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Full text of "Ausführliches grammatisch-kritisches Lehrgebäude der hebräischen Sprache; mit Vergleichung der verwandten Dialekte"

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kusf ührliches grammatisch - kritisches 

Lehrgebäude 



der 



hebräischen Sprache 



mit 



Vergleichuug der verwandten Dialekte. 



Ausgearbeitet 
Wilhelm Gesenius 

tlst Theologie Doctor und ordeutlichem Professor 
zu Halle. 



Leipzig, 1817 

Lcy Friedrich Christian Wilhelm Vogel. 



V o r r e d e. 



iVXeinen bisherigen lexicalisclien Arbeiten über 
die liebräisclie Sprache tritt in dem gegenwärti- 
gen Werke , zu 'welchem meine Geschichte der 
hebräischen Sprache und Schilift die geschicht- 
liche Einleitung enthält, eine ausführlichere 
grammatische Bearbeitung dieser Sprache zur 
Seite. Sie soll meiner Absicht nach tlieils das 
in meinem kleineren Lehrbuche Vorgetragene 
weiter ausführen, stützen und belegen, theils 
überhaupt durch vollständigere Darstellung und 
Erläuterung der grammatischen Analogie dazu 
bey tragen, diese Lücke unserer philologischen 
Literatur zu füllen. In wiefern mir dieses ge- 
lungen sey, mögen Andere entscheiden; indes- 
sen hoffe ich wenigstens die Wissenschaft in man- 
chen nicht unwichtigen Puncten einen Schritt 
weiter gebracht zu haben, als dieses durch die 
früheren zumTheil sehr verdienstlichen Arbeiten 
mehrerer von mir sehr geachteten Zeitgenossen 
geschehen war. 

Mein Bestreben ging im Allgemeinen theils 
auf vollständige und kritische Beobachtung und 
Aufstellung der grammatischen Mrscheinungeny 



ly Vorrede. 

tlieils auf möglichst richtige und analoge Erklcif 
rung des als vorhanden Beobachteten, 

Was jenen ersten, gleichsam den empirischen 
Theil der Grammatik betrifft, so habe ich theils 
im Wörterbnche (s. Vorrede zu Th. I.), theils 
in der kleineren Grammatik schon oft Gelegen- 
heit gehabt, auf manche Spracherscheinung gram- 
matischer Art aufmerksam zu machen, welche die 
hebräische Sprache zumTheil mit ihren Schwestern 
gemein hat, ob sie gleich der Beobachtung meiner 
Vorganger entgangen war, z. B. den Unterscliied 
des Fut. A und O, die Bedeutsamkeit des Fut. 
■paragogici und apocopati^ die Bedeutungen, die an 
gewissen Nominalformen haften, die Verbindun- 
gen mehrerer Verba defectiva zu Einem , u. s. w. 
Was dort nur seinen Resultaten nach angedeutet 
werden konnte, wird man hier so au^ührlicli 
belegt finden, dafs den gegen einige dieser Puncto 
erhobenen Zweifeln wenig Raum bleiben dürfte. 
Auf zwey Seiten der Sprachbeobachtung über- 
haupt sey es indessen erlaubt, hier nochmals die 
Aufmerksamkeit hinzuleiten, wovon die eine 
historischer, die andere kritischer Artist. 

Die erste betrifft die sorgfältige Beachtung 
der sich in der Zeit fortbildenden Sprache 
und der äufseren Einflüsse anderer Dialekte auf 
dieselbe, mithin insbesondere des Unterschie- 
des zwischen der älteren und späteren chaldaisi-- 
r enden Diction , sodann auch der poetischen und 
prosaischen^ welcher Unterschied sich in Formen 
und syntactischen Fügungen nicht minder, als 
im lexicahschen Theile der Sprache zeigt. Eine 



Vorrede, v 

feine Spraclikenntnifs dieser Art trägt sclion ihr 
Interesse in sich selbst, ist aber auch bey gewis- 
sen Streitpuncten der höheren Kritik von dem 
entschiedensten Einflüsse, wie dieses namentlich 
die Untersuchungen über die Bücher der Chronik, 
Hiob, Kohelet, Daniel zeigen, bey welchen die 
geschichtlichen und ästhetischen Gründe den lin- 
guistischen in aller Hinsicht die Hand bieten. 
Wie wenig aber hier alles schon erschöpft seyn 
möchte , habe ich bey Ausarbeitung dieses Wer- 
kes selbst empfunden, wo sich mir noch mehr«re 
früherhin übersehene und zum Theil ganz durch- 
greifende Bemerkungen dargeboteil haben , z. B. 
über die verschiedene Stellung und Zusammen- 
setzung der Zahlwörter (S. 616. 695. 697). 

Die zweyte jener Rücksichten geht die Textes* 
hritili an , und die Benutzung des kritischen Ap- 
parats fiir den grammatischen Zweck. In die- 
ser Hinsicht habe ich nicht allein die oft zu 
wenig berücksichtigten Lesarten des Chethib, 
5n denen viele alte Sprachformen verborgen 
liegen, hervorgezo'gen und erläutert, son- 
dern auch selbst die grammatischen Formen des 
saraaritanischen Codex aufgestellt und erläutert, 
ob ich gleich die letzteren nicht für achtes Eigen- 
tlium der althebräisehen Sprache halten kann. 
In Ansehung der jüdischen Mss. liabe ich in der 
Elementarlehre beständige Rücksicht genommen 
auf deren abweichende Orthographie , besonders 
in Ansehung der Vocale und diakritischen Zei- 
chen; in der Formenlehre aber öfter gezeigt, wie 
die Varianten besonders bey schwierigen Formen 



VI V o r r e d /?. 

öfter als wichtige und brauchbare Interpretamente 
eines dunkelen Textes benutzt werden können. 
— Was die Vocalsetzung betrifft, auf welcher 
ein so grofser Theil der hebräischen Sprachlehre 
beruht , so hat sich mir während der ganzen Ar- 
beit das schon frülier vorgetragene Resultat der 
allgemeinen linguistischen Richtigkeit der Voca- 
lisation bestätigt, und die oft nachgewiesenen 
Berührungen der hebräischen Aussprache mit der 
arabischen werden dieser Behauptung zur ferne- 
ren vStütze dienen. 

Als den zweyten Hauptgesichtspunct des 
Grammatikers betrachteten wir oben die Erklü- 
rimg der als vorhanden beobachteten Spracher- 
Scheinungen, welche man den rationellen Theil 
der Sprachlehre nennen könnte. In dieser Rück- 
sicht habe ich bey Ausarbeitung dieses Buches die 
lebendige Ueberzeugung gewonnen, wie das ver- 
gleichende Studium der semitischen Dialekte noch 
immer verhältnifsmäfsig zu wenig für den gram- 
matischen Zweck genutzt worden ist, in sofern 
auch bey den Forschungen der holländischen 
Schule der lexicalisch- etymologische fast einzig 
berücksichtigt ist. Besonders in Ansehung auf 
Verhältnifs und Wertli derVocale, auf die Theo- 

ff t • 1 

rie mehrerer irregulären Verba ( der ^£3 , 1y , n / ) , 
die Entstehung des Nomen aus dem Verbo , die 
Vocalveränderung des Nomen, z. B. derSegolata, 
endlich auf die Syntax in allen ihren Theilen, ver- 
danke ich dem vergleichenden Studium der übri- 
gen Dialekte eine Reihe von Parallelen und Er- 
läuterungen, durch welche mir die hebräische 



Vorrede, \n 

Sprachlehre einen bedeutenden Zuwachs ail Klar-* 
heit, Sicherheit und Interesse zu bekommen 
scheint. Dafs die arabische Grammatik mit ihren 
reichen Bildungen und ihrer oft fein geregelten 
Syntax, welche letztere de Sacys treffliches Werk 
so schön entwickelt hat, bey weitem die reichste 
Ausbeute gegeben habe, versteht sich von selbst, 
und es ist höchst interessant zu bemerken , wie 
viele Wortbildungen und -Verbindungen, die 
in der reichen arabischen Grammatik ausgebildet 
und herrschend sind , im Hebräischen sich nur 
in schwachen und unausgebildeten Anfängen zei- 
gen , wie dieses namentlich beym Futuro figu- 
rata der Fall ist. In syntaktischer Hinsicht sind 
mir unter andern der Accusativ nach Wörtern für 
Zahl und Maafs, der im Hebräischen als Apposi- 
tion erscheint (S. 667), die Fiegel über Ellipse 
des lielativi (S. 655), der Gebrauch gewisser 
Pluralzahlen (S. 613), und viele Idiotismen der 
Partikeln (S. 554. 840. 844) ^Is instructive Pa- 
rallelen erschienen. Neben dem arabischen 
Schriftdialekt habe ich die stete Berücksichti- 
gung der arabischen Volkssprache von grofseni 
Nutzen gefunden, sofern sich diese mit dem He- 
bräischen in vieler Rücksicht näher berührt, als • 
jene, namentlich auch darin, dafs viele in der 
Schriftsprache vorhandene Bildungen in dersel- 
ben aufser Gebrauch gekommen und gleichsam 
erstorben sind , z. B. die vielen Modificationen 
des Futuril viele Gönjuga'tionen, Nominalfor- 
men u. s. w. Ueber die Wichtigkeit der aramäi- 
schen Dialekte, insbesondere für den Zustand der 



VIII Vorrede, 

Sprache in ihrer zweyten Epoche habe ich schon 
an andern Orten zu reden Gelegenheit gehabt, 
und ich mufs hier nur hinzusetzen, dafe auch das 
neuhebräische und talmudische Sprachidiom, so 
weit meine Belesenheit darin reicht, nicht ganz 
ohne Ausbeute gewesen ist, wie dieses Herr 
D. Hartmann schon früher für den lexicalischen 
Zweck gezeigt hat *). 

Wo eigenthümliche Meinungen zu belegen 
oder mehrere nebeneinander stehende zu prüfen 
waren, habe ich die Untersuchung meistens vor 
den Augen des Lesers zu führen gesucht, z.B. 
beyra Scliwa mobile^ dem Vav conversivum^ dem 
Fut. paragogico und dabey, wie überhaupt, 
iieifsig andere Meinungen angeführt und geprüft, 
was die Vollständigkeit zu erfordern schien. Von 
den jüdischen Grammatikern habe ich wenigstens 
Dav, Kinichi's Michlol durchgängig, und andere. 



3 Dafs meine öfteren Acufserungen viher gewisse Mlfshräuche 
bey der Dialektsvergleichung mifsverötanden , oder auch 
wohl absichtlich gemifsdcutet werden würden, war mir 
nicht ganz unerwartet. Unbegreiflich aber war es mir, 
wie ein Reo. meines kleineren PVörterhuchs in den theolo- 
gischen Annalen (Febr. 1817), wahrscheinlich ein Jüdi- 
scher Gelehrter, auf dieses Mifsverständnifs die (sonder- 
bar genug ausgesprochene) Hoffnung gründen konnte, dafs 
ich „ gewifs nicht anstehen würde , einst mitzukämpfen. 
Wenn es darauf ankomme, die Tochter Sions aus der ara- 
bischen , persischen, * koptischen und äthiopischen Gefan- 
genschaft zu befreyen, unter der sie seit Michaelis seufze. '* 
Unter diesem Panier werde ich nie streiten , wohl aber 
bey Gelegenheit die ünhaltbarkeit der meisten dort mit 
vieler Wichtigkeit aügeküadigten grammatischen Bestimmun- 
gen zeigen. ^ 



J^ o r r e d e. jix 

z. B. W.ias Levita , Sal. ben Melecli stellenweise 
verglichen, und bey ihnen in unsystematischer 
Form und geschmackloser Schale manche brauch- 
bare Bemerkung gefunden. 

In der Anordnung bin ich dem Plane meine« 
kleineren Lehrbuchs gefolgt, ausgenommen, dafs 
ich der Behandlung des regulären Verbi einen 
Abschnitt über das Verbum überhaupt habe vor- 
ausgehen lassen, und in der Syntax die Piede- 
theile anders gestellt habe, wie es nämlich die 
Geltung derselben in syntaktischer Hinsicht, die 
von der etymologischen Entstehung abweicht, 
forderte. Die Auffindung der Materien wird 
dessenungeachtet dem im kleineren Lehrbuche 
Orientirten höchst leicht seyn , und ich habe sie 
obendrein für jeden einzelnen Fall durch sorg- 
fältige Fiegister zu erleichtern gesucht, um die 
verschiedenen Zwecke der in der Grammatik 
^Nachschlagenden zu fördern. Das «SßcÄregister 
wird nebenbey durch Zusammenfassung und 
Nach Weisung mancher im Buche zerstreuten 
Materien nützlich werden. Das Formen- und 
Stellenregister unterscheiden sich aber so , dafs 
das erstere sich nur auf den etymologischen 
Theil bezieht , das letztere mehr auf den syntak- 
tischen , wenn die Schwierigkeit der Stelle nicht 
in dem Worte, sondern in der Construction liegt. 
Der Nachschlagende wird über die fragliche 
Stelle selbst oft nur wenig, in den Parallelen 
dazu aber meistens die weitere Auskunft und den 
grammatischen Commentar linden^ 



X V^ r r e d e. 

Möge auch diese Schrift das ihrige dazu bey- 
tragen, dafs die hebräische und mittelbar die 
semitische Grammatik überhaupt ihrer Vollkom- 
menheit einen Schritt näher rücke, und dafs 
überhaupt ein immer lebendigerer Sinn für glen 
linguistisch -kritischen Theii der alttestament- 
lichen Auslegung rege werde, ohne welchen w^e- 
der ein lebendiges noch ein sicheres Verständnifs 
dieser ehrwürdio:en Documente möolich ist. 
Der pedantischen Sylbenzählung und -Messung 
der Danzischen Schule, unter deren Herrschaft 
sich noch mancher ältere biblische Philolog her- 
angebildet hatte, mag es vielleicht zuzuschreiben 
seyn , dafs feinere grammatische Kenntnifs über- 
haupt den Kritikern und Auslegern einer gewis- 
sen Zeit ziemlich fremd war, und selbst schnöde 
von ihnen verachtet wurde, Avobey sich denn 
die willkührlich gedeutete Sprache um so 
leichter den sinnreich ersonnenen Hypothesen 
fügte, wie dieses insbesondere die Wunderbege- 
benheiten des A. T. erfahren haben. Wohl ist 
es auch in dieser Fiücksicht Zeit , dafs durch ge- 
naue und sichere Kenntnifs der Sprache für die 
geschichtlich - kritische Ansicht des A. T. ein 
sicherer Grund gelegt werde! 

Halle, am Ende des Juli 1517. 



Der p^erf asser. 



XI 



n h a 



1 t. 



Erster Haupttheil. 
E 1 e m e 11 1 a r I e h r e. 

Cap. T. r'om Leisen und der Orthographie. 

§. 1. Von der hebräischen Schrift überhaupt . Seite 5 

I. Von den Consonanten, 
$. 2. Anzahl, Anordnung, Namen derselben . - 6 

$. 3. AnsspracJie derselben . . • . • iss 

$. 4« Eiiitlieilung derselben . , . ♦ «22 

5. 5. Gebrauch der Consonanten als Zahlzeichen - 24 

ir. Ion den Vocalen, 
$. 6. 7. Allgemeine BegrilTe von den Vocalen der Semiten, 
lind der Bezeichnung derselben. Vocalbuchataben und 
Vocalzeiclien ...... - 06 

$. 8- Vocalisation der Hebräer. Zeitalter und Werth 

derselben ....... - 30 

u4. Von den Vocalzeiclien. 
§. 9. Zahl, Name, Einiheilung derselben . -34 

§. 10. Vom Kamez -chatuph insbesondere . . - 42 

$. II. Verbindung der Vocalzeichen mit den litteris qui» 

escentihus, Diphthongen. .... - 4^ 

$. 1 2. Verhältnifs und Werth der einzelnen Vocale , be- 
sonders in Beziehung auf Länge, Kürze und Veränder- 
barkeit , . , . . . , - 55 
B. Von den Halbvocalen (Schwa's). 
§. 13. Vom eijifachen Schwa .... -65 

$. 14. Unterschied des Schwa mohile und quieicens - 65 

§• 15. Vom S^hwa compositum (^Chateph^ . • 74 

$. 16. Vom verstohlnen Patach ... - 78 

III. Von den Lesezeichen. 
$. 17, Vom Dagcsch , Mappik und Raplie überhaupt • 30 

§. iQ. ig. Vom Verdoppelungszeich«! (Dagesch forte) - Q2 



XII Inhalt. 

$. 20. Vom Dagesch. leno .... Seite 92 

§. Qi. Vom Mapjiik ..... - 97 

$. 22. Vom Raphe ..... - 99 

IV. Von den jiccenten. \ 

5. 23. VerschieJene Bestimmung derselbe. Welche 

die ältere war? . . . . . . - 101 

5. 24. Von den Accenten als Tonzeichen , . 104 

5. 25 — 27. Von den Accenten als Interpunctionszei- 

chen. Tafel derselben .... • 106 

§, 23. Vom Makkcph . . . . . - i»6 

$. 29. Vom Metbeg . . . . . -118 

V. Kritische Zeichen und masorethische Noten. 

5. 30. Vom Lesen des Keri und Chethib , dem Piska 

und aurserordemlichen Puncteu , . . • i2i 

Cap. IT. V^on den EigenthümUcJikellen und Verände- 
vurigen der Buchstaben, Von den Sylhen und dem, 
Tone. 
$.51. Im All£;eraeincn . . . . «126 

I. Veränderungen der Consonanten. 

§. 32. Vertauschmig der Consonanten . . . 127 

$• 33. Assimilation und Anflosuno; derselben . - 131 

§. 34- ^Veg^verfung gewisser Consonanten im Anfang, 
in der Mitte und am Ende (^Jphaeresis , Contractio, 
yipocope) ....... - 135 

§. 35. Hinzusetzung gewisser Consonanten (^prosthesis, 

epenthesis , paragoge ) .... - »SQ 

§. 36. Versetzung der Consonanten (transpositio) - 14* 

§•37- Verdoppelung der Consonanten, und Unterlas- 
sung derselben, .,..., » 143 
$• 38* Von den Kehlbuchstaben . . . - 146 
^. 39. Von Veränderung der quiescirenden Buchstaben - 149 
$. 40. 4*' Vom Quiesciren der Vocalbucbstaben . 149 
§. 42. Verwechselung und Wegwerfung derselben - i54> 
§. 42 />^ Wegwerfung und Hinzusetzung einiger quiesci- 
renden liuclistaben {Apocope, Faragoge, Epinthesis) - 157 

II. Veränderung der Vocale. 

$. 43« I™ Allgemeinen . . . . ■" *59 
§. 44« Unveränderliche Vocale . . . - 160 
§. 45. Veränderungen der übrigen Vocale (Verkür- 
zung, Verlängerung, Wegwerfung, Versetzung} - 162 
$. 4G. Entstehung ne!i«x Vocale ... • \66 



Inhalt» 



XIII 



5. 47- Noch einige Veränderungen durch Euphonie und 

Einflufs der Dialekte ..... Seite 163 

III. Von der Sylbe und dem SylUibiren. 

5. 4Q. Eintlieilun» der Sylben und vom Syllabiren - 171 

IV. Vom Tone. 

5. 49. Von der Tonstelle überhaupt . . . - 175 

§. 5Ö. Voces -penacutae . . . , . - i74 

§. 51. Veränderung der Tonsylbe ... - 175 
§. 52. Ton- und Vocalverändernngen durch grofse Ac- 

cente (Pausa) ....... 176 



Zweyter Haup^theiI. 

Formenlehre 

oder 

von der grammatischen Structur^ 

Cap. I. T'on den TVitrzeln und der grammatischen 
Bildung der hebräischen Sprache überhaupt. 

§. 53. Von den Wurzeln (^bilittera, trilitterat quadrU 

littsra') . . , . . . 

§. 54 a. Verhältnifs der Redetheil« 
$. 54 h. Grammatische Structur des Hebräischen » 
§. 54 <^' Anordnung der Formenlehre . . 

$. 54 ^- Aramaismen und Arabismen 

Cap. II. F'om Artikel und Pronomen-. 



Vom Artikel ...... 

Pronomen personale, a) Separatum . 

Pronomen personale, b) Suffixum 

SuJjT.x,um Verhi ...... 

Suffixum Nominis oder Pronomen possessivum 
a) am Nomen im Singular . » , . < 

60. Pronomen possessivum b) am Nom^n im Plural ■ 

Paradigm der Pronomina possessiva , 

Sußixum der Partikeln . . . . . 

Uebriga Pronomina • . . . « 



55. 
56. 
67. 
58. 
59- 



61. 
62. 
63. 



Cap 



III. 
64, 



Vom F'erbo. 
Uebersictt 



'81 
188 
189 
192 

»93 



*97 

»99 
202 

ao5 

210 
215 
217 
ftiy 
a2s 



S8S 



XIV 



Inhalt. 



I, f^on der Ahstammung der Verba (pr'imitiva und 
derlvata ). 

$. 65. Eintheilung der Verba nach ihrer Abstammung. 

5. 66. J. Von der Grundform (Kai) oder 

dem f^e rho frimitivo . . . Seite 229 
6,67. B. Von den Verhis derivatis oder 

Conjugationen, Im AUg-emeinen . . - 235 

$. 68- Niphal ....... 233 

§. 6g. Fiel und Pyal ...... 240 

§. 70. Hiphil und Hophal. . . . . - 242 

§.71. Hithpagl (und Hothpaal) . . . - 245 
§. 72. 73. Seltene Conjugationen . . . 250. 252 

$. 74. Verha -plurilittera . . . . . - 255 

$• 75« ^' Vor ha denomitiativa . . . 257 

II. Von der Flexion des Verhi überhaupt. 

§. 76. 77. Uebersicht . . . . - 259 

Flexion des Praeteriti , . . «261 

Bildung der Infinitiven ...» 267 

Bildung dns Imperativs .... 270 

Bildung und Flexion des Futuri . . • 272 

Bildung der Participien , . , aßo 
Veränderungen an Form und Bedeutung des 

Fwturi überhaupt ...... zQi 

$. 84. Verlängerung des Futuri .... 285 

$• 85« Verkürztes Futurum ..... 237 

§. 86« Verlängerung und Verkürzung des Imperativs - 289 

§• 87» Vai> conversivum Futuri . . . . - 201 

§• 88* Vav conversivum Praeteriti . . ^ . 296 
§. 89» Veränderungen der Verbalform 
Sujjßxa .... 



§. 78. 

% 79- 
§. 80. 

5- 8i- 
5. 82- 
S- 83 



90. 

91- 



§. 92. 
$. 93- 
$-94- 

S- 95. 

$. 96. 
$. 97. 
$• 98^ 
S-99- 



III. Vom regulären Verbo ( /-' 
Im Allgemeinen 
Paradigni von Kai 
Pardigm von Nipliai 
Paradigm von Picl und Pyal 
Paradi^m von Hiphil und Hophal 
Paradigm von Hithpacl . 
Verba mit Gutturalen , 
Verba primae ^gutturalis 
Verba mediae gutturalis 
Verba tertiae gutturalis 



urch angehängte 
perfecta ). 



'•bo 



297 



300 
301 
310 

315 
317 
325 
324 
325 
333 
335 



Inhalt. 



XV 



§. 100. Regelmäfsigcs Verbum mit SufHxis . Seite 

IV. Vovi unregelmüfsigen Verho. 

§. loi. Uebersicht .... 

§.'102. Verha primae radicalis Nun (]3 ) 

5. 103. Verha mediae geminatae oder geminantia i» (y^} - 
§. J04. Verha quiescentia Na . . . 
$. 1 05. Verha quiescentia "»S . . . 
§. io6. Verha quiescentia 11^ . . 
$. 107. Verha quiescentia "»y . . . 
§. loß. Verha quiescentia mS » . • 
$, 109. Verha quiescentia nS . . • 
^.110. Doppelt anoroalische Verba , 

6. 1 1 1. Vergleichende Uebersicht des regelmäfsigen und 
unregelmäfsigen Verbi .... 

$. 112. Verwandtschaft der irregulären Verba 

$, 113. Verba lief ectiva .... 

$. 114. Von den sogenannten gemischten Verbalfor 



Cap. IV. 

<S. 115- 

I. 

§. 1x6. 

tung 

jr. 

5. »»7. 

mung 

S. 118. 
5. 119. 
$. ia\). 
$. 121. 
$. 122. 
§. »23 a. 
$. i23Z>. 
$. 124, 
$. 125. 
$. 126. 

5. 127. 
5. i28«r. 

$. 128 &. 
haupt 



f^o/n Nomen. 

Uebersicht dieser Lehre . . . 

Vom Oeschle'cht. 
Geschlecht des Nomen nach Form und Bedeu- 

Bildung und Form der Nominat 

Eintheihmg der Noraina nach ihrer Abstam- 
•" . • • . . 

Nomina -primitiva . . , 

Nomina verhalia überhaupt . 

Nomina derivata des regelmäfsigen Verbi 

Nomina derivata des unregelmäfsigen Verbi 

Nomina denominativa , 

Nomina compvsita . . , 

Vom Nomen proprium , , 

Vom Plural .... 

Vom Dual . . , , ■ 

Vom Status constructut 
Paragogischo Buchstaben am Nomen 
Von der Vocalveränderung der Nomina 
Decliiwtion der Nomina masculina über- 



340 

344 
351 

356 
375 
378 
.391 
407 
412 
419 

434 

437 
452 
456 

460 



465 



465 



477 
478 
48» 
486 
501 
5»o 
518 

519 

522 

536 
542 
544 

550 

^5^ 



XVI 



Inhalt, 



Erste Declination der Masoulina . . Seite 557 

Zweyte Declination der Masculina . - 550 

Dritte Declination der Masculina . . - 561 

Vierte Declination der Masculina . . - 565 

Fünft« Declination der Masculina . . • 565 

Sechste Declination der Masculina (Segolat- 

formen) ........ 566 

35. Siebente Declination der Masculina . - 577 

Achte Declination der Masculina . . . 530 

Neunte DecKnation der Masculina . . - 534 

Bildung der Feminina (Motio nominis) . 535 

Declination der Nomina feminina überhaupt - 591 

Erste Declination der Feminina .* . - 595 

Zweyte Declination der Feminina ... 595 

Dritte Declination der Feroirina . , . 597 

Vierte Declination der Feminina . . . 593 

Unregclmäfsige Nomina . . , - 600 

44. 145. Zahlwörter, ^ardinalia • , - 609 • 

46. Ordinalzahlen . . • . . - 61Q 



29. 
30. 
31. 
32. 
53. 
34. 



36. 
37. 
38- 

39 fc. 

40. 

41. 

42. 

43- 



Cap. V. F'on den Partikeln. 
$. 147. Uebersicht • 



I. Adverhia. 

5. »48' Primitii'Oi He interrogativum . , 

5. »49» Adverhia derivata .... 

%, 150. Adverhia t die von anderen Pvedetheilen ent- 
lehnt 8ind ....... 

II. Praeposition6n. 

$. 151. Fraefixa und andere Primitiva t . 

§. 152. Von anderen Redetheilen abgeleitete 

$• *53» I™ Plural vorkommende . 

^154. He faragogicum . 

III. Conjunctioaen, 

$. 155. Primitiva ..*..« 
$> ^56. Von anderen Redetheilen entlehnte . 

IV. Jnterjectionen. 

$. 157« Primitiva . « » « . • 

$• iä^' Von üDdereti Redetheilen entlehnx« 



6aay 



622 
623 

635 



628 
630 
63a 
632 



634 
635 



637 
.657 



Inhalt. 



XVII 



Dritter H a u p t t h e 1 1. 
Syntax. 
$. 159-^162. Ucbevsicht .... Seite 641 

Cap. I. Syntax des Nomen. 

§, 163. Verliäknifs der Nomina ahstracta zu den coU' 

cretis. Gebrauch der ersteren für die letzteren - 645 

$. 164. Umschreibung des Adjectivs . , - 6^6 

§. 165. Adjectiva für Substantive .... 650 

§.166. Gebrauch und Bezeichtuing des Artikel» . - 651 

5. 167. Weglassung des Artikels ... - 656 

5. 163. Setzung und Stelle des Artikels . . . 653 
$. 16g. Vom Genus, insbesondere Umschreibung de« 

Neutrius . . . . • . . - 661 

$, 170. Vorn Numerus. Singular . . . - 661 

§. 171. Vom Plural ...,.• 662 

5. 172, Von der Apposition .... - 666 

§• *73. Wiederliolung desselben Nomen . . . 663 

§. 174. Vom Genitiv. Ausdruck desselben . - 671 
§ 175. Gebrauch des Genitivs . . , . .675 
$. 176. Gebrauch des Status cohstructus ohne Genitiv- 

verhäitnifs . . ...... 679 

5. 177. Bezeichnung der übrigen Casus . . - ÖQo 

5. 178- Vom Accusativ ...... 635 

§. 179. Von der Comparation der Adjectiva. Compa- 

parativ ........ 689 

$. igo. Vom Superlativ . . . . . - 691 

$. 18 1. Construction der Zahlwörter. Cardinal. 

zahlen . . . . . . . - 694 

J. 132. Umschreibung solcher Zahlverhältnisse, wo- 
für keine besondern Formen in der Sprache sind - 700 
§. i83 a. Verbindung des Substantivs mit dem Ad- 

jectiv .....,.• 704 
$. 133 ^' Anomalieen bey Verbindung des Substantivs 

als Subject mit dem Praedicat .... 709 

5. 134* ♦*) I" Piücksicht auf den Numerus . » 710 

$. 135. i) In Rücksicht auf das Genus . . . 715 
$. 136. c) In Rücksicht auf Genus und Numerus 

zugleich . . . . . , . •718 

§• 137. »88' Construction zusammengesetzter Sub- 

jectsbegrifFe . . . . . , 700. 722 



xVTir 



Inhal t. 



§. 189» Nominativus absolutus und andere ähnlich con- 

stiiiirte Casus ...... Seite 723 

§. 190. Dichterischer Gebrauch des Nomen für's 

Verbum .,.....• 725 

Cap. II. Syntax des Pronomen. 
f. f^om Personalpronomen. 
5. 191. Verhältnifs des Pronomen separatum zum Suf- 

fixum ......•- 727 

5. 192. Ca/us , in welchen das Sujjixum gedacht wer- 
den mufs ...... . - 729 

§. 193. Vom Genus und Numerus der Pronomina - 730 

§. 194. Stellung nnd Bedeutung der Suffixa Nomi- 

num ......... 732 

§. 195. Ellipse und Pleonasmus des Suffixi , - 734 

§, 196. Vermischte Bemerkungen über den Gebrauch 

des Personalpronomen ...... 737 

ir. Fbm ß.elatwpronomen. 

§. 197. ">\yf« als Nota relationis ...» 743 

§. 198. "l^yN mit Praepositionen . . . • 746 

§. 199. Ellipse des Relativ! .... - 747 

III. Uehrige Pronomina. 
§. 200. Construction des Demonstrativ- und Frage- 

pronomen ........ 75*^ 

5. 201. Ausdruck des Reflexivpronomen . . - 752 

§. 202. 203. Ausdruck der übrigen Pronomina, für 

welche die Hebräer keine eignen Formen haban 753» 757 



Cap. 



§. 



III. Syntax des Veibi, 

I. Gebrauch der Tempora und ' JVIodi. 

204. Uebersicht . . . . . • 760 

205. Gebrauch des Praeteriti ... - 762 
2ü6. Gebrauch des Futuri .... - 7^9 

207. Futurum mit Vav com>ersivo . . • 775 
203. Gebrauch des Imperativs ... - 775 
üop. Gebrauch des Infmitivus absolutus » . - 777 
210. Casus des Infinitivs. Infinitiv mit Praepo- 
sitionen ........ 784 

2 11. Idiotismen des Infinitivs mit Lamed . - 78^' 

212. Construction des Infinitiv mit dem Genitiv 

und Accustttiv ....... 78? 



Inhalt. 



XIX 



5. 

5- 

$• 

Gap, 
§. 

$• 

5. 



215. Construction des Participii . . . Seite 789 

214. Gebrauch desselben . . . . - 791 

215. Uebersicht der Bezeichnung der verschiede- 
nen Tempora und Modi. Vom Optativ insbeson- 
dere • 793 

ai6. Von den Personen und dem Numerus des 

Verbi ........ 796 

2x7. Absprung von der Construcdou . . - ßf 

II. Construction der Verha mit den verschiede' 
neu Casibus. 
21 j h. Im Allgemeinen 
213. Verba mit dem Accusativ 

219. Verba mit doppeltem Accusativ 

220. Verba mit Praepositioiien 

221. Passiva und deren Construction 

222. Gebrauch der Verba zur Umschreibung der 
Adverbien ..... 
222 b. Constructio praegnans 



, IV. 

223. 
224. 
225. 

226. 
227. 
228. 

donen ..... 

229. Von den Conjunctionen 

230. Ellipsen von Conjunctionen 

231. Andere Idiotismen bcym Gebrauch 
junctionen ..... 

232. Construction der Interjectionen 



Syntax der Partikeln. 

Adverbia .... 

Von den Verneinungswörtern 

Von den Fragewörtern . 

Von den Praepositionen 

Ellipse derselben 

Idiotismen im Gebrauch gewisser 



• * 


- 803 


. 


- 805 


. 


- 810 


. 


- 8»4 


. 


- 82» 


iibung der 




. 


• 823 


• 


- 825 


. . 


- 887 


• • 


- 829 


•- 


- 833 


• 


- 835 


• • 


- 857 


Praeposi- 




• 


- 839 


• 


- 84i 


• • 


- 84» 


der Con- 




. 


- 845 


. 


- 847 



Cap. V. 

Styls. 



Vermischte Idiotismen des hebräischen 



%. 233. Ellipsen .... 

%. 234. Zeugma und Hendiadys 

5. 235. Indirecte Rede und Parenthese 

%. 236. Besonderheiten der Wortstellung 

5. 237. Von der Paronomasie 

5- 238- Vom Wortspiel . 



849 
853 
854 
855 

858 



XX 



Inhalt. 



'Ente Beytaga. Ueber die Bildung der semiiisehen , ins- 
besonJeie der licbräischen , Wurzeln , welche mehr als 
3 St.Tnimconsoii.iiiten haben (^radices plurilitterae^ Seite göi 

Zweyte Beylage. Von dem Futuro paragogico und dessen 

Gebrauch - 87" 

Einige Nachträge und Verbesserungen . . . - §76 

Sachregister. • • • • • • • - 88^ 

Register der schwersten hebräischen Wörter und Formen, 

die erklärt worden sind ...... 899 

Register der Bibelstellcu . . . . . - 904 



Erster Haupttheil. 



Elemenlax^lehr 



«klt 



-~"-*^''^' "f " 'lllllll 



Erster Haupttlieil. 
Elementarlehre. 



Cap. I. 

Vom Lesen, und der Orthographie, 

$.1. 
Von der hebräischen Schrift überhaupt. 

1. vjleich>>llen semitischen Schriftarten ") unterschei- 
det sich auch die hebräische, eine der ältesten derselben, 
vornehmlich durch folgende zvvey Eigenthümlichkeiten 
von der abendländischen Schrift: a) das Alphabet besteht 
nur aus Consonanten ( deren jedoch 3 in gewissen Fäl- 
len auch als lange Vocale dienen, $.7, 2. §. ii.)j ^^^ 
Vocale aber -werden gleich andern Lesezeichen durch 
Puncte und kleine Zeichen über oder unter denselben 
angezeigt, wurden aber ursprünglich w^ahrscheinlich ganz 
ausgelassen, b) Die Buchstaben -werden von der Rech- 
ten zur Linken gelesen. Man iir -rscheidet hiernach 
Buchstaben (H'^'^nlN, D'^:q'>0), und Puncte (^r(]l^2/) 
d. i. Vocale (HlV^J^, Hl'Tip), Lesezeichen und Ton- 
zeichen. 



«) S. Geschichte der hebräisdien Sprache und Schrift. S. i37 S- 

A 2 



4 /. Hauptlh, Cap. I. Vota Lesen ii. der Orthographie, 

c. Der gewöhnliche Character der Bibelhandschriften 
und gcdiuckien Bibehi heifst von der Form der Buchsta- 
ben Quadralschrift (VS^Ip DHS), auch ajjymcÄe oder 
chalJüische Schrift (H'^l/l^N 2n3 ). Letzterer Name, 
verbunden mit einer jüdischen Tradition und einigen an- 
dern Umständen, macht ea wahrscheinlich, dafs dieser 
Character nicht der ursprünglich hebräische, sondern 
der chaldaiöche war, welchen die Juden im Exil ken- 
nen lernten, und dann allmählich unter sich einführ- 
ten *'). "DeT frühere dem phönizischen ähnliche Character 
hat sich vielleicht mit wenigen Modificationen auf den 
jüdischen Münzen des maccabäischen Zeitalters erhalten*^). 
Eine Abart desselben, in einzelnen Zügen verkünstelt, 
ist die samaritanische Schiift , womit die Samaritaner den 
hebräischen Pentaieuch (so wie ihre samaritanischen und 
arabischen Texte) schreiben. Man hat hiernach heut zu 
7'age althebräisthe Denkmäler in drey verschiedenen 
Schriftcharacteren, von welchen aber nur der erste Vocale 
und Lesezeichen hat. 

3, Zur Beurthe'iang des Verhältnisses zwischen der 
Sprache und Schrift im Hebräischen hier noch eine 
doppelte Bemerkung : 

o) Da die Erfindung dieses Alphabets (wie der 
Buchstabenschrift überhaupt) fast ohne Zweifel von 
einem semitisch -redenden Volke, wahrscheinlich von 
den Phöniziern, herrührt, deren Sprache in den mei- 
sten Stücken mit der hebräischen übereinstimmt "), sa 
ist es zu erwarten, dafs sich die Erfinder nach den Bedürf- 
nissen dieses besondern Sprachstammes und seiner Organe 
gerichtet haben werden, dafs daher manche Unbequem- 
lichkeit nicht eintreten könne, welche bey der Anpas- 



h) a. a. O. S. 145 IT 



D) a. a. Kj. o. i/fö II. 

■c) S. 144 und die daselbst angeführten SchrifCsteUer. 

d) *. a. O. S. 223 fF. 



. §. 1. T'^on der hehräiseheii Schrift iihcrhaupt. 5 

«ung ausländischer Alphabete an einen denselben fremden 
Sprachstamm nnveniieidlich sind, dafs z. J5. Ein Zeichen 
sehr Verschiedenes bt^leute, dafa Ein Ton durch Zusam- 
mensetzung mehrerer Zeichen ausgedrückt werden mufste 
11. s. w. ; wie auf der andern Seite nicht erwartet werden 
kann, dafs der erste Erfinder sogleich alle Nuancen der 
Laute klar genug gefühlt habe, um bestimmte Zeichen 
dafür auszuprägen *^''}. 

J) Man scheint im Hebräischen von jeher nach deif 
Aussprache geschrieben zu haben, nicht nach etyraologi- 
«chen Rücksichten, wie im Syrischen und Arabischen, 
woraus man mit Recht folgern mag, dafs sich die arabi- 
6che und fiyrische Orthographie zu einer Zeit gebildet hat, 
"WO man schon auf Etymologie achtete, und Begriffe da- 
\'on hatte, die hebräische früher, wo man diese Rück- 
sicht noch nicht kannte. Diese Bemerkung läfst sich ganz 
durchführen *), und liann dann in andern Fällen wieder 
cum Fingerzeig und Leitpunkt di?nen/ 

So schreibt der Araber . iju*,mX3| Sonne und lleit: assems, 

c 
der Hebräer schreibt auch tt^ütyn ; der Araber schreibt lJ/^ l*Y^ 

und liest: mir • ruh , der Hebräer schreibt "^SoOi M'ie er spricht; 
der Avaber schreibt ^^*aa^ 00*J^< "^'^ liebst, missest, 
liest aber häufig hhahit, madit , der Hebräer schreibt aucli 
nl3£3; das n fem. gen. verwandelt der Hebräer in gewissen Fäl« 
len in n, der Araber läfst das bezeiclinct es aber mit Punc- 
tcn u. 8. w. 



dd) Der erstcre Fall ist z. B. bey dem deutschen ch , seh , wofär 
ein deiilsclier Schrifterfinder gewifs nur Ein Zeichen ausge« 
pritgt hätte; der letztere bey dem hebräischen und phönizischeji 
VJy bey welcliem der erste Schrifterfinder den doppelten Tob 
zu bezeichnen versäumte. 

e) Mein Versuch über die maltesische Sprache S. 4. 



6 /. Hauptli, Cap^I. Vom Lesen u, der Orthographie. 

Aehnlich im Syrischen , wo man daher der Pronunziation mit 
grammatischen Zeichen und Regeln zu Hülfe kommen mufs. Z.B. 
2j.s (lies hat) Tochter, hebr. ns, obi^ß {ktal) sie tödten. 

/0\,£) (lies kojem) u, s. w. 

Der syrischen und arabischen Sitte gleiclit die etymologische 
Schreibart der Franzosen und Engländer, der hebräischen die <-iIt. 
deutsche Orthographie (s. Adelung'» Lehrgebäude der deutschen 
Sprache Th. I. S. i38). 

Im Arabischen haben die vielen Provinzialismen daher 
wenig Einflufs auf die Schriftsprache, tind werden mehr 
gehört, als gesehn ; im Hebräischen zeigen sich die Chal- 
daismen.auch in der, Schrift. Im Arabischen und Syri- 
schen gibt es manchcrley Regeln über von der Schrift ab- 
weichende Aussprache; im Hebräischen findet sich dessen 
wenig, und dann nicht immer sicher. 



I. Von den Consonanten, 

$. 2. 
AnKahl« Anordnung» Namen derselben. 

1. Die Zahl der Consonanten besteht im Hebräigchen, 
wie in allen a^ltsemitischen Alphabeten, eigentlich aus 2i, 
ttlfid dieses scheint auch die ursprüngliche Anzahl dersel- 
ben gCAvesen zu seyn, die von den Phöniziern zu den 
Griechen überging ^. Die schwankenden Sagen von 
einem Uralphabet von i6, 17 oder ig Buchstaben widcr- 



/) Nach Einfuhrung des Vocal- und diakritischen Systems (wor- 

• . nach Vf in zwCy ßuchsuben, ty und lü, zerFällt) mufs man 

allerdings eigentlich 23 zählen; -vrie die Araber (deren Alphn- 

bet ursprünglich mit dem Hebräischen übereinstimmte) nach 

Einführung ihres diakritischen Systems ZQ Buchstpben lählen. 



0. 2, Anzahl f ylnorämmg it. Namen der Coiisoiianten. 7 

legen sich durch Vergleichung des hebräischen Alphaliet^ 
mit dem griechiüchen \ ollkommen ^). Auch über das 
Alter der gegenwärtigen /Anordnung erhält man hierdurch 
das unverwerflichste Zeugnifs '')• 

c. Die Namen der Consonanten bezeichnen gewisse 
sinnliche Gegenstände, die eine Aehnlichlieit hatten mit 
der ursprünglichen Gestalt derselben, welche sich theils 
im Quadratalphabet, theils im phönizischen , theils aber 
auch ^^ohl in keinem von beyden erhalten hat. Man 
nahm dabey den Gesichtspunct, dafs das Wort selbst mit; 
dem Buchstaben anfing, rlen es bezeichnete. Nor wenige 
mögen verstüminelle Appellativa, oder blofs technische 
Wörter seyn '). 

5. Die drey Alphabete, in welchen wir jetzt alt- 
hebräische Denkmäler besitzen, zeigt die folgende Ta- 
belle. Das Alphabet der Münzschrift ist auf den vor- 
handenen Dcnl'.mälern gar jiicht vollständig erhalten. 
4 Buchstaben (T, ü^ O, D) fohlen gänzlich, die Ent- 
zifferung' des 3 i?l iingeA^ üs '^). 



g) Die altgri/ichi sehen Bncli^taben A — T entsprechen, dem Na- 
men , der Gestalt und Bedeutung nach, den phöiiizischen und 
hebräischen. S. daifiber Gesch. der hehr. Sprache. S. »63. 

h) Ueber inancherley unzulässige paläo^raphische Hypothesen 
aus d^en alphabetischen Poesieen s. a. a. O. S. 166. de J-Vetta 
Commentar üb. die Psalmen S. 82^— 84'» unten §. 5. un- 
ter s. 

/) Eine Uebersicht der wahrgcheialic^iften Erklärungen s; Gescht 
der hehr. Spr. S. 163 fl. 

K) Die beste Entzifferung dieses Alphabets (nach Fröhlich, Bar« 
thelemy, Swinton) haben wir von F. P. Beyer (de nummis 
hehr, samaritanis S. 224- ""<^ Vindic. p. 2o. ), nachgestocheu 
in Ekhrl doctr. nummorum vett. T. lll, S, 4^4« Hieraut 
sind die folgenden Figuren entle^mt. 



8 /. HaupttJi. Cap, I. Vom Lesen u, der Orthographie, 



Qu.Trlint- 

schiift 

i 


Hebräische 
Miinzschrift 


Samari- 
tanische 
Sclirift 


Name 

der Buchstaben, nebst 

\vahisch. Bedeutnn» 


Aussprache. 


1 


FV < 


A 


CiSn (■ Stier) 


spkit. lenU 


D 


^ 4 i 


3 


H'^lil (Haus) 


h oder Zi/t 


Ji 


•^ '1 


1 


Sd;5 (Kameel) 


g oder gÄ 


1 


T^ 


? 


nS"! (Thür) 


^ oder dh 


n 


3" 


^ 


^n. ( — ) 


h 


1 


T>;1 A 


t- 


1) (Pflock, Nagel) 


w 


T 




^ 


1^.1 (Waffe) 


J, <ij 


n 


B<<> 


^ 


n-^n (Zaun?) 


hh t ch 


ü 




^ 


•iC^D (Schlange) 


b 


1 


Xv<^S 


rrr 


Ti"« (Hand) 


i 


D 




:y 


?]3 (hohle Hand) 


ch, 


b 


z v^ 


l 


"loS (Ochsenlinüt- 
tel) 


l 


D 


Uj ^ 


'ü 


DP. (-) 


m 


: 


a 3 


;3, 


P3 (Fisch) 


n 


' 




^ 


"^P.^ ( ^ riclinivm \ 
couscssus ) 


s 


y 


O 


V 


r.S'- (Auge) 

> 


eigentliümli- 
eher K-ehl- 
haiich; viel- 
leicht ein gm 
turalps g. 


s 




b 


NS (Mund) 


ph, p 


2r 


/»** V*^ 


■»71 


ny (vidi. Fischer- 
halien ) 


ts, z 


P 


P P 


P 


5]1p (Öhr) 


k 


•1 


q C\ ■ 


^ 


^^*l (Haupt) 


r 




W CO 


«ji 


\ ;^UJ. (Zahn) 


s 
seh 


h 


K 


A 


IJn (kreuzförmiges 
Zeichen) 


thf t 



^. 2. Anzahl, Anordnung n. Namen der Consonanten. 9 

4. In allen jetzt vorhandenen hebräischen und sama- 
Titanischen Mss. und Drucken herrscht Worttheilung, 
in ersteren durch Zwischenräume, in letzteren durch 
Puncte. Aber noch zur Zeit der LXX. mufs dieses in 
den hebräischen Handschriften nicht der Fall gewesen 
eeyn , da diese so oft von der jetzt eingeführten Wortab- 
theilung abweichen. Erst nach Einführung derselben 
konnten Finalbuchstahen entstehen. Es sind folgende 
fünf (hebr. nT0T>ü3 , H-iO^nO): 

:} Caph , D Mem , \ Nun , ^Pe, \ Zaäe. 

Die Araber haben bekanntlich fast für jeden Buchstaben 
eine eigene Finalfigur. 

Einige Fälle, wo Finalbucbstoben in der Mitte stehen, z. B. 
n3"lCiS Jes. 9, 6, 0(frr gewölin'liciie Buchsiaben am Ende, als: 
B^a:n*iS »n Neheia. 2, »3, niysn ;» Hiob 38, 1 sind wohl 
nichts als alte Schreibfehler, die aus falscher Gewissenhaftigkeit 
in den meisten Codd. fortgepflanzt -worden sind, keine eigentliche 
Varianten. An allen Stellen haben auch einzelne CodJ. das 
Richtige. 

Anm. X. Sin und Schin (bey den Juden Sin sinistrum et 
dextrum') waren ursprünglich nur Ein Ruchstab (^Schin')t bey 
den LXX. Klagel. 2, fii. 5, 61. 4, 21 Xtrtv, sonst Sfv, Sen 
Hieron. ad Jes. 63 ). In den alphabetischen Psalmen fangen 
daher die .Sc7h'« - Verse -promiscue mit tt/ und ti; an (s. Ps. 119» 
161— i68)' ■D'' dasZeiclien aber zM'cy bedeutend verschie- 
dene Laute bezeichnete , erfand mau den diakritischen Punct, 
dessen schon Hieron. (ad Genes. II, 23. ^mos ß.^ unter dem 
bllgemeinen Namen accentus erwähnt, und nannte das eine 
Zeichen Sin. In der samaritanischen und in der unpunctirten 
Schrift w^erden sie gar nicht unterscliicden ; so auch in der 
samaritanisclien Sprache, ^viewohl diese .nllerdings den doppel- 
ten Ton hatte ( Cellarii hör. sam. S. 60. ) Fälschlich wollte 
Cappellus (^Arcan. punctat. revel. lih. I. cap. XV. S. »33 ) 
diese Disiinctton dfr Grammatiker als unnöihig verwarfen, 
Aehnlich, M'ie es scheint, Clcricus zu Kum. 24, 3. 

Anm. 2. Das Brechen der Wurtsr am Ende der Zeilen 
geschah vielleicht ursprünglich ohne VA'^aiteres und selbst ohne 
Bezeichnung derselben ( wie auf den phOnizischen Inschriften, 
?,. B. der dritten maltesischen, s. Philos. Transactions. Vol. LllL 



t o /. Haupt th. Cap. I. F^om Lesen u. der Orthographie,-: ^ 

tah. ly.). In unseren hebräischen Codi, hat man eine dop- 
pelte Weise befolgt. Entweder man liat auf die erste Zeile 
so viel Buchstaben gesetzt, als dieselbe fafst; das letzte Wort, 
aber, wenn es unvollendet war, nicht puncrirt, und atif der' 
zweyten Zeile erst aifsgeschrieben. In diesem Falle schliefst'- 
das unvollendete gewöhnlich mit einem besonderen Brechung;3-» 
zeichen, welches bald einem p, bald einem umgekehrten 3^ 
gleicht. (Eichhoins Einleir. in das A. T. Th. 2. S. 57., 
5e iAusg. Bell er mann palaeographta hebr. S. 36.) Oder 
'man hat sich durch Verlängerung gew^isser Buchstaben 
geholfen (linrae dilatabiles) , um so die Zeile ohne Brechen 
«u füllen. So überall im Druck , wo man die Buchstaben 

gedehnt hat. In gewissen IMss. geschieht diefs noch mit vie-. 
len, ja den meisten andern, als: 3, 1, PI, 5, O, i (»n-j 
dem der untere Strich forrgezogen wird) , s, p («.Eichhorn 
a.a.O. S. 41), selbst mit ^ und "] , wiewohl sehr selten. 
Sonderbar ist di« Sitte der samaritanisCli - hebräischen Han'd- 
schriften imd Drucke, in dem Falle, dafs die Woite die Zeile 
nicht füllen , die Lücke nicht ia der Mitte, sondern am Ende 
EU lassen. 

Anm. 3. Abbreviaturen werden im Hebräischen darcU 
rinen Strich nach Einem oder mehrern Anfanosbuchstaben be- 
zeichnet, z. B. 'w* f. Snity^, oder, wenn es meJirere Wörter 
sind, durch die zusammengeschobenen Anfangsbuchstaben 
■ (fllSTi "»v:)«*^). z. B- ''Wl (mit einem Dopjjelstriclie) f. 
/^Pl*!'» noSxy i3"1 Rabbi Salomo Jarchi. Eratere Art zu abbrc« 
TÜien findet sich schon auf den jüdischen iVlünzen (^5., Gesch. 
der liebr. Sprache und Schrift S. i73). a"cli in llandscliriften, 
wiewohl selten ( s. Eichhorn a. a. O. S. 56. ) , letztere fast 
^ur bey den Rabbinen, ist aber dort so haMfig, d.ifs sie ein 
eigenes Studium erfordert (Vgl. Godofr, Sdig compenäia 
vocum hebraeo -rabbinicarum. Lips. i78o)- Auch die Araber 
haben sie (Jahn's arab. Sprachlehre §. 10. S. 2i ff.). Nach 
dieser Analogie hat man auch den musicalischen Terminus T\\o 
erklären wollen (Eichhorns Biblioth. der bibl. Literatur Th, f,. 
S. 545 R- *ie T'Vette Comment. üb. die Ps. S. 42), dem ich 
jedoch beyzustimmen noch Bedenken trage (Vgl. neues hebr. 
Handworterb. u. d. W. ) Die gewöhnlichste Abbreviatur ist 
s«», auch wohl t''^ für PnrT». Zusammenziehungen gewisser 
Buchstaben . nach Art der griechischen Abbreviaturen , haben 
ji,B. die Erfurter codd., als n», ntt% nö. S.Kall (praes.C.B. 
Michaelis) de eodd. Mss. , mariine Erfurtensibut 5. »5. 



J. S. /Anzahl , Anordnung it. Namen der Consonanten. i i 

Anm. 4> l^ic literae majufculae in der Mitte der. Wörter, 
r. 1^. naDT Ps- 8^^» ^^6, minusculae z. J?. D«^3'n i Mos. 2,4, 

suspensae z. B. Ps. {}<>' *4> *1^'"'^» i^"'ersde z. B. S?bcn 4 Mos. 
JO, 35, welche ans den masDrethiscben Hamisclirilten in un- 
sere Anssaben iiber£:e2:nno-<rn sind, beziel\on sich auf abeiitlieucr- 
liehe allegorische und kabbalistische Grillen der Juden , wer- 
den aber schon im Talmud (Baia hathra jol. 109. h.) erwähnt. 
So soll das it suspenriim Ps. ßo, 14 Christum suspenfum bedeu- 
ten, das n minuscultim 1 Mos. 2, 4» ^^fs das Wort durch Ver- 
setzung; Dn*l2N bedeute u. de;l. ]Jiuie;e literae majuscidae zei- 
gen die mittelsten Buchstaben eines Buches an , z, B. 1^n3 
5 Mos. 11,42 den inittr'lsten des Pentateuchs. Zuweilen 
niü£en z.ufälliae Fehler berühmter Handschriften diese Grillen 
Teranlafst haben, aber meistens mag es timg^ekehrt seyn , und 
man sollte endlich aufhüren, solchen Aberw^itz durch Auf- 
nahme in christliche Bibelausgaben weiter foitzupflanzen. Vgl. 
darüber Buxtorfü Tiberias S. 152. Hezel's hebr. Sprachlehre 
S. Ö8* Alte Varianten oder kritische Bemerkungen habe icli 
in keiner dieser Bezeichnungen entdecken tonnen. 

Anm. 5. In den meisten neuern Drucken erscheint die 
Quadratschrift als ein ziemlich feststehender, todter Typus», 
auch lassen sich wirklich in der Zeit, v\'clche w^ir verfolgen 
können , nicht viele Veränderungen desselben mit Sicherheit 
nachweisen. (S. Geschichte der hebr. Sprache S. 175.) Doch 
herrscht offenbar in den Handschriften noch eine gewisse Varie- 
tät und Freyheit, auch läfst sich ein dreyfacher Character tm» 
terscbeiden, der spanische , deutsche, französische. Dem spa- 
nischen folgt der gewöhnliche Typus der gedruckten Bibeln, 
dem deutschen die Münstersche Bibel und viele Drucke der 
ßaselschen Offizinen. Er hat das Eigenthümlichc, dafs die 
bis unter die Linie hin zu verlängernden Figuren sehen so 
weit herabgehen , woher 

H fast wie r\ , ) wie t, "] wie 1 
aussehen. In den meisten Handscliriften kaum zu unterschei»' 
den sind 

"2 und D , *7 und 1 , 

wodurch schon in den Parallelstellen der Bibel selbst, dann in 
den LXX, endlieh durch Codd. eine Menge Varianten «ntstan. 
den sind. Erslere untersclieidet zuweilen ein in der Mitte 
herabgezogener Strich; das "? al>er isi in punctirten Texten am 
Huphe oder Dag. lene zu erkennen. (Das- Vollständig« in 
Eichhorns Eiuieit. in das A. T. Th. 2. S. 4.1 ff. ^ 



tc l.Havptth. Ccp.J. f'orr.Lfsen u. 3cr Orthogretjjh'x^. 

Ann). 6. Eine Ei£;emhüroljchkeit der Schrift in den Svna- 
PO£er.roi!?n sind die soirenaanien ^^JP coronulae , d. i. Striche 
o3«fr Krönchen über den 7 Buchsuben: f 1 % it^ Ti V, von 
vei^*;ii!edener Geätalt (s- das Kupfer bey Tycksen tentamen de 
lariis codJ. gfn. litt. A. B- Q.) Schon der Talmud kei^nt sie 
( cod. ^[fTJachot jcl. 9 £. / ;n. g x^. lin. i % seqa. ) , und ähn- 
liche Verzierungen scheint auch acr ph6niz!ic'>e Schriftiii^ za 
haben, (5. Gesch. der hebt. Spräche S. i?9)- 

Atissprache der Consoninten '>. 

" Dafs eine sichere Besümniung der alten Alissprache 
^etzt nicht mehr erwartet werden kenne, \^^rd man sich 
leicht üescheitlen , wenn man bedenht, v.ie ^vir keines- 
Aveges über die Aussprache der mis \Jreit näher liegenden 
Griechen und Römer sicher sind. Dazu kommt hier noch 
die Eigentbiimlichkcit des mortrenlandischen Organs, wel- 
cKes manche Töne, z. B. das V, hervorbringt und liebt, 
die dem Abendländer fast unnachahmlich sind. Suchen 
"wir indessen der Wahrheit so nahe zu kommen, als mög- 
lich. Als £rkenntnirs(^uclien der alten Pronuniiation 
haben -wir: 

1 ) Die jiidischs Tradition und Reception. Das ältesre 
Zeuginfs dieser Art enthalten die griechisch geschriebenen 
Eigennamen der LXX , insofern deren Abfassung beynahe 
an das Leben der Sprache hinaufreicht. Nur ist hier grofse 
Vorsicht nöthig, da es im Griechischen oft an Bezeichnun- 



•l) Monoäraphieen über diesen Gegenstand sind: Dan. Schtcen- 
ter de vera et genui,-uz comsnant. hehr, pronuntiutione. 
Norimb. 1625.4. G. F. Hagen de vronundatione üehraeo- 
ruTn et vicinorum cdicpiot populorum. Halae i~3*- 4* ^ o r' 
her» ^retp. T'^m^in) de pronuntiatione ling. hehr. Lundaa 
iTgj. 4. J. G. Haste de ortho^aphlae Hehraeorum itida- 
randae ria et ratione. Regicm. i7y. g. Ausserdem ». Gna- 
rini praej, ad Grammai. hehr. T. U. p. iS ff- ^ °' i^Torini 
0xercit. hibl. S. 509, Löscher de cuusis lir.g. hehr. S. 240. 
Schult ens inuit. S, 24 £F, 



gen rer h»;biüischen Laute fehlte, z. B. bev den Guttaral- 
buchsiaben °^). Derselbe Fall ist mit den hebräischen 
Wüfterj. bey ^qnüa, Syinmachiis , Theodotion und bevm 
Hieroiiymus. ( Von der abweichenden VocaUet^ung der- 
selben unlen besondera ). Weiler hinab hat man sorgfU- 
tig za unterscheiden z>vi6chcn den nicht zu verwerfen- 
den Angaben gelehrter Gramnjjtil;er ( v^ eiche sich beson- 
ders gern auf di'i reine Aussprache der Tiberien-er beru- 
fen "^^ , und deai Entartungen der neuem jüdischen Aus- 
tprache. Hier unterscheidet sich wesentlich die reine 
Prouunziation der morgenländischen , spanischen, portu- 
giesischen und italiänischen Juden (an welche sich die 
durch Reuchlin eingeflihrte der rceisten Christen an- 
cchliefst) und die sehr entartete der deutschen und polni- 
schen Juden *J. Bey allem Schwankenden und zum Theil 
erwiesen Falschen, haben sich doch die Ju ien von jeher 
viel auf den alleinigen Besitz der richtigen Aussprache za 
Gute gethan P). 



m) S. Hilleri Onomast, sacrum S. 690 5. Ufon tfau c om 
de veteri literaruni hehr, ■prcnuntiaüone iu Orisanis Herapla 
ed. IMontfaucon T. IL p. 594» abgedruckt in fVolj oih.icüu 
hehr. T. IL S. 64,0. 

») S. die Stellen der jüdischen Gramnr.atiker bey Buxtcrf de puncto* 
Tum localium origine ec antiquitate S. 23 ff. Uusegrünaete 
EinwendunocD dageücn wiechx Jo. Morinui (a.a.O. S. 505, le.) 
Vgl. meine Gesch. der hebr. Sprache. S. aog. 

#) lyJoTwi antifjuit. ecclet. crienl. S. 190. Schudtii ]\lemorabil, 
jttd. P. IL L. 6. c. 1". Tvchsen tentavien S. 75. 156, Die 
deutschen und poluischen Jaden (welche v n den Galilicra 
abstammen sollen, s. Michaelis ad Lcixth de poesi secra S. 55> 
lesen t ais o, "J als au, aurh ij , r» wie s, und serzen d«u 
Accent iui pcnultima z. ß. brachis horo ; die Spanier lesen sr 
»vie s a. s. w. Die meisten lesen daher y als ng, 

p) Hiercn. Comm. in Tit, JIL: solent irridere nos ijudaei^ imperitiae^ 
mdxiine in arpiratioitibus st quihusdam cum rasura gitlae literis 
jiTOJcrendis, qua.ii r}'.. Lih. Siiza: hon in TT agenseil tela i^ieaSa- 
tanae S.53> Vgl. d«3 bescheidene Uitheü desEphodäu* iap. ja ; 



14- /. Hauptth. Cap. I. Vom Lesen u. der Orthographie, 

2) Die Jtissprarhe und Orthographie der verumndten 
DialectCy und iiberhaupt Kenntnifs des morgenländisr.hen 
Organs, ohne ^velche manche Erscheinung hauiu begreif- 
lich seyn würde 'J). Es Avar nämlich olfenbar im Hebräi- 
schen, wie in den meisicn Sprachen, der Fall, däfs der- 
selbe Buchstab in verschieilenen Wörtern verschieden 
ausgesprochen würde. .So bezeichnete ^ von jeher die 
beyden Laute s und seh, aber erst später sonderte man 
sie durch das diakritische Zeichen ab. Dieser Fall fand 
im Arabischen noch beyni 1, H, 10, y, 'd^ H Statt, de- 
ren jeder bey Einfiihruiig des diakritischen Systems (See, 
IX bis X) ^) in zwey Buchstaben zerfiel. Die hebräi- 
schen Grammatiker sind nicht über das ^ hinausgegan- 
gen ; indessen ist es wenigstejis voir H und V klar, dafa 
sich die Aussprache unterschied. ""iCH » ^^^ graben, ist 
ein anderes Wort als "^SH, -Xim erröthen ; U^y mischen, 
ist verschieden von ^1^ V— »r^ sich entfernen, Abend wer- 
den. Man hat es vermiTst, dafs die hebräischen Grammati- 
kernicht gleich den arabischen jene Verschiedenheit durch 
diakritische Puncte bezeichnet hatten. Indessen ist doch 
die Frage, ob diese Absonderung beym Leben der Sprache 
so weit ging, dafs sich diese Buchstaben wirklich in zwey 
zerlegen liefsen , oder ob sie nicht in den meisten Fällen 
in einen vermischien Laut zusammenflössen. In ärmern 
Dialecten fliefst auf diese Weise häufig zusammen, was in 
reichern verwandten getrennt ist. Selbst in der arabi- 
schen Volkssprache fällt der durch die diakritischen Puncte 
bezeichnete Unterschied oft weg, so z.B. zwischen vj 



non est , tfucd exist'nnes , nos hodie ■perltos esse in lecdona 

scri-pturae et -pronuntiutione literarum, qualls juit apud antiquos. 
q) Ueber die arabische Aussprache s. Norberg de pronuntiatione 

linguae arahicae ejusque usu. Lundae i783' 4- Wahls arab. 

Elementarbuch S. 54. Silv. de Sacy granun. aruh. T. I. S. iß- 
r> yi/'ahl a. a. O. S. 75. Tychstn in Paulus N. Repertorium 

Th. 2. S. 269. 



J. 5. Jusiprache der Consonanten, »5 

lin(1 w>, O und ö. C uncl ^ . -ö und 3 ^). Ueberhaupt 
daif maa begreiflich nicht alle Pronunziationsweisen des 
-ausgebreiteten arabischen Sprachstammes dem beschrank- 
teren hebräischen leihen. Wichtig ist 

3) auch die Annäherung und Verwechselung gewisser 
Cofiuirtafilcn, insofern sie eine ähnliche Aussprache dersel- 
ben beweist. Vgl. z.B. N, H und ^ ; T , und ^. (§. 33). 

Ueber die einzelnen Buchstaben merhe man : 

N ist der leiseste Hauch , der mehr in der Lunge als der Kehle 
gebildet ward , wie der spiritus lenis der Grier lien , am näclisten 
mit dem n verw^andt, aber gelinder. Ahen Esra ad Exod. 5, 6: 
lenioris est pronuntiationis , quam, reliquae gutcurais. £s wird 
3M«daher im Anfange der Wörter so gut als £,ar nicht gehört, wie 
das h in hablt , finmme , in der Mitre wird es durch die Sylbea- 
abtheiliuig hörbar, z. B. Snw^ lies jiic/t'u/, nicht jj- Jt/toZ. V^gl- 
Sacy granim, arahe T. I. S. i^. über das entsprechende Edif 
mit Hamza). Im Syrischen lautet es zwischen i Vocaleii wiö 

Jud , z.B. /^\o küjem, auf eine ähnUche Aussprache gründet 
sich die Verwechselung von Mil , w^ofür 1 Sam. 22, iß- 22 
JlMl steht. Vgl. blühen. Mühe, niedersächs. hlöjen , IVIöje. 

3^ 3, *1 sind nach den jüdischen Grammatikern aspiratue, ver- 
Heren aber in gewissen Fällen die Aspiration (§. 20 ) Unser 
Organ und Ohr liat dafür keinen Sinn, aber auch der Neunriecho 
liest das ß aspirirt , ebenso der Araber das 3 und *? , letzteres 
gelispelt. Die Juden sprechen hiernach das aspirirte i fast wie 
V (drücken auch da» lattinisch«» /^'dadurch aus, z. B. '^^''^ vlvw 
rium , vgl. das syr, |.JLA!ia2»A:i yUalianus), und Einige lispeln 
das -\ fast wie t oder da» arab. ^j, ( S. schon Mischna tract. 
Niddu fol. 56, 2 und dio ücmaru zu d. St. Kene hinah , fol. 5a.* 
Daleth raphatuvi Iffgitnr ad imlar Sain ex coiuuetudine linguae 
hehrueae. Buxtorf de punct. antiquit. S. 2 2«^.) 

Das n als Cousonant am Ende der Wörter ( mit Ulappik 
§. 21.) unterschied sich gewils auch durch den Laut vom i/# 
quiescens (also nSIN von .''üIn), und tönte vielleicht harter, 
dem PI analag ( womit es dann auch zuweilen verwechselt wird^. 

t) Sdv. de Sticy a, 8. O. S. ig. Alainen Vers. Ubtr di» maltt' 
tische Spruch« S. 48 ff- 53 ß» ö^ ß- ^9 ff« 



1 6 /. Hauptth, Cap. I. Vom Lesen u. der Orhographie. 

So im Deutschen hoch f. höh, geschach f. oeschah, im Böhmischen 
Pluh lies l-'luch (Pflug), Dohiodyuli l.DobroJruch (Glücksritter). 

"1 und *» liatten als Consonantcn eine so weiche , flüssioc Aus- 
spräche, dafs sie fast wie Vocale lauteten , nach Art des engli- 
schen ivare, were, des obodeulschen ieder £. jeder , iezt , izt L 
jetzt. Hieraus begreift sich ihr sogenanntes Quiesciren , auch 
sagen dieses bestimmte Pronunziaiioiisrtoeln. So will Salomo 
hen Melech (^Michlal Jophi zu Micha 5, 6), dafs ^ and ^ im 
Anfange der Wörter, -wie i ausgesprochen vverJe , vgl. ^JinlT« 
LXX. 'loov^o'jv^ ^fl^"*. 'iyfl'X ('"»ber auch 0^a^_ Itßavt). Unter- 
stützt wird jene Bestimmung auch durch die syrische und vul- 

gäre arabische Aussprache, als ^^V^» «maZcTi , <,y.5^j /cun, 0<J 

id, |,i^,j iled. ( C/i'-. B. Michaelis luni. syr. §. g ). In andern 

Wörtern haben jedoch die LXX *T» durch 'itg ausgedrückt (mit 
Spiritus asper) , it^oua»K}](Ji,^ ^'S^'/,'^ t Itgt/u^ixs. 

t ist eigeinlich ds, mit vorwaltendem s. Im Arabischen ent. 
sprechen ihm daher, je nachdem das d hörbarer war oder nicht, 

O i^^) o<ier p^ z. C. ant, i_^äij Gold, vyf_, C f,J\ Same. 
Selbst im Hebräischen haben einige Stammw^örier verschiedene 
Bedeutung, je nachdem sie im Arabischen mit (3 oder * geschrie- 
ben werden. ( S. hebr. Wörterbuch S. 245). In den i^A^.X' ent- 
spricht das Z, seilen dds transponirte ao , z. B. n^*l3T Z«%«^i«f, 

In dem hebräischen n liegen zwey Abstufungen des Kchlhau- 
cües , w^elche die Araber in zwey Zeichen getrennt haben. 
j) irr Hha ein stark gehauchtes h, etwas stärker, als in 

dem franz. heros, heurter; 2) • chha , das gutturale ch der 

Schw^eizer , Slaven , oder das span. J, Y, Hiernach sind ver- 
schiedene im Hebräischen oJeich geschriebene Stammwörter der 
Aussprache und Bedeutung nach wesentlich verschieden (Hebr. 
VVörterb. S. 369 )• Die jüdischen Grammatiker kennen diesen 
Unterschied , der auch im Hebräischen nicht ausgebildet seyn 
mochte, nicht, und lesen es meistens gelinder, weshalb der Tal« 
jnud ( Thephillin cap. g. ) vor Verwechselung mit dem n warnt. 
Bey den iA'X ist es meistens X (vgl. Hieron. zu Jerem. 19. 2), 
l. B. nn X«/M, Sm Pa^JjX, aber auch blofser Spiritus, z. B* 
n-'»ptn 'Ecixistj, und am Ende der Wörter, w^o es auch die Ara- 
ber wenig hören lassen, fälle e« gaxiz weg, z. B. /inn 6xf«. 



J. 3. Aussprache der Consonanten, 17 

rSvß S«X(X. Wie ein Vccal lautet es in ]l!D*in 'Kt^um LXX. 
Deut. 3, 9. 4» 48« Hieronymus schreibt es H, und nennt es 
eine doppelte Aspiration (^Nomni. hehr. s. v.Cham, Chettaeus), 
will es aber deshalb auch nicht für einen Consonapten gelten las- 
sen. In den pnnisclien Nomm. propr. schreiben es die Römer 
mit H, als Hi^j*"!!" Hannibal, ^i3n Hanno, welche Orthographie 
bestätigter ist, als Annihal, Jnno ( s, Geschichte der hebr. Spra- 
che S. 223. Seyfert lat. Gramm. §. 1919); auch entstand aus 
dem phOnizischenn das altgriechische und lateinische H (Fischer 
od M^elleri gramm. gr. T. I. p. i47)- 

B entspricht dem t (nicht 3"), dah. ^t!ti> ffxruvuf. Vgl. unten n. 

D ist als asphata das griech. x» "^^^ Dag. lene (§. 20.) eia 
gelindes k und wird mehr im Vordermunde gebildet (wie in ke, 
ki)j p dagegen mehr nach der Kehle zu (wie in ka , ko). So 
die Tiberienser, mit welchen die arabischen Grammatiker in 
Rücksicht des ^^""übereinstimmen. (Ben Jekutiel in X^wjat 
chen cap. in. p. 5. S ac y a. a.O, S. 21.22. M^i ch aelis gramm. 
syr. S. 8)> Bßy den LXX ist es gewöhnlich X, als Xuvxkv 
M«x«V>., Aot,utXi selten X, als CinJ "133 Koefft^vxovjUy das dop- 
pelte oft XX, "»31 Z«x%««os, ebenso A»t;^a) , ^ox^uB'. 

Ob und wie D verschieden sey vom iy , ist eine schwierige 
Frage. Betrachten wir zunächst ihr Verhältnifs in der Schrift. 

Hier ist 1) die Orthographie in bey weitem den meisten Wör- 
tern streng bestimmt, so dafs sie ausschliefslich mit o oder y; 
geschrieben werden, mehrere sind sogar verschiedener Bedeu- 
tung , je nachdem sie mit dem einen oder andern geschrieben 
werden, als *lDO verschliefsen , *^iy} belohnen; '750 s. v. a. ^03 
ihöricht seyn, bO'i? klug seyn ; C01 zertreten , iüSI sich re^eu; 
C*ia brechen, theilen, tü*l!3 ausbreiten; *i!|j3 zuiHickweichen, 
*\^\U herrschen; nrO wischen, nnty schwimmen; Tipü verder- 
ben, na^ Lippe. 

Indessen werden 2) beyde Buchstaben in nicht wenigen Wör- 
tern promiscue gebraucht, z. B. DST und '^vti'^ mit Füfsen treten; 
C)1>S , auch 'iVV^ Verdrufs, selbst die oben genannten werden zu- 
weilen verwechselt, als n'j'j^ty Kohel. i, 17 f. niS^ß Thörheii; 
13 t s.v. a. -iDiü erkaufen Esra 4, 5; vy*iS f. C*IÖ zerbrechen Micha 
3, 3. Klagel, ^, 4; 1')iz' f. *^*0 zurückweichen Hos. g, 12 u. s. w. 

3) haben die Syrer statt des hebräischen ii« und o nur ^ß) d, i. c, 
der Araber für beyde nur durchaus/ yj und das altarabische Alpha- 
bet, wie das syrische, sein /jj»^ an der Stelle des 0> an der Stelle des'i; 
nur ^J^, 

Ging man nun von der etymologlschan Versclaedcnheit 



lg I.Haiiptth. Cap.I, P^uin Lesen u. äei Oithographie, 

jener Wörter (no, i) aus, so mufste roan nothwendig den bey-" 
den Zeichen eine verschiedene Ausspraüie zuschreiben , wie 
oieses aiicli fast alle Grammatiker thun. Is'ur in Bestini- 
mung derselben -wach man ab, indem Buxtorf d. ä. , 
l'VasmutJi. U.A. das B durch ein scharfes s, etwa fs, bestimmen, 
Drusi US (de recta lectione l'mg' sanctae S. ly). Schulten s, 
Vater \uA. dagegen mit mehrercra Grunde das iy, insofern sein 
Bruder, das MJ , für eine härtere Aussprache dieses Zeichens zeuiie. 
Auf der andern Seite liefsen die Bemerknnoen no. 2. «. 3. auch auf 
eine lediglich orthographische Verschiedenheit schliefsen (-wie 
im Deutschen Ca und Ka , Va und Fa), und für eine solche liat 
sich Jahn (giammat. ling. hebr. ed. III. S. 15) erklärt, dem 
ich selbst gefolgt bin (Hebr. Würterb. S. 768« Helar. Gramm. 3. g. 
der isten Ausgabe). Indessen läfst sicli die ursprüngliche Ver- 
schiedeniieit der Aussprache vielleicht noch veitheidigen , ^venn 
man gleicli zui^eben mufs, dafs der Unterschied späterhin erlo- 
schen , und im Syrischen ganz versch\vunden sey. Denn a) ea 
wäre sonst nicht wohl begreiflich, w^ie man zur Zeit der Fest- 
setzung der hebräischen Ortliographie, die doch w^ohl bald nach 
Einführung der Schrift erfolgte , eine Anzahl von Wörtern mit 
O, andere mit '^ e,eschrieben habe, wenn nicht der S-lon im )if 
verschieden war von 0. h) Die Varietät der Zischlaute ist w^irk- 
lich in den semitischen Sprachen sehr eiofs, und ilire Unter- 
schiede sehr fein, c) Im Aramäischen sind mehrere unterschiede 
der Aussprache und Orthographie verschwunden, die im Hebräi- 
schen noch sehr scharf sind, als H~:r i"'*^^ ^"t" "• *• 'W'- d) Fast 
alle Beyspiele der orthographischen VerYN-^echselung des o und ly 
gehören dem späteren Hebraismus an , sind auch , da Eine Recht- 
schreibung immer die vorherrschende ist, in einzelnen Codd. ver- 
bessert, e) Die Masorethen reden von einem Unterschied der 
Ausspraclie. Hos. 2, 6 in beyden Masoren zu dem Worte 1)iy : 
est unum ex vocihus , quae scrihuntur (apparent) cum Sin, et 
leoinius cum Sameth. — Am richtiosten bestimmen hiernach 
■wohl einige jüdische Grammatiker (^Ephod. und Abrah. de Balmes 
bey Buxtorf de vocal. antiquit. S. 257) das 'VJ durch Mittelton 
zwischen und \tj. 

Der Laut des !y ist dem Organ des Semiten eigenthümlich und 
national, wie das £A.der Engländer. Man findet daher bald nach 
dem Aussterben der Sprache Klage über schwierige imd unge- 
naue Aussprache desselben; der Talmud bemerkt, dafs ganze 
Familien und Provinzen es nicht von dem N und fl zu unterschei- 
den wüfsten , und v» ill , dafs solche Stammler nicht zum öffent- 
lichen Segensprachen gelassen werden sollen ( Truet, Berach. 



§, 5« Aussprache der Consonanlen. 19 

/c/. 52. A. lin. 5. 6. /o/. 53. fi. iin. 11. Megilla fol. 24. B. 
Uli. Q.2.Eruhin fol. S3. A. lin.55. V^]. M ai tn o n i d e s de henc' 
dict. sacerd. 15, 1. S. Danzii literat. S. 6. 7}. Dafs das y 
beym Leben der Sprache zwcy verschiedene Nuancen eines Gut- 
turallautes ( das arab. c und p) bezeichnete, ist wahrscheinlich 

(daher z.B. Ht:^, .. Jo r ei;;reifen , HüS?, VilC bedecken), 
allein man mufs 8ich"die Trennung nicht so scharf denken , wie 
denn r und p auch in der arabischen Vulgärsprache sich oft 

kaum zu unterscheiden scheinen ( S. meinen Versuch üb. die mal- 
tesische Sprache S. 55 ff.) Bey weitem am häufigsten entsprach 
CS wohl dem w^eichern p. Dieses beschreiben die arabischen 

Sprachlehrer als einen dem « analogen Laut, nur stärker und so, 
d.ifs man die Luft von aufsen nach der Kehle zu ziehe {Sacy 
a.a.O. S. 2 1. Hierhin principes de la lungue arabe S. 7. Vgl. 
Sc hw enter S. 1 3) , Andere als ein gelind gutturales g ( ff'a h l 
a.a.O. S. 57), statt dessen aber zuweilen mehr ein furtiver Vocal, 

als eine consonantähnliche Ariiculation gehört wird , z. B. \.AÄ,0 

5 5 c ., 

niä-t'nä, (A.j,C inst aid , vXaC aabd. Alle diese Anssprachs- 

w^eisen finden sich auch bey den LXX, z. B. pihK>V 'A,«kX*x, 
•ihv 'HX<, ni»V Toy-o^^ci, l>t;ln ßo»;*, V^h^ yt\ßovt (wo es 
ganz übergangen ist, indem das t den furtiven Vocal ausdrückt). 
Vgl. iii? f/p bey Origenes (zu 1 Mos. 2,Q, ig. T. LI. S. 397 
ed. JVIontJ. ) Sehr weich ist die Aussprache desselben bey den 
Aramäern , bey denen es mehrere Eigenschaften der quiescirendeu 
Buchstaben theilt (namentlich das Quiesciren im Anfange, z.B. 
jOlis, die häufigere Contraction und Wogwerfung §.34, 2), 

Läufigst mit dem i< verwechselt wird, im galiläischen und sama- 
ritanischen Dialecte aber ganz mit J< zusaiumenflofs. T)n sich 
mehrere dieser Eigenschaften auch im Hebräischen finden , so 
glaube ich, dafs die hebräische Aussprache sich in dieser Rück- 
sicht an die syrische angeschlossen haben vviiJ , und dafs das If 
sich unter den übrigen Gutturalen am nächsten dem t* ge- 
nähert habe. Daher a) die auch im Hebräischen vorkom- 
mende Verwechselung mit N ( s. mein Wörterbuch S. 1 ) ; 
h) die zuweilige Contraction, wie in hV2 contr. Ss; c) die 
Vertüuschiing mit y in der Veruleichung mit dem Aramäischen; 
die sich nicht wohl anders erklärt, als wenn nach Hinw^eoneh- 
xnung des Zischlautes im y blofs ein leiser Consonantenton übrig 
blieb. So weich mufs auch Hieionymus die Aussprache gelernt 

B 2 



fio I. Hauptth, Cap. I.Jf^om Lesen u. der Orthographie, 

laben, wenn et (^ de nomm, hehr, s.v. Aza, Gomorra^ Segor, de 
locis hehr. s. v. j4gai) das V einen Vocal nennt. — Das härtere 
C, ist bey den Arabern ein hartes gutturales g, \Vie gh, zuwei- 

ien mit einem gelinden Schnarren , wie rh. Ob die Hebräer 
auch diesen härtern Ton hatten , ist zweifelhaft. Ueberhaupc 
gehören w^eit weniger Wörter zum A , als zum ^ ' doch wer- 
den einige Nomm. proprio , welche die Z.XX diircb F ausdrücken, 
im Arabischen mit A geschrieben > als nni>, p-c T«^«, *iyi2C 

f^f\ ^o-yo^u. — In den Ncmm. propr. aus dem Phönizischen und 

Punischen schreiben es die Lateiner bald mit dem i/ bald gar nicht 
ah jihdulonimus ( D^i1'»Sv 12!? ) , HasJrubal (hv^'\'M^). 

Da eine genaue Nacliahmung des niorgenländischen Lauts für 
uns schw^erlich tliunlich ist, und es zu der Unterscheidung des c 

und c auf jeden Fall an Datis fehlt, so halte mnn sich immer an 

die Kecoption der meisten Grammatiker, es iu der Aussprache 
ganz zu übergehn ( wie der Perser das c ) , vvomit man der 

Wahrheit näher kommen ^vivd , als mit der Aussprache durch 
g, gh, oder ear durch den stärksten Kehllaut hhh (nach Danz). 
Erwiesen falsch ist die von vielen Juden und manchen Christen 
recipirte Aussprache durch ein nasales gn im Anfange , ug am 

Ende der Sylbe (wie das türkische \^) ) : sie -näderspricht der 
Grundbestimmnng; , dafs der Buchslab ein Kehllaut , nicht Gau« 
men- oder Nasenlaut sey. 

Beyni S hat man besonders die Bestimmung der meisten hebräi- 
tchen Grammatiker, dafs es mit Dag. forta und lene w^ie p 
laute, bestritten, indem man sich a) auf die Araber beruft, die 
den Laut p nicht kennen , sondern immer / losen , h) auf Hiero- 
njTnus ( Comment. in Jes. II, S- Dan. XI, 35. Nom. hthr. s. v. 
Pisidia), der den Hebräern jenen Laut ebenfalls .ibspricht, so 
dafs sie selbst Fisidia statt l^mtiia sprächen ( doch liest er Dan. 
a. a. O. selbst apadnu). So lesen noch heut zu Tage die Karai- 
ten s nach Art der Araber wie / (jVo r h er g de ling. Sahaeorum 
S. ai). 

AUein. dafs die Hebräer w^irklich unter 3 auch den Laut p 
begriffen , und zwar tmgefähr in den Fällen , welche die Regeln 
des Dag. lene angeben, zeigen a) gewisse sehr früh aus dem 
Semitischen ins Griechische übero-eganeene Wörter: NS3 ««»•««, 



§. 5' /iusfjjrac^e der Consonanten. 2i 

KtlrtOS ^ "ItÖC ^atK(pticoi ^ Vgl. 0*153 ITf^iT««, 0^*13 ffxoitiiHfot (9. 
Geschichte der hebr. Sprache S. 66), t) der Biiclistnbennanie «■? 
für K3 , wobey die altgriechische Orthographie ITH für ^ (Fischer 
ad JVelleri Gramm, gr. T.L S. 147) lehrt, dafs die Griechen den 
Buchstaben iirsprünglirh nur als p kannten, c) die LXX und 
das Hellenistische haben ebenfalls iiuvcilen Tt , z. B. nOS «■«(T;g«, 
DMq HotTovjutoi ■, *ia''KiS nfT?(p^jft (wie-ivohi gewöhnlicher (^ ). 
d) Das griech. ^ wird auch im Syrischen nicht geradzu durch 
^^ , sondern durch c\^ ausgedrückt , als cCDQAfiDOl^ festus 

Apostelgesch. 24, 27 Pesch. QHiller. a, a. O. S. 700. 701 ). Die 
hebräische Aussprache mufs also hiev von der arabischen ver- 
«chioden gewesen seyn. — Weil Ps. 27 und 34 "^cli D einen 
Vers mit 3 haben, so vermuthet IVT icha'elis {ad Lew th de sacra 
po'esi HehraeOrum S. 443 ^^ Gotting. S. 5^4 ^'^' Ros e nmül' 
ler), dafs der Buchstab nach seiner doppelten Aussprache dop- 
pelt im Alphabete aufgeführt worden sey, welches Hasse (in 
EiMwrns allgem. Biblioth. der bibl. Litteratur Th. g. S. 42 ff.), 
und Hug (Geschichte der Buchstabenschrift S, ig.) mit dem T 
des griechischen Alphabets nach dem T combinirten. Allein an 
eine solche Theilung des 9 in zA^ey Buchstaben kann in so früher 
Zeit schwerlich gedacht werden; auch hätte man dann vrohl <li8 
Buchstaben neben einander gelassen, wie 'vj und t» , c ""<! <3. 
Das T ist obendrein von Haiis aus ein griechischer Buchsftb. 

J£ ist eigentlich das t5 mit dem Zischlaute (ts), wie \ ein 
gezischtes 1 (ds). Auch hier mag aber das / vorgewaltet haben, 
daher bey den iXX durchgängig S. Hieron. ad Jes.lii: -pro- 
■prietatein Zade intsr Zet S latlnus sermo non exprimit, et sbrictii 
dentibus vix liiiguae impressione profertur. Vgl. de locis hebr, 
s. V. Ramasses. Die Araber zerlegten es hie^-nach in (j^ ""«^ 
i>3 in deren erstem das f, im zweyten das t mehr hervor- 
lautete ; die hebräische Aussprache mochte dem 1%^ gleichen. 
Fälschlich bezeichnet es daher JB « 1 1 o r/ durch tz, noch unrichti- 
ger drückt ßlaitnonides öfter das europ. seh dadurch aus. 

. "i war dem Hebräer kein Bebelaut ugit der Zunge, sondern ei» 
schnarrender Kehllaut ( §. 4. » )• 

Ueber das 'ü) s. beym 0- Beym tt/ verdient Bemerkung > daf» 
ihm von einigen Grammatikern ( z. B. Ephodaäus , Ahr. de Bai" 
mes , vgl. Danz litterat. S. 7. 3 ) der Laut 5c, f (nicht jcä} 
lugeschrieben wird, wie auch die LXX und die spanischen 
Juden ü; und vi durch ff, s ausdrücken. Allein die griechischa 
Sprache hat auch kein Zeichen für seh, weil sie den Ton eigent. 
lieh selbst nicht hat. Wo es aber den LXX auf orthoepiscUe 



2 2 I.Hauptth. Cap. I. P^om Lesen n. der Orthographie. 

Genauigkeit ankam, haben sie allerdinns, so gut es ging, den Ton 
auszudrücken gesucht, nännlich bey den Buclistabennamen Ty^"^ 
P^X? , ]iVtr Xaiv .'Klagel. II. III. IV). Der Uebersetser konnte 
hier nicht P;;o';(; , S%»i< setzen, was Resg, Sgen gelautet* haben 
"Würde, und half sich duich /^orsetzung des dicken Lautes ^^ 
so gut er konnte , ungefähr wie der Neugrieche /mß zur Bezeich- 
nung des B- lautes gebraucht. Füv den Laut seh spricht aber 
bestimmt das arabische # »ij, 

Noch einer dialectischen Verschiedenheit hat der Araber für 
clas hebr. yf) gern i yj und umgekehrt, es ist aber wohl nur 
Mifsdeutuiig dieses Verhältnisses , w^enn J'Vahl ( Allgem. Gesch. 
der inorgenl. Sprachen S. 492) auch im Hebr. vj wie s, und 
umgekehrt gelesen \vis9en will. Doch ist die Meinimg älter, 
und daher schon von Banz {Vit. hehr, chald. S. 30. 31) bestrit- 
ten -vrorden. Vgl. Gesch. der hebr. Sprache. S. 212, 

n ist (als Aspirata) das gelispelte th , das griech. 3r (vgl. 
Josephi Archaeol. I, 6. §. 1}, w^olches die neuern europaischon 
Juden (nicht die morgenländischen } dann ungenau seradezu wie 
s lesen, auch wohl das griechische s dadurch ausdnlcken. Dan. 
S c hio entern i doThau raphati pronunciatione. Norinib, 16a 6. 
D anzr lit, S. 12, 



5. 4- 

Eint li eilung der Consonanten. 

Für mehrere im Folgenden vorkommende Bestim- 
mungen ist es nothwendig , gewisse grammatische Ein- 
tlieilungen der Consonanten gleich hier namhaft zu 
machen. So unterscheidet man 

1. nach den Organen^ womit sie ausgesprochen wer- 
den (welches allerdings nur a potiori zu verstehen ist): 
d) Lippenbuchstaben : 1 , D , 2 , O ( ^0^3 ) 
h) Gaumenbuchstaben; p, 3, J, "^ (pID^-S) 

c) Zungenbuchstaben: j, "l, H, lO, 1 (HJ^n'^) 

d) Zahnbuchstaben: ^, SC,0, T (TtJ^CT) 
c) Kehlbuchstaben: V, H, D, N (^ll'^IN). 

Letztere sind bey weitem die wichtigsten (vgl. §. 38«) 
Pas *!, welches im Peutschen einen bebenden Zungen- 



§. 4' Eintheilung der CoftWTta7iten, CJ 

laut biJflet, Avar im Hebiiiisehen weder dieses, noch 
Zahnbuciistab (Aveshalb es nnt den Ziscblauten nur we- 
nig gemein hat, s. jedoch über die Versetzung §. 36, i.)» 
sondern theilt die meisten Eigenthümlichkeiten der Kehl- 
laute (ö« 58» 4)» Avoraus erhellt, dafs es im Hebräischen 
schnarrend in der Kehle gebildet wurde. Von den Tibe- 
riensern Avird es ausdrücklich und mit Lob bemerkt, dafs 
sie das *l aspirirt (d. i. hier schnarrend) ausgesprochen 
hätten ^)^ 

2. Sechs Jspiratae: HSSTiD (nS3'132). Die 
ältesten Grammatiker rechneten noch das 1 dazu , und 
unterschieden ein aspirirtes und nicht -aspirirtes *1 (dah. 
n^lSS'I^S), erst später liefs man es heraus, M^eil die 
nieii^Len Bestimmungen jener sechs nicht zum *1 pafsten. 
Sofern sie aspirirt sind, heifsen sie bey den Grammatikern 
molles oder rapkatae (^1» '^?^)' sofern sie nicht aspirirt 
eind , durae oder dagessatae (n^I[]?, UJ^-l'H ) , von dieser 
doppelten Aussprache literae duplices (Hl .^23) "). 

5. Vier quiescihiles : '^ ^ H N ClHi^l), die als Con- 
sonanten einen so weichen Laut haben , dafs derselbe in 
einen Vocallaut zerfliefsen konnte. (^. 7). 

Endlich 4.. ist es von Nutzen, w^ie im Lateingehen und 
Griechischen die Buchstaben /, D, 3, *1 als Halbvocale 
und literae liqnidae besonders zu stellen , da sie öfter ver- 
wechselt werden (§. 32, 2), und manche Veränderung 
mit einander gemein haben, z. B. die Assimilation 
(ö. 33, i>. 



t) Buxtorf de Punctor. vocatium antiquit, S. 25. 

u) S. lih. Jezira cap. IV 'mit. fol. 5?. 6. Jo. JMorini exerti- 
tatt. hihi. S. 545. Buxtorf a.a.O. S. 224. 227 ff. Banz, 
lit. hehr, chald. S. 28. Manche Grammatiker, zu deren Schule 
Hieionymus gehüien mochte , g.iberr Avenig auf diesen Unter- 
schied. Dagegen Ephodaeus ( Sv l^vxtorf a. a. O.} 



fi4- I* Jiauptth, Cap. J. JTom Lesen u. der Orthographie, 

%■ 5. 
Gebrauch, der Consonanten als Zahlzeichen. 

1. Gleich den Griechen, gebrauchen auch die Hebräer 
ihr Alphabet zugleich als Zahlreichen. Ob sich gleich 
die ersten ganz sichern Spuren dieses Gebrauchs erst auf 
den jürlischen Münzen ^) finden, so scheint er doch älter, 
und mit der Abfassung der «Ittestamentlicben Schriften 
gleichzeitig, vielleicht nicht viel jünger, als das Alphabet 
selbst zu seyn, da die Art und WeiöC, wie die Griechen 
das Alphabet zu Zahlzeichen gebrauchen, mit dem Hebräi- 
schen übereinkommt, was wohl nicht zufällig, sondern 
mit dem Alphabete zu ihnen übergekommen ist "'). Der- 
selbe Fall ist mit den Syrern und Arabern, wenn sie die 
Buchstaben zu Zahlzeichen gebrauchen. Dafs die Hebräer 
ganz ohne Zahlbezeichnung gewesen, läfst sich nicht 
Avohl glauben ; von einem Zifl'ersystem , wie es die phö- 
nizischen Münzen haben ^) , läfst sich aber noch viel 
weniger eine sichere Spur nachweisen» 
-1 

2. Die Zahlbede\Uung selbst ist folgende: K bis tD 
bezeichnen die Einer, ^ bis Sf die Zehner, p bis H loo 
— 4.00. Zum Ausdruck der übrigen Hunderte nehmen 
die Ftabbinen H und setzen die vorhergehenden Hunderte 
dazu, als pH 500, prlH 900, Die Masorethen dagegen 



v) Auf mehreren derselben steht i «^ d. J. 3 T\\'ii_ im Jahr zwey, 
S. Ekhol doch; nummornm vett. T.lll. S. 463« 

w) Ueber die sonstigen Gründe für diese Annahme s« Gesch. der 
hebr. Sprache und Schrift S. 175, HczeTs hehi , Sprachlehr 
S- 78 ff. 

x) Fhilos. Transactions T. XLVUI. S. 721. 718- B eil er- 
mann s Bemerkungen über die phönizischen und panischen 
Münzen St. 3. (BeiÜn 18 >5) S. 30 fE. Büttner will auch 
an den ägyptischen Mumienbandagen em Zahlensystenn entdeckt 
haben. 



0. 5« Gebrauch der Consonanten als Zahlzeichen, 05 

bezeichnen 500 — 900 durch die fünf Finalbuchstaben. 
Erstere Bezeichnung scheint die ältere , und sich aus 
einer Zeit herzuschreiben , avo noch keine Finalbuchsta- 
ben gebräuchlich waren, denn dafs man die Finalbuch- 
fitaben eher zu Zahlzeichen , als zu ihrer eigentlichen Be- 
stimmung gebraucht habe, ist das Unwahrscheinlichste '^). 
Man übersieht alles aua folgender Tabelle ; 



Einer 


Zehner 


Hunderter 


N 1 


•» 


10 


p lOO 


D 2 


3 


20 


*1 200 


5 3 


4 


30 


^ 30Q 


T 4 


D 


40 


n 40Q 


n 5 


3 


50 


P^ (1) 500 


n 6 





60 


i'n (D) 60Q 


T 7 


y 


70 


^'n (j) 700 


n 8 


s 


80 


ri'n (Pj) 800 


ü 9 


^ 


90 


pri'n (X) 900, 



Bey zusammengesetzten Zahlen steht die gröfser© 
voran, als: N"^ ix, D"^ 12, *T^ 14, NiSp iqi. Nur 
»5 Avird nicht durch H^ ausgedrückt (aus Superstition, 
weil so der Name nin"^ anfängt), sondern IIQ 9 + 6« 

Die Tausende werden wie die Einer bezeichnet, mit 
awey darüber gesetzten Puncten, als: Niooo, H 5000, 
Avelche aber auch wegbleiben können, •vrenn mehrere 
Zahlen folgen, woran man die Tausende ohnehin erkennt. 
Die zusammengesetzten Zahlen erhalten in punctirten 
Texten jedes Mal das doppelte Häkchen, als Abbreviatur» 
zeichen (§. 2, Anra. 3), 



y) Geschichte der bebt. Sprache und Schrift S. 172, 



£6 I.HdnpLth. Cap.l. f'^om Lesen u. der Orthographie. 

II. Von den Vocalen. 

§. 6. 

allgemein© Begriffe von 4en Vocaleu der Semiten, 

und der Bezeichnung derselben. Vocalbuclistaben 

und Vocaizeichen. 

In der griechischen, lateinischen und unseren euro- 
päieehen Sprachen unterscheidet man allgemein fünf Haupt- 
vocallaute (fl, e, \, o, m), für welche in allen Schrift- 
arten bestimmte Zeichen ausgeprägt sind ^'^). Dagegen 
ist es eine besondere Eigenthümlichkeit des semitischen 
Sprachstammes, dafs hier nicht sowohl fünf, als eigent- 
lich nur drey Hauptvocall<»ute deutlich unterschieden 
werden. 

Der erste ist A (der sich in einigen Dialekten dem O, 

sonst auch wohl dem A nähert), 
der zweyte umfafst £ und JT, 
der dritte O und U. 

Die zu einem solchen Hauptlaute gehörigen Töne und 
untergeordneten Nuancen derselben sind nicht so stren;^ 
geschieden, als in unsern Sprachen, sie fliefsen in der 
Aussprache des Semiten oft in einander, und werden da- 
her häufig in der Aussprache mit einander vertauscht. 



1. Auf jene Grundbestimmung stützt sich nun auch 
die Beschaffenheit dei; semitischen Schrift und die Art und 



vy) Ueber die Bildung der Vocale überhaupt und deren Ver- 
hältnifs in versch. Sprachen s. man Boeckh in den Studien 
von Creuzer und Daub Tb, 4- S. 376 fF. Neuer liter. Anzeiger 
iQoS- rio. 22. 



§. 6. 'f.Jllgem. ^Begriffe von den P^ocalen ä. Semiten etc. 57 

Weise, wie man die Vocale in derselben bezeichnef. Da 
man nur drej^ Vocallaute deutlich vinterschied, so hat man 
ursprünglich auch nicht mehrere durch Schrift bezeich- 
net, und selbst diese nicht einmal durch ganz eigen- 
thümliche Zeichen, sondern indem man gewisse Consonan- 
tenn.ebenbey dazu benutzte. Das semitische Alphabet hat 
näüilich drey Consonanten, deren weicher Consonantenlaut 
leicht in einen Vocal zerflofs, und welche daher aufser 
ihrem Consonantenwerth auch den eines Vocals haben 
(Avie das z, das altdeutsche w, das v der Lateiner). 
Diese sind : 

N für den Laut /4 (wiewohl es im Hebräischen und 
Aramäischen auch für andere steht), 

1 O und U, 

^ — — — / und JE, 

In der grammatischen Sprache nennt man diese drey 
Buchstaben Uterae quiescibiles ; und zwar da, wo sie Vo- 
cale sind , qniescentes (Q'^n^, TjTOil H'lWN?) '^) Lese- 
müttcr ( HN'^'^pil n"^DN) oder Vocalhuchstabeii, z. B. DNp 
h'im , l'Spköly Uy^ küm , pl <:?/« , T\K1 bet ; in den Fäl- 
len , wo sie als Consonanten fungiren , mobiles , lautbare 

(nV5ri), 

Anni. Zu dem 1 und ^ und der zwiefachen Bedeutung 
derselben haben wir die bekannten Analogieeu an unserem i 
und;, dem altdeutschen w, dem v der Lateiner ( v^l. Boekh 
a. a. O. S. 380- ) Allein auch zum H gibt es eine solche in den 
abendländischen Sprachen, nämlich im H der älteren Gvieclien. 
Dieser (vom n der Phönizier entlehnte ) Buchstab galt ihnen 
nicht allein für das lange ?, sondern auch für den Hauch A; 
daher die Schreibart H»X/os und TH, HH, KH für 0. *. X, 
■welche alte Orthographie von denAeoliern beybehiihen wurde 
tmd zu den Lateinern überging (Fischer ad IVelieri gramm. 
gr. T. I. S. 147. Mureti epist. XFIII, z). 



z) Jo. Morini Exercitatt. bibl. S. 534. 



SQ J.JIauptth. Cap.I. Vom Lesen u. der Orthographie, 

2. Wie unv-ollkommen diese Vocalbezeichnung schou 
an sich \var , sieht man leicht. Hierzu kam noch, dafs 
jene Vocalbuchstaben l;eines%v«ges überall geschrieben 
wurden, sondern fast ausschUefslich nur zur Bezeichnung 
des gedehnten Vocallautes , %A^ährcnd die kürzeren Vocal- 
laute und alle übrigen Nuancen der Töne dem Leser über- 
lassen blieben '), 

So konnten z. B. im Hebräischen die Consonanten "la*: ausge» 
sprochen werden: "IJI Wort, 12^ Pest, *ia^ er hat geredet, 
13n reden, i^ti redend, T^'n geredet, "i^n Ilintcrraiim (desTem« 
peis); niaS vv'ie niaS Mond, n33*5 Weihrauch, n33b Weifs. 
pappcl , nJaS Ziegelstein; ebenso miO , wie nlO morlendo, 
ni» mori , n^JD niors u. s. w. 

Indessen kann es doch als ausgemacht angenommen 
■v\'erden, dafs ursprünglich in keiner semitischen Schrift- 
art weitere Zeichen für die Vocale Statt gefunden haben, und 
"vvie viel hier durch Gewohnheit und Kenntnifs der leben- 
den Muttersprache nachgeholfen wird, zeigt das Beyspiel 
der Araber, Perser, Syrer und neuern Juden, welche 
«elbst nach Erfindung genauer Bezeichnungen sich ihrer 
nur selten bedienen. 

Erst allmählich scheint iheils die Zweydeutigkeit einer 
solchen Schrift , theils grammatische Bearbeitung der 
Sprache, theils der Wunsch, den Laut aussterbender 
Dialecte auch in Rücksicht auf die Vocale zu bewahren, 
die Erfindung gewisser Zeichen veranlafst zu haben, wel- 
che jene Lücken ausfüllten, und «ine solche, theils voll- 
kommnere, theils unvollkommnere Vocalbezeichnung, 
die zu verschiedenen Zelten zur Consonantenschrift hin- 
zugekommen ist, haben jetzt die meisten semitischen 
Schriftarten. 



a^ Hier Ott. (Opp. T.II.p. 574« ed. jlTartian,') : cum vocalibus 
in media literis perraro utantur Helraoi et pro voluntate lecto- 
rum et pro varietate regionum, eadem verha diversis sonis et 
accentihus proferantur. 



|. 6. 7. Alldem. Begriffe von den yoealen d. Semiten etc. aif 

Folgendes ist eiae Uebersicht derselben: 

j. Das tinvoUkoninienste Prortuntiationszeichen hat die 
samari tonische Schrift. Diese hat gar keine eigentlichen Vocal* 
zeichen, sondern nur eine diakritische Linie, ^veIche einem zwey- 
deutigen Worte beygeschrieben wird > sobald dasselbe auf eine 
andere, als die gewöhnlich» Weise ausgesprochen werden soll, 
Z. B. 13*7 ilahar, lÜ-T deher (Pest) a Mos. 5, 3 ; D\jJ scliem 
(Name), ÜMJ Sem (als N. fropr."), S. C eil atii horr, samarit. 
S. 65. J o. I\Jv r i ni exercllatt. m Petita sani. S. 9 1 . J'T^^a l toni 
Vrolegotnin. XI, lo. Dasselbe Zeichen hat auch der hebräisch- 
sam. Pentateuch. 

2. Schon eine wirkliche Vocalbezeichnung, aber die einfachste, 
wnd vielleicht älteste, haben die altern Syrer, bey denen ein 
Punct über der Linie a, o und kurzes«, unter derselben e, i und 
langes u bezeichnet, aber nur in zweydeutigen Wörtern gesetzt 
wird, als: OOT (''*) '^^^> OCH ('''l) ipse ; ^(yy ("»n) illa, 

fcjOl (ti) ipsa; \Z\ veniens , jZj signum ^ |Z| venit li. s. f. 
(S. Schul tens instit.aram, S. Sß» 29. de Dieu gramm.ling. 
Orient. S. 36. ) 

5. Die Araber haben drey Vocalzeichen , nach den drey 
Ilauptvocalen , die auch in den drey literis quiescentihus liegen« 
Bämlich : 

_£_ Fatha für a , ä y 

~ liesre für e , i , 

_£_ Daihma ffif o> tt (ö, ü)l 

In diesen drey Zeichen sind alle Nuancen der Vocaltöne ent- 
halten, ^velche jedesniRl zu treffen c;rr.fse Schtvierigk-eit hat, und 
durch allgemeine PtCgeln kaum erlernt werden kann. Dieses hat 
denn die Veranlassung gegeben, dafs spätere Grammatiker zum 
Behuf der Lesung des Koran ein sehr zusammengesetztes System 
der Orthoepie gebildet haben, und dafe man allerdings auch zum 
genaueren Ausdruck der verschiedenen Nuancen von Länge und 
Kürze auf VervielLiltigung der Zeichen gesonnen hat. So unter- 
scheiden sie z. B. ein langes und ein kurzes Fatha, wovon das 
erste (das Kamez der Hebräer) durch einen Strich, das zw^eyte, 

' t 
v^relches sie fw^^^ÄSfef raptio d. i. »)t3n nennen ( das Patueh 

und Chateph • Patach der Hebräer) durch einen Punct bezeichnet 
wjrd. S. die Abhandlung über die Punctation des Koran 
V^VÄ^SS ! welche Silv. da Sacy (^Notiees &: Ex- 



(i=3tüf 



30 I.Haiiptth, Cap.I. P^om Lesen u, der Orthographie. 

traits de laBihliotheque imjjeriale et autres Bihliotheques T. Vlll 
S. 306 ff.) im Auszuge mittlieilt. ' 

Drey Vocal»^ haben auch die Zabier, nur werden die Züge dersel- 
ben an den Consonanten selbst aii;;;ebracbt, und der erste Vucal nni- 
fafst nach syrischer Weise o und ö. (^V^l.Norherg de religione 
et lingua Sahaeorum in den Commentatt. societ. reg. Gottlng. 
Vol. III. i78o)- 

4, I'ünJ Vocale (a, e, i, o, u) nach dem Muster der 
griecliischen Schrift haben die Syrer ssit Sec^ VII und Vlll 
nach Chr. 

5. Sieben Vocale, die, wie bey den Zahlern, an den Conso- 
nantenzügen selbst angebracht werden , haben die Aethiopier, 
nämlich ä, it, e, i, o, u und einen Halbvocal, der bald gar 
nicht, bald wie ein halbes ü getönt wird. (S. JLudolf. gramm. 
aetbiop. ed. Vansleh. S. 2. 7 IT. ^ 

$• 8- 

Vocalisation der Hebräer. Zeitalter und Werth 
derselben !> V 

1. Bey weitem am ausgebildesten ist das Vocalsystem, 
welches dem hebräischen Texte in den jüdischen Hand- 
schriften (die Synagogenrollen ausgenommen) beyge- 
schrieben ist. Die Urheber desselben haben sich bemüht, 
auch die kleineren Nuancen der Vocaltöne auszudrücken; 
selbst halbe Vocale, unwillkührliche HülfstÖne, die in 
wenigen Sprachen geschrieben werden, ja die Abwesenheit 
eines Vocaltons , hat man durch Zeichen bemerklich ge- 
macht. Diese ängstliche Genauigkeit macht es mehr , als 
bey irgend einer andern Schrift, zur Gewifsheit, dafs 
diese Vocalbezeichnung nicht das Werk der lebenden 
Sprache und Schrift , sondern einer epätern Zeit sey , in 



t>) Jo. Drusius d& recta tectione linguae sanctaa in desäen 
Opusculis ad granun. spectaiitihus 1 609. 4- (^Cap elli) Arca- 
num punctationis revelatum ed. Erpen. Liigd. 16 24. 4* Bux- 
torfii fil. de antiquit. punct. vocalium Busil. 1 648- 4- Tr e n- 
delenh ur g : Einige aus dem, Hehräischen selbst hergenom- 
mene Gründe für das ehemalige Daseyn drey er Vocale» im 
Jieperturium f. hibl, und morgenl, Literatur Th. iQ. S. Jß ä. 



J). 8« yocalisation der Hclrüer. JieitäUer u, TVerlJi ders. 3 i 

welcher sprachkundige Grammatiker die Aussprache des 
schon ausgestorbenen Althebräischen durch Schrift zu 
lixiren suchten > um die Tradition nicht aussterben und 
die wahre Aussprache verloren gehn zu lassen. Ueber 
diese Entstehung der Vocalsetzung herrscht jetzt unter den 
Kritikern fast nur Eine Stimme, \viewohl aus Mangel an 
historischen Nachrichten vieles Einzelne, selbst das Ge- 
nauere über die Zeit dieser Bearbeitung des Textes, proble- 
matisch ist. 

S. Man unterscheidet nun in der Lehre vgn den Vo- 
calen a) eigentliche Vocalzeiclun (§. g. 10), welche mz^ 
und ohne Vocalhuchstaben (§. 11) geschrieben werden 
können und alle Arten langer und kurzer Vocale aus- 
drücken; b) Halbvocale oder Schxvä's (§. 13 — 16)» 
"welche! alle Sprachen haben, aber nicht so genau bezeich- 
nen. Die Hebräer rechnen dahin auch ihr Zeichen für 
die Abwesenheit jedes Vocals. 

Anni. 1. Eine ausführlichere ITntersuchiine; über diesen 
■pielhestritteneu Gegenstand s. in meiner Gesch. der hehr. Spr. 
und Schrift §. 48 — 5^- ^^^ Resultate derselben sind kurz 
ziisammengefafst folgende : 

a) Ursprünglich und ^vahrscl^einlich während des ganzen 
Zeitraums der lebenden Spr.^che sehrieb man ohne alle Vocale 
Und diakritische Zeichen, wie die jüdischen Münzen zeigeai, 
und die Synago:^enrollen der Juden noch beut zu Tage (ver- 
tnuthlich nach alter Tradition) geschrieben werden (a. a. O. 

§• 49 )• 

h) Auch noch die LXX scheinen aus einem ganz vocallo» 
aen Texte übersetzt zu haben ( a. a. O. §. 5o). 

c) Die verschiedenen dahin gehörigen Stellen des Talmud 
geben das Resultat , dafs man bey Abfassung desselben die 
Zw^ej'deutigkeit eines unpunctirten Textes schon dringend zu 
fühlen und ihm durch gewisse Lesezeichen (Öi»i?B) abzuhel- 
fen anfing ("ebend. §.51). 

d^ Dasselb« Resultat geben die Commentarien des Hiero- 
nynuis ( See, IV nach Chr. ) , welcher unter accentus ( d. i, 
Difa) ebenfalls gewisse, vielleicht nur in einzelnen Fällen 
gebrauchte, Leseieichen zu verstehen scheint (ebend. §.52). 

e) Erst vom 5ten oder 6ten Jahrhundert an fin/ileti sich 
deutliche Spuren des vollendeten Voc.xlsystems, das iilicste 



32 J. Haiiptth. Cap. I. yom Lesen ii, der Orthographie. 

Zeugtiifs wohl in der Masora, welche die meisten Vocalzeichen 
namentlich nennt, und ihre Abweichungen anführt. Die all- 
gemeine Einführung niag allerdings allmählich vor sich gegan- 
gen seyn. Nach einigen dazwischen liegenden dunkeln Jahr- 
hunderten War der wahre Ursprung derselben schon den jüdischen 
Grammatikern des eilften Jahrhunderts unbekannt geworden. 

Problematisch bleibt dabey die Beschaffenheit der etw^anigen 
frähein Lesezeichen, wobey Clericus , Dupuy n. A. an den 
diakritischen Punct der Syrer» oder die diakritische Linie der 
Samaritaner, Alb. Schultens, J. D. Michaelis, JLlchhorrtt 
Trsndelenhurg u. A. an drey einfachere Vocalzeichen (nach 
Art der Araber ) denken. Mehrere der letzteren Gelehrten iin- 
den wahrscheinlich, dafs solche einfache Vocalzeichen schou 
früh, vielleicht zu gleicher Zeit mit den Consonanteu, erfunden 
worden und während des Zeitraumes der lebenden Sprache im 
Gebrauch gew^esen seyen, was sich aber bey unpartheyischec 
Abwägung der Gründe für und wider doch nicht bestätigen 
dürfte (S. a. a. O. §. 49). 

a, Kühren hiernach die Vocale, nach welchen w^ir den 
Text aussprechen ■, nicht von den Verfassern der biblischen 
Schriften selbst her, sondern von gelehrten Rabbinen, so 
fräü,t sich , was ist Von dieser Bearbeitung des Textes zu hal» 
ten ? Gibt «ie auch wohl die richtige Pronünziation des Alt- 
hebräisclien -wenigstens im Ganzen wieder? oder ist sie ein 
Werk der Conjectur und Willkühr? Letztere Ansicht ward 
besonders bey einer gewissen Schule franzüsiscliet und engli- 
scher Grammatiker eine Zeitlang die herrschende. Jetzt möch- 
ten alle tmbefangene Beurtheiler über die allgemeine Richtig- 
keit der masorethischen Vocalsetzung in linguistischer Rücksicht 
einie seyn. Die Gründe dafür liegen auf der einen Seite in 
der analogen Aussprache des Arabischen und Aramäischen, ohne 
dafs sich die hebräische einer derselben vorzugsweise näliert; 
auf der andern Seite in der Consequenz und Selbstständigkeit 
derselben in den Stücken, wo sie von beyden abweicht. Die 
Siibtilität mancher Bestimmungen ist von den Arbeiten ängst- 
licher Grammatiker unzertrennlich, hebt aber die Richtigkeit 
der Tradition niclit auf, weiche sich besonders in den palä- 
stinischen und babylonischen Schulen mit Reinheit fortgepflanzt 
XU haben scheint.* Wir werden es uns durch dieses ganze 
Werk zum Geschäft machen, auf die Analogie der hebräi- 
»eben Vocalsetzimg und der der verwandten Dialecte aufmerk«, 
san» zu machen, ( S. Gesch. der hehr. Sprache und Schrift 

§. 54'— 56;- 



§.8. VocalisaLion der Hebräer. Zeitalter u. TVerth ders, 33 

3. Einen Hauptgrund gegen die Richtigkeit der gegenwär- 
tigen Puuctation hat man von der Vocalisation der Nomina 
proprio in den LXX (s. die Zusammenstellung in Hiller i 
Onomast, facr, p. 706 il. , meine Gesch. der hebr. Sprache 
S. 191), und der Appellati va , w^elche in den Fragmenten 
des Aquila , Symmachus und Theodotion, den Ilexaplis des 
Origehes und den Commentarien des Hieronynuis vorkommen 
(s. Mon tfauc an: Quomodo veteres interpretes hchraice lege' 
rint, in dessen Ausg. von Origenis Hexaplis T. U. S. 397 IT. 
wieder abgedruckt in pp'oljii hihi. hehr. T. IL S. 633 IF. vgl. 
Jahn gramniat. hehr. ed. III. S. 443 ß>)) hei'genonimen. 
Die Pronunziation des unpunctirten hebräischen Textes , wel- 
che hier zum Grunde liegt, weicht von der masorethischen 
allerdines in mehreren Stücken ab , aber so , dafs itir darin 
eine provinziell verschiedene Mundart des Althcbräischen^ 
wahrscheinlich die zu Alexandrien gewöhnliche, zu erkennen 
glauben, da die maiorethische Vocalsetzung von den paläsii- 
nensischen und babylonischen Juden herrührt. Jene alexan- 
drinische ist etwas reicher an Vocalen, und nähert »ich in ein- 
2elnen Puncten der Arabischen und Syrischen, in allen Haupi- 
puncten ist jedoch grofse Uebereinstimmung , und w^o sie am 
meisten abzuweichen scheinen (z. B. in Rücksicht aul das 
Schwa ,\n^y:)^ 'Eoif/.ov/jk), da geben die jüdischen Grammatiker 
solche Regeln der Pronunziation , dafs die Uebereinstimmung 
meistens hergestellt mrd. (S. Gesch. der hehr. Sprache S. 199, 
Ä07 ). Auch die heutigen Samaritaner sprechen ihren unpunc- 
tirten hebräischen Text mit andern , viillc} n Vocalen ans , als 
die Masorethen , zl B. haraschith l. hreschith (s. Cellarii 
epist. sam, ad Job. Ludolf. Cizae lögS- 4- S. g. 12), wa« 
aber vielleicht mehr dem Einflufs der dortigen Landessprache, 
als altem Herkommen zuzuschreiben ist. — Unsere hebräi- . 
sehe Grammatik mufs sich natürlich an die masorethische Vo- 
calsetzung halten, doch werden auch die abweichenden Vocal- 
setzungen immer daneben verglichen und beuitheilt werden, 
und zur Bestätigung und Erläuterung gute Dienste leisten. 

4. In der (irrigen) Voraussetzung, dafs die hebräische 
Vocalsetzung der arabischen möglichst ähnlich gewesen sey, 
ist, besonders zu metrischen Zwecken , der Versuch gemach i 
worden , dem Hebräischen eine vollere arabisirende Punctation 
unterzulegen ( s. J. E. Greve ultima capita Johi. P. I. IL 
ßai'entriae i788' 9** 4* Dess, Vaticinia Nahumi et Hahacvci , 
yimstelod. 1793. 4- Dess. Jesaiae vuticiniorum cap. XL sq. 
jimstelod, iQ»4. Va'- Eichhorns ßilliothsk der hihi, 

C 



34- I' Hanptth, Cap. I. Vom Lesen u. der Orthographie. 

üterat.ß.e.S. 384.^- i-.Z. 1816. E.B. S. 12). — Ein andrer 
Vorschlag (s. J. IM. Hart mann T'^orschlüge zur Erleichte- 
rung der hebräischen Punctntion in Eichhorns Biblioth. . der 
hihi. Literatur Th, Q. S. 2-iff.) geht nur auf die Vereinfachung 
der ZeicLtu für die Vocale, und die Aufhebung des Unter- 
schieds zwischen langen und kurzen Vocalen ; aber wer mag 
es bis zur Gewifsheit entscheiden, wieviel in unserem Vocal- 
system der masorethischea Subtilität und w^ieviel richtiger 
Tradition angehöre? Wir haben oben (S. 29) gesehen, dafs 
die arabischen Grammatiker ihr einfaches Panctationssystem 
selbst nicht hinlänglich gefunden, und die im Hebräischen 
bestehende Unterscheidung von (x) und (-) eingeführt haben. 
Sollten wir das längst» und gewifs nicht ohne Grund, Einge- 
füiute verdrängen wollen? Ueberhaupt wird willkührliche 
Einführung neuer Zeichen in alte Schriftarten wohl nie gelin- 
gen , und bleibt immer ein Verstofs gegen das Cüstüm des 
Ähertliumf. 

A. Von den Vocalzeiclien. 

Zahl, Name, Eintheilung derselben. 

1. Die Zahl und Eintheilung der hebräischen Vocal- 
zeichen Avird von den Grammalikern verschieden ange- 
geben. Vor Kimchi zählte man allgemein nur sieben 
eigentliche Vocale (DO.IO nyS'!!^. Septem reges ^ auch 
ni'l'ip voces, (Jjwvijfvra, niy^iH , D'^P^I genannt), im Ge- 
gensatz der Halbvocale oderSchwa's(D^'i3y)*^). Nämlich: 
Kamez (\velches auch Kainez chatuph begi'iff ) , Patach, 
Zere, Segol , Chireh, Cholem , Schüren, (welches auch 
Kibbuz begriff) •^). Die Gebrüder Rirachi machten hier- 



c) S. lib. Cosri ed. Buxtorf S. 143. Ahen Esra in Sepher 
Zachut S. 143. a. Buxtorf a. a. O. S. 26. 

d) Dafs Kamez - chatuph luid Kibbuz damals noch gefehlt hätten, 
wie lUicha'elis {Vermischte Schriften Th. 2. S. ^2. de 
^yrorum vocalibus §. 6) meint, widerlegt schon der Augen- 
schein der Handschriften, unter denen doch wohl ältere sind, 
als jene Angaben. Nur in den Namen, nicht in dex Sache, 
Ipg der Uaterschied. S. Trend elenburg S. 89» 



§. g. Zahlt Natne und Rintheilung der f^ocaheicheft. 35 

auf zuerst, nach Analogie der abendländischen Sprachen, 
die immer noch von den meisten Grammatikern \Yieder- 
holte Eintheilung in 5 lange und 5 kurze Vocale, ^vie- 
wohl sie schon von andern jüdischen Grammatikern mit 
Recht ver^vorfen ^ard ^). Sie ist folgende : 



(~) Kamez , «. 

("TT') Zere , e. 

{^ — ) Chirek viagiiiim t. 

( 1, — ) Cholem, ö. 

C^) Schutek, ü. 



( _ ) Patach , ^. 

(— ) Segot, ?. 

("7") Chirek parvum , ?. 

(~) Kamez chatuph, ö. 

(~) Kibbuz , u» 



2. Verwerflich ist diese Eintheilung schon deswe- 
gen, "sveil die von den abendländischen Sprachen ent- 
lehnte Annahme von 5 Hauptvocalen dem Vocalijystem 
und der Wortbildung einer semitischerr Sprache nicht ange- 
messen istj noch mehr aber, weil jene Gegeneinander- 
stellung langer und kurzer Vocale eine ganze Reihe von 
Jrrthümern und falschen Begriffen über Orthoepie und 
Verhältnifs jener Vocale verbreiten mufs. An prosodische 
Länge und Kürze, wie im Griechischen, ist ohnehin im 
Hebräischen nicht zu denken. Aber wenn man auch nur 
den gedehntem Ton eines Vocals Länge nennen will, 
so ist doch die Tabelle vollkonnnen unrichtig. Nur 
Fatachy Segol, Kamez- chatuph smä immer lixxxzeVoQsilei 
Chirek f Kibbuz (vielleicht auch Pa/^t-Ä und St;^o/, wenn 
sie in Vocalbuchstaben ruhen) können auch lang seyn; 
Chirek magnunt und parvurii, Schurek und Kibhnz verhal- 
ten sich nicht zu einander, wie Längen und Kürzen, bon- 
dern wi'e Cholem mit und ohne Vau; endlich verlängern 
und verkürzen sich die Vocale keinesweges nach jener 



e) Dav. Kimchii Michlol foL igG. Dagegen Ahrah. df 
Balmes Mikne Abraham cap. g. 

C st 



30 J,JJauptth, Cap.l, Vom Lesen u» der Orthographie* 

Gegeneinanderstellung, sondern ganz andern Gesetzen 
(§.12). Es ist daher Zeit, dafs man jene Methode ver- 
lasse *). 

3. Desto unentbehrlicher für eine richtige und natur» 
gemäfse Einsicht in diese Lehre ist es, sich die Vocalzei- 
chen nach den drey Haiiptvocallauten (0. 6, 1 ) , welche 
auch in den Vocalbuchstaben liegen, in drey Klassen ge- 
ordnet zu denken, für deren jede der Araber, wie oben 
bemerkt, nur Ein Zeichen hat. So erhält man folgende 
Eintheilung, welche bey unserer Behandlung zum Grunde 
liegen wird: 

Mrste Klasse. Für den Laut J und J (arab. Fatha^ 
haben die Hebräer: 
a) (~) Kajnez, langes a, ^ 

h) C^) Patacht kurzes a. 
c) (T") Segol , insofern es ä ist. 

Der entsprechende Vocalbuchstab ist N. 

Ziveyte Klasse. Für den Laut E und Z (arab. Kcsre) : 
a) (TT) Zerct langes, helles e. 
l) (~) Segol, kurzes c, auch ä (daher mit der 

ersten Klasse verwandt). 
e) (-7) Chirek, langes und kurzes f. 

Alle drey, besonders Chirek, haben zut Verlängerung 
oidenüich. die litera quiescens ^, daher ^— , "hr» ^T- 

Dritte Klasse. Für den Laut O und U (arab. Dammd) t 
a) (— ) und mit dem 1 (1) Cholem; langes 0. 
h) (T) Kamez'chatuph, kurzes o, 
cj (^) Schureh, langes u. Fehlt das 1, so heifst 
es: 



f) S. Trendelenburg a. a. O. S. 99, und di6 Spiachleluen von FJeif' 
fäi- S. 6» von Hezel S. 133, von Hartmann S, 55. 



^, 9. Zahlf Name und E.inlheUung äcr f^oeaheichen. 37 
d) (TT) Kihiuzt dieses ist aber auch kurzes u 

iiD chrdlo. 

Den genauem Commentar über dieses Alles liefern 

Die hier aufirestellte Znrüclfiihrur» der vcrscLiedencn Vocal- 
laute und Zeichen auf drey Hauptlaute, kennen schon die älte- 
sten Grammatiker, z, B. Abrn Esra , welcher Patach, Chirek, 
Cholem die entfachen Laute (^DiTDIO) nennt, und die übrigen 
ihnen unterordnet, dah. zusammengesetzte (D''5!3*nö). S. JBttX- 
torf de punctt. vocalihus S. 191. Nichts anders sagt auch die 
bekannte Stelle des Buchs Cosri (s. Note c), in welcher die 7 
älteren Vocale unter folgende drey (den arabischen Vocalen ana- 

löge) Klassen gebracht werden: 1. yiOp comjyressio C'^4,hO 

Damma) enthält Kamez» Cholem, Schurek, 2. nnTlS apertio 

$ ^ c^ 

^2E:^^ Fatha) , umfafst Patach und Segol. 3. *l3ttf fractio 

>- o ^ 
(arab. 5 «mI^TS Kesre) , umfafst Chirek und Zere. (Vgl. über 

diese Stelle IVHchaelis de Syrorum vocalihus §. 6. Drcsde 
Vorrede zur hebr. Gyamm, Bes. Trendelen h urga. a. O. S. 8»)- 
Man bemerke, daf» hier Segol zur Klasse der A - Töne gezogen 
ist, Kamez aber zum Laut O, welches von der rAbbinischen 
Fronunziation desselben durch herrührt (s, Aum. 3.}. 



Anmerkungen. 

I. Namen der Vocale. 

». Die Namen der Vocale werden in der Masora und hey 
den jüdischen Grammatikern zum Thcil noch anders gebraucht, 
als jetzt gewöhnlich ist ( s. die Stelle aus Arugat hahbosem bey 
Buxtorf a. a. O. S. 190). Kamez heifst auch Kamez magnum, 
im Gegensatz von Zere od. Kamez parvum ( s. Masora zu 1 Mos. 
2, 22. Ps. 55, 10 3; Patach, auch Patach magnum, im Gegcns. 
von Segol d. i. Patach parvum; für Chirek brauchen Aben Esra 
u. A. auch Scheher ("»^It) fractio d. L Nachbildung des arab. • 

> o ^ 
8^«**^=); ^ür Cholem O^S li\o (Mund voll), iiir Schurek 
\j 
C-IS yiSp., für Kibluz auch Schurek parvum. — Die Masora 

gibt auch zaweilen blofs den Ton ani z, B, iK /» 1K O. 



53 J.Hauptth, Cap. I, Vom Lesen u, der Orhographie, 

2. Die Etymologie der jetzt gewöbnlichen Namen ist nicht 
immer ganz sicher Doch ist die Analogie mit den Benennungen 
der Vocale im Arabischen und Syrischen deutlich. Die Benen- 
liung ist uäml. überall von der Gestalt der Organe bey Bilrlung 
des Vocals hergenommen. Das Wahrscheiniichsio darüber ist 
folgendes ; 

ycp (besser nach Simonis ycp) von YK>p_ rabbin. colUgere, 
aongreoare, vom Zusammenziehen des Mundes, welches nicht 
zu dem Laute ä, sondern o pafst, welcher bey den Rabbi- 
nen gewöhnlich war. Umgekehrt hat das entsprechende syri- 

sehe o (l2l.£)l d. i. elevatio sc. vocis^ offenbar seinen Namen 
von der Aussprache, wie a. 

nn3 (nach El. Levita nPö) Oeffnung (des Mundes), wie 

. ^ ^< 
das arab. ^siiXi, 

■»•iX , '»T'X (richtiger tix , ''*1"<2S)j eig. ruptio , fractio (von 
K1S syr. und chald. zerreifsen ). Analog ist die Benennung *i:i'i» 

^ o > 
für Chirek, und das arab. ^ f^. ^ — i . 

Slip wahrsch. Traube, von der Gestalt des Zeichens (••), 
Schulti-ns (institt. ling. hehr. S. 56) findet dieses gegen die Ana- 
logie der übrigen Benennungen, was es freylich auch ist, und 
schlügt eine Ableitung vor von VcsnA« , » « fusione reciproca,^" 

die ich aber nicht verstehe. Nach XiÖJcA^r ß reponeiido (vgl. n^ao), 
vgl. dann Rehozo. 

p'1''n das Knirschen, Kreischen (von p'in), wie das syr. 
Chevotzo von CJ<2j».^ tinnivit. 

oSin Sßnitas , integritas, der volle, mit vollem Munde ge- 
sprochene Ton, ii&ch Balnies dS^I N^ia ping'uis et integer. 

»jltsn yüp Kamez raptum, bey Kimchi und A. «)T3n ynp. 

p^lltt; das Zischen, Pfeifen (von p*ixy). 

yiiap das Zusammendrücken (des Mundes), von y3p bey- 

nahe = yöp. Vgl. das syr. ftr^ compressio. 

Bey der Form dieser Namen hat man ohne Zw^eifel die 'Neben« 
Rücksicht genommen', dafs der dadurch bezeichnete L.aut zu- 
gleich in der ersten Sylbe des Namens gehört werde , wodurch 
ziemlich ungrammatische Formen entstanden sind, wie p^lTl, 
p*11lV, wohl eigentlich p*in ," p*1Ty", denn ?.ie scheinen eigentlich 
Segolatfornien und J!bstracta zu seyn. Analog sind die Conso- 
nanteunamen >)S>*, b»^i'\, dcneiv »ie nachgebildet seyn mögen. 



§. 9» Zahl, Name und ILintheilniig der Vocalzeichcn. 39 

Schon alte GiamrtitTtiker schreiben hiernach auch Sl^Ö (wiewohl 
die hebt. Sprache keine solche Form di'iMet); die Aussprache 
liomez • chatuph und Kiihhuz ist aber eine Erluulung der Neuern, 
denn kein Aker schreibt ycp oder yi3p. (Vgl- Stangtt Anti- 
ciitica in Iccos cjuosd. Psulmor. T. II. S. 109 IT.). 

üeber diese Namen überliaiipt s. BuxtorJ de vocalihus 
S- *ö8* LöscJier de causis ling. hehr. 8.309. Schaltens 
institt, S. 51. Starkii lux gramm. hebr. S. 60. 

II. Aussprache der V o c a 1 e. 

3. Das Kfimez lesen wir nach dem Beyspiel der spanischen 
Juden als langes helles a, ebenso ist es beständig in den LXX 
ausgedrückt (s. Hilleri Onomast, sacrum S. 707), auch ..die 
Griechen haben hier immer ein a (kein o) gehurt J' ^7^:5, xa/Jt>jÄoj, 
^O /u.avva, ni^^lCjD iiaffiot. ( S. Gssch. der hehr. Spr. S. 66). 
13<iijegen haben es schon die Tiberienser (s. Ah en Ej sr a in Jo. 
]VI o rin i Exercitatt. hihi. S. 543« Buxtorf de punctt. vocal. 
antiquitat. S. 210), und viele Rabbinen des Mittelalters, denen 
jetzt die deutsci-en und polnischen Juden folgen, durch ein dun- 
keles a aesprochen, w^elches an O eränzt, wie das schwedische a. 
Diefs lieet bey der Eintheilung des Buches Cosri (^ S, 37) zum 
Grunde, und hiervon geht selbst der Name yöp aus (Anm. 2). 
Dieselbe Verscliiedenheit findet sieh aber auch im Aramäischen, 
wo die Syrer gewöhnlich für das lange A ein O sprechen, di© 
Chaldäer dagegen und der feinere orientalische d.i. nestorianische 
Dialect der Syrer ( s. Assemani Biblioth. Orient. T. III. P. IL 
S. 379. vgl. jMicha'elis gramm. syr. S. 27) das ^ beybehal- 
ten. So im N. T. raXi^x (^AaJ>.^), Marc. 5, 41, Ma^av x3x 
^ (Zj ii""^y * *-'°'^* *^' ^^' 'Aßßa, 'AkeX5«/x« u. s. w. Diese 
Aussprache liegt auch in dem Namen des Vocals Zekofo ( |.£lßl 
elatio sc. vocis ). Auf jeden Fall kann die Aussprache durch ö 
auch bey den Hebräern nur höchstens eine pro%'inzielle gewesen 
seyn. Als Spur dei^selben in griechisch geschriebenen Namen 
könnte man sich allenfalls auf ch'f) 'EcXvfxx , is*» Jox-irv) berufen, 
allein wie häiifis; haben die Griechen hier überhaupt ganz andere 
Vocale j z. B. ]^"i^ 'lo^lav.it:? Die Beweise aus üer hebräischen 
Grammatik und Analogie selbst, -«"rlche Hezel (paläograpliische 
Fragments über die Schrift der Hebräer und Griechen. Berlin 
lg 16. S. 129 FT.) für diese Aussprache versucht hat, können 
auf keinen Fall zu diesem Resultate führen. Zwar w^ecliseln 



l^.o I. Uauptth. Cap,. I. Vom Liesen u. der Orthographie^ 

Formen wie \ü1i«, D''U:J3M; Qsü^ chald. |''»1t ; Strip chalcl. 
St2|3, niö contr. ni7.3 , aber die Gründe dieser Veränderungen 
liegen überall in ganz andern Uoiständen , als in der Aussprache. 
6. (Hall.) A. L. Z. 18 1 6. B. 2. S. 444. 

4. Das Vatach in zusammengesetzter Sylbe wird schon ron 
einigen Rabbinen (s. Danz literat, hehr, chald. S. 44, Löscher 
de causis linguae hehraeae S. 3*5) wie ('•'), nämlich ä, gelesen, 
wofür sich auch Hezel (palüographische Fragmente S. i3ifF, ) 
erklärt. Allerdings ist grofse Verwandtschaft zwischen diesen 
X^auten , aber daraus folgt nicht, dafs der Punctator mit dem 
(_) auch den Laut « verbunden habe, dafür hatte er ja Segol. 
Wozu hätte man so viele Zeichen für die bestimmten Laute aus- 
geprägt, w^enn man sie wieder liätte durch Vieldeutigkeit unbe- 
stimmt machen wollen? Vergeblich beruft man sich also a) auf 

die arabische Aussprache ^6\.)l/C mälch, j_aV <^ ■■< kelb ^ denn 
hier sprach der Hebräer allerdings ä , allein er schrieb hier auch 
Segol, b) auf die Ausspraclie devLXX z. B. pIS^D^» Msky^tashtn 
(s. Gesch. der hebr. Spr. S. 192. 199); denn die Alexandriner haben 
häufigst eine etw^as andere Aussprache ihres unpunctirten Textes; 
c) auf die häufige Verwandelung des (_) in C'*' ) » C'") ^^(''') 
u. 8. w. ; denn diese setzt nur Verwandtschaft nicht Identität 
der Laute voraus. 

5. Dasselbe gilt von der Bemerkung Hezels (a.a.O. S. 137), 
dafs Chirek auch wie ? getönt habe, w^obey er sich auf die Aus- 
sprache der LXX (z.B. nnS" 'IsCp^^as, SmIJOV 'E/xyuavou>)X) 
und das syrische beruft, welches für das hebräische Chirek häufig 
Ftbozo ( e) hat. Die Vocaltöne eines Dialectes sind nie denen 
des andern so vollkommen gleich, dafs man die Aussprache de$ 
einen Wortes aus dem andern mit Sicherheit erlernen könnte. 
Wäre aber <iiich wirklich (den LXX zufolge) ein Wort, was 

et7.t Chirek hat, von den alten Hebräern mit ? auseiespi'ochen 
worden, so würde daraus immer nicht foleen , dafs das Zeichen 
Chirek auch ein e bezeiciinen köniie. 

Vom Kihbuz s. unten besonders §. 12, Anm. 2. 

Jill. Vom Lesen des Ch olein und Schurek. 

6. r. er Punct des Choleni vsrird mit dem diacriiischen Zeichen 
de» U7 und XJ, wenn sie zusancimenstofsen, vereinigt. Der Punct 
über dam iy schliefst das Choleut ein , wenn es selbst kein Vocal- 
Kcicheri muer sich Jwt, z. B. Hlp (der da hafst); das "d , wenn 



§. Q, Zahlj Name und Eiiitheilung der J^ocalzeichen. l^x 

der vorhergehende Buchstab keinen Vocal hat, z. B, n^i'ö (Mose), 
]Mit zwey Puncten (^) liest man scho , \venn es selbst keinen 
Vocal hat, z. B. *ißW (bewachend), dagegen os , wenn kein 
Vocal vorhergeht, z.B. Ti/si"» (er tritt nieder), 0''Niyj. Nur 
in Mss. wird dieses nicht immer beobachtet, und das Cholem 
steht dann bald neben dem diacritischen Puncte (ntÜb), bald 
auf dem mittlem Schenkel (niy»), bald gar im Bauche desselben 
(nvJ^Oj. (Eichhor tis Einleit. in das A. T. Th. 2. 3. 43. 2te Ausg. 
S. 5'2 und die das. angef. Beschreibungen von Handschriften ), 
Die zAveyte Schreibart scheint die gewi>hrlichste, und findet sich 
z. B. fast in allen berlinischen Handschriften, 

7. In mehreren Fällen ist 1 durch ow auszusprechen , wo 
das T Consonant bleibt, und ein Cholem vorhergeht. Z. B. Dl*"? 
(leibend) Jes. 24. 2. STj^^ip (die auf dich harren) Ps. 37, q. 
Jes. /(O, 30. D^lSa (Lumpen) Jer. 53, 1 1. Eben dahin yehiirt 
nln*', wenn man es mit diesen Vocalen liest ( s. aber §. 30, i ), 

ß. In ungenauen Drucken (und Handschriften) steht das 
Cholem auch über dem Vau, wenn es nach demselben steha 
sollte, z. B. \\V {aivon, Missethat). Genauere unterscheiden 
diefs, und schreiben py. Doch kann man sich auch dort wegen 
des vorhergehenden Vocals kaum irren. In Ha iJschriften fehlt 
öfter der Punct über Aem Cholem, besonders in dem Worte Din"». 

9. Nach derselben Analogie haben einige Grammatiker (llil' 
l er. Onomast, sacr, S. 691) auch das !) im Anfange der Wörter 
w^ie IT, ■) 10U, lesen ^vollen, weil aufserdem kein Wort uii<l 
keine Sylbe mit einem Vocal anfange. Dagegen bemerkte schoa 
D. Kimchi ( Michlol fol. 1 7 ) nach Juda Chiug und den Tibe- 
rieiisern, dafs es vielmehr wie nN zu lesen sey. Dnfür spricht 

auch dasVulgärnrabische, wo das ^ cpprJativum im Anfange des 
Wörter wie w klingt, z. B. (,^XA^* umalchy und der König. 



10. Die meisten Vocale stehen unter dem Consonant^n nacli 
■welchem sie gesprochen %vcrden. Ausgenommen sind davon nur 
ß) !| , i, (')' "welche 72rtr/i oder neh^n dem Consouanten stehen; 
h) das Patach Jurtit um ( §. i6), welches ror demselben gespro- 
chen wird ; c) das Kaviez im Caph finale , ^w^elches. in dem Con- 
sonanten steht (?j)j m Handschriften aber auch darunter, be- 
sonders wenn das ^ nicht unter die Linie herabreicht ( T ). 
S. Kall descript. codd, mss, ma3;ime Erford. S. i6. 



4-ii I.HaupbtJi' Cap. I. Vom hexen u. der Orthographie. 

§.10. 

Vom Kamez'chatuph insbesondere. 

Das Kamez {a) und Kamez^chatiipk (o) werden, wie 
die Tabelle (§. Q* Z. o) zeigt, durch Ein Zeichen aus- 
gedrückt , was seinen Grund in der rabbinischen Aus- 
sprache des (t) durch O haben mag. Es kommt daher 
darauf an, sie richtig zu unterscheiden. Für den ge- 
nauem Kenner der Wortbildung und Etymologie hat die- 
ses nur in sehr wenigen Fällen Schwierigkeit, dagegen 
ist es schwer, fast unmöglich, dieses lediglich aus der 
Beschaffenheit der Sylbe , oder aus den Lesezeichen und 
dem Tone abzunehmen ^). Da schon von den alten Gram- 
matikern , besonders aus falscher Auffassung des Metheg 
und übertriebener Gläubigkeit an dasselbe, \iele Wörter 
falsch bestimmt Avorden sind '') , auch Neuere häufig an- 
stofsen, so wird es nicht unzweckmäfsig seyn, die Lehre 
hier mit einiger Vollständigkeit abzuhandeln. Wir wer- 
den dabey den gewöhnlichen allgemeinen Piegeln mit ge- 
nauer Bemerkung der allgemeinern und einzelnen Ausnah- 
men folgen, und bitten, die Lehre vom Metheg (§. 29.) 
immer damit zu vergleichen. 

Erste Regel. Das Zeichen (^) ist ein kurzes O in einer 
zusammengesetzten Sylbe (§.48. 1), die den Ton nicht 
hat; denn in diesem Falle kann die Sylbe keinen langen 
Vocal haben. Ilierunier begreifen sich folgende einzelne 
Fälle : 

1. Wenn ein einfaches Schiva folgt, z. B. nODH 
(Weisheit), 1^"Jp^ (sein Heiligthum), jS'^jp. (Opfer- 
gabe). 



o) Dieses hat schon Danz (literatorhebraeo-chald. S. 33 — 92) 
richtig bemerkt. 

h) S, Danz a. a. O. , der insbesondere die Angaben des ii/mc/ii 
öfter SQhr gut berichtigt hat. 



§, 10, Vov% Kamez-^ehatuph inshesondere^ 45 

Soll in diesem Falle (^) doch für « gelten , so steht 
ßjetheg dabey (nach §. 09, 2), welches hier den langen 
Vocal bezeichnet. Daher ^'^-?,^ sä-chra (sie erinnert 
gich) Klagel. 1, 7, TVXDyioch'ra (erinnere dich) Neh. 
5, ig, n"JpiiJ schani'ra Hiob 24., 15 und H^lO^ JcAor/ir« 
1 Chron. 29, 13, 

Anm. I. Das IVIetheg h^t aber 4iese Bedeutinie; nicht, 
wenn ("^^ in der drittletzten Sylbe und der Ton m der letz- 
ten steht: denn hier steht es auch bey dem kurzen Vocale 
(§• ^9 > 5)- Daher: n'»3ii*in dnrbönöth (Spitzen) Kohel. 
12, 11 ; •'^'^»'tJ schomrcni Ps. x6, i; •"l3<f}*i;j Riclit. 14, »5. 
Mehrere durch ß^akheph verbundene Wörter gelten dann für 
Eins. Jes. 3g, 14: -»S " np'iJV lies : oschka li ( mir ist Angst). 
Ps. 5J3, 31 Keri: :3il3-'>3TI rodji tob (setze dem Guten 
nach), il*!.*!» mijjordi Ps. 33, 4 Keri. Hierdurch werden 
die Zweifel erledigt , welche Chr, B. TVf» chaöli s ( Quaest, 
grammat. ex lingua hehr, in den JMiscellatieis Lips. J^qvis 
Vol. FIl. P. IL S; 362 ) erhebt, 

2. Ausgenommen ist ferner, wenn das Metheg zuweilen 
unmittelbar vov der Pansa , selbst bey dem kurzen Vocale, 
steht. Als : ]2'^p Ezech. 40, 43 ( wo schon ß. Jona richtig 
P*)p las, Kimchi fälschlich kärhan); \y^,'\ 1 Sam. 13, 21 
(dorban); ^'<h'^ doljav (seine Schlauch«) 4 Mos, 24, 7, 

3. Jn einigen Stellen steht offenbar das JVIetheg inconse- 
quent, wie überhaupt die Setzung desselben im Argen liegt. 

Z.B. n*iö\y Ps. 36, 2 f, nnö.^y; ^?|1»V. f- ^"»»*?, Obad. n. 

An beyden Stellen fehlt es aber in vielen Mss. und Editt. 
Ferner Dr)''32"lp 3 Mos. 7, (ig, •'inVp.Nr) (^teach'lehu) Hiol> 
20, 25 , wo es nach den obigen Analogien stehen sollte. 

4. Beyspiele, wo zwar »Sc/ii^a auf ('') folgt, dieses aber 
den Ton hat, sind nni» mai^'t« (Tod)» H'l'd jc/jaiü' (flite» 
lcs),nV^'[5/fl;7a( Nächst). 

2. Wenn Dagach forte folgt, und die Sylbe den 
ToTt nicht hat. Z. B, ^J^fl chonnem (erbarme dich), 
C^nS hottitii (Häuser); "l^^p^ 1. hahollo Ezech. 26, 9. 
Der Fall ist, genau genommen, nicht verschieden von 
no. 1., insofern das Schwa nur ijnpUcite steht, nämlich 

'^z:v\ f, '';::n. 



44- I» Haupttk. Cap. I. Vom Lesen u, der Orthographie, 

Anm. I. Auch hier kann Metheg beym Kamez - chatuph 
stellen, wenn es nämlich hx die drittletzte Sylbe zu stehen 
kommt. Daher: D^ns ohne Methesr^ aher Di"<P3ii Mos. 
42, 19. 53. 45, lg, nn^P3 4 Mos. 17, 32 u. s. w. beständig 
mit JVIetheg. Von den letzten Beyspielen sind diejenigen 
Grammatiker ausgegangen, welche das Wort falschlich hattim 
gelesen w^isseu wollten. Dieses rührt aber lediglich von Mifs- 
rerstand des JVIetheg her. 

' a. Das Dagesch forte conjunctivum (§. 19, 2 litt, a) ge- 
hört nicht liieher , und ändert die Aussprache nicht« Z. B. 
D^-nnMi^» * Mos. 31, 13 (ä). 

3. Die Fälle, wo zwar Dag. forts auf (») folgt» aber dio 
Sylbe den Ton hat, sind zwar an sich von der Regel ausge- 
nommen. Doch wollen wir die Beyspiele dieses Falls her- 
setzen: n2K(ach! bitte!), T[)h^ (meerwärts), n^S (warum?), 
n^^^t^ (daselbst). 

3, Wenn (■») in einer zusammengesetzten Endsylhe 
3teht, die den Ton nicht hat. Z. B. DINH— "13 chöl- 

haadam f Qp^^ jvnjjäkom (beyde abgekürzt aus /S, 

Ist das (■') hier ein langes J, so steht gewöhnlich 
Metheg, z. B. '»H-nTlJ x Mos. 4, 1 , to-J-D^ Ps. 104» 
25. n'ljn""^^,^, Esth. 4, 8. 

Anm. Indessen steht das Metheg auch hier nichts weniger 
als consequent. Es fehlt öfter, wo es stehen sollte, und 
Kenntnifs der Etymologie mufs hier wiederum helfen. Z. B, 
laS-anp K}'ieg ist ihr Herz Ps. 55, »2, •»b-a'Jp Krieg ist 
mir V. '19; ^pSriTliö mein Antheil Ps. 16, 5; D^-Si)? 
(kbhäl ' an) vor dem Volke 1 Kön.i5, 10. Die grammatischeForm 

der Wörter a^p für 3 ««^p (syr. io}.!?), nJö f. n«5». h:xp 

Tgl. JVa5 (nach der Form tan 15 ) ist hier sichrer, als der 
ganze Tand des Mathe g. 

Zweyte Regel. Die Fälle» in welchen (■')^auch in ofj^ener 
Sylbe Kamez - chatuph iat f sind folgende: 

1. Wenn ein anderes Kamez - chatuph folgt, z. B. 
^hyS poq^cha (dein Thun) Jes. 45, 9, 0^ j'J^ poolchnn 



§.10. Vom KameZ' chatuph inshesonäere, 45 

Jes. 41, 24, ^P^B (cleinePest) Hos. 13, 14, O'^^VJ^ 
(du sollst ihnen dienen) 2 Mos. £0,5. 23, 24, vgl. 
iioch Jes. 30, 12. 5 Mos. 20, c. 

Ueberall hat Lier das erste Kamez - chatuph JVIetheg. Um so 
mehr mnfs man die Ausnahmen nur nach der Etymologie unter- 
scheiden. Solche sind: "»atap katonni (mein kleiner Finger) 
Ä Chron. lo, 10; tiie Nonim. piopr. Dl*3"1^ Jaroh^am , DyauJ*» 

r r T :|TT T : T(T 

Jaschob'am, 

2. Wenn Chateph- Kamez (olgt, daher ":;r;r und ge- 
wöhnlich mit Metheg :r-j; 0°. Z. B. n'^HD vioch^rätk 
(morgender Tag), illl^poHor ''l.nS (von IH^) mein 
Wahlen Ezech. 20, 5. 

Dieselbe Verbindung (♦. r) sieht aber auch für ä^, und 
da in beyden Metheg steht, hilft wieder einzig und allein 
die Etymologie aiis. Die vorkommenden Fälle sind: 

a) vorzüglich, wenn vor Substantiven, deren erster 
Buchstab (':) hat, der Artikel mit (») tritt, z.B. n^3J^r| 
(das Schiff) Jon. 1, 4» oder Avenn dieser durch Prä- 
positionen (3, D, /) verdrängt ist (nach §.55,5)* 
Z- B. "'^N2 la'oni (auf Jew Schiffe) 1 Kön. 9, 27, vgl. 
iö, n]^.3N2 hä'onija Jon. i, 5- Um hier richtig auszu- 
sprechen, mufs man die Regeln über die Artikel- 
eetzung genau kennen, da in den Fällen, wo dieser 
nicht Statt hat, wiederum 0° zu lesen ist 0- Z.B. '^'^Pl 7 
(in Krankheit) Jes. 1, 5, D^^.^nS (mit Krankheiten) 
2», 15» n^ *^^J1^ (in Glut des Zorns) 2 Mos* 1 1, ö# 

?]noN ■'Jvä u. e'. w. 



i) TVasmuth (S. 36) nnA. Hezel (S. 131) «precheii eine Menge 
Beyspiele falsch aus, weil sie nicht auf die syntactische Verbindung 
des Worts achten. Falsch ist auch die Bestimmung, dafs (♦) 
unter dem Vau copulativo Kainez sey , z. B. '»JJ41 i'a - 0/21. Es 
ist hier ofTenbar Kamez - chatuph und aus lyc/iu;« entstanden, 
wie däs Putath in ""Sni, 0,T>niDni, 



4-6 /. tiaupth. Cap. 1. Vom Lesen ii. der Orthograptde. 

h) die Wörter: ^H^S (BämuLhe^ die Höhen des 
5 Mos. 32, 13. Arnos 4, 13, und öfter im Reri; 
^rriNn"^ i^er bezeichnet es) Jes. 4.4, i^. 

3. Einzelne Beyspiele sind noch: t3*'v£J'^tt? schnra- 
schim s. V. a. D'^tP^ltD Wurzeln (von ^"Itli J ; " n"^'vü3 
s. V. a, D'^^1'1]^ kodaschim, Heiligthiimer (von ^"Ip). 

Schon in gewissen Codd. , besonders den spanischen , hat mnn 
dem unkundigen Leser dadurch zu Iliilfe zu kommen gesucht, 
tiüfs man iüv Kamez - chatuph ('':) geichrieben hat, als: D!)*l*l , 
•t^nN , ausgenommen in allgemein bekannten Wörtern, wie Ss (s. 
Kall de cod. tkss. S. 17. JLilienthal descr. cod. liegiom. 
S. 27. Michaelis Orient Bihlioth. B. 4. S. 222. Krit. Kol- 
legium über die Psalmen S. 50), welches aber, w^eil es dadurch 
mit dem Cliateph- Kamez Verwechselt wird, schon die altern Gram- 
matiker tadeln. (^Kirnchi in Michlol jol. i87'88}' UocH 
findet es sich auch in einigen gedruckten Bibclausgabent z. Bi det 
frankfurter ( 1595. 4). 

$. I». 

Verbindung der Vocalzeichen mit den lit erii 
q ui e s c en t ih US. Diphthongen. 

1. Dafs in der ünpunctirten hebräischen Schrift nicht 
überall, wo Vocale auszusprechcji sind, literae qiiiescibi- 
les standen, ist schon oben (§.7} erinnert worden. In 
den Fällen, wo sie stehen, bestimmt nun das vorher- 
gehende Vocalzeichen näher » wie sie ausgesprochen wer- 
den, und beyde zusammen machen erst den vollständigen 
Vocal aus. Mithin: Nt"; ^— , "i— ; "1, \ 

Man sagt dann , die litera quiescibilis ruhe ( quiescire ) 
an dem vorhergehenden, oder (wenn vom Vau die Rede 
ist) darin- oder darüberstehenden Vocalzeichen, oder 
werde in demselben ausgesprochen. Geht kein Vocalzei- 
chen voran, oder hat der Vocalbuchstab selbst ein V^ocal- 
zeichen oder Schwa unter sich, so ist dieses ein Zeicher, 
dafs er hier Consonant sey, z. B. *10S amrtr; H^^O Tod; 
3^^"^ sitzen. 



I 



§.11, P^erhind. der J^ocalzeichen mit den über, quiesc. 4-7 

2. Aus dem obigen erhellet, dafs jeder Vocalbuch- 
stab eigentlich nur in den zu seiner Klasse gehörigen 
(homogenen) Vocalzeichen ausgesprochen werden könne, 
insofern diese zu (^fj^m Umfang seines Lautes gehörten. 
So ist es im Arabischen ohne Ausnahme, und auch im 
Hebräischen mufs dieses als Regel aufgestellt ^vcrden. 

Mithin quiescirt N ordentlich rwix in (*), (-), (•.) , als 

Snp^ (er tief), HN'ipS (entgegen), H^NSf^n (ihr 

Averdet finden). 
1 nur in Cholem und Schurek^ ^Ip (Stimme), D'^p 

(aufstehn). 
"* nur in Chirek, Zere und 3egot, als p"^ (richten), 

'«J"'y (mein Auge), N'>^. (Thal). 

Indessen macht in Rücksicht des ^^ das Hebräische 
(nach dem Beyspiel des Syrischen und Chaldaischen) eine 
Ausnahme, und lafst das N auch in allen übrigen Vocalen 
ruhen. Als; ^OXb (sagend); ji^N*!. (der erste); *^N3 
(Brunnen); iTlNSS (Zweig). Am häufigsten ist das Ruhen 
im Cholem, wogegen im Syrischen der I-Ton am häu- 
figsten ist, als VkS^io Speise; i^|lo Wort. 

Auch im Arabischen findet sich eine Analogie zu der Ausspra- 
che des i4 in den Vocalen £ und /, nämlich die vulgäre Pronun- 
ziationj wie ijoO "^^» «Vj ^^r , welche in einigen Provinzen 

sogar w^ie nies, nier tönt (S. Säcy gTamm, arabe T.I. no. 177. 
Dess. Extrait de mafiuscr. arabes S. 19. JVlein J^ersuch üh. die 
maltesische Sprache S. 2). Diese Aussprache des f wie fC ^ 

nennt der arabische Grammatiker in der Kunstsprache ^3v,<clif. 
Wo K sonst wie / imd U ausgesprochen werden sollte, wird es 
nach der arabischen Orthographie nicht geschrieben , sondern 

dafür v^j A gesetzt. 

3. Mehrere Eigenschaften jener 3 Buchstaben theilt 
auch das H, ^viewohl es nicht ganz in eine Rubrik mit 
denselben zu stellen ist. Es entpricht nicht, wie jene. 



4-8 I.Hauptth. Lap. i, yom Lesen u. der Orthographie, 

einer bestimmten Klasse von Vocalen, kann aber in allen 
Vocalen (ausgenommen i und m) quiesciren, jedoch nur 
am Ende der Wörter. Sein Hauptvocal ist indessen /d, 
Avie beym N, dem es überhaupt am meisten analog ist; 
Z. B. hSä, "HD (was?); hHa, hS^, HlA. Diese 
Eigenschaft hat das Ue auch nur im Hebräischen, und im 
älteren, biblischen (>haldaismus; nicht im Syrischen, 
Arabischen und dem späteren Chaldäischen, ■\vo H immer 
mobile ist. 

Anm. 1. Sdioadie alten Giammatiker stritten, ob n zu 
den literli quiesceiuihui*^ehöie. 21. Chiug (M ariJii Exerci- 
tatt. hihi. S. 523) •• scito , quod literu n quiescens est et occulta, 
sed solum in fine ilictionuin. Dals es auch in der Mitte qtfie- 
sciren künne, folgerten Einige, die er a, a. O. widerlegt, aus 
dem Fut. tlS*» für "iSn^ von "^n geht. Aber "^^f kommt nicht 
von IjSn , sondern ^^\'< ( $. » »4 )• Indessen kommen doch 
einige wahrscheinliche Beyspiele vor, die die Punctatoren nur 
zum Theil nach jener Regel abgeändert haben. Näml. "iixma 
N. propr. (der Fels errettet) 4 Mos. 1, 10. 2, 20 (viele 
JVIss. trennen es hier in 2 AVorte); SNn*ia N. propr. (Gott 
errettet), was richtiger S^mQ heifsen sollte, wie auch meli> 
lere JVIss. haben; endlich nsS'nS^ Jer. 46^ 20 (^pulchra)i 
Die Punctatoren haben dieses nothwendig zusammengehörende 
Wort getrennt, damit .i nicht in der Mitte quiescire ; allein 
die richtige Lesart zeigen doch mehrere Mss. , welche ver- 
bunden rr'ans^, oder njfi''S*> lessn •'). 

2, Im jetzigen bibl. Texte finden sich einige Beyspiele, wo 
h in Kihhuz zu quiesciren schiene, z. B. nnip"; 3 Mos. ri, 5, 
n"i;\Ü3 1 Kon. 22, 4g, vgl. 5 Mos. 21, 7." Ps. 73,21. Allein 
dieses ist nur scheinbar, und das Kihhuz gehört zur Randles« 
art, welche 1 hat (§. 7^. Aniu. 2.). Die Texteslesart ist über- 
all n-v zu lesen. 

3. Im Syrischen , w^o das i> sehr weich und dem J« ähnlich 
Ausgesprochen wird , wird auch dieses zuweilen einer quiescii 



it) Die falsche getrennte Schreibart hat hier sogar Veranlassung 
pet'eben zu der falschen Erklärung pulchra quoad os ( n>5l ) , 
wofür es doch wenigstens n-iS'flS^ heiCsen müfste. Es ist 
Adjeuivu^n der form bbSüp^. 



§. 11. ferhind. der Vocaizelchen mit den Uter. quiesc. 4^ 

hilis ähnlich behandelt. Z. B. JOlik ehäd (er hat sich erin- 

y /« 
nert), wie "^1, Vgl. IHichaelis gramm. syr, S. 44* 

4. W6 der Vocalbnch?tab im Texte steht, sagt man, 
der Vocal sey vcll (N /^) geschrieben, wo er fehlt, er 
sey defectii) (*)0n) geschrieben. Auch hat man wohl 
die Vocalbuchstaben die fulcra des Vocals genannt. So 
ist /ipip voll, 7lO|?" defectiv geschrieben, v'^ülT voll, 7DT 
defectiv. Von dem Verhältnifs der vollen und defectiveii 
Schreibart bey den einzelnen Vocalen ist in dem folgen- 
den §. die Rede. In Bezug darauf merke man hier im 
Allgemeinen: 

a) In vielen Fällen steht die Orthographie ziemlich 
fest, ob ein Wort -plene oder dejective zu schreiben sey. 
So ist namentlich das lange ^ im Hebräischen selten 
jjlene geschrieben *"). 

h) Am meisten: schwankt die Orthographie bey dem 
langen "^-r-, "1 und ^, und hier hing sehr viel von der 
Willkühr der Abschreiber ab, weshalb die Parallel- 
stellen und Codd. m dieser Rücksicht mehr als in 
irgend einer andern und erstaunend vaiiiren. So steht 
z. B. "^n iC^p.n auf viererley Weise geschrieben, zwey- 
mal voll Ezech. 16, 60, ^n^P-"^: * ^^^' ^ö, 2, 



iii) Hezel (paläogra-phische Fragments S. lo) sucht den Grund 
davon , dafs der Vocal ä in d^' Regel nic/il durch eine litera 
quiescens angedeutet werde, E, I, O, U aber durch die Buch- 
staben 1 und 1 darin, dafs der erstere Vocal der voiherrschende 
im ganzen Spraclistamme sey. Jeder Consonant in der un- 
punctirten Schrift habe an sich die Präsumtion für sich gehabt, 
dafs er mit a auszusprechen sey, nur, wo dieses nicht der Fall 
war, habe mau 1 und •» hinzugesetzt. Eine Bemerkung, die 
allerdings Aufmerksamkeit verdient. 



5o I,Hauplth, Cap.I. jf^otn Leien u. der Orthographie, 

^nO^pn Jer. «23, 4. in einigen Editt. , in andern 
^n/iDpn ^). Indessen läfst eich hier doch 

c) bemerken, dafs die defective Schreibart vorzüg- 
lich dann gewählt wurde, wenn das Wort hinten ge- 
wachsen war, und man orthographisch ersparen 
•wollte. Von c quiescentihus wird dann in der Regel 
die erste defectiv geschrieben, z.B. H'i/N Plur. D^H />?, 
b^T mit Sujf, "^SdI; p^-n^ Plur. ID^p.'^^-f ; n-^Dx' mit 
Siiff, DD'^n^N; seltener die zweyte, z, B. H /"Ip (statt 
nT?p); D3^n: /^ Mos. 8. i?. 19 (geiv. Q'^OHJ 4 Mos. 
3, 19); OA^^^ 1 Mos. 40, 10 (dagegen' t)\n*>Ü 
V. 13); am seltensten werden beyde defectiv gefun- 
den z. Bj Dtüh^ 2 Mos. 14, 13 f. D^tD^V^; xy^y[H 

Ezech. ^ü, 13, oder die Grmidform selbst ohne hinzu- 
gekommene Verlängerung, z. B. /p f. /"ip Stimme; 
DD3.5 Mos. 32, 34 f. 0^03, ^J f. TJ) (Leuchte) 
2 Mos. 23, 2. — I wird verhältnifsmäfsig am häufig- 
sten defcc^iüe geschrieben, ^-7- am seltensten '), 



k) Ahen Esra (-praef. in Pentateuchum ) : Lihrarius eandem 
vocem modo plene scrihit -perspicuitatis causa, modo literas ^ 
et "> omittit brevitatit causa. Vgl. G, J. L. Vo gel de matri- 
bus lectionis librariormn arbitrio olim relictis. Halae i-jS'J. 
Cappelli Grit, sacra S. 53 fF. Weit über die Hälfte der 
Kennicottschen Varianten besteht in solchen Abweichungen der 
vollen und defectiven Schreibart. 

/) Schon die Masora hat ziemlich vollständige Beobachtungen 
darüber angestellt, in welchen Wörtern die scriptio plc7ia 
oder defectiva gewöhnlich sey. Man findet sie zusannmen in 
Elias Levita" s IV[assoreth Hammassoreth S. 98 der deutschen 
üebersetzung herausgegeben von Semler (Halle i'/fJ2). Auf 
dieso Beobachtung;en des Gew^öhrlichen gründeten nämlich die 
Masorethen ilue* Zählungen der Eeyspiele, in welchen ihre 
Jl^Iss. von dem Herrschenden abweichen. Sie nahmen dabey 
selbst auf den Gebrauch der einzelnen Bücher Rücksicht. Da 
z. B. die Accusatlvbezeichnung nx mit Suffixis gewöhnlich 
defectiv geschrieben wild, "»HN, IDN» so merken sie nur die 



§,11. yerhind. der T^ocalzeichen mit den liter, quiesc. 51 

d) In <len altern Schriften des A. T. herrscht eine 
gewisse Sparsamkeit in Setzung der Lesemixtter, wie- 
wohl diese noch nicht so grofs ist, als auf den phöni- 
zischen Denkmälern, wo ^ und ^ in der Regel ganz 
ausgelassen werden. 

Die Ph/iuiziev schrieben: ii*TMS f. iJünN*? unserem Herrn. 
{Insci. Melit.) DiN f. "»DaK (Imcr. Cit. IL). ' Sv33n f. 'jl^^-'jn 
Hannibal (Insa. Melit. III.) chv HS f. üSl* n-'O ewiges 
Haus (Inscr. I^Ielit. Ili.) S. ineiifä Gesch. der hehr. Sprach« 
S. 227- 228. 

e) Nach dem Exil, wo die althebräische Sprache 
immer mehr aus der Umgangssprache entfernt, 
und lediglich zur Biichersprache wurde, ^vird die 
scripbio plena herrschender, und man schrieb Vieles 
plene , was in den altern Schriften nur defectiv yotr 
kommt '"). 

Z. B, 1'>^r\ , sonst 11^ (David); das 1 in den Segolatformen, 

wie lüTlp Dan. 11, 30; in den Verbis med. gem. nud deren Der 

^ rivaten ( s. §. 103, Anm. 2ziiKal) ; das 1 selbst vor Dagesch u.dgl. 

Gesch. der hehr. Sprache S. 38- So schon im Hiob pn f. \n , ^I^ 

c. 41, 4; V*"! für V*1 (Freund) 6, 27. 

Doch blieb die orthographische Freyheit, wie man axjL^ 
den jüdischen Mianzen sieht (wo H'^lp neben HtÜ^lp 



vollen Formen an ; in Jeremia und Ezechiel dagegen , ■v\'-o die 
volle Schreibart die gewöhnliche ist , zählen sie die Beyspiele 
der entgegengesetzten. 

Unsere Ausgaben stimmen so ziemlich, wiewohl nicht ganz, 
mit diesen Beobachtungen der Masora zusammen ; nicht aber 
eine Menge von Mss. , deren Schreiber sich nicht lun die 
Masora gekümmert haben müssen. Besonders in lüno-ern rabbi- 
nisirenüen Jllss. nimmt die Jcriptio plena nach Art des Rabbi- 
nischen sehr übeihand, und überschreitet alle Analogie, Z. ß. 
••iny 1 Mos. 1, g. 26. (6 codd."). irysiy 1, 3' (7 codd.). 

*l"»\ü'»M 3, 16 (1 cod.). ']'>r\'^t^ V. 17(4 codd.). a"»v.a!'i 

6» 4 (3 codd.) u. S. f. 
Miehaälis Verm, Schriften Th. 2. S. 123. 

D 2 



ß2 I.Hauptlh, Cap.l, P^otn Lesen u. der OrthographU, 

D^b^'VP neben üSuJ'lV, ninll i'^T\U Befreyung) 
neben H'^D vorkommt» 

f) An jene jüngere scriptio pletia schliefst sich die 
meifitens volle Orthographie des samaritanischen Tex- 
tes, wie denn eine solche auch im Talmudischen und 
Chaldäischen herrschend isl. 

Der Sam. Cod., welcher auch ohne Vocalzeichen die Lesun» 
des Textes leiclit machen wollte, setzt die Lesemütter nicht blofs 
in den Fallen, wo sie anal.C£,i5ch stehn können, z. B. i Mos. i, 
14. iti ni*n«)0 f. nSka, sondern hSufig gegen alle sonstige Ge- 
wohnheit, z. B. ^13«*' f. 1l:.J ( Betrübnifs ) j Mos. 42, 53. 
44, 3k; ■^«, "it, Dt für die Sußlxa %~ > "^TTy Dtt; i<^S» f- 
mHö 4*> 7« 23. Selbst Verdoppelung der Lesemütter kommt 
vor, i. B. a'itattn f. :j*>t:''n 1 Mos. j2, 16. 5 Mos. 13, 15 und 
öfter, N'l^iN f. K*l"»H (ich fiivchte) 1 Mos, 3,-10 u. s. w. 
S. meine Comment. de Pentat. Sam. S. 26. 52 — ~54- Gesch. 
der hebr. Sprache S. »88- ^'7* 

Die Rabbmen schreiben sogar das Arabische gern gegen die 
iBonstlge grammatische Analogie plane, nämlich /C»f für /" .j 
"^j _£.. S. jLrpenii praef, ad Pentut. arah. S. 2. Paulus 
praef. ad Saud. vers. Jesaiae Bl. ß, 

g) In einzelnen altern Codd. mufs die Incorreelheit 
in Rücksicht auf die Lescmürter besonders grofs gewe- 
sen seyn. Aus solchen schreiben sich dann die einzel- 
nen auil'allendcn Leseniütter her, welche in unsere 
Editionen übergegangen sind, aber eigentlich getilgt 
■werden sollten. Z. B. 3^3ü für DDO q Kön. 8, 2i, 

TD-^n f. Ton jer. 2, 1 1 ,"'n^y'^n "f. n^yn 2 Mos. 

25 , 31 , D^DnSp f. D^P^P o Sara." n , i ^ ""on^N Ps. 
19, 14. f. DHN (§. 105. Anm. 3 zu IVal). Schon das 
Ghethib hat einige, welche das Keri getilgt hat, als 

Ti^22^n f. D^:;in Ezech. 27, 15, nvJiN f. ni*^:« 

2 Chron. 8. i8. 

5. Wo die litera quiescibilis ein nicht analoges Vocal- 
zeichen var eich hat, entsteht in den verwandten Dia- 



§,,1 1. yerlind. dei\ f'ocalzeichen mk den liter, quiesc. 55 

lecten ein Diphthong, z. B. l^'i-» iaumo T^s:, \^i lail 
Nacht. Im Hebräischen kommen folgende Fälle vor: 

a) mit 1: "1~~ (in der Mitte und am Ende); T?-, 
■^-77. ^T" (nur am Ende), z.B. ^H^^'iy (ich bin ruhig) 
Hieb 3, 24., ^'p_ (Schnur), 1^ (Zeichen), "!j (Nagel), 
^S^; (ruhig), ,V. (Monat Siv). 

h) mit '^: ''— , ^~^ , "^1, **^ und ^— , Avovon nur 
das z'>veyte auch in der Mitte vorkonuut. Als ^H (Le- 
hen), '^i^lN (der Herr), V^2 (sein Antlitz), '^"lÄ 
(Volk), ">^S^ und "hß (offenbart). 

Es fragt sich hier, ob man ^ und "^ ebenfalls alsVocale, 
mithin einen Diphthongus, auszusprechen, oder ob man 
sie als mobiles zu betrachten habe. Für das erstere hat 
man sich ■wohl auf die griechische Orthographie in den 
IJexapUs berufen, ^vo "^~ asi, ^T" av u. s. w. geschrie- 
ben wird °); allein wie hätten diese Griechen anders 
schreiben sollen, "wenn sie auch aj , av ausgesprochen 
hätteii? Für diese leizte Auffassung sprechen dagegen 
die Urheber der Punctation, und alle jüdische Grammati- 
ker bestim.mt. Sie setzen nicht allein beständig Dag. lene 
in den folgenden Buchstaben , als ob ein Consonant vor- 
herginge (s. z.B. Riebt. 5, 15: 3 "^1^,' 5 Mos. 4, 7. 
Ps. 32, 1, vgl. Masora zu Ps. 68, aß), sondern viele 
Mss. haben unter dem Jod und F'au ßlappik (s. ö", 2i.), 
unter letztern auch wohl ein Schwa (^. 14.), um seine 
Bedeutung als Consonant dadurch deutlich zu machen. 

Wie sehr die Hebräer Diphthongen vermieden haben, 
zeigt sich auch in der Vocalsetzung n'^_3 baft, wo der 

Araber den Diphthongus ^JC-jJ hait hat^ 



n) Jllo n t f auc ort in Origertis Hcxoplis T. I. S, 355' Jnhn 
^rammat, hehr. ed. JJL S. 447- 



54- I- Haiiptth. Cap. I. f^om Lesen u. der Orthographie. 

Bey Verdoppelung der litera qiiiescihilis versteht sich 
dieses um so mehr, daher D^j? hmvivam, TV^ chajja, 
nicht etwa, hauivamt chaija^ Up^"^^ waijäkom. 

Anm. 1. Die Endung •)•»— (besonders als 6'a^. ), welche 
T'on Einigen fälschlich aiv , aif ausgesprociien wird, lautet 
schon nach der Vorschriit der ältesten Grammatiker ( s. Ahen 
Esra in Buxtorf Lex. chald. et talmud. S. 2165) mit 
Uebergehung des •», wie av. Dafür spricht auch 1) die ältere 
Schreibart 1" C^- $• ßo, Aiim. 1) , die meiir der Aussprache als der 
Etymologie folgte. 2) Liegt es noih wendig in der Puncta- 
tion. Sollte das Jod gehört werden, so wüide man es 1*'"^ 
geschrieben haben , wie t]^"!" ; 3) in der Analogie des arab. 

/c^ft 'flma, nicht raraaj. — Spätere schrieben das "< sogar 

in solchen Fällen, wo es gegen die Etymologie war, z. B, 
vnc (Winter; im Keri für Tnc Hohesl. 2, 2; "»»Jl) Ken 
für ^yv (Armer) 4 Mos. 1 2, 3V I^Sii; Keri f. iSu/ (Wach- 
tel) }'8. 105. 40; die Grammatiker sogar "Jin , 1''1 für ip, 
"in. Auch dieses dient zum Beweise, dafs man "^"^ und. ')^";f~ 
denselben Ton beylegte, nicht etwa Taiv , Vaiv las. 

a. !Man findet zwar sehr häufig im bibl'schen Texte Vocal- 
buchstaben mit einem voranstellenden heterogenen Vocakei- 
chen , besonders 1 — , aber man lasse sich ja nicht tauschen, 
diese für Diphthongen zu nehmen. Es liegen hier nämlich 
verschiedene Lesarten zum Grunde, und die Punctation be- 
zieht sich auf eine andere Lesart, als der Text (§. 30). Z. B. 
STÜ)^ Spruch w. 12, 14. In der Regel sagt dieses auch die 
masoretlüsche Note ; nur bey ganz gewöhnlichen Wortern ist 
sie weggeblieben, z.B. H'sr} im Pentateucli , lies «iin, nach 
den Vocalen NTl ( §. 56, Anm. 3). Viele Beyspiele sammelt 
Hezel's hebr. Spractilehre S. 25. 

iß. Von dem Quiesciren der Vocalbuchstaben ist noch 
das sogenannte Otüren des N verschieden. So nennt man 
den Fall, wo das N wegen eines vorhergehenden Schwa 
oder andern Vocalbuchstaben nicht ausgesprochen werden 
kann, und nur der Orthographie und Etymologie wegen 
gfeschrieben wird, z. B. NPH (vSünde), N^^^ (und er 
sahe)j N^3iri (sie gingen), N'^lH, N^H (er, sie). 



$. 12. Verhältiiijs unrl fVerlh der emz-cbien f^ocale. 55 

Im Syrischen otiirt auf diese Weise öfter das 1 und s am Ende 
der Wörter, z. B. Q-^^D k'tal, -»Aj^ att" , und manjist in 
Versuchung, letzteres auch mit Hottinger ^smegma Orient. 
III. S. 154) u. A. auf die hebr. Formen ifiN (iJu Weib), Tiiail 
(du redest) anzuwenden; allein es findet in diesen Fällen überall 
verschiedene Lesart Statt , und das Schwa bezieht sich auf eine 
Lesart ohne •» , PM, n*ia'!». (S. §• ö^t Anm. 2. §. 73, Anm. 5). 

5. 12. 

Verhältnifs und Werth der einzelnen Vocale, 

besonders in Bezieh un» auf Länge, Kürze und 

Vtränderbarkcit. 

Dafs von Länge und Kürze der Vocale im Hebräischen 
gar nicht in dem Sinne die Rede seyn. könne, wie in einer 
prosodisch gebildeten Sprache , ist schon oben bemerkt 
Avorden. Die vielen Untersuchungen über hebräische 
Metrik"") aus den verschiedensten Gesichtspuncten haben 
nun ziemlich klar zu dem Resultate geführt, dafs die 
hebräische Sprache in ihren Poesieen einen Rhythmus, aber 
keine Sylbenmessung, nicht einmal Sylbenzählung gehabt 
habe. Dessenungeachtet ist die Dehnung und das Zeit-» 
majs der Vocale verschieden und die Kenntnifs dieses Ver- 
hältnisses wichtig. In genauer Verbindung damit steht 
die Lehre von der Veründerbarkeit der Vocale. Die fol- 
genden Bemerkungen werden zeigen, dafs die einfachere 
im Arabischen geltende Regel, wornach ein Vocal mit der 
litera qitiescens laug, jeder andere kurz ist, manche Modi- 
fication leidet, die sich aber durch Vergleichung der ver- 
wandten Dialecte hinlänglich aufklärt. 



nn) Die vollständigere Literatur nebst Beurtlieilung s. in do 
JVette^s Commentar über die Psalmen, Einleit. §. 9^, vgl. 
PVeise diss. de systemate metrico Hariano hinter L o iv t h ds 
■po'dsi Sacra Uebraeorum ed. Lips. , B er tholdts Eifileit, in 
das A. und N. T. Th. 5. S . 1 992. B eil er mann s Metrik 
der Hebräer. Berlin Jgi4. Vgl. A. L. Z. ißiS« «0. i». 



56 J,JIaupttK Cap. I. Vom Lesen ii. der Orthographie, 

Zur ersten Klasse. 

1. Ueym Kamez und Patack ist das Verhältnifs der 
Länge und Kürze am deutlichsten ausgebildet, und am 
"wenigsten streitig. Allein beym Kamez hat man einen 
doppelten Fall zu unterscheiden, den, avo es ein N nach 
eich haben sollte ( Kamez im purum) , z. ß. DHS für DNHS 

^Vx^ra (Buch), und wo dieses nicht der Fall ist (Xa- 

Tnez purum), 5^.^» arab. 4.^X^=3 (schreiben). In dem 
.erstem Falle wird im Arabischen das Eli f jedes Mal wirk- 
lich geschrieben, im Hebräischen und Syrischen (in wel- 
chem letztern dann _[_ steht) höchst selten, aber der Ein- 
flufs auf Länge und Unverkürzbarkeii, des Vocals ist ge- 
blieben. Beyspiele sind: —HS, gyr. ioAp, arab, 

i^\X^=> Buch ; mD , syr. l^^-^^iP , arab. ^^>c Schif- 

fer; 1^*^]?, syr. lJ.=i^Q^ , arab. (jU's Opfergabe; Dj3, 
eyr. >Q£) , arab. j*V.^ (er ist aufgestanden). Beyspjele, 
"WO auch im Hebräischen N im Texte geblieben ist, sind: 
BNp^ Hos. 10, 14-, D^DNtj; Ezech. cß, 24., 26. Ein sol- 
ches Kamez ist unverkürzbar, und lautete wahrscheinlich 
auch in der Aussprache gedehnter, als das Kamez purum^ 
"wofür imArabischen J[_ , im Syrischen__, und häufiger gar 
kein Vocal steht. Z.B. D^IV, eyr. >Ql:ii». (Ewigkeit); 

StQ]?, AÄ>*, ^-^Nß (er hat getödtet). 

2. Insofern Segol zur ersten Klasse gehört (als «), 
hat es das Zeitmafs von Kamez und Patach und kann 
kurz , aber auch lang seyn. Kurz z. B. in "^ /.P. für 
^ /D, wo es erst durch die Pausa in Tj /O verlängert 
wird; lang in £3'^*^.nri (die Berge); "^pJN "" HO 
( was bin ich ? ) f. ''D JN "" HD , wo es für Kamez ein- 
getreten ist. Es entspricht hier dem arabischen Fatha, 

sofern dieses wie ä lautet , z. B. *i^\/c mälch. Entschie- 



§. 12. J^erhältnifs und TP'^erth der einzelnen Vocale. 57 
den lang ist es ferner ohne Zweifel, Avenn es im N quiescirt. 

Zur zAveyten Klasse. 

3. Beym Zere ist ein ähnlicher Fall , wie heym Kam 
mez. Es ist immer lang, aber verhältnifsmäfsig \veit sel- 
tener, als Chirek, mit dem "^ geschrieben , meistens da, 
wo im Arabischen und Syrischen der Diphthong ai (^/-JL, 
^L) Statt fmdet. Z. B. D'^IO'^n (vgl. ^ia^oi , ärab. 

jLlf); ^"y^^., arab. jC-^Ä Pallast; S'»S=:b''.S, arab, 

V^i; "^^S, «-^-i-^ (Söhne des); DnvJ, .oca^J-O (ihre 
Söhne). In allen diesen Fällen ist ^-77 unveränderlich; 
aber ebenso in denjenigen Fällen , wo das "^ in der Hegel 
fehlt, aber doch ursprünglich da war, und wo die andern 
Diiilecte öfters noch plene schreiben (Zere iinpurum). Z.B. 
DUJ; f. D't^;;», (von ZIIÜ^) er wird wohnen ; n"1ti;N, auch 
nTlDN Astarte Micha 5, 13. 5 Mos. 7, 5; HON, arab. 

\ji.i\ trauernd. Das Zere purum verkürzt sich in Segol 
und Chirek (§. 4.5, 1), 

4. Sofern Segol zur zweyten Klasse der Vocale ge- 
hört, ist es Aviedernm larig und hirz. Es ist layig , w^enn 
es ein "^ zur Stütze hat, z. B. ^'"'^^ , nn"> , nJ^'S^n , 
selbst da, wo dieses etwa ausgefallen ist, z. B. DDSJD 
für HD^SD (^. 60, Anm. i) ; weit häufiger aber kurz. Es ist 
dan7i das sich \2m ü nähernde kurze e, wie im Lat. et, oder 
in geben; bald aus Zere verkürzt, z.B. HN verkürzt"*?^?*?; 
bald bey der Bildung einer neuen Sylbe aus Sckwa ent- 
standen, z.B. '^Ori'', bald lediglich furtiv, wie das zweyte 
Segol in "^Sd ((^.'4.6, 4.). 

5. Das Chirek ist sehr wesentlich verschieden, je 
nachdem es ursprünglich mit oder ohne Jod geschrieben 



o) Trendelenhurg a. a. O. S. 94. g6. 



58 I' Hauptth. Cap. I. Vom 'Lesen u. der Orthographie, 

wird. Das erstere (^T"), Chirek magnum, ist ein lan- 
ger nnvcräuderlicher Vocal, und bleibt dieses, -wenn auch 
zuweilen, insbesondere bey Concurrenz mehrerer Z/^erae 
tfuiesceiites , das "^ ^veggefallen ist. Z. B. D^p'^iC f. D^p^'H^; 
d.l.Ji f. D^'T.^'^N (s. §. 11, 3), wenn es nur ursprüng- 
Uch plenc geschrieben war, wie dieses auch im Syrischen 
und Arabischen beständig geschieht. — Wohl zu unter- 
scheiden ist davon das kurze Chirek (Chirek parvum) , 
■weiches vor Dagesch in einer geschärften Sylbe steht 
( /Dp. ) und bald aus Zere verkürzt ( ""SN aus D^f.), bald 
aus dem Zusammensprechen zweyer leerer Buchstaben 
entstanden ( /Dp^ aus ^JOpi), bald furtiv ist (wie in 
n^S). Ein solches kann eigentlich nie plene geschrieben 
werden. Die Araber haben dafür gewöhnlich — , die 
Syrer _^; ebenso drückt es wenigstens die LXX aus, z. B. 

Anm. 1. In einigen Fällen , vro es obendrein Einflufs auf 
die Bedeutung hat, ist es nur am JVI/itheg zu erkennen, ob 
man ein Chirek longum defectivum , oder Chirek hrevs vor sich 
habe, z. B. i)«*l''. f. •INI''*; sie fürchten, !){<*T« (sie sehn). 

5. $. S.g, 2. 

Anm. s. Tm Clialdäischen und Rabbinischen wird auch 
das kurze Chirek, so wie Segol, plene geschrieben, z. B. N2D"«y 
f. HiCl> ( 8. de Dieu grammat. comp. 8.44)» vvelche Sitte 
denn in einzelnen Wörtern in die spätem Bücher des A. T. 
cipgedninj;en ist, r. B. ^SpS N. pr. 1 Sani. 50, 1. 2 Sam. 
«, 1, aber i Chvon. i2, 1. 20 iSp^lC , '^^'H David (wahisch. 
forma segolata , wien^S, ni.ö)» in spätem Büchern 1*11. 

Zur dritten Klasse. 

6. Das Cholem pleiium und defectivurn, (1) und (-1-), 
stehn in einem ähnlichen Verhältnisse, wie Chirek plenum 
tmd deFectivJim^ nuV dafs das Cholem defectivum nicht 
auch zugleich kurz ist, da man für das kurze o noch ein 
besonderes Zeichen ( Kamez-chatuph) hat. Man unter- 
scheide aber auch hier "wohl a) das ursprüngliche Cholem 
pUnum (impurum), welches unveränderlich bleibt, wenn 



§. 12. yerhMtnifs und FFerth der einzelnen Vocale. 59 

CS gleich auch ^e/Vctiz;e geschrieben -werden kann (§. 11,3). 
Im Arab. steht dafür meistens %—'■, aber auch fjl, im 

Syrischen O ^ , auch _^ , z. B. DT, syr. und arab. («^J, 

iü>ct^ (Tag); b'^p, arab. jy?, syr. Pj^ Stimme; D"*!"?"^ 
arab. j*^A*; Friede, H'l'^N, ö^f, jov^ Gott, die Femi- 

nalendung im Plur. H*!, arab. of» syr. \^ u. s. "w. 
Im Chald. steht dann meistens Kamez iriipurum, als DT, 
'j?» '^";^-' ^'^' ^) ^"^^ ursprüngliche Cholem defecti- 
vui/i (purum) f welches sich in Kamez- chatuph und Kib- 
buz verkürzt , auch ganz wegfällt. Im Arabischen steht 
hier in den entsprechenden Formen _^ ohne P^aii, im 
Syrischen _2_ mit und ohne f^au, denn in beyden Fällen ist es 
dort veränderlicher Vocal und kürzer als o. Ein solches 
Cholem kommt z. B. vor im Imp. und Fut. des regulären 

Ferhi 7lOp"'., arab. V^lÄJ, syr. >iCi^£i.J , in den formis 

segolatis wie ^"^p, arab. (jjjOk? t syr. »■••J'^-D (Heilig- 
thum), ebenso n3r\3; im Fut. und den Derivaten der 

Ferba:f')J z.B. DT, vI^J, vgl. syr. cßop ; SlD, V.^=3, 
\5i2 (alles); im Prce^. Kai der Form 73^, vgl. im Arab. 

^M\cv. (schön eeyn), im Syr. jciS£> (schrumpfen). 
Dieses Cholem purum wird nur selten und ausnahmsweise, 
besonders in spätem Schriften des A. T. plene geschrie- 
ben (§. 11, 3), wie dieses überall an seinem Orte ange- 
geben werden soll. 

7. Das Kamez- chatuph ist der ausschliefslich kurze 
Vocal, welcher dem Cholem purum entspricht und aus 
ihm durch Verkürzung entsteht (§.4.5, 1). Es verhält 
sich zu diesem Cholem gerade wie Segol zum Zere purum, 

Q. Zwischen Schurek ("^) und Kibhuz (~) fmdet ganz 
genau dasselbe Verhältnifs Statt, wie zwischen Chirek 



60 I. Haupt th. Cajj.I. Vum Lesen u. der Orthographie. 

plciium. und äejectivum , und es Aväre mancher Irrthum 
verniiedeu worden, wenn man hier, v/ie dort, beyde 
durch Ein Wort bezeichne); hätie, oder, noch besser, den 
Unterschied nach dem wahren Wesen des Vocals , nicht 
so "wie er äufserlich erscheint ^ gemacht hätte. Hier, 
w^ie oben , ist nämlich zu unterscheiden a) daß lange 
ursprünglich plor^e geschriebene Schurck, wofür auch im 
Arabischen ^JL steht, ^velches keiner Verkürzung fähig 
ist, z. B. in /'^13[5, ^13'^IÜ^. Es fehlt zwar hier zuweilen 
das yav im Texte, so dafs nur /Ip]? , "^^^^^ steht, aber 
der Vocal bleibt derselbe, und man sollte ihn hier eben- 
falls (nach dem Beyspicl der ältesten Grammatiker) Schn- 
re/i nennen; h) ddS eigentliche Kihbuz, ah kurzes u, wel- 
ches meistens durch Schärfung der Sylbe aus dem Cholom 
purum entstanden ist, z.B. /3, 1^3 cüllo (er ganz), 
D^N , f, nS'^N (roth), auch sonst in zusammengesetz- 
ten imd geschärften Syll)en vorkomnit, als in Py. Tl'^ , in 
Jloph, D?^n , im Aromen J31]? °°), Im Arab. entspricht 



00^ Sehr einseitig uwA falsch widerlegt Hezel (hehr. Sprach- 
lehre S. 127) die alte Meinung, dafs Kibhuz blofs kurz sey, 
80» dafs er iiim blofs Lange zueignet. Vollkommen richtig 
und vortrefflich untersqheidfit dageaen schon der wackere Gram* 
niatiker Elias Levita: „Es sind aber zweierlei Kibhuz, 
eines, welches statt des Vau mit Schurek steht; das andere 
ist der rechte kurze Vocal, und hier wird niemals in der IVLasora 
die defective Schreihart angemerkt, pj^enn du fragst, wie 
erkenne ich, welches ein Kihhuz oder langer J'ocal, der 
statt des \ mit Schurek steht; oder aber der kurze Vocal sey? 
so ist die Antwort: ^S ist aus der Grammatik bekannt, dafs 
nach einem jeden kurzen Vocal ein Dagesch oder ein ruhiges 
Schwa folgt , ivie ich in Perek schira erklärt habe. Folglich, 
wenn du ein Kihhvz , wo ein Dagesch oder ruhiges ScJiwa 
darauf folget, findest: so ist's ein kitrzer Vocal, und n>ird 
also nicht besonders als defectiv bezeichnet ; als in Pyal *Tp3 
und in Paul von Hiphil DiTpSK! , dagegen niJtn , irehhes 
besonders als defectivum bezeichnet wird." ( Massöierli Hara- 
inassoreth, S. 1 13 der deutsch. Uebers. Vgl. auch /or Mo; i«t 



§. 1 2, Verhältnijs und TVerth der einzelnen Vocale. 6 i 

tier wieder JDmnma ohne Vau (_L) , und die JLXX nebst 
den übi'igen alten Versionen haben es dann durch o aus- 
gedrikkt'', als: dSi^ 'O^oAXap. , Hl^D Sok^wS, HSjC 
sgoUa P). 

Uebrigens ist es eine durchgehende, zur Erklärung 
mancher Erscheinungen wichtige Bemerkung, dals i dem 
Hebräer als ein kürzerer Vocal gegolten hat, wie e; u als 
kürzer, wie ö: daher die Verkürzung von e int, von o 
inn, und umgekehr!; die Verlängerung von o, ii und /in 
oxxndie^) (§.4.4.45). 

Anix). 1. Durch, den Einflufs der nramälsclien Orthogra- 
phie, wo auch das kurze u geT\^ühnlich pisne geschrieben Aviid 
(in punctirten Texten daher zum Unterschied einen Punct hat, 
8. de Dieu grammat. lin°; Orient. S, 44)' ^^^ auch im 
hebräischen Texte zuweilen für das kurze U q geschficben, 
besonders in Jüngern Schriften. Z. B, D''?3!)üSn 2 Chron. 2, 7 
(vgl. b*'?»SN 1 Kön. zo, 11. 12), S^ilM» Ezech. 27, ig, 
ns^n Ps, X02, 5, ^|*;!in Ezech. 20, i8> n'^ö^lHS jes. 51, 55, 
na^lT Ezech. 16, 34, vgl. Ps. 76, 3. Jos. 15, 5,5. 21, 1 6 
•»ll?» und ^."»IX?». Das n ist hier wirklich kurz, wie im Syr, 

'^■'" ' '' 1'' " 

^OfCl St. emphat. ^.Ü^^Zi Knie. 

2. Aus der bisherigen Darstellung beantwortet sich auch 
gröfstentheils die Frage über Aussprache des Kihbuz. Dafs es 
in dem Falle, wo es für d.is Scliurek vicarirt, ebenfalls ein 



Exercitatt. hihJ. II, £X»rcitat. XIX, a. $. 5 ). - Er nennt hernach 
noch alsBcyspiele des kurzen K. die Form er, wie D*»^)"^, D^ö , 
]nSu; , dagegen als Beyspiele de&^lnngezi, die Formen , wie 
Q''"1\yp, SiT, ]3''*1X2, und bemerket ,/ dafs DN^J das einzige 
Wortsey, wo statt des S) beständig (''•) geschrieben stehe. 

p) Gesch. der hehr. Sprache und Sthrift S. 192. 199. 

^) Das Griechische, wo ans 00 — öv wird, könnte hier leicht 
zu falschen Be£;riIIen führen. Doch hatte die älöfcste griechi- 
sche Sprache oUerdings auch das kurze u (bnld 0, bald v), wie 
im Aeolischen und Lateinischen. Ygh P^KfxvXo^, Roniulus. 
Vgl, Fischer ad T'J-^elleri gramm. gr. T, I, S. 16. Butt- 
mann 8. 14. (4te Ausg. ) 



62 J,Hauptth.,.Cap. J. yom Lesen 7k der Orthographie. 

langes U seyn müsse, versteht sich von selbst; in Rücksicht 
des zweyten Falles müssen wir uns aber für die Reception der 
altern gelehrten R.abbinen (s. Buxtorf de punctt. rocal. 
antiquit. S. 209 ) erklären , welche es als kurzes U lesen, 
und welchen mit Recht jetzt die meisten Grammatiker zu fol- 
gen scheinen. (Vgl. Hezels hehr. Sprachlehre S. 129^. Eine 
andere Pronunziation , die seit Reuchlin auch unter den Chri- 
eten gewöhnlich ist , spricht für ü , welches ganz neuerlich 
Stange (in Keil und Tzschirn ers AnaU'jten für das 
Studium der exegetischen und system. Theologie II, 5) bestreitet, 
und sich für erklärt, worauf schon S chultens (Institute, 
ling. hebr. S. 56) hinaus wollte. 

Das erstere liefse sich vielleicht noch durch einige Gründe 
vertheidigen , nämlich : a) auch das arabische _£_ ohne Vau 
(sonst o, ö) lautet wenigstens sicher in gewissen Wörtern 
und Gegenden (nicht blofs in Constantinopel, wie mich Herr 

V. Diez versichert hat) wie ü, z. B. -i /um; der Ton u 

liegt also allerdings in dem Tonkreise der Semiten, was Hezel 
(a, a. O. ) leugnet, aber auch (paläo graphische Fragmente 
S. ^38) mit Recht widerruft. (Vgl. TVahls arah. Elemen- 
tarhuch S. i2o. Jahns arah. Sprachlehre S. 26}. Auch im 

Syrischen wird dieses für einige Wörter, z. B. "s /cm/, vor- 
geschrieben (Jilicha'elis graminat. syr. S. 28). S) Die 
Griechen haben in melirern aus dem Hebräischen entlehnten 
Nomin. propr und Appellativis ein v , WO im Hebräischen jetzt 
Kibbuz oder auch nur 1 im Texte steht. Sie scheinen <:lso 
doch diesen Ton aus dem Munde der Hebräer oder Tliönizier 
gehört zu haben, z. B. /Jivg^ti (n'^72 fem. von *^b), y^vvQOi 

(las), K«vvvp« (*il5S>), ^fffffof y^ia , Avhh« th, nnV, 
Kupo? U;*l3, 'JT«ßup<ov *il3n, Tüfof TfS und umgekehrt 
rT'OizJDIO aus ffvfxipMi't». c) Auch im Griech. und Lat. iliefsen 
das kurze u und ü zusammen, z. B. Sulla, SuAX«;, Sylla; 
Rotnulus , PwjMuXof, lacrutnae , lacrymae; Svyanj^, äol. 

Der AuiSTpTAche .des i Kibbuz hreve durch hingegen iano 
ich nicht be>'pflichten. Sie stützt sich auf folgende Gründe: 
ö) vtreil Kihhuz häufig aus Verkürzung eines langen O (—) 
entstanden sey , und umgekehrt Cholem ans Verlängerung des 
Kihhuz (S. §. 45, 1. 2). Alkin aus daui verkürzten Zere 
wird auch Chireh, und umgekehrt Zere aus Vdüngorttng d*s 



§.IQ. §. i3- f^i^rn einJacken Schioa» 6^ 

Chirek, ohne dafs deshalb Chirek wie ein kurzes e auszuspre- 
chen seyn mufs. Der verkürzte Vocal braucht nicht gerade 
nach unserem Organe dem Lingern zu entsprechen , wenn er 
sich nur in derselben Klasse hält, i} Weil Kihhuz und KanicZ' 
chatuph in vielen Formen neben einander und prondscuc ge- 
braucht wurden, z. B. in Py. d^N» und Dmr ; inv; und 
11^ (s. §. 9o> Anm. 5). Allein es kommen Otter verwandt© 
Vocale in einer Form promiscue vor , ohne dafs diese deshalb 
gleich lauten, und das Wort bey verschiedenen Vbcalzeichen 
auf einerley Weise auszusprechen seyn müsse. Z. B. n*l1iC 
und nil^O (Furcht); D1!2^S2 und n'»t3"»ba (Flüchtige),' 
l^nuH und !^n\iJN (^dein Weib). Warum sollen nicht ver- 
schiedene ähnlichlautende Formen neben einander bestclm? 
c) Weil die LXX so ausspreche (s. oben). Allein dafs diese 
Pronunziation nicht in allen Stücken mit der in unserer Vocn- 
li'sation enthaltenen übereinstimme und zur Richtschnur der- 
selben gebraucht werden köiuie, wird aus der Vergleichung 
derselben deutlich (s. Gesch. der hehr, Spr. und Sehr. S. 192. 
99). Dafs im Gegen theil aus Veikürzung des o ein kurzes u 
v^erden könne, ist schon oben bemerkt. 

B. Von den Halbvocalen (Schwa's). 

Vom einfachen Schwa. 

i. Unter den Consonanten, welche keinen Vocal 
haben, steht das Zeichen (:") Schwa. z. B. TO/D malca 
(Königin), ^IOp_ A'Zo/ ^tödten). 

Die syrische Schrift setzt in diesem Falle gar kein 
Zeichen (^yie es auch leicht entbehrt Averden kann), 
in der arabischen steht es nur am Ende der Sylben und 

Wörter, z. B. l^-^iö König, A>Ji;> er komme an. Im 
Hebräischen wird es nur am Ende der Wörter weggelas- 
sen, z. B. /i?p.» doch steht es, wo ein Wort mit zwey 
vocallosen Consonanten schliefst, z. B. "^"10 nerd (Narde), 
i^ .'lOj? (du hast getödtet), riN att (du), auch wenn 
«tatt des erstem Schwa Patach fiirtivum steht (^. 16): 
i^S^O^ (du hast gehört) 1 Kön. 1, 11, '^TV^. (er fre.u« 



64 !• Havjjtth. Cap. I. Vom Liesen u. der OrthögrapJiUk 

sich) Hiob 3, 6. Aufserdem beständig im Caph ßriatci 
■wahrscheiiilich Aveil dieser Buchstabe eiiie;^ der wenigen 
ist, die am Ende znweilen einen Vocal haben {^), und 
um ihn desto sichrer von 1 zu unterscheiden , von dem 
er nur durch die Gröfse verschieden ist, z. B. Ip'O^ (Kö- 
nig) ';• 

Avm. 1. Im Gegensatz des zusarnroengesetzten 6'c/tU'fl (§. 15) 
heifst dieses einfachen Schwn, Die Etymologie des Namens 
Ml^' , wie es die Masoia beständi* schreibt (wofär Ahen 
Esra ni\^. £Zi JLevita u. A. auch MD\t5. ) ist noch nicht 
eanz dentiich. Am oewühnlichsten nimmt man es filt s. v. a. 
HTttJ Nichtigkeit , mithin: Leerheit (s. B uxtorf de vocall. 
S. 219. L ö s die r de causis S. 319), Ahen Esra dage- 
gen von mw aequavit „quod aliis vocalihus adaequetur in 
vronunciatione mit Bezug auf das Schiva mobile ( s. §. i4f 4)* 
Norherg (^diss. de orthographia ling. hehr. S. 1 1 ) erklärt 
es: suao literae aequo ac p ar i t er cum sequenti aut prae- 
cedenti boctdi conjungendae Signum , vs'as ich nicht recht deu- 
ten zu können gestehe. Am \vahrscheinlichsten ist mir , dafs 

p 
es allerdings von ni^ , I ^-^ herkomme» aber in der Bedeu- 
tung sistere , stellen; dann wäre es analog den arabischen 

, Namen („IjU (von Ot3* stetit) und ^j^X^ (von (j.\uww 

ruhig) zur Bezeichnung des D^cAe^m oder des Sylbeniheilers, 
also cig. sistens vocem. Der Name gi"ge dann auch von dem 
Schiva quiescens]oiiet Sylbentheiler aus, und schlösse eig. das 
tjüPl aus, wie dieses auch gev\''öhnlicher Sprachgebrauch ist. 
Sonst könnte der Name auch allenfalls von der Gestalt herge- 
nommen seyn , und den Doppelpunct bezeichnen. Dann hätte 

er eine genaue Parallele in dem syrischen \*Q.M d. i. aequatio 

(von \O.M aequnvlt) oder 'yv^l compar, nämlich dem Dop- 
pelpuncte , welcher im Syrischen die Stelle eines Kolon ver- 
tritt. Was dort Ruhezeichen am Ende des Salzes ist (vgl. 
den Soph pasuk .der Hebräer), wäre hier Ruhezeichen am 



r) Kimchi (Michlol fol.^g. cot. i) behauptet, dafs es Anfangs 
nur beym Suffixo 2 pers. foem, geschehen, und dann aus Ver- 
sehn jiuch auf das radicale *] übergetragen sey. 



§. 13« §• "4- Unterschied des Schwa mobile u.qiiiescens. 6$ 

. Ende der Sylbe. — Ueber nSI als Syn. mit Schwa s. MasSO* 
reth Hammassoi'etb herausgeg. v^oa Setumler S. »g?. 

2. Das Schwa steht blofs unter dem lailtbareti ConSonart- 
ten, ine unter der litera c/uicscens , z. B. fINifü. Es kann da- 
her in zweifelhaften Fällen zugleich zum Zeichen dieneij, dafg 
eine Ittera (juiescihilis hier Consonant sey C§-^i>5)- Auch 
der Araber läfst das Dschesm so^jleich weg* ^vo ein ßuchstab 

niclit pronunziirt wird , z. B. ip.4.MX3f , »licht ^lAA4.Ä5f. 

3. Von den obieen Bestitnroutigen gibt es in den ge- 
druckten Ausgaben nur sehr wenige Ausnahrnen, z. B» 
nir-l 2 Sam. 14, 2, f)H2 V. 3, t)H^'\n 1 Kön. 11, »3. 
Vgl. die Masora iu i Mos. 3, 10. Art andern Stellen 
weichen nur einzelne Editt. ab , z. B. " x Mos. 5 > * 3« J^*"« 
5, 4. Ezech. 25, 40. Die Qodä. set.zep atei! das Schwft 
öfter auch am Ende der WOrter* z. B. der casselche 
(^ Micha elii Orient. BihlioÜu Tli. 4. S. 226), der 
königsberger ( Lilie ntlial deseif. cod. Rcgiom. S. 63), 
die erfurter (s. Kall de codd. Erfurtensihus S, 20 )'. 
z. B. ]nH 4 Mos. 10, 29 Cass. V^^ 1 Mos. 4, 1 

4. Seinen Platz hat das Schiva in unsern Ausgaben 
immer unter dem Consonanten, ausgenommen beym ^^ 
finale, wo es darin steht ( "it ). Dagegen steht es ui 
gewissen Codd. , die das Ca^fh ßnale nich^: la^ig, ziehn 
( §. 2, Anm, 5) auch darunter, z. B. t|3a wie ,133 
(^Kall a. a. O. S. 16), in andern, z. B. den berlinischen, 
gar nicht, und Vau finale hat zuweilen das Schwa, wie 
sonst das Caph, in seinem Bauche ( J. D. IVIicha'ölis 
a. a. O.;. 

§. 14. ' 

Unterschied des S chiu a mobile und quiesceni. 

Genau betrachtet zeigt es sich, dals die Fälle, avo 
die Puncratoren ein 5c^?^a gesetzt haben, w eil hier kein 
voller eine Sylbe bildender Vocal gehört wurde, von 
doppelter Art sind. In einigen Fällen nämlich, wo der 
leere Consonant an das £n Je der Sylbe zu stehn kommt, lälst 
man gar keinen Laut liöxen , z. B. D^ ,0 mal- ca. Wo er 



66 I. Haupth, Cap. J. Vom Lesen ii. der Orthographie. 

dagegen unter dem Consonanten steht , der die Sylbe an- 
fängt und auf Avelchen noch ein anderer folgt, der aller- 
erst einen Vocal hat, da läfst das Organ un willliührlich einen 
halben Vocallaut hören, als NIDO m^malle, IpSO vi^phakked, 
yiiy\,X\Tlf^,^'^'^^J\haVlu,kiVlat, cä/A'ä^ (insofern es verschie- 
den lauten sollte von ^vn,nip,,^]3n ). Hierauf gründet sich 
nun die Eintheilung der Grammatiker in Schwa quieicens 
(HJ NJtÜ stummes Schwa) und Schwa mobile (VJ NJ^ 
lautbares Schwa), die zwar auf die Wortbildung weniger 
Einflufs hat, aber doch für die Pronunziation nicht ganz 
gleichgültig ist, und daher einige Untersuchung verdient. 
Mögen auch die Regeln darüber im Einzelnen subtil und 
pedantisch seyn , wie diesem bey den Bestimmungen der 
jüdischen Grammatiker niemals fehlt, so sieht man doch 
leicht, dafs sie im Ganzen von der Natur der Organe un- 
terstützt werden. 

2. Lautbar (mobile) nennt man das Schwa im All- 
gemeinen, wenn die Sylbe mit zwey Consonanten an- 
fängt und das Schwa unter dem ersten steht. Dieses \&t 
im Einzelnen der Fall: 

a) im Anfange des Wortes . als : 1p. 20 m^phakked. 
Vgl. im Deutschen Gnade, gnädig, dagegen die ältere 
Schreibart Genade, genädig; gnug, genug. 

b) in der Mitte des Wortes nach einem langen Vocal t 
llpS^a-AVu, nbtp'ip Äo - t'/a. Die nach dem langen 
Vocale nothvvendige Ruhe erlaubt nicht, dafs man den 
folgenden Consonanten mit der Sylbe verbinde, daher 
diese mit pa, ko schliefst. Das Schv)a fängt die Sylbe 
an und wird mobile. Man spreche im Deutschen das 
a in Tadler lang, so erhält man Ta-dler» Ta-dHer; 
ji-dler lautet wie A-d^ler. 

c) in der Mitte des Wortes nach einem anderen 
Schwa . z. B. '^h\Dyi\ jik - t'lu , ''3'n"]^ Mor - d'chai. Im 
Deutschen vgl, Han-dlung, gewöhnlich gesprochen 



§. i4> Unterschied des Schwa mohile und quiescens. 67 

■wie Han-d'lungi Schul -dner wie Schul- d^ner. Man 
setzt hinzu: 

d) unter einem verdoppelten Buchstaben, welches 
eigentlich der vorige Fall ist. Z. B. ^^pEJ pikk'du, 
pikk^du, vgl. im Deutschen GefalVnen, wie Gefal' 
l'nen. 

e) Wenn derselbe Buchstabe zwey Mal steht (§.18, 
1). Z. B. "^iSSn, '»JJn, nlD::"1, offenbar verschie- 
den von ^ vH, "^^.H , H^*! *). Dahin gehört auch: 

y^j das erste von zwey Schwa's am Ende des Wortes 
nach einem langen Vocale, wie in "^1-?, p^p, "^j^'^l 
n^r^d^ kösch^t f vajjeh'^c, vgl. Zür'-ch, Mag^d. Die alten 
Grammatiker scheinen es hier zwar als guiescens zu neh- 
men *), wie auch das Dag. lene im "1 und "^ zeigt, 
allein für Schwa mobile spricht der lange Vocal in der 
Sylbe und dafs statt dieses Schwa selbst furtive Vocale 
eingeschoben sind (§. 47, 4). Vgl. Q. 45, c. Nach 
einem kurzen Vocal kann es für Schwa quiescens genom- 
men werden, 2, B. i^^^Ü, obgleich auch hier zuwei« 
Igsi Segol furtivum eintritt, z. B. /tI'?^ 

3. Stumm (quiescens) ist das Schwa am Ende einer 
Sylbe, mithin 

a) nach einem kurzeil Vocal , z. B. 1JP3'\, ^*1|53. 

h) nach einem langen Vocale nur vor den Bildungs- 
zusätzen, die eine Sylbe ausmachen, insofern dann die 
etymologische Rücksicht nicht erlaubt, zu «yllabiren, 
wie oben bey litt, h, Z. B. H^TJ 



s) Elias Levita^s Massoreth Hammassoreth S. 191. Einig« 
andere streitige Bestimmungen findet man genauer verzeichntt 
in Drusii Ofp. grammat. S. 36 fF. Pfeifferi Opp. eri» 
tica S. 1065. Starkii lux grammat. ed. Bossek S. 73. 

i)' S. Druiius «. «. O. S. 37. 45 gegen Sal. hen Maleth. 

£ 3 



Ca 1. Hauptih. Cap. 1. Fom Lesen u. der Orthographie, 

Man wird sich Vieles zugleich klar niaclien, wenn 
man sicH das Schwa quiescens als blofsen Syibentheiler, 
Schioa mobile als einen Apostroph denlct, b.ey Avelcheni 
man sich einen halben Vocal verstohlen zu tönen erlaubt. 

4. Der Vocallaut, zw welchem sich unser Organ in 
den meisten Fällen des lautbaren Schiva's hinneigt, ist ein 
halbes e, "vvelches man nicht unpassend mit dem stummen 
e der Franzosen verglichen hat. So bffstimmen es auch 
die neuern Juden "), und datür spricht wohl aufserdem, 
dafs das Schwa mobile in der durch die Pausa herbeyge- 
führten Verlängerung (§. 512, 2) in Äe^oZ übergeht: z. B, 
^13, nj, "^SlD, "^^3, vgl. 'hn, "^bn. indessen mag 
der Ton des Schwa mobile zwischen fast allen Vocaltönen 
geschwankt, sich auch nachjden zunächststehenden vol- 
len Vocalen gerichtet haben. Hiernach haben die ältesten 
Grammatiker (Juda Chiug^ Aben ILsra , Mose Kimchi) ^) 
folgende Regeln versucht ; 

a) Wenn ein Gutturalbuchstabe folgt, so nähert es 
sich dem folgenden Vocale, HV/I d'eh, "^Hp hihhi, ^V^ 
d"-ü. Nach den Tiber iensern war dieses auch ohne 
Gutturalis der Fall, z. ß. D'^'^CttJ sch^marim. Zuwei- 

• r s 

len wurde dieses durch Metheg beym Schwa ( Gaja) 
bezeichnet, z. B. ^ID"^ d^bar. 

h) Wenn Jod folgt, nähert es sich dem t, als *12^ 
h^jad. 



u) Drusius a. a. O. S. 42. .Lösc-lier de causis ling. hehr. 
S. 320. Im Sani. Text steht einigemal filr Schwa simplex 
mohile ein »i im .Text , als '»'^•5\yt5 f. "«"liiuri^ 5 Mos. 3, 14, 
vgl. nvilX 5 Mos. 28, 68 f. n1»3X. So im Rabbin. lyni^H f. 



^ÜIJ«. 



r) S. Mosis Kimchii oloiTo^iec ed. VEnipereur S. g. Ahen 
Ksra bey Buxtorf de vocalihus S. 25. 220. Pfeiffer 
Opp. a. a. O. Lös eh er a. a. O. Drusius S. 43. gß. 



§. i4-. Unterschied des Schiüa mobile und quiesceiis. Cg 

c) in den meisten übrigen Fällen lautet es wie ein 
halbes Patach oder Segol. 

Dafs diese Regeln nicht willkührlich von den Gram- 
matikern ersonnen Ovaren, zeigt sich in der Aussprache 
der LXX und der übrigen Griechen , welche diesen An- 
gaben sehr analog ist. Zu litt. a. vergleiche man 710 /tiJ 
SoXojJiwv , Dip SoSojma-, "^Vl, '^V'l rcz/, dou; zn litt. c. 
bSiyZV 2auouj^X, DOTO Xs^novßijji, und bey Jlieron. 

n'^Ha beriih, nS^na betkiiia «■). 

Dafs sich die Ilalbvocale und Hülfslaate gern räch dem 
Haiiptvocale des Wortes richten, liegt in der Natur des Organs 
und ßndet daher in allen Sprachen Statt. Im ArabiscLen lautet 

f o c j c i 

der Imp. t y^\:^\ (vorn mit Kosre) , dagegen ^_^Ä^=>f (vorn 

mit Damma) , nach Mafsgabe des cliaracteristischen Vocals. Im 
Syrischen spricht man lir^ oz.010 , und im ünaiarischen ist der 
eingeschobene furtive Vocal(s. unten Note yy) immer dem Haupt» 
vocale gleich, Z.B. Keresteny Christ, GßraJ (Groschen, Barazda 
f. hrazda froh, 

5. Mehrere neuere Grammatiker haben jede Aus- 
(«prache des Schwa beym Leben der Sprache geleugnet^ 
und jene Eintheilung in mobile und quiescens als unge- 
iin'indet verworfen ^). Eine Deduction von Gründen 
linde ich nirgends. Doch lafst sich gegen das Schwa mo- 
bile sagen: a) „Wenn die Punctatoren von einem solchen 
Unterschiede gewufst hätten, t;o würden sie, deren 



u') Vollständi^^e Beyspiele in meinSi" Gesch. der hehr, Spr. 
S. 191. 199. 

r) So vorzüglich zum Behuf metrischer Zwecke Gomarus 
( Lyra Davidis. Lugd. 1643^« B e Her inrj nn ( JVIetrik der 
Hebräer. Berlin 18*4)» dagegen C app eil i Animadverss. 
in lyram Davidis S. »7. iß. Drusius a. a. O. S, 34 S, 
Von andern Grammatiker* bestreiten das Schwa viobile Hezcl 
( S. 156), Meiner u. A. , dagej^en vcrtheidigen es Hart- 
ma»n, Fat fr u. s. w. 



70 'I. Haupt th. Cajj.I. Vom Lesen u. der Orthographie, 

Pünctlichkeit gewifs grofs genug war* ihn wohl durch ein 
eigenes Zeichen (ütSchwa mobiie festgestellt haben. Bezeich- 
nete man doch das Schwa compositum unter Gutturalen!" 
— Jllein die Einheit des Zeichens beweist nichts für die 
Gleichheit der dadurch bezeichneten Sache. Auch für 
I)agesch forte und lene (selbst Mappik) ^ für Kamez und 
Kamez - chatuph y so verschieden ihre Bedeutung ist, gibt 
es nur Ein Zeichen, und man niuls sie an andern Umstän- 
den unterscheiden lernen. Mit dem Schwa verhält es sich 
gerade so im Aethiopischen (s. unten). Dafs nun wirk- 
lich die Punctatoren das Schwa mobile unterschieden, zeigt 
die Setzung des Dagesch leiie (§. 20, 2), die häufig mit 
dieser Unterscheidung zusammenhängt; auch bey der 
Accentuation hat man das Schv^a viohile eine Sylbe bilden 
lassen (§. 24., 1 ). Ohne Zweifel fanden die Punctatoren 
die Aussprache dieses Halb- oder Viertelsvocals so flüch- 
tig, schwankend und ungewifs, dafs es ihnen unmöglich 
schien , einen solchen schwankenden Laut durch eigene 
Zeichen festzuhalten , hätte man auch die Subtilität noch 
viel weiter treiben wollen. Dafs man wirklich hie und 
da einen Versuch gemacht hat, den Laut des Schwa mobile 
zu bezeichnen , zeigen die CÄo^c/^A'r unter Nichtguttura- 
len (§. 15,4.). Die spätem Grammatiker, die hier von 
den LXXy Hieron. u. s. av. unterstützt werden , können 
also hier vrohl als gültige Ausleger der Bedeutung der 
Punctation angesehn werden. Hätten endlich auch die 
Punctatoren , was wir aber nach dem Obigen nicht zu- 
geben können, jeden Ton völlig ausgeschlossen wissen 
wollen, so w^ürde dieses immer noch nichts für die 
lebende Sprache beweisen, h) „Es gebe Sprachen, wie 
z. B. die slävischen , welche laoch weit härtere Zusam- 
mensetzungen von Consonanten dulden, als die hebräi- 
sche mit Uebergehung aller Schwabs, Selbst im Griechi- 
schen habe man /35, tt, xt im Anfange der Wörter, 
sogar in einigen aus dem Hebräischen (oder Semitischen) 
genommenen Wörtern, die. dort «Sr/ezi^a mo^iZe haben, als 



§. 1 4« Unterschied des Schwa mobile und quieseens, 7 1 

n^nS ^SoX^ov , 3^/3 yXwßo^t und umgekehrt ^«A.Tjjp, 
cbald. "Tri.2pS3. '• Allein a) die Analogie eines völlig frem- 
den Sprachstammes, "vvie des slavischen, kann nichts be- 
■\veisen. Was aber ß) die angeführten griechischen Wör- 
ter betrift't, so setzen wir ihnen die Beispiele n^HD 
y^iTojv, n^ iHy Xi^avcüTJiT. •^JjJ^^p y.acia entgegen, Avoraus 
«rhellt, dals die Griechen allerdings im Munde de« Mor- 
genliinders einen solchen Hiilfston gehört haben müssen, 
den sie nur setzten oder ausliefsen , je nachdem dieses 
ihren Organen und Sprachgesetzen zusagte oder nicht. 
Sprechen sie doch selbst für 0^*19 'Kaoahtiüo^, c) „Die 
Contractiouen , in denen das Schwa so häufig verschlun- 
gen "wird, licigcn, dafs man es in der Aussprache über- 
ginge z.B. l^Jln^ contr. RJI^J '''^iQp.n^ crOMi:r.Vcp^"y). 
Jllein bevreiset dennContraction, dafs die zusammengezo* 
genen Buchstaben gar nicht ausgesprochen "werden ? Dann 
würde in dem angeführten Falle auch folgen, dafi H kei- 
nen Ton gehabt habe, und dasselbe würde man vom N, 
"^, y behaupten müssen, die alle durch Contraction weg- 
fallen (§. 35, 2). Steht hier nicht eine gedehntere Aus- 
»prache der kürzeren entgegen? Wer wollte wohl fol- 
gern, dafs man da» s luid in CpiXfcü, ^^puffow nicht ge- 
hört habe^ \yeil es in (ptXcü, x^uow contrahirt werden 
Xann? d) „Man mufs in Fällen, wie /"iOJrJ, 3T3 durch 
das ^usammenstofsen zweyer Consonanten eine Härte 
gefühlt haben; sonst, würde man nicht /"iOnhJ, ST^N 
daraus gebildet haben." Allerdings bleibt selbst bey dem 
Schwa mobile eine Härte übi-ig, Dafs diese aber im 
Hebräischen nicht immer gleich fühlbar gewesen seyn 
müsse, zeigt der Umstand, dafs man dieses Mittel eines 
Vorsetaungsbuchstaben. nur sehr selten ergrißen hat ^^}. 



y) So insbesonJcre Hezsl &. a. O. S. 136. »3Ö. 

■jry) Beyde Auskunftsmittel, bald durch einen eingeschobene«, 
bald durch eiaen vorgesetzten Vocal, Rüden sich untev aHdern 
Sprachen ins . Ungaiischea , wo das Zusammentreten zweyer 



7 8 I.Iiaiiptth, Cap.I. Vom Lesen u. der Orthographie. 

e) ,, Schon die Benennung N|1^ nihil, führe darauf.** 
Jber diese Etymologie ist nichts weniger als gewifs , und 
ka)ni also auf keinen Fall etwas beweisen (§. 14., i), 
dagegen spricht der deutlichere Name '^j'^H rapidnm für 
einen schnell gesprochenen Halbvocal, Man hat sich end- 
lich f) auf die verwandten Dialecte berufen , die die- , 
sen l^nterschied nicht kannten, Allein gerade diese möch» 
ten ehtvfür das Schwa mohile beweisen, und wir naüssen 
gie für diesen Zweck näher betrachten. 

a) Das Arabische untersclieidet die Fälle des Schwa mohile 
und (jui^scens am deutlichsten. Für das quiescem hat es blofs 

den Sylbeutheiler (Dschesm) , der nie ein^n Laut hat, als J^Sül-c 
jnal-cha- In den Fällen, wo das Hebräische Schwa mohile hat, 

hat der Araber einen kurzen Vocal, als htipJS, arab. VX'XyC ; 
^''öp,, \j\ÄS; nStslp, ijjLjVJ; tasnai?, ^KA-j-C ". s. w. 

*n der gew^öhnlichen Aussprache wird dieser Vocal , besonders 
ira Anfange der Wörter, zwar nur sehr wenig , kaum hörbar, 

getönt, z. B. ^/oVA-C nionazir^ welches Sacy ( Gramm, arahe 

S. 23, 65) mit dem stummen e in reprendre vergleicht; in an- 
dern Dialecten, z. B. denen der syrisctien und maurischen Ara- 
ber, wird er ganz verschluckt, so dafs man »elbst einen Vor- 
jphl'igsbüclistabe» hört, z. B. V^aVa-« inharech, emharech 
\ Ja hn^ s arah, Sprachlehre S. 1 5. 27 ff. Bombay Gramm, 
ling. mauro- arahicae S. i/j. li ö i t Beschreibung von JUfirocco 
S.^ 220. JVIein Versuch über die maltesische Sprache S. ig). 
Aber gerade in der bisher beschriebenen lebenden Aussprache der 
Araber haben w^ir das Wesen des hebräischen Schwa mohile ^ 
einen hdlben, flüchtigen Tou, der bald etwas voller, bald kaum 
hörbar tönt, bald ganz verschluckt wird, w^obey wir nicht leug- 
nen wollen, dafs die an Vocalen reichere arabische Sprache noch 
etwas freygebiger damit war. 



Consonahten im Anfange des Wortes ebenfalls vermieden wird. 
Man sagt hier in fremden Wörtern Ferentz f. Franz, Görög f. 
Grieche, Jskola f. Skola, Jsztal f. Stuhh Adelung und 
Vaters Mithridat IL S. 784. 



§. 1 4. Unterschied des Schiva mobile und quiescens. 7 5 

fc) Die Syrer setzen tkvax bekanntlich gar "kein. Zeichen, weder 
Inx Schwn mobile, noch quiescens , z.B. t^^ ^ )Q£ISXJ j allein 
in dem erstem Falle lassen sie allerdings einen halben Vocallaut 
hüren. So Lud. de Dieu (jjraef. ad Apocnlyps. syr. Lugd. 
Bat. 1627 ).• niemini a clcirissiri9> viro D, Krpcnio audire, se ex 
cre doctissimi cujusdam Maronitae (wahrsch. des Gabriel Sionita) 
habere, nullis praeceptis grammaticis , ac vix viva voce doceri 
■posse , quem sonum Schwa habeat apud Syros. Ebenso lernte 
N orber g von einem anderen Mavoniten zu Constantinopel a 

aussprechen: Vt^ilJ nekattel, /OQnj nekum (s. J.D. 3Ii chaö' 
lis graiiim. syr, S. 33), nicht nkattel , nkum ; nach Amira 
(^gramm. syr. S. 42) schrieben sogar einige Grammatiker ^^£i,J^ 
wie es im zabischen Dialect immer geschieht (s. Norberg 
de religione et lingiia Sabaecrum p. iß}. Scliultens (^inttitt. 
aram. S. 114) g'^t hiernach ähnliche Vorschriften für das Syri- 
sche, wie oben für das hebr. Scldva mobile: M*lp3 noii abrupte 
effertur pkad, sed interveniente quadam a'tjris impulsione sonatur 
vel pnkad, vel pekad; TfTQ paiilo plenius adhuc peked, 
*l^p3 jam nonnihil in p ik i d inclinat: ut tp3 in p ukü d divergitm 
Haec omnia tarnen valje libera , nee certis , vel vivente lingua, 
legibus adstricta ; nedum ut nobis quicquam nunc ßgere ac prae- 
finire liceat." Yiah die Syrer beyde Falle nicht bezeichnen , hat 
hiev um so weniger Gewicht, da sie auch die Verdoppelung nicht 
bezeichnen, und doch zum Theil in der Aussprache ausdrücken. 
Dessenungeachtet wird auch in der Schrift darauf Rücksicht ge- 
nommen , insofern die aspirirten Buchstaben nach den Fällen des 
Schwa mobile das Zeichen der Aspiration, Ruchoch, bekommen, 

sonst Kuschoi QDag. lene}i z. B. fAsJao MnSia hurk'tho. 
Das Syrische , an Vocalen ärmer als das Hebräische , gibt aber 
einen noch sicherern Beweis ab, als das Arabische, Dafs zu 
den Zeiten des N. T. auch das Syrochaldäische auf diese Weise 

ausgesprochen wurde ^ zeigen die Wörter raXiSoc , \.^a^^ 
Marc. 5, 41; (T«ß«x-«i"» ^iPS^MJ Matth. 27, 46. Marc. 15^34; 
'A^Xhanx , |.ia» vü*» Apostelgesch. 1, 19, 

c) Derselbe Unterschied ist im Acthiopischcn, l^ie sechste 
Reilie des Syliab.aTii, die dem Schwa entspricht, hat bald keinen 
VocalicHi, bald einen so schnellen und flüchtigen, dafs die Gram- 
matiker aiistohu, ob sie ihn durch ein halbes i, e oder ü bezeich- 
nen sollen. Letzteres ist weisen der dunkeln Aussprache des 
Aethiopischea das gewöhnlichste. Dp.Iier JLudolf (Gramm. 



74 •^« Haupt th. Cap. I. ^om Lesen u. der Orthographie, 

mothio-p. ed. J^ansleh. Land. \66\ S. 8) : adeo -profunde effertur, ut 
parum a murmure absit. In Syllahario per y expressimus , non 
tancuin, quod valde affinii sit vocali tertii ordinis (u), sed et 
(fuod nationes aliquae veluti Sueci et Poloni hanc literam obscu- 
ritis vulgo efferunt. Die folgenden Regeln , wann es zu tünea 
sey, oder nicht, gleichen ganz den hebräischen über das Schwu 
mobile, z. B. fytür (creatus^ , nianbar. 

Unpartheyisch erwogen, wird sich hiernach jener in 
der Sache selbst gegründete Unterschied schwerlich hin- 
wegleugnen lassen , und man wird am wenigsten fehleo, 
wenn man in den oben angegebenen Fällen sich den Orga- 
nen überläfst, und ein halbes « anstöfst, was selbst bcy 
Ytnserem Apostroph unvermeidlich ist. 



$. »5. 

S chwa c o vipo s i tum QC hat eph^. 

1. Unmittelbar an jenes Schwa mobile schliefst sich 
das sogenannte Schwa compositum oder Chateph O^jfJ 
rapidum), d.i. ein solches Sehiva, welchem ein kurzer 
Vocal beygezeichnet ist, um dadurch die Aussprache des- 
selben als ein halbes a, e oder o zu fixiren. Man hat der- 
gleichen drey nach den drey Hauptvocallauten (§. 6), 
nämlich : 

(-.) Chateph- Fatach {Tt\^ ^^H), 
(v.) Chaleph - Segol (^"iJlD ^jl^n). 
(-.) Cfiateph-Kamez (X0|? ^^H). 

Das erste ist ein halbes a, als TiCH ch^mor (Esel), da* 
zweyte ein halbes«, ^*1-N ^nösch (Mensch), das letzte 
ein halbes o, "^ //} chHi (Krankheit). 

Anm. I. Den -Grund daron, warum man nicht auch ein 
Chateph- Chirek, Chateph - Kibbuz (halbes i und «) bezeichnet 
habe, findet Schultens (Institt. ling. hehr. S. 7» ") in de» 
Organen , welche nicht erlaubten , dafs man ein halbes » oder 
u ausspreche, ohne dafs es sogleich als ein voller Vocal laute. 
Aber man kann sich kühn auf das Gefühl eines jeden beruitn, 
ob nicht ein halbes i oder u ebenso gut, als ein halbes 0, e» 



§, i5. F'om Sckwa compositum (Chateph), 75 

oder o auszusprechen sey. Den oben bezeichneten wahren 
Grund hat schon Tr end elenhur g ( Repertorium Th. ig. 
S. 105) angezeigt. 

2. Von der oben angegebenen Gestalt weichen die Cha" 
tepKs nur in einigen Codd. ab, w^o die ^cÄu'apuncte in den» 
Buchstaben, der kurze Vocal darunter steht. Z. B. «nfJM 
1 Mos. 24,61. Vgl. Kall de codd. mss. hehraeo 'bihl. S. 20. 
/. D. Michdilis Orient. Bibliothek Th. 4. S. 227. hx 
dem Hamburgischen Ced. /. wird Chateph • Kamez ( für Ka- 
jnez-chatuph) geschrieben (i)* S* laicht enstein pafw 
lipomsna cricica S. XIIF. 

5. Der Ausdruck «jCn mpidum ist ganz analog dem arabi- 
schen terminus t wu^jÜCi^f raptio , womit gewisse arabische 
Grammatiker dns kurze Fatha (d. i. Chateph' Patach^ aua> 
drücken (S. S9). 

2. Bey weitem in den meisten Fällen steht das Schwa 
compositum nur unter Gutturalbuchstaben, das Schwa sim» 
plex untfer den übrigen, und dieses kann daher als Regel, 
das Gegenrheil als Ausnahme betrachtet werden (§. 33, 5). 
Schon in der Natur des Kehlhauches liegt es, dafs man 
dabey einen kurzen Vocallaut hören lasse, und das wreit« 
Oeflnen des Mundes, ■vrelches ein solcher Hauch erfor- 
dert , gibt an die Hand , dafs sich dieser vorzüglich dem 
a nähern werde. Das Chateph- Patach ist daher auch 
bey weitem das häufigste Si^hwa compositum t Chateph- 
Kamez verhältnifsmäfsig das seltenste. Welches <S<^Ä7^a iu 
den einzelnen Fällen stehe, läfstsich iui Allgemeinen nicht 
bestimmen , und es hängt dieses meistens von dem beson- 
dern Gebrauche jedes Wortes ab, auch weichen Mss. und 
Ausgaben hier ziemlich von einander ab ^). Doch wird 
man als Regel ansehen können, i) dafs H, H, P im An- 
fange des Wortes (-;) haben. Kaber lieber (•.:), ausge- 
nommen, \venn das Wort länger ist, z.B. ■2'^n (tödten), 
*^bn(Esel), *1jS? (übergehn), dagegen JIJ'^ON (Treue), 
Dr\"^ON (ihr sagt) , 2) dafs in der Mitte des Wortes sich 



j) Miehaslis Orient? Bibk Th. 4. S. 227. 



76 /. Haupt th. Cap, I, JTom Lesen u, der Orthographie. 

die Wahl des Schwa compositi nach dem Vocale richtet, 
Wielcher nach der sonstigen Form des Wortes und ohne 
Concuivenz eines Gutturalbuchstaben vorangegangen seyn 
würde. Z. B. Praet, Hiph. TD.yn (ohne Guttural '^^iOpH), 
Inf. "l"'Oyn (ohne Guttural b^PpH), Praet. Hcph. "iHyH 
(ohne Guttural hwpH). Ebenso 3 fut.XV^Vl (er wird 
tbun), dagegen i Jut.Ti^VH, Das (^r;) statt des <ScÄ7^)a 
Simplex steht nur dann, ■wenn ohne Goncurrenz der 
Gutturalis ein Kainez-cfialuph vorhergegangen Aväre, 
z. B. i^^j< oh^lo (sein Zelt), "ibjjB po'^lo (sein Werk), 
'10^'^^ (er wird gestellt). 

3. Unter Nicht- Gutturalen kommen nur (-:) und 
(^t:) vor; (•.:) nur im Chaldäiscben, z. B» x^. (oft'en- 
bart) Dan. 2, 30. 

4. Bey der Setzung des Chateph- Patack nnler dev\. 
Nicht- Gutturalen herrscht am meisten Wilikühr, und fast 
alle Wörter, welche es in einz,elnen Fällen haben, kom- 
men auch sonst, und zwar häufiger, mit S<^hiva siwplex 
vor. Häufigst variiren obendrein die Codd. ^) , und mau 
sieht, dafs es fast allein von dem Abschreiber abhing, ob 
er das Schwa viobile hier noch durch den Zusatz des ( . ) 
bestimmen w^ollte, oder nicht **). Aus der folgenden 
Sammlung von Beyspieien wird man sehen, dafs die Fälle 
des Chateph- Patach unter Nicht- Gutturalen denen des 
einfachen Schwa mobile (JJ. 14, 2) analog sind. Sie las» 
gen sich nämlich so ordnen, dafs es steht: 

a) im Anfange des Wortes, und z-yv'är bey folgen- 
dem ^-Tone, z. B. HD'^S (Segen) 1 Mos. 27, 38 



a) &. J. H. Michaelis in den kxit. Noten zu den nachher an- 
zuführenden Stellen. 

l») Hartmanii (in Ei chhorn s Bibliothek der hihi. Litera- 
tur B. ß. S. 200) möchte diese Inconsequenz in der Punctation 
von gewissen Schulen der Grammatiker herleiten, novon die 
eine den Gebrauch des Schwa compositi weiter ausgedehnt wis- 
sen wollte, als gewöhnlich; deren Orthogrnphie sich aber nur 
an diesen einzelnen Stellen erhielt. 



,§. i5. Vom Schwa compositum (Chaleph). 77 

(sonst riD'IS); npySf (Ceschrey) 1 Mos. ci, 6 (sonst 

b) in der Mitte des Wortes nach einem langen Vocale, 
als: ^HDjD"^ 1 Mos. 27, 25. 31. 55. 34., vgl. 3 Mos. 
9, 23. 4 Mos. 24, 9. 5 Mos. 24, 13 (in diesem Worte 
häufig); ^-7!5.^j^ Ezech. 4, 10, häufig nach 1 copvl. 

DnT"^ 1 Mos. '2, 12; nn^^^ 5 Mü». 25,34; ^?J^?^ 

Rieht. 5, 12; VDTÜ^ 4 Mos. 23, 18. 5 Mos. 5, 24'; 
ill^jpqn^ Ezech. £6, 21; 

t r c) nach einem Schwa qidescens i Aviewohl selten, 
'' 'i. B. ^511^ (^' propr.) in einigen Codd. 

d) unler einem Dagesch forte i als: ^7.?.^. (^"^veige) 
Zach. 4, x2; p*lBX chald. Dan# 4, 14. ig. Der Grund 
davon ist , weil die Verdoppelung recht deutliche Aus- 
sprache des Schwa mobile erforderte. A'gl. im Deutschen 
ßiancher, dagegen mannichfaliig. Insbesondre öfter, wo 
ein Dag. forte herausgefallen ist, 2. B. H M~p. Jos. 1 1, 
2 (,sonst n'ilp. See Kinneroth); ^nKjNn^ Rieht. 16, 
16 f. InJlSNi"^]; "»Jjy i Mos. 9, 14 für-^ijay ; und eben- 
dahin gehören ninptÜ (Tränkrinnen) 1 Mos. 30, 38; 
n'i'^C^, Ps. 1 2, 7 (in mehrem codd,) ; UJaü*^ (er grünt 
auf) Hiob 35, 25; pH^^"^ (er wird lachen) x Mos. 21, 
6 , Avelche Formen so zu betrachten sind , als hätte 
JDag. eiiphon. in syllaba brevl (§. ig,c, litt, c.) , also für 

n'inp^. (für ninpti;., vom st. absoi, ninp^;. sing, 
npt^-'), niiDs, ^sb'i, pnsfv 

tfj Wenn derselbe Buchstabe folgt, wozu zuweilen 
noch der Fall von litt. d. hinzukommt. Als : tJ^v'^A 
les. 64, 10; HDOT (f. noptü; Ezech. 35, 7- 9; 

?)Shno 2 Mos. 51, 14; r.i'ijn i Mos. 14, 7; ^13 

5 Mos. 21, 2; ^ibil 1 Mos. 29, 3. 8. 

Die Buchstaben, aufser N, H, D.y, unter welchen 
das Chateph'Fatack vorkommt, sind: 3, "1., W, ■2« •• 
0, S, !£, p, ^, n, am häufigsten \ 



78 I. Haupt th. Cap.J. yom Lesen u, der Orthographie, 

5. Das Chatepk ' Kamez (*:) steht in denselben Fäl- 
len, "wie Chatepk- Patach i wiewohl nicht ganz so häu- 
fig, und nur, wenn ohnehin ein O- Ton in der Sylbe war. 
Mithin: 

a) im Anfange des Wortes , z. B. D^^.'ljP Heilig- 
thümer (von ^"J^); ^p.ySC (schreye) f. "'pvi Jerem. 
22, 20 ; 

h) in der Mitte , wo es aus Cholem verkürzt ist, 
z.B. D]**1S!( Vögel (von "ä^); "^^^1^ sein Scheitel 
(von "^P^l?); ^S"!]!,*!? (et wird dich verfolgen) für 
?|S'^"1^. Ezech. 35, 6; ^nC3 bäm°bhe (Höhen des) von 

noa." 

T 

c) unter einem Dageschf insbesondere Dagesch «1- 
phon. ; dann auch , wenn dieses ausgefallen ist , z. B. 

nnpS f. nnph i mos. 2,23; "ibac f. "ihao und die- 

ses für 173D Jes. 9, 3. 10,27; vgl. 1 /3p^ AcJ^Zo (von 
Sap) Ezech. 26, 9; ^00]? f. ^DOp. i Sam. 23» 8. 

Hier überall ist das Chateph - Kamez ebensowenig we- 
«entlich zur Form erforderlich, als das Chateph- Patach. 
Aufserdem gibt es aber doch einige Formen, w^o erstere» 
2um Character der Form gehört, z. B. bey den Substanti- 

■»ist wie "* /.rj , ^Si"1 , die den arabischen Formen wie ^>jX; 
entsprechen. 






$. 16. 
Vom rerstohlenen Patach. 

Auch dieser Halbvocal hat seinen Grund in der Nei- 
gung des Organs, neben den Gutturalbuchstaben einen 
^-Vocal auszusprechen (0. 15, 2), ist daher dem Cha- 
teph Patach unter Gutturalen analog. Kommen nämlich 
die Gutturalen H, V und das lautbare H (P! §. 21, 2. 3; 
N ist am Ende nie lautbar) an das Ende eines Wortes zu 
stehen, ohne dafs sonst schon ein ^-Laut vorhergeht. 



§. l6» Vom verstoMenen Pataeh, 79 

»o wird entweder dieser Vocal in a verwandelt (s.^. '^8» 3)» 
oder er bleibt, und ni^n Stiels z\vis-cben ihm und der Gnt- 
turalis ein kurzes ß an (HD^^i^nnS, Patach snjjura tum 
od. furnvum). Es steht unter der Gutturalis, ^/yir \ nber 
vor derselben ausgesprochen, e.B. y*!, re^ (Freund), fy^Ü 
(Gc^vilbler) niaschi'^hh, H'i^^ gabo^h (hoch), tVl'l (Geist)! 
ytÜ^lTT] (Josua). Auch der Araber hat etwas ^TDllkomn;eii 

Analoges, wenn er prijs****)! ausspricht almes'ifihhf p- ^J 
luehh (Tafelj *'), nur ist dieses in der minder piinctiic'ien 
arabischen Vocalsetzung nicht bemerkt, auch war es beym 
Leben der Sprache «icht nöthig. In mehiern deutschen 
Dialecten, besonders im Schwei^erisclien, hört man 
Bn'^ch inr Blich , i^chfürirh^ Lischt, Mu^tter, ab:- nur 
in wenigen (altern) Wörü rn ist ein solcher verstohlei.tr 
Vocal in die Orthographie eingedrungen, z. jB. PVien, 
Dieb, ursprünglich wie PVi'Ti ^ Di^ ^), Gleichwie man 
übrigens im Arabischen mehr ein kurzes <?, als a, hören 
läfst, haben auch rlie LXX und IJieron. immer ein e aus- 
gedrückt, z. R. yi^A ysXßovs, n"i2TZavcv£, Vpl'^ rue ^), 
In hebräischen Handschriften gehört ein Segol Jurtivwn in 
diesem Falle zu den gröfsten Seltenheiten, z. ß. y'^TtJ'iTt 
codt CasseL i Chron. i9i 19 % 

Anm. 1'. Iii den jetzigen gedruckten Ausgaben steht ijber- 
all ein wirkliches Patach. Die verschiedenen Schreibarten det 
JlVIsf. zeigen aber, wie man diesen Vocal allgemein für keinen 
w^irklichen, sondern nur für eine Art «.TcÄu^a rnot/Zö gehalten 
babe. Einige haben nämlich dafür ein einfaches Schwa , z. B. 
yipl 1 Mos. 1, 6. Erf. in. (s. Kall de codd. mss. maxima 
Erfurt. S. 209), andere ein Chatevh-jjatach V.^^'TI (Kall 
e. a. O. Lillsnthal descr. cod. Regiom. S. 63), auch inil; 



t) Antonii oh Aquila instit, llng. arab, S. JSJ. 5». Sacy 

gramm. arabe T. I. S. 4* 
d) Adelung'' s Lehrgebäude der deutschen. Sprache Th. i.S. i38- 
«) Gesch. der hehr. Sprache S. 192. 199. 
/) Miehailis »rient. und exeget. Bibliotk. Th. 4. S. 038, 



8 /. Hauptth. Cap. I. Font Lesen u. der Orütographie. 

ctetn Schwa im Bauche der GTitturalis , 2. B. f^^atiD. Damit 
man nicht den Vocal nach der Gutturalis lese, halaen ihn auch 
einige Punctatoreti vot dieselbe gesetiÄt, z. B. V'^p^ {Kall 
a. a. O. ). 

2. Die LXX, welche das Patach jurtivum durch s aus» 
dnickten, scheinen es auch nach einem ^ gelesen zu haben, z.B. 
nPS*; ''li^^Ai, S>3^i»-1Na Bss^caßss, naa Taßse, wiewohl 
das letztere s auch vielleicht mehr für die Gutturalis selbst 
stehn soll, was fast auf eins hinauskommt. Füt ein Egyspiel 
eines Patach für tivi nach (•»■) h.n man fälschlich n:f*)n,2 Mos. 
fio, 12 {^ehalten, wofür and. Ausgaben ni:*in lesen. Die Ur- 
sache der doppelten Punctation des n -licet aber in etwas ganz 
anderm , nämlich der doppelten Acccntuation des Decalogs 
(5- 27, Anm. 1 ), daher ip;!£*1.I^. mit Kaniez wegen des Silluk, 
und Patach wegen des 2iphcha> 

ni. Von den Lesezeichen* 

Vom Dag es ch, JUappik und Raphe überhaupt. 

In dem genauesten Zusammenhange mit der Vocal- 
setzung stehen in der vor uns liegenden Aiatjy.sv^ des 
hebräischen Textes die Lesezeichen , welche allen Anzei- 
gen nach auch gleichzeitig mit derselben eingeführt zu 
seyn scheinen. Aufser dem diakritischen Puncte des ^ 
und ^ (§. 2, Änm. 1), sind deren vier, Dagesch forte, 
jDagesch lene^ ßlappik und Raphe, deren Namen und 
Bestimmung wir vorläufig erläutern wollen. 

1. Das Dagesch (^t^*^ d. i. Verstärkung, Verhär- 
tung) ist ein in der Mitte des Consonanten befindlicher 
Punct, von einer zwiefachen Bestimmung. Er bezeich- 
net a) die Verstärkung d, i. Verdoppehaip: eines Conso- 
nanten und heifst dann Dagesch forte {"pl^ ^■^'^)» z. B, 
;t3P kittel ; h) die Verhärtung desselben d. i. die Hin- 
Wegnahme der Aspiration. Er kann dann mir in den 
jispiratis stehn, und heifst Dagesch lejie ( /|3 ^^."^f 
nD"n ^r!^). 2. B. "i^So mal-co» nicht malcho. 



$.17« J^om Dageschy Mappik und Raphe Uberh, ß i 

Anni. Man hat den terminus : Dagesch gewöhnlich durch : 

Punkt erklärt, vom syr. und chald. «-*s5>? ^^^ pupugit, con- 

fodit, transfixit (^C ast elli Lex. Heptagl. s. h. f.), allein 
schwerlich richtig, auch gegen die Analogie fast aller dieser 
Namen für Vocale und Lesezeichen. Für die obige Erklä- 

T 

rung durch: aggravatio , corrohoratio (von «•*yj' in der 

Bedeutung: gravavit» vgl. V^T, äthiop. gravavit, vexavit, 
ajßixit ) spricht a) die Analogie der entsprechenden arabi- 
schen und syrischen termini. Im Arab. heifst bekanntlich das 

o ^ 
Verdoppelungszeichen c\J(»\mX!j Teschdid (Verstärkung) und 

VjjJCo Beschwerung, im Syrischen das Verhärtungszeichen 

^^*Clß Kuschoi ( Härte ). Im Hebr. , wo man beydes, Ver- 
doppelung und Verhärtung bezeichnete, hat man für beyde 
Einen Namen und Ein Zeichen gewählt, und jenes aggrava^ 
tio fortis, dieses aggravatio lenis genannt. Die BegrifFei 
Stärke, Schwere, Härte fliefsen in der hebräischen Sprache 
immer in einander (vgl. die Wörter HVrp, ptn, *»3S , und 
dagegen SVp, nS*l). b^ Die Analogie der grammatischen 
Sprache im Hebiäischen und Arabischen überhaupt, Eino 
Form mit Buchstaben Verdoppelung heifst gravis (T33 ), z. B. 
Piel, ohne dieselbe levis (Sp); ein nicht aspirirter Buch- 
stabe heifst durus ( T^^p ) , ein aspirirter mollis ( l^i , na*n ). 
Ebenso im Arabischen (vgl. Sacy Gramm, arahe T. LS. ^S^. 
c) Der Gegensatz von nsi s. no. 3. — Das Richtige haben 
schon J o. JVI orinus (^Exercitatt. eccles. et hihi. S, 536), 
de Randt, Bihlian der u. A., vgl. auch Schul t ens 
Institt, S. 77. Ueber die Verbindung des Dag. forte und leno 
im Syrischen s. §. 20, i. 

c. Das Mappik ( p^SO proferens d. i. movens sc. literam) 
ist ebenfalls ein Punct in der Mitte des Buchstaben , be- 
zieht sich aber blols auf die literne qiiiescibiles , insbeson- 
dere das n, und zeigt an, dafs sie lautbare Consonanten 
seyn sollen, nicht quiesciren (^. 21). Z. B. ^^1^ arzah\ 
verschieden von nSC*lS arzah. 

3. Den Gegensatz vom Dagesch und Ik^appik bildet 
d^ Raphe (HS/l d. i, lindernd, erweichend), welche» 

F 



g2 J. Haupt th, Cap.J, P^om Lesen ii» der Orthographie. 

die Abwesenheit einer solchen Verhärtung oder Verdop- 
pelung anzeigt. 

5. 13. 
Vom Verd oppelungszeichen (Dagesch forte). 

1. Als Verdoppelungszeichen ist das Dagesch eine 
Art von Abbreviatur, nach Art des Querstriches über 
dem deutschen n und m oder des sogenannten Sicilicus der 
alten lateinischen Grammatiker, z. B. Luculus für LucuU 
lus; nur mit dem Unterschiede, dafs die Abbreviatur hier 
ohne Vergleich häufiger ist, als die volle Schreibart, und 
dafs die Verdoppelung in unpunctirten Texten so wenig 
bezeichnet wird, als die V^ocalsetzung. 

2. Die Fälle, w^o 2 Consonanten, deren ersterer 
Schiva hat, ohne Zusammenziehung ^ntchDagesch stehen 
geblieben \vären, sind verhältnifsmäfsig sehr selten. Doch 
findet sich diese Schreibart a) nach einem langen unver- 
änderlichen Vocale, z.B. in den Participüs Dv {H (Stolze), 
Ü-'hSy (Kinder), D">p.f)n (Gesetzgeber), D^Sk (Feinde); 
vgl. ''pp'*'inp mein Gesetzgeber Ps. 60, 9; ^ppH^ Spruch w. 
18» 15* ^J ^venn schon ein Verdoppelungszeichen 
herausgefallen ist, z. B. in Fiel der Ferba W , z. B. 
^ihn (lubt) für ^SSn, nbhriN (ich müsse loben) 
Ps. 69, 31 für ni7nN. In beyden Fällen wird 
nie zusammengezogen, c) wenn zuvor ein langer 
Vocal zwischen den beyden Buchstaben war, z. B. 
f^'^^p. ( f '»ich ) St. const. r^lp,i ^^n (verwundet) Flur, 
con.str. {^T\. Andcrsivo kommt die zusammengezogene 
Schreibart neben der vollen vor, letztere aber als die sel- 
tenere, z. B. "^^75^ (sein Schatten) Hieb 40, 20, da- 
gegen T^^SJI Vs. 80, '1 1 ; '^*]'.1''^ (dein Nabel) Ezech. 16, 
4. , dagegen ^7)^ Sprüchw. 3,8» '^l'l'^^ ( er wird sie 
verwüsten; Jer. 5,6, dagegen 0"^^"! Sprüchw. ii, 3 Keri; 
^Jvi.n (erbarme dich mein) Ps. 9, 14, häufiger wie V^.H 

Ps.'4^, 2. 6,.3. Vgl. I^hj (sein Roth) Hiob 20, 7, "^HSa 



§. i3. »9- f^om f^crdoppelungszeichen (Dag. forte). 33 

Ezerh. 4, 1 0. 17 (^'f>n ^^.^.)» '^p.P-'^. laicht. 5, 15. Jes. 1 o, 1 
für ^ v5 , "^pn. Rudiich sind beyde Schreibarten zuwei- 
len dem Gebrauch nach versch-eden, z. R. D"^Gy , ''DV 
(Völker) ist die gewöhnliche, Q'^CCy, ^00^ die spätere 
Form; "^IH, ^"171 ; mein Berg, Berge) die gewöhnliche, 
^*l'*in, ^*Tin die poetische Form. 

Anm. 1. Die Syrer, Samaritancr und Aethiopier haben in 
ihrev öchrift zwar kein Zeichen der Verdoppelung. Dcsseii- 
uii.,eachlet könnten sie dio Sache haben. Von den Syrern be- 
I haupien dieses die meisten Grammatiker; doch ist es noch 
streitig (^Assemani hihi. Orient. T. III. P. II. S. ^''q. 
JVlicha'elis gramm. syr. S. 34)» von den Aethiopiern lehrt 
es Ludolf {^Gramin. aethiop. ed. M^ansleh. S. lo). Die 
Araber schreiben iiäufig das Teschdid, wenn sie auch alle übri- 
gen Puncto weglassen. 

2. Diifs in einzelnen Codd. eine einzelne Lesart vorkommt, 
worin das Dag. forte aufgelöst ist, z. B. ^l:p^ für ^pi 5 Mos. 
a4, n , cod. Kennicott 193» kommt im Ganzen gar nicht in 
Ei:tracht, und ist wohl ein Rabbinismus der spätesten Art 
(wie z.B. n"»^p f. D-^li^)» der sonstigen Gewohnheit aller semi- 
tischen Schriftarten entgegen. Man hat gemeint, dafs Piel 
einige Mal mit einem w^irklich verdoppelten mittleren Stamra- 
buclistaben (im Chetib ) vorkomme; allein zu der allgemei- 
nen Un Wahrscheinlichkeit kommt dort noch eino besondere 
hinzu (§. 72, 4). 

5. »9- 
Verschiedene Arten des Dages ch forte. 

Man hat das Dagesch forte nach den verschiedenen 
Fällen, in welchen die Sprache eine Verdoppelung des 
Buchstabens eintreten läfst, eingetheilt in Dagesch com- 
pemativum , characteristicum und euphoiiicum. 

Passender unterscheiden die Araber das nothweiidlge 
Daß;, und das euphonische^ deren jedem mehrere bes;)ndere 
Fälle untergeordnet sind. Wir legen diese Einthelinng 
ihrer Zweckmäfsigkeit wegen ebenfalls zum Grunde. 

1. Die Verdoppelung durch Dagesch findet Statt und 
ist eine nothivendlge : 

F 2 



84- I' Hauptth. Cap. X, Vom Lesen w. der Orthographie. 

a) wenn derselbe Buchstabe zuweilen ohne dazwi- 
schen befindlichen Voeal auf einander folgen sollte. 
Z. B. "^l^nj ( wir haben gegeben) für V2T\2; ^T]}ll (ich 
habe gesetzt) für ^HH^, "=130 für ^320 u. s. w. Alle^ 
^. lg aufgeführte Ausnahmen, in welchen die Ver- 
doppelung durch JDag. forte unterbleibt , gehören hier- 
her 8). 

b) wenn die Verdoppelung durch Assimiliining eines 
Consonanten an einen andern ähnlichen entstanden ist 
(^. 34.), z. B. "^l^Sn für ^^oSn (der König). In 
den Fällen a. h. heilst das Dagesch compensativum, 

c) wenn die Verdoppelung den Character einer Form 
ausmacht, z, B. in Fiel 1|53., ebenso in dem Plur, 
D'»SC5 (Kameele) von SoA, in dem Fenu 71^13^ 
(Hebräerin) von "^"^Dy, den Fron. nDH, n3r!( diese). 
Hier heifst das Dagesch characteristicum. Die letztem 
Fälle hat man fälschlich zum euphonischen Dagesch ge- 
rechnet; denn die Verdoppelung liegt offenbar schon 
in der Form des Masculini, w^o sie nur (nach ^. 37, 2) 
nicht ausgedrückt werden darf. Daher im Arabischen 

Sc ÄJ 

2. Das euphojiische Dagesch ist bey den Hebräern und 
Arabern mehr orthographische und Ortho epische Einrich- 
tung der Grammatiker, als dafs es zum Wesen der Sprache 
gehörte. Dazu rechnen wir folgende Falle : 

a) wenn zwey Wörter dadurch enger verbunden 
werden, dafs man in den ersten Consonanten des zwey- 



|f) Der Fälle, wo die Compensation durch Dagäsch vor sich geht, 
wenn gleich ein Vocal zw^ischen den wiederholten Buchstaben 
•teht, sind nur wenige, und zum Theil sind sie nur scheinbar. 
So ist der Inf. 2<ü nicht zusammengezogen aus 2,30 , sondern 
aus aao ( d«r Form Sttp). Doch gehurt wirklich dahin ao 
für aio» und einige andere Formen der Verha med, gem. 
(J. loä). 



$. 19« P'^erschiedene /irten des Dagesch forte. 85 

ten Wortes ein Dagesch gesetzt hat (Dagesch conjunctU 
vum)^ z.* B. nT" nO (was ist das?) als Ein Wort: 
mahs'Se. Das erste Wort mufs dann immer auf einen 
Vocal endigen. Andere Beyspiele sind: DilO^nO 
C3^y5"'nD^ wie schön und ivie angenehm Ps. i3", i» 
n^T^Tif diefs wird seyn 4 Mos. 34, 6. 7. 9 , D^ ^^^5^^ 
und du ivirst dort essen 5 Mos, 27, 7 , "^N!£ ^D'^p /ort, 
heraus! 1 Mos. 19, 14; bald mit Makkeph (§. 23) 
1 Mos. 44, 1 6. Hos. I o, 3, bald ohne dasselbe Ps. g +, » 
5. 4 Mos. 25, 13 ^). Selbst im Resch, V^ Hp.r. bi'l 
Sprüchw. 1 1 , 2 1 . 1 5» 1 . 

5j wenn es in die Endtonsylbe eines Satzes (in 
Paiisa^ §• 52 ) gesetzt wird, vorzüglich in die 3. Praet. 
und Fut. im regelmäfsigen Verho (bey Simonis Dag, 
Forte aWectuosvm , bey den jüd. Grammatikern euphoni- 
cumjf z. B. ^ ;*in sie feyern Rieht. 5, 7. \ Sam. 2, 5 
(nach der Masora und den meisten Mss.); ''\^J)^'\ und 
sje harrten Hiob 29, 2i ; ^^H^ sie geben Ezech. 27, 9; 
r.D^J sie vertrocknen Jer. 51, 30; ^r^H^ oder ^nPI^ 
sie steigen herah , für inn]*^ Hiob 21, 13; ''I 'P,]? Jes. 
j<), 6 (nach mehrern iJfjj. J; ^T\^\ sie verbrenjien , für 
^nii'i Jes. 33, 12. Jer. 51, 58, vielleicht "^iHnnrj Hiob 
i3>9 CohnePaMJß) '}. 



ä) Die jüdischen Grammatikernennen jene erste Verbindung mit 
Makkeph p^nt (eilend), die zweyce ohne Makkeph p-'nlö ^nt« 
(von fern kommend). 

Von der wirklichen Zusammenziehung solcher Wörter in 
£ins 8. §. 42, 3. Eben so häufig ist auch diese Verbindung 
im Arabischen. S. Sacy Gramm, arnh. 7*. /. §. 110. Aehn- 
lich ist das neapolitanische le llagreme für le lagrime. S. 
Adelung und Va ter s Mithridat IL S. 522. 

j) Aufser den angeführten Stellen, die schon Kimchi (Michlol 
■p. 777. 26) bemerkt hat, kommt diese Art des Dagesch nicht 
vor. Es sind ihrer senu" , um nicht die einzelnen Fälle für 
Versehen zu hallen ; aber zu wenig^, als dafs man es nicht für 
"wilikührliche Anordnung einiger Grammatiker hallen rotirste. 



g6 J. Haupt th. Cap. I, Vom Lesen ii. der Orthographie, 

c) wenn es in den zweyten Consonanten einer zu- 
eammengesetzten Sylbe nach einem kurzen Vocale ge- 
setzt wud, um die Schärtung der Sylbe noch deut- 
licher zu bezeichnen, wie in dem deutschen Herr- 
mann f. Hermann , GesellschafFten f. Gesellschaften. 
Der Beyspieie dieser Art sind viel mehrere, als man 
gewöhnlich in den Sprachlehren aufgefiihrt hat, so 
dafs an Versehen gar nicht zu denken ist ^), noch weit 
häufiger ist diese Orthographie in punctirten rabbini- 
schen Schriften und in manchen biblischen Handschrif- 
ten. Von W^ichtigkeit für die Berichtigung des gram- 
matisch - lexicalischen Systems ist die Beachtung die- 
ses Zeichens besonders desw^egen, weil mehrere Sprach- 
forscher, die das Dagesch für characteristisch hielten, 
dadurch zur Annahme mehrerer problematischen und 
der Analogie widerstrebenden Formen verleitet wor- 
den sind, die aus den Wörterbüchern verschwinden 
müssen, indem die gegebenen Formen, jene orthogra- 
phische Einrichtung abgerechnet, vollkommen regel- 
roäisig gestaltet sind ^). Hier die Beyspieie mit einiger 
Vollständigkeit und in alphabetischer Ordnung : 

n*l5N f. n*l3M Hos. 3, 2 (ich ^ij-^nnp^^a (unter deinen Theu- 

kaufte sie), von n*lS. ern) Ps. 45, 10, von *^j3^» 

q'inlljrjia f. 5|'«ni1p^3 oder nicht (nach »Simonis) *i|5^. 



die nur an einzelnen Stellen durchdrang und sich erhielt. 
Kinichi sagt: mos est Hehraeorum, firmare leetionem con- 
sonantium per Dages ad ornatum lectionis, 

h") J^aters hehr. Sprachlehre, S. 59« 

l) Schaltens institutt. ling. hehr. S. 155. Simonis in vie- 
len Artikeln des Lex. hehr. Dagegen die Vorrede zu meinem 
kleineren hebr. T4'örterh. S. X fF. Vgl. schon Kimchi Mich' 
lol S. 26. 27. Die oben angegebene Beyspielsaramlung steht 
gröfstentheils schon a. a. O. , durfte aber hier der Vollstän- 
digkeit wegen nicht fehlen, ist auch mit noch einigen Fäl- 
len vermehrt worden. 



§.19. Verschiedene Arten des Dagesch forte, 87 



anl-^en f. Onlicn (ihre Krän- 
Ikiuig) Hiob ly, 2, Inf.Hiph. 
von ni», 

la^SSn f. l3iQiCn (ihn zu ver- 
bergen ) 2 Mos. 2, 3 , in den 
meisten Codd, gegen Aheit 
Esra und A. . welche das Da- 
ocsch verwerfen. 

?nil''n'^.n f. In3"»^'in (sie ver- 
folgten ihn) Rieht. 20, 43 in 
mehrern Mss. und der Masora 
(s. /. H. Michaelis krit. 
Note ). 

ncv-nn f. n»'»y*^n (sie zu rei-. 
zen) 1 Sam. 1, 6. 

an''M'nn (habt ihr gesehn) f. 
DniN'in 1 Sam. 10, 24, 17» 
S.5. 2 Kön. 6, 32, und öfter 
nach dem n interrogative, 
wenn Schwa folgt, als nihSn 
i Mos. 37, 32. 

'"2^"'P.^.l ^' "''h'.^l (glatte Ge- 
genden des Thaies) Jes. 57, 6, 
von phn, nicht p\n. 

nnp*» 1 Mos. 49, 10 und nnisiS 
Spruch w. 30, 17 für nnp**. 

:)1f3^ f. "^Ip^ (es begegnet dir) 
1 Sart. izß. »o, vgl. n*1|3JD 
5 Mos. 23, 11, wahrsch. von 
n"1p5Df nicht von .T^p , mit 
^JD praefixo. 

nrilSaS (wenn du vollendet hast) 

Jes. 33. * f- ?lPlV33, ?jniSans>. 

1*1 nü» ™ ) Ps. 89» 45 . in an. 
deirn Codd. tints» f. linta» 
( sein Glanz ) , nach j4ben Esra 
und Kimchi , ^velche8 passen- 
der scheint, als ]Ci für die 
Präposition zu nehmen. 



ni3»30 f. ni3öö (Vorrathshaus) 
Joe! 1, 17.' Vgl, über das Da' 
gesch hier und 2 Mos. 2, 3 
Lichtenstein paralipome- 
na critica S. 24 » der es aber 
hier fälschlich für das Dagesch 
neutrum , wovon hernach die 
Redeist, hält. Dahingehört 
auch Tln^öM Jes. 20, » im 
cod. Hamburg. III. 

D'in'löO f D''*lS»D (Bitterkei- 
ten) Hiob 9, lg. 

^t1T30 f. ^ll^liO (deine Fürsten) 
Nah. 3, 17.' 

tünpo f. W^p» (Heiligthum) 
2 Mos. 15, 17, vgl. die son- 
derbare Erklärung von Alb. 
Schul tens ( Institutt. ling. 
hebr. S. »55 > 

5^33 Hiob 30,8, besser Niph. 
von nN3 (sie werden ge- 
scheucht) als von dem proble. 
matischen HD3 = nD3 (schla- 
gen). 

nv:s3 Fs. 141. 3 und n^isi 

'Sprüchw. 4, 13 f- 'Tlii, 
n*^i£J (bewache, bewache es). 

•insiJpria f. siniapna (wir schnit- 
ten ihn ab) Rieht. 20, 32. 

1530 f. ISao (sein Dickicht) 
Je'r. 4, 7, von Tjab. 

iSap f. iSaO, 1V2D (seine Last) 
jes, 9, 3." 10, 27. von 'jab, 
niclit von 'jäo. 

031> f. ^aav (Trauben) 5 Mos. 
32, 32 von 2iiVf nicht etwa 

D3''3X1? fj ta^iaSV (ihre Früh- 
ner) Jes. 58, 3 von 2sy , nicht 
etwa ax». 



m) üeber das Schwa compositum in diesem und einigen folgenden 
Beyspielen, vgl. oben §, 15, 4 /itt, ff. 



88 J» Hauptth. Cap. I, P^om Lesen u. der Orthographie, 

DS'^nl'lS.y f. DisnilSV (ihre "»S3\Ö f. i'p.ai^. "«SattJ (Zweige) 

Feste) Arnos 5, 21, von dem Zach. /f, 12, vonSlS^. nicht 

gewöhnlichen r)*lS^, nicht von Ss^i) = nSs^tJ , welches 

etwa n'1;:f.3^. »ich ^Savv (5c/h"6Z;5/«) beugen 

•»Jp.i^ Hohesl. 1, 8 und nüpl^. würde.' 

Ps. 9,q, 52. 77, 20 f. «»apV, T?- T> -1 j 1.-U1- 

. -'^ ,^ , ' ^ 1 • Em Bevspiel aus dem bibli- 

ri13f;i^, beydes von ^ny (Tritt, , /-./u • 

* 'v ■ . "K';'^ sehen Chaldaismus ist ilÖX 

Spur), nicht von ipv. /- tt i ^ t~v , ^ "" " 

. P r^ '■ • ^ X C Vogel) Dnn. 4, q. iß, 30 

nla-i>l^ f. niiTü:^ (Kräuter, Gras) f-, .^«„ ni ^2„ 

„ = • , • • ^ . ' lur s'nas Plur. von las , lax 

aprüchw. 27, 25 von atyV» %*' ' "^ -:'■■: 

liicht von na^l» oder a\yy. ^J^' ' r^ t Vogel, Sperling, 

^JDna:« Ps. 119, 139 undi^nnöJC nicht von 1SX = das hebr, 

Ps- 88« 17 (sifc vertilgt i "sie 1 1 ÖS , welches siebtel QS beu- 

vertilgen mich) von nnox. gen würde. 

Dafs die Beyspiele dessenungeachtet im Ganzen ein- 
zeln stehn, hat seinen Grund ohne Zweifel darin, dafs 
diese orthographische Einrichtung nicht allgemein gebil- 
ligt wurde und daher nicht völlig durchdringen konnte. 
Die Orthographie hat in Rücksicht des Dagesch forte über- 
haupt viel Schwankendes (§. 37). 

5. Noch ist uns übrig, von einer besondern Art des 
Dagesch zu handeln , welches in unsern Ausgaben 
fast "'") gar nicht, wohl aber in nicht wenigen Hand- 
schriften gefunden wird, und, weil man wenig eingrei- 
fende Beobachtungen darüber angestellt hat, noch immer 
ein Stein des Anstofses für die Kritiker geblieben ist. Es 
gehört hierher, weil sich zeigen wird, dafs es im Grunde 
ein verbindendes Dagesch forte euphonicum sey. Wir 
meinen nämlich das von /. D. Blichaelis sogenannte Dag, 
neutrum °), welches sich in cod. Erford, III, und iy„ 



vim) Doch kommen einzelne Spuren vor: 1 Kun. 11, 22 selbst 

nach der Mas. imjjr. H'V 1üM»1 , ebenso ri,nfD^ 1^.*il » Mos. 

2,0, 3, wo es aber dieselbe für falsch erklärt. (S. J.\H. JVIi' 

chaeli s krit. Note ). 
n) IVlichaelis gab ihm diesen Namen, weil es weder den Gesetzen 

des Dagesch forte i noch denen des Dagesch lene entsprechen 
- wollte. Denselben Namen hatten andere Graomiatiker früher 



§. ig. Verschiedene Arten des Dagesch forte, Q9 

Stuttgard. , Cassell. , Hamburg. III, und IX. und viel- 
leicht mehrern andern findet, und zuerst von Kall nndSckel" 
ling , dann ausführlicher von J. D. Michaelis , am besten 
von Lichtenstein beschrieben worden ist °), "welche Ge- 
lehrte aber in Bestimmung seiner Bedeutung sehr abwei- 
chen. Kall VLTidL Schelling bemerken nur, dafs es unge- 
fähr den Regeln des Dagesch lene folge, und diese auf 
die übrigen Buchstaben (die Gutturalen ausgenommen) 
ausdehne, und sie haben Recht, insofern es, wie jenes, 
im Anfange der Sylbe steht; Michaelis wirft die (nicht 
passende) Vermuthung hin, ob es nicht ein altes, durch 
Einführung der Vocalisation verdrängtes, diacritisches 
Zeichen sey P); erst Lichtenstein nahm den glücklichen 



von einer andern Sache gebraucht, nämlich dem streitige:! 

Dagesch in D'>n\l). S. Banz literat. S. 103. 

o) Kall de codd. mss. hebraeO'biblicis S. ig. Schelling 
descript, cod. Stutgard. S. Q2, J. D. JVIichaälis Orient, 
und exeget. Bihlioth. Th. 4. S. 228 — 35. Lichtenstein 
Paralipomena critica e supellectile biblioth. hamburg. hausta. 
S. 21 — 25. 

■p) a.a.O. S.235. Ebenso Hartmann in Eichhorns Bihlioth. 
der bibl. Liter. Tli. Q. S. 205. Ersterer verschob sich die rich- 
tige Ansicht vorzüglich dadurch , dafs er auch Beyspiele dabin 
rechnete, welche zum TkZflppii gehören. S. unten §. 2 1, 1. Wi» 
■wunderlich man aber mit Vermuthungen über diese orthogra- 
phische Einrichtung gespielt habe, zeigt Hezel (zu Diede- 
richs hebr. Gramm. S. 58 ) » ^^^ si® für ein Merkzeichen hal- 
ten will , welches sich die Abschreiber etwa in demjenigen 
Buchstaben des abgeschriebenen Codex, bey welchem sie dia 
Feder niederlegten, gemacht hätten, so dafs es sich nur in 
solchen Codd. finden würde, von welchen Abschriften genom- 
men wären. Die obige Combination mit dem Teschdid conjun- 
ctiuo oder der Insertion der Araber bot sich mir schon früher (Gtf- 
schichte der hebr. Sprache S. 20 i) blofs nach den ungeordne- 
ten Beyspielen bey Michaelis dar. Durch die weit sorgfälti- 
ger gewählten bey Lichtenstein, auf die ich erst später stiefs« 
wird sie noch weit mehr bestätigt. Eine dunkele Andeutung 
des Richtigen finde ich auch in Schultens Institt. S. 126, 



90 /. Hauptth, Cap. /. yom Lesen «, der Orthographie, 

Blicli , es für ein Dagesch euphonicnm zu nehmen , wel- 
ches die Asöimilation des vorhergehenden Buchstaben in 
der Aussprache anzeigen solle, "vviewohl er noch zwischen 
dieser Annahme und der eines occultirenden Zeichens 
schwankt. Dafs das eretere wohl allein richtig ist, w^ird 
nicht allein durch die Analogie des Arabischen wahrschein- 
lich, w^o diese Art der Assimilation unter dem Namen der 
Insertion (durch Teschdid coTijuuctivum') in gewissen Hand- 
schriften sehr häufig ist *•) , sondern es finden sich auch 
bestimmte biotorische Angaben , dafs angesehene hebräi- 
eche Gramiuatiker dieselbe assimilirende Aussprache im 
Hebräischen beobachtet wissen wollten. So las R. Jona 
ben Gannach ** '.""^^,"\ jitei-U, n^DJ /N en-nemalat 
p^'HJf — ^^1^ jßrMz • zfl</<iiÄ •■) , wie im Arabischen, z, B, 

uyo f^fX^ OsJ kadsch-dschcsacomm-jnenu. 8» 'w. Nach 

diesen im Arabischen beobachteten Gesetzen begreifen 
sich nun auch fast alle Bcyspiele jenes sogenannten Da- 
gesch neutrius y und sind gröfstentheils parallel mit den- 
selben. Es steht nämlich im Anfange der Wörter und 
Sylben, und zwar vorziiglich, w^enn ein homogener Con- 
sonant vorangegangen ist. Beyspiele sind: 

a) im », S^'ia (lies haisel) Arnos i, 3, ^nia (He» gai- 

sen) 1 Kün. 6, 7 cod. Hamburg.^ ynn "naD'-y 3 Mos. 15, 

32 cod. Erford. lll. IV. 

h) im S, nlD^OD Jes. 10, 10. 13,4, **V-lfcNS lemol-lo^ 

1 Mos. 3, 17; auch nach i und ü z. B. ^»^33 Jes. sQ, 7, 



q) de Sacy gramm. arahe T. /• 5- »»5 — »»7t WO zugleich 
alle Buchstaben angegeben werden, die liier fiir liomoa"» gel- 
ten, und eine solche Assimilation durcli Teschdid zulassen. 

r) S aadias bey Dr usius de recta lectione linguue sancta» 
S. Qi. Andere geben wenigstens die Vorschrift, Wörter ivie 
'>iH, ItoJ^ durch t!i:t , "ib"» auszusprechen. (Löscher da 
causis linguae hehr.. S. »^.g). £ine solche weiter gelien-io 
Assimilation kennen auch z. B. die älteren Griechen, wekho 
T>)ft/x>)T«5)« schrieben (Fischer ad PVelleri grammat. gr. 
T. I. S. 150). 



§. 19» Verschiedene Arten des Dagesch forte, g\ 

?|S3V Hos. 8. 5 t und h selbst, als Dn^ViSv» Hos. 7, 4 cod. 
Hamburg. 

c) im 0, bes. nach 'j und 1, z.B. hDnSB'SS (^coni' 
melacha') 2 Mos. 20, 10, So")2 im cod. Hamh. Jll. immer, 
ebenso nliTO^M Jes. 9, 16, l'Tl'iaS'^M Arnos 6, 8» aber auch 
nach VJ, z. B. "»ilötyn 2 Sam. 22, 44 u. öfter. 

d") im ] z. B. ?l31p i Sam. 16, i coii. Hamh. IH, 

e) im und S, z. B. non» Fes. 4, 6, riaixin Ps. 75, 4 
HamZ). ///,. 'i^Mbf-nil'Oa i Mos. 4, 4 Erjord.'ni. IV. 

f) im p in ]iSi3\üN Arnos 1, 8- Zeph. 2, 4 co<f. Hamh. III, 
und /X 

g-) im tu, z. E. Dött^-n« 1 Mos. 5, 2 codf. Cassel, -tyon 

O^Jr^ V. 6 u. s. w. ' ' 

Unter homogenen Buchstaben wurden hier, -wie man sieht, 
nicht blofs Buchstaben desselben Organs verstanden, sondern auch 
sonst ähnliche; am häufigsten werden "^ und S elidirt, so dafs 
man sieht, es beruht diese Orthographie nur auf einer weiter 
getriebenen Nei^^ung zu assimiliren Cvgl, §. 33). Am auf- 
fallendsten ist sie in Fällen, w^ie ]1*5pttJN, wo man freylich 
«weifein kann , ob eine w^ahre Assimilation oder irgend eine Mo« 
dificatlon der Aussprache bezeichnet werden soll. Bey den zahl« 
reichen und subtilen Pronunziationsre jeln der arabischen Gram« 
inatiker für die Vorleser des Koran (s. de Sacy Notices et Ex- 
traits de divers JVIartuscrits arahes et autres S. go ff.), die auch 
grofsentheils durch Zeichen in gew^issen IVIss. angegeben werden, 
dürfen ähnliche subtile Satzungen bey einzelnen Schulen hebräi- 
scher Anagnosten gar nicht befremden. 

In den Gutturalen steht es fast nie, dagegen bemerkt 
man , dafs es andere Buchstaben aufser nach homogenen 
auch 7iach Gutturalbuchstaben haben , die dann vielleicht 
in der Aussprache halb verschluckt werden sollten. 

Beyspiele sind : ^\V1 Jos. 13, 25. Jes. 16, 9 cod. Hamburg.; 
^pVl Jer. 9, 3 und ^i^nö im Buche Ruth beständig (^cod. Cas- 
sel.); nöy*i Hiob 39, 19 und ü\Vl 1 Mos. 36, 5 cod. Erford. 

Von diesem JDagesch verschieden soll noch ein ande- 
res seyn , welches Lichtenstein *) im Cod. Hamburg. I, 
ebenfalls in den Buchstaben Tt?p!fOJD;üT beobachtet 
hat, und welches dort mit grofser Regelraäfsigkeit mit 



y) Lichten stein Paralipomena critica S. XII. 



92 I.HaiipUh. Cap, T. P^om Lesen u. der Orthographie, 

Haphe wechselt. Er hält es im T ^ ü und ^ für arabisi- 
rende Bezeichnung des Unterschieds zwischen o und p, 
Jo und ib, jjo und {j^; läfst es aber in den übrigen 
unentschieden, doch mit der ausdrücklichen Bemerkung, 
dafs es mit dem TDagesch neubro nichts gemein habe. Scha- 
de , dafs er nichts näheres darüber beybringt ! 

$. 20. 
Dagesch lene, 

1. Wenn das Dagesch forte in eine aspirata 
rn2D"1D3) zu slehn kommt, so verhärtet es diese zu- 
gleich , d. i. es nimmt ihr die Aspiration , z. B. "^S^jJ appi 
(mein Zorn^, ni3"1 raccob (die dünnen}. Diese Aspi- 
ration wird aber auch in andern Fällen unterdrückt, und 
dieses durch das Dagesch in der yispirata bezeichnet, 
welches blofs verhärtendec Dagesch /f7/e heifst (^. »7), 
z. B. "^^ß p^ri (Frucht). Wir geben zunächst die Fälle 
an , in welchen es von den Punctatoren gesetzt worden 
ist, und lassen dann eine Beurtheilung seines Werths für 
Etymologie und Analyse folgen. 

Jene Verbindung zwischen Dagesch forte und lene erläutert 
»ich am besten durch das Syrische. Hier bleibt nämlich in den 
Fällen, wo nach der Analogie eine Verdoppelung Statt finden 
sollte, aber nach der Eigenthümlichkeit des Dialects nicht Statt 
findet, nur die Verhärtung übrig, und der Syrer hat aX%oDagesch 
lene, wo der Hebräer, Chaldäer und Araber Dagesch forte haben. 

Daher «-'^J daki f. i^n dakki; *M.Si\ apek f. appek. S. d a 
Dieu grammat. ling, Orient, comp. S. a9fF. S chult ens in' 
stitätt. aram. S. 25. 

a. Die Fälle, in welchen die Aspiration der 6 Aspi- 
ratae durch ein Dagesch lene aufgehoben wird, lassen 
«ich auf folgende Hauptbestimmung zurückführen : Die 
/Aspirata erhält Dagesch und w^ird tennis , wenn sie im 
Anfange des Wortes oder der Sylbe steht, und durch kei- 
nen Vocal an das vorhergehende Wort oder die vorher- 
gehende Sylbe angeschlossen wird. Das Schwa mobil» 



$,20. Vom Dagesch le7le, 93 

und confpositum \7erden dabey so angesehn , als bildeten 
eie Sylben. Die einzelnen Fälle sind hiernach: 

d) im Anfange eines ganzen Satzes , z. B. ^'^^.^}*^^ 
1 Mos. 1,1. 

b) im Anfange des Wortes, wenn das vorhergehende 
auf einen leeren Consonanten Cwozu auch d^T mit 
Patach Jurtiviim gehört) ausgeht, z.B. |3"'^J£ (des- 
halb) al-ken; '^IS \V_ ez-p^ri (Frucht • Baum), 
TjInS 5{"*p'1 1 Mos. 1,6; oder wenn es zwar auf 
einen Vocal ausgeht, aber beyde durch einen Acceiitus 

distinctivus (§. c6, 3) getrennt sind, z. B. *1'^.^3 '^H'^l 

( es geschah als ) Rieht. 1 1 , 5 ; Ol^H H^nS ^"T^^ ( und 
herrschet über die Fische des Meeres) 1 Mos. 1, 23; 
oder das vorhergehende Wort den Ton auf penultima 

hat, z. B. ;y:3 r!!i"iN 1 Mos. 11,31. 12, 5 , •^n.s? n^p 

1 Mos. 1, 11 ; vgl. 5 Mos. 16, i. 1 Mos. 33» 2g. Jes. 
40, 7 "). 

c) in der Mitte des Wortes nach einem Schwa quies- 
-reuSt "WO also der aspirirte Buchstabe die Sylbe anfan- 
gen sollte, z.B. Dn'jlPSS (ihr besucht); 1311]^ (dage- 
gen^än:); nb^VD '( dagegen nSjVD). 

d) am Ende des Wortes nach einem midern Schv^Ot 
welches die Grammatiker als quiescens nehmen (§. j^., 
«2 litt, f)^ .i.. B. rj^^^ (und er trank), auch nach dem 
daraus en\.s>idiTiiAei\enFatach furtivOfT\T\pJl^(^Au. nahmst) 
f« ^nj?7 » ^" welchen beyden Fällen der letzte Stamm« 
buchstab auch Schwa bekommt. 



ij) Verhältnifsmärsig unbecteutencl sind die wohl nur auf Incon« 
Sequenz beruhenden Ausnahmen, in Welchen es auch nach ver- 
bindenden Accenten steht, wo also die Wörter allerdings an 
einander gesprochen werden, z. B. nH5 ni<a 2 Mos. 15, 1. ai, 
v^l. V. »1. i6. Dan. .5, »1. 3, 3. Ps. 55, jo. Jes. 54, la, 
Jer. 20, 9. Vgl. die Masora zu Dan. 5, 11. In Codd. ist 
dieses noch etwas häu£ger. &, Kall de todd, Mts, S. iQ^ 



94- -^« Jiauptth. Cap. I. J^om Lesen u, der Orthographie. 

Von litt. c. gibt es mehrere Ausnahmen, Das Dagesch lene 
steht nämlich auch nach dem Schwa quiescens und im Anfange der 
Sylbe nicht: 

a) in denjenigen grammatischen Formen , -welche unmittel- 
bar durch Verkürzung aus solchen entstanden sind, die einen 
Vocal oder auch nur Schwa mobile vor der Aspirata hatten, 
mithin die Aspiration beybehielten. Z. B. in dem Inf. und 
/mp. Kai siann, nicht q Sil (von«|Ti) 4 Mos.35, i2, MT^y, 
nicht PinaV (von ihV) 1 Mos. 2, i6; in den Futuris oer 
Verha -primae gutcuralis, als ^l^'^n;'. (von ^■»ni), iiatV» (von 
^tl>'<), im Plur. constr. der Nomina, z. B. b'»5SlD st. constr. 
^dSo ; C^^S constr. "fj 2^ ; in den Noinm. gent. wie taiVAra- 
ber, von :i*il?. In Formen, wielj^ö, wird das letzte ( für- 
tive) Segol hier für keinen Vocal gerechnet, daher ^Sö, 
ssS»; 5*1 V., «^«af« fi^.?*lS?; n^n*1Ö (zunächst von t'^'O) 
Empörung. 

b) in denjenigen Formen , welche unmittelbar durch Ver' 
längerung aus andern entstanden sind , die w^egen des Schiva 
mobile vor der Aspirata die Aspiration behielten. Z. B. DPS, 
an33; 1''3n> T'^I.'»; Hai, Sa32 2 Sam. 3, 34. Man be- 
hielt hier auch nach dem Hinzukommen der Präposition die 
gewohnte Aussprache des Wortes bey. Diefs gilt übrigen* 
nicht von den Futuris und Gerundiis Kai, wie ijap*» , läoS 
X Mos, 23, 2, t2i2tt5S 2 Mos. lö. 13 ; pJl>S 4 Mos. 9, 72 u. s, w. 
•welche das Dagesch haben: wahrscheinlich weil man hier S 
und 1 schon als nothwendig zur Form des Wortes gehörig 
dachte, ohne auf den Ursprung von "730 u. s. w. so sehr Rück- 
sicht zu nehmen. Wie willkühriich dieses sey, sieht man 

i leicht. 

c) in den Sußixis, ¥j, DD, ^ , z.B. SjSdm dein Essen, 
65*13^. ( dein Wort). 

Als einzelne Ineonsequenzen bemerke man : a) die denomina- 
tiva nioS» Königthum, n=lT3V Knechtschaft, nm^lJ Jugend, 
Tirelche wegen ihrer Ableitung von ^Sc , TJaV.» "^V- ^^* Dagesch 
haben sollten; b) die Formen des Wortes n3Sl (Kleid), z. B. 
'••i:S3, in^a st- ""^.AS» ^^^.^.' ""<^ '^) umgekehrt ttiöS , "»arön 
statt '»'Ttas , '»SVJ.'I. 

3. Neuere Sprachlehrer *) haben nicht blofs daa Detail 
jener Festsetzungen in Anspruch genommen, sondern 



i) (Cappelli') Arcanum punctationis ed. Erptn. S. x26, 
Jahn» Hartmann u. A. 



§.20. Vom Dagesch lene. 95 

auch den Grund, auf welchem jenes Zeichen beruht, die 
doppelte Aussprache der literae aspiratae, bestritten. Man 
hat sich dabt-y tbeils auf Hieronjinus berufen , der kein 
p im Hebräischen anerkennt (S. 2o), theils auf die 
Ur.\vahrscheinl!cbkeit, dafs in einem und demselben Worte 
ein Buchstilb biofs um zufälliger Conjnncturen willen solle 
sehr verschieden lauten können , z. ß. HBT HS pe lafeh 
(von IVTund zu Mund); D^i22l panirii ( Angesicht "^ und 
DVS^ ly'ajiim (von Angesicht"); vgl. H'i^D'^Q, ''3!£Süa'^^ 
u. s. w^. Äulser dem, was schon oben (S. 15) bey Ge- 
legenheit der Aspiraten gesagt worden ist, müssen wir 
hier noch Folgendes bemerken: 1) auch die Syrer, welche 
sonst weit weniger reich sind an Lesezeichen , haben 
dieses Zeichen nüthig gefunden, und setzen es im Allge- 
meinen nach denselben oder sehr ähnlichen Gesetzen, wie 
die Hebräer. Die Araber haben zwar kein Zeichen der 
Art, aber doch zum Theil die Sache. Wie im Hebräi- 
schen lautet z. B. \^ D eigentlich wie ch, im Anfang 
der Wörter w^ie ein gelindes k "), 2) Dafs eine Jipirata 
in demselbem Worte , bey verschiedener Stellung der 
Sylbe zur tenuis werden könne, ist an sich nicht un- 
W^ahrscbeinlich, und im Griechijschen gar nichts Seltenes, 
Man denke an iy^vj fut. k^i»; kvisy^sioia (Waffenstillstand) 
von hy^eiv und %f»^; 5pi^, T^i^^of u.dgl. 3) Dafs sich 
Subtili täten einschleichen müssen, wenn der Laut einer 
austrestorbenen Sprache von Grammatikern durch ortho- 
graphische Zeichen bestimmt w^erden soll, ist wohl un- 
vermeidlich, und wer w^ollte überhaupt jedes Detail sol- 
chei Bestimmungen vertheidigen ? Allein gegen die Be- 
stimmungen in Ganzen und Grofsen wird man bey der Ana- 
logie des Syrischen und dem Zusammentreffen der spätem 
grammatischen Piegeln mit sichern sehr alten Zeugnissen 
über die Aussprache, z.B. NS3 uaTTTra (S. 20) nichts 
Gegründetes einwenden können, und selbst dem Detail 



«) S ehalten s institt. hehr. S, 23, 



96 I. Haupt th, Cap,I, f^om Lesen u, der Orthographie, 

derselben "vrird man vielleicht eher Gerechtigkeit wider- 
fahren lassen, wenn man es nur versucht , die Aussprache 
der eigenen Muttersprache in bestimmten Hegeln dar- 
zustellen. 

So lautet das cli anders in Dachs (meles) , als in des DacK's 
(tecti); anders in Chor, Character, als in China, Chymie. Der 
hebräische Grammatiker würde hier etwa in das erste Beyspiel ein 
Dag. lene gesetzt, und die Auslassung; desselben in dem zweyten 
durch das folgende Schwa mobile oder Segol jurtivum erklärt 
Laben. 

Anm. 1. Mit Recht hat man bemerkt, dafs das Zeichen 
auch nicht ohne einigen Werth für Etymologie und Analyse 
sey. Insofern es nämlich (nach no. 2. Anm. 1. 2) dann nicht 
steht, wenn die Form, aus welcher die gegebene unmittelbar 
abgeleitet ist , einen vollen Vocal in der Sylbe hatte , so läfst 
sich daraus öfter auf die Ableitung scliliefsen. Aus der Nicht- 
setzung oder Setzung des Dugesch schliefse ich z. B. dafs ich 
C"»3iTy Ezech. 27, i2 ff. von^lanV abzuleiten habe, nicht von 
^I2ty, w^elches Dugesch haben müfste ; dafs OaPll Ps. 90, lO, 
DaS.N Hos. 7, 6 von anh, a^N, dagegen nr)3\i) 5 Mos. 23,2 
von ^53V) abzuleiten ist u. s. w. 

Dafs dieses nicht noch öfter und sicherer geschehn könne, 
liegt an der oben bemerkten Inconsequenz der Punctatoren. So 
haben z. B. die nat. constr. Dlinin (Wüste), nlS'in (Schwer- 
ter) Veiü Dagesch , weil sie unmittelbar vonnlain, MaTn 
kommen; aber ri13in Ps, 6q, 10 hat es, ob es gleich eben- 
falls zunächst von niain (Ps. Sg, 11) herkommt. So steht 
rsia \ Mos. 28» 4 «• o.» ob es gleich von nD*^3, nicht von 
n 3 1 a 1 herkom rat. * 

fl. Mit dem Dagesch forte kann dieses Zeichen deswegen 
nicht verwechselt werden, weil es immer im Anfange der 
Wörter und Sylben steht, also in der Mitte der Wörter ein 
Schwa vor sich hat, wo sich eine Verdoppelung gar nicht den- 
ken läfst. Bey dorn einzigen Worte D'^PIÜ. (^duae , zwey) 
streiten schon die alten Grammatiker, ob das Dagesch /orf» 
oder lene scy. Am besten hält man es w^ohl mit Kim cht 
( IMichlol fol. 49» col. 2) für lene, insofern man das 
Wort mit einem Vorschlage gesprochen habe, wie DIPtt/H. 

^ ^ 9 
Dafür spricht nämlich das Arabische i^vXÄif. Schultens 

dagegen (Institutt. S. 122) erklärt es luv Dag. forte, um an 



$.2 1, Vom Mappik. 97 

d«n Ursprung der Form iu erinnern, welche eigentlich D';n3;£J 
lauten sollte, contr. D^nJtü, DIfluJ, kürzer D'»f)'jy. Aber 
dann hätte man wohl auch den Vocal unter ^Ü gelassen; die 
Sylbe scheint vielmehr per syncojjen herausgefallen zu seyn 
(5. 33 AnniO. Vgl. Ch. B, Michaelis lum. syr. §. iS'. 

$. 21. 

Vom M a p p i k, 

i . iDie Bestimmung des Mappik ist , w^ie Sclion oben 
(^. 17, 2) angegeben worden, anzuzeigen, dafs eine 
litera quiescibilis hier lautbarer Consonant sey, nicht 
quiescire. 

In seiner ganzen Ausdehnung kommt es nur in Mss. 
vor. Diese haben es nämlich in allen 4 Uteris quiescibilibus: 

a) im He am Ende des Wortes , wo es nicht quiesci- 
rensoll, z. B. HS-^ »a^aÄ' (hoch seyn), li^(Jehova) 
n!!t*1N (ihr Land). So auch die gedruckten Texte. 

h) in dem 1 und "^ am Ende der Wörter, wo ein 
iiicht analoger Vocal vorhergeht, und sie daher nicht 
quiesciren oder diphthongesciren sollen. Z. B. "^i^^N^, 
M^> ''.by, T'^^. Das Mappik steht hier unter dem. 
1 und "^ ^). Im Cod. Cassel. dagegen findet sich auch 
im Anfang und der Mitte der Wörter ein Punct im P^ai> 
und Jod in Fällen , wie HySln^ c Mos. 39, 5 , N^^ 
3 Mos. ig, 21, \^]? j Mos. 8, 22 ^'), welchen man 
ebenfalls für nichts anders , als ein Mappik hal- 
ten kann. 

c) im N am seltensten. Doch halte ich für ein sol- 
ches 3Iappik den Punkt, den selbst unsere Ausgaben an 
vier Stellen im N haben, nämlich "^J^") Iliob 33, ci. 



v) Kall descr.' codd. Mss. S. ig. Z.ilignthal doscr. cod. 

Regiom. S. 27.63. S ch e 1 1 in g &. a. O. S. go. Fiuckort:- 

f eider sylloge commentatt. S. 214. 
j»>) Michaülis Orient, und exeget. Bihlioth, Tb. 4. S. 23t. 32. 

G 



93 I.HaupUh. Cap.t. f^om Lesen u. der Orthographie, 

^^''D'IJT » Mos. 43, 26. Esra 8, 18» ^J^^PfJ^j 3 Mos. 
23» 17 ^), vgl. ^J^S(^,^ 1 Mos. 12, 5 im cod, Cassel. 

2. In den gedruckten Texten und vielen Mss. ist 
nur der erste Fall , nämlich die Setzung desselben in das 
n mobile am Ende, in ausschlielslichem Gebrauche, 
und es ist hier nicht sowohl für die Aussprache (S. x5), 
als für die Etymologie öfters von grofser Wichtigkeit. 
Es erscheint z. B. in dem 3ten Stammbuchstaben mehre- 
rer Verba, z. B. rt25 (hoch seyn), HJJ (glänzen), und 
Nomina, z. B. i^mJ^. Gott; in dem zweyten, wenn der 
3te weggeworfen ist, z.B. HDri]! Hiob 17,8 (für ^^1-?**- 
von nriD"): unterscheidet das Fronomen rl™ von der 
Femininalendung und dem IJe parag. (z. B. HID /O ihr 
König, nS^Q 'Königin; '!^^^H üir Land, «IK^N zur 
Erde) u. s. w. 

3. Ausgelassen hat man es in Fällen, wo es sonst 
stehn müfste, nur wenn auf die Etymologie nichts an- 
kam. So in dem Goitesnamen H^, da wo dieser den letz- 
ten Theil eines Nom. propr. compositum ausmacht , z. B. 
lyhn {comp, aus "»Sn und H^), ryiV^_\ (aus y^J und 
ri"^ ) , zuweilen in andern Notnm. propr. , wo auf die Ety- 
mologie weiter nichts ankam, z. B. rtD^7.ri>i (^^S* 
i1Z3 "^bnN mein Zelt in ihr) Ezech. 23, 4 ff. 

TT • x; IT / ^ r 

Anm. 1. Unrichtig ist es, wenn mehrere Grammatiker 
das Dagesch forte im Jod praecedente Ckirek, z. B. in D'"ip3, 



x) Die masorelhische Anmerkung : ntüT:;'» MM nimmt den Punct 
iiier für ein Dagesch, und liiernach alle Grammatiker. E 
•wird dann als Ausnahme einer guttiiralis dugessata aufgeführt. 
Wollte man dieses annehmen, so müfste man sich mit Chr. 
B. I^Jich aelis (lumina syr. -pro illustr. Hehraismo §.6) 
denken , dafs daS M hier vielleiciit wie ^ gesprochen werden 
solle, w^ie im Arab. das verdoppelte £//;7Ä als ivw pronunziirr wird 
(iSacy grammat, arahe T, l. §. 104). Doch pafst ei durch- 
aus nur zur ersten Stelle, wo die Form ein Dagesch erlaubt. 
Undenkbar ist es nach Form und Aussprache in den übrigen. 
Aber das !VI<ippik ist an seinem PUtze. 



§. 2i. Vom MappiK §.22. F'om Raphe. 99 

Ona^n Dan. 1, 10 u. äq\, fiir JVIappik nehmen. Hier for* 
deit überall die Form wirkliclie Verdoppelung und hüchstens 
konnte angenommen werden, dafs das Dagesch zugleich 
das Mappik bezeichnete, wie es nuch das Dagesch leno immer 
einschlielst ( §. 20, 1 ). 

2. In den Formen mit Pronominalarihängen nj-rr- (§. 53, 3) 
naso (von ihr), nPl»nJ<_ ist nicht etwa das Mappik her- 
ausgelassen, sondern das n ist wirklich paragogisch (§. 100» 
Anni. 5 zum Praet,'), 

3. Die lilera quiescihilis selbst. Sofern sie mohlUs ist, heifst 
in der grammatischen Sprache p2C (pass. Form von p'»a)D), 
welches einige neuere Grammatiker fälschlich für Mappik ge- 
brauchen. Vgl. Buxtorf LeXt chald. et talinud. 6. 1375. 
Dess. Tiberias S. 266. 267. 

Vom Raphe. 

Das Raphe, ^velches gerade den Gegensatz vom Da» 
^esch und Mappik bildet (^". 17,3) und Abwesenheit 
jeder Verstärkung oder Verhärtung anzeigt, besteht in 
einem kleinen Querstrich über den Buchstaben , z. B. 
n, D. Seit dem i4ten und i5ten Jahrhunderte wurde 
es immer sparsamer gesetzt, und aus unsern Ausgaben ist 
ea fast gänzlich verdrängt, doch mit Misbilligung meh- 
rerer Grammatiker ^). 

1, In Handschriften steht dieses Zeichen: 

a) über allen Aspirabis , wo sie die Aspiration behal- 
ten , gerade wie das syrische Rxichoch , so dafs sie ent- 
weder Dagesch lene t)der Raphe haben. Wo mehrere 
zusammenstofsen , steht es dann wohl in der Mitte, 
2. B. n^pD 1 Mos. 18. 20 cod. Erf, 

b) als Gegensatz des Dagesch forte hat man es ge- 
wöhnlich nur in solchen Stellen gebraucht, wo der 



y) S. Elias Levita bey Jo. M orinus in Exercitatt. eccles, 
et hihi. S. 545. Massoreth Hammasoreth , herausgeg. VO» 
SemmleT S. 1^6. 

G a 



100 J.Haujjtlh. Cap.l, f^om Lesen u. der Orthographie. 

Leser vielleicht ein Dagesch forte erwarten könnte» 
und der Abschreiber dieses ausdrücklich verwarf. Z. B. 
^tÖ'^DQ Erf. /. 1 Mos. 1, 23 (damit man nicht "^^.PQ 
lese); V. 28 'I^^^P. (nicht ^nSo praet. Fi.); 5, 29: 
^JDHJ^ er wird uns trösten ("nicht ^SOn-"^, vgl. darüber 
Ö- v^8>3-Not.); 7, 23: nO^.1 (nicht HQ^^ wie and. 
Codd. fälschlich ^). Andere jüdische Kritiker wollten 
aber, dafs es überall gesetzt werde, wo das Dagesch 
forte ausgefallen sey *). 

c) Als Gegensatz des Mappik steht es in den quiesci- 
renden Buchstaben H und N, wo sie quiesciren sollen; 
theils über dem He quiescens am Ende , 2. B. TH^ , 
theils über dem N quiescens in der Mitte, z. B, 
nbNS (nicht IOnS); ■•J'IN^ (nicht ^D^N^ "). 
2. In den gedruckten Ausgaben findet sich Raphe 
1) wo man ein Dagesck forte vermifst. Rieht. 16, 16: 
^naSri^n] f. ^nV.^.Ni^^; 2) für ein Dagesch lene Rieht. 
16, 28; 3) am häufigsten wo Mappik fehlt 2 Mos. 9, l8- 
4. Mos. 32, 4.2. iSam. 20, 20. Hiob3i,22. Zach. 14, 7^ 
öfter ist auch am Rande bemerkt HB*? vH 'HH He^ La- 
med etc. raphe. Es bedeutet dann, dafs die masorethische 
Recension hier das X>fl^ejcÄy^orie, lene oder Mappik, wel- 
ches man sonst erwarten sollte ( dessen Auslassung aber 
an allen diesen Stellen auch sonst Analogie hat), nicht 



z) Kall de codd. ErforJ. $. 1$, no. S. Lilienthal de cod. 
Regiom. S. 27. 64. 

a) Elias Levi ta a. a. O. ,> IcL arber sage , man müsse einen 
Raphe -Strich drüber maohen : anzuzeigen, dafs d&s Dagesch 
mangelt, als ^pS'^'l , iinS'i', *l31*3n u. dgl. Denn es könnta 
der Leser denken', dafs das Dagesch fehlet, ist ein Druckfchk 
1er, und würde es leven, als hatte es ein Dagesch." 

t) Kall I.e. \xadide codd. Haviiiensibus. ij 66. S. 10 Lichten' 
stein paralipomena ci-itica S. 21. 30. 32. Vgl. den Ge- 
brauch der lineola gccultans im Syrischen t Minhaelis 
gramm, syr. S. 44* 



§, 2 5- Versch. BesLimm. d. Accente, TVelche die eilt, war? i o i 

anerkenne; keinesAvegs ist es, Avie viele Grammatiker 
angeben, Correcturzeichen, welches die Abwesenheit 
jenes Puncts aJs falsch bezeichne, ohne dafs man gewagt 
habe, zu verbessern. Noch falscher ist es, wenn man 
es gar von ?^3"5 mederi abgeleitet hat. 

Anrn. Da« Raphe mit Dag. lene zugleich findet sich öfter 
im Decalogus, z.B. nif*lfl >*S 2 Mos. £o, i2. 13, was mit 
der doppelten Accentiiaiion desselben zusammenhängt, 

Dafs das n und *j in JVIss. häufig blofs durch das Raphe über 
dem erstem unterschieden v\'erdeii können , ist bekannt. Aber 
zu den Bestimmungen des Raphe gehört es deshalb nicht, ähn- 
iiche Consonanten zu unterscheiden. 

IV. Von den Accente xj. 

5. 23- 
Verschiedene Bestimmung derselben. Welche die 



alt 



c r e war 



In Zusammenhange mit dem bisher beschriebenen 
System der Vocale und diakritischen Zeichen steht das von 
gleichzeitigen Grammatikern herrührende System der Ac- 
centuation. Die Bestimmung dieser x^ccentuation ist aber 
eine ausgebreitetere, als im Griechischen. Der Accent 
eines jeden Wortes bezeichnet nämlich nicht allein die 
Tonsylbe dieses Wortes, sondern auch das Verhältnifs des- 
selben zu dem ganzen Satze. Die Accente vereinigen also 
die Bedeutung von Towzeichen mit der \on Interpunctions-, 
aber nicht blofs AhtJieilungs - sondern auch Verhindungs- 
zeichen. Die Juden knüpfen daran noch eine dritte Be- 
stimmung. Sie messen nämlich nach ihnen die Modu- 
lation oder den Ton, nach w^elchem sie die Pericopen aus 
dem Gesetz und den Propheten in den Synagogen halb 
singend declamiren oder intoniren, auf ähnliche Weise, 
-\vie dieses mit dem Koran in den Moscheen "J » mit den 



c) Chr. B. Michaelis de rituaV. S. S. ex Alcnrano illustr. 
§.15 (^hi Pott SyUoge Commentt, theol. IL S. iio ü). 



102 J. Haupt th. Cap.T. f^om Lesen u. der Orthographie. 

liturgischen Formeln in unseren Kirchen geschieht. Jene 
letztere Bestimmung, wozu man den Schlüssel in den so- 
genannten Sarka's *^') findet, geht uns aber hier nicht an. 
Auf die Abtheilung des Sinnes nach denselben bezieht sich die 
Benennung W^IDVV sensus , rationes , auf ihre Bedeutung als 
Tonzeichen n'ii"'53 irpo;w5<«/, accentut, in -welchem Namen aberio 
■weni<r, als in den griechischen und lateinischen, nothwendig nur 
xnusicalische Bedeutung liegt. 

2. Die historische Frage , welche von diesen Bestim- - 
mungen die ältere sey? hat man gewöhnlich zum Vor- 
theil der musikalischen Bedeutung beantwortet, und selbst 
mehrere Kritiker, welche auf Neuheit derVocalzeichen 
drangen , haben die Accente als Musikzeichen für älter 
gelten lassen *'). Später und nach dem Untergange der 
hebräischen Musik, nimmt man an, hätten die Juden, 
eigentlich nur durch Misverstand , die alten Musiknoten 
auch den prosaischen Büchern beygeschrieben , und zu 
blofsen Ton- und Interpunctionszeichen gemacht. Dieser 
Meinung kann ich nicht beitreten, ich mufs vielmehr zu 
den schon früher für das Gegentheil und für die Behaup- 
tung, dafs Interpnnction und Betomnig der ursprüngliche 
Zweck der später aufgekommenen Accentuation sey, beyge- 
brachten Gründen, noch mehrere andere hinzufügen, näm- 
lich: a) die Namen der Accente, welche gröfstentheils 
chaldäische Etymologieen haben, beziehen sich, so weit 
sie deutlich sind, auf Interpunction und Abthellung der 
Sätze, oder auf ihre Figur, nicht auf musicalischen Ton 
(i). 25, Anm. 2) % h) Es ist überhaupt allen Wahr- 
echeiulichkeitsgründen zuwider, dafs die alten Hebräer 



In den Synagogen von Spanien und Portugal soll dieses sin. 
gende Vorlesen nicht ohne Wohlklang seyn. 
<c) Jablonskii Praef. ad Bihlia hebr, §. 2/J. Bartoloccii 
Bihl. rahbin. T. IV S. 249. 

d) Geschichte der Kehr. Sprache S, i20. 

e) Gegen BuxtorJ thes. grarnm. ling. sanctae S. 2Q ff., «. 
JVa smuth Hebraum, restit. S. 2 1 ß. 



§.23. f^ersch. Bestimm, d. /Iccente. T^elche die alt. war ? »05 

wirkliche künstliche Musik und einen Gesang mit Har- 
monie und Musikzeichen gehabt haben sollten ^). Letz- 
tere erhielt das Abendland erst im i iten Jahrhundert, und 
der neuere Orient erst am Ende des i7ten durch Demetrius 
Kantemir ^). Sollten sie allein die Hebräer besessen ha- 
ben, und wie hätte dann ihre Bedeutung so ganz verlo- 
ren gehn können ? c) Aeltere jüdische Schriftsteller, die 
der Accentuation erwähnen, heben nur Sinn- und Wort* 
abtheilung, und die davon abhängige richtige Declama- 
tion , als Werth und V^erdienst derselben hervor ; spätere 
dagegen besonders die Cantillation ^). Sollte dieses nicht 
für einen allmählichen Uebergang vom Rccitiren und De- 
clamiren zu einem recitativ-ähnliclien Intoniren und Can- 
tilliren sprechen ? Dieses ist aber bey allen öfFentlichen 
Vorträgen der Morgenländer gewöhnlich , die einem reci- 
taiiv- ähnlichen Gesänge gleichen. Selbst der christliche 
Kirchengesang ging von einer Art Declamation aus '). 
Dafs nun wirklich die Accente im Hebräischen ur- 
sprünglich zum Behuf der Abtheilung und dann des sin- 
genden Declamirens in den Synagogen bestimmt waren, 
darauf führt ^/y die Analogie des Pausalsystems der Araber. 
Diese haben bekanntlich in ihren gewöhnlichen Schriften 
eine sehr einfache Interpunction , eine zusammengesetz- 



/) Forkels Gesch. der Musik Tli. i. S. 152 £f. 161 fF. de 
l'f e 1 1 e^ hehr. Archäologie S. 353. 

g) Villote au de Vetat actuel de Vart musical en Egypte in 
T. I. des etat moderne der description de VEgypte S. 607 — 
1016. Obendrein bat man nicht einmal eigene Zeichen, son- 
dern gebraucht das Alphabet dazu, wie auch die Griechen 

«> thaten. 

Ä) Lib. Co Sri ed. Suxlorf P. II. $.75. Ephodaeus ap. 
Buxtorf. de vocalihus S. '2.^g. 

i) Isidor. de ojficiis eccles. I, 5* primitus ecclesiam ita psallere 
solitam, ut mcdico fiexu vocis psalmos modularetur , ita ut 
piallcm pronnncianti vicinior esset, quam cansnti. yiugustinus 
Conjess. X, 3- epist. L.F, 34. 



\ol^ I.Hau-ptth. Cap.I. P^om Z^esen u. der Orthographie, 

tere aber ist für die Vorlesung de* Koran in den Moscheen 
erfunden worden , wo durch übergesetzte kleine Conso- 
panten (L>, r^.» f'* U^ u.s. w. ) die gröfsern und klei- 
nern Pausen Destimmt werden, w^ie die Mss., auch die 
Petersburger Ausgabe des Koran , zeigen ^). 

Wir behandeln nun zunächst die Accente a) als Tonzeichen 
(§. 24), Z>) als Interpunctionszeichen (§. 25. 2.6). Mit der 
ersten Bestimmung derselben hängt das Zeichen IVIethag , mit 
beyden das Zeichen JVIakkeph zusammen , Tvelche mitbin Lieber, 
nicht zu den Lesezeichen, gehören, auch -vfoh^ accentujt eupho-, 
pici genannt worden sind, 

" Von den Accente n als Tonzeichen, 

Vermöge ihrer Bestimmung als Tonzeichen sind j die 
verschiedenartigsten Accente völlig gleichgeltend; denn 
es gibt im Hebräischen nur Eine Art der Betonung, wel- 
che nur auf der letzten oder vorletzten Sylbe Statt finden, 
kann , wie die Lehre vom Ton ( §. 4.9 ) zeigt. 

Zum Verständnifs der Accente in dieser Eigenschaft 
dienen folgende Bemerkungen : 

I. Der Accent steht entweder über dem Consonanten, 
drr die Tonsylbe anfängt ( accentns suyernus)^ z. B. 
"^isy ; oder unter demselben (accentus infernns) zur lin- 
ken Seite des Vocala, wenn anders ein solcher da ist, z.B. 
Y"lNn. sonst mitten unter dem Buchstaben Tj^jH- Hier- 
bey \verden Schiva simplex mobile sowohl, als Schwa com' 
yosluim als volle Sylben bildend gerechnet, und der Accent 
^rst auf Aen folgenden Buchstaben gesetzt, z.B. Dlnn "^39; 
1 Mos. i, £, HISn Hiob 17, 21 (zweysylbig). 



k) Sacy gramm. arahe T. L S. 77. Notices et Extraits des 
Manuscr. de la hihi, imperiale T. IX, no. 3. Hiernach rich- 

tet sich aber auch ihr Cantillircn ^ Yj}.'ip). 



§. 24- f^on den Avcenken als Tonzeichen, 1 0,5 

2. Dagegen gibt es gewisse Accente, welche, indem 
sie an den ersten oder letzten Buchstaben des Wortes 
gebunden sind, zur Bezeichnung der Tonsylbe gar 
nichts beytragen. Erstere, deren 5 sind, nennt man 
jjraepositivi , letztere, deren man 4- bat, jjostposiüivi, wie 
dieses die Tabelle (§. 25} näher besagt. Einen solchen 
Praepositivushat z. B. DD3— Hs Ps. /i. 5, "wo der Ton 
an{ ultima wäre, einen postpositivus 'SpM'^l» obgleich 
der Ton auf pmiiltima ist. Man ist hier ( wie bcvm Mak- 
keph) auf seine anderweitige Kenntnifs der Tonstelle ein- 
geschränlit. Doch ist der Accentuator zuweilen dadurch 
zu Hülfe gekommen, dafs er den Accent doppelt, und 
aufser seiner nothwendigen Stelle auf dem ersten oder 
letzten Buchstaben, auch auf die Tonsylbe gesetzt hat. 
Z.B. Q;Bn 1 Mos. 1,7, 'r\nÄ ». 2, HJ 8» 13. Hier 
steht der letzte an seinem nothwendigen Platze, der erste 

bezeichnet die Tonstelle. Umgekehrt ist der Fall in 

p p 
■^371 1 Mos. «2», lA» wo der letzte die Tonstelle bezeich- 

T ¥■ 

net, der erste (als prnepositivur') seinen Platz hält. 

3. Wenn zAvey verschiedene Accente über einen! 
Worte stehn, so gilt der letztere als Tonzeichen, der 
erste ist blofs euphonisch und soll einen Gegendruck ge- 
gen den Hauptaccent des Worts abgeben (wie sonst iMe^ 
theg§.29), z.B. OnräVl 1 Mos. 1,. 14. 

4.. Gar keinen Accent haben diejenigen Wörter, die 
durch Makkeph mit dem folgenden verbunden sind. Auch 
hier mufs also die Tonsylbe unabhängig von der Accen- 
tuation bestimmt "werden. 

Da es an einem bestimmten Zeichen für die xoMSjelle, oline 
Rücksicht auf Interpunction, fehlt, iu grammatischen Werken die 
Bezeichnung der erstcven aber sehr häufig nothwendig ^vird , so 
haben raehiere neuere Gramroniiker dafür das Zeichen J_ ce- 
braucht, was passender ist, als das von andern gebrauchte ]\Ie- 
theg. Dem Beyspiele der erstern bin ich ebenfalls durch diese». 
Buch oefolgt. 



iöß L Hanptth. Cap.f. Vom l.esm u, der Orthographie, 

Von don Accenten als Interpunctionszeicheii. 
Tafel derselben. 

1. Weit ausgedehnter und zusammengesetzter ist der 
Gebrauch der Accente als Interpunctio/iszeichen , und die 
in den Äccenten enthahene luterpunction der Bibel ist ein 
JVon plus ultra ängstlicher Genauigkeit und Spitzfindig- 
keit, wodurch die Rabbincn die von ihnen angenomme- 
nen Verbindungen der Wörter zu fixiren gesucht haben. 
Das Detail derselben erfordert ein eigenes weitläufiges 
Studium, welcbes ehemals von jüdischen und christlichen 
Gelehrten mit einem unverhältnifsmäfsigen Eifer betrie- 
ben , zuletzt fast über Gebühr vernachlässigt worden ist. 
Bey der»! unleugbaren Nutzen der gröfsern mufs man 
sich schon das ganze Gefolge der kleinern, mit welchem 
sie einmal nach dem System zusammenhängen , gefallen 
lassen, und wenigstens verstehn lernen, was jene Gram- 
matiker in den einzelnen Fällen mit ihrer Bezeichnung sagen 
wollten. 

Eine sichere Erwähnung von Interpunctions - und Ruhezeichen 
( D^)0Vt3 "pToa ) , enthält die Gemara, die sie sogar in Nehemias 
Zeitalter hinauf versetzt (s, Biixporfii Tiherias S. ;^o. 3'Ieine 
Gesch. der hehr. Sprache S. 22o), wornaf sie, gleich den Voca- 
len , in der Masoru einzeln mit J^^amen vorkominen (^Bux to rf 
a, a. O. S. 63 ff. ). Von den ersten jüdiscJien Grammatikern, 
T. B. Saadia, wurden sie hierauf sehr vernachlässigt, worüber 
Ahen Esra, Jarchi u. A. , welche sie häufiger benutzen, klagen 
(s. Löscher de caasis l, h. 6. 340)- Doch schrieb schon vor 
See. XI ein Ungenannter ein arabisches Werk über dieselben 
(M*l5pD ri»"lin Anweisung für den Leser), welches von JVIena- 
hevi hen Nathanael ins Hebräische übersetzt auf der Vatic. Biblio- 
thck hegt (s. TVoLfii Biblioth. hehr. T. II. S. 500). Diesem 
folgten 21. Juda hen Bileam (j<*^pÖ ''ttV^ c. vers. Merceri Paris. 
1565. 66. 4.}')» Aharon hen Jsser (dessen Fragmente 8. 



l) Tn jVolfii h'ihlloth. hehr. T. I. S. 418 wird er aus Ver- 
' »elui, wolil nur durch einen Druckfehler, ix\'i See. XF"! geaetit. 



§. HS' yon den Jccenten als Interpunctionszeichen, 107 

hinter der ersten bombergischen Bibel), und See. XVI Elias 
Levita (DUt3 3lt3 ISO liber boni guitus , Venet. ap. Bomberg. 
*558' "• vers. ßlunsteri Basil, 1539« 8')» schon etwas früher 
der erste christliche Graminatiker, lieuchlin (^de accentihus et 
orthogra-phia l'mg. hehr. lihh. llt. Hagennviae 1503, 4.), Alle 
diese gestehn , dafs ihnen Vieles in der Accentiiation dunkel, und 
dafs die wahre Bedeutung A'ieler Accente zum grofsen Nachtheil 
höherer Bibelerklarung verloren gegangen sey. Auch Elias Le- 
vita ist der Meinung, dafs die Wahl z\Tischen gleichbedeutenden 
Accenten (da man ja bey weitem so vieler nicht bedurft hätte), 
vielleicht in den einzelnen Fallen von (kabbalistischen) Ausle- 
gungen der Alten abhängig ge-wesen sey. Eib. de accentibus 
cap. II: posuerunt accentus pro lubitu suo , r.eque quaerendum» 
quare posuerint nunc Sarka , nunc Paser etc. Fortassis respexe- 
runt in his ad quacdam secreta legis. Ni^ni scientia fuit amplior 
scientia nostra, neque ullus nostrum i^el tantillum seit. (Vgl, 
Eöscher a. a. O- S. 354- 54o). S. dagegen §. 2,6. 

Genauere Beobachtungen stellte zuerst unter den Christen 
S am. Bohl an (im Scrutinium scr. s, ex accentibus. Rostoch. 
1656. 40» "^^^ welchem die Eintheilung in Dominos majores^ 
minores od. Reges, Duces etc. Iierrührt, und seinem Beyspiel 
folgten dann viele deutsche Grammatiker, aufser diesen aber aucli 
Niemand, selbst die Juden nicht (s. TJ'^a gen seil Benachrich' 
tigungen wichtiger Sachen üb. die Judenschaft Th. 1. S, Ai), 
welche -wenig Kenntnifs davon genommen haben. 

Am geschätztesten sind : IVasmuth institutio accentuationis 
hebr. Rostoch. 1664. PT^eimar i doctrina accentuationis hehr. 
*687. 4- J- H. Michaeli s Unterricht von den' Accentibus, 
Halle 1700 u. öfter. Starkii lux accentuationis hebr. 1707.8. 
J. F. Hirtii systema accentuationis hebraicae. Jenae 1752.4. 
und ein deutscher Auszug : Hirt''s Einleitung in die hebr. Ab" 
theilungskunst der heiligen Schrift. Jena 1762. 4. J. D. Mi- 
cha'elis Anfangsgründe der hebr. Aceentuation, Halle 1755, 
A. B. Spitzner i Institutiones ad Analyticam sacram textus 
hebr. F. T. ex accentibus. Halae 1786. g. (Vgl. M^^olfii 
hiblioth. hebr. T. II. S. 500 fF. T. IF. S. 213 ff. Simonis 
introd. in ling. hebr. S. 1 29 ). 

2. Da das Tonzeichen jedes Wortes zugleich daa 
VerhältniTs desselben zu dem ganzen Satze anzeigt, so 



statt XL Das letztere erhellt aus der Angabe ebetidatelbit* 
dals schon Aben Esra zu Ps. 4, 4 seiner erwähne. 



io5 I' Haupttk. Cap. I, Vom Lesen u. der Orthographie» 

crhelh hieraus von selbst, dafs sie nicht blofs gröfsere und 
kleinere Trennuvgj-eicken in niehrern Abstufungen (von 
unserem Puncte bis zum halben Komma), sondern auch 
Verhindungszeichen seyn müssen. Man theik daher die 
Accente in Distinctivi (D^DvD reges, Domini) und Con- 
junctivi (D^^SV servi) , erstere aber wiederum in gröfsere 
und kleinere (die man mit BeybehaJtung jenes Bildes 
Jmperatores, Reges, duces , comites genannt hat). Da 
ferner die Accentuation in den sogenannten metrischen Bü- 
chern (Psalmen, Hieb und Proverbien, ge\vöhnlich 
ndN d.i. 5TO, D'^Stljq, D^^nri) abweicht von der 
prosaischen (die jedoch auch in den rhythmischen Stücken 
der übrigen Bücher herrscht), so unterscheidet man fer- 
ner prosaische und metrische Accente. Die meisten sind 
z^var der prosaischen und metrischen Accentuation ge- 
mein, aber einige sind doch derersteren, andere der 
zweyten eigenthümlich , oder haben eine andere Bedeu- 
tung, -wenn sie in Prosa, eine andere, wenn sie in metri« 
«eben Büchern vorkommen. 

3. In derfi folgenden Verzeichnifs sind die Accente 
ganz nach ihrer Bedeutung geordnet. Ob sie über oder 
unter dem Worte stehen ('accc/z^ru superni, inferni), oder aus 
zweyen zusammengesetzt sind (compositi), zeigt »ich 
ohnehin. Ebenso, ob der Accent nothwendig auf dem er- 
sten oder letzten Buchstaben stehe (praepositivus oder post- 
jjositivns sey)y w^as auch noch besonders bemerkt wird. 
Wo ihre Bedeutung in Prosa abweicht von der metrischen, 
■werden sie doppelt aufseführt. Zum Schema diene das 
inehrsylbige Wort ^nNSlN/^ (und ich will ihn heilen) 
les. 57, iß» dessen Ton auf der Sylbe K ruht. 

A) Acceiitvs distinctivi (JDomini). 
^) GröTseste Unterscliei J ungszeichen (Imperator es). 

1. -TriManMi sniuk- 

SL. !)nJ<3lMl Athnach in Prosa, in den metrischen Bachern 
kleiner als der folgende. 
' $. i^T,ni'^W Merea mah-pachatum (njetr. ) 



$. a5» Taftl der Accente als Interpitnctionszeichejt. I09 

b) Grofse Dis t in c tivi (Reges). 

4. nnf«!S1N') S'goha (postpos.) 

5. iinNQINT Sakeph-katon. 

6. nriNSIN') Sakeph-gadol. 

7. sinManNT Tiphcha. 

c) Kleinere Distinctivi (Dwcej);, 

g. !inNQ-lJ<1 Khhia. 

9. inNSIN"! ^'ar/ca (postpos.) 

10. qnNSINi Paschta (postpos.) 

11. •iriNS'^NI J<°tÄi& (praepos.) 

12. !)nK5lH1 T'hhir. 

13. ijnMaiNI Merca cphula, Doppel« Mevca. 

»4. inHQINn Khhia mit Geresch (letzteres praepos.^ 

15. inn^'Mi'i Schalschelet. S metti 

x6. sinMSIN"} Tiphcha initiale (pra''pos.^ J 

<f) Kleinste Distinctivi (Comites^. 

17, iinNQINI Paser. 

j8' inN3*1«1 Käme phara. 

19. •inMö'lNI T'lischa majus (^praepos.^ 

20. !)n{<Q"\Nl Geresch. 

Si. inNSaiH/J Geresch duplex. 

22. iqnNiS'INI Pji'/c, immer mit einem Conjuttctivus verbündoit^ 

B) Accentus Conjunctivi (Servi), 

33. qrjNÖ'IMI Merca, ^ 

24. «inMa'^NI Munach. 

j •• T : •■■ : 

»5. sjnNa'lNI Mahpacki. 
S.6. «jnNQIN'l Kadma. 
0.1. SinNSIMT Darga. 
aß. !inMaiN1 Jerach. 

VT! V : 

29. iDHaiMn T'lischa minus (^postpos. ) 

30. !)nNa"lN1 Tiphcha, vgl. 10. y.l 

51. ^n«a'^N'l Merca sarkatum. ^ metr. 

3a. 5n«a*l«1 Mahpach sarkatum. J 



110 /. Haupt th, Cap. I, Vom Lesen u. der Orthographie. 

Anm. 1. Die veischieiene Zählung deiAccente (25 — 32) 
ist ebenso wenig ■wesentlich, als bey denVocalen, und beruht 
nur darauf, dafs man die von verschiedener ßedeuttin» und die 
zasannmengesetzten bald doppelt zählt (wie hier), bald nicht. 

Ihre Gestalt weicht in Jllss. zuw^eilcn von der gewöhnlichen 
ab ( S. Kall de codd, Erford. S. 22. Liiienthal de cod. 
lie^iom. S. 27. Bahr dt -prolusio de cod. Dresd. S. 7- 
Schiede in Observatt. S. biga p. 97 — 99)« 

Einige gleichgestaltete sind leicht zu unterscheiden , näm- 
lich a") Silluk und Metheg (~) > ersteres steht immer bey det 
letzten Tonsylbe das Verses, letzteres nie bey dem Tone; 
b) Paschta und Kadma (_L)f ersteres ist nämlich post-positi- 
vus ; c) J'thib und Mahpach (~}» ersteres ist praepositivus. 

2. Die Namen sind meistens auIT.illender chaldaisch gestal- 
fet, als die der Vocale. Sie sind theils von der Gestalt, theils 
von der Bedeutung herüeiiommen, und beziehen sich im letztem 
Falle ziemlich deutlich nur auf ^Z)i/ia'j7ü'ajg^ und J'erhindung. Daf* 
mehrere Namen dunkel sind, wie schon El. Levita QTohh 
taam cap. ri) gesteht, begreift sich leicht. Ja dieses mit 
mehreren Zeichen der lat. Grammatiker nicht weniger der Fall 
ist (Scyfert's lat. Sprachlehre S. 2ii). F.inige haben 
mehrere Namen , die einander zuweilen unter sich erläutern. 
Eine Uebersicht der mir wahrscheinlichsten Erläuterungen der 
einaelnen Namen ist : 

A. Distinctivi : i. pl^O Ende, von p'^ts aufhören, ISD p''S.O 
explicit über. 2. niOM Ruhe, respiratio , von n^lJ Ithpa. (so 
die lat. Grammatiker vom Colon : media distinctio — propter 
respirationem. Seyfert a. a. O. Th. 1. S. ^g&^- 4- i<n*',-0 
Traube (von der Gestalt). 5. *)pt suspensor (vgl. Quintilian. 
XI, 5." sustinendus et quasi suspendendus sermo est; als Ton- 
zeichen könnte man an das griech. oqSorovovpitvov denken); 
7. nnatä flache Hand (von der Gestalt), auch NHIü Ermüdung 
( Cjc. de Orat. III, 44.* Interspirationis , non defatigationis 
nostrae , neque librariorum notis etc.'). g. X)"ili*1 ruhend (voä 
V:iy = V^*^)» "ä*^^ ^^^' viereckt (welche Gestalt der Ac- 
cent z. B. iuHutter's Bibel hat). 9. Hp'^l Theilung, Abiheilung, 
von p'M talm. dissecuit, diremit ( Castelli Heptagl. col. 1091). 
ao. MültJQ Neigung, Fall (des Tons), von 12^3 inclinavit = das 
hebr. nK3 ( "^^" w^ird an iy^Xiet^ und tox enelitica erin. 
tiert). 11.2TI'' sedens i.e. sistens, deponens sermonem (Quincti- 
lian. l. c), sonst Dlp^ö, "jS^.Ö ISltW tuba inferior, ante- 
rior (von der Gestalt und Stelle des Accenis). i2.T»in ruptio, 
Interruptio (so sagt Diomedes gramm, vom Komma : leuio' 



$. 25. yon '^<?" Accenten als Interpnnclionsz.eichen. 



1 1 • 



nis tenorem interrum-pit. S e yf er t a.a.O.S. 20^). 15. nS^y.V^ 
Kette (von der Gestalt), auch D""!?*!» entw. tiepidans ( voa 
ders.), oder elevans (nach dem talmud.). i7. 1t!3 Tlieiler, von 
•^73 dispersit, arab. ßdii , rupit. ip,, T\'>ti^ ''^.'I.K ''O'"^"'* i'^Jtvöa 
(von der Gestalt). 19. n\y''Sn, n^bp , MO"!!*! cl^yieus,munitio. 
2.0. ^Z.'*15 expulsio, propulsio (sermonis") wurde mehr zu einem 
Conjunctivus passen, der andere Name C"ll3, tJ'in bedeutet 
aber: Widerstand, repugnanda (vgl. C1"l"'r| bey Buxtorf 
Lex, chald.'). 2 2. D'^CS Trennung, auch xpDa(Masoia zu 1 Mos. 
24, 12. 39, 12 ), aber nicht zu verwechseln mit Viska §. 50, 2. 

jß. Conjunctivi .' 23. i<D*lJD eikläit sich aus der voJlgt, 
Form Tji-lNÖ, NDIMC (in der Masora s. Buxtorf Tib. 
S. 260) verlängernd (die Rede), od. anpassend, anfügend 
(von 1]*iHl Optovit , cortveniens reddidit^. 24. n21)D vollst. 
nilö *iai\t# angesetzte Trompete, auch Tl'jln, 'n\ü^ lölu^ ge- 
radefortgehende Trompete (von der Gestak j ). Den Gegen- 
satz macht. 25. "^3^0 ümkehrung, vollst. r\Min "iSilü odet 
«iSrHO tuha inversa ■«, 8. oben beym gleichgestalteten Jethih), 
ä6. HCIp (Anf.Tne?) auchnStM, h'CH ( funiculus ) genannt, 
viell. von Bedeutung und Gestalt zugleich '. 27. ti?,'}'n 
wahrsch. Fortgang, Fortschreitung (von der Bedeutung), auch 
'j''b^' ^^\^ "^Slty gewundene Trompete (von der Gestalt ~). 
2Q, n'^^ (halber) Mond ( wie das lat. jic/7*t«f wahrsch. Vier- 
telskreis, Sichel), auch nhiVrotunda, Ssbi^ Rad (von der Gestalt). 
Bey der Zusammensetzung der Zeichen und Namen pafst dana 
die in der Etymologie ausgedrückte Bestimmung natürlich 
nicht mehr. Ueber die Erklärung dieser Namen nach versch. 
Grundsätzen s, Buxtorf und pVasmuth a. a. O. , Löscher S. 344, 
Simonis S. 1 » 1. 

Die Mannichfaltigkeit jener Benennungen wird etwas min- 
der auffallen , wenn man eine Menge ähnlicher auf Interpunc- 
tion Bezug habender termini technici bey den Grammatikern 
anderer alten Sprachen, z. B, der lateinischen , findet (Seyferb 
a. a. O. S. 186 — 232). 

3. Ein w^irklicher kleiner Distinctirus ist auch das Psik^ 
welches von mehrern neuern Sprachlehrern , die zu wenig 
Kunde der Accentuation zeigen, als besondere« Trennungszei- 
chen aufser den Accenten aufgeführt wird. Sehr genau haii' 
delt darüber Spitzner a. a. O. S. 92. 

§. 26. 
Fortsetzung. 
Die Accentuation steht in enger Verbindung mit der 
Versah theilung, und jeder Vers macht eine Periode aus. 



1 1 2 I. Hanpith. Cap. I, f^ofn Lesiti u, der Orthographie, 

■welche mit dem Silluk schliefst , von welchem daher der 
Versabtheiler ({) Soph pasuk (ßnis comviatis) unzertrenn- 
lich ist. Die Mitte des Verses bezeichnet gewöhnlich der 
Jbhnachi in den metrischen Büchern 31erca mahpacha- 
tum, doch fniden sich in längeren Versen auch xyvej, 
idrey Athnach. 

Will man diese Art der ALtlieilung, mic unserer luterpanction 
veriileichen , so würde Silluk mit dem Puncte, Athnach und 
Merca mahpachaluni mit dem Colon oder Semicolon zu verglei- 
chen seyn , die übrigen mit den Komraateiii Doch stehen sie 
£e^vühnlich schon , wo kaum ein halbes Komma Statt haben 
könnte. 
Folgendes wird hinreichen, von dem sehr complicir- 
ten Systeme , nach welchem die Accentuatoren verfahren 
eind, einen deutlichen Begriff zu geben. 

I. Die Accentuatoren haben sich jeden Vers gleichsam ali 
ein Gebiet ( Ditio ) gedacht, welches von dem grofsen Distinc- 
tiims um Ende desselben ( Silluk ) beherrscht wird. Je nach- 
dem dieses lang ist, oder aus mehrern Gliedern besteht, stehen 
unter diesem mehrere andere, gröfsere und kleinere, Domini, 
deren jeder sein Gebiet hat , welches rückwärts gerechnet bi» 
zu dem nächsten gleich großen oder gröfsern Dominus reicht. 
Z. B. 1 Mos. 2, 1 : 

Hier reicht das Gebiet des Silluk zunächst bis zum Athnach; 
dann folgt das des Athnach , welchem das Tiphcha untergeord- 
net ist. In längern Versen wird dieUnterordntmg immer weii 
ter getrieben, auch kann derselbe [kleinere Dominus wiedet» 
holt w^erden. „ Consecutio ordinario talis est : Imperator S i /- 
luk proximum regem habet Tiphcha, remotiorem Sakeph; 
Hex post illum praecipuus Athnach habet Tiphcha , hina 
Tehhir , post Sakeph, hinc Segolta. Dux Segolta proxime 
poscit accentum Sarka, remote Rebhia: dux Sakeph proximo 
Paschta, remote Rebhia." „Ouando idem rex repetitur in 
ditione seil, ampliori (solent vero Sakeph, Rebhia, Sarka, 
Paschta, Tebhir'et Paser repeti^ validior fit , ejuoties a rege 
suo longius discedit." Löscher S. 35o. Aus den sehr 
genauen Beobachtungen bey Bohl, Hirt, Spitzner u. A. er- 
Jdart sich diese Consecutio hinlänglich, und man hat nicht 
\ toöthig, mit Elias Levita zu blofser Willkühr oder kabbalisti- 
schen GiüIigB der Accentuatoren seine Zuflucht i\x nehmeu. 



§, S,6. yiccente als Interpunctionszeicheji. iij 

S. Nur sehr eng verbundene Wörter, z, B. Nomen regens 
und St. constr,, Apposition , Substantiv und Adjectiv, dds 
Verbnm mit der Negation, mit seinem Subjecte und Prädicato 
u. dgl. haben Coujunctivos (oder Servos), deren Wahl ge- 
wöhnlich durch den nachfolijenden Dominus bestimmt wird. 
Es dürfen aber nicht 2 Ccnjunctivi zusammenstehen. Fordert: 
dieses der Sinn, so yvird Makksph gesetzt (§. 28» 2). Die 
Consecutio accentuum ist hier: „Aluiiach servlt Athnacht. 
Segolta, Sakeph- Katon, Rehia, Sarhci , 3Ierca scrvit im- 
peratori Silluk et Duci frequentissimo Tiphcha ut et rJi Vaschta, 
Sarka et Tehhir , Darga famulatur ny Tehhir , et Ha dm a 
Ti*» Geresch." L öscher S. ^o^' 

3. In sehr kurzen Versen , oder wo das Gebiet eines gro- 
fsen Distinctivus sehr kurz ist, hat man wenige oder gar kein» 
Conjunctivos gesetzt, und der kleine Dü.'.iVuü'i'wJ in der Nähe 
des grofsen hat dann verbindende Kraft {servit domino majori, 
fit vicarius servi). Z. B. 1 Mos. 2, 25: 1\üran''_ tih\. Hier 
steht Tiphcha als Servus des Silluk uird verbindet. Je kleiner 
überhaupt das Gebiet eines grofsen Distinctivus ist, je weniger 
bedeuten die untero-eordnetea Distinctivi, Dieü nennt man 

D 

Cjuantitas relativa, 

4. Tn sehr langen Versen v\-erden dngegen auch wohl 
Conjunctivi für kleiii&re Distinctivos gebraucht Qlegati domi' 
norum ). 

Wir wollen jetzt an dem Bevspiele von Jos. 1, 8» worin die 
meisten Accente vorkommen, die Anwendung derselben zeigen, 
und d.ibey die gröfsesten bis kleinsten Dmmct/fOJ (s. oben a — d) 
mit j jj llj llij bezeichnen, die durch C'c^K/Hnciä'OJ verbundenen 
Worte ohne Zeichen lassen. 

iiji la J2!)rsn-''j35 j|j ni'i?vS it\t!_n |ljj (VrS !ii n'?iHi 

jjjl :V2Ti:^n INI ill !;|3'in"nM n^Vsfi jf »^»«"''^ 

Man bemerke, wie hier in der zweyten Hälfte, dem Gebiete 
de« Silluk, gröfsere Unterscheidungen stehen, ohne dafs diese« 
der Sinn mehr fordert, als in der ersten Hälfte, was blofs in der 
Kürze des Gebietes seinen Grund hat. Weeen der Länge der 
ersteren Hälfte (der ditio Athnachi') stehen über 2, Wörtern 
( n*^lPin 13C) accentus conjunctivi, wovon der erste für einen 
Suhdistinctivus (legatus domini) gilt. Andere Verse, worin 
die meisten vorkommen, sind Jo». 1, 15. a Kön. 1, 6. Jer. 2i,&. 
j Chron. 23, 1, 

H 



11^ I. liaupUh» Cap. I. Vom Lesen u. der Orthogr<iphie, 

Anin. 1. Der Decalogus 2 Mos. 2o, 2 — 14. 5 Mos, 5, 
6— -lö) hat die Eigciithümlichteit , dafs dursh den gröfsteu 
Theil der Gebote eine doppelte Accentuation durchgeführt ist; 
die eine mit Rücksicht auf das Ende der Gebote, die andere 
mit Rücksicht auE die Versabtheihjng, vielleicht zum Theil 
eine veraltete. Doch sind uicht alle Worte doppelt accentuirt, 
was man so erklärt, dafs hier nach der doppelten Accentuation 
derselbe Accent zu stehen gekommen .wäre , und nur Einmal 
steht. Hiermit hängt auch die doppelte Setzung der Vocale 
, und des Dagesch iene mit Rafhe in nuif) zusammen. S. oben. 
S. i)0. 101. (Vgl. Buxtorf ihes. grammat. S. 53 ). 

2. Einige Accente führen in gev/issen besondern Fällen der 
Consecution besondere Nr.men , z. ß. JVIujiach vor Athnach, 
Sakejih und SarLa i^^V, mit Psik "i^Jab , MJCl^S u. s. W. 
Das Nähere s. in Spitzner S. 31. 

5. 27. 

^ Fortsetzung. 

Bey der melrischejt Accentuation , welche nach einsei- 
tigen Begriffen vom Rhythmus nur den Jrey Büchern HDi^ 
beygezeichnet worden, hat man die Abiheilung kürzerer 
Sätze beabsichtigt, und hier dienen die gröfseren Distin- 
ctivi bey Ahtheilung der parallelen Glieder noch jetzt zu 
einem willkommenen Fingerzeige. , Zwey Glieder wer- 
den in der Regel durch Athnach getrennt. Bey drey Glie- 
dern hat meistens das^rste Rehhia oder Sakeph-katon, das 
jtweyte Athnach, z. B. Ps. 56, 6: 

Deine Gerechtigkeit ist gleich Eergen Gottes (Rehhia^ 
Deine Gerichte gleich grofseu Meeren (Athnach) 
Menschen und Vieh hilfst du, Jehova (Silluk^. 

So Ps. 2, 1. 15, 4* 49» *'• Oder das erste hat Merka 
Tjiahp., das zweyte /^tÄwa^A Hiob 10, 1. 7, 11. Ps. i, 1, 
seltener das erste Athnach, das zweyte Sakeph-katon. 
Bey 4- Gliedern macht Merka mahpachatum die Mitte des 
Verses, die erste ist w^ieder durch Jiehhia oder Sarka ge- 
theiit, die zweyte durch Athnach, S. Ps. 30, 6. 35^ 26. 
37, »4. 40, 17. 79» 2 "0- 



m^ d e T^ette^s CommojUar Uh, die Psalmen S, 88« 



§. 2 7» ^ccentc als Tnterj.nmctionszeichen, 115 

Anra. 1. Dafs die Accente, gleich dien Vocalen, als ein 
Vermäclitnifs sorgfältiger Grammatiker für Grammatik und 
Hermeneutik ihren Wertli haben, wird kein unparcheyischer 
ßeurtheiler leugnen. So wenig man in die übertriebene Be- 
wunderung der Uabbinen, eines Sam. Bohlet Löscher und A. 
einstimmen wird, so wenig wird man das gänzliche V^r^ver- 
fungsurtheil anderer unterschreiben, z.B. des Cappellus (Arcan. 
•punctt. rei^elatitm S. i^^)- Wie sehr wäre freylich zu wün- 
schen , dafs der Gebrauch derselben nicht durc'. solche Ueber- 
ladung sn Zeiclien, durch so viele subtile und pedantische 
Kegeln ersciuTcrt seyn mochte ! Aber ohne das Ganze umzu- 
stürzen , ist ^etzt kaum einmal eine Vereinfachung möglich. 
Wollte man blofs die gröfseren Distinctivos setzen, wie in der 
Münsterschcn und Jahn'schen Bibel, so w^ürde man die Bete 
tiung der einzelnen Wörter ganz verlieren, welche doch mit der 
Vocaisetzimg so häufig zusammenhängt. Noch weniger wird 
man die gänzliche Wcglassung der Accenle, oder die Einfüh- 
rung deutscher Interpiinctionszeichen , 2. B. dss Frage- und 
Ausrufuniisseichens, in der morgenländischen Schrift zulässi» 
finden, die immer ein Verstofs gegen das Costum bleiben w^er- 
den. C N. Repertorium f, hihi, und morgenl. Lit. 2 h. 3. 
MO. XII. OraculaAmosi ed. Vater. Halae iQio). 

2. Noch einige einzelne Beyspiele ihres Nutzens als Ton- 
und Interpunctionszeichen : 

a) Als Tonzeichen unterscheiden sich dadurch mehrere 
sonst gleichlautende Wörter , wie im Griechischen : sifx} 
und u ixt , im Deutschen: ühersetzen und übersetzen, iiber- 
legfiit und überlegen. So im Ilebr. !)33 (sie bauten) und 
122 (in uns); 1J\t) (sie führten gefangen) und OU; 
(sie kehrten zurück); tnH (er hat ergriffen) und Tnk 
(ich werde schauen) Hiob 23, tJ ; nn\L» er hat sich gebückt, 
und nn\t' (sie hat sich gebeugt, von nji\!j ) Sprüchw. 2, 13. 
Ps. 44, z6; yn;i er ist böse, und V^\ (von ni>*l ) er wird 
weiden Hiob 20, 26; ^V'^ sie v/eiden Jes. 6> i7, «nd silTl 
sie zerbrechen (von VJ^I ) Jer, n, 16; rlin er ist krank, 

1^' -▼' TT 

und nhn (sie leidet Schmerü, gebiehrt) Js3. 54, n, 
61, 8 "V 



m) Nach den Accenten ist snlöt Ps. 17, 3 mein Denken, nicht: 
ich denke, welches -«nfst lauten würde (Jer. 4, aß); "'P^vJ 
Ps. 23 , 6 kann nicht übersetzt werden : ich kehre zurück 
= ''PaVi. sondern es iat «. v. a. ^02^:3 mein Wohneni 

H 2 



1 1 6 /. Haupth, Ca]}. I. Vom Lesen w. der Orthographie. 

Zi) Um ihren Nutzen als Jblhsilungszeichen zu zeigen, 
mugeu hiev einige Stellen stehen , wo die in den Accenten 
liegende Abtheilan"- eine offenbar ricliti£,ero Erklärune. ent- 
hält, als die selbst bey bessern Auslegern angenommene. 

1 Mos. 22, i4: nN*!* rriri"' ins nach Vater , de PVette 
iX. A. auf dem Berge ivird Jehova gesehn, aber dieses wäre 
ins, richtiger: auf dem Berge Jehova s wird gesehn d, i. 
gesorgt, da ersieht er Mittel, sorgt und rathet er. Das 
Sprü fc'.vort bezieht sich w^ohl auf die Heiligkeit des Tem- 
pelb«id,t'S , wo Goit mit Hülfe nalier ist, als anderswo. 

1 Chron. 29, 2: nbp/^i ^na-''J3N Steine zur Verzie- 
rung und von allerley Farben. Nach der Accentuation soll 
Höpl mit als Genitiv zu ^ÜM gezogen werden, wo dann 
jene allgemeinere Bedeutmig anzuwenden ist. Schon Kimchi 
gibt die unpassende Erklärung: Steine zum Schmuck und 
Sticktrey, Was sollte die letztere hier? 
Dafs wir dem Ausleger dagegen die volle Freyheit «uge- 
»tehn , von jener alten Interpunclion abzuweichen , bedarf kei« 
net Erinnerung. 

5. Im sam. Codex findet sich heine Accentu.itlon , wohl 
aber eine ziemlich zeichenreiche Interpunctiun, nach Art des 
Syrischen, wobey z. B. ( •• ) und (•:) unserem Kolon , =■;, 
»;, ET^ unserem Puncte gleichen. Sie weiclien aber in den 
Codd. sehr ab, und ihre Setzung war nicht fixirt, sondern der 
WJUkühr der Abschreiber überlassen. QCellarii horao 
^^imarit. S. 64« -^ ''• ^^ ^ '" ' " ' cpiuc. sam. p. 1 1 4 )• 

$. 28. 
Vom M a k k e p h. 

1. Die Verbindungslinie Mahkeph {^P. conjun- 
gens ) '^) steht in naher Verbindung mit den Accenten als 
Ton- und Interpunctionszeichen. Sie zeigt nämlich noch 
engere Verbindung zwischen 2 und mehreren Wörtern an, 
als ein verbindender Accent, so dafs die dadurch verbun- 
denen 2 , 3 oder 4 Wörter im Accentuationssystem d. i. 
nach Ton und Interpunction ( keinesweges aber in der 



^) Nicht Makka-ph f^pJG d. i. conjunctum, wie einige Gramraati. 
ker schreiben , denn so heifst in der grammatischen Sprache das 
verbuüdeue Won , aicht da» Ycrbindungszeiclien. 



§. CQ. P'om Makkeph. iij 

Sprache selbst) ^) , als Eins angesehn "werden, also nur 

Eine Tonsylbe haben. Z. B. D^.y^hs^nN i Mos. i, 
S.CJ, 'ih"1^.N""S3"'nN 1 Mos. 28» 5- Besonders klei- 
nere Wörter Averden gern auf diese Weise verbunden, 
und manche einsylbige , z. B, — 73 , insbesondere Präpo- 
sitionen, z. B. ""HN, " /N, ""1>^, " /3{, und Conjunctio- 
ncn f z. B. "O^, "^S kommen Idßi nur so vor. 

c. Bey der Setzung oder Nichtsetzung des Makkeph 
haben sich nun aber die Punctatoren nicht blofs von der 
nothwendigen engern Verbindung solcher Wörter, "w^ie 
man gewöhnlich glaubt, sondern vorziiglicli von gewis- 
sen Rüclisichten auf Intcrpunction und den Ton leiten 
lassen ^). 

a) In Rücksicht auf /Mf5rpK7zct/o72 hnt man JMakkeph vorzfigliclx 
da gesetzt, vvomehr als 2 Wovre dem Sinue nr.cli zusammengehör- 
ten, wo man es aber vermied, 2 verbindende Accer.te iiinter einan- 
der zu setzen (§. 26, 2). Hier verband man die am engsten zu ver- 
bindenden durch Makkeph. So steht z. B. '«"15 DW» tVs V^. 
1 Mos. 1, 11, boyde blofs mit verbindenden Acoenten, aber 
V. i2: "»IS-nu/y yv\ mit Makkeph, weil hier 3 Wörter ver- 
bunden Averden mufsten. Zuweilen steht es aber asich , wo nur 
Ein verbindender Accenr stehu solhe, oder gar vor dem Athnach 
und Silluk, z. B. p-Ti-'T 1 Mos. 1,9, 31t3-''5 1, 25. 

Da die Gviinzlinie zwischen Mahheph und dem verbindenden 
Accente oft Avillkührlicli seyn mufate, so di'ehen sich eine grofse 
Men£;e von Lesarten zwischen Ben Asser und Ben Naphthali un» 
diese Wahl eines Makkeph oder eines Cnnjunctivus. 

h) Rücksichilich des Tons hat man Makkeph gesetzt, um dadurch 
das Zusammcnr.tofscn zweyer Tonsylben am Ende des ersten und 
im Anfange des zwcyten Wortes zu vermeiden. Man Latte dazu 
einen doppelten W^cg : a) diese Verbindung durch Makkeph, 



r) Insofern wäre es ganz falsch, das Makkeph mit tmserem Ver- 
bindun/rsstriche /,usammen£;esetzter Wörter vergleichen zu 
wollen, z.B. Vaters- Brudor. liier trennt der Strich w^irk- 
licbc Composita, dort verbindet er blofs nahe zusammen zu 
eonstruirende Wurier. 

f) Ganz erschöpfend handelt davon Spitzner a. a. O. S. Q<2. — 92» 
der zugleich Alting's w. And, Baobaclittmgen boricHtigt. 



110 1, Haupt th, Cap.J, Font Lesen u. der Orthographie. 

wodurch die Betonung des ersten Wortes ganz wegfiel; h) die 
Zurückziehung des Tones auf jjenultima des ersten Wortes (§,51, 
a ). Bey der Wahl dieser heyden Fälle ist man nun aber , wie 
es scheint, einem bestimmten Gesetze gefolgt, nämlich man hat 
JVIakkeph gesetzt, wenn die vorletzte Sylbe des Wortes zusam- 
mengesetzt war, im entgegengesetzten Falle dan Ton zurückge- 
zogen. Dah. im Fut. Kai 'hv^py, Inf. Imp. FuC Fiel "'IS^, 
-rpaV' Imp. und Fut. Hij^k. - tsaVi , -^v■^tl^; in Huhpa. -'nSn'hn; 
dag.:^^«n L:f. und Fut. Niph, Stfjjsri u. s. w. 

Anrr«. im masorethischen Texte sind einige mehrsylbio-e 
Wörter in zwey durch Makkeph verbundene Theile getrennt, 
was vvrurscheinüch von einer falschen etymologisch -exegeti- 
schen Ansicht derselben ausgeht. Z. B, n i jD - n p 9 (Oeffuung 
des Kerker») Jes. 61, 1, wofür aber mehrere Mj^. rithtig 
ripnpßx n.lia-ISnS Jes. 2, 20, Avahrsch. n1ia*i3nS 
(vespertilionihus); n>*S-r\^\ Jer. /^6 , 2o f. n-tanS"^ C"^lt 
«iuem in der Mitte deiT Wortes ^uiescirendem n ). ' ' 



5. 29. 

Vom M e t h e g. 

Das Metheg (^nO Zaum) eine kleine Perpendicu- 
lärlinie zur Linken des Vocals, bildet eine Art von Gegen- 
druck ^G^en die Accente als Tonzeichen, Es steht näm- 
lich in mebrsylbigen Wörtern in der ersten oder zweyten 
Sylbe vor der Tonsylbe und soll anzeigen, dafs man den 
VocaJ, bey welchem es steht, wiewohl er unbetont sey, 
nicht übereilen und vernachlässigen, sondern hinlänglich 
dabey anhalten (woher der Name) und ihn deutlich aus- 
sprechen, solle. 

In gewisser Rücksicht läfst sich das Verhältnifs der prosodi- 
'schen Länge und der Tonstelle im Griechischen vergleichen, z. B. 

in on^^wiroj, 

Ueber die Fallet wo ein Metheg zu setzen sey oder 
nicht, streiten die jüdischen Grammatiker , ^,^nie bey kei- 
nem ander» Zeichen , und die Mss. sowohl als Ausgaben 
\veichen erstaunend ab , indem es einige Abschreiber 
und Herausgeber häufig, andere weit seltener gesetzt 



§. C(). yom Biet lieg, 119 

haben *). Wie wenig constant es selbst in äen Fällen 
stehe, aVo man es bisher am ^vichtigsten gefunden haf, 
und es am meisten Nutzen haben könnte, ist oben (§. 1 o) 
zur Geniige gezeigt "worden. Allerdings hat man es aber 
auch häufig mifsverstandcn. 

Die Fälle, in welchen alle Grammatiker und Heraus- 
geber übereinstimmen, sind folgende: 

1 . Wenn in der z^veyten Sylbe vor dem Tone noch 
ein Vocal in offener Sylbe steht, nicht blofs ein langer, 
sondern auch ein kurzer, wicAVobl letzterer riberhaupt in 
einer solchen Sylbe selten ist. Z. B. D^NH, ni^/^vl, 

fi^*)rtn, DH^j^oS, D^^Dlsn , n''ttj-»p mdaschim), TjSjia 

(poolcha), "injPT^^n, natürlich auch in dritten, z. B. 
*in^N\ Das ^ copulativuin erhält es nicht» z. B. ySIlü^ 
ts. 10, 3. Durch Makkeph verbundene Wörter gelten 
hier fiir Eins , als p'^^.^-^D, ^''Nn'''"?^^^,, ^"^H'^jO^ 
1 Mos. 4-4» !• 

Hiernach hat PiSv;?'» kein Metheg, aber Pi'd^'i. hat es. 

In den Fällen, wo das IMetheg ]rier bey einem kurzen Voc.ile 
steht, soll es Jiacli den meisten Giamraatikeiii zur Compensation 
der Sylbe dienen, die einen langen Vocal haben sollte. Allein 
weshalb stünde es denn da auch bey dem langen? 

c. Wenn unmittelbar vor der Tonsylbe ein langer 
Vocal hergeht, und Schwa folgt. Man soll hier lange 
genug bey dem Vccale anhalten, und ihn nicht mit der 



t) S. Kall de codd. ma. Erford. S. fii. i\ d. Ho o ght praef. 
ad hihi, hehr, §. 17. Jahlonski -praef. ad hihi. hehr. §. ig. 
In den spanischen IVIss. steht es ani seltensten, in den deut- 
schen am häufigsten , und v/ird hier von spanischen Kritikern 
mit einem aus Sprüch^v. 26, 5 geiiotnmenen Spottnamen ^OÖ 
"'.iTOnV (Eselszdiim) genannt. S. I\le nahem de Lunzano 
in Or Thora ad Gtn. V. Besonders in den metrisch- accen- 
tuirten Büchern jinaetes sich seitezier (^Buxtorj thes, gram- 
mat. S. 53 ). Der casselsche Codex hat es fast gar nicht. 
S. Michaelis Orient, und exeget. Biblioth. Th. 4. S. 233. 



120 I. Hauptth. Cap. I. Vom Lesen u. der Orthographie. 

libera schwata zu einer Sylbe binden. Z,'&.^^'^y\ha-j'tha; 
^^7\ te-l^di;. '«NVn ti-rH; H'llh'in to-l'^dot. Der- 
selbe Fall ist, wenn zwey Wörter durch Makkeph ver- 
bujidensind, %vo dann freylich das «Sc/iwa nicht geschrie- 
ben wird. Z.B.'h'TWschät-li; 'iN""n'^ri. 

In diesem Falle leistet das IUetheg der Ausspriiche den wesent- 
liclien Dienst, dafs es den langen Vox-al vom kurzen untevschei- 
«len lehrt. Also mSt Sa-chera, ni5T Soch-ra; ajöiw f. Sö'»iy'» 
1 Mos. 49, ao; ifNT« f. siN'l«'» (sie fürchten) aber siNI*; ( si« 
sehen) vgl. a Kün. 17, 23. i Mos. 1 2, 12; 5)^33 2 Mos. 23, 
gi. Schade nur, dafs selbst hier Iceine volle Cönsequenz ist. 
Nicht Mofs die Fiitura .TTI*' und ."fn'' haben hier das Metheg 
boy devu kurzen Vocale , sondern auch in einigen andern Bey- 
sp'elen sr.'ht fs : wo sich die alten Graramaiiker mit einem „TUc- 
theg peregrinum" helfen ($. lO, Reg. 1, 1. Anm. 2. 3). 

3. Wenn ein JDagesch forte ausgefallen und der vor- 
hergehende Vocal doch nicht verlängert ist (nach §. 33, 

1). z. ß. "^SSn, Q">"i.^n2, nn^oh, n'ibna. Doch steht 

daneben auch "^j^.Hn 1 Mos. 1, 3. 

])a8 iff -praefixum ( §. 63, 2 ) sollte hiernach ebenfalls Metheg 
haben, bekommt aber immer einen vollen Accent, als ob es ein 
bosoiiderps Wort wäre, wegen der Abstammung von *l\£^M. Z.B. 
Dritt; Klagel. 4, 9, vgl. Ps. »46, 3. 5. Hohesl. 1, 7. 

4. Bey allen Vocalen , auf -svelche noch ein Schiva 
comifositinn folgt, sie mö^gen lang oder kurz seyn, z.B. 
'»nn*^!; 5a-Ä«^/, Hiob 16, o; TlSyri Hab. 1,5; r\*\^23 
Jos. li, 2; niyn Rieht. 6, 28; ^nj,"^ 1 Mos. 2, 12. 
Daher auch zwisc'ien (-:i-), (v:iv), (■':r)» letzteres 
mag fl" oder o^ lauten (§. 10. Heg, 2. no. 2). 

Oft steht es auch 

5. in der drittletzten Sylbe bey einem kurzen Vocal 
in der zusamnien;;esetzten Sylbe , z. B. D^i^.3 , aber DD^r»!!} 
4 Mos. 16, 32; nfji'l'',, aber iS^nS/^^. 1 Mos. cq, ig; 
ebenso 0">3"1^nO ll'icht. 5, 9; ^lEDÖ 2 Mos. 32, 32. 

6. Bey einem Sehwa mobile, besonders vor Guttura- 
len, wo es dann anzeigen soll, dafs das Scham wie der 



§. 5<^' ^07n Lesen des Kcri und Chcthih. i C i 

folgende Vocal zu lesen sey (nach §.'14, 4-)' HDin? 
Ps. 10, 3; ^Nt£7 P?. 8». 3; Sy^S3-"lD"1 Ps. 101, 3. 

I J -_ . ; -11 

Arm. 1. Die Rabhineii unterscheiden TJ^'lMO jsnc (Metheg 
■prolongans ) bey einem kurzen Voralc vor Schwa com-pos,, 
p5*>tn (^ strirlor") bev dem kurzen Chirek, H'^V^ (elamor'y 
für den Fall :io. 6 , Avas auch T\'ohl für jedes Scliiva 2<'br.ipcht 
Trird. Neuere Grammatiker untersclieiden ßl. adstrictum bey 
lan;;en, und /»'Z. laxum bey kurzen Voc.ilien. 

2. Es können ancJi U,ßletlteg in einem Worte stehen, wen» 
mehrere der obiiiPn Bestimnuino-en concuvriren, z.B. DrT'HXWlC 

r> C" V -IT ;■:,■/ 

Jes. 63, 23; C3n'*r.i*ir\p»5!:) Jes. 22, ic\. 

3. Statt des Mctheg steht auch- wohl ein verbindender Ac- 
cent , besonders wenn das Wort einen gröfseren Distinctivus 
hat: D^kl^m 1 Mos. 22, 7; hnp^l 2 . Mos. 20, 15, vgl. 
Jes. 66, 13. Ps. 32, 5 und öfter. 

V. Kritische Zeichen und raasorethische 
Noten, 

5. 30- 

Vom Lesen des Keri nnd Chethib, dem Piska und 

aufs erordentlichen Puncten. 

Zum vollständigen Verständnifs aller in den masore- 
thischen Bibeln vorkommenden Schriftzeichen mufs hier 
endlich noch von einigen Zeichen und Einrichtungen 
Nachricht gegeben werden, welche sich auf die kritische 
Bearbeitung des Bibeltextes durch dieMasorethen beziehn. 
Wo sich eine solche kritische Bemerkung am Rande findet, 
etcht über dem Textesworte, worauf sie sich bezieht, 
ein Zirkelchen oder Sfernchen (circelliis, asteriscus criti- 
ciLs). Solche Noten ") beziehn sich entweder nur auf 



w) Die Erklärung dieser Ranaglosson sowohl als der masorethi- 
sehen Noten am Ende eines jeden Buches enthält: Jo. Simo- 
nis explicatio epicriseofi mnsorctlncariiin , quae singulis lihris 
hihlicis subjici, ut et nctarum marginalinm , quae textui S, 
hinc inde adjici soleiit. Halae 1767, eig. als Zugabe zur hthx. 
Bibel. Buxtorfii Tiheriai S. 232 ff. 



»22 I.Hauptth. Cap, I. Vom Lf;sni n. der Ortkographic, 

Bemerkungen über irgend eine Anomalie der Punctation 
oder Äccentuatioai ^), oder auf die literas majnsculaSy 
viitmsculas u. s. w. (§. c, Anm. 4-)s oder auf die Rand- 
lesart iverf, Aäs Piska xn\A A\e puncta extraordinaria , von 
Avelcben 3 letztern Fällen hier etwas Näheres. 

1. Die Randlesart führt den Namen ^*1p (legendum) 
im Gegensatz der Texteslesart CD^rO scriptum )t weil 
sie nach dem Willen der Masorethen geradezu statt der 
Texteslesart g^tf/cj(?7z Averden soll , Aveshalb man auch die 
Vocale derselben geradezu in den Text gesetzt hat. 
Der Leser hat hiernach die Vocale des Textes zur Rand- 
lesart zu ziehn , für die Texteslesart aber die Vocale selbst 
7.U fmden ^). Z. B. Jer. 42, 6 im Texte; ^^N, am 
Rande: ""^p VtlZH. Lies im Text: ^^K (alte Plural- 
form von V^, 1 7t>£>^,' am Rande: ^-Pl^Nl. 

Die Randlesart enthalt aufser einzelnen Verbesserun- 
gen wirklicher Schreibfehler , meistens erleichternde und 
Cojicinnere Lesarten , Avelche die Masorethen nach einer 
falschen kritischen Ansicht der zuweilen härtern , veral- 
teten und incorrect scheijjenden Texteslesart vorgezogen 
wissen wollten, und wodurch mehrere ältere , durch die 
Analogie anderer Dialecte unterstützte Formen getilgt 
Avordeu sind ^). Anderswo wollten sie wenigstens nach 
ihren Ansichten von Schiclüichlieit und Würde der heili- 
gen Sprache statt gewisser ihnen für obscön geltenden 
Worte den Euphemismus gelesen wissen. Z. B. 2 Köp. 
18. 27: Dn^i*^, am Rande: "^^p DlT^ha^l ^D^D. Das 
Chethib tSH^'JJ^vI^ ihr Urin, schien ihnen nämlich unan- 



2') 1} ux to rfii Tiherias S. 4g fl. 

u>) Zur Aufßndung der riclitigen Pmictation für das ClielKIb 
dient: J o. Simonis analysis lectionum niasorethicaruvi 
liethihan et Karjaii vulgo dictarum. Ed. IL Halae 1752. ß. 
und Hillerus de Arcano Kethib et Keri. Tuhing. 1692. g. 

z) Gesch. der hehr, Sprache und Schrift S. 50, 75« 



§•30. J^om Lesen des Keri und Chethib. 1.23 

ständig, und man las Dn"'^J5*l ^0*^0 aquae pedum eoriim "), 
Wenn nach der Raiullesart ein ganzes "'.Vort oder meiirere 
Wörter eingeschoben werden sollen, so stehen blöfs leere 
Vocale im Texte, und d\G Consonanten dazu am Rande, 
z.B. Rieht. 00, 13 : •• : , am Rande "*-Ii, lies: '^'Z^. Sol« 
che heifsen S^HD tkr) "»"^p (Icgendiim sed non scriptum), 
Soll dagegen ni^ch dem Willen der Masci'ethen ein Wort, 
"vvas im Texte steht, fehlen, so hat man ihm keine Puncte 
gegeben, z.B. ^wH Ezech. 43. iG, lies ^OH (fünf). 
Dieses heilst ^"^.jP ^/) 3^n3 (scriptum sed non legendnni). 
Derselbe Fall ist auch bey einzelnen Buchstaben, s, i Kön, 
21, g. Hiob 2, 7. 

Bey solchen Wörtern, welche die Masorethen durchgängig 
und so oft sie vorkommen , emendirt ^vissen ^vollen , haben sie 
sich der Mühe überhoben, jedes Mal das Kevi ausdrücklich hin- 
zusetzen , und haben ohne circellut criticus nnd Randanmerkung 
geradehin die Vocale dieses Keri der Texteslesart beygeschrieben. 
Daliin gehören die Wörter: a) Nin im Pentateuch statt Min , 
w^o es als fem. steht. Die Masorethen schieiben so, weil sie 
Hin gelesen wissen wollen. (S. §.56, Anm. 3). Z») D'^'ir'MT'. 
Die Vocale gehen auf die volle Lesnrt cSw'iT', welche die 
Masorethen üi)eraU einführen wollten ; die Consonanten sind 
aber zu lesen ßSiy!)*!^. c) •n^ir'^'' QN. piopr, Issaschar), viell, 
nach den Consonanten zu lesen *i5\r?^'' (für "iS^ü n''<ü'< er bringt 
Lohn), nach den Puncten isrü'' (Simonis analys. lectt. ma- 
soreth. S. 5). d) nin^ , dessen Puncte von '»i'li« herrühren, 
s. mein Wurteib. u. d. VY. 

Aufserdeni hat Hill er {de Arcano Keri et Chethib S. 50 
und öfter) und hiernach Simonis (a. a. O. S. 5) die Regel 
aufgestellt , dafe man das 1 und -^ im Texte zuAveiien transponirt 
habe, um anzuzeigen, dafs in der Toxteslesart 1 oder *» plene 
geschrieben sey , nach dem Keri aber defective, Z. B, Jer. 2, 
25: 'niS"<:;i, nach dem Chethib 'ninil, nach dem Keri ^3S:in. 
Spiüciiw. 31, 27: nlsV^n , nach dem Chethib ni3"'Sn, nach 
dem Keri ni2)Sn. Allein diese Bestimmung scheint willkührlich 
und ohne Beweis angenornmeu za seyii , 7ind die transponiite 



ß) Andere Keri's dieser Art s. in Bocharti Hieroz. IL S. 41^ 
Vel. Ma 
S. 179 ff. 



Vgl. Jl^assoreth Hammassoreth , herausgeg, von Semmler 



124 ^' Hauptth. Cap, I, P'om Lesen u. der Orthographie, 

inater lectionis gehört offenbar in diesen Stellen zum Chethibt «o 
dafs man in den angeführten Fällen zu lesen hat: "iTil^ deine 
Kehle (von pij = ^lin, wie ptlJ^l^ = pitt/y); nlDSTl oder 
rl:)S^n (nach der Form Sdt: ). Eiair^e dieser Chethibs mögen 
allei-dinjjs corrnpt und nicht hebräisch scyn, so dafs das Keri 
Verbesserung ist; allein das Chethib darf deshalb an sich nicht 
anders gelesen werden. Dafs die Masora solche Lesarten DTplö 
iniNOI praeposterum , transp e situvi uciutt (s. die 62 Beyspielo 
in der Masora yin. unter 1, Buxtorjii Tiber ias S. 267) thut 
nichts zur Sache , denn diese zieht das Keri vor. 

2. Piska (SpC3 eessatio, fiiirs, pausa^ heifst ein 
Meiner Zwischenraum, gewöhnlich in der Mitte der Verse, 
in welchem der Circelius crkicus steht , und am Ilande 
die Note: p103 VifONS NpOS3 Pisha in media versiu 
Als Zweck deseelhen hat man fälschlich angenommen, 
daf» hier eine Lücke im Texte sey . vorzüglich verführt 
durch 1 Mos. 4' 8 ^)j richtiger sieht man es für eine 
gröfsere Abtheilung der Rede an , wo allenfalls schon der 
Verstheiler stehen könnte. Offenbar hängt es mit der 
Vereabtheilung zusammen , und sollte entweder die Ver- 
schiedenheit von der gewöhnlichen anzeigen, oder die- 
selbe verbessern "^). 

Die Masora (^u 1 Mos. 35, 22 — 25) zählt solcher Stellen 
25, zu i Mos. 4, 8 aber 23 (walirsch. Schreibfehler nD f. n3 
oder umgekehrt), die Editt. u>ul ßlss. weichen aber ab, und 
liahen es an mehr als 30 Stellen, z. B. 4 Mos. 25, ig. 5 Mos. 
2, Q. Jos. 4» *' C» 24 "• s.w. (CappeUi Crit. Sacra ed. 
Vogel /, S. 460). Erkennt (sin. Ms. das Piska nicht an, so steht 
wohl ausdrücklich MpD3 ub3. 



t) So Jo. JVlorini Exercitatt. in Pent. Sam. Hl, cap. 1. §.4. 
' Jienni CO t ti dissertat. 1. super raiione textus hehr. V. T. vers. 

Int. S. 332. Grotius, RofenmiiUer, Geddes zxx 1 Mos. 4,3. 

Huhi g antii Prolegg. iii Script, sarram ed. Francof. S. 60. 

Allein gerade hier iiabcu viele Codd. das Piska nicht, und auf 

die flbrigen Stelle» paCst die Annahme gar nicht. 
c) S. Cappelli Crit. S. ». &. O. Carpzov Critica Sacra 

S. 33. Ravii Exercitatt. in JJuhigant. Prolegomm. S. 23. 

Simonis introd. S. 131. Es verhielt sich hiernach zur ge« 

wOlmliclien Versabtheilung wie Keri zum Chetliib. 



$,30« Piska lüid anjscrordentl. Functe, ii25 

Bey denRabbinen heifst das PüAa auch Tvohl HC!J*l5, N)02''*1Ö, 
welches man ziemlich gezwungen f, -jt^v^yjja z=z x^ay/u« nimmt, 
oder (^qoiytAoc (Zaun). Da sich auch die loini Müa^SSS (_hiatus, 
divisio^ findet, so hat man wahrscii, diese für die ursprüng- 
liche Form, und die mit *^ für daraus verdorben zu halten. 

3. Fitncta extraordinaria nennt man gewisse nnge- 
wöhnliche Puncto (in den Mis. auch wohl kleine 
Striche} theils über einzelnen Buchstaben ( z. 13. 
nCipDI 1 Mos. 19, 55, ?|^J"*S1 1 Mos. i6, 0). 
theils iibcr ganzen Wörtern, z. B. ^Hp^^l 1 Mos. 
35 , 4. Die Juden suchen dahinter Mysterien '^), 
höchst wahrscheinlich sind es aber ältere kritische Zei- 
chen für solche Wörter und Buchstaben, die die Kritik 
verdächtig machen wollte '}, wie sich auch die griechi- 
schen Kritiker desselben Zeichens bedieiit haben ^). Man- 
che dieser Wörter fehlen wirklich in andern altern Aucto- 
ritäten, bey andern mag aber auch schon dieses Verwer- 
fungsurlheil auf Grille beruhn, z. B. bey 1 Mos. 23, 4.. 
Solcher piinctirten Wörter zählt man im Ganzen 15. 



d) Bereich it ruh ha zui Mos. 33,4: tum Jixit Rabbi Jan- 
na: si sie est» quare ergo -punctattim est? non certe, nisi ut 
doceat, tjuod Esau non quaesierit Ipü/jS osculari eum, scd 
ID^ib morderc' eum, factum est colhim ejus marmoreum. Die 
offene Herzlichkeit des braVen Esau wai" vor den Augen des 
pfäfiischen Rabbinen verborgen. 

n) So nach Hill er (in Arcano Keri et Chethib lih. x, ca-p. 7), 
vorzügl. Hupe den von der wahren Ursache und Bedeutung 
der auf serordentlichen Puncte. Hannover 1751. 4. Vgl. Cap' 
p ein -Grit, sacra T. I. S. 455., Eichhorn u. A. 

/) Blanchini evangeliar, quadruplex T. J. f^'ol, JJ, p. 502. 



126 /. HaiiptlK Cap. 11» Veränderungen der Buchstahen. 

Cap. IL 

Von den Eigenlliiimlichkeiten und Vei'änderungen der 
Buchstaben, von den Sylben und dem Tone. 

1. Um die Veränderungen, -welche nach der For- 
menlehre an der Form der verschiedenen RedctheiJe vor- 
genommen Averden, richtig und vollständig zu begreifen, 
ist es nöthig, zuvor im Allgemeinen und ohne Rücksicht 
auf einen besondern Fiedetheil die Gesetze zu übersehen, 
nach welchen jene Veränderungen vorgehn. Eine jede 
Sprache hat hier ihre besondern Eigenthümlichkeiten, 
"welche theils auf der eigenen Beschaffenheit gewisser 
Buchstaben und Buchstabenclassen und deren Verhältnisse 
zu einander, theils auf ge\vissen Sprachgewohnheiten 
in Betreff der Sylben und des Tons beruhen. 

Die Gramatiker der Danz^schen und yiltwg^schen Schule haben 
diesem Capitel eine höchst unzweckmäfsige Ausdehnung gegeben, 
indem sie mehrere zur Formenlehre gehörige Lehren, namentlich 
die ganze Decliriation, in der Lehre de permutatione punctorum 
abliandehen. Adtere Grammatiker, z. B. Jo. Münster hatten 
längst das Richtige ; unter den Neuern mufste erst Vater jenen 
Lehren wieder ihren richtigen Platz anweisen. Seit der Zeit hat 
man es fast zu sehr rersäumt, die allgemeinen von allen Ptede- 
theilen gleichmäfsig geltenden Sprachgesetze irgendw^o zu einer 
bequemen Uebersicht zusammenzustellen , wie ja dieses von allen 
bessern griechischen und lateinisüiieu Grammatikern ebenfalls ge« 
schiebt. Nur raufs diese Lehre nicht nach Danzischer Weise 
blofs die Veränderung der Vocale, sondern auch die der Consonan- 
ten u. s. w. umfassen ! 

2. In der folgenden Abhandlung haben -wir iswar die 
Veränderungen der Consonanten von denen der Vocale ge- 
schieden , allein mehrere Abschnitte der ersteren , z. B. 
von den Kehlbuchstaben, enthalten zugleich die dadurch 
veranlaföten Vocalveränderungen. Noch mehr ist diefs 
bey der Lehre von den quiescirenden Buchstaben der Fall, 
welche den Uebergang von den Consonanten zu den 
Vocalen bilden. Sofern die literae quiescihilcs nicht 



$.32. Vertauschiing der ConsonajiUn. i2j 

quiesciren , ist von ihnen bey den üurigen Consonanten 
gehandelt. 

I. Veränderungen der Consonanten. 

$. 52. 
Verrauschung der Consonanten. 

DaTs Consonanten von ähnlichem Laute in einander 
übergehen, und Wörter mit derselben oder verwandter 
Bedeutung bahi mit dem et\vas härtern, bald "vveichern 
Buchstaben geschrieben werden, ist eine in allen Sprachen 
häufige Erscheinung. Auch im Hebräischen ist sie es, 
aber sie ist hier wichtiger für das Lexicalische, als für 
das Grammatische der Sprache, insafern durch die gram- 
matischen Flexionen nur wenige Vertauschungen der 
Stammconsonanten herbeygeführt ^ve^den. 

In lexicalischer Hinsicht h.^ben sich manche Sprachforscher 
( S. z. B. HezeVs krit. J-J-^örterh. der heb}. Sprache, Vorrede 
S. VI fF. Dess. Jnstitt. philologi hehr. S. 79 ff. ) zu viel Will- 
kühr erlaubt » während andere auch die sichern Combinationen 
dieser Art mit zu ängstlichem Auge ansahen. Die von mir an 
einem andern Orte versuchte Zusammenstellung der höchst wahr- 
scheinlichen und gewissen Fälle, wo eine solche Vertauschung 
Statt fuidet, wird indessen hinreichen, die mehrere oder mindere 
Ilinneiguns einzelner Buchstaben zu einander beurtheilen zulassen. 

DO 

(S. mein hehr. H ort erb. Art. H, 13, ^ U. S. w. Vgl. Schul' 
tens clavis dlalectorunif hinter Erpen. Gramm, ed. Schul' 
t e ns 1770. Ja h n'' s arah. Sprachlehre S. 45 ^^« ^ icha'elis 
arah. Gramm. S. 91 ff. und für die classischen und neuern Spra- 
chen Böckh in den Studien von Dauh und Cr e uz er Th. 3). 
Mehiere dieser Vertauschungen linden sich weniger im Schoofs« 
der hebräischen Sprache selbst, als in Vereleichung mit den ver- 
wandten Dialccteii. Hier nur Einiges zur üebersicht, wozu sich 
dort die ausführlichem Belege fmden. 

1. In der Natur der Sache liegt, dafs eich die Buch- 
staben , die mit Einem Organ ausgesprochen werden 
(§.4, 1 ), einander am meisten nähern; mithin 
aj die Lippenbuchstaben, und zwar nicht blofs ^, 3, "1 nntCjE 
einander, z. B. ^^, D^, P]5 Rücken ; sondern auch diese und 



I 



1 2 ß /. Haiijjtth. Cap^ II, 1^ er ander ui igen der Buchstaben. 

O, Z.B. N'^nO und N"»13 fett; 'oSo und übs ent- 
wischen. Hiernach haben auch die LfXX häufig jx für 
has hebr, D, z.B. H^D / Aojuva 2 Chron. 2 i, lo , Xsfxva 
Jos. 2 1, 13 8). 

b) die Gaumenbuchstaben, z. B. T.10 und ^DO ver- 
echliefsen; /^"l und /?'T. herumlaufen, 3£"'2.5 Kelch, 
vgl. V3'i3 und yDip Helm. 

c) von Zungenbuchstaben 1, 10 und H, z. B. ^^Vl 
und ^nn rauben. Von der Verwechselung dieser 
Laute mit den übrigen Zungenlauten ; und J , wie im 
Griechischen BaKovov lacryma; lingua, longue hndet 
»ich im Hebräischen keine Spur. 

d) dieZ.hnbuch..abenrÄf«;. .. B. tV. obv 
und yHy frohlocken, p^T und pVif schreyen, pflb 
und pnST lachen , scherzen. 

e) die Rehlbuchstaben, z. B. N und H, HND und 
nn3 kleinmüthig seyn; N und V, besonders in der 
Vergleichung mit derri Aramäischen, aber auch im 
Hebräischen selbst, als D-^N und D^J? traurig seyn, 
DNHJS augenblicklich von VnS Augenblick. 

Im Sani. Pentaieuch ist die orthograplnsclio VerwecLselung 
der Gutturalen äufserst häufig^ und hängt dort von der Aus- 
sprache der Samaritaner ab, ^velclle die Guttuialen alle wie M 
aussprechen. Vgl. Michaelis Orient, und exeget. Biblivch. 
Th. 21. S. 173 fF. Meine Comment. de Peiitateucho samarit, 
S. 52. Auch andere Buchstaben , z. ß. Lippen -Gaumenlaute, 
verwechseln sie leichter. S. ebcud. 

S. Aufserdem schlieusen sich noch folgende Buchsta- 
benklassen enger als die übrigen aneinander: 

a) die sibilaiites an die Zungenbuchstaben , mit de- 
nen sie zum Theil zusammengesetzt sind. So wird T 
platt gesprochen "1, ÜwirdC, t£? wird H. Der platt- 
redende Äramäer hat hier meistens den Zischlaut weg- 
geworfen , aber auch im Hebräischen selbst finden sich | 
beyde Formen neben einander. Als: ^J/l und T|VT I 



») Hilleri Onomastlcon S. S. 692, 



§. 33' y er tauschung der Consonan teil 129 

verlöschen; *Ö3 und *ltOJ beobachten; ^"1*12 und 
ni'^S Tanne, Fichte; ^*in und H jH s. v. a. y^a^aaaiv, 

Eine solche Hinwegnahme des Zischlautes ist auch die Ver. 
tauschung des S mit 1^, besonderä in der Vpro;leichung mit 
dem Aramäischen. Z. B. yiN, NVINErde; nS"i und ni^n , 
nj?"1 Wohlgefallen haben. Da y oit ein blofses s war (mit 
Ueber^iofuing des tiarin liegenden t), so behielt man nach Weg- 
nahme der Sibilation- nur einen fast unmerklichen Cunsonan- 
tei;lÄat übrig, welcher durch V ausgedrückt \vurde, (Eine 
andn»; Veruuithimg über diese Verwechselung s. indessen hebr. 
W.^rterb. S. giS). 

h) die literae liquidae / , C, 2, ^, die auch im Grie- 
chischen so Viel-^s gemein haben, bes. a) / und 13, 
' z. B. XnS und \T]2 drängen; HStüS und TO^A Zelle. 
Auch bey uns sprechen Rinder und Er\Vochsene, die 
kein / sprechen können, n dafür aus. ß\ i und ^, 
z. B. 7^ni£r\ Ps. 104, 15 für '^'^nSin glänzen machen, 
erheitern ''). 7) D und |: ^10'^^ und D'Jtü feindselig 
seyn; D'^O und D^3 ^vanken. l) Ound*^, fast nur in 
den Dialecten, vgl. jedoch das N. propr. "^2fN2nii"l3,3 
und 1iEN-1-|D^2J, VD)! Jos. 7, 1 und ^DV '» Chron! 

C, 7 U. S. "V\\ *_). 

c) die literae quiescihiles (^^, % ^)» insofern sie 
Ccnsonanten sind, z. B. D'^K/?^ und D'^^'^73 (Lum- 
pen) Jer. 38' i». 12; D'^NÜDjf und D'^^^lDk" (N. propr.); 
JIN"^ und ^^y^ N. propr,, nach der ararnäischartigen 



/*) Daher gibt t'3*> Micha 1, 15 eine paronorrustische Ar.spie- 
luiii: auf vy'oS. Bekanntlich haben die Sinesen kein r und 
sprechen dafür immer Z, w^ie die Japanesen kein / haben und 
dafür immer r sprechen. Aehnlich in der Zendsprache, wo 
meistens r für/. Vgl. Adelungs und V a t e r s IVIithridates 
Th. 1. S. a62. 572. Th. 3. S. 212. 279. 

j) Von der Verwandtschaft zwischen r und s ist im Hebräischen 
gar keine Spur. Im Arabischen ist sie orthographisch ausge- 
drückt , indem a und i^ sich blofs durch den diakritischen 

Punct unterscheiden. Aber in der Sprache selbst kenne icK 
«benfaUf keine sichern Bey»piele desselben» 

I 



130 1, Hauptth. Cap. II. f^eränderungen der Buchstaben, 

Aussprache >ol£» kojem (S. 16); Tj^ri und T| 1^ gehn ; 
sehr häufig "^ und 1 in der Vergleichung mit dem Arab. 
z. B. "17^ <-\5* gebähren (§. 105), wovon auch im 
Hehr. H /"1, \>^ proles. Beyde schliefsen sich aufser- 

TX VV 

dem wieder an das J , den vocalähnlichsten der übri- 
gen Consonanten , dah. I3!f ^ und ^^^ stellen ; HN^ und 
HNO schön seyn ; das^M^. /b]?% syr. Nia^iij ^). 

Ueber Vertauschung dev literae quiescihiles nach MaCsgab« 
der vorhergehenden Vocale 8. §. ^o h. Anm. 5. 

7,. In dem Gebiete der grammatischen Flexionen 
kommen nur folgende Vertauschungen vor : 

a) die Verwandlung^ des transponirten H in Hithpa. 
in tO (nach !f ), z. B. p^.I^Sf^ f. p"iriifn (§.71,2). 

Im Syrischen wird D auch nach t in T verwandelt, und 
im Arabischen ßnden beyde Veränderungen in Conj. VIII, 
Statt. Da s eig. aus ta und der Sibilation , T aus n und der 
Sibilation besteht, so siud diese Buchstaben verwandt, und 
man hat sie deshalb zusammengestellt. Es ist dieses eine An- 
ähnlichung , wie in cyixpitivw f. evßwivw, synakin f. £v/.«Aiu. 
Uehvigens ist zu merken, dafs in den Stammwörtern die Cou- 
currenz gerade so ähnlicher Buchstaben vermieden wird. Z. B. 
•^ und S ; 1, X» liJ ; N und S^. Vgl. Michaelis Supplemm. 
ad Lexx. hehr. S. 109. Sacy gramm. arahe T. I. §. 59« 

h) die Vertauschung des H quiescens am Ende mit H, 
z. B. rh\ /. Tin^a; ng-ISf, ngnSt (Gerechtigkeit). 

Auffallend bleibt diese Vertauschung immer, da n hier gar 
keinen Corsonantenlaut hatte. Aber das Syrische und Arabische 
geben doch erläuternde Analogieen an die Hand. Im Syrischen 

wechselt ] Olapli (welches oft dem hehr, n entspricht) nicht blofs 

am Ende der Wörtr r mit Tuv, sondern auch in der Mitte, z. B. in 

, Etthaphal: *.2li£)OZZ\ für ta£0O|2| in Ethpeel : ,->*ll\ 



fi) Der Uebergang von N in J und 1 ist auch im Altgriechisclien 
und in der Bildung des Lateinischen häufig. Z. B. ttci und 
SVT< ; rv(pS-sti f. rvipBsvg; cirsicn) f. ffTrsvffw. Vossii Etyni. 
ö. X}L. Böckk a. a. O. S. 336. 



§. 33' Assimilation und /Auflösung derselben. ij» 

(■verschlossen seyn ) für i-^^f^l j vielleicht auch im Anfange 
(s. in ic h aülis gramm. syr. S. 72}« 

Im Arabischen vrird das 8 finale fem. gen. mit zwey Punctea 
gesc'iiieben , und dann schon ohne folg. Gen. wie t gelesen, 
C->cf emrath (Weib). 

5. 33. 

Assimilation und Auflösung derselben. 

Eine besondere Art der Vertauschung findet Statt, 
•wenn ein Consonant ohne dazwischen befindlichen (we- 
nigstens vollen) Vocal vor einen andern ihm unähnlichen 
zu stehen kommt , und die dadurch entstehende Härte 
dadurch gehoben wird, dafs der erstere dem zweyten assi' 
milirt wird. So im Griechischen avXXajjLßavcv f. auv- 
Xaju/Savcö, XsXsijJLjJiai f. XaXsnrjJLai; im Lat. iUustris f. 
inlustrisy dijfiism f. disfusus '). Im Hebräischen findet 
nur der Unterschied Statt, dafs der Buchstab nicht dop- 
pelt geschrieben wird, sondern blofs Dagesch forte erhält, 
wie iwanis f. inmanis. 

Im Arab. und Syrischen wird der zu assimilirende Buchstabe 
nur sehr selten ausgelassen. Man schreibt ihn nämlich, spricht 
aber assimilirend aus ( S. 5 ). 

1. Die Buchstaben, welche sich auf diese Art assi- 
miliren, sind: bey weitem am häufigsten Nun, seltener 
J» ^* ^» ^» wahrscheinlich auch \ Insbesondere: 

a) Nun vor allen Consonanten , selten aber vor Guttura- 
len (welche dann auch nicht verdoppelt werden, §. 37, i, 
38» 1). Z. B. nno für ntiO (von ihm), am häufigsten, wenn 
a der erste Stammbuchstab eines Verbi ist , 7. I>. ^p*« für ]r\i\ 
Im Chaldäischen w^ird gewöhnlich die nichtassirailirte Form bey- 
behalten, und so auch zuweilen im Hebräischen (5. io2, 4)* 



i) üeber eine umgekehrte Assimilation in einigen nordischen Spra- 
chen , wo sich der Anfangsbuchstabe eines Wortes nach den» 
Endbuchstaben des vorhergehenden richtet, s. Ad elun g ß^ 
und Vaters Mit^ridatts Th. II. S. 146. 

I a 



132 J' Hofiiptth. Cap. II. Verändemn^en der Buchstaben» 

Wenn Nun dritter Stamnibuchstabe ist, bleibt es gewöhnlich, 
z. B. P3D^£J , und assimilirt sich nur in :n3. 

T : - T 1 -T 

Z)) Lamed nur in wenigen Fällen ; durchgängig bey dem Art. 
lüüDVJ.n für u;»\ySn (die Sonne), in dem Verbo r\p\ }ut. np*», 
fut. Hoph. nfs^ f. nj^S'', n|:3S^ ; aufserdem höchstens in einzel- 
nen Beyspielen", z. B. n3S Eze'ch. 27, 23 «. v. a. niSs 1 Mos. 
10, lO. Arnos 6, 2 ( Ctesiphon ) , wie auch dort mehrere JVTss. 
lesen. Im Arabischen assimilirt sich ebenfalls das ^j des Arti- 
kels , und im Sytischen fällt so das Lomad des Wortes "'1 

iveggehn aus , z. B. A^n *'■»«* «i« g*^' Weg. (^Michaelis 
gramm. syr. S. 61). 

c) Resch nur in gewissen Wörtern , z. B. •^5« , später • rö 1 

(§•63); NB3 Thron, vollst, im Aram. Hq*^.S, arab. . .^ <:^ — > ; fl 

•lS)3 Kreis, wahrsch. für *1^"\3 (von '<13), Im Syrischen ver- " 
gleiche man Z^^ (lies hat^ Tochter. 

d) Tai'y in der Conjugation Hithpael vor ^, tä, einigeraal auch 
vor T. D, 3,1.^ (5- 7«. a). 

e) ßlem, nur in einigen ausländischen Wörtern, l^sS, syr. 
f|.A2i^^ Flamme. Häufiger im Chaldäischen und auch hier in 
ausländischen Wörtern« z. B. i<22D samhuca; pSsD , syr. 

/) Ob sich Jod assimiliren könne, streiten die Grammatiker, 
allein es ist in einigen Fällen w^ahrscheinlich , und geschieht im 
Arabischen mit dem Vau. (§. 105, C). 

Unter allen semitischen Dialekten ist der zabische derjenige, 
wo die meisten Assimilationen und fast bey allen Buchstaben 
vorkommen. 

Dafs gewisse jüdische Grammatiker auch im Hebräischen in 
ihrer assimilirenden Aussprache viel weiter gingen, zeigt das 
Dagesch euphonicum gewisser Handschriften (s. oben $. ig, 3). 

fi. In allen obigen Fällen erschien statt des assimi- 
lirten Buchstaben beständig ein Dagesch forte cowpeti' 
sativum in dem folgenden Consonanten. Dieses fällt aber 
weg, wenn der zu verdoppelnde Buchstab ans Ende ge- 
hört (§. 37, 2). Hier ist der er«tere also völlig wegge- 



§. 33- Assimilabion und Juflösuug der Consonanten. 133 

"W'orfen, und das Dagesch erscheint erst wieder, wenn 
das Wort verlängert wird. So fallen weg 

a) am häufigsten wiederum Nun besonders vor Tav , als 
z.B. nri für nin (geben); t)N für t)^N , t\2H (Zorn); na 
für n33 (Tochter); n»M (Wahrheit)' f. n3)CN; nn» (Ge- 

schenk) f. nin»; «in (Gaumen), arab. ^^Jov.:^. 

6) Daleth vor Tay und Schin , n*? f. n'l'? (gebähren); npiM 
(eine) f. nnPiM; ü-'VJ (sechs) für u;"iU), arab. /vwL\«^. Im Syr. 
]^f*^ neu , |2fii Versammlung. 

c) Tör vor einem andern, z. B. nnltJö f. nnn\üö (^corru- 

ptus) Malach. 1, 14; nvaö f. nny^ö 1 Sam. 16, 15; n'\'än 

(dienende) f. rin*1i.W» 1 Kön. 1, 15; n3n» (Pfanne) f. nn^nö 
Ezech. 4« 3- 

Der sich assimilirende oder ganz wegfallende Buch- 
stab hat in allen diesen Fällen im Hebräischen nicht Schwa^ 
(wie im Arabischen), sondern Segol furtivum ((). 1^6, 4.), 
Dafs dieser Vocal aber beym Leben der Sprache nur 
eehr gelinde gelautet haben müsse, sieht man daraus, 
dafs durch ihn die Härte nicht aufgehoben worden 
ist. 

Wo im Griechischen v? das Wort schliefsen sollte, wird die 
Härte meistens gerade so weggeschafft, als: ohov; f. oSov? (Zahn); 
TD^/äf, riBilq f. rv^oivq, riSivq; KXsjU))$ f. Clemens. Erst im 
Genit. erscheint es dann wieder, oSovtoj, rv^<xvTor,. 

3. Jener assimilirenden Aussprache und Orthogra- 
phie, wozu sich der Hebräer hinneigt, steht die Sprach- 
gewohnheit der Chaldäer entgegen, welche jene härte- 
ren Formen nicht blofs da beybehalten , wo der Hebräer 
contrahirt, sondern diese Härte selbst da hervorbringen, 
wo sie gar nicht in der Etymologie lag, Z. B. 3N (Frucht, 
vonDDN), mit 5m^. ^!^^? (seine Frucht) , stattdessen 
rilJjN Dan. 4, 9« ii« iS- ( Dagesch forte resolvitiir in 
Nun). Von diesem Chaldaismus finden sich im spätem 
Hebraismus wenigstens einige Beyspiele, nämlich Hiob 



1 34- I* Hauptth, Cap, JJ. ^Veränderungen der Buchstaben, 

18,2 "^Sf 3p. (Enden) st. '^•Kp. •»); p^O"]*!! i Chron. 18» 
5. 6 (syr. «jDQ£QiD5> ) für 



Ueber die Auflösung de» Dageschf. in Nun im Cbald. s. bes. 
JVlicha'älis gramm. chalJ, S. 16. Im Arab. vgl. nSä'i' Aehre, 

•• ^ c >• .» c.J 

arab. *j.)l^w ; '»ISIS, arab. C\JIÄ3 Igel (von nap); UJOS», 



arab. ^^^aS^ÄC Spinne. Aufserdem findet aber im Araroäi» 
sehen und Arabischen eine Auflösung in *^ und a Statt. Z. B. 
chald. p33 verzärteln und pi.*l3; ">^^ "" vi^tT* ^°ll^"5 



iü^ 



pä"», arab. \^^jCf^ Nom. propr. eines Flusses; nöB3, arab. 
^' ^ o -^ v/" ^ 

'iy3\.*w-^=3 Spelt. (Vgl. Bocharti Hieroz. T. I. S. 609. | 

Gsogr. S. S. 269. 632. Mein Wörterb. S. 1026}. Ferner: 
•lisq, chald. •T»3Cq Sapphir; '»'•aS. y*aiQ!:ik Fackel. Oft 
könnte es zweifelhaft seyn , welche Form die ursprüngliche 
ist, die gedehnte oder die zusammengezogene, z. B. NS3 Thron, 

o i 
aram. und arab. ^ *w^^r3 , *<*'0*lS; ptyQfl (s. oben); allein 

nach dem allgemeinen Bildungsgange in den semitischen Sprachen 
roufs die gedehntere Wurzel fast ohne Ausnahme für die-jüngerc 
gehalten werden (§, 53, 4. Beylage 1. no. 1). 

Anm. 1. Im Syrischen, wo keine Verdoppelung Statt 
fmdet, ist in den obigen Fällen no. i. 2 der zu assimil!« 

rende Buchstab geradezu weggefallen, z. B. N2{in, syr. |*>* 
Lende, oft aber der Vocal verlängert, selbst durch eine litera 
ifuifiscens, z.B. n'»SsSl£ Schellen', syr. P v-»t 5 nSilSs Schä- 
del , syr. JAI^^^j. So im Chald. n^JS'»0 Dan. 5, 10 im 
Chethib, syr. f.AjQ^. aus av[x(pwvia. Hier ist wahre Syn- 



m) D"«SöS ''S3p ]!)ö'»Tyri n3i< *tl> wie lange, (bis) ihr ein Ende 
macht den Reden? So schon -LXX. Fulg. Chald, Durch 
diese Wendung wird aber auch der Einwendung begegnet, 
•welche Michaelis (Supplemm. S. 2198) g^g^" diese Er- 
klärung erhoben hat. — Der Syrer nimmt auf ähnliche Weise 
Hiob 15, 29 oSi» für 8. V. a, D^». 



g. 33« Assimilrttion imd Aiiftöning derselben. 135 

cape. Im Hebr. sind aber die Bcyspiele hoclist selten und fast un- 
gewifs. Am sicheisten ist wohl. D^nvj; zwsy (/. ) f. D*»n3\tJ.. 
So erklärt sich ferner die IJtymologie von ^33 1 Mos. i*, 9 

durch Verwirrung f, SsSs > w^ofür auch im Syr, POO 
^'{'jp''p Hab. a, 17 Schande (was passender ist als: Schand- 
gespey), wahrsch. f. ^iVpSp. Minder wahrscheinlich er- 
klären Einige :iiyjD Ps. 35, 16 durch ill^bü suhsannatio. Ueber- 
all sind die syncopirten Buchstaben literae liquidae. 

2. Alle bisherige Assimilationen bestanden darin, dafs der 
«rste Consonant sich dem zweyten heterogenen anähnlichte. 

Aufserdem gibt es aber Fälle, wo das Herausfallen eines 
Buchstaben die Verdoppelung des vorhergehenden bew^irkt zu 
haben scheint, also eine Assimilation nach vorn zu. Z. B. 
ab*! das chaldaisirende Futurum f, 330'' (§. 103, Anm. 3); 

Vgl. im Aramäischen S^PN, ^i)Z2^ f. ^1)^Z| u. a. m. 

Hierdurch würde es auch allenfalls möglich, in einzelnen 
Beyspielen eine solche Auflösung der Assimilation nach hinten 

XU anzunehmen » vfie z. B. im Arab. 15» «\. , aber auch 

^__^^3-^ Johannisbrot. So erklären Einige (z. B. Kimchi, 

Rosenmüller) nOti-'» Jes. 23, n für n'»l.V*' ''^'"^ Festen 
(s. aber unten §. 5^, 3), und ^Jon Klagel. 3, 22 für iiön, 
T?elthe beyde Erklärungen aber noch sehr zweifelhaft sind. 

§. 34. 

Wegwerfung gewisser Consonanten im Anfang, 

in der Mitte und am Ende (Jphaeresis, 

Contractio,' Apo cope). 

Gänzliche Weg^/\-erfwng gewisser Consonanten ohne 
Ersetzung derselben durch Verdoppelung oder Verlänge- 
rung erfolgt vorzüglich leicht bey den -weich ausgespro- 
chenen J^ocalhuchstahen , dann auch bey den liquidis^ 
eelten bey dem 3^ ; im Anfange der Wörter , wenn sie 
selbst ScÄw-a haben (Aphaeresis), in der Mitte, -wenn Schwa 
vorangeht (Syncope,cojitractia)f am Ende überhaupt selten. 
1. P^orn fallen auf diese Art weg: 
a) N, N, als: ^:r|^N und VtV wir; D'^T£;J (Wei- 
her) aus O^yi^^J^.. Besonders häufig ist dieses im epä- 



1^6 I. Hauptth. Cap, II. Veränderungen der Buchstaben, 

tern aramaisirenden Style: "1^, '^ f. "I^N (welcher); 
in (einer ^ f. inj^Ezech. 33, 30: und mit dem Art. 
D^n^Drn-^3 Kohei*. 4., 14 f. D'^I.IONn '3 (Gefaugen- 
haus); Ö^Dln 2 Chron. 22, 5 für Q^SINH (die Sy- 
rer) '2 Kön. 8, ag. 

Herrschend ist dieses aufserdem im Syr. Cbald. Rabbini- 

scben und dem gemeinen Dialekte der Araber, wie es denn 

auch ein Product der schnellen incorrecten Rede des gemeinen 

Lebens ist. ( S. de Dieu grammat, Ung, Orient. S. 50. 

/. D. IVlicha'elis gramm. syr. S. 62. Bombay grammat. 

t" * 
mauro-arah. S. 14). Z. B.\yl3N, syr. \m.2 Mensch; 1» f. 1»« 

dixit; -^ f. f.y^ Vater, st. constr. von y^f» 

h) ■) z. B. im Irnperat. 1 / f. "17") , und in mehreren 
Nomm als: n^ i. nD) (prcwciitus); T\yf^^(Vienntni[$) 

c) ii' z. B. im Imp. ^H f. ^ni; Jn/.N"i^ f. N-iil?: Ps. 89. 
10, und in mehreren Noviuiibiis, z.B. ^2?,» '^l'^. f« ^ i -*."? 

'(Betrüger ) ; ^'^. f. %'13 (Wehklage);' "viell. Sd^Q fl- 
bOCJnJ (aes canclensj. 

d) Seltener {, D, wahrsch. auch D. Ersteres in 
dem Iviperat. Hj^ f. H]?? (nimm), auch wohl DnjP 
Hos. 11, 3 für nnp"? ; p in mehrern Participiis, 
z. B. rijjS f. ng7p"('^0. 92,'Anm. 6); 3 wahrsch. in 
nn^O (sein Kleid) 'i Mos. 49, ix f. "in^OS °). 

Dafs wirklich auch im Arabischen zuweilen Buchstaben vorn 
w^egfallen , die nicht quiescentes oder liquidae sind , zeigt z. B. 
cVi oder •]> Zeichen des Genitivs im Maurischen ( s. Gig- 
gei Lex. arah. s. h. v. Mein Vers, üb, das IVlaltesische S. i a) 
^i^s c\.X"3 , c\.Ä/ö , welches sonst dafür steht und eig. Eigen' 
thüm, üej/tz' bedeutet. 

2. Wenn ein Buchstab in der Mitte durch Con- 
traction wegfällt, so rückt immer der vorhergehende Con- 



n) So auch \n^ Arnos 8, 8 f« li*"!*. 

o) So schon der Sam. Cod. , Aben Esra , Kimchi ( 8. meine 
Commsnt. de Pentat. Sam. S. 33)1 die meisten alten Versio- 
nen und alle ältere Grammatiker. Dagegen J, D, Michai' 
lis sujyplemm, ad Lexx, S. i733' 



§.34* ^egverfung gewisser Consonanten. 137 

sonant in den Vocal des ■weggefallenen ein, 0*^7 f. 0*^117. 
Dieses geschieht zuweilen , wenn vor einen der folgen- 
den Buchstaben Schwa zu stehen kommt: 

a) mit N (als dem leisesten aller Consonantentöne), z. B. 
?]SnP (lehrend) contr. P]Ho Hiob 35, u; CDH 
c "m"os. 26, 24 f. D'^SNn (Zwillinge); tHv f. nSNTÜ 
(Bitte). 

fej am häufigsten mit H, z. B. im Fiituro Niph, 

Hiph., Hithpa. biop^"^. f. ^ipp^n;"; b'^pp^ f. S'»iDpn^; 

ferner, wenn eine Fraeposition vor den Artikel tritt r 
TlSsb, T]Sa3, ^bQ3 f. •^Hanb u. s. w. Hier ist 
die nicht contrahirte Form fast Ausnahme. Seltener 
ist die Contraction des radicalen H, z. B. r für IH^ 
(abgek. für n^H"; ) in den Compositis z. B. Ü3^1n^ 
und lOa'^i"^; iläS Flamme f. nSn^'c Mos. 3, sj. "'i 
für "^ni ( Klage )"Ezech. 2, 10; IT und VT (Glanz) f. 

vn.T (Von nm) u. dgi. 

Im Syrischen gleicht t.OGIj jab (mit lineola occultans") 
7 
er hat gegeben, für «.SOIj, Vgl« de Dieu gramm. ling. 

Orient. S. 343. 349- 

c; % z. B. •'N für "^1J<. (Insel); ^3. f. ^"^S (Brand- 
mal) Jes. 3» 24; '^i'. f- "'l^. (Äuine); D^J^Ö Spruch w. 
j6, 19 f. DWO (Hader). 

j) *», z. B^ '"hl f. tSj; •^h;xr\ f. ^"h^^,-. ^"^l!} für 

^'T'?^ (sie werfen) Klagel. 3 , 55. Nicht das erste 
Jod ist hier weggefallen, sondern das zweyte. 

e) V, z. B. 72 (Name eines Gottes) contr. aus 

vVS = /3{2 Jes. 46, X. Jer. 50, 2. Hieraus bestätigt 

sich meine früher gegebene Erklärung des Bittworts 

^S durch ■'VS, auch gehört wohl das Chethib np^3 

f. nyp^^ Arnos 8, 8 dahin p). 



p) ile2an<£ (Palaestina S. 534) erklärt aus dieser Voraus- 
setzung Micha i, 10: ssan b« "133 durch Co/itr. 'jN 13^3 



138 ^« Haupt th. Cap. Tl. P^eräiidermigen der Bachs tahen» 

Im Chaldäischen wird das y häufig so verschluckt , z. B. in 
den Zahlen 1D'«*1P zwölf, f. *iDl^ •'in u. s. w. K*)^» Fähre, f. 
n'iaX?». D^JIÖ Bande f. D*":*!!;» , auch im Talmud, öftera, 
de» Sam. zu geschweigen (^Morini Opusc. sam. S. 55). 

Anm. 1. Man hat sogar auf diese Weise zwey Wörter 

verbunden, als: nJäniT f. nün-i:? (bis hieher ) Kohel. 4, 

S. 3- 

2. Jene Zusammenziehung ist indessen zuweilen wieder 

resolvirt worden (gleich der Assimilation §. 53,3), und zwaf 

am unrechten Orre i;egen die Etjmologie, z. B. «^DtT» f. *)0l1 

(f. «jq«-« von f^D^«) Ps. 8». 6. 

5. Der Beyspiele, wo Consonanten , als solche ata 
Ende %vegt'allen {^/Ipocope consonanbiuni^, sind nicht viele. 
Doch gehört dahin 

a) das Wegfallen des D ina Stat. constr. des Plural 
(§. 126). Es inag hier weich und flüssig gelautet 
haben , wie im Lateinischen , woher es dort eine Eli- 
sion gibt ^). So verschluckt der Deutsche in vielen 
Provinzen häufig das n der Infinitiven. 

h das I in mehreren Nonim. propriis auf ], z. B. 
W.q vollständig p^30; ebenso nW,, iV'^ti;, voll- 
etändig pS'^UJ, daher '^zh^^ (Silonit) ^), 

60 im Lateinischen Plato f. ükarMv u. s. w. Im Chald. 
fällt selbst das radicale Nun zuweilen am Ende weg, z, B. tDn 
f. pDD, ]3n (gewifs), it (Buchst.) f. ]''t. 

c) viell. das H, in "ISI. (zehntausend), f. Hl^^l^ 
dah. Dual. ü\Ty]'2'^. Im Syr. und Chald. steht immer 
die Endung ^ für r\\ 



^33ft, wodurch allerdings erst eine den übrigen ähnliche paro. 
noraastische Anspielung entsteht. 

o) Quinctilianus (Ijistitt. orator. IX, 4. §• 4^) : Eadem illa litera 
jVI , quoties ultima est, et vocalem verhi sequentis ha contiii' 
git, ut in eam transire possit , etiamsi scribitur, tarnen paiunt 

exprimitur, adeo , ut paene cujusdam novae literae so' 

num reddat, Neque enim exprimitur , sed ohscuratur , et tati" 
tum. aliqua inter duas vocales nota est, ne ipsae co'eant. 

r) Simonis Onomast, V, T, p> 352. 



§• 35« Hmzusetznng gewisser Consonanlen. 139 

Desto häufiger ist die Jpocope des H^T» als litera 
quiescens ( §. 42 b) » )• 

Anm. Nur sehr selten sind Consonanten weggefallen : 

a) vom per apkaeresin , wenn sie statt des Schwa einen 
•wirklichen Vocal hatten. Solche Boyspiele sind: 1*1 für IT' 
Rieht, ig, 11 ; nnn 2 Sam. 22, 41 für nPn3 in der ParaU 
lelstellc Ps. 18, 41; :iiTt^ f. :aiu?^ (Jiabitando) Jer. 42, 10. 
Es scheint fast, als ob man beym Leben der Sprache den 
Vocal in ofEener Sylbe sehr kurz gesprochen , etwa wie im 



■* ^ 



Arabischen ^_ ^ V ' ' ■> öfter nur wie k«tah, wodurch dann 
di« Aphaeresis leichter herbeygeführt wurde. Der Bey- 
«piele sind schon zu viel, um sie für Schreibfehler zu halten. 

h) in der Mitte durch Contraction, wenn von beyden 
Seiten des auszulassenden Buchstaben Vocalzeichen stehen, 
al« na i. n^S (Mund); nw f. 7\'J}U (Stück Kleinvieh). 

$. 35. 

Hinzusetzung gewisser Consonanten (^pros thesis , 

epenthesis, p ar ago g e^. 

Verhältnifsmäfsig weit seltener ist es , dafs zum Be- 
huf des Wohlklangs und der bequemern Wortbildung ein- 
zelne Consonanten vorn, hinten oder in der Mitte hinzu- 
gefügt werden. Es geschieht diefs vorzüglich nur mit \ 
und N, häufiger aber mit den Vocalbuchstaben, wenn sie 
quiesciren (§. 42b,2). 

1. Ein Aleph pros theticum hat man am häufig- 
sten vorgesetzt, wenn ein Wort mit 2 Consonanten an- 
anfing , und dadurch eine Härte in der Aussprache 
herv^orgebracht wurde, die die Aussprache des Schwa 
mobile nicht hinlänglich hob. Als: nDH und /lOH^I 
gestern; J^IIT und ^"1*1]^ Arm; SOS für DJ^ (ver- 
siegender Bach); *)TpSJ für "ITS (grausam); j^H^J ^ür 
^3n Buhlerlohn u. s. w. Etwas seltener ist es, wenn 
ein N oder N vor Wörter gesetzt wird, die mit Einem 



l4-0 I, Haupt th. Cap. Ili Veränderungen der Buchstaben. 

C onson arten an faijgen, als: j"53'l"^N f. j'^3*^'^ Dareikos; 
n^n;i2nN f. D^n^ö2 Melonen; ON f. p also '). 

Im Arabischen , Syrischen nndRabbinisclien ist die erste Art des 
N prosthetici sehr häufig, besonders bey der Aufnahme fremder 
Wörter, (^Schultens clav. dlalect. S. 193. Jahns arab» 
Sprachlehre 3. 15. 16 ff. Vater^S Handh, der hehr. syr. chald. 
und arabischen Sprache. S. 107. Bondi Or Esther Vovieiü 
S. XI ). Insbes, in der arab. Volkssprache wird dieser Vorschlags- 
buchstabe hauii^st vorgesetzt, er mao; geschrieben werden, oder 
»licht. Z. B. I^JftVA-<5, auch (^y7\.A>cf emharech gesegnet, 
(C^LfAM esviavi (himmelblau). ( S. D ovih ay gramm. maurO' 
enab. §, ig. 46. Mein Vers. iih. die maltesische Sprache S. iß)« 
Im Griechischen und den Tochtersprachen des Lat. vgl. X'^*^» «X-^'? • 
Spiritus, esprit; spinula , epingle; Status, etat. Die zweyte 
Art kommt im Clialdaischen zuw^eilen vor, z, B. D^ Blut, auch 
''ly» Dl**; P» auch pN, \^n (Garten). 

Ein He prostheticum ist im Grunde das n in Hithpaäl, wie 
man aus dem Arabischen sieht, wo es fehlt. Für das arabische 

VÄ Ä ' -okattal hat der Aramäer 'jispnN, der Hebräer StsjDnn 
\ Jahns arah. Gramm. S. 16). 

2. Beyspiele einer in das Stammwort selbst einge- 
schobenen litera llqnida ( / und *1) haben Avir schon oben 
gesehn (0. 33, Anm. 2). Nicht minder eicher ist die 
Einschiebung des H in gewissen Pluralen, z. B. nCJ< 
I*lur. ninON (Mägde), DN (Mutter), Plur. syr. fzoii£)f , 

arab. (jVn.<f ) *). Noch begreiflicher ist aber eine 
6o\ch.e Rpenthesis^ wenn siezwischen das Stamin%rort und 
eine angehängteSylbe tritt, wie d^sNun epenbheiicum zwi- 
schen den Fnturis und den Siißixis (§. 53» 3). Z. B. 
TJ^priS f. ^pnX Jer. 22, 24. Einige Neuere haben die An- 



s^ S. mein hehr. pf^'Örterh, S. 2. a pVindheim diss., qua 
prosthesis ad rationem revocatur Erlang. 1757. Man hat das 
M in einigen dieser Beyspiele für das Elif superlativi der Ara- 
ber halten wollen , w^elches aber nicht hieher gehurt. 

t) S. die ausführliche Deduction in der Vorrede zu meinem hebr. 
Wörterb. Th. 1. S. VIII £F. 



§. 35« §• 3^' J^ersetzung der Consonanten. 14 1 

nähme einer solchen Einschiehung überhaupt unnatürlich 
finden wollen; aber dann müFste man auch leugnen, dafs 
das d in prodeo , das ß in j.is}ji.3X£rai eingeschobene Buch- 
staben -wären. Nur boviel ist wahr, dals die altern (Gram- 
matiker unter dem Namen der E.penLhcsis viel Ungehöri- 
ges V 'i:. tragen haben "V 

3. £.in paragogisches Nun erscheint vorzüglich in 
den Formen des Futuri auf ^ und ^~~ (^. Qi, Anm. 1 ), 
aufserdem ziemlich selten, z.B. j"iM (wo?) f. ''N, vgl. 
im Chald. |^';:N , hebr. "^TN. 

Im Clnld. hat es dann häufig ein Zere vor sich, z. B. ]^H 
von n^N; pn f. "!;n. Die LXX thun häufig ein v zurt hebr. 
N, propr. , vorzüglich w^ohl nach dem Genius der griechischen 

. Sprache, als: ni'13» HttVi?. $af«wv, Soao/xwv; seltener/;/, wie 
■ " • p "i 

l^s(^5aXs(/* f. i^naJ. Ebenso im Syr, und Arab. z. B. ^i>i.3 , 

$. 36. 

Versetzung der Consonanten (transjj o sitio) v\ 

Versetzung gewisser Consonanten, welche in dem 
Wohllaut und in der Bequemlichkeit der Aussprache ihren 
Grund hat, die sich daher auch am häufigsten und kühn- 
sten im Munde des Volkes und in vulgärien Dialekten er- 
zengt ^) , findet sich auch im Hebräischen , jedoch 
mehr in dem lexicalischen, als grammatischen Ge- 
biete der Sprache, weshalb ihre Beobachtung dem 
Hermeneutiker \vichtiger ist, als dem. Grammatiker im 
,engern Sinne des Wortes. Da die Annahme derselben 
jedoch bald sehr übertrieben , bald fast zu ängstlich ver- 



u) S.Danz Vit. hehr, chald. S. 466' Starkii lux gr.S. 382. 

r) Kahler satura duplex de veris et fictis sacri textus trojectio' 
nihus. Lenigouiae 1730. 4« Simonis Areanum formarum 
S. 19. 

w>) Bombay Gramm, ling. maaro- arabieac S. 7. 



i42 I. Haiiptth. Cap» II. Veränderungen der Buchstaheni 

werfen worden ist ^) , so wird es zweckmäfsig seyn, hier 
zusammenzustellen, was sich sicheres der Art in der 
Sprache findet, um darnach die Wahrscheinlichkeit in 
zweifelhaften Fällen zu beurtheilen. 

1. Bey weitem am häufigsten findet die Versetzung 
bey den Zischbuchstaben und dem *1 Statt, sowohl in der 
hebräischen Sprache selbst , als in der Vergleichung mit 
den Dialekten. Herrschend ist die Versetzung des H in 
Hithpa. vor Zischbuchstaben , z. B. lÖI^^n für *\D^nn 

(§. 7>.2). 

Andere sichere Beyspielc sind im Hebräischen selbst: SoS und 
VSD thüricht seyn; 3iy3 und n3i:/3 , häufiger tt.'3S , nrwaS 
Lamra; DJS sammeln, vgl. OSJ Sciuitz, und nliSC» Schatzhäu- 
fer ; ISO und ylQ mit 3 in jem. dringen; t]*ij« und »)1?1 trau« 
fein; «]*vt'i und \üS3 hauchen, blasen; n\yi Jes. 19, 5 s. v. a. 
ttJnJ Jer. »8» ^4 versiegen. 

In Vergleichung mit den Dialekten : ^"la aram. und arab. ai3*l, 

'^ . <- — ! » Knie; b^S, syr. 1..^^» berauben ; ntil, arab. ^ <%. 

essen Jes. 9, 19 (vgl. mein Worterb. u. d. W. ); ni3Sln teste 
Bande, arab. \^^\ö.'^^ V^-Io^ festbinden; D''5X*in, arab. 

^ f^^ unreife Trauben; n^;> leerer Magen, vgl. , i^Xä» 

Conj. IV hohlleibig seyn; Dn, syr. und arab. töl mit den 
Augen winken; y/SUI Hiob 33, 2.5, arab. « w^J -is aufgrünen; 

'^Vyi , aram. i?l_n Thor ; pS^ , arab. -X£of f uchsfarbenes Pferd 
u. s. w. 

Da die Sache meist auf Bequemlichkeit der Aussprache beruht, 
^e man aus Hithpa. sieht, so wird man annehmen können , dafs 
auch in den übrigen Beyspielen die härtere Form, z. B. n3tt/3» 
DISn , i*12fn die ursprünglichere sey. Auch die Griechen trans. 
poniren am liebsten c und p, als xparrsfof, v-u^rs^o^; KapS/«, 
v.^ahia; ev^t^M, cvqi^'bf», ähnlich im Ital. capra und ^in einigen 
Provinzen) carpa. 



x) Ziemlich häufige Versetzungen statuirt Schaltens, am weite- 
sten geht Hezel (^krit, M^örterhuch der hebr. Sprache Vor- 
rede S. ViII), dagegen BJichaeHs ( Beurtheilung der JUit' 
tel, die hehr. Sprache zu verstehn S. 67 und öfter), Vaters 
hehr. Sprachlehre S. 7. Vgl. aber Jährt's arab, Gramm. S. 71. 



$'0^' ö°37' f^^i'^oppet. der Conson, u. Unterlasse der s. i4-3 

2. Aiifserdem findet die Versetzvmg verhältnifsmäfsig 
am meisten bey den BuchstaJDen '^IHN (bes. T und "^) 
VLwdhey.Aen liquidis y besonders /, Statt. 

Eeyspiele ans dem Hebirtischcn selbst sintl : mSy fiir D^tl^ 
Frevel; niVT und r^V^\^ Mishandlung; D'in>oS« und D'«"3?St« 
Sandelholz; nln^iS und PiSna Scliretken; nivriSn und nivVnö 
Augenzäbne ; nSjD'^y und nicS\y Kleid ; piM und pN3 seufzen; 
a''^NS 1 Sam. 2,53 für :3«<NnnS ; DT'Ni^ Tbälev f. nlN''i\; tll^'lK 
Jes. i6, 9 f. tI*>1*)N ich Will dich benerzon. 

In Veroleichiing niit den Dialekten: H^n . arnb. . >\ «. anzei- 
gen; n^2f, aiab. >< _jOa befehlen; HlS, arab. >-_5<k anhängen; 

ib. ar.im. und arab. ^3 Herz ; Hp^Pl , syr. P^>^ Acker; ^vS. 
arab. ':^k\c barbarisch reden , stammeln. 

Einige Beyspiele von andern, als den genannten, Buchstaben 
sind theils in; Hebr. theils in den Dialekten : niillJ^JO Hiob gg. 
31 f. ninSyjq Bande; nf^S, ar.'ib. OtSClJ nehmen; nnSSX* 
ar-'ib. 'Ä.i.3:i.O Schüssel. 

Versetzungen des g'inzen' Stammwortes scheinen Statt zu haben 
in npnS 1 Sam. lo, 2ü ^vahrsch. = u'^Hp Versammlung; Xü'ino 
2 Küii. 29, 29 f. Cn^y Jes. 57, go, aber es ist hier wohl eher an 
Schreibfehler zu denken, als an die wirkUcixe Existenz beyder 
Formen in der Sprache. 

5. 37- 

Vercloppelung der Consonanten, und Unterlassung 

derselben. 

Von den verschiedenen Fällen, in Avelchen der Cha- 
racter der Form, oder Euphonie und Orthographie eine 
Verdoppelung durch Dagesch forte herbeygeführt haben, 
ist schon (). 19. im Allgemeinen die Rede gewesen. Hier 
müssen die Fälle nachgeholt werden, in welchen die Fer- 
doppelwig durch Dagesch da unterblieben ist, wo sie sonst 
Statt haben sollte. Nämlich 

1, in den Gutturalen und dem *1, da die Verdoppe- 
lung eines Kehlhauches dem Organ höchst schwierig ist 
(§•38» O- Doch finden sich vom "^ einzelne Beyspiele, 
z. B. n"\3 (er ist abgeschnitten) Ezech. i6, 4; 



1 4-4- i' Hauptth. Cap. II, Veränderungen der Buchstaben, 

Cdein Natel) Sprüchw. 3, 8» '^*^?^ ^"1]^ (^'^^ Betrübnifs 
seiner Seele) 14, 10; ^^.N^t!) (denn mein Haupt) 
Hohes!. 5, 2 y). Vgl. das Dag. euphon. in den S. 87 
angeführten Beyspielen. 

Die LXX haben diese Verdoppelung auch in vielen Wor- 
tern ausgedrückt, die jetzt kein Da^öJcÄ haben, als in den Nonim. 
propr. n"1\y Saf f «, pn Xaf jiav, "»IfeN 'A^offKxio?, nifci' ro/xop^at. 
Im Arabischen ist die Verdoppelung aller Gutturalen gebräuch- 
lich. Von den Vocalveränderungen nach unterlassener Verdop- 
pelung s. $. 38, I. 45. 2. 

Die Grammatiker führen hier noch als Ausnahme an , dafs « 
an 4 Stellen mit Dagesch forte vorkomme. Allein ich halte die- 
sen Punct für JVLappik. S. $. 2i, 1. litt. c. 

2. Am JLnde der PPörter mit der einzigen Ausnahme 
riN (^du J.)t welche darin ihren Grund haben mag, dafs 
nach der andern Form ( "^IIN ) noch etwas auf das H folgt. 
Daher auch das Schwa mobile gesetzt "wird. Wo aulser- 
dem Sylben entstehen würden , -wie toll, Lamm ^ ist die 
Verdoppelung durchgehends weggefallen , z. B. f]N (Zorn) 
für ?]hJ und dieses für S^-^N?, ferner ^^'^^ (er befahl) für 

^r] U.S.W. 

5. Am Ende der Sylbe , wo die Verdoppelung nicht 
deutlich hörbar ist; aber hier nicht 7zotÄzi/e?z£Z/g^, sondern 
iiut oft, und so, dafs es in vielen Fällen der Willkühr 
des Schreibers überlassen gewesen zu seyn scheint. Z. B. 
^np"^. f. ■^nj?'\ (sie nehmen) i Mos. 14., 24.; t\]n f. 
in^h 1 Mos. 1, 24.; D^typapn (die Suchenden) 2 Mos. 
4., 19 f. O'^^.jPDDH; dagegen D^iO^CH (die gerettet 



y') Beyspiele mehrerer Sprachen und Sprachstämme, die die Ver- 
doppelung des r vermeiden (wahrsch. sind es alle, die es schnar- 
xend aussprechen)^ s. in Relandi diss. miscell. P. III. diss. XII, 
$. 17. Adelungs und Vaters Mithridat Th.IIL S. 219. 
Am bekanntesten ist das franz. terre, v£,l. mit terra. Das 
Hebräische hat diese Spiachgewobnheit mit dem Chaldäischen 
gemein (gegen das Arabische), woraus aber, da die Sache 
selir natürlich ist, nicht folgt, dafs sie Neuerung der Puncta- 
toren scyn müsse. 



$•37« P^erdoppel, der Consun. u. Uiiterlass. ders, 14.5 

haben) 2 Sam. 19, 6; tDi^yp., ^"1 top u. s.w. ^). In der 
Regel fehlt es a) wenn derselbe Buchstab noch einmal 
folgt, z.B. ^4^n für "Hyi (lobt!), KZp, (siehe ich) 
für ^i^jn.; V) unter dem Jod und Fav mit Sc/nva, z. B. 
bestandig '^H^.j (dagegen "Tll^j mit Dagesrh) , W^'X)^, f. 
D'^n^y Blinde , z.B. Jes. 56/10 (neben □"^DIN); doch 
fehlt es auch hier nicht an Ausnahmen, z. B. Dw.V^n, 
D"^ /.y^£ (die, den Gerufen) x Sam. 24. 3- Ps. 104., iQ, 
W^ä~(von den Schlafenden) Dan. I2, 2, ^H/^'l^D 
(von deiner Erbschaft) 2 Chron. 20, li. Verlängerung 
des Vocals ist in diesem Falle nicht häufig, doch kommt 
sie vor, Beyspiele s. ^. 72, 2, Anm. 2. 

Anni. 1. In der Orthographie der spätem Bücher finden 
sich nicht wenige Beyspiele, wo statt der geschärften Form, 
besonders mit Chiiek und folgendem Dagesch , die gedehnte 
mit ■i-T" steht. Z. B. D'^i'^llö 1 Chron. 21, 23 f. D^i^^l» 
(Dreschschlitten) 2 Sam. 24, 22, tt/3'5''a und tü^^Q (Kebs- 
weib); u;1»sp Hos. 9, 6 und tt?1Sp (Unkraut) Jes. 34, 13; 
^rr'H^ Hab. 2, 17 für fDn^ (er schreckt sie); t.nN (N. propr.^ 
2 Sam. 23, 29 und irf« 1 Chron. 11, 31; ClipT und nlp*«» 

(syr. |..Jij1) Brandpfeile; n*1^J Klagel. 1, 8 s.v. a. nri3 V. 17 
(Unflath). 

Im Chald. und Rabbinischen ist dieses weit häufiger, und 
hier wird z. B. selbst in Pi. nOiS f. noS. geschrieben. Vgl. noch 
Haa imd «^-ta Gartien, «33 und NS^S Palme, p3M und ]^3iN| 
(sie). 

2. Da einmal beyde Formen iri der spätem Orthographie 
wechseln, so ist es dann auch wohl umgekehrt der Fall, dafs 
nämlich die Doppelform für die gedehnte gesetzt werile, iinJ 
letztere die ursprüngliche ist. Z.B. C^tp (Schlacken, von 
3!)D) und D"»i\D Jes, 1, 22. 2fj; yirsf (Blume), Plur. D-tStS. 
i Kön. 6, ig; ebenso wahrsch, nn\y Kohel. 2, g f. rllilj . 

(Herrin, Gebieterin), arab. BcXa.**,. 

3. J. D. Michaelis (Orient. Biblioth. Th. 4. 8.236) 
bemerkt von dem Casselschen JVTs., welches sonst mit Lese.' 
zeichen fast überladen ist, dnü düi Daoesch forte necessariuni 



z) Massoreth Hammassorgth herAUSgeg. von Sginhr S. a85^« 



146 /. Hauptth. Cup. II. Veründct'wigen der Buchstaben. 

öfter fehle, wie er vermuthet, -weil es sich von selbst verstehe. 
Maugelhaftiglieiten dieser Art scheinen auch in unsere Recen- 
sioii eingedrungen zu seyn, wenigstens finden sich Beyspiele 
einer ganz grundlosen Auslassung, z. E. h231?Pl Ruth i, 13 f. 
nJ^Vn {von pyji n^ßNP (von |ön) Jer, 60, 4, siSrirr für 
l^nn (sie fingen an) 1 Sam. 5, 2, vgl. Ps. 71, 23. 1 Sam. 
14, 36. 2 Sam. 22, 23. Spiuchw. 'J, 13. 

5. 38- 
Von den Kehlbuchstaben. 

Die vier Buchstaben N, n,n, V(§. 4, 1), welche 
durch ein Hcrvorstofsen des Hauches aus der Kehle gebil- 
det werden, haben dieser ihrer Bildung wegen folgende 
gemeinschaftliche Eigenthümlichkeiten, w^elohe vorzüg- 
lich die Vocalsetzung betreften. Nämlich : 

1. Sie lassen sich nicht doppelt aussprechen, leiden 
also kein Dagesch forte (§. 37, 1). Die unterlassene 
Verdoppelung und Schärfung der Sylbe wird gewöhnlich 
so ersetzt, dafs die Sylbe nun gedehnt w^irdj und einen 
langen Vocal bekommt, z. B. j^VH f. ]\VJ^ (das Auge), 
DVO f. QJ=^6 de chez (§. 45, 2). Indessen ist vor dem T\ 
und n die Verlängerung auch öfter unterblieben, und die 
Sylbe scheint geschärft worden zu seyn, wenn auch die 
Orthographie kein Dagesch erlaubte, etwa wie im Deut- 
schen sicher, vergliche» ^ ^fche geschärft gesprochen w^er- 
den , obgleich das ch und seh in der Schrift nicht verdop- 
pelt werden dürfen. Da solche Formen auch in der Fle- 
xion so behandelt werden, als hätten sie das Dagesch 
forte, so pflegen hier die Grammatiker von einem Dagesch 
forte hnplicitum zu reden ; die Fälle mit verlängertem 
Vocal aber forma dagessanda nennen. 

Beyspiele des Dagesch impliciti sind: QtnK st. constr. ^HM 
Brüder; Di*in3, *t*i na Jünglinge; nn mit Suff. >nr\ Plur. Dtnn 
(Dorn, Ring); inj« /. D'in« (anderer); nn« f. nnM, st. 
coiutr. nnN /. nnM (einer);, nS Flur, DTiS (frisch); n3 
Plur. D'^nö, "»na (Stricke); DPÜ f. nn3 st. constr. nna Plur. 
nInS (Statthalter); 'jn*" , hr\a (er wird, ich werde entweihn), 
rerschicdeu von bn*' er wird anfangen. Der Fall erläutert sich 



$. 38' ^^'' ^^^ Kehlbuchs taheji. 14.7 

aus dem Syrischen, wo kein Verdoppelungszeichen hergebracht 
ist, die Verdoppelung aber doch in der Aussprache Statt hat. 

Dafs weggefallene Verdoppelung den Vocal verändert , findet 
in allen Sprachen Statt. Vgl. terra und terre , Piolle und röle. 
Im Griechischen xÄci f. xavai, va-ast ; rvl/äst f. zvIkxvci u. d»l, 

2, Statt des einfachen Schwa behalten sie in der 
Regel ein zueamniengestizteü, und es ist dieses der ge- 
wöhnlichste Fall der Setzung des Schiia cowpositi (]). 15, 
n ). Docli findöt sich auch unter ihnen das Schwa siviplex, 
aber nur nach einem kurzen Vocale, avo es also Schiva 
.^uiesceiis ist, z. B. "^n.J^'l^ (ichAveifa); ihHl und ^^Hl 
(er wird verpfänden). Vorzüglich gern, Avenn ein Schwa 
mobile folgt, z. B. H'^D^QO (Gedanken), aber im st, 
cojistr, niDtünq ; ^2n;^] aber Plur. "^^^Hl , auch vor 

dem rt parag. z.B. n^H^ (Flufs), verschieden von H /HJ A 
(Besitz). (S. §. 97, 2. und Anra. 5. §. 99, 1 ). 

Das Schwa simptex unter Gutturalen nennen die Grammatiker 

tü'iM durum, das compositum dagegen nD*l Zene. Bux to rfii 

Tiberias. S. 2 ig. 287- 

3. Die Gutturalen lassen sich am liebsten in dem 
Vocal J aussprechen, weil die mit dem Hauche verbun- 
dene Oeffnung des Mundes von selbst diesen Vocallaut 
hervorbringt. Daher wird 

a) in der Sylbe , worin eine Gutturalis vorkommt, 
statt jedes andern Vocals lieber ein Patach ausgespro- 
chen, z. l^.fut. yO^''., nicht yb^"*. (er wird hören); 
VIT für VIT (Saame), vHa für vSs (verschlingen). 
Oder 

b) wenn der Vocal unv^eränderlich ist (^. ^/j.) und 
nicht verdrängt Averden kann, so wird ein verstohle- 
nes Pa.tach angenommen (§i i6). Z. B. V "IDU^, p'^D^, 

Die Regel , in einer Sylbe mit Gutturalen gern ein a auszu- 
sprechen , wird selbst für die arabische Vulgärsprache gegeben. 
Mar. liest ^_^X^ '''t''^. V-JtAj ijthal, aber ^_^MikS:aJ '"«'•/' '*/^ 

y^ff-i t«''^/. i"- -iacy ^ramin. aiabe T,L S. 4' 
\J 

li 2 



a/fg i, Hauptth. Cap, II, f^ßründenmgen der Buvhstahen. 

4. Das *1, ein den Gutturalen verwandter Buchstab 
(§. 4), theilt fast alle jene Eigenschaften, aber nicht so 
regeimäfoig. Es läfst sich gewöhnlich nicht verdoppeln, 
aber mit Ausnahmen (§. 37, 1 ). Es hat gern ein Patach 
bey sich , aber nicht nothwendig , auch kein Patach für- 
tivum, z. B. K"!]^] (er sah) f. N'^^;^ (aber doch HNT ). 
non für *lDn (er verbitterte), ^O^'l fdr IC^"! und "So^*^ 
(aber in vielen andern auch den gewöhnlichen Vocal). Es 
bekommt endlich Chateph - jyatach (§. 15» 4) > aber ver- 
bältnifsmäfsig nicht viel häufiger, als andere Nichtguttu- 
ralen. Am festesten hält es an der ersten Eigenschaft der 
NichtVerdoppelung, und der vorhergehende Vocal wird 
hier jedesmal verlängert. 

Die Neigung des ^ zum A-Tone ist auch im Griechischen, 
'Daher z. B. die Futura l^affm, ^wgaaw f. Spjjo"«, (pw^v^avi. 

Die (Anwendung dieser allgemeinen Regeln s. unten in d«tr 
Lehre vom Verho mit Gutturalcu (§. 97 — 99}. 

§• 39- 
Von Veränderung der quiescirenden Buchstaben. 

Die §« 7 und 12 angegebenen Eigenthümlichkeiten 
der 4 quiescirenden Buchstaben C^riN), veranlassen 
mancherley Veränderungen an der Form der Wörter, wel- 
che für die Formenlehre, besonders für den gröfsten Theil 
der irregulären Verba (das T^erhum quiescens) , sehr wich- 
tig sind. Weil diese Bestimmungen sich aber keineswe- 
ges allein auf jenes Verhiim quiescens beschränken , son- 
dern auch die übrigen Redetheile , namentlich das Nomen 
angehen, so verlangt die Methode» dafs sie hier, und 
nicht erst in der Lehre vom Verbo vorgetragen werden» 
Im Arabischen sind sie %veit zusammengesetzter und 
machen dort den schwierigsten Theil der Sprachlehre aus'. 
Hier und im Syrischen sind die drey Buchstaben ^^N noch 
ungleich flüssiger, als im Hebräischen, und gehen noch 
häufiger in einander über. Im Hebräischen hat N noch 
am meisten Aehnlichkeit mit den Cousonanten, und 



§. 4o. Vom Qiiiesciren der p'ocdlhuchstahen. 149 

"Widersteht in der Mitte der Wörter der Auflösung häufig, 
so dafs es als Guttural, nicht Vocalbuchstab "behandelt 
wird. Jene gröfsere Flüssigkeit dieser Laute ist aber doch 
öfter auch in di« hebräische Punctation eingedrungen "). 

Die in Betracht kommenden Veränderungen betreffen 
das Qiiiesciren (^^ l\.o. 4-^)» ^^^ V erityechselung und 
ff^egwerfung derselhen (f, 4.2). 

§. 40. 
Vom Quiesciren der Vocalbuch Stäben. 

Die Fälle, wo die literae quiescihiles ihren ohnehin 
weichen und flüssigen Consonantenlaut verlieren, und zu 
Vocalen ^Jvelö.en (quiesciren), sind folgende Jrey; 

1. am häufigsten, wenn die litera quiescibilis ans 
Ende einer Svlbe zu stehen kommt, oder, ivenn sie Schiva 
unter sich hat. Der Vocalbuchstab hatte hier nicht Härte 
oder Consistenz genug, um den Consonantenlaut zu be- 
haupten , und zerflofs in den Vocal. Z. B. m^iT^S für 
rT1in:2; D-iD'>-: für^IO^I; nbNh für*lbN>-; ätp^H für 

D^:in"oder 5^j3^n. ' ^ ". 

T und "^ quiesciren in diesem Falle nach homogenen 
Vocalen am Ende derSylben und Wörter durchgehends M; 
N am Ende der Wörter beständig, aber nicht in der Mitte, 
wo es häufiger als Gutturalis behandelt wird, z. B. ?|&NJ^,^ 
Pjph?^; n quiescirt in der Mitte der Wörter so gut als 
nie ^), und kann auch am Ende Consonant bleiben, z. B. 
7^35 (5. 21). Nach heterogenen Vocalen widerstehen 



a) Vgl. die ziemlich rollständige Behandlung in HezeVs hehr. 

Sprachlehre S. 15 — 4^ » ^"'^ ^^^ Arabische Ja h n s arab. 

Sprachlehre S. ^'2 ff, Vater'' s Handbuch der hehr. syr. 

chald. und arab. Grammatik S. 332 ff. 
h) Wenn n^ ein Dagesch forte hat , ao kann e» Consonant bleiben, 

z. B. "»i^l^lte Dan. 12, 2. 
e) Von einigen , aber gar nicht in Betracht konnjienden, Ausnih'^ 

nieu 3. §. II, 3, Anm. i. 



i5o J' Hauptth. Cap. II, P^ er ander iin gen der Buchstaben, 

auch "^ lind "* zuweilen derZusammenziehung und bekom- 
men Schwa, z. B. nh)y (Bosheit), N^^tj (Frevel), D'^/DIS 
1 Chron. 12, a; DVÖ*S Hos. 7, 2. 

2. Nicht so nothwendig, aber doch noch sehr häufig, 
ist das Quiesciren , wenn der f^ocalhuchstab das Schwa 
vor sich hat t wo also Sylben entstehen ^vürden, wie 
s'het , k'jvnm, h'joiu Daher z. B. D"«^S1| f. D^ttJ.N*} (Häup- 
ter), HN^ f. HNtÜ (tragen), P'IJnS f. ("I^W (der 
erste ) , "INis f. ")SJ3" (Brunnen) , rfl N2 'f. rTlN^ (Zweig) ; 
N'iS eig. für N12 "(kommen), Dip i. Ü^p: (aufstehn), 
HD^N f. nD>N (Feindschaft), HD^N f. r['Q^H (Schrecken). 
Dagegen OW^, ny^^. 

Immer quiesciren ^ und ^ wenn sie mit v-^orhergehen- 
dem Schwa (oder einem verstohlenen Vpcale) ans Ende 
des Wortes zu stehen kommen. Als: ^H^^ f. '^H'^, ( ß^^' 
apoc. von n\"J); "»IS Frucht, eig. für ''*)£[; iHä f. IHä 
oder in3 (Lach der' Form ^"1|P, ^^j?);' "^^'nntÜ^.lJ fiir 
■^Qn^VV/"^. f^yoc. von ninnifl). Nur das N "duldet 
hier Schwa vor sich, z. B. NVl,' NIOPI. 

Im Arabischen haben in den entsprechenden Fällen die Buch- 
staben > und , t zwav in der Schrift ein Dschesm vor sich, 

und gelten als Coiisonanten , allein in der Aussprache tritt der- 
seihe Fall ein, wie im Hebräischen, ?:. B. /».Kc, / v^ ^^^** 

Herrschend ist diese Art des Quiescirens im Syrischen, 
und von diesem ist es ohne Zweifel entlehnt, -wenn auch 
im Hebräischen öfterer auf diese Weise punctirt ist. So 
z. B. 

Mit N in vielen Nomm. propr. durchgängig, z. B. 
•^XyOTÜ^ f. ^Nyq-viJ"», '^l^y'^r f. SsVir.; aufserdem 
mehr in einzelnen Beyspielen, als: D'^HNO für D^HNO 
(zweyhundert) ; D^NpH fiir D^NpH (sündigende) i Sam. 
>4» 33 J ^^1"^. fi^^ D^ä.'?^ («xcogitam ea ) Nah. 6,8» 



(J. 4o. Vom Ouiesciren der yocalbuchstabeji. 151 

V2J<3 für yom (wie ein Held) Jes. 10, 13. Kohel. 
10, 5. Ps. X18. 23- Jes. 7, 14. 

Mit "^i p*in''3 f. Jiin^p (wie der Vortheil) Kohel. 
2, 13; nbb''"l (und die Wehklage) Jer. 2/^, 36; l^fl^l 
(und sie harrten) Hiob 29, 2i; nHp'^S f. Hilp^"'.^ 
SprüchAV. 30, 17. 

Vom "^ kommt kein Beispiel vor. 

Im Syrischen war diese Zusammenziehung bey X und •» um so 
natürlicher, da schon « wie e , 7 wie I gelesen wird. Daher 

^r^l^A (Knabe), c. praef. ]f.L~ii»^^ i Vksj ( er hat gegessen ) , 

\JiO|o (und er hat gegessen ). Ch. B, Micha Ulis lum. sy 
riaca §. 9 — i2, in Pott Sylloge commentt. theolog. T. /. 
S. 181 ff. 

Noch häufiger ist diese Punctation in einzelnen- 1\/Iss. , z, B. 
^yHN3 f. ■'i'^NlS 1 Mos. 13,^ 18, pn^''S f- P^vS ^4' 4- ^4- 
in cod. Erford. S. Kall descr. codd. hebr. S. 15. 

Durch jene aramaisirende Zurüdiziehung des Vocals 
wird zuweilen sogar die vorhergehende Sylbe zerstört. 
Z.B. nDNbp (Geschäft) f. nD^SO; nN*)]?S (entgegen) 

f. nNip7r n^sbj"^ f. n'^N^nV.kön. 19," 12. 

3. Am seltensten ist das Quiesciren, wenn von bey- 
den Seiten desVocalbuchstabens VocaI?;eichen sind, z.B.Dlp 
aus "Oiyp^; p3 f. P,^; bey den furtiven Vocalen (§.4.6, 4) 
geschieht es aber fast inamer , z. B. HNSJpJ co?ttr. HSSfO^; 
ni^Sp f. nN'bp (erfüllen); U?J^*J f. W^ (Haupt); HlS^ 
f. ni /5. Diese sind nur dann geblieben, wenn der vor- 
hergehende Vocal nicht homogen war, z. B. n"^^ 

(f. n'lO, O}"^)» i^^' so dafs dann die zusammengezo- 
gene Form (HlO, pV) für den Fall der Verkürzung da- 
neben besteht. 

Anm. I. Im Syrischen, wo die Vocalbuchstaben w^eit 
flüssiger sind, als im Hebräischen, hat man 1 und H selbst 
im Anfange der Wörter quiesciren lassen. Wenigstens darf 
■ man es so nennen, wenn der Syrer i< und ■» mit Schwa im An- 
fange der Worter als einen blofsen Vocallaut E und / spricht, 



1 5 2 X. Haiiptth. Cap. JI: T-^eränderungen iJer ßtiehstahen, 

^nd diesen yollcn Vocal hinzuschreibt. Als: i^\ er hat gCr' 

^agt (far*l»M); Tca-!^ Gott; ,^j er hat gebohren. Im 
Hebräischen ist dieses beym H nachgeahmt vrorden, Tvelches für 
( -: ) und für ( ••" ) Zera , för ( »: ) ChoUm erhält. Z. B. 0*1^.0*1 
t D"?.yDi?. Zach. 7, 14; D»11« f. DttlTN Jes. 33, 10; !)SN f. 
qSNI (kochet) 2 Mos. 16, 23; n^PK f. iiTiN (kommet) jes.- 
2i, 12. 56, 9. 12; ebenso in vielen Noininibus , als 013M» 
^ÖN f. Oiax (Krippe), pöM (Wahrheit). Mit Cholem 
kommt nur vor Df^HN , a^Snk- V"'Sn« (Zelte) u. s. w. für D^Sn« 
u. s. w. (wofür man gewöhnlicli fälschlich eine Grundform 
Vnx argenomraen hat). Vgl. Ch. B. Michaelis a. a. Q. J. 16. 
Hieliev gehört es auch nach mehrern Grammatikern, wenn 
ftatt n im AnfaR,^« der Wörter zuweilen n vorkommt. Z. B. 
inl^nn f. TiiSnn 5 LVIos. 3, 24; imvn f. '"nnyn 5 Mos. 4, 
S.6. Allein überall folgt hier eine Gutturalis und es kann ein 
chaldaisii'endes Dagesch forte (impUcitunt) Statt haben (§. »o3f -- 
Aum. 14 )• 

a. Die Freygefcigkeit der Syrer mit dem Qiüesciijen der 
Buchstaben •» n M offenbart sich ferner darin , dafs selbst in dem ) 
Falle, wo zwey dergleichen concurriren , und der erste mohi- 
lis bleiben mufste» der Vocal des letztern zurückgezogen wird, , 

%o dafs diesei^ nun müfsig dasteht (otiirt). Z. B. |(^ (hun. 

dert) für W^ (nmo för KNö); ^ixoi für v-»f.J.flD 
^N3tü (die mich hassen). Ebenso öfter im hebräischen Texte, 
als: pHi* Ps. 114, 13; Ti><3 Rieht. 4, 19 imChethib; niNS» 
Hiob 20, 22; :;)inifc<t3n iVlicha 6, 13 f.]iKX, *»1m3^ n1«Söi 
9|^nlNt3n; feiner S''MOtt'n 1 Chron. i2, 2; u;i»*3in Jes. 30, 
5 für \y^N2|^1n. Boyspiele des otiirenden H sind: SmIo Neh. 
12, sa, D1NÖ Dan. 1^ 4 für ShIö, DIN»« (Vgl. CA. B. i 
Michaelis a. a. O.. §. lo), " ' * 

3. Es kann auch^ umgekehrt der Fall eintreten, dafs ein 
quiescirender Buchstab wieder mobilis Wird, welches geschieht, 
sobald er einen Vocal bekommt, z. B. NX» (mit H quiescens'), 
SWS» (mit N mohile); "litt? Rind (für^>ViJ) Plur. n^nj\Ü.; 
"»■^ai' fem. njiay (ersteres mit ^ quiescens, letzteres mit zwey. 
beweglichen Jod'). 

$. 41. 

Nach einer solchen Contractfon quiescirt der Vocal- 
]^uchstab in der Regel in einem langen Vocale, nur einige 



§. 4-1« T^om Ouiesctrett der Vocalhuchstahm, 155 

Mal in Patach oder Segol, vorzüglich dann, wenn der 
Vocal blofs per Syriasnium zurückgezogen ist, z. B. 
:]np^^Sp (dein Geschäft) für ;)?)PshO; HDNbo für 
riDN'7Ö; HN'lp^ für nN*lp.S (entgegen); jedoch auch 
in "^.-TS^ (dem Herrn). 

Welche Gesetze man aber bey der Wahl des Vocals 
befolgt habe, in welchem der Vocalbuchstabe nach der 
Contraction ruhet, raufs hier noch gezeigt werden. 

1. Wenig Schwierigkeit hat diefs, w^enn der in der 
Sylbe liegende Vocal ohnehin mit dem Vocalbuchstaben 
horno-en ist. Z. B. IDsS aus ibK.S ; ^K^l f. ^K^r^ ; 

DtD^"^/für ro^^'».; D'^is^nf. ä^D^ri; dtB^h für b^"}n ; "oip 

für Q"^]?. Zwar kann beym ^ die Frage entstehn , ob es 
in 1 oder ^, beym "^j ob es in £ oder /auszusprechen 
sey, allein es bleibt doch meistens der in der Sylbe be- 
findliche Vocal, und auf jeden Fall kann blofs von den 
Abstufungen der Hauptvocaltöne die Rede seyn. 

Nur N niachc zuweilen eine Ausnahme, wie z. B. in äem^ 

Fnturo Kai der Verla N9 , wie '?5**'>, IB.**'' f "wo tein O in der 

Sylbe lag. 

2. Wenn dagegen der Vocalbuchstab mit heterogenen. 
Vocalen concurrirt, so können zwey Fälle eintreten. 
Nämlich: 

a) es richtet sich das Vocalzeichen nach dem Vocal- 
buchstaben. z. B. :iy:)r\ f. a-^^.in; n^lh, T^ft l 

T)'^il, (Gewinde); H^iy f. nS^V (Gottlosigkeit); 
r\^% f. irhS,; py contr. pV. Oder 

h) der Vocalbuchstab hat eich nach dem Vocalzei- 
chen gerichtet. Z. B. D?^]? f. D^]? er ist aufgestanden 

(vgl. p\j f. py); HNJQ, nJO f, nVüy, n^D (HO) 

f. nie er ist gestorben (wie a\ju»# f. f^)l ^ii^f '^'if 

er hat offenbart; nlty f. 17^ er hat geruht fwie fic 

f. (OC); ^'V\ wahrscheinlich für ^"1^^. (^. 105, 4. 3). 



^54 ^' Hauptth. Cap. TT, F'eränäerungen der Buchstaben. 

Ebenso die Sylbe D^lp. (in n"^lpn, Q'^lpÜ) contr. D^p; 
ferner H^^ (Inf.) fiir "«iS^; H^^. eig.' für "^Sr.. In 
allen diesen Beyspielen hat das Vocalzeichen deshalb 
den Vocalbuchstaben gleichsam beherrscht, weil es 
zum Wesen und Charakter der Form nothwendig -war; 
der Diphthongus aber, Avelcher entstanden scyn -würde, 
vermieden weifden sollte. 

Anm. 1. Im Arabischen ist in einigen dieser Fälle die ety- 
mologische Schreib^Tt geblieben, aber man spricht, wie im 

Hebräischen , ohne piphthong , z. B. ^ ^a rama , i(*,]Lo 

zalat. Aehnlich im Engl, shaw , shawl , 1. schä, schäl. 

2. Die Beyspiele , wo die heterogenen Vocale am Ende 
d?r Wörter als Diphthongen oder Quasi -Diphthongen neben 
einander stehen geblieben sind, s. §. ii, 5. In der Mitte der 
■\Torter ist kein Diphthong entstanden, z.B. in D'»3''0''», ]^V. 

3. Der Vocalbuchstab hat sich zuweilen selbst in denjeni- 
' gen Fällen, wo er lautbar bleibt, nach dem vorhergehenden 

Vncalzeichen gerichtet, wie im Arabischen häufig. Z. B. 

^JLl^ für ViaS*; SkJ^S für js\.9. Beyspiele dieser Art im. 
-■ ^ ^ * • t' 

Hebräischen sind : 

a) H-7- für \—, als D''")3iC und t3tH3S (Gazellen); 
D'''',n3 und CMPia (Einfältige). Hier ist N um des Kamez 
willen genommen. 

h) »—für 5—, z.B. B»p f. D|lp.; a»n f. nstn. Das •» 
ist yregen des umgebenden l- und j^- Tones gewählt. 

> §• 42- 
V^t'wech seiung und "Wegwerfung derselben. 

1. Insofern mehrere Vocalbuchstaben mit demselben 
Vocaltone homogen sind, wechieln diese zu\v#ilen nach 
einer verschiedenen Orthographie, ohne dafs die Aus- 
sprache dadurch berührt wird. Mehrere orthographische 
Veränderungen dieser Art gehören aber dem Einflufs der 
aramäischen Orthographie und dem zvreyten Zeitalter der 
Sprache an. Auf diese Art wechseln : 

a) K— und n— am Ende der Wörter, letzteres ist näm- 
lich spätere Orthographie för ersteres, nach dem Beyspiele 



§. 4ö« P'^eniechsel. u. TVegwerf. der quiesc. Buchst. i55 

der Clialdäer, 'vro H~^ statt fl-7- hellsehend ist. Im Syr. 
hat man dafür |— , n quiesCirt dort am Ende gar nicht. Z. B. 
Hp"l3in (sie ist hoch) f. T\r\^5, Ezech. 51, 5, Nnift f. nn*!» 
(Glatze) 27, 31 (v-gl. §.116 und über die Vcrba nS und 
hS $. log. 109). Indessen steht auch wohl ri-7- für N— t 
Tvie denn derChaldäer beydes promiscue gebraucht, z. B. hSdö 
f. hSsö (Hürde) Hab. 3, ig; HOpö f. K\yp.O (Giirken- 
garten) Jes. 1, ß. Vgl. Ps. 4» 7« J^r. 49> »o. 

&) M — > X-:r 'i"<3 ^T~» "^"^ ^"^ Ende und ebenfalls so, dofs 
ersteres der spätem Orthographie angehört, dah. f<1|::ö 2 Chron. 
1, 16 f. mpJO (Versammlung) 1 Kön. 10, zQ. Ferner: 
Kin f. r^fri (sey) Hiob 37, 6, vgl. 2 Chron. i6, 12. Klagel. 
4, 1. Kohel. ß, 1. Doch setzen die Spätem auch das n, wo 
gerade der Etymologie nach M stehn sollte, z. B. .Tiö f. M'^3 
(Waldesel) Jer. 2, 24; nöS f. Ntp3 (Thron) 1 Kön." 10, 19! 
Hiob 26, 9; n^»*; f. H^O") (er füllt) Hiob g, 21. 

c) •» — , s — und N — , H — , so dafs die spätere Ortho- 
£;raphie das erstere für das letztere setzt.- So steät Qi"i (Büf- 
fel) Hiob 39, 9. 10 f. tlN*1 , DNI ; lli^^'l (der erste) Hiob 
8, 8 f- l'hi'NT; ii"^"), Sprüchw. 28, 19 und nN*i 50, Q (Ar- 
muth). Im Syr. und Arab. ist diese Verwandlung herrschend, 

als DN1, arab. j|.J«; 1^.3» arab. ^i (Brunnen); MJH'^ 

chald. «yN1_, syr. Ia*> (Haupt). 

dy H" und n- am Ende, wiewohl selten, z. B. «ä und nä 
liier , n'^ f. H^h 5 Mos. 3, 1 1 im Chethib. Häufiger ist 

e) i für i< und umgekehrt. Z. B. V;ti'^ und »y11 (Gift- 
pflanze), tih für lS ihm (s. §. 62, 3, Anm.), und umgekehrt 
lS für nS nicht 1 Sara. 2. 16. 20; 1inJ<;j3 für "jinisja Ezech. 
47, n. 

/) 1 und n" und umgekehrt, z. B. das Suffixum T\ und 1 
(sein), wo erstere Schreibart äl»er scheint, ItüV für ntt,'J> 
( /n/. thun). Jer. 7, 5. 

Verw^echselungen der quiescirenden Buchstaben , insofern sie 
Consonanten sind, s. §. 32, 2. litt. c. und §. 42, Anm. 3. 

2. Da der Vocalbuchsab , sobald erquiescirt, nicht 
gehört wird, und lediglich zur Dehnung des Vocallautes 
dient, ist er auch häufig, unbeschadet der Aussprache, 
weggefallen. In geAvissen Fällen ist dieses das Gewöhn- 



1^6 I. Unupsth. Cap, Tl. Veränderungen der Buchs tahgn^ 

liehe, z. B. a^.;». f. D^;^ (er wird wohnen); 'V2U f, , 
*1]!SNM (ich Werde reden); D]? für DNjP (er stand auf). 
Anderswo ist die V/eglassung nur als Ausnahme zu be- 
trachten, r 

So beym radicaien N aufser der i /«t. , 132 für iiSNi (wir 
sind gekommen') i Sam. 2,5, 3; ^P^.^ ^"^ ^DMXO (ich habe ge-r 
fanden) 4 Mos. 11, 1 j, ; r)'<^Ü') f. rc^y«*! (Anfang) 5 Mos. ii» 
12 ; tT'IMi, f. n'''1N'd ( Ueberr^st ) 1 C.Uron. 12,39^; •^Dh'ij f. 
in^Mri). ••n^N^ (meine Bitte) i Sam. 1, 17; ^11»"' f. qnoH'^ 
(sie reden von dir) Ps. 139, 2o; ebenso beym radicalon l''av 
und Jod, z, B. D*l f. Dil Ps. i2, 9; ^ißn f. ]'^1i'>7l 2 Sam. 14, 

19 U. 8. W. 

X 3. Eine besondere Art der ContraGtion durch einen 
weggelassenen Buchstaben tritt ein, Avenn 2 Wörter durch 
Hagssch euphouicum {§» 19, 2 /t^^. 0) zusammengezogen und 
dann in Eins verbunden werden. Z. B. HT HO (was ist 
das?) zunächst HT "• nO , dann HTO. Am häufigsten ist 
dieses bey dem Pronomen interrogat, HD, als OIPID (wa» 4 
ist euch?) (§. 63, 5), und wahrscheinlich beym f^av | 
comersivum Futuril als ViOj^'^^ f. TOp^^^'H^ {§. 37, 3). \ 

Noch einzelne Beyspiele sind: HNDNO Jes. 27, 8 f« 
TNÖNO, riND-nND, HND HJ^P "(Maals für Maafs, 
jniilsig) ^) und nach der Ansicht der Punctatoren D^N'IK 
Jes. 33,7 (f. DbnN-lhi) % 

Im Sam. Cod. ist jene Crasis noch etwas häufiger, z. B, T^Sa 
f. !|S*n» 1 Mos. i?,!,. 17, und kommt auch in andern Beyspie- 



<Z) Diese Erklärung des schwierigen Wortes, welche schon Aqu. 
Symm. Theod. Hieran^ (sv aarw ffarov , iv fxir^M fAsr^ov), 
Chald., Syr. und die hebr. Auslegerhaben, scheint mii; jetzt 
entschieden den Vorzug zu verdienen. Dem Sinne nach ent. 
spricht tJ&ttJßV Jer. 30, 11. 46, 28 in demselben Zusammen- 
hange. 

A Chuld. und Syr. dSnIN ]T\ si consplciendum se praehet Ulis 
(als ob es önS n>**T' hiefse, und auf Jehova bezogen). Auch 
JLJiX. Vulg. leiten es mit andern Wendungen von Sehen ab. 
Das Richtige ist allerdings mit andern Puncten dSn"1>* für 
cSh^Sm (die Helden), wie auch 4 Mss. bey liennic. und 5 
l?ey de Ixossi in der letztem. Sylbe geradezu lesen. 



$-42^. Tf'egtverf, u. HinzusHz. tinig. quiesd Buchst, 157 

len vor, als n'i'i 1 Mos. 23, 8 filr nx «;> , pS für p ^^■S 2 Mos, 
jo, 11. Dieses ist Samaiitanismus (vgl. Morini Opusc. sarm 
S. 55- Cellarii horr. saht. S. 111). An eine solche Ziisam- 
menziehung dächte auch viell. der alex. Uebersetzer, wenn er ]Db 
1 Mos. 4i 15 durch ovy^ oCrui übeisetzt. 

Im Zabischen kommt sie ebenfalls vor» z. B, nia^ttb für 

CT^C^iil P ncn tianseam illud, 

§. 42 b. 

W egwferfung und Hinzusetzung einiger quiescireni 

den Buchstaben {A]> o c op e, Par ag o g e, Epenthesis). 

Wir sahen oben (§. 34. 35 ), wie die literae quiesci- 
biles und die ebenfalls beweglichen literae liquidae im An- 
fange , in der Mitte und am Ende des Wortes leicht ver- 
«chluckt werden, aber ebenso leicht bedevitungslos zur 
Dehnung des Wortes hinzutreten. Derselbe Fall ist mit 
den quiescirenden Buchstaben da, wo sie wirklich 
quiesciren. 

I. Es fällen auf diese Weise am Ende weg (per 
Jjwcopen ) : 

a) das n^ Und H^ in den Futvris und Imperat. 
der Verba TlS, z.B. hS^*^ apoc. S^*^ (^^\ nach §. 46, 
4); ^J^. opoc.hn^y, nS^n*^^ apoc ^'\^y, m meh- 
reren Notninibns derivatis derselben , als ^j}!.'0_ apoc. 
^VOj J3 aus n,D2; im Pronomen DT vH (dieser) apoc. 

b) das tonlose ''l am Ende mehrerer Wörter, z. B. 
^n^ (e. V. a. «^^jn"^, ) apoc. H^; besonders in Nomm. pr^ 
^nJl^.N und n;jbN (Elias). 

c > 

Der Araber wirft auf diese Weise öfter die Endunö-crt ,. 

. ° IT'"* 
und ^_, auch ^^^ ^_ weg, z. B. ^j.t\ ^poc j.t\ 

(streite); ^m^/o) "poc i|AA>cf (reise); (>Jüf «po«^- Jüf 

" ^ £ ^ & 

(Schöpfeimer). 



i58 ^» HauptUi. Cay. II. J^eränderungen der Buchstaheiu 

s. Es treten dagegen am Ende hinzu (per Päragogcn) ^): 

a) ein otiirendes N (§. t». 6), nach dem ^"7"» "^ und 
^ am Ende derVVörter. Als N^pJ f. *^p2 (unschnldis); 
N^ /.]? und ^7]? (geröstetes Getreide); Ni2*1 mid 13'^ 
(zehntausend); N'l'^^ f. 1'^') (^verfen) 2 Chron. 26, 
15; N''!'? und ^ / (wenn, wenn doch); N^D /.H f. 
■^I^ {1^ (sie gehn) Jos. 10, 24- (^g^* §• 78» Anni. 2)» 

Diese Orthographie ist im Arabischen herrschend , wo we- 
nigstens - ^ am Ende der Wörteir in öfFeneh Sylben immer hoch 

ein Elif nach isick hat. Als : f^X/Jj , l*.X.j.3f. 

b) n~, seltener Htt, an Pronbminien und Parti- 
keln, z.B. iriundnsn, n^n (siehe); "^N und H'^N 
(avo ?) ; ;N und H^N (diese); an Nominibiis "^"INJ und 
nnN(Löwe); n^V und H^l.tüy (zehn); n:DS (vofi 
\d^^) storax; W f Feuer) und TON (Opfer)"; HsSj; 
Ezech. 51, i5 f. f]^3^ oder ^^^C (verschmachtet). 

Dieser Bildungssylbe entspricht im Arabischen , __ im 
Syrischen ^— ^ it. ernphat. m«. Vgl. n\N , arab. ^ 5*f; 
riipht arab. /-A^J styrax; ü>tQ, arain. NJplO, U^'Q'fiO 

(Rofs); auch an Partikeln, z. B. Q<-^ und ^Q-^ (wenn). 
Vgl. Ch. B. JVlichaelis lumm, syr. $.32. 

Ein Beyspiel, wo im Hebräischen selbst tl" als paragogisch 
erscheint, ist wahrscheinlichst «»TN f. TM (damals) Ps. 124, 
3 — 5' (Vgl. das chald. piN , wo noch ein paragogisches 
Nun hinzugekommen ist). In n*\\v und s-iu; (Acker) bestehen 
beydc Formen neben einander. 

c) * (ohne Ton) in den Pronominalsuffixen, als 
0~, 1Ü~ (§. 58, Anm. 5), und dem st.constr., z.B. 
yiN - "in^^n f. Tfl.N - n:;n ( §. 127,3). Beydes nur 
poetisch. 



/) Vgl. Hezels hehr. Sprachlehre S. 6o» der aber mit den mei. 
sten älteren Grammacikeru Vieles mit Uiii;echt dahin redinet. 



$•42 ^' S'43« Veränderung der Vocale. 15^ 

d) **— öfter .im st. constr. (§. 127, 2) , aber auch ohne 
diesen Fall, als lediglich poetische Form, besonders 
bey einzelnen Dichtern, z.B. Ps. 115. 5 — 9 an Par- 
tiripicn und Infinitiven, als: "^H^lHJlD , ^1^2lÜD, ^ü^'DIDi, 

^p^^in^, ^:i,''^^'o 123, 1. 'i'i^re. ' ' " * ' ' 

e) n~ (ohne Tön) an den Nominihiis, bald mit, 
bald ohne Bedeutung (^§. 127, 1 ); am Futuro und Ini- 
perativo (§. 84. 88)- 

3. Auch in der Mitte der Wörter werden Vocalbuch- 
staben eingeschoben , besonders bey der Composition, z. B. 
zweycr Substantiven ^ als: /K^^IZIA f. /N"" "IDA (Jod 
conipaginis , eig. das Jod des st. constr. §. 123 h,); 
oder der Verbalform mit den Afformativeh, als: niSD. 
n3''3pri, niD^pn. Dals hier wirkliclie £;;eHMmj statt 
finde, hat schon die sonstige Analogie für sich (§. 35, c), 
und wird sich hier insbesondere aus der Analogie des 
Arabischen zeigen lassen (§» 105, 4)» 

II. Veränderung der Vocalci 

$. 45- 
J^ücalverändening ( Umlaut) ierfolgt in allen Sprachen 
nach gewissen in den verschiedenen Redetheilen gleich- 
mäfsig beobachteten Gesetzen, die in dem Wesen und 
Verhältnifs der Vocale liegen. Der hiervon handelnde 
§.12 bildet hiernach die allein sichere und nothwendige 
Grundlage dieser Lehre; und es ist jetzt zunächst zusam- 
menzustellen: a) welche Vocale überhaupt keine Verän- 
derung zulassen, b) in welchen Fällen die übrigen Vo- 
cale eine Veränderung leiden , und welche diese sey. 
Die dabey wirkenden Ursachen sind Verlängerung und 
Verkürzung des Wortes, Veränderung der Tonstelle, Stel- 
lung des Wortes am Ende des Satzes, endlich gewisse 
Gesetze der Euphonie, auch Einflufs der Dialekte. 

In den Grammatiken der Alting'&c\\cx\ und Dmizischen Schule 
dreht sich diese ganze Lehre uro das übrigens unzuicidieiide sy 



l6o 1. Häuptth. Cap. li» Veränderungen der Biichitaheru 

stema morarum, wodurch höchstens über ^ie Länge und Kürz« 
(deren Begriff man auch gewöhnlich nicht richtig aufgefafst hat), 
nicht über die BeschafTenheit des Vocals cutschieden w^ird , sodann 
um eine Menge so willkührlicher Bestimmungen, dafs nach ihnen 
fast alle Vocale mit allen wechseln. Dieser üaiize Abschnitt der 
hebräischen Greramatik ist daher Maischen theils verdächtig, theil» 
unnüthig erschienen , woran blofs die falsche Behandlung Schuld 
ist. 

üeber das sy stema morarum 8. Bellermanji^s Hletrik der 
Hehrtier S. i — 45» Meine Geschichte der hehr. Sprache S. i23i 
Unten $. 48, i. 



i 44- 

Unveränderliche Vocale. 

iDie Vocale, -welche unter jeder Bedingung unveräii' 
■derlich bleiben, sind folgende : 

1. diejenigen, welche in ihrem homogenen Vocal- 
buchstaben ruhen, mithin N— , ^— , ''— . "1, \ Z. B. 

Ü'*U;N'1 St. constr. "'tyN'l (Häupter); Sd^H st. constr, 

bD^h/piur. D'>SD^^', '^bp\'n, (Paiiast);" "1^.1 i'i"^- 

Ö'^Tpa, "»Tp.^ (Beamte)";' S'^lp mit Suff. "iSlp Piur. 
n"^Slp'( Stimme); "l^ON Plur. D'«ViDN( gefangen ), Alle 
diese werden zwar öfter defective geschrieben , was aber 
keine wesentliche Verkürzung ist (§. j i, 3, bes. §. 12). 

2. Diejenigen , Avelche ursprünglich plene geschrie- 
ben seyn, oder in ihrem Vocalbuchstaben ruhen sollten, 
wenn er gleich nicht dasteht (oocales imjmrae), als Ka- 
nieZy ZerCf Chirek, Cholenif Kibbm impurunif wie die- 
ses §. 1 2 erläutert worden. Z. B. SHiS (Buch) für 25<nS,. 
3N}S:| (Schmerz) f. I^tN:), 3^"» f." 310*^: (er ist gut), 
n'iSjT (Stimmen)," ^3] f. h^DT (Wohnung), Ob die 
Vocale auf diese Weise impurae oder purae sind, läfst siclx 
aixs der Etymologie, aus den Dialekten, und aus ihrer 
Flexion leicht erkennen , auch ist sowohl in Grammatik 
öl8 Wörterbuch immer darauf hingewieseiu 



§. 44* unveränderliche F'oeale. i6i 

5. Die kurzen Vocale in geschärfter Sylbe , worauf 
3Dagesck forte Mgl. Z. ß. D^i? Dieb, "1125 Held , T^liJ 
er ist verwüstet, H^ { (er ist genommen); auch riie hur- 
zen Vocale in zu5ammengeset/.ter Sylbe vor einer jeden 
andern dergleichen, als: n"^iD70 (Königreich), JV^N arm, 
hp^P Gewicht, |3*lg. Optergabe , 13*1D Wüste. ' " - 

Eine zieiiilicli seltene Ausnahme machen einige Formen des 
Fetbi ^V , als n'jai f. nVi;. (S. §. 103, Anm. 15). 

4. Die Vocale, nach welchen ein Dagesch forte stehen 
sollte, aber wegen einer Gutturalis herausgefallen ist fty/- 
laha dagefsanda). Sie sind meistens lang, doch nicht 
noth wendig (§.58» »)• 2. B. ^yi (faber) f. ^JN^H 
(liber.die letzte Sylbe s. no. 1 ); Ü^HH, ^HN für C^nJi'^ 
•^nS (Brüder); ^^H f. Vyi, (stumm),"' "linil f. 1^)3, 
Doch ist ein solches (*) und (-) der Veränderung in Segol 
unterworfen (nach §. 47, i ). 

Anm. 1. Eine Ausnahme von no. 1. machen mehrere 
Fälle, wo die Verbindunu; der litera quies<ih'ilis und des Vo- 
cals nur zufällig ist, und beyde nicJit wesentlich zu einander 
gehören. Eine solche tritt beym M ein, z. B. K^Ö (f. NSO), 
5).xso;' Hhri f. hnS»; J^lfj, Hip. mit Suff. •''><*i,'3, 1^<^i5. 
Doch hat auch hier die litera quiescens zuweilen den Vocal 
gleichsam festgehalten, z. B. ^Mlp^ö, ''N^üiö. 

2. Eine andere Ausnahme beruht auf der sich mehrfach 
aufdrängenden Bemerkung ( s. hehr. T'Vörterh. Th. 1. S. 241), 
dafs die Vocale u und i dem Hebräer kürzer gelautet haben, als 
o und *. Man hat hiernacli schon eine halbe Verkürzung darin 
gefunden , dafs man eine Sylbe mit Cholem nach Verlängerung 
des Wortes und Fortrückung des Tones in !) ausgesprochen hat. 
Daher Niph. DipJ 2 pers. nIOIpJ; Inf. absol. nlö und *^10 
constr. nsiö und "ilO ; sehr viele Wörter der Form öl3ö haben 
endlich im Fem., roit Suff, und im P/ur. nOIi» , ^CliÖ, DtOIJO. 
Man sehe das Wörterbuch unter nUlC , ^iSö. *liio, ]11?»» 
lllXD, ibno, tplDD, t3lfl\y_. Vgr. über'siBsjavy^ §. g\, 
Anm. 10. 

Ebenso, w^iewohl minder auffallend, ist es mit ^~ und 
'":7. Dev Inf. Hiph. h'^Vpn lautet verlängert S^tSpn ( §. 94» 
Anra. 2 ) und umgekehrt sagt man z. B. C^fSSä , verküxst 



i62 J, Hauptth. Cap. II, Veränderungen der Buchstaben, 

$. 45. 

Veränclerungen der übrigen Vocale. (Vorkürzung, 

Verlängerung, Wegwetfung» Versetzung). 

Nach Abzug jener unveränclerliclien Vocale bleiben 
nocb folgende übrig, um welche sich also die Lehre von 
der Vocalveränderuug drehet , nämlich a) als lange ver- 
kürzbare: (t), (..), (— )f insofern sie rein sind; h) als 
JinrzCf einer Verlängerung fähige: (_), (.), (t), (•••), in- 
sofern nämlich Chirek und Kibbuz kurz sind. Als Haupt- 
gesetz gilt hierbey , dafs sich alle Veränderungen inner- 
halb desjenigen Kreises der Laute halten, welche zu 
einer der drey Hauptklassen gehören. Die möglichen und 
vorkommenden Veränderungen lassen sich auf 5 Falle zu- 
rückführen: 1) Verkürzung, 2) Verlängerung, 5) Weg- 
•werfung, 4.) Versetzung der Vocale, 5) Entstehung neuer 
Vocale. 

i. Verkürzung des langen Vocals in den verwandten 
kurzen tritt an sich nur in einer zusainvien gesetzten Sylbe 
ein , welche den Ton verliert. Man unterscheide 

a) wenn der Ton fortrückt ( äescendlt) , sey es auf 
ein anderes eng verbundenes Wort, sey es auf einen 
hinzugekommenen Anhang, der aber mit einem Conso- 
nanten anfangen mufs ( es müfste denn das Wort von 
der Form, wie ^l»?, *1S0 seyn), Z.B. im ersterem 

Falle: JT^rT^'T (Hand Gottes), von T; D'IN-p 
(Menschensohn), von |3; D^INH^lS (alle Menschen), 
vonbiD; im zweyten: DD'113'1, von ^"^^ 03^^]^, 
von ^Z; 'l^Iflp.''., von '^bfS V" ' 

h) wenn der Ton zurücktritt (ascendit). Z. B. OnTÜjPS 
t.rr\V;^p,(quaeriteos); "^l^^^f^fe; 0^3 f. DJ5:^\ 

In beyden Fällen (^a.b.) verkürzt sich in der Regel 
Zere und Cholem in Segol und Käme::.- chatuph. Etwas 
anders ist die Verkürzung 



§. 4-5« yeränderujigen der f^ocäle. 165 

c) wenn die Sylbe obendrein durch ein JDagesck 
Forte in dem Schlufsconaonanten geschärft wird. Dann 
verkürzt sich nämlich Zere in der Regel in Chirek, Cho- 
lern in Kihbuz, Z. B. DV Plur. 'C^BV ; DN mit Suff. 
•»DN, Plur. nISN? (Mutte^i); pH /.'np^H (Gesetz). 

Hiervon verschieden ist nur diejenige Verkiirzuno-, -welcbe 
zum Charakter gewisser grammatischen Formen gehört, ohne 
EinAufs des Tones vorgeht, und zum Theil einen anderen Gan» 
nimmt. Nämlich die der abgekürzten Futura und Imperativen, 
als: S-'üpn, abgek. Slp.pn; ^'''^p.^_ abgek. Sej:;;: D!|pt abijek. 
Clp; ($. 85- 8ö)* ^"^ Arab. entspricht die Verkürzung von 

f%*jt.} i" **,-*; /"*•***:? ^" /•'*^:J' ^^^^ "^"'^ ""^ Cholem sind 
Lier vocales purae und gelten tnitliin für kürzer , als 1 — und 

Anm. 1. Einige, wenig bedeutende Ausnahmen von litt, a 
sind": ?)n^, ^1^^.» «^^g^g«^'^ 03*i;j, QP.I^.^,« 

2. Verhältnifsmäfsig nur selten kommt in dem Fnlle von 
litt, a» Chirek iind Kihbuz Vor, z. B. pi-^S; tjia (dein 
Sohn); t\^,\M*. (dein Feind); iSiS (seine GrOlse) ; und um- 
gekehrt in dem Falle von litt, c, Kainez - chatuph ^ als IJJin 
C erbarme dich mein )i 

5. Wo der Ton bleibt , bringt das Üagescn 'olihehiti 'keine 
Veränderung hervor« z.B. nStU , M?3ni ^30. 

ö. Dagegen entsieht F'erlängerwtg des karten- P^ocals 
m den verwandten langen: , ',' .' , ■'•-•' 

a) wenn eine zusammengesetzte Sylbe zur einfachen 
witd. Dieses geschieht vorzüglich , wenn irgend ein 
mit einem Vocal anfangender Zusat? an das Wort tritt, 
z. B. blOp , aber inSiDp ; 3?^ (gib) , dagegen HDri , "^DH, 
^n, ntp dual. ü\i%l vgl. D^p^ für a^p:; ferner in 
den Formen , wie "ISO , ^"3? ♦ sofern diese durch das 



/) Vater Qhähr, Sprachlehre S. 27) gibt an, dafs auch !| in 
Kamst - chatuph verkürzt werde, wahrsch. nach Beyspielen, 
wie Dlp^, Dp'aT. Allein dieses ist nur mittelbar der FftU, 
insofern die Form Dp^l sich unmittelbar au Di^*" (das abgck. 
Futiitum) schliefst. 

L 2 



i64- •^' Hav-ptth. Cap. 11. Veränderungen der Suchstnhcn. 

Segol furtivum zweysylbig geworden sind (statt *l£0, 

ttJT]3, Ä^y (J**^^)» und ebenso in den Futiirls apo- 

cop,y wi^yV^ statt 3"^/^, N^IJ^^ statt N*in\ Ueberall 
ist hier der Vocal verlängert, weil er in die einfache 
Sylbe zu stehn kam. Ebenso hat man die Fälle behan- 
delt, wo die letzte Sylbe nicht einmal ein Patach für- 
tivvm, sondern nur Schwa mobile hat, als "l'^3 tiei^d, 
ptüp körchH, lp'^^ wajjeb^ch. 

b) wenn ein Dagesch forte stehen sollte, und aua- 
. gefallen ist, Aveil der Buchstab eine Gutturalis oder 

ans Ende des Wortes zu stehen gekommen ist (§. 37, 
1,2. 38» i)' Hier verlängert sich Chlrek in Zert, 
Kibbuz in Cholem: l\^7l f. IC^^; 7|"n2 f. Tj-TlS; l\yi f. 
^!53; ^l) f. ^l] i ON \ £N". Am Ende der Sylbe ist 
dieses seltener. (S. jedoch §. 72, 2. Anm. 2). 

c) durch Concurrenz mit einem homogenen VocaU 
buchstaben, z. B. Nrf^ f. ^^.^ und überhaupt durch 
Contraction eines Vocalbuchstaben ( §. 41). 

d) durch die Stellung des Wortes am Ende des 
Satzes (^Pausa §. 52, 1). 

Anns. 1, Einige Wörter, die an sich (-) haben, nehmen 
mit dem Artikel (•') an, z.B. D», üVn ("Volk); in, "ynn 
(Berg); 12c, isn (Feind); -^s', l&n\ Stier). 

a. AufFallend ist die Verlängerung von n-rr am Ende ge» 
■wisser Wörter und Formen in — , in Fällen, wo man gerade 
Verkürzung erwarten sollte. Als: nyS st. constr. ni^S; T\Sv 
st, constr. T)hv. 

Der Grund der Verlängerung liegt liier walirsclieinlich 
darin, dafs sich der Ton im Stat. eonstr. mehr auf die letzte 
Sylbe neigte, und -diese durch Zere einen festeren Halt bekam. 
Dahin gehurt auch das Fut. nS3^, Tgl. den Iinp, nhs,; wo der- 
selbe Grund obwaltet. 

3. Vocale werden gänzlich weggeworfen, yvtnn eine 
©der mehrere Sylben dn das Wort angehängt, oder ein an- 
deres eng damit verbunden wird, durch welche beyde 



§. 4-5 • T^eränderungen der Voeale^ iG^ 

Fälle der Ton um Eine oder um zwey Stellen fortrückt. 

Hier entstehen drey Fälle: 

a) wenn der Ton um Eine Stelle fortrückt imd der 
Vocal in pcnuUima verloren geht. So gewöhnlich das 
Kawez (seltener Zere) in offener Sylbe, am häufigsten 

im Nomen: ^b^'^l^-n, 0^2^, nin^ '^Zi'^', nSo, 

" " :7 ...,■' -»7 T j^ T"/ •T'i'' -1^7 

Dnhüp. Wo der Zusatz den Ton nicht hat, bleibt 
auch Kainezt als ^Ol^^, 

b) Avenn der Ton um ebenso weit fortrückt, aber 
der Vocal der zxveyten Sylbe wegfällt. So gewöhnlich 

-• im Verho, z.B. Sb]?, HSlOp^j ^'"^^P,? ^^^j ^'i'?2' 

^inSd; Sb^, nSq;, i^d\; Sbp.% ^^'^FJ'? ^^'^"^ 

auch'im Nomen, \\s S'^lNPIur. D"^3.^N. 

c) wenn der Ton um zwej Stellen fortrückt , wo 
dann beyde (veränderlichen) Vocale des Worts weg- 
fallen : •\yi ^ Q^hSn n^T (nach no. 46, 1 für nDl ) , 

DbnD'i; fpT, ^:pT, nh'»:]??. 

In allen diesen Fällen raufs aber der Anhang mit einem 
Vocale anfangen; denn sonst tritt nur Verkürzung (nach 
no. 1 ) , nicht Wegfallen des Vocals ein. 

4.. Eine Umstellung des langen Vocals nach hinten zu 
erfolgt in einigen Fällen , wo Anhangesylben hinzutreten, 
die aber den Ton nicht haben , z. B. OTV - ''J^Ty ! 

«IT • "r— «■' 

nSlOp „'^jn'jüp. In demselben Falle werden selbst 
neue Vocale angenommen , als WiiO^ ^ ''JINSP J "^VÜ^y 
''J^Vo^, Es scheint, als habe die Tonsylbe, nachdem 
eie nicht mehr die letzte ist, durch einen unmittelbar vor- 
hergehenden langen Vocal gestützt werden sollen. Ebenso 
hat man sich dann auch ^7^ Flur. 'D"*P^O zu erklären. 

Anrn. 1. Die Beyspiele , in welchen die Veränderung de» 
Vocal» aus Einer Klasse in di« andere übergeht, sind im Gaa- 



1 66 I, Haupt th. Cap, II. Veränderungen der Buchstaben. 

zen sehr selten, und was man dahin gerechnet hnt , ist mei- 
stens gar keine aus allgemeinen Grundsätzen zu erklärende 
Vocalveränderung , sondern gänzliche Veränderung des Cha- 
rakiers. Z. ß. S'^tq^JH , nStS^n. Noch am häufigsten ist der 
Fall, wo (_) vor Dagesch in (T") übergeht, als *lö Plur. 
ip«»?!»; 5*11» Plur. D'»a*l1», 

2. So -wie wir oben (§. 44, Ann». 2) erinnert haben, dafs 
es schon für eine Art Verkürzung gelte, wenn i in !) verwan- 
delt w^ird , so ist es auch mit THTT , welches gern in ' 

übergeht, sobald das Wort hinten wächst, oder sonst der Ton 
nach hinten eilt. Z.B. abVi (verborgen), /. nöSva Plur. 
CdSv.^; IDN««, '»i'lpN;;; ••pS^yri (ich habe hinübergeführt), 
"»P*l21>ni (und ich werde hinüberführen^. 

Entstehung neuer Vocale. 

Wenn durch jene Verkürzung oder durch Composition 
oder sonst der Fall eingetreten ist, dafs mehrere Buchstaben 
neben einander vocallos geworden sind, so hat man diese 
wieder durch Annahme neuer Vocale zu Sylben verbun- 
den, weil solche Härten der Aussprache, wie etwa in 
den slavischen Sprachen, dem Hebräer ebenso Avenig 
möglich waren , als uns. Hier treten nun folgende Be- 
stimmungen ein : 

j , Von zwey vocallosen Buchstaben im Anfange -des 
Wortes bekommt der erste Chirek, wenn er GutturaUs 
ist, Patach, Beydes sind die Vocale, die von den Orga- 
nen fast urnvillkührlich angegeben Averden. Daher: ^'^.^'^ 
f. ^^3"^; nsS (der Frucht) f. "^'I aS ; HpIST st. cons'tr. 
ng7:i.V nbi?', "^np^.; "Cr^^.l^ "«^."Jk iufser der Gut- 
turaUs ist Patach selten, z. B. D^S^S (Flügel), ^233. 
War zuvor ein Cholevi in der Sylbe, so kann auch Kamez- 
chatnph stehen , z.K 10^, '^Al'P^; '^^F? » "^^'i??,- 

Sj'lben , wie in ffvXa^voc , auvt^est Strafse , Sprache , gibt es 
also im Hebräischen gar nicht, 

c. Ist das zweyte Schw^a ein zusammengesetztes, so 
geht das vorhergehende in den kurzen Vocalüber, mit 



§. 4^. £.ntstehufig neuer f'^ocale. 1 67 

welchem es zusammengesetzt ist. Z. B. I^if, «^7 f. 
läyS (zu dienen); SäS)^^ 1- S^^^.S (zu essen); '^SHS 
f. ^ShS (in der Krankheit). 

Eine sehr sehene Ausnalime maclit ^V.^n fthi wirst gehen) 
a Mos. 9, 23. Ps. 73, 9. Einige andere g, unten *§. 47,. 5. > 

3. In der Mitte des Wortes können z^vey einfache 
Schwa Statt finden, insofern sie zu verschiedenen Sylben 
gehören, jz., B. in^VtO|p.'^., ^"1^10", P^lOlH!- Wenn 
aber das eine ein Schwa compositum ist, so entsteht eine 
neue Sylbe, indem das ScJnva compositum in seinen kur- 
zen Vocal übergeht. Z. B. DDSnJ f. 7133^-3; ^b^S 
(poolcha) aus ^^^2; "lOy^. Tlur^' "^Ip^f für ^"Ip^V 
Ebenso am Ende der Wörter, z.B. iTni^, abgekürzt THJ^ 
f. THN. 

/^. Auch am Ende des Wortes können zwey leere 
Buchstaben ausgesprochen werden , mithin zwey Schwa 
unverändert stehen, z.B. nb'Oi? ; "TU TNarde); H^^^ 
(ertrank), Avie im Deutschen: kalt, Pferd. Indessen hat 
dieses in andern Wörtern eine Härte verursacht, und man 
hat daher meistens zwischen die beyden letzten Conso- 
nanten einen Hülfsvocal eingeschoben ; gewöhnlich Segol, 
bey Gutturalen Patach ^ unter elem "^ ein Chirek; beyde 
letztere nach der Verwandtschaft mit diesen Consonan- 
ten gewählt. Man hat auch diese Vocale verstohlene Vo- 
cale genannt. (Vgl. §. 16). Sie erscheinen vorzüglich: 

a) im Fut, Kai und im Fut. und Iniper. Hiph: der Verha dS , 

T. B. S^fti f. hi>>\', Sjäi (gew. Sa-i.i) f. 'j:}»!; *)inf-*l"ii; 

h) in den einsylbigen Kominihus der Form I^Vö , ISO. ti'IP' 
Diese lauten dann -^Sö (fiir ^"jJö nach §, 47, 3), ^130, ^"ip j 
ebenso 1VJ f. •^V\ ( Jiii'gling) ,' n-fa (Haus) f. ni3. 

c) in der Femininalendung Drr- oder r-r-> z» B, nVtJp für 
t^'jBp. Ein Tatach furtivuvi insbesondere steht 
. d) in der 2. fem. -praet, der Verba mit Gutturalem, z. R. P\n\yi 
fürnnfDS (du nimmst), und im imp. pCVi f. n3l?»\ij 1 Mos. 
4, 23. Im Deutschen ist dieser Fall in Zürich i. Zürch , Mag^-'d 
f. Magd ; und ähnlich in Kürbis f. Küihs, Die Annahme der 



i68 J^ Hauptth. Cap. II. J^eränderungen der Buchstaben» 

furtiven Vocale wird dem Organ um so noth wendiger , sobald 
der vorhergehende Vocal lang gedehnt wird 8). 

Anm. 1. Im Arabischen wird in diesen Fällen kein Vocal 

geschrieben, z. B. tjSjD , arab. (^X.X/C mälch (Konig); allein 
in vulgären Dialekten scheint man ihn doch fast miwillkühr- 

lieh ausgesprochen zu haben, Z. B. fiy cham^r (Wein), 

VJÜs» tijel (Knabe). 

2, Die jLXX haben die Formen, wie Vi')p, mit oinem 
furtiven O ausgesprochen, wie auch wirklich das Organ ge- 
neigt ist , den Halbvocal dem Ilauptvocalc der Sylbe zu assi« 
miliren (s. oben vom Schwa mobile §. 14,4), z. B. TlSfc, 
MoXoj^, VJh Boo^. ungefähr so spricht man Soest und Soost, 
Caen und Caan , holl. Goesvoet, engl, Goosjoot. Im Sara. 
Cod, ist gelbst "lirrflö f. IJU^iO geschrieben, 

$. 47. 

Noch einige Vocalveränderungen durch Euphonie 

und Einflufs der Dialekte. 

Manche andere Vocalveränderungen müssen als Folge 
einer gewissen Euphonie angesehen werden, wenn diese 
gleich unserem Ohre fremd seyn mag, oder die Puncta- 
tion der verwandten Dialekte hat auf irgend eine Weise 
jnfluirt. Mehrere solcher Punctaiionen können aber mehr 
als Ausnahme von der Regel , denn als Regel selbst gelten. 
Auch hier betrifft übrigens die Veränderung lediglich die 
verschiedenen Abstufungen eines Hauptvocallauts, Mau 
merke vorzüglich folgende Fälle : 

1. Wenn eine GuttitraUx Kamez unter sich hat, so 
duldet sie nicht gern noch einen A-Laut vor sich, son- 



g) Blofscr Mifsverstand des Begriffes von einem verstohlenen 
Vocale ist es, w^enn einige Grammatiker, z. B. Stark (lux 
grammat. S. 67) auch dieses l'atach, gleich dem in n!>1, vor 
seinem Consonanten ausgesprochen w^issen wollen. Z. B. Pnj^S 
lakdacht, tin«» jiachd. Dann müfste man ja auch b^'^jj«^/, 
und n^^^ baijt lesen ! 



§.47« Voealveründer, durch Euphonie n.Einß.d.Dial, 169 

dem verwandelt diesen in Segol. Z. B. HSH/ (Flamme) 
f. nSnb; nS (Bruder) Plur. D^HS , aber VIIN f. mN; 

TT—' -r \ * • — ' TV TT* 

^''"^'l-'^. (die Berge) f. 0^*^1111; linDH (sie reinigen 
sich),' aber ^^V^^H 4 ^^o^. 8.7 5 ^HS (Statthalter) f. 
nn3 , daher st. constr. HHE u. e. w. Dieses wirkt sogar 
auf das vorhergehende Wort zurück, z. B. ^D^N""nO 
(quid ego? ) für ^pJN""nO. Ausnahmen von der Hegel 
sind im Ganzen selten, doch gibt es theils beständige, 
z. B. "y^"^ (der Berg), jT^Hri nach dem Gebirge, ( \vo- 
gegen jedoch «T^ri i Mos. 14» 10), \*lNn (die Erde); 
theils einzelne neben der gewöhnlichen Form, z. B. 
nU'NJ Neh. 9, 18. c6 und ^^HlSiNO Ezech: 35, 12. 

Ebenfalls selten ist a) wenn statt des ersten der zweyte A - Ton 
in Segol verwandelt ist, z. B. beständig *tJ^1 dS11>S (immer und 
ewig ) f. IX?"! oder *il'1 , oder fc) wenn die obige Regel ohno 
Concurrenz einer Gutturalis beobachtet ist, z. B. ■;|"'03 (deine 
Sühne) f. T103 Jes. 49, 17; t32ö f. 03» Zach. 9, 5V n» ni> 
^*t12S Ps. 4, 3; oder c) wenn die Gutturalis nicht Kamez, son- 
dern Chateph' Kamez unter sich hat. Daher D^\:)Tnn (die Mo- 
nate ) Neh. 10, 34; ni:3*inn (die Wüsten) Ezech. 33, 24; 
D^ttJin2 (in den WälJern) 2 Chron. 27> 4. Der letztere Ge- 
brauch iniifs sich an die Aussprache des Kamez, wie O, schlie- 
Xse« ; sonst wäre gar kein Berührungspuuct zwischen (■>•) und ( •»: ). 

2. Patach in einer zusammengesetzten Sylbe» also 
vor Schwa quiescens, in der Mitte oder am Ende des Wor- 
tes verwandelt sich zuweilen in Segol ^ und umgekehrt 
Segol in Patach. (Ueber die nahe Verwandtschaft beyder 
Vocale s. §. 9, Anm. 4. §. 12, 2). So steht D3T (eure 
Hand) f. D311; ^^?^?: 2 Mos. ^, 5 f. ^SdN kh ver- 
tilge dich; die Nojum. proprio /SpTfl^ (Hesekiel) f. 

hspTm (Gott stärkt); nn^3N, '?]D^2N f. n^•'3^?. 

P]0^3N. Umgekehrt: jpT (Greis) st. constr. JPT, dafür 
]]<?> li'id so die meisten Nomina dieser Form. 

3. Das Segol fürt ivum , welches in der Endsylbe de» 
W^ortes angenommen wird, verwandelt gern das Käme:.., 
Patach oder !/^ere der vorhergehenden S}lbe ebenf;dls in 
Segol , wiewohl Zere auch häufig bleibt. Z. B. TJvO f. ^bo 



170 1. Hauptth. Cap. II. P^eränderwigen der Buchstaben» 
(nach der Form niO); DHln (Siegel) fijn. nOH'iri f. 

ncniri; Sa^^ Fui'.mpk. apoc. f. Sj^^i; nV*2j5flnS*cp 

/em7 von SSpL, aber ^Üj} (fünf) fem. HTOn, Das 
Cholem bleibt in diesem Falle, wird aber, wenn es zu- 
vor hnpiirum war, hier purum. Z. B. "^ItDp ( Rauch- 
werk), /<?OT, n'^tOp , davon "'r\*1IDp. 

Dasselbe Verhältnifs fmder, bey der Concurrenz von 
Gutturalen , mit dem Patach furtivo Statt , z. B. VTlD 
fem. ny-n-TD (Bekanntschaft); Vß'S'^ (hörend) fem, 

4, Statt der Formen , wie "Tj^Q , mit dem Haupt- 
vocal in der ersten und Segol f-urtivum in der letz- 
ten Sylbe, hat der Syrer meistens die Form "^ ',P» 
mit dem Vocal in der letzten Sylbe. Diese Form ist 
aber auch zuweilen in den hebräischen Text einge- 
drungen, z. B. nN|^ f. HNrü (Last); HNyb f. nNi;b 

(findende); nSttJD f.' HNtiJD.' Ebenso wird'Trrr in ^, 
und TTT- in —;-r verwandelt, z. B. ''QnNin Sprüchw. 1, 
cc f. '"^^nNri' (ihr liebt), ^^Sp^^n Hiob 20, 26 f. 

^jqSDJi^n eig."'=inbD?^n, /«t. Hjpk'. 

Umgekehrt steht im Cbaldäischen z. B. n'^»N f. rilC« sie sagte, 
Dan. 5, 10. 

5. Dem vorigen Idiotismus rntgegengesefzt ist es, 
wenn anderswo in einzelnen Fällen i^-zrrr), ("^^) ""*^ 
(-rr-) statt (rr^.) und (777;) gesetzt worden ist, wo also 
die Dehiiung des Vocals nach vorn zu g^'zogen ist, Z. B. 

■!|hnn f. "qbnn c-r^ rram;,- nSyn. f. nhyn, '^n.'-ayn f. 
^n'^syri; n^yn f. nSyn; ncyT f. no^T (verfluche) 

4 Mos. 23,7; "i^yS f. "^ '^^ (sein Werk, nicht: der es 
thui) Jes. 1, 3i.'jer. 22, 31. Umgekehrt gibt es Bey- 
spiele, in welchen -rrr f. -rrrr gesetzt ist, z. B. ^'iHNJ f. 
^"^S (sie zügern) Bicht. 5, cß; "'lOn"^ 1 Mos. 30, 39 
und'^Änon^ Ps. 51, 7 für ^DH;. (sie empfingen), ^^PpU^ 
(sie empfing mich). 



§, 4-8' f^on der Sylbe und dem Syllahiren. 17 1 

Aiirn. Einige Mal! hat man auch um der Bequemlichkeit 
der Aussprache \villen einen kurzen Vocal mit dem Schwa 
transponirt, z. B. nttlöna 3 Mos. 2.6, 43 f. nSVJnS, Sj^n«» f. 
irjjn'' 1 Mos. 45, 29. Jes. 30, ig. 

III, Von der Sylbe vind dem Syllabiren. 

$. 48. 

Die meisten hieher gehörigen Bestimmungen sind schon 
in den vorigen §§. voigekommeii und benutzt worden, 
müssen aber doch irgendwo im Zusammenhange über- 
sehen werden. 

1, Man theilt die Sylben in einfache oder offene d. 1. 
welche mit einem Vocal schliefsen , und zusammengesetzte 
oder verschlossene i welche auf einen Consonanten aus- 
gehn. In ''^^ ist also p^ einfach , :^ zusammengesetzt. 
Dafs die einfache Sylbe einen langen Vocal erfordere, ist 
mit wenigen Ausnahmen Regel; die zusammengesetzte 
hat aber eben so häufig einen langen , als hurzen , z. B. 
D^n^» ^'^'l' Doch gehört zu einem langen Vocale, dafs 
die Sylbe den Ton habe, 

Dafs die einfache Sylbe eine etwas längere Dehnung des Vocals 
mit sich führt, liegt in der Natur der Sache; und die Punctato- 
toren scheinen daraus eine Art ronSpracbgesetz gemacht zu haben, 
auf welches sich das grammatische System der Moren (^systema 
morarum) stützt. (S. oben §. 43, Anm.). 

Der Ausnahmen sind im Ganzen wenige, und nur solche, wo 
der kurze Vocal aus einem langen entstanden ist, daher die Wäh- 
rung desselben beybehalten hat, oder wo die Urform eine andere 
Sylbenabtheilung hatte. Als D'<inn f. D''*i_nn; ?|Sß f. 'i^^'O; IVa 
f. TJ?D ; a*!*»^ f. 31^ (wo das Chirek in zusammengesetzter Sylbe 
stand ^, wiewohl man dafür auch gern a*1^ gesetzt hat. Die 
Consequcnz ist also allerdings nicht vollkommen. 

S. Jede Sylbe hann höchstens mit 2 Consonanten an* 
fangen, z. B. ^"1^ , ^iPip"^.; und mit 2 Consonanten 
schliefsen, z. B. jH^IQ]?, letzterer Fall ist aber schon sel- 
tener und wird öfter vermieden (§. 4.6, 4). 



1 7 - I' Hmiptth. Cap. II. Veränderungen der Buchstaben* 

3. Keine Sylbe und kein Wort fängt mit einem Vo- 
cale an, welches in der BeschaiFenheit der aus lauter Con- 
sonanten bestehenden Schrift gegründet ist; denn in Fäl- 
len, Avie "^ON, ist dieses nur scheinbar. Die einzige 
^Y^rklicbe Ausnahme bildet das verbindende "^, z.B. ^;.0\ 

4. BeymSyllabiren gehört das Schwa nach einem kur- 
zen Vocale zur vorigen Sylbe und ist Schwa quiescens, nach 
einem langen Vocule zur folgenden Sylbe xind ist mobile. 
Als: D"»^ip|"ip A^t7/m, Tnü mä-d'du, ^S|IOp. Ait-Z«, T\ü 
viad du. Der Grund liegt darin, weil die Dehnung des 
langen Vocals nicht die Bindung zu einer zusammenge- 
eetzten Sylbe erlaubt, wie im Deutschen /aj-jCTz, ßlas-se^ 
dagegen viaa-jicn, lie-Jsen, im Lat. cau-ssa. ('§. 14,1^» 
Das Schiva compoiitiini rechnet man (als Schwa mobile) 
immer zur folgenden Sylbe, selbst nach einem kurzen 
Vocale, z.B. "^/i^jN, "iOPjiD, wornach dann eine neue 
Ausnahme von iw. 2. entsteht, worüber sich aber noch 
streiten läfst. ; 

5. Von den furtiven Vocalen (§. 46» 4) behaupten« 
mehrere Grammatiker *"')» dafs sie keine Sylbeu bildeten, 
dafs also Wörter, wie 'Tl'^'Ö , *12?.» ^"^r. ^^^ einsylbig an- 

zusehen wären, gleich den arabischen ^^V/9, l-ÄjI~>. Allein 
im Hebräischen -widerspricht dieses der Vocalsetzuwg völ- 
lig, da ausdrücklich in diesen Fällen meistens ein langer 
Vocal für die ojfene Sylbe gewählt worden ist. Diefs 
AYoUen auch die Accente. Das verstohlene Patach in H^l 
indessen wird nicht als eine Sylbe bildend betrachtet. 

Anm. In einigen Fällen scheinen die Grammatiker soga? 
von dem falschen Gesichtspuncte ausgegangen zu scyn » als ob 
Schwa mohile ^ine Sylbe bilde. Z. B. nSat. Hier iat der 
Accent auf 2 , als ob dieses , nicht T, die Sylbe anfärbe ; Jn» 
a hat kein Dagesch lene , man hat dem Schwa sogar einige 
Mal ein Metheg gegeben (§. üp, 6). Allein aus andern 



Ji^ Hei elf hehr, Sprachlehre S. 144« 



• $• 49* yon der Tonstelle überhaupt, 175 

Verbindungen sieht man wieder, dafs sie doch at al» erst» 
Sylbe des Wortes betrachteten ( §. 51, Anm. i ). 

IV. Vom Tone '). 

$• 49- 
Von der Tonstelle überhaupt. 

Der Ton der Vv'örter kann im Hebräischen nur auf der 
letzten oder vorletzten Sylbe ruhen. Am häufigsten ruhet 
er auf der letzten, so dafs man den andern Fall fast al« 
Ausnahme ansehen hann ^). ^ Ein Wort mit dem Tone 
auf der letzten Sylbe heifst V"1'^P (von unten), o^vrovov, 
mit dem Tone auf der vorletzten /"^V ^P (von oben) '). 
IVIan sagt daher auch, >venn der Ton gegen das Ende des 
Wortes rückt, er steigt hinab (desceudib) , und wenn er 
nach vorn rückt, er steigt hinauf (ascendit). Wie diese 
Betonung durch die Äccente bezeichnet wird, lehrt §. 24. 

Im Syrischen und Arabischen ruht der Ton herrschend auf der 
vorletzten Sylbe, wie auch die deutschen und polnischen Juden 
das Hebräische aussprechen (s. oben S. 15). Die in den Acren- 
ten enthaltene und mit der ganzen Vocalisation en^ zusammen- 
hängende Betonung der letzteren Sylbe gleicht der Tousetzung 
im Chaldäischen , ^voraus man zu schlielsen geneigt gew^esen ist, 
dafs sie dem alten Hebraismus fremd und eine Neuerung der 
Punctatoren sey {Jahn grammat. hehr. S. 44). Allein dieser 
Schlufs ist keinesw^eges nothw^endig, da das Althebräische sich 
ja in dieser Rücksicht, wie öfter auch in den Consonanten, ge- 
rade an das Chaldäische , dem es überhaupt am älinlichsten ist, 
anschliefsen konnte. Diese Betonung hängt aber mit wesentlichen 



i) Alting fundament. •punctat. 8.34^* T^^asmuth hebraisnu 
restit. S. 27. 

k) Als einzelne Ausnahme, wo der Ton auf antepenultima steh*, 
führt man n'TOX'J Jes. 50, g auf. Eine Erklärung davon ver- 
sucht Chr. ßl MichaBlis (lumm. syr. % XVII). Allein 
vielleicht ist die richtigste Erklärung, es für ein Versehen 
auszugeben. 

/) Ueber den rerschiedenen Gebrauch der terviini IHilil und 
Milrä s. huxtorfii TiheriaS S. »64. 



i74 i. Hauptth, Cap. II. Veränderungen der Buchstaben, 

Stücken der Vocalis«tion so innig zusammen , dafs man mit die- 
ser auch jene verwerfen IXlufs^ wogegen zu starke Gründe 
sprechen. 

5. 50. 
Voces penacutae. 

Um eine Uebersicht von der Tonselzung in der gan- 
zen Sprache zu gewinnen, brauchen nur die Fälle ange- 
geben zu werden , wo der Ton auf penulbima steht. Da- 
hin gehören : 

1. die Formen , die in der letzten Sylbe einen furti- 
ven Vocal (Segol, Patacht Chirek, nach §* 4.6* 4) haben. 
Nämlich J 

a) die sogenannten Nomina segolata (§. 120, 11), 

als "!]SDpSq j ^Ip, n-^b, ferner :)n^ ^ ^HH u. s. w. 
b) die Feminina auf ri"""", als hjEJ , H^hS. 
tr) die Duale auf 0^^~ und das Suff. '^*^~* 
d) die Futura apocopata in Kai und Hiph. der Verla 
• n4. alsi Sj^.j Sa^,^, Vy^V, ebenso. :jnr)^;*i* 

2. "DleF oxmenAesNomen^ Pronomen, Adverhium ü. s. w. 
mit angehängtem jTv oder Ht* Z.B. hH"^ S (Nacht), 
nS^ (gen Westen) ; nfiri ^ n^H ( sie ) ; rhU ( diese ) ; 
nitSyiJ (dahin). Hierdurch unterscheidet sich dieses voil 

TT 

0— yeOT. g^ew. Am Verla hat indessen das ii-5- den Ton, 

3. Die Formen des regelmäfsigen Verbi mit den 
Afformativen T\, ?), ^T\^ H^ , "^3 , welche den Ton nicht 
haben, z, B. nVlOP- "»f^SlCp * D^ViOpn* Dagegen hat ihrt 

4. Die Formen des J^erbi und Novien mit den Pro- 
nominibus snffixis "^3", ^^"^? ^^"5 ^^^l"""? ^^^Tj ^^"^5 
^3"^? ^Tl "O-j IJt? ^JT-> 10-, als: •'J"'r\S:2p, 
^J SDp u. s. \y. Dagegen sind "^"T"'? Q"=^> l"^ selte- 



§.50. Voces penaexU ae. §.51. T^er ander, der Tonsylbe. 175 

per als: "H-ttj D-;r > T— . ^ entbehrt den Ton nur, 
wenn ein Vocal vorhergeht , als: ^''^N , dagegen Tj')3'^, 
5. Die Formen von Ilipkil des regulären J^erbi und von 
Knl , Nlphal, Iliphil der T^erha ^JJ und Vy, welche die 
Bildungsznsiitze n-7-» ^t"» ^ haben, z. B, nHiüpH, 

$. 51. 

Veiänderung der Tonsylbe» 

Jener ursprüngliche Ton des Wortes verändert sich 
zuweilen theils durch die Verbindung, in welcher das 
Wort mit andejen desselben Satzes steht, theils durch 
Veränderungen, welche an ihm selbst vo'rgehn. Auf 
diese Weise Lritt der Tun von der, letzten Sylbe auf die vor- 
letzte zurück: 

a) wenn ein einsylbiges Wort oder ein zweysylbiges 
mit dem Tone auf der ersten Sylbe folgt , um das Zu- 
sammenstofsen zweyer Tonsylben zu vermeiden. Man 
hat dazu noch einen andern Weg , die Verbindung 
durch Makkeph (§. sg, 2fh); der gegenwärtige wird 
aber bestimmt in allen den Fällen gewählt, wo die 
vorletzte Sylbe eine offene mit langem Vocale ist. Z. B. 
im Prär. und Part. Kai nS'^S N'^p 1 Mos. 1,5; 
HD nnS.;» i Mos. 30, ci. Jes. 1, 2; «rij; nyh l Mos. 
4, 17. 31, IC. c Mos. 20, 6; im Inf. und Fiit. Niph. 
(§. QC , Anm. 5), in Fiel der Verha med. guttural. 
(§.98'Anm. 1), vgl. noch DPlS ^DSH 1 Mos. 3, 19;. 

■^inn TONn Ts. 2, 12 '"). 



m) S. Kimchii Michlol S. 35. 75. pP'asmuth S, 27. Sß. 
Alling S. 345. 47. Spitzner institt. nccent. S. 85 if. 
der auch die einzelnen Beyspiele bemerkt, wo von der obigen 
Regel abgewichen wird. * 



176 /. HaupttJt, Cap. II, Veränderungen der Buchst ah en, 

b) in gewissen Futiiris , wenn Vav conversivum 
davor tritt, z.B. "^CNS '^CN'^'^ (§. 86. 2. litt.c). 

c) seltener nach dem /N prohibitivo, z. B. PjDin /N 
f. 5^)0 iri Spruch w. 30, 6. 

d) in der Paura (§. 52, 3). 

Mit dieser Tonveränderung ist häufig Vocalverände- 
rung verbunden, nach Maafsgabe von §. 45. 

Antn. 1. Das Schwa mobile im Anfange eines Wortes hat 
man hier nicht als eine Sylbe bildend betrachtet (vgl. §. /^Q, 
Anm. ), dah. z, B. nS^lt Tot» Hab, 3, n ; ^l'S |nJl 5 Mosw 

>9» 8; ^\ rin\ Jes, 36, 0. 

2. Wo eine Verwechselung der Formen hätte entstehen 
lünnen , ist diese Tonveränderung jedes Mal unterblieben. 
Z. B. "^h «3 (sie bauten dir) Ezech. 27, 5. ( 03 wäre: auf 
uns oder für !iii<a). 

2. Der Ton. tritt dagegen aus der vorletzten Sylbe in 
die letzte: 

a) wenn vor die Verbalformen , die den Ton auf 
penultima haben, ein Vav conversivum praeteriti tritt, 

als; niC^Jl für PHD^ (s. §. 88). 

b) durch angehängte Sußixa, z. B. ^H^O^ 9 ^mPt^D^, 

c) in den Verbis >y durch das Nun paragogicunit 
%. B. in^b^, \^T\^'C>\ 

d) in einigen Fällen durch die Pausa (§. 52, 4-)« 

$. 52. 

Ton- und Vocalveränderung durch grofse Accente 

(Pausa'). 

1. Wenn die Tonsylbe des letzten Wortes vom gan- 
zen Satze, Avelche also eirien grofsen distinctivischen 
Accent bekommt, an sich einen kurzen Vocal haben sollte, 
80 bewirkt das Ruhen der Stimme auf derselben, dafs die- 
ser verlängert wird, und man sagt, ein solches Wort 
etehe in Pausa (p^OS?, pp^H). Z. B. D^D für D^O, 



|. 52« Ton- und Vocalveränder. durch grofseAccente, 177 

/DJ? f. /tOj?. Aufser dieser regehnäfsigen Verlängerung 
des (.) in (t) kommen hier vorzüglich 2 anomale Fälle 
vor, wovon jedoch der erste nur scheinbar ist. Nämlich 

a) die Formen, wie t]S!0. bekommen in Pausa "ijStt , weil 
ihre Urform "tlbö war ($. 120, no, » i ). 

b) Zere in der letzten Sylbe geht gern in Patach über. So 
befremdend diese VeranH.ening seyn mag, tlieils n egen des Ueber- 
gangs in eine andere Vocalklasse , theils w^egen der Kürze des 
Patach, so unleugbar und häufig ist sie doch. Beyspieie sind: 
^Sn _ *1^ari 1 Mos. 17, 14. 4 Mos. 15,3» ; a*i;n _ :i\yn (führe 
zurück) Jes. 42, 22; dS''!CN _ D^'^.^ ^^- '^8» »o« i»- 12; 
^n^n* _ ^f^^n*' (er wird sie schrecken) Hab. 2, 17; *i\iJ^ 
(Rüthel) _ l\r)\^ Jer. 22, 14. Ezech. 23, 14; SsM (iNT. propr.j 
i Chron. Q, 33. 9, 45 _ S:!fN ebend. und V. 44 ; tnn _ tnn 
Jes. lg, 5- Leichter erklart es sich, wenn in der Form, w^oraus 
diese unmittelbar entstanden ist, eigentlich Segol gestanden hat, 
z. B. tlSnl in Pausa "JjSat 1 Mos. 24, 61. Hieb 27, 21 ; |Sn \h 

— t^.n Sn Rieht, ly, 20; «]Oin Sn — *)t:ln Sn Hioh"4o^ 

32 (27 ) '"). 

Anm. Die Afformativen DR, ]r\ und Sujffixa nil-7*, 13-::-, 
bD , p , ob sie gleich den Ton haben , werden in Pausa nie 
verlängert. Ueberhaupt kommt hier noch manche Besonder- 
heit vor, die in der Formenlehre überall an ihrem Orte ange- 
geben werden mufs. 

2. Wenn die letzte Sylbe den Ton hat, aber mit c 
Consonanten anfängt, z. B. T1^12|]? , l'^DjtlJn, so be- 
"V^ärkt die Pausa , dafs an die Stelle des Schwd ein neixer 
Vocal tritt, und die dadurch entstehende syllaba penultirna 
bekommt den Ton, ^vodurch ein passenderer Tonfall 
hervorgebracht wird, als durch Betonung der letzten 
Sylbe. Dieser neue V^ocal ist nun 

a) meistens der ursprüngliche, hier befindliche, der nur wegen 
Verlängerung des Wortes ausgefallen war, als: nStp _ nStD: 

h) Aus Schiva simplex mchile yvird. Segol: DDtlJ _ DDty Pa. 

21, 13; -»SS — •'Ss; ■»n-'i _ TiÄi; S _ ?i— -.' 
. . .f.... ... .f,.- I t . 

o) aus dem Schwa compositum der analoge lauge Vocal, z. B. 

"'iN^'^iX; s^jn^^Vn; wenn nicht die ursprüngliche Form 

n) S. Kimchii Miehlol S. 31. 

M 



lyg i. Haupt th. Cap. 11. f^eräuderungen der Buchstaben* 

des Wortes etwas anders erfordert, z. B. "»TJ) «. ^*J1? (nach der 
Form ^Sö), •'Sn _ -isn (nach der Forna 130). 

Anm. Weiin glöich das Schwa vor dem Endvocale scLoii 
mit dem vorhergehenden zu einer Sylbe vereinigt war, so 
•wird doch diese Verbindung durch das Eintreten des ursprüng- 
lichen Vocals wieder aufeelüst. Z. B. ?l>ö^ __ IW^i^. 

5. Die aus den vorigen Beyspielen deutliche Neigung, 
den Ton in Pausa auf peuulbima ruhen zu lassen , zeigt 
sich auch aufserdem a) in gewissen Wörtern , die ihn 
daihn regehnäfsig zurückziehn, z. B. ^DJN _ "^SJNJ ni^K 
^ HPK: nny - npiy. *) in den Formen der Verba nS, 
die dann ihr ursprüngliches "^ wieder annehmen, und in 
dieser verlängerten Form den Ton äui pe?inUimu setzen, als 
tH^I f. il^^. Hiob 1 2, 6. Ps. 68, 32. (§.109, Anm. 5). 

4. Weit seltener ist der Fall , dafs die Pausa den Ton 
von der vorletzten Sylbe auf die letzte zieht. So im Fut. 
der rerba IV, als T\D^^ in Pausa TVTX 

TlT- ^T— 

Anm. 1. Was die Accente betrifft, welche die angegebenen 
Veränderungen bewirken (^accentus pausavi facientes), so ge- 
hören eigentlich nur die gröfsesten distinctwi (Silluk, Athnacht 
in der V oüsit JVIerka mahpaJiatum ) dahin, aufserdem jedoch 
auch Sakeph ziemlich häufii^. Zuw^eilen Andet sich die Pau- 
salform auch schon in dem Worte vor der Pausa , ( also beym 
accentus conjunctivus ) , besonders wenn das letete Wort ein- 
sylbig ist. Z. B. n3n !\vJ-\ Jos. 3, 9 ; 13 !|"»Dn 5 Mos. 32,37 ♦ 
1D l^nno Hiob 13, 9, vgl. Jes. 2i, a./^. Ps. 4, 3, aber auch 
ohne jene Ursache, w^o es dann meistens die Masorethen als 
besondere Anomalie anmerken , und wo sich die Absicht des 
Punctators meist nicht einsehn läfst. Z. B. PiSjc"; Ezech, 17, 
15. tafi^iJ 1 Sam. 7, 17, vgl. Ps. 73, 3. 6ß, i3- 57.2. Jer. 
12, 9. Sprüchw. 19, 25. 3 Mos. Q, xQ u. 8. w. (^Kimchii 
Michlol S. 134). 

2. Umgekehrt finden sich dagegert viele Wörter, welche 
durch die Pausa ihren Vocai nicht verändert haben, theils 
solche, die ihn mit einer gewissen Constanz nie verändern» 
als: na 2 Sam. 12, 3. Esth, 2, 7, Tif 1 Mos. 4g, 27, T3 
Ezech. 23, 46, nl33, p'i_ii,, V^Ü*1 , theils einzelne Ausnah- 
men, z.B. pn:iCM 1 Mos. 17, 17. Viele Beyspiele s. bey 
Mting S. 365.' 



^weyter HaupttheiL 

Formen lehre 



oder 



Von dev gramlnatischeh Structuri 



U a 



§• 55« Von den PVurzclu, i'gi 



Zweyter Haupttlieil. 
Formenlehre 

oder 
von der grammatischen Structur. 



C a p. I. 

Von den Wurzeln und der grammatischen !ßildiing der 
hebräischen Sprache überhaupt. 

?. 53- 

Von den Wurzeln Q b ilittera , trilittera, 

quadrilittera). 

J_Jer elgenthümliche Bau einer Sprache zeigt sich theils 
in der Beschaffenheit der T'Viirzelwörter , theils in der Art 
lind Weise , wie die Verhältnifsbegriffe oder die Neben- 
bestiramungen der Grundbedeutung an jenen Wurzelwör- 
tern bezeichnet werden, d. i. in der grammatischen 
Structur. Ehe "v\'ir in dem aten Haupttheile dieser 
Sprachlehre zur Entwickelung der letzteren übergehen, 
wollen wir erst den allgemeinen Charakter der hebräi- 
schen Sprache in dieser doppelten Hinsicht ins Auge zu 
fassen suchen. 

X. In Ansehung der fVurzeln bildet die hebräische 
Sprache nebst ihren verwandten Dialekten einen von den- 
jenigen Original - Sprachstämmen , welche sich in ihrer 
vorliegenden Ausbildung auf der einen Seite durch einen 



xQq JI. Hauptth. Cap. I, Allg. Char acter d. hehr. Spr, 

auffallenden Mangel an Schallnaehahmungen *) , auf der 
anderen Seite durch eine durchgreifende Regelmäfsigkclt 
und Gleichförmigkeit der Wurzellaute bezeichnen , mit- 
hin als das Werk einer gewissen durchgängigen Besonnen- 
heit und Reflexion von Seiten der Spracherfinder beur- 
kunden ^). 

2. Jene regelmäfsige Gleichförmigkeit der Wurzeln 
in der hebräischen Sprache besteht nach der vorliegenden 
Ausbildung derselben bekanntlich darin, dafs mit ver- 
hältnifsmäfsig wenigen Ausnahmen alle Wurzelwörter 
(M'enigstens die Nomina und t^erha^ aus 3 Stammcon-, 
sonanten bestehen, welche zAvey Sylben bilden, z. B. 
7|70 herrschen, \*^^^. Erde. Zwar gibt es nicht wenige 
Wurzeln, die eigentlich blofs aus c Consonanten und 
Einer Sylbe bestehen, ^vie z. B. UN Vater, DN Mutter; 
allein auch diese hat man in der gramrnatischen Flexion 
4urch Anfügung eines dritten Consonanten (^3N, ^QN. 



a) Geschichte der hehr. Sprache und Schrift S. jQ. Der 
Grund davon liegt zuin Theil schon in der Gleichförmig-, 
keit der Vocale. 

h) VortrefFlicU hat Fr. Schlegel (^üher die Sprache uud PT^^eis- 
heit der Indier S. 60 ff. ) auf eine zweyfnche ursprüngliche 
Hauptgattung der Sprachen in Rücksicht auf die Wurzellaute 
aufmerksam gemacht , die eine , die wirklich ihrem gröfserea 
Theile nacli von Schallnachahmung ausging, und wo nur 
nllmählich mehr conventionelles Einverständnifs und willkühr- 
liche Bestimmung hinzukam ; die andere , welche mehr will- 
lührlich ersonnen scheint, im Grunde aber doch meist von, 
einem hellen Blick für die Bedeutung der Dinge und einem 
/einen Gefühl füi' den ursprünglichen Au,sdruck der Laute, mit- 
hin eigen tlicli von einer schönem und tiefern Reflexiop des 
jugendlichen Menschenverstandes ausgeht, als jene. Als Re- 
präsentanten der erstem Gattung nennt er die an Onomuto- 
jfoiticis unceheu,:r reiche Mant-chou -Sprache ; als Repräsen- 
tanten der letzte n die indische Sprache. Mit der erstem kann 
man gleichsam die llieroglyphenschrift, mit der letztem die. 
Buchstabenschrift pavallelisiren. Die hebräische Sprache ist 
arm nn Onomatopoeticis , war es aber in diesem Grade wahr- 
scheinlich nicht immer, S. oben no, 3. 



5« 53' Von den Tfurzehu i85 

f. "*ODM) fenem Grundsatze conformirt, so dafs höch- 
stens gewisse kleine Partikehi (D^, ^^? , 3) und Pro- 
nomina ( nC , TtT ) übrig sind , die sich nicht unter jene 
durchgehende Regelmäfsigkeit füg^n. 

5. So durchgreifend indessen diese Gleichförmigkeit 
eeyn mag, so sind doch mehrere Erscheinungen vorhan- 
den, welche es ge^vifs machen, dafs sie nicht gleich 
ursprünglich ebenso allgemein gewesen, sondern erst 
etwas später ,^ Avenn gleich immernoch in der Jugendzeit 
der Sprache, durch eine Art grammatischer Reflexion, 
zu Stande gebracht sey. Diese Erscheinungen sind 
folgende: 

a) bey einer grofsen Anzahl von Stammwörtern, die in der 
Tovlipsendeu Ausbüddiig der Sprache zwar 5 Stammconsonanten 
haben , l\eo;en offenbar nur zwey wesentlicJie und ursprüngliche 
Eum Grunde, wozu dann der dritte entweder durch Verdoppe- 
lung de» Z7veyten, oder durch Ilinznfügung eines der beweglichen 
Vocalbiichstaben (vorn, in der Mitte, am Ende), vorn auch 
des HaibvQcals Nun., gewonnen worden ist. So haben 3t;^ und 
ai'ta (gutseyn), n33 und n^2 (blasen); "H^ ^ , "^^"^ > **?^» ^^"^ 
(stofsen, zerstofsen); 112, 1*1 J , mi (fliehen) nur die gemein, 
schaftlichen Wurzelbuchstaben 3a, -|n , 13, denen der dritts 
mehr zufällig beygegeben ist, um ein vollständiges Stammver- 
bum zu bilden. 

fc) unter den Stammsubstantiven ^ibt es eine bedeutende Anzahl 
ihrer Natur nach einsylbiger, und znar gerade diejenigen, wrelch© 
die einfachsten und ersten Bedürfnisse und Be^rifFe desL-ebens be- 
zeichnen, Z.B. ^N Vater, DM Mutter, n« Bruder, «in Berg, T»y 
Stadt, 01^ Tag, •»<• Hand, dn Blut, D1D Piofsu. 8. w. Diese haben 
zwar, der jetzigen Orthograpiiie und grammatischen Gestaltung 
nach , w^enigstens in der Flexion eine solche Form angenommen, 
als ob sie Derivate von dreybuchstabisjen Wurzeln ^fvären, z. E. 
Diin f. D^"nn, B'»*nn u. s. w. ; allein diese Ableitung ist fast 
durchgehends nicht wirklich und wahr; 3M kommt nicht wirk- 
lich von n5N, ÜH nicht von DJOM (§. nQ). Endlich 

c) gibt es ganze Reihen von Stammverben , die nur die zwey 
ersten Stamraconsonanten gemein, zum dritten aber ganz ver- 
schiedene haben, und doch in der Bedeutung, wenigstens im 
Hauptbegrille, übereinstimmen. So haben die Veiba i?I.>^ , 33^S, 
VVh, oyS, f\vhf yvh, pyV in den verschiedenen Dialekten die 



104 ^^' Haupt th. Cap. I. Jllg. Charaeter ä. hehr. Spr^ 

■ Bedeutung des Leckens, Schlingens ; 333, !n33, n33, p5 , Vü 
die der Erhöhung, Wölbung: nm , nm , *)m, pn"T ^ arab. 
i^^C^O , ^::^0 , |f SVl) und |%^ü die des Stofsens , Drängens ; 

n:f 3 , nsa , D::a , t»S3, ysa die des Brechens, Sp$ltens. Hier 
ist dann zu den ursprünglichen 2 Stammccnsonanten ein dritter 
liinzugefügt , auf ähnliche Weise, wie aus den trilitteris später 
durch An- und Zwischenfügung Quadrilittera entstanden ^\ 

In dieser einsylbigen Beschaffenheit scheint nun die 
semitische Sprache allerdings auch noch mehrere Onoma» 



c) Vgl. mein hebr. Wörterb, Th. x. S, »32. Th. 2. Vorrede 
S. XIV (wo noch mehrere Beyspiele gegeben sind^, ferner 
S. 133- 538* Simonis Arcanum formarum S. 140. Rieh, 
Simon hist. crit. du f^'. T. S. 97 (^ed. Rotterd. lögo). /. D. 
JMi cha'eli s Supplemm. ad Lexx. hebr. S. 435 : Nonne suspi- 
cemur , ante has , quas norinins , linguas orientales sororias 
radicihus triliteras , aliquam fuisse antiquiorem , sive matrem 
sororum, sive baiharam , ex qua multuni transtulerint Jece- 
rintque suuni, non dicam oninino hiliteram , sed tarnen et bili- 
teras radices hahentem, quihus deinde , alicuhi forte cum, ali- 
qua significationis variatione tertia sit addita a gente triliteris 
adsueta, aut adsuescente. S. 545-* 452- .•-. Quae legem, quis 
non aliquid iterum onomatopoiitici suspicetur ? hiliteri 
prope dixe rim, ex antiquiore Lingua super st itis, 
ciii tertia deinde litera accessit. Desselben Orient. Bibliothek 
Th. 23. S. 66. PT^ahls arabisches Elementarhuch S. 123 ff. 
Letzterer nennt die Wurzeln, wie St3p, nackte oder ursprungliche 
( was nach dem Obigen nicht ganz zugegeben werden kann )', 
diejenigen mit Vocalbuchstaben aber ausgebildete , und nimmt 
eine Entstehung derselben aus Bilitteris an. 

Auch Casp. Neu mann ging in seinem System über die Bil- 
dung der hebräischen Spracjie Anfangs nur von den obigen 
Beobaclitungen aus, wurde aber bald übertrieben, indem er 
alle radices trilitteras auf , i/Z/ttfraj zurückführte ; und end- 
lieh ganz abentheuerlich , da er das Räthsel der ersten Sprach- 
bildiing überhaupt lösen, und die Bedeutung der Wörter aus 
der der einzelnen ' Buchstaben ableiten wollte , wiewohl auch 
hierin in gewissen Sprachstämraen etwas Wahres ist. Vgl. 
darüber Löschet- de causis ling, hehr. S. 139 ff. 256 ff. 
]Meine Geschichte der hehr. Sprache und Schrift S. 125. ])a- 
^if-gen Chr. ß, IWichaelis de seminibus vocum non bilitte- 
ris. Halae 1709. 4« 



§• 53« ^^^ ^^^ pyurzeln, i85 

topoetica gehabt zu haben, als in der spätem Aasbijdung 
erscheinen. Man merke z. B. die Stammwörter PD^ bel- 
len ; nSJ fachen, blasen; ^33 (ein Gefäfs) zerschmet- 
tern; rriJstofsen; DH^ tosen, brüllen, deren letzte Syl- 
ben nicht undeutlich das Schallnachahmende haben, des- 
sen die trilitera entbehrt, 

4. Da diese Beschaffenheit der hebräischen Sprache 
sich weit mehr und deutlicher in der Schrift zeigt, als in 
der Aussprache, und durch jene gleichsam getragen und 
festgehalten "wird, so hat die Vermuthung etwas Anspre- 
chendes ^) , dafs die Einführung dieses Sprachgesetzes 



d) Sie ist vorgetragen in den Heidelh. Jahrh. der Literat. iQxS, 
no, '2. 5. iii einer Res. meiner Gesch. der hehr, Sprache. Der 
Rec. entscheitiet (aus triftigen Gründen) für die Erfindung 
der semitischen Schrift bey den Aramäern, als dem Urstajrtme 
der meisten Semiten, wahrscheinlich in Babylonien. Die 
schrifterfindenden babylonischen Priester möchten nun zugleich 
jenes Sprachgesetz , Tvenn nicht erfanden , doch wenio;stens 
nach einer durchgreifenden Regelmäfsigkeit auf die Sprache an- 
gewandt und die Spvaclibildung in soweit gelenkt haben, dafs 
sie die etwa noch vorhandenen bilitera in trilitera verwandel- 
ten. Besonders die Analogie der irregulären Conjugation, die 
weit mehr in der Schrift, als in der Aussprache festgehalten 
sey, gebe einen Beweis , wie sehr die Schrift auf die gramma- 
tische Bildung der Sprache gew^irkt habe. Auch die in An- 
selmng der Consonanten fester als in Ansehung der Vocale 
hpstehende Verwandtschaft der Dialekte, weise auf ein schrift- 
licfies Band hin, \velche8 die Consonante«, nicht aber die 
Vocale festhielt. ( Auf letzteres w^ürden wir kein Gewicht 
le£;cn , da die dialektische Verschiedenheit auch in vielen andern 
Sprachstämmen vorzüglich die Vocale angeht, wenn es gleich 
mit der Schrift eine andere Bewandtnifs hat). An eine gewisse 
Verbindung der Sprach und Schrifterfindung denkt auch Fr. 
Schlegel (a. a. O. ) S. 42. 43. 65. Diejenige Beschaffenheit 
d' V semitischen Schrift, nach Tvelcher nur die Consonanten und 
die langen Vocale geschrieben w^urden, geht aber w^iederurn 
von der »n^leugbar richtigen Reflexion aus, dafs die Conso- 
nanten das wahre Wesen und den Bestand der Sprnchsn aus- 
machen. 



igß //. Haupt th. Cap. I. Allg. Character d. hehr. Spr\ 

etwa gleichzeitig mit Erfindung und Einführung der 
3chrift bey den Semiten vor sich gegangen sey, und zwar 
zu einer Zeit, wo die Dialekte noch nicht so geschieden 
waren. Von der nicht geringen grammatischen Reflexion 
der Schrifterfinder liefse sich am ersten eine solche Art 
von Gesetzgebung für die Sprache erwarten, die durch 
die Schrift befestigt, und in allen verschiedenen 
!^weigen des Sprachstammes zur feststehenden Norm 
wurde. Soviel iat wohl gewifs, dafs die Fesihaltung 
dieses Sprachgesetzes ganz vorzüglich durch die Schrift 
bewirk^ worden ist. 

5. Der Wur^.eln, die über die drey Stammbuchfitaben 
hinausgehen ( Oiiadrilittera und Qnlnquelitbera) ^ sind 
"wiederum im Hebräischen äufserst wenig, im Nomen 
jedoch noch mehr, als im Verbo. Tj.Vt. 00/^3 abfressen; 
^D*15 Fruchtgefild, I^^^l'^ ruhig. Dafs man aber fort- 
gefahren hat, die Wurzelwörter auf diese Art durch An- 
hängung oder Einschaltiuig neuer Stammbuchstaben zu 
verlängern und fortzubilden, zeigen die in ihr^r jetzigen 
Gestalt neuere syrische und arabische Sprache, "^velch© 
daran weit reicher sind. Wie sich in den FluriUtteris 
meistens noch die Abhunft von den Trilitteris auf di« an^ 
gegebene W^eiee (weit seltener durch eine Art von Com- 
position und Verschmelzung) zeigt, wird aus der unten 
folgenden Zusammenstellung (Beylage 2) erhellen. 

6. Dafs die Wurzeln des semitischen Sprachstarames 
im Ganzen original seyn, ist allgemei^n anerkannt. In- 
dessen Avird dadurch nicht ausgeschhtssen , dafs nicht 
theils früher, theils später Wörter aus fremden Sprachen 
aufgetragen und mehr oder weniger in die Analogie auf- 
genommen seyn. 

Von den ägyptischen Wörtern, die ztir Zeit des Auf- 
enthaltes in Aegypten, und von persischen, die zur Zeit 
der persischen Oberherrschaft ins Hebräische übergegan- 
gen sind, ist dieses längst bekannt, gehört aber weniger 



§• 53« ^'^<'" <^^« PVürzetji. i87 

hieher, ■wreil mao solchen Wörtern , wie den griecbischen 
im Chaldäischen, Syrischen und Arabischen, ihren fremd- 
artigen Ursprung meisteus noch ansieht. Die Sprache 
war in dieser etwas spätem Zeit nicht mehr jugendlich 
und bildsam genug, um sich diese Fremdlinge ganz an- 
zueignen. 

Aufserdem scheint sich aber die hebräische oder viel- 
mehr die semitische Sprache überhaupt allerdings auch in 
einigen "wenigen Wurzeln mit den ältesten Originalspra- 
chen des östlichen Asien, Zend, Pehlvi und Sanskrit zu, 
berühren, deren Wörter sich der Semit zwar schon in 
eeiner frühesten Epoche angeeignet hat , welche sich aber 
doch zuweilen noch daran erkennen lassen, dafs sie sich 
in die übrige Sprachanalogie nicht recht fügen \vollen„ 
Am evidentesten ist es, wenn dergleichen Wörter Erzeug;-, 
nisse des östlichen Asien bezeichnen, deren Namen Uiit 
der Sache zu den Semiten hinübergekommeu ist. Vv^ir 
möchten hier namentlich auf folgende Uebisreinstimmungen 
nach Form und Bedeutung aufmerksam machen ^). 

SM sanskr. appen Fater. Vgl. DN sanskr. amnia, amha Miit- 

aber §. iig. Anm. ter ( Amme ). 

inN sanskr. akitta einzig (von .IVS Burg, viell. s. v. a. Zmra, tari,, 

^eaa eins). sanskr. Stadt, pers. har. 

t)'»bnN sanskr. fl^A/Z, flg^aZZoe/iMm. yj,^ a^b. ^ju,.sf, aram. n-«« ist 

1!|K sanskr. ur. Ort, Stadt, Flek- (ein Won, "was sich durch- 

ten, vgl. □''ti^^^ 1!5« i Mos. ^^^ nidu in die semitischa 

II, 2ö (und melueve Ort- Analogie fügt), wahrsch. vgl. 

Schäften jener Gegend). sanskr. asti , zend. aste, astiy 

tt)sH vgl. sanskr. ischa Herr, aschti, pers. ^M-f , «»", est^ 

IV^an.n ;> ischi , ischani Frau. ist. 



e) V^i'^le der obigen Vergleichungen liat schon Adelung ClVfi- 
thridates I, S. 14Q ff.), aber zum Theil neben anderen, wielche 
durchaus keine Prüfung aushalten. Audi von den obigen 
Coinbinationen wird sich vielleicht die eine oder die andere 
in Anspruch nehmen lassen, doch wird das hier zu behaup- 
teTiile Factum, eine Berührung dieser Sprachstäname in einigen. 
Wurzeln, nicht in Abrede zu stellen seyn. 



'88 I^' Haupt th. Cap. I, ^tlg. Char acter d. hehr, ^pr^ 

^0» » itü mischen, sanekr, «jl p Affe, sanskr. kapi. 

mi'^ra, pers. i^jC£s:i<cfj /*<ffyw, T^ty eine Schlangenart, viell, 

misceo. sarpa Schlange. 

ny3 Jüngling. n*ir!3 Dirne, viell. V^.. Zahn, sanskr. Jandfa , peri. 

Vanskr. nar Menlich , Mann, OsJO , ^end. dentano, pehlvi. 

zend. nar, nereschy f. naere dandan. 

Frau. \Ü^ sechs, ta.ns\.v. schaschta. 

tt;*^5 Kofs, Reiter, sanskr. parfl^aÄ. l>3\ü sieben, sanskr. japCa, vgU 
{)'»5Dn*lS die Vornelmisten, sankr. äirT« , septetn. 

pratanta, altpevs. purdovi der U''»^!^ Pfauen, sanskr. tög(i% 

erste. '^ 

$. 54. 
V e V h ä 1 1 n i fs der R e d e t h e i 1 c. 

1, Wir haben im vorigen (). vorausgesetzt, dafs nicht 
^jlofs das Verbum sondern auch das Nomen , Pronomen 
und die Partiker wirkliches Wurzelwort seyn können, 
was eigentlich nie hätte bezweifelt werden sollen, doch 
aber cret seit nicht langer Zeit anerkannt wird, wenn 
gleich schon die ältesten hebräischen Grammatiker, als 
JJav. und M. Kimchi, das Richtige sahen. 

Die meisten Grammatiker der älteren Schule nämlich 
haben der allerdings richtigen Bemerkung, dafs das Fer- 
huvi trilitierurn in den meisten Fällen das Wurzel wort de«, 
Substantivs, Adjectivs, auch der Partikeln sey , eine ganz 
allgemeine Ausdehnung gegeben , und sind dadurch, bey 
einem Scheine von systematischer Einheit, auf etymolo- 
gische Spielereyen und Absurditäten gefallen, die keiwe 
Widerlegung verdienen ^). 



/) Dahin gehört es, wenn man die Pei-sonal- und übrigen Für- 
worter (s. Schaltens Institt. ting. hebt: S. 2 26. SimO' 
nis in Lex. hehr. u. d. d. W. W. Tympt^s Anmerk. zu 
Noldii concordil particularum^, selbst die literas praefixas 
{l'JeifferiOpp.phitol. T. IL S. 1073) von Verbis trj7«t- 
teris ableitet ; oder auch wohl um£;ekehrt alle« auf Nomina 
y.nnickführt, wie Spinoza, 6'torr u. neuerlich Norherg ( s. 
unt' n Not:e h ). 

Dem Nomen wird diese ürsprönglichkeit im Gegensatz der 



§•54- yerhältnijs der Redetheile. i3q 

2. Das Wahre über die gegenseitige Abkunft der Re- 
^etheile von einander ist: 

a) durchaus primitiv sind die Pronomina sowohl 
die persönlichen, als die demonstrativa, relativa u s.w. 

b) das Verbum ist bey weitem am häufigsten primi- 
tiv oder vom Verbo selbst nach einer bestimmten Ana- 
logie derivirt (§, 67), seltener vom Nomen pritniti- 
vum abgeleitet (§. 75); 

c) das Nomen ist eeltenef primitiv » als da^ Verbum* 
am häufigsten von letzterem abgeleitet, aber auch vom 
iVoOTc/z selbst (§. 118 — 122); 

d) die Partikeln sind theils primitiv > theils vom 
Nomen und yerbum abgeleitet, öder selbst Pronominal , 
Nominal- und Verbalformen (§. 14.6). 

Die ältesten hebräischen Grammatiker (R. Jona, Juda Chiug, 
». J o. ]V[orini Exercitatt. hihi. S. 531) unterscheiden nach 
dem Beyipiel der Arab«r (Tllar te/ö tt « Institt. arah, II, i\ 
welche wiederum der aristotelischen Eintheiliing folgen (Dion, 
H alle, de compos. vsrhoruvi c, II. S. 1 9. ed. Schäfer. Quin c ti- 

lian. /. 4) drey Redetheile : Nomen (Du, AA**f), Verhutn 

** , ' " t,, 

(•jVa, Vxi) «nd Partikel (n^O, D-'OSJtS n^Ö , (^^), 

' und theilen einen jeden derselben in primitiva ( Dt*i|3V ) und 
der iv ata ( B ^ 113 3 ) . 

5. 54 ^- 
Gtammatische Structur des Hebräischen. 

Für die grammatische Structur gibt es bekanntlich 
überhaupt in den Sprachen einen doppelten Weg. Ent- 
weder werden die Verhältnifsbegriffe und Nebenb«stim- 



davon abgeleiteten Verba (^denominativa) ausdrücklich und 
gründlich vindizirt in Äurivillii dissert. de primitivis lin- 
guae hehr, in dessen Dissertatt. ed. Micha'ilis ( Gotting. 
179**) S* 37^ ^« Jahn^s aramäische Sprachlehre VorieJe 
S. VIII ff. Vgl. mein h*l^. Wärtörh. Th. i. Vorrede S. VII i>. 



igo //. Hauptth. Cap. /. JÜg. CRaracber d» hehr. Spr, 

mungen der Grundbedeutung durch Flexion oder innerö 
Veränderung und Umbiegung des Wurzellautes bezeichnet J 
oder durch Worte und Partikeln, welche jene Verhältnisse 
an sich bezeichnen , zu der Wur-zel hinzugefügt werden 
(Suffixa, Praeßxajy und mehr oder weniger mit ihr ver- 
schmelzen , woraus dann öfter wieder eine Art von Fle- 
xion entsteht ^). In gewissen Sprachstäninjen, wie z.B. 
im Griechischen, Indischen, herrscht die eratere, in an- 
dern die letztere Gattung der grammatischen Bildung vor. 
Und so ist es im Hebräischen und den damit verwandten 
Sprachen. 

2. Der Semit hat nämlich seine grammalische Stru- 
Ctur zu einem bedeutenden Theile dadurch zu Standö 
gebracht, dafs er die Verhältnifsbegrifte , namentlich die 
Personalbezeichnung, dem Wurzelworte mit einiger Ab- 
kürzung beygegeben hat, z. B. J!) i'Q]? f. '^^^"' '^?'(^ 
(tcdten-du); ^JOpH (du-tödten); "Ip.Sp (währschi 
jemand -besuchen f. besuchend); ^J^lDT (Wort -uns)» 
und diese Entstehung ist gerade im Hebräischen noch so 
sichtbar, dafs daraus eine Begehnäfsigkeit der Etymolo- 
gie und Sprachbildung entsteht, welcher schon das 
Arabische und Syrische ermangeln , w^o diese Formen 
schon abgeschliffener und von der Urforni entfernter 
erscheinen. 

3, Andrer Seits enthält auch die hebräische Gram» 
tnatik mehrere Flexionen , die kein besonnener Gramma- 
tiker etymologisch zu deuten unternehmen -uard, z. B. 
die Pluralendung D"^ — , dieFemininalendung H-v- u. s. Wi 
Warum gerade dieser und kein anderer Laut zur Bezeich*j 
nung dieser Verhältnisse gewählt sey, läfst sich ebenso 
•Wenig sagen, als sich in den meisten Fällen von den Wur- 



g) S. Fr. Schlegel a. a. O. S. 44 ff. der die Sprachen nach 
diesem grammatischen Unterschiede klassifizirt hat. So schon 
vor ihm Anton (über den Unterschied der Orient, und occiden^ 
taliscken Sprachen 1792. Q.y. 



§. 54 ^' Grammatische Stnictur des Hehräischert, 191 

zellauten Rechenschaft ablegen lafst ''). Eine schöne 
Mannichfaltigkeit ivahrer Flexion und innerer Umbiegnng des 
Lautes bietet aber die Bildung des Verhi derivati oder der 
sogenannten Conjugationen, dann auch die Entstehung des 
Nomen aus dem Verho^ wozu im Arabischen und Aethiopi- 
schen noch dev Flur aus fr actus kommt, den die übrigen verr 
■wandten Dialekte nicht kennen. Man mag daraus abneh- 
men, dafs die Sprachen von jener unvollkommenem, mehr 
mechanischen Art der grammatiüchen Structur ausgehend* 
eich bey gröfserer Ausbildung immer mehr der Wortbildung 
durch Flexion genähert haben, wie sie denn auch umge- 
kehrt in der Zeit ihrer Entartung jene mühsamere und 
kunstreichere Flexion verlassend Avieder zu dem Gebrau- 
che der Partikeln zurückzukehren pflegen '). 



h) Dieses einseitige Bestreben , alle grammatischen Flexionen ety- 
mologisch erklären und den Ursprung derselben in dem jetzi- 
gen Sprachvorrathe nachweisen zu wollen, herrscht zum Theil 
schon in Storr^s Observatt. ad analogiam et synt. hebr,t 
iKich mehr in folgenden grammatischen Abhandlungen von 
Norherg (^Etymologla linguae hehraeae de nomine. JLundao 
jjjoy. De Pronomine, igoy. De Verho, Jgoy. De Parti- 
cutis, igoS- 4- )• Nur einige Proben ! Die Pluralendung D*»-— 
sey eigentlich s. v. a. das chald. ^''N utique , immo ; die Femi- 
ninalendung nr;- vom Pronomen j<ri ^ v.!> ! das n m Hiph.il 
von J<n ecce , age, daher es transitiva bilde; H in ^T5N x-^on 
Jl Ileus! o! daher Bezeichnung des Superlativs; i in Niphal 
von n3N begegnen; n in Wörtern, wie b^t3pn von riM Zei- 
chen u. s. w. 

i) Irn Griechischen ist die Entstehung der Personenbildüng im 
Verho offenbar ebenso , wi» im Hebräischen vor sich gegan- 
gen (s. §.78)» aber sie ist mehr abgeschliffen und ver- 
wischt , so dafs die griechische Sprache ein vorzügliches Bey- 
spiel einer durch unendlich reiche Flexion gebildeten Spi'ache 
darbietet: ebenso das Lateinische, wo blofse Flexion herrscht. 
Bey der Entartung beyder Sprachen im Mittelalter erstarb diese 
Flexion, und es trat die moierae Structur durch Präpositionen 
und Hülfäveiben ein. 



iQS //. Haupt ih. Cap. I. Jllg. Charaeber d. hebr, Spr» 

4. Aufser jener Composition mit dem Pronomeri 
(no. q) und einer fast nur im Nom. proprio vorkommen- 
den Composition zweyer Nomina ist die Covipositioti in 
Etymologie und Wortbildung nicht gewöhnlich ; denn 
Verbindungen , wie njiT^ *Q.^ gehören im Hebräischen 
der Syntax oder Wortverbindung, nicht der etymologi- 
schen Wortbildung an. Die in den meisten Sprachen so 
häufigen Verba composUa kommen gar nicht vor. Alles 
dieses, wie z.B. auch die Comparation, wofür es im 
Hebräischen an einer Form fehlt, mufs durch syntakti- 
sche Fügung ausgedrückt werden, und ist also nicht in 
der Formenlehre , sondern in der Syntax zu suchen. 

Erst hier mag der (ohnehin unwichtigen) Eintheilung in Ra- 
dicalhuchstahen ( n'i-itt5'l\y nl-tnlK) unä Servilhuchstahen (n1•">n1^e 
riltüßVJö) gedacht Averden, die man gewohnlich fälschlich 
schon in der Elementarlelue ( §. 4 ) beybringt. Servilhuchsta- 
hen nennt man nämlich diejenigen, w^elche zum Behuf der Bil- 
dung and Flexion zu den Stammformen hinzukommen. Hiet 
hat man nun beobachtet, dafs dieses nur folgende sind : 

oder, wie man sie ebenfalls schreibt: 

tni» rsSüi nuJ». 

' T •• •• T : V 

Im Anfange der Wörter servireu die Buchstaben tl/^Sx , im An- 
fänge und am Ende die Buchstaben pttn , an beyden Stellen, 
auch in der Mitte die Buchstaben r1*i. 

Die Bildungsbuchstaben , welche insbesondere die verschiede- 
nen Formen des Verhi und Nomen verbale bilden, sind: 

Dafs diese Servilbuchstaben aber auch radical seyn können, 
versteht sicji von selbst. Eine allgemeine Zusammenstellung der 
BildungsjjZ&en findet man in Vater"" s hehr. Sprachlehre S. gr. 

" $. 54 c- 

Anordnung der Formenlehre. 

Aus dem bisher angegebenen (§. 54» 2) Verhältnifa der 
Redetheile erhellt nun auch zugleich , auf welclie Weise 
der grammatische Stoif am richtigsten und beijuemsten 



§. 54 *^' -^»Ordnung der Formenlehre. .«93 

geordnet werde. Das Pronomen wird vorangehn müssen, 
als der einfachste Redetheil, wovon ein Haupttheil (das 
Personalpronomen) bey derBi-ldung des Verbi zum Grunde 
liegt, auch zur B-eugung des iVbme« erforderlich ist. Zu- 
nächst folgt dann das Ferhrni, Avelches in den meisten 
Fällen das Stammwort des Nominis ist, und dessen Ana- 
logie bey der Bildung und Flexion des letztern zum Grun- 
de liegt, welche ohne erstere auf keine Weise begriffen 
werden kanh*^). Hierauf erst kann das Namen behandelt 
werden, und dann die zum Theil auf allen jenen Rede- 
theile/i zugleich beruhenden Partikeln. 

2. Bey Behandlung der einzehien Redetheile unter- 
scheiden wir die FP'orthildung von der eigentlichen Fle- 
xion , und untersuchen bey ersterer die Ursprünglichkeit 
des Redetheils oder die Art der Abstammung desselben 
von den übrigen primitiven. Nur bey dem ganz einfä* 
fchen und primitiven Pronomen fällt dieses weg. 

$. 54 rf- 
Aramaismen und Arabismen. 

1. Bey der engen Verwandtschaft, "^velche zwischen 
der hebräischen Sprache und den sie begräi:|zenden 
Sprachstämmen der Aramaer und Araber Statt hat, ver- 
steht es sich von selbst, dafs sich die grammatiseken Bie- 
gungen der hebräischen Sprache häufig mit denen der 
aramäisclien und arabischen Sprache berühren werden ; 
und in \'\'eiterem Sinne könnte man alle hebräische For- 
men, welche mit aramäischen und arabischen mehr oder 



k^ Wir erinnern aufser dem , was von selbst in die Ancen füllt, 
nur an die Bildung des Nomen denominativum ( §. i2i). 
Schon die ältesten arabischen und hebräischen Grammatiker ha- 
ben aus diesen augenfälligen Gründon das Verbum vor dem 
Nomen abgehandelt, wogeiren l;aum in Betracht koraint, was 
Neuere (s. S chult ehs institittt. S. 157. Simonis introd. in 
livg. heiir. S. 166.) fiagej^en eingewandt haben. Vil. Jahns 
uramäische Grammatik, Vorrede S. viii ff, 

N 



1 94- !!• HauptLh. Cap. I. Jllg. Character d. hehr. Spr. 

weniger zusammenfallen , Chaldaismen , Syriasjrten, Ara- 
bismen nennen. Gewöhnlich nennt man so aber nur im 
engern Sinne solche Formen, Avelche im Hebräischen un* 
gewöhnlich und anomal, in jenen Dialekten aber en|. we- 
der die geAVöhnlichen sind, oder doch sonst vorgefunden 
werden, und aus der Analogie derselben erläutert werden 
Jiönnen. 

Arabismus Ist hiernach z, B. MlStcrs f. ^Sup sie tödteten, vgl. 

■ \»i.\',\f, Aramaisraeii sind der Plut. ]■< — für D"» — . die remi- 

■^ p , ■ ? '' ■ 

uinalendung h-^ f. n— ( syr. |— }; die Verbalfornien wie 

•»ri^BjD (gew. ^nblSj^) für rS^JD lu s% w. *) 

Q. Betrachtet man diese Idiotismen aus einem /liitorz« 
jcÄcn Gesichtspuncte , so Avird man zu unterscheiden ha- 
ben zwischen solchen, "welche der hebräischen Sprache 
an sich und in ihrer Eigenthiimlichkeit zukommen, und 
solchen, welche ihr ^durch einen Einflufs von aufsen her 
aufgetragen worden sind. Der letztere Fall findet ana ge« 



*) Wir reden übrigens hier blofs von Syriasmen und Avabismen 
grammatischer Art, welche theils die Orthographie und allge- 
meine Formenlehre, theils die Biegunfj der Redetheile, thcils 
endlich die Syntax betreffen können. Beyspiele der erstercii 
Art sind schon im ersten Hanpttheile in Menge angeführt \vor- 
den. So vreit die Aramaismen und Arabismen lexicaLischcr Axtz 
sind, d. i. die Wahl und Bedeutung der Wurzelw^örter, den 
Gebrauch gewisser Phrasen bctreflen, geliCiren sie nicht hie- 
her. Zur Erklärung der Syiiasnien in der Biegung der Wör- 
ter dienen nach Alting §.161 fl. und S chul tens institt. p. 
464 — gg , bes. Chr.i B. JVLiclia.elis lumiiia syr. jrro il- 
lustr. Hehraismo sacro , Ilalae 1756, abgeilr. in Pott Syl- 
loge cornmentt. tlieol. I, S. i7o. Eine ähnliche Schrift w^äre 
über Arabisii:cn , sodann aucli über die lexicalischen und syn« 
taktischen Idiotismen , die sich in den verwandten Dialekten 
finden und daraus erläutern lassen, zu \vünschen. Für das 
Arabische ei'thalten Schulteiis Schriften (^Comment. in Job. 
Proiy. Ofjp. minora u. s. w. ) viele Beyträge. Nur geht dieser 
in seinen Combinationen oft zu weit. 



§. 54- ^' ^^(imaismeji nnd Arahismen, 1()5 

wissesten Statt bey den y^raniaismeu , welche sich in den 
nach dem Exil verfafsien Schriften und Abschnitten 
des Ä. T. vorfinden ; hier bietet uns nämlich die Ge- 
schichte die vollständige Auskunft darüber, dafs diese 
Idiotismen aus der damals schon in Palästina einheimi- 
schen aramäischen Volkssprache in die Büchersprache ein- 
gedrungen snid*). Allein ziemlich viele Aramaisinen fin- 
den sich schon in den älteren Dichtern, \vie sich über- 
haupt eine gewisse Berührung zwischen der poetischen 
nnd aramaisirenden Diction findet, und hier läfst sich ein 
solcher historischer Zusammenhang weder nachweisen, 
noch mit Gruiide vermuthen. Man ^vird sich daher je- 
nen Umstand vielmehr aus der allgenjeineo Wahrnehmung 
zu erklären haben, dafs gewisse Wörter und Fornien, die 
in Einem Dialekte die gewöhnlichen sind , öfter in einem 
andern die edleren und poetischen zu seyn pflegen, wozu 
schon die Vergleichung der germanischen Dialekte, z. B» 
des Deutschen, Plattdeutschen, Holländischen, Engli- 
schen eine Menge Belege giebt**). Allenfalls bliebe die 
Möglichkeit oft'en, dafs solche poetische Idiotisnien ei- 
gentlich Archaismen lind Ueberbleibsel aus einer Zeit wä- 
ren, Avo das Hebräische noch näher mit dem Aramä-ischen 
verwandt war, w^obey man die Mischung der griechi- 
schen Dialekte im Homer vergleichen und den Umstand 
zu Hülfe nehmen könnie, dafs die Hebräer eigentlich nwx 
eine Colonie der Aramäer waren; allein es ist doch fast 
wahrscheinlicher, dafs die (altaramäische) Sprache der 



*) Geschichte der hehräischen Sprache und Schrift S. 27 £F. , vgl. 
S. 44. , ^vo man diese Chaldaisnien zusammen limlet. Uehii- 
gens sind nicht alle Idiotismen des spätem Hebraismus gerade 
CUdldaisraen. , 

♦♦) Ueber diese Idiotismen der DichteTsprache s. die Votrede zu 
. meinem (grüfsern) hebr. J'^Vörterh. Th. i. S. xxv-xxvii. Ge- 
schichte der hehr. Sprache mid Schrift. S. 22. 54. Vgl. Lowth 
de Sacra po'csi Hebraeorum. S. 42. ed. Gütting. 

N 3 



igS II. HavpUJi. Cap. 1. /lllg. CJiaraet^r d^ kthr. Spr- 

Abrahamiten zunächst ganz von der Landessprache dör 
Canaaniter verdrängt worden ist, ohne einen bedeuten- 
den Einilufs auf dieselbe zu üben *). Am wenigsten kann 
man behaupten, dafs eine unserer alttestamentlichen 
Schriften, z. B. Hiob, in jene Zeit hinaufreiche. 

Was die AralismeTi betrifft, so verdient es zunächst 
Bemerkung, dafs es deren vermöge der oben angegebenen 
Beschränkung des Begriffs überhaupt weit weniger gebe, 
als der Aramaismen; ferner finden sich dieselben nicht 
etwa in gewisseil Schriftsteilern und Schriftstellerklassen 
vorzugsweise ; noch Aveniger läfst sich endlich eine histo- 
rische Einwirkung der arabischen Sprache auf die hebräi- 
sche nachweisen. Was sich von Arabismen findet, ist 
entweder zugleich rein -hebräisch, oder es ist dichteri- 
scher Idiotismus, oder es findet sich auch im Aramäi- 
schen, und ist dann wahrscheinlicher dorther ent- 
lehnt *^)i 

Einige wenige AramaJsmen und Arabismen können allerdings 
wohl auf Rechnung der Abschreiber gesetzt werden : doch möch- 
te ich dieses fast nur von den Aramaismen behaupten , und na- 
mentlich die einzelnen in altern Büchern vorkommenden aramäi- 
schen Flexionen und Orthographieen dadurch erklären (vgl. 5»- 
7710 71 hist. crit. du V. T. S. 104). Denn die altern Juden waren 
fast nur dieses Dialekts mächtig, und nach der Verbreitung des 
Arabischen unter den Juden hatte wohl schon die IVTasora einen 
XU engen Zaun um das A. T. gezogen, als dafs die Landesspra- 
che bedeutend hätte auf den Text desselben inAuiren können. 



*) Vgl. Geschichte der hehr. Sprache. S. 15. 16 ff. 

**) Vorzüglich im Buche Hiob hat man eine verhältnifsmäfsig 
gröfsere Menge von Arabismen fmden wollen , als in andern - 
Büchern , und man hat dieses dann mit der vorgeblichen Ab- 
fassung; des Buchs in Iduraäa in Verbindung gesetzt, oder 
durch irgend eine Einwirkung arabischer Bildung erklären 
•vfrollen. Dagegen s. Bernstein in Keil und Tz seh ir- 
rt er s Analekten für das Studium der excget. und syst. Tlieo- 
logie. Th. 1. St. 3. S. 16. 49 ff. Meine Geschishte der hchf. 
Sprache, S. 35 ff» 



0. 54- ^- Ö« 55- ^om Arbikei. 197 

Zalilreiclie Samaritanismen finden sicli in der sam. Recension 
des Peutateuchä, auf -welclieli die Muttersprache der minder 
ängstlichen samaritanischen Abschreiber sehr eingewirkt hat; (3. 
darüber meine Coinment. de Pent. Samarit. S. 51 ff.) 



Cap. IL 
Vom Artikel und Pronomen. 

5. 55. 

Vom Artikel. 

X. Zur Bezeichnung des Artikels gibt es im Hebräi- 
schen nur eine Form für alle Genera j Numeros und Ca- 
sus , nämlich 'H (daher nV'^*1^n NH, IJe cognitionis , He 
demonstrativum genannt), z. B. ^P.^, Sonne, ^D^H die 
Sonne. Wiewohl sich die Form nirgends mehr vollstän- 
dig findet, so ist es doch nicht zweifelhaft, dafs dieses »H 
für /H stehe, und dem arabischen Artikel ^\ entspreche» 
dessen Lam sich ebenfalls vor gewissen Buchstaben assi- 

milirt, daher sÜD^H, arab. lyu^j^C^JS aschschiims (die 
Sonne). 

Die übrigen Ableitungen von p oder von nh, UTi (siehe!), 
so wie von WT) kommen als erweislich unrichtig gar nicht in 
Betracht. (S. Chr. Münden Hytl^n «n s. He demonstrati- 
vum i scientifice dsmonstratum , Lips. 1706. 4* ^^^ Biblische 
Encyclopädie. Th. 1. S. 171 fF.) 

2. Aufser jener gewühnlich3*en Form des Artikels 
nimmt er nach Maasgabe des folgenden Buchstaben noch 
andere Vocale an, nämlich a) vor den Gutturalen und 
dem *1, weil diese nicht verdoppelt "werden (nach §, 37, 
1), ein Kainez, z. B. jl^H (das Auge), tD^?'^^ (das Haupt), 
vor M und H jedoch auch blofs Patach (nach §. 38, 1), z. 
B. ^'jn'l (der Monat), b) vor Gutturalen mit Kamcz ge- 



igg //. Hauptth. Cap. II. Vom Artikel u. Pronomen^ 

•wohnlich Segol (nach §. 47» i). z. B- '2^"'.'*1'1 (die Berge), 
^3yn (die W'ilke), '^^3^'^, das Blatt), nuseenomnieii eini- 
ge \Vörter. wo Kamez bleibt, als 2^?^ , ^l^l' X'^.^'^' 
"inn , Qyn. Doch findet sich das Se^ol auch vor H ('S. 
47, i). c) ohne Verlängerung des Vüc^jIs unierMeibt die 
Verdoppelung, meistens vor "] und D, z. B, "'^.^Q"! der 
(Deckel), ny'^"l^n (Vorhang;, '"iN^.n'cFluls). " " ' 

3. Wenn die Präpositionen 2, ^, ? (ö- 151) vor den 
Artikel treten, so fallt das H weg, und die Präposition 
tritt in dessen Punct.ition ein (nach §. '^\, 2 litt, b) als 
Piq^2 für a^DtrJPS (im Himmel); '^rhjS dem Essen- 
den r'"^?^? ^- '^'Wm Ciin Staube), H^-äS (dem Vor- 
gänger). 

Die Stellen, wo das n stehen geblieben ist, sind dagegexi so 
aelten , dafs sie als Ausnalimeu zu nievken sind. !Noch am häu- 
figsten ist es bey B der Fall, als Dl»nS i Mos. 59, 11. 5 Mos, 
6, 24. 1 Sam. 9, 13. Jer. 44, 22. Jes. 9, 7. xQ. Neh. 5, 11, 
9, 10. Aufser diesem Falle fast nur in den spätein Biicliern 
des A. T. , als p <">''anS (den Fremden) Ezech. 47, 22, ■;{'nnna 
Nehem. 9, 19, DDnnS) Kohel. Q, 1, UVn\ ö Chron. 10, 7, 
C^owna i's. 36, f^y ' ns^rih 1 Cluon. 20', 6. 3, ini^n'^ 
1 Cin-on. 25, 6, nsinnS ^MtJli. 12, 33, niJi^nns Ezech. 40, 
25. Aufserdem einige Mal im Clieihib, als 2 Kon. 7, 12, 
a Sam. 16, 2. 

So ist denn ohne Zweifel auch l>*inS dem Bösen Ps, 15, 4 
zu nehmen. 

Aura. Von dem arabischen Artikel Sm finden sich auch im 
Hebräisciieri einige wahrscheinliche Beyspiele, in denen er je- 
doch seine ursprüngliche Bedeutung verloren hat, und mit 
dem Worte selbst verw^achsen ist, z. B. in den Appellativen 
UJ-^JüSm (Eis, Hagel) Ezech. 13, 11. 13. Sß. 22, vgl. ly^a^ 

^ o > :£ 
(Krystall) Hiob 2Q, iQ; viell. D^phH (arab. *^Ä^ f Volk) 

Sprüchw. 30, 31 , und in den Nomm. -propr. Tliöb*« 1 Mos. 
10, 26, nSlnSH Jos. 15, 30, vgl. nSlB i Chron. 4, 29. (s. 
das Wörterb. u.' d. W. W. ) 

Auch im Syrischen finden sicU sicher einige solche Beyspiele 



^'55' §• 5Ö. Pronomen personale separatum. ic)C^ 

(3. hebr. Würterb. S. 4°)' wodurch die Wahrscheinlichkeit 
ihrer Annahme im Hebräischen wächst. 

Dafs umgekehrt im Arabischen und Syrischen Spuren des 

hebräischen Artikels «ind , zeigen die Pronomina ^^J , (lXs^ 

(nt, n^J^) dieser, syr. u. chald. Nn ^ ^'\^ ■, P.'"'? |)01 

§• 56. 
Pronomen -personale. a) separatum, 

1. Die Hebräer haben eine doppelte Form der prono- 
mma personalia (^^^H. ^?.^^^.)» eine, wo es für sieh beste- 
hendes Wort ist (pronoinen separatum T^Sj ""lüD), und 
eine andere , welche hinten an die übrigen Redetheile, 
Verba , Nomina, Adverbia, Präpositionen angehängt wird 
(pronomen siifßxum od. SuJ-ßxum , auch Ajfixum *^'^33 
7|,Opi3 ). Die ersiere Form zeigt (mit ^renigen Ausnah- 
men, s. Synt. §. 191) den Nominativ, die andere die Ca-' 
siis ohliquos des Pronomen an. 

2. In Vergleich mit dem Griechischen , Lateinischen 
und Deutschen hat die Sprache hier eine gewisse Man- 
nichfaltigkeit von Formen, die sich dann im Verbo wie- 
der zeigt, namentlich zwey Formen für die beyden Ge- 
schlechter der zweyten Person'). Bey der ersten wäre 
diese Unterscheidung ganz unnöthig gewesen, da der Re- 
dende als gegenAvärtig gedacht wird, und sich dann selbst 
hinlänglich bezeichnet. Aus den Sufßxis (§. 57.) und 
den Afformativen der Verba (§. 78.) sieht man, dafs die 
Mannichfaltigkeit ursprünglich noch gröfser gewesen seyn 
müsse. 

3. Folgendes ist die Nominativform derselben: 



Die asiatischen Sprachen zeichnen sich überhaupt durch Reich- 
thum an Pronominalformen aus , die sich zum Theil nach 
Verhältnifs des Sprechenden richten, und von dem Ceremoniel 
der Asiaten, ausgehn. Vgl. A delun §' s Mithridates. Tb. i. 
S. 261-. 573. 



fi op. //, Haiiptth, Cap.- IT» Vom Artikel w, Fronomen. 

Sing. 
1 com, ^3^?, in Pmisa W, auch **DiS, in Pausa "^D-M 

(IllHil) ich. 

rm. nns , rjNi, in Paus^ nnN (^iif/Zez; du. 

^ i/. ^^» 'fj^ du (Weib), inPaMjarjN. 

/ N^n er. * 
^ \ N-^n sie. 

Flur. 
1 com. Vi<^, "^l^n^N, Vn2_ wir. 
im. OrjN ihr (Männer). 
1 ° \/. pN, nJI^N ihr (Weiber). 

!m. DH , nSn sie (die Männer). 
/• vi* <^l'l. sie (die Weiber).. 
4. Dafs sie alle primitiva sind, und zu den am frü- 
hesten entstandenen einfachsten Redetheüen gehören, 
sollte Avohl anerkannt seyn, zeigt auch ihre ganz eigen- 
thümliche, weder den Nominal- noch Verbalformen ana- 
loge Form. An dem Plural lafst siqh die Entstehung aus 
den Singularformen (durch die Pluralbezeichnungen ^, D, 
\) w^ohl bemerken, indessen ist sie doch so abgeschliffen 
und verwischt, Avie es sich bey den ältesten Wörtern der 
Sprache, die zugleich ^m häufigsten durch den Mund 
gehn , erwarten lafst. 

A n, ni e r k u n g e n. 

1. Die Form djm (für ISJN, 15 j^<) findet sich atich im Pliönizi- 
schen (Imcr. Ck. II. in Tocockes Reisen Th. 2. tab. 33.), da 
«las 3 hier sonst in keinem Dialekte Statt hat. Aufserdem stimmt 
hier und in der zweyten Person das Koptische überein (anok ich, 
»ntu du) , welche Formen aber eher von den Semiten zu den Ae- 
gyptern gekommen seyn möijen, da sie in die Analogie der übri- 
gen Personen -und die Bildung; des Pronomen eingreifen. 

2. Das Dag. forte in nriM, PH, SO wrie im Plur. QPM ist ein 
assimilirtes J, welches in den übrigen Dialekten stehn bleil)t, als 

j^^ I A J I } niJiM du m. Die Form PN kommt nur 1 Sam. 

] S4, 19. Ps. 6, 4 ""^ Hiob I, 10. KoLel. 7,22. Neh. 9,6 im 

,f Ghethib vor. Die seltenere Femininalform TiK Rieht. i7, 2. 

1 Kon. 14;, 2. 2 Kon. 4, 16. 23. 3. 1. Ezech. 36, 13. f er. 4, 



§. 56« Pronomen personale separatum, fios, 

30. sollte tpi« gelesen -werden, und eutspricht dann dem syri- 

'1 " ? •* . ...» 

sehen w»A J ) , arab. iJCJ f > i" ^c''' Vulgärsprache auch , Xj f. 

Die Punctation mit Schiva bezieht sich aber immer auf ein Keri 
PN, ^'«jeiI die Masorethen , wie es scheint, jene Form nicht an- 
erkirnt haben. Im samarit, Pentateuch steht sie häufiger, und 
ist dann Samaritanismus , iriN 1 Mos. »2, 12. 13. 24, 47. 

3. Das K an M^n und «"»n ist paragogisch (§. 42 &.), fehlt da«. 

her im Arab. und Syr. ^^ 001, und in den Saffixis. 

Zu merken ist hier der besondere Idiotismus, oder, vv-ie man 
gewohnlich will, Archaismus des Pentateuchs, wo Kin gen. 
comm. ist und auch sie bedeutet (wofür nur iiinal KT) vor- 
kommt, s. JVIasora zu 1 Mos. 38, 25 1 nämlich 1 Mos. 14» 2. 
20,5. 58» ^5- 3 Mos. 2, 15. 11,39. 13,10.21. 16,31. 
21, 9. 4 Mos. 5, 13. 14). S. Eichhorn'' S Einleit. in das A. 
T. §. 406, vgl. V ater''s Comment. üh. den Pentateif,ch Tfa. 5. 
S. 616, meine Gesch. der hehr. Sprache und Schrift S. 31. Die 
Punctatoren , die für solche Anomalieen keinen Sinn hatten , ha- 
ben dieses Min immer KID geschrieben, w^obey ein beständiges 
Keri N^n hinzu zu denken ist (§. 30, i. Anm,). Die samaritaiü- 
Bchen Kritiker haben das NT! jedesmal sogleich in den Text auf- 
genommen (s. die Stellen zusammen in Nolde concordd. particul. 
hehr. ed. Tymps S. 250). Aufser dem Pentateuch kommt die- 
ses NTn noch 1 Kön. 17, 15. Hiob 31, 11. Jes. 30, 35 vor, 
wo ebenfalls KIH zu lesen ist, und syntaktische Anomalieen zum 
Grunde liegen, die die Punctatoren nicht fafsten. 

In den J\Iss. w^echseln Min und x^n noch weit mehr, als in 
den gedruckten Ausgaben. S. Lilien thal descr. cod. Regio- 
mont. S. 27. 63. 

4. Die Form !)3H, welche dem Sing, "«JJjl analog^ wäre, und 
bey den Suffixis (13, 13~ » ''STt) zum Grunde liegt, kommt 
nur Jor. 42, 6 im Chethib vor. Die Masorethen haben aber die 
seltene Form nicht anerkannt, und !)3ni^< dafür gesetzt, welche» 
auch einige Mss. ixnd Ausgaben im Texte haben. Allein "i3H 
findet sich auch im Rabbinischen. 

•linitj, die geTvöhnlichste Form, kann als eine Pluralfoi'm 
Ton s^ jt« angesehen w^erden ; wenn gleich die Orthographio 

' . . ^ ^ { 

nicht ganz übereinstimmt. !J3n3 (vgl. das arab. /»vccij) kommt 

nur 6mal vor (1 Mos. 42, ii. 2 Mos. 16, 7. Q. 4 Mos. 32, 32. 
ü Sam. 17, .12. Klagel. 3, 42), weshalb der ^am, Codex überall^ 
des gewöhnUchexe ^In^M duS&t su^stjltuixc^at. 



So 2 II. Haupt th. Cap. II. Vom Artikel u. Pronomen. 

5. BjnM bleibt auch in Paüsa unverändert^ DPIN. Die Femi- 
iiinalform ist selten, und die Oitliograpliie etwas schwankend. 
^HN steht nur Ezech. 34, 31, wo andere M33. ^p\n lesen (9. /. 
H. MichaSUs krit. Note). naplM kommt 1 Mos^ 31, 6. Ezech, 
13, 11. 34, 17 vor, EeccH. 15, 20 haben aber Mss/i und Aus. 

gaben n5PiM, nach det Analogie von n5n und den arab. /,>.JCJf" 

<»vÄ. Der Sani. Cod. hat einige Mal ]TlM, z. B. 1 Mos, 31, 6, 

eine samaritanisch- aramäische FoTni *"). 
c } i. i 

6. In dem arab. ^j^ /. i.yi^ sieht man noch etwas deutli- 
cher, als im Hebtiiisclien , die Abkunft vom Si/ig. Nin. 

Die Formen mit und ohne 7) varu<j. sind «leich häiifi", im 
sani. Cod. kommt aber blofs TM^Ti voi, so oft auch der jüdisch© 
Text Dn haben mag. S. die Stellen in Nolde Concordd. -part. 
hehr. ed. Tympe S. GOß. 269. 

7. Uebor den einzigen Fall, w^o die Pronomina separata auch 
deii Casus ohliquus bezeichnen, s. unten Synt. §. 191. 

§• 57. 
Pronomen persotiale. b) suffixum. 

1. Die aiigehüugten Formen des Personalpronomen 
(Sufßxa) entstanden ohne Zweifel so, dafs man die Pro- 
nomina schnell nach dem Verbo, Nomen, der Partikel 
aussprach, und wegen dieser Verbindung die ersten Buch- 
staben des Pronomen verschluckte. Beyspiele der Art fin- 
den sich in den meisLen Sprachen , nur hat sich in we-'i 
nigen eine so durchgehende Analogie ausgebildet. , Vgl. 
im Griechischen -rrar/jg fxov f. Trar-.jo g^oü, (vorzüglich aber 
im Neugriechischen TraTs^jUOU, -KdrsoGou, 'rrarsgrov), im 
Lat. eccum f. ecce euru , im Deutschen du hast^s od. hasts^ 
im f. in dem, im \iä\. Jratelmio. Am durchgehendsten ist 
die Analogie in der ungarischen Sprache "}• 



m) Für ncriM, was nach Jahn (^Grammat. hehr. S. 50) biswei- 
len für DPi^ vorkommen soll, kennen wir durchaus kein 
Beyspiel. 

n) S. Adelung und V a t e r s IVIithrldates Th. IT. S. 735. An. 
^erc Spvachen, die die Possessiva also bilden, s. ebcnd. Ij S. 



§. 57- Pronomen personale sitfßxum. Soj 

Ein Ueberbleibsel der altern Art, das Pronomen vollständig 
als Genitiv folgen zu lassen, scheint mir Nah. a, 9 nach der ge- 
wöhnlichen Lesart : M^n ^Ö^Ö a diehus ipsius f. n'»JD^Ö°). 

Die Vorstellung von Jahn QGramm. hehr, S. 49) » *^^^s die 
Sujfixa nicht sowohl abgekürzte Formen der Pronomina separuta, 
als vielmehr die Grundformen wären, durch deren Ausdelmun^ 
jene erst entstanden w^iiren , ist nicht natürlich. Im Gegentheil 
Icifst sich wohl erwarten, dafs man die Personalpronomina früher 
als eisene Worte gebraucht habe. 

2. Bey einigen derselben liegen übrigens alte, im 
Hebräischen verloren gegangene, Formen zum Grunde, 
die aber doch von der Analogie unterstützt sind, und wo- 
von auch in den Dialekten noch Spuren vorhanden sind» 
Für die zvveyte Person des Singular und Plural mufs es 
eine Form HD: N, HSN, Plur. 03?^, JSN gegeben haben 
(nach der Analogie von "^DiSN), von welcher dann diQ. 
Suffixa ^, T), CD, jD abstammen. Im Aethiopischen 
rührt eben daher das Jonnativum "^ , z. B. *)13.3 gabarcha 
(du hast gemacht). Auf der anderen Seite mufs für die 
erste Person eine Form "^1^^.^?, "^Pi^. (nach der Analogie 
.von »^nhi , vorhanden gewesen seyn , wovon sich das Af- 
formativum Tl. in ^"^1^.^]? ableitet (^. 78, 2.). 

'> Durch Benutzung dieser varschiedenen Formen unterschied 
man dann nVlOp du hast getödtet und *]bt2p dein Tödten^ 



603. II. 731. 749. in. 89- If" Türkischen sagt man nach 
einem besondern Idiotismus z. ß. Seniing adüng d. i. tui no- 
men tuum, senüng melcutUng (jtui regnurn tuuin). 

o) Vielleicht auch Jes. 34, 16: ys2p^ n^n in!l*il n|^S H!)n -»Ö sein 
Jllund (für 1^3) hejahl und seine Kraft, die trieb sie zusam- 
men. Es liefse sich hier w^ohl ein Grund denken , weshalb 
statt T<!3 oder !in"»2 — Min ^3 gesetzt worden, nämlich -weil 
auf Er, von Jehova gebraucht, ein Nachdruck ruhen solltCj 
und dieses zu einer Art Nom. propr. Gottes gew^orden war. 
Allein das Parallel - Glied , wo N^n pleonastisch nach dem Suf- 
ßxo steht, macht es doch fast wahrscheinlich, dafs hier ur- 
sprüngÜGh auch "ji^ oder irTtS gestanden, und das Sufßxuni 
ausgefallen sey, • - 



Sö4 II' Havptth. Cap, II, P^om Artikel n. Pronomen^ 

3. Wenn die Siifjixa an Verba gehängt werden, so be-. 
zeichnen sie (mit seltenen Ausnahmen §. 193.) den /4ccU' 
sativ des Pronomen, ^.SriTtDp du tödtetcst mich; w^enn sie 
an das Nomen treten, den Genitiv, und sind dann Pro- 
nomina jjossessiva, i*" /"Ip vox eins, '^7J^p vox mea ; wenn 
ßie an Präpositionen gehängt Averden, so zeigen diese den 
Casus an, in welchem das Pronomen gedacht werden 
soll, und so bildet sich eine Art von Declination im ogci- 
^entalischen Sinne des Wortes, z.B. ^\ mir, ^HJ^ mich, 
"^3 in mir. An gew^issen Adverbien , Gonjunctionen, In-- 
terjectionen endlich erscheint das Svffiocum auch als Nomi- 
nativ, z.B. '*3J'^h? ich (hin) nicht;, "'^'103 wie ich; ''.32i1 
siehe ich. 

4. Die Formen der Sufflxa, sind in diesen verschiede- 
nen Fällen im Ganzen wohl dieselben. Indessen zeigt 
eich doch, dafs man den Unterschied zwischen den Casi- 
hus rectis und obliquis gefiihlt und in einigen Fällen durch 
die Form ausgedrücl^t hat. Als Casus rectiis erscheint 
nämlich das Suffixum a) an den Verbis, wo es Accusativ, 
und b) an den Adverbien, Gonjunctionen und Interjectio- 
nen, wo es Nominativ ist. Als Casus ohliqmis aber a) 
am Nomen, wo es Genitiv, h) an den Präpositionen, ^vo 
^s Dativ und Ablativ ist P). Diesen Unterschied des Be- 
griftes hat man nun am deutlichsten in der ersten Person 
ausgedrückt, indem für die obigen Fälle des Casus rectus 
immer die Form ^J (^A~^» "^■?"^)» ^^^ ^^"^ Casus obliquus 
die Form "^-r- geveählt worden ist (s. die obigen Beyspie- 
le). Aufserdem schliefsen sich die Fälle des Casus obli- 
quus dadurch an einander, dafs nur bey ihnen der Binde- 
li)uchstab P (Nun epentheticutn §. 53, 3} gebräuchlich ist. 

Den verschiedeneir Gebrauch cler Suffixa Verhorum und der 



p) Eine Ausnahme macht der Accus, "»fi«; wie es auch einige 
von der anderen Seite gibt (s. ^. 62. 2); indessen erklärt sich 
di«se vielleiclit daraus, dafs jnM (wie $0 viele Fräpositioilen ) 
*U urftpEüBgliches Nomen betrachtet ist. 



§•57» §• 58' Sußxum Verbi. 205 

Pronomina -possessiva sieht man besonders klar au den Infinitiven, 
z.B. ^*1p3 m^zra Strafen (wo der Infinitiv Nomen ist), und "'JTpaS 
mich zu strafen (wo er Verhum ist). (§. 89 , 3.) 

5. Die iVTannichfaltigkeit dieser Formen ist ziemlich 
grofs ; am grofsten beym Verbo, avo aber die unter- 
schiedenen Formen auch durch den Sprachgebrauc4i ge- 
trennt sind. Der Genauigkeit und Vollständigkeit wegen 
stellen wir die SüfHxa Verhoruvi , ISominum und Particu- 
larum besonders auf, w^iewöhl hier Mehreres zwey Mal 
vorkommen mufs. 

§. 58- 

S uff ix um Je r h i. 

1 . Die Siifjßxa T'^eihi sind folgende \ 
S i n g. 
j comm. ^J, , ^.3^, ^2~ (mich). 

JOT. TJ, niD, in Paiisa 7|-t~ (dich Mann) 
' \/- ^^ 1-^' 1-^. "^-^ ('=?. '=?-) (dich Weib) 

fm. -^n, \ ^n^, ^n-±-, -i (ihn). 

^ \/-'fJ-> 5^-^. r!-^ (sie). 
P l u r. 
1 comm. *^3 — ^34-, ^^-^ (uns). 
DD (euch Männer). 
jD (euch Weiber). 
J w* D, DH; D— und D^r-^, D— und 3-rr-^, poet, 
5 A ' "^D, "^D^-, iO^- (sie, die Männer). 

)/• R' t— ♦ 1^=^' J~ («i<^' die Weiber). 

c. Man bemerkt leicht, dafs von den meisten dieser 
Anhänge "wenigstens 3 Formen existiren, eine, die mit 
einem Consonant, eine, die mit einem a, und eine, die 
mit einem e anfängt, als ^3, "^Z-r-, ^^.-rr. Diese Fonnen 
sind im Sprachgebrauche so unterschieden, dafs die ei ste- 



im. 



2o6 //. HaiipUh. Cap. II. Vom /irtikel u. Fronomen. 

ren Formen, wie *^2, an Verbalformen gehängt werden, 
■VN^elche auf einen Vocal ausgehen, z. B. ^*?}ll^]? (du hast 
mich getüdtet), die mit dem Bindevocal {piaicutin ap,glu- 
tinationis) aber an solche, die auf einen Consonanten aus- 
gehen, und zwar die mit a an die Präterita , die mit e 
an das Futurum und den Imperativ, als "^^/T^^. ^^ ^^t 
mich getödtet, V;,^p.? er wird mich todten , '^•:^.'^]? 
tödte mich. 

Eine ähnliclie Mannicl) faltigkeit der Biii(5evocale ist im Svi'i- 
sclien. S. J. D. JVIichaiiiis gramin. syr. S. 190. 

Einzelne Ausnahmen sind z. B. a) beyni Fut. '•J-r^ 1 Mos. i(), 
19. 29, 32. 2 Mos. 53, 20, 4 Mos. 22, 33. Jes. 56, 3. 1 Kun. 
2, 24. Hieb 9, i8"> '5^^r- Jes. 63, 16 (wegen des vorhergehen- 
den iiiV'i'»); t3T~ 2 Mos. 29, 50. 5 Mos. 7, 15. 4 Mos. 21, 30. 
Ps. 74, g. iig, 10. b) beym Vraet. '*i-fr Jes. g, n. Jos. 
2, lg. 

3. Ein anderes Bindemittel zwischen dem S'ißlxo und 
der Verbalform (jedoch nur im Futuro, selten am Im- 
perativ) ist der Bindebuchstab D,, oder die eingeschobene 
Sylbe 3—, 2-11-, 2-:;- (Nun epenthelicum §, 55, c). Es 
liommt überhaupt nur vor den Singularsuffixen und voll- 
ständig nur in poet. Büchern vor^), z. B. ^Jj1[3D^ er ivird 
mich ehren Vs. 50, 25, rfiDpHN ich iverde dich abretf.\en Jer. 
122, 24.; ^rt^'lliy^ er überschreitet es Jer. 5, 22, '^IJD'l!}^ 
er wird ihn see^nen Ps 72, 15, vgl. 5 Mos. 32, lo, 2 Mos. 
X5,2. Im Chaldäischen steht dieses Nun immer zwi- 
schen den Futuris (auch wohl Imperat. und Infinit, und 
deren Suffixo, und lautet dort 2-t- , 3 — , z. B. "^-.^^.ppl, 
]"i5 J^iOj^'\ , im Hebräischen aber ist es gewöhnlich mit der 
Form der Suffixa verwachsen, und daraus haben sich von 
den meiste«! eigene Formen gebildet, welche Weit häufi- 
ger sind , als jenes Nun expUcitum , auch in Prosa vor- 
kommen , jedoch fast ausschlielslich vor den Singularsuf- 
fixen. Es sind folgende: 



q) Vgl. Vo gel dö dialecto jJOöt^ V. T. in Telleri Opuse, 
S. 294. 



§•58- Siiffixum Verli. 2o7 

S i 11 S- 



i comm. ^3— und ^^— f. ^:^— ,^^J-rr. 

VI. "i]— , i^^— f- ^'?~. '^^■?~ ("ur in Pausa), 



j m; ^3-n- (für ^rt--:r), auch "13. 

5 [f. ni-f. n:-;- , 

P / zi r. 
1 comm. "^^TT f. '^::3— q'l). 

Da sich diese Formen vorzugsweise am Futuro der 
Verba finden, so sind mehrere Grammatiker'") der Mei- 
nung, dafs dieses Nun nicht als blofser bedeutungsloser 
Bindebuchstab eingeschoben sey, sondern zur Verbalforra 
gehöre, und dafs dieee Formen dem Futuro energico (pa- 

ragogico) der Araber, ^reiches die Sylbe (o — i W— '^^' 

, hängt, entsprächen^). Dann würden sie in die Lehre vom 

Verbo gehören. Allein dieser Ansicht steht entgegen: 

i) dafs diese Formen mit jS'un auch aufser dem Verbo 

j nicht ganz selten vorVvOn:imen, nämlich an den Adverbien 

I tmd Interjectionen, die ein Sf'fjixum zu sich nehmen 

(§.62, x), als: n3;)K (wo du?); '::\s, "^i^rN, r;3:">Nf 

[(ich, er, si'e nicht); "^^iin, "^^^Tl" (siehe ich, er!); "^-."liJ^, 
^^n^y, n^'^iy (ich, er, sie noch) *). 2) dafs sich ira 



qq") Schaltens (l/istiLutt. hehr. S. 431) ffdirt diese Form für 
uns als zweifelh.ift an, atis dem einzigen Beyspiele itaüOII 
Hiob 51, j5, -wo es allerfalls auch Um bedeuten konnte. Al- 
lein dieser Sprachgebrauch -wird A'olikommen gesichert durch 
^3Sr\ siehe wir 1 Mos. 44, 16. 50, vß« 

r) Schul tens institutt. S. 427. 7. D. Mifhaelis zu JLotvth 
de Sacra po'esi Hebraeorum S. 47. ed. Goiting. Hezels 
Sprachlehre S. 258' 

*) Jahti^s nrah, Sprachlehre S. 192. S a c y gramm. arah. T. ». 
§. 247. 

t) Eine ganz einzeln stehende Ausnahme, wo diese Form an ei- 
nem als Präposition gebrauchten No7nen stellt, ist n3r>nn 
1 Mos, 2, 21. Auch nuilste wohl r.^ityö Jes, 23, 11 t. 



2o8 //. Hauptth., Cap, JI. Vom Artikel u^ Pronomen, 

Hebräiachen bey jenen Verbalformen mit Nun durchaus 
nicht die dem Futuro paragogico der Araber eigenthümli- 
che Bedeutung (beym Fragen, V\^ünschen, beym Eide) 
finden läfst, noch weniger im Chaldäischen , wo dieses 
Nun immer, und auch am Iilfinitivo steht. Da das Suffi-' 
xurn der Partikehi in allen jenen Beyspielen Nominativ igt, 
so begründet sich dagegen hierdurch di6 Berührung zwi- 
schen den SüJJixis Verboruin und Adverbiorum (§. 57,4.) 
desto bestimmter, und man sieht^. dafs diese Formen nur 
für den Casus tectus der Fronomina (Nominativ und Äc- 
cusativ) gewöhnlich waren. Die Analogie zwischen den, 
obigen Beyspielen und dem Verbo ist um so gröfser, da 
man in ihnen allen das Verhum substantivnm hinzüden^, 
ken mufs. 

Es bleibt hier noch die Mögüclikeit offen, dafs dieses Nuri 
doch ursprünglich tixm Verbo gehörte , aber bedeutungslos war, 
und durch MiCsverstand, nachdem es einmal mit dem Sußixo 
verwachsen war , auch an andere Wörter gehiingt wurde (wie 
ein ähnlicher Fall mit den Prononiinihus possessivis z. B. ?)"'~7' 
an der Endung n1 , Statt findet §. 60, 3 ). Allein wie es sich 
jetzt in der Sprache gestaltet hat, w^iid es der Grammatiker auf 
jerl-m Fall, welches auch der Ursprung desselben sey, beym Pro- 
nomen, nicht beym Verbo abhandeln müssen. Dafs man übri« 
" £;e^is in den semitischen Dialekten die Neigung gehabt habe, zwi- 
schen Vt:rbum und Svjfixum einen solclien leicht beweglichen 
aber bedeutungslosen Buchstaben einzuschieben, zeigt aufserdem 
das Syrische und Chaldäische, w^o man auch ein eingeschobenes 
Jod hat, z. B. in •q>*it:in Sprücliw. 6, 24, Tj^iriTr/r) ebend. 4, 
26. (^de Dieu grammat. compar. S. 334); und "im Syrischen 

in den Sußfixis *.*■!.* — . «-jCTI* — Wo das Jud offenbar be- 
deutungslos eingeschoben ist. 
4. In der Regel ist das Suffixam Verbi Accusativ. 
Die Fälle, wo es den Dativ oder andere Verhältnisse be- 
zeichnet, gehören 4u den Ausnahmen (S. Syntax §. 193}. 
t j ' 

rrin^ö (ihre Vesten) dahin gerechnet werden , wenn die Les- 
art 'richtig ist. Denn die Resolution des Dag. forte nach 
vtirnzu ist immer problematisch (S. iSS)- Kimchi zu d. St. 
Uun adseititium est, auü «st loto literao duplicundae. 



§. 58» SuJJlxum P'erhi, S09 

Anmerkungen zu den obigen Forme li. 

i. Bey dem Suffixo der i. Pers, ist d?9 Auffallende, dafs der 
bindevocal der Form "ij-^- immer Patacli ist, da man in offener 
Sylbe Kaiiiez erwarten sollte, wie in il^-^-. sin—. Einen scharf- 
sinnigen Grund daV^on stellt Chr. B. Michaelis Qlumm, syr. 
§. xiii) aufi indem er bemerkt, dafs Vielleicht das *«-;— hier in 
der Aussprache, wie im Syrischen, occuUirt oder fuvtiv gespro- 
chen -worden sey, woraus sieb dann der kurze Vocal in syllaha 
composita erklarle, vgl, *ta« Dan» 5> i3 (wahrsch. ab zu lesen), 

im Syr. c*JL^^£) katlan. Nur in Paus a erscheint das tiamez» 
z. B. 2 Mos. 5, 22. Die Form ij-rr- isf i Kon. 2, 24 (am Fut,) 
im Chethib plene geschrieben *>J^-t7-. weiches zugleich für diese 
Punctation spricht. — "»S-r- s. Ps. iiQ» *8« ^ Mos. 30, 6, 
41, 5, auch am Fut, Hiob 7, 14. 9, 34 . ^^~ -f^^* 5°» 44« 

2i 2 Pers, Sing. Für die PausaUorm im 31asc, ist i{-:;r am 
Verho selten (Jes. 55, 5. /} Mos. aß, 24. 45)» ausgenommen bey 
den Verbis nS und nS (Je». 30, ip. Jer. 23, 37. Ps. 53, 6, 
Ezechi 28. 15). gewöhnlicher '^-rr- Jes. 43, 5. 44, 2. Ps. 30, 15 
(umgekehrt ist es an Partikeln). Auch die Formen ,"13 (1 Kün. 
jß. 44)» tl5-rr- Sprüchw. 2, i i sind selten. — Hos. 4, 6 steht 
tjNCKöN, wahrscheinlich unrichtige Punctation für tJNCHÖt*; 
dann ist es syrische Form des Sußixi, die sich auch einige Mal 
im sam. Codex findet (1 Mos. 22, 2. 16). 

Die Form TJ"^ als Fem. ist am Verbo selten (Jes. 54, 6), 
äitch am Praet. steht '^-rr» ""^ mit zurückgezogenem Tone 
t]_-i Jes. 47, 10. 60, 7. Die Form «i3, "i^^ (wie im Syri. 
achen) ist in den letztern Psalmen häufig, als 157, 6. 

3. 3 PerJ. kSmo-. Die Formen iia-rr und nü-rr sind voirzü*- 
llch in Pausa gewöhnlich und dann sehr häufig Ps. 65, lOi 
Hiob 5, 27. 4"» 2 u. s. w. Nebeneinander stallt Jes. 26, 
5: ISy *iy nVs^'« nS^S^Ü*' er stürzt sie, stürzt sie in deti 

TT-t':-TV»:- 

Stauh. ( ßeym ersten sollte w^obl das Versglied zu Ende Seyn^ 
■wiewohl die Accente anders stehn). 

^-^r ist aucii ziemlich häufig ohne IVTappik geschrieben, als 
2 Mos. 2, 3. 9, iß- Arnos 1, 11 (welche Stelle dadurch am deut- 
lichsten wird), n3"v~ beständig, 

4. 1 Pers. Plur. Statt -"la-rr- Steht plene hJ^-r:- Ps. 85.5 irt 
mehrern Handschriften und Au^^iaben, z.B. von Ben Chajjimi 
Buxtorf, welches für die Punctation mit (..) spricht. 

Im Chald. lautet dieses Suffixum N3. Für einen solchert 
Chaldaismus halten nun Einige (z. B. J^ud* de Dieu (Jrit. sd- 

o 



£10 //. Hauptth, Cap. II. Vom Jrlikel u. Fronomen, 

cra S. 23) ^3^^")pn 2 Mos. 1, 10 f. WN'np^n (sie begegnet uns), 
wie es LXX. Vutg. Syr. und die sam, Kritiker auffassen , die da- 
her "liNIpn i" den Text aufgenommen haben. ( S. meine {'.om- 
vient. de Petit, sam. S. 34)« Aliein eine ana'ogere Auflösung 
wird sich unten §. 2 16 finden. Der sam. Text hat übrigens diesen 
Clialdaismus wirklich, nämlich 5 Mos, 32, 3, wo DiTlSi^S f. 
1i*>-S^«S steht, und 4 Mos. 16, 13. 

5. 3 Pers. Flur. Dafs die Formen auf IJO ausscliliefslich dem 
poetischen Sprachgcbrauche angehören , zeigen die Bej'spiele in 
Noldii concordd. -particul. ed. Tyinjie S. 433. 493. 563. 564. 
An diese schliefsen sich die chnldäischen formen Iffin, ^ISH ; 

2 Mos. »5, 5 steht .'JlD"»p3'», mit n, was weiter nicht vor- 
kommt, im Aethiopischen aber das gewöhnliche ist. 

Der Sam, Codex hat für D-7- und 10-77- einige Mal D^ , lö* 
1 Mos. 6,13. 2 Mos. >5» 9» wie im sam. Dialekte (jCellarii 
hör. sam, S. 78). 

In den Fällen , wo \ anzuliängen , ist gewöhnlich (wahr- 
scheinlich um die Verwechselung mit dem Nun paiagogico zu 
vermeiden) Q angehängt, so dafs das JVIasc. und Fem. dann nicht 
zu unterscheiden c'tnd. (Solche Verwechselungen, selbst wo 
kein solcher Zweck obwaltet, s. §. 32, 2, litt. 7).). Z. B. DWIJM 
und sie triehen sie (die Tochter) 2 Mos. 2, 17; UI'lllN-'»! und sie 
spannten sie an (die Kühe) x Sam. 6, 10. Vgl. 1 Mos. 26, »S« 
4 Mos. ij, 3. 4. Jos. 4, g. Hü8. 2, 14. Spruch w. 6, 21. 
Dagegen jedoch pny*t'» ich hale es geivufst Jcs. 43, 7. 

6. Der Ton ruht überall auf dem Bindevocale, oder, wo die- 
ser nicht Statt hat, auf der letzten Sylbe des Wortes. Nur DD, 
^3 und DD, ]n sind davon ausgenommen, und hcifsen deshalb 
Suffixa gravia, jene levia. 

7. Die Participia und Infinitiven können Verbal- und Nomi- 
iialsuflixa erhalten , s. darüber §. Qc), 3. 

8- Die Veränderungen, die das Sujpxum an der Gestalt des 
Verbi hervorbringt, s. §. 89 "• 100. 

5. 59- 

Suffixum Nominis oder Pronomen possessivum 

a)amNomenimSingular. 

1. Dad Sußlxum am Nomen ist Genitiv» und drückt 
SO das Pronomen yjossessivum aus; 1 np, Q vIp ist daher 



$. 59* Pi'onomen possessivum a) am Nom, im Sing, ü 1 1 

ganz analog dem lateinischen voxeius^ vox eorum. Der 
Unterschied besteht lediglich darin, dafs im Hebräischen 
alle Perdonen so gebildet werden , und keine andere Art 
des Ausdrucks gewöhnlich ist "). 

2. Wie oben bemerkt, ist die Mannichfaltiakelt der 
Nominalsuflfixa nicht so grofs, als die der VerbalsulTlxa, und 
es sind nur die nachfolgenden im Gebrauch. Uebrigens 
ist vorläufig nur vom Nomen im Singular die Rede. Von 
dem Siiffix'o am Nomen plurale unten besonders. 

S i V g. 
1 comm. ^"TT (mein). 

!m. ?] , in Pausa ^~r. 



im. \ "^H; ^n^; 1, H. 



Flur. 
1 comm. ^J, I^TT. 
DD. 

!?■'. 

D-r, poet. *0~. 






im. nn, a- 
l/. Vi' in.. 



3. Der \vesentlich6te Unterschied vom Vcrbalsußixo 
besteht in der ersten Person , welche hier ganz in Form 
wnd Bedeutung abweicht, und die Scheidung beydcr Suf- 
ßxa begründet. Am deutlichsten ist dieses hey der An- 



u) Fat er (^hehr. Sprachlehre 5. 160, und Vorrede 7.\\m Hand' 
buch der hehr. syr. chald. u. arab. Grammatik S. xvi) hat luv 
diese Sujffixa den Ausdruck Vronominaladjectiven enipfoliien, 
ivelcher aber wirklich minder passend ist, insofern dadurch 
zwar ausgedrückt wird, w^as andere Sprachen durch Adjecli- 
Ten geben, sie selbst aber keine Adjectiven sind. Wir wür- 
den wohl meus ein Prononiinalndjecrivum nennen künnen, 
aber nicht eius , eorum, 

O 2 



S.12 II. Ilaiiptth. Cap. II, Vom Artikel u. Pronomen. 

liängung an Infinitiven, als ^-l^^H mein Tödten (d. i. wenn 
ich e^en andern tödte), '^^^'^H das »iicÄ Tödten (§. 89v5)- 
Als Bindevocal herrscht (••) vor, und aufser der 3 iiiig. 
fem. und der 5 plur. masc. wnA fem. kommen die Formen 
mit (t) nur als einzelne Ausnahmen vor. 

Z. B. -n— (f. ^tt) Ezecli. 5, 10. 23, 23 ; W-;:- Ruth 3, 2. 
Hiob 22 , 20. 

Uebrigens gilt dieselbe Regel, wie beym Verbo, dafs die 
Formen der Sufhoca, die mit einem Consonanten anfangen, 
an diejenigen Nominalformen gehängt werden, welche auf 
einen Vocal ausgehen und umgekehrt, mithin: ^^Dl^, 
Tn.N und ^rf^DS, ■^:''2N, nnpN; dagegen T}rih* 
^'^2'n, rr^^n, "^l^S.Iil, C^^^. "Nur bey einigen , "wie 
^_1V^, Q?. i? ist "keine Wahl, daher ^"*2S und ^li:^ 

W. 6, W. 

A u lii e r k u n * e ü. 

D 

1. Wenn "»-^ au ein Nomen, das auf ^ — endet, stofseil 
sollte, so ist Ein 1 ausgefallen, z.B. f^M f. ti3i< mein Vater, 
(wiewohl vielmehr die Form 2i< zum Grunde gelegt ist), vgl. 
•»15 mein Volk Zeph. 2 , 9 f . i"»{a. 

Es hat an sich den Ton, und ihn nur einigemal, wenn dai 
folgende Wort einsylbig oder MUH ist, verloren (nach §. 51, 1). 
Z. B. r<H •»ninM (da meine Schwester) i Mos. 12, 15; nni* TibS 

: -ST • j -; J ■' ' TAT • j : 

Jos. 14, 11, vgl. 1 Mos. 20, 2. 5. 26, 7. 9. 49, 3. Jer. 2, 27. 
31, 9. 2 Sam. 23,17. Hiob 19, 25. 20, 2. Ps. 140, 7. 

2. 2 »S"/«^. Einzelne seltene Fotmen sind: IVIasc. n3B3 (dei- 
ne Hand) Ps. 159, 5, riD^n (nach diesen masorethischen Punc- 
ten : dein Heer) Ps. 10, 14. Fem. plene ?1''-Tr Ezech. 5, i2. 
Der Sam. Pentateuch schreibt öfter im JMasc. ~|X (1 Mos. 2 2, 2. 
16), im Fem. "]•» (i Mos. 3, x6. 16, 10. 11. 21, iß), welches 
letztere im Samaritanischen gewöhnlich ist (^C e llarii hör. sam. 

s. 77). 

3. 3 i?/n^. Die Form n* für 1 scheint einer etwas altern Or- 
thographie anzugehören, und ist von den Masorethen beständig 
in das rcgelmäfsige "i verändert worden. 1 Mos. 49» 1* (2mal). 
S Mos. 22, 26, 10. 3 Mos. 23, 13. 2Kün. 9, 2i. 19, 23. 20, 13. 
Ezech. 4ö, Ig. (Vgl. Hill er i Arcanum Kethih et Keri S. 74), 

M-;;- kommt auch hier, wie beym Verbo, ohne Mappik vor, 
als 4 Mos. jgi 28 (Hiob gi. aa). Daher denn selbst n-:p da. 



§. 6o, Pronomen possessiviim, h) am N'om» im Plur. 215 

für steht» nämlich M^3 t3ilN (Idumaea, omnis iUa) E7.ecli. 36, 
5 f. nSs (wie mehrere Codd. emendirend lesen, s. de Ttossi 
und J all n" t krit. Note). Auch im Cliald. kommt n— . n-r" 
und H~;r neben einander vor, lelztres z. B. Sprüchw. g, 7 i^^'S» 
Die Formen ^T]-rr ii"cl DTr stehen vorzii£,s\vcise an Nomini- 
hus auf n-r; z. B. MNiö'^ (Gesicht) — ')nN'iö , nM*iö; nnitf 

(Acker) — ^nnty; nVp (Blatt) inSV; ebenso j^n und j;*iö (für 
nyi) Freund — iinvi und iiniJlö. Aufserdem ist die Form 
eeiten, als Rieht. 19, 24. Nah. 1, 13. Hiob 25, 3. 

4. 2 und 5 P/wr. Anomalische und seltene Formen sind : 
S. pers. n5D iu .n3Dn«t Ezech. 23, 48 (vgl. 13, 20); 3 Pevs. 
Muse. Wr\-^ 2 Sam. 23, 6, Fcri\. n^n-pr i Kün. 7, 37; DJ-^ 
z. ß. ni^D 1 Mos. 42, 36. Sprüchw. 31, 29; nJMJa Ruth 1, 
19. Jerem'; Q, 7; nShnS Iliob 39, 2, n2n3_S i Mos. 2i, 29, 
^n steht auch an Noii malformen , die auf einen Consonantcn 
ausgehen, z. B. Vl^,^.^. E^^ch. 13, 17, ^nna Jes. 3. »7. 

$. 60. 
Pronomen possessiv um h) am Nomen im Plural. 

1. Wenn die im vor. §. angegebenen Pronotnina poS' 
sessiva an Substantiven im Plural und Dual gehängt wer- 
den sollen, Avelche dann natürlich u\i Status coiistructns 
stehen und auf ^tt ausgehn müssen (^. i 26, 3), so wird die 
Endung "^tt- mit diesen Sußlxis verschmolzen, und daraus 
entstehen neue Formen, in denen zum Theil durch ver- 
änderte Pumctation dieser Ursprung etwas verwischt ist. 
Ganz regelmäfsig ist 13"'"*D^0 unsere Rosse, schon 
verändert ist die Punctation in ^^D^D deine Piosse 
(f. ?J""'D'^0), noch veränderter ist ''D'^0 meine Fvosse f. 

2. Folgendes ist die Tafel dieser Pronomina possessiva 
am Plural : 

5 i n g, 
1 comm. ''-r- meine. 

im. ^-~- deine. 
/. TjVi-, ''P';-^ deine. 
Im, "^^-^j 1-r, poet. ^n"'—- seine« 
/• m^ ihre. 



2i4 JI. Ilauptth. Cap. II. Vom Artikel u. Fronomen. 

P l u V. 

1 comm. ^3^-^- unsere. 

2 { ■■' ; eure. 






Iiu Arabischen ist bey »len Snjjfixis im Plural die Form de» 
St. constr. immer deutlich und unverwischt, als Nom. und Acc. 
l^T^CA^C, Gen. und Dnt. (^X-><-\^C u. s. w. Hier hat auch 
die erste Person noch ein doppeltes (C , aber doch tritt, wie 

im Hebräischen, der A-Tou ein (obgleich hinter dem Jod), ala 

/ c J ä <- ^ 

^Ji.4\M,< (der Gläubigen) , ^^Xma.o (meiner Gläubigen). Im 

Aram. ist's wie im Hebräischen. 

3- Wiewohl der Ursprung des diesen Suffixis vorge- 
setzten ^tt odt.'r ^ aus der Pluvalendung der Nomina was- 
cullna heinem Zweifel unterworfen ist, so scheint man 
doch im gemeinen Sprachgebrauche jenen Ursprung ganz- 
lich vergessen , und das Jod als zum Snßixo gehörig be- 
trachtet zu haben. Daher die sonderbare Eigenthürnlich- 
keit, dafs diese Snßlxa auch dem Femininplural T)\ ange- 
hängt werden, also ^r\''l"?'^,p meine Stimmen, 'J^r^'*' '"^p 
deine Stimmen. Wie viele Spracherscheinungen, so grün- 
det sich auch diese eigentlich auf Misversländnifs, und 
findet sich hier doppelte Tluralbezeichnung, wovon je- 
doch auch sonst einige Spuren vorhanden sind, nament- 
lich hinter der Endung T\^, z. B. HlO^ (Höhe), W02, 
sj'^nto u. 8. w. (§. 125, 6). 

Mehrere Bemerkungen darüber aus verschiedenen Gesichts- 
puncten s. in Vaters Handbuch dar hehr. syr. chald. und arab. 
Grammatik, Vorrede S. xiv, vgl. Allg. Lit. Zeit. igoa. No. 
126. 127. 

A n m e r k u n g e n. 
1, Jenes Jod, w^elclies diese Suffixa aiiszeiclmct , ist in ein. 
lelnen Beyspielen der meisten Personen weggeblieben, z.. B, 



§. 6^0. Pronomen posscsslvum h) am Nom, im Plur. 215 

?i;3*in (was von der Pau8?lform des Siii!'. nicht zu unterscheiden 
ist) f. ?]"•3'^^ (deine Wege) 2 Mos. 33, 15. Ps. 119, 37. Jos. 1, 
Q; inl}") f. •■in'«y*l (seine Freunde) Iliob 42, 10. 1 Sam. 30, 126; 
irrntÜN f. siiT^n^irN (seine Glückseligkeiten) Sprüchw. 2g, ig; 
CnM5 (ihre Volker) 1 Mos. 10, 5; |riri'?n (ihr Fett) 1 Mos. 4, 
4; |n3:5^ (ihre Herzen) Nah. 2 , ^. ' (Vgl. die Masora zu Fi. 
119 .1. a. O. , Kimchii Michlol S, 84« Massoreth Hammasso' 
reth S. 125 fh) 

Am hätifigsten ist dieses mit der 3 Sing, masc. I"»"^, wofrttf 
sehr häufig und in allen Büchern l^^ vorkommt, aber so, daff 
das Keri last überall (bekainitlich stimmen die Ausgaben darm 
nicht ganz überein) die gevs^öbnliche Form substituirt. Die 
Be^'spiele s, vollständig bey Hill er de Arcano Kethih et Keri 
S- 46-57. Nur in dem Worte •jnn"' (zusammen, eig. seine Verei- 
nigungen) hat das Keri nichts geändert, wahrscheinlich weil 
man das T-:^ nicht als Suffixum erkannt hat; nur Jer. 46, 12. 
Si. 49, 3 steht liiin^. 

2. Was im §. no. 3. aufgestellt worden ist, gilt als Rogel, 
und blofse Ausnahme ist es, wenn der Pluralenduiig ri^ das Suf- 
fixum ohne *» angehängt Vv'ird, wie im Syrischen. Als: TIT!? 
meine Zeugnisse Ps. 132, i2, ¥jnbö deine Schläge 5 Mos. 28, 
59, *|n1^nM deine Schwestern Ezech. 16, 52, bnliN ihre Vä- 
ter 2 Mos. 4,5, ebenso Dn^n1^« ihre Zeiclien Ps. 74, 4. Hiob 
ai, 29, DnillN'y ihre Schmerzen Ps. 16, 4« »47f 3. Dni*^S ihra 
Bedrängnisse Ps. 34, ig. Vgl. Ch. B. Michaelis lumm. syt; 

§. XXXVII, 2. 

5. Dagegen stehen auch TV'ohl umgekehrt Sußixa mit •• an 
Pingularen. Als: ^"»n^nn (dein Lob) Fs. 9, 15, ?jtnM3'*t;(dein 
Hafs) Ezcch. 35, 11, tlinliS (dein Bauen) Ezech. 26, 31, 
03*tn1*1"n (eure Zerstreuung) Ezech. 6, Q. In den ersten beyden 
Bfeyspieleu kann ^ blofse überEüssige Lesemuiter seyn, v.'eshalb 
CS auch in vielen Codd. fehlt. In den beyden letzteren hegt 
aber ofFenbar Misverständnifs xum Grunde. Der Concipient 
setzte das PluralsufBxum aus Ge^vohnheit an die Endung nl, 
«elbst da, wo sie nicht Pluralenduug war. (Von den häufigem 
Abnormitäten des Ezechiel s. Geich. der hehr. Sprache u. Sehrift 
S. 35 f.). Dahin scheint auch i^r-i'ü*»»:!! 3 Mos. 5, 24 zu gehö- 
ren, wenigstens hat es Singularbedeiitung (^sein Fünftheil'). 

4. Das Jod in T|1 — ist furtir (wie in rrja f. T)^S)^ und die 
«rsprüPgUchere Form TJ-'V" findet sich im Syr. und Chald. «l« 



S,\ß II, Hauptth, Cajj, II. T^om Artikel n. Fronomen, 

r 
ßlasc, Das Fem. lautet in diesen Dialekten vaDj. ^ tS"! — , 

und so auch im Hebräischen -per Syriasmum , als Ps. 103, 3. 4« 
5. 11 6, 7, un4 im Chethib 2 Kün, 4, 3. 7. Die Form T)''-^ 
Kohel, 10, 16 i»t dev Singujarform i\-~, nachgebildet, kommt 
aber sonst nicht vort 

Nah. 2, 14 steht ebenfalls als ax«? Asya/aevov : nSaMSo (dei- 
ne Boten /.), nach anciftrn Codd, nD"rr- und nS-T"» ^ii« beson- 
dere Forni, die vielleicht eigentlich n3~ lauten und masc, seyn 
sollte^ und woraus erst der Punctator nS-rr- gemacht hat , uni 
«las Fem» auf irgend eine Weise anzuzeigen, 

5. Das poe'r. irr'-rr- ist wieder dem Sing, in-rr nachgebildet. 
Bej^spiele sind: Hab. 5, 11. Hiob 24, 23. Nah. 2,4. Ganz 
ehaldäisch ist "»nl in inlSlOün Ps. 116, i2. 

Für ,T«-rr steht Ezech. 41,15 Knt-rr, vgl. das chald. nrrv" 
ihre, und das arab. V.^, Hier findet sich endlich ein Beyspiel 
mit Nun epenth. : n-^aU*» s. §, 58, 3. 

6.- Das poet. lö"»-^ s. 5 Mos. 32, 37. Hiob 2o, 2g. 22, 2, 
517, 23. Ps, I j, 7. Schon ültere jüdische Grammatiker (s. Ki(n- 
chii I\Tichlol fol. 266, vgl. V Emvcreur zu ]VI, Khnphii ohoi- 
<woqtoi S. 243. Noldii concordd. partic. S. 904- 9^6) machen 
nun aber die Bemerkung, dafs diese Form auch für den Singular 
«tche, was Kimchi (falsch) daraus erklärt, dafs sie neben dem 
Chnracter des Plurals (Q), auch den des,Singularsuffixi (i) habe. 
Riplitig ist, dafs dieses Suffixum sich an den angeführten Stellen 
(au(ser 5 Mos. 32, 37) grammatisch genommen, auf Singulare 
bezieht. Allein diese sind CoUectiva und heben daher die Plu- 
ralbsc^outung nicht ^uf. Aehnlich ist Ps, 11, 7: 'i)D''3!3 in Bezug 
auf nlD'', wo es eine Art Majestätsplural scyu kann. Wollte 
man es z. B. Ps. 11,7 als wirklichen Sing, gelten lassen, sa 
inüfste man annehmen, dafs dieser Sprachgebrauch misbrauchs» 
weise von dem öfteren Vorkommen der Form als Collectivum 
lierrühre. Dafs im Aethiopischen da« entsprechende Sufßxum 
(1)01) für den Sing. ^ stehe, scheinen die von Lud. da Dieiü 
(^Crit. Sacra S. 226 zu Jes. 53, 6} angeführten Beyspiele (Luc. 2, 
4- Joh. ip, 27. Apostelgesch. i, 20 der ätliiop. Uebers.^ aller- 
dings zu beweisen. S. noch über iJoS §, 62 , Anni. 2. 

Andere seltene Formen sind: n!C!T'-:7* Ezech, ^0, 16, n3n'»Tr 
Ezech, 1, n, nß3'>Tr- »3, 20, 



§, 6 1 . Paraäigm der Pronomina possessiva, fl 1 7 



$. 61. 
Paradigm der Pronomina -possessiva. 

Der bessern Uebersicht Avegen stehe hier noch ein Pa- 
radigm eines Substantivs jm Singular und Plural mit dem 
Pronomen posscssivum; und zwar das erstere doppelt, je 
nachdem die Form des Nomen auf einen Consonanten 
oder V'ocal ausgeht. Wir wählen dazu das indeclinable 
P^O (Rofs) und 3N (Vater) vor Suff. "«PN und K^^. 

(§. 145). 

Sing. 

1 comm. "^O/lO mein Rofs '^O'^O meine Rosse, 

> deine Rosse. 

^■^0^0 seine Rosse. 
n'^D'^0 ihre Rosse. 

T V 

Flur. 
1 comm. '^JO'^O unser Rofs ^3''0^0 unsere Rosse. 



I m. ?]p^0 in Pmisa 

!m. "iO^O sein Rofs 
/. nO^O ihr Rofs 



dein 
Rofs 



im. i20^3 1 ihr 

2\/. jO^O u. ^nO^.OjRofs 

S i n g. 
i comm. ''DJ*^ mein Vater 



p,-j^Q > eure Rosse, 






n 



ihre Rosse, 






dein Vater 



r m. "^rtON , T:2K» sein \ 



Vater 



Flur» 
^3'^3N unser Vater. 



Suffixum an Partilein, 

,1. An gewissen Adverbien, Coojunctionen nnd Inw 
terjectionen bezeichnet das Svffixum den Nominativ des 



c 1 8 //. HanpUh. Cap. IL Vojji Artikel ti. Ffonomm, 

Pronomen, Z. B. "^J^H siehe ich; ^22 rt siehe er; "'^'l'^Jf, 
^^liy ich (bin) noch, er (ist) noch; ?]^"^^ du (bist) da; 
VJ'N, "^3:^^?. ich (bin) nicht da, er (ist) "nicht da; 1^« 
wo ; ist) erV ''•Si^^ wie ich. Die Form der SufRxa 
etimmt hier mit den Sußlxii Verborum iiberein (daher "^J» 
nicht ^-:-, ferner "^A-rr, ^3-rr), wovon die Erklärmig 
oben (iJ. 57, 4. 58. 3) gegeben ist. 

Nur scheinbar ist dieses der Fall bey einigen aiidem Adverbien 
und bey den Zahlv^röttern, deren Sujfixa z-svai im Deistschen 
durch den Nominativ z.u geben, aber dock eig. Pronomma pos- 
sessiva sind, wie sich auch an der Form zeigt. Als: in^S ich 
allein, eig. in meiner Abgesondertluit (dali. "»—-, nicht ''3); 
1^2 er f;anz , D3/J3 ihr nlle, eig, seine, eure Gcgammtheit; 
On'^J'd sie beyde, eig. ihre Zweybcit*. Auch bey einem der obi- 
gen tritt das Pronomen -possessivuin ein, sobiild es als Nomen be» 
tmchtct worden ist, niim]. ^111*3 so laiie;e ich bin, eig. in viei- 
nem Dauern. Ps. X04, 35. 146, 2. 

c. Bey allen Präpositionen, die ursprünglich Nomina 
eind (und dieses ist bey den meisten der Fall §.152) versteht 
es sich von selbst, dafs ihre Suffixa Pronomina possessiva 
eind, wie im Lat. Tncaeaussa, x. B. ''H'^rl zwiachen mir 
(eig. in meinem Zwischenräume), ^3'^nu'^2 zwischen J 
uns (eig. in unsern Zwischenräumen). Sie erhalten da- I 
her auch alle die Sußlxa nach Art der Noraina , mit fol- 
genden wenigen Ausnahmen, bey welchen man an die 
Nominalbedcutung nicht mehr gedacht haben mag: 

"^rrinn unter mir s. Sam. 22, 37. 4-o- 48 0^ ^^" ^^' 
rallelstellen P?. igt 37« 4o« 48 steht das gewöhnliche 
■*Iinj^); n^rini^ iMos. 2, si (wofür der Sara. Text 
JT'nnn verbessert); V^«^,? rings um mich P5. 139, 11 
neben "'IJ?,? Klagel. 3, 7. 

Da viele dieser Präpositionen eigentlich Pluralnomina 
sind, so folgt daraus ferner, dais sie auch als solche be- 
handelt werden, und Pronomina possessiva im Plural (nach 
Maafsgabe von §. 60, c) bekommen, als: '^j}l auf, ^^5^ 
auf mir, T!"'?!' auf dir, V /l' auf ihm u. s, w. S. darüber 
§' »52. 



§.62. Sufjlxuin an Partikeln, 219 

%. Noch sind die nur aus einem Buchstaben bestehen- 
den Präpositionen < (Zeichen des JOat.^, 13 (in), die 
Conjunction 3 (wie), und einige andere übrig, als HN 
(Zeichen des Accus.), jO (von, aus), D5? (mit), deren 
Verbindung mit den Siiffixis hier vollständig autgestellt 
"Werden mufs , iheils Aveil dadurch die Casus des Perso- 
nalpronomen entstehen, theils weil manche Besonderheit 
an der Form'^) sowohl des S'ifßxi als der Präposition 
Statt findet, Avelche so am leichtesten übersehen wird. 
Im Allgemeinen bemerkt man, dafs bey der ersten Person 
das Nominalsuffix "^-r- gewählt ist''), sonst aber die For- 
men mit dem Bindevocal (t) vorherrschen. Ersteres und 
die Abwesenheit des Nun epenthetici deutet auf den Casus 
ohliquux (§. 57> 4)* 

Es kommen hier folgende Formen vor : 

fl) mit 7 (Zeichen des Dativ's). 

Sing. Plur. 

i ^7 mir i3T[ uns. 

r m. '^1, in Pausa *?) / dir 'D'Dl \ 

(m. il ihm nnS poet. 1oS\ . 

3 [f. Rh ihr nt ^j ' 

b) mit ^^J (Zeichen des Äccusativ's ). 

S i jz g^ Plur. 

I "«n^^, -^nlN mich VTlU uns. 

f VI. ?inSf, in Pausa ^inKfl . ^ DDnN> 

^ [f. ipj^ ^ j""^^ -1-] ''''^' 

I v) Insofern die Form der Präpositionen dadurch verändert wird, 
wie bey riN , \12 , gehört diese Aufstellung nicht hieher. Al- 
lein ohne die grofste Unbe^uemhchkeit wäre ^diefs nicht xu 
trennen gew^esen. 
x) i21ß3 macht eine Ausnahme. Hier ist O aber auch Nomina» 
liv. S. no. 1 des §. 



ihnen. 



220 II, Hauptth. Cay. II, F om Ariihel u. Pronomen. 
Sing. P lu r. 

(m. "ins? ihn Dni4 \ . 

3 \/. nnK} sie f\U ] "^• 

c) mit ^O (wofür auch ^^^. . d. i. ejg, aparte, gleich- 
sam de la part de^. 

Sing, Flu r, 

% e, "^300 poet. "^-.0, ^üü von mir 1200. von uns. 

in Pausa'^ÜÜ] ,. D3C) 

•• / von dir .^'^* > von euch, 

( m. 1300 poet. "^iHiO, in^D von ihm Cnp, poet. DH^O, 
"^ » f, T\'^B'Q von ihr IHO von ihnen. 



fr/-/. ?|00, 



flf^ mit 2 (in): 

Sing, Flur, 

\ comm. "^S in mir 1^2 in uns, 

iv7.^^ in Pausßl&\. ,. C::2l . 

r: { -- Jj2 "" > m dir __^ > in euch, 

ijn. y^ in ihm D2 1 . 

/. na in ihr ina. pa ) "" "■"»• 

<?^ mit p (wie), wofür auch lOJD, IDD gesagt wird, 
arab. ^=3 und V^ 



Sing, P l n r, 

1 c. "^^iOlD wie ich 13*03 wie wir. 

fm. T|"i03| , , 033 "selten 02^03) ^ .^ 
^\P "^ t "^"^^^ '*' '" " l" ' * 

' (m. in"i03 wie er OHS , CHS, selten DH "103) wie 
\^f, n i03 wie sie > — » — — — j sie. 

/j mit DV (mit): 
•»DV; ^Oy. invPa7/j« und fem. '^BV.; lOV, HOy ; 

^SöV; d::by; Dnos; und Doy. 



§.62. Sijfßxiim an Partikel», SSI 

Anmerkungen. , 

I. Zu dem Dativ. 
j. Für i^j steht mehrere Mal (nach der Masora zu 3 Mos. n< 
ai fünfzehn Mal) im Chethib iih aus nachlässiger Orthographie, 
z. B. 2 Mos. 21,8. 3 Mos. 11,21. 1 Sam. 2,3 u. s. w. S. 
Hiller de ylrcano Kethib et Keri S. 6a ff. Aurivillius de va' 
rietate lectionis i<S et ".S in codice hiblico , diss. no. 2i in Auri- 
vill I i dissertt. ed. J. D. Michaelis. 

2. Von der Form löS behaupten die Grammatiker ebenfalls 
(s. oben §. Coj Aiim. 6.) oafs sie auch Singular sey, und s. v. a. 
iS , indem sie öfter auf Singulare bezogen vVerde ', allein , wie 
oben, sind diese Singulare Coilectiva und beweisen nichts. Die 
Beyspiele sind: x Mos. 9, 26 (wo es auf D^fj » d. i. hier die 
Nachkommen Sems, geht); Ps. 2o, ß (^^o es auf das f^olh V. g 
geht, daher auch einige Codd. 'itävh lesen); Ps. 73, 10 (eben- 
falls in Bezug auf C5?); Jes. 44, 15 (wo es auf ^H und 'jbD zu- 
sammen bezogen ist, die .nuch collectiv genommen werden köiU 
nen), endlich 53, 8, in w^elcher Stelle die grammatische Unter- 
S.uchung selbst ein do?T7iatische9 Interesse gewonnen hat. Das 
Subject dieses Kapitels wird zwar aufser dieser Stelle immer al» 
Sinonlar aufs;eführt, allein es ist vollkommen begreiflich, dafo 
damit auch v. g» eine Pluralform wechselt, wenn., was mir ge- 
wifs scheint, jener Unecht Gotb&s (51, 13, wie 42, i. 49, 3< 6) 
ein CoUectivum der Propheten ist. (Vgh Rosen m aller in 
Gablers neuesten theol, Journal Th. 2. S. 3"8' » de IVette 
de morte Jesu Christi expiatoria S. 26 ff.) Jes. 44» *5 "°d 53» 
g haben einige Codd. ^h » eine exegetische Glosse^ 

3. Die Beweisstellen für obige Formen s. in Noldii Cow 
cordd, jjart. S, 4»8. Sfiltenero Formen sind: nsS 1 Mos. 27, 
37, n3!3S Ezech. 13, ig (pS kommt gar nicht vor). ^nS Ruth. 
3,13 ist verschieden von |.nS und bedeutet deshalb , wie int 
Cbald. 

I r. Zu dem Accus. 
4* ^^® aufgestellten Formen sind die gewöhnlichen. Seltenö 
sind: 2 pers. masc. in Pausa riDnk 2 Mos. 29, 55, n!5niK Jos^ 

fl3. »5? t^^.^i*: » Mos. 32, 1, Dnni« Ezech. 23, 45',' ^ririi« 

ebend. v. 47^ nJnl« 2 Mos. 35, 26. S. Nolde concordd. part* 
ed. Tympe S. 154« 

■JinlM als masc. in Pausa und als Tem, müssen blos durch 
den Zusammenhang imterschieden ^verden, und di<- 3'Iasora fina-' 
lis führt ausdrücklich an, dafs es 16 Mal als Etm, vorkommei 
z, B. i Mos. 39, 9. Ezech. 16, 3^. 



S,&2 II, Hauptth. Cap. IL Vom Artihel u. Pronomen. 

5. Die Prooomina im Acctisativ ■werden übrigens vevhältnifs- 
mäfsig weit häufiger durch Sufßxa aiw Verbo'(^. v57)> a's »"f 
diese Weise .-msgedrückt. Nothwendio; ist dies« Ausariicksweise, 
wo twey Accusativen auf ein Verbnm folgen, als 1 Mos. 12, 
12: Urkl ^Di-< 13*im und sld werden mich und dich tödten 

(in diesem Falle steht auch im Ärab. das entsprechende Vjf); 
ferner wenn das Pronomen nachdrücklich vo7- dem V'erbo stehn 
•oll; aber auch sonst. S. die Beyspiele bey Nolde a. a. O. 

II r. Zu den S uffi xis an pj . 

6. Di« angeführten poetischen Forinen sind den srr. und cbal- 
däischen nachgebildet, als: i5D Ps. iß, 33. i3r^, 19 und tan 

Jes. 22.4, syr. ^J-l^, chald. "tan; ?nia Hiob 4, 12. syr. 

mm * o 

CIJL^; On3Ö Hieb 11,20 syr. und chald. ^aiJ.ia9, DlnOO. 

•»Jiri (^von mir) mufs nicht mit '«2» mit 1 -parag. vei-wechselt 
werden. 

7. iianO von ihm (f. ^inJ»») und «©» von uns (f. «JSO) 
•ind ganz gleichlautend. Die babylonischen Kritiker wollten 
Letzteres zum Unterschied ti^nv geschrieben wissen, was aucll 
manche JUss. beobacbteii , aber die abendlindische Schule nahm 
diefs nicht an (wie auch Letzteres nicht etymologisch richtig 
wäre). S. darüber Ahen-Esra zu x Mos. 3, 22. 2 Mos. 1, g, 

* * * 

8« Die Pronomina n»ri und 7\^7^ werden einige Mal nach Prä- 
positionen ganz vollständig beybehalten, als nffn3 2 Mos. 56,1, 
Hab. 1, i6, r\tt7)'s> Jer. 36, 32, non^ Jer. 14, 16. nnnö Ko- 
hei. 12, 12. Jer, 10, 2; im Fem. nana 3 Mos. 5, 22. 4 Mos. 
13, 19, ^^'^.'l » Mos. 41, 19, nanS Ezecb. ,1, 5. 23. 42, 9, 
nana 3 Mos. 4,2. 

§. 65. 
Uebrige Pronomina. 

An Formen für die übrigen Pronomina ist die hebräi- 
sche Sprache verhältnifsmäfsig arm, und Vieles, was in 
andern Sprachen 4urch eigene Pronomina ausgedrückt 
■wird , wird im Hebräischen durch andere Redetheiie um- 
echrieben (§. 202). Auch die Eormation derselben ist 
arm , wie sich dieses bey sehr früh vorhandenen Bestand- 
theilen der Sprache am leichtesten begreift. Dafs auch 
diese primitiv sind, versteht sich übrigens von selbst, 



§. C3. Uelrige Pronomina^ fl23 

und dio versuchten Derivationen derselben von Verben y) 
V'iderJegeii sich selbst. Eigene Forinen haben nur das 
demo7istrativnm t relativiim und iiUerrogativum. 

1. Das Demonstrativifvt ist: 

Sing. m. HT, selten TIT'^H (i Mos. 24, 65. 37, 19) 
dieser. 
/. HNT, selten IT (Hos. 7, 16), HT (nur im Ko- 

helet), und "^"^H (nur Ezech. 56. 36). 
comm. T^il (als masc. Zach. 2, 3, als fem. 2 Kön. 
4., 2 5), und *iT Ps. 12,8. 
Plur. comm. H^N, seltener /N (nur im Pentateuch und 
1 Chron. 20, 3.) 
Anm, 1. Dem liebr. nt entspvichl im Arnb. ]ö dieser; 
das Fem. rHt stellt vi^ahrsch. f. PHT, arnb. OI«3; in den 
Formen i» !md ni (für til") scheint dann das r> ■vx'eggefallen 
lu seyn (wie z. B. OiSI, i2*1 myiias). f,t ist in der Miach- 
na ziemlich häufi» und als comm., auch im Arabischen kommt 
•(3 als relut, comm. vor, aber nur in einzelnen Mundarten 
(1. Golii Lex. arah, S. yi6, Sacy gramm. arah. T. 1. 
§. 792). nnMI (mit Hä parag.) kommt Jer. 26, 6 iiu Che« 
thib vor. 

Für nt^n ist im Arab. «CÜ<5 ( > vvelches aber dort für das 

Relativutn herrschend ist. £« ist wohl n)h < vv^ofür im Ära« 
bischen ^^cX3 ::=:: {^ÖO]t mit dem Artikel. Jenes \'orge- 
«etzte h cbmbinirt Säcy (gramm. arah. T. 1. S. 336) mit dei* 
Pluralform Sm , n^f* , was wir dahin gestellt seyn lassen. 
I^n ist daraus abgekürzt, und ist, als die gewöhnlicher« 
Form, auch 1 Mos. a. a. O. im Sam. Cod. substituirt worden. 
Sm, n^M bilden, v?ie man sieht, nicht grammatisch, abev 
dem Gebrauch nach, den Plural von nT, und derselbe Fall ist 

im Arabischen, -wo ihm r-Jaf und jo)»f, und im Aramäl- 

•cheu, wo I^M, ^«-^'1 . ^aJ^CI entspricht. Der Sam. T. 
diüdet die seltnere Form nirgends, sondern substituirt bestän- 
dig hSn. vielleicht auch um die Verwechselung mit b** (Gott) 



y) S. Seite iQß Anm. /. 



^^24* ^^* Hauptth. Cap. IJ, Vom Artikel u. Pronomen. 

zu veihüten , ygl. die Masora zu i Mos. 26,3, welch« be- 
nielkt, dafs hn 8 Mal sensu -profano, sonst sensu sancto stehe. 

2. Wenn DI und i!t für das Reladvum (s. Synt. §. 200) 
stehn, sind sie unius vumeri wie Ti'M, und stehen auch für 
den Plural, als nt Hiob 19,19, sit Ps. 17, 9. Die Stellen, die 
man sonst für nt als Plural anführt (1 Mos. 3 i, 58« 4 Mos. 14t 
22) gehören nicht dahin. Auch ist falsch, dafs 7\\n für den 
Singular stehe, denn in den Stellen Esra i» 9. 1 Chron. 4» 3» 
11,11 finden syntaktische Äbvveichun£;cn Statt. 

g. Die Casus dieses Pronomen bilden sich , wie beym No- 
men , durcli Präpositionen: nih ^ n?a, Ht-nN, ."litt; T\ii'tS 
und DKta u. s. w. 

T 

2. Das B-ctativiim für beyde Genera und Numeros isti 
*)T£JN welcher, welche, welches; welche. Ueber die 
eigenthümliche Art, dessen Casus zu bilden (nicht etwa 
durch 2;orgesetzie Präpositionen), und übei'haupt dessen 
Verschiedene Constructionen» s. Synt. ^". 197* 

In den spätem Büchern (namentlich in Kohelet, derti 
Hohenliede, wo ^^^. aufser 1, 1 nicht vorkommt, Ps. 
122 ft\ , seltener in den Klageliedern und der Chronik)* 
aufserdem, wiewohl selten, in poetischen Stücken (Rieht, 
5, 9. Hiob 19, 29, viel). 1 Mos. 6, 3) steht stattdessen 
die abgekürzte Form '^^ Schin praeßxum (mit weggewor- 
fenem N nach §. 54-» 1» und assimilirtem *1 nadh §. 33^ 1), 
als: N? v^J welcher nicht Ps. 124» 6; I^H^^. welche seyn 
Werden Rohel. 1, IJ u. s.w. Bey folgenden Gutturalen 'i 
fehlt das Dagesch: H^H^^ ivelcher war Kohel. 2, g. 3, i5> 
seltener lautet es '^i als HCl^ Hohesl. i, 7* Richte und 
Hiob a. a. O., oder ttJ Koheh 2, 22. 3, ig. 

Im Talmudischen und Rabbinischen ist es das herrschende. 
Aus der Verbindung desselben mit \ ist ein neues Wort S^Ö ent- 
standen, welches im Rabbinischeh die Getiitivbexeichnung ist, J 
im Hebräischen aber nur als Präposition und Conjunction vor« 
kortimti 

Beyde Formen, *1^N und * ^,, komtuen übrigens sehr 
häufig als Conjunction vor^ S. §. 154. 



§.65» Uelrige Pronomina. 225 

5. Dag fragende Prc»7/o///e« ist: "^D wer? (von Perso- 
nen), nO was? (von Sachen). 

Statt des letzteren steht auch a) ,10 vor n, PI, V mit Kamez 
(nach 5. 47, i). Einige Ausnahmen, wo dennoch Kamez steht, 
sind Jos. 4, 6. 21. 4 Mos. 13, 19. 20. 5 Mos. 6, fio , und auf 
der anderen Seite t3%\!iO HO 2 Kün. 1, 7, Slp Hü 1 Sara. 4, 6. 
14, vgl. Ps. 4, 3, 10, 13. Jes. 1, 5. Jer. 8» 9-' Z>) -nö mit 
JMakkeyh und folg. Dagesch euphon. conj. (§. ip, 2. litt, a) 
z. B. '^^•■"1» was ist dir? c) beyde Würter können dann in 
Eins verbunden werden, z.B. 03^» f. OdS-Hö (was ist euch?) 
DN^^n» f. nM':)n-n» was für ivjühseeligkeit? Malach. 1. ü?: 
n2u.'N*iar3b f. niTi;N*l3 nöb (weil zuvor) i Chron. 15, i«; 
^lör) f. ^*» neb (zu dem, was genug war) 2 C!uon. 30, 5. 
(Vgl. 42» 3)- üie obige Puuctation mit liamsz findet sich fast 
nur vor M und 1 , mit und ohne Makkeph ^). 

A n m. Ein unbestimmtes Demonstrativum ist endlich 
••i'bs ein gewisser, etwas gewisses, welches immer mit iJbSM 
irgend einer, etwas verbunden ist. i Sam. 2i, 5. 2 Kon, 

6, Q. Ruth 4, 2. Aus beyden ward durch Verschmelzung 
im Munde des Volkes "ȆbSa Dan. 8,13. 

Dieses Pronomen unterscheidet sich aber von den librjoen 
dadurch, dafs es wirklich ein ursprüngliches NoT7ien adjacti- 
zum ist, wahrsch. von nSa auszeichnen, davon ^iSö , ^'*Sa 
Auszeichnung, Bezeichnung, imd mit der Adjectivenduu'^ t— ^ 
( §. 122, 2 no. 1) der bezeichnete d. i. ge\visse, quidani. 
Ebenso ist tirS« eig. das Verschwiegene, nicht Genannte. 



Cap. III. 

Vom V e r b o. 

§. 64. 
Uebersicht. 

Das Verhinn ( /VS) ist insofern in der hebräischen 
Formenlehre bey weitem der wichtigste Redetheil, als es 
in den meisten Fällen das Wurzelwort der übrigen Ilede- 



*) Noldii Concordd, part, ed. Tympe S. (Ji^. B. 

P 



£ 2 6 //. Haiiptth, Cay. III, Vom Verbo, 

theile enthält, und seine höchst mannichfaliigen , theils 
durch Anfügung theils durch innere Umbiegung hervor- 
gebrachten grammatischen Gestahungen den übrigen Rede- 
theilen Avieder zum Grunde liegen (§. 54-). Wir werden 
diese an» besten übersehen, -wenn wir 1. die Bildung der 
ver seine denen /irten von primitiven und abgeleiteten Verben 
ohne Rücksicht auf Flexion (ß. 64.-74); II. die allge- 
vieine Analog^ie der Flexion ir\ Tempora, Modi, Niimerit 
Personen (§. 75-89) aufstellen^); und hierauf erst III. 
das reguläre (§. 90- ioo) iind IV. das irreguläre Verbum 
(§. 101 — II 4-) i»i Paradigmen aufsteilen, erläutern, 
und im Einzelnen kritisch beleuchten. 

S. Zu einem Verbo in der Grundform gehören nach 
der vorliegenden Gestaltung der Sprache, über vkxiche 
w^ir hier bey der grammatischen Behandlung nicht hinaus- 
gehn , Jrey Stammconsonanten (§. 53, c. 3). Indessen 
können bey der Bildung abgeleiteter Verba und bey der 
Flexion einer, selbst zwey dieser Stamniconsonanten, lueg- 
F-allen oder verändert werden. Ein solches V^erbum heilst 
dann irregulär. Die Bildung und Flexion eines solchen 
erfolgt nach derselben allgemeinen Analogie, wie die des 
regelmäfsigen Verbi ; die Abweichungen aber gründen 
sich auf die Beschaffenheit der Stammbuchstaben, und 
die mit derselben zu^sammenhiingenden allgemeinen 
Sprachgesetze, durch welche jene allgemeinen Bestim- 
mungen nur modifiicirt werden. 

Ein ganz anderer Fäll ist es z. B. mit der AiK^malie des grie- 
cliiscLen und lateinischen Zeitworts, welche in einer abweichen» 
den Analogie der Flexion besteht. 

3. Die Anomalie ist im Allgemeinen von doppelter 
Art. Sie entsteht nämlich 



a) Es sey n)ir erlaubt, hinfort von 710. I. unter dem Namen der 
Bildung, von no. IL unter dem Namen der Flexion de» Verbi 
XU reden. 



§. 64» Ueber sieht. S27 

a) entweder dadurch, dafs ein Stammconsonant 
durch Assimilation oder Zusanimenziehung wegfallt 
(Ferbtim impcrfectum D^^ "^nSs hvß) , z. B. ^^l, 
3i!3D ; oder 

b) dafs einer derselben eine litera quiescibilis ist, 
welche dann durch ihr Quiesciren, Wegfallen, Ver- 
wechseltwerden (nach §. 40-42) eine Menge Verände- 
rungen hervorbringt (l^erbum qiiiescens T\2 iV^)j als 

bDN. 3^.:, niD^, D^p, p"n. N^D, rhi^ 

"Doppelt anomalisch heifst einVerbum,wo zwey dieser 
Ursachen zugleich eintreten , z. B. HIDJ. Die Verba mit 
Gutturalen sind nicht -Nvirldich irregulär ^ indem die 
Stammbuchstaben selbst nicht verändert werden. Nur 
die Vocale weichen ab nach Maafsgabe von §. 33. 

Anni. i. Als Paradigra des regulären Verbi , an welchem 
alle Bildungen und Flexionen gezeigt wurden, gebrauchten 
die ältesten hebräischen Grammatiker, und noch Dav. Kirnchi, 
nach dem Bcyspiel der Araber, das Verbum Sl>Ö thnn , welche« 
aber für die hebräische Grammatik aus dera doppelten Grunde 
unpassend ist, w^eil J? Gutturalis und a aspirata ist, also zu>. 
gleich auf die Regeln vom Dag. lene Rücksicht genommen 
werden mufs. 

Aus diesem Grunde wählte zuerst IVIose Kimehi ) das Ver- 
bum 1p_S , welches den Vorzug hat, dafs ^§. 67, 5) fast alle 
Bildungen wirklich von demselben vorkommen, und ihm sind 
daher Reuchlin und viele Neuere o-efolet. Indessen hat auch 
dieses die Unbequemlichkeit des bald aspirirten, bald nicht 
«spirirten 2 1 und veranlafst obendrein Undeutlicbkeit in For- 
men, wie jnipS, ^mtö. 

Keiner dieser Vorwürfe trifft das von Danz gew^alilte und 
•eitdem recipirteste Paradigra Sl3p . wobey jedoch bemerkt 
•werden mufs, dafs dieses Verbum selbst selten und nur in Kai 
vorkommt, und die in der Grammatik davon aufgestellten 
Formen (wie es auck bey tuttw der Fall ist) nichts als Para- 
digmen sind. 



h) Keinesweges David JKSmthi, wie Hezel S. 192 sagt, dieser 
hat noch daa filte 'jva. 

* T 



a£i8 IJ. Haupt th. Cap, III. p^om Ferlo. 

Anm. 2. Von jenem alten Paradigra VSJS schreiben sich 
indessen noch mehrere grammatische Kunstausdrücke her. 
Dämlich 

c) die Benennung der Verba derivata oder Conjugatio- 
nen (§. 67), und 

h) die Benennung der anomalen Verb.n. Man nennt näm- 
lich, mit Grundlegung jenes hVQ, den ersten Stamrabuchsta- 
beu S) , den zweyteii 1f , den dritten S. Mitliin Verhuvi i<"a 
f, Verhum -piimae raiUcalis H, iy Verhum mediae rad. Vav, 
^n^p), n S F. tertiae rad. He. 

I, Von der Abstammung der Verba 
(primitiva und derivata). 

$. 65. 
£inth eilung der Verba nach ihrer Abstammung. 

Uebersieht man das hebräische Verbum nach seiner 
Abstammung, so lassen sich hier, wie unten beym No-. 
mcn , 3 Klassen unterscheiden: 

a) Verba primitiva , welche selbst einfache Wurzel- 
"worter sind, als "^i^ herrschen, p"3^ gerecht ceyn, 
^^"^ sitzen. 

— T 

b) Ferba, die von anderen T'^erbis herkommen (Ver- 
ta verbalia) , nach einem besondern, aber nicht wohl 
passenden, Kunstausdruclte der hebräischen Gramma- 
tik CoTijugationen. der Grundform genannt, z. B. p'^X 
und p^"nifn rechtfertigen, p'^vDSfil sich rechtfertigen, 
von p'l^ gerecht seyn. 

c) Verba dcnomiiiativa , die von Substantiven her- 
kommen, wie z. B. kö/ffen von Ko/jJ, SgvXom von 
BovXo^y üOfxauj von Hon>}. Sie haben theils die Form 
der Wurzelwörter, z. B. /HN zelten von /Hhi Zelt; 
theils die der Verba derivata oder Conjugationen , z. B. 
^^P„ entAvurzeln, ^"»"^TtJn wurzeln (von 'D'ltr; Wur- 
zel). Aus dem Umstände, dafs sie sich in ihrer Form 
ganz nach den beyden ersteren Klassen richten, erhellt 
mit Wahrscheinlichkeit, dafs sie eine etwas spätere 



§.65. §-6^0. Von Her Grundform (Kai), 229 

Bildung der Sprache sind, wie dieses auch heyiin- No- 
men d^enominativiirn. (§. 121) der Fall ist'*''}. 

Durch jene innere Umbiegnng des Stammes in ^en 
derivirten Verbis drückt der Hebräer die Modificationen 
aus, welche andere Sprachen, z.B. die griechische, la- 
teinische, deutsche, durch Compositionen des Verbi mit 
Präpositionen ausdrücken. Diese Art der Ableitung fin- 
det nämlich in dem semitischen Sprachstamme so wenig, 
als die Composition des Verbi mit Substantiven Statt. 

Wir handeln nun von jenen drey Klassen insbesonde- 
re, nach ihren characteristischen Formen und Bedeutun- 
gen, und zwar so, dafs Avir uns bey ersteren vorzüglich 
an das reguläre Verbum halten, Avelches zugleich die 
Norm und den Typus für das irreguläre abgibt. 

J. Von der Grundform (Kai) oder dem 
Verho priviitivo. 

$. CS. 

1. Die Grundform des Verbi besteht aus dien drey 
Stamraconsonanten selbst, %velche zu einem jedem Verbo 
erforderlich sind, und führt daher den Namen /|P d. i, 
^ie leichte, im Gegensatz der abgeleiteten Formen, wel- 
che in der grammatischen Sprache D'^'^33 schjvere, d. i. 
mit Bildungsbuchslaben vermehrte , heiisen *"), 



h!i) Eins wirklich veikelirte Ansicht, nach welcher alle T^erha 
i'erhtilia eigentlich denoniinativa wären, geben Storr {ohser- 
vatt. ad aiud. et synt. hehr. §. 57. 38) ""<i Norberg S. 191 
am angef. O. 

e) So Kirnchii Michlol fol, 19. Vorzugsweise heirsen nur 
Scp und *?3jrrin conjugationes graves i. e. dogessiitae (nach 
$. 17. 1. Anni. j. Einioe neue Grammatiker, an denen sich 
Hie ünkunde und Verachtunör der älteren grammatischen Me- 
tijone emp^iidüch rachr, erklären Kai die Iricliie, ws'd sie am 
leichtesten tu coTtjugiren sey(l). 



23Ö JI» Haupt th, Gay, III. Vom Verho, 

c. Als diejenige Form, worin sich der Stamm des 
Verbi am reinsten zeigt, und wovon die übrigen Formen 
ausgehen , nennt man die 5te Person des Fraeteriti (daher 
vorzugsweise Radix genannt), als ^^P ^'' hat getödtet^ 
T^'Sn er hat belieht. Es ist dieses wirklich eine Eigen- 
thümlichkeit dieses Sprachstammes, die aber sehr begreif- 
lich ist, insofern in der That der Begriff ^o^tef , schlägt. 
seiner Natur nach am frühesten in der Sprache vorhanden 
seyn muCste. Imlessen schliefst sich doch nur ein Theil 
der Formen an jene 3 praet. an (§. 76. 77), andere gehen 
von der ebenso einfachen Form des Imperativ und Infini- 
tiv Kai ( /tOp) aus, und diese hat daher beynahe densel- 
ben Ai\spruch auf den Namen einer Hadix. Bey den ab- 
geleiteten Conjugationen und gewissen irregulären Verbis 
zeigt sich auch nur hier der Stamm in seiner VoUsränrlig- 
keit, z.B. Fraet. Nivh. ViDpD , in/. StD|P JH contr. ViOgH; 
Praet. D]? (f. t3N?]?) Inf. D'^p. Wir werden in dem 
folgenden überall von der 3 Praet. ausgehn , den Infinitiv 
aber dann nennen, wo sich der Character nur in ihm 
vollständig zeigt. 

Bey dem Streite der Grammatiker über die Radix im Ilebr. 
möchten hiernach, vichtio; verstanden, wohl beyde Tlieile Recht 
haben, diejenigen, welclie sie in der 5 Praet. und welche sie im Inf. 
suchen. Fiir den Infinitiv erklären sich z. B. Spinoza (Gramm, 
ling. sanctae S. 6G^, Stark Qux, gramm. hehr. S. 260), Schal- 
tens (Institutt. aram. S. 3/f), Schröder (^Institut, hehr. reg. 
64). Darauf führt auch der hebräische 2'erminus lipo Jons 
für den infinitiv. 

Uebrigens e;ih dieses nur vom Hebräischen , denn im Syri- 
schen und Arabischen behauptet die 5 Praet. ihre Rechte al» 
Sramraform fester, und der Infinitiv entfernt sich zum Theil 
schon weiter von seiner einfachen Urform. 

Doch findet auch zw^ischen den Schulen der alteren arabischen 
Grammatiker dieselbe Differenz der Meinungen Statt, indem die 

von Bassora das nomen actionis («O^Aai-cV <3*ö übrigen dio 
tertia Praeteriti dafür erklärten. 8. Sacy grcimm. arahe T. ». 
§. 629- 



§. 66. T'on der Grundform (Kai), 231 

Dafs der Impeiitiv die kflrsesf.e und rinfAchste Verb.^Ifnrm, 
mitliiii <len Smntm, cnilialtc, findet sonst in vielen Sprocheti 
Statt, z. B. im Pcisisülien, Tüvkischen , Griechischen, Lateini- 
schen. (Vcl. aiifserdem Adelungs Mithridates Tii. \. S. 520. 
TI,. 3. S. 5^3 )• 

5. In der gewöhnlichen Stammform existiren im Prne- 
tcrito drey Formen (nach den 5 Hauptvocalen) neben ein- 
ander, eine mit a (Patach), eine mit e (Zere purwn), 
eine mit o (Cholem purum) in der letzten Sylbe, als: 
7J7O herrschen'^), \CJn sauer seyn , 73^ können, die 
sich dann auch im irregulären Vcrbo "wiedor finden, z. B. 
HD (f. n")0) sterben, "Tlhi (f. TIN) leuchten. Wir nen- 
nen der Hürze Avegen diese Verba nach dem Vocale des 
mittebten Siammbuchstaben Vexha med, A, med. E, med. 
O, "wie im hx7xb\sch.en med. fath. (mcdiae Jathataejy med. 
Kesr,, med. Damm, Die erste und häufigste ist vornehm- 
lich der transitiven Bedeutung eigen, die beydcn letzteren 
der intrafisitive/i , z. B. ^pT alt seyn, ^^,^ trocken seyn, 
111^ schwer seyn, /D^ können, *1^^ fürchten , jb|2 klein 
seyn, /!D^ (der Kinder) beraubt seyn. Zu den Verbis 
mit Zere gehören vorziiglich die, welche eine Bescbafien- 
heit oder Leidenschaft ausdrücken, als ^SH Gefallen ha- 
ben, N2^ hassen, riDti; sich freuen*). 

Ann. 1. Im Arabischen ist dieser Unterschied noch weit 
auso;ebildeter , und dort ist es sehr häufig, dafg dasselbe Vei- 



d) Der Kürze wegen sey es erlaubt, die Bedeutung immer im 
Infinitiv nnzugeben. 

e) Die Vevba mit Zere s. in Simonis Arcano formarum S. 34. 
I\'[ i ehaelis lumm. syr. §, XXII, welcher bemerkt, dafs nur 
DJtn lignarj rein transitive Bedeutung habe. Auch nSö fiil- 
leti {gehört aber dah^'n (s. das Wörterbuch), wodurch indessen 
jene ßemerhung nicht anfgehobeti wird. Sie sind gleichsam 
JVIedia niil activev Redeutung. Wenn Vater (Lehrbuch der 
tdl^emeinen Spraold<'hre ^. 70,) bemerkt, dafs in keiner Spra- 
che die Verba transitiva und intransitiva durch die Form un- 
terschieden würden, so niüsscn doch wenigstens die seraiti- 
•chen Sprachen ftusgencmmen werden. 



232 IL Ilauptth. Cajy. III. P^om P^erho. 

bum mit A in der letzten Sylbe transitive, mit E oder O in 
derselben intransitive Bedeutung habe (Sacy gramm. aiahe 
T. 1. §. £94). Von derselben Erscheinung finden sich jedoch 
auch im Hebräischen einige Beyspiele , z. B. "iSp abschneiden, 
mähen, '^y:p kurz (abo;eschnitten) seyn ; hSc voll seyn , da- 
gegen ImSc Esth. 6, 5 er erfüllte ihn. Oetier unterscheiden 
sich Formen med. A und med. JE als ganz verschiedene Verba, 
z. B. \\li'* alt, fune seyn, und ^lü*» schlafen ); ili» mi- 

sehen, vertreten, a"il> süfs seyn; *)an arab. X^^ graben, 

;,/ ■" '^ ^ , 

*isn, ^jla« err'jthen. (Der Unterschied des rr und • war 

hifs: für den H»!bräer vielleicht verloren gegangen, der des 
Vocals aber geblieben). Viele haben die Formen mit A und Ei 
ohne unterschied der Bedeutuno; neben einander, als n'M!> und 
bn?. grnfs seyn, 2"np und 3*lp sich nähern , ti;*ip und 1^*11:3 
heilig, seyn. 

So wie aber im Hebräischen der Unterschied jener drey 
Klassen nicht mehr so fest und ausgebildet ist , als im Arabi- 
scin n , so ist er auch in der arabischen Volkssprache fast ganz 
aufgehoben, und alle Verba werden hier mit A in der letzten Syl- 
be gesprochen, {Dornhay gramm. mauro-aiab, S. Zi). 

2. Das Cholem der Verba med. O als Cholem purum (nar,li 
$. 12,5) ist immer defecriv geschrieben. Eine einzige Ausr 
nähme in der spätem Orthographie macht ^iD*» (2 Chron. 7, 7. 

32, 14), vgl. die aram. Schreibart i'i'in trocken seyn, JQOA 
geronnen seyn. (Das Verbale, Vrie SlT^, hat dann ein Cho- 
lern impurum, s. §. 120, 3). 

4. Dafs die Grundform an sich transitive und intran- 
sitive Bedeutung haben könne , erhellt sehon aus dem vo- 
rigen. Man bemerke daher nur noch 

a) dals in vielen Wörtern beyde unter derselben 
Form vereinigt sind, etwa wie im Deutschen speisen 
f. essen und beköstigen ; schmelzen f. liquejacere und li* 



f) Bey mehreren dieser Verba, als \'6^, ^^?iS "^^.l^. kommt die 
angegebene Form in Pruet. nicht vor; all;;in die obige Angabc 
stüts^t sich sicher auf die übrigen Formationen; bey ^itH auf 
das Verbale IV)*" . bev IW*» auf das Fut. IC'"'"' und Verbale 1U5^ ; 
bey "jSp auf das Fut. ISp.*'. und Fart. "ISID. 



5» 6j. Von den T^erbis denvat. o3, Cotijug. imAllgem. 233 

queßeri. Z. B. ^^N drängen und gedrängt seyn , eilen ; 
"^y-ü zurückkehren und zur ücTi führen , D'JI^^ und |^^ 
Avohnen und bewohnt seyn (wie das homerische vauo, 
vatfiTacy), ^3^ zerstreuen und zerstreut seyn, 

b) dafs das Verbum neutriim zuweilen eine passive 
Wendung beliomnit, z. B. D iV aufsteigen, auch auf- 
gehoben werden (S. Synt. ). 

Von einigen Spuren eines Passivl der Grundform s. §. Q2, 2. 

B. Von den Verbis derivalis oder Conjugationen. 

$• 67. 
Im Allgemeinen, 

1 . Von jener einfachen Grundform bilden sich nach 
einer durchgehenden Analogie gewisse Verba derivata, 
deren nach einer bestimmten Regel umgebogene Form 
eine bestimmte Modification der Grundbedeutung (z. B. 
causative, reciproke, reflexive) nach sich zieht. In al- 
len andern Sprachen betrachtet man solche Formen als 
neue, abgeleitete P'erba, und diesen richtig bezeichnenden 
Namen führen sie auch in mehrern neuern arabischen 
Grammatiken 2) , allein in der hebräischen hat man sie 
Conjugationen der Grundform (0^,3^.33 ) genannt, welcher 
Name allerdings leicht Misverständnisse veranlassen kann, 
da man darunter sonst in der Grammatik etwas ganz an- 
deres, nämlich die verschiedene Flexionsweise dem 
Character nach abweichender Verba versteht. In diesem 
Sinne gibt es aber nur Ein-e Conjugation^), höchstens 
könnte man die verschiedenen Klassen des irregulären 
Verbi verschiedene Conjugationen nennen'). Schon pas- 



g) Sacy pamm. arahe T. 1. §. 235« Herhin developpC' 
mens dss princijjes Je la langue arahe moderne S. 77 fF. 

7i) So schon Danz u. A. 

i) \Sjtinoza ^ramm. ling. hehr, S. 59 ff. 



234- ^^' Hauptth. Ca}}. III. Vom Verbo, 

sender ist der arab. Tenninus p^j species, welchen Sckrö' 
der auch im Hebräischen gebraucht; andere haben Modi- 
Rcatioiien vorgeschlagen, oder Tonnen (welches aber wohl 
zu allgemein ist). *■) Indessen Jxiag man immer den ge- 
^vöhnlichen Ausdruck beybehalten, wenn nur durchErklä- 
rung dem Mis verstände vorgebeugt ist. 

In den meisten Sprachen /indan sich eine INTengo analoger Er- 
scheinungen, wo durch eine Umbiegung des Stammlauts oder 
durch hinzugefügte Eildungsbuchstnbcn und -Sylbeu abgeleitete 
Veibalbegriffe angezeigt werden, und der Unterschied besteht 
nur darin , dnfs die Analogie in diesen Sprachen nicht so unge- 
moin regelmärslg- und durchgreifend ist, als im semitischen 
Sprachstamuie. 

1. Im Ltafeinischen bilden sich so Freqnentativa, wie sero (sß' 
Stitm) presto, i^est'ito; dico (^dittum) diclo, dictito, Intensiva, 
wie facio i facesso : capto, capesso. Jnchoativa , wie ardeo, 
ardesco ; spUndeo , splendesco. Desiderativa, %vie cdo (^esuni) 
esurio ; Dsmiuuliva, wie cavto , cantillo. (Vgl. Schultens 
Institutt. S. 259). Die Verba auf ers und ere rerhalten sich 
zuweilen, wie travütiva und intransitiva , nis jacere werfen, 
jaccrä Hessen; paj?r<? hervorbringen , j^ar^r^ erscheinen ; pendere 
aufhenken (die Waee ) , wägen, pendere hangen u. s. \v. 

2. Im Griechischen, wo dieses doch seltener ist, s. ysXaiu 
(lachen), ysA-acf/w ( lachen ^vollen ) ; ^ jtttw (w"erfcn), ^nrra^iM 
(hin- und herwerfen) ; CTavw (seufzen), orsva^ty (viel seuf- 
zen); <ir<vw (trinken) , xiTiffKw (tränken); 5aw (lernen), ö<S«ffK» 
(lehren). 

5. Die an diesen Bildungen sehr fruchtbare deutsche Sprache 
roncht /i) eine Menge Activa aus Neutris durch blofsen Umlaut: 
fallen , Julien ; hangen , hängen ; springen , sprengen ; trinken, 
trunken, b) Andere durch Aenderung der Consonanten, als: 
stechen, stecken; stehen, stellen ; c) durch eingeschobene Buchstaben, 
wie streichen, streicheln, lachen, lächeln, oder ti) durch Vorsylben: 
he, ge, ent, er, ver u. s. w. welche die verschiedensten Modi- 
licationen des Grundbegriffs hervorbringen. (S. Adelung' S' 
Lehrgebäude der deutschen Sprache $. 383 — 93)' 

Eine »rofsa Recelniäfsiskeit findet unter andern in der indi- 
sehen Sprache Statt ^), 



k\ Bibliandri instit, gram m. ling. hehr, f ol. 71. S acy gramm. 

arahe a. a. O. Ja h n gramm. hehr. S. 1 54. 
l) Analogieen aus sehr verschiedenen Sprachen findet man in 



§.67. yon den Verhisderivat, od. Conjug. im Allgem. 235 

2, Die Zahl und' ^nord mm s; dieser Conjugationen 
(wir behalten nach vorausgeschickter Erlilärung den reci- 
pirten Namen) Avird von den verschiedenen Grammati- 
kern sehr verschieden angegeben, indem man bald Kai 
mitzählt, bald es ausläfst; bald die Passivformen beson- 
ders aufführt, bald mit den Activen verbindet; bald der 
arabischen Anordnung folgt, bald die der alten hebräi- 
- sehen Grammatiker beybehält "^). 

Indessen Avird jede etwanige Irrupg schon dadurch 
vermieden , dafs man sich an die alten technischen Be- 
zeichnungen derselben hält . Avelche die Forn:» darstellen, 
die jede Conjugation in dem alten Paradigm iVB (§. 64» 
Anm.) erhielt,' mithin M;;Äa/ {^K^^.), Hiphil ("S"^Van) 
u. s. w. 

wir befolgen die gewöhnlichste Reception , wenn 
W^ir aufser Kai 4 gewöhnliche Conjugationen annehmen, 
dann die selteneren, an Avelche sich die Ouadrilittera an- 
fichliefsen , folgen lassen "'). Der arabischen Anordnung 



Adelungs und Vaters lilithridates TIi. 1. S. 521. Th. 2. 
S. 20, 754. Th. 5. S. 215. 318. 2ij2. Vgl. Vaters Lehrh. 
der allgem. Sprachlehre §. ßo. Saey gramm, generale S. 221. 
ed. IL Ueber das Indische s. JVilkins grammar of , the 
Sanskrit Innguage S. 75» 

m) S. J. Pfeiffer Opusc. T. IL S. 1076. Auri villi i 
diss. de numero conjugationum in lingua hehraea , no. XX. in 
dessen üissertatt. ed. J\lichadlis §. 1. Schultens institutt. 
■p. 253. Löscher de causis hing, hehr, S. 385» 39** 
Vaters hehr, Sprachlehre S. 2i2. 

vi) So schon die ältesten Grammatiker Juda Chiug , Jona hen 
Gannach, Jos, liimchi ; nur mit dem Unterschiede, dafs diese 
Hiphil und Hophal vor Piel setzen, um Piel und Hithpa'el neben 
einander zu haben. So unter den Neuern auch /. IVT. Hart- 
mann, Hatte man einmal von der gewohnten Reception ab- 
weichen wollen, SD w^ürde auch wohl Niphal nach Piel, Hiphil 
und Hithpa'el zu ordnen seyn, wo es im Arabischen steht, itnd 
insofern seinen rjphtigeren Platz li.it, als seine Bedcatung öfter 
erst durch die von Piel luid Hiphil deutlich wird. 



2^6 II. Haupt th. Cap. III. f^ovi F'erho, 

nach, welche zu \rahrer liequemlichkeit der Erlernung 
bey allen Grammatikern flerselben Zählung folgt , Avürde 
die Reihe etwas anders seyn. Uebri.^ens ist im Arabischen 
auch die Mannichfaltigkeit der Formen gröfser. Ueber 
die Bedeutung jener Formen haben wir in den folgenden 
§§. detaillirtere Beobachtungen miizutheilen gesucht, als 
gie gewöhnlich in den Grammatiken gefunden werden °). 
5. Im Arabischen und Aramäischen kommen von der 
Grundform und allen Conjuga'donen Pns.sioFormen vor, 
die im Arabischen mit Beybehakung des sonstigen Cha- 
rakters der /ictiva dunkelere Vocale haben (z. B. VXJ 
pass. Y'''^)» iiTi Aramäischen die vorgesetzte Sylbe HN , 

A (^'^p. /^flJ-r. ^i^pn^' ^i-° pass,\^.\s2^). Im Hebräi- 
schen sind die Passivformen nur von einigen gebräuch- 
lich, von andern höchst selten; überall biltlen sie sich, 
^vie im Arabischen, durch dunkelere Vocale; die dem 
aramäischen HN, 2] entsprechende Sylbe HH bezeicbnet 
dagegen im Hebräischen reflexive Bedeutung (in /I3|inn , 

Vionpnn u. s. w.) p). 

Der Gebrauch von Passivformen ist in ungebildeteren Dialek- 
ten überhaupt seltener. Gegen den R.eiclithum der arabischen 
Schriftsprache an solchen Fornaen sticht es bemerkens\vertb ab, 
cTafs in der arab. Vulgüvsprache das einzige Part. -pass. Conj. I. 

J c ^ 

N^Xä-C i™ Gebrauch ist. Auch bey uns vermeidet der gemeine 



o) S. Glassii fliilol. Sacra S. 323 ff. ed. Dathe S. £51 ff. 
M'-^eckherlin s Syntax S. Sg. Jahn gramrn. hehr. S. iSpiT. 
Storr ohservatt. §. 38 (wo aber viele ganz unzulässige Ik«. 
liauptungeh voriiCmmen ). Vgl. Jahizs arab. Sprachlehre 
S. 160. Sacy gramm. arahe T. I. §. 244 ^> 

p) Eine g'^inz ei;2;enthüniliche Ziieammenstelluug von Passivfor- 
men, worin auch von Kai eine P<issivform Stip vovkoromt 
(deren Beyspiele aber alle zu Vyal d'cr Verhu med. gutt. g«^hö- 
ten) s. in Storr ohservatt. §. 39. Gerade das Eigenthüm- 
liche darin hält aber keine Kritik aus. 



§.67. i^on deriVerhis derivat.od. Conjiig. im /öligem, 237 

McKH passive Constructionen und löst sie gewöiinlicli in active 
auf. Er saot nicht ^ern : A. ist von i'>. erschlagen worden, son- 
dern B. hat den A. erschlagen. 
4. Folgendes ist eine voilünfige Ucbersicht dieser her- 
iiach einzeln zu erläuternden Conjugationen nebst ihren 
Fassivis : \. 





Act. 


Pass. 


Grundform oder Conj. i . Kai 


'"?R 


Cp^T) 


2, jSJiphal 


Hiop,;) 


(^P^'O 


3. Plei 


^sp. 


bfisp 


4. Hiphil 


S'iDpn 


^ppn 



5. Hith-paei Hsppnn ^t3]?nn. 

Seltenere : 

G. Voel 4'LDlp SlS-ip 

7. Bilhpoiii vifl*!pnn — 

6. P/^^Z SSlOp SV;9p 

9. Hithpalel^y^^j\r\, — 

1 0. Vealpal ^tD^IDp, bloViDp^. 

5. Von keinem Slaimnworte kommen alle Conjuga- 
tionen vor, selbst die ge-\vöhnHchern sind nicht oft alle in 
tiemselben Verbo vereinigt. Ein solches Beyspiel ist jedoch 
das Verbum "^j^^ (nach etwas sehen, besuchen, heim- 
suchen), Niph. (pass, des vor,), *lp3 mustern, "lj^3 
pass. des vorigen, n^p.SH die Aufsicht geben, bestellen, 
anstellen, ^^pJ^T]^ pass, des vor. , "Ip.SH'l gemustert wer- 
den, "Ij^^n"!. dass. 

Insofern zuweilen mehrere Conjugationen dieselbe Bedeutun» 
haben , entlehnen sie wohl zuweilen die Formen von einander 

($• 113. 3). 

Be^'spiele, wo mehrere Conjugationen nebeneinander, wia 
zw^ey ähnlich bedeutende , aber verschieden nüancirte Verba vor« 
kommen, sind Ilohcsl, 2, 7: Jniil^n no 1*1''J?n DH ii- echt {de} 
nicht , ja regt O'ie) nicht, vielh das ieiztere stärker. Zeph. S, i : 
äiT^JipT Itf^tJpnn piiifet euch, ja prüfet, Jcs. 29, 9. 



fl38 -^^^ Haii-pllh. Cay. III. Vom Verlo. 

5. 68. 
N i p li a 1. 

1. Der Charakter d'ieaer Conjugation besteht im Prä- 
terito in einem vorgesetzten Ninit '^.^,* vollständiger 
erscheint dieser aber in der zweyten Charakterform , im 
Imp. und Inj. welcher 7121371, d. i. contr. aus /'0]?jmj 

lautet. Im Arabischen entspricht die Conj. VII. VJÖÜf, 

wo das vorgesetzte ^^f dem hebriiischen JH entspricht. So 

wie das H im Hebräischen im Praeterito fehlt, so fehlt 
dieses im Arabischen in andern Conjugationen , wo es 

im Hebräischen steht, z. E. ItSpHri , arab. VXXi. Man 
sieht daraus, dafs der eigentliche Charakterbuchsiab doch 
nur das Niiriy wie dort das H sey, das Uli f und He aber 
nur Vorschlagsbuchstaben (j/rostheses). Im Aramaiächen 
gibt es keine ihm entsprechende Conjugation. 

Beym Inf. St:pn , StJpJn liegt die Grundform Süp zum 
Grunde. Ebenso im Aramäischen bey allen passiven Foimen, z. B. 

2. Die Bedeutung dieser Form ist: 

a) gewöhnlich passiv von Kai (^vie auch die yte 
Conj. der Araber) , z. B. *!7^ gebähren, Niph. geboren 
werden; w^enn aber Kai intransitive Bedeutung hat, 
oder nicht gebräuchlich ist, so ist es passivisch von den 
transitiven Conjugationen (Piel und Hiphil) , z. B. 
133 geehrt seyn, Niph. geehrt werden; IHS Pi. ver- 
hehlen, Hiph. austilgen, Niph. beydes im Passiva. 
So kann es öfter in der Bedeutung mit Kai übereinstim- 
men , z. B. »^ ^n Kai und Niph. krank seyn ; UJ3 J und 
T£?5J sich nähern; vgl. "^j^, ^Q^, N2J. Ob es aber 
selbst transitiv seyn könne, ist zweifelhaft. Ein sol- 
ches Beyspiel scheint *^2U) J rr: ^^'^ Ezech. 9, 6. 

h) häufig auch reßexiv von Kai , z. B. *lOUil|^ hüten, 
Niph, sich hüten;, oder von HipK z. B. ^NS stinken. 



§. Gß. NlphaL S39 

jÜVj/l;/*. sich stinkend (verhafst) machen. Hieran schh'e- 
fsen sich dann Wendungen, wie: sich Beweisen, sich 
stellen t sich las\en ( eig. sich machen), z. B. I^DJ) 
sich herrlich be\'\'-eisen (c Mos. 14, 4), VJyVm sich 
gehorsam beweisen (l'g, 13, 45), V^O sich geschlagen 
stellen (Jos. 8? i5)» ^"^1«? sich fragen lassen d. 1. 
Antv/ort geben; "1^^]] sich erbitten lassen d. i. er- 
hören. 

c) von reciproken, gegenseitigen Handlungen, als 
Ü5^ richten, iV//7Ä. rechten ; yV^rathen, Niph, Rath 
pflegen; Onv-l hämpfen; DD^ Iliph. überzeugen, wi- 
derlegen, Niph. sich gegenseitig widerlegen, rechten; 
ny^ bestimmen, Niph. sich gegenseitig bestimmen, 
verabreden. 

d) wie Hithpa. thut es zu dem Begriffe von Kai 
noch einen Dat. commodi hinzu , als iH}V bitten, Niph, 

;NJ^J, aiTsop.aif ich bitte für mich. 

e) Mehrere Verba, besonders solche, welche ge- 
wisse Aft'ecten ausdrücken , kommen blofs in Niph. 
vor, und haben dann active oder neutrale Bedeutung, 
wie Deponentia , z. B. n^NO seufzen. 

f) Zuweilen ist der Begriff von Niph. auch durch 
müssen t können zu umschreiben. Vgl. 1 Mos. 6, 21. 
16, xo. CO, 9. 

Mehrere Grammatiker haben Ni-phal sßx&iezn als das Passwum 
von Kai aufgestellt miJ shid darüber von andern stark getadelt 
worden. (^Vaters Sprachlehre S. 191. Jahn grammat. 
S. 153). Sie haben dabey Recht und Unrecht, je nachdem man 
CS nimmt. Sic haben Unrecht etymologisch genommen; denn 
a) hat Niphal nichts weniger, als den sonstigen Charakter der 
Passiva ( §. 67, 3 ). h) in Kai zeigen sich noch Spuren eines 
analog gebildeten Passivs, nämlich imHebr. das Part. Slt;p, im 
Aramäischen das Praet. h'^t^p (§• 82» 2), des Arabischen zu ge- 
schweigen, tvo es herrschend ist. c) im Arabischen entspricht 
dem Niphal eine eigene Conjugation , welche selbst wieder ihir 
Passivum hat. Endlich d) findet sich im Hebräischen selbst eine 
-Form , die man vieUeiclit i'ür ein Passivum von Niphal halteu 



240 II. Hauptth, Cap. III. Vom Verla. 

könnte, nämlich ^Mi^ (verunreinigt werden) Jes. 5g, 3. Klagel, 
4, 14» "Welches dem Passiva von Conj. V iL im Aiabischea^ 

( VXJtjf ) gleicht ^j. Allein sie haben Recht nach dem Sprach' 

^ ^- 

gehrauche , Aa die herischende Bedeutung; wirklich die passiv© 
von Kai ist, und die übrigen sich daror. leicht ableiten. Man 
kann sie mithin, wenn man dem hebr. Gebruuche folgt, so gut 
zusammenstellen, als nt Plur. n^N ; riJ'^H Piur, n'>\t"3N ( wo- 
iieben noch di^**'«), als sum , fui, -esse; wo überhaupc hetero- 
gene und defeclivß Fornien im Sprachgebraucli vereinigt sind. 
i)afs die verschiedenen Wendungen der Bedeutung sich alle auch 
in der syrischen regulären Passivform ßnder , zeigt Chr. B. Mi- 
chaälis (luvi. syriaca §. 23. 2.6 — 2g) ausführlich. Dafg man 
aber mit dem vorsesetzten Nun rndlich im Hebräischen selbst den 
Beo-rill eines Passivcharakters verbunden habe, zeiirt die rabbini. 
sehe Conjugatiou Nithpael als Passiv von HithpaU (§. 71, Anm.). 

§. 6g. 
Viel und P y al 

1, Der Charakter der Conjngation besteht in Verdop- 
pelung des mittelsten Stammbuchslaben, im Activo mit 
den Vocalen bsp '' dah. h^S Fiel), \m Pass.^B'p , sei- 
tener 7l^|? (dah. iVßPyaly Püal, eig. pwaZ nach §. 12, 
Anm.). Im Arabischen entspricht die 2te Conjugation 

\X9, jjass. A^3, im Aramäischen ;t3jP, "^^X), Dieses 

charakteristische Dagesch ist nur in den Verhis, deren 
mittelster Stammbuchstab Gutturalis ist, ausgefallen (§.98. 
3 ). Von mehreren Klassen der Verba kommt PL nicht 
vor, und wird durch die selteneren Conjugationen (§. 7 2) 
ersetzt* 

2. Die Bedeutung von P'iel ist.: a) am herrschendsten 
cansativ von Kai, wie liegen^ legen; z B. "^^N zu Grunde 
gehn, *13N zu Grunde richten; *1D| lernen, pi, lehren 
U. s. w. Oft ist es durch lassen ^ helfen y wofür erklären 



q) Da es öfter vorkomnat, ist wenigstens an. falsche Functatioit 
(f. b^tJ3) kaum zu denken. 



§. 6q. Fiel imd Pyat. qAx 

otler haken nufzulösen, als: H^H leben, PL leben lassen; 
ill gebühren, PL gehähren lieUen ; pj!f Recht haben» 
PL rechtfertigen; NC*0 unrein seyn, PL dafür erklä- 
ren. Ferner b) venlürht es die Bedeutung von Kai, 
und bildet Iterativa , ^vie^vobl dieses im Sprachge- 
brauche nicht immer gleicli bemerkbar ist. Ber- 
spielesind; '^N^ bitten, P/. b^tt? betteln ; pHlf lachen, 
PL scherzen, spielen (eigentlich: wiederholt lachen); 
Vy2 berühren, PL schlagen; *l3'^ zerbrechen, PL zer- 
schmettern (wiewohl in den beyden letztern Bcyspielen 
die iterative Bedeutung auch schon in Kai vorkommt) •■). 
Vgl. im Syr. >Ji^£) Einen todten, Pa, mehrere tödten, 
morden; f.^M Ein Geschenk machen, Pa. öftere Ge- 
schenke machen. Die Bezeichnung der Intension und 
der Wiederholung wird auch im Nomen durch Dagesck 
angezeigt (§. 1 20, 7/0. 6 ft. ). Einige Verba haben c) in 
PL privative oder entgegengesetzte Bedeutung, als ob im 
Deutschen die Sylben z;er , enb vorgesetzt würden. Z.B. 
NtOn sündigen, Pi. entsündigen; '(?0 steinigen, Pi. ent» 
steinigen, die Steine ablesen; '^Q^ erkennen, PL ver- 
kennen (jedoch auch: erkennen, wie Kai) "). In den 
j!)enorninativis (§. 75 , 3 ) ist dieses häufiger. Endlich 
d) ist Piel auch s. v. a. Kai, z. B. *1^|? und *)3p, begra- 
ben ; doch gewöhnlich mit einer kleinen Abstufung de« 



r) Instructivust noch das Beyspiel Jos. 6, io: n*)ib Ini^i^l 
^*1^D01 ?«%. sehr gut: Jericho clausa erat et munita. Da» 
Verbüm in Kai bezieht sich hier auf das blofse Schliefsen , Py, 
aber auf das Festverschliefsen und Verriegeln des Thors. 

rr^ Unrichtig sucht PVeckherlin (Syntax S. 91) diese Be- 
deutung wegzuerklären, und auf eine positive zurückzuführen. 
Sehr richtig dagegen Jahn grammat. hehr. S. 141. Indes- 
sen eehült das syr. ^::xso thöricht seyn, und Pa. einsehen nicht 

hierher, sondern es sind im Syrischen zW^ey, noch im Hebr. 
durch die Orthographie geschiedene Verba zusammengewoc« 
fen, b^O feliöricht sejn, und b^^ einsehen. 



24s IJ^- HaujjttK Cap. III» Vom Fuho. 

Spracligebrauchs und der Bedeutung. Z. B. PinS öffiieni 
>Pi. lösen; *)20 zählen, P/. erzählen; 710*1 werfen, Fi. 
betrügen (eig. ein Bein stellen, oCßaXXuj zu Fall bringen). 
Auch läfst sich bemerken, dafs in Fiel öfter die eigentliche 
sinnliche Bedeutung erhalten ist, "wenn in Kai eine tro- 
pische herrscht, als N'l^ schafl'en, Pi. hauen, aiishauen; 
71 /5 offenbaren, PL aufdecken, entblöfsen ; 'D.KV^ Schmerz, 
Betrübnifs leiden, PL arbeiten (laborare) ; NS*^ heilen, 
PL flicken , ausbessern ; J^Pl prüfen , PL abmessen , ab- 
wägen. Vgl. noch die Stammwörter DTÜn, ^03, T?^, 
VpT. Zuweilen ist PL auch wohl mehr der Poesie eigen, 
z.B. ^zT-» g^^"^» T^*J verfolgen, in Pi* beyde poetisch 
(vgl. das syr. j^^cn ). 

Die Bedeutung von Pyal ergibt sich hiernach von 
selbst, z. B.QIN roth seyn, Py. geröthet, roth gefärbt seyn. 
Anm. Obgleich Fiel (nach ho. 2, d) häufig s, v.o. als Kai ist, 
«o ist diefs doch xiiir in transltivis gewölinlich. Das Ueber- 
tragen der intransitiven Bedeutung auf Vi. gehört im Ganzen 
zu den Seltenheiten, und kotnnit nur in einzelnen Stellen und 
zwar in der Poesie vor. Z. B. nnn zetbrocheu seyn (Jer. 
51. 56), dPn sich verschliefsen ( Hiob 24, 16), nSS spros- 
sen (Ezech. 16,7), nna sich öffnen (liohesl. 7, a), hill, 
benetzt seyn (Jes. 34, 5). , 

§«. 70. 
Hiphil und Hophal. 

1. Der Charakter dieser Form besteht in einem vor* 
gesetzten H. Die Vocale sind im Activo wie /"^IDpr, 
(daher Hiphil) ^ im Passiva wie TiOjPri, selten /üph. 

Im Arabischen entspricht Conj. IV. A^^f, pass. VÄ3 

mit BXif statt dtes hebr. H, im Aramäischen /DpN, 

\^o\ (Jphel)» Hiernach liegt bey den Verbis 5^11^ die Form 

ylOpn, bey den H 7 die Form /löpH zum Grunde. 

a. Die Bedeutung von Hiphil ist ähnlich der von P/« 
und zYfikX : 



§. 70. JFIiphil und Ilophal, fi^S 

a) causativ von Kai, z. B, N!f^ hinausgehn, tliph, 
hinausführen - bringen -ziehen; ^If?; heilig seyn, Hiph. 
heih'gen u. s, w. , häufig auch , wenn Kdl schon transi- 
tiv ist, ^37 (etwas) anziehn, Hiph. (jemanden etwas) 
anziehn lassen ; ^*1^ besitzen , Hiph. besitzen lassen. 
Gewöhnlich ist nur Fiel , oder nur Hiphil, im Gebrauch 
(so dafs also die causative Bedeutung bald auf diese, 
bald auf jene Weise ausgedrückt "W'iid ) j andei'swo exi- 
stiren sie neben einander mit derselben Bedeutung, 
z. B. '^^^^ zu Grunde gehen , Fi. und Hiph. zu Grunde 
richten; sehr häufig ist aber dann doch ihre Bedeutung 
abweichend oder verschieden nüancirt» "133 Fi. ehren» 
Hiph. schwer machen, verhärten, auch; angesehen, 
mächtig machen ; "1(13 Fi. verhehle» , Hiph. vertilgen» 
beyde eig. a(pö;vi<^£tv; //p leicht, verachtet seyn , Fi, 
ßchmähen^ fluchen, iJipÄ. leicht machen, verachten; 
iir\ durchbohren (eröftnen), Fi. entweihen (das 
Geöffnete wird Preis gegeben und entweiht) * ///. er- 
öffnen , anfangen ; \1^ gebähren , Fi. gebähren helfen, 
///. zeugen; *l3y transire, Fi. den Riegel vorschieben» 
Hi. hinüberführen - bringen u. s. w. "^I~p (den Götzen) 
räuchern ^), ViDprt (Gott) Rauchwerk anzünden; 
oder der Gebrauch ist nach Zeitaltern verschieden, z. B. 
"JjO J und T]"^On spenden , aber chaldaisirend "TIOJ ( da- 
her das erste a Sam. 23, 16, das zweyte in der Paral- 
lelstelle i Chron. n, iQ) *). 

h) seltener intransitiv, \Yie Kai, z. B. *l^5^ Kot 
und Hiph. reich werden, 'l^'^p Hi. erwachen J ^IH 
Kai und Hiph. schweigen, und bey einigen» welche 
Farben anzeigen, z, B. j^37n^ weifs seyn, D'^'lNrl 



j) 2 Chron. 34, 25» wo in dieser Bedeutung Uiphil steht, hat 
das Keri nachgeholfen , und Fiel suhstituiit. 

*) in der arabischen Vulgärsprache ist von vielen Zeitwörtern 
Conj. IL {Pi.) im Gebraudi, wo die Schtiftsprache C^nj.lF'. 
(Hiph.) hat. 



fl/f4. //. HaujHtJi. Cap. III, Vom Firho, 

roth eeyn, oder eine Zeitbestimmung enthalten , z. Öa 
D^3^n früh thun , 3'^iyn am Abend thun. In andern 
Verbis kommt die intransitive Bedeutung nur in ein- 
zelnen Stellen , vorzüglich bey Dichtern und Spätem* 
nebfen der transitiven vor , z. B. p^H Ilipk. stärken, 
intratis. stark werden (2 Chron. 26, Q. Dan. ii, 32); 
pDN.n für fest halten d. i. glauben, intraiis. fest, still 
stehn Hiob 29, 2^); ^"^^^.IH s. v. a. 3^"^^. befruchtet 
■werden (3 Mos. ic, c ). Bey sehr vielen Hegt der 
intransitiven Bedeutung eine Ellipse zum Grunde, z. B. 
n^^^Srn beglücken und Glück haben * eig. seinen Weg \ 
beglücken (/c 13^"^), ebenso 3D^ gut seyn » /f?!. gut 
haiidehi (eig. seine Handlungen gut machen, Jc, T^*^^), 
und so Vy^ Hi. böse handeln, ^^"^-^H grofs^ handeln. 

Die Bedeutung von Hophal gibt sich hiernach von 
selbst, und es kann dieses daher öfter, ■vrie Niphal, 
wieder mit Kai übereinstimmen , 2. B. /^"^ können, 
fut. Hopk. eig. er ■wird in den Stand gesetzt werden 
d. i. können. 

Aiim. 1, Für eine ^rii;flfjrfl Bedeutung (wie in Piel, litt, c^ 
beruft man sich auf ü;*i •• besitzen, Hiph. aus deni Besitz vertrei- 
ben ; allein dieses Beyspi«"! niacht jene VVendung; noch nicht 
notliwendig, da sich dieselbe Bedeutung auch in Kai findet. 
Sie schliefst sich wahrsch. an : jem. beerben , dah. jemandes 
Eigenthum zürn Besitz bekommen (s. meiii TT' Örteih. u. d. W.). 
Noch weniger sicher ist Ston-'s Bemerkung ( Ohservatt. ad 
analog, et synt. hehr. S. 191 ), dafs Hiph. auch intensive Be- 
deutung habe. Das einzige wahrscheinliche Beyspiel wäre 
•^•»»«n (5 Mos. 26, 17. 13) d.i. feyerlich erklären, profiteri. 
Aliein dieses läfst Sich mit Lud. de Dieu von der transitiven 
Bedeutung ableiten, nämlich "löN äthiop. w^issen, kennen, 
Hiph. erklären. 

2. Die intransitive Bedeutung von Hiph. i^t im Aramäi- 
schen noch häufiger , als im Hebräischen , und ebenso auch 
im Samaritanischen tjVlorini Opusc. sam, S. 43« C^tia- 
r i i horr. sam. S. §5 }. Da Niphal im Gegentheil im Aramäi- 
schen gar nicht vorkommt, so hat der Bearbeiter des Saun. 
Texte« für Niph. öhet Hiph, gesetzt, a» B. i Mo«, iß, 5. 
24. 4»^ 



§. rri. Hithpacl (und Ilothpaal ). 24-5 

$• 71- 
Hi thp a'iil ( und Ho th-p aal"), 

1. Diese Conjugation schliefst sicli zunächst an l^el 
an , und wird gebildet, indem vor den Infinitiv desselben 
(SDjP) die Sylbe Hn gesetzt wird, daher Ht?.]??!'! 
( ;J^2nn Hithpnei), Diese Sylbe entspricht dem aramäi- 
schen Passivcharakter HN, Z] , ist aber im Hebräischen 
^ur Bezeichnung der reflexiven Bedeutung herrschend ge- 
worden , wie das Medium der Griechen ebenfalls in vie- 
len Formen passiven Charakter hat. Im Arabischen ent- 

«pricht die 5te Conjugation VXJt'i, pass. ^VJCX'i, welche 

nur das Tav als charakteristisch heybehalten hat. (Vgl. 
§.68» * )• ^W ^6*' Vulgärsprache spricht man dafür fkat- 
tal, woraus dann leicht mit einem Vorschlagsbuchstabcn 
ftkattal wird "). 

D. Vater hat (in allen seinen Sprachlehren) Hitkpa. nicht 
als eigene Conjugation , sondexn als blofse Reflexivform von Piel^ 
neben Pyal, aufgestellt. Eigentlich kommt hierauf freylich we- 
nig an» indessen hat Hithpa. wenigstens dasselbe Recht, wie 
Niphal, als eigene Conjugation aufgestellt zu werden. Denn 
dafür spricht a) die Analogie des Arabischen, vorzüglich aber 
Z>) die Passivform , die nicht wohl in Anspruch zu nehnacu seyn 
wird. 

2. Mit dem H der Charaktersylbe HH gehn indessen 
mehrere Veränderungen vor, nämlich 

a) -wenn das Stammwort mit einem der Buchsta- 
ben 0, H, ^ und ^ anfängt, so wird dieser mit dem 

• n versetzt (vgl. §. 36, i ). z. B. b^noH f. '^aDnn; 



tt). Selbst in der Bücherspracha findet sich in Cotij. V. VI, statt 

der gewöhnliphen Formen VaäÜ , NÖVÄÜ ein« andere VXif, 

' 5j 'S 

Y*i\jf j deren Teschdid nichts anderes ist, als ein assimilirtes 

ri. Diese Form ist ganz analog den hebräischen Formea mi^ 
■ assimiliitem D. 



s45 •?/' Baupbth. Cap. lll. Vom Verho^ 

•ipn^n f, i3^nn; ^Dn^^n f. *is^nn. Beym ^ 

■yf\x\i dieses noch obendrein in das diesem Consonan- 
ten näher verwandte IQ verwandelt, ^la. p*^ti5i?n. f» 

p-niinn (§. 32.5), 

b) vor 1, *ii3. n assimilirt es sich diesen Conso- 

panten,z.B. i3.in f. '^"inH ; ^?ic9n fin/onn; NGDn 

f. NDlOnri; D?3i'^_nf. DErjnn.» rnit seltenen Ausnahmen, 
z. B. bevni T üiclit, ig, 32. Zuweilen auch vor 3, D, 
?. B, ^23n propheÄcyeu , f, ^^^^HH , HOiDn sich ver- 
hüllen rsprüchw. 26, 26) neben HOSHTI: in einzel- 
jjiei) Fällen selbst vor Zlschbuchstabeo und dem "1, z. B, 
^3"r! f. "^STnn (reinigt euch) Jes. 1, 16; DD^"». (sonst 

pp'n'^iijn )"kohei. 7, 16 , DoiiN f. Dp>^^< j'^-s. 33, 10, 

Ä«im. 1. Die erste Bescinimutig (/jtt, ß) dehnt sich im 
j^.rarniUscben auf alle Zischbuchstaben , mirUin auch auf das \, 
*us , welches versetzt wird , worauf das n in *t übergeht, 
z. B. "iSnTn, ^S^in. Im Hebräischen kommt nur Ein Bey- 
jpiel mit t vor (jes. a, a, O. ), wo es assimilirt ist, wie inj 

Arabischen \jük Conj, FIII. vJÜoM '^"^ OtJAf. Ueber-» 

Jiaupt sind die Veränderungen des n der achten arabischen Con- 
jugation (^ Jahns arab. Sprachlehre S. löß. Sacy gravim. 
firahe T. I. S. 379 — 85) diesem ganz analog. Die Assimi- 
lation des n findet sich aber selbst in der Hithpa'il entsprechen- 

<M y- ^ y <M ^ y 

^^n Conj. r., wenigstens im Part. , als ^j^xÄ^, auchA<AJt>c, 

insofern dasFat/ia nach ^^ furtiv gesprochen vvurde. (^Sacy 
9, a. O. % 631 ). 

2, Im Chaldäischen assimilirt sich das n der Passiven vor 
i häufiger, 8elb§t vor 3 und a, z, B. n\?>H f. N^AH** ( offen- 
baret werden ) , S^BS* f. S^tsan-; (aufhören), 

3, Das einzige Beyspiel, wo da» n nicht transponirt wor^ 
den, ist die 2 imp, niüüllünri (durchlaufet) Jer. 49, 3, wo 
bey der Tr.nnspQsition diey t auf einander folgen w^ürden. 
Statt der Charaktecsylbe nn kommt einigemal die aramäische 
TN vor, als lanriN 20, 35. 

5. Die Bedeutung ist; 

a) ursprünglich passiv von Fiel, aber dem Gc' 



§.71. Ilithpaei (und Hothpaal), 54-7 

brauche nach seltener. Z. B. Tjl^ Hithpa. gesegnet 
werden 1 Mos. C2, 18. 26, 4 (wofür in den Paral- 
lelstellen ^7/7Äa/ steht 12, 3. 23, 14); "Ip Snn ge'^ählt, 
gemustert Averden (Rieht. 20, 15.17. z\, cj) , p^lEHH 
abgebrochen werden (Ezech. 19, 12); HSiTi^fl ver- 
gessen -worden seyn (Kohel, g, 10), UJ'lj^nn gefeyert 
■werden (Jes, 30, 29). Vgl. Sprüchw. 24, 3. 31, 50. 
Vs. 76, 6. Dieselbe Bedeutung hat aber die 5te Con- 

jugation der Araber gewöhnlich, z. B. aXc lehren, 

f^sCi belehrt Averden, lernen; «ioC grofs machen, 

ehren ; *.5^3 geehrt Averden ^). 

h) zvci hrknhgstenreßexiv von Fiel ^ als ^1]? heilig 
seyn, P/. heiligen , ä/^ä/jat. sich heiligen ; "l^J^ reich 
seyn, HitJipa. sich bereichern; p^^ gerecht seyn, 
ZZ/tÄ;;ö. sich rechtfertigen (gerecht machen). Ueber- 
all ist der Begriff: sich zu dem machen, was die Grund- 
form aussagt. Hieran knüpfen sich dann noch andere 
Wendungen, die man auch in andern Sprachen durch; 
sich (so) machen t (so) thun ausdvücTtt, nämlich: 
a) sich beweisen, betragen, z. B. DSfinn sich Wug, 
listig bcAVeisen ; v13nn sich grofs machen, grofs thun, 
sich stolz betragen, ß) sieh zeigen , z. B. C^^in"^. sich 
roth zeigen, röthlich spielen, A^om Weine (Sprüchw. 
-3» 3*)» "'/lin'l sich als gebohren anzeigen, ein- 
schreiben lassen. Daher y) sich stellen , z. B. *^''^.3^nn. 
sich reich stellen, H^Hnn sich krank stellen, pSJinn, 



u) S a c\ gramm. arahe T. L $. 249- Einige Grammatiker 
wollen die passive, Bedeutung im Hebräischen 'niclit als ur- 
sprünglich anerkennen , sondern erst von der reflexiven ablei- 
ten, etvra wie Ferha neutra in Kai auch passivisch ^ew^andt 
werden. Alling (§. 171) nennt es Syriasmus. Allein die 
passive Bedeutung ist auch in der entsprechenden arabischen 
Cou jugation herrschend. Der Gang scheint der de» gri^cli. 
Tassivi und Medii. 



S45 JI- Haiiptth. Cap. III, P^om Ferho. 

jicli stark stellen, Gewalt anthun. Vgl. im Arab. 

Conj. IV, z. B. (joA^-i sich krank stellen. §) sich 
dünken t als D^Hnn sich weise dünken (Kohel. 7, 16), 
«) sich ( etwas zufügen ) lassen , sich dazu hingeben, 
y.. B. ^Sn 5Vichen, Hithpa. sich suchen lassen d. i, 
verstecken, verbergen, verkleiden; OS"! mit Füfsen 
treten, Hithpa. vor jem. niederwerfen (derdaniaden 
Fufs auf ihn setzt) Ps. 63. 31. Sprüchw, 6, 3; 0*^3 
dass., Hibhp. den Fufstritten Preis geben (Ezech. 16, 
C sc'*. Endlich ^) durch Bitten bewirken, bitten, 
als I3nnn um Gnade bitten, eig. sich iem. gnädig 
machen, vgl. auch V/.?^-^. beten. Da es in Fiel rich- 
ten biedeutet, so scheint der Grundbegriff: se avbitrum 
iiiterposuib , intercessit; , precatus est, oder Gott zurri 
Richter machen, 4arum anflehen. Diese Bedeutung 
hat im Arab, Conj. X. Zuweilen stimmt dann diese 
Bedeutung wieder mit Kai überein, als /3Nr\n, 
fjSNnn sich trauernd, zornig beweisen, dann gerade-» 
hin s. V. a. trauern, zornig; se^n, H ^HnH erkrankt 
sejn (2 Sam. 13, 2), 

e) seltener von gegenseitigen Handlungen, "vvie 
JSIiphal, z.B. nN"inn sich gegenseitig ansehn, "IS^HH 
np ^nn sich gegenseitig halten, zusammenhalten. 

d) Zuweilen thut es zu dem Begriffe von Kai noch 
den Nebenbegriff sihi (einen Dat. commodi) hinzu, 
wie das griech. Medium in alrov]xai ich erbitte mir. 
Z. B. ^2nn sich ausziehn (sibi exuere); 11^2^71 
sibi solvere; vS^JH H , p^SnH sich abreifsen u. s. w. 
Ebenso '^^'^nn füj- gich herumgehn , ambnlare^ -JTf^t- 
TrocTSMt verschieden von "il^ gehen, einen Weg 
machen ""). 

Anm. I. In einigten Fällen von litt, h hat Hithpa., wie' es 
«cheint, ganz die actiye Bedeutung von Kai angenpmmen , so 



öu) Vgl. Simonis Arean, form. S. 523, 557, 



$.7*. Hibhpael (und Hothpaal). £4.9 

dafs es selbst mit einem Accus, des Objects stehen kann. Als i 
bn;nn etwas veraibcn (5 Mos. 25, 46); Micha 6, 16 j 
•»•^t:^ ripn ISPU)^ es beohachtet die Sitten Omri's , eig. oh- 
servut sibi;' Sprüchw. 20, 2 : iiai^no viell. wer ihn erzürnt. 
Hiob 37, 12: tlQnriö nl3DÖ Nini nach Einigen: und er 
(^Jehova^ wendet sie (die M'^qlke^ ringsum (amHimrnel); 
aber sicherer: und sie ( die j/J'olke ^ wendet sich ringsum (am 
Jlimmel ). 

2, Dafs Hithpa. Frequentativa bezeichne (wie Glassius 
8. 339 nnd A. behaupten) folgt v\'eder aus "Sj^nrin, noch aus 
Ca^inri, lisnnn (worauf sich Einige berufen), wie dieses 
aus dem Obigren erhellet. 

4.« I^2S Passivvm dieser Conjugation kommt nur in 
einigen Beyspielen vor , die aber schon durch die Analo- 
gie des Arabischen hinlänglich gesichert sind , und daher 
wohl nicht verdächtig gemacht werden können ^), Diese 
Beyspiele sind: ^Ij^SnH sie sind gemustert worden 
4. Mos. 1,47« 2, 33; NSISn sich verunreinigen 5 Mos. 
£4» 4; ^3'?n ge%Taschen seyn 3 Mos, 13, 55. 56; J^"^r^ 
von Fette besudelt werden Jes. 54, 6, In der Bedeutung 
läfst eich kaurn eine Verschiedenheit vom Activo erken- 
|ien , wie dieses auch bey einigen Conjugationen der Ara- 
ber, z. B. Conj. VII. der Fall ist. 

Anm. Im Rabbinischen bilden mehiere Verba noch eino 
andere Passivform von Hithpa,, die sich zu diesem verhält, 
wie Niphal zu Kai, und wobey Nun als Passivcharakter vor- 
gesetat ist, z. ß. TüttJKnü männlich seyn, ^ptit^ alt werden 
( s. Buxtorf Lex. chald, et rabbin. unter diesen WW. , so wi« 
unter "i-^n, Mn, Tip). Von dieser Form finden sich auck 
im hebr. Texte einige Spuren, als; ^353 5 Mos, 2i, g er ist 
gesühnt worden, und 'np5[J Ezech. 25, 45 sie lassen sich 
w^arnen. Zwar liefse sich an beyden Stellen mit andrer Puncta- 
tion in Niphal lesen : "^Ö^J, 1*lBl3, so dafs jene Form, ohne 
althcbräiscii zu seyn, von d<y: blofsen Ansicht des Punctator« 
abhängig wäre; allein eine wenigstens etwas festere Stütie 
gibt die Form niPittJO Sprüchw. 27, 15, welche eine sehr 
passende Deutung findet, wenn man sie als Nithpa. von niv» 
betrachtet, vgl, das ^bald, ^inv;»« fürchten, dah. jD«r:. p*^i 



v) Vater' s hebr. Sprathlehre S.^igg, 



25 Q II' Haiiptth. Cap. III, Vom Verho^ 

tirnenda. mvJ gleichen, gibt allerdings einen matten Sinn, 
(loch muclite die Ableitung von diesem Stammworte näher 
liegen, als die Schultensische , wo der Text in mn^yi geändert 
und übersetzt wird: j^si/xa^ara* (von ir^O Winter) sie stilrmt. 
Dflfs die Form nicht vollkomhien iils altüobräisch gesichert sey, 
geben wir indessen yvillig zu. 

$. 72. 
Seltene Conjugationen. P o'el und H i tlipoöl. 

1. Aufser jenen fünf geivöhnlichen Formen finden 
sich in der Sprache noch mehrere seltenere, die man der 
Bequemlichkeit der Methode wegen gewöhnlich von je- 
nen abzusondern pflegt. Die meisten derselben sind in 
den verwandten Dialekten gewöhnlicher, mehrere siud 
auch nur im regulären Verbo selten, dagegen in gewissen 
Klassen des irregiilären Verbi gerade die gewöhnlichen 
und herrschenden. Sie haben meistens eine gewisse 
Analogie mit Piel und Hillipaelf flectiren sich auch nach 
Art desselben (§. 92). 

c. Am häufigsten darunter ist Poel, pass, Poal und 
reßcx. Hithpoei, welche sich zu einander verhalten,- wie 
fiel, Pyal, Hithpael und der dritten und sechsten Conjugation 
im Arabischen entsprechen. Ihr Charakter besteht in 
einem zwischen den ersten beyden Stammbuchstaben ein- 
geschobenem Cholem impurum , daher '"^y^ pass. /l^'ip , 

Tv/Zeix:. TiO"*lpnn , wofür irn Arabischen JE^z/!;ä, dah. V'AiJ, 

...» .<i-r. . 

pass. V*i%*» reßex. V^\.X"j. Im regulären Verbo ist sie 

sehr selten, und die meisten gewöhnlich hieher gerech- 
neten Beyspiele gehören nicht dazu , häufiger ist sie bey 
den Verbis med. ^em. (§. 103, 7). Bey Vorsetzung der 
Sylbe nn gehn auch hier die Veränderungen vor, welche 
§.71, c von Hithpael angeführt worden sind. 

Abm. 1. Schon Dav. Kimchi hat Po'el als eine eigene Con- 
jugationsform aufgestellt. Wie ganz wilUtührlich es sey, 
vrenn Elias LevitUt Danz (^liter. hehr, S. 375} u. A. es für 



§,72« Seltene Conjugationen Pöel und Hithpoäl. 35* 

blofse Abart von Fiel nehmen, wo die ausgefallene Verdop« 
peliino; durch ein eingeschobenes 1 compengirt sey (! ) , sieht 
man von selbst. Vgl. Simonis Arcanum formarutn S, 39^« 
HezeTs Sprachlehre S. 2o6 u. A. 

Höchst sonderbar hat sich ferner Storr (Ohsen-att.S. »44) 
über diese Formea geiiulsert, indem er sie alle für blofse Varticipla 
fictiva Kai (Hclp) mit einer Flexion hält (§. g2, 3). Diese 
Ansicht bedarf keiner weitern Widerlegung, da der Grund, 
aus -welchem er die Annahme einer Conj. Sl3ip s. v. a. die 
arab. Ponj. III. , verwirft, vollkommen falsch ist, n.^mlich 
dafs im Arabischen ^ ^ .nicht j sey. Dafs sich diese Vocale häu- 
figst und regelmäfsig in diesen Dialekten entsprechen (s. §, 12, 6), 

hätte ja der Verfasser aus dem Participiö 'jClp, VSVs selbst 

Ikbnehmen können, 

2, Fälschlich haben endlich viele Grammatiksrhioherrnehrere 
Formen niit(T) in der ersten Sylbe gerechnet, über dessen Aus- 
sprache sie indessen nicht einig sind. Z. B. ^"iSn"« Ps. ^4, 20, 
lnS"^n Ps. 62, 4 ( ""«^h der Lesart des Ben Asser), •'Jry'jD 
Ps. loi, 5, im Keri; ^rTlun*' Jes. 44, »3; !)nS3Nr] Iliolj 
SO, 26; DpSni 1 Chron. 33,0. Hezel ( S. £07. iuß), deui 
auch I'^ater ( S. 207) zu folgen scheint, hält das (r) für 
Kamez- chatuph, "was es auch im ersten Beyspiele isc, aber 
dort ist es auch ein rcgelmäfsiges Pyal : in den librigen könnte 
es aber gar nicht Jiamez - chatuph, und die Form doch zuo^leich 
Poc7 seyn , denn 1 impuri^m ( welches im Arabischen ^ ^ ist), 
verkürzt sicl^ nie in Kan^ez • chatuph (§. i2, 6). Weit rich- 
tiger haben Andere, i. B. Sttinge (in der Anticritica in Psal- 
mos T. I. S. 198) ^^s (T) als a anerkannt, aber doch die 
Formen für Conj. IIL der Araber gehalten. Allein diese Con- 
jugation Jiat einmal im Hebräischm 1, nicht "^ impururtf, zum 
Charakter, auch bedarf es dieser Anomalie gar nicht, da jene 
- Beyspiele (aufser dem ersten) alle regplmäfsig Fiel seyn kü;i- 
jien, dessen (-) wegen des ausgefallenen Dagesch veilän<^ejt 
ist. Die Lesart !)niC*in (in der Recension des Ben Ndphtali^ 
gibt einen guten VV'ink zur Erklärung. So haben auch Jes. 
62, 9, mehrere Co<i</. und Ausgaben V90HIJ, andere IISOH^ 
ohne dafs deshalb letztere« eine andere Conjugatioa Wäre^ ' * 

3. Von Hithpo, findet sich die aiamäis^I^ariige Foim 

bMn^.« f. b\int'.n P». 76, 6. Je», 59, 15, 



252 //. Haupt th, Cap. III. Vom Verho. 

4* ^™ Syrischen ist die Form sehr selten und lautet dann, 
wie vlQ^ von vVs^auben, \OQih» von *ip;> i;. s, w. 

3. Die Bedeutung vOn Poel hat am meisten Analogie 
mit der von Fiel. Es ist öfter causativ von XaZ, zuwei^ 
len damit gleichbedeutend. Z. E. üS^Ü und DS'itp (Hieb 
9, 15) richten, p|?.n und pp'^H Gesetz geben; soTl^tl 
und njn (Jes. 59, 13) 6. v, a. •^'T.'^, H^H , daher einer- 
ley mit Pielf z. B. \-3JI"5 und \^,m bedrücken. Gewöhn- 
lich haben jedoch P^d und Poe/ jedes seine eigenthiimhche 
Wendung, z. B. D2D wenden, ändern (2 Sam. 14.,' 20), 
und S^/iO s. V. a. -^^D umhergehn , umgehen ; '^J^^ ^^^^ 
vaen , loben , ^ /. iH zum Thoren machen (von / /H glän- 
zen, fl) hochmüthig, thöricbt seyn); ^SPI lieblich machen 
(Spriichw. 26, 25), und J«|in sich erbarmen, bemitlei- 
den; Tn^^ Geualtthat üben, Tll'Ü verwüsten ; VV, an- 
zeigen (Hiob 3ß, 12), y^"!^ bestellen (i Sam. 21, 3). 
Einige Beispiele von Hit Jifwei sind: '5t5VÄnn s. v, a. Kai 
erschüttert seyn, wanken ; 7 /iHnH sich Avahnsinnig stel- 
len, /7,'iJ'iin« neben /^^n*^. etwas ausführen , vollfüh- 
ren. Von einigen Denominativis ^ wo sich dasselbe Ver- 
hältnifs ;ieigt, s, §. 75, ^. 

$. 73. 

Andere seltene, zum Theil nur in einzelnen Wörtern 
vorkommende , Conjugationen eind ; 

1. Pild V^Pp mit dem Pass. 'IPp , dessen Cha- 
rakter in Verdoppelung des letzten Stammbuchstaben be- 
steht. Tn regulären Verben finden sich nur folgende Bey- 
ppiele : S^M Ezech. 28, 53 s. v. a.SSJ ( fallen) ; ^nnSJi: 
(es reibt mich auf) Ps. 119, 159, ^JinH^Sf Ps. gß, 17, 
.wofür - wahrscheinlich ^^HH^^. '^" lesen ist (von HD^) 
sie vernichten mich (das Dagesch ist beyde Mal euphonisch, 
pach S» 86) und mit PfliöfÄ Avegea Concurrenz einer 
Gutturalis: \^*i grün, belaubt seyn (vom einfachen 



$. '73' Seltene Conjusg, P'del, Pealpoly Peopet u. a. 353 

Stammwort jy*! finden sich Spuren im Syrischen); |^^.^ 
ruhig seyn (das einfache jNtü ebenfalls im Syrischen); 
Fass. ^ iPN verwelkt seyn (eine Spur des einfachen lOH 

s. Ezech. 16, 30). Häufiger ist sie in den Verbis iJ^und 

(« 

einige Mal in den iT? (§. 106, 8« io9> FiL). Im Arabi- 

«Sri ^/5i» 
sehen läfst sich die ^te und j ite Conjugation (^VÄil und 

jJlÄil) vergleichen» welclie indessen beyde zwischen 

dem verdoppelten letzten Stammbuchstaben keinen Vocal 
haben. 

Audi die Formen, wie 'iSiHh llicht. 5, 7, ^ihb ßzecli. Cj, g 
u. s. w. (s. §. 19, 2j Ziff. Z>) hätten ein Recht, hieher gezogen 
zu werden. Aliein , da ihre Bedeutung von Kai durchaus nicht 
abweicht, da das sie auszeichnende Da^d^^c/j nnr in J^ai/j^a vor* 
kommt, dieselben Formen aber sonst gew^uhnlich und häufig ohne 
dasselbe vorkommen , so wird man da» Dagesch sicherer ( nach.. 
S. ß6 ) für eine bedeutungslose orthographische Einrichtung, aU 
diese Foritien für alte, eiäenthümlichä Verbalförmen halten. 

2. Pealpal, /I^ /t3p. mit Verdoppelung der beyden 
letzten Stammbuchstaben und verstärkender Bedeutung, 
z. B. "^n'^np schnell umgehn , pochen (vom Herzen) Ps* 
38, n von "inO umhergehn; Pass. "10*^011. heftig gäh- 
ren, brausen Riagel. i, fio. Von "^^H- 

In den irregulären ZeifcWörterri V)J und W^ Wo eigent* 
lieh nur zwey constante Staniiriconsohanten sind, entsteht 
diese Conjugiition durch Verdoppelung jener beyden, z. B. 
SS5 , blpA ; b^3 , ^73^3 ; auch bildet sie eine B.eflexiv* 
form, wie '-5 i^nn. > 



3. Peojjei, Tiii'itÖp. Nach Art dei^ i^ten arabischen 

Conjugation ( V*i^Ä5() bildet sich im Hebräischen iSCiyri 

die Trompete blasen, eig. zusammenberufen» welche* 
durch die Trompete geschah. Das Stammwort *lS£n ent* 
spricht dem.arab. -AaÄ zugegen seyn Conj. X. zusanj- 
nienberuf«n. Das Part. B'<*lSynÖ 8t«ht t, C|»rq», . » $t 34« 



i54 II' HaupUh, Cap, 111. Vom Verhö, 

2 Cbron. 5, 13. 7. 6- » i^, 24. 29, Cß im Chethib , und 
ist ohne Zweifei Q"^*l.!i£S£nC auszusprechen. 

Simonis ( annlysis lectt.inasoreihi S. 61) will es ClX^nö 
lesen, und für Fiel halteti, mit ■wirklich tloppelt gescliriebenem 
S, allein dagegen ist die Analogie dos Derivats nlillün (Trom- 
pete). Dieses zeigt zuglieich, dafs die hebräisclie Form *i::iii:n , 
nicht ([nach Jahn^s arab. Gramm, S. 17a) hiSliJnn zu lassen 
seyrt vt'ird. 

Das Keri hat überall ein jf getilgt, und punctirt dann bald ali 
Hiph. n'«*isn0, bald als Pi. U'>')^h13. Allein dieses ist offenbar 
eine au» Unkenntnifs der seltenen Form herrorgegaiigtiie Emeh. 
dalion: auch findet sich in vielen M^ss. und einigen Editionen 
( z. B. der Plantinischen , der von Manasse ben Israel ) kein Keri. 

4« '*'?p.*'^- "^^' vorgesetztem H, wie im Syr. «.c;^:J^, 
und «.rHili^^Z verlachen , r^b:> lernen , ,JaaI^Z lehren ^). 
So im Hebif. n'^Hi^ wetteifern Jer. 12, 5. 22, 15 (von 
rr^n hitzig, eifrig seyu), und das denom. /Ä'^H fufsen 
lassen d. i. gehen lehren, von V^"! Fufs Hos. 1 1» 3. 

Hiehflr gehört auch : DD^nlSlSPl ich will euch zerhrechen Jer. 
Ä5«34 (von yi)3, und einer davon gebildeten Conjiigation yiaP). 
uiqu. Symm. Vulg. und einige Codd. losen zwar D3"»ni£iafl , so 
dafs es ein Nom, plur. cum suff. wäre, aber gegen den Zusam- 
inenhang, welcher ein Verbum fordert» so dafs die Masora, die 
auf did Punctation n dringt. Recht hat. 

fi. Wiederholung des ersten und zweyten Stamm» 
btichstaben im Anfange, also die Form /lOplöp, "findet 
sich in der Passivform n^3^^^ ( du bist sehr schön ) Ps* 
45» 3 » von nS3^ schön seyrt* 

6. Wiederholung des zweyten Stammbuchstaben ant 
JEnde, also die Form 10 /lOp, zeigt sich in dem Passiva 
DSCn, pass. DSpnp (geschuppt d. i. schuppenartig) 

& Mos* 16* 14, jVgL Pj^n abschälen I (»^ä Schuppe, 
Scherbe« 



U>) Ebenso im Chald, uttcl K^bbiniscKeH^ ßoeharti Hieroz. 
tt Ih S* 620. 



§•73. §• 74« J^^t'^^ plurilittera. 255» 

Anm. 1. Mehrere dieser Conjnc;ntionen kommen Läufiger 
in den abgeleiteten Nominibus , andere nur in diesen vor ( ». 
§. 120, no. 22 — 24.31 — 35)- 

a. Am frey gebig sttn mit Aufstellung vieler Conjugations- 
• formen sind Sclmltens , Schröder, HezsZ gewesen. Allein sio 
haben auch mehrere, ^velche weder im Hebräischen sicher ge- 
gründet sind, noch die Analogie der Dialekte für sich haben. 
Z. ß. St3)D_, *5^.''h>.. wegen \t\t\ (vgL §. 93, Anm. 7); *5T:Mf3 
(§. 7a, 2, Anm. 2); Stip?3, w^egen i Sam. 15. 9, wo 
wahrscheinlich ein Schreibfehler zum Grunde liegt "V 

$. 74. 
Verha -plurilittera. 

Schon die in den bevden vorigen §§. abgehandelten Perha. 
derivctta sind quadriübtera (bey den Grammatikern D"^y3*lO 
qiiadrata genannt), wie ^i^?,^, und qiiiuifuelittera , wie 
*1C"lt^n , allein bey allen zeigt sich doch die Ableitung 
vom yerho triliitero noch augenfällig und nach einer 
durchgehenden Analogie. Man jiflegt daher jene noch 
nicht als eigentliche Vcrha quadrilittera zu betrachten, 
sondern begreift unter diesem Namen nur solche, wo 4. 
(denn hier gibt es keine quinquelittera) -Verschiedene 
Stammbuchstaben erscheinen, die nicht nach der gewöhn- 
lichen Analogie auf 3 zurückgeführt werden können. 
Verha dieser Art sind im Hebräischen ziemlich selten 
(der Nomina ^-Cot es weit mehr), sie schliefsen sich aber 
alle in Rücksicht ihrer Form an Tiel und Pyal an, nur 
dafs statt der Verdoi)pelung des mittelsten Stammbuchsta- 
ben 2 verschiedene Consonanten stehn. Alle vorkom- 
mende Beyspiele sind: T^,"^? ausbreiten Hiob 26, 9 (füi' 



x) Der verst. Lorsback (in einer Hcd. meiner Gramm. /(»n. 
J. L. Z. 1815. "o. 227) wollte auch wegen niVlP^ Je$. 
15, 5 eine eigene Conjugationsform (also ScpTp, Dpip) 
angenommen wissen. Mir ist höchst -wahrscheinlich , dafs an 
jener Stelle l*il>*iy^ zu lesen soy. 1 und l konnten leicht itt 
einander übergehn. Fand der Fehler in den Consonautc» 
Statt« so muftten dünn die Puttctatoreu schon nachfolgen. 



SL5& II. Haiiptth» Cap.III. Vom Verho. 

Wy\ß, auf chald. Ait). Cp13 abfressen (Ps. go , 14). 
Fasi. ba'^.3 gegürtet seyn (x Chron. 15, 27), ^S'cD'i 
wieder aufgrünen Hiob 3g, 25. 

Bcyspiei eines Quadrilittcri » welches wie Hiph, gestaltet ist^ 
ist das denoni. 'j^J^Jsiün links e;ehn. 

üeber die Entstehung der Piur'üittera s. Beylage I* 

C. Verba denominativa. 

Der von Nommihus abgeleiteten Verba gibt es verhält* 
nifsmärsig nur wenig. 

Pia kommen hier gar keine neuen Bildungen vor^ ion« 
dern sie schliefsen sich an die Form der Grundform und 
der Verbalia derivatlva an. Die eigenthümliche Bedeu-- 
tung der letzteren ist auch meistens beybehalten; allein 
die Analogie ist nicht ganz durchgehend, wie etwa im 
Griechischen ^). 

Die meisten im Hebräischen vorkommenden Denomi» 
nativa werden etwa folgende seyn : 

1. In der Grundform. Sie bezeichnen mancherlei 
sich an das Nomen anschliefsende Verbalbegriffe, meistens 
transitiva , die sich unter keinen bestimmten Gesichts* 
punct bringen lassen, als: /Hhi zelten, nomadisch ziehn 
(von briN); p12 das Baufällige Cp"33) bessern; "^DH 
beharzen, bepichen (von "IDH Harz); J3T Ziegelsteine 
machen (von H^Zlh); HtO salzen (von tlhlO); 3j?3J 
die Ferse halten (ein Bein stellen) Hos. 12, 4, v^gl» 
1 Mos* 25^ flÖ (von 3py); /^"^ herumlaufen (als Kund- 
schafter, Verläumder) von 1^1; wahrscheinlich auch 
f|"nn den Winter zubringen, und ^^p den Sommer zu* 
bringen (von P]"lf1'und \^.p) Jos. 18t 6, 

Einige dieser A^om/na sind selbst erst Derivata desselben Grund* 
Wottesj so daf» das Denominativum die Form mit dem erstem 



t) Buttmann^s griech Crammatikt 4te A"t£> S» 3ga> 



§. 75- yerha denominativa. 25'7 

Stommworte gemein hat , als: ^^^ weifs seyn, ."^üS Ziegelsteia 
(der im Morgenlande aus weifsem Thon besteht); davon wieder 
I^S dgl. machen; 1!t?n roth seyn, *ißn Harn; (ron det totheii 
Farbe), tlavon i»rt beharzen, 

«2» In Niphal, mit paseivcr und reciproltot Bedeu- 
tung: *13T3 männlich gebohren seyn (von *1^T), VvHJ 
gegürtet d. i. gerüstet seyn (wabrsch. von C^H /H Hi,!:- 
ten); ^^i^_ cordaturn ßeri , verständig werden (von DD 7 
Herz =: Verstand) ; pDN- ringen, wie 7ra:Att<t(V, Ovutcc 
XaiEiVi ovyKOviovaSait von p3>^ Staub {iraA'/i , yovt;)^ 
tiämlich vom Staubaufwiihlen ; lOi^ (von 1^0 f. TiO^ ) 
•ich zusammensetzen, berathschlagen; einniAl mit Aet 
Wendung von Hithpa* '1^:!? praeputiatutn snti, eerni 
(Hab. 2, iö) von hSi^JJ Vorhaut. 

3« ^" ■f*''^^* Besonders viele haben hier privative Be» 
tteutung (die auch bey den Verbalien vorkommt), etwa 
•wie Kopf, köpfen, als: ^*1^, entwurzeln, von TÜ'*it£? 
Wurzel; |^/1 die Asche wegräumen , cinerare^ von j^/l 
Asche; ^VO Zweige abhauen, entzweigen, von ^'^5^.0 
Zweig. Wenn das Verbum von Theilen des thierischen 
Körpers abgeleitet ist, bezeichnet es Beraubung oder Ver- 
letzung dieses Gliedes, als: 3JT Schwanz, 2211 den 
Schwanz verwunden, trop. den Nachtrapp eines Heeres 
beunruhigen; ^D/^ Herz, 327 das Herz verwunden, 
rauben (trop, von Liebenden); D*|[A Knochen, 0*^.5 
Knochen benagen oder zermalmen; DSiy Knochen, iDi£y 
sie benagen , das Fleisch davon nagen* Vgl. im Arab» 

O > ^ V 

c\Vr>. Haut, c\X^ die Haut verletzen, und mehrere an- 

dere ^). Einige Verba, die ein Machen bezeichnen, eindt 
237 das Gericht n3'^3/? verfertigen; j3y Wolken ver- 
sammeln, von 1^3^; p/.n loosen, Loose machen, von 



a) S. GoVn und Castetli arabische WOrterbüchei; uüter mJplJ, 

R 



*58 ^^' Hauptth. Cap. II J. F'om Verho* 

Y^^,.'^ andere ohne diese Wendung: "^2117 mit Erde wer- 
fen, von *1BV Erde; D3^ die Leviratsehe vollziehn, von 
DD^ levir ; ^HJ Auguria von Schlangen nehmen, augU" 
rari überhaupt (von ^n.13 Schlange); ^Hp als Priester 
dienen, Priester werden, von ]T)p ; *1^^^ Zweige absu- 
chen, stoppeln, von *IN3. 

Auch die Denumhtativa von Zahlen haben meistens 
diese Form und mancherley Wendungen der Bedeutung, 
als: ^^^. in drey Theile theilen , zum dritten Male, am 
dritten Tage thun, ^*^U? dreyfach, dreyjährig seyn ; ^^.D. 
befünften , d. i. mit dem fünften Theile als Abgabe bele- 
gen; ny^U? in sechs Theile theilen; *i^,K verzehnten 
(ebenso Hiph., dagegen *V^y mit dem Zehnten belegen). 
Alle jene Wendungen finden sich auch im ArablichenJ 
wo es vorzüglich viele Denovtijiativa dieser Form gibt ''). 

In Pyal finden sich: V^T] mit Coccus bekleidet seyn 
(Nah, ö, 4), vonny^lD; Di3"1 zu loooo vervielfältigt 
«eyn (von n^lD'l). 

4,. In Hiphil, Eine transitive, zum Theil cauaative, 
Bedeutung haben hier: *l^SiINn über den Schatz setzen 
(von '^Ji'^N) J TnJin Oel bereiten, pressen (von "iHä'^J; 
pp'^n sich rechts begeben, auch: rechts seyn, die Rechte 
gebrauchen {wie /"^KD^H sich links begeben, links 
seyn"); p'^.!?! verläumden (von p^7 Zunge , insbes, 
veiläumderische). Mehrere dagegen sind intransitiv und 
hezeichnen ein Bekommen, Haben, Seyn, als: tX7'^*)'(t?n 
Wurzel fassen; r*l|3i^i Hürner hahnn, von p.]5; D'^^lSH 
eine Klaue haben, von nO"]3; Jl^^^"! schneeweifs seyn, 
von 4b^. (Ps. 68, 13). " 

Auch unter diesen sind einige ^ die mittelbar doch von Verbü 
abstammen , nämlich die beiden ersteren. 



h) J ahn'' s arab. Spraihlehrfi S. iSü, 



$• 75' §• 7^' Uelersicht der Flexion des T^erhi. 259 

5. In Hithpaely mit reflexiver Bedeutung: *in^nri 
sich zum Jtidenthum bekennen, ei^. 7.nm luden machen, 

von "l'^H"', , ni^n;i CO//. Juden ''•'); ^H^nn a'KOy^(x(pkr;^ai, 
von UJH^ Genealogie; "l^^I^ifH sich mit lleisekost versor- 
gen (von nTlf). 

6. In Poji und Hithpoel. Die erste Form kommt 
einige Mal neben Fiel vor, aber mit verschiedener Bedeu- 
tung, ala: ^"1^, entwurzeln, ^'l'ilÜ wurzeln, Wur/.el 
fassen; nach der gew. Erklärung auch:, ji5y Wolken ver- 
eammeln, ^"13/ ^higuria nehmen aus den Wolken; die 
letztere in ^SiripH an der Schwelle stehn (von 5^^). 
Nur im Chethib steht {^w verläumden Pe. 10 1, 5 
(von p^^). 

IL Von der Flexion des Verbi überhaupt. 

i 76. 

tJeberaicht. 

1. So reich die hebräische Sprache in Rücksicht auf 
die Bildung jener Conjugationsformen oder Verla dtriva- 
tiva erscheint, so arm ist die Abwandelung des Verhi in 
Tempora und Modos. Jedes Verbum (^ sowohl die Grund- 
form, als die derivativa) bildet nur 2 Tempora, ein Prae- 
teribum und Futurum, aufserdem einen Infinitiv, Impe- 
rativ und ein Participiiim. Alle übrige Verhältnisse, 
namentlich die noch fehlenden absoluten und relativen 
Zeitverhältnisse, z, B. Praesens, Imperfectum, Plusquam- 
perfectum , der Conjunctiv und. Optativ müssen also theils 



IZ>) In diesem Beyspielo ist ein ursprünglicher Serrilbiichstab 
(das 1^ ia dem Dtnoniinativo als radical behandelt. Deiglei- 

^ c ^ 
chen Bej-spiele sind im Arabischen Läufiger, 2. B. V^maJ 

das Bismillah sprechen, Vater (S. go ) rechnet dahin auch 
]M5 X Mo», 14, aj, von pö Scliild. Vgl. aber die Z$exieft 
«."d. W. 



flöo //. Hauptth. Cap. ITT. Vom Verho. 

mit durch diese Formen, tlieils durch syntaktische Zuaam- 
mensetzung ausgedrückt werden, worüber, so wie über 
die Vieldeutigkeit einiger derselben die Syntax Auskunft 
gibt (§. 205 ff.). Indessen ist doch das Verhäknifs des 
Conjunctivs und Optativs fast durchgehends durch gewisse 
eigenthümliche und bedeutsame Bildungen des Futuri be- 
aeichnet (§.85 — 85 )> ebenso das Imperfeetiim durch 
eine componirte Form desselben (§, 87)« Etwas rei- 
cher ist wiederum die Abwandelung des Traeterhi und 
Fiituri nach Numeris und Personen, welche gleichen 
Schritt hält mit dem dabey gröfstentheila zum Grunde lie- 
genden Personalpronomen (§. 56, 2). Daher eine Un- 
terscheidung der Geschlechter in der zweyten (und drit- 
ten) Person; aber doch nxix 2 Numeri ^ kein Dual (wie 
im Substantive) '^). 

Man sieht ans dem zuletzt angedeuteten umstände, dafs def 
Hebräer in der vorliegenden Ausbildung der Sprache , alle jene j 
nüanciiteren Verhältnisse, die der Grieche durch seine zahlreichen j 
Verbalformen bezeichnet hat , vollkommen gefühlt und das Be» \ 
dürfnifs, sie auszudrücken, empfunden habe , wenn dieses gleich > 
in einer ganz unperiodischen Sprache minder oft der Fall seyn ^ 
nnifste, als im Griechischen, Lateinischen u. s.w. Nut war '■ 
dieses nicht /)•«/» genug geschehn, und spätere Geschlechter pfle- 
gen zwar solchen Grundeinrichtungen nachzuhelfen, aber nicht 
ganz neue Bildungen zu schaffen. Auch die germanischen Spra« 
eben haben nur cwey Zeltverhältnisse (^Praesens und Imper- 
fectum) durch bestimmte Formen ausgedrückt, und drücken all« 
andere durch Hülfszeitwürler aus; ebenso war's ursprünglich in 
den slavischen Sprachen« 

Das gegenseitige Verhäknifs und die Bildung dieser Formen, 
sofern sie von allen Arten der Vei^ba gilt, zu zeigen, sind die 
folgenden $§. bestimmt. 



t) Der Araber liat den Dual auch beym Fronomen , Verbuna und 
Adjectiv (wo er aber offenbar minder nothwendig; ist, als 
beym Substantiv ). Wie im Hebräischen ist's aber in der ara- 
bischen Vulgävsprache , wo der Dual beym Pronomen und 
Verbum gar nicht , beym erstem höchstens die Form pro- 
miscuo mit dem Plural , vorkommt. 



$• 77« §• 78« riexiou des Praeteriti, a6i 

$. 77« 
In Rücksicht auf ihre Abkunft und Verwandtschaft 
zerfallen die von jedem Verbo ( Kai und den übrigen Con- 
jugationen) vorhandenen Formen in zwey Reihen. Bey 
der ersten liegt die 3 Praeb. (/lOj?, /I0j?3 u. s. "W.) zum 
Grunde, und hieran schliefst sich (aufser den Personen 
des Praeteriti) nur ein Theil der Participialformen. Bey 
der zweyten liegt der Infinitiv (IJOp, /I^^H u. s. av. ) 
zum Grunde, und hieran schliefst sich der meistens gleich- 
lautende Imperativ (viPp, vIt^IPH); das Futurum ^ wel- 
ches durch Vorsetzung abgekürzter Personalpronomina 
vor die Infinitivform, in der dritten Person durch ^^ , ge- 
bildet wird (^bp7 aus vbPI); auch mehrere Partici- 
pialformen. 

Z.B. Praet, nSo Part. nSd 

— hiopj -^ Siopj 

- OR - DR 
^ Dipn — p''po 

Dagegen : 

Inf. und Imp, ^bp Fut. bfOp^. 



bD]? — bl3,p^^ Par^ SöpO 

n^p — n^pj 

D*pn ^ D^p.;. 



$. 78- 
Flexion des Praeteriti, 

1. Daf«^ die ^te Person Praeteriti die cinfacliito 
Grundform jedes Verbi enthalte, ist oben (§. 66, 2) be- 
merkt worden. Die übrigen Personen bilden sich daraus 
so, dafs abgekürzte Formen des Pronomen personale ichf 



so 2 //, Haupt th. Cap. lll, Vom Verho. 

dUf wir VL. s. w. an diese hinten angehängt werden. Alan 
Itann sich dabey die 5 Praet. ^l?]?, KT, l'l?p.3 in der 
Bedeutung des Participii denken (welches sich oft eng 
in der Form an jenes anschliefst), mithin: Pl^ID]? töd- 
tend du, für nj^N" ;D]?, LiTysy] furcht ejid ihr , für: 
IDHN N*T^ ^), In der dritten Person wird kein solches 
Pronomen angehängt (weil schon die nackte Grundform 
den Begriff dieser Person einschliefst), aber doch das 
weibliche Geschlecht, und der Plural bezeichnet. So 
entsteht folgendes ScJiema , welchem alle Praeterita fol- 
gen. Der Strich bezeichnet die Stammform des Verbi. 



Sing, 
m, Stammw^ort selbst 



Plur. 

Dn 

R (j^-:^) — 

2. Der Ursprung der hier angehängten Bildungs» 
Buchstaben oder - Sylben ( Jjj^ormante.t , Jfformativa) fällt 
grofsen Theils in die Augen. 

In der dritten Person ist H-;;- die ^jwöhnliche Femi« 
ninalbezeichnung, und ^ die eigenthüniliche Pluralbe- 
zeichnung im Verbo ®). 




d) Die Construction des Participii oder des Adjectivi verhalis mit 
mit dem Pronomen, so -wie sie liier zum Grunde liegt,' ist 
auch sonst in ziemlich häufigem Gebrauch. (S. Syntax $.214). 
Dafs man aber diese Pronomina auch sonst mit dem Participio zu 
Einem Worte verbunden hat, zeigt das Syrische. Ebenso er- 
klärt es Storr (^Obsematt. S. 46). Die Verbindung mit 
dem Infinitiv: icli'gehen, du sitzen, wia sie etwa unsere Kin- 
der haben , wurde bey dem Hebräer Bezeichnung des Futuri, 
lind das Praeteritum läfst sich nicht wohl so erklären ; denn 
dafs Strp . Scp auch alte Infinitivformen wären ^ wird ohne 
Grund behauptet. 

e) Der Araber bezeichnet auch im Plur. das Genus» näail. 



§.78- Flexion des Praeteriti, ÄÖ3 

In der zweyten ist die Abstammung der Jfformativa 
von den Pronorainibus: HJ^N, I^S?; DriN, jriN ganz 
regelmäfsig. 

In der ersten ist^3(v.13i^^ S. 2oi) deutlich, aber "^nmuf» 
von einer alten verloren gegangenen Form ^?^.SJ :=: ^DJN 
(nach der Analogie von 7]y\bi und HSNt) herrühren ^), 
DenSpracberfindern schwebte gewifs dunkel derGesichts- 
punct vor, der Verwechselung dieser Afforraativen mit 
den Sußßxis auszuweichen, die doch Abkürzungen der- 
«elben Wörter sind. DaTier das Ajforviativum r\ , DH , 
das Sujjfixum ^ , DD ; das Jfformativum ^T\ , das Siifjixum 
"i^, ''-j-. Nur ^J stimmt überein , so dafs ^.3 {lOp wir ha- 
ben getödtet, und ^i^'^/iOp er hat uns getüdtet, blofs durch 
die Vocale unterschieden werden. In einigen irregu- 
lären Verbis w^ird zwischen den Stammlaut und die Aflor- 
mativen noch ein Hülfelaut (1) eingeschoben (§. xoS,^.). 
Auch die Betonung der Afforraative ist in den verschiede- 
nen Klassen der Verba verschieden. 

3. Im Syrischen und Arabischen ist die Entstehung 
der Flexion auf dieselbe Weise nicht minder klar, nur 
ist in mehreren Formen die Etymologie schon verwisch- 



|»XaS "»• » M.X4J /. f aber in der Vulgänprache' feLIt , wi« 
im Hebräischen , die letztere Form. 

y) Seidens tu cker ( Philologisch » -pädagogische Aufsätze, 
Helmstädt 1795« S. 88 ^0 fin<Jet es wchrecheinlicber , dafs 
sich "»n statt *>3 durch corrupte Aussprache aus der zweyten 
Person herüber geschUchen habe, yfi^ etwa er iveifst f. weifs. 
Mifsverständisse ähnlicher Art kommen allerdings auch in den 
semitischen Sprachen vor, z. B. das neuarabische \ * ' \ \ 
necul f. ich esse (wie favons bey JVIoliere), allein die ge» 
vrohnlicbere Erklärung scheint mir unbedenklich und vorzüg- 
licher, da eine gewisse Mannichfaltigkeit der Formen für das 
Personalpronomen offenbar ist, und insbesondere zwey (mit 
n und S ) in der zweyten Person sicher neben eüiander Statt 
hatten. Y$^' S torr Obsarvatt, S. 137 ff. 



a64 ' //. Hauptth, Cap. JU. T^om Verho, 

ter, als im Hebräischen, z,B, bey der i yers, ung. ^XXJf, 

Derselbe Fall ist im Griechischen , wo die Flexion in 
Personen ohne allen Zweifel lauf dieselbe Weise entstan- 
den ist, wiewohl der Ursprung nur noch bey einzelnen 
Personen durchblickt, ^. B, in der i Sing.., wo (y und 
jxi offenbar von fyw und l^i, ich (wovon h]XQ-o , i\xoi, kfxs) 
ausgehn, in der 2 sing., wo g doch wohl von av du, in 
der i plur. wo die dorische Endung jxsg (wovon auch 
das lat. mus) von ajxixsg wir herkommt S). 

Im Syrischen sind mehrere Flexionen nur in der Orthographio, 
nicht in der Aussprache verschieden , z. B. ^^ß und Q^^X) 

er hat und sie haben gHödtet ; £^.-i4.^p und ^A-^^£) du hast 
getödtet (m. und /. ). Man könnte geneigt seyn, dieses für 
üeberrest aus einer altern Zeit zu nehmen ; allein das historische 
Verhältnifs des Hebräischen zum Syrischen macht wahrschein» 
lieh , dafs es rielroehr gleichsam für Verarmung des Dialekts zi» 
lialten sey. 

Anmerkungen über seltenere Formen. 

I, Dritte Person, 
X, Die g sing. fom. gen, lautet im Syrischen und Arabischen 

V 

H~ ( A— , (^_^ ) , eigentlich eine Abkürzung von rj— (wie 
7]-^ irn st. constr. nl" $• 126.4). ebenso einige Mal im Hebräi- 
schen, z. B. 5 Mos. 32, 56, Ezech, 46, »7» am häufigsten bey 
den Verhis n*j %• »og, Anm, 1). 

Nichts als aramäischartige Orthographie ist N-^ Ezech. 31, 5, 
vielleicht blofs Schreibfehler n — in n^S (sie übernachtet) Zach. 
5. 4i da nicht einmal in der Verbindung des Wortes ein Grimd zu 
dieser Vocalveränderung liegt (nicht etwa der §. 47, \ angegebene), 

2, Die 3 Plur. wird im Arabischen f»_;J^ geschrieben ( mit 
EiliJ paragogico ) , SO auch im Hebräischen einige Mal , z. B. 



£ 



g) 8. schon R. Simon hist, crit. du V. T. S. »01. Dieselbe 
Entstehungswejse in andern Sprachstämmen s, in Adelungs 
und Vaters Mithridatcs Th. 2. S. 75». 



§, 73« Flexion des Praeteriti, ' 265 

»<15*5n Jos. 10, 24, ferner Jer. aß, 12. Ps. 139, 20. Jer. 10, 5 
(vvi; das N meistens in einzelnen codil, vvei>gelassen wird), 

IJas ] para^ogicum, welches am Futuro gewühulich ist (s. 
$, gl, Ann). 1) iit am Praet. sehr selten, nämlich nur pi>*i^ 
5 Mos. 8, 3. 16; ^:ipS f. !)pS Jes. 26, 16. Fater (im Coni- 
mcntar zu d. St.) hat zwar auch 5 Mos. 35, 21 : pStJ so^ näm- 
lich für ^30, erklären vtollen, aber durch einen Intimm (s. mein 
Wi)it«rb. u. d. W. ]SD). Im Syrischen ist es am Vraet. eben- 
falls Seltenheit, doch findet es sich, wie auch im Chaldäischen, 
Z. B. Ps. 77. 1 7 Targ. 5 Mal in Einem Verse (Michael is Ahhand' 
lung von der syrischen Sprache 8.44)» Eichhorn (Einleit. 
in das A. T, Tb, 2. S, 53) rechnet dieses Nun zu den Archais- 
men des Pentateuchs, wozu aber die angegebenen Beyspiele 
durchaus nicht berechtigen. 

5. Man hat ferner auch n-r" (mit einem in Kihhuz quiesci- 
rendem n ) als besondere Form statt !j aufführen wollen ( s. z. B. 
Stark S. 263 ) , allein überall bezieht sich das Kihhuz auf das 
Keri mit 1 und das n ist mit ein^jm andern Vocal zu lesen , z. B. 
npati Ps. 73, 2 (lies im Chethib: nr3\l.^. im Keri : !i3ö\tJ ). 
Die 'Beyspiele %. B. » Kön. 22, 49- 6 Mos. 2j, 7, Ezech. 35, 
j2, 8. bey Hill er de Arcano Kethib et Keri S. 76 und die 
Auflösung derselben bey Simonis ( Analys. lectionum maso' 
reth.") u. d. Formen. Derselbe Fall itt, %vcnn im Texte ein 
(-7-) steht, welches sich dann auf das Keri mit !| bezieht, indem 
die Texteslesart ein Singular ist. Z.B. *^»X Keri 11 23 N (lies 
das Chethib IOM) 1 Sara. 13, 19. Vgl. Esth. 9, 27 und Hiller 
a. a, O. S. 343« Beydes gilt ftuch vom Futuro und ImperaU 

II. Zweytc Person, 

4. Für die gewöhnliche Form des IVIasc. n kommt auch noch 
die vollständigere nn vor, z.B. nPl'l^a Malacb. 2, 14, nn3p» 

Jos. 13, u, nnaoDJ i Mos. 31, 13, nnSaa 2 Kon. i4l'io 

(wofür in der Chronik die gewöhnliche Form 2 B. 2Q, ig), 
nnt'n^ Hiob 33, 12 (im Keri die gewöhnliche Form), Vgl. 
1 Mos. 3, 12. Ps. 30, 9. 56, 9, (In der Masora ist die Form 
mit n durch nS», die ohne dasselbe durch •iCn bezeichnet), 

5. So wie vom Pronomen PN eine seltenere Form *nH vor- 
kommt ( §. 56, Änm. 2 ) » so iiat sich diese auch in das daraus 
abstammende Afformativum der Verba verpflanzt, und kommt so 
vorzüglich häufig und fast ausschliefslich beym Jeremia und 
Ezechiel vor , doch immer nur im Chethib , denn im Keri steht 
immer •> T^n*' ( abundat *» ) und darnach »ißd «vich die Punctc 



Z66 JJ. Hauptth. Cap. ITl, Vom Verho. 

eingerichtet, so dafs im Texte in steht, S. Hill er de Arcano 
Kethib et Keri S. 5Qa R. Beyspiele sind: Jer. 2, 5. 5, 4. 4, ig. 
13, 21. 22, 23. 46, 11. Ezech. 16, 13. So. 22. 36. 38- 43- 
51 u. s. w. Ruth 3, 3. 4, 5. Micha 1, xi. Aufserdem hat si« 
«!er samaritanische Peniateuch z.B. 1 Mos. 13, 16. 4 Mos. 22,29 
(wo es Saraaritamüinus ist). Vor Sujffixis findet dann diese Form 
beständig Statt ( §. 89. 1 )• Einmal kommt nach Einigen dabey 
die tusprüngiiche Punctation in (ohne Keri) vor, nämlich 
tnn^Ü Zach. 9, 1 1 , wo LXX. Vulg. Syi: Arab. Luth. erklären: 
du hast ausgesaadt ( vgl. Hiller a. a. O. ). Allein in den Zusam- 
menhang passender ist die erste Person. 

6. Statt |P_ steht nsn«. Arnos 4> 3» nach der entsprechen- 
den Form des Pronomen ( §. 56, Anm. 5). Ebenso hat der sam. 
Cod. die Formen ^iDl^V 2 Mos, 31, 5, pn'»tü» 1, iQ für |n-.. 

III. ErsteFerson. 

7. Bey der ersten Person de« Sing, fehlt einige Mal im Chc- 
thib (Ps. 140, 13. Hiob 42, 2. 1 Kün. 8» 48- Ezech. 16, 59) 
das •» am Ende, nämlich fijm, Keri: inyii. Da dieses im Syri- 
schen gewöhnlich ist, und dann riVli, nSüp ausgesprochen 
vrird, so zweifelt Hiller ( a. .n. O. S. 387)« ob nicht auch hier 
so auszusprechen sey. Allein es nähert sich vielmehr den arabi- 

sehen Formen |^^JIXä3, v_/IXX5, ""d dem hebräischen n^tsi?, 

dorcn letzterer Vocal in keiner litera quiescens ruht. Hiernach 

ist vielleicht auch Ps. 16,2 statt fl'löN du (^meine Seele) sprichst, 

zu punctiron P*l!0t4 ich spreche. In solchen seltenen Fällen konnte 

der Punctator am leichtesten irren und die gewöhnliche Puncta« 

tion dieser Consonanten wählen. 

» ♦ 

♦ 

8. Ein n-7- paragogicum findet sich an den Personen des Prä- 
teriti nur sehr selten. Es hat dann, wie beym Nomen ($, 127, i), 
den Ton nicht, und findet sich nur an deriFemininalendung n-;r, 
die dann in n übergeht, aber ohne Bedeutung. So nnJ<Ss3 f. 
nxSaJ ( sie ist wunderbar ) 2 Sam. 1, 26, nnwanri f. nHi3nn 
(sie verbirgt) Jos, 6, 17. (In beyden Fällen hat Penultinta 
nach der Masora Patach, statt dessen man Kamez erwarten sollte, 
so auch n'iaiö Jö». »Si »2, nSjD'lJn Ezech. 8» 2). Alle übri- 
gen Beyspiele (an der 3 masc.) sind nicht sicher: a) r\Q'^^'iii 
4 Mos. 21, 20 (vgl, 25, 28) tann das Fem. seyn, und incorrecc 
auf n5DS, statt auf y/Hl, gchn. Die Zunlckziehung desAccentt 
kann Ihren Grund in dem folgenden einsylbigen Worte haben 



§. 79« Bildung der lußnitiven, 267 

($. 51, 1 litt. a). h) n"ia\Ü' Hiob 26, 15 ist ebenfalls walirscli. 
Femininum, unJ incorrect auf inil als re^-««^ bezogen , wofüt 
auch der Accent ist. r) n*lKV) Arnos i, 1 1 würde seine passend- 
ste Deutung haben, vrenn man es für i''i*il0«i; nähme ( §. 53 
Anm. 5), durch welche üemerkun^ auch der einzige Zweifel 
von Nolde (S. goo. A.) beseitigt w^ird. Der Accent ist zurück- 
gezogen, wegen der folgenden Tonsylbe. d) n\!)*T» 5 Mos. 9;5, 
A3 .ist Imperativ (J^. io5, Anm. i). e) nn3 Jcs. 7, 2 ist wirkliches 
F«m. und geht auf DIN Syria^ welche« hier für Syri steht 
(5. 1x6, 2). 

5. 79- 
Bildung der Infinitiren. 

1. Die zweyte Grundform jeder Conjugation ist der 
Infinitiv. Insofern er V^erbalsubstantiv ist, läfst er, gleich 
den übrigen Substantiven, eine doppelte Form zu, einen 
Status ahsolulus und Status constructus, z. B. in Kai des 
regulären V^erbi ^"^i^J? und /^j?. Uebrigens ist das son- 
stige Verhältnifs zwischen dem Nomen ahsolutum und 
constnicLum (|J. 126) hier weder der Bedeutung, noch 
der Form nach festgehalten, denn: 

a) ist der Gebrauch des Inßnitivus absolutiis auf den 
Fall beschränkt, wo der Infinitiv als Accusativus abso' 
latus steht und im Lateinischen durch das Gerundium 
in do ausgedrückt wird (s. §, Goß)» in allen übrigen 
cteht der Inßnitiviis constructus, 

b) scheint nicht sowohl der Inßnitiviis eonstruetus 
aus dem ahsolutus abgekürzt, als vielmehr dieser aus 
jenem verlängert m seyn. Er hat auch öfter ejnen ganz 
abweichenden Charakter, und scheint wohl auf jeden 
Fall eine spätere Bildung als jener. Wenn wir von 
dem Infinitiv als Grundform und vorzugsweise reden, 
ist also immer nur der Inf, constructus gemeint. 

2. Für den Inßnitivus (constructus ) hat man nun 
folgende Charakterformen zu merken; 

o) in Kai des regulären Verbi lautet er /il^p, mit 
Cholem puro. Nur selten beetehen daneben andere 



flßö II' Haupt th. Cap. III. f^om Ferho, 

Vocale zwischen den letzten Stammbuchstaben, als 
DD'vtJ liegen, JHj (woraus jH, ^1-?)). Diese Form ist 
aber genau verwandt mit /pp., i^fy ^p» d«h. mit' 
Suff, ''h^j?, und in den Verbis VV DÖ f. 3DD. S. fet- 
ner §. xso, no. xo. II, 

b) m mehreren Conjugaiionen , welche em Chtrek 
oder Zere (purum) in der ersten Sylbe haben , hat der 
Infinitiv Patach und Kamez ; so in Fiel ( und den ana- 
logen seltenen Conjugationen) und Hlphil. Als: /©p. 
Inf.hz^; b^^S;; Inf.hshs^; "^"13 /«/. T|*13; ^''lOpn 

/w/. S^äpn;" D'»pn /«■/. D'«pn; 3Dn"L/. sqn. 

Ebenso PJ"'bNn /H/'p)**DJ^n. 

c) Anderswo ist der Infinitiv auch mit der 3 Fraet. 
gleichlautend, insbesondere, wo dunkele Vocale oder 
die unveränderlichen "^-n-» i-. ^ concurriren, z.B. in 
Fyal, Hophal und Po-^'Z ^tSp ,^ blflpH , bSlA, in HIph. 
und //o/t;Ä. der rWrJß 13 und ^3, als; D'^^.'in, D^IQT), 
Dp^ri; ebenso in Hithpael , Fract. und Inf , ^DpHn. 

<2J in Niphal hat der Inf. einen etwas verschiedenen 
Charakter von der 3 Fraet., nämlich den vollständ. die- 
ser Conjug. (§. es) ■3n, als; Fraet. blOp: , Inf. '^K)]??! ; 
Prfltf^ 3OJ (von 330), /^i/^, 3Dn. So im Arabischen, 

z. B. in CoJij. S. Prae^ Va3 , Jnf. V^/iÜ, Endlich 

tfj hat der Inßniliv (als Nomen verbale') öfter eine 
Femininalendung H— , gewöhnlicher Htt-^, welche 
hier als Bezeichnung des gen. neutrius , mithin passend 
zu allgemeinen Begriffen , steht. Im regulären Verbo 
ist dieses verhältnifsmäfsig selten, z, B. ^3i*1p (für 
3'^P.), aber in gewissen irregulären das gewöhnliche, 
als:' n"ib5 f. niSA (von "1^5) ; n^5 von ^3i f. ^^2; 
n3^, von 3^ f. 3t£?% In den letztern Fällen dient es 
jcugleich dazu, den Infinitiv vomimperativ zu scheiden. 
Die vielfachen Infinitivforraen der Araber kommen auch im 
HebräifChen fast alle aU Nomina verbalia vor (g. iSo), von 



§. 7i>- Blldwig der Jnßnitiven* S26y 

denen einige , z. B. mit vorgesetztem D auch noch als Infinitive 
constiuirt werden , was aber hier noch nicht in Betracht 
kommt. 

Beyspiele von Infinitivformen im Flutale a. %. 103, Anm, 3. 

5. Der Jnßnitiviis aisolntus bildet sich dagegen ins« 
besondere auf folgende unterscheidende Weis'e ^) '. 

a) in Kai hat der Inf. absol. '"ii^j? aufser Kamez ein 
Choleni impurumf welches daher meistens jjleiie ge- 
schrieben "wird; er entspricht mithin im Arabischen 

den Formen ^^J^i j i)W^*' Diese längere Form wird 
nxm aber bey allen irregulären Verbis beybehalten, de- 
ren Infinitiv sonst durch Zusammenziehung oder yjphae- 
resis einen Stammbuchstaben verloren hat, als: 

/«/ constr, n^,5, (von ^^2) ahsoh^^^l 

rattj^ (von n^^) ~ zi^'^i 

ib (von nno) — :3"üa 

\n den Verbis SV steht Clp für Q*l]? « in den H / bestän* 
dig rtl5 , nicht T\Tl!^, 

b) Jenes 1 in der letzten Sylbe behält dieser Infinitiv 
avich in Niphal^ Fiel und Pyal bey, als: /lOpH, absol, 

bjDgri; Sd^, absol. bbp^; Htsp, ß&j-oz. Vis)?'/ vgl. die 

arabischen Infinitiven von Conj. IV, VII. VIII. IX. 

mit eingeschobertem Elipht als: ^jV^'l, ^jLjJljf, 

AX^Xf', ^jlAXAM^f. In Niphal hat eich obendrein die- 

ser Infinitiv oft wieder an die 3 Praet, angeschlossen, 
und unterscheidet sich davon nur durch dieses einge- 
schobene Cholenzt als DH^J, Inf. absol, OHlw. 

c) In Hiphil steht für "^-r^ in der letzten Sylbe **—* 
auch wohl nur (-rr) (welcher Laut dem Hebräer für 
länger gilt, s. §. 44., Anm« 2), als: ^^iPpH, absoL 



h) Vgl. riiein hcbr. IV^örttrhiuh, Vorrede zu Th. 1. S. XIX. 



1170 //. Haupt th. Cap. III. Vom Verla, 

d) dieses Zere ist häufig aufserdem da gewählt %ror- 
den, wo gerade der , gewöhnliche Inlinitiv sonst Cho- 
lein hat, zum Beweis, dafs man di(^ gewöhnliche Form 
mit Fleifs vermieden hat. Z.B. <^3y, gewöhnl. Inf. 
n^y, n1^3£; nsn — nlSn,- ebenso mehrere Alal in 
PyßZ und Hophal, als : "IAH , gew. I^H ; -riHn , gew. 
br^nn. Endlich 

e) ist die Femininalform hier gar nicht gebräuchlich. 
Die Fälle s. litt. a. 

4.. Die Casus ohliqui des Infinitivs (oder des Gerun- 
dium^ -werden, wie heym Nomeji, durch Präpositionen 
ausgedrückt, welche dem Infinitiv, und zwar der Forma 
constructa desselben, vorgesetzt werden, z. B. *^p^ i um 
zu besuchen, H'^PS, über deren Bedeutung s. §. 3 10. 
Auf die Form des Infin. haben diese Präfixen , als zufälli- 
gere Zusätze, nur selten, und nicht so, w^ie die Präfor- 
mativen des Fiituri, Plinflufs gehabt (§. 94, Anm. 3). 
Der Genitiv des Infinitivs ist davon ausgeschlossen , und 
bildet sich, wie beyraiVome/i, durch den Status constructus. 

$. So- 
Bildung des Imperativs. 

1, An den Infinitiv schliefst sich zunächst der 
Imperativ f dessen Hauptform (dieflte Person des Sing.) 
•in den meisten Fällen geradezu mit demselben gleichlau- 
tend ist. So in Kai des regulären und vieler irregulären 
Verba, als: btOp, 30, D^p, in Niphal, Fiel, Hiphil, 
Hithpaei fast ohne Ausnahme. In Kai ist jedoch neben 
der Form mit O auch die mit J gebräuchlich , im regu- 
lären Verbo zwar selten, als: ^3T , allein in gewissen 
unregelmäfsigen gewöhnlicher: tü^ für ^^2 (\on ^^^). 
In einigen Klassen des letztern zeigt sich auch die Form 
mit Et als 3^^ (für3^,J}, [^ f. I^,-^» insbesondere bey 



§. go. Bildiuig des Imperativs, 271 

äen VerlisTv) in allen Conjugationen, als: H^^ , Niph, 
riv^n , Pi, TtJ^ u. s. ^y. (s. darüber jedoch §. top, i, 
Anm. 2 ). Vgl. vom Futuro §. 8 ^ > 4« ^^ die Femini» 
nalendung n-7- und ^-rr^ beym Infinitiv -wegfällt, so be- 
gründet sich auch hierdurch öfter ein Unterschied der 
Form, z. B. Imp, D^., Inf. HD^. 

Anm, 1. Dafs man für den Imperativ und Infinit, ursprüng- 
lich vollkommen (Jieselbe Form gebrauche habe, ist sehr natür- 
lich. Auch der Grieche, der so viele Imperativformen hat, 
drückt den Befehl öfter durch den Inf. aus. Das Hesiodische: 
Y'J[*vov ffTFU^siv , Yü/vtvov hs ßaxntv (Opp. et dies V. 59^^) lau- 
tet beyra Vireü : nudus ara, sere nudus (^ Georg, i, 299). 
Ebenso 11. f , 6g!i : 'AAA« ffvy «/\^' 'Aj^jXjji — Eixsiv. ( An- 
dere Beyspiele s. iyiatthiä''s gr. Gramm. S. 784 ff- Butt' 
mann S, 488 }• Selbst bey den Kindern gilt essen für den 
Inf. und Imperativ. Im Hebräischen war dieses um so pas- 
sender, da der Infinitiv zugleich durch eine der kürzesten und 
einfachsten Verbaiforraen ausgedrückt wurde, und gerade bey 
dieser Form inüglichste Kürze ein Haupterfordernifs war. Au» 
diesem Grunde enthält der Imperativ in mehreren Sprachen, 
z. B. der deutschen und lateinischen, gerade die allereinfachsto 
Stammform, z.B. sag, sey, lafs , ama, doce, leg3, audi, die, 
a. Von den Passivis kommen im Hebräischen, wie im 
Arabischen, keine Imperativen vor, oder vielra^'hr, was in 
der Natur der Bedeutung liegt, so selten, dafs es nicht der 
Mühe lohnt, si« in der Grammatik aufzuführen. Einige Bey- 
apiele von Hophal s. Ezech. 32, ig: DiStin leg« dich, und 
Jer. 49» 8* ^JSn wendet euch. 

5. Mehrere ältere und neuere Grammatiker (z, B' Alling 
S. 211. Jahn S. 186. Storr S. x66) nehmen auch Imperoti- 
▼en der Form SlCi^ an, z.B. 113» 2 Mos. 20, g. 11*1^ 4 Mos. 
S15, 17, T[')hn Jer. 2, 2 u. 8. w. Diese alle sind aber Infini' 
tivi ahsoluti, welche befehlend stehn (nach Syntax §. 208)» 
weshalb die Form in der Anrede an mehrere nicht verändert ist. 

Auch die arabische indeclinable Imperativform, wie jj^J 

descende , descendite (Jahns arab. Sprachl. S. 186) scheint 
mir ein solcher Infinitiv absolutus. Die Form entspricht der 
von 'jltSp genau. 

2, Schon jene dreyfache Form (mit O, ^ , E) hat 
d«r Imperativ mit dem Futwg gemein. Au dasselbo 






•572 II, hauptth. Cap. III. F'om Verbo. 

schliefst er sich auch ganz in Rücksicht auf die Flexion 
an, wievvohl hier nur von einer Biegung der zweyten 
Person in das Femininum \xi\6. den Plural die Rede ist. Das 
Schema ist hiernach l 

Sing. Plur. 

i. (Sbf)) '^ 

■ T[2 

T 

dessen Erklärung zugleich mit in der des Fiiluri liegt. 
Eine dritte Person des Imperativs gibt es nicht. 

Mit dem Futuro hat der Imperativ endlich auch ge- 
wisse mehr und minder bedeutsame Verlängerungen und 
Verkürzungen der Form gemein (§. 87)» Wegen jener 
durchgängigen Analogie j die sich auch in der Syntax 
zeigt (§. 215), haben ihn mehrere ältere Grammatiker 
Futurum primum genannt« 

ßilduns; und Flexion des FütUri. 
1. So wie sich das Praeteritum durch Hintenanfü' 
gung abgekürzter FrojiomiualiormGn bildet, so das Futu- 
rum durch Vorsetzung derselben, doch 80^ dafs die 7«/!- 
nitiviorm zum Grunde gelegt wird* Weil diese Bildungs- 
buchstaben vorn stehn (daher Praeformantes, Praefor- 
mativa genannt) und der Ton auf die Verbalform selbst 
hineilte, sind sie mehr verkürzt, dXs d.\c Jjformativa des 
Praeteriti , so dafs dann bey einigen der Ursprung über- 
haupt nicht mehr ganz klar ist. Aufser ihnen haben meh- 
rere Peräonen auch noch Zusätze am Ende, alled nach 
folgendem Schema: 



' [f. 



Singt Ptur. 

(h ^ ^ 

(?) r\2 n 



l/dV)^- 



1 comm. 






Von dem Vpcale dieser Praeformativa unten no» $» 



§. gl. Bilchmg imd Flexion des Futuri, 275 

Die alten Grammatiker haben diese 4 Präformativcn in dem 

Worte ]n^N zusanimengefafst, welches sie selbst für: FutU' 
ruin gebrauchen. 

2. Bey der nähern ILrkJärung dieser Praformativen 
wollen wir von den deutlichen ausgehn, und daher mit 
der ersten und zweyten Person anfangen. 

\n der ersten Person ist N ollenbar aus "^»J^. , und .3 
aus "^JN abgeliürzt. Auch in dem ersteren lag zwar ein 
Nim (welches auch in dem abgekürzten Sufjvxo *'\ er- 
scheint), indessen der Singular mufste von dem Plur. unter- 
schieden werden ; in dieser Auswahl offenbart sich aber 
wiederum eine gewisse Reflexion der Spracherfinder. 

In der zweyten Person ist das H im Masciilino von 
ni^N du. Dieses ist beydeu Geschlechtern und Nutneris 
gemein, und letztere niufsten daher durch Veränderun- 
gen am Ende angezeigt werden, ^-r- ist im syrischen 
Verbo häufigst Bezeichnung des Ferniiiini. "^ ist Plaral- 
bezeichnung, wie in^ 7lOj?, ohne über das Geschlecht zu 
bestimmen, dieses bleibt daher hier gen. viasc. ^13 end- 
lich soll aufser dem Plural auch das Femininum bezeich- 
nen. Man könnte hier 2 als Pluralbezeichnung ( wie in 
p-7-, |i^^?), und n^jr als Bezeichnung des Feminini ueh- 
men; allein letzteres H-^-, welches im Arabischen und 

Aramäischen fehlt ((^, J~)» auch im Hebräischen zu 
Zeiten weggefallen ist, scheint unM'"esentlich und nur 
paragogisch, denn Nun hat allein schon den Charakter 
eines Flur, fem. Man denke an das aram. |-;r , ^ (für 
das hebr. H"!), ^rjS, jH. Im Arabischen wird auch im 

Praeteri^o die 3 Plur. fem. dadurch bezeichnet, (^Xä5 sie 
(die Weiber) haben getödtet. Das H^r ist paragogisch, 
wie in ^3^l^^, n3n. Man kann die Endung auch von 
n2n eae selbst herleiten '), was nur in der zweyten Person 
nicht passend ist. 



»; Schultern (Institt. S. 278). Storr (Observatt. S. 145)- 

s 



£74 ^^» Haiiytth. Cap. III. Vom Verho. 

In der dritten Person ist die etymologische Erläute- 
rung um so schwieriger. Ueber das Jod des Masculini 
ist indessen die Erklärung'*) ziemlich befriedigend, dafs 
es von N^n herkomme, und eigentlich ein 1 seyn seilte, 
■welches aber in Jod verwandelt -worden sey, weil der 
Hebräer überhaupt das T im Anfange der Wörter vermei- 
det und \nJod verwandelt (z.B.bey den Verbis 12 §. i 05), 
vielleicht zugleich ^), um die Verwechselung mit der 
CopiUa T (und) zu vermeiden. (Wäre nicht das 1 Vav 
conversiüum eine spätere Bildung, so hätte auch Vermei- 
dung der Concuvrenz mit diesem einen Moment abgeben 
können). Man hat sogar die alte Form mit 1 noch in meh- 
reren Stellen des Chethib nachAveisen zu können ge* 
meint '"), allein es scheint mir nicht zweifelhaft, dafs 
ilas Chethib hier überall mit andern Puncten als Praeteri- 
tum zu lesen sey. Man hat aufserdem eingewendet, dafs 
eich das Jod hier auch im Arabischen fände (wo doch 
«onst das ursprüngliche Vav bleiben kann , z. B. TT.'^ , 
*^r *i ) ^^^'*^^ *^^^^ ^^^ Syrischen gar ein Nim statt dessen 
stehe, ^Q^£i.j s= ^^p1« Allein diese Einwürfe lassen 
sich wohl heben. Das Arabische hat seine gegenwärtige 
Bildung offenbar aus einer Zeit, wo jene Grundeinrich- 
tungen schon bestanden, und ist selten so etymologisch 
geregelt, als das Hebräische; das syrische Nun scheint 
aber erst eine spätere aus dem Jod entstandene Bildung, 
aus einer Zeit, wo man an die ursprüngliche und etymo- 
logische Bedeutung solcher Bildungsbuchstaben nicht 
mehr dachte. Man mag sich daher ein ähnliches Ver- 
hältnifs denken , wie zwischen der dorischen Form tutt- 



k) Von Hezel (S.'zS^S.), Storr ( S» 138) u. A. 

/) Nach Buxtorf thes. grammat. S. 94« 

vi) Hezel a. a. O. Z. B. n3l1, Keri nil^ Ps. 10, 10; |äsi, 
Keri ]aai Sprüchvv. 2, 7 ; :jn\l»1, Keri.tN^i^'' 103.5,29, ferner 
Ezech. 44, 24. 46, 15. 2 Chron. 24, 27. Spiücbw« 13. So. 
»»» 5« Vgl. Storr Ohservutt. S. 13Ö. 



§. gl. Biluinig und Fleoy.lon des Futur i. ÜJ^ 

VOfj.Ei;, worin sich ilie Ilnlst.ehuiig zeigt, und der gewöhn- 
lichen rvTTTOjj.aVf wo diese Spm- verwischt ist. JorJ und 
die Uquida Null wechseha aber öfter als Anfangsbuchstaben 
(vgl. , die Ferha *>'£) und fS ). Dafs d..s "^ von N'Tl sie 
küuniie, welches urs]?rüiiglich (wie N^H) gen ramm, 
gewesen sey, ist unwahrscheinlich; denn e.s iäfsr s^ch 
nicht wohl annehmen, dafs die Formen N^T und ^J^fl 
früher zusammen als comnumia existirt haben, ohne zu- 
gleich die Geschlechter zu trennen* 

Noch dunkeler ist die 3 Fewi. im Sing, und Plur. j 
welche letztere im Praet, gar nicht vom Masc, unterschie- 
den wird (im Syrischen und Arabischen gesthielit es 
jedoch Ji Woher nämlich das H in beyden Numeri s , wo- 
durch die Form ganz der 2 masc. gleich wird ? Man hat 
es gewöhnlich für die Femininalbezeichnung H am Ende 
der Wörter geiiommen ") , die hier nur z;orgeyetzt sey; 
die Form sey daher hur zufällig der 2 masc. ähnlich^ dem 
Ursprünge nach aber verschieden, und solcher Falle gibt 
es allerdings, z. B. ^•300 von ihm und von uns (S. 222). 
Doch bleiben hier 2 gewichtvolle Zweifel, nämlicH 
a) ist es doch ein allzu wesentlicher Unterschied, ob ein 
Bildungsbuchstabe vorn oder hinten stehe, und es findet 
sich kaum eine Analogie zwischen denselben ( z. B. fl 
16t hinten Feminiriälcharakter , vorn Charakter von 
Hiphil u. s. w.); i) Avenn H das Femininum bezeichne- 
te, so fehlte es immer noch an einer Bezeichnung der drit- 
ten Person, und in HJltOpr^ wäre das Feminimini doppf-lt, 
die Person gar nicht bezeichnet. Ebenso in der syrischen 

Form %.x^Q.^olt wo sich das Streben zeigte die fehlen- 
de Femininalbezeichnung (zum Unterschied von V^q^ndZ) 
nachzutragen. In dem H schiene also vielmehr die 3 Pe/jr» 



71) Schult ens Institutt. S. 275. Storr Ohservatt. S. i43> 
P^ater S. 174. 

S 2 



376 JJ. Haupt th. Cap. III. f^om Verbo. 

als die Femininalbezeichnung zu liegen °). Wenn man 
nicht auf die Erklärung überhaupt Verzicht Iciöten vvill, 
60 kann man sich vielleicht denken , dafa diese Formen, 
die wahrscheinlich erst später hinzugekommen sind (da 
man anfangs das Genus nicht unterschied), aus der 2ten 
Person durch Misveistand herübergeschlichen sind P). 
Solche Misverständnisse fmden sich im regulären Sprach- 
gebrauch öfter , und wurzeln dann in der Sprache fest. 

So hat man im Vulgärarabischen die i -plur. fut. Vj v3 
{edamus^ so häufig für den Sing, gebraucht, dafs sie geradezu 
Sing, geworden ist, und man den Plur. durch ein neues \m. ^ 

am Ende bezeichnen mufste , |ilA> O wir essen. Auf älinliche 
Weis« steht in einigen Dialekten VJLjJCJf '^"" /• für ^tJ^^^^ du f., 
und letztere» bedeutet du m. ' Donibay grammat. inauro - arw 
hica S. 20. £1. Her bin jprincijjes de la lungue arabe , Fref. 
S. 111. 
In den andern Dialekten hat man wenigstens im Plu- 
ral die 2te und 3te Person unterschieden , und letztere 

lautet (ganz analogisch) Ht^p,^. , ^^^aj^ ;^'j^*:J- 
Ebenso auch im Hebräischen Hj — ^ Dan. Q, 22. 1 Mos. 
30, 38- 1 Sam. 6, 12. Uebrigens sind die Formen 
TO — n überhaupt selten. 

üeber den muthniafslichen Gebrauch der Foi'm niS^jDR 
/. *jicp.n 9. 5. 216. 
3, Die Präformativen des Fubufi haben, wie die mei- 
sten Vorsetzbuchstaben, an sich Schioa, welches aber 
nach Maafsgabe der Zusammensetzung mit der Infinitiv- 
form verschiedentlich verändert wird. Diese Zusammen- 
eelzung ist jetzt näher zu zeigen. Nämlich: 

a) das Schwa bleibt unverändert in den Futuris Fielt 
Fyal, Poei und den diesen analogen Conjugationen, 
w^eil hier kein Zusammensprechen mit der Verbalform 
möglich war. Daher: 
»»■ 

o) Stark lux gramm. hehr. S. 265» 

■p) S eidens tücker a. a. O. (Note/, zu §. 78). Jahn gram" 
mat, hebr, S. 177, 



§. 3i- Bildung und Flexion des FuLuri, S77 

Inf. Fi. SC3.]? Fat. hl2pj] 
~ Py. Sej? — hi2'P'\ 

— Po. nqio — 3D"io^. 

h) In Kai , ^vo der Inßnitiv Schiva unter dem ersten 
Stammbuchetaben hnt, bildet das Praejormativum da- 
mit eine S};lbe und erhält Chirek, bey Gutturalen 
Patach oder SegoL Inf. StOp, Fnt. Sb;?"^; Inf. "lOV, 

Fu^ 10^^!; Inf onn, F«£. b^n;;.. 

Bey den Verbis, deren Infinitiv vorn die litera schwata 
(3, ")) verloren hat, und wo eine Femininalendung 
angenommen ist , mufs die ursprüngliche und vollstän- 
dige Form hergestellt werden , und liegt beym Futuro 
zum Grunde. Z. B. ^^, Inf. TV^^ (für HTÜ^J /. 
von ml^, Fat. ^^2}, cJntr. Tl^ilV 2tÜ\ luf'^TÖ^, 
{inrrÖ}V;j. von^fj)^]), Fr//:. 3^.:;. cf^^/rr^StTJ;^. , DtÖ<. 

c) in den Conjugationen , die überhaupt oder deren 
Infinitivformen wenigstens mit H anfangen, fällt dieses 
im Futnro aus , und das Praeforinativuni tritt in dessen 
Punctation ein ((). 34, 2 litt, b): 

Inf. Nipk. SD]?ri Fut. h^;p^\ f. HiDjsn^^ 

— , — D-ipn — Dipl 

— //opÄ. Djp^n — üpv 

— iiithpa. Hi2|?nn — ^^!pJV. u. s. w. 

rf (f 

<ij in den Fiituris Kai der Verba IV und W be- 
kommt das Praeformativum Kamez, 20, yMt, DD^; 
ff^p, fnt. D^p^. Man könnte dieses aus der Einsylbig- 
]ieit des Stammes erklären, Avelche öfter eine Dehnung 
der Präformativen zur Folge hat (z. B. *\'^, "T^^l 
§• 155)5 allein die wahrscheinlichere Erklärung er- 
gibt sich aus der sonstigen Analogie dieser Verba, 



27(5 ^^' IJaiipLth. Cap, JII, Vom J^erlo. 

4.. Die sonstigen Vocale der Fntura stimmen ganz 
mit denen des Inünitivs überein , nur Kai und die Verba 
n"? in allen Conjugaiioneri raacjiien eine Ausnahme. 

In Ral existiren nämlich neben der Form mit O (Cho- 
lern), noch zwey andere, mit A (Fatqch) und £ (Zere); 
so dais hier derselbe Fall eintritt, wie beym Praehwito 
(§. 66, 5). hl) Arabischen ist dieses noch ^reit häuüger, 
und man redet da von Ferbis fvb. O, fuL. /J , fut. £,' 
•Wehhen Ausdruck wir der zweclimaTsigen Küri^e wegen 
auch für das Hebraiscbe^beybebalten wollen. Ueber das 
Vorkommen der beyden letzteren merhe man im AllgCr 
meinen 

fl) das Fiit. A findet sich «) im regvlären Verbo, 
vorzüglich bey den Intransitiven, deren zweyte Sylbe 
im Praeterito E hat ( §. 66, 5); fi) bey den Verbis 
mit einer Gutiuralis in der letzten Sylbe, z. B. Inf. VJ^'^^^ 
fut. yOtÜ'^ (wegen §. 33, 5); 7) bey den Aerius "ifl 
und n4, als: 3iO"*''. , ^^.^\ (hier mit Kamez) 
und den meisten FerbU \^% z. B. ^^\ Hieher gehört 
auch h) das Futurum der Verb, Dv auf H— , denn 
dieses H— steht für ■*—, (^— . (S. die Vergleichung 
5. 42. b HO. 2 Uib, b). 

b) das Fut. E findet sich nur in den Verbis "^2 , N3 
(sofern N quiescirt), und in einigen |D , als5^_^ vori 

^^4 (f. ^^3); hSN^vonSDN; ji"^;. von ^H J. 

Anmerkungen, 

I. Den Formen des Futuri » welche auf !| und t-;— endi. 
gen, wird öfters ein ] angeijängt, so dafs sie \^ und ^''■~ lau- 
ten. Diese? ist iro Araniäisclien und Arabischen das Herr- 

* ^ ^ ^ y 

sehende (daher ^C ^ r;-»— •, /.v-J. , M^ )» wiewohl es 

die Sprache des gemeinen Lebens wiederum ausläfst {i.Dovxbay 
5. 25^. Im Hebiäischen steht es vorzüglich gern am Ende der 
Satze, bcsOiiders rythmischer Absätze iu der Po6sie, dagegen 



§. ßi. Biläwig und Flexion des Futuri. £79 

bry enaier Vei'biudiing mit dem folgenden (z.B. vor JUakkeph) 
niemals. Sehr viele ßeyspiele wird man 7.. B. Ps. io4 finden, 
wo es fast am Ende jedes Versgliedes vorkommt. 

Schon aus obiger Parallele mit dem Syrischen und Arabi- 
schen Idist sich errathen, dafs es bedeutungslos seyn werde, 
lind so ist es auch durchaus. Es ist daher ja nicht mit den 
5. 33 ff« z" erläuternden und bedeutsamen Anhängen des Futuri 
zu p-irallelisiren, sondern gehört zur normalen Bildung (dem 
Futurum, indicativum'), Elier \v>üc es mit v i^i\v.vvriy.ov der 
Griechen zu vergleichen , weniostens insofern dieses gern am 
Ende rythmischer Sätze steht, freylich nicht in dem Falle, wo 
es zur Vermeidung des Hiatus dient, der im Hebräischen nicht 
eintreten kann 1\ 

Die Art, wie die Vocale des Verbi dadurch jjeändert wer- 
den, wird jedesmal an ihrem Orte vorkommen. 

Das arabisirende N jiaragogicum kommt am Futuro nur Jer. 
20, 5 vor. Ein D jyaraeogicum statt des ] haben Einige, z. B. 
Kinichi, yihen Esra , in DWIty^ Jes. 35, 1 finden wollen; 
allein es ist niclits , als das Sujfixuni *"), 

Was oben ( §. yß. Anm. 3 ) von den vermeintlichen Endun- 
gen n~ und -7- im Praeterito gesagt worden, gilt auch vom 
Futuro. S. von der ersten Ezech. 23, 45. 37, 22, von der 
andern i Küu. 12, 7. 1 Sara. i2, 10. Rieht, £1, 20, 

2. 2 und 3 Flur. fem. In boyden Personen fehlt bey der 
Endunu; n!) öfter das narao;02;iscue n» so dafs nur » , (wie im 

Avab. {*)) übrig bleibt, z. B. fiii^i^n 1 Mos. 33, 6, vgl. ig, 

33- 3f. 38- 57, 7- 2 Mos. 1, ig, 19. 2, 19. 15, 20 u. », w. 
Der Sam. Text hat hier überall das normale n liero-estellt. 



q) Dafs das Futurum energicum der Araber, welches man eben, 
falls hiermit hat parallelisiren wollen (s. z. B, Ammans und 
Bertholdts krit. Journal f. Tlteologie B. 1. S. 239). etwas 
ganz andres scy , sielit man leicht. Vgl. §. 85, 3. 

r) Dieses Sußixum begründet noch deutlicher den auch schon 
durch den Sinn hüchst wahrscheinlichen Zusammenhan«: von 
Cap. XXXIV und XXXV , und es ist in Beziehung auf alles 
Vorhergehende zu fassen: defs (des Unterganges von Edom) 
freue sich die Mäste und das dürre Land, Sehr w^illkührlich 
haben daher Hoppe, Eichhorn u. A. ^as D .ils unecht verrvor- 
frn : da die Vi rsionen hier wohl keine hinreiclu^nde A\irxnru 
tat abgeben. 



QQO II» Hauptth. Gay. III. Vom Verho. 

Dafs für die 3te Person einige Mal die Form mit i im An. 
fani;e vorkomme, ist im §phen no. 3 bemerkt worden. Einen 
andern, aber durchaus in keinem Dialekte gegründeten, Un- 
terschied haben sich die samaritanischen Kritiker ( welche nur 
auf Deutlichkeit und Vermeidung jedes Mifsvcrsinndes aus- 
gehn , w^obey die Sprachrichtigkeit zuweilen übel berathen 
wird) ausgedacht, indem sie statt der Endung n3 — ]n setzen. 
Z. ß. p^tan sie werden kommen, f. nat^'^n i Mos. 30, 33, 
p-iptt^n f. na^p^n 19, 32, 35. 3 Mos. '4, 22. 5. 17. ö Mos. 
j, 44, und in einzelnen Codd, öfter, z. B. i Mos. 37, 7. 
41, 20. Verrauthlich leiteten sie die Endung n2 von p, nsn 
ab, und wollten dann die ursprüngliche Form herstellen. 

§. 82. 
Bildung der Participien. 

1. Das Participium schliefst sich, wie schon oben 
{§. 77) erinnert Avorden, theils an die 3 Praet. , theils 
an den Infinitiv an. Man kann eine dreyfache Bildung 
unterscheiden: 

a) die ursprünglichste scheint die , "vvo das Partici- 
pium mit der terlia praeteriti gleichlautend ist, oder 
sich nur durch Verlängerung des kurzen Vocals in der 
letzten Sylbe untersclieidet. Tödbet und tödtejid wnrde 
durch dieselbe oder eine sehr ähnliche Form angezeigt. 
So in KaL bey den regulären Verbis mit E und O in der 
aweyten Sylbe, als ^ /,^» "^-^"^ pract. und part.; in 
den Verhis "Si^ , als Dp, *^3i , ""iiN; und vorzüfflich in 
ISliphal aller Ferha , als ^IQp.J part, i^'p.^, i 303 part. 
ISD3; ö"^p^ part. ebenso. 

Derselben Analogie folgte ursprünglich auch das 
regelmäfsige Verbum der Form Ti?]?. aber die Partici- 
pialforra /^P ist nur noch als Nomen verbale ge- 
bräuchlich (§. 120, i ). Daher ist bey der gewöhn- 
lichsten Form 

b) eine zweyte Bildungsweise angewendet ^vorden, 
die sonst nicht vorkommt, nämlich, wie /'O'lp, 33''lC, 

at£j'i\ im Arab. \j'\i, aram. M^^x), StO]?. 



i 



§.82. Bildung der Participien. 28» 

c) Alle übrige Participia, in Piel (imd den analo- 
logen Conjugationen Poei , Pilel u. s. w. )' Py^U 
Tiipkil, Hophalf Hithpael schliefsen sich an den Infi- 
nitiv an, und setzen O vor, -welches gerade , "wie die 
Vräformativen des Futnri behandelt wird. Daher: 

bis.]?p, S'^'ppo f. '7'^'iOpnp; h^spnp f. hispnnc. wo 

ein Patach in der letzten Sylbe ist , wird dieses zu- 
gleich verlängert, dah. Py. /CSpD, Tloph. TiDpO, 

Anm. 1. Wenn das O , so wie die Präformnnten des Fa- 
tari, abgeleitet werden darf, so \vird man am passendsten an 
^D aufser der Frage für: jemand, derjenige welcher (2 Mos. 
52, 53. 2 Sam. 20, 11) denken. Die Verlängerung des ("T") 
in (-7-) gibt der Verbalfoxm die charakteristische Bezeichnung 
der meisten Nomina (wie *iJ3'n ). 

2. DaTs auch solche Formen, in welchen das JO fehlt, aber 
das (— ) sich findet, für -wahre Participia zu haken sind, ist 
um so glnubliclier, da solche Vorschlagsbuchstaben auch sonst: 
■^vohl w^egfalhn, und in dem besondern Falle die Bedeutung 
es bestätigt (s. §. 93, Anm. 6). 

3. Nur in einigen Fällen ist bey dem vorgesetzten jo doch 
die Form des Practeriii zum Grunde gelegt worden, als U;"i2n , 
inf. ^'iHn, jrart. tt;'»^0 Q nicht u;'»^»); 30n, inf. 20 n, 

2. Nur Kai hat aufser dem Part, activo ( ^Jf.S Poel 
oder "^i3w^2| Mittelwort) noch ein Part, passivum der 
Form 7'^IOp (daher v^VS Pa-id). Indessen kann dieses 
nicht von Kai selbst uinnittelbar abgeleitet \rerden, son- 
dern ist ohne Zweifel Ueberbleibsel eines vollständigen 
Passivs v'on Kai, das dem aramäischen /^tOp entsprach, 
welches noch als Praet. und Participmm gebräuchlich ist. 
Auch hier war wahrscheinlich Praet, und Partie, gleich- 
lautend (nach 110, 1. ß). 

Änm. I. Im Syrischen und Chaldäischen hat jede active 
Conjugation ein Part. act. und -pass. , z, E, "^Ä^ und 

7 7 

Vk^Ä^ letzteres vielleicht auch als Ueberrest einer altern 



egg //. Havptth. Cap. III. P^om J^crbo, 

BiWungsnri; der Passive durch dunlielera Vocale, ehe die durch 
die Sylbe r.Mj •^1 aufkam, 

2. Dieses Vart, pass. kommt bey P'erhis neutrls auch in 
activer Bedeutung vor (§. 91, Anm. ig). 

3. Im Aramäischen gibt es eine Art Flexion des Participü^ 
indem man abgekürzte Formen des Personalpi-onomen an <ie 
Participialformen spricht, tmd dadurch insbpsondcre das p: :te- 

sens anzeigt, z. B. " Mf fģi, K5*7,v3 ich befehle. ZfSXSi ^ 

nipa du befiehlst, -üir-^SJ ^P!1kQ du belielilst (/. ) 
u. s. w. (s. voUständJo; in de Dieu granimat, ling. Orient.' 

S. 57» )• 

iJiese aramaisirendo Flexion haben mehrere Grammatiker, 
Z. B. Storr QObservatt, ad anal, et synt. hehr. S, 136), 
auch im Hebräisclien angenommen , nämlich in den im Ghe- 
rlnb vorkommenden Formen "»03^)1^ (wir wollen sie hier mit 
den masoretliisehen d.i. zuraKeri gehörigen Puncten schreiben) 
Jer. 22. 1:3. E/.ech. 27, 5. "»n^.Sty Jer. 51, 13, •«PJSi^O Jer. 
22,25, vvofijr dasKeri blofs no^ÜI'» u. s.w. gelesen wissen will, 
ferner FilSl^ 1 Mos. i<S, 11. Kicht. 16, 5. Allein an allen 
diesen Stellen ist das Participium selbst, ohne Flexion, in den 
Zusammenhang passender. Man nehme daher das Jod in den 
ersteren Stellen vielmehr für das Jod paragogicum (§, 127, 2), 
welches das Keri getilgt hat, vmd die Punctation pSt3p für 
arabisirende Form für nSiap ($. i5ö)' Halten wir liier jene 
aramäische Form, mithin ^p^uiT' für "»nM nS'i'l^ , so müfste 
man ohnehin nach Analogie des Aramäischen die Punctatiou 
tn^'iii'' erwarten, Avie man auch wirklich bey jener Annahme 
des Cböthib punotircn mufs. 

4. Von einem Participio Futur i , das wenigstens im Ent- 
stehen war, s. §. 120, no. 58« 

$• 83. 

Veränderungen an Form und Bedeutung des 
Futur i überhaupt. 

1. Soviel im Allgemeinen über äie normale Büäuug 
(\et Tempora und Modi im Hebräischen und deren Flexion. 
Hiervon "wenden wir uns zunächst zu der eigenthiimli- 
chen Art undW'eise, Avie der Hebräer seinen auffallenden 



$• 83* T'^eränder. anFcrru n.Becleut.d, Futnrt überh, cßS 

Mangel an bestimmten Bezeichnungen andrer Verhältnisse 
des Zeitwortes, nan;tnllich des Conjunciivs , zu ersetzen 
sucht. Dieses geschieht nänilicii durch einige Verände' 
rinigen an der Form des Fui-nri ^ AAclchen dann gewisse 
§ich an das Futurum anschlicfsende Bedeutungen und 
^üancirungen , vorzüglich die in andern Sjjrachen durch 
den Conjunctiv oder Optativ ausgedriirklen, eigenlhijm- 
lich sind. Das Ungewisse, Bedingte, welciies im Con- 
junctiv, das in die Zul^unft Gerichtete, welches im Opta-^ 
tiv liegt, hat eine deutliche Analogie mit dem FuturOt 
\voher auch in mehreren Sprachen die Bildung des Futuri 
eng mit denen des Conjunctivs und Optativs zusammen- 
hängt, 

Im Lareinischen unterscheiden sich legam als Fut. und Praes, 
conj. nur diirtli die Flexion, Im I lanz. ist serois von serui, 
aimerois von aimerai. Im Deutschen wird das Futurum mit 
werde, Conj. und Opt. mit wäre, würde umschrieben, 

2. Im Arabischen sind jene bedeutsamen Modifica- 
tionen des Futiiri (Futurum ßguratiim) so vollständig aus- 
gebildet, dals dadurch der Mangel an Formen fiir die 
Modi gänzlich ersetzt wird *). Man unterscheidet näm- 

lieh aufser der gewöhnlichen Form VJ^^ÄJ, welche die 
zukünftige Zeit an sich anzeigt ( Futurum indicativum) , 
noch a) ein Futurum antitheticum oder suhjuncbivum^ 

oder von der Form nashatum ( VÄXJ), besonders nach 
den Partikeln , welche auf dafs , damit hedenten ; b) ein 
JFuturum conditionatum oder von der Form dschesmatumy 

ßpocojjatum ( VÄXJ), wenn 4a? Futurum verneinend. 



j^ Jahns arah. Sprachlehre S, 190 fl. Sacy gramnt. arahe 
T. I. S. 113 ff. T. II. S. 19 fF. Die hier in der dritten Per- 
soin angegebenen jaktola, jaktol , jactolan drücken übrigens 
nur den Hauptcharakter aus, da sich auch in der Bildung der 
übrigen Personen kleine Verschiedenheiten vorn gewöhulichei^ 
Futuro zeigen. 



284- ^^' ^i^'^P^f-h. Cap. III. Vom Puerto, 

verbietend, und bedingungsweise steht (nach Wörtern 
wie: ivenn , ivo immer ^ ivas nur u. s. W. )? <^) ei" Futu- 

riivt energicuni, oder von der Form jmragogicum ( ^^vXXäJ ), 
Avenn der Aasdruck mehr Stärke erhalten soll, insbeson- 
dere also bey Fragen, Befehlen, Wünschen, Versiche- 
rungen und Eiden , doch ohne so fest bestimmte Regel. 

Die beyden aramäischen Dialekte haben nichts dem 
Aehnliches *), und auch im Arabischen hat die Sprache 

des gemeinen Lebens nur eine gewöhnliche Form AJ'Jt;* 

und die paragogische '^jAxXj "). 

3. In der Mitte zwischen jenem Reichthum der ara- 
bischen und der Armutli der aramäischen Sprache steht 
(ähnlich der arabischen Vulgärsprache) die hebräische, 
wo diese Bildung mehr iin Entstehen ist, aber nichts 
desto weniger eine Aufmerksamkeit verdient, die sie bey 
den bisherigen Griinimatikern nicht gefunden hat. Es 
fnidet sich nämlich im Hebräischen aufser der gewöhnli- 
chen Form des Futuri (§. Qi), noch eine verlängerte und 
eine verkürzte Form, die sich aber im Allgemeinen von 
der angegebenen arabischen Bildung duxch folgendes un- 
terscheiden, aj Das verlängerte Futurum findet (mit we- 
nigen Ausnahmen) nur hey der ersten Person, das ver- 
kürzte nnr bey der zweyten und drittenPerson Statt. Da» 
gegen ist b) die Bedeutung derselben nicht so unterschie- 
den , wie die der verschiedenen Futura ßgurata der Ara- 
ber, sondern fliefst in einander, indem beyde fast alle 
Verhältnisse des Futuri suhjunctivlt conditionati und ener- 
gici vereinigen , und obendrein zur Bildung des Futuri 
compositi gebraucht werden. Ihre Abweichung besteht 



t) Die ärmlichen Umschreibungen des Conjunctivs im Syrischen 

s. IM ich aal i s gramm. syr. S. 230, 
u) Domhay gramm. mauro-arab. S. lo. Im Maltesischen 

habe ich nicht einmal Beyspiele dieses Nun gefunden. 



§• 83' §• 84- J^erlähgerung des Futiiri. 2 85 

fast nur darin , dafs sich diese Verhältnisse bey der ersten 
Person etwas anders niotlificuen , als bey der zweyten 
und dritten, und eben die ßemerliung dieses Unterschieds 
scheint zur verschiedenen Bezeichnung der sonst sehr ähn- 
lichen Begrifie in den verschiedenen Personen veranlafst 
zu haben. Das Futurum indicativuni ist von beyden be- 
stimmt ausgeschlossen. Endlich c) können beyde Bil- 
dungen keineswegs, wie im Arabischen, durch die ganze 
Flexion des Futuri durchgeführt v/erden, sondern nament- 
lich das verkürzte Futiinini läfdt sich nur in gewissen Con- 
jugationen und in gewissen lilassen des irregulären Verbi 
unterscheiden. 

$. 84' 

Verlange lung des Futuri. 

1. Die Verlängerung des Futuri (Futurum yaragogi- 
cum) besteht darin, dafs ein H-:^ (JFIe paragogicuni) an 
die erste Person des Sing, und Flur, angehängt wird. Es 
kommt in allen Conjugationen und allen Klassen des regu- 
lären und irregulären Verbi vor , ausgenommen in den 
Fassivis, und höchst selten an den Verbis H/ (JJ. 109), 
auch nicht wenn Sußixa angehängt werden. Sonst ver- 
ändert es den Vocal des Verbi gerade in demselben Ver- 
hältnisse , wie die Afformativen ''l und ''t". Z. B. /JDpN , 

riDipN. 

2. Gew^ählt wurde diese Form vornehmlich in fol- 
genden Fällen: 

a) wenn eine Ermunterung, Aufforderung (im 
^mg-. seiner selbst , im Flur, eine gegenseitige), auch 
wohl nur eine feste Erklärung des Entsrhlusses auszu- 
drücken war. Z. B. Sing. nnO^N*) nS^JN auf! ich 
will frohlocken und mich freuen Ps. 31, 8. Phir. nD7(3 
lafst uns gehn i Mos. 22, 5. 35, 2. H^S^Jl '^"31^ 
lajit uns hinabziehn und Getraide holen i Mos. ^2, i\. 



^86 //. Jlaiiplth. Cap. III. Vom Ferho. 

i Sam. 14, 37. Daher öfter mit HD"?, HDn, 'Ol. 
Hieran scWieFöt sich 

b) die Bitte um Erlaubnifs: lafs mich, lafs uns 
(lafst mich, liiis). Hier hat es häuiig N- bey sich. 
Z. B. nniÖTl N:-nDbN lajs mich auf das Feld gchn 
I\ulh 2, 2. J*^9""^1-^^-'^ lajst uns doch diirchzlehn /j|.I\Ios. 
fio, i7, überhaupt der Optativ im positiven (i Mos. 
46» 30) und im negativen Falle (Ps. 125, S. 31, c. iß). 

c) wenn "^ im Nachsatze steht, und durch dafs zu 
übersetzen ist ( wie das arab. t_i mit dem .F/'\ uih- 
junctivo). Dan. 1, 12: lajs uns Speise gebend rilOi^l") 
dafs wir ejscn. Endlich 

d) beym f^av cotiversivum , aber fast in spätem 
Büchern. (Die genaueren Belege zu allem diesen gibt 
Beylage 2 ). 

Die erste Bedeutung hat Analogi<^ mit dem H— pära- 
goglco am Nomen (§. 154), wo es auch die Richtung und 
das Streben nach einem Orte bezeichnet i und mit dem am 
Imperativ. 

Anm. J. Nur in sehr einzelnen Beyspielen steht 71-7- aii 
der zweyten und dritten Person und drückt dann eDenfalls den 
Optativ aus , nämlich an der zweyten Jas. 5, 19 : nt»12P es 
komme Hiob 1 i, 17 '^) (Ezech. 23, 20 und ifi im Keri)i 
an der dritten Jes. a. a. O. nvJTl'» er beschleunige. Ps. 2o, 4 . 
(und Anm. 2), auch 3 Mos. 21, 5 im Chethib, welchei j 
Simonis (^analysis lectt. masoreth. S. ^2) richtig; nn*lpi -«"'j ' 
liest: er (^der Priester) soll nicht sehe er en. (In den frülierri 
Versen (V. 2 — 4) ^'^ren lauter Singulare, Weil aber d;inü 
Plurale folgten, schrieb das Keri ijn'lp';, daher im Texte 
JTl'IP,":)- (Vgl. §■ 70. Anm. 2). 

2. Ebenfalls höchst selten steht n-r;- statt n-7- , imd zwar 
iiut 1 Sam. 23, 15: riNIpN.. und Ps. 20, 4 rUrön*; f. |\y*i*» 
QFut. Pi.) er halte für fett, d. 1. genehmige. Auch Jes. 56, 
i2 steht in einigen Codd. rinpt* statt nnj:;N. Das n— ist 



%>') nllSpi Sprüchw. 1. 20. g, 3 ist wahrscheinlicher Plural (f. 
na^-jSn, nach der Form nJDÖr»), womit nlöDn ebenfall» 

TT. T ! T ' : r 

Gonstriiirt wno s. 24, 7< 



§. 84» ^«^'■/""s- ^. '''"^' §• Ö5' f^^yf^iii'ztes Futurum. äö7 

auch sonst öftev in gleichem Werthe mit T\-^ und kommt 
daneben als sellt^nere Foi rn desselben vor (§. 42, i, no. 2}. CA. J3. 
Michaelis ( Imnm. syr. §. Ji'A') hat das n— hier für einen 

dem S) risdien *-» anaIo2,en Anhan« erklaren -svollen, wodurch 

dort ^Juadrilittera entstehrj , z. B. ciß^a , *..hWfSt, Indessen 
würde diefs nur auf nitrn^ passen, und hier hat das H offen- 
bar die l'edeiitimp des sonstigen n jyuragogici. 

5. Vor Stijßxis ündet die Form mit n-— nicht Statt, und 
sollte sie Statt linden, so mnfste d.mn das Pronomen separatum 
gewählt werden, z. B. Inf* nJPJ< i'li will ihn geben. Doch 
finden sich einige Formen, die dahin gehören künnten, als: 
¥)J<Ci<»N Hos. 4, 6 (ich versciimähe dich), ^rii<3n es wird 
dir kommen Hiob 22> 21. Vgh $. ii4> 5» 

$• 85. 

Verkürztes Futurum. 

1 . Diese P^erhürzimg ist von verschiedener Art, 'komtnt 
aber nicht ( wie die Verlängerung durch H-^r ) in allen 
Conjugationen, sondern nur in folgenden (auch hier nur 
an denen Personen, die auf den letzten Stammbuchstaben 
selbst ausgehen) vor: 

a) im regelmäfsigen P^erho nur in Hiphil 

S"*Ii;j?: abgek. SlOp^^ 

V^ippn — Sispn 

h) in Kai und Hiphil der Verha ^ 

n^o^ abgell, nb;^, mon abgek. nbn 

c) in allen Conjugationen der Verba H 7, wo es irt> 
einer Apocope des H besteht (hier daher Futurum apo» 
copatum ) 

Kai rh^\ abgeh. Sj^., mit Segol fürt. bj> 

P,vz nS'i^ — Sj; (f. ^i;») 

K/;;7i. nH.V — hr , dafür Sj;; (nach §. 4.7. 3). 

2. Die Bedeutimg der Form ist der des Futuri 
parago^ici ähnlich, und zwar steht sie im Allgemeinen« 



S88 J^I' Haupt th. Cap. III. Vom P'^erho, 

wenn das Futurum für das Praesens conjunctivi gesetzt 

■\viid , insbesondere 

a) wenn es befehlend und ;v\'ü.nschejid steht, mit 
und ohne Negation (hier /N). Z. B. NÄ'in proferat 
1 Mos., 2, 24 > verscb. von N'^iTiri proferet Jes. 61, 
11. Hagg. ij, XI. nri^ri hsS vertilge nicht 5 TJos. 

»8, 16. ' 

h) nach' Conjunctionen , welche dajs bedeuten, ins- 
bes. y, z. B. HD^T dafs er sterbe 1 Kön. 21, lo. '^'^.^I 
dafs er wegschaffe 2 Mos. g, g. 10, 17. Nur selten 

e) bey einer directen Negation 5 Mos. i8» 16 (wie 

das arabische Futurum apocopatum mit a3, j!;). 

d) bey dem Vav conversivo. Nur die Dichlor 

machen davon Ausnahmen, und brauchen ea auch 

aufser den angefiihrten Fällen. 

Die Beispiele dazu s. jedesmal an ihrem Orte, als 

§. 94, Anm. 4. §. 1 ö(5, Anm. G. 17. §. 109, Anm. 5. 16. 
Anm. I. Wenn oben gesagt wurde, dafs die abgekürzte 
Fort« nur an denen Personen bemerkbar sey, die auf den letz- 
ten Stamrabuclistaben selbst ausgehn, so ist dieses doch vor- 
zugsweise nur von der 3 masc. und fem. und der 2 masc. zu 
verstehn , da die erste Person in der abgekürzten Form nur 
nach dem f'^^av conversivo vorkommt. Auch im Arabischen 
sind einzelne Personen der verschiedenen Futura figurata nicht 

zu unterscheiden , z. B. ^ _Va)Ü> , f ^JüCXJ. Peyde sind gleich- 
lautend im Futuro suhjunctivo und conditionato. 

2. Wenn ich hier von einer bedeutsamen Verkürzung de» , 
Futuri rede, so ist diese nicht zu verwechseln mit der Zurück« 
yiehung des Accentes, die bey mehreren andern Verbalformen 
durch f^av conversiüum oder kleinere Wörter hervorgebracht 
wird, und auch noch an diesen schon verkürzten Formen hin- 
zukommen kann. Z. B. in Niph. 1*1 liDS*; f. TpS"' ($. 92, 
Anm. 3), D!!p'''er wird aufstehn , abgek. Bp'' er stehe auf, 
H3~0p^ er stelle doch auf, oder Dpsi er stand auf (§. 106, 
Anm. g ). 

3. Die Verkürzung des Futuri in den angeführten Fällen 
ist im saro. T-ixte des Pentafuchs cräDzlicIi vernachlässigt. Da 
dieser UiitexäcL.ied in den aramäischen Dialekten, namentlich 



i 



§•86. VerJüngenmg und f-^erkürzwig des Imperativs, 289 

auch im Samflritanische?j , nicht Statt hat, so haben die sama« 
litr.nischen Kritiker, aus Sueben nach Deutlichkeit, überall 
die alte Form vviedeiliei »estellt. Z, ß. Hi^m f. n-im 1 Mos. 

24. 5-8. mß"ii f. n)DÄ«i 25, 1 7, D^li'i^i f. CU7N1 24, 47, nM*^'» 

^' '^lü 3>> *0' C^' nieine Cominent. de Pentateucho sam, 
S. 27). Dagegen hat derselbe Text öfter ■»n^, wo im jüdi- 
schen Texte n*n^ steht und nach der Analogie stehen muf» 
1 Mos. 3Ö, 23. 47, 19. Dieses ist Sainaritaiüsmus, in wel- 
chem Dialekte irif und tD f. rfp^ steht (^C ellarii kprr, 
sam, S. 103). ' 

$. 86. 
Verlängerung und Verkürzung des Imj)erativs, 

1. Wie in allen übrigen Stücken, so ist de? Impe- 
tativ dem Futuro auch darin analog, dafs er gleich die- 
sem eine T^evläiigerimg und T^cvkürzung zulafst, die in 
der Bildung dem verlängerten und verkürzten Futuro 
vollkommen ähnlich ist. Ihre gemeinschaftliche Bedeu- 
tung ist nicht so fest bestimmt, "svie beym Futuro t indes- 
sen läfst sich bemerken , dafs solche Imperativen beson- 
ders bey lebhafteren Ausrufungen, Ermunterungen stehn, 
■wie dieses auch im Arabischen die Bedeutung des Impera- 

tivi paragogici oder energici (mit angehängtem j^— ) ist ^). 
In den meisten Conjugatioiien und Klassen der irregulären 
Verba ist nur eine von beyden Formen gebräuchlich; sel- 
tener (wie in Hiphil') bestehn beyde neben einander; in 
einigen Fällen ist die normale Form des Imperativs da- 
durch gänzlich verdrängt. 

2. Der Imperativ mit H— paragogico findet sich 

a) in Kai, seltener in Pi. des* regulären Verbi : 

h) in Plal der Verba fs, IS , iV: . jn — il^J^; 
3^ — 112'^ ; D^p — nD"=lp; imr, sehr eelten in den 
yy und N*?. 



x) S. S acy Gramm» araha T, U. $• $4* 



SQO II, Haupt th. Cap. III. Forn Ferho. 

Der Imperativus mit verkürzter Form ist herr- 
schend 

a) in mehreren Conju^ationen der Verba Hl, als: 
j>l rSjk — bi; Hiph. T^,y^_ — b^Il, ^^J]' Seltener 

h) in den ^V , als b^O — lü (beschneide). 
Beyde neben Einander finden sich in Hiphil, z. B. 

i^psn — ipsn — nn-^psn 

Beyde letztere Formen sind so herrsehend , dafs die 
gewöhnliche dagegen fast zur Seltenheit geworden ist. 

Ann). 1. Statt Ti-;r findet sich auch hier D-rr. aber nur in 
dem einzigen ß- yspiele nl?^ (Spvüchw. 24, 14)» w^f* es viel- 
leicht absichtlich gewählt ist, für: mögest du erkennen, zum 
Unterschied von TW^^ wisse l 

2. Wie beym Futur o findet die Abkürzung und Verlänge- 
rung nur bey den Formen Statt, die auf den dritten Stamm- 
buchstaben ausgehen, d. i. hier blofs bey der Masculinform 
des Singular. Indessen finden sich einige Formen des fem. 
plur. mit weggeworfenem ri~, welche vielleicht eben dahin 
gehören. Als: ]K*1p_ rufet f. nJM'^i:; 2 Mos. 2, 20; ]'VKV)_ 
höret f. niWV t Mos. 4, 23. Wenigstens bildet sich 
so das Fut. ajjQcop. der Araber. Es konnte aber auch viel- 

leicht vulgärer Dialekt seyn, wie im Arab. /.v^AXi , vulg, 

3i Auch im Arabischen zeigen sich Spuren dieses verkürz- 
ten Imperativs , dessen Formen dann den gewöhnlichen ganz 

verdrängt haben, z. B. V^* (von JV^ ) , -**» (von «Vm, 
für: JJ.M,). . 

3. Zum Beweise, dafs besonders bey den verlänger- 
ten Formen die angegebene Bedeutung vorherrsche, die- 
nen z. B. D^p stehe auf, mache dich auf 1 Mos. 13, 17. 
19, 15. 27, 19 u. s. w. riD^p auf! (meistens bey der 



§.86. §.87. V^'^ conversivum Futur i, 29 1 

Exclamation an Jehova) Ps. 5, g- 7» 7« 9> 20. 4. AIos. 
10» 35; ]^. gib (s. z.B. 1 Mos. 14., 21. Sprüchw. 
9,9), dagegen «^«7) meistens unser oih her'. i Mos. 
30, 26. 1 Sam. 2, 15. \n TJ/ gehe, nD7 -wohlan; DH 
gib, rQH \vohlan , age! ist in der letztern Form die 
eigentliche Verbalbedeutung von der , welche im H— pa- 
ragogico Hegt, fast verdrängt %yarden. 

§. 87. 
Vav conversivum Futuri. 

1. Um die erzählende Zeitform ("das Imperfect) aus- 
zudrücken, setzt der Hebräer vor die Personen des Futuri 
Vav mh Patach und folgendem Dagesch ('!), z. E. 

/iOp',5 , nur vor den Praefornmfiven mit Schiva fällt das 
Dagesch aus (nach §. 37, 3), z. B. ^t?.|5']1, und vor dem 
der ersten Person \^ ird das Patach in Kaniez verlängert 

/lOpNI. Man nennt dieses • ") Vav conversivnm FuLurl in 
Praeterituni, oder schlechthin Vav conversivian ( "Jj^aH 11 ). 

2. Ueber die Form des Futiiri ist zu merken, dafs 
bey dem Hinzukommen des Vav convenivwii 

a) die verkürzte Form des Futuri gewählt wird, 
überall, wo sich diese von der andern unterscheidet, 
2. B. ^Tl^!:] , ^^1] ; dafs diese 

b) dann auch in der ersten Person vorkommt, z. B. 
N*1N1 und ich iahe t wiewohl hier häufig auch die ge- 
wöhnliche Form genommen w^ird, z.B. T] wDNI (§. g^, 
Anm. 6), und in den spätem Büchern des A. T. die 
mhT\-:r parag. »^i'TipNI (sonst gewöhnlich *1^NJ1) ^^^. 

e) dafs gewisse Futura den Ton auf penuUima zu- 
rückziehn, nämlich 



xjf) S. Beylage 2 , no, 5. 

T £ 



t:.. 


fr^ 


^p.'^^ 


^^^^1 ^) 


nb^^, 


TT- / 


np.:. 


VT- ■> 


növ 


:1Z}^^ 



292 J/. Hau-ptth. Cap, III. Vom 'Verbo, 

" h 

die quiescentia NSD z. B. *lOi4'< , ^lOhJ'^l 

IT 

— dejectiva W 
eeltener auch die T^erha med, guttur. in piel: 

11=1 - 11.2:1 

ausgenommen den Fall , avo die Form in Pausa steht. 

Anm. 1. Jene Zurückziehung des Tons gilt blofs von den 
Personen, die keine AfForinativa haben, z. B. *i)Di«fl1 , lONRI ; 
aber nicht ^IBX.S'i , «»*i)DNhV Auch die erste Person mächt 
meistens eine Ausnahme, z. ß. *iOi<1 , tfS^.'^. 

2. Ausnaiims weise kommen noch Formen mit dem P^av 
conversivo ohne Verkürzung des Futuri vor (s. §. »06, Anm» g» 
ü. $. 109, Anm. 3.). Der Sam. Codex aber hat überall die 
längere Form statt der verkürzten hergestellt. 

5. Die unter litt, c, erwähnte Zurückziehung des Accentes 
auf Penultima kommt auch in mehreren Fällen vor einsylbigen 
■Wörtern imd der Tonsylbe vor, z. B. in Fat. Niph. (§.92,3), 
in Pitt der Verla med. gtitturalis (§. C)Q, Anm^ 1), wo man 
dann nicht als Wirkung des Vav anzusehen hat, was von 
einer andern Seite herkommt. 

3. Dieses Futurum cum Vav conversivo ist übrigens 
ein wahres Tempus compositum mit einem Hülfszeitwort, 
Hvie solche in den meisten Sprachen vorkommen. Wenig- 
stens führt darauf die allein wahrscheinliche Etymologie 
dieses O, nach welcher man es für eine Abkürzung aus 
dem Hülfszeitwort T\'\T\ = TT^H fuit hält, welches man 

, TT -T T J ' 

dem Fitturo als Jsyndeton vorsetzte, um das Imperfectum 
zu umschreiben. Die vollständige Phrase wäre nun 



y) Bey diesen Formen kommt die Zurückziehiuig des Accents 
noch zu der rerkurzten Foxm dea Puturi, 



§• 87. Vtiv conversivuin FuturL 295 

/fop**, Ti'^Ty er geschah (dafs) er tödtete. Zunächst fiel 
diib n im Anfange weg, welches auch der Syrer in diesem 
Worte ganz übergeht (^ocn lie6 7<;o, nach hebräischer Art 
wä^ , die Sylbe H^ wurde aber durch Dagesch con- 
jinictiuum m't dem folgenden Worte verbunden, wie 
m rtD , TIT " rtq , HTD ( §. 4.2 , 3 ). Diese Erklärung 
findet meines Erachtens eine fast volle Bestätigung in der 
Analogie des Arabischen und Syrischen. In ersterem ist 

die regelmäfsige Umschreibung des Imperfects VXXj (^v.=3 
/uU (ut) interßceret , es geschah (dafs) er tödtete, d.i. 

inurficiebab , so wie des Plusquamperfects, VÄ^ \^.f-r^ 
interfeccrat ; im Syrischen wird dasTlusquamperfect eben- 
so gebildet (]oai ^^£) ) , das Imperfect aber durch das 
Participium mit dem Hülfszeitworte (^ooi ^4^X5 ). Der 
arabischen Construction entsprach die hebräische, nur 
dafs für ^jVlrrs das hebräische ri^TT genommen wurde. 
Es erklärt sich hieraus auch zugleich, warum die abge- 
kürzte (und verlängerte ") ¥orxt\ de?, .Fntiiri, d.i. der Sub- 
junctiv, gewählt Avurde, denn die Construction yz^Y (ut) 
interßceret erforderte diese. Man hat gegen die Erklärung 
eingewandt, dafs die Form nie vollständig vorkomme, 
und dafs die Existenz derselben bey den Hebräern dadurch 
un\vahrscheinKch werde, dafs diese nicht auch das Plus- 
qiiamperjectum ähnlich bildeten '^). Indessen lassen sich 
diese Zweifel wohl befriedigend erledigen. Dafs die 
Form nicht vollständig vorkommt, beweist nur, dafs in 
der vorliegen len Ausbildung der Sprache und Orthogra- 
phie die ursprüngliche Form durch diecont^rahirte gänz- 
lich verdrängt ^var, wie z.B. auch heymT\articiili d.cv 
Fall ist. Dafs die Hebräer nicht auch das IHu^qnamper' 
Fectum umschrieben, zeigt, dafs ihne,n das Eedürfnifs des- 
selben minder fühlbar schien; nicht jeder Dialekt hat JA 



z) Storr Ohssrvatt. S. iSo. 



294- ^I' f^a^lptth, Cap, III. Vom Ferbo. 

alle Eigenthümlichkeitea dfis andern, Auch ein anderer 
Einwurf, der niir fiühey von einigem Gewicht zu ?eyn 
schien °), läfst, siih ohneSchwierigtieit entfernen. Der Ara- 
ber crmjugirt nämlich auch das Hülfsaeitwort ^oV^=5 , z, R. 

i,'>XXä^ IftjV^nr?. Wenn dieses auch der Hebräer eethan 
harte, z.B. '^Tp'i^'^ "^"^lJ» so \viirde jene Erklärung nicht 
mehr passen. Allein ist es nicht bey der obigen Wendung 
sehr denkbar, dafs die Construction ursprünglich imper- 
soncll war, es gescJiah, dafs er töJfete, dafs sie tödte- 
ten u. s. w. wobey also mn oder H^ immer unverändert 
Hieb ? 

Arnti. 1. Die hier voi'2,etra2:ene Erkl.iriing des f^av eon^ 
versivi gehört den Hauptsachen nach J. D. Ulichaiilis (zu 
IjO'Vth de Sacra -poesi Hehraeorum S. \Q'i. ed. Gotting, S. 525 
ed, £j!ps, ) und Hezel (hehr. Sprachlehre S. 60), welche 
von einander nur darin abweichen, dafs UlichaHlis das Dagesch 
für ein assimilirtes Jod hält, und die Urform inn zum Grunde 
legt. Ich zog indessen die Hezelsche Wendung vor , w^eil die 
Assimilation des > nur auf 3 Jut, berechnet scheint , w^eniger 
' auf die Personen mit n und 3 pafst ; und w^eil überhaupt die 
Foym "»in mit Jod in 3 praet. nicht hebräisch ist, 

Sbhon vor Michu'tlis haben ältere Grammatiker ( Heinr, 
Scholz, Tiejfensee , von PT'indheim , vgl, JMicha'ilis in der 
hehr. Grammat. Anhang S. 52 und Simonis introd, gram- 
mat, crit. in ling, hehr, S. 2 2o) einen ähnlicheti Weg einge- 
schlagen, indem sie VoD-il für contrahirt aus Stp'' HTil imd 
das Vav für ursprünglich copulativ erklärten. Allein hiernacU 
wäre d.is ganze Wort riTl verschlungen, oder höchstens in 
dem Patach und Dag. forte erhalten, w^ns viel zu gewaltsan\ 
ist. Sie haben indessen das unbezweifelte Verdienst, den rieh- 
tigeu Weg gezeigt zu haben, 

Andere Erklärungen und Vermuthungen kommen gegen] die 
obigen fast nicht iii Betracht, z. B. die Schultensische (^Institt. 
S. 4-4)» '^''^s '^^'i '"> i" der Bedeutung ecce! in der Form läge, 
vollständig S'Cp-in^ et ecce dicehat ; denn dieses n selbst ist 
eine Erdichtung , und woher dann die Hauptsache, die Ver- 



fl) Mein hehr, T-Vörterh. Th. 1. S. 242. 



§• 87« T^^av conversivum Futnri. 295 

Wandelung ins Praeteritum ? Nicht wahrscheinlicber ist die 
\^'^endiino, welche Storr (Observatt. S. j6i) jener Erklä- 
rung zu geben sucht. 

2. Ganz neuerlich ist Jahn ( grammat. hehr.' ed. III. 
S. 215 IT. 465 ft.) so weit gegangen, das ganze T conversivum 
für nicht in der alten Sprache gegründet, sondern eine blofse 
Erfindung und Spitzfindigkeit der Punctatoren auszugeben , in- 
dem die allen Hebräer das Futurum an sich (vermüge seiner 
unbestimmten Bedeutung) auch für die tempora ■perfucta ge- 
braucht hatten. Diese Punctatoren möchten allerdin-^s . ver- 
niüge ihrer Gewöhnung an das Aramäische, die Ableitung von 
nin vor Augen gehabt, und hiernach die Puncie eino-erichtot 
liaben ; dafs diese Einrichtung aber nicht alt sey, erhelle dar- 
aus, ddfs %vcder Hieroiiymus noch die Talmudisten eiiies ^'av 
conversivi eru'ähnen , vorzüglich aber daraus, dafs Orisenes 
in den H&.xaplis das -S , gleich dem 1 , nur durch od ausdrückt, 
z. B KIpAl cvfA^oi, *12*7'!1 oujSaßßij (s. Origenis Hexapla ed. 
Montfuucon T. IL 8. 399). 

Wir bemerken hier dagegen: 1) das Stillschweigen des 
Hiercn. lind Talmud hat hier gar kein Gewicht. Beyde gehö- 
ren 'u eine Zeit, wo noch keine grammatische Kunstsprache aus- 
geprägt war, und namentlich Hü'ro/iyniiiX kennt keinen einzigen 
terminus der Grammatik. ( A. ß'fori7ii Exereitatt. eccles. et 
hihi. S. 4^9» '^'e'" ^"^*"^ Geschichte der hehr, Sprache S. 92. 
231 ). Daraus folgt aber nicht, dafs die Sache nicht da w^ar. 
Auf der anderai Seile gibt Jahn selbst an ( S. 4^3)» ^^^'^ Hie' 
ronymus IGN'^T , ]n'''l, ^nDl^**! mit lateinischen Buclistaben 
ausgedrückt habe: i^ajonier, vaithen , vaiharechehu , zum ße- 
w-eise, dafs er so von seinem Lrchrer aussprechen lernte. Diese 
Lesarten aber fiir unächt und für Neuerung der neuesten Ab- 
schreiber und Herausgeber zu halten , ist wohl höchst precar. 
Warum hätten denn diese die übrigen Abweichungen desHiero- 
nymus von der gewöhnlichen Punctation ( s. Jahn S. 443 ff., 
meine Gesch. der hehr. Spr(iche S. »99) nicht ebenfalls geän- 
dert? Ebenso wenig beweist aber 2) die Schreibart der 
Ilexanla. Theils ist diese ül)crliaupt schwankend , und zeugt 
nicht von genauer gramm.ntischer Kenntnifs ( dia bey 4^" Ale- 
xnndrinern üb«rhaiipt minder zu Ifause w^ar), theüs scheint 
sie zuweiliui djalektlscli von der gewöhnlichen abzuweichen. 
So schrieb sie ov für "i und 1 , wie in der arabischen Vulgär- 

spräche 3 und . wie / und u gelesen wird. (Vgl. meine 
Gesch. S. 207 IT. Vj^l. ifji IT.). Gar nicht denkbar ist 3) dafs 



S96 II. liauptth, Cap. IJl. f^om P'eilo. 

der Unterschied von den Punctatoren ausgedacht und atu dem 
Avamäisrheii heiübergenoiumen sey, wenn man auch sonst 
;&ue;eben könnte, dafs sie sich so willkührliche Einricliiiingeu 
erlaubt hätten, ohne von dev Tradition ünteistfitzt zu seyn, 
(S. dagegen meine Geschichte a. a. O. )• I"" Clialdäischen, 
welches ihnen eiaentlich allein aelänfie: war, ist der Idiotismus 
gar niciit; im Syrischen in ganz anderer Gestalt mit dem Par- 
ticipio (8. oben). Nur das Arabische hat die eigentliche Ana- 
logie. Endlich 4) ist bey jener Verwerfuno; des Vuv conver- 
s'ivi ganz fibersehn , dafs es nicht blofs auf den Vocalpuncten 
beruhe , sondern häufie;8t auch auf die Consonanten und literas 
^uiescentes i\n Texte inlluire, z. B, S^^l , nicht nSi*''! ,', Dp"»1 
nicht mp^T, .nü"'"? nicht n*'»'''! u. s. w. 

3. In dem Sam. Texte ist öfter ffir "1 ein n gesetzt, z. B. 
^n*».! i Mos. 1, 15. 7, 12. 17. 23. 14, 13 u. öfter. Dieses 
führte mich früher auf die Vermuthung (^hchr. Grammatik 
S. 53 , Aufl. 1 ) , ob nicht hierin vielleicht eine Spur der 
Tvahren Etymologie des 1 erhalten sey. Allein dieses n steht 
im Sam. Cod. fast gleich häufig fi'ir das •) copulativum , z. B. 
rittn f. ni*") i Mos. 1, 16. 2 Mos. 3, ig, so wie umgekeluc 
1 für n, z. B. den Artikel 1 Mos. 17, 21. 22, 9. 25, 13 u. 
8. w. Hieraus erhellt, dafs diese Verwechselung nichts andc» 
res, als samaritanisch. artige Verwechselung der //f^ra« "»"inN , 
oder Schreibfehler sey (denn 1 und n sehen sich in der sam, 
Schrift ähnlich). S. meine Comment, de Peiit. Sam. S. iß« 

§. 88. 
'' Vav conversivum Praeteriti ''), 

Von anderer Art , als jenes Vav couversivnm Futuril 
ist dasjenige Vav, welches man convärsivum Pmeterito- 
Tum genannt hat, und dessen hier ebenfalls sogleich ge- 
dacht werden mag. Es ist im Grunde nichts weiter, als 
die Conjunction % imd wird nur dann so genannt, wenn 
es vor Praeteritis steht, die dadurch an vorhergehende 
Futura und Imperativen geknüpft werden, und (nach 
§. 205) deren Bedeutung entlehnen. In diesem Falle hat 
das Vav zugleich den Einflufs auf den Ton des Wortes, 



b) S. Kirne hii Michlol S. 39.42. Jlting. S. 314. 



§. 88« '''^^ conversiviim Praeteriti. §. 89. 297 

jlafs es denselben in ^en Personen, yvo er nxxi jyenuUima 

ruht, auf die letzte Sylbe hinabziehr. Z.B. ^n.'^D'-Ü iV/i 

habe zerbrochen , "^ril.D^I imd ich werde 7.erhrechen Ezecb. 

30, 22; n /"^"^Dni mid sie ivird theilen 2 Mos. 26, ZS* 
wie dieses überall an seinem Orte angegeben wird. Die- 
ses hat öfter auch Jiintluls auf die Punctation , z. B. 

ri'IDVn (du hast festgesetzt), H'lOyn^ (und du wirst 
festsetzen) (nach §. 4.5, Anm. a ). S. §. 97, Änin. 10. 
§. 95, Anm. 2. Man kann daher wenigstens diesen 
Grund nicht gebrauchen, um das Ganze als eine blofse 
Spitzfindigkeit der Punctatoren zu verwerfen ^). Auch 
die Ausnahmen lassen sich unter gewisse Rubriken ord- 
nen. Die Fortrückung des Accents unterbleibt nämlich 

a) in der 1 plur, ^3DT£J^^ 1 Mos. 34., 16. b) in den 
Verbis N / und H 7, c) in Pausa^ d) w^enn einsylbige 
oder z\ve}'sylbige V/örter mit dem Accente in penultima 
folgen. 

So bleibt kein bestimmter Verwerfungsgrund der hier 
vorkommenden Ton- und Vocalveränderung übrig, und 
wenn sich gleich auf der anderen Seite auch das Alter- 
ihum derselben nicht positiv oder wenigstens durch Ana- 
logie der verwandten Dialekte zeigen läfst, so kann man 
in der allgemeinen Bewährtheit des herrschenden Vocal- 
und Betonungssystems auch für diese Einrichtung eine 
picht unbedeutende Gewähr finden. 

5. 89- 
Veränderung der Vcrbalformen durch angehängte 

Suffixa. 

1. Noch ist es übrig, die Anhängung der Sußloca an 
das Verbum im Allgemeinen zu erläutern, und insbeson» 



e) S. Vater {hehr. Sprachlehre S. ißS). 



298 //. Hauptlh, Cap, III, Fem Verho. 

dere die Veränderungen anzugeben , welche durch anp;e- 
hängte Sußixa an den charakteristischen Formen des l^erbi 
hervorgebracht werden. Nur von diesen istnänilich hier die 
Ptede, nicht von der Vocalveränc^erungin den verschiedenen 
Klassen der Verba, ( S. über das reguläre Verbum §. loo, 
und über die irregulären bey einem jeden besonders). 

2. Die hier vorkommenden Aenderungen gehen alle 
davon aus, dafs statt der gewöhnlichen eine zum An- 
schliefsen an etwas Folgendes geschicktere EndForm ge«' 
Wählt wird. Dieses geschieht jn folgenden Fällen: 

a) im Praet, 

5 Sing. fern, steht Hrr fiir H-^r- 

C Sijig. fem. — ^?\ — >• für T\ — 

C Plur. niasc. — ^H — für D?)— . 

h) im Fnt. und Imperat, steht für Formen auf TliT— 
die Masculinarform auf \ 

A n m e r k u n g e n. 

i. Die Form der 2 Sing. fem. iF\ — für F\ erklärt sich aus 
der aramaisirciiJeu Form ^PN du f. ( §. 56, Anm. a), und 
der sich daran scliliefsenden ^nSüp ( "»nSüp ) §. 73, Anm. 5. 
Das *> wird hier geradezu in Cliirek punctirt , und die Form 
ist von der i Sing, nur durch deu Zusammenhang zu unter« 
scheiden. 

2. Die Verwandlung des AfFormativs DP — in ^P — er- 
klärt sich aus dem chaldäischen ppM, oder vielmehr dem rab- 

binischen "sinM und vülgärarabischen fA,AM ('• Jahn^s arah. 

Qrammatik S. 77)1 w^elches vielleicht auch bey den alten 
Hebräern in der Umgangssprache Statt ßnden mochte. Bey 

den Arabern wenigstens findet sich neben der Form aÄ«l>Ci^Ä\a5 
in der Vulgärsprache auch die der hebräischen ähnliche, z. ß. 
\_iij»XjfA ihl' habt sie gesehn (C all enb. dialog. idiom.vulg.) 

Man fülirt diese Form gewöhnlich als gen, comm, auf, allein 
die wenigen vorkommenden Beyspiele (Zach. 7,5. 4 Mos. 
20, 5. 21, 5) sind nur gen. niasc., und man kann noch zwei- 



§, QQ, T'^eränder. der T^erhalformeri durch Suffixa. 299 

fein, ob die Femininalform (wenn sie vorkäme), 'so gelautet 
haben wiirde, da diese in den aii£,efii lutea Dialekten kein sj 
hat. Audi im Clialdaisclien iindsn sicli keine Beyspiele des 
Feminini mit Suffixis , im Syrischen abet unterscheidet es sich 

wirklich vom IMasculino, und behält sein E, als ClJ-j^-^^^^ 
{de Dieu gramm. comp. S. 565). 

5. Mehii res Genauere, wns die Wahl der einzelnen Suf- 
fixen, die Tonstelle, seltenere Formen u. s. w. betrifft, s. un- 
ten §. 100 bey dep P.-ir«diH,men des reeulären Verbi, 

3. Die Participia und Inßiiitiveii können in der Ver- 
bindung mit Siißixis als Theile des Verbi, aber auch als 
Nomina betrachtet ^Verden. Sie können daher die Suf- 
fixa nach Art der Verbalform und des Numinis annehmen. 

Beym Participio ist dieses von geringem Einflüsse. 
Ich sage ^-.^J' der rnicJi schafft ( Hieb 32, 22) und *^'^IJ 
mein Schöpfer; "^^^Nl, "'.3N'^ der mich sieht (Jes. 28. 4- 
4-7, 10) und ^N^ eig. mein Seher (Hiob 7, ö)» j^ nach- 
dem ich das Particip mehr als Nomen betrachte, ohne 
dafs die Bedeutung dadurch merklich verändert würde. 

Aber beym Infinitiv begründet dieses einen Unter- 
schied. Mehl Rufen ist verschieden von viich rufen; im 
ersteren bezeichnet das Pronomen das Subject der Hand- 
lung, im letzteren das Object, und so zeigt es sich auch 
im hebräischen Sprachgebrauche. Man sagt '^^^.'^IP mein 
Rufen Ps. 141, 1; ''Ip^ mein Strafen Jer. 32, 8 "- 
s. vv. , aber "*J^in / mich zu tödten 2 Mos. 2, 14, "^JITV 7 

• •••:x: .'^«••':x; 

mich ZU unterstützen i Chron, 12, 17; ^«?ili®l7 mich 
zu betrügen ebend, Dort war das Suffxum Genitiv, 
hier Accusativ, 

Die einzige Ausnahme von dieser Regel findet sich bey dem 

(überhaupt so incorrecten) Ezechiel, nämlich iJiwa Ezech, 47» 

"7 hey meinem Zurückkehren für i^iu/a. 

Anm. 1, Die passiven und reflexiven Conjugationen, so- 
wie die ferha neut-a können ihrer Natur nach keine Sußixa 
zu sich nehmen , sofern diese einen Accusativ dos Pronomen 
bezeichnen. Dii.- wenigen Fälle, wo sich dergleichen an den 
genannten Conjugationen finden, sind also solche, wo diese 



300 II, Ilanptth. Cap, IIT. Vcm Werho. 

Conjugationen transitive Bedeutung haben (z, E. bnSi kam. 
pfcu ) , oder wo die Sujß^xa das Verhältnifs iles Dati%'s oder 
andere ähnliche bezeichnen ( §, iq5). 

2. Ferner ist zu merken, dafs die Verbalformen der isten 
Hnd 2ten Person VemeSuffixa derselben Person zu sich nehmen 
können, insofern dadurch reflexive Bedeutung entstände, /wel- 
clie nicht auf diese Weise, sondern durch JlltJipacl ausgedrückt 
wird. Alsonie">3riHtC|t)ich habe mich getödtet, sondern tpStSpnn. 
Eine scheinbare Ausnahme ist ''i''n''Vy^ ich habe mir gemacht 
Ezech. 29, 3. An der dritten Person können allerdings Suf- 
ßxa derselben Person stehen, denn hier geht das Suffixum auf 
eine dritte Person: iSüp er hat ihn (nicht jicA) getöduu 

III. Vom regulären Verbo 

( Verho perfecta). 

§• 90^ 

1. Nachdem bisber (§. 64 — 89) die Bildung und die 
gemeinschaftlichen Eigenthiimlichkeiten aller Arten des 
hebräischen Verbi entwickelt Arorden , wird es nun am 
zweckmäfsigslen seyn , zunächst ein Paradigm des regu« 
lären Verbi aufzustellen, und in Anmerkungen theils Er- 
läuterungen desselben, theils die Abweichungen von 
demselben beyzubringen. Die Verba mit Gutturalen, 
welche ebenfalls zum regulären Verbo gehören, und ge« 
AVÖhnlich in Verbindung mit demselben behandelt wor- 
den sind , sollen , mehrerer Genauigkeit willen , getrennt 
von demselben aufgestellt werden. Die regulären Sylben 
der irregulären Verbi werden gleich hier mit abgehandelt. 

2. Bey Aufstellung der vom regelmäfsigen Paradigm ab- 
weichenden seltenen Formen, ist von vielen Grammati- 
kern (z. B. Hezel, Storr) zu wenig Kritik angewandt 
worden, indem man problematische^ Formen ,^ die nie 
vorkommen, und zum Theil gar nicht analog sind, auf- 
gehäuft hat, namentlich in der Absicht, die Bildung des 
unregelmäfsigen Verbi daraus zu erklären. Den sichereren 
Weg der vollständigen Beobachtung dessen , was sich in 



Reguläres Verb Ulli . §.91. Faradigm von Kai. 501 

der Sprache wirklich vorfindet, hat schon /. 3J, Hart- 
Tuaitn durch seine Sammlungen eingeschlagen. Wir 
sind denselben gegangen, haben aber zugleich das Vorhan- 
dene vollständig zu erklären , und in einen Organischen 
ZusamraenhaiJg zu bringen gesucht. 

P a r a d i g m von K a L 

P raet. 
Sing. Plur. 

VI. f. m. /. 

Inf. absoL ^TiOp^, Ijif. constr. HtOj? 

I m p e r a t. 
Sing, - Plur. 

Futurum. 

Sing, Plur. 

3 ^bp^ Sbpn ^Sippi HJ^J^pn 

i hbpK Sbp;? 

Participium. 

Act. SlOlp. /^m. nViop, nVüj?. 

p^jj. Sti2jp, /. nS^iop. 

Anmerkungen und Erläuterungen. 

I. Zum Praeter ito. 
1. Die Verba med. O (wie ]l2p), behalten diesen Vocal in 
der aten und isien Person bcy, als': ^f^Sb*» (»VA haho gekonnt} 



302 II • Haupt th, Cap. III. Vom Verho. 

i Mos. 30, 8» Rieht. 8, 3. Ps. ho, 13. fj*!-'^;. ^'"^."l-^ (^^" ''ß^*» 
aVA /iaZ>(? gefürchtet) 5 Mos. 28. 60, 0, »9 ; *>nji:p {ich hin klein') 
1 Mos. 32, I 1 ; ^nwp'' {ich lege Schlhigeii) Jer 50,24. Diese und 
die gewöhnliche loiiri nebeneniander s. 1 Mos. 43, 14t 1^>*S 
•ipS-tlJ '«n'jbtl) ^venn ich kinderlos werde, so inljoe ichs werden. 
In uen Fällen aber, wo der Ton (nach 710. 5) auf die letzte Sylbe 
tritt, d. i. in der 2 pltir., vor Suffixis und nach dem Vav conver- 
sivo Praet. w^ird Choleni in {~) Kaintz chatuph verkürzt» 
als: PlSS'''5 ( und du wirst können') 2 Mos. 18.25, Vri*5D"» Ps. 

15. 5' 

Die Verba med. E verlieren dieses in derPlexion meistens z. B. 
yan , nSSn (wie nStSp). und dieser Vocal zeigt sich nur: 

a) in der dritten Person Sing, und Flur, in Pou^a, z. B. 
sjliaS {sie sind stark) 2 Sam. ij 23 ; ,ipa^ (sie kleht) Hiob 
19,; 20. 29, 10, Ip^T 4*' ^5- ^" "^^i^ 3 niasc. haben meh- 
rere wirkliche Verha med. E das Patach aufser der Pausa, 
welches erst in derselben deutlich ersclieirtt , z. B. die ange- 
führten 1DS, p3'n, vgl. )yftl 2 Mos. 40, 35. Jos. 22, 19, 
in Pausa puJ 5 Mos. 33, 12. 20. Rieht. 5, 17. (Vgl. in Pi. 
h"^^, in Pausa h'^js). 

b) in den Fällen, wo der Ton auf der letzten Sylbe ruht» 
•wo dann statt des Zere ein Segol oder Chirek Statt findet, als : 
BpSnv) ('/"■ lioht gefordert) 1 Sam. 12, 13. Hiob 21, 29. 
1 Sam. 25, 5; Qf|tJl"» (ihr nehmet ein) 5 Mos. 4^ i. 22 
«. s. w. DPl\!)*T'1 (du wirst sie heerhen) iQ, 1, Mnti*1^1 
30,5, Sj^Pl.b"; (ich habe dich gezeugt) Ps. 2, 7, "i^nbN\y 
1 Sam. 1, aö, ••in'»p'5N\i) Rieht. 13, 6, vgl. Jer. 2, 27. 15, 
10. 4 Mos. 11, 12. Jos. 1, 15. 

2. Einige Fälle, wo 3 Praet. mit (•') aufser der Pausa 
lautot, {sind: t:9\y (er hat gerichtet") 1 Sam. 7, 17, ^15 ( ar 
/wjt gerauht") Ezech. 18 > 12, i3^^J (er hat ',ich vergangen) 
3 Mos. 5, 28 (aber gegen die sonstige Analogie, und vielleicht 
nur alte Schreib versehen, wiewohl sie die Masora schon an- 
merkt ). 

Ueber das Dag. euphon. in einigen Beyspielen der 3 fem. Sing. 
und Plur. wie >l\\n s. §. 19, 2, /itt. h. 

3. ^om Tone «n^f dessen Veränderung. Bey den AfTor- 
natiren' t\ , tn , .l J rul.t der Ton auf der vorletzten Sylbe, 
in den tibrigen Formen auf der letzten. Veränderungen dieser 
ursprünglichen Betonung werden bewirkt; a) durch das Vav con- 
versivum Praeteriti (§. 88)« welches den Ton der Formen MUH 
auf die letzte Sylbe fortrückt, 2. B. fi*ipS1 (du ivirst mustern) 
Hiob 5, 24. 'wn|3S!| 2 Mos. 33, 34, ausgenommen in Pausa, 



Reguläres Verhum, §.91. Paradigm von Kai. 303 

vgl. jecloch 5 Mos. 8» ^- ^) durch Sujffixa ( §. 100). c) wenn 
ein Wort folgt, dessen erste oder einzige Sylbe den Ton hnt, 
wo dann die 3 Sing, nnd Pliir. einijje A-Ial MUH wird (§. 51, 1, 
/üt. a). V^l- noch Hiob 30, 2. 1 Mos. SJ», 26. J) durch die 
Pausa, wo die rornien so lauten: 'jCp , nStfp, -iSt^p ; nStrp 
u. 8. w. ; onblip. 

tr. Zum Infinitiv. 

4« Vom Inf. absol. gibt es aufser *7it3p (dessen Cliolem 
impurum ist } keine andere Form. Das Cholem ist bald plene^ 
bald defecdue geschrieben, ersteres aber ist das ursprünfilichere. 
Man hnt Htä C^ve^jen 1 Mos, z6, 15) und ]!13D ti'lftln (Jer. 
22, 14) dahin rechnen wollen, allein ohne hinlängliclien Grund 
imd gegen die Analogie. Die erstere Form ist dort y/J/. verbale, 
Tvie öfter in dieser nnd ähnlichen Constructionen (via;l. 
1 Sam. 2, 26. 2 Sam. 5, lO. 2 Chron. 17, 12). Die letz- 
tere kann als Part. pass. gefafst werden, Avenn man nicht ]iao 
lesen w^ill. 

5. Die gev\'ölinliche Infinitivform V.2p (n\it Cholem puro, 
vgl. noch HO. i4)f neben w^elcher seltenere Formen, wie 33\Ü 
(liegen) 1 Mos. 54, 7. 2 Kün, 14, 22, Saw (demüthig seyu) 
Sprüchw. 16, 19. Kohel. 12,4 vorkommen, ist, w^ie schon 
Storr (^Ohservatt. S. 129) sehr richtig bemerkt, eine wahre 

.> c -^ 

Forma segolata ( daher auch im Arab. VXJ' , \.Kf ) , "wie sich 

dieses aus der Flexion nnd Motion desselben (•»Sop, nSüp oder 
nitSpi) ergibt, die ganz mit der Declmation der segolata ( StJp 
oderSttp; St;p, Sop^ ^^p.) übereinstimmt (§. 100, If, 
vgl. 134). Sie kann zu dem Inf. ahsol. in dem Verhältnifs eines 
Nomen in statu constructo gedacht werden, insofern die seo^o- 
lata öfter den st. constr. von andern langem Formen bilden 
(z. B. TJ? St. Tis ). Doch mufs bemerkt werden, dafs auch 
der Inf. constr. zuweilen wirklich Cholem impurum ( wie im 
Inf. absoluta ) zu haben scheint So nämlich in den Verbis 
mediae und besond. tertiae gutturalis , wo das Ödes Futuri und 
imperaf. verdrängt wird und in ("T) übergeht (pl>t, pS^t^), 
im Inf. aber constant bleibt, 2. B. pV\; ^iSs. J>11iT; nl3T 
($. 98. 2. 99, 2;. 

6. Die mannichfaltigen Infinitivformen, welche als JVojniVza 
verhalia vorkommen, werden unten ( §. 1 20) aufgezählt werden. 
Hierher gehören nur diejenigen , welche wirklich als InilnitiveJi 
eonstruirt werden. Diese» sindr 



3o4 H' HaupUh» Cap. III. f^om Verlok 

a) die Fomininalformen von Si3|: undStti:, mitLin, n^t2,t 
oder nSep , und nSup, z. B. nn^aS ("sich zu erliebeu ) 
Zeph. 3, 1 1 , nJ>tt5t3S (sich sii veruneinigen) 3 Mos. 15.32, 
nScnS (Mitleid t\x haben) Ezech. 16, 5, nn^ücS (zu salben) 
a Mos, 29, 29; nirnnS^ (zum Waschen) 2' Mos. 30, tg; 
fl3^'l^V (sich zu nähern _) 2 Mos. 36, 2; nwipS, wofür per 
Syriasmum nH*1i:;S (entgegenzugehen, d. i. entgegen). Auch 
DNI/ fürchten (5 Mos. 4, 10), nN3iü hassen (5 Mos. 1, 
87^ kommen als Infinitiven construirt vor, sind aber sonst 
gewöhnlicher Nomina verhalia. Formen j wie ,i)Ctt5i< , nptPt 
kommen nur bey Concurrenz eines Gutturals vor. Die iaU 
ache Äiisicht älterer Grammatiker (z. B. Buxtorfii thes, 
S. 103), dafs das T\-^ paragogisch sey, wie beym Imperativ, 
■widerlegt sich aus der Flexion vor Sujfixis , z. B. Inüon Hos. 
'Jt 4» '^ny»*>Ü Jes, 30, 19, und ans den Infinitiven mit der 
Enduno n — > als: nSb^ können, n\yi'' trocknen. 

t) mit vorgesetztem fci , wie der Infinitiv Kai im Syrischen 
und Chaldäischen lautet, als: u;*i5Ö (treiben) £zech. 36, 5; 
H*1p5ß (rufen) 4 Mos. lo, 2, und von einigen Verbis ^a : 
N\öe f. HbJö (tragen) 4 Mos. 4, 24, roJC (aufbrechen) 
5 Mos. 10, 11. 

c) noch einzelne Beyspiele sind: V\ü^ Hab. 5, 13, n^iSJJ 
( anziehn ) 2 Mos. 28, 8 « die aber auch als Nomina verbal'ia 
angesehn werden können , die hier mit dem Casus ihrer J-^er- 
horum construirt sind. Der U ebergang von dem einen zum 
andern ist natürlich fliefsend. 

d) Ganz singulär ist tt/l^lri Esra 10, 16 für tt;*in , viel- 
leicht ein alter Schreibfehler. Schon die alten Ausleger (z. B. 
Kimchii Michlol S. 107) verzweifelten an einer richtigen 
Erklärung der Form. 

HJ. Zum Imperativ. , 

7. Die Vcrba, welche in der 2tenSylbe des Futuri A haben, 
behalten dieses auch im Imperativ bey, als: i3\tj (liege) 2Sam. 
a3, 5. Ezech. 4, 4, ura*? (ziehe an) 1 Kün. 22, 30, dSiÖ (sey 
friedlich) Hiob 22, 21. 

Mit n-^ parag. (§. 8^) lautet die Form SbfD wie n'jBp; 
Jie Form St3p wie.nSfip, als: niJq^J bewache (-von Ifeiy) Ps. 
S5» 30, ri13T sey eingedenk (von ibt) 2 Chron. 6, 4^* 
na5\:) leg dich 1 Mos. 3g, 12, DID» verkauf 1 Mos. 25, 31, 
ai2fi (^ mit Dag esch euphon.) von »isJ f. *1J«J bewache Ps. 141, 3. 

Q. Die Form '»Stsp, •iSB('D scheint nicht sowohl von Sopt 
alt von htsp^, aiuzugehn, kommt auch vorzüglich in diesetn 



Reguläres T^erhiivj. §.91. Faradigm von lial. 305 

Talle vor, z. B. ''VL'iS. t^D^ü , docli auch oLno denselben. Ver» 
liältnifsmäfsig sei ttner sind rormen , wie ■'o'jJO (herrsche^ Rieht, 
9> 10. 12, itSv ( fiolilotke) Zepli. 5, 14, •tn*lp (scheereab) 
Miclia 1, x6 , ^3\y.^ (ziehet) Ezech. 32, 20 («eben fiitzJtJ 
(2 Mos. 12, 21), mit ^chwa coni^. ''Kipp (weissage) 1 Sairt. 
28, ö im Kcri. Mit (••') um- bey Giitturad-n. In J^ausa ist d.'S 
lange O oder ^ wieder eingetreten , als: .1139*1) (richtet) Zach. 
7 t 9. Solche Fonrien finden sich aber auch aufser der Pausa 
(Dan. g, 19), und dahin geliuven wohl die Formen: 
n*>':-"i nCttfa — ntl^'^ untere — ziehe dich aus, enthlöfse dich 
Jes. 32, »i , w^ozu Einige auch das folgende n"ll3n {gürte dich") 
rechnen. Die abweichende Vocalsftzung ist vielleicht der Gleich- 
förmigkeit mit r\^'V und .TnliPl wegen gewählt. Weil das ano;e. 
redete Object der Plur, nintaist, so halten mehrere hebräische 
Ausleger, z. B. liimchi und Ahen Esra T\ty\ , nKli/a u. s. w. 
für chaldäische Plurale f. n2tJJ") , nJt:t:;S n. s. w^. (vgl. z.B. 
i^yc'i' f. KirötU Jer. 9, 20, NJOIp f. Ni)DSp Jes. 52, g Targ.), was 
gut in den Zusammenhang pafst, aber freylich ohne weiteres 
Beyspiel ist. 

Eiuio;e Mal ist in der alten Lesart ( dem Chethib ) das Cholem 
in der rlexion imverändert geblieben, als ob die Eildiingszusätze 
den Ton nicht bitten , als nai'lX ( prüfe ) Pg. 26, 2 , nriSö 
(herrsche) Rieht. 9, g, ^*31Dp (wahrsage) 1 Sam. 28» 8» 'WO 
das Keri überall das ^ getilgt liat. Dasselbe findet sich im Fut. 
(^no, 10). 

IV". Zum Futur o. 

9. Das Cholem in der zweyten Sylbe des Fnturi findet sich 
■vorzugsweise bey den Verhis transitivis Q med, A), wie St;p. 
Dagegen haben die Verha med. E und O (btSp, büp ) im Futuro 
ordentlich Patach, z. B. ^"i-S jut, S^."!*; grols werden; tSS fut. 
•jsn'' schwer, geehrt seyn; |i2p jut- ^t?p^ klein seyn : hb'^ 
fut. SS'i?'' kinderlos seyn. Da das Zere ini Fraeterito ziemlich 
schwankend ist ( s. no. 1) und oft wieder mit Fatach /nsam.men- 
fiiefst, so kann der Vocal des Futwi und der Participien oft 
zu einem Merkzeichen der ursprünglichen Form des Wortes die- 
nen (S. 231 ). Indessen findet in mehrern Verbis wirklich kein 
Unterschied der Form Statt, aufser im Futuro, wo dann das 
Fut. O in der Regel die transitive , Fiit. yl. die intransitive Be- 
deutung hat. Im Arabischen ist dieses sehr häufig. Im Hebräi- 
schen gehören dahin : '•\:£p fut. O abschneiden, mähen, äriidten 
(3 Mos. 25, 5. 5 Mos. 24, 19 u. s. w. ) , fut. A abgeschnitten, 
d. i. kurz seyn (Pacht, ic, 16. ifi, i6); U,n_n fut. O schneiden, 
bearbeiten, pflügen (so auch s^.^ f'^t- O), fut. A stumra 



3o6 //. Hauptth, Cap. III. Vom Verho. 

seyn, (wohl ursprünglich fwf am, ohtusum esse , stumpf seyu); 
vfyn fut. O besiegen 2 Mos. 17, 15, fut. A besiegt seyii Iliob 
14, 10; Dip überziehn Ezech. 37, 6, das iut. A »ich überzielui 
V. g. Einige Mal ist die Bedeutung auf andere Weise verschie- 
den , z, B. 173^ er wird essen (schneiden) Jes. 9, ig, 1^3^^ 
trop. er wird entscheiden Hiob 22, 1^\ tt;Dn jut. O satteln, 
fut. A und O verbinden Hiob 5, 18« Ezech. 34, »6; :ie\Vjut. O 
jemand vertreten , IS'^y Jut. A süfs «eyn. 

Verhältnifsmäfsig am häufigsten sind freylich die Beyspifle, 
wo beyde Futura ohne Unterschied stehn , als: naiü** (3 Mos. 
^6, 35) und n3\y^" (V. 34) er wird ruhen; r^-yc fut. O ( Ps. 
7, 3. Hos. 5, 14) und fut. A (i Mos. 49, 27) zerreifsf^n; Tii 
fut. O (4 Mos. 6, 21. 5 Mos. 12, 17 u. öfter) und fut.A 
(1 Mos. 28, 20 u. oft.) geloben; ^iü3 fut. O Kohel. 10, ii 
und fut. A Sprüchw. 23, 22 beifsen ; ysn oder yan fut. O 
(Hiob 40, 17) und fut. A (Ps. 37, 23. 147, 10 u. s. w. ) 
Wohlgefallen haben an etwas; *j:i3 fut. O Mal. 2, 15, fut. A 
V. 1 o treulos seyn. ( Mehrere dieser Beyspiele hat schon Kimchi 
in Michlol S. 131 gesammelt). 

Auch im Deutschen bedeutet z. B, ich schmelze, liquefacio 
und liquaßo, erst im Imperfect scheidet eich das trans. ich 
schmelzte, und das intrans. ich schmolz. 

Jenes ( - ) wird dann gerade in denselben Fällen beybehalten ^ j 
oder weggelassen , wie das Cholem. | 

10. In den Formen, wo nach dem Pamdigm das Cholem J 
ganz weggefallen ist, mufs doch in der lebenden Sprache öfter 
noch ein üeberbleibsel des O- Lautes getönt iiaben , wie der 
Vocal der letzten Sylbe im Arabischen beständig bleibt ( z. B. J 

lO^V^jij, ^jniJLüti) und nur in der Vulgärsprache wegzufallen 

echeint. Spuren dieses Lautes zeigen sich a) in .ilten Lesern fit- 
tem, die das Keri getilgt hat: nSlplüMI ich wog (Esra 8» 2.5), 
nOlpWH ich will ruhen Jes. 18. 4» ^''1^3'' sie straucheln 
Sprüchw. 4« *^' ^^^ aber auch fe) zuweilen stehen geblieben, 
und dann in .") punctirt worden sind, weil dieser Vocal für etw^as 
kürzer galt, als 1(5. 44» Anm. 2), Daher ilOiia^*» sie werden 
richten 2 Mos. i'g, 26, tlijavn du sollst weiter gehn Ruth 
2,8» D^iUDUJP du sollst sie beobachten Sprüchw. i4i 3. Im 
Chaldäischen und Syrischen ist dieses u herrschend. Endlich 
c) in dem (*:), w^clches die Punctatoren zuweilen für das 
Schwa Simplex gesetzt haben, z.B. nSp\tJN'» und nc:nv)M a. d. 
angef. Orten im Keri^ vgl. Esra Q, 26. Jer. ga, 9, np^öH ich 



Heguiüres Verhnn. §.91. Pciradigm von Kai. 307 

möchte küssen 1 Kon. ig, 20, Dia« Hos. 10, 10. 4 Mos, 
35» 20. Jrs. 27. 3« 6^2, 2. Ezecli. 35, 6 (nach der l.esart des 
Ben Naphth&li), in eiiizflnen Mss. auch Ezech. 16, 33. J3an. 
8, 13 {Kimchii Michlol S. 138). 

11. Regelmkfsia; wieoeihcifi^estell» ist der Vocal der letzten 
Sylbe in Paufa, wo diese Sylbe ziii;leich den Ton hat. Aus 
Patnch ist dann Kamez geworden, z.B. "«Sfcpfi, •»tL'a'in, silbS^ 
u. s. w. Wenn das Nun -parag. angehängt ist (was meistens 
bey distinctivischen Accenten geschieht, §. 8»» Anm. 1 ), so hat 
zwar dieses den Ton , allein der Vocal bleibt ebenfalls stchn, 
z.B. l'!n*1"| 2 Mos. 15, 14. |ir»V.'n 5 Mos. 1, 17, vgl. Ps. 
104, 9. 22. 28. 29. Jocl 3, 1. 2 Mos. 9, 29. Aufser einem 
Ruhepiincte ist derselbe Fall Ruth 2, 8- 9- P*- 4» 3- Doch 
ist dann der Vocal gewöhnlicher weggeblieben ( Hab. 3 , 7. 
Ps. »04, 28> 5 Mos. 8. 20. 2 Mos. 4i 9), wiewohl hier keine 
Consequenz ist. Dahin gehört es auch , w^enn das Fut. A öfter 
aufser der Pausa Kamez hat ( s. Ki mchii Michlol S, 134. 136. 
i38). Die Bemerkungen über das Nun parag. gehen gerade 
ebenso von den Futuris der übrigen Coiijugationen. 

12. Wenn der zw^eyte Stammbuchstab aspirata ist, be. 
kommt er in allen Personen des Futuri Dagesck lene (nach §. 20, 

2, Uit. c), z. B. tsQtt)'», taä^iJn, icsvi'»^ u. s. w. 

13. Eine ganz einzeln stehende Anomalie, oder vielmehr 
Incorreclheit ist nJinaiSPI Ezech. 16,50 f. n3n3:sn. Das ■«-:;- 
ist nach Art der Verba ^V und W eingeschoben, um des Gleich' 
klangs mit dem folgenden nJ''U''yn^ w^illen. 

V. Zum Jnfin., Im per. und Fut. zusammen. 

14. Das Cholem, des Infinitiv (^comtr.) , Imperativ und 
Futuri ist (als vocalis pura) bey weitem in den meisten Fällen 

ohne 1 eeschrieben , vgl. die arabischen Formen fut. VaJU 

imp. y/jf. Die volle Schreibart steht noch am häufigsten in 
Pausa und in den spätem Schriftstellern, z. B. "liC^Jn 5 Mos. 
24, 21, dagegen "illspn, llifi.P 3 Mos. 25,5 (wo aber viele 
Codd. ohne ■> lesen), DiSllS zu bändigen ?s. 32, 9, 11^*530 1133 
Jes. 48» 8 (y^*^ ^5 schon der Gleichheit wegen so geschrieben ist), 
11S1P, IIST*». Jes. 63, n.' Klagel. 3, 20. Hab. 3, 2, nl.^pM 
Jes. 44, 1 9 u. 9. w. Aufser den angeführten Fällen scheint es 
mir in altern Schriften, z. B. im Pentateuch, fast verdächtig, 
und hat gewöhnlich sehr viele Handschriften gegen sich, worauf 
der Herausgeber zu sehen haben wird. Die volle Schreibart ist 

U a 



3Ö8 II- Hanptth. Cap. III. Vom Verho, 

überhaupt wegen der Gewülinuug der Abschreiber an dieselb« 
aus dem Chaldäischen und Rabbinischeii, in dubio die verdächti- 
gere. KimchVs Bemerkung (^JlUMol p, m. 130) .• quieta 
(/'. e, Vav) modo icribitur, modo non seribitar ist daher nicht 
genau. 

^ enn jVlakkeph folgt, so geht das Cholem in Kamez - chatuph 
über, als: iS-StJVJ.S a Sam. Q, 10. Ps. 73, 13, NJ - «inn Jer. 
21, 2, na -Sarin Zach. ^, 2. Wo ein ■» im Texte stand, hat 
es das Keri alsdann getilgt , so dafs es nur noch iui Cheiliib ge- 
fun'len wird, z. B. lS " SiNIlS Piuth 4, 6 Chethib (Keri: 
1S-Sn2S), "th mrD Ezech. 24,2 Chethib (Keri: ^S-ans), 
"hh :i'i0.2H Hos. 8> 1^ Chethib (Keri: iV " a«;i2J< ). S. jes. 
44. 17. 48, 9. Jer. 5, 7. Ezech. 21, 2Q. Ps. 89, 29. Jos. 9, 7. 
1 Sam. ZA, iS "'"^ Hiller de Arcano Ket/iih et Keri S. 546 ii. 
Indessen ist doch hier imd da selbst vor IVIakkeph das Vav stehn 
geblieben, z. B. 'irk-SlaS^ Jos. 18. 20 (wo es indessen die 
meisten Codd, bey Kennicott. verwerfen ). 

Vr. Zum P ar ti cip i o. 

15. Das Part. St2lp ist das rpgelinäfsige Port, det Verba 
med. A, wie St3p. Das Cholem ist impurum (vgl. das arab. 

V3V.3 ) U"<1 sollte hiernach plene geschrieben werden ; allein 

die scriptio defectiva ist nicht blos in der Verlängerung , son. 
dem selbst in der Hauptfovra bt:p gewöhnlicher. ( S. JVIasoreth 
Hammasoreth S. 109). Die Molion und Fkxion desselben wird 
bequemer unten beym Nomen erläutert ( §. 135. i58)- Hier ist 
nur iu merken, dafs die Femiuinalform nSüp häufiger sey, alj 
nSiC'p. Vom '♦-^ parag. , welchi-s hier öfter hinzutritt, 5. 
§.''127, 2. 

Wenn wegen eines darauf folgenden einsylbigen öder vorn 
betonten Wortes der Ton zurückgezogen wird ( §. 51, j ), so 
kann die letzte Sylbe auch Segol bekommen, als Jes. 41, 7: 
01*3 "dMh der auf dem Ambos hämmert f. t2V^ cSln, wie 
auch andei-e ]\Iss. lesen. Es ist aber ebenso unnothig, oSln zu 
lesen, 'als es falsch ist, dSIh mit fast allen Auslegern für ein 
Abstract. tusio zuhalten. Eine seltene Form desselben ist: 'Ji^Oln 
Ps. 16, 5 erhaltend f. 1]»1n ; «)Dl"» ^J3n ecce ego addensjes. 
Zg, 14. 38» 5« Man hat diese Form zwar in Anspruch genom- 
men, und das erste Beyspiel als 2 fut. HipA. von l]»^, ^^Ccä 

amplus fuit (s. Schaltens Institt. S. 298)» das zweyie aU 
3 fHt. Hiph. aufgefalst für : ecce ego ( ille qui ) addet. Allein 



Reguläyes Verhum. §.91. Faradigmvon Kai. 309 

die sehr Avahrscheinliche Existenz dieser Form verbürgt : 
a) das Vorkommen d^tselben in Nomm, propr. , wie S'iilM 

1 Chion. 27, 30, d. i. Kameelliirt, von V^f Kameelhecrde 
(wie *1pi3 Rinderhirt, von If^a). />) in den f^erhis nS t wo 
das Fem. n-'»*?'ii^ ««" Masc. -»Slin f. tsSl? voraussetzt (§. log, 
Anm. 4). c) die Analogie des chaldidschen Particip. TpS!, 
nijD5 f- ''(3.Ö. auch anv IlT!"» f. 2n\ Mit Zere findet sich die 
muter lecüonis 2 Kön. g, 2 i : a'»ab, Avofür in der Chronik üb 

2 B. 21, 9; als F^m. riiy'^'O w^ackehid Sprüchw. 25, »y f. 
niViO^ vielleicht nur Versehn eines Abschreibers, dem eine 
Form von 11>^ vorschwebte: man müfste denn q für eine Art 
Verkürzuuij aus 1 ansehn wollen ( §. 44, Anm. 2). 

16. Die Verba med. E und O bilden dagegen ihr Partie!- 
viuni aicichlautend mit dem Praeterito , als n\n er ist voll und 
voll; I^J*» er hat geschlafen und schlaf end ; IJ*» er hat gefürch- 
tet und fürchtend. Wo diese Formen auch nicht als Participia 
vorkommen, sind sie doch Adjectiva verhalia (§• 120, 2). 
Im Syrischen ist derselbe Fall, z. B. ^iö) schlafend, _ai> 

hungernd (Je Dieu grammat. littgg. orientt. S- 197. 198 )♦ 
Insofern der £-Vocal im Praeterito schwankt ( s. Anm. 1), ist 
die ursprüngliche Form zuweilen eist an diesem Verbale (und 

dem Yut. A) zu erkennen, z. B.' SüDJJ (für SjdV), arab. V4Ä, 
■part. SrtS ]^i}_y (f. ItJ.l')' /«t- l^^J?.?.» part. ^tyy. ' 

17. Aufser der Passivform SlKp hat man auch S^Up hi-ct 
aufstellen wollen, z. B. TiDN Gefan°;ener, rritt-')!? Gesalbter. 
Doch miifs bemerkt w^erden , dafs diese Form nicht als Particip 
und VerbalaJjecti%^ , sondern nur als Subst. vorkon>mt , und aiiii- 
der hieher gehört ( s. dah. §. 120. no. 5). Wichtig; für den 
Unterschied des Gebrauchs ist 1 Mos. 39, 20: die Burg DlpO 
D'>11CN ^'/.S^ ""l^^.^. "^'r'^. allwo die Gefangenen des Königs 
gefuf7gen sajsen. Das Keri möchte hier richtiger ssjii , als das 
Chetbib ''*nr5<. 

18« Von Vcrbis neutris hat dieses Participium active Bedeu- 
tung. Z. 1^. mta confisvs s. V. a. ncä; ]OW v/ohnenJ (löge) 
Riclit. 8, 1 1 , sonst pty Jer. 25, 24; nb?2'o' orha Jer. 49, ti ; 
•^Ot einged'.nk Ps. k.^, 14, ]!)JDN treu, zuvtrlä^sig Ps. 12, 2. 
31, 2.1: DlS"^ friedlich 2 S-im. 20, iq; n*ll3t) trunkcHe Jes. 
51» 21, Di^t^n duitkele, unbekannte Spi'ücliw. 22, 29 u. s. '•A^ 
Bey Travtitii'is ist diesr-s seltener, kommt doch aber auch hier 
vor, z. B. nnM = Tnk hakend Ilchesl. 3, 8- ^'^ Syrischen ist 
es auch in dem letttcrn Falle häufiger» z. B, ,a>j( = nni* hnl« 



310 II. Hauptth. Cap. 111. Fom P^erbo. 

tend; j,jI,jj umgebend (vgl, §. i20, no. 5). Im Deutschen 

sagt, man ähnlich: gealtert, geflüchtet, ein gedienter Officier. 
( -^l. de Dieu grainm. lingg. Orient, comp. S. igi. J. D. 
JVIichaelis gravim. syr. S. 224. Stange Anticritica in 
Psalmos T. JI. S. 146;. 

$. 92. 
Paradigm von Niphal. 

P r a e t. 
Sing. P lu r. 

m. /. m. f. 

Jnf. ahsol, bbp3 , ^bgH , constr. blOjJil 
J m jy c r ß t. 

8 Sto]3rt "»Sippen ^ "^^Wt^- •"'J^^pTn 

F u t u r u m, 

s Siop^n *>S;9pri t)'c;$j\ "ä^^p^ 

1 bDpM " h'»0|53 



ikf. Scp: F. nhiopj, nSbpq 

Anmerkungen. 

1. Praeteritum. Es zeigt sich im Praet. des regulären Verbi 
keine deutliche Spur, dafs auch hier, wie in Kai, neben btDp^J 
eine Form wie StapJ, Scpi existirt liabe, wie in einigen irre- 
gulären. Man hat zwar ölfinj Esth. 8. 8> "if^V»^ i Cbron. 
5, 20, ^lana Esth. 9, 1 als solche aufgeführt, alltui diese sind 
Infinitivi absoluti (Anm. 2), die hier histotisch stchn. — Von 



Reguläres Verhiim §. 92. Paracligm von Niphal. ^ix 

dem Tone unci dessen Veiänderiuig gilt hier das über Kai (Anm. 3) 
"Bemerkte. 

fi. Inj. ahsol. Die erste Form desselben schliefst sich an 
das Pradtiritum, und verhalt sich dazu, wie in Kai Slt3p zu 
Slip, ist ribrigpns der einzige Inrniitiv dieser Art. (Vgl. über 
die Bildung derselben §. 79, 3). Bcyspiele sind: DnS.J (käm- 
pfend) Riclit. 11, 25, t)bD3 (begehrend) 1 Mos. 31, 30, h'HV}i 
(sich ausbittend) 1 Sam. 120, 6, n'S\£Ji (fordernd) Esth. 3, 13, 
und von der zweyten Form: ^nan fsr. 52, 4. Sbun 3 Mos. 
7, 13, einmal \y*inM ^erhörend) Ezech. 14» 3» welches ganz 

die arabische Form Inf. Conj. Vll. ( w^f^O^ji "t. Nur selten 

steht dafür die gewöhnliche Form, 2, B. IJOV^Jn 5 Mos. 4, 26. 
Dagegen steht Ps. 6g, 3: S)Vi3P yi'^ *\'^^.'^?. "''* Rauch verweht 
wird, vertreibst du (sie"), statt «11.2,1. Die Form ^'n^n, im 
stat. constr. von "^iSn. ist wahrscheinlich des Gleichklangs mit 
«j'njn w^egen (vom Punctator ) gewählt. 

3. Wenn auf den Infinitiv, Imperativ und die Personen 
des Futuri ohne AiTormativum ein eiusj'lbiges Wort folg^ i so 
tritt ge\vöhnlich der Accent auf -penultima zurück (nach §. 5*> *)» 
und die letzte tonlos gewordene Sylbe erhält Segol statt Zere. 
Schaltens (Institutt. S. 425). F'aterCS. 203. 204) u. A. ha- 
ben dieses als Wirkung des ^ai>cowi;<?Mi2;f angesehen, und allerdings 
hat es anderswo diese Wirkung gehabt ($. 87, 2); allein hier 
werden die folgenden Beyspiele zeigen, dafs die Ursache der 
Tonveränderimg von einer anderen Seite komme. Als : na 13^1 
Kohel. 7, 26, aber beständig T^Sm Jos. 7, 16. 17. iß. i Sam. 
10, 20,21 U.S.W. ; na Sv.'-^Ezech. 35, 12, vgl. W^nSprüchw. 

4, i2; n^<r 3n5n Ps. 102, 10, dao-egen anS*»! Esra 2,23. 

5, la. 8, y; ib ini*»! t Mos. 25, 21. s Chron. 33, 13, vgl. 
n^n^H iny-tl 2 Sam. 21, 14. 24, 25; N3 I^C^t?. »Kün. gi^ß» 
vgl. 'jOM^ 2 Chron. 1, 9. 6, 17; 1*5 "1'?.**!1 J^*- 4' 3 » "'^S^* 
1 Mos. 22, 14 u. 8. w. ; Sn *)P.^?.1 ^ ^'^°'' 49' 33« 25, 3. 16, 
vgh «jCNsl 4 Mos. 11, 30; SlK pSn-» Hiob 33. 24, vgl. 
pSn-il i^Mos. 14, z5; yi ips'' Sprüch'w. 19, 23, vgl. 4 Mos. 
16/29; lS San*' Sprüchw. 13, 13; lS 2\r)nn Sprüchw. 27 
14 und lS a'X^nni Ps. 106, 31 , vgl. 5 Mos. iz, 20 ff. 15 "^^ii-'f» 
Koiiel. 12, 6, vgl. *iavhn Jer. 50, 23. So durch die ganze 
Bibel; auch im Infinitiv DU? inenS Hiob 34,22, und Impe- 
rativ» 13 onSn Rieht. 9, 38. Bey einigen Wörtern ist diese Zu- 
rückziehung des Accentes indessen für immer gebrauchlich gewor- 
den, 60 dais die gewöhnliche Forjn dadurch verdrängt ist, z. B. 



3 1 3 //. Hauptth. Cap, HI. Fora f^erbo. 

1!D\Ön 2 Mos. 25, 21 und mit Vav conversivo ÖPlSsi 

V IT • " VIT . - 

4 Mos. 2i, 2. Jos. 24, 9. Riclit. 9, 59. 1 Sam. 14, 43, *)53!»i 
j Sara, 4» 2. 10. 2 Sam. 2, 17. 2 Kon. 14, 12. Von diesen 
letzten zwey Beyspielen mag man bey obiger Regel ausgegangen 
seyn. 

4. Höchst selten steht in dem vorher angegebenen Falle 
Patach, wie Hiob 13. 4: y*lN Iltyn. Dieses steht dagegen 
öfter bey distinctiven Accenten , z. B. Ssdä*"! er ward entwöhnt; 
1 Mos. 21, «; tt^aasi er erholte sich 2 Mos. 31, 17» '1»«'' es 

t-T»- -T" 

wird gesagt i Mos. 10, iu 4 Mos. 21, i5, *idko Jos. 2, 2; 
tt?2W?n er ward krank 2 Sam. 12, 15. (Vgh §. 52, 1 /«/f. fc ), 
Diese Form mit Patetch hat in der zw^eyten und dritten Person 
Plur. fem. die Form des Paradigm's mit Zere fast völlig ver- 
drängt. Sie steht nicht blofs in Pau.ia , z. B. n3S."'.V>n Zach. 

" T :a- t • 

14» 2, niO*3*in Jes. 23, 3, und bey der Coucurrenz einer 
Gnituralis oder i, z. B. ni*ir!in Jcs. 65, 17, njnnsin Jes. 
35» 5> sondern auch ohne diese Falle, z. B. niSaNP Jer. 
24. 2. Man raufs sehr versucht werden, die Form mit (-) ins 
Paradi£;m aufzunehmen. Da indessen die mit ( •• ) die ursprüng- 
liche scheint, und hier und in Pi, noch Spuren derselben vor- 
kommen (na.nyn f. n\ivF}, n:i:i^VF} Ruth i, 13, «md na'ia'in 
Hiob 27, 4), so habe ich sie nicht von ihrem Platze verdran- 
gen mo^en. 

5. Die 1 Pers. Sing, fut, hat öfter auch Chirek unter den 
Praeformativen , als: ir3\:)N ich schwöre 1 Mos. 21, 24, u/TnM 
Ezech. 14, 3, vgl. 1 Mos. 19, 20. i Sam. 20, 29. 27, i. 
Hiob 1, 15, 16. 17. Jes. X» 24 u. s. w. In den Verbis Vg ist 
nur dieses gewöhnlich. ($. 105, Anm. 3). 

6. Als ungewöhnliche Form des Imperativs führen schon 
die alten Grammatiker (^Kinuhi, Ben Melech) auf: !)2f2p3 ver- 
sammelt euch Joel 4, 11, und ebenso ^nSs Jer. 50, 5. Dieser 
Imperativ schlösse sich, meinen sie, an das Praeteritum an. 
Allein diese Annahme ist ganz unzulässig und gegen die durch- 
gehende Analogie der Sprache. Es sind w^irkliche Praeterita, 
über deren Gebrauch als Imperativen, wenn solche vorangehen, 
die Syntax hinreichenden Aufschlufs gibt (§. 205). 

7. Wenn die Praepositionen 3, S, S vor den Infinitiv treten, 
80 wird das n zuweilen contrahirt (nach §. 34, 2 litt, h"), aber 
hier seltener, als in Hipliil. Z. B. ib^i'S^ f. iS^'Sna Sprüchw. 

' : IT . ; IT • : *■ 

24» 17 > häufiger bey den Verbis primae gutturalis , z. B. tjTaVa 
f. HüXJn.a Klagel. 2, XI, vgl. Ezech. 26, 15. Jes. », i3 
u. 5. w. 



Reguläres Verhum. §.93. Paradlgm von Fiel it. Pyal. 3 1 3 

§. 93. 
Paradigm von Fiel und PyaU 

A c t i V u ni, 

P r a e t. 
' Sing. Plur. 

m, f. m. f. 

Im yerat» 
Futuril in. 

3 bss]?^^ S^pr) ^b£?p^^ ^JV^PjI . 

P articip, 

m. Sispq Fem. nStspc, nbfepo. 

Passivum. 

P r aet. 
m. /. w. /. 

3 b:3p nbi^p 

Inf in. ^i3R. Jmperat. fehlt. 



514- ^I' Haupt th, Cap. III. Fom Ferbo. 

Futurum, 
VI. f. m. f. 



P articipium. 

M. btflpo Fem. nSi|pp, nVispo. 

Anmerkungen. 

I. Zu Fiel. 

j. Das Praqt. Pi. hat auch in der 3 5/wg'. öfter (-) statt 
("..) in der letzten Sylbe, z. B. T2N 2 Kün. 21, 3. Klage). 2, 9, 
besonders vor Makkeph und in der Mitte der Sätze, während an\ 
Ende lieber Zere stellt, z. B. rV^i-TsS er lehrt M^eiskait 
Kohel. 12, 9; -i^yn-nN! Nin-t3^ö1 der rettete die Stadt 9, iß. 
Vgl. Ezech. 33, 5: ü^ö 1iyB3 *inp «ln"1 wer sich warnen llijst, 
rettet sein Lehen. S. h'i\pi Jes. 49, 2i, vgl. S'nJI Jos. 4, 14. 
Esth. 3, i. An die Form mit (-) schliefsen sich Jie übrigen 
Personen: nStäp, pSlflp u. s, w. In den Verbis mit Guttura- 
len und •> ist sie die ge^vöhnliche. 

Selten ist ( v ) in der letzten Sylbe. Es steht nur in den Bey- 
spielen O^S"? und er wird waschen 3 Mos. 13, 6, 34. 14, 3. 9 
u. s. w. (vgl. 023 1 Mos. 49. »!• - Sam. 19, 29); 12131 und 
er w^ird sühnen 5 Mos. 4» 30. 26. 31 u. s. w. ; "la-n er hat ge- 
sagt , am Ende der Sätze *i2fl sehr häufig. Aus den ersten Bey- 
spielen sollte man vermuthen , dafs das 1 convers. Praet. influirt 
habe, was doch aber gegen die sonstige Analogie wäre. 

In der ersten Sylbe steht nur ein einziges Mal (-) auf ara- 
mäische und arabische Art, nämlich 1 Mos. 4*» 5^ '• "»-^J^J "»3'; 
131 DTI'^N denn Gott wird mich 7'er^essen lassen u. S, w. wehren 
der Anspielung auf den Namen ,1^20. In den mit Prel analogen 
QuadriUttäris \^t dieses aber gewiWinlich (§. 73. 74). 

2. Inßnitii'. Als ausgezcichnere Form des Inßn. ahsol. fin- 
det sich ^b*» Ps. 118, >8. N3p 1 Kun. 19, 10, M3*l 2 Mos. 2i, 
19 und in derselben Verbindung auch yMJ 2 Sam. 12, 14. 

Letztere, der 5 Praet- gleichlautende Form, findet sich auch 
5 Mos. 14» '43 ^^ ^"f- constr. Y^n IHM |WCÄ d'om Herausreifsen. Man : 



Reguläres Vevhum. §.93. Taradigm von Fiel u. Fyal. 315 

könnte hier zwar "n^lJM oJer •<S> suppliren, und IHM als Conjun- 
Ction nehmen : nachdem man herausgerissen. S. jedoch zu Hiph. 
5. 94 t Anm. 4. 

Etwas häuli2;er sind Formen mit der Femininalendunp : niOt 
singen Ps. 147, 1, H'lp^ züchtigen 3 Mos. 26, ig, TJPI^ns dein 
Rechtfertigen Ezech. 16, 55. 

Fiir einen syrisclien Infinitiv mit vorgesetztem » halten meh- 
rere Ausleger das schwierige nXJoS in 5g Psalmen Überschriften 
und Hab. 5, 19, nach dem Vorgange des ChnhJäers, welcher 
nnavib ad laudandum i. e. canendum übersetzt. l^icses wäre 
besonders pnssend, wenn die Worte Tlli^lSJa nü:3!oS Hab. a. a. O. 
zum Texte gehören, wie bey der Lesart mit iT" nothwendi» ist, 
auch findet sich der Inf. mit O im Chaldäischen bey spatern 
Paraphrasten ( Hiob 4, 2. Hohesl, 1, 7), und ein Aramaismus 
in diesen Ueberschriften dürfte nicht befremden, lüdessen sind 
damit wieder mehrere Verbindungen , z. B. ^IDIT» Sv 'S nicht 
zu reimen, die für die gew^öhnliche Erkläriuig: dem P^orsünger 
sprechen, auch Hegt diese in der Punctation S , die den Artikel 
einschliefst. 

3. Ein Imperativ mit Patach in der letzten Sylbe ist 5^5 
theile Ps. 55, 10; bey Gutturalen häufiger. 

4. Im Inf., Imp. und Futnro erhält die letzt« Sylbe vor 
Makkeph meistens (■•"), z. B. plti;y-13'n Jes. 59, 13. Jer. g, 4; 
•»S-tüniD heilige mir 2 Mos. 13, 2; iS - tyiTin-» er sucht sich 
Jes. 40, 20. Diese Art der Verbindung ist hier statt der Zurück- 
Ziehung des Accentes in Niphal gewöhnlich. 

Beyspiele mit Nun parag. sind: ]!)i^rT« Ps. 104, 16, llSn""^ 
Jes. 51, 5. (S. Kai Anm. rr ). 

II. Zu Fyal. 

5. Die seltenere Form von Fyal laii Kaniez - chatuph findet 
sich in folgenden Beyspielen: D?\Nö (rothgefärbt) Nah. 2, 4, 
TJ'^an'' (er ist dir verbunden) Ps. 94» 20 (neben lani Kohel. 
9» 4); tT^S (er ist abgeschnitten) Ezech. i6, 4, und in den 
regulären Sylben gewisser irregularia, als: nTn'iJ sie ist verwü' 
stet Nah. 3, 7 (gew. T^Vi, n*iw); 'nS'S sie\ind zu Ende Ps. 
72, 20 (vgl. 1^2";^ 1 Mos. 2, 1 /; >ili)\ sie sind bedeckt Ps. 30, 
11. Sprüchw. 2^i, 31 (sonst nGD*' , ISD*»). 

Nur orthographisch ist die Verschiedenheit , dafs statt Kibhuz 
einige Mal Schurek steht (§. i2, Anm. 1), als: *iS!)i, in Pausa 
I^T« Rieht. 13, 8« i8' ^9- Hiob 5, 7 (was jedoch auch Hophal 
seyn könnte, vgl, D"!/?''^ Ezech. -lo, '6. 4, 5}; nSIT es wird ge- 
buhlt Ezech. 16, 34; S^IHÖ gesponnen Ezech, 27, 19; iS^ln 
sie ivurden besungen Ps. 78», 63, vgl. noch Kohel. g, 12, 



3i6 JI, HaupLth. Cap. IIT. Vom Verho. 

6. Vom Partipipio kommen Formen ohne das ö vor, die dann 
nur (wie in Niphal^ an der Vevl?no|eiun2; des Vocals in der 
letzten Sylbe als l'artieipia zu ertennen sind, aber l)ierin einen 
wahren Participialcliarakter (§. 32, i, a) haben, und daher nicht 
abgeleugnet v/erden können. Bev^^pi'le siiul : npS f. npSß (hin- 
■»veggenoramen ) 2 K(Jn. 2, 10; nS^nn (die Gcpiiesiene) iEsech. 
aß, 17; ncna U'h (die niemand trüstetf) Jes, 5), 11 ; TMOrf^ N'H 
(über die sicfi niemand erbarmt) Hos. 1, 6. Q; O'^vip^'* oder 
CTi'pl'' (verstrickte) Kohel. g, i2, ü"^fc f. t3*lb» ( ^.eschärfr, 
geschlifFen) Ezech. 21, 15, 16. Es würde im Wesentlicheu 
nur vvenifi; versclilagen , wenn man diese Formen Adject'iva ver- 
balia nennen wollte; allein der Gebrauch zeigt, dafs sie als 
wahre Participia steh». 

III. (Jeher haupt. 

7, In den Formen von PI. und Py., welche vSc^u'a unter 
sich haben , ist das Dagesch characteristicum, öfter herausgefallen 
(nach §.37,3). z. B. nnSvi f. nn^tt; (uie streckt au8) Ezech. 17, 
7, inSty Ps. 78, 7, •'•ilpan (du wirst gesucht werden) Ezecb. 
26, 2« u. s. w. , wiewohl es verhältnifsmiifsig weit häufiger 
•tehn geblichen isr. Dieses herausgefallene Dagesch ist zuweilen 
noch angedeutet a) durch Verlängerung des vorhergehenden Vo- 
cals, z. B. DpSn^ f. Dp'in'; 1 Chron. 23, 6 (vgl. diese Formen 
$. 72, 2, Anni. 2); h") durch ein Chutcph unter litera dages- 
senda (nach S, 77. 7J}), z. ß. nnpS f. nnfsS 1 Mos. 2, 23, 
v.gl. 9. 2. Rieht. 16, 16". Dergleichen Punctationen müssen ehe- 
inals häufiger gewesen seyn. So zitirt Kimchi :^'C^\i^ (ich will 
aufsuchen) Ruth 2, 2, 7, wofür jetzt in den Ausgaben ntapVl* 
steht. 

g. Eine ganz befondere Anomalie bietet das Veabum Vnn 
(spotten, täuschen) dar, welches sein Pi. und Py. nach Art 
der yerha gutturalia bildet, nämlich Praet. Snn , oSnn 1 Mos. 
31, 7. Riciit. 16, 10, inf. 'jnn Hiob 13,9, Fut. -ibpri"» Jer. 
9, 4, l^nnn (mit Dag. eupkon. in Pausa^ Hiob 13, 9» auch 
legelmäfsig'SPn'' » Kon. 13, 27 (vgl. im Chald. Kohel. 7, g. 
Targ. ). Py. Sn*n Jes. 44» 2°* F)3fs das Stammw^ort w^hklich 
Snnsey, geht aufser den Suhstantiven D^^HH , nlSmO, auch 
au» dem chaldäischeft S*Pn (Spott) hervor. L's scheint also w^irk- 
lich hier ein Nichtguttural nach Art der Gutturalen behandelt zu 
seyn, w^offir mehrere Grammatiker auch noch andere Beyspiele 
anführen, z. B. "ITO"» f. IS'j, die aber allerdings eine andere 
wahrscheinlichere Erklärung leiden (§. 103, Anm.6), S. jedoch 
$. 95, Anni. 4. 



B6gul. yerh. §.94-' Pnradignt 'Von Iliphil u.Ilophal. 3 17 

Verschiedene Ansichten von diesen Formen , welche alle 
näher zu prüfen der Raum verbietet, s. übrigens in Simonis 
Lex. ed. E ich hörn n. d. VY. JMi chaeli s Beiutheilung der 
IVlittel, die hehr. Sprache 2U veistehn S. 3i7, vgl. mein hehr, 
J4^örterh. Tli. 1. S. 240. i'aters Grammatik S. 2x4. 

IV. Flexion der selteneren C onj u g a tio nen und 
der P l u r i l i t e r a. 

9. Nach der Analogie von Fiel bengen sich auch die §• 72. 
73. 74 angegflbenen seltenen Conjiigationen und Plurilitterer, von 
denen wir liier einige Heyspicle der fiexion angeben -wollen, so- 
fern sie nicht schon dort vorkommen. 

Activ. Praet. ^PjVl'^.'^ J^"^- ^^> 5> '""^^.V.*! ( ^" Pausa) si« 
grünt Hiob 15, 32, von pin. 

Fat. !)5öD*1~_1 {er frifst ihn ah) Ps. go. 14, von ÖfcIS. 
Part, ^trsu.'» (mein Richter) Hiob 9, 15, ■>J\Üi"iS)p (der 
da verliiunidet ), mit t -parag. Ps, 101, 5. 
Passiv. Praet. n^Sü« , ^iSScw (verschmachten) Jes. 24,4. 
' . ,.', "^»'^.ön, nnoncn '(gäliren, brausen) Kiagel. 1, 2o. 
Part. D5Dnt5 (schuppenartig) 2 Mos. 16, 14. 



$• 94- 
Faradigm r, o n Hiphil und Hophal, 

A c t i V u m, 

Fraet. 
Sing. JPlür, 

tn. f. tn. ß 

2 r^Sbpn nhbpn onSiöpn 

Inf. als Ol, S^ilöpn, Sb|?Tl, constr. S^üUR 



3 1 8 I^' Haupt th, Cap. II J. Vorn Verho. < 

Futurum, 
Sing. Plur. 

in. /. m. /. 

1 ^"'IflpN "^^top^D 

P ar ticipium. 
Blase. S'^tOpO /. nVlOpO. 

Passivum. 
P r a e /:. 

• 3 Siopri nbüpn •'>^^i??l 

a nSbpn nSbpn oriSopH inSi^pn 

Ijnp» und /«/. blOpn. 
Futurum, 

3 Süpj '^icpn ^SiDp;; njSbpn 
1 ' StopN S:op3 

Participiunt. 

Mose. Sbpo /. nSüpo. 

Anmerkungen. 

I. Zu Hijthil. 

1. Nur das Praeteritum Hiphil hält in der dritten Person 
sein charakteristisches i-:— impurum ganz fest , ohne dafs eine 
aödere Form daneben existirte , ebeiuo da« Particip mit wenigen 



Regia. P'erh. §. 94. Paracligm von Iliphil u. Hophai. 5 i 9 

Aiisnalicnen. Im Imperativ, Infinitiv und Futuro existirt abef 
daneben eine Form mit Zere purum, wie im Cfcaldaiscl:cn und 
Syrischen , welche aber öfter durch den Gebrauch geschit-den int, 
wie dieses die folgenden Nummern lehren. 

Abw^eichende Formen im l'raeterito sind indessen: a) mit (■') 
unter dem n . z. B. «iJpS^ri ( wir haben geschmäht ) 1 Sam. 25, 
7, -und häufiger bey Verbis nS , z. B. HNSn , fiSin , ilflan. 
b) mit N auf chaldäische Art: "»riSMJSNi. (ich li.be besinielt )'jes. 
63, 3- So üfter ihi sam. Texte des Pentaieuclis ( wo es Samari- 
tanismus ist)» z.B. -»niSTK f. *'n*l2tn 2 Mos. 20, 24, Vi;l. 
1 Mos. 3, 13, 14, 23. 2 Mos. 2, g. t) in der 2ten und isten 
Person mit (t"} in penultitna, aber nur vor Sujjßxis : -ID^PiSN'rn 
I Sam. I, 23* 

2. Der Inf. ahsol. hat herrschend Zere mit und ohne ^ im 
Texte, als DSWD (früh aufstehend) Jer. 7, 13 und D*2v'n 

^ 44, 4 u. s. w. ; lövin (verderbend) Jes. 14, 23 und ntcvin 
Arnos g, ß; '?l'?.^n C^*-''^^*"*^ ) J^^- ^^2, ig; "1"'t2i:5n (räuchernd) 
1 Kün. 9, 25 ; n^ovn Neh. 7, 3 , p'i ^^n 5 Mos. 15, * 4 u. s. w. 

Auf chaldäische SVeise mit M ist: Ds2\t'M Jer. 25, 3, 
und ebenso kann ^*i^N \ Mos. 4*' 4^ genommen wer- 
den, nämlich als Inf, ahsol, -pro Imp. beuget die Knie«, 
insofern das Wort mit hebräischer Elynjolr.^ie gedacht 
wird. So R. Jona bey Ahen Esra und Ben Melech , u».d 
dem Sinne nach F'ulg. auch Luther in der ersten Ausgabe: 
dafs man die Kniee beugen soll. Die Auffassung der Form 
als 1 fut. ( nach P'ater zu d. St. ) ich will die Kniee beugen 
lassen f. man beuge die Kniee , ist wohl theiis gegen die 
Ausdrucksweise im Hebräischen, theiis würde dann wetiissten» 
^■»"laN stehen. Es (mit Buxtorf thes. S. 134) für den Imp. 
?u nehmen, geht nicht, weil man den Plur. erwarten müfste. 
Jene alte Auslegung ist also in aller Rücksidit die passendste. 
Ueber die Erklärung desselben aus dem Aegyptischen s. Pfeiffer 
Opp. philol. T. l. S. 94 — 97« Jahlonski Opusc. ed., to 
M^a ter T. 1. S. 4 ^- Ro ss ii Etymologiae aegyptiacae 
u. d. W. Sie scheint mir jetzt aber überhaupt minder nutbig , 
wenigstens dachte der hebräische Leser schwerlich daran. Mit 
folgendem JVtakkeph kommt auch Segol vor, wie D'»33~*lS.n 
Sprüchw. 24, 23. 2g, 21. 

Seltene Ausnahmen sind, wenn die Form mit Z^ere als In/. 
eonstr. Steht, als: Sn3n 5 Mos, 32, 8, 26, lÄ, vgl, Dan. 11, 35, 
und die mit*i-r~ als Inf. ahsol. Jos. 7, 7. 

3. Wenn die Praepositionen 3 . 3 , S vor den Inf. eonstr. 
treten , so entsteht dadurch in der Regel keine Contractioa , und 



\S,0 II. Hmiptth. Cap. III. Vom Verto, 

es bleibt Vcpn 3, Hcüpn^ u» s. w. , wiewohl der Fall derseU 
be ist, wie im Futuro und Partie, wo aus V''!;j::n'' w^jrd SrtiD". 
Die Ursache hiervon ist wohl, weil jene Praepositioneii nicht so 
wesentliche und ljäuli£;e Vorsätze sind, wie die Prneformativen, 
sondern mehr zufällige j die das charakteristische n daher nicht 
Verdrän::en konnten. Indessen ist doch auch hier jene Contra- 
ction ausnahmsweise vor sich gegangen, 2. D, "»ö'i'*5 (zu Vf^rtil- 
gen) Jes. 23, 11; IT^atüS (zu verniciiten ) Arnos {3, 4 > pSb 
(zu reinigen) Dan, 11, 55, htH^h f. "jr-nS 4 Mos. 5, 22, 
JJ^TmV f. 3"'THnS ( vevschmacliten zu lassen) i Sam. 2, 53} 
ritt'J'.a. '^\ül?S (reich machen) Neh. 1 o, 3g, 5 Mos. 26, 12. 
- Vgl. noch 2 Mos. 13, 21. Ps. 78» i?» Einige Mal nur im 
Chethib, z. B. 1"»!^^ 2 Sam. 13, 3, wofür das Keri TJTI/'S , IvnV 
a Kun. 9, 15. 

Die chald. Form des Inf. Hiph. n*l3tX (lies: nl^^TN) hat 
der sam. Pentateuch 1 Mos. g, 16. 

4. Noch häuliger , als in Pi. (§. 93, Anm. 2) finden sich hier 
Formen des Inf., die mit dem Praeterito gleichlautend sind. Z. B. 
•liNty^n *tJ^ his man übrig liefs 2 Kön. 3, 25; t^3*ini y^5*in \VjdH 
so dafs er beruhigt, und beunruhigt — Jei". 50» 54- J^S. 31, /j : 

la^^Jom nioa S-'Xm lUi^ — nini n'^ Gott ivird schützen — 

•j-!-T ..:'t Tr'-T 

schätzen und retten, schonen und bejreyen. Man könnte diese 
Beyspiele noch zweifelhaft finden, und die ersteren für wahre 
Traeterita halten , vor welchen die Praeposition nur «nls Conjim- 
ction zu fassen sey (für ItüN nl? , Itt'N V'^^\ §• »S^): allein 
CS finden sich andere, die die Anerkennimg der Form-als Infini- 
tiv nöthig machen, z. B. tJT'Ött5n "Jl^ bis zu deinem Vertilgen 
5 Mos. 7, 24 ; ferner rr^an -riN ri1:£i:;n ''*inN nach dem Ahscha- 
hen des Hauses 3 Mos. 14, 43 (wo es aus der Endform dieses 
Verbi nh entschieden ist , dafs es Inf. sey). 

5. Die Hauptforni des Imperativs kommt gar nicht 
Itiehr in der im Paradigm aufgestellten Form vor, sondern diese 
ist durch die abgekürzte und verlängerte Form (\vpn , nS''Kp.n), ; 
die hier neben einander existiren, gänzlich verdrängt. Z. B. nSifH 
(sey glücklich) x Kön. 22, 12. 15, und nniSsn Ps. iig, 25 
(nie mSsn); taan (schaue) Hiob 35,5 und nt^^Sn Klagel. 
1, 11 (nie t3*t3n); Ti]in (verkünde) 2 Sam. 25, ii. An- 
dere Beyspiele: V^pn (theile) Jes. 56, 3; n3"",üp."i merke 
auf. 

Wenn ein kleines Wort durch JVIakkeph verbunden ist, geht 
(••) in Stgol über, als: M3"pDn (vertraue dodi) Hiob 22, 21, 
M3-t3an (schaue doch) '1 Mos. 15, 5. Je». 64, 8, »<2-1?n 
1 S^in. 23, 1 X u. öfter. 



Regul. Kerhum. §. 94- Paradigm v. Hiphil u. Hophed. 3$ i 

6. Im F u 1 11 r o herrscht die Form mit Zere für das ver^ 
kürzte Futurum mit der Conjunctiv- Bedeutung und steht daher 
in den §. 84 angegebenen Fällen, welche hier mit Beyspielen 
belegt werden sollen, nämlich 

a) wenn das Futurum befehlend und wünschend steht, z.B. 
T\')p\ er rotte aus Ps. i2, 4. 109, 15 (vgl. n''*!^^ er wird 
ausrotten .5 Mos. i2, 29. 19, 1. 1 Kön. 14, 14); «)D1^ «r 
füge hinzu, er mehre 1 Mos. 30, 24« 3 Mos. 5, 16. 24. 
27, 31. 4 Mos. ßt 7. 22, 19. 5 Mos. 1, 11 (vgl. «iioi"-» Jos. 

23, ^3« 2 Sam. 14, 10); NSln sie bringe hervor 1 Mos. i. 

24, vgl. H-'Sln Jes. 6i, 11. Hagg. 1, 11; *T|^3s er verordno 
1 Mos. 41, 34. Esth. 2, 3 ('T'»i:;a;^ Jes. 10, 28); 3\ü^ er er' 
reiche Ps. 7, 6} bSNO sie esse Ezech. 3, 3, bnlFI 1 Sara. 
10, 8 "• s. w. 

i) noch häufiger bey Verboten nach'jM, z.B. "inoil \l* 
verbirg nicht Ps. 27, 9. 69, i8- ^''2, 3. 119, 19 (vgl. S'»Ppn 
13. 2. 44» 25); nn^y.n ht* vertilge nicht 5 Mos. g, 26. Ps. 
57, 1 u. s.w. ; *lJl.On Sn verschliefse nicht Obad. 14; h>&T\ Sn 
rette nicht Ps. 119, 43 (vgl, x Sam. 30, 8); Ssn Sn lafs 
nicht fallen Esth. 6, 10 (vgl. Sprflchw. i, 14); t32n Sm 
schaue nicht 1 Sam. i6, 7; ^ON^ Sn er vertraue nicht Hiob 
»5. 3» ; 'in.'''' ^5** ^^ lasse nicht übrig 2 Mos, 16, 19. S. noch 
Sprüchw. 30, lo. Obad. 12. 

c) seltener, wenn "i vorhergeht, und durch dafs aufzulösen 
ist. Rieht. 14. 15 : berede deinen Mann sjiS "IS/'T dafs er uns 
anzeige^ ebenso Hiob 11, 7. i2, 7. Jer. 42, 3; 'jK*'! dafs 
er rette 1 Sam. 7, 3. 

<i) bey einer Negation , z. B. *)Ölri N"*? sie wird nicht fort- 
fahren 1 Mos. 4, i2, vgl. Hieb 40, 32 (27); *jon nH 
5 Mos. 18. 16. Hos. 9, 15; inlP Sh Ja u^ifjt keinen Fof 
Zug haben 1 Mos. 49, 4. S. noch Jes. 13, 2o. 

e) nach dem Vav conversivo. Hiervon macht nur die erste 

Person eine Ausnahme, w^elche meistens die Form mit •»-;— 

beybehält , 2. B. •j^ÖtüNI ich vertilgte Amos 2, 9, ^i*?T£5n1 

ich warf Zach. 11, 13; T»j|N1 ich verkündete Jes. 48» 5» 

^••SoNI ich machte zum König 1 Sam. i2, 1, "^spBNI ich 

verbarg Ezech. 39, 23. 24. Ebenso hat man punctirt, wenn 

das •» nicht im Texte stand: •iTüVHI ich machte reich Zach. 

iJ, 5» NinNI ich verbarg 1 Kon. 18, 33, bSMI ich rettet» 

Jos. 24, 10. Rieht. 6, 9. I Sam. 10, 18. 

Ausnahmen, wo btsp"» für das wirkliche Futurum (oder Prae- 

Sens) gebraucht wird, finden sich nur bey Dichtem, z» B. ^HttJ^ 

er wirft Hiob 15, gg. 37,22, "l^Ol er lüfst regnen so, sj. 

X 



5-- 



//. Haupttk, Cap. III. Vom P'^erbo. 



Ps. 11, 6. S. noch Hiob iß. 9- ?>\, «9- 37. 4« 4°. 9- ig» 
Ps. 25» 9- ^ Snm. 22, 14. 1 Saro, s, 10. Micha 3, 4. 
Auch wohl bey etwas spätem Schriftstellern, z. B. pS*!*^ <»■ 
it'ü-ti erreichen 5 Mos. 28> 2i , Tlbii ör wird jähren 23,26; 
Snp"' ^M damals versammelte 1 Kuii. S> *■ » wofi'ir a Chvon. 
5, 2: b'TIp'' W (wohl H^np* zu lesen); pT^^<"? "««^ "-'Ä if''' 
ergreifen Jcs. 42, 6. 

7. Das Ze;e (^purum^ dieses abgekürzten Futur i geht vor 
JVIakkeph in Se^ol über, z. B. iS ~ Tt'il.*»'? er niiherte sich ihm 
l Mos. 27, 25, "^S~'^;^.2^ 7X)i> zeigten ihm an 1 Mos. 43, 7- 
44, 24, 1a~p?.n-"tn (?/• jajste ihn an Rieht. 19, 4 u. s. •«% In 
Paum kommt Futach vor: ly^-il Rieht. 6, 19. ImPlur. Jstcs 
selbst einJ£;c Mil ganz ausgeidilon , ^vie im Aramäischen mit dem 
e der letzten Sylbe beständig geschieht. ')3nn!>'l f. 0^1*1»1 sie 
spannten (^den Bogen) Jer. 9, 2, ipa*!""! f. 1p''21sT sie setzten 
nach t Sam. 14, 22. 31, 2. 

Da die Abkürzung der Form sonst b!ofs auf die Personen 
ohne Ajformativuin influirt , so kann man dieses als besonderit 
Aramaismus ansehn ( vgl. das Tartic. ). 

Die Form kommt wahrscheinlich auch einige Mal ohne 1 con~ 
vers, vox , nämlich: niSnn f. !l*l^I5nn ihr iihertiiuhet Hiob 19, 
3, inSsxn Hiob 20, 26 f. iinSpNP, 1nS'^D^tn ( es frilst ihn) 
fut. Hiph. mit 6«/". ( §. 47, 4 ). 

g. Im Participio ist die Form mit Zere im Sing, sel- 
ten, doch s. inpö f. ITIO» (verbergend) Jes. 53, 3, und im 
Fem. rr^Stö 4 Mos. f), 15, nni:.» Esth. 2, 20. Davon sind 
aber die Pliiralforraen D'^oSn» (träumende) Jcr. 29, g, D^'ltJ^»' 
(helfende) 2 Chron. 2Ö» 23 , D'^sSn» (gehende) Zach. 3, 7, ganz 
mit aramäischer Form, vgl. p^Vnö Dan, 3, 25. 4, 34, syr. 

9. Die Betonung ist in Ja ipÄi/ verschieden von der der übri- 
gen Conjngationen, insofern die Atformativen 1 ifnd i-r" im Praet.» 
Imp. und Futuro hier den Ton nicht haben. Im Praet, bekom- 
men''sie denselben iedoch durcii das l'av conversivum nS^^DIT) 
und sie ivird theilen 2 Mos, u6, 33, dagegen ni*";"^;!^ und sie er- 
zählte 2, Sam. 17, 17. 

• ir. Zu Hophal. 

10. Neben der im Paradigm aufgestellten Form mit Kamez' 
chutuph existirt gleich häufig eine andere mit Kibbuz, und oft in 
demselben Verbo. Z. B. ^S^H (er ist geworfen) Dan. g, ii, 
P5S\t*n Jes. 14, 19, tns^U/.T P». aa, ix, fut. -jW^ Jes, 34, 3, 



Reguläres f^erbum, §.95« Paradigm von IlUhpaül. 325 

Ezcch. 16, 5, pürt. TlVi?» 2 Sam. 20, 2i; aSttJn (gelegt seyn) 
Ezech. 52, 32, und »m^. r;35t£Jri V. 19; Tpsn ( veroidnec 
seyn) Jer. 6, 6, pari. D">*lj:a« z Cluon. 34, lo; "ICpH (an- 
gezündet seyn) 3 Mos. 6, 15, ''part. IKp» Malach. 1, 11. 

1 I. Der Inf. ahsol. hat zum Unterschiede in der letzten 
Sylbe Zöre . z. ß. Spnn (fasciaiuio) Ezecli. 16, 4; lan Jos. 
9 , 24. Der Jnf. consti. des Paradiguis kommt zufällig gar 
nicht vor. 

12. Vom Tart. steht Ezeclu 46, 22 die nicht zusammencre- 
zogene Form n1:>iCp_no 1. niy:ipÖ eig. die Abgeschnittenen, d. i. 
die Ecken. In den Verbis ia kommt diese Form auch im FutUro 
Vor, als: nnln^, f. rTll*» ($. 105, ^. Anm. 11) A), 

Paradigm von Hitlipaül, 

Fraet. 
Sing. Plun 

m. f. tn, /. 

^ JjY^l^nn J^^feEnn on^t^^nn jn'^^ijnn 
Inf In. h'ö'pjyn 

Imp erat. 

1 hispns bDpnj 

Participium* 



d) Sehr selten findet sich didscsBeybehalteh des charakteristischen 
Olaph von Aphel auch im Syrischen, z, B. ].ü]Z lacdei 

(Ritual, Sev. S. 57) al« F«f. Jph. von |aj verletzen. 

X a 



3 24- II' Hauptth, Cap. III. Vom Verbo, 

Anmerkungen. 

i. Wie in P/e/ (an welches sich Hit^paSZ unmittelbar an- 
echliefst^, hat auch hier die letzte Sylbe des Praet, häufig Pw 
tach, z. B. p^nnn ( sich fest beweisen ) 2 Chron. 13, 7. 15, 8« 
Derselbe Vocal bleibt dann aber auch im Fut. und Imyerativo, 
als: DSnn*» (ei: dünkt sich weise) Kohel. 7f 16; i-^irt*» (er 
stellt sich) Sprüchw. 22, 29, vgl. Hiob 41, 2. Ps. ijj, 27; 
aaynn (ergötze dich) Ps. 37,4; tt?n|Dnn (heilige dich) Jos. 
3» 5» "^gl* 1 Kön. 20, 22. In Pauia bekommen dann diese For- 
men (•') , als Praet. inNnn (er gürtet sich) Ps. 93, 1; SaNn*» 
(er trauert) Ezecli. 7, la. 27; D''i<ri''_ (er spielt röthüch) 
Sprüchw. 23, 31. 

2. Das Prast. mit Vav conversivo hat einige Mal in der ton- 
los gewordenen Penultima Chirek statt Patach, als: *>.'nS^anh1 
•»Ptt/flpnn^. ich will mich srofs und heilig beweisen Ezech. 38» 23; 
CFltü'npnni und ihr sollt euch heilig beweisen 3 Mos. 11, 44* 
SO, 7. Vgl« in Kai die Formen ?]''mS'' u. s. w. (§.91, Anm. 1). 

3, Formen mit folgendem JVIakkeph sind: nä -^iVTrin 
(Noah wandelte) 1 Mos. 6, 9; aHuJ-oWn*', (der Schnee ver- 
birgt sich) Hiob 6, i6; mit Nun parag. |1-^nnn ( sie wan- 
deln) Ps. 12,9, mit He parag. n^\rjT\H (wandeln will ich!) 
Ps. 119, 45- 

4, In den Formen, wo der mittelste Stammbuchstab Schwa 
hat , und das Dagesch herausfallen kann , ist dieses einige Mal 
durch Verlängerung des (_) in (») ersetzt, als: qipönn Rieht, 
ao, 15 f. 1*»|33ri.n und so, weil sich der Punttator daran ge- 
wöhnt hatte, auch im Sing. npQn*» Rieht. 21, 9. Man hat hier 
nicht nöthig, deshalb eine eigene Conjugation (etwa St3t*|3r)n, 
nach Art der arab. Conj. VI) anzunehmen; sondern kann diese 
Formen auch mit bnn in Pi. (vgl. Anm. $. 93, 8) vergleichen, 

Verba mit GutCuialen. 

1. Die Verba,' in denen einer der 3 Stammbuchsta- 
ben Gutturalis ist , sind in ihrer Biegung eigentlich regu- 
lär, weichen aber in Rücksicht auf die Vocalsetzung in 
mehreren Stücken von dem ganz regelmäfsigen Verbo ab, 
Dach Mafsgabe der allgemeinen Regeln von den Kehlbuch< 



Reguläres P^erhum. §. g6, P^erha mit Gutturalen, 325 

etaben (§. 38), welche hier nur auf das Verbum ange- 
wandt werden. 

2. Das N und das H kommen natürlich hier nur in 
Betracht, insofern sie Consonanten sind, nicht quiesci- 
ren. Ersteres ist beym N als erster Stammbuchstab mei- 
stens, als zweyter Stammbuchstab (mit unbedeutenden 
Ausnahmen ) immer der Fall ; als dritter Stammbuchstab 
dagegen quiescirt es immer. 

" (f 

Es gehören daher ein Theil der Verba ND und alle NJ^ 

hieher; die N / zu den irregulären Verbis. Das H quie- 
ecirt nur als letzter Stammbuchstab, kann aber auch 
dann Consonant seyn ; an den übrigen beyden Stellen ist 
es dieses immer. Verba, von denen 2 Stammbuchstaben 
Gutturalen wären , sind selten, als: DTIN lieben; /HN 
zelten; TflJ^ halten, besitzen. Sonst hat die Sprache 
überhaupt die Concurrenz zweyer Kehlbuchstaben gern 
vermieden. 

Wir unterscheiden der bequemern Uebersicht wegen 
die Fälle, wo die Gutturalis erster, zw^eyter und dritter 
Stammbuchstab ist. Die regulären Sylben sind schon 
oben beym regulären Verbo mit berücksichtigt. Das 
^ nimmt nur an einigen dieser Anomalien Theil (nach 
$. 38» 4). 

1 

5. 97. 
Vorba primae gutturalis. 

Die Abweichungen der Vocalsetzung vom ganz regel- 
m'äfsigen Verbo kommen hier auf folgende Bestimmungen 
hinaus : 

1. In den Fällen, wo der erste Stammbuchstab ein 
einfaches Schwa haben sollte, erhält er ein zusammenge- 
setztes (§. 15, 2. §. 38, c), z. B. Jnf. nbV stehen, P)ON 



320 //. IlaupLth. Cap. III. Fom Verho, 

sammeln ; Praeb. Dr)*lt3S. Wo Praeformativen vorgetre- 
ten sind (die eigentlich alle ursprünglich Schwa haben, 
nach §, 8i» a)> ^^^ ™^^ Aem Stamnibuchstaben eine Sylbe 
bilden, erhalten diese entweder den Vocal, der im fol- 
genden Schwa cotnposkum liegt, z. B. Inf. Kai IDV Jut. 
iby^, P]ÜNy?it. P]0N^ , oder das Schv>a compositum rich- 
tet sich nach dem Vocal desPraeformativs durch Reaction. 
So wird rrrjr. aus -rr, rrp aus -r:: , Tr-p; (oö) aus -7-7" oder 
rr- Z, B. 'iV/>Ä.' llOy: aus 101? J. Iliph. T^Dy.n aus 

Tpyn; Inf. und PH^ Tovri, -iw;_ f. i^pj^n ,' l^üVli 

Hoph. nOy n f. lOyn. Zuweilen haben sich die Vocale 
d^r ersten Sylbe auch wohl nach denen der letzten gerich- 
tet, wie im Fiit. Kai, avo O in der letzten Sylbe gern 
rrrp, A in der letzten Sylbe gern -rrr^. vor sich hat, z. B. 

10?:. pin;. (Vgi.§. 15, 2. 46. 2). 

S. Häufig hat zwar die Gutturalis nach Praeforrnjiti' 
ven daseinfache 5^7^?^« beybehahen ; allein das Praefor- 
niativ hat dann doch immer denjenigen Vocal erhalten, 
der im Schwa composito der Gutturalis liegen würde. So 
vorzüglich im Fut. Kai: "lOH^ (er wird begehren), 
OSH"^ (er wird binden), schon seltener in Niph.^ Hiphil 
und Ilophal. 

3. Wenn in den Fallen von 110. 1. der Vocal der letz- 
ten Sylbe nach dem Hinzukommen eines Aftormativi (n-:;r, 

1), '^ ) ausfallt, so geht das Schwa covipositurii der Gut' . 

turalis in seinen kurzen Vocal über (§, 46, 3) und bildet: ' 
eine neup Sylbe, als: itV^, ^^ÜV^, "^IPS^Pl, HnpVN; 
Niph.ZlVj f. HDTyj, Plur. "^^Ilf.^. Indem Falle von 
no. 2 findet dieses natürlich nicht Statt. 

4. Im Inf., Imp. und Fut. Niph., yvo der erste 
Stammbuchstab verdoppelt werden sollte ( ^10]^^. , 

/IDp"^), geschieht dieses nicht, und der Vocal des Prae- 
formativs wird iwZere verlängert; 1DVT[, "ip.^!*, (§■ 38» ^» 
4-5, 2). 



§•97« f^'ei'^'^ primae gut tiir all j. 



\&7 



5. Wir lassen nun ein Paradigm der Conjugalioiaeu 
JKaZ, JMiphal, Iliphil nnd JJojjhal folgen, in welchen 
allein Abweichungen der Vocalisatiun vorkommen. Fiel, 
Pyal und Hilhpael \verden von den angegebenen Verän- 
derungen gar nicht berührt. Die Anmerkungen enihalten 
die nähern Erläuterungen und Belege. 



Kai. 

Tr acterituv^. 
Sing. Plur. 

m. /. m. /. 

— ■»• -r I IT ; IT 

a Tnby -liiby 

• ; - T I -T 

i7if. ahsoi. nioy, ^JOTiifr. iby 

Futurum, 

3 nbv^ nbyn 
" -I- -I - 

1 nbvN 



ncyn n:ibyn 

I - - -«> : -1 « 



P artieipium. 

AT. no'y Am. nno'y, nnby. 



328 II* Hauptth. Cap, III, Vom VerVo, 

Niphal, 

Praeteritum* 

Sing. Plur. 

m, f, VJ, f, 

Inf. nDvn 
4 lojyn "»nDyn noyn n^-ibvn 

~ T ~ •• T— 

Parbieipium. 

Hiphil. 

Sing, Plur. 

m, f. tn, f, 

« Oiovri rj'iQV.yi ö^1?S^ R1^?:T 
» '•mbyn .^3ioyn 

• « -V« » I -v: ♦ 



$•97» Verha -primae gutturalis. 529 

Jnf. absol, TOVri, consbr, TDVn 

Jmperat, 
Sing. Flur. 

m. f, m. f. 

Futurum, 

• —I — • -I— 

P articipium, 

H o p h a I. 

Praet, 
m. f, m. /. 

3 nDvn nnovn ^lövn 

fl nnbyn mbvn dnnoyn rnncyn 

Jnfin. *10yn 

"* -x: -r 

— t;"'" "-r;^ ; t* -r ; -t; ▼ 

3 noyn ^"i»yn =)ioyn nanbyn 

1 ncys * noyo 

Participium. 
Masc, noyO fem. mOVO. 

- _ -TT; •■ •' » TT; -P 



••x;l» 



350 //. HaujJtth. Ca]}. III. Vom Verho. 

Anmerkungen. 

I. Zu Kai. s 

1. Vom Pvacterito keine Abweichung , als tn"»V"l (mit 
Chateph- Segol) ihr seyd Hiob 6, 2 1 , und dasselbe Wort mit 
einfachem Schwa Dn^TII i Mos. 3, 5. 

2. Der Infinitiv US constructus lautet bey den 
Verbis xa auch wie Sbü (essen), insbesondere bey den Prae- 
ftxis, als: thJ<S, thNä (fassen), *1CNS>, *)CNiS (sammeln) 
Jas. 17, 5. 2 Kün. 5, 7; \bti\ 1, Mos. 24, 33 üi ü. und SbN3 
4 Mos. 0,6, 10. Mit einfacKem Sclnva: "IÖhS (binden) Ps. 
105, 22. Mit der Femininalforra : niD^ZJN (sich verschulden) 

3 Mos. 6, 7 (5.26), n^nii (lieben) 5 Mos.' 10, 12. 11,22; njDTn, 
davon InptnS da er Kräfte gewonnen hatte 2 Chron. 12, 1. 
S6, 16. 

5. Imperativ. Die Verba Na haben unter dem M (••"), als: 
im (gürte) lliobsy, 5, inN (fasse) 2 Mos. 4, 4, t|b« (sammele) 

4 Mos. 21, 16; DnM (liebe) Hos. 3, 1. In den übrigen Personen ist 
zwar die Form meistens der regulären gleich , allein zuweilen ist 
doch Segol geblieben, 7,. B. nSCN (sammele) 4 Mos. n, 16; 
nr)*11? (ordne) Hiob 33,. 5, '♦aii' n (entblofse) Jes, 47, a, 
besonders ^venn auch der z.weyte Stammbuchstab ein Kehll.iut ist, 
als: ilüHN Ps. 31, 24, qtnM Ilohesl. 2, 15; ^inHl Ruth 3, 15. 

/j. Die im Paradigro aufgestellte Form des Futuri gehört ; 
den Ferhis fut. O. , als D'Sns (triiumcn), 13^.1 (dienen), 
^'2V> (vorübergehn), ^Sl^"» (ordnen). Die im Tuturo Patach 
liabcn , erhallen in der Regel Segol unter den Praelormaiiven, 
als: SdM'' (trauern), ptn«» (stark seyn), *»*in^ (zittern), 
a*!»,»'» (angenehm seyn), doch finden sich auch: t|t:N'' (sai;i- 
meln), tjtt'n*» (entblöfsen ) , und Ein Mal in Pausa STni Hiob 
10, 20 (sonst S'^n/i). Beyde Futurn, \vie *7bl'^ und pTH'', 
neben einander ( mit und ohne Verschiodenheit der Bedeutung ) 
finden sich in MJUin (binden), w\n (schwach seyn), u,'*in 
(scUneidtn), yan (wollen), i*ii> s. §. 91,9. So auch: ?|Sn^ 
(gehen"; , ^Snn Qgiassari) f. "ilSlrn nach §. 47,5. a Mos. 9, 23. 
Ps. 73, 9- 

Beyspiele mit Afformativen sind: aSn^, ''5*1'!^» naiHM 
(tüdlen); 'nan^_, Oan;» (wenden); p^n;»., Iptn?.; Tin^ 
."iTin^ (zittern). 

5. Andere Verba haben mit grofscr Constanz Schtta simplex 
unter der Guttural. Aufserdera bleibt dasselbe Verhältnifs. Am 
häufiesten ist es beym PI, als: läny (gürten) ; ^Jcni (scho- 
nen), Z'vJn^ (denken), b^"''. (aufhüren), DSn*« (weise seyn). 



§•97* f'^erha primae gutturalis. 55 ^ 

Die Formen mit AiTormativen bilden sich eanz ie<»elmäfsiir, als: 
lliin^, ^S^n*». Seltener ßndct sich die Form mit Stlnva compo- 
situm daneben, z. B. DriN"' Sprüchw. 3, 12 und 3~N^ 15, Q. 12, 
vorzüglich so, dafs die Haiiptform zwar Scliira compositum hat, 
bey yljformativen und SuJ^xis aber Schxca simplex erscheint, als: 
uJ3n^_, aber wan-» 1 Kun. 13, 13, !)n\i?3n^ H08. 6, 1; Sin"» 
5 Mos. 24, 6, Plur. iiSan^ Hiob 24, 5; p'*:n«', Pinr. f,p\n^ 
Jos. 14,5; so-iTV^, ^il^J^! (helfen); liy^ (übefgehn), aber 

6. Da die Ptmctation (_. j-), ("_ ) für etwas kürzer gilt, 
als ( ._.. |... ), (Tv*) ^^'^''- §' 45' -Anm. 2, so ist erstere Form zu- 
weilen in der Verkürzung (durch Ailovraativon, Suffixen u. s. w.) 
gebraucht worden, wenn die Hauplform dio letztere hat. Z. B. 
^bttl (sammeln), aber ^atN^^ i5DMPl und so mit Suffixis ; 
•ibS;«;; (binden), mit Suff. JinnOM"» , InilDN"' u. 8. w. ; *iDn'» 
(mangeln), Plur. I'ipn*' Ps, 54, 11. Ezech. 4, 17. Dahin ge- 
hört auch irnSn«» (errOthen) Ps. 35, 4. 26, 'n\ Pausa !)"i3ns 
Ps. 34, 6. Hiob 6, 20, ebenso ^iSSn"» , in Pausa ^,'S-^n>. fVgK 
zu Niph. und Hiph.). 

II. Zu Niphal. 

7. Im Praeterito besteht neben der im Paradi2;m aufge- 
stellten Form auch die mit Schwa simplex, als: D\L'f<3 (schuldig 
seyn), i\Z)n3 (gerechnet werden), "Tnn.T (geelirt werden). 
Nur in den hinten verlängerten Formen des Varticipii kommt 
vorn das kürzere (-;-) zum Vorschein, als: dSi'j (verbor- 
gen) Kohel. 12, 14, aber n)oSl?.3 Naii. 3, ii, imd D"«)oSi?3 
Ps. 26, 45 *o ril3Tn3 (verwüstet) Ezech. 30, 7; im Sing. 
nur yiyi (furchtbar) Ps. fip, 8- Einige dem P;.7et. nachgebil- 
dete Iiißnitivi ahsoluti, wie 'i]i3n3 (deren beym regul. Verbo 
$. g2, I erw%ilint worden) h.-\ben dieses A ebenfalls. 

g. Das Zere unter den Praeformativen im Inf. und Futuro 
ist bey rtZ/e/i Gutturalen ganz constant. Nicht unwichtig für 
diese Punctation ist die vulgäre Lesart: H'ri?^.'^ 2 Mos. 25, 31 
f. n^yp, wo das (•■) plc.ne geschrieben ist, wiewohl \ie\e Codd, 
dagegen sind , und dergleichen Anomalieen wirklich nicht in den 
Text gehören. An einigen Stellen steht für dieses Zere ein Segol, 
z. B. i"}n3 Ezech. 26, 15, und so in einigen altern Editionen 
43, i8- iliob 19, 7. Klagel.2, 11. (Vgl. jedoch /. //. Michai- 
lis krit, Note zu d. St.). 

III. Zu Hipli.il und Hophal. 
g. Die aufgestellten Formen mit ( ... .._. ) im Praet. und 
(rrjl) im Inf,, Jmp. und Futuro sind ebenso durcUgehends 



332 //. Haupt tk. Cap, III, Vom Verho, 

herrschend, wie im regulären Verbo die mit (J7T) und (T-T). 
denen sie entsprechen. Nur kommt auch hier die Form mit ein- 
fachem Schwa vor, als: "I^Onn fut. Iipn'' (mangeln lassen); 
■jiSnö (beschämend). 

IG. Einen merkwürdigen Einflufs auf die Punctation de» 
Praeteriti hat ferner hier l'^av conversivuni fraeterltorum , indem 
die damit verbundene Betonung der letzten Sylbe zugleich 
(-.,.,_. ) in d.as kürzere ( _. - ) verwandelt (§. 47t Anm. S ), 
Z. ß- ^n»"inn ich habe verbannt i Sam. 15, 20, •>ri»lnni und 
ich werde verbannen 4 Mos. 21, 2. Micha 4» »3. so nPO/inm 
1 Sam. 15, 18. Dn»"inni 1 Sam. 15, 3; n*l»rri du hast be- 
stellt Neh. 6, 7. iPs. 31, 9, Finc^nn und du wirst bestellen 
4 Mos. 3, 6. 8» 13« 27. »9. Ezfich. 29, 7; "»niarn ich lasse 
vorübergehn Zach. 3, 4» ''P.*',^??'"11 {^^^^ werde — ) Jer. 15, 
14, niayni 2 Mos. 13, 12. 3' Mos. 25, 9. 4 Mos. 27, 7. 
Ezech.^ 5, 1; •»nSDNn 2 Mos. 16, 32, "»PS^NnT Jes. 49, 26; 
'PnaNn, *ip*iai<ni u. s. w. Selbst in der dritten Person hat das 
Vav conversivum diese Vocalveränderung bewirkt, vgl. ]^1Nri er 
merkt 5 Mos. 1, 45» T!'!?.'!! ^^ wird merken Ps. 77, 2. 

11. Von Hophal kommen nur einzelne Formen (mit 
Schwa Simplex und compositum unter der Gutturalis) vor, als: 
?|£3nn, fut. t3*^n^, part. Praet. '^OV'O. 

12. Nur selten ist die §. 47, 5 beschriebene Anomalie 
der Vocalsetzung eingetreten, nämlich n*lDVn (sonst n*l3yn) 
Jos. 7,7; nSv.n H^^* *» *5 (sonst nSrn);' pajj. nSi;|h Nah. 
Ä, 8 und öfter f. nSl^n. Wie ^Snn f. :iSnn (s. oben)j 80 ist 
ij»)n3 Hohesl. 1, 6 für •linji. , 

IV. Allgemeine Anmerkungen* 

ig. Einige wenige Verha primae gutturalis , die zugleich 
nS sind, machen eine Ausnahme, indem ihr n und pi gar nicht 
als Gutturalis behandelt wird, nämlich HTl seyn ( aufser 
dem Praet. Anm. 1), fut. 7\^r\> inf. mit Praep. nl'nS , Niph. 
n^ri3 , ferner n"»n leben , praet. Dn'«'»ni Ezech. 37 , 5. 6, 
inf. ni^nS, imp. mit Kav copul. >l^n^ , fut. n^n*». Nur ein- 
zelne Formen kommen nach Art der Verh. gutturalia vor, als: 
rti*»."! , "T'n (Ezech. 2i, 15)« Derselben Analogie folgen noch 
die Futura apocopata' ^n"» (er freue sich), ^nftT er lagerte sich 
(sonst nin^), '^n»^ und es entbrannte. 

14. Das Resch als erster Stammbuchstab theilt nur die Ano- 
malie im Inf. und tut. Niphal, z. ß. riMl;; er wird gesehn. 
Sonst sind solche Verba völlig regulär. Ein ungewülmlichcs 
Patach unter den Pracformativen ündet sich nur in dem fut. apoc. 



§• 98» y^rha mediae gutturalis. 333 

*<*1»1 CT sah , und in Hiph. inN'ini Nah. 3, 5 mit Vav conver' 
sivo , »onst HNIn und nH*\n. 

5. 98. 
Verha mediae gutturalis. 

Bey den p^erbis, wo der mittlere Stammbuchstab 
Kehllaut ist, sind der Abweichungen weniger, als bey 
den vorigen. Sie beschränken sich auf folgende Puncte: 

1. In den Personen und Formen, wo der Kehlbuch- 
fitab ein einfaches Schwa bekommen sollte, bekommt er 
ein zusammengesetztes, und z%var fast immer (-:). So 
Fraet. Kai HSinO sie schlägt, ^-HS sie prüfen , Fut. Kai 
I^DH'XJn du schlachtest, ^pJ?^!?, sie schreyen, Part. iTl^Ö 
(stürmende), Niph. praet, Hvnpj, ''|7ni3J (bestürzt 
eeyn), ''IpV'^^. (.zusammenberufen) u. e. w. In der 
Flexion des Imperativs und im hif. gen. fem. richtet sich 
darnach auch der Vocal unter dem ersten Stammbuchsta- 
ben , als: "'/.n^ (regulär "^/.ipp. ) wiehere, ^P^Sf schreye; 
niOntÜ schlachten (wie HSJ"!"^) Hos. 5, c, HbriS lie- 
ben 5 Mos. 19, 9» "^-5^^ schmachten Jer. 31, 12; mit 
Kamez-ckatiiph: Hp^n'T^^ sich zu entfernen Ezech. 3, 6. 
So ist nDVT (er fluche) 4. Mos. 123, 7 f. HCyT (nach 
$. 47. 5)'^und TiHp, f. Iintlj ^schenket) Hiob ö' 22. 

2. Die letzte Sylbe des Futuri und Imperativs hat 
meistens (-), so dafs diese Verba fast alle zu denen fut. A 
gehören, aber ohne Bedeutung durch blofsen Einfiufs der 
Gutturalis. Z. B. Imp. pVT, fut. pyp. (schreyen); 
Jmp. "in:?, fut. *TO^, (wählen). Der Inf. absol. und 
constr. behält das Cholemf als: pJ/T, *lh3. So hat auch 
das Praet. Pi. noch etwas häufiger ( - ) , als im ganz regu- 
lären Verbo, z. B.^H J (leiten), DHJ (trösten); so auch 
der abgekürzte Jmp. Hiph. (welcher ohne Concurrenz; 
der Gutturalis nicht vorkommt), z. B. pH^lH f. pH'^n 
(entfernen) Sprüchw. 4» 24. ö» 8J i» Fausa '^Hp.'*! 
Va. 69, 24, 



334- •^-^' Ji^^tptth. Cap. III. Vom Verho. 

Futura Kai mit Cholem sind ÜhJ*» (er brüllet) Jes. 5, 29.30; 
ü'JItt (ich soll vetlluchen) 4 Mos. 23, g, und Vj^C'^. 3 Mos. 5, 
15, neben Si^»*". Spiüchw. 16, 10. 

3. In Pielf Pyal und Ilithpaei fällt das Dagesch 
Forte aus dem mittleren Starambuchstaben, und der vor- 
hej'gehende Vocal liann verlängert w^erden , nach Mals- 
gabe von §. 4.5, 2, was aber im Ganzen öfter ///cÄt ge- 
schieht. Das Nähere ist : 

n) im Praet. Pi. verläno:ert sich das Chirek gern in 
Zere \ox Ü, selten vor H , H, V, z.B. jNC (verwei- 
gern), *^N?3 (schneiden), \>f,^ (verhöhnen); "iriiD (rei- 
nigen), i2n3 (führen), DHJ (trösten) ; *iy3 (ausrotten)« 
eelten wie /HJ (führen), "^HN (zögern), ^^*)_ (umgehn). 

b) im Inf. , Fub. und Part. Pi. und in Hithpaiil, 
wo (-) sich in (■r) verlangern sollte, ist dafselbe Ver- 
hältnifs, aber vor H und D kommt die Verlängerung 
gar nicht vor, als: ^t^^\, "INSHTI, iN]Dy(doch XN3^. 
Pö. 74, 10, vgl. 5 IMoö. 2", 8- Jer. 29, 23. Kohel. 2, 
flo); *ini5^ V;IßO, doch 3Vn^. (verabscheuen) Ps- 
5, 7. Arnos 5, 10 u. 6. \v. 

c) in Py«/, ^vo (••.) in (_L) übergeht, geechieht die- 
668 mit wenigen Ausnahmen wirklich, als: <NA (ver- 
unreinigt seyn ) Esra 2, 62, TjyO (betastet werden) 
Ezech. 25, 5, doch \n*^ (gewaschen werden) Sprüchw. 
30, 12, "=1N"1 Hiob 33, 21. 

Ohne Ausnahme erfolgt die Verlängerung des Vocals 

vor "1, z. B. 71*13 (segnen), /r^t. Tj'lD^^ Pj. "^nis, 

77ar^. '^I'^^D , HiLhjja. 1]*l3nn.; Tü'lil (vertreiben), /m^ 
.tÖi:^ Py! ^^Js u. s. w." ' 

4-. Es wifd hief keines vollständigen Paradigm's 
tedürfen, nur die Formen, wo eine Anomalie vorkommt, 
Wollen wir der Reihe nach wiederholen : 

Kai Praet. p^T, TV^V}^, ^pVT u. s. w. 

Inf. pVT, Plur. "^pyj, /«^p5ir., Plur. ^pVtV 

Part. /. ngy t. 



§. gg. Verhci tertiae gutturalis. 535 

Niph, pVj3/. undplnr. Hp^VT:, -^pVO. 
Fut. pi^.j? /. und plur. "^py-Tn, ^pvjv 

im/A -iva, /«t. -ivD^, ;;z«r. "^nys^. 
py. hm fut. hsj] , '^hNÄ^ u. s. w. 

Hipk. ist ganz regulär. 

Hithpa. wie P/. 

Anm. 1. In den Formen von PL und Hithpael ist der Ton 
zuweilen auf penultima zurückgezogen, und Segol der letzten 
Sylbe in Zeie verkürzt , und zwar dieses 

d) in einigen Wörtern, wenn ein einsylbiges Wort, oder 
eins mit dem Tone auf der ersten Sylbe folgt, z.B. t3^ nitüS 
um daselbst zu dienen 5 Mos. 17, x2 (sonst DViJb); 
^J3, ""a pni»/. meiner, unserer spotten 1 Mos. 39, 14. r?; 
na, ia ünS ( er verleugnet ihn, sie) Hiob g, iß. 3 Mos. 
r„ 22, vgl. \i;n3 5 Mos. 5, 21, na U/ns^ Hos. 9, 2, da- 
gegen xyn 2 PI 1 Mos. 181 15; *1S tl^n*» (der Feind liohnt) 
Ps. 74, 10, dagegen «^nn^l 2 Sam. 21, 2i. In diesem 
Falle steht nur selten Makkeph (wie im regulären Verbo), z. B» 
'1a~pnTyS (darin zu spielen) Ps. 104, 26* und 90 in die- 
sem Verbo Hiob 40, 24 (29). Riebt, iß, 25. 

h) in andern durch den Einflufs des Vav conversivi futu» 
rorum als: DnlN ^"IS^I C^^ segnete sie) 1 Mos. i, 22. 28. 
S» 5« 5» 2 (ohne folgende Tonsylbe); tt7'^3''/l (er vertrieb) 
2 Mos. 10, II. 5 Mos, 33, 27 u. s. w. , dagegen ^0*15*»; 
InN n'IVi.l'l (er bediente ihn) 1 Mos. 39, 4; IniT Dl^önpil 
(^sein Geist ward beunruhigt ^ Dan. 2, 1. Oefter ist aber 
in beyden Fällen , besonders im letztem, das (■•) geblieben, 
z. B. ^NJC^n er weigerte sich, in»*»! er eilte u. s. w. 

2. Wenn in HithpaU die letzte Sylbe in Pausa Kamez 
bekommt (nach §. 95, 1), so bekommt die vorhergehende 
Sylbe (v) statt (-) oder (■»). Z. B. ^'intsn (reinigt euch) 
4 Mos. 8, 7, '•n»n3n Ezech. 5, 13. 

3. Beym *i findet nur die no. 3, angegebene Anomalie 
Statt. 

§• 99- 
Verba tertiae gutturalis^ 

Die Anwendung der allgemeinen Regeln über die 
Gutturalen nimmt hier wieder eine andere Gestalt an. 



336 JI. Hauptth, Caji. III, Vom V^rho» 

tind es kommen nur folgende zwey allgemeine Bestim* 
mungen vor: 

1. In den Fällen, wo der letzte Stammbuchstab ein 
Schwa haben soll, d. i. vor den AfFormativen des Praete- 
riti , behält er gegen die allgemeine Regel das einfache 

Schwa, dah. nyo^, "»nyoty, DnyD^ü, ^:i;du; und so 

' t;-x' • ; - t ' v:— : : — x 

in den übrigen Conjugationen ; nur bey der 2 fem, wird 
etatt 7)Vjy^^ mit Patach furtivo HyOTl^ gesetzt, z. B. Jer. 
4, \(j. So i^n|?7 (du hast genommen) i Kön. 14., 3, 
T\)yyi, (du hast gewufst) Jer. 50, 24, Hiph. JnyS^.n. 
(du Sättigetest) Ezech. 27,33, HnvOn (du Avardst mit 
Salz^vasser gewaschen) Ezech. 16,4.. Das 5cÄz/^a unter 
dem n bleibt in diesem Falle (nach §. 14., i ). Dasselbe 
Patach furtivum erscheint auch in dem seltnen Imp^ 
\Vüp^ für TOVOtt; (§. g6, c, Anm. c). 

Höchst selten sind Punctatiouen, wie ¥]!l3V2i 1 Mos. 26, 29, 

siniiv^^ Ps. 35, 25. 

2. Besonders wichtig ist aber hier die Neigung der 
Kehlbuchstaben zum Vocal A, wornach sie entweder mit 
Verdrängung des vorhergehenden Vocals ein (-) an dessen 
Stelle setzen, oder ein Patach jurtivum annehmen (nach 
§• 38t 3)« Die spezielle Anwendung dieser bey den Fälle 
muls hier näher gezeigt werden. 

a) Der Vocal der letzten Sylbe bleibt durchgehendst 
■wenn er '^-r- , "^ , ^ impurum ist , und die Gutturalis 
erhält Patach furtivum. Mithin im Inf. ahsol. Kai 
VIOT (undM;;Ä. H'^^^), part. pass. y^OttJ und in 
ganz^Hiphil: TO.^n,' ,•„/. VJ'üpn, fut.^'^ü'V^, 
part. VJ^Ü^^Ü ( ausgenommen die verkürzte Form des - 
Futuri und Imperat.). Hieher gehört aufserdem ohne 
Ausnahme der Inf. constr. Kal^ dessen Cholem hier 
gegen die Gewohnheit (und zum Unterschiede vom 
Imperativ) impurum ist, als: fl3w. (zu oipfern), 
3£bttJh. (zuhören), Hipb (zu fliehen) u. s. w. 

l) der Vocal der letzten Sylbe wird durchgehend« 
Patach im Imp» und Fut. Kai, z. B. VOJV,, VÜ^']; 



§• 99* V^erha tertiae gutturalis» 537 

^^» "^T. (von Vn^ wissen). Ebenso im Part, Kai 
fem, gen. Hyot; f. TW&V. 

c) Bey^le Formen existiren neben einander, wenn 
der Vocal der letzten Sylbe Zere ist, aber eo, dafs fast 
überall ein tJjiterschied in Ansehung des Gebrauchs ist, 
W^ie folgendes näher zeigt : 

Im Part. Kai und PL ist die Form VOilJ, n^TO 
in der Hauptform ausscbliefslich herrschend, erst) 
im St. cortslr. erfolgt VOi£?, PlStÜO (s. die Declina- 
tion §. 135, Anm. i ). 

Im Inf. und Fut, Niphal, im Pract. tnjf. und Fut% 
Pi. finden sich beyde Formen so neben einander, 
dafs die mit ( - ) bey einem Fortschreiten des Sin- 
nes (bey verbindenden Accenten \, die mit (..) und 
Patach fnrtivo am Ende der Sätze (bey trennenden 
Accenten) steht. Aehnlich schon im regelmäfsi* 
gen P^erho im Praet. Kai, Piel u. s. "W". aber hiermit 
mehr Constanz. 

Z. B. Inf. Nipk. ViSrt 2 Clito:i. 33, «23, Jagegea 
S^panS Ezech. 30, i6; fut. l^-i?^ 4 Mos. 27, 4, 36. 4, vgl. 
l;l^'» 36, 3 t V^^^ Nah. 1, 14, vgl. 3 Mos. 11, 37 5 Mos. 
S.1, 4. Praet. Pi. nn-S Hiob 30, n \mA hPS 12, iß; 1^^» 
ft Chron. 34, 7 und VtrS V. 4; /n/. P^a Hab, 1, 13. 
4 Mos. 4, 20, vgl. v\2 Klage!. 2, g"; nW 2 Mos. 
5, 2. 7, 14 und nW5 8» 2. 9, 2; Fat. »f:3'; Hab. 3, 9. 
Ps. 78. »5. 1 Mos 22, 3, vgl. S^jS^I Ezech. »3, 11. 
Ä Kön. 8» i2; n'yi'» und nV^"» beydes 3 Mos. 14, 9; 
l^^DN 2 Sam, 20, 20, vgl. V^OM Jes. 10, 3. 

Ferner lafst sich bemerken, dafs der Inf, absoL in 
Pi, das Z(?r«? festhält, "während es der Inf constructus 
verliert, H^^ri Hl'^ 5 Mos. 22,7. x Kon. 11, C2, 
sonst n^^ ; ^JN HSÜi (laudando ego 36, laudo) Kohel, 

In den abgekürzten Formen des Imp.. und Fut. 
Jliph. (Söpn, Tkflp^) kommt nur Patach \or, als: 
D^Sin (sey glücklich), V'^lH (zeige), ytü^H (rette : u. 3. w., 

imd Düli^ IN (er flofee nicht Vertiaueu ein) Jes. 56, i5, 

" ■■ ■ ' ..'» 

Y 



358 



IL Bau-pttK Cap. IJI, Vom Verlo. 



niDS^^ ( er vertrauete ) Jer. 29, 31. Im Inf * ahsol. ist 
dagegen herrschend (••), als: HS^n Jes. 7, 11. £zcch. 
21, 26; V^an Micha 6, 8- 

Die Punctation ist hier, den obigen Bestimmungen gc- 
ta&hf weit consequenter , als bey den übrigen Klassen der 
Verha gutturalia, so dafs fast gar keine Ausnahmen Statt ha- 
ben. Nur Jer. 5, 7 steht in Chethib m^o«, lies: niScM 
als Ausnahme von litt, h; als Ausnahme von litt. c. steht 
naT»*) Hab. 1, 16. 2 Kon. 16, 4. 2 Chron. 23» 4 ohne 
Fuusa, allein wegen der Gleichförmigkeit mit •^Bp'^l. Diese 
Rücksicht hat die Punctatoren öfters geleitet. 

Auch im Syrischen steht der Vocal A in den angeführten 
Fällen, und bey c. beständig. (S. de Dieu grammat, lingg. 
Orient, t. 197 )♦. 

5. Man wird der Reihe nach die anomalen Formen 
60 übersehen: 



Fraeb, 



Inf, ahsol» ylOttS, constr. VÜ^. Imp. yDU>. 
Fan, act. m^ f. nyO^, pass. V^lOUj. 

N i p h a I. 
m. f. PK f, 

Inf. ahsol. Vb^2, constr. und Imp. J^tÖH, bey ^cc, 
dist. Vütr\. 

Fan. vDUJj /. nyo«J:. 

t;» "* — — !• 





K a 


1. 




m. 


/. 


m. 


/. 


VDtÖ 




Fut. VJDTÖ^ 

- : • 


yDtijn 


•r I - T 




VÜtV) 




U. 6 


\V. 


u. 


S. \V. 



i' 99» f^erbd tertiae gutturßlis, 339 

P i ci 1. 
m, f. m. ß, 

Praet. nV«J Hnb^ rh^> r\ht?\ 

u. s. Ar. 
/«/. ß^jo/. h*2^ . constr. H 7^J . bey /^cc. f^u^ n^^fiJ, 
J/w;;. dass. ' 

Part, n'^^O. 

P y a 1 {regulär). 

H i p h i 1. 
VI. f. m. f. 

riVD^rn nyD^ljn abgekürzt: 

" ' " u*. s. w? * " VDi^i ya^ön 

Jnf.ahsol. VD^H, co?wtr. 5;^Ö^^. 

Jw/t?. abgekürzt: aDÖH , verlängert: nV^Ö^JH. 

H o p h a I. 
Praet. J/D^fl 2 /". nVOtÖn, sonst regulär. 
Hithpael, wie P i e 1. 

Anni. 1. Das 1 nimmt an diesen Abw^eichungen weiter 
keinen Theil, als dafs es in den Fällen no. 2. litt. h. c. den 
A-Ton etwas häufiger annimmt:, als das ganz regeUnäfsige 
Veibum , aber nur da , wo «r auch in jenem vorkommt. 

2. Vom Vart. Niph. mufs auch die Form Vpyj!l angc- 
„ .nommen w^erden: welche ihr (••) in der Verlängerung weg- 
wirft, daher InnJ a Sam, 14, »3> 0^,11^. Neh. ?, $, 



34o //. HaiipUh. Cap. III. Vom Verho. , 

$. ZOO. 

Regelmäfsiges Verbum mit Suffixis. 

Wir haben oben §. 89 ini Allgemeinen die Verände- 
rungen angegeben, die an den Charakter formen der Verba 
durch angehängte 5r/^xfl hervorgebracht werden , nach- 
dem wir jene SuJRxa selbst schon früher (§. 58) kennen 
gelernt hatten. 

Hierher gehört es nun, die Vocalveränderungen an- 
zugeben, die durch die Verriickung des Tons an der gan- 
zen Formation des regulären Verbi hervorgebracht "wer- 
den. Es erfolgen dieselben nach Mafsgabe von §. 45, 3 
mthr oder weniger, je nachdem der Ton w^eiter von sei- 
ner ursprünglichen Stelle entfernt wird. Alles Einzelne 
wird nur durch Paradigmen vollständig übersehen , die 
wir dann in Anmerkungen theils erläutern, theils in 
ihren Abweichungen näher betrachten wollen ^3« ^i*^ 
meisten Veränderungen leidet das Praeterkiim Kai, und 
überhaupt ist hier die Mannichtaltigkeit der Formen am 
gröfsesten. Für die übrigen Cpiijugationen gelten gröfs- 
tentheils dieselben Bestimmungen wieder. 

Eine ähnliche Manidchfakigktit der VeibÄlformen tritt hier 
im Syrischen ein (^s. Lud. de Di eu gramm. compar. S, 360 ff» 
J. D. IVLichailis gramm. syr. S. 190. Vaters Handbuch 
der hehr, syr. chald. Grammat, S. 175 ^0* 



e) Nicht zuverlässig ist die Beyspielsammlung von Jahn (^granv 
mat. hehr. S. 231 ff,). Sie enthält nämlich mehrer« selbstge- 
bildete Beyspiele , und selbst von solchen Formen , wofür es 
gar keine wirkliche gibt. Z. ß.. amsS (alle wirkliche Bey- 
spiele haben die Eudung no-r-.) ; »nd öfter sind diese sogar 
der Analogie zuwider, z.B. onnst, ]P15T ( vlelmehf 'DP*l3t 



§. 100. Regelmäfsiges f^erbum mit Sr/fflxis. 34* 

1. P r a e t e r i t u m Kai, 

Sing. 
1) 3 Pers. masc, ;10|3 , "^IDp er hat getödtet. 

Sing. Plur. 

1 comm. Kl'Cp (mich) ^^^^P. (»»"s) 



2 ; i >'-ri. (dich) V -'« 

^ r OT. iSiop, ^inSop (ihn) nSiop, 1öi?^p (»^0 
"^ l /. rrS'op (sie) jS^p 

2) 3 Pers. fem. H ^üp eie hat getödtet. 

Sing. Plur. 

l comm. ■^Xi^üp IjrBüp 

( m, inn^^sp, !inSDp onSüp, 1ori%f> 
^ l /. nnSjöp jnSiop 

3) Q Pers. xnßjc. ri/lOp (H/tOp) du hast getödtet» 

Sing. Plur. 

1 comm. "»^nSlDPj wSüp 'tJ^V^p 

\/. mriSiop inSiDp . 

4) a Pers. /<?ot. "^jI^.I^P du hast getödtet. 

Sing, Plur. 

1 comm. ■»:\^hüp ^:^^T^op 

j m. vnVi3p, in-^nhiop n^'^^'^p; 



542 //. Hauptth. Cap, IJI. F'om Verho. 

V 5) i Pers. comm, ^fu'O'^ ich habe getödtet. 

Sing. Plur. 



1 / T^h^y^ 









Flur, 
i) 3 Pers. comm» 1 vI^H ^*^ haben getödtet. 

Sing, P lur. 

i comm. ^b^SlOp ^b"^?IOp 

j m. ^^Sop^ CS^'^^R 

^ 1 /". 






a) 3 Pers. 7/jajc. "^mDp ihr habt getödtet (Fem* 

kommt nicht vor). Mit 5u^. "^.J.^nTi^p ihr habt 
mich getödtet. 

(wie das vorige), 
5} i Pers. covim. ''livIOp wir haben getödtet. Mit 
Suff. ^ Wlflp wir haben dich getödtet. 
(wie das vorige), 

II. ' Infinit, Kai. 

Der Inf. Kai ( ibp , StOp ) wird hier in den meisten 
Fällen wie ein Nomen segolatum ( der Form ^lOp , /üp ) 
betrachtet, dessen Vocal in der Verkürzung in der ersten 
Sjlbe steht (St^p). Nur einige Fälle weichen davon 



$.10 0. Regelmäfsiges Ferbum viit Siißixis, 34.3 

ab und haben /I0|!5 k^t^L Wir stellea im Paradigm nur 
die erste gewöhnliche Form mit O auf. 

Sing. ^ Flur. 

t^bt?]? mein Tödten ^^l?j? 
"^;3Vipg^ mich zu tödten *) 

:1t t : IT 



1 comm 



{7 



III. Imperat, Kai. 

1. Die Hauptform des Imperat. (^J^p) lautet vor 
Sitfßxis, "vrie der Infinitiv ( /IC]?). Die Siißvxd selbst 
haben den Bindevocal E, So entsteht das Paradigm : 

Sing. Flur. 

■ i comin. N^Pp (mich) ^S^IDjP 

2. Die Pluralform ^/i3p bleibt unverändert, mit- 
hin : , ^J.^S'iöp , ?)^Spp, u. s. w. 

IV. Futurum Kai. 

1. Alle Personen des Fiituri, welche auf den letz- 
ten Stamiubuchstaben ausgehn, verlieren vor 5?//Jixw den 
Vocal der letzten Sylbe. Nur vor TJ, DD, jD bleibt der 
Vocal und wird Kavtez- chatuph. Das SiiJTixum hat den 
Bindevocal E, So entsteht folgendes Paradigm : 

*; s. §. 89. 3. 



o 



4.4. XI' Hauptth. Cap» JJI, f^om Verho. 



1 comm» 



Sing, PI ur. 



' V : '•"I ? ^ 



S, Die a^^f "^ unsl '^7- ausgehenden Personen (wozu 
auch ^/Ppv\ für ni2hiOpr\ gehört , nach 'S. ö9. 2 litt, b") 
erhalten Sufflxa ohne Biudevocal. Das Paradigm ist also 3 

Sing. P lur. 



1 comm. 



i m. 



m, '=ini'7top^, . o^Vjp"». 






V, Participium. 

Die Participia richten sich in ihrer Flexion ganz nach ' 
derjenigen Form der Nomina ^ wozu sie gehören, mithin ^ 
Sip'ip nach Decl. VII, h^tOp nach Decl. III der MascuUna. ■ 
Von dem Feminina ist vor 5«^. nur die Form n7ip|> 
gebräuchlich. (S. §. 135. »31. 14.2), 

VI. Uebrige Conjugationen, 

Die übrigen Conjugationen haben hiernach keine 
Schwierigkeit. Was von den Endformen des Prae- 
teriti, Futuri und Imperat. gesagt ist, gilt auch von die- 
sen. Ueberdiefs kommen bey Niphalt Hithpa. und 
den Passiven schon der Bedeutung nach keine Sußixa 
vor (§.89» Anm. i ). 



§. 10 0. Regelmäfsiges F'erhum mit Sufjixis, S45 

Vorzügliche Rücksicht verdient nur Piel, und hier 
gilt als Regel, dafs das (•) der letzten Sylbe in allen 
Formen vor Sußixis ausfällt, ausgenommen vor ^ , XQ , ]D, 
wo es in Segol , seltener in Chirck übergeht. Das Faiach 
unter den Gutturalen bleibt, Folgendes ist ein Paradigra 
des PraeterUi: 

Sing. Flur. 

\ comm. '^AlDp. (mich) 'i^'^^p. (uns) 



m. '^htSp. (dich) ^xT^J?. (euch) 

/. ';]Sßp(dich) rS^P. (euch) 

m. 'ihpp (ihn) O^^P. (sie) 

/. nHlSp (sie) ]blDp (sie) 



Im Futuro Tliphil werden die Sufjuxa immer an die 
gewöhnliche Form (^"**^.p.2) gehängt, so dafs diese von 
der abgekürzten ( /i?pl) so wenig zu unterscheiden ist, 
als im Plural und bey Aftormativen, 

Anmerkungen. 
I. Zum Praeter ito Kai. 

1, Dritte Person Mascalini. In dien Verhis med. R 
bleibt dieser Cbaraktervocal auch vor Sujfflxis , als !:jini< 5 Mos. 

' 7, 13. 15. »6. 33, 6; DXöaS 3 Mos. 16, 4; ,'n>j'3rü' 5 Mos. 
24, 5. Verha med. O kommen hier nicht vor f). 

2. Dritte Person gen, fem. Diese Form hat die 
doppelte Eigenthümlichkeit, dafs sie d) die Sujffixa , welche für 
sich eine Sylbe ausmachen (13, iq, ^H, n, ?i, D3, p ), ohne 
Bindevocal annimmt, ob sie gleich auf einen Consonant aus« 
geht; &) dafs die übrigen <Stt^xa ('HTr, O-7- , 1"7") zwar den 
Bindevocal behalten , aber wegen des Tons auf Penultinia in der 
verkürzten Form T|-rr> Q'T"» 1~ erscheinen. Beyspiele des 
letztern sind: Ijn^n« (sie liebt dich) Ruth 4, ig^ '^(laai«/ 



/) Auch hiebt die Formen ^3nH und D25n5^, welche mehrer« 
Grammatiker aufstellen , ersteres vidi, nach einem Druckfehler 
in Buxtorfs Concordanzt aber zugleich gegen di« Analogie^ 



346 XL Hmijjtth, Cap. Jlf. Vom Verho. 

Jes, 47, 10 ; Ons^lly (sie verbrennt sie) Jes. 47, 14; ÖO^iM 
, (sie verzehrt sie ) Hos. 2, 14; DDiia (sie stiehlt sie) 1 Mos. 
gi, 32; Dr)^S5 (sie beobachtet sie) Ps. 1x9, 1291 Dn«SO 
(sie findet sie) 2 Mos. ig. 8- Dagegen lön'j^DV Ps. 73, 6. 

3. Mit dem Sujftxo der dritten Person e;eht eine Art von 
Contrirction odet Assiniiktion vor^ die sieb, in dieser Art nur in 
dem Beyspiel ^^-rr für inJ-7- findet; nämlich äinn~ contr.^pTZ't 
und nn~ contr. aus nnT"» Ii" IVIasc. bestehn beyde Formen, 
die contrahiitfl und nicht contr<thirte , neben einander, als: 
äjnrSieS. Sprüchw, 31, 12 (sie erzeigt ihm) -l.nS/'i^ i Snin. i, 
24 (sie hat ihn entwöhnt); ^nn3»;o Jes. 5^^, i6 und ebenso 
j Mos. 37; 20. 1 Sam. iß. sßi dagegen ^PDi", Iliob lii, iß 
und ebensa Ruth 4» ^S« Beym SuJ/rxo fem. kommt nur die 
confrabirte Form vor, als: nPiriN Jer, 49, 24, J*a. 34» i7« 
1 Sami^ 1,6. Das-n-?- hat hier überall kein Mappik (§. 21, 3) 8). 
— In Pausa lauten die Formen wie "»jnS^« Ps. 69, 10, 

«n«sfo 4 Mo». fi6. 14. 

: IT T : 

4. Zweyte Person §en. masc. Eey dieser Form 
' liegt überall die Verbalform nVtJp zum Grnncle, daher die 6"«/- 

ftxa oline Bindevocal. Nur bey dem SuJJlxo der isten und 3ten 
Perg. masc. Sing, crsclieinen daneben Formen , wo nur mVtlp als 
Verbalform zum Grimde liegt, und A&sSuff. ("»i"!!", 1) sich mit 
seinem Vocale anschliefst. Mithin: ^Jn*ipn (du erforschest mich) 
Ps. 1391 1; "»inpin (du hast mich überwältigt) Jer. 20, 9 
(neben "»jn^tl^ Ps. 22, 2); ferner InapN (du versammelst ihn) 
5 Kön. 5, 6," vgj. 4 Mos. 23, 27. Ps". ggi 44. Hab, 1, i2 
(neben inp*iaS Ezech. 43, 20). 

5. Zwcyte Person gen. fem. In allen oben^aufge« 
tCellten Formen liegt regelmäfsig "»nSüp. zum Grunde, daher das 
Sujffixum ohne Bindevocal. Das ■'v" derselben wird aber nicht 
selten auch defecüv geschrieben , als: .^JPtS^ (du hast] mich 



A Die Abwesenheit des Mapjjik ist ein auffallender Umstand 
bey diesen und einigen ähnlich entstandenen Formen , und 
für ihren Ursprung wichtig. Es fragt sich nämlich: sind die 
Formen n3-m nSWO, nn»n« entstanden aus HJ— » ri^'?.*3i 
fintnn mit verschlun"eflera n, oder aus ni-rr» MJ»». nrrn« 

Y : - T •«: ^ , T • T ■•* • TT T -» 

jnit einem nur der Bindung wegen hinzugesetzten Dagesch? 
Das erste wird wahrscheinlich aus der Analogie von Wt" föv 
sina-rr und ijpiS»i» für sinnVCiV Dann ist aber auch das n— 
eine blofse Para^oge, wie in» Arab. Vä, ""^ kann gar kein 
Mapfih babeü. 



5, 100. Regelmäfsiges Verbiim mit Snßiods, 34.7. 

gebohren) Jer. 15, jo, v";!. Hohesl. 4 • 9« ' Satn. ig, 17. 
JJeben jener Form kommt indessen auch noch nStJp selbst mit 
Suffixis vor, die den Bindevocal haben, als; ^3mS* (du hast 
-Ulis gebobren) Jer. 2, 27. Jos. 2, 17. Ilobesl. 5, 9.5 ( Ueber dat 
Chirsk der h tzS-n Sylbe vgl. S. 502), 

6. Die i'er«onen des Plural folgen alle Einer Re» 
gel, da die Vi.-rba!formen hie* alle auf !> ausgehn, daher dio 
§uffixa alle oiuie ßindevocal. Dafs öfters defectiv geschrieben 
wird, wie ?n;'>y*^n ; Chron. »3, 3 macht natürlich keinen Unter- 
»chied, 

If. Zum Infinitiv Kai. 

7, Die Fälle, wo der verkürzte Infinitiv 'jtip lautet, fin. 
den sich am häufigsten vor dem Suffixo DD, \^ , als: D^VSM 
euer Essen i Mos, 3, 5, D3*1)2M euer Sagen Mal. i, 7, wone- 
ben etwas seltener Beyspielc, wie OSI.^V 5 Mos. 27, 4, QS-iSp 
5 Mos. 23, 22. Dasselbe Schwanken ist vor 5j, z. B. 9|Siil> 
dein Uebergehn 5 Mos. 2g, 12, tjVPXtJ dein Hören 2 Kön. 22, 
»9, aber auch 5I1CV. Obad. ji (wo das Metheg im Tekte falacU 
ist;, ^\yii_ 1 Mos. '2. 17. Wie DSn^p ist auch ^Jl^fp ebend. 

3« Wenn der mittlere Stammbuchslab Cufturfl/jj ist, so be- 
kommt er statt des einfachen Sckiva (''■), z, B. •»'^na mein 
Wählen fizech. 20^ 5, 03 HM ihr Lieben Hos. 9, 10 ; und in 
der zweyten Person dann Kamez - chatuph , als: D:30NO Jej, 30, 
»2, ebenso D33"ift 5 Mos. ao, 2. 

■ I t't 

g. Eine anomalische Punctation, wie sie siqh sonst nur 
bey Gutturalen findet (§. 47, 5), enthält BSNSb euer Finden 
X Mos. 32, 20 für D3MX55. Vielleicht rührt sie daher, daf« 
' mehrere Abschreiber das O vorn pZene £;eschrieben hatten , wie 
auch noch mehrere Codd. lesen. Ebenso erklärt man D3QV;1fl 
Arnos 5, 1 1 für 050^3. Allein dieses kann auch FoH seyn, 

10. Die Ipfinitivform StJp nimmt mit Suffixis die Form 
S'^p^t selten *7T2|D. an, nur vor 03 kommt St3p vor, Als» 
%nn3 mein Oeflnen Ezech. 37, 13, bV|~3 ihr Spalten Amo« j, 
13, lOtSvyS ihm zu widerstehn Zach. 3, 1. t\'Vp'\ dein Klatsche» 
Ezech. 25, 6, aber D33;nS euch gnädig zu seyn Jes, go, »Q, 
Mit med. gutt. lüJJ.sS ihn zu treiben Rieht. »3, 25, 

HI, Zum Jmp er ativ Kai, 

11, Beyspiele sind: "»ilii^ gedenke mein Jer. »5« '5J ^nfil.^ 
Verfolgs ihn Ps. 34, 15; D3r^ schreibe sie Sprüchw. 3i 3| 
n-'ir^ bewahre es (mit Dag. euphon, $, 87 ). oder üuch wi« 
M3ri3 Jes. 30, ft. 



348 II' HaupUh. Cap. III. Vom Verho. 

Wenn in der letzten Sylbe des Stammworts eine Gutturßlis 

. ist, dann bleibt der Vocal der letzten Sylbe und verlängert sich 

in Kflfnez, als: ^3l>ör?) höre mich i Mos, 23, 11, npvpiö höre 

es Hiob 5, 27; T^:ipH liehe sie Sprücliw. 4, 6. Plur. %3W»UJ 

höret mich x Mos. 23, Q, sj!)S«\rJ froo^et mich Jes. 45, n/ 

JV' Zum Futuro Jial, 

12. Die Verba fut. A, wozu alle jiüt secunda und tertia 
gufturalis gehören , behalten im Singular und Plural gern den 
j4-Ton bey, und verlängern das Patach noch in Knmez. Z. B. 
Sing. "»i^^aV (er wird „mich anziehen) Hiob 29, 14, D\L'aH.* 
■ß Mos. 29, 30, vgl. Holiesl. 5, 3, ,1333^"^ (er liegt bey ihr) 

• 5. Mo«. 28, 30, •'jyeMi'; 2 Mos. 6, 12, 't;)anN^. vgl. noch 
Hiob 22, 27. Jer. 42, 5, Plur, >! n 1 S>*-! ■»_ (sie beflecken ihn) 
Hiob 3, 5 , tllVya*;. Je.s. 62, 5 , inNSrj"i liiob 20, 8 "• s. w. 
Ein Beyapiel vom Gegentlieil l^Si^iK") (ich beschuhete dich) 
Ezech. 16, 10, Einige ßeyspiele, wo auch vor Sufßxis Spuren 

, des 6^»Lautes (als -r: und;») in der letzten Sylbe geblieben. Sind 
schon oben $. ()i , Anm. 10 angegeben, f Vgl. noch. §. 109 
bey den nS« Anm. 5). Von der Einschiebung der Sylbe 
3~ öder J'üT' zwischen die Formen des Futuri und des Sujfixuni 
s. die Beyspiele schon §• 58» 3' 

15I'- Nach einem Aramaismus (im Hebräischen Idiotismus 

der Poesie) w^erden die Sufßxa auch wohl an die Form pSWi":;^ 

mit Nun ■paragogico angehängt, haben aber auch dann gewuhn- 

liclx keinen Bindevocal. Als Beyspiele kommen vor: ^J2i<1p^ 

(sie rufen mich) Sprüchw. i, 2^ . ^JJINS»^ ebend. , ^J^inäv)*» 

(sie preisen dich) Ps. 63, 4» 'H^.'"^'!^'! (sie'dienan dir) Jes, 

60, 7. 10; «inaiiai»^ Jer. 5, 22; IJ^ISS'', (sie fangen ihn) 

Sprüchw, 5, 22; nJw:*»'» (sie finden sie) Jer. 2, 24. Mit 

einem Bindevocal kommt vor laJWS'J'' (sie zermalmen mich) 

Hiob 19» 2, wofür aber die Athianische Bibel, der Analogie 

gemäfser, ^a^ilNS/T*; (Dngesch im zweyten Nun^ schreibt. Im 

Aramäischen ist dieses das gewöhnliche, z. B. «.AXJQ^ACiJ 

» » *, • . 

»ie tiiclten mich, .aajQ^Aaj sie tödten euch. (S. J. D, 

JVIicha'ölis gramm. syr. S. 204. Vaters Handbuch der 
hehr. syr. chald. Gramm. S. 175 ff.). Sie hängen selbst im 
Praeterito das Suffixum an die (sonst wenig gebräuchliche) 
Form mit ], z. JB. ^oi^jQ^^a sie tödteten ihn. (S, de 
Dien gramm., comp. S. 364)« 



Unregelniäjiiges yerhttm. §. ioi* Uehersicht. 34.9 
V. Zu Piel und Hiph. mit Süffixis. 

'■!1 

1 4. Beyspiele von P»W sind : ^'•'"?t- 5|S3p,5 Mos. 30, 5, i:|3*ia 
(er segnet dich) 5 Mos. 2> 7. Inf. ontn*! iCeiier Erbarmen) ]es. 
30,18. D3it.nQ (euer Ausbreiten ) Jes. 1, 15, oapnvi (euer 
Verderben) Ezeoh. 5^ 16. Fut. ^Saj:'» (er wird dich sammeln) 
5 Mos. 30, 4» ^^^1'?. Ö^^'' entweihe dich) Ezecfa. z'Q, jis, 
^SpH (ich sammele dich) 2 Kon. 22, 20, Q^^siNN (ich stärke 
euch)' Hiob 16, 5. Part. nD,\:J^|;;» ( der euch heiligt ) 2 Mos» 
3». »5. 
- Derselbe Fall ist nii^ Petl . z. B. qojoliy (ich erhebe dich) 

Jes. 25. 1. 

Selten ist auch vor q, Di. p das Zere geblieben, als: 
SjnV^I^*?. ( ich sende dich ) 1 Mos. 31, 26, i^nWo Jer. aß« »^i 
l- J^liDn (sie ehrt dich) Spruch w. 4, g. 

f 15. Die einzigen Beyspiele, wo in Hiphil vor Suffixis die 

». Form (••) zum Grunde liegt (auf syrische Art) sind; !!3'lld'lä;' 
f. 13'1'»*.ÖV^ er wird ihn reich maehen 1 Saitl. 17, 25, iinS^Nn 
Hiob'2o.'a6 (s. S. 322). 

IV. Vom unregeimäfsigen Verbo. 

$. 101. 

Üebersicht. 

Worin die Anomalie der hebräischen V^erta bestehe, 
ist schon oben (§. 64., 3) im Allgemeinen angegeben 
•worden. Hier also nur die spezielle Uebereicht der Wirk- 
lich vorkommenden Anomalieen. 

1. Verba imperfecta (D'^ob^ "^PjSa, 0^*1011) sind: 

a) die T^erba J3 » z.B. ^^J (§• toa), nebsteinigen 

?a (§. 105. <^0i 

h) die P^erba vV. geminäntia V, z. B. DDO (§. 1O3). 

Man rechnet hierhin auch wohl die Ferha, deren dritter 
Stammbuchstab n oder 3 ist, insofern dieser, wo er Schwa 
hat, mit den Afformativen ♦ die mit n und J] anfangen, zu- 
sammengeschrieben wird. Allein es ist nicht nothig, diese 
Verba als besondere Anomala aufzuführen , da die ganze Ab- 
weichung lediglich in der einfachsten Anwendung des Dagesch 
tompensativi ($. 19* j. litt, «) be»t«ht. Einig« Bejspiote 



350 IJ' Hauptth. Cap. tit. Vom Verho* 

werden die Anwendung liinlänglich steigen. Z. B. iiJftJ f. 
>iain3 Vbir haben gegeben ülagel. 5, 6; nzi3\vn sie werden 
wohnen Ezech. 17, 23; nSlCHn sie werden gepflegt werden 
Jes. 60, 4. Mit Tav: ni21 du wirst ausrotten 5 Mos. 20, 
fio ; ^nVaa ich war erschrocken Dan. 8« *7j OP)a\yn 2 Mos. 
6* 5i Jjf'yä'D welche dich schreckt 1 Sara. 16, 15. ( VgU 
noch die Verba ll'lÜ, fißis u. a. m. ). 

Schwieriger ist schon fil^O f. nfl'TiÖö dienend 1 Kön. 
1» 15 (nach $. 33, 2, Zz«. c). 

Von dem Vetbo ^fi3 . dessen | sich auch vor fi assimilirt 
B. $. lofli Anm. 5i 

2. Der Vcrba quiescentia (G'^n^) gäbe es eigent* 
lieh 9 Arten j je nachdem der erste , zweyte und 
dritte Stammbuchstab einer von den 3 Buchstaben '^'IN 
ist» und soviel gibt es deren auch im Arabischen. Allein 
im Hebräischen fliefsen einige derselben in einander, oder 
sind nicht bedeutend anomal, und so bleiben noch 7 
übrig, die, je nachdem der erste, zweyte, dritte Stamm- 
buchstab quiescirt, so folgen: 

a) yerbaquiescentia N£3 , z. Bi /^^5 essen (§. 104)» 
5; — — ^a, z. B» nb^ f. nSl gebaren 

(§. 105, A.), 
c; — -^ «Ta , z. B. 310^ gut seyn (§. 1 05, B.), 

d) —^ — "fy, z. B. D^p aufstehen (§. 106), 

ej .— -4. "«y, z. B. 1^3 verstehn (§. 107), 

/; — «-. kS, z.B. N^O finden (§.108). 

g) >^ — riS, d. i. ^S und >h, z.B. n^l 

offenbaren (§. 1.09). 

Die Lehre von den Verhis quiescentibus ist eigentlich 
nur eine detaillirte 'Anwendimg der Lehre von den quiesci- 
renden Buchstaben ($.40 — -42 ) auf das Verbum, wozu 
noch kommt, dafs mehrere im regelmäfsigen Verbo unge- 
wöhnliche Formen ijji unregelmäüsigen gerade die ge- 
wöhnlichen find* 



Unregelmäfsiges p^erhum. §» loi» Üehersicht. 351 

Am wenigsten Unregelmafsigkeit verursacht das S, 
weil es am mindesten leicht quiescirt, und häufig noch 
als Consonant und Guttural behandelt wird. Daher ist 
nur ein Theil der Vevha NS irregulär , und die KV feh- 
len hier ganz , weil das N nur in sehr einzelnen Formen 
Cj^uiescirt. Die Verba "^g j r) und "»"J erscheinen in det 
Stammform gar nicht in ihrer ursprünglichen Gestalt, son- 
dern werden erst durch die Flexion als eolche erkannt» 
Beyde letztere unterscheiden sich überhaupt sehr Avenig» 
und die P^erha ^Q nähern sich in vielen Formen den ig. 

In dem aramäischen SpTachstamme gibt et der irregulären 
Verba noch weniger, indem die Verba 13 und tg , die Verba iy und 
^y beynahe, die Verba mS uhd riS gänzlich in einander fliefsen, 
und Eine Flexion haben. 

Wir werden bey einer jeden Klasse de» irregulären Verbi 
zuerst eine Theorie der Abweichungen , dann das Verbum selbst 
in Paradigmen aufstellen , und die Abweichuugeii davon ia An« 
merkungen beybringen. 

5. 10a. 
Verba primae Radicalis Nun (fs). 

Die Unregelmafsigkeit dieser Verba beruht im Allge- 
meinen auf folgenden Bestimmungen: 

i. Der Imperat, und Infinit, constr. verlieren ge- 
wöhnlich per aphaeresin (§, 34., \ litt, c) ihr Nun im An- 
fange des Wortes, welches in diesen Formen Schwa haben 
würde. Z. B. p^ (küsse) f. ptiJ3; Nl^ (tragen) f. 
Nl^J Vi. 89» »o. Der Infinitiv hat aber fast durchgehenda 
zum Unterschiede vom Imperativ die Femininalendung 
n_-L oder (bey Concurrenz einer Gutturalis) H--^, z.B. 
n^5 (sich nähern) f. H^.«, HV^ (berühren) f. V\VX{. 

c. In allen Formen, w^o das Nun ans Ende der Sylbo 
tritt, assimilirt es sich gewöhnlich dem zweyten Stamm- 
buchstaben, nämlich Fut, Kai ^PJ.'^^^'!, Praet. und 



353 //. Haxiptth. Cap. ilT. Fom Verho, 

Part. Nif)7t. T£J54, ^5:1, in gans Hiphil und Hoph. ty^^J^ll,, 
[inf. ^^i?.n pays, ^(n, 

5. Im Ffituro und /mp. kommt die Form mit /^ in der 
letzten Sylbe etwas gewöhnlicher vor , als im regelmäfsi- 
genVerbo, z. B. p^ (küsse) * Fut. p^\ Auch kommt 
die sonst seltene mit £ vor, s» B. ]T\, \'!V^. 

^i Alle übrigen Formen sind vollkommen regulär, 
Z. B. Praeti , Inf, ahsoL und Part. Kai , ganz Piel und 
Pyal u» 8. w. Aufserdem kommen aber auch in vielen 
Verbis neben jenen compensirten und abgekürzten Formen 
die vollen, regelmäfsigen vor. Namentlich ist dieses der 
Fall bey den meisten , wo der isweyte Stammbüchstab 
Gutturalis ist, z.B. ^^^^7 (verachten), /fl^'^, (besitzen). 
Hier ist das Ausfallen des Nun Seltenheit, z» B. Fut. nfl]) 
(Jer. 21, 13), neben TT^JiTS^ fPs. 38. 3). von VTil O^^"^" 
absteigen). Niph, DH-, f. DH-J (sich trösten). 

tm Arabischen findet allein diese volle Flexioit Statt, so dafa 
diese Verba gar nicht uiiregelmäfsig sind. Im Syrischen findet 
sich nur die defective, im ChaldäiscLen (wie im Hebräischen^ 
beyde neben einander im FuturOi 

5. Ein Kennzeichen dieser Verba im Futuro ist, wenn 
auf das Piraeformativum ein Radicalbuchstab mit Dagesch 
lind dann nur noch EinPiadical folgt (vgl. jedoch Anm. 9). 
Minder sicher ist dieses im Imp und Inf. constr. , wo 
die defectiven Formen dieserY exha. nicht sicher von denen 
der Verba IS zu unterscheiden sind* Doch hat der Imp» 
hier gewöhnlich A^ dort £, 

Die genaueren Belege siehe in den Anmerkungen zum 
Paradigm. Wir wählen dazu ^-5J und stellen die Formen 
80 auf, wie sie wirklich von diesem Verbo vorkommen. 

Kai. 

Praet. tlJjS regulär» 

Inf. absoU ^1^3 4 constr, hUJj. 



Unfegelmäfs. Verh. §. l o 2 . Verha p'im» Radical. Nun, 353 

Imperativ. 
Sing. Flur, 

tn. f. in. f. 

Futurum, 

Beyde Participia reguUir. 

N i p h a 1. 

Praet. tS532 mit regulärer Flexion. 
Jnip.nnälnf, ^a^H. Fzft. ^*53\ 

«z ..T • ••*• 

Part. \I^53. 

H i p h i 1 und H o p h a I. 

Pract. TÜ'^sn. 2. Pcrs. nU^^'-^n u. s. \y. Inf. und 
Jmp. ^IJ^AH. F«^ ^^^"^ U.S.W. Part. lli'^SiC. 

Pass. Praet. und Inf. tyjn. /^«^ ^5"'. Part, 

Anmerkungen, 

I. Zu Kai. 

1. Im Inf. constr. finden sich dia rollen, regulären 
Formen theils neben den defectiven , theils allein im Gebraiitli, 
Beyspiele sind : iJJ3 (beiühren) 1 Mos, 20,6, mit Suff. 1i>i3 
3 Mo3, 15, ß5, lieben nViT 2 S.im-, 14, 10; J>t:J (pflan/en) 
Jes. 51, 16. Jer. j, 10, neben nt*U Koliel, 3, ;i ; ^ri i Mqs. 

2 



554- ^I' Hauptth. Cap. II J. Vom f^erho. 

38' 9' 4 Mos. 2o, 21, lieben n.n f. n!iri (s, Anm. ii). und 
ohne die defeciiven Formen lua ( bewahren ) Sprüchw. 2, g, 
b33 (verwelken) Jes. 54, 4, Dp3 (rächen) Ezech. 24, 8- 
25, 12 1'). Mit 3'iJ^. lautet der Inf. iPiüS 1 Mos. 35, 3. 

2. Im Imperativ hat die defective Form aufser Patach . 
auch Zere und Cholerii, beydes im Paradie;m selbst, vgl. tyilsSam. 
1, 15, -nJ^, 1 Mos. 19, 9, i\y3 Ruih 2, 14, WiT Jos. 3, 9. 
1 Sam. 14.53. Andere Beyspiele sind; hv ziehe aus 2 Mos. 
3. 5. IP gib * ^^03. 14, 21. 

Häufig haben diese Formen He paragogicum, w^odurch dann 
der Vocal verloren geht, z. B. niP\ gib her!, nilJ.^ komm her 
u. s. w. 

Beyspiele der vollen regelmäfsigen Form sind: vJvi lafs! 
Sprüchw. 17, 14, lll.i gelobet Fs. 76, i2, !)l?t;i pflanzet 
z Kun. 19, 29. 

3, Futurum. Beyspiele der vollen , regelmäfsigen Form 
kommen, wo nicht media radicalis Gutturalbuchstab ist, immer 
nur neben der zusammengezogenen vor;, als: Vi/aspi Jes. 58.5» 
sonst ryjs 5 Mos. 15, 2 (drängen); «l'-iJn Ps. '68t3. neben 
>j'ii Ps. 1, 4 (verwehen); IbJ'' Jer. 3, 5, neben llH"» Ps. 
103, 9 (bewahren); isi«' Ps. 73, 7. 140,2. 61,3, neben 
»^JS'» (dass. ); Sp^l Hiob 40, 24, neben ipi 3 Mos. 24, 11 
( durchbohren ). 

Der Vocal der letzten Sylbe kommt im Futuro aufser dem 
Paradigm noch in einigen Verbis vor, z. B. Sti"» 5 Mos. 23, 40; 
p'ü"^ '>■ Mos. 41,40 (küssen), allein das Fut. O ist hier, wie 
im regulären Verbo, das gewöhnlichere. Das E im Futuro 
kommt nur in ]n3 vor: ^P"« er w^ird geben ( w^ofür nur einmal 
ijS -\P^ Rieht. 16, 5). Auch die Syrer und Chaldäer haben es 
in diesem Verbo (1^^% » '^J )» aufserdem nur vonSsi Fwt. Sö*» j 
\Ji^j et wird fallen. 

ir. Zu Niphul. 

4. Insofern auch Piel in der zweyten Sylbe zuweilen PaiaciJ 
hat, sind das Praet. Niph. und Piel dieser Verba zuweilen gleich- 



h) Das schwierige 'n3n Ps. 8» 2 > welches der Form des Inipera- ^ 
tivS mit He paragog. gleiclit, kann kaum in diesem Zusam- 
menhange für etw^as anders, als den Inf. fem, gehalten werden, 
w^ie n"l*l 1 Mos. 46, 3 (von Tl"'), der hier pro verho finita 
steht. And. Erklärungen s. in i> tauge Anticritiea in locos 

, qiiosd. Psttlniorum p. 92 saq. 



Unregelmüfs,V^erh. §. 102. f^erha prim.Baäical. Nun. ^^^ 

lautend und müssen durch den Ziisammenlianguntcrscliiedrn -wer- 
den. Z.B. nn3 (herabsteigen) Nip/i. l's. 33, 5. I'i. Fs. iQ, 
55' 65, 11; D|33 (rächen) Nlph. 1 Sam. 14, 25, Pi. a Kün. 
9. 7. Jer. 51, 36; ebenso M\ya (getragen werden) vgl. 2 Mos. 
25, 23 und 1 Küu. 9, II. Bey u/i^J Jes. 5, 5 ist es geradezu 
zweitelhaft, ob es Pi. oder Niphal sey , da die Constrnction bey- 
des zuläfst. 

5. Als seltene Form des Piaet. und Pa/t. ( mit Cholera in 
der letzten Sylbe) findet sich HiSJ (er ist beschnitten worden) 

1 Mos. 17, z6. 27, i'a^^ n-iSlaa 54, 2a, von Sca = S^ö 

beschneiden 1 Mos. 17, 11. Entsprechen Je Formen ümlen sich 
auch bey den Verhis 1?1^. Die Wahl dieser Fenn ist hier ver- 
inuthlich insl)€sondere durch das gewöhnlicJie S^D herbeyoefahrt 
worden. Von einer andern Ableitung dieser Form s. unten. 

6. Tax den Inf. ahsol. kommt vor tji;^^ Flicht. 20, 30, 

lir. Zu Hiphil und H op h al. 

7. Von Hiphil kommen n:ir äuJserst wenige Bevspiele vor, 
die das 3 behalten haben, als: ^ITiinS ( ausr.ugiefson ) Ez.ech. 
22, 20, SaoS (zn stürzen) 4 Mos. 5, 22, Ipflin (sie sind 
abgerissen) Rieht. 2o, 31. Mit Gutt. D^Siy3-;1 ( sie- bescliuhe- 
te« sie) 2 Chron. 2S1 15. ■"'^.''.fl^'l (ich gab zum Besitz) Jer. 

8. In Hoph. herrscht die Form mit Kihb uz. Die mit Kamecr 
(thatuph kommt nur in dem einzigen so eben angeführten Bey 
Spiele vor, wo nicht contrahirt worden. 

IV. Allgemeine Anm e r kun gvn, 

g. Nach Art dieser Verba ]3 flectiren sich auch eine Anzahl 
von Verbis ^3 ($. 105, C), so dafs nian also, w^enn man ein 
Dageich nach den Praeformativen findet , nicht immer auf ein 
Verbum ]a schliefsen kann, sondern, wenn sich ein solclies nicht 
findet, bey den t'3 und (nach §. 103, Anm. 14) bey den ifv nach- 
zusehen hat. 

10. An den Anomalieen der Verba ]3 nimmt auch das Ver. 
bum nph (nehmen) Antheil, dessen Lamed wie das Nun dieser 
Verba behandelt wird. Daher Imp. np (seltener nj^S 2 Mos. 
zg, i), nnp, "»np, ?np (seltea "»npS 1 Kün. 17, 1»), Fut. 
np^, Inf. absol, n1p*5 . aber constr. T\np_, einmal ~rinp 2 Kon. 
12, 9, mit Suff. innp. Hoph. fut. np"^, aber Niph. beständig 
npSi. Da sich Lamed auch sonst in sichern Beyspielen assimi- 
lirt (s. $. 33, 1. litt, h), so hat man keinen hinlänglichen Grund, 
«Üese AtsirnÜAtion hier in Zweifel zu ziehen, und ein mit npS 

Z 2 



256 //. Hauptth, Cajj. III. Vom Verbo» 

gleiclibeileutendes Verbiini np3 zum Grunde zu legen (nach §. 115), 
Die Verwechselung der -prima radicalis Nun und Lamed kommt 
sonst allerdings in den semitischen Sprachen vor (s. hehr. M'ör- 
terb. Th. 2. S. 513) i)- 

Einige ältere Grammatiker (z.B. Buxtorf thcs. gravvn. 
S. »54) rechnen ebendahin auch ll^i^lj sie iverden ausgcscfilagen 
(von den Zähnen) Hiob 4, 10, welches sie von vr\h ableiten, 
und mit n11>nS» (Schneidezähne) combiniren. Allein hier ist das 
Wort VT)Ü = yDZ mit Nun vollkommen gesichert, und jenes 
mit Lamed völlig unzulässig. 

11. Das Verbum \t\^ (geben) hat das Eigenthfimliche , dafs 
sich auch das ] als dritter Radicalbuchslab assimilirt , wenii^stens 
, im Vraet. Kai und irn Inf. Daher PHi, "»nna , DPn2, Inf. nP 
für njn, mit Suff. Tin u, s. w. 

Ucbcr nfiPi für nnri3 2 Sam. 22, 41 s. oben S. 139. 

§. 103. 
Verba mediae geininatae oder geminantia y(lyy). 

Das Paradigm dieser Verba, die im Arabischen Verha 
surda oder dupUcaLa genannt werden, beruht im Allge- 
meinen auf folgenden Bestimmungen : 

1. Die Haupt- Irregularität besteht darin, dafs die 
beyden letzten Stammbuchstaben oft in Einen verdoppel- 
ten zusammengesprochen werden, und nicht blofs in 
dem gewöhnlichen Falle, wo kein Vocal dazwischen 
liegt, z. B. 

Fraet. n2C f. TIDD.O 

^30 f. ^2:50 

Imv. '^20 f. -^nDO 



i) Ezech. 17, 5 steht np und Hos. 11, 3 Dnp in Verbindungen, 
wo man DpS , Dn^t)*? (er nahm, nahm sie) erwarten rtiüfste. 
'Dieji-phaeresisAes S in dem letztern Beyspiele hat keine Schwie- 
rigkeit ( s. §. 34, ». litt. J), auch für h gäbe es Analogieen 
(s. ebend. Anm. ). Indessen befremdet noch die 3te Person 
beym Hosea. Man raufs hier entweder einen Wechsel der Per- 
sonen annehmen, oder kann sie mit Storr (ohservatt. ad 
anal, et synt. S.^o^) für lufihitir p/o vcrho ßnito nehmeo. 



Unregelmäfs. T'^erhum §. 103. ferha med. geniiti. 357 

sondern auch, Avenn ein solcher dazwischen liegen sollte. 
Z. B. 

Praet. DO f. DDD 

Imp. u. Lif. 30 f. 32p 
Die Contraction geht nur dann nicht vor sich : 

a) wenn ein langer unreiner (unverkürzharer ) 
Vocal vor oder zAvischesi der peiiiinata sieht. Z. B. 
Ivf. ahsol. 3'^:20 , Pari. act. 33*10 pass. 3^30, Pool 
33'iO u. s. \y. In Hipbil -wäre dieses der -Fall mit 
3^"23^, Allein hier hat man die verkürztere Form 
33Sn zum Grunde gelegt, deren 330 dann allerdings 
in 30 zusammengezogen "werden kann. 

b) wo die geminata schon an sich ein chatakteristi- 
sches JDagesch hat,* wie in P/t-Z, Pyal , IJithjme'L 
Daher sind diese Conjugationen gänzlich von der ÄnO' 
malie ausgeschlossen und vollkommen regulär. 

Beyih Lißnit. kann auch die Segolatform aSp (Vt!p, 'jöp) 
als zum Grunde liegend gedacht werden, wo dann zwischen 
der -geminata kein Vocal wäre , \%'ie in den ersten Beyspicien, 

Im Arabischen künncn Beyspiele, wie 33iD, allerdings 

auch conträhirt ^ve^den , z. B. Conj, III. vjV,»C ^"'^ Oü^/C. 
Allein der Hebräer duldet kein Dagesch nach einem so lang £;e. 
dehnten Vocale, was auch der Aussprache sehr angemes- 
sen ist. 

2. Der einsylbig gewordene Stamm erhält nun durch- 
gängig denjenigen Vocal, Avelcher in der zideyten Sylbe 
des vollständigen Stammverbi oder zwischen der gemi- 
7/(7ffi5 gestanden haben würde, und welcher auch im regu- 
lären Verbo den Charakter der Form enthält. Dieser tritt 
nun zAvischen den ersten und zweyten Radical zurück. 
Z. B. 30 f. 330 ; ^in f. ^33*1 (nach der Form "^^O^) , 
Inf. und Ivip. bb f. 330, selten wie 30 f. 330 (VcJp), 
Fat. 35)^ f. 330^, , Hiph. 3071. f. S30n. 

Einige Fälle, wo ein anderer Vocal Statt hat, als in des 
letiten Sylbe des regulären Verbi, erledigen sich durch no. 6", 



358 Jl' Bauptth. Cap. II J. Font Ferho. 

Im Arabischen £,ilt diese Bestimmung nicht, insofern d'orc 
öfter auch der Vocal der ersten Sylbe in der contrahirten Form 

als charakteristisch bleibt, z.B. 3 für #\ ^5, 

J J^ 

3- Nach jener Zusaninjenziehung sollte eigentlich 
der If'Zfe Stammbucbstab durchgehends Dagesch erhal- 
ten. Dieses kann aber am Ende des Wortes nicht ge- 
schehen (§. 57, c), und die Verdoppelung tritt also nur 
dann ein, Avenn die Form hinten durch einen Bildungs- 

Zusatz wächst. Also nicht 20, 30, aber HiBD, ^30» 

Um die Verdoppelung am Ende in jenen Fällen nicht verloren 
gehn z!i lassen , contrahirt der Araber dieselben gewöhnlich gar 

^ ^ o y ^^ 

' nicht, z. B. in der gewöhnlichen Aussprache OcX'C , /"f- 0<-X«l«-Jf 

wofür nur seltener Ov^ madd , Ok^.^ yamoti^ gesprochen wird. 
(Vgl. jedoch Jalins arah. Spraclilehre S. 13. 28 )v 

4. Wenn das Afforraativum mit einem Consonanten 
(H, 3) anfangt, so Avürde das Dagesch ^ als am Ende 
der Sylbe beiindlich, ebenfalls nicht hörbar seyn (§. 37, 3}. 
Z.B. nSO, "^JSO, nJ3v3, nj3Dn. Damit dieses aber 
geschehen könne, schob man zwischen den Stamm und 
d^s /iffor7nativum im Fraeterito "^ ,' im Futiiro und demlrnp. 

•»—ein, z.B. nl30, -^3120, 7^2^30, n:bon. Das 1 
kann aber auch defectiv geschrieben werden , z. B. n.-^^« 
Die Fälle, wo es ausgelassen wird, sind verhältnifsmäfsig 
selten (s. Anm. 16). 

Die angeführte Einschaltung einer litera qulescens findet sich 
gerade so im Arabischen , aber mehr in der Vulgärsprache, als in 
der Schrift, und 'Büchersprache, wiewohl auch in dieser Bey- 

y- fj ^ ^ y it ^ y 

spiele vorkommen. Statt des regelraäfsigen ^3oOv<C , O^-^^^ 
II. s. w. der Paradigmen spricht man nämlich häufig ^^Jc\^ 
madit oder maddit , was von Einigen auch w^ohl geschrieben 
wird. Der Araber hat hier das "* gewählt , was der Hebräer im 
Futuro hat, (Herb in principes de la langue arabe moderne 



Unregelijucjs. ferhnni, §. 105. T^erba med. gemin. 359 

, (S. ^2..X^6, Donihay s:ramnu mauro - arahica S. 22 §. 50. 
Sacy grarnm. arahe 2'. /• S. 152. Jahns arah. Sprachlehre 
S, 2 II. fliein p^e/s. iih^r die Maltesische Sprache S. 24). In 
dem vulgären Dialekte der Malteser laurei. 7.. B. die Conjiigation 

'''on C-A^ hhah , hhahhet , 2. hhahheit ; 1. hhahheit. Flur. 

■ hhahhen; 2. h.hahhritu; 1, hJiahheina. Man sieht hieraus 
zugleich, dafs, wie ira Hebräischen, die oeminata hier wirklich 
vcidoppelt ist, W4S von den übrigen Granunatikern zum Theil 
iiicht angemerkt ist. 

5. Die Praeformativen des Fuiiiri Kaly Praet. 
Isfiphal, ferner in ganz Hiphil und Hophal, welche 
nach dieser Zusammenziehung des Stammes in eine ein- 
fache Sylbe au stehen Isommen (3ö — "^ statt 33p — ^), 
erhalten nun statt der hirzen Vocale in der normalen Stru- 
ctvr lajige. Daher Praet, Hiph. ^DH f. 330 H; Inf. 30n 

f. 33pri; Fut. 30";. f. 333: ; lioph. 3bih f. 33cn" 

J.ene langen Vocale sind aber (ausgenommen ^) nicht 
unrein, sondern verkürzen sich, sobald, der Tori fort- 
schreitet, z. B. n^3pn, nJ'33i^. 

6. Hierbey Hegen nun aber häufig ungewöhnliche 
Formen des regulären Verbi zum Grunde, zu denen sich 
doch aber auch sonst Aiialogieen nachweisen lassen, wäre 
es auch nur in den Dialekten, 

So steht: 

im Fat. 30^ f. 330^ statt 330% nach dem arabi- 

sehen VXJij; 
.im Praet. Niph. 30^ f. 3303 statt 33C;3 (wie in 

den Ferbis "iV) ; 
Fut. Niph, 3D; f. 330"^ st. 330^. (§.90, Anm. 4.) ; 
Hiph. 3Dn f. 33pn statt 3"'3pn (s. oben no. i ), 

wie im Syrischen und Chaldaischen ^i^pN , V!>^£] , 

ira Hebräischen im Inj, Imp. und Futuro (§.94-» 
Anm. 2 — 6)» 



36o //. Haupt th, Cap, III. Vom Ferbo. 

Die der normalen Flexion entsprechenden Formen 
kommen dabey nur selten vor, z. B. 

Fat. Kai *10^, f. ^"^ü^, ' 

Praet. Niph. Sh: f. SSrjj u. s. w. 

7. Aufser Piel^ Pyal, IILthpael kommen in dersel- 
ben Bedeutung von vielen Verbis vor : 

a) die Conjugationen Poe^ , Pnal und Ilithpoel, z.B, 
Sb'^iy pajj. SSlV , Hithp. hS'iynrt (gegen jem. ver- 
fahren , et^vas ausführen ) , öfter neben Piel , z. B, 
^ X-2fn und X!f 11 (§.72,5). 

h) die Conjugation VUpel (§. 75, 2) mit ihrem Pass^ 
nndRcßöxivOt als; ^-^ <i^ , T^^i^nn von 11% wälzen. ' 

J FT ,■;.»..;—;• — ^ 

Die letztere Conjugatiou ist auch im Arabischen sehr h^vi- 
fig, z.B. \ A wanken, \ • JA wanken machen, wiewohl 

man die letztern Formen »ewöhnlich als eigene "Verba betrach- 
tet (Silv. de Sacy gramm, ßrahe T. I. §, 252}. 

8. Der To7i bey diesen Verbis hat das Eigenthünir 
liehe , dafs er : 

a) nicht auf die Bildungszusätze, die mit einem 
Vocal anfangen ( 1^— , ^, ^— ) fortrückt, soiiderq 
bey dem Hinzutreten derselben auf der Stammsylbe 
tleibt, die daher auch den langen Vocal vor Dagesch 

beybehält, z. B. ^Sib, "»30, ^26\ 

h) wo die Bildungszusätze mit einem Consonanten 
(H, 3) anfangen, ruht der Ton ebenfalls nicht auf 
diesei) sondern dem eingeschobenen 1 und "'tt, z. B, 

nil^D , ni^SpJrJ , ausgenommen bey ÜT)^ und JH , 

welche den Ton haben , z. B. DHlSD. 

Dieses gilt indessen nicht von den 110. 7 angegebenen 
Conjugationen, Avelche nach der regelmäföigen Analogie 
von Piöi conjugirt werden, 

. * * 



JJnregelmäfs. f^erhiim. §. 103. T^erha med. gemin. 361 

9. Neben jenen anomalen Formen existiren in ein- 
zelnen Verbis auch die vollen regelmäfsigen (wie bey den 
Verbis |5). Die Beyspiele s. Anm, 13. 

Kai, 

Praet eritiim. 
Sing. Plur. 

VI. f. m. f, 

3 30 n30 130 

• 2 r>'3o n"{30 Bni20 rniso 

X ■ — - - r - I V - 

i "»niso 10 130 

Jnf. ahsol. DlDO. ■^"/' consLr. 3<b. 

I in }} e r a t. 

S 3t> ^30 • 130 n3>3D 

P zf t II r II m. 

- 3 30^ 3bn 130'» n3^3on 

■»■ -r » TV--: 

"* 3Dn **3on I30n n^^'^.on 

* - 3bs 3b: 

Part, rtc/r, 33IO, Part. pass. 5^3P. 





N i 


p 


h a 


1. 




Praet. 




5in 


o* 






P/«r. 


in. 


/• 






/• 


3 303 


«303 






003 


2 ni3D3 


nV303 






onisqj ini3D3 


1 '»ni'303 

• «- i 






131303 



5^2 //. Haupt th. Cajj. II J. Vom Verbo. 

Inf in. 3ÖH 

Jmperat, 
Sing. Plur. 

m. f. m. /. 

Futnrum, 

Farticip. 303. /• H^O:. 

H i p h i I. 
Fr aet. 

Sing. Plur. 

m. f. m. f. 

3 3Dn nabn ^sbn 

2 ni30n nVaon orjiaon iniaon 

• -I • -> 

J« fi n. 20n. 

I VI p e r a t. 

Tuturum. 

a aon ^abn -isbn n:bon 

Farticip. 3100» 



Unregelmäfs. Verhum. §. 103. Verha med. gemin. 363 
H o p h a 1. 

Praet. DO^H f, 7130^71. Die übrigen Formen kom- 
men nicht vor. 

Fut. 20 T u. s. w. 

Partie, 30^D. 

X 

P o e 1 , P o ä 1 und H i t h p o e I. 
Statt der Paradigmen geben wir hier nur Beyspiele. 

Poel. Praet. H^/'iy sie hehaudeltc übel Klagel. ^, 5t, 
nbSiy Hiob 16, 15. Inf. und Jwp. SSly Jer. 
6, 9. Fut. V^b'iV^ Jer. G, 9. Part. pginO Ge- 
setzgeher 5 Mos. 35, 21. 

Poal. Prae^. /Sly Klagel. 1, 12. Part, Hiy^ü gequält 
Jes. 53, 5. 

Hithpoel. Praet. '^'':l'^y^J*^, sie stiefsen sich 1 Mos. 25, 
2 2. Inf. '^/.'^-^nn j-fcÄ v)idzen 1 Mos. 43, iß. 
jp/it, DOin'vtJ"^ erstaunet Ps. 14.3, 4. u s. w. 

Pilpel mit seinem Pass. und Refhxivo^ 

Act. ^"^J^.T^l-^^ M«^ i<^^* wälze dich Jer. 51, 25. //«/». 

H/O^O erhebe sie Spruch w. 4, 8- J^"/- ^^'5^}^ 
icÄ zirpe, girre Jes. 33, 14* P^^t- '^^SJiQ Jes.' 
10, 14. 

Pass. lyüy^.n ihr werdet gestreichelt werden Jes. 6Q, 1 2. 

Reflex, "^'-"^"l^nn sie ivnJzen sich Iliob 30, 14. Fwt, 
'T'D'IDh^^ er ereifert sich Dan. g. 7- 

Anmerkungen. 

I. ^ u Kai. 

1. Voti dem Praeter! to kommen einzelne Beyspiele med» 
O vor (nach Sd^), als: ^löH sie erheben sich Hiob 24» ^4 (f* 



364. //. Hauptth. Ca]}. II J. Vem Verla. 

1»fc*l), neben !|)31 22, i2; i\2.^ sie werfen Vfeih 1 Mos. 49, 23 
(f. i:3iJ*l) zum UnterscbieS^e von !i3\ sie sind z>iel. 

Be}^spiele, vro die geminata guttural ist, sind: *r\1*lJ<1 und 
ich verfluche Mal. 2, 2, ^nin'J ich loar gebeugt Ps. 55, i4, 
gns iiff i/«ti blendend KlngeL 4, 7 (letztere beyde mit Dag. 
forte implic). 

Wenn das T^av conversiviim Praeteriti vorgesetzt wird , so 
rückt der Ton von penultlma auS idtimam fort, z. B. si^nl und 
sie werden schnell seyn Hab. 1, Q, n2*T1 und sie wird grofs seyn 
Jes, 6, 12. Dieselbe Tonsetzime; findet sich auch sonst, ohne 
dafs sich ein äufserer Grund davon zeigt, als: =121 Fs. g, 2, ^kp_ 
Jer. 4, 13, n^t Hiob 15, 15, ^^^ Jcs. 33, 14, ^n'l) P; ?5. 9» 
qS'l Ps. 55, 22, ^n*4 Hah. 3, 6 (s. Michaelis Cfuaest. 
graiietn, no. 5?). und in der ersten Person •ril^'n Ps. \ l6, 6, 
»nlnn Jes. 44, 16, ir>iii\!i 5 Mos. 52, 4 1. Vielleicht ist e» 
niii: Inconsequanz der Accentuation. 

2. Da» Choleui des Jnßniti'^ , Imperativ nnd Futuri (iö, 
Sb"), ist, wie das des regulären Verbi (Vt:|:5, St^p"'), woran« 
es entstanden ist, vocßlis pura (die sich in Kamez xinA Kamez' 
chatuph verkürzt) und soll deshalb dejective geschrieben seyn. 
Dieses ist bey weitem in den meisten Beyspielcn e;eschehen , und 
Ausnahmen kommen fast nur in der etwas spätem Orthographie 
vor. Beyspiele shid: Inf. t1:iS zu rauhen Esthi 3, »3. ö, 1 i. 
Jmp. SS^ Ps. 37, 5. vgl. Sil 22, 9, Din schweig, stehe still 
Jos. JO, i2. Ps, 37, 6, "»Öln Ps. 62, 6, *li'S binde zusammen 
Jes. 8» i?» I^'lp sammelt Zeph. 2, 1. Fut. tll?'' ^r iüjVJ Jtarfc 
Dan. )i, 12, ^•A^'y*^ sie rotten sich Ps. 94, 2 i , hs^ti^ er füt- 
terte Rieht. 19, e^i-im Chetlüb. (Keri S^»n). 

Im Chaldäischen und Syrischen ist diese scriptio plena herr- 

sehend ( pll . pl'n''.. «-^O? 4 *-£>0,^), und dorther ist sie un- 
(Itreitig auch in die hebräische Orthogr.-iphie eingedrungen. An 
mehreren Stellen weichen übrigens auch die Codd. bedeutend 
ab, und schreiben zum Theil ohne 1. Ganz unrichtig und der 
Analogie zuwider ist es, w^enn Buxiorf , Ilezel , Kater die volle 
Schreibart (ülO, SlD*) im Paradigm aufführen, denn nicht die 
Norm ist dieses , soutiern Abweichung 1<). Richtig bemerkt die- 



}C) Dem anderen lixtrem, aber freylich der Regel angemessen, 
folgt Elias Lev ita ( JVJassoreth Hcnimasoreth 8. 131): 
„ Der Inf. und Imp. der Verha geminata sind allzeit mit Cho- 
lem und defectiv, *' 



Uiiregelmüfs. f^cilum. §. 103. F^erba med. gemin. 365 

ses schon J. D. Michaelis (Supplemm. ad Lexx. hehr. S. 277), 
wiewohl hier v\-ieder nicht genau ist, dafs die scriptio plena vor 
Dagesch vielleicht nie vorkomme. 

3. Die £;o\vöhnliche I n f i n i ti v form aö lautet vor Mak- 
keph ~^Q, z- !'• ']*) jubeln Iliob 53, 7, mit Suff, wie ipna 
als er festsetzte Sprüchw. 3» 27. 

Aufserdeni haben andere Verba die Form :jd (nach 53«^?), 
z. B. "clü sich Jucken Jer. 5, 26, *7*lS zu Boden zu strecken Jes. 45, 1» 
mit Sujf. DiT^ya zi'<?j7 sie sich vergangen i Mos. 6, 5 j DI^S «wt 
j/t? £u sondern Kohel. 3, ig, iVl (von 'jn ) J^/« Leuchten Hieb 
2p, 3. JSine Form mit Zt^/e kommt ntir im Nomen vor, z. B, 
|n (§. 121, no. 10 der y':?). 

Mit der Femininalendiing kommt vor ni>S zerbrechen (von 
J^yi } Jes. 24, 19 als Inf. nhsol. Aufserdem geliören hierhau 
wohl die Formen riavi verwüsten Ezech. 36, 3, nl3H g'>ädig 
seyn Ps. 77, 10, tpi^n mein Verwundetseyn Ps. 77» n» ^nlST 
mif/n Denken Ps. 17, 3, welche alle so vorkommen, dafs man 
sie als Infinitiven der Verba DÖ\^) , pH , Shn , DJD7 betrachten mufs. 

-T-T -» -r 

Dieses wird nun auch begreillich , wenn man sie als ursprüng- 
liche PluralforrTsen nach der Form "^V) , fern. nSt? nimmt. Diese 
Annahme ist leichter, als (mit Buxtorj. thesi gramm. S. 165) 
an eine Entstehung der Form von den Verbis nS zu denken. 
Uebrigens mufs diese ursprüngliche Bedeutung im Spraclige- 
brauche verloren gegangen seyn j da sie nlit Singularen con- 
struirt w^erden (Ps. 17, 5. 77, 11), und Singularsuffixa haben, 
w^iewohl letzteres auch mit der Pluralform bestehen kann ( §. 60» 
Anm. 2 ). 

4* Vom Imperativ kommt neben der gewohnlichen 
auch die Form mit Patach vor: Si^ wülzs Ps. iit)» 22, und 
mit He parag. n^5 schütze Ps. ßo, iß, n*lN^«c/((? 4 Mos. 22, 6. 

Vor Suff, rückt der Ton auf das Jfformutivum, und der Vo- 
cal vor Dagesch wird, verkürzt, z.B. n^^G erhebet sie .Ter. 50,26. 
Ebenso jedoch auch einige Mal ohne Snßixa, z. B. '»?-\ scheera 
du Jer. 7, 29, 13*1 jubele Zach. 2, j^, ^^i'^ jubelt Jesr44,23. 
Jer. 31, 7; "f^n/eyere Feste Nah. 2, 1. 

Vor dem He parag, bleibt der Ton, daher n-T^l; sey stark Ps. 
öß, 29. — i2J3p verwünsche ihn 4 Mos. £3, 13 hat das Nun 
epentheticum vor dem Sujjfixo. 

5. Das Futurum zieht bey dem Vav conversivo den Ton 
vor, w^o dann Cholem in liamez-chatuph übergeht, z. B. t-V^I 
und er schor 4 Mos. 11, 31, :}C>") er umging Rieht. 11, icJ, 
OriÄ'j er verwirrete 2 Mos. i/i, 24, nur in Pausa Dn»"» 2 Sam, 



366 IT. Hauptth. Cap. III. VomVerlv. 

22, 15 Keii. (Die Form ist hier genau dieselbe, wie bey de» 
Verbis Sv). 

Dieselbe Verwandlung des Chslem geht vor sich , wenn der 
Ton durch hinzutretende Sujffixa fortschreitet, z.B. ^iDn*» er sey 
uns gKüJig Ps. 67, 2. 123, 2, si.Tli^nB ihr sollt ihn jeyerrt 
2 Mos. i2, 14« Ontt)^ er verwüstet sie Sprüchw. ii, 3 Keri; 
oder es wird auch Kihbuz gewählt, z. B. '»j'li'»^ er wird mich be- 
tasten 1 Mos. 27, 12, *^3n^, qsari'* er wird dir , ihm gnädig 
seyn 4 Mos. 6, 25. Jes. 27, \\. ^ 

^3n'' er ivird dir gnädig seyn 1 Mo». 43» 29. Je«. 50, 19 
ist wahrscheinlich Versetzung der Vocale für !^3n^. Wenigstens 
ist diese Annahme viel leichter, als eine andere, wornach es /«t» 
Hoph, von Hin = ]Jn seyn solle, für nJnf mit dem Suß^. ?|. 

6. Das Fut. A in diesen Verbis , welches von vielen Gram- 
roatikern verkannt worden ist, hat unter den Praeformativen 
Zere, w^eil es von der regelmäfsigen Form (StSp^) ausgeht. 
(^S. oben no. 6. des §. ). Das Patach in der letzten Sylbe liebt 
nämlich das E in der vorhergehenden (vgl. i:'Tn^, *"3y/?. ""*! 

•5bV», auch in anderen Dialekten' v^l. z. B. hQ.ii)\ binde, vQS( 

ifs, neben 'f^\ sprich"). Die vorkommentlen Beyspiele sind: 
^ßi er ist bitter Jcs. 24, 9 (von 1*1» ) ; SpNI ich bin verach- 
tet i Mos. 16, 5, hpF\ V. 4, !|^J5;i vonSSp; On^ er wird 
Jieifs , warm 5 Mos. 19, 6. Ezech. 24, u , bes. intrans. h DH^ 
es wird jern. narm Kohel. 4, ii und On* 1 Kün. 1, 1. Flur. 
!)Sn^ Hos, 7, 7 (von Oön), neben Dh'' Jes. 44, 16; DH'^H ich 
bin unsti iijlich Fs. 19, 14 (neben olW in anderer Bedeutung), 
mit 1 als ntiiter lectionis , die aber auch in mehreren Codd.iahXt 'J. 



/) Die richtige Erklärung dieser Formen hat i(^on Alting S. 238. 
und hiernach Alb. Schaltens Qnstt. S. 525), gröfstentheils 
auch Si mo n i s im Lex. hebr. In den Beyspielen *i)q'' und Sp** ist 
sie die allein npthwendige, da die andere Erklärujig, wo sia 
für IS1 , Sp"; als Fut. NJph. »enommen werden (nach §. 33, 1» 
Anm. 2) nur ein Nothbehelf ist. Derselbe Fall ist bey Dn*»« 
= DTN, wo sich dieses F^ut. A auch in der Bedeutung von 
dem gewöhnlichen DIP'' = Dn*» unterscheidet. BeyDn^ wären 
zwar 2 andere Auffassungen möglich, nämlich als Fut. Kai 
vou Crr» (wie in meinem Wörterb. ) und als Fut. Niph. von 
taon. Allein gegen das erstere ist der Plur. SiSn"', den man 
dann von jenen Formen ganz abreifsen müfste; gegen das 
zweyte die genaue Correspondenz zwischen der irapersonelleu 



Unregelmäfs. l^erhum. §. 105. T^erba med. gem'ni. 367 

Für ein Fut. Ä mit Knmez unter den Praerornwtiveu kann 
vielleiciit gehalten werden in^ er ivird geschärjt SprücViw. 27, 

II. Zu Nlpfial. 

7. Neben der gewölinliclien Form des Paradjgm's mit Pataeh 
in der zweyien Sylbe finden sich durch die ganze Conjugatioa 
noch z\vey andere mit Zere und mit Cliolem in der zweyten Sylbe 
(wie SBj^, S'oj^, StJlD). 

Beyspiele mit Zere sind : 
Praet. ^p3 ex /xt ^m Leichtes, Geringes 2 Kön. 20, 10. Jes. 
/Jy, 6 (neben Sp3 2 Kön. 3, 18)» 003 es ist verzage 
Ps. 22, 15, n3D3 xi'e /irtf Jic/i gewandt ß6, 2. 
Jn/. Osn zerschmelzen Ps. 6^, 3, Snn entweiht werden Ezech. 

20, 9. 14. Mit Suff, i^nn 3 JNlos. 21, 4. 
i^«t. zw^eifelhaft. Einige rechnen dahin Snn 3 Mos. 2i, 9 sia 
ist entweiht worden, allein besser: sie jungt an (als Fut. 
Hiph. ). 
Part. Dß3 zerflossen, räudig 1 Sam. 15, 9. 

Beyspiele mit Cholem : 
Praet. !)^J3 j/e werden zusammengerollt Jfs. g4i 4? 1!»133 sie 
iverden angehauen Nah. 1, i2 (was Einige fälschlich ohn« 
Dagesch lesen); :)n33 sie 11 erden geplündert Arnos 3, 1 1 ; 
yi*l3 er wird zerbrochen Ezech. 29, 6; !)t3p3 sie haben Ekel 
Ezech. 6, g. / 

Inj. ahsol. zweymal Jes. 24, 3: tian Tlan'l yi^n p^^n p1a."l 

ausgeleert ist das Land und ausgeplündert. 
Jmp. irjSn erJtebt euch 4 Mos. 17, 10. 

Fut. y1*in «^M uüVft zerbrochen Ezech. 29, 7. iffilP Ja wirst 
ausgerottet Ter. 43, 2 (neben iien"» a Sam. 2, 9); lö'^^ 
jZ(g erheben sich Ezech, 10, 17 "). 



Construction im Praeterito (S Cn) und im Futuro (S Dn*»). 
Dafs man aber zu solchen inipersonellen Constructionen gern 
die intransitive Form (Praet. med. E. Fut. A) gewählt liar, 
erhellet auch anderswoher. 

vi) Das TD"» er schär jt im zw^eyten Gliede wäre dann Hiph. unci 
stünde chaldaisirend für Tn«i. Die gewöhnliche Erklärung bey- 
der Formen s. in meinem fj^örterb. u. d. W. mn = *nn. 

n") Da auch das Futurum Kai auf chaldäische Art (s. unten 
Anm. 14 ) Dagesch jorte im ersten Stammbuclistaben haben 
kann, ferner die Vocalo O und L in der letzten Sylbe in bey- 
den Conjiigationen vorkommen, so kann es bey mehrcf'-n Fn- 



368 //. Hariptth, Cüp. Hl, Vom Verho. 

Im Inf. und Imperat. ist die normale Form des Parfldigm''s 
gänzlich durch jene beyden abw^eichenden verdrängt, so dafs jene 
gar nicht, und statt derselben nur diese vorkommen, 

g. Im Praeterito und Participio kommt neben der gewöhn* 
liehen Form mit Kamez unter den Praeformativen eine andere 
mit Chirek und Zere vor. besonders wenn der erste Stammbuch- 
Stab Guttural ist, als Sn3 er ist entweiht werden (von^jSn)» 
^n^ er ist bemitleidet (von pn). Diese Formen kann man ent- 
weder so erklären , dafs hier die gewöhnliche Form von Niphat 
(^htipi) zum Grunde läge, mithiil Sn3 f. Sbn3, wie 3C3 für 
3at33 5 oder durch den unten anzuführenden Chaldaismus. 
( Anra, 14 )• Letzteres scheint mir das Passendste: a) weil 
jene chaldäische Formation »ich in allen irregulären Conjuga- 
tionen, aufser Niphal, findet und hier wahrscheinlich nicht 
gefehlt hat j Z>) weil gerade bey diesen Formen die Verdoppe- 
lung der letzten Rctdicalis vor Bildungszusätzen fehlt, wie dieses 
auch unten bey der chaldaisirenden Form vorkommt. 

9. Für die 1 fut. steht tj^N f. tjSK ich beu^js mich IVIidia 
6, 16 ($. 92, Axrni. 5)- 

' iir. Zu Hiphii, 

10. Statt des Zere in der letzten Sylbe von Hiphii erscheint 
durch die ganze Conjugation daneben auch Pataih, nicht blofs, 
w^enn ein Stammbuchslab Guttural ist, z. B. *iön er hat vcrhit' 
tert Hieb 27, 2, l^'irt er hat verzagt gemacht Hieb 23, i6i 
Inf. *l3n reinigen Jer. <), 11 , und in Pausa, z. B. THn er schnei- 
det ah Jes. lö» 5> sondern auch ohne diese Fälle: Praet, p'irt 
er zertrümmerte 2 Kön. 23, 15, SpH er erleichterte Jes. g, 25, 
!)6ön sie machten vertagt 5 Mos. 1, 23, '12Dri 1 Sam. 5, jo, 
JlÖ^n Jer. 10, 25. 2 Sam. 20, iß. -f"/. p'^n zertrümmern 
0. Chron. 34, 7. Part. Sifö beschattend Ezech. 31, 3. 

n. Im Futuro tritt der Accent a.n( penultima zurück, w-o- 
durch Zere in Segol übergeht, a) nach dem l^av conversivo 
*j3al er ivülzte 1 Mos. 29, 10; ^Itp^iT ^' bedeckte Hiob 33» S? 
hj vor einem einsylbigen Worte, z. B. 1]S 1]C^ Ps. 91,4. 



men zweifelhaft seyn , ob sie für Kai oder Niphal zu halten 
aeyn. Auf diese Weise hat man z, B. DFI^ für Fut. Niph. nch» 
men wollen. Allein dieses mit seinem Plur. ^;on^ unterschei- 
det sich in der Bedeutung von löp"», wsltlies letztere sicher 
Fut. Niphal ist, und ersieres mufs daher für Kul gehalten 
werden. (S. hebr.. PVörterh. Th. 2. S. i2i6). 



Unregelmäfs. Verhiim, $. 103. Verha med, gemin. 36^ 

Bey Concurrenz einer Gutturalis steht statt Seo^ol, Patach: 
lS-1^.\ er drängt Um i Kün. g, 37, -)i£ri \n 5 Mos. 2, 9. 
Eiii ßeyspiel mit Suff, ist ^J^B*» Ezech, 47, a. 

IV. All gemein e Anmerkungen. 

12. In einer nahen Verwandtschaft iteheu die Verba l?y mit 
den Verbis "j'l? (§. 106), wie dieses theils die etymologische 
Verwandtschaft ( §. 1 12, i), theils der äufserst ähnliche Bau der- 
selben zeigt. Meistens ist die Form der yv nur um etwas kür- 
zer (z.B. U^p> und :ib^; D''i'3n undjpn); in einigen Fällen, 
coincidiren sie aber völlig, z.B. im Faf. converso liul nnd Hiphil, 
in Hophal u. s. w. Aufser den Formen, wo dieses regelniäfsi" 
und dem Paradigm zu Folge geschieht, ist es auch noch in ein- 
zelnen Beyspielen hier und da der Fall , dafs ein Kerhum Vit seine 
Form von dem "ix^ entlehnt. So z. B. 

a) in Kai. Inf, IIdH f. IJS zu erforschen Kohel. g, 1. 
f Doch findet sich im Arabischen auch die Form «\j • »"^ 

^ S' — jfJ' 

Mit Suff, ipiina f. sipna Sprüchw. 8. 29. Tut. jnj er jubele 
f. p*< Sprüchw. 29,' 6; 1^\ü> er zerstört f. niü^ Ps. 91, 6; 
yfll^ er zerbricht f. yh *» Jes. 42, 4. (Man kann diese Formen 
auch als Syriasmen betrachten, insofern im Syrischen dieses 
5 hier normal ist ; oder sie von der im ree;ulären Verbo liitfr 
und da vorkommenden Form, wie *i!))C^'» [ §. 91, Anm. io][ 
ableiten ). 

fe_) in Hiphil. Praet. h'^^r] *) er achtet gerJng KlageK x, Q 
(von HSt). Inf. ^lÖTin f. ?)?3nn dein Aufhören Jes. 35, i. 
Fat. Dp^TM f. DfS*71(< ich zermalme sie 2 Sam. 22, 43; D^^ö*» *) 
Jer. 49> 20 und D^\yJ *) 4 Mos. 2i, 30 er wird, wir werden 
verwüsten (von Dölü); yini sie zerschmetterte Rieht. 9, 53; 
^riTT' er schreckt sie f. ]F\ni Hab. 2, 17. (Im Chaldäischen 
häufig ebenso. Z. B. ilS^i?« führdt ein, Aph. von hhv. Hohesl. 
2,5 T«r-.). 

13. Neben den auf die bisher bescbriebene Weise contra- 
hirten , defectiven Formen existiren in gewissen Verbis und For- 
men auch die ganz regelmcifsigen, wie bekanntlich im Arabischen 
diese Verba grofsentheils regelmäfsig ilectirt, und minder, al» 
im Hebräischen, contrahirC werden. 



*) Zu den mit einem Sternchen bezeichneten Formen ist zugleic» 
Anm. 14 2" vergleichen. 

A a 



2<70 JI' Hauptth. Cap.III. Vom Verbö, 

Kai. Vraet. iSSn sie werden klein Jes. 19, 6, neben !iVl_ Hiob 

28» 4*» ^\h •^'* walzen 1 Mos. 29, 3. 8« aber Tii'^a Jos. 

5, g, '»n?::^"« ich ersinne Zach. 8> i4- *5 ""'^ TlB^ l^. 

17, 3. Ebenso mit tT3 -plündern, *T1Ö piessen, l'J^ZJ^ ver- 

wiisten, \hv) rauhen u. a. m. 
/?•/, nnq 4 Mos. 21, 4 und :ib 5 Mos. 2,3, ebenso tta . 

1T2) u. s. w. Mit Suff, dD30n euer Erbarmen Jes. 30, 18« 
Im-p. ibaSn (wie tiH^^p) erbarme dich mein Ps. 9, 14. sonst 

•»33 n Ps. 4, 2. 6, S-^TiyJ verwüstet Jer. 49, 23, f. !|ri\ü. 
Fwt. pn"' er wird sich erbarmen Arnos 5, 15. Mit Suff. Dn*l\y*J 

«?r wird sie verwüsten Jer. 5» ö» neben Ü'n'i?') Spruch w. 
11, 3. 

Hiph. Praet, ^''3'^.n und /«t. }'*i'^,'l (jubeln), welches Wort 
nie defectiv vorkommt; Tipnni und ich,, will zerbreehen 
Jer, 49» 37 (daneben rinnn du hast zerbrochen Jes. 9, 3 ). 
Inf. ahsol. DCiJn verwüstend Micha 6, 13. Part. DtX;tl!|» 
staunend, starrend Ezech. 5, 15» 

Zuweilen lüfst sich beobachten ^ dafs die vollständige Form 
gewühlt sey, um eineii gewissert Nachdruck zu bezeichnen. 
Deutlich ist dieses Ps, ii8f 1»: "»il^UO D^l '»3^20 sie umgaben, 
ja sie umringten mich. Daher steht sie auch gern in Pausa ^ 
nCöV) Ezech. 35, 15, iiöttt Ps. 3i, 14. 

V. Chaldaiimen, 

14. Eine grofse Anzahl Verba dieser Art bildet theils neben 
der Form des Paradigm's, theils ohne dieselbe, die Tempora 
von Kai, Niphal, Hiphil und Hophal, welche lange Vocale un- 
ter den Praeformativen haben , so , dafs sie auf chaldäische Art 
statt dessen einen kurzen Vocal mit folgendem Dagesch setzen. 
So im Chaldäischen Fut. Kai piT» f. pl^ (von ppfl); Praet, 
Aph. p?iM f. P7« , hebr. pTH; tut. pn^ f. pTi^. Ob dieses 
Dagesch im ersten Radical ein Ersatz seyn solle für das aus dem 
zweyten herausgefallene, wie man es gewohnlich darstellt, mjig 
clahin gestellt seyrt. Wahr ist allerdings, dafs es diese Formen 
selbst in der Verlänger-^m» aus dem letzten Stammbuchstaben 
weglassen, wodurch sich jene Annahme bestätigen würde, als: 

Beyspiele im Hebräischen sind nun t 

Kai Fut. 2bi neben ib"' (von 3330); D'tT« Plur. •lOfl'', C^^^" 

0»n ) ; Ü'VJi er starrt 1 Kon. 9, 8 « aber Flur. Jlött?^ Ps. 

40, lö; ebenso l'p^ Plur. inpl (sich bücken') von TJj?. 

Ein Bejspiel eines Fut. A ist •ipw'; Ps. 102, ag {NB. ohne. 



Unregelmäjs. J^erhum, §. 103. Verha med. gemin. 371 

Dagesch im Q ) , mit Klhhuz in der letzten Sylbe : Qn?! 
Ezech. 24, 11 (vgl. die roimen des regulären Verbi mit 1 
§. 91, Anm. 10 ). 

Niph. Praet. SnJ er ist entweiht worden Ezech. 25, 3; »mi 
er ist verbrannt , enthmnnt Ps. 6g, ^. 102, 4 (neben *^n3 
Jer. 6, 2y), Pliir, •t*»n3 Hohesl. .1, 6; rnJ <?r m zerbrochen, 
erschreckt Malach. 2^ 5 ; P^h3 <£ü tiiVjf^ mitleidswünljtr Jer. 
22, 25. /'flrt. Ü"i*lMJ verfluchte Malach. g, 9; DiDn^ er- 
glühende Jes. 57, 5 (ohne Dogesch^ wie oben^tPii). 

F«t. no'»T 2 Mos. 15, 18; tsnri Hiob 22, 3; Vn-» 4 Mos. 

30, 3 und 'jnN Ezech. 59» 7 <?r wird, ich werde entweihen 
(^mit Dag. implieito im n). zum Unterschied von Sn*« , 
TJPIN anfangen. Plur. ^rSil j/e zertrümmerten 5 Mos. 1, AA, 
rnnSuff. QinSt'i 4 Mos.' 14, ,45; 12£_M t) Hiebt, iß. 23. 
t Sam. 5, 8 °3'' 
Hoph. nS|« Jes.. 24, 12, mit Schurek iÖ!|i Jes. 23, 27, 
•7V)li Hos. 10, 14, IWIP Jes. 53. i> lYiit Kamez - chatuph 
0\yn 3 Mos. 26, 34 (das Dagesch fehlt in mehrtren Aus. 
gaben, aber fälschlich V Plur. -IDSri sie sind weggerafft 
Hiob 24, 24; iinS"» t; Hiob 4, 20. Jer. 46, 5. 

Man sieht leicht, dafs die angegebenen Formen gentu der 
Charakter der Verba ]3 an sich tragen, mit denen »ie der Anfän- 
ger verwechseln kann. Indessen gibt doch der sonstige Sprach- 
gebrauch bald hinlängliche Entscheidung an die Hand. Nur bev 
wenigen sind beyde Ableitungen möglich, z.B. ip^« ich verfluche 
4 Mos. 23, 8» welches von ipü und ^ip (verfluchen^ abstam- 
men kann. So ist es-Jes. 42, 14 ungewifs, ob dWn zu UKi'ii zu 
ziehen sey und bedeute: ich verstummete , oder zu QU/^ und be- 
deute : ich schnauhti. 



f) Die beyden mit einem Kreuz beieichnetcn Beyspiele sind die 
einzigen , wo die geminata das Dagesch in der Verlängerung 
behalten hat. 

•) Man kann hierher auch einige BeySpiel^ des Praet. und Inf. 
Hiph, rechnen, nämlich nl^nn du JiaU angefangen 5 Mos. 
3, 24. 2,31 ; Pilnnn du hast zerbrochen Jes. 9, 3. Inf. D^nn 
ihr Beginnen 1 Mos. 11, 6. Das Patach unter den Praetor» 
mativen führt nämlich wahrsch. auf ein Dag, forte implicitum 
im n. Oder man erkläre es per Syriasmuni nach Analogie 
des N , welches im Anfange der Wörter statt d« Sehtva «in«« 
Vocai erhält ( $. 40, Anna^ i ). 

Aas» 



572 II' Haupttk, Cap. III. Vom Verho, 

15. In den vorigen Beyspielen sahen wir (mit wenigen 
Ausnahmen [f] ) immer, dafs boym Hinzutreten von Bildungs- 
zusätzen das Dagesch forte nebst dem vorhergehenden Vocale aus- 
fiel. Dasselbe findet sich auch aufser jenen chaldaisirenden For- 
men in sicheren Beyspielen. Dergleichen sind : 

Fat. Kai nS33 1 Mos/u, 7 lafst uns verwirren f. nVj3iJ (von 
^ba mit He jjarag.')', !1)0T"' ebond. V. 6 sie werden ersin- 
nen f. >\nii (von D»t ). 

Inf. DönH Jes. 47, 14 f. DönS zu ihrem T^Vürnien (dafs sie 
sich wäcmen können). Die" letztere Punctation hat Codi 
Regiomont. (Lilienthal descript. S. 341). Die An- 
nahme eines Infin. der Form DCn (nach Simonis JLex. ed. 
Eichhorn S. 573) wäre im Verbo selbst ohne alle Analogie. 

Praek. Niph. n3p3 f. naoi sie wandte sich Ezech. 41, 7; 
ni:^331 f. npa^T und es wird ausgeleert Jes. 10, 3. 

'y:it: 't-t: *- ^ ^ 

Fut. nn-^^^ f. nönJ ( 1 plur. mit n parag. ) Jer. 8» i4 ^"/^^ 
uns umkommen , d, i, den Untergang abwarten P}. 



y>) Die Ausleger sind an den meisten einzelnen Stellen angestofsen 
und haben entweder die Puncte geändert ( s. Vater zu Gen. 
XI, 6, Hensler, Paulus, der Verf. des exeget. Hemd' 
huchs zu Jes. 19, 7. 47» ^4)» oder sind gar zu falschen Ab- 
leitungen von angenommenen Verbis DT*', p3i» Sü geführt 
worden (^IVHchaälis supplemm. ad Lexx. hehr, S. 1070. 
1590 und hiernach. S im onis - K ichhorn S. 249. 271. 
685)' Das Richtige hatte schon Alting (fundam, puncta- 
tionis S. 240 ) , der nur noch nicht alle Beyspiele gesammelt 
hatte, weshalb Schaltens (institutt. S. 332) durch ge- 
zwungene Ableitung der einzelneu Beyspiele die Regel aufzu- 
heben sucht. Ihm folgt Fat er (hehr. Sprachlehre S. 246), 
der aber lieber an Solücismen und falsche Pimctation denken 
w^ill , aber auch nur 3 Beyspiele vor sich hat. Die wirklich« 
Existenz jener Formen bewährt sich nun aljor u) durch dis 
Anzahl derselben, w:el ,hu grols gemi^ ist, ura eich gegenseitig 
zu erläutern, und nicht für Schreibfehler gehalten zu werden. 
h^ durch die Analogie mit der no. 14 erläuterten Biegung. 
Zu den Beyspielen unter Niph. gehört viell. auch ?St3 Rieht. 
5» 5» welches nicht passend durch: sie rieseln, zerßiefseit 
übersetzt wird, besser: sie erheben (. 1^73. Diese letztere Puncta- 
tion findet sich genau in demselben Zusammenhange Jes. 64» 
1. 3, so haben es die LXX, gefafst, und die Stellen sind sich 
zu ähnlich, slls dafs man nicht an beyden Eine Punctation und 



Unregelmüjs. J^erhum. $. 103. Verha med. gemin. 373 

Ein analoges Beyspiel s. unter »Ten Komm, derivatis der 

Ferha VV ( 03Ö /e»». nD2ü: von DOS). 

16. Im Chaldäischen unterbleibt die Einschidbuns des 1 und 
«t-:7* in den Formen, wo sie das Hebräische hat, sammt der 
Verdoppelung des letzten Radicals. Z. B. n^"^, , |irip_^. Die- 
selbe Form findet sich aber ausnalimsweise auch im Hebräischen, 
besonders in den Foriuen , die auch den Chaldaismus no. 5 
haben. Z. B. 

Praet. Kai siJöin wir gehen unter Ps. 64, 7. f. JiJIsn. Fat. 
nO^SSn sie klingen Jer, tg, 3; nijtJöfi sie verschmachten 
Zacii. 14, 12. (Beyde können auch Niphal seyu). 
Praet. Niph. nSn3 du bist entweiht worden E.'.ech. ä.2, 16, 
n2rt:i du bist mitleidsiüurdig- Jer. 22, 23. 
Statt des eingeschobenen 1 findet sich Ein Mal (-.^^ , Jüimlich 
lintJJi f. •'Jil^'i'a wir sind verwüstet Micha 2, 4. Möglich bliebe 
allerdings hiev die Erklärtmg sie sind verwüstet von uns (>lwfüi: 
w'? ) , aber der Zusammenhang begünstigt ersteres. 

Ein *' epentheticuin statt des 1 fanden eliedeirj einige ältere 
Grammatiker in H'^^Pan S^prüch-'.v. 24.. 23 , was sie für nlnsn 
nahmen. Aber allein passend ist die Ableitung von nPÖ mit He 
interrogativo. 

ij. Im Aramäischen entlehnen die Vcrba 1>J? mehrere For- 

men von den NiV , z.B. des Part. *-£>]> von »"DJ , woran sich 
dann selbst eine Verwandtschaft und Verweciiselang einiger Vl> 
und iiV anschliefst, z. B. t|3» und "JlMö arm werden, bOö und 
CNÖ zerfliefsen. (Vgl. de Dieu grammat. lingg. Orient. S. it5o). 
Auch dieser Aramaismus findet sich im Hebräischen in einigen 
wahrscheinlichen Beyspielen. 

Part. Kai IpDMty (denn so sind die Puncto zu setzen) die 
dich plündern Jer. 50, if^ im Chechib f. ";j''DDt^f. Im 
Syrischen tritt hier ebenfalls ein ^ in die Sylbe, verschwin- 

det aber in der Verlängerung ge\vüluilich, dah. (.£>> Plur. 

= r " 

^AßJ« Diese letztere Form hat dann das Keri tj'^iii), wofür 

andere I^dss. t|*>Dlty lesen. Die Ableitung; vcn oC'w' ist ge- 



Erklärung für aotlivvendig lialten sollte. IMnn würde sich be- 
wogen fühlen müssen, die Puncte zu ändern; aber auf die 
angegebene Weise zeigt sich eine bestimmte Analooif, nach 
welcher sie bey gleichmäfsieer Auffassung beyder \Vörter als 
lichtig bestehn künnen. 



3y4- ^^' HanpUK Cap. III» Vom Verho. 

radezu nothvrendig , wegen des folgenden riD^O, und die 
TOn Fater (hebr. Sp) achlehre S. 245) vorgeschlagene 
daher wohl so wenig zulässig j als jede ander^. 

Fut. Niph. Ct<S'^ sie (die Haut') zerfiiefst , fanie dijfluit f. 

0C)3''_ Hiob 7, 5. Plur. ijON»*» sie zerßiefsen Ps, 58, ß. 
Fut;. Hiph. !)3^HDn 2 Kün. 3, ig ihr verderbet, wahrsch. für 

!)2''Zr'n. von 333, syr. und arab. schaden; Part. '^''NJDO 

walirsch. =: I^IJrC schmerzeiTegendj stechend Ezech. 23. 42. 

s: 

Fem. n*1««ö 3 Mos, 13.. 51- 52. (Nach And. von A>c). 

Im Nomen haben wir ein ähnliches Beyspiel an DiStts Hieb 

40,21, f, D'^SS^. umbrae , schattiges G«büsch, 
''''''■ * * ^ 

* 
13« In Pi'el, Pyal und HIthpa. ^Verden diese Verba, wie 

schon öfter g«?sagt , gar nicht abgekürzt. Doch findet sich eine 
solche Form, die nach Art des clialdäischen Ithpe. oder Itthaphal 
gebildet zu seyn scheint. Nämlich I3nn 2 Sam. 22, 27' du he-^ 
weisest dich rein f. "I*l2nn in der Parallelstelle Ps. *8» 27. Int 
Chaldäischen würde Ithpe. (das Pass. von Kai) "lanj« fut. *l3n\ 
Itthaphal (das Pass. von Hiphil) "i3nM , gerade wie obige Form 
lauten. Gewählt scheint diese kürzere Form wegen der Gleich- 
förmigkeit mit dem unmittelbar vorheveeheqden DßFin V. 26 
(wo der Zusaramenziehung aber in der Regel ist), Noch schwieri- 
ger ist die grammatische Auflösung des ebenfalls gleichförmigen 
SsFjn V, 27, welches dem Zusammenhang nach nothwendig 
von SnS herkommen mufs , und nicht anders zu erklären ist, als 
dafs SsRFiri versetzt stehe für bPSnn 9). Das Streben der 
hebräischen Dichter nach einem gewissen Einklang der p'ormen 
hat allerdinss nicht selten die Wahl seltener und selbst incor- 
recter, wenijrstens der Aualoirie widersprechender Formen her- 
beygeführt •■), und von dieser Seite müssen dieselben auch hier 



4j) Andere Erklärungen beyder Formen s, in Schultens Instltt, 
S. 482. Chr. B. Michaelis lumm. syr. S. 34. Hezelt 
Spruchlehre S. 145, Rosen mü Her zu Ps. 1 g, »7 , wovon 
«her wenigstens alle diejenigen abzuweisen sind , die das erste 
nicht von 1*13, das zweyte nicht von hr\-3 ableiten, weil die- 
ses die danebenstehenden Adjcctiv« fordern. 

r} Z, B. NSlJOl »Milö Ezecli. 43, 11 (letzteres gegen die Analo- 
gie statt Ni30); l?V[9 ''Wi-]11i> '«^DS Ps. 33, 1 (•>'\\ui statt 
Mlti-O ); nsS-iNI nS-'V^ Micha i, g, vgl, noch Ezecb. 7, 1 1. 
Arnos 5, 26 und öfter. 



Unregehnäjsiges V^erhum, §. lo^, Verhal^^. 375 

beartheilt ^verden , vrenn man die Lesart 2 Sam.'sa für die- ächte 
halten will. Auf der andern Seite bleibt zwar die Möglichkeit, 
dafs ein chalJäischer Abschreiber die ächte Lesart des Gleichklnn- 
ges we^en verändert habe ; allein die anomale Lesart rauchte 
schon als die schwierige den Vorzug verdienen. 

$. 104. 
Verba quiescentia MB. 

Insofern N ('onsonant und dann Gutturalbuchstab Ist, 
haben diese Verba alle in §. 97 angegebenen Eigenschaf- 
ten der Verha primae guttiiralis. Hier betrachten wir sie 
blofs, insofern N als erster Stamm buchstab quiescirb ^ Ava» 
im Hebräischen nur in ge^vissen Verbis und Formen ge- 
schieht. Im Syrischen, Chaldäischen und Arabischen 
findet dieser Unterschied nicht Statt, Aveil das N in die- 
sen Verbis beständig quiescirt. (Vgl. §. 101,2). 

Das Quiesciren des ^? geschieht nun in folgenden For- 
men und nach den nachfolgenden Bestimmungen: 

1. Im Futiiro Kai lassen fünf Verba ("13N zu Grunde 
gehn, nSN wollen, ;2N essen, *lON sagen, HSSJ 
kochen) das N beständig und zwar in Cholem quiesciren, 
z. ß. *^CN^. Die letzte Sylbe des Futuri hat dann gewöhn- 
lich Zere, bey Accentihus conjnncbivis oder in der Mitte 
der Rede aber Patach, z, B. '^0^^\ *^j2^J^ Nur wenige 
einzelne Formen kommen vor, deren N (nach Art des 
Syrischen und Chaldäischen) in Zere quiescirt. 

2. In anderen Temporihus und Conjugationen kom- 
men nur einzelne Beyspiele desQuiescirens vor, die mehr 
als Ausnahme, denn als Regel gelten können. Namentlich 
in Inf. Kai, Fragt. Niph, , Inf. und Fut. Hiph. und 
jjpphal. Es quiescirt hier in (J7iolem, Zere, auch Kamez. 

3. Das quiescirende N fällt regelmäfsig aus in der 
isten Person des Futuri Kai, avo sonst zwey N anfein- 
ander folgen würden, z.B. ""iCN f. *lON^J ich werde sagen. 
Auf^erdem auch in den übrigen Personen, wiewohl selten, 
und häufiger in den no. 2 angegebenen Fällen. 



376. //. Hcuptth. Cap. III. F'om Verho, 

wir lassen nun das Paradigm eines Futiiri Kai folgen, 
und geben dann in den Anmerkungen ausführlich belo* 
gende Beyspiele. 

Paradigm eines Futuri Kai. 
Sing, Plur, 

VI. f. m. f. 

Anmerkungen. 

I. Fut. Kai. 

1 . Dns 2ere und Patach in der letzten Sylbe bestehen hier- 
j;,pia(]e in demselben Verhältnisse neben einander, wie dieses bey 
dem Praet. Piil des regulären Verbi (§. 93, Anm. 1 ) und bey 
mehreren Formen der l^'erha gutturalia der Fall ist ( §. gg, 2 
lict c). Die Form mit Zere scheint aber doch die ursprüngliche, 
hier eigenthümliche zu seyn. Beyspiele sind: *7it*s Hiob 3, .3 
nnd laN'i 20, 7; na>in5 Mos. 22, 3, vgl. n3*<B Hiob Q, 13. 
Ps. 1, 6; S3N"n 1 Mos. 2, 16, vgl. bONP V. 17, ebenso 'Myti^ 
und *iOi<^ beständig. Die Form mit (••) zeigt sich auch im Plu- 
lal , wo der Vocal der Endsylbe w^egen der Pausa wieder ein- 
tritt, z. B. ilS^^i"» 5 Mos. lg» 1- 8» vgl. nS^NI dafs ich esst 
1 Mos; 27, 4? / TA . 

2, Wenn da» Vav conversivum davor tritt, so wird der Ton 
auf penultima zurückgezogen, z. B. S^hisi und er afs x Mos. 
^5> 34' 3'» 15» "TOX-*"'' und er sprach (in. welchem Worte zu- 
gleich Zere hinten in Segol übergeht). Unterblieben ist indes- 
sen diese Tonverändeiiiiig 

a) wo das Wort am Ende des Satzes , also luit trennen- 
den Accenten sieht. Z. B. Sbt^AI 1 Mos. 21» 25, ibt«»! 
a Mos. i4> 19. 2 'Mos. 2, 14. 

7>) bey dor ersten Person, z. B. IJDN"» 1 Mos. 20, 13« 

24, 39, SOMT 1 Mos. 27, 33. (Ebenso bey den Verbis ■i'y). 

Sonst kann auch der Ton wegen eines ifolgenden einsylbigen 

Wortes zurücktreten, z. B. Dl'»"ia^'i pereat dies Hiob 3,5 

(§.■ 51, 1 litt. fl). 



ÜTiregelmäfsiges f^erhum. §.'io4- ferha t^ti. 377 

g. Die Beyspielc, wo M in Zere quiesciit, sind: riHMR sie 
wird kommen Micha 4> 8 » ^^X. ich iverde liehen Sprüchw. Q, 
17 > neben 3nM Malach. i, 2; HDäI er kam 5 Mos. 33, 21 
(fürnn«;;, von H^n); tStn für ^SrnP (von St«) sie gehet 
weg Jer. a, 36. — In riN.*«! er kommt Jes. 41« 25 quiescirt 
«war N in Patach, allein dieses ist Ajfocope für nriM"« «poc. eig. 
n«*»^ und man hat den Vocal gelassen, der schon in der Sylbs 
war. 

4. Die quiescirende Form besteht neben der nicht quiesci- 
renden, z. B. in Tnt*P1 sie ergreift 5 Mos. 32, 41, sehen 
fn«''; nSDM Micha 4, 6, tlDi"! 2 Sam. 6, 1, e)Dln Ps. 104, 
ag , neben *)fcNi*.; 3"« und an« (Anm. 3), neben lanK;". — 
Mit einem Cholem pleno findet sich SoiXH (essa ich?^ Ps. 50, 
»3» 'WO aber sehr viele Codd. das 1 weglassen, 

5. Formen, deren N vrega;efallen ist (aiifser der 1 fut."), 
sind aufser den schon vorgekommenen : i^^'in'» f. ^jllCM"^ Ps. 
139, Sio ; inrj^h 2 Sam. 19, 14; ^r\-i'v\\ sie buk ihn 1 Sam, 23, 
24; H^Pi f. n^NH sie ist geneigt Sprüchw. 1, 10. 

II. Inf. und Imp. Kai. 

6. Im Inf. quiescirt nur das so häufige ifc^S dicendo i. 
•^fcM.S. neben n);:« 3 5 Mos. 4, 10, IfeMS Jos. 6, g. Inder 
häufigem Verbindung hat man contrahirt, in der minder gewöhu» 
liehen nicht. Im Imp. tritt einige Mal die aramäisirende Puncta- 
tion ein, nach w^elcher das M selbst im Anfange quiescirt, näm» 
lieh. qSM f. ISN 2 Mos. 16, 21 (vgl. §. 40, Anra. i). 

III. Praet. Niph. 

7. Das einzige Beyspiel ist tnNO er hat Besitz ergriffen Jos. 
£2, 9, neben dem Part. TnN3 gehalten 1 Mos. 22, 13. 

IV. Hiphil und H opha l. 
g. Im Inf. Imp. und Fut. Hiphil quiescirt das « einige Mal 
iu Cholem, Zere, auch Kamez , und fällt dann ganz aus. 
Inf. S''3n f. S^^J^n essen Ezech. ai, 33. 
Imp. !)"»nn f. l'^nNH oder ITlNin bringet (von nOM ) Jes, 2i, 

14. Jer. 12, 9. 
Fut. a) mit Cholem: S''D1K ich speise Hos. 11,4; n*1XN f. 
nV^sk (vgl. §. 94, Anm. 7), n*i''lCNN ich setze über den 
Schatz Neh. 13, 13; ni''3N ich werda vertilgen Jer. 46, 
8; ?j2t:>» 1 Sam. 15, 6, nn.Sn 2 Sam. 20, 5. (Diese» ist 

im Chaldäischen und Syrischen die gewöhnliche Form, als: 

r 7 
'jDlN, \^0\ Ton Sdn. So ist auch im Hebräischen zu. 

weilen statt das ii das 1 plenum gesetzt}. 



578 ^I* Hanptth. Cap. III» Vom l-^crlo, 

h) mit Kamez: SsN!»") er nahm weg 4 Mos. 11, 55. ^im 
f. ptMN ich merke auf Hiob 32, 11; 3*1 »1 f. 3*1H»"» er 
stellte Hinterhalt 1 Sam. i5, 5. 
Tart. YfO f. P'.t^.O aufmerkend Sprücliw. 17, 4- 
9. In Hophah iSsl^ Ezech. 42, 5 für nS^M*» sie wurden ab- 
geschnitten^ d. i. wurden kürzer ^ schmäler. (Im Chaldäischen 
des Daniel, denn das der Targg. hat kein Hophalf kommt 
Hophal in der Form IJain Dan. 7, ^i vor) 

V. Piel, 

in. Einige anomale Formen von Pitl haben ihren Grund 
nicht in einem Quiesciren des M , sondern dieser Buchstab fallt 
hier (nach §. 34, 2 litt, a) mit seinem vorhergehendon ScLwa 
wee , und das Praefonnativum tritt in dessen Pinictation, Näm- 
lich : i3*1-im du umgnrtest mich 2 Sam. 22, 40 f. iJIWPI , wie 
Ps. i8, 40 steht; ?I'»:i[N1 ich vertilge dich Ezecli. 2Q, 16; ilOa^n 
f. ^aa^Nö unser Lehi er Iliob 35, 11; WAhrscheinlich auch Sn"» 
Jes. 13, 20 f. SnN^, er zeltet. 

Im Syrischen und Chaldäischen ist dieses die gewöhnliche 
Flexion von Paäl, z. B. in dem vorletzten Bey^piele v^2^^. 
f\\o Lehrer. 

5. 105. 
Verba quiescentia "ȣ). 

In den hebräischen Verbis "^2 Hegen drey Klassen von 
Verbie , die sich nicht in der Grundform , aber in der 
Flexion und Derivation unterscheiden. Bey weitem die 
meisten sind nämlich ; 

1) ursprünglich Verha IS, und erscheinen auch so 

im Arabischen, z. B. "IT OJ«) gebähren , IV Oj\^ herab- 
kommen ; im Hebraiachen aber tritt dieses radicale Vav 
pur in gewissen Formen ein, und wird im Anfang 
des Wortes , vermöge einer Eigenthümlichkeit des hebräi- 
schen und aramäischen Dialekts (die das Vav'ixn. Anfang 
des Wortes überhaupt vermeiden) mit wenigen Ausnah- 
men immer mit Jod vertauscht. Verhältnifsmäfsig weit 
wenigere sind: 



Uiiregelmäfsiges F^erhum, §.io5. Verha*^^ 379 

2) ursprüngliche F'erla "^D, die auch im Arabischen 

1/..^ . ^ ^ ^ 

80 erscheinen, z. B. YP^ iiiÄJ erwachen, *1^'' ^a*»J recht 

seyn. Diese behalten ihr Joci auch in der Flexion und 
Derivation, Dazu kommen 

3) noch einige, deren Jod, sich gleich einem Nun 
assimilirt, z, B. V!^^ Hiph. 3|?^2£jl. Oefter kommen je- 
doch nur einzelne Formen dieser Art neben denen no, 1 
und 2 vor, 

Wir müssen nun zunächst diese drey Klassen unab- 
hängig von einander einzeln durchgehn. 

Ä. Erste Klasse, 
oder ursprüngliche Verba *ifl. 

Die eigenthümllche Beugung dieser Verba, "welche 
der Beugung der entsprechenden arabischen Verba ^.i ana« 
log ist, kommt auf folgende Bestimmungen hinaus: 

1. Das Futurum hat in sehr vielen Verbis in der 
letzten Sylbe Zere, und dann quiescirt auch -prima Jod in 
Zere, fällt aber zugleich ans. Z. B. 3^.;», (von y^_\)i ^V, 
(von N^;)j nb;> (v,on iV) u. s. w!" 

2. Dieses Zere findet sich meistens auch im Imperai 
tivus und Infinit, constructus ^ und dann ist das ^ im An- 
fange per aphaeresin \veggefallen. Z, B, Itnp, \1 f. i)\ 
(von "iV); ZV f. Dtr?;^ (von 3^^> ////. V ^" f. VJl 
(von V^ ), letzteres aber meistens mit der Fernininalendung 

n-^,"ais: mb, ro^ (vonnSv, 3^M, 

Nur bey Concurrenz von 'Guttar*len oder "i kann auch bey 
diesen defectiven Formen die zweyte Sylbe A haben, w^elcheg 
dann aber für JE stellt, z. B, Fut. 1>T'^ imj). Un , inf. nV» 
(von 5)11 wissen); an -plur, ^2n gebt, wohlan! (von SH^)» 
Ebenso im Arabischen s. zu no. 3, 

3. Andere V^erba, welche \xaFuturo, Imp, und/n/, 
^. A und O in der letzten Sylbe haben, verlieren hier de» 



580 II' Ilaupbth. Cap. III. Vom Verho^ 

ersten Stammbuchstaben gewöhnlich nicht. Er quiesclrt 
im Futxiro in Chirek und im Inip. und Inj. findet keine 
Aphaeresis Siüit. Z.B. Imp. tlJT 5 Mos. 33, 23, pS^ 
gkfse Ezech. 24, 3 Inf .'^U) gründen Jes. 51, 16, ^^\ 
trocknen Jes. 27, xi. Futurum ^*^\ er wird besitzen t, 
ttJD"'^ ^^ uiird brocken werden u. s, W. 

In allen drey Bestimmungen ist die arabische Flexion genau 
analog. Nur bey dem Fut. E der Verba ^5 fällt das ^ gewöhn- 

licli aus , z. B. vACä /«t« CVJli ^^"^ ebenso im Imp. , Inf, 

, -^ '-" 

C\:> I öO<:^ von (A;^., Bey dem Fut. O und A bleibt das « 

^ y '-^ o y (j 

gewöhnlich oder geht in ^r über, als: Imp. Vrg-TAf furcht» 



, >oJ: 



(von Va^»); ^^Cw:/«f sey geschwind (von C^^ii*); Fut. 

VSfc^, aiich wohl Vss:!^, V^^-*« ■'^^^ Wegfallen de> 
ersten findet neben dem Fut. A. nur in einigen Wörtern , deren 
letztere Sylbe eine Guttnralis hat, gerade wie im Hebräischen, Statt» 

z. B. «3» fut. «Xi. ( ^5 ß c j grammat. arabe T. I. §. 424« 

425.426). 

Auch das Syrische ist 'vollkommen parallel, und hat hier die 
73; % V 

i-^oUständigen Formen f^^l J er wird gebühren , r-^<* gebiehr, 

«eben den defectiven «.OAj er ivird sitzen, «.£äZ sitze, doch mit 
dem Unterschiede , dafa die letztere Form nur sehr wenigen Ver- 
biä zukommt. 

Wir werden unten ( unter B ) sehen , dafs die vollkomme- 
nen Formen in den Verbis "'S die allein gewöhnlichen sind. Dieses 
hat denn neuere Grammatiker (insbesondere Hezel und Vater ") 
veranlafst, diese und namentlich das Fwtucwm wi» Tü2''^_ für einen 
Charakter der eigentlichen 13 anzusehen, was nun freylich damit - 
in einem offenbaren Widerspruche stand , dafs die meisten Verba 
neben dem Futuro vrio 3t:^'» ein NipJial und Hiphil mit Vav 
haben. Man erklärte die»€8 so, dafs die ^er&a "53 hier ausnahms- 
weise ihre Form von den 13 entleluit hätten und diese in einan- 
der geflossen wären. Allein durch die obigen Parallelen aus dem 
Arabischen wird man zu der Ueberzeugung gelangen , dafs die 
Formen Tyi*» un4.tt?"1'»'' ebenso sicher von is herkommen, als: 



Unregdmäfs. Verbiim. §. 105« Verha'^^it 38 1 

^^*t, 3^*', und man kann es sich so erklären, dafs tyiit eitent* 
lieh für li;"!")*» stehe, dessen ■? wegen des vorhergehenden Chirch 
in Jod übergegangen ist ( §. 41, a /ät, h ). Dafs übrigens die 
Bildung des Futuri , auch 7/;^, und ///j^. auf die letzte Weise 
nicht etwa blofs Ausnahme ist, sondern zur Regel gehört, zeige 
die Aufzahlung der Beyspiele, Anm. i. 

4.. Das ursprüngliche P^av erscheint beständig in den 
Conjugationen Niphal, Jiiphil und Hopkal, und zwar 
quiescirt es im Praet. u. Part. Niphal und ganz Hiphil in 
Cholem, in Hophal in Schurek. Z. B. 3^13 f. SÜJI^; 

::^^yr\ f. ^''^^n ; 3t!;tin f. D^^n (nach §.41.2 ///r^ V). 

Im JjiJ, Itfip. und Futuro Niphal bleibt das 1 Consonant, 
und bildet sich dann regulär, z. B. D^^H , iü'Ü/)'); ebenso 
bey einigen Verbis in Hithpael, alsf V^^HH sich zu er- 
kennen geben, D^inn mit jemandem rechten, n'H^nn 
bekennen, von VV, D^^, '^"^^ Andere behalten hier 
das \ als: "iVnn/ 

Das ursprüngliche f^av erscheint aufserdem in den Nominihus 
derivatis; sehr selten vorn, wo nur "jS*! , *iS) und *H1 (Sprüchw^. 
2'» 8) vorkommen, herrschend in den, wo ö oder n vorge- 
setzt werden, nliö, n"l1n (von TT», n"1t) §. i2i, no. /^^'^ 

Bey»piel eines Participii Kai mit 1 ist wahrscheinlich das 
Chethib "i^'in i Sam. 30, 24 (neben dem Keri Ti-Sn ). Das 
folgende Participium i'ü"' spricht wenigstens dafür, dafg hiev »o» 
und nicht *il!in, zu punctireu sey. 

5. Die Übrigen Conjugationen und Formen (Praet.t 
Inf. absoL, Part. Kai, ganz Fi , Fy. und Hithpael') sind 
mit wenigen Ausnahmen ganz regulär. Hiernach ent- 
steht folgendes Paradigm : 

Kai. 
Praet. S^^ regulär »). 

Inf. ahsol, Si^\ Inf in, T\yD 

«J3? 



5) Ueber -T^ f. in^ Rieht. 19, 1 j s. oben J. 34, Anm. 



332 //. Haupt th. Cap. IJ1\ Font Ferbo. 

Imperat. 





Sin 


o' 


J 


P/ar. 




m. 


f- 


m. 


/. 


s 


ätü 


• < 

oder : 


^H^^ 


n:^^ 


fi 


—1 


Futurum, 






3 


^■^!? 


yqT) 




'^1^'^^'!) 


ft 


s^iJn 


• : 1" 




nj:;i^n 


1 






mt:;?: 






öder: 






3 




• 




njtüTn 


2 


iiJi''n 


• s * 


JiTü^n 


nj^Vn 


1 


rvyi^ 


^1"''? 




Participia regulär. 







Niphal. 

Praet, D^lJJ mit regulärer Flexion» 
Inf. und ///z;^. SU^'in. Tut, ^^IJV» 
Particip. StTJU. 

Hiphil. 
i»roci. a"^^in , S^yV^n u. s. w. in f. und /m;;. Dv^n. 
Fut,:i,^tV, abgek. 2W> 3^^. Part.:::^^p, 

H o p h a 1. 
Praet. D^ltl u. s. w. /«/. S^in* Imperat. fehlt. 



« 

Uiiregelmäjsiges P^erlum. §. 105. J^erhaSi. 335 

Anmerkungen. 

T. Zu Kai. 

t. Um aus dem Hebräischen selbst zii beweisen, dafs, wi« 
wir oben (no. 3) behauptet, das Pati/rw/n urtd der /mp. der zwey- 
ten Art vnrklich , nicht blofs ausnahmsweise , zu den Verbis 13 
gehören, geben ^vir eine Aufzahhing derjenigen Verba, Welche 
sicher solche sind, und sich dennoch auf die zweyte Art bilden. 
Sie sind an Zahl denen mit der defectiven Bildnn» und dem Fut. 
K gleich, fast überlegen. Ob das Verbum wirklich "?S sey, zeigt 
sich an der Bildung von Hiphil, den Derivaten, und häufig in 
dem Arabischen , Aviewohl zuweilen auch ein Verbum im Hebräi- 
schen IS seyn Jcann , im Arabisdien aber 13 , und umgekehrt. 

(Z. B. TüM^ , arab. f vwVj von etwas abstehn, Niph, yöHÜ ^ 
V}^"^ u. a. }i Solche sind : 

^05^ (trocknen) j ini Arab. /vaa/J (also •»£)) /«t. Vi3'»'J inf.'ij:i\ 

Hiph. lyH^ln. 
y2^ (sich abmühen) fut. i)y<\ Hiph. J^^Mn. 
nj^ (bedrücken) fut. ,-|3'''> Hiph. niin. 

TD^ C\a** (gründen) in/, ib"^ Hoph. 10^^71 (Derivat: I0I0). 
11^^ OS.C* (bestellen) /«t. •j^i'; Niph. tVji Hiph. l-^Vin 

(Deriv. nvlö). 
, f^Vl (^t^ (ermüden) fut. «iVf« Hoph. «j^JD (Derivat: 

niavin), 
f^l ] bc n ("t^en) /"t. yi^fi Niph. yv^i (Deriv. nxvi»). 
1p; O0>» (brennen) fut. •T|'3'i^ (5 Mos. 32, 22), neben ij^t 

(Jos. lo, 16) Deriv. 1j3lO. 
Ipf 5» (theuer seyn) /ut, "if:"'"; (1 Sam. 18, 30), neben 

•^p"*^ Ps. 72, 14 und ij^s Ps. 49, g. Hjp/i. Tip in. 
«•^1 (fürchten) fut.t^yi m/. «hs Jos. 22, 25, iVjpÄ. MIIJ. 

Deriv. N*ll!:. 

nn; (werfen) /«t. nV'' H/p/i. rTjin (vgl. (^f\^\)' Deri- 
vate: n*i.1ö, n-iin. 
ttj-^s e!iA^ (besitzen, erben) fut. VJI'^I imp. ^tj*^'* , in Pauj« 
. mit Hfi parag. HrL^I*» f, M08. 33. 23 (neben tt/*! 5 Mos. 2, 

24. 31 und lü"!! Tkön. ai, 15) /»t. wi^t flip/j. «y'i.in. 
Derivat; tyil23. 



384- II.Hauptth. CajT. III. fom V'erho, 

V^l {i>**'^ (schlafen) inj. \\yä\ fut. ]^''\. Deriv. n^'i/. 
Die Verba, welche tlns Futurum, Inf. und Imperat. Kai 
^nach no. i. a.) defectiv bilden, sind dagegen iS*» wissen, *in^ 
vereint seyn, nS*" gebähren , 'qS*' gehen, t<S"» heiausgehn , l*^i 
hinabsteigen, j^t* böse seyn, ;3v:ji w^ohnen. 

2. Uafs die volle und defective Form in einigen Verbis 
neben einander bestehe, zeigen die obigen Beyspiele unter *ip^, 
Ip**, \Ü*1^. Noch andere dergleichen sind: Imp. pS 2 Kön. 4, 
41 und pif Ezech. 24, 3, von pS^ giefsen ; TT; Kicht. 5, 
15 t) zwey Mal, neben *i"i von 1*1 **; Fut. DVJn 1 Mos. 47, 19 
(welches aber auch von QiOtl! seyn könnte, nach §. 103, Anni. 6) 
und nJttVitp Ezech. 6, 6. 

Zwischen beyden steht "Ipt^ Ps. 72, 14 und n^V« Micha 
1, 8 f- H^Sm icA gehe. An letzterer Stelle ist die volle Schreib- 
art wahrscheinlichst wegen des daneben stehenden nS^S^M ge- 
wählt , ob aber vom Concipienten oder den Abschreibern , mag 
dahin gestellt «eyn. Sehr viele Codd. schreiben wenigsten» 
defectiv. 

Das Futurum tt/*»t"»_ wird ribrigens allerdin2;s auch öfter de- 
fectiv geschrieben, was keinen wesentlichen Unterschied macht!, 
besonders im Plural, z. ß. ^^'^•1^ 1 Sam. iQ, 12, INI'' (mit 
Metheg) a Kön, 17, aß; \üäl Hiob ß. »2f p^ur. Idy^^ 12, 
15 u. s. w. 

3. Der Inf. Kai hat, defectiv gebildet, nur sehr selten 
die Masculinform , z.B. yn wissen Hiob 32,6. lO, oder die 
Femininalforra T^~ , z. B. 7\l\ gebühren. 2 Kön. 19, 3, nT\ 
hinabsteigen 1 M08. /^6, 3. iviit Suff, lautet er Tiatl), IPI*! 
(§. 142, 2). Beyspiele des vollen InRuitivs raitFemininalendung 
sind: n"it|2'^ (trocknen) 1 Mos. g, 7; nSb"; (können) 4 Mos. 
14, 16. Mit Praepositionen: IIO^S (zu gründen) Jes. 51, 16, 
t*1*3 (zu fürchten) f. N"li^ 1 Sam. iQ, 29, 

Der defeclive Imperativ hat gewöhnlich He paragogi- 
tum, z. B. nin (steig herab) 1 Mos. 45, 9, nsV (gehe), 
wofür einige Mal ^ 4 Mos. 23, 13. Rieht. 19, 13, üeber nyji 
'Sprüchw. 24, 14, s. 5. 86, 2, Anm. 1. 



t) Die wahrscheinlichste Auffassung dieses schwierigen Verses 
scheint hiernach : dann (^sprach sie): zeuch hinab, o Rest der 
Edlen des f^olhs Jehova, zeuch mir hinab mit den Helden. 
Gew^öhnlich .ändert man hier die Puncte in *J"T' , oder hält 
1*1^ für chaldäische Form statt TT", oder nimmt es gar für 
Fut. apoc. für n^l/. (von nT^). 



Uiiregelmäfslges Verhum. §. 105. Verha 13. 335 

4. Das Futurum iavJ;; zieht den Accent in einigen Fällen 
auf Penultima zurück, wo dann die letzte Sylhe Segol erhält. 
Dieses geschieht: 

a) vor einsylbigeh Woltern , oder beym Zusammenstofsen 
Jiiit einer andern Tonsylbe, z. ß. tS'TjSM (ich will nur hin- 
gehn) Hohesl. 4, 6, ,13 -^ty*) (er wohnt darin) Hiob 22,8; 
XJH *T*in (Feuer kommt Iierab) 2 Kün. 1, 10. 12; 

Z)) nach dem Vav conversivo , als: "hSsI, 'I*!^"»'!^ J3\t,'»1. 
Der Ton bleibt aber in diesem Falle auf Ukima a) in der eisten 
Person, 2. B. IjSnt, T^N*!» ^^it) > "^d ß) in Pausa rny;>i. 

Ein Patach statt des Zere findet sich bey dieser dcfecti- 
ven Form, wie im §. ( no. 2) bemerkt, nur bey Concurrenz 
einer Gutturalis, aulserdem in Pausa (nach §. 52, 1 litt, h), 
2. B. "aSil und er verschwindet Hiob £7, 2i , 1tS»1 und er sin<r 
1 Mos. 24, 61. 25, 34. 4 Mos. 12, 9 u. 8. w^» 

5. Als seltene Formen des Futuri Kai hat man auch \vi^'< 
Hos. 13, 15 (f. Ti;:3i'» er vertrocknet, von ty^s) und Ssi^ f. 
Ssi.") (von Sb*« können^ aufgeführt. Allein ersteres ist die ge- 
wöhnliche Form des Futuri von ty'ia ($, 106, Anm. 6) und 
kann der Bedeutung nach sehr gut darauf zurückgeführt werden 
(s. mein kl. hehr, PTörterb."). Letzteres konnte nach arabischer 

^ C X 

Art gebildet seyn (wie Vä-^j); allein es scheint vielmehr Fut. 

Hophal (s. §. 114), \vie daraus höchst wahrscheinlich ^vird, 
dafs das Nom. pröpr. Hi^*» Jer. 33. » au einer anderen Stelle 
Ssin^, 57. 3 lautet. Ueber UT^h s, unten B, Anm. 3. 

H. Zu Niphal. 

6. Vom Praeterito und Participio kommen einig» 
Beyspiele vor, deren 1 in Schurek quiescirt, als: iJSli Zeph. 3, 
lg und nl!>13 trauernde Klagel. 1,4» 11^13 (mit Dag. euphon. 
S. ß6) f/e Jin</ gehohren 1 Chron. 3, 5. 20, g. 

Ein Part, mit Zere in der zweyten Sylbe (dergleichen wir 
bey den Verbis VV und n'S finden) scheint \ypiJ f. Typ13 ver. 
strickt (vontt/p*») Ps. 9, 17. , 

7. Statt des 1 mobile kommt in zwey Üeyspielen eirt ^ mo- 
lilevoT, und zwar in Verbis, die sicher ia sind; als: mft*) er 
soll erschossen werden (mit Pfeilen) 2 Mos. 19, 13; Sn ■^>1 
und er wartete 1 Mos. 8» »2 (praet. 'jniJ, if//»/i. S^nlrt). 

8- Die X Pers. Futuri lautet hier immer wie i\y'M, 
nicht attfj« (vgl. $. 92, Anm. 5), als: nSjN Hiob 3, 5i vgj. 

Bb 



336 JL Haupt th, Cap. 111. Vom Verho, 

Sprüchw. 30, 9, Ezecli. 20, 5, 2 Sara. 22, 4. Ps. 13,4. 119, 
117. Jer. 17, 14, 1 Kon. 19, 10. 

III. Zu Piil. 
9. Hier kommt die einzige Abweiclmno; vor, dafs in eini- 
een Beyspielen des Futuri das radicale Jod nach dem Praeformati\'- 
ausceiaüen , und letzteres in dessen Puuctntion getreten ist, wie 
bey den N3 ( §. 104, 10). Als: inV.^-H ^' •'^'^^'^V.^ ""^^ *'" 
trocknet es Nah. 1,4; ^IM f. n^*'"'*! und sie rvarfen Klagol. 3, 
55; na»") und er hetruhu- Klagel. 3, 33; D*1UJ^1 er leitete sie 
2 Chrüii. 32, 30 Chethib f. m\y"'']n. 

iV. ZuHiphilundHopltal, 

10. Die abgekür/te Form des Futuri aiÜI"* zieht, wie in 
Jiul , den Acceni zurück , und erhält in der letzten Sylbe Segol: 
a) vor einer andern Tonsylbe, als: nph f\Ü'\^ er mel\rt 
die Kenntnifs Sprüchw. 1, 5. 

h) nach dem J'av conversivo ?lSi»1 er führte 2 Mos. 14» 
ai , iSl""! und er zeugte 1 Mos. 5, 3. 4. 6 , nur nicht in der 
1 fut. "ilSiNI 5 Mos. 26, 13. Statt jenes tonlosen Segol 
(/«rtji'i ) steht Spröchw. 30, 6 sogar Schiva ^'0'ir\~hii jüga 
niclit hinzu f. t]OiP ( wie die Nominalform t:v,'p f. lityp ). 

11. Fast eigenthiimlich ist diesen Verbis im Fut. Hiph. der 
Gebrauch der nicht zusammengezogenen lorra , die das n behält. 
Als: yi\t51n7 er wird retten 1 Sani. 17, /j7. Ps. tifi, 6; mini 
er preiset Neb. 11, 17 ; "Slinx icJi werde ihn preisen Ps. 45, 13 
(§. 9.1, Anm. 12 ). Dieses ist Chaldaisnuis, wenigstens ist diese 
rlexionsweise im biblisclien Chaldaismus hänßg, z. B. l>*lini 
Dan. 2, 25, vgl. 2, 5. 7, lö. Esra 7, 25. Auch lindet sie sich 
in Nomm. propr. , als: tjOin*» f. nC'5'' Ps, ß^» ^ "''<^ '" Hophal 
Sdih"; (er wird kommen) Jer. 37, 3, wofür Sl^l*" 5Ü. »• 

1 2. Das T kann hier auch defectiv geschrieben werden, z. B. 
'■\h><l 2 Kon. 6, 19, 25, 20. 

13. Für Hophal halten mehrere Ausleger i^n In 3 iVTos. 4, 
23. 29 f. J?'iin , w iS vorziiolicher scheint, als es für Hiphil 
(j^''*7ln) und impersonell zu nehmen. 

> V. Z u II i t h p a ä l. 

14. Hier ist die einzin;e abweichende Form SSDO 2 Mos, 2, 4 
für a2STiO sie stellte sich. Das Wegfallen des radicalen t ist 
hier analog mit den Fällen unter Pi'^l (Anm. 9), ferner mit dem 
Verschlingen der prima radicalis H im Chaldäischen , z. B. "joriH 



Uiiregelmüfsiges t^crliim. §. 105. T^oha'^ü. 55- 

f. IJCNrH. S chnl te ns ( iiistitt. hehr. S. 47o) und Vater 
(^hehr. Spruchiehrc S. 27 1 j deiiseii sicli eine Transpositioii de» 
r und 1, also iür ilftlTl. 

B. ZiveyLe Klasse. 
Ursprüngliche Verba «i'a. 

Die Flexion derselben hat folgendes Eigenthümliche: 

1. Im Fnturo Kai kommt nnr die zWeyte Bildungs- 
weise der^elben (J.iio,^.) vor, als .2'^^^. , auch ^1C\ Rieht. 
19,6; pi^\ (er lüird sntigiijr.) Hiob 20, 16; ^i^'j?"^ (sie er- 
vachen) Hab. 2, 7. Als eigenthihailich kommt hinzu, 
dafs die letzte Sylbe daneben in einigen Wörtern Zere hat, 

mit zurückgezogenem Tone Segol, als: ^1^,^^^ nnd er bil- 
dete X Mos. c, 7; \P''^^ er eru achte 9, 24. (neben VP^^ 

1 Mos. 28» 16); ~^."''^.] er uard gesetzt 1 Mos. ^o, 26 
nnd 24» 3 5 in^i Chethib. 

Auch im Arabischen verlieren die Verba ^? im Futuro ihr 
Je nicht, selbst niclit, wenn die zweyte Svlbe E liat, 2«rade 

wie im Hebräischen, z. B. ^j /uf. ^maaJ ; (vJlj 

/«t. / jjwaaJ. Die Formen der Futura , wie "\ü*'i und ^tt?*» 

stehen sich hier «m meisten charakteristisch für beyde Klassen 
Toij Verbis eiitgeeen. 

2. In Hi])hil bleibt das ursprüngliche Jod, u^id 
quiescirt in Zrre^ v,. B. I2''ID'^n (Gutes thun) , I^I^T)^ (jam" 
meriijf p'^w'^H (süiigeu), \^'l2*'T\ (rerhts gehen). Nur sel- 
ten bleibt das Jod als lauibarex Conson;nit und bildet einen 
Quasi -Diphthong (§. 11,5), z. B, DT/lC^C (die die rechte 
Hand gebrauchen) 1 ('hron. 12,2, '^'*'''-^.^^ ( sie .yuid eben ^ 
Sprüchvv. 4-, 25, vgl. ""i^^n Ps, 5, 9 Ben. 

3. Dasselbe Jod bleibt auch in den Derivaten , z. B. 

ntÜ'C, "nV^^P Ebene, von TvP^J -^C^O dasBeöte, von 
y^l gutseyn; ^H'^C Sehne, \on "^iH^: 

Bb 2 



388 I^' Hauptth, Cap. HI. Vom Verlo. 

Anmerkungen. 

1. Die Zalil der Verba , welche -wirklich zu clieser Klasse 
gehören, wird durch die oben (^A. no. 3) gemachte Bemerki,mg 
sehr beschränkt, und ist, w^ie auch im Arabischen, nur selir 
gering. Es gehören dahin eigentlich nur 212^, SS"", p3^ , IIJ"* 
bilden, ypj^ erwachen, ">^y^ gerade, recht sejn, von denen 

^j] wehklagen, tSkXj] säugen, auch im Syrischen, jhjL^ 



y y * 



oder (J<2Ä3 erwachen und *mJ recht, glüJdich seyn aucli 

im Arabischen diesen Charakter haben. 

In dem Einen hebrüischen Verho *1J»^ liegen aber zwey der 
Flexion und Bedeutun» nach verschiedene, nämlich: i") IJC f. 
*iaT jut. 1i."i_, 1S--'T hedrilngt seyn, und 2} "I2f^ jut. 1S"'»1 
(auch"ihj'', nach der dritten Klasse) bilden. 

Nebenher kommen noch ganz einzelne Formen dieser Art von 
wahren Verbis la vor, und umgekehrt, was aber im Ganzen 
kaum in Betracht kommt, für Incorrectheit oder Schreibfehler 
gehen kann , und w^o im Einzelnen selbst die Lesarten ungewifs 
sind. Nämlich NSTI (^führe heraus) i Mos. 8» »S Keri f. das 
Chethib N^Jln (was das gewöhnliche ist); n'n"(0''M (^ ich züch- 
tige sie^ Hos. 7, 12 (neben dem Niph. 1Di3, und dem Nomen 
nO!!»); ''^."'btn bring 2 Mos. 2, 9 (sonst immer "qi^lrt) ; da- 
gegen iV'Mn Ps. 5, 9 Chethib, und t2T2''n Nali. 3, 8 ^^^ ''^.^^^* 

2. Auch hier kommt die delective Schreibart in Hiphil vor, 
z. ß. 2'»i:n , ^"»JOn f. ^ftin, T'Wn, so wie die nicht contrahirte 
Form !iS''S''n'' f. iS'^V^;" sie wehklagen Jes. 52, 5 (wenn hier an- 
ders die Lesart richtig ist). 

3. Grofse Schwierigkeit machen, aber dem Grammatiker 
einige Formen des tut. Hiphil dieser Verba, nämlich: 2''13''^ f. 
iltS'''' Hiob 24, 21; b'>b"''^ Jes. 15, 2. 16, 7, iS^V;*'; Hos. 7, 
14, b^S*'5^ Jer. 48, 31 imd bey diesem Worte immer (aufser 
hS^Vm Micha 1, ö), wozu noch ein Bevspiel des Futuri Kai 
kommt: l^Ti"' er neifs f. J^T^ Ps. 138, 6. Die Form ist za 
häufio;, als dafs sie in den einzelnen Stellen für Schreibfehler ge- 
halten w^erden könnte, und verlangt daher, wenn sie auch nut 
von der Ansicht der Piinctatoren ausging, eine Erklärung. Ge- 
geben hat man diese auf verschiedene Art. Die ältesten Gram- 
matiker, z. B. liimchi , Salomo ben IVlelech (s. JVHch- 
lol zu Jes. 15, 7, w^o er auch die Erklärungen des R. Juda 
und Jona anführt), Buxtorf u. A. erklären das f für ein 
verwandeltes n charactsristicum ^ so dafs S^S''"» für ^''Vn'! (Jes. 
62,6) stehe. Diese Erklärung hat wider sich, dafs sie nicht 



Uiiregehnäfsiges F^erhum. §.105. fcrha'^Si. 339 

anf t*Ti'» pafst, welches nicht Hi-pläl seyn kann. Sonst läfst sich 

dafür sagen, dafs diese Verwechselunji; im Gbaldäisclien bestimmt 
voikomtnt, z. B, «^Di*»?! fut. Jphel für «]Oinn oder f^CiNO 
Spiüchw. 20, fi Targ., ^jn^l*»»^ für l^3"r2inn Sprüchw. 1. 32 
l'arg. , auch ist die Auflüsung des n und N in Jod zwischen 2 
Voolen sonst nicht ungewöhnlicli (D'»kS3, DiiISb; IJH'n, 15'''^), 
seihst in unsern Dialekten JMiih.s, blähen, plattdeutsch: Möje, 
hlüjen. Nach anderen Vermuthungen ( s. mein hehr, PTöiterh. 
S« 385» f^ aters hehr. Sprachlehre S. 270) hätten v\'^ir in die- 
sen Formen eine Spur einer Conjugation ^''w^p , Sia^p , die sich 
im Aramäischen in einigen Beyspielen findet z. B. i'5''tt5, ^i7''\l) 
mithin S^V'', V'i'^'^ nach der Form Vti''p'!, S'»t:"»p^J oder, da 
diese Form nur bey Verhis "»a vorkommt, das "i wiire ein über- 
flüssiges Praeformativ zum Ersatz für das ausgefallene /oJ , wie 
etwa im Deutschen gegessen f. geessen , contr. gessen ( nach d e 
IVette zu Ps. 133. 3). Alles genauer erwogen, scheint mir 
die erstere Erklärung noch die vorzüglichste, docli so, dafs diese 
Punctation vielleicht nur in der Ansicht des Piinctators ü^g^""- 
det w^ar. Das richtige möchte 'j^S'»'' seyn, ^j^S'»'« aber mehr 
chaldaisirende Punctation. Bey l>Ti"i wählten sie eine auTseror- 
dentliche Punctation vielleicht wegen des Anomalen , was in der 
Scriptio plena dieses Wortes (für i^l"» ) liegt. Eine ähnliche 
clialdaisirende Punctation bey einer litera qiiiescens ist il^riNFI f. 

•''^•;?.5^fJ. ; ^nS:jNfi f. ••»nSpNtn oder inV^Nfj (s. §. 47, 4). ' ' 

C. "Dritte Klasse, 
Verba -«a, deren •• sich assiiflilirt, 

1. Eine dritte Klasse bilden eine kleine Anzahl Verba 
*2, deren "^ sich (gleich einem Nun) im Fut. Kai, in 
Niphal , Tliphil und Hophal dem zwey ten Stammbuchsta- 
ben assimilirt. Theils geschieht dieses in einigen Verbis 
durchaus , theils bestehen solche Formen neben einer der 
vorhin beschriebenen Flexionen. 

Zu der ersten Art gehören: 

«) (na^) Eiph. ntan (niedersetzen), Hoph. n''an Zach. 5, i» 

(eine Form, wie D''pn Dan. 7, 4). 
h) (^iCt) Hiph. i.^f&n (stellen, setzen), fut. Hoph. yji\ 
e) VS^ (unterbreiten), Vart. pass. VIS'', Hiph, i>"'2Sn. fut, 

HopluV^"]. Derivat: yso. . ' ' 



390 JI. Havptth. Cap. JIl. Fom Verho, - 

d) (ns^) fut. niS"! (verbrennen), JSliph. nUi, Hiph. tT'Sn , 
abev n^Sin 2 Sam. 14, 30 Chetliib. 

Z'i der zweytcn : '~- 

pS"" (c'pfsf'Ti)! fut. pbs*' er giefst 3 Mos. »4, 26 und öfter, 

neben pS")T es ergoh sich 1 Kon. 22, ^5, Part- Hoph, ptS"» 

Hiob XI, 15, neben piC». 
IS*' (bildtni), /ut. !in~i-X*> er bildet ihn Jes. 44, i2, ?|'^.SM Jer. 

*j 5 K^f/, nebt-n •^icvti. 
•iC (züchtigen), Jat. D*^Et4. Hos. xo, 10, neben NipJi. *lOi5 

und Hiph. TD^P. 
'Itt?'» (gerade 8cyn), davon n3*i\£j^ 1 Sam. 6, i2 (f. nil^yp, 

(vgl, §. 31, 2), neben Ti?'»'' u. s. w. 

n^i (gebä'iren), 7;i/. Hoph. n'iV"' ^ Mos. 40, 20. Ezech. 16,5, 

neben der sonsli'>eii Flexion der 13. 
- c 

■jC (oriinden), Part. Iloph. ISnö Jes. 2^, xC. Detiv. TDö, 
neben der sonstigen Flexion der T3 "). 

2, Bey ErUännig dieser Formen entsteht nun die 
Frage, ob man hier eine wirkliche Assimilation des ur- 
sprünglichen ^ und "^ anzunehmen habe, oder ob in 
jenen ßeyspielen die Form von Verbis ^3 entlehnt sey. 
Für da^ letztere spräche, dals in einigen Verbis geradezu 
die Formen |3 und ^2 neben einander bestehn, z. B. 3K^ 
und D]S_2 (§. 112, 2). Für das crstere dagegen, dal's 
sich im Arabischen das Fav der Feiha 13 in gewissen 

Fällen wirklich assimilirt, z. B. (3^ Cutij. Pill. (jX'iJ 

f. /_Ä.J*j, ferner, da(s die assimihrte Form zu hänhg 
neben der quiescirenden besteht, als dafs man hier iiu- 
mer ein ganz verschiedenes Thema zum Grunde legen 
^ürfte^ 

Im Chaldäischen findet iix einigen A'erbis dieselbe Assimila- 
tion Statt, z. B. S^*^ JHt. Ss*".; 1?'!''. jut. l^^i*;, uuJ so, dal's das 



u) Bey yp*» 1 Kön. 3, x5, *iV^_>|^ Jes. 40, 30 findet sich das Da- 
gesch nur in einzelnen Codd- und Ausgaben; v^äe überhaupt 
mehrere der obigen einzeln stehenden Punctatiouen iiatiirlicli 
von der Ansicht der Punctatoren ausgingen. 



Unregelmäfsiges F'erbiim. §. io6. Verha^iJ. 391 

Dascsch wieder in Nun resolvirt wird, als: t^Ut von i*T« , wns 
aber nicht etwa für eine Abkunft von ]£ beweist, denn es findet sich 
auch in ganz andern Fällen (§. 35, ■^ ). 

Im iilebriiisclien liifst sich bemerken, dafs dns Fut. O der ^a 
sich blofs hey AenVerhis dieser Art Jindet, als: pbj'', "lS''i ^S*»,. 
Bey dem Verbo pS'' fanden ^vir sogar ein ßeyspiel, wo das Fut, 
E daneben bestellt, ^ind mit verschiedener Bedeutnne;. 

Unter den oben angeführten Vcrbis sind übrigens zivcy^ (nJ*» 
nnd 5^"'). von denen prima Jod gar in keinem Beyspiele er- 
scheint, und man könnte sie daher fast mit demselben Rechte als 
"ta aufführen, wie dieses Simonis falsclilich mit den meisten obi- 
gen Formen gethan hat. Allein bey dem ersten ist die Existenz 
einer Form , wie n33 an sich unwahrscheinlich; das zweyte hat 
Verwandtschaft mit p^^D hinlegen (Jos. 7, 23. 2 Saln. 15, 24), 
v.-elches mit pJC^ gicfsen im Grunde einerley seyn mag. Das 
Verbum *)^prr umkreisen , welches man hieher zieht, gehört in- 
dessen wirklich nicht dahin, wie die Form !l3pJ3 (Jes. 29, i) 
lehrt. 

§. 106. 
Verba quiescentia TV. 

Die Theorie der Bildung dieser Verba beruht anf fol- 
genden Bestiminungen : 

1. Der mittelste Stamnibuchstab "1 qjjiescirt in diesen 
Verbis bestättdr'g und wicht blofs in den gewöhnlicheren 
Fällen, wo ein Schwa folgt oder vorhergeht (§.4.0, 1. 2), 
z. B. KliS f. ^? 2 ; sondern auch, wejin von beyden Sei- 
ten desselben Vocalzeichen stebn (§. 40, 3), z.B. Inf, 
absol. D'ip f. 01]?; Part. paxs. D^p f, D^"^]?. So entsteht 
überall ein ein.cytbiger Stamm. 

Die einzige unbedeutende Ausnahme, w^o J^av mobile bleibt, 
s. no. 8- 

2. In welchem Vocale das radicale P^av quiescire, 
sollte eigentlich der Vocal der zweyten Sylbe im regelmä- 
fsigen Verbo , den wir öfter als den Charaktervocal ken- 
nen gelernt haben (§. 103, 2) bestininien, und so war 
es iivden beyden angeführten Beyspielen der Fall. Weua 
dieser aber, wie in der Mehrzahl der Fälle, A^ E, /, 
mithin dem ^ nicht homogen ist, so ist entweder: 



39 ö //. Haupt tk. Cap, III. Vom Verho. 

a) das yav wegen dieses Charakter vocals in K 
und •» verwandelt , als ; Praet, DNg f. D]]? v) ; n*>D f. 
ty^Ü; D"^p. f. Q^^.pj (die letzte iSylbe von Iliphil); 
T£J'i3 f. ^^3; doch so, dafs^^ und £ nach der im Hebräi- 
schen herrschenden Orthographie (s. S, 49« 5^^) ^^' 
fectiv geschrieben M^erden, Q|?, HO; oder 

b) da der Vocal O und U einmal in dein Stamme 
lag, so ist gern eine in der normalen Bildung unge- 
wöhnliche Form, die diesen Vocal hat, zum Grunde 
gelegt worden, z, B. Praet. Niphal D"ipJ f. i3^p^ (^'g'- 
§. 103, Anm. 7); Inf. Niph. D'lpn f. DlpH, nach 
der Form ybpH (§. 92, Anm. 2). Daher z. B. auch 
in Kai kein eigentliches Fiit. A vorkommt, sondern 
immer das Tut. O ^'). 

In dem ersteren Falle hat das Vocalzeichen , in dem 
letzteren der radicale Vocalbuchstab die Aussprache der 
Sylbe geleitet (vgl. §.41, 2). 

Im Arabischen ist die erste Art Jie gewöhnlichste, Jäher 
Praet. ^\i f. ^^ ; Pass. J^ f. J.^ ; fut. pass. JUj 

f» J^XJ. ^^^ letztere hat z. B. im Praet. von Conj, I. in der 
1 und 2 Pers. Statt, z. B. ^^3 von \\Jj f. Jj3 ; j^Aä. 
von (^Vä. f. (»J%a.. 



t>) Richtig sagt Dav, Kimchi (^ MicMol fol. 135) zu der Form 
ÜHp : Kamez in his verbis est, quod hie media quiescens ^ vsl 
^ videatur comniutari in H, pro natura quicscentium literaruni: 
quod antecedens exemplum manifeste indicat , et literae H 
eompetit quiescere ih Kamez, ut Dp dicatw quasi Dip tiel D''p. 

Ol) Im Cbaldäischen tuid Aramäischen kommen einige Beyspiele 
vor. Wo dann i in k verwandelt ist, als; ^nyyon t]?:!; 

LjVilJ von ^^Vä (f« V_^»}.Ä). Im Hebräischen findet sich 
das A nur bey den Gutturalen, s. Anm. lo- 



Unregelmäfsiges Verhum. §. 106. Verhaw. 395 

3. Der Vocal des einsylbigen Stammes ist an sich 
nicht allein lang, sondern auch unrein, insofern der 
quiescirende ßuchstab entweder wirklich da, oder doch 
ausgefallen ist (§. 4.4, 1. c). Z. B. DJ?, U^p , D^p, 
die Sylbe C^P in Q^P"^.. Indessen ist er doch in gewissen 
Formen in einen reinen, selbst kurzen Vocal übergegan- 
gen (§. 45, 1, litk.c). 

Nämlich: 

a) im hup. und Fub. apocopato von Kai und Hiph, 

als: Dp, Dp:, Cj?J;:> f. Q^i?, XlM^l; DpH, Qp.:, Dp^^^ 

f. D^pn.D^.:. 

b)\n denjenigen Formen der Praeteritd und Futura^ 
deren Aß'ormativen mit einem Consonanten anfangen, 
ohne das eingeschobene 1 und ^tt (wo. 6) zu haben, 

mithin Praet. Kai: rp^_, ^■^.^p_, Fut. und Lnp. HXpn , 

njpp f.,n:c^pn, T^yzSp; praet. Hiph, nsSn f. ns\:n 
2 Mos. 20, 20 , fub. iiiph. njppri. 

Eine duvcliaus analoge Vocal Verkürzung findet hier im Ära- 

''• .<? ^ <',-' = 

bischen Statt. Z B. Co/^j. //>'. ^V.3| 2 Pers. ^^^.if; fut. 

^ ^.^ c,^,^ ' ^ c > ^ J ^* 

Con;. /. j'i^ apof, -}» j Flur. ^+ii'i^ F«t. pa^x. JVäJ 

opoc. VJLJ u« s. ^v. 

4. Die Praeformativen des Fnt. Kai, Praet. Niphal, 
und von ganz Hiphil und Hophalj ^veIche vor dem ein- 
sylbig gewordenen Stamme eine einfache Sylbe ausma- 
chen, erhallen hier, wie in den Verbis ^y, statt der 
kurzen Vocale der normalen Bildung die entsprechenden 
langen, z. B. D'^pH f. D^lpH; Dp^n f. D^pH. Dieser 
Vocal ist aber (ausgenommen das ^ in /f(9;7Ä«Z) rein, und 
fällt weg, wenn der Ton von der folgenden Sylbe weg, 

nach hinten fortrücht, z. B. HiO^pTI. 



394- ^I^ Hauptth, Cap. JJJ, f^om Veiho. 

5. Bey der Wahl dieser Piaeformaiiv-cn und über- 
haupt liegen nun aber der Bildung dieser Verba meistens 
ungewöhnliche Formen zum Grunde, zu denen sich aber 
sonst Analogieen nachweisen lassen. So tteht: 

hif. und Tut. Kai n^p, D^p;^ f. u")p , D'>p: (nach der 

syr. und chaldäischen Form /pp , "^ipp^ > ^q.^d 

VQ^nj, Agl, das arab. Vaäj); oder wenigstens 

NiD"« f. ^j'»n^ 

Pmt. Kai Cp f. Dlp^ (nach der Form ^Dp, die als 
, y/<^-/. 7;erZ'a/e gtbräuchlich ist §. 120, 1). Vgl. §. 32, 

1 , Litt. a. 
Praet. und Inf. Niph. D^pJ und LlpD. f. D^p:, D"ip.n 

(s. oben no. 2 \ 
Part. Hiph. D'^p.O f. D"^>pO (wie bey den Verbis VV). 

Formen, «lie sich an die gewöhnlichen anschliefsen, 
sind liier gevvöhnlicli (\'ns selteneren, 
z. B. FvL. Kai ^i::^ f. TÜ^3^ 
Inf. Kai Niä f, N^ä 

6, Im Praet. Niphal und TJlphil ist vor den Aflbrma* 
tiven, die mit H und 2 anfangen, ein 1, nnd im Fiit, 
J^al vor der Endung HJ ein ^tt eingeschoben worden, 
welche Einschinbfcl den Ton haben und daher den Vocal 
des Praeformaiivs in ein Seh wa verwandeln , als: Niph. 

n%Tp:3^), ///>//. n^C^pn, Fat. Kair\2}T2}l^r^. in den 
beyden letzten Fällen bestehen etwas selttiier daneben 
Formen ohne diese Epenthese, aber mit verkürztem Vo- 
cal der Stammsylbe (nach no. ■"-;), z, B. \'^_ /O^. » "^^^^i^» 
welches im Intp. Kai und Fut. Hiph. allein gebrauchlich 

ist, n:iDp, n:ppa 



x) Ueber die VerwanJlmio; des i in !), die auch eine kleine Ver- 
kürzung ist, s. §. 4}, Anin. 2. 



Unregehnafsiges yerhuin. $.106. VerhaSVI. 39/f, 

Der Grund dieser Einschiebung liegt vermuthlich in 

der Härte, ^^■oIche die Zusammensetzung riO/lpJ verur- 
sachte, und man suchte diese auf eine W^eise zu vermcfi- 
*}.a\\^ an u'elche man auch schon sonst ( bey den so ähn- 
Jichen l'^erlis ^'i') ge\-\'ühnt war. Tm Arabischen und 
Syrischen findet sich diese Einschiebung bey diesen Veic- 
bis n:cht ^'). 

7. Der Ton hat (wie bey den V^) das Eigenthüna- 
liehe, dats er 

a) nicht auf die yi?^on«fl!t/i'a n^r-, '^, "^ — fortrücke, 
z. B. "^Pj^ 5 ^^R' "*P"^P> ausgenommen bey dem 

Nun jmra-og, ^n^,0^ , pH^C^^ ; ^n"^0;^, ^H'^D": , und 

bey Stiffixis, als: "^-n^w^ (er wird ihn tödten), wo 
im Fnturo zugleich der Vocal des Praeformativ's ver- 
loren gehl. 

b) in den Formen mit der Epenthesis 1 und ^-rr hat 
diese den Ton {110. 6 ). 

c) vor den AiTormativen ohne Epenthesis ist die 



y) Ein Rec. in der Jen. A. L. Z. Ergänz. Bl. iß^^. no. 5. 4, 
gibt die VerriiatJjuno , dafs dieses T und n eigentlich von den 
in den Affoiin.-'tiven liegenden abgekürzten Pionominen , und 
zwar von verlornen, liypothetiscb ariziinebmenden, For'.Tiea 
derselben ausgehe, nämlich: tni3><, ^j«, niJN (nach der 
Form "»DJ« ), im Fut. nJ^-::- von nsn. Allein ahgesehn von 
der Mifsiichkeit solcher Formen, von denen sich sonst keine 
Spur zeigt, und zu denen man aufser DniJX , ^nl3« auch noch 
ein ^^iayi oder !lJ3'n2N! hinzunehmen müfste, so haben wir oben 
(§. 105, 4) aus der Analogie des Arabischen diese Buchstabe;n 
als blofse Hiilfslaute kennen gelernt, deren es sicher in der 
Sprache mehrere cibt (§. 35 insbesondere no. 2), und die 
i;icht nothwcndig ihren Ursprung^iq der Etymologie haben 
müssen. Bey dem arabischen ^^jO^ ist genau derselbe 
Fall, und man wird doch um dessentwillen nicht eine Reiae 
problematischer Formen (tp-'J:', f^^rl*?.) a»oehmeH woilca. 



396 II, Hauptth, Cap. III. Vom Verlo. 

Betonung dem regelmäfsigen Verbo analog, z. B. 

Eine allgemeine Ausnahme enthält Hophalt dessen 
Betonung sich ganz an die des regelmäfsigen Verbi an- 
schliefst. S. no. 8. Anm. 

g. Die Conjugationen P/c/, Pyal und Hithpa. kom- 
men von diesen Verbis nur höchst selten vor. Das ein- 
zige Beyspiel, wo dann ^ als moiJ'fYe bleibt, istH^y, arab, 

oVc sich wenden, Fi. 1)1^. umgeben Ps. 119, 61. (Iliph, 
"l^yn wiederholt sagen, betheuern, zeugen). In eini- 
gen andern ist das "^ dann in ein Jod mobile übergegangen 
(nach §.41» Anm. 3), nämlich: Drltl sich verschulden, 
Fl. D|)n Dan. i, 10; D'^p Pf. D^^p. bestätigen. Hithpa. 
'n^IÄJn. sich mit Keisekost versorgen Jos. 9 , 12, und 
wahrscheinlich auch V. 4, Dieselbe Bildungsweise ist 
im Aramäischen häufig (ujüa**^ >Qa£)) und auch im 
Hebräischen gehört sie nur der spätem Diction an. 

Statt dieser Cünjugationen ist nun aber hier die selte- 
nere Filel (§. 73, I ) mit ihrem Passiva und Re/lexivo 
herrschend. Z. B. DO'ip Pass. Uü^p , Rcßex. UD*\pT\n. 
Seltener ist die ConjugationP*7/;W (§• 73» 5)i als: ^i^Ss 
erhalten , von ^''O. 

Boy allen bisherigen Erklärungen der Anomalie fanden wir keine 
ei ''entliche unmittelbare M'^egwerjung der med. Vav mit ihrem vor- 
hergehenden Vocale, sondern lediglich (puiesciien und Verwandlung 
(no, 1. 2) derselben und endlich Verkürzung des Charaktervo- 
cals (no. 3). Wir erklärten also- z. B. P!D[D zunächst für Ver- 
kürzung aus Pöp f, PCMiD, von DM|3 f. nniD. nach der Anale 
gie vieler anderen Formen ( na. 3 ). Eine etwas andere Erklä- 
lun» geben die meisten altern Grammatiker (z. B. Alt in g. 
Schul tens"), wenn sie eine unmittelbare Jl^egwerfung des 1 
mit seinem vorhergehenden Vocale oder Schwa annehmen , und 
hieraus alle Anoraalieen erklären, also: nüj? f. P»T[P ; D^p.n f. 
C'»'»pn u. s. w. 

Mit Recht bemerkten indessen schon Jiezel und Vater, dafs 
dicsea 9uf viele Formen, z. B. q[3, ^öp^j D^p. (f. B'njs) gar 



Unregelmäfsiges Verla, §. loG. Verha 'W. 397 

nicht anwendbar und gegen die Analogie des Arabischen sey, be. 
halten jedoch diese ErÜLiriingsvveise für einige Formen, nament> 
lieh PKp und Hoph. Dpjin f. DI pH bey. 

We<^en der ersteren Form niufs ich mich zunächst bestimmt da- 
geo-en erklären, da das Aramäische, in welchem der lange Vocal geblie- 

ben ist) £\ia£) ^ ^O/^iOD ^ ^P.i?-,^ llf^Pi^) ^^^ Richtigkeit 
der obigen Ansicht verbürgt, auch das Arabische keineswe2:es 

dagegen zeugt, insofern ^X3 , O/-**' ^"^"- O^^^ » 0/.-^M* 

auf den Vocal, der in der litera quiescens Kegt, zurückgehn, 
keines weges aus blofser Wegwerf ung des ^ und ^c entstanden 
sind. 

Die Conjugation Hophal aber (Dpiin Plnr. !!nj:5!in) verdient, 
da sie von der sonstigen Analogie dieser ^'er5a abweicht , eine 
besondere Beleuchtung. Ihre Eigenthümlichkeit würde sich sehr 
leicht erklären, wenn märt annähme, dafs sie die Form von den 
*ia entlehnt habe (D|r:in, w^ie von Cij"' , Cpl), w^elche Vorstel- 
lung hier dadurch empfohlen \verden könnte, dafs ß) diese Con- 
jugation sich in Ansehung des Tons von der übrisjen Analogie 
trennt und an die *a anschliefst; Z>) dafs einige Verba ly selbst 
ihr Hiphil von •'"a entlehnt (tt;l3 Hiph. ü/iiiln, s. das Anoma- 
Icnverztichnifs §. 113 u. d. VV. U;l2 ). 

Richtiger scheint mir indessen, bey den Delhis ',V zu bleiben 
und eine Transposition anzunehmen, die gerade beym T^'av nicht 
selten ist (z.B. nS^l) , n}\Vt_ S. 134) nämlich: Cllpri transp. 
Dp")?!, daher Dp^in, woraus sich ebenfalls das Patac/tder letz- 
ten Sylbe und die gewöhnliche Betonung erklärt. Solche Ver. 
Setzungen der QuiescihUis finden wir aber öfter bey der gramma- 
tischen Structur gewisser Formen zum Gninde liegen, z. B. niSa 
f. nilSs transp. T^^\^^_, T\^hi<Z §. x2i, VlI , zu no. 16. 

Das Paradigm ist hiernach : 

Kai. 

Praeteritiun^ 
Singi Pltir. 

m, f. tn. f. 



398 //. Haupt ih. Cap. III^ Vom Ferhö. 

Inf. absoh Dlp. Inf. consbr. Wp. 

Imperat. 
Sing. Plu i: 

VI. /. m. f. ^ 

r uturum. 

3 Dip^ rip^ ?5Di'p; nrr^pi^ 

fl mpn "^r^'pn J)o?'pri nf-o^pn 

1 oips; tJipj 

Par ticip ium. 

Act. tD]? /em. n^jj?. Pöjj. Q^p /m. ncip. 

N i p h a 1. 

Prael. 
Sing. Flur, 

m. /. OT. /. 

3 cip: nofp3 iicfp: 

2 n'i'o^pD nicipj onioipj Rioip3 

1 ^nfcipj ^:fcip3 

fl Dipn ^ßlpn !ioi"pn "jt^jn 

Futurum. 

2 Dipn '"^cfpn ^Dlpn n:i.pn 
I Dips nipj 

P articipium» 
Masc. mpj, /cm. nD"ipJ. 



Unrcßelmüfstges T^erhnm. §. io6. J^erha'SV. 599 

11 i p h i I. ■ 

P r ae t. 
Sing. Plur. 

in. f. VI, f, 

2 nio^pn nicipn .orio-^pn [nio^pn 

Inf. alsoL C^p,^. Qpn. /?^/. constr» D^p^. 
/ w/ p er a t. 

2 npn ic^'pn ^o^n nrcbn 

Futurum» 

3 D^p> D^pn -lo-^'p: n:r:pn 

Particip. tD^pO /<?/«. TID^pD. 

H o p h a 1. 

JP raet. 
Sing. Plur. * 

VI. f. m. /. 

3 qpin nopin ^opin 

2 rjopin nppin onopin inopm 

/wf. und Imp. fehlen. 

Futurum. 

1 OpiN DJ)!: 

Particip. Dp^O. 



/j-oo J.J. JlaiipLth, Cop, III, Vom Verho, 

P i 1 e 1. 

F raeteribnvi. 
Sing. Plur. 

m. f. m. J-. 

3 OQlp ncqip locip 

2 :^vy^p ncbip QJJic^ip i^^'stlp 
1 ^^cblp iXDip 

I Tuper a t* 

a DDlp '.ccip ^ccip riJDbip 

Futurum. 

2. Dolpri "^tcipn ^ccipn n:cbipn 

Pari, nqipp fem. ncc-^pD, nüolpo. 

P T 1 a 1. 

Praet. CO'^p u. s. w, Fwf. 'CD'^p\ Part. nOlpD. 

H i t h p a 1 e 1. 
Praet. DD'ipnrt, wie Pilel. Fwt. nDlpi^.% Part, 

DD'ipnp. 

P i 1 p e 1. 

P/flc/^. ^3^3. Inf. SsS? rn^ ^3^5V 
Pass. '313 u. s. w. 



z) So, nicht n3»ö1pn, §. Ezech. 15, iQ, 32, 16. 



Unregelmäfsiges r^erhtm §. xoG. yerhavJ. ^qx 

Anmerkungen. 

I. Zum Praeterito und Participio Kai. 

1. Wir nehmen beyde Formen ziuamtnen , weil sie sich in 
diesen Veibis eng an einander schliefsen. Bey der Form des Pa- 
ladigm's, wo das Praet. med, Ä (DTp) zum Grunde liest, ist 
die scriptio plena Seltenheit. Beyspiele sind jedoch : DNp ( wie 

r^Vs) ("'' erhebt sich) Hos 10,14. Part. D-'ÜNtÜ (verachtende) 
iizech. 2Q, 24. 26, fem. n1t3Nt£7 Ezcch. 16, 57, und so in den 
^diectwis y z. B. KnS (heimlich) Rieht. 4, 2i, tt/N*) (arm) 
Sprüchw. 10, 4. 13, 23. n1»^<*^ (Höhen) Sprüchw. 24, 7. 

Im Aramäiachen und Arabischen lautet das Participium zum 
Unterschied vom Praeterito DNp, y^\^ •♦■S'-J''. ^"^ Hebräi- 
schen findet sich vielleicht ein Beyspiel dieser Form in dem viel- 
gedeuteten "»INS P». 22, 17. Bey den gewöhnlichen Piincteu 
kann dieses viell. für DtlNS ($ 125, 2, Anm. 3), oder mit 
geringer Veränderung für tliO stehn , in beyden Fällen von 

*11S, entweder s. v. a. n*lS durchbohren, oder s. v. a. a\ <^ ■> 

f. -- <^ > binden. Die Lesart zwcyer Codd. TiHD ^väre Prao' 

teritum f. !l*l2 , mit derselben Ableitung. (Vgl. mem ÄeZ^r. J4~ör- 
terhuch Th. 2. S. i339). 

Im samaritanischen Codex ist jene Form häufiger, als ni^NV 
I Mos. 35, 13, DD^JSNp 5 Mos. 28, 7 (deren >? wohl auf syri- 
sche Weise .-ils mobile fiedacht -werden muls , wenn es nicht ara- 
bisivende Orthographie ist, dergleichen sich in diesem Codex 
auch findet). 

2. In den Verhis intransitivis med. E und O, bey denen 
aucli im regelmäfsicen Verbo PraeLeritum und Participium über- 
einstimmen (5. 82. 1. litt. a. §. 91, Anm. 16), lauten diese 
wie nO (f. n*»», aus niO), *liM (aus *ilM). Beyspiele sind: 
Praet. nn» {sie stirbt) 2 Mos, 7, 2i, ^r.» 2 Mos. ), 19, 
2 Fers- nPlü Ezech. 28» 8? CPMJÖ ihr springet Malach. 3, 
20 (4, 2), von tt/!l3, 3 P/a^f. «/a ; tt?i3, 2 und 1 Pers. rj«'2 , 
•I3^Ü3 c/m /iay£ dich, wir haben uns geschämt i liK Phn. i)*i1x 
( erleuchtet seyn); 12'^ sie sind gut 4 Mos. 24, 5'. -"J"!* sie 
sind entfremdet Ps. QQ, 4 (neben >|'\^) sie sind ausgedrückt 
Jes. 1, 6. Ganz allein steht m^ Jer. 07, ig, ntben dam 

so häa£g«n ^M3. 
'-' ■*■ 

Cg 



\ 



40 2 //. Hauptth. Cap. III, Vom Verho. 

Part. *i» wachend Hobesl. 5, a; D-^aS übernachtende Neb. 13, 

21, und jjlene geschrieben D^*^^?l Fremde S. Cliron. 2, i6. 

(Vgl. a^n*'» * Mos. 12, 33 im sam. Cod.), MitO.- O-iölp 

aufstehende 2 Kön. ifi, 7 (neben D-'r^), nt\:}l3 sich 

schämende Ezech. 32, 30. ^ 

Beym Pfirticipio koraruen dies« Formen mit E und O auch 

neben den übrigen so vor , dafs sie mehr Adjectiva verhalia , als 

Participia sind, z. B. 3 Mos. 19, 34: C3nN -^^n «^jn Jer 

Fremde, der unter euch wohnt, peregrinus peregrinans vohiscum. 

Das Vart. fem. n»p unterscheidet sich von der 3 /em. Praet. n^|D 

durch den Ton. Auf die Feroininalendung des Participii leidet 

näralich die allgemeine Regel vom Ton der Allormativren (wo. 7) 

ieine Anwendung. 

II. Zum Itifinitivt Impera'tiv und Futur o Kai. 

3. Im Inf. constr. , Imp. und Fut, quiesciren einige Verba 
blofs in 1 , als: "liN leuchten, nSs kommen, tüi3 sich schämen, 
3il2 out seyn; allt übrige nur in 9. Neben einander bestehen 
bevdo Formen in ui'i^ dreschen (wovon Imp. tiü'^'r, Micha 4, 13), 
Inf. Ul» waiihen Ps. 46, 3, fut. 13150^, und mit verschiedener 
Bedeutung xaip"» er hat Ekel Ps. 95, 10 und ülp"« er wird ahge- 

sclinitten Hiob g, 14 (wenn nicht hier geradezu t2t2p , ir\S 
als Stammw^ort angenommen worden niufs ). Von ein schonen 
kommt ebenfalls das Fut. 0*n'' und ein'' vor,' letzteres scheint 
aber überall Fut. apoc. ( nur aufscr der Ordnung plene geschrie- 
ben). Auch von denen mit !| tritt aber im Inf. absol. im Fut. 
und Imp. apoc. das O ein. 

4. Beyspiele des Inf. absolut! sind: li:»^ *lia hahi- 
tando hahitahit Jes. 54, 15; ]!)nion nlö moriendo vioriemini 
1 Mos. 3, 4; ^Clp^ Dip surgendo surgent Jer. 44, 29; nia 
Esth. 9, 16 u. s, %v. Dahin gehört auch z. B. das Adverb, lly 
eio;. rspetendo: wiederholend f. abermals , wieder, noch. 

5. Vom Imperativ kommen einige Bevspiele der abge- 
kürzten Form ($. 86) vor, die hier im Arabischen allein ge- 

bräuchlich ist, als: V^ ^ ^3 von J vj , -»\.5. So b» be- 
schneide Jos. 5, 2 von Si)» (nicht *^if &mii<; zusammen Jes. g» 
16, denn dieses kommt wirklich von l*is); ferner mit Kihbuz, 
als: hö stirb 5 Mos. 32, 50, T\S Dp mache dich auf Jos. 7, 10» 
avJ 2 (Vios. 4, 19, yn 2 Kün. 4, '26. Die letztere Form ist 
aber wrirklich für den Inip. apoc. zu halten , nicht blofs für eine 
zufällig delccÜT geschriebene Form des gqwöhulichon • da diese 



Uiiregshnäfsiges yerhum. §. io6. Verha'^V. /joj 

auch im Tuluro neben der mit Cholem defeetivo vorkommt. D.i- 
von Piur. nOK.i:' Jes. 32, (j, Verläiii^^erte Imperacivea sind: 

n»ip, nnitt/ n. 's. w. 

6. Abweichend vorn Paradigtn bildet das Verbum \1?13 sein 
Futurum Tülll'^ (f. Vl'lS""), also nach der gewöhnlichen fVirm 
'jüp^ Ob nlM3 wir willigen ein \ IyTos. 34, 15, und inlN*» 
V. 22 dahin gehören, ist schon zweifelhaft, da es hier auch 
Nipfial seyn kann. 

Im Hebräischen findet sich eine analoge Form in JSJiphal (s. 
Anm. 1 ) antl den Deiirotis DlTÖ f. Dil», Vllö J aufstudem im 
Chaldäiscji'en bey den Veibis "iV , z. B. hin"', luid J?l? , z. ß. tUn 
(Lud. de Dieu gravun. lingg. Orient. S. 155 }> und im SvTi-, 
sehen, wenigstens nach gewissen Flandschriftt-n und Heraus- 

gebern, welche Formen, wie 'Q'vj^ neben 5^^ aufstellen. 
^ S. C h r. B, M i ch a'ili s Syriasmus S. 63 }. 

7. Das verkürzte Futurum in den §.- 35 ano egebe- 

nen Bedeutungen lautet Dpi (wie im Arabischen ^3tJ ^ür: 

^aJlj), sehr selten Dpi, oder plene Cipi. Belege für die 

oben angegebenen Fälle sind : «) als Wunsch und Bf;fehl nCF» 
sie sterbe 4 Mos. 23, 10. Rieht. 16, 30, siri er kehre zur ink 
Rieht. 7, 5; 0*11 er erhebe sich 2 Sam. 22, 47, Dp"» er jf<?/itf 
auf 1 Mos. 27, 31» besonders bey der Negation :^\v'* \it Ps. 
74, 2x, nb*» hi\ 5 Mos 53, 6 , Dnn Sm 1 Mos. 45, 20. 5 Ä'los. 
7. 16, üfjcn «3-Sh weiche nicht flicht. 6, iß u. s. %v. h) nach 
üer Partikel t/«yjr , ncil dafs er sterbe 1 Kon. 2i, lo. Rieht. 6, 
30. Jes. 50, 2 , 3\L*m. dafs er rückkehre 4 Mos. 25, 5, 2 Kön. 
5j 10. 2 Chron. 29, 10. 30, 6. 8« O b^y absoluten Negationen 
Dinn N'h Ezech. 5, 11. 7,4.9. 8^ *8* 9» 5» ^Z) als dichterische 
Ausnahme dS"» . dSh 4 Mos. ^4,7. Micha 5, g» Hfon Hieb 
36, 14, iiyi , :iti,'n Jes. 12, i, Hiob 10, 16. Reyspiele der 
vollen Orthographie (Olpi) sind am gewöhnlichsten in dem 
•Verbo Din, sonst einzeln, als: Dlü-il er Jastete 1 Kön. 21, 27, 
^i/DPI sie zerflojs Arnos 9, 5, auch einige Mal im Chethib, wo 
das Keri da* Fav getilgt hat ty'i^P'^ sie knetete 2 Sam'. 13, 8» 
aitl'M er bekehrt sich Ezech. 1 Q, 2Q, y^ In beydcn Fällen ist näm- 
lich ohne Zweifel in Cholem, nicht in Scluirek auszusprechen), 

g. Wenn bey diesem verkürzten Futuro obendrein der Ton 
auf Penultima zurücktritt, so verkürzt sicli Cholem in Kamcz- 
cJiat.uph, Dpi. Dieses geschieht 

a) vor einsylbigen Wörtern, als: '^h Dpi Hiob 22, aß; 
öfter mit Makkeph (welches »onst bey diesar Yt'vbindungs- 

C C 2 



404- ^1- Rauptth. Cap, III. Vom Verho. 

■weise iiiclit gewölinlich in, (vgl. §.28» 2 Zitt. 6),, z.B. ^'i{\ 
2^3 2 Sam. iq, 38. Dan. q, i6, N3-3\L'n i Kön. 17, ai ; 

ZO nach dem ^^aw conversivo , als: Dp">1, DD!»!' Hier 
unterbleibt jedoch die Tonveranderung in Pausa, als nJO^l, Qpfti , 
vgl. 1 Mos. 1 1, 28- 32, mit 5, 5. 8 t ferner in der ersten Person 
des Futuri, vre überhaupt beym f^av conversivo häufig die ge- 
•wuhnliche unverkürzte Form bleibt ( $, g^, Anm. 6); z.B. 
D!)pN1 2 Chron. 6, 10. Neb. 2, i2. 4, 8- Dan. 81 27. 
Im sam. Codex bleibt das T gewöhnlich , theils weil die ara- 
mäischen Dialekte diese Verkürzung nicht kennen, theils w^eil man 
durch diese Orthographie die Wurzel deutlich erscheinen lassen 
wollte. Z. B. mC'T 1 Mos. 25, iQ, ai^y»! 32, 2. 

q. Wenn der einsylbige Stamm zum ersten oder zweyten 
Stammbuchstaben eine Gutturalis oder ein *i hat, so kann das 
abgekürzte Futurum mit Kav conversivo auch Patach haben. Z.B. 
"1D«T er ging weg Ruth 4» * 5 It"»! er drückte zusammen Rieht. 
(j- 38» n^'iT er ruhete 2 Mos. 10, 14; SjU^T er war ermüdet 
Tiicht. 4, 21, letzteres zum Unterschied von «jy'ji'l er flog Jes. 
fc. C. 

10. In der 2 und 3 Pers. Plur. fem, ist die aufgestellte 
Ferra die herrschende, z. B, n3^31U?P Ezech. 16, 55, vgl. Jes. 
54, 10. 60, 8« Zach. 1, 17. 13, 7, daneben aber steht doch 
auch la^n in Einem Verse mit ni^aityp Ezech. a. a. O. HiNiP 
Esth. 4, 4. 1 Sam. 10, 7 im K.eri. 

in. Zu Niphal. 

11. Vom Praeterito findet sich daneben die Form "iliyj 
f. *l11l|3 Zach. 2, 17, ähnlich dem Futuro ^li;» (s. Anm. 6). 

12. Die Veränderung des i in !) in den hinten verlängerten 
Formen ist einige Mal, wo sie im Paradigm steht, unterblieben, 
und anderswo eingetreten. So Praet. Dniab3 ihr werdet zerstreut 
Ezech. 11, 17. 20,41; nnüpj Ezech. ao, 43. Dagegen /^j/. 
constr, ]Snc Tül^nS wiä das Stroh zertreten wird Jes. 25, 10. 
Tart. niSS^ 2 Mos. i4, 3. Ohne diese Verkürzung möchte aber 
eine Form mit J) schwerlich zulässig seyn, daher niö3 Hab. i, 
la nicht mit Stange (^theologische Symmikta S. 196) für 
Vart. Niph. zu halten. 

IV. Zu Hiphil. 

13. Im Praet. kommen neben den Formen mit eingeschobe- 
nem 1 auch andere ohne dasselbe vor, nach der Form Oöpri 
(nStSp.n). Z. B. najn du schwingest 2 Mos. 20, 25, neben 
^rilä''Jn Hieb 31, aiVTiNan 1 Mos, 27, xa, neben tnl«on 



Unregelmäfsiges Verbiwi, §. \o6. T^erha\)^. i^oß 

Ezeclu 38, 16 Cvg'» J«'"' 25» »3); ferner in^en ich werf e Jer. 
16, 13, besonders bey Verbis nS und |S , vor den Afformati- 
Ten mit n nnd J3 , als: nn>:n, ''l^hn Plur. DPon und mit SuJJ. 
T^^Pyi_^ Hos. 2, 5 (wofür 1 Sam. 17, 55 fälschlich im Chetliib 
l^rriJOn); l^Dn wir bereiten 2 Chrou. 29, 19, neben !3:i*2"<5n 
1 Chron, 2y , 16. Dajz;egen kommt das eingefchobene i-tt" i™ 
Futuro vor in n5b'»nn f. ni'»öinn IMidia 2, 12 "V 

14. Unbedeutendere Abweichungen vom Paradigm siud: 

fl) Formen , wie nf!0*irr 4 Mos. 51, 28 , bes. vor Sujfixis 
InbiDH 2 KOn. 9, 2, vgl. 1 Kon. 3, 54. 2 Mos. 19,23. Hohesl. 
3, 4 Keri. t) mit Segol unter den Praeforuiaiivcn, als: nia^tJn 
1 Kön. 8» 18. ni^üon Ps. 44, 8, tnTi;'»pn Ps. 159, iQ. Vgl'.' 
noch Anm. 22, 25, 

15. Vom Infinitiv kommt Einmal die chaldäisclie Form 
mit Femininalendung vor , nämlich: na^n (^nVit Kaviez imp uro ^ 
f. *)''J,n (was der unv\-issende Kritiker Houhigant und Lowth 
substituirt wissen wollen) ^) Jes. 30, 28» vgl. mtn Dan. 5, 
20, von t|!)3. Als JSIomcii ist sie luiufii^er §. i2i 710. 2g der TV. 

16. Im Imperativ hat die abgekürzte Form Dpn, nc- 
ben welcher auch die verlängerte, z. B. nTi^n Ps. 35, 23 vor. 
kommt, die normale D'^pD gänzlich Verdrängt (§. 86» 2). 

17. Das abgekürzte F utur uro lautet Dp^. Beyspiele der 
verschiedenen Bedeutungen sind: Ö*!*» er liehe auf 4 Mos. 17, 2, 
"IC er schaffe weg Hiob 9, 34, »lO*»! dafs er wegschaffe 2 IMos. 

10, 17. 21, 7. Als Fh£. und Praes. in der Poesie "il?"» Dan. 

11, 25, Y?; Hiob 58, 24, D*1^ 1 Sam, 2, 10. 

18- Wenn der Ton zurücktritt, hat die letzte Sylbe Segol, 
als: •'J53-nN ^^yn"SK weise mich nicht ah 1 Kön. 2, 2o , und 
mit /'özj convrrs. Q"|»1, yS'*1 ". s. w. Ausgenommen ist, wie 
in Kai, die erste Person 2ty:!nT Neh. 2, 20. 6, 4, 1''l'HT 13, 15, 
neben T5/W1 Jer. 32, 10, D^pNI Arnos 2, 11. 

19. Key Concurrenz einer Gutturalis oder eines *! erhält die 
letzte Sylbe Patach , wie in Kai , so dafs diese nur durch den 
Zusammenhang unterschieden werden, alsj *1d'!»1 er that weg 



c) Dieselbe Form rj3-r- f. ni*»— findet sich auch .lufserdem ; aber 
nicht in allen il7^j. und Ausgaben, nämlich: nanicP Ezech. 
13, iCi, n3S?,3P Zach. 1, 17, (S. J. //. Michailis kri- 
tische Note). Vgl. unten bey den Verbis n'S $. »09, Anm. 6. 

h) Nicht viel besser J. D, Michaelis, der (Supplemm, ad 
Lexx. hehr. u. d. W. n93): na3n lesen will. 



4o6 //. Haupt th. Cap. JJ1> Vom Verho. 

\ Mos. 8, 13, n2»"1 er brachte in Ruhe Jos. 2i, 42 (vgl. die- 
selben Formen in Kai, Anm. C)). 

V. Zm P il el, P ylal und Hith-palel. 

flo. In Hithpal. hat die letzte Sylbe auch Patach, wie im 
regn'ären Verbo (§. 95, Anro. i), dsher in Pausa Kamez, als 
Prfl.'f. ]3i3nn Jes. 1, 5. Part. nO»ipn« Hieb '20, 27. Inip. 

^rmnn Ps. 60, 10. Fat. ^-Tlönn Ps. 107, 26, vgl. Ps. 

iiy, 158- »59. 21. 58' 8- 

21. Hieher gehört auch ^33!)2'»"l er hat uns bereitet Hieb 
31, 15, für na^^^D^I mit Compensation der beyden JVuu durch 
Dagesch, und Verkürzung des 1 in ^i (§. 44» Anni. 2). Die 
athianische Bibel behalt das 1 bey. 

22. Als Beyspiel einer eigenen Coniue;ation oder als Abart 
der letzteren hat man gewühnlich l*iy'i;i sie erregen Jes. 15, 5 
(von "IIJ^), und wHy^ sie schlürfen Iliob 59, 30 (von SJ^lV) 
aufgeführt. Bey erstcreni Beyspiel soll der erste, bey letzterem 
der z\veyte Wurzelbuclistab vorn vorgesetzt scyn. Allein auf 
diese Beyspielo läfst sich schwerlich die Annahme solcher Conju- 
galionsformen gründen , wovon die au solchen Formen sonst un- 
gleich reichere arabische Sprache nichts Aveifs. Das erstere 
möchte ich für falsche Lesart halten, entstanden aus T^y*)!"». 
Das erste 1 konnte leicht für 1 gelesen Tverden , l'ni,")!)"» , wie 
viele JVTss. haben, und dann gänzUch ausgelassen. Das z^veyte 
Wort scheint vielmehr von einer eigenen ilai//x vhv = VlS aus' 



zugehn. 



VI. Allgemeine Anmerkungen. 

25. Von der nahen Verw^andtsnhaft dieser ferha mit den 
5»1? s. schon oben (§. 103, Anm. 1 2 )• Eine Foli;e derselben ist, 
dafs einzelne Verha Tl> Formen von jenen entleliDt haben , als 
Praet. Kul t2 er z^erachtete f. ta Zach. 4. *<>> nt3 er üherzog 
Jes. 44, i8' tiiph. lan U.S. vv. zerbrechen, von *il3 ( wie von 
113); y^n iihelthun , von yi*), die Form wie von 1*5^1. 

24. Die T'erha, deren mittelster StaniiTd)iichstab ein Fav 
mobile ist, haben mit allen diesen Anomalie::« nichts zu tlmn. 
Doch gibt es ihrer verhältnifsmäfsig nur wenige. Z. B. IIP , 

aram. 5a>J , fut. *nn'' weifs seyn ; 1^"!5, fut. yij"' sterben; 
nil, fut. HIT' weit seyn, Py. n^JI»; niS , jut. mS'' schreyen ; 
h'\'J , Pi- "j^iy unrecht thun; "^ty, Pi. 111? blenden. Aufser- 
dem jedoch alle, die zugleich nS sind, als: mn , n*in, "^^ » 
rr^^, mp "• S- ^' ^^^^ Verha quies':entia TIT txistiren zuweilen 
neben solchen als eigene, ganz versclüedcue Verba, z.B. Sitf 



Unregelmäfsiges Verlum. §. 107. Verha^V, 407 

slingen , neben Sll^; "l^l? erwachen, neben Tii» (vgl. über dds 
Syrische J. D. JVIiehaälis gramm. syr. S. if27); allein bis- 
v/eilen fliefsen iJue Formen Joch in einantler, theils in den Dia- 
lekten, theils im Hebräischen selbst, so Jafs media T'av mchilit 
in einzelnen Formen quiescirt, und un-gekehrt. Z. B. "iin vveifs 

seyn, arab. Aa. , flax'on 11n, *l1n -weifsesZeiig ; Siy f davon 
n^iy, aber contr. nSiJ^; "IT winden, davon n^lS f. .TinS Kranz: 

"lllJ, arab. />,4.c und «\,;C einäugig seyn ; nn*! Erlioliing, doch 

wohl verwandt mit Pi^ll , eig. w^ohl das Luft-Athemschüpfcu, 
Umgekehrt von Vi^ das Nomen nJ?17, V^lti) und J>T^ Gesohrey. 

25. Mit denVerbis l't* (§. io5,x\nni. 1 4) haben diese auch das 
gemein, dafs einzelne Formen mit einem Dag.forteim ersten Stamm- 
buchstaben gebeugt sind, gleich den |3, mit Verkürzung desVocals 
der Praeformativa. Im Rabbinischen geschieht es häufiger, und die 
vorkommenden Beyspiele können vielleicht auf Rechnung einer 
solchen rabbinisirenden Panctation geschrieben werden. Als : 
tl''i"'\ö. W^^ 2 Mos. 16, 7. 8- 4 Mos. 14, 27 (von ^^S mur- 
len), ilT^V** sie iveichen Sprüchw. 4> ^^ (vontlS); D^DH , 
n^D^ , n^Bß , neben rTfCn, r^O^ (antreiben, verleiten), in vie- 
len Mss. und Ausgaben auch Hoph. dpn f Sam. 23, 1 f. ÖpID, 
aon f. 3C>!n Jes. 59, 14. Hierhin wirddann auch inlliJn Jes. 
41. 25. Jer. 11. 7 (mit Dag, forte implicitum') st. •»D'iJi'n ge- 
hören. 

\ 107. 

Verba quiescentia "»y. 

1. Diese Verba stimmen in Rücksicht anf ihren 
grammatischen Bau auf das Genaueste mit den vorher- 
gehenden überein , und das Jod Avird hier genau in dem- 
selben Verhältnisse behandelt , "wae dort das f^av. 

Z. B. Praet. und Part. Kai ^3 (]^^) f. il? (er hat ge- 
merkt); aber auch ^2 f. p2 ( vvie dort *11N f. 

Inf. corntr. j'^2 f. p3 (§. 79, C litt, fl); 

Jw/. a^ro/. 3n, D^T f. 3*^*1; 

Jz<^ p3^ r. 1^32 (mit dem Fut. £, wie \?\^. , "^P.^^N 

§.31,4); abgelx. p^, mit Vav convers, f^.^; 

Hiph. ;^Dn f. ppn. u. 8. w. 



4-08 i/. Haupt th. Cap. JH. Fom Verho. 

Man sieht, dafs in diesen Formen, wie bey den "^y, 
tbeils der sonstige Charaktervocal die Aussprache des ein- 
sylbigen Stammes bestimmt und d^is radicale Jod umge- 
^vandelt hat, \vie im Praeb, |3 und Inf.absoL jlS, theils 
aber auch das im Stamme befindliche / dahin gewirkt hat, 
dafs unter mehreren möglichen Formen die mit dem £- 
und 7- Tone gewählt wurde, wie im Inf . constr.y Fut. 
u, s. w. 

2. Es erhellt hieraus, dafs diejenigen Formen, in 
welchen hier das radicale Jod^ dort das radicale f^av 
weggefidlen ist, mit einander gänzlich zusammentreffen, 
z. B. 13 f. 123. «11 d D|? f. D;;;]?; so im Inf. ahsol. Kai, 
ganz Hiphil. Dazu kommt aber noch, dafs diese Verha 
wirklich von jenen in gewissen Formen das T^av entleh- 
nen, z. B. 

in Pil jJ"iS von J^3 (wie von p2); 

in Niph. p3J, wiewohl dieses auch durch pDJ erklärt 
w^erden kann. 

Von Hophal, welches hier ebenfalls p!)n lautet, gilt dns 
oben (S. 59?) von Jlophal der 11? Gesagte. 

3. Dieses Entlehnen der Formen von den *V kann 
um so -weniger befremden, da beyde Klassen der T^erha 
überhaiipt sehr in einander fliefsen (noch mehr, als die 
^£5 und "^3, die N / und n /). Es gibt nämlich überhaupt 

, nur wenige reine /^er^ß "^y, dergleichen sind: p3 merken, 
—^"T. hadern, y^Sf glänzen, "I^T vermessen seyn, p^'^ leer 
seyn, H"^^. setzen; bey vielen andern kommt die Form 
*»JT und ^y proniiscne vor , als |1 / und p7 übernach- 
ten ; /"^n und /'•n Schmerz leiden, zittern; ^1'^ 
und ^^^, sich freuen; 'U^^ und D'tÜ setzen; oder so, 
dafs die eine Form vorherrscht, die andere die seltene ist, 
z. ß. y^'V^ singen (aber "1"^^ i Sam. iß, 6 Chethib); 
^1'i dreschen (aber ^"^*1 5 iVlos. 25, 4); P'l richten 



Uvregelmäfsiges Vcrhnm. §. 107. Verha^^V. 4^9 

(aber X^'^^') 1 Mos. 6,3); S\\ frohlocken (neben S^A 
Sprüchw. 23, 24) u. s. -SV. 

Jene Vermischung der Fornaen, die im Syrischen und Chal- 
däischeu hqcH weit grüfser ist, hat die Veranlassung gegeben, 
dafs viele ältere Grammatiker ( Buxtorf, Alting, Danz, Simonis) 
gar keine Verha *'i* aufgestellt, sondern alle Formen derselben 
zu den iy gerechnet haben , und zwar auf die fast wideisinnige 
Wi^ise, dafs sie Praet. und Inf. wie p3 für Hiphil erklärten, des- 
sen erste Sylbe (n, n) weggeworfen sey. Das Richtige haben 
indessen schon JMoses Kimchi und Elias Lei'ita. 

Zu w^eit gelltauf der andern Seite Hezel (Jiehr. Sprachlehre 
S. 354 tf . ) » '1^^" ^^^^ Verba, von welchen Formen «ij; vorkom- 
men, für wahre "^V nimmt, und die daneben bestehenden For- 
men ll» ebenfalls auf diese zurückführt, z. B. Inf. \^\ f, ]"»S , 
h^.y» f. S''5''- Wo wirklich media Vav ist, lasse man das Ver' 
bum auch' als solches »elten. 

D 

Im Arabischen, wo diese Verta auch in Conj. II. III. V. VI, 
und dort überall mit dem Jod vorkommen , ist der Unterschied 
allerdings noch ausgebildeter. Im Aiamäischen gibt es wenige, 

die das J festhalten , z. B. ^x£Q setzen; dagegen Aa^ ex ist 
gestorben, Fut. 2q^J. 

In Vergleichung mit dem Arabischen mnfs übrigens nicht 
gerade ein hebräischen Verhum '^'ü es auch dort seyn , und umge- 
kehrt, v»riewohl dieses allerdings meistens der Fall ist, z. B. 

l^a, arab. ^jU f. {^/^ merken; dagegen *i!!2S, arab. Ajvo ' 

f. -jjJO bilden. 



c) Andere nehmen hier zwar ]!)?t, arab. /,xfo f- M^O niedrig, 
erniedrigt vrerden f. ein von pri verschiedenes Verhum; 
allein die Erklärung: herrschen, walten ( wovon ]inK } gibt 
den besseren Sinn. Auf ähnliche Wtise problematisch ist es, 
^ ob nliüS 1 Mos. 24» 63 mit n^iü nachdenken, einerley sey, 
•WRi aber doch w^ahrscheinlich ist. So fehlt es denn an einem 
sicheren Beyspiele, wo ein Verhum 11? und ty mit verschiede- 
ner Bedeutung neben einander beshinde. 



4 1 o //. Hauptth, Cap. TIT. Vom Verla. 

P a r a d i o' m. 

o 

K a 1. 
Traet. ^2, ß Pers. )n3!2 u. s. av. (wie Dp,)- 
Inf. absol. ]^3, consir. j'^lS. 
JFzit. pD^ u. s. w. 
Part. 52 fem. Hja. 

N i p h a I ( Avie bey den iV ). « 

Traet. j'I^J, 2 Pers. H^i^^^w u. s. \v. 
Inf. und Imp^. ^"iSn. i^ut. ]"i2i u. s. w. Parf. jlDJ. 

Hiphil und Hophal. 

Fvaet. V^:iT\ , o, Pers. HlJ^DH u. s. \y. Plur. '=l3'"^Dn. 
Inf. P^n.. Fuf. j"^3^ u. s. Av. Alles, wie bey den '^J'. 
P^jj. P^n.' P//t. jD^"^. Part. |3^0. 

P i 1 e 1 , P y 1 a 1 . H i t h p a 1 e I. 
Act. Pvaet. pw, c Pers. v|l^-"i2 u. s. w. /;//. und 

Put. ^"13^. Pßrf. i:lDO. 
Pass. j^'iS u. s. w. 

Reflex, plann, 2 Pers. n^j'^^nn u, s. w. f«^ 
^:l2nv" par^ piano. 

Anmerkungen. 

T. Zk Kai. 

X. Im Praeterito kommt in einigen Verbis daneben i\& 
Form ^t3 vor, die in der i und 2 Pers. bleibt, und das ein- 
geschobene 1 nnnimmt , um das s-7- deutlicher gedehnt zu behal- 
ten. Als: "•nlJ''3 Dan. 9, 2 (daneben nn33 Ps. 139, 2); 
nia"'n du hndersc Hiob 33, J 3 (neben rjPiS Klagel. 3, 53); 



Ifnregelmüfsiges P^erhiim. §. 107. T^erha *^V, 4.11 

OIS""^ sie fisclieii sie Jer. \6, 16. Im Part, neben ]3, die Form, 
wie CiS ( übernachtexide ) Neh. 13, 21. 

2. Beyspiele dfis f n f . absol. iS /üio«nJo Riciit. 11,25. 
Hiob 40, 2 ( üb«r welche letztere Stelle mem hebr^ PT'örterbuch 
unter liS*' ,i ; Pty ponendo Jes. 22, 7. 

3. Beyspiele des abgekürzten Futuvi in seinen Be- 
deutnngen ( §. 85) sind: a") :3T» ( er fähre den Streit) 1 Sam. 
24, 16; Dtt'*' («?• ^et-0 1 Sani, 2, 20. 4 Mos. t), 26; *j3^ (er 
frohlocke'^ Ps. 1,3, 6. 97, 1. Jes. 61, 10; 5*1^ Sm Hos. 4, 4. 
Z)) p*»"! </a/j er merke Jer. 9, 12. Hos. 14, 10. c) als dichte- 
rische Ausnahme d'^" er wird setzen Hiob 33, 11. 24, 25. Ps. 
lo'?, 33. Bey zaruckgezüg?nem Accente erhält die letzte Sylbe 
Segol und zwar a) vor einem einsvlbigeu Worte, als: lS 3*1'' 
Flicht. 6, 31, 32; Z>} nach Sm , ]hh ^ti 2 Sam. 17, 16. c) mit 
dem Vai^ conversivo , als DTÜ >T , ]3-'»1. 

Ein Patach für Zere kommt bey Gntturalen vor, nl^ («r 
rieche) i Sam. 26, 19, und in Pausa ]SP"Sm Rieht. 19, 20. 
]hß Hiob 17, 2. (Vgl. §. 52, 1 /ia. fc). 

H. Zu Niphal. 

4. Ein Beyspiel, wo auch in Niphal das "• geblieben, ist 
vielleicht T^tJ Gericht, eig. Gekochtes 1 Mos. 25, 29. 54, vom 
Tft kochen, Speise bereiten. (Von einem Stammwort *?t3 = l^t 
kommt wenigstens keine weitere Spur vor), 

HI. Zu Hiphil. 

5. Das Fut. HIph. ist vom Fat. Kai nur durch die Bedeutimg 
zu unterscheicien , z. ß. p3'' er merkt, oder DJ^Ilin er macht sie 
klug Hieb 52, 8- 

* * 

* 

IV. Von den Verbis IW quiescentibus. 

6. Die Verba UV lassen im Hebräischen ihr K fast nio 
quiesciren, soudern es wird lediglich als Gutturalis behandelt 
(nach §. 98). 

Im Syrischen qniescirt das Olaph derselben aber allerdings, 
und wiilc seinen Vocal auf den vorhergehenden Consonanten 

zurück, z. B. ^f.* f. v|.* fragen. Dieser Syriasmus kommt 
auch im Hebräischen vor, als: yn^t Kohel. 12, 5 er wird i'^r- 
achtet f. Y^.^."' > ''"1^2 ^'^ ^^"^ schön Hohesl. 1, 10. Etwas häu- 
figer ist dieses in den Derivaten ^§, 121, no. VI.)» wo t< auch 
ausfällt. 



4-12 //. Uaiiptth, Cap. JTJ, T'om T'^erho, 

$• 108. 
Veiba quiescentia kS. 

Bey diesen Verhis bat das N verhältnirsmäfsig am mei- 
sten Veranlassung zu AMvcichungen von dem regulären 
Bau des Verbi gegeben, nämlich durch Quiesciren und 
dadurch hervorgebrachte ahneichende t^ocalsetzung. Die 
Hauptbestinimungen sind folgende; 

1. In den Formen ohne AlFormativen, in denen X 
das Wort schliefst , quiescirt es beständig. Dieses ändert 
aber die Punctation nur da , wo es Patach vor sich haben 
sollte, d. i. \xn Praet. Kai, Niphal, Pyal und Hophal; 
Inip.undFüt. Kai (im letzteren Falle nach §. 99, 2, liii.h), 
wofür es Kamez erhält (nach §. 4.1 ), als: S^if.^, Ni^I^J, 
N5C0, N5ipn, N^D, N^O^ In den übrigen Fällen 
bleibt der regelmäfsige ohnehin lange Vocal, als: Praet. 
med. E i^^P^^ IJ{f- ^^P» Pt^rt. N!fb u. s. \v.. Nach den 
lano'en Vocalen, die selbst schon in "^ oder ^ ruhen, sage 
man aber vielmehr, dafs es nach denselben otiire ($. 11, 6), 

5S.B. Nlicq, NT:;o, N^iion. 

' Obgleich in den Verbindungen *t— , N"» i< ein langer 
Vocal in einem Vocalbucbstaben quiescirt, so ist er doch nicht 
uwein , weil das ZusaniinentrefFen nur zufällig , nicht wesentlich 
ist. §. 44, Ann). 1. 

Wie im Vcvbo mit Gutturalen (§, 99,2), unterscheidet mau 
auch hiev den Jmp. Ni'ü , vom Jnf. coiistr. ii's>2 durch den Vocal. 

2. Wo Afformativen hinzukommen, die mit Conso- 
«anten anfangen, q^uiescivt N ebenfalls beständig, und 
«war 

a) im Praet. Kai der P'^erha med. A in Kamez, z. B. 

h) in den Pmcf. der übrigen Conjugationen mZcre, z.B. 

c) im Imp. und Fnt. aller Conjugationen iji Segol , als 
n3K5tO, riDNKOr^. • Derselbe Fall ist, wenn ein 
V\-rr fern. gcii. (^m'it Segol fürt ho} hinzukommt, als 



Uiiregelntäfsiges Verbum, §. log. V erhall. 4^3 

Fan. fem. T\mp f. HNJib, i,//. HN^P f. 
HN'ip. 

Der Grund Von &, c. lie^t wahrscheinlich nur in der grofsen 
Aehnlichkeic dieser Verba inii den nh > ^vorin dieselbe Punctation 
Statt hat. Die letztere Form nON^fJOn, n^NSÖ erklärt sich auch 
wohl aus der Neigung der Sprache, in diesen Personen ein i-:^ 
vor den Afformativen hergehen zu lassen, dah. nS^Min, nJ^20n, 
und selbst hier, wie ni-'MS ( s. Anm. 3). 

5. Wo Aftürmativen hinzukommen, die mit Voca- 
len anfangen, ist die Form regulär, denn das N ist hier 
mobile. Z. B. HKSiO , "^NKO , "»NSfO u. s. W. 

^4.. Nur sehr selten ist N ausgefallen, z. B. "^HifD f. 

5. Was von den obigen Bestimmungen abweicht, 
beruhet theils auf einigen Syriasrnen, theils darauf, dafs 
man diese Verba zuweilen nach Art der H / gebildet hat. 

P a 1 a d i g in. 

Kai. 

Praet eritum. 
Sing, Vlnr, 

VI. f. m. f. 

Inf. absol. NlSfO. Inf. constr. ^^q. 
I m jj er a t. 



/|.a4 ^^' Hauptbh. Cap. 111, Vom Verbo, 

F u t II r um. 

Sing, Plur, 

m. f. m, ß. 

" !• ••■!• It. T,,. 

1 SyON NÜOD 

N i p h a l. 

Praet. 
Sing. Plur. 

VI. f, m, f. 



3 H^ü2 HNsroa -iNaoa 

«^ -- I • -r 1 J . 2 1» 

Inf, und /m/;. N!iDn. 

5 NJJS'» Nifsn ■IN!:©'' n:^^!CQn 

.. -r« .:,T« »IT» -TV-»» 

Fiel. 

Praeteritum, 

Sing, PI u r. 

m. . /. 7«. /. 

5 NSP nK5fp ^N5fO 

fi riNscp riNScp tanNsp inNSp 



Unregelmäßiges P^erhurn. §, loQ. P^erha^i. 415 

Im p erat, 
Sin^. ' Flur. 

rn, f. VI. f. 

Futurum, 



3 N5£ö'' NSOn ^N!ED"< nDNSCOn 

^ .. - . •' - I I - t -r %• - , 

- " ; • j - : ; - : t v - j 

X N5£DN N5£03 



P y a I. 

P r £[ e i e r i t M ;«. 
Sing. ' Flur, 

vu /. m, /. 

/„/. mO. Jmp, fehlt. 



3 


-r --. I • T -- t 




2 






1 







4-16 IL Haupt th, Cap. III. Vom Ferbo, 

H i p h i I. 

Praet. 

Sing. Plur» 

m. f. m, f, 

2 riNüDH HNsron tsnNiran inNson 

Inf, absoL NSTDil, consbr. N''5fOn. 
Imperativ, 

•»l— ••»■~ •»• TV} — 

Futurum. 
H o p h a 1. 

7 

Fraet. Mlfpn a Pers. n^^SiDH u. s. w. 
Fut. N'iO\ 2 und 3 Pers. njjÄon. 
Fart. NSIDO. 

Hithpael. 
Fraet. Nä^nH, ganz wie Piel. 

Anmerkungen. 

I. Zw Äfl/. 

1. Die Verha med. E, wie H*)"^ , behalten dieses E in den 
fibrigen Fersonen bey, als: n«"!^ («lu XiäSi gefürchtet), '»nKS» 



Unregelmäjs. T^erhum. §, loß. P'erha^^. 4.17 

(ich habe gefüllt). Für 5 fem. Praet. findet sich einige Mal di« 
syrische Form, vvie HWli"? Jas. 7, 14, so in Niph, P>Hhs:2 Ps, 
iig, 23, in Hoph. n^nn 1 Mos. 33, 11. (Vgl. r)h'!Zj^ im reg. 
Verbo). Zweifelhaft ist nNKn 2 Mos. 5^ i6 (3. die Ausleser). 
Beyspiele mit aiisgefall-inem N sind : in:f!D 4 Mos. 1 1, 1 1 , "»nif 
Iliob I, 21, '^t\ht2 Hiob 32, lg. 

2. Vom Infinitiv kommen abweichende Formen ror: 
rt) wie riMI^, n^<t:^, nN»l3, wozu auch TN'ifcS cnreeeen /eio-, 

^ t:* ^ ' '' t* ^ ' ^ \ . -':- Co *0 

in occursum) gehört, für Di^TiDT per Syriasmum ( §. 41. S. «53}, 
h) wie ni^Vß f. ni«'^» (nach nSb^) 3 Mos. 12, 4, so n;>*1[:> 
(rufen) Riciu. g, 1, DX'Jiy (hassen) Sprüchw. Q, 13. c) wie 
n1«iye (tragen) Ezeoli. i7t 9 für PiNiüö. — Mit wegge- 
worf«iem N : S'cn 1 Mos. 20, 6. 

3. Im Imperativ findet sich die abnorme Form !)N*is fürch- 
tet Ps. 34, 10 (vgl. ^{<a•^3 Niph. Ezech. 47, g), in welcher 
über das K hinv/cggelesen ist (nach §. 40, Anm. 2). Die 
Pnnctatoren haben sich hier nach den r\h gerichtet, wahrschein- 
lich (wie Kimchi J\'Iichlol p. 1^2 bemerkt) zum Unterschied 
von flNTi sie sehen. 

Auffallend ist ferner Hohesl. 3, n: !ni*'M*1.'! !lJ''Nif geJieC 
hinaus und sehet, ersteres f. nJNX , vgl. im Fut. n^'^N^üPl Ezech. 
23, 49. Das eingeschobene —7- ist liier ebenso nnomal , als im 
rcgelmäfsiaien Vejbo (§• 91» 13), ist aber an der ersten Stelle . 
des Gleicliklanges mit ni"'M*1 wegen oew^ählt. 

4. Von dem Participio fem. findet sich auch eine ara- 
maisirende Form TMXb f. TNlfb (§. 47. 4) Hohesl. g. 10. 
1 Kon. 10, 22, und defectiv DXi^ 5 Mos. 23, 57. 

Im IVIasc. findet sich syr. Punctation in GtKEh f. D^f<l3n (sün- 
digende) 1 Sam. iq, 33, D«ni3 f. Dtina Neh. 6", 8 ($. 40, 2). 

II. Z u Ni phal. 

5. Einige Beyspiele mit weggefallenem M sind: Dn53i:3 
ihr seyd i'erunreinigt 3 IVjos. ii, 43, QnsnJ ihr haht eucli ner- 
hör gen Jes. 2, 16. — In der 3 /. Praet, kommt dieselbe Zu 
samrncnziehung vor, wie in Kai, nämlich: riKS33 Ps. 11 8, 23, 
oder PnSsJ 5 Mos. 30, 11, HNlCiqa 4 Mos. 5, 20. Ezech, 
23. 30. 

6. Im Part, finden sich Spuren der Ftsrm NSK2j nämlich 
im Plur. Dixacq Esth. 1,5. 4, 16, CMÖÜi Ezech. ^o, 303 
CNanJ (verborgene ) Jos. 10, 17. S. oben. 

iir. Zu Hiphii. 

7. Abweichende Formen sind: itsnn S Kün. 13, 6. Inß 
•►ünn Jer, 32, 55 f. K"«t:nn, N-itrin. 

D d 



41 8 II' Hauptthi Gay, III. Vom Verlo» 

IV. Im Allgemeinen. 

g. Aufser den angeführten Abweichungen findet sich noch 
eine Anzahl solcher, welche von Nachahmung der nS ausgehn. 
Im Aramäischen fliefsen diese beyden Klassen gänzlich in einnn* 
der, so dafs die hebräischen iiS und nS dort nur Eine Klasse 
ausmachen , die im Syrischen immer t< , im Chaldäischen M und 
n vromhcue hat. Im Hebräischen ist dieses tlieils in gew^issen 
Verbis herrschend, die als «S und nS neben einander bestehen, 
und auch im Wörterbuche doppelt aufgeführt v^ erden , z. B. 
j<"in nnd rrip besepiien; nSs und nSs ausijezeichnet , wunder- 

t't tItCD TT TT O, 

barsevn; H'.£ii und .TWJ wuchern u. s. -^v. "), t/zei/j kommen 
von w^aluen nS einzeln« Formen vor, die bald i:nr die Puncte, 
bald nur die Consoiianten , bald die ganze Flexion von den nS 
ent'ehnen. Am meisten Beyspiele der Art haben die spätem 
Bücher des A. T. Vgl. die folg. Nummern. 

g. Bevspiele, in welchen mit Beybehaltung des ^< die Puncla- 
tion der nS angenortimen worden ist, sind: Pru^t. "»nNSs ich 
halte zurück Ps. 119, 102; Part. Milfo . Nun Kohel. 7,27. 8» »2; 
Fi. n\Ki_ er erfüllt Jer. 51, 34, ebenso HS^ Ps, 143, 3, TlN21 
ich heile 2 Kön. 2, 21 ; Fut. MS^*« er schlürft Hiobsp, 24; 
Inf. niJ<^J3 2 Chron. 36, 21. n«'^» 2 Mos, 31,5; Hithp. 
nlN33nn Zach, 13, 4; Iliph. «San Jos. 23, 29, 5 Mos. 28, 59, 
nnNSnn sie verbarg Jos. 6, 17 (mit He parag. vgl. §. 78. 
Anm 8 ). 

10, In folgenden Fällen ist dagegen die Punctation der H^ 
beybohalten und mir das n adoptirt w^orden. Lnp, Jial nsn f. 
KSn heile Ps. 60, 4, nD3 f. ND3 , ^tÜ/K Ps. 4, 7 (welches auch 

t: Tt T. t: ^, 

einige Wss. lesen). Niph. Inf. absol. nan3 Jer, 49. »o, constr. 
nann n't/t verbergen 1 Kön, 22, 25. n3"in Jer. 19, 11. Fi. 
n^C er erfüllt liiob 8> 2 1 . 

ii. Formen endlich, welche ganz nach Art der T\h gebildet 
Wordc-u , sind: n!D2i du durstest Piuth 2, 9, >ihl2 sie sind voll 
Ezech, 28» 16» ebenso siSs f. ImSs , NIC;^ Ps. 159, 20 f. lTy3 , 
siNTi^a (mit N parag. $. 73, ä);' Fut. n:^''t2'^F\_ HJob 5, ij: 
Part. f. NSH f. n:S\ HN^fi Kohel. 10, 5, Plur.'n"'3i: <f/e gegen 
sie kriegen f. n''«3i£ Jes. 29,7. Pass. lilty^ Ps. 32, 1 (nach 
dem benachbarten ^iiBS gebildet). Niph. r''33 Jw prophezeyest 
Jer. 26, 9» -TO^JOüa tüiV sind verunreinigt Hiob 13,3, nna*l3 



d) Beyspiele von Verwechselung der ^ mit ,^ und , } i"^ 

Arabischen unter andern in Martini comment. philol. in 
Jes. LIJI p. 24, 



Ünregelmäfs. T^erhim. §. 109, P^erbanl. ^ig 

Jer. 51, ly, Fnt. •lifB'; sio ic erden gefunden Vs^ 73, lo, N!iti?5'» 
Jer. 10,5 {mit H paiag.); l>i.fi^^_^ Jcr, ö, i i ; Hithp. niSiJnn 
1 Sam. icj,. 6, nl33nn 1 Sam. 1 o, 6 ; //i/j/z. ?jn^:£!ün 2 Sani. 

3» 8; -P«'f- nJpc f. «"»j^rq Ezecli. g, 3. 
$. 109. 

Verbä qiiiescentia nS. 

Diese Verba umfassen, ähnlich den "^S (§. 105) 
zwey ursprüngh'ch verschiedene Klassen von ZeiuyÖrtern, 
die w und "1 / , die im Arabischen bestimmt unterschie- 
den werden. Im Hebräischen ist nur nach einer beson- 
deren Orthographie das ursprüngliche ^ und 1 in den For- 
men^ wo es das Wort echlieFsen sollte * in H übergegan- 
gen , und daher erscheinen sie hier als T\). Z. R. mD*1 

'-' T -P 

f. •*0*1 , arab. (Jk^ werfen, 71^^ LV^V, arab. fdc f. 

A*^_\C angreifen. Bey weitem (Jie Mehrzahl dieser Verba 
ist aber "^1; -vow y^ kommen nur wenige Formen vor, 
deren *) obendrein mohile bleibt (noch am meisten in den 
JDerivatis §. 121, VII). Die Scheidung ist also bey wei- 
tem nicht so bestimmt, als bey den •*£} und die Hebräer 
haben die arabischen ^T und Y) ungefähr so in Eine 
Klasse zusammengeworfen, wie die Syrer die hebräischen 
sS und rh (§. 108, Anm. 8). 

Auch im Arabischen sind sich die / «j ""d , j nicht allein 
in ihrem Baue sehr äliiilich, sondern in vielen Formen gar nicht 
zu unterscheiden, 7.. B. in allen abgeleiteten Conjugationeii, welche 
auch bey den / *.3 bestandig ^ haben. Diese Form ist also 
auch dort die vorherrschende. ^ 

Uebrigens gibt es im Hebräischen noch iwey Verba nS, 
die sich im Arabischen in *J und - J zerlegen und ihrer ver- 
schiedenen BedeUtuna nach daraus 'erklären lassen , nämlich: 
o 

nnV 1. f. (O^, r^O^C ((^J) ^' "*"• ^- *1^^^ einhergehen, 

stürmon I angreifen; 2. f. rC(AC (/»5) schmüclien, 
luid 

D d a 



i^ÄO JJ. Hatiptth. Cap. III. Vom Verbo. 

T\yO i. 8. V. a. VJLß f« (t^kc gedrückt, leidend seyn; 2. ant. 
werten, vgl. ^ _a,C etwas sagen wollen, beabsichtigen. 
Im Verbo haben alle diese das Jod ; allein in den Derivaten 
von najJ no. i. zeigt sich doch das 1 (l33J> "^^V*)' ^"^^ ^'^^^ 
im Verbo ist bucht selten ( s. unten Prnet. Kai'). 

Gar nicht geboren hieliier die Verha hS mohilis t d. i. deren 
dritter Stanfrobnchstab ein n mohile ist, z. B. n3-\. Solche ha- 
ben auch im Arabischen, w^enn »ie darin vorkommen, ein He 

y» ^ y 

viohile , z.B. nas, ^ ^'^ » """^ sind ganz regulär. Das n hat 
hier am Ende JVIapfik ®). 

Der grammatische Bau dieser Verba kommt nun auf 
folgende Hauptregeln hinaus : 

1. Statt des ursprünglichen ^ (und ^) erscheint das 
n quiescens in allen denjenigen Formen, Avelche mit dem 
dritten Radical scbliefsen, da& Part, jjass^ JCaZ ausgenom- 
men. Die Punctation desselben hat aber die Eigenthiim- 
lichkeit, dafs mit Beyseitsetzung der gewöhnlichen Vocale 
in der Endsylbe jedes Tempus und jeder Modus durch alle 
Conjugationen dieselben Vocale hat, nämlich: 

das n quiescirt in den Praet. aller Conjug. in (t")» 

als: rh-k, rhy^, Th^, rhyr\; 

— — — in den Fat. und Part. act. — in (—r) , 

als: nS^\ nS^''. u. s. w. , Th%, nS:j3 

u. s. AV-. ; L L. 

— — — iw den Imp. — in (-rr): ^/.'?' ^ .Ji^ 

rhin ; .. . •■ 

— - — — in den Inf. absol. — in ( — ): H /^, 

Der Inf. constr. hat die Femininalform Hl f. H^^ , z. B. 
n w5 f. n^l^. Diese gleichförmige Bildung der Tempora 
und Modi mit Beseitigung der sonstigen Unterschiede der 



e) Einige Beyspiele, wo solche Verha mit dem nS quiesc. in den 
Dialekten alterniren, sammeln indessen Pococke not. miscell. 
ad portam Mosis 6.49. Simonis Ono meist. V.T. S. 508 



Unregehnäjsiges t^erhum, §. log. Verhanl, 42 x 

Conjugdt onen, bildet einen Hauptcharakter dieser Ver- 
ben. Wir suchen dieses etwas näher zu erläutern. 

Aum. a. Im Praet. Kai sfcelit nS-l für th^ nach §.4»» 2 

TT - T . ' 

litt. h. , zur Veimeidiing des Diphthongs. Ebenso im Arab. 
bey den ,A^ f-c f. / ^ iC , nicht bey den , 5, '^o ^^^ 

/• --Op schreibt, aber rania liest. Für das Ohr ist also der 

PaiaUelismus zwischen dem Hebr. und Arab. voUkonimen, 
wenn :i;leich die arab. Orthographie etymologischer ist. (S. 5}. 
Von Nipiial 2,ilt dasselbe. Bey Pisl liegt die Form hl3p zum. 
Grunde ( §. 95, Anm. 1), bey Hiphil eine dem Arabischen 

ähnliche StSpn , Vgl. Va^'I , ht^pH. 

2. Das Fut. Kai n^j!'» könnte man für ein Fut. E halten, 
wie in ISN^ , ^nt (Tgl. im Aram. Pv^^ , '''?.-'."!» ^"^ Arab. 
>. ;^^^; allein richtiger werden wir es als FuC.A betrachten, 

für ^Sj'' , theüs weil die hebräische Enduno; ,-|-rr immer der 
arabischen ^CJi. entspricht (S. 153, litt-b), theils weil sich 

die Form '•^5'' geradezu noch in gewissen Formen (s)'»*?^^ u. 
s. w. Anm. 4} findet. Iliaraus erklärt sich dann auch i'yal 
und Hophal. 

Im Fut. NijjJtal, Hiphil und Hophal kann man n-ir" aus 
n-rr entstanden denken , wie dieses z. B. in dem :^dj. verbale, 
wie nS.i (formae Scp } oilenbar ist, und derselbe Fall ist 
bey den Participien , deren Segol offenbar aus dem normalen 
Zere des regulären Verbi entstanden ist. 

5. lieber das Zere des Imperativs vgl. §. 45» 2, Anm. 2. 

4. Das Cholem im Inf. ahsol. aller ConjugatJonen ist ganz 
normal ( §. 79, 3 litt, &), «nusgenommen in Hiphil, aber ge- 

rade hier zeigt er sich im Arab. ^ z. B. -^f i:if ). Die Femj« 

uinalform im Inf. constr. ist auch sonst häufig. 

Die Ausnahmen von dieser Regel sind gröfstentheils Sy- 
riasraen^ s. Anm. 19. 20. 

2. Vor den Afformativen, die mit einem Consonan- 
ten n, 0) anfangen, tritt dagegen überall das ursprüng- 
liche "^ ein und quiescirt 



42 2 JI. Hauptth. Cap. III. Vom Verho, . 

a) im Fraet. Kai in (-7-)) als: ^^^.-!|[j 

b) in den Prae^eri^» der übrigen Conjugationen in (~n*)» 
als: n^^^A.; - ^ 

c) in den Futiiris und Imp. in (— )» als: HD'' 7^, 

Eine ^anz analogß Bildung Tgl. bey den H^ (§. loß, 2). 

Wie ntS^ f. ^'^S^ zur Vermeidung des Diphthongus 
stellt t 3. §. 4 1 , 2 Z/tt. a. 

Im Chald. bleibt der Diphthong ( ni^Ä ). So im Hebräi- 
schen mit dem Fav in den einzelnen lorraen, wo es vor- 
kommt , als: tPlS\y Hiob 3, 26. 

3. Vor den Aftormativen, die mit einem Vocale an- 
fangen , fällt das ^ mit dem vorhergehenden Vocale ganz 
weg, z. B. "^S-; f. tH5; ^Sa^ f. '»^'^^Jin; "^Sr f. ^Si^ 
(n?3ch§. %l^, 2 litt, d) , und bleibt mir in Pausa stehn, 
^'*^^'^^. Ebenso fallt der dritte Kadical beständig vor Suf' 
ßxii aus, z. B. ^^^ f. ^-n^-S. Nur in der ^Praet.fem, 
geht 71— in H über , als : HHl^, 

Die letztere Verwandlung ist auffallender. Sie hat zwar eine 
Analogie an n-7- st. constr, nT~ (§• 5^' 3 litt, bj; allein diese 
befriedigt noch nicht eanz, insofern ienes n^— - dem arabischen H. 
dieses dem Jj^ entspricht. Vielleicht liefse sich der Ursprung 

c ^ y c* X > 
der Form so erklären, dafs es nS^ wie d^fiL, \.^<i\ C^' f^Ü^'.i^' 

O^rC, OJS>C/>) "^»«^ t^eip We parflo-. war. Vgl. Anm. x 
Eine ähnliche Erklärung gibt f^ater (S. 2g5). 

4. Vorzüglich ausgezeichnet ist endlich die Bildung 
des abgehirzLcn Futiiri, welches in allen Conjugationen 
vorkommt, und in einer VVeg\verfung des H— (/Jpocope) 
"besteht. Z. B. H /^"^ apoc. ^^\, ^^V Diese. yJpooope 
bringt dann noch mancherley Veränderungen in der Form 
hervor, wovon unten. 

Auch vom Imp. kommt in Fi. , Hiph. , Hithpa, eine 
apocopirte Form vor. 



Unregelmäfsiges T^erbum. §, 109. Verla T\i. /J.C3 

Dia Ajyocope des Fut. und Im-p. findet sich gerade so im Ara- 
bischen, sehr selten im Syrischen, und zwar im Im-p, [^Michav* 
lis gramm. syr. S. 136}. 





P a r a 


d i g m. 




K 


a 1. 




Praeteritum, 




Sing. 






m. /. 


m. 


3 

2, 






1 


^n^'Sa 





Plur. 

/• 

1f • I I V » I 

• T •-r 

Inf. ahsol. n%, "ib^. J«/. constr. T\yi\. 
Jmp erat, 

Futurum, 

Part. ßc/r. nbA /". TibÄ. Fart.pass, "^'^b^ /. iT^b.T. 

N i p h a 1. 

Frnet. 
Sing. Plur. 

m. f, m. /. 

3 rH2 nnbji: ^bw 

a n'^'bi: n^b:t: ön^b:: in^bia 

■r»-i ..i> r»«!' »V»"»* 

i •»n^b53 I3^b55 



424- ^I' Hauptth. Cap. HI. Vom Verho, 

Inf» ahsoU H/JJ. Inf, constr, H/^ri.- 

Imperat, 

Sing. • Phir. 

m. f, m, f, 

Futurum. 

YT • V • -r. -r VT » 

s nSsn "»Saft 5ih5Pi nj-^'Ssn 

XT • »"^ • -r • -r VT • 

VT r »x» 

P i e I. 
Praetcri/^WOT, 

iS i n g. Flu r. 

m, f, VI. J, 

Inf. absol. H v^. j?wy. constr. H'iy^. 
Futurum. 

Part. nSaD, /, rhyo, piur. D>HaD. 



l/nregelmäfsiges Verhim. §, log. Kerha H /. 4.25 
P y a 1. 

Praeteritum» 
Sing. Flur, 

VI. /. w. /, 

• - •« ~ i. 

/n/*. absol, rTvJf. 7wz^. fehlt. 
Futurum^ 

Pßr^. n^^O , fem, H^JlD, 

H i p h i 1. 
Praö^ 

in, f, m, f. 

In/, [absol. HlJUI. //z/. constr, HI^JH. 

»1;— •;• S" ♦»»"■ 



4-26 //. Hauptth, Cap. IJI. Vom Fprbo. 

Futurum. 

S i n g. Flu r, 

m. /. m. /. 

V :- V s - J- -r .. ; J 

2 .nb^n "»San 5i4:n n^^^jn 

V»- •:- j- Tvs- 

Part, nh^JlD, yew, hS^D. 

U p h a I. 

P raet. 
Sing» Plur. 

m. f. m, f. 

Inf. ah'sok 5^7.^^. ^f^f' constr. ni/^TJ. 
Imperat. fehlt. 

Futurum. < 

r«T '«T iT TTtJ» 



Hithpael wie P i e 1. 



V J* 



n m e r k u n g e n. 
I. Zu Kai. 



1. Von der Form meJ. £ zeigt sich im Vorbo keine Spur, 
wohl aber im Nomen verbale, z. B. ,13^, ')\'iJ (§• *2i, VHI). 



Unregelmäjsiges f^erbum. $. 109. p^erhanl. ^ZJ 

Für die 5 Praet. fem- TiTn}, findet sich auch die aramäisch- 
arliiie I'oiai nS-^ (eil;, f. n«S;'^ nach n'7t;p. daher nt<S-\ , nSn ), 

D tT^C -:t -i'iT-' TT rr' 

arnm. Z),^,i, nS? . z- 13. rtWl? f/e t/jr«£ 3 Mos, 25, 21 (vgl. 
die mS §. io;j, Aiim. i ). Ebenso in Hiph. und Hoph. 
Die einzige Form mit 1 viohile ist "'P'lStt/ Iliob 3, 26. 

2. Der Inf. absol. lautetauch wie iS^. was man durch 
"ih^' (^c^alov) mit dem radicalen T erklären kann, und woian ^ich 
dann die form niSs f. nvHiT anschliefst. Z. B, IH"! 1 Mos. 26, 
aÖ , 1~2 (weinend) Jes. 30, rp. Sehr selten ist ein Inj. constr. 
wie nnSn-nbp ("Weisheit kaufen ) SprücUw. 16", 16, und da- 
gegen ein Inf. tihsol, wie p*' n1n\^ (Wein trinken) Jes, 22, 13, 
nla*! nlKI 42, 20 Keri. Vielleicht hätte der Punctator richti- 
ger njp und nln^ü geschrieben, was die Coiistruction in bej'den 
Stellen ebenfalls zuläfst. 

Ah Inf. constr. steht Ezech. ZQ, 17 DIX*! (wienDn«) 
feilen. 

3. Bey Bildung des verkürzten Futuri verursacht 
die Apocope mancherley VcJänderungen an der Form, nämlich: 

a) am gewöhnliclisten erhält der erste Radical ein fnitives 
Segol (nach §. 46, 4), oder, wenn der mittlere guttural ist, 
ein furtives Patach, , z. B. ^3'' f- S^^ ; Vi'^l er schaute (von 
nViy ), n»»n er vertilgte (von nn» ). 

tt' -•- ,* '^7 

bj Dabey verlängert sich zuweilen das nunmehr in ofTene 
Sj'lb« getretene Chirek der Praeformative« in Zere (wie*iao 
f. "lao), und zwar gewöhnlich neben dar vorigen Form, als: 
ISM er wandte sich 2 Mos, 2, i2, aber in der ersten und 
zweyten Fers. lÖNT 5 Mos. g, 15, ^531 2, 1, ]an 9, 27 
und so beständig; ebenso ^"yi^ und ^a*!.-»! er mehrte sich, aber 
i^iril; ohne dieselbe 5?nn , i?nr|1 1 Mos. 21, 14. Spvüchw. 
7» 25 (von nVP umherirren j\ nSWI Hiob 1 7, 8 (von nnS)» 
PiSm es verschmacJttete 1 Mos. 47^ i3 0» vorzüglich scheint 
man diese Form aufser der dritten Pers. geliebt zu haben. 

c) In beyden Fällen ist aber auch das »Sc/nüa unter deni 
ersten Radical stehen geblieben, und hier wohl rJs mobile zu 
betrachten (S. 67)» besonders wenn j/iet/ia aspirirt ist , als; 



f) Es ist fast unbegreiflich , xyie J. D. 3Iichatli s QSupplemm, 
ad jtfx. hehr, S. 1073) hier anstofsen , und die Ableitung 
von nnS verwerfen konnte. Wie viel richtiger erklären hier 

TT O 

schon die allen Ausleger! (S. meine Comment, de Pent. Samt 
S. 32). 



428 //. Hauptth. Cap. II J. Font Ferbo, 

3UJm er machte gefangen 4 Mos. 2i, 1 ; ri3."»l er heredeta 
Hiob 31, 27; !n3=?.^, Jl^.P.1 ^r, H^ weinte, 1\'^ff^ 4 Mos. ji4, 
19, Bty *:i< Spriichw. 7, 25. Nebeneinander finden sich 
^lÜ» ^1'^» ^''^'^,1' ""'^ ™i*^ ^^'^ couv. M'T'T (von HN"! selten). 

J) Beyspiele von Verhis fviniae gntt. sind z. B. iül^al » 
|i♦^1, und in Pausa lr\H ich schaue (von DTPl ) Hiob 23, g. 
•jnsl er erkrankte z Kun. 1, 2 (von nSn ). Zuweilen wird 
aber hier leine Rücksicht auf die Gutturalis genommen, als: 
•in."»T er entbrannte (von n"in}, ^riÄT er lagerte sich; ^H'^'J 
er freuete sich. 

e) Die Verba HTl seyji, und nTi leben, deren Futura 

' T T -^ IT T 

avoc "»n^, "TT» lauten soUrea, verändern dieses in Tl'; , Tl"». 
(wie die Derivate "»na f. *'*13 §• J2i, VIII). Ebenso war« 
t\:)Fi 5 Mos, 32, lg, -wenn es von n^VJ abgeleitet wird. 
S. aber Note /. Ganz syriscli ist Niirr» Kohel, 11, 3, 

f. nin'' apoc, iirT* , v^l. im Syr. |001J er wird seyn Luc. 1, 32, 
(OOlZ Matlh. 17, 20, |001| 17, 17, neben (OOTJ^ 

In Rücksicht auf die Bedeutung des Futuri apoc. müssen w^ir 
uns begnügen, aus der grofsen Zahl gesammelter Beyspiele einige 
w^enige zur AusfüUung der oben (§, 85 ) gemachten Rubriken 
auszuheben, a) als Optat, and Conj. in^ersey, ^n'' er lebe, 
tyj?"» er mache, N-|^ ersehe, •^n*' Sm es entbrenne nicht, ^üVn hü 
thue nicht, &) fn*'"! dafs er genese Jes. 38, 2i ; Sl^*'*) dafs er 
hinaufsteige 2 Mos. 10, 12. 1 Kön. 22, ao. Jofe'l 2, 20; i^Tii 
Jer. 23, lg. c) t**i^ S»4 er sieht nicht Hiob 20, 17, vgl. Hiob 
"3j 9'^''' Ausnahmen boy Dichtern sind, um diese etwas voll- 
ständiger zu verzeichnen : hü*'' Hiob 20, 23. 36, 15, So^ er ver- 
schmachtet 33, 21, X?1^ er weidet ab 2o, 26, SmJ' er zieht aus 
^7. 7. *'"''. er ist lg, x2, 20, 23. 24, 14, tn* er lebt Ps, 72, 
15, ni*» er beliorrscht 72, Q, bU"* er thut Dan. ii, 16, N*);» 
er sieht Riagel. 3, 50, N*in Zach. 9, 5. Micha 7, 10. Gerade 
derselbe Gebrauch der Con j uiictivform für den Indicativ findet 

> c ^ y c ^ 
sich auch ausnahmsweise bcy den Arabern, z. B. CCA.> f- ^OO 

er ruft» Cor. öur. XVll^ 11 , vgl. Sacy gramm. arabe i, 175. 



g^ In der Mischna ist äufserst häufig das Fat. Nn*'. Man könnte 
diese.« nach Analogie des cliald. Fut npoc, int lesen H7ii , viel- 
leicht aber auch nach der obigen Form xn*' f. NIP''. 



i/nregelmäfjiges F^crbum. §. loi- P^erhaT]i, 4-29 

Nur selten findet sich das Fat, c. Vav convers. ohne ApocopSt 
r. B, nJl?."n 2 Kon. 1, lo, mD»1 ^) 2 Kon. 6, 23. 

4. Das P a r t i c i p 1 II ni a c t i v n m hat öfters im Fem, die 
Form riÄSiiT. deren Masc. tSl;^ f- ^'''■713 (nach der Torm Tl-^JOiln 
r§. qi, Anm. 15) gelautet hnben niüfste ^) , z B. rlS•^1i^ frucht- 
bar Ps, 123, 3. n-"»3l3 weinend Klagel. », 16, n-'>3l:£ spähend 
Sprüchw. 31, 27, n>!q1n lermend 7, 1 1 , Plur. n1>nlN die Zu- 
künftigen Dinge Jes. 41, 22. (Die Form n^Sli^ no. 5 ist davon 
verschieden ). 

Das Participium pass. kam auch wohl mit Vav mo- 
bile am Ende vor, aber nur im Chcthib, denn die MasoretUen 
scheinen die Form nicht anerkannt zu haben, z. B. hlltS^ Jes. 3» 
16, n'lWl^ 1 Sam. 25, lg (Kcri ni-ica, nl"'^'» ), Hieran 
schliefst sich die Form -1^5 (eig. für niSi^), als: itüV gemacht 
Hiob4i,25, !1SS 15, 22 (wo einige C'otij. erklärend iJiSiJ lesen). 

5. In den Formen des Praet. Fat. hnp. und Part. , vro 
durch ein mit einem Vocal beginnendes Afformativum der dritte 
Radical gewöhnlich wegfällt, ist er doch zuweilen geblieben, 
und erscheint dann als 1 im Praet. Imp, »ind Fut. gewühnlich mit 
vorhergehendem (-^) • aber nur wo ein Nachdruck auf dem 
Worte ruht, nämlich in Pauia oder vor derselben, im Fut. auch 
vor Nun paragogico (vgl. über den damit verbundenen Nach- 
druck §. 8», Änni. 1). Praet. 1^3 -1*00 (sie flüchten zu ihm) 
5 Mos. 32, 37, vor der Pausa r!''Dn Ps. 57, 2, ^tt33 (sie span- 
nen aus) Ps. 73, 2. Imp. Jes. 2i_, 12: 13\Ü ^"^^2 ]!)'<y3n DM 
ITIM wenn ihr fragen wollt , so fragt und kommt wieder. Fut. 
^^SvJ''. Hiob 12, 6, pai'^ 5 Mos. Ö> ^3' l^"!*!"! P»« 3Ö. 9 t in 
Pauia ]!l^n'i5"». (sie trinken) Ps. 73, ^/^ , ]n''Dn"' Ps. 36, Q, vgl. 
Jes. 26, 11. 41, 5. Hiob 3, 2f,. Mif n parug. nicni< (ich 
klage) Ps. 77, 5 (das einzige Beyspiel des Fut. parag. ) ^). 



/»^ Einige Ausleger (z. B. Junius , Tremellius , Ziegler) finden 
einen Imp. apoc. Kai in der Form ]!3 Sprüchw. 25, ß f. nia 
respice, vide ; allein ohne allen Grund, da die gewöhnliche 
Bedeutung der Partikel |3 ne vollkonmen hinieicht. 

i) Vielleicht könnte man •tj;1*> Jes 33, i2. Zach, i», 17, mit 
Vater u. A. als ein solche» IVTasc, ansehn. Allein in diesem 
Beyspiel ist das "»"T" doch wahrscheinlich Adjectivendung 
(§. 122, 2 no. 1) und die Bedeutung eigentlich: pastoralis, 
pastoritius. 

K) Das Bleiben des Kämet auch aufser der Pausa ist bey den Ver- 
bis Fut. y^ häufiger. §. loo, Anra. 13. 



4-30 Jl. Hauptth, Cap, III. Vom Verlo. 

Part.T\'''^'V eine Verhüllte llohesl. i, 7 (v2;l. im Ar am. die Form 
|a— i,,t , ^^T^^-r' ""^' ^^■öfr). Eben solche Formen kommen 
in Niplial und Fiel vor. 

Im Arabischen und Syrischen wird der dritte Radical zwar 
auch gewöhnlich in diesen Fällen verschlungen , wie im Hebräi- 
schen; doch bleibt er auch in einzelnen Fällen, z. ß. im Arab. 

Dual, f » -C j ^U *ÄJ i [:y^^A i ^™ Aram. hup. und Fut. 

^ al;.^( neben Q^^^), ^"^s«:^, ]^V:V 'C^^^'v^i« 

C). Für n5^7in komrnen die Formen n5N*lfi Micha 7, 10 
fvgl. die Masora ), und nJJVR Rieht, 5, 2g vor, deren Endung 
man niclit etwa für Sufftxuni zu nelimen hat. ( Äehlihchc For- 
men bey den Ferhis 'Mi s. oben S. 4'5i -Note a ). 

7. Verhältnifsmäfsig selten ist das i"r~, *'-r- der iweyten 
Sylbe defeciiv geschrieben, z. B. rrtn f. ri"i''."j 2 Sam. 15, 33* 
•»n^a 1 Kün. 8, 44, T\y^VPi Hiob 5, ii2. 

II. Zu Niphal. 

g. Im Praet. findet sich auch die PunctationiiitSiS 1 Sam.- 
14, 8» f^^P.^ » Mo». 24, 8 (wie in Kai, vgl. P/. ). In Paiwa 

e)"»ti!3 4 rvios 24, C. 

9. Für den Inf. absol. findet sich gegen die allgemeinere 
Analogie auch niS33 , 2 Sam. 6, 2o: in« niSSi nlS:";.n3 
D^p*in wörtl. wie sich enthlöfsend enthlöfst einer der Leichtfer- 
tigen. Man hat nämlich den zweyten Inf. für den pleonastischen 
zu halten. Wahrsch. ward die Form wegen des Gleicbklanges 
mit der Endung des ersten gev.'ählt< Mit der Endung n~ (die 
auch in Hiph. vorkommt) ilndet sich nanj (jü/j verhergen") Jer. 
49i 10 f. n3n3. (Man Kann dieses für einen Arabismus halten, 
■wo die letzt« Sylbe der Intuitiven | -^ hnt). 

10. Die Apocops des Futuri bringt hier keine Aenderung 
hervor, z. Bc nSHI >A icard verleitet Jer. 20, 7, "ip>T und 
es begegnete 4 Mos. 23, x6. Nur Ps. 109, 13 steht nßn bi^ f. 

nsn ( von nn» ). 

III. Zu Fiel. 

11. Im Praet. hat die zweyte Sylbe auch ziemlich häu- 
fig Chirek, als : "»n^ijp ich erwarte Ps. 40, 2, n^^^ Jes. 57, g. 
Dan. 9, 13. 



Unregelmäjsiges Verha, §. log. ferha H /. 4.31 

12. Das Fiit. apoc. verliert das T)a^. forte im zweyten 
Radical, z. B. Tu"*! er hefahl, Tp*» er warte Hiob 3, 9. Hitlipa. 
SrirÄl er enthlöfste sich i Mos. g, 2». Seltener wird hier der 
Vocal verlängert, als: l.n'^'l i Sara. 2i, 13 er zeichnete, TNn*' 
er hegelirt Ps. 45, i2i 

Die Apocope kommt auch irn Impi Fi. und Hithpa. vor, als: 
OD f. TMiTl schweig Arnos 6, 10, *?nnn stelle dich krank 2 Sam, 

13. Beyspiele vOiri beybehalteiien Jod (s. Anm. 5) sind 

Imp. P. I*»*?^ eig. haurite s. tollite Sprüchw. 26, 7. Tut. ••J!l''?j'in 
Jes. 40, 25,^ n»1''t)D') sie bedecken sie 2. Mos. 15, 5, p»*l« 
transp. f. ■^^.'''I^* "/' henetze dich Jes. 16, 9. ( Aehnlichö cliald. 
Formen aus deii Targg. sind z.B. n*''"Hy Spriich^v. 7, i6, n^''3*1 
Ps. 2. 6. Vgl- de Dieu gramm. comp, S, 327). 

IV. Zu Hiphil. 

14- Auch hier hat im Praet. die zweyteSylbe zuw. Chirek, 
2. B. n>S:sn 2 Kon. 17, 26, n^Hi?n 2 Mos. 53, 1. 

Für 3 sing. fem. kommt (wie in Kai) die chaldäische Form 
auf n-^ vor, z. B. n:i"in 3 Mos. 2.6, 34, nt<Sn ^/t? ermüdet 
Ezech. 24, 12. Hoph. n*72n Jcr. 13, 19. 

15. Für den Inf, ab so], kommt die Form n'*:5n nicht 
vor, sondern nur die aram.aisirende nS!".n ( s. Anm. 20). Z. B. 
nSv.'l -Ezech. 26, 46; nSn 5 Mos. 13, 15. Von na'l steht 
n^ln ßJi;. für viel (eig. viel machend), dagegen r!3*^n iür den 
pleonastischen Inliniti%% nl^"):! endlich für den hif. constr. (Vzi. 
mein IVurterh. u, d. W-). 

16. Das Fut, apoc. lautet entweder ohne Hülfsvocal wie 
n1*> er herrsche Jes. 4»» 2, PS*» er viacJie weit i Mos. g, 27; 
oder mit demselben eig. S^"*, wofür aber beständig (nach §.47, 
5) S^;« gesagt wird , als: S^^n 2 Kon. iQ, n , ia\ er macht 
fruchtbar Ps. 105, 24» und mit Concurrenz einer GutturaJis wie 
VD-"»"! er verführte, PICP \n Neh. 13, 14; oder, wejin sie 
erster Piadical ist, Sv .• Sl''^'»^ Ezech. j/f, 6. 4 Mos. 23, 2. 
Letztere Formen sind nur durch den Zusammenhang von Jxal zu 
unterscheiden. 

17. Der Imp. apoc, hat beständig jenen Hülfsvocal, dnh. 
:3*iri mehre f. 31 n; t)*iri /o/'V a& f. rjin 5 IMos, 9, 14, Svn f. 

rSvp_ 2 Mos. 33, 12. ' ' 

iß. Im Aramäischen endigt sich das Praeteritum (wie in 
allöH Conjugationen^ auf "^-^ , das Futurum auf iTrr. letzteres 



^32 ■?/. Haiiptth, Cap. III. Vom Vetbo* 

aber im Arabischen ebenfalls auf ft — ^ Solche Formen au^ ^-7* 

Bnden sich nun auch im Hebräischen im Praet. und Futuro. 
Traet. ''Hnn f. nSnn er mucht krank Jes. ^S» »O. Plur. liD»rj 
sie machen verzagen Jos. 14, 8 ( g^"^ aramäisch, vgl. T^d Dan. 
3, 21, 1"'n''n 5, 3). fut. ^itni ne buhlte Jer. 3,6, •'nCP 
Jcr. lg. 23 f. nn»n (mflj^c.) *).' (Vgl. §. 47. 2). 

V. Ar avi ai s nien, 

19. Wie wir oben ( §. loß. Anm. 3 — 11) sahen, dafs 
Verba üS öfter einzelne Formen nach Analogie der nS bilden, 
so geschieht es auch umgekehrt mit diesen, dafs sie zuweilen die 
Form von jenen entlehnen; jedoch etwas seltener. Dieses 
geschieht : 

a) 90 , dafs mit Beybehaltnng des n nur die Punctation der 
in\ entlehnt ist, z. B. Fut. Kai riVÜH ich schaue f. r;l»*i'M Ps. 
11g, 117, n'^in f. n7in 1 Kon. 17, 14, vgl. Dan. 10, 14. 

Part, Niph. nSnJ Dl*» f. nSnJ ein trauriger Tag Jes. ij, xi* 
und defectiv iiiPN wir kommen Jer. 3, 22: oder 

h) mit Annahme des N und Beybebaltung der Punctation 
von n'?, z. B. Praet. Kai TlN^fl {ich. habe U^ohl gefallen') 
Ezech. 43, 27. Fut. ^31:?*» (^es ist verwandelt) Klagel. 4, 1, 
HSni»"! («/• war krank) 2 Chron. 16, i2. Inf. tiVJ^ f. rtMii 
( vergessen) Jer. 23, 39. Pi. HSV} 2 Kon. 25, 29. Py. H2'ij 
Kohcl. 8» !• Vgl. 0"»>«*1T3n 1N*l.Sn die Schützen schössen 2 Sann 
11, 24. 

c) den Consonanten und Vocalen , mithin der ganzen Be- 
handlung nach, als: DIM^n (^sie hingen sie) 2 Sam. 21, 22, 
M'i'ia^ L n'lS'' (er bringt Frucht) Hos. 13, 15. 

üebrigens linden sich solche Boyspiele vorzüglich gern bey 
aolchen Vetbis, die auch im Syrischen und dort nS sind (z. B^ n2'^ 

i.JL»y riDM \Z\ ), aufserdem in den spätem Büchern des A. T. 
Im Pentateuch z. B. findet sich kein Beyspiel. 

40. Im Aramäischen endigen sich alle Futura imd Participia 
der combinirten Verba üh und riS im Syr. auf f — , chald. auf 
•>-rr. Nachahmung dieser Formation ist es , vvenn auch im Hebriii« 



/^ Hiernach erklärte sich auch das schwierige •'tfjn 5 Mos. 32, 18, 
wenn man mit geringer Veränderung "»'i'n läse, als Hiph. von 
n^3 vergessen, welche Erklärun» alle alte Versionen und 



Ausleger vor Augen zu haben scheinen. 



L'ni'egelm äff ige's Ferhum. §. 109. P^^rbaT);, 4.33 

sehen, besonders bey spätem Scliriftstellern und Dichtern, vom 
Inf. hnp. und Futuro Fornieii auf rTTT» seltener Mtr und 1-77- 
vorkommen. Inf. n;|ri Ezech. 2i, 15. In,]?. Min ( sey") Hieb 

37, 6. Fut. n^nn Jer." 17, 17, h?2h i. n:3><n"'(du willst) 

Sprüchw. J, 10, Nri-'»"' f. nnKfll f/- kam 5 Mos. 55, 21. 

Fi. Inf, n3tl 2 Mos. 22, 22. i7«p. n\3 » Sam. 5, 12. 
G Cbron. 24, lo, '»2n (warten) Hos. 6, 9. F«t. n\.}n 3 Mos. 
J8. 7. 

IfipÄ. (s. Aniti. 15). Hophi n^an 5 Mos. 19, 20. 

Mehrere Participialformen , wie niVV , ^^P > 'welche nmu 
dahin gerechnet hat , stehen im Status constr, , und haben daher 
ihr Zere. 

21. Im Sam. Codex ist die aramäische Formation auf <» 
statt n-rr» n-rr äufserst häufig, z. ß. ilS^ f. nl^f, ^"in f. iT'n, 
und dieses *« ist auch da stehen geblieben , wo im gewöhnlichen 
Texte das n— r apocopirt ist, z. B. iTüC f. "JiS befiehl, "»"inriiy^T f. 
inP^iJ.tT. ( S. meine Comment. dö Tent. Sam. S. 54}* 

Vli Formen mit S uff i x i s. 

2 2. Die Verbinduns; mit Su£ßxis führt liier mehrere Ab- 
weichungen herbey. Kämlich : 

ß) in allen Formen, die auf H endigen, fällt dieses ee- 
wühnÜch nebst dem vorhergehenden Vocale we". Z. ß. tjlif 
(er erhört mich) Ps. iiß» 5» =1^^ C^'' '^'''^ *^"' befohlen) 
5 Mos. 6, i6 "'), !^ip (er hat dicü erworben) 5 Mos. 52, 
6. Fut. ^jOS^-^ Ps. 20,^2. Pi. ^hpii f. ?)Sd« ich reihe dich 
auf 2 Mos. 55, 5. (Vgl. im Ciwici. V^ö P«. für lüp Esra 7, 
25). liiph. ?jSVn. Neh. 9, iß. Selten wie ?]Pn'i (er reifst 
dich weg ) Ps. 52, 7, ' 

t) Seltener tritt statt des TiTr und HTT ein "»-:r ein , als : 
invin (belu-be es) Fjfab. 5, 2, ri^^fln-» Hos. 6, 2> ''i^Sn 
(schlag mich) i Kon. 20, 35, 1)D^D2"» (er deckt sie) Ps. 
140, 10, Dn^NSM {fut Hiph. von nN3 ") • LXX ItKC-^i^tJi 
c»>Bt? 5 Mos. 32, 26. Zweifelhaft ist DH^ÜlJ Jes. 42, 5 
der sie aushreitet , 'in Bezug auf Jehova, denn es kann auch 
Plural seyn (§. 171). 

c) in der 3 Praet. sing. fem. wird immer die Form auf 
ri-7- angenommen und meistens in ri~ verkürzt. (Vgl. §. 100 



ni) Die sonst seltene Form \rr filr das Masc. dein (§. 58» 
Anm. 2.) ist hier etwas häufiger, z. B. auch "niV Jes. 301 i<*(. 
Jer. 23, 37 er antwortet dir (m.). 

E e 



4.34- ^^' I^^iipttk. Cap. III. Vom Verho. 

S. 341). z. B. ^inwr Hiob 32, 2, !j|PM't 42, 5, "ijnbs 

Vi. 44. 16, ^nSs f.' Snn^S Zach. 5, 4,'nms Ruth 3,' 6, 
DoVvn Jes. 2, 6. (Letzteres unterscheidet sich nur durch 
den Ton vom IMasc. ). 

Vir. Filel. 
03. Diese Conjugation mit ilirem Reflexivo kommt von eini- 
gen Verbis dieser Art vor , und zwar so , dafs der zu verdop- 
pelnde dritte Radical, als: m erscheint. Dahin gehören : 

nNa (schön seyn) in Kai ungebr* Pil. niNj conti: f^1H2 

Plur. :nM3 Hohesl. 1, 10. 2, 14. J^Ij deii'v. niMJ. 
n ni3 in Kai unp;ebr. Part. Pi. n\üp "»inli» die Eoaenschützen 

1 Mos. 21, ib. 
M n \Zi beugen ( in K«Z und H/p//. gew. ). IHtJipal. ninPi^ün 
fut. apoc. !)nn\t'*' r. tnpvji, wie i,T'_ f. in^ (^'g'- 5- 4<^ --)• 

in/. c//a/J. '"'"'■'ü'.l^.'l 2 ^""' ö> *ö' Ueber Dn^'inn\:JC 
s. §. 114. 

Im Syrischen bildet sich gerade auf dieselbe Weise aus P^t 

eine Conjug. *.*Q— »,». 

§. 110. 
Doppelt anomalischeVerba. 

1. So nennt man diejenigen Verba, in welchen zivey 
Stamnabuchstaben von einer der bisher erläuterten Ano- 
malieen betrolFen werden. Neue Veränderungen kom- 
men gar nicht hinzu. Uebrigens muls in den Fällen, wo 
2"\vey verschiedene Weisen der anomaleji Bildung, die 
sich aber gegenseitig aufheben, und von denen nur Eine 
angewandt werden kann, möglich w^ären , der Gebranch 
lehren, welche dieses sey, und zuAveilen bestehen in einem 
Verbo verschiedene Bildungsweisen nebeneinander. 

So z. B. bildet sich von n*jJ (fliehen) das Fut. n'n^ Neh. g, 

7, und in'» 1 Mos. gi, 40 (nach Art der ^3 ) . Hiph. i3n 

(nach Art der Vv), Hoph. "jan, aber fut. wieder Itt^ (.ils i'a). 

Von nnn, lautet Hiph nnn, aber X Pers. "»nrinn (nach 

§. 101, i). 

So sind die Verba ^'5 und l"j?» wie n!)3. V^^ , nur von Sei- 
ten des mittelsten Stammbuchstaben irregulär, nicht von Seiten 
des Nun. 

2. Da hier gar keine neuen Biegungen vorkommen, 
wohl aber die Anwendung einer zwiefachen ünregelmä- 



Unregelm. Verhum. §. iio^ Doppelt anomal. Verha. ^7^^ 

fsigkeit für den Ungeübteren zuweilen Schwierigkeit ha- 
ben kann, so seilen Avir eine Anzahl von Beyspielen der 
vorkommenden Formen hieher : 

a) Ferha^t «nd nS (§• lOCund loß), als: 

Htya (tragen), Imj). iW ^ Inf. constr. DKTy (f. nhtV, -wie 
PN^cb f. nNSc), mit Suff. ^fl*<^- tut.' n::vr\ L n^H^üFt 
Rutil 1« 14. 
MVJ3 (täuschen), fut. Hiph. '^Vi'l f. ti^^l Ps. 55, 16 Keri. 

5^ |3 und H; (§. 102 vind 109), alsi 

1I 13 3 (beugen, neigen j* fut. Kai apoc. ü** Zeph. 2, 15, Kfl 
(!'. nun) Sprilchw. 4, 5« 27. f/i;j/i. /mp, apoc ün Ps. 
17, 6, fut. tJÄT 2 Sant. 19, 15* 1 Pers. BN Hiob 23, 11, 
t)i<n Ter. 15, ö, 2 Pers. tan Sn Ps. 27, 9, Mit Suff. ;^t3^ 
Hiob ,i6, 13. 
hSi (schlagen;). Hiph. nsn, /m/. nlS."!, /m;?. r^'^n^ apoc. 
Ijn 2 Mos. Q. 12, Fwt. n3v apoe. r\l Hos. 14, 6« 1 Pers. 
I^ttl 2 Mos. g, 15, mit »3«^. ISt 2 Sam, 14, 6* n32^ 

Ps. 12 1,6". 

ritS (spritzen), /ut. opoc. t^ Jes. 65, 3, und t?t1 2 Kün, 9, 
'55. Fut. Hiph. 111 3 Mos. 8, 11. 30. 

c) f^erha N£3 und nS (§• 1 04 und J09): 

nn^< (kommen), Praet. ishü Jer, 3» 22, Imp. !)^riH (f. 

VnN, -inN) Jes. 2 1, 12. 56, 9, /uf. Nnsi f. nnM»^ 5 ivios. 

33, '21, und nNAI f. nnN.Äl Jes. 41, 25. Hiph. imp. Siinr» 

f. ilT^NH, inNn Jes. 2i,'i4. 
nS« (schwüren), Fut. apoc. Hiph. Sn-Si f. n^M-Sl 1 Sani. 

'14, 24. 
riSN (kochen), Imp. !)aM f. !)SJ^ 2 Mos. 16« 23, !)nsP') f. 

YnaMhil 1 Sam. 2y, 24. " 

<2) /^^er/»« "^S und n4 (§• 105 und lOß): 

j«:«'» (herausgehn), /n/. DHX , /mp. NJC , if/^/z. M^:Sln. 

ej P^erha 13 und nS (§• »05 und I09)i 

nn*» (werfen, i/ipÄ. bekennen), Pi. iin.tl f. •IT»';') KLigel. 

¥, 53. -Hjp/j- /«£. nli-«, mit Suff.^'iMi Ps, 35, ig, ?|\lu 

P«. 30, 13, und mit beybehaltenem n, 5]nnin*; Ps. 45, ig. 
fl3^ (bedrücken), /«t. mit Suff, ü^-^i Ps. 74, ß, Hip/u 

V^ln, /«f. mit C?«^, ^s\ln 5 Mos. 22» 17, Parf. TW^Ja 

Jes. 49, 27. 

£e 2 



436 //. Haupt th, Cap. III, Vom Verla. 

n S "f (schön seivTi). /«^ afoc, *)''!»l Ezech. 13, 7. Seltene 

ni'' r werfen, Hiph. zeigen, lehren, vgl. die Vorrede zu 
meinem kleinern M'örterb. S. VII )t Imp. sn*» , in/. nS"', 

nlT*, Fut. mit 5wjf. Di^i 4 Mos. 21, 30, Hiph. n*iln , 

Jw/. r.iTin, F«t. n'l.l" 'apoc *ii.'»'i 2 Kon. 15, 17. Mit 
\Su/. ^Il.in Ps. 45,' 8- -Hieb. 12, 7. 8, 15*^1^ 2 Mos. 

yj jE^V^aOy und nS (§. 106 und 108): 

>^^3 (.kommen), /Vaef. X3 Plur, J|3J<3 , ein Mal !|i2 1 Sam. 
25, 8> Faf. Nla"» , ein Mal i 3. in 1 Kün. 12, i2 Chethib, 
H/n/i. N^3n, 2 Pers, nM3n, Fut. «13*', aber 1 Peis. einige 
Mal "135* t'- i*^3i< 1 Kun. 21,23. Miclia 1, 15, imp. N''2n, 
-ein Mal ''3n Ruth 3, 15, Ebenso 
' ' M^2.. Hiph H'^Jn (abhalten, verweigern), davon '»0"» f. 
i^-'j"' Ps. .141, 8. (Das N steht in 36 codd., was aber 
blols für erklärendes Glossem zu halten ist), 

g) Ein i^4sr^M/w i^y und "^y (§. 103 und 107): 

s <» PI = IT'n (leben), arab. / -^ , wo das ursprüngliche 
^ als dritter Starambuchstab erscheint, und mit dem zwey» 
ten vtrbunden ist. Hiervon kommt aber nur Praet. ^n vor, 
und zwar in Verbindungen, w^o es nicht das yldj. Tl Qvii'us} 
seyn kann, sondern dem Fut. in*' entspricht, z. ß» 1 Mos. 
5, 5. II. 12. 14. 25, 7 n). 

^J Ny und D; (§. 107, Anm. und §. 109). Dahin 
gi'hijrt: 

TlUV) (verWüsret \terden ) , Hiph. rtN^Ü;."! , Inf. nlir'nV 
2 Kön. ip, 25 f. DiN^lnS Jes 37, 26 mit ansgefallenem M. 
Anni. Noch müssen hier einige Anomnliecn namhaft ge-" 
macht werden, welche durch l'erba ]S und nS ( §. lOi, 1) 
veranlafst w^^rden , deien ] oder.n sich den AfFormativen assi- 
milirt haben. Dergleichen sind : ^nV nir übernachteten Kicht. 
ig, 13 f. 'iiiS (von )tS); ferner von ptito (sterben): nn», 
*»no (/m stirbst, ich sterbe Ezech. 28 r 8- * Mos. 19, 19. 
Pil. ^r\T\j2 ich tödtete 2 Sam. 1, 16. Hiph. DPßn, ^PMH <'« 



7z) S. darüber ausführlich mein /ie?>r. J^Törterh. I. S. 294. 
Dieselbe Ansicht von dieser Frrm hat schon El. Hut t er, 
dagegen ist Aben Esra zu Exod, 1, 10. Buxtorf Lex. 
hehr, S. 222. Ueber das arab. x _^ s. Jahns arab, Gramm, 
S. 226. «Sac^ 7, S. igi. 



§. 111. Vergleichende Uehers. d. regelm, u. unregelm. V* 437 

tödtetest, ich töätete, mit Suff. ITliOn mit der mater lectio- 
nis 1 statt 1^r;o,i i 5am. 17, 55. 

Ebendahill i^ehört die Anomalie eines Verhi *iS> nämlich: 
•jS'', Inf. ni.S conJr. nS 1 San). 4, 19. ( Vgl. §• 33» 2. /üf. h). 

§. .111. 

Vergleichende Ueber sieht des regelmäfsigen und 

II n r e g e 1 m ii fs i g e n V e 1 b 1. 

1. Damit man den Bau aller verschiedenen Klassen des rege!» 
märsi^cu uni.1 unregelmäfsigen J'erhi becjuem vergleichen könne, 
lasicn Tvir jetzt eine tabellarische Uebersiciit derselben folgen, bey 
welcher der Durchführung einer feden Conjugation durch alle Klas- 
sen eine besondere Tabelle oe%vidmet worden ist. 

IT 

2. Ueber die Einrichtung derselben ist zu bemerken : 

a) bey denen irregulären Verbis, welche für Fiel, Ilithpaäl 
gewöhnlich eine der seltenen Conjugationen (^Po'eli Pilel ; Iltth- 
po'el und HitJipalel^ gebrauchen, als bey den yv, "i'J , ''V , ist 
diese geradezu dafür in die Tabelle gesetzt woriien, 

b) Die Paradigmen sind die schon oben gewählten, nur, wo 
diese zufallig irgend eine Anomalie herbeveefülirt haben ^vürden, 
ist ein andres Verhum dafür snbstituirt worden, z. B. in Hithpa'ei 
Von 23D . V^VJ , um die Transposition zu vermeiden. 

c) Als Tonzeichen (\velches wir aber, wie bisher, immer nur 
da setzen, yvo der Ton ani Penultima ruht), ist hier nicht das in 
diesem Buche sonst gevväblte (— ) gebraucht worden, wozu bey 
den engen Zeilen kein Platz war, sondern ( ) das sonstige 
Tiphcha. Das von Schröder, Jllting und A. gewählte Rletheg 
wurde Verwechselung verursacht haben, da dieses selbst in eige- 
ner Qualität vorkommt. 

d^ Die aufgestellten Formen kommen nicht alle von diesen 
Verbis vor; und einzelne zufäUi^^ von keinem einzigen Verbo, 
was besonders bey den Formen auf '|n , und im Futuro auf n2 dev 
Fall ist, dio ihrm- Natur nach selten seyn müssen. Allein, w^enn 
z.H. nl2C3 , ^nl3D3 vorkommen , so ist kein Zweifel, dafs auch 
ßniaCO autzustelien sey. Wo dagegen gar keine genau analoge 
F"'-'!. vorkam, z. B. bey ]''3 , "'^•'3, !li^3 — , ist auch keine 
aulgestellt und der Raum leer gelassen worden °}. 

e') Wo das Fut. apoc nicht angegeben ist, unterscheidet e^ 
sich nicht vom o:ewühnlichen. 



o) F.ine verdienstliche Aufstellung von Paradigmen, in denen nur die 
Avirklicli von demselben Ferbo vorkommenden Fcrmen aufgestellt 
sind, liefern die Tabellen hinlix hart mann s hehr, Grammat, 



438 



JI. Hauptth. (Jap. IJI. Vom Feibo. 



R a 1, 



Reguläres 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Vcvb. 


Praeterit, 


Verb. 


1 gutt. 


a »M«, 


3 gutt. 


fs- 


j>'y. 


Sing. 3 m. 


. ^^.n 


- r 


ps>l 


rau) 


-T 


aq 


— 3/. 


■' : IT 


^'J'PK 


"P.V,? 


» ; IT 


T :|T 


nao 


— 2 771, 


^'^'^i^ 


piö:y 


Pp.^-I 


Pi?o\r> 






- 2/. 




: : - T 


^.yP.\ 


pyöuJ 


: - X 


ni3D 


1 


••nSep 


■ :( - » 


••njpx^T 


^py.öiy 




• f - 


Plur, 3 


^\VJ, 


: IT 


=iPV,l 


"yc\y 

: IT 


:|T 


•■130 


— ^ 2.m. 


P^^^R 


□ nnöv 


Drtpvt 


DP:i>»\y 


ÖPVV53 


nniac 


- 2/. 


^nSt3p 


^rnjoy; 


l^.ii^n 


]nvj3'ii 


^P\L»33 


triisD 


— * 




< - T 


^i^R.n 






S):i'i3D 


J71/. ahsol. 


hiv:p^ 


11Öl> 


pivt 


yiö^i^ 




T 


Inf. constr. 


hvp^ 


-1 


p-i^t 


ybtz> 


V c ■■• 


30 


imperat. 














Sing. m. 


''•^K 


•jfcy 


pj^i 


yö\!)_ 


U/3 


30 


- /. 


''''.*? P. 


"1»^ 


•»pyt 


••yn\^ 


itt^ii 


12 b 


Plur, ni. 


:iSt!p, 


iiiöv; 


"P»! 


•WC\t) 


5)^a 


130 


- /. 


naSüp, 


nj'ibv. 


t' :(-: 


T :i - : 


T :<- 


n3">i3o 


Fu turum. 














Sing. 3 TW. 


''^iV. 


ifcV,! 


pyt-». 


yettJ"; 


TÜ51 


3b^ 


- 3/. 


Sbpp 


ibV,»! 


P^-tP. 


y»\o.n 


u;,;^p 


3bn 


■— « ro. 


»jrpn 


libyn 


px>tn 


yevJ.n 


tt/an 


3bn 


- ^ /. 


•»Stjpn 


i-jöVP 


"P.V:!'! 


•»yoiyn 


i\ö5n 


isbn 

•1 T 


— * 


''^R**. 


'''c»« 


pytM 


yö^rjM 


tt;-\M 


5dn 


Plur. 3 771, 


^St3p*) 




ipvt". 


.Wöv}-» 


!l«?.V. 


< T 


- 5 /. 


n^Supn 

T : c : t 


naiifcvn 


t' :,- : • 


njy»tt-n 


n^ttJ.an 




2 771. 


ilsepp) 


qttjyn 


W.!^} 


w»\ün 


W5n 


Jia'cn 


- 2/. 


n:i^tspn 


n3"ibyn 


napyrn 

T' :( - : • 


nayöwn 




T , •- .. : 


•— l 


b^iDa 


1J?V;^ 


pyta 


ycv-^J 


\Ü33 


3C3 


Put. ap c. 














Part. act. 


hr>p 


lob 


pV.i( 


ycw 


'^<? 


33 C 


V art. pass. 


«jiep. 




piyr 


yijo^r; 


iyi33 


3!)3D 

T 



§. 111. Vergleichende Uebers. d. regelmäfs. u, unregelm, Verhi. 439 



Verb. 



Verb. 

« r l< 

.••a f. T3 



K a 1. 



Verb. 

•'S. 




Verb. 

ncp 

S)»p 

er 

«CD 

:c - 

Bip 

Qlp 

0!)p 

nJöb 



Verb. 

B' 

tu 

o 

B- 
n 

09 

tr 

3 

IIa 



Verb. 
K2ro 

» IT 

nN2£r> 
'•p|^s:!JO 

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Nixe 

T 



Verb. 
rlS. 

T T 

•tn''Sa 

< * ^ 



'3a^*"' avj^ \üi'''' ata'«'» 

SwN'n aviri ü;">'<n aiiin 

VsN'n a\ö.r> tyvn ati^n 

tSaNin ''^\yFi •»«iiTi ^at:"'n 

Sak a^'N!. ^I**** at:^« 

^Vai^'' •'ia\y"' ittrif» ^lac'» 



öip: 

DJipn 
'»jö'ipn 

D^pN 

' T 

Jlö^P'» 



!iSaNP ^lax^n ^tn-i/n naüin ^oipn 
Sa^^J '.aiüi «/"lo at2*»3 nipa 






a^^ 



ar/i 
ait:'' 



DP*» 



C'Jp 



^•»an 

'»j'»an 

raM 

' • T 



niSaxh naatrin nJiL'T'n naat3'<n nJ'«c'.pn — 



wan 

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NX»*» 

T ; • 

: I • 

T <v : . 
ilNXÖP» 

T t V *■ • 






'«S:sn 

T ( •. : * 
• « * 



440 



ll, Hauptth, Cap. Jll. Vom Verho^ 



N i 







Reguläres 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Fraeterit. 


Verb. 


I -«tt. 


2 outt. 


3 5""- 


fa. 


yy. 


Sing. 


5 771. 


*5l3p_3 


n»y;). 


pyt3 


ro\!33 


^'53 


:3D3 


— 


3/. 


^h'^y?. 


rriöyj 


njDyi.j 


nyovjq 


n'i-Sp 


n2D3 


^r- 


£ TM. 


nStrpi 




nprta 


ny»-a;3 


PV?i^3 


nS2D3 





^/. 


nSap^ 


n-75qi>3 


npyT3 


ny_ttv:?a 


PWi^q 


niaq: 


— 


1 


^•^\t:p_3 


••p-7»yj 


-•»npytj 


•»nyrwa 


•»nTrsa 


tni2D,3 


Plur. 


3 


• ^^'^P.\ 


''•'»V?. 


•ipnq 


wo'dJ 


1^-1^. 


^'^?-^ 





2 m. 


DnVüpa 


DPn»Dy3 


•^PPH^^ 


Qny»vy.J 


DP\i}i\3 


Dnl2D3 


•^ 


2/. 


1^1 VlP:^. 


|n/»öl?j 


^f^.R"'J. 


^nyüowa 


]Pt»i5J 


^ni2C3 


"""■ 


X 


!?iSt:p3 


qj'ijqyj 


i:pyT3 


I3yr\y_3 


i^v^.^^J 


q3i3D3 


infinit. 


•jKjsri 


.. t " 


P^l^, 


Vö\r-^n 




Uon 


Jmp e rat. 














Sing. 


m. 


Scisn 


.. T- .. 


pyjn 


y»vjn 




:isn 


— 


/. 


''^^-li'n 


• : IT •- 


t --.IT • 


•»ysv'n 


' ■'^.4,^x1 


<»2sn 


Tlur. 


m. 


^Sü,rDn 


:|T •■ 


1 -IT . 


nyj:v-*n 

; |T • 


!w;33n 

:|T • 


•laEH 





/- 




T :( ■• T ■', 


nopynn 

tI :<-t : 


njy»t)n 

T .< - T 1 


n3v;.\3n 


n3''3Dn 


J uturum. 














Sing. 


5 "»• 


Stl}3'» 


n»i?«i 


p^r. 


y»w;'^ 


^^^"t 


itr-; 


— 


3/. 


*'«.("?P} 


- T •• 


pynn 




tt;53P 

■• T • 


J3BP) 


•^ 


2 77J, 


Stcsn 


•»ryn 


pynn 


- T • 


•• T • 


:iBn 





2/. 


• : IT • 


•»•i)Oi>n 


•'pynn 


•»yio'ijn 


• flT . 


^asn 





1 


''v.i^^. 




' "T V 


y»\:-j« 


•• T V 


JasM 


Flur. 


3 "f. 


: IT . 


: IT" 


ipy^/_ 


^yjcM'"' 

': IT • 


W33'' 

!IT • 


^3S1 





3 /. 


niSt^j^n 


naiöyn 


nJpy-in 


nay»v|n 


niiy^sn 


naiatpn 





2 m. 


!)St3p^n 


!n»yp 

. iT - 


npynn 


: |T - 


sir^sn 


i33n 


^- 


2/. 


niSüpn 


n2n»y.'i 


n5py^n 

t' :< -t • 


n3y»'>y;n 


!l3^.\3n 


n3"'3an 


-^ 


* 


»?t2p3 


MKyj 


p^i^^ 


yc\y3 


TÜ,X33 


2S3 



lut. 



ip o c. 



Particip., hlipi 1I3V^ P»" S?Ü'^3 



U7H3 



:io3 



§.111. Vergleichende lieber s. ä. rcgelmäfs, u, unregelm, Verhi, 44 >- 



h a 1. 



Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


N£3. 


-^kL 13. 


"•"s- 


iV, . 


•»y. 


^h. 


nS. 


•jiNia 


i\yl3 




t^^p^. 


11:33 


ii'.i'C} 


nS33 


^ 


HD 'X! 1:3 


ir' 


nKipa 




T : : • 


nnS33 


»* 


T ■.(, — 




3 


ni»^p3 




TNÜfKli 


^x1^-^:^ 


n 


p:l^^;13 


3 

rf 


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wie 


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f^'^V^.^ 


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n 


••1:3 vi 13 
Dn;3'qi3 


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iniö^pa 
üüfpa 

Dnlcipa 


nip3 


Dn|<^a3 


Dri.*'S33 


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^na-^ia 




]niöip3 




in>s:£)p3 


If^.'v^^. 


C 


53311^13 




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S)3NSX:3 


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^133 ><1£»3 nV33 



442 



//. Haiiptth. Cap. III. Vom Verla. 



P i ö 1 (nebst P o e 1 







E.ee;uläres 


Verb. 


Verb. 


Verb, 


Vetb. 


Vftrb. i)V. 


Pr n e t ei 


ft. 


. Verb. 


1 gutt. 


2 -«tf. 


3 glitt. 


fä- 


Po<il. 


Sivg. 3 


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Futurum. 














Sing. 3 


m. 


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^-151 


33 IC. 


— 3 


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Plur. 3 


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— 3 


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m. 


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2 


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1 




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^r.<D3 



Fut. a-poc. 

PAri:icip. ^'^P.^, ''»^'P ^1^,*1 i^'?.'^» -^-1?» -^.^C^, 



§. 111. Vergleichende Uehers. d. regelmäfs. ii. wiregelm. P^erhl. 445 
und P i 1 e 1). 



Verb. 


Verb. 


Vorb. 


Verb. VJ. 


Verb. 


Verb. 


, Verb. 


Ha. 


^3 f. "13. 


13. 


Pilel, 


••"l?. 


xS. 


nS. 


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p.ia 


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u. s. 



u. s. 



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u. s. •'»'C'ip 



w. 



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n. s. ''^*2SÖ "V^ 



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u. s. 


u. s. 


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u. s. 




fiV^f! 


w. 


■KV. 


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•»»»ipn 

D»ipM 

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nsröipn 

i»!oipr> 

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Dßip3 


w. 


H2£rn 

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H2S03 


n3''^3n 

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itsi» DöfpO 



l^.<at) 



H2SOO 






444- 



II, HaupLbh. Cap. III. Vom Ferho, 















P 7 a 1. 


(P 


a 1 , 








Pieguläres 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb, 


Fraet 


er 


it. 


Verb. 


1 gutt. 


2 gutt 


3 ^"«. 


l'ä- 


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Sing. 


3 


771. 


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2 


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1 




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Infi n 


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3310 


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• 1 














Sing. 


in. 














Flur. 


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; fehlt, 










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Futurum. 














Sing. 


3 


771, 


^"^J^A 




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— 


3 


/. 


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u. s. 


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11. s. 


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— 


2 


771. 


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w. 


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i^Ts'xJn 


w. 


3310F1 


— 


2 


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••Stspn 




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— 


1 




^^.i^«?, 




^13« 


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asiDN 


Phr. 


3 


77t. 


^^713^1 




i^ia-» 


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•13310"' 





3 


/• 


niStapn 




n3D'^_3n 


n3V«t}fi 




n333ion 


— - 


2 


77(. 


iVisirn; 




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nn£)vvn 




133 *Dn 


-^ 


2 


/• 




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T :( - ; 


nav»3u;n 




.1333 iCPl 





1 




St3,;^3 




^•133 






33103 



Fat. apoc. 

Particip. S»;:,» . ,. ri»:^a_^^_^^*]'lbö yö'i'iD ^'ij^» 3D1D0 



§. 111. J^ergleicJiencle Uehers. d.regehnäfs. ii, iinregelrh^ J^^rii. 445 
P y 1 a 1 und P o 1 a 1 ). 



Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb* 


Verb. 


iitt. 


^3 f. na. 


^'a. 


11?. 


(1 


*i'S. 


flU 


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3\y-. 


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CT? 


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^nt^s» 


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~ >i'»^-^ 



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3^!?1 


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ö».ip;,. 


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*<^^ 


aV-'''! 


u. s. 


ü. s. 


u. s. 


Dcipn 




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nV^n 


w. 


w. 


rr. 


D5cipn 


1 




n^^n 








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g- 


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9»»ip'; 


O 




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T IC • ' t 


et 
CfP 


nJNisnn 


n2''\3.'n 








sitDö^pn 






i^^n 








nacüipp 

T :< - ' 1 




fiixasn 


na-'V^n 








Dölpa 






'n^33 



SSMÖ 



attj*»» 



C)Dlpä 



»^rsöö 



n\?2ö 



446 



//. Haupt Lh, Cap, II L Vom Verlo. 





Reguläres 


Verb* 


Verb, 


Verb. 


Verb. 


Traeterit. 


Verb. 


I gUtti 


2 guff< 


3 ^«te. 


13. 


. Sing. 3 '»• 


''"'^K^. 


T»öyn 


p-'ytn 


y»»ttJn 


«/''•jn 


- 3/. 


"V'','^.P:'1 


n'i''»xn. 


CA 


nsj-^Kiün 


-T ( • • 


— 2, m. 


fJ^^K^. 


p"i»yn 


rr 


nrcon 


T :{- • 


~ 2/. 


Flh^P;". 


^*"°V-'^, 




piy»\yn 


pir'Rn 


— 1 




•»nnttvn 


•»PVJD'ün 


tn \t?i^n 


. Flur. 3 iri. 


iiS'cpri 


Jn-^jöl^rt 


• 


< * * * 




- — 2 m. 


onSuf^n 


Dn"i»yn 




t3 Proton 


C5r!V)^5n 


- 2/. 


^nStipn 


]nncrn 




^nr»'i;n 


]''^.^.-"i''^ 


— t 


^ijStipn 


qi-T»i?.7 




!)33>»<ij.n 


j):jtyi\n 



Infinitiv. Vt-^p.n '5"'öV,'1 p''3^M ^"'''^.''^.'l ^''-l'l 



Iniperat, 












Sing. m. 


Süp-i 


noyri, 


plJtn 


roiyri 


tt?5n 


- f- 


•»VKpn 


•»l^örn 


U. 8. 


tXJ"»ö"i;ri 


•»ttivnn 


Flur. m. 


iiS-^T^pn 


••n^oi;.-! 


W. 


qir*»«a)n 


:!U71-in 


- /. 


T !< •■ 1 : - 


ns'irvn 




T :t - : -' , 




Futur u m. 












Sing. 5 m. 


'''^h! 


n-'ny'« 


p"»rt;; 


X>i»iij"* 


^"''-^'1 


- 3/. 


S-iUpH 


■»•»»yn 


u. s. 


y-'ött'n" 


iy'»i"\pi 


»— 2 m. 


S-'tipn 


"»"•»V.fl 


w. 


i>«iü^;n 


tü't.^n 


- 2/. 


iS''^t3pn 


in^ßi^n 




''S?"<ött;n 


i^/'5fl 


— 1 


''"^R»! 


TißyNf 




ytCtfjM 


«/•»Ji* 


P/ar. 3 m. 


''^'I'^w! 


ilT'üV.! 




.■ll>'«Ctt-;'^ 


( •- 


- 3 /. 


naSt^pfl 


njnjcv.n 




nii'ttC'Pi 


'1^^/11 


— > 2 m. 


JiS-'üpn 


!i"cjryn 




^u-öTün 


w*'i\?i 


- 2/. 


njStjpn 


ni*7»V.1 




T ■< - : -^ 


ni^-}.n 


— 1 


S-'CpJ 


•Ji»r3 




l*1ßtti3 


tÜ-t^J 



na-'aor» 



Fut. apoc. 'jKp;* i^V.! pV.t! ^*^J^1 ^'-1! 

Particip. '?''t^.P,ö *i'''2V.ö p''l!!''2 S?'''^-.^.*^ ^"'-'^.^ •^^.'^ 



§.111. ^Vergleichende Uehers. d. regelwäfs. 2t. unregelm. I^erhi. 44-7 
p h i I. 



Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


N9. 


;'a f. na. 


ff 

••3. 


•iV. 


ij». 


kS. 


nb. 


SOMH . 


:i-t2.'in 


3''i2''ri_ 


D-'pn 


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H-i^iön 




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•»nNifjpn 


^n^S^n 


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i»"jpn 


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n 


iM-'sori 


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cni»''pn. 


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Dn-^'j^in 


Cfo 


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^p Nif an 


!f^.''V.^,n 


c 


w:3-i'1n 


«3C\T 


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*?"»3Nn ^siwln ^''O"'??. D^p^J 



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N-iscn 



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u. s. 
w. 



Vdm" 



•vv. 



» :< ■• 



!)3''t3in 

i3''t2"»n 






S^M'' atüi' 



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•!ö";pn ^^ 
niapn 

T !i'- * 



D^p-* 

D^pn 

Dipn 

^»■»pn 

Dip,J< 

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T :< •• T 

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nJöpn 

Dtp3 



öh.; 



•jOMo a-iuJtö a-itsiö Xi'^po 



\'H 



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Nicört 


nV5n 


.S 1 


'•i<*«:£»n 


■ ^'n 




nN-'Son 


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r^.: 


M-soy 


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t.v'':fon 


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-1 

o 

ET 






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►3 




T ( V J - 


• 


n3"»2;cn 


ni-'V^n 




«•»sc J " 


'nS-jä 




N:f»^ 




r^c 


«taciDö 


nV^c 



448 



77. Hauptth. Cap. III. P^om Verio» 



H 





Reguläres 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Praet 


e r i t. 


Vorb. 


1 gutt. 


2 gif€t. 


5 £■«"- 


13- 


i;'t*. 


Sing. 


5 '"• 


''*?R'I 


-t; ♦ 


P^V7 


*'?"!i^ 


tyjjn 


aoiri 


. — 


3/. 


nStopri 


^ : T r 


ni^i?.^^ 


■ hr»>:?n 


rrd^n 


naonn 
T( - 


— 


£ m. 


pStijDn 


pn»yn 


i^P.i^.tn 


T !( - : T 


nv) 511 . 


rjIsDiri 


— 


2/. 


nbüpn 

: : -1 ■ T 




npj^Tri. 


: -( - : T 


nt*iin 


niacin 


— 


X 


•inSüpn 


'ipi^yn 


•"npi-'Tn 
•ipt'tn 

' -: : t 


t'nrjqtt'n 


•»nti/i^n 


•»nisöJin 


Plur. 


3 


!i\)t3pri 


: T T 


' 'wD^iJn . 




^ao'jn 





S m. 


Dti'^ apn 


: - t: T 


Dnpytil 


niir|»tt;n ' 


Dniy^n 


Dnl3D^n 


— 


2/. 


^riStoprj 


mi^^^ 


i^pyt^'- 


^r^i^qtrn 


^nMi^ri 


^•^.iats^n 


-^ 


1 


^aSjopn 


iiJnöi'n 


laprtn ' 

1 :c- ! T 


!i"3i>»iyn 


!):'q^i\n 


1 


Inf in i 


t i V. 


''^P:'7 


•UBt^n' 


p^n 


- : v 


«;,^n 


noia 


Im -perat. '\ 














Sing. 


m. 














Flur. 


71 


fehlt. 












— 














Futurum. 














, ^^"S- 


3 'H. 


*jEp^ 


*"5V.r 


pi?i: 


i>»>'t 


'i^'-l*' 


htji^ 


— 


3/. 


*5Kpn 


- *"; T 


px^in 


S?»tt?n 


r ?-} 


ac!in 


^ 


2 m. 


Siifi^n 


•jöVin 


PV..^. 


x^ü-i-n 


tt/BFi 


nojn 


— 


a/. 


••^tapn 


■ : T T 


•»fsr.Tn 


• : : T 


t\iJ5n 


S3D^T 


-:_ 


1 


''^-R*^ 


*"?V'^ 


pym 


V)2yii 


tt;5ä>« 


:iüjn 


Plur. 


. 3 "»• 


i^iup^ 


Jnjpv^ 


!)pi?f 


1 ; T 


wa*" 


^3011 


— 


3/. 


njVppn 


T ( - t: T 


■nipi;;in 


ni^^^'^ 


rtiit':V-i 


T ( -■ - 


— 


fl m. 


iStjpJn 


•iiövn 


''p'?^^^ 


iirüD'iin 


Vi'r.D 


!i::c>!n 


— 


«/.. 


naSüpn 


n3"iövn 

T :< - r: T 


"^,Pr:t^, 


T :< - : T 




T ( • - 


■ — 


1 


'''^.K^^ 


•'»V;^, 


pJ-lH 


- ST 


tt/i\3 


züj'^a 



Tut. apoc, 

Particip. St:p» «Jöi^Ü pS^r» ' rölL'ö «/i^Ö 

' tI:t »t:t lT;r t:t r.. 



ac^x 



111. Vergleichende Uebers. d. regelmäfs. n. iinregelm. f^erhi, 44.9 



Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


«a. 


••"a f. la 


••'a. 


U». 




»i'S. 


nS. 


- T) T 


3\yl^T 


:jt2in 


Df^iin 


p.M.n 


Nüjan 


T : r 


.1 




0' 


njopiin 


1 




^ ( •• : T 


n 

er 




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iprp'in 
ori x:p_^n 




n> 










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«üp!)n 


3 
5* 






•j^Mn 


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^\iJ!lS 


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t^.^^ 






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u. s. 


Dp_!lF\ 


11. s. 


Nspn 


n^rtn 


w. 


avi-in 


w. 


Dp!in 


W. 


HX»PI 


''^'?-^^ 




»»a\ü^n 




lepsin 










3 '4 -IM 




I2p_1»^ 




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- 




T ( •.' : T 




q:3tt}in 




siüpin 




•iKscn 


ijS^.n 




rjiaTyin 




ni»|^!)fl 




n3M:i»n 


T , V : T 




auJja 




cjpja 




T ! i. 


V : T 






SBIÖ 



fili^Ö 



Ff 



nVi» 



450 



//. Hauptth. Cap. III. yom Verho. 



Reguläres Verb. 
Praeter it. Verb. i 

Sing. 3 m. ^Jts.pnn *» 

— 3 /• riyi3r:nn 

— 2 m. n^u!,"Dnn 

— 2 /. nSTspnr! 

— 1 sn''^t3p^nrj 

Tlur. 3 m. !|Sl3-nn 

— 2 ni. DnVwpnn 

— 2 /. ^nSs-nn 

— 1 li'^isf^nri 



H 


i t h p 


a e 1 


( Ul 3 t 


H i t h 


^erb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


gutt. 


2 o'Utt. 


3 g-«"- 


fa- 


vv. 


Q^nn 


tiianrr 


nVsnn 


-u;;}anr 


SVl-'^nn 


M« 


r,3*i3nn 


nn\jrn 


„. 


nSVi\nn 


H 


nDparn 

PD^2nn 


nn'isnn 




nSMann 


M 


•»riDnann 


inn^i\nn 


EH* 


^pV''.i'^n'"' 




JiDnnnn 


sinS^ri'"! 




iiSMi-inn 




DnD-^ann DPnV^P.'T 




DnSMjpin 




^nsnsnn 


]nn\ar,n 




^nSSl-^nn 




n*r;"i2nn 


qjn^i^nn 




!ijSSii"\nn 



Infinitiv. 


^^_P.n^ 


lövnn 


^12 nn 


n^ivnn 


Imperat. 










Sing, m. 


''ö.ii'^'"! 


n?3>^rn 


^lisnn 


n'"7 5nrj 


- /• 


•>\icp_nn 


u. s. 


t3*i2rn 


■»nS^nn 


Plur. m. 


-iStJpnn 


w. 


!'Di.2nn 


^n^i^H'"! 


- /. 






naD-^spn 


T :( : ■ 


Futurum. 










Sing. 3 m. 


Süi^n*» 


löyri"! 


^1.3''^': 


n^ani 


- 3/. 


Sspnn 


u. s. 


^•}2nn 


nVron 


— 2 m. 


S'4p_nn 


w. 


■rinsnn 


n\i-\.in 


- - 2/. 


tSspnn 




s2i2nn 

• : iT : • 


•»n^?.in 


1 


SBp_nM 




^i^n*?- 


nWr« 


Plur. 3 »z. 


"•''^.P.n''. 




•13120'' 

IT ; • 


iin^i^n'» 


- s/. 


naSc;:nn 




niD*i2np 

TU-': ■ 


n3n\iinn 


— 2 m. 


!iSt?pnn 




!jDi3np 


qn^^ann 


- 2/- 




• 


n:3-i3pn 

T :(- T 


n^nVann 


— - 1 


^^p.n^. 




•312:13 

» •• T : • 


n^aqj 



u. s. ••SM-'^nn 



V. 


flSM^nn 




niSViann 


;a3n 


•< ''V^^pi 


u. $ 


SSiarn 


w. 


SVlr-nn 


.-. 


■»SSl-^nn 


rt 


SSiar« 








qSSiann 




T It- 



Fut. apoc. 

Partieip. ^t^i^no lt3i^P» "^"l^^P. "VlP'^. «'-^-M*? ''V^-'^P^ 



§.111. f^er gleichende lieber s, d. regelmüfs. u. miregelm. f^erhi. 45 1 
p o e 1 u 11 d H i t h p a 1 e 1 ), 



Verb. 


Verb. 


Verb, 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


Verb. 


N3. 


^'a f. IS. 


■'S. 


^'1^. 


^v. 


A. 


nS. 


bSMnn 


av^^nn 


2B;jnn Doipnn 


plsnn 


! *<^.*in~ 


n^i^nn 


K* 


CA 


«>' 


rüDCipnn 


^ 




T : - j . 






CD 


ncölpnn 
fiß^qipnn 






T ( ■■ . 1 . 


? 


<>-l 

f 




^nöölpnn 


i 


inNi;)t:nn 


••n^^i^nr» 








5)ȧipn,-j 




•iMi^sfinn 


i^ann 








DPö«1pnn 


09 

et 


nnM^cn,-! 


Dn-'^i^nn 








^pcölpnn 


CT* 


]n><2:?:nn 


inc^arfn 








«Eöipnn 






l ■■ - : ' 



h^Ur^n^ 2^.!PT ^^.!^1 taölpnn ^^lann N^scnn n"*?i^nri 



*'^.*inn -»^.!''!'l ^^.l^A ^^IP^A PJ^nn *<5fßnn T)\^r\r\ 
u. s. u. s. u. s. ••»ölprin ^1^ 2 ^^ ''*<^:Km "»^ann 
^'*'- w. w. i;oßipnn 1 i" " iiJ^^enn q^j-^nn 



iSj|n'» 


3^,!^^. 


aö; 


•nt ßslpni 


p.i3n 


1 Nixen«; 


nV^ri 


u. s. 


u. s. 


u. 


s. Oöipnn 


1 



><ii»nn 


nV^nn 


w. 


w. 


w. 


DDipnn 


Meiern 


nViinn 


Co' 


rt 


rt 


•»»»Ipnn 




••><::» n PI 


i^^nn 


f. 

n 


■1 


H 
rt 


Dßi pPM 


<5 



H 














nJKölpnn 





Dixiccnn 


nJ^V.iin*"^ 








äiDoipnp) 




iiHScnn 


iSi^nn 








njjsiolpnn 




DiN-i'cnn 

♦ c •- - : * 


nJ";V>ir!n 








DEipna 




n^yzna 


nSiTnJ 



hsir.'* 



•jSNnö y^i^p^ Äte^Hö fiJDipn» ?M*jr,» «^onK nV4P» 

Ff s 



45» II' HaupttK Cap. III. Vom Ferlo. 

$. X12. 

Verwandtschaft der irregulären Verlja. 

Schon in der obigen Abhandlung des irregulären Veihi 
TOufste Öfters von einer Verwandtschaft der verschiedenen 
Arten von Verben die Kede seyn, welche sich theils in 
der ähnlichen Flexion , theils in gemeinschaftlichen For- 
men, theils in Entlehnung der Formen von einander 
zeigte. So vorzüglich bey den Verhis '^2 und "i£3 
(§. 105, i. 2.)» Sv und -^j; (§. 107. 1)» \V und jjjy 
(§• i03, Anm. 12) und öfter« 

Indessen lehrt genauere Beobachtung, dafs man hier 
jioch einen Schritt weiter gehen müsse. Fast alle Arten 
der irregulären Verha stehen nämlich in einer mehr oder 
weniger engen Ve^^yandtschaft, insofern ihnen allen 
eigentlich nur zwey wesentliche und bleibende Stamm- 
buchstaben, oder ein einsylbi^er SlAmm zum Grunde liegt, 
an welchen die Bedeutung geknüpft ist ( §. 55, 3 litt, a). 
Die Zweysylbigkeit des Stammes ist dann durch Hinzu- 
fügung eines der beweglichen Vocalbucbstaben (vorn, in 
der Mitte und am Emie), vorn auch wohl durch den 
Halbvocal JVu/i bewirkt worden, aber die Bedeutung ist 
sehr häufig unverändert geblieben , wo auch dieser dritte 
hinzugekommene Stammbuchstab stehe, und welcher er 
seyn möge. 

Man kann hiernach drey Klassen der J^erha irresularia 
(hilittera) unterscheiden, die theils in ihren verschiede- 
nen Gattungen selbst, theils unter einander vervvandt 
sind , wie die folgende Darstellung zeigen wird. 

1. Die 6rste Klasse umfafst die Verha ^ in denen der 
trste und tet2.te Stammbuchstab die wesentlichen sind, 
der Bildungsbuchstabe aber in der Mitte eingeschoben ist, 
als die "^^^ "^y , JSV (selbst nv), an welche sich dann 
die }})f anschliefsen. Diese sind theils unter sich selbst. 



§. 112. Verwandtschaft der irree^ulären Verha. 4.55 

theils mit der zweyten und dritten Klasse verwandt. 
Beispiele der ersteren Art sind: 

a) Verba lV »"d HV , z. B. ümS (2 Sam. n), 5) und tailS 
verhüllen, DNI (Zach, i/f, 10) und DI"! hoch seyn , bes. in 
Vergleichung mit dem Aramäischen , z. B. alB , aram. 2Mt3 gut 

sehn, 3N^ » aram. cü? zerfliefsen P). 

i) Verba ly und rW (was sich an das vorige anschlierst), 
z. B. S?0 und bnO CJes. 1, 22) beschneiden, besonders in Ver- 

- r ^ / ^ 

gleichung mit dem Aram., z. B. \iila, aram. nna, ZoiO sich 
schämen u. s. w. 1). 

c) TS^ und W, z.B. nüÄ und *Ti-» drängen; Dltr (•wovon 
nc^) und DC^ schv^'^ei^en ; 01 H und CöD in Schrecken setzän; 
*J!tyO und TIS» ( .iram. "^ND) verarmen; ir;!)» und u;;2)tt betasten; 
•jnj und mJ enifliehen; yiS und y^cS (Hos. 7, 5 ) spotten, 

wnd in den Dialekten z, B. Din, arab. ly^^ Mitleid fühlen. 
Endlich 

tl) HV "nd »'y, z. B. OM» (Fs. 58, 8- I'iob 7. 5 ) Mnd 
CD», besonders in Vergleichung mit dem Aramäischen, als: 
IjDö, a:am. !]NO verarmen. 

Ueber die V^erwandtschaft dieser mit den folgenden 
Klassen s. 110. 2. 3. 

c. Die :c7rey/e Klasse enthält solche Verba, in welchen 
der bewegliche Biidungsbuchstab vorn &\.e\ii,A\eheyden letz- 
ten aber die wesentlichen Stammconsonanten sind, als die 
N2, "^3, |S tnid selbst zuweilen HD. Diese Avechseln 
"wiederum theils unter sich, theils mit der vorigen Klasse. 

2u der erstereii Art der Verwechselung gehören fol- 
gende Fälle : 

ß) am häufigsten ■wechs«ln Verha "»g imd fjj, als: ^"4"^ » 
i,_j^jO^ ""'^ 2^^ • c-^A£3.3 stellen ; ntj^ und Tii^ sciiön seyu ; 
\:jp* iind \yp3 VogelsteUen r^. 



p) M<^in hehr. TT^önerh, Th. I. S. 2. 
9; Ebend. Th. I. S. 213. 
r) Ebend. Th. 11. S. 666. 



4.54- ^^' Hauptth. Cap. III, Fom Verho. 

h) etwas seltener schon na und 19, z.B. ölüM und B?i* ver- 

' - T rr 

wüstet seyn , llDMnn (Ps. 94, 4) und "^ÖTin ( Jes. 61, 6) 
sich erheben, Herrschaft üben, häufiger in Ver^ieichung mit den 

Dialeliten, als: ]1if, /.jX* wiegen; »j^N , «.iSi^j lernen s^ 

c) Nia und na, z. B. TIN und »nn ehren; endlich 

J) «"a und na, z. ß. IjS*« und "nSn gehen; nsn und ,15'' ab- 

_ ' -T ' - r C '•«» TT 

sondern; im Arab. /CO^Ä »md /CO* ausstrecken. 

Verwechselung der Verha dieser zweyten Klasse mit 
der ersten sind aber: 

a) «»'a und -i'j^, z. E. 3113 und 51: ■• gut scyn , yi*! und JJ'i'» 
böse seyn; I!i5 und "liii fürchten; Mip'< und TtMp Vogelstellen; 
pS"» und p!):s giefsen t), 

" h) ^3 und l'y, z. B. SxJS und Hl» beschneiden; na3 und 
n*l3 f.ichen , blasen; y33 und y!l3 ierschmeitcrn ; Bpi und t3>lp 
Ekel empfinden; 5D3 «lud 310 zurückweichen; "tjOi und Ijlp 
salben. 

c) "»a und 1?:?, als: D^ü*» und DüUJ rervvilsten; an'' und 

' -T - T -T 

CüJn w^arm seyn. 

d) fa und VV, als: api und aap verfluchen; 'jtÖJ und SW. 
Y^yu herausziehn; "1*15 sägen, arab. und syr. ^CSIXJ ••»*;:? 

aass. 

c) Ha und ^•a y ««y, als: U/^M und \i;:):i dreschen, dann vor- 

süglich in den Dialekten, z. B. 13 M, arab. o^J ^'^ Grunde 

gehn; U?3N, syr. ci»QJ krank seyn; ^»N , arab. /jV^C C Kin- 
der) warten, pflegen "). 



i) Schul tens clavis dialect. S. 191. HI e i n JJ'^örterb. Th. I. 

S. 1. 2. 
t) Ebend. Th. I. S. 55g. Durch diese Analogie rechtfertigen 

sich dann auch seltene und /.weifelhafte Formen , wie z. B. 

Dii;^ ( 1 Mos. 50, 26 imd 24, 33 Keri) gelegt werden, vgl. 

DW, D^iiT legen; IJO*» (2 Mos. 50, 32) gegossen werden, 

VgL 1]!5 0. Hier kommt dazu, dafs das Verbum ^3 intransitive 

Bedeutung hat, wie *il£^ bedrängt seyn, vgl. "I^IS bedrängen. 
v) Mein Wöitsrh, Th. I. S. 2. Schröder de vestitu rnul. 

hebr. S. 97. 



§. 112. Verwandtschaft der irregulären Verha. 455 

3. Die dritte Klasse bilden diejenigen Verba , bey 
denen der bewegliche Bildungsbuchstab /if«fen steht, die 
beyden ersteren aber den ursprünglichen einsylbigen Stamm 
bilden, als die N 7 und H 7. Ueber ihre Verwechselung 
unrcr sich e. oben §. lOg, Anm. 8 » ebenso ND^ und 
TO'^ zermalmen, N-Svjy und H^^ grofs seyn u. a. m. 

TT TT TXO J 

Beyspiele von Verwechselung dieser mit den beyden 
vorhergeli£nden Klassen sind .iber : 

a) rh und -iV, nnn und niri stofaen; ntS 9. v, a. 713 ver- 
achten; nn\y s, v. a. r\'\d und nn"ii> beuoen ; Diin und nön un- 
ruhig seyn, und in Vergleichung mit den Dialekten n>p schaf- 

fen, vgl, das arab. u\\9 (wovon ^y, faber); T^yo nackend, 

blofssejm, vgl. Ac (hebr. 01"^ Wo). 

V\ am häufigsten nS und yy : niCn und DJSfl ruhen, vertilgt 
seyn; npn s. v. a. ppn eingraben, zeichnen; nOQ und DDO 
zerfliefsen ; nj»0 und V^O saugen; n3"1 und i3*> viel seyn; 
n*t"1 und 111 unterwerfen; ni'XJ und ^livi sichvergehn; .131 
( Hiob 39, 23) s. V. a. ]31 klingen; Dip s. v. a. 'rn'p gering, 
verachtet seyn; nnitJ und nnv» gebeugt seyn; 

c) ii'S undl'y, als: NS1 und yfil laufen. 

J) viell, auch ^3 und 19 und nS. z. B, ^33 und nSa welken; 
yV* Sprüchw. 20, 25 9. V. a. n^S unvorsichtig hervorplaudern, 

Anm. 1. Einige Beyspiele, wo sich (w^ie oben) vi^ohl 
r/r<?y oder 2i(V)- solcher Verha hilittera vorlInJen, sind; n^iij , 
nn'ii i nn\y gebeugt seyn; ■nn , I2i, n^i, N5i, Tiin 

rr TT*- o ^i-^' TT' t T ' " -r 

stofsen, mnlmen ; 1^3, 1*i3, .113 ilifhen. 

2. Uebrigens versteht es sich von selbst, da.^s der Sprach- 
forscher in CoiTibinationen dieser Art nicht weiter gehen darf, 
als der Sprachgebrauch und eine richtige, mit Geschmack und 
exegetischem Tact angestellte Beobachtung desselben leidet. 
Dieses waren die Klippen , an denen Männer, wie Gusselius^ 
Neumann und A. scheiterten , und daiier auf zahllose Unge- 
reimtheiten genethen. Allerdings begrü'.^det sich aber -durch 
jene Beobachtung eine Sprarhanaiogie, die dem Ilermeneutiker 
selbst bey Erkläruug von «iraH Xe-yOM^*""», gegenwärtig seyn 
iiiufs , und von Nutzen seyn kann. Z. B. 



456 



J/. Ilauptth. Cap. JII, F'om Verlo, 



"»iViV^ Jes. 6i,'io, von tsy* 
=: nti!) hekleiJen. 

h'0/^ Iliob 27. 8 von rSv) 
s. V. a. hhv} herausziehen, 

- T . 

nach And. s. v. a. ^Ntü 
fordern. 

n*^)!? 2 Kün. »4, 26 titter 
von n*1ö = ")1)D ; ebenso 

T X - ▼ 

^isöNP f. !)3i»tn Jes. 30, 21 fijjrS :=:: ^jj^i, druckend Hiob 
i/ir wendet euch zur iiec/i- "^a, 21. 

1)C3 Jer. 48, 11 Part. Hiph. 

von •l'l)D:=T)>3 tauschen. 



tt;itta^ Sprüchw. 13, 5 f. 
TÜ^a** er handelt schlecht, 
(Viell. schwebte dem Con- 
cipitnten zugleich liiHZ 
schlecht seyn vox ). 

^'»,1«'' Hiob 25 , 5 8. V. a. 
Sn"' er leuchtet: dagesen 

' .. T , OD 

bn*» i, bnM"» er zeltet Jes. 13, 



liyU Jes, 33, 19 vvahrsch, 
stark, von 1^'' = TT1>. 



Anderswo hängt die Anomalie freylich lediglich von den 
Puncten ab , die gerade in so seltenen Fällen am leichtesten in 
Anspruch genommen werden konnte , wiew^olil man damit 
immer vorsichti» seyn mufs. Wir setzen die reguläre Puncta- 
tion überall in Parenthese: 
b^ai wir verwelken Jes. 64, 
5 von nSa ■= Saa, (Ana- 
log wäre Sd^I ). 
?n|D'»ar)1 5J« säugte ihn 2 Mos. 
2, 9 von p!i3 s. V. a.'pa*». 

(!)np''ar»i). 
♦iwn 2 Mos. 23, 21 fut. 
Hiph. (clialdaisirend) für 



•lon, von *i*iö = n*!». 

ytün Ps. 59, 14 •rc/iawe, nach 
diesen Puncten imp. Hiph, 

von XMTO) = nX^'iJ. (Aber 
l'\t;n f. nj?;i:n> 
sin^ i/'i? setzen von nriW = 
n*»^. (Analog !)py:j), 

3. Ein und dasselbe Stammwort hat hiernach öfter ver- 
schiedene Bedeutungen , je nachdem dieselbe ihm ursprünglich 
eigen istj oder je nachdem es sie von diesem oder jenem ver-» 
wandten entlehnt hat. So ist pp"» I. an sich: dünne seyn; 
II. s. V. a. pl*» spucken; niJ I. einschneiden, 11. s. v. a. *?!ia 
driiiiee" ; 'Tlü' I. s. v. a. 1*iu; herrschen, IT. s. v. a. n^iy 
Streuen, III. s. v. a. liya sägen. Andere Beyspiele in Menge 
8. in den Wörterbüchern. 



$. 113. 
Verba defectiva. 



1. Was die bisherigen Bemerkungen betrifft, so 
könnte es leicht scheinen, als ob dieselben mehr der bloa 



§. 11 5. J^erha defcctiva. 457 

lexicalisch- kritischen Untersuchung über Entstehung der 
Wurzeln angehörten (§, 53), allein aucii die Grammatik 
in ihrer eigentlichsten Sphäre kann dieser Beobachtungen 
nirht entbehren, insofern sich darauf folgende Erschei- 
nuiiii gründet, die die hebräische Sprache mit der grie- 
chischen und lateinischen gemein hat, ohne dafs doch, 
meines Wissens, früherhin irgend ein Grammatiker auf die. 
$elbe hingewiesen hätte ^). 

c. Sehr häufig nämlich, wo zAvey verwandte irre- 
guläre Verha in derselben Bedeutung nebeneinander vor- 
kommen, sind beyde nur in gewissen Conjugationen und 
Zeiten gebräuchlich (defectiva) , und indem meistens das 
Eine diejenigen Tempora und Formen nicht bildet, die 
von dem andern vorkommen, helfen sich beyde gegensei-' 
tig aus, und machen zusammen erst ein vollständiges 
J^crhum aus, Avie fero, tidi , latuvi, jerre; k^'y^oixai ^ 
l)\$ov, kXsvaoy.ai , nur dafs im Hebräischen solche f^erba 
zugleich verwandt sind, wie etwa ßaivcv , £ßi)V', Xav- 
jfavcv, sXa.$Qv. Denselben Fall finden wir dann unten 
bejm 7\7o7//eM wieder (§. 14.5). 

Diese Ersclieinuns; ist aber nicht allein an sich wissenswür- 

die;, sondern auch für den Sprachgebrauch wichtig, insofern 

z. B. alle Sprachbemerkungen über ?|Sn ebenso gut von den rem-» 

poribus gelten, die sich von ^^S^ bilden, und der Lexicograph 

hat deshalb solche Wörter nur Einmal aufzuführen. 

Wir stellen nun nach dem Beyspiel der griechischen 

Granimatiker die auf diese Weise ineinandergreifenden 

Verba deßectiva nach alphabetischer Reihe der Praeter 

rita auf: 

U;1S (sich schämen), fut. ti?ia^ (§. 106, 6), Hiph, ty''3n , 
aber auch c;>nln ( wie von v}y'< ) , letzteres besonders mi 
trans. beschämt daslehn ^)^ 



V) S. mein hehr. J-Vörterh. Th, I. Vorrede S. XVI. ferne» 

S. S26 — 2:^9. 
x) l'n Chaidäisciirn ist diese Entlehnung des jiphel von ^s ziem- 
lieb hiiufig, z. B. Din, Part. Jph. Dinll?; *]^1 , Jph, *j^tl4< 
leihen; p^^, Jph. p''TiN mustern u. s. w. 



458 //. Haupttk. Ca]). II T. Vom Ferho. 

T)^r\ (absondern), inf. 1:5n, lUplu n3ln, Ni-ph. -part, ?151J 
(von nS"' ). Geradeso 

i]Sn (gehn), FHt.'"?I*7«', "^Xl (von TiV), nur poet. ^'^fl"», 
gana selten TlSriP 2 Mos. 9, 25. Ps. y';, 9 (in der Bedeutung 
grassari ). Imp. "^h . ÜSS , /??/. ahsoL '?)iSn, constr. riS 
(von tiV), höchst selten "riSn 4 Mos. 22, 14. i'crt. "^Sh, 
Niph. tlVlJ, P/. ^^n poet. s. V. a. ELal. ///p/j. n^Sin, nur 
Part, D'»dS."!0 Zach. 3, 7, ganz chald. vgl. Dan. 3, 25, und 
/wp. ^ri^Vn 2 Mos. i2, 9, Hithpa. ^Snrn. 

Dön (heifs seyn), Praet. impfrs. *>\ ün , Jut. '>\ DH;», Cn*! 
(es ist mir heifs). Letztere Form kumite von nn"» sevu (v^i,!. 
J3ll3 und Difl); allein sie kann, da sie nicia flene geschric- 
ben yvird , noch richtiger als Fut. A von OCn abgeleitet wer- 
den (vgl. S, 36Ö) und gehurt dann nicht hieher. 

p p R ( eig. graben ). In dieser Bedeutung entlehnt es Py, r\pr\ 
und Hithpa. Mpnnn von r)\:n. 

Diu (gut seyn), fut. actl (von i^^), J/r/. rslU, H/p/i. 
3''t:'»rr (woneben als buchst selten ri»'»t3n 1 Kon. Q, iQ). 

•^ i •» (furchten), 2 Pers. n^i*» , fut. I^i*», i;;jp. lliT (von 

-iV:^ ). 

Y y *• (rathen), L/jp. I.VW ratliet (von yiV, vgl, das Noni. 

propr. YW< i Cbron. ß, 10). Alles übrige von yv^. 
3 S •• und 3 2C 3 ( stellen ) , in Iiul bcyde ungebr. Davon Niph. 

a^ssa, //ipÄ.'nixn, //opA. arjn, Hü/zp, :i!x«nn. 

^Xi (bilden), /«f. llfv-jT, auch l'jJ.iT Jos. 44, 12, und i;^«-» 

a^Mos. 32, 4 (von 'l^s;, ?I11^'H Jei- »» 5 Chethib. 
Vp*» (ervyacUsn), J'/a/?t. uiigebr, I-ut. Yt?'''! """^ Vi?.^*l* •^'' 

Praet. kommt ininifir vor Uiph. Y''p'l (von Y''p)» intrans., 

ebenso Imp. y'^p'^. 
liip'^ (Vogelslellen ), rut. ^llVp-« Jos. 2g» 2r (von\iJ1p). 

Part, tt/pj, aber intrans. Ps. 9, \J. Ni. Pi. und Hithpa. 

von Typ3. 
Pl^ (speycn), F«/;. ph^ (vonpf^-l). Derivat: pS. 
npS (nehmen), F«t. np"* u. s.w. (nach Einigen von np3). 

Vgl. aber '§. 102, Anm. 10. 
yai (zerschmettern), Fut. yi^B'^ (vonY^lS). Imp. yfitü, Niph. 

y\si, Pi. YG3. Hiph. ysn, Pil. ySS (von yilS , oder Po. 

von^ V^^)> Hithpa. ysisnn. Ferner Yrl^^Q» Fut. yS^a^ 

Hiob 16, 12. 

|3p3 (Ekel empfinden), , /ut. U^p'» (von tSlp), Niph. t2p3 
Piur, ^»pi Ezecii. 6, 9. 



§. 11 3« Verha defectiva. 459 

Ppi (abreifsen), fat. Vp__'>_ (vonJ?[D;). 

5 !) und :j 3 (zurückweichen), Praet. :JC. fut. :ji3S (aber 
auch 5lD^ r^s. Qo, ig), //r/. ahscL 3iOi Jes. 59, 13, Part, 
■pass. .T!D, AV/j/i. 3iD3 (von :;^o}, Hlph. :\i3n (von :iD3). 

IIS. IIS n"*l IK''. In allen diey Veibis kommen die Bc-"* 
deiitimeen en^e seyit , bedrängen, zutamnißtihinden (in erste- 
rem auch: bilden, s. oben ^^O vor, welche auf folgende 
Art unter die verschiedenen Formen verlheik sind. 

a) für etige seyn kommen vor : Praet. inifers, iV '12f mir 
ist angst (von Tiü). Fut. IK'' bes. impsrs. iS IS^I (von 
"IS*»). Hiph, *^^In (von IIS) beengen. 

b) für beengen, bedrängen: Prast. *iS, Inf. ^ut. l-IJf, 

c) für zusammenbinden: Praet. *1'^^ (aber auch n*1if 
5 JNTos. 14, 25). Pojl-. 77«t5J. *n*lS, imp. *^1:i Jes. St ^6. 
Fut. q*iiS>1 2 K()n. 12, 11, *1^-'i^'l 2 Kün. 5, 23. 

5 ^p^ (verfluchen), P;vjet. 2p_, nfsf? , /«t. Sp^ (chald. Form 
aber von 3pJ). /in;?, und Inf. 3p. Part, ^pj (von 3p3 ). 

5 3*1 und n3"l (viel seyn), Pz-^ret. 3*1, /"/". 3S , /wt. n3'l<>, 
apoc. 3"!'', 31^ (von n3'n ). Pi. und if/p/j. ebenfalls vou 

n3"). 

p 1 *i (hoch seyn) bildet Niph. fut, löS^ , und einige Foriwen 

des Praet. vr^ von D»'1. 
1^11 (böse seyn), Pz-net. Vi, 'F«t. V'l^ (von yn^, vgl. 3fl3, 

3T2'f, allenfalls auch VVy nach §. 103, Anm. 6). H/pA. 

S^*in , 1^1 n (von »y*l), nicht etwa V"»"»-!» welches ;«&«?/« 

bedeutet. 
ys*! (zerbrechen), Fut. y'!*!'' (von y!)'l) Jes. 42, 4, y»iM 

Kuhel. 12, 6 intrans. Niph. y1*1^. Pi. Y^_'^. Hiph. y"|n 

Rieht. 9, 53. (Derivate: yi, nsilö). 
•^ !) \y und 1 *1 ii? (herrschen). Pnv^t. kommt nicht vor. Fuf, 

nw"» oder nW>v P«rt. 1*1^^- Hz/j/j. "l^i^H. Hithp. *i*ihiy,"^, 

Derivat: ^\y. aborauch nnlyx^ (vonn'ltt;). 
n*liu (streiten), /«t. *iiy»T (ebenfalls von «i!)^). 

3. Ein ähnlicher Fall ist es , wenn verschiedene 
Conjugationen desselben Verbi , sofern sie gleichbedeu- 
tend sind, einander die Tempora wechselseitig leihen. 
Be} spiele dieser Art sindj 

'!]'13 (in der Bedeutung: segnen)," Praet. ^"13, fut. ?1"13^» 
part. "JI'l^O (ulles Pi. ) , aber als Part. pass. t]1*l3 gesegnet. 



/^6o II. Hauptth. Cap. III. Vom Verlo^ 

f? b 1 (er hat gekonnt), jut, Hoph. S^l*» eig, er ist in den Stand 
gesetzt worden. 

») q ^ (hinzufügen), so im Praet. Kai, aber Inf. und Fut. 
»J-iDin, T'tsl''^ imp. lao (Für den i»/. auch nlaC Jes, 30, 
1 von nSO )- 

tÜi\i (sich nähern) Pmet. Niph. , dagegen Inf. rTda, Imp. W-S^, 
fut. )iJ->.\ (von Kai). 

"rj^ (führen), Imp. nn^. F«f. nnJi, m/. ninin. 

■Jlpa (sich ergiefsen) Praet. Niph. Fut. Tin*» (von Kai), 
•^ q y (erwachen) Praet., nur in iVi/j/z. *ilJ>3 , Part. *ii^ , /»npr 
n*TlJ>. pHt. qiil>» (M/7L oder allenfalls üa/. nach sj^üia;" ). 

4. Nur selten ist es, wenn auch ganz fremdarrige, 
aber gleichbedeutende Verba auf diese Weise, wie inj 
Griechischen und Lateinischen, combinirt werden. So 

n n 'i* (trinken) und so fort in JFia/. Jliph. npUin (von nptf.'). 

In den Üialekten, besonders dem Araniüischen, ist diese letz- 
tere Art häufiger. So z. Ji, aufser dem angeführten Verbo 

y ^ 
an?. vCJCTLj (geben), wovon Inip. und Part., dagegen üwt, 

und /;?/. von ')ni, uAj« Ebenso im Saraarit, Ciliar, horr, 
sam. S. lO/;^, 

pSo, X u'^g) (aufsteigen), wovon nur Part, Die übrigen 

Formen von tģQJ, 

Vgl. Lud. de Dieu gramin. lingg, Orient, comp, S. 344« 

$• 114- 
Von den sogenannten gemischten Verbalformen. 

Noch wird es nöthig seyn , sich eine richtige Ansicht 
von dem zu bilden ,• was die älteren Grammatiker unter 
dem Namen der formae viixtae aufführen. So nennt man 
nämlich eine Anzahl von anomalen Verbalformen, welche 
scheinbar oder wirklich die Charaktere zweyer Tempoia, 
Genera, Coiijugationen , oder selbst zweyer verschiede- 
nen Verba in sich vereinigen, und weiche man fiir 



§. II 4« Vo)i th sogenmml. geniischlen ^^erhal formen^ i^Gi 

absichtliche Mischungen zweyer Formen hält, die dann 
auch die Bedeurnng von beyden vereinigten ^). 

Z. B. t)':i1"i Ps. 7> 6 nach lilinchl und And. forma niixta aus 

dem Fut. Kai «)"'n*l'' xmA.Put. Pi. J^nT;, dali. -persequatur et alias 

ttiam ad eutn persequendum in^ti^et. 

Allein in diesem Sinne ist die Annahme derselben von 
den meisten neuern Grammatikern als eine grammatische 
Grille, -welche der alten Sprache fremd war« verAVorfen 
•worden ^). Die arabi.scljen Analogieen, aufweiche man 
sich gestützt hat, gehören, genau betrachtet, nicht hie- 
her, und höchstens koniiie man sich auf eine etwas ähn- 
liche Bildung der Qiiadrilittern (Beylage II. no. 2) 
berufen. 

Ina Arab. hat sich Jahn (arah. Grammatik S. 173) auf die 

ConjugationBformen VÄjf ""tl VüVjf belogen , die er aus 

Conj. VIH nnA V, J 'J II unA /-'/ gemi'scht nennt. Allein schon 
Sacy (Gramm, arahe I, S. 249) hat richtig bemerkt, d.ifs 
diese Formen Co«/. /-'' und j^/undnur Modificationen der gewöhn- 
lichen Form sind (vgl. §. 71, 7to, tt ), 

Höchstens die rabbinisirende Form Stapni (s. §• 7», Anm.) 
könnte für forma mixta in diesem Sinne angesehen werden ^ in- 
sotetn man liier das Nun characteristicum von Niplial als Bil- 
dungssylbe des Passivi betrachtet und zu Hithpa'dl gesetzt hat. 

Betrachtet man nun aber jene Formen näher, so zeigt 
sich, dafs die Grammatiker sehr verschiedenartige Er- 
scheinungen unter diesem Namen durch einander ge- 
mischt haben, die wir wohl zu unterscheiden haben. 

1. Bey einer grofsen Anzahl derselben ist jene 
Mischung überhaupt nur scheinbar, und fällt bey einer 



y) So nach Kim.chi (zu Ps. 7, 6. Jer. 22, 23 u. oft.). Danz 
lit, S. 386 fF. Glassii philo!. Sacra S. 847. Ä. Pfeif- 
jeri Opp. crit. //, 1075. Alb. S chultens Institutt. 8.399 
( der diese Mischung einem singulari linguae genio , et gran- 
ditati styli zaschveiht). Jahn gr»mm. hebr. ed. III. S. i^ß. 

z) Von J. M. Hart mann» Hezelt Vater, Vgl. Bell er- 
mann progr. de palaeographia hebr. p. 24. 



462 II. Hauptth. Cap. 111. Vom Terho. 

richtigeren grammatischen Ansicht und Analyse von 
eelbst weg. 

Z. B. n SOn» 1 1 Mos. go, 53 nach Banz und A. gernisclit aus 
dem jidasc. lön^ und dem Fem. n>)onn, daher für beyde Ge^ 
schlechter. Allein vgl. über diese chaid. und arab. Form 
$. 81. 2. S. 276. 

PiS 1t 1 Mos. i6, XI, soll aus dem Part, und Praet. gemischt 
seyn, ist aber das Part. fern, selbst, f. DlM'' s. §. 138* 
Anm. 4< 

^SH-^^ KJagel. 4» 14 soll gemischt seyn aus Niplu lS>fl5i und 
■Py- 1^^.-" Wir rauchten es, ^venn die Vocale richtig sind, 
für eine Spur des Passivi von Niplial haken. (S. 1240 oben). 

2. Andere sind "wahrscheinlich aus Verbindung 
zWeyer verschiedenen Lesarten entstanden, und mithin 
eigentlich corrupte Formen , die gar nicht in die Sprache 
gehören, und welche die Kritik eigentlich zu tilgen hat« 
Dafs aber die Abschreiber Avirklich in gewissen Fällen 
die charakteristischen Unterschiede zweyer Lesarten in 
Einem Worte vereinigt haben , zeigt nicht allein die Art, 
wie man das Chethib und Keri schreibt (§. 50, 1 ), son- 
dern auch andere Erscheinungen iu Handschriften , wo 
man z. B. bey obwaltender Differenz doppelte Puncte 
unter Ein Wort gesetzt hat. 

Z. B. DlpSniT 1 Chron. 24, 5 Cod. Erford. II. Cf. Kall 

descriptt. codd. ms. Erf. S. 17. Derselbe gibt Beyspiele des 
Dag. lene und B.up}ie bey Einem Buchstaben, doppelter Accente 
u. 8. w. S. 19, 

Hieher möchten dann folgende Beyspiele gehören : 

^n*)*» Ps. 7, 6. Entweder ist hier eine doppelte Lesart in Kai 
und jP/. («j'nlt und i^:i"it) verbunden, oder waUrscheinlichcr, 
die Form ist wirklich Kai und aus den beyden Lesarten *)'TT| 
(mit Dagesch lensj und *]hT« (nach Analogie von tl^nr» 
Ps. 75, y) corrumpirt. Hatte man die letztere auch mit Dag. 
geschrieben, so lag nun der Fehler sehr nahe, das vorlier- 
gehende Schwa zum Vocal zu machen , so dafs nun das Dag, 
als /orttf erscheint. Die eine Lesart t^ViT» steht noch in gew. 
£ditt. S. Stange Antiak. in locos tjuosd. Psaltnor. S. 76. 



$. 11 4- l^on d. sogenannt, gemischten f^erbalformen. ^6$ 

*)H^h5 Ezech. g, -Q ist vvahrsch. entstanden aus det Lesart 
TN^'i {Praet. Niph.) tind lN\yN (i Fat. Kai ^ ßeydo 
finden sich noch ia einzelnen Codd. (s. Kennicott. und de 
Rossi") , doch so i dafs erstere "iM'di piinctirt ist. Allenfalls 
könnte auch die letitere nnomale Piinctation ( wie nhvn ) die 
monströse Tcxteslesart vecanlafst haben . so dafs N überflüssige 
mater lectioiiis wäre. 

in^OTN n Jes. 19. 6 sie sinken (von den Strömen). Hierüber 
gibt schon Fa h er (^ zu H a r m a r s Beobachtungen über den 
Orient II, S. 323) die wahrscheinliche Verniutimng , dafs 
ursprünglich die chahiiiisclie Form des Praet. Hiph. JllT'itM 
(5. q4> Anm. 1) icn Texte gestanden habe, die man daicli 
9n^5tn erklärte, und woraus dann die Zwitterform in^iTMn 
entstand. Sonst w^äre es auch denkbar, dafs dis Form deno- 
minativ wäre, von einer Adjectivform nJ7X (wie rrilN); 
oder das K könnte überflüssige mater lectionis seyn f. qn^Otn, 
was aber w^eit minder ^vahrscheinlich ist, 

nTao3 das Verachtete, Schlechte 1 Sam. 15^ g, xirsprünglicli 
wabrsch. DT^JD (nach der Form ni'i'JO), welches man durch 
nTDJ (^Part. Niph.") erklärte, und aus welchen beyden Les« 
arten dann jene symbola duaruni lectionum entstand. 

3. Noch andere endlich, \^^elche von Seiten der 
Wortkritik nicht in Anspruch genommen werden können, 
mögen Incorrectheiten seyn, wie eie vorzüglich in der 
gemeinen Rede aller Sprachen vorkommen , wo Eine 
Form gewisse Eigenthümlichkeitcn einer andern ähn- 
lichen entlehnt hat, und wobey nicht selten auch Mifs- 
verständnisse zum Grunde liegen können ^). Nur ist hier 
nie zugleich die Bedeutung derjenigen grammatischen 
Form angenommen ^vorden , von welcher man irgend 
etwas entlehnt hat. So z. B. 

■Jj *; n 1 J a 3 (bey deinem Bauen) Ezech. 1 6, 3 1 und D 3 *» n 1*1 ü n a 
Ezech. 6, 8« Die PluraJsaffixa "n^"!" und D^**" beruhen in 
beyden Formen auf dem Mifs Verständnisse, dafs Dl Pluralbe- 
zeichnung sey (§. 60, Anm. 3). 
n3^n2:|n Ezech. 16,50 f. njn2.in nach Art der iy und nS 
flectirt. 



n) Dergleichen Mifsverständnisse können bekanntlich häufig selbst 
in den Sprachgebrauch übergehn , wie z. B. im Ilebidischen 
beym Su]f. plur, an der Endung n1 (§. 60, 3). 



4-64 //. Hmiptth. Cap. III. Vom Ferho: 

tu IM an Jes. 50,5 f. rytliin. Der Conson amen schreib er ver« 
wechselte orthographisch Ti;'»t<an und W^DH . 'Jy^in, und der 
Fanctator halt nach, so jjut es pehen wollte. 
D** n 1 ^ It) 1 "J Zncli. lOj 6. Diu Form stell in ^er Tvlitte zwi- 
scheu ST13\y1n ich icill sie wohnen lassen und a>nl3'''L'Jn ich 
will sie rüskkehren lassen. Dein Coucipi^nteo echvveble viel- 
leicht bey der ersten Form die zweyte ähnliche vor, oder es 
ist ntir Sach« der Abschreiher, die anfan;j;8 D^HO'iJln, und 
dann mit der mater lectionis ÜTlIaviln schrieben. 
a) nnHSn sie komme f. HNin 5 Mos. 33, 16, h) ^r\Hhn 
es wird dich treffen Hiob 2 2, 21 , e) *» n h« 3 P im Keri riNan 
für "«Nin du wirst kommen i Sam. 25, 54. M&n ni-.r.mt diese 
Formen, die einander so ähnlich sind, dafs &ie sich dadurch 
gegenseitig kritisch sichern, aber auch auf Eine VVeise erklärt 
•werden müssen, gewöhnlich für Verschmelzungen aus dena 
JFuturo und Praeterito^ nämlich c^ aus ''NhPi undriNS, T)«2 J 
7i) aus ^Nbn nnJ !r|nNa; nTir zu a) pafst die Erkläiui:;i nicht, 
da es aus Hin und nN3 seyn müfste , wo immer kein n her- 
auskommt (Buxtorf thes. gramm. 8. 236). Andere (z. Bi 
Gaah und Vater zn Deut. a.a.O.) denken bev ö) an Nl:jn und 
firiNP sie komme, was aber zu beyden übrigen nicht pafst. 
Mir scheint es am wahrscheinlichsten, dafs die Formen eigent- 
lich 7\— -paragog. hätten (was gerade an dieser Form auch vor- 
kommt Jes. 5, 19: HNin, gegen die Regel an der zwejten 
Person), und dafs man den Ursprung dieses H-t" gleichsam 
vergessend oder nicht beachtend , es an der ersten Stelle dop- 
pelt setzte, an den übrii::;en ässSuffixuni anhing, ohne dafs es 
doch eitrentlich die Bedeutline des n— - erfordert hätte* 
t3n''^'^f^*3 n>3ri Ezech. 3, 16 sie beteten an. Der Context 
verlangt D^innii'ö, wie auch einige Mss. lesen ( s. Kennicott 
und de Rossi)\ aber es ist immer möglich, dafs der auch 
sonst grammatisch incorrecte Concipient Dn"— statt 0''T- ge- 
schrieben habe, ohne sich die Form j^,rammatisch zu verdeTit- 
lichen. Denn die gewöhnliche Auskunft, dafs Dn*»-;— eine 
chaldaisirende Flexion des Participii sey, reicht insofern nicht 
aus, als hier die 5te, nicht 2te Person erforderlich wäre, also 
^inntüC stehen miifste. 

Uebrigens wird das Urtheil der Ausleger und Kritiker 
über die einzelnen hiehcr gehörigen Lesarten immer sehr 
verschieden bleiben, und es "vvird hier hinreichen, im 
Allgemeinen die Rubriken bezeichnet zu haben, unter 
welche dieselben zu bringen seyn möchten. 



§. i I 5« Ueb ersieht der Lehre vom Nomen, /J.6; 



Cap. lY, 
Vom Nomen. 

§. 115. 
Uebersicht dieser Lehre. 

Die Lehre vom Nomen hat in der hebräischen Sprache 
manches Eigenthümliche in Vergleich mit diesen Leh- 
ren in der griechischen und lateinischen Sprachlehre, 
welches wir zuvor im Allgemeinen kurz ins Auge fassen 
■wollen. 

1. Wie das Verbnmy so hat auch das Nomen nur ein 
zwiefaches Geschlecht ^ ein männliches und weibliches, 
woneben aber auch Comnnmia vorkommen. Nur das 
Femininum hat eine eigenthümliche Geschlechtsforni. 
Abstracte und allgemeine Begriffe, welche andere Spra- 
chen gern durch das iVcMirum bezeichnen, haben im Hebräi- 
schen gewühnlich das weibliche Geschlecht ''),. 

2. Der Ahstammuug nach sind die meisten Nomina 
von Verbis abgeleitet, und die verschiedenen Formen der- 
selben schliefsen sich iheils an die Participien, theils an die 
Infinitiven der Verba an. Nach derselben Analogie richten 
sich selbst die primitiven i\7ow»m , und grofsentheils die 
von anderen Nominibus abgeleiteten (denominativa), 

3f Die Declination ist in Vergleich mit der griechi- 
schen und lateinischen insofern sehr einfach, als nur def 



Z>) Von dem Panischen sagt Pr i scian (lib. V, col. 644 ^'^' 
P ut s c h.y :. Lingua Poenorum , quae chaldueae vel luhraeae 
simUis est et syroe» non habet neutrum geuus. 



4-66 //. Haiiptth. Cap, IF, Vom Nomen. 

Plural und Dual durcli Zusätze am Ende bezeichnet Aver- 
den, die Casus aber lediglich durch Praepositionen , den 
Genitiv abgerechnet, der auf eine eigenthümliche x\rt und 
z-\var am Nomen regeus bezeichnet wird. Indessen wird 
durch Anhängung der Pluralendung, der Sufßxa , durch 
das GenilivverhäJtnifs im Singular und Plural die Form 
vieler Nomina in Ansehung der Vocale so vielfältig ver- 
ändert, dafs hieraus eine andere Art von Declination ent- 
steht, die zu den verwicheltesten Theilen der hebräischen 
Formenlehre gehört. Mit ihr hängt die Lehre von der 
Bildung des Feinlnini (Motio nominis) zusammen. 

4. Für den Cüinparativ und Superlativ hat der He- 
brijer keine eigenthümliche Form , und müsei u diese Ver- 
hältnisse durch syntaktische Fügung ausgedrückt werden. 
Sie sind daher nicht in der Formenlehre, sondern in der 
Syntax (§. 179) zu suchen. 

I. Vom Geschlecht. 

§. 116. 
Geschlecht des Nomen nach Form und Bedeuttm». 

1. Welches Guichlechtes ein Nomen sey, läfst sich 
in den meisten Fällen theils an der Form, theils an der 
Sedeututig abnehmen. Eine eigenthümliche Geschlechts- 
form hat aber nur das Femininum ^ imd ein Nomen, dem 
diese fehlt, hat zunächst die Verniutluiug für sich , dafs 
es Masculimim sey. Die Charakterendungen des Femi- 
nini sind : 

a) n-7-, z. B. 0^0 equus, TXÜ^O equa. 

h) n-rr— , bey Gutturalen H— -, z. B. *lTOp^ f. 

n'^bj? Rauch werk'; "^üp f. nSäp tödtend; yjlO f. 

nynlD Bekanntschaft '=}. 



r) üeber die Vocalveränderungen , die durch beyde Anhängo be- 
wirkt werden, s. $. 15g, 2. 3. 



. 1 16. Geschlecht des Nomen nach Form und Btdeut. 4.07 

An den Substantiven, die auf einen quiescirenden 

Buchstaben (^^--» "^"^ ' ^) ausgehen, erscheint hier 
das blofse n, ;;ls: nSön Siincle, f. HNESn / om 

Ma,c. Nsri; n3^. /<?«J nn.Dj; f. nn.Dy'r msho 

Königreich f. HpSo (von dem 3Jasc. ?27^) '^}. 

Nur selten sind dagegen folgende Feniininalcndiüigen, 
deren einzelne Beyspiele wir hier sogleich zusammenstellen 
wollen , nänilicii : 

a) ü-:^ , aramäische Orthographie für n — , vorzuglich 
in" spätem Büchern. Z. B ^tJ^ü Schlaf Ps. 127, 2, H'yis 
hitter Ruth, i, 2o ; »«"^'i^iq Ziel Klagel. 3, 12, J«n*ip 
Glatze Ezech. 27, 31, >^^n Dreschende Jer. 50, 11 ; nr^n 
f. nSn Furcht Jes. 19, 17, Nöfl Grimm Dan. ii, /j.'^, 
H*1T EAlcZ 4 Mos. 11, 20, «-"»^S Löwin Ezech. 19, 2, Miy 
iV. -propr. f. niV 2 Kün, 17, 24. An den meisten dieser 
Stellen lesen einzelne CoJd. (erklärend} mit H— , z. 15. 
Jes. 19, 17. Ps. 127, 2 ß), 

Z>) n— für n—. nur poetisch, z. B. n"l>3T sonst ni»T 
Gesano 2 Mos. 15, 2. Jes. 12, 2, nntV. f. n*1Ty Hilfe ^Psi 
60, ,13. loö, 13, narij Schlaf Ps. 152,4, nSn3 üexüs 
Ps. 16, 6; n*lb f. n-\b frugifera sc. arbor 1 Mos. 49, 22. 
Alle diese haben daneben und herrschend die Endung n-^» 
Ausschliefslich kommt Dtt- vor in n'inö derlülsende Tag- i\ 

~ TT t: T ^ O y» 

c) n1~ (^Milra} am seltensten, z. B. np13 Ezech. 
33» *2 (sonst np*12) Name eines Edelstuins ; n3^12 Ps. 
6, 1; vielleicht n^n Ps, 74. 19 (wo and. Itlss. riTi lesen). 



d) Man hat gewöhnlich als diese Charakterendung fl _ ■ ^ f^ _ .u ^ . 
angegeben, ■ nnd dalier auch die letzteren Beyspiele durch 
DNlsn, n;'"l31.', mDViD erklärt. Allein offenbar unrichtig, in» 
sofern das erstere Segol gar nicht zum Charakter des Feminlni 
gehört, sondern aus dem Vocale der letzten Sylba des JVIascw 
Jini entstanden ist, wie nSt3p f. nSüp ; PCD in f. nOTiin. 

e) Die Femininalendung auf J (für 0} kommt auch in der 
arab. Vulgärsprache häufig vor. S. Er p e n i i praef, ad 

■pent. Arab, Selten auch in der Schriftsprache \ (Elipb mit 
Medda ). 

j) Nicht zu verwechseln sind hiermit die Deriy.ue der nb » ^vie 

njc, nxp^, s. $. i2i, yiii no. 12. 



4-68 II' Haupt bh. Cap. IV. Vom Nomen. 

n«p HeLer Jea. 34, u, und rJ<|:3 3 Mos. \\, ig. 
Aufserdem in mehreren Nomm. propr z B. nS^N Stadt am 
arabischen Meerbusen , n^^S, D^n«. Vgl. Simonis Ono- 
viast. y. 2\ S. /fO- hiinchi \ Michlol S. 102) führt 
noch eine grofse Menge ßeyspiele auf, Vielehe aber alle 
Status constructus seyn können. 
In einigen lallen kann es zweifelhaft seyn, ob ein 7]-:^ 

oder n-TT-^ Femininalcharakter oder radical sey. So z. B. 

n"liö Scheermesser , wo das oen. masc. dafür spricht, es mit 

Simonis ei«, für N*liö timor zu nehmen, nach And. von mc. 

lC->C ^trinxit, eig. stringens. So beruhen auch einige Com- 

niunia auf dieser Unbestimmtheit. 

a. Unabhängig von jener Form ist das Geschlecht 
der Bedeutung nach auf folgende Art zu bestimmen. 

Masculina sind nämlich die Namen der Männer, 
männlicher Aemter, der Völker, Berge und Flüsse, selbiit 
niit den CharaV.terendungen des Femirüni. Z. B. nPlS 
Statthalter, H'^py Nächster, n::D (syr. 1^1») Plur. 
n'i^-3 Mitarbeiter, College, H/^p £x.KA>;(jm(JT>;? ^), 



ff) Schon längst hat man bemerkt, dafs nuch im ArabiscKen, ins- 
besondere Nomina mnnetis, die Femininaienduiig lieben, z. B. 

i^AjJl^ Stellvertreter , ^jltjj.)ccv Schöpfer ; allein dieses geht 

' .' * y 

weiter, ist mit mehreren Adjectivis verbalihus der Fall, und 
es läfst sich bemerken , dafs der Bedeutung dadurch eine In- 

tension zuwachse, z. B, ^>c$jlc "*• sehr gelehrt , jj « ».X.mJ f". 
sehr erkenntlich u. s. w. ( S. D amir in Bo charti Hieroz. 
2\ I. p. 88* 1- ^- P' ^3 "^^ Lips. Sacy gramm. arahe I, 
$. 623.625. Jahn s Kinleit. in die Schriften des alten Bun- 
des Th. 2. S. 828)' I^*"^ Grund davon kann darin gesucht 
werden, dafs die 'Femininalform eig. Neutra und Ahstracta 
bezeichnet, daher die Nomina muneris, so w^ie Herrschaft, 
Obrigkeit , magistratus, podestä zu fassen sind, die übrigen, 
wie scelus f. scelsstas. 

Auf das Genus von n^jDp ist dieses schon von Ho tting er 
^smegTua Orientale S. 113^ angewandt W''>rden, welches als 
Appellativ Nomen muneris in, zugleich aber die Stelle eüies 



§. 1 1 6. Geschlecht des Nomen nach Form und Bedeiit. 469 

Tyr\'^ J,Kk (als Volk), P^^ Libanon, H'^B Euphrat, 
nZON Amana- Flufs (cKön. 5, 12).' Ueher die Namen 
der Zahlen von 5 — 9 s. unten §. 14.4., 

Feminina sind die Namen weiblicher Personen und 
Thiere, der Länder, Städte und der Glieder des mensch- 
lichen und thierisrhen Körpers, welche doppelt vorhan- 
den sind. Z. B. DNJ Mutter , S^^ Königin , tD^S^S Kebs- 
weib, pnN tselin", imV AsVrien, lISC Tyrus, \})^ 
Ohr, ''IJS Fliigel u. s. av. 

Ein und dasselbe Nomen proprium kommt hiernach 
als Mascnlitnim vor, insofern es ein Volk, als Feniininmnf 
insofern es ein Land oder eine Stadt bezeichnet. Z. B. 
n'1'^M^_ m. Judaei Jes. 3, 8 » /• Judaea Ps. 114» 2. D"iJ*f. rn. 
Idimmci 4. Mos. co, 20 und fem. Idnmaea Jer. 4.9, 17. 
ÜNiO VI. Moahitae Jer. 4.3, 11. 13. f. Hloabitis ebend. 
V. 4.. So Dm'Tl'^a Micha 5, 1 als Masc^ weil es für 
die Einwohner steht, ebenso D^^'^SfO Jes. 19, 16. Umge- 
kehrt wird D""^ttJ3 als fem. sing, construirt, wenn es Chat- 
däa bedeutet, und dann für D'^'1^3 ^fl^J steht Jer. 
50, 10. 

Antn. 1. Die Ausnahmen von der letztern Reeel hat man 
sich so zu etkläien , dafs zuweilen dichterisch das Land f lir 
die JEirtU)o/j«er steht, z.B. Iliob 1, 15: N3tt) SisPI und die 
Sahaeer fielen ein, iSam. 17,21: ^Wlty '!lSl?n und hra'il 
stellte sich in Schlachtordnung. Schon die Urheber des Keri 
konnten sich in diese Abweichung nicht finden , und haben 
häufig emendirt. Jev. 43, 22 : :jx1ü "»VS^n «.""pyt schreye — 
wehklage^ Moah. (Ken: nS"'S"'n IpV.O- ö^""' ^^ '^°" Clial- 
däa: '»njciün "»bnain du frohlockest , freuest dich (Keri n). 



Nomen proprium vertritt, \vo diese Femininalform etwas hau. 
figer ( §. 123 b. Anm. 2) ist. 

Mit jener verstärkenden Bedeutung der Feniininalendun» 
vergleiche man auch die CoUectivbedeutung (Anm. 2 dieses §.). 

Im Syrischen findet sich nur das Aelmliche, dafs mehrere 
Notnina muneris gern im Plural die Femininaleudung anneh« 

men, z. B. \äi\ Arzt, Flur. ^aic|. 



2^70 H- Hanpkth. Cap, IV. Vom Nomen. 

13, 20 als Anrede an Jerusalem: CMSn •'Mll D3''3'>1> *'^<^ü. 
hebe deine Augen auf und siehe die Kommenden (Keri: INiy, 
l***! ) 48» 27. Schultens (zu Hioh j , 15) erinnert au den 
arabisciien Idiotismus, das Fem. sing, für den Plur. masc. zu 
gebrauchen. 

2. Aeufsei'st sehen sind ferner die Ausnahmen, wo ein 
doppelt vorhandenes GUgd als masc. vorkommt, und vielleicht 
gebort nur XMT7 (Arm) Jes. 17,5 daliin. Alle übrigen von 
den Grammatikern ane;efiihrte Wörter und Stellen können -wir 
nicht für Ausnahmen gelten lassen. Denn a) beruhen meh- 
rere auf einer ungewissen Auffassung der Steiler), z. B. Ps. 
73, 2, wo das Chethib nicht zu lesen ''S31 •'lü^, sondern 
•»^Jl "»lü^ ; ferner Dan. 8,9: HT'i^S» nnM pp NS*», wo 
aber Mli'' auch chald. für riNX^ genommen werden kann, oder 
gyiitaktische Abweichung ist, da das Verhum voransteht. 
h) Andere beruhen auf falscher Auffassung der Wörter selbst, 
z. B. Dp\t) nicht sowohl Schulter, als Nachen, daher auch 
ohne Dual und Plural; pö*» (»«, Sprücliw. 27, »6), w^elche» 
als rechte Hand kein doppelt vorhandenes Glied ist, c) Mei- 
Stens sind ferner diese Namen in einer tropischen oder sonst 
andern Bedeutung gobroucht, die gei'ade durch das Genus von 
der eigentlichen gescliieden zu seyn scheint, als pi^ Blick m, 
Hohesl. 4> 9 ( K.eri aber fem.")', Antlitz, Gesicht Ps. 73, 7 
(oder es ist löiTV zu lesen); ni>5 Fufs f. , aber ein JlTal m. 
Rieht, 16, 28; S^SlC Thürflügel i'Kön. 6", 34, t)35 Plnr. n1 
Zipfel (m. 5 Mos. 22, 12). Oder es sind endlich d) Duale, 
die als solche gen. comm. sind ( §. 125, 4 )• 

3, Aufser den unter jenen allgemeinen Rubriken ent- 
haltenen F<?m?'/7m/j gibt es noch eine Anzahl anderer, beson- 
ders Nomina segolata, welche einzeln geinerlit werden 
müssen, avo sich aber wiederum grofse üebereinstim- 
jnung mit dem Genus der Syrer und Araber findet, theils 
insofern die Wörter, theils selbst insofern die Bedeutun- 
gen cnincidiren ^). Folgendes ist ein sorgfailig berich- 
tigtes Verzeichnifij dieser Wörter mit sicheren Beweisstel- 



ä) Im Arab. vgl. Sacy gramm. arahe I, §. C75. Im Syri- 
schen ist selbst lexicaliscli wenig, und blofs durch Scliaaf vor- 
gearbcitet, worauf sich , mit einigen eigenen Berichtigungen, 
die obigen Angaben stützen. 



§. iiG. Geschlecht des Nomen nach Form und Beäexit. 47 i 

}en \ind mit Vergleichung des entsprechenden Genus im 
Syrischen und Arabischen '). 

PIM FcueiTopf ( Jer. 36, 22. 23); isili.*'.-^ ( Ps. 44, 19) und 
"ll^J'M^CHiob 31, 7) Schritt; ^143 ßrunnen (1 Mos. 26, £x), 

ebenso "arab. und syr. ,aJ , I r-*^ J ]Ü3 Bauch, Mutterleib (Fs. 

^'* 4' ■" "^ 

44, 26. Sprüchw. 13, 25), syr. |,X^O ^ arab. AÄ»p dass. ; 

231 n Schwert, arab. ^ Ä syi". i^f-»^ u"<l |f*aiaa) /. ; *!n^ 
Nagel, Spaten Jcs. 22^ 25. 5 Mos. 23, 13; BIS Becher (Jer. 

25» ^5)» avab. / ^lA ^ > dass. : 132 Talent, Evotkuchen (1 Mos. 
13, 10. 2 Mos. 29, 23), sj^r. dass., im Plur. aber m, §. 124,5; 
mi Glanz (Hab. 3, 4); Sv\ Schuh (5 Mos. 29,5); arab. 

Vjtj ; "l^t* Stadt (Jos. 10, 2), tü-'y Rärengestirn ( Hiob 38» 
32), gleichs. eine Mutter mit ihren Kiiulern (n'»33); ^"li* 
Bett (Hohesl. 1, 16. 5 Mos. 3, 11), syr. l-fiDr^,; DS£» Knochen 
(^Hiob ig, 20) 1<) ; n£ Stück, Bissen (Sprüchw. 17, 1. 23, ß); 
^laü Norden, Nordwind (Jes. 45, 6. Ilohesl. 4, 16); Ki3*l 
Zehntausend ( Esra 2, 64); Sdp Erdkreis (Hiob 34» »3. Jes. 
fl4, 4); ]Cn Süden, Südwind (Jes. 43, G. Hohesl. 4, 16) '}. 

Auch nn Gesetz (Esth. 3, 15) und n.^ Kelter ( Joel 4, 15) 
aind Feminina. Allein bey letzterem Worte ist das T) höchst 
wahrscheinlich servil ( n? niimlich für 033, DSil von ^^^ , 
I 4.r< ^ pressit); bey dem ersteren wurde es Wenigstens' von 

dem Hebräer so betrachtet, wenn das Wort auch ausländisch ist. 



i) Nomina, die man vielleicht hier vergeblich sucht, wird man 
unter den Comm. no. 4 finden. Uebiigens versteht es sich von 
selbst, dafs der üebergang von den Femininis zu den Conimu- 
nihus seJir schwankend ist , und dafs manche blofs als Femi- 
nina vorkommende gen. comm. ge\vesen seyn können, wovon 
aber die Kunde für uns verloren ist. 

h") Auch Hiob 30, 30 ist es Fem., und n*in , womit es rerbun- 
den ist, 3 fem. von *inn, wieder Accent xcigt. Der Pluv, 
Pi»:fl> ist allerdings ^öM. comm. §. 1C4, 5. 

f) Obad. 9, wo ^cn als masc. steht, ist es iV^om. pro;?»', und 
Völkernaoie. 



4-7 Ä JI, Hauptth. Cap. JV. Vom Nomen. 

Im Syrischen finden sich viele Nomina ohne die Femininal- 
enduue;, aber mit Fenüiiinalconstruction ^ die im Hebräischen 

die Femininalendung haben, z. B. |.!^3.m (wie D2n ) Weisheit; 

hebr. nö5n; |.JQ* Taube, hebr. nai*». 
4-. Noch gröfser ist die Zahl der Commwiia, unter 
denen nur sehr wenige die Geschlechts-form des Femi- 
nini haben. Bey einigen derselben läfst sich übrigens be- 
merken, dafs das männliche^ bey andern, dafs Azls xveih- 
liehe Geschlecht das vorherrschende sey. Ohne sie des- 
halb zu trennen, was die Uebersicht erschweren würde, 
wollen wir dieses jedes Mal besonders beraerkeffl, Coiti" 
munia sind : 

I^H Stein ( gewöhnl. /. aber doch i Sam. 17, 40: fpl^n 
0''33M glatte unter den Steinen d. {.glatte Steine) syr. ySXx!^ f.', 
niM Zeichen ( m. 5 Mos. 13, a. /. 2 Mos. 31, 13. 17), syr. 
\Z] f.; «»iM Schiff (m, 1 Kön. 10, ii, /. V. 22. Jes. 33, 21, 
wo die&es Geschlecht sich auch auf die CoUectivbedeutung be- 
ziehen kann, Anm. c), syr. j a Tv s /. ; n'iN Weg ( m. Ps. 

aig, 101, /. Sprüchw. 15, 19), syr. fi*»50| /. ; ^1*in( Lade, 

Kiste (m. i Sam. 6, 8 > /• 2 Chron. ß. »>); Vl^. ( g^^- /• 
aber m. Jes. 9, iQ. Ps. 105,30. 1 Mos. 13,6, beydes Ps. 63,2), 

arab. llCrl , ^7^- t^M /•»' ^M Feuer ( »i. Iliob 2o, 26, 

^ j> * 

/. Ps. 104, 4), arab. ^Vj ^ syr. \hQJf,; -133 Kleid (gew. m. 

als/. 3 Mos. 6, ao); Ti5 Mauer ( m. Ezech. 42, 7, /. Ps. 62, 
4. vgl. *nil Sprüchw. 24, 31 ); M^a Thal ( m. Zach. 14, 5. 
Jes. 40,' 4, /. Zach. 14, 4); ^sa Weinstock (m. Hos. 10, i. 
äKöh. 4, 3g, häufiger/. Rieht. 9, 13) ; ]'\i\ Tenne (m. Hiob 39, 12, 
/. i Mos. 50, 11}; nSn Tliür (/. gewohnl. Pliir. nin'n m. 
Neh. 13, 19); -^-n Weg (m. 1 Sam. 21, 6, /. Esra Q, 21), 

arab. vütJ^i^ ""^ V*-'^'*** ^'^*§ ^omm. ; ^iJOfl Menge (m. 

3 Chron. x3, 8» /• ""'^ Hiob 31, 34); Ip^t Bart, Kinn ( m, 
2 Sam. 10, 5, /. Jes. 15, 2); ^i^n Fenster ( m. Jos. 2, ig. 
Plur. Qt-r- und n1 , / Ezech. 41, i6. 26); "isn Vorhof ( m. 
1 Kön. 6, 36 , /. 7, 12); ]"'5D^ rechte Seite, Hand ( m. Kl&gel. 
a, 4, /. Ps. iig, 16); T1:53 Ehre 7;!., aber: Herz, Seele 



§. 1 16. Geschlecht des Nomen nach Form und Bedent. 473 
m. Ps. 16, g, f. i Mos, 49, 6, vgl. c\A.r=> (womit es vidi, 
zu combiniien ist) Leber/, (als doppeltes Glied von den Dop- 
pellappen); ]itt/S Zunge (m. Ps. 22, i6, /. 157, 6), arab, ij\.«a*5, 

syr. ij.Jt!bik/.; DnS Brot ( ni. 4 Mos. 21,5, /. 1 Mos. 49, 20. 
3 Mos. 23, 17); HKÖ Stab, Stamm (ik. gew., aber /. Micha 
6, 9); njnö Lager ( m. , aber/. 1 Mos, 32, 9); Dlp» (m., 
aber /, 2 Sam. 7, 12 Ghethib); nvin3 Erz ( m. Ezech. x, 7. 
Dan. 10, 6, /. 1 Cliron. iß. 8); '^^^. Seele (gew. /. i Mos. 
1, 20, als m. 1 Mos. 46, 25. 27. 4 Mos. 3, 28 ™), syr. u. arab. 

^j^uÄJ, tASiJ /. ; •T<D Topf (m. Jer. 1, »3, /. Ezech. 24,6); 
nSb Weifsmehl (771. 2 Mos. 29, 40, /. 3 Mos. 2, 5); J:!J 
Wolke (;». Jes. 19. 1. Kohel. 11, 3, /. 1 Kon. iß, 44); ^l^y 
Abend (m, gewühnlich , aber /, 1 Sam. 20, 5); ril> Zeit (/«. 
Ilohesl. 2, 12, /. Jer. 51, 33); T^p Wand ( m, E^ech. 15, 12, 
/. 2 Kön. 4, jo); niiJp Bogen (7«. 2 Sam. i, 22. Ezech. i,28t 

/. Ps. Iß, 35), vgl. arab. tyj^'i /•; n!l1 Wind, Geist (m. 
und/. 1 Kön. 19, 11, m. 4 Mos. 5, i4f /• V. 30), arab. ^ij* 

syr- ^>jO?/"' 2nl Srrafse (/. Dan. 9, 25, Plur. nl tw. Zachj 

8» 5)j DnS Ginsterstrauch (tjz,, aber /. 1 Kon. 19, 4); t33^ 
Stab (gew. 777.., aber /. Ezoch. 2i, 15); \\v^ Unterwelt (777. 

Hiob 26, 6, /. Jes. 5, 14. 14,9), syr. ^Ql*.m f.; n3\4 Sabbath 
(771, 3 Mos. 25, 4, /. 2 Mos. 31, 14)4 ^^P.. Sonne ( m. Ps. 

104, 19. 1 Mos. ig, 23, /. 1 Mos. 15, 17). arab. lyjk^.'^ 

und syr. |.A^dB /. ; ]^ Zahn (m. 1 Sam, 14, 5 , /, Sprüchw. 
25, 19); Dinn Fluth (77t. Hiob 28. 14» /. 1 Mos. 7, 11), 
endlich mehrere Thieruamen, wovon unter der folgenden Num» 
mer besonders. 

Anm. 1. Bey dem geringen Umfange der hobr. Literatur 
lUuCs natürlich der Geschlechtsgebrauch häufig unsicher seyn. 



ni) Die angeführten Stellen beweisen übrigens nicht hinlänglich, 
denn D''3\y 1^23 1 Mos. 46, 27 und inM iüEJ3 4 Mos. 
können als Apposition oder Genitivverhältnifs angesehen wer» 
den, wo es denn lediglich /cm. seyn würde. 



474- II, Jlanptlh. Cap. //'. J'ovi JSomai. 

mi(3 dia Bestimtniuig des Gesclileclits beruht daher öfrer mir 
auf der so oder anders gewandten Auffassunn; e;evv)sser Stellen. 
So scheint das TV/rtvc. rT^a als Fem. construirl zu seyn Spnlchvv, 
2, lg: fnr.''3 niTO-SM nnv) wenn m.-in übersetzt: es sinkt 
zum Tode hitinh ihr Haus, aber man kann auch verbinden: 
sie sinkt zum Tode hinab ihr Haus hctreffend , was denselben 
Sinn t;ibt. Piicht. ip, 12 verbinde ni.i'n niclit ^IDH T^l^ 
fremde Stadt, sondern: Stadt des Fremden {v«!. V. üji und- 
l"»!? bleibt Fem. D.ifs nHö auch f. sey, kann man nicht be- 
weisen aus Jes. 48» 4 . denn n'iJ*n3 ist dort Substantiv {aes^ 
nicht aenea); ebensowenig das weibliche Genus von *\yn aus 
Jes, 7, 20*. n'l"'3vyn *1J.»P wörtlich : Scheermesser der Miethe. 
Spruch w. 24, 15 ist nSJ nicht mnsc, sondern man verbinde: 
plnc nsi Hnnigseim ist etu\is Siißes. Endlich ob ]2i 1 Mos. 
4q, 2 2 in der Bedeutung : Setzling, als /em. vorkomme (5. 
J\,os enmüll er de vers. -peut. -persica S. SQ. mein kleines 
T4'örterh. S. gf) ) ist allerdings zvvfiifelhalt, da die Verbin- 
dung: n"lQ 13 Sohn eines fruchtbaren Baumes, ebensojiassend, 
und erw^eislichcr ist. 

Uebriaens beciündiJt \virklich eine einzelne syntaktisclie 
- VcrbindiMio; mit einem andern, als dem aew^idinlichen, Genus, 
genau genommen, noch kein wahres Comvume ; denn derglei- 
chen syntaktische Ab weich ungon komnten auch bev ganz ent- 
schiedenen und ausschliefslichen Femininls vfu", z. P. lS"» tysS^Ö 
a Chron. 2,43. vgl. Synt. §" ig'",. So aurli wohl ^!)tyy naSI 
Ezecb. 40, 17, welches Wort man gewöhnl. als Commune 
aufführt. 

2. ßey mehreren, die auf ein ri— r ausgehen, scheint das 
schwankende Genus von der Ungewifsheit auszugehen, die 
schon beym Leben der Sprache Statt finden koimte , ob das 
ri-7^ radical odjcr Femininalendung scy. So in nS^ , HUJjr, nlM 
(f. H^m). rSb » ^vo es in de» ersten 3 servil, in dem letz- 
ten radical ist. Wirklich zweifelhaft ist, ob nn\j) gewöhnl, ^ 
Grube f. (von n!|\y), auch als Masc. vorkomme (von rn\y ), \ 
was durch Hiob 17, 14 empfohlen wird. ; 

3. So wie die Kenritnifs mancher alten Formen fiir die 
spätem Grammatiker und Kritiker (die Urheber des Keri und 
die Üebevarbeiter d^'s sam. Cod.") verloren ging, so auch die 
Kenntnifs jedes etwas freycn und selteneren Gebrauchs des 
Genus, namentlich in Rücksicht derer Communia , bey denen 
der w^eiblichc Geschlechtsiiebrauch vorherrscht, die auch im 
Svrischen und Arnbischen meistens blofs Feminina sind. Sie 
haben dann an dem tine;ewühnUchen Geschlechtsgebrauch 



§. 1 16. Geschlecht des Kamen nach Form und Bedcxit. 475 

Anstofs genommen , und das ihnen geläufige Genus entweder 
als Vermutlmng (]^*T»3D) an den Rand gesetzt, z. B. bey 
^üWtl) in der Masora zu i Mos. 19, 23 ( HNJf •< ]"«*T'3b '3 i. ff. 
ter puhaveris legendum essä TMVS'' ) , oder ais Keri aiifi^efiihrt, 
7. B. 2 Sam. 7, 12 (mit Oipö), Jes. 33. 12 ( wo das Ge- 
sclileclit von nsh im Keri ins Rias c. geändert wird); die drei- 
steren samaritanisclien Kritiker haben es aber geradezu in den 
Text gesetzt. So machen «ie zu Femininis y^H i Mos. 13, 6, 
?Tin 5 Mos. 23. 25. tt^'aJ 1 Mos. 46, 23, nnS 2 Mos. 10, 14, 
tt'C^ 1 Mos. ip, 25. 2 Mos, i6, 21 , bey denen allerdings 
das w^eibliche Geschlecht sonst vorherrscht; dagegen zu JMasc, 
nnS 1 Mos. 49, 20, n2n» i Mos. 32, 9, Ti35 (Herz) 
1 Mos. 40> 6 nicht achtend auf den Unterschied der Bedeu- 
tung. Noch falscher ist es, w^enn sie D3\tj 1 Mos. 48> 22 
zum Fern. m.Tchen (s. oben no. 2 Anm.), zumal da es hier 
gar nicht in der Bedeutung eines Gliedes stehet. Auch ist es 
nicht recht begreiflich, weshalb sie *iytt) 5 Mos. 15,7. 16,5. 
17, 2. ißj 8 i"S Fe)7i. ändern, da das IVLasc. d.is herrschende 
Geschlecht ist. War hier der Gebrauch des Fem. vielleicht 
ein späterer (vgl. Ezcch. 40, 19)? 

5. Was die Namen der Thiere betrifft, so ist das Ge- 
schlecht derselben zuweilen bestimmt durch eine Femini- 
nalform bezeichnet, z. B. *)B F. TV^B juvencus , jiivenca, 
^DS f. MtyZIS agTius , ag?ia, oder selbst durch ganz an- 
dere Worte (wie Ochs ^ Kuh), z. B. /H/l Aveibliches 
Mutterschaaf, nCH Esel, pHSJ Eselin n. s. w. , bey 
welchen allen sich das Geschlecht von selbst versteht. 
Bey den meisten dagegen hat man den Geschlechtsunter- 
schied nicht durch besondere Formen, sondern blofs 
durch die Construction als Masc. und Ff^i. ausgedrückt. 
Sie sind also Comumnia, wie hie ^ haec , Cos. So: "^P^ 
Rinder, als masc. miinnliche Rinder 2 Mos. 22, l. 4. Mos. 
7, 5, als Fem. Aveibliche Rinder Hiob 1, 14.; '05 w. 
Kameel 1 Mos. 24» «2, f. Kameelin 32, i6; ^^ f Bärin 
2 Kön. c, 24; IDH y. Eselin 2 Sam. 19, 27 (obgleich 
man ein eigenes Wort. pHN, dafür hatte, wie hos f, 
neben vacca ) ; 71*12 j-, Waldeselin Jer. £, 04 (dafs aufser 
der Femininalconstruction auch I^D ;. damit verbunden, 
ist der cojistructio epicoena ähnlich); |Nä m. Böcke und 



4-76 //. Hauplth. Cap. IV. Vom Nomen. 

Widder i Mos. 30, 39, f. Ziegen und Schafe, ebend. ; 
m'Ü*' nomen umtntis des vor. m. i Mos. 30, 32 , j. Jer. 
50, 17. So •^V.?^^. ^^ f' wo vom weiblichen Thiere die 
Bede ist Jes. 59, 5, Ebenso von Menschen: "S^J m. 
Jüngbng, und im Pentateuch: Dirne f. x Mos. 24, 14. 
03, 55 (ebenso Ruth 2, 21 , Plur. D"'1.yO s. v. a. H'^'^VZ) 

V. g. 22. 23), und ^^7^2 gew. f. Kebswcib, aber auch 

VI. Beyschldfer Ezech. 23, 20. 

Von diesen Communibus Avohl zu vmlerscbeiden sind 
endlich die sogenannten £;t;rroeHa, d. i. solche Thieinamen, 
"welche unter einem herrschenden Sprachgeschlechte beyde 
Thiergeschlechter bezeichnen, "wie eiwä der Storch , die 
Taube, hie corvuSt haec aquila auch von dem entgegen- 
gesetzten Geschlechte gebraucht ^verden können. So im 
Hebr. Tl^ Rind, als Masc. Hiob oj, lo, wo es doch für 
die Kuh sieht; ^"^vN dass. Ps, 14.4., 14; D^JV ]^ Straufsen 
Kiagel. 4, 3, Avo vom Weibchen die Rede ist; vielleicht 
auch b;;)S f. Ps. 42, o, Ps. 13, 34 f. Hirsch. Auch 
mehrere der vorherigen Commnnia kommen daneben auf 
diese W^eise construirt vor, als: 7^3vü 3^ ein kinder- 
loser Bär, f. kinderlose ßarin Mos. 13, 8; I^'lp^, \^'i 
geringelte Schafe 1 Mos. 31, 10, wo ausdrücklich die 
weihlichen Thiere gemeint sind. Aehnlich ist HO ein 
Todter auch f. einen weihlichen Leichnam i Mos. 25, 4- ff» 

Wo nichts auf den Geschlechlsunterschied ankommt, 
herrscht bey einiiien das männliche Geschlecht vor, z, B. 
D '3 Hund, -l*».' Wolf, bey andern das weibliche, z. B. 
n5ilN Hiise (:/Mos. 11,6), nnipn Storch (Ps. 104, 
XI h "^^H.^- ^^ Vogel Strauts, TtD."!"^ Taube ") u. s. w. 
Ueber den collectiven Gebrauch der Feminina s. Anm. 2, 

6. Ueber das Genus der Plurale s. §. iC4' 4* 5' über 
das der Duale §. 125, 4, 



n) "^IfiS steht als m. Ps. 102, 3, als/. 84> 4 vielleicht bey leti- 
terem Genus in der speziellen Btdeutting : Sperling, 



§. 1 iC. Gescidecht des Nomen nach Form und Bedeub. (^.'J'j 

Anm. Dafs das Femininum nach Form und Construction 
dem Hebräer zugleich statt d^'s Ncutrius diene, wo^ür er keine 
eigene Form ausgeprägt hat, ist schon oben berührt vvorJen. 
Hieran kniipfen sich aber noch folgende Beobachtiinst-n über 
den Gebraucli der Feminina, welche selbst für die lexicalische 
Auffassung mancher Wörter Gewicht haben, 

1. Wenn von einem Nomen eine männliche und vreib- 
liche Form neben einander bestehen, so hat die letztere öfter 
die Bedeutung; des mehr Leblosen, oder die tropische. Z. B. 
'T['^i Lende , Seite (des Menschen), nS'T' Seite ( von Gegen- 
den); f^'S gekrümmte Hand , n£3 gekrümmter Zweig , nSj f. 
n^Ö Mund, dagegen n*2 Rieht. 5, 16 Mund, d. i. Schürfe 
des Schwertes ; DUO Stirn, nnjJO Schiene. Viel auflallender 

T ; • 

ist dieses aber im Plur. §. 1 24, 5. 1 25, 3. 

•2. Besonders zeigt abet das Femininum gern Col- 
lectiva an, Z. B. ni'Sbjn das Hinkende (von der Heerde) 
d. i, die Hinkenden Micha 4> 6; f^^.^.'.''^ die Bewohnerin, eig. 
das Bewohnende f, die Bewohirer Micha i, 11. 12; nD''J< 
Feindin f. Feinde Micha 7, Q. lo. Jes, 21, 13. 13, 2; daher 
der sehr häufige Idiotismus ^32, 1l5C, ]i.iiJ ns Tochter Zions, 
'Tyrus , Babels f. Sc)hne Zions , Tyri, Babels d, i. Einwohner. 

Eben daraus erkläre man sich: t*lt< Zeder, f. n7*1N zeder- 
nes Getäfel (cedrinu) Zeph, 2, 14; yv Holz, riuy coli, 
s. v. a. D-iSl? Bauholz Jer. 6, 6; pv M^olke , n^^V^Geivölk 

' T T TT-: 

Hieb 3, 5; nnlN Camvane , s. v. a, DTTlJ^ Reisende; in 
Fisch, f. ni^T gew. coli. Fische; 010 Rofs, f. TiÜ'Ü Hohesl. 
1, 9 nach Ein, Rofsgespann (vgl. >5 /xirof); i'on Thräne, 
nVö^ meistens co//. Thränen. So auch bey der blofsen Co«- ' 
struction mit dem Feminina, als: iSty /. J 7 achteln 2 Mos. 
iß, 15; l^TlS^ Frosch m, aber als collect, f. 2 Mos. 3, 2. 
Ps- 78> 43; ebenso Q33 Mücken /. 2 Mos, g, 13, 14. 

Im Arabischen gibt es ebenfalls gewisse Nomina, welche 
den Plural geradezu durch Anhängung der Femininalendung 

Ö bilden, z. B. ^5»AD, Flur. ^^5^jo Sofi's (Sekten- 

name). »Sacy /, §. 707. 

IL Eildung und Form der Nomina. 

§. 117. 
Eintheilung der Nomina nach ihrer Abstammung. 

In Rücksicht auf seine Abstammung zerfällt dasNor/ien 
gerade so, -svie das Verbum (§. 65), in drey Klassen. 



478 ^^' Haupt th. Cap. IF. Vom Nomen. 

Es ist entweder i) primitiv (§. ii8)> oder 2) vom 
Verbo abgeleitet (Verbale) (§. 119 — 121), oder 3) von 
einem anderen iVome« abgeleitet (deuominativum) §. 122. 
Nur selten sind Composita (§. 123 ). Da der Stamm am 
häufigsten im Verbo liegt, so ist die zweyte Klasse die 
reichste; am ärmsten die dritte, wie dieses auch im Verbo 
der Fall war (§. 75). 

Nach der grillenhaften Ansicht gewisser neuern Grammati- 
ker, die am consequentesten in Simonis hehr. fVöiteihuche 
dorchgeführt ist, gehorten alle Nomina zur zweyten Klasse der 
Varhalia ( §. 54). Die obige, allein fruchtbare, Eintheilung 
gaben schon die alten arabischen Grammatiker , unter den hebräi- 
schen IM ose Kinichi (täo<xog<« ed. VEmpereur S. 1 9 )• Vgl. 
Sacy I, §. 512. 

Wir betrachten nun die Form und Ableitung dieser 
5 Klassen insbesondere genauer, 

5. 118. 
Nomina primitiv a. 

1. Zu den Primitiois gehören vornehmlich fast alle 
Substantive, welche Thiere, Pflanzen, Metalle, Zahlen, 
Glieder des menschlichen und thierischen Körpers be- 
zeichnen , auftjerdem eine bedeutende Anzahl anderer, 
vornehmlich solcher, welche die ersten und einfachsten 
Begiiite und Bedürfnisse des menschlichen Lebens be- 
zeichnen. /JJjectiva primitiva gibt es gar nicht. 

Unter den angeführten Klassen sind unter den Thteninnicn 
verhält nifsmäfsig; noch die meisten uispiünglich VerhuUa. So 
z.B. T'riy , nl-'V^y Bock, Ziege, ei-r. «Icr, die Zotn:;'j ; *i»3 
Parder, «^.fleckig; n'J''Cn Storch, eig. (avis)pia; von Pflan- 
zen, z. B. naSS Spelt, eig. geschoren, von der j^esthorenen, 
waizenäimliclieu Aehre. Von Gliedern 2. ß. >)S hohle Hand, 
eig. etwas Gekrümmtes. 

2. Was die Form derselben betrifFt, so stimmt diese 
mit der der einfacheren Verbalien (der sogenannten ^^i;/- 
mae nudae) überein, und man sieht daraus, dals die 



§. 11 8- Nomina primitiva» 4-'^^ 

Nominal- und Vcrbalbildnng in der Sprache einen völ- 
lig parallelen Gang nahm. Die verschiedenen Fornien 
der Noini/ia prinüLiva fallen daher zuäamnien mit den 
einfachem Derivaicji der Grundform, und folgen theils 
1er Analogie des regehnäfsigen , theils der des unregel- 
mälbigen Verhi. An der F(;rm kann man daher nicht er- 
kennen , ob ein JSuniai j)viniitiv, oder vom Verbo abge- 
leitet ist, was also auch in der grammatischen Behand- 
lung keinen Unterschied macht"). Es liegt selbst in der 
Natur der Sache, dafs dieses bey einzelnen streitig blei- 
ben mufs, insofern das Stanimverbum vielleicht ursprüng- 
lich da war, aber verloren ist, oder insofern es Sprach- 



o) Die Vernaclilässigunp dieses Unterschieds scheint vorzüglich 
die Klippe gewesen zu seyn, an welcher «Stmow/j ii and. Gianima- 
. tiker scheitercen. Sie saUen z.J3. dafs ^M der Analogie eines /ertf 
nS folge, eig. für n3N , dah. auch t^N ; dafs DM sicJi wie ein 
Derivat der VJ (z. B. Ss , "»Si:) beu^e u. s. w. und diese» 
verleitete sie nun, die Bedeutungen n^M wollen (vermuthl. 

wohlwollen), A mit gutem Beyspiel vorgehen, als die 

Stammw^öiter jener anzusehen, also eig. henevolentia, dah. hene' 
volus i. e. -pater : exemplum, dah. quae exemplo prueit i.e. mater, 
bey welchen Grillen man die einfache Wahrheit übersah , dafs 
für Begriffe, wie Vater und IMutter, dücli wohl etwas früher 
Bezeichnungen in der Sprache entstehen mufsten, als für die 
obigen zum Theil secunduren Veibalbe£riffe. 

Was die beyden angefühlten Wörter (^a und dm) be- 
trifft, so ist es klar, dafs sie zu den ursprünglichen Schallnach- 
bildungcn eeliören , die sich gerade bey diesen Wörtern in fasc 
allen Sprachen fuiden, und die beyden ersten Lippenlaute (p,m) 
des lallenden Kindes darstellen, denen man in den verschiede- 
nen Sprachstämmen bald vorn , bald hinten einen Vocal bey. 
gesetzt hat. So im Griecli. xair«;, irairiraj (wovon irairiran^iy), 
«Tip«, lect (^Kalckenaer ad Herod. p. 307), pers. und türk, 

oVi , arab. oVJ = irixirira^w; lat. papa, pappas, pappus, 

auch: avus, ungar. apa, mAab. happa; und für Mutter: 
fjtxjjiji , lActufjix, fjLctfxjAif, däutäch: Mama, Amme u. s. w. 



4-80 1^' Hauptth. Cap. JP^. P'om Nomen, 

gebrauch und Analogie zuweilen unentschieden läfst, ob 
das Verhum oder das Nomen den Stamm enthalte. 

So z. B. stehen «|t3 kleine Kinder, und »)at3 kleine Schritte 
machen , trippeln , wahrscheinlichst in etymologischer V'vbin- 
dung;, aber es ist wohl kaum zu entscheiden, ob ersteres von 
letzterem kommt, oder umgekehrt; so DJ?3 treten, stofsen, und 
D1?Q Fufs u. s. w. 

Wir lassen nun hier Beyspiele der Primitiva folgen, 

und ordnen sie der Vergleichung wegen nach den Formen 

der Verbalicn , und den §. ico. X2i. gebrauchten Zahlen. 

Der Analogie des ree,elmttfsigen Verbi folgen z. B. i. C3*7M- 

Mensch, ont Gold, ncnw Erde. a. tin 3 Schulter, ncns zah"- 

TT TT-: '"T . T": 

rnes Thier, nSpH blaue Purpurmuschel. 3. lülSv) drey, niiai 
Biene. 4. D*li> Habe. 5. nSinS Jungfrau, M-'SS Löwin. 6. H»« 
Hirsch, IM^IS Hals. 9. viell. Il33 Zither. 10. \tJ2.n Hoiiie:, 
DD\J) Scluiher. 11. Yl^?. Erde, S^V Kalb, M.'ia Narde, "isir 
Hirschkalb, Fem. nS»W Kleid. 12. 23^ Herz. 13. r\:iH ßley, 
:3Nt Wolf, l^iPi Schwein, \üiaM Mensch, nlS^ Gott," HnuJ 
Unterwelt, :j!)37 Fliege. Mit m prosthetico Si»nM gestern, 
' SbttiM Traube. 20. 3iin VVachs, 'j-iia Loos, ^f^n onoinatov. 

IV _ T T r .. ' 

Hcysa ! Endlich 36. (^)uadrilittera von verschiedenen Formen : 
■^ari» Mi.us, Sn3 Eisen, n331« Hase, ^11?*i3 Floh, llßO 
Weinblüthe, und Quinquelittera ^ als J^ri^tjS Frosch. 

Der Analogie der Verba li'y : lo. 11. iü, Dach, C» Meer, 
■^n Berg, DN Mutter, yü Zaim , :in Bär, 

Den f'erbis med. Vav und Jod folgen: 1: 3^ und 5K^ 
Fisch. 11. D^D Rofs, C1^ Tag, Sin Sand, MJtH Mann, 1»y 
Stadt; ^^ij? Auge, ^"»^ Wein , F^w. nd« Weib. Wie von «V 
sind: '[ii'S kleines Vieh, ivii'\ Haupt. 

Den Verbis nS folgen folgende Segolatformen: ntn Brust, 
apoc. wie n'l'Mf und •»'iTü Acker (letzteres arabisivend S. i5ö)» 3**» 
flN Bruder, D^ Blut, "j^ Hand (fürnDJ>«. nnN. n»^^, n*l^), 
iNn tJivsch, t-iN löwe, iSir? Wachtel, n^D Dornbusch, auch 
wie bn /. nSn Tiiür, 

Wie von doppelt anomalischen sind: nü; Schaf und Ziege 
(f. n^'Vf), na Mund, ix Schiß , wie ii^; von med. Nun z. B. 

1/ 
nm. Insofern nun aber diese Uebereinstimmung mit der 
einen oder andern Klasse des irregulären Verbi und den J^eri- 
yaten derselben nicht auf wirklicher Etymologie und Abkunft, 



$. »19- Nomina verbalia überhaupt, 4.31 

sondern le.li^litU auf einer ähnlichen grammatischen Gestal- 
tung beruht, so ist sie auch nicLt immer vollkommen festge- 
lialten , und ein und dasselbe Wort schwankt zuweilen theiU 
im Ilebriiischen selbst, tbeils in den ])i.ilekten zwiscbcn meh- 
reren Analogieen. Z. B. iy^5< Mann (wie von M'^n , ^'la) 
f. ,Ti^J< f. ntüJN (wie von tt?3M, woran sich auch tt;iJM an- 

• ^ ^ x" 

schliefet, vgl, im Arab, ^V/^jf, selten (jWjf); D^ Blut 

(wie von nS'n ), arab. ^^ ^ aber auch ^^j (wievonQön), 
chald. D^N (wie von DIN); ebenso nn (wie von nnx), 
arab. •,! , aber auch • f ; DJÖ Mine, arab. ^^^; .1^^ Fisch, 

zuweilen 2^<'n (wie von "iy), aber jt. constr. ijri ( vv^ie von 
n^n). (^Hehr. J/Vörterh. Vorrede zu Th. I. S. VIII, Note). 

Nomina Verbalia überhaupt. 

1. Die zahkeichste und bey weitem wichtigste 
Klasse der Nomina. Wie in den meisten Sprachen, schlie- 
fsen sie sich theils an das Particip an, und bezeichnen 
dann, je nachdem sie active oder passive Form haben, 
das Subject oder Ohjsct einer Handliwg ^ oder an welchem 
sich eine FJaenschaft befindet (Nomina agentis, partici- 
pialia, "^KriH HiCvt?); theils an den Inßnitiv, und be- 
zeichnen dann in der Reg;el die Handlung oder Eigenschaft 
selbst, auch andere naheliegende BcgrilYe, z. B. den Ort 
der Handlung (Nomina actionis). 

<ä. Oft werden hier geradezu die Participia und /«• 
ßnitiven in ihrer gewöhnlichen Form als iVowzwß gebraucht, 
z. B. "y^^ Feind , HV'^ Wissen , Erkenntnifs. Noch häu- 
figer aber sind gewisse im Verbo selbst selten oder gar 
nicht vorkommende, jedoch durch die allgemeine Analo- 
gie und die Dialekte als vorhanden gesicherte Participial- 
und Infinitivformen für das Nomen verbale herrschend ge- 
worden, und hierdurch ist eine schöne Mannfchfaltigkeit 
der Nooninalbildung ejitstanden, durch weiche gewisser- 

Hh 



482 II. Haupt th. Cap. IV, Vom Nomen» \ 

fnaFsen dasjenige ersetzt wird, was die Sprache durch 
die Gleichförmigkeit der Stämme zu eintönig geworden 
wäre. 

3. Die vollständigste Parallele hat man an den sehr 
zahlreichen Formen für das Participiiiw oder Nomen agen- 
tis und patientis und den Infinitiv oder das Nomen 
actionis im Arabischen f*) , welche gröfstentheils alle mu» 
tatis mutandis auch im Hebräischen vorkommen, und zu 
denen man nur, um die Parallele vollständig zu machen, 
noch die Intensivformen der Participien hinzuzunehmen 
bat ^1). 

4.. "Wir werden bey Aufstellung der verschiedenen 
Formen der P erbaUa die Ordnung beobachten , dafs Avir 
zuerst die Pariicipial- (wo. 1 — 9) und Infmitiv- 
formen von Kai (wo. 10 — 16), sodann die Parti- 
cipien (no. 17— —24^ und die Infinitiven der übri- 
gen Conjugationen (wo. 25 — 36) aufstellen. Als 
Anhang mögen die Qnadrilittera (1:0. 37) und die weni- 
gen Derivate des Futiiri stehen {no. 38). 

Wir verweil'.n airi längsten bey den Derivatis des 
regulären Verhi (§. i2o), indem die normale Bildung 
derselben wiederum bey dem irregulären zum Grunde 
liegt, ordnen aber die letzteren (§. 121) genau nach 
den ersteren, um den Parallelismus zwischen denselhen 
Mar zu machen. 

Anm. I. So natürlich und fruchtbar für die richtige An- 
sicht von der hebräischen Wortbildung; diese Betrachtungs» 
weise des P^erhale ist, so wenig war sie bisher von den Gram- 
matikern berücksichtigt worden. Alle ältere behalfen sich mit 
der von den Arabern herrührenden Eintheilung in Nomina nuda 
(die nur 3 oder 2 Äa/;imbiichstaben haben ^, und Nomina 
ttucta, zu welchen hinten oder vorn Bildungsbuchstaben und 
-Sylben hinzugekommen sind. Letlttere ordnete man dann 



■p) Jahn''s arab. Sprachlehre S. lg* » am vollständigsten Sacy 

I, S. 190 — 239, bes. $. 53<^. 537. 6ai. 
9) Sacy $. 6aa ff. 



§. 11 9- Nomina verhalia iiherJuiupt, 485 

tiacli den dazu gebraucliten Bildiingsbuclistaben (^'•nifeMD 
$• Ö4- <-')' ohne auf den Ursprung der verschiedenen Pbrinen 
und das Vevlidlinifs derselben zum Vcrbo oder zu einander 
selbst nach Form und Bedeutung tiefer einzugehen (Bnxtorf 
thes. grainm. S. Zßf) fF. Schroeder institutt. rg. Üp — gi). 
Auf die innere Unihiegung der Worter wurde dnbey gar nicht 
Rücksicht genommen, was auch bey der / oferschen Aufstel- 
lung der Bilduns^ssylben (^Sprachlehre S. Qi ü.) nicht geschieht. 
Noch am meisten thut dieses Danz (^lit. huhr. chald. S. 254}» 
Einer besonciern Untersuchung unterwaff diese I^ehre zuerst 
Simonis in Arcanurn formarum nominum hehraeae linguae^ 
Halue 1735. 4., einem für seine Zeit sehr verdienstlicli; n Werke, 
TVorin für das grammatische Verhähnifs des P'erhi /um ^'ome« 
«nd die sramniatische Analyse des letzteren durch vollständige 
Induction aller Bevipiele sehr viel geleistet w^ird. Als Haupt- 
niängel bleiben aber r.uch hier die Nichtunterscheidung der 
Verhalia Von dert Pritnitivis und Denominativis , die gezwun- 
gene subtil- logische Deduction der der Form anhaftenden Bedeu- 
tung (^signißcatio formalis') , und vorzüglich die mangelhaftej 
häufigst falsche, Ansicht von der Entstehung der einzelnen 
Formen; IMäneel, die auch in der Pievision des Gegenstandes 
durch Hezel (^AUgemtiiiia Nominal formeidehre der hebräischen 
Sprache, Halle 1795 8> ) nicht vermieden worden sind , wenn 
gleich die Eintheilung in ursprüngliche Infinitiven und Parti- 
cipien hier zuerst, aber mit zuviel Willkühr, durchgeführt wor» 
den ist, insofern die meisten Nominalformen als problematische 
Infinitiven und Participiea zugleich betrachtet werden, Aehn- 
liche Erinnerungen gellen auch gegen die andererseits lobliche 
Aufstellung in Starr Ohservatt. S. 133 ITi 

Diese Willkühr der Behandlung^ auf der einen , und jena 
gezwungene Subtilität auf der anderen Seite mag eSvW^ohl vor- 
nehmlich veranlafst haben, dafs spätere Grammatiker diese 
ganze Betrachtungsweise des Nomen für unfruchtbar erklärt^ 
und so das richtige Verhältnifs des Nomen zum f-'erbo und die 
Gesetze der Nominalbildung aus den Augeh verlöten haben. 

. 2. Was man gegen jene Deductioncn eingewandt hat, 
gilt lediglich den Mängeln jener Behandlung, und erledigt sich 
sehr leicht, %venn man Folgende^ erwägt: 

a) Es darf durchaus nicht befremdet! , und findet sich 
in allen Sprachen, dafs ein Nomnn, welches seiner Form 
nach eigentlich Abstracturti seyn sollte, im Sprachgebrauche 
C<?racrtfi«m gewordeu ist, und umgekehrt. Der ersteie lall i»t 

H h 2 



484- ^^- Hauptth, Cap. IV. Vom Nomen, 

z. B. im Deutschen mit : Bekanntschaft f. Bekannter, Gott- 
heit f. Gott, gerade so im Plebr. 3?t1ö Bekanntschaft und 
Bekannter , ViV'^'^p scelus f. scelesta, D^pB Amt und üe- 
amter (^magiscratus ) ^ cSSiyfl Kinder, ü^. Kinder eyen, 
Dt'i' umgekehlte, wenn /ldfe,.tiva im Neutro für das Nomen 
ahstractum stehen, z. ß. *in> Voitheil, eig. <faf Gewinnende. 

Gerade so ist's im Arab, , z. B. t\.)o.X^ eig. Fiiechhüchsö 

f. balsamduftender Mensch (^G las sius • D athahS. (j. Sacy 
l. §. 6a5> 

7>) Mehrere Formen kommen allerdings doppelt vor, 
als urspriui£iliche Participia und als Innnitiven, und haben 
hiernach in einigen Wortern concrete Bedeutung, in anderen 

ahstracte, Z.B. "jü;::, aiab. Wi (s. §. i^o, no, i und 12), 

nSüj:; («f>. 2 und 13), viell. St;.p.. arab. Wi (vgl. no. n). 
Z. H. DDn weise, aber ^»V Arbeit (dagci^en h72V arbeitend). 
Di se Fälle sind aber ebenso in der Analogie des Arabischen be- 
erftiulet, als sie sich durch die Bedeutung bestätigen, wo- 
gegen viele andere, die Hezel daiiin zieht, durch no. i 
erklart werd^ n müssen, oder zum Theil nur auf falschen 
Wendungen beruhen. 

c) Man wird aus den §. 120. i2i gegebenen Bey- 
Spielen ( die sich jeder aus den , frej'lich mit Vors.ichl zu 
bcnutzendoii, Sammlungen von Simonis und Hezel leicht un- 
gomeii» vevraeliren kann ) und aus der beständig analogen 
^iJo^'-itiorLiihlnng der Diakkte, ersühen, dafs an vielen For- 
XDeu virklich eine bestimmte Bedeutung hafte ( vgl. z. B. 
ro, 6. 7. 3« *2), die sich auch immer aus dem Ursprünge 
der Form hinläno;lich erklärt. Ist eine solche Analogie 
duich ^ine Jpauction vieler Beyspiele gesichert , so sollte 
ni tu sie doch wahrlich .anerkennen und bemerken , und ein- 
zelne Abwuichungen können sie dann nicht ungültig macheu. 
( Vgl. 2. ß. zu no. g. 13). Die Analogie ist aber w^irklicli 
im Hebräischen noch aus£;ebildeter als im Griechischen, 
Dflutschen, Lateinischen, wo ebenfalls nur wenige Gram- 
matiker etwas Wesentliches für die Bemerkung der Analo. 
gie gethan hnihcnf^i, b u 1 1 ma nn^s griech. Guammat. §. 104. 
Adelungs Lehrgebäude /, S. 313 ff. 47; 2. Vaters 
allgemeine Sprachlehre S. gg. Scaliger do causis liug. 



$. 11 9, Nomina verhalia üherJiaujyt, 435 

lat. cap. 98« Noch auS2;ebildeteie Unterschiede, als das 
Hebräische, hat hier,) wie auch sonst, das Arabische ( a. 
z. ii. Sacy J, §. 543). 

d) Es verdient Bemerkung, dafs ein Derivat von Kai 
aucii eine Bedeutung haben künne, die sich nur in abgelei- 
teten Conjugationen findet, z. B. niO*l)C , n»)p*1 Betrug, von 
^73*1 betrügen ; np Tri Ergreifen, nptn Ausbesserung , von 
p|in,p-Tnn; jn(Zach. 1 2, 10) und nun (fliob 19, i7)Flehen, 
von |2n iiithpa. ; 'ibTö Gesang, von *i>3T, vgl. noch n'V;ö 
Geschenk, P'lp Opfer, n^nö Erhaltung des Lebens, 
TiSSp Fluch, T£p1C Erzählung u.a. So haben im Arab. die 
I^oinina actlonis von Conj. IL Ili liäufig die' Bedeutung von 
Cort], I. ( Gegen die Zweifel von Rosenmiiller zu Jes, 
8, II u. A. s. schon Simonis Arcan. form. S. 254}. 

3. Ausnehmend fruchtbar und -wichtig ist diese Zusam- 
menstellung des Nomen nncli der Ableitung nicht nur an sich, 
insofern sie dem Sprachforscher Aufschlufs gewährt über das 
wahre Verhältniss des Nomen zum Verho und die Entstehung 
«les ersteren, sondern auch 

a) ist sie unentbehrlich für die Lehre von der Dcclina- 
tion und Motion des Nomen (§. i2.Q — 142). Indem ich 
hier die Natur einer jeden Form und der ihr eioenthiim- 
lichen Vocale genau kennen lerre , erhalte ich Auskunft über 
die Veränderlichkeit oder Unveränderlichkeit ihrer Vocale 
und lerne diese ihrem Grunde nach beürsifon. Ohne diese 
mufs aber die Declination als ein verworrenes Gewebe von 
Bcstimciungen und willkührlichen Exceptionen erscheinen. 

h) ist sie höchst virichtig für den Ilermeneutikcr und die 
lexicalifihe Aufstcllune der Substantiven, insofern man ohne 
eenaue ßeobachtune; der Analooieen theils bev ßestiramuno: 
der Wurzel, theils bey der Wendung der Bedeutung in Irr- 
thumgerathen mufs, oder manche feine Abstufung der Sprache 
übersieht; durch sie aber manche Berlclitigung lexicalisclier 
Art gewinnt. S. mein H^örterh. u. d. WW. "lltS^, Sin 
(vgl. §. 121, I, no. 23) und unten §. i22 viele Denomi-r, 
nativa. Man w^ird sich auch bew^oeen finden, andere Deri- 
vationen als nicht-analog in Anspruch zu nehmen, als ]ü'Ttf 
(nach £tc7i/ioni'i Coniectur ttJl)") v. 13W > 1'iJ^ in '^v}»:^ 130 

. „, ' T »' TT ItT - V -• 

nach Emigen von l^iD singen (wo die Analogie verlangte 
Vü;_^ §. 120, no. 3Ö) u. 3. w. 



486 JI. Haupt th, Cap. IV. Vom Nomen, '_ . 

$. 120. 

Derivate des regelmäfsigen Vcibi, 

I. Vom Participio Kai stammen ab: 

1« ^^B /• ^hW' (^'t Kamez pnro) 11), die mv 
öprüngliche, einfache Participialform der Verha med. A 
(nach §. 82, 1, litt, a), als Pariicipiuni selbst nicht 
gebräuchlich. Sie kommt am häufigsten von Verbis der 
Eigenschaft vor, und bezeichnet dann Adjectiven dersel- 
ben, z.B. DSn weise, ^IH neu, "^P"* theuer, 1^^ ge^ 
rade , ^DJ Thor, (Vgl. uo. x2, wo dieselbe Formals 
Jijfinitiv vorkommt) *"). 

Q. hl5p f. nSlOp , selten nilSp , Participialform 
der Verha med. M (§, 8') i. §«9*» ""• ^6)» n^it Zere 
jjuro. Sie bezeiphnet ßiij häufigsten ebenfgUs Adjectiven 
der Eigenschaft, analog den V^rhis med. £ (§. 66, 3), 
als V^/l fett , ^^^^ trocken. Von Verbis transitivis abge- 
leitet hat sie als mtratisüive Form gewöhnlich passive Be- 
deutung, als: v'ÜS gekocht (yoii 7t|^2); "IKI*] verzäunt, 
dah. Hof; 'y^^ , HTIA Mauer, eig. das Gemauerte, 
ebenso HDJA das Gestohlne, H^T,^ das Geraubte, ^3*110 
das Zerrissene, nur selten active, als: /OJ^ Arbeiter, 
von i'Oy^. (Uebrigens gehören mehrere i^ew/w//a der Form 
rt^I^p zu no. 13). 

Ja einigen Beyspielen ist das Zere unrein, z. B. yij'^ Plur.' 
fotistr. *>itJ*' §. 153, Anm. 3) und der samaiit. Codex sclireibt 
nach derselben Analogie gern plene, als hfSö ( s. meine Com- 
pientat, S. 54), vgl. auch das Nom. pr. ttJD^ (Siadt in Gilead), 
•wofür ^Uiai X Sfiva. 11, 1. 3. Hierin scheint diö rerlüngerung. 



<]q) Die Gründe, weshalb die hier aufgeführten Feminina bey 
jeder Form gerade diese Vocale haben , zeigt unten die Lehre 
von der 7VZoi/o ( §. 14 a). 

r) Nomina der Form Vüp gibt es nicht. Das Wort 1^1!; , wel, 
ches Simonis dafür auf ülirt, lautet 1^_\Ü, steht abev beyde 
Mal in fausOf daher ("«"), nach §. 52, », 



$. 120. Derivate des regelmäfsi gen P^erhi, 487 

zn liegen, welche diese Participial - oder Nominalforrn vordem 
Praeterito v^oratis hat, ans welchem sie entstantien ist (wie Htip. 
St3p). Bey der fole;enden Form SlÜp ist dieses noch durch- 
gehender und deutlicher. Zuweilen ist diese intransitix'^e Form 
verwandt und gleichbedeutend mit der passiven S'«t3p tto. 5 , da- 

her tsVs und B"»Ss entwischt, gerettet, wie im Arab. \x9 
öfter s, V. a. Vjj.3ti {^Sacy gramm. arabc /, §, 621), So lau- 

tet S^N im Sam. und Arab, h''2H, V-s^f; 1Ö'*<» »^äb- 

* • 

Man hüte sieh übrigens wohl, mit Nolde (S. 1067) u. A, 
cUese Form mit dem chaldäisclien Participio Süf^ (mit Kamez 
impuro ) zu verwechseln. Von diesem tommt im Hebräischen 
öin einziges ßeyspiel vor, nnu^, c. Sujf. ''THtü mein Zeuge Hieb 
16, lg. \ 

3. "^J^]?, '^"'l'^]^, Participialform der Verha med. O 
C§. 91, no. \6), z^B, ^%l fürchtend, pg klein, ^pj 
Vogelsteller; dann abör häufig als Adjectiv, theils von 
Verbis der Eigenschaft, als : H-i^ hoch, IIHtO rein, ^"i"^]? 
heilig, welches nur selten ins Abstractum überfliefst, 
z. B, P"i '^ integritas, Ti33 gravitas ^ eig. ro grave ; 
theils von activeii Verbis, avo es ganz mir ■^'p einerl^y 
ist und neben demselben vorkommt:, z. B, pi^V = p^.S' 
der Unterdrücker; ■^'l^H s, y. a. ^lAH gürtend, und Gür- 
tel (das Gürtende) *), 

Das Cholein , welches in der Verbalform med. O rein ist , er- 
scheint hier mit wonigen Ausnahmen ( ^. 131, Anm. 7) voll 



s") Einige andere Beyspiele, wobey die Interpreten zum Theil 
anstofsen, sind: ]1n3 Metallprüfer == ^nä (syr. 9Q>aO 
dass. ); ]lT^ Sprüchw. i/j, SQ = ]tS Fürst (nicht: Auszeh- 

rung); \i7in Jes. 1, »7 wahrscli. = yoh , ^ja.^\.:^ vappa, 

Frevler; »^^^y Nom. propr. vgl. 1 Chron, ö, 7, wo es durch 
•IDJ^ erklärt wird; ^iPiri Bauch, viell.von •;nB sich bücken (wie 
dieie Wörter auch im Deutschen verwandt sind). 



488 ^^' Haupt th, Cap. IV, Vom Nomen, 

und unreittt und hierin scheint wiebey wo. 2, die Verlängerung zu 
bestehen, welche die Participialform vor der des Praeteriii vor» 
aus hat. 

Am häufie;sten ist diese Participialform im Samajitanischen, 
wo SlUp meisisiib für das hebräische ^Kp steht, z. B. ^iSn 
gehend, "^liity aust;iefsend (Cellaiii hon. samarit. S. Qj") , da- 
her Sin:s =; '5J<5 , aus welcher Form also MichaSlis ( mo- 
saisches Raht Th. 2. S. 403) eine ganz falsche Folgerung; macht. 

Im Chald. entsprechen die Formen, wie ^iUp Mörder, t1*l5 
Herold , die aber obendrein K,Mez impurum haben , vgl. im Syr, 

^^ii^ B- .ifücker, im Arab. Jikjl3 Morder, x* A~=3 Herold. 

In- Hebräischen ^eJi^t sich dieses Kamez ■pvntin mir in dem ßey- 
spiele nil-ia treiäosc Jei: 3, 7, lo. (Chi'. B, ß'Iichaölis 
lumm. syr. §. 50)- 

Einige Mal bestpht die Form Süp in demselben Worte neben 
SitSp, uad ist dann mehr Verbalforra, als diese z. B. J3*ip annahend, 
aiTp nahe, oder Adjectiv , wenn diese Substantiv ist, wie 13 3 
gravis, neben IIa 2» gravitas, 

4. S-iD*ip, SlDp /. nSip, seltener rh^p nnd nSlDlp, 
die gewöhpliche Participialform, als: D^N Feind, p^.^*^ 
Säugling, deren subjective Bedeutung aber doch zuwei- 
len auf Ort, Werkzeug und Abstractuni übergehen kann, 

z. B. ^"nh Werkzeug, eig, das Bearbeitende; n*)3ri Ver- 
bindung, Ort derselben, eig. das Verbindende; *in"i^ 
Gewinn, eig^ das Gewinnende; H^y ij^ Greuel, eig. 
das Greuliche. In Hll'^?*} die Caravaiie steht das Fem, 
coUectiv f. den Flur. P^ri*lN, 

So HNS Jes, 28> 4 f« das Weissagen , und nth Jes.' 27, 15 
s. V. a. rnin V. 18 Ollenbarung d. i. Gesetz. 

5. S"^Pg, h'^Iflp (/, nS-^I^p, nh^pp), beyde Far- 
ticipia Passiva von tial, letztere dem chaldaischen H'^I^p 
ähnliche Form mehV. als Substantiv, wie die griechischen 
FerbaUa aui.rog (§. gijAnm. 17), z.B. T^lH^ auserlesen, 
TnS der Auserwählte, ll^^D gesalbt, und tl'^VÜ Ge- 
salbter ^), Von Verbis intramitivis mit activer Bedeutung 



f) Simonis»* a. O, S. 90,, Ilezel S. zio. Häufig lliefsen auch 



§. 12 0. Derivate des regcltiJüf^'gen Verhi, 4-89 

(§. 91, Anm. 18), tS^iiJ^ stark, D'^'^'^iJ friedsam , TVi: 
klein, "T^'^y reich. Endlich bezeichnen 5 Wörter dieser 
Form cvAQ^Zeib, als: ^"^D!^ und TKg Erndtezeit. TK2 
W#injlese, ^'^'°l.n riliigeaeit, *1"^0T Zeit des Weinschnei- 
fleas, gerade wie im Griech. ajJojTog , aooro;, rovy^ro:;. 

Die active Bedeutung der entspteclienden -passiven Formen 
findet sich audi im Arabischen, ^a.^a barmherzie , \ , :— — \ 
Esser, ^^«fcvx C > Li"'gner. 

6. '"'■SP f. '^J^]^ mit Kamez impnrum , fevi. HlJ^p 
und n^E^, hat Piirticipialbedeiitmig , aber verstärkend, 
drückt daher gewöhnlich eine Geioohnheit des Scyus und 
J-lfitidebts :\ns , z. B. tli^^ stöfsig, ^TIS liicrnerisch , NiSH 
Sünder, fT^O zum Vergeben geneigt, T;^'^ unruhig, ain 
häufigsten die gewöhnliche Beschäftigiuig ^ Ilandthie- 
Tiing, z.B. dS^ Bartscheerer , 1120 Koch, ^^3 Zaube- 
rer^' ::33 Dieb.^'ÜJnn f. ^i<'T[ fabe'r, "iHa Töpfer n.s. w. 
Selten ist die Form, wie *13H Ackermann. Feviinina 

sin I : ri^2;^ das Trockene, V'2tD und HyStD Siegelring 
(e'g. der, das Siegelnde), so auch wohl die Namen mehrerer 

Gebrechen, als: riH^^ Kahlköpfigkeit, ny"^K_ Aussätzig- 
keit u. s. w-, ebenso HN^SH Sünde, Sündigkeit. 

Diese öfter verkannt? Form ist im Arabischen ein bekanntes 
Intensivum des Part. act. z. B. /»jV*»^^ sehr schön , -»Mc sehr 
gelelirt, und davon für Har.dthierungen sehr gewöhnlich, z. B. 
-;.\.AJb, ftV.==3f (^Sacy I, §. 622), In letzterer Bedeutung 

ist sie auch im Aramäischen häufig, als: jS], rsv^ ( Zijnmer- 
mar.n); selbst im Aethiop. z. B. «ma (lies fattäri) Schöpfer, 
p*^ty sarräki Dieb u. a. w. (Ludolf gramm. aethiop. S. 75). 
Von dem eigentlichen Ptfrficipio unterscheidet sie sich oft. wo 



beydp Formen in einander, und die Lesarten wechseln, 50 dafs 
die eine im Chethib , die andere im Keri steht. Simajtis a. a. O. 



49 o II. Haupt th. Cap. IV, Vom Nomen, 

sie vorkommt, wes&ntlich, z.B. 2Ji:\ der da stiehlt, 53-:( der 
immer stiehlt, ein G:*scli;ift und H.itnUverk daraus macht. Daf$ 
Intension und Iteration durch Verduppehmg des Charakters aus* 
gedrückt wird , hatten wir schon bey Pi'cl S, 241. 

7. /^JO]? und /^i£]? {fem, auf H— , ausgenommeR 

niCltl) Fzech. 16, 30 von iOMtiJ[ ) , ebenfalls eig. Intensiv- 
form des Participii activi, z. B. *1^3N stark, p'^'H^ ge- 
recht, T'IK grofs , herrlich, n"**12 llnchtig, Fliachtlmg, 

piSn glatt," h'^^^_orbus, xr,n rp'nn fleiisig, n^sy 

Säule (eig. was feststeht s. v. a. "1CJ7). 

Im, Arabischen entsprechen die Formen VjjJti y;».Jti, 

-5*xi, z. B. ^a-Vi ruhmredig, ij^dzXS sehr ruhmredig. 

Wie die' letztere Form ist im Hebr. '^iv\v lir^arig, struppig. 
Im Aramäischen ist S^Bf:; die gewöhnliche Adjectivforro, z. B. 
tyiTp, aram. ry'^flp. Hiernach hat auch der Sam. Cod, dieae 
Form häuGg statt der ächthebräischen gesetzt. (Meine Commentat. 

p. 54). 

Einige wenige Beyspiele von h>','üp_ gehüjren zu 710, 27, als 

ninisa Vertrauen. 

3. /tSp. /. ^A^P, » bezeichnet gröfstentheils Ad- 
jectiva , die ein körperliches Gebrechen anzeigen , a. B. 
rh>i stumm, y^V blind, Aiy stammelnd, PIOS lahm, 
TI5*in taub, n35 und n*!p kahl, sehr seken andere Eigen- 
schaften , wie ^pV. verkehrt. Das Fem. auf T^~ bezeich- 
net dann das Abstr. davon : n^S^^ Blindheit, HbjN Thor- 
heit, eig. das Blinde, Thörichte. 

Gleich den vorhergehenden sclieint sie Intensivform des Part. 
Kai. Andere leiten sie von Piöl ab, wohin ü\v) Vergel- 
tung, la'n Rede, auch gewifs gehören. Bey dieser Ansicht 
muffte man an die privative Bedeutung von PiHl denken. 

g, /152p., wie die vorigen, verstärktes Part. z. B. 
liO'«. Tadler ( Hiob 40, 2), *i'i3a Held, "Til:^. Trunke- 
ner, Tiäp. Igel» eig. perquain horriäu<. An die intransi- 
tive Bedeutung dei ktzteren knijpft sich wohl die in eini- 



§. ICO. Derivate des regelmäjsigen T^erhi, ^qx 

gen befindliche passive, als: *Ti v^ gebohren , Sl'^N (be» 
feindet) Hiob. Fem. Hl^^. Äehre. 

Eine zweifelhafte Panicipialform von Kai ist endlich 'jtSjPi 

^ <. . 

arab. \3(.9 Vfi'. Jie Aninevk. zu no. 12. ' 

H. Vom Infinitiv Kai: 

i o. HlOj? ( SiSp. ) , SlDf) , bbj^ ( mit vocalihus puris\ 
die einfachsten Formen des Infinitivs (§. 79, 2. 91, 
Anm. 5), \^-ovon die letzte im Verbo selbst gewöhnlich 
ist, aber selten als Nopiinalform vorkommt. Z. B. ID^ 
Mann, HnH Schrecken, *1N2 Schmuck, pHSf Lachen] 
P'^ Form /iDp (nicht zu verwechseln mit der gleichlau- 
fenden no, 13) findet sich z. B. in |0T Zeit, öfter auch 
mh ti prosthetico ^ z.B. I30'<DN Fenstergitter. 

Die Feminina auf H-— fallen hier zusammen mit de- 
nen der Segolatformen no. xi. 

Die Formen Stfp und h'ap sind wohl von no. 13 zu unter> 
scheiden , dereit ( •• ) und ( 1 ) unveränderlich ist. 

Diese Form ist aber überhaupt im regelmäßigen Verbo 
ßh Nomen selten, und es treten hier herrschend an derea 
Slelle 

II. die drey sogenannten forniae segolatae; /IDp 

(f. TDp), -iDp und ^i^p, mit dem Charaktervocal und 
Tone in der ersten Sylbe, und einem furtiven Segol (bey 
Gniiaralen Patach) in der letzten, eig. eiusylbig /iOp, /pp , 

niDp, wie im Arab, Vä^ , AJti, A*^. vgl. aber $.4.6, 3, 

Als: "^ho (f. IjSq §. 4.7, 3) König, *iab Buch, ttJlip 
Heiligthum, ^IT Same, p^] Geßchrey, HSCJ Ewigkeit, 
Vd Handlung. Vgl. §.134.. 

Die Feminina von 10, und 11, welche eoincidire«, 

lauten, wie H^^D (von 7|40) Königin; H^pN undH'npS, 



qQ2 II. Haiiplth. Cap. IV. Vom Nomen. 

(von "^.ON) Worr; T^^H (von S^^K? ) Speise; oder wie 
?1^Sr|(von^!3n)Freyhtit. AufTlT^ vverden keine gebildet. 

Anm. i.Diedem Arab. nnaloge l ^^l■n1 mit Ä/ma srattj'«?^'«/ kommt 
im Hebräischen nur in einigen Beyspielen vor, als: ^'^3 Narde, 
Nun Sund«, I3\üp f. C'dp ^Vahrheir. Dag<'gen spticlit auch der 
Araber im gemeinen Leben hier ei» Segel aus ( §. 4^, Anm. i ). 

Im Syrischen und Chaldäischen stelu dafiir die Form no. 10, 
als: tSlflO , *l ab Buch; v^_ii.irf3 , TiS» König, t.J»0,0 Heilig- 
keit.. 

2. Von der Form Vt3p kommen mehrere Beyspiele mit der Be- 
deutung des Coiicreti vor; aufser Tl'^t) namentlich nsV Knecht, 
*l3l\ Mann, 171. = 1^1 proles ; ^1*3 Herr. Diese könnten 
eigentlich Ahstracta seyn, wie ^ly das lat. scelus f. tcelestus, 
aber wahrscheinlicher sind diese weiiio;ew auch participialia % wo- 

4.* ^ 

mit es übereinstimmt, dafs Vyt.9 auch im Arabischen als Nomen 
fjarticipiale vorkommt. So erklären sich auch am Richtigsten <!ie 
wenigen u^tiyfcfM'a dieser Form ; z. B. TiH-S hochmiithig; T3 s. 
imten. Nicht zu verwechseln sind damit aber die Statukcon« 
I SVructtis- Formen §. 133, 2. 

3. Das Cholem in Scp k.?nn als p«r/<m eigentlich nicht p/ewe ge- 
schrieben werden , imd nur ausnahmsweise ist es in der späten 
Orthographie geschehen , als: uiTlp Dan. 11, 30 (sonst T^•*rp); 
^3i\y 2 Sam. Ig, 9. So auch ^312 1 Sam. 17, 5. Jes. 5q, »7. 

A. Im Arab. bestehen öfter alle drey Seeniatfonnen iileichlau- 
cy o c y ^ 

tend neben einander, z. B. iAaC , O^ArU, OVAfi Seite, ebenso f 3 

i • <y * 

Schöpfung, im Hebräischen findet sich dieses nicht, oder selten, 
z. B. 1?V)\ und 5>'iJ^ Hoil , 3t!p imd 3Wp Verderben; dagegen 
ist die Bedeutung derselben öfters gt^scSiieden , z. H. *?0n Strick, 
'ja n Schmerz; nna Thür, nnS OefFnurg; T]S» König, ?lSiD 
dass. , aber als i^om. propr. «sines Götzen. 

12. VvOjP (und ^SpJ, /. J^^^p. (jedoch auch 
HTtOy Krone) mit Kamez piiro, wie tio. 1, Sie findet 
sich sehr häufig von Verbis med. d und jE, vorzüg- 
lich gern von letzteren mit der KedeiUung des Ahslracti^ 
z B. Soy Mühe, 3^^ Hunger, DUJN Schuld, y^ti) Sat- 

TT. ' TT ^ , T "Y l' rT 

tigun«!, ^^V ILiUch, woneben die fjottcreta /C^, 23^.^, 
DvÜN, y^'^, j^y vorkommen. Koch häuhaer fae.t im 
Fcmimno, z.B. z^J^^M Gerechtigkeit, >^^^'? Xlache u. s.w. 



§. 12 0. Derivate dex regelniäfsigen P^erhi. 493 

Wie /Kp sind: *)Dw Fremde, '^D'ÜJ berauschender Trank, 
/^^ Kebsweib, cig. Buhlschaft. Hieran scheinen sich 
auch einige Formen, wie ISN Ablobung, "1^1^, mit 
( eig. Verbindung) anzuschliefsen , welche Form wieder 
hey no. 15 zum Grunde liegt. 

Im Arab< entsprechen die Formen Vx.^ und Vjt^ , welche 

häufig von Verhis med, Kesr. als vomina actionis , neben dem 

Nomen agentis \X9 vorkommen. ( Sacy I. §. 54 ' )• Yon 

no, 1 unterscheiden diese Form auch Simonit und Hezet. 
Wie *^D^« ist im Aramäischen, z. B. ]\yS, ^••■^ Zunge. 

S^Dp und im Fem. hVoj? "), H^ISp^ , riStJp und H^bp, 
n^-lOj? , lauter Infuiitivformen , welche den geujein- 
schaftlichen Charakter einer vocalis impura zwischen 
den bevden letzten, und eines Schwa unter dem ersten 
Stammbuchstaben haben. Z. R. DHS (f. 3NnD) Buch, 
DN3 (f. S^NS) Schmerz, SS^ G^eheul, Tyj wenig, 
h^pi; Weg," pntiJ Geschwiir",' OlHn, Trau'n , Vd^ 
Wohnung, /^DA Vergeltung, /"^Zl-S Gränze, nDttfH und 
riD'^'Ü^Jl. (Ps. 139, 12) Finsternifs, nj''JJ Saitenspiel, 
iTI-JV Dienst, TTniZDS Erstgeburtsrecht ,^ ^"l^^p Rauch- 
Werk, n^'^Zl^ Macht, HS^ ;p KönitZthum Zuweilen 
mit Mcph prosthetico (^. 35. 1). wie 3TD^? So''mer- 
bach, eig. Trug, Täuschung; IT^Th} indigenat Hi'^iS?^ 
Brut, n"^^OtIJN Nachtwache. 

Im Arab. entsprechen die Infinitivförmen \v.Jt5 , HÄ.^, 

yj(,9 = St3p • für letzteres aber insbesondere St2p , wie in 

inü Glanz, hy^^köhäl; VA^xi = St;p , S-'Up. ; J %xi "'"* 

Nfcjti == Slt3p. Der kurze Vocal der ersten Sylbe, der in der 



u) n^üp mit Kamez impwo kommt näralich xiicht vor. 



494- ^^' Haupttk Cap. IT. Fom jSlomeiii 

Vulgärspräche der Araber -wie ein Schwa tönt (S. 72), ist int 
Hebräischen Schwa mobile, nur das Damrtia ist in den obigen Bey* 
spielen Chaieph-Kämez geworden,. 

Die Formen h^tip und hl2p f. S'^Mp. mit Choletn lind Zer6 
impuris sind übrigens wohl za unterscheiden von Scp und Hßj? 
xnitCholem nnd Zer^ puris , die zu den Segolatformen gehören^ 

Dafs einzelne Beyspiele von mehreren jener Formen als Con~ 
creta vorkommen , steht in keinem Verhältrifs zu der IVleiige der 
übrigen, und thut ihrer Anerkennung als Infinitiven keinen Ein- 
trag, z, B. h'iÜ'S Thor, liSiy ruhig, l^lii^ Herr fem. nn''a3. 
lind n'ia.n Gebieterin; ii3a Erstgebohrner. 

Die Formen nSt:p, nS^lÜp stiminen in der Gestalt fiberein 
mit den Femin'wis von no. 2 und 5 , und bey einigen dev ersteren 
kann die Abkunft zweifelhaft seyn; allein gewöhnlich entschei- 
det die Bedeutung, auch kommt hier öfter scriptio plana vor, 
j5. B. rtit-v 3 Mos. 26, 12, wo aß tot/J. n'T'iii. 

14. ViD|5p, TiDp^D, SbpD u. s. w. , ersteres die 
gewöhnliche InÜDitivform der Aramäer, z. ß. l03tt^D Gci- 
ticht, 1300 Trauer, "^iGTO Lied. Statt des Chirek 
Unter O findet sich auch Patach und Se°oly vorzüglich 
tey Gutturalen und dem *1: "lOHD Begebren, ^H'^O 
Weite, aber auch ohne dieselben (besonders vor ;), 
^N^D Engel, TODC Mörser, ^"Ip^O Spatregen. In 
dem letztern Falle kommt in der letzteren Sylb.e auch "'l 
vor, z. B. ^"^S^O Kleid , /^WC Riegel. Feminina ^\\\A.\ 

nnS^C Familie, 7\':^'^t Stab, TlflphO Salbenberei- 

tung, nStüpq Herrschaft, nV^/lD Ruhe, HD^PO Konig- 
reich, niDNO Messer, eig. Efs- Werkzeug, n*l2"^p Lohn. 

Im Arabischen ist der Vocal des ö für die Bedeutuus, vresent 

lieh, insofern jq vor nominihus temporis et loci, ^ vor noini- 

nihas instrumeuti ste4)t. Im Hebräischen kommen bcyde Bedeu- 
tungen, besonders die erstere hier vor, 121SD Ort, wohin man 
das Vieh treibt, Trift, natJO Altar, riF\St Schlüssel, allein der 
VOcal unter K ist hier blolser Bindevocal und zufällig. 

Ebenso verhalt es sich mit dem Charaktervocale der zweyten 
Sylbe, der sicli im Arabischen nach dem Fnturo richtet, im 
Hebräischen aber zufallig ist« Hezel hat auch die Form *7^T:p>w 



§. 7 20. Derivate des regelmüfsigen Verbi. 495 

hier aufgeführt, dagegen SltSitiC in mehreren Beyspiclen für das 
arab. Part. pass. Conj, L crklaii, was auch zu der Bedeutung 
pafst. Letzteres wiirden wir riier zugestehen, als ersteres , •^'ie- 
wohl die pnssive Wendung dieses nicht nothwendig macht. Sie 
finuet sich auch sonst, z.B. Dtilö cohculcatio L concuhatum quid. 
Im Cliald. Lnntet der Inj. gcwuhnücli nur Supö, aber in den 
Targg, kommt allertlings auch h'^pT^ und böpö daneben vor. 

15. Formen auf p und J-7-, welche Endungen an 
sonstige Infinitive angehängt werden, als aj an no. 1 c^ 
z.B. l'i^J^'^ Ver?rhniachten , j"l2"^V. Unterpfand; b) nn 
no. 11, ahs". |1DN Verderben , p^'^'v^ Herrschaft, p^^^H 
Mangel, ^"^^o" Kostbarkeit , p^nil Trocknifs, P'^jP 
Opfergabe, "inbtJ Tiych; c) an no. 14 , z. B. \'^S^6^ 
Betrug. Ziemlich häufig ist auch d) die Form p1^" 
Gedächtnifs, p"^]53 Hinterlage, D^JI>"^T Gemüse, Wo- 
bey man einen einfachen Infinitiv /i^p (mit Kamez priro) 
£=;: .i3p 110. 12 voraussetzen muls; c} PiO*^.7 Wüste, 
Yifie von no. 5. 

im Arab. entsprechen die Infinitiven ,,^^5 (O^Äi, /.^M,j»i. 

Uebrigens kommen die erste und dritte Form auch als Participlalia 
vor. So im Hebräischen |5dSm Wittwer, ]Cn*1 brmlierzig, p'^^S^ 
arm, woran sich dnnn die ßeüeutung derSylbe Jl an den Nonrinihus 
(§. 122, 15) anscliliefst. Im Syrischen schafft die entsprechende 

Sylbe ^» herrschend Participia zu Adjectivis verbalihus um , z, B 

^jjfi£> erbarmend, ^^^i-^ barmherzig. Ebenso im Nen- 

hebräisciien, z.B. ]St1i"\ f. btl^ Räuber, pV3 verdrielslich u. s w. 

Selten ist statt dessen auch Q^ und U~:^, als: Dl^lS und ]1''TQ 

Lösgeld, o\o Treppe =nSDÖ, zunächst von bb ; so wahr- 

^cheinlich auch dS^J< Vorhalle, Halle, von \( praecessit. In 
Nomm. propr. felilt auch wohl das y, als: 1^:\ö und pia». 

Das Fem. 03 — als Bildungssylbe scheint vorzukommen in 
n3"4Ja Schande Hos. 10, 6 ( vn lyiaj, vgl- das cliald. NJ"i\i'« 
Mauer. Im Aethiopischen ist dieser Anhang häiifig, z.B. ]S5J"! 
dengelnä Jungfrauscliaft. 

16. Formen mit der iverblichen Endung H^, welche 
an sonstige Infinitiven angehängt wird» als a» Jto. 13, 



49 6 ii' Hatiptlh. Cap. JV, Vom Nomen. 

z. B. r^"^ Ü5 Begränzung, H^mS^ Höhe (^wie von wS , 
rt2ip; n^N2"1. Heilung ( A^ne von NS'^ ) ; n^n^'13 Sche'i- 
dung (wie von n^*12 ). Diese und »diQ vorige Form, in- 
eofern sie von andern Infinitivformen ausgeht , kann man 
auch zU den JDeriominativis rechnen. 

. m 
Im Syrisclien enden alle Infmiliven aufser ConJ. I auf O— . 

■welcl'.es diesem fl? entspricht, uijd vor Sutfixeu das n anninunt. 

Das n ist eiseiitiich Femininalbezeichming, imd die voll- 
Ständi;^e Form wäre nvbi.^, vom Masc. iiS^^"". , contr. niSia. 

Das entsprechende n''"7~ "wird ebenso gebraucht, als: n"'jDPi 
(von pn); viell. auch n1 , z, B. ni»!3n und h'ittDn Weisheit^ 

ebenso i 31, Xiai , (^«a/. D*" 013*1 zehntausend , sj-r. QO?, 

IIL Partie! pia det abgeleiteten Conju- 
g a t i o n e n. 

17. Ni'pJi. /i^p^, besonders im Fem.t als HNis]!!, 
Wunder, n^'I^QJ Untergang. 

13. Fi. '23]?0 ebenfalls besonders im Feiii., z. B. 

nilinp Bindcbalken, eig. Verbinder; H'l'lQTp eig. Be- 
schneidcr f. Lichtpul'/,en. Von Py. blSjP z. B. "uD'l'ib f. KTiP, 
yS^il Grube; so auch HCOS Spelt j eig. das geschorene 
(Getreide) von der geschorenen Aehre. 

19. Hiph. h'^'iPpp, blDpQ und Hoph. VtSpO, z. B. 
n^n^P V' erderben, eig. das Verderbende, n*^T^p Axt, 
niOlp Winzermesser, und so öfter von Instrumenten ^). 
Noph.^'^'^C V<ü-foIgung (Jes. 14, G). 

Bey Jesaias ist der abstracte Gebrauch der Part. Hoph, Läufig, 
Vgl. axö. 

i2ü« PoeZ /iO"'lp, Jem. HytOlp, theils mit activer 
Bedeutung, als DHin und nDn/lH Siegelring (das Sie- 



a-) PiS!5N)0 Messer, eig. Efs-Werlczeug, kann nicht hieher gerech- 
net ^verde^ und von einem masc. h^^>^'C ausgeben; da man 
aus dem Piur. mS::;«» sieht, dafs es zur IVIascuhnform Ssnö 
(^no. 14) gehöre. 



§. 12 0. Derivate des regelmäfsigen T^erbi. 4. 9 7 

gelnde); theils mit passiver, als *^^iN Schatz (das Auf- 
gehäufte); /"^ilJ geplündert, gefangen. 

Dafs diese Foi'm wiiklich von l'ü'il ausgehe, wo sie sich eiV* 
an das Part, pass, anschüefst , zeio;en vorzüglich die Beyspiele: 
ÄJlilJ abtriinnig, von :32ltü; und SSlV Kind (viell. eig. iudens), 
lieben SSiV und SSi!UC .ks. 3, 12. Ganz falscli denken Simonis 
und llezeL an eine Versetzung des Inf, ahsol. Kai Si^p. 

Gl. Von Pilel {Conj. IX): ViOp^, fem. hSiDD, he* 
zeichnet,' ^vie im Arabischen, häuhg Adjectiva der Far- 
ben , auch andere, die im Deutschen durch die Endun- 
gen lieh, risch , bezeichnet werden. 

Beyspiele: D^M roth, ahs goldgelb, ^hv} schwarz, TSa 
sprenkelig, D>N fürchterlich, 3pJ> ttiigerisch, 3J1? lieblich^ 
*jpj punctirt. 

Ferner 22. (von Cnnj. IX) ^ViOp (fem. ^iSStOp.) 
dass, , als l^i?,"! grün, j^N^ ruhig; Pass. /^CN? ver- 
schmachtet. 

23. vID7lOp bezeichnet öfter Adjectiva der Farben, 
aber mit dem Nebenbegrifte , den das ]at, Jitb oder die 
deutsche Endung lieh gewährt, als D'Hp'lN röthbch, 
P'^PT. gelblich, grünlich, "irTinttJ , schwärzlich, aber 
auch einige andere, als TjSDSiH gewunden. 

Im Rabbiuischen werden auf diese Wnise geradezu Deminu» 
tiva gebildet, als: \'S^ Zwiebel, dumin. SkVic3 . weshalb Aben 
Esras (z.u Ps. 45» 3) Bemerkung, dafs Verdoppelung am Endo 
Verkleinerung heiXente , richtiger scheint, als die von Bochar t 
(^Hieroz, JI,S, 619) und Storr (^Ohservait. S. 10.5), die auch üjese 
Formen für Intensii^a nehmen. Die Deminutivbedeutung geht 
sonst häufig in den Sprachen verloren. 

24. ^'^y^\i, (von Conj, XII, §. 75, 3). So nur 
rriSC iKH Trompete, eig. die Zusammenberufende; viel- 
leicht auch ^TNTj; (3 Mos. 16, 8 ff«) von Ht^. 

IV. Infinitiven der abgeleiteten Con- 
j u^ga tionen. 

fl5. JV//;Ä.S"^D1pO, nitf D''^^nS3 Kämpfe. 

li 



498 ^^' HaupttJi. Cap. IV. Vom Nomen. 

Im Arab. vgl. Inf. Conj. VIL \V^3| ; im Rabbinischen 

3. B. niOlDJ Schmelzung (von HD») u. A. Analog ist die Bil- 
dung von no. 27. 34- 

26. Pi. /l^.l^, noch häufiger auch die Femininal- 
formen nbtSp., H^blSj;? {mit Kaviez piiro) und H ^IS]?, 
alsX23 hilJ^OQa'^'), rHüp^S Bitte, T^Zj^l Trost, r\"^^-^3 
Schrecken, ^"17;^? Herrlichkeit. 

Die Form nHlSp gleicht den chaldäischeti , und die Form 

n!)St;p den syrischen Infinitiven von Pael, welche Kamez imjju- 

tum (im Syrisclien Zekofo) unter media haben, z. B. a_i^jCliD* 

07. PL S^tOp., z.B. p^2h Umarmung, V'^'IJ Ge- 

säme, vorzüglich im Plur. D^Sn'I^^ Lästerungen, 2^*1/133, 

Sühnungen. Selten hat sie die Bedeutung das Concreti, 

alsT^Ä /, Jünger, T'^Til" ^ehr stark, und schliefst sich dann 

an no. 7. Feminina s'indi: T\lp,'^^ Aehre, n*)2ID Deckel. 

Im Rabbiniscten ist SlU'ip eine sehr herrschende Form der 
Nomina actionis , z. B. Tia"»N Verderben, Tia-'T Rede. 

fiß. Pi' ^^^pi'!5, ^"^PpJD» z- ß- ^"^^^^ Vergeltung, 
y^2Vr[ Wollust, ^l'^^ipri Mantel, T^P^i^ Schüler, auch 
mit etwas andern Vocalen , als n*lN2n und H'^SSri Zier- 
de, \2^r) künstliches Gewebe, "^^"^.li"^ Schlummer* 

ntrjshri" Kleid. 

Diese bisher immer verkannte Form (Simonis S. 521 ff. nimmt 
sie für Derivat von Hithpa. , Hezel noch unrichtiger für die 
2 fut. Kai") ist ohne Zweifel der arab. Inf. Conj. 11., nach der 

gewöhnlichen Form Y/.3tJL>, sonst auch wohl ^OLjtJLj, 

\\jlJtlj, Die Bedeutung schliefst sich theils an Pi. (*JöS leh- 
ren ^ T'oSn und *i!:öSn eig, Belehrung), theils an Hithpa. z.B. 



w) Mehrere Wörter dieser Form , die in den Wörterbüchern 
aufgeführt werden, z.B. p\l^ . ^SV, 22i?, ^fsV» sind fälsch- 
lich angenommene Nominativön, deren Dagesch mm mifsver- 
standen hat (s. oben S. 87« 88)« Derselbe Fall ist mit hsO , 
einem vörgebÜchen Derivat atw Ty. ( s. ebend, ). 



§« iCO. Derivate des regelmäjsigen Verhi. l^c^c^ 

SiSan Gebet, von VSanr», aber auch au Kai. Hierbey erinnere 
man sich, dafs in der Vultärspraclie des Arabischen dieser Infinit 
tiv sehr häufig und auch iQr Cü«;. i. voikoninit. {Doinhay 
gramm. mauro-arab. S, 29 }• 

SsTtJn Klugheit, StPpn Herrschaft, n^liDTN Gedacht- 
hilsopferj H^VO^n das Verkündigen. Die letzteren For- 
men sind aramaisirend. 

Im Rabbiuischen sind die Formen wie St3p,"i und nSicpri 
sehr häufig und = Supn , z. B. pOSH , Siliri. 

30. H/iA/;^., alstlJn^nn Verzeichnifs, nTOnnil Vcr- 
tindung. 

Im Piabbinischeri ist diese Form häufiger, z. ß, miö'rnn Stu- 
dium, niSsOnn Rettung. 

31. Po. wie ni^'iil und ^"=1 7^1)1 Thorheit, aber 
auch 

52. wie SW)?., ^^Y^ ^^^Y.* ^^'^?, nämlich 
•TiÜ^p. Rauch, "Ti^"^3 Rocken, bs^H Pallast, I^^O Ver- 
echlüTs, vgl. D^^y Schalmey. 

Im Arabi gibt es eine Infinitivform Conj. IIJ, vv^ie \Iäa5. 

llieraus erklärt es sich nun, wie neben D^iJ^ Ewigkeit, auch 
DlS**!^ vorkomme. Ersteres , ( no. 20) ist Nomen parlicipiale, 
dieses urspr. Infinitiv derselben Conjugation , dieses Mal in der- 
selben Bedeutung, 

St>'')'D ist eine Lieblingsforrri der samaritanischen Sprache, die 
auch in den hebr. sam. Codex öfter eingedrungen ist, z. B ^fT^S 
lies: ^n'^S f. nih3 Rock. (S. meine Comment. de Ventat. Samaric. 

Die Form Saip erläutert sich aus dem Acthiopigchen , wo sie 
als Verbale der Conj. 111, vorkommt, z. B. "^la hüräch Segnung, 
KD3 §übä Versammlung, und bey den Nominihus 1 gutt. z. 1$. 
pnri hiiübäk Umarmung (vgl. aJ^lV, ni*1i< )• S. Ludolf. 
gramm, aethiop. S. 45. 

.33. Pil. (Cwij, IX) nSlOp., 55. B. HTHN Besitz* 
|1^NI5 Lösung j n*T;S?N Ankleidung, hS^O Besitz^). 



x) Ich ha.be mit Hesel die9&Foxm hieher als Derivat von Coni.lXt 

li 2 



5oo //. Haupt bh. Cap. JV. Vom Nomen. 

Ferner 34. b^bl^]?, SnVO|?, S^ViOP u. s. w. p:?-! 
Hüclier, «fj^a^i: Ehebruch, Si^ii: Viehtrift, nn*]2 Brut, 
n'^b^Spn Bothäugigheit, "^''^S'^U Decke des Throns, 
T'lpS Giuth, SchAVärze. 

Im Arab. Inf, Conj. IX. \^/^i\. Wenig veiscliieden ißt 

^ S 

SSttN schwach, ohnmächtig, weiches dem Inf. der Conj, XI 

\MxAi| gliche, ab-er concrete Bedeutung hat. 
'' & 
35. liDTiSp, das Ahstr, von wo. 23, als n'ipn]?3 
Oeftnung ( des Kerkers ) , S^pEDN Gesindel. 

ctö. blOpUJ , so nSnb'vtJ Flamme. 

Im Arani. ist die Conjugation Schaphel , deren Pass, im Ara- 
bischen Coitj. X ist. 

V. V^on Quadrilitteris. 

37. Dvho Heuschrecke, !3J£in Fessel, Band. Die 
Mehrzahl ist indessen nicht von Verbis abgeleitet. 

Nach der Form sind sie geordnet in B uxtorf thes, 

S. 296 ff. 

*■ 
# * 

Endlich 53. findet sich eine kleine Anzahl Formen, 
"Wrelche sich an das Ff/fr/n/m schliefsen, und wirklich als 
ursprüngliche Participia Futiiri betrachtet werden kön- 
nen, eine Bild ungs weise, die in der Sprache im Ent- 
stehen seyn, aber sich nicht erhalten mochte. Sie lauten 
■wie die "^ fnt. , verlängern aber den letzten Vocal, wenn 
er kurz ist, mithin 

'7IDp\ von Süpl (wieblOp, von Sü]?). So häufig 



geordnet. Indessen müchte sie vielleicht für eine blofse IMo« 
dification von no. 13 und für Infinitiv Kai gehalten werden 
können. Es ist nämlich nirgend der eigenthümliche Gebrauch 
von Conj. IX. sichtbar, und D^SN wird 2 Mos. 2Q, Q wie 
ein Inf. Kai construirt. 



1 2 l, 



Nomina äerivata des xinregelmäfslgen F^erhi. 5oi 

in den Nnmm, propr., z.B. PD^"! vSpötter, lüpV^ Ueber- 
lisier, Fut. Hiph. i^-^ü (der aufbauen läl'st), IJoph. 
r^P.^ y j , aber auch in einigen Jpifdlativis , z. Vt. 'Sr\]L\ 
Oel (eig. Glanz, Glänzendes), iC^p^l Hirtentasche (von 
lOp 7 sammeln), und öfter im irregulären Verbo. S. §. i Q » 

bey den P^erhis ]M , nl. Ebenso nii Arab. z. B. c ^aaJ 
Quelle ^). 

$.121. 
Nomina derivata des unregelmäfsigen Verbi. 

Die Bildung der Nomina derivata ist hier derjenigen 
im regulären Verbo völlig analog und wird nur durch den 
eigenthiimlichen Bau der verschiedenen irregulären Verba 
niodifizirt. Wir befolgen daher die vorige Anordnung, 
stellen aber nur solche Formen auf, in denen die Unre- 
gelmäfsigkeit wirklich von Einflufs gewesen ist, mit 
Uebergehung der regelmäfsig gebauten. Mehrere dieser 
Formen "werden auch dadurch wichtig, dafs sie auf den 
Bau der Verba selbst wiederum ein neues Licht werfen. 

T. Von Verbis TS3, 

Die Participjal Formen von Kai sind regulär. An den 
Jtif.Kol schliefsen sich: no. xo. n^t? Pflanzung, HN^ f. 
riNtü Erhebung (nach §. 1 1 o, 2, litt. b). 13. hJI'^ u.N^tÜ 
f.Ni&^, N"»^5 Erhebung; '»H f. Tl.: Wehklage (vgl. ^^^D. 
f. ^Vp: Betrüger). 14. fnÖ Geschenk und VUO Pflan- 
zung f. yStSO (mit Kamez impuro) , tT^DO Ziel , ^^^O, 
nDlCD Säule, n^riO (contr. HHO ; Geschenk, und mit 
Zere impuro: HIDiSnO Zerstörung, ^350 Niederlage, 
Vyiü Quelle, ^3Ö Hoffnung. Fart. Niph. 17. HN^J 
Geschenk, 2^2 Heft des Dolches. Part. Hoph. 19. D5£9 



y) Simonis Onomast. V. T. S. 4^9- 428- 43°' 
*) Eine höchst übertriebene Ausdehnung gibt der Annahme von 
Derivatis Fuluri Hezel (^Nominalfoimenlehre S. 146 ff.). 



5oc //. Haupt Ik. Cap. IV. Vom Nomen, 

Wachtposten. 29. HbiSn Rettung, H'ISH das Erkennen 
7)^rin Schmelzung, 

IL Von Verbis W 

Vom Participio Kai sind: 1. D"l viel, i\ niedrig, 

eeltener \yie DJ^ unschuldig ^), vgl. das arab. Partie. A'i, 
oder plene, -vvie ; /D verwundet, Tem. HS*^ , Hv'^. 
2. nO fett, nn zerbrochen, 

Vom Inf, Kai: iio. 10. \^ Garten, T!3 Beute, ^H 
Gnade, pn Gesetz f. T13,pn, ppH (der Form nach einerley 
ni't no. 1. 2). Fem. H^J Garten, HTS , HIO Wort, 
npn Gesetz , selten wie H"]}© Bitterkeit. Diese Con- 
tracLion ist Aveit häufiger, als 710. 1 x . wo das Nomen ge- 
■vvöhnlicli voll bleibt: ^lA Koth, 77,^ und 7!^ Schatten, 
'yy^^ u.*^^ Nabel. 14. Diese Form entspricht den verschie- 
denen Fiitjiris, daher TyD Vestung (wie 30*^), aber IQO 
Mals, 300 Tafelrunde "(wie b^"}^, *10;'^) , "^endlich p^O 
das Laufen, von pp^ (nach der chald. Form 30"^), und 
^00 Decke. Hieran schliefsen sich die Feminina: HIDpP 
Decke, HQ^O Wüste, hSj^O Rolle, mit Gutt. n"l>fO 
Fluch, n*5^P Säge. Aus der Form wielOO ist dann zuwei- 
len eine Segolatform geworden, "^P.^ Bitterkeit, 020 
Abgabe (von*l"nO, POP), von letzterer das Few. HOpO., 



a) Eini£;e Nomina dieser Abkunft schwanken zwischen der Form 
mit (~) und (~) so , dafs sie bey verbindenden Äccenten 
das erstere , bey trennenden aber, und mit ^am Artikel das 
letztere annelimen. Als : 

OV (Volk), mit disdnct, Dl», mit dem Art. DVn. 

"itD (Stier) -7- — -\B — — — nsn" "loa, "nö^. 

12f (Feind) — __ «^^ — — — "IXn. 

1?1 (übel) — — V") — ^ — — l>nn, in andern 

- - ^ ' T TT' 

Verbindungen auch X>*in. 
JLs sind dieses die einzigen Beyspiele (aufsevy*iN, V*1J^n)» 
wo d?f Artikel auf die Form des folgenden Nomen eingcwirk»^ 

b?t. 



§. 12 1. Nomina derivata des unregelmäfsigen T''erbi. 505 

wo die Verdoppelung der gem. unterblieben ist, wie im 
Verbo öher (§.103, Anm. i/f. 15). Auf syr. Art ist DHO 
integritas. iß. pvH Fenster, ^^^ Blume , D^O Treppe. 
16. mZJp HUlte, H^Ht Schrecken, H'^^l.^ SeiTe , "^^W. 
Schrecliuifs. 

Farticipia Her übrigen Conjugationen : 17. H^D-S Ur- 
sache. 19. J.3O Schild. 23. *1V^y nackend , dürftig, 
S5S3 Rad, eig. das Rollende, n^.^SVschiidcl. 24. ^p,"^4j? 
vilis, IV'liy nackend, dürftig (von Sbp, T\V). 

Infinitiven derselben: «23.^^ -^.i^ Handlung , gewöhn- 
lich zusammengezogen, M'ie H vni^Lob, iT^Sr^ Gebet (vom 
Masc. ^fin, vSH), auch in Segolatformen (vgl. -nn. 14.), 
wie ÜÜT\_ Auflösung, H^n Befleckung, von DDD , 172 ^). 
Den Ursprung von Fi. verrathen noch ganz deutlich 
'7'^7Drn staarblind, "l^TiJNri Name eines Baums. 35. 
n'»;jl3yt£j Vergnügen , n"^J^n3^n Betrug (von V"y^, VVT\). 

Za no. xo. Das Cholem -purum in p'n ist defectiv geschrie- 
ben , mit wenigen Ausnahmen, z. B. Diri Sprüchw. 10, 9. Sil? 
Jer. 5, 5, liy, :2i-i, Sl3 (Jer, 33, (J Chethib), ^1 n (Be- 
diückung) f. ?|h von "^Dn Ps. 72, 14. 

Das Kamez unter Mem in no. 14 und ig ist in einigen Bey- 
spielen imjjuruui, S. §. 136, Aura. 4. 

IIL Von Verbis N3. 
Hier kommen nur wenige Anomalien vor. Nämlich ; 
>3. '^'^'^. Gürtel, pDN Wahrheit, 0^3N Krippe (nach 
5. 40, Anm. 1). 14. Gewöhnlich regulär , z.B. *^^^^, 
selten inOquiescirend und mit T vertauscht, z.B. t]'^*1,0 "1D 
Bande f. D'^'^ONO; umgekehrt 0"»^ WO Wage, f. C.^f'lO; 
oder weggefallen, als ^'^ÖD f. HIÖNID Fessel, rOSD 
Speise, f. nbbNO. 



h) Auf diese Weise liefse sich, auch das schwierige n^HP Hiob 
4, lg Thorheit, Sünde auf die alte Weise von SSn (wovon 
D^SHin Thoren) ableiten. Die Masculinaiform wüvde Hnjn 
lauten , \vovon jenes Fem. ohne Verdoppelung gerade wia 
p3», nt:DC gebildet wäre. 



5 04- //. Hauptth. Cap. JV. Vam Nomen, 

IV. Von Verbis ^3. 

A. Eigentliche Verba '?a. 

Die Participialformen sind regulär. Vom Inj. Kai 
sind: j o. V^, Fem. HJ^'^ und HV*! Wissen , ebenso TYl)}^^ 

Rath, ntiJ*1 Netz. Im Arab. 8c\a». Finden, von <-\a^. 

11. ^:^,, sehr selten wie xl') proles. i2. "1^!^ dass. 
l"v "liOf. TiO'« Di van, h^3 f!" S^D^ Ertrag, n5">tD f. 
HD'^Ti;* Sitzen, |^^{2f Ünrath (mit -Zere impuro). Zur 
Form VIOp gehört |n^N ;»<?re//?z?V. 14. JOID Furcht, und 
mit Kawez impuro: ^"l"!© Besitz (Obad. 17), ilh^iC'^D 
Auszuo;; T£jp 10 Schlinge, n":iifiO Rathschlag, H'lS'iD Ge- 
burl, nyniÖ ßekamitschaftV '^O^O Strafe. aS-'^tlJ'^r! 
Einwohner, n'll/T^ Geschlecht, D^"'!!^ Kummer, H^^tü'^in 
Weisheit, Heil (wahrsch. von i^^!^) *^). 

Zu i23. oder 36. gehört D^DniJn Geschenke, D'^NJiNy 
Spröfslinge. 

B. Verba ^'a. 

Sie unterscheiden sich nur in no. 14.» wo — l^^P. das 
Beste, IV^Ü'^O. Pläne , und 23, wo 'O^'l Süden, U^i'Tiri 
Most, vorkommt, viell. /3ri Erdkreis , von /31J., 

Cf) Verba ig defectiA-^a, 

Hier merke man no. 14. VID Kenntnil's (neben V^^O) ; 
neO Grund, bl3D Fluth, 

V. Von Verbis IV, 

Vom Parh'cipio Kai sind: i. *1^ fremd, D"! hoch, 
«elten \vie ti^N'^ arm. 2. 'X5\ Frenidling, HSf Zeuge, 
F«?//. rri^ Zeugin, Zeugnifs. 3. ZliC gut. 5. "^3 ver- 
achret, N^p Gespieenes. 6. TJ{ Jäger. 9. 'Ti^S Becken, 
p3 Gestelle. 



f) Hieher zieht Ä-Änarrcr n^ n h (Not,&) für nVn1n(wie umgekehrt 
*)3i?h für n:3vn). ■"' 



§. ißi. Nomina dcrivata des unregelmäjsigen F'erhi. 5^5 



Vom luF. Kai: ll. Die Segolab formen bilden sich 
auf verschiedene Weise. Die von der Form 'r?p, , 'ti^^ 
iDchalten das f av als Jiiohile bey, als: /')}*_ Bosheit, V*^^ 
Geschrey, oder gesvöbniicher ^^J^ , so H'^O Tod, j'^N 
Falscliheit, 7]])?) Mitte, und NV^Nichrigkeir; oder \'er- 
wandeln es in Jod, als H^iS Haus, 1'';il! Jagd, T.H Kraft 
(von n"12, 1T:£, h^Pl). Die Formeii bip und büj^i lassen 
das ^ quiesciren, und erstcre verwandelt es in '^, als p3 
Mitte (f. j;2 oder j;^2), h"^n, VH = S^n ; bip Stimme^ 
l'^N Licht (f. S^p, *1')^J). Hierl-in gehört endlich auch 
3TÜ Güte, H"^*! Geist, T'l'^ Topf. Femiiwm zu diesen 
verschiedenen Formen sind: H/'^y (von z])!'), auch 
nhiy; n*^a Speise, ntÜS schände, HD^^ Schlummer. 
Die Formen Hnj l\iihe, nHltJ Grube, scheinen zu einem 
Ma.scid'no, Avie vH , zu gehören ''). Zu 1 2. gel)ört 
ny*' Unruhe. 15. Tt"^"!! Hathsel. Hier finden sich, 
"wie im regulären Verbo , Formen mit /Jleph prosthetico, 
als "Tj^ON Salbenflasche (f. T]^pN, von Tj^D salben) und 
so |mN Herr (von p'H = J^'^. richten = herrschen), 
1 |. Die Formen mit O sind dem Fiitnro analog, haben 
aber'l, selbst von dem Inf. Wlp: N*l!30 Eingang, D'^lpD 
Ort, im Fem. aber '^, als H'^JD , flRTO Ruhe (§. 44, 
Anm. 2), selten Avie \'i^p, Lauf (vgl, §. 106, Anm. 6 

zu Kai). Selten ist die Form ^Sf P , rTISCO, arab. öl)V;^-c 
Bergvesle, vgl. TTIV O , arab. sAä-c Höhle (von *1^y) 
CJID Gerichte (von p1). 15. O'^S Spötterey , 
plU^D Freude (zunächst von no. 1); pT^if Nom. prupr, 
(Fischfang). 

Participialia der abgeleiteten Conjugationen : 2 2. SD'ltÜ 
abtrünnig, IT^fliichtig, □Di'l Lobgesang. 25. ZrVi}!_2/0 
sistra, ferner DCipH f. DO "ipHO Widersacher. 

Infinitiven derselben: 27. J^^3 Gestelle, Gebilde, 
pa Mahl, Zeichen, vom Chald. ^3 bilden , p^ibezeich- 



W) ö^liKJ^s S.. 337 ff. 



5o6 II. Hauptth. Cap. IV. Vom Nomen, 

nen. 28- H^^^ri Klugheit, T\y\VT) Zeugnifs; HO^^in 
depositum, "T^?A^ eig. Fortdauer. cg. nn^H das Ruhe- 
verleihen, ri^"^2rj das Nachlassen, Aufhören. 31. H'^OplT 
Erhebung. ^54- Hln^J Wohlgeruch , X'lü"*:? Funke ^). " 

38. "i'^O^ der zurückweicht, init chald. Form Q^p''. 
Bestand, "^^H^ eig. Erspähung, 

Zu 710. 2. Die Fovrn n*ll> in der Bedeutung:: Zeusmifs, 
knnn auch zu den Segolatis rto. ii gezogen \rcrdeii , wie n*i^2C , 
nnis. 

T ■• 

Zu no, 11, Dafs die Form "iliy, 'T^'^ wahre Segolatform 

C " 

scj • erhellet tlieils aus dem Arabischen , wo sie w^ie \ «5 

lautet, thcils aus den Pluralfovmcn , welche öfter das f^av wie- 
der mobile werden lassen, ( §. 154» Anra. 14). 

Zu t7o. 14. Die Form *T>f!p folgt der Analogie des Fut. A, 

wie im Arab, <^\.ilJ , cliald. ^n^ (S. 302, Not. xo^. Man 
jcchnet hieher auch n*lDÖ . wozu aber weiter keine Analogie da 
ist; also siohever zudenl'y, wicni:;», m^O. 

VI, Von Verbis '^V. . 

Formen, Avorin sie sich von den vorigen unterscheid 
den, sind nur 11, j'^'l Gericlit, "l^'^I^ Gesang, und 
14. nD^*^0 Hader. 38. D^T und ^"T^ Gegner (von 

Uebrigens ist nus den obigen BeyspJelen zu ersehen, dafs' auch 
Tiele Derivate wahrer it* das Jod haben können , z, B. m^n , 
n">3, 1>S, und ebenso ist es umgekehrt z. B. \\'M2 und n3''1» 

■-TT ^ '•■ T»» 

von ]sr». 

In den Derivaten der Verha MV (5* 107, Anm. 6) quiescirt 
das Aleiph sehr selten , doch etvi'as häufiger, als im Verho selbst. 
Z. B. no. 15. *iH2 f. 1^3 Brunnen; r(^^^^ und .T^NS f. n*lNi3, 

mHS Zweie. 14, nDM'-?», hdnSo f. nsN'Süi' nriNSö. 

34. ni*1«3 Schönheit. 

Es fällt auch s'.uweilen aus, als: nVi; f. .iSmxÖ , h'jN^^) Frage; 
niiT f. mN:"\ Hochmuth u. s. w. 



f) Im Arab. sehr häufig, vgl. Sacy l, §. 561. 



§. i2l. Nomina derivata des unregehnäfsigen Verhi, 507 
Vir. Von Verbis n4. 

In den Derivatis der Verba N 7 beschränkt sich die 
Abweichung von der regehiiäfsigen Bildun ". darauf, dat's 
a) das N einige Mal in H übergeht, z. B. rtS^D f. N^DO 
Hürde, Trf\'0 f. N'liO Furcht Ps. 9, 2 1, Z»; eiliigeMal .mch 
■weggefallen ist, als T^üT) f. HNOn Milch, r j Die Sego- 
lata bekommen öfter kein furtives Segol, sondern behalten 
Schwa, als N^^Eiteles, NIDH Sünde, dagegen nSs Ge- 
fängnifs, 

VIII. Von Verbis hS. 

Wie im Verbo selbst, bleibt hier das H nur am Ende, 
und in der Mitte tritt das ursprüngliche "^ und 1 ein. Doch 
können letztere auch am Ende stehen. 

Vom Particip'io Kai kommen: T. "^^J^ unglücklich, 
1S1Ü ruhig. 2. n3^ schön, Hy^ijP schwer,"/. HS^, HTi;]?, 
und mit ^yegge\vorfenem H— , wie "^jH Zeichen, f. iT^rj, 

vgl. im Arab. JPart. ^f/\ f. /^-cfp werfend. Mit "^ ist l/,^, 

"^hV ruhig. 4. HN^ Seher, /. hSIV Brandopfer. 
5."'"»'^03 Decke, "»JV f. ^^JJ: unglücklich! /. il^liy, ^2 
rein, /. "^^p.--. G. "^'^'1 sehr siech, krank. 7. viell. 
riur. nl^'nn eravldae, \om Sin^, ^^iH f. ^"^"nn. 

Vom in/. Kai. Vorzüglich mannichfaltig sind hier 
710. 1 1. die Segolatformen. Diesebilden sich ßj regulär, wie 
nD2 Weinen. Hifp Ende, Hy*) Freund, FeiJi. (1113 Hei- 
lung, viell ^>Jp_ bia^l^aXfia. b) mit Aveggeworfenem H— , 
als "ly Ewigkeit" ( f. HnV, niSJ), "^^ Sohn, V'H. Freund, 
J3Sohn, rtJ Wehklagen, von HriJ f. nHJ vind hiervon 
die Fem. H^l.p Stadt (von n"np), Hpil) Tränl^rinne 
(von np'vÜ); n03 Kissen, Pfühl (von »^OlD decken), 
c) xmt Jod quiescens am Ende ^"IS , \n Paiisa ^*\2, ; "^^Q , 
in Pßwjß ^'^T) Hälfte, auch ^"^l N.propr., "^^H Krankheit, 
f. "^-IS, ^^S/'-^Sn, im Fem. H->y*1 Freundin, "n^lb Kranz, 

'f^^'Q^, Schall, d) mit f^avufuiesceiis am Ende: ^H'^ das 



5o8 II' Häiiptth. Cap, IP\ Vom Nomen. 

Schwimmen ( so "^iflN Schilf ) , ^DttJ iV. /j^ro/^r. , "=1712 und 
^nri Leerheit, Wüste. Einmal mit "1, als V"^ Tinte. 

Fem. niijn Hälfte (f. ni^iH) und n'^y'^ (f.' nünj 

Willen (von den ungebr. MascuUnis "^^H , "^VH , wie 
in ^np Mann). e) mit Jod und Vav mohile ^ so "^^l 
Krankheit, "^!ip. Ende, F. H^V^ Ruhe, H^l^ Schaam! 

12. m13 Untergano;. 13. "^Hp Winter, "^H^ Getränk, 
mit den" Fem. H^H^ , n;;;J^.t4 Krachen , n>Sy. Söller, 
viell. n^O^^ Ruhe, f. H^O'^ ,' und T\X) f. HNDD Theil, 
n*^3^ und n^I^vÜ Gefangenschaft. 14.. Die Aucta per 
JUem bilden sich wiederum mannichfaltig, nämlich a) am 
gewöhnlichsten, Avie «^-^pO Besitz, MhJ"^0 Gesicht, Feni. 
rriiJO Befehl, h) mit weggeworfenem iri— , als iVj^ 
Höhe, Vp Winkel = "^x^-I- '^) s^'t«^" "^it /o^Z mobile 
am Ende, als n^^^KO Begierden. 15. Die Formen auf 
^''1 und '\rr schlierten .^ich a) an 110. 1 1. p'^V'^ Streben, 
^■^"12 Errettung, jV^H Nachdenken, ^^3^ Mühe. b) an 
7/0. '12. i'iN5 Hnchmuth, ^^ Bnhleilohn ( von n^lj), p^lH 
und pnri/schw.ingej-schaa, JT^A Trolle, iVTSTpiünde'- 
Tung. Vgl. auch \^ und ]^^^ Geschenk, von n^n , 
J^!i.]? Richter, von nK|P, t3''3^2T Hurerey, von D:] huren. 
16. n^ « Exil , n'^Tfl Gesicht , xini liamez iv^puro. 

Von dem Participio der abgeleiteten Conjugationen ; 

13. n^p.^P Opferschalo. 19. von Hoph. HISO , HiSp 
Ausdehnung, auch ^Vt f. nSyD, rlSvO Erhebung.' 
£2. n>'J f. n.'^NJ schön. 2 5.'n^2n2^ /^r^^cÄm. (Vgl. 

S. 48' '"''^- "J)- 

Von dem J»f. derselben: 27. ''^SiJ. Ueberzug, "^^^ä 
Befehl. 28- '^"^K^"^ Erwartung, rQS^n Wunsch, HO^iri 
List, n^Ni'^ f. n^J^ri Gelegenheit, apoc. "IVII Scheerraes- 
ser f. nnVJ^ eig, nuclntio; ferner "^^J.^?.!]! Traurigkeit, 
Xr^yiTS Gebäude, H'^S^^u^ Brut, endlich HN^ri Ermüdung, 
und n /^J^ Wasserleitung (mit Kamez impuro) von HNJ 7 
und nSy.' 32. Ti'xe Nomm. propr. H^^^. (Ruhe), n'S% 
33- i^l (^* '^.'l'^:!) ^^S* Absicht, dah. wegen. 



§. 121. Nomina derivata des imregelmäfsigen P^erhi. 509 

Zu no. 1. Für 13i> kommt auch die Orthographie Ttil? 
4 Mos. 12, 3, ebenso 1"»^^!^ vor. (S. 54). 

Zu no. 11. Die Segolatformen lauten hier zwar im Aiab. wie 

^Vrih, /jXSfc, i^^^y ^^^^^ "' '^'^'^ V ulgärsprache spricht man, 
vs'ie im Hebräischen : ch'^li , cliOli, gh'^lu. Da die Formen •»'j-^ mhA 
-i\^ in der urspiihijilichen Form coiucidiien, so sind sie nur in. 
Fausa und vor Sußixis ihrem wahren Vocal nach zu erkennen. 

Die Form, wie tnti , kommt auch bey no. 13 wieder vor, 
beyde sind aber ihrer Entstehung nach wesentlich verschieden, 
und hiernach hat sie no. 11 fem. fT'ri'Ü , no. 13, wo sie für 

ttnvt? steht, n-"tn\!j. 

Zu no. 15. Bemerkung verdient vorzüglich die Form Di?:',. 
vgUpSS Mitknecht, nüffD Ende , wie im Syr. |AJ.3 l^-i^, 
Sie würde in der regulären Bildung T\\pp lauten, liier ri)2a 
oder n*";^ , welches (nach §. 41, 2, litt, h) in nN3K übergehtj 
aber nach der ge^vuhnlichen hebräisch'sa Orthographie defectwo 
geschrieben w^ird. iiieraus erklärt ^sich dann die Beugung der 
Form (§. 129). Vgl. Chr. B. Michaälis lumm. syr, 
$. 31. 

Zu 710. 16. Das (*) dieser Formen ist inipurum und ebenso 

in den entsprechenden aramäischen, z.B. Mrnil^a, j^Qi^Ii Bitte, 

MHilSa. KCi-^,^Exil, wovon schon Kimchi (Michlol. fol. 
57. Z>) als Grund angibt, dafs sie transponirt stünden, für nilSil 
nämlich ni^Vl ( '^gl- ^\yp.> 'I^VV-)« '^^^^^ D^Sn^, T\^h^. Diel 
ser Grund ist in der Tiiat vollkommen befriedigend, und ea 
dürfte sich kein anderer leicht nachweisen lassen. 

Zu no, aß. Auf die vorheroeheiide Weise ist auch das Ka- 
mez impurum in nxSn und nhvo zu erklären, nämlich eig, 
"IJ't'"^' '^^'l^n» <i«raus HNSynV'^ersetzt nSxi^n, nSl^O , wo- 
bey man nicht nüthig hat, auf problematische Stammwörter 
M^b, 'jW = HnS, nSl> zurückzugehn. Vgl. §. 140, Anm. 1. 

IX, Von doppelt anomalischen Verbis. 

Wir bemerl^en hier nur einige vorzüglich schwer auf« 
zulöeende Formen , als ; 

a) von Verbis j3 und H / no. 13. ''nJ Wehklage, 
contr. "^J (Ezech. 27, .SQ) und per aphaeresin ^7\ (Ezech. 
2, 10). «0. 14.. r!30 Schlag, Niederlage. 



5 1 //.' Baiiptth. Cap, IV. Vom JSIomen, 

h) von "^a und T\l z. B. flg. 'TT^t\ Lehre, Gesetz 
(von nV). 

c) von nV und rtS, T\rD f. HK^tj, HN^. Tumult 
4 Mos. 24, 17, von nj^^, nach der Form n*1p von 
mp, no. 10. der H /, 

<7j von ly und H^ , 7Z0. 11. '^^ (Jes. 5, 24.) f. 
•^13 Brandmai von 71^3; "»N Insel, f. '^'iN von H^N 
(vgl. S. 137); ferner VflJ»^ Zeichen f. HJN (von ^^^^), 

nach der Form Hp^iy von H|?ty ^ im Arab. S.jf Zeichen 

f. 3.j*f ; endlich 1(3 Schnur, mit Suff, "^^.j?, f. iJjP , von D^Jg. 
7/0. 14.. "^yp Schutthaufen , Trümmer, für "^^VD , von 

njy, vgl. "^k f. '^H- 

e) iy, ^V und Vh, z.B. wo. 11. J^^A Thal, Nltüi 
Frevel, auch ohne N, "^5, ^tij (Hiob 15,31 Chethib). 

f) W und "^y , davon no. i * "^fl lebend * vort 

vn = n">n. 

— X TT 

Auch JV/m in der Mitte wird contrahht, dah. *)i>t contn 
i;|N Nase, Zorn, nia con^r. n3 Tochter, und n, z. ß. itt, 
it f. i^nt Glanz, von nnt. 

Anm. So wie wir oben (§, ns. 113) gesehen habeoj 
dafs verwandte irreguläre Verba öfters einerley Bedeutung 
haben, und sich dann gegenseitig ihre Formen leihen, so fin- 
den wir auch hier, dafs ein Nomen verbale öfters die Form 
von dem einen, die Bedeutung aber von einem andern ver- 
wandten Verbo entlehnt. Dergleichen sind z.B. ]i (^3S) 
Gestelle, von ]3S = ]:)3 ; nitb Verkehrtheit, von ntS = 
*?lS ; ''■^» Bitterkeit, von n*!» = 1*^0; lltüiy Freude, von 

■ : T T - T ' T 

T]\v'w = tüiu;; naipn Umkreisung, von «jTp = ']p2', 
fiy?u?r) Heil, von irirü = VW^; «Jalö Eingang s. V. a. Kia)^ 

Nomina denominativai 

1. So nennen wir diejenigen Nomina y welche z///- 
mittelhar von einem anderen Nomen herkommen ^ mag 



§. 12 2. Nomina denominativa. $\t 

dieses ein Primitiviim, oder selbst erst Derivat eines Verbi 
seyu. 

So z. E. ]n''*.S gewnndenes Thiev, y.iinäclist von nilS M^m- 

iluns: , dieses aber von ruS winden; noSö Könicthtun « zu* 

nächst von ?]?» ««• s. ^v. 

Die meisten hier vorkommenden Formen sind denen 
der Verbalien analog und scheinen denselben nachgebildet 
«u seyn, wie überhaupt die Ableitung vom iVomezz eine spä- 
tere Bildnngs\veise in derSprache zu seyn scheint, als die 
vom P'erbo (§. 65. 75). Man bemerkte z. B. , dafs das 
<D vor gev\ issen Verbalien den Ort der Handlung bezeich- 
nete (§. 120, Tio. 14), und setzte dieses auch vor Nomi- 
na, um den Ort, wo sich etwas häufig befiMdet, zu be- 
zeichnen , z.B. J^l^C Queliort; die Formen HiOlp, "^Df? 
bezeichneten oft Subjecte, die sich mit einer Hand' 
hing beschäftigen , dalier von Nominibits gebildet, 
solche, die sich mit einer Sache beschäftigen ü. s* w. 
So laufen auch die Bedeutungen der Denominativfor- 
men grofstenlheils mit denen der J^erhalia parallel» 
Doch ist zu bemerken , dafs die von Zahlen abgeleite- 
teten sich nicht recht in diese Analogie fügen, ferner, 
dafs fast nur solche vorkommen, die den P^erbalien vori 
Kai analog sind« 

Auch im Griecliiscljen , Deutschen u. s. w. sind die De* 

nominativa den f-^erhalien genau analog;. Wie Bettler , Bauer , so 
bildet sich auch das denom. Schäfer, Gärtnar; wie /x«S>jt;^;, -yp«- 
(f>BVi, SO bildet sich auch das donom, /ViroTjjj, «V^eu;; viator wiö 
amator. 

Die den Verballen analogen TDenominativä sind nun 
folgende, die wir unter derselben Nummer aufstellen 
"Wollen* 

3. wie SitSp , nur "iliyy der zelinte, auch zetinsaitlg. 

4. Die Form St3lp ist meistens abgeleitet von Scgolatformeri, 
und bezeichnet einen, der sich mit einer Sache beschäftigt, wie 
die griecb. Endungen rvjj, n-c;, als: D"ib Weingärtner , von 
0*)2 Weingarten; Sah Schillsmann (von b^n Tau), *iJ.»i:/ 
Tliorhüter (von *iy\y ), -^pia Rinderhirt, vgl. Iiitj, 'j^:3l»<u. A. 



512 //. Haupt th. Cap. IP^, Vom Nomen» 

Im Arab. ist die Form häufig, z, B. /.O^ der mit Milch um- 

geht, von /«va5 Milch u. s. w. 

5. S^^Kp bezeichnet Acljectiven der Materie, woi-aus etwas 
^<" u. hr ist (dalur iiie Passivform) oder btsteht, als U?in3 ehern, 
( V jt, n'Vna); T^IM zedern (vontlJ^), vgl. Vt2*1 viereckigt, 

D*o3 , arab. aJ-^ » Mos. 49, 14 im Sam. Text knochige. Im 
Arab. und Syr. vgl. z. B. ^,^.}.;jj |.ii*i:i-i:* beherzt, von j^^J, 

i^a^ Herz. Von VD^ sieben kommt J^litt) hebdomas (mit 
Kamez purü). 

6. StSp sehr häufig zur Bezeichnung einer Beschilftigiing und 
Haudiiiieiiini£ (wie no. 4), z. B. n\iJP Boyenschütz , n*7» See* 
n).inn, Tünö f. tü*lQ Reuter, von D'^jp, nbö , \y"l3 u. s. w. 

TT T - , vlv ' - •■• TT 

Im Arab. und Aram. vgl. Aa!^ Bäcker, von i^i^ Brot, 

O^--^ r Oelhändler, von ^^'.iA; AfiJ Byssushändler, ("«r^ 
Fi^uter u. s. w. 

7. '7't3p_, 80 «)!i^M Phylarch, Chiliarch, von t)*3i< tausend, 
Statu ui. 

g. Släp,. So U/W , l?3"i Enkel im dritten, vierten Gliede, 
. von rySc , J^^IN drey, vier; ferner San Mastbaum, von 
Sari. Tciii. 

9. SiBp, vgl. Ilsn Palmzwejg , von "^ßn Palme. 

11. Sop. f Stpp bilden eiilige Mal Ahstracta \c>w Concretist 
als n^iT Jugend, von -^J^J Jüngimg, n*1*;* Monat (vidi. Mond- 
lauf), voa n"!"' Mond; it'n:! Zauber, omen t eig. o(p«o/x«VTS(«, 
Von ujns Sch!an;'e (wie auourium von avis). Besonders von Zah* 
len , l?i^ , yj^ \nerter Theii, rvKh füulter Theil. Fem. nnnM 
Bruderschaft, von nü (lurnnj«) Bruder. 

13. Slüpj besonders im Piur. gern von dem Alter und 
Zustand, z. B. CilV^. Knaben-, Jiin.^lingsaiter , D''1n2 und 
t-'»Sv d.iss. , niSüna j.müfrauschaft, COpt Gr.-isenalt.n, hlS^lSs 

BrHui.-Vand (von nrj, -ifln2, dSV, nSins, ]pT, nVs). 

14. Die I'orxn bl^pö 1 St:pl3, zeigt vorzüt;lich gern den 
Ort an , v/o sicii etwas, besonders in Menge, befindet, z. B* 
^n'O Quellort (von p^y), n^iOTE Misthaufen (von ]ip''n ) j 
nS,^rü WaucnLui" (vonnS:;V ;; .TÜp» = ^*'i;p» Gurkeü^ar^ 

tt:- ■- cv tt-;'^ t':- t's- " 

teil (von i<^|p}i Vgl. aufserdem mvin Woiterb. u. d. W, 



$. Ii22i Nomina (lenominativa. 5j5 

fll^ÄIfc. mu.'N^.ü:, jaV», HnnS»?^ nNCn». Vielleicht ist hier- 
Dach auch riw.TlÖ Jes. 14, 4 die ^u/dreic/ie , iiaC </fiiJ tanJ t^c!^ 
Geo- zu erklären. Im Arab. ist t;<j) ade dieselbe Bildtm;^ , z. B. 

ölÄÄA? Gurkeiigatten, von ^0:5 Giuke; öCXicwW Ort, wo 

viele Luwen sind, von {A-m,f •'• s. w. (vgl. Sacy I, §. SB?}, 
Im Griech. entspricht die Endung wv, wie in d/x-rtXwv , im J.at. 
cluiii , wie in roseiunu Von Zahlwörtern kommt y\i)-J)0 der 
Zehnte vor. 

15. Die Endungen ]i und '^-^ werden üfter an Jhstractä ge- 
liängt, um die Abkunft von etwas anzuzeig.n. als: ^liDTp ose- 
lieh (vonD'ib); JiPnn der untere (vonnnn), ebenso ^•»•^nN 
der letzte, jl^bV der höchste; ])Dni barmherzige ^In^pi^. £,e- 
wundfcn, p'-'tS dass._, ]n*ön3 ehern, von "^nVl , ''Sv> Dni, T\'~'p'V , 
ITiiS, nvinJ. So auch ]1ö.^^< Sampfgms, Binse, von d:ii< 
Sumpf, ]iT3!b vom Volk stammend, welches iV.;>rop/-.dah, i Mos. 
ig, 3g nicht gegen die Analogie durch tl£i;-]3 erklärt wird. 

Einige auf p schieben noch ein tT" i»l die vorhergehende 
Sylbe einj als: ]1S^n der äufsere, JiSt^p der letzte, ]1t'N*l f. 
^"iu/iMI der erste j von y:)n draufsen, yp Ende, \üi>t*i Haupt. 

Nur selten steht für ^l .„ n = f , z. B. nbSltJ Noih. propr, 
(friedlich^ = ^bSU7. Dieses ) erscheint auch in den Derivaten 
wieder, als: nS^ , gent. '<:i^'^t\. (Vgl. S. log). 

Zweifelhaft ist, nh ^1 auch Verkleinerungssylbe sey, wie das 
syrische ^— , wie dieses schon altere Grammatiker behaupten 
(Kimchi lib. rad. s.v. U'n3 , vgl. Verhrugge ohferi'att. phi- 
loh de ftiur. S. 9 } , andere aber leugnen {^Ahen Esra bey 
Verhr. a. a. O. ^). Simonis Arcunum foimnr. S. 565). Dafür 
sprechen allerdings mit Wahrscheirdichkeit : ]'fty''M Männchen im 
Auge, Augapfel, ]1'^niy kleiner Mond, als Weiberschmuck, von 
'inw ^Tond , und viell. auch p^l^S Ilf'hesl. 4« 9 als Charitaliuuirt 
Kalschen*, mit ]!i _„ ^nw justuliis; und andere Beyspiele, wo 
diese Nuance niclit pnssend oder merkbar ist, erklären sich füg- 
lich dadurch, dafs man auf die ursprünglich verkleinernde Be- 
deutung iffi Sprr.chgebrauche nicht achtete, wie z. ß< in dem 
deutschen Männchen ^ p'Veihcheii. So z. Bj 115 n von ^i\ Fisch, 



f^ Recht ingeniös ist Verhrugge' s Conjectur (a. a. O. ), dafs 
C''31'»>'^n (gew. Taübenmist) 2 Kon. 6", 25 eig. D'i^lftin 
oder C^lsin klein0 Brote (von *i*in) zu lesen sey. 



5 1 4- ^^* Haiiptth. Cap. JV. Vom Nomen. 

tii>3Ä von l^aa Hügel, ]lS?at ^' propr. (kleine Wohnuilg). 
Eine wallte Verstärkung scheint dagegen in ^Ina^t) (grofser Stib- 
bath), ]n''3 Paliast, zu liegen. Uebrigens mufs «lan bemerken, 
dafs auch im Syrischen die Deminutivbildung in ein späteres Zeit- 
alter der Sprache gehurt (J. D. Mi cha'6 lis gramm. syr. S. 150), 
und im Hebräischen auf jeden Fall etwas Seltenes w^ar. 

16. Nomina auf ri!). ScLon die §. i2o aufgeführten Bey- 
spiele konnten Denominativa genannt \ werden. Hier w^ollen wir 
nur noch solche aufführen, w^o die Form , an -welche ni gehängt 
worden, als Nomen wirklich im Gebranch ist. Sie bildet dann 
Ahstractu aus Concretls ^ 'wie die deutsche Endung thiim, schuf t^ 
heit , als: niT^piQ Amt eines Tipi ; ToSo Köniüthum (von 
^S»); hl2»SN Witwenschaft, von ]»Sw, n3öSf< Witwer, 
Witwe; nisnTSM Grausamkeit, von t*itDH; niü'pV Verkehrt- 
heit, von \ypV . rilTS) Einfältigkeit, von ins flur. D^TtS ; 
flina Herb-^rge, von 13. 

23. SltSpP. So niSann Lenliung, Leitung, wahrsch. 
eig. Steuerung, von Sin Steuerer, und dieses Von 'jin Schiffstau. 

35. n^tap. Diese Form bildet ebenfalls Ahstracta aus Cori' 
cretis, als; DSnS Priesterthura , von inb Priester; rr^Sl^ famw 
lit'mm, von n^X? Knecht; niinn eis;. Bräutitiam^chaft, von tnn. 

... V T \-l C? o ■ T r 

ö. Andere den Denominativis ausschliefslich eigene 
Bildungen sind : 

1. Die angehängte Endung i- — fem. Ti^-^ , T\^~ (arab. 

. ^ > ^ die im Allgemeinen eine Abkunft von etwas bezeichnet, 

und aus Substantivis abgeleitete jldjectivu bildet 5). Z. B. ^*iS3 
fremd (von "^Dj Fremde); inS» opportunus , von nl> ; "»»IS 
Landbewohner, von nT*ia plattes Land, "»S^l Fufsgänger u. s. w. ; 
insbesondere an Zahlworte», Personen- und Ländernamen, um 
daraus Ordinalia , Patronymica und Gentilkia zu bilden , wie 
das griech. ih^i, als •i\y\y der sechste , i^Nlö Moabit, iSN*l'tl"» 
Israelit. 

Bey dieser Anhängung des 1— gehen aber an der Form der 
Substantiva selbst öfter mehrere Veränderungen vor , diejenigen 
abgerechnet , die die Fortrückung des Tons um eine Sylbe ohne» 



o) Simonis Jrcanum formarum S. 588 ^« Onomast. V. T. 
S. 364 ff. Sacy gramm. arabe I, §. 646 — 666. Im Rabbi- 
niscben sehr häufig, 2, ß. inhn göttlich, inXJ ewig u. s. w. 



§. 122. Nomina dertominativa. /ji^ 

hin mit sich führt , und welche der durch ein angehängt«« Suf. 
fixum annlog ist ( J. »sß, 2., litt. « ). Niimüch : a) zuweilen 
wird in die letzte Sylbe des Staininiiomeu nocli ein tT~ eini^e- 
Schaltet, z. B. s\l;''W » '»l?''i*1 , anderswo dasselbe, wenn e« 
schon im Nomen war, herausgeworfen, als: •»Jö'i dexter ^ von 
^''ß'» rechte Seite, b) Wenn das Stammwort die Eudunoen n-;r» 
D^r— , n1 hat, aö können diese beyni Gentile bleiben, z. B, 
•»ney^ (von nttl?i); ■»»■'"ina i Cluon. 11, 35 aus Bai:hurim : 

^T[b:{V!iVLß. Anathoth gebürtig, wie z. B, im Arab. . J\cv.m# 

^ >* ■• r 

ührenmaclier, vom Plur. \^\.CV.w ; allein sie können auch weg- 
fallen, als: '•'lin'] Judäer, von rTinD*), arab. /■_5v./C Meccaner, 
^-AJO^/ö Medinenser , r^j}.^An3 von Nesibis. Beym Dual ge* 

schiebt dieses immer, z. B. '''1XÜ Aegyptcr, von Cjli-S: *»iSh , 
von D^jS'n, so auch •»•:iD Med er , von "»"iD. c) Zuweilen lie- 
gen auch sonst andere Formen zum Grnnde, z. ß. ^iVuJ von 

n'S^w; ''h*i3N von c^nsN; ^jS'4 ^°" "V'^' ''■^*'-r^ ^'"" pS')::t. 
rf) Wenn das Stamuisubstantiv ein ziisanimengesetkies A". -pronr. 
ist, so wird dieses gewöhnlich wieder in zwey Worte oerheik, 
*i — an das zweyte gehängt, und der etwanige Artikel tritt vor 
das zweyte, z. B. iSiB^-ia Benjarninit, von pcia, Plur, 
''w^Ö*>"''02 , mit dem Art. ■''b'irj^-j- |a Rieht. 3, »5, so h"»2 
"^OnVn ßethlehemit \ Sam. i6, 1 ; sv.»ö\^n 0^3 ßethschemesciiit 
1 Sara. 6, 14. 18; ■'ITJ^.rj '•'3N Rieht. 6, 11. 24; *i*;Nn n-'S 
1 Kon. i5, 34. Tn einigen wird auch der etste Theil des Cow- 
positi zuweilen weggelassen, mithin: •'i"'»'; = '»O^Ö'>-p ßehja- 
tninit 1 Sam. 9, 1. 4- 2 Sam. 20, 1 , inDi*?:' einer aus .-Ihel heth 
JVIaacIia, so im Arabischen immer mit denen, die mit i._\t 

. vjj zusammengesetzt sind, als: /C Ss.> «las Gent, von X.3^jf 

Ahuhekr, x _*M.4jCi von . wa<».mJ (-\aC Abd- Scheins, wiewohl 
hier auch der zweyte Theil der Composition weggelassen und 

IM C J' 

gesetzt werden kann, z. B. /fJwAC. 

An die Nomina auf ]1 w^ird gern diese fendung noch ange- 
hängt, und scheint sie erst recht bestimmt zu Adjectivis zu stem- 
peln, z. B. •'ibi.ß anterior t ''^''^1.1 rothliaarig, ■»JVI,'; weiset 



5i6 //. Uauptth, Cap. IV. Vom Nomen, 

«M ^ tu ^ y 

Mann. So im Arab. viele auf /- jf— . , z. B. /_3V^ « r\ geistig, 

^Um*:^ tövperlich h). 

Das Fem. T\'^~^ kommt nicht blofs oft neben dem Mascul'mo, 
sondern auch zuweilen allein vor, um weibliche und sächliche Ge- 
genstände zu bezeichnen, die von andern ahstammen, und ist 
dann zuweilen s. v. a. ni. So ITiS^S nocturna Nachtgespenst, 
von h'^h ; ^\'^'^nn das Hinterste (von inH); n''\!}M*i principium 
(von AÜNI = ty>*1i princeps"); tT'^^Vaö Erheiterung; ri"«135 
Fichte, Kiefer (eig. sulphurea, von *isä Schwefel (auch w^ohl 
Harz), vgl. noch n'»313t, n''*lä u. a. Im Arab. wird ebenso 

^j gebraucht, z. B. 'j<.A f^ ' ■ .i die Beschaffenheit t^ von 



>> o 



^^^^:3 irjV^ (,Socy /, $. 666), Die Endung wird auch 
wohl defectiv geschrieben , z, B. T\^'':i f. n''S'<:s. (Qoasten) Ezech, 

8. 3. 

2. Die Endung tT~, die im Aramäischen der vorfgen ent- 
spricht, ist im Hebr. sehr iellen, z. B. 1S2 , iS'»S Betrüger (von 
'jnS = *3>33 Betrug), denn wahrsch. "jaS anlerius , von der 
Praepos. ^35^ 1 Kon, 6, 17 (^Simonis Lex. ed. Eichhorn. 
S. 1301 ). Aufserrlem nur im Nom. pr'opr. z. B, i^»*l3 C/'^'" 
reus), '•JJ'»D. Vgl. ^ J »noni/ Onomast. l',T. S. 551 fl^ (der aber 
diese Endung ganz falsch erklärt ). 

Der Sam. Cod. setzt di.se Endunq zuweilen für die hebräi- 
sche ■» — und schreibt selbst plene, z.B. -»«S-^T f. •''';:\*1 2 Mos, 12, 
37, w^ie im Rabbinisch?n iMDT unschuldig, •'Hip Karait, und 
im sabischen Dialekt hiiulis;. 

5. Ein angehängtes Tl~, in "riTJs Plur. D^STJ-t Schatzkam- 
mer, von 735 Schatz. Im Chald, kommt diese Sylbe noch einige 
Mal vor, z. ß. "^hn f, D^M , kcinn aber dort auch ui'sprünglich 
Suffixüm seyn , wie im Arab, \^5~'|v3 . Vielleicht ist sie persischen 



K) Im Syrischen ist die Endung ^3~ gar nicht als Mose, gebräuch- 
lieh , sondern erst als Fem. der Nomina auf ^_. , ^-^ erscheint 

f^AJ-, r)''a-7-, z. B. ^:;-i^ fem. \[Sx.l.J^£i ein gewisser, 
w^obey freylich immer ein ßlasc, ^i~-zum Gruhde liegt. So 
im Hebr, ]Vn'\ barmherzig, Flur. fem. n1-t3»n*l Klage!. 4? 
10; n'isJ*J''3 von iva nadi der Form ^pts (Burg) u. s. w- 



§. 122. Nomina denominaliva. 5^7 

Ursprungs. Hier bezeichnet nämlich ^^5~Uas Deminut'wum, ma» aber 
in den iikern Dialelaen auch andere Nuancen gehabt haben. So in 

deniVomm. propr.1]nM'n)D, ^2n*1»,vgl. ^^^^, Männphen. Dafs 

die Intensiv - und Deminutivbedeutung im Sprachgebrauche öfter 
verloren gehe, ist aber schon mehrere Mal bemerkt \Torden. 

4. Ein angehängtes Hrr , -"l— , ?.. B. n\'?M Opfer, von tüM 
Feuer, aber zuweilen ohne merkbare Bedeutung, als: "•^i^ und 
r\\yt\ Löwe, nJfeVi, n*1tyy acht, zehn, f. Ilc^_, u\.^ y 

• o > c >• 

•liyu. Im Arab. vgl, die Infinitiven, wie ^f ^ — . < \ f. . ^ — \ ,\^ 

im Aram. viele Nomina , welche •»-;- , st. einphat. H*> , {* 

anhängen, n^Mn, JL*a)Q£p f. Sin, OD (Chr. ß, Michae- 
lis lumm. syr. $. 32). 

5. D-t^. Diese Endung kommt einige Mal so vor, dafs sie 
ein Collectivum anzuzeigen scheint, nämlich 1) 033 2 Mos. g, 
16. 17. 18 s. V, a. B*'53, und V. 17. 18 als Fem. construirt, 
wie die Collectiva gern thun. (Zwar hat der Sam. Text D'»JD, 
und ebenso viele jüdische iVZi^. V. 16, aber V. 17. 18 schreiben 
sie alle defectiv). Dieses ßeyspiel ist aber eigentlich auch das 
einzige, denn 2) dV>N*iM Jcs. 33, 7 ist zwar allerdings wahrsch. 
:^= dSm'IN C Helden); allein die Punctatoren scheine» hier wirk- 
lich eine andere Erklärung zu beabsichtigen (s. §. 42, 3 und das. 
die Note ). Nicht sicher ist es , sie sonst als Bildungssylbe von 
Denominativis aufzuführen (wie z. B. Rosenmüller in den 
Schollen zu Micha 3, 7). Wenigstens beweisen diefs QQ\v Bart 
(von nSiy Lippe), und Qn-3 Neh. 5, 14 = nna (richtiger 
wird D— hier für das Svffixum gehalten ) keinesweges. Im 

^o c 

Arab. ist aber wirklich ^Äif s. v. a. /^jf Sohn u. 8. w, (VgU 

^ 's 's 

Sacy T. I. S. 194). 

6. Ebenfalls sehr zweifelhaft ist, ob im Hebräischen Jiemi' 
nutiva vorkommen , die nach Art des Arabischen durch ein ein- 

geschobenes Jod gebildet sind, z. B. Va^ , Y.«.a5. (Helle 

Töne verkleinern gern in .illen Sprachen, vgl. Kasten, Kiste; 
waschen, wischen). Man hat dahin gerechnet D*>D''3\Ö Jes. 3, 18 



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