anlaß gegeben w&rde** (sie!). 



436 

188 (163). Am 31. Mai hatte Maria Theresia die Grafen Esterh&zy und 
Choteck von dem Beschlüsse verständigt, sie „für die Zeit der vorseienden Ver- 
mälnng und derer dahin einschlagenden Festivitäten*' zu außerordentlichen Bot- 
schaftern zu ernennen. „Übrigens aber finden Wir nicht für gut — heißt es in 
dem Reskript an Choteck — daß, wofern auch des ChurfUrsten von Bayern L. 
sich nach Dresden selbsten verfügen sollten, du S. L. dahin zu folgen hättest*' 
(St.-A.) Die Kopien der beiden an Kaiser und Kaiserin gerichteten Schreiben 
konnten nicht aufgefunden werden. 

189 (163). „ . . . Wir wollen uns aber — war an £sterh4zy geschrieben 
worden — über dessen (Sachsens Verhalten) von selbsten in die Augen fallende 
Beschaffenheit nicht aufhalten. Dortigen Hof auf andere Gedanken zu bringen, 
würde nach allem, was Uns von dessen Parteilichkeit für Frankreich bekannt ist, 
ein vergeblicher Versuch sein. Und unserer höchsten Würde einen Abbruch tun 
zu lassen, ist eben so wenig möglich, zugleich jedoch Sorge zu tragen, den Uns 
abgedrungenen Entschluß deiner ungesaumbten Abberufung so zu mäßigen, daß 
Frankreich nicht gelinge, in allen Stücken, gleich in denen Reichsanliegenhciten 
es ihme ohnedas gelungen, dortigen Hof zu vermögen, denen teils der kais. Würde 
und des Reichs Grundvcrfaßung, und teils Unserem Erzhaus abbrüchigen preußi- 
schen Absichten noch mehreren Vorschub zu geben . . . und würde sich bei 
solcher der Sachen Beschaffenheit nicht schicken, daß du denen Festivitäten 
auch nur als Privatus beiwohnest. Doch tragen Wir kein Bedenken, daß deine 
Wohnung gleich es von anderen bcschiehet, illuminiret werde. Deine Ab- und 
Anheroreiß hast du so viel tunlich zu beschleunigen und sowol gegen dem 
König und der Königin, dann gesambter kö. churfürstlichen Familie, als auch 
dem Ministerio in anständiger, doch nicht niederträchtigen Terminis zu bezeugen, 
wie leid dir seie, denen angeordneten Festivitäten nicht beiwohnen zu können. 
In Vorwürfe oder Hitzigkeiten ist schlechterdingen nicht auszubrechen, sondern 
inner denen Schranken des Inhalts Unseres Abberufungsschreibens*) zu ver- 
bleiben, mithin sich allein darauf zu gründen, daß Wir weder Unserer Würden, 
noch des teutschen Reichs von allen europäischen Mächten anerkandten Hoheit 
etwas vergeben köndten. Der russische und englische Minister seind von allem, 
u. z. mit dem Anhang zu verständigen, daß Wir ihre Höfe ungeseumbt darvon 
unterrichten würden, ansonsten aber gegen niemanden, wer es gleich seie, sich 
so wenig zu beklagen als zu beloben, sondern die Sach mit Gleichgültigkeit zu 
nehmen und zu erkennen zu geben, daß deine Abreiß erfolge, umb dortigen 
Hof aller besorgten Verdrüßlichkeit zu entheben. . . ." (Reskript an Esterhazy, 
9. Juni 1747. St.-A.) 

An die übrigen Vertreter Österreichs erging ein Rundschreiben, worin der 
Sachverhalt ausführlich geschildert wurde. Anfangs hatte man dem Grafen 
Esterhdzy zu verstehen gegeben, wie sehr man die Aufmerksamkeit des Wiener 
Hofes zu schätzen wisse. „Und hat sogar der französische Botschafter ihme, 
Grafen Esterhdzy, ein anständiges Compliment darüber gemacht und deme das 
Anerbieten beigefüget, seinerseits zu keinen Verdrüßlichkeitcn Anlaß geben zu 
wollen." (Circulare d. d. 21. Juni 1747. St.-A.) 

Der Anstand ergab sich erst, als die Kunde, es sei dem kaiserlichen Ge- 
sandten der Botschaftercharakter verliehen worden, in weitere Kreise ge- 
drungen war. 



') Nicht vorhanden. 



438 

BAttfayicy wurde htznhngt, dem Jhraefajifl tob Fnnkrekh folgeade PiS> 
fiaiiiaranikel Tomileg«: 

Art. 1. 

Le tralte de paix ngne le 18 novembre 1738 i Yienne et le tzmite de paix 
dTtreeht, conuDe somi le« tntt^ de piix de Westpluüie, de Xime^e. de 
Bjnrick et de Breda et Falliaiiee nomm^ quadruple signee a Londres le 2 aoat 
1718 •eroot la base et fondement de la präsente pldne et parfaite reconcOiatioii, 
de «orte qn'en tont oä il n^a pas ite dispoe^ antrement, soit par \es preeeDta 
artieles pr^liiiuDaires, 8oit par les traites de paix post^eore«, nommes ci-deasuSy 
ils anroDt a aenrir de regle tant en ce qni derra toe ex^cute, que dans toates 
les occnrrenees qai ponrroDt surveiiir. 

Art 2. 

S. M. T. Chr. reconnaitra rangoBte ^poax de S. IL rimperatrice-reine de 
HoDgfie et de Bohtee comme cbef de TEmpire. 

Art 3. 

S. K. T. Chr. ^yacnera tous les Pays-Bas dans T^tat oo ils sont, saus rien 
exiger poar les arr^rages qui ponrraient Stre dos apr^ la Signatare des prf- 
sents pr^liminatres dans Fespace de semaines on plutOt si faire se poorra.' 

Art 4. 

S, IL rimp^ratrice-reine de Hongrie et de Boheme cMe la ville et eure de 
Farnes sans j comprendre la chätellenie, k S. M. T. Chr. et ä la conronne de 
France en 6change de la d^molition qni doit se faire de Dankerque, conform6- 
ment aa trait6 de paix d'Utrecht. 

Art 5. 

Les diff^ends touchant les enclaves da Hainaat et Tabbaye de St-Habert 
seront terminds amiablement le plutdt que faire se poorra, selon la tenear des 
trait^ pr^cMents. 

Art. 6. 

S. M. I'imp^ratrice-reine de Hongrie et de Boh6me promet de rendre tant 
au duc de Modöne qa'a la r6publiqae de G^nes tout ce qu^elle possMe de leurs 
6tat8, tels qu^ils ^taient sous leur ob^issance au commencement de la präsente 
guerre, de confirmer la cession falte par feu son augoste p^re des royaumes de 
Naples et de Siclle, de conscntir m^me ä an Etablissement pour le s^renissime 
Infant Don Philippe et de se charger encore de la garantie de tont ce qni sera 
r6gl6 ainsi en Italic, pourvu qu*en öchange il lui reste autant qa'elle y avait 
possME avant la präsente gnerre, que rien ne soit innov6 par rapport a la Tos- 
cane, que r^tablissement du s^r^n. Infant Don Philippe puisse etre assurE sans 
aacan pr^judice a la fid^litE qu*elle doit a scs alli^s en conformit6 des engage- 
ments contractEs avec eux, et qu*enfin on lui garantisse reciproquement les ötats 
d*Italie qui ont ä lui rester suivant les prcscuts pr61in)inaires et les principes 
6nonc6s ci-dessus. 

Art 7. 

II y aura une amnistic pleino et g6n6nile, et par cons^quent restitutions 
des biens, pcnsious et bundficcs ecclosiastiques de tous les particuliers qui pendant 



440 

plus grand avantago de la nation britannique ä qui rimp6ratrice-reine aurait 6t6 
trös aise do marquer touto T^tendue de sa plus vive reconnaissance, en ne 
balan^ant pas de renoncer aux promesses faites a S. M. par le trait6 de Worms, 
pourvu qu'elle procura! a ladite nation tout co qu'elle pouvait desirer dans le 
commerce. Or comme cela a 6t6 en tout temps son unique but, contente d'y 
avoir pleinement satisfait, eile souscrit sans peine ä tout ce que S. M. B. pourrait 
juger suffire pour ce mßme effet. Et c'est ä quoi aboutit uniquement Tarticle 
secretissime. . . . 

Nous ignorons si les offres faites ici par M. le marquis de Grimaldi, 
comme il vous Ta avouö lui-meme, ont 6te faites pareillement ä Londres de la 
part de l'Espagne. ... 

Quoiqu'il en soit, ni offres, ni preuves, ni le plus z616 cmpresscment de 
notre cour n'a pas 6t6 assez efticace pour faire entrer celle de Londres dans les 
mtoes vues. 

Dans ces entrefaites S. M. polonaise a donn^ ä connaitre que la France 
n'^tait pas eloign6e ä se r^concilier avec rimp6ratrice-reine. On y a r6pondu 
d'une mani^re polie et conforme aux sentimcnts pacifiques qu'elle n'a jamais 
discontinuä de professer, le tout n^anmoins sauf la fid^lit^ due aux alli^s et sauf 
les 6gards qui sont düs a une mediation aussi respectable que celle de S. M. 
portugaise, r^clamee en prcmier Heu par la France elle-m^me, mais nullement 
incompatible avec les bons officos de la cour de Dresde. 

Jamais on n*a perdu de vue le moins du monde ce double soin, et la 
France ne pourra jamais produirc aucun papier oü il ne soit trös clairement 
marqu6. Or comme par ces sortes des assurances g6n6rales la paix n*6tait 
gu^res avanc^e, il s'agissait des conditions sous lesquelles eile pourrait ^tre 
conclue. La France avait protest6 de ne rien mander pour elle-meme, et la cour 
imperiale ayant de son cöt6 Toffre, il ne restait rien ä d6battre sur les intSrets 
imm^diats et r^ciproques. Aussi la France s'est eile declarde a cet ^gard pleine- 
ment contente des explications de notre cour. Mais ayant Joint a la protestation 
susdite la clause qu'il s'agissait en m^mc temps de contenter la cour d'Espagne, 
il 6tait indispensable de s'expliquer encore sur cet article et de le faire d'uno 
mani^re si circonspecte que ni la fidclit6 due aux allies, ni les egards düs a la 
mediation portugaise ne seraient aucunement bless(^s, ni le secret trahi, ni enfin 
la pacificatiou g<^n6rale retardee, d'autant plus qu'il n'aurait servi de rien d'ctre 
de la mani^re susdite d'accord avec la France, sans qu*on le füt encore avec 
TEspagne. Pour satisfaire donc a tant d'objets differents et qui paraissaient op- 
posös les uns aux autres, on a cru devoir suivre le juste milieu, en cachant 
soigneusement ce qui se n6gociait avec TEspagne, mais en ne cachant pas ce qui 
6tait connu sans cela d'avance de tout le monde, a savoir que la r6coneiliation 
avec cettccour se traitait k Lisbonne sous la m6diation de S. M. portugaise ä 
laquelle comme m^diateur on se rapportait purement et simplement. Cette voic 
moyenne paraissant a la cour imperiale la plus conforme aux r^gles et ä Tusage, 
et en meme temps la plus propre de rendre la r6conciliation avec l'Espagne de- 
finitive, d'6ventuelle et conditionnelle qu'elle aurait 6t6 sans le concours d'autres 
puissances. (sie!) 

Ainsi bien loin que les plaintes mandees par Mr. le comte de Rosenberg 
soient fondees, vous sentez, Monsieur, que Ton a M Ma attentif ici ä les 
pr6venir. 



442 

vous savez, Monsieur, que do Taven de M. lo marquis de Grimaldi la cour d'Es- 
pagne s'etait toujonrs Offerte. 

C'est H eile a commnniquer a la France ce qu'elle jngera a propos de lui 
confier. La cour d'ici n'y trouve pas a redire, ponrvu que la commünication 
soit ex acte et fidel e. 

II est vrai que nous nous sommes tromp^s en supposant envcrs la France 
la n^gociation avec TFspagne plus avancSe qu'elle ne r6tait. Aussi ne trouvons 
nous pas ä rcdire qu'elle a nie du commencement ce que nous avions avanc6. 
Car puisque les ordres de Tirap^ratrice-reine n'ont pas 6t6 ex6cut^s aussi prompte- 
ment quMls auraient du T^tre, on pouvait alors 7 ignorer une partie de ce que 
nous supposions de trös bonne foi lui Stre connu. Mais apr^s que pour cette 
mSme raison nous avons d^veloppS an mMiatenr tout Ic secret, nous aurions 
grand sujet de nous plaindre si en d6savouant ce qui s'est pa8s6, on continuait 
ä Youloir nous rendre suspects et mdme odienx, ce qui rejaillirait en m6me 
temps sur la m6diation du roi votre mattre. 

Je crois avoir snffisamment 6clairci le fonds de la matiöre. II ne me reste 
qu'a parier de la forme. L'imp6ratrice-reine persiste ä ne pas vouloir se d^partir 
d*nne m6diation si respectable. Elle Ta declard tr^s positivement ä la cour de 
Dresde et eile a ordonn^ encore en dernier lien M. le comte de Batthyany de 
le d^clarer tant ä S. A. B. le duc de Cumberland qu'4 M. le mar^chal comte de 
Saxe. Pour prdvenir donc que par la Touvrage salutaire de la paix ne soit pas 
retardö, il s*agit de choisir Tune des denx voies suivantes : on de finir au plus 
vite a Lisbonne tout ce qui regarde TEspagne et Tarrangement en Italic, ou 
bien de traiter ces matiöres a rarm6e apr6s que tant nn ministre portugaise 
qu'espagnol s'y seront rendus. En attendant comme il a falln songer a se 
garantir contre tonte pr^cipitation qui aurait ^t6 6galement pr^judiciable aux in- 
t6r6ts de rimp^ratrice-reine et a la m6diation portugaise, on a autorisS M. le 
comte Batthyany k convenir avec la France des articles pr^liminaires ... ci- 
joints; ils sont pleinement conformes ä ce qui a 6t6 n^goci6 jusqu'ici avec PEs- 
pagne sous la mediation de S. M. portugaise, de sorte que Sa dite M. est elle- 
mßme iut6ress6e tant ä les appuyer aupres de TEspagne, qu'ä les faire appnyer 
par TEspagne aupr6s de la France. . . .** (St.-A.) 

Pallavicini wurde in der Folge zum Befehlshaber des Kastells von Mailand 
ernannt. (Ameth III, 300.) 

197 (168). S. Anm. 196. Dem Grafen Batthydny wurde auch geschrieben, 
daß er — falls sich ein spanischer Minister bei der Armee einfinden sollte — 
diesem die an Carvalho gerichtete Note vorlesen könne; ebenso dürfe er dem 
Grafen Moritz von Sachsen davon mündliche Mitteilung machen, eine Abschrift 
jedoch bloß einem portugiesischen Minister einhändigen. (Weisung an ihn vom 
26. Juli 1747. St.-A.) 

198 (169). Der Lehenbrief für Anselra, Abt von Kempten, ist vom selben 
Tage datiert. (Reichsregistratur Franz I., Bd. VII, 212 ff. St.-A.) 

199 (170). Sie konnte nicht aufgefunden werden. 

200 (171). Nicht vorhanden. Einen Bericht über das glückliche Treffen 
auf der Höhe des Col d'Assiette (19. Juli 1747) brachte das Wiener Diarium im 
Sonderblatt ad Nr. 61 vom 2. August 1747. Vgl. auch Ameth III, 302 ff. 

201 (171). Das Konferenzprotokoll vom 7. August ist uns nicht erhalten; 
ebensowenig liegt eine Abschrift in Khevenhüllers Papieren. 



444 

anerkennen werde, als aus dem kaiserlichen Reskript erhelle, daß der Reichs- 
hofrat beabsichtige, „die Causas zu confundiren und alles fiir die bestellte 
Hofkommißion oder, welches ebensoviel ist, unter dessen Gerichtsbarkeit zu 
ziehen." 

Der Kaiser beschloß, das Gutachten des Reichshofrates einzuholen und 
darnach die Erwiderung, die an Eurpfalz ergehen sollte, entwerfen zu lassen. 
(Zirkulare d. d. 14. September 1747. St.-A.) 

211 (177). Karl Emanuel hatte dem Gedanken keineswegs entsagt, in 
Frankreich, und zwar durch das Tal von Barcelonnette einzudringen. Browne 
sandte darüber ein für den König von Sardinien bestimmtes Promemoria ein. 
(Bericht vom 28. August 1747. Vgl. Arneth III, 306.) 

Am 7. September wurde ihm folgendes geschrieben :.„... Du bist an- 
forderist in deme sehr irrig, daß dir unbegreiflich vorkommet, die von Uns dir 
eingebundene Conservation der Armee mit denen Feldopcrationen zu combiniren. 
Die Trouppen, so zu nuzlichen Kriegsunternehmungen angewendet werden, haben 
Wir durch dasjenige, so von deren Conservation in Unseren vorhergehenden 
Verordnungen gemeldet worden, von denen Operationen niemanden zu entziehen 
gedacht; deren hauptsächliche Conservation bestehet aber darinnen. .. daß die 
Armee nicht in tieflfe und gleichsamb unpracticable Gebürge ohne Fracht hinein- 
geflihret und aus Mangel hinlänglicher Zufuhr an Naturalien und anderen Er- 
fordernußen, mithin andurch erleidender Not etwa zu Grund gehen möchte. 
Solltest du es aber auf andere Art gemeinet haben, so wollen Wir anmit ernst- 
lichen, daß du hinkUnftig Unsere Anleit- und Verordnungen nach dem wahren 
Verstand mit schuldigster Gelassenheit einsehen, dich denenselben in deinen 
Vorgängen behürig fügen und nach vorfindender Tunlichkeit solche ins Werk 
setzen, keinesweegs aber mehr Unsere Vorschriften mit ungeziemenden Critiquen 
beantworten sollest. 

Ansonsten haben Wir aus deinen Relationen gar gerae ersehen, daß du 
von deinem vorhin geführten Antrag, die Kriegsoperationen in die Provence 
oder gegen das Dauphine vor heuer noch vorzunehmen, nunmehro abgekommen 
und Selbsten bedacht, biß dich in dem Genuesischen zu extendiren, folgsamb die 
Statt selbst wiederumb zu bezwingen. 

Wir finden auch in der Ilaubtsach dein an den König von Sardinien ge- 
faßtes Promemoria um so mehr generaliter zu approbiren, als von hieraus sich 
eigentlich nichts vorschreiben lasset, wie und auf was Weise bei denen der- 
malen allda fürwaltenden Umständen die Operationen anzustellen, sondern er- 
forderlich ist, das weitere in loco wol zu überlegen und nach dortiger Be- 
schaffenheit auszumessen. Nur haben Wir dabei dir gnädigst zu erinneren, daß 
in berührtem Promemoria von Wegnehmung Ventimiglia keine Meldung gemacht 
wird, welches, daß es geschehe, Wir doch allerdings notwendig ansehen und 
umb so leichter zu bewürken zu sein glauben, indeme darinnen vom Feind nur 
eine in 200 Mann bestehende Garnison gelassen worden und diese villeicht von 
Selbsten keine so große Resistenz leisten würde. Benebens finden Wir ver- 
schidene Detachements von deinen unterhabenden Trouppen auf unterschidlichen 
Straßen angetragen, die Situation dortiger Landschaft aber also beschafi'en, daß, 
wann nicht ein jedwederes derenselben mit genügsamer Stärke von nachrucken- 
der Mannschaft unterstützet wird, gegen des durchgehents aufrührerischen Land- 
volks ein- oder anderes gar leicht einem Affront ausgesetzet sein und besonders 



446 

Schäften begabten, embsigen und arbeitssamen Vorsteher höchst nötig. Die 
Saekularisationsgcfahr hat sich zwar seithero gemindert-, ist aber noch nicht gänz- 
lichen verschwunden und mit so mehrerer Vorsichtig- und Standhaftigkeit sich 
dargegen zu verwahren anjezo von darumben unentbehrlich, weilen einesteils von 
Chur CüUen und dem Cardinalen von Bayeren für die Erhaltung der Religion, 
dann derer Erz- und Hochstifter die behörige Sorge nicht getragen, sondern viel- 
mehr im Gegenteil die französische und churpfalzische, folglich auch die preußi- 
sche Absichten wenigstens per indirectum mitbefördert werden, und anderenteils 
sogar auch von katholischen Reichsständen, namentlich Churpfalz, dem Saeku- 
larisationsantrag sogar directe Vorschub gegeben werden will, wie u. a. aus 
denen von dem churpfälzischen Ereißgesandten von Pachner gehaltenen . . . 
Reden zu entnehmen ist, in deren Gleichförmigkeit eben auch bei Gelegenheit 
der zwingenbergischen Anliegenheit der churbrandenburgische Comitialgesandto 
von Pollmann sich gleichfalls vorhin schon vernehmen lassen. Sogar die ehe- 
dessen nimmer- und nimmermehr in einigen Anstand gezogene Vorrechten und 
Befugnissen werden denen geistlichen Reichsfürsten nunmehro strittig gemacht, 
ihre Directorialjura tiberall angefochten, ja das Jus suffragii selbsten dardurch 
in efifectu gleichsam zernichtet, daß man die durch selbe bewttrkte Mehrheit 
derer Stimmen nicht gelten lassen will. Was für Folgen ein solcher nicht nur 
von Preußen, sondern sogar auch, was höchst ärgerlich ist, von catholischen und 
zum Teil geistlichen Höfen, namentlich Frankreich, Chur-Cöllen, Churpfalz, dann 
dem Bischofen von Lüttich, Freisingen und Regensburg unterstützter Vorgang, 
wofern sich nicht zugleich mit Vorsichtig- und Standhaftigkeit dargegen ver- 
wahret wird, über kurz oder lang nach sich ziehen müsse, redet die Sach von 
Selbsten. . . . Gleichwie ohne Beihülfe Unseres Erzhauses die Unterdrückung der 
catholischen Religion im teutschen Reich, nebst der sogar aus Eigennuz von 
katholischen Ständen mit befördert werden wollender Saekularisationsgefahr 
ohnmöglich abgewendet werden kann, also ist hinwiederumb auch ganz natür- 
lich, daß Unser Erzhaus allein nicht alles zu richten vermöge, sondern umb sich 
zu retten, die Erz- und Hochstifter ihre äußerste Kräften mit anspannen und 
zur eigenen Erhaltung Unserem Erzhaus so an Hand gehen müssen, daß es an- 
durch in stand gesezet werde, sie retten helfen zu können. ..." (Instruktion d. d. 
1747, August 7. St.-A.) 

Dietrichsteins Wahl zum Erzbischof von Salzburg wurde daher vom Wiener 
Hofe freudig begrüßt. (Schreiben des Kaisers und der Kaiserin an Dietrichstein 
d. d. 22. September und 3. Oktober 1747. St.-A.) 

213 (179). Diese Sendung erfolgte im November. (Intimation an die 
böhmische Statthalterei, die dem Grafen Haugwitz „aufgetragene Untersuchung 
der in der Verwaltung des Königreichs Böhmen eingeschlichenen Gebrechen 
betreffend". Wien, 21. November 1747. (K. k. Ministerium des Innern II, A, 4, 
34 ex 1747.) 

214 (179). Vom selben Tage ist der Lehenbrief datiert. (St.-A. Reichs- 
registratur Franz L, Bd. VII, 95^ ff.) 

215 (179). „ . . . Je ne peux mander autre particularit6 de la surprise de 
Berg op Zoom (16. September 1747) que ce que le publique raconte. Car per- 
sonne de la place sait encore positivement comment ce malheur est arrive; il 
provient certainement de la nögligence des gardes aux postes avanc^s, mais son 
origine principal provient du manquement des dispositions, et c'est ce qui n'est 
assurement pas excusable. 



448 

lageren und Formirung Observationscorpi der Feldzug zugebracht wird. 
Worgegen sich bei Verabredung des Operationsplans zu verwahren erforderlich 
sein will.« (St.-A.) 

Der Abschluß des Vertrages zwischen Bußland und den Seemächten er- 
folgte am 30. November 1747. (Vgl. Ameth III, 857.) Am 26. Januar 1748 kam 
zu Haag die Konvention zwischen Maria Theresia, den Seemächten und Sardinien 
zustande. (Vgl. Pribram, Österreichische Staats vertrage, England I, Nr. 50, 
p. 751 ff.) 

218 (182). Nicht vorhanden. 

219 (183). Vgl. Arneth IV, 162. Die beiden Instruktionen lauten fol- 
gendermaßen : 

„Les chambellans qui d^pendront directement du grand-chambellan, ser- 
viront cons^cutivement selon leur rang ordinaire; chaque semaine il y en aura 
deux de service qui se releveront chaque jour et demanderont la dispense du 
grand-chambellan sMls 6taient malades ou empech^s par d'autres raisons. 

Le jour de service le chambellan se trouvera ä la cour pi-^cis6ment ä sept 
heures du matin pour etre au lever de Tarchiduc. D'abord qu'il aura fait ses 
priores avec son abb6, le chambellan Tassistera ä sa toilette pendant que les 
valets de chambre Thabilleront; puis au d^jeuner, a la messe toujours präsent, 
le servant et Taidant, par exemple : en lui Präsentant le chapeau, les gants, 
r^p6e, le manteau, le posant sur les chaises et faisant avec attention tout ce qui 
s*appelle petits Services de c6r^>monie et de politesse. 

Apr^s la messe quand Tarchiduc se mettra aux ^tudes, le chambellan 
pourra se retirer et m6me quitter la cour, pourvn quMl nomme Tendroit oü on 
pourrait le trouver en cas de besoin et qu'il soit de retour ä onze heures pour 
servir et aider le prince a ce qui sera prescrit pour ce temps lä. 

Si c'est jour de f§te oü les dövotions seront plus longues ou peut-ßtre 
moins fixes pour les memes heures, le chambellan ne doit plus quitter la cour 
pour dtre au moins toujours ä port6e. 

A l'heure du midi il suivra l'archiduc ä table, le m^nera, le servira, lui 
donnera a boire, la chaise, la serviette, le chapeau et Tobservera toujours de 
pr6s pour pouvoir le faire ressouvenir tout bas des petits manquements naturels 
a son äge. 

Le chambellan reconduira l'archiduc apr^s la table ou dans son apparte- 
ment ou dans celui des siren. archiduchesses; si c'est dans le premier, il y restera 
jusqu'a l'heure de son propre dtner; si c'est dans le second, il pourra se retirer 
tout de suite, nommant toujours Tendroit oü il dine. 

II sera oblig6 d'etre de retour ä la cour a quatre heures pour assister 
aux occupations plus ou moins s6rieuses du prince, et il ne le quittcra plus pen- 
dant la soiree, le menant partout, soit chez LL. MM., chez les archiduchesses, 
chez madame la princesse, aux spectacles, aux appartements oü il restera tou- 
jours assis pr6s de sa personne pour le porter ä l'attention convenable pour le 
monde qui y fait sa cour, lui indiquera les reponses en teraps et Heu, lui nom- 
mera et pr68entera les ^trangers etc., enfin ne le quittera de vue qu'entre les 
mains de LL. MM. ou comme il est dit ci-devant chez les princesses d'oü il se 
retirera toujours. 

Le chambellan servira au souper comme au diner, restera au d^shabiller 
et ne se retirera que quand S. A. sera au lit 



454 

demande, et bien plus encore si — faute d'ßtre pleinement inform6 des circonstanccs 
qui rcndent la modalitö qu'on propose pour constater le nombre des troupes en 
Italie, indispensable — on voulait en prendre occasion de lui faire des reproches 
qu'elle n'a assur^ment pas m6rit6s puisqu'elle ne s'occupe que du soin de faire 
les plus grauds efforts possibles et de convaincre de leur r^alitö ses bons et 
fideles alli^s par Texamen le plus rigoureux, pourvu qu'il soit impartial et com- 
binable tant avec les regles de la guerre qu'avec r6tat des choses en Italie. 

Enfin eile serait tr6s aise de pouvoir so passer non seulement de Taug- 
mentation du subside qu'elle demande, mais m^me de tout subside. La perte 
des plus riebes ötats de ses ancetres et r^puisement de cenx dont eile jouit, 
lui est d'autant plus sensible qu'elle la met dans la dure n6cessit6 de r^clamer 
Tassistance des puissances qu*elle aimerait mieux dös k pr^^sent decharger do 
tout fardeau. Mais comme eile 8*y trouve saus sa faute, que les ressources de 
rannte prdc^dente lui manquent dans la courante et que pour n'^tre pas tax6e 
de postposer les grands objets a ceux de moindre cons6quenco, eile a et6 oblig^e 
ä des fraix extraordinaires qui iraportent bien plus que Tangmentation dont il 
s*agit. S. M. Imperiale et Royale se flatte que ses bons et fidöles alli6s recon- 
naitront que dans ses dcmandes eile a consult6 infiniment moins ses besoins que 
son z^le et ce qu'elle peut esp6rer d'etre humainement possible." 

226 (189). Robinson hatte am selben Tage im Auftrage seiner Regierung 
folgende zwei Noten tibergeben: 

A. 

„Que rimp6ratrice-reine d'Hongrie et le roi de Sardaigne c6dcront les du- 
ch^s de Parme et de Plaisance a Tinfant Don Philippe pour en jouir, lui est ses 
enfants mäles seulement, de la meme mani^re que les pr^sents possesseurs en 
jouissent actuellement, aux conditions suivantes: 

Que s'il arrivät que Tinfant Don Philippe ou ses h6ritiers Wnssent, en 
vertu des traites pr6c6dent8, ä posseder le royaume de Naples et de Sicile, les 
duch^s de Parme et Plaisance retourneront alors aux princes qui en sont a pre- 
sent en possession ; et qu'on prendra d'abord les arrangements n^cessaires pour 
empechcr qu'on n'y bätit de nouvelles fortifications ou qu'on n'y introduisit tel 
nombre de troupes qui put donner de Tombrage aux puissances voisines. 

Que imm^diatement apr6s la signature de cet article, S. M. C. retirera ses 
troupes de Tarm^e franyaisc et les fera retouriier en Espagne, et reraettra autant 
qu'il dopend d'elle, le roi de Sardaigne en possession de la Savoye et du comt6 
de Nice etc. et que S. M. C. s'engagera pendant la continuation de la präsente 
guerre avec la France, d'observer la plus exacte neutralit^, tant par mer quo 
par terre, en Europe et aux Indes; et que les vaisseaux des puissances maritimes 
jouiront des Privileges de ports neutres et dans tous les ports espagnols en 
Europe. 

Que le roi de Naples et de Sicile cedera immediatement a l'empereur, grand- 
duc de Toscane, lo stato delli presidii qui sera regarde ci-apres comme faisant 
partie du duche de Toscane pour n'en devoir plus 6tre d6tach6. 

Qu'en consid^ration de la cession que fait le roi de Sardaigne de sa partie 
du Plaisantin ä Tinfant Don Philippe, S. M. C. ne s'opposera point ni a present, 
ni ä Tavenir, a aucun dMommagement que S. M. B. et la reine d'Hongrie juge- 
ront raisonnable de procurer a S. M. Sarde des territoires dont S. M. S. ou la 
reine d'Hongrie se trouvent actuellement en possession. 



456 

Gleichlautende Noten wurden von seilen des englischen Gesandten auch 
in Turin überreicht; sie unterschieden sich jedoch darin, daß der Name des 
spanischen dem englischen Gesandten in Wien, nicht aber dem Turiner Hofe 
verschwiegen wurde — „sonder Zweifel, weilen man in Engelland wußte, daß 
ihme, Robinson, des Mannes Eigenschaften nicht unbekannt sein kondten". (In- 
struktion für Kaunitz, 19. Dezember 1747. St.-A.) 

England stand bereits mit Spanien in Verbindung, einen Frieden ohne Zu- 
ziehung Frankreichs zustande zu bringen. Der spanische General Wall, ein iri- 
scher Jakobit, war zu diesem Zwecke in tiefstem Geheimnis nach London ge- 
kommen. (Bericht Wasners vom 3. November 1747. St.-A. Vgl. Ameth III, 
342 ff.) Frankreich ergeben, hatte er sich zuvor mit den französischen Ministem 
in Paris besprochen. (Instruktion für Kaunitz vom 19. Dezember 1747.) 

227 (191). Dieses Schriftstück liegt nicht bei. — Der Vortrag des Oberst- 
hofmeisters ist vom 20. November datiert. „Es bleibt vor allezeit bey der Ord- 
nung, die — resol vierte die Kaiserin eigenhändig — resolvirt worden, dis ist 
aber die eintzige person, die noch so nahe mir angehet, also ohne consequentz 
vor keine andere es dabey bleibt, das bis ostern die Klag getragen wird. . . .• 
(St.-A.) 

228 (191). Darnach Ameth zu berichtigen, der annimmt, es habe Kaunitz 
erst am 5. Dezember 1747 wieder einer Konferenz beigewohnt. (Ameth, Bio- 
graphie des Fürsten Kaunitz. Archiv für österreichische Geschichte 88. Band, 
112, 114.) 

229 (191). Der Konferenzbeschluß lautete: „eine höfliche aber nicht con- 
cludirende Antwort". (Konferenzprotokoll vom 20. November 1747. St.-A.) Sie 
lautete wie folgt: 

„On a fait rapport a Timp^ratrice-reine du contcnu des pieces remises par 
M. le Chevalier Kobinson le 17 de ce mois, sur quoi S. M. I. et K. a ordonn6 de 
lui donner la röponse suivante: 

Qu'elle 6tait oblig^e a S. M. B. de la confidence qu'elle a bien voulu lui 
faire des ouvertures de la cour de Madrid au sujet d'une paix particuli6re; que 
pleinement convaincue que Sadite M. 6. ne se d6partira jamais des sentiments d*un 
fidöle ami et constant alli^, eile ne saurait aucunement douter que ce prince ne 
veuille insinuer ä TEspagne que sur ce qui regarde les int^rets imm^diats de la 
maison d' Antriebe et surtout ses possessions en Italic, il convenait de s'adresser 
ä la cour de Vienne ou k ses ministres; tont de meme que S. M. I. et R. avait 
fait insinuer ci-devant a ladite couronne de s'adresser ä l'Angleterre sur tout 
ce qui regardait directement ou indirectement ses int^rets imm6diats, et d'y faire 
valoir taut ses offres que ses demandes comme le tout a 6t6 plus amplement 
expos6 dans la r^ponse au papier du 25 d*octobre pa8s6; que cette voie 6tait 
non seulement conforme a la nature de chaque alliance, mais de plus indispen- 
sable dans le cas dont il s'agit, a cause que pour ne pas manquer le but qu'on 
se propose, il y aura bien des arrangements ä conecrter qui ne sauraient ßtre 
discut^s que par des personnes pleinement au fait de tout ce qui y a rapport; 
que faute d'y etre trös attentif, le mal empirerait, bien loin qu'on y rem^diät; 
que si les dispositions de TEspagne pour une r6conciliation parfaite et solide 
ötaient sinc^res, eile ne saurait avoir la moindrc repugnance de s'entendre la- 
dessus avec la cour de Vienne dont les sentiments pacifiques et l'extreme em- 
■»öBsement pour se r^concilier avec eile, lui sont suffisamment connus; qu'infini- 

^loign6e d*exclure de cette n^gociation imm6diate et directe S. M. B., 



458 

allen Seiten annoch mehrere Sacrificia. aufzubürden; und solte ein solcher Passus 
vor Sicherstellung der neuen Subsidien beschehen, dörffte sogar deren Bewilli- 
gung hinterstellig gemacht werden, zuroahlen also geartete Gemiither sehr leicht 
auf die andere Extrcmitet verfallen könten, daß, waillen doch E. M. nach eigener 
Geständnus außer stand sich befindeten, die zukünflftige Campagne auszuhalten, 
es eine überflüssige und nichts nutzende Auslag für sie sein würde, einige 
weitere Subsidien in dieselbe ausfolgen zu lassen, wordurch also der größte 
Nervus von nun an Dero Aerario entgienge, dergestalten, daß nicht so vill übrig 
bliebe, die niderländische Armee zu verpflegen, mithin was mann zum besten 
deren Trouppen veranlasset, zu ihren noch größeren Ruin ausschlagen mögte. 
Meine wenige Mainung gienge demnach dahin: 

1. die Convention, um die Subsidien sicher zu stellen, je eher je lieber zu 
schließen und deren sich zur Erfordemus für die künfftige Campagne, als ob 
mann selbe zu eröffnen gänzlich gesinnet seie, theilhaftig zu machen; damit 
mann aber weder de mauvaise foi zu Werck gehe oder dessen mit einigem 
Fug zu seiner Zeit beschuldiget werden könne, weder sich zu früh bloß gebe, 
glaubte ich, 

2. daß der von Wasner fortwährend instruiret werden solte, nicht allein 
E. M. vorzügliche Neigung zu einen nur in etwas leidentlich und bonnorablen 
Frieden bei jeder Gelegenheit zu erkennen zu geben, sondern beinebens auch 
dextre zu insinuiren, daß die Erfordernussen zur Continuation des Kriegs immer 
beschwärlicher würden, absonderlich da mann E. M. in denen billigsten Ansinnen 
zu Behuff Dero erschöpfften Aerarii zu einer Zeit aus Banden g^ienge, da mann 
für den sardinischen Hoff ein so nammhafftes sich kosten ließe; indessen wären 

3. die Negociationen mit Franckreich auf den angefangenen Fuß fort- 
zusetzen und zu sehen, es wo möglich dahin zu bringen, daß oder jemand in 
geheimm von Paris anhero geschickt oder mit Graffen von Kaunitz in Achen je 
eher, je lieber tractiret werde; will Franckreich nur einigermaßen sich zum Zill 
legen, so ist der Frieden noch diesen Winter gemacht, mithin fallet die Quaestion 
von einer abermahligen Campagne von Selbsten hinweg; zerschlagen sich aber 
die Tractaten, so ist erst das rechte Tempo 

4. in Engelland und auch in den Statthalter zu dringen und mittelst auf- 
richtiger Vorstellung unseres Nothstands, worzu mann sie von Zeit zu Zeit prae- 
pariret, sie durch ihr eigenes Interesse als den Haubt-'frieb ihr und fast aller 
menschlichen Handlungen zu einen Beitrag an Subsidien zu vermögen, da sie 
doch nimmermehr zugeben würden noch könten, daß E. M. Dero Trouppen, wie 
mann sie dessen bedrohen thäte, vor oder nach Eröffnung der Campagne zurück 
und nach Hauß zu beruffen gemüssiget würden. 

Ich bescheide mich ganz wohl, daß freilich durch all-dises, so ich bishero 
a. u. angemerckt, dem derraahligen bedauerlichen Stand der Arm^e nicht ge- 
holfen, sondern es auch darauf ankomme, wie solche biß zu jener Zeit, wo vil- 
leicht einiger Nachtrag an Subsidien zu erhoffen stünde, ihren täglich- und un- 
entbehrlichen Unterhalt herholle; «allein so vill ich 

5. bei heutiger Conferenz, wo mir der Erfordemus-Stand und was hieran 
abgängig, zum ersten Mahl zu Gesicht gekommen, vernohmcn, so käme es doch 
zulezt haubtsächlich dahin an, daß auf die Restantien und lauffenden Contribu- 
tions Fundo von drei Millionen 400.000 fl. Anticipationen vorfindig gemacht 
würden; ich wolte wünschen, mein weniger Credit wäre durch die Franckfurter 
Spesen nicht so geschwächet worden und meines Weibs und Kinder ererbtes 



460 

zukünflftigem Conclavi nicht wohl dem Albani, sondern vielmehr dem Meilini 
anzuvertrauen stünde. 

Hiernächst ist darfÜr gehalten worden, daß, da beeder kais. M. Interesse 
an sich unzertrennlich und so wenige Hoffiiung obhanden ist, zum Besitz des 
Königreichs Neapel jemahlen wieder zu gelangen, der Endzweck, in Rom das 
vorige Ansehen wieder zu erwerben, in so lang nicht zu erreichen stünde, als 
nicht vorbesagtes Interesse von einer Person oder wenigstens nach einerlei Grund- 
sätzen besorget werden würde. 

Femers und drittens ist zwar unstrittig, daß Valenti mehr denen Feinden 
als hiesigem Hoff zugethan. Man glaubt aber, diese unerlaubte Partheilichkeit 
nicht sowohl einer persöhnlichen Abneigung, als der Rücksicht auf sich Selbsten 
und der Begierde, seine Familie zu erheben, dann der Beisorge zuschreiben zu 
sollen, bei Verlierung der feindlichen Stüze über kurz oder lang vom hiesigen 
Hoff aufgeopferet zu werden. Er hat sein ganzes Aufkommen Dero in Gott 
ruhenden H. Vatters kais. M. zu dancken. 

Als Nuntius zu Brüssel hat er vor anderen große Ergebenheit für das 
Erzhaus hervorblicken lassen; hingegen sich auf die spanische Seiten gelencket, 
sobald er durch den hiesigen Vorschub zur dortigen Nuntiatur gelanget ist und 
darbei seinen größeren Nutzen gefunden hat 

Sein Grundsatz ist vermöge der eigenen, aus denen geheimen Nachrichten 
erhellender Geständnus: ridere cum ridentibus et flere cum flentibus. 

Und gleichergestalten seind die meiste Mitglieder des sacri coUcgii be- 
schaffen, massen nicht alle wahre Zelanti seind, welche sich zu denen Zelanti 
gesellen. So auch die Ursach ist, warumben die der Religion im teutschen 
Reich obschwebende Gefahr nicht so zu Rom ausgiebt, wie man billig anhoffen 
solte, absonderlich in so lang man keine überzeugende authentische Prob darvon 
vorweisen kan, als nach welcherlei Vorweisung auch jene, die im Herzen keine 
so große Eifferer seind, dannoch sich nicht würden entschütten können, äußer- 
lich solche Schritte zu thun, die man sich auch gegen ihre Meinung hier würde 
gar wohl zunuzen zu machen wissen. In so lang aber eine solche klar in die 
Augen fallende Prob ermanglet, ist von allen übrigen dahin einschlagenden Be- 
mühungen zu Rom wenig gedeiliche Würckung sich zu versprechen. 

Bei so bewandten Umbständen seind solchemnach vierdtens allseitige a. u. 
Meinungen dahin ausgefallen, daß man durch den bißherigen Mittelweeg zu dem 
sich vorgeseztem Endzweck nimmer- und nimmermehr gelangen werde, sondern 
entweder gesucht werden müsse, den Cardinalen Valenti auf eine seiner Ge- 
denckensarth gemässe Arth, nemblich durch gebenden Vorschub des in Absicht 
führenden Etablissement seiner Familie herbeizubringen und hierzu durch Ver- 
leihung des Cammerherrn-Schlüssels an seinen für sich gut gesinnten Nepoten 
den Weeg zu bahnen oder aber sich zu entschließen, vom römischen Hoff eine 
Zeit lang gar keine Gefälligkeiten anzuverlangen, hingegen seine Befugnus nicht 
so viel mit Worten als im Werk selbsten mit unveränderlicher Standhafftigkeit 
gegen demselben zu behaubten. Wechselweis sich gut und bös anzustellen, bald 
nachzugeben und bald aus dem hohen Thon zu sprechen, ist wie überhaubt, 
also insonderheit auch zu Rom das schädlichste, wiis nur immer beschehen kan. 

Dahero schließlichen und fünffteus der sicherste Weeg zu sein geschienen 
hat, nochmahlen alles zu versuchen und anzuwenden, umb dortigen Hoff durch 
Eingestehung unschädlicher Willlährigkeiten herbei zu bringen und bevorab dem 
Cardinalen Valenti den Wahn zu benehmen, als ob der vom vergangenem habende 



462 

Graf Canal hatte dem Staatskanzler eröffnet, was vonseiten des Turiner 
Hofes, in betreff des nach London geschickten spanischen Emissärs, England ge- 
antwortet worden war. Infolgedessen teilte man ihm die an Robinson gerichtete 
Note mit und übergab ihm zugleich folgendes Begleitschreiben: 

„II n'y a aucune diff^rence essentielle entre ce que feu M. le g^neral 
Wentworth et M. de Villettes ont communiqu6 ä la cour de Turin, et ce 
que M. le Chevalier Robinson a remis ici le 17 du m. p. a T^gard des ouver- 
tures faites par T^missaire espagnol et de la r^ponse qui lui a 6t6 donn6e en 
Angleterre. 

LMmp6ratrice -reine est oblig^e a S. M. Sarde de la confidence amiable 
qu'elle a bien voulu lui faire de ses sentiments sur un sujet aussi important non 
seulement pour les deux cours alli^es, mais en g^n^ral pour le repos, la süret^ 
et la libertä de Tltalie, et tont ce qui en dopend. Les r^flexions contenues dans 
la piöce qui a ^t^ communiqu6e, sont bien fond^es. Et ce qui selon la pi^ce ci- 
jointe a 6t6 r^pondu a M. le Chevalier Robinson, bien loin d'y gtre contraire, 
donne assez clairement ä connaitre que Ton pr^voit ici les m^mes suites facheuses 
que Ton appr6hende a si juste titre ä Turin. 

L'exp^rience ne les a que trop fait sentir par le passe, et c*est cette m^me 
exp6rience qui a engag^ les puissances qui ont conclu le traite de Worms, de 
contracter les engagements r^ciproques qui y sont 6nonc6s. Esclave de sa pa- 
role, rimp^ratrice-reine ne s'en d^partira jamais la premiöre. Elle risquera plutöt 
tout que de manquer jamais ä sa parole. Jamais eile n*a vari^ en ce principe 
et jamais eile n'y variera. 

L'imp6ratrice-reine est donc pr^te de remplir selon sa coutume ledit trait6 
a la demiöre rigueur dds que les autres hauts contractants y satisferont de 
m6me. Qui plus est, eile est pr^te de se charger volontairement d'un fardeau 
plus que deux fois plus graud que celui dont on y ^tait convenu, sans se stipuler 
rien au de lä de son fid^le et entier accomplissement. 

Et avant et apres Touverture faite par T^missaire espagnol, les ordres ont 
6t6 donn^s et souvent r6it6r6s ä Mr. Wasner de le ddclarer a la cour de Londres 
tant de bouche que par 6crit. Et ceux dont M. le comte de Kaunitz-Rittberg 
est charg6, n'en diff^rent pas. C'est dans ce sens et dans nul autre que doit 
Stre entendu ce qui est dit dans la pi6ce cit^e ci-dessus, a savoir que Timpdra- 
trice-reine n'^tait pas absolument 61oign6e d'accorder un etablisse- 
ment au s6r6nissime Infant Don Philippe en cas qu'en m^me temps 
on pourrait tomber d'accord sur tout le reste et principalement sur 
toutes les affaires de 1' Italic. Ce qui pr6c6de et ce qui suit, n'en laisse 
aucun doute. 

En un mot, Timp^ratrice-reine aura toujours un soin extreme de faire 
^clater sa droiture, sa candeur et la surabondanco de sa bonnc foi a T^gard de 
ses bons et fidöles alli^s et m^me a Tegard des puissances avec lesquelles est 
en guerre." (Beilage 1 ad Instruktion (Appendix) für Kaunitz vom 29. Dezember 
1747. St.-A.) 

In gleicher Weise verhandelte man mit dem sächsischen Gesandten 
Loss, u. z. in der Absicht, jvor Beginn des Feldzuges bindende Abmachungen 
zu treffen. 

Arneth nimmt an, es habe der Wiener Hof „nicht mehr so viel von den 
allgemeinen Friedensconferenzen" erwartet und daher „seine eigene Negociation 
mit Frankreich . . . fortgesetzt". (III, 349.) Gewiß! Der Hauptgrund aber dürfte 



4Ü4 

^S. )l. nmp^Mntrn^. nriiM d» H^miicRtt et Je Bolwine — beiät es in «fieser 
UiMd&««iirtt^ — :i ^a votr mm :M>uieiiieiit viaii» otj qni ^'est paase «ians les de^- 
iiiik«» cootVktmc«» «ie Mil&a« insu» tbit» tuvt le coora de cecte gneiTe. qne 3:. 3L 
I# ritt :i tutgour» :i^ :i\'ee le;«^ ^uämenc» in piis» piirnit aai et du pios constauit 
diitie« pottT la prr^tj^rvnciuu de!»> etar« de Saiiite X. D* •^m etaient Tobjet de Im 
i jg i> tffn.\ L'c puur :H^^«> :^n'awb .^v:uita^;c^ Dan» le remp» meme «|iie le pina grand 
i]ueii>it5 d^;» tiuirr«i< d^ notp^rncmti etaient oceupet» diu&f Im ^»re if AUema^ne 
Mft dau» ot^ile de McipieiH :^ 5. >L aen livait pa» ui««z pour «i^yiTar ^näertsaßat 
Pllaite de ti»ii$> d^iu^ns Slie u a pas^ laisae d^etnpioyef ücüeioeitt costee eeiles 
^an» Die« Itti i viuittteee puur y :«uutemr pemianc loatre i impif^nriw les pina 
^nMiiJb ^"d^MTt» de««^ oauemiä' coutiae :i y es :* ofi de» remoi^iiagü» eeianost» en 
OMK vte ^<^!|cetk de ^>auaaietf et de» :«rauK^ laeitnriere» doas ie» irovpee da roi 
«Mtt ou n>i;it le ;i«>id5 hk <« pio» ^nmie pmctie. 

:^ par de» oüreoaticaatre» <)iu n <Mtt tktt -^ue aiesx ooa&caser Im biNnw vokmte 
dm rtMu vHle» rtoitc pai^ v*u roitte a part luÜ jorait :HMtiiaice ji .';iii&ii« da Tidoa 
^tti elauc a demit^« % ^^te •lecizHTe -jmiut 'a LoniKintte« :i neet pea mokB& vna 
:Miä«4 jue dan» t» o^MB^aace» edK>ffts> iue >. ^ Jiriut raics pceeetieanefit. <jk i» 
:«« ^iemal pvMü^ tnH&ve dan» e ca» vi^ :^^al|fuffter psur ."«tte ii:ni>fle4;k <xa araaiage 

>)!•:«« t:ut ut uidktHT ie reetHUBMlte 4ae n? neme xTamaiBt et toons les 
4Nttte» .>c\>c»peme» |tu .\^c >aiTT. i :utnmet pan <:^€e puttKbiee^ :?«ib» .^a a^LU K Ut anom 
otMKiiäernote tue >. ^1. l^ vraau de taue a :^»» :ofre» :^a Itaiie lut »ie lÄ dee 
n»«M» da rautr ie ^Vonau«. 

Hai» d t <.H^ \iafr sttrpceoafltc lue .*etle» itt>>B xrait n gfo» 
:eai|i» ie ^-e 'iruce. :« e tuMe» äosk i^taüiai« e» >Biwait» ^etaiest :ä 
raftneotettt luicttieitte» jar a KHtctti»« ie ;i »atüce .t ie x n?tiitiiiainifr de «j 
L>Mi»- ^e :a» i a&Ia&c *<i >«tcet*iit!ijer 4 ;fc p«rie ie :^>iKte ^Itaiie« jo. ')ii».<j 
ii» '«Nree» .>cv|iiMttatiit!ee» i etie» ie» jotMausk 

Uo ^c iui ivuic uttnoye % tmiae die» e -T»rnBiiim'i'nn'at tooBe» lee 
le ;j«Mt«3ic ,::ttefe e» iujcttt<:ater .itviiitt'l ^üc 'i>urtaiii aic uttasc lofti r:L 
jar u> rx^uveiie» e«er>« "«r le» ouict?» .€ "at .rJ^s^ e» xiuveifi^ e» ptns ctHifieax 
iiHtt i >e ^r»«eciiira ie otuc^eotiiäk '« tatiiecairxe H^ue lait a :ca£ les^oTer 
UM tvM4^tr»tt» 4c:m?v vatine lie i :ii& .a ITI^n. i e» -».trr» ioi .& 
;» .11 ju>»«ct»Qi y%jnat :k9. ;e -ticrecter :ct d^»rt ioctc ie ^ puianyace. 

i 'Ä* >fau ui "TM iii« A *cettti»ce' iiiret*rrse Le ^^ae» *t !«tte 
-r*trf^ .u '»»arai :a*:sm <e aite> n \HiiisttiQ. . .«ui ^aee «le S !L x laamede 
'»t V» ^tnrnu ttari^uj- >o»n ooiut -ortenrr rtie ; ticrr Mri«arrflKHtf« ut so. -«Iie 
le 4 i:ie ie *vi»rs « "^ **t. m vCx: -e ;t "** »r.>r. ms* a :: TXt rv«Etv ▲ 3jbnaica 
.11 ic?<" :a -tt2siit ^arntu us> ;ivrr» >rts?rrt£t:*^ n s^iu ta»«^ niaaa? :?t ^:^«. 
"^?aaiiT4utrra -«^*;t*tum ae» .'u-rt^'-ir 'l. e ,yur^^i Ajict *4i ;joaae ut rwt üx 
.miaui«'«-> 'ÄV'^f'aa.v var xutrr aii> -^u mpriTTr;* .e % -^nrn?, 
\Haatr l. ^t*\<ri;"-ti *- i^ttiit tu ,> vcamakB^uu.. »"»u .t?v::i£*r 

•-♦atl-.T ^' .1: -'*. r ■%*> aj.> »u,ic •"'•m'^r. c» »c :l»,ia^ atf rO" 
•; -.*.;> r 't: '> r '*■ t. 





466 

cour cn Buite de rinBinuation qui lui en avait ^t6 faife a Milan par Mr. le comta 
Coteck, et 8. M. a deja ordoDn6 dds lors ä son ministre ä ladite cour de Pap- 
puyer par des oftices les plus pressauts au nom de S. M. Elle ne laissera pas 
de lui en reiterer encore plus fortement les ordres par un courrier qui part ce 
soir; inais quant aux contributions qui pourront se lever dans GSnes pour ce qui 
regarde 8. M., Elle ne peut que persister dans Ses premiäres demandes, c'est a 
dire d'en avoir une part d6termin6e qui doit se convenir d6s a pr6sent en 6gard 
u la part qu'Ello prend a Tentreprise. 

L'autre proposition est encore toute nouvelle puisqu'il n'a jamais 6t6 mis 
en doute que les troupes de Timp^ratrice ne dussent avoir bonne part dans 
Tarm^e d'observation qui a 6td regard^e par les gön^raux comme une partie 
essentielle de Tentreprise, et il n*y a jamais 6te demand6 ni suppos6 que le roi 
düt concourir a la conquSte de la rivi6re du Levant, quoique M. le g6n6ral 
Broun ait souvent parl6 au roi dans le cours de la campagne, de la convenance 
de cetto conqu6te, et qu'il n*en att parl6 plus sp6cifiquement aux Conferences de 
Milan od Mr. le g6n6ral dans le plan d*op6rations qu*il a dresse lui-meme, se 
supposo de faire ladite conquOte avec les seuls forces imperiales, et fixe le temps 
vers la moitiö de fövrier avant que Ton düt commencer Tentreprise principale de 
GOncs, ainsi qu'il est ais6 de voir par les papiers desdites Conferences. 

La nouveaute de ces deux propositions et les longues discussions qu'elles 
domandent sur dos points trös essentiels, ont fait penser a S. M. qu'il serait tr^s 
difficile et trös long de vouloir les edaircir par des Berits qui se multiplieraient 
inutilemont et retarderaient les determinations, au Heu de les häter comme les cir- 
Consta nces exigent. 

G*est pourquoi S. M., toujours portee non seulement au bien de la cause 
commune et aux avantages essentiels de S. M. P" et Ri% mais encore a se con- 
cilier avec les idöes qui peuvent 6tre de plus grande convenance et satisfaction 
de Sadite M. I^% autant que ses forces et ses interets essentiels peuvent le lui 
permottre, a r6solu d'envoyer sans perte de temps Mr. le comte de la Rocque ä 
la cour de Vienne avec les pouvoirs et les Instructions les plus amples pour traiter 
immödiatement avec ladite cour tant sur les points qui sont restes indöcis aux 
Conferences de Milan, que sur les nouvelles propositions qui viennent d'etre faites, 
dans la confiance quo ladite cour etant bien informee par ce genöral de la veri- 
tablo Situation des affaires, on pourra plus aisement et plus promptement con- 
venir d*un Systeme solide et de tous les arrangements qui sont necessaires autant 
pour Fexpedition de GCnes dont il s'agit, que pour les autres Operations qui 
pourront Ctre jugees convenables. . . ." 

(Unterzeichnet von Carret de Gorzegne. Copie. St.-A.) 

Die Konferenzminister gewannen den Eindruck, es sei La Rocca einzig 
und allein nach Wien geschickt worden, „den hiesigen Hof mit lauter, dem 
Schein nach gut klingenden, an sich aber leeren Versicherungen und Compli- 
menten suchen einzunehmen, zugleich aber dem englischen einen blauen Dunst 
vor die Augen zu machen, als ob man zu Turin ungemein begierig wäre, die 
vertraulichste Einverständuus festzusetzen und anmit die gedeihlichste Kriegs- 
operationen zu befördern, wo doch zur nemblichen Zeit abseiten des Turiner 
Hofs im Werk selbsten selbe sowohl in denen Niederlanden als in Italien nicht 
nur beschwerlicher gemacht, sondern sogar gehemmet werden. ..." 

^Referat Bartensteins. Konzept s. d. [Januar 1748] St.-A.) 



468 

Unterschied, daß ereterer tieffer hineingehet und ein Universalsystema entwirft, 
zweiter aber sich mehr bei der Militarverfaßung beschränkt 

Graf Harrach vermeinet, daß gegen einen mit denen Ständen machenden 
Becess, wordarch ihne die übernehmende Onera erleichteret würden, sie nicht 
allein das Quantum militare, sondern auch die viele vorhandene Schulden über 
sich nehmen und tilgen können, sonsten aber nicht im Stand sein würden, das 
Contributionale auf dermahligen Fuß zu continuiren, viel weniger so viele 
Trouppen als angetragen wird, zu verpflegen. 

Graf ilaugwitz hingegen praescindiret hiervon und glaubet, daß nach 
seiner Eintheilung und getroffener Proportion die 14 Millionen biß auf ein 
weniges, so auf andere Arth nicht schwär zu suppliren sein dörffte, ohne die 
Länder eben auszusaugen, sich finden würden. Beide haben in Ausarbeithung 
dieses so wichtigen Geschäffts ihren Diensteifer auf das lebhaffteste dargethan. 
Gleichwie aber zulezt alles darauf ankommet, daß man jenes wähle, was am 
thunlichst- und unanstössigsten scheinet, so kau ich nach meinem geringen Be- 
grif und der von dem Intemo noch nicht erworbener genügsamer Erfahrenheit 
nicht änderst finden, daß — obzwar allerdings zu wünschen, daß man sogleich 
ein General-Systema fassen, die Schulden depuriren und absonderlich Handel 
und Wandel zwischen denen Ländern unter sich zu deren mehreren Erleichte- 
rung eröffnen möchte — es doch nicht wohl möglich seie, so viele Objecta auf 
einmahl alsogleich zu assequiren, zu geschweigen, daß ein so clausulirter Re- 
cessus gar vieles im Hinterhalt habe und leichtlich mißbraucht werden könte, 
das Credit durch Schwächung des Banco, deme so viele ihme per contractum 
pfändlich eingeräumte Gefolle widerrechtlich weggenohmen würden, auf einmahl 
zerfiehle, in welchem doch das mehreste Vermögen deren Insassen verwicklet 
ist, so vieler geistlichen und publiquen Stifftungen nicht zu gedencken. 

Folglich glaubte ich, daß der Graf Haugwitzische Plan in der Execution 
wenigeren Anstoß finden werde. Das Greld würde nach erfolgten Frieden nicht 
mehr so weit außer Land weggeschicket werden, mithin mehr circuliren und eben 
durch die Verlegung derer Trouppen die Victualien besser an Mann gebracht 
werden und also auch der Contribuent besser im Stand sein zu zahlen. Freilich 
erwarthen die Länder einige Erleichterung bei erlangenden Frieden, allein die 
nur einen Funcken schuldigster Devotion haben, müssen sich von selbsten be- 
scheiden, daß diese Erleichterung nicht gleich die erstere Jahre zu hoffen, weß- 
wegen auch von seiner Behörde aus diese Unmöglichkeit und I. M. a. m. Ge- 
sinnung denen Ländern von Zeit zu Zeit mehr Respiro zu verschaffen, wohl in 
die Augen fallen zu machen, auch bei der ersteren Gelegenheit eine werck- 
thätige Probe darvon zu geben sein wird. Man könte auch allenfalls den Plan 
nur als ein Provisorium denen Ländern vorlegen, weilen hierdurch die Hoffnung 
bestärcket würde, daß man ernstlich auf Mittel und Weeg bedacht seie, selben 
noch in ein- und anderem zu erleichteren; absonderlich würde von guter 
Würckung sein, wan wenigstens anfänglich auf eine ringere Vermögensteuer 
angetragen und dieser Abgang oder durch einige Erspahrung bei dem Militari 
oder sonst auszufindenden Fundo suppliret werden könte. 

ludessen wäre ich ebenfalls dahin verstanden, daß von nun an auf die 
bessere Einrichtung der Wirtschafft in domesticali bei denen Länderen Sorge zu 
tragen, von derenselben wahren Schuldenlast sich auf das Verläßlichste in Ge- 
heim zu erkundigen und mit einigen vertrauten Räthen hierüber in re et modo 
zusammen zu tretten seie. Ehe ein solches nicht geschehen, lasset sich hierinnen 



470 

Ländern für eine Erlenchterung zuwachsete, wann dieselbe das nembliche, was 
der Cammer entzogen würde, hinwiedemmb za ersetzen hätten, nachdeme über- 
baubt das antragende Quantum bei jedem der dreien Objectomm so knapp aas- 
gemessen sich befände, daß ohnmöglich darvon etwas entbehret werden kOnte, 
ohne von wegen des selbsten anerkannten Aneinanderhangs aller dreien Objec- 
tomm das ganze Systema za zerrütten, mithin in die bisherige so schädliche and 
denen Länderen selbsten so teuer zu stehen gekommene Verwirrung neuerdingen 
zu verfallen, so wurde vom Grafen von Harrach die Erleuterung dahin gegeben, 
daß bei denen Ländern die zulängliche Überzeugung von der künfftigen bonne 
foi und justice das alleinige Movens sein könte, um selbe zu Verwillignng so 
übermäßiger Summen zu vermögen, und daß von wegen derer bishero erduldeten 
Bedruckungen und hart empfundener landverderblicher Cameralprincipiornm ohne 
der von ihme vorgeschlagenen Überlassung niemand sich getrauen würde, noch 
könte, dergleichen etwas an sie zu bringen. 

Graf von Kinsky bezöge sich auf das noch vor der Gonferenz des Kaisers M. 
eingehändigtes Votum, so aber nicht abgelesen wurde, und äusserte sich hier- 
nächst mündlich in der Substanz wie folget: 

Die Zusammentrettung wäre dahin angesehen, darmit ein jeder, so derselben 
beizuwohnen die Gnad hätte, von der Sachen innerlichen und äußerlichen Stand 
genau unterrichtet wäre, um seine a. u. Ratschläge in Vorfallenheiten desto 
sicherer darnach ausmessen zu können. Der Kaiserin M. müste sonder Zweifel 
nach dero zärtlichster Gedenkensart und Neigung sehr hart ankommen, in die 
Länder, nachdeme sie bereits so vieles ausgestanden, noch weiters zu dringen-, 
mithin würde jeder eifriger, treuer Diener leicht erkennen, daß die ohnumbgäng- 
liche Notwendigkeit a. h. dieselbe darzu bemüssigte. Zu sein, Grafen Kinsky, 
besonderem Vergnügen hätte die Ausarbeitung des Militar-Systematis gereichet, 
indeme er vorlängst noch als obrister Cantzler gewunschcn hätte, die Sach so 
eingerichtet zu sehen, daß die Länder mit denen Trouppen ohnmittelbar nichts 
zu tun hätten. Und dieses zwar aus der habenden vielen Kanntnuß, daß in 
andere Weege nimmer und nimmermehr ihrer, derer Länder indirecte Be- 
druckungen vermieden werden würden, noch könten; ohne hier>on vollständig 
und realiter sicher zu sein, wäre schlechterdingen nicht möglich, mit so großen 
Geldsummen als die Vestsetzung des Systematis erheischete, aufzukommen, 
massen hierzu nicht allein, daß das nötige Geldquantum eingienge, sondern 
auch, daß es zur rechten Zeit eingienge, erforderlich würde, umwillen, wann der 
Soldat das benötigte nicht hätte, notwendig Excessen erfolgen müsten, und wo 
diese erfolgeten, der Contribuent die große Abgaben nicht bestreiten könte. 

Die Länder hätten also große Ursach, für die tragende a. h. Sorgfalt, umb 
bceden Inconvenienzien werktätig abzuhelfen, a. u. zu danken. 

Vierzehn Millionen aufzubringen, wäre allerdings höchst beschwersamb. 
Allein würden seiner Meinung nach die Länder vieles tun, sobald sie von der 
dargegen anhoflfen mögender gedeihlicher Würkung überzeuget wären, ohne 
welcher hingegen das Systema nicht bestehen würde, noch könte, sondern sogar 
auch bei derer Länder größester Bereitwilligkeit durch dem ünterbruch sotaner 
gedeilicher Würkung sogleich wieder zerfallen müßte. 

Es käme solchemnach zuforderst vieles auf die Art an, wie die Sach an 
sie, die Länder, würde gebracht werden. Billig Aväre, daß man ihnen dargegen 
alle Aushülffen angcdeihen ließe, wordurch denen Cameral- und Banco-Gefällen 
nichts entgienge. Beede aber wären so verschuldet, daß ohnedas hart genug 



47? 

<T!U» Asr>ir«%^ zu ton. ab ob nie dettm 14 Miüäracm da» Müicare xmf l<€.Oi» M. 
aac^sezL «di zaHnciieii bescimem iidSe? S»> <f la Wjakeft kcn Bcdettkea 
trf;r^ ziLsiinüiL al^er »ocbaaUim crrKamvii nödie. <iii «» hfiRmaur aidit aüeiii 
4anaf ankijue. djji 14 Miläoacii reaficer «ixisien^CQ. wodera aack datf sie za 
rücktiir Zi^ «ta^ieiLses. E» kitie siek zvmr «cic üHBper T^rC&tom 5o(m gcäofiert, 
vuSa dfti Flnc J*>sepk Wefttbfri Tva Liekc««cteäi <&( AidlleM^Erfocdeiiiafi ^it***ft 
4T0-*>«> auf A\r2j*^j fl. azi^ra<x«c karte, ud tkeiLsw da£ im «kr EepaitiskM derer 
TroQfVfKB aof «üie^b«^ Teri^essea w-<>cdei&. MifkiB der ikr ia BSkae» gebikieade 
BiHtra^ per II^>»>d. wie aaek bei deoea Geaeralem aa»jek eiae Erfocdenaß 
per 'i0.f»> 2. nvaeksete. AUeia da jener Beitrag dartk Verie^aa^ ■ ekic rer 
laiiaiLtcrie in HoBganra Temundert verdea kGace and «r okaedas ,^kifitkea lar 
Extra- Aaicabett d».'»i fl. aa^e^etzec kätte. «o väre er deäsea aa^kiadtft des 
Daforkalteitf. daii das Sjstean jcanz vokl waide beiscekea kSoaea. s«>bahi maa 
aar exaea dreiBoaasisckea V«ir»ka£. weaigsteas in Anfiag. bei Haadea kitte 
Baü> vekrerder Zeit, als dasselbe no^ek akkt in wärküekem Gaae scia wärde, 
Bitteltt iocanen <.rel<iTt>rrau naek Erkeisekea der X*>ctd3rft <ne Yoa Liaderoi 
spater eia^kea d*jrflende Gelder ersetzea za k«}anen. 

Graf Haazvitz kat <ich nachtoI^eaderaiaJien Temeka^a la^eea: 

Da» •^•jeetam der B^ratsekla^ao? wäre «ekr vvkti?: Croo. Scepcer and 
eine» jed'^n W«-thIf:irtk. neb$t der Belx^oa aad Cbri^tenkeit Siekerkeit kaasetea 
liarron an^tritri^ ab. Seklesiea vare Yrrl^^ren gegangen, mabwülea aiaa dea 
Laiwi vciier zeiclieb. n«3ek znlingliek beige^pmageo. aad daran kitte es er- 
manglet. ambwOIen man damals «ile Lin*ier zor CnztHt versekHiea wt>Uea. 

Jost bieraos aber entspringete d«rr gegenwärtige Xotstaad aad abergrofie 
Besebwerikkkeic. ombwillen die Gefakr größer and aaiiriagender. die Eiakaaütea 
aad Bectnngsminel kingegen minder wären. 

E> hane al«o drr Saeben lang and reiffiek naekgedaekt. Und wetka er 
befunden. da£ — w«>tVm niehs obigen Gebrceken werktätig mr das kaaftige ab- 
gebcKfen würde — dem K^HiigTeioh &3hn:en und Marggraftamb Mäkren das aemb- 
liehe Sehiek«al wie Sehlesien bevorstände. s«> hätte er ohne mindester Neben- 
abzieht, ans alleini^ecn <>rwi<^n«aii trieb ^h verbinden eracktec. aat Minel za 
gedenken, ein ?«> groces UsheQ zn verhöKen. Er mi^kennete der Saekea Be- 
«#*hwerlichke:t keinesweeg«. Xachdeme e* aber um derer Länder selbst eigene 
and »ririe^ je«ien Eenunr za ma wäre. 5«) mö^tt- er gianbcn und lk>ffea. dafi ein 
jeder ifrine äisserste Krären <•'» willig^at aU schuldigst anspannen warde. la 
denen bbherfgea Kriegszeicen hätten die Länder unter verschiedenen Rabriqaea 
einen L^^t von anget*ähr l:>* $ Million ertragen, worron drr größeste Tefl anfier 
Land verfahret worden. Bei der Eecmtir- and Eemontiniiig hätten sie noek 
nberdas ein mehreren, als in der Verzeichnaö derer 13^ ^ Millionen einkäme. eia- 
gebosset. and die ihnen in«ürecte zagegangene Be«irTicknngen b^IiedTen ^iek anf 
ein «ehr namhidftes. 

Hätten nan «ie. Lander, währendem Krieg bei allen darvon entspringenden 
Drang^aalrrn obiges bestreitten können, so würden sie noch weit Irickter im 
Frie^ien, wo das Geld im Land vt-rbliebe. wofern alle I^ngsaalen. anck alle 
direcTe nnd inȆreere Btiimckangin des Militaris aatlioreten. nicht nur den aemb- 
lif^hen La-^rt ertragen, 5«'»ri'icm auch die abgängige halbe Million ans^ndea aad 
hitrniQter. wo t* n^'A^z, die I>>minia ihren Untertanen des selbst eigenen Interesse 
halber anrer die Arnib»^ ^rreitfen wollen. 



474 

fl^rcifon machen, maßen es gewiß wäre, daß sie bei der Sachen behörigen Vor- 
Stellung hüchlich bedauren wUrden, I. M. darumb nicht Selbsten angeflehet 
xn haben. 

In dem zulezt a. g. abgefordert- und abgelegtem Voto wurde sich zuvorderst 
entschuldiget, daß man des Auftrags nicht vermutend wäre, mithin darzn in 
mindestem sich nicht vorbereitet hätte. Sodann wurde sich auf die verfaste 
Generalaumerkungen a. u. und mit dem Beisatz beworfen, daß man bei der darinnen 
eröffneten, wenigsten Meinung in allen Stucken ohne Ausnahm annoch beharrete, 
mithin des Dafürhaltens wäre: 

imo (jftß ohne dem Stadt Banco, noch der Hofcammer von denen innen- 
habenden Fundis das mindeste zu entziehen, das Militär Systema auf 14 Millionen 
vestzusetzen und hieran nichts abzubrechen wäre. 

2^0 Dj^ß^ sobald nur dem Stadt Banco und Hoff-Cammer nichts entgienge, 
sodann quoad systema militare gleichgültig sein könte, woher die 14 Millionen 
herflioßeten, das ist, was für denen anderen beeden Objectis unabbruchige Aus- 
hülfen denen Länderen eingestanden würden. 

3. Daß ihnen, Länderen, die Austeilung des zu tragen habenden Lasts 
Äwar Überlassen werden könte, doch zugleich Obsorge zu tragen wäre, daß Gleich- 
heit und Billigkeit hierunter beobachtet werde. 

4. Daß allerdings nötig seie, den Antrag denen Länderen so vorzulegen, 
daß sie einesteils von der bonne Foi und Justice, und anderenteils von dem in 
der Tat und nicht auf dem Papier oder in leerer Hoffnung darvon angedeihenden 
Nuzen recht überzeuget werden möchten. 

5. Daß just hierauf bei Verfassung derer General- Anmerkungen das Haobt- 
augenmerk gerichtet worden; die Unentbehrlichkeit des Remedii aber. d. i. einer 
zulänglichen Bewaffnung jedem vernünftigen Menschen von selbsten in die Augen 
fallen müste. 

0. Daß frtMlich wohl Cameral- und Militar-Bedruckungen mehrmalen statt- 
gefunden, allein der Antrag just dahin gienge. beetlen abzuhelfen : daß aber hin- 
gegen auch 

7. nicht minder unwidersprechlich wäre, daß die Landschaften die Gefolle 
sehr ot\ unwürtcH^haftlich besi>rget, wie darvon die Mitteldinge in Inneroesterreicb, 
die kundbare Gebrei'heu desi Conveutus publioi in Schlesien, die heimbliche Ein- 
verstäuduuükse mit dem Militari zu Nutzen derer IMvatorum und so fortan über- 
zeugende rr\>beu wären. 

8. Daß aber hieraus nicht folgete. daß mau das Kind mit dem Baad aus- 
schütten, d. i. so wenig deneu l.audschafteu wegen die^^er Mißbrauchen, als denen 
Cauien^lstelleu weg\*u jener i^ebrechen ihre Fuud^>* entziehen möge, sondern nur 
daß jtnlen Orts tür die Verln^sseniug ixi sorgen, die Grund Verfassung hingegen 
nicht abzuäudert'u seie. 

9. Ihiß wie deneu St.nnden ihrt* Freiheiten, also auch der Kaiserin M. die 
a. h. Jura un^'kräukt verbleiben müsteu. und das irute Trauen und Glauben 
nebst der Justiz wie ihneu, Stauden, alsv^ auch treuherzigen Gläubigeren, so 
meistens Coutribueuteu mitwären, au^ugedoilieu liatteu. 

10. lV*ü zwar das SjKvitiv'um i^UiVid rvliqiia duo objeeta dem Votanten 
ganz g\'uau nicht bekaut, si>vicl abtT unschwer beirreiriieh wäre, daß, wan das 
CVutributionale v<»u allen Si'hnivioii bcfrx'ier und diese nach und nach getilget 
wcnlcn sollen, wodvr Ikiuv-o nvvh HotVammer dus mindeste voa denen in Händen 
hal>eudt'u iietölleu ohne anderwärtigvr ErsetÄuag eurbt'hren könten, und daß, 



476 

Welchem sodan schließlichen des Kaisers M. annoch beigefUget haben, 
daß — nachdeme die Kaiserin ihre a. h. Willensmeinung so klar und deutlich zu 
erkennen gegeben hätten — a. h. dieselbe nicht zweiflen wolten, noch kOnten, daB 
ein jeder seine Pflicht and Schuldigkeit der eigenen Meinung vordringen lassen, 
mithin weder directe noch indirecte, weder heimblich noch öffentlich gegen die- 
selbe etwas unternehmen oder deren Vollziehung einige Hindemuß in Weeg 
legen, zugleich aber auch über allem, was in der Conferenz vorgefallen, ein zwar 
ohncdas pflichtschuldigstes, in dieser Begebenheit aber insbesondere h^k^hst er- 
forderliches, genauestes Geheimbnoß halten würde." 

Resolution Maria Theresias: 

„Placct und ist diese Sache nur allzuwahr also abgeloffen, in 50 Jahren 
wirdt mann nicht glauben, daß dieses meine Ministre waren, die von mir allein 
creirt worden. 

Mir ist dieses Originale zuruckh zu schticken.** 

265 (208). Graf Loss hatte am 1. Februar 1748 folgende Note übergeben: 

„1. Si non obstant la declaration de la France qu'elle se contenterait des 
ancienncH oonditions dont eile s'6tait d^clar^e contente ci-devant, bien entendu 
(|ue Ich conditions i\\\\m ferait aux alli^s de la France, fussent trouv^es ac- 
ceptubh'M, mI non obstant cette declaration dis-je, il pourra 6tre proc6d6 de la 
part de S. M. lo rol de Pologno a offrir Furnes, en conformit^ de rexplication 
(|ul (Ml a M'> donnöe ici le 12 de ce mois, avance qui pourrait rendre la n^gocia- 
tion pliiN alN^e. 

2. (>(>niino par les explications du minist^re de France sur Tarrangement 
doN affairoH (ritalio et par les difticultös que cette couronne suppose qu*il ren- 
(•ontr(?ra aupri^s de TKapagne, de mOme que par la r6ponse de cette demiöre a 
rartich) de h\ Savoye et par plusieurs autres circonstances il paratt que ces denx 
('ouronneN n'ont paH l^ti^ pr6alablemcnt d'accord sur les points de la n6gociation 
de Mr. de Wal li Londros et que memo la France n'a pas eu une connaissance 
(«xaeto de (M«tt(^ denii^re, hi quostion est s'il ne serait pas peut-etre n^cessaire 
dn »'en nuvrir plu« pnH-isouiont oneore envers la France et de lui en donner une 
Inlorinatioii contidonte. 

II »riiiblo qu'il s'a^it ici de rettechir d'un c6t6 sur ce que trop de röserve 
piiuit'iiit rrtanliM' Touvrago Halut4iire auquel Ton travaille, et de Tautre cOt6 sur 
1(1 raroii (loiit on pourra H'y prendro pour que S. M. rimp6ratrice-reine ne soit 

pIlH riMlIllllH«* aV(T Hl'H ullieM. 

W SiippoNo pour uu uioment que par la voie de TAnglcterre on ne peut 
i'hMWwU' avcc rKHpngu(> Hur les conditions auxqu*elles Ton s'est d^termin^, 
pi'ut i'fMi pdiirra ton mieux reussir par la France, et en cette consid^ration en- 
i'iin'^ li'H iHivcrtureH pluM cordiales envers cette derni^re pourraient 6tre de 

i. Km ciiN (|U(^ rouiuie il y a lieu d'esp6rer, Ton puisse constater d^s ä 
|/i/«<'iii li'H poiiitH prhicipaux d*un aceommodement entre les cours d1ci et de 
VMciiilli'R, il HiMii utile et necessaire d'en venir a des declarations secrötes et 
MM|/ro'pii^» dii H. M. riuip/M'atricc-reine et de S. M. T. Chr. ä mettre en d^pOt 
»u^n Uti intiiiih ijit H. M. polouaiso qui ayent en attendant la force de contrat 
;vc/jM •'« lii ^t^iiiiliiir (!<' la puix menie. 

\' '}) pniviii 17 |H." (Hcila^e 1 ad Weisung an Kaunitz vom 5. Februar 



478 

(|U0 lo ministro imp^ria] k Londrcs n^avait jamais pu parvenir k conförer directe- 
ueiit Avoc Ic ^6n6ral espagnol, quoiquil s'y füt offert. £n cas donc qoe les oon- 
ditiouH d*alors, au lieu d'etre propos^es par M. Wall, lui aaraient 4t6 propos^es 
dopuis par In cour de Londres, on ne saurait en taxer celle de Vienne qui a 
toujours a^i et ngirn toujoiirs avec candeur, surabondancc de bonne foi et sans 
fitu'H8o, iion moins a Tegard des puissances avec lesqnelles eile est encore en 
giitTre, qira K^gard de ses amis et nlli^s. 

Du reste le marquis de Grimaldi n'a jamais conteste ni rincompatibilit^ 
de In pos8e88ion taut de la monarchie d'Espagne et des royaumes de Naples et 
de Sicile, quo celle de ces demiers et de ce qui doit servir pour etabliasement 
nu Hor^n. iufant D. Philippe. II est vrai qu'il a insist^ que dans le cas mentionnd 
dnuH le papier du mois de d^cembre, son fr^re le cardinal infant eät i lui soc- 
e^der au\ m^Mues conditions. Mais il n'y a pas insist^ trop fortement, et k l'ex- 
oeptiou de cette difference le droit de retour avait ^te fix6 comme il a ^t^ dit 
oi-dessus iH'eutuellement et conditionDellemeDt. Et il n'est pas a pr^nmer qae 
la cour de Frauce iguore aucune circonstance de la negociation de M. Wall ptua- 
qu\>u 8ait que ce gt^neral, avant de se rendre a Loudres, a en a Aix-la-€3impelle 
uue coufi^rtMice secn^te avec M. le gen^ral Ligonier du so de Mr. le marquis de 
l*ui8»ieu\, 

vVd 3**"~. Ou s'est suffisammeut declare d'arance sur cet article, et la le- 
tlexion pnMimiuairi^ pri>uve incontestablement que la cordialite ne saurait aller 
plu8 loiu. Tour en douner un nouvel <^hantillon. rimperatrice-reine n*a pas 
\\\\\U\\ SU le» di8)H^ition$ plus favorables de la France et de TEspagne ponr la 
paix, qu*elle a onlonue de sus|>endre la demolition du chateao de Panne resohie 
ei-dovaut |Hmr des raisons militaires. afin de manquer encon? par ce 5oin combien 
olle est atteutive a eviier ce qui (M>nrrait le moins du monde höre sop^nner la 
purt^te et drtutun'* de Ses iuientions. 

Ad 4*''**. ihi n*a aucune diificuUe ni de donner nne declaratioB paieille 
^ Ct^lle que douueraii U ci^ur de Fmice, pour constaier d'ane maniere obligatoire, 
irreviH'able et iH^rewj^toirx* tont oe qui ^«it arrvie. ni de la remetire entie les 
maius de S. M. 1\ jH>ur c« fairv i\>chacs^ 55>u> le s^N?au da plus gimod secret. 
Kuiiu !ii ai\r\\N ivmi ce qu'or. a dru dit, e^Hi r« declar^, il pourait enc«« rester 
la uivvuidrv^ ouibrx^ de di^ute sur *.a siSvvHre t: emi'r>:-ssriErEi de nmf*ratrice- 
iv\v-c A tvnv.'.r.er au p;UTOi ur.e «ruerrx « !ure:^:e ä toös e^riri*. le pKtsent ecrit 
dc\r*i'. ctrv i\.:< o,..e suiY.saii! ix^ur !e d:s*i*>fr tutiereaeri:. La cwir de France 
dvnt cv. vv:-.>;v\r elIv-iv.eiiA\ e:: ri!*^vhis<jir^: ^^e-caen: \i~Vl> re risqne rioi en 
$<' :vvv::v*i-*a: :. ,iv. >.eu OtV.c x-^r.e de VlxfCT-e, *v:i-: ^«zi i:r>r rcci»r»eci asmiee, 

Vaj i*.' >::*:: v:v x: ;:::•. Or*t;~ KvsSv .'i-es*;- N.t>? s*Mx*cirrcV2L 

t-*% -\v . I 

Ä> i\?: . >, r^t^-:*;;. v>:; rrxr-:> .^vr-,' S'nuLrs^'rrrrrij?;. Fn.rHi^ K Nr. 5^X 
V. ^>: -5. ^:v * V''.- KA-::\-i: ■..•:;•_ ^ ■ --^^ vxi Vi:. Fi^-iAr lUS ei:pMSefft. 



3iaa>6r «trf!Hg<n»A er irBrekixk«« Eav^erin^aa^ iz ic* iaxi^ uctfcmarU ML Mi der 
loner Eüaör ^miAr' S«i3e» <«A(t >rsaB4 tob öess« Eväo^ttdnx des «faäi i A ga 

400. ECS BesE Txstrvieiarr«r R^«^^rntbes pesMiira. v^bt^: w^rdii TcrstawieB 

«Bi $fii3B««eM£ G«ru.i>e ^fsäskst mm ms seköw^w ^ad -der iir»«äciieB fe e ä pem 
T«nxiix lOfd C^ssk^a <&»« «a-^»c«B> OK^vrieäwK Jt^ K«b&iä» ^a^ ^m »o« 
öer jffiMkrockäcbeac Clftxi«! d^i säe wiet&wn&Zb' sa Xi^^JS xsii vs^vh«^ 
MiükL xus^fC^i^ werde. 

Wir iai<^ m^«r ijc^ «EXT^noetei inctilkvL bk^ k-^oaiRx^ iiaidrrä nnndiAcfeiL <&»$> 
jiSerBBDoesQie C&f smscanoez wttL wms^ äfB«m ^^^^^^ öes«- Cr:a 44da)«iiAeA 
Tcrtändöcä^iräes MSiA xnr <ie« Sa»fEX xsftr^ snrxiöfr IizSri ^rc^fibe. D» x«s 




ms» ^miiBiM fuu» m-»issaaf Kiutt «im. 4. 

If «Bunf az ^gmtti vbb. zl. J«inac Ve. 
JLis itfoim. Sdiabm micaru Ijbsf niuit A'CTiy ^^ »a » ha Taar^mJjm eatitstssuam 

,1a TkT**-'"* «laciatM fiMii» .* fsrz kli-t^w }öib aus '$>iB( vuk. ^ Jiianar'.. '■v^is ::! x« 

T»— ■— r— sifSic» aus ifim&ci« m. « vraaipa:»n m. miimt 'stam jor hb -mi^imts^ öt js smbdc «i CBfva» 
Tim, 46 ST er |n.^X y axciii: i iain ii. Z JkaptOBS* TtAsaü: cTicmitAUL « i« cm uaii: -fo» imqm» X 
an '«As «s «r ^toncik. T «awn. L^a XHspMüaaiar «»xns i T'urs «sc ^ra^racs ja^ iHtnoBur« ^ Tfmiwfa 4 
«i M^umxif mi ILKTTTita ^'«m. :?. Jtacrac r~~<^ 

^aBk jmtc n-n-vtimH öef msiatHS rmtilteimff Bous ax ««adt siat«« tasmct foscT» te öras 

]■■£ Ol 11..1» lon ti» «ssiiifiDf«^ Bt "mm. ä» '■■l r"^ >«» »*f rsmäcumc m ?tia nrm t£ f^ia nki» ^ 

Tveracifa cl aa Ittpuo. a i& irmrat- m am iMa r if c ünnünrciiM «t T^cac ra. L 

r ausR not a. Tcssiziaua. aai«L:itf w» ?kKs~3ks^ aau» ccips: i» nesK^iia. £ ucrnu lua» ü >, 

g Mi - j tmi*> «c lo, Ib:» ategrajawi öii xmiim^ tu IFicaa <K ö» iTr^uit ca*i> •«> ip»ini»rtairT qL at iatfruBC^ 

Jx bfm. vm 3»rxflis!(*f>ix tn^yrnc^tma. ^*rnm ä Tfwnii?« ax irttstf ryin.aamHW lac s. j» snac» 
Qt Hjm» i< 2 'b'mBr l^-^f-. änx.11* lacniliSMnc äni2^ a önusn n«rrfii«na ic ^vus Jt aasn. öx. jumia j» 
lUttF jx^m;^!!«. <8au^i> üf ncs fc t loic« ms jf -«»ihm iMiiir ör o» xniniviaaLax* lioi^rf 1 ac 
ax ^asun: «na II. jHrur&a: _~^ Tnzrxu mmoif liupexiür 3ife>caiau. {•appnei 

.'. ^laxiHChCuv^^iEUXtf ar»afu ' d^ w i& T^sajini m m rmvoitfi' 'mot «iltf-säta« 
amäizinm tuiii' nx fsas KOiJ« £ a.TTJü't. for it xiik ca &.«» nu: ^Of csHiitmicM!« ax "auiff m aat IT^CI. 
elH bC?» m •ft^iKnj»» tu f "mnr t*«« csanb^mmc 4r iiÖHieatHQr in m. imcr. £!» 
eltf ; «I t'Tvu.c lifT.iir-y^ L i.vKSvxi ji « c : . Öl ünitXMT aur » Kx;tit: tau ur-::saxsua fituj 
naitf ff: aci.»<nxtsxi: t»t«bji«1'ix»* nx «^.u iw -wwrra x»as Ä^is u ^iuf»i rimai» & '-!»::rBj«tuii 
jiKTi'YnBitar tT i ^-^xzir». iiitr!mt<>Bt^r äiuarciv tut «tarmif jcrtunaua •>! ur^aava« cnx aesmfi x & 
äf A I^rxLiir« ^ Qt ^vs ull^•'^ tu« ervfZiöt na» r^ftCB murraiitf öni.nk' nnr 
r «jc t ur-i r:^!.»«»^!!- ><ii:i;>ionnf. rr-'^nauitf it, ä T^ g Tr ap iaar^ ri'*ilw rnxjsanar»!' 

i*!i»f>in öirr • i«^ lu. :> m f V 7 i'<ir -i "a»i>f ' n.uuai{r( r/iir*f la «lts» iac*iü os 5. 
a i^^aux u: j.:iä ^rx^ < «wrr^v« ir "«nur it* ausMC aann tu^ioa ittr » ia a& «ic 




482 

Bartenstein unterbreitete der bfaerin am 11. Februar 1748 den Entwurf 
dieser Weisang samt deren Beilagen, woraof Xaria Theresia fol^ndes resol- 
vierte: 

^Placet. gott gebe nor ein baldes ende, besser und nicht einmahl also 
wird es, wan es zwej monath daueret, geendigt werden. Zar Information deren 
ministre ist es nothwendig. das es eircniire, die expedidon deasentw^en nicht 
aoffzuhalten.'^ 

^0 (210\ Darüber erstanece Bartenstein der Kaiserin am l.>. Febmar ein 
ansfÜhrliches Referat. St.-A. « 

261 r>\i>. Den beiden sardinischen Gesandten worde ein »Projet d'nn 
concert sur les Operations de la eampagne prochalne en Italie** öbergeben. (Bei- 
lage 2 ad Welsnn^ an Kaonitz Tom S. Mira 1748. Sr.-A.) Nachdem sie den 
Entwarf gelesen hatten« erklarten ae^ man möge sich mit sechs sardinischen 
Bataillonen l>egnügen. statt zehn solche tor die Untemehmang an der Riyiera di 
Levante zu fordern : der 4. Artikel aber soUe Gegenstand weiterer Verhandlnngen 
bilden. Er lautete wie folgt: ,Comme la reciprocite est la base ia plas solide 
et la plus natureile de Tunion entre les ailies. il a ete convenu qua Favenir les 
tn>upes imperiales employees ä la ganie on ä la defense tant de la riviere da 
Poneut que des etats qui avanc sa coaquete etaient soos la domination de S. M. 
le roi de Sanlaigne. jouiront les memes aisances dont ses tronpes ont joni dans 
la Lombaniie autnchienne. en vertu du traite provisioneL insere dans celni de 
Wonwii. Et en echange les troupes sanies auront a Favenir ce meme avantage 
tant dans la Lombardie autrichienne que dans la riviere du Levant.'^ 

2«2 0^11». Vgl. p. 179. 

2fiS v-lT- Berichte Batthyänvs vom 4. Febmar 1748. Dieser wurde anf- 
gefonlert, seine Streitkräfte nicht lu zersplittern; wohl dürfe er. wenn der 
Herzog von Cuuiberland es verlange, diesem Trup^n :^nden, hingegen wenig 
inlor gar nichts den Holländern. .Weisung vom 22. Februar 1748-'» In Kheven- 
hilllers Aufzeichnungen timlet s^ich darüber nichts vermerkt. 

it»4 oJll\ Henci^g F.rti>t August von Weimar gest. 29- Januar 1748) hatte 
den Herzog Friedrich HL von Gotha testamentarisch zum Vormund seines ein- 
ÄJgx^u 8<»hues Ernst Augu<t Kou^^tantfu besteÜr. Anton Ulrich von Sachsen- 
MoiniuirvMi uiui FrauÄ Jvvsias von Coburg-Saalfeld erhoben aber Ansprache auf 
die N'ormuiulschaft, uud i^9x dieser als nächster Agnat und jener als Senior 
de» iiosHUiihauses. Durch Vermittlung Frie\irich< 11. kam im Man 1748 ein 
A\»»*K^*''^'^* nijitamio. demruf«;»lirx^ dem Herzog Friedrich die Vormundschaft 
Ubovl}iJiHou wunlc. ^Vcl. Ixck. Geschichte der Regenten des gothaischen 
l,audt\H, :^.Kn 

ri»or tUo IVsitirruiigvu mit H^unover r.ndet sich reiches Material in den 
doulmliou Akten des Staatsarchivs. Pt.>stsachen im Reich' 

ün.» vVM.*\ Krat^ der Verträge von Wien 173o und 173S hatte Karl VI. 
Nrrtprl und Sizilien hu den lufaiiten Carlo<> als eine Sekundogenitnr der spani- 
Bi^hiM» r«onr)H>ncn al^gx^trxteu 

ÜUU ^iM.«\ Diesv's KouiVnni£i>rv»tokolI benndet sich nicht im Staatsarchiv. 
Ui'Honntund »ler IViHtnng durtteii wohl die Verhandlungen über Einfühmng des 
unni«»» h kuthohM-hou Kultus bei dou ,griech!sch-i>rthodoxen} Raminen Sieben- 
ltlliH«*nn K»'»»'"*^'^^ 5*^'i*» IVirüber \^ur\le am 31. März 1748 an den aportolischen 
NiihlhM» In Wien und .nm 2^sV Airil desseil»en Jahres an den Kardinal Albani 



484 

a eigner, ni dans le trait6 de paix definitif, rintention n^^tant nullement de 
d^roger par ce dernier a ce qui aura 6t6 stipulä d'avance par les premierd. 

II. La declaration . . . concernant l'ordre de succession anx royaames de 
Naples et de Sicile a ete jug6e pleinement satisfaisaDte. Mais pour ne laisser 
rien en arriere qui pourrait tOt ou tard fournir mati6re a de nouvelles collisions, 
OD voudrait que la cour de Vienne ajoutät a cette extension qu*aa ddfant des 
enfants de Tinfant D. Philippe ou de lenns descendants on rappellerait les enfants 
n^s du roi D. Carlos selon Tordre de succession toujours avec la clause que celni 
qui sera sur le trOne d'Espagne, sera exclu ä perp^tuit^ de la succession du 
royaume de Naples. Cette pr^caution a paru d'autant plus n6cessaire ä la 
France que Ton a consid^r6 que le cas auquel on veut pourvoir, peut arriver 
facilement, toute la post6rit^ de D. Philippe ne consistant jusqu'a präsent que 
dans sa fille. 

III. La cour de France croit pouvoir assurer positivement que M. le 
gen^ral Wal a rejetö bien loin la proposition de Tincorporation des places de 
Toscane, quelque csp6rance (lattcuse que TAuglctcrre puisse avoir donn6e a cet 
6gard a la cour de Vienne, et le duc d'Huescar s'est tellement r6volt6 contre 
cette proposition qu'il n'en a pas voulu entendre parier. Tout ce que la France 
peut prendre sur soi dans ses circonstances, est d'assurer la cour de Vienne la 
cession des places dont il s'agit lorsque Tinfant D. Philippe passera au royaume 
de Naples aussi qu*elle s'y est engag^e. 

IV. On convient de tout ce que la cour de Vienne avance ... au sujet 
des tiefs de Langhes et on se contentera quMl soit fait mention d'une manidre 
convenable de cet article dans les pr61iminaires qu'on doit constater, pour faire 
connattre a la r^publique de Genes qu'on a eu ^gard a ses instances et que 
prompte justice lui sera administree sur ce point 

V. La plus grande pierre d'acboppement est la nouvelle Prätention de 
TEspagne . . . savoir que S. M. Cath. a fait d^clarer au roi t ehr. par r6v6que 
de Renncs et röiterer par le duc de Huescar qu'au lieu de Panne et de Plai- 
sance eile dcmande le duche de Savoye pour tout ötablissement, avec la clause 
de r6version que Ton jugerait a propos d'y annexer en faveur du roi de Sar- 
daignc, TEspagne ne pouvant consentir a un 6tablissement aussi pen assure 
qu'6tait Parmc et Plaisance, enclave dans la Lonibardie et dans lequel D. Philippe 
serait hors d'etat de se soutenir s'il lui survenait quelque diffi6rend avec ancun 
de ses voisins. 

On a 6t6 d'autant plus 6tonn6 ici de ce changenient que le duc de Huescar 
a la premiere proposition qui lui avait 6te faite par le marquis de Puissieux de 
Panne et de Plaisance . . . n'avait montre aucune r6pugnance contre cette 
Ouvertüre. 

Kien n'a ete capable d*6branler le duc de Huescar qui a dit au marquis 
de Puissieux que sans un ordre special de sa cour, il lui 6tait impossible de 
se departir de la deraande de la Savoye. La France prie le roi d'employer ses 
bons Offices aupr6s de rimperatrice-reine pour l'engager a se pr§ter au dösir de 
l'Espagne pour accel^rcr la conclusion de la paix. Mais si contre toute attente 
la cour de Vienne persistait en sou offre de Parme et Plaisance, la France fera 
rimpossible i)our y faire acquiescer l'Espagne avec cette modification qu'elle 
exige de la cour de Vienne de se desister de l'exception du peu de terrain qui 
en est situe en degä du Po alin d'etre d'autant mieux en 6tat de persuader 
l'Espagne de s'en contenter, cette langue de terre ayant etö ci-devant de tout 



486 

de Kaunitz. Mais deux consid^rations Ten ont empech6e : la premieie qu'il au- 
rait 6te impossible d*envoyer si secretemeDt quelqu*un qii'il n'y out eu ä craindre 
quMl n'en transpirät quelque chose; la seconde qu'avant que Ton füt parvenu ä 
dresser ses Instructions et avant que la personne que le roi tr. ehr. aurait charg6e 
de cette commission, aurait pu se rendre a Tendroit oü Tentrevue aurait pu se 
faire, il se serait pass6 au moins quinze jours ou trois semaines. Le roi tr. ehr. 
a done pen86 a unc voie plus simple et plus naturelle, savoir: d'ordonner au 
comte de S^-S6verin de h&ter son d^part pour Aix-la-Chapelle sous pr6texte de 
regier avant toute chose avec les autres ministres qui se rendront ä ce congres, 
la libre communication des couriiers en faisant suivre a petit pas sa femme et 
les 6quipages et ne prenant avec lui qu'une petite suite afin de marquer 
par cette promptitude rempressement du roi tr. ehr. pour l'ouvertnre des Con- 
ferences. 

Cc ministre partira le 8 ou le 9 du mois prochain de Paris et compte 
d'arriver le 15 ou le 16 du mdme mois a Aix-la-Chapelle.*) II sera muni d'un 
Pleinpouvoir particulier du roi tr. ehr. et autoris6 de poursuivre avec M. le comte 
de Kaunitz la n^gociation qui a 6t6 entam6e entre les deux cours par Tinter- 
position de la nötre. 



Comme le roi tr. ehr. temoigne un d6sir rdciproque d'en venir ä une 
prompte rdconciliation avec Timpöratrice-reine, le comte de S'-S6verin sera in- 
struit ä fonds de tout ce qui regarde cette importante n^gociation pour etre en 
etat de traiter sur tous les articles qui la concement, et de pouvoir procMer a 
la signature des pr^liminaires. II aura ordre d*agir avec la plus parfaite intelli- 
gence avec le comte de Kaunitz qui est pareillement connu ici pour un ministre 
6clair6 et rempli de z61e de sorte qu'on espöre qu'en deux ou trois conversations 
que ces deux ministres auront ensemble, ils avanceront plus qu'cn dcrivant dMci 
des volumes. . . .** 



B. 



R^flexions faites verbalement sur la 
demande de TEspagne touchant la Sa- 
voye. 

1°. Cette proposition est d'une na- 
ture a rencontrer beaucoup de difficultes, 
on soup^onnera la France d'^tre d'in- 
telligence avec l'Espagne et de cacher 
des vues secrötes sous cette nouvelle 
Prätention. 

2. Le morceau dont il s'agit, est si 
fort a la biens6ance de la France qu'on 
craindra que Tintention de cette cou- 
ronne ne soit de se Tapproprier comme 
eile a fait de la Lorraine. 

3. Cette clause ne sera pa.s jug6e 
süffisante. On est persuade de la bonne 
foi du roi tr. ehr. et de son minist6re 



Reponses verbales de M. le marquis 
de Puyzieulx et de 31«" le comte S*-S6- 
verin. 

ad I"™. Les explications qu*on a 
donn^es a Mr. le comte de Loss et qui 
se trouvent detaill^es dans Tarticle 6 
du memoire auquel cette pi^ce est re- 
lative, doivent convaincre la cour de 
Vienne du contraire. 

ad 2. La clause de r^version suffit 
pour d^truire ces soup^ons. 



ad 3. On convient de Timpression 
que doivent faire ces remarques. Mais 
on se conteiite d'observer que la situa- 



♦) Graf St. Severin langte am 26. März in Aachen an. 



487 



cn ce qui scra stipul^ a cet ögard. 
Mais tout est sujet k des ^v^ncments 
dans ce monde. Le ministörc peut 
chaDger. On ne saurait pr^voir ce qui 
peut arriver sous le rögne d*un suc- 
cesseur et cet <^tablissement pent de- 
venir une source de nouveaux troubles 
contre lesquels il sera d*autant plus 
n^cessaire de sc pr6cautionner que les 
dlfficultes de remettre le roi de Sar- 
daigne en possession de ce duch^, sont 
grandes, le cas de r^version existant 
si la France cherchait des pr^textes 
pour 6iuder ces eDgagements. 

4. La cour de Vienne croira qu'il 
n*est pas döcent de faire la paix au 
d^peus du roi de Sardaigne son alliö. 



5. Sup{)086 pour un moment quo 
rimperatricc-reiue donnät Ics mains k 
la proposition de TEspagne, commcnt 
y faire entror le roi de Sardaigne, 
Poffre de la rcstitution de la Savoye 
et du couit6 de Nice contre Teffec- 
tuation des arraugemeuts qu*on doit 
prcndre sur les affaires dltalie, ayant 
6te con»ider6e conime le moyen d'ob- 
teuir le conseutement de ce prince. 

6. II est a apprebeiider que la Varia- 
tion de la cour d'Espagne n*ait pour 
secret uiotif d'embarrasser la n^gocia- 
tion que la France a entam^e avec la 
cour de Vienne, pour faire cheminer 
Celle dont le gen^ral Wall est charge 
a Londres, et donner le tenips k ce 



tion de la Savoye est teile quMndepen- 
damment des cas qu'on vient de sup- 
poser, la France peut s^emparer de ce 
duch^ quand bon lui semble, et toutes 
les pr6cautions qu*on pourrait imaginer, 
deviendraient inutiles contre un i*oi de 
France qui aurait jetä ses vues de ce 
cdt^ dont Texöcution ne lui serait pas 
plus difticile si le roi de Sardaigne en 
6tait en possession. 



ad 4. La guerre est un jeu et ce 
qu*on vient de remarquer dans Tarticle 
pr6c6dent, est applicable ici, Timp^ra- 
trice-reine pouvant se mettre a Fabris 
des reproclies du roi de Sardaigne en 
lui faisant connattre Timpossibilite de 
reprendre le duche de Savoye si TEs- 
pagne s'obstine a Ic demander pour 
rinfant D. Philippe avec la clause de 
r6 Version. On soutient que rimpcratrice- 
reine trouverait son compte daus ce 
changement puisqu'il lui serait libre 
de garder pour eile les duches de 
Parnie et Plaisance qu'elle a offerts, 
la France consentant meuie volon- 
tier» qu'elle rentre en possession des 
etats qu'elle a ced^s par le traitc de 
Worms. 

ad 5. I^ France et TEspagne ne 
rcndront pas au n)i de Sardaigne plu- 
tot le comte de Nice qu*il n'ait con- 
sent! a tout ce qui aura ^ti^ 8tipul6 
entre rimperatrice-reine et les deux 
couronnes sur ce (jui regarde les af- 
faires dltalie. 



ad 6. On a eu la meme pensee ici, 
niais cette consideration doit etre un 
niotif de plus pour la cour de Vienne 
d'entrer dans notre {«ituation et de se 
preter autant (ju'ii est possible, aux 
desirs de rE.**|iagne. Le roi catli. nous 
a peruiis de traiter en son noui avec 

32» 



4^ 

u^itetHWsw. Ut ^tfiMniniiuv? »Uli im- i» tiOfir ck- Ti«iiiH:. wn» »vam äeekrt 
VQI^* lünntry^giicgt qo'L 9t eanamusmit de im 

WKfvmamm uu»i wn» «cimiiinb al -etxi 
d tüks* «u tEVHin SV«! k tMiiiT de TknmfL 
MO«' goll alz rksii ü lamt Tepritefafac 
^ wmt iiifMsiifiiif «e gel] äfmamÖc. 
ü u'sutm pMt iieo öt «c- jibänOR:. Smif' 
in «onr d^ Tifnme dun jmem elk^neme 
mv« «mniidtui de cnvuiif^iBcÜHiii neu» 
rnfwau» %0itVi^vt de pnnwder jMiiir gue 
r£a|fiig:iMr ue «e cabre «n se &i]fiBCr 
as^fie rAKTkAoTf «an» sotre partje^»»- 
tittiL «t 1fr nümsstsri* de Tienm- d<öi 
Msutir de Mm tMiiKe gv i] a mi intoret 
«tmanui ar^ artm» d'engiticiMir gne 
rAja^UnLOTt IM: le prerkonie «tu «'ac- 
tiuamMidaiii arae rEigiapie an df^peuf^ 
de naB^^ii ati JW N -ftniie. 

La ouar de TSeuike dem enocire 
tKnura- gv'es ptr^ftstiuait la ^nore. «Be 
tiYvallk euutre «Be-«ktee. L'An^ie^ 
terre puvr di« rue« de sc« isnerat 
partaevtkr. a d^ «aricifl le roi de 
Vmmt d«i defiCNuIltt de Fiapentnee- 
retne «u AlkaEta^xte et <« est penaade 
<l«'e<ik ea reut füre aataat €v ItaSe 
k retard da roi de Saidai^iie poar 
i*:mr ain« de denx tOUA la ecnir de 
Vktii»e eD escbec et la rwidre eDÖere- 
Bueot dependante de sa Tolonte.'^ 

l/i4^4i>tf; Spt'MUcu Wü^tkn A um! Ji Latte Oraf IjtiA dem Staatskanzler an- 
f«!^^« bl//^ y^/fi^'^letoeti. A wurde kpäOsr iit>eri^ebeii, damit es abgeschrieben 
wiff'i^: v'/f^ 1$ lUM^'.ht*; «rr ti*i\hni eiue K'/pie, in der er aber ehiiges teils aasließ. 
tt;ii« i^hättäi^rU^ I>er Wiefier H</f kauute jedoeb alle Stücke genau — man hatte 
•iij \uUn\\^i^n. (\n Kmuiii V,, Man 1748) 

i^!S ^21'*/^ Oraf J//«»« hattii am 2^1 März unter anderem eine Abschrift 
4Hii trmMtW'M^'U 0<;^en{/rojekta ü(>ergeben, das in mancher Heziehung noch die 
'6niMrri*\*'h\hi'ht^A% V*trtn:Ul'ä(^ii übertraf. (Vgl. Ameth III, 352.) Immerhin wurden 

Vm WhU'.U*. yttSi*. folgt; 

^H M, l'Uitit^*rtitrU'4irtiiuit tUi Hongrie et de Boheme, et 8. M. T. Chr. ^gale- 
uttui Hhimhn iinh tUtnlr nirirAn; de raettre fin aux calamit^g de la guerre et de 
t'^minUn*'r imr nnn |mix mMirnUi au prompte retabüssement du repos de TEu- 
loi^', M/nt t'oit^t'UtttiH «rfifr'elleN et sous le sceau du secret le plus inviolable, des 
miUU'.B pM'liiiiinuirii» Hti\vnuiH qul auront toute la forcc d*un trait6 de paix 



490 

«i pi^i^umti^ p(ft;s;»ieftt d:Mfts U saite a«x rora»»» des IVvx-Sieiks o« a e^ai 
<r&|»d^nke« ^^«9 <H daas U>a5 ci» cdL5 ^iiimmts le doeiie de SAToje leatie ia 
soiK^ bi dolttiiiackNi dm hm de Sdurd^u^ve «« de st posterite. 

Le K^MKte de Xiee ec les aatres ecasi ec |mts q«i auvKU ete cow{iii:» $iir 
le rvH de S^^nlai^^ pdur le$ ^nnes de LL. MM. T. C^. ec CadL pendaat hk pre- 
seM^ iitKfTV. Imi 5^»vMtc rer^tiMS i rexeeptMNi du dne&e de Sitvv^jre« rracevöo« 
«ie» ^mc» eoatTietauil» ectat «|me Hspeimtike^^etiiie. l-^ rx de Sürdassibe. la 
re^bß^tte de Gi^met» et le dme di^ Mo^kae esnene es. pieÖLe et 5bre ptT^sessioa 
de ee v(« mn c&dbcam p^x<i««e^^c en Itä^ 2Tmxc la prHeiice ^merre. i r eag gp do m 
(^^üd^jute de« et!i4 tlet^ nemtDooiieä^ dias fjyrt. VI de:» pr^aenc» pr^ümiiEÜreft. 
Wtft y ce fe ieti^ sefvat le^citet» ^ la nfpaVfiqite de OeiKS. 

Vlll 

IVoar ec&o&r :Wi^ide«3eitc ka pocL e€ f««r po^^wEr jataac aaH f«& ptusadue 
^M:t m^HtTenoL stKjec de «Ti»*ft«^ S^ M rtiiipimcniK>Träe ec 5. M. T Chr. «Htc eiwr- 
icymoBetj' «^oiie «fe&3ä^ > ci» •.hi r«f r>5:uK»e ^Espo^^r xieoidracc ^ Tmicer. ^ucae de 
^betfcyitidauiiC:«^ de S. M Cdy^ accaiedeneitjC i^f^osiace. li^c^ je nii »^^ EHncL-Skilie» 
et iiMtoe 5;! 9»;i«cerlce odt^scerNic ml p>T:fta]iDe «fl^ciiiitme ec Uuidtoc D F!iiItiRK ec 

<^ j%;rti aoMTS^ 7>H ^Slä^od:!». aiecifier^iic Üe^f ciT^tom»» de» I>ifQ.-Skuj» iUL*aiic> 

DL 

L"mp*fri(rrc\*-win«f i« S/a^re ec de BSkHienxif ^^-Miffa«« x r-scäaur jo. 
^MOto» ^itfvoear isuadii l*i .•t/mcstf b* cl(et»cem ^^l^i i ^« niamsuaKi «nr Jsi -hl 174^ 



TfieMtt T/r. >. U 'movaxrn.'xf-rnii« bs ^merx it « BimtHnü "wmc »hi. aar 



,n»?^ac«:utn^ (Ol jun/nr ^cw i»iiin&r*i^» iumcuxc a jri«at» xtustt*. Mfvnic aus- 



491 

(Beilage 2 ad Weisung an Eaunitz vom 28. März 1748. St.-A.) 

Dem Grafen Losb wurde im Namen der Kaiserin folgendes Schriftstück 
fibergeben: 

„Remarques sur le contre-projet de la France. 

Ad praeambulum. On n'a pas de la peine a adopter le pr^ambule, pourvu 
qu*on soit pleinement assurS de quelque maniöre que la conr de B>ance le trou- 
vera bon que Ton n*en a retranchö la clause finale qui commence de sorte 
que de pari et d'autre, que puisqu*elle paraissait superflue aprös avoir termin6 
d*avance que les pr^liminaires k signer auront toute la force d*un 
traite de paix d^finitif. 

ad art 1"*". On Tadopte pareillement dans la confiance oü Ton est que 
les paroles gen^rales et dtre inviolablement observ^s a Tavenir ne sont 
pas moins relatives k Texecution des pr^liminaires qu'aux diff^rends qui pour- 
raient survenir dans la suite. 

ad art. 2*'°"'. II n'est pas k douter que la r^publique d*Hollando ne se 
conforme aux sentiments pacifiqucs de rimp^ratrice-rcine, ce qui entrainera tout 
de suite lo conscntemcnt de la Grande-Bretagne. Et c'est pour en acc616rer TefTet 
que la cour de Vienne a ajout^ au second article que dös que LL. HH. PP. 
auront adoptö les articles preliminaires, la France n*oxigcra plus 
ricn de Icur territoire a titre de contributions. Co qui sans cela est 
conforme au droit naturel et des gens. Ainsi cette addition ne paratt pas su- 
jette a aucune difficulte. 

ad art. 3'"". Ce qu'on a dit des contributions a exiger du territoire de la 
röpublique d'HolIande, n*est pas moius applicable a celles qu'on pourrait vouloir 
tirer des Pays-Bas autricliiens. Et rimperatrice-reine ne balance pas de s'engager 
a iine parfaite reeiproeit^ par rapport aux alli^s de la France, qui est tout ce 
qu'on peut d^siror d'elle. 

La maniere dont on enonce ce qui reganie Dunkerque, ne semble pas pou- 
voir etre combine avec ce qui est dit dans Ic premier article. L'imperatricc- 
reine avait offert au mois d'avril de Tannöe pansee de ne pas s*opposer 
aucun(>mout a la demaude de S. M. T. Chr. de pouvoir conserver 
Dunkerque dans l'etat oi'i cette place est. La cour de France s'est di- 
claree oontente de cette offre au mois de mai aprös et a r^itcr6 depuis cette 
mOme declaration. Apres la bataüle de Ijivelt eile a proposö Taltemative ou 
que Dunkoniuc att ä rester dans IVtat oü il est, ou qu*on lui cede Fournes. 
L'imi>^ratrioe-reine s'est pareillement pret6e a cette alternative. Et selon le precis 
du 13 niars,*) S. M. T. Chr. a consenti que la r^ponse au precis du 5 f<^vrier 
passe serve de base a Tacconimodement qui est sur le tapis, en tant que les 
conditious (iu\'lle renferme, regardent les intördts immödiats des deux cours.»*) 
Si donc S. M. T. Chr. |)er8iste dans les mdmes sentiments comme il n'est pas a 
douter, il ne saurait etre difficile d*exprimer ce qui regarde Dunkerque, d'une 
maniere plus conforme aux explications reciproques precedentes. 

Du reste la cour imperiale avait insere le cin((ui6me article pour preuve 
de sa sincerite, c*est-a-dire |)our ne rien omettre de ce qui avait ete verbalement 
constati^. 



*) Die TOD Loss fiberj^ebene Abnchrift «1. d. Pari«, S6. Febmar 1748. 
'*) Vide A 1 , Addi. 271, p. 4S3. 



493 

ad art. IV*"». <>n tlm point de difficalt^ de vider les difr<§rends toaehant 
\es bnreanz noaveilement ^tablia sur les terrea limitrophea de la France eomme 
aussi anr lea limites des Paya-Bas de la meme maniere qae les antres differenda 
mentionnes dans cet arricie. 

ad art. Y»». Jamaia rimperatrice-reine ne s'est engagee i rien de plus 
qa'a la restimtion des etata de la repabiiqae de G€nes et da dae de Modene. 
La France s'en est contentee pareillement. Elt qoand meme cette aoguste prin- 
cesse vonlüt aller plns loin^ il ne serait p«s dans son pon^oir de le faire et 
moins encore d^ailopter l'article tel qu'il est insere au contreprojet de la France. 
Elle Fa reconnn elle-m^me selon le precia du 13 dn conrant.*) On ne sanrait 
donc se persa:uler (la'eile voolät le revoqner et rendre par la inntiles toas les 
soins qn'on s'etait donnes poar retablir one par£ute harmonie et nnion. II paraft 
clairement qae sa religion a ete sorphse par les artMces de ses alli^ On n*a 
confisqae aacan capital aax Genois. Mais eomme eeux-ci non obstant la capitula- 
tion par eux signee, avaient saisis les effets appartenants a rimperatrice-reme 
et anx siens, S. M. a ea echange par droit de repressailles saisi les lears. Et 
eile gagnerait en relachant ces eSets si la valeur de ce qai lui a ^t^ enlev^ 
contre la toi de la capitalation, lai serait restitaee. Ainsi eile a era marqaer sa 
mod^ration et son desinteressement en nlnaistant sor aacan dedommagemenl 
Et eile espere qae conformement anx ^gards qae les grands princes se doivent 
reciproqnementf le roi T. Chr. ne voadra pas en pretendre an poar ses alli^ 
dans an temps ou eile se desiste de celai qa*elle poorrait en pretendre a beau- 
coup plus jnste titre. Peat-on lai refaser rindemnite qa*on veat stipaler pour 
les aatres? Poarrait-elle a ce trait qai blesse sa dignit^, reconnaitre le vrai 
desir de se reconcilier avec eile? Et apn^ tous les exces et iniqait^s des G€nois 
dont M. le dac de Richelieu pourra rendre bon compte a sa cour, ne d^före-t-elle 
pas assez anx instances du roi T. Chr. par Toffire contenue dans le septi^me article 
de son projet? 

ad art. VI*"™. On se rapporte a ce qui a ete dit la-dessos dans les obser- 
vations sur les reponaes verbales communiquees le 13 du courant**) Et Ton se 
flatte toujours que l'evidence et la force de leur contenu feront impression en 
France. 

ad art. VII"". On Fadopte hormis ce qui y est dit au sujet de la Savoye 
et flc cinq fiefs mentionnes dans l'article VI pjir mpport auxquels on se tient a 
sa d^claration preoedente qui a paru ej?alement vraie et satisfaisante a la cour 
de France, d'autant plus que de la fayon dont cet article est couch^, eile bläme- 
rait hautement son propre fait. 

ad art. VIII""'. On y a repondu d'avance dans Tecrit qui sert de reponse 
an precis du 13 du courant,***) et Ton ne saurait se desister de la condition 

*) Vide A. IV., Anm. 271, p. 4d4. 

**) Vide Bailage Ä (p. 4M ) 

**'''; „. . . Elle Ha coar de Vienne) apprend de meme arec pUisir qae sa declaration eoncernant 
Tordre de nnccession aax rojaames de Napics et de Sicile a ete jogee pleinement satisfaisante. Hais 
CO n'cflt pas d'aajonrd'bui qa'elle remarqae que la frequentc transition d'une ligne h Taatre 
ne sanrait manqücr de foarnir matiere a de freqnentes disputes et collisions. Otte 
reinarqne »c trouvaot mot ponr raot in^eree dans le papier qa'on citc. C*est meme Ik dessas qae se 
fonde la prefercnce adjugi'e aux descendanis des denx scxes da seren. Infant D. Philippe arant cenx da 
roi 1). Carlos dans tuutes les ras y mentionnes. Ce serait donc ooTrir la porte ä de dispates et col» 



494 

A. 

Observations sur les r^ponses verbales aux reflexions faites par M. le comte 
de Leos a Paris sur la demande de TEspagne touchant la Savoye.*) 

La cour de France est tomb^e elle-m^me d*accord de la justesse des re- 
flexions faites par M. le comte de Loos. Elle les a troav6 non senlement appa- 
rentes, mais du moins pour la plus grande partie trös fond^es. II serait donc 
inutile de les r^p^ter. On s'y rapporte et se contente d'examiner ce qui y a 6t6 
repondn, pour en diminuer la force. 

On ne s^arrete ni a la premiöre, ni ä la seconde puisque la confiance r^ci- 
proque devant etre la base de la negociation et de son beureuse issue, on ne 
pr^tend pas de nourrir des soup^ons, mais plutöt de les bannir. 

En ^cbange on ne peut pas se dispenser de remarquer que, puisque la 
cour de France convient de Timpression que la troisitoe r^flexion doit faire, la 
reponse qu'elle y fait, ne parait nullement suffire pour tranquilliser les esprits, 
d'antant plus que sa grande puissance est plutöt un motif pour les alarmer 
davantage, 6tant naturel que ce qui est a craindre avec toutes les pr^cautions 
imaginables, Test bien plus encore lorsqu*on en n^glige quelqu'une. Ainsi on 
manquerait le but qu'on se propose de ramener un heureux et durable calme en 
Europe si au Heu de d^raciner tont sujet d'inqui^tude pour le passe, on donnait 
Heu a un nouveau pour Tavenir. D*ailleurs on ne saurait imputer ä rimp^ratrice- 
reine ce que la France pourrait entreprendre par la sup^riorite de ses forces, 
mais bien un arrangement convenu de son consentement au pröjudice du roi de 
Sardaigne. Or son premier soin a toujours 6t6 et est encore, de convaincre de 
plus en plus tant les puissances avec lesquelles eile est actuellement en g^erre, 
que Celles avec lesquelles eile est li^e, de la surabondance de sa droiture et 
bonne foi afin que par ce moyen tonte envie de s'entrenuire soit radicalement 
levee, Texp^rience n'ayant que trop et trop souvent donnö a connattre qu'elle 
toume principalement au profit de ceux qui cherchent a pScher en eau trouble. 

Animee par ce d^sir qui ne devrait pas faire moins d'impression en 
Espagne qu'il parait d'avoir deja fait en France, cette auguste princesse airae 
mieux et persiste ä mieux aimer que T^tablissement du s^r^n. infant Don Philippe 
soit forme a ses d^pens qu'ä ceux du roi de Sardaigne. L'oflfre contenue dans 
la reponse a la quatri^me reflexion lui serait a la verite tr6s avantageuse. Elle 
y est fort sensible et en connait tout le prix. Mais eile aimc mieux renoncer ä 
cet avantage que de blesser le moins du monde sa grande d^licatesse ou de 
perdre aucunement de vue son premier soin susdit. 

II arrive donc aujourd'hui dans cette negociation ce qui n'est gudres arrivö 
dans aucune des pr6c6dentes, c'est-ä-dire que la difficult6 a laquelle eHe s'ac- 
croche, ne provient pas du desir de se procurer des plus grands avantages, mais 
du desint^ressement ä ne pas accepter ceux qu'on lui offre, dans Tunique vue 
de mieux affcrmir par ce moyen la confiance et l'union sans lesquelles un repos 
stable ne saurait jamais subsister. Plus le cas est rare, plus se flatte-t-on que 
LL. MM. T. Chr. et Cath. en reconuaitront le m6rite et s'empresseront d'autant 
plus en echange ä s'unir cordialement avec une princesse qui donue une teile 
preuve de ses sentiments. 

Ainsi on passe sous silence ce qui a du rapport a la cinqui6me rdflexion, 
d'autant plus que la sixieme est la plus importante et la plus essentielle de toutes. 



*) Vide B. Anm. 271, p. iSG. 



4M 

OB Im BiiKm d*Aiitneli€ etait quatre fois phif pnisBiLBte es laüie. D'ailkiirs Faf^Nii 
&t la Fm^cf le garandt «nffisanuceiit ooBtre tont u«it et dan^r. £t Ilmpera- 
tzke-mne £^^est offene daraace de ganatir les anangeBests dont ob coDTiendim 
IMMn- fltaüe. conjointem^it avec les aotres pnissaneefi qui j prenditHit pait, 

le deÖT qne la eoor dTfipagne Ini a donse ci-deTant ä connaitre sar ce 

Hijet. 

£d an moL eette anroste princesse »e tieot anx coiMÜtk^is propoeees oo 
^ttepUre:^ eTentaeUeioent par U FTaxtee eomme on en tom^ d'aecoid dans le 
prMfi. EUe ne nie pa^ qne cette aeceptaüoii n'a^ presiippc«t' le ccmdentement 
de FEiftfLgDe, mih eile eroit en meme temps qne les mocifs qn'on vient de rmp- 
parier^ sont beanconp plns qne snifisanU ponr qne la Fmice Crase entendre 
raisoB ä eette eonrcmne en ca$ qn^eUe Toodiait persister on £ure semblant de 
persister dans le ref os d'j aoqniescer. ce qni neannK^ins n^est pas a presniner des 
qn^<Hi se ponrn reBondre de Ini faire lä-deasns des representatioDS bien euer- 
giqnes et fondees.^ ^[Beilage 10 ad Weisnng an Kannitz tob 15. Marx 1748. 
St.-A- 

^7S (216). Dieses KcmferenxprotokoU konnte nickt an^gefiinden werden. 
— Frankreiek blieb bd dem spanidcben Toncklag, wonack Don Pküipp SaToyeo 
SBd Kizza erkalten f^>l]e. 

Da£ dieses Projekt von sehen des Ge gners befnnrortet wnrde, erregte in 
Wien weniger Ärgernis als das V^kalten Englands, einer vcrböndeten Macht; 
denn Lord Sandwick kalte erklärt, es solle der Wonnser Vertng in vc^ler 
Knft Terbleibea, soweit der Konig von Sardinien in Betia^t komme: als niill 
nnd nicktig aber seien diejenigen Bestimmungen anznsriien, <tie zum Vorteil 
OBterreicks lantetea. 

Dennock wollte Maria Tberesia üuen Bnndeeptficktes tzenbleiben. Des- 
kalb entsckloß ae sick, zwar in die Abtretung Savoyens an des Infanten Don 
ndKpp zn willigen, aber den König von Sardinien auf ikre eig^enen Kosten zu 
eatsckadigen: sie war l*ereit, ikm Parma nnd Piacenza zn nberiassen, so lange 
ack der Infant im Besitze Savoyens befinde. (S. anck Ametk DI, 353 ff.) 

274 (217 1. ^Puncta deliberanda. 

1. Ist zn Ende letztverflossenen Monats über ein von kocklobL Hofkri^s- 
rat erstattetes Referat der Entscklufj gefasset worden, die OperatJonen in der 
Riviera di Levante je ekender je besser vorcnnebmen nnd kierzn bendtigten 
Falls gesambte k. n. k. Troupp»en in Italien anzuwenden, zn BegTandnn^ jetzt- 
gedackten EntsekJnsses aber eine Sckrift in vorweißlicken Tenninis zn verfassen. 
Xnn ist das letztere bescbefaen und bat bei Bobinson nnd Generalen Sncbur 
der Inkait dieser Schrift sehr guten Eindrack gemacht« wie dann da- letztere 
noch vor wenigen Tagen das Ansuchen getan hat. daß dem Grafen Browne aas- 
dmcklich eingebanden werden möchte, sich ja durch Sardinien von Befolgung^ 
dieses Eotschlußes nicht abwendig machen lassen zu woUeiL Der Tnriner Hof 
hat im voraus dem hiesigen gleichsam Tmtz gebi»ten. zn einiger vigorosen 
L^Dtemehmung schreiten zu können, und scheinet es fast erraten zn haben, 
massen da man den Treno di miili sicher gestellet zu sein geglanbet, die Im- 
I»ressarii die Flucht ergriffen, wordurch also die Vollziehung unmöglick gemacht 
T* ird. Und würden die Genueser den Verlust der geleisieten Cantioo lei^t ver- 
sohmtrzeD köTinen. wann ihrerseits einige Kunstgriffe hierunter verboi^n ge- 
sie<kfr svin voliun. aneiwo^en nach des Grafen Browne Schreiben vom 2. knjas 
die < »]• ratioLieii ein ^^^uzcs Monat andurch gvhemmet werden. Die dahero zu 



• ■III 



.- -^ 



—..■■.' ^' 






T', 



» ^ * 



,.- ;: • .- 



■ j- ' -r-''.*iiii:^:"..^ iiz 
:»:* — ■^f -rr.i- — -.i 



V ^- 



• «•■ 



....'.• 



- 1« 



- ... :-.--rL.. 



...v^ .1".. 



'.#■ 



V • 



. * 



■.:.'.i»-:i in ! 



. '•• r--: Ulli -.in; 
-r ':r* ""-'iM.irnr 

• ■ ■.■: : -r-rO- IX."' *•: 



500 

zu sprechen, dessen würklich erfolgte Abänderang oder vielmehr Anfhöning sie 
Unsere Bnndsgenossen in der Tat noch mehrers als nicht die eigene Feinde in 
Vorschlag gebracht, zum Behuff Preußen und Sardinien erzwungen haben. 

Graf Brühl hat also in diesem Stuck ganz recht gehabt, Uns durch den 
hiesigen Grafen Loos warnen zu lassen, indeme Graf Flenuning nicht allein im 
voraus entdecket, daß Lord Sandwich den Befehl überkommen, auf die obige 
einseitige Garantie zum Behuff des Königs von Preußen zu dringen, sondern auch 
noch überdas in Elrfahrung gebracht bat, daß Legge mit der Commission beladen 
seie, in dem Fall, da Frankreich dem so niederträchtig angesachten Frieden sich 
nicht fügen sollte, noch mehrere Abgaben auf Unsere Unkosten an Preußen zu 
Auswürkung dessen Hülfsleistung anzubieten; gleich alles dieses Graf Brühl in 
seinem Schreiben vom 12. vorigen Monats einfließen lassen« 

Doch müssen Wir untereinsten dem Grafen Brühl das gerechte Zeugnus 
beilegen, dafi er, um Frankreich von Preußen zu trennen und zu einem billigerem 
Betrag sowol gegen Uns als Rußland zu vermögen, an sich nichts erwinden 
lassen. . . . Und würde vermutlich er, Graf Brühl, darmit ausgelanget haben, 
wann nicht aus einer, allen Begrieff übersteigenden Verblendung beede Seemächten 
und zumalen der englische Hof sich auf das lebhaffteste angewendet hätten, 
durch flrzwingung obgedachter einseitigen französischen Garantie von Schlesien 
und Glaz, deren sich diese Cron anfangs selbsten geschämet hatte, folglich durch 
das von Frankreich mittelst deren Eingestehung bei Preußen erwerbendes Ver- 
dienst, sotane Trennung zu verhinderen und annebenst dem König von Preußen 
die Leichtigkeit zu verschaffen, forthin wechselweiß bald Frankreich und bald 
beede Seemächten, auch mehrmalen beede zugleich xu betören. 

Obwolen aber allem deme so wie obstehet ist, so mag jedoch nicht an- 
gehoffet werden, daß durch die bestgi^ründete Vorstellungen das allermindeste 
bei Engelland gerichtet werden könne. Ebenso wenig seind Wir auch der ge- 
meinsamen, uugerechten und zum Teil noch überdas untreuen Zusammenschwö- 
rung Unserer Feinden und Freunden, worunter Wir aber die russische Kaiserin 
keineswegs mit begreiffen, allein zu wiederstehen vermögend. Und endlichen 
wünie allerdings sehr schädlich sein, sich in dermaligen Umbständen sowenig 
gegen die eine als andere näher zu öffnen. 

Dahen> nichts anderes übrig verbleibet, als sich dergestalten vernehmen 
zu lassen, daß erstlichen Unsere, auf das verkleinerlichste herabzusetzen an- 
tragende höchste Würde nicht mehrers verletzet, zweitens nicht sowohl wegen 
der nunmehrigen als küuttigen Würkung das Uns zugefügt werdende ungeheure 
Unrecht wol in die Augen tauen gemacht, dannoch aber drittens zu keinen Vor- 
würfen, noch Hitzigkeiten geschritten, vierdtens die habende offenbare Befugnus 
nicht so plattenlingen vergeben, vielmehr derer künltighin sich eraugnen mof^n- 
der Vortallenheiten halber verwahret, von darumben aber gleichwolen fünftens 
die Aa>c*öhnung mit Frankreich nicht einen Augenblick aufgehalten werde. 

Zu :ioIchem Ende huWn Wir also diensam und der Notdurft ermessen, 
einesteils zwar dem Graten Kaunitz anzubefehlen, daß er die . . . hierbeikommende 
Deklaration auszuhämligen habe, anderenteils aber ihn untereinsten dahin anzu- 
weisen. d:iii, wann er darmit bei Frankreich ohnmöglich sollte auslangen können^ 
zur Unterschrift derer Uns aufgeilrungen wervlender Praeliminarien sodann ohne 
weiterer Ruckanfnig schreiten solle. 



502 

befahren, daß anmit das Übel ärger werden dürfte; gleichwie sich aber ebenso 
wenig von einem so unwürdig- und gemeinschadlichem Betrag als der englische 
ist, belobet werden kan, also bleibet nichts übrig, als daß einesteils in allen 
Yorfallenheiten beederseits den geraden Weeg fortgegangen, anderenteils aber 
außerdeme sich gäntzlichen gegen dortigem Hof verschlossen gehalten werde. Ist 
einmal die erstere Ungestümme vorbei, so kann sodann erst 

2. nicht schaden, wann absonderlich von Bußland nicht das Uns anmit der 
allgemeinen Sach zugefügtes ungeheures Unrecht und Nachteil, als wordurch ge- 
wisse Art von Leuten wenig gerühret werden, sondern allein die Abhängigkeit, 
in welche sich beede Seemächten von Frankreich, und Churhannover von Preußen 
gesetzet, wol erhoben, wie auch die Betrachtung nicht außeracht gelassen werde, 
daß sie Uns durch Unsers Erzhauses Entkräftung verloren, Preußen aber nicht 
gewonnen und der Cron Frankreich alles Verdienst bei Spanien selbsten zngelegt, 
mithin sich für anjetzo und noch mehr für das künftige auch im Commercio wehe 
getan hätten. Preußen und Sardinien würden sie gegen das Hauß Bourbon nicht 
schützen, und wann Schweden der Lust ankäme, sich von Bremen und Verden zu 
bemeisteren, so wäre keine nahe zulängliche Hülfe sich vorzustellen. Die alleinige 
Obermacht zur See köndte so wenig eine künftige Descente als die bißherige 
Progressen zu Land hinderen, mithin wäre, nachdeme Engelland Unser Erzhaaa 
sich Selbsten ohnnutz gemacht hätte, für die churhannoverische Lande, für dortige 
Schätze, nir das jetzige englische Gubemo, für die Wesenheit der Republic Hol- 
land keine andere menschliche Sicherheit als das uneingeschränkte Vertrauen auf 
der Cron Frankreich geheiligte Zusagen, auf die preußische Vertröstungen nnd 
Schmeichlereien, auf dieses Königs redlichste Ohneigennutzigkeit, dann auf die 
mächtige sardiniscbe Unterstützung mehr übrig. 

3. seind dem chursächsiscbem Hof die schädlichste Folgen seiner biß nunza 
ergrieffener, ganz gegeneinander streitender Maßaehmungen, nebst der ihme gleich- 
falls bevorstehender Gefahr zwar wol und zum öffteren vorstelUg zu machen, 
doch ohne weiters ein besonderes Verlangen zu einer näheren Zusammensetzung 
mit demselben zu äußeren, sondern vielmehr zu erkennen zu geben, daß man 
führohin in frembde Welthändel sich nicht einzumischen gedenke und beederseitige 
gemeinsame Sicherheit durch die engeste gemeinsame Vereinbarung zulänglich 
besorget zu sein verhoffe. Wie Wir dann überhaubt beederseitigen Anständigkeit 
gemäß zu sein ermessen, daß, da gegenwärtiges Systema seiner wesentlichen 
Natur nach ohnmöglich von langer Dauer sein kan, mit Gelassenheit abgewartet 
werde, daß andere ihre Zuflucht zu beeden beständig enge vereinbahrt zu sein 
habenden Hoffen nehmen, ohne im mindesten zu etwas Anlaß zu geben, so die 
Folgen haben köndte, daß ihrerseits die Zuflucht zu anderen genohmen werden 
müste. 

Woraus also 4. folget, daß wie dem Hauß Bourbon so wenig für das 
künftige als vergangene zu trauen ist, also hingegen untereinstem alle Weiterungen 
mit demselben auf das sorgfaltigste verhütet werden müssen. . . .** 

Nicht bloß der Gedanke an ein engeres Bündnis mit Rußland beschäftigte 
Maria Theresia, sie erwog auch bereits — wie aus dem an Bemes gerichteten 
Keskripte vom 3L Mai erhellt — den Plan, dereinst sogar Frankreich auf ihre 
Seite zu bringen, in der Absicht, sich eines Tages dieser Macht gegen Preußen 
bedienen zu können. Denn sie war keineswegs gesonnen, der Wiedergewinnung 
Schlesiens auch für den Fall zu entsagen, daß Friedrich IL nochmals den Frie- 
den brach. 



504 

kehren, sobald die franzüeischo und die holländische darmit zufrieden seind, welche 
dargegen absolute nichts einzuwenden vermögen, ohne die Wahrheit dessen, was 
sich zwischen dir und ihnen in facto ergeben hat, zu widersprechen. 

Mit einem Wort, Uns ist an Beförderung der Ratifications Auswechslung 
mit dem französischem und denen holländischen Ministns, und zumalen mit dem 
ersterem ungemein viel gelegen. . . .** (St-A.) 

Die vom 5. Juni 1748 datierte Ratifikation erfolgte jedoch unbeschadet der 
Deklaration, die von Kaunitz am 23. Mai im Namen der Kaiserin überreicht 
worden war. (Pribram I, 779.) 

Nun hatte aber Sandwich die Zurücknahme dieser Erklärung gefordert, 
vergebens jedoch; denn Kaunitz verhielt sich ablehnend — trotz der bereits er- 
folgten Ankündigung des bedingungslosen Beitritts Maria Theresias. (Vgl. Arneth 
III, 371.) Englands und Hollands Vertreter unterzeichneten daher am 31. Mai 
1748 eine Gegenerklärung, in der es hieß, man habe Österreichs Akzession in 
ihrer bedingungslosen Form angenommen und null und nichtig sei die Deklara- 
tion vom 23. Mai. (Pribram I, 778 ff.) 

Als sich die Auswechslung der Ratifikationen ohne jede Schwierigkeit 
vollzogen hatte, drängte Maria Theresia zu baldigem Abschluß mit Frankreich. 
Um dieses Werk nicht zu verzögern, wollte sie davon abstehen, daß in dem 
Traktat mit Ludwig XV. jener Deklaration Erwähnung geschehe. (Reskript an 
Kaunitz vom 7. Juli 1748. St.-A.) 

288 (229). Das Protokoll liegt nicht bei. Eine Beschreibung der Audienz 
brachte das Wiener Diarium (Sonderblatt ad Nr. 49) vom 19. Juni 1748. 

289 (230). Auch diese Listen liegen nicht bei. Nach den Originalverzeich- 
nissen im Staatsarchiv wurden folgende Geschenke überreicht: 

„1. Eine Aigrette oder Stecknadl von Gold, mit Diamant besetzt 2. Eine 
GUrtlschnalen von Gold; jedes Stuck derselben hat in der Mitte einen großen 
Saphir, an denen Seiten herumb 266 mittelmäßig- und kleine Diamant, nebst 
14 Rubin; die Schließen ist mit einem Saphir, 26 Diamant und 4 Rubin geziert* 
in einem Beutl von reichen Zeug. 3. Ein Stücklein gestickten Canavas, silber- 
färb. 4. Ein Stücklein Zeug, Schal genannt, schwarz. 5. Ein Stücklein ge- 
bluhmten dctto, rosenfarb. 6. Ein StUcklein glatten detto, rosenfarb. 7. Ein 
Stuck indianischen Zeug mit Silberdrath, Butdar genannt, braun -feigelfarb. 
8. Ein Stuck Schal mit Silberdrath, Bendbutdar genannt, ponsofarb. 9. Ein Stuck 
reichgebluhmten Zeug, Germessut genannt, meergrunfarb. 10. Ein Stuck detto 
mit Gold gestroifft. 11. Ein Stuck gebluhmten detto, rosenfarb. 12. Zwei Stuck 
mit mehr Farben gestreiffte indianische Faschen. 13. Funff Stuck in Constan- 
tinopl neu fabricirte Zeug, Butdar genannt, von verschiedenen Farben. 14. Zwei 
Stuck gcstreifftcn Damast mit mehr Farben. 15. Vier Stuck persianischen reichen 
Zeug, Diba genannt, gelb und weiß, mit mehr Farben gebluhmt. 16. Vier Stuck 
constantinopolitanischcn detto, mit mehr Farben gebluhmt. 17. Vier Stuck con- 
stantinopolitanisclien reichen Zeug, Dimi-Dibä genannt. 18. Sieben Stuck von 
allerbesten Cnmelot von Angora, Schali-Sof genannt, von verschiedenen Farben. 
19. Funffzig Stucklein sultanische Ko[)fbunde, Hunkiari Destar genannt, mit 
breiden goldenen Streiffen an bcede Ende; 20 dieselben seind von der schönsten 
Musselin. 20. Vier Stuck feine Teppich. 21. Vier Stuck algerinische, lange Decken, 
Ihram genannt, von verschiedenen Farben. Zwei derselben mit Fransen. 22.Ein ver- 



506 

an der lievländischen Grenze aufgestellt werden sollten. Trotz geringen Snb- 
sidien für dieses Korps (100.000 Pfund Sterling) sei die Zarin gewillt, noch mehr 
Truppen zu schicken, als man ausbedungen habe. 

Auf das unangenehmste fühle sich daher die Zarin durch die Nachricht 
berührt, es bemühten sich die Seemächte, auch Friedrich II. in den Frieden ein- 
zubeziehen, ihm seine Eroberungen zu garantieren, ja noch größere Vorteile zu 
verschafifen, wenn er ein Bündnis mit ihnen schlösse. 

Die Zarin erachte aber als im Interesse Rußlands, der beiden Seemächte 
und Österreichs gelegen, Preußen und Frankreich ganz und gar von einander zu 
trennen, damit den Eroberungsgelüsten beider Staaten endlich einmal vorgebeugt 
werde. 

Der König von England brauche keinen preußischen Einfall in Hannover 
zu besorgen; drohe dennoch ein solcher, dann würden beide russische Korps und 
fünfzig Galeeren sogleich zur Stelle sein und Friedrich II. zu Land und zur See 
derart bedrängen, daß er wohl alles zur Verteidigung seines eigenen Landes auf- 
bieten müßte. 

Die Zarin warnte die Seemächte, ohne Wissen und Zustimmung Maria The- 
resias mit Frankreich nnd Spanien irgendwelche Vereinbarungen zutreffen; sonst 
würde eintreten, was Frankreich eifrig anstrebe: die Entzweiung der Alliierten. 

Die Seemächte hatten sich in Kraft der Konvention vom 19. November 1747 
zu folgendem ver, fliehtet: ^afin que pour avancer la paix, un ministre imperial 
de Russie soit invit4 et admis sans fautc au prochain congrös, de mdme que les 
ministres des autros puissauces qui y ont part." Die Zarin erklärte, daß sie ihren 
Vertretern in London und im Haag bereits befohlen habe, dieser Einladung 
Folge zu leisten; nun verzichte sie auf ihre Zuziehung, da man willens sei, die 
guten Dienste eines Königs in Anspruch zu nehmen, der die Ruhe Europas ge- 
stört habe und jederzeit nur im Trüben fischen wolle. Ebenso liege ihr die Ab- 
sicht fern, die Eroberungen Friedrichs II. zu garantieren; sie sehe sich vielmehr 
genötigt, dem Befehlshaber ihrer Truppen die entsprechenden Verhaltungsbefchle 
zu erteilen. (Beilage des Berichtes Pretlacks vom 23. Mai 1748. St.-A.) 

„ . . . obgleich vorgeschützet werden will — heißt es in dem an Bemes 
gerichteten Reskript — daß sotane Aussöhnung oder Vereinigung (Preußens mit 
Rußland) ein solides Vernehmen zwischen Uns und Preußen untereinsten mit 
zum Grund haben solle, so liegt doch leider mehr als zu viel aus der Erfahrung 
am Tag, daß so wenig dießorts als V(m Rußland jemalen ein sicherer Staat 
darauf gemacht werden möge. Jetztgedachte Wahrheit ist so stattlich und über- 
zeugend in der eigenen russischen Nota dargetan worden, daß weiters etwas bei- 
fügen zu wollen, eine gänzlich vergebene Mühe sein würde. Wohin aber vor- 
züglich bei dem Inhalt des auszuwürkenden Nachtrags das Augenmerk von dir 
zu richten ist, bestehet in deme, daß deutlich darinnen mit einfließen möge, daß 
es hierunter auf die Auswal zwischen Rußland und Preußen an- 
käme und der russischen Kaiserin der mindeste Anstand, sich über 
diese Auswal zu determiniren, auch alle künftige Maßregien dar- 
nach auszumessen höchst empfindlich, folglich abseiten beeder 
See-Mächten und des Königs als Churfürsten, in solchem unver- 
hofftem Fall führohin auf keine weitere russische Hülfe mehr zu 
zehlen sein würde. 

Eine so standhafte Äußerung dürff*te hoffentlich sowol bei dem König 
Selbsten, als dessen Ministerio, bevorab dem teutschen einen starken Eindruck, 



508 

299 (246]*. In den An^defannngai KherenhifllerB findet aidi darüber 
nielits Terzeicbnet. V^l. jedoch Arneth III, 374. 

990 (246). Grenzstreitigkeiten zwiBcben der Qsteneichisclien Geneinde 
Valarsa und den venezianischen Gemeinden Becoaro and Valle de'Signori, die 
seit dem Jahre 1743 währten. Man beschloß, auf jede Genngtnnng an Tenichten, 
we^en anderer Grenzstreitigkeiten aber eine Konferenz zn berufen, jedoch nicht 
nor in respecta Tirol and Frianl, sondern dnrchaos, mithin aach re«pecta Istnen 
und der Lombardei. . . .* (Konferenzprotokoll Tom 8. Juli 1748. St-A.) 

301 (248). In Khevenhfillers Anf&dchnnngen ist darüber nichts enthalten. 
Die Weisung an Batth jinj ist vom 17. Jnli datiert. (St-A ) Sie betraf unter 
anderem den Vorwurf, den England gegen den Wiener Hof erhob, es habe einzig 
und allein dessen Betragen die Seemachte zum Abschluß dar Präliminarien ge- 
nötigt. Folgendes Sündenregister ward Osterreich vorgehalten: ungenfigende 
Erfüllung der Haager Krmveotion, denn kaum 30.000 Mann, geschweige 60.000 
Mann seien in den Niederlanden aufgestellt worden: beabsichtigter Abschluß 
eines Sondervertrages mit Spanien: Gefahrdung Hollands nach der Übergabe von 
Mastricht im Falle der NichtUnterzeichnung der Präliminarien. Kaunitzen sei noch 
zu rechter Zeit das Vorhaben der Seemachte angezeigt worden. 

Lord Hyndford hatte den Auftrag erhalten, dies alles der Zarin vorzu- 
tragen. (Bericht des Grafen Bemes vom 15. Juni 1748. St-A.) 

302 (249). Robinson war zum zweiten Bevollmächtigten Englands in Aachen 
ernannt worden, damit er Sandwich einigermaßen überwache, der sich völlig von 
St. S^verin beeinflussen ließ. (Arneth III, 379, nach einer Depesche Wasners vom 
25. August 1748.) 

303 (249). »Was Robinson mir gestern abends vorgelesen — so lautet 
eine Note Bartensteins vom 23. Juli 1748 — hat nachfolgende Anliegenheiten 
betroffen, als 1"^ die baldige und gänzliche Zurückgab derer Niederlanden; 
2^ die baldige Errichtung des Dffinitiv-Traktats; 3'<* des Königs große Ver- 
wunderung, daß die Cessionen des Wormser Traktats angefochten werden wollen; 
4** den vorgebenden Ungrund dessen, was Legge angebracht haben solle; 5** die 
vorgeschützte UnStatthaftigkeit des Verlangens derer rückständiger 100,000 #2; 
6^ das 31iß vergnügen, so die hiesige Antwort vom 17. Juni erweckt haben solle, 
und endlichen 7°** das gleichfalls geschöpfte Mißvergnügen über dem vom Gmfen 
Kaunitz in Zweifel gezogen werden wollenden Bestand des Barriere Traktats. 

Quoad i«n°°» hat Robinson versichert^ daß Frankreich gesambte Nieder- 
lande zurückgeben und sich mit englischen Geißlen begnügen würde, die hier- 
unter von seinem Hof bezeugte Leichtigkeit sehr hoch erhebend. Worauf zu er- 
wiedrigen mich begnüget, daß dieses zu vernehmen sehr vergnüglich wäre; daß 
Graf Batthyany dießfalis einen sehr ersprießlichen Vorschlag getan; nichtsdesto- 
weniger aber dankbarlich erkandt würde, daß selbem sich englischerseits so 
willfährig gefuget worden wäre. 

Quoad 2**"™ ist im Schluß seine Instanz dahin gegangen, daß einesteils der 
Definitiv-Traktat als ein gemeinsames Werk gefasset und anderenteils derselbe 
dardurch nicht erschweret, noch verzögert werden möchte, daß dießorts auf denen 
mit der hiesigen Deklaration Inhalt übereinkommenden Erleuterungen bestan- 
den würde. 

Da nun von wegen der obhabenden Verrichtung diese Anliegenheit dem 
Robinson zum meisten am Iler/en zu liegen geschienen und er nicht mit gleichem 
Eifer derer übrigen Punkten halber auf eine Ruckantwort gedrungen, so habe 



512 

liminairem oa qui y ont acc^^ ensnite, bien Ioid de Toolmr retarder la con- 
elnsion da tnute d^Ditif, EUe a ea en vne de la hater et de la faciliter, Bans 
tomber dans leg iocony^nieiits dont on s^eat aperen apr^ celle des prelimiiiaiTea. 
Elle ne fait qae sniTre en cela la methode constamment pratiqade, en pareil cas 
dans tontes les n^gociations pr^c^entes de paix, par les plus grands ministres 
de lenr temps et entre les paissances les plns ^troitement li^ ensemble. 

La pacification est et doit ^e g^n^rale. Des instrnments diffirents n*7 
d^rogent pas, non plns qn*ä Tonion entre les pnissances alli^es. Jamals pareille 
illadon n'a en lien ci-devant 

La base de ces differents instrnments est commune, k savoir les prelimi- 
naires que rimp^ratrice-reine n*a jamais reinst de faire ins^rer tont dn long dana 
son traite, comme ils devront Stre ins^r^s dans tons les antres. Et pnisqne 
le 23"** article en fait partie, eile n*a jamais refuse de le confirmer. 

M§me s*il ne s*agit que de le tradnire du frangois en latin, eile consent 
encore qu'il soit annex^ au trait^ ä conclure en son nom; par Tebaucbe duqnel, 
on n*a quasi fait autre chose que de transformer les pr^liminaires en trait^ d6- 
finitif, sang charger Touvrage des discussions qui ne paraissent pas absolument 
n^cessaires, ni pour ni contre. 

Cette Toie a paru la plus naturelle, la plus ais^e et la plus courte. Elle 
est autoris^e par rexperience et la constante coutume en pareille rencontre. 
Voiiloir en suivre une autre, ce serait retarder et non pas bäter la fin de rou- 
vrage. M. le Chevalier Robinson ^tant fort vers^ dans les affaires ne sanrait 
manquer de le sentir. 

Quoiqu'il en soit, en s'attachant a ce qui a toujours eu Heu, et en ap- 
portant tont le soin possible pour chercher un juste milien qui ne deroge k per- 
sonne, on ne saurait possiblemcnt etre tax6, ni soup^onn^ de vouloir faire nattre 
des difficultes qifon s^empresse d'^viter." (Beilage 2 ad Weisung an Kaunitz 
vom 25. Juli 1748. St-A.) 

Maria Theresia hatte dem englischen Gesandten ihren Unwillen über die 
Politik seines Hofes derart zu verstehen gegeben, daß Ulfeid an Kaunitz 
schreiben konnte: „jamais ministre a ete cong6di6 plus mal que celui-ci; mdme 
rimp^ratrice a iin pcu trop charg^ la dose." (Ameth III, 486, Anm. 47.) 

304 (250). Ferdinand Anton Vinzenz (geb. 1740, gest 8. November 1768 
zu Prag), Sohn des Grafen Franz Ferdinand Anton Khevenhüller aus dessen 
(zweiter) Ehe mit Maria Josefa Theresia Gräfin St. Julien. 

305 (250). Wie sehr sich Maria Theresia bemüht hatte, den Münchener 
Hof an sich zu fesseln, erhellt aus folgender Stelle eines an Beischach ge- 
richteten Reskriptes vom 9. April 1748: «... gedenken Wir forthin dem Chur- 
fürsten auf das freundschaftlichste zu begegnen und Uns, ungehindert die Tren- 
nung von Unseren heimblich- und öffentlichen Feinden allschon in denen Füssner 
Präliminarien sich ausbedungen befindet und derselben nicht eben auf das ge- 
treueste nachgelebet worden, zu ihrer, derer Füssner Präliminarien, unabbrüchigen 
Festhaltung beständig anzubieten, ja noch weiters zu gehen und die nembliche 
Sprach gegen Churbayern forthin auf das liebreicheste zu halten, die man hier 
gegeu Grafen Seinsheim und zu München durch Grafen Choteck biß zum Schluß 
der Interimsconvention vom 17. Junii 1746 und nachherigen Convention vom 
21. Julii ejusdem anni gehalten hat, nemblichen daß Wir nichts mehrers wtin- 
Bcheten und verlangeten, als die vornehmere teutsche Häußer, bevorab Unser Erz- 



514 

Maria Theresia war keineswegs gesonnen, einen raschen Bescheid zu 
geben. Graf Seinsheim erhielt daher die Weisung, eine Antwort zu erwirken, 
worauf er, ara 8. August, der Konferenz beigezogen wurde. Man hielt ihm vor, 
„wie wenig der churbayrische Betrag mit denen aus der Convention vom 21. Julii 
1746 entspringenden Verbindlichkeiten Übereinstimme", gab ihm aber auch „das 
aufrichtige Verlangen'' zu erkennen, „allen Stein des Anstosses für das künftige 
aus dem Weg zu räumen". Femer wurde geltend gemacht, „daß entweder der 
denen hiesigen auf obgedachter Convention sich gründenden Verlangen immerzu 
entgegengesetzte Unions-Traktat mit Churpfalz sich mit dem Inhalt vielerwähnter 
Convention vereinbaren lasse, oder nicht. In dem ersteren Fall fiele der bis nun- 
zu zur Vereitlung derer übernommener Verbindlichkeiten mißbrauchte Vorwand 
gänzlichen hinweg, und in dem zweiten wäre zuvorderst nicht zu rechtfertigen, 
daß man gegeneinander streitende Verbindlichkeiten übernehme; allenfalls käme 
es auf die Auswal an; nimmermehr aber könnten Wir einseitig an vielgedachte 
Convention vom 21. Julii 1746 gebunden sein. Woraus also der Schluß gezogen 
worden, daß — umb zu wissen, woran man wäre — der Unionstraktat Uns mit- 
zuteilen, annebenst Wir wenigstens für das künftige über der getreuen Erfüllung 
derer Uns getanen Zusagen vollständig zu beruhigen wären". 

Graf Seinsheim konnte dagegen nichts einwenden; er versicherte bloß, daß 
der Kurfürst die besten Gesinnungen hege, und drang schließlich auf die Be- 
antwortung des Schreibens Max Josefs. (Reskript an Wasner vom 13. August 
1748. St-A.) 

Diese Antwort erfolgte am 18. August 1748. Maria Theresia versprach, 
in betrefif des Artikels XI der FUssener Präliminarien gewiß das Erforderliche 
veranlassen zu wollen. 

„Wegen des zweiten Punkts — so schrieb sie dem KurfUrsten — wird 
sich in E. L. Zuschrift auf den beigefügten Extrakt aus dem Traktat vom 
I.September 1726 bezogen. Und Graf Seinsheimb hat seithero noch vier andere 
Urkunden beigebracht, nemblich drei kaiserliche Belehnungen vom Jahr 1688, 
1652 und 1658, dann eine in dem zuerst erwehnten Jahr zwischen weil. Kaiser 
Ferdinand III. und weil. Churfürsten Maximilian gepflogene Abhandlung. 

Die kaiserl. Belehuungen oder Expectanz Briefe können ihrer wesentlichen 
Natur nach, in Ansehung Meiner das Genugtuungsverlangen ohnmöglich be- 
gründen. Und wäre nicht minder bei dem Inhalt der vorhergegangenen Ab- 
handlung sehr vieles zu erinneren, zumalen die Anforderung, für welche die Ex- 
pectanz erteilet worden, weiland Kaiser Ferdinand III. für bekand nicht ange- 
nohmen, weniger seine Erben und Nachkommen sotaner Expectanz halber zu 
etwas verbunden, sondera lediglich jenes eingestanden hat, was von ihme als 
Oberhaubt des Keichs abgehangen, u. z. mit dem merkwürdigen Beisatz, daß sich 
hierzu umb den erforderlichen Consens gesamter Churfürsten beworben werden 
solle, welchen erlangen zu helfen, höchstged. S. kais. M. sich mitaugelegen sein 
lassen wollten. Inner diesen Schranken findet sich die für eine keineswegs an- 
erkandte, sondern ausdrucklich wiedersprochene Forderung getane Expectanz- 
Zusag eingeschränket. Gesetzt aber gleich, daß die Abhandlung oder der Vergleich 
ganz änderst und so lautete, daß dessen Verordnung das Begehren der Genung- 
tuung klar und vollständig begründete, so würde jedoch auch in solchem FäH 
dasselbe anjetzo nach denen mittlerweils darzwischen gekommenen, durch feier- 
lichste Friedenstraktaten ausbedungenen und vom gesamten Reich mehrmalen 
gutgeheißenen Veränderungen nicht mehr stattfinden können. 



516 

bei dem König von Engel land zu snchen, gleich als ob Wir von dem engli- 
schen oder churhannoverischem Tribunali abhangeten."*) 

(Reskript an Wasner vom 13. August 1748. St.-A.) 

310 (252). „ . . . J'ai examinö ma conscience trös soigneusement . . . 
et je ne trouve que deux choses qui pourraient gtre susceptibles de quelqne 
mauvaise Interpretation ou m^sentendu. La premiöre est que me trouvant an 
soir avec le comte Ulfeid je lui dis que je trouvais S. M. fort chang^e, qu'il me 
semblait qu'elle 6tait d^goüt^e de tout, et que la couronne paraissait Ini peser 
sur la t§te, qu'il fallait lui dissiper ses chagrins et lui rendre son gouvemement 
moins on^reux, d*autant plus que la Situation des affaires 6tait pr^sentement 
moins mauvaise qn'elle n'avait 6te au commencement de son rögne, qu'il j avait 
encore bien des grandes ressources, que j'en savais plusieurs qui 6taient imman- 
cables, et que j'engageais mon honneur et ma tete de r^ussir de sorte que dans 
trois ans de temps la face des affaires aurait enti^rement chang^ dans les ^tats 
h^r^ditaires; que j*avais donnö la-dessus un memoire a S. M. en termes g^neraux, 
la suppliant de me vouloir nommer deux ou trois personnes de sa confiance, 
mais que jusqu'a präsent eile ne m'avait encore nomme personne. 

II me repondit que le minist^re Tavait bien tire d^affaire et qu'elle aurait 
fait encore mieux si eile avait voulu lui accorder plus de confiance. Je lui dis 
que le roi d'Angleterre m'avait dejä dit que le ministere a Vienne 6tait tr6s 
rarement d*accord, par cons^quent je n'etais pas surpris si S. M. n'avait pas 
toute la confiance qu'elle aurait certainement s'ils etaient plus unis. II me dit 
aussi que Einski ^tait d^ju trois ans a la tdte des affaires du commerce, mais 
que jusqu'a präsent il n'avait rien produit, et qu'il parlerait de ce que je lui 
avais dit, ä 8. M. Je promis de lui envojer une d^duction que j'avais faite 
rannte 1736 avec Teveque de Namur sur le rdglement des dettes, et j'y ajou- 
tais que je confererais avec qui que ce soit, mais qu'avec Kinski je ne voulais 
avoir rien a faire, et que je Tavais meme dit a S. M. 

Le second cas est qu'apres avoir 6t6 pri6 a diner chez le comte de Harrach, 
lequel m'avait re^u quelques jours devant avec taut de froideur et peu de 
politesse que j'avais r^solu de ne le plus voir. II m'accosta pendant qu*on 
servait le dessert et me dit: vous avez trouve, Monsieur, a votre arrivee bien 
des changements et aurez ouY beaucoup parier d'un reveche. Je lui dis que les 
changements apres 5 an^ d'absence ne pouvaient pas me surprendre, et il me de- 
manda encore si je connaissais le mutin? Je lui repondis: oui, oui, je le con- 
nais, et nous nous remimes a table. Je fus apres avoir pris le cafe, au jardin, 
et de la fenetre je pariais beaucoup a sa fille laquelle me pria d'obtenir la per- 
mission de sa mere devoir aller a Top^ra. Lorsque je fus en chemin pour m'ac- 
quitter de ma coramission, le comte de Harrach qui me rencontra sous le seuil 
de la porte, venant a moi, me reprit au jardin et je m'aper^us aussitOt qu'il 
voulait me parier et recommencer le discours qu il avait entraim^ avant-diner. 
Apres un petit detour il tomba aussitot sur la matiere dont il voulait me 
parier, et avec son eloquencc naturelle il me conta le commencement et la fin 
de toute son affaire, m'assurant que si je voyais son projet, je lui donnerais 



*■) Am 22. 11. August 1750 kam zn HaunoTer eine Übereinkunft swischen Osterreich, England 
und Bayern zustande, kraft derer der Kurf&rst seinen Ansprüchen auf Mirandola and Coneordia zu- 
gunsten Österreichs, gegen eine Geldentschädigung, entsagte. (Wenck II, 461.) Eatifikation Maria 
Theresias d. d Wien. 31. Augast 1750; des Kurfürsten Max Josef d. d. München, 4. Sept«mb«r desselben 
Jahres. i^Bittner I, p. 184, Nr. 981.) 



518 

& S. M. ä vouloir bien me permettre de me ponvoir mettre a ses pieds avant 
mon d^part. 

A Vienne, ce 11 d'aoüt 1748." 

311 (2^3). Vgl. Arneth IV, 125. Maria Theresia bewilligte außerdem eine 
Summe von 10.000 Gulden, aus deren Erträgnis die noch nötigen Bücher ange- 
schafft werden seilten. 

312 (254). Seit Jahrhunderten währte der Streit. Als Friaul unter die 
Botmäßigkeit der Republik gelangte, behielt der Patriarch von Aqnileja die 
geistliche Jurisdiktion über Friaul und den größten Teil der Provinzen, die 
Venedig auf dem Festlande besaß. Nun erwarben aber auch die Habsburger 
Teile von Friaul und die görzischen Lande, weshalb mit Venedig Zwistigkeiten 
über das Recht der Ernennung eines neuen Patriarchen entstanden. Die Republik 
maßte sich das Patron a tsrecht über die Patriarchalkirche zu Aquileja an, das je- 
doch weder von Österreich, noch vom Reiche anerkannt wurde. Der Wiener Hof 
erhob Vorstellungen bei der Kurie und suchte den Papst zu vermögen, die Er- 
nennung wechselweise erfolgen zu lassen. In der Tat zeigte sich Benedikt XIV. 
(1750) bereit, einen apostolischen Vikar zu ernennen; dieser solle die geistliche 
Jurisdiktion in den österreichischen Gebieten ausüben, die Republik aber das 
Nominationsrecht für ewige Zeiten behalten. Venedig widersetzte sich diesem 
Vorschlag, was jedoch den Papst nicht hinderte, am 27. Juni 1750 den Grafen 
Karl Michael Attems zum apostolischen Vikar mit dem Charakter eines Bischofs 
zu ernennen.*) Dieser solle in Aquileja, der Patriarch in üdine residieren. 
(St.-A. Romana, Varia, F. 50. Vgl. Daru, Histoire de la R^publique de Venise 
V, 36 ff.) 

313 (254). Die langjährigen Versuche der österreichischen Regierung, ihr 
friaulisches und görzisches Gebiet zu einer besonderen Eirchenprovinz zu ge- 
stalten, gelangten erst 1751 zu glücklichem Abschlüsse. Denn am 21. März dieses 
Jahres wurde in Wien zwischen den Bevollmächtigten Maria Theresias und der 
Republik Venedig ein Vergleich, die Aufhebung des Patriarchats betreffend, ge- 
schlossen (Bittner I, 185, Nr. 989), welche Konvention der Papst am 6. Juli 1751 
bestätigte. (Wenck II, 506 ff.) In Kraft dieser Bulle erklärte Benedikt XIV. das 
Patriarchat von Aqnileja für erloschen und er genehmigte zum Ersätze dafür die 
Errichtung zweier Erzbistümer zu Görz und Udine. (Czoemig, Das Land Grörz 
und Gradisca 355 ff.) 

314 (258). „Es wurde dem Baron Trenck durch den Stadtobristlieutenant 
H. von Mtihlburg und drei ihme zugegebenen Deputirten die Publication getan, 
daß er völlig deji^radiret, zu Bezahlung aller seiner Schulden und Commissions- 
kosten, auch Ersetzung aller hin und wieder verursachten Schaden und Unkosten, 
und ad carceres perpetuos condemniret sein solle, worauf er in der Nacht mit 
zwei Postwagen in Begleitung drei Ober- und zwei Unterofficiers nach Mähren 
auf den Spielberg abgefUhret worden." 

Trenk erhielt zur Bestreitung seines Unterhaltes täglich einen Dukaten 
und man bewilligte ihm auch einen Diener. (Arneth IV, 107.) 

315 (258). Diese Deputation, der beide Majestäten präsidierten, führte 
den Namen „Geheime Hofdeputation in Austriacis quoad militaria mixta, con- 
tributionalia et cameralia". (Handschreiben Maria Theresias an den Oberst- 



* Urkunde im Staatsarchiv. 



520 

Über die Kritik, die Bartenstein an dem englischen Entwarf 9blt, ^J 
Beer, Zur Gi'schicbte des Friedon» von Aachen 74 ff. 

319 (260). Reskript vom 9. September 1748. (Den en^rluchen EBtvv{V| 
treffend.) 

320 (2t)l). Liegt nicht bei. Das Referat war der Kauerin beiein a| 
22. August 1748 ersttitttt worden. Die Konferenz hatte Geschenke fHr den Sitae 
im Werte von 20.000 Gulden und solche für den Gesandten and dessen G<t«r-1 
im Werte von 1.5(N). bczieliungswcise 2050 Gulden beantrag woaa noch> 
Gulden kamen, welche der Ilofkriegsratspräsident fUr Geschenke vervcnfe 
wollte, die in seiueui Namen zu verabreichen waren. Maria Theresia genebüK 
diesen Vorschlug. (Referat des Obersthofmeisters vom 22. August 1748. SlI 

321 (2()5). Dici^er Protokollsauszug liegt nicht bei. £ine Notiz hrttlite ^ 
Wiener Diarium vom 21. September 1748, Nr. 76. 

322 (206). Die Instruktion fiir den Grafen Johann Choteck ist vom 15. Sc^ 
tember 1748 datiert. (St.-A.) 

„ ... ist des Königs von Preußen Gedenkensart — heifit es darin ^wä 

immer die uembliche Am Willen Uns zu schaden und Unser Elrzhauf tams 

mehr und mehr zu schwächen, sich aber auf Unkosten desjenigen Nachbahren. n 
er zum meisten Nutzen uml Leichtigkeit findet, zu vergrößeren, wird esihnene 
ermanglen, mithin kann ihn von neuen wiedrigen und feindseligen ZudringoBfR 
allein die Beisorgc eines mißlichen Ausschhigs zurückhalten. Dahero nicht voU 
begreißich ist, wie noch immerzu das englische Ministerium sich beigehen lunt 
oder sich beigeh eii zu lassen anstelle, ob würde durch neue Gtarantien, Tiaktatn 
oder sonstige Zu>agen ein solcher Fürst sich binden lassen, der sich an keine 
Verbindlichkeiten im mindesten zu kehren gewohnet ist So Wir von darambA 
hier anmerken, weilen zur Beschönigung der in denen PrSliminarien vuibt' 
dungenen ein.st.'itigen, mithin nicht leicht erhörter Garantie die eng'lische Minisiri 
sondersgeltcn zu machen >ich bemühen, daß ihr Antrag dahin gehe, Prenßen nr 
(iarantie der pragmatischen Sanktion und sammentlicher Friedensbedingniusn 
mit zu vermögen. 

Ingleicli hat sich .. . die Anzahl derer Kontraventionen des Dresdner Frie- 
dens seither«» nicht vermindert, sondern eilender vermehret. In und außer Reichs 
wird zM l'nsereni Abbruch das äußerste v»)n denen jeden Orts befindlichen preofii- 

sehen .Ministris an;re wendet, (rollnianns Betragen) Ob man gleich zu Berlin 

und in denen preultisehen Landen aus seinen Ursachen und Absichten die katho- 
lische Religion zu hegünstigen sich anstellet, dem römischen Hof und S. j^bstl. H. 
wie auch dem Nuncio in Polen sehr schmeichlet und einen bestfindigen Brief- 
wech.^el mit dem Oardinalen 'IVucin unterhaltet, so wird doch in Schlesien deme 
keineswegs ein (iiMiügen geleistet, was /.um lichuf der katholischen Religion der 
durch den Dresdner rried« n bestätigte Berliner Traktat vermag. In puncto 
amnestiae, eommercii, dann derer Schulden Abteilung nnd Tilgung bleibet der- 
.■•elhe gleichtalls unertullet. . . . 

.Nur fällt nach geschli»senen Friedenspräliminarien Jene Beschwerde hin- 
weif, welche damals duhero ent>|)run^'^en, dali sich allen diesseitigen Bearbeitungen 
in maf'Tia «•ecinitati^ piiblicae auf das äußerste von PreuBen entgegen gesetset 
iiii'i "-i' h dar von whlirendcni Krieg ein ^^roiies Verdienst bei Frankreich gemacht 
wor'i'ii: YM ^Hejcher Zeit, als man das blo^^wärtigc Stillsitzen bei Engelland so 
^^elteii zu marlun ;.''ewn(jt hat, daii biß nunzu dem König von Preufien beständig 
;." lijn:r<:h i'-t, nn;r<hindert der allein vor Augen habender eigenen AnstHndigkeit, 



522 

Fried, ofan« f^ Pr^afieo etwas tmtnMB^em^ tob Frankreich gtarMoMg« 
wir#;: ja%t vk Prea&?D za dmeninmleii seinen Frieden geeehlonen, olne flr 
Frankreieh etvu ao^zadhigen. Solehemnseh hat dieser feine eagiisdw QU e itl i 
nicbtft aodere« g«ffniirbtet. als daß Frankreieb aas obremeher BoBorge 
getrauet bat. weniirer als Eni^elbiud für Preufien zu tnn. 

Welche Umbfttaode dann der König sieb meisterlich smotien ] 
we'ß. noih j^d^-D Ort« desto ebeoder und leichter, was ihme awftindig, 
wUrken. Obwol^-D er aber bieniofer nicht in gleicher Mafi als Engirlland m 
verd«mkeo and der die einseitige Garantie betreffende Pnnct fnr keinen preiifii- 
sehen Unt^rrbroeh de» Dresdner Friedens anzoseben ist, absonderlich na^deme 
der KiiDig schriftlich bezeuget bat, nicht nur wol zufrieden zu sein, daS die 
Garantie den ganzen I>ref»dner Friedens Uns gleicbialls geleistet werde, aoodem 
ancb seine Ministros in Engelland nnd Holland ein solches zu betrriben, ana> 
druck lieb angemiesen zn haben, so seind doch die übrige preußische Cdotn- 
▼entionen teils in der Notorietät gegründet nnd teils unschwer erweislich. 

Gehet dr>cb Unsere Meinung keineswegs dahin, die Waffen gegen sotanen 
KOnig auch nunmehro nach geschKissenem Frieden zu ergreifen. Vielmehr werden 
Wir die Kühe« so lang nur raenBchmöglich ist, beizubehalten suchen, ohne jedoch 
Unserer aus m mannigfaltigen Contraventionen entspringender Befngnus etwas 
zu vergeben. — — — — __ _ — ___ — — — — — 

. . . Unsere Vors^^rge zur Beibehaltung des Ruhestands erstrecket sich . . . 
sogar auch dahin, allen scheinbaren Vorwand, umb Uns sich zuzudringen, ihme 
König zu benehmen. . . Deme zn Folge haben Wir, als die Friedenspräliminarien 
bekanriterujaßen ausgefallen, die vor Unserem Beitritt vorhergegangene Decla- 
ration . . . fasHcn lassen, als vorwieder der König von Preußen, umb willen sich 
darinnen auf dessen eigene Facta gesteiffet wird, nichts einzuwenden vennag. 
Zwar wollen beede Seemächten, vomemblich auf sardinisches, zugleich aber auch 
auf geheimes preußisches Anhtiften behaubten, ob wäre sotane Declaration von 
wegen des nachheri^en uneingeschränkten Beitritts für erloschen zu halten, 
allein deme ist nicht also . . . Darmit jedoch Unser gänzliches Stillschweigen 
obiges Vorleben nicht zu bekräftigen scheine, so ist er>t unlängst die hiesige 
Anmerkung über den die (Garantie v(m Schlesien in sich enthaltenden Articul 
des engÜBehen Ge^enprojccts des zu errichtenden Definitivtraktats . . . aus- 
gefallen, worüber ebenmäßig von Preußen sich auch nur mit einigem Schein im 
geringHteu nicht beklaget werden mag. Allein, ob Wir gleich auch führohin von 
dieser Vorsorge nicht abzugehen gedenken, so kombt doch . . . das Haubtwerk 
nicht darauf, sondern auf zwei andere Haubtobjecta an, nemblich teils auf die 
Verbesserung der innerlichen Verfassung in militiri und oeconomico, und teils 
auf die enge Verknüpfung mit Rußland und die Versicherung dortiger aus- 
giebigen HülfHleistung auf Jeden sich eraugnen mögenden Fall. Das erstere 
schlägt, in so lang er Graf von hier abwesend ist, in seine Verrichtung nicht, 
umb so tieffer aber das zweite ein. 

Von beeden Seemächten haben Wir einige Hülfe gegen Preußen so leicht 
nicht zu erwarten. Und obwolen der König von Engelland für seine Person 
ihmo gar nicht geneigt, auch das churhannoverischc Interesse mit dem chur- 
brandcnburgit^chen nicht wohl vercinbarlich ist, so kann man sich doch weder 
von ilnne König als Churfürsten, noch von dessen teutschem Ministerio einige 
standhafte Maßnchmungeu versprechen. Wornebst die Begierde, Schätze zu 



524 

dem eigenen Interesse übereinkombt, und anderenteils ist ihre Yerknüpfang mit 
Schweden eine nicht geringe Hindemus eines solchen Vernehmens zwischen ihr 
und Rußland, wordnrch alle und jede gefahrliche preußische Vorhaben am leich- 
testen zernichtet werden köndten. 

Solchemnach ist wie obgemeldet, Unsere engeste Verknüpfung mit Ruß- 
land das einzige menschliche, verläßliche Rettnngsmittel, zumalen in allem, was 
Preußen betrifft, beede Höfe ganz einerlei Interesse haben. Nur allzuviel wird 
ein solches zu Berlin erkandt, mithin nichts unversucht gelassen, umb den rassi- 
schen Großkanzler Grafen Beetuchef zu stürzen und an dessen Stelle seine An- 
hänger, den Vice Canzleren Grafen Woronzow nebst dem Lestock wieder empor 
zu bringen. — — — _______ — _ — — — — — — — 

Aus diesem nun von dem Zusammenhang dermaliger großer Weltgescbäften, 
in soweit selbe mit sein, Grafens, Verrichtung eine Verknüpfung haben, weit- 
läufig gegebenem Unterricht ergiebet sich . . . von selbsten, wie er seinen Be- 
trag gegen die übrige zu Berlin anwesende frembde Ministros auszumessen habe. 

— — — In so lang . . . Engelland mehr zum Nachteil Unsers Erzhauses als 
dessen ehemalige Feinde sich bearbeitet, in so lang Sardinien und Preußen anf 
dessen Unkosten wiederrechtlich begünstiget werden wollen, und in so lang für 
dessen Aufnahm und Erhaltung nur denen Worten nach g^sorget, in der Tat 
aber es immer mehr und mehr zu schwächen sich bestrebet wird, so wäre für 
eine große Unvorsichtigkeit, ja Einfall zu halten, sich durch die Uns denen 

Worten nach bestimmende erstere Stelle im mindesten betören zu lassen. . . . 

__ « 

Choteck erhielt auch eine Instruktion aus der Reichskanzlei, d. d. 20. August 
1748. (St.-A.) 

Friedrich II. wußte bereits seit geraumer Zeit, daß Choteck zum Nach- 
folger des Grafen Bemes bestimmt sei. (Schreiben an den preußischen Ge- 
sandten in Wien, Grafen Podewils, vom 20. Mai 1748. Politische Korrespondenz 
Friedrichs des Großen VI, 117, Nr. 3074. S. auch p. 131, Nr. 3095; p. 185, 
Nr. 3174.) 

323 (267). S. Anm. 264, p. 482. Friedrich IL verwendete sich für die An- 
sprüche des Herzogs v<in Sachsen-Gotha (Politische Korrespondenz VI, 230, 
Nr. 3245), wogegen auf Veranlassung des Wiener Hofes eine „courte d^monstration 
de r^tat de la tuteile de Saxe- Weimar et Eisenac*^ verfaßt und durch den Druck 
befördert wurde. 

324 (267). Dem Tagebuch liegt dieses Protokoll nicht bei. Das Original 
des Vortrages Künigseggs vom 24. September befindet sich im Staatsarchiv. — 
Dorothea Sophie aus dem Hause Pfalz- Neuburg (geb. Neuburg 5. Juli 1670) war 
am 15. September 1748 zu Parma gestorben. Witwe nach Odoardo II. Farnese, 
Erbprinzen von Parma (gest 6. September 1693), war Dorothea nicht Herzogin, 
sondern Erbprinzessin von Parma. 

825 (267). Maria Josefa, die älteste Tochter Khevenhüllers, hatte sich dem 
Grafen Karl Josef von Herberstein verlobt. 

S26 (267). Auf Grund des Konferenzbeschlusses erklärte sich die Kaiserin 
*^^«^t, die von dem Erzbischof von Salzburg verweigerte Zahlung der Taxe auf 
n nehmen, und zwar unter gewissen Bedingungen, die, wie folgt, am 30. Sep- 
^'^iS dem Kardinal Mellini bekanntgegeben wurden: 



526 

jage Nostro Nobisque amica discussione concordeqae studio concedere velit eligibili- 
tatis breve, declarando una nullum a se breve ejnsmodi concessum jam fuisse. 

Sub hisce duabus conditionibus in Nos suscipimos solationem residuaey 
cni archipraesul Salisburgensis satisfacere recasat, summae. — — — — — •* 

(Bartensteins Konzept. St.-A.) 

An Migazzi wurde geschrieben, es sei „die dem römischen Hof von dieser 
Irrung bevorstehende Gefahr nicht zu verminderen, sondern zu vergrtfsseren, 
welches niglicher von Euch als anderen, die von Teutschland keine Eandtnus 
haben, beschehen kann. Und ist insonderheit von Euch zu erheben, daß die von 
dem Nuntio zu Collen in die Freiheiten derer teutscher Kirchen zuwieder derer 
Concordaten beständig beschehende Eingriffen, wofern selbe nicht abgestellet 
und gegen den hiesigen Hof sich vergnüglicher als bißhero betragen werden 
sollte, leicht Anlaß geben köndten, die Concordaten gar aufzuheben und sich in 
die nembliche Freiheit, derer andere Nationen genießen, zu setzen. . . .^ 

(30. September 1748. St-A.) 

827 (2691 Maria Theresia hatte sich zu so weitgehenden ZugeständniBsen 
bereit finden lassen, daß sie sich auch noch entschloß, dem fUr sie ungünstigen Ver- 
trage beizutreten. (Vgl. Arneth III, 384 ff. Beer, p. 89.) An Kannitz schrieb die 
Kaiserin, sie sehe sich veranlasst, ^lieber dem von anderen schließenden Traktat 
beizutreten, als an so vielen Unformlichkeiten qua pars contrahens principalis 
mit teilzunehmen, maßen diese Teilnehmung außer Frankreich niemandem zur 
Ehre gereichen kann, umbwillen diese Cron für ihre Bundsgenossen mehr als sie 
verlangen können, ausgewUrket, Uns hingegen beede Seemächten mehr als 
Frankreich . . . selbsten angetragen hat, aufopferen. — — — — — — — 

Gesetzt aber gleich, daß ... in pessimum dabilem casum in gar keinem 
Stuck mit dem dir vorgeschriebenen Versuch auszulangen menschmöglich wäre, 
so wäre jedoch auch solchenfalls, sobald nur die Zurückgab derer Niederlanden 
anmit befördert werden kann, der Schluß des Friedens und dessen Vollziehung 
von darumben nicht aufzuhalten. Dahero Wir dich auch in diesem üblesten Fall 
von nun an begwaltigon, daß, sobald der Definitiv-Traktat, sogar auch ohne min- 
deste Abänderung des von dir eingeschickten Projekts, geschlossen sein wird, 
du demselben von Unsertwegen ohne weiterer vorläufiger Protestation, Reser- 
vation o<ler Declaration, auf die in der AnUg dir anhandgegebene Art pure und 
simpliciter beitreten mögest und beizutreten habest — _ — _ — — — « 

(Reskript vom 5. Oktober 1748. St-A.) 



Anmerkungen. 
1«"» kann der lateinischen 
Sprach halber kein Anstand 
sein, als welche bei Definitiv 
Traktaten jederzeit beobachtet 
worden. Wenigstens kann der 
Kaiserin M. die Freihiit nicht 
benommen worden, sich der- 
selben zu bedienen. Die Alter- 
native zwischen Frankreich und 
Engelland verstehet sich von 
Selbsten. 



Beilage: 

Projekt der Beitrittsorkunde. 
Nos infrascriptus minister plenipotentiarius 

S. C. R.M»»- - - — 

declaramus, quod cum \igesima qninta elapsi 
mensis septembris die hujus anni communicatam 
Nobis fuerit nomine S. R. Brittaniae M^ et 
celsorum ac potentium dominomm Statuum 
Generalium Unitarinm foederati Belgii provin- 
ciarum Schema quoddam definitivi nti vocant, 
pacis tractatus. id ipsum a Nobis pro obtinendis 
desu|H>r convenientibus mandatis statim ad au- 
lum fuerit trausmissum. 



528 

Der Hofkriegsratsvizepräsident Graf Leopold Herberstein (FeldmarachaU 
und Ritter des goldenen Vlieses, geb. 1655) war jedoch nicht der Bruder der 
Großmutter Khevenhüllers, sondern ihr Vetter aus der Neuburgischen Linie, als 
deren letzter Sproß er 1728 gestorben war. 

oQA /o'77\ r ßß^^® Beilagen sind nicht vorhanden. 

331 (282). Zur AufiTuhrung gelangte die Oper „11 Demetrio** (Mnsik von 
Balthasar Galuppi, Text von Metastasio). S. Tabulae codicum manuscriptomm 
der Wiener Hofbibliothek X, p. 84, Nr. 17949. 

332 (284). S. Arneth III, 385, 388. Im Staatsarchiv befinden sich, jedoch 
nicht datiert, Entwurf und Abschrift der Instruktionen für Neny und Grünne. 

333 (284). In Khevenhüllers Papieren findet sich darüber nichts yer- 
zeichnet. 

334 (285). Am 8. Oktober 1748 war zu Algier ein Friedens- und SchifT- 
fahrtsvertrag zwischen Kaiser Franz I. als Großherzog von Toskana und 
Maria Theresia einerseits und der Regierung von Algier andererseits geschlossen 
worden. (Bittner I, p. 179, Nr. 957. Im Staatsarchiv erliegt jedoch nicht das 
Original, sondern nur eine gleichzeitige Abschrift). Martens, Suppl. I, 308 ff., hat 
einen Text benutzt, der, wie aus folgendem erhellt, ungenau war: 

Die Konferenz erachtete für ratsam, „so wenig Geschrei als möglich aus 
der Sachen zu machen, mithin sie meistens unter der Hand und auf eine znm 
wenigsten Aufsehen erweckende Weis zu betreiben. Die Commercien seind 
solchergestalten an denen meristen Orten, wo sie nunmehro floriren, aufgekommen 
und ein kleiner Anfang hat weit Öfters große Folgen, als kostbare in die Augen 
fflfllende Vorkehrungen gehabt. Was sich mit dem Ostendischen Commercio er- 
geben, ist nur allzuviel errinnerlich und dienet zu dieses Satzes überzeugender 
Prob. Vor Erteilung des Octroi hat es mehreren Fortgang, größeren Nutzen und 
weniger Anfechtung gehabt, nachhero aber mehr ab- als zugenommen und end- 
lichen gar aufgehoben werden müssen. So doch leicht hätte vermieden werden 
können, wann mehr Glauben xlenen, so solide, als anderen, so mehr scheinbare 
Vorteile vorgestellet haben, beigemessen worden wäre. 

Aus eben dieser Betrachtung ist man dahero zweitens angestanden, ob 
just vortragend seie, den geschlossenen Friedenstraktat zum öffentlichen Druck 
zu beförderen. So vormahls hier in Ansehung Tripoli und Tunis, dann auch 
von anderen commercirenden Nationen unterlassen worden, obgleich ihre Trak- 
taten mit denen Barbaresqiien nicht minder bestehen. Und dörfte vielleicht 
auch von darumben nicht unanständig sein, vor anderen es geheim zu halten, 
umb nicht anderen Anlaß zu geben, auf die nembliche Eingestehung bei denen 
Barbaresquen zu dringen. Dessen nicht zu gedenken, daß, wann die in dreien 
Artikeln teils von Fiume und teils von Trieste einkonimende Erwehnung in 
denen zum Druck befijrderenden Exemplarien ausgelassen wird, ein solches der 
Sachen selbsten nachteilig, hingegen im Beibehaltungsfall des nemblichen, was 
das Originale ausweiset, anderwärts anstößig sein dörfte. 

[Aus angeführten gar erheblichen Bewegursachen ist der geschlossene 
Traktat nicht vollkommentlich in Druck herauszugeben, sondern nur das Prae- 
cisum, u. z. extractweis eines Jeden Artikuls jetzt gemelten Traktates, deren 
offenbare Kundtuung ohncntbehrlich nötig sein wird, damit sich ein jeder re- 
spective erbiändischer Seefahrer darnach zu richten wisse. Es wird auch vor- 
läuffig ein Aufsatz gemacht werden, wie jetzt besagte Articnlen in dem Groß- 



1 -•^- riA '.r^-.' ^ -_ ji r- ---. r ' r: t- ^.r i*vi -^ V -'j^im*. hr*i^ Wrri-ii 3x1* •5?r Picfe* 
:•.!": VT '<r :-• v.-. ri h-rr- - r. X*T'l-r.i tT_-'.i jj* iriui"*« . ta.^ «f^ K.%ä5<ff3 
-. *7» -. . .* i- * »-.:'• i.V. ;. -r • — • -^-r - -.r 1-r* E 1 r "c : : • -t-^t l iJi-r* n crirw. Ix -ti-««» 

«.•...ri *:, *"« :i J**.-^%7 1T4> ;i fcr.>'!r:l 11: »~ i: Crrsi-rri-äi. !!•:•!:*•• i:. Nizza 
■- 1^ ,'Jk. > :. ^•. r, - 1 ''/ r '.• . r r r r r . 1 ^. r A rir : L- B: 'rr* pi ■*■:** FtrjT* z. K iXEÜtz. 1 -Ä ■ 

*!*:• lir.i'fTk'ji. ■■: 'i. 4- I>T2r::-'.-rr 174? ->«rr ■:> *r. C'-. S-.'KZ.t'tT ib^hAltere 
K *">.'. f * r <r:, z , '• -r •. L : *:r *!':,: i: * --xi: -Ar-, h : t Z » -e: ri?' L*täL Zk der Renner woQea 
vir :.*rr -. vr :. r 'jrri : T i: - .' a^: r - 1 : &r-:H':-i La !r . 

,0'o »j^: c\r'.':.l. Krz:.f:rzr-^ -id k~il?;. Erriirlitz J'-s^-j-ba« — so beifiv es 
ir* d^rcr* E^rfTfit — Ihfo kö'J.gV.i'r.K H /r.rii 'Arz »r^r crtzhrno^lichr Dnrchlaachc 
^1*0 ."i^fr:.!-».':;.^ Ait*:*»^ 4.";?-: J-:':a.r zu t-^ncLLe:^ Srie. iLÖet ssoh iL deaec Hof- 
pfovyo..:.«!. f:aj zuar -a^I. k;iL*. M. Leo^/.i^* anf EiLratrs de« danialigen Mi- 
jMU:r.i •^.b-V::. daL':. -jrz.'zijx zn «^in ge^ohitLrL. dir Erzherz-'i^t. dero darchl. 
.S'ihr.e. a!* ^«rV/rrjr köri'zi. l'r.nz^Zk mir der k>jüij?I. Hohrii o-ler kOnigl. Dnreh- 

f> Ut aber iju de»wei?rri Qüan-j^emacht verblieben, weilen bald dannf 
der T'/itfithi de-* Körji^'; Caroif II. vou H:spänien «ich ensrebeo. mithin w«l. 
I. kaii». köulfsi. cath. M, Cari'ift VI. damals als Erzhtrrzog zum Künig von Hispäüiien 
bald d'Atüut erkläret 'Aor*U:n. 

Wan nun aber L^ir »:;n erzh»:rz';?lich'.-!? HutÜ und senkten keines sonve- 
rainen Prinzen d«:-s Tit'ii.- ^'»n erzherz^^l. Darcbiaucht-gkeit grni<:£en. wo hm- 
f^'-.is'iu d«-r koni;rI. IIoheif»-'Iitul bei vrr*^hiedrn»Ti trut^ch- and italianischen 
minderen ffjr.?t liehen Uünrj-.ni durch kai.-er]. Verleih ungei: und sonsren t^ingeführet, 
rjjithin mehreren gf-inein i-;t. weÜHn'i Carolu? V. und Carulus VI. röm. Kaisere 
aijcli ihren 'I itui Kr/herzog zu Oeäterreich bo hoch gehalten, daß sie solchen 
allen ihren k^inijfii'hen Tituln in denen Walcapitulatiouen vorgesetzet, nicht 
minder auch w»rij. erht^rw»hnt S. kais. königl. cath. .M. Cimlns VI. glorreichesten 
Andenken^) anno 1730 anbefohlen haben, daß K. k. k. .M. als damahlen höchst 
begliifkt'fjt vermülilte llerzo;rin von Lothringen, nicht künigl. Hoheit, sondern 
erzh<'rzo;.fiiche Durchlauchti^rkeir forthin aus oban;(etuhrter Ursache genennet 
werd«-n .sollten. welNn nur ein Hrzhaus. hinjregen abtrr der königl. Hoheits-Titul 
mehrern mindern fiir.-jtlich-n Häur«.-rn gemr.*in :y*fu\ so jrlaubte die gehorsamste 
r'onf»nnz niK-h, daß der dirnnalige erzherzogl. und königl. Erbprinz Josephus anf 
g|i;irh»' \V«-iHe mit d*in 'I'itnl erzh»rzogliche Dnrchlauchtigkeit und Ser^nissime 
A\V'hHf an-hiducate, als wck-htr Titul dem durchlauchtigsten Erzhaus allein eigen 
iHt und die dun-hiauchtii^'jjte Prinzen und Prinzessinn^m dieses Erzhanses von 
allen übrigen dintinguirct, ^owol von denen Einheimisch- als Fremden zu be- 
nennen, auch also in denen Zu.schr«iben zu betiteln wäre. 

. . . erachtet«; die gr^liorpamste Conferenz, d:iß S. erzherzogl. Darchl. im 
Schreiben sich des großen und kleinen Tituls nach dem . . . anliegenden Formii- 



< I2^i-p-t,^: 














m 




^^P^^^^-^ 



"^ r -'^ 



• ^ • 




I 

v 

r 



f/^ZC 








4 



i 



Z4 c*Mt^' "'• 



532 

Lothringen und Baar, Großprintz zu Toscana, Hertzog zu Braband, zu Mailand, 
zu Steier, zu Cärnten, zu Crain, zu Limburg, zu Luxenburg, zu Geldern, zu 
Württenberg, Ober- und Niederschlesien, zu Mantua, zu Parma, zu Piacenza, 
zu Guastalla, zu Calabrien und Montferrat, Fürst in Schwaben, zu Siebenbtlrgen 
und Gharleville, Marggraf des heil. röm. Reichs zu Burgau, zu Mähren, Ober- und 
Nieder Laußnitz, zu Nomenij, zu Pont ä Mousson und zu Antwerpen, gefUrsteter 
Graf zu Habsburg, zu Tirol, zu Pfirdt, zu Kyburg und zu Görtz, Graf zu Flan- 
dern, zu Artois, zu Hennegau, zu Namur, zu Zütpfen, zu Cilli, zu Provence, zu 
Vaudemont, zu Blankenburg, zu Saarwerden, zu Salm und zu Falkenstein, Herr 
auf der windischen Marckh, zu Portenau, zu Salins und zu Mecheln.^ 

„Aufsatz des kürzeren Tituls: 

Wir Joseph zu Hungam und Böheim etc., gebomer königl. Erbprintz, Ertz- 
herzog zu Oesterreich, Hertzog zu Burgund, Lothringen und Baar, Großprintz zu 
Toscana etc.** 

B. 

Eigenhändige Resolutionen Maria Theresias: 

a) „der titul ist einzurichten nach deme friden schlus, das keine An- 
stoBS gebe." 

b) „Placet wegen ceremoniel; ehe aber in publico gesezt wird, sicher zu 
sein, das die bottschaffter keine dificultätten machen, so wohl wegen disen 
gantzen ceremoniel, als was auch in das künffcige dem söhn angehen kunte. 
Das protocoll an Kayser abzugeben und adressirn." 

e) „wegen wapen und titultur werde meine weitere resolution geben; de 
reliquo placet.** 

„Seith deme dises geschriben, aprobirt Kayser alles wegen dem titl und 
kleinen petschafft, wegen des großen aber und ceremoniel, wegen der audienzen 
das weitre ehestens auszumachen und wie eine Instruction batyani schrifftlich 
zu geben." 

337 (288). Hier waltet wohl ein Irrtum ob. Denn weder gelangte zur Be- 
ratung, was „respectu universi" zu geschehen habe — man erörterte vielmehr 
die Fragen, die sich auf Vollstreckung des Friedens bezogen — noch wohnte 
KhevenhüUer dieser Konferenz bei, wie aus dem im Staatsarchiv befindlichen 
Protokoll erhellt. 

388 (290). Die Liste der Kämmerer auch im Wiener Diarium vom 14. De- 
zember 1748, Nr. 100. 

339 (292). Aus dem Konferenzprotokoll von diesem Tage erhellt, daß die 
Bestrafung der Apostaten und Rückfälligen in Ungarn Gegenstand der Beratung 
gewesen ist. 

340 (293). Zur Verlesung gelangte ein Schreiben Mellinis vom 30. November 
1748. Man hegte Argwohn, daß dieser insgeheim mit dem Papste den Streit 
schlichten wolle. 

341 (294). Pallavicinis Plan betraf eine gründliche Reform des lombardi- 
schen Finanzwesens und die Aufstellung von 30.000 Mann, deren Erhaltung aus 
den lombardischen Einkünften gedeckt werden solle. 

342 (295). Zur Verlesung gelangte eine Note, die an den venezianischen 
Botschafter gerichtet werden sollte und Klagen über neue Übergriffe enthielt 
(Konferenzprotokoll, St-A.) 



534 

III, 577 ff. Sein Nachfolger war Odilo Piazol (geb. zu Wien 2. August 1692, 
gest. 19. Januar 1768). Ibid. III, 581. 

346 (300). „vous et votre femme viendront souper a 8 heure et demie 
pour aller ensemble au bal avec le prince trautson et eile, pretlach, lieven et 
sa femme, et le general orloch, le prince Auersperg et votre sceure si eile est 
si bien, vous leurs fairez dire et a künigl aussi qu*il fasse quelque chose de 
bon et qui regarde bien dehors, dans le rathstuben seroit par les officiers de 
cuisine pour 16 couvert ou 20." 

347 (300). „l\ faut ^tre aussi d^rangöe que je la suis aujourd*hui pour 
r^sister k une teile invitation; le bal me tentant assez de soi-m^me, mais je 
ferais une trop triste figure a tout cela et point d'honneur ä notre charmante 
souveraine, 6tant comme ivre de n*avoir dormie depuis quelques jours. Faite 
donc mes excuses et mille tr^s humbles remerdments de ce qu'on a bien vouUue 
penser ä moi." 

848 (300). S. Anm. 328, p. 528. 

349 (301). Aus aufgefangenen Schreiben des Grafen Loss, sächsischen 
Gesandten in Wien, und des Grafen Brühl hatte man ersehen, daß Sachsen mit 
der Absicht umgehe, das Liberum veto abzuschaffen, d. h. die Verfassung Polens 
umzustossen. 

Graf Loss brachte diesen Plan zur Sprache, der aber vom Wiener Hofe 
keineswegs günstig aufgenommen wurde; denn man glaubte nicht, daß Rußland 
und Österreich aus der Beseitigung des Liberum veto irgendwelcher Nutzen er- 
wachsen könnte. „Dahero — so schrieb Maria Theresia an Bemes — als Graf 
Loo3 mit seiner guten, süßen Art derenthalben einen Anwurf getan hat, ihme 
zwar die kräftigste Versicherungen von Unserem Verlangen, dem König alle 
tunliche Gefälligkeiten zu erweisen, wiederholet, zugleich aber zu erkennen ge- 
geben worden ist, daß es in dieser wie in anderen Vorfallenheiten nicht allein 
auf die Sach selbsten, sondern auch auf die Zeit und Art, wann und wie etwas 
anzugreifen wäre, ankäme. Umb nun hiervon urteilen zu können, müßten zu- 
vorderst die vorliegende Umbstände erwogen werden, welche dermalen darinnen 
bestünden, daß Preußen durch Vorstellung der Unterdruckungsgefahr, welcher 
sich teils die schwedische und teils polnische Freiheit ausgesetzt befände, Frank- 
reich mehr dann nie gewonnen; daß letztbesagte Cron sich bereits derenthalber 
an die Porten gewendet und ihr beigebracht hätte, was sie zu befahren haben 
würde, wann bei der zwischen Uns und Rußland fürwaltender engen Ver- 
knüpfung die Republic Polen in diese Verknüpfung durch Unterdrückung ihrer 
Freiheit mithineingezogen werden sollte; daß diese Vorstellungen bei ihr, der 
Porten, Eindruck gemacht; daß weit mehr Rucksicht auf das angränzende Polen 
als weit entfernte Schweden von ihr, der Porten, getragen würde; daß der Tartar 
Cham hierunter gleichfalls nicht feierte; daß Frankreich das äusserste anwenden 
würde, sich einem solchem Vorhaben zu wiedersetzen; daß anmit just Preußen 
erwünschten Anlaß überkäme, unter dem Deckmantel der Beschützung der polni- 
schen Freiheit von dortiger Seiten die schon mehrmalen auf das Tapet ge- 
kommene Vergrüßerungsideen auszuführen; daß solchenfalls die chursächsische 
Lande größerer Gefahr als nie sich ausgesetzt befinden dürften; und daß end- 
lichen eine sehr reife Überlegung erheischete, ob dergleichen etwas zu wagen 
seie, worgegen sich ein großer Teil der Nation, von der Porten, Frankreich, 
Schweden und Preußen unterstützet, auf das heftigste rühren würde. 



536 

den OffeQsivplan Eaunitzens (Aussöhnung und Vereinigung mit Frankreich zum 
Zweck der Wiedereroberung Schlesiens) verworfen habe oder nicht In- 
des, trotz den scharfsinnigen Ausführungen Strieders, glaube ich, wie ich bereits 
an anderer Stelle (Correspondance secr^te entre le comte Kaunitz-Rietberg, am- 
bassadeur imperial ä Paris, et le baron Ignaz de Koch, secr^taire de Timp^ra- 
trice Marie-Th6r6se 1750—1752, p. XI, XV) dargelegt habe, der Anschauung 
Beers beipflichten zu müssen, es sei der Vorschlag des Grafen Eaunitz abgelehnt 
worden. Wohl lag es nicht in der Absicht Maria Theresias, sich und ihren 
Nachfolgern alle Möglichkeit einer Wiedergewinnung Schlesiens zu verschließen, 
aber einen Krieg mit Preußen wollte sie, damals wenigstens, nicht herauf- 
beschwören. Den Frieden wollte sie vielmehr wahren, Frankreich überzeugen, 
daß nur dieses Bestreben sie erfülle, und zugleich innigen Anschluß an Rußland 
finden, um — wenn Friedrich II. noch einmal den Frieden brach — 
dem Ruhestörer in Verbindung mit einem verläßlichen Alliierten entgegen- 
treten und ihm den Raub wieder abnehmen zu können. (Vgl. auch Instruktion 
für Johann Grafen Choteck vom 15. September 1748, p. 522.) 

356 (306). Diese Abschriften liegen nicht bei. Die Originale verwahrt 
das Staatsarchiv, darunter ein Aktenstück betreffend „Circostance in punto di 
cerimoniale arrivate al bali com. Ant. Colloredo, amb. estraordinario della religione 
di Malta alla corte di Vienna neir anno 1749 nel mese di marzo, quali compro- 
vano, ch' egli non 6 stato trattato come gl* altri ambasciatori regi, ed in conse- 
guenza ch* 6 stato molto grazioso Tattestato rilasciatogli dal maresciallo di corte 
prencipe Dietrichstein li 31 maggio 1749." 

857 (309). Diese Beilage ist nicht vorhanden. 

358 (311). Friedrich II. suchte glauben zu machen, daß er die sichere 
Überzeugung hege, in kürzester Zeit und zugleich mit Schweden angegriffen zu 
werden. Er traf daher alle Vorbereitungen und ordnete die Mobilisierung seiner 
Regimenter an. (Koser, König Friedrich der Große I, 471.) 

Das vermeintliche Offensivbündnis gegen Preußen kam in der Konferenz 
vom 24. März 1749 zur Sprache. (Vortrag Bartensteins vom 25. desselben 
Monats. St.-A.) 

Auf Grund Konferenzbeschlusses wurde folgendes an Choteck geschrieben : 

„ . . . Wir seind so wenig die Ruhe im Norden als anderswo zu stören 
gemoinet, sondern gedenken vielmehr zu deren Beibehaltung wie währendem 
fürgewesten letzteren Krieg, also auch nach geschlossenem Frieden forthin auf- 
richtigst Uns anzuwenden. 

Mit keiner Macht haben Wir die mindeste Offension -Verbindlichkeit ein- 
gegangen; nie ist Unseres Wissens zu Hannover oder anderswo darvon ge- 
sprochen worden. Was ersteren Orts vorgefallen, ist nicht einmal von Uns auf 
das Tapet gebracht worden und hat einzig und allein die Bevestigung der all- 
gemeinen Ruhe und Sicherheit, ohne Jemands mindestem Nachteil, folglich eine 
an sich ganz heilsame Absicht betroffen. 

Unsere BUndnussen nebst denen Uns geleisteten Garantien seind ganz 
offenkundig und so wenig dem Dresdner Frieden als letzterem Definitiv-Traktat 
abbrüchig, seit welch- letzterem Traktat Wir schlechterdingen einige neue Ver- 
bindlichkeiten weder Selbsten eingegangen, noch daran teilgenohmen. 

Sollte Graf Podewils, wie Wir Uns doch weder beigehen lassen wollen, 
noch können, etwas anderes einberichtet haben, so müßte er von schlechten 
Nachrichtgebern zum ersten hintergangen worden sein. Wie dem König von 



538 

nach, bestätigt wtirde, denn der 26. Arükel (Festsetzung eines Tarifes, Abschluß 
eines Handelsvertrages) war vonseiten Hollands unberücksichtigt geblieben. 

Ferner wurden auch, im Zusammenhang mit der russisch-schwedischen 
Frage, die Haltung Englands und die Stellung zu Preußen erörtert. Man er- 
achtete für ratsam, Rußland die Londoner Berichte mitzuteilen, „weilen deren 
Inhalt dem russischen Hof die eigentliche Gedenkensart des englischen vollends 
zu erkennen gebte ... ja wol gar vielleicht dortigen Hof von offensiven Unter- 
nehmungen gegen Schweden abhalten und seine vornehmste Bucksicht auf 
Preußen als den mächtigeren, mithin weit gefahrlicheren und von Frankreich 
nicht in gleicher Maß als Schweden unterstützten Feind zu richten bewegen 
köndte " 

Man hatte in Wien ein von Des Issarts (französischem Botschafter am 
sächsischen Hofe) an Puyzieulx gerichtetes Schreiben vom 23. März 1749 auf- 
gefangen. Die Eonferenzminister sprachen sich dafür aus, es Rußland mitzu- 
teilen, weil sein Inhalt „all dasjenige, was teils von der vergnüglichen Gedenkens- 
art des ch ursächsischen Hofs in Ansehung Preußen und aufrichtiger Bemühung, 
Frankreich von diesem König abzuziehen, teils aber auch von dessen inner- 
lichen Gebrechen mehrmalen angemerket worden, vollständig bestärke, und . . . 
es endlichen zur Begründung obigen Satzes dienen könne, wie daß dem russi- 
schen Interesse weit gemäßer seie, sich vielmehr* gegen Preußen durch hierzu 
diensame Mittel zu verwahren,*) als einen ohnedas sattsam geschwächten und 
ohne Preußen nichts zu unternehmen vermögenden Feind noch mehrers zu 
schwächen, folglich dem Wahn, als ob man dortiges Königreich völlig zu unter- 
drucken suchte, einige Wahrscheinlichkeit andurch beizulegen und zugleich denen 
französischen Unterbauungen bei der Porten Vorschub zu geben, anstatt daß 
durch einen unterschiedenen Weeg sich die nembliche Sicherheit, worauf sich 
des Grafen Bestucheff Plan gründet, russischerseits verschafft, bei anderen 
Mächten und bevorab der Porten weniger Eifersucht erwecket und Frankreich 
durch die chursächsische Anwendung ehender und leichter zurückgehalten 
werden dörffte. ..." 

Ferner wurde vorgeschlagen, dem kaiserlichen Gesandten in Dresden, 
Grafen Stemberg, aufzutragen, „ . . . einesteils zwar Chursachsen ... zu be- 
wegen, daß es sich . . . enger mit dem hiesigen und russischen Hof verknüpfe, 
untereinsten aber auch seine eifrige Anwendung bei Frankreich zu dem £nde 
verdoppele, darmit diese Cron immer mehr und mehr von Preußen abzuleiten 
getrachtet werde, anderenteils aber die Vorstellung der Gefahr dergestalten je- 
doch zu mäßigen, darmit die Zlaghaftigkeit nicht zu weit gehe, noch den be- 
kandten Bülowschen Antrag einer näheren Vereinigung zwischen Preußen und 
Chursachsen befördere. . . .** 

Der letzte Beratungsgegenstand betraf ein Schreiben des sächsischen Ge- 
sandten in Paris vom 12. März, „dessen Inhalt gleichfalls einhellig für sehr be- 
trächtlich gehalten und den rechten Fingerzeig zu geben geglaubet 
worden, wie sich nicht minder bei Frankreich als Engelland gegen 
die wiedrige preußische ünterbauungcn zu verwahren seie. Dann 
die Mutmaßung des Grafen Loss, daß Klinggräff der erste Urheber 
des erweckten Lärmens und sein König, demc er seinen Argwohn 
hinterbracht, froh gewesen seie, diese Gelegenheit sich zunutzen 



*) Von^mir gesperrt. 



540 

stand zu sein, benötigten Falls*) den Krieg mit anhoffen mögendem Sacces 
fuhren zu können". 

Die Stelle des Referats, welche Pretlacks Absendung betrifft und die 
Strieder (p. 30) zur Bekräftigung seiner Argumente heranzieht, lautet wie folgt: 
„So wenig man nun gleich des Grafen Bernes Betrag das allermindeste auszu- 
stellen gedenket und ein flir allemal ihme etwas zu Last zu legen ungemein 
weit entfernet ist, so hat man jedoch untereinsten erwogen, daß Graf Bestucheff 
ihme von Anbeginn biß nunzu kein wahres Vertrauen zugewendet; daß der Frei- 
herr von Pretlack solches selbsten eingestehen müssen; daß anmit alle bißherige 
Geschäften sowol verzögeret, als erschweret werden, und daß mithin in dem 
Fall, da in einer so wichtigen Begebenheit Rat geschaffet werden solle, unent- 
behrlich seie, daß er, Freiherr von Pretlack, auf das ehebaldste sich nach 
Moscau begebe, nicht umb allda für beständig zu verbleiben, sondern nur, umb mit 
dortigem Hof ein nach gegenwärtigen Umbständen ausgemessenes, beeder Höfen 
Anständigkeit und Sicherheit*) zum Grund habendes und nach Ausweiß des 
Referats vielmehr auf Preußen als Schweden gerichtetes Systema zu verabreden 
und festzusetzen, als worzu geheime, viele Zeit erforderende Vorbereitungen, 
gleich es jedesmal vor Entdeckung eines Vorhabens von Frankreich beschiehet, 
ohnumbgänglich erforderlich seind, anstatt daß von gäben Entschließungen 
Schaden zu gewarten ist und anmit diensamere Maßnehmungen im voraus ver- 
eitlet werden. ..." 

(Bartensteins von Maria Theresia approbiertes Referat, d. d. 27. April 
1749. St.-A.) 

365 (318). Das Konferenzprotokoll befindet sich nicht im Staatsarchiv. 

366 (318). Handschreiben an Harrach und Seilern vom 1. Mai, an Ulfeid 
vom 2. Mai 1749. (Maasburg, Geschichte der obersten Justizstelle in Wien 
1749-1848, p. 348 ff., 360 ff., 367 ff.) 

An den Obersthofmeister richtete Maria Theresia am 2. Mai 1749 folgendes 
Handschreiben : 

„Lieber Graf v. Königseg. Aus denen per extensum gnädigst Euch mit- 
teilenden Abschriften deren unter einstens ablassenden Billeten ersehet ihr um- 
ständiglich, waß vor eine Haubt Einrichtung vorzunehmen ermessen habe, und 
auf waß Art die allseitige Angelegenheiten allhier sowol als in denen Ländern 
hinfUhro abgeteillet und besorget wissen will. 

Ungeachtet nun diese Meine Entschlüssung denen, die solche teillß zu 
wissen, teillß zu befolgen und weitters zu intimiren nötig haben, selbsten be- 
deutte, so habet jedoch von Obrist-Hof-Meister-Amts wegen auch ihr denenselben 
es schriftlich zu intimiren und die nemliche Intimirung auch dem Obrist-Hof- 
Marschallen respectu dessen, so ihn und daß bisherige Hof-Marschall. Gericht be- 
trifft, zukommen zu lassen, damit auch er wie jeder anderer sich nach dieser nun- 

mehro festgestelten Einrichtung vor daß künftige zu achten wisse. Verbleibe 
tt 

(Original, St.-A. Abschriften der betreffenden Dekrete im Hofprotokoll 
1749/50. St.-A.) 

367 (319). In das Ressort des von Friedrich Wilhelm errichteten General- 
direktoriums fiel ebenfalls die Finanz- und Polizeiverwaltung. (0. Hintze, Der 
österreichische und preußische Beamtenstaat im 17. und 18. Jahrhundert. Sybels 



♦) Von mir gesperrt. 



542 

standen, von nun an dem Gerichts-Zwang und Foro erhoblter, sogestaltig zu 
Meinem alleinigen Hof-Gericht erhobenen N. Oe. Regierung unterworfen seien. 

Also habt ihr diesen Meinen abgefasten Entschluß und ausdruckliche 
Willens-Meinung nicht allein denen gesammten Hof-Staaben, sondern auch denen 
Capi aller Meiner Hof-Dicasterien, Hof-Canzleien und Hof-Mitteln zu ihrer nach- 
richtlichen Wissenschaft und Publicirung, auch ohnfehlbahrer Nachgelebung 
ohnverlängt und behörig zu intimiren. Und Ich verbleibe — — - — — — * 

(Originale, St-A.) 

370 (321). Das betreffende Dekret konnte nicht aufgefunden werden. — 
Maasburg erwähnt (p. 10, Anm. 16) folgendes: Die oberste Justizstelle bediente 
sich anfangs der Bezeichnung „oberste Justizhofkanzlei", der Präsident aber des 
Titels „ Justizhof kanzler". Dagegen verfügte Maria Theresia am 14. Juli 1749, 
es habe sich die Behörde oberste Justizstelle zu nennen. 

371 (322). Abgedruckt bei Maasburg 356ff., 358ff., 359. Bankes historisch- 
politische Zeitschrift II, 737 ff. 

372 (323). Am 7. Mai 1749 erstattete Bartenstein darüber ein ausführliches 
Referat. (Vgl. Strieder 31.) Die Reskripte an Bernes (d. d. 8. Mai 1749) konnten 
nicht aufgefunden werden. Das geheime Reskript enthielt die Vollmacht, „mit 
und nebst Rußland die Cron Dänemark zum Access zur Bündnus mit Rußland 
vom Jahr 1746 einzuladen". (Protokoll. St-A.) 

373 (326). Im Jahre 1726 waren dem Vater Franz' III. einige in Ungarn 
gelegene Güter von Karl VI. verliehen worden. Die österreichische Regierung 
belegte sie während des Erbfolgekrieges mit Beschlag. Nach Abschluß des 
Aachener Friedens wurde bestimmt, daß dem Herzog alles zurückzugeben sei, 
was er vor dem Kriege besessen habe. (Arneth III, 389.) Der Zwiespalt 
dauerte aber fort; denn bald nach seiner Ankunft in Wien überreichte der 
modenesische Abgesandte, Graf Montecucoli, ein Promemoria, welches weitere 
Ansprüche des Herzogs betraf. Maria Theresia bedauerte daher, daß man den 
13. Artikel des Definitivtraktates*) nicht im Sinne der Präliminarien**) ab- 
gefaßt hatte. 

Am 31. Mai 1749 wurde dem Grafen Montecucoli ein Dekret eingehändigt, 
dem wir folgende Stelle entnehmen: „Sicuti proinde una ex parte altefata M. S. 
nee defuit hactenus unquam, nee in posterum defutura est promissis suo nomine 
factis, altera vero ex parte nee dignitate suae deesse potest, nullatenus fundatis 
praetentionibus nimis facile assentiendo, ita quo rectissiroa mens sua tanto lucu- 
lentius comprobetur, et principibus, qui Aquisgranensem pacem concluscrunt, mani- 
festior fiat, e re esse judieavit, rem totam scripto, gallico idiomate concinnato, 
fusius explanare. Ad cujus tenorem dum altefata M. S. se refert, simul gratia 
et benevolentia sua caesareo-regia eidem domino ablegato oxtraordinario pro- 
pensa manct. ..." 

(Instruction für Johann Karl Josef von Mareschal, kaiserl. Geschäftsträger 
in Paris, d.d. 11. Juli 1749. Beilagen 36,37,38. St.-A.) 

374 (326). Das kaiserliche Handschreiben und die Instruktion konnten 
nicht aufgefunden werden. Das genaue Datum ist auch nicht in der „zuver- 
lässigen Lebensbeschreibung des verstorbenen k. k. OFM. Ulisses Maximilian des 
h. r. R. Grafen von Browne" (Frankfurt und Leipzig 1757) verzeichnet. 



*) Pribram, österreichische Staatsrerträgc, England I, 803 ff. 
♦*) Art. V. (Ihid. I, 780.) 



544 

8ph6re ou nous n'avons pas trop dans cette sph^re non plus, n'est pas possiblo 
de choisir, la perte de Harrach est irreparable.^ 

379 (332).*) Das Referat dürfte sich auf Wünsche beziehen, die der ungari- 
sche Hofkanzler N4dasdy der Königin in einem Promemoria vorgebracht hat; diese 
Desideria betrafen die Ausführung der Gesetzesartikel des ungarischen Land- 
tages von 1741, insbesondere der Artikel XI, XVIII, XLVII und L. Diese be- 
zogen sich auf Reinkorporierung des sogenannten Partiums (der ursprünglich zn 
Ungarn gehörigen Teile Siebenbürgens) und der slawischen Teile, sowie auf die 
Regelung des Territoriums der Militärgrenzen ; sie berühren daher auch die Stel- 
lung der „illyrischen**, d. h. der serbischen Bevölkerung dieser Grenzgebiete. 
Endlich dürfte sich NÄdasdys Memorandum auch mit dem im § 11 des erwähnten 
Gesetzes ausgesprochenen Wunsche der Ungarn befaßt haben, es sollen über 
ungarische Angelegenheiten intra et extra regnum nur Ungarn entscheiden und 
diesen auch der Eintritt in das Ministerium ermöglicht sein. (Freundliche Mit- 
teilung des Herrn Hofrates Arpad von Kdrolyi, Yizedirektors des k. u. k. Haus-, 
Hof- und Staatsarchivs.) 

Das betreffende Referat lautet wie folgt: „ • • • Der zweite (Beratungs- 
gegenstand) . . . schlägt nicht nur in das Wolsein, sondern sogar in die Sicherheit 
der ganzen Monarchie ungemein tieff ein. Die vom Vergangenem habende Erfahrung 
ist und bleibet die beste Lehrmeisterin für das Zukünftige. Sie gibt den sicher- 
sten Fingerzeig, sowol was man nach denen von Zeit zu Zeit vorliegenden Umb- 
ständen zu befahren habe, als wie der Gefahr ausgewichen werden möge. Mehr 
dann einmal haben die in Ungaren entstandene Unruhen dem Durchl. Erzhaus 
gleichsam den Untergang angedrohet und dessen natürliche Feinde haben sich 
dieselbe jedesmal trefflich wol zunutzen zu machen gewußt. 

Man will die Schuld dessen weder gesambter Nation, noch ihr allein bei- 
messen. Mehrmalen ist auch hier gefehlet worden. Die Eifersucht gegen die 
Teutsche, einiger sich in Ungaren zu bereicheren angetragener Teutschen Eigen- 
nutz und der dahero bei der Nation gegen sie die Teutschen entstandene Haß 
einerseits, und anderseits die Spaltungen in der Religion seind die zwei Haubt- 
Ursachen gewesen, wohero nicht nur alle Unruhen entsprungen seind, sondern 
welche auch biß nunzu verhindert haben und annoch verhinderen, daß dieses 
große und schöne Königreich nicht so mächtig, noch so glücklich ist als es sein 
kondte, wann es nur wollte, und zwar ohne daß seiner Grundverfaßung im min- 
desten zu nahe getreten, wol aber dieselbe nicht mißbrauchet würde. Zwischen 
welch- ein und anderem ein überaus großer Unterschied obwaltet, gleich es sich 
unter der Regierung des Königs Mathiae Corvini geäussert, fUr dessen Andenken 
die Ungaren annoch so viele Ehrfurcht bezeugen, obgleich kein König sich so 
wie er gehorsamen zu machen gewust hat. 

Wann man weiß, wohero ein Unheil entspringet, so ist natürlich, daß sich 
nach sotaner Kandtnus gerichtet werde, umb demselben abzuhelfen. Und wo 
mehrere dessen Ursachen obhandcn seind, so ist sich alle insgesamt zu heben 
zu bestreben nötig. 

Wie ein solches in Ansehung derer Religionsspaltungen nach der ge- 
horsamsten Conferenz getreuester, ohnmaßgebigsten Meinung zu beschehen habe, 
darüber wird sich dieselbe in einem besonderem Referat vernehmen lassen. Hier- 
orts wird sich beschränket, die andere Quelle des Unheils zu berühren. 

Sie, die gehorsamste Conferenz, ist ungemein weit entfernet, E. k. und k. M. 
zu etwas einzuraten, was des Königreichs wahrer Grundverfaßung zuwieder ist 



546 

Umb aber auf den eigentlichen Gegenstand des zweiten Teils der Kollo- 
wratischen Notae wieder zurückzukehren, so legt die gehorsamste Conferenz 
nach Voraussetzung alles dessen, was obstehet, zum Grund des ÜbeiTCsts den so 
oft angeführten Satz, daß alles sein Ziel und Maß habe oder sich beständig an 
den Mittelweeg zwischen zweien gleich schädlichen Extremitäten zu halten seie. 

Diesem Satz nun zufolge ist l"» der Mißbrauch des Königreichs Ungaren 
Grundverfaßung keineswegs zu gestatten, noch sich dieß falls allzu mild erßnden 
zu lassen, für einen Mißbrauch aber zu halten, was gegen die natürliche Billig- 
und Gerechtigkeit, als zum Exempel in Bedruckung des einen gleich Privi- 
legirten und Erleichterung des anderen nicht mehrers Privilegirten streitet, des 
Königreichs Aufnahm und Vermehrung dessen Innwohner im Weeg stehet, das- 
selbe und die Christenheit in Unsicherheit setzet und sofort an dann alle Gesätze 
so zu nehmen seind, daß sie nicht gegen das natürliche und göttliche streiten, 
als welchen durch keinen Menschen ein gültiger Abbruch jemalen beschehen kann. 

2^^ So billig als ist, daß E. k. M. die denen Ungaren getane Zusagen in 
ihrem wahrem Verstand ohne Ausflucht noch Einschränkung erfüllen; so billig 
und noch billiger ist untereinsten auch, daß sie, Ungaren, hinwiederumb auch ein 
vollständiges getreues Genügen deme leisten, worzu sie sich teils insbesondere 
anheischig gemacht haben, teils nach ihrer Eigenschaft als privilegirtc Unter- 
tanen gehalten seind. Woraus fließet, daß bei der Incorporation von Sclavonicn 
dero Aerarium nichts hätte verlieren oder dasselbe in andere Weege von dem 
Königreich schadloß gehalten werden sollen, item daß die Sicherheit derer 
Gränizen nicht nur nicht gemindert, sondern vielmehr zureichend besorget werde. 

Je mehr 3*<» bei lezterer Diaet der Nation eingestanden worden, je auf- 
merksamer haben A. h. dieselbe zu sein Ursach, sich die Hände nicht im ge- 
ringsten mehrers binden zu lassen. Und ist diese Aufmerksamkeit umb so mehr 
unentbehrlich, als jezuweilen von ihrer vielen, umb sich groß, beliebt, ansehnlich 
und verdienstlich zu machen, für eine rühmliche Liebe des Vatterlandes ange- 
sehen wird, was in der Tat zu dessen Schaden gereichet. Nimmermehr wird die 
gehorsamste Conferenz zu etwas einraten, was auf einen Despotismum hinaus- 
lauft, eben so sorgsam aber sein, A. h. dieselbe zu warnen und zu verhüten, was 
nur immer zu einer Independenz oder Anarchie den Weeg bahnen köndte. 

Je erwünschlicher 4*^ wäre, dero gesambte Untertanen auf das genaueste 
mit einander zu verknüpfen, je mehr müssen E. k. und k. M. all jene ver- 
dächtig scheinen, welche Ereiferung und Mißhelligkeiten zwischen denen Ihre 
untergebenen Nationen zu unterhalten und zu vermehren sich bestreben. 

Und endlichen wird h^ niemand in Abrede stellen wollen oder können, 
daß die illyrische Nation bei denen ihr erteilten Freiheiten gleich der ungari- 
schen zu schützen seie. Man hat seit Leopold! Zeiten diese Nation als die 
erstere Vormauer der Christenheit angesehen. Ihr hat man guten Teils den 
glücklichen Ausschlag des vor dem Carlowizer Frieden vorhergegangenen Kriegs 
zu danken, zugleich als nicht unbekandt ist, was vorhero die Belagerung Wienn 
nach sich gezogen hatte. Noch weit mehrere streitbahre Innwohner köndten in 
diesseitige Länder herüber gezogen werden, wo sich genau an jenes gehalten 
würde, was in denen zu Zeiten Kaisers Leopoldi publicirten Einladungspatenten 
sotaner Nation zugesagt und seithero unter vier Regierungen bestätiget worden. 
Mit einem Wort, von denen durch eine langwürige Erfahrung nutzlich befundenen 
Grundregien würde abgegangen, wo man aus Gränizeren Bauren machen, sie, 
die Gränizer, denen Ungaren unterwerfen oder die, so in gewisser Maß unter- 



548 

zu helfen, welche D6iiiarche dem Interesse des kais. Hofs umb so vertraglicher 
sein würde, je mehr demselben daran gelegen ist, daß das vertrauliche Ver- 
nehmen, welches durch eine personelle Entrevue S. D. mit beeden H. Bischöfen 
zu Bamberg und Würzburg hiernächst noch mehrers befestiget werden wird, 
durch einen etwa hohen und angesehenen, jedoch etwan änderst gesinnten Greis- 
mitstand nicht gestüret, noch die unter ihnen beliebte Mesurewegen unter- 
brochen würden. 

10. Daß I. D. H. Markgraf mich in die fränkische Dienste von I. M. anver- 
langen, ist die Ursach, daß weilen erstlich H. Baron Widmann angebracht, wie 
S. M. sehr gerne seheten und anrecommendiren ließen, daß einer dero Generalen in 
fränkische Creisdienste möchte genohmen werden, andertens dadurch Gelegenheit 
hätten, das Commendo der ganzen fränkischen 'Prouppen unter mein Comendo zu 
bringen, und drittens aus großem Vertrauen, so sie in meine Person setzen, mich 
als eine Person zu gebrauchen, die bei all-ereigpieten Gelegenheiten suchen sollte, 
I. D. den Erbprinzen dahin zu bringen, daß derselbe beständig mit seiner lYeu 
und Devotion dem durchl. Erzhaus Oesterreich ergeben bliebe und nicht gleich 
anderen auf üble Nebenweege verleutet würde, und dann letztens sein bereits 

habende und aufrichtende Haus-Trouppen in aufrecht- und guten Stand zu setzen. 

^__ __, tt 

Über das Konferenzgutachten erstattete Colloredo dem Kaiser am 23. Juni 
1749 ein ausführliches Referat: „ . . . hat man einhelliglich erkennt — heißt es 
darin — daß des Markgrafens Eröffnung die größte Aufmerksamkeit verdiene, 
und daß es gleichsam ein großes Glück seie, anmit besonders wol aufgenommen 
werden müsse, daß derselbe dermalen schon auf die künftige Zeiten Sorg trage. 

Anspach siehet vor und erkennet klar die preußische Vergrößerungs-Be- 
gierde und wie dieser König keine Gelegenheit verabsäumet, sich alles zunutzen 
zu machen. Was ungemeines Verlangen des jetzigen Königs H. Vatter schon ge- 
habt, in dem fränkischen Craiß einen Fuß zu bekommen, liegt annoch in frischer 
Gedächtnus. Sollte dem dermaligen König gelingen, solches zu erhalten, so ist 
es nicht nur um den fränkischen Creiß getan, sondern das Herz von Teutsch- 
land muß sich dessen Willkur unterwerfen und das Erzhaus viele Gefahren um 
so mehr jederzeit vor Augen sehen, als dieser König über alle Gemüter die 
Oberhand erhalten, von Frankreich die aus dessen Übermacht erfolgende Gefahr 
nicht erkennet wird, Engelland und Holland aber gleichsam in eine Schlaf- 
sucht verfallen seind. Derlei Gefahr ist aber zu befürchten und wird von Ans- 
bach besorget, wann der ohne männlicher Succession sich befindende Markgraf 
von Baireut ohnvermutet mit Tod abgehen sollte oder wann bei sehr übler 
Hauswirtschaft des baireu tischen Hofs Preußen Gelegenheit findete, diesen Hof 
durch Geld auf Irrwege zu verleiten und sich andurch eine Hypothec von denen 
baireutischen Landen vorzubehalten. Dann obschon an sich richtig ist, daß 
Preußen nicht das geringste Recht habe, vor denen noch lebenden zweien bai- 
reutischen Agnaten und vor Anspach die baireutische Lande oder wie die eigent- 
liche Benamsung ist, die fränkische Lande des oberen Gebürgs anzusprechen, so 
erinneret man sich entgegen wie wenig die Rechte von diesem König in derlei 
Fall beobachtet werden dörfen, wann nicht zeitliche Vorsehung beschiehet, 
welche Vorsehung aber wegen vieler Umständen so viele Häcklichkeit nach sich 
ziehet, daß, wann nicht nebst dem Geheimnus die größte Circumspection in allen 
Fürkehrungen mit untcrwaltet, nicht allein das größte Kriegsfeuer ehebaldigst 
entstehen könnte, sondern sogar der Endzweck verfehlet werden dörfte. 



650 

Hiesigen Orts wird man sicher das genaueste Geheimnus halten und er- 
kennet man dessen Notwendigkeit, wie es der 3. Punkt der . . . mitgeteilten Nota 
enthaltet, in voller Maaß dergestalten, daß man glaubet, alle machen wollende 
Veranstaltungen also einzuleiten, damit selbe nicht allzu sehr in die Augen fallen 
und gegenteiliger Seits nicht allzu viele Aufmerksamkeit erwecken. 

I. hochf. D. können sich dahero auf I. k. M. eifrigste werktätige Mitwürkung 
über das, was angebracht worden, gänzlichen gesichert halten, und wird I. k. M. 
nichts erfreulicher sein, als zu Erlangung ansehnlicher Subsidien und Darlehen, 
wie es S. hochf. D. in dem 4. Punkt zu erkennen geben, ein so anderer Orten 
verhelfen zu können. 

Gesamte k. an auswärtigen Höfen befindliche Ministri seind ohnehin ge- 
messen angewiesen, deren zu Anfrechterhaltung des Reichs-Systematis gesinnten 
Ständen, worunter I. k. M. S. hochf. D. am ersten setzen, verschiedentlich etwan 
machende Ansinnen kräftigst zu unterstützen, und wird man nicht anstehen, 
derlei Anweisung gemessen zu wiederholen. 

Das Interesse des durchl. markgräflich Anspachischen Hauses ist I. k. M. 
um so mehr zu Gemüt, als S. hochf. D. durch die von dem H. General Feld Wacht- 
meister beschehene Eröffnung ein neues Merkmal dero teutsch-patriotisch-unver- 
fälschten Gesinnung zu erkennen gegeben, und sehen I. k. M. gleich man zwar 
schon gemeldet, nur deme entgegen, wie ein so anderes bereits etwan eingeleitet 
worden oder in Zukunft eingeleitet werden wolle, um — so viel von a. h. be- 
sagt I. k. M. abhanget — einerseits als höchstes Oberhaupt des Reichs in reicha- 
gesetzmäßiger Ordnung hülfliche Hand benötigten Falls und in seiner Zeit leisten 
zu können, andererseits aber, um sich dermalen schon anwenden zu mögen. 

Eben dahero wird man in Betracht des 5. Punkts gegen S. hochf. D. von 
Baireut wegen dero Schulden salvo jure tertü alle Rucksicht tragen und ist man 
ohnehin nicht gemeinet, gegen deroselben etwas zu übereilen. 

Was aber den 6. Punkt, nehmlich die Excitirung S. hochf. D. von Baireut 
und anderer in der Lehen-Empfangnus säumiger Ständen anbelanget, so unter- 
lasset man ohnehin nicht, wie es das Herkommen mit sich bringet, die nötige 
Anmahnungen zu tun. I. k. M. ist dahero ungemein erfreulich, daß I. hochf. D. 
dero Bereitwilligkeit zu dero Lehens-Empfängnus zum vorhinein zu erkennen 
geben ; ungemein aber könnte beitragen, wann ermelt S. hochf. D., da selbe wegen 
eigener Belehnung seit dem 28. Nov. 1746 sich nicht mehr gemeldet, wegen der 
Mitbelehnung deren baireutischen Landen aber gar nichts in Bewegung gebracht 
haben, den löblichen Anfang macheten und gewöhnlichermaßen diese Ihre be- 
treffende Belehnungen betreibeten, woruach man den fiigUchen und unvermerkten 
Anlaß um so ehender hätte, dero Verlangen allen Vorschub zu geben. 

Was den 7. Punkt, nehmlichen die aus der mit I. hochf. D. pflegenden guten 
Einverständnus gegen I. k. M. entspringende Ergebenheit anbetrifft, versprechen 
sich a. h. besagt I. k. M. von S. D. patriotischen Gesinnung ohnehin all gedeiliches; 
nehmen dahero auch diese neuerdings anerbietende Ergebenheit mit besonderm 
gnädigsten Dank auf und an-, die genaueste Einverständnus mit I. k. M., dero 
Absichten lediglich zu des Vaterlands Besten gerichtet sind, kann nebst anderen 
gleich patriotisch gesinnten Ständen deren übel Gedenkenden Anträge leichtlich 
zernichten, und wird über jenes, was in dem 8. Punkt wegen denen wider die 
Association geschehenen, vermeintlichen Protestationen gemeldet wird, nichts zu 
besorgen sein, wann man nur standhaft zu Werk zu gehen entschließet und auf 



552 

eine gleiche Unterdrückung und Bedrangnus wie die mecklenburgische Lande zu 
gewarten haben würde. ..." (St.-A.) 

381 (333). Mareschals Vorgänger war der Gesandtschaftsbeamte Comel 
Ludwig de Launay Dieser hatte ein Originalpromemoria des Grafen Eaunitz, d. d. 
Antwerpen, 19. Januar 1749, als Instruktion erhalten, war aber bald nach An- 
tritt seines Postens gestorben. Nun wurde Johann Karl von Mareschal an den 
französischen Hof gesandt, wo er die Osterreichische Begierung bis zum Ein- 
treffen des Grafen Eaunitz vertreten sollte; denn diesen hatte Maria Theresia 
bereits fiir den Botschafterposten bestimmt. 

Die Referate der niederländischen Kanzlei betrafen u. a. die Papiere, 
welche die Franzosen in Brüssel mit Beschlag belegt und (in acht Eisten) nach 
Lille gebracht hatten; die konfiszierten Papiere des hohen Rats von Mecheln; 
die Abtei Deulemont und den Bezirk Ferrain; von den Franzosen während des 
Krieges okkupierte Plätze, Artillerie und Munition. (Beilagen 24—35 ad In- 
struktion Mareschals vom 11. Juli 1749. St.-A.) 

882 (334). Die Produktionen fanden auf der Freiung „in der neuen 
Hütten" statt 

383 (337). Die Instruktion Mareschals ist vom 11. Juli 1749 datiert; es 
liegen ihr drei Appendices d. d. 11., 14. und 19. Juli bei. Richecourts Instruk- 
tion ist vom 17. Juni datiert; es erhellt aus ihr das Bestreben Maria Theresias, 
das Geschehene zu vergessen und England in rücksichtsvoller Weise zu behan- 
deln. (S. Ameth IV, 286 ff.) 

384 (341). Diese Instruktion ist vom 6. August 1749 datiert. „ ... La 
volonte du prince — heißt es darin — est la seule rögle qui d6cide de tout k la 
cour de Berlin. Les conseils et reprösentations des ministres y servent de peu 
de chose. Ils n'osent les hazarder qu^en des affaires de moindre importance, 
principalement dans Celles de TEmpire oü les sentiments du vieux comte de Po- 
dewils qui pense moins mal que les autres et son propre neveu, Temportent 
quelque fois sur des avis plus violents et plus injustes. Du reste tous les 
ministres sans exception, y compris ceux qui sont employ^s au dehors, sont con- 
traints d'adopter les sentiments du roi leur maltre pour ne pas en courir sa dis- 
gräce quand m^me ils les condamneraient int^rieurement ou quMls en crain- 
draient les suites. 

Les grands talents de ce prince, son habilit^ k manier les affaires les plus 
d61icates et surtout son grand art de mettre ä profit les passions et les defauts 
des autres, ne sont que trop notoires. Ceux m^mes qui ont 6t6 plus d*une fois 
les dupes de ses artifices, y succombent souvent de nouveau. 

Trois fois il a abandonnö la France par une paix particuliöre, et toutes 
les fois il a trouvö le secret, non seulement de la calmer, mais de rester ^troite- 
ment uni avec eile. Et non obstant que tout autant de fois il ait frustr6 Tes- 
p6rance que d'un pareil abandon on avait con^ue en Angleterre, il n*a pas laiss6 
d'y conserver un grand nombre des partisans et de s'en servir au pr^judice du 
bien de la cause commune. Qui plus est, il a encore aujourd'hui Tadresse de 
les faire agir d*une maniöre oppos^e au but m^me que le ministöre anglais pa- 
rait se proposer, qui est, de ne pas se meler des affaires du continent et de ne 
s'occuper que de Tesprit d'öpargne. Gar quoique pour cette raison il importe audit 
ministöre de prevenir les troubles du nord, le roi de Prusse a nöanmoins su Ten- 
gager ä rendre les dömarches de la cour d'ici snspectes ä la France et par lä les 
moyens de reconciliation entre la Russie et la Suöde a laquelle Timpöratrice- 



554 

d'accord avec Tune et Tautre, et pr6t d'acc6der en secret k des engagements 
offensifs, en cas qu'on pourrait y induire la Porte. 

De ce qu'on vient de dire, il r^ulte qu'il doit §tre envisagö comme Ten- 
nemi le plus dangereux, le plus redoutable et le plus irr^conciliable de la maison 
d*Autriche, toujours pret ä äclater contre eile lorsque Toccasion lui semblera 
aussi favorable qu'en 1744; que pour le präsent on ne peut se promettre aucune 
assistance, du moins prompte et efficace contre ce prince, ni de TAngleterre, 
tant a cause de sa conformit6 dans la religion on plutöt irr61igion, qu*ä cause 
du grand nombre des partisans quHl y conserve encore, ni de la r^publique 
d'HoUande et de la cour de Saxe ä cause de leur grande d^cadence et faiblesse, 
ni enfin du ministöre d^Hanovre ä cause de son excessive timiditö; que par 
consöquent il est d'autant plus indispensable de cultiver extreme- 
ment la Bussie qui seule peut le tenir en ^chec, tandis quMl lui r^nssit 
comme il lui a röussi jusqu'ici, d^aveugler tour 4 tour, et souvent en m6me temps 
et la France et TAngleterre; que non obstant cette röussite, il ne fautjamais 
discontinuer de la part de notre cour ä se servir de toutes les voies 
combinables avec la bonne foi et la justice pour dessiller les yeux 
k Tune et ä Tautre de ces deux puissances tant sur leurs vrais int6- 
rSts que sur les moyens de mieux affermir lerepos enEurope, puis- 
que tant que les artifices du roi de Prusse pr^vaudront, il est ab- 
solument impossible d'y en esp6rer un solide (repos); que pour par- 
venir ä ces fins, on doit avoir un soin trös actif et non interrompa 
de faire 6clater aux yeux de toute TEurope, la Porte y comprise, la 
grande droiture, candeur et les sentiments pacifiques de rimp6- 
ratricc-reine, sans döroger nSanmoins le moins du monde aux en- 
gagements contractSs avec la Russie qui n'ötant que purement d6- 
fensifs, peuvent 6tre combinös avec lesoin snsdit; que dans la crise 
präsente il convient de se borner aux engagements d6jä contract^s, 
sans en contracter d'autres, principalement tels qui pourraient di- 
rectement ou indirectement conduire a une nouvelle guerre, et que de 
plus il convient de ne donner ombrage k personne, mais convaincrc au contraire 
la maison de Bourbon de cette vraie et sincöre Intention de la cour imperiale, 
d*une maniere cependant qui ne ressente ni crainte, ni bassesse; que pour cet 
eflfet on doit ßtre attentif et empresse k persuader la France par tous les moyens 
combinables avec la propre dignit6 et la bonne foi due aux allies, qu'on ne garde 
aucune rancune pour le passö, mais qu'on est et sora toujours pret de se r6con- 
cilicr et unir le plus sincörement avec eile, pourvu que de son cöt6 on donnät 
des preuves reelles d'y 6tre disposö de m^me selon les rögles de T^quit^, de la 
justice et de la bonne foi-, en un mot que dans la douloureuse compli- 
cation oü sont aujourd'hui les affaires de l'Europe, il n'y a pas 
d'autre parti a prendre qu'ä ßtre toujours sur ses gardes contre un 
voisin tel que le roi de Prusse, de se tenir le plus qu'on pourra dans 
un bon 6tat de defense, de ne s*alarmer nöanmoins pas trop k la 
16g6re, de travailler sans cesse k rendre ses artifices partout inuti* 
les, de convaincre la Russie que dans ce Systeme eile trouve egale* 
ment son plus grand avantage et sa plus grande 8Üret6, et d'at- 
tendre patiemment qu'on ouvre ailleurs les yeux tant surlesmen6es 
dudit prince que sur les funestes suites qui en sont ä craindre, sans 



556 

roi k Egra, 6tait en ätat plus que personne d'examiner les pr^tentions que Ton 
formerait a la Charge des tronpes de cette gamison. 

Uarticle 4 du traite de paix d^finitif porte qne tous les prisonniers et 
otages seront restitues sans ran^n au plus tard dans six semaines ä compter 
de r^change des ratifications. 

Le roi s'y est conform6 et a renvoyd en cons^quence tous les otages qni 
6taient d6tenus dans les places de Flandre; il est dit dans le mSme article quMI 
sera donnS de part et d'autre des süret^s pour le payement des dettes que les 
prisonniers ou otages auraient pu contracter dans les 6tats oü ils auront ^t6 tenus 
jusques a leur entiöre libertö. 

Ce ne serait donc tout au plus que pour raison des dettes particuliöres des 
otages qu'ils pourraient 6tre encore retenus jusqu'a ce que le payement en eüt 
6t6 assur6 et non point par rapport ä celles qui ont caus6 leur d^tention, et qni 
sont dans le cas des pr^tentions ant^rieures au traitö qui doivent 6tre anSanties 
et mises en oubll 

Ainsi il ne peut y avoir aucune raison de diff<6rer k mettre m*" Dolechet en 
libert6 au renvoi duquel on ne peut opposer que le roi se trouve redevable k Tim- 
p^ratrice par le compte d*6change auquel les commissaires respectifs ont travaill6 ä 
Bäsle, puisque S. M. a un autre compte d'^change ä regier aux Pays-Bas et que 
quand Timp^ratrice aura envoy6 ses ordres pour le terminer, si en balan^ant le 
r^sultat de ces deux comptes le roi se trouve redevable, 8. M. ne fera pas diffi- 
cult6 de s'acquitter. 

Mais m' Dolechet ne doit pas moins Stre mis en libert^ pour accomplir k 
Bon ^gard les engagements du traitö de paix." 

(Remis par ÄL Blondel le 31 jiiillet 1749. St.-A.) 

388 (348). D. d. Wien, 25. Juni 1749, mit einer „Beschreibung deren anno 
1747 und 1748 in der Wallachei, Moldau und Siebenbürgen eingedrungenen Heu- 
schrecken und was zu derenselben Ausrottung für Mittel zu gebrauchen seien**. 
(Eine preußische Verordnung war mit Hofreskript vom 17. Mai 1749 veröffent- 
licht worden. Sammlung aller k. k. Verordnungen und Gesetze I, 109, Nr. 70.) 

389 (349). „Die mir a. g. mitgeteilte und hierbei a. u. remittirende 
Schriften habe mit allschuldigstem Bedacht durchlesen. 

Die Doblhoffische Nota enthaltet in sich zwei Vorschlag, welche aber 
nicht zu confundiren; 1. glaubt er, daß um das dermalige Kostgeld in dem 
Theresiano auf 300 fl. herunter zu setzen, ein Fundus von jährl. 3000 fl. erfordert 
werden mögte, und hierzu schlägt er in Conformitet des P. Rectoris a. geh. An- 
handgeben die Pfarr Laa oder Rustbach vor, deren eine oder die andere mit 
nächstem vacant werden dörffte; 2. tragt er auf die Stiftung 10 Alumnorum 
an, welche von dem Hof zu präsentiren wären; und weillen hierzu ein Fundus 
von etwann 5000 fl. jährl. nötig wäre, so vermainet er, daß eine Probstei in 
Hungarn darzu gewtidmet werden könte. 

Was nun den ersteren Punct anlanget, so hat Doblhoff darinnen meines 
Ermessens nicht Unrecht, daß wann dem Collegio 3000 fl. jährl. pro fundo per- 
petuo angewiesen werden könten, selbes damit die nötige Kosten zur Unter- 
haltung deren dermalen daraussen befindlichen Patrum und übrigen unentbehr- 
lichen Personalis zu bestreiten im stand wäre, folglich da dise in Ermanglung 
der Fundation bishero von dem Kostgeld deren Kindern mitlcben müssen, disea 
Kostgeld k mesure deren aus einem anderwärtigen Fundo überkommenden Emo- 
lumeuten sogleich heruntersetzen könnte; jedoch wollte ich lieber die von Dobl- 



558 

mitgegebenen von E. M. nach beschehener Übersehung und eigenhändiger Cor- 
rection a. m. approbirten, abschriftlich in meinen Händen befindlichen An- 
weisungen und denen beiden weltlichen Professoribus juris ebenfahls schriftlich 
erteilten Instructionen ohnedeme ausführlich einkomt 

Was wegen Erlernung der deutschen Schreibart und daß hierüber be- 
sondere Lectiones gleichwie über andere Studia zu halten wären, angemerket 
wird, hat seinen guten Grund ; und weilen hiervon in der jeztigen Norma nichts 
gemeldet wird, so habe bereits dem P. Rectori aufgetragen, sotane Lectionen un- 
verzüglich anzufangen und die Incumbenz derenselben dem D* Beck, welcher 
das Jus publicum tradiret und eine gute deutsche Feder hat, zu übergeben. 

Die Aufstellung eines Meisters für die Ingenieur Kunst, fahls E. M. diso 
neue Spese über sich zu nehmen geruhen, wird freilich sehr ersprießlich sein; 
dann obschon die Jesuiter gleichwie in denen übrigen mathematischen Wissen- 
schaften, also auch hierinnen quant k la th^orie allerdings erfahren seind, so 
fählet es ihnen doch natürlicher Weis an behöriger'Praxi. 

Das nemmliche Bewandnus hat es auch mit dem Vorschlag wegen eines 
Professoris in cameralibus; indeme mir aber beide im Prothocollo vorgeschlagene 
Subjecta unbekant seind, so muß ich von deren Personali prescindiren. 

Was endlichen am Schluß von der Oberaufsicht und Direction des Collegii, 
Benennung eines Ministri und Zugebung eines Rats beigefUget wird, ein solches 
kommt auf E. M. weitere a. h. Disposition an, worbei mir immittelst zu be- 
sonderer Consolation gereichet, daß meines wenigen Orts der erste gewesen, 
welchem E. M. gleich bei Aufrichtung des Collegii aus eigener a. g. Bewegnus 
die Inspection hierüber anzuvertrauen geruhet haben, die zwar jedem, wie E. M. 
von Selbsten a. ger. erkennen werden, von darumen nicht wenig beschwärlich 
fallen muß, weilen man einesteils wegen deren Jesuiten Instituti und villen 
anderen Dero tieffen Einsicht nicht verborgeneu politischen Ursachen mit disen 
Patribus auf eine weit behutsamm- und delicatere Art als mit anderen geistlichen 
Orden und Stiftungen umzugehen hat, und anderenteils ungehindert all- an- 
wendender Mühe und Sorgfalt dennoch immer das D^sagr^ment haben muß, an 
jenen öftermalen sehr ungegründeten Ausstellungen, welche die allgemaine Ja- 
lousie wider dise Patres und die hierdurch entspringende Vorurteile und Aver- 
sionen meistenteils veranlassen, mit zu participiren. 

Um nun sotanen Critiquen so vill immer mOglich zu steueren und ein so 
gemain nützlich, unter Dero glorreichsten Nahmen und besonderen Schutz er- 
richtetes Werk, gleichwie das Collegium l'heresianum ist, in beharrlichsten 
Lustre zu erhalten, und damit demselben von der Emanuelischen Stiftung nichts 
im Weeg gelegt werden könne, so kommt es meines Erachtens vomemmlich 
darauf an, daß £. M. nach den bisherigen rühmlichst und christlichen Bcispill 
Dero Hand darob halten, selbes zuweillen mit der a. h. Gegenwart beehren, den 
P. Rectorem von Zeit zu Zeit zu sich berufen lassen, ihn zu fleißiger Beobach- 
tung deren gemachten sehr heilsamm- und sorgfaltigen Reglements sowohl deren 
Studien als Sitten halber a. g. anmahnen, dessen Vorschläge wegen etwaiger 
Verbesserung derenselben und sonstigen Aufnahms und Nutzens des Collegii 
a. m. anhören, sodann je eher je lieber zu Berichtigung der annoch abgehenden 
förmlichen Fundation zu schreiten geruhen mögten, als nach welchen Vorgang 
die Patres in villen Sachen um da mehr angehalten werden könten, weillen 
die jezige Entschuldigung, daß sie auf keinen sicheren Fundum zu zählen hätten, 
auf einmahl hinwegfielle. 



660 

Form eines Dekretes kundgemacht worden. Maria Theresia hatte wohl für zehn 
Jahre sich im voraus hinlängliche Einkünfte für die präliminierten Staatsansgaben 
gesichert, aber auch das Versprechen abgegeben, sie werde kein den Eontributions- 
stand betreffendes Patent ohne Vernehmung der Stände kundmachen und femer 
die im Rezesse bewilligten Forderungen als „ganz frei bewilligte" Postulata er- 
klären. (Beidtel-Huber, Geschichte der österreichischen Staatsverwaltung 1740 — 
1848, Band I, p. 28.) 

394 (353). Schreiben Wilhelms von Oranien, Erbstatthalters von Holland, 
an Maria Theresia; Haag, 80. August 1749: 

„Madame. J'envie le sort du comte de Bentinck qui plus heureux que moi 
aura le bonheur de faire sa cour en personne ä V. M. I. Cependant je le vois et 
le fais mSme d'aiileurs partir avec plaisir pour Vienne parce que je crois que le 
bien de la cause commune Texige. II y a d6jä longtemps que j*ai souhaitö d*en- 
voyer une personne de confiance pour pouvoir faire parvenir ä V. M. I. mes 
faibles id6es sur les int6r§ts communs de Tancienne alliance et surtout pour 
apprendre celles de V. M. I. sur le plan g^nöral et les mesures k suivre pour 1& 
conservation de Tancien et seul bon systöme d'^troite union entre Tauguste 
maison de V. M. I. et les puissances maritimes, et personne ne m*a paru plus 
propre k ce but que le comte de Bentinck dont le zöle vraiment patriotique pour 
la cause commune qu'il a fait paraftre d'une maniöre si peu 6quivoque, ne san- 
rait 6tre 6chapp6 ä la grande attention de V. M. L; et la gracieuse r^flexion 
qu'Elle veut bien faire en faveur de ceux qui se distinguent de cette fa^n, me 
fait esp6rer qu'Elle voudra bien avoir confiance en lui et pr^ter une attention 
favorable k ce quMl aura Thonneur de Lui repr^senter. J'ose me flatter de Taffec- 
tion et de l'amitiö que V. M. I. a toujours t^moign^e pour la R6publique et qni, 
quoique les succ6s n^aient pas r6pondu selon Ses souhaits a Tavantage commun, 
n*a pas laiss<^ de faire les demiers efforts pour prouver ä V. M. I. sa fid61it6 
a remplir ses engagements, qu*Elle voudra bien avoir 6gard k ce qu'il prendra la 
libert6 de Lui proposer. 

En mon particulier p6n6tr6 de la plus vivo reconnaissance pour les mar- 
ques de la bienveillance dont V. M. I. m*a daignö honorer depuis que j'ai eu 
rhonneur de L'approcher, et dont je conserverai toujours le pr6cieux Souvenir, 
j'ose Vous supplier, Madame, de me continuer et ä ma maison votre protection 
et vos bonnes gräces; vous ne les d6partirez jamais a personne qui les mettc ä 
plus haut prix, et dans le coeur duquel elles fönt d^ja et feront de plus vives 
impressions et que rien n'est capable d'6galer que les sentiments qui en dörivcnt 
de ce z61e inalt6rable et de ce profond respect avec lequel j'ai Thenneur d*ßtre, 
Madame, de V. M. I. le tr(;s humble, trös oböissant et tr6s fidele serviteur Prince 
d'Orange et Nassau." (Ganz eigenhändig. St.-A.) 

395 (353). Bartenstein hielt die Jura imperialia auf Carpegna für zweifel- 
haft, für begründet hingegen die Ansprüche Franz' 1. als Großherzogs von Tos- 
kana. („Ohnmaßgcbigstc Meinung, Carpegna betreffend." St.-A.) 

396 (357). Die „lettres p6ruviennes" erschienen zum ersten Male im Jahre 
1747. (Guerlo, Madame de Graffigny.) 

397 (361). Liegt bei. 

398 (362). Gegenstand der Beratung war der von Meilini eingesandte Ent- 
wurf eines päpstlichen Breve, die Bestellung eines apostolischen Vikars betreffend. 
(Referat Bartensteins vom 18. Oktober. Schreiben an Mellini vom 20. Oktober 
1749. St-A.) 



562 

nand III. hierüber visis actis et auditis partibus ausdrucklich erteilten Diplo- 
matis . . . bestätiget worden. 

Femer hat Printz Constantin in obbemelter testamentarischer Disposition 
vorgegeben und der Reichshofrat anstatt vorhero deßwegen Beweis zu erforderen, 
praesupponiret schlechterdings und ganz irrig, als ob sich die sogenannte Freilen- 
Bteuer vom Lande auf 24000 Reichsthaler belieffe, ohngeachtet dem zwischen 
allerseits Gebrüderen und Landgrafen zu Hessen den 28. Maji 1568 quoad passum 
concernentem errichteten . . . Erbvertrag nicht nur deutlich im Munde führet, da 
keine hessische Prinzessin zur Aussteuer ein mehreres als 20.000 fl. Frankfurter 
Währung, zu 15 Batzen gerechnet, vom Land zu forderen hat, sondern auch die 
Töchter aus der abgeteilten Rothenberger Linie, wofern sie änderst keine Miß- 
heurat getroffen, niemalen weder Heller noch Pfenning über sotane Summe der 
20.000 ü. empfangen, und zu aller Zeit damit zufrieden gewesen und zufrieden 
sein müssen. Andere zum Teil zweideutige, eingeflossene Ausdruckungen vor 
dasmal nicht zu berühren. 

Weil dann derer Landgrafen zu Rotenburg L. samt und sonders wie in 
der rechtskündigen Notorietaet nach Maaß deren alten und neueren Verträgen 
keiner Hand breit ohnmittelbar Land besitzen, was nicht unter meiner landes- 
herrlichen Territorialhoheit gelegen ist, so glaube von E. k. M. hohen Einsicht 
und rühmlichen Sorge vor des Reichs Wolfahrt sicher und gewiß, daß sich die- 
selben nimmermehr würden haben bewegen lassen, in öfters ged. Conflrmations- 
und Bestätigungsbrief Prinz Constantin zu Rothenburg als jezt regierenden 
Landesfürsten zu benennen, noch ihme eine Landesregierung zuzuschreiben, 
oder in Ansehung seiner einiger landesfürstl. Herrlichkeiten, Regalien und Ge- 
rechtigkeiten Erwehnung zu tun, wann Deroselben die wahre der Sachen Be- 
wandnus wäre bekannt gewesen, oder vom Reichshofrat gründUche Erkundigung 
eingezogen und das von diesem erstattete Votum nach wahrer der Sachen Ge- 
stalt abgefasset worden. 

E. k. M. ersuche demnach angelegentlich hiermit, das meinem fürstl. Hause 
dadurch zugefügte unleiden tliche Praejudiz nach Vorschrift der Walkapitulation 
ad XV, § 5**», als contra jus tertii erteilet, mithin null und nichtig, üv^ieder zu 
cassiren und aufzuheben; allen unverhofften Falls aber will mich dargegen 
bestens verwaltet haben und werde mein und meines fürstl. Hauses jederzeit 
hergebrachte Territorialhoheit und Gerechtsame nach Anleitung derer Reichs- 
grundgesätze, auch den Inhalt des Instr. pacis und der Walkapitulation auf alle 
Weise aufrecht zu erhalten suchen. . . . 

Stockholm, den 2./13. Maji 1749." 

(Kopie. St-A. Kl. R. St F. 186.) 

In der Konferenz meldete sich der beschuldigte Reichshofratspräsident 
Graf Wurmbrand als erster zum Wort. Er fand das Schreiben „anstössig und 
zudringend'' und meinte, es sei auf des Prinzen Wilhelm*) Anstiften verfaßt 
worden. Er beantragte daher, den König Friedrich durch den kaiserlichen Ge- 
sandten Antivari eines besseren belehren zu lassen und den Protest dem Reichs- 
hofrat zuzuschicken, der darüber ein Gutachten erstatten würde. 

„Alle übrigen Konferenzminister — so heißt es in dem Referat des Reichs- 
vizekanzlers — haben nicht minder dieses Schreiben respectlos und wieder Ge- 
bühr eines untergebenen Fürsten gegen sein a. h. Oberhaupt angesehen, u. z. von 



*) Bender Friedrichs (geb. 10. Mäis 1682, gest. 1. Februar 1760). 



564 

403 (370). Eng verknüpft mit Englands Beitritt war die Frage der 
Garantie des Dresdener Friedens. England zeigte sich keineswegs gewillt, diesen 
Frieden in vollem Wortlaut, also nicht einseitig, sondern in gleicher Weise wie 
seinerzeit die Präliminarien zn Breslau and den Berliner Vertrag zu garantieren. 
Infolge dessen erachtete man in Wien als das kleinere Übel, wenn Englands 
Beitritt überhaupt nicht erfolge. 

„Niemand kann verdacht werden — so heißt es in einem fieferate Barten- 
steins vom 30. November 1749 — wann er auf die Erfüllung der ihme besehe- 
henen Zusag dringet. E. k. k. M. kann also ein solches auch nur mit einigem 
Schein von Engelland nicht verüblet werden. Vielmehr hätte man dießorts über 
die anderseitige Weigerung, ein so bündiges Versprechen als der neundte Ar- 
ticul des Dresdner Friedens in sich enthaltet, zu erfüllen, sich zu beklagen and 
«rmeldte Weigerung für kein aufrichtiges Kennzeichen einer wahren Freund- 
schaft anzusehen, viele und große ürsach. 

Und gleichwie sowol bei Schließung des Traktats mit Rußland, nemb- 
lichen nicht nur des Traktats an sich, sondern auch derer darzugehOrigen ge- 
heimen Articlen, vomemblich des vierdten, sodann aber bei der darauf erfolgten 
mehr dann dreijährigen sehr mühsamen Beitrittshandlung der Hauptendzweck 
dahin gerichtet wäre, sich gegen den König von Preußen mehrers sicher zu 
stellen, also würde ganz kenntlich dieser Hauptendzweck nicht nur verfehlet, 
sondern im Gegenteil die wenigstens der schriftlichen Verbindlichkeit nach 
bereits habende Sicherheit gar sehr geschwächet, wann man nicht nur, wie schon 
beschehen ist und bei Vorbehaltung des Aequivalentis füglich beschehen können, 
in die Auslassung derer geheimen Articlen willigen, sondern auch noch tiberdas 
den englischen Hof von jenem, was er im neundten Articul des Dresdner Frie- 
dens so feierlich versprochen hat, loßzehlen und statt derer bereits vor sich 
habender zweier ganz uneingeschränkter Garantien sich mit einer späteren und 
eingeschränkten dritten begnügen sollte. Wornebst weniger Übel beschehen sein 
würde, wegen Erfüllung der englischen Zusage nie einige Anregung zu tun, als 
nachdeme sotane Erfüllung andererseits geweigert worden, dießorts von dem An- 
suchen wieder abzustehen, als wordurch unlaugbar der hiesigen Befugnus Ab- 
bruch beschehete. 

Obwolen aber deme also ist, so ist jedoch zugleich ratsam ermessen 
worden, sich nicht merken zu lassen, als ob man eine wiedrige Absicht zur Be- 
günstigung des Königs von Preußen hierunter verborgen zu stecken bearg- 
wöhnte, vielmehr die hiesige Erklärung, ob zwar einerseits standhaft, doch zu- 
gleich auch andererseits auf das glimpflichste und so zu fassen, daß die Bei- 
trittshandlung nicht abgebrochen, sondern vielmehr offen behalten würde, indeme 
nicht just ohnmöglich wäre, daß, wie es sich auch bei denen vorhinigen mit 
Engelland fUrgewesten Handlungen dann und wann eraugnet hat, von dortigem 
Hof annoch hierunter nachgegeben würde- . . ." (St-A.) 

Im Sinne dieses von Maria Theresia genehmigten Vortrages wurde (am 
30. November 1749) Graf Richecourt instruiert. 

Nach langwierigen Verhandlungen übernahm König Georg, am 1. August 
1750, die Garantie des Dresdener Friedens wie Maria Theresia sie gewünscht 
hatte, und im Oktober desselben Jahres trat er dem österreichisch-russischen 
Traktat vom Jahre 1746 bei, erklärte aber in einer förmlichen Deklaration, daß 
dies mit Ausschluß des geheimen Separatartikels erfolgt sei. 



566 

gratuitement d*ane servitude trop on6rea8e k eile et k ses snjets. Ces rögles 
du droit naturel et des gens sont universellement reconnues et re^ues, et Tim- 
p^ratrice-reine ne soutient en cette rencontre d*autre vMtH ou droit qae celui 
qui lui est commun avec tont sonverain qui n*y a pas d6rog6 volontairement 
par un pact particulier qui le lie en vue des autres avantages qu'il en tire. 

Non obstant les meilleures intentions de S. M. S. 11 n^est guöres possible 
de se garantir contre le dommage qui peut r6sulter de Texcessive quantitö du 
sei qui a d^jä pas86. Mais comme c^est aux fermiers de Milan d*en r^pondre 
k rimp6ratrice-reine et que d'ailleurs eile s*empresse d'avoir pour le roi de Sar- 
daigne toute condescendance, compatible comme il a 6t6 dit ci-dessus avec sa 
dignit^ et ses droits, eile veut bien relficher encore celui qui a 6t6 arrdtö en 
demier Heu, mais pas autrement qu*avec la r6serve tr6s expresse qu'elle ne s*y 
croit nullement oblig6e et que jamais et ä grand Jamals cette nouvelle com- 
plaisance ne pourra gtre cit^e pour fonder aucun droit de transit, contraire 
k celui qui en conformitö des rögles susdites lui appartient comme souveraine. 
Et S. M. I. et R. se flatte en outre que cette rösolution mSme convaincra de plus 
en plus S. M. S. que son amiti6 pour Elle n'a d^autres bomes que Celles au delä 
desquelles il ne lui est pas permis d'aller, sans manquer k ce qu*elle se doit 
k elle-m6me et au bien et ä la süretS de ses ^tats.** 

(Ad Memoire instructif Richecourts vom 3. Januar 1750. St.-A.) 
406 (375). Ferdinand Hyacinthe Menezes, der mütterlicherseits von der 
Familie Sylva abstammte, erhielt 1644 den Titel eines Grafen von Cifuentes. 
Seine Enkel waren Guiseppe (de Vilasor) und Ferdinand. Dieser begleitete 
Karl VI. nach Deutschland; er war Ritter des goldenen Vlieses und General der 
Kavallerie. (Moreri, 424. Zedier, Bd. VI, p. 43. In den Bpanischen biographischen 
Werken findet sich seiner keine Erwähnung.) 



568 



415 [127], 430 [176], 450 [220], 460, 
482 [266], 483 [269]. 

Albani, Gio. Francesco Gaetano, Kar- 
dinal, 150. 

Albrechtsberg, s. Ennenkl. 

Aldenburg, Charlotte Sophie (Tochter 
des Grafen Anton 11. und dessen 
zweiter Gemahlin Wilhelmine Marie, 
Landgräfin von Hessen- Homburg), 
Gräfin, s. Bentinck. 

Aid ringen, s. Clary. 

Alessand r nellelndie, 289; s. Theater. 

Algier, Friedens- und Schiffahrtsvertrag 
zwischen Franz I. als Großherzog von 
Toskana nnd Maria Theresia einer- 
seits und Algier anderseits vom 8. Ok- 
tober 1748, p. 285. Gründe gegen 
seine vollständige Veröfifentlichung, 
528-529 [334]. 

Allentsteig, s. Hager. 

Althan n, Antoni, s. Althann, Michael 
Josef Anton. 

— Ferdinand, Graf, maltesischer Bot- 
schafter, 311. 

— Gundaker Ludwig Josef („Gundl"), 
Graf, vormals Obriststallmeister, Feld- 
marschall, sein Tod und sein Testa- 
ment; Biographisches, 197, 198, 463 
[242]. 

— Johann Albert, Graf, Oberstsilber- 
kämmerer, 146. 

— Josefine (geb. Gräfin Serönyi), Witwe 
nach dem Grafen Michael Ferdinand, 
Gräfin, 4. 

— Maria Aloisia (geb. Dietrichstein)t 
Witwe (seit 22. Juli 1738) nach dem 
Grafen Michael Wenzel Ignaz, Gräfin, 
3, 186, 198, 233. 

— Maria Elisabeth (geb. Wratislaw), 
Gräfin, erste Gemahlin des Grafen 
Gundaker Ludwig Josef, 463 [242]. 

— Maria Josefa (geb. Paar), s. Althann, 
Michael Emanuel. 

— Maria Wilhelmine (geb. Althann, ver- 
witwete Lobkowitz), zweite Gemahlin 
des Grafen Gundaker Ludwig Josef, 
Gräfin (Biographisches), 198. 

— Michael Emanuel (Sohn des Grafen 
Michael Wenzel und dessen erster 



Gemahlin Maria Josefa, geb. Paar), 
Graf, 198, 463 [242]. 
Althann, Michael Johann, Graf, 4, 16, 
117, 149, 304. 

— Michael Josef Anton (Sohn des Grafen 
Michael Wenzel und dessen dritter 
Gemahlin Maria Aloisia, geb. Dietrich- 
stein), Graf, 96, 198, 242. 

— Michael Otto (Sohn des Grafen 
Michael Emanuel), Graf, 463 [242]. 

— Michael Wenzel, Graf, 463 [242]. 

— WUhelmine, Gräfin, 447 [216]. 
Amalia, Wilhelmine, Kaiserin, s. Habs- 
burg. 

Ammon, Christoph Heinrich von, preußi- 
scher Minister im Haag, 507 [296]. 

Amorevole, Sänger, 224, 270, 368. 

Amour veng^, \\ s. Theater. 

And lau, Franz Josef M., Freiherr von, 
österreichischer Generalmajor, 41. 

Andlern, Baron, 407 [91]. 

— Franz Reinhold, Graf, 61. 
Andr^, s. Saint- Andre. 
Andrässj, Stephan von, 268. 

Anna Charlotte, s. Lothringen, Charlotte. 

Ansbach, s. Brandenburg- Ansbach. 

Antivari, Christoph Theodor, kaiser- 
licher Geschäftsträger in Stockholm, 
562, 563 [402]. 

Antoinette Amalia, s. Braunschweig. 

Anton Ulrich, s. Sachsen-Meiningen. 

Apf altern, Ernst Freiherr von, Pater 
S. J., krainischer Verordneter, 255. 

Apfel tner, recte Apfaltern. 

A q u i 1 e j a, s. Österreich— Venedig. 

Aragon, s. Saint-Säverin. 

Ära linde, s. Theater. 

Arbesbach, s. Hackelberger. 

Arcj, s. Holderness. 

Arenberg, Leopold Philipp Karl Josef, 
Herzog von, FM., 44, 57, 59, 67, 98, 
383 [39] [41] [42], 384 [42]. 

— Maria Ludovika Franziska (geb. Pig- 
natelli), Gemahlin des Herzogs Philipp 
Karl Josef, Herzogin, 98. 

Argenson, Rena Louis de Voyer de 
Paulmj, marquis d\ französischer 
Staatssekretär der auswärtigen An- 
gelegenheiten, 99, 397 [78], 521. 



570 



August ni., s. Polen. 

Au lock, Yon, kaiserlicher Oberst, 224. 

Ausflüge und Reisen des Hofes: 

— Baden 164. 

— Bisentz 345. 

— Böhmen (Podiebrad, Pardubitz, Bran- 
dis) 257. 

— Dürnkrut 174. 

— Ebental, s. Hollitsch. 

— Ebersdorf 252, 279. 

— Eckartsau 333. 

— Eisenstadt 176, 177. 

— Fahrafeld 89. 

— Peldsberg 363. 

— Göttweig 94, 95. 

— Hetzendorf 20, 41, 67, 93, 98, 109, 
168, 169, 174. 182, 253, 254, 256, 
262, 339, 340, 347. 

— Hochleuthen (bei Ebersdorf) 367. 

— Hollitsch 107-111, 172-174, 178, 
276, 310, 342-347 (343, 345 Ebental). 

— Kittsee 82, 245, 307. 

— Elosterneuburg 125, 126, 188, 189, 
285, 368, 369. 

— Ladendorf 86. 

— Lanzendorf 68, 166, 167. 

— Laxenburg 42, 97, 333. 

— Leoben 251 (252, Jagdunfälle). 

— Lundenburg 173. 

— Mähren 2—18 (Nikolsburg 3, Brunn 3, 
Olmütz 3—17. Hradisch 4, 5. Brunn 
17, 18. Nikolsburg 18), 213, 228— 
242 (Nikolsburg 231, 232, 242. Brunn 
232—235. Seelowitz [Bemerkungen 
235], 242. Earthaus [Bemerkungen 
235]. Austerlitz [Bemerkungen über 
das Schloß 235, 236]. Brunn 235, 
236. Kremsier 236—238 [Beschrei- 
bung des Schlosses 237]. Olmütz 
238—242. Hradisch 240—241. Brunn 
242. Grußbach 242). 

— Mannersdorf 61, 62, 68, 95, 96, 98, 
100, 101, 114, 162, 164-168, 179, 
244, 245, 333-335, 337-342 (ün- 
gewitter 340), 347, 348. 

— Marchegg 111, 165. 

— Maria-Schoosberg, s. Sassin. 

— Maria-Zeil 39, 40, 170, 171, 225, 226, 
335-337. 



Ausflüge und Reisen des Hofes: 

— Milotitz (Böhmen) 173. 

— Möllersdorf 42, 164. 

— Preßburg 82. 

— Purkersdorf 126, 314. 

— Rappoltenkirchen 95. 

— Sassin 109, 174, 346, 347. 

— Solenau 349. 

— Snmmerain 180. 

— Ungarn 175. 

— Weikersdorf 164. 

— Wüste, in der (unweit Mannersdorf) 338. 
Austerlitz, s. Ausflüge und Reisen des 

Hofes (Mähren). 

Avelino, s. Caraccioli. 

Baden, Schwefelbäder, 323—326; s.auch 
Ausflüge und Reisen des Hofes. 

Baireuth, s. Brandenburg-Baireuth. 

Ballhaus (Hof-), „schlechtes Konzert", 
145. 

königl. priy. Theater nächst der 

Burg, s. Theater. 

Bamberg, Johann Philipp Anton Frei- 
herr von Frankenstein, Fürstbischof 
(1746, IX. 26-1753, VH. 3), Wahl 
107, 410 [108], 413 [118]. Haltung 
der Kurie 113. Belehnung 187, 410 
[108], 451 [222]. Antrag des Mark- 
grafen ?on Brandenburg-Ansbach, bei 
Erledigung des Bistums Eichstädt 
dieses an Johann Philipp Anton ge- 
langen zu lassen, 547—548 [380); 
Bescheid des Kaisers 551. 

Würzburg, Friedrich Karl Graf 

Schönborn, Fürstbischof (1729, VIII. 
3 — 1746, Vn. 25). (sein Tod, Bio- 
graphisches, 103, 104), 410 [108], 430 
[176]. 

Breve eligibilitatis für Mainz, s. 

Osterreich — Rom. 

Barck, Niels, Graf, schwedischer Ge- 
sandter in Wien, 229, 365, 563 [400]. 

Barla, spanischer Emissär, 407 [90]. 

Barriere traktat, s. Österreich — Hol- 
land. 

Bartenstein, Johann Christoph Frei- 
herr von, Staatssekretär, 25, 52, 54, 
55, 59, 81, 88, 93, 101, 102, 104, 105, 
112, 113 (Biographisches 151, 163, 



572 



reich, 166, 284, 291, 521, 529 
[335]. 

Belrupt, Maximiliana (geb. Werscho- 
witz), Gräfin, Obersthofmeisterin der 
Prinzessin Charlotte von Lothringen, 
107, 160, 282, 378 [10]. 

Belvedere, 8. SaYoyen, Eugenscher Gar- 
ten. 

Benedikt XIV., Papst, 131, 177, 381 
[18], 414 [122], 419 [139], 429 [176], 
518 [312] [313]. 

Bentheim, Graf, Österreichisoher Ge- 
neral, 32. 

Bentinck de Böne, Charlotte Sophie 
(geb. Gräfin Aldenbnrg), Gemahlin 
des Grafen Wilhelm, Gräfin, 353. 

Wilhelm, Graf, holländischer Be- 
vollmächtigter in Aachen; Aufent- 
halt in Wien, 353, 358, 560 [394]. 

Berchtesgaden, Eajetan Anton Not- 
haft in Weißenstein, gefürsteter 
Propst, Belehnung, 167. 

Berg op Zoom, s. Niederlande. 

Berghe, recte Perger, s. Pälffj Josefa. 

Bernardini, Graf, Abgesandter Luccas 
in Wien, 147. 

Bernasconi, Andreas, Opernkomponist, 
kurbayrischer Kapellmeister, 355. 

Bernau, s. BoU. 

Bern es Josef, Graf, FML., (a.-o. Ge- 
sandter in Berlin, 29. September 1746 
bis 13. April 1748. Botschafter in 
St. Petersburg, 8. März 1748—18. No- 
vember 1750), 46, 120, 227, 249, 
266, 414 [125], 499, 502, 505-507 
[296], 513 [306], 524 [322], 534 [349], 
540 [364], 542 [372], 543 [375], 563 
[402]. 

Berti Christoph, Hofi'ourier im Oberst- 
hofmarscballamt, 28. 

Bessel, Gottfried, s. Göttweig. 

Bestuchew-Rumin, Alexis Petrowitsch, 
Graf, russischer Großkanzler, 95, 187, 
219 (Biographisches 220), 226, 327, 
328, 388 [57], 434 [185], 505 [296], 
524 [322], 535 [349], 538, 540 [364]. 

— — Andreas (Sohn des Grafen Alexis 
Petrowitsch), 187, 219, 220, 223, 226 
(Biographisches 227, 228). 



Bestuchew-Rumin, Anna Katharina 
(geb. Freiin von Boetticher), Gräfin, 
Gemahlin des Grafen Alexis Petro- 
witsch, 220, 227. 

Awdotja Denlsowna (geb. Gräfin 

Rasumowski), Gräfin, Gemahlin (seit 
5. März 1747) des Grafen Andreas, (Bio- 
graphisches 220), 221, 223, 226, 227- 

Johanna Henriette Luise (geb. von 

Carlowitz, verwitwete von Haugwitz), 
Gräfin, zweite (remahlin des Grafen 
Michael (Biographisches 327> 328). 

Michael, Graf, russischer Bot- 
schafter in Wien, 327, 354, 359, 
361, 372. 

Graf (Neffe des Großkanzlers), rassi- 
scher Offizier, 96—98. 

Gräfin (verwitwete Jaguschinki), 

erste Gemahlin des Grafen Michael 
(Biographisches 327). 

Bibbiena, Giuseppe Galli da, Hof- 
architekt, 36. 

Biel, Ludwig de, erster Rektor desThe- 
resianums, 137, 141. 

Bielitz, Herrschaft in Schlesien, 228. 

Birocciofahrten, s. Schlitten- und 
Birocciofahrten. 

Bisen tz, s. Ausfiüge und Rei.sen des 
Hofes. 

Bittermann, P. Ignatius S. J., Hofpre- 
diger, 25, 84, 216, 297, 313. 

Blankenheim (Manderscheidt), s. Prag. 

Blasien, s. St. Blasien. 

Blauer Hof in Laxenburg, 104. 

Blondel, Louis Auguste, französischer 
Geschäftsträger in Wien, 313, 325, 
335, 539 [364], 555 [387], 559 [392]. 

Blümegen, Genoveva (geb. Freiin von 
Deuring), s. Heinrich Kajetan. 

— Heinrich Kajetan (Sohn des Freiherrn 
Hermann Jodok und der Genoveva, 
geb. Freiin von Deuring), Freiherr 
von, Oberstlandkämmerer von Mähren, 
228, 233 (Biographisches 235). 

— Hermann Jodok (Freiherr seit 9. April 
1720),*) Reichshofrat Karls VI, 235. 



*) Eltern: Theodor von Blfimegen und Anna 
Margarete von Tottig. 



574 



Braunschweig-Wolfenbftttel, Lud- 
wig, Prinz, 4, 7, 9, 12, 14—18, 29, 
81, 79, 82, 372. 

Breda, FriedeDskongreß, 112, 146, 148, 
154, 413 [114], 416 [132], 418 [134], 
426 [169], 427 [174]. 

Bre^, Gerhard, Heichshofratsagent, 146, 
208, 210. 

Breitenbücher, Josef Heinrich Jakob, 
Weihbischof von Wien, 44, 226 (sein 
Tod 303). 

Breittenbuch, recte Breitenbücher. 

Breslau,PhilippGrafSinzendorf, Bischof 
(1732, Vn. 14-1747, IX. 28), Kardi- 
nal, 177 (Tod, Biographisches 179, 180). 

— Koadjutorwahl, 383 [37]. 
Brettlach, recte Pretlach. 

Breuil, Marquis de, sardinischer Be- 
YoUmächtigter in Nizza, 292. 

Brenner, Christine (Tochter des Grafen 
Franz Wilhelm Salm-Reifferscheid aus 
dessen [erster] Ehe mit Maria Ag. geb. 
Gräfin Slavata), Gemahlin des Grafen 
Johann Josef, ihr Tod, 306. 

— Ernst Josef, Graf (Sohn des Grafen 
Philipp Ignaz und der Gräfin Maria 
Elisabeth, geb. Gräfin Brenner), 71. 

— Johann Josef, Graf, Landmarschall- 
Amtsverweser von Niederösterreich, 
Yizestatthalter von Niederösterreich, 
in der Folge Präsident der nieder- 
österreichischen Regierung in justi- 
tialibus, 136, 213, 243, 306, 320, 
321, 323. 

— Karl Adam, Graf, Landeshauptmann 
in Steiermark, 251, 268. 

— Karl Thomas (Sohn des Grafen Karl 
Adam und der Gräfin Maria Josefa, 
geb. Starhemberg, verw. Gräfin Johann 
Max Starhemberg), verlobt sich mit 
Maria Theresia Valentina Gräfin Lam- 
berg; Biographisches, 268. 

— Maria Aloisia (Tochter des Grafen 
Ernst Josef und dessen zweiter Ge- 
mahlin Maria Eleonore Amalia, Land- 
gräfin von Furstenberg), s. Starhem- 
berg. 

— Maria Isabella Franziska (Tochter des 
(Trafen Philipp Ignaz und der Gräfin 



Maria Elisabeth, geb. Gräfin Brenner), 
Gräfin, s. Korzenskj. 

Brenner, Maria Katharina, Gräfin, s. 
Saurau. 

Breuning, Christoph, Edler von, 123. 

Brizen, Kaspar Ignaz Graf Künigl, 
Bischof (8. Juni 1702-24. Juli 1747); 
Leopold Maria Josef, Graf von Spaur, 
Bischof (18. Oktober 1747—31. De- 
zember 1778), Belehnungen, 161, 
301. 

Browne de Camus, Ulysses Mazimilian, 
Graf, General, 42, 95, 123, 146, 150, 
167, 177, 192, 214, 284, 291, 326, 
395 [71], 416 [130], 420 [140], 426, 
427 [173], 444 [211], 457, 463 [231], 
496-497 [274]. 

Brühl, Franziska Maria Antonia (geb. 
Kolowrat-Krakowskj), Gräfin (muß 
sich Kleider und Wäsche ausleihen 7), 
9, 11 (Biographisches 12), 14—17, 19 
(Schwierigkeiten wegen des Kammer- 
zutrittes 20), 24—26 (Abschieds- 
audienz bei Maria Theresia 27). 

— Hans Moritz, Graf, kursächsiscber 
Oberststallmeister, Deutschordens- 
ritter, 6, 9, 10, 12. 

— Heinrich, Graf, sächsischer Minister, 
5, 7-10, 12-14, 27, 34, 71, 239. 
379 [11] [12], 387 [51], 425 [166], 
480,*) 483 [271], 500, 523, 534 
[349]. 

Brulart, s. Pnyzieulx. 
Brunn, „Asperkisches Haus", 234, 505 
[291]. 

— Dietrichsteinsches Palais, 3, 18, 233, 
376 [2]. 

— s. auch Ausflüge und Reisen des Hofes 
(Mähren). 

Brüssel- Nizza, Konferenzen, s. Aachen, 
Friedenskongreß, Eiekution des 
Friedens. 

Bülow, Friedrich Gotthard von, kur- 
sächsischer Gesandter in Berlin, 358. 

Bünau-Puechen, Heinrich, Graf, säch- 
sischer Gesandter in Wien, 9, 26, 
35, 41. 

Maria Anna Regina (geb. Freiin 

von Racknitz), Gräfin, 9, 11, 14, 15. 



576 



Ceremoniel. 

— Audienzen: Nuntius, 86, 87. Einzug 

und Audienz, 114—116. Ausfahrt 
und Audienz, 117, 118. 

Rußland, Bestuchew, 327. Tscho- 

glokoff, 91, 92. 

Türkei, Mustapha Effendi, 229, 

230 („Rockkuß" 230), (in Schön- 
brunn 259), 261, 262, 268. 

— Ausschließung der Baronin Blümegen 

aus Etiketterücksichten, 235. 

— Beglaubigungsschreiben der fremden 

Vertreter, 365; des Nuntius, 117, 
122 [414]. 

— Beisetzung der Erzherzoginnen Elisa- 

beth und Maria Anna, 317. 

der Baronin Klenck, 286, 287. 

der Gräfin Philippi, 106. 

— Belehnungen, 123, 146, 205. 

— Bestellung eines neuen Obersthof- 

meisters, 141. 

— Braunschweig -Wolfenbüttel, Prinz 

Ludwig, 29, 31. 

— Einladungen zu Diners, 1. 

— Elbceuf, 132. 

— Entbindungen Maria Theresias, 21, 22, 

266. 

— Erthal („Fumo der gewesenen Kaiser- 

würde"), 49. 

— Fasten, 144, 145, 212, 213. 

— Franz I. bei der Prinzessin Charlotte, 

156, 157. 

— Geburtstage: Franz L, 289, 354 — 

356. Josef, 34, 308. Karl, Erz- 
herzog, 37. Maria Theresia, 324, 
325. 

— Gründonnerstag, 354. 

— Handkuß beim Kirchengang, 324. 

— Harrach, Karl, Graf, Oberjägermeister, 

84. 

— „Her Vorgang" Maria Theresias (1745), 

34. 

— Hofball, 360. 

— „Hofmieder«, 180. 

— „Hut airimperiale" (Erzherzog Josef), 

310. 

— im Dienste der Politik: Bayern, 250 

(Abschiedsaudienz Seinsheims 254). 
Pfalz, geringe Geschenke für den 



kurpflllzischen Abgesandten, 281. 
Polen: Bellegarde, „mediocre* Ge- 
schenke, 168; Friesen, 33, 34; 
Neuburg, 46; Saul, 41. Rußland, 
Bestuchew, 219—221, 223, 226, 
227; TruppenreYue in Mähren, 
241; der preußische Gesandte 
Podewils wird nach Tschoglokoff 
in Audienz empfangen, 96, (Diner 
bei KheTenhüUer) 97. Lieven- 
Orloff (Maria Theresia an Khe- 
venhüUer), 300, 534 [346]. Aos- 
schließung der Gräfin Johanna 
Henriette Luise Bestuchew, 827, 
328, 543 [275]. Sachsen, s. Polen. 
Seemächte, Genuas Unterwerfung, 
118. 
Ceremoniel. 

— Josefs Fahrt zu den Kapuzinern, 812. 

— Kämmerer fürstlichen Geblüts, 48 — 45. 

— „Kindlbett Präsent" der oberöster- 

reichischen Stände, 38. 

— Kompetenzschwierigkeiten: Fürsten 

(Kämmerer)— geheime Bäte, 116, 
117, 244. Karl von Lothringen, 
45 , (Tenezianischer Botschafter 
153), (venezianischer Botschafter 
und Nuntius 164). Nuntius— 
Erzbischof — maltesischer Bot- 
schafter, 309, 311. Russischer 
Botschafter— Nuntius, 361. Troyer 
—Schrattenbach, 234. Universität 
(Fronleichnamsprozession) , 243, 
244, 505 [294]. Venezianischer 
Botschafter — Nuntius — maltesi- 
scher Botschafter, 305, 806. 

— Lothringen, Charlotte, Prinzessin, 40, 

130, 864, 365. 

— Maltesischer Botschafter, 308, 309. 

— Namenstage: Franz I., 269, 270. 

Josef, 309, 310. Maria Theresia, 
359-361. 

— Neujahrstag, 196. 

— Olmütz, die polnische Königsfamilie 

in, 7-17. 

— Primiz des Erzbischofs von Wien, 

zweite, 363. 

— Reisen, 231. 

— Schlittenfahrten, 204. 



578 



Cifuentes, Ferdinand, Graf, General 
der Kavallerie, 566 [406]. 

— Ferdinand Hjaointb, Graf, s. Menezes. 

— Giuseppe, Graf, s. Sylva y Menezes. 
Gl am, Anna Charitas, \ (Ahnenprobe 

edle Herrin zu, I der Baronin 

— Enoch, edler Herr | Hager), 886 
zu, J [54]. 

Clarj und Aldringen, Franz Wenzel, 

Graf, 118, 140 (vermählt sich mit 

Josef a Gräfin von Hohenzollern 144). 

Maria Josef a (geb. Hohenzollern- 

Hechingen), Gemahlin des Grafen 
Franz Wenzel, 144. 

Clemenza di Tito, s. Theater. 

Cobenzl, Karl, Graf, 107, 410 [108]. 

— N., Graf, 858. 

Coburg- Saal fei d, s. Sachsen-Coburg- 
Saalfeld. 

Co che de Chälons, le, s. Theater. 

Col d*Assiette, s. Italien, Kriegsschau- 
platz. 

Collalto (Eleonore), Gräfin, Tochter 
des Grafen Vinciguerra Thomas, 46. 

— Vinciguerra Thomas, Graf, 46. 
Col legi um academicum, s. Wien. 

Co 11 et, Nikolaus, Leiblakai der Prin- 
zessin Charlotte, 878 [10]. 
Colloredo, Anton, Graf, Malteser, 801, 
304-309, 311, 387'», 536 [356]. 

— Camillo (Sohn des Grafen Johann B. 
und der Maria Aloisia Katharina geb. 
Gräfin Purgstall), 194, 282. 

— Franz de Paula (Sohn des Grafen 
Camillo aus dessen [erster] Ehe mit 
Maria Franziska geb. Gräfin Wolfs- 
thal), Graf, 194. 

— Franz v. Paula, Gundaker (Sohn des 
Grafen Rudolf Josef), 119, 194, 358. 

— Hieronymus, Graf, vorm. Gouverneur 
in Mailand und Hofmarschall, 53, 54. 

— Johanna Karoline (geb. Gräfin Kinsky), 
Witwe nach dem Grafen Hieronymus, 
54. 

— Josef Maria, Graf (geb. 11. September 
1735), 30. 

— Karl, Graf, GM., 214. 

— Maria Antonia (Tochter des Grafen 
Rudolf Josef), verlobt sich mit dem 



Grafen Prokop Adalbert Czernin, 
95, 98. 

Colloredo, Maria Franziska (geb. Gräfin 
Wolfsthal), Gemahlin des Grafen Ca- 
millo, ihr Tod, 282. 

Gabriele (geb. Starhemberg), Ge- 
mahlin des Grafen Rudolf Josef, 54, 
71, 80, 98. 

— Rudolf Franz Anton (dritter Sohn 
des Grafen Rudolf Josef), Graf, 447 
[216]. 

— Rudolf Josef, Graf, Reichsvizekanzler, 
21, 25, 30, 34, 48, 53 (Biographi- 
sches 53, 54), 55, 68, 71, 80, 95, 98, 
112, 117, 119, 121, 124, 141, 194, 
205, 208, 229, 301, 341, 365, 380 
[16], 406 [88], 410 [109], 415 [127], 
445 [212], 471, 548, 555 [386], 562. 

Colloquia und Conferenzen, s. Habs- 
burg, Franz I. 

Cöln, Klemens August (von Bayern), 
Kurförst (9. Mai 1722 — 6. Januar 
1761), 68, 79, 384 [47], 446 [212], 
497 [275], 513 [309], 547 [880]; s. 
auch Hoch- und Deutschmeister. 

— Nuntius, überschreitet seine Befug- 
nisse, 525, 526 [326]. 

Concerte, 33; s. Ballhaus; Kinsky, 

Leopold Ferdinand, Graf. 
Concordia und Mirandola, s. Mirandola. 
C n f e r e n z, Fragen der inneren Politik 

werden ihrer Sphäre entzogen, 317. 

Uneinigkeit der Minister (Äußerung 

Georgs U.), 516 [310]. 

— Geringes Ansehen, s. Khevenhüller- 
Osterwitz, Johann Josef, Graf (Ver- 
schiedenes). 

Conferenzen und Colloquien unter 
Vorsitz des Großherzogs, s. Habsburg, 
Franz I. 

Constanz, Kasimir Anton von Sickingen, 
Fürstbischof (4. November 1743 bis 
29. August 1750), Belehnung, 167. 

Contarini, Marco, Conte, vorm. vene- 
zianischer Botschafter in Wien, 87,816. 

Cordua und Alagon, Kaspar Fernandez, 
Graf, FM., Trabantenhauptmann, 309. 

Corvey, Kaspar, gefürsteter Abt, Be- 
lehnung, 214. 



580 



Die mar, Ernst Hartmann Freiherr tod, 

General, wird für die Gräfin Fuchs 

gehalten, 39. 
Dier, Karl Josef Yon, Eammerzahl- 

meister, Wappenkönig des Ordens Tom 

goldenen Vlies, 358. 
D i e r 1 i n g, Sidonia Ton (geb. Hinderer), 

Witwe nach dem Hofkriegsrat Josef 

Adam, s. Traun. 
Dietrich st ein, Andreas Jakob, Graf, 

s. Salzburg. 

— Anton (Sohn des Fürsten Karl Maxi- 
milian),») 85. 

'— Franz, Kardinal (gest. 19. September 
1636), 232. 

de Paula, Karl Josef (Sohn des 

Fürsten Karl Maximilian), Biographi- 
sches, 283. 

— Johann B. Leopold, Graf, Torm. Oberst- 
landkämmerer Ton Mähren, 9 (Bio- 
graphisches 185, 186), 235, 242. 

— Johann Franz Gottfried, Graf, Hof- 
kammerpräsident, 222. 

— Josefa (Tochter des Fürsten Karl 
Maximilian) 29. 

— Karl (Sohn des Grafen Leopold Maria 
Franz und der Gräfin Maria Theresia 
geb. Althann), 447 [216]. 

— Karl Maximilian, Fürst, Oberstmar- 
schall, 2, 3, 9, 18, 85, 86, 88, 98, 
101, 106, 116, 124, 135-137, 145, 
148, 153, 185, 198, 212, 216, 221, 
231—233, 235, 256, 264, 265, 278, 
283, 305, 309, 319, 334, 371. 

— Karoline Maximiliana (geb. Gräfin 
Proskau), zweite Gemahlin des Fürsten 
Walter (gest. 9. September 1734), 73. 

— Leopold Maria Franz (Sohn des Grafen 
Gundaker Ferdinand und der Gräfin 
Maria Beatrix Regina, geb. Rosen- 
berg), 3, 9, 17, 447 [216]. 

— Maria Aloisia (Tochter des Walter 
Franz X. Anton aus dessen [zweiter] 
Ehe mit Karoliue Maximiliana Gräfin 
Proskau), s. Althann. 

— Maria Anna Josefa (geb. Khevenhüller- 



*) Bei Wissgnll II, 354, findet sieh ein Sohn 
dieses Namens, gehören jedoch am 10. April 1744. 



Osterwitz), Fürstin, Gemahlin des 
Fürsten Karl Maximilian, 18, 70, 71, 
73-75, 85, 88, 98, 106, 186, 222, 
231, 256, 262, 276, 277, 283, 300, 
334, 355, 534 [346]. (Schreiben an 
den Grafen Johann Josef Khe?en- 
hüller, 534 [347].) 
Di etr ichstein, Maria Emestine(Tochter 
des Philipp Sigismund und der Maria 
Elisabeth Freiin Hofmann von Stre- 
chau und Grünbühel, der Witwe nach 
dem Grafen Johann Wenzel yon 
Gallas), Gräfin, s. Harrach. 

— Maria Franziska Sophie (Tochter des 
Grafen Gundaker Starhemberg und 
der Gräfin Maria Anna, geb. Bap- 
pach), Gräfin, Witwe nach dem Grafen 
Jakob Anton, 80. 

— Walter, Fürst (gest. 3. November 
1738), 73. 

— sches Palais in Brunn, s. Brunn. 
Dincker, N., Kammertürhüter der Prin- 
zessin Charlotte, 378 [10]. 

Directorium in publicis et cameralibus, 
Errichtung, 318—322 (Handschreiben 
Maria Theresias an den Obersthof- 
meister Grafen Königsegg, 540 [366]). 
Bemerkungen des Grafen Kheven- 
hüUer, 322. Beeidigung des Grafen 
Haugwitz, 323. 

Dissipateur, le, s. Theater. 

Doblhoff, Karl Holler Freiherr von, 
Hofrat, 83, 258, 556-557 [389]. 

— Maria Anna Magdalena HoUer Freiin 
von (geb. Quarient und Baal, verw. 
von Piazzoni), Gemahlin des Grafen 
Karl, Besitzerin der Herrschaften 
Rauhenstein, Weikersdorf, Rauheneck 
und Rax bei Baden in NiederGster- 
reich, 164. 

— Maria Kordula von, s. Knorr Maria 
Katharina. 

Dohna-Kar winden, Friedrich Ludwig, 
Burggraf zu, preußischer General- 
leutnant und Gesandter in Wien, 
382 [37]. 

Dolechet, französischer Oberstleu tnant, 
555-556 [387]. 

Don Philipp, s. Spanien. 



581 



Donnersmark, s. Henckel. 

Doria, Johann, Marcbese, 118, 140, 169, 
447 [216]. 

Dorothea Sophie, s. Parma. 

Doublet, Franz, 443 [203]. 

— Mary, s. Holderness. 

Dresdener Frieden, kurpfälzische Ak- 
zession, S.Pfalz. Nachgiebigkeit Maria 
Theresias, 461 [239]. S. auch England- 
Preußen , Österreich-Türkei , Öster- 
reich-Pfalz. 

Dubois, N., Leibchirurg der Prinzessin 
Charlotte, 378 [10]. 

DuChätelet, Kamme rfräulein, 97, 108. 

Du fort, sächsischer Edelmann, 19. 

Dürnkrut, s. Ausflüge und Reisen des 
Hofes. 

Durazzo, Giacomo, Graf, Gesandter der 
Republik Genua in Wien, 353. 

Du Tb eil, Jean Gabriel de la Porte 
(vormals Bevollmächtigter Ludwigs XV. 
bei Karl VI.), französischer Vertreter 
in Aachen, 325, 530 [335]. 

Eau, Theodor, Edler de T, Reichshof rats- 
agent, 147, 167. 

Ebenthal, Schloß in Niederösterreich, 
343; s. auch Au.sflüge und Reisen des 
Hofes (Hollitsch). 

Ebersdorf in Niederösterreich, 226, 227; 
s. auch Ausflüge und Reisen des 
Hofes. 

Eckartsau in Niederösterreich, 137, 
245; s. auch Ausflöge und Reisen des 
Hofes. 

Ecole des maris, \\ s. Theater. 

Eger, s. Österreich-Prankreich. 

Eggenberg, Maria Ernestine (geborene 
Gräfin Schwarzenberg, f 3. April 1719), 
Fürstin, Gemahlin des Fürsten Jo- 
hann Christian (Herzogs zu Krumau), 
131. 

Kggi, recte Egkh und Hungerspach. 

Egkh und Hungerspach, Otto Honorius 
Ehrenreich, Graf, Dompropst und 
Weihbischof von Olmütz, 9, 13. 

Ehrencron, 1 

Ehrensburg,/ «• Nikolsburg. 

Eichstaedt, Johann Anton von Frei- 
berg, Fürstbischof (5. Dezember 1736 
KhtTenhüller-Sehlitter. 1746-1749. 



bis 20. April 1757), Belehnung, 195, 
461 [237], 551; s. auch Bamberg, 
Füi*stbischof Johann Philipp Franken- 
stein. 

Einfuhrverbot, 350, 559 [390]. 

Einsiedeln, Nikolaus Imfeid von Sar- 
nen, gefürsteter Abt, Belehnung, 168. 

Eisenstadt, 106, 179; s. auch Ausflüge 
und Reisen des Hofes. 

Elboeuf, S.Lothringen. 

Elementarereignisse: Erdbeben, 331, 
332. Gewitter, 164, 165, 169, 252, 
334. Überschwemmung in Polen, 3. 
Witterungsumschlag, 226, 312, 334. 

Eleonore Magdalena Theresia, s. Habs- 
burg. 

Elisabeth, s. Rußland. 

— Charlotte, verw. Herzogin von Loth- 
ringen, s. Lothringen. 

-- Christine, s. Habsburg. 

— von Parma, s. Spanien. 

Ellwangen, Franz Georg Graf Schön- 
born, gefürsteter Propst, Belehnung, 
212. 

Eltzsche Familie, 104, 435 [186]. 

Eltz-Kempenich, Philipp Karl, s. 
Mainz. 

Emanuel, Fürst, S.Liechtenstein. 

Engelski rchenscher Garten (heute Pa- 
lais Erzherzog Rainer), 68. 

England, Georg H., 454 [226], 516 [310], 
564. 

— Jakob L, 406 [89]. 

— Karl U., 406 [89]. 

— Karl Eduard Stuart (Sohn Jakobs 
[III.]), „Prätendent", 99, 150. 

— Wilhelm August, Herzog von Cumber- 
land (Sohn Georgs IL), (Biographi- 
sches 166), 380 [14], 437 [195], 441- 
442 [196], 482 [263]. 

— s. Aachen. 

— -Holland, Verhandlungen, s. Nieder- 
lande. 

Österreich, s. Österreich-England. 

Preußen, FörderungPreußens durch 

England, 244, 407 [89]. Englische 
Garantie für Schlesien, 122, 123, 415, 
[129], 507 [296], 521, 522. 

Spanien, Verhandlungen, 456 [226], 

88 



582 



Ennenkl von Albrechtsberg Anna, 
(Abnenprobe der Baronin Hager), 
m [54]. 

Enzenberg, Cassian Ignaz Bonaven- 
tura (Sohn des Freiherrn Franz 
Hartmann [gest. 18. Februar 1720] 
und der Maria Anna Magdalena, 
geb. Freiin von Platsch), Freiherr, 
Biographisches, 90, 91. Vermählt sich 
mit Maria Amalia Freiin von Schack, 
92. 

— Franz Hartmann, Freiherr von, 90. 
Epreuve, l'heureuse, s. Theater. 
Erbach, s. Ulm-Erbach. 

Erber, N. von, krainischer Verordneter, 
255. 

Erdbeben, s. Elementarereignisse. 

Erdödj zu Monyorokeräk und Monte 
Claudio, Georg, Judex curiae, 221. 

Ernst August, s. Weimar. 

Konstantin, s. Weimar. 

Erizzo, Andrea Nicolo, Cavaliere d\ 
venezianischer Botschafter in Wien, 
20. Krankheit und Tod, Biographi- 
sches, 110. 

Ernst Friedrich, s. Sachsen -Coburg- 
Saalfeld. 

— Leopold, s. Hessen-Rhein fels-Rothen- 
burg. 

Erthal, Ph. Christoph, Freiherr von, 
kurmainzischer Gesandter in Wien, 
38, 49. 

Es sei in, Josef, Sattelknecht der Prin- 
zessin Charlotte, 378 [10]. 

Esterhdzy, Familie, Bemerkungen Khe- 
venhüllers, 222. 

— Emerich, Graf, s. Neutra. 

— Franz sen., Graf, General, Biographi- 
sches, 222. 

jun. (Sohn des Grafen Franz sen. 

aus dessen [erster] Ehe mit Maria 
Sidonia Gräfin Pälffy), Graf (Quin- 
quin), 3, 11, 16, 125, 161, 201, 222, 
231, 343. 

— Josef, Graf, FM., Judex curiae, Krank- 
heit und Tod, 221, 222. 

— Maria Anna (geb. Lubomirskj), Ge- 
mahlin des Gesandten Grafen Nikolaus, 
163. 



Esterh&zj, Maria Anna Luise (geb. 
Marchese Lunati), Gemahlin des Für- 
sten Paul Anton, 1, 18, 92, 97, 106, 
108, 179, 185, 302. 

Elisabeth (geb. Gräfin Weißen- 

wolff), Gemahlin des Grafen Niko- 
laus Josef, 205. 

— Nikolaus, Graf, Gesandter am sachsi- 
schen Hofe, 162, 163, 168, 436 [188] 
[189], 445 [212], 497 [275]. 

Josef („Nikerl"), Graf (Oberst, 

seit 1747 General), 143, 194, 205, 
358, 375, 425 [163]. 

— — Graf (Sohn des Grafen Franz sen. 
aus dessen [erster] Ehe mit Maria 
Sidonia, geb. Gräfin Pälffy), 222. 

— Paul Anton, Forst, General, 19, 24, 
44, 82, 92, 97, 98, 185, 245, 307, 
337. 

Gi*af (Sohn des Grafen Niko- 
laus Josef und der Gräfin Maria 
Elisabeth, geb. Gräfin Weißenwolff), 
143, 358, 375, 425 [163]. 

— Gräfin (Tochter des Fürsten Paul 
Anton), 194. 

Eugen von Savojen, s. Savoyen-Cari- 
gnan. 

Exerzierreglement nach preußischem 
Muster, 344. 

Ezio, s. Theater. 

Fächeux, le, s. Theater (Hollltsch). 

Fahnenweihe (Regiment Eolowrat), 
224, 225. 

Fahrafeld, s. Ausfifige und Reisen des 
Hofes. 

Falckenhan, recte Falkenhayn. 

Falkenhayn, Gräfin, 447 [216]. 

Familie extravagante, la, s. Theater. 

Fanal, s. Hausperskj. 

Farnese, s. Parma. 

Fastenbulle, s. Placetum regium. 

Favorita, s. Wien. 

Fekete, Georg, Personalis (regiae prae- 
sentiae in judiciis locumtenens). Bio- 
graphisches, 223. 

Feldsberg, Herrschaft in Niederöster- 
reich, 186; s. auch Reisen und Aus- 
fiüge des Hofes. 

Ferdinand IlL, s. Habsburg. 



584 



Friesen, August Heinrich, Graf, sächsi- 
scher Kammerherr undOherstleutnant, 
33—35, 40, 41. 

— Auguste Konstanze (natürliche Toch- 
ter August des Starken und der 
Gräfin Anna Konstanze von Cosel), 
Gemahlin des Grafen Heinrich Fried- 
rich, 33, 34. 

Fritz, Elisabeth von, kaiseri. Kammer- 
dienerin, s. Petrasch. 

Fronsburg, Schloß und Herrschaft, 69; 
s. KhevenhuUer-Osterwitz, Güter. 

Fuchs, Marie Ernestine, s. Losy. 

— Maria Josefa Theresia, s.Daun,Nostitz. 

— Marie Karoline, Gräfin, Obersthof- 
meisterin Maria Theresias (geb. Mol- 
lart), 1, 2, 20, 21, 23, 25, 28, 32, 
39, 56, 68, 70, 73, 75, 89, 95, 107, 
127, 128, 160, 162, 173, 180, 184, 
191. 193, 196, 206, 213, 222, 244, 
266, 267, 304, 307, 317, 333, 336, 
341, 342, 356; s. auch Diemar. 

Fugger, Anselm, Graf, 270. 

Fulda, Belehnung, 146. 

Funck, recte Funcke. 

Funcke, Johann Friedrich August Ton, 

karsächsischer Legationssekretär in 

Petersburg, 535 [349]. 
Fünfkirchen, Anna Elisabeth (geb. 

Gräfin Oppersdorf), zweite Gemahlin 

des Grafen Johann Adam, 214. 
Katharina (geb. Gräfin Desfours), 

erste Gemahlin des Grafen Johann 

Franz de Paula, 214. 

— Johann Adam, Graf, Verordneter des 
n.-ö. Herrenstandes, Tod und Biogra- 
phisches, 214. 

— Johann Franz de Paula, Graf, kaiserl. 
Eittmeister, 214. 

— Maria Ernestine (geb. Gräfin Salm), 
erste Gemahlin des Grafen Johann 
Adam, 214. 

Fürenberg, s. Weber. 

Fürsten, s. Ceremoniel (Kompetenz- 
schwierigkeiten), (Vorrang), Kopf- 
steuer. 

Fürstenberg-Stühlingen, Josef Wil- 
helm Ernst, Fürst, Obersthofmeister 
des Kurfürsten von Bayern, 380 [16]. 



Füssen, Friede von, s. Österreich-Bayern. 

Gablhoven, recte Gablkofen. 

Gablkofen, Johann Karl Warmund, 
Freiherr von, Verordneter der n.-ö. 
Stände, 257. 

Gabrieli, Markgraf (Sohn einer Tochter 
des Markgrafen Francesco von Car- 
pegna), 555 [386]. 

G alias, Maria Elisabeth (Tochter des 
Grafen Wenzel Johann und der Gra- 
fin Maria Ernestine), Gräfin, s. Har- 
rach. 

— Philipp Josef, Graf, Obristlandhof- 
meister von Böhmen, 148. 

— Wenzel Johann, Graf, Vizekönig von 
Neapel, 24. 

Gallen, s. Sankt Gallen. 

Galuppi, Balthasar, Opernkomponist, 

280, 300, 528 [331]. 
Garelli, Pius Nikolaus von, Leibarzt 

Karls VL, s. Wien, Theresianum. 

— Maria Anna (Tochter des Nikolaus 
Pius), s. Suttner Leopold Gundaker. 

Garnier, Bartholomäus, Leiblakei der 
Prinzessin Charlotte, 378 [10]. 

Gavre, Florentine Josefine, Marqube, 
s. Trauttmansdorff. 

Gay, Alois von, Reichshof ratsagent, 168, 
169, 195. 

Geheimer Rat, Antrag nach Karls VI. 
Tod, es solle Maria Theresia den ge- 
heimen Rat berufen, 121. Buol con- 
tra Schauensteinsche Agnaten in 
puncto juris monetandi, 123. Franz L 
hält zum ersten Male eine Sitzung des 
geheimen Rates ab, 121. Protokolle 
416 [131]. 

Geheime Räte, s. Ceremoniel (Kompe- 
tenzschwierigkeiten). 

Geis mar, Lothar Franz, Freiherr von, 
318. 

Generalfeldartillerie -Hauszeugamt, 
249, 252. 

Generalkriegskommissariat, wird 
unmittelbare Hofstelle, 142, 424 [160]. 

Gentilhomme de Beauce, le, s. Theater. 

Genua, s. Italien, Kriegsschauplatz. 

Georg IL, s. England. 

Geroskerken, s. Thuil. 



585 



Ghelini, Abb^, Pseudonym far Grimaldi, 
93. 

Gilleis, Sabine Christine, verw. Freiin 
Ton, Gräfin, 368. 

Giovanelli, recte Joanelli. 

Glorieuz, le, s. Theater. 

Gneisenau, s. Märck. 

Goes, Johann Anton, Graf, Landes- 
hauptmann Ton Kärnten, 176. 

— Johann Sigismund Rudolf (Sohn des 
, Grafen Johann Anton aus dessen 

[erster] Ehe mit Maria geb. Gräfin 
Thürheim), 140. 

— Maria Anna (Tochter des Grafen Jo- 
hann Anton aus dessen [erster] Ehe 
mit Maria geb. Gräfin Thfirheim), 
Hofdame, 118, 140, 160, 447 [216]. 

— Rudolf, Graf, 183, 447 [216]. 
Gögger, P. Franz, S. J., Beichtvater 

der verwitweten Kaiserin Elisabeth, 
197. 

GoldenesVlies, s. Ceremoniel, Toison- 

festlichkeiten. 
G6ler von Ravensburg, Engelhard, 435 

[186]. 

— N., s. Hirschhorn. 

Gollhoffer (sen), Maximilian Gunda- 
ker von, Kammerfourier unter Leo- 
pold L, 312. 

— Oud)» Tobias Josef von, Kammer- 
fourier, 312. 



Gollin, Anna 

Karoline, 
— Maria Anna, 



„Kammermenscher" 
' der Prinzessin Char- 
lotte, 378 [10]. 
Gollowin, recte Golowin. 
G olowin, Graf, russischer Generalmajor, 

300. 
Gorani, General, 464. 
Görz, Errichtung eines Erzbistums, s. 

( )sterreich -Venedig. 
Gorzagne, Marquis, 465. 
Gotha, s. Sachsen-Gotha. 
Göttweig, Godefried Bessel, Abt, (sein 

Tod 299). 407 [91], 533 [345]. Pia- 

zol, Odilo, Abt, 534 [345]. 
— s. auch Ausfiöge und Reisen des Hofes. 
Graeve, Johann Friedrich Edler von, 

preußischer Resident in Wien, 88, 

396 [76]. 



Graffignj, Fran^oise d'lssembourg - 
d'Apponcourt de, französische Schrift- 
stellerin, 357, 560 [396]. 

Greiffenklau, Karl Philipp Heinrich 
von, 8. Wünburg. 

Grassalkovich von Gjarak, Anton, 
ungarischer Hofkammerpräsident, Un- 
zufriedenheit über seine Ernennung, 
Biographisches, 222. 

Grienwalde r, Johann Ignaz von, Buch- 
halter bei der Ministe rial-Banco- 
deputation, 475. 

Grimaldi, Girolamo, Marchese, spani- 
scher Emissär, 89, 93, 94, 96, 99, 
101 (Biographisches 102), 103, 105, 
111-114, 122, 123, 398 [79], 406, 
407 [89] [90] [93], 408 [93] [99] 
[100], 409 [100], 412 [113], 413 [115], 
419 [137], 420 [145], 439-442 [196], 
477, 478 [255]. 

Grünne, Nikolaus Franz Josef, Graf, Ge- 
neral, 2, 37. 284, (vom Schlag gerührt 
350), 382 [33], 528 [332], 559 [391]. 

— Philipp Anton (Bruder des Nikolaus 
Franz JoseQ, Gfaf, 350». 

Grünwald, recte Grien walder. 
Grußbach, s. Ausfiüge und Reisen des 

Hofes. 
Gschwandtner, recte Schwand tner. 
Guarini (Giuseppe), S. J., Beichtvater 

Augusts III., 10. 
Guastalla, Josef Maria, Herzog von, 

sein Tod, 108. 

— Maria Eleonore Charlotte (geb. Her- 
zogin von Holstein -Wiesenburg), Her- 
zogin, Gemahlin des Herzogs Josef 
Maria, 108. 

— Besitzergreifung durch Maria The- 
resia als die Herzogin von Mailand; 
Stellung der Reichskanzlei hiezu, 108, 
410-411 [109]. 

— s. auch Italien, Kriegsschauplatz. 
Gubin, Heinrich (Debuisson), Leiblakei 

der Priuzes*;in Charlotte, 378 [10]. 

Gudenus, Franz Anton Freiherr von, 
kurmainzischer Resident in Wien, 205. 

Guebriand, Abbe, franzteischer Resi- 
dent in Trier, 497 [8741 

Guörapin de Yaiir^ 



586 



Quettenberg, s. Guttenberg. 
Gumpendorf, Königseggscber Garten, 

90, 101, 102, 152, 164, 179, 185. 
Gundl, 8. Altbann, Gundaker Ludwig 

Josef. 
Gussmann, Franz Anton, Dompropst 

zu St. Stepban in Wien, 803. 
Gustav Adolf, s. Schweden. 
Guttenberg, Jobann Anton von, Agent 

des BLscbofs ?ou Lütt ich in Wien, 

196, 209, 217. 
Gjarak, s. Grassalkovicb. 
Habsburg. 

— Amalia Wilhelmine (von Braunschweig- 

Lüneburg), Kaiserin, Gemahlin Jo- 
sefs L, 4, 15, 60, 166*), 286. 

— Eleonore Magdalena Theresia (von 

Pfalz-Neuburg), Kaiserin, dritte 
Gemahlin Leopolds I., 121, 267. 

— Elisabethchristine (von Braunschweig), 

Kaiserin (Witwe nach Karl VI.), 
8, 20, 22, 23, 30, 40, 41, 55, 62 
—64, 67, 79, 82, 89, 90, 93, 118, 
126, 127, 132, 133, 141, 153, 174, 
181, 184, 197, 210, 211, 214, 231, 
244, 253, 256 (Biographisches 260), 
263, 264, 268, 278, 285, 287, 308, 
318, 325, 333, 336, 347, 352, 357, 
369, 424 [158]. 

— Elisabeth, s. Maria Elisabeth. 

— Ferdinand III., Kaiser, 514. 

— Franz I., Freude über die Geburt des 

zweiten Sohnes, 22. Konferenzen 
und Kolloquien unter dem Vor- 
sitz des Großherzogs, dem man 
aber kein Vertrauen entgegen- 
bringt, 25, 26. Respekt vor dem 
Feldmarschall Khevenhüller, 29. 
Aufmerksamkeit für die Gräfin 
Brühl, 27. Kaiserwahl, 27 (böhm. 
Kurstimme 38), 39, 51, 52, 53, 
55 (Wahlkapitulation 52, 55, 57 
—60, 65), (kurkölnisches Votum 
68), 89, 91, 147, 379 [12], 380 
[12], 384 [50], 430 [176]. Fa- 
schingskomödie bei den Michaelern, 
31. Spricht gern, 46, 189. Disput 
mit Khevenhüller, 49, 50. Bio- 
graphisches, 50, 158, 270, 299, 



314. Übernahme des Armeekom- 
mandos (Bemerkungen hierüber 
57—59), 67, 68. Die „blau ge- 
quätschete** Nase, 64. Bei Diet- 
richsteins, 70. Spielt gern Bil- 
lard, 81, 130. Gegen die Zulas- 
sung Grimaldis, 89. Während der 
Verhandlungen mit Grinoaldi, 93, 
94, 99. Der Schlosser von Hoch- 
osterwitz, 113. Wird mit einem 
Ballet überrascht, bei dem der 
Erzherzog Josef mitwirkt, 119. 
Blutwallungen, 123. Gegen das 
Masken verbot, 145. Kein Freund 
der Etikette, 156. Verhalten 
gegenüber Khevenhüller, der sich 
weigert, Ajo des Erzherzogs Josef 
zu werden, 158, 159. Man ver- 
übelt ihm, trotz Unwohlsein 
Maria Theresias einen Ausflug ge- 
macht zu haben, 171. „Artige 
Surprise für die Kaiserin'' in 
HoUitsch, 172, 173. Überrascht 
die Kaiserin in Schönbrunn, 178. 
Sucht die Kaiserin zu beruhigen, 
als sich diese infolge eines Streites 
mit Bartenstein „erhitzet**, 200, 
201. In Purkersdorf bei der Gräfin 
Kokorzowa, 248. Verhalten nach 
der unglücklichen Entbindung 
Maria Theresias (17. September 
1748), 263. Einfluß auf die Di- 
rektion des Stadtbanko, 299. 
Schlägt den venezianischen Bot- 
schafter zum Ritter der Stola 
d'oro, 315. Oberst seines Regi- 
ments, Ehrenbezeigung vor der 
Kaiserin (Bemerkungen hierüber), 
344. Rechte auf Carpegna, 555 
[386], 560 [395]. 
Habsburg. 

— Josef I., 35, 104 (Biographisches 246), 

312; s. Regina Coeli. 

— Josef, Erzherzog, 31, 60, 79, 81, 82, 

85, 86, 91, 100, 105 (Ballet 119), 
142, 147 (kein Freund der Eti- 
kette 156), 161 (Deklamator 180), 
(Biographisches 180, 181, 194, 
301, 302, 358). Hofstaat, Titel, 



588 



Hitze, 127, 357. Vorliebe für 
Schönbrunn, 128, 129, 151, 216. 
Erzürnt über geringe Beteiligung 
am Eirchendienst, 144, 145. Aus- 
weisung der Schauspielertruppe 
wegen unmoralischen Lebenswan- 
dels (Bemerkungen hierüber), 145. 
Bevorstehende Niederkunft, Vor- 
kehrungen in der Hofburg, 148, 
149. Wunsch, daß Ehevenhüller 
Ajo des Erzherzogs Josefs werde, 
159. Im uiederösterreichischen 
Landtag, 181, 182. Bekommt die 
Schafblattern, 170, 171. Sucht 
Zerstreuung für ihren Gemahl, 
191. Konferenz vom 29. November 
1747: die Kaiserin verlangt, man 
solle ihr Geld beschaffen, sonst 
müßte sie Frieden schließen ; Hal- 
tung des Kaisers; Votum Kheven- 
hüllers, 192, 193, 457-459 [235]. 
Disput mit Bartenstein, 200, 201. 
Bei Gräfin Ehevenhüller, 210. 
Trägt die Kosten der Beisetzung 
Caracciolis, 212. Rockkuß des 
türkischen Botschafters, 230. Un- 
gehalten über die geringe Beteili- 
gung am freitägigen Appartement 
zu Schönbrunn, 245. Hegt die 
Absicht, Ulfeid und Bartenstein 
durch neue Eräfte zu ersetzen, 

248. Vorwürfe gegen Robinson, 

249. Firmpatin der Gräfin Maria 
Josefa Ehevenhüller, 260. Un- 
glückliche Entbindung, 17. Sep- 
tember 1748, p. 262—266. Ehe- 
venhüUers Urteil über die Eaiserin, 
330. Die Eaiserin lehnt den Vor- 
schlag Ehevenhüllers ab, den Gra- 
fen Eaunitz zum Nachfolger Fried- 
rich Hnrrachs zu ernennen, s. 
Kaunitz, Wenzel, Graf. Verhalten 
bei drohender Blatterngefahr, 335. 
Trennung der Justiz von der Ver- 
waltung, 319 (Vorwürfe, die gegen 
Maria Theresia nach Errichtung 
des Direktoriums erhoben werden, 
322). Eundmachung des Aachener 
Friedens, 313. Schlägt den vene- 



zianischen Botschafter zum Ritter, 
316, 317. Im Theresianum, 341. 
Der heilige Geist und der Dezen- 
nalrezeß, 350, 351. Rücksicht für 
Prinzessin Charlotte, 364. Reso- 
lution in betreff der Eopfsteuer, 
393, 394. An Sinzendorff (10. März 
1745), in betreff der Jurisdiktions- 
streitigkeiten, 394 [69]. Resolu- 
tionen, die Verhandlungen mit 
Spanien betreffend, 414 [119], 428 
[175]. Resolution, betreffend die 
Trauer nach der Herzogin von 
Braunschweig, 456 [227]. Resolu- 
tion, die österreichischen Friedens- 
vorschläge (11. Februar 1748) be- 
treffend, 482 [259]. Bundestreues 
Verhalten gegenüber Sardinien, 
496 [273]. Resolution, den Ab- 
schluß des Vertrages mit Algier 
betreffend, 529 [334]. Resolution, 
betreffend Titel, Wappen und Cere- 
moniel des Erzherzogs Josef, 532 
[336]. Aufforderung an die Eon- 
ferenzminister, ihre Vota über die 
äußere Politik abzulegen, die Öster- 
reich (nach Abschuß des Aachener 
Friedens) befolgen solle, 535 [355]. 

Hackelberg, Freiherr von Landau, 
Oberstsilberstabelmeister Leopolds I., 
323. 

Hackelberger von Höchenberg, Bar- 
bara Elisabeth (Ahnenprobe der Ba- 
ronin Hager), 387 [54]. 

— von Höchenberg zu Arbesbach, Maxi- 
milian (Ahnenprobe der Baronin 
Hager), 387 [54]. 

Hagen, Johann Hugo, Freiherr von, 
kaiserlicher Gesandter im Reich, 103. 

— (von AUensteig), recte Hager. 
Hagenbach, Jakob Josef, Freiherr von, 

GM., 32. 
Hager (von Aliensteig), Franz Alois, 
Freiherr von, 68. 

— Hans Seifried, Freiherr von (seit 
1671), (Ahnenprobe der Baronin 
Hager), 386 [54]. 

— Eordula (Ahnenprobe der Baronin 
Hager), 387 [54]. 



590 



Tod, 328. Ebevenhdllers Schreiben 
an Maria Theresia, 543 [377]. Maria 
Theresia empfindet Harrachs Tod als 
unersetzlichen Verlust, 544 [378]); 
340, 357, 382 [34], 386-387 [51], 
388 [56], 467 [252] [253], 468 [253], 
469 [254], 469*), 470, 475. (Gespräch 
mit Rosenberg über seinen Beform- 
plan, 516-517 [310]; 535 [355], 540 
[366]. 
Harracb, Friedrich Johann Josef (Sohn 
des Grafen Karl Anton Wenzel und 
der Gräfin Maria Katharina Elisa- 
beth, geb. Gräfin Buquoy), 119, 143, 
425 [163], 447 [216]. 

— Ignaz Ludwig (geb. 2. Oktober 1732, 
Sohn des Grafen Friedrich August 
Gervasius Protasius und der Gräfin 
MariaEleonoreKatharina, geb. Fürstin 
Liechtenstein), Graf, 182. 

— Johann Josef Philipp, Graf, FM., Prä- 
sident des Hofkriegsrates, 71, 72, 76, 
77, 88, 123, 124, 126, 237, 290, 359. 

— Karl Anton Wenzel (Sohn des Grafen 
Ernst Anton Wenzel und dessen erster 
Gemahlin Maria Konstantia, geb. 
Herberstein), Graf, Obersthof- und 
Landjägermeister, 30, 84, 97, 119, 
143, 425 [163], 447 [216]. 

— Leopold Josef Karl (geb. 9. Februar 
1736, Sohn des Grafen Karl Anton 
Wenzel und der Gräfin Maria Katha- 
rina Elisabeth, geb. Gräfin Buquoy), 
30. 

— Maria Aloisia (Tochter des Grafen 
Alois Thomas Raimund aus dessen 
[zweiter] Ehe mit Anna Cäcilie Gräfin 
Thannhausen), s. Lamberg. 

— Maria Anna (Tochter des Grafen Karl 
Anton Wenzel und der Gräfin Maria 
Katharina, geb. Gräfin Buquoy), Gräfin, 
s. Sinzendorf. 

— Maria Eleonore Katharina (geb. Prin- 
zessin Liechtenstein), Gemahlin des 
Grafen Friedrich August Gervasius 
Protasius, 1, 97. 

— Maria Elisabeth (geb. Gallas), erste 
Gemahlin des Grafen Ferdinand Bona- 
ventura Anton, 24. 



Ha r räch, Maria Ernestine (geb. Dietrich- 
stein), dritte Gemahlin des Grafen 
Alois Thomas Baimund, Gräfin (Testa- 
ment, 24, 25). 

— Maria Josefa (Tochter des Grafen 
Friedrich August Gervasius Protasius 
und der Gräfin Maria Eleonore Katha- 
rina, geb.Fürstin Liechtenstein),Gräfin, 
8. Liechtenstein. 

— Maria Katharina Elisabeth (geborene 
Buquoy), Gemahlin des Grafen Karl 
Anton Wenzel, 425 [163]. 

— Maria Bosa (Tochter des Grafen 
Friedrich August Gervasius Protasius 
und der Gräfin Maria Eleonore Katha- 
rina, geb. Fürstin Liechtenstein), 
zweite Gemahlin des Grafen Ferdi- 
nand Bonaventura Anton, 24, 25. 

Harrington, William Stanhope, Earl, 
englischer Staatssekretär, 399 [83], 
408 [98]. 

Harsch, Ferdinand, Graf, GFWM., 800. 

Hartenburg, s. Härtl. 

Hartig, Anton, Graf, 52, 55. 

— Ferdinand, Graf, 83, 394 [69]. 

— Maria Theresia (geb. Sinzendorf), Ge- 
mahlin des Grafen Anton, 189. 

Härtl von Hartenburg, Franz Alexander, 
Sekretär im Obersthofmarschallamt, 
320. 

Hasse, Johann Adolf, Opernkomponist, 
260. 

Hauer(n), Franz Josef von. Bat bei der 
Ministerialbankodeputation , Wald- 
meister in Niederösterreich, (sein Tod, 
Biographisches 218). 

— N., ältester Sohn des Franz Josef, 218. 
Haugwitz, Friedrich Wilhelm, Graf, 

4, 5, 14, 15, 17, 176, 179, 207, 228 
(Biographisches 243, 350). 254, 258, 
319, 321, 323, 324, 332, 443 [209], 446 
[213], 467 [252], 467-468 [253], 469 
[254], 469*), 472, 475, 543 [378]. 

— Johanna Henriette Luise (geb. Carlo- 
witz), Gräfin, s. Bestuchew. 

Haulleville, Josefa, Kammerdienerin 
der Prinzessin Charlotte, 378 [10]. 

— Karl, Kammerdiener der Prinzessin 
Charlotte, 378 [10]. 



591 



HauUeville, Katharina,Eammerdienerin 
der Prinzessin Charlotte, 878 [10]. 

Hauspersky, Felician Julian, Freiherr 
von Fanal, 505 [291]. 

Haute fort, Emanuel, Marquis d', fran- 
zösischer Botschafter in Wien, S35. 

Hazardspiele,38,42, 115, 117, 130,323. 

Hechingen, s. HohenzoUem-Hechingen. 

Heim, reete Hejm. 

Heiß 1er von Heitersheim, Franz Josef, 
Oherstlandrichter in Mähren, in der 
Folge Landeshauptmann (Biographi- 
sches 228), 233. 

— Maria Anna (geb. Wratislaw), Qe- 
mahlin des Franz Josef, 233. 

Heitersheim, s. Heißler. 

Henckel von Donnersmark, Anna Fran- 
ziska (Tochter des Qrafen Karl Josef 
Erdmann und der Grafin Josefine, 
geb. Freiin Brunetti), Grafin, Hofdame, 
s. Poal. 

Herberstein, Adam von (f 1626), 527 
[328]. 

— Andreas von (f 1442), 527 [328]. 

— Benigna Rosina, Grafin, s. Eheven- 
höller-Gsterwitz. 

— Ernestine Johanna (geb. Wend), Ge- 
mahlin des Grafen Leopold Karl, 271, 
272, 274 (Biographisches 277), 527 
[328]. 

— Ernst Friedrich von (t 1678), 527 
[328]. 

— Ferdinand Ernst, 527 [328]. 

— Ferdinand Leopold (f 1744, Sohn des 
Grafen Wenzel Eberhard aus dessen 
[erster] Ehe mit Maria Josefa, geb. 
Freiin von Globiz), niederösterreichi- 
scher Landmarschall, Graf, 217, 270, 
271, 274, 330. 

— Franz Anton (Sohn des Grafen Leo- 
pold Karl und der Grafin Ernestine 
Johanna, geb. Freiin von Wend), 271. 

— Georg (t 1528) von, 527 [328]. 

— Georg Christoph von (t 1613), 527 
[328]. 

— Georg Sigismund von (t 1578), 527 
[328]. 

— Johann Sejfried, Graf, Vizepräsident 
der Repräsentanz in Krain, 255. 



Herberste in, Josef Johann N. (Sohn 
des Grafen Ferdinand Leopold und 
der Gräfin Maria Anna, geb. Gräfin 
Ulm), Graf, 217. 

— Karl von (t 1590), 527 [328]. 

— Karl Eusebius von (t 1643), 527 [328]. 

— Karl Josef (Sohn des Grafen Leopold 
Karl und der Gräfin Ernestine Jo- 
hanna), Graf, 69, 217. (Heiratet die 
Gräfin Maria Josefa von Kheven- 
hftller-Osterwitz, 270-278.) (Biogra- 
phisches, 273.) (Heiratskontrakt, 274); 
320, 321, 323, 348, 349, 524 [325], 
527 [328]. 

— Leonhard von (t 1511), 527 [328]. 

— Leopold, Graf, weil. Feldmarschall 
und Vizepräsident des Hofkriegsrates, 
272, 300, 528 [328]. 

— Leopold Karl (f 1734, Sohn des Gra- 
fen Wenzel Eberhard aus dessen 
[erster] Ehe mit Maria Josefa, geb. 
Freiin von Globiz), Graf, 270, 271 
(Biographisches 271), 527 [328]. 

— Maria Anna, Tochter des Grafen Leo- 
pold Karl und der Gräfin Ernestine 
Johanna, geb. Freiin von Wend), ver- 
mählte Caramelli, 271. 

~ Maria Anna (geb. Freiin von Ulm), 
Witwe nach dem Grafen Ferdinand 
Leopold, 274. 

— Maria Anna, Gräfin, s.Trauttmansdorff. 

— Maria Josefa (geb. Khevenhüller- 
Gsterwitz), Gemahlin des Grafen Karl 
Josef, 285, 322, 323 (Fehlgeburt 326), 
331, 363, 370. 

— Maria Josefa (Tochter des Grafen 
Leopold Karl und der Gräfin Erne- 
stine Johanna, geb. Freiin von Wend), 
Gräfin, s. Stern bach. 

— Maria Leopoldine (Tochter des Grafen 
Leopold Karl und der Gräfin Erne- 
stine Johanna, geb. Freiin von Wend), 
Gräfin, s. Hojos. 

— Veit Sigismund von (f 1637), 527 
[328]. 

— Ursula (geb. Teuff'enbacb ), Gemahlin 
des Andreas, 527 [328]. 

— Wenzel Eberhard (f 1729. Sohn des 
Grafen Ferdinand Ernst aus dessen 



592 



[erster] Ehe mit Katharina Elisabeth, 
geb. Gräfin Saurau), Graf, 270 (Testa- 
ment 271), 330, 527 [328]. 

Herberstein, Wilhelm von (f 1560), 
527 [328]. 

Hera, Margarete, Kammerdienerin der 
Prinzessin Charlotte, 378 [10]. 

H^ronville, Marquis, 555 [387]. 

Hessen-Darmstadt, Josef, Landgraf, 
s. Augsburg. 

— -Homburg, s. Aldenburg. 

Kassel, Friedrich, Landgraf, s. 

Hessen-Rheinfels-Rothenburg. 

Wilhelm (Bruder Friedrichs), hol- 
ländischer Genera], 562. 

Rheinfels-Rothenburg, Ernst 

Leopold, Landgraf, 561*). 

— Karl Emanuel (Konstantins 

Sohn), Erbprinz, 561*). 

Konstantin (Sohn des Ernst 

Leopold und der Eleonore Maria 
Anna Fürstin von Löwenstein-Wert- 
heim), Erbprinz, von ihm errichtete 
und vom Kaiser bestätigte Sukzes- 
sionsordnung: Protest des Landgrafen 
Friedrich von Hessen-Kassel, 365, 
561 — 562 [400]. Konferenzvotum, 
562-563 [400]. 

Maria Eva Sophie (geb. Gräfin 

Starhemberg, Gemahlin des Kon- 
stantin), Landgräfin, 561*). 

Heuschreckenplage, 276, 277, 348, 
556 [388]. 

Heureuse ^preuve, \\ s. Theater. 

Heusler, recte Heißler. 

Heym, Anton van der, holländischer 
Großpensionär und Großsiegelbe- 
wahrer der Provinz Holland (sein 
Tod), 103. 

Hillebrand, Johann Ludwig, 380 [17]. 

Hinderer, Sidonia von, s. Traun. 

Hirschhorn, Familie, 435 [186]. 

— N. (vermählte Göler von Ravensburg), 
435 [186]. 

Hittner, Johann Wasgottwill von, Hof- 
rat in der ungarischen Hofkanzlei, 83. 

Hoch- und Deutschmeister (Kurfürst 
von Cöln), Belehnung, 119, 414 [124]. 

Höchenberg, s. Hackelberger. 



Hochepied, Baron, hollandischer Bot- 
schafter in Konstantinopel, 172, 179. 

— Baronin, 172. 

Hochhaus, s. Vorrig von Hochhaus. 

Hochleu then, s. Ausflöge und Reisen 
des Hofes. 

Hochosterwitz, Schlosser aus, s. Habs- 
burg, Franz I. 

Hofballhaus, s. Ballhaus, Theater. 

Hofbauamt, Erhebung zu einer un- 
mittelbaren Hofstelle, 142. 

Hofburg, 8. Wien. 

„Hofdeputation", 258, 518 [315]. Zu- 
nehmender Einfluß auf die innere 
Politik, 317. 

Hofkanzleien, Auflösung, 320. 

Hofkapelle, abfölliges Urteil Kheven- 
hüllers über sie, 324. 

Hogara, recte Ogara. 

Hoheneck, Anna Susanna von (Ahnen- 
probe der Baronin Hager), 386 [54]. 

— Georg von (Ahnenprobe der Baronin 
Hager), 386 [54]. 

Hohenembs, Franz Wilhelm Rudolf, 
Graf von und zu, FM., 108. 

Hohenfeld, Maria Eleonore (Tochter 
des Grafen Otto Heinrich aus dessen 
[erster] Ehe mit Eva Anna Ludmilla, 
geb. Piedipesky), Gräfin, s. Rosen- 
berg. 

Hohen f eis, recte Hohenfeld. 

Hohenfriedberg, s. schlesischer Krieg, 
zweiter. 

Hohenholtz, Nikolaus Sebastian von, 
österreichischer Resident in St. Peters- 
burg, 76, 80, 95, 388 [57], 390 [61], 
407 [92]. 

Hohen zolle rn-Hechingen, Maria Jo- 
sefa, Gräfin, Braut des Grafen Franz 
Wenzel Clary und Aid ringen, 118, 
119, 140; s. auch Clary. 

— Sidonia, Gräfin, 118, 140 (Braut des 
Grafen Franz Ulrich Kinsky, 314); 
s. auch Kinsky. 

Holderness, Mary (geb. Doublet), Lady 
of, Gemahlin des Robert d'Arcy, 
vierten Earls of, 172, 443 [203]. 

— Robert d'Arcy, vierter Earl of, 443 
[203]. 



594 



kowitz, 47. TruppensendungeD, 73, 
387 [52]. Guastalla ergibt sich den 
Österreichern, 83, 395 [71]. Weitere 
Erfolge, 84. Sieg bei Piacenza, 96— 
98, 407 [93]; Sardiniens Beutean- 
spruch, 411, 412 [HO]. Notstand der 
österreichischen Armee, 99*), 178; 
Hypothek auf das Mailänder Salz 
zum Zweck der Verpflegung der 
Armee, 158; Verpflegung der Armee, 
184, 187, 200, 215. Sieg bei Rotto- 
freddo, 107, 410 [106]. Expedition 
gegen Neapel, 110, 111, 124, 412 
[110], 413 [114], 416 [130] [132]. 
Genua: Unterwerfung, 111, 113; 
Haltung Sardiniens, 113. Aufstand 
in Genua, 134, 135, 420 [144]; Aus- 
weisung Spinolas aus Wien, 135; 
fruchtlose Sendung Visettes nach 
Wien, 421 [149]; genuesische Effek- 
ten, 141, 142, 157, 158, 430 [180]. 
Vorbereitungen zur Wiedereroberung 
Genuas, 136, 146, 150, 155, 164, 166, 
167, 177, 184, 192, 421 [151], 443 
[201]; Verhandlungen mit Genua, 
150, 426—427 [173]; Auswechslung 
der Gefangenen, 210. Treffen auf 
dem Col d'Assiette, 171, 442 [200]. 
Vorbereitungen zum Peldzug 1748, 
p. 197, 203, 211, 482 [261]; Riviera 
di Levante, 214, 496-497 [274]. 

Jüdische Hochzeit in Hollitsch, 346. 

Julien, s. Saint- Julien. 

Jurisdiktionsstreitigkeiten, Ein- 
setzung einer Kommission zum Zweck 
ihrer Behebung, 83, 394 [69], 430 
[179]. Jurisdiktionsstreitigkeiten zwi- 
schen der österreichischen und der 
Reichskanzlei, 157. 

Jumela, recte Jomelli. 

Justizstelle, oberste, Seilern, Johann 
Friedrich, Graf, oberster Justizkanzler, 
321; seine Beeidigung, 323. Benen- 
nung der neuen Stelle, 542 [370]. 

Justiz und Verwaltung, Trennung, s. 
Direktorium. 

Kaiserstein, Franz Freiherr von. Bio- 
graphisches, 349. 

Kaiserwahl, s. Habsburg, Franz I. 



Kammerdiener des Erzherzogs Josef, 
Instruktion, 450 [219]. 

Kammerdienerinnen, „hoohange- 
sehen", 140, 141. 

Kämmerer fürstlichen Geblüts, s. Gere- 
moniel (Kompetenzschwierigkeiten). 
Instruktion für die Dienstkämmerer 
des Erzherzogs Josef, 183, 448—450 
[219]. Promotion, 290. Taxe (Be- 
merkungen hierüber), 338. 

Kammermusik, 270. 

Kannegießer, Hermann Lorenz, Ritter 
von, kurböhmischer Hofrat, 55, 258, 
320, 332. 

Kanzlei, österreichische und Reichs- 
kanzlei, 8. Jurisdiktionsstreitigkeiten, 
Standeserhebungen. 

Kardinalskollegium, s. Rom. 

Kardinalspromotion (1747), 149, 
150. 

Karl II., s. England. 

— II., 8. Spanien. 

— in., s. Neapel-Sizilien. 

— V., 1 

VI I ^* Habsburg. 

— VII., s. Bayern. 

— Albert, s. Bayern. 

— 8. Braunschweig. 

— s. Lothringen. 

— Eduard (Stuart), s. England. 

— Emanuel, s. Sardinien. 

s. Hessen-Rheinfels-Rothenburg. 

— Josef, 8. Habsburg. 
Ignaz, s. Lothringen. 

— Ludwig, s. Pfalz. 

— Theodor, s. Pfalz. 

— Wilhelm Friedrich, s. Brandenburg- 
Ansbach. 

Kärnten, Dezennalrezeß, Errichtung der 
„Repräsentation und Kammer" (Be- 
merkungen hierüber 176, 179), 443 
[209]. Deputation in Wien, 251, 254, 
255. Einsetzung einer Deputation, 
513 [308]. 

Karthaus, s. Ausflüge und Reisen des 
Hofes (Mähren). 

Kaunitz-Rietberg, Maria Ernestine 
(geb. Starhemberg), Gemahlin dea 
Grafen Wenzel, 4, 9, 81. 



696 



Eh evenhül 1er- Frankenburg, Philip- 

pine Maria Anna (geb. Gräfin Lam- 

berg), Gräfin, Witwe nach dem Grafen 

Ludwig Andreas, 143. 
Khevenhüller-Osterwitz, Benigna 

Rosina (geb. Herberstein, Frau des 

Grafen Ehrenreich), Gräfin, 272, 527— 

528 [328]. 

Ehrenreich, Graf, 527 [328]. 

Johann Franz X. Anton (Sohn des 

Grafen Johann Josef), Graf, 46, 110, 

299, 348, 363, 412 [111]. 
Johann Josef. 

Biograpisches: Zweiter Wahlbot- 
schafter, 27, 51, 52, 57. Sendung 
nach Dresden und Hannoyer, 65, 
68. Sendung nach Eöniggrätz ins 
Hauptquartier, 68, 69. Mitglied 
der Kommission zur Beilegung der 
Jurisdiktionsstreitigkeiten, 82. Ver- 
sieht das Obersthofraarschallamt, 
85, 86. Lehnt den Antrag ab, 
nach Breda zu gehen, und schlägt 
den Grafen Eaunitz vor, 112. 
Erster Eurator des Theresianums, 
137, 421 [152]. Die durch Sinzen- 
dorfs Tod erledigte Stelle des 
ersten Obersthofmeisters, 139. 
EhevenhüUer will nicht Ajo des 
Erzherzogs Josef werden, 158— 
160, 430-431 [181]. Oberststall- 
meister ad interim, 171. Ajo- 
Stellvertreter, 183, 184, 213—215, 
252, 261. EhevenhüUer versieht 
das Amt eines Obersthofmeisters, 
216. „Klein« Finesse und Atten- 
tion" für „große Herrn^ 257. 
War zum Landmarschall von 
Niederösterreich vorgeschlagen, 
340. 

Verschiedenes: Gespräch mit 
August III. über den Großherzog 
Franz, 10. Äußerung über den FM. 
Ludwig Andreas, 29. „Schlechte 
Tafelmusik" , 35. Illumination 
(1745), 35-37. Die Hofmusik- 
kapelle, 191. „Sehr ruinierte Eti- 
quette", 37 ; dasHofceremoniel, 156 ; 
Vernachlässigung des Ceremoniels, 



264, 266. Wird der Prinzessin 
Charlotte vorgestellt, 40. „Fumo 
der in noch gar zu frischer Ge- 
dächtnuß gewesenen Ealserwürde**, 
49. Disput mit dem Großherzog, 
49, 50, 381 [32], 382 [32]. In 
Fronsburg, 61, 62. Lob seines 
Vaters, 62. Gespräch mit Maria 
Theresia nach Einlangen der 
Nachricht von der Schlacht bei 
Hohenfriedberg, 65. Äußerung 
über die Ärzte, 77. EhevenhüUer 
geht nicht gern in kühler Jahres- 
zeit nach Schönbninn, 86. Er 
mietet den Eönigseggschen Garten 
in Gumpendorf, 90. Eonferenzen 
mit Grimaldi, 94, 102, 105. Votum, 
111. EhevenhüUer gegen die Fort- 
setzung der Verhandlungen mit 
Spanien, 135. Votum, 150, 428 
[175]. Beitrag für die österreichi- 
sche Armee in Italien, 99*). Wall- 
fahrt nach Mariazell, 110. Äuße- 
rungen über die Eonferenz, 112, 
150, 151, 317. Menuett mit Maria 
Theresia, Eifersucht der Eollegen 
Ehevenhüllers, 115, 116. Heilung 
eines veralteten Schnupfens, 129, 
130. EhevenhüUer verliert im 
Billardspiel, 130. Schlechte Auf- 
führung der Oper „AUessandro 
nelle Indie", 131. Vorstellung des 
Statthalters Grafen Euefstein, 137. 
Schlechte Behandlung der Staats- 
geschäfte, 163. Hilfe für Sanct 
Anna, 165. Besuch des Eaiser- 
paares bei Ehevenhüllers in Laxen- 
burg, 178. Votum über Fortfüh- 
rung des Erieges, 193. Eheven- 
hüUer tadelt das Theaterspielen 
der Jugend, 194, 195. Er sucht 
die über Bartenstein erzürnte 
Eaiserin zu beruhigen, 201. Schrift 
über die äußere und innere Politik, 
245. Die Deputation aus Eärnten, 
255. Elage über Vernachlässigung 
Maria Theresias während der un- 
glücklichen Entbindung [1748], 
206-, Gründe dieses Ereignisses, 266. 



598 



mit Maria Augustine, geb. Pälffj), 
Graf, 245. 
Einskj, Franz de Paula Ulrich (Sohn des 
Grafen Philipp Josef und der Maria 
Karoline, geb. Gräfin Martinitz), Graf, 
böhmischer Hofrat, 296. Verlobung 
mit der Gräfin Hohenzollern, 314. 
Trauung, 315. 

— Johann Josef (Sohn des Grafen Phi- 
lipp Josef und der Maria Karolinp, 
geb. Gräfin Martinitz), Graf, 296. 

— Johanna Karoline, Gräfin, s. Colloredo. 

— Josef (Sohn des Grafen Franz Ferdi- 
nand aus dessen [zweiter] Ehe mit 
Maria Augustine, geb. Gräfin Pälffj), 
Graf, 141, 245. 

— Josef Maximilian, Graf, Malteser, 24, 
33, 39, 68, 245, 333. 

— Leopold Ferdinand (Sohn des Grafen 
Franz Ferdinand aus dessen [erster] 
Ehe mit Maria Theresia, geb. Freiin 
von Fünfkirchen, verwitweten Gräfin 
Althann), Graf, Oberstlandjäger- 
meister von Böhmen, 29, 30, 46, 137 
(Konzerte 145), 195, 206, 252, 425 
[165]. 

— Maria Anna (Tochter des Grafen 
Franz Ferdinand aus dessen [zweiter] 
Ehe mit Maria Augustine, geb. Gräfin 
PälflFj), Gräfin, 245. 

~ Maria Anna (Tochter des Grafen 
Leopold Ferdinand), 447 [216]. 

— Maria Anton ia (Tochter des Grafen 
Franz Ferdinand aus dessen [zweiter] 
Ehe mit Maria Augustine, geb. Gräfin 
Pälffy), 245. 

— Maria Antonia (Tochter des Grafen 
Philipp Josef und der Maria Karo- 
line, geb. Gräfin Martinitz), Gräfin, 
296. 

~ Maria Augustine (geb. Gräfin Pälflfy), 
zweite Gemahlin des 1741 verstorbeneu 
Grafen Franz Ferdinand, 141. 

— Maria Josefa (Tochter des Grafen 
Franz Ferdinand aus dessen [zweiter] 
Ehe mit Maria Augustine, geb. Gräfin 
Pälfi'y), 245. 

— Maria Josefa (Tochter des Grafen 
Philipp Josef und der Maria Karo- 



line, geb. Gräfin Martinitz,) Gräfin, 
296. 
Kinskj, Maria Karoline (geb. Gräfin 
Martinitz), Gemahlin des Grafen Phi- 
lipp Josef, 97, 296. 

— Maria Theresia (Tochter des Grafen 
Philipp Josef und der Maria Karoline, 
geb. Gräfin Martinitz), Gräfin, 296. 

— Philipp Josef, Graf, oberster Kanzler 
von Böhmen, Präsident der Mini- 
sterial-Bancodeputation, 3, 5, 12, 13, 
17, 25, 53, 55, 59, 60, 97, 122, 124 
(Biographisches 136; Krankheit und 
Tod, Biographisches 296—298; Khe- 
venhüllers Schreiben an Maria The- 
resia 543 [377]), 237, 314, 330, 516 
[310], 469*), 470,475 (ülfelds Äuße- 
rung über ihn 516 [310]), 533 [344]. 

— Philipp Josef (geb. 4. August 1741, 
Sohn des Grafen Leopold Ferdinand 
und der Maria Theresia, geb. Mar- 
chesa Bofrano), Graf, 30. 

— Stephan Wilhelm, Graf, 133 (Fürsten- 
stand 136, 143). 

— Sidonia(geb.Hohenzollern-Hechingen), 
Gemahlin des Grafen Franz de Paula 
Ulrich, 315. 

— Theresia (geb. 14. April 1740, Tochter 
des Grafen Leopold Ferdinand und 
der Maria Theresia, geb. Marohesa 
Rofrano), Gräfin, 29, 30, 194. 

Kirch bergische Stiftung, s. Wien, 
Theresianum. 

Kittsee, s. Ausflüge und Reisen des 
Hofes. 

Klemens August, s. Cöln. 

Klenck, Maria Charlotte Freiin von, 
vorm. Kammerfräuleiu der Kaiserin 
Amalia, 4, 7, 9, 11, 14 (Biographi- 
sches 60), 169 (Tod, Beisetzung und 
Biographisches 286, 287). 

Klinggräff, recte Klinggräffen. 

Klinggräffen, Joachim Wilhelm von, 
preußischer Gesandter in London, 
538. 

Kiosterneuburg, Pröpste: Ernest Per- 
ger (1707-1748), Berthold U. Stau- 
dinger (1749—1766), 368; s. auch 
Ausflüge und Reisen des Hofes. 



599 



Koorr, Georg Christian von, Hofrat 
(vormals Reichshof rat), (Biographi- 
sches 55), 59, 76. 

— Maria Katharina (geb. 13. Juli 1722, 
1 1806; Tochter des 1724 verstorbenen 
Freiherrn Ignaz von Peinthemar und 
der Maria Cordula Holler von Dobl- 
hoff; diese war in erster Ehe ver- 
mählt mit Johann Peter von Orelli, 
n.-ö. Landschaftsobereinnehmer, der 
1705 als letzter seiner Familie [österr. 
Linie] starb, in zweiter mit Ignaz 
Freiherrn von Peinthemar, in dritter 
mit Johann Christoph Freiherrn von 
Bartenstein), Stieftochter des Frei- 
herrn von Bartenstein, Gemahlin des 
Georg Christian, 55. 

Koch, Ignaz von, Hofkriegsrat und Ka- 
biuettssekreUr, 74, 139, 168, 289, 
320, 358, 422 [155] [156]. 

Koh&rj, Andreas Josef, Graf, General 
der Kavallerie, 343. 

Kokorzowa, Maria Anna, Gräfin, 20, 
39, 98, 106, 108, 178, 210, 231 (Ver- 
mählung mit dem FM. Juan Hya- 
cintho, Grafen Vasques von Pinos; 
Biographisches 246—248). 

— Wenzel, Graf, 372. 

Kollonitz, Ladislaus, Graf, ungarischer 
Hofrat, 362. 

— N. (dessen Sohn), 362. 

— Sigismund, Graf, Fürsterzbischof von 
Wien (1716, VIII, 18.-1751, IV. 12), 
Kardinal, 31, 49, 58, 79, 80. 92, 128, 
130, 134, 153, 155, 196, 210, 273, 
277, 305, 307, 309. 311, 324, 341, 
347, 354, 355, 359 (zweite Primiz 
362, 363), 372, 374, 392 [64], 393. 

Kölnpöck von Ottsdorf, Maximilian; 
Kimrod; Sabine, Witwe nach Georg 
Ehrenreich Spiller von Mitterberg 
(Ahnenprobe der Baron in Hager). 386— 
387 [54]. 

Kolowrat, Kmauuel Franz Dominik, 
Graf, 19. 

— Kmanuel Wenzel Kajetan, Graf, FML., 
555 [387]. 

— Ferdinand. Graf, 81, 83. 

— Franz Karl Johann Josef, 16 



Kolowrat, Franziska Maria Antonia, 
Gräfin, s. Brühl. 

— Johann Josef Hjacinth, kursächsischer 
und polnischer Gesandter in Madrid, 
Graf. 19. 

— Maria Anna Therese (geb. von Stein 
auf Jettingen), Gräfin, Obersthof- 
meisterin der Kurfürstin Maria Jo- 
sefa von Sachsen, 14, 15. 

— Maria Franziska Theresia (geb. Gräfin 
Waldstein), Witwe nach dem Oberst- 
kanzler Wilhelm Albrecht, 267, 307. 

— Philipp, Graf, Oberstlandrichter, in 
der Folge Oberstburggraf von Böhmen, 
143, 280, 285. 

— Graf, Vorsitzender der HofdepuUtion 
in transylvanicis, bannaticis und il- 
Ijricis, 332, 394 [69]. 

Königsegg, Christian Moritz Eugen 
Franz, Graf, Ritter des Deutschen 
Ordens und Landeskomtur der Bailei 
Elsaß-Burgund zu Altshausen, FML., 
Gesandter in Köln, 337*. 

— Josef Lothar Dominik. Graf, FM., 
Konferenzminister, Obersthofmeister 
weil, der Statthalterin Maria Anna, 
in der Folge erster Oberst hof meiste r, 
25, 26 (Biographisches 29), 71-73, 
76, 77, 78, 80, 81, 83, 85, 88-90, 
92. 94, 97, 99, 106, 107, 111, 113, 
120-124, 128. 130, 132. 134, 137, 
139, 140-144, 146-148, 150, 152- 
154, 157, 162, 164, 166-168, 170, 
171, 175-177, 181-182, 187-193, 
198-200, 203. 2ü8, 210. 211. 213— 
215, 217-219, 222. 225, 228, 244- 
246, 2'l8-2:>4, 256, 258—260, 262. 
264, 265-267, 270, 282. 284, 285, 
287, 288, 290—293, 295, 296, 300— 
303, 305, 310—312, 317, 323, 325. 
326. 3;J2— 335. 337, 330, 341, 342, 
347, 350, 353, 354. 359, 302, :i63, 
365. 367, 368. 370, 372—375, 380 
[14], 406 [8:i]. 422 [150|, 424 [158], 
430 [179J. 524 [324], 53«J [364], 540 
[366]. 

— (Erps), Karl Ferdinand, Graf Ge- 
mahlin: Helena Hjacintha Valentina 
Theresia fon fioiaehot» ältere Schwe- 



600 



ster und Erbin des Eugen von Boi- 
schot, letzten Grafen von Erps), 
Obersthofmeister der verwitweten Kai- 
serin Elisabeth, Landmarschall von 
Niederösterreich, 1, 141, 189, 244, 
340 (Biographisches 350), 424 [158]. 
Eönigsegg, Maria Theresia Isidora 
(geb. Gräfin Lanoj), Gemahlin des 
Grafen Josef Lothar Dominik, Bio- 
graphisches 29. 

— scher Garten, s. Gumpendorf. 
Eönigsfeld, Johann Georg Josef, Graf, 

Beichsvizekanzler unter Karl VII., 
54, 168. 

— (Sohn des Grafen Johann Georg), 
kurbajrischer Kämmerer, 168, 169. 

Konstantin, s. Hessen-Bheinfels-Rothen- 

burg. 
Kopfsteuer, 83. Exemtion des Beichs- 

hofrats, der Reichskanzlei und der 

Fürsten : Vortrag Bartensteins (1. April 

1746), 392-394 [68] 
Korzensky, Amalia, Gräfin, Hofdame, 

118, 140, 447 [216]. 

— Eleonore, s. Caretto. 

— Maria Isabella Franziska (geb. Bren- 
ner), Gemahlin des Grafen Rudolf 
Josef, 71. 

— Rudolf Josef, Graf, böhmischer Vize- 
kanzler, in der Folge Vizekanzler der 
obersten Justizstelle (Vermählung mit 
Maria Isabella Franziska, Gräfin 
Brenner 71), 125, 321. 

Kotulinsky, Maria Antonia, Gräfin, s. 
Wilczek. 

— Maria Theresia (geb. Gräfin Trautt- 
mansdorff), Gemahlin des Grafen Franz 
Karl, 4. 

Krain, Dezennalrezeß, Repräsentanz, 
Sendung einer Deputation nach Wien, 
255, 443 [209]. 

Krammer, P. Anton, Prior im Schotten- 
stifte zu Wien, 218. 

Krankheiten, Angina, 48, 49, 51. 

— Auszehrung, 24, 197. 

— Blattern, 70—73. 77, 156. 

— Blutwallungen, 123. 

— Brustwassersucht, 221. 

— Fieber, 103, 270, 280, 304. 



Krankheiten, „Flecken", 85. 

— Fleckfieber, 293. 

— Fraisen, 72, 335, 336. 

— Friesel, weißer, 72, 77, 293, 358. 

— Gallensteine (Blasensteine), 211, 297. 

— Goldene Ader, 172. 

— Halsschmerzen, 375. 

— Hectica, s. Auszehrung. 

— Herzgewächs, 103, 286. 

— Hitzblattern. 342, 343. 

— Kindsblattern, 328. 

— Kolik, 100, 171, 172, 357. 

— Lungenentzündung, 190. 

— Nierenleiden (Polyp), 306. 

— Ohrgeschwüre, 100. 

— Petetschen, s. Fleckfieber. 

— Podagra (zurückgeschlagene), 176, 
179, 199, 200, 208, 214. 

— Rotlauf, 82, 90, 253, 285. 

— Schafblattern, 170, 171, 370. 

— Schlag, 162, 166, 350. 

— Schnupfen, 85 (Heilung 129, 130), 212. 

— Seitenstechen, 142, 212. 

— Stockkatarrh und Lungenbrand, 137. 

— Tertiana, 275. 

— Wasserblattern, 310. 

— Wassersucht, 124. 

— Wochenbett (Operation), 282. 

Kre msier, s. Ausflüge und Rei.sen des 
Hofes (Mähren). 

Kriechbaum, Johann Jakob Freiherr 
von, 407 [91]. 

Krumau, von der Fürstin Maria Erne* 
stine Eggenburg (geb. Fürstin Schwar- 
zenberg) dem Fürsten Adam Franz 
Schwarzenberg (1719) vermacht, 131. 

— (Mährisch-), Liechtensteinischer Be- 
sitz, 332*). 

Kuef stein, Johann Ferdinand, Graf, 
österreichischer Vizekanzler, seit 1746 
Statthalter ^on Niederösterreich, 67, 
95, 136, 137, 213 (resigniert als 
Statthalter 320), 421 [154]. 

Kuhn, s. Khuen. 

Künigl, Kaspar Ignaz, Graf, s. Brixen. 

— Leopold Franz Josef, Graf, 69, 348. 

— Maria Judith (geb. Gräfin Starhem- 
berg), Gemahlin des Grafen Philipp 
Nerius Josef, 47, 160, 267. 



601 



Künigl, Philipp Nerius Josef, Qruf, 

Oberstküchenmeister, 9, 18, 28, 47, 

69, 152, 161, 191, 223, 230, 324, 

335, 343, 349, 370. 
Lacj, Franz Moritz, Graf, Major, 164. 
Laozjiiski von Laczjn, Ludwig Kasimir, 

russischer Gesandter in Wien, 91, 97, 

299, 327, 404. 
Ladendorf, KhevenhfiUerscher Besitz, 

95; s. auch Ausflüge und Reisen des 

Hofes. 
Ladron, recte Lodron. 
Lamberg, Emestine Franziska Aloisia 

(Tochter des Grafen Johann Ferdinand), 

Gräfin, 140. 

— Franz Anton, Fürst, 97, 141, 244, 375. 

— Jobann Ferdinand, Graf, vormals 
Obersthofmeister der Erzherzogin 
Maria Magdalena, 26, 140, 447 [216]. 

— Johann Friedrich Josef (Sohn des 
Franz Anton aus dessen [zweiter] Ehe 
mit Maria Aloisia, geb. Gräfin Har- 
rach), Graf, 375. 

— Josef Dominik, Graf, s. Passau. 

— Leopold Karl, Graf, Landesverweser 
in Krain, 255. 

— Maria Aloisia (geb. Harrach), zweite 
Gemahlin des Fürsten Franz Anton, 
41, 97, 108, 141 (Verstimmung über 
Königseggs Ernennung zum Oberst- 
hofmeister der verwitweten Kaiserin 
141). 

— Maria Aloisia Franziska (Tochter des 
Franz Anton aus dessen [erster] Ehe 
mit Ludovika Friederike Emestine, 
geb. HohenzoUem), Gräfin, 141. 

— Maria Anna (geb. Gräfin Metsch), 
Gemahlin des Grafen Franz de Paula 
Anton Xaver, 268. 

— Maria Theresia Valentina (Tochter 
des Grafen Karl Josef und der Maria 
Franziska, geb. Gräfin Truchsess von 
Waldburg-Zeil), Gräfin, 21 (Biogra- 
phisches 268, 269); s. auch Brenner, 
Karl Thomas. 

— Philippine Maria Anna, Gräfin, s. 
Khevenhüller-Frankeiiburg. 

Lambergsches Haus in der Wallner- 
straße, 8. Wien. 



Lances, Charles Victor Amedee des, 
Großalmosen ier des Königs von Sar- 
dinien, Kardinal, 150. 

Lanozinsky, recte L^czjnski. 

Landshut, s. Bayern, Feldzug in. 

Landstände, Steuer, s. Steuer. 

— Verwaltung (Äußerung des Grafen 
Haugwitz), 473. 

Land tag, niederösterreichischer, 123,181. 

Langetl (Langöttl), Ignaz, P. S. J., 
Rektor des Kollegiums bei St. Anna 
in Wien (Biographisches 122, 165), 
Rektor des Theresianums 253, 556— 
558 [389]). 

Lanius, N., Offizier, 399 [85]. 

Landau, s. Hackelberg. 

Lanoy, Maria Theresia Isidora (Tochter 
des Franz Hyacinth de la Mottiire, 
Grafen Lanoy), Gräfin, s. Königsegg. 

Lanthieri, Johann Kaspar, Graf, Ver- 
mählung mit Gräfin Waldstein, 181, 
182. 

Lanzendorf, 336, 340; s. auch Aus- 
flüge und Reisen des Hofes. 

Lapuchin, Wassily Abramo witsch, 
Fürst, russischer Generalleutnant, 
240, 241. 

La Rocca, s. Rocca. 

Lascy, recte Lacy. 

Lattray e, Franz Josef, Leibarzt der 
Prinzessin Charlotte, 378 [10]. 

Launay, Kornel Ludwig de, österreichi- 
scher Gesandtschaf tsbearater, 552 [381]. 

Laurent, Leopold Karl, Kammerdiener 
der Prinzessin Charlotte, 378 [10]. 

Laveid, Schlacht bei, s. Niederlande. 

Laxenburg, 336; s. auch Ausflüge und 
Reisen des Hofes, Blauer Hof. 

Schönbrunn, s. Schönbrunn- Laxen- 
burg. 

Lechner, P. Franz, S. J. (Beichtvater 
der Erzherzogin Maria Anna), 250, 
311, 374. 

Legge, Heinrich, englischer Gesandter 
in Berlin, 500, 507 [296], 508—510 
[303], 521. 

Leiningen-Westerburg, Graf, kur- 
pfälzischer Gesandter in Wien, 262, 
266, 281. 



602 



Leipziger Teilungsvertrag (Mai 1745), 

53. 
Leitgeb, Andreas Ludwig, Bö rgermeister 

von Wien (1745-1751), 35, 218. 
Lenzi, italienische Tänzerin, 224. 
Leoben, s. Ausflöge und Reisen des 

Hofes. 
Leopold I., s. Habsburg. 

— Erzherzog, s. Habsburg. 

— Josef Karl, s. TiOthringen. 
Lerchenau, s. Managetta. 
Lestock, recte Lestocq. 

Lestocq, Johann Hermann, Graf, russi- 
scher geheimer Rat, 501, 524 [322] 

Leucippe, s. Theater. 

Leutrum, Karl, Baron, sardinischer Ge- 
neralleutnant, 84. 

Levante, Riviera di, s. Italien, Kriegs- 
schauplatz. 

Liechtenstein, Anna Maria (Tochter 
des Anton Florian und der Eleonore 
Barbara, geb. Gräfin Thun), Förstin, 
verwitwete Gräfin (Johann Ernst) 
Thun, in zweiter Ehe vermählt mit 
Josef Wenzel, 186. 

— Anton Florian, Forst (Obersthof- 
meister Karls VL), 368. 

— Emanuel, Fürst (vormals Obersthof- 
meister der Kaiserin Amalia), 26, 74, 
140, 332. 371, 447 [216]. 

— Franz Josef (ältester Sohn des Ema- 
nuel und der Maria Antonia, geb. 
Gräfin Dietrichslein), Forst, 154, 
355. 

— Johann Adam Andreas (Hans Adam), 
Fürst, 332. 

— Johann Neporauk Karl (Hans Karl), 
(Sohn des Josef Johann Adam aus 
dessen [dritter] Ehe mit Maria Katha- 
rina, geb. Gräfin Öttingen-Spielberg), 
Fürst, 4, 9, 36, 44, 45, 116 (Bio- 
graphisches 186), (Tod und Biographi- 
.sches 293). 

— Josef Johann Adam (f 17. Dezember 
1732, Sohn des Anton Florian und 
der Eleonore Barbara, geb. Gräfin 
Thun), Fürst (Biographisches 186). 

— Josef Wenzel Lorenz (ältester Sohn 
des Philipp Erasraus und der Chri- 



stine Theresia, geb. Grafin Löwen- 
stein-Wertheim, verwitweten Herzogin 
[Albert] von Sachsen - Weißenfels). 
Forst, General der Kavallerie, 36, 
124, 160, 173, 186, 237, 249, 293, 
332, 363, 472. 
Liechtenstein, Karl Borromäus Josef, 
(geb. 29. September 1730, zweiter 
Sohn des Emanuel und der Maria 
Antonia, geb. Gräfin Dietrichstein), 
Fürst, 140, 360, 447 [216]. 

— Maria Anna (Tochter des Johann Ne- 
pomuk Karl und der Maria Josefa, 
geb. Gräfin Harrach), Prinzessin, 298. 

— Maria Anna Katharina (Tochter des 
Grafen Franz Albert zu Öttingea- 
Spielberg), dritte Gemahlin des For- 
sten Josef Johann Adam, 186. 

— Maria Antonia Posthuma (Tochter 
des Johann Nepomuk Karl und der 
Maria Josefa, geb. Gräfin Harrach), 
Prinzessin, 293*), 332. 

— Maria Christine Anna (geb. 1. Sep- 
tember 1741, Tochter des Emanuel 
und der Maria Antonia, geb. Gräfin 
Dietrichstein), Prinzessin, 140. 

— Maria Dominika Magdalena, s. Auers- 
perg. 

— Maria Eleonore Katharina (Tochter 
des Johann Anton Florian und der 
Eleonore Barbara Gräfin Thun), Prin- 
zessin, s. Harrach. 

— Maria Josefa (geb. Harrach), Gemahlin 
des Fürsten Johann Nepomuk Karl, 
223, 293, 332. 

Maria Theresia (geb. 1. September 
1741, Tochter des Emanuel und der 
Maria Antonia, geb. Gräfin Dietrich- 
stein), Prinzessin, 140. 

— -Castelkorn, Karl, Jakob Ernst, 
s. Olmütz, Salzburg. 

Liewen, Georg, Graf, russischer General- 
leutnant, 237, 238, 241, 299, 300, 534 
[346]. 

— Gräfin, 237, 238, 299, 300, 534 [346]. 
L ige ritz, P., Beichtvater Augusts IIL, 

10. 
Ligonier, John, englischer General, 167, 
437, 439 [195], 441, 478 [255], 521. 



603 



Lilien, Franz Michael Florenz, Freiherr 
?on, Oberstpostamtsdirektor zn Nürn- 
berg, 157. 

Lilienfeid, 336, 337. 

Lindenheiro, s. Locher. 

Liria, duc de, 327. 

Litta, Antonio, Marchese, Generalkom- 
missär in Mailand, wird seines Dien- 
stes enthoben, 175, 443 [208]. 

Lobkowitz, Anton (geb. 11. August 
1738, jüngster Sohn des Johann 
Georg Christian), Fürst, 30. 

— Johann Georg Christian, Fürst, FM., 
30, 47, 67, 88 (Biographisches 114), 
237, 381 [27], 396 [77], 414 [120]. 

— Maria Elisabeth, Fürstin, s.' Ulfeid. 

— Maria Henrike (geb. Waldstein), Ge- 
mahlin des Fürsten Johann Georg 
Christian, 47. 

— Maria Wilhelraine, Witwe nach dem 
Fürsten Philipp Hyacinth, s. Althann. 

— Philipp Hyacinth, Fürst, Obersthof- 
meister der verwitweten Kaiserin 
Elisabeth, 198, 231. 

— Wenzel Ferdinand Karl, Fürst, 44. 
Locher und Lindenheim, Adam Dominik, 

Kanzleidirektor bei der n.-ö. Regie- 
rung in Justizsachen, 353. 

— jun.,») 353. 
Locherer, recte Locher. 

Lodron, Juliana Konstanzp, Gräfin, Tod 
und Biographisches 245, 246. 

— Maria, Gräfin, 246. 
Lombardei, 294, 532 [341]. 
Lopresti, Rocco de, Baron, Oberst 

(Biographisches 187, 201), 202, 295, 
451 [224]. 

— N., Baron, 201. 

Loss, Christian, Graf, kursächsischer 
Konferenzminister, Gesandter in Wien, 
28, 102, 140, 147, 161, 163, 180, 
196, 208, 210, 214 (Biographisches 
306, 307), 373 [12], 422—424 [157], 
425 [167], 431, 432 [183], 432*, 462, 
463 [239], 476, 477 [255], 477*, 478 
[255], 478-479 [259], 480*, 480**, 



*) Adam Loch«r htttc iwei S^hn«: Karl nnd ! 
Josef. 



483 [271], 488 [272], 491 [272], 500, 
523, 534-535 [349]. 
Loss, Helene Friederike (geb. von Penzig 
auf Jesenitz), Gemahlin des Grafen 
Christian, 180 (Biographisches 307). 

— Johann Adolf, kursächsischer Ge- 
sandter in Paris, 425 [167], 477», 
480*, 483 [271], 483*, 486, 494, 495, 
538. 

Losy von Losymthal, Adam Philipp, 
Graf, Musikdirektor, in der Folge auch 
Präsident der n.-ö. Regierung in publi- 
eis. 3. 16, 47, 107, 126, 160 (Bio- 
graphisches 206), 248, 249, 289, 307, 
321, 323, 343. 

— Maria Ernestine (geb. Gräfin Fuchs), 
Gemahlin des Adam Philipp, 20, 21, 
26, 32, 47, 68, 75, 95, 107, 111, 160, 
162, 266, 307, 317, 343. 

Lothringen, Anna Charlotte, s. Char- 
lotte. 

— Charlotte, Prinzessin (Übersiedlung 
nach Wien 28, 37, 40), 41—43, 45- 
47, 56, 58, 61, 65, ßQ, 70, 79, 81, 
85, 87, 89, 91, 97, 101, 102, 106, 
107, 109, 113, 115, 122, 130, 133, 
139, 142, 145, 152, 156, 160, 164- 
160, 169, 173, 176, 178-180, 188, 
190, 203, 206, 209, 222. 223, 225, 
227, 231, 232, 234, 238, 239, 256. 
260, 261, 263, 269, 270, 279, 285, 
291, 309, 313 (Biographisches 314), 
315, 317, 325, 333—335, 339, 840, 
343, 344, 346, 347, 356, 357, 361— 
365, 367, 369—371, 373 (HofsUat 
378 [10]), 448 [219]. 

— Elba'uf. Emanuel Maurice, duc d\ 338. 
(jüngerer Bruder). 132, 338. 

— Elisabeth Charlotte, Herzogin (Mutter 
Franz I ), 19, 20, 28. 90. 

— Franz von, 483 [270]; s. auch Habs- 
burg, Franz I. 

— Franz Josef (Sohn Karls IV. Leopold), 
Prinz von, Abt zu Stablo und Mal- 
medy (f 1715), 241. 

— Josef Innozenz Emanuel (Sohn Karls 
IV. Leopold), Prinz von (f 17<r-^ 

— Karl, Prinz von, 1, 2, 4b 
(Verhalten g^egenübtr T 



604 



31, 34, 35, 40—43, 45, 50 (Bemer- 
kungen über ihn nach der Schlacht 
von Hohenfriedberg 62—64), 68, 71, 
79, 81, 85, 87, 88, 91, 97, 100, 101 
(die Gräfin Vitriraont 101), (Er- 
bitterung gegen ihn infolge der ver- 
lorenen Schlacht bei Rocouz 120), 
122, 126 (Billardspiel 130), 132, 153, 
157, 160, 161, 164, 165, 169, 171, 
173, 178, 188 (Bemerkungen übt-r 
ihn 195), 222, 231—233, 235, 239, 
241, 242, 248, 249, 255 (Biographi- 
sches 270, 314), 275, 280, 285, 290— 
292 (Instruktion Karls als Statthalters 
der Niederlande 303, 535 [352]), 
307, 309, 317, 364. 367, 380 [13] 
[14], 386, 395 [75], 397 [77], 469*, 
475. 
Lothringen, Karl Josef Ignaz (t 1715, 
Sohn Karls IV. Leopold), Bischof von 
Olmütz, Osnabrück, Kurfürst zu Trier, 
237, 241. 

— Leopold Josef Karl, Herzog, 50, 214, 
483 [270]. 

Loewendal, Waldemar, Graf, Marschall 
von Frankreich, 521. 

Löwenstein -Wertheim, Christian 
Philipp Johann Alexander, Fürst, 
Oberst bei Kohärj-Dragoner, 111. 

— — Maria Leopoldine, Fürstin, s. Star- 
bemberg. 

Löwenwalde, Friedrich Kasimir, Graf, 
General, Hofkriegsrat, 258. 

Lübeck, Bischof, s. Schweden, Adolf 
Friedrich. 

Lubienska, N. von, kursächsisches 
Kammerfräulein, 12. 

Lubomirsky, Maria Anna (Tochter des 
Johann Theodor und der Anna Elisa- 
beth Gräfin Comignie), Prinzessin, s. 
Esterhazy. 

Lucca, Republik (Sendung einer Deputa- 
tion nach Wien, den Kaiser zu be- 
glückwünschen), 147. 

Ludwig XIV., 

— XV., > s. Frankreich. 

— Dauphin, 

— s. Brauuschweig. 
Luise Ulrike, s. Schweden. 



Lunati, Maria Anna Luise, Marchesa, 

8. Esterhazy. 
Lundenburg, s. Ausflüge und Reisen 

des Hofes. 

— und Rumburg, Liechtensteinsche Herr- 
schaften, 332. 

Lütt ich, Johann Theodor von Bayern, 
Kardinal, Fürstbischof (1744, 1. 28.— 
1763, I. 27), 177, 446 [212] (Beleh- 
nung 196, 463 [240]). 

Macanaz, Don Melchior de, spanischer 
Bevollmächtigter in Breda, 135 („wun- 
derliche Propositionen" 148, 426[170]), 
154, 441. 

Mähren, Besetzung der Landesämter 
(Bemerkungen hierüber), 228. 

— Kosten der mährischen Reise, 243. 

— s. auch Ausflüge und Reisen des Hofes. 
Mailand, Generalkommissariat, 175, 

443 [208]. 

— „Congregazione dello stato**, Urteil 
Pallavicinis über sie, 565 [404]. 

— Salz, s. Italien. 

— s. auch Guastalla (Besitzergreifung). 
Mainersberg, Anton II. von, s. Admont. 
Mainz, Philipp Karl zu Eltz-Kempe- 

nich, Kurfürst, Erzbischof (1732, 
VL 9.-1743, in. 20.), 104. 

— Johann Friedrich Karl Ostein, Graf, 
Kurfürst, Erzbischof (1743, IV. 22.— 
1763, VL 4.), 87, 104, 105, 124, 152, 183 
(Belehnung 205), 409 [102], 430 [176]. 

— Lothar Franz Graf Schönborn, Kur- 
fürst-Erzbischof (1695, V. 11 —1729, 
I. 30.), 103, 104. 

— -Basel, s. Aachen. 

— Bulle eligibilitatis, s. Osterreich-Rom. 

— Erthals Sendung nach Wien, s. Erthal. 

— Neutralität, s. Römisches Reich. 

Malbran de la Nou(% s. Noue. 

Majorano (Gaffarelli Gaetano), italieni- 
scher Sopranist, Bemerkungen über 
ihn, 315, 316, 325. 

Malabaila, s. Canale. 

Mallentheim, Maria Christine Rebekka, 

Freiin, s. Philippi. 
Malmedy und Stablo, Abt, S.Lothringen, 

Franz Josef. 
Malta, Verschwörung, 166, 437 [191]. 



605 



Malta, Botschafter in Wien, s. Althann, 
FerdiDand, Graf. 

— 8. Ceremoniel (Audienzen), (Korope- 
tenzschwierigkeiten). 

Mannagetta, Jobann Josef Martin, Frei- 
herr von Lerchenau, Kanzler des n.-ö. 
Regiments, 320. 

Mannersdorf, 336; s. auch Ausflüge 
und Reisen des Hofes. 

Manderscheidt-Blankeaheim,Ernst 
Moritz, Graf, s. Prag. 

Mansfeld, Maria Eleonore, Gräfin, s. 
Wrbna. 

Manzi, Carlo, Marchese, Abgesandter 
der Republik Lucca, 37, 147. 

Marcheg g, s. Ausflöge und Reisen des 
Hofes. 

Marck, Johann Ferdinand yan der, Hof- 
rat im Generalkriegskommissariat, 
258. 

Märck zu Gneisenau, Hans Friedrich, 
edler Herr von; Kordula, edle Herrin 
von; Maria Elisabeth, Freiin von 
(Ahnenprobe der Baronin Hager), 
387 [54]. 

Ma reschal, Johann Karl Josef von, 
österreichischer Geschäftsträger in 
Paris, 33, 335, 337, 552 [381] [383]. 

Mari pröf^rö, le, s. Theater. 

Margaret ha Theresia, Karmeliterin, 
Biographisches, 354. 

Maria Amalia, s. Bayern. 

— — s. Habsburg. 

— Anna, s. Habsburg. 

— — s. Portugal. 

— — Sophie, s. Bayern. 

— Antonia, s. Polen (Friedrich Chri- 
stian). 

— — Walpurgis, s. Polen. 

— Barbara, s. Spanien. 

— Christine, s. Habsburg. 

— Kleonore Charlotte, s. Guastalla. 

— Elisabeth, s. Habsburg. 

— Eva Sophie, s. Hessen - Rhein fels- 
Rothenburg. 

— Josef a, s. Habsburg. 

— — s. Polen. 

— — s. Polen und Frankreich. 

— Theresia, s. Habsburg. 



Maria Theresia von Spanien, s. Frank- 
reich. 

Maria-Schoosberg, s. Ausflüge und 
Reisen des Hofes (Sassin). 

Mariazell, 110, 247, 248, 354, 355; 
s. auch Ausflüge und Reisen des Hofes. 

Marschall, recte Mareschal. 

Martinitz, Franz Michael, Graf, vorm. 
Obersthofmeister der Erzherzogin 
Maria Magdalene, 26. 

— Maria Karoline, Gräfln, s. Kinsky. 
Märze r, Franz Anton, Domherr zu 

St. Stephan in Wien (Bischofs weihe, 
Biographisches 226), 303. 

Maskenbälle, 75, 76, 78, 139, 140, 
144, 202, 203, 209, 212, 295, 302. 

Matthias Corvinus, 544 [379]. 

Matthieu, Leopold, P., Sekretär und Ka- 
plan der Prinzessin Charlotte, 378 [10]. 

Matzen in Niederösterreich, 195. 

Mauchenheim, gen. Bechtoldsheim, s. 
Bechtoldsheim. 

Maximilian, s. Bayern. 

— Josef, s. Bayern. 

Mehlgrube, 139, 203, 295, 467 [247]. 
Meichßner, Max, Unterkamroerfourier, 

3, 13. 
Melk, Prälat von, Pauer Thomas (1746 

-1762), 368. 
Mellini, Mario, Kardinal, 149, 460, 

483 [269], 524 [326], 525», 532 [340], 

560 [398]. 
Mendoza, Alvarez Eugenio de, Kardinal, 

150. 
M^nechmes, les, s. Theater. 
Menezes, Ferdinand Hyacinth, Graf 

Cifuentes, 566 [406]. 
Merope, s. Theater. 
Mesmer, Giovanni B., Kardinal, 150. 
Metastasio, Pietro Bonaventura, Ab- 

bate, Hofpoet, 224, 289, 355, 373, 

528 [331]. 
Met seh, Johann Adolf, Graf, 54, 61 

(Biographisches 104), 392 [63]. 

— Karoline Maria August ine, Gräfin, s. 
Khevenhüller-Osterwitz. 

— Maria Luise, s. Nostitz. 

— Maria Anna (Tochter des Johann 
' Adolf und der Maria Ernestine, 



606 



Frei in von Aufseß), Gräfin, s. Lam- 
berg. 

Michael er, Faschingskomödie, s. Habs- 
burg, Franz. 

Michel, recte Michell. 

Mich eil« Abraham Ludwig, preußischer 
Geschäftsträger in London, 52L 

Mich na, Katharina Ludmilla, Gräfin, 
s. Schön feid. 

Middelburg, Johann Heinrich von, 
Reichshofratsagent, 161, 301. 

Migazzi, Christoph Anton, Uditore di 
Rota, 193, 429 [176], 430», 461 [236], 
526 [326]. 

Militärerfordernis, 193. 

Militärsjstem, Erhöhung der Leistun- 
gen der Landstände infolge erweiterten 
Militärsystems, s. Steuer. 

Millesimo, s. Caretto. 

Milotitz, s. Ausflüge und Reisen des 
Hofes. 

Minas, Marquis de las, 291. 

Ministerium (von Maria Theresia be- 
absichtigte Veränderungen), 248. 

Mirandola und Concordia, Francesco 
Maria Pico, Herzog (Ansprüche, die 
nach dessen Tod der Kurfürst von 
Bayern auf beide Lehen erhebt), 513 
[309], 515. 

Mirepoix, Marquis (französischer Bot- 
schafter in Wien), 483 [270]. 

Misanthrope, le, s. Theater. 

Mitterberg (Spiller), s. Kölnpöck. 

Mixnitz, Ober- und Untermixnitz in 
Niederösterreich, s. Khevenhüller- 
Osterwitz, Güter. 

Mode na, Franz III., Herzog, 97, 326, 
432, 463 [239], 490, 492, 498 [278], 
542 [373]. 

— Güter in Ungarn, 326, 542 [373]. 

Mohr, Andreas von, Hof rat und Sekretär 
der deutschen Expedition beim Reichs- 
hofrat, 249. 

Moliere, Jean Baptiste Pocquelin de, 
209. 

Molin ari, Christoph, kaiserlicher Leib- 
chirurg, 48. 

Mollart (Johann Neporauk Ernst), Graf, 
69. 



Mo Hart, Marie Karoline, Gräfin, s. 
Fuchs. 

Möllersdorf, s. Ausflüge and Reisen 
des Hofes. 

Moltke, Maria Philippine Anna (Tochter 
des Freiherrn Philipp Josef und der 
Maria Maximiliana, geb. Gräfin Traütt- 
mansdorff), Braut des Grafen Josef 
Johann N. Herberstein, 217. 

— Philipp Josef, Freiherr von, FM., 
217. 

Mommartz, Karl Ludwig, Hofkriegs- 
sekretär, Hofdolmetsch für die türki- 
sche Sprache, 229. 

Mondeau, Karl, Leiblakai der Prin- 
zessin Charlotte, 378 [10]. 

Montagu, s. Sandwich. 

Montecuccoli, Graf, Malteser, mode- 
nesischer Gesandter, 309, 310, 326, 
542 [373]. 

— Ernestine, Gräfin, 388 [55]. 
Montesanto, s. Sylva y Menezes, (riu- 

seppe de. 
Montespan, Fran^oise Ath^nais (geb. 

Rochechouart), Marquise, 804. 
Monticelli, Angelo Maria, Sopranist 

bei der Hofmusikkapelle, 270, 280. 
Mordaunt, John, englischer General- 
leutnant, 218. 
Moritz Arminius von Sachsen, s. Sachsen. 
Moschinska, recte Moszynska. 
Moser zu Ebreichsdorf, Johann Daniel, 

Obersthofstabelmeister, 323. 
Leopold von, Land-Üntermarschall, 

557. 
Moszynska, Friederike Alexandrine 

(geb. Gräfin Cosel), Gräfin, 33, 34. 
Motet, recte Mutt6. 
Motta, Juan de, Kardinal, portugiesischer 

Staatsminister, 439 [196], 441. 
Motti^re, s. Lanoy. 
Muneretti von Rettenfeld, Johann 

Josef von, Reichshofratsagent, 157, 

214. 
Münnich, russischer General, 402. 
Münz- und Bergwerksdirektions-Kolle- 

gium wird unmittelbare Hofstelle, 

142, 424 [161]. 
Münzrecht, s. Geheimer Rat. 



607 



Murstetten, Althannsche Herrschaft in 
Niederösterreich, 198. 

Mustafa Efendi, türkischer Botschafter 
in Wien, 225, 226, 229, 259 (lebt 
auf des Hofes Unkosten in Wien 261), 
268, 282. 

Mutte, Anton, Kammerdiener des Erz- 
herzogs Josef, 331. 

N^dasdj, Leopold, Graf, ungarischer 
Hofkanzler, 101, 102. 

Namur, s. Niederlande. 

— Thomas Johann Franz von Strick- 
land, Bischof (1727, IX. 28.— 1740, 
I. 12), 516 [310]. 

Nassau-Siegen, Maria Eva Sophie 
(geb. Starhemberg), Witwe nach dem 
Fürsten Wilhelm Hjacinth, s. Hessen- 
Rheinfels- Rothenburg. 

— — Wilhelm Hyacinth, Forst von, 
561*. 

Neapel, s. Italien, Kriegsschauplatz. 

— -Sizilien, Karl III., 482 [285], 481, 
495. 

212, 482 [265]. 

Neipperg, Wilhelm Reinhard, Graf. 
FM., vormals Erzieher des Herzogs 
Franz von Lothringen, Biographi- 
sches, 50. 

— M.iria Franziska Theresia (geb. Khe- 
venhiSller-Frankenburg), Gemahlin des 
Grafen Wilhelm Reinhard, 416 [133]. 

Neny, Patrik-Fran^ois, Rat im Conseil 
prive, 284, 528 [332]. 

Nesselrode, Johann Hermann Franz 
(geb. 13. Man: 1671), Graf, FM , Ge- 
neral-Feldkriegskommissär, 82 (Ver- 
mählung mit der Gräfin Maria Josefa 
Auersperg, Bemerkungen hierüber. 
Biographisches, 85).t) 

— Johann Wilhelm Max (Sohn des Jo- 
hann Hermann Franz aus dessen 
[zweiter] Ehe mit Maria Luise, geb. 
Gräfin Virmond), Graf, 85. 

— Maria Josefa (geb. Auersporg), dritte 
Gemahlin des Grafen Johann Hermann 
Franz, 85. 

f) Sein« erst« Ocmahlin war MaHa Anna. 
Tochter des Freiherm Dietrich Borkhanl Yon Mer- 
Teldt. 



Nessel rode, Maria Luise (geb. Gräfin 
Virmond), zweite Gemahlin des Jo- 
hann Hermann Franz, 85. 

Neubonr, recte Neuburg. 

Neuburg, sächsischer Generalmajor, 46, 
47, 49, 381 [25]. 

Neuhaus, Graf, GM, 108. 

Neulan, N., Hauptmann, 83. 

Neutra, Graf Emerich Este rhäzj, Bischof 
von (1740, XIL 7. — 1763, XI. 18.), 
31. 

Neutralität des Reiches, s. Römisches 
Reich. 

Newcastle, Thomas Pelham, Herzog, 
englischer Staatssekretär, 311, 537 
[359]. 

Niederlande, Kriegsschauplatz, Ober- 
kommando, 29, 88, 192, 380 [14], 
396—397 [77]. Schlacht bei Fontenoy 
und ihre Folgen, 59, 383 [42], 384 
[42]. Truppensendung, 77, 144, 146, 
147, 497 [274]. Verhandlungen mit 
den Seemächten (1746), 77, 388—390 
[59]. Batthyänys Instruktion, 78, 
390 [60]. Schlacht bei Rocoux, 120. 
Verpflegung und Verstärkung der 
Armee, 130, 137, 147, 258, 397, 398 
[78]. Feldzugsplan (pro 1747), 142, 
418 [136], 424-425 (162]; (pro 1748) 
188, 192, 209 Schlacht bei Laveid, 
Bemerkungen hierüber, 166, 437 [193]. 
Verlust der Festung Berg op Zoom, 
179, 446, 447 [215]. Übler Zustand 
der Armee, 192. Das russische Hilfs- 
korps, 8. Aachen und Osterreich-RuU- 
land. Fall Namurs. 413 [119]. Rück- 
kehr des Statthalters (Karls von 
Lothringen), 303, 535 [352]. Zu- 
rückziehung der Truppen aus den 
Niederlanden, s. Aachen. 

Niederösterreich. S.Österreich (Nie- 
der-). 

Nikolsburg, 106, 185 ^Lorettokapelle 
232\ 256, 283; s. auch Ausflüge und 
Reisen des Hofes. 

— Johann Jakob Cechotti von Ehrens- 
burg, Propst, Biographisobas, 232. 

Nimptsch, Christoph Ftrd 
sein Tod, 142. 



608 



Nimrod, s. Eölnpöck. 

Nischwitz, N. von, Gesandter des Her- 
zogs von Sachsen- Gotha, 66. 

Nizza-Brüssel, s. Aachen, Friedens- 
kongreß, Exekution des Friedens. 

Noailles, Adrien Maurice, Herzog von, 
Marschall von Frankreich, 398 [78]. 

Nobilta immaginaria, la, s. Theater. 

Nostitz-Rieneck, Franz Anton (Sohn 
des Franz Wenzel und der Katharina 
Elisabeth, geb. Gräfin Schönborn), 
Graf, Adjutant des Grafen Browne, 
131. 

Franz Wenzel, Graf, Biographi- 
sches, 131. 

Rokitnitz, Anton Christoph Karl. 

Graf, Reichshof rat, 32. 

— — Johanna Katharina (Tochter des 
Christoph Wenzel und der Maria Ju- 
liana, geb. Gräfin Mettich), s. Sinzen- 
dorf. 

Josef, Graf, Vizepräsident der Re- 
präsentation in Kärnten, in der Folge 
Apellationspräsident in Prag, 176, 
251, 277. 372. 

Josef Wilhelm, Graf, 32. 

Maria Josefa Theresia (geb. Gräfin 

Fuchs), Witwe nach dem Grafen An- 
ton Christoph Karl, 20, 21, 26 (Ver- 
mählung mit dem Grafen Leopold 
Daun, Bemerkungen hierüber, 32), 
447 [216]. 

Maria Luise (geb. Gräfin Metsch), 

Gemahlin des Grafen Josef Wilhelm, 
32. 

Nothaft (in W^ißenstein), Kajetan 
Anton, s. Berchtesgaden. 

Noue, Malbran de la, französischer Ge- 
sandter im Reich, 124, 416, 417 
[134]. 

Oberösterreich, s. Österreich (Ober-). 

Oberpfalz, s. Böhmen, Lehen. 

Obersthof marschallamt, Stellung 
zur Kommission, die zur Beilegung 
der Jurisdiktionsstreitigkeiten einge- 
setzt wurde, 394 [69]; Vorrang dieses 
Hofgerichts, 319, 320. Stellung nach 
Errichtung des Direktoriums, 540 
[366], 541—542 [369]. (Ibidem Hand- 



schreiben Maria Theresias an den 
Obersthofmeister Grafen Königsegg.) 

Oberstjägermeister, abhängige Stel- 
lung in judicialibus, 84. 

Odoardo IL, Farnese, s. Parma. 

O'Donnell Karl, Graf, Oberst im Dra- 
gonerregiment Ballojra Nr. 2, in der 
Folge Generalmajor, 47, 98. 

Oed, recte Oedt. 

Oedt, Erasmus Anton, Gnif (seit 1714), 
Freiherr zu Getzendorf; Hans Chri- 
stoph Freiherr (seit 1608), Herr zu 
Helffenberg und Getzendorf; Maria 
Katharina Barbara, Freiin von; Phi- 
lipp Heinrich, Freiherr von (Ahnen- 
probe der Baronin Hager), 387 
[54]. 

— Johann Christoph Heinrich, Graf, 
österr. Hofvizekanzler, vorm. Vize- 
statthalter, in der Folge Vizekanzler 
der obersten Justizstelle, 136, 321. 

Ogara, Charles Baron d', 161, 174 (Bio- 
graphisches 276), 343. 

Olimpiade, T, s. Theater. 

Olmütz, Liechtenstein-Castelcorn, Jakob 
Ernst, Graf von, Bischof (1738, X. 
11.— 1745, L 13.), wird Erzbischof 
von Salzburg, s. Salzbarg. 

— Liechtenstein-Castelcorn, Karl, Graf, 
Bischof (1664, III. 12.-1695, IX, 23), 
236, 237. 

— Troyer, Ferdinand Julian von, Bischof 
(1745, XII. 9.— 1758, U. 5), Kardinal, 
117, 149, 157, 162, 233, 234, 236, 
242, 293, 434 [184]. 

— s. auch Ausflüge und Reisen des Hofes 
(Mähren). 

Oppersdorf, Anna Elisabeth (Tochter 
des Johann Wenzel und der Maria 
Anna, geb. Freiin von Krzawarcz), s. 
Fünfkirchen. 

— N, Gräfin, s. Troyer. 

Oranien, Wilhelm, Prinz von, s. Hol- 
land. 

Orelli, Maria (geb. Doblhoflf), Witwe 
nach Johann Peter von, 8. Knorr 
Maria Katharina. 

Orleans, Elisabeth Charlotte, s. Loth- 
ringen. 



610 



von Preußen zu trennen, 538—539 
[364]. Kontributionsschulden der fran- 
zösischen Garnison zu Eger (Kapitula- 
tion vom 7. September 1743), Note 
Blondeis vom 31. Juli 1749, p. 555— 
556 [387]. 

Osterreich - Frankreich, s. auch 
Österreich-England . 

Holland: Beschluß der General- 
staaten, 30.000 Mann im Beich an- 
zuwerben, 162. Notwendigkeit russi- 
scher Hilfe, 434, 435 [185]. Der 
Barriäretraktat, 353, 537—538 [362]. 
Sendung Bentincks nach Wien (Schrei- 
ben des Stattbaltei-s an Maria The- 
resia, 30. August 1749), 560 [394]. 

Mainz (Kur), Konvention vom 9. 

September 1745, p. 390 [63]. S. auch 
Österreich-Rom, Römisches Reich. 

Pfalz (Kur-), Beitritt des Kur- 
fürsten zum Dresdener Frieden, 76, 
388 [56]. Kurpfälzische Klagen über 
den Durchmarsch österreichischer 
Truppen, 83, 88, 394 — 395 [70]. 
Preußische Einmischung, 88, 396 
[76]. 

Polen, s. Sachsen. 

— -Portugal, S.Österreich-Rom, Öster- 
reich-Spanien. 

— -Preußen: Sendung Podewils nach 
Wien, 96 (Schreiben Friedrichs II. 
an Maria Theresia, 408 [94]). Sen- 
dung des Grafen Bernes nach Berlin, 
120 (Instruktion 414 [125]). Sendung 
Chotecks nach Berlin, 266 (Instruk- 
tion 520-524 [322]). Preußens feind- 
seliges Verhalten gegenüber Öster- 
reich seit dem Abschluß des Dresdner 
Friedens, 520—524 [322] (Gerüchte 
von österreichischen Angriifsplänen, 
preußische Rüstungen, 535 [355], 536 
[358], 538-539 [362]), 559 [392]. 
Stellung Österreichs zu Preußen nach 
Unterzeichnung der Aachener Präli- 
minarien und des Definitivtraktats: 
a) Konsolidierung im Innern, Stär- 
kung der Wehrmacht, s. Direktorium, 
Steuer; hj äußere Politik: Isolierung 
Preußens (Trennung von Frankreich); 



Anschluß an Rußland, ohne die Ab- 
sicht jedoch, die Offensive zu er- 
greifen, 305, 498-503 [281], SOS- 
SO? [296], 535-536 [355], 536—537 
[358], 537 [359], 538 — 539 [862] 
(Notwendigkeit, auf gutem Fuße mit 
Preußen zu stehen, 539 [362]). 539— 
540 [364], 554—555 [384]. Sendung 
Pueblas nach Berlin, Instruktion vom 
6. August 1749, p. 552-555 [384]: 
Charakteristik Friedrichs II. als Kö- 
nigs, er hintergeht Frankreich und 
England und bat beide zu Freunden, 
552—553 ; Frankreichs Machtstellung, 
Schweden , Polen , Verdächtigung 
Österreichs durch Preußen, preußi- 
sche Intrigen in Rußland, 553—554; 
Politik, die Österreich notwendiger- 
weise befolgen müsse, die Absichten 
Friedrichs II. zu vereiteln und den- 
noch den Frieden aufrecht zu er- 
halten, 554-555. 
Österreich-Preußen: s. auch Öster- 
reich - Frankreich, Österreich - Pfalz, 
Österreich - Sachsen, Österreich - See- 
mächte, Rußland -Preußen. 

— -Rom, Breve eligibilitatis für Mainz 
(Poi-tugiesische Vermittlung) , 152 , 
183, 213, 429-430 [176], 450 [220]. 
Gespannte Beziehungen : Kardinal 
Valenti, 130, 193, 459-461 [236]. 
S. auch Carpegna, Cöln, Österreich- 
Venedig, Salzburg. 

Rußland: Allianzunterhandlungen 

(1746, Mai 22/Juni 2.), 76, 78-80, 
90, 95, 398 [78], 388 [57], 390 [61], 
399 [84], 407 [92]; Unterhandlungen 
wegen Englands Beitritt, 311, 367, 
370, 537 [359], 563 [402], 564 [403] ; 
Österreichs Antrag, es solle Däne- 
mark zum Beitritt aufgefordert wer- 
den, 542 [372]. Das russische Hilfs- 
korps, 208, 213, 215, 217, 228, 237— 
242, 256, 262, 299, 447-448 [217], 
497 [274]. S. auch Aachen und 
Osterreich-HoUaud. Gründe der neuer- 
lichen Sendung Pretlachs nach Peters- 
burg, 540 [364]. 

— — S. auch Österreich-Preußen, Öster- 



611 



reich - Seemächte, Österreich • Türkei, 
Rußland-Preußen. 

Österreich-Sachsen (Kur-): Stellung 
Sachsens zur Eaiserwahl, 38, 39. Ab- 
berufung Esterhäzjs, 163, 436 [189]. 
Beziehungen Österreichs zu Sachsen 
im Hinblick auf Preußen (nach Ab- 
schluß der Aachener Friedensprälimi- 
narien), 523. 538, 539 [364]. Siehe 
Österreich- Frankreich. 

S. auch Österreich-Bajern, Öster- 
reich-Seemächte, Österreich-Spanien, 
Sachsen. 

Sardinien: Sardiniens Anspräche 

auf die Kriegsbeute nach der Ein- 
nähme Piacenzas durch die Oster- 
reicher, 110, 411, 412 [110]. Kon- 
vention vom 3. Mai 1747, Genua be- 
treffend, 150, 426 [172]. Haager Kon- 
vention vom 26. Januar 1748, p. 188, 
451-454 [225 J 209, 478 [258]. Della 
Roccas Sendung nach Wien, sardi- 
niscbe Rechtfertigungsschrift, 199, 
463-467 [243]. Salztransito durch 
das Mailändische, 375, 565 — 566 
[405]. S. auch Österreich -Spanien. 

Seh we den, S. Rußland - Däne- 
mark. 

Seemächte: Beziehungen zur Zeit 

Karls VI. (Äußerung Bartensteins), 
406 [89]. Verhalten, das die See- 
mächte (nach Abschluß des öster- 
reichiscb-russischen Vertrags und nach 
dem Siege bei Piacenza) beobachten 
sollten (Äußerung Bartensteins), 407, 
408 [93] Verhandlungen zwischen 
den Seemächten und Frankreich, 397 
[78] (Österreichs Bemühungen, die 
Seemächte zu veranlassen, die mit 
Frankreich angeknüpften Verhand- 
lungen abzubrechen, 408 [93]), 413— 
414 [119]. Förderung Preußens durch 
die Seemächte, 414 [125]. Subsidien- 
verhundlungen, englischer Operations- 
plan pro 1747, p. 418 [136]. Treu- 
loses Verhalten der Seemächte gegen- 
über Osterreich (Aachener Friedens- 
präliminarien). 498 — 500 [281]. 
(Sächsische Wiiruungen, 500). (Von 



den Seemächten keine Unterstützung 
gegen Preußen zu erwarten, 522, 
528). 

Österreich - Spanien: Friedensver- 
handlungen (Sendung Grimaldis), 88, 
89, 92-94, 96, 97, 99, 101-103, 
105, 111—114, 122. 123, 398 [79], 
406 [88], 407 [90], 408 [97], 408 [99], 
408—409 [100], 412-413 [113], 413 
[115] ; Berücksichtigung Englands, 99, 
408 [97] ; Englands Vorschläge in betreflf 
Versorgung des Infanten, 93, 406—407 
[89]; poilugiesische Vermittlung, 114, 
130, 132, 134, 135, 146. 149, 150, 
168. 185, 413 [119], 418-419 [137], 
420 [145]. 420-421 [148], 426 [167], 
427-428 [174], 428 [175], 431-434 
[1831 489-442 [196]; Verletzung 
des Geheimnisses durch Spanien, 
Osterreich teilt daher die Verhand- 
lungen England mit, 185, 450—451 
[221]; englische Vorschläge, sie werden 
von Österreich abgelehnt, 189, 191, 
196, 454-456 [226], 456-457 [229]; 
österreichische Note an den sardini- 
schen Gesandten, 462; an den sächsi- 
schen Gesandten, 463 [239]. 

Türkei: Anerkennung Franz I. als 

deutschen Kaisers 71. 387 [51]. Frank- 
reichs Gegenbemühungen, s. Öster- 
reich - Frankreich. Notifikation des 
Dresdener Friedens (Instruktion 
Pencklers), 385—387 [51]. Grava- 
mina türkischer Untertanen, 81, 392 
[66]. Verlängerung des Belgrader 
Friedens, 143, 425 [164]. Grenz- 
streitigkeiten an der Unna, 147. 
Sendung des Mustafa Efendi nach 
Wien (türkische Geschenke 230, 504— 
505 [289], Gegengeschenke 261, 520 
[320]). Artikel im österreichisch- 
russischen Vertrag, die Pforte be- 
treflfend, 407 [92]. 

Venedig: Grenzstreitigkeiten, 121, 

246, 254, 2i»5, 300 [508], 532 [342]. 
Aquileja (^Errichtung zweier Erzbis- 
tümer zu Görz und Udine, 254, 518 
[312], 518 [313] , 293, 310. 362, 532 
[310], 560 [398]. 



612 



Ottenfels, Freiherr von, Inspektor 
Ehevenhüllers in Elagenfurt, 251. 

Ott in gen, Maria Anna Katharina (Toch- 
ter des Grafen Franz Albert), Gräfin, 
s. Liechtenstein. 

— Maria Josefa, Gräfin, s. Paar. 
Ottsdorf, s. Eölnpöck. 

Paar, Maria Josefa Antonia (geb. Gräfin 
Ottingen-Spielberg), Witwe nach dem 
Grafen Johann Adam, Gräfin, Oberst- 
hofmeisterin der verwitweten Kaiserin 
Elisabeth, 20, 263. 

— Maria Josefa, Gräfin, s. Althann, 
Michael Emanuel. 

— Wenzel, Graf, Beichshof- und General- 
Erblandpostmeister, 3, 13, 18, 201, 
230, 231. 

P a a s d r f. Schloß in Niederösterreich, 95. 

Pachner, kurpfälziseher Ereisgesandter, 
446 [212]. 

Pälffy, Johann, Graf, Palatin von Un- 
garn (geb. 20. August 1668), 357. 

— Josefa (geb. Gräfin Pergen), zweite 
Gemahlin des Grafen Paul Earl, 
357. 

— Earl Hieronymus (geb. 30. September 
1735, Sohn des Nikolaus), Graf, 30. 

— Leopold, Graf (vermählt mit Maria 
Josefa, geb. Waldstein), 128. 

— Maria (geb. Gräfin Stubenberg), erste 
Gemahlin des Paul Earl, 357. 

— Maria Augustine, Gräfin, s. Einsky. 

— Maria Josefa (geb. Waldstein), Ge- 
mahlin des Leopold, 128. 

— Niklas, Graf, ungarischer Hofrat, 3, 
30, 111. 165. 

— Paul Earl (Sohn des Johann aus 
dessen [erster] Ehe mit Therese Gräfin 
Czobor), Graf, General der Eavallerie, 
Verlobung mit der Gräfin Elisabeth 
Josefa Starhemberg, 357, 358. 

Pallavicini, Johann Lukas Graf, FML., 
27, 157, 158, 168, 282, 283, 294, 374, 
375, 378 [9], 410 [109], 442 [196], 
532 [341], 565 [404]. 

Paolucci, Eamillo, Eardinal, päpst- 
licher Nuntius in Wien, 23, 55, 58. 

Pardubitz, s. Ausflüge und Reisen des 
Hofes (Böhmen) 



Parma, Dorothea Sophie (von Pfalz- 
Neuburg), Witwe nach dem Erb- 
prinzen Odoardo Farnese, ihr Tod, 
267, 524 [324]. 

— Elisabeth, s. Spanien. 

- Odoardo 11. Farnese, Erbprinz, 524 
[324]. 

Passau, Josef Dominik, Graf Lamberg, 
Fürstbischof (1723, I. 2.-1761, VIII. 
30), Eardinal, 54, 56, 192, Belehnung 
121, 414 [124]. 

Passionei, Paole, Monsignore, 157. 

Pastorff, recte Paasdorf. 

Pauer, Thomas, s. Melk. 

Paulmy, Voyer de, s. Argenson. 

Payersberg, Maria Josefa Violante, 
Gräfin, s. Dann. 

Pechtoldsheim, recte Bechtoldsheim. 

Peggarten, recte Peigarten, s. Eheven- 
huUer-Osterwitz, Güter. 

Peickard, recte Peikhardt. 

Peigarten, s. Ehevenhüller-Osterwitz, 
Güter. 

Peikhardt, P. Franz, S. J., Beichtvater 
Maria Theresias, 75. 

Peinthema r, s. Enorr, Maria Eatharina 
(Tochter des Freiherrn Ignaz und 
der Maria Cordula, geb. Holler von 
Doblhoff, der Witwe nach Johann 
Peter von Orelli). 

Pelham, s. Newcastle. 

Pellendorf, EhevenhüUersche Herr- 
schaft, 95, 111, 112, 185, 283, 348, 
358, 363. 

Pen ekler, Heinrich Christoph, Freiherr 
von, kaiserlicher Internuntius in Eou- 
stantinopel, 71, 384-385 [51], 425 
[164]. 

Penzeneder, recte Penzeneter. 

Penzeneter, Anton, Artilleriewerk- 
meister („Stuckhauptmann"), von ihm 
veranstaltetes Feuerwerk, 58. 

Pen zig auf Jesenitz, Helene Friederike 
von, s. Loss. 

Penzing, 331, 334. 

Perger, Josefa, Gräfin, s. Pälffy. 

Perlas, Maria Josefa (geb. Sinzen- 
dorf), Gemahlin des Marchese Franz, 
139. 



614 



P^rtia, Tßfkp'kke^ Eaaaxim 

(gA, Imsk;^ GewBkkBm 4n Fintea 
HuBiU Ai^haos fmmm^, Vmgn- 
fhkAt*, 24«. 

— Ha— itttl Hpfews Fanwrf, Fint 
't i, 54T€B6«r 17S8>, Ini^ihiffr- 
flKu» im Einxoky 24^ 246, 

— JtuiuAk Porta', i. Ls4rtB Hmx. 
Pi>>rtagal J«lBn T., 9«, 418 fUT]. 

4» [ITÖi 4.^ :i«3fT. 

— Xari» Aflna (EriWriofia tob Öfter- 
rdefcX 40& [lOOl 418 [137], 

PortB^iesiseke Tenaittlgag, s. i^Mer- 



WOWaiBt Freafea 



Direfctsnm* T«rUd fir 



Pottesdorf, i, Zhwwidoff . 

Pra^ Ernst Moritz Graf MaadendKidt- 
Bbakenbetm, Erzknehof (17^ XIL 
18.— 1763, I. »I, 392 [641 

E ^e r, KoDtriVsüooadialdeii, Sekal- 

des der (muSma^en Garsisoii, t. 
Öfterrekk-Fraskreieli. 

Pragmatisebe Saoktioii, Bei^iipkraiitie 
a732), 330, 543 [376]. 

Prandaa, Karl Lwlwig Hükprand, Frei- 
herr TOD, dritter karböbmisdier Ge- 
sandter am Beiehstag, 51, 76. 

— Peter Antoo, Freiherr tod, Hof- 
kammer-Vizeprifideot, 475. 

Pr^e, recte Br6t. 

Preß borg, s. Ausflöge und Reisen des 
Hofes. 

Pretlaeb, Johann Franz Freiherr tod 
(rom 24. Februar 1746 — 8. Harz 
1748 kaiserlicher Gesandter in St 
Petersburg), GM., 32, 76, 80, 95, 
248-251, 256, 262, 300, 353, 354, 
388 [571 3% [611 398 [781 399 [851 
404 [86], 407 [921 434-435 [185], 
447 [2171 49f^ 513 [3ri61 534 [3461 
540 [3641 

Preußen, Friedrich (Wilhelm) L, 540 
[3671 548. 

- Friedrich U., 397 [78], 398 [981 
404-405 [871 415 [1291 420 [1451 
423, 482 [264], 488, 499, 500, 502, 
506, 510, 524 [322] [323], 535-536 
[355], 536 [3581 538-539 [3621 
548, 551, 552-554 [384], 559 
[392]. 



BesikngBS. fie 



-'^^-r 



435[18<fl 
giiifiin^i 
»y7 [2M1 50. SS4 [S491 Ti 



ia Sckkaea, 383 [371 5» OBfJ. 
Akü^tea asf Bairndk, sl 



-Bajern, s. BajerB-Preafiea. 
-Esglaad, s 
-Österreiek, s. 
-Enßland, t. Bafiand 
-Schweden (Btadais tob 29, 
1747), prMfiadbe Akndrtea, 521; 



Proskan tod Prockowdkj, 
Christoph, Gra^ 1, 345. 

— Emestine, Grifin, 
231. 343. 

— Karoline Maiimiliana, s. 

— Leo]M^ Graf, 118. 

— Maria Anna (geb. Grifin BoacBhcr^X 
Gemahlin des Erdmann Chrstopk, 
345. 

Proskowskj, s. Proskan. 

Protettore alla moda, il, s. Theater. 

Prutzendorf in Kiederösterreidi, sielie 
KheTenholler-Osterwitz, Güter. 

Prnzendorf; recte Prutzendorf, sielie 
KbeTenh&Uer-Osterwitz, Guter. 

Przichowskj, Gräfin, 201. 

Pscherschoffski, recte Przichowskj. 

Puebla, Anton, Graf, kaiserlicher Ge- 
sandter in Berlin, 337 (Instruktion 
341, 552-555 [384]). 

Puissieux, recte Pujzieulx. 

Purkersdorf in Niederösterreich, 101, 
247 ; 8. auch Ausflüge und Beisen des 
Hofes. 

Pujzieulx et de Sillerj, Louis Philogea 
Brulart, französischer Staatssekretär 
der auswärtigen Angelegenheiten, 478 
[255], 483—486 [2711 538. 



615 



Quarient und Baal, Maria Anna Mag- 
dalena von, 8. Doblhoff. 

Qu in quin, s. Esterhäzy Frans jun., 
Graf. 

Baal, s. Doblhoff. 

Racknitz, Maria Anna Regina (Tochter 
des Freiherm Gustav Karl), Freiin, 
s. Bflnau-Puechen. 

Rad er, Heinrich, Leiblakai der Prin- 
zessin Charlotte, 378 [10]. 

Raff, Anton, Tenor, 315 (Kritik 316), 
325. 

Ramschwag, Franz Christoph, Freiherr 
von, österreichischer Vertreter beim 
schwäbischen Kreis, 83. 

Rappoltenkirchen, s. Ausflüge und 
Reisen des Hofes. 

Rasumowski, Alezei Grigorie witsch, 
Graf, russischer Generalfeldmarschall 
und Oberjägermeister, 220. 

— Avdotja Denisowna, s. Bestuchew. 

Ravensburg, s. Göler. 

Recordin, Johann Jakob Karl, Graf, 
Stiftskapitnlar zu Brixen, 161, 196, 
209, 217. 

Bedoutensäle, s. Wien. 

Regensburg, Johann Theodor von 
Bayern, Kardinal, Bischof (1719, VII. 
29 - 1763, I. 27), (Belehnung 217), 
446 [212]. 

Regina Coeli, Komposition Josefs I., 45. 

Reich, s. Römisches Reich. 

Reichshof rat, s. Kopfsteuer, Römisches 
Reich. 

Reichskanzlei, s. Guastalla (Besitz- 
ergreifung), Kopfsteuer. 

Reichspostamt, s. Römisches Reich. 

Reischach, Thaddäus, Freiherr von, 
kaiserlicher Gesandter im Haag, 
188, 389, 425 [162], 435 [185], 447 
[217], 451 [225], 457 [233], 497 
[277]. 

Reisen und Ausflöge des Hofes, s. Aus- 
flöge und Reisen des Hofes. 

Renn es, Ludwig Guido Guörtpia ^ 
Vaur^l, Bischof von (1788» TJU 
bis 1758 [t 1760, VI. 17.]), "'^" 

Repnin, Nikolai, Fftrat (8oir 
silei), 239. 
Kk«veaktlUr-8«kUlt 



Repnin, Wassilei, Fürst, russischer Ge- 
neral, 238—241. 

— dessen Gemahlin, 239. 

— N., Fürst (Neffe des Wassilei), GA., 
239. 

Retten feld, s. Muneretti. 

Rhein, Kriegsereigoisse am — , der 
Großherzog übernimmt das Kom- 
mando der pragmatischen Armee, 57, 
58. Vereinigung der verbündeten 
Armeen, 67. 

Rialp, 8. Perlas. 

Richecourt, Heinrich Hyacinth, Graf, 
kaiserlicher Gesandter in Turin (1744, 
m. 3.-1749, IIL 17.) und in London 
(1749, VI. 17.— 1752), 150, 155, 284, 
337, 350, 359. 421 [151], 445 [211], 
465, 552 [383], 559 [392], 564. 

Richelieu, Louis Franpois Armand de 
Vignerot du Plessis, duc de, französi- 
scher Generalleutnant, 210, 422 [157], 
425-426 [167]. 

Rieger, Franz Ignaz, J. Dr., Stadt- 
schreiber von Wien, sein Tod, Bio- 
graphisches, 258. 

Riegersburg, s. Khevenhüller-Oster- 
witz, Güter. 

Rietberg, Maria Ernestine Franziska 
(Tochter des Ferdinand Max), Gräfin, 
s. Kaunitz. 

Riviera di Levante, s. It^ilien, Kriegs- 
schauplatz. 

Robinson, Thomas, englischer Gesandter 
in Wien, 93, 99, 103, 122, 123, 185, 
189, 191, 218, 249, 260, 406 [89], 
409 [100], 413 [115], 415 [129], 443 
[201], 450-451 [221], 452. 454 [226], 
456 [226] [229], 462, 496 [274], 497 
[277], 508 [302], 508-512 [303]. 

Rocca, Josef Octavian de la, sardini- 
scher General, 167 (Biographisches 
196), 199, 203, 210-212, 463 [243], 
465—467 [243], 482 [261]. 

Boobechouart, s. Montespan. 

^'onoanld de Roye, Fred^ric Je- 

Srsbiaehof von Bourges 

-B7, IV. 29.), Kar- 

•^iMluifUr in 



616 



Rocouz, S.Niederlande. 

Rocque, s. Rocca della. 

Rod, recte Rodt. 

Rodt, Franz Konrad Kasimir Ignaz, 
Freiherr von (Sohn des Franz Chri- 
stoph Josef und der Freiin Maria 
Theresia Benedikta von Sickingen), 
Dompropst zu Konstanz, 167, 169, 
170. 

Rogendorf, Graf (Edelknabe), 447 
[216]. 

Rohan, Armand de Yentadour, Prince, 
Kardinal, Koadjutor des Bischofs von 
Straßburg, 150; s. Straßburg. 

Roll zu Bernau, Ignaz Freiherr von, 
kurkölnischer Gesandter in Wien, 68. 

Rom, Äußerung Bartensteins über das 
Kardinalkollegium, 460. 

— s. Ceremoniel (Audienzen: Nuntius), 
(Beglaubigungsschreiben) , (Kompe- 
tenzschwierigkeiten). 

Österreich, s. Österreich-Rom. 

Romain, F., Beichtvater der Prinzessin 
Charlotte, 378 [10]. 

Römisches Reich, Kaiserwahl, s. Habs- 
burg, Franz I. Truppenmarsch, Re- 
krutierungen, 72, 213, 497 [274]. 
Österreichs Bemühungen um die 
Reichshilfe gegen Frankreich, 87, 
88; s. auch Österreich-Frankreich; Ver- 
halten des Kurfürsten von Mainz, 
395 [74] [75], 395-396 [75]; Neu- 
tralität des Reiches 396—397 [77]. 
Securitas publica, 76, 81, 388 [58]. 
Verschiedene Reichssachen, 107, 113, 
120» 152, 183, 191, 192, 208, 211, 
217, 249. Belehnungsansuchcn, 119, 
325. Reichspost am t, 157, 430 [178]; 
Postirrungen mit Hannover, 482 [264]. 
„Das zerrüttete Systema im Reich", 
162. Reichshofrat und Reichsjustiz, 
267. Pragmatische Sanktion, Reichs- 
garantie (1732), s. Pragmatische Sank- 
tion. Säkularisierungsgefahr, 382, 383 
[37], 446 [212]. 

Rone, s. Bentinck. 

Rosenberg (Orsini), Franz, Graf, 118, 
447 [216]. 

— Luise, Gräfin, 447 [216]. 



Rosenberg, Maria Anna (Tochter des 
Philipp Josef aus dessen [erster] Ehe 
mit Maria Dominika Gräfin Kaunitz), 
Gräfin, Hofdame, 118, 140, 168; s. 
auch Thurn Valsassina, Franz, Graf. 

— Maria Anna, Gräfin, s. Proskau. 

— Maria Eleonore (geb. Gräfin Hohen- 
feld), Witwe nach dem Grafen Wolf- 
gang Sigismund, 119, 142, 185, 281, 
425 [163]. 

— Philipp Josef, Graf, kaiserlicher Re- 
sident in London, in der Folge Ge- 
sandter in Lissabon, 112—114, 122, 
134, 135 (Biographisches 252, 253, 
427 [174]), (Projekt, die kärntneri- 
schen Steuern betreffend, 255), 389, 
398 [83], 413 [115], 414 [119], 418 
[137], 420 [145], 424 [157], 433*, 
439—440 [196]. (Denkschrift über 
die Tilgung der Schulden, 516 [310]). 
(Äußerung über Maria Theresia, 516 
[310]). (Rechtfertigungsschrift, 516— 
518 [310]). 

— Vinzenz, Graf, 118, 140. 

— VSTolf Philipp (Sohn des Wolf Sieg- 
mund und der Maria Eleonore, Gräfin 
Hohenfeld), Graf, 142, 281, 425 [163]. 

— Wolf Siegmund, Graf, 425 [163]. 
Rosen feld, kurpfälzischer Abgesandter 

in Wien, 395 [70], 396 [76]. 

Rottofreddo, s. Italien, Kriegsschau- 
platz. 

Roje, s. Rochefoucauld. 

Rumburg und Lundenburg, s. Lunden- 
burg. 

Ruprecht, Ferdinand, Leibchirurg des 
Großherzogs Franz, 3. 

Ruses de Tamour, les, s. Theater. 

Rüssel, 8. Bedford. 

Rußland, Elisabeth, Zarin, 153, 154, 
220, 226, 328, 505 [296], 513 [306]. 

— Peter L, der Große, 153, 398 [82]. 

— s. Ceremoniel (Audienzen), (im Dienste 
der Politik), (Kompetenzschwierig- 
keiten). 

— -Dänemark, Pläne gegen Schweden, 
Österreichs Verhalten, 250, 513 [306]; 
536—537 [358], 538, 539-540 [364], 
563 [402]. 



618 



Graf, Erzbischof (1745, I. 13.— 1747, 
VI. 12.), 55, 56, 58 (Tod, Biographi- 
sches 162), 383 [37], (Schreiben Maria 
Theresias an das Domkapitel vom 
31. Oktober 1744, 382-383 [37], 445 
[212]). 
Sanct-Blasien, Erhebung des Abtes 
in den Reichsfürstenstaud, 131, 136. 

— Florian, Prälat, 257. 

Gallen, Abt, Belehn ung, 162, 

435 [187]. 

Polten, Kloster, 354. 

Sandwich, John Montagu, Earl of, 
englischer Bevollmächtigter in Breda 
und in Aachen, 148, 425 [162], 441, 
496 [273], 500, 504 [287], 508 [302], 
509 [303]. 

Sardinien, Karl Emanuel III., König, 
94, 99, 131, 167, 192, 376-377 [9], 
387 [52], 426 [170], 428 [175], 444 
[211], 452, 453, 454 [226], 487-490, 
494, 496 [273], 497 [276]. 

— Viktor Amadeus II., König, 150. 

Prinz von Pieraont, 197. 

Prankreich, Verhandlungen, 94, 

387 [52j, 408 [99]. 

— s. auch Sales. 

Sassin, s. Ausflüge und Reisen des Hofes. 

Sattler, J. Dr., 258. 

Satzenhofen, Franz Siegmund Fried- 
rich, Graf, Landkomtur der Bailei 
Franken, 121, 123, 124. 

Saul, Ferdinand Ludwig Ton, kursächsi- 
scher Legationsrat, 41, 47, 53, 381 
[22], 425 [166] [167]. 

Säur au, Maria Karl (Sohn des Maria 
Karl und der Maria Katharina Gräfin 
Brenner), Graf, 82, 183. 

— Maria Katharina (geb. Brenner), 
Witwe nach dem Grafen Maria 
Karl, Aja, 82, 266 (Biographisches 
309). 

Savona, s. Caretto. 

Savoyen, 216, 486—488 [271], 496 
[273]; s. auch Sardinien. 

— Carignan, Eugen von, 395 [75]; 
Eugenscher Garten, 66. 

Scavolino und Carpegna, s. Carpegna 
und Scavolino. 



Sc hack, Sophia Amalia (Tochter des 
Ulrich Friedrich Freiherrn vonSchack, 
Grafen von Schackeburg und der 
Sophie Amalia Gedde, Freiin zu 
Hindemad und Narskow), Freiin von, 
Kammerfräulein der Prinzessin Char- 
lotte (Verlegenheit bei der Trauung 
92), 125, 378 [10]; s. auch Enzenberg. 

Schaffgotsch, Johann Ernst, Graf, 
Oberstburggraf von Böhmen, 89 (sein 
Tod 166). 

— Karl, Graf, Oberstlehen richter von 
Böhmen, in der Folge Oberstland- 
richter, 280. 

— Wenzel, Graf, 126, 206. 

Schätze 1, Maria Anna, Freiin von, s. 

Wildenstein. 
Schauen stein, s. Geheimer Rat. 
Schenk von j s. KhevenhüUer-Franken- 

Castell, I bürg, Maria Josefa The- 

Geye rn ) resia. 

Scher er, N. von, Rittmeister in der 

russischen Leibgarde, 226, 227. 
Schiera, Opernsängerin, 89. 
Schlangenberg, Friedrich Freiherr 

von, 210 (Biographisches 256), 283. 

— N., Freiherr von, 251. 
Schlesien, englische Garantie für Schle- 
sien, s. England-Preußen. 

— Gefahr für die katholische Religion, 
s. Preußen. 

Schlesischer Krieg, zweiter, Räu- 
mung Oberschlesiens durch die Öster- 
reicher, 4. Militärische Vorbereitun- 
gen, 46. Karls Aufbruch nach König- 
grätz, 50. Durchmarsch der Karl- 
städter Truppen, 59. Schlacht bei 
Hohenfriedberg, 62—64. Schlacht 
bei Kesselsdorf, 385, 386. 

Schlick, Franz Heinrich, Graf, vorm. 
Oberstland marschall von Böhmen, 143, 
177, 445 [212]. 

— Leopold Heinrich (Sohn des Franz 
Heinrich und der Maria Eleonore 
Gräfin Trauttmansdorflf), Graf, 348. 

Schlitten- und Birocciofahrten, 20, 21, 

203, 204, 206, 302. 
Schütter, Paul Christoph von, J. Dr., 

n.-ö. Regimentsrat, 407 [91]. 



619 



Schneeweiß, Anton Freiherr ?on, 251. 

Schön au, Freiherr von, kaiserlicher Re- 
sident in Malta, 437 [191]. 

S chö n he rg, Graf, kursachsischer Küchen- 
meister, 6, 9, 16, 145, 146. 

Schön bor n, Anselm Franz, Graf, Ge- 
neral der Kavallerie, kommandieren- 
der General im oberrheinischen Kreis 
(t 10. Juli 1726), 104. 

— Eugen Franz Erwin (geb. 27. Januar 
1727, t 25. Juli 1801, Sohn des An- 
selm Franz und der Maria Theresia 
Gräfin Montfort), Graf, 104. 

— Franz Georg (Sohn des Melchior 
Friedrich und der Sophie Freiin Ton 
Boineburg), Graf, s. Trier, Worms. 

— Franz Georg, s. Ellwangen. 

— Friedrich Karl, Graf, s. Bamberg und 
Würzburg. 

— Lothar Franz, Graf, s. Mainz. 

— Melchior Friedrich (Sohn des Rudolf 
Franz Erwin f) und der Maria Eleo- 
nore Charlotte, Tochter des Grafen 
Heinrich von Hatzfeld und der Freiin 
Katharina Elisabeth von Schönborn, 
Witwe nach dem Grafen Johann Otto 
von Dornbach), Graf, Domherr zu 
Bamberg und WOrzburg, 205, 208, 
210. 

Schönbrunn, 284, 302. Feuerwerk, 161, 
170. Hofdamen, 47. Illumination, 
360, 361. Schloßkapelle, 49, 54, 150, 
278, 279, 381 [31]. Schloßrenovierung, 
54, 56, 89, 97, 115, 152. Serenade, 
89. 

Laxenburg, Straße, 175. 

Schön bürg, Christian Heinrich, Graf, 
Hauptmann in der Trabantengarde 
der verwitweten Kaiserin Elisabeth, 
141. 

Schön feld, Katharina Ludmilla (geb. 
Gräfin^ichna, Freiin von Waizenau), 
Gemahlin des Grafen Josef Franz 
(Biographisches 106), 125. 

— Maria Katharina (Tochter des Grafen 
Josef Franz und der Katharina Lud- 
milla, geb. Gräfin Michna), Gräfin, 



t) Binden des Fnni Georg. 



Braut des Grafen Johann Adam Josef 
Auersperg, 106, 124 (Bewerber um 
ihre Hand, Biographisches, 125); s. 
auch Auersperg. 

Schönfeld, N. (Heinrich? Rudolf?), 
Graf, kursächsischer Kammerherr, 
23. 

Schrattenbach, Franz Anton, Graf, 
Oberst landrichter in Mähren (Bio- 
graphisches 228), 231, 233. 

— Franz Ferdinand, Graf, Erblandsvor- 
schneider in Steiermark, Verordneter 
der steirischen Stände, 259. 

— Maria Josefa (geb. Gräfin Wrbna), 
Gemahlin des Grafen Franz Anton, 
4, 233. 

— Otto Wolfgang (geb. 29. Januar 1739, 
Sohn des Franz Anton und der Maria 
Josefa Gräfin Wrbna), Graf, 182, 447 
[216]. 

— Rudolf, Graf, Domherr zu Olmütz, 
233, 234. 

Schrottenbach, recte Schrattenbach. 
Schubircz von Chobinie, Franz Xaver 

Anton, Graf, Kreishauptmann in 

Mähren, 13. 
Schulenburg-Oeynhausen, Ludwig 

Ferdinand, Graf, kaiserlicher General, 

150, 164, 166, 167. 
Schullenburg, recte Schulenburg. 
Schultz, N., Sekretär des Grafen Khe- 

venhüller, 274. 
Seh wand tner, Joachim Georg von, 

Hofkammerrat, 83. 
Schwarzenberg, Familie, Erhebung in 

den Reichsforstenstand, 131. 

— Adam Franz, Fürst, Oberststallmeister 
Karls VI. (10. Juni 1732 auf einer 
Jagd tödlich verwundet, f 11. Juni 
1732), 181, 197. 

— Anton (geb. 11. April 1746, Sohn des 
Josef Adam und der Maria Theresia. 
Prinzessin von Liechtenstein), Prinz, 
131, 555 [385]. 

— Franz Josef (geb. 8. August 1749, 
t 14. August 1750, Sohn des Josef 
Adam und der Maria Theresia, Prin- 
zessin von Liechtenstein), 

[385]. 



620 



Schwarzenberg, Johann (geb. 3. Juli 

1742, Sohn des Josef Adam und der 
Maria Theresia Prinzessin von Liech- 
tenstein), Prinz, 131, 555 [385]. 

— Josef Adam (Sohn des Adam Franz 
und der Eleonore Amalia Fürstin 
Lobkowitz). Fürst, 4, 9, 18, 19, 36, 
44, 60, 75, 131, 154, 160, 223, 252, 
555 [385]. 

— Josef Wenzel (geb. 26. März 1745, 
Sohn des Josef Adam und der Maria 
Theresia Prinzessin von Liechten- 
stein), Prinz, 131, 555 [385]. 

— Maria Anna (geb. 6. Januar 1744, 
Tochter des Josef Adam und der 
Maria Theresia Prinzessin von Liech- 
tenstein), Prinzessin, 131. 

— Maria Ernestine (t 3. April 1719, 
Tochter des Fürsten Johann Adolf 
und der Maria Justina Gräfin Star- 
hemberg), Gräfin, s. Eggenberg, 
Erumau. 

— Maria Theresia (Tochter des Fürsten 
Josef Johann Adam von Liechten- 
stein und der Maria Anna Katharina 
Gräfin von Öttingen-Spielberg), Ge- 
mahlin des Fürsten Josef ^dam, 75, 
555 [385]. 

Schweden, Adolf Friedrich (von Hol- 
stein-Gottorp, Bischof von Lübeck), 
schwedischer Thronfolger seit 3. Juli 

1743, 513*, 553. 

— Friedrich I. (von Hessen-Kassel), 513 
[306], 513*, 521; s. auch Hessen- 
Ehein fels-Rothenburg. 

— Gustav Adolf, 435 [186]. 

— Luise Ulrike (Tochter Friedrich Wil- 
helms I. von Preußen), Gemahlin 
des Thronfolgers Adolf Friedrich, 
553. 

— Ulrike Eleonore (t 5. Dezember 1741), 
Königin, 513*. 

— s. Frankreich, Rußland-Dänemark. 
Osterreich, s. Rußland-Däne- 
mark. 

Secheil es, französischer Generalinten- 
dant, 284, 529 [335]. 

Sechstausendguldenamt, 124, 285, 
369. 



Seckau, Leopold Ernst, Graf Firmian, 
Bischof (1739, U, 13.— 1763, IX, 26.), 
178. 

Seelowitz, s. Ausflüge und Reisen des 
Hofes (Mähren). 

Seemächte, s. Ceremoniel (im Dienste 
der Politik), Niederlande. 

Bayern, s. Bayern-Seemächte. 

Frankreich, s. Aachen. 

Seidenwürmerzucht, s. Wien, Öttingi- 
scher Garten. 

Seilern, Charlotte Maria Franziska (Toch- 
ter des Grafen Friedrich Eberhard von 
Solms • Sonnewalde), Gemahlin des 
Grafen Christian August, 4. 

— Christian August (Sohn des Johann 
Friedrich und der Anna Maria Gräfin 
Lengheim) Graf, Reichshofrat, 117, 
(seine „schöne Equipage* 117), 132, 
304. 

— Johann Friedrich, Graf, österreichi- 
scher Hofkanzler, 80 (Biographisches 
134), 181, 228, 254, 258, 320, 321, 
323, 351, 540 [366]. 

Seinsheim, Josef Franz Ignaz, Graf, 
kurbayrischer Gesandter im Haag, 
in der Folge Konferenzminister und 
Obersthofmeister, 63, 68, 250, 252, 
254, 512 [305], 514. 

Selliers, Josef Karl, Schauspielimpre- 
sario, 26, 33, 89, 121, 145, 187, 201. 

Semiraraide reconosciuta, la, s. Theater. 

Serato, Johann Peter, Leiblakai der 
Prinzessin Charlotte, 378 [10]. 

Serbelion i, Fabricius, Kardinal, päpst- 
licher Nuntius in Wien (Biographi- 
sches 86), 114 (das beanständete Be- 
glaubigungsschreiben 117), 122, 130, 
132, 134, 153, 155, 160, 164, 185, 
196, 210, 215, 247, 254, 283, 305— 
307, 309, 311, 324, 342, 347, 354— 
356, 359, 361, 363, 366, 372, 374, 
419 [139], 482 [266], 555 [386]. 

— Johann B., Graf, österreichischer Ge- 
neralmajor, 46, 167. 

Serenyi, Josefine, Gräfin, s. Althann. 

— Karl Anton, Graf, vorm. Obersthof- 
meister der Erzherzogin Maria Mag- 
dalena, 26. 



622 



Spanien, Karl U., 530 [336]. 

— Ludwig Anton Jakob, Kardinal-Infant 
(Bruder Ferdinands VI), 478 [2551 
479, 493. 

— Maria Barbara (tou Portugal), Ge- 
mahlin Ferdinands VI., 135, 409 
[100]. 

— Maria Theresia (Tochter Philipps V.), 
8. Frankreich. 

— Phiüpi^ V., 94, 103, 105, 408 [99], 
412 [112], 431 [183], 433 [183]. 

— Don Philipp, Infant (Sohn Philipps V.), 
Herzog von Parma, 93, 96, 97, 103, 
113, 189, 246, 388 [59], 409 [100], 
409* 413 [115], 420 [1451 426 [1701 
427 [174], 438, 439 [1961 441, 454— 
455 [2261 457 [2291 462, 463 [2391 
478 [2551 479, 480, 484, 487, 489, 
490, 492-495, 496 [273], 497 [276], 
498 [2771 498 [2791 511. 

— -England, s. England-Spanien. 
Spaur, Graf, Domherr zu Brixen, 

301. 

— Maria Josef, Graf, s. Brixen. 
Spill er zu Mitterberg, s. Eölnpöck. 
Spinola, Marchese, genuesischer Ge- 
sandter in Wien, 135. 

Stablo und Malm^dj, Abt, ».Lothringen, 
Franz Josef. 

Stadtbanco, Einfluß des Kaisers, 299. 
Chot^cks Instruktion 533 [344], 

Stainabrunn, recte Steinabrunn. 

Stainville de Choiseul, Charlotte Elisa- 
beth (geb. Marquise Bassompierre), 
Gemahlin des Marquis Josef, 160. 

Josef, Marquis, toskanischer Ge- 
sandter in Paris, 103. 

Stampa, Contedi, Generaladjutiint Karls 
von Lothringen, kaiserlich. Kommissär 
in Mailand, 175, 176, 215, 228, 289, 
368, 410 [109]. 

Stampfen, gräfl. Palffysches Gut in 
Ungarn, 128. 

Standeserhebungen, Differenzen zwi- 
schen der böhmischen, österreichischen 
und der Reichskanzlei, 80, 136 (Bar- 
tensteins Referat vom 11. April 1746, 
p. 390—392 [63]). 

Stang, N., kurböhmischer Sekretär, 55. 



I 



Stanhope, s. Chesterfield, Harriogton. 

Starein, Khevenhüllersche Herrschaft, 
s. Khevenhuller-Ostenriti, Gfiter. 

Starhemberg, Dominica, .Minerl* 
(Tochter des Gandaker Thomas und 
der Maria Josefa Gräfin Jörger, Witwe 
nach Ernst R&diger Starhemberg), 
Gräfin, s. Wnrmbrand. 

— Elisabeth Josefa (Tochter des Konnid 
Sigismnnd Anton und der Fürstin 
Maria Leopold ine ?on Löwenstein* 
Wertheim), Gräfin, Yerlobong mit 
dem Grafen Pälfij, 357, 358. 

— Ernst Rüdiger, Graf, 80. 

— Franz Anton (Sohn des Gandaker 
Thomas aus dessen [erster] Ehe mit 
Beatrix Franziska Gräfin Dann), Graf, 
OberstsUllmeister Karls VL, 197. 

— Georg Adam (Sohn des Konrad Sigis- 
mund und der Fürstin Maria Leo- 
poldine von Löwenstein- Wertiieim), 
Graf, 118, 140, 169, 174, 183, 188, 
358, 447 [216]. 

— Guido, Graf, FM., 211. 

— Guidobald (Sohn des Max Adam Franz 
aus dessen [zweiter] Ehe mit Gaido- 
baldine, geb. Starhemberg), Graf, 142, 
425 [163]. 

— Guidobaldine, zweite Gemahlin des 
Grafen Max Adam Franz, 142, 425 
[163]. 

— Gundaker Thomas, Graf, Präsident 
der Hofkammer und der Ministerial* 
Bancodeputation (f 8. Juli 1745). 25, 
28, 52-54, 67, 71, 197, 273, 298, 
330, 447 [216]. 

— Johann Ernst (Sohn des Konrad Sigis- 
mund Anton und der Fürstin Maria 
Leopold ine von Löwenstein-Wert heim), 
Graf, 188. 

— Josef Franz (Sohn des Franz Anton 
und der Maria Antonia, geb. Starhem- 
berg), Graf, GA., 81, 118, 120, 140, 
447 [216]. 

— Josefa Franziska (Tochter des Franz 
Josef und der Gräfin Maria Antonia 
Freiin von Ulm auf Ehrbach), Gräfin, 
Hofdame der Kaiserin Elisabeth, s. 
Welsperg. 



Starhemberg, Eoiirftd Sigiautuod, Graf, 
561». 

— Leopold Ans^nr, Graf, DomdecluDt 

zu Salibnrg, 76, 866. 

— Maria Aloisia (geb. Brenner), Ge- 
mahlia des Qrafea Gandaker, 71. 

— Maria Antonia (Tochter des Ernst 
Rüdiger aus dessen [zweiter] Ehe mit 
Hnria Josefa Gr&fln JQrger), Ge- 
mnlilin des Grafen Franz Anton, 81. 

— HAria Eniestioe (Tochter des Franz 
Anton und der Maria Antonin, geb. 
Starhemberg], Gräfin, s. Eaunitz. 

— Maria Eva Sophie (Tochter dea Eonrtid 
Siegmund), Witwe nach dem FBrsten 
Wilhelm Hjncinth von Nassau- Siegen, 
s. Hessen-Bbeinfels-Rotbenbnrg. 

— Maria FraniiBka (TocbUr des Gua- 
daker und der Maria Anna, geb. Ban- 
pacb), Gräfin, a. Dietrichstein. 

— Maria Gabriele (Tochter de» Gun- 
daker Thomas und der Gräfin Maria 
Jörger), Gräfin, s. Colloredo. 

— Maria Josefa (geb. Gräfin Jirger, ver- 
witwet« Gräfin Ernst RSdiger von 
Starhemberg), Witwe nach dem Grafen 
Gundaker Thomas, Tod und Testa- 
ment, 80, 81. 

— Maria Josef», Gräfin, a. KhevenhüUer- 
Fratikenburg, Johanu Ludwig Josef. 

— Maria Judith, Gräfin, s. Künigl. 

— Mariat/eopaldine (geb.FQrstin LOwen- 
steiii -Wertheim), Witwe nach dem 
Gr 

85^ 



Maria Aotonia, geb. Starhemberg, 
Enkel des Gundaker Thomas), Graf, 
n.-ö. Begimentsrat (Vermäbtong mit 
Maria Aloisia Gräfin Brenner 71), 
81, 132, 140, 149. 447 [216]. 

StaTelot und Malmedj, Josef, Abt, Be- 
lehnung, H7. 

Stein auf Jattingen, Maria Anna The- 
rese von, a. Kolowrat. 

Steinabrunn, Herricbaft *i Nieder- 
Österreich, 214. 

Steiningar, P. S. J., Domprediger lu 
St. Stephan in Wien, 111. 

Stella, Nikolaus, n.-D. Begimentsrat, 69, 
74. 

Sternbach, Maria Josefa (geb. Herber- 
Bt«in), Gemahlin des Freiberrn Weniel 
Karl, 271. 

Sternberg, Adam, Graf, 4. 

— Prani Philipp, Graf, kurbfibmi scher 
Gesandter am Bcichstag, in der Folge 
Gesandter in Dresden, 55, 307, 445 
I212J 538, 563 [402]. 

Stetteldorf am Wagram, Hardeggscbea 
ächloB, 331. 

Stener,DezennaIreiesserVDr$cblagHaug- 
witz, Gegenprojekt Harrach, 207, 467 
[252]. {Khevenhftllers Votum, 467- 
469 [253]. Eonferenzprotokoll vom 
30. Januar 1748, p. 469 -476 [254]. 
Frage, die Franz 1. an Harrach 
stellt, 469—470 [254] Volum Har- 
racbs, 469. Votum Kinskja, 470— 



624 



Strassoldo, Maria Ernestine, Grafin, s. 
Windischgrätz. 

Strattmann, Maria Theresia, Gräfin, s. 
Batthyäny. 

Stuart, Karl Eduard, s. England. 

Stubenberg, Maria, Gräfin, s. P4lffj. 

Stürck, Maria Rosalia, Gräfin, s. Ca- 
vriani. 

Sulzbach, s. Böhmen, Lehen. 

Summerarin, Herrschaft, Brand, 184; s. 
auch Ausflüge und Reisen des Hofes. 

Suttner, Leopold Gundaker Ton (Sohn 
des Matthias und der Juliana Katha- 
rina von Eybl), vermählt (seit 14. Juni 
1740) mit Maria Anna, Tochter des 
Pius Nikolaus Garelli, 253. 

Sylva y Menezes, Giuseppe, Marchese 
de Villasor, Graf Montesanto, Präsi- 
dent des italienischen Rates, 294 (Tod 
und Biographisches 375). 

Johanna Amalia (geb. Prinzessin 

von Holstein -Beck), Gemahlin des 
Manoel Tellez de Menezes e Castro, 
Herzogs von Sylva, 97, 160, 267. 

Don Manoel Tellez de Menezes e 

Castro, Herzogs von Sjlva-Tarouca, 
Präsident des niederländischen Rates, 
Hofbaudirektor, 97, 108, 119, 120, 
156, 160, 168, 198, 317. 

Tagliavini, italienische Tänzerin, 224. 

Tarouca, s. Sylva y Menezes, Don Ma- 
noel. 

Tausch, P. Pranciscus Borgias, S. J., 
Hofprediger, 148. 

Taxis, s. Thurn-Taxis. 

Ten ein, Pierre Guerin de, Kardinal, 
520 [322]. 

Tesi, italienische Sängerin, 224, 280. 

Teuffenbach, Ursula von, s. Herber- 
stein. 

Theater. 

— Einsetzung einer Kommission, 145. 

— Königl. privil. Theater nächst der 

Burgjf) das Unternehmen wird 
einer Gesellschaft von Aristokraten 
anvertraut, 201, 202. „Hoftheater 
im Ballhaus", 224. Deutsche Ko- 



t) IlofbaUhaus. 



mödie, 58. Oper, 71, 88, 165. 
Pantomimen, 300. Bewilligung von 
Aufführungen auf beiden Theatern 
zu Ehren der Gräfin Brühl, 25. 
Theater. 

— Burg, Kinderkomödie, 142, 143. 

— Kärntnertor, Oper zu Ehren der Gräfin 

Brühl, 26; deutsche Komödie, 281, 
287, 288, 353. 

— Schönbrunn, Werbung einer Gankler- 

bande, 187, 188. Italienische Ko- 
mödien und Schauspiele, 187, 851 
(Eintritt und Sitzordnung, 851 — 
352), 353, 357, 362, 365, 366, 867, 
369, 370. 

— Hollitsch, komische Oper, 173, 174. 

— Achille in Sciro, Y (Oper, kön. priv. 

Theater nächst der Burg), Kritik, 
852. 

— Alessand ro nelle Indie (Oper, kön. 

priv. Theater nächst der Burg), 
131 (Kritik 248). 

— Amour vengä, V (Hofburg, spanischer 

Saal), 119. 

— Aralinda (Oper, kön. priv. Theater 

nächst der Burg), 103. 

— Ariodante (Oper, kön. priv. Theater 

nächst der Burg), 89. 

— Artaserse (Oper, kön. priv. Theater 

nächst der Burg), 117, 300. 

— Bourgeois gentilhomme, le (von Mö- 

llere), Hofburg, spanischer Saal, 
208—210 (Verteilung von Ge- 
schenken an die Mitwirkenden, 
211, 212). 

— Catone in Utica (italienische Oper, 

kön. priv. Theater nächst der Burg), 
315, 316. 

— Charivari, le (Komödie, Hollitsch), 

174. 

— Clemenza di Tito, la (Oper, kön. 

priv. Theater nächst der Burg), 
121. 

— Coche de Chälons, le (Hollitsch), 109. 

— Costanza supera tutto, la (Oper, kön. 

priv. Theater nächst der Burg), 
183. 

— Crasse, le baron de la (Komödie, 

Hollitsch), 345, 346. 



625 



Theater. 

— Crispin m^decin (Hollitscb), 344. 

— Crosse, la (Hollitsch), 109. 

— D6dit, le (französische Komödie, Hof- 

burg), 144. 

— Demetrio, il (italienische Oper, kön. 

priy. Theater nächst der Burg), 
280, 282, 528 [331]. 
-— Demetrius (deutsche Tragödie, Hof- 
burg), 375. 

— Demofoonte (italienische Oper, Schön- 

brunn), 354. 

— Didone abbandonata, la (kön. priv. 

Theater nächst der Burg), Kritik, 
373. 

— Dissipateur, le (Komödie, Schönbrunn), 

180, 182. 

— Ecole des maris, V (französische Ko- 

mödie, Milotitz), 173. 

— Ezio (Oper, Schönbrunn), 355, 356. 
(Oper, kön. priv. Theater nächst 

der Burg), 358. Kritik, 868. 

— Fächeux, le (französische Komödie, 

Hollitsch), 108. 

— Familie extravagante, la (französische 

Komödie, Hofburg), 209, 210. 

— Fata (Marivigliosa), la (Opera buffa, 

kön. priv. Theater nächst der Burg), 
268. 

— Gentilhomme de Beauce, le (französi- 

sche Komödie, Palais Dietrichstein), 
70, 71; (Hofburg), 116, 118-121, 
127. 

— Heureuse ^preuve, V (französische 

Komödie, Hofburg), 194; Be- 
merkungen, 195. 

— Inpromptu de campagne, V (Schön- 

brunn), 182. 

— Leucippe (Oper von Hasse, kön. priv. 

Theater nächst der Burg), Kritik, 
260, 368. 

— Mari preferö, le (HolliUch), 346, 

347. 

— M^nechmes, les (französische Ko- 

mödie, Hofburg), IGO, 161; (Hol- 
litsch), 174. 

— Merope (Oper, kön. priv. Theater 

nächst der Burg), Kritik, 337. 

— Misanthrope,le (Moliöre, Hofburg), 140. 



Theater. 

— Nobilta immaginaria, la (Opera bnffa, 

kön. priv. Theater nächst der Burg), 
253, 254. 

— Olimpiade, V (Oper, kön. priv. The- 

ater nächst der Burg), Kritik, 
325, 326. 

— Protettore alla moda, il (Musikbur- 

leske, kön. priv. Theater nächst der 
Burg), 226. 

— Rnses de Tamour, les (französische 

Komödie, Hofburg), 144. 

— Semiramide riconosciuta, la (Semira- 

mis), (Oper von Gluck, kön. priv. 
Theater nächst der Burg), Kritik, 
224, 503 [282]. 

— Siroö, il (Oper, kön. priv. Theater 

nächst der Burg), Kritik, 289. 

— Tito Manlio (Oper, kön. priv. Theater 

nächst der Burg), 181. 

— Vacances, les (Komödie, Hollitsch), 

173. 

— Vendanges, les (komische Oper, Hol- 

litsch), 346. 

— Zanin et Zenize (Kinderkomödie, 

Schönbrunn), 357—359, 361. 

— Zanina maga per amore, la (italieni- 

sche Oper, kön. priv. Theater 
nächst der Burg), Kritik, 174, 

— Zeneide (französische Kinderkomödie, 

Hofburg), 29—31, 46, 50. 

Theil, du, s. Du Theil. 

Theresianum, s. Wien. 

Thiville, de, französischer Kriegskom- 
missär, 555 [387]. 

Thuil von Geroskerken, holländischer 
General, 218. 

Thun, Anna Maria (geb. Liechtenstein), 
Witwe nach dem Grafen Johann 
Ernst, s. Liechtenstein. 

— Johann Josef Anton (und Sohn), Graf, 
30, 46. 

— Dominik Anton, Graf, s. Trient. 

— Maria Christine (geb. 25. April 1738. 
Tochter des Johann Josef Anton), 
Gräfin, 46. 

— Peter Michael Virgiliu.*;, (Jraf, Ka- 
nonikus, 207. 

Thürheim, Josef Gundaker, Graf, 18. 



G26 



Thärheim, Maria Dominika (geborene 
Freiin Hager zu Allentsteig), Gemah- 
lin des Grafen Josef Gundaker, 18, 
75. 

Thurn-Taxis, Alexander Ferdinand, 
Fürst, Prinzipalkommissär am Reichs- 
tag, Erbpostmeister im Reich, 44 
(Belehniing 157), 212, 371. 

Valsassina, Franz, Graf (Sohn des 

Johann Sigismund und der Eleonore 
Gräfin Ottingen -Wallerstein), Graf, 
OWM., Verlobung und Vermählung 
mit der Gräfin Maria Anna Rosen- 
berg (Orsini). 168, 169. 

Johann Viktor, Freiherr von, 162, 

168, 435 [187]. 

Titel und Wappen des Erzherzogs Josef, 
s. Habsburg, Josef. 

Tito Manilo, s. Theater. 

Toisonfestlichkeiten, s. Ceremoniel. 

Torchiarolo, s. Caraccioli. 

Törring, Graf, bayrischer Minister, 383 
[37]. 

Tour, de la,. s. KhevenhüUer-Franken- 
burg, Maria Josefa Theresia. 

Tournai, S.Niederlande (Fontenoy). 

Toussaing, recte Tusseng. 

Toussaint, Franz Josef von, Kabinetts- 
Sekretär Franz' L, 3, 13, 36, 173, 
174, 276, 289 (Biographisches 299), 
358. 

Traun, Maria ApoUonia (geb. Sinzen- 
dorf), Gemahlin des Grafen Johann 
Adam, 138. 

— Otto Ferdinand, Graf, FM. (Biogra- 
phisches 28, Krankheit und Tod 211), 
48, 62 (Vermählung mit der Dier- 
ling 179), 326, 380 [13]. (Traun- 
Batthyäny, Vereinigung ihrer Armeen, 
s. Rhein). 

— Sidonia (geb. Hinderer, verw. Dier- 
ling), Gemahlin des Grafen Otto 
Ferdinand, 179. 

— Karl Josef, Graf, Oberstleutnant 
(t 20. Januar 1747), 48, 57, 179. 

— N., Graf, 447 [216]. 

Trautson, Johann Josef, Graf, Abbe, 
75, 92, 125 (Biographisches 177, 178), 
188, 322, 387 [53]. 



Trautson, Johann Leopold Donat, Fürst, 
Obersthofmeister Josefs I. und Karls 
VI., 137, 443 [202]. 

— Johann Wilhelm, Fürst, zweiter Oberst- 
hofmeister (Verlobung und Vermäh- 
lung mit der Baronin Hager 72, 74), 
75, 107, 115, 127, 146, 153, 168, 169 
(Biographisches 171), 174, 184, 204, 
209, 216, 225, 231, 248, 302, 336, 
337, 343, 349, 359, 368, 371, 387 
[54], 388 [55], 534 [346]. 

— Maria Josefa Bosalia, Fürstin, siehe 
Anersperg. 

— Maria Antonia Xaveria, s. Aaers- 
perg. 

— Maria Charlotte (geb. Freiin von 
Hager [s. Hager]), dritte Gemahlin 
des Fürsten Johann Wilhelm, 91, 97, 
98, 140, 178, 180, 184, 194, 204, 225, 
266, 302, 307, 336, 345, 346, 360, 
534 [346]. 

— Leopold Bonat (Sohn des Johann 
Wilhelm aus dessen [erster] Ehe mit 
Maria Josefa Gräfin Weißenwolf, Graf, 
194. 

— Maria Theresia (geb. üngnad von 
WeißenwolO, Gemahlin des Fürsten 
Leopold Donat, 388 [55]. 

Trauttmansdorff, Florentine Josefa 
(geb. Marquise de Gavre), erste Ge- 
mahlin des Grafen Franz Norbert, 
30. 

— Franz Norbert, Graf, 30, 47. 

— Maria Anna (geb. Herberstein), zweite 
Gemahlin des Grafen Franz Norbert, 
47. 

— Maria Anna (geb. 31. August 1736, 
Tochter des Grafen Franz Norbert 
aus dessen [erster] Ehe mit Florentine 
Josefa, geb. Marquise de Gavre), Gräfin, 
30. 

— Maria Theresia, Gräfin, s. Kotu- 
linskj. 

Trenck, Franz von der, Pandurenführer, 

218, 219 (Prozeß 257, 258, 518 

[314]). 
Trient, Dominik Anton Graf Thun, 

Fürstbischof (1730, VI. 19. — 1758, 

IX. 7.), Belehnung, 207. 



627 



Trier, Karl Josef Ignaz, Prinz von 
Lothringen, Erzbischof (1711, I. 6.— 
1715, XU. 4.\ 8. Lothringen. 

— Franz Georg, Graf Schönborn, Erz- 
bischof (1729, V. 2.-1756, 1.18.), Be- 
lehnung, 208. 

Göln, Klagen über nicht erfolgte 

Bezahlung von Naturalleistungen, 497 
[274]. 

Tron, Andreas von, venezianischer Bot- 
schafter in Wien, 865, 366, 372, 563 
[401]. 

Troyer, Christoph Evarist, Graf, 236. 

— Ferdinand Julian, s. Olmütz. 

— N. (geb. Gräfin Oppersdorf)« Gemahlin 
des Grafen Christoph Evarist, Bio- 
graphisches, 236. 

Truppenrevue, 144, 146, 147, 217, 

237—242, 245, 251, 252, 279, 283. 

288, 318, 344, 345, 349. 
Tschoglokoff, Nikolai Naumowitsch, 

Graf, russischer Kammerherr, 91, 92, 

96-98. 
Turba, Johann Franz Ton, Hof rat in 

der böhmischen Hofkanzlei, 83. 
Türkei, Allianzantrag an Frankreich 

(1745), 405. 

— s. Ceremoniel (Audienzen). 

— -Österreich, s. Österreich-Türkei. 
Tusseng, P. Carolus, S. J., Hofprediger, 

148. 

Überschwemmungen, s. Elementar- 
ereignisse. 

Uj vÄry, Ladislaus Freiherr von, GFWM. 
(Inhaber des Infanterieregiments Nr. 2 
von 1741-1749), 310. 

Ulfeid, Corfiz Anton, Graf, Hof- und 
Staatskanzler, 2, 24—26, 85, 87, 96, 
97, 102, 105, 113, 135. 141, 143, 
144, 150. 151. 162 (Biographisches 
163), 164. 165, 183-185, 199-201, 
207-210, 227, 285, 286, 300, 311, 
816, 323, 333, 334, 330, 351, 359, 
365, 366, 370. 372, 375. 379 [11] 
[12]. 381 [22], 388 [56], 395 [75], 
450 [2-21], 469 [254]. 469*, 471, 478 
[259], 488 [271], 512 [303], 516 [310], 
(geringer Einfluß 516 [310]\ 525». 
535 [355], 540 [366]. 



Ul fei d, Maria Anna(geb. Gräfin Yirmont), 
erste Gemahlin des Grafen Corfiz 
Anton, 85. 

— Maria Elisabeth (geb. Lobkowitz), 
zweite Gemahlin des Grafen Corfiz 
Anton, 97. 

Ulm-Erbach, Ferdinand Karl (Sohn 
des Franz E. und der Mauritia Gräfin 
Muggenthal), Freiherr von, Verlobung 
mit der Gräfin Maria Theresia Star- 
hemberg, 363, 364. 

Maria Anna (Tochter des Ludwig 

Konstantin und der Margaretha Ja- 
kobea Freiin von Stauffenberg), Frei in 
von, s. Herberstein. 

Ulrike Eleonore, s. Schweden. 

Ungarn, Ernennungen infolge Hin- 
scheidens des Judex curiae, 221—222. 
Bestrafung der Apostaten, 292, 532 
[339]. Auswanderungen aus dem 
Deutschen Reich nach Ungarn, 332. 
Nädasdjs Promemoria, betreffend das 
Partium und den Wunsch der Ungarn, 
über Angelegenheiten des König- 
reiches nur Ungarn entscheiden zu 
lassen und diesen auch den Eintritt 
in die Konferenz zu ermöglichen; 
Bartensteins Gutachten darüber vom 
13. Juni 1749, p. 544—547 [379] 
(Gründe der bisherigen Unruhen : 
Deutschenhaß und Religionsspaltun- 
gen, 544; die Grund Verfassung solle 
aufrechterhalten bleiben, 544—546; 
Gründe gegen die Berufung von Un- 
gpirn, 545; Gleichstellung der illjri- 
schen Nation (Serben, Kroaten) mit 
den Magyaren, sie solle von diesen 
nicht unterdrückt werden, 546—547). 
Ernennung Batthyanys zum Ajo und 
des Erzherzogs Karl zum Obersten 
eines ungarischen Regiments aus Rück- 
sicht für Ungarn, 545. 

— s. auch Ausflüge und Reisen des 
Hofes, Czoborsche Herrschaften, Mo- 
dena. 

Ungarische Hofkanzlei, 319*. 

Ungnad von Weißen wolf, Ferdinand 
Bonaventura. Graf. Lande-shauptmann 
in Oberösterreich, 445 [212]. 



628 



Ünguad Ton Weißenwolf, Josef Anton, 
Graf, oberösterreichischer Landschafts- 
präsident, 33, 257. 

Maria Theresia, Gräfin, s. Traut- 

son. 

Michael Wenzel, Graf, 388 [55]. 

Universität, s. Ceremoniel. 

Unna, s. Österreich-Türkei. 

Vacances, les, s. Theater. 

Valencia, Anton Folch, Fürst von Car- 
dona, Erzbischof (1700, VI. 3.— 1724, 
Vn. 1.), 375. 

Valenti-Gonzaga, Silvio, Kardinal, 
päpstlicher Staatssekretär, 429 [176], 
459 [236] (Biographisches 460), 461 
[236]. 

Valory, Veit Louis Henri, Marquis, 
französischer General und Gesandter 
in Berlin, 397 [78], 521. 

Van Swieten, Gerhard, Leibarzt Maria 
Theresias, 227, 264, 266, 310, 342, 
358. 

Vasques de Pinos, Juan Hyacintho, 
Conte, FM., 108. Vermählt sich 
(in zweiter Ehe) mit der Gräfin 
Eokorzowa, 247 (Biographisches 
247). 

Gräfin (Tochter des Raimund de 

Vilana Perlas, Marchese de Rialp), 
erste Gemahlin des Juan Hyacintho» 
247. 

Maria Anna (geb. Gräfin Kokor- 

zowa), Gemahlin des Grafen Juan 
Hyacintho, 246—248. 

N. (Sohn des Juan Hyacintho), 

Graf, 247. 

Vaureal, de, s. Rennes. 

Veguer, recte Weger. 

Vendanges, les, s. Theater. 

Venedig, s. Ceremoniel (Kompetenz- 
schwierigkeiten). 

Ventadour, s. Rohan. 

Venturini, Sopranist, 224, 270, 368. 

Verdenberg, Maria Aloisia (Tochter 
des Johann Philipp und der Gräfin 
Cäcilia Christiua von Schallenberg), 
Gräfin, s. Sinzendorf. 

Verri, Gabrielo, Fiskal in Mailand, 
284. 



Verwaltung und Justiz, Trennung, s. 

Direktorium. 

Viktor Amadeus IL 1 ^ ,. . 
Prinz / s. Sardinien.- 

Viktoria, s. Sachsen -Hildburghausen. 
Vignerot du Plessis, s. Richelieu. 
Vi Ha so r, s. Sylva y Menezes, Giuseppe. 
Ville, Jean Ignace de la, französischer 

Abbe und Bevollmächtigter in Breda, 

384 [51]. 

— Issey, s. Jadot. 
Villette, de 462. 

Villiers, Thomas, Herzog, englischer Ge- 
sandter in Dresden, 381 [25]. 

Vilshofen, s. Bayern, Feldzug in. 

Virmont, Maria Anna (Tochter des 
Damian Hugo), Gräfin, s. Ulfeid. 

— Maria Luise (Tochter des Grafen 
Damian Hugo), Gräfin, s. Nesselrode. 

V i s c n t i , Giulio Borromeo, Graf, 
GFZM., Minister a latere in Br&ssel, 
330. 

Visetti, Pater S. J., 421 [149]. 

Vitrimont, Christo Leopold, Graf, 37, 
382 [33]. 

— Theresia, Gräfin, Hofdame Maria 
Theresias (vormals der Prinzessin 
Charlotte), 101, 108, 343. 

Vorrig von Hochhaus, Johann Karl 
Sebastian, Freiherr von, Generalein- 
nehmer in Oberösterreich, 257. 

Vösendorf, 341. 

Voyer de Paulmy, s. Argenson. 

Wagenseil, Georg Christoph, Hofkom- 
positeur,248,289. Kritik über ihn, 326. 

Waizenau (Michna), Katharina Lud- 
milla, s. Schönfeld. 

Waldeck, Karl August, Fürst, FZM., 
437 [195]. 

Waldstein, Anna Katharina (Tochter 
des Johann Anton Joachim und der 
Johanna Katharina, geb. Waldstein), 
Gräfin, Kammerfräulein der verwitwe- 
ten Kaiserin Elisabeth, s. Lanthieri, 
Johann Kaspar. 

— Maria Anna (Tochter des Johann 
Wenzel Josef und der Maria Bar- 
bara Gräfin Palffy), Gräfin, siehe 
Kettler. 



629 



Wald st ein, Maria Franziska Therese 
(Tochter des Franz Karl), Gräfin, s. 
Eolowrat. 

— Maria Henrike, Gräfin, s. Lobkowitz. 

— Maria Josefa (Schwester der Maria 
Anna), Gräfin, s. Pälffy. 

Wahlkapitulation, s. Habsburg, 
Franz I., Eaiserwahl. 

Wally Richard, spanischer General, 
Emissär in London, 456 [226], 462, 
476-478 [2551 484, 487, 495. 

Wasner, Ignaz Johann von, österreichi- 
scher Gesandter in London, 79, 99 
(Biographisches 292, 427 [174]), 390 
[59], 399 [83], 408 [98], 409 [100], 
409*, 416 [132], 428 [175], 443 [201], 
447 [217], 450 [221], 458, 462, 478 
[255], 497 [277], 509, 519 [316]. 

Watzlawik, Paul Ferdinand, s.Hradisch. 

Weber von Fürenberg, Johann Karl, 
M. Dr., niederösterreichischer Regi- 
mentsrat, 48, 208, 297. 

— Augustin Thomas, recte Wöbern. 
Weger, Franz Josef, Abb^, Instruktor 

des Erzherzogs Josef, 342, 843, 449, 

450 [219]. 
Wehrkraft, Erhöhung der, s. Steuer. 
Weikersdorf, s. Ausflüge und Reisen 

des Hofes. 
Weimar, Ernst August, Herzog, 482 

[264]. 

— Ernst August Konstantin, Prinz, 482 
[264]. 

Weingarten, Leopold von« österreichi- 
scher Legationssekretär in Berlin, 396 
[76]. 

Weißenstein, Nothaft in, s. Berchtes- 
gaden. 

Weiüenwolf, s. Ungnad. 

Weitersfeld, s. Khevenhüller-Osterwitz, 
Güter. 

Welsperg, Josef, Graf, 214. 

— Josefa Franziska (geb. Starhemberg), 
Gemahlin des Grafen Karl Guidobnld, 
78, 447 [216]. 

— Karl Guidobald, Graf, 78. 

Wend, Ernestine Johanna, s. Herberstein. 

Wentworth, Viscount of, englischer 

General, 155, 184, 453, 462, 465. 



Werschowitz, Maximiliana, Gräfin, s. 
Belrupt. 

Wertheim, s. Löwenstein. 

Westerburg, s. Leiningen. 

W i d m a n n, Johann Wenzel Freiherr ?on, 
kaiserlicher Bevollmächtigter beim 
fränkischen Kreis, 234, 548, 551. 

Wilhelm von Oranien, s. Holland. 

— August, Herzog von Cumberland, s. 
England. 

Witterungsumschlag, s. Elementar- 
ereignisse. 
Wien. 

— Akademisches Kolleg, s. Collegium 

academicum. 

— Anna, St., Brand, 164, 165. Pastorella, 

105. 

— s. Arsenal. 

— Ballhaus, s. Theater. 

— Beivedere, s. Savojen. 

— Bürgermeister, s. Leitgeb, Andreas 

Ludwig. 

— Burgtheater, s. Theater. 

— Collegium academicum S. J., 249, 

250. 

— Daunsches Palais auf der Freiung 

(Palais Kinskj), 35, 380 [17]. 

— Erzbischof, s. Kollonitz, Sigismund. 

— Eugenscher Garten, s. Savojen. 

— Favorita, 137. 

— Freiung, Schauhütte (Mißgeburt), 334, 

552 [382]. 

— Gesandte, Botschafter und Nuntien, 

s. Althann Ferdinand, Beccadelli, 
Beckers, Bentiuck, Bernardini, 
Bestuchew, Blondel, Bünau-Pue- 
eher, Burmania, Canale, Capello, 
Carvalho, Contarini, Diedo, Dohna, 
Durazzo, Erizzo, Erthal, Graeve, 
Keith, Laczjnski, Leiningen, Loss, 
Mirepoiz, Mustapha Efiendi, Ostein, 
Paolucci, Podewils, Roll, Rosen- 
feld, Serbelloni, Spinola, Tron. 

— Goldene Hochzeit, s. Artner. 

— s. Gumpendorf. 

— Hofburg, Bauten und Renovierungen, 

110, 366, 369, 375. Burgwache, 
287. Feuer in der Hofburg, 49. 

— Hofburgtheater, s. Theater. 



630 



Wien. 

— Harrachscher Garten in der Ungar- 

gasse, 101. 
~ Illumination zu Ehren Maria There- 
sias, 35—37. 

— Kärntnertortheater, s. Theater. 

— Kaunitzisches Palais auf der Preiung, 

277. 

— Kinskj-Palais, s. Daunsches Palais. 

— Königseggsches Palais, 398 [82]. 

— Lamhergsches Palais in der Wallner- 
straße, 36. 

— Landmarschall und Landmarschall- 

AmtsYerweserf): Ferdinand Bona- 
ventura Graf Harrach (Hofdekret 
vom 29. Juli 1745); Friedrich Graf 
Harrach, Landmarschall-Amtsver- 
weser (Hofdekrete vom 6. Oktober 
1746 und vom 18. August 1747); 
Josef Graf Brenner, Landmarschall- 
Amtsverweser (Hofdekret vom 14. 
Juni 1748); Ferdinand Graf Kö- 
i^igsegg, Landmarschall- Amtsver- 
weser (Hofdekret vom 22. Juli 
1749) nach dem Tode des Grafen 
Friedrich Harrach und Land- 
marschall (Hofdekret vom 22. Sep- 
tember 1750) nach der Ernennung 
des Grafen Ferdinand Bonaventura 
von Harrach zum Justizpräsidenten. 

— „Maison hoUandaise" des Prinzen 

Karl von Lothringen, 255, 256. 

— Mariahilfer Linie, Passionsspiel, 215. 

— s. Maskenbälle. 

— s. Mehlgrube. 

— s. Metastasio. 

— Minoritenkirche, Grundsteinlegung, 

251. 

— Neuer Markt, „Mechanisches Theater", 

65, 66. Pantomimen, 134, 140, 
169. Seiltänzer, 195. 

— Öttingischer Garten in der Leopold- 

stadt, 43 (Seidenwürmerzucht 67), 
225. 

— Prater, 42. 

— Redoutensäle, 201—203, 212, 295, 302. 



I 



Wien. 

— Schatzkammer, 166, 169, 437 [192]. 

— Schießstatt, 113. 

— s. Schönbrunn. 

— s. Schlitten- und Birocciofahrten. 

— Schottenabt, Pater Karl Petzer i*) 

(1705-1750), (Priesterjubiläum 
328). 

— Schwarzenbergscher Garten, 42, 59, 

60, 67. 

— s. Sechstausendguldenamt 

— 8. Selliers. 

— Stadtschreiber, s. Eieger. 

— Statthalter, s. Kuefstein. 

— Theresianum, 137, 141, 181, 182, 188, 

250 (Bibliothek Garelli 253, 518 
[311]), 268, 270, 281, 282, 339, 
341 (KhevenhüUers Vortrag vom 
8. September 1749, Doblhoffs Vor- 
schläge betreffend, 349, 556—559 
[389]), 353, 356, 357, 362, 421 
[152] (Kirchbergsche Stiftung 557). 

— Universität, s. Ceremoniel (Kompetenz- 

schwierigkeiten). 

— Weihbischof, s. Breitenbücher. 
Wiesenburg, s. Holstein- Wiesenburg. 
Wilczek, Johann Balthasar, Graf 

O'üngere Linie), 3, 7, 11, 68, 339, 

372.tt) 

— Johann Josef (Sohn des Johann Bal- 
thasar und der Maria Antonia Grafin 
Kotulinski), Graf, 339. 

— Maria Antonia (geb. Kotulinski), Ge- 
mahlin des Grafen Johann Balthasar, 
339. 

Wilden st ein, Maria Anna (geb. Freiin 
von Schätzel), Gräfin, zweite Aja, 
368. 

Wilhelm von Hessen-Kassel, s. Hessen- 
Kassel. 

— von Oranien, s. Holland. 

— August, Herzog von Cumberland, s. 
England. 

— Hyacinth, s. Nassau-Siegen. 



t) Freundliche Mitteilong des Herrn Landes- 
archirars Dr. Mayer (continuatio codicis provincia- 
lis lY, (*24, Niederösterrcichisches Landesarehiv. 



t) I>arnacb Band 1742—1745, p. 346, zu be- 
richtigen. 

ti) Der Cbof der ältoron Linie hiefi Josef 
Maria. Mit diesem scheint Khevenhfiller den Grafen 
Johann B. verwechselt zu haben. 



632 



Zanina maga per ainore, la, s. Theater. 
Zebmen, toiIi kursächsisches Kammer- 

fraulein, 12. 
Zeneide, s. Theater. 
Zeranowsky, 507 [296]. 
Zinzendorf und Pottendorf, Ludwig 

Friedrich Julius, Graf von, 69. 
Zitto, P. S. J., Beichtvater des Grafen 

Pilipp Josef Kinsky, 51, 297. 



Zuana, Johann B. Marx, Hofkamnierrai, 

81. 
Zwenghof, Paul Maximilian, M. Dr., 

48, 129, 172, 208, 323. 
Zwenghoffer, recte Zwenghof. 
Zwentendorf, 198. 
Zwingenberg, Streit um dieses pfilü- 

sche Lehen, 162, 176, 210, 435 [186], 

443-444 [210]. 



Ergänzungen und Berichtigungen. 



p. 161, (5. und 7. Juni) recte Loss statt Losy. 

„ 387 [51], recte 10. Januarii 1746, statt 10. Januarii 1745. 

„ 398 [82]. Das Königseggsche Palais wurde im August 1886 demoliert and an 

seine Stelle (Ecke der Esterh&zygasse) ein Nenbau aufgeführt. 
Eine Abbildung des alten Eönigseggschen Herrschaftshanset 
brachte am 21. Mai 1886 das nUlustrierte Wiener Extrablatt" 
(Jahrgang XV, Nr. 140). Vgl. Moritz M. v. Weittenhüller, Sohlofi 
Gumpendorf und seine Besitzer (Jahrbuch der k. k. heraldisohen 
Gesellschaft nAdler^ XIII, 1886, p. 86). 

„ 406 [89], letzter Absatz: recte Carolo 11. statt Carole VI. 

„ 443 [202], soll es heißen: Aus erster Ehe stammten: Karl Josef Anton (verm. 

mit Josefa Fürstin Trautson), Johann Adam Josef (Term. mit 
Maria Katharina Gräfin Schönfeld), Maria Theresia Josefine. Aus 
der zweiten Ehe stammten: Josef Franz Anton Theresia, Maria 
Antonia, Franz de Paula Johann ß. Aloisius, Maria Anna, Johann 
B., Aloisius, Franz Xaver. 

„ 445 [212], dritter Absatz, recte Sternberg statt Starhemberg.